Nr. 79. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerands: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., möchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntagss Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Poftabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Erigheimt täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinss und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition in bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonnabend, den 3. April 1909. In letter Stunde! Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Eine weltumfassende Wirtschaftskrise verheert seit Jahresfrist durch Arbeitslosigkeit und[ 1500 Millionen Mark im Jahr. Zu einer Einschränkung der Rüstungen und damit der Aus. Entbehrung die Voltswohlfahrt in unserem Vaterlande. Gleichzeitig offenbarte sich die Unfähigkeit und Gefährlichkeit des persönlichen Regiments durch eine Reihe von Enthüllungen aller Welt. Unwille und Empörung darüber, daß die Laune eines einzelnen entscheidend sein kann für das Schicksal eines großen Voltes, loderten in ganz Deutschland empor. Der Volksgrimm fand seinen Widerhall auch im Reichstag. gaben, sind die Regierung und die herrschenden Parteien nicht zu bewegen gewesen. Vor wenigen Tagen erft wurde ein Antrag der Sozialdemokratie, mit England wegen Einschränkung des Flottenbaues zu verhandeln, vom Reichstag abgelehnt. Werden aber die Rüstungen nicht eingeschränkt, so ist die weitere Erhöhung der Steuerlaften die unvermeidliche Folge. Redner aller Parteien gaben ihrem Unwillen über diese schmachvollen Zustände kräftigen Die Vertreter der befizenden Klassen und die Regierung, die für diese Rüstungspolitik Ausdruck. Aber den großen Worten sind keine Taten gefolgt. Alle Anregungen und Anträge verantwortlich sind, wissen aber die dadurch entstehenden gewaltigen Mehrausgaben auf der Sozialdemokraten, die eine sofortige Stärkung des Reichstags gegenüber der Macht des die Schultern der befitlosen Klassen abzuwälzen. Einig sind sie darin, daß mindestens Kaisers und der Bureaukratie verlangten, wurden von den anderen Parteien niedergeftimmt. 400 Millionen Mark durch Belastung des Maffenverbrauchs aufgebracht werden sollen. Gegen Die Reichstagsmehrheit bebte zurück selbst vor Ausnutzung derjenigen Machtmittel, die dem diese indirekten Steuern treten uur die Sozialdemokraten auf. Streit ist zwischen den VerReichstag jetzt schon zur Verfügung stehen. tretern der Besitzinteressen nur darüber entbrannt, ob und wie noch etwa 100 Millionen Nach wie vor werden also die einflußreichen Interessenverbände der Großgrundbesitzer, Mark mehr durch direkte Reichsstenern aufgebracht werden sollen. Gegen die Einführung der Großindustriellen und der Großkapitalisten durch unkontrollierbare Hintertreppeneinflüsse einer Nachlaßsteuer wehren sich erbittert die Agrarier. Sie fürchten, daß durch die Feststellung den maßgebenden Einfluß auf die Regierung ausüben können. Nach wie, vor werden die der Erbschaftsbeträge die großen Stenerhinterziehungen an den Tag kommen und fünftig Ausbeuterinteressen unbedingt die Oberhand behalten über die Arbeiterinteressen. Nach wie unmöglich gemacht würden. vor besteht also die Gefahr, daß ohne Wissen und Willen der Volksvertretung Deutschland über Nacht in einen Krieg verwickelt werden kann. Nur wenn das Volk durch seine Vertreter über Krieg und Frieden entscheiden kann, nur wenn der Reichskanzler und die Minister dem Reichstag wirklich verantwortlich sind, nur wenn Berufung und Entlassung der Minister nicht mehr abhängt von Wille oder Laune eines einzelnen, ist das deutsche Volt vor der Wiederkehr solcher Blamagen gesichert, wie wir sie im November erlebt haben. Die Erwartungen des Volkes wurden schmählich getäuscht! Statt neuer Rechte stehen ihm neue Lasten in Aussicht. Noch sind diese Interessenkämpfe nicht zum Abschluß gekommen. Noch ist es Zeit einzugreifen. Männer und Frauen des arbeitenden Volkes! Erhebt Eure Stimme und zeigt den herrschenden Klassen, daß Ihr nicht gewillt seid, Euch weiter so behandeln zu lassen! Protestiert gegen weitere indirekte Steuern! Protestiert gegen das verderbliche, völkerverhehende Wettrüsten! Brotestiert gegen persönliches Regiment und Beamtenwillkür! Verlangt Rechenschaft von Euren Abgeordneten wegen ihrer Nichtachtung der Volksrechte! Fordert die Selbstregierung der Nation und die Demokratisierung des öffentlichen Lebens In der Zeit schwerster wirtschaftlicher Bedrängnis wird der arbeitenden Bevölkerung zugemutet, jährlich 500 Millionen Mark neuer Steuern aufzubringen. Von Jahr zu Jahr sind die Ausgaben für Heer und Marine gestiegen bis zur ungeheuerlichen Summe von in Staat und Reich! Berlin, den 2. April 1909. Die sozialdemokratische Fraktion des deutschen Reichstags. Herr von Einem auf dem Kriegspfade. Ein früherer füddeutscher Offizier schreibt uns nachträglich zu den Reichstagsdebatten über den Militäretat: น Der Parteivorstand. brillanten Qualifikation eine geheime abgeben, in der so, daß der Adel von Natur aus viel gescheiter ist als Mender Offizier getadelt würde. Und Regimentskommandeure, schen bürgerlicher Herkunft. Für die Richtigkeit dieses Sazes denen er solche ein solches Verfahren zutraut, nannte der stellt Herr v. Einem selbst ein weithin leuchtendes Beispiel. preußische Kriegsminister einige Minuten vorher ehrliche Der Kriegsminister hat bei der oben erwähnten Gelegen( wohlgemerkt ehrliche!), anständige und nach ihrem heit dem preußischen Adel einen Lorbeerkranz gewunden. ganzen Charakter gefestigte Menschen". Erstens läßt der preußische Adel sich für die Leistungen anAber es kommt noch netter! Nach der Anschauung des seiner Vorfahren heute noch glänzend honorieren. Untertänig und befcheiden wie das offizielle Bayerntum Herrn von Einem würden die Vorgesezten der Zweitens find die berühmtesten und bekanntesten preußi. vor dem offiziellen Borussentum zu sein pflegt, hat der Regimentskommandeure in dieses hinterhaftige Verfahren nicht schen Militärs überhaupt nicht dem preußibayerische Militärbevollmächtigte om 16. März cr. im Reichs- mit einem Donnerwetter dreinfahren, sobald sie davon Kenntnis fchen Adel entsprossen. Derfflinger, dessen Herkunft tag gefagt, er wolle die Ausführungen des Abgeordneten erhalten. Nein: sie würden ihn mit Gott für Stönig und nicht vollkommen feststeht, war auf jeden Fall kein preußischer Häusler nicht widerlegen. Das würden die Herren der Vaterland dulden und ihn sogar mitmachen. Da sie Junter, Blücher war ein Mecklenburger, Gneisenau ein Sachse, preußischen Heeresverwaltung schon besorgen, und bei ihnen immer nach Herrn von Einem- genau wüßten, daß die Scharnhorst ein Hannoveraner, Yorks Abstammung ist ebenfei es auch in viel besseren Händen als bei ihm selbst. Am Regimentskommandeure imstande sind, mit voller Ueberlegung so wie jene Derfflingers nicht sicher. Darüber, daß er nächsten Tage ergriff Herr von Einem das Wort und bewies falsche Qualifikationen auszustellen und zu unterschreiben, fein preußischer Junter war, kann freilich kein Zweifel 222ieder einmal, welch ein Lumen das jetzige Haupt der würden sie die Herren fragen, wie die Qualifizierten wirt- fein. Moltke war ein Mecklenburger. Ja selbst Herr b. Einem, derzeit General und fgl. preußische Kriegspreußischen Militärverwaltung ist. Die herrlichste Blüte ich sind. dieser rednerischen Leistung war die Art und Weise, in Einen solchen moralischen Sauftall hält der dermalige exzellenz, hat nicht die Ehre zu den preußischen Junkern zu der der Kriegsminister die Geheimhaltung der Quali- tgl. preußische Striegsminister unter den höheren und höchsten gehören. Sein anerstammter oder wie Heine sagt fikationen der Offiziere zu rechtfertigen suchte. Zuerst preußischen Offizieren nicht nur für möglich, sondern wie aus gestammelter Stönig ist bekanntlich der letzte König von meinte er, das bisherige geheime Verfahren bringe die Ge- seiner Rede hervorgeht, so gar für unausbleiblich! Hannover gewesen. Unseres Wissens ist sein Bater für diesen fahr, daß ungerechte Beurteilungen vorkommen, nicht mit Und zwar ist ihm diese reizende Schilderung nicht in der König bei Langensalza sogar gefallen, nicht ahnend, daß sein sich, denn die Qualifizierenden seien, ehrliche, anstän- Hize des Gefechts herausgerutscht. Er hatte vielmehr Sohn 40 Jahre später das preußische Schwert, das ihm selbst dige und nach ihrem ganzen Charakter ge- 24 Stunden Zeit zur Vorbereitung auf seine das Leben gekostet hat, schleifen werde. festigte Menschen".( Stenographischer Bericht S. 7536.) Rede. Nach dieser Glanzleistung der jetzigen preußischen Von jener sattsam bekannten Ueberhebung, die preußische Einige Minuten später aber traute er diesen ehr- Striegserzellenz muß man den preußischen Offizieren zu Offiziere manchmal zur Schau tragen, zeugten die Auslichen, anständigen und nach ihrem ganzen Charakter ge- dem ausgezeichneten Advokaten, den sie in ihrem Minister be- führungen, die Herr v. Einem der Forderung des Abgeordneten festigten Menschen eine Handlungsweise zu, die man weder figen, wirklich gratulieren. Häusler, daß die aktive Dienstzeit der Kavallerie auf zwei offen noch ehrlich nennen kann. Er meinte nämlich, daß, Wenn übrigens jetzt so gewissenhaft qualifiziert wird, wie Jahre reduziert werde, entgegensette. Die Erfahrung lehrt wenn den Qualifizierten ihre Qualifitationen mitgeteilt würden, ist es dann möglich gewesen, daß der bekannte Ritt- zur Genüge, daß die Zunftmilitärs stets ein heftiges Opposich eine Situation ergäbe, die er wörtlich wie folgt beschrieb: meister v. rosigt an der Spipe einer Eskadron blieb? fitionsgefchrei loslassen, wenn von der Abkürzung der aktiven " Die Folge derartiger Qualifitationsberichte würde ein- Und wie ist es dann zu erklären, daß Prinzen in einem Alter, Dienstzeit einer Waffe gesprochen wird. Ist die Veraber dennoch fach die sein, daß neben den öffentlichen Qualifitationsberichten in dem andere Dffiziere erst Kompagniechef sind, schon fürzung eingetreten, fo lehrt Die daß sie noch andere herliefen. Das würde die Folge sein, Divisionen und Armeekorps kommandieren? Hier sind doch Praris, gar nichts Da geschadet hat. Blamierte das Recht meine Herren! Der betreffende höhere Vorgesetzte würde sich nur zwei Möglichkeiten denkbar: entweder ist das höhere jeder besitzt, noch längere den Oberst herannehmen und einfach sagen: Ja, Sie militärische Handwerk nicht so schwierig; dann können aber Zeit zu schimpfen und die Kassandra zu spielen, so verhalten haben ihn ja sehr schön qualifiziert, aber die Massenpensionierungen in den mittleren und höheren die Zunftmilitärs sich noch einige Jahre nach der Einführung wie ist er denn eigentlich?"( Stenograph. Bericht Chargen nur durch ungerechte Dualifitationen inszeniert der fürzeren Präsenzzeit steptisch, bis auf sie niemand mehr Seite 7537.) werden. Dder es ist schwierig; dann aber wäre es bei einem hört. Das ist der gewöhnliche Lauf der Dinge. So sehen also im Königreich Preußen nach der An- nur auf Gerechtigkeit und Gewissenhaftigkeit basierenden Hätte der Abgeordnete Häusler die Herabsetzung der schauung des Herrn Kriegsministers von Einem Qualifikationssystem ausgeschlossen, daß Prinzen mit aktiven Dienstzeit der Kavallerie auf acht Wochen verlangt, so genannt Rothmaler die Offiziere vom Regimentskommandeur 35 Jahren an der Spike von Armeekorps stehen. würde die Erwiderung des Kriegsministers berechtigt gewefen " aufwärts aus! Fühlt ein Regimentskommandeur die Pflicht, Gänzlich unbekannt ist Herrn von Einem die Bevor sein. Aber Herr Häusler tritt für eine zweijährige Präsenzeinen ihm untergebenen Offizier ungünstig zu qualifizieren, so zugung des Adels in der Armee. Man darf ihm mit zeit ein. Da Herr v. Einem fragte, ob Herr Häusler hätte er, wenn die Qualifikationen öffentlich wären, nach statistischen Zahlen kommen, man darf ihm zahlenmäßig nach- felbstverständliche Dinge nicht wisse, so wollen wir ihn auch Herrn von Einem wahrscheinlich nicht die Courage, dem beweisen, daß der Prozentsatz des Geburtsabels in den einiges fragen. Weiß er denn nicht, daß in den deutschen treffenden Untergebenen ehrlich ins Geficht zu sagen:" Ich einzelnen Offizierschargen um so größer wird, je höher die Manövern auch die Kavalleristen des ersten Jahrgangs, habe an Ihnen das und das beobachtet und bin daher ge- Charge ist. Macht nichts, die Kriegserzellenz weiß von nichts, also junge Männer, die erst seit elf Monaten auf dem Pferde zwungen, Ihnen das und das in die Qualifikation zu ja sie fordert den, der die Zahlen zitiert hat, entrüstet auf, sigen, die gewagtesten Attacken und Patrouillenritte reiten? schreiben", sondern er würde- wieder nach Herrn von Einem feine Behauptung, daß der Adel in der Armee Oder wird im Manöver vor einer Attacke vielleicht befohlen: dem Offizier eine borzügliche Qualifitation ausstellen, protegiert werde, schleunigst zurückzunehmen. Ein zweifel- Erster Jahrgang austreten"? Und werden in den Krieg nur fte ihm borlesen und bann neben dieser los sehr einfaches Verfahren! Es ist halt einmal die Kavalleristen, die im britten Jahre dienen, mit genommen? Läßt etwa Herr v. Einem die Leute dcZ ersten und zweiten Jahrgangs zu Hause? Diese Fragen mag der Kriegsminister sich selbst beantworten. Schwierig ist es ja incht. Und wenn er die Antwort gefunden hat, mag er mit seinen Verstandeskräften darüber nachdenken, ob der Gedanke, die Präsenzzeit der Kavallerie auf zwei Jahre zu reduzieren, wirklich so blödsinnig ist, wie er ihn hinzustellen versuchte._ IMchstagsichluß. • Der deutsche Reichstag ist heute vertagt worden, und mehr ttlS je kann man von dieser Session sagen, eZ war: Viel Lärm um Nichts. Tas Plenum erledigte neben einigen noch un- bedeutenderen Dingen das Weingesetz, das Automobilhaftpflicht- gesetz und als einzige für die Arbeiterklasse in Betracht kommende Reform das Zehnstundcngesetz für die Arbeiterinnen. Im übrigen nahmen die Kommissionsverhandlungen mehr das politische Jnter- esse in Anspruch als das Plenum. Zieht man die Bilanz der Tagung, so kann man nur sagen, daß das Spektakelstück des Blockkrachs, mit dem die Session abschloß, zugleich den Beweis lieferte, daß auch jene anderen Debatten vom November des vorigen Jahres ein leeres Spektakelstück gewesen sind, das ohne alle politischen Folgen bleiben wird. Als die Session begann, mag es noch Optimisten gegeben haben, die erwarteten, daß der deutsche Reichstag fähig sein werde, aus der schweren Niederlage de? persönlichen Regiments und aus der Erschütterung des bureau- kratischen Absolutismus einigen Nutzen für die Mehrung seiner Mticht zu ziehen. Aber diese Erwartungen sind völlig getäuscht wor den. Die Geschäftsordnungskommission, die beauftragt war, ein wirksames Jnterpellationsrecht auszuarbeiten und ein Ministerverantwortlichkeitsgesetz vorzubereiten, hat die zweite' Aufgabe nicht einmal begonnen und bei der ersten eine Unfähigkeit bewiesen, so lächerlich� und schmählich, wie sie nur die Bereinigung konservativer Tücke und' liberaler Dummheit mit klerikaler Perfidie erzeugen konnte. Wenn die Natur das Leere haßt, so.ist die Erzeugung von Leere die Konsequenz der politischen Unnatur, Jne in der Kommission jedes positive Resultat vereitelte und nach t.aochenlangem Geschwätz zu dem glorreichen Resultat des Vakuums' führte, zu dem Geständnis: wir können nichts fertig bringen. Es»war— wie immer seit der Blockära— der vollständige Sieg der Konservativen, dieser Feinde des Reichstags, die von Anfang cm der Machterweiterung des Reichstags ihr Veto entgegengesetzt hatten. Es war die lächerlichste Selbstverhöhnung der Liberalen, die tn der Person der Herren Junck und Müller- Meiningen dann auch noch daö Tipfelchen auf das i setzten und bei dem Fürsten Bülow vorsprachen, um zu erfahren, ob nicht der Träger des bureaukratiscben Absolutismus am Ende doch noch aus purem Mitleid einigen kleinen Reförmchen der Geschäftsordnung seinen Segen geben wollte. Natürlich vervollständigte dieser Vitt- gang nur die liberale Blamage. Unter demselben Zeichen der Diktatur der Konservativen stand auch die übrige Politik. In der Finanzreform hatten die Liberalen von vornherein ihr Programm preisgegeben und ihre Zustimmung dazu erteilt, daß% der halben Milliarde neuer Steuern wieder auf die Schultern der Armen abgewälzt werde. Die Forderung, die aus ihren eigenen Reihen erhoben lourde, daß kein Pfennig neuer Steuern bewilligt werden dürfe. bevor nicht die konstitutionellen �Garantien im Reiche und die Wahlreform in Preußen gesichert sei. hatten die Wiemer und Kopsch als„Erpresserpolitik" erschreckt abgewehrt. um sich nicht die gefürchirte Ungnade der Konservativen zuzu- ziehen. Erst diese glorreiche Taktik der Liberalen ermöglichte den Konservativen, ihren Kampf gegen die lächerliche Lappalie zu kon- zentrieren, die durch die Besteuerung der großen Erbschaften auf- gebracht werden soll. Erst der Verrat des Freisinns an seinem eigenen Steuerprogramm hat den Kampf der Agrarier gegen die Nachlahsteuer und die Erhaltung der Liebesgabe ermög- licht. In der Finanzkommisfion wurde die Nachlahsteuer zu Fall gebracht und an ihre Stelle jenes berüchtigte Besitzkompromiß gesetzt, das dann an dem Widerstand der Einzelregierungen scheiterte. Es war nur dieser Widerstand, der Bülow zwang, an der Erbschaftssteuer festzuhalten, und erst auf das Kommando VülowS hin wurden die Liberalen wieder mutig und benutzten die Annahme der Liebesgabe durch eine konservativ-klerikale Majori- tat. um die Blockkomödie zu inszenieren. Tagelang beschimpften sich die Blockbrüder auf das schlimmste, indem sie einander die Wahrheit sagten, bis dann der Machtspruch BülowS Ruhe gebot. Während der Osterferien wird dann daS Kompromiß fertiggemacht werden: die Nachlaßsteuer wird beseitigt und eine Erbschaftssteuer an ihre Stelle treten, die so völlig die agrarischen Forderungen befriedigen wird, daß der größte Teil der Konservativen ruhig für sie wirb stimmen können. Der Blockreichstag wird dann seine Funktion, die Kosten für die Politik der Volksfeind- schaft aus den Taschen der arbeitenden Massen herauszuholen, rasch und gründlich erfüllen. Hat so die Blockmajorität in der vergangenen Session die Aussichten für eine Verfassungsreform auf ein Minimum reduziert, die Aussichten für das Gelingen des Raubzuges der halben Milliarde außerordentlich verbessert, so hak sie in der auS- wärtigen Politik die gefährliche und verderbliche Richtung, die die deutsche Regierung mit ihrem Widerstande gegen jede Ver- einbaruny mit England verfolgt, vorbehaltlos gebilligt. Die Block- Majorität ist geboren aus der Entfesselung aller nationalistischen Instinkte des deutschen Spießbürgers, und so lebt sie auch nur da» durch, daß sie diesen Instinkten immer aufS neue schmeichelt. Der friedliche Abschluß der Balkankrise hat diese Politik ja vor den, schlimmsten Folgen für den Moment betvahrt, aber die Erregung gegen Deutschland, die in Rußland, Frankreich und ganz besonder? in England gerade jetzt aufS neue losgebrochen ist, beweist, daß diese Politik, weit entfernt eine Bürgschaft des Friedens zu sein, eine ständige Gefahr für das deutsche Volk bedeutet. Kelchzvefticherungioi'llnulig. Gestern ist dem Bundesrat der Entwurf einer Reichsversich«- rungsordnung zugegangen. Auch uns ist der Entwurf gestern abend übermittelt. Er enthält 1793 Paragraphen, die in 6 Bücher geteilt sind. Bei dem großen Umfang des Gesetzentwurfs ist es unS in der kurzen uns zu geböte stehenden Zeit nur möglich, auf einzelne Bc» stimmungen einzugehen./ Der Entwurf nimmt von dem Plane einer Verschmelzung der gesanfte» Arbeiterversicherungsgesetzgebung Abstand. Er sucht nur eine Annäherung der verschiedenen Versicherungszweige durch Gleichartigkeit deS JnstanzenzugeS herbeizuführen. Als unterste Instanz � soll das Vers icherungsamt gelten. Dieser lokale Unterbau soll für die Krankenversicherung die Aufsichtsinstanz, für die Unfall-, die Invaliden- und die Hinterbliebenenversicherung den gemeinsamen Unterbau abgeben. Ms obere Instanz(auch an Stelle der bisherigen Schiedsgerichte) soll ein OberversicherungS- a m t, als höchste Instanz das Neichsversicherungsamt sbeziehentlich daS LandeSversicheru ngSamt) fungieren. Dem Ver- ficherungsamt und dem Oberversicherungsamt soll ein beamteter Vorsitzender vorstehen: diese beiden Instanzen sollen entweder vor- handenen Behörden angegliedert oder als besondere Behörden er- richtet werden. Beiden Instanzen sollen paritätisch Arbeitgeber und Versicherte angehören. Tie Wählbarkeit der Frauen, die bisher nur für die Versicherungsträger der Krankenversicherung zugelassen ist, ist end- lich infolge des starken Vordringens d-r weiblichen Erwerbstätig- keit und mit Rücksicht auf die Hinterbliebenenversicherung auf alle Versicherungsträger erweitert worden. Die Einzelheiten über die Organisation enthält das 196 Para- graphen umfassende erste Buch, das zweite regelt die Kranken- Versicherung. Der Unfall Versicherung ist das dritte Buch gewidmet. DaS vierte Buch befaßt sich mit der Jnvalidenver- s i ch e r u n g und der neu einzuführenden Hinterbliebenen- Versicherung. Das fünfte Buch regelt die Beziehungen der Versicherungsträger zu einander und zu anderen Verpflichteten, das sechste Buch das Verfahren. Die Krankcnversichcruug (Z 197 bis 631) bringt zunächst eine Ausdehnung des Kreises der versicherten Personen. Die rcichsgesctzliche Krankenversicherung wird- auf die in land- und forstwirtschaftlichen Be- trieben beschäftigten Personen, sowie auf die Dienst- boten, ferner auf Personen, die als Bühnen- oder Or-- che st ermitglieder beschäftigt werden(jedoch nur, wenn ihr regelmäßiger Jahresarbeitsverdienst 2909 M. nicht übersteigt) und auf Hausgewerbetreibende ausgedehnt. Die Wöchnerinnen Unterstützung wird auf die Dauer von im ganzen acht Wochen, von denen mindestens sechs Wochen auf die Zeit nach der Niederkunft fallen, gewährt. Der Zersplitterung der Krankentassenorga- n i s a t i o n e n wird leider nicht durch den Ausbau einer Einheits- Krankenkasse entgegengetreten. Es werden nur schwache Ansätze zu einer Beseitigung der verschiedenen Arten der Krankenversicherung gemacht. Die Gemeindekrankenversicherung soll nun endlich völlig und ausnahmslos beseitigt werden, so daß die Kranken- Versicherung sich für die Folge durchweg in organisierten Kassen vollziehen würde. Die Baukrankenkasse n werden den Ae- triebskrankenkassen eingereiht. Betriebskrankcnkassen sollen in der Regel nicht mehr bei einer Zahl von 59, sondern bei einer solchen von 59 9, in Ausnahmefällen von 259 Arbeitern zu- gelassen werden. Die Jnnungskrankenkassen und die Knappschastskassen sollen trotz der lebhaften Gründe, die gegen das Weiterbestehen dieser Organisation sprechen, unver- ändert bestehen bleiben: die Knappschaftskassen als landesrechtliche Kassen. Neu geschaffen werden Landkrankenkassen. � Deren Mitglieder sollen werden: Die in der Landwirtschaft beschäftigten Personen, die Dienstboten, die im Wandergewerbe beschäftigten Per- sonen und die Hausgewerbetreibenden sowie die in ihren Betrieben beschäftigten Personen. Die Zentralisierung von Orts- krankenkassen wird etwas erleichtert. Aufs schärfste wird in die innere Verwaltung der Ortskrankenkassen eingegriffen. Während die Betriebs- krankenkassen, die Jnnungskrankenkassen und die Knappschafts- krankenkassen mit allen ihren Mängeln bestehen bleiben sollen, wird eine ganz erhebliche Beschränkung der Selbst- Verwaltung der Ortskrankenkassen geplant. Es soll künftighin der Beitrag der Arbeitgeber und der Versicherten der gleiche sein, aber auch im Vor st and Arbeitgeber und Arbeitnehmer in gleicher Zahl zusammenwirken. Der Vorsitzende der Ortskrankenkassen soll durch überein- stimmende Wahl beider Teile gewählt werden. Wenn und auf solange als sich die Gruppen der Arbeitgeber und der Arbeiter über die Person des Vorsitzenden nicht einigen, soll der Vorsitzende durch den Kommunalverband bestellt werden können. Die Ver- hältniswahl soll für alle Angelegenheiten der Krankenkassen obli- gatorisch eingeführt werden. Für die Beziehungen der Ortskrankenkassen zu ihren Beamten und Angestellten sowie deren Rechts- Verhältnisse ist der Erlaß von Dienstordnungen vorgeschrieben, die der Genehmigung der Aufsichtsbehörde bedürfen. Die Genehmigung soll nur beim Vorliegen eines wichtigen Grundes versagt werden. Für die Angestellten der Betriebs- und Jnnungskrankenkassen ist eine gleiche Vorschrift nicht vorgesehen. Für die Beziehungen zwischen Aerzten, Apothekern und Kissen sind zwei besonders paritätisch zusammengesetzte Schiedsinstanzen vorgesehen. Ein bestimmtes Arztsystem schlägt der Entwurf nicht vor. Er sieht auch von der Einführung einer Pflicht der Aerzte zur Gewährung ärztlicher Hilfe ab. Für den Fall, daß die Aerzte entgegen dem Spruch der Schiedskammer die Behandlung der Kassenmitglieder nickt aufnehmen sollten, wird der.Kasse, der ja die Pflicht zur Beschaffung ärztlicher Hilfe im Gesetz auferlegt ist, nur der Ausweg gegeben, daß sie ihren Mitgliedern statt der Gewährung ärztlicher Hilfe einen angemessenen Barbetrag zur Selbstbeschaffung der erforderlichen Behandlung zahlen kann. Aus dem die Unfallversicherung umfassenden dritten Buch(632— 1283) sei folgendes hervorgehoben: Die Versicherungspflicht von Handelsbetrieben ist durch folgende Ziffer 19 des§ 632 neu geregelt: Betriebe, die der Behandlung und Handhabung der Waren oder der Beförde- rung von Personen oder Güter dienen, unterliegen der Versiche- rungspflicht, falls sie mit einem kaufmännischen Unternehmen verbunden sind, das über den Umfang deö Kleinbetriebes hinaus- geht, sowie unter gleicher Voraussetzung Holzfällungsbetriebe. Hierdurch sind nicht nur die eigentlichen LagecungSarbeitcn wie bisher, sondern auch ähnliche Arbeiten in kaufmännischen Unter- nehmen der Versicherung unterstellt und auch eine Ausdehnung der Unfallversicherung auf Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften gegeben. Eine beachtenswerte Ausdehnung der Versicherungspflicht enthält der Entwurf auch nach der Richtung, daß das Halten von Reittieren und von solchen Fahrzeugen, die durch elementare oder tierische Kraft bewegt werden, der Unfallversicherung unterstellt ist. Dadurch fällt das Fahr- und Stallpersonal künftig unter die Bestimmungen deS Unfallgesetzes. Eine auffallende Ver- schlechterung enthält die neue Vorschrift, daß Renten bis 29 Proz. zeitlich beschränkt werden können. Den Berufsgenossen- schasten ist in ihrem unberechtigten Kampf gegen den heutigen ß 84 des Gewerbeunfallversicherungsgesetzes durch Bestimmungen in§ 815 und folgenden über die Bildung eines Reservefonds weit entgegengekommen und ein erheblicher finanzieller Borteil ge- währt. Die schmalen Renten sind weder bei der Unfall- noch bei der Invalidenrente erhöht. Aus dem Abschnitt über Invalidenversicherung sei erwähnt, daß der Entwurf eine freiwillige Zusatzversicherung zuläßt. Von der Herabsetzung der MterSgrenze von 79 Jahren für den Bezug der Altersrente ist Abstand genommen. Die Hinterbliebenenversicherung soll bekanntlich nach dem Zolltarifgesek zum 1. Januar 1919 in Kraft treten. Wie von sozialdemokratischer Seite, entgegen den Behauptungen aus Zentrumskreisen, seinerzeit vorausgesagt wurde, reichen die Einbehaltungen aus den Getreide- und Viebzöllen bei weitem nicht für eine noch so schmale Rente auS. Tic Hinter- bliebrnenvcrsicherung soll deshalb im wesentlichen auf Beiträge der Versicherten und der Arbeitgeber gestellt werden. Die Hinterbliebenenfürsorgc soll für die eintreten, die auf Grund der VersicherungSpflicht, der Selbstversicherung oder der Weiter- Versicherung der JnvalidenbersicherungSpflicht unterstellt sind. Die Beiträge der Arbeitgeber und der Versicherten sollen gegenüber den bisherigen Beitragsmarken um durchschnittlich ein Viertel erhöht werden. Sind bislang in Lohnklasie I— V 14, 20, 24, 30 und 86 Pfennige zu kleben, so'oll künstig auf 29, 24. 