i & e MM MMM Fünfundzwanzig Jahre. Vicrtcljahrhundcrt voller Kampf und Sorge, aber von Genugtuung und Erfolg begleitet, ist verflossen, seit das„Berliner Volksblatt", WMÄi der Vorläufer des„Vorwärts", seine Laufbahn begann. Die ersten ösSSS SVs Jahre des Schandgesetzes waren vorüber; weder polizeiliche Schikane noch richterliche Grausamkeit, weder die durch die Polizeiclique Bismarcks und Puttkamcrs verübte Verjagung von Saus und.Hof, noch die Bluturteilc der das Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie handhabenden Justiz hatte« verhindern können, daß die Arbeiter Berlins trotz des Mangels öffentlicher Organi- sationcn weiter agitierten, sich in kleineren Kreisen zusammenfanden, Verbindungen zwischen den Genossen herstellten und durch Wort und Schrift den Kampf gegen die kapitalistische Gesellschaft sowie deren Werkzeuge, Polizei und Regierung, eifrig fottsetzten. In dem in Zürich erscheinenden„Sozialdemokrat" war das Organ geschaffen worden, das auch die Berliner Parteigenossen über die Vor- gänge in der sozialistischen Welt und vor allem in der sozialdemokratischen Partei Deutschlands auf dem Laufenden erhielt. Die Beziehungen zum„Sozialdemokrat" waren geregelt, seine Verbreitung gesichert; das übrige wurde durch Broschüren und Flugblätter besorgt, in deren prompter und sicherer Verbreitung die Berliner- Parteigenossen in erster Reihe tätig waren. So wurde der tägliche Kleinkrieg geräuschlos unter der Oberfläche mit zäher Energie, unbeugsamer Entschlossenheit und großem Geschick betrieben; ein Kampf, dessen Organisation so prompt funktionierte, daß die politische Polizei trotz Massenaufgebots von„??ichtgentlemcn", wie der Minister Puttkamer seine Spitzel und Provokateure bezeichnete, der Verfolgten nicht Herr werden konnte. Freilich an Opfern hat es nicht gefehlt; die Teilnehmer an Zusammenkünften, die Verbreiter des„Sozialdemokrat", die Verteiler von Broschüren und Flug- blättern mußten sehr häufig ihre mutige, opferbereite Arbeit mit Gefängnisstrafen und mit Ausweisung aus Berlin bezahlen. Aber keine Gefahren, weder Gefängnis noch Verbannung vermochten Kraft und Mut der Genossen zu brechen; für jeden ausscheidenden Kämpfer traten neue Streiter ein; jede Lücke wurde sofort ausgefüllt; ein fönnlicher Wettstreit entspann sich um die gefahrvollsten Posten. Jeder wollte in der ersten Reihe fechten. Bismarck hatte einsehen müssen, daß seine Spekulation mit dem Ausnahme- gesetz gänzlich verfehlt und erfolglos blieb. Weder war es gelungen, durch die Brutalität des Ausnahmegesetzes die Arbeiterklasse zu gewaltsamen Angriffen gegen die Staatsgewalt zu veranlassen, worauf die Machthaber wohl gerechnet hatten, um die Arbeiterbewegung dann in einem Blutbade ersticken zu können, noch hatte man es fertig bekommen, die verhaßte Sozialdemokratie lahm zu legen, geschweige denn zu vernichte». Was nicht öffentlich an Agitation, Verbreitung von Literatur und Versammlungen geschehen konnte, wurde auf anderem Wege geleistet, wobei die Sozialdemokratie stetig Anhänger gewann und sich, namentlich auch in Berlin, in immer stärkerem Maße entwickelte. In dieser Situation verfielen Bismarck und seine Trabanten, die zur Zeit in Berlin einen heftigen Kampf gegen die Fortschrittspartei und die Berliner Kommunalverwaltung führten(die Bismarck, wie er meinte, eine zu hohe Mietssteucr auferlegt hatte), auf die gloriose Idee, die Sozialdemokratie könne durch eine mildere Handhabung des Sozialisteilgesetzes von der Propagierung ihrer Grund- sähe, von der zielbewußten Agitation gegen die bestehende Gesellschaftsordnung abgebracht werden und sich als Vorspann gegen die bürgerlichen Gegner der Bismarckschen Reaktion mißbrauchen lassen. Iin Verfolg dieser absurden, durch keinerlei Handlung der Sozialdemokratie gerechtfertigten Annahme legte die Regierung der Neugründung von Arbeiter- bezirksvereinen, deren Errichtung zur noch besseren Zusammenfassung der Genossen und zum Betriebe der Gemeinde- und Reichstagswahlcn notwendig wurde— die anderweite Organisation blieb natürlich vollkommen intakt— keine Hindernisse in den Weg. Vielleicht glaubte man bei der Polizei dadurch besser hinter solche Absichten zu kommen, die in Rücksicht auf das Sozialistengesetz nicht öffentlich in den Arbeitervereinen verhandelt werden konnten. Gleichzeitig wurde von der Regierung der Versuch gemacht, durch Bc- gründung einer Zeitung in Berlin, die den schönen Namen„Volksfrcund" erhielt, polizeilich abgestempelte Arbeiterfreundlichkcit zu verzapfen. Die Redaktcure und Mitarbeiter wurden aus der Polizcikrippe gespeist, eine Agitation fiir die Verbreitung des Blattes in Arbeiterkreisen in Szene gesetzt und alles aufgeboten, um durch den polizeilichen„Volksfteund" der Sozialdemokratie das Wasser abzugraben. Lim der drohenden Gefahr, daß Verwirrung in den eigenen Reihen hervor- gerufen werde, vorzubeugen, entschlossen sich die Berliner Genossen, trotz der Tücken und Gefahren des Sozialistengesetzes ein täglich erscheinendes Blatt fiir Berlin herauszugeben. Mit diesem Entschluß beginnt die Geschichte des„Berliner Volksblatts", das später in den„Vorwärts" aufging. Von den Fährlichkeitcn, die damals einem der Verbreitung sozialdemokratischer Grundsätze und Forderungen gewidmeten Arbeiterblatt drohten, kann man sich heute kaum noch einen Begriff machen. Tag und Nacht auf dem Posten, stets in Sorge um die Weitereristcnz des Blattes,! in politischer und strafrechtlicher Beziehung neben der vor keiner Gewalttat zurückschreckenden Regierung einer der Reaktion tvillfährigen Justiz gegenüberstehend, I galt es, die Klippen des Sozialistengesetzes klug zu umschiffe», dabei aber mutig und entschlossen die sozialdemokratischen Ideen und die Arbeitcrfordcrungcn zu vertteten, um Herzen und Köpfe des Proletariats in dem Kampf gegen Aus- beutung und Unterdrückung zu stählen. Diese unter den damaligen Verhältnissen doppelt schwierige Aufgabe— stets umlauert von den Vcrbotsbestimmungen des Sozialistengesetzes, ganz abgesehen von de« persönlichen Gefahren für alle Bc- tciligtcn— hat das„Berliner Volksblatt" treu, tatkräftig und erfolgreich geleistet. Anerkennung und Dank hierfür hat es erhalten, als die Partei im Jahre 1890 beschloß, daß es seinen mit Ehren getragenen Namen im Titel des Zentralorgans weiterführen solle. Hier mögen einige biographische Notizen über das„Berliner Vollsblatt" Platz finden. Hergestellt wurde das unter dem Sozialistengesetz erscheinende Organ in der Druckerei der Genossen Babing und Bamberger, die in hingcbungs- vollem Eifer die Interessen des Blattes als Verleger vertraten. Die erste Expedition befand sich in einem kleinen unzulänglichen Laden. Ein daran grenzendes Zimmerchcn beherbergte die Redaktion. Von den ersten Redakteuren zitieren wir aus dem Gedächtnis einige Genossen, deren Namen einen guten Klang in der Partei haben, so zum Beispiel Hasenclevcr, Blos, Rödiger(der später infolge seiner Tätigkeit ausgewiesen wurde), Baake und Tutzauer. Die Expedition wurde zuerst von dem Genossen Ewald(ebenfalls später ausgewiesen), später von den Genossen Licfländer und Glocke geleitet. Der erste Berichterstatter war, soweit ich mich erinnere, der aus Lassalles Zeiten bekannte Genosse v. Hosstettcn. Haupt- Mitarbeiter waren unsere unvergeßlichen Vorkäinpfer Auer und Liebknecht. In dankbarer Erinnerung muß hervorgehoben werden, daß eine große Anzahl Genossen das Blatt durch Arbeiten verschiedenster Art unterstützt und ihm dadurch seine Aufgabe, im Dienste der Sozialdemokratie zu»virken, erleichtert haben. Die Verbreitung des„Berliner Volksblatts" mögen einige Zahlen illustrieren. Es fing mit einer Auflage von 2000 Exemplaren an. Anfang 1885 war sie auf 4000 Exemplaren gestiegen; im Jahre 1888 erhöhte sich die Abonncntenziffer auf 11 000, und nach den Reichstagswahlen des Jahres 1890 konnte das Blatt in einer Auflage von 25 000 Exemplaren erscheinen. Die Zeit, in der das„Berliner Volksblatt" als selbständiges Organ der Berliner Parteigenossen dem kämpfenden Proletariat seine Dienste geleistet hat, ist nicht gar lang— und doch werden diese sechs Jahre in der Geschichte der Berliner Sozialdemokratie unvergessen bleiben. Linter den schwierigsten Verhältnissen hat es unernnidlich, unter Anspannung aller Kräfte, den Kampf gegen die Bisinarcksche Reaktion geführt. Dank der durch die Teilnahme der Genossen stark unterstützten emsigen Arbeit des Berliner Parteiorgans und vor allem durch die in immer höherem Maße betriebene Agitation und Propagierung der Partciziele wurde in jenen Iahren eine geistige Vertiefung der Parteigenossen erreicht, die, durch fleißiges Studium der Parteiliteratur gefestigt, sich auch bald äußerlich in sehr erftculichem Llmfange erwies, indem die Jahre 1884�lLL2-und. 4890. uus einen sehr erheblichen Stimmenzuwachs bei den ReichNaZswahlcn brachten. Außer- dem wurde die Periode der kommunalen Tätigkeit in Berlin eingeleitet und in fortschreitender Entwickclung gefördert. Nachdem die Verhandlungen des Reichstages Jahr für Jahr Gelegenheit geboten hatten, die Handhabung des Sozialistengesetzes zu brandmarken, und die von der Regierung im In- und Auslände, namentlich von Berlin aus, betriebene Spitzclwirtschaft das Reich aufs Aergste bloßgestellt hatte, während zugleich die völlige Erfolg- lofigkeit des Sozialistengesetzes offenkundig zutage getreten war, fand sich— da Bismarck, zu jener Zeit in Konflikt mit dem jungen Kaiser, der sich in bczug auf das zu Ende gehende Ausnahmegesetz vollkommen passiv verhielt— im Jahre 1889 im Reichstage keine Majorität niehr für die Verlängerung des Ausnahme- gesches. Das brutale Machwerk junkerlicher Reaktion wurde sang- und klanglos verscharrt, während die Sozialdemokratie trotz des Ausnahmegesetzes innerlich gefestigt und nach außen machtvoll erstarkt, stolzen Mutes dem Llrheber des Schand- gesetzcs gegenüberzutreten vermochte. Das Regiment Bismarcks war zu Ende. Mit dem Fall des Sozialistengesetzes brach auch die politische Macht Bismarcks schmählich zusammen. Am I. Oktober 1890 trat das Sozialistengesetz außer Kraft. Inzwischen waren alle Vorbereitungen getroffen worden, um die Partei unmittelbar nach Erlöschen des Sozialistengesetzes wieder in öffentliche Aktion treten zu lassen. Der Entwurf eines neuen, den veränderten Verhältnissen angepaßten Organisalionsstatuts war von der Reichstagsfraktion ausgearbeitet worden, um als Grundlage für die auf dem Patteitage vorzunehmende Bc- ratung zu dienen. In stiller, aber doppelt emsiger Arbeit wurden die Aufgaben erwogen, die der Partei harrten, und der Weg für den siegreichen Vormarsch des kampfbereiten sozialdemokratischen Proletariats geebnet. Am 30. September war die Geltung und Wirksamkeit der von der Sozial- Demokratie niedergerungenen schmachvollen Gcwaltmaßrcgeln beendet, und schon nach wenigen Wochen, am 12.— 18. Oktober, tagte in Halle a. S. ein von der Reichstagsfraktion, der damaligenParteilcitung, einberufener Parteitag, der ungemein stark— 400 Delegierte imd zahlreiche Vertreter ausläu- difcher Bruderpartcien waren anwesend— besucht war. Eine der vornehmsten, wichtigsten Aufgaben dieses seit dreizehn Jahren wieder zum ersten Male auf deutschem Boden sich versammelnden Partei- tagcs war die Schaffung einer festen, der neuen Situation angepaßten Organisation. Das Statut hierfür wurde vom Parteitag am 17. Oktober 1890 nach dem Bericht der zur Vorberatung eingesetzten Kommission mit allen gegen eine vnmme unter lubelndem Beifall angenommen. Der dem Inhalt nach noch jetzt gültige Z 17 des Organisations- statuts lautete: „Zum offizielle ir Parteiorgan wird das „Berliner V o l k s b l a t t" bestimmt. Dasselbe erhält vom 1. Januar 1891 ab den Titel: Vorwärts Berliner Volksblatt. Zenlralorgan der fozialdemokcalischen Partei Deutschlands. Alle offiziellen Bekanntmachungen sind an hervorragender Stelle des redaktionellen Teils zu veröffentlichen" Später wurde eine Zusahbestimmung in das Organisations- statut aufgenommen, durch die den Berliner Genossen der ge- bührende Einfluß auf die redaktionelle und geschäftliche Leitung des zugleich als Berliner Partciblatt fungierenden Zcntralorgans eingeräumt wurde. Der Beschluß des Parteitages in Kalle a. S. vom 17. O k- tob er 1890 war der Geburtsakt des„Vorwärts". Mit diesem Beschluß erhielt die Partei wieder ein Zcntralorgan. Die durch das Sozialistengesetz gerissene Lücke wurde ausgefüllt. Ein Zentralvrgan wurde von jeher in der Partei als notwendig erachtet. Der Allgemeine deutsche Arbeiterverein hatte den„Neuen Sozialdemokrat" zum Zentralorgan bestimmt; die Eisenachcr den „Volksstaat". Nach Vereinigung der beiden Richtungen fungierte das schon damals„Vorwärts" betitelte Blatt als Zentralorgan der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Das Blatt, welches in Leipzig erschien, siel dem Sozialistengesetz zum Opfer. An diese alte Tradition anknüpfend, verlieh der Parteitag dem neuen Zentralorgan den alten Titel. Er gab daniit die Parole aus: ilnter dem alten Namen zu neuen Kämpfen und Siegen. Vorwärts! Das neue Zcntralorgan, dessen Leitung auf Wunsch des Parteitages unser Altmeister Liebknecht übernahm, begann seine Tätigkeit am 1. Januar 1891. In schlichter, würdiger Weise führte sich das neue Zentralorgan bei den Genossen ein. Die Neujahrsnumincr brachte am Schlüsse des in flammenden Worten zum Kampfe für die Befreiung des Proletariats aufrufenden Leitartikels folgende Zeilen: ,„Gestern ward die letzte Nummer des„Berliner Volks- j blatt" zur Presse gegeben, heute erscheint es verjüngt als„Bor- wärts". Es ist kein Sterben, es ist eine Auferstehung. Das„Berliner Volksblatt" hat nach besten Kräften feine ! Schuldigkeit getan— der„Vorwärts" wird das gleiche tun. Er i ist sich der hehren und schweren Aufgabe wohl bewußt, welche dem Zentralorgan der größten Partei Deutschlands erwachsen ist, l und mit Äilfe der Genossen wird er seine Aufgabe zu erfüllen suche». Der Wille ist da, und wo der Wille, da findet sich auch die Erfüllung. Neben dein aus Leipzig nach Berlin übergesiedelten Ge- nossen Liebknecht, der dem„Vorwärts" die letzten zwölf Jahre seines arbeitsvollen, für die Arbeiterklasse fruchtbaren Lebens widmete und dessen weitausschauendem Blick, seiner geist- und kraftvollen, für den Sozialismus werbenden Feder der„Vorwärts" so unendlich viel verdankt, nenne ich als Mitglieder des Redaktionsstabcs von den nicht mehr unter uns Weilenden die Genossen: Auer, Schoenlank, Kokosky, Iacobey, Krauß, Roland, denen sich im Laufe der Jahre eine große Zahl anderer Parteigenossen zugesellte, um der Partei die Waffen zum Kampfe zu schärfen, so die Mission des Zcntralorgans nach Kräften erfüllend. Kcrgcstellt wurde der„Vorwärts" in der alten Ofsizin bei Babing, der auch vorläufig noch den Verlag behielt. Die Erpedition wurde der Leitung des Genossen Glocke anvertraut. Die finanziellen Schwierigkeiten der ersten Jahre, hervorgerufen durch die Vermehrung des Inhalts sowie den dadurch ge- steigerten Lmfang des Blattes, konnten nach und nach über- wunden werden. Mit der Ausbreitung der Partei in Berlin, mit der dank der energischen und zielbewußten Agitation der Genossen stetig steigenden Vermehrung der Stimmen bei den Neichstagswahlcn, wuchsen die Abonncntenziffern des„Vorwärts", der in treuer eifriger Arbeit den Genossen das Sturmbanner vorantrug, durch Aufklärung, Belehrung und Anfeuerung den Kämpfenden Beistand leistete und die prinzipiell gebotenen, taktisch erfolg- reichen Wege absteckte. Im Laufe der Zeit crnwglichtc sich die üebemahme des „Vorwärts" in Partciverlag, wieder einige Jahre später konnte man auch dazu übergehe», für die Kerstellung des„Vorwärts" eine eigene Druckerei zu errichten. Seit dem Jahre 1902 befinden sich Verlag und Druckerei in Parteiregie. Für das Wachstum und dementsprechend die gesteigerte Einwirkung des„Vorwärts" auf das öffentliche Leben, für seinen zunehmenden Einfluß auf den sozialen und politischen Kampf des Proletariats gegen die herrschenden Klassen und deren Werk- zeuge— die staatlichen Machthaber— und schließlich für die Bedeutung unseres Zcntralorgans als Vermittlers der internationalen Beziehungen der deutschen Sozialdemokratie zu den ausländischen Bruderparteien mögen einige Zahlen sprechen, die zugleich veranschaulichen, wie sich die Einflußsphäre des„Vor- wärts" vergrößert hat. Während im Jahre 1891 das„Berliner Volksblatt" 25 000 Abonnenten zählte, ist der„Vorwärts" bis Juni 1902 auf 86000, im Jahre 1906 auf 100000 und im Laufe der weiteren Entwickclung bis auf nahezu 140 000 Abonnenten gestiegen. Bei Eintritt günstigerer wirtschaftlicher Verhältnisse ist mit Sicherheit in kurzer Zeit ein Abonnentenstand von 150 000 und darüber zu erwarten. Kicrzu bedarf es natürlich eifriger, nie versagender agitatorischer Arbeit aller Partei- genossen, an deren rüstiger Betätigung es zum Glück in Berlin nicht fehlt. Zntercssicren dürfte es, auch einen Blick in das Sttastonto des Jubilars zu tun. Freiheit, Gesundheit, zum Teil auch Leben nicht weniger dem„Vorwärts" Verbundenen sind der Justiz des Klasscnstaates zum Opfer gefallen. Geldstrafen und Gerichtskosten in hohen Beträgen hat man verhängen zu müssen geglaubt, um den„Vorwärts" kampfunfähig zu machen. Vergebliches Beginnen. Wir sprechen davon nicht, um zu klagen, sondern weil ein Ton in dem Verfolgungskonzert, das unsere Feinde gegen den„Vorwärts" aufführen, fehlen würde, wenn wir hicrar vorübergingen. In den 25 Jahren des Bestehens des„Vorwärts" sind über dessen Redakteure, ungerechnet Lntcrsuchungshast un Gerichtskosten, rund 10 800 Mk. Geldstrafen, 10 Jahr, I8ffz Wochen Gefängnis, sieben Wochen Eefängnishast un drei Monate Festungshaft verhängt worden. Es hieße die Geschichte der Partei schreiben, wollte man den Lebcnsgang und die Tätigkeit des„Vorwärts" auch nur in 44»wissen im einzelnen schildern. Das Zentral- und Berliner Parteiorgan verkörpert in sich selbst ein großes Stück Partei- gcschichte. Die„Volksblatt"- und„Vorwärts"-Bände zeigen ein Spiegelbild der Entwicklung und Ausbreitung der Sozial- demokratie in Berlin und im Reich. Alles, was die Partei im Verlauf der letzten fünfundzwanzig Jahre an Erfolgen er- reicht hat— der„Vorwärts" und sein Vorgänger haben mit daran gearbeitet. Alle Kämpfe, die gegen die gegnerischen Parteien und die herrschenden Klassen in Reich, Staat und Gemeinde geführt wurden— das„Volksblatt" und der„Vor- wärts" haben nie versagt, sondern immer in Reih' und Glied ihre Pflichten erfüllt. Nicht historische Betrachtungen über die Tätigkeit des„Vorwärts" im einzelnen, nicht abschließende Ar teile über den Wert der von ihm geleisteten Arbeit sind der Zweck dieser Zeilen. Für unsere Partei kann der Rückblick auf die Vergangenheit nur ein Ansporn sein zu neuen, noch energischeren Kämpfen für das Ziel der Sozialdemokratie— für die politische und wirtschaftliche Befreiung der ausgebeuteten und entrechteten Arbeiterklasse. Was in den verflossenen fünfundzwanzig Iahren begonnen ist, muß weiter geführt und vertieft werden. Frieden gibt's für die Sozialdemokratie iin Kampfe mit dem Gegner nicht. Auch Waffenstillstand kennt eine Partei nicht, welche die Welt- Herrschast anstrebt, die Welt erobern will und muß. Wir kennen unsere Macht, wir kennen die Macht unserer Gegner; wir wissen, wo sie verwundbar sind und wo nicht; wir wissen, daß unsere Macht im Wachsen, die der Feinde im Schwinden ist; wir wissen, daß die Zeit für uns arbeitet und daß die Feinde und die Verhältnisse unsere bestell Bundesgenossen sind, wenn wir sie klug zu benutzen verstehen. Wir gehen— des Sieges gewiß— furchtlos den neuen Kämpfen entgegen, die die kommende Zeit in ihrem Schöße birgt. In diesem Sinne begrüßen wir den heutigen Iubcltag unseres Zentralorgans in der sicheren Gewißheit, daß es, seinem Namen getreu, energisch und rastlos weiter kämpfen wird als Bannerträger der deutschen Sozialdemokratie. „Vorwärts"!!! Paul Singer. Franz Mehring: Die Vorläufer des „Vorwärts". Das erste Arbeiter- blatt, das in Berlin er- schien, ivar ein Kind der Märzrevolution. Wie sich damals das Junker- tum in der„Kreuz- zeitnng", die Bour- geoisic in der„National- zeitnng" und das Klein- bürgertum in der „Volkszeitnng" ihre eigenen Organe gründe- tcn, so die Arbeiterklasse im„Volk", einer„sozial- politischen Zeitschrift", die vom 1. Jupi 1848 ab dreimal wöchentlich herauskam. Das„Volk" ist kein berühmtes Revolutions- blatt geworden, wie die „Neue Rheinische Zei- tiing", die vom gleichen Tage des gleichen Jahres ab zu erscheinen begann, aber es vertrat von vornherc.n die spezifischen Jntcr- essen der arbeitenden Klasse niit schärferer Betonung. Es wurde von einem Zentralkomitee für Arbeiter herausgegeben: seine belebende Seele war Stephan Born, der eigentlich Butter- milch hicsz, ein jüdischer Setzer ans der Provinz Posen. Er hatte in Brüssel und Paris in nahem Verkehr mit Engels und Marx gestanden und war durchdrungen vom Geiste des Kommunistischen Manifestes, aus dem heraus er auch das„Volk" redigierte. Wenil dies Blatt nicht ganz am gleichen Strange zog, wie die„Neue Rheinische Zeitung", so lag das an der Verschiedenheit der Zustände in Köln und Berlin, die Marx und Engels dazu bestimntt hatten, ihr Hauptquartier am Rhein aufzuschlagen, wo sie ungleich freiere Bewegung hatten und auf ein ungleich entwickelteres Proletariat rechnen konnten. So sah das„Volk" seine Hauptaufgabe darin, die Berliner Arbeiter zunächst über ihre Interessen aufzuklären. Es geißelte rücksichtslos den sozialpolitischen Schwindel, den Demagogen wie Held und Karbe noch ungestraft mit den Massen der Berliner Bevölkerung treiben durften, und warnte überhaupt mit gründlicher Sachkenntnis vor dem Werte der sozialen Allheil- mittel, die in den bewegten Tagen der Revolution auf Markt und Gassen feilgeboten wurden. Dabei vernachlässigte das' Blatt keineswegs den politischen Kampf, sondern hielt in tapferer Weise, was es in seinem Programm versprochen hatte, einerseits das Bürgertum zu unterstützen im Kampfe gegen die Aristokratie, gegen das Mittelalter, gegen die Mächte von Gottes Gnaden, andererseits dem kleinen Gewerbetreibenden wie dem Arbeiter beizustehen gegen die Macht des Kapitals und die freie Konkurrenz, und immer voranzuschrciten, wo es gelte, dem Volke ein irgend noch vor- enthaltenes politisches Recht zu erküinpfcu, damit es die Mittel erhalte, sich die soziale Freiheit, die unabhängige Existenz m so schneller zu erringen. Am 23. August 1848 fand dann der erste deutsche Arbeiter- kongresi in Berlin statt, der von 32 Arbeitervereinen aus Berlin, Breslau, Hamburg, Leipzig, Königsberg, München und anderen großen Städten beschickt wurde und die Organisation der deutschen Arbeiterklasse in eincni großen Bunde unter dem Namen der Arbeiterverbrüderung beschloß. Mittel- Punkt der Organisation sollte Leipzig sein; hier sollte das Zentralkomitee des neuen Bundes sitzen und ein Bundesblatt herausgeben unter dem Namen der„Verbrüderung". Born wurde in das Zentralkomitee gewählt und siedelte nach Leipzig über; das„Volk" aber stellte Ende September sein Erscheinen ein, zugunsten des neuen Bundesblattes, das wiederum von Born in gleichem Geiste redigiert wurde. Es erschien bis in das Frühjahr 1849, bis zur Reichsverfassungskampagne, in der Born sich als Führer der Dresdener Barrikadenkämpfe rühm- lich hervortat. Nach der Niederlage der Revolution floh er in die Schweiz, wo er sich im Laufe der Zeit der Arbeiterbewegung entfremdete. Er ist vor wenigen Jahren als Universitäts- Professor in Basel gestorben. Erst fünfzehn Jahre nach dem Eingehen des„Volk" er- schien in Berlin wieder ein Arbeiterblatt, der„Sozialdcmo- krat", als Organ des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, der im Mai 1863 von Lassalle gegründet worden war. Bei seinen Lebzeiten war Lassalle nicht soweit gelangt, eine eigene Zeitung zu gründen; er hatte sich mit einem sehr dürftigen Ersatz, dem„Nordstern" in Hamburg, begnügen müssen. Doch hatte er noch kurz vor seinem Tode niit zweien seiner An- Hänger, dem Frankfurter Advokaten v. Schweitzer und dem bayerischen Leutnant v. Hofstetten den Plan eines Berliner Vereinsorgans besprochen, und diese beiden führten ihn nach Lassalles Tode aus. Die erste Probcnummcr des„Sozialdemokraten" erschien am 15., die zweite am 21., die dritte am 30. Dezember 1864; vom 4. Januar 1865 ab erschien das Blatt regelmäßig dreimal in der Woche, am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. Sein Programm beschränkte sich auf drei große Gesichts- punkte: Solidarität der Völkeriutercsscn wie der Volkssache durch die ganze zivilisierte Welt; das ganze gewaltige Deutsch- land Ein freier Volksstaat; Abschaffung der Kapitalhcrrschaft. Als Eigentümer und Redakteure zeichneten Hofstetten und Schweitzer; als Mitarbeiter wurden Bernhard Becker, I. PH. Becker, Engels, Herwegh, Heß, Liebknecht, Marx, Rüstow und Wuttke genannt. Fast alle diese Mitarbeiter aber— in erster Reihe Marx, Engels und Liebknecht— traten schon nach wenigen Wochen von dem Blatte zurück, weil sie mit dessen taktischer Haltung gegenüber dem Ministerium Bismarck nicht einverstanden waren. Es ist hier nicht der Ort, auf diese Meinungsverschiedenheiten einzugehen oder in den damit zusammenhängenden Streit über den persönlichen und politischen Charakter Schweitzers einzutreten; was dem „Sozialdemokraten" jedenfalls nicht bestritten werden kann und auch wohl von keiner Seite bestritten wird, ist die sehr hervorragende Stellung, die er in der Geschichte der deutschen Arbeiterpresse beanspruchen kann. Schweitzer war kein bahnbrechender Denker, aber er der- stand es in unübertrefflicher Weise, das was Männer wie Marx, Engels und Lassalle gedacht hatten, in anregender Gedanken- arbeit den proletarischen Maffen klar zu machen. Die ein- dringende Analyse, die er vom ersten Band des„Kapitals" von Marx gab, die glänzende Polemik, die er„den lebenden Lassalle gegen den toten Schulze" führen ließ, seine Aussätze über das Erbrecht, über die Grund- und Bodenfrage und andere Probleme des wissenschaftlichen Sozialismus sind kleine Meisterstücke einer ebenso wirksamen wie wissenschaftlichen Agitation, und so wenig vom Rost der Zeit augenagt, daß sie heute uoch dem Zeughause der Partei einverleibt zu werden verdienen. Trotzdem hatte sich der„Sozialdemokrat" mühsam und schwer durchzukämpfen. In den ersten Monaten des Jahres 1865 schien es zwar, als werde er sich verhältnismäßig schnell einführen; die Kämpfe um die Koalitionsfreiheit, die sich v. Frühjahre, und um die Vereins- und Versammlungsfreiheit, die sich im Sommer beim Verbote des Kölner Abgeordneten- festes entspannen, gaben ihm reichliche Gelegenheit, eine ge- wandte und scharfe Klinge zu führen, und er glaubte, es zum Oktober 1865 sogar mit täglichem Erscheinen wagen zu dürfen. Aber das bekam ihm sehr übel, denn im Winter von 1865 auf 1866 trat der habsburgisch- hohenzollcrnsche Konflikt um die Oberherrschaft in Deutsch- land in seiner Sünden Blüte, und der Hader griff auch tief in die Arbeiterklasse ein. Bereits am 1. April 1866 mußte der„Sozialdemokrat" zum dreimaligen Erscheinen in der Woche zurückkehren und seine Abonnentenziffer sank in diesem Jahre auf 450 herab. Das schwere Desizit des Blattes deckte Hofstetten aus seinem Vermögen. ferft nachdem die Entscheidung bei Königgrätz gefallen war. nahm die Entwickclung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins wieder eine günstige Wendung. Bis zum November 1867 stieg die Abonnentenziffcr des„Sozial- deniokrateu" auf 1200. von denen auf Berlin selbst noch nicht 50 entfielen; die meisten Abonnenten zählte Harn- bürg(875), dann Elberfeld-Barmen(175) und an dritter Stelle Frankfurt a. M.(50). Jin nächsten Jahre vcr- drcifachte sich wiederum nahezu die Abonnentenzahl; sie stieg auf 3100, von denen Hamburg noch inimcr die Spitze hielt(807).»vorauf aber schon Berlin kam(221), dann Elberfeld-Barmen(161), Hannover(151). Essen(107) usw. Endlich im Jahre 1869 erreichte der„Sozialdemokrat" seine stärkste Verbreitung nüt 5000 Abonnenten: Hamburg(1211). Berlin(765), Elberfeld-Barmen(176) und Hannover(130). Bereits seit dem Anfange des Jahres 1868 hatte er an dem„Tcniokra- tischen Wochen- blatt"� eine ge- wisse Konkur- renz, das, von Liebknecht redi- giert, als das „Organ der deutschen Volks- Partei" mit seiner ersten Nummer am 1. Januar des genannten Iah- res und dann jeden Sonn- abend in der Woche erschien. Auf dem Eise- nacher Kongreß von 1869, der zur Gründung der Sozial- demokratischen Partei führte, im Gegensätze zu dem Allgemei- neu Arbeiter- vereine, ver- wandelte sich das„Demokra- tische Wochen- blatt" in den „Volksstaat", der zuerst zwei-, und später(vom Jahre 1873 ab) dreimal in der Woche erschien, und bis zur ivtitte des Iah- res 1870 auf 3000 Wonnen- ten stieg. Dabei ist zu beachten, daß in den bei- den sozialdemo- kratischcn Frak- tionen auch in- sofern eine Ver- schiedenheit der Meinung be- stand, als der Allgemeine Deutsche Arbei- tcrverein sich gc- mäßseincr straf- fen zentralisti- schen Organi- sation nur auf c i n Organ be- schränkte, so daß es im Herbst 1869 zur Ab- splitterung der bayerischen Mitglieder kam, weil sie auf ein bayerisches Par- tciorgan nicht verzichten woll- ten, während die Eiscnacher Fraktion von vornherein die Gründung von Lokalblättern freigab, deren erstes schon 1870 in Crimmitschau erschien. Am 1. April 1870 gründete allerdings auch Schweitzer neben den»„Sozialdemokraten" den„Agitator", aber gleichsam nur als dessen Ableger und nur zu dem Zweck, möglichst breite Massen zu packen. Der Bezugspreis dieses kleinen Wochenblattes war so niedrig bemessen, daß der„Agitator" nach der günstigsten Berechnung erst mit 50000 Abonnenten hätte auf seine Kosten kommen können. Doch gewann er deren nur 15 000, so daß sich diese Berechnung Schivcitzers schon an sich, aber auch dadurch als verfehlt erwies, daß die Verbreitung des„Sozialdemokraten" durch den„Agitator" geschädigt wurde. Viel entscheidender jedoch war. daß Schweitzer durch seinen Kampf mit der gegnerischen Fraktion mehr und mehr in eine falsche Position geriet und daß der dcutsch-französischc Krieg wieder die Arbeiterbewegung lähmte, so daß die Abonnentenziffer des.„Sozialdemokraten" auf 2700 herabsank, lich aus finanziellen Rücksichten, der„Neue Sozialdemokrat" Am 24. März 1871 trat Schweitzer von der Leitung des Allge meinen Deutschen Arbeitervereins zurück, und am 26. April desselben Jahres erschien die letzte Nummer des„Sozial- deniokrateu". Die Generalversanunlung des Vereins beschloß dann am 18. Mai, daß bis zum 1. Juli der„Agitator" das einzige Organ sein, danach aber eingehen und der„Neue Sozialdemokrat" dreimal wöchentlich erscheinen solle. Dies neue Organ wurde von Hasselmann redigiert, der bereits Schweitzers Hilfsredaktcur gewesen war. Er besaß nicht so solide und umfassende Kenntnisse wie Schweitzer, aber er übertraf diesen durch eine packende Schreibweise. Durch sein selbstgefälliges Rühmen, ü In Marat zu schreiben, und dann auch durch seine spätere Entwickclung ist seine Redaktionsführung in einen schlechteren Ruf gekommen, als sie verdient! im ganzen und großen wußte er den„Neuen Sozialdcmokrateil" auf der Höhe zu halten. Auf der Gegen- seile erschien nach wie vor der„Volksstaat", der die Krisis der Kriegsjahre und dann die mehrjährige Festungshaft Liebknechts glücklich überstanden hatte. Ein geistiger Mittel- Punkt des PartcilcbenS wie der„Neue Sozialdemokrat" wurde er freilich nicht, da die Lokalblätter der Partei von Jahr zu Jahr wuchsen: es erschienen ihrer in Chemnitz, Dresden, Crimmitschau, Hof, Gera, Braunschweig. Nürnberg, München und anderen Städten. So hatte die Gesamt- presse der Eiscnacher Fraktion eine entschieden höhere Gc- samtziffer als die 11000 Abonnenten, auf die es der„Neue Sozialdemokrat" brachte, während auf den„Volksstaat" selbst nur 7— 8000 Abonnenten fielen. Als sich dann im Jahre 1875 auf dem Öothacr Kongresse beide Fraktionen vereinigten, blieben vorläufig, wesent- und der„Volksstaat" nebeneinander bestehen. Erst auf dein Gothaer Kongresse des nächsten Jahres wurde beschlossen, den„Neuen Sozialdemokraten" eingehen zu lassen und den „Volksstaat" unter dem Namen„Vorwärts" zum alleinigen Zentralorgan zu erklären, unter der Redaktion Liebknechts und Hassclmanns. Jedoch Hassclmann weigerte sich, nach Leipzig überzusiedeln, und als dann Hasenclever an seine Stelle getreten war, versuchte Hasselmann in der „Rothen Fahne", die er in Elberfeld herausgab, eine Art Konkurrenzunternehmen gegen den„Vorwärts" zu gründen, was ihm jedoch mißlapg. Gefährlicher wurde ein anderer Umstand für das neue Zentralorgan der Gesamtpartei. Mit der Einigung der Fraktionen war die straffe Organisation der Lassallcaner, die nur e i n Parteiorgan zu- gelassen hatte, hinfällig ge- worden, und es entstanden nun auch die Lokal- blättcr in Berlin und Hamburg, den bisherigen Hauptsitzcn der Lassalleaucr: in Hamburg das „Hamburg- Altonaer Volks- blatt", das drei- mal wöchentlich, und in Berlin die„Berliner Freie Presse", die täglich er- schien.Sietvurde von Most und Lossau redigiert, die später beide in Amerika gc- starben sind, und konnte sich an geistigcmGehalt durchaus nicht mit dem„Vorwärts" in Leip- zig messen. Aber sie erschien tag-. lich, und sie brachte die Poli- tischen Nachrich- ten je nachdem einen oder ein paarTage früher als der„Vor- wärts", dessen Abonnenten- ziffer zunächst auf 12 000 ge- stiegcntvar.aber nun bis auf 7000 herabsank, während die „Berliner Freie Prcsse"fortwäh- rend an Abonnenten zunahnl. Obgleich der ganze Partei» apparat anfge- boten ivurde, dem langsamen Absterben des „Vorwärts" vorzubeugen, so ließ es sich den- noch nicht auf- halten, und der damalige Par- tcivorstand be- schäftigte sich schon mit der Frage, ob der „Vorwärts" nicht etwas ein- zuschränken sei, als das Sozia- listcngesetz her- einbrach und die Parteipresse überhaupt voll- ständig Vernich- tet wurde. Am 21. Oktober 1878 wurde das Sozialistengesetz im Reichsanzeiger veröffentlicht, und sofort begann die Nieder- metzelung der sozialdemokratischen Blättcr. Zu den ersten, die das Verbot traf, gehörten der„Vorwärts", die„Berliner Freie Presse" und das„Hamburg-AItonacr Volksblatt", da- mals die drei bedeutendsten Blätter der Partei mit zu- sammen ungefähr 45 000 Abonnenten. Diese Erfahrungen waren denn auch der Anlaß, dei nach dem Falle des Sozialistengesetzes auf jeden Versuch verzichtet wurde, ein neues Zcntralorgan in der Art des „Neuen Sozialdemokraten" oder des Leipziger„Vorwärts" zu schaffen, vielmehr das Blatt, das sich inzwischen die Berliner Genossen geschaffeil hatten, zum Zentralorgan ge- macht wurde. ZOlUZ A. Bebel: Der Vater des „Vorwärts". Gegcir Ende der sechziger lind in der ersten Hälfte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts führte die deutsche Sozial- demolratie unter sich schlvereBruderkänipse. Hie Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein' Hie Sozialdemokratische Arbeiter- Partei! Das waren die beiden Lager, in die die Partei gespalten war. Wiederholte Versuche, die streitenden Parteien zu versöhnen und zu einer einzigen Partei zu ver- schmelzen, hatten trotz der Gemeinsamkeit der Ziele zunächst keinen Erfolg. Und doch fühlte man hiibcit und drüben mit jedem Tage mehr, das; diese gegenseitige Be- tämpfung, iit der die besten geistigeil Kräfte der Partei sich aufrieben und Arbeit, Zeit und materielle Mittel vergeudet wurden, ein Ende nehmen müsse. Ter Ausfall der NcichstagSwahlcn am 11. Januar 1874 half den Gedanken der Einheit mächtig fördern. Das Wahlresultat ergab, daß an jenem Tage 351670 sozialdemokratische Stimmen abgc- geben worden waren, von denen auf die Kandidaten des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins— kurz die Lassallcaner genannt — 180 319 Stimmen, auf die Kandidaten der sozialdemokratischen Arbeiterpartei— wegen ihres Gründungsortes kurz die Eisen- acher genannt— 171 351 Stimmen fielen. Die beiden Lager waren also gleich stark, nur dajz bei der Eroberung der Wahlkreise die Eiscnachcr die glücklicheren waren, die sechs Mandate gegen drei der Lassalleaner eroberten. Dieser Ausgang der Wahlen wies mit Flammenfchrift auf das Unsinnige und Parteischädliche des bisherigen Getrcnntmarschicrens hin. Dem 5iurzsichtigsten leuchtete ein, das; es so nicht weiter gehen könne. Auch die Rivalität der beiden getrennten Fraktionen bei ihrem öffentlichen Wirken im Reichstag machte einen unangenehmen Eindruck inner- und außerhalb der Partei und half dem Gedanken zum Siege, das; die Spaltung ein Ende nehmen müsse. Doch noch ein dritter Faktor wirkte— freilich unfreiwillig— mit, um den Widerstand der letzten Widerspenstigen zu brechen. Das war die Vcr- folgungswut, die Staalsantvälte und Gerichte gegen beide Frak- tionen in löblicher Unparteilichkeit an den. Tag legten. Es regnete hohe Gefängnisstrafen, denen die Auflösung der Organi- sarion folgte. Endlich traten im Februar 1875 die Leiter der beiden Frak- tionen in Gotha zusammen, unc sich über die Bedingungen zu ver- ständigen, unter denen eine Einigung herbeigeführt werden sollte. Diese war nur möglich, wenn beide Teile in bczug auf Organi- sation und Programm Konzessionen machten. Der darauf einbe- rufene Einigungskongreh» der vom 22. bis 27. Mai 1875 in Gotha tagte, schuf die Einigung, die seitdem die deutsche Sozialdcmo- lratie umschlingt. Beide Teile gaben ihre früheren Organisations- formen und ihre Namen auf und nannten sich von jetzt ab: So- zialistischc Arbeiterpartei. Beide Zentralorgane, der „N e u e S o z i a l d c m o k r a t" der Lassallcaner und der„Volk s- staat" der Eiscnachcr, wurden zum Untergang verurteilt, doch sollte in Rücksicht auf die finanziellen und administrativen Per- Hältnisse die Verschmelzung erst am 1. Oktober 1875 eintreten, von welchem Tage ab das neue Zentralorgan unter der Redaktion von Liebknecht und Hasenclever mit dem Namen „Vorwärts" Zentralorgan der sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands, in Leipzig erschien. Seine Lebensdauer war freilich nur kurz. Die Einigungsbcstrebnngen der deutschen Sozialdemokratie waren in der höchsten Regionen, speziell bei Bismarck, mit größtem Unbehagen verfolgt worden. Die Energie, mit der die gecinigte Partei ihre Agitation aufnahm, erschien ihm äußerst bedenklich und so brachte er bereits in der Session des Reichstages von 1875— 1876 eine Novelle zum Strafgesetzbuch ein, in der iin wesentlichen die Gedanken verkörpert waren, die später dem Sozialistengesetz zugrunde gelegt wurden. Einstweilen war jedoch der Reichstag noch nicht geneigt den ihm vorgelegten Kautschukparagraphen seine Zustimmung zu geben; es mußte erst das Hödel- und darauf das Nobilingattentat erfolgen, um die Pläne Bismarcks gegen die von ihm gcsürchtcte und gehaßte Partei zur Reife zu bringen. Die Stimmung, die infolge des Nobilingatteutats erzeugt wurde, benutzte er, den un- botmäßigen Reichstag, der ihm nach dem Hödclattentat ein Aus- uahmegcsetz verweigert hatte, aufzulösen und einen neuen Reichs- jag wählen zu lassen, der bewilligte, was der frühere nicht be- willigen wollte. Damit war dem„Vorwärts", wie der gesamten sozialistischen Presse Deutschlands, die in wenig Jahren einen respektablen Um- fang angenommen hatte, das Urteil gesprochen. Am 21. Oktober 1878 ioar das Sozialistengesetz in Kraft getreten. Bereits ain 27. Oktober wurde der„Vorwärts" auf Grund desselben unterdrückt. In seiner letzten Rummer richtete er, bereits von Todes- ahnungcn erfüllt, nochmals einen Appell an die„öffentliche Meinung", indem er zugleich voraussagte, daß Bismarck die durch das Sozialistengesetz geschaffene Lage benutzen werde, seine reaktionären Wirtschaftsrcformpläne durchzusetzen: „Das liberale Bürgertum hat sich in diesem Gesetz eine Rute aufgebunden, die ihm gelegentlich— mögen die Absichten der Regierung sein, welche sie wollen—, sobald die Bismarckschen Steuer- und Wirtschaftsreformen ernstlich aufs Tapet kommen, sehr unangenehm werden könnte." Das Sprachrohr, durch das der deutschen Arbeiterklasse die Ideen des Sozialismus verkündet wurden, war zertrümmert, aber der Geist, der jenes Sprachrohr belebte, war geblieben und wirkte in Hundcrttauscndcn weiter. An Stelle der öffentlichen trat die geheime Agitation und Organisation, und was sie geleistet, dafür sprechen die Wahlresultate von 1881, 1884, 1887 und 1890. Die sozialistengeietzlich verfolgte Partei wurde die stärkste Partei Deutschlands. Bei den ersten Wahlen unter dem Sozialistengesetz, Oktober 1881, hatte die Partei, trotz der ungeheuerlichsten Hindcr- nisse, 312 000 Stimmen gemustert, am 20. Januar 1890, der letzten Wahl unter dem Sozialistengesetz, erhielt sie 1427000 Stimmen. Das Sozialistengesetz war tatsächlich gefallen, noch ehe sein gesetzliches Ende, der 30. September 1890, herangekommen war. lind nun wurden auf dem Parteitag zu Halle— dem ersten, der seit dreizehn Jahren wieder auf deutschem Boden stattfand— die Fäden aufgenommen, die durch das Jahr 1878 zerrissen worden waren. Mit der neuen Parteiorganisation entstand in erweiterter Gestalt der alte„Vorwärts", der neue Führer im alten Streit. Möge er die ihm gestellte Aufgabe allezeit erfüllen und die Partei weiter führen zu Kampf und Sieg! K. Kautsky: Der„Vorwärts" und die internationale Revolution. Der Jubeltag des„Vor- Ivärts" ist ein Festtag nicht bloß für die deutsche, sondern auch für die inter- nationale Sozialdcinokra- tic. Das Zentralorgan unserer Partei hat in demselben Maße inter- nationale Bedeutung ge- Wonnen, wie diese Partei selbst. Bildeten zuerst, in den dreißiger und vierziger Jahren deS vorigen Jahrhunderts, die englischen Arbeiter, die Chartisten, die Vorkämpfer des inter- nationalen Proletariats, traten im Laufe der vier- ziger Jahre die französi- schen Sozialisten neben die englischen, so verschob sich vom Jahre 1870 an dcr Schwerpnnkt des internationalen Emanzipa- tionskainpfes der Arbeiterklasse nach Deutschland. Nicht etwa, daß die deutsche Sozialdemokratie die Führung in diesem Kampfe angestrebt hätte. Im Gegenteil. Wollte man ihr in dieser Beziehung einen Vorwurf machen, so wäre es höchstens der, daß sie sich um die sozialistischen Bewegungen des Auslandes zu wenig kümmerte. Aber die deutsche Arbeiterklasse machte seit 1870 raschere Fort- schritte, ihre politischen und ökonomischen Organisationen wuchsen rascher als die eines anderen Landes und sie wurden vorbildlich für die verschiedenen Arbeiterparteien, die die neue Internationale bildeten, deren Grundlagen ungefähr zur selben Zeit zu erstehen be- gannen, in der das„Berliner Volksblatt" gegründet wurde. Für die angelsächsische und die romanische Welt mit ihren eigenartigen Verhältnissen und tief eingewurzelten Traditionen des politischen und sozialen Kampfes konnte jedoch das deutsche Vor- bild nie jene Bedeutung und Kraft erreichen, wie für die anderen Nationen Europas, vor allem für O e st e r r c i ch und Rußland. Die österreichische Sozialdemokratie stand stets in engster Ge- meinschaft mit der deutschen, in ihren Anfängen, bis 1870, zeitlveisc sogar in organisatorischer Vereinigung. Das alte Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie, der Leipziger„Volksstaat", spätere „Vorwärts", der Vorläufer des jetzigen„Vorwärts", war tatsächlich das Zentralorgan auch der österreichischen Sozialdemokratie, und die Verwirrung, die das Sozialistengesetz anfänglich in Teutschland an- richtete, fand ihre Fortsetzung, und zwar in verstärktem Maße, in Oesterreich. Tie Wicdcrcrhcbung der deutschen Sozialdemokratie, die unter anderem in der Gründung des„Berliner Vollsblatt" ihren Ausdruck fand, bereitete auch die Wicdcrerhcbung der öfter- rcichischcn Sozialdemokratie vor, die dann auf dem Parteitag von Hainfcld(Jahreswende 1888— 1889) in ihrer jetzigen Form neu begründet lvurdc. Fast ebenso eng waren die Beziehungen zwischen der deutschen Sozialdcuiokratie und der russischen, deren erste Grundlagen zur Zeit der Gründung des„Berliner Volksblatt" durch die Arbeit von Genossen gelegt wurden, die der deutschen Sozialdemokratie nicht nur persönlich sehr nahe standen, sondern auch ihre Literatur und Geschichte eifriger studierten und besser begriffen, als damals die meisten deutschen Sozialdemokraten selbst. Die russische revolutionäre Bewegung befand sich in jenen Jahren in einer Lage, deren Düsterkeit der heutigen in nichts nach- gibt. Und doch war die damalige Situation von der heutigen grund- verschieden. Damals wie heute war dem hellsten Sicgcsjubcl ein jäher Zusammenbruch aller Hoffnungen, war Trostlosigkeit und Ver- zwciflung gefolgt. Aber Sieger wie Besiegte standen damals in anderen Positionen. Damals hatte der Terrorismus der Rarodnaja Wolja, dank ihrer Vereinigung einer wunderbaren Kühnheit und Todcsverach- tung mit staatsmännischer Klugheit und Einsicht den Zarismus immer mehr und mehr bedrängt, bis ihr das äußerste gelungen war, die Tötung Alexander II. 1881. Aber gerade dieser Höhepunkt sollte ihre Schwäche offenbaren. Sie hatte keine Klasse hinter sich, war bloß ein kleines Häuflein cittschlosscncr und hingebender Kämpfer. Was ihre Kraft leisten konnte, leisteten sie— aber die Tötung eines Zaren vermochten sie nicht mehr zu überbieten. Diese konnte nur dann zum Siege führen, wenn sie die Massenaktion einer starken, revolutionären Klasse zur Entfaltung brachte. Indes blieb alles still. Tainit ward aller Welt offenbar, wie wenig gesellschaftliche Kraft hinter den Aktionen des Terrorismus steckte, daß sie Aus- brüche verzweifelter Ohnmacht waren. Ter Zarismus gewann wieder Mut, indes unter den Gegnern des Zarismus Selbstvcr- trauen und Siegeszuversicht immer mehr schlvandcu. Aber nur die Schwächlinge und Illusionäre warfen die Flinte ins Korn. Für die kraftvollen und selbständig denkenden Elemente wurde die Zeit der btcaktion die Zeit der Revision ihrer Anschau- ungen— nicht eines Revisionismus leerer Zivcifel, fondern der Entwickclung einer einheitlichen theoretischen Anschauung, die zu einer wohlbegründctcn und zielbewußten energischen Kampfestaktil führte. Wie schon gesagt, reichen die Anfänge der russischen Sozial- demokratie gerade in die Zeit der Begründung des„Berliner Volks- blatt" zurück. Wie die österreichische ist auch die russische Sozial- demokratie gleichzeitig und iin engsten Kontakt mit der deutschen gewachsen und erstarkt. Indes nicht dem Ilmstand allein verdankt die russische Sozial- demokratie ihre Erfolge, daß sie sich auf den gleichen theoretischen Boden mit der deutschen stellte. Ihr Fortschreiten wurde auch bedingt durch die gleichzeitige Umwandlung Rußlands. Nicht nur die revolutionären Elemente, auch die staatlichen Ge- walten änderten sich bedeutend in der Zeit nach 1881. Der Terra- rismus ebenso wie der russisch-türkische Krieg hatten eine solche Schwäche des Zarismus enthüllt» daß dieser allen Grund hatte, sich zu reformieren und reorganisieren, nach neuen Machtmitteln zu streben. Hatte der Krimkricg die Aufhebung der Leibeigenschaft und sonstige liberale Reformen herbeigeführt, so kam es jetzt zu einer Industrialisierung Rußlands. Mit allen Mitteln strebte d,c Staatsgewalt, eine ausgedehnte kapitalistische Industrie zu schaffen. Das gelang ihr in hohem Maße, aber damit schuf sie auch ein starkes industrielles Proletariat, also eine starke revolutionäre Klasse. Und sie konnte die kapitalistische Industrie nur fördern durch Auf- bringung gewaltiger Geldmittel, die sie teils vom Auslaudc pumpte, teils der Landwirtschaft erpreßte, die sie zusehends ruinierte. Ganz anders als»ach dem revolutionären Zusammenbruch von 1881 ist die Situation unter dem Regime der jetzigen Konterrevo- lutiou. Diese bedeutet nicht eine Rcformicrung und Reorganisation des Staates. Tie Periode der staatlichen Judustrieförderung ist vorbei, die Industrie stagniert, trotz der Zuwendungen an einzelne Kopitalistenklüngcl; die Landwirtschaft ist jetzt lieb Kind geworden. Aber sie wird nur noch in der Weise gefördert, daß zugunsten des Adels und der großen Bauern die kleinen Bauern prole- tarisicrt werden. Daraus könnte tvohl eine starke kapitalistische Landwirtschaft erstehen, jedoch erfordert eine solche nicht bloß Pro- letarier, sondern auch Kapitalien, und die fehlen. Die Re- gierung kann sie nicht beschaffen. Wohl macht sie Anleihe auf An- leihe, aber nicht zur Hebung der Landwirtschaft, sondern bloß zur Deckung des wachsenden Defizits. Tic Staatsverwaltung erschöpft mehr als je alle Kräfte des Landes, die industriellen wie die agra- rischen, Tie Konterrevolution bedeutet die schrankenlose Willkür nicht der Jentralrcgicrung, sondern aller Behörden, die frecher als je das Land bestchlcn. Ein konterrevolutionäres Regime kann sich auch bei stärkeren revolutionären Kräften aus eigener Kraft längere Zeit behaupten, wenn es bestimmte Forderungen der Revolution selbst erfüllt, die für die gesellschaftliche Fortcntwickeluug unentbehrlich geworden sind. Das gilt für Napoleon III. und Bismarck, es galt für Alexander III., es gilt nicht für die jetzige Konterrevolution in Rußland. Wenn diese sich noch behauptet, dankt sie dies nicht ihrer eigenen Kraft, sondern der Unterstützung anderer, stärkerer Elemente, die erkannt haben, wie tvichtig der Absolutismus in Rußland für den Kapitalismus in Westeuropa geworden ist, wie sehr dieser durch das Proletariat bedroht ist, wenn jener stürzt. Die Konterrevolution siegte und herrscht in Rußland dank der Intervention Westeuropas, die freilich nicht mehr im Einmarschieren von Soldaten, sondern iin Zeichnen von Schuldverschreibungen besteht, aber nicht minder wirksam ist, als die bewaffneten Interventionen früherer Zeit. Tic Sozialisten Westeuropas haben also keinen Grund, auf das Proletariat Rußlands ob seiner Schwäche und seiner Fehler von oben herabzusehen, weil seine Revolution besiegt wurde. Denn dabei wurden die Proletarier Westeuropas mitbcsicgt, die nicht vermochten, die Intervention ihrer Regierungen— namentlich der Frankreichs und Englands— zugunsten des Zarismus unmöglich zu machen. Der Zarismus liegt zu Boden an dem Tage, an dem die Hilfe aus Europa ausbleibt. Achnlich steht die Situation in Preußen. Auch da haben wir eine herrschende Klasse, das Junkertum, die ökrnwmisch und politisch schon längst bankrott wäre ohne die stete Unterstützung des Kapitals, das ihm politisch beisteht, ihm hilft, die Klinke der Ge- setzgebung sich dienstbar zu machen. Es gibt noch immer Illusionäre, die glauben, gegen Junker- tum und Zarismus die Kräfte der Kapitalistenklasse mit denen des Proletariats vereinigen zu können, weil Junkertum und Zarismus den kapitalistischen Profit verkürzen. Diese Illusionäre vergessen, welch entwickeltes Klassenbewußtsein die Bourgeoisie hat. Sie schätzt Junkertum und Zarismus als die bissigsten und stärksten Wachhunde des ganzen kapftalistischcn Systems, läßt sich die Füttc- rung dieser Hunde gern etwas kosten und macht gute Miene zum bösen Spiel, wenn die ungeberdigcn Köter einmal auch die eigenen Herren anknurren oder ihnen einen Brocken von der Tafel weg- schnappen. Der Zarismus in Rußland, das Junkerregime in Preußen, der Kapitalismus in Westeuropa, das ist ein Dreigespann, aufs engste aneinander geschirrt und unlöslich miteinander verbunden. Will man das eine Pferd im Vorwärtsrasen hemmen, muß man versuchen, sich allen dreien entgegcnzustcmmcn. Kommt das eine zu Falle, brechen auch die andern zusammen. Ter Wahlrcchtskampf in Preußen, die Revolution in Rußland, die proletarischen Emanzipationskämpfe in Frankreich und England, sie stehen untereinander in engster Wechselwirkung; jeder Kämpfer auf dem einen Gebiet kämpft für alle anderen, auf keinem dieser Gebiete kann ein großer, dauernder Sieg erfochten werden ohne den gleichzeitigen Sieg der anderen. Möge es unserm Zentralorgan, das schon von Anfang an ein internationales Organ gewesen, auch weiterhin gelingen, den großen Aufgaben gerecht zu werden, die aus dieser internationalen Situation entspringen. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke, Berlin. Trnck und Verlag: Vorwärts Buchdrnckcrei und Vcrlagsanstalt Paul Singer& Co., Verlin SW. 26. Jahrgang. film des Jsrniärtü" Sftliiift WÄM IHittiunift, 31. März 1909. Ein Brief von Marx. Marx im Jahre 1871. Auf Ersuchen unseres Londoner Korrespon- denten war Professor E. S. Beesly so freundlich, uns aus seiner Marx-Korrespondcnz folgenden Brief zur Ver- fiigung zu stellen, der von unserem Londoner Korrespondenten aus dem Englischen übersetzt und mit einigen Fuß- notcn versehen wurde. Der Marxsche Brief spricht für sich selbst und bedarf keiner Erklärung. Er wirst ein neues Licht auf die Beziehungen von Marx zur Pariser Kommune und neben- bei zu Lothar Bucher, der rechten Hand des ersten deutschen Reichs- kanzlers. Prof. Beeslh, ein beinahe achtzigjähriger Greis, der aber noch immer für Freiheit und Fortschritt wirkt, wurde im Jahre 1867 mit Marx bekannt. Er ist Comtist und war lange Jahre am llniversity- College in London als Geschichtsprofessor tätig. In den 6V er Jahren des vorigen Jahrhunderts, als die englischen Trade Unions schwer �um ihre Existenz zu kämpfen hatten, stellte er sich auf Seite der Arbeiter. Die Unternchnicr konnten ihm diesen Schritt nie verzeihen und stellten bei der Leitung des University-College den Antrag. ihm die Professur zu entziehen. Der Antrag wurde indes einstimmig abgelehnt. Ter Gewertschaftsverbaud der Zim- mcrcr ernannte den Verfolgten bald darauf zu seinem Ehren- Mitglied. Beesly führte bekanntlich den Vorsitz bei der Gründung der Internationalen Arbeiterassociation am 28. September 1864 in der St. Martins Hall in London. Er war es auch, der auf Grund des von Marx ihm gelieferten Materials den Artikel über die Internationale im November- Heft der„Fdrtnightly Review" schrieb. Seine Freundschaft mit Marx dauerte bis zum Ableben unseres Vorkämpfers. Beesly hat einige historische Werke geschrieben, worunter das über Catilina besonders charakteristisch ist. Ter uns von ihm zur Verfügung gestellte Marxsche Brief lautet: „1, Maitland Park Road, London diW., 12. Juni 1871, Mein lieber Herr, Lafarguc, seine Familie und meine Töchter sind in den Pyrenäenvar gleich Null; ein gänzlich unbekannter Gentcr Schriftsteller namens Ansecle, hatte eine kleine Koopcrativgescllschast gegründet, der er stolz den Namen„Vooruit"(Vorwärts) beilegte— von den früheren Sektionen der Internationale fanden sich nur sehr armselige Trümmer vor. Bald aber sollte sich alles ändern und die vielleicht hochmütigste, auf alle Fälle aber selbstsüchtigste Bourgeoisie Europas sollte zur Ileberzeugung kommen, daß hier neue Kräfte das Licht der Welt erblickt hatten, die ihre bisherige Allmacht bedrohten. In wenigen Monaten entstanden sozialistische Kooperativ- gescllschaftcn in allen größeren Industriestädten des Landes. Ter beispiellose Erfolg einer Broschüre vonAlfred Dcfuisscaux: „D c r K a t e ch i s m u s des Volkes" enthüllte auch dem Indifferentesten die unwiderstehliche Macht, durch welche die Massen erschüttert wurden. In Gent, in Brüssel, in Antwerpen organisierte sich die Arbeiterklasse, gleichzeitig aber brachen furcht- bare Arbeiterrevolten in Charleroi aus. Die Bourgeoisie sah in der blutigen Beleuchtung der Feucrsbrünste die soziale Frage ent- stehen, wie damals ein katholischer Schriftsteller schrieb. Von da datiert der Ursprung einer Arbeitcrgesetzgebung, die wohl im Anfang gänzlich unzureichend war, bald aber durch den sozialistischen Anstoß weiter ausgebaut Ivcrdcn sollte. 1893 sah sich das Zensusparlament durch den von der Arbeiterpartei organisierten Generalstreik gezwungen, eine Wahlreform zuzugestehen, die das allgemeine Stimmrecht verlieh; allerdings eingeschränkt durch die schreiende Hn- gcrechtigkcit, daß die Armen eine Stimme bekamen, während den Reichen drei zufielen. Das nächste Jahr sah trotz dieses Pluralwahlrechts schon 23 sozialistische Deputierte in der Kammer. Heute sind wir 35 bei einer Gesamtzahl von 166 Mitgliedern, ohne daS halbe Dutzend Genossen zu rechnen, das»vir trotz der Ungeheuerlichkeiten des Wahlgesetzes in den Senat hinein- brachten. Mehr aber noch als diese Resultate auf politischem Gebiet sind es die Fortschritte auf dem ökonomischen, welche diejenigen befriedigen, die von der ersten Stunde an sich der neuen Arbeiterpartei angeschlossen und ihr Leben niit deren Entwickclung verknüpft haben. Unsere sozialistischen Kooperativgcnosscnschaften, die der belgischen Arbeiterorganisation ihre eigenartige Physiognomie verleihen, zählen zur Stunde mehr als 299999 Mitglieder, die nach dem von Ansecle geprägten Wort tagtäglich die kapitalistische Gesellschaft mit Kartoffeln und Zweipfundbroten bombardieren. Unsere Gewerkschaften, die bis in die letzten Jahre hinein unser schwacher Punkt waren, scheinen jetzt die verlorene Zeit ein- bringen und dem leuchtenden Vorbild der deutschen Gcwerk- schastcn folgen zu wollen; sie haben den Wert einer starken Zentralifi.iivn begriffen. In der„Kommission syndicale" vereinigen sie zurzeit mehr als 69999 auf dem Boden des Klassenkampfes stehende Genossen und in der sozialistischen Bergarbeitcrvcreinigung(Federation socialisto des Minours) ebenfalls 69999 Mitglieder. So erscheint der Stand der belgischen Arbeiterpartei unter allen Gesichtspunkten als ein befriedigender und im nächsten Jahre werden unsere sozialistischen Kämpfer mit freudigem Stolz die Bilanz eines Vierteljahrhunderts der Propaganda durch Wort und Schrift ziehen können. In einem Lande wie dem unserigen, wo der Klerus sich der Einführung der allgemeinen Schulpflicht entgegenslemmt, wo das Verhältiiis der Analphabeten, ich erröte beim Nieder- schreiben, noch immer für die Mehrzahl der Bevölkerung 15 Proz. und für die Arbeiterbevölkerung 25 Proz. beträgt, ist die mündliche Propaganda noch unentbehrlicher als überall sonst; und anderseits stößt die Propaganda durch die Presse auf Hindernisse, wie sie unseren Vätern des Sozialismus in einem Lande nicht begegneten, wo alle Welt lesen kann. Trotzdem können lvir auch in dieser Hinsicht uns nicht allzusehr beklagen. Außer den Gewerkschafts- und den Wochenblättern in den verschiedenen Landestcilcn zählt unsere Presse im Augenblick vier Tageszeitungen: den„Peuple", den„Vooruit", und dessen Kopfblatt in Antwerpen: den„Wecker", dann das „Journal de E h a r l e r o i" und„ L' A v e n i r du B o r i n a g e". Das Abonnement dieser vier Blätter beläuft sich im ganzen auf täglich 129999 bis 1-19999 Exemplare bei einer Bevölkerung von bald 7 Millionen Menschen, von denen jedoch, wie wir schon sagten, ein Fünftel weder lesen noch schreiben kann, und ein zweites Fünftel nur mangelhaft liest In dieser Gesamtauflage figuriert„Peuple" und seine billige Ausgabe zu zwei Centimes,„l'Echo du Peuple", allein mit 89 999 Exemplaren, die nicht nur in Brüssel, sondern in besonderen Ausgaben auch in den industriellen Hauptstädten der Provinz verkauft werden. Ter„Peuple" spielt gegcnüberden anderen sozialistischen Tageblättern als offizielles Parteiorgan für das französische Sprachgebiet dieselbe Rolle, wie der„Vorwärts" für Deutsch- land, wenn man kleines mit großem vergleichen darf. Ebenso wie die Partei wird der„Peuple" nächstes Jahr sein fünfundzwanzigjährigcs Jubiläum feiern. Am 12. Dezember 1885 erschien er als bescheidenes Blättchcn zu zwei Centimes zum ersten Male. Als seine von der Partei ernannten Re dakteure fungierten neben solchen Genossen, deren Name nicht über Belgiens Grenzen hinausdrangen, jene drei Männer, die mit Ansecle die Hauptbegründer des Sozialismus in Belgien waren: Louis B e r t r a n d, Jean V o l d e r s und Cssar de Paepc. Vom ersten Tage an gaben sie unentivcgt ihren uncr- schüttcrlichcn Willen kund, den„Peuple" zum Sprachrohr der Enterbten und Unterdrückten zu machen. „Unser Name besagt es"— hieß es im Programm- artikcl—, daß wir für die große Masse der Ungenannten stark und unerschütterlich kämpfen wollen. Die Masse braucht ein Blatt, das eine kräftige, männliche Sprache führt, das die lluterdrücker furchtlos angreift, das die Schändlichkeiten und Quälereien der oberen Klasse und die Leiden der unteren be- leuchtet. Das unsere wird ein solches Blatt sein." Und treu wurde dieses Versprechen gehalten. Seit nun bald 25 Jahren hat der„Peuple" stark und uncrschüttert für die Armen, gegen die Unterdrückten gekämpft. Seine Gegner haben ihrerseits nichts verabsäumt, um von Beginn an daS Blatt zu schwächen und zu schädigen. Sie haben es mit Prozessen überschüttet; sie haben seine Redakteure vor die Gerichte geschleppt, sie haben den Verkauf der Zeitung auf den Bahnhöfen untersagt. Sie haben, um ihm Konkurrenz zu machen, Blätter geschaffen, die, iveil sie über noch andere Einnahmequellen als ihren Verkaufspreis verfügten, fast um ein Nichts gegeben werden konnten und für einen viel geringeren Preis einen viel größeren Umfang boten. Trotzalledcm prosperierte unser Blatt. Sein Format hat sich vergrößert. Die Ziffer seiner Abonnenten, die während der ersten Jahre 7999 nicht überstieg, hat sich 1899 beim Beginn der Stiminrcchtsbcivcgung auf 23 789, dann 1891 beim Eintritt der Sozialisten ins Parlament, weiter 1992 an- läßlich des Generalstreiks für das allgemeine Wahlrecht auf 75 119 gesteigert, und heute beträgt die Auflage 82 999. Seine Druckerei, die zum Beginn mehr als bescheiden Ivar, ist jetzt, besonders seit 1896 auf der Höhe des modernen Fortschritts, und die jetzigen Redakteure, die auf ihrem schönen Grundstück in der ruo des Lablos hausen, lassen gerne Milot, den alten Kassierer, die ivahrhaft heroische Geschichte seiner ersten Heldentaten erzählen. Man schrieb Ende Dezcnibcr 1885. In einem bescheidenen Zimmerchen oberhalb einer Arbeiter- kneipe hatten sich Administration, Redaktion und Expedition des„Peuple" eingerichtet. Der Administrator Milot hatte seine paar letzten Groschen für einen Tisch, einige Stühle und einige notwendige Kleinigkeiten hingegeben. Nicht ein Pfennig war mehr in der Zigarrenkiste, die ihm als eiserner Geldschrank diente. Damit er sich Kohlen kaufen konnte, denn es war bitter kalt, mußte erst bei Ge- nossen gesammelt werden. Als dann der Abend kam, und Licht angezündet werden sollte, fehlten Lampen und Petroleum. Der Krämer von gegenüber mußte das nötige liefern, und als die Rechnung vorgelegt wurde, setzte der Herr Administrator ernsthaft seine Brille auf und sagte, ohne seine Miene zu verziehen, indem er auf seine Uhr blickte, zu dem Laufburschen:„Mein Lieber, es ist 6 Uhr 19 Minuten; die Kasse ist geschlossen, sie müssen morgen wiederkommen." Eine halbe Stunde später hatte die erste Nummer des „Peuple" das Licht der Welt erblickt, und einige zwanzig Verkäufer, die sich dazu gemeldet hatten, riefen das neue Blatt in den Straßen aus. Der Verkauf einiger Tausend Nummern deckte die Spesen der folgenden Tage. Ich erzählte diese kleine Geschichte nicht nur. Ivcil sie amüsant ist, sondern weil sie uns auch zeigt, mit welchen großen Schwierigkeiten unsere Freunde zu kämpfen hatten, als sie die Grundlagen zu unserer jetzigen Prosperität legten. Ihnen danken wir es, wenn diese mageren Jahre heute vor- über sind. Nicht mehr nach Hunderten oder Tausenden von Franks, sondern nach Hunderttausenden zählt heute der „Peuple" seine Ausgaben und Einnahmen, lind nicht mehr brauchen sich der wackere Administrator Louis de Brouckere und sein treuer Kassierer Milot wegen einiger Kohlen und einiger Liter Petroleum die Köpfe zu zerbrechen. Sind aber jetzt auch die früheren Schwierigkeiten verschwunden, so sind dafür neue aufgetaucht, die ebenso tvie früher die zähestcn Anstrengungen und eine niemals er- lahmende Aufmerksamkeit erfordern. Heute handelt es sich darum, mit Hilfe eines zahlreicheren Personals, viel größerer Hilfsmittel und aller Erleichterungen, die aus höheren Gehältern und besserer Behandlung resultieren, die Flamme der Begeisterung der früheren Jahre tvach zu halten, den Eifer und die Ergebenheit zu bewahren, die die Arbeiter der ersten Epoche uns zuführte. Es handelt sich heute in der Redaktion des Blattes tvie in der Partei- lcitung darum, den Geist des' Kampfes und der Kampfes.- frcudigkeit zu nähren, der dem„Peuple" wie der Arbeiterpartei selbst jene großen Erfolge sicherte, die ihre Macht begründeten. In dieser Beziehung gibt die deutsche Sozialdemokratie uns und der ganzen Internationale ein prächtiges Beispiel. Seit einem halben Jahrhundert beweist sie der Welt, daß das Proletariat, ohne seinem revolutionären Ideal im mindesten untreu zu werden, dennoch den täglichen Kampf um teilweise Verbesserungen geduldig und unermüdlich führen kann. Darum richten wir an diesem Freudentage, wo die sozialistische Presse aller Länder das Jubiläum des einflnß- reichen„Vorwärts" feiert, mit dem Ausdruck der brüder- lichsten, freudigsten Sympathie unsere Grüße an die deutsche Sozialdemokratie und an ihr tapferes Kampforgan. Pablo Zglesias: Die Internationale in Spanien. Der moderne Sozialis-- mus Spaniens ist aus der Internationalen Asso- ciation der Arbeiter her- borgegangen. Seine ersten Schritte Ivaren steilich ziemlich unsicher, da er durch einen Mann ins Leben gerufen Ivurde, der im Grunde den Sozialis- mus nicht liebte, und der bor allem seine Anhänger nicht kannte. Diese selber wieder standen unter dem Einfluß von Individuen, die nicht nur nichts von dem Prinzip des Klassen- kampfes, von der Er- innerung der politischen Macht und der Vergesell- schaftlichung der Pro- duktionSmittel wissen wollten, sondern vielmehr Gegner dieser Be- strebungen waren. Es war Jose Fanclli, italienischer Deputierter und Mitglied der geheimen Gesellschaft, der in Madrid die Allianz gründete, die ersteGruppc derJntcrnationalc, der erEnthaltungvonallcr politischer Betätigung empfahl. Diese erste Gruppe bestand größten- teils aus republikanischen Arbeitern, von denen manche utopistisch-sozialistischen Ideen anhingen. Wie in Madrid wirkte Fanclli auch in Barcelona und gewann auch dort der Allianz neue Anhänger. Und diese Mitglieder der Hauptstadt Kataloniens setzten sich dann wieder als erste mit Bakunin in Verbindung und be- gründeten in Spanien die eigentliche Allianz. Die internationale Gruppe Madrids, die sich im Dezember 1868 provisorisch gebildet hatte, wurde im Januar 1869 definitiv begründet. Der größte Teil dieses Jahres verlief jedoch noch unter heftigen Krisen. Viele konnten den eigentlichen Zweck der Jnter- nationale nicht begreifen, während andere die neue Macht, die da entstand, als Hilfskraft für die republikanische Partei oder als eine sektiererische Organisation betrachteten. Die Unannehmlich- leiten wurden noch erhöht durch die Tatsache, daß einzelne Mit- gliedcr zugleich der Allianz angehörten. Gegen Ende jenes Jahres vollzog sich deshalb eine Spaltung. Die Republikaner traten aus, und es blieben die zurück, die mehr oder weniger die Ideen der Internationale begriffen. Provisorisch wurde diese Organisation die„Zentralsektion" genannt. Sie wollte zunächst die Arbeiter Spaniens organisieren, und dann diese Organisation jener der anderen Länder anschließen. Zu diesem Zwecke erließ sie einen Aufruf, der in Madrid wie auch in den Provinzen starken Anklang fand. Sie forderte darin die Arbeiter auf, sich von allen Ausbeutern freizumachen und selber für ihre Interessen einzustehen. Die Organe der Republikaner nahmen aber dieses Manifest feindselig auf und eröffneten einen heftigen Kriegszug gegen die Unterzeichner, die sie mit Verleumdungen überschütteten. In Madrid wurden sogleich mehr als 26 Gesellschaften mit über 2666 Mitgliedern gegründet, und auch in den Provinzen ent- stand eine beträchtliche Zahl solcher Vereine. Bald darauf gab die Madrider Sektion ein Wochenblatt„La Solidaridad"(Die Solidarität) heraus, das erste spanische Blatt, das die Jnter- nationale verteidigte, und zugleich beschloß sie, zur Stärkung der verschiedenen Gruppen im Laude einen nationalen Kongreß ein- zuberufen. Die anderen Sektionen nahmen den Gedanke» be- geistert auf. Der Kongreß fand tni Juni 1866 in Barcelona statt. Es erschienen 96 Delegierte, die 1ö6 Organisationen und 26 Orr? vertraten. Auf diesem Kongreß wurde der definitive Zusammen- schluß der einzelnen Gruppen zur nationalen Organisation be- schlössen, und entgegen den Elementen, die wünschten, daß die Jnter- nationale bürgerliche Partcipolitik betreibe, bestimmt, daß man sich der politischen Aktion enthalte. Die Reden Fanellis, der Ein- flnß der Mitglieder der Allianz und vor allem das Nichtver- ständnis des Begriffes Klassenpolitik bewirkten, daß dieser Kongreß und mit ihm die Internationale Spaniens während ihres ganzen Bestehens in diesem Irrtum bcharrte. Immerhin gab die beträchtliche Anzahl von Einzclorgani- sationen den Arbeitern die Macht, Forderungen zur Verbesserung ihrer Lage aufzustellen und teilweise auch durchzusetzen. Bald trat auch nicht nur die nationale, sondern auch die internationale Mrobennmmer. Sonntag, den 30. März 1884. DaZ —„Berlwer SBsIMfatt" 'erscheint täglich MorgcnS außer nach Sonn- und Festtagen. MonnsmentZprciS für Berlin frei in' 3 HauS vierteljährlich 3 Mark, monatlich i Mark, wöchentlich 25 Bf. Einzelne Nummern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mark. F n s e? t r s» S g e i ü h r beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Rauen 4V Pf. ÄrbertSmarlk ZV Pf. Inserate sind bis 4 Uhr Nachmittags in der- Expedition, Zimmerstraße 44, aufzugeben. Bei größeren Aufträgen Rabatt nach Uebereitckunft. Msöa&tion und. GXpeöition WsrNn SW., Jimmerstraße 44. AtsumtitsEisliiiij. Das „Berliner VolkMßtT erscheint wöchentlich 6 mal und ersuchen wir um recht- Zeitige Bestellung. Außer unseren Original- Leitartikeln, reichhaltigen Politischen und Lokal-Nachrichten bringen wir den inter- essanten und spannenden Noman „Dre! GLssKet?" aus der Feder des berühmten Schriftstellers UrasL Fasq�Ä. Wir ersuchen, den anliegenden Bestellzettel auszu- füllen und so bald als möglich an die Expedition des ».-WerliseL WolksbZatt", Ziminerstraßs 44, oder «n einen Zeitungöspediteur zu übersenden.. Für das Post-Abonnemcnt bemerken wir, daß das �Berliner Bolksblatt" im VIIL Nachtrag der ZeitungS- xreisliste unter 7lSa eingetragen ist. T�eäiiion äeZ„Aerkiner Was wir WoÜejf. L Daß unsere sozialen und wirthschastlichen Zustand- von ll-b-l sind, wird heute allseitig zugegeben. Wer wollte sich auch noch darüber täuschen? Em Rückblick auf die lechieft, Jahre zeigt zur Evidenz, daß unsere wirthschaftSpolittsche'' Eniwicktung immer schlimmere Wendungen ninnnt. Im ge- schäftlichen und im Erwerbsleben herrsch! die alte Unsicher- Heft, die uns seit Jahren quält. Die Massenarmuth hat zugenommen, namenttich unter den industriellen Arbeitern, wo immer mehr die billige Arbeit von Frauen und Kindern die geschickten und kräftigen Hände der Männer verdrängt. Auf dem Lande' ist'S nicht besser. Die Arbeftslöhne sind niedrig und haben nicht Schritt gehalten mit der Steigerung des Preises der nothwendigsten Lebensmittel. Vermehrte Staatslasten haben dazu beigetragen, die Preise der LeberlS- mittel noch mehr zu erhöhen, während andererseits die Ein- fiihrung billigster Arbeitskräste die Tendenz chat, die Löhne noch mehr zu drücken. Die Schwächung der Konsumtions- kraft der Massen bewirkt, daß die aufgestapelten Waaren liegen bleiben, und so entsteht jene scheinbare„Neberpro- dutiion", wahrend in Wahrheit die vorhandenen Waaren- »nassen zu einem behaglichen Leben der Gesammtheit gar Picht ausreichen würden. �- Die Wirlungen dieser unserer wirthschastlichen Roth- lag? habm alle Geister in Bewegung gesetzt, denn die damit verbundene Unbehaglichkeit reicht in alle Kreise hinein. Selbst da, wo gesicherte Lebensstellung und reichliches Ein- kommen vorhanden, ist man nicht mehr in der Lage, dem Gang deic Dinge apathisch zuzusehen; denn man fühlt gar wohl heraus, daß die wirthschastspolitisch- Entwicklung zu immer schlimmeren Resultaten gelangen muß, wenn sie nicht in andere gesündere Bahnen gelenkt wird. In dein großen sozialpolitischen Kampfe, der sich därob «nisponnen,. stehen sich zwei Richtungen gegenüber, und zwar so schroff, daß die eine die andere vollständig' ausschließt. Die eine dieser beiden Richtungen behauptet, dasselbe wnthschastliche System, welches die gegenwärtigen Kalami- täten herbeigeführt hat, sei auch berufen, sie wieder zu be- seitigen. Allein die Sage vom Speer deö Achilleus, der die Wunden wieder heilte, die er schlug, scheint uns sehr schlecht hierher zu passen. Es ist in der That das System der„freien Konkurrenz", des wirthschastlichen Krieges Aller gegen Alle, das unser wirthschaftlicheS Elend ver- schuldet hat. Es ist das Recht des Siärleren in einer modernen Form, die aber'eine Wirkungen keineswegs abschwächt. Es sind auch nur die wirthschaftüch Stärkeren, die mit allen Macht- Mitteln des Besitzes Ausgerüsteten, welche behaupten, aus diesem„aesunden Dürcheinander" könne sich- ein befriedigen- der Zustand von selbst entwickeln. Für sie, für die wirth- schaftlich Stärkeren, mag dies schon zutreffen. Aber wo bleiben die Anderen? DaS Manchcsterthum,� das System vom„Gehenlassen"(laisser aller) kümmert sich nicht darum. Diese wirthschaftliche Richtung ist der Ausdruck' des krassen Egoismus und des rohen Materialismus: sie verwirst alle Mefsrmbestrebungen aus Furcht, der Spielraum der freien Konkurrenz möchte eingeschränkt und der Kapitalvrosit ge- schmälert oder belastet werden. Dieses öde und wüste System, welches hauptsächlich die twirth schaftlichen Idee» deS modernen Liberalismus repräfen- ttirt, scheut mau sich nicht, mit dem Namen„wirthschaft- ljche Freiheit" zu belegen. Seine Anhänger gebrauchen den Kunstgriff, jedes Ankämpfen gegen dieses Durcheinander als' Beschränkung der individuelles Freiheit zu bezeichnen, ein Kunstgriff, der nachgerade Niemanden niehr zu täuschen vermag, der von unseren wirthschastlichen Zuständet auch nur «in? schwache Ahnung hat. Als Gegenstoß auf die von dem manchesterlichcn Liberalismus angerichtete Verwüstung iff der Gedanke sozialer Reformen aufgetaucht. Indem man sich nach einem festen Angelpunkt- für diese Reformen umsah, mußte der Staat als ein solcher erscheinen. Jawohl, der Stach wenn auch nicht ein jeder Staat. Der Liberalismus klagt sofort über„StaatSommpotenz�, wenn betont wird, daß der Staat berufen sei, in die wirthschastlichen Vcrhälwiffe örd- «end einzugreifen und dem Schwächeren gegenüber dem Stärkten einen Halt und Schutz'zu bieten. Der wirthschaftliche Liberalismus läugnet diesen Beruf des Staats' gänzlich. Ihm ist der Staat nur dazu da, als Polizeigcwalt die Interessen der herrschenden Klassen zu schützen."Juso- fern ist der manchesicrliche Liberalismus nur der Borläufer des Anarchismus/ welch letztere? aus der Manchestertheorie die Konsequenz zieht, daß der Staat gänzlich abzuschaffen sei. In der That reicht die moderne Kapitalwirthschast oft sehr nahe an den Anarchismus heran. Wie weit ist man in Frankreich noch davon entfernt, wenn der stanzösische Finanzminister keinen Kredit mehr finden kann, ohne daß Herr von Rothschild seine Einwilligung dazu giebl? Diese Ar! von Anarchismus ist entschieden gefährlicher als die Lehren einiger hirnverbrannten Individuen in New-Dork, London, Paris, Wien und anderwärts, die sich selbst als Anarchisten bezeichnen. Dem gegenüber vertreten wir mit allem Nachdruck den Gedanken, daß der Staat berufen ist, ordnend und schützend in die wirthschastlichen Verhältnisse einzugreifen. Aber auch hier ist sorgfältig zu sichten zwischen allgemeinen und 'Sonder-Jnteressen. Wenn wir es als Aufgabe des Staates betrachten, eine' große, umfassende und vollsthümUche Sozialreform anzubahnen, so möchten wir damit keines- wegs alles das als gesinnungsverwandt begrüßen, was heute unter der Flagge„Sozialreform" segelt. Im Gegentheil erachten wir gerade in diesem Punkte die größte Vorsicht für geboten. In unserer halb bürgerlichen, halb noch feudalen Ge- sellschast müssen' die Gegensätze zwischen beweglichem und unbeweglichem Kapital stets aufs Schärfste hervortreten. Diese beiden großen Interessengruppen bekämpfen sich aufs Bitterste. Sie nehmen den Schein der Freisinnigkeit und VolkSfreundlichkeit an, um dem Gegner Abbruch zu ihun. In England kam diese Gegnerschaft am charakteristischsten zum Ausdruck. Der Liberalismus setzte eine Wahlreform durch, um die am Grund und Boden hastenden Vorrechte der Grundeigenthümer. zu schwächen. Die conservativen Grundeigenthümer dagegen setzten eine für den industriellen Liberalismus sehr unbequeme Fabrikgesetzgebung durch, um sich so für die Schmälenmg ihrer politischen Vorrechre zu rächen. Das Land hat dabei allerdings keinen Schaden ge- nommen. Bei uns ist' die Situation nicht viel anderZ. Während der manchesterliche Liberalismus-jede wirksame Socialreform in seinem starren Egoismus verwirft, haben die Conservativen Parteien die Socialreform. zu ihrem Stichwort erhoben. Die großen Grundbesitzer vpenren mit scharfen Schlagworten gegen das bewegliche Kapital. Es wird, wie der leitende Staatsmann sagte, in der That um den„armen Mann" wie. um die Leiche des Patroklus gestritten. Und doch' ist der wahre Gegenstand des Streites nur, wie bewegliches und unbewegliches Kapital sich am Besten gegenseitig den Boden zur Wahrung ihrer Interessen abgewinnen können. Wenn der Liberalismus jede ernsthafte Socialreform verwirft, so faßt andererseits das Innrer- und Großgrund- besitzerthum die Sozialreform als eine Reihe von Po- lizeimaßregeln auf. die schließlich darin gipfeln, daß den arbeitenden Klassen kleine, aber sehr kleine Eoncessionen, und zwar auf Kosten de? arbeitenden Klassen selbst, gemacht werden, während als Aequivalent für diese kleinen Cor:- cessionen die staatliche Bevormundung- über die arbeitenden Klassen dennaßen ausgedehnt werden soll, daß von Selbst- ständigkeit und freier Bewegung keine Rede mehr sein kann. Und dabei erscheinen die Konzessionen gewöhnlich in einer für die Arbeiter kaum brauchbaren Form! Man irrt sich, wenn man glaubt, mit dieser Art von Sozialreform sich die Sympathie der arbeitenden Klassen zu erwerben. NeucrdinstS hat ein Staatsmann darüber ge- llagt, daß man kerne genaue Kenntniß der eigentlichen Wünsche und Bedürfnisse der Arbeiter von diesen selbst er- langen könne. Sollte das in der That nicht möglich sein? Wir glauben doch. Poiiüsche Ueberßcht. gcg Es«WWWWWWWW I....... H W an Einigung, der den neuen Bund vielleicht eben so schnell ouseinanderdrinat, wie er zusammengekommen. Zwar haben sie alle die„Gleichheit vor dem Gesetz ohne Ansehen der Person und der Partei" in ihrem Programm auSgemftu. Aber v.• i'__________ � � rrs a m< n.'#. � t>(ii—, v» O ausgenommen) Abger Ztg.VW,«S Ki keineswegs' auf alle Mit-. glieder der Linken zu zählen» einige würden eher aus dev Partei ausscheiden, und diese wenigen.könnten den Ausschlaz geben. Sehr, möglich erscheint eS auch, daß diese Fünf bis Zwölf(deren Namen der„Hamb. Corr." zu ivisscu versichert), sich der Abstimmung enthalten. Die„Kreuz-Ztg." erklärt, die „Toleranz" der neuen Partei, insoweit diese gegen das Gesetz-. stimmen möchte, durch das Bedürfnis,„das neue Bündnist zusammenzuleimen". Die„Raiional-Ztg." wiederum bring? öegcgen eine Zuschrift von sezesfionistischer Seite auS Ost- vreuncn, worin die Befürchtung ausgesorochen wiro, daß, wenw lassen müssen. Dagegen sagt die„Köln. VolkSztg." treffend: „Wenn ein Gesetz., an sich verwerflich. ist, so läßt sich seins Aufrechthaltung nicht dadurch rechtfertigen, daß die Beseitigung; eine gewisse Verwirrung hervorrufen würde". Ob diese Ber- 'wirrung jetzt in der That cintcepen würde, das ist noch zu be- zweifeln. He später aber das Gesetz aufgehoben wird, destS mehr Verwirrung- steht in Aussicht. ' Alle rheinischen Blätter der Centrumspartei un<> auch die„Schles. Volksztg,", in den Ostsceprovinzen, das erst« Blatt dieser Richtung,-find gegen die Beibehaltung des Sozialistengesetzes.- Das genannte Blatt schreibt u. A.i Umfang der Gefah...........1 ften seit 1878 unterlagen, haben schlimme Conjuncturen, Llr- beitslostakeit und Hunger, nicht des Sozialistengesetz, die Nieder- läge herbeigeführt. Breslau und Hamburg sind dafür volltzül- tige Zeugnisse rind neuestens Meinmgen, wo der sozialistisches Candidas Viereck in die engere Wahl kommt. Des weiteren aber erkennt das Volk, daß- es nicht angeht, Tausende unter solche Ausnahmebestimmungen zu stellen, die überdies zu einer bleibenden Institution sich zu entwickeln scheinen. Es fordert darum gleiches Reckt für Alle, Strafe für Vergehen und Ver- 6 rechen, aber keine Willkür und keine discretionäre Gewalt über deutsche Staatsbürger. Die Katholiken müssen zumal, eingeden? ihres eigenen Looses, gegen die Ausnahmegesetzgebung prote- stiren.... Diese Stimmung herrscht in allen Kreisen,� auch in« solchen, die auS achttmgswerthen Gründen geneigt wären, de? Regierung die Verlängerung zu bewilligen." Die Versammlung süddeutscher Liberaler rn Heidelq berg und hessischer Fortschrittler in Frankfurt haben ergeben» nach dem„Schwäbischen Merkur",„daß man in Süd- deutschlano auf gemäßigt liberaler Seite von der neuem „freisinnigen" Partei unter Richter'S Führung nichts wissen will." Der süddeutsche. Liberalismus ist noch schwäch, licher als der norddeutsche. lieber die � Anarchisten h Schweizer Br....... wie folgt:„Der Bundesrath der schweizerischen Eidgenossenschaft, in Betracht: daß die öffentliche Sicherheit in den letzten Monaten i« Deutschland und Oesterreich durch mehrere kurz auf einandex folgende Verbrechen gefährdet worden ist; daß gegenwärtig zwei Individuen, Hermann StcllmacheS und Anton Kämmerer, welche während der letzten Fahre zeitweilig in der Schweiz sich aufgehalten hatten, in Wien unter der Iinklage, jene Verbrechen sämmtlich oder zum Theil ver! übt zu haben, in Untersuchungshaft sich befinden: daß die in der Schweiz aufhältlichen Ausländer Kennest Schultz?, Falk und Lissa mir Stellmacher und Kammerer sehe genaue persönliche Vezieüungen unterhalten haben und mit denselben durch Gemeinschaft der Bestrebungen enge verbunden waren, ja daß zu ihren Lasten sogar eine Reihe von That- umstände!! festgestellt ist, welche, wen» sie auch nicht eine eigemliche strafrechtlich zu verfolgende Theilnahme an jenen verbrecherische» Handlungen darthun, doch einer solchen nahe kommen, und daß sie den Nachforschungen der Behörden zun Entdeckung der Urheber der Verbrechen nicht nur keinen Bei» stand geleistet, sondern vielmehr gesucht haben, die BchvrdeiZ in Jrrthum zu führen; in Anwendung von Artikel 78 der Bundesverfassung, also lautend: „Dein Bunde steht das Recht zu, Fremde,� we.che dis innere oder äußere Sicherheit der Eidgenossenschaft gefährden, auS dem schweizerischen Gebiet wegzuwcisen", beschließt: 1. Ans dem Gebiete der schweizerischen Eidgenossenschaft werden weggewiesen: 1. Friedrich Philipp Kenne!, ans Schwegenheim(Rhein» baieni), Spengler, derzeit in Lern;_ 2, Moritz Schnitze, auS Kotärns(Preußen), Schriftsetzer, derzeit in Bern; �_ 3. Karl Falk, aus Höffling(Steiermark), Schneider, der» zeit in Freiberg; 4. Mathias Lissa, ans Ccliw(Böhmen), Schneider, derzeit in Bern." Zu Paris hörte die Enquetckommission an: 24. d. Mts. die Bifouteric-Arbeiter. Sie verdienen durchschnittlich 6 Fr. täglich: einige 8 Fr. Es sind 5» bis M00 Arbeiter hier, aber die Leschästigungstosigkeit sei nicht größer als alljährlich um diese Jahreszeit. T-e Delegirten befiinvorteten bessere?» Zollschutz und die Förderung des AssseiationSivescnS. Auch verlautet eine Klage über nackthelligeu Einfluß der niedrigen Löhne in Deutschland. Die Metallv crgolder, welche 4iX> Arbeiter und iXX) Arbeiterinnen beschäftigen, erklärten, sie hätten nichts von der auswärtige!! Konkureuz zu befürchten; herab. Die Ose stcinwcrks widmen, MMWWWWWWWW nahezu die.Hälfte der Arbeiter seien fremde, insbesondere Belgieiv Erste Mmmer des„Berliner Vsltsblatt". Ar. 1. Erscheint täglich außer Montag?. Ndonnementö- Preis für Berlin: Oierteljährlich Z.Zv Mark, monat- kich!,io Mark, wöckzentlich 28 Pfg. frei in's HanS. Einzelne Nummer K Pfg. Sonnlags- Nummer mit dem..Tonntags- Blatt" 10 Pfg. Post-Adonnement: 3.?o Mark pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutsazlanbu.Oesterreich-Ungarn 2 Mark, für daS übrige Ausland s Mark pro Monat.. Eingetragen in der Polt- Zeilungs- Preisliste für iS9t unter Nr- 0i«2. S. Jahrg. 