39, 38 und 46 Pfennige der Beitrag erhöht werden. Die Rente der Invaliden- witwe soll drei Zehntel, die Waisenrente bei Vorhandensein einer Waise drei Zwanzigstel der Invalidenrente des verstorbenen Mannes betragen. Hierzu tritt der Reichszuschuß mit je 59 M. zu jeder Witwen- und je 25 M. zu jeder Waisenrente. Wenn ein Arbeiter aus Lohntlajse IV volle 39 Jahre lang bei cineni Einkommen von 1999 M. wöchentlich 38 Pf. zahlt, so würde seine invalide Witwe ganze— 122,40 M., sein Kind 61,29 M., beide zusammen 1 8 3, 6 V M. jährlich an Rente oder 59 Pfennig täglich erhalten! Auf die Einzelheiten des umfangreichen Entwurfs, der in Hey- manns Verlag, Mauerstr. 44, erhältlich ist, wird Noch näher einzugehen sein._ politifcbc Qcberftcbt Berlin, den 2, April 1909. Vertagung für die Osterferien. A u S d e Nl N e i ch s t a g.(2. April.)??ur kurze Zeit noch verwandte der Ncichstag heute auf die Abwickelung der rcstierenden Budgetgeschäfte, aber doch waren dazu zwei Sitzungen nötig. Der Militäretat und der Marinectat wurden ohne wesentliche Debatte erledigt. Nur beim Kolonialamt gab es ein-- Debatte über S a m o a. Der Abg. Erzbcrger hatte Informationen erhalten, daß die Verhältnisse in Samoa weit beunnihigender seien, als amtlich bisher zugegeben wurde. Er fragte an, ob sich dort etwa ein Aufstand vorbereite'. Der Staatssekretär Dernburg gab Auskunft, daß es sich nicht um einen Aufstand gegen die Negierung oder die Weißen handele, sondern um Zivistigkeiten zwischen den Eingeborenen- stämmen selbst. Trotz dieser Auskunft versuchten die Abgeordneten Arendt(freikons.) und Arning(natlib sich in Scharfmachereien gegen die Eingeborenen. Würde es nach diesen Leuten gehen, so würde uns zweifellos auch in Samoa ein Gut und Blut vertilgender Eingeborenenkrieg be- schert werden. Nach Erledigung der Einzeletats wurde in der Schluß- absttmmung das Gesamtbudget gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Bei der Abstimmung über die Resolutionen wurde dann der Abbruch der Sitzung wegen Beschlußunfähigkeit erforderlich. Es handelte sich um die Resolution des Zentrums, in der eine Aenderung des Preßgesetzes verlangt wird, um die Verknüpfung eines Zeitungsabonnements mit einer Versicherung zu verbieten. Beim Hammelsprung stellte sich die Beschlußunfähigkcit heraus. Der Präsident beraumte nunmehr eine zweite Sitzung eine halbe Stunde später an. In dieser MIttagSsitzung wurde die fragliche Resolutton mit großer Mehrheit(Zentrum, Konservative, Sozialdemo- kraten und ein Liberaler) angenommen. Dann wurden noch die anderen Resolutionen und Peti- tionen erledigt. Um 1 Uhr war Schluß. Landtagsferien. In Gegenwart von zuletzt noch neun Abgeordneten wurde am Freitag die erste Lesung der Sekundärbahnvorlage beendet und der Entwurf einer Kommission überwiesen. Sogar der Präsident v. Kröcher und der erste Vizepräsident Dr. Porsch hielten es nichi aus: sie überließen die Leitung dieser großen Sitzung dem zweiten Vizepräsidenten Dr. Krause, der sich denn auch geduldig in sein Schicksal fügte und— ein bedauernswertes Opfer seines BertiseS— stundenlang auf dem Präsidciftcnstuhl saß. Nach den anstrengenden Sitzungen der letzten Wochen haben die Vertreter deS preußischen Volkes fast drei Wochen Zeit zur Er- holung. Dann allerdings heißt es, mit Volldampf arbeiten, damit der Etat endlich fertig wird. Abgesehen von kleineren Etats muß noch der KulwSetat in zweiter Lesung beraten werden. Berück- sichtigt man, daß auch die dritte Lesung noch einige Zeit in An- spruch nimmt und daß dann erst noch daS Herrenhaus die Bc- schlüsse der ztoeiten Kammer sanktionieren muß, dann wird man einsehen, daß die definitive Verabschiedung deS Etats erst kurz vor Pfingsten erfolgen kann. Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung nach Ostern, am 21. April, steht die Beratung der Denkschrift über das Ansiedelungs- gesetz._ Die geplante industrielle Liebesgabe. In der gestrigen Numnier des„Vorwärts" berichteten wir über eine geplante„Liebesgabe an die In- dustrie". Einige liberale Blätter halten unsere Meldung für unrichtig und meinen, der Gewährsmann des„Vorwärts" müsse sich verhört haben. Sie mögen sich beruhigen, denn wir haben selbst die amtlichen Belege dafür eingesehen. Leider hat sich nur beim Druck ein dummer Fehler eingeschlichen: Der in eine Reichsschuld umgewandelte Betrag von 165 Millionen Mark soll natürlich nicht mit o'/z. sondern nur mit 3'/s Prozent verzinst werden. Schwankende„Grundsätze". Tie Deutsche ReichSpartei vollzieht in ihrer Stellung zur Nachlaßsteuerfragc eine niedliche Schwenkung— inahrscheinlich unter dem Druck der osteldischen Junker und ihrer Jntcrcssenorganisation, des Bundes der Landwirte. In der ReichStagSsitzung vom 80. März hat der Fürst Hatzfeldt die grundsätzliche Ziistimmung der Mehr- heit seiner Partei zur Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf direkte Nachkommen und kinderlose Ehegatten erklärt. Jetzt schränkt die parteioffiziöse„Freikonserv. Korr." diese Erklärung durch einen eigenartigen Kommentar wesentlich ein. „Fürst Hatzfeldt," schreibt sie,„hat mit Recht Garantien verlangt dafür, daß die Steuersätze in Zukunft nickst ins Un- gemessene gesteigert werden. Es ist dies eine Forderung, die im Interesse des Grundbesitzes gestellt werden muß. weil für diesen ohnehin die Steuer eine höhere Belastung darstellt als für das mobile Kapital. Für den Grundbesitz werden sichere Garantien geschaffen werden müssen. Hier ist zunächst darauf Bedacht zu nehmen, daß die der preußischen Ergänzungssteuer nicht unterworfenen Objekte außer Ansatz bleiben. Bor allem aber ist der Grundbesitz nach dem durchschnittlichen Ertragswcrt einzuschätzen, zugleich dabei aber die Anerkennung einer durch die öffentlichen Kreditinstitute— in Preußen die Landschaften— aufgestellten Taxe zur Bedingung zu niachen. ES wird ferner ein angemessenes Arbeitseinkommen des Wirtschafters, namenl- lich bei kleineren Betrieben, vor der Kapitalisierung des Rein- ertrageS von diesem in Abzug gebracht werden müssen." Dem Druck der Großagrarier haben also die ohnehin recht schlecht fundamentierten„Grundsätze" der Rcichsparteiler Vicht standgehalten.—_ Eine merkwürdige Wahl. Unser Kölner Parteiorgan, die»Rheinische Zeitung", schreibt: Im ReichStagSwahlkreise Adenau-Kochem-Zell erhielten bei den allgemeinen Wahlen im Jahre 1997 das Zentrum 17 168. die Deutsche Vereinigung 3913, die Sozialdemokratie 59 Stimmen. Bei der Ersatzwahl am Dienstag dieser Woche wurde zwar der offizielle Zentrums- kandidat, Weingutsbesitzer Panlq, glatt gewählt, jedoch nur mit 13 493 Stimmen, so daß die ZeiitrumSftimnieu um säst 4999 hinter denen von 1 997 zurückblieben. Ein»wilder" Zentruniskandidat, Oberlehrer Mähser, " von der Schule fernzuhalten find, daß es aber andererseits Pflicht der Schule ist, die Jugend zur Vaterlandsliebe und zur Achtung vor der bestehenden Staatsordnung zu erziehen, und allen entgegengesetten Bestrebungen mit Entschiedenheit entgegens zutreten. " Hungersnot in Deutsch- Oftafrika. erhielt 453 Stimmen. Große Ueberraschung bereitete es, daß diesmal ist? Solche peinliche Buchführung über die politische Haltung 488 jozialdemokratische Stimmen abgegeben wurden, die sich des Bürgers? Schwerlich! auf den Genossen Dr. David Mainz vereinigten. Dieses Er gebnis für die Sozialdemokratie ist um so merkwürdiger, ale Der beleidigte Militarismus. sich die Partei offiziell gar nicht an der Wahl beteiligte. Die Dortmund, 2. April. äußerst geringe Stimmenzahl der Wahl von 1907 und der ( Telegraphischer Bericht.) Notwendigerweise müßte hiernach insbesondere auch gegen Mangel jeglicher Organisation ließen unsere Partei schon aus Wegen des bekannten„ Schinderknechte"- Artikels, den die Versuche, die sozialdemokratische Zeitschrift Arbeiter- Jugend" Sparsamkeitsgründen von einer Wahlbeteiligung absehen. Die unter Fortbildungsschüler zu verbreiten, eingeschritten werden." Kandidatur David ist also ohne Vorwissen der Parteileitung auf die hiesige Arbeiterzeitung" dem Vorwärts" entDer weimarische Staatsminister hat es also borgezogen, sich gestellt worden und zwar vornehmlich von Winzern, die durch nommen hatte, wurde heute der Genoffe Nottebohm um die Kernfrage, ob die Schulstube zum Tummelplatz des politieinen fozialdemokratischen Stimmzettel dem Zentrum ihr zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Alle Beweis. schen Stampfes gemacht werden soll, zu drüden. Daß die Ber Mißtrauen belunden, gegen die Mängel des neuen ein- anträge wurden abgelehnt; der Staatsanwalt hatte vier breitung der Arbeiter- Jugend" in größerem Umfange an die gesezes und die vorgeschlagene Weinsteuer pro Monate Gefängnis beantragt. Das Gericht fagte in der Fortbildungsschüler geschehen wird, je mehr innerhalb der Schule testieren wollten. Natürlich find in dieser Zahl auch jene Begründung, er sei zu der Ueberzeugung gelangt, daß der selbst die politische Verhebung betrieben wird, daran kann auch Wähler einbegriffen, die auch zu anderen Zeiten sozialdemo- Artikel bewußte Beleidigungen enthalte. tratisch stimmen, doch ist darum die sozialdemokratische StimmenEr habe auch die der weimarische Staatsminister nichts ändern. Denn diese Ver daß alle Offiziere und Unteroffiziere, die zahl nicht weniger verblüffend. Sie zeigt von einer tief- rage bejaht, breitung wird außerhalb der Schulstube vor sich gehen, wenn ihr gehenden und zweifellos weitverbreiteten Berbitterung, die zum fich bisher keine Mißhandlungen von Untergebenen haben zu schulden auch die Regierung mit größter Entschiedenheit entgegentritt. Ausgangspunkt wirksamer politischer Aufklärungsarbeit gemacht fommen lassen, durch den Artikel getroffen worden sind. Das Gericht verden könnte. hat formale Beleidigung aus§ 185 des Strafgesetzbuches für feftgestellt erachtet.§ 193 tonnte dem Angeklagten nicht zugebilligt werden, da er den Artikel nicht aufgenommen habe in seinem Der Artikel Ministerstürzer an der Arbeit", in dem vor intereffe als Landwehrmann. Nach der lleberzeugung des Gerichtseinigen Tagen die Bergarbeiter- 3tg." über eine Geheim- hofes hätten vielmehr dem Angeklagten dabei nur politische versammlung der Bergherren im Berliner Palasthotel be- Gesichtspunkte geleitet. richtete, hat die Kohlenmagnaten und ihre Geschäftsführer sehr verschnupft. Sie haben deshalb die von ihnen alimen- Der beleidigte Militarismus ist nun vierfach gerächt: in Berlin, tierte Presse angewiesen, ihre Unternehmerrechte nachdrücklich Lübeck, Düsseldorf und Dortmund find sozialdemokratische Mit ganz besonderem Eiser unterziehen sich Redakteure wegen Beleidigung sämtlicher Offiziere und Unteroffiziere zu wahren. dieser hehren Aufgabe die„ Berl. Neueste Nachrichten" und die der deutschen Armee verurteilt worden, weil sie den„ SchinderPost". Die Richtigkeit der Mitteilung vermögen sie jedoch tnechte" Artikel veröffentlichten. Alle Verurteilungen erfolgten auf nicht zu bestreiten; so bleibt ihnen nichts anderes übrig Grund einer Auslegung, die das lebhafteste Stopfschütteln hervor. als sich nach bekanntem Schema über die" unanständige rufen muß. An der Berechtigung der bitteren Kritik, die in dem Gepflogenheit", vertrauliche Verhandlungen der politischen Artikel an den Zuständen im deutschen Heere geübt wurde, ändern Gegner an die Deffentlichkeit zu bringen, sittlich zu entrüsten, die vier Verurteilungen nichts. die angebliche Verdienste der Kohlenbarone um die Hebung der deutschen Industrie zu preifen und über die Notwendigkeit des sogenannten Hausrechts zu philosophieren. Nur Herr Uthemann, meint die ehrsame" Post", hätte vielleicht etwas unvorsichtig geredet: Die bergherrlichen Ministerstürzer. " " * Die weimarische Wahlrechtsreform. Die Deutsch- Ostafrikanische Rundschau" teilt folgendes mit: Bon der Hungersnot am meisten heimgesucht sind die öftlichen Landschaften Gaseni, Uferi und Dolole; auch in Matfchani, Keni und Kerua sind die Nahrungsmittel knapp, aber eine wirkliche Hungersnot ist dort nicht eingetreten. Grund der Hungersnot ist die schon seit zwei Jahren anhaltende, trockene Witterung. Am östlichen Kilimandscharo wurden bisher nur Bananen angebaut. Die Banane hält bei mangelnder oder schlechter Feuchtig feit zwar eine Zeitlang aus, dann aber versagt sie gründlich und erholt sich mir langsam. Die Eingeborenen haben selbst einen großen Teil ihres Viehes verkauft, und zum Teil zu Spottpreisen. Die Verteilung von Lebensmitteln hat bereits Anfang Februar begonnen." Ein Simpliciffimusprozeß. Stuttgart, 2. April. ( Privatdepesche des Vorwärts".) " In der Nummer 24 des Simplicissimus" vom 14. September Am 1. April begannen im weimarischen Landtage die Verhand- 1908 erschien ein Bild mit der Ueberschrift:„ Aus dem Musterland lungen über das Wahlrecht. Am ersten Tage wurde nicht einmal Baden". Der Text des Bildes lautete: Die großherzoglich die allgemeine Beratung zu Ende geführt. Außer den Eventual- Badische Bordellangestellte, Alma Hafsaburg, ist in Anerkennung Wenn mun Herr Uthemann wirklich von einer möglichen anträgen hat Genosse Baudert im Ausschuß 21 Abänderungs- ihrer langjährigen Dienstzeit zur großherzoglich badischen FiskalBeseitigung des Ministers Delbrück, der Arm in Arm mit den anträge gestellt. Präsident v. Notenhahn bezeichnete dies als hure ernannt und ihr aus diesem Anlaß die goldene VerdienstSozialdemokraten ein Gesetz fabriziere, gesprochen haben sollte eine bewährte, schlaue Taktik der Sozialdemokratie. Sie beschnalle verliehen worden." so wäre dies allerdings zu bedauern. Aber wir sind doch der weise damit, daß sie, wenn auch mir Schritt für Schritt, Als Fußnote war angeführt, daß der badische Fiskus in Ansicht, daß die Industrie im Interesse der volkswirtschaftlichen ihrem Ziele immer näher zu fommen suche. Die Negierung gab Heidelberg ein kleines Bordellchen hatte. Entwickelung und nicht zuletzt zum Heile des Vaterlandes nicht die Erklärung ab, daß fie fich mit aller Entschiedenheit gegen Zusatznur das Recht, sondern sogar die Pflicht hat, Stellung zu nehmen stimmen und eine weitere Beschränkung der passiven Wahl durch Festgegen einen Minister, von dem man überzeugt ist, daß er durch legung des Wohnsitzes für den Abgeordneten wenden müsse. Gegen einseitiges Vorgehen unhaltbare Zustände schafft." die Verlängerung der Wahlperioden, sowie gegen die Herauffegung des Tatsächlich wird also bestätigt, daß die Mitteilungen der Wahlalters auf 25 Jahre wolle sie teine weiteren Einwendungen machen. Bergarbeiter- 3tg." richtig find- und das ist die Hauptsache. Der Freifinn erklärte sich mit der Heraufsetzung des Wahlalters einberstanden, da könne doch die Sozialdemokratie nicht so viel Stimmenfang betreiben. Genosse Baudert sprach am ersten BerHandlungstage über eine Stunde. Er wendete sich scharf gegen die Vorlage und hielt den Liberalen ihre Wandlungsfähigkeit bor. B Gegen den verantwortlichen Rebatteur des Simplicissimus", Hans Kaspar Gulbransson, wurde Klage erhoben wegen Beleidi gung des großherzoglich badischen Staatsministeriums und dessen Mitglieder, der Generaldirektion der badischen Staatsbahnen, ins besondere der Minister des großherzoglichen Hofes und der auswärtigen Angelegenheiten( dem die Staatsbahnen unterstellt sind). Die Beweisaufnahme ergab, daß die Regierung bei der ErDie umsichtige preußische Polizei. werbung der zum Bahnhofumbau in Heidelberg nötigen GrundDer deutsche Staatsbürger wird von fürsorgender Polizeistücke auch drei öffentliche Häuser miterwerben mußte. Ein aufsicht auf Schritt und Tritt begleitet. Seine Personalien Bordellbesitzer hat gegen die Erlaubnis, den Bordellbetrieb in dem ruhen in den Archiven der Polizei und niemals wird er sie staatlichen Hause noch 1% Jahre fortseßen zu dürfen, den Kaufe Ios, wohin er sich auch wenden mag. Und ginge er Weimar, 2. April.( Privatdepesche des Vorwärts".) In achter preis erheblich herabgefeßt. Der Standal wurde durch eine Einvon Konstanz nach Hadersleben, überall hin folgt ihm Abendstunde wurde vom Landtag der Wahlrechtskompromißantrag gabe des badischen Sittlichkeitsvereins an die Regierung und an das wachsame Auge des Gesetzes und sein Bündel Personalien. angenommen. Die Hauptbestimmungen dieses Stompromisses find: ben Landtag bekannt. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Ueberall ist durch An- und Abmeldescheine dafür gesorgt, daß sechsjährige Wahlperioden, Beginn der Wahlfähigkeit mit dem Angeklagten eine Geldstrafe von 1000 M. Der Verteidiger Konrad Haußmann führte aus, daß ertviesen er sich der Polizei feines Wohnorts nicht verberge und ein 25. Lebensjahr, Erhöhung der Abgeordnetenzahl um 5 durch BerufsRückfrageſyſtem verhindert, daß er etwa einer hohen Behörde torporationen zu wählende Abgeordnete, insgesamt also auf 38. de sei, daß der badische Staat bezw. die Regierung nicht allein den Bordellbetrieb in ihrem Hause geduldet, sondern daß sie sich für ein X für ein U über seine persönlichen Verhältnisse vormache. fozialdemokratischen Anträge wurden abgelehnt! Wie gut organisiert dieser polizeiliche Ueberwachungsdienst diese 1½jährige Dulbung finanzielle Entschädigung hätte geben Das Elend im schleswig- Holsteinischen Freifinn. ist, dafür zeugt der Umstand, daß eine badische Polizeibehörde laffen. Der§ 180 bes Strafgesetzbuches bedrohe aber die Duldung das folgende gedruckte Formular verwendet, sobald sich ein Zu den getreuesten Blodtnappen gehören die schleswig- hol. aus Eigennuh mit Gefängnis nicht unter einem Monat, zugleich deutscher Bürger in ihrem Machtbereich niederläßt. steinischen Freisinnigen, berrieten fie doch bei der Reichstagswahl tönne auch auf Geldstrafe bis zu 6000 M. und Stellung unter Zum Aufenthalt in... meldet sich am... mit( ohne) Familie an die Reaktion, während die Sozialdemokraten ihnen in brei die Strafanträge nicht formgerecht gestellt feien. 1907 zwei Wahlkreise, die eigentlich der Sozialdemokratie gehörten, Polizeiaufsicht erkannt werden. Er plädierte auf Freisprechung, da Streifen zum Siege verhalfen. Als die Wahlbelegung, die den Das Urteil wird kommenden Dienstag verkündet Blockwahlen voraufging, hohe Wellen schlug, gründete der ge schäftsführende Ausschuß der freisinnigen Partei Schleswig- Hol fteins" das Schleswig- Holsteinische Wochenblatt", das sich Libe rales Organ für die Provinz Schleswig- Holstein, Hamburg und Lübeck" nannte. Das Biatt sollte das offizielle Organ der Partei, Belgrad, 2. Mat. Gestern wurden die eingerückten ein Bindemittel zwischen den Parteimitgliedern sein und der Pro- Reserbisten entlaffen. paganda für die Partei dienen. Das Blättchen erschien bisher wöchentlich einmal. Wie groß seine Abonnentenzahl gewesen ist, hat die Deffentlichkeit nie erfahren. Im übrigen machte das Blätthen die Blocpoiitit unentwegt mit, vergaß dabei aber auch nicht, der Sozialdemokratie etwas am Beuge zu fliden, wo es nur fonnte. aber mit der Blockherrlichkeit ging es reißend bergab, damit wuchs die Desorganisation in den freisinnigen Parteien, auch der Schleswig- Holsteinische Freifinn ist davon nicht verschont geblieben. Die lette Nummer des Wochenblattes veröffentlicht nun folgende originelle Erklärung des Verlages: ... Straße Nr. hier für Name und Vorname Beruf Bisheriger Wohnort Wohnung an: Geburts Tag Monat Jabr Geburtsort und Bezirk Falls vorstehende Angaben in wesentlichen Bunkten für unrichtig trachtet werden sollten, wird um baldgefällige Nachricht ersucht. So versichert sich die badische Polizei darüber, ob sich die zuziehenden deutschen Reichsbürger ihr richtig melden. Und man sollte meinen, weiter als es in diefem badischen Formular geschieht, Lasse sich die polizeiliche Vorsicht nicht treiben. " An die Lefer! Der Redakteur schreibt nicht mehr! Der geschäftsführende Ausschuß zahlt nicht mehr! Der Buchdrucker pumpt nicht mehr! Deshalb fann das Schleswig- Holsteinische Wochenblatt" nicht mehr erscheinen. Der Verlag. Bom Balkan. Abrüstung. Eine neue Residenz? Belgrab, 2. April. Stupfchtina. Der Vorsitzende Stoikos witsch teilte mit, daß das Präsidium eine von 72 Abgeordneten unterzeichnete Petition betreffend Verlegung der Residenz. von Belgrad nach dem Innern des Landes der Regierung überreicht habe. Es berlautet, als neue Residenz sei Risch in Aussicht genommen. Die Affäre Kolakowitsch. Aber wer das glaubt, der hat keine Ahnung von der UmDie öffentliche Meinung in Belgrad wird noch immer burd ficht preußischer Polizei. Die begnügt sich nämlich nicht bie mit dem Tode bes Stammerdieners Rolatowitsch zu mit der bloßen Kenntnis des Berufs, Alters und Geburtsort fammenhängenden Fragen in Atem gehalten. Der sozialdemo des neuen Einwohners, womit die badische Polizei zufrieden ist, sie will viel mehr wissen. Ste will dem Zugezogenen fratische Abgeordnete az Ierowitsch ist in den Besitz zweier Schreiben gelangt, welche der Chef der königlichen Zivilliste gleich in Herz und Nieren sehen, will wissen, ob er ein ruhiger Bürger ist, über den bislang nichts Nachteiliges bekannt geschmähliche Ende des Blattes, bent er, einem Wunsche des geschäfts- towitsch an dessen Frau geschrieben hat. Diese Briefe enthalten die Der Verleger bebauert dann noch in wenigen Säßen das Wuitsch unmittelbar nach dem Tode des Kammerdieners Stolaworden ist," oder ob er schon mit dem Gesetz in führenden Ausschusses folgend, seinen Stamen geliehen habe. Stein Einladung zu einer dringenden Unterredung in der Wohnung eines HofKonflikt geraten ist, sie möchte wissen, welchen Ruf" Abschiedswort der Redaktion fündet den Lesern, weshalb das Blätt- beamten. Frau Kolakowitsch, die feitens des serbischen Hofes eine er in seinem früheren Wohnort nach den Feststellungen chen eingeht. Sang- und klanglos wird es zu Grabe getragen, Es Entschädigung( man spricht von 120 000 Frant) erhalten hat, der Polizei genoß und wie er sich geführt" hat, und vor geht bergab mit dem Freisinn, reißend bergab. Die Blodpolitit, verlangt nun die Rückgabe dieser Briefe und hat angesichts allen Dingen möchte sie wissen, ob er zu den" gutgesinnten" bie ihm Einfluß und Regierungsfähigkeit verleihen sollte, bringt ber entschiedenen Weigerung des Abgeordneten Kaglerowitsch Bürgern oder zu den Nörglern" und Umstürzlern" gehört. ihm nicht nur nichts ein, sondern trägt obendrein Desorganisation St Und deshalb hat sie das Formular, das die badische Polizei in seine Reihen. Wir erinnern nur an die Flucht der freifinnigen eine gerichtliche Iage wegen deren Herausgabe eingeleitet. benugt, entsprechend erweitert. Stadtverordneten aus dem Liberalen Verein in Stiel, als sie auf- Staglerowitsch erklärt, er habe die beiden Briefe auf photoEin solcher Rückfragettel aus Wege gefordert wurden, ihre liberalen Grundsäße zu betätigen. Jetzt graphischem berbielfältigen laffen, preußischen Landen sieht also aus: hat auch das freisinnige offizielle Parteiblatt ein Ende gefunden. werde sie der Stupichtina borlegen und auch deren Zu dauerndem Aufenthalt meldete sich... ohne Familie hier Wie fräftig grünt und blüht es dagegen in der Sozialdemokratie Publikation in der Belgrader Arbeiter Zeitung" veranlassen. für... an: Schleswig- Holsteins. Die Schleswig- Holsteinische Landpost", das von der Sozialdemokratie gegründete Landarbeiterorgan, bermehrt Slaglerowitsch will es unter allen Umständen auf diesen Prozeß andie Zahl ihrer Bezieher von Monat zu Monat, sie zählt jetzt schon tommen lassen, weil er hofft, daß schließlich der Hochdruck der über 15 000 Bezieher. öffentlichen Meinung die Regierung zwingen werde, die gerichtliche Untersuchung über die Todesursache des Kammerbieners Kolakowitsch zu veranlassen. Geburts Name und Vorname Beruf Geburtsort und Kreis Tag Monat Jahr Bisheriger Wohnort Wohnung Die Politik in der Fortbildungsschule. Gelegentlich einer Debatte im weimarischen Landtage über das Verbot der Beteiligung der Fortbildungsschüler an den Turnstunden der Arbeiter Turnvereine erflärte der Staatsminister, daß es das Bestreben der Regierung sei, die Fortfrankreich. # er Die Pariser Gewerkschaften für die Arbeitsruhe. Paris, 2. April. Der Syndikatsverband des SeineFalls vorstehende Angaben in wesentlichen Punkten für unrichtig bildungsschüler von den parteipolitischen Einflüssen fernzuhalten. erachtet werden sollten, sowie Vorbestrafungen oder Hierauf richtete Genosse Baudert die Anfrage an die Regierung, departements hat einen Aufruf an alle Arbeiter, Arbeiterinnen nachteilige Tatsachen über den Ruf und die ob es ihr bekannt sei, daß in der Fortbildungsschule in Weimar und Angestellte gerichtet, am 1. Mai einen 24 stündigen Führung sowie das politische Verhalten usw. bekannt sein, wird durch die Lehrer der Boltskalender des Reichs- Generalstreit ins Wert zu setzen, da die Teilausstände um baldgefl. Nachricht ersucht. berbandes verteilt worden sei. Ferner fragte er, ob die fich als zwecklos erwiesen hätten. Hanau, Datum des Poststempels. Stempel. großherzogliche Regierung es in Zukunft dulden wolle, daß die Schulstube zum Tummelplatz politischer Kämpfe werde. Städt. Polizei- Berwaltung. Der Oberbürgermeister. Man sieht, die preußische Polizei ist gründlich, viel gründlicher als die badische Polizei! Sie sorgt dafür, daß in den Registern der Polizei die Schafe von den Böcken fäuberlich geschieden werden, daß der Umstürzler das ihm gebührende rote Doppelkreuz im schwarzen Buche erhält! Das nennt man Drdnung! Db noch in einem anderen Staate als Preußen solche polizeiliche Konduitenliftenführung für das ganze Volt möglich England. Jeht hat der Herr Staatsminister nach reichlich vier Die Wahlniederlage der Arbeiterpartei. Wochen die Antwort auf diese Anfrage gefunden. Sie lautet: London, 31. März.