5',-feTtlon8.Ecl)ü'iT b-Iräzi tut bit funtcefvalten« ober beten Siaum 40«cfg., für SDetcinS. ur.»» SiettcimmUmgä- Rnzelgen 20 Pfg. Solctatc für die nödifte SJumKiet müssen bis 4 Übt NaSmiIIagS in ber CErpcbttton cdgegeden werben. Tie(fjrrebulon Ift an äSodientagen bi-5 1 nbr Minagö unb van Z bis 7 llbr Nachmittags, an Sonn- und Zelilagen Ins u abr BormUlazi ßebffnct. StsnTpvt�s: Ami S.?r. UM* i Zentralorgan der sozialdemokratischen parle Medalltrsn: Weuth» Straße 2. Donnerstag, den 1. Jannor 189L K.rpedUion: ZZsutß- Straße 3. assiaasiiäS Zum Ueuett Jahre 1891»|i|— Freiheit. 5relheit! Freiheit? Tu Wuuderport, du Wunderwort! Du Jubcgriff der herrlichsten der Lieder, Wie klingst du in des Menschen Seele wieder!. Ein Wunderwort, ein Wunderhort, Der alles Schönsie in sich birgt, Der alles Schönste aus sich wirkt! Freiheit! sie wird nicht ohne Mühe dein; Will wie ein schönes Weib errungen sein. Nur kämpfend dringst du vor Zu ihrem köstlichen Genuß, Nur wenn du sagst: Ich weiß, ich musj Und kann nicht anders! Du bist nicht frei, wenn du das Schlechte willst, Du bist nicht frei, wenn d» erwählst, Was dir bequeme Freuden schafft, Ein Sklave bist du deiner Leidenschast. Doch führt der Weg zur Schönheit auch durch Noch, Droht er im Kampfe selbst den Tod,— Doch du erkennst und weißt, du mußt, Und vorwärts gehst du mit jauchzender Lust, Bleibst deinem Ziel vollendet treu, Dann bist du frei! Die Schönheit ist des Werdens Ende, Die Schönheit ist des Werdens Ziel, Vollendetes Gezivungenfein, Den Weg zu wandeln vollbewußt Nach diesem Ziel ist Freiheit! Freiheit! LeopoldJacoby. jBnm Meusn IMr! Die Jahreslvende bietst, nach allgenieiner und sehr natürlicher Siite, den Anlaß zu einem Rückblick in die Vergangenheit und zu einem Vorblick in die Zukunft— wir lassen die Ereignisse und Vorgänge des dem Abschluß zueilenden Jahres noch einmal vor uns vorübergehen, und schauen dann dem kommenden Jahr froh ins Angesicht. Für uns Sozialdemokraten ist die politische Inventur- Ausnahme diesmal eine besonders erfreuliche Beschäftigung: wir haben aus eine Reihe großer Erfolge zurückzuschaueu. Als einer unserer Abgeordneten am Schluß des vorigen Jahres im Reichstag erklärte:„Wir haben das Sozialistengesetz besiegt— die nächste Wahl wird eine Million— anderthalb Millionen Stimmen für uns ergeben", da glaubten selbst viele Parteigenossen, die Prophezeiung sei zu kühn. Und der 2». Februar 1L£K) hat sie im vollsten Umfange wahr gemacht. Ter 20. Februar 1S90 ist ein weltgeschichtliches Datum— er» bedeutet den endgiltigen Sieg der sozial- demokratischen Idee und Weltanschauung über die mecha- nische Gewalt— die Bankrotterklärung des Sozialisten- gcsetzes, seiner Urheber und des Systems, dem es ent- flössen. Um die Tragweite und Bedeutung des Tags voll zu begreifen, müssen wir unS ins Gedächtniß zurückrufen, daß heute vor 12 Monaten Fürst Bismarck noch„fest im Sattel saß", daß 16 Tage vor dem Wahltag die „Kaiserlichen Erlasse" veröffentlicht wurden, die auf den JümiHefmt. riachdeuS csrSoiea.)—--[1 Sei Mams. Roman von Arne Garbörg. I. Frau Hokmscns Antlitz zog sich in die Länge.„Vcr- stehen Sie �das, Iran Mühlberg sagte sie. Auch Fruu Mühlberg schien etwas verdutzt. „Wahrhaftig, ich kenne mich nicht ans in all' dieser Weitschweifigkeit." erwiderte sie;„ich denke, wir versuchen es noch einmal." Sie nahmen das schwierige Dokument wieder vor und versuchten es noch einmal. Frau Holmsen hatte Kopf- schmerzen, daher mußte Frau Mühlberg die Vorleserin machen; wenn man es recht bedachte, war diese vielleicht auch die Nunenkundigere von beide». Denn rund und dick und solide, wie sie da saß, schien sie eine Frau, die ein Stück in der Well herumgekommen. Zum Glück hielt Fanny sich ruhig; sie saß auf ihrem Liebli-tgsplatz am großen Nähtische neben Mamas Stuhl und arbeitete an einem Kleide für ihre Rojalie. Frau Mühlberg begann: „Die geschiedene Gattin des Exam. juris Andr. Holmsen hat sich an den Unterzeichneten mit dem Ersuchen ge> tveudcl, bei dem Amtmann darauf hin anzutragen, daß ihrem vorgenannten Manne durch odrigkeitlichc� Resolution auferlegt werde, Beider gemeinsamem Kinde Fanny, für deren Alter ein Zeuguiß des Pastors beiliegt, einen jährlichen Snstentationsbeitrag auszusetzen. Dieses Kind sollte nämlich der Vater infolge des der Auflösung der Ehe ersten Blick einen„neuen Kurs" der Sozialresorm zu ver- heißen schienen, und die ganz geeignet waren, eine nicht durchaus zielbewußte Partei in Verwirrung zu bringen. Wir hatten alle Parteien gegen uns und mußten Front machen gegen alle und— unser Kurs blieb immer der alte— vorwärts, vorwärts zum Sieg! Der 20. Februar sprengte die Koalition der Renk- tionsparteien, genannt Karle!!, zerbrach das Sozialisten- gcsetz und warf das Postament um, auf welchem der größte der Demagogen des Kapitalismus— Fürst Bismarck— fein Ich aufgepflanzt und eine Familiendynastie, mit erblichem Hausmeierthnm zu begründen versucht hatte. Am 18. März— für Gewalthaber ein ominöses Dalum— wurde das Urtheil des 20. Februar an dem Urheber des Sozialistengesetzes und der Millionärzüchtungs- Politik vollstreckt: er wurde lebendig begraben. Die Nemesis hatte ihn ereilt, und was sie noch übrig ließ an Sympathie für den Gefallenen, das zerstörte dieser selbst in wahnsiuiiiger Verblendung. Rie hat falsche, mit allen Listen, Kniffen und Künsten zu ungeheuerlichen Dimensionen aufgeblähte Grüße ein jäheres und schmäh- sicheres Ende genommen. Und dem Schöpfer mußte sein Werk folgen. Nach- dem das Fiasko der internationalen Ar- beiterschutz-Konferenz aller Welt klar geworden war, und nachdem die deutsche Sozialdemokratie noch, gemäß dem Beschluß dcsJnternatiotialen Arbeiterkongresses zuParis, trotz aller Hindernisse von oben, trotz des verzweifelten Widerstandes der Unternehmersippe den ersten Mai auch für Deutschland zum Festtag der Arbeit er- zu Grunde liegenden Vertrages, dessen Abschrift mitfolgt, ebenso gut wie die übrigen 5tinder versorgen; allein da er keinen Schritt gethan hat, dieser Pflicht nachzukommen, weiß sich die Mutter, welche hier in dürstigen Umständen lebt, keinen anderen Ausweg, als um eine amtliche Resolution in Betreff des jährlichen Beitrages anzusuchen. Wenngleich er es als zweifelhaft betrachtet, daß die Sache durchführbar sei, hat der Gefertigte eS dennoch Frau Holmsen nicht abschlagen wollen, dem Herrn Amtmann dieses Ansuchen zuzustellen, wobei noch bemerkt ivird, daß besagter Herr Holmsen sich z. Z. in Christiania') ans- halten soll. Stadtvogtei zu Kristiansbora, den 14. Dez. 1564. D. Broch. An den Herrn Amtmann im Ooerlands-Amtc," „Wird dem Herrn Stistsamtmann in Christiania zu? Verfügung gestellt. Obertanbs-Amt, 19. Tezbr. 1864. In Abwesenheit des Amtmanns: Hj. Bye. „Wird samt den Beilagen an den Stadtvogt von Christiania zu vorbereitender Behandlung geschickt. Stift von Christiania, 80. Januar ILLS. Im Auftrag: Joh. Knap." „Wird dem Stadtdiener Engh zu der gewöhnlichen De- Handlung übergeben. Unterv. v. Chr.. 9. Febr. 1863. Für den Untervogt: Eds. Olafsen." 1 Tie ungleichmäßige Schreibung von Christiania, Kristiania. Kristiansborg ist zn cbaraktcriflisch für daS Schwanken der Bureaukrati« zwischen Aitern und Neuem, um nicht, gttrcn beibehalten zu werden, Anin. d. Ueb. hoben hatte, an dem die Arbeiter aller Länder den internationalen Proletarierbund feiern— wurde am 1. Oktober das Sozialistengesetz sang- und klanglos— nicht begraben, das wäre zu viel Ehre ge- wesen, nein verscharrt, bei Seite geschafft, wie irgend ein Ding, das Ekel einstößt.— Die Sozialdemokratie hielt am I. Oktober Rückschau und Heerschau— und am Jahrestag der Entdeckung von Amerika— 12. Oktober— traten die Erwählten der deutschen Arbeiterklasse zum Kongreß in Halle zu- sammen, der am IL. Oktober, dem Jahrestag der Völker- schlacht von Leipzig, seine Aufgabe: die Reorganisation der Partei vollendete. Die wunderbare Eintracht, die auf dem Halleschcn Kongreß waltete, zerstörte die thörichten Hoffnungen unserer Feinde auf selbstmörderischen Bruderzwist der deutschen Sozialdemokratie— dennoch wurde das alberne Lügen- märchen von„Spaltungen" von der gegnerischen Presse gedankenlos weiter verbreitet. Unsere Feinde nennen das „geistigen Kampf". Es ist zwar eine alte und gute Erfahrungsregel, daß man den Feind nicht verachten soll;' es ist aber wirklich schwer, unsere Feinde nicht zu verachten. Haben sie jemals den Versuch gemacht, unsere Ziele vorurtheilslos ins Auge zu fassen, mit unserem Programm sich bekannt zu machen? Haben sie jemals die allgemeinen Verhält- uisse und die Fragen, um welche der politische Partei- kämpf sich dreht, zu erforschen getrachtet? Haben sie jemals Ernst, Würde, Muth in dem Kampfe mit uns gc- „Wird dem Herrn Untervogt mit. dem Bemerken zu- gestellt, daß der Betreffende d. Z. sich in Kristiansborg aufhält. Christiania, L März 1865. Chr. Eugh.". „Wird dem Stiftsamt von Christiania mit ehrerbietiger Hinweisung aus Aorstcheudcs zurückgeschickt. Untervogteiamt von Christiania, den 8. März 1865. P. Ramm, provisorischer Leiter/ „Wird dem löblichen Obcrlands-Amte zurückgestellt. Stistsamt von Christiania, den 11. März 1865. Im Auftrag: Joh. Knap." „Wird an den Herrn Stadlvvgt rn Kristiansborz mit dem Ansuchen geschickt, über den Bater des Kindes die üb- lichen Älnfklärungen zu geben. Obcrlands-Amt, den 15. März 1865. Krohn." „Andreas Holmsen ist 39 Jahre alt, nicht beim Militär, arbeitsfähig, doch augenblicklich ohne festen Erwerb. Ich kann nicht umhin, beizufügen, daß mir berichtet wurde, er wünsche auszuivandern. Die Beilagen folgen. Stadtvogtei zu Kristiausborg, den 21. Mär* 1865. D. Broch.". An den Herrn Amtmann des Oberlandes-Amtes." „Wird dem Herrn Stadtvoqt in Kristiansborz mit dem Ansuchen zurückgestellt, Frau Holmsen bekannt zu geben. daß das Amt nach erfolgter Einsichtnahme in den beigelcgtei» Kontrakt nicht findet, daß es Mittel giebt, ihren geschiedenen Gatten zu irgend einem Beitrag zur Erhaltung ihres Kindes zu verpflichten. Obcrlands-Amt, den 23. März 1365. Srsßnl" Erste Mmmer des neuerstandenen„Vorwärts" nach dem Fall des Sszialistengefetzes. Solidarität herbor; im ersten Fall zugunsten Her Papicrmachcr von Capelladcs(Katalonien), im zweiten zugunsten der Bergleute in Waldenburg(Schlesien). Tie aus dem Kongreß von Barcelona gcschasscnc Organisation unterstand einem Föderal- oder Zlationalvorstand, der in Madrid saß und aus Mitgliedern der Madrider Sektion bestand. Das erste Jahr, in dem dieser Vorstand sein Amt führte, gestaltete sich für die spanische Internationale weniger günstig, als da>Z vorhergehende. Ter erste Enthusiasnrus war verflogen und viele Streiks mißglückten, da sie nicht genügend vorbereitet und unter- stützt wurden. Tic einzelnen Organisationen gingen zurück, und sa sah sich der Vorstand genötigt, den Kongreß, der 1871 hätte stattfinden sollen, zu vertagen. Ter Sturz der Kommune, der in allen Ländern den Sturzn der Reaktion entfesselte, veranlaßte auch das Kabinett Scrrano-Sagasta, die spanische Internationale zu verfolgen und mchrcrcir Vorstandsmitgliedern den Prozeß zu machen. Unter solchen Umiständen hielt der Vorstand es für besser, nach Portugal übcrzusicdaln, doch fand der Vorschlag nicht all- gemeinen Beifall. Da cS unmöglich war, daß der ganze Vorstand sich nach Portugal begeben konnte, gingen nur drei Mann nach Lissabon: Francisco Mora, Anselms Lorenz» und Thomas Gon- zalcz Morago. Von dort aus unterhielten sie einige Monate hin- durch eine Korrespondenz mit den Sektionen; als aber die Re- gierung fiel und Amnestie versprochen wurde, lehrten die beiden crstcrcn nach Spanien zurück. Morago, der sein Amt niederlegte, kam erst später zurück und agÄiertc von da an beständig für die Allianz, gegen die Internationale. Der Vorstand beschloß, daß an Stelle des verschobenen Kon- grcsscs eine Konferenz stattfinden sollte, die dann auch für den Itt. September 1871 festgesetzt wurde. Die dort vertretene Ar- bcitcrzahl betrug ungefähr nur 5000. Die Hauptbeschlüssc bestimmten, daß Delegierte zum internationalen Kongreß in London gewählt, die Organisation erweitert und Madrid wieder zum Sitz des Vorstandes bcstinimt werden sollte. Kaum waren diese Beschlüsse gefaßt, als das Kabinett iX'3 wieder zur Macht gelangten Sagasta dem Parlament einen Gesetzentwurf vorlegte, der die Internationale in Spanien außerhalb dcs Gesetzes stellte. Weder der Vorstand noch die Sektionen nahmen besondere Notiz von diesen Bemühungen; sie bekämpften im Gegen- teil die reaktionären Tendenzen der Regierung noch energischer als vorher. Als aber der Vorschlag Sagastas ltimahme fand, beschlossen der Vorstaird und die Sektionen, sich nunmehr als Gchcimgcscll- schasten zu organisieren. Die Order zu dieser Taktik erging über das ganze Land. Nach Katalonien und Andalusien wurden Tele- gierte gesandt. Tic Regierung verbot verschiedene Lokalvcrsamm- lungcn und löste einzelne Verbindungen auf, wagte es schließlich ober doch nicht, das Ausnahmegesetz rücksichtslos anzuwenden. Im Avril 1872 hielt denn auch die Internationale, wenn auch nicht öffentlich, in Saragossa ihren zweiten Kongreß ab, auf dem 25 000 Arbeiter in mehr als 800 Vereinigungen vertreten waren. Obgleich der Vorstand Bedeutendes geleistet hatte, wurde doch gegen ihn intrigiert, weil er nicht so gearbeitet hatte, wie einzelne Mitglieder der Allianz /wünschten. Auch in der Madrider Sektion sollten mehrere Vorstandsmitglieder durch Intrigen lahm gelegt werden. Die Sache wurde vor den Kongreß in Saragossa gebracht und geordnet. Als Sitz des Vorstandes wurde nun Valencia bc° stimmt. Er sollte aus dortigen Mitgliedern bestehen und ihm zur Führung der lausenden Geschäfte die beiden alten Vorstandsmit- glicder Anselms Lorenzo und Francisco Mora hinzugefügt werden. Ter letztere nahm die Wahl nicht an, und der crsterc wurde durch die Art und Weise, wie sich die anderen Vorstandsmitglieder zu ihm stellten, bald gezwungen, sein Amt niederzulegen. Da sie die Ziele der Allianz nicht genau kannten, traten die aus dem Vorstande ausgeschiedenen Mitglieder ihr bei; sobald sie aber einsahen, daß sie eigentlich nur den Zweck hatte, die Internationale zu unterminieren, machten sie den Vorschlag. daß die Allianz in Spanien aufgelöst werden solle. Von diesem Augenblick an war der Ausschluß der Mitglieder des früheren Vor- standeS aus dem Verbände beschlossene Sache. Tic Wochenschrift„Emancipacion", Eigentum der Exmitgliedcr dcs Vorstandes, die tapfer den Kamps für die Internationale auf- genommen hatte, wurde dem neuen Kongreß zum Beweis dafür vorgelegt, daß nicht Ehrgeiz die Herausgeber zu ihrem Vorgehen getrieben hätte. Dieser Vorwurf war ihnen nämlich von den Allianzistcn und deren Freunden gemacht worden. Doch wurde diese Rechtfertigung nicht akzeptiert. Die alten Mitglieder des Vorstandes ließen sich jedoch dadurch nicht abschrecken. Sie führten in den Spalten der„Emancipacion" den Kamps für die Internationale weiter. Da sie entschlossen waren, die Allianz zu sprengen, machten sie den einzelnen Sektionen direkt ihren Auflösungsvorschlag. Nur die Sektion Cadix zeigte sich damit einverstanden, die anderen äußerten sich überhaupt nicht. Dafür schloß die Madrider Sektion unter dem Einfluß von Morago vier von den Unterzeichnern dcs Auslösnngsvorschlages aus der Allianz aus. Zum Vorwand dafür nahm man einen Artikel, der in der„Emancipacion" erschienen war. Die vier Ausgeschlossenen erhoben im Verein niit vier anderen Genossen, die ehemals den ersten Vorstand gebildet hatten, unter- stützt von weiteren Organisierten, gegen die Ausschließung Ein- fpruefc. Tie Sache wurde dem neuen Vorstand vorgelegt, doch dieser erklärte sich im Widerspruch mit den Statuten der Organisation für inkompetent. Tie Zlbgewiesenen gründeten deshalb eine„Neue Föderation von Madrid" und verlangten als solche Eintritt in die spanische Internationale, auch wenn der Vorstand der Allianzistcn sie nicht ausnehmen wolle. Sic wandten sich an den Gencralvor- stand der Internationale, und dieser entschied zu ihren Gunsten. Von diesem Moment cm hörten die Streitigleiten zwischen der neu gegründeten kleinen Organisation und den Allianzisten nicht mehr auf. Gegen„die Neun", wie sie von den Allianzisten ver- ächtlich genannt wurden, wendete man nun unerbittlich alle Waffen an: Spott, Schimpf, Verleumdung, Drohung. Man warf ihnen vor, daß sie vom Generalvorstand gekauft seien, daß sie Verräter an der Organisation seien. Gegen die„Emancipacion" wurde ein Krcuzzug geführt, der der Inquisition würdig gewesen wäre. Obmann„der Neun" war Francisco Mora, der Mann, der unter den Anhängern der spanischen Internationale den größten Einfluß gehabt hat. ferner Jose Mcsa und Leompart, ein Genosse von großem Charakter und hervorragender Intelligenz. Gegen sie richteten sich hauptsächlich die Angriffe, da man sie unschädlich zu machen hoffte. Auch Lafargue, der als Flüchtling von Frankreich nach Madrid gekommen war und die Genossen mit Rat und Tat stützte, wurde verdächtigt und verleumdet. Die winzige„Neue Föderation Madrids" hielt allen Angriffen stand; sie deckte die Machenschaften der Gegner und deren Intrigen auf; sie bewies, daß der Vorstand die Statuten der Internationale nicht genügend beachtete. Sie sandte einen eigenen Delegierten an den Haagcr Kongreß, konnte aber nicht verhindern, daß auch die Allianzisten Delegierte abschickten. Morago, einer dieser drei, wurde späterhin als Falschmünzer verurteilt. Die„Neue Föderation von Madrid" wurde auf dem Kongreß durch Lafargue repräsentiert, der auch die Interessen Portugals vertrat. Nach der Rückkehr vonr Kongreß drangen die Delegierten der Allianz, die feige ihre Partcifarbe dort verleugnet hatten, auf eine Beschleunigung dcs dritten Kongresses der spanischen Int er Nationalisten. Auf diesen: Kongreß gelang es ihnen, eine Reso- lution durchzudrücken, daß die spanische Arbeiterpartei von der Internationale abgetrennt werden solle. Tie vereinigte sich mit den belgischen, holländischen, italienischen und französischen Dissidenten. Die„Neue Förderation von Madrid" trat dieser Spaltung natürlich entgegen und rief die Lokalvcrbände, die der Jnter- nationale treu bleiben wollten, zum Anschluß auf. Dem Rufe folgten ungefähr 20 Organisationen, die einen Bundesvorstand erwählten und 1878 einen Kongreß in Toledo abhielten. Diese schwachen spanischen Elemente konnten zu der letzten Versamm lung der Internationale, die damals vom Generalvorstand, der in New shork saß, einberufen wurde, keinen Delegierten schicken. Sie sandten nur eine Botschaft und einen Bericht über ihre Lage ein. Tie Mitglieder der Internationale in Madrid vermochten trotz ihres zähen Kampfes gegen die Allianz dieser nur einen kleinen Bruchteil ihrer Mitglieder abspenstig zu machen; die überwiegende Mehrheit blieb bei den Allianzisten. Nur schivach an Mitglieder zahl, verschwand die Internationale unter den Verfolgungen der republikanischen Regierung und dem Staatsstreich vom Januar 1874, dem Vorläufer der Restauration. Aber die Männer der„Neuen Fördcration von Madrid" zogen aus den Lektionen, die ihnen Lafargue in bczug auf sozialistische Taktik und Theorie gab, ihren Nutzen. Sie nahmen später den Kampf gegen die Führer der Allianz wieder auf, und diesmal war das Resultat ein anderes, denn obgleich auch heute noch die An- Hänger der marxistischen Richtung in der Minderheit sind, geht doch die Arbeiterbewegung die Wege, die damals„die Neun" und die wenigen, die sie unterstützten, ihr gewiesen haben. Ein Brief von Jules Guesde. Genosse Jules Guesde, der uns ebenfalls einen Artikel für diese Rummer versprochen hatte, durch eine Verschlimmerung seiner Krankheit aber leider daran verhindert worden ist. schickt uns folgenden Brief: „Werte Genossen! Krank und außer stände, Ihnen den ver- sprochenen Artikel zu schicken, will ich doch die 25 jährige Jubelfeier des „Vorwärts" nicht vor- übergehen lassen, ohne Ihnen von neuem unsere Betvunderung der Fort- schritte der deutschen Sozialdemokratie auf allen Gebieten und unsere Zuversicht auf ihren unausbleiblichen nahen Triumph auszn sprechen. Möge das sozialistische Frankreich mit ihr Schritt halten auf dem Wege zur Menschenbefreiung, die nur das Werk unserer zwei befreiten Proletariate sein kann und muß. Hoch die internationale soziale Revolution! __ JulcS Guesde." Nach dem Fall des Sozialisten- gesetzes. ?lm 30. September 1890 war das Sozialistengesetz gefallen, ein halbes Jahr nach dem würdelosen Sturz seines Vaters, des ersten Reichskanzlers, und seines allzu brüchig gewordenen Systems. Alle Verfolgungen hatten die geächtete und ver- femte deutsche Sozialdemokratie nicht zu schwächen vermocht. Stärker, als sie vor dem Sozialistengesetz gewesen, trat sie in ihren neuen Lebensabschnitt ein. Beim Erlaß des Gesetzes hatte sie 42 politische Blätter besessen und 437 158 Wahl- stimmen gezählt; jetzt musterte sie 60 polittsche Blätter und 1427 298 Wahlstimmen. Der Weg zu weiteren, noch größeren Erfolgen lag offen vor ihr. Festes Vertrauen auf sich selbst und die Macht seiner Lehre schwellte die Herzen des Prolc- tariats. Aus dieser Stimmung heraus ist der nachstehende der ersten Nummer des„Berliner Volksblatt" nach dem Fall des Sozialistengesetzes entnommene Artikel geboren, dessen Stil und Ausdruck deutlich die Feder Wilhelm Liebknechts verrät: Der l. Oktober. Die Ketten, mit denen das Sozialistengesetz die deutsche Sozial- demokratic fesseln sollte, sind zerbrochen,— längst zerbrochen, und die Bruchstücke werden am heutigen Tag in die Rumpelkammer gc- warfen— ein Denkmal der verbrecherischen Torheit, die da wähnte, eine weltgeschichtliche Bewegung willkürlich erdrosseln zu können. Das Sozialistengesetz ist gefallen, und seine Urheber liegen am Boden. Einen Löwen bindet man nicht mit Zwirnsfäden, und die ehernen Gesetze der wirtschaftlichen und staatlichen EntWickelung lassen sich nicht abschaffen, nicht ändern, nicht fälschen. Die Träger der Staatsgewalt und alle auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung stehenden Parteien hatten sich zu- sammengetan, um die Sozialdemokratie zu vernichten. Und die Sozialdemokratie, stark in dem Bewußtsein ihres Rechts und ihrer Macht, nahm heiteren Muts und voller Siegeszuversicht den an- scheinend so ungleichen Kampf auf. Gegen uns der Klasscnstaat und die kapitalistische Gesellschaft— für uns die Wissenschaft und die Logik der Tatsachen. Zwölf Jahre lang dauerte der Kampf, und bald stellte sich heraus, daß er in der Tat ungleich war. jedoch nicht in dein Sinne, wie die Gegner sich eingebildet hatten. Ja, er war ungleich, denn sofort trat die Ohnmacht der mechanischen Machtmittel zu Tage. Jede Maßregel unserer Feinde richtete ihre Spitze statt gegen uns, gegen die F e i n d e selbst. Jedes Geschoß, das nach uns abgeschnellt ward, prallte auf die Schützen zurück. Tie Demoralisation, die man in unsere Reihen zu tragen gedachte, wurde in die Reihen unserer Feinde getragen. Tie„erzieherischen Wirkungen" des Sozialistengesetzes, von denen der beschränkte Polizeiverstand eines Puttkamcr geträumt, äußerten sich darin, daß einerseits das ganze öffentliche Leben des Klaffcnstaatcs vergiftet und die Auslösung der alten Parteien beschleunigt, andererseits die Sozialdemokratie gereinigt und gestärkt wurde. Für die Feinde eine Schule der Korruption, ist das Sozialistengesetz für die Sozialdemokratie eine Schule der Disziplin und der Mannhaftigkeit geworden. Die Schwachen und Unehrlichen wurden ausgeschieden, die Zielbewußten und Charakterfesten erfaßten die Zügel und führten die Partei zum Sieg. Zwölf Jahre hindurch haben wir gerungen. Lang ist die Reihe der Märtyrer, aber lang ist auch die Reihe der Siege. Von Sieg eilten wir zu Sieg. Fiel einer im Kampf— flugs trat ein anderer an die Stelle und taufende waren bereit in die Bresche zu springen. Schwere Opfer hat der Kamps gekostet— welche Summe von Opfern verkörpert sich allein in der Schar der„Ausgewiesenen", die wir heute, nach langen Jahren zum erstenmal wieder in der Heimat bclvillkominncn können! Und die Zahl derer, die nicht heimkehren, entweder üveil sie von der„trockenen Guillotine" des Elends hinivcggcrafst worden sind oder sich in srcmvcin Land, meist erst nach unsäglichen Entbehrungen, eine neue Heimstätte be- reitet haben— sie ist wohl zehnmal so groß, als die Zahl der Heimkehrenden. Ja, schwere Opfer hat der Kamps �gekostet— „Menschenopfer unerhört"— und jedes Opfer vermehrt nur den Opfermut.„Märtyrerblut ist Märtyrcrsamcn". Ter Schrecken verlor seinen Schrecken und wurde der Sporn zu neuen, größere» Opfern. Und so haben wir gesiegt. Die Partei wuchs und gedieh, und der gute, harte Stahl ist durch die Hammcrschlägc nur härter gehämmert worden. Indes, wenn auch der 1. Oktober für unsere Feinde ein Tag schmachvoller Niederlage, für uns ein glänzender Siegcstag ist, so sind wir doch weit davon entfernt, uns lärmendem Jubel zu er- geben. Der Sieg war uns von vornherein sicher, und schon am Tage, wo das Sozialistengesetz zuerst vor den Reichstag kani, wußten wir, daß die Urheber des Sozialistengesetzes ihren Lohn finden würden. Lärmender Siegcsjubcl ziemt nicht dem Starken. In stolzer, ruhiger Uebcrlegcnhcit schaut die siegreiche Sozialdemokratie auf ihre Feinde herab, die— ein Bild dcs Jammers— voll Zittern und Zagen dem heutigen Tage entgegengesehen haben und mit Grauen in die Zukunft blicken. Die Schrcckbildcr, die ihnen vor- schtveden, sind das verräterische Erzeugnis dcs bösen Gctvisscns und der Unwissenheit. Und wo ist der„geistige Kampf", den sie uns angekündigt haben? Sie zetern nach der Polizei, nach dem SiaatsaiUvalt, nach der Ultima ratio der Kanonen— dem„letzten Grund" aller deren, die keine Vcrnunftgründc haben. Das sind ihre geistigen Waffen. Andere haben sie nicht. Tic Sozialdemokratie dagegen hat den höchsten Triumph zu verzeichnen, der einer unterdrückten Partei erwachsen kann— sie hat ihre Unterdrücker g e i st i g c r obc r t— sie hat ihnen die An- crkennung abgezwungen, daß ihre Forderungen berechtigt sind. Die Nottvendigkeit des nationalen und internationalen Arbcitcrschutzcs, die Notwendigkeit, der Ausbeutung dcs Arbeiters zu steuern und dem Arbeiter die Gleichberechtigung zuzugestehen, hat amtlich protla- micrt werden müssen— und das alles sind Forderungen, die einzig von der Sozialdemokratie verfochten wurden, und um derentwillen sie geächtet ward.— Wer die ganze Größe dcS Sieges ermessen will, den wir über unsere Feinde davon getragen, der versetze sich in das Jahr 1878 zurück und lese Ivas damals, als das unheilvolle, heute von den eigenen Vätern verleugnete Sozialistengesetz auf der Tagesordnung stand, von unseren Feinden» und was von unseren Per» tretern im Reichstag und in der Presse gesagt worden ist. Dort blinde Leidenschaft, engherzigste Beschränktheit, absolute Unfähigkeit, die Sachlage klar zu überschauen—-hier die kühlste Beurteilung der Menschen und Dinge, jedes Wort durch die folgen- den Ereignisse bestätigt. Wir verweisen namentlich auf die Reichs- tagsverhandlungen aus jener Zeit und auf die Ansprachen und Rechenschaftsberichte, welche unsere Reichstagsfraktion unter der Herrschaft des Sozialistengesetzes veröffentlicht hat. Eines dieser Schriftstücke legen wir heute im Auszug unseren Lesern vor: den ersten Rechenschaftsbericht der Fraktion. Und was nun? Beginnt ein neuer Abschnitt unserer Bc- wcgung? Werden wunderbare Ucberraschungen geplant? Wird die Partei plötzlich ein neues Gesicht zeige», eine andere Gestalt annehmen? Kindische Fragen! Die Feinde können beruhigt sein. Unsere Taktik wird im wesentlichen dieselbe bleiben. Sie hat uns unsere Siege gebracht, und wird uns weitere Siege bringen bis zum endgültigen Sieg. Unsere Feinde sind dieselben und das Sozialistengesetz hört nur der Form nach auf. Der Kamps gegen uns wird im wesentlichen mit den gleichen Waffen und Mitteln sortgesetzt werden wie bisher. Wir werden nach Möglichkeit alles vermeiden, was der Feind wünscht, daß wir tun sollen. Und wir werden nach Möglichkeit alles tun, ivas der Feind wünscht, daß wir nicht tun sollen. Das Lob und der Tadel dcs Feindes sind dem erfahrenen Kämpfer eine vortreffliche Richt- schnür des Handelns. Wir sind auf alles vorbereitet. Kein Schachzug des Feindes tvird uns verblüffen; für jeden Zug haben wir einen Gcgcnzug, und wir werden die Partie spielen, bis der Feind matt gesetzt ist. Daß die Sozialdemokratie die alte geblieben ist, das brauchen wir nicht zu beteuern. Wir sind was ivir waren und werden sein was wir sind. Es gibt nur eine Sozialdemokratie: die eine unteilbare Sozialdemokratie, welche die U r- fachen der sozialen Schäden beseitigen will, und alle übrigen Parteien, weil diese aus Sonderintercsse jene Ursachen erhalten wollen, naturgemäß zu Feinden hat. Der 20. Februar hat gezeigt, daß unsere Partei, dank ihrer Taktik und dank ihrem Programm, die stärtstc Partei in Deutsch- land geworden ist. Tie vergrößerte Macht legt uns größere Pflichten aus; und wir sind uns dessen bewußt. Ter 1. Oktober wird also weder die Hoffnungen noch die Bc- fürchiungen unserer Feinde verwirklichen. Fest und sicher werden wir nach wie vor unserem Ziel zuschreiten und der Welt den Bc- weis liefern, daß die deutsche Sozialdcniokratie in der Schule des Sozialistengesetzes viel gelernt und nichts vergessen hat. Was uns groß gemacht: der Opfermut, das SolidaritätSgcfühl, die Unterordnung b e s Individuums unter die Sache— das gehört zum Wesen unserer Partei und bleibt ihr im ausgedehntesten Maße erhalten. Jeder Sozialdemokrat, der den Ehrennamen verdient, lebt in der Partei, ist ein Stück der Partei, ist entschlossen, seine beste Kraft der Partei zu widmen. Und so gehen wir getrost den Aufgaben und Kämpfen entgegen, die unserer harren. Unsere Aufgaben werden wir erfüllen, und jeder Kampf wird ein Sieg sein. Die deutsche Sozialdemokratie erwartet, daß jeder Genosse seine Pflicht tut. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke, Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckcrci und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. » 3, KrilM i>rs Jmitte" ilttliiitt JoUtsM« Der„Vorwärts"-Betrleb. Expedition und Buchhandlung. Maschtnensaal(Teilanstcht). m gleichen Verhält- nis, wie der„Vor- wärts" in der Berliner Arbeiters chaftimmer brei- tere Massen unter seiner Fahne sammelte, wuchs in der Berliner Partei- genossenschast der Ge- danke, die Zeitung und die gesamten für die Agitation nötigen Druck- fachen in eigenem Bc- triebe herzustellen, um den Untcrnehmergewinn, statt in die Tasche eines einzelnen, wieder der Agitation zufließen zu lassen. Doch stieß der Gedanke auf vielfachen Widerstand, einmal weil zahlreiche Genossen die politischen Verhältnisse nicht für so gesichert hielten, um Hundert- tausende erborgter Spar- groschen zu gefährden; dann auch, weil eine politische Partei, insbc- sondere die sozialdemo- kratische, nicht dazu bc- nifen sei, industrielle liilternchmungen zu be- treiben. Im Jahre 1901 wurde der Wurf gewagt, im Oktober 1902 die Druckerei eröffnet mit einem Anlagekapital von einer halben Million Mark, teils Spargroschen opferwilliger Genossen, teils Darlehen zahl- reicher Organisationen und begüterter Genossen. Von vornherein Ivurde das Geschäft auf größc- rer Grundlage angelegt, besonderes Augenmerk ivurde auf Anschaffung modernster Maschinen gerichtet; für den Druck des„Vorwärts" wurden von König& Bauer in Würzburg zwei sogenannte doppelbrcite Dreidecker- Maschinen amerikanischen Systems gebaut; diese ermög- lichen es, pro Stunde 20— 22 000 Exemplare bis zur Stärke von 24 Seiten fix und fertig zu liefern, während bis- her die größte Leistung 11 000 Eremplare bis zum Umfang von 16 Sei- ten pro Stunde betrug. Diese Maschinen boten den doppelten Vorteil: Wertsetzerei. einmal sparten sie eine ganze Anzahl Arbeitskräfte, die früher bei einem Umfang von mehr als 16 Seiten die vorher gedruckten Bogen einsalzen mußten; sie sparten aber auch Zeit inso- fern, als sie durch die doppelte Papierbreite die Produktion verdoppelten und außerdem den Vordruck überflüssig machten, letzteren sogar bis zum Umfang von 48 Seiten, dann aber arbeiten die Maschinen natiirlich nur mit der halben Leistungs fähigkeit, d. h. 10(XX) bis 11 000 Exemplare pro Stunde. Von der Stunde seincrEröffnung an hat sich das Geschäft in allen seinen Abteilungen von Jahr zu Jahr vergrößert. Mit dem Wachstum der Partei ging Hand in Hand das Wachsülm der Presse und die Verbreitung der Literatur. Mit 6 Schnellpressen eröffnete das Geschäft seine Werk- und Akzidenzabteilung; Jahr für Jahr machte sich eine Er Weiterung nötig; immer mehr und größere Maschinen wurden ange schafft; diese selber mit mechanischen Anlege- Apparaten der- sehen Neben den politischen Organisationen betrauten auch zahlreiche Gewerkschaften die Vorwärtsdruckerei mit ihren Druckaufträgcn. Infolge Ver- Icgung der Verwaltung ver- schicdener Gewerkschaften nach Berlin erhielt das Geschäft den Druck von deren Blättern übertragen. Das Steigen der Auflage des Unterhaltungs- blattes„Neue Welt" über- lastete das Hamburger Partei- geschäft, so daß erst die Bcr- lincr Auflage, später auch die Mitteldeutschlands dem Ber- liner Geschäft zum Druck überwiesen wurde, für welchen Zweck ein neuer Typ der Jllustrationsrotations- Maschine bei der Vogtlän- dischen Maschinenfabrik in Plauen i. V. bestellt lvurdc. Die Vermehrung der Druck- austräge brachte naturgemäß eine Vergrößerung der Buch- binderet und Anschaffung von Spczialmaschinen zur raschesten Fertigstellung der für sie hauptsächlich in Frage kommenden Massenauflagen von Broschüren und ähnlichen Arbeiten. Ebenso mußten die Räume für die Expedition erweitert und das Personal vernichrt werden.— Auch in der Zeituugsabteiluug genügten bald die vorhandenen Maschinen nicht mehr. Bei Gründung des Geschäfts betrug die tägliche Auflage des„Vorwärts" 56 000 Exemplare;! Rotationsmaschtnen(Zeitung). ZcitungSsetzerei. je mehr die Auflage stieg, um so früher mußte mit dem Druck begonnen werden, so daß im Jahre 1006 eine doppelbreite Vicrrollcn-Notationsmaschinc bestellt wurde, die größte bisher in Teutschland gebaute Buchdruckmaschinc, welche stündlich 64 Seiten starke Nummern in 10— 11000 Exemplaren liefern kann, bei 32 Seiten Umfang 20—22000, bei 16 Seiten sogar 40—44 000 Exemplare u. s. f. Bald genügten zur recht- zeitigen Ablieferung an die entfernteren Vororte auch diese Maschinen nicht mehr; es wurde eine weitere 32scitige Rotationsmaschine bestellt, die für besseren Werkdruck mit einem besonderem Farbwerk ausgestattet wurde. um 1/22 Uhr morgens müssen die ersten 6000 Exemplare zur Post, um 4 Uhr muß die ganze Auflage ausgedruckt und von der Expedition an die Parteispeditioncn verladen sein. Daher ein einiger Krieg zwischen der Redaktion und den Parteispeditionen. Um das Blatt möglichst aktuell gestalten zu können, setzt die Redaktion alles daran, möglichst spät noch Manuskripte in die Druckerei liefern zu können. Die Partei- speditionen aber drängen mit aller Gewalt daraus, für ihre Abonnenten die Zeitungen möglichst früh geliefert zu be- kommen. Zwischen beiden steht als Puffer die Druckerei. Bei der Herstellung der Zeitung muß mit Minuten gerechnet werden: das ist wie das Räderwerk einer Maschme; stockt eines, so steht die ganze Maschine. Jede Minute Ver- spätung in der Manuskript- Lieferung heißt verspätete Herstellung der Matrizen und Platten, heißt Stillstand der Maschine, beziehungsweise verspäteter Anfang des Drucks. Die für den Druck gegebene Zeit ist aber bis auf die Minute ausgerechnet. Uebcr eine gewisse Schnelligkeit hin- aus können die Maschinen nicht laufen. Konnnt dann noch dazu, daß eine Papierrolle ist, so daß Stockungen und Die Kutscher, die dein schlecht geivickelt oder auf dem Transport beschädigt worden Hindernisse beim Druck eintreten, dann ist natürlich Feuer in allen Gassen. Spediteur die Zeitungen zufahren müssen, brechen bei allzu langem Warten ihr geduldiges Schweigen, der Spediteur, der durch frühzeitige Lieferung etwas verwöhnt ist, wird durch die Setzmaschinen, Setzmaschinen. Stereotypie. wartenden Zeitungsausträgerinnen ebenfalls aus seiner gewohnten Ruhe gebracht, und erst die Taufende von Genossen, die gewohnt sind, den„Vorwärts" noch vor ihrem Weggang ',ur Arbeitsstätte in die Wohnung gebracht zu erhalten.— sie alle schieben die Schuld für die Verspätung auf die Druckerei. Und mit einem gewissen Fatalismus trägt die Druckerei diese Verantwortung; für sie ist das Wort zur Wahrheit geworden: Es ist besser, Unrecht leiden, als Unrecht tun!— Insgesamt ist der Maschinenbestand zurzeit: 1 Rotationsniaschinc für v4 Seiten, 2 Notationsmaschinen für 48 Seiten, 1 Rotationsmaschine für 82 Seiten und besseren Werkdruck, 1 Rotations Maschine für 16 Seiten, 1 Jllustrations-Rotations- Maschine, 11 Schnellpressen, 4 Tiegeldruckpressen, 4 Handpressen, 24 Stereotypie-Maschinen und -Apparate, 4 Buchbinderei-Schncidemaschincn, 6 Buchbinderei- Falzmaschincn, 6 Buch binderei-Heftmaschinen, 10 sonstige Buchbinderei-Maschinen, 8 Linotype-Setz- Maschinen, 5 elektrische Aufzüge, 54 elektrische Motoren mit insgesamt 362 Pferdekräften, eine Akkumulatoren batterie, Umschaltstationen. Der Personalbestand besteht zurzeit, da auch unser Geschäft unter der allgemeinen Sckisis leidet, aus: 88 Setzern, 16 Maschinensetzern, 24 Maschinenmeistern, 55Hilfs- arbeitern, 11 Stereotypeuren, 15 Buchbindern, 29 Buchbindereiarbeiterinnen, 3 Mon- teuren, 27 sonsttgen Hilfs- personalen. In Zeiten flotteren Geschäftsganges war der Per- sonalbestand bedeutend höher, bei Eröffnung des Geschäftes betrug er 26 Zeitungssetzer, 4 Maschinensetzer, 10 Werk- und Akzidenzsetzer, 3 Flach- druck- und 2 Rotations- Maschinenmeister, 5 Stereo- typeure, 4 Buchbinder, 2 Elek- ttomonteure, 4 Flachdruck- und 15 Rotations- Hilfs- arbeiter, 10 Buchbinderei- Arbeiterinnen, 5 sonstige Hilfsarbeiter und 2 Hilfsarbciterinncn.— Gleichzeitig mit der Druckerei hatte auch die Buchhandlung Vorwärts in der Lindenstraße 69 ihre Räume bezogen, denn für beide Teile war daö räumliche Beisammensein bei den, regen Geschäfts- verkehr von Vorteil. Auch Genosse Augustin hatte in der Lindcnstraße 69 sein Erquickungsheim aufgeschlagen. Ein paar Jahre, und er wurde in aller Freundschaft„exmittiert", in seine RotativnSmaschtnen(Zeitung). Stereotypie. Räume zog die Buchhandlung, die wiederum von der Druckerei aus ihrem Bau im letzten Hof sanft hinausgedrängelt worden war. Gleichzeitig wurde auch unsere juristische Sprech- stunde nach der Lindenstraße 3 verlegt. Es war eben die Zeit gekommen, da die Druckerei auf der einen Seite, infolge ihrer Ausdehnung, immer neue Räume brauchte, und auf der anderen der Vorwärts-Betrieb wie ein Magnetberg alles an sich zog, was mit ihm in ständige Beziehungen trat. Im Januar 1906 mußten Räume für den Parteivorstand und das Archiv zur Verfügung gestellt werden; dann errichteten die Berliner Parteigenossen, die ihre Mitglicderzahl von 29000 auf 91000 erhöht hatten, ihr Sekretariat; die Provinz Brandenburg tat dasselbe. Obdach mußte wieder die Druckerei schassen. Später richtete der Partei- vorstand sein Prcssebureau ein, auch dafür mußte Platz geschaffen werden— kein Wunder, daß ein ewiger Umzug die Dasemsfteuden erhöhte. Mit Januar 1909 bezog auch die Redaktion neue Räume, von April ab thront der Parteivorstand im Vorderhaus- Olymp, womit, da jetzt alle vcr- fügbaren Räume besetzt sind, die Periode des Umherwandcrns abgeschlossen sein dürfte— wenigstens vorläufig.— Heute können wir sagen: der 1902 gewagte Wurf ist gelungen. Natürlich hat auch unser Geschäft seine Äindcrkrank« heitcn gehabt; da gab es Illusionen, welche die rauhe Wirklichkeit zerstörte; da gab es Mißverständnisse, welche die Leidenschaften erhitzten; aber Tag um Tag schliffen die Gegensätze sich ab, und die Befürchtungen, die vor Gründung des Geschäftes sich geltend gemacht hatten, sind durch die Praxis wider- legt tvordcn. In den sieben Jahren steigender Entwicke» lung des Geschäftes hat sich der finanzielle Stand desselben so günstig gestaltet, daß nicht nur alle laufenden Verpflichtungen stets erfüllt werden konnten, sondern auch die seinerzeit so hochherzig zur Verfügung gestellten Darlehen bis auf einen kleinen Rest bereits zurückgezahlt worden sind. Wir können also, da nunmehr die größten Schwierigkeiten überwunden sein dürften getrosten Mutes der Zukunft entgegensehen: stellt sie größere Aufgaben, werden sie auch erfüllt werden, Buchbinderei. Buchbinderei. G. Plechanow: Die Anklinge der sozialdemokratischen Bewegung in Rußland. Tic systcmaiische Propaganda dcr sozialdomolratischcn Idccn in dcn Reihen der russischen Revolutionäre begann erst im Sommer 1883, als sich in Genf die erste russische sozialdemokratische Gruppe der„Emanzipation der Arbeiter" bildete. Und das erste literarische Werk dieser Gruppe mar die Broschüre des Schreibers dieser Zeilen:„Sozialismus und politischer Kampf". Es versteht sich, daß diese Broschüre für die Einfuhr nach Rußland bestimmt war, und daß sie aus dem Wege dorthin alle Hindernisse übcrtvindcn mußte, durch die die russische Regierung gegen die literarischen Erzeugnisse dieser Art ankämpfte(und noch heute trotz des berüchtigten Manifestes vom 30. Oktober 1005 ankämpft). Wie groß diese Hindernisse auch waren, das Haupthindernis, da» die neue Gruppe überwinden mußte, lag auf einem anderen Gebiet. Es bestand in der hartnäckigen Voreingenommenheit der großen Mehrzahl der damaligen russischen Revolutionäre gegen alles, was dcn Namen Sozialdcniokratie trug. Diese Voreingenommenheit war Marx und Engels gut bc- könnt. Als P. Arelrod und ich gleich nach dem Pariser Jnter- nationalen Kongreß im Jahre 1889 mit Engels in London zu- sammcntrascn, bemerkte er uns, daß wir vielleicht vorsichtiger gehandelt hätten, wenn wir uns nicht Sozialdemokraten genannt hätten.„Denkt daran— fügte er hinzu—, daß auch wir uns ursprünglich nicht Sozialdemokraten, sondern Kommunisten gc- nannt haben." Wir waren aber überzeugt, daß wir die Vcr- 'cumdungcn zum Schweigen bringen würden, die gegen die Sozial- Demokratie von ihren„sozialrevolutionärcn" Gegnern verbreitet wurden. Zudem hatte der Name Sozialdemokrat in unseren Augen eine nicht geringe praktische Bedeutung: wenn sich der russische klassenbewußte Proletarier Sozialdemokrat nannte, würde er leichter begreifen, daß von seinen Gesinnungsgenossen die Rede sei, wenn er in den Zeitungen von den Erfolgen der Sozialdcmo- kratie in dem benachbarten Deutschland las. Denn Nachrichten über diese Erfolge drangen selbst in die unter dem Druck der Zensur stehende russische Presse. Wir teilten Engels unsere Erwägungen mit, und dieser fand sie begründet. Um dem deutschen Leser darzulegen, woher die Vor- eingcnommcnhcit gegen die Sozialdemokratie bei dcn russischen Revolutionären stammte, bin ich gezwungen, eine Charakteristik beider Dichtungen unserer Bewegung zu geben, die vor der Entstehung der Gruppe der„Emanzipation der Ar- bcitcr" existierte. Tie eine dieser Richtungen ist mit dem Namen P. L. Lawrows, die andere mit dem M. A. B a k u n i n s verknüpft. Was Lawrow betrifft, so hat er Marx und Engels stets große Achtung entgegengebracht und ist niemals gegen die Sozialdemokratie überhaupt und die deutsche Sozialdemokratie im besonderen aufgetreten. Er hat sie aber auch niemals gegen die anarchistischen Angriffe verteidigt.„Freund Peter"— wie ihn Engels in seinem gegen ihn gerichteten Artikel„Flüchtlingsliteratur" im„Volks- ftaat" nannte—, war ein Eklektiker bis zu den Knochen, und ver- mochte nicht, gegenüber dem Kamps der Bakunisten und Marxisten in der Internationale eine bestimmte Stellung einzunehmen. In seiner Zeitung„Wpered"(Vorwärts) sprach er sein naives Bc- dauern darüber aus, daß die Sozialdemokraten nicht Hand in Hand mit dcn Anarchisten vorgingen. Diese lächerlichen Lamentationen über dcn Kampf der Sozialdemokraten und Anarchisten waren es, die den obenerwähnten polemischen Artikel von Engels im„Volks- ftaat" hervorriefen. Lawrow stand mit beiden Füßen auf dem Boden des utopischen Sozialismus. Seine Auffassung der Ge- schichte war eine rein idealistische. In seinen sehr zahl- reichen sozialistischen Schriften ist kein einziger Versuch enthalten, die damaligen ökonomischen Beziehungen Rußlands zu analysieren. Seine Taktik gipfelte vielmehr in der Pro- paganda des„reinen Sozialis mu§". Jeder Gedanke an eine revolutionäre Agitation erschreckte ihn als eine gefährliche Abweichung von der friedlichen propagandistischen Tätigkeit. Dieser Ilmstand, in Verbindung mit seinem uu- verbesserlichcu Eklektizismus, war vollkommen ausreichend, um seinem Einfluß auf die russische revolutionäre Jugend ein schnelles Ende zu bereiten"). Und in dem Maße, wie der Einfluß Lawrows sank, stieg der Einfluß Bakunins. Wenn Lawrow es nicht für nötig fand, die russischen ökonomi- fchcn Beziehungen zu analysieren, so legte Bakunin, der sich als Anhänger des historischen Materialismus bekannte, diese Analyse seinem Programm und seiner Taktik zugrunde. Das Unglück war nur, daß seine Analyse in Wirklichkeit mit der materia- listischen Geschichtsauffassung nichts gemeinsam hatte. Er ging von den scheinbaren kommunistischen Neigungen des russischen Volkes aus, die angeblich in der großrussischen Torf- gemeinde zum Ausdruck gelangt waren. Damit diese Neigungen reiche kommunistische Früchte tragen könnten, war es nur not- wendig, den Staat zu zerstören, der der weiteren EntWickelung der Landgemeinde im Wege stand. Darum erklärte Bakunin dem Staate einen unversöhnlichen Krieg, wobei er keinen Unterschied machte zwischen dem russischen Polizeistaat und dcn„Rechts- staatcn" des Westens. Mehr noch. Er war der Ansicht, daß die Einführung der konstitutionellen Regicrungsform in Rußland für das Volk schädlich sein würde, weil sie für die Enttvickclung des Kapitalismus freie Bahn schaffen und dadurch die kom- munistischen Bestrebungen der Bauernschaft abschwächen würde. Die Revolutionäre müßten den Staat zerstören. Um das Volk für die Zerstörung des Staates vorzubereiten, müßten sie es erziehen. In den Augen Bakunins war das beste Erziehungs- mittel die ununterbrochene Agitation, kleine„Putsche" mit inbegriffen. Um aber eine Agitation zu führen, mußte man nicht von den Prinzipien des„reinen Sozialismus" ausgehen, mit deren Propaganda sich die Anhänger Lawrows beschäftigten, sondern von dcn„nächsten Bedürfnissen und Forderungen" der Volksmassen. Diese Anschauungen Bakunins wurden zur Lehre der„Volks- t ü in l e r", die in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die Geister der russischen Revolutionäre bc- herrschte. Wir sehen, daß die„Volkstümlerbewegung" (Narodnitschcstwo) hinsichtlich ihres Ideengehaltes auf beiden Beinen hinkte. Die Volkstümler hatten aber einen großen Vorzug: sie waren energische Männer der Tat. Und je beharrlicher sie es versuchten, ihr Werk zu vollbringen, je mehr Energie sie bei ihrer Agitation im Volke an den Tag legten, desto deutlicher trat der unversöhnliche Widerspruch zwischen der Logik ihrer Lehre und der objektiven Logik des russischen gesellschaftlichen Lebens hervor. Treu dcn Uebcrliefcruugcn BakuninS, wollten sie gegen, dcn „Staat" ankämpfen. Aber in Rußland mußten sie nicht mit dem Staat als solchen, nicht mit dem Begriffe des Staates kämpfen, sondern mit dem konkreten russischen Poli- z c i st a a t. Darum nahm ihre Agitation, trotz desselben Bakunins� der jede„P o l i t i k" als einen Verrat der Revolution bezeich- nete, unvermeidlich einen bestimmten politischen Charakter an Die Logik des gesellschaftlichen Lebens zwang die russischen Rc- volutionäre das zu tun, was ihnen vom Standpunkt ihrer Theorien als Verrat erschien. Das ist nicht alles. Unsere„Volkstümler" konzentrierten alle ihre Hoffnungen auf den Bauern, den sie als geborenen Kommu- nisten betrachteten. Das Proletariat der Industriezentren interessierte sie nur in dein Maße, als es d«s Band mit dem Dorfe aufrecht erhielt oder wiederherstellen konnte. Tie Elemente jedoch, die dieses Band vollständig eingebüßt hatten, erschienen ihnen als eine rein negative gesellschaftliche Erscheinung— als ein trauriges Produkt der Zersetzung der alten ökonomischen„Grundlagen" des Volkslebens. Aber der„geborene Kommunist" im Torfe blieb taub gegen alle revolutionären Aufforderungen, während das industrielle Proletariat ihnen schon damals bereitwilligst Gehör schenkte. Auf diese Weise kam es, daß die Leute, die es als ihre ausschließliche Aufgabe betrachteten, die Agitation in der Bauernschaft zu führen, mit Erstaunen bemerkten, daß sie nur in dcn Reihen des Proletariats ernste Erfolge zu verzeichnen hatten. Tie Logik der gesellschaftlichen Beziehungen widersprach auch hier schroff der Logik der Volkstümlerdoktrin. Aber auch das ist noch nicht alles. Tic Doktrin der Volks- tümler verkündete, daß die Befreiung des Volkes nur das Werk deS Volkes selbst sein konnte") Aber die revolutionäre Agitation, die auf ungeheure politische Hindernisse stieß, artete bei uns immer mehr in dcn sogenannten Terrorismus aus, d. h. in einen Zweikampf eines Häufleins zu allem bereiter Revolutionäre mit der Regierung. Die Befreiung des Volkes wurde nicht die Sache des Volkes selbst, sondern die eines kleinen Gcheimbundes. Die damaligen westeuropäischen Sozialisten, mit Marx und Engels an der Spitze, sahen im russischen Tcrrorismus dcn grellsten Ausdruck der Macht der revolutionären Bewegung in Rußland. In Wirk- lichkcit tvar der Terrorismus bei uns nur ein Zeichen ihrer Schwäche. Die russischen Revolutionäre erhoben dcn Terror erst dann zum System, als sie sich von der Unmöglichkeit überzeugten, die Bauernmas scn sofort zum Kampf gegen dcn„Staat" auf die Beine zu bringen. Tie titanische Energie der Terroristen war in Wirk- lichkcit eine Energie der Verzweiflung. Einige Jahre der agitatorischen Praxis erwiesen sich als ausreichend, um von der Theorie der Volkstümler keinen Stein übrig zu lassen. Unsere damaligen revolutionären Theoretiker— zu denen auch der Schreiber dieser Zeilen gehörte— verwickelten sich in hoffnungslosen Widersprüchen. Man konnte diese Wider- spräche nicht überwinden, wenn man nicht dem Bakunismus den Rücken kehrte. Das war aber nicht leicht. Die russischen Revolutionäre waren zu sehr mit der alten Theorie verwachsen. Es begann eine intensive Ausbesserung aller Risse und Löcher der Theorie, welcher sich L. Tichomiroff, damals einer der hervor- ragcndstcn Publizisten der Fraktion„N arodnaja Wolja" und jetzt Cheftedakteur der erzreaktionärcn Zeitung„Mos- k o w s k i j a W e d o m o st i", mit besonderem Eifer hingab. Aber nicht alle konnten sich mit der auf diese Weise„ausgebesserten" Theorie zufrieden geben. Das war besonders für diejenigen von uns schwer, welche, gezwungen wegen ihrer„illegalen" Lage Ruß- land zu verlassen, die Möglichkeit erlangt hatten, die wcstcuro- päischc Arbeiterbewegung und dcn westeuropäischen wissen- chaftlichen Sozialismus näher kennen zu lernen. Zu denen, die sich in einer solchen Lage befanden, gehörte Wcra Sassulitsch— eine der Urheberinnen unseres Terro- rismus, die ihn aber niemals als ausschließliches Kampfmittel betrachtete— ferner P. Axelrod, L. Deutsch, W. Jgnatow und ich. Jeder von uns hatte aus Rußland Erfahrungen mitgebracht, die er im Verlauf einiger Jahre der revolutionären Agitation erworben hatte, und das mehr oder weniger deutliche Bewußtsein, daß diese Erfahrungen mit der Theorie der Volkstümler im schroffen Wider- 'pruch standen. Dieses Bewußtsein war äußerst qualvoll, und jeder von uns verspürte das dringende Bedürfnis, seine revolutionären Ideen in Ordnung zu bringen. Wir waren anfänglich in ver- chicdcncn Ländern Westeuropas verstreut; es ist aber bemerkens- wert, daß, wie weit wir auch voneinander entfernt waren— so lebte z. B. Axelrod eine Zeitlang in Jassy und ich in Paris— unser geistiger Blick stets nach einer Richtung gelenkt wurde: nach der Richtung der sozialdemokratischen Theorie, d. h. des Marxismus. Wer diese Zeit nicht mit erlebt hat, kann sich nur schwer vorstellen, mit welchem Feuereifer wir uns auf die sozialdemokratische Lite- raiur stürzten, in welcher die Werke der großen deutschen Theorc- tiker natürlich die erste Stelle einnahmen. Und je mehr wir die sozialdemokratische Literatur kennen lernten, desto deutlicher er- kannten wir die schwachen Seiten unserer früheren Anschauungen, desto harmonischer gestalteten sich in unseren Augen unsere eigenen revolutionären Erfahrungen. Ich persönlich kann von mir sagen. daß die Lektüre des„Manifestes der kommunistischen Partei" eine Epoche in meinem Leben darstellt. Ich war vom„Manifest" begeistert und beschloß sofort, es ins Russische zu übersetzen. Als ich meine Absicht Lawrow mitteilte, blieb er ziemlich kühl.„Man könnte allerdings das Manifest über- etzen— sagte er— aber Sic täten besser, wenn Sie etwas Originelles schreiben würden." Ich beeilte mich nicht originell zu ein und zog es vor, zuerst das„Manifest" zu übersetzen. Marxens Theorie führte uns, wie der Faden der Ariadne, aus dem Labyrinth der Widersprüche hinaus, in welche sich unser Denken dank dem Einfluß BakuninS verwickelt hatte. Beim Lichte dieser Theorie erschien es vollkommen begreiflich, daß die revolutionäre Propaganda bei dem Proletariat auf einen unvergleichlich sympathi- cheren Empfang stieß, als bei der Bauernschaft. Die Ent Wickelung des russischen Kapitalis- mus selbst, die die Bakunisten beunruhigen mußte, weil sie die Dorfgemeinde zersetzte, gewann nun die Bedeutung einer neuen Bürgschaft für den Erfolg der revolutionären Bewegung, denn sie bedeutete das numerische Wachstum und die Entwicklung des Klasscnbcwußts eins des Proletariats. Und last not lesst: diese Theorie verwandelte in ein rcvolu- tionäres Verdienst, was von: Standpunkt des rechtgläubigen Ba- kuniSmus ein Verrat an der Revolution war; den Kampf um die politischen Rechte, das Streben zur Nieder- werfung des Absolutismus. *) Tie damaligen Revolutionäre rekrutierten sich fast aus- schließlich aus den Reihen der studierenden Jugend. *) Eine solche Gestalt nahm in dem damaligen Rußland der berühmte Satz der Internationale an, laut welchem die Befteiung der Arbeiter nur das Werk der Arbeiter selbst sein kann. Diese Theorie wies aber auch nach, welche Bedingungen für den Erfolg dieses 5tampfcs notwendig waren. Sie zeigte, daß der Absolutismus nur dann dem Untergänge geloeiht sein würde, wenn sich die gegen ihn gerichtete Bewegung in eine K l a s s c n b c w c- g u n g des Proletariats verwandeln würde, die von der Bewegung der anderen, vom Gange der ökonomischen Entwicklung auf die gc- scllschaftlichc Arena hinausgeschobenen Klassen oder Schichten mehr oder weniger energisch unterstützt werden würde. Diese Schluß- folgerungen waren es, welche ich in der obenerwähnten Broschüre „Sozialismus und politischer Kampf" darlegte, für welche ich die Worte des Koinmunistischen Manifestes als Epigramin geioähti hatte:„Jeder Klassenkampf aber ist ein politischer Kampf." Ich habe weder die Lust, noch die Möglichkeit, hier ausführlich zu erzählen, welchen heftigen Angriffen unsere sozialdemokratischen Ketzereien damals ausgesetzt waren. Ich will bloß darauf hinweisen, daß P. L. Lawrow seinen Unmut über sie äußerte, und daß L. Ticho- miroff(im Genfer Organ„Westnik Narodnio Woli", 1884) sich gegen unsere Ideen allerlei Verdächtigungen leistete, indem er sich bemühte, sie als eine Versöhnung mit der bestehenden Ordnung hinzustellen. Ich bcantlvortctc die Angriffe Lawrows und Tichomiroffs mit meinem Buche:„Nascht Rasnoglassija"(Unsere Mcinungsvcrschicdcnhcitcn), in> reichem ich die russischen ökonomischen Beziehungen an der Hand der mir damals zugänglichen statistischen Taten analysierte und nachwies, daß die Entwicklung des Kapitalismus in Rußland, die unsere Gegner so erschreckte, nicht die Sache einer mehr oder weniger problematischen Zukunft, sondern eine Erscheinung ist, die sich schon in der Gegenwart vollzicbt und notwen- digcrwcisc i in ni c r größere Dimensionen a n n i m in t. Unsere Gegner konnten auf unsere ökonomischen und statistischen Argumente nichts entgegnen; dafiir schrien sie aber um so eifriger urbi et orbi über unsere angebliche Bereitwilligkeit, in dcn Dienst des Kapitals zu treten. Ton Basilc sagt bei Beaumarchais:„Verleumde, verleumde, es bleibt immer etwas kleben." Von der Verleumdung, die baupt sächlich von Tichomiroff gegen uns verbreitet wurde, blieb noch au: lange Zeit das Vorurteil bestehen, daß wir angeblich bereit wären die Rolle der Helfershelfer des Kapitals zu übernehmen. Noch in der Mitte der neunziger Jahre fand diese Behauptung in der„legalen" Literatur ihren Ausdruck in dcn Schriften N. Michailowskis und seiner Gesinnungsgenossen. Einer von ihnen, S. N. Kriwenko, behauptete, daß für konsequente Marxisten in Rußland nichts anderes übrig bleibe, als Torfwucherer oder Gastwirte zu werden. Ich war genötigt. diesen Herren(unter dem Pseudonym Bcltow) in meiner Schrift über die nionistische Geschichtsauffassung zu antworten, die An- fang 1895 in Petersburg erschien.") Wenn die alten Vorurteile der Revolutionäre laut und bc- harrlich gegen uns sprachen, so sprach die gesamte ökonomische und politische Wirklichkeit Rußlands entschieden zu unseren Gunsten. Jeder neue Schritt in der Entwicklung dieser Wirklichkeit bewies die Richtigkeit unserer Anschauungen, und wir hielten an ihnen fest, ohne uns durch die gegen uns gerichteten Angriffe beirren zu lassen. Uebrigens, unsere Ideen fanden sehr bald eine sympathische Aufnahme in Rußland. Schon im Frühling 1886 entstand in Petersburg eine Gruppe, die sich die Aufgabe stellte, die sozialdemokratischen Ideen in den Reihen des Petersburger Proletariats zu verbreiten. Diese Gruppe gab sogar einige Nummern der in einer Gehcimdruckcrei angefertigten Zeitung„Rabotschij"(Arbeiter) heraus. Diese Gruppe bestand aus sogenannten Intelligenten. Dagegen sammelten im Jahre 1887 die Odessaer Arbeiter etwa 20 Rubel zur Unterstützung der von uns herausgegebenen Schriften. Wir waren durch diesen Beitrag auf das ticffte gerührt. Die zweite Hälfte der 80cr Jahre war jedoch eine Periode des Niederganges der revolutionären Bewegung, deren Energie dank der Anstrengungen des vorhergehenden Jahrzehntes erschöpft war. Ungeachtet vereinzelter Erfolge, mußten unsere Ideen aus diesem Grunde gewissermaßen eine Ausbrütungsperiode durchmachen, die sich bis zum Anfang der 90er Jahre erstreckte. Die Hungersnot von 1891 diente als Signal für einen neuen Aufschwung der rcvo- lutionärcn Bewegung. Und erst hier trat es zutage, welche weite Verbreitung unsere Ideen während jener Entwickelungsperiodc gc» funden hatten. Sie übten selbst auf unsere Gegner einen tiefen Einfluß aus. Ich könnte auf eine ganze Reihe der damals ent- standcncn Gruppen der„Narodowolzi" hinweisen, in deren Schriften zum Entsetzen der„alten Narodowolzi" unsere Anschauungen fast wörtlich wiedergegeben wurden. Von dcn Arbeitern gar nicht zu reden: ihre klassenbewußten Elemente stellten sich voll und ganz unter die Fahne der Sozialdemokratie."') Wir lvarcn vollkommen berechtigt, mit Hamlet auszurufen:„Tu gräbst gut, Maulwurf!" Die„Originalität" unserer Geschichte der letzten Zeit bestand darin, daß selbst die Europäisierung der Ideen unserer Bourgeoisie sich unter der Fahne des Marxismus vollzog. Die Ideologen der vorgeschrittenen Bourgeoisie, mit Herrn v. Struve an der Spitze, kämpften einige Zeit neben uns mit dcn Publizisten der Volkstümlerbewegung. Im Kampfe mit den Volkstümlern, die zu dieser Zeit eine jän: mcrliche, nicht im geringsten revolutionäre Gestalt angenommen hatten, waren die Ideen von Marx die wirksamste Waffe. Darui: bedienten sich ihrer nicht nur die Ideologen des Proletariats, sondern auch die der Bourgeoisie. Indessen bedurften die letzteren der Theorie Marxens nur zum Kampf mit den Volkstümlern. Kaum war dieser Kampf zu Ende, als sich die bürgerlichen Publizisten beeilten, die Marxlehre abzuschwören. ES begann in unserer „legalen" Literatur die„Revision" des Marxismus, die sich bei uns„gründlicher" als irgendwo gestaltete. Es versteht sich, daß unS diese„Revision" nicht im geringsten in Erstaunen oder in Betrübnis versetzte. Es genügt uns. daß das sozialdemokratische Banner gegenwärtig das Banner aller klaffen bewußten Elemente des Proletariats Rußlands geworden ist. und daß die Ereignisse der Jahre 1905—1906 die Richtigkeit unserer Ueberzeugung vollauf bestätigt haben, die ich schon im Jahre 1889 auf dem Pariser Internationalen Kongreß mit den Worte«- ausgedrückt habe, daß die revolutionäre Bewegung in Rußland entweder als Arbeiterbewegung oder sonst überhaupt nicht zum Siege gelangen werde. Jetzt werden die banalen, überwundenen Dogmen der Volkstümler die russischen Arbeiter nicht mehr irre führen. Jetzt begreifen diese Arbeiter im großen und ganze» die vor ihnen liegenden sozialpolitischen Aufgaben. Und diese Erkenntnis verdanken sie in ungeheurem Maße der Theorie und der Praxis der deutschen Arbei. terbewegung. ") Unter der„m o n i st i s ch e n" Geschichtsauffassung verstand ich den historischen Materialismus, den ich nicht mit seinem wahren Namen nennen wollte, um nicht die Zensu, zu reizen. *") Ich betrachte es als meine Pflicht, hier zu bemerken, daß damals für die Verbreitung der sozialdemokratischen Ideen bcson dcrs viel von dcn jüdischen Arbeitern getan wurde. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke, Berlin. Druck und Verlan: Vorwärts Buchdruckerei und VerlagSanstalt Pmck Singer& Co., Berlin SW. ii,. 76. 26. mm j leilny des DmUs" Kerlim Miksdllltt. 31««»- Blodt'HgooIe. Der Block liegt in Todeszuckungen. Es gibt sogar Leute, wie den Abgeordneten Hautzmann, der heute erklärte, er sei schon tot. Aber richtiger hat Wohl Genosse David die Diagnose gestellt, als er sagte: Der Block röchelt noch. Es gibt auch noch eine ganze Menge Leute, die da meinen, ihn noch zum Leben erwecken zu können. Eine ganze Anzahl Aerzte umstanden heute im Reichstage sein Krankenlager, um ihn durch gute Lehren wieder zu kräftiger Lcbensbetätigung zu erwecken. .'dat er sich doch sein schweres Leiden durch eine unverdauliche 'Steuervorlage zugezogen. Vor allem sucht deshalb der ver- antwortliche Vater dieser Steuervorlage, Fürst Bülow, den Block am Leben zu erhalten. Würde ihn doch ein solches lebensretterisches Kunststück die Fortdauer der eigenen Kanzler- schaft verbürgen. Dem heutigen schwierigen Unterfangen vorzuarbeiten hatte Bülow ja die Erörterung der auswärtigen Angelegen- heiten am Tage vorher vornehmen lassen. Die just beendete Balkankrise, die Sicherung des Friedens durch das deutsch- österreichische Bündnis, hatte ihni die erwünschte angenehme Temperatur verschafft. Alle bürgerlichen Parteien hatten ihm gehuldigt, nur die Sozialdemokratie war ihm entgegen- getreten. Er durfte hoffen, daß ein Abglanz des gestrigen Tages auch den heutigen verschönem würde. Tatsächlich richtete sich die Kritik der bürgerlichen Redner auch gar nicht gegen die Regierung. Das Zentrum verharrte in abwartendem Schweigen. Die Blockparteien gerieten sich wegen der Finanz- rcform in die Haare, und nur die Sozialdemokratie war auch heute die einzige Partei in Oppositionsstellung gegenüber der Regierung. Als entschiedenster Blockfreund betrat Herr B a s s e r- mann zuerst die Tribüne. Nur über die Finanzreform gab er eine Meinung zum besten. Das Vaterland, natürlich das Vaterland im kapitalistischen Sinne, verlangt die Bewilligung von 500 Millionen neuer Steuern, meinte der Vertreter der nationalliberalen Partei. Und daß der Block noch immer fähig sei, diese hehre vaterländische Pflicht zu erfüllen, war ihm Gewißheit. Zwar wollen er und seine Freunde an der Nachlaßsteuer fest- halten, aber er hofft doch noch die Konservativen dafür zu gewinnen. Er sprach auch von liberalen Grundsätzen. Doch ist das nicht so böse gemeint bei einem Manne, der bereit ist, mit den Konservativen in stetiger Bundesgenossenschaft die Sozialdemokratie zu bekämpfen. Er hielt es für nötig, aus- drücklich zu erklären, daß die Naumannsche Phantasterei von einem Bunde von Bebel bis Bassemrann bei den Nationalliberalen geradezu Entsetzen erregte. Bei den Sozial- demokraten hat diese Naumännische Illusion allerdings nur Heiterkeit ausgelöst. Nach Basscrmann kam die schärfere Tonart des Liberalismus in dem volksparteilichen Abgeordneten W i e m e r zum Wort. Auch er hielt es für nötig, ausdrücklich von Naumann abzu- rücken, widmete dafür aber den nationalliberalen Bundes- genossen warme Worte der Anerkennung. Wenn auch der Block in Trümmer gehe, hoffe er auf einen dauemden Zusammenschluß der freisinnigen und der nationalliberalcn Partei. Dann fand er aber scharfe Töne gegen die Konservativen, deren agra- rischen Kerntruppen er alle Schuld an dem Zerkrachen des vielgeliebten Blocks beimaß. Aber auch er gab nicht die Hoffnung auf, daß der Block sich wieder zu neuem Leben er- wecken lasse. Und das Verhalten seiner Fraktionsgenossen in» Laufe der Sitzung zeigte, daß sie nur mit blutendem Herzen aus einer Regierungsmehrheit ausscheiden würden. War doch Herr Eickhoff bei allen Beifallskundgebungen für den Kanzler wieder unentwegt der Chorführer. Bezeichnen}) für die Freisinnigen ist es ja, daß sie auch jetzt noch bei diesem Zerwürfnis mit den Agrariern ihre Hoff- nungen auf die Gunst des erzagrarischen Reichs- kanzlers setzen. Das Zentrum hatte nur, da es selbst nicht reden wollte, den Elsässer Vonderscheer vor- geschickt, der sich darauf beschränkte, recht bescheidene Wünsche wegen Gewährung befriedigender Verfassungszustände für Elsaß-Lothringen vorzubringen. Offenbar will das Zentrum sich in keiner Weise durch vorzeitige Erklärungen für irgend eine bestimmte Regelung der Finanzreform festlegen. Es hält sich bereit für einen konservativ-klerikalen Block und stärkt dadurch den Konservativen den Rücken in ihrem Kampf gegen ihre gegenwärtigen Blockgenossen. Daß die Konservativen vorläufig noch immer auf die Wiederherstellung des Blocks nicht verzichtet haben, brachten sie dadurch zum Ausdruck, daß sie als ihren Generalredner Herrn v. Richthofen vorschickten, dessen gemäßigt gouver- nementale Ansichten von denen der agrarischen Heißsporne stark abweichen. Er lehnte sich aber doch gegen die freisinnige Kritik entschieden auf, indem er die Hal- hing seiner Fraktion in den Steuerfragen energisch verteidigte. Noch hat sich die konservative Partei offenbar nicht entgültig dafür entschieden, mit den Liberalen zu brechen. Daß dafür aber nicht etwa blockbrüderliche Sentimentalitäten maßgebend sind, verriet der konservative Herr, als er sagte, seine Partei fühle sich verpflichtet, die Finanzresorm mit den Parteien zustande zu bringen, wo sie eine Mehrheit dafür finden könne... Natürlich heißt das eine Mehrheit, die den Konservativen ihre wesentlichen Wünsche befriedigt. Offenbar ist das ein Wink an die Liberalen, daß sie dem konservativen Block sich wieder löblich unterwerfen müssen, wenn sie weiter des Glückes teilhaftig bleiben wollen, dem Regierungskarren vorgespannt zu werden. Dann erst wurde auch mit der Regierung ein ernstes Wort gesprochen. Genosse David beleuchtete an der Hand wirksamen Materials, wie sich Fürst Bülow in Schlangenwindungen zwischen Agrariern und Liberalen bisher durchzuwinden versucht hat. Auf die Dauer könne ja das aber unmöglich so weiter gehen. Bald müsse der Block ausgeröchelt haben, und dann würde naturgemäß ein neuer, der klerikal-konservafive Block in Funktion treten, der deshalb dem gegenwärtigen Zustande vorzuziehen sei, weil Zentrum und Konservative dann auch offen lue Verantwortung für die Fortführung der Reichsgeschäfte übernehmen müssen. Leide doch das Reich an dem Krebsschaden. daß sein größter Bundesstaat Preußen durch sein Dreiklassen- Wahlsystem die Fortdauer einer starrkonservativen Regierung ermögliche, die wiederum einen niaßgebcndcn Einfluß auf die Reichsverwaltung ausübe. In sehr eindruckvoller Weise ver- wertete David dann Enthüllungen über eine Konferenz der Bergwerksbesitzer und Bergwerksleiter, aus denen hervorgeht.> daß neben einer agrarischen Clique auch noch eine groß- industrielle Clique im Hintergründe ihr Wesen treibt und über die Geschicke der Minister häufig das entscheidende Wort spricht. Nachdem dann noch der freikonscrvafive Fürst Hatzfeld für seine Fraktion sich für die Erbschaftssteuer erklärt und somit in der Stcuerfrage gegen die Liberalen einen cnt- gegenkommeudcren Standpunkt eingenommen hatte als die Konservativen, wandte sich der süddeutsche Abgeordnete Haußmann so entschieden gegen die Blockgemeinschaft, daß er den zischenden Umvillcn der Nationalliberalen wachrief. Nunmehr erst trat der Reichskanzler hervor. Nur der Sozialdemokratie gegenüber befand er sich in der Defensiv- stellung und zog sich, wie man das bei ihm gewohnt ist, auch da wieder aus der Affäre, indem er einen möglichst hoch- fahrenden Ton anschlug. Mit großer Entrüstung pochte er auf seine bewährte Königstreue, bestritt abermals, daß es in Deutschland eine Kamarilla gäbe, und sang den bestehenden monarchischen Einrichtungen und dem Träger der Kaiserkrone ein derartiges Loblied, daß man den Eindruck gewann, er fühle das dringende Bedürfnis, mit allen verfügbaren Mitteln seine erschütterte Stellung zu befestigen. Dabei passierte ihm das Mißgeschick, daß er sich an einer Stelle den lebhasten Beifall der Sozialdemokraten zuzog. Das geschah, als er in der Polemik gegen die Befürwortung der welfischen Thronfolge in Braun- schweig durch den Abg. Götz von Olenhusen betonte, das Interesse der Nation gehe den dynastischen Interessen voran. Das sind sehr verdächtige Grundsätze in einem Staat, dessen Monarch sich auf den Standpunkt gestellt hat: Des Königs Wille sei das höchste Gesetz! Aber Bülow ist ja kein Konsequenzenmacher. Und so wird er als Diplomat an anderer Stelle auch anders zu reden verstehen. Den bürgerlichen Parteien gegenüber nahm er den Ton des Gönners und Richters an. Er kanzelte sie alle- samt herunter, daß sie daran schuld seien, wenn bisher noch keine Finanzrcform zustande gekommen wäre. Soweit ist es nun glücklich gekommen infolge der Zaghaffigkeit und Planlosigkeit der bürgerlichen Parteien, daß der nämliche Minister, der vor einem Vierteljahr noch als Sündenbock für das persönliche Regiment die schärfsten Anklagen aus dem Hanse über sich ergehen lassen mußte, heute den damaligen Anklägern gegenüber sich in die Richterpose werfen kann. Eine Bemerkung des Abgeordneten Wiemer über„Agrar- demagogen" hatte den Herrn v. Oldenburg-Januschau auf die Tribüne gebracht. Er legte sich aber in der Polemik gegen die freisinnigen Blockbrüder vorläufig noch sichtlich Zurück- Haltung auf. Dafür hielt er sich schadlos, indem er gegen die Sozialdemokratie vom Leder zog. Unter Anführung eines Wortes von Bebel, daß es in Preußen beim Kampf für die sozialdemokratischen Grundsätze einmal um Kopf und Kragen gehen könne, schrie er stolz zur Linken hinüber, wenn es so weit komme, dann»verde er auch dabei sein. Genosse E in m e l brachte wie sein Landsmann Vonder- scheer die elsaß-lothringische Verfassuugsfrage zur Sprache. Er forderte aber dabei mit erfreulicher Entschiedenheit, daß Elsaß- Lothringen gleich Hamburg oder Lübeck die Stellung eines republikanischen Bundesstaats erhalten müsse. Dann tvies er noch scharf die Angriffe des Reichskanzlers auf die Sozialdemokratie zurück und erörterte eingehend die Finanzreform, indem er hervorhob, ein grundsätzlicher Gegen- satz der Sozialdemokratie zu den bürgerlichen Parteien präge sich auch darin aus, daß wir alle indirekten Steuern ver- »verfcn. Dann kam es zur Abstimmung über die sozialdemo- kratische Resolution betreffs die Herbeiführung eines internationalen Uebereinkommens zur Einschränkung der Rüstungen. Wie nach dem Verlauf der Debatte zu crivarten war. stimmte nur die Sozialdemokratie dafür, von den bürgerlichen Parteien trat bloß der Abgeordnete Naumann auf ihre Seite. Und dabei sind die Freisinnigen, die diesen zeitgemäßen Antrag ablehnen halse»», Mitglieder von Friedensgesellschaften und wissen sich nicht genug zu tun in schönen Reden für den Frieden. Was sie indes für den Frieden tun wollen, hat diese Abstinimung gezeigt. So hat der heutige Tag Klarheit in der Blockfrage noch immer nicht geschaffen. Der Steuerschacher wird weiter gehen über die Osterferien hinaus. Es wird mittlerweile alles auf- geboten werden,»im den Block wieder zum Leben zu galvanisteren. Hinge es bloß von dem Wunsche der Liberalen ab, als Re- gierungspartei kol»servative Politik machen zu dürfen, so würden wir diese politische Spottgeburt noch so lange dahin vegetieren sehen, bis endlich allgemeine Neuwahlen die heufigen Blockparteien in die Minorität zurückgedrängt haben. enthüllte verschwöre»'. „Mir scheint eS auch— wenn ich vertraulich hier reden darf—, daß cS sich bei dieser Borlage schließlich und endlich uiu die Stellung des Ministers handelt. Man hat ihm von oben her die Pistole auf die Brust gesetzt. Ich bin nun der Ansicht, man muß dem Minister daS Rückgrat stärken und ihm, wenn nicht anders zu einem eleganten Abgang verhelfen. Wir wissen nicht, wie der nächste Minister einmal sein wird, aber wen» wir den Herren immer wieder daS Rückgrat stärken, indem wir treu auf unserem Standpunkt beharren, und eS geht vielleicht der zweite, dritte, vierte und fünfte, dann wird sich das Blättchen schließlich doch zn unseren Gunsten wenden. Ich glaube, wir sind jetzt schon im Ucbergang begriffen." So sprach auf einer Geheimkonferenz der Bergbau- Unternehmer, die am 6. Januar dieses Jahres zu Berlin im Palast-Hotel tagte, der Bergrat Willinger. Der Minister, von dem er sprach, ist der preußische Handelsminister Delbrück. Die Geheinikonferenz tagte aus Anlaß der Vorarbeiten für die neue Berggesetznovelle. Zum 7. Januar hatte der Handels- minister Vertreter der Bcrgbauunternehmer zur Besprechung ins Ministerium geladen, mit ihnen zwei Vertreter der Bergarbeiter. Die Meimuig der Interessenten über die Pläne der Regierung sollte erforscht werden. Und auf der Geheimkonferenz, die TagS vorher stattfand, berieten die Unternehmer, welche Stell»mg ihre Vertreter in der Besprechung emnehmen sollten. Sie berieten geheim— aber ein günstiger Zufall hat der „Vergarbeiter-Zeitling' ein stenographisches Protokoll der Verhandlungen verschafft. Ein Aktenstück von höchster Wichtigkeit. ein Dokumeitt, das uns die Herren Bergbauunternehmer ohne jede beschönigende Verhüllung in der vollen»mgehenerlichen Größe ihres brutalen Hcrrenstandpunktes, ihrer ungezügelten Herrsch- begier, ihrer unverivüstlichen Profitsucht zeigt. Das wie ein Blitzlicht ein Stück der inneren Struktur des Klaffen- staates und im speziellen deS Staates der preußischen Schlot- und Krautjunker erhellt— ein klassisches Zeugnis der durch nichts beengten Rücksichtslosigkeit, mit der die Groß« kapitalisten ihre Klasseninteressen zu verfolgen wissen. In der herrischen Sprache, die dieses Protokoll wiedergibt, lebt das Machtbewnßtsein einer Klasse, die entschlossen ist, die Arbeiterschaft in Leibeigenschaft zn halten und koste eS selbst Hekatomben von Menschenleben; die entschlossen ist, sich die Re- gicrung Untertan zu machen,»md koste es Ministerwechsel über Ministerwechsel. Und die da weiß, daß sie die Macht hat. ihren Drohungen die Tat folgen zu lassen. Dem Plan des Handelsministers, den Bergarbeitern eine Mit« Wirkung an der Kontrolle der Bergwerke zuzugestehen— eine Frucht des furchtbaren Grubenunglücks von Radbod— galt der Zorn der Bergherren. Zwar war das, was der Minister geben wollte, nur eine jämmerliche Karikatur deS Gedankens, den Bergarbeiterschutz durch Bestellung von Arbeiter- kontrolleuren zu verbessern(und was schließlich in den Gesetz- entwurf eingesetzt worden ist, ist die Karikatur einer Kari- katur), aber den Bergbauuntcrnehmern ist schon der Ge- danke, daß die Arbeiter auch zu etwas anderem als zur Ausbeutung da sind, daß sie auch— und seien eS noch so winzige— Rechte im Bergbaubetriebe haben sollen, uneoträgltch. Die Heißsporne unter ihnen forderten deshalb auf der Konserenz direkt den Sturz Delbrücks. Der Geheimrat Uthemann (Direktor der Giesche-Gesellschaft in Oberschlesien, die sich kürz- lich durch die Maßregelung von elf Steigern einen Namen machte) gab dazu ein förmliches Rezept. Der Handels- minister hatte vom Vorstand des Knappschaftsvereins zwei Arbeitervertreter als Sprecher der Arbeiterschaft für die Konferenz im Ministerium auswählen lassen und zwar ein Mitglied des Bergarbciterverbandes»md ein Mitglied des christlichen Gewerk- Vereins. Herr Uthemann empfahl den versammelten Unternehmern unter Berufung auf diesen Umstand die Teilnahme an der Konferenz im Ministerium zu verweigern. Er sagte: „Ich meine, jetzt hätten wir auch eine taktische Handhabe gegen den HandelSminisler, wie wir sie besser gar nicht haben können. Denken Sie einmal nach: Wenn heute hier die Vertreter der ge- samten preußischen Bergwerlsdistrikte erklären,»vir gehen nicht zu den Verhandlungen im Handelsministerium. Weil uns heute abend bekannt gelvorden ist, daß der preußische Handelsminister offiziell einen Sozialdemokraten zu diesen Verhandlungen eingeladen hat, lehnen wir es ab, zn einer solchen Besprechung zu gehen, dann schmeißen»vir die ganze Geschichte". Dieser radikale Standpunkt fand freilich nicht die Zustimmung der Versammlung. Der Vorsitzende, Bergrat Kleine, erklärte, daß Delbrück noch lange nicht der schlechteste sei. „Ist cS wirklich richtig, gegen Delbrück persönlich so vorzu- gehen? Soweit mir bekannt, ist er ein scharfer Gegner des Staatssekretärs des Innern v. Bethmann» H o l l>v e g. Außerdem muß ich sagen, meine persönliche Ver- Handlung mit ihm hat mir auch den Eindruck verschafft... Nach meiner Ansicht liegt eigentlich die Sache viel mehr bei unserer Bergbauabteilung". Geheimrat Uthemann:„Nein, das ist noch eine Hmter- lassenschast vom verstorbencnHintzpeter, die so langsam von oben heruntergekommen ist I"— Heiterkeit.) Herr Kleine:„Ich meine nur, wir sollten eS doch vermeiden, gegen den Handelsminister selbst vorzugehen, denn nach meiner Meinung ist er noch der beste, den lvir seit Bismarck gehabt haben."(Zuruf: Und Möller I) Herr Delbrück hat das Lob des Herrn Kleine redlich verdient. Unrecht geschah aber Herrn Bethmann-Hollweg, in dem die Bcrgunternehmcr anscheinend einen zweiten Posadowsky sehen. DaS hat der gewiß nicht verdient. Der Angriff auf ihn zeigt nur. daß die Unternehmer auf dem Stuhle des„Ministers für Sozialpolitik" keinen dulden wollen, der sich ihnen»»icht mit Haut und Haaren verschreibt. Herr Utheniam» ist auf der Geheimkonferenz in der Minorität geblieben. Die Versammlung stellte sich schließlich auf den Stand- Punkt, den der Bergrat Williger in den Sätzen niederlegte, die wir an die Spitze unseres Artikels gestellt haben. Zunächst soll dem Herrn Mmister Delbrück der„Rücken gesteift werden", und wenn daS nicht in dem erwünschten Maße gelingt, dann soll ihm zum„eleganten Abgang" verholfen werden. Und seinen Nachfolgern soll es ebenso gehen, bis der König von Preußen einen Mann nach dem Herzen der Zechenhcrren zum HandelSministcr bestellt l So beschlossen die Kohlenjunker, die im Bunde mit den Krautjunker»» die Herren Preußens sind I Wie aber dem Handelsminister„das Rückgrat gesteift" werden sollte, das ergibt sich mit aller wünschenswerten Deutlichkeit aus dem Protokoll. Wir erhalten dabei zugleich eine Probe davon, wie eS in der preußischen Bureaukratie a»»ssieht und was der preußische Arbeiterschutz ist. Generaldirektor H i l g e r. der ehemalige Pascha von der Saar, erzählte von den Sicherheitsmännern im Saarrevier, die ja für die Sicherheitsmänner der Berggesetznovelle Modell ge- standen haben. Herr Hilger sagte da u. a.: „Wenn man nun nach den Erfahrungen fragt, kann man sagen, daß die Arbeiterkontrollenre genau das gehalten haben, was wir uns von ihnen versprachen. Es sollte die ganze Sache meinem Willen nach weiße Salbe sein und eS ist auch weiße Salbe geblieben." Dann führte der Herr aus, daß die Bergwcrksdirekwren in» Saarrevier mit diesen SicherheitSmännem, die er(Hilger) ein- gesührt habe,„um Schlimmeres zu verhüten", auskommen konnten, da sie es in der Hand hatten, jeden unbequemen Mann sofort unschädlich zu machen durch Verlegung oder Entlassung— in Saarbrücken habe die Vcrwalhmg den Mann„so in der Hand, daß, wenn sie ihn kündigt, er nirgendwo Arbeit findet."(Im Ruhr- revier wird dasselbe bekanntlich durch die schwarzen Listen erreicht.) Herr Hilger empfahl denn auch seinen Kollegen, sich gegen alle Maß- regeln zu wenden, die den Sicherheitsmann etwa gegen Entlassung schützen sollten. Und dann, nachdem der Herr selbst eingehend aus- geführt hatte, weshalb der saarabische Sicherheitsmann nicht wagen dürfte, irgend etwas zu bekunden, tvas der Zechenleitung nicht paßte, hatte er die Stirn zu sagen: Wenn man aber glauben trollte, daß die Sicherheitsmänner in Saarbrücken irgendivie dazu beigetragen hätten, Unfälle zu ver- hüten, so ist daS selbstverständlich ein Aberglaube. Es hat sich herausgestellt, daß bei allen Besahrungen, die sie vorgenommen haben, stets mit verschwindenden Ausnahmen ins Fahrbuch ein« geschrieben worden ist: „Alles in Ordnung befunden." Als ob den annen Teufeln etwas anderes übrig geblieben wäret Herr Hilger hat dann das dreiste Hohnwort von der„weißen Salbe",—(ein Mittel, das nichts hilft und lediglich den Patienten in den Glauben versetzen soll, als geschehe etwas für Hjn), noch einmal wiederholt. Und daß die Vorlage der Regierung von ähnlichen Gedanken diktiert worden ist, das wurde noch mehr- malS auf der Geheimkonferenz behauptet: So sagte der Oberbcrgrat Dr. W a ch l e r: .Meine Herren, diese Einführung der Kontrolleure wird ja eigentlich nicht als notwendig von der Negierung hingestellt, sonder» es heißt immer nur: Gott, es schadet ja gar nichts, es soll ja gewissermaßen für Euch Vergwerksbesitzer nur ein Nutzen sein, und die Einführung solcher Kontrolle ist ja gewissermaßen eine Kulisse respektive eine Entlastung für Eure Verantwortung." Und Herr Hilger sagte: .Ferner wird man sich wohl morgen auf den Zweckmäßigkeits- standpunkt stellen und wird sagen, es ist in vielen Fällen außer- ordentlich bequem gewesen, daß wir die Sicherheitsmänner hatten, um uns bei großen Unglücksfällen— ich denke an Reden— auf sie berufen können. Man wird Ihnen auch gerade Reden vor- halten und sagen, wir wären vielleicht in des Teufels Küche ge- koinmen, wenn wir uns nicht auf die Sicherheitsmänner hätten berufen können. Das ist gewiß richtig, aber das sollte uns doch nicht bestimmen, nachzugeben." Kurz, die Regierung wird beschuldigt, daß sie die machtlosen Sicherhcitsmänner, die in Wirklichkeit so gut wie nichts für die Sicherheit der Bergarbeiter tun können, lediglich deshalb bestellt, um im Falle eines Massenunglücks Sündenböcke zu haben I Wie die Deputierten der Bergbauunternehmer hernach in der Sonderkonferenz mit dem Minister umgesprungen sind— sie erzwangen sich eine Sonderkonferenz, weil sie in Gegen- wart der Arbeitervertreter„nicht offen reden" könnten(!)