( Eig. Ber.) Die parlamentarische " Daß kurz vor Weihnachten v. J. der von dem Reichs- Nachwahl in Croydon hat mit einer empfindlichen Niederberband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie herausgegebene Voltskalender an hiesige Fortbildungsschüler durch den Reftor lage der sozialistischen Arbeiterkandidaten geendet. Seit 1906 verteilt worden ist, ist den Schulbehörden erst jest bekannt hat die Partei dort etwa 3200 Stimmen verloren. Es haben sich mehrere Ursachen vereinigt, dieses Ergebnis herborgeworden. Grundsätzlich steht die Schulverwaltung auf dem Stand- zubringen. Erstens: die fortgesette Stritit der Politik der punkt. daß zwar alle parteipolitischen Bestrebungen Arbeiterpartei. Zweitens: der Wechsel des Kandidaten; im Jahre 1906 war ein lokaler Arbeiterführer Kandidat, während jetzt ein fremder Genosse dort aufgestellt war. Drittens: die allgemeine Flottenpanik, die momentan alle anderen Fragen überschattet, und der sozialistische Arbeiterkandidat war selbstredend gegen Flottcnrüstungen. Viertens: die wachsende Sympathie für die Tarifreform. Man darf sich indes keinem Pessimismus hingeben. Innere Parteikrisen sind unvermeidlich und sie werden über- wunden werden. Im allgemeinen zeigt diese Wahl den weiteren Fort- schritt der Schutzzollbewegung und des F l o t t e n» w e t t r ü st e n s, die der immer zunehmenden deutsch- englischen Spannung zuzuschreiben sind.— Das Rnskin-College in Oxford. London, 31. Mörz.(Eig. Ber.) Wir berichteten neulich über den sozialistischen Einfluß, den die Arbeiterschule(RuSkin- College) in Oxford auf die Universitätshörer ausübt. Dieser Einfluß ist den herrschenden Klassen unbequem und eS werden deshalb Versuche ge- macht, den Lehrplan zu ändern und einen der Hanptlehrer, der Soziologie vorträgt, zu entfernen. Die Arbeiterschüler haben deshalb beschlossen, die Vorlesungen zu boykottieren, bis die frühere Ordnung hergestellt und die weitere Amtierung des Soziologielehrers ge- sichert ist.—_ Gewcrhrcbaftlicbeg. Berlin und Umgegend* Der Aufmarsch der Scharfmacher! Der Vorstand des Kartells der Arbeitgeber- verbände in den Baugewerben Groß-Berlins hat an die Vorstände der angeschlossenen Arbeitgeberverbände anläßlich der Aussperrung der Bauklempner ein Rundschreiben gerichtet, in welchem es u. a. heißt: „Zum ersten Male hat nun unser Kartell seine Haupt- aufgäbe, die gegenseitige Unterstützung der Verbände bei ge- werblichen Kämpfen, zu erfüllen. SatzungSgemäß ist das Kartell verpflichtet, die Einführung der Akkordarbeit mit allen Kräften zu fördern, und darum haben die Klempnereigeschäfte in diesem Kampf unsere vollste Unterstützung, zumal sich der mit unterzeichnete Vorsitzende des Kartells als Vertrauensmann der Arbeitgeber vor dem Einigungsamt von der Rechtmäßigkeit des Vorgehens der Klcmpnermelster persönlich überzeugen konnte. Wir bitten die verehrlichen Vorstände der Kartellverbände dringend, ihre Arbeitsnachweise anzuweisen, unter keinen Umständen entlassenen Klempnergesellen Arbeit zu der- Mitteln. Auf Beschluß des Kartellvorstandes ersuchen wir ferner, den Mitgliedern ihres Verbandes Kenntnis zu geben von der Aus- sperrnng im Lklempnergeiverbe und energisch darauf hinzuwirken, daß den im Kanipfe befindlichen Klenipnermeistern jede Unter- stützung zuteil wird. Ganz besonders aber bittet der Kartell- vorstand, die Mitglieder zu ersuchen, sofort der Zentrale der Klenipnergewerke von Berlin und seinen Vororten W. 9, Potsdamer Straße 127/128. Telephon: Amt VI, 8641 davon Mitteilung zu machen, wenn auf einem Bau trotz der Aussperrung gearbeitet wird, und zwar unter Angabe der Straße und Nummer des Baues, namen des Eigentüiners, des Bau- ausführenden und des betreffenden Klempner- ,n e i st e r s. ES ist die bestinnnte Erwartung auszudrücken, daß diesem Verlangen überall unbedingt nachgekommen werden wird. Jeder Kartellverband muß sich zur Ehre anrechnen, der ver- einigung Berliner Klempner und Berufszweige in ihrem Kampfe zu helfen, wie und wo er nur irgend kann. Mit kollegialem Gruß Der Vorstand. Heuer. Rettig. Fracnkel. Vetter. Schaar. Ein im gleichen Sinne gehaltenes Rundschreiben hat auch der„Verband der Baugeschäfte von Berlin und den Vororten" aus Anlaß der B a u k l e m p n e r- auLsperrung an seine Mitglieder gerichtet. In dein Schreiben heißt es: „Die Anerkennung der Zulässigkeit der Akkordarbeit ist eine Prinzipienfrage, die unter allen Umständen durch- gesetzt werden muß.... Was heute die Klempner verweigern, können morgen Maurer oder Zimmerer ebenfalls ver- weigern. Daher ist die Sache der Klempnereigeschäfte unsere eigene Sache. Die größte Unterstützung der im Kampf be- findlichen Arbeitgeber ist Pflicht eines jeden Mitgliedes des Ver- bandcs der Baugcschäfte. Wir erwarten mit Bestimmtheit von jedem unserer Mitglieder, daß die Klempnereigeschäfte in keiner Weise znr Fortführung der Arbeiten gedrängt werden, daß ihnen jede Rück- ficht gemährt wird und daß vor allen Dingen unter keinen Um- ständen während des Kampfes einem Klempnereigeschäft die Ar- beiten entzogen werden, um sie einem solchen Arbeitgeber zu übertragen, der sich dem gemeinsamen Vorgehen der Mitglieder der Vereinigung Berliner Klempner nicht angeschlossen hat. Im Gegenteil ist jedes Klempnereigeschäft, welches weiterarbeiten läßt, auf die Aussperrung aufmerksam zu machen und auf das Verwerfliche seiner Handlungsweise hinzuioeisen. Auf Beschluß des Kartellvorstandes ergeht außerdem folgendes Ersuchen an unsere Mitglieder:»Bon jedem Bau. auf dem trotz der Aussperrung gearbeitet wird, sofort der Zentrale der Klempner-Gewerke Mitteilung zu machen usw." Am Schluß heißt es:, „Alle unscrm Kartell angehörenden Arbeitgeberverbände Werden den Klempnermeistern die größtmögliche Unterstützung angedeihen lassen, allen aber voran hat unser Ver- band zu gehen, der die Ehre hat» im Karrell den Vorsitz zu führen." Ter Aufmarsch der Scharfmacher kommt allerdings den Arbeitern in keiner Weise unerwartet. Sie haben damit von vornherein gerechnet. Unter diesen Umständen dürfte das Vorgehen der Herren Heuer und Konsorten nicht den von jener Seite gewünschten Erfolg haben. Klagen bei der A. E. G. Die Lagerarbeiter der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft, Ackerstraße, fühlen sich durch Mahnahmen der Direktion in ihrer Existenz schwer bedroht. In den letzten Tagen sind bei einzelnen Arbeitern Lohnabzüge vorgenommen worden und die Arbeiter be- fürchten, daß eine allgemeine Kürzung der Löhne stattfinden könnte. Die Arbeiter und Arbeiterinnen vom Lager 1, Lager 2. vom Zählerlager und vom Versandlager fanden sich am Donners- tagabend zu einer Besprechung bei Raabe in der Kolberger Straße zusammen. Franke vom Deutschen Transportarbeiterverband referierte. Er erinnerte daran, daß den Hilfsarbeitern vor etwa einem Jahre eine Verbesserung ihres Verdienstes zugesichert worden ist. Um so schwerer sei es zu verstehen, daß man jetzt den geringen Verdienst noch verschlechtern will, anstatt die erwartete Verbesse- rung eintreten zu lassen. Aus Lager 2 kommen die meisten Klagen. verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantv.i aber auch in Lager 1 sinS schon Abzüge BoSgelommen. Man sucht allerlei Vorwänoe, unter denen man eine Kürzung der Löhne vornehmen kann; man ändert die Wochenlöhwe in Stundenlöhne um mit der Matzgabe, daß der höchste Stundenlohn nur£>4 Pf. betragen soll. Man will den„Vorarbeiter", oder bielmehr diesen Titel, abschaffen, um den Verdienst zu verringern. Manche Ar- beiter haben schon 3 M. bis 3,40 M. pro Woche weniger zu er- warten, und andere fürchten, daß ihnen dasselbe droht. Die Ar- beiter meinen, daß ihr Äerdienst schon sehr gering ist, und daß sie bei den jetzigen teuren Lebensverhältnissen in ihrer Existenz schwer bedroht werden, wenn ihr Verdienst noch mehr gekürzt werden soll. Eine Resolution in diesem Sinne wurde einstimmig angenommen und der Arbeiterausschuß beauftragt, bei der Direk- tion vorstellig zu werden, um Lohnkürzungen nicht aufiommen zu lassen._ Achtung, Lohgerber, Zurichter und' Hilfsarbeiter! In der Lederfabrik von Gebrüder Schlägel, Lichtenberg, Rocderstr. 25, haben sämtliche dort beschäftigten Arbeiter wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist streng fernzuhalten. Verbgnd der z�herarbeiter und-Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverein Berlin II. Achtung, Bauanschlager! Da die Arbeitgeber durch ihre beabsichtigte Preisreduzierung einen Konflikt herbeigeführt haben, so ist Berlin für Bauanschläger bis auf weiteres gesperrt. Zuzug ist fernzuhalten. Arbeiter- freundliche Blätter werden um Abdruck ersucht. Deutscher Metallarbeitcrverband, Ortsverwaltung Berlin. Eine verunglückte gelbe LereinSgründnng. Das Unternehmertum ist jetzt, während des wirtschaftliehen Niederganges, eifriger denn je bemüht, die Arbeiter durch Grün- duna gelber Vereine von der Organisation zurückzuhalten. Sogar im Handelsgewerbe, wo erst ein Bruchteil der in Frage kommenden Arbeiter organisiert ist, versucht man, durch Gründen gelber und reichstreuer Vereine der in Betracht kommenden Gewerkschaft, dem Deutschen Transportarbeiterverband das Wasser abzugraben. Die der Verwaltung I des betreffenden Verbandes unterstellte Sektion der Apotheken-, Drogen- usw. Branche ging daran, die in derselben tätigen Arbeiter mit den Bestrebungen der Organisation bekannt zu machen. Die Aufklärungsarbeit hat bereits Erfolge gezeitigt. Bei einer größeren Firma bestand Aussicht, einen Tarif abzuschließen. Jetzt hielt es die in Betrackt kommende Arbeit- geberorganisation, der„Deutsche Apotheker-Verein", augenschein- lich an der Zeit, einzugreifen, um die dem Geldbeutel drohende Gefahr abzuwenden. Man versuchte, die Arbeiter in den Apo- theken usw. für die Gründung eines gelben Vereins einzusaugen. Der Besitzer der Uhlandapotheke, Herr M e h l e r, und sein Oberprovisor, Herr Rüper, drängten sich, jeder zu seinem Teil, darum, Vater dieses neuesten gelben Kindes zu werden. Der in der genannten Apotheke tätige Hausdiener, oder wie er sich stolz nennt„Laborant" wurde vorgeschickt, um die nötige Anzahl Dumme zur Vereinsgründung cinzufangen. Am Donnerstag, den 25. März, sollte das„Geburtsjest", wie sich Herr Oberprovisor Röper aus- drückte, gefeiert werden. Aber es kam anders. Das Geburtsfest wurde sogleich auch die Totenfeier.„Laborant" T. und� Herr Oberprovisor Röper entwickelten ihr Programm und erzählten, daß der„Deutsche Apotheker-Verein" bereit sei, den neuen Dienerverein nach jeder Richtung hin zu unterstutzen, auch sollte jedem Mitgliede die„Deutsche Apotheker-Zeitung"(das Unter- nehmerorgan) zugestellt werden, ferner Einrichtung eines Arbeits- Nachweises usw. Jedoch wird verlangt, daß jedes Mitglied fest und treu zu Kaiser und Reich stehen solle.„Die Fahne schwarz- weiß-rot soll uns vorangehen in unserm Kampfe", sagte Herr Röper. Die Ausführungen einiger Verbandskollegen brachten aber die in großer Zahl anwesenden Apothekenhausdiener dazu, daß sie erklärten, sich nicht für die gelbe Vereinsgründung ein- fangen zu lassen, sondern sich lieber dem Deutschen Transpert- arbeiterverband anzuschließen. Ein anwesender Kriminalbeamter wurde aus dem Saale gewiesen. Der Einberufer,„Laborant" T., erklärte auf Befragen, daß er von der Einladung der Polizei nichts wisse. Er wurde aber bei dieser Gelegenheit der Unwahr- heit überführt, indem der provisorische zweite Vorsitzende und der erste Rendant erklärten, daß ihnen T. vordem unter dem Siegel der Verschwiegenheit mitgeteilt habe, er habe Kriminalpolizei hin- bestellt. Beide erklärten, mit solchem Manne nicht mehr länger etwas zu tun haben zu wollen und bewirkten ebenfalls ihre Auf- nähme in den Deutschen TrauSportarbeitervcrband. Hierauf ge- langte folgender Antrag mit übergroßer Majorität zur Annahm«: „Die Versammelten erklären sich nach den Ausführungen des Herrn Röper und Laborant T. bereit, dem Deutschen Transport. arbeiterverband beizutreten." Während daS Bureau alle Hände voll zu tun hatte, die Auf- nahmen in den Transporwrbeiterverband zu bewirken, zogen die gelben Herren wie betrübte Lohgerber von bannen. Herr Georg BielSki ersucht uns in bezug auf die gestrige Notiz: „Achtung, Töpfer" um die Mitteilung, daß er an einem etwaigen Lohnausfall der Töpfer auf dem Bau M i tz l a f f unschuldig sei. Cr habe dem Töpfermeister A r t e l t joden Sonnabend genau nach seiner Aufstellung pünktlich den vereinbarten Lohn gezahlt und auch für die halbfertigen Stücke Abschlagszahlung geleistet. Er habe Artelt dieselben Preise gezahlt, die dieser auch anderen Auftraggebern gemacht habe. Wenn die Töpfer daher geschädigt seien, sei Herr B i e l s k i dafür nicht verantwortlich. Er kenne die einschlägigen Verhältnisse zu wenig, da er nur Kaufmann sei und sonst keine Töpferarbeiten ausführen lasse. An dem Bau M dfcl äff hätte er ein rein privates Jnteressch Wir wollten Herrn B i e l S k i die Aufnahme seiner Erklärung nicht versagen, haben ihn aber im übrigen an die BerbandSleitung der Töpfer verwiesen, da wir Sperren nicht aufheben können. Oeutfche» Reich. Die Lersck�nelzuns de» Handschuhmacherverbande» mit dem Verband der Lederarbeiter ist vorigen Sonntag in einer aus den Vertretern beider Organisationsleitungen besetzten Kon- ferenz einstimmig beschlossen worden. Nach vierzigjährigem Be» stehen löst sich nun der Handschuhmacherverband am 1. Juli er. auf, seine Mitglieder treten geschlossen und unter Gewährung ihrer durch die Beitragsleistung erworbenen Rechte zum Lederarbeiter- verband über. In den örtlichen Leitungen sowie in den Verbands- instanzen, Zentralvorstand und Ausschuß, erhalten die Handschuh- macher eine ihrer Mitgliederzahl entsprechende Vertretung ein- geräumt. Der Sitz des Verbandes, der den Sammelnamen „Zentralverband der Lederarbeiter und-Ar- beiterinnen Deutschlands" weiterführt, bleibt in Berlin, wogegen der Ausschutz von Hamburg nach München verlegt wird, da nur dort eine Besetzung dieser Instanz durch alle Berufe möglich ist. Die beiden Angestellten des Handschuhmachcrverbandes siedeln in das Bureau der gemeinsamen Organisation über und werden dort entsprechend ihrer früheren Tätigkeit beschäftigt: der Vor- sitzende Eitlinger als Sekretär, während Gi l e k die Redaktion der „Lederarbeiter-Zeitung", aus deren Untertitel die Zugehörigkeit der Handschuhmacher hervorgehen soll, übertragen erhält. Statt bisher dreimal monatlich erscheint die„Lederarbeiter-Zeitung" vom 1. Juli an wöchentlich. Die neue Organisation beginnt ihre Wirksamkeit mit zirka 11 000 Mitgliedern. Th, Blecke» Berlin. Druck u. Verlag: Fensterjmfcerstreik. In Magdeburg legten in mehreren Bö« trieben die Fensterputzer am 1. April die Arbeft nieder, nachdem alle Versuche der Verbandsleitung, an Stelle des gekündigten Lohntarifs einen neuen Tarif abzuschließen, fehlgeschlagen waren. In den Adlcr-Fahrrabwerken» vorm. Kleyer, zu Frankfurt am Main wählte die Arbeiterschaft zur Betriebskrankenkasse einen Kassenvorstand und einen Revisionsausschuß aus den Reihen der organisierten Arbeiter. Daraufhin hat die Firma alle Gewählten aus der Arbeit entlassen. Eine von vielen Tausenden besuchte Mctallarbeiterversammlung protestierte gegen diesen Terrorismus und forderte die Gesetzgebung zur Aufhebung der Betriebskranken- lassen und Anschluß an die Ortskrankenkassen auf. HusUmd. Wie Unternehmer das gegebene Wort halten. Aus Meru wird gemeldet, daß zehn Knopffabrikanten den De- schluß gefaßt haben, ihre Fabriken zu sperren mit ddr Begrün- dung, daß sie die chnen auferlegten Bedingungen„nur infolge der Drohungen der Ausständigen angenommen" hätten. Sie würden erst dann die Fabrikation wieder aufnehmen, wenn die Preise ihnen gestatteten, die verlangten höheren Löhne zu zahlen, oder wenn die Arbeiter sich mit geringeren Löhnen begnügten. Durch diese Beschlüsse sind 2000 Arbeiter beschäftigungslos geworden.— Den Unternehmern tun also die gemachten Zugeständnisse leid. deswegen„schließen sie die Betriebe", d. h. sperren die Arbeiter aus. Welchen Erfolg dieser Trick bei dem Zusammenhalt der Knopfarbeiter haben wird» muß man der Zukunft überlassen. Die Buchdrucker in Rom, welche, von einigen Provinzstädten abgesehen, wo es vielleicht noch schlechter sein kann, getrost be- haupten können, daß sie unter den Buchdruckern Italiens die schlechtesten Arbeitsverhältnisse haben, erstreben zurzeit eine Re- Vision ihres Tarifes. Während die großen Städte Norditaliens bis hinunter nach Bologna sich den neunstündigen Arbeitstag und mehr oder minder auch geordnete Arbeitsverhältnisse errungen haben, wenn sogar auch das um 250 Kilometer südlichere Neapel mit gutem Beispiel vorangegangen ist, so ist es zu bedauern, daß es in Rom nicht vorwärts gehen will. Es fehlt eben dort unter den Arbeitern im großen ganzen an Leuten mit tüchtigem Rück- grat und gediegenem Wissen. Die römischen Buchdrucker leiden ebenso wie die anderen Arbeiter daran, daß in Italien viele Ge- setze nur auf dem Papiere stehen, so z. B. auch das Gesetz über den Schulzwang. Sie sind zu wenig in die Schule gegangen. Man trifft unter ihnen solche, welche sich gerade eben das Le>en und Schreiben angeeignet haben, und um eben als Buchdrucker fun- gieren zu können, noch das Setzen der glatten Zeilen. Sonst wissen sie aber nichts. Daß es mit diesem Material äußerst schwer ist, eine Streikbewegung durchzuführen, ist erklärlich, und deswegen auch leicht verständlich, warum der letzte große Streik im Jahre 1002 verloren wurde, welcher sich um den achtstündigen(l) Ar- beitstag und Erhöhung der Grundpreise um 10 Proz. drehte. Am Ende dieses Streiks befanden sich die Buchdrucker in einer äußerst prekären Lage; sie schlössen einen Tarif mit den Unternehmern ab, welcher an deutschen Verhältnissen gemessen wohl jeder Be- schreibung spottet. Nun scheint man aber diese traurigen Ver» Hältnisse ein wenig satt zu haben. Man beschuldigt den Verein römischer Buchdruckereibesitzer, die damals schlechte Lage der Buch- drucker ausgenützt zu haben, ebenso daß derselbe durch eine Ver- schleppungspolitik die Besserstellung der Arbeiter im graphischen Gewerbe sck calendas graecas hinausschieben wolle. Wie die Sache sich noch weiter entwickeln wird, ist zurzeit noch nicht voraus- zusehen, da im allgemeinen die Arbeiter hier wankelmütig und leicht äußeren Einflüssen unterworfen sind. So z. B. war für den 31. März eine allgemeine Buchdruckerversammlung anberaumt, zu der der Verein römischer Buchdruckereibesitzer, die Direktoren der großen Zeitungen, Abgeordnete und Vertreter der Stadt ein- geladen waren. Diese Versammlung wurde aber im letzten Moment wieder abgesagt. Bezeichnend für die Lage ist wohl am besten die folgende Mitteilung unseres italienischen Bruderorgans, des„Avanti", in seiner Nummer vom 31. März:„Zur Bewegung bei den Buchdruckern. Ein Vorschlag. Der Buchdrucker Umberto Ferrari, unser langjähriger Genosse und Stadtrat, macht in bezug auf die Bewegung unter den Buchdruckern den folgenden Vor- schlag: Ich schlage vor.— schreibt er— daß die Buchdrucker sich nur darauf beschränken sollen, eine Erhöhung der Grundpreise um 10 Proz. zu verlangen, und zwar wiederum nur für jene Gc- Hilfen, welche unter 40 Frank wöchentlich einnehmen. Die Ar» beitszeit soll jedoch die gleickie bleiben wie bis- her" usw. Für den Kenner der Verhältnisse heißt dieser Vor- schlag nicht sanderes als Beibehaltung des Status quo. Einen Streik von 24 Stunden haben die Angestellten der inter- provinzialen Tramways in Mailand durchgeführt. Die Direk- tion der belgischen Gesellschaft, in deren Händen sich die Tramways befinden, hatte nach dem Streik von 1008 mit der Organisation der Angestellten einen Vertrag abgeschlossen, den der Direktor G'randmoulin aber niemals richtig innegehalten hat. Lange hat es gedauert, ehe er sich von den Vertretern des Verbandes sprechen ließ: erst angesichts des drohenden Streiks führte er die Bestimmungen des Vertrags pünktlicher durch. Die Führer der Organisation rieten deswegen von einem Streik ab. Trotzdem be- schlössen die Angestellten, einen Proteststreik von 24 Stunden Dauer durchzuführen, um dem Direktor zu zeigen, daß es ihnen um die Durchführung des Vertrags ernst sei, daß er diesen ferner« hin nicht ungestraft umgehen dürfe. Letzte JVachricbtcn und Depefcben* Tödlich verunglückt ist gestern abend in der Leipziger Straße die in der Niederwall- straße wohnende 62jährige Frau Michaelis. Die alte Dame wollte an der Ecke der Mauerfttatze den Fahrdamm überschreiten. Sie hatte dabei aber nicht beobachtet, daß ein Droschkenautomobil auf sie zukam. Um sich in Sicherheit zu bringen, rannte sie auf die Straßenbahngleise, auf denen zur gleichen Zeit ein Motorwagen der Linie 80 herangefahren kam. Die Frau wurde umgerissen und überfahren. Ein Schutzmann brachte sie blutüberströmt nach der Unfallstation in der Kronenstraße, von wo sie nach Anlegung von Notverbänden der Charit« zugeführt wurde. Aber schon auf dem Transport mch dort erlag sie deg Verletzungen. Smarte Kaufleute. New Aork» 2. April.(SB. T. 83.) Der hiesige Zollkommissar hat der American Sugar Refimng Company wegen bctriigerischer Gewichtsangabe die Zahlung von Zöllen in Höhe von 1230 000 Dollar sllr den Zuckcrimport in den Jahren 1961 bis 1907 auf- erlegt. Die Regierung fordert ferner eine Million Dollar für den Import von 1901, Z Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen n. Unterhaltung»»». > Nr. 79. 26. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 3. April 1909. 241. Gigung vom Freitag, den 2. April 1909, bormittags 10 Uhr. Am Bundesratstisch: Sydow, v. Einem, v. Tirpik, Dernburg, v. Bethmann- Hollweg. Fortsetzung der dritten Beratung des Etats. Bräsident Graf Stolberg beraumt eine neue Sigung zur Abftimmung über die Resolutionen auf 12 Uhr an. Schluß gegen 12 Uhr. 242. Sibung. 4. Wenn sie bei der nach ihrer tatsächlichen Stellung zunt Betriebe ihnen obliegenden Beaufsichtigung der in§§ 73 und 74 bezeichneten Aufsichtspersonen sowie bei der Auswahl dieser Personen es an der erforderlichen Sorgfalt haben fehlen lassen. In der Oeffentlichkeit stellte es die Werkspresse so hin, als ob die Grubenherren gegen diese Bestimmungen nichts einzuwenden In der erneuten Abstimmung über den Antrag Sompesch wird gehabt hätten. Das Gegenteil ist aber richtig. Das ergibt sich er mit großer Mehrheit angenommen.( Große Heiterkeit.) Eine Resolution der Budgetkommission zum Mili- schon aus dem von uns und auch im Reichstage mehrfach ertäretat, den Reichskanzler zu ersuchen, in Erwägungen darüber wähnten Geheimprotokoll der Grubenherren, weiter aber auch aus einzutreten, die dritten Leutnants durch Feldwebelleut- Petitionen, die eingegangen sind. Die Beratung beginnt mit dem Militäretat, der nach un- nants zu ersetzen und dem Reichstag über das Ergebnis dieser Die Interessen der Grubenbarone fanden auch ihre Verwesentlicher Debatte bewilligt wird. Auf der Tagesordnung steht die Beim Marineetat bittet Abg. Spethmann( freis. Bp.) den Staatssekretär, feine Aufmerksamkeit den Fischereiverhältnissen zuzuwenden und ferner, zu erklären, wie er sich zur Koalitionsfreiheit der auf den Werften beschäftigten Arbeiter stellt. Staatssekretär v. Tirpis erwidert, daß er den Fischerei berhältnissen wohlwollende Aufmerksamkeit zuwenden tverde.(!) Der Etat wird bewilligt, ebenso der des Reichsjustiz. amts und Reichsschaamt 3. Beim Stat für die Schuhgebiete wird eine von Abgeordneten fast aller Parteien beantragte Resolution angenommen: Das Sanatorium zu Wugiri in Ost- Ofrifa möge das ganze Jahr geöffnet bleiben und auch für Entbindungen eingerichtet werden. Der Etat für die Schutzgebiete wird im übrigen debattelos bewilligt. Beim Etat für das Reichskolonialamt fragt Abg. Erzberger( 3.), wie fich die Verhältnisse auf Samoa entwickeln, ob sich dort etwa ein Aufstand der Eingeborenen vorbereite. Abg. Dr. Arning( natl.): Die Weißen in Samoa müffen bewaffnet sein und eine Art Landwehr darstellen. Der Staatssekre tär muß einsehen, daß man den Eingeborenen gegenüber nicht lediglich mit Güte auskommt, sondern daß eine feste Hand über ihnen stehen muß, die ihnen klar macht, daß wir die Herrschaft über fie ausüben. Staatssekretär Dernburg: In Samoa handelt es sich nicht um eine Bewegung gegen die Weißen, sondern um zwei famoanische Parteien. Der Gouverneur hat die Hilfe deutscher Kriegsschiffe requiriert. Die Samoaner haben die Reichsoberhoheit aus freien Stücken angenommen und befizen daher gewisse Rechte. Abg. Erzberger( 3.) ist mit der Erklärung des Staatssekretärs nicht zufrieden; der Gouverneur habe erklärt, er wage die Weißen nicht zu bewaffnen, um die Samoaner nicht noch mehr zu reizen. Abg. Dr. Arendt( Rp.) schließt sich dem Abg. Erzberger an: hoffentlich werden unsere Striegsschiffe in Samoa dazu beitragen, unsere Herrschaft aus einer papiernen zu einer wirklichen zu machen. Staatssekretär Dernburg: Entweder wünschen Sie eine Po Titik, die mit den Eingeborenen pattiert, oder Sie müssen erheblich mehr Mittel aufwenden. Wenn ich im nächsten Jahre mit Be rufung auf die Ausführungen der Herren Arning und Arendt eine Berdoppelung unserer Streitkräfte in allen Solonien forderte, würden Sie das ablehnen und mit Recht. Abg. Dr. Semler( natl.) gibt dem Staatssekretär recht. Damit schließt die Diskussion. Der Stat wird bewilligt, desgleichen die Etats für das Reichseisenbahnamt, den Vensionsfonds, den Invalidenfonds. Beim Etat der Bostverwaltung wünscht Abg. Lehmann( Soz.), daß mit den Zügen am Sonntag früh einlaufende Postfendungen 3. B. in Wiesbaden aus Berlin 7.36 Uhr noch am Sonntag ausgetragen werden. Der Etat wird bewilligt, ebenso debattelos der Rest des Etats und das Etatgesetz. In der Gesamtabstimmung wird der Etat gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Es folgen die noch ausstehenden Abstimmungen über Resolutionen zum Etat. Eine Resolution Graf Hompesch( 3.) verlangt noch in dieser Session eine Aenderung des Preßgesetzes, wodurch die Verknüpfung einer Versicherung mit der Herausgabe von Zeitungen und Beitschriften verboten wird. Ein Antrag Bassermann( matl.) verlangt zunächst nur eine Denkschrift über diese Materie. Die Abstimmung über die Resolution Hompesch, für welche Zentrum und Sozialdemokraten stimmen, bleibt zweifelhaft. Der Hammelsprung ergibt die Beschlußunfähigkeit des Hauses; es stimmen 112 Abgeordnete mit ja, 73 mit nein. Kleines feuilleton. " " Erwägungen in einer Denkschrift Mitteilung zu machen, wird mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Nationalliberalen und Konfervativen abgelehnt. Eine weitere Resolution Freiherr v. Sertling( 3.) zum Postet at, den Reichstanzler zu ersuchen, anzuordnen, daß jedem Beainten von den Einträgen in den Personalatten, die sich auf seine persönlichen Verhältnisse beziehen, Kenntnis zu geben ist, wird angenommen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. tretung in der Berggesetzkommission bei den Nationalliberalen und Freikonservativen. Die Worte: und wissen mußten" hätten sie gern gestrichen gehabt, und sie versuchten zu erreichen, daß nur das Zulaffen von Handlungen, die sie nicht zu dulden brauchten", sie verantwortlich mache. Ein anderer Antrag ging sogar dahin, daß sie nur dann strafbar seien, wenn sie wider besseres Wissen es an Beaufsichtigung haben fehlen lassen! Gegen alle diefe Wünsche hatte der Minister erhebliche EinPräsident Graf Stolberg setzt die nächste Sigung auf& reiwendungen. Er wies auch nach, daß diese Vorschläge der Regierung tag, den 20. April, nachmittags 2 Uhr, an, mit der Tagesord nung Betitionen, und wünscht den Abgeordneten für die Osterferien gute Erholung für den nächsten, voraussichtlich sehr arbeitsreichen Sessionsabschnitt.