— davon können einige Stellen aus den Ratschlägen einen Begriff geben, die ihnen auf der Geheimkonferenz erteilt wurden. Da sagte der Geheimrat Uthcmann: „Die Arbeiterkontrolleure werden lediglich auS politischen Gründen eingeführt, auf Grund des Drängens der Sozialdemo- kraten und der sozialistische» WohlfahrtSfritzen. Diese Einrichtung von Arbeiterkontrolleure» ist der erste gefährlichste Schritt in den sozialen Staat hinein. Wenn wir überhaupt noch wert sein wollen, unsere Gruben zu vertreten, dann müssen wir uns dagegen wehren, dann müssen wir hier ein schroffes Rein sagen. Sagen Sie morgen ganz offen: Wir sind Herren im Hause— brauchen Sie das Wort I— und wollen im Interesse der Erhaltung unserer Gruben und des preußischen Staates Herren bleiben..." Und der Landtagsabgeordnete V o l tz, Geschäftsführer deS Ober- fchlesischen Berg- und Hüttenvereins, rief: „Bei diesem prinzipiellen Widerspruch hinwiederum möchte ich bitten, morgen in er st er Linie absolut nicht das Bergbauliche, Technische und dergleichen in den Bordergrund zu stellen— zumal man hieran immer nicht so ganz glauben, sondern dabei annehmen wird, daß wir„pro domo" sprächen—, sondern als das wichtigste hierbei— und das hat ja Herr Bergrat Kleine ganz auS- gezeichnet dargelegt— den politischen Standpunkt anzusehen.... Also ich wiederhole: Ich bin der Ansicht, daß man in erster Linie den eminent politischen Gesichtspunkt hervor- heben sollte, daß man unmöglich die Sozialdemo- kratie so sehr fördern und stärken darf, wie das unbedingt bei der Durchführung der zur Debatte stehenden Bor- schlüge der Fall sein wurde..." Aber die Herren beschlossen nicht nur die Minister zu bearbeiten, sondern auch während der Beratung im Landtage werden die Interessen der Herren Unternehmer durch ein Herrn von Löwenstein, der die den Zechenherren ergebenen Abgeordneten zu informieren hat, vertreten.„Und dann ist ja auch Herr Boltz da I" Und wenn Minister und Abgeordnetenhaus trotz alledem noch zu viel Berg- arbeiterschutz machen sollten, dann soll das Herrenhaus auf- gefordert werden, den Zechenherrcn zu helfen! Das ist zunächst das wesentlichste, waS in dem intereflanten Protokoll enthalten ist. Der reiche Inhalt läßt sich in einem Zuge nicht ausschöpfen. Noch manches ist nachzutragen, was Helles Licht auf die innige Versippung der Unternehmerschaft mit der staatlichen Bureaukratie wirft. Die heutigen Proben aber genügen, um die Verschwörung der Bergbau- Unternehmer gegen den Bergarbeiterschutz und gegen alle Regierungsvertreter, die sich auch nur ein Gran Selbständigkeit vor den Forderungen der Unternehmerschaft be- wahren, zu enthüllen. Und die Arbeiterschaft daran zu mahnen, sich zu rüsten zu entschlossenster Wehr gegen die Versklavungsgelüste der Herren!_ Lilie ernste Debatte. Im englischen Unterhause verteidigte der Minister des Aeußern gestern in einer langen Rede die liberale Regierung gegeft das Tadelsvokum der Konservativen. Die Rede ist am selben Tage wie die B ü l o w s gehalten und beide beschäs- tigen sich mit demselben Thema. G r e y s Rede zeigt einen düsteren Ernst, die Bülows seinen gewöhnlichen Optimismus. Grey sagt mit größter Schärfe eine Periode erbittersten Wettrüstens voraus, das die Zivilisation unter- graben werde, wenn nicht doch noch ein Ucbereinkommen zustande kommt, zu dem küe englische Negierung auf Grund- läge der bestehenden Machtverhältnisse bereit ist. Greys Rede ist die erste, in der ein englischer Minister von der Möglichkeit eines Krieges mit Deutschland sprach. Unsere bürgerlichen Parteien und ihre Presse scheinen nicht übel Lust zu haben, über den diplomatischen Eintagserfolg der Herren Aehrenthal und Bülolv über Jswolski, in dem"so viel Verschärfung künftiger Konflikte sich verbirgt, Triumphgesänge anzustimmen. In diesem Jubel werden die Worte Greys sehr störend empfunden werden. Zeigen sie doch an, daß die Ablehnung des Uebereinkommens uns zu England in einen Gegensatz gebracht hat, der in immer verstärkter Wechselwirkung das Verhältnis beider Länder schließlich zu einem unerträglichen machen muß. Schrittmacher des Krieges nannten wir vor einigen Tagen die Gegner des Flottenübereinkommens in beiden Ländern. Wir fürchten, daß der„patrio- tische" Enthusiasmus, den Fürst Bülow in seiner Reichstagsmajorität wieder einmal zu entfachen gewußt hat, zum mindesten einen Schritt auf der verhängnisvollen Bahn bedeutet. Es ist aber eine unerlaubte Irreführung der deutschen öffentlichen Meinung, wenn in einem offiziösen Artikel der„Köln. Zeitung" von einem Erfolg der deutschen Regierungspolitik in der Rüstungsfrage zu reden ge- wagt wird, weil Grey in seiner Rede die Formen diplomatischer Höflichkeit natürlich streng innegehalten hat. Und wir empfinden es als Frivolität, wenn ein offiziöses Blatt auf eine Rede, deren Inhalt für die friedliche EntWickelung Europas verhängnisvoll werden kann, höhnend mit den schalen Spaßen antwortet, die Eng- länder können sich ja ihr Landheer so ausgestalten, wie sie wollen, wenn sie schon die Invasion fürchten, wir wollen es ihnen ebenso wenig verwehren, wie sie uns den Ausbau der Flotte verwehren dürfen. Das ist wirklich nicht die Sprache, die ein pflichtbewußter Staatsmann seine Preßorgane führen läßt, sondern das erregte Gerede eines Charlatans, dem ein lang entbehrter Erfolg das Urteil trübt. Die wichtigsten Stellen der Rede Greys sind folgende: Die Situation ist e r n st. Eine neue Lage ist geschaffen. Nach Ausführung seine» Flottenprogramms wird Deutschland 33 Dreaö. noughts baben, und diese Flotte wird die mächtigste sein, die die Welt je gesehen hat. Das nötigt uns. unsere ganze Flotte von neuem aufzubauen, ausgenommen, soweit wir bereits DreadnoughtS haben. Grey gibt dann eine Darstellung der diplomatischen Be- Ziehungen: Die diplomatische Spannung vor und nach der Kon- ferenz von A l g e c i r a s ist durch das deutsch-französische Ab- kommen beseitigt worden. Für die künftigen Beziehungen gäbe es einen weiten Raum, in welchem die beiden Nationen in Frieden und. Freundschaft wandeln können. Dieses Ver- hältniS könnte durch zwei Umstände vereitelt werden. Der eine wäre ein Versuch Englands, Deutschland zu isolieren, der andere wäre der Versuch irgendeiner kontinentalen Großmacht, zu herrschen und die Politik des Kontinents zu diktieren. Dann bespricht Grey die Verhandlungen über die Flotte: Die Ansicht der Deutschen über ihr Flolteiiprogramm ist, daß es zu dem unseligen keine Beziehung habe und daß, wenn wir fünfzig oder hundert DreadnoughtS bauen, sie weiterbauen würden, und daß, falls wir den ganzen Bau einstellen würden, sie darum nicht einen weniger bauen würden. Unser Standpunkt ist, daß unsere Aufwendungen abhängig sein müssen von den deutschen FlottentinSgabcn. Es ist wesentlich für uns, daß wir unsere Flotte in ihrer überlegenen Position erhalten. Anderer- scits aber würde eine Abnahme der FlottenauLgabcn sofort ein Gefühl erhöhter FricdenSsicherheit hervorrufen.(Beifall.) Wenn ich ein Ding nennen sollte, das die Welt bezüglich der Friedens- aussichten am meisten beruhigen könnte, so glaube ich, es wäre das, wenn Deutschlands Flottenausgabcn vermindert würden und wenn unsere Ausgaben dem Beispiel folgen und auch vermindert würden. (Beifall.) Würde eine Verminderung der Flottenausgaben ein- treten, so würde die öffentliche Meinung überall dies als eine Garantie der guten Absicht der beiden Nationen, sich gegenseitig Vertrauen entgegenzubringen, ansehen, und die Wirkung würde unberechenbar sein.(Beifall.) Grey zählt dann— hier in offenbarem Gegensatz zu Bülow— Abermals aus dem Berliner Polizeifumpl. Von dem argolischen Sumpfe im alten Griechenland geht die Sage, daß darin eine Schlange hauste, der jedesmal zwei Köpfe nachwuchsen, so oft ihr einer abgehauen wurde. Die Berliner politische Polizei gleicht an Gemeingcfährlichkeit und Lebenskraft dieser lernäischen Schlange. So oft man einen ihrer Beamten entlarvt, die sie in die sozialdemokratischen Wahlvcreine entsendet, immer wächst an Stelle des einen russisch oder österreichisch deko- rierten„Gentleman" ein Doppelpärchen dieser— Ordensvögel nach. Und Herr Minister Moltke mag noch so pathetisch für die „Reinheit" seiner Beamten eintreten, der Spitzel entwickelt sich zum— Lockspitzel. Der Ka s s u b e kommt als Horcher, dann demonstriert und schreit er und wird von seinen eigenen Polizei- kollegen blutig gehauen, weil sie in ihm nicht Ihresgleichen, sondern einen Sozialdemokraten vermuten. Und der Kriminalbeamte Schlaf übertreibt sogar den Eifer des guten Genoffen soweit, daß er die Demonstranten auffordert, den Postwagen umzustiirzen und ins Waffer zu werfen. Und kommt die Sache bor den Richter, so verbietet der Polizeipräsident seinen Beamten, vor Gericht zu erscheinen, um ihre— Unschuld zu beweisen. Vor 8 Tagen sollte in Moabit in dem LandfriedenSbruchprozcß W Sozialdemokratie gerichtet und verurteilt werden. Die Berliner Polizei sandte ihre besten Kräfte als Schwurzeugen! Umsonst— die aktenmäßigen und zcugcneidlichen Spitzelnachweise der Ver- teidigung und die Photographien der ertappten Spitzel in den Händen des Gerichtshofes und der Geschworenen vereitelten das unzulängliche Bemühen der Staatsanwaltschaft. Heute können wir unseren Lesern ein neues Exemplar dieser - Ordensritter borstellen, den Kriminalschntzmann Rudolf Rchberg, Gaudystr. 11, v. II* Unter dem Namen eines HauAdieners Otto Wunicke hatte er sich, im 153. Bezirk des 2. Wahlkreises zur Aufnahme ge- meldet; angeblich wohnte er in Rixdorf, Weserstr. 206, bei seinem Schwager Knuth. Natürlich gab sich Nehberg-Wunicke geradeso wie Kaffube, Waduck und Konsorten als sehr eifrigen Genossen. Wurden Sammellisten ausgegeben, er war einer der ersten, der solche nahm, und gewiffenliast lieferte er die rasch gesammelten Gelder ab. Mußte ein Flugblatt verbreitet werden, der ehrliche Kriminal- jchutzmann und falsche Hausdiener lief treppauf und-ab, um die bzialdemokratische Literatur zu verbreiten. Für schriftliche Parte!» arbeiten stellte der fcdergcwandte Polizist sich gerne zur Ver- fügung; es kam ihm auch auf ein paar Glas Bier nicht an. den Eifer der Genossen zu verdoppeln. Er wußte ja auS eigener Er- fahrung. wo den Arbeitern der Schuh drücke. Durch des Lebens Bitternis— konnte er so rührend erzählen— war auch er zur Sozialdemokratie gekommen. Als königstreuer Mann war er bei den Rathenower Husaren eingetreten; dort erlebte er einen Unfall; vergebens suchte er Unterstützung zu erhalten, überall wurde er abgewiesen, bis ihm Genosse Gradnauer zur Seite stand und ihm eine monatliche Unterstützung durchsetzte; da wurde er Sozial- demokrat. Bei den Wahlrechtsdemonstrationen war der Kriminalschutzmann Rudolf Rchber� Gaudystr. ll. v. III einer der Eifrigsten; er rühmte sich sogar, im Tiergarten von der Polizei mißhandelt worden zu sein, so daß er mit seiner kleinen Nichte in ein Gebüsch flüchten mußte. Dieser Eifer erregte aber Verdacht. An einem Zahlabend wurde in seiner Gegenwart davon geredet, daß man gegen die Polizei Revolver und Gummi- schlauche mitnehmen müsse; der Kriminalschutzmann fand das nicht unklug oder gefährlich, aber siehe da: die bürgerliche Presse wußte davon zu berichten, und der P s e u d o» H au s d f en e r Otto Wuntcka saß in der Falle. Inzwischen war er verzogen: nach der- Zossen er Straße 42, O u e r g eb. I, bei Wittve M i l I i ck. Diese Frau Millick war früher Reinemachefrau im Polizeipräsidium gewesen und als solche daher ein Stück Vertrauensperson für d?e Gcntlemcn vom Alezanderplatz. Sie besorgte die pol:zeil!che An- Meldung des Kriminalbeamte» alS Hausdiener Otto Wnnicks, ebenso die für einen zweiten Kriminalschutzman». angeblich namens Krause, der in einem Vororte tätig sein soll, obgleich keiner der beide» bei ihr wohnte. Aber nach ihrer weiteren Angabe erhielt sie monatlich für diese Falschmeldung 10 M. Die interessante Tatsache, daß ein Polizeibeamter einer Frau regel. mäßig Geld zahlt zu dem ausgesprochenen Zwecke, das Gesetz zu übertreten, nimmt im Reiche nicht wun- der, wo der Kanzler und der Kriegsminister offen im Parlament Gesctzcsverletzungen rcchifertigcn und Beamte, wie Kriminal. kommissar Schöne, die falsche Pässe vermitteln, dekoriert werden. Scheint es nicht danach, aj.s vb die Gesetze nur für die dumme breite Masse da eiffe Reihe San Methoden ällf, die ein NebcreinkoMkllen ermöglichen würden und erklärt, den Argwohn, daß England Deutschland au- greifen wolle für eine w i l d e und absurde Idee, die durch das Anwachsen der Flottenausgaben großgezogen werde. Die Flotte hat für England dieselbe Bedeutung wie für Deutschland daZ Heer. Keine Ilebcrlegenhcit der englischen Flotte über die deutsche Flotte könnte uns jemals in die Lage versetzen, die U n a b- hängt gleit und Integrität Deutschlands an- zugreifen. Wenn aber die deutsche Flotte der unseren überlegen wäre und wenn Deutschland, wie es das tut, sein Heer aufrechterhielte, würde ohne Frage unsere Unabhängigkeit und Existenz auf dem Spiele st eben. Darauf bespricht Grey des näheren die Erklärungen zwischen den beiden Regierungen: Wir sind mündlich, aber ganz de- f i n i t i v benachrichtigt worden, daß Deutschland die Ausführung seines Flottenbauprngramms nicht beschleunigen und nicht dreizehn DreadnoughtS bis Ende 1912 haben wird. Das ist unS nicht in der Form einer Verpflichtung, sondern als Erklärung einer Absicht von autoritativer Seite gesagt worden. Ich verstehe das so, daß Ende 1912 dreizehn Schiffe zur Jndicnst- stellung bereit sein werden oder können, abgesehen von den Prü- fungsfahrten. Jetzt haben wir die deutsche Regierung n i ch t u>n Informationen ersucht. Aber Anfang Januar, einige Zeit nachdem wir erfahren haben, daß die Ausführung des deutschen Programms beschleunigt wurde, nahm ich Gelegenheit, bekannt zu geben, daß, obgleich uns von deutscher Seite stets gesagt worden sei, daß Deutschland sein gegenwärtiges Flottenprogramm nicht über- schreiten werde, uns Nachricht über eine Beschleuni- gung der Programmaussührung zugegangen sei und daß Deutschland deshalb nicht überrascht sein dürfe, wenn unsere Ma rincvoranschläge eine beträchtliche Zunahme zeigten. Die Informationen wurden mir zu verschiedenen Zeiten gegeben. Diese Angaben binden die deutsche Regierung nicht, sondern lassen ihr die Freiheit, ihre Absichten zu ändern, aber sie beseitigen die Idee, daß die Deutschen sich(darauf diu- richten, im �ahre 1910 breizehn Schiffe zu besitzen. Keine Rc- gierung, die im Jahre 1910 dreizehn Schiffe zu besitzen beabsichtigt, würde freiwillig eine Erklärung über ihre Absichten gegeben haben. Ich nehme die Erklärungen der deutschen Regierung über ihr» Absichten an. Grey weist dann darauf hin, daß die Erklärungen über be- stimmte Punkte nichts besagen, so namentlich nichts über den'Typ der Schiffe. Nichts wird uns auch gesagt über den Stand von 1913 und 1914. Wenn die dreizehn deutschen Schisse am Ende des Jahres 1912 vollendet und in Dienst gestellt sein werden, werden nach ihrem Flottengesetz, wie ich es verstehe, zehn weitere Schisse im Bau sein. Nehmen wir an, der politische Hori- zont wird in ein oder zwei Jahren geändert sein, dann toürdcn natürlich die dentschen Absichten über die Beschleunigung sich eben- falls ändern. Obwohl die dreizehn Schiffe vor Ende des Jahres 19l2 nicht erscheinen können, vermöchten die zehn im Bau befindlichen Schlachtschiffe in sehr raschen Zwischenräumen in den Jahren 1913 und 1914 erscheinen. Wenn wir, sagte der Staatssekretär, vier eventuelle DreadnoughtS in der zweiten Hälfte dieses Jahres in Auftrag geben würden, und wenn wir uns genötigt sehen würden, von unserer Fähigkeit im folgenden Jahr Gebrauch zu machen, würden wir bis April 1913 10 w e i tc rc Schiffe, das macht alles in allem 20 Schiffe besitzen. Wenn wir diese vier Schiffe nicht als eine Einschränkung des nächstjährigen Programms auffassen und rasch bauen ließen, und dadurch einen Vorsprung bekämen und die Situation völlig beherrschen würden. dann könnten wir ohne Zweifel die Schisse des nächsten Jahre» ersparen. Wir sollten unsere Kräfte voll ausnütze». Die Admirqli- tat hat das Erfordernis nicht unterschätzt. Grey beklagte dann noch das Anwachsen der Rüstungen und erklärte, wenn die Ausgaben in dem Verhältnis weiter gingen, in dem sie in der jüngsten Zeit zugenommen hätten, so würden sie früher oder später die Zivilisation untergraben. Kein Land allein könnte Europa retten. Wenn wir als dir einzigen unter den Großmächten den Wettbewerb aufgäben und zu einer inferioren Stellung herabsinken würden, würoen wir aufhören. unter den europäischen Nationen etwas zu gelten. Wir müssen bereit sein, unsere nationale Existenz unter denjenigen Bedingungen zu verteidigen, die uns auferlegt wurden. Das Tadelsvotum wurde schließlich mit 353 gegen 135 Stimmen abgelehnt. Die Nationalisten und die Arbeiterpartei stimmten für die Regierung. Am Schluß der Debatte hielt Balfour in einer lcidcnschaft- lichen Rede die Behauptungen der Opposition aufrecht. Die Wirkung auf die Kolonien. Ottawa, 30. März. Das Unterhaus verhandelte in feiner gestrigen Sitzung über den Antrag der Opposition unverzüglich Schritte zu einer Verteidigung des Landes zur See zu ergreifen. Der Führer der Opposition, F o st e r, führte aus. in diesen Tagen, wo die Gefahr vor der Türe stehe, sei es wichtig, die Lehre des südafrikanischen Krieges von der Reichseinheit zu erneuern. Premier- Allmählich wurde der Kriminalschutzmann Rudolf Rehberg," Gaudystraße 11, v. III. etwas unsicher; und als eines Abends, kurz vor dem Oktober- Zahlabend, Genosse Werner im Zahlabendlokal erschien, da wurde er ängstlich und suchte hintenherum herauszukriegen, was Werner eigentlich gewollt habe. Als vorsichtiger Mann fehlte er am Oktober-Zahlabend; im November erfüllte er seine Parteipslicht, aber im Dezember und Januar wählte er wieder der Tapscrlcit besseren Teil. Inzwischen hatte er sich an den Bezirksführer herangemacht und besuchte ihn wiederholt in seiner Wohnung. Bon seiner Schwester und seiner Braut hatte er je einen Topf Gänseschmalz erhalten; aber als lediger Mensch hatte er für so viel Schmalz keine Verwendung: ob nicht er(der Bezirksführer) einen Topf haben wolle. Nun. vergiftet wird es nicht sein, dachte dieser; und in der Tai: wäre der Charakter des„Hausdieners Otto Wunicke" so rein gewesen wie das Gänseschmalz, der Kriminalschutzmann Rudolf Rehberg könnte heute noch die Rolle de? Spihelgenossen spielen. Mittlerweile wurde ihm der Boden unter den Füßen heiß. Da indes der Bezirks. führcr nach wie vor freundlich mit ihm war, besuchte er ihn am 20. Januar, und als feiner Menschenkenner mit krimi- nalistischem Blick, der seinem Nebenmenschen die gleichen Charakter- eigcnschaften beimaß, die er selbst besaß, offenbarte er sich ihm als— K r! m i n a l b e a m t e r. der ihn zum Achtgroschenjungen engagieren wolle. Die alte Schelmen-Ar!e, einen ehrlichen Mann zu verderben. begann: Große Familie, schlechter Erwerb, leichter Nebenverdienst; nichts Unrechtes wird verlangt; andere, sogar solche in Amt uns Würden, tun's auch; also keine Gewissensbisse. Nur ein paar Tage früher will die brave Polizei alles erfahren. Schon vor Weihnachten wollte er ihm das Angebot machen, ober damals bot sein Kommissar, em kleiner Filz, nur 30— 40 M.. jetzt kriegt er 60 M. pro Monat. Und fürs ganze Leben ist gesorgt, die ehrliche, hochanständige Polizei läßt niemanden fallen, wenn er in Not, Arbeitslosigkeit. Krankheit sich an sie wende. Und wenn er erst Abteilungsführer werde, dann erhalte er monatlich 150 M.l So zog er ihm den Honigfaden durch's Maul! Zwanzig Mark ließ er gleich dal Die sollen nicht gerechnet werden; auch wenn er ablehne, könne er die behalten. Wann er Antwort holen dürfe? Morgen? Oder doch am Freitag!— Aber unser Genosse hielt auf eine AnstandSpause.—„Vor Montag nicht I" Bis dahin konnte er mit ein paar vertrauten Genossen einen KriegSplan machen. Pünktlich stellte Rebbera sich ein. Die Zusage wurde gleich minister Säurtet üctonte, daß die Regierung entschlossen sei, ihre Pflicht als britische Untertanen zu erfüllen, daß sie sich aber weigere, sich durch die Erregung treiben und davon abbringen zu lassen, eine fcstgcsehte Bahn innezuhalten. Er sähe in den neuesten Ereignissen keinen Grund, von der Politik der Fürsorge für die örtliche Verteidigung zugunsten einer Bei- stcuer für das Reich abzuweichen, erkenne aber an, daß die Zeit gekommen sei, zu handeln und den Grund zu einer Flotte zu legen. Deutschland bereite sich durch den Vau einer grofien Flotte vielleicht vor, mit Britannien zur See das zu tun, was es mit Frankreich zu Lande tat. Kein britischer Untertan könne einem solchen Ausblick gegenüber gleich- gültig bleiben. Wenn auch die Gefahr noch nicht un» mittelbar bevorstehe, sei doch Wachsamkeit geboten. Der Premierminister brachte zum Schluß eine Resolution ein, welche die Ausgaben für die Organisation einer kanadischen Flotte, die mit der Reichsflotte zusammenwirken soll, billigte. PoUtifcbc CkberHcbt. Berlin, den 30. März 1909. Die Antwort der englischen Arbeiterpartei. Als Antwort auf die Depesche der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion an die englische Arbeiterpartei ist heute von dieser folgendes Telegramm eingetroffen: Die britische Arbeiterpartei ist von ganzem Herzen mit Euch und mit Eurem Bestreben einverstanden, ein inter- nationales Abkommen herbeizuführen, das den Ausgaben des Wettrüstens Einhalt tut und das Kaperrecht abschafft. Mit den besten Wünschen für Euren Erfolg und brüder- lichcn Grüßen von der Arbeiterpartei _ Henderson. Abgeordnetenhans. Das preußische Abgeordnetenhaus erledigte am Dienstag zunächst in rascher Reihenfolge eine große Anzahl von Peti- tionen, von denen jedoch nur eine einzige Anlaß zu einer De- batte gab. Es ist dies die Petition der Frau Schmidt-Bürkly in Berlin um Abänderung der Städteordnung. Die Petition wünscht, daß den grundbesitzenden, wirtschaftlich selbständigen und st euer- zahlenden Frauen das kommunale Stimm- recht eingeräumt wird. In der Kommission gab der Regie- rungsvertreter die Erklärung ab, daß die Regierung gegen- wärtig nicht die Absicht habe, eine Abänderung der Städte- ordnung vom 30. Mai 1833 in Erwägung zu nehmen-, sollte eine Aenderung künftig in Frage kommen, so würden wich- tigere Reformen, insbesondere eine Modifizie- rung des Hausbesitzerprivilegs, vorangestellt werden müssen; alsdann werde auch Anlaß sein, die Ein- führung des kommunalen Wahlrechts für die Frauen in den Städten zum Gegenstand weiterer Erwägung zu machen. Nach dieser Erklärung hat die Kommission einstimmig den U e b e r- gang zur Tagesordnung über die Petition be- schlössen; sie ging dabei von der Erwägung aus, daß auch noch in einzelnen Provinzen nach der Landgemeindcordnung die grundbesitzenden Frauen ohne Stimmrecht sind und daß die Petition viel weiter geht als irgend eine Landgemeinde- oder Städteordnung. Zur Beratung im Plenum beantragte nun Abg. F i s ch b e ck(frs. Vp.), die Petition der Regierung als Mate- rial zu überweisen. Namens der Sozialdemokraten schloß sich Genosse Hirsch diesem Antrage an, indem er zwar nach- drücklichst die gegensätzliche Auffassung zwischen Sozialdemo- kcatie und Bourgeoisie über das Wesen der Gemeinden be- tonte, aber doch die Petition als Etappe auf dem Wege zum Frauenstimmrecht bezeichnete, vorausgesetzt allerdings, daß die Petentin nicht etwa bloß für die grundbesitzenden Frauen das Stimmrecht verlange, also ein neues Privileg ein- führen wolle. Daß unser Genosse auch das passive Wahl- recht forderte, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Obwohl auch der Nationalliberale L u s e n s k y für Ueberweisung als Material eintrat, war doch die„Mehrheit von Bassermann bis Bebel" nicht ausreichend— das Haus ging über die Petition zur Tagesordnung über. Dann begann die erste Lesung der Sekundärbahn- v o r l a g e. die— wie alljährlich— zahlreichen Rednern Ber- „begossen" und das Gewissen des Genossen nochmals beruhigt: Auch die Partei habe ihre Spitzel, nur zahle sie viel nobler I So habe der Abgeordnete R. Fischer selbst Leute auf dem Polizeipräsidium gehabt; es seien Haussuchungen bei Beamten abgehalten, aber leider nichts gefunden worden! Der Bczirksführer war also„geworben". Er lieferte auch Berichte. Doch folgte bald eine Enttäuschung. Bei der ersten Halbmonatszahlung am b. Februar erhielt er nur 10 M.: die bereits empfangenen 20 M. wurden jetzt plötzlich angerechnet! Nobel war das nicht. Aber wer kann bei dem Handwerke Noblesse verlange»! Am 10. Februar, am ö. März, am 22. März erhielt er je 30 M. als Halbmonatsgehalt. Er stellte dafür zuweilen Blanko-Quittungen aus, die er, ohne Angabe über die Höhe der empfangenen Summe, jcweilen mit„Paul" unterzeichnete. Aber die„Berichte" genügten nicht, weder an Zahl noch an Inhalt. Kriminalbeamter Rudolf Rehberg, Gaudystraße 11 v. III., fragt daher in fleißiger Korrespondenz nach Verschiedenem; allein aus dem Monat-März liegen 6 Briefe vor. Und als vorsichtiger Mann schreibt er an der Spitze des ersten Briefe?:„Meine Briefe an Dich werde ich alle fest verkleistern." .Wober er wohl die Angst vor dem unbefugten Ocffnen der Briefe haben mag? Dann will er in den verschiedenen Briefen wissen: Warum Meyer und Königs nicht mehr in die Preßkommission gewählt sind?„Haben sie ihr Amt niedergelegt oder mußten sie niederlegen?" Auch über den Zahlabend der Hilfsarbeiter bei Meyer, in dem Abg. Fischer einen Vortrag gehalten, will er Bcrickt haben. Er kriegt einen; aber da der Genosse nicht auf dem Zahlabend war, läßt er Fischer einfach über«Agitation" reden und die Polizei heftet den Bericht zufrieden in ihre Akten. Ueber die Programmvorträge des Genossen Grundwald will er sogar„ein- gehenden" Bericht, auch womöglich„eine Karte zu den nächsten Vorträgen". Am 1. März fragt er:„Wie steht es mit dem 18. März? Ist schon was beschlossen?" Auch eine Gast karte zur Generalversammlung der Wahlvereine verlangt er wiederholt. DaS genügt alles nicht; er wünscht„mehr als das Gewöhn- llchc". Sein Wunsch war unserem Genossen Befehl. Er erfährt mehr: Beim Genossen Schwemke sollen zwei Kisten ankommen, Ankunftszeit und Inhalt kennt unser Bezirksführer noch nicht. Der geschäftseifrige Kriminalbeamte dringt nach sofortiger weiterer Nachricht. Nach zwei Tagen erhält er Bescheid:„Morgen gegen abend sollen die Kisten kommen." Als die Kisten abgeladen werden, kommt der eine Spitzel, ganz zufällig, bis auf den Hof nach, um zu sehen, in welchen Keller oie Kisten gebracht werden. Nur die dummen Ablader merken nichts! Natürlich! Dankerfüllt kommt anderen Tags Freund Rehberg angestürzt: anlassung gab, ihren Lokalschmerzen Ausdruck zu verleihen. Prinzipielle Fragen wurden nur ganz vereinzelt angeschnitten. Da bis jetzt nicht weniger als 85 Redner gemeldet sind, wird die Debatte kaum vor Freitag beendet sein. Ein kleiner Block. Wie einem Münchener Blatte aus Berlin gemeldet wird, haben am Sonntag Mitglieder der Reichspartei, der Nationalliberalen und der Freisinnigen eine gemeinsame Sitzung unter dem Vorsitz des Fürsten Hatzfcldt abgehalten, um ihre fernere Stellung zur Reichs- finanzreform festzulegen.— Eine Bestätigung dieser Nachricht von berufener Seite ist bisher nicht erfolgt; in Anbetracht des engen Verkehrs aber, den Fürst Hatzfcldt seit einigen Tagen mit den Frei- sinnigen unterhält, spricht eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, daß die Meldung richtig ist._ Der bayerische Finanzminister und die Finanzreform. Im Anschluß an eine Meldung der„Kölnischen Zeitung", die die Demission der einzelstaatlichen Finanzminister als wirksame Kundgebung gegen das Besitzsteucrkompromiß verlangt, meldete der ultramontane„Bayrische Kurier", der bayerische Finanzminister habe sich mit der Regelung der Besitzsteuerfrage nach dem Antrag Herold- Müller iFulda) ausdrücklich einverstanden erklärt. Auf eine Anfrage der.Münchener Post" teilt jedoch der bayerische Finanzminister mit, daß davon keine Rede sein könne. Die Regierung stehe noch fest auf dem Standpunkte, den der bayerische BuudeSratSbevollmächtigte in der Sitzung des Steuerausschusses vom 8. März präzisiert habe, daß die bayerische Regierung alle von dem R e i ch s s ch a tz s e kr e t ä r gegen den Kompromiß« antrag vorgetragenen Einwendungen in ganzem Umfange sich zu eigen mache und daß sie ans prinzipiellen und finanziellen Gründen gegen den Antrag die allerschwersten Bedenken hege.—_ Das Zentrum und die parlamentarische Regierungsform. Im Märzhest der Zeitschrift„Nord und Süd" schreibt der Zentrumsabgeordnete Erzberger:„Der Ausgang aus der heutigen verwickelten Situation liegt nur in der reinen Durch- führung des konstitutionellen Systems, des wirk- samen Vorläufers des parlamentarischen Systems. Der Einwand, daß ein Bundesstaat, wie das Reich, für das parlamentarische System nicht geeignet sei, wird schon durch die Art der Regierung in der Schweiz wie in der Union widerlegt. Das parlamentarische System ist keine„fremde Giftpflanze", die nur mit Schaden für Volk und Krone zu uns gebracht werden könnte; es ist vielmehr der beste Kugelfang für die Krone und die Errichtung der politischen Verantwortlichreit des deutschen Volkes." So schreibt Herr Matthias Erzberger, der sich in volkstümlicher und demokratischer Pose gefällt. Anders als der Benjamin des Zentrums denken jedoch die eigentlichen Machthaber, die Junker im Zentrum, Über das parlamentarische Regiment. Am letzten Sonntag redete in Jülich Gras Henckel-Donnersmarck, der zur Unterstützung der Kandidatur seines Freundes Fürsten Salm» Dyck herbeigeeilt war, in einer großen Zentrumswählerversammlung. Graf Henckel-Donnersmarck erklärte: „Der Block befindet sich auf dem Wege, nichts mehr und nichts weniger(!) als die parlamentarische RegierungLsorm einzuführen, und davor wolle uns Gott schützen. Wir wollen die gegenwärtige Regierungsform unter allen Umständen erhalten I" Massenprotestversammlung gegen die Tabaksteuer- erhöhung. Vorgestern fand eine von der sozialdemokratischen Partei, dem freisinnigen Verein Waldeck, den Christlichsozialen und den National- liberalen einberufene allgemeine Nrotestversammlung gegen die Tabaksteuer auf dem Schützenhofe in Herford statt.— Redner der verschiedenen Parteirichtungen sprachen von drei Tribünen aus zu den zirka 18 000 Erschienenen, die zum großen Teil mittels Extra- zügcn herbeigeströmt waren. ES wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die heute auf dem Schützenhofe in Herford tagende Versammlung erklärt deshalb: Durch die geplante Mehrbelastung des Tabaks werden der blühenden Zigarrenindustrie unserer Gegend unverantwortliche Wunden geschlagen. Nach den trüben Erfahrungen der letzten Zollerhöhung von 1879 ist ein derartiger Konsumrückgang zu erwarten, daß die Hälfte der Arbeiter brotlos werden muß, in den Kreisen Herford, Minden und Lübbecke allein 9000—10000. Der Wohlstand dieser Kreise wird dadurch vernichtet werden. Auch die kleinen Fabrikanten müssen zusammenbrechen und von den mittleren Fabrikanten ein großer Teil. — aber das weitere wollen wir zur gegebenen Zeit erzählen. Heute erscheint es uns nicht an- gebracht. Kriminalpolizist Rudolf Rehberg, Gaudystraße 11 v. III, glaubt nun in seiner Dankbarkeit für die wichtige Kistenmitteilung Vertrauen mit Vertrauen erwidern zu müssen; daher erzählte er: „Es ist von oben Anlo eisung gekommen, daß die Beamten sich aus den Wahlvereinen zurückziehen sollen. Die Veröffentlichungen im„Vorwärts" sind so unangenehm; wir erfahren als Mitglieder Vach nicht mehr, als was im„Mitteilungsblatt" steht. Wenn wir Bezirksführer und A b t e i l u n g S s ü h r e r als„Berichterstatter" gewinnen, so erfahren wir die Sachen sogar noch früher und mehr als an den Zahlabendcn. Die Sache mit den Kisten hätte ich am Zahlabend doch nicht erfahren. Wenn Du öfters solche Sachen mitteilst, kannst Du bald Gehaltserhöhung verlangen." Nun sollte Schluß gemacht �werden; bloß eine Photographie Rehbergs fehlte noch. Zum Montag wurde Rehberg daher in die Wohnung des Bezirksführers bestellt; beim Verlassen der Wohnung sollte auf der Treppe das Blitzlicht aufflammen; ein unvorherseh- lmrer Zufall trat dazwischen und beim Heraustreten aus dem Korridor sah Rehberg sich plötzlich zwei Genossen gegenüber. DaS hinderte den schlauen Kriminalisten nicht, sich nochmals an seinen Freund zu wenden, obgleich dieser den erbetenen Bericht über den Geck scheu Lichtbildervortrag nicht-gesandt hatte, weil er eben ge- dacht hatte. Rehberg habe Lunte gerochen. Rehberg bat abermals um«ine Gast karte zur Generalversammlung, erhielt sie und bestätigte noch am Sonntag früh den Empfang tn einem interessanten Briefe, aus dem wir hervorheben: „... Keiner von uns Kriminalbeamten soll morgen in die Generalversammlung gehen. Daher wirst Du so gut sein und mir morgen darüber einen ein- gehenden Bericht zukommen lassen(folgt Wunschzettel, was er melden soll.)....; ob die Angelegenheit mit Ernst zur Aus- spräche kommt und in welcher Form, weil er doch seine Aemtcr niederlegen muß bezw. dazu aufgefordert wird...." Das besondere Interesse der Polizei für die Amtsniederlegung Ernst's ist bis zu einem gewissen Grade erklärlich aus dem Aerger Über die vielen versalzrnen Suppen, die ihr Ernst schon zum Aus- löffeln gegeben hat, aber die Bestimmtheit, mit der sie behauptet, daß Ernst zur Amtsniederlegung aufgefordert werde, läßt der- schieden« Schlußfolgerungen zu. ..... Auch wer vom Partelvorstand bczS. von Lessereti Genossen anwesend war.. will die„bessere" Polizei wissen und zum Schluß fragt Rehberg: Wir bitten die Reichsbehörden und die Abgeordneten, nicht auf die Ratschläge einiger Großfabrikanten zu hören, die in ver- werflichem Egoismus an die unseren Arbeitern drohende Not nicht denken. Wer will die Verantwortung übernehmen für eine Stcuer. welche in Deutschland zchntausende Arbeiterfamilie« in Not und Armut stürzen muß? Nicht der Tabak wird bluten, sondem zahllose Existenzen müssen verbluten unter dieser, nicht die Raucher, sondern die Arbeiter treffenden Steuer._ Der Kampf gegen die Wahlrechtsdemonstrationen. Am 31. Januar wurden in Wiesbaden wegen Beteiligung an der Wahlrcchtsdemonstration zwölf Personen verhaftet. Am Montag fand die Verhandlung statt. ES konnten nur zwei von den Angeklagten verurteilt werden und zwar einer zu 00 M. Geldstrafe, weil er die polizeiliche Absperrung durchbrochen hatte und eine Rede halten wollte, und ein zweiter zu 10 M. Geld« strafe, weil er sich einem Trupp angeschlossen und dadurch den Fuß- gängerverkehr gehindert haben soll. Als schlimmstes Vergehen rechnete die Polizei den Verhafteten an, daß sie Wahlrechtslieder angestimmt hätten. Auf die an einen Polizeizeugen gerichtete Frage, ob er einen Genossen hätte singen hören, sagte dieser klassiiche Zeuge, singen hätte er zwar nicht ge« hört, aber er habe gesehen, wie der Betreffende mit den Lippen ge- wackelt hätte. In B r e S l a u sind aus Anlaß der letzten Straßendemoiistrationen neunzehn Genossen unter Anklage ge st eilt tvorden. Sie lautet auf tätliche Beleidigung. Körper- Verletzung, Wider st and und groben Unfug. Zu jedem Angeklagten ist ein Polizist als Zeuge geladen. Eine Abänderung des württembergischen Briefmarkenvcrtrages wird von der Reichsposwertvaltung angestrebt. Durch den am 1. April 1902 in Kraft getretenen Vertrag gab Württemberg das Vorrecht der Führung eigener Postwertzeichen auf. Als Ausgleich für den Verlust des unbedeutenden Hoheitsrechtes gestand die Reichspostverwaltung einen günstigen AbrcchnnungsmoduS zu, infolgedcffen die Ablieferungen an die württembergische Staatshauptkasse sich von 3 206 03b M. im Rechnungsjahr 1002/03 auf 6 619 015 M. im Jahre 1007/08 erhöht haben. Die Rcichspost- Verwaltung versucht nun, den an Württemberg zu zahlenden Be- trag zu kürzen; man spricht von einem Abzug in Höhe von einer Million Mark. Die so schon schwer belasteten Staatsfinanzen, die eine Erhöhung der Steuern um 12 Prozent notwendig machen, geraten durch das Vorgehen der Reichspostverwaltung aufs neue in Unordnung. Einen ungünstigeren Zeitpunkt zur Aenderung des Vertrages hätte die Reichsposwerwaltung gar nicht aussuchen können. Die„Reichsverdrossenheit" im Süden wandelt sich nach- gerade zur„Reichsbitterkeit"._ Der Wutschrei der Verlassenen. Die antisemitiswen ReichstagSabgeordneten G äb el und Bindewald sind jüngst aus der Reformpartei ausgetreten und zur Truppe Liebermaun v. Sonnenberg, den Deutschsozialen gestoßen. Der Führer der Reformer, Zimmermann, der sich so mit nur noch drei Getreuen allein gelassen steht, bricht darüber in seinen parteiamtlichen Mitteilung« tt. die zur vertrau- lichen Zirkulation unter den Mitgliedern der Reformpartei bestimmt sind, in helle Wut aus. Jetzt plötzlich weiß er, daß Gäbel (Vertreter für Meißen), dem er schon zum zweiten Male ein Reichstagsmandat verschafft hat, ein total unfähiger Politiker ist, ver schon längst aus dem Reichstage hätte entfernt werden muffen. Seinem gewesenen Freund Bindetvald hielt er vor, daß er aus„persönlichen MandatSrücksichten" sich derselben dettlsch-soztalen Partei anfreunde, deren Führer ihn vor Jahren als Maler Fritz Pinsel dem öffentlichen Spotte preisgegeben hatte und deren Umfall er aufs allerschärfste getadelt habe.— Es ist lustig, Herrn Zininterniattn schimpfen zu hören, weil zwei Natten sein brüchiges Parteischifflein verlassen haben. Auf die Zustände in den beiden antisemitischen Fraktionen werfen der UeberzeugungSwechsel der beiden Ucberläufer und der Zimmer- mannsche Kommentar ein bezeichnendes Licht. Pleite des Rheinischen Bauernvereins. In einer Generalversammlung des klerikalen Rheinischen Bauernvereins zu Koblenz wurde mitgeteilt, daß die Unterbilanz für 1008 130000 Mark betrage. An den Druckereien in Koblenz und Köln— die erstere ist mittlerweile eingegangen— seien 246 000 M. zugesetzt worden. Der Verein stehe vor dem Bankerott, wenn es so weitergehe._ Ein Deutscher von Kosaken erschoffen. Aus T a r n o w i tz wird gemeldet: Der Bauer Wider attS FriedrichSwille fuhr am Donnerstag der vorigen Woche mit 2000 Mark nach Russisch-Polen, um Pferde einzukaufen. Seine Ehe- ftau wurde heute telcgraphisch davon in Kenntnis gesetzt, daß ihr Mann von Kosaken erschossen worden sei. „... Sag' mal, lieber Paul, willst Du nicht nach Schluß der Generalversammlung zu mir kommen? Dann machen wir zusammen den Kitt und stärken uns. In einer halben Stunde sind wir fertig... Diese biereifrige Naivität gab vielleicht Gelegenheit, den schlauen Buvschcn doch noch auf die Platte zu kriegen. Der„liebe Paul" schrieb daher rasch eine Rohrpostkartc:„Heute kann ich mich von den Genossen nicht trennen, außerdem habe ich nachher noch eine interne Sitzung. Aber kurz nach 4 Uhr komme ich rasch auf ein halbes Stündchen zu Bock, Eichendorff- und Tieckstraßen- Ecke, dort erzähle ich Dir Wichtiges." Gegen 4 Uhr patrouillierte der _____ Kriminalbeamte Rudolf Rehberg in der Chausseestraße und der„liebe Paul" schleppte ihn ganz ge» mütlich in die besagte Kneipe, wo bereits zwei Genossen postiert waren, den_ „Hausdiener Otto W u n i ck e" zu photographieren. Vertrauensselig und voll Erwartung nahm Rudolf den Bericht seines Freundes Paul entgegen; da flammte das Blitzlicht auf und der ahnungsvolle Engel meinte:„Paul, ich glaube, sie haben uns photographier t." Und „bestürzt" entgegnete Paul:„Donnerwetter, da wäre ich aber schön Onkel bei det Jeschäft!" Noch immer glaubte der Alexandriner an die„Treue" seines Paul— so sehr ist diesen Beamten der Begriff von Ehre und Reinheit bei ihrem Spitzelgeschäft verloren gegangen— bis ihm schließlich unser Genosse ganz offen seine Meinung über die Infamie ins Gesicht sagte, die er ihm zugemutet habe. Und als jetzt auch noch Genosse Schwemke auf der Bildfläche erschien, da wußte der vor Aufregung oder Angst zitternd« Held vom Alexandcrplatz seine Verlegenheit nur noch hinter dem Zynis- mus zu verbergen:„Brot schmeckt süß, Brot schmeckt W Den Judaslohn von 120 M. stellt unser Genosse dem betrübten Lohgerber tvieder zur Verfügung. Unter Legitimierung seiner Person und nach Vorlveis der Berechtigung seitens seiner Vorgesetzten, kann Kriminalbeamter Rudolf Rehberg Gaudystraße 11 V. III 120 Mark ausgelegte Jndasgelder im Kontor des„Vorwärts", Lindenstraße 69, 2. Hof II, gegen entsprechende Quittung wieder abholen. Die Battankrise. Heute vormittag hat der gemeinsame Schritt der Mächte, deren Standpunkt sich auch die Türkei angeschlossen hatte, in Belgrad stattgefunden. Die Gesandten Deutschlands, Frank- reichs, Ruhlands und Italiens hielten zuerst auf der englischen Gesandtschaft eine Konferenz ab und begaben sich dann in das Ministerium des Aeuhern, wo der englische Gesandte, umgeben von den übrigen Vertretern der Großmächte, dem Minister des Aeuhern Milotvanowitsch ein Memorandum über die seitens Serbiens Oesterrcich-Ungarn zu überreichende Erklärung übermittelte. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß die serbische Regierung die Forderungen der Großmächte erfüllen und damit den Konflikt mit Oesterreich aus der Welt schaffen wird. Leider scheint die österreichische Regierung unter dem Druck der Agrarier die der- sprochenen wirtschaftlichen Zugeständnisse allzu knapp bemessen zu wollen. Wenigstens erklärt eine offiziöse serbische Regierungsverlautbarung, daß der von Oesterreich vor- geschlagene neue Handelsvertrag auf Grund der Meist- begünstigung Serbien gar keine Vorteile biete. Daher werde wahrscheinlich am 1. April doch noch ein vertragloser Z u st a n d eintreten. Die Versagung ausreichender wirtschaftlicher Zugeständnisse muß aber die schwere Situation der serbischen Regierung vollends verzweifelt machen. Dauert ja doch die dynastische Krise trotz des Verzichtes des Kronprinzen fort, und die Gerüchte vom Rücktritt des Königs Peter wollen nicht verstummen. Ob unter diesen Umständen schwere innere Unruhen zu vermeiden sein werden, bleibt noch immer zweifelhaft. Die friedliche Lösung der Balkankrise wird auch den Vater der Provokation bald vom Schauplatz verschwinden lassen. Aus Petersburg kommt die Nachricht, daß Herr I s w o l s k i die Konsequenzen seiner frivolen Unfähigkeit wird ziehen müssen. JSWolSki hat seine Demission überreicht, und als sein Nach- folger wird bereits Fürst Engalitschesf genannt. franhmcb. Em geeknigter Sozialist Präsident des Pariser Gemeindcrats. Paris, 29. März.(Eig. Ber.) Kür die Erneuerung des Bureaus des Gemeinderats hatten die Linksparteien— Radikalrepublikaner, unabhängige und geeinigteSozialisten— ein Abkommen getroffen. Ihm gemäß wurde, wie bereits telegraphisch ge- meldet, heute Genosse C h a u s s e mit 35 gegen 34 Stimmen, die aus den nationalistischen Kandidaten entfielen, zum Prä- sidenten des Gemeinderats gewählt. Im Zu- standekommen dieses Kompromisses kann man eine Demon- stration gegen die Regierungspolitik erblicken, die ihre Spitze gegen die unifizierten Sozialisten richtet.— Bemerkt sei noch, daß der gestrige Kongreß der sozialistischen Seinefödcration über einen Protest gegen die Vereinbarung zur Tagesordnung übergegangen ist. Cnglanc!. Em konservativer Wahlerfolg. London, 30. März. Bei der Ersatzwahl zum Unter- Hause im Wahlkreise C r o y d o n wurde mit 11 989 Stimmen Hermonhodge sUnionist) an Stelle des verstorbenen Unionisten Forster gewäW- Die konservativen Stimmen haben seit den letzten Wahlen um zirka 3299 zugenommen, ein neuer Beweis, wie sehr die Flottenpanit die Stellung der Konservativen ge- stärkt hat. perficn. Vor Täbris. Tcheran, 39. März. Nach Meldungen aus Täbris hat vor- gestern in der dortigen südwestlichen Vorstadt ein heftiger Kampf stattgefunden. Schuia ed Dauleh wehrte den Angriff der Nationalisten standhaft ab. Zwölf Nationalisten fielen und dreißig wurden verwundet. Die Anhänger des Schah verloren bei einem nächtlichen Angriff auf die Ostseite der Stadt 16 Mann. GewerfcrcbaftUcbe«}* ßerltn und Umgegend. Erfolgreiche Beendigung des Kostllmschneiderstreiks� Der Streik der Kostümschneider und-Schneiderinnen Berlins hat bei seiner kurzen Dauer von sechs Tagen mit recht gutem Erfolg geendet. Die gestrige Streikversammlung, die noch zahl- reicher besucht war als die früheren, hat beschlossen, die Arbeit anderentags, also heute, wieder aufzunehmen. Die Arbeitgeber hatten es für zweckmäßig erachtet, nicht erst die geplanten Ver- Handlungen vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts abzu- warten, sondern sich, wenn auch nach einigem Zögern, bereits am Montagabend bei den von ihnen gewünschten privaten VerHand- lungen mit Vorschlägen einverstanden zu erklären, die auch den Arbeitnehmervertretern annehmbar erschienen und die Beendigung des Lohnkampfes möglich machten. Wie Kunze in der gestrigen Versammlung berichtete, haben die Arbeitgeber zunächst dasselbe Angebot wie in der vorigen Woche gemacht, wollten jedoch die damals zum 1. April 1919 in Aussicht gestellten Erhöhungen schon am 1. Oktober dieses Jahres eintreten lassen. Das Angebot wurde aber auch in dieser Form von den Arbeitnehmern für unannehmbar erklärt; ebenso eine Reihe von Arbeiterinnenlöhnen, die die Arbeit- geber vorschlugen. Die Vertreter beider Parteien einigten sich dann zunächst dahin, daß die Minimallöhne für Taillenarbeiter, Paletotarbeiter, Schoßarbeiter, Bügler und Stepper in der ersten Tarifklasse auf 49 M., in der zweiten auf 33 M., in der dritten auf 36 M. festgesetzt werden. Diese»Lohnsätze sind um 1 M. höher als die von den Arbeitgebern am Schluß der vorigen Sitzung an-s gebotenen. Die Arbeitnehmervertreter erklärten zwar, daß sie die Notwendigkeit einer dritten Tarifklasse nicht einsehen könnten, aber die Arbeitgebervertreter erwiderten, daß, wenn auch sie eigentlich einen dritten Tarif nicht für nötig erachteten, ein solcher doch wohl für einzelne Geschäfte an der Peripherie der Stadt zweckmäßig wäre, und so gab denn die andere Partei dem Wunsche statt und erklärte sich mit der Einführung von drei, statt der zuerst vor- geschlagenen zwei Tarifklasscn einverstanden. Die Minimallöhne der Zuarbeiter, die nach dem früheren Angebot in der ersten Klasse nur 29,19 M. erhalten sollten, wurden in den drei Tarifklassen auf 33, 32 und 39 M. festgesetzt. Für die Schneiderinnen, denen die Arbeitgeber bei den früheren Verhandlungen so niedrige Lohnsätze wie 22 und 29 M. geboten hatten, einigte man sich nun auf die folgenden Minimallöhne in den drei Tarifilassen: Taillen- arbeiterinnen 26, 24 und 22 M., Paletotarbeiterinnen dieselben Lohnsätze, unselbständige Paletotarbeitsrinnen 23, 21 und 19 M., Acnderinnen 24, 22 und 29 M., Stepperinnen auf englische Arbeit 26. 24 und 22 M., auf französische Arbeit 24, 22 und 29 M., Aermelarbeiterinnen sowie auch Schotzarbeiterinnen 24, 22 und 29 M., unselbständige Schoßarbeiterinncn 21, 29 und 19 M. Junge Zuarbeiterinnen, die erst zwei Jahre im Beruf tätig sind, sollen als Minimallohn in den drei Klassen 16, 14 und 12 M. erhalten. Für Ueberzeitarbeit erhalten die Taillenarbeiterinnen, verantwortlicher Redakteur: Hans Weber. Berlin. Paletotarbeiterinuen usw. 89 Pf., für Nacht- Und Sonntagsarbeit 1,29 M. die Stunde, die jungen Zuarbeiterinnen sollen 59 Pf. für die Ueberstunde erhalten. Die Bezahlung der Ueberstunden ist für die männlichen Arbeiter auf 1 M., bei Nacht- und Sonntags- arbeit auf 1,59 M. festgesetzt. Als Nachtarbeit gilt die Zeit nach 19 Uhr abends. Ueber jene Minimallöhne hinaus ist eine all- gemeine Lohnzulage von 2 M. vereinbart worden, die ungefähr ebenso geregelt ist wie in den Vereinbarungen mit den Firmen S p i tz e-r und U n g e r. Der höchste Lohnsatz, der damit erreicht wird, ist für die männlichen Arbeiter 42 M., für die Arbeiterinnen 28 M. und für die jungen Zuarbeiterinnen 29 M. Ferner wurde vereinbart, daß den Arbeiterinnen, die anderthalb Stunden, die sie Sonnabends und vor Festtagen früher Feier- abend machen, nicht abgezogen werden dürfen.— Wie der Referent hervorhob, sind die Arbeiterinnen, für die man zuerst so außer- ordentlich niedrige Angebote gemacht hatte, schließlich noch besser bei den Vereinbarungen gefahren als die männlichen Arbeiter. Wenn nun der Abschluß für diese weniger vorteilhaft sei, so müsse man bedenken, daß es zunächst darauf ankomme, die niedrigsten Löhne in der Branche zu heben und eine allgemeine Regelung durchzuführen, und unter dieser Voraussetzung könne man das Ergebnis des Lohnkampfes als durchaus gut bezeichnen. Die Ein- teilung der Geschäfte in Tarifklassen ist noch nicht erfolgt. Man könne jedoch als sicher annehmen, daß irgendwie bedeutende Ge- schäfte nicht in die zweite Klaffe, und die allermeisten in die erste Klasse gesetzt werden. Die Mehrzahl der Arbeitgeber werde durch die Vereinbarungen zu Lohnzulagen von 3 bis 4 M. verpflichtet, andere müßten auch 6, 7, 8, ja bis zu 9 M. mehr zahlen. Wenn einzelnen Geschäften die hohen Lohnzulagen schwer fallen sollten, so hätten sie sich das selbst zuzuschreiben, weil sie bisher erbärm- liche Löhne zahlten. Der Stücklohntarif konnte noch nicht endgültig festgestellt werden. Der Redner bemerkte, daß dieser Umstand von großer Bedeutung nicht sei; es sei mit Bestimmtheit anzunehmen. daß die Stücklöhne so festgesetzt werden, daß man deswegen die Wiederaufnahme der Arbeit nicht hinauszuschieben brauche. Die Festsetzung der Stücklöhne findet in einer auf den heutigen Mitt- woch einberufenen Sitzung statt. Die endgültige Unterzeichnung des Tarifvertrages soll noch im Laufe dieser Woche vor dem Ge- Werbegericht erfolgen. Er tritt mit dem 1. April dieses Jahres in Kraft, so daß also von da ab keine geringeren Löhne als die ver- einbarten gezahlt werden dürfen. Der Redner teilte schließlich noch mit, daß am Montag noch mit der Firma Herz ein Tarif- vertrag auf derselben Basis wie bei der Firma Spitzer zustande gekommen ist.— Im Namen der Ortsverwaltung wurde folgende Resolution vorgelegt und der Versammlung empfohlen, zu be- schließen, daß die Arbeit am Mittwoch, also heute morgen, wieder aufgenommen werden sollte: „Die Versammlung der Streikenden erklärt sich mit dem bisherigen Resultat der Verhandlungen einverstanden und nimmt Kenntnis davon, daß der Tarif der Stückschneider sowie die Einteilung der Geschäfte in Klassen bisher noch nicht erfolgt ist. Die Versammlung erwartet aber, daß die Arbeitgeber das durch die Arbeitsaufnahme bewiesene Vertrauen rechtfertigen und gemäß ihren Versprechungen die Erledigung der Tarife und den Abschluß des Vertrages noch im Laufe dieser Woche vollziehen. Sollte« die Streikenden in dieser Hinsicht getäuscht werden, so erklären sie schon heute, dem Rufe der Organisation sofort wieder Folge zu leisten." Gegen diesen Vorschlag trat in der Diskussion eine mehr oder minder entschiedene Gegenströmung hervor, namentlich weil die Einteilung in Tarifklassen, sowie die Regelung der Akkordlöhne noch nicht erfolgt ist, und dann auch, weil für die männlichen Arbeiter nicht festgelegt ist, daß sie mit den Arbeiterinnen Sonn- abends zugleich Feierabend machen und die anderthalb Stunden bezahlt erhalten sollen. Diesen Einwendungen entsprechend wurde aus der Versammlung eine Resolution vorgelegt, wonach die Ar- beit erst nach endgültiger Festlegung des Tarifvertrages wieder aufgenommen werden sollte. Die Resolution der Ortsverwaltung wurde jedoch schließlich angenommen, wenn auch ein Teil der An- wesenden dagegen stimmte. Demnach ist die Wiederaufnahme der Arbeit auf heute früh festgesetzt.— Kunze wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß ein festes und treues Zusammenhalten in der Organisation auch für die Zukunft unbedingt notwendig ist, da nur dadurch eine dauernde und befriedigende Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse verbürgt wird. Die Durchführung des Tarifvertrages bei den Firmen, die außerhalb des Arbeitgeberverbandes stehen, wird nun jedenfalls keine großen Schwierigkeiten mehr machen. Zum Teil haben ja diese Firmen schon bewilligt.— Uebrigens wurde zu Beginn der Versammlung festgestellt, daß noch aus mehreren Geschäften un- gefähr 199 Arbeiterinnen, die bisher nicht zu gewinnen waren, sich den Streikenden angeschlossen hatten. Der Streik war also von Tag zu Tag umfangreicher geworden. Spiele statt Brot! Die bekannte Schokoladenfirma Sarotti entließ aus einer recht geringfügigen Ursache einen ihrer Arbeiter, der bereits über 13 Fahre im Geschäft tätig war. Sein schlimmstes Vergehen be- stand offenbar darin, daß der Mann als einer der ältesten Arbeiter einen das Durchschnittsmaß weit übersteigeirden Lohn bekam. Als nun der Verband der Bäcker und Konditoren zu heute deswegen eine Protestversammlung einberief und die Sarottischen Arbeiter und Arbeiterinnen zum Besuch derselben einlud, bot die Firma ihren Angestellten plötzlich für denselben Tag Zirkusbilletts zu ganz außergewöhnlich billigen Preisen an. Auf einer Liste mußten sich diejenigen Arbeite' die von der Zirkusbilletts Gebrauch machen, einzeichnen. Spiele statt Brot! 0euvW,es Reich. Die Arbeitgeber in der Holzindustrie bei ber Arbeit. Wie der„Vorwärts" kürzlich berichtete, hat der Arbeitgebcrverband für das Baugewerbe in Rheinland und Westfalen den Beschluß ge- faßt, falls bis zum I.April kein Tarif zustande kommt, in allen Betrieben eine Lohnreduktion stattfinden zu lassen. Der Arbeitgeber- Schutzverband für die Holzindustrie, der dem Verband für das Baugewerbe an- geschlossen ist, hat nun diesen Beschluß bereits in die Wirklichkeit umgesetzt, und zlvar ist der Anfang in Solingen gemacht worden. In der dortigen Bauschreincrei Robert Kirschner ist seit einigen Tagen ein neuer Tarif angeschlagen, der eine Ver- längerung der Arbeitszeit von 9lh auf 19 Stunden und eine f ü n f p r o ze n ti g e Lohnreduktion vor- sieht. Der Tarif soll am 1. April in Kraft treten, falls bis dahin kein anderer nach dem Geschmack der Arbeitgeber abge- schlössen ist._ Das Koalitionsrecht der Eisenbahner. Die Königliche Eiscnbahndirektion in Frankfurt a. M. hat wieder einmal einen Erlaß herausgegeben, in dem sie streng- stens davor warnt, daß die Eisenbahnbcdiensteten oder Arbeiter Mitglieder des Verbandes der Eisenbahner Deutschlands, des so- genannten„Hamburger Verbandes" werden. In diesem längeren Erlaß heißt es zum Schluß: Wer entgegen diesem Verbote dem Verbände der Eisen- bahner Deutschlands oder dem Handels-, Verkehrs- und Trans- portarbeiterverbande beitritt, bekundet dadurch, daß er ordnungs- feindlichen Bestrebungen huldigt. Er wird den Umständen mach auch die Folgen davon zu tragen haben. Außerdem werden die Arbeiter noch heute zusamm«lberufeN, um einen Revers zu unterschreiben, in dem sie bekunden, daß sie dem genannten Verbände oder auch der Reichssektion der Eisen« bahner nicht angehören und auch nicht beitreten wollen. Die Zähne ausgebissen. Der Steinbruchbesitzer Köhler in� Meißen, der seinerzeit aus seinem Betriebe die organisierten �-teinarbeiter hinauswarf und eine gelbe" Organisation gründete, die er über ganz Deutsch- land verbreiten wollte, ist nunmehr vollständig fertig. In dem Betriebe, in dem Köhler nichts mehr zu sagen hat,� dominiert wieder der Stcinarbeiterverband. Der Mann, der die moderne Organisation resp. die Sozialdemokratie vernichten wollte, hat jetzt eine sogenannte„Denkschrift" herausgegeben, in der er schildert, wie er auf den Rat der Unternehmerorganisation und auf einen Artikel der„Dresdener Nachrichten" hin den Kampf aufgenommen habe. Er sei auch vom Verband der sächsischen Industriellen unter- stützt worden, aber diese Unterstützung hätte bei weitem nicht aus- gereicht, um ihm den Schaden zu ersetzen, den er durch den Streik gehabt hätte. Zum Schluß ersucht er die Kapitalisten, ihm 129 999 M. zur Gründung eines neuen Werkes zu pumpen, um den sozialdcmo- kratischcn Gewerkschaften den Beweis zu erbringen, daß die Macht des Verbandes der Industriellen und der vaterländischen Partei doch die stärkere ist und bleibt. Das Schicksal des Köhler, der früher ein größeres Werk mit 599 Arbeitern besaß und nun nichts mehr hat, sollte eigentlich den Unternehmern als warnendes Beispiel dienen, die da glauben, mit Hilfe der gelben Arbeiterorganisationen die moderne Arbeiterbewegung niederzwingen zu können. Siegreicher Streik. Ein Ausstand der Tapezierer der Firma Forst Nachf. in Leipzig ist zugunsten der Gehilfen beendet. Gembrs-Telrimg. Ein Giftmordversuch. In der Anklage gegen die Rentiere Johanna Schröder geb. Köpke und den Kaufmann Otw Teller wegen Giftmordversuchs wurde am Montag gegen Mitternacht das Urteil gefällt, lieber den Tatbestand haben wir am 25. d. M. berichtet. Die mehrtägige Be» Weisaufnahme erstreckte sich im wesentlichen darauf, daß die An- geklagte Schröder eine Frau sei, der man den Giftmordversuch zu- trauen könne. Die Geschworenen gaben nur gegen den Kauf- mann Teller ihr Verdikt auf Schuldig ab. üDas Gericht sprach darauf die Angeklagte Frau Schröder frei und ver- urteilte Teller zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust._ Der sittliche Bastor. Wegen Sitllichkeitsverbrecheus nach§ 176,3 mit 174,1 und Be« leidigung ist am 25. Januar von der Strafkammer in Sonders- hausen der Pfarrer Paul Beyer aus Großbrüchter zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Er hat sich an mehreren Kon- firmandinnen in skandalöser Weise vergangen und bei seinen Taten große Beharrlichkeit gezeigt. Die Strafantragsteller be- schuldigte er der Rachsucht, weil er einer Verwandten derselben die kirchlichen Ehrenrechte bei der Trauung versagt habe.— Gegen das Urteil hatte der Angeklagte Revision eingelegt. Das Reichs- gcricht verwarf am Montag die Revision. Mcineibsanklage gegen einen Rcgierungsassessor. Am Dienstag wurde vor dem Schwurgericht in Trier eine Meineidsanklage gegen den Regierungsaffessor Rautenstrauch, Mit- glied einer millionenreichen Familie, verhandelt. Rautenstrauch war vor etwa sieben Jahren in einen Prozeß verwickelt, in dem der damalige Angeklagte, der Arbeiter Lieblar beschwor, daß R., der damals noch Rcgierungsrefercndar mar, mit ihm verbotenen Verkehr gepflogen habe. R. bestritt diese Aussage unter seinem Eide, worauf Lieblar wogen Meineides usw. zu sechs Jahren Zucht- haus verurteilt wurde. Diese Strafe hat er verbüßt und ist dann nach Amerika ausgewandert. Vor einigen Wochen zeigten sich plötzlich bei dem jetzigen Regiernngsasscssor R. eigenartige Symptome; er wurde streng religiös und suchte bei einer Ordensbruderschaft um Aufnahme nach. Diese wurde ihm aber verweigert, als er an« gab, daß die schwere Sünde des Meineides sein Gewissen belaste. er habe vor sechs Jahren wissentlich falsch geschworen, niemals mit dem Arbeiter Lieblar pervers verkehrt zu haben, während dies doch der Fall gewesen sei. Die Ordensbrüder empfahlen R., zu- nächst bei der Staatsanwaltschaft Trier Anzeige von seinem Ver- brechen zu machen und eventuell später, nach der Sühne seines Verbrechens, erneut um Aufnahme nachzusuchen. R. irrte eine Zeitlang umher und stellte sich schließlich der Staatsanwalffchaft in Trier, bor der er sein Geständnis wiederholte. Das Schwur- gericht verurteilte ihn zu einem Jahre Gefängnis. Strafmildernd kam in Betracht, daß er durch wahrheitsgemäße Angaben im Pro» zesse Lieblar sich selbst einer strafbaren Handlung beschuldigt haben würde. Von einer Wiederaufnahme des Verfahrens gegen den im- schuldig verurteilten Arbeiter ist nichts bekannt geworden, Letzte JMacbncbten und Dcpcfcben. Perfider Vertrauensbruch. Bern, 30. März.(B. H.) Der Genfer Rechtsanwalt deS auS« gewiesenen Russen Wassiliew machte dem eidgenössischen Justizdepartement die Mitteilung, daß Wassiliew entgegen den von Rußland erteilten Zusichernilgen sowie den vom Bundcsgericht für die Auslieferung gestellten Bedingungen, nunmehr doch dem Militär» gericht überwiesen wird. Maximalarbeitstag für die Bergarbeiter. Brüssel, 39. März.(W. T. B.) Die Kammer beendete heute die erste Lesung des Gesetzentwurfes betreffend den Maximal- arbeitstag für die Bergarbeiter und setzte dessen Inkrafttreten auf den 1. Januar 1912 fest. Das Ende der Battankrisis. Belgrad, 3t). März.(Meldung des Wiener k. k. Tel.- Korr.-Bureaus.) Der Ministerrat beschloß heute nachmittag, den Forderungen der Großmächte vollinhaltlich zu entsprechen. Von diesem Beschlüsse wurde der serbische Gesandte in Wien in Kenntnis gesetzt. Die Regierung wird morgen der Skupschtina über die Vorstellung der Großmächte Bericht er- statten. Sodann wird der serbische Gesandte in Wien beauf» tragt werden, die von den Großmächten empfohlene serbische Erklärung der österreich-ungarischen Regierung zu übergeben. Nicht ausgeliefert. New Tork, 39. März.(Kabelmeldung des„Vorwärts".)) Tet russische Revolutionär Puren, dessen Auslieferung die russische Regierung unter dem Vorwand, er hätte nicht politische, sondern gemeine Verbrechen begangen, von den Vereinigten Staaten for- derte, ist heute definitiv aus der Haft entlassen worden. Der Er- folg ist dem eifrigen Wirken eines Verteidigungskomitees zu danken, das auf Betreiben unserer Genossen begründet wurde. Im Gegensatz zur Schweiz haben die Vereinigten Staaten das Ashlrecht gewahrt. Die heutige Nummer besteht aus Hauptblatt, 11 Beilagen und Unterhaltuugsblatt. Für benJnferatenteil veraptwu Th. Glocke, Berlin, Druck u. Verlag: VorwärtsBuchdruckerei«. Verlagsanstalt Zaul Singer Sc SoH Berlin SW. |l 76. 26. Jahrgang. 5. Kilaze Ks Lsmiick" Kerlim DaldsM Mittwoch. 3!. Marz 1909. Reichstag* 83 7. Sitzung vom Dienstag, den 30. vormittags 11 Uhr. !Srz 19 09, Am Bundesratstische: v. Bethmann-Hollweg. Sy» Low, Dernburg, v. Schoen. Auf der Tagesordnung steht der Etat des Rdcbshanzlcrs. Abg. Bassermann(natl.): Die heutige Debatte steht unter dem Zeichen der Finanzreform, mit der ich mich ausschließlich beschäftigen werde. Ueber ihre Not- «uendigkeit und Dringlichkeit herrscht in allen Parteien und schichten der Bevölkerung Uebercinstimmung. Es zeigt sich Volke eine ungewohnte Opferwilligkeit.(!) -ze Finanzreform ist notwendig, um die Reichsfreudigkeit bei den (T.suelstaateu zu erhalten. Die Einnahmen und Ausgaben deS Mlches müssen ins Gleichgewicht gebracht werden, damit die rundcsverteidigung nicht Not leidet. Gesunde Finanzen sind weiter �forderlich, um die Witwen- und Waisenversicherung zu lösen. Ein finanziell starkes Teutschland ist ein Friedenshort in einer Zeit, in der leider angesichts der politischen Lage an eine Ab- rüstung nicht zu denken ist. Der Friede der Welt beruht auf den deutschen Bajonetten! lBravol bei den Natl.) Zwar keine weich«, aber eine sichere Unter- icQt* Eine zweite unerläßliche Voraussetzung der Finan�reso-m ist die genügende Heranziehung deS Besitzes. (Bravo! bei den Freis.) Wenn der Massenkonsum belastet wird weil es nicht anders geht, dann darf der Besitz nicht verschont bleiben. Das ist ein Gebot der Staatsklugheit und der sozialen Gerechtigkeit. Der Staat würde sonst selbst das Wasser auf die sozialdemokratischen Mühlen führen.(Lebhafte Zustimmung bei den liberalen Gruppen.) Die Form der Besitzsteuer stand für uns Nationalliberale in zweiter Linie. Für uns stand nur fest, daß sie allgemeinen Charakter haben, jeden Besitz treffen und nicht den Grundbesitz freilassen müsse. Wir habe« im Laufe der Zeit eingesehen, das) der Weg einer Reichs- einkammenfteuer, für den mancher von uns begeistert war, nicht gangbar ist!— Ten Einzclstaaten darf die Einkommensteuer nicht entzogen werden.(Sehr wahr! rechts.) Für eine Reichsein- kommensteuer ist zurzeit auch eine Mehrheit im Reichstage nicht zu finden, ebenso wenig im Bundesrat. So ist unser Vorschlag einer Reichsvermögenssteuer in der Finanzkommission abgelehnt worden. Um weiter zu kommen, ist dann das Gampsche Kompro- miß abgeschlossen worden. Es hat im Lande, in den Einzelstaaten lebhaften Widerspruch gefunden.(Sehr richtig!) Unter diesen Umständen erachtet die große Mehrheit der nationalliberalen Frak- tion den Ausbau des Erbschaftssteucrgesetzes, die Heranziehung der Deszendenten zur Erbschaftssteuer, für eine Notwendigkeit. (Lebhafte Zustimmung bei den Natl.) Wir wollen, daß bei der Heranziehung der Deszendenten den besonderen Verhältnissen der Landwirtschaft Rechnung getragen wird. Wir wollen, daß alle Borsichtsmaßregeln im Gesetz getroffen werden, um Steuerschnüffe- lcien hintan zu halten. Wir wollen, daß mittlere und kleinere Erbteile freibleiben über die Grenze der Regierungs- vorläge hinaus! Es ist dies der Standpunkt des Gesamtliberalismus (Sehr richtig! links), der vielleicht auch von manchen Konserva- tiven und sogar vom Zentrum geteilt wird. Welche Parteien sollen nun die Finanzreform erledigen? Diese Frage steht jetzt im Vordergründe. Die nächstliegende Antwort wäret der Block. der eine Reihe von Aufgaben wie das Vereins- und das Börsen- gesetz gelöst hat! Die Bedeutung der Finanzreform geht weit hinaus über diese Fragen. Auch weit hinaus über die Streitig- Kleines f euilleton. Die„Traumtänzerin" Magdeleine(oder wie sie früher hieß Madeleine) tritt nun auch in Berlin wieder auf. In den Äammer- spielen läßt sie sich von einem eigens dazu mitgebrachten Pariser hypnotisieren. Im Traumzustande werden dann wunderbare künstlerische Qualitäten wach, über die sie im Wachzustande nicht verfügen soll. Also behaupten die Anhänger, vor allem ein Münchener mondäner Nervenarzt. Da es in Berlin ja schon lange zum guten Ton gehört, an geheimnisvolle Kräfte zu glauben und selbst von Spiritisten gröbster Observanz sich Wunder vortäuschen zu lassen, so wird Magdeleine(welch seltsamer Name!) sicher Adepten genug finden. Der geheimnisvolle Zauber würde uns nur unter gehöriger wissenschaftlicher Kontrolle interessieren, die uns aber weder der Münchener Psychiater noch etwa Herr Stumpf, der wissenschaftliche Begutachter des klugen Hans, bieten könnten. So bleibt denn für uns nur die künstlerische Seite. Frau Magdeleine, deren Herkunst ebenso geheimnisvoll ist(das ist das wesentliche) wie ihr Geisteszustand, hat ein bis zur Grimasse aus- drucksvolles Mienenspiel. Rezitationen und Musikvorführungen begleitet sie mit mimischen und pantomimischen Bewegungen. Und wie immer ihr Zustand sei. sie hat eine Gebärdensprache, die mannigfaltig und kräftig ist, besonders im Affekt. Dagegen gehen ihr Grazie und was man schöne Linie nennen könnte, ab. Dafür ist sie aber, wie gesagt, ungemein interessant, weil sie all ihre Fähigkeiten— angeblich ohne Uebung und Vorbildung— aus der Tiefe ihres Unterbewußtseins schöpft. Und daS ist die Hauptsache. Münchener Frühling. In der Landschaft, in der bildenden Kunst, in der Starkbiersaison und im Theater tut er sich kund, der holde Knabe Frühling. Die Rodel- und Ski- und Bobsleighbahnberichte aus den Borbergen und auch schon im bayerischen Hochgebirge selbst lauten traurig für die Wintersportler, denn sie melden das Schwinden des Schnees. Föhnwind braust von Süden her und frißt gierig seinen weißen, weichen Feind weg. In Strömen rinnt er zu Tal und beginnt das Bett des wilden KarwändelsiromeS Isar, deS Lechs, des Inns und der Donau mit grauen, gurgelnden, quirlend dahin- schießenden Massen zu füllen. Auf dem Nockherberg am hohen Jsarufer fitzt im wärmenden Nachmittagsschein der Märzen- sonne der Münchener Spießbürger, knabbert die ersten Radieschen und schlürft in Strömen das schwere, schwarze, süße Salvatorbrer, die Perle oller FrühlingS-Starkbiere. Ist er nebenbei etwas poetisch veranlagt, lauscht er vielleicht auf das Schlagen des Finken, der über ihm im kahlen Geäst sitzt oder kaust seiner Huldin die massenhaft dargebotenen treuen Blauaugcn de» LenzeS, die duftenden Veilchen. Nur leider ist zu vermelden, daß nach der zweiten Maß schon die schöne Frühlingsstimmung zum Teufel geht und rohere Regungen in dem vom Alkohol umnebelten Himkasten sich geltend machen. Zum Glück dauert aber die Salvatorsaison nur acht Tage, dann ist Ruhe bis zur Eröffnung des Maibockes in der kgl. bahr. Anstalt für rationelle Volksverdummung, dem HofbräuhauS. In farbigen Leinwanden spiegelt sich der Frühling auch in den Sälen der Sezession. Freilich von Werdetrieb und treibender Keimkraft, geschweige denn von revolutionärem Märzengeist ist auf den brave» Bilder» unserer Jahr für Jahr zahmer werdenden Sezessionisten wenig zu spüre». Sie malen wohl, wie es ihnen der Geist eingibt, aber das ist ein schwacher Geist der Anpassung, der- leiten beim Kolonialctat, die seinerzeit zur Auflösung führten. (Sehr tvahr! links.) Der Wille, die Finanzreform tunlichst durch die Blockparteien zu lösen, hat zu den Blockkonfercnzen und zu der Annahme des Kompromisses Gamp geführt. Kann der Block die Finanzreform nicht erledigen, so muß die Führung in der Finanzfrage auf das Zentrum übergeben, und das wäre ein Wende- Punkt in unserer inneren Politik. Man spricht von einer Finanz- reform, die mit wechselnden Mehrheiten gemacht würde. So hoch ich die Gutmütigkeit des Zentrums einschätze(Heiterkeit), das er- warte ich doch nicht von ihm, daß es allemal dann einspringen wird, wenn der Block nicht weiter kommt.(Lebhaftes Sehr wahr! im Zentrum.) Die Erledigung der Finanzreform mit wechselnden Mehrheiten schließt die Gefahr in sich, daß im letzten Moment das mühsam aufgebaute Werk zusammenbricht. Sollte der Schatz- sekretär wirklich seine Hoffnung auf wechselnde Mehrheiten bei den einzelnen Gesetzen aufbauen, so würde das eine sehr naive Einschätzung der politischen Machtfaktoren sein.(Sehr richtig! bei den Liberalen.) Die„Augsburger Postzeitung" sagt heute auch ausdrücklich, daß zum Abschluß einer Koalition zwei ge- hören. Ob man denn glaube, daß das Zentrum der Rechten ge- rührt in die Arme sinken werde, wenn die Konservativen den Block kündigen. lHeiterkeit im Zentrum/) Wer das vermute, täusche sich gründlich.(Sehr richtig! im Zentrum.) Das Zentrum habe nicht die geringste Lust, aus der gegenwärtigen Situation heraus- zutreten» es sei denn, daß ihm ernsthafte Garantien geboten würden. (Sehr richtig! im Zentrum, Hört! hört! beim Block.) Es ist ganz klar, daß wenn dos Zentrum Finanzreform macht, es in allen anderen Fragen der inneren Politik nicht mehr ausgeschaltet werden könnte. Gerade die Lösung der Verbindung mit dem Zentrum durch den Reichskanzler hat aber einen grogen Teil der Nation mit Freude erfüllt. Wir wünschen nicht, daß nach so kurzer Zeit der Block zerstört wird. Geschieht es, so wird man im Boll die Schuldigen z» finden wissen!(Sehr richtig! bei den liberalen Gruppen.) Man staat, ob die Finanzreform als Blockaufgabe nicht bereits geschertert ist. Die Frage ist akut geworden durch die Stellungnahme der konservativen Partei und durch die bekannte Notiz in der„Konservativen Korrespondenz", in der sogar von einer Vorherrschaft des Freisinns gesprochen wird.(Lachen b. d. Freis.) Ich stehe nicht an, die offene Erklärung der Konserva. tiven für einen Akt der Loyalität zu erklären. Sie mußte in diesem Moment erfolgen, weil am Freitag die Abstimmung über die Liebesgaben in der Finanzlommisswn stattfand. Wir haben bei dieser Abstimmung eine neue Gruppierung kennen gelernt. Wäre die Erklärung nicht vorher erfolgt, so wäre die konservative Eraktion mit Recht in den Verdacht der Felonie am Block ge- mmen.(Lebhafte Zustimmung bei den Liberalen.) An die Erledigung des Blockes haben Phantasten kühne Hoff- nungen auf einen neuen Block aufgebaut. „von Bebel bis Bassermann", (Allseitige Heiterkeit.) Herr Bebel wird höchst erstaunt und belustigt gewesen sein, daß er nunmehr an Stelle der Konservativen 400 Millionen neue Konsumsteuern bewilligen soll.(Allseitige Heiterkeit.) Die Sozial- demokraten, die sogar Herrn Barth und Herrn v. Gerlach verlachen, kann ich mir nicht Arm in Arm mit uns Nationalliberalen und mit Mitgliedern der freisinnigen Parteien wie dem geschätzten Kol- legen Mugdan denken.(Erneute Heiterkeit links.) Wenn der Block einmal vergeht, muß der Nationalliberalismus auf eigenen Füßen stehen, auf beiden Füßen, und er hat ja glücklicherweise zwei: ein rechtes und ein linkes.(Bravo! bei den Liberalen.) Herr Naumann möge an die Reichstagswahlen zurückdenken und an die Tatsache, daß bei diesen Wahlen ein gewaltiger Unwille des ge- samten deutschen Bürgertums gegen die Sozialdemokratie zutage getreten ist, der in einer von uns unerwarteten Weise zu der großen Niederlage der Sozialdemokratie geführt hat. Also an ein Bündnis zwischen Liberalismus und Sozialdemokratie, das für uns nur todbringend sein würde, glaube ich nicht.(Lebhafte Zu- stimmung bei den Liberalen.) Die Grundsätze, die die„Norddeutsche Allgemeine" am LS. März über die Finanzreform veröffentlicht hat, worin es heißt, daß der Bedarf an neuen Einnahmen nicht bloß eine Besteuerung von Genußmitteln der breiten Masse erfordert, sondern durch eine allgemeine Belastung des Besitzes mit aufgebracht werden mutz, Berechnung auf Verkaufschancen. Augenblicklich sind Interieurs sehr beliebt, seitdem Meier-Gräfe Menzels„Zimmerecke mit Balkontüre" für die„Perle der Nationalgalerie" erklärt hat. So tun Nißl, Eugen Wolff. Joies Kühn, zum Teil auch Winternitz ein übriges und malen fleißig Interieurs a la Menzel, versteht sich mit der obligaten Biedermeiereinrichtung. Sonst gibt es noch Fensterschilder von Hans Bühler(Nibelungen), wackere Landschaften von Albert Lamm und Jsartalstudien von dem zur heimischen Scholle zurückgekehrten P i e tz s ch, HochgebirgSszenen voll seltsam blitzenden Reflexlichtern von Karl Reiser. Porträistudien von Schwalbach, grüne nackte Damen vorm„Toilettentisch" von Schnackenberg, geistvolle „Kleinigkeiten" von dem einst herben und kühnen Fritz Haß und eine Kollektion von dem Pariser Paul Cözenne, ein Evangelium für die Snobs. Innerlich vervollkommnet von den Säulen der Sezession hat sich S ch r a m m- Z i t t a u. Er ist von den natura listischen Federviecheru auf die dustige träumerische Stimmung der Landschaft der Moore gekommen, beherrscht auch die Form jetzt und versucht sich mit gutem Gelingen an der schweren Aufgabe Menschen zucharakterisieren. Anläßlich einer„Coriolan"- Ausführung hat die M ü n ch e n e r Shakespeare-Bühne. die zur Vereinfachung der oft wechseln- den Shakespeareszene 1389 unter Persalls Leitung von Savits und Lautenschläger konstruiert wurde, eine Verbesserung erfahren, die ihre Wirksamkeit auch an anderen Theatern vielleicht ermöglicht. Die Errungenschaften des Münchener Künstlertheaters sind hierbei ver- wertet worden. Die Zweiteilung des Raumes zeigte im Vorder- gründe eine Abart dieser viel beschrienen„Reliefbllhne", auf der vor einem dunklen Vorhang sich alle die Szenen abspielen, die keine bestimmte Lokalisierung verlangen. Der Hintergrund, die Hinter- bühne blieb für die Szenen vorbehalten, die nach der Vorschrift deS Dichters einen bestimmten dekorativen, malerischen Charakter ver- langen. Vieles wies hier noch auf die JllusionSbühne hin, in der Hauptsache aber ist die von Maschinendirektor Klein entworfene Shakespeare- Reformbühne als ein wesentlicher Fortschritt über den landläufigen Kulissen- und Soffittenzauber hinaus zu begrüßen. m. Der Respekt vor dem Staatsanwalt. AuS Rostock wird uns geschrieben: Eine für daS Staatswohl sehr besorgte Stadttheater- deputatton führt hier ihr Szepter. Sollte da am letzten Sonntag eine Volksvorstellung stattfinden mit dem etwas freimütigen Stück Schülers:„Staatsanwalt Alexander". Die Deputation vereitelte sie indes und so konnte die Volksvorstellung nicht stattfinden. Einige Male war da§ für daS mecklenburgische Volk so gefährliche Stück bereits aufgeführt worden, ohne absonderlichen Schaden anzurichten. Diesmal aber paßte die Deputation, der ein Senator, ein Kommerziell- rat, ein Rentier und ein Fabrikbesitzer angehören, auf und verhinderten das Unheil. Zum Ersah schlugen sie dem Direktor vor,„Was ihr vollt" von Shakespeare aufzuführen. Da aber„Was ihr wollt" erst hätte einstudiert werden müssen, so wurde die billige Vorstellung für die minderbesitzende Klasse über- Haupt abgesagt. Die liberal verwaltete Stadt Rostock leistet 40 000 M. Zuschuß an das Theater, offenbar, damit einige Respekts- Personen Experimente in Volksbeglückung eigener Art unternehmen können. Was dabei herauskommt, sieht man: gar nichts. DaS neue Messsna. Die Freunde des alten Aicssina werden die neue Stadt tvohl kaum wiedererkennen, wenn die Rekonstrukttons- Pläne de? italienischen Ingenieurs Eannizzari, hie jenseits der sind die des gesamten Liberalismus. Es wäre ersteulich, wen« der Herr Reichskanzler vier im Plenum diese Grundsätze bestätigte. (Sehr wahr! links.) Die feste Stellung der Regierung ist die Garantie des Erfolges. Sie wird dem Gedanken der RegierungS- Vorlage zum Siege verhelfen, selbst wenn es nötig sein sollte, den Appell an da? Volk zu richten. (Bewegung.) Die Politik der konservativ-liberalen Paarung ist eine Politik der Konzessionen, an der der Liberalismus festhalten will. Wir fragen nunmehr die konservative Partei, wie sie sich dazu stellt. Die Abstimmung über die Liebesgaben hat eine tiefe Verstimmung in liberalen Kreisen hervorgerufen.(Sehr richtig! links.) Wenn die Steuerreform durch den Block gemacht werden soll, must dieser Beschlust über die Liebesgaben revidiert werden. (Sehr richtig! links; große Unruhe rechts.) Der Block bedeutet manchen Verzicht am Parteiprogramm, bei den Konservativen wie bei den Liberalen.(Unruhe rechts.) Bis heute sind Konzessionen auf beiden Seiten in tveitem Umfange gemacht worden.(Sehr wahr! links; Unruhe rechts.) Wir bringen gern dieses Opfer, aber wir können nicht vertragen, daß bei der Finanzreform der liberale Gedanke ausgeschaltet wird. Ueber all diesen Kom- binationen und Konstellationen, die naturgemäß kein« ewige Dauer haben können, stehen „unsere großen Prinzipien" flautes Lachen bei den Sozialdemokraten), denen die Zukunft ge- bört.(Bravo! links.) Die Festigkeit und Klarheit der Politik de? Reichskanzlers(Fürst Bülow betritt den Saal) hat in den Balkan- fragen uns zu einem glänzenden Erfolge der deuffchen Staats- kunst geführt, der an die besten Zeiten der Bismarckschen Politik erinnert.(Bravo! links.) Möge der Reichskanzler in der Finanz- reform, die mit Festigkeit und sittlichem Ernste betrieben werden muß, den gleichen Erfolg haben, zum Heile der Nation!(Lebhafter Beifall bei den liberalen Gruppen.) Abg. Bonderscheer(Eis.): Elsatz-Lothringen hat nicht die Stellung eines selbständigen Bundesstaates im Reiche. Die ver- kündeten Regierungen würden eine edle Tat tun, wenn sie den Wünschen des elsässischen Volkes entsprechend ihm die staatliche Selbständigkeit geben würden.(Bravo! im Zentrum.) Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg: Im vorigen Jahre hat der Reichskanzler erklärt, daß dieser Frage nähergetreten werden soll. Das ist in der Zwischenzeit geschehen, aber eine Ueberein- stimmung innerhalb der Verbündeten Regierungen ist noch nicht erreicht. Die verbündeten Regierungen sind aber entschlossen, diese Frage baldigst zum Ziele zu führen. Abg. Wiemer(frs. Vp.): Auch ich halte, wie Herr Bassermann, die Reichsfinanzreform für eine Lebensfrage des Reiches. Die Regierung ist sich aber nicht früh genug klar darüber gewesen, mit welcher Mehrheit sie sie machen will.(Sehr richtig! bei den Freisinnigen.) Wir haben einer bedeutenden Erhöhung der Verbrauchssteuern zugestimmt; das war ein Ivettes Entgegenkommen unsererseits. Aber die Voraussetzung dafür war eine kräftige Heranziehung des Besitzes. Ohne diese würden wir unsere Zustimmung zu den Verbrauchs- steuern nicht aufrecht erhalten.(Zustimmung bei den Frei- sinnigen.) Die Nachlatz- und Erbschaftssteuer steht erneut auf der Tagesordnung, und ich freue mich, daß die Ratwnalliberalen auch bereit sind, für den Ausbau der Erbschaftssteuer einzutreten. Damit ist eine einheitliche Frontstellung aller Liberalen gegeben. (Lebhafter Beifall bei den Freisinnigen.) Die Freude hierüber wird auch nicht beeinträchtigt durch die Ausführungen des Abge- ordneten Basscrmann über Herrn Naumann. Auch ich teile nicht die Anschauung Naumanns über die Notwendigkeit und Möglichkeit eines Blockes von Bassermann bis Bebel. Das ist aber belanglos gegenüber der Tatsache, daß wir alle, auch Naumann, einen Zu- sammenhalt aller Liberalen wünschen und in der Frage der Besitz- besteucrung auch haben.(Zustimmung bei den Freisinnigen.) Graf Mirbach hat die konservative Partei einen kocker cke bronre (ehernen Fels) gegen die Nachlaßsteuer genannt. Ich' gebe die Hoffnung nicht auf, daß die heutige Mehrheit der Konservativen Alpen lebhaftes Aufsehen erregen, angenommen werden. Nach einer genauen Untersuchung der Ruinen und der Einsturzursachen hat Cannizzari den Plan enttvorfen, in der neuen Stadt nur niedrige, höchstens zweistückige Häuser zu errichten. Die neuen Häuser sollen villenartig gebaut werden, d. h. alle voneinander ge- trennt bleiben, und zwar soll der Zwischenraum von HauS zu Haus wenigstens so groß wie die doppelte Höhe des Bauwerkes sein. Stach diesem Vorschlage würde jedes Haus seinen großen. umfangreichen eigenen Garten haben, in dem unter der sudlichen Sonne Siziliens in kurzer Zeit schattenspendende Zitronen- und Apfelsinenbäume erblühen würden. Messina aber würde vielleicht das Vierfache der bisherigen Stadtfläche einnehmen und stunde» weit würden aus dem Grün der Gärten längs der Meeresküste die Dächer aufleuchten. Humor und Satire. Atavismus. Der Urahn war ein Menschenfresser. Er lobte sich, was jung und zart. Er sprach:„Ein Jüngling schmeckt mir besstt Als einer mit ergrautem Bart." Wir aber sind seit lange Christen. Wir sagen:„Kindlein, liebet Euch I" Wir führen strenge Bürgerlisten, Und fehlt mal einer, merkt man'S gleich. Der Pfarrer spricht:„Du sollst nicht töten; Sonst kommst Du vor daS Schwurgericht." Kaum daß mit holdem Schamerröten Der Mann den Floh knickt, der ihn sticht. Nur alle zehn bis zwanzig Jahre Gibt's einen Rückfall oornmo il kaut. Dann fahren wir uns in die Haare Und massakrieren uns en groS. Der Urahn spukt auf unseren Zungen Er nennt sich diesmal Vater Staat. Das Blut von tausend braven Junge» Schlürft er wie Ochsenmaulsalat. DaS Christentum zerbrach in Scherben. Es brüllt daS Tier, von Wut entbrannt: „Wie schön und herrlich ist's, zu sterben, Zu sterben für das Vaterland!" (Edgar Steiger im„SimplicisstmuZ'.) Notizen. — OKleodorich, w i e hast du dich verändert! Die väterlich wachende Polizei hat den Staat wieder einmal vor großen diplomatischen Verwickelungen bewahrt. In dem Operettenkönig Kleodorich von Kongolien, der im Theater des Westens in der neuen Operette„Der Jockeyklub" tanzt, singt und den Hof macht, witterte sie einen Monarchen, der mehr in Paris als in seiner ebenfalls französisch sprechenden Hauptstadt lebt. Zuerst ver- wandelte sie daher Kongolien in Mongolien, dann drang sie darauf, daß der Name Kleodorich seinen Anfangsbuchstaben wechsele, und zuletzt schnitt sie sogar dem Darsteller den langen weißen Vollbart ab, den man aus so vielen Witzblättern kennt. gegen sie sich schließlich In eins M ind'er�eli Setivandeln kird. Die Tätigkeit der extremen Agrarier des Bundes der Landwirte allerdings ist für die Rcichsfinanzreforin schädlich und unheilvoll. (Sehr richtig! links.) Die Rücksichtslosigkeit und Siurzsichtigkeit der agrarischen Demagogie... (Große Unruhe rechts, lebhaftes Sehr richtig! bei den Frei- sinnigen.)... Nun, auf der letzten Generalversammlung des Bundes der Landwirte im Zirkus Busch sind doch Aeußerungen gefallen, welche die größte Entrüstung bei uns Herborrufen mußten. (Zuruf rechts: Das ist unrichtig!) An Einseitigkeit der Forde- rungen, an Herausforderung der nichtagrarischcn Kreise hat diese Generalversammlung noch ihre Vorgänger in den Schatten ge- stellt. Die vom Bunde der Landwirte beschlossene Resolution nennt im Eingang die Reichsfinanzreform eine nationale Notwendigkeit «no schließt mit der Ablehnung aller direkten Reichsstcuern, aus- drücklich auch der Reichsvcrmögens- und Nachlaßsteuer! Das zeigt deutlich, daß hinter tönenden patriotischen Wendungen sich lediglich versteckt die Abneigung, selbst Opfer zu bringe»!(Lebhafte Zustimmung bei den Freisinnigen, große Unruhe rechts.) Auch gegen die Forderung, die llieichsfinanzreform mit dem Ausbau konstitu- tioneller Garantien zu verknüpfen, hat der Bund der Landwirte in aller Entschiedenheit Stellung genommen. Durch die letzten Vorgänge sind die Voraussetzungen für die Mitwirkung der Linksliberalen in der Blockpolitik entzogen, die Abstimmung in der Stcuerkommission und die Erklärung des Herrn von Normann zeigen, das) die Konservativen die Finanzreform mit dem Zentrum machen wollen. Wenn die„Konservative Korrespon- denz" auf die angeblich einseitige Vorherrschaft der Liberalen im Block hinweist, so bemerke ich: Wir haben stets gesagt, daß wir bei unserer Mitwirkung im Block Fortschritte in der Richtung unserer Anschauungen durchsetzen wollen, und es erfüllt uns mit Genugtuung, daß wir in dieser Richtung einiges erreicht haben. Aber von einer einseitigen Vorherrschast der Liberalen kann doch nicht gesprochen werden.