( Bravo!) Schluß 12% Uhr. Die Verantwortlichkeit im Bergbau. Neben der Einführung von Sicherheitsmännern hat die Regierung in der dem preußischen Abgeordnetenhause vorgelegten Berggefeßnovelle noch die Verantwortlichkeit der höheren Betriebsbeamten zu regeln versucht. Die erste Lesung dieser Materie ist in der Berggesezkommission vollendet. Die bisherigen Zustände waren unhaltbar geworden. Verantwortlich für alle Fälle war in erster Linie für sein Steigerrevier der Steiger, in zweiter Linie und außerdem für den gefamten Betrieb der der Bergbehörde namhaft zu machende Betriebsführer. Mit diesen Beamten allein kommt heute kein Bergwerksbetrieb mehr aus. Es sind noch cine Reihe anderer Beamter bom Betriebsführer ab aufwärts und auch abwärts eingefügt, die aber, weil fie von der Bergbehörde nicht auf ihre Befähigung geprüft werden, keine Verantwortung zu tragen haben. Soweit diese Beamten nun über dem Steiger und über dem Betriebsbeamten stehen, greifen fie mit Anordnungen oftmals sehr weitgehender Art ein, wenn aber ein Unglück passiert, sind die Schuldigen" in der Regel nur die Steiger, manchmal auch die Betriebsführer! och nicht einmal soweit gehen als die be. treffenden Bestimmungen der Gewerbeordnung! Die Grubenbarone fönnen also mit dem Minister vollständig zufrieden sein! Aber trotz dieser Darlegungen begünstigte die Kont mission die Unternehmer, indem sie den Eingang der Ziffer 3 dahin änderte: tvenn sie von einer Handlung oder Unterlassung der ihnen unterstellten Beamten Kenntnis erhalten und diese zugelassen haben." Zu dieser Vergünstigung fügte die Kommission noch hinzu, daß in Ziffer 4 die Worte: sowie bei der Auswahl dieser Personen" gestrichen wurden. Bei solcher Tendenz der Mehrheit war es natürlich ganz ause geschlossen, daß Verbesserungen für die unteren Angestellten ge= schaffen werden konnten Ein sozialdemokratischer Antrag, der es der Bergbehörde zur Pflicht machen wollte, zu prüfen, ob der einem Beamten zugewiesene Geschäftskreis auch die zulässige Grenze cin halte, verfiel natürlich der Ablehnung. Ebenso erging es einent anderen sozialdemokratischen Antrage, mit dem beabsichtigt war, die willkürlichen, schifanösen Strafschichten, die den Steigern zugemutet werden, zu beseitigen. Diese Strafschichten werden diftiert, wenn ein Steiger nicht das ihm auferlegte Quantum an Kohlen das„ Soll" gefördert hat. Da wird er einfach wieder in die Grube gejagt ein Verfahren, das, wie der sozialdemu.ratische Redner an der Hand von Tatsachen nachwies, einer Frei. heitsberaubung gleichkommt. Bat doch der Minister um Ablehnung des Antrages mit der Begründung, daß dieses„ Dis. ziplinarmittel" nicht entbehrt werden könne! Danachy hätten diese Strafschichten also diefelbe Bedeutung wie die Arreste strafen für die Unterbeamten.... Die wirtschaftliche Abhängigkeit der Steiger insbesondere fann nun zur Folge haben, daß fie die Anordnungen ihrer Vorgefeßten, selbst wenn sie gegen die genehmigten Betriebspläne und gegen die Polizeivorschriften verstoßen, dennoch auszuführen. Dess halb erscheint es nach der Begründung der Vorlage unbillig" Parteien gestrichen haben wollten, weil sie ein Verschulden durch, wir meinen, es sei ungeheuerlich, diesen Steigern die Verantwortung aufzubürden. Die Vorlage will den Grundsatz festlegen, daß, wer Anordnungen trifft, auch die Verantwortung tragen soll. Da neben bleibt es aber doch noch in erster Linie bei den bestehenden Verhältnissen: Die Vorgesezten sollen die Verantwortung neben den Steigern und Betriebsführern tragen: Bei Besprechung der Ziffer 4, die bie werksfreundlichen Fehlenlassen der erforderlichen Sorgfalt bei der Beaufsichti gung den Unternehmern nicht zumuten wollten, erzählte der Minister, daß ihm, ein Direktor gesagt habe, ihm dem Direktor- hätten die Haare zu Berge gestanden, als er einmal erfahren habe. wie in seinem Werke die unteren Beamten von den oberen behandelt worden wären! Wie mag es dort erst den Arbeitern ergangen sein?! Trok, alledem hielt der Minister die Strafschichten doch für nötig. 1. Insoweit sie mit Anordnungen in den Betrieb ein gegriffen haben, von denen sie wußten oder wissen mußten, daß ihre Ausführung gegen die Betriebspläne oder gegen die im Die erste Lesung der Berggesegnovelle hat das Ergebnis geGesetz enthaltenen oder auf Grund desselben ergangenen Vorzeitigt, daß für nötig erachtet wird: Möglichste Beschränkung schriften und Anordnungen verstoßen würde. 2. Insoweit sie durch Handlungen oder Unterlassungen den der Rechte der Arbeiter und der Pflichten der Unternehmer. ihnen unterstellten Aufsichtspersonen die Möglichkeit genommen Die Berggefeßnovelle ist, wie zu erwarten war, weike Salbe" haben, den ihnen nach dem Gesetz oder nach den auf Grund des geworden. felben ergangenen Vorschriften und Anordnungen obliegenden Verpflichtungen nachzukommen. 3. Wenn fie eine Handlung oder Unterlassung der ihnen unterstellten Personen geduldet haben, obwohl sie wußten, daß fie gegen die Betriebspläne oder gegen die im Gesez enthaltenen oder auf Grund desselben ergangenen Vorschriften und Anordnungen verstoße. Das Aus der Partei. Die Organisationsfrage in der russischen Sozialdemokratie. Von einem russischen Genossen wird uns geschrieben: Wieder, wie vor sechs Jahren, steht vor der Sozialdemokratie Rußlands das Organisationsproblem und droht Zwietracht und den Rüden, e. k. zu einer wertvollen Entdeckung geführt. Auf Beschluß der Provinzial pathetischen Jambenmaß, als mit natürlichem Tonfall. Seputation sollte das alte Waisenhaus niedergelegt und an seiner störte oft die beste Wirkung. Später, besonders in der Szene, wo Stelle eine Anstalt für Geistestrante errichtet werden. Bei den Jago seine Eifersucht aufstachelt, dann auch wo er sich als Rasender Indischer Zauber Schwindel. Mit dem Wunderlande Indien Abbrucharbeiten stieß man auf die Spuren eines alten Wand- geberdet, war er gut. Die große Szene im Schlafgemach vor dem Morde Ist die Vorstellung von geheimnisvollen förperlichen Fähigkeiten und gemäldes, das in einem Gewölbe jahrhundertelang vergeffen ge- ließ feinen rechten poetischen Zauber, feine zwingende Gewalt auf feelischen Kräften innig verbunden, die einzelne Menschen durch blieben war. Die Arbeiten wurden unterbrochen, das Fresto völlig tommen. Es fehlte die Gluthige des Afrikaners. Der Jago ist Astese und Selbstversentung zu erringen vermögen. Von Zeit zu freigelegt, und nun zeigte es sich, daß man einem großen Wand- gewiß eine bewunderungswerte Schöpfung des Shakespeareichen vielleicht auch andere an dieser Gestalt Zeit tauchen auch in Europa indische Fatire auf, die allerlei Bauber- gemälde gegenüberstand, das eine Fläche von etwa neun Quadrat- Genius. Was mich funststüdchen zum besten geben und ihr Publikum durch ungeheuere inetern füllte. Der Direktor der Ausgrabungen und Monumente stört, ist, daß Jago stets in Monologen und Seitengesprächen feine Widerstandskraft gegen törperliche Schmerzen in Erstaunen versetzen. von Umbrien, Luciani, der mit einer Anzahl Sachverständiger fofort teuflischen Absichten und Anschläge verraten muß, bevor sie vollführt Ein wenig oder eigentlich recht biel Mißtrauen dürfte bei an die Fundstätte geeilt war, fonnte nach eingehender Prüfung fest werden. Das ist etwa so, als wie die Maler des Quattrocento ihnen von vornherein angebracht sein, denn die heiligen stellen, daß das Werk jedenfalls Giottos Schule( 14. Jahrhundert) ihren Figuren Bettelstreifen zum Munde herhaushängen ließen, auf Männer Indiens, die mit innigem Glauben an ihren Wunder- angehört, höchst wahrscheinlich aber von dem Meister selbst geschaffen denen Art und Wesen zu lesen stand. Wenn nun der Darsteller des Jago und wurde. Es stellt die Passion dar und ist außerordentlich gut er jene verratenen Pläne noch dick unterstreicht, so wird oft eine Wir fräften hängen, und deren Ausübung mit den tiefsten verborgensten Gedanken ihrer Religionsphilosophie ungeben, fommen halten. Die Provinzialdeputation hat sofort Anordnung getroffen, fung erzielt, die start ans komische streift. Rudolf Lettinger wohl nicht aus ihren verschlossenen Tempelbezirken heraus, um sich das interessante Wert mit größter Sorgfalt von der Wand ab- würde noch besser sein, als er ist, wenn er weniger den üblichen Theaterintriganten, dagegen mehr den dämonischen Trieb um des für Geld zur Schau zu stellen. Was nun die bekannten Wunder" zulösen. der Inder anlangt, so ist jedenfalls viel Schwindel und Taschen- Die Mumie eines Dinosauriers. Die vollständige Mumie eines Bösen selbst willen hervorkehren wollte. Helene Lafrena ließ als Desdemona so ziemlich alles vermissen. Auch ist ihr Spiel noch spielerei dabei. Die Wochenschrift English Mechanic" gibt in einem Dinosaurus ist, wie der Frankf. 3tg." aus New York berichtet wird, nicht frei genug. Dagegen gab Marie Immisch als Jagos Frau Auffag über die Hindumagie die Auflösung" für manche dieser welt- in weichem Sandstein nahe Lance Creek( Wyoming) entdeckt worden. eine routinierte Leistung. Desgleichen war Hunold Stratosch in berühmten Rätsel. Eins davon besteht darin, daß der Zauberkünstler in Tier 18 Fuß lange lag auf dem ein kleines mit Wasser befeuchtetes Erohäufchen einen Mangobaum- Stopf nach der Seite gewandt, die Borderfüße ausgestredt, der Rauschizene des Caffio gut. famen versenkt und nun durch seine Zauberkraft das junge Mango während die Hinterfüße nahe an den Störper hinaufgezogen Notizen. bäumchen in fürzester Zeit hervorsprießen läßt, und zwar unter einem waren. Das Skelett ist noch ganz von der Haut umgeben,- Die Zukunft der Berliner Museumsbauten. Tuche. Zuerst zeigen sich zarte Triebe, die nach neuerlicher Ver- die durchaus nicht did, sondern fast so dünn wie die des Alfred Messel ist durch seinen viel zu frühen Tod verhindert dedung sich schon in ein junges Bäumchen verwandelt haben. Menschen ist. Es scheint, daß dieser Riese der Vorwelt an einem worden, die ihm übertragene Neuordnung der Museumsinsel mit dem Dieser Trid wird in der Weise ausgeführt, daß im Innern des trockenen, sandigen Orte verendete, wo dann der Kadaver von der Neubau des Deutschen Museums zu vollenden. Der Plan, an dem ziemlich großen Mangosamens künstlich auf den kleinsten Raum Sonne vollständig ausgetrocknet wurde. Dann wurden, nach der er bis zulegt arbeitete, ist indes fo gut wie vollendet. Er soll mun gebrachte Schößlinge verborgen sind und im richtigen Moment Annahme der Gelehrten des Naturhistorischen Museums in New York, im nächsten Heft des Jahrbuches der königl. Museen veröffentlicht entfaltet werden. Aus ihnen wird wieder durch Entrollen der die das Skelett für dieses Institut erworben haben, große Sand- werden. zu diesem Zwed trefflich geeigneten Blätter bas größere ablagerungen auf das Tier gefchwemmt, die es dann durch vielleicht Wie das Berl. Tagebl." erfährt, dürfte Stadtbaurat Hoffmann, Bäumchen unter dem Tuce hergestellt. Ebenso steht es mit drei Millionen Jahre der Nachwelt erhalten haben. ein Freund Messels und mit seinen Abfichten aufs beste vertraut, dem Verschwindenlassen eines Knaben aus einer kleinen Badewanne, berufen werden, sein Nachfolger zu werden. die gerade groß genug ist, ihn zu fassen und sein Wiedererscheinen Bücher für Krante. Die Deutsche Dichter. möglich zu machen. Nach dem Berschwinden stößt der Zauberer mit Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus: Gedächtnis- Stiftung hat sich seit Jahresfrist die Aufgabe aller Wucht fein Schwert durch den Boden der Wanne. Die Lösung ist einfach genug. Der fleine Junge drückt sich ringförmig, wie eine" thello" bon Shakespeare. An große fünstlerische Auf- gestellt, geeignete Bücher für Krante und Genesende auszuwählen gaben des Erstrebens beste Sträfte feßen ist eine der Anerkennung und in einem besonders für diesen Zweck angefertigten abwaschbaren Schlange um den Rand der Wanne und schafft damit den nötigen werte Sache, auch dann, wenn das Startziel nicht erreicht wird. und leichten Einband und in einer Form, die das Halten der leeren Innenraum für die Schwertstöße, und der Knabe, der Direktor Wagner hat die gewaltige Tragödie in sechs Bilder auf- Bücher ohne Ermüdung ermöglicht, an Krankenhäuser und Heilstätten irgendwo anders erscheint, trägt die gleichen Kleider, ist aber tatgeteilt. Nicht immer wirkten sie geschlossen; nicht immer zur Verteilung zu bringen. Die Bedingungen, unter denen die sächlich ein anderer. Derartige Künste, die im Wesen mit den Baubereien unserer Variétés eng verwandt sind, gibt es recht viele. offenbarte fich das, was man Goethische Stimmung nennt. Bücherverteilung( zunächst nur an Krankenhäuser und Heilstätten) er Zaubereien unserer Variétés eng verwandt sind, gibt es recht viele. Es macht sich gewiß ganz echt, wenn man da in der Sturmmacht folgt, find bei der Abteilung für Krankenhausbüchereien der Ein häufig vorgeführter Trick ist ferner z. B. das Eintauchen einer Handvoll Sand in ein Gefäß mit Baffer, ohne daß der Sand dabei am Himmel hängende Wollen sieht; aber die beiden Zypreffen Deutschen Dichter- Gedächtnisstiftung in Hamburg- Großborstel zu er benegt wird. Db freilich alle wunderbaren Geschichten, die von Hyp- im Hintergrunde hielten ihre Wipfel auch noch tief gebeugt, als fragen. längst das Wetter ausgetobt hatte. Realismus ist gewiß-Auf der internationalen Luftschiffahrt. notischen Experimenten der Falire nach Europa dringen, ohne eine gute Sache; nur muß dann auch die Täuschung eine voll- Ausstellung, die diesen Sommer in Frankfurt a. M. stattfindet, weiteres auf das gleiche Konto zu setzen sind, ist eine andere kommene sein. Nun die Darsteller. Rudolf Werner bringt als wird auch Graf Reppelin mit seinem Luftschiff vertreten sein. Das Frage. Mohr von Benedig eine hünenhafte Erscheinung mit. Anfänglich Luftschiff wird während der Ausstellung in der zu diesem Zwede er Nenentdeckte Paffionsbilder von Giotto. Der Abbruch eines vermeinte er eine Art Schmalzamor" herausbeißen zu sollen. Er richteten Halle untergebracht sein und von dort aus Fahrten unteralten Bauwerkes in der Gemeinde Foligno in Umbrien hat icht sprach, im Bestreben, den edlen Charakter zu zeigen, mehr im Inehmen. Theater. " Spaltung in ihren Reihen hervorzurufen. Es handelt sich jetzt um die Frage, ob legale oder illegale Organisationen die Basis der Parteitätigkeit bilden sollen. Die Bolschewiki wie die Mensche- wiki erkennen einerseits die Notwendigkeit an, illegale Organisa- tionen ins Leben zu rufen, und andererseits auch die existierenden legalen Vereine womöglich im Interesse der Bewegung auszu- nutzen. Dennoch sind ihre Ansichten über die Organisation der Partei grundverschieden. Die Menschewiki waren aus der vor kurzem stattgefundenen Konferenz gegen die bolschiwistische Resolution, nach der der Schwerpunkt der Parteitätigkeit in die illegale Organisation verlegt werden soll. Ebenso stimmten gegen diese Resolution, allerdings aus etwas anderen Motiven als die Men- schewiki, die Delegierten des Bundes. Für die Resolution waren rne Bolschewiki und die Vertreter der polnischen Sozialdemokratie. Im Sinne der Menschewiki hat sich auch ein Teil der Sozialdemo- kratie der Ukraine und die Polnische sozialistische Partei ausge- sprachen. Jetzt wird darüber eine heftige Febde in der Presse aus- gefochten. Die Anficht der Bolschewiki läsit sich kurz wie folgt zu- lammenfaffen: Die Revolution habe keine der Grundfragen des russischen Lebens gelöst; es sei deshalb bald wieder ein Aufleben der Bewegung zu erwarten. Die Hauptaufgabe des Kampfes, die Niederwerfung des Zarismus, sei dieselbe wie zuvor. Daher müsse auch die Arbeit in der gleichen Richtung und von denselben ille- galen Organisationen wie früher geführt werden. Dagegen be- haupten die Menschewiki, dag die Selbstherrschaft jetzt die Form einer plutokratischen Oligarchie angenommen habe, dah»die Per- tcikonstellation in Ruhland zetzt eine viel kompliziertere als vor der Revolution sei, dah die Duma das Zentrum der öffentlichen Meinung und des politischen Kampfes bilde, und dah folglich di« Ausgabe der Partei sei, nicht sich selber zu kopieren, sondern nach neuen Organisationsformen zu suchen, die eine Massenbewe- gung ermöglichen werden. Der Kampf der Arbeiterschaft könne sich jetzt nicht mehr ausschliehlich gegen die Selbstherrschaft kon- zentrieren, vielmehr müsse er gleichzeitig auch gegen alle bürger- lichen Parteien gerichtet sein. Nun haben sich aber die bürgerlichen Klassen organisiert, sie nutzen die erkämpften„Freiheiten" in ihrem Interesse aus. Gegen diese und gegen die sich auf die bereinigte Reaktion stützende Regierung könne eine illegale Organisation nicht wirksam kämpfen. Daher sei die Aufgabe der Partei, die legalen Verbände und Vereine der Arbeiterschaft zu unterstützen, diese wo nur möglich ins Leben zu rufen, wobei natürlich die Parteiarbeit als solche geheim geführt werden müsse. Der Hinweis, dah legale Organisationen unmöglich seien, treffe insofern nicht zu, als viele Gewerkfchaften und Bildungsvereine existieren und dah die politische Lage in Ruhland leineSwcgs als etwas Bestimmtes und Dauer- hafteS anzusehen sei. Die Sozialdemokratie habe eine bewegliche, anpassungsfähige Organisation zu schaffen, daher vor allem jede stramme Zentralisation zu meiden. Zehn Jahre waren am 1. April seit dem Tage verflossen, dah der„ V o l k s f r e u n d" von O f f e n b u r g nach Karlsruhe verlegt wurde. Damals hatte er eine Auflage von 5000 Exemplaren, jetzt ist sie. trotzdem dem„Volksfteund" vor einigen Jahren durch die Gründung eines eigenen KopfblatteS für das Pforzheimer Gebiet 3000 Abonnenten verloren gingen, über 17 000 Abonnenten. Wir wünschen dem Karlsruher Organ weiteres erfolgreiches Vorwärts- schreiten._ Partei- und Gewerkschaftsmitglieder. Der Sozialdemokratische Verein für Kölni-Stadt und Köln-Land hat eine Statistik aufgemacht über das Verhältnis der Gewerkschaftsmitglieder zur politischen Organisation. Von den 8000 Mitgliedern des Vereins gehören mehr als ol>00 handarbeitenden Berufen an. Von den Gewerkschaften wollen wir die mit mehr als 103 Mitgliedern herausgreifen und die Zahl ihrer politisch Organisierten herausgreifen. Von lös Bäckern waren 23 Proz. politisch organisiert, von 129b Bauhilfsarbeitern 41 Proz., von 333 Brauern 22 Proz., von 103 Buchbindern 20 Proz., von 1010 Buchdruckern 8 Proz., von 264 Dachdecke ren 12 Proz., von 1293 Fabrikarbeitern 40 Proz., von 523 Gemeindearbcitern 9 Proz., von 139 Glasarbeitern 37 Proz., von 120 Hafenarbeitern 25 Proz., von 184 Handlungsgehilfen 16 Proz., von 1724 Holzarbeitern 31 Proz., von 166 Hoteldienern 12 Proz., von 112 Hutmachern 3 Proz., von 188 Lithographen 16 Proz., von 553 Walern 29 Proz., von 133 Heizern und Maschinisten 63 Proz., von 1660 Maurern 29 Proz., von 4195 Metallarbeitern 23 Proz., von 140 Sattlern 25 Proz., von 235 Schmieden 43 Proz., von 540 Schneidern 14 Proz., von 268 Schuhmachern 45 Proz., von 150 Steinsetzern 7 Proz., von 163 Tapezierern 13 Proz., von 317 Textilarbeitern 15 Proz., von 578 Transportarbeitern 23 Proz., von 330 Zimmerern 45 Proz. Aus dieser Statistik ist zu ersehen, welche grohe politische Aufklärungs- und Organisationsarbeit noch unter den gewerkschaftlich Organi- sierten geleistet werdcn muh. Der Sozialdemolratische Berein für Köln-Stadt und Köln- Land zählt, wie gesagt, 6006 Mitglieder. Wie erfreulich sich der Verein entwickelt, mag man daran erkennen, dah die Mitglieder- zahl betrug: Ende 1905 2339 Mitglieder. Ende 1906 3760. Ende 1907 5100, Ende 1908 6000, wovon 404 Frauen waren. Das ist ein bedeutendes Anwachsen, wenn man bedenkt, welchem wohlorßani- sierten und schlauen Gegner die Kölner Parteigenossen gegenüber- stehen.___ Personaltra. In die Redaktion der„Ärbetterzeitung' zu D ortmund trat am I.April Genosse Georg Beyer aus Breslau ein. der bis November vorigen Jahres an der„Leipziger AolSzeitung" tätig war. Gleichzeitig schied Genosse William Braune auS dem Redaktionsverband unseres Dortmunder OrganS. In die Redaktion des„Volks Wille" zu Hannover ist am I. April Genosse Albert Meyer eingetreten, der vor l'/a Jahren aus der Redaktion der„Brandenburger Zeitung" schied. Genosse Meyer übernahm die Redaktion des provinziellen Teils deS„Volks- wille" an Stelle des Genossen Thomas, der am gleichen Tage austrat.__ Ojfvtd uud der Sozialismus. London, 27. März. sEig. Ber.) Da« laufende Heft der „Nineteenth Century" enthält eine interessante Abhandlung über die Möglichkeit, befähigten Arbeitern eine Ausbildung in Oxford zu geben, wobei auch der Einfluß deS RuSkin-College sder vor einigen Jahren im„Vorwärts" beschriebenen Oxforder Arbeiterschule) auf die Universitätshörcr erwähnt wird. Der Verfasser sagt: „... Diese Schule hat indes auch eine mindere gute Seite. Die Studenten des Ruskin-College sind im allgemeinen reife, fähige und kräftige Persönlichkeiten, die durch eigene Kraft in den Vordergrund gekommen sind. Im Verlehr mit den UniversitätShörern gelingt es den Arbeiterstudenten, jene im sozialistischen Sinne zu beeinflussen. Viele UniverfitätShürer nehmen ihre Ideen über Politik und Sozio- logie eher von den Arbeiterstudenten als von den Dozenten. Das RuSkin-College hat ohne Zweifel das Wachsen des Sozialismus linier den UniversitätShörern beschleunigt. Das englische Publikum soll deshalb nicht überrascht sein, wenn Oxford— gleich einer russischen Universität— im nächsten Jahrzehnt zu einem der wichtigsten Mittelpunkte der sozialistischen Propaganda sich aus- wächst." Der Verfasser ist auherordentlich betrübt über diese Aus- ficht, die eine Auflösung deS britischen Reiches drohe. Man muh wissen, dah Oxford bislang als die aristokratischste und konservativst» Universität der Welt galt und übrigens noch gilt. polizeMebes, Gerichtliches uftr. Eine langwierige Wahlprüfung: Am 23. März 1908 wurden in Penzig(Nieder-Schlesien), einem Jndusirieorte mit 6000 Einwohnern, zwei Parteigenossen als Gemeindevertreter gewählt. Auf von bürgerlicher Seite erhobenen Protest wurde von der Gemeindevertretung die Wahl mit 8 gegen 7 Stimmen für ungültig erklärt. Der beim KreisanSschuh dagegen eingelegte Rekurs bot Gelegenheit, den ganzen Protest alS Mache zu erweisen. Bis heute aber— da mehr als ein Jahr nach der Wahl verflossen ist— warten die Genossen trotz wiederholter Auftagen vergebens auf eine Antwort vom KreiSausschuh- Die empfindliche Beamtenehre. Wegen angeblicher Beleidigung deS Polizeikommiflars Gube zu Pr.-Stargard wurde Genosse C r t S p i e n in D a n z i g zu 100 Mark oder 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Gube sollte darüber Auskunft geben, ob er die von ihm beschlagnahmten Flugblätter im Auftrage der Staatsanwaltschaft ein- gezogen habe oder auf ivessen Veranlassung sonst. Gube lehnte die AuskunftSertcilung ab, und im Laufe der Auseinandersetzung sagte Crispien zu Gube, es täte ihm leid, wenn Gube die gesetzlichen Bestimmungen nicht kennen sollte, und es mühte dann dafür gesorgt werden, dah dem Gube die nötigen Belehrungen von seinen Bor- gesetzten erteilt werden würden. Darin erblickte das Gericht eine „schwere Beleidigung!" Der Amtsanwalt hatte gar— 300 M. beantragt. Hus Induftne und ftandd* Gesteigerte Ausfuhr nach den Bereiulgten Staate». Aus verschiedeneu Konsulatsbezirken wird über eine starke Zu- nähme der Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten berichtet. Auch Berlin ist dabei stark beteiligt. Im ersten Quartal 1909 wurden nach der„V. Z." im Generalkonsulat Berlin für 13 023 670 M. Warenrechnungen beglaubigt gegen 9 376 933 M. im 1. Quartal 1908 und 15 849 706 M. im 1. Quartal 1907, Man will in dieser Steigerung ein Wiederaufblühen des Wirt- fchastslebenS in Amerika erblicken können. Jedenfalls dürfte die Exportsteigerung aber mit der Neuerung der Zollverhältnisse in Amerika zusammenhängen llnd somit einen Vorimport darstellen, wie wir ihn ja auch bor Inkrafttreten der neuen Handelsverträge gehabt haben. Dah am amerikanischen Eisen- und Stahlmarkt von einer Belebung noch nichts zu spüren ist, beweist der letzte Markt- bericht des„Jron monger", der über jene Verhältnisse berichtet:„Alle Märkte liegen still. Die Käufer, verhalten sich abwartend. Die Stimmung für Roheisen ist lustlos. Südliches Giehereieisen ist ver- einzelt zu 123/4 Dollar angeboten, ohne dah jedoch die Käufer an- geregt werden, die überdies eine Hinausschiebung der kontraktlichen Lieferungen verlangen. Die Roheisenlager nehmen zu. Eine starke Einschränkung der Produktion erscheint notwendig I DaS sieht mindestens nicht nach scharfer AufwärtSbcwegung aus. Krise nnd Profit. Die Hannoversche Continental Caoutchoue» und Gutta-Percha-Compagnie schüttet für 1908, wie auch für die letzten voraufgegangenen drei Jahre, eine Dividende in Höhe von 40 Proz. aus und das bei einer Extraabschreibung von über einer halben Million Mark. Trotz deS schlechten Geschäfts» gangeS, der zur Entlassung„einiger Arbeiter' führte, befindet sich die Gesellschaft in einer„auherordentlich günstigen finanziellen Situation." Was nützt dem Arbeiter der„Fonds zugunsten der Arbeiter", der gegenwärtig mit 412 297 M. dotiert ist, wenn sie bei der geringsten Stockung des Geschäftsganges ihr Bündel schnüren müssen? Auch die Aktionäre der Hannoverschen Gummi« Kamm-Kompagnie.A.-G.. Limmer bei Hannover, können zufrieden sein. Das Unternehmen hatte derartig unter den, geschäftlichen Niedergang zu leiden, dah nicht nur zahlreiche Eni- lasiungen erfolgten, sondern auch die Dauer der täglichen Arbeits- zeit erheblich herabgesetzt wurde. Trotz alledem sollen die LItionäre für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 22 Proz. gegen 21 Proz. im Bor- jähre erhalten. UeberdieS war es noch möglich, dem gut dotierte» Reservefonds weitere 150000 M. zuzuführen. 23 Prozent, wie im Vorjahre, verteilt auch, trotz„rückläufiger Konjunktur in der gementindustrie", die Vorwohler Portland- Zementfabrik Planck u. Co., A.-G-, Hannover. Die Wollwäscherei und Kämmerei in Döhren bei Hannover. A.- G., hat sich während der Krise so vortrefflich gehalten, dah der Direktion der„Dan! der Aktionäre für das er- fretiliche Ergebnis deS abgelaufenen Geschäftsjahres" ausgesprochen wurde. Das erfreuliche Ergebnis besteht in einer Dividende von 12 Prozent._ Die Kohlenversorgung deutscher Großstädte hat im Februar einen überaus scharfen Rückgang erfahren. Die Kohlenversorgung von zwanzig deutschen Großstädten belief sich nämlich im Februar 1909 auf nur 1 864 741 Tonnen gegen 1 514 633 Tonnen im Februar 1908. ES ergibt sich für den Februar 1909 eine Abnahme um 149 897 Tonnen oder um rund 10 Prozent. In den ersten beiden Monaten zusammen stellte sich die Kohlenversorgung dieser Städte auf 2,80 Millionen Tonnen, während sie in den beide» ersten Monaten des Vorjahres 2,95 Millionen betragen hatte. Dabei ist die Zufuhr im Februar keineswegs überall zurückgegangen. Stark ins Gelvicht fiel hauptsächlich die Abnahme, die die Versorgung Berlins auszu- weisen hat: die Zufuhr war hier um rund 22 Prozent geringer als im Februar 1903. Relativ noch stärker war die Einschränkung, die die Versorgung Altonas im Februar erfahren hat; sie sank von 70 192 Tonnen auf 42 506 Tonnen oder um 27 636 Tonnen. DaS macht einen Rückgang von zirka 40 Prozent auS. Landwirte als Maschinenfabrikanten. Wie das„Berliner Tageblatt" auf Grund eineS Prospektes mitteilt, haben sich eine Anzahl von Mitgliedern deS Bundes der Landwirte, des Deutschen LandwirtschaftsrateS und der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft zusammengeschlossen, um in Deutschland eine Spezialfabrik von Mähmaschinen zu errichten. DieS soll erreicht werden durch die von agrarischem Kapital neuzugründende Deutsche Mähmaschinenfabrik Akt.-Ges. in Berlin, deren Aufgabe die praktische Verwertung mehrerer Patente und Modelle ist, näm» lich die Herstellung von Bindemähmaschinen, Sclbstablegern, Gras- mähern, Lagergetreide-Hebevorrichtungen und Getreidelörnerfän- gern. Die zu errichtende Fabrik, die mit einein Aktienkapital von 4 Millionen Mark gegründet wird, soll«ine Leistungsfähigkeit von 1560 Bindemähmaschinen, 1500 Selbstablegern, 7500 Grosmähern, 3000 Hebevorrichtungen und 6000 Getreidckörnersammlern pro Jahr erhalten. Das erforderliche Aktienkapital soll von der Land. Wirtschaft aufgebracht werden. Wie die Gesellschaft angibt, glaubt sie infolge der niedrigeren Löhne,(!) Fracht. Spesen usw. Binder um zirka 230 M., Selbstableger um zirka 130 M. und Grasmäher um zirka 85 M. billiger verkaufen zu können, als ausländische Wa- schinen in den Handel gebracht werden. Die Einfuhr Deutschlands an Mähmaschinen für das Jahr 1907 stellt sich auf 51 500 Stück im Werte von 21'.b Millionen Mark. Der Wert der Einfuhr in den ersten 10 Monaten 1908 wird auf 19 Millionen Mark angegeben. Zweifellos ist Deutschland dem- nach für solche Maschinen ein guter Markt. Bei geschickter Lei» tung dürfte daher die agrarische Gründung sehr großen Erfolg haben und sich gut rentieren._ Ein lukratives Geschäft ist das der Herstellung alkoholarmer oder alkoholfteier Getränke. Die Franz Hartmann Sinalco Aktien- Gesellschaft in Detmold, die sich mit der Produktion solcher Getränke besaht, schüttet für ihr erstes Geschäftsjahr auf das 1 Million Mark betragende Aktienkapital 18 Proz. Dividende aus. Die Gesellschaft hat eine Rentabilitätsberechnung aufstellen lassen, nach der sie«inen Reingewinn von 82 Proz. deS Umsatzes erzielt, so dah dauernd auf eine Rente von 20—23 Proz. gerechnet werden könne. Die deytscheu Elektrokonzerne an der Arbeit. Mit den Umwälzungen im Orient haben die deutschen Elektro- riefen sofort daS bis jetzt für elektrische Nnternehmuugen brachliegende Land mit Beschlag belegt. ES hat sich in den letzten Tagen eine Finanz- gruppe für elektrische Unternehmungen iin Orient gebildet. In ihr find deutsche, französische, belgische und schweizerische Interessen ver- treten. Bon deutscher Seite find es die Konzerne der A. E-G, der Siemens u.Halskewerke und der Schuckertwerke-Nümberg. Also wieder eine gemeinsame Transaktion. In das in der Schweiz zu gründende Trustmstitnt sollen nur orientalische Elektrowerte eingebracht werden, vorläufig die Aktien der Konstantinopeler Trambahngesellschaft. Da die Bahnen in nächster Zeit sicher elektrisiert werden, steht für die Werke ein neuer Auftrag in Aussicht. Von den deutschen Banken ist die Deutsche Bank an erster Stelle beteiligt. Sie hat überdies schon seit einiger Zeit mit englischen und französischen Instituten gemeinsam gearbeitet, um speziell in der Türkei festen Fuß zu fassen. Alle diese Transaktionen sind ein Zeichen dafür, dah der Kapitalismus auch im Orient auf dem Vormarsch ist. Ms der frauenbetvegung. Bund sozialdemokratischer Frauen- Propagandaklubs Hollands. Amsterdam, 1. April 1909. Am Vorabend des Parteitages der S. D. A. P. hält auch der Bund sozialdemokratischer Frauen zu Rotterdam seine erste Jahres- Versammlung. Auf der Tagesordnung stehen, auher internen An- gelegenheiten, folgende Punkte: Besprechung über das Bundes- organ„De Proletarische Lrouw" und„Mutterschaftsversicherung". Der Jahresbericht, erstattet von Frau L. I. van Kuykhöf- Koedyk, spricht von einem regen Leben des Bundes, von einem Fortschritt der bereits bestehenden und von der Errichtung neuer KlubS, deren Anzahl nunmehr 16 beträgt. Die Agitation für das proletarische Frauenwahlrecht und betreffend Frauenarbeit, Bildungsabende usw., förderten daS Selbftbewuhtsein der Frauen. Das Organ machte gute Fortschritte. Die Spaltung in der Partei blieb leider nicht ohne Einfluh auf die KlubS, die dadurch verschiedener Vorstandsmitglieder und der Bundesvorstand zwei seiner Mitglieder beraubt wurden, da diese zur neuen Partei ubergetreten sind, dem Bunde aber nur Mitglieder der S. D. A. P. angehören dürfen. Ein Antrag des Parteivorstandes der S. D. A. P. für den Parteitag bezweckt für später die Vertretung deS Frauenbundes auf diesem, soweit es dessen Jahresbericht und eigenen An- träge betrifft. Ferner ein Antrag betr. Unterstützung des Bundes- organs für eine Spezialbeilage für die Jugend. Mit Genugtuung konstatiert der Jahresbericht schließlich, dah da? der Arbeit der Frauen- NubS von vielen Mitgliedern der S. D. A. P. entgegengebrachte Mißtrauen und deren noch typisch-bürgerliche Ansichten über die Frauen immer mehr im Abnehmen begriffen sind. Berkauf von Ostergeschenke« im Gewerkschaftshause. Wie schon mitgeteilt, haben einige Genossinnen es übernommet,, eine Partte Osterhäschen und andere Atrappen, die von Genossinnen und Genosien in Sonneberg angefertigt sind, auf deren Rechnung zu verkaufen. Für den Verkauf— im Gewerkschaftshause— sind folgende Stunden festgesetzt: Sonnabend, den 3. April, nachmittags von 5—10 Uhr, und Sonntag, den 4. April, von mittags 12 bis abends s Uhr. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Versammlungen. Tie„Nationalen". Der Deutschnationale Handlungsgehilfenvcrband hatte zum Donnerstag eine Versammlung einberufen, die eine Antwort auf die vom Zentralverband der Handlungsgehilfen mit Genossen Dr. Frank als Referenten veranstaltete Versammlung sein sollte. Herr Thomas besprach den vorliegenden Arbeitskammergesetz- entwurf. Die Deutschnattonalen seien gegen die Einbeziehung der Handlungsgehilfen in dies Gesetz, weil sie verhindern wollen. dah die Handlungsgehilfen in der Masse der Arbeiter untergehen. Herr Thomas und seine Anhänger sind die„öde Gleichmacherei" satt. Ueber das Lehrlingswesen, die kaufmännischen FortbildungS- schulen, den Stellennachweis im.Handelsgewerbe usw. könnten die Arbeiter nicht mitreden, da bei ihren ganz anders gearteten Arbeitsverhältnissen ihnen daS Verständnis für diese Dinge fehle. Dah der Zentralverband der Handlungsgehilfen und mit ihm die sozialdemokratische ReichStagSfraktion besondere Kammern für Handlungsgehilfen fordert, wird einfach abgeleugnet. Ueber das Wahlrecht der Frauen zu den Arbeitskammern hatte Herr Thomas im Namen seiner Freunde in der F r a n k- Versammlung erklärt: solange die Frauen im Handelsgewerbe tätig seien, mühten sie auch eine Vertretung haben. In seinem Referat schränkte er seine Erklärung dahin ein, dah dies„sein persönlicher Standpunkt" sei. Der D. H. A. als solcher habe zu dieser Frage noch nicht Stellung genommen. Außerdem sei der D, H. V. ein Verein von Ge- Hilfen und habe daher keine Veranlassung, Gehilfinnenintereffen zu vertreten. Er glaube übrigens auf Grund der im Reichstag herrschenden Stimmungen sagen zu können, dah die vom D. H. V. geforderten paritätischen KauftnannSkammern kommen muffen. ,B>S 1904 trat der D. H. V. für reine Gehilfenkammern ein.) Die nationalen Parteien haben ihr bei den Wahlen gegebenes Wort gebrochen, deshalb mühten die Handlungsgehilfen danach streben, eine Macht zu werden, die man berücksichtigen müsse. Das war auch hier wieder der Weisheit letzter Schluß. Was der zweite Redner. Herr Walz, über das Thema: „Die Sozialdemokratie von Bismarck bis Bülow" zu sagen wußte, war ein Sammelsurium von abgestandenen nationalen Phrasen, gespickt durch unbewiesene Behauptungen über schlechte ArbeitSver- hältniffe in den Konsumvereinen, Parteigeschäften usw. Es war denn auch einem Mitglieds deö ZentralverbandcS in der DiS- kussion ein leichtes, diesen Herrn gebührend abzufertigen. Folgende Resolution fand schließlich Annahme: „Die vom D. H. V. einberufene öffentliche Versammlung verlangt als einzig zweckmäßige Interessenvertretung besonder: Handlungsgehilfenkammern(KäufmannSkammern) auf paritä- tischer Grundlage. Die Versammlung erwartet die unverzügliche und lückenlose Einrichtung über das ganze Reicht Verband der Maler. Die Sektion der Lackierer wollte am i. April den Bericht des Kollegen Klotz entgegennehmen, jedoch wurde wegen des schwachen Versammlungsbesuches dieser Punkt der Tagesordnung bis auf weiteres vertagt. Unter Verschiedenem bemängelte ein Redner die Bestimmung des Statuts, nach der bei Aussperrungen infolge der Maifeier die Unterstützung erst nach Ablauf der zweiten Woche eintrete. Dadurch liefen die Betroffenen Gefahr, schwere wirtschaftliche Schäden zu erleiden. Er Iverde unter diesen Umständen nicht mehr feiern. Dem Redner wird erwidert, dah, wenn man von dem Gedanken der Maifeier durch- drungen sei, man nicht so spreche wie er. Auf diese Art schädige man nur die Maifeier. Man feiere doch schließlich um der Sache selbst und nicht um der Unterstützung willen. Am Anschluß hieran wurden noch interne Angelegenheiten erörtert. Freireligiöse«emeinde. Sonntag, den 4. April ct., vormittags 9 Uhr, in der Halle, Pappcl-Allee 15—17> FreirellglSse Vorlesung.— Vor- mittags 10»/. Uhr in der Schule, Kleine Franksurter Str. 6: Vortrag des Herrn W. Bolsche:„Gegenseitige Hilfe in Natur and Kultur". Herren und Damen sind als Gäste sehr wtllkoinmen Montag, den 5. April, abends S Uhr. Eebafttanttr. 39: B-'chlleßende Versammlung.(Zutritt baden nur MligUeder mit weißer Quittung.) Tagesordnung: Wahlen und eine inuere Angelegenheit gemäß 8 7 des Statuts, Verband der deutschen Buchdrucker.(OrtSverein Rixdorf), Sonnabend, den 3. SlprU- Versammlung bei Hoppe, Hermaovitr. 49l Vennikbtes. Die gestrige Fahrt deS Luftschisses„Z- l". Nachdem das Luftschiff„Z. I." im Laufe des gestrigen Bor- mittag an seinem Landungsplatz in Dingolfing mit neuem Gase gefüllt worden war, stieg eS um WU Uhr vormittags zur Fahrt nach München auf. Von hier aus wurden denn auch, too immer das Luftschiff bemerkt wurde, die Augenblicksnachrichten nach allen Windrichtungen versandt. Bei dieser Gelegenheit fehlt natürlich der im Sensationsstil gehaltene Brimborium nicht. Um 14 Uhr landete das Luftschiff, nachdem es die nördlichen Stadtteile Münchens überflogen hatte, unter großem Jubel auf dem Dberwiesenfeld. Um 3 1hr 36 Min. stieg, wie aus München gemeldet wird, das Luftschiff bei aufgeklärtem Wetter auf und fuhr in südwestlicher Nichtung weiter. Abends furz vor 8 Uhr ging die Landung in Manzell glatt von statten. Dampfer in Brand geraten. Nach einer Meldung aus Colon ist der deutsche Dampfer Sarnia" gestern am hiesigen Kai in Brand geraten. Die Dellabung im Vorderschiff ist beschädigt, im übrigen hat das Schiff teinen bedeutenden Schaden erlitten. Das Feuer ist gelöscht. Eine Person tam ums Leben. Briefkaften der Redaktion. Eingegangene Druckschriften. D weil wir die Kaffe nicht für reell halten. M. B., Waisenstraße 5. 114 Tage entfallenden Beiträge, nicht aber für die frühere Zeit, Abzüge Das Kalenderjahr 1908 ist maßgebend. 2. 2. 57. Die Entscheidung machen. Hat er bergessen, Abzüge zu machen, so fann er feineswegs nach begiebt sich lediglich nur auf Beamte und trifft auf Arbeiter leider nicht zu. träglich Zahlung verlangen, sondern hat die Beiträge selbst zu zahlen. 2. Nein. M. 2. Hat ein Ehegatte den andern berlassen, so berechtigt dies feineswegs ben anderen zu einer neuen Ehe zu schreiten. Er würde sich vielmehr des Verbrechens der Bigamie schuldig machen, wenn er wieder beiratet, bevor die frühere The getrennt ist. Er milßte also zunächst bei Gericht die Chefcheidungsklage durchsehen. Die böswillige Berlaffung allein Blätter für Gefängniswefen. 1. Band. 1. Heft. Von A. Marreicht in der Regel noch nicht zur Ehefcheidung aus. Es muß vielmehr zu- cobich. 4 M. nächst auf Wiederherstellung der ehelichen Gemeinschaft geklagt werden. Der April. Nr. 1. Halbmonatsschrift für die angewandte Kultur. Erst wenn dies mit Erfolg geschehen und der verurteilte Ghegatte 60 Pf. G. C. Steinide, München. innerhalb eines Jahres nicht Folge leistet, tann auf Chefcheidung geklagt werden. nach Rechtstraft des Urteils demselben Das neue Europa. Aprilheft. Herausgeber Dr. A. Blastovich. 2 M. *.*. Ja. F. A. Brodhaus, Leipzig. Fritz 19. 1. Ja. 2. So viel uns bekannt die Weißenseer, früher auch In zwölfter Stunde! Die Wahrheit über die Wiener Drientpolitit. bie Schöneberger. O. U. Ja, bergleiche den Artikel über Steuern im Bon Karl Horn. Deutsche Vereinsdruckerei und Verlagsanstalt, Graz. Vorwärts" vom 28. März. V. P., Rigdorf 17. Nein. P. R. 5. Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. Heft 7. Sie leben auch ohne Chevertrag, ba Gie nach 1898 geheiratet haben, außer- Herausgegeben von Profeffor Dr. Fr. Umlauft. A. Hartlebens Verlag in halb Gütergemeinschaft. Bmedmäßig ift es aber zu notariellem Protokoll Bien. Jährlich 12 Heste a 1,15 M. das Eigentum der Chefrau ausdrücklich anzuerkennen und auf Nießbrauchs- Weltgeschichte. Lieferungen 38-44. Herausgegeben von Professor und Verwaltungsrecht in dem Vertrag zu verzichten. Die Uebertragung Dr. J. v. Pflug Harttung. 80 Lieferungen a 60 Pf. unstein u. Co., des eigenen Vermögens auf die Ehefrau erfolgt durch gerichtlichen Vertrag. Berlin SW. 68. Bu einer solchen ist aber in der Regel nicht zu raten, weil die Eigentums- Anleitung über die Grundlagen der Versicherung bei ber lofigkeit des Ehemanns nicht in seinem Interesse liegt. Troß Wahrung der Lagerei- Berufsgenossenschaft. 93 S. Berlin, Lagolftr. 89/90. gerichtlichen Form, ist ein solcher Vertrag ungültig, wenn er etwa in Millionen und andere Novellen von Arkibafchew. 440 Seiten. Die juristische Sprechstunde Ander Lindenstraße Nr. 3, gwelter Der bficht gefchloffen ist, Gläubigern die Zwangsvoüstredung zu vereiteln. It- Deutschland von Ferdinand Bac. lebertagung von E. Zanzinger. Sof, dritter Eingang, vier Treppen, Röm. Reich. 1. Meint. Fahrstuhl 2. Seit etwa dem 18. Jahrhundert. 858 Seiten. Anna Kuefer. Roman von. Michalsti. 352 Seiten. wochentäglich abende von 7 bis 9%, lihe tatt. Geöffnet 7 libr. 100, Norden. Die Ergänzungssteuer wird vom Vermögen, nicht von Der kleine Dämon. Roman von F. Szologub. Uebersehung von Sonnabends beginnt die Sprechstunde nm G libe. Jeber Anfrage ist ein den Zinsen gezahlt. Bei einem Bermögen von 760 000 bis 780 000 W. R. v. Walter. 461 Geiten. G. Müller, München- Reipzig. Buchstabe und eine Babl ale werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort beträgt die Ergänzungssteuer 399,80., bei 780 000 bis 800 000. wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten tönnen 14 Tage 410,20 M. Fisch 17. So lange der Ausschluß aus dem Lotterieberein bergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. noch nicht erfolgt ist, haben die betreffenden Anspruch auf Bahlung eines Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über Schwindel 1. An den Wochentagen ist in Leipzig Achtuhr- Ladenschluß, etwaigen Gewinnes. Zapf. Nein. Mt. D. 74. Sie tönnen nur den Großhandel in den 8entral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: während die Stunden der Sonntagsarbeit in den offenen Verkaufsstellen auf Beseitigung des Mißftandes und auf Schadenersat flagen. Eine Klage Bufuhr reichlich, Geschäft schleppend, Breise unberändert. Bild: Zufuhr für die einzelnen Branchen verschieden sind und in der Zeit von morgens 5 auf Aufhebung des Vertrages verspricht leider feinen Erfolg. M. B., napp, Geschäft rege, Breise fest. Geflügel: 8ufuhr genügend, Gea bis nachmittags 6 Uhr verschieden festgesetzt sind. Die Ortskrankenkassen 2aisenstr. 5. Das Kalenderjahr 1908( 1. Januar bis 31. Dezember) fchäft ziemlich lebhaft, Preise befriedigend. Fische: Zufuhr reichlich, Ge haben Selbstverwaltung und teine Verpflichtung, Militäranwärter anzus ist für die Steuereinschäßung maßgebend. S. W. 95. Nein. schäft schleppend, Preise wenig verändert. Buttes und Käse: Ge ftellen. Oberzeitung. Jede größere Annoncenexpedition vermittelt G. J. 100. Shrer Tochter steht der Anspruch auf Innehaltung einer schäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Db und Südfrugte Ihnen die Aufnahme. Erscheinungsort: Frankfurt an der Ober. Kündigungsfrist von 14 Tagen zu. D. O. 31. Wer für einen Hund Bufuhr genügend, Geschäft schleppend, Preise wenig berändert. E. P. 7. Bir raten ab, Warnungen haben wir des öftern ausgesprochen. in Berlin die Steuerfreiheit beansprucht, muß bei der Steuerbehörde schriftC. G. Die Bezugsquellen der Händler sind uns nicht bekannt. Doch lich darum einkommen. Steuerfrei find u. a. die Hunde, welche zur Befragen Sie bei einer Großhandlung an, deren Adressen Sie im Adreßbuch wachung von Gebäuden, Ladenräumen, Warenvorräten notwendig sind, finden. 2. N. 300. Dffenbacher Frauenkrantentasse, Brinzenstr. 66. falls die Hunde bei Tage an der Stette tegen oder in einem Hundezwinger Hinz. Abonnent in Themar. Ob die Herren Familienbeziehungen zu gehalten werden, ferner die Hunde ta uber oder blinder Personen, einander haben, wissen wir nicht, geistig sind sie aber sicher berivandt. welche nach dem Ermessen der Steuerbehörde denselben zu ihrer UnterLangjähriger Abonnent. Ihr Sohn würde mit Aussicht auf Erfolg ftübung unentbehrlich sind, ferner die 8 ug hunde solcher Personen, welche beim Gewerbegericht auf Bahlung des Lohnes für die drei Tage llagen nach den von der Steuerbehörde zu veranlassenden Ermittelungen zum tönnen. 3. 2. 18. Rein. Slagen Sie den Ihnen zu Unrecht ein- Fortschaffen eines zum Betriebe ihres Gewerbes unentbehrlichen Karrens behaltenen Teil des Lohnes beim Gewerbegericht ein. . 01. Ge- oder Handwagens ihren Vermögensverhältnissen nach andere geeignete terbesteuerpflicht liegt nicht vor, wenn weder der Jahresarbeitsverdienst Transportmittel nicht zu beschaffen vermögen. J. R. 100. Kriegsunter1500 m., noch das Anlage- und Betriebsfapital 3000 9. übersteigt. stüßung würde gezahlt werden. 3. 100. Fehler der Bewegungsorgane, R. G. 11. 1. Nach herrschender Ansicht, ja. 2. Die Geburtsurkunde ge- die voraussichtlich die dauernde Dienstuntauglichkeit herbeiführen werden. nügt. m. W. 14. Der Ehemann ist berechtigt, das Borgerecht seiner A. Th. 43. 1. Beide Telle. 2. Ja. Wegert. Leider steht Ihnen Frau dadurch aufzuheben, daß er an das Amtsgericht seines Wohnfiges ein Recht, vom Vertrage zurüdzutreten, nicht zu. Sie würden mit Aussicht einen notariell oder gerichtlich beglaubigten Antrag einsendet, indem er erflärt: auf Erfolg nur auf Beseitigung des Mißstandes und auf Schadenersat Das Recht meiner Ehefrau, innerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises Ge- lagen tönnen. G. Sci. 1909. 1. Ja. 2. Nein. 3. Cine gefegliche Wetterprognose für Sonnabend, ben 3. April 1909. schäfte für mich zu besorgen und mich zu vertreten, hebe ich hiermit auf Arbeitszeit gibt's nicht. 20. 100. 1. Der Arbeitgeber ist nur berechtigt, Vielfach heiter, aber fühl und veränderlich mit geringen Niederschlägen und beantrage, diese Aufhebung in das Güterrechtsregister einzutragen. bas strankengeld und Invalidengeld für zwei Lohnperioden abzuziehen ist und ziemlich frischen nordwestlichen Winden; Nachtfrost. 5. M. 4. Zur Uebernahme des Postens vermögen wir nicht zu raten, also wöchentlicher Lohn vereinbart, so fann er nur die auf die letzten Witterungsübersicht vom 2. April 1909, morgens 8 Uhr. Stationen Swinembe. 764 3 gamburg 768 23 Berlin 767 N Franfj.a.M. 770 NNW München 767 23 Bien Better Il Stationen 1 Scilly Better 3 molten! 1 Haparanda 759 N 4 heiter 3 halb bd. 1 Betersburg 753 DGD 1 bedeckt 3 molten! 1771 GD 4 bedeckt 4 heiter berbeen 777 NNW 1 wolfig 772 NMD 3 wolkig 4 bedeckt 762 3 3 bededt 1 0 Baris Berliner Wetterbureau. Zemp. n. 6. 18886 5° C= 4° R. 3 Derganze Wedding spricht von der vorteilhaften Umgestaltung des Mode warenhauses Jacques Cohn, Müller- Strasse 182-183, am Wedding. Das Prinzip der neuen Geschäftsleitung ist es, die von dem früheren Inhaber übernommenen Waren weit unter Preis abzustossen, und die neuen Waren, um sich einzuführen, zu wohl ungekannt niedrigen Preisen zu verkaufen. 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Um bcn schlimmst«» Mißständen bei der Prüfung der Führer von Kraftfahrzeugen noch vor dem Inkrafttreten des jüngst der- abschicdeten Automobilgesetzes entgegenzutreten, hat der Minister für öffentliche Arbeiten und der Minister des Innern folgende, jetzt veröffentlichte Vorschriften für die Prüfung der Führer von Kraftfahrzeugen erlassen: Die Prüfung zerfällt in eine mündliche und eine prat- tische. t. Die mündliche Prüfung erstreckt sich auf a) die allgemeine Kenntnis der Hauptteile des vorgeführten Fahrzeugs, genaue Kenntnis der für die Beurteilung seiner Ver- kehrssicherheit in Betracht kommenden Teile(Lenkvorrichtung, Bremsen, Geschwindigkeitswechsel, Rücklauf und Radbercifung); d) das Verhalten in besonderen Fällen(z. B. bei Schleudern des Wagens, bei Feuersgefahr am Fahrzeug, Wassermangel bei Dampferzeugern); c) die Beurteilung der Verkehrssicherheit deS Fahrzeugs vor Antritt der Fahrt; 95 PL 1.45 dauerhafte Qualität. 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Unferm Genossen Artur Wieloch und Genossin Martha Gäbeler zur heutigen Eheschließung die herzlichsten Glückwünsche! Diskutierklub ,, Osten". Ihren lieben Eltern Julius u. Marie Wiese zur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche! Willy, Margarete, Erich. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin 1. Todes- Anzeige. Unferen Mitgliedern zur Nach richt, daß der Stollege Karl Brandt Mitglied feit 29. November 1904, am 31. März an Gehirnschlag verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. 5. Mts., nachmittags 8 Uhr, von der Halle des Andreas Kirchhofes, Wilhelmsberg, aus statt. 66/14 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin, Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglted, der Schlosser Franz Schulze am 81. März an Leberleiden gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 5. April, nachmittags 4, 1hr, von der Leichenhalle des Städtischen Begräbnisplatzes in der Müllerstraße aus stait. Rege Beteiligung erwartet 114/15 Die Ortsverwaltung. HerrenAnzüge, sowie Palefots etc, etc. auf Kredit Allen Verwandten und Freunden bie traurige Nachricht, daß mein lieber Mamm, unser guter Sohn, Bruder und Schwager, der Dreher Adolf Schubbe am Dienstag, den 30. März, plotlich verstorben ist. Im Namen der Hinterbliebenen: Witwe Martha Schubbe u. Kind. Die Beerdigung findet heute Sonnabend, ben 8. April, nachmittags 5 Uhr, von der Leichen halle des neuen Johannis- Kirchhojes in Blößensee aus statt. Dr. Georg Friedländer, prakt. Arzt( Tieckstr. 84), verzogen nach Schlegelstraße 28. 8-10 und 4-5. ! 6687, Ulster Mark 58,-- 52,- 48,50 und 45,-42,50 40,50 38,50 36,50 36,- 35,- 32,50 20.2.1.0 Jackett-, Rock-, Gehrock50 Mark 75,- 70, 60,- 40,- 38,50 36,50 34,- 32,50 30,- 29,- 28,50 M. Schulmeister 50 M Paletots 21, Anzüge 24" 25,50 an Schneidermeister Dresdener Str. 4, am Kottbuser Tor ( Hochbahn- Station). Warenhaus Wilhelm Stein Berlin N., Chausseestrasse 70-71. Anläßlich des Osterfestes verabfolgen wir bis Donnerstag, den 8. April cr. inkl. doppelte Anzahl Sparmarkensta Wir geben sonst bei einem Einkauf von 1 Mark 4 Sparmarken, an diesen Tagen jedoch 8 Sparmarken 4 große Lebensmittel- Tage solange Vorrat Sonnabend den 3., Sonntag den 4., Montag, den 5., Dienstag, den 6. April Back- Artikel zum Festkuchen Ia Weizenmehl 00..... 5 Pfd.- Beutel 95 Pt. Kaiser- Auszugmehl Viktoria- Auszugmehl • 5 Pfd.- Beutel 1.05 5 Pfd.- Beutel 1.20 Liebigs selbsttätig. Backmehl 1 Pfd- Pak. 38 Pt. Ia Kartoffelmehl Weizenpuder.. Palmin( Pflanzenbutter) Große Rosinen... Sultaninen. Korinthen.. Mandeln, süß • 3 Vanillin- Zucker Oetker und Liebig 3 Pak. 25 Pf. Backpulver Oetker und Liebig.... 8 Pak. 25 Pf. Hansa- Backpulver. Hansa- Vanillin- Zucker · 9 B 3 Pak. 20 Pf. 3 Pak. 20 Pf. 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Der Vorstand. Zehlendorf. Am Sonntag, den 4. d. M., 3 Uhr nachmittags, deutlich das Bestreben, den immer stärker flaffenden Riß findet im Saale des Gesellschaftshauses von W. Wied, Karlstr. 