(Lebhaftes Sehr richtig! links.) Am wenigsten kann die konservative Partei darüber Klage führen, die es verstanden hat, jahrzehntelang die Regierung und die Gesetz- gebung unter ihre Herrschaft zu zwingen und durch ihre Vorherr- schäft in Preußen auch den entscheidenden Einfluß auf die Reichs- regierung zu gewinnen.(Sehr richtig! bei den Freisinnigen.) Wir werden ruhig weiter arbeiten und nicht fragen, was Fürst Bülow tun wird. Wir werden die weitete EntWickelung mit kühler Gelassenheit abwarten und sehen, ob ein Faktum sich ereignet, das es uns ermöglicht, aus unserer jetzigen Reserve herauszutreten. Unser Ziel bleibt: Befestigung der nationalen Einheit Deutschlands, Ausbau der politischen Freiheit, Hebung der Wohlfahrt des ganzen Volkes.(Lebhafter Beifall bei den Freisinnigen.) Abg. Freiherr v. Richthofen(k.): Es ist mir unverständlich, wie Herr'Wicmer in demselben Atemzuge sich für den Block einlegt und zugleich solche Vorwürfe gegen einzelne Parteien richtet, die er für den Block zu werben sucht! Bon der Reserve, die er sich auferlegen wollte, habe ich nichts bemerkt.(Sehr richtig! recht») Wenn man dereinst die Geschichte des Blocks schreiben wird, so wird sie sehr viel von Konzessionen der Rechten zu erzählen haben(Große Heiterkeit linkst, ob aber von Konzessionen der Linken, das steht noch dahin. Meine Partei will nach wie vor die Reichsfinanzreform fördern.'Aus diesen Gründen werden wir nicht zögern, an der Reichsfinanzreform weiter mitzuarbeiten, wenn uns das auch schwer gemacht wird. Vor allem liegt uns daran, eine Versumpfung der Verhandlungen zu verhindern, vor der sie zu stehen schienen. Die schweren Gegen- sähe der Parteien müssen zum Ausgleich gelangen. Daß wir zu Konzessionen bereit sind, hat das sogen. Besitzsteucrkompromiß be- wiesen, von dem Herr Müller-Meiningen selbst anerkannt hat, daß sein Grundgedanke liberal sei.(Hört! hört! rechts.) Durch unsere Zustimmung zu jenem Kompromiß und durch unser ganzes Verhalten haben wir bewiesen, daß wir eine Besitzsteuer wollen. Das Gesetz über die Nachlahsteuer aber ist nicht nur von unserer Partei zurückgewiesen worden, sondern hat überhaupt nur sehr wenig Gegenliebe gefunden, so dasi ich glaube, cS ist in der Ver- scntuug verschwunden.(Oho! links.) Was an seine Stelle treten soll, darüber will ich mich heute nicht aussprechen.(Lebhaftes Hört! hört! links.) Wir verlangen, daß die Regierung mit ihren Vorschlägen hervortritt; neue Steuern vorzuschlagen, ist nicht Sache der Parteien. Eine ganze Reihe von Steuern, wie die Inseraten- fteuer, Elektrizitütssteuer, Weinsteucr, sind gerade von der Linken abgelehnt worden.(Sehr richtig! rechts.) Unstimmig- leiten zwischen uns und der Linken haben sich nicht ausschließlich bei der Brennsteuer gezeigt. Sie sind auch bei der Tabak- fteuer vorhanden.(Hört! hört! rechts.) Es ist nicht wahr, daß wir gesagt haben, wir wollten den Block sprengen und die ganze Reichsfinanzreform mit dem Zentrum machen. Davon ist nie die Rede gewesen. Wir haben nur gesagt, wir müßten die Majorität nehmen, wo wir sie fänden!(Stürmisches Gelächter links.) Das Vaterland geht uns nicht nur über die Partei. eS geht uns auch über die Parteikonstellation.(Lebhaftes Bravo! rechts.) Abg. David(Soz.): Aus der Reform de? Finanzclends ist nun das Elend der Finanzreform geworden.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Ursache liegt wohl darin, daß viele Parteipolitiker mehr an die eigenen Finanzen denken als an die Finanzen des Reiches. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Reichskanzler empfahl neulich als Lösung der Finanzmisere Rückkehr zur alt- gewohnten Sparsamkeit. Ucberall soll gespart werden, nur nicht an Militär- und Marineausgaben, während doch gerade von diesen Ausgaben die Finanzmisere gekommen ist. Trotzdem will die Regierung nicht auf eine Rüstungsbeschränkung eingehen, sondern beharrt auf dem Standpunkte, daß das endlose Wettrüsten die beste Garantie des Friedens sei. Es wird damit nicht anders werden, bis man nach unserem Vorschlage handelt, nämlich die Hauptkosten für die Bedürfnisse des Reiches, insbesondere für Militär und Marine, auf die Schultern der wirtschaftlich Starken zu legen. Man könnte etwa bei jeder Flottenvorlage die Kosten dafür durch eine Umlage auf die großen Vermögen von 100 000 M. an pro- gressiv steigend erheben! Diese Flottensteuer könnte man raten- weise erheben: jedesmal, wenn ein neues Schiff vom Stapel ge- lassen wird, ist nationaler Festtag, dann wird die Flottensteuer erhoben.(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Dann wird zweifellos die Einsicht, daß hier der Punkt ist, wo mit der Spar- samkeit einzusetzen ist, sich sehr bald auch in den Kreisen ver- breiten, wo sie heute noch nicht vorhanden ist. Statt dessen sollen nun von S00 Millionen nicht weniger als 400 Millionen aus dem Konsum der großen Massen herausgeholt werden. Herr Basser- mann meinte, wenn man nicht 400 Millionen Besitzsteuern be- schließe, bringe man damit Wasser auf die Mühle der Sozialdemokratie. Glauben Sie denn nicht, daß auch diese Teilung bereits Wasser auf unsere Mühlen ist?(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Auch die 400 Millionen, die von neuem dem Erwerbsleben auf- erlegt und im großen und ganzen aus den breiten Massen des Volkes herausgeholt werden sollen, werden zweifellos so manchen, der bisher in der Sozialdemokratie das schlimmste Uebel sah, anders über sie denken lehren. Der Eindruck kann auch dadurch nicht verwischt Jpcrdcn, daß man ein paar Luxussteuern mit hinein- flicht. Diese Taktik der Dekoration mit kleinen Luxussteucrn ist zu durchsichtig. Wir wenden unS gegen diese Steuern erstens, weil es steuertechnisch durchaus verwerflich ist, ein neues Beamtenheer festzulegen zu unproduktiver Arbeit, und zweitens, weil wir nicht wollen, daß einzelne Erwerbszweige fortgesetzt in Unruhe und Schwierigkeiten gestürzt werden. Außerdem ist das, was dabei herauskonimt, kaum der Rede wert gegenüber den großen Summen, die aus dem Massenkonsuni gezogen werden. Wir schlagen ihnen eine Luxus st euer vor, die ist rationell und ersetzt alle übrigen Luxussteucrn: das ist die Besteuerung des LuxuSeinkommcnS und des LuxusvermögrnS, V. S. des Teils der großen Einkommen und Vermögen« der LuxuS ist.(Sehr gut? bei den Sozialdemokraken.) Damit treffen Sie allen Luxus. Wir nehmen von den goldenen Eiern, solange sie noch im Nest sind, während Sie die Eier ausbrüten lassen wollen und dann jeder Henne ein paar Federn nehmen! Das Argument, daß in Preußen schon der größte Teil der Steuern aus der direkten Belastung der Einkommen und Vermögen herausgeholt würde, ist nicht durchschlaggebend. Die Steuer in Preußen ist bis auf den heutigen Tag nicht progressiv gestaltet. Das kleinste Vermögen wird ebenso schwer belastet wie das größte. Die Herren wollen aber nicht, daß man daran tastet, das hat sich bei der Nachlaßsteuer in der schönsten Weise offenbart. Ter Widerstand gegen sie hat seinen eigentlichen Grund darin, daß sie als O f fe n b a r u n g s- fteuer wirkt. Durch sie wird Vorsorge getroffen, daß jedesmal beim Tode eines besitzenden Mannes eine genaue Aufnahme ge- macht werden muß und dadurch die Einkommen- und Vermögens- stcuerleistung nachträglich kontrolliert wird. Das ist den Herren unangenehm, weil es eine Maßnahme gegen die Steuerhinterziehungen ist.(Lebhaftes Sehr richtig! links.) Man hat der Sozialdemokratie wiederholt vorgeworfen— auch der Reichskanzler hat es getan— wir könnten nur„nein" sagen, wir seien d:e ZIcpräscntanten der reinen Negation. Wer hat denn bei der N a ch l a ß st e u e r„nein" gesagt? Etwa die Sozialdemokratie? Hat der Reichskanzler einen energischeren Kampfgenossen für diese Steuer gehabt als die Sozialdemokraten?(Heiterkeit und sehr gut! bei den Soz.) Die Neinsager waren in diesem wie in vielen anderen Fällen auf der rechten Seite und in der Mitte des Hauses! Ter Reichs- kanzler glaubt, ein feiner Psychologe zu sein. Aber die Agrarier hat er doch noch nicht richtig erkannt. Entsinnen wir uns doch der Freundschafts- und Liebeserklärungen, die er dem Bunde der Landwirte gemacht hat. Ein ganzes Bändchen könnte man damit füllen.(Heiterkeit.) ES waren Liebeserklärungen noch über den Tod hinaus. Als Lohn für sein Wirken im Interesse der Agrarier wünschte er die Grabschrift:„Hier ruht ein agrarischer Kanzler!" Und was hat ihm das alles geholfen?!(Große Heiterkeit bei den Soz.) Am 19. Januar hat er einen Appell ge- richtet an den Patriotismus, die nationale Gesinnung, die Opfer- freudigkeit der konservativen Partei. Was war die Antwort? Sie kam mit einer Schnelligkeit, die nicbts zu wünschen übrig ließ. An demselben Tage hielt der konservative Verband für den Osten seine Jahresversammlung in Danzig ab, und da trat ein Herr auf, den der Reichskanzler wiederholt in der Oeffcntlichkeit altz seinen Freund bezeichnet hat: Herr v. Oldenburg. Dieser hatte soeben die Nachricht von der Rede des Reichskanzlers bekommen, und er begann mit der Mitteilung dieser Nachricht seine Rede, die lediglich darauf hinausging:„Hier gibt es kein Noch- geben, Fürst Bülow!" und die damit schloß:„Auch die Drohung des Kanzlers mit seinem Rücktritt zieht nicht mehr, die Zeiten sind vorbei!"(Hört! hört! bei den Soz.) Dann kam die Resolution im Zirkus Busch, die gerichtet war gegen die zum Nach- geben geneigten Mitglieder der konservativen Partei; denen sollte der Rücken gesteift werden. Weiter war sie gerichtet gegen die Herren von der Neichsregierung, denen sollte die Faust gezeig: werden!(Sehr wahr! bei den Soz.) Das hatte auch seine Wir- kung, nämlich die, daß der Reichskanzler etwas zurückwich. Im preußischen Landtag hatte er gesagt, in Sachen der Nachlaßsteuer sei er aus einem Saulus ein Paulus geworden, und nun macht er Miene, wieder zum Saulus zu werden.(Große Heiterkeit bei den Soz. Fürst Bülow schüttelt verneinend den Kopf.) Er be. streitet das, ich werde das beweisen. Herr Dr. Hahn hat im Zirks Busch erklärt: die Nachlaßsteuer ist so gut wie gefallen, das sei ein Erfolg des Bundes der Landwirte. Wie kam er denn zu dieser Erklärung, wenil er nicht glaubt«, die Auffassung de» Regierung zu kennen?— Und Weiber: Als der Reichskanzler bald darauf beim Festmahl des Landwirtschaftsrates wieder einma» eine schöne Rede hielt, diesmal etwas elegisch, da war das Jnter- cssante an der Rede, daß er von der Nachlaß- und Erbschaftssteuer kein Wort sagte!!(Hört! hört! bei den Soz.) Gerade dort, wo er die Herren vor sich hatte, schwieg er! Die Aufnahme, die Professor Wagner gefunden, hatte ihn wohl etwas bedenklich gemacht.(Stürmische Heiterkeit links und im Zentrum.) Wer den Verhandlungen in der Finanzkommission gefolgt ist, weiß, daß dort der Kampf durch den Schatzsekretär und Herrn v. Rheinbaben sehr lässig geführt ist. Ich berufe mich hierfür auch auf das Zeugnis der Liberalen.(Sehr richtig! links.) Die Ver- trcter der süddeutschen Regierungen verhielten sich anders, und wenn Herr Wiemer das Hervortreten der süddeutschen Regierungen als partikularistisch beklagt, so meine ich. daß man ihnen vielmehr Dank aussprechen sollte, daß sie in dieser Frage fest geblieben sind und der ReichSregierung das wankende Rückgrat gestärkt haben. (Lebhafte Zustimmuna bei den Soz.) Deshalb nennt Herr v. Ol- denburg auch die süddeutschen Regierungen kurzweg„die süddeut- scheu Demokraten".(Große Heiterkeit links.) Und er hat ihnen ja auch schon mit den preußischen Bajonetten gedroht, wenn man dort etwa weiter mit demokratischen WahlrechtSänderungcn vor- gebt. Nun, die Süddeutschen werden sich nicht fürchten.(Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Wie sieht nun die Sache jetzt? Nach der Erklärung der„Nord- deutschen Allgemeinen Zeitung wird die Regierung in der Frag« der Erbschaftssteuer nicht nachgeben. Auf der anderen Seite er- klärt die„Deutsche Tageszeitung":„Für uns gibt eS kein Nach. geben." Herr Oertel stößt laut in die Kriegstrvmpetc. Noch schärfer rechnet die„Korrespondenz des Bundes der Landwirte" mit dem Reichskanzler ab; sie tut es in einer Weise, daß man, wenn menschliches Gefühl in der Politik Platz hätte, Mitleid mit ihm haben könnte. Anstatt der von ihm gewünschten schlägt sie eine neue Grabschrift vor:„Es war dies ein Kanzler, welcher für die Sozialdemokratie die erste bahnbrechende Kerbe in den Baum des deutsckien Familien- lebens schlug."(Schallende Heiterkeit.) Also das ist der Erfolg, daß man den Fürsten Bülow als Bahnbrecher für die Sozialdemo» kratie der Geschichte überliefert.(Große Heiterkeit.) So geht eS, Herr Reichskanzler,»venu man die heiligen Imponderabilien der konservativen patriotischen Seele angreift, die Herr v. Oldenburg mit einem schönen, klaren Ausdruck bezeichnet:„Das große Porte. monnaie der Besitzenden."(Heiterkeit.) Da sind sie sehr emp- kindlich, und noch empfindlicher sind sie, wenn man ihnen droht, sie Gewinne zu entziehen, die aus dem schönen patriotischen Ge- werbe herrühren, das im Osten blüht: der Schnapsbrennerei. (Große Heiterkeit links.) Dies schöne patriotische Gewerbe ist in Gefahr geraten, seinen patentierten Inhabern etwas weniger ab- zuwerfen. Die Branntweinliebesgabe kam in Gefahr, und wenn der Block bei der Nachlaßstcuer noch nicht ins Krachen kam, so sicher bei der Branntweinliebesgabe. (Große Heiterkeit.) 10 Millionen Mark haben diese konservativ- liberale Ehe in Gefahr gebracht, für die so schöne HochzeitSrcdcn gehalten waren.(Schallende Heiterkeit.) Die Herren von der freikonservativen Partei haben da doch einen Sprung zurück ge- macht, und ein? ihrer Organe, die„Berliner Neuesten Nachrichten", unterziehen die Haltung der Konservativen einer Kritik, in der cS heißt:„Die ganze Geschichte wäre zum Lachen, wenn sie nicht so furchtbar blamabel wäre, wenn sie nicht den bedenklichen Nieder- gang des politischen Gewissens, die Ueberwucherung aller politischen Ideale durch egoistische Portemonnaie-Jnteressen so unverschleiert zeigte.(Hört! bört! bei den Soz.) Treffender und schärfer kann ich es auch nicht sagen. Ob der Block tot ist, wer kann das in dieser Stunde sagen? Er röchelt«och! (Schallende Heiterkeit.) Irgendwo mag ja noch eine stille Hoffnung bestehen, daß der Block vom Reichskanzler zu einem Scheinleben erweckt werden möge. �Heiterkeit.), Wir unsererseits stehen dieser gapzen Mockfrags kühl bis ans Herz gegenüber.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wer auch immer in der Nachlaßsteuerfrage den Sieg davontragen mag, die äußerste Rechte mit dem Bund der Landwirte oder dsr Reichskanzler, siegen wird der, dem es gelingt, die Person de- Kaisers zu gewinnen. Ter Kampf um die Nachlaßsteuer ist ein Kampf um die Person dcS Kaisers. (Stürmische Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) So sehen wir denn seit Monaten den Kampf um die Person des Kaisers immer hitziger, mit immer mamiigfaltigeren Mitteln geführt. (Sehr wahr! links.) Und dieser Kampf offenbart zugleich die innere Schwäche und Korruption des in Teutschlands herrschenderi Systems.(Stürmische Zustimmung links.) Wie verlief doch der Kampf bisher? Zunächst wurde das Ver- halten des Neichskanzlers bei den Novemberereignissen, bei den Debatten über die„Daily Telegraph"-Asfäre und was damit zu- sammenhängt, von der Rechten zum Vorwand genommen. Ter Kanzler— so behaupteten die Konservativen, die selbst, wie schon ein Vorredner hervorgehoben, im November Worte der Anklage gegen den Kaiser gefunden(Sehr richtig! links.)— der Kanzler habe den Kaiser nicht genügend verteidigt. Warum oicse schnelle Wendung? Die Konservativen sahen ein, daß die Entscheidung über die Nachlaßsteuer bei der„allerhöchsten Person" liege. TaS große Portemonnaie gab den Zlnsschlag für die Haltung't Konservativen.'"h (Sehr wahr? links.) Daher die Vorwürfe gegen Bülow, daher'"' nun folgenden Notizen in konservativen Blättern über des Kais�" hervorragende Negenteneigensckiaftcn(Stürmische Heiterkeit � den Sozialdemokraten), diese Notizen, so triefend von Byzantini. mus, daß sie nur aus völligem Mangel an Seelenadel ihrer Verfasser entstände» sein können.(Lebhafte Zustimmung links.) Und dann kam Bülows Flucht in die Oeffentlichkeit und die bekannte Rede im Abgeordnetenhaus am 19. Januar d. I. Ter Kanzler begann mit einer Entschuldigung über sein Verhalten in den Novembertagen, mit einer Verlvahrung gegen den Vorwurf, daß er den Kaiser nicht genügend verteidigt habe. Er, der Kanzler. habe doch alle Schuld auf sich genommen— alle Schuld: kühner und beachtenswerter Ausdruck!(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Und dann sprach der Kanzler von„perfider Kainpfart", von„Klatsch und Kamarillageschwätz"..... Natürlich erging er sich in Klagen über die Angriffe gegen ihn aus dem sozialdemokratischen Lager; aber er fügle hinzu: ihre vergisteistcn Pfeile bezieht die Sozialdemokratie aus den Köchern, aus den Arft- nalen der bürgerlichen Parteien. Also Klatsch und Hofintrigcn und vergiftete Waffen werden nach des Kanzlers eigenen Aus- führungen von seinen bürgerlichen Gegnern gcgen ihn ge- braucht! Das ist doch Kamarilla. Sollte der Reichskanzler also die- Existenz der Kamarilla etwa noch einmal bestreiten wollen? Wie schön ist doch die Konkurrenz um das größte Quantum Rohalismus. Aber da schlägt ihn sein Freund Herr v. Oldenburg um einige Pferdelängen.(Heiterkeit.) Der erklärte: Ich bin plus roz'sliste du roi(rohalistischer als der König). In dieser schönen französischen Sprache will er sein patriotisches deutsches Herz ausschütten.(Große Heiterkeit.) In jener Rede hat Herr von Oldenburg auch gesprochen von den vielen Millionen, die man unnützerweift in Kanal bauten verpulvere!(Hört! hört! links.) In der Kanalfrage waren die Herren Konservativen ja auch royalistischer als der König!(Große Heiterkeit.) Herr von Oldenburg erwähnte auch die Wahl- reforminPreußen, die durch die Thronrede des Königs bc- kanntlich als„dringliche Aufgabe" angekündigt worden ist. Er er- klärte:„Nein! das gibt es nicht, mag der König das gesagt haben. wir sind hier wieder einmal plus ro�sliste» eiegsnter Ausfohrung.. 575875 SERIE I aus Pr, Stoffen SERIE n OO SERIE m 2500 35 Engl. gem. 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Neues königliches Opcrntheater. svalstaff.(Ans. S Uhr.) Deutsches. Kaust. Kammerspiel«. Nju.(Ans. 8 Uhr.) Ansang 8 Uhr. Westen. Der Jockehklub. Lessing. Die Wildente.(Anfang Tl.. Uhr.) Berliner. Einer von unsere Leu! Neues. Die fremde Frau. Neues Schauspielhaus. Pech« Schulze. Thalia. Wo wohnt sie denn? Komische Oper. Tiefland. Kleines. Moral. Hebbel. Revolutionshochzeit. Lnstspielhaus. Im Klubsessel. Residenz. Kümmere dich um Amelie. Schiller O.(Wallner• Theater.) Das Erbe. Schiller Charlottenburg. Rechts herum. Friedrich- Wilbelmstäbt. Schau- spiclhaus. Husarensieber. Luisen. Marie, die Tochter des Regiments. Trianon. LiebeZgewitter. Neues Operetten. Die Dollar« Prinzessin. Berliner Operetten-Theater SV/. DaS Himmelbett.(Ans. S'L Uhr.) Bernhard Rose. Reiterattacke. Bürgerliches SchansPlelhauS. Hosgunst.(Ans. 8l/t Uhr.) Gastipiel-Theater. SherlockHolme». Gebrüder Hcrrnfeld. Die beiden BindeibandS. Zlp'llo. Der junge Papa. Spezis- litäten. Metropol. Donnerwetter— tadel- loS. Wintergarten. Spezialitäten.. Carl Haverland. Spezialitäten. Bassage. Spezialitäten. ReichSliafUn. Stettiner Sänger. Walhalla. Svezialitäten. FolieS Caprice. Insolvent.(Ans. 8'/. Uhr.) tkasino. Nusjland. Spezialitäten. Gnünp Behrens. Das verliebte Pensionat. Stövles Brautsahrt. Spezialitäten. Ansang 8'/, Uhr. Parodie. Siegel siegelt alles.— 'Alles fürs Kind. Oder: Die Folgen eines Rendezvous, fllns. n'l, Uhr.) ilrauia. Tanbenstraste/ 48/49. Abends 8 Uhr: Leheit und Gebräuche der Sckiwarzsubindianer in den Nocky-MonntaiiiS. Lternwarte, Jiioalidemtr. S7/S2. Crania. Wissenschaftliches Theater, Tanbenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Leben, Bräuche und Legenden der Schwarzfuß-Indianer in den _ Rocky-Mountains._ Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: Marie, die Mer Upents. Donnerstag Benefiz für Fräulein I. Bohlmann: Der Totschläger. Freitag: Marie, die Tochter des Re- gimentS. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Max und Moritz. 8 Uhr: Marie, die Tochter des Regiments. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Das Mädchen aus Irrwegen. 3 Uhr: Der Totschläger. Montag: Marie, die Tochter deZ Regiments._ »WM NM Gr. Franksitrter Str. 132. Abends 8 Uhr Reiterattacke. Lustspiel in 3 Akten von Stobitzer und Friedmann. Donnerstag: Die Entgleiste». Melropol-Theater Täglich 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! RevueinlO Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Perry, Dfolden, Bender, GlnmpletFO. Kettner, Pfaun, Thiel«eher. Lessing-Theater. Miltlvoch 7'/, Ubr: Jbsen-Zyllus echste Vorstellung: Die V/ilöenle. Donnerstag 8 Ubr: Sri sei Sa. Isrlinsr Theater. Heute 8 Uhr: Einer von nnsore L-eut'. Morgen: Einer»an unsere Leiit', Neues Theater. Abends 8 Uhr: Die fremde Frau. (La femme X....) Morgen und folgende Tage: Die feinde Frau._ Theater des Westens. Allabendlich 8 Ubr: Der Jockeyklub. Friedricii-WütiBimstädtlsches Schauspielhaus. YNllwoch, 81. März, Ansang 8 Uhr: Husarenfieber. Donnerstag z. erstenmal: lZiksIIo. Freitag: Othello. Resiiienz-Theater. — Direktion: Richard Aieitnder.— Abends 8 Uhr: „Klimniere Dich um Amoile," Schwank in drei Akten(vier Bildern) von Georges Fehdeau. Morgen und folgende Tage: Die- ,clbc Vorstellung. Sonntag, 4. April, nachm. 3 Uhr: Der Prinzgemahl. LusispieBhaus. Abends 8 Uhr: Im Klubsessel. Hebbel-Theater «öniggrätzer Str. 57/58. Ans. 8 Uhr. Mittwoch, den 31. März: Revolulionshoehiett. Kencs Operetten-Theater, Schisfbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprlnzeasln. Operette in 3 Akten von Leo Fall. Q KWpenicberiitr. 08« 0 � Zum 548. Ilalo: 0* Sherlock Holmes von Ferdinand Bonn. Sehiller- Theater. Schiller< Theater(Zhsrlollsnhurg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Itochts herum. Schwank in 3 Akten v. Hans Gaus. Donner Stag.abendSSUbr: Die Welt, in der man sich lsnsiweitt. Freitag, abend« 8 Ubr: Die Welt, in der man sich langweilt. O.(Wallner-Theater.) Mittwoch, abends 3 Uhr: Das Erhc. Schauspiel in 4 Auszügen von Felix Philipp!. Donnerstag. abenbSLUHr Dl« Karolinger. Freitag, abends 8 Uhr: Ble Karolinger._ Gebrüder Herrofeld- Anfang Tliagtap Vorverk. 8 Uhr. lUCfllcr. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. ttur noeh his Dienstag, 6, Äpril Die beiden Bindelbands und„Endlich allein"! Mittwoch, 7. Äpril: Premiere! Stadt-Theater Moabit. Größter und vornehmster Theater- saal Moabits. Alt-Moabit 48.(Tel. II 2492.) Donnerstag, den 1. April 1909: Sherlok Holmes. Engl Detektiv- Komödie in 4 Akten. Ans. d. Borst. 8, Kassenvsstmng 7 Uhr, Konzeit 71/, Uhr. Nach der Vorstellung: Tan-, Sonntag, den 4. April: Sherlock Holmes. Berliner Eis-Palast" Ständige Eisbahn. Bii 12 Uhr nachts geöffnet. Konsert und Kunstlanfen. Als„Jubeln um m er"-Inserat SUP Erscheine leb im Fesltagsstaot. B Berlinerl 8 Ih-Trio. UIR-Trlo. T Stralsanderstr.!. Mittwoch, den 31. März 1909, abends 71/, Uhr: Große Vorstellung. Letztes Auftreten Ettero Tiberk) Münzenbrecher u. Elesantenheber. M Paet, � das Weltwunder als vierbeiniger Bhcycle-Künstler. Theron-Truppo 8 Personen. 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Idclitenberg, Frledrlchsfcldc, Wilhelmsberg: Otto Seilet, Kronprinzenstraße 4, I. Hablsdorf und liuulsdorf: Hugo Scheibe, Mohlsdorf, Walderfeestr. 14. Harlendorf: Zlugust Leip. Thauffeestr. 296. Hof. Xen-Welllensee: Kurl Fuhrmann, Eedanstr. 105, parterre. Xleder-Selibnewelde: Paul B en af ch, Grünauerftr. 8. X'owawes: Wilbcln, Joppe, Prtesterstr. 46. Obcr-Hclittncweide: August Henjes, Lausenerstr. 2, l. Bankow-Xlederschvahaasoa: Otto Riß mann, Mühlen- strah» 30. Reinickendorf.«st, Wllhclmsrah und Sohv»h«la: P. G u r s ch, Kamekestr. 12, I. Ellxdorf: M. Heinrich, Neckarstraße 2, im Lade». Baiumelsbarg, Boxhagen:A. Rosenkranz, Alk-Boxhagen 56. 8cliiiiargcndorf: Gustav K a m i n S k y, Eunostratze 2. «elivaeherg: WllHelm Bäumler, Marlin Lulherslr. 51, im Laden. 8pandaa:.K öp p e n, Jagowstr. 9. T'egel, Borsigwalde, Wittenau, Waldmannslast, Bcnnsdorf und Kclnickendorf■ West: Paul Kienast, Borsigwalde, Räuschstraße 10. Teltow: Wilhelm Keßler, Hohersteinweg 7. Ternpelhof: Albert Thiel, Friedrich WUHelmstr. 20. Treptow: Rod. Gramenz, Kiesholzstraße 412, Laden. U'll,n«rsdorf.Balensco: Wittmöbcl, Landhausstr. 27. Sämtliche Parlelliteratur sowie alle wlssenschajtllchen Werke werden geliefert. Annahme von Inseraten für dkl!„Uormärts". Bitte aasschneiden. 245/1* Achtung! Achtung! Aonnerstag, heu 1. April 1909, abends 8|(tjr, iin GeumMaftsHause, großer Saal, Engeluser 15: AIIgvmviBv V«rs»mmIuBg der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Tages-Ordnung: 114/10 1. Unsere zukünftige Stellungnahme gegenüber den Arbeitgebern. 2. Diskussion. Kollegen I Da in dieser Versammlung wichtige Beschlüsse gefaßt werden, so muß ein jeder von Ihnen für einen guten Versammlungsbesuch agitieren. In Anbetracht der gegen- wältigen Situation ist es notwendig, daß den Arbeitgebern die geschlossene Einigkeit der Kollegen bewiesen wird; deshalb muß jeder Bauanschläger zur Stelle sein. Nie Versammlang wird pünktlich erüfflict. Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiter-VerbandeS. Verein der Baunufchläger. Bureau: Amt III, 1474. nM feilffer Kerlm H. 24, Gr. Hamburger Str. 18/19. Arbeitsnachwels Amt III, 1813. Ortsverwaltung I kür Kellner, Köche» Köchinnen, Httfettiers nsm. Ortsverwalwng II Abteilung für das Hilfspersonal: Zapfer, Hausdiener Kn�ferpntzer nsw. Ortsverwaltung II! Abteilung für Kieradzieher. Die Mitglieder de« Verbandes sind niit einer Mitgliedskarte zur Legitimation versehen, die jedes Quartal erneuert wird und die Farbe ivechselt. 283/6 Die für das laufende Quartal gültige Karte ist von roter Farbe mit schwarzem Aufdruck und liegt dieselbe am nächsten Zahlabend zur Ansicht aus. yaj?" Gleichzeitig machen wir daraus ausmerksam, daß der»Verband deutscher GastwirtSgehilfen* und der .Gastronomische Gehilsenbervand* identisch sind. Der Vorstand. Naturfreunde! Touristen!-Amateurphotographen! Freitag, den Si. April, abends 8 Uhr, Orand-Botel, am Alexanderplatz: - We r s 11 m m I u 11 g*« Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent: Herr Engelbert Graf. 2. Diskussion über den Zu- sammenschluß sämtlicher Arbeiterivaiiderervereine. Alle Arbeiter und Arbeiterinnen find eingeladen. Zahlreichen Besuch erwarten 2S3/7 Touristenverein„Die Naturfreunde". Ardeiter-Amatenrphotogrgphenverein„JriS". Orts- Krankenkasse II 29 wird wie folgt geändert: üe monatlichen Kassenbeitrüge be» tragen: 1819b 1. Für männliche Kassenmitglieder über 16 Jahre ausschließlich der Lehrlinge Mk. 3,06. 2. Für männliche Kassenmitglieder unter 16 Jahren und für Lehr- linge Mk. 1,32. 3. Für weibliche Kassenmitglieder über 16 Jahre Mk. 2.04. 4. Für weibliche Kassemnitgliederunter 16 Jahren Mk. 1,02. Diese Abänderung tritt mit dem Tage der Bekanntmachung in Kraft. Gustav Liaetsch, Vorsitzender. Uelnr. Birker, Schristsührer. Wir empseblen unseren Lesern folgende 4ugeuüge8eli!Me einer Arbeiterin. Bon ihr selbst erzählt. Mit einem Geleitworte von August Bebel. Preis drosch. 1.— M._ geb. 1.80 M.| Die GtNsblidk. Eine Erzählung von Ernst Prccznng. Preis brofch. S— M. f*j geb. S.K0 M. Zu beziehen durch die Expedition �„Vorwärts" BERLIK SW., Eindcnstr. 00(Laden). Haben Sie Stoff? AS fertige davon Anzug od. Paletot nach Maas, schidt, dauerh, Zutaten, von 20 Mark an. Moritz Labaad, Heue Promen ade8, II.( S:dtb. Börse). 'en, 1 i) Ein Triumph! CARUSO Zigaretten nur 3 Pfg. per Stück! Deutscher Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, dru 31. Mär» 1909, abends«'/, Uhr: Branchen- Versammlung der im Gewertschaftshause(Saal 5), Eugeluser 15. T a g e S- O r d n u n 6: 1. Verbandsangelegenbeiten. 2. Brailchenangelegenhetten. 3. Bericht der Kommission. 4. Verschiedenes. ES ist Pflicht eines jeden Kollegen, der Wichtigkeit halber in dieser Ver- sammlung zu erscheinen. 81/13* ===== Mitgliedsbuch legitimiert.===== Bio Branchenlcltang. m Filiale 1 Berlin.- Freitag, den 8. April, abends«'/. Uhr, im GewerkschaftShanse, Engelufer 15(Saal 1): esuvllrirsiienMsmer- Verzsmmlvug. TageS-Ordnung: 1. Welche Bedingungen find bei gewerblichen Klagen not- wendig? Referent: E. fSegawo. 2. Die Situation im Gewerbe und Berichte der Vertrauensmänner. 8. Verschiedenes. Vertretung sämtlicher Bauten unbedingt notwendig.— Anfang präzise. Der Vorstand. Rabatt ♦ gebe ich Vorzeigern dieses Inserats in dieser Woche auf alle Einkäufe, um an den letzten Tagen vor dem Feste den nicht zu bewältigenden Andrang des Vorjahres zu verhindern. Viele Kunden konnten nicht bedient werden. Ich will aber lieber weniger verdienen, als einen Kunden verlieren 1 Wer also bis einschließlich Sonntag, den 4. April bei mir kauft, erhält auf meine bekannten billigen Preise noch 5°/« Rabatt. Machon Sie sich diese Gelegenheit zunutze und � kommen Sie bald, je früher, je größer die Auswahl." Scbuiiwarenhaus Hermann Enütze, S Große Frankfurter Straße 8z, Ecke Marsilins-Straße. Dresdener Straße i5, an der Orasien-BrQcke. 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Die Haupt- und Staatsaktion endete damit, daß alle drei zu Freiheitsstrafen verurteilt ivurden: Bartels zu vierzehn Tagen Gefängnis, Krausse und Kalkbrenner zu je sieben Tagen, letzterer außerdem noch zu fünf Tagen Haft! R.& S.Moses Gegrfliidet «»••«» llUr Reinickendorfer Straße 9-10, Ecke Dalldorfer Straße, an der Markthalle Wedding mmm � gehören zu den größten und ältesten Lieferanten des„Rabatt-Sparvereins Norden" j wegen Nen-Einriehtimg bleiben unsere Verkaufsräume Freitag, den 2. ipril, geschlossen! Wieder-ErölTnung nach vollendetem Umbau unserer gesamten Räume SnanabenJ, 3. ipril, Tormittaiis 10 Uhr, Einen eleganten Schlüsselhalter mit Kristallspiegel erhält Jeder Käufer beim Einkauf von S.— M. als Andenken. Die Neu-Ordnung der bedeutend vergrößerten Abteilungen gestattet jedem eine schnelle Orientierung, und kann es bei der enormen Auswahl nur angenehm sein, die Einkäufe bei uns zu besorgen. 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Jahrgang. eilage des„ Mtl«och, 81. März 1909. partci- Hngclcgcnbciten. Die Protestbogen gegen die drohende Erhöhung der Tabaksteuer, soweit solche noch in Partei- und Gewerkschafts- kreisen zirkulieren, sind nunmehr s ch l e u n i g st an das B e r- liner Verbandsbureau, Adresse Leopold Liep- mann, Berlin 68, Linden st ratze 69, vorn 4 Treppen, abzuliefern rcsp. einzusenden. Der Aktionsausschuß. In dem Berichte über die Generalversammlung des Verbandes unserer Wnhlvereine wird mitgeteilt, daß sich nur loOOO organisierte Genossen an der Ardeitslosenzählung beteiligt hätten. In der Tat betrug aber die Zahl der politisch und geWerk- schastlich organisierten Helfer zirka 40—50 000, was wir hiermit klarstellen wollen. Genosse Pohl schickt uns folgende Erklärung: ..Laut Bericht soll in der Generalversammlung von Groß- Berlin Genosse Schulz-Rixdorf gesagt haben:„Der dritte Kreis habe jetzt hinter dem Rücken des Zentralvorstandes den Vertrag mit dem Oekonom der„Neuen Welt" bis zum Jahre 1913 ver- längert." Dazu habe ich zu bemerken, daß seit Bestehen des Zentral- Vorstandes sich derselbe das erste Mal mit der Frage der„Neuen Welt" am 12. Juli 1907 beschäftigt hat(Bericht in Nr. 8 des „Mitteilungsblattes"), die Verlängerung des Kontraktes aber schon am 9. April 1907 stattgefunden hat, welches durch die beiden vor handenen Kontrakte bewiesen werden kann. Letztere Erklärung ist aber schon mehrere Male sowohl im Zentralvorstand als auch im Aktionsausschutz abgegeben worden, das müßte Genossen Schulz und auch dem Zentralvorstandsmitglied Genossen Büchner bekannt sein, welcher ebenfalls dieselbe Behaup- tung aufstellte. Leider bekam ich keine Gelegenheit, dies dem Ge- nossen Büchner zu widerlegen, die diesbezüglichen Ausführungen des Genossen Schulz mutz ich überhört haben, sonst hätte ich sofort dagegen gesprochen. Diese fortwährende falsche Behauptung kann nur den einen Zweck haben, die Genossen von Grotz-Berlin gegen den dritten Kreis in dieser Angelegenheit zu beeinflussen. Aug. Pohl." Adlershof. Das Amt des erkrankten Kassierers, Genossen G. Hitze, wird provisorisch durch den Genossen Emil Neumann, hier, Wetzer Straße 5, II, verwaltet. _ Der Vorstand. Berliner JVacbricbten» Im„Volkspark". Am letzten Sonntag wurde der„Run" auf den Grüne- kald eröffnet. Wohl zum ersten Male in diesem Jahre wurden die Freunde des Berliner Waldes von den Stadt- bahnzügen zu Hunderten auf einmal an die frische Luft ge setzt. In aufgelösten Kolonnen zogen die Massen die wohl bekannten Straßen nach der Saubucht, nach Pichelswerder und Schildhorn. Wer aber am längsten landschaftliche Schön heiten entbehrt hatte, den zog es die Seenkette entlang. Nicht nur naturästhetische, sondern auch leibliche Bedürfnisse werden hier am schnellsten gestillt. Denn in nicht allzuweiten Ab ständen reiht sich etappenweise Wirtshaus an Wirtshaus, wie die Depots aus der Shackletonschen Südpolexpedition. Ein erheblicher Teil der Ausflügler verschwindet vergnügt schon im ersten dieser Waldbierkeller, auf daß die gewaltige An- strengung schleunigst durch einen Trunk belohnt werde. Andere, die es ernster nahmen, hielten länger aus, und manchem sah man es am beflügelten Schritte an, daß er nicht gesonnen war, vor der Erreichung des Schlachten- oder Wann- sees den Bann des Waldes zu verlassen. Morsches Eis lag und liegt noch auf den Seen. Krähen stolzieren gravitätisch darauf herum. Von den Bäumen schallt von Zeit zu Zeit das laute Trommeln, das die sich lockenden, verliebten Spechte hervorbringen, indem sie mit dem kräftigen Schnabel gegen einen kurzen Ast hämmern. der vibrierend den Schall verstärkt und den Spaziergänger aufhorchen läßt. Dazwischen ergibt das Treiben im Walde manch ergötzlich Bild. Ein Teckel scheucht einen Waldhasen auf, der entsetzt Fersengeld gibt. So blutgierig Männe ihm auch nachsetzt, seine kurzen Beinchen erlauben ihm nicht, den Hasen- rekord zu brechen. Aber sie bringen ihn doch weit genug, um ihn fast aus dem Gesichtsfelde seiner Herrin zu bringen, die ihm laut rufend nacheilt. Schließlich mutz Männe resigniert auf den Hasenbraten verzichten und in sein geregeltes Hunde- dasein zurückkehren. Noch winkt kein Blümchen im Gras und Moor. Nur die Kronen der schlanken Erlen hängen voll von Hunderten der braunen Kätzchen, die die bisher fest geschlossenen Schuppen geöffnet haben. Den meisten sind sie nicht auffällig genug. Sie halten sich lieber an die recht vereinzelten Haselsträucher am Rande der Seen und Moore, von denen der Frühlings- zierat mit hellem Gelb weithin leuchtet. Ein paar Kiefern- zweige vervollständigen den ersten Frühlingsstrautz aus dem Grunewald._ Unsere heutige Jubiläumsausgabe umfaßt 12 Bogen und ist die umfangreichste Nummer, die seit Bestehen unseres Blattes aus der Druckerei gegangen ist. Der Inhalt ist vorzugsweise dem Jubiläum gewidmet, ohne daß die Aufgaben des Tages zurückgesetzt worden sind. Mit freu- digem Stolz werden die Berliner Arbeiter ihr Blatt heute in die Hand nehmen und sich geloben, ihre Waffe im Kampfe gegen Ausbeutung und Unterdrückung schärfen zu helfen durch weitgehendste Verbreitung, um ihrem Blatt die Bedcu- tung und den Einfluß zu verschaffen, der ihm entsprechend der großen sozialdemokratischen Wählerschaft in Groß-Berlin ge- bührt._ Tierschutzprämien für Schutzleute sind durch Vcrmittelung des deutschen Tierschutzverems auch in diesem Jahre wieder vergeben worden. Zur Verfügung standen 802 M. aus einem Legat. Hier- von erhielten bestimmungsgemäß 5 Berliner Schutzleute je 150 M., und zwar nach Auswahl durch das Polizeipräsidium. In früheren Jahren war es aufgefallen, daß fast immer dieselben Schutzleute prämiiert wurden. Daraus entstand der Verdacht, daß diese Schutz- leute Tierquälereien zur Anzeige brachten, die in Wirklichkeit gar nicht unter diesen Begriff zu rechnen waren. Es ist also möglich, datz mancher Kutscher und Tierbesitzer aus solcher Anzeige völlig zu Unrecht bestraft wurde, während der Beamte für seinen Uebercifer eine Belohnung erhielt! Der Verein ersuchte daher das Polizei- Präsidium, die Verteilung der Prämien von insgesamt 750 M. nicht nach der Zahl der Anzeigen, sondern nach ihrem Werte vorzu- nehmen. Das ist zugesagt worden. Trotzdem befinden sich unter den bedachten Schutzleuten wieder drei, die schon früher, sämtlich im Jahre 1908, prämiiert worden sind. In den Prämienrest von 52 M. teilten sich einige Gendarmen und Vorortsbeamte. Ein paar Kutscher und andere Privatpersonen, die sich um den Tierschutz verdient gemacht haben, erhielten keine Geldprämien, sondern billige Ehrengeschenke. Umgekehrt würde ein besserer Schuh daraus. Eine neue Hundesteuerordnung tritt mit dem 1. April in Kraft. Die Neuordnung bezieht sich im wesentlichen auf den Zulauf von Hunden, Anmeldung und Versteuerung solcher. Neu ist vor allem, daß junge Hunde nur bis zu einem Alter von zwei Monaten— bisher drei— steuerfrei sind. Die Steuer bleibt unverändert, sie beträgt nach wie vor 20 M. jährlich. Was gilt als Ausweis bei postlagernden Sendungen? Die Bestimmungen über die Aushändigung von postlagernden Sen düngen haben vom Reichspostamt eine neue Fassung erhalten. Eines Ausweises bei gewöhnlichen Briefsendungen, heißt es darin, bedarf es in der Regel nicht. Doch sollen die Beamten mit der nötigen Vorsicht verfahren. Ist der Ausgabebeamte nicht sicher, richtig verstanden zu haben, so sollen die Angaben niedergeschrieben oder durch eine Visitenkarte ersichtlich gemacht werden. Sonstige postlagernde Postsendungen werden nur verabfolgt, wenn der Ab- fordernde seine Berechtigung genügend nachweist. Der Nachweis kann durch das Zeugnis einer bekannten, vertrauenswürdigen Per son oder durch Ausweispapiere erbracht werden. Von Behörden für bestimmte Personen ausgestellte Ausweispapiere, die eine Per fonalbeschreibung, eine beglaubigte Photographie oder die eigem händige Unterschrift des Inhabers enthalten, wie Pässe, Paßkarten, Gewerbelegitimationskarten, Wandergewerbescheine, Radfahrkarten und so weiter, sind als Ausweis anzusehen, wenn Person und Aus- weis übereinstimmen und zu Zweifeln über den rechtmäßigen Be- sitz des Papiers kein Anlaß vorliegt. Standesamtliche oder pfarr amtliche Geburtszcugnisse usw. sind nicht für genügende Ausweis- Papiere zu erachten. Inwieweit andere Papiere, namentlich solche ohne Personalbeschreibung, wie Patente, Bestallungen, Diplome, Zipilversorgungsscheine, Jagdscheine, genügen, ist in jedem ein- zelnen Falle zu entscheiden. In der Säuglingsfürsorgestelle I, Blumenstr. 78, findet im Monat April wöchentlich einmal Unterricht in der Säuglingspflege mit praktischen Uebungen statt. Meldungen hierzu schriftlich oder mündlich an das Bureau des Kinderhauses, Blumenstr. 78, vorn links parterre, wochentäglich von 2— 4 Uhr. Die Eltern schwachbeanlagter Kinder werden darauf aufmerk sam gemacht, daß die Stadt Berlin seit drei Jahren eine besondere Fortbildungsschule für schwachbeanlagte Jüng- linge und junge Mädchen unterhält. Diese Schule wurde im vergangenen Winter von 200 Schülern und 100 Schülerinnen besucht. Darunter befanden sich körperlich schwächliche, durch Krank heiten, Sprachstörungen und Schwerhörigkeit in den Kenntnissen und Fertigkeiten aufgehaltene und darum etwas zurückgebliebene und seelisch eigentümliche Jünglinge und junge Mädchen, die früher die Nebenklassen oder die unteren Normalklassen der Gemeinde- und höheren Schulen besuchten. Alle diese Kinder erfahren hier eine Behandlung, die auf ihre langsame Entwickelung und ihre Eigenart sorgfältig Rücksicht nimmt. Unterricht wird erteilt in Deutsch und Rechnen, für 5!naben außerdem in Schlosser-, Tischler-, Buchbinderarbeit und Fachzeichnen, für Mädchen in weib licher Handarbeit(Stricken, Handnähen, Maschinennähen. Häkeln und Sticken) und Hauswirtschaft(Kochen, Waschen, Plätten usw.). Die Teilnahme an sämtlichen Fächern ist unentgeltlich. Das Schul- jähr beginnt am 1. April. Der Unterricht findet in den Nach- Mittagsstunden statt. Anmeldungen werden täglich von 5— 6 Uhr in dem Schulhaus Brunnen st r. 186, 2. Hof, angenommen. Das verlorene Zehnmarkstück. Am letzten Sonntag kommt zu einer Frau G. in Niederschönbausen ein alter Bettler und bittet um ein Stück Brot. Frau G., die den Bettlern nicht recht grün ist, pflegt diesen sonst niemals etwas zu geben. Heute jedoch hat sie so etwas wie Mitleidsgefühl mit dem alten Mann und dieser bekommt einen blanken Pfennig l Nach einiger Zeit bemerkt die Gcberin, daß sie dem Bettler statt eines Pfennigs ein Zehnmarkstück gegeben hat. Nun wurden die Nachbarsleute und das Portier-Ehepaar mobil gemacht und vier Frauen, ein Mann und diverse Kinder begeben sich auf die Bettlersuche. Ein des Weges kommender alter Mann wird als der Zehnmark-Bettler angehalten. Nach einigen sehr er- regten Auseinandersetzungen geht die Suche weiter, bis endlich in der Charlottenstraße der„Richtige" gefunden wird. Dieser weiß noch gar nicht, welch' großen Schatz seine Rocktasche birgt. Erstaunt holt er seine„Sparpfennige" hervor und unter diesen befindet sich auch das ominöse Halbpfundstück. Voller Freude spendet Frau G. dem Alten für die Rückgabe der 10 Märker einen baren Nickel und zieht beruhigt von dannen. In ihrer Wohnung angekommen, will Frau G. den Ausreißer schleunigst in das sichere Verließ ihres Vertikos einschließen, aber, o Schröck— das Zehnmarkstück ist verschwunden. Die Frau hatte das Goldstück— kaum wiedererlangt— verloren. Abermalige Suche unter Assistenz mehrerer Frauen, der Portierleute usw. und— Frau G. ist ein Sonntagskind— das Geld wird auf der Straße gefunden. „Sowie morgen früh die Läden aufgemacht sind", so sagt Frau G-, „werde ich ihn aber wechseln, denn wer weiß, wo ich ihn sonst morgen abend suchen mußl" Ein Elendsbild. Ein Kamps um das Nachtlager spielte sich gestern auf dem Laubengelände an der Prenzlauer Allee ab. Obdach- lose, die vergeblich beim städtischen Obdach angeklopft haben, suchen oft Lauben auf, um da zu nächtigen. Gestern hatte nun einer der Elenden ein gutes Lager in einer der Lauben entdeckt, und als_ er sich niederlegen wollte, erschienen andere Obdachlose und wollten ihn von seinem Ruheplatz herunterjagen. Der Angegriffene verteidigte sich jedoch, und nun entstand um das Nachtlager eine förmliche Schlägerei, bei der viel Blut floß. Dem Angegriffenen wurde das Gesicht übel zugerichtet. Blutüberströmt mußte er schließlich der Uebermacht weichen. DaS Treiben der Pfandscheinschieber hat in den letzten Wochen einen ganz außergewöhnlichen Umfang angenommen und die Mit- glieder dieser ausgedehnten Zunft scheuen sich nicht, auf offener Straße eine förmliche Börse zu betreiben. Sie vereinigen sich all- täglich vor der städtischen Pfandkammer, wo sie die Scheine aus- tauschen, aber auch gleichzeitig ihre Opfer suchen und wohl auch finden. Erscheint ein Kriminalbeamter auf der Bildfläche, so ver- schwinden die„Zunftgenossen" teils in die Säle der Pfandkammer, zum Teil in die in der Nähe befindlichen Kaschemmen. Bon den Anwohnern wird das Treiben um so unangenehmer empfunden, als die Leute meist in dichten Gruppen den Bürgersteig besetzt halten und die Straßenpassanten zwingen, den Fahrdamm aufzu- suchen. Ein Pnletotmarder en gros. Nicht weniger als fünfzig Paletotdiebstähle in der Technischen Hochschule sind bis jetzt dem Studenten Georg Kaiser nachgewiesen tvorden, der vor einigen Tagen auf frischer Tat überrascht und festgenommen wurde. K. hat aber nicht nur Paletots gestohlen, sondern auch andere wertvolle Gegenstände sich angeeignet. So wußte er sich aus der Bibliothek Lehrbücher zu verschaffen, aus denen er den Stempel entfernte, um sie dann zu veräußern. Außerdem aber entwendete K. auch Instrumente, die er ebenso wie die Ueberzieher versetzt hat. Der Verhaftete ist geständig und erklärt sein diebisches Treiben damit, daß er nur einen Monatszuschuß von 50 M. bezog und seine Be- mühungen, sich zum Zwecke des Gelderwerbs Schüler zu verschaffen. erfolglos geblieben seien. Beim Fußballspiel das Auge ausgestochen. Einen bösen Abschluß fand gestern nachmittag das Fußballspiel mehrerer junger Leute auf dem Gesundbrunnen. Unter den Spielern war eS zu Meinungsverschiedenheiten gekommen, in deren Verlaufe auch Tätlichkeiten ausbrachen. Einer der Spieler stürzte plötzlich über den fünfzehn- jährigen Wilhelm Steckelt, Wriezener Str. 21 her und versetzte ihm einen Messerstich ins rechte Auge. Der Verwundete mußte sofort nach dem Virchow-Krankenhause gebracht werden. Das Auge konnte jedoch nicht mehr gerettet werden. Von einem traurigen Geschick ist die 42 Jahve alte Näherin Frida Neumann, Karlsruher Straße 5, betroffen worden. Im Laufe weniger Monate verlor die N. beide Eltern und ihre sämtlichen Geschwister. Sie wurde schließlich schwermütig und faßte in ihrem Zustand den Entschluß, den Angehörigen in den Tod nachzufolgen. Abends vor dem Schlafengehen öffnete die Lebensmüöe den Gas- Hahn im Schlafzimmer und morgens wurde sie entseelt in ihren: Bett aufgefunden. Die Leiche wurde nach dein Schauhause über- geführt. Verzweiflungstat infolge Arbeitslosiakeit. Durch einen Stich in die Brust versuchte sich gestern der 36jährige Arbeiter Gustav Weber aus der Lückstr. 41 in Rummelsburg das Leben zu nehmen. Infolge andauernoer Arbeitslosigkeit waren in der W.schen Familie NahrungSsorgen eingezogen, die von Tag zu Tag stärker wurden. In der Verzweiflung griff W. zum Küchenmesser: er brachte sich einen tiefen Stich in die Brust bei und wurde von seiner Frau blutüberströmt aufgefunden. In recht bedenllichem Zustand. der durch starke Blutverluste um so gefährlicher ist, wurde der Lebensmüde nach dem städtischen Krankenhaus gebracht. Ei» Neger geriet gestern in seiner Wohnung, Auguststraße 79. mit seiner Braut in Streit, im Verfolg dessen er zum Revolver griff. Bevor er jedoch schießen konnte, sprang daS Mädchen an« dem Fenster auf den Hof hinab und lief hilferufcnd auf die Straße und nach der Polizeiwache. Unterdessen schoß sich Müller, so heißt der Schwarze, eine Kugel in die rechte Schläfe. Hausgenossen eilten zu Hilfe, und ein Schutzmann vom 6. Revier ließ den Verwundeten nach dem Krankenhause bringen. Vermißt. Der Kellner Jakob Werner, am 23. Juli 1856 in Pernosowa in Ungarn geboren, Baruther Straße 13 wohnhaft ge- Wesen, wird seit dem 26. Februar dieses Jahres vermißt. Er ist mittelgroß, von schlanker Gestalt, hat graumeliertes Haar und Glatze, melierten Schnurrbart und blasse Gesichtsfarbe. Bei seinem Fortgang war er bekleidet mit schwarzem kurzem Winterüber- zieher. schwarzem Jackettanzug, schwarzem steifem Hut, schwarzer Krawatte. Werner war längere Zeit arbeitslos und es ist daher nicht ausgeschlossen, daß er sich aus diesem Grunde das Leben genommen hat. Nachrichten über den Verbleib des Vermißten werden in jedem Polizeirevier und bei der Kriminalpolizei, Alexanderstr. 3— 6, zwei Treppen, Zimmer 334, zur Tagebuch- nummer 950 IV 43 09 entgegengenommen. Arbeiter-Samariterkokonne. Heute abend 9 Uhr findet die UebungSstunde der 5. Abteilung in Rixdorf, in dem neuen UebungS- lokale bei Kaushold, Ecke der Erl- und Donaustraße statt.— Die nächste UebungSstunde der 1. Abteilung findet nicht Montag, sondern Dienstag, den 6. April statt. Feuerwehrbericht. In der vorletzten Nacht wurde die Feuer- wehr abermals zweimal böswilligerweise alarmiert. Gleich nach Mitternacht nach dem Mehpalast in der Alexandrinen- straße 110 und nach 1 Uhr nachts nach der Gitschiner Straße 12. In beiden Fällen ist es leider nicht gelungen, den Täter zu re- Mitteln. Um 2 Uhr nachts brannte in der Willdenowstr. 3 ein Seifengeschäft. Der 16. Zug unter Leitung des Brandinspektors Julius hatte kräftig zu löschen, um eine weitere Ausdehnung zu verhüten. Am Weidenweg 35 brannten unter anderem Körbe, Kleider und der Fußboden in einer Wohnung und gleichzeitig Gneisenaustr. 74 der Inhalt eines Hängebodens. Ferner wurde die Feuerwehr nach der Potsdamer Straße 115s, Französische- straße 49s, Elbinger Straße 34s. Köpenicker Straße 27, Prenzlauer Straße 12 und Greifswalder Straße gerufen. Vorort- I�acbricbten. Rixdorf. Ein blutiges Eifersuchtsdrama rief vorgestern in der Selchower Str. 2 große Aufregung hervor. Dort versuchte der 22 Jahre alte, aus Salzbrunn gebürtige Ge- legenheitsarbeiter Ferdinand WenSle seine 81 Jahre alte Geliebte Marie Barbar, eine frühere Schneiderin, die unter Aufsicht der Sittenpolizei steht, zu erschießen. Er verwundete sie schwer, aber nicht lebensgefährlich und tötete sich dann selbst durch einen Schuß in die rechte Schläfe. WenSke war seit drei Jahren der Geliebte und Beschützer der Barbar. Trotzdem trieb er sich auch mit anderen Mädchen umher. Dieser Verkehr führte dazu, daß er vor acht Monaten seine Arbeit in einer Fabrik verlor. Seitdem hatte er keine Beschäftigung mehr und ließ sich von seiner Geliebten ernähren. Bor vierzehn Tagen verließ WenSke heimlich seine Wohnung in der Hermannstraße 230, weil er für zwei Monate die Miete schuldig war. Jetzt hielt er sich fast ständig bei seiner Geliebten auf. Diese erhielt oft Besuch von seinem Freunde, einem 26 Jahre alten Arbeiter Max Frisch. den er selbst vor längerer Zeit mit ihr bekannt gemacht hatte. Vorgestern abend war Frisch seit 7 Uhr wieder in der Wohnung der Barbar. Um 9'/, Uhr kam Wensle. DaS Mädchen wollte ihn erst nicht einlassen, führte ihn dann aber in die Küche, die der Stube gegenüber liegt. Hier verlangte Wensle, daß sie seinen Freund, der sich in der Stube eingeriegelt hatte, hinausweise. Als sie sich weigerte, gab es wieder Streit. Plötzlich zog WenSke seinen Revolver, schoß zweimal auf daS Mädchen und traf eS über dem rechten Auge und a:n Kinn. Während die Gc- troffene zusammenbrach, richtete WenSke die Waffe gegen sich selbst und schoß sich eine Kugel in die rechte Schläfe. Frisch riß unterdessen ein Fenster auf und rief nach dem Hos hinaus um Hilfe. Als Hausgenossen hinzukamen, war WenSke be- reitS tot. Das Mädchen wurde nach dem Krankenhaus an der Canncrstraße gebracht._ Bei der gestrigen Stadtverordnetennachwahl im 17. Bezirl wurde unser Genosse Geiverkschaftsbeamter Emil K l o t h mit 510 Stimmen gewählt. Von gegnerischer Seite hatte sich nie- mand gefunden, der als Durchfallskandidat fungieren wollte. Auf Einladung des Oberbürgermeisters Kaiser fand gestern im Rathause eine Sitzung derjenigen Grundstücksbesitzer statt, welche an der Erbauung eines Bahnhofes am Schnittpunkte der Kaiser- riedrich-Straße interessiert sind. Der Oberbürgermeister machte Mitteilungen über die bezüglichen Verhandlungen nrit dem preußi- schen Eisenbahnminifterium. Dieses bringt der Anlegung neuer Haltestellen auf der Ringbahn wenig Interesse entgegen, da der Personenverkehr nichts einbringen soll. Es verlangt daher auch die Aufbringung der Koste» durch die beteiligte» Gemeinden und Interessenten. Als einmalige Kosten für das Projekt kommen zunächst 550 000 M. für die Anlegung des Bahnhofs in Betracht, wozu noch die GruudertverbSkosten hinzuzurechnen sind. Sodann sollen die Betriebsunkosteu für die ersten fünf Jahre von der Gemeinde ge- tragen werden, und zwar wird für das Halten jedes Zuges 75 Pf. in Anschlag gebracht; macht bei 183 Zügen täglich in, Jahre 52 000 M. aus. Hierzu kommen noch 19 200 M. sonstige Betriebs- Unkosten km Jahre. Der Änsatz von 73 Pf. für jeden haltenden Zug involviert einen neuen.Grundsatz" des Eisenbahnministeriums. Der Bahnhof soll übrigens nicht am Schnittpunkt der Kaiser-Friedrich Straße, sondern an der etwa 100 Meter rechts gelegenen Brufen- dorfer Straße hinkommen. Der Oberbürgermeister gab der Meinung Ausdruck, daß die anliegenden Grundbesitzer zu den Kosten mit bei- tragen müßten. Auch die Stadt Berlin käme als Anliegerin von Grundstücken in Frage. Im allgemeinen erklärten sich die anwesenden Grundbesitzer mit den Ausführungen des Bürgermeisters einverstanden, die Kosten wurden aber als außergewöhnlich hoch bezeichnet. Hierin müsse der Eisenbahnminister Entgegenkommen zeigen. ES wurde ein Ausschuß von fünf Personen gewählt, der das Recht der Kooption hat und der sich angelegentlich um die Bereitwilligkeit der Grundstückbesitzer zu Beiträgen zur Verwirklichung des für die EntWickelung Nixdorfs wichtigen ProjettS bemühen soll. Tchöneberg. Die Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung zunächst mit der Vorlage des Magistrats betreffs Ucbernahme des Bestattungswesens in städti- sche Regie. Die Vorlage war von einem Ausschuß geprüft worden. Die sozialdemokratischen Anträge auf Einführung der völligen Unentgeltlichkeit und Abschaffung des Klassensystems sind in dem Ausschuß gegen die Stimmen der beiden sozialdemokratischen Vertreter abgelehnt worden. Ter Berichterstatter des Ausschusses empfahl daher, der Vorlage des Magistrars mit einigen unwesent- lichen Aenderungen zuzustimmen. Stadtv. Hoffmann(Soz.) legte nochmals in kurzen Worten den Standpunkt der sozialdenio- kratischen Fraktion dar, die Mehrheit schloß sich jedoch den vorge- brachten Gründen nicht an, sondern stimmte den Anträgen des Ausschusses zu. Die Beratung des Vertrages mit einem Fuhr. Unternehmer wurde zurückgestellt. Sodann nahm die Versammlung den Bericht des AusschusieS entgegen, der sich mit der Prüfung der Angelegenheit betr. un. rechtmäßigen Abfahrens von Sand vom Bauplatz der Untergrundbahn zu beschäftigen hatte. Bekanntlich war die Ab. schachtung des sogenannten Mühlenberges einem Unternehmer gegen Bezahlung übertragen worden; derselbe hatte nun ohne irgend welche Benachrichtigung der städtischen Verwaltung einen Teil des abgefahrenen Sandes auf seine Rechnung verkauft. Der Bericht- crstattcr des Ausschusses erklärte, daß die Schuld hieran nicht den Unternehmer treffe, sondern den Bauaufseher, in dessen Taschen oie vereinnahmten Gelder geflossen sind. Immerhin ist aber der Unternehmer der Stadt gegenüber veranttoortlich, daher empfehle der Ausschutz, vom Unternehmer für 2S3 nachgewiesene Fuhren Sand den Betraa von 665 M. zurückzufordern. Diesem Antrage des Ausschusses stimmte die Versammlung zu. Ein Antrag des Magistrats, die Deputation zur Errichtung von Volksbadeanstalten aufzulösen und die Angelegenheit der Wohl- fahrtsveputation zu übertragen, wurde angenommen. Ohne Debatte zugestimmt wurde auch der Vorlage des Mag!» strais: den Betrieb des Kinder-Erholungsheims in Boldixum auf der Insel Föhr dem Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose zu übertragen und zwar unter den folgenden Bedin- gnngen: Der Berein beteiligt sich an den Kosten ver inneren Ein- richtung mit rund 30 000 M. und verpflichtet sich, die Verwaltung nnd Verpflegung nach den in den bekannten Seehospizen üblichen Grundsätzen einzurichten; der Stadt wird das Recht der Kontrolle eingeräumt, sowie daS Recht auf jederzeitige Uebernahme ves Be- triebes und der inneren Einrichtungen der Anstalt ohne Entschädi- gung an den Verein. Der tägliche Verpflegungssatz einschließlich der Kosten der Fahrt wird auf 2,50 M. pro Kind festgesetzt. Ter Mietung von Räumen für die- im Berliner Ortsteil zu errichtende Volksbibliothek wird nach den Vorschlägen des Magistrats zugestimmt. Da es sich um Mietung von Räumen in dem Hause eines Stadtverordneten der liberalen Fraktion handelte. so gab die Angelegenheit Veranlassung zu langen, zum Teil auch persönlichen Auseinandersetzungen. Angenommen wird auch die Vorlage des Magistrats betr. Bewilligung von 167 000 M. zur Errichtung der nötigen Baulichkeiten auf dem Rieselfelöe zum Betriebe einer eigenen M.ilchwirt». schaft, nachdem ein Antrag des Stadtv. Salinger(lib. Fr.), von der Angelegenheit wegen seiner Unrentabilität Abstand zu nehmen, abgelehnt war. Die Bereinigung der WohlfahrtS- und Wohltätigkeitseinrich- tiingc» in Schöneberg hat ihr Bureau nach dem Hause Apostel- Paulus-Straße 6, part.> verlegt. Spchchstunden finden täglich außer Sonnabends von 11—1 Uhr statt. Zeitungskioske in Schöneberg. Die Deutsche Kioskgesellschaft, Berlin, steht im Begriff, ihren Zeitungs- und Zeitschriftcnvcrtrieb auf Schöneberg auszudehnen. In kürzester Frist werden sich seine Pavillons am Nollendorf-, Viktoria Luisen-, Winterfeldt- und Kaiser Wilhelmplatz sowie an der Kreuzung der Hohenstaufen- und Martin Lutherstraße erheben. In weiterer Folge sind für die Ver- kaufsstellen die Ecken der Grunewald, und Akazienstraße, der Bayerische Platz und der Platz U in Aussicht genommen, wo der Prachtbau des neuen Rathauses geplant ist. Die aus Stein und Eisen aufzuführenden Pavillons, deren Entwürfe dem Magistrat zur Genehmigung vorzulegen sind, werden sich überall dem archi- tcktonischen Straßcnbild anpassen und zu seiner Verschönerung bei. tragen. Sic werden eine Normaluhr und eine abgesonderte Telephonzellc enthalten und neben dem Zeitungsverkauf durch Ab» gäbe von Briefmarken. Paketadressen, Postanweisungen und Tele- grammformularcn der VeriehrSentwickelung dienen. Auch Wirt. schaftliche und soziale Interessen sind bei dem Abkommen dadurch gewahrt, daß dem Magistrat ein gewisses Aufsichtsrecht über An. stellungcn und Lohnverhältnisse zusteht und der spezifisch buch. händlerische Vertrieb, um den Anschein eines Privilegs zu ver. meiden, ausgeschlossen wird. Besonders dankenswert ist ein PassuS des Vertrages, der den Unternehmer verpflichtet,„die sogenannte Schundliteratur nicht zum Berkauf feilzuhalten". Treptow-Banmschulenweg. Aus der Gemeindevertretung. Tie von der Demokratischen Vereinigung eingereichte Petition:„Bei Vergebung von Lieferungen und Arbeiten für die Gemeinde nur solche Lieferanten und Unter- nehme r zu berücksichtigen, welche ihren Angestellten und Arbeitern volle Koalitionsfreiheit gewähren", ist von der Petitionskommiffion abgelehnt worden. Desgleichen der größte Teil der hierzu gestellten Anträge des Genossen Gramenz, welcher Mitglied dieser Kommission ist. Nach der Geschäftsordnung gilt die Petition als abgelehnt, wenn nicht mindestens drei Mitglieder der Vertretung die Ver- Handlung derselben beantragen. Da Genosse Gcrisch anderer Partei- arbeiten halber an den Verhandlungen nicht teilnehmen konnte und unsere beiden anderen Genossen bei den bürgerlichen Vertretern keine Unterstützung fanden, erklärte sich die Vertretung mit der Ablehnung einverstanden. Hierzu bemerkte Genosse Gramenz, daß die Anträge in nächster Zeit formgerecht zur Verhandlung gestellt werden würden. Ein Antrag deS Deutschnationalen HandlungSgehilfenverbandes, ein Gewerbe- und Kaufmannsgericht einzurichten, wurde abgelehnt, weil bei der letzten Volkszählung noch kerne 20 000 Einwohner vor- Händen waren, cS auch jetzt an geeigneten Räumen usw. fehlt. Am 1. April 1911 sollen jedoch die Gerichte in Kraft treten.>— Die Pflichtfortbildungsschule und das Gymnasium sind von der AufsichtS- behörde genehmigt. Erster? wird am IS und letzteres am 20. April dieses Jahres eröffnet werden.— Ueber die Eröffnung der Vor- schule im OrtSteil Treptow, wozu nur drei Kinder gemeldet sind. cutspann sich ein kleines Wortgefecht. Genosse Karow vertrat unseren Standpunkt, die Volksschulen zu verbessern, und beantragte, die Vorschule nicht zu eröffnen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. An das der Kirchengemeinde auf Kosten der Steuerzahler geschenkte Gelände zum Bau einer Kirche in Baumschulenweg wurde seinerzeit die Bedingung geknüpft, daß die Kirchcngemeinde für die Zukunft keinerlei derartige Ansprüche erheben dürfe. Hierauf ist das Konsistorium nicht eingegangen, eS will diese Bedingung nur fuS einen Bezirk, sn Kelchem das geschenkte Gelände liegt, erfüllen Von unseren Genossen wurde daraus hingewiesen, daß die Kirchen- körperschaft überhaupt keine Ansprüche erheben könne, sie bean- tragten, die Schenkung wieder zurückzuziehen. Auch dürsten für die Zukunft keinerlei derartige Zuwendungen aus Gemeindemitteln gemacht werden. Das gefiel natürlich den Bürgerlichen nicht; sie verrieten, daß auch für den Ortsteil Treptow der Bau einer Kirche geplant sei. Herr Oberingenieur Prülls meinte sogar, die Sozial- demokraten müssen schon damit einverstanden sein, wenn ans Gc- meindemitteln etwas für die Kirche getan wird,./denn es könnte ja auch Leute geben, die gegen die Volksschule sind". Der Antrag, die Schenkung zurückzuziehen, wurde abgelehnt, dagegen die gestellte Bedingung des Konsistoriums angenommen. Hieraus wurde die Aufstellung von vier Stratzenbrunnen mit Anschluß an die Wasser- leitung beschlossen. Die Brunnen sollen zugleich mit der Vorrich- tung versehen sein, daß die Schläuche der Feuerwehr angeschraubt werden können.— Die Legung der Regcnrohrleitung und die Pflasterung des westlichen Bürgersteiges in der Köpenicker Land- straße wurde genehmigt.— Die Uebernahme von Kreischaussee- strecken in das Eigentum der Gemeinde wurde aus Antrag des Ge. nossen Gramenz einer Kommission, in welche auch Genosse Karow gewählt wurde, überwiesen.— Ten durch Hochwasser Geschädigten wurde eine Unterstützung von 100 M. überwiesen, Köpenick. In der Stadtverordnetenversammlung gab der Borsteher zu- nächst bekannt, daß der in der letzten Sitzung zum Stadtrat gc. wählte Stadtv. Gilow dieses Amt nicht angenommen hat. Eine Neuwahl ist auf den 16. April angesetzt. Der Bezirksverein der Dammvorstadt ersucht in einer Eingabe, den Neubau der Realschule zum 1. April 1910 und nicht, wie beabsichtigt, für 1911 fertig zu stellen. Begründet wird dieses unter anderem auch mit dem schlechten Arbeitsmarkt. Die Eingabe wird dem Magistrat zur Erledigung überwiesen. Dem Bericht der städtischen Sparkasse für 1908, die damit das 6. Geschäftsjahr vollendet hat, ist zu entnehmen, daß sich der GeschäftSvertehr trotz der wirtschaftlichen Lage gehoben hat. An Spargeldern gingen im Rechnungsjahr 314 246,37 M. ein, ab- gehoben wurden 229 078 M. Infolge einer Kurssteigerung wurde ein Reingewinn von 6000 M. erzielt. Ohne Debatte wurde der Abschluß genehmigt. Zum Schiedsmann für den 3. Bezirk wurde Herr Purrmann gewählt. Bei dieser Gelegenheit wurde der Wunich ausgesprochen, die Bezirke in allen Vorstäoten zu teilen, da auf die Schiedsmänner in einzelnen Fällen schon jetzt bis zu 160 Sachen .kommen. Vom Magistrat wurden hierauf die Bestimmungen für den Arbeiterausschuß für die in den städtischen Betrieben bcschäf- tigten Arbeiter vorgelegt. In betracht kommen: Gaswerk, Straßen- bahn, Elektrizitäts-, KanalisationS- und Wasserwerk, Straßenbau und Verschönerungskommission. Bezüglich des Einwandes, ob es zulässig sei, AbänderungSanträge zu stellen, bemerkt Bürgermeister Dr. Langerhans, daß es Aufgabe ves Magistrats sei, die näheren Bestimmungen für den Ausschuß zu erlassen. Ter Magistrat habe jedoch den Entwurf der Versammlung vorgelegt, um etwaige Wünsche und AbänderungSanträge zu hören. Stadtv. Jalobi(Lib.) beantragt oie en bloc-Annahme des Entwurfs(dem Herrn scheint der Entwurf zu weit zu gehen; in seinem Betriebe könnte die Ein. führung eines Arbeiterausschusses eine wahre Wohltat sein. D. B.) Stadtv. Herbst(Soz.) ersucht um Ablehnung dieses Antrages, dem auch die Versammlung beitritt. Zu Z 2 beantragt Stadtv. Herbst (Soz.) den Satz:„Beschwerden über Vorgesetzte gehören nicht vor den Arbeiterausschutz" zu streichen. Zur Begründung weist Redner darauf hin, daß auch in anderen Betrieben, wo Arveiterausschüsse bestehen, diese Bestimmung nicht enthalten ist. Auf eine Bemerkung des Stadtv. Noack(T. V.), daß doch nicht jeder Arbeiter das Recht hrben könnte, beim Ausschuß sich über seinen Vorgesetzten zu be- schweren, erwidert Stadtv. Herbst, dieses sei dahin zu verstehen, daß der Gesamtheit der Arbeiter eines Werks dieses Recht zustehen sollte. Nach einer dreimaligen Abstimmung wurde der Antrag mit 17 gegen 17 Stimmen, wobei die Stimme des Vorstehers ven Aus- schlag gab. angenommen. Zu 8 4 lautete der Magistratsentwurf: „Wahlberechtigt sind alle Arbeiter, die großjährig, im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte und mindestens e i n Jahr ununterbrochen bei demselben städtischen Betrieb beschäftigt sind. Wählbar sind diejenigen Arbeiter, welche das 30. Lebensjahr überschritten haben usw.— und mindestens zweiJahrebei dem nämlichen städtischen Betrieb beschäftigt sind." Stadtv. Herbst(Soz.) beantragte: Wahlberechtigt sind alle großjährigen beschäftigten Arbeiter, des- gleichen wählbar, wer das 25. Lebensjahr vollendet und e i n Jahr im Betriebe beschäftigt ist. Genosse Herbst führte aus, wenn man zum Reichstage mit 25 Jahren wahlberechtigt ist, so verstehe er nicht, wie man hier mit dem 30. Jahr kommen kann. Auch die Zeit von 2 Jahren der Tätigkeit sei entschieden zu hoch. Bezüglich der Wahlberechtigung ersuche er ebenfalls um Annahme seines Antrages. Stadtv. Dr. Schulze(T. V.) ruft: Dam» sind also sämt- liche Arbeiter Köpenicks wahlberechtigt! Gelächter bei den Sozial- demokraten.) Stadtv. Woik(Soz.): Für wen ist denn der Arbeiter- ausschußl Bei der Abstimmung wird der Antrag Herbst: Herab- setzung des Wahlalters von 30 auf 25 Jahr, mit derselben Majorität wie bei der ersten Abstimmung angenommen. Dre Mehrzahl der Herren der liberalen Fraktion stimmten in echt liberaler Weise tvie immer gegen ihre eigenen Grundsätze. Mt unseren Genossen stimmten die Stadtv. Lucht, Mcwes. Plessow und Rohrbeck. Auch die übrigen Anträge des Genossen Herbst gelangten zur Annahme. Zu 8 7, betreffend Entlassung, beantragte Stadtv. Herbst, daß Mit- glieder des Ausschusses nur mit Genebmigung der zuständigen Kam- Mission entlassen werden können. Er bezeichnete diesen Antrag atS einen der wichtigsten, indem durch Annahme desselben dem Ausschuß der Rücken gesteift werde. Nach der jetzigen Sachlage sei zu befürchten, daß Vorgesetzte, die sich durch Ausführungen eines Mitgliedes herabgesetzt fühlen, diesen einfach entlassen. Von den Bürgerlichen ergriff niemand daS Wort; der Antrag wurde abgc- lehnt. Mit unseren Genossen stimmten nur die Stadtv. Lucht und Plessow. Ein weiterer Antrag Herbst, daß der Ausschuß mindestens vierteljährlich einmal zusammentreten mutz, anstatt wie vorgesehen halbjährlich, wird angenommen. Die übrigen Punkte der TageS. ordnung enthielten kleinere Borlagen« Teltow. Mit der Festsetznug deS StadthanShaltöetats für 1909 beschäftigte ftch neben anderen Dingen die letzte Stadtverordnetenversammlung. Die ordentlichen Einnahmen und Ausgaben balanzieren auf 204 910 Mark, die der Betriebsverwaltung auf 9600 M. An Steuern sollen erhoben werden, soweit nicht durch andere Einnahmen Deckung vor- Händen ist: 150 Proz. Gemeindesteuer von 2,40 M. aufwärts; der Zuschlag zur Gewerbesteuer beträgt 250 Proz. für die beiden ersten und 130 Proz. für die 3. und 4. Klasse. An Grund- und Gebäude- steuer gelangen zur Erhebung 2ff- Proz. des gemeinen Werte» der bebauten und 4 Proz. der unbebauten Grundstücke. Außerdem sollen erhoben werden 3,37 Proz. von denjenigen unbebauten Grundstücken bi» 10 Hektar Fläche, welche vom Eigentümer selbst be- wirtschaftet wird. Die KanalisattonSgebühren werden auf 6 Proz. des GebäudesteuernutzungSiverteS der angeschlossenen Gebäude fest- gesetzt. Der Magistrat hatte beschlossen, dem% 3 des OrtSstatutS des FeuerlöschdiensteS folgenden Zusatz zu geben:»Befreiung der Magistratsmitglieder und Stadiverordneten sowie derjenigen Personen von ver Dienstpflicht, welche jährlich einen Mindestbeitrag von 6 M. für daS Feuerlöschwesen an die Kämmereikasse zahlen." Dieser PassuS wurde von unseren Genossen energisch bekämpft, worauf die Versammlung denselben auch ablehnte. Britz. Mit dem HauShaltungSplan 1909 beschäftigte sich die letzte Sitzung der Gemeindevertretung. Nach einem Bericht des Gemeinde- Vorstehers sind im verflossenen Rechnungsjahr wohl die direkten Steuern nach der Höhe des Voranschlages eingegangen, nicht aber die indirekten. So waren z. B. die Umsatzsteuer mit 85 000 M. veranschlagt, dieselbe habe aber obige Höhe nicht erreicht. Auch für Straßenunterhaltung und Schulen wurden die angesetzten Summen erheblich überschritten. Unter diesen Umständen ist an eine Herab- setzung der Zuschläge nicht zu denken. Es beträgt der Zuschlag zur Staatseinkommensteuer 120 Proz., Gewerbesteuer für Klasse 3 und 4 180 Proz. und für Klasse 1 und 2 220 Proz. Die schlechte Finanz» läge gestattet auch nicht, die Gehälter und Löhne der Beamten und Arbeiter aufzubessern. Beim Titel Kirchhofsverwaltung verlangte Genosse Kitzing, daß die Gemeinde Grabstellen nur zum Selbst- kostenpreis abgeben solle, denn die Gemeindeangehörigen, welche in die traurige Lage kämen, eine Grabstelle erwerben zu müssen. seien ohnehin durch die Beerdigung schwer genug belastet; die Gemeinde dürfe aus dem Unglück anderer keinen Gclvinn erzielen. Der Gemeindevorsteher stellte in Aussicht, daß er eine neue Kirchhofsordnung ausarbeiten lassen und diese der Gemeindevertretung vorlegen wolle. Eine längere und lebhaste Debatte entspann sich über die Müllabfuhr. Der Vorschlag des Ge- nossen Kitzing, daß die Gemeinde die Müllabfuhr in eigene Regie übernehmen müsse, rief bei den Bürgerlichen großen Widersland hervor. Sie meinten, wenn die Gemeinde alles in eigene Regie übernähme, bliebe ja für die Privatunternehmer nichts mehr übrig. Der Gemeindevorsteher bemerkte, daß die Grundbesitzer sich wohl daran gewöhnen werden müssen, daß das Müll, wie es in Tempelhof auch geschieht, nach dem Britzer Bahnhof gebracht und nach außer- halb befördert wird. Noch seien auf dem Britzer Gelände Gruben und Löcher vorhanden, die ausgefüllt werden können, er gebe aber zu bedenken, daß ein Teil dieser Gruben zu Baugrund verwendet werden solle. Wenig Gegenliebe fand auch Genosse Kitzing. als er für die Einführung der Wertzuwachssteuer plädierte. Der Gemeinde» Vorsteher ist deshalb gegen diese Steuer, weil sie den Verkauf von Grundstücken in Britz ganz erheblich erschweren würde, zumal auch die Nachbarorte eine Wertzuwachssteuer nicht eingeführt haben. Weiter regte Genosse Kitzing die Einstellung eines Betrages zur Er» richtung eines Kinderheims an. Von den Bürgerlichen wurde ihm erwidert, daß man in der Kommission beschlossen hätte, in diesem Jahre davon Abstand zu nehmen. Der Genieindevorsteher ist der Meinung, daß die Angelegenheit dem Ausschuß noch einmal vor- gelegt werden könne. Er interessiere sich sehr dafür. Die dazu nötige Summe sei jederzeit vorhanden. Der Gesamt» etat schließt in Einnahme nnd Ausgabe mit 1 458 000 Mark. ab. Im weiteren Verlauf der Sitzung erteilt die Gemeindevertretung dem Gemeindevorsteher die Ermächtigung, zwecks Ankauf von Grund- stücken eine Anleihe von 246 000 M. zu 4 Prozent Zinsen sowie Va Prozent Abschlußgebühren bei der Preußisch-Hessischen Eisenbahn- pcnsionskasse aufzunehmen. Die Gemeinde Britz hat ein zirka 32 Morgen großes Grundstück an der Gradenstraße zu dem günstigen Preise von 20 000 M. pro Morgen angekauft. Wie verlautet,� will die Große Berliner Straßenbahngesellschast einen Teil dieses Geländes zur Errichtung eines Straßenbahnhofes benutzen. Trebbin(Kreis Teltow). Aus der Stadtverordiicteilsitzung. Zur Weiterlegung der Waffer« leitungsröhren in der Baruther Straße bis zu den Gärtnereien soll eine Anleihe von 5000 M. von der Versicherungsanstalt Brandenburg mit 4 Proz. Verzinsung und 1'/, Proz. Amortisation aufgenommen werden. Die bisherige Pächterin, Frau Wolter, erklärt sich bereit, den Marktstand auf drei Jahre wieder zu pachten, bittet jedoch, da der Besuch der letzten Märkte gegen ftüher erheblich nachgelaffen hat, um Ermäßigung des Pachtvertrages von 830 auf 750 M. Der Magistrat wie die Stadtverordnetenversammlung setzte den Pachtzins auf 780 M. fest. Genosse Schönsee brachte alsdann Beschwerden gegen den Kreistierarzt vom letzten Viehmarkt zur Sprache, der seinen Dienst völlig vernachlässigt habe. Der Bürgermeister gab infolge eigener Beobachtungen dem Redner vollständig recht und machte die Mitteilung, daß nach den bisherigen Erfahrungen die Vorführung des Viehs an den Markttagen an_ der Mühlen- oder Lindenstraße aufgehoben werden soll. DaS Ebelsche Feld soll mit den seinerzett angekauften Grundstücken zu einer Parkanlage umgestaltet werden. Die Gesamtkosten sollen 3400 M. betragen. Nach langer, erregter Debatte, in welcher die Meinungen weit auseinander gingen, wurde die Beschlußfassung vertagt. Die über zehn Jahre währende Klage» fache der Erpelschen Eheleute gegen die Stadtgemeinde ist zugunsten der Stadt entschieden. Nowawes. I» der letzten Sitzung des GewerkschaftSkartell» gab Genosse Benick den Jahresbericht vom Auskunftsbureau. Demnach haben 131 Personen den AuskunstSabend besucht. Die Zahl der Auskünfte betrug 145. Diese verteilen sich folgendermaßen: Arbetter» Versicherung 94, Arbeits- und Dienstvertrag IS, Bürgerliches Recht 22, Gemeinde- und Staatsangelegenheiten 11 und Strafrecht 5. Außerdem wurden 88 Schriftsätze angefertigt. Vertretungen waren beim Reichsversicherunasamt 22 und beim Schiedsgericht 19 not- wendig. Es sind in fast allen Fällen die AuSkunftsuchenden zu ihrem Recht gekommen. Auskunftabende fanden jeden ersten und dritten Dienstag im Monat beim Genossen K. G ruh l. Priesterstratze. statt. Hierauf wurde die Erhöhung deS KartellbeitrageS von 5 auf 10 Pf. von den Delegierten mit 23 gegen 3 Stimmen angenommen. Am 24. April findet ein Kunstabend statt, worauf schon jetzt die Genossen hingewiesen werden. Eine von den Vorständen der hiesigen Gewerkschaften stattgehabte Besprechung am Sonntag nahm Stellung zur Frage der Jugend» organisation. Nach einem Referat des Genoffen Maschke-Berlin wurde eine Resolution angenommen, nach welcher die Versammelten die Notwendigkeit der Jugendorganisation anerkennen und für die Aufbringung der erforderlichen Mittel hierfür in ihren GeWerk- schaftcn eintreten wollen. Die erste Jugendversammlung findet heute Mittwochabend im Lokal von Singer statt. Lriefkaften der Redaktion. Dt» fnTlftlfAe Svrechfwnd« finftef Lindeoftratzc Sir. 3, zweite» Sof, dritter Eingang, vier Treppen, fßfST F a h r s«» h l"tzBMI wochentaglich abends von?>/, bis vy, lldr ttatt.«Seöffne«? Ubr Eonnabend» beginn» die Eprechstnudc um« Ubr. Jeder Slntrage ist ein Buchstabe und«ine.8abl als SNertzeichen bei.ttitügen. Briefliche ilntwort wird nicht erteil». Bis zur Beantwortung im Bricfkafte» können 44 Tag« vergehe». Eilige Jragcn»rage man in der Sdrechiiuud« vor. Rixdorf, F. ft. 82. Verlangen Sie Rückzahlung der ewbehalteiien Beiträge.— W. F. 28. 1. Aussührliche Darstellung über dt« Steuer- abzüge enthält der Artikel des.Vorwärts" im letzten Sonntagsblatt. 2. Wenn Ihre Mutter erwerbSunsahig ist, hat sie einen Anspruch aus Invalidenrente, weil mehr als 206 Marken für sie geklebt sind.— G. W. 14. Eine gesetzliche Bestimmung, die die Arbeitszeit in Ihrem Fall beschränkt, besteht leider nicht.— F. P. 30, Die Herausgabe der Kaution können Sie eventuell im Wege der Klagt verlange» Wasserstands-Nochrichteu der LandiScmltalt sür KewSlserkunde, mitgeteilt vo» Berliner Wetterbureau. vasserstaud Memel. Tilsit P r e g e l, Jniterburg Weichsel, Thorn Oder, Natibor » Krassen » Frankfurt Warth«, Zchrinnn , Landsberg Netz«, Bordamm Elb«, Leitmeritz , Dresden , varby , Magdeburg am 29. 3. om SIS') 274') £307 430 434 447 876 172 109 250 208 460 410 seit 28, 3. cro') +50 +14 -22 —57 +29 +90 +24 +21 +6 —45 +1 +1 -4 Wasserstand Saale, Grochlttz Havel, Spandau , Rathenow') Spree, Soremberg') , Beeskow Weser, Münden , Minden Rhein, MaximÄanSau , Kaub Köln Neckar. Hcilbror« Mai». Werlheim Mosel. Trier am 29. 3. cm 800 114 120 96 182 03 201 412 259 874 125 263 213 seit 28. a cm') —37 +12 +2 — 46 +8 —40 —40 -25 +2 0 —5 —3 -34 + bek eiltet Wuchs,— Fall.—») Unterpegel.—*) EiSstand.— ') oberhalb Elsstaud.') fast elssrei, am 29. um 12 Uhr mittags Wasser« stand 568 cm. Nach telegraphischen Meldungen von heute war dt« Weichsel bei Thorn morgen» schon aus 520 cm gefallen. Dle Elb« hatte heute morgen bei Dresden IIS. bei Barbu 4öS cm Wasserstand und fallt an beiden Stellen weiter. Emil Richter \ Else Richter geb. Rupprecht 4 Vermählte. Berlin, den 27. März 1909. Vwww wiyxFwerwwvwxrwwwwii «ssssssss� & Auf dies UN Wege unserem � Genosse» und Kollegen � Wilhelm Jöchel nebst Frau zu ihrem heutigen 217/4 35jähr. Ehejubiläum t die herzlichsten Glückwünsche I 0er Vorstand des seziald. Wahlvereins des 4. Berl. Reichstagswahlkreises q •o ü o W ** 1 | I 1 fcsseee y 0/ w \l> \1> w w w w «v vty W S «v 9 st» SV SV SV SV SV S'> Ä «»»sssss� ünserem üiteOigslrer! Wir alle, die zu Deinen Freunden zählen, Wir rufen's zu den Rausch- schen Marmorsälen Und gratulieren hier von dieser Stelle 223/6 Dir, JnliusWaaser, klein zwar— aber helle, Du mögest lang noch die W- ieilung lenken Und beim Geburtstag immer an uns denke». Die Freunde aus der 1. Abteilung des so allgemein beliebten S. Kreises. �ssssssssee> eises. cp t&ÄÄÄÄfe» ISozialägmokratiselLlfaMiereiii Alt= Glienicke. Todes- Anseige. Den Mitgliedern hiermit zur ! Nachvicht, dag der Gastwirt, \ Genosse Karl Witte Köpenicker Strohe 6 I am Montag, den 29. März, der- i storben ist. I Die Beerdigung findet am ! Donnerstag, den 1. April, nach- 5 mittags 4 Uhr, vom Trauerbause s aus statt. 202/9 Um rege Beteiligung ersucht Nei» Vorstund. m Ärbeiter- RsölaliFEr■ Verein „Vorwärts" Alt-Glienicke. (Mitgl. des Arbeiter- Radfahrer- bundcS.Solidarität"). Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, dag unser Genosse liari Witt© am Montag, den 29. März 1909 verstorben ist. (ihre seinem Andenken I Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 1. April, nach- mittags 3 Ubr, von dem Trauer. Hause Köpenickerftrage 6 aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 10/9 Der Vorstand. meco Sozi SoziaidEmokratiseberWaiihereln Heioickendorf-West. Den Mitgliedern zur Nachricht. dah unser Genosse, der Schlächter- meister kichan! Tschirner Berliner Straße 104, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet an, Mittwoch, den 31. März, nach- mittags 4>/z Uhr. von der Leichen- Halle des Gemeinde- Kirchhoses, Humboldtstrabe, aus statt. 233/9 oelllselier Nohsrdeiter-Vei'vsm! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Hermann Seifert am 28. März gestorben ist. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet am Donnerstag, de» 1. April, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des AuserstehungS« Kirchhofes in Weißensee auS statt. 81/14 Die Ortsverwaltnng. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todea-Annelge. Den Kollegen zur Nachricht, dah die Beerdigung des Kollegen Vioisuz Neumaim I nicht um 2l/j Uhr, sondern um S>/, Uhr aus dem Zentral-Fried- Hose in Friedrichsjetde stattfindet. 114/11 Die Ortsverwaltung, Todes- Anzeige. Sonntag, nachmittags 3 Uhr, starb im Alter von SS Jahren, der Arbeiter i krnst Lalomon. Die Beerdigung findet am Mttwoch, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des neuen Rixdorfer Kirchhoses am Mariendorser Weg aus statt. 1815b Witwe Charlotte Solomon. Ä SP Sl> Sl/ SO so so so so so so so so so so so so so so so Todes- Anzeige. Am 28. März verschied nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, Bruder, Schwager und Onkel, der Maurer Karl Gol? im Alter von 62 Jahren. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 31. März, nach« mittags 4 Uhr, von der Seichen- halle des St. Simeon-Kirchhojes, Mariendorser Weg, aus statt. Bio trauernde Witwe Frau keuiee Golz geb. Liebich, Heinrich Golz nebst Hulda Golz geb. Reger. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, Bruders und Schwagers sagen die Unterzeichneten insbesondere dem Öerrn Direktor Knoblauch, den Meistern und Arbeitern des Böh- mischen Brauhauses, dem Verband der Brauereiarbeiter und dem Ver- band der Waschimsten den innigsten Dank. Bio trauernden Hinterbliebenen. Klara Hagedorn geb. Aulich nebst Kindern. j Billigste Bezugsqnellt{ gedieg.Traneppmlie IWesImannsl Trauer-Magazin 1 Berlin W., Mohrenstr. 37a I jiiO., Gr. Frankf. Str. 115. j 1 Genaue Beachtung | meiner Finna u. Hausnummer geboten! Danksagung. Ar die herzliche Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der De- erdigung meines lieben Mannes sage ich allen Verwandten und Bekannten, insbesondere allen Kollegen und Partei- genossen meinen herzlichsten Dank. Witwe Anna Wächter 6852 nebst Kindern. J. Baen BädStr.ZS Prin�-Allee Herren- und Knaben- Moden, Berufskleidung. LlHUi&i Einsegnungs- Anzüge Paletots. 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Für bcnLnjsratenteilvercmtw.: Th.Gli«le. Berlin. 2.ruk!u.Lerlas: Lonvärti Luchdeuckerei u. Lerlagc-anitalt Paul Singer&£o„ Kerli» SW, Nr. 76. 26. Iahrgavg. lljeilm des Jotraärts" Kerlim AlksM. Wwoch. 31. Marz 1909. Hub der Frauenbewegung. Der Zentralverband der Hausangestellten Deutschlands beginnt, gemäß den Beschlüssen der Berliner Dienstbotenkonserenz vom 11. Januar d. I., am 1. April seine Tätigkeit. Der Sitz des Ver- bcmdes ist Berlin, hier wird auch die Verbondszeitung, das„Jen- tralorgan der Hausangestellten Deutschlands" herausgegeben, dessen erste Nummer soeben erschienen ist. In einem Leitartikel wird Ziel und Zweck der Zentralisation dargelegt. Es heißt darin, daß die Bewegung unter den Dienstboten als Reflex der großen allge- meinen Arbeiterbewegung in Erscheinung trete. Es gelte den Kampf zu führen gegen die ausnahmegesetzlichen Bestimmungen, welche die Dienstboten bedrückten. Aus der Dienenden müsse die freie häusliche Arbeiterin werden. Die beanspruche, daß für sie der gesetzliche Arbeiterinnenschutz gelte, daß die Krankeis- und Unfall- Versicherung und der Fortbildungsschulunterricht auf sie ausgedehnt, daß sie überhaupt der gewerblichen Arbeiterin gleichgestellt werde. Natürlich ist der Verband bestrebt, für seine Mitglieder schon heute direkt von den Herrschaften Zugeständnisse zu verlangen. Der Ver- band gewährt Rechtsschutz, Krankenunterstützung und ist stetig bc- müht, die geistige Weiterentwickelimg der Hausangestellten zu für- derii. Bekämpft wird die Ausbeutung durch die privaten Stellen» vermittler und sollen in den einzelnen Orten entweder eigene Stellenvermittlung eingerichtet oder die städtischen Arbeitsnach- weise unterstützt werden. In den Kreisen der Arbeiter kann viel zur Förderung des Ver- bandes getan werden. Zahlreich gehen Töchter der Arbeiter in den Dienst, vielfach sind es Arbeiterfrauen, die Aufwarte-, Wasch- und Reinmachestellen übernehmen. Sie alle sollten sich der Or» ganisation airschließen, die dazu gegründet ist, die Jntereffen dieser Frauen und Mädchen wahrzunehmen. Der Zentralvcrband er- streckt sich gegenivärtig über folgende Städte: Berlin, Bremen, Breslau. Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Heidelberg, Jena, Kiel, Königsberg, Leipzig, Lübeck, Mannheim, München, Nürnberg, Rüstringen, Stuttgart, Wiesbaden uird als jüngster Sproß Reuende in Oldenburg._ Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Direktion über den Großhandel in den Zenwal-Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zusuhr genügend, Geschäst rege, Preise miverändert. Wild: Zufuhr knapp, Geschäft lebhaft, Preise gut. Geflügel: Zufuhr genügend, Ge° schüft flau, Preise wenig verändert. Fische: Zusuhr genügend, Geschäft ziemlich belebt, Preise wenig berändert, für lebende Hechte nachgebend. Butter und Käse: Geschäst ruhig, Preise unverändert. Gemüse. Obst und Südfrüchte: Zusuhr genügend, Geschäft ruhig, Preise fast unverändert._ Witterungsübersicht vom 30. März 1909, morgens 8 Uhr. Setter 3 wolkig ."heiter 2 wolkig 4 wolkig I halb bd. bedeckt »S E» »ill Eis H o Stationen = 5 tzaparanda' 753@S3 Petersburg 762033 Scillh 1 746 W Äb-rdeeu 745 NO Paris 748 SSW Wetter E-» 5". 8? wSj Swolkeiil—8 t bedeckt—1 5 bedeckt j 9 6 Regelt 4 i 4bedeckt 9 Wetterprognose für Mittwoch, den 31. März 1909. Etwas kühler, zeitweise heiter, aber veränderlich mit leichten Regen- fällen und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Litt« aufbewahren! Jode SendBOK frleoh herffeateUll — UabegreMte Zelt haltbar.— I Oeaetellob geaohfttzt. I Apotheker A. W. Kumbier's AeratUah emplohlea. 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