12 durch langsames Nachgeben und Entgegenkommen zu berkleistern. bierselbst, eine öffentliche Versammlung statt. Genosse Schubert Die Kirche wittert mit ihrer feinen Nase, daß Zehntausende, An die Parteigenossen Berlins und der Provinz Brandenburg! spricht über:„ Die politische Lage in Deutschland". die Anhänger der Feuerbestattung sind und im Innersten doch Mit dem heutigen Tage erscheint wiederum eine neue 2okal- findet Ober- Schöneweide. Sonntag, den 4. April, abends 7 Uhr christlich empfinden, sich gänzlich von der Kirche lossagen Tiste und ersuchen wir daher, mit Nücksicht auf die nunmehr findet im Wilhelminenhof eine Theateraufführung des Wahlvereins werden, wenn diese fortfährt, gegen die Leichenverbrennung statt. Deffentliche Kaffe findet nicht statt, weshalb die Genossen er zu agitieren. Theoretisch ist also der Standpunkt der evanwieder beginnenden Partien und Ausflüge, dieselbe genau beachten sucht werden, sich vorher mit Billetts zu versehen. Der Vorstand. zu wollen. Wenn wir uns vergegenwärtigen, daß wir im vorigen Jahre, dank der vereinten Macht unserer Gegner, nur sehr ge den Namen Johann Rubit, Buchnummer 148, ist verloren gegangen nimmer zufriedene Stirche selbst noch aus dem Tode von Stralau. Ein Mitgliedsbuch des Wahlvereins, ausgestellt auf gelischen Kirche genau der alte geblieben, aber man fürchtet ein weiteres Herabgehen der praktischen Vorteile, die die ringe Erfolge im Lokalkampf in den Landorten errungen haben. Der Finder desselben wird gebeten, es an den Staffierer Robert nimmer zufriedene Kirche selbst noch aus dem Tode von so müssen wir zu der Ueberzeugung kommen, daß wir zur strengen Gundlach, Alt- Stralau 12 I, einzusenden. jeher gezogen hat. Darum wird jetzt noch zu rechter Zeit Durchführung des Lokalboykotts alle gesetzlich uns zur Verfügung eingelenkt, ehe der Niß unheilbar geworden ist. Die synodalen stehenden Mittel mit aller Schärfe in Anwendung bringen müssen. Wachthaber wissen auch am besten, wie schwer es fällt und In so manchen Orten, in denen es durch die rührige Tätigkeit welche enormen Kosten es erfordert, für die stetig wachsenden einzelner Genoffen gelungen ist, eine, wenn auch kleine OrganisaMillionen der Großstadt neues Kirchhofsgelände zu gewinnen. tion ins Leben zu rufen, droht dieselbe zu zerfallen, da es den Man kann heute schon ziemlich genau die Periode berechnen, wenigen Parteigenossen nicht möglich ist, aus eigener Straft ein wo es einfach nicht mehr möglich sein würde, sämtliche Tote Versammlungslokal zu erobern; hier muß die tatkräftige Unterin der Erde zu bestatten und wo die zwingende Notwendigkeit stüßung der Arbeiterschaft der größeren Städte mit guter Or- Oranienburg. Am Sonntag, den 4. April, nachmittags 5 Uhr der Feuerbestattung allen kirchlichen Widerstand glatt über den ganisation einsehen, und hierzu bietet sich gerade in der Zeit der findet im Lofal Waldhaus, Sandhausen eine Volksversammlung statt, Haufen werfen muß. Nur deshalb sieht sich die Kirche ihre Ausflüge und Partien die beste Gelegenheit. in welcher Stadtverordneter Genoffe Adolf Ritter über den Kampf Machtstellung nunmehr auch, soweit es überhaupt geht, für die Wir haben wiederholt betont, daß der Kampf um die im Schiffbaugewerbe und die Tariftreue der Unternehmer" sprechen Leichenverbrennungen zu sichern. Nur Mittel zum Zweck des Geldwird. Gleichzeitig foll über das Thema:„ Wer wird beim Kanals Erringung bon Versammlungslokalen ein Kampf um das Versammlungsrecht ist; wir ersuchen bau beschäftigt?" gesprochen werden. Die Genoffen werden ersucht, dringend, dies noch mehr als bisher zu beherzigen. Ganz besonders tatkräftig für diese Versammlung zu agitieren. wollen wir diesmal auf den Kreis Potsdam- Osthavelland hinweisen. Dort haben wir Orte, die sich rapide entwickeln, den fleinen Organisationen aber durch den Lokalmangel jede Weiterentwickelung unterbunden ist. Außerordentlich krasse Zustände bestehen in Faltenhagen und Seegefeld, an Orten, die speziell von Berliner Ausflüglern stark frequentiert werden; es steht uns dort fein einziges Lokal zur Verfügung. Der Bezirk zählt 3500 Einwohner und kommen mehr denn 20 Lokale, darunter 9 mit Sälen, in Frage. Der Gastwirt Schöneberg in Faltenhagen baute seinerzeit seinen Saal mit der unentgeltlichen Hilfe der dortigen Genossen( Maurer und Bimmerer), und war der Vorstand des Wahlvereins eifrig bemüht, Surch lebhafte Agitation die Frequenz des betreffenden Lokals nach Möglichkeit zu heben. Trotzdem wurden uns nach sehr kurzer Zeit die Räume ohne irgendwelchen Grund entzogen, und es ist troh unermüdlicher Arbeit noch nicht möglich gewesen, anderweitig Ersatz zu schaffen; alle Lokalbefizer lehnen stritte ab, oft mit ganz cigenartigen Begründungen. So verlangt Herr Brandenburg, Inhaber des Gasthofs zu den drei Kaisern", daß für den entstehenden Schaden 20 000 m. auf 10 Jahre deponiert werden sollen". Aus allen diesen Gründen ersuchen wir, den genannten Bezirk gänzlich zu meiden. Berliner Nachrichten. Jm Reiche Floras. verdienens ist der Hinweis auf die obligate christliche Nächstenliebe. Dieser Hinweis muß als deplaziert gelten, so lange die Kirche in hundert anderen Fragen die christliche Nächstenliebe praktisch verleugnet. Immerhin kann die Erklärung des Generalsuperintendenten D. Faber als ein weiteres Zeichen dafür aufgenommen werden, daß die gefeßliche Regelung der freiwilligen Feuerbestattung in Preußen kurz vor der Verwirklichung steht. Diefes Biel würde freilich früher oder später auch ohne das Einlenten der Kirche erreicht werden. Tritt man aus dem noch winterlich talten Tiergarten, wo man kaum die ersten schüchternen Anzeichen der erwachenden Natur erblickt, in die Riesen- Ausstellungshalle am 300, so Die Eröffnung der Personenschiffahrt in der Umgebung bleibt man zuerst betroffen stehen. Wie geblendet von der Berlins wird an dem nächsten Sonntag stattfinden, nachdem das berückenden Farbensinfonie blickt das Auge hinein in Eis auf den Gewässern endlich gespalten ist. Vom 4. dieses Monats diese Wunderwelt unendlicher Schönheit. Das Vollendetste, ab wird der regelmäßige Dampferverkehr von Tegel nach Tegelort, was menschlicher Geist und Fleiß in jahrhundertelangem sowie nach Spandau und Sandhausen, ferner von demselben Tage Bemühen in der Pflanzen, Obst- und Blumenkultur voll- ab der Dampfer- Personenverkehr auf dem Flaken- und Kalfsee bracht haben, ist hier vereinigt. Und würde der biblische zwischen Erkner, Woltersdorfer Schleuse und Rüdersdorf aufPapa Gott durch diesen Prachtgarten wandeln, cr müßte genommen werden. Die Spreeschiffahrt wird bei günstiger Wittewohl selbst zugeben, daß ein vorweltliches Paradies diesem rung an den Osterfeiertagen beginnen. gegenüber ziemlich armselig ausgesehen haben muß. Menschliche Kunst und fünstlerischer Geschmack haben hier die Farben gemischt, haben das Schlichte, Natürliche bis zu den feinsten und edelsten Nuancen kultiviert und neben die schöpferische Straft der Natur den Triumpf des nimmerrastenden Menschengeistes gesetzt. Des weiteren ersuchen wir die Vorstände und Komitees, bei allen ihren Veranstaltungen dafür zu sorgen, daß das notwendige Schon die farbengesättigte Bracht des Azaleenbeetes, Bedienungspersonal stets vom kostenlosen Arbeitsnachweis des Ver- das die Mitte des Hauptsaales umfaßt, fesselt in einer bandes deutscher Gastwirtsgehülfen bezogen wird.( Ortsverwaltung wunderbaren Harmonie den Blick des Besuchers. So rot Berlin, Gr. Hamburger Straße 18/19. Tel. Amt III 1813.) leuchten manche, als seien sie von Herzblut getränkt, und Außerdem ist es im eigenen Interesse der Vereine felbft andere wieder in so zartem Weiß, als tämen sie frisch gedringend notwendig, daß allen Verträgen mit Lokalinhabern eine waschen und gestärkt aus einer Waschanstalt. Und dazwischen Klausel angefügt wird, wonach für den Fall, daß das betreffende in allen Abstufungen und Schattierungen, vom tiefsten Rot Lotol später für Arbeiterversammlungen verweigert werden sollte, bis zum diskretesten Rosa, in gelben und blauen Kleidchen der Vertrag seine Gültigkeit verliert. bilden sie hier in ihrer erquickenden Fülle und Schönheit einen einzigen Blumentraum. Dieses Arrangement, das von oben herabgesehen einem foftbaren Teppich gleicht, umrahmt ein duftender Stranz von Flieder und Rhododendron, von Schneeball und föniglich stolzen Palmen. Ueberhaupt der Flieder. Er allein wäre es schon wert, hinauszuwandern nach dieser entzückenden Ausstellung. In den feinsten Abtönungen, bom blendenden Weiß ins tiefe Blau hinüberschimmernd, grüßt er uns von hohen, schlanken Stämmchen herunter. Alle sonstigen Anfragen, Mitteilungen usw. sind stets durch die in der Lokalliste angegebenen Kommissionsmitglieder an den Obmann der Lokalkommission zu richten, soweit Lokale Berlins und der Kreise Nieder- Barnim, Teltow- Beestow und Potsdam- Ofte habelland in Frage kommen. Für die übrigen Provinzorte find alle Anfragen direkt an den Obmann zu richten, in keinem Falle jedoch direkt an die Redaktion des Vorwärts"; dies bitten wir zu beachten. Zum Schluß ersuchen wir die Parteigenossen, die jeweilige Lokalliste stets bis zum Erscheinen der nächsten aufzubewahren, sowie von allen in der Zwischenzeit eintretenden etwaigen Alenderungen Notiz zu nehmen. Für verloren gegangene Listen tann jederzeit Ersatz von allen Kommissionsmitgliedern bezogen werden. Die Lokalkommission. merken: Zur Erwiderung! Wechsel in der Leitung der Reichsdruckerei. Die Reichss bruderei erhält eine neue Leitung. Mit der Vertretung des Direktors der Reichsdruckerei, Geh. Ober- Regierungsrats Landbeck, ist der Oberpostdirektor Görte aus Oppeln beauftragt und zum die Verwaltung der Direktorstelle der Reichsdruckerei übertragen. 1. Mai nach Berlin versetzt worden. Von diesem Tage an ist ihm Oberpostdirektor Görte war hier jahrelang Bezirksaufsichtsbeamter und bis vor wenigen Jahren Bostrat bei der kaiserlichen Oberpostdirektion. Nachdem er noch kurze Zeit bei der Oberpostdirektion in Koblenz gewirkt hatte, wurde er Oberpostdirektor von Oppeln. Die Leitung der Oberpostdirektion in Oppeln übernimmt vom 1. Mai an Postrat Fredenhagen in Frankfurt a. M. Nach einer Bekanntmachung der Strompolizeiverwaltung dürfen die Bootsverleiher in Berlin und Umgebung nicht vor der jetzt zur allgemeinen Durchführung kommenden amtlichen Bootsfontrolle ihre Fahrzeuge zu Wasser bringen. Diese Kontrollen finden schon seit mehreren Tagen statt und sollen am heutigen Sonnabend beendet werden, damit die Bootsverleiher bereits am Sonntag bei günstiger Witterung Kähne vermieten können. Berliner Ostbahnhof nach Ahrensfelde und von Halensee nach Fahrpreis für die letzte Reise. Für die Leichen, die vom Wannsee befördert werden, gelten vom 1. April an folgende Säße: Für eine Leiche eines Kindes im Alter bis zu 2 Jahren nach Ahrensfelde 1 M., Wannsee 1,25 M., von 2 bis 14 Jahren 2 M. und 2,50 M., von Erwachsenen 3 M. nach Ahrensfelde und 4 M. nach Wannsee. Ein besonderer Wagen kostet nach Ahrensfelde 27, nach Wannsee 36 M. Der An der Stirnfeite des Raumes hat man, in einen Wald von üppigem Grün und leuchtendem Blütenschmuck gehüllt, das bekannte Achilleion, aus dem der größte Lyriker Deutschlands neben Goethe ein Menschenalter nach seinem Tode noch für Sonntag, den 4. April, in Aussicht genommene JugendDer Jugendausschuß für Groß- Berlin teilt mit, daß die verbannt wurde, nachgebildet. feier an diesem Tage nicht stattfindet. Im zweiten Saal empfängt uns ein entzückendes Hyazinthen- und Tulpenarrangement. Daneben glüht und Ein Raubmorbanfall auf einen Geldbriefträger leuchtet in den verschiedensten Arten ein Wald von Rhododen- wurde gestern morgen in der Beffelstraße Nr. 19 verübt. Bezüglich der Erklärung des Genossen Büchner in Nummer 77, dron. Weiße Marmorstatuen tauchen aus üppig blühenden Briefträger wurde am Kopfe schwer verwundet; der Täter ist entin der behauptet wird, ich wäre sehr wohl in der Lage gewesen, Rosenhainen auf und die mit Zannengrün umfränzten eisernen kommen. feinen Ausführungen entgegenzutreten, habe ich folgendes zu be Träger und Brüstungen verleihen dem Gesamtbilde eine Der Geldbriefträger Eulenburg aus der Solmsstraße ist auf wundersame natürliche Stimmung. Mit innigem Entzücken dem Bostamt 48 in der Friedrichstraße beschäftigt. Gestern morgen Als Genosse Büchner gesprochen hatte und nach ihm ein Schluß- durch die Maiglöckchenbeete wandelnd, wenden wir uns einem tam er auf seinem ersten Bestellgange auch nach der Besselstraße antrag angenommen wurde, meldete ich mich fofort zur Nichtig stellung ums Wort, welches auch von einem großen Teil der Un- Seitengange zu, wo in lauschiges Dämmerlicht sehüllt, Nr. 19, wo er im zweiten Stod bei dem Rechtsanwalt Dr. Efchenwesenden gemerkt worden ist, jedoch erklärte mir Genosse Ernst, das eine üppige, tropische Vegetation sich entfaltet. tiefem bach zu tun hatte. Nach dieser Bestellung stand er ein Weilchen auf ich das Wort zur Nichtigstellung erst nach der Abstimmung fattem Grün nicken hier melancholisch mit den Wirteln die dem Absatz der halben Treppe am Flurfenster, um einen Vermerk über den Antrag betreffs" Neue Welt" bekommen fönnte. Seinder des Südens und träumen von der tropischen Sonne auf die Anweisung zu schreiben. In diesem Augenblick erhielt er Nach der Abstimmung meldete ich mich noch mal zum Wort, aber und den stillen Nächten in der weltfernen Einsamkeit. Aber von oben herab, wahrscheinlich von einem Manne, der ihm heimlich im Drange der Geschäfte muß es das Bureau übersehen haben, und nicht nur für's Gemüt ist in dieser Ausstellung gesorgt. Auch die Treppe herunter gefolgt war, einen wuchtigen Schlag auf den ich habe es aus Bescheidenheit durchgehen lassen. Bedaurn muß Dinge sind hier, die einem das Wasser im Munde zusammen Kopf, so daß er blutüberströmt gegen die Wand taumelte. Der Hieb, ich, nicht energischer darauf gedrungen zu haben, dann wäre ich laufen lassen, Aepfel, Birnen, Wein und andere Genußgegen- dem noch mehrere folgten, ging durch die Müze hindurch. zum Wort gekommen, und die Erklärungen wären jezt überflüssig. stände bilden hier ledere Stilleben. Kommen aber erst unsere Wenn aber Genoffe Büchner meint, es wäre mir wohl schwer gefallen, ihn zu widerlegen, dann irrt er sich gewaltig; denn daß Hausfrauen hierher, dann kann es möglich sein, daß sie beim wir nicht den Kontraft erft verlängert haben, nachdem sich der Anblick der festen, olympischen Kohltöpfe, der wie gemalt aus Bentralvorstand mit der Sache beschäftigt hatte, wie es Genosse sehenden Kartoffeln und der prächtig gewachsenen Lübbener Büchner der Generalversammlung zu erzählen beliebte, habe Gurken einfach Nad schlagen. Wir aber verlassen die ich schon in meiner Erflärung richtig gestellt, und es duftgeschwängerte Halle mit dem föstlichen Bewußtsein, einige wäre mir auch am Sonntag möglich gewesen, die Beläge Stunden in einer entzückenden Wunderwelt zugebracht zu dafür auf den Tisch des Hauses niederzulegen. Darauf haben. Für die brennende Frage der Feuerbestattung Der schwer verletzte Briefträger Eulenburg ist ein Mann von 58 Jahren. As auf seine Hilferufe die Pförtnersfrau tam, lag er hilflos auf dem Treppenabiaz. Die Frau und ebenso der von ihr gerufene Hauswirt Kaufmann Döring glaubten zunächst, daß er hingefallen sei und sich dabei verlegt habe. Als sie aber das Geld auf der Treppe verstreut sahen, wurde ihnen die Lage flar. Jetzt riefen sie die Polizei des 35. Reviers, die dann die Kriminalpolizei geht aber Genoffe Büchner in feiner Erklärung nicht ein, sondern benachrichtigte. Ein Arzt verband den Verwundeten an Ort und beschuldigt die Genossen des dritten Kreises, daß sie dem Beschluß Stelle und ließ ihn nach dem Krankenhaus Am Urban bringen. des Zentralvorstandes nicht nachgekommen seien. Meines Wissens Am Tatort befindet sich eine große Blutlache. Auch die Mauer am hat der dritte Kreis bis jetzt noch nicht gegen bindende Beschlüsse erwärmt sich allmählich auch die höhere orthodore Geistlichkeit, Fenster ist mit Blut befudelt. Der Täter hat anscheinend des Zentralvorstandes verstoßen. natürlich nur die evangelische, während die katholische von ein Beil oder ein anderes schweres und scharfes Werkzeug benutzt. Nun weiß ich nicht, ob Genosse Büchner der Sizung vom ihrer seit Jahrhunderten betätigten fanatischen Rückständigkeit Geraubt hat er nach den Feststellungen, die das Postamit an der 19. Februar 1909 beigewohnt hat, wenn ja, dann durfte er diese so leicht nicht abzubringen ist. In der letzten Sigung der Hand der Eulenburg übergebenen, von ihm bereits bestellten und Beschuldigung nicht erheben, dann müßte er wissen, daß zwischen Berliner Stadtfynode erklärte unter Zustimmung anderer bisher noch vorhandenen Anweisungen machte, etwa 600 M. Wahrscheinlich dem Wahlvereinsvorstand von Rigdorf und dem des dritten Kreises im Sommer 1907 ein Briefwechsel stattfand, in welchem eine gegen durchaus strenggläubiger Geistlicher der Generalsuperintendent hat er nur oder wenigstens hauptsächlich Papiergeld genommen. Das feitige Verständigung erzielt wurde, die Frage der Neuen Welt bis D. Faber, daß es für die Vertreter der evangelischen harte Geld, Zwanzigmarfstüde, Silber und Nickel lag weit verstreut 1909 ruhen zu lassen. Aug. Pohl. Landeskirche an der Zeit sei, persönliche religiöse auf der Treppe und wurde vom Hauswirt, dem Kaufmann AaronEmpfindungen und Ueberzeugungen den nicht mehr heim aus dem Hause und dem Arzte gesammelt. Was die AusAchtung, 4. Wahlkreis. Parteifpedition. Die Spedition von zu hemmenden Forderungen der Anhänger der Feuer- führung der Tat betrifft, so hat der Raubmörder wohl mit VorRobert Wengels befindet sich vom 4. April an Andreasstr. 17, Hof bestattung unterzuordnen. Wenn auch der Geistliche als bedacht die Vesselstraße ausgewählt. Sie ist um diese Morgenzeit parterre. solcher die Feuerbestattung nicht billige, so müsse er dennoch ziemlich still und auch das Haus Nr. 19, an der Ecke der CharlottenZur Uraniavorstellung, die vom 4. Wahlkreis am Sonntag, den den Standpunkt der christlichen Nächstenliebe einnehmen und straße, hat wenig Verkehr. Der Räuber ist dem Geldbriefträger 4. April, vormittags 10 Uhr arrangiert wird, sind noch im Bureau dürfe die Mitwirkung an dem Zeremoniell der Leichen- wahrscheinlich auf der Straße ein Stüd Wegs gefolgt und dann Stralauerplatz 1/2 Billetts zu haben. verbrennung nicht aus Rücksicht auf seine eigene Anschauung hinter ihm in das Haus hineingegangen. Er handelte bis zuletzt Die politische Geheimpolizei und ihr Treiben lautet das verweigern. mit großer Ueberlegung. Dafür ein Belveis: die Pförtnerfrau Thenta, das Genosse Dr. Rosenfeld in einer vom sechsten Diese Erklärung ist nach mehreren Richtungen hin be- hatte morgens alle Fenster an der Treppe geöffnet. Nach dem Wahlkreis zu Sonntag, den 4. April, mittags 12 Uhr nach deutsam. Es ist zunächst sehr interessant, daß der General- Ueberfall zeigte sich, daß sie im dritten, zweiten und ersten Stock dem Feenpalast in der Burgstraße einberufen hat und zu superintendent so biele seiner Amts- und Glaubens- geschlossen und nur noch im vierten Stock offen waren. Der Täter welchem die Genossen freundlichst eingeladen werden. genossen erst auf die Erfüllung des Gebotes der christlichen hat ste, während Eulenburg die Bestellung bei dem Rechtsanwalt Stegli. Am Sonntagvormittag 8 Uhr findet eine Flugblatt- Nächstenliebe nachdrücklichst hinstoßen muß. Weiter aber ausführte, ohne Zweifel geschlossen, um nicht von draußen her geberbreitung statt. Der Borstand. zeigt die Mahnung dieses tonangebenden Geistlichen allzu sehen zu werden. Der lleberfallene, der mittags bewußtlos war, hatte vorher noch einige Angaben gemacht, eine Beschreibung deZ Täters tonnte er jedoch nicht geben. Das Polizeipräsidiuni hat fnr sachdienliche Mitteilungen aus dem Publikum, die zur Ermittehmg des Täters führen, eine B e- lohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Geraubt sind nach genaueren Feststellungen 755,81 M., wenn ZOO M., die Eulenburg in einem Portemonnaie in seiner Tasche hatte, sein Privateigentum sind, wie angenommen wird. Der Ueberl fallene hatte bereits fünf Bestellungen ausgeführt. Dem Räuber ist nicht nur Papiergeld, sondern auch Gold in die Hände gefallen, aber nur wenig Silber. Augenblicklich sind die Postverwaltung und die Kriminalpolizei noch dabei, die geraubten Münzen und Scheint iin einzelnen so genau als möglich festzustellen. Im ganzen hatte Eulenburg 1900 M. zum Austragen bekommen. Der Hauptschlag ist mit großer Kraft geführt worden. Die Schneidcfläche in der Mütze ist über sechs Zentimeter lang. Beim Zurückziehen des Werkzeuges ist anscheinend Hirnmasse an der Mütze kleben geblieben. Ein zweiter Schlag hat den Ueberfallenen an der rechten Kopfseite getroffen. Eulenburg war in de» ersten Nach- Mittagsstunden noch nicht vernehmungsfähig. Seine Verletzungen sind schiver, aber nicht tödlich, wenn nicht Komplikationen eintreten. Seinen Söhnen, die ihn nachmittags besuchten, konnte der Ueber- fallene nur wenige Zeichen geben. Schmerzen hat er außer am Kopf auch an der rechten Körperseite. Hier rühren sie wohl von seinem Fall her. Nach dem Gutachten des Gerichtschemikers Dr. Jeserich hat der Räuber ein kleines BetlmitgeraderachtZentimeter langer scharfer Schneide und scharfen Ecken benutzt. Mit diesem Werkzeug hat er einen Schlag von hinten links geführt. ES kommt nun darauf an. zu ermitteln, woher das Werkzeug stammt. Da sollten sich Geschäftsleute einmal überlegen, ob bei ihnen in der letzten Zeit ein solches Beil gekauft worden ist, oder Privatleute, dielleicht Gastwirte, Hausfrauen. Zimmervermieterinnen, ob ihnen ein Beil dieser Art in den letzten Tagen abhanden gekommen ist. Ein jeder wolle feine Wahrnehmungen ohne Verzug der Kri- minal- oder Nevierpolizei mitteilen. Arbeitslosigkeit veranlasste gestern nachmittag den 48 Jahre alten Schneider Emil Kühne, der bei seiner Schwester in der Altonaer Straße 18 wohnte, zum Selbstmord. Er sprang aus einem Fenster des vierten Stocks in die Tiefe und war sofort tot. Mißstände auf dem hiesigen Schlachthof. Unter diesem Titel erhalten wir aus den Kreisen der Fleischer folgende Zuschrift: „Die Stadt Berlin, die zu bestimmten Zwecken oft sehr viel Geld übrig hat, übt auf dem hiesigen Schlachthof eine Sparsamkeit. die fstr die.daselbst beschäftigten Fletschcrgesellen, Kutscher usw. sehr üble Folgen haben kann. Für Hilfeleistungen bei Unglücks- fällen, die fast täglich vorkommen, ist sehr wenig getan. Die auf dem Schiveincschlachthof beschäftigten Gesellen haben bis zur Unfall- station M Stunde zu laufen, da dieselbe sich auf dein Rindcrschlacht. hos befindet. Wenn nian bedenkt, daß die beschäftigten Gesellen bei ihrer Arbeit mit scharfen Messern, Beilen usw. umgehen, jede Minute sich verletzen können, so ist es einfach unverständlich, warum nicht auch auf dem Schweincschlachthof eine Unfallstation eingerichtet wird. Die Kosten dürsten hierbei keine Rolle spielen; die Stadt hat doch die Verpflichtung, für das Leben und die Gesundheit Hunderter von Menschen ausreichend zu sorgen. Wohl befindet sich auf dem Schweincschlachthof eine Verbandsstelle. dieselbe wird jedoch erst 4 bis 5 Stunden nach Eröffnung des Schlachthofes geöffnet, so daß es häufig vorkommt, wenn vor dieser Zeit etwas passiert, daß der Verunglückte nach der V* Stunde entfernten Unfallstation gebracht werden mutz und sehr starken Blutverlust erleidet. Ein großer Uebelstand ist auch, daß in der Verbandsstelle nicht ständig«in Angestellter anwesend ist, sondern diese notwendigen Arbeiten von einem Aufseher so„nebenbei" mit erledigt werden. Wiederholt ist es vorgekommen, daß Verletzte 20 Minuten und noch länger umherlaufen mußten, um einen Berbamd zu erhalten, denn der Äufseher war nirgends zu finden. Wenn die Schlachthof. Verwaltung so nachlässig ist, ist von den Meistern natürlich nicht mehr zu erwarten. Die Berufsgenossenschaft schreibt vor, daß in jedem Betriebe ein Verbandskasten vorhanden sein soll; in den Schlachtkammcrn fehlen aber dieselben vollständig, ja bei vor- schiedencn fehlen sogar die Unfallverhütungsvorschriften. Hier wäre cS Zeit, daß die Stadt Berlin für Abhilfe sorgte und auf dem Schtveineschlachthofe eine Unfallstation mit einem ständig anwesenden Arzte eingerichtet würde. Das Leben und die Gesundheit mehrerer hundert beschäftigter Gesellen, Kutscher usw. erfordert dos dringend. Auch die FleischeretberufSgenossenschaft sollte einmal einen Beamten nach dem Schlachthof entsenden, um zu sehen, wie ihre Vorschriften unbeachtet bleiben." Zu dieser Zuschrift möchten wir bemerken, daß lediglich aus Sparsamkeitsrncksichten die auf dem Schlachthof vorgesehene Einrichtung für«rste Hilfe von der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag noch gestrichen wurde und man sich mit einer gewöhn- licheir Verbandsstelle begnügte. Weil nur auf den Tag ein Fall entfiele, deshalb brauche»ran die von unseren Genossen geforderte Einrichtung nicht. Wieviel Fälle eintreten müssen und welcher Art die fein müssen, um sofortige sachverständige erste Hilfe auf dcm Viehhof zu bekommen, verriet der Herr Bürgermeister Reicks nicht._ Ueberfahrenc» Brüderpaar. Ein aufregender Unglücksfall hat sich vorgestern abend auf dcm Gesundbrunnen zugetragen. Die in der Brunncnstraße 59 tvohnhafte KaufmannSfrau Rosenstein hatte ihre beiden 7 und 9 Jahre alten Söhne Hermann und Helmut fortgeschickt, damit sie beim Schlächter etwas einkaufen sollten. Als die beiden Lniaben die Kreuzung der Stralsunder Straße passierten, kam gerade ein Schiächterfuhrweri um die Ecke gc- fahren. Die beiden Brüder gerieten unter den Wagen und wurden beide überfahren. Schioerverletzt schafften Passanten die Wer- unglücktcn nach der nahen Rettungswache. Dem kleinen Hermann waren beide Unterschenkel zerrissen, während der Bruder an beiden Armen, am Hals und im Gesicht schwere Verletzungen erlitten hatte. Tödlicher Absturz von einem Juhrlvcrk. Bei einein verhäng- nisvollen Unglücksfall fand gestern der 23 Jahre alte Arbeiter Richard Wehle aus der Reichcnberger Straße den Tod. W. hatte nach der Stadt gehen wollen und. um schneller vorwärts zu kommen, wollte er am Kottbuser Tor auf einen Lastwagen springen. Er kam aber dabei zu Fall und stürzte so unglücklich zu Boden, daß die Räder des schweren Fuhrwerks über seine Brust hinweggingen. Ein Schntzmaiin schaffte den Verunglückten nach der Rettungswache am Görlitzer Bahnhof, doch kurz nach der Ein- lieferung starb W. unter den Händen des Arztes. Angehörige des dieser Tage verstorbenen, in Reinickendorf wohn- Haft gewesenen Schlossers Herrig legen Wert darauf, festzustellen, daß Herrig nicht wie gemeldet, irrsinnig geworden ist, sondern infolge eines Jnflucnzaanfallcs nach dcm Virchow-Krankcnhausc gebracht werden mußte, wo er an einer hinzugetretenen Lungenentzündung verstorben ist. Die eingegrabene Kindcsleiche. Einen schaurigen Fund machten Kinder beim Spielen auf dem Preußenplatz. Die Kleinen hatten im Sand hcrumgcgraben und stießen dabei plötzlich auf einen Gegenstand. Sie förderten ihn zutage und erkannten in ihm die Leiche eines neugeborenen Kinde». Der Leichnam lvar mit einem ivcißen Hemdchen und ebensolcher Jacke eingehüllt. Das Jäckchen trägt de» Buchstaben 13 in lateinischer Schrift. Ob hier ein Kinvcsmord vorliegt, wird erst die genauere Untersuchung der Leiche ergeben. > Verlegung einer Rettungswache. Die bisher in bcz Frankfurter Allee 95 belegene Rettungswache ist vom 1. April ab nach der Koppenstr. 36/37, verlegt worden. EL findet daselbst wie bisher ständiger ärztlicher Tag- und Nachtdienst statt, der vom Aerzteverein des Berliner Rettungswesens versorgt wird. Die Oeffentliche Lesehalle der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur, Rungestr. 25/27, ist im Monat März von 11 121 Personen besucht worden. In der Lesehalle wurden außer Zeitungen und Zeitschriften 1083 Bücher gelesen, nach Hause entliehen 3592 Bände, zusammen 4675, von denen 32 Proz. wissenschaftlichen oder belehrenden Inhalts waren.— Die Lesehalle ist werktäglich geöffnet von 12—3 Uhr mittags, 6—10 Uhr abends, Sonntags von IßflW und 5—10 Uhr._ Vorort- JVadmebtem Schöneberg. Die sozialdemokratische Fraktion hat folgenden DringlichkeitS- antrag eingebracht: Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Ma- gistrat aufzufordern seinerseits anzuordnen, daß 1. Personen, die lebensgefährlich erkrankt sind, 2. Personen, die durch die Art ihrer Erkrankung(SyPhisiS usw.) eine Gefahr für die Bürgerschaft bedeuten, 3. Personen, welche mit ansteckenden Krankheiten— Aussatz sLepra). asiatischer Cbolera, Diphtherie, Dysenterie. Fleckfiebcr lFlecktyphuS), Genickstarre, Kindbettfiebcr, Milzbrand, Pest, Pocken lBlattern), Rotz, Rückfallfieber, Ruhr, Scharlach. Typhus — behaftet sind,_.„. im Auguite-Viktoria-Krankenhaufe sofortige Aufnahme finden. ohme daß die Frage der Kostentragung bei der Aufnahme erörtert '"'�Dieser Antrag soll am Montag zur Verhandlung kommen; der- selbe soll seine Ursache in dem rigorosen Vorgehen der Kranken- Hausverwaltung haben. Es sollen Kranke, die auf ärztliche An» ordnung dorthin geschickt worden sind, keine Aufnahme gefunden haben, weil sie ohne Nachweis waren, wer die Krankenhaustosten trägt. Zurückgewiesen sollen nicht nur solche sein, die keiner Kran- kenkasse angehörten, sondern auch diejenigen, die Mitglieder einer Kasse waren. In e,n«m Falle soll sogar die Annahme eines Schwer- kranken verweigert worden sein, der mit dem städtischen Kranken. transportwaaen befördert wurde. Bei der Debatte hierüber am Montag dürften wahrscheinlich noch andere Beschwerden vorge- tragen werden. Neber die Revolutionen in Berlin und Baden im Fahre 1848 und 1849 referierte Genosse RetchstagSabgcordneier Adolf Geck. Sein Vortrag, sowie die Borführung der Lichtbilder fanden bei der Versammlung reichen Beifall. Genosse Küter wies darauf hin, daß am Sonntag, den 4. dieses Monats, vormittags, eine Flugblattver- breitung zur Gewinnung von Parteigenossen und Abonnenten auf den„Vorwärts" stattfände, zu der sich die Genossen recht zahlreich in ihren Lokalen einfinden möchten. Ferner machte Redner darauf aufmerksam, daß am I. Ostertage in der Schloßbrauevei das Per- gnügen des Wahlvereins stattfände. Der BcrgnügungsauSschuß habe alles getan, um den Besuchern einen genußreichen Abend zu bieten. Rixdorf. Die Frauenabteilunz der Freien Turnerschaft veranstaltet morgen Sonntag nachmittag um 5 Uhr im großen Saale des Genossen Fritz Hoppe, Hermannstr. 49, ein Schauturnen. An dasselbe schließt sich ein mit gutem Programm ausgestatteter Kommer« und ein Tanz- lränzchen. Die genannte, au» Arbeiterfrauen und jungen Arbeiterinnen bestehende Turnabteilung gibt somit allen Freunden und Freundinnen Gelegenheit, sich von dem Wert einer vernünftigen, seder Sportfexerei fremden körperlichen Betätigung zu überzeugen. Die Eintrittskarten werden kostenlos ausgegeben, sind jedoch nur bei den Mitgliedern der Abteilung und im obenbezeichnetcn Turnlokal zu haben. Wilmersdorf. Ein tödlich« Automodilunfall eines Oberstleutnant» hat sich gestern mittag gegen 1 Uhr an der Ecke der Lietzenburger- und Fasanenstraß« ereignet. Der in der Uhlandstr. 34 wohnhafte Oberst- leutnant a. D. v. Merkel hatte an der genannten Ecke den Fahr- dämm überschreiten wollen, als das Droschkenautomobil Nr. 10694 herangefahren kam. Noch bevor eS v. M. gelang, auf den Bürger- steig zurückzueilen, hatte ihn der Kraftwagen erfaßt und nieder- gerissen. Die Räder gingen dem Unglücklichen über den Kopf hin- weg. so daß der Schwädel zermalmt wurde. Sterbend wurde d.M. davongetragen. Auf der Unfallstation am Zoologischen Garten konnte der diensttuende Arzt leider nur noch den Tod feststellen. Boxhagen- Rummelsburg. In der Mitoliederversammlung de» WahlvereinS erstattete Genosse Wilhelm Schulze den Bericht von der BerbandSgenevalver» sammlung von Äroß-Bcrlin. In der darauffolgenden längeren lebhaften Diskussion sprachen sich die Genossen Kowalke und Wächter gegen die Erhöhung der Fvauenbeiträge aus. Die Genossen Hintze und John erklärten sich gegen den Beschluß der Beibehaltung des Bonverkaufs, während mehrere Redner sich im großen und ganzen mit den gefaßten Beschlüssen einverstanden erklärten. Da die Per- sammlung sehr schlecht besucht war, wurde von der Berichterstat» tuna unserer Gemeindevcrtretcrfraktion Abstand genommen. Die Versammlung nahm nur den Bericht von der diesjährigen Etat- beratung entgegen, den Genosse O. John erstattet«. Redner ver- breitet sich hauptsächlich über die Steuern, speziell über die Er- höhung des Kommunalzuschlagcs von 100 auf t25 Proz. Er legt die Gründe dar, die unsere Fraktion bewog, im Vorjahre gegen du Herabsetzung auf 100 Proz. zu stimmen. Da der diesjährige Etat trotz Entnahme aus verschiedenen Reservefonds bei einem Zuschlag von 100 Proz. nicht balanziert werden konnte, seien unftre Ver» treter gezwungen gewesen, für die Erhöhung auf 125 Proz. zu stimmen. Tie Zustimmung mußte erteilt werden trotz der schlechten sozialen Fürsorge in unserer Gemeinde, da andererseits im nächsten Jahre jedenfalls ein Zuschlag von 160—180 Proz. erforderlich ae» Wesen wäre. In längerer Diskussion erklärten sich die Genossen Wächter, Halvas und Baumgarten gegen den Beschluß unserer Ver- tretcr. Unsere Genossen hätten ihre Zustimmung von einzelnen Forderungen wie VolkSbad sowie Spielplätze usw. abhängig machen müssen. Die Genossen Berger. Müller und John verteidigten ihre Zustimmung auf 125 Proz. unter anderem damit, daß für die Aus- gaben sonst keine Deckung vorbanden gewesen wäre, andererseits wäre der Etat vom Kreis nicht genehmigt worden. Zum Schluß wies der' Vorsitzende Genosse Baumgarten auf die Maifeier hin, welche auS einer VormittaaSverfammlung, sowie Rachmtttogsfeicr bestehen soll und fordert die Anwesenden auf, sich recht zahlreich hieran zu beteiligen. AdlerShof. Der Wahlverein nahm i» seiner letzten Mitgliedcrversamm- lung die notwendig gewordene Ergänzungswahl des Vorstandes vor. Für den erkrankten Kassierer wurde Genosse Emil Neumann und an seine Stelle als Revisor Genosse Karl Kohl gewählt. Für den Genossen Steuer, der nach Johannisthal verzieht, wurde Ge- nosse Schwarzlose, Hoffmannstr. v. zum Spediteur, Genosse Hoff- mann zum Schriftführer und an Stelle des Genossen Fcyerstcin Genosse Frendenberg als Lokalkommissionsmitglicd gewählt. Zwecks Schaffung eines Jugendheims sind, wie Genosse Licgncr mitteilte, Verhandlungen mit der Konsumgenossenschaft angebahnt, um von ihr einen geeigneten Raum in ihrem Neubau zu mieten. Die Unkosten würden sich jährlich auf 300 M. Miete und 350 M. für Licht, Hetzung und Steinigung belaufen. Die Versammlung bc» schloß: Der Wahlvereiii übernimmt die Garantie für die Sicher. strstüng ter Mietx von 800 M, auf 5 Jahre, Ein Antrag bc? Ge. nassen Horlitz, einen Verein ins Leben zu rufen, der die Aufgabe hat, die Unkosten für das Jugendheim aufzubringen, wurde ange- nommen. Eine siebengliedrige Kommisston, bestehend aus den Ge- nassen Horlitz, Goepel, Zabel, Krumrcy, Nölte, Martin und Hoff. mann, wurdet mit der Gründung des Vereins beauftragt. Zur Aufnahme meldeten sich sofort 58 Genossen. Zum Punkt:„Mai- fcicrfrage" wurde nachstehende Resolution einstimmig ange- nommen: Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins Adlershof stellt sich nach wie vor auf den Standpunkt, daß die würdigste Feier des 1. Mai die Arbeitsruhe ist. Sie macht deshalb allen Mit- gliedern zur Pflicht, wenn irgend möglich, die Arbeit ruhen zu lassen, ferner werden die Genossen, die eine dauernde besoldete Tätigkeit in der Partei-, Gewerkschafts- oder Gcnossenschafts- bewegung bekleiden, auf den auf dem Nürnberger Parteitag an- genommenen Antrag verwiesen, dessen strikte Durchführung wir nochmals allen den Genossen, für die er ig Betracht kommt, zur Pflicht machen. Weisteusee. Der Etat wurde am zweiten Tage nach einer Dauersitzung unter Dach und Fach gebracht. Beim Etat„Straßen und Plätze" wurde die mangelhafte Reinigung und Besprcngnng der Straßen einer Kritik unterzogen und beantragt, die Summe für Besprengung von 3750 auf 5000 M. zu erhöhen, ebenso die Summe für die Schnee- abfuhr von 500 auf 2000 M. Mit 12 gegen 11 Stimmen wurden jedoch diese Anträge abgelehnt, weil nach Meinung der knappen Majorität die vorhandenen Uebelstände auch in anderen Orten be- stehen. Herr Kohler spielte hierbei wieder die beste Rolle. Er war Gegner der Erhöhung, beantragte aber nach der Abstimmung, daß die Uckermarkftraße im Sommer mehr als bisher besprengt werden müsse. Warum gerade diese Straße? Etwa, weil Herr Köhler dort wohnt? Hierauf aufmerksam gemacht, erklärte er naiv:„Es ist ja egal, was im Etat steht I" Die Verbesserungsanträge unserer Genosse» zu den einzelnen Positionen wurden ohne wesentliche Debatte abgelehnt. Folgende Etats wurden verabschiedet: Kanalisation. Gemeindegrund- stücke, Gemeindeschulrn, Realghmnasium, Realschule, Oberrealschule, Höhere Mädchenschule, Zentralvorschule, Kapital« und Schulden- Verwaltung, Vermögensverwaltung, Grunderwerbsfonds, außer- ordentliche Gemeindeverwaltung, allgemeine Verwaltung. Der Etat der Steuerverwoltnng brachte nochmals alle Redner auf den Plan, um den vorgebrachten Wünschen zum Sieg« zu verhelfen. Herr Teiche« wollte unter allen Umständen den Zuschlag aus 100 Proz. herab- gesetzt haben, verzichtete aber dann auf die Herabsetzung der Real- lasten, He« Leh brach eine Lanze für die Gewerbesteuer. Die vom Genossen Frentz beantragte Erhohuirg der Hundesteuer wurde gegen 6 Stimmen angenommen, was Herrn Leß veranlaßte, den eventuell dadurch erzielten Mehrgewinn für die Herabsetzung seiner protegierten Gewerbesteuer in Vorschlag zu bringen. Herr Teichort beliebte wieder einen seiner Ungeschickten Ans- fäll« auf die Linke de» Hanfes. wurde aber voi» Genossen Fuhrmann gebührend abgeführt. An Steuerzufchlägen werden erhoben: 115 Proz. Einkommensteuer sinkt. 24 Proz. Kreis- steuer), 245 Proz. Gewerbesletier(Klasse I— IV). 30 Proz. Betrieb»- steuer, 0,6 Proz. für unbebaute Grundstücke, 0,36 Proz. für bebaute Grundstücke. An indirekten Stenern werden erhoben: 32 000 M. Lustbarkeits- und Billettsteuer, 25 000 M, Hundesteuer, 30 000 M. Brau- und Bierstener, 160 000 M. Umsatzsteuer, 165 000 M. Wert- zuwachssteuer. Ein Antrag, die Wertzuwachssteuer als direkte Steuer zu bezeichnen, wuroe abgelehnt. Der Gesamtetat schließt ab: Ordentliche Verwaltung in Einnahme und Ausgabe mit 2 501 125 M., außerordentliche Verwaltung in Einnahme und AuS- gäbe mit 1 270 000 M. Unsere. Genossen stimmten gegen die An- nähme des Gesamtetat«. Bankoiv. Der Boranschlag von 1909 liegt nun endlich vor. Die Ein- nahmen und Ausgabe» valanzieren mit 6 443 210 M. gegen 1903 7 265 900 M, Die Etimahinen der Hauptverwaltung, im Ordinarium betragen 2 317 800 M.. gegen das Vorjahr ein Mehr von 292 000 M. An Steuern sind veranschlagt: StaatSeinkommensteuer wie im Vor- jähr 100 Proz., Gewerbesteuer bleiben ebenfalls dieselben Sätze de- stehen. Die Grundwertsteuer wird für bebaute Grundstücke von 2i/, auf 8 Pro,, erhöht, für unbebaute von 5 auf 6 Proz. An Umsatzsteuer sind dieselben Sätze vorgesehen wie im Jahre 1908: 280 000 Mark, Wertzuwachssteuer wie im Vorjahr 150 000 Mark, Biersteuer ebensall« wieder 27 600 Mark. Es betragen somit die direkten Steuern 1 131 700 M,, die indirclten Steuern 479 000 M. Die übrigen Titel des OrdinariumS ergeben eine Einnahme von 707 100 M., darunter FricdhofSverwaltung 26 200 M., BetriebSüberschüsse auS dem Wasserwerk 12 400 M., Wochenmarktgebühren 12 000 M., gegenüber dcm Vorjahr ein Mehr von 6000 M. Unter Ausgabe steht die Kceissteuer mit 135 500 M. Im Extraordinarium ist eine Anleihe von 1888 000 M. vorgesehen, darunter 80 000 M. als letzte Rate zum Neubau dc-5 Realgymnasiums. Die Kosten werden nach endgültiger Abrcch- nung 775 000 M. bettagen, daö ist gegenüber dein Voran- scklag von 650 000 M. eine Ueberschreitung von 125 000 M. Für den Bau deS Krankenhauses sind als letzte Rate 27 000 M. vor- gesehen, damit belausen sich die Baukosten nebst Nachforderuna deS Architekten Johow auf 1 061 980 M. gegenüber dem Boranschlag von 600000 M. Der Etat des Realgymnasiums beträgt 118 500 M. bei 420 Schülern, gegen 1908 ein Mehr von 18 800 M. Für die Oberrealschule find 141 000 M. vorgesehen, bei einer Frequenz von 772 Schülern, also auch ein Mehr gegen 1908 von 18 700 M. Der Voranschlag der höheren Mädchenschule stellt sich auf 99 900 M. bei einer Schülerzahl von 680, auch hier ist gegenüber 1903 ein Mehr von 17860 M. zu verzeichnen. Die fünf Gemeindeschulen erfordern die Summe von 413750 M., gegenüber dem Vorjahre ein Mehr von 32 500 M. Für die am 1. April 1909 ins Leben gerufene Fortbildungsschule sind 2760 M. vorgesehen. Der Etat der Armenverwaltung weist 116 650 M. auf; der Zuschuß der Gemeinde beträgt 81 900 M, gegen 1908 7050 M. mehr. KranlenhauSverwaltung: KrciSzuschuß 24 000 M., Zuschuß der Gemeinde 43 390 M. Gesamteinnahme 178 600 M. Bürger- park: Einnahme 29 600 M.. darunter Pacht vom Restanratcur WIemcr 12 000 M., Verzinsung der aufgeführten Baulichkeiten 3320 M. Tiefbauverwaltung 840 500 M. KanalisatimiSverwaliung: Ausgabe für den Kanalbau 255,350 M.. für den KanalisattonSbettieV 92 700, zusammen 843 050 M. DaS Rieselgut Mühlenbcck weist eine Gesamt- einnähme von 235 600 M. auf. AlS Wirtschaftsertrag sind 24 500 M. an die Kanalisationsverwaltung überwiesen. Bei der Sparkasse ver- einnahmt vom 1. Oktober bt« 31. Dezember 1903 450 000 M.; für 1909 voraussichtlich 560 000 M., woraus sich ein Ueberfchuß van 9200 M. ergibt. Hiervon werden verwendet 6800 M. für Verwaltung und 2900 M. für den Reservefonds. Reinickendorf. Ungültige Polizeiverordnung, grau Dolve in Reinickendorf, dl« eine Schweinemästerei betreibt, sollte den fs 8 der Polizeiverordnung vom 15. August 190? übertreten haben. Dieser Paragraph schreibt vor. daß von 5 Uhr früh bis 11 Uhr abends S-bweinefuttcr in Schweinemästereien nicht gekocht werden darf. Schöffengericht und Landgericht verurteilten die Angeklagte. Da» Kammergericht hob jedoch das Urteil auf und sprach du Angeklagte frei: ES könne zweiscl« hast sein, ob die Verordnung darauf abziele, von dem um- wohnenden Publikum GesundhcitSgefahren oder nur Belästigungen abzuwenden. Das möge dahingestellt bleiben. Denn jedenfalls sei K 8 schon wegen seiner zuweitgehrnden Fassung ungültig. Er besage, daß jede Art von Futterkocherei m Schweinemästereien von 5 Uhr früh bis 11 Uhr abends unterbleiben solle. Darin sei also mit eingeschlossen das Kochen von Futter, welches keine Gerüche hinterlasse. Mit anderen Worten, der ß 3 verbiete auch mit das FUtterkochen, bei dem die Gerüche durch zweckentsprechende Schorn- steine abgeleiut und die übelriechende» Gase durch irgendwelche Einrichtungen verbrannt würden. Soweit dürfe die Polizeiverordnung auf keinen Fall gehen. Wegen Ungttlsigkett des 8» müsse Frei- sprechung erfolgen. Deutfcher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Mrbeitsnachweis: Hof I. Amt III, 1289. Charitéstraße 3. Hauptbureau: Hof III. Amt III, 1987 Sonnabend, den 3. April, abends 8%, Uhr: Allgemeine Klempner- Verfammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, großer Saal. Zages Drdnung: 1. Der Stand der Aussperrung und unfere weiteren Maßnahmen. 2. Diskussion. Jeder Klempner muß zur Stelle sein. Montag, den 5. April 1909, abends 6 Uhr: Versammlung aller 114/16 in Metallgießereien beschäftigten Former u. Berufsgenossen in Graumanns feftfälen, Naunynstraße 27. Zages Drdnung: 1. Berichterstattung über das Ergebnis der Fragebogen zur Feststellung der hygienischen Berhältnisse in ben Metallgießereien Berlins und Umgegend. 2. Distuffion. NB. Die Arbeitgeber unserer Branche find zu dieser Bersammlung eingeladen. Zahlreichen Besuch erwartet Deutscher Holzarbeiter- Verband. -Zahlstelle Berlin. Die Ortsverwaltung. Ettingers Schuhwarenhaus Brunnenstr. 13, Bentrale: Königstr.34 empfiehlt feine eleganten Schuhwaren zu spottbilligen Preisen. Sonntag, den 4. April, vormittags 10 Uhr, im Märkischen Hof, aus allerersten Fabrilen Deutschlands Admiralstraße 18c: Branchen- Versammlung aller in der Sigmöbeltischlerei beschäftigten Kollegen, Tischler, Polierer, Maschinenarbeiter usw. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. 81/15 Kollegen, agitiert für einen guten Besuch. Die Kommiffion. Steinarbeiter Berlin I. Morgen Sonntag, vormittags 10 Uhr: General- Versammlung in den Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59. Zages Drbnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Disfuffion. 3. Wahl der Sektionsleitung. Mitgliedsbuch legitimiert. 171/4 Bahlreiches Erscheinen, insbesondere ber Kollegen der Grabsteinbranche Die Ortsverwaltung. erwartet Paul Drenske Nachfolger Otto Berlett Hutfabrik Oranienftraße 172 empfiehlt sein großes Lager in [ 356L Hüten, Mützen, Schirmen, Pelzwaren. Sämtliche hervorragenden Erzeugnisse des In- und Auslandes stets am Lager. Reparaturen schnell, sauber und billig. Hut- Arnold, Dresdenerstr. 116 ( Kein Laden) am Oranienplatz Hut und Mützen Engrosgeschäft Einzelverkauf zu auffallend billigen aber festen Preisen! Welche Herrenhuite v. 1,50-6,00 Stelfe Herrenhütev. 2,00-7,00 Nur fehlerfreie moderne Ware Nur fehlerfrele moderne Ware. Grösste Auswahl in Mützen und Pelzwaren. Möbel Polsterwaren, komplete Wohnungs- u. Küchen- Einrichtungen, Herren- und Damen- Garderobe, Leib- und Bettwäsche, Betten, Steppdecken, Teppiche, Portieren, Gardinen, Bilder, Uhren, Gas- und Petroleum- Kronen, Sport- und Kinderwagen auf Kredit an jedermann eventl. 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Zum Bergschloß, Inhaber Rud. häuschen, Dianaftr. 26/33. Friz Alban, Rest. Schweizer Waidmannslust. H.-B. Gasthof zum deutschen Kaiser. Verkehrslokale: Schüßenhaus und Vetschan. Benthin. Wilmersdorf. T.-B. 114-115. Zeesen. T.-B. Brauerei Friedr. Buchholz. Zechin( Frankfurt- Lebus). Hagedorn, Frankfurterstr. 98. Wriezen a. 0. Alle Lokale frei. Woltersdorf( Ludenwalde) Alle anderen Lokale frei. Stranichsberg gesperrt. Woltersdorfer Mühle und Hotel. N.-B. Woltersdorf( Schleuse). Alle Lokale frei. Woltersdorf( Dorf). H.-B. Meißner, Bur Eisenbahn". Wittstock( D.- Brignig). Central- Halle( Gutsche) u. Restaur. ( West- Brignitz). Wittenberge Albert Schulze, Hauptftr. 23. Wittenau. H.-B. Bätjes Gasthof. Wilsnack.( West- Prignig.) Zur Klause, Hildegardftr. 5/6. Inh. Stechert. Spichern- Säle, Spichernstraße 3, Bittoria- Garten, Wilhelmsaue Dase. Louisenpart, Wilhelmsaue 112, Inh. Alle Lokale gesperrt. Weissagk bei Betschau. B. Behrend, Gasth z. Balme. G. Model, Gasthof zur Grube Welzow. Cottb.- Sprbg. Alle Lokale frei. Weissensee. H.-B. Clara. Alle Lokale frei. Wilhelmsrah. H.-B. Alle Lokale frei. Wilhelmshagen. H.-B. Alle Lokale frei. Wilhelmsberg. H.-B. Dtto Heiser, Bur Dahme". Otto Schuhmann, Wildauer Hof. Wildan. T.-B. Restaurant Franz Winnenberg. ( Cottbus- Spremberg.) Weskow. Kanal". Schivedler, Bum Oder- Spree Schramm. Reft. am Crossinsee, Inh. Wilh. Wernsdorf. T.-B. Carl Schlottte( fr.Wittenberg). Wernenchen. Fischerstr. 98. Schwarzer Adler,( Inh. Koch), Werder a. d. Havel. August Bötschit. . Pfeiffer, Zum deutschen Kaiser. Juh. Kieter gesperrt. Wilhelmsrah( Oberhab.). Seddin- See. Gärtner, Berliner Schweiz, am Zwiebusch. T.-B. H. Klopsch, Mosauerstraße. Züllichan. Robert Grahl, am Bahnhof. Zühlsdorf. N.-B. straße 10. Berkehrslokal: Kurzner, Baruther Zossen. T.-B. Verkehrslokal: Restaurant Zicz. ( Ost- und West- Sternberg.) Zielenzig. Dorfstr. 15. " Bur Dorfaue", 3nh. Lindemann, Albrechtshof( Spethmann). Zenthen. T.-B. Wasser. Verkehrslokal: Julius Knorr, am Zernsdorf. T.-B. Bum Bant- Schlößchen"( Ostertag). an der Stettiner Bahn. R.-B. Zepernick Alle Lokale gesperrt. b. Liebenwalde( N.-B.) Zehlendorf Karlstr. 12. Wilh. Mied, Gesellschaftshaus. ( Waldesluft). B. Miellei, Potsdamerstraße 25 Zehlendorf. T.-B. K. Kadler, Dammhaftstr. Reftaurant Buchholz, Amtsfreiheit. Zehdenick. Drud: Borwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 68, Lindenstr. 69. Berantwortlich: Richard Henschel, Berlin N. 58, Uedermünderstr. 17. KF De and für Berlin und die Provinz Brandenburg. Lokal- Lifte Alle Lokale, die keinen Saal haben, find fret! Ausgegeben am 3. April 1909. in der Zwischenzeit eintretenden Aenderungen Notiz zu nehmen. Die Lokalkommission. Diese Liste ist bis zum Erscheinen der folgenden aufzubewahren, und bitten wir, von den wir darum bitten, alle Anfragen möglichst frühzeitig zu stellen. Zu jeder gewünschten Auskunft ist die Kommiiiton jederzeit gern bereit, nur müssen unternehmen zu wollen. bringend, Vereins-, Werkstatt- oder sonstige größere Partien nicht nach diesen Lokalen * bezeichneten Orte bezw. Lotale gelten als frei, jedoch erfuchen wir die Parteigenossen Zur besonderen Beachtung empfehlen wir folgendes: Die in der Liste mit einem = P- O- H. Für alle übrigen Orte find Anfragen usw. direkt an den Obmann der Kommission zu richten. bezeichnet: Nieder Barnim N- B, Zeltom Beeston T.-B., Potsdam Dit- Havelland Die zu den genannten drei Kreisen gehörenden Orte sind durch folgende Buchstaben besonders Krets Potsdam Ost- Havelland an August Paris, Velten, Luisenstr. 17. Blumenthalft 24, für Streis Teltow- Beeskow an Carl Rohr, Rirdorf, Selchowerstr. 15/16, b. IV; für Für Kreis Nieder Barnim an Hermann Elias, O. 112, betreffenden Kreises zu richten. Alle Mitteilungen Anfragen 2c. find für Berlin an das unterzeichnete Kommissionsmitglied des Dbmann der Rommission: Richard Henschel, N. 58, Uedermünderstr. 17. Schröder, Baerwaldstr. 47. Lotal- Komm- Mitglied: Heinrich E. Bühlte, Dennewigstr. 13. Biftoria- Brauerei, Lugomft. 111,12. Unions- Brauerei, Hafenheide22, 31. Thiems Festiale, Blücherstr. 61. Schwarz, Hafenheide21, Jahnjt.8. Schnegelbergs. Festfäle, Inb. Carl Emil Schmidt, Lindenstr. 3. Hasenheide 57. Reinhardts Neues Gesellsch.- Haus, Raabes Festfäle, Fichtestr. 29. Mürichs Feftfäle, Stegligerftr. 35. ftraße 83. Marfgrajen- Casino, Markgrafen Leuchtturm, Fontane Promenad.15 Königshof, Bülowoftr 37-40. Kliems Festfäle, Hafenbeide 13/15 Hofjäger- Palast, Hajenheide 52/53 Hochbahn- Rest, Tempelhofer Ufer 30 Happolds Brauerei, Hasenheide 32/38 Habels Brauerei, Bergmannstr.5-7 Gründer, Schwerinstr. 13. Grumbach, Schönleinstr. 6. Gramlau, Stegligerstr. 18. Goßmann, Kreuzbergstr. 48. Gliefing, Wafferthorstr 68. Bohne, Hasenheide 4-47. Bod- Brauerei, Tempelhofer Berg. Anhalt. Ressource, Mödernftr. 114. 2. Wahlkreis. Paul Bartsch, Lessingstr. 32. Lokal- Kommiffions- Mitglied: Zum gold. Löwen, Jüdenstr. 55. Balaft- Theater, Burgstr. 22. Louisen Belt, In den Zelten 9a. Drafels Festfäle, NeueFriedrichst.35. 1. Wahlkreis. Berlin. Kommandanten straße 72. Neues Klubhaus, Kommandanten Michael- Festsäle, Michaelkirchstr. 39. Meyer, Oranienftr. 103. Märkischer Hof, Admiralstr. 18 c. Luisenhof, Bulowerstr. 9( M.Rusch). Tor 2. Albrecht, Gesellschaftsh., Langeft.108. Jalobitr. 37( 3nh. Bat. Lis). Luisenstadt. Konzerthaus, Alle Alhambra, Wallnertheaterstr. 15 Oft. niderstraße 62. G. Wollschläger, Adalbertstr. 21. Stopenider Vereinshaus, Ropeftrage 127 a. Walter( Urania), Wrangelstr. 9/10, Köpenider Festäle, Röpentder Schuhmacher, Stalikerftr. 126. Stopeniderstr. 96,97. Schlesischen Tor. Schode( Drachenburg), Vor dem Stellers Neue Philharmonie", Industrie- Feitfäle, Beuthite 19/20. Sanssouci, Kottbuserstr. 6. Insel Festfäle, Infelitr. 10 straße 147. Reichenberger Hof, Reichenberger. Januszkiewicz, Melchiorstr 15. Dranien- Salon, Dranienstraße170. Grupes Festfäle, Annenitr. 16. straße 6. dantenstr.77/ 79( Inb.Haberland). Gratweils Bierhallen, Somman. Naunynfestsäle( Böhm), Naunyn. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15 Mar Nowad, Manteuffelstr. 9. User 2. Fürstenbof, Köpeniderftr 137/138 Mariannen- Festfäle, MariannenGesellschaftshaus, Prinzenstr. 94 Industrie- Festfäle, Mariannenstr 31 straße 39( nb I Meier). Graumann, Naunynh. 7. B. Frantes Festsaal, Sebastian. ftraße 75( Inh. W. Kube). Gleve ,,, Süd- Ost", Waldemarstr.75. Feuersteins Festsäle, Alte Jafob. Central- Festfäle, Dranienſtr. 180. Englischer Hof, Neue Roßftr. 3. straße 45( 3nh A. Hoffmann). Café Alsen, Bor dem Schlesischen Dresdener Garten, Dresdener Borchardt, Köpenickerstr. 158. Dresdener Kasino, Dresdenerstr.96. Behrends Festjäle, Manteuffelstr.95. DietrichsFestjäle, Dresdenerstr 116. 4. Wahlkreis. Süd- Ost. Deutscher Hof, Ludcuerstr 15. ftraße 52/53. Carl König, Urbanstr. 93. Lotal- Kommissions- Mitglied: City- Hotel( D. Holzky), Dresdener dantenstr. 20. Central Festfäle, Alte Jakobstr. 32. " Bur Lebensquelle", Romman Buggenhagen, Moribplay. brinenstr. 37 a. Berliner Klubhaus, Dhmstr. 2. Berchts Rittersale, Ritterstr. 71/75. Bum Alexandriner", Alexan Biggels Fests., Alexandrinenftr. 82 straße 62. Beders Festsäle, Kommandantenstraße 58/59. Arminhallen, brinenstr. 110. Alexandrinen Festfäle, Megan 3. Wahlkreis. 1 Falkenhagen 6. Seege-| Friedrichswerder bei| Waldpart, feld. P.-O.-H. Alle Lokale gesperrt. Fangschleuse. H.-B. Schwiebus. Bum grünen Baum, J. Zippel. Fürstenberg a. 0. F.Schulze, Hotel, Bum Dampfschiff" Brauerei Schleicher. Fr.Karolewsky, Restaurant Werljee. Fehrbellin. P.-O.-H. Ww. Nosenträger, Inh.: D. Frik gesperrt. Frei: Schulz. Fichtenau. N.-B. N. Höhne, Gesellschaftshaus. Robbe, Kurpart Restaurant. * Finkenkrug. P.-O.-H. * Alle Lokale frei. Badel, Königstraße. Fürstenwalde. Alle Lokale frei. Gallinchen( Cottb.- Spremb.) Chr. Feiertag. Gassen( Sorau- Forst). Gasthof Bum deutschen Hause" und Welz Berg. Gatow a. d. H. P.-O.-H. Finsterwalde Kein Lokal frei. ( Calau- Ludau). Sämtl. Lokale frei. Forst. Schüßenhaus u. Grand Hotel ge. fperrt, alle anderen Lokale frei. Frankfurt a. d. 0. Gewerkschaftshaus, Oderstr. 51. Inh. Michelmann( mit Kutscherkneipe), Hubertusbader straße. 2-6. Franzensbader Garten, vis- a- vis Waldpark, Franzensbaderstr. Grunewalds Café Grunewald, Schmargendorf, Baulsbornerstraße. Schillings Restaurant, Dahlem. Wiv. Macs Dorffrug, Alle übrigen Lofale des gelten als fret, jedoch ersuchen wir die Barteigenossen drin gend, Vereins, Werfftatt- oder son tige größere Bartien nicht nach Lofalen zu unternehmen und empfehlen daher, bei Beranstaltung derartiger Partien diesbezügliche An fragen recht frühzeitig an die diesen Germersdorf b. Guben. Lofaltommission zu richten. Restaurant Schulz. Restaurant Räbiger. Giesendorf. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Eldorado, Buschmühlenstr. 34. Glienicke bei Hermsdorf. Franz.- Buchholz. N.-B. Trampel, Inh. H. Schulze. Kähnes Gesellschaftsh., Berlinerit.39 Glindow b. Werder a. d.H. Fredersdorf. N.-B. August Schmidt, Dorfstr. 12. Göhlsdorf( Bauch- Belzig). Gasthaus Girke. Freienwalde a. 0. Gustav Lips fr. Wilh. Voigt, Kanalstr. 3. Gohra( Calau- Ludau). Dsw. Schramm, Eberswalderstr. 7. Alle Lotale fret. Friedenau. T.-B. Alle Lotale gesperrt. Friedersdorf. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Friedrichsfelde. N.-B. Café Hoppegarten Berlinerstr. 18. Grünan. T.-B. Arb. Verkehrslokal: 8. grünen Ede, Köpeniderstr. 88, Inh. J. Franz. Restaurant Zur Gravelotte", Inh. J. Duchauffour, Köpeniderstr. 79. Laverne, Jul. Bernau, Restaurant Wilhelmstr. 12 a. Jägerhaus, Inh. G. Erhardt, Bahnhof und Friedrichstr.- Ede. Carolinenhof b.Grünau, Jnh.Raabe Richters horn b. Grünau, Jnh Mohr Guben. P.-0.-H. ( Berglofal Sanssouci" gesperrt.) Zum Rutschberg( Brunow) gesperrt. Alle übrigen Lofale fret. Golm. Gosen. T.-B. Güstebiese( Neumark). Lindenhof, Juh. And. Wiesmann. Vereinshaus. Gottow bei Luckenwalde. ( Bansdorf), Reichmann und Hanac. [ Allee 30. Gräbendorf. T.-B. Franz Bubes Festfäle, Prinzen Kein Lofal frei. Lindenpart", Gottlieb Schulz, Wilhelmstr. 11. Friz Haberland, Wilhelmstr. 30. Friedrichshagen. N.-B. Bramerei R.. Büttner, Seeftr. 23. Braustübl, Seestr. 22. C. Conrad, Friedrichstr. 137. Eisteller, D. Schide, Friedrichstr. Fischerhütte, Bachom, Seeftr. 11. Gransee. Gasthof Wwv. Franke. Gross- Beeren. T.-B. Kein Lokal frei. Gr.- Besten a. d. Görl. Bahn. T.-B. 97. Rein Lokal frei. Gr.- Kölzig( Sorau- Forst). E. Frant, Sängerhalle, Friedrich- Gasthof 3. Deutschen Reich, Ratthey. straße 61. Gesellschaftshaus, Gratkowski, Friedrichstr. 69. Gr.- Lichterfelde. T.-B. Ww. Rau, Restaurant„ Kaiserhof", Bahnhof Dst. M.Lerche, Bürgerfäle, Friedrichst.110 Friedr. Wahrendorf, Bäfestr. 22. Seeschlößchen, U. Berndt, Seestr.77. Alle anderen Lokale gesperrt. Spreeschloß, Straße 381. Haugt, Friedrichstr. 78. Waldfater, Bredow, Köpeniderstr.38 Wilhelmsbad, Seestr. 45. Bur Klause", Inh. Neumann. Gr.- Neuendorf a. 0. ( Frankfurt- Lebus). Gussow T.-B. Gasthof Hermann Schust. Hakenfelde b. Spandau P.O.. H. Steinebachs Volksgarten. Halensee. T.-B. Wilmersdorfer Festfäle( Schröter), Johann Georgstr. 19. Hankels Ablage. T.-B. . Heinrich, Seglerschloß( früher Käppel). Havelberg. Café Concordia( Groß). Hegermühle 6 Gbetaalde. Berkehrslokal: Franz Babe! ow, Deutsches Haus. Restaurant Ad. Baußmann W. Wede. HeiligenseeSandhausen. H.-B. Hotel zum schwarzen Adler, Inh. Robert Plagemann. Peter Leisten. Restaurant Waldburg amBahn- Franz Menzel. hof Hirschgarten. N.-B. Gesperrt: Gustav Binte. le am Müggelsee. Gr.- Schönebeck. H.-B. Lokale Müggelschloß. T.-B. W. Jung ,, Gasty. z. deutsch. Hause". Heinersdorf. N.-B. Dtto Neumann, Restaurant Bum Lindengarten", Rothenbachstr. 51. Heinrichsfeld ( Cottbus- Spremberg). Müggelwerder, Jnh. A. Trop- Grünheide b. Erfner. H.-B. Ernst Road; Gottlieb Buder, Gast pens. N.-B. Rübezahl. T.-B. Strandschloß am Müggelsee T.-B. Rest. Ravenstein gesperrt. Brinzengarten a.Müggelsee T.-B. Restaurant Bater Fieliz. Grunewald. T.-B. hof zum gold. Löwen. Frei: Café Pein, Hubertusbader Insel Oberhavel. straße 8( Schmargendorf). Gesperrt find: Müggelhort b. Rahnsdorf, Inh. St. Hubertus, Rest., Schmargen- Joh. Bröllop. Road. N.-B. Helgoland. P.-0.-H. Helmsdort( Sorau- Forst). Hennigsdorf., P.-O.-H. gendorf, Hubertusbaderstr. 5. Inh. Gonschior. 4 dorf, Hubertusbaderstr. 1. Neu- Helgoland vis- a- vis Rahns- Waldhaus, Inh. Giesen, Schmar- Frei: F. Brose. Euens Gasthof, dorf N.-B. 20. Erdmann. Gesperrt: 8um deutschen Kaiser Inh. Böhmer. Restaurant Bald. fchlößchen( Balentin). Hennickendorf. N.-B. Zur Wachtelburg, G. Hermsdort. Goldgräbe. N.-B. H. Heidenreich, Forsthaus, Auguste Bittoriaftr. 18. I.-B. Herzfelde. Henze, Hauptstr. 57. Hessenwinkel. H.-B. Theod. Gulich, Gesellschaftshaus. B. Heimann, Kaiserzelt. Hirschgarten. N.-B. Alle Lokale frei. N.-B. Hohenbinde. Heideschlößchen zum Butenberg. Hohenneuendorf 1.-B. ( an der Nordbahn). Rest. Zum Bürgerhof"( P.Schmit), Rubialdstr. 45. Hohenschönhausen, Kirchhain( Calau- Ludau).| Hermann Schüßenbaus u. Wildes Lokal. Kladow. P.-O.-H. Alle Lotale gesperrt. Kl.- Besten, T.-B. Gustav Schmidt. Kl.- Machnow- MachSchulz, Marienfelder straße 17 b. Lebbin bei Storlow, T.-B. B. Lehmann. Lehnin. H. Taege, Hauptstr. 63. Leitersdorf, Zülleh.- Cross. nower Schleuse. T.-B. R. Rubale. Lenzen. Alle Lotale gesperrt. Lichtenberg. H.-B. Kein Lokal frei. Klosterfelde, N.-B. Rest. Schultheiß am Bahnhof gesperrt. Alle and. Lokale frei. Alle Lokale frei. Kochsdorf Cottb.- Spremb. Christian Budig. Unterteichniß", Kolkwitz Lichtenrade. T.-B. Rudolf Deter, am Bahnhof. Lichterfelde. 0.-B. Carl Brandow. ( Cottb.- Spremb.) Wilh. Lindenberg. Richard Melchert, Schwarzer Adler. 3ur Eisenbahn", Gumlid. Liebenwalde. Kolzenburg b. Luckenwalde. Berkehrslokal: Bw. Strüger, frei. Königs- Wusterhausen. T.-B. H.-B. Restaur. Gleinert, Berlinerstraße. Liependorf. Arnsw.- Friedeberg Carl Schmalowski( Saal). Lindenberg. H.-B. Neu- Hohenschönhaus. altes Schützenhaus, Inh. Mar Alle Lokale gesperrt. H.-B. Alle Lokale frei. Hohenschöpping. P.-O.-H. Stein. Hoppegarten( Frtf.- Leb.). Bum wilden Mann. Jänickendorf ( Bauch- B.- Luckenw.). Bethorn. Köpenick. T.-B. Alle Lokale frei. Wilhelmshof b. Köpenic Lindow i. M. August Stads, Breitestr. 74. Löwendorf b. Trebbin. Marienlust b. Köpenick. T.-B. August Bintsch. Pferdebucht b. Köpenick. T.-B. Luckenwalde. Schmetterlingshorit b.Köpenid. Alle Lokale frei. T.-B. Lübbenau. Gasthof zum deutschen Katser, Boigts Krampenburg vis- à- vis Bolbener Ring. E. Emmermacher. Joachimsthal. Gasthof Lange, Glodenstr. T.-B. Johannisthal. Berkehrslotal: Alb. Gobin, Roon straße 2. Rest. Ritterhaus( Delar Meyer). Johannisthaler Bollsgart, Senfts leben, Friedrich- und Köpenickerstraße- Ede. Schmödwiz. T.-B. Stadt Berlin. Wendenschloß, vis- à- vis Grünau Lübben- Steinkirchen. Wendenschloß Kolonie: Rest. Waldesruh. Teufelsjee T.-B. Korbiskrug bei Gr.- Besten. T.-B. Restaurant Karl Halfpap. Krausnick. T.-B. Kremmen. P.-O.-H. Part Restaurant, Inh. Hesse, Park. Kein Lokal frei. ftraße 12/13. Fr. Schulz, Bur grünen Eiche", Baproth. Friedrichstr. 10. Lindenhof, Friedrichstr. 61. Inh. Aib. Trautmann. Jörsfelde. H.-B. Reft. Döring. Reft. Gumlich. Rest. Kuhn. Rest. Krüger. Jüterbog. Zum weißen Schwan, Markt und Baffermann, Grüner Weg. Kagel. H.-B. Kriescht ( D. u. W.- Sternberg). Sämtliche Lotale gesperrt. Lychen i. M. Ball, Vogelsangstraße. Madlow( Cottb.- Sprembg.) Moritz Heipt. Mahlsdorf. N.-B. Reft. Zu den Rathausbären, Kolonie Grunotostraße. Badeschlößchen, am Hellersdorfer Weg. Mahlsdorf- Süd( Klekemal). Rest. Heidekrug( Inh. Dräger). Piez's Hotel und Donath gesperrt. Malchow b. Weißensee. H.-B. Frei: Restaurant 3gel. Krummensee b. Schenkendorf. T.-B. Kein Lokal fret. Kurtschlag. Bißmann. Ladeburg. N.-B. Gath z deutsch. Haufe, Cito Fielik. Bum alten Krug, Inh. Dietrich. Kanntdorf ( Cottbus Spremberg). Matthes Kanter. Karlshorst. H.-B. Landsberg a. W. Rothenburg, Cüstrinersti 31. Altes Schüßenhaus, Wall. Friedrichshalle, Inh. Gust. Schulz. Langewahl Reft. Fürstenbad, Brinz Adalbert, Zicoli, Bergstr. Znh. Bartel, Verkehrslokal. A. Sabrowski, Trestom- lee 66. Kaulsdorf. H.-B. Hamanns Gesellschaftshaus, Frant furter Chauffee, Inh. Mees. Ketschendorf. T.-B. Frei: Gasthof Weidemann( Saal). G. Noad, Gasth. 3. schwarzen Udler. Ketzin a. d. H. P.-0.-H. Klemms Restaurant. b. Ketichendorf. T.-B. „ Café Tiez". Malz b. Grabotsee. R.-B. Neubert, Waldschlößchen. Mariendorf. T.-B. Reft. Zum Feldschlößchen", Kurs fürstenstr. 44. Inh. Friz Bierod. Rest. Zum Schweizerhaus( Hans Hermann), Gr. Beerenstr. 79/81. Marienfelde. T.-B. Herm. Berger, Dorfstr. 30. Oberschmidt, Nachf. Udolf Berger, Berlinerstr. 115. Markgrafpieske bei Fürstenwalde. T.-B. Dew. Fischer, Langestr. 31. Gasthof Buchwald und Gasthof Bilh. Grasnid, Langendammerstr. Soberstein. Lanke. H.-B. Marwitz. P.-O.-H. Marzahn, N.-B. Alle Lokale gesperrt. Miersdorf. Stodmann, Restaur Waldschloß". Schurbaum. K. Beschel. H. Lessing. Ottilie Wegger, Schloßpart". Lankwitz. T.- B.. Gbels Wirtshaus, Marienfelder straße 9( Lutherkirchho 5 T.-B. Reft. zur Mühle, Inh. E. Lier. 21. Lands. Andreas- Festsale, Andreasstr. Andreas- Garten, Andreasstr. 26. H. Behrend, Sängerheim, Landsberger Allee 156. Bolzmanns Gesellschaftshaus, Lichtenbergerstr. 21. Böhmisches Brauhaus, berger Allee 11-13. BoekersGesellsch.- Haus, Weberst.17. Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 22/29. Breuer, Große Frantfurterstr. 117. Bürger- Hof, Küftriner Platz 10. Elisabeth- Garten, Elisabethstr. 30. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Englischer Garten, Alexanderstr.27c. Flechs Festfäle, Fruchtstr. 36a. Fortuna- Sale, Strausbergerstr. 3. Germaniabraueret, Franti.lee53. Gesellschaftshaus, Lichtenbergerst.16 Gieste, Landsbergerstraße 89. Graek, Gr. Frankfurterstr. 30. Steller, Koppenstr. 29( Jub. Freher). Kern, R., Große Frankfurterstr. 18. Kolwigs Festfäle, Gr. Frankfurter. Straße 99. C. Stoczorowski, Schillingftr. 36. Königstadt- Kasino, olamarktstr.72. Königstädtisches Stafino, Große Frankfurterstr. 76. E. Krüger, Gesellschaftshaus, Gubenerstr. 43. Logen- Restaurant, sel. Auguftftr. 14.| Schumanns Vereins- H., Rosliner. Muller, Restaurant, Linienstr. 65. Mündner, Linienſtr. 19. Neues Konzerthaus, Meganderpl. Bachuras Klubhaus, Landsberger ftroge 85. te Philadelphia, Greifswalderft.138/ 39 Restaurant Bürgerheim", Schönhauserstr. 23/24. Riedels Vereinssäle, Neue Königft.7. Rosenthaler Hof, Rosenthaler straße 11/12. Rosenthaler Vereinshaus, Rosen thalerstraße 57. Schüßenhaus, Linienstr. 5. Schweizergarten, um Königstor. Sophien- Säle, Sophienstr. 17/18 Union- Festfäle, Greifswalderstr.222 Verbandshaus der Gastwirtsge. hülfen, Gr. Hamburgerstr. 18/19. Bendts Pracht- Säle, Münzstr. 17, Eing. Königsgraben. Lotal Komm.-Mitglied: Albert Hahnisch, Auguststr.51, Querg.IV. 6. Wahlkreis. Moabit. Artus Hof, Perlebergerstr, 26. Arminius- Hallen, Bremerstr. 70/71. Danziger Ball- Salon, Stromstr. 28. Eisschlößchen( Plößensee). Gieshott, Insel- Rest.( Blößensee). Stron. Brauerei, Alt- Moabit 47/49. B. Lübke, Beusselstr. 22. Moabiter Bürgerfäle", Beuffelstr.9. Moabiter Gesellschaftshaus, B. Litfin, Memelerstr. 67. Lutter, Weinstr. 11. Markgrafensäle, Markgrafendamm 84 C. Nidel, Gr. Frankfurterstr. 41/42. Wiclefftr. 24, Emdenerstr. 34/35. Nowottnid, Langestr. 30. Moabiter Kasino, Wilsnackerstr. 63. Dit- Stafino, Frantjurter Allee 106. Moabiter Schüßenhaus( Plößensee). Ditbahnpart, Rüdersdorferstr. 71. Schüler( Brauerei Moabit), Turm Ditbahnhof Restaurant, J. Opper- straße 25/26. mann, Stüstriner Blaz. Spree- Hallen, Kirchstr. 27 Batriafestfäle, Gr.Frankfurterstr.28. E. Start, Waldstr. 8 Bazenhofer, Landsberger Allee 24. Bittoria Salon, Perlebergerstr. 14. Vorstadt. Brachtfäle Alt- Berlin", F.Schmidt, Wedding und Oranienburger Blumenstr. 10. Residenz- Festsäle, Landsbergerst.31. Schmidt, Bum Freischüß", Frucht. ftraße 36 a. Scholz, Große Frankfurterftr. 74. Schröders Gesellschaftshaus, Frant furter Allee 127. B. Schumsti, Langeftr. 65. Tauert, Große Frantjurterstr. 85. Boltsgarten- Theater, H. Damm, Landsberger Allee 76/77. Bimmermann, Grüner Weg 29. Lokal- Kommissions- Mitglied: Carl Rott, Straßmannstr.29, ptr. 5. Wahlkreis. Diesener, Landsbergerstr. 37. A. Ernst, Prenzlauerstraße 41. Freiheit's Vereinshaus, Dragoner. Straße 15. Fürstenberg Säle, ftraße 38. Gesellschaftshaus Berliner Mufiter, Kaiser Wilhelmstr. 18 m. Königsjäle, Nene Stönigstr. 26. Kürbis, Luisenstr. 26. Rosenthaler Kuhns Festfäle, Linienftr. 8. Landsberger Cafino, Alb. Scheruch, Landsbergerftr. 389. Laydeders Salon, Sophienstr. 34. Atmanns Vereinshaus, Invaliden straße 146. Berliner Bod- Brauerei, Abt. II, Chausseestr. 64. Berliner Nordpart, Müllerstr. 148. Gebr. Cranz' Festfäle, Röslinerstr. 8. Detloffs Festfäle, Invalidenstr.84/ 85. Funkes Gesellschaftshaus, Triftitr.41 Genossensch. Wirtsh.IV Nordufer10 Germania- Säle, Chausseestr. 110. Gesellschaftshaus, Inh. M. Schöl zel, Boyenstr. 12. Hoffmann, Bajewalferstr. 3. Humboldt Säle, Huffitenstr. 40. Hübners Festfäle, Chausseestr. 120. Köhlers Salon, Tiedftr. 24. StromreysFestsaal, Eichendorffstr.8. Meeses Gesellschaftshaus, Schulft.29 Milbrodts Gesellschaftsh., Müllerft.7 Dranienburg.Festfäle, Chausseest.16 Pharus- Sale, Müllerstr. 149. Raabes Festfäle, Stolbergerstr. 23. Sachon, Müllerstr. 136. Schmidts Festfäle, Gartenstr. 6. Karl Schraderhof, Liebenivalberst.36 Schreiners Vereinshaus, Schulftraße 66. Schultheiß, Seeftr. 82. 2 ftraße 17. Schwantes Feftfäle, Chauffeeft. 102. H. Schwarz, Tegelerstr. 55/56. Bereins- Restaurant, Wilh. Reinelt, Sparrstr. 14. Bum Boltsheim, Aderstr. 123. Bum Schillerpart, Paul Mann, Müllerstr. 59. Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen. Borussia, Aderstr. 6/7. Brunnen- Säle, Brunnenstr. 15. E. Daase, Brunnenstr. 154. Dietrichs Festfäle, Brunenstr. 34. Elsasser Ball- Salon, Elsasserstr. 15. Fey, Brunnenstr. 184. Jof. Frantes Feftfäle, Badstr. 19. Frischs Victoria- Garten, Babstr. 12. Gramotte, D., Bergstr. 12. Harmonie, Invalidenstr. 1a. Klubhaus Sangesluft, Usedomstr. 7. Melchert, Bergstr. 68. Roads Festfäle, Brunnenstr. 16. Dlböter, Usedomstr. 33. Restaurant u. Festfäle, Elfafferftr.26. Roewers Festsale, Elisabethtirchstr.14 Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. F. Schuster, Aderstr. 144. F. Wiltes Festfäle, Brunnenstr. 188. Bum Sängerheim, Beteranenstr. 18 Ballschmieder, Badstr. 16. Bernhard Rose- Theater, Badftr. 58. M. Gradhandt, Bellermannstr. 70. Gregory- Brauerei, Badstr. 67 May Hahn, Kolonieſtr. 124. Leonhardt, Stolonieftr. 147. Marienbad, Badstr. 35/36( Jnh. Nagel). Schmidt, Herm., Prinzen Allee 33. Volksgarten- Theater, Badstr. 8 ( Behm und Bellermannstraße). Schönhauser Vorstadt. Arndts Festfäle, Belforterstr. 15. Arnim- Festjäle, Schönfließerftr. 22 Berolina Festfäle, Schönhauser • Allee 28. Bier Sprudel, Gaudystr. 10. Brauerei Bözom, Prenzlauer Allee. Brauerei Groterjan, Schönhauser Allee 130( Jný. Stein). Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Allee 176. Brauerei Gabriel u. Jäger, Defon. Wendorf, Zehdenickerstr. 10. Brauerei Königstadt, Defon. Rob Liebing, Schönhauser Allee 10. D. Hoffmann, Staftanien- Allee 23. Forper, Prenzlauer Allee 165 ( Ringbahn- Station). Fröbels Allerlei Theater, Schönhauser Allee 148.[ garderstr.3. Genossenschafts- Wirtshaus, Star. Kopenhagener Klubhaus, Hube, Stopenhagenerstr. 74. Maertins Festfäle, Pappel- Allee 25. Dbiglos Festfäle, Schwedterft.23/ 24. Brater Theater, Kastanien Allee7/ 9. Steuerhaus, Prenzlauer Allee 148 A. Sauer, Schönhauser Allee 134a. Lotal- Kommissions- Mitglied: R. Henschel, ledermünderftr. 17. R. Schmidt, 8um Storchneft", Provinzstr. 79. Schüßenhaus, Inhaber L. Jelinet, Residenzstr. 1/2. F.Göride, Wirtshaus ,, Bur Tanne", Nordbahnstr. 11. Dtto Brüdner, Provinzstr. 81. Hermann Giese, Hausotterstr. 55. C. Großmann, Schönholz. Flora", Provinzstr. 76. Herm. Falt, Familien- Restaurant, Hausotterstr. 43. " Bur Seeterrasse", Timmermann, Oranienburgerstr. 50. Westen, Tegeler Chaussee. Ernst Muster, Berlinerstr. 29. Dimfe, Eichbornstraße 18, Ede Augusta Vittoria- Allee. J. Gördes, Waldschlößchen, Waldstraße 50/51. B. Dito, Berlinerstr. 113/114. Engel, Eichbornstr. 72/73. H. Schiller, Eichbornfäle", Eich bornstr. 60. Moriz, Artushof", Berlinerstr. 73. Reppen( D. u. 2.- Sternberg). Berkehrslokal: Hotel Karl". Alle übrigen Lokale gesperrt. Rixdorf. T.-B. Alle Lokale frei. Röntgenthal. H.-B. Breitopfs Rest. Röntgenthal. Herm. Mary's Waldhaus. Rosenthal. H.-B. A. Kabeliz, Gasthof Bur Mühle", Hauptstr. 38. Rüdersdorf( Dorf). H.-B. St. Mary, Luisenstr. 31. Rüdersdorf( Saltb.). H.-B. Grewe, Gasth. z. Linde, Heinigerstraße 19. Rndow bei Johannisthal T.-B. Berkehrslokal: Aug. Palm, Köpe nickerstraße. Alle anderen Lokale gesperrt. Ruhlsdorf. H.-B. Alle Lokale gesperrt. Schenno ( Sorau- Forst). G. Schneider u. E. Gebhardt, ( Waldschloß). * Schildhorn. P.-0.-H. Sans Nishaupt. Senftenberg II ( Calau- Ludau). Beusters Gasthof in Santo. Senzig. T.-B. Alle Lokale fret. Slamen( Cottb.- Sprembg.). * Schmidt, Wirtshaus Schildhorn. E. Fischer; Rest. F. Lemte; Adolf * Schröder. Schildow. H.-B. Alle Lokale gesperrt.. Schlachtensee. T.-B. Beelitzhof, Wilhelmshöhe und Rastanienwäldchen, Inh. Krüger, frei; alle anderen Lokale gesperrt. Schmargendorf. T.-B. Kübler's Wirtshaus, Schmargendorf, Warnemünderstr. 6. indenbaum", Spandauerstr. 40, Inh. Ad. Pöttscher. Schüzenhaus, Hundefehlenftr. 20, Inh. H. Meißner. Schmellwitz( Cottb.- Sprembg.). Richard Lucian. Herm. Hoffmann. Schmertzke bei Brandenburg a. d. H. Restaurant Geride. " Schmöckwitz. T.-B. Gasthof Bur Balme", am Seddinsee, Herm. Peter. Noad, Restaurant Hum Seddinfee. Murfeldt, Seglerschloß". Wald- Idyll", Witwe Lorenz. Schöneberg. T.-B. Alle Säle frei. Schöneiche- Schönebeck, H.-B. Emil Süßmilch, Waldschloß. Schönerlinde. N.-B. Sperrliesti. Schönfliess. H.-B. teftaurant Schirmer. Schönholz. N.-B. Schloß Schönholz gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Schönow. N.-B. Schils. Schönwalde i. d. M. R.-B. 2. Liebenhagen. Ruhlsdorf b. Teltoto. T.-B.. Gajula. Alle Lokale gesperrt. Rummelsburg. H.-B. Alle Lokale frei. Saarmund( Buckenwalde). Hildebrandt. Saatwinkel. P.-0.-H. Alle Lokale frei. Sachsendorf. ( Cottbus- Spremberg.) Aug. Dobring u. Paul Sachs. Sacro.( Gorau- Forst.) Bro. Ziegler, Brauerei. Sadowa. T.-B. Pflugs Rest. a. d. Oberspree. Zur Waldschänke, Jnh. Zöldte. Sandberg- Belzig. Fr. Thiele, Bur grünen Tanne. Sandhausen. H.-B. Waldschloß. Schenkendorf. T.-B. Dtto Bätsch( Saal). H. Borowski, Internat. Sportshaus a. Gorinſee. Schöpfnrth. 0.-B. Schüßenhaus( F. Müller). Schulzendorf. H.-B. Rest. ,, Hubertus", Triller. Schulzendorf b. Eichwalde. T.-B. Stein Lotal frei. Schwanebeck. R.-B. Alle Lokale gesperrt. Schwedt a. 0. Deutsches Haus, Heinersdorferstr. Schwiebus. Gafth. z. deutsch. Eiche, Groffenerstr. Gustav Gondolatsch, Mühlenstr. Wilh. Pansch, Herrenstraße. Weißer Schwan, Rutschlauerstr. 8. weißen Lamm, R. Weber, Boftstr. Seifersdorf bei Sorau. Schober, Dorfstraße. 7 Zurt, Bellevue. Slamen Ziegelei: Otto Hoffmann. Sommerfeld( Schivicbus). 8um Kurfürsten, Bahnhofstraße. Sommerfeld b.Kremmen.P.O.H. Brauerei Weber frei. Sonnenburg ( D. u. B.- Sternberg). Bilh. Greifer und Hotel Markgraf. Sorau. Gasthof Flora, Saganerstraße. Rumbauer, zur Eile, Eilplak. Pförtnerstraße.- Goldener Anker, Briebuserstraße. Spandau. P.-O.-H. Verkehrslotale: Carl Gottwald, Schönwalderstr. 80. E. Köpnis Ball- Salon, Pichels. dorferstr. 39. Guft. Borchardt, Seeburgerstr. 26. Boltsheim", Fr. Böhle, HavelStraße 20. Spindlersfelde. T.-B. Rest. Ruhwald. Spreenhagen. T.-B. Alle Lokale gesperrt Spremberg. Paul Heinze, Gesellschaftshaus. Paul Robelt, Konzerthaus. Ludwig Krüger, Bergschlößchen. Bruno Rückert, Bürgerhaus. Springelberg. N.-B. Restaurant Fathke. Sputendorf b. Gr.- Beeren T.-B. Gottl. Bogel, Dorfstr. 9. Staaken, P.-O.-H. Gasthof Zum braunen Hirsch", Hamburger Chauffee. Stahnsdorf Klein- Machnow. T.-B. Alle Lotale gesperrt. Steglitz. T.-B. Frei: Schellbase, Saal u. Garten Ahornftr. 15a, u. Birkenwäldchen Saal und Garten, Schüßenstr. Steinfurt. 0.-B. With. Schleusener. Stolpbrück. H.-B. Wilhelm Lehmann. Stolpe a. d. Nordbahn. I.-B. Bergemann, im Dorf. Storkow. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Stralau. H.-B. Alle Lokale frei. Strausberg( Stadt). Reftaurant Franz Magnus, Wilhelmstraße. Rose, Bürgergarten, Briesenerstr. Mittenwalde. T.-B. prinzen. Wilh. Kranich, Gasthof zum Stron Nieder Nenendorf ( Oberhavel). P.-0.-H. Mein Botal frei. N.-D. Mönchwinkel. N.-B. Florian Knappe. " Zur historischen Mühle", Inh. Mönchsmühleb.Schlldow N.B. Nieder- Schönhausen. Lenz Alle Lokale gesperrt. Nedlitz. P.-0.-H. Chauffeeftr. 35. Boltsgarten, Inhaber D. Kumte, Scholz, Marktstr. 16. Nanen. P.-O.-H. Auguft Schulze Nr. 91. Nahmitz bei Lehnin, Restaurant Zur Flora. bei Zossen. T.-B. Nächst- Neuendorf Ile Lotale gesperrt. Münchehofe. H.-B. Aug. Mayer, Buchhorsterstraße. Ad. Baersch, Woltersdorferstraße. Mühlenbeck. H.-B. Alle Lokale frei. Müggelheim. T.-B. Neuer Grund", Schönborn. Mückenberg b. Guben. Stephans Lindengarten. Settekorns Waldschlößchen. Mahnke, ann Straffes Lotal frei. Nossdorf( Corau- Forst). Alles andere frei. Gesperrt: Café Asmus. N.-B. Nordend. Fleischer, Wittenbergerstraße. Niemegla( Zaseb- Belz.- Laskeaw.) Nadzet, Kaiser Wilhelmstr. 10. Tunsch, Sanssouci". Neu- Narishof". Bum schwarzen Adler". Bichelsdorfer Garten( C. Rupp Pichelsdorf. P.-0.-H. * Seeschloß, Haase- Braueret. *. Kühne, Neft. Stalfergarten. " Pichelsberge. T.-B. recht). Pichelswerder. Wilh. Rackwik. Königgräßer Garten. * Herm. * P. Schmidt, P.-0.-H. Ver fehrsletal: Freunds Inselgarten. Bruder, Wilhelmshöhe. Plathkow bei Gusow. Ob.- Schöneweide. H.-B. gesperrt. Alle anderen Lokale mit Tanzjälen Wilhelmstr., Ede Friedrichstraße. Reicherts Etablissement, Neu Ernst Schmidt, früher Kaiser- Saal Prenzlan straße 81. Mar Singer, Bollsgarten, Briefter Nowawes T.-B. am Bahnhof Charlottenhof. Bittoriagarten, Alte Louiſenſtr. 32, Wilhelmstr. 38. Berkehrslokale.: Ww.Glaser, Kaiser P.-O.-H. Zentralherberge. Potsdam. Restaurant Kühl, Plane a. H. Vereinsaus. Frankfurt- Lebus. Wilh. Beckmann. Neubrück. P.-0.-H. * Ernst Fagerstern, im Dorfe. * Neuenhagen. N.-B. Reinschkes Lokal. Nehesdort( Calau- Ludau). Gesperrt: A. Irrlik, Oranienburg. I.-B. Alle anderen Lotale fret. Aue" und Shenhaus". Bur grünen Oderberg i. M. Alle anderen Lotale fret. Spreeschloß gesperrt. Gust. Bauer, Hubertushof, Gosener Nen- Zittan. T.-B. Gasthof zur Sonne, Bahnhofstr. Neuzelle( Guben). Gasthof Schähler, Karlstr. Neu- Ruppin. Reft. Bellevue( Wilh. Herrmann). Rest. Waldschlößchen, E. Leiste. mann). Gasthof zur Schleuse( W. Thor: Neumühle. T.-B. Gasthof Treplin frei. Neu- Golm. T.-B. Hotel Kaiserhof, Reft. Paul Schäfer. Nendamm.( Neumark.) Wiese, Rest. Zur Vogelwiese. Haalter, Wald- und Seeschloß. T.-B. Neu- Dabendorf b. Zossen. F. traße 16. [ linerstr. 27. Berlinerstr. 102. Ebersbach, Zum Kurfürsten", Jul. Redow, Dameronstr. 19. Pankow. N.-B. Restaurant" Bur Dubrow". Pätz bei Gr. Besten. T.-B. Vormert, Berlinerstr. 39 b. ftraße 31. Heider, Berkehrslokal, Mühlenhausen( Saal), Schäßenstr. E. Schumann, Waldhaus Sand Badebräck 6. AltAlle Rofale gesperrt. Puslitz.(.- Prignig.) Carl Schneider. Pumpe( Cottbus- Sprembg.). Gustav Fiebig, am Bahnhof. Pritzwalk( Ost- Brignis). Preuden. N.-B. Engelhardt. Carl Trebesch, An der Schnelle 67. brandenburgerstr. " Rahusdorfer Mühle. gesperrt. b. Müller, am Bahnhof, Alle Lolale infl. Barenhöhle Rahnsdort. N.-B. Zum Rammertrug, Otto Wittwer. Rädnitz( Zallich.- Cross.). gesperrt. helmsruh", Inhaber Schwarz, Landsberg. N.-B. ( Lenz). ( Donay) und Rest. Havelschloß Gasthof zum großen Stein, Inh. Restaurant Endrigat, Eichenhain Gasth. 3. Löwen, Inh. Baul Heinze. Ranen. T.-B. Papenberge. P.-.-. Schüßler, Park Rest.( Schloßbart). Muttowskis Waldhaus. schaftsh., Kaiser- Friedrichstr. 12. Ranchfangwerder. T.-B. Albert Rögler, Bankower Gewert Sentral- Herberge, Waldemarstr. 9. Schlachthausstr. 1a. Ausschant, Berlinerstr. 80/82. N. Brandt, Willners Braueret Oppermanns Boltsgarten, Kristallpalast, Inh. Stockfisch. Rathenow. Boltsgarten, Schloßstr. 2. Rozycki, Gesellschaftsh., Streuzstr.3/ 4. Großfurt, Feldschlößajen", Ber. BerkehrsL: Gasth. v. Bw. Klemm. N.-B. Alle Lofale frei. Friedrichshof, Inh. Frent, Kolonie Peitz( Cottbus Spremberg). Burig. Niederlehme Abbau. T.-B. Dietrichs Klubhaus. Malstie, Restaurant. Niederlehme. T.-B. Alle Lokale gesperrt Perleberg. Berthold Gerthys Lokal. Lehmann, Cottbuser Vorstadt. Ernst Stegling, Reichshallen. Gust. Heiß. M. Mörschel; Rest. Biegenhals", Gasthof Ferd. Roggisch. Zum Sportshaus Biegenhals", Petersdorf b. Ketschendf. T.-B. Nieder Schöneweide. " Bum alten Dessauer" Petershagen. I.-B. J. Eichhorn. Neuter Krug". Alle anderen Lokale find fret. Alle anderen Lotale fret, Gesperrt: Sedan", T.-B. Reinickendorf. A. Müller. Osten. H.-B. Boifsgarten", Nagel, Haupt Kopenhagenerstr. 71. August Feind, Zur Wartburg". F. Sadau, Residenzstr. 124. Residenzstr. 109. Lüde, Kastanienwäldchen", E. Kirsch ,,, Seepark", Markstr. 2/3. straße 51. Inh.. Schaller, Schönholzer Tivoli", Bresele u. Restaurant Schubert gesperrt. 9 J. bahn, Nordbahnstr. 22. Weber, Restaurant zur Eisen Provingstr. 69-72. Paul Fritsche, Beideschlößchen", Königsdamm. mardstraße 10. Beyers Gesellschaftshaus, Bis* Blankenfelde. H.-B. A. Fischer, Fischersruh". R. Kaul, Bismardstr. 15. BolsteinsLuftgart., Bismardstr. 24. Wirtshaus an der Banke. Blankenburg. H.-B. Adlershof. T.-B. Provinz Brandenburg. Friedrichgarten, Klöhne, Bismardstr. 60. Adlershofer Garten, Inh. Franz Raiser Stab. F. Kühn, Bum weißen Noß". Blankensee bei Mühlbock Sul. Werner ,,, Zum Lindenbaum". Brauerei Buchwald. ( Züütchau- Grossen). Sedan Bohnsdorf. T.-B. Rest. Ruhwald, Inh. Baude, Am Berkehrslofal: Carl Mentel, Restraße 3/4( A. Bläk). Bahnhof Spindlersfelde. Wilhelmsdorfer. Volksgarten, 20. Brandenburg a. d. H. Bötzow. P.-0.-H. Fr. Rhinot. A. Woymodt, Schw.adl., Mittelstr.12 Bornstedt- Bornim. P.-0.-H. Alle Lofale frei. Borsigwalde. H.-B. ftaurant Faltenruh", Billa Kahl. Rest. Thom. Schmidt. Alt- Landsberg H.-B. Colonie Baufelde bei Fischers Gasthof, frei. Clettwitz.( Calau- Lucau.) Bergstr. walde a. 0. Alt- Ranft bei FreienRest. Lenz, Verkehrslokal. Alt- Mönchwinkel. H.-B. Berfehrlotal: Halms, Berlinerstr. Alt- Landsberg. H.-B. ( Trappens), Rudowerstr. 54. Verkehrslokal: Terrassen- Garten Bürgerhalle, Gr. Gartenstr. 1. Alle Lokale frei. Alt- Glienicke. T.-B. Restaurant Thomann. Alt- Geltow. P.-O.-H. Heinrich Löser, Am Bahnhof. Ahrensfelde. H.-B. Café Helgoland, Bruchmühle bei Mt- Landsbg. N.-B. Britz. T.-B. Sämtl. Säle frei. Restaurant Zum Kaiser Wilhelm Britz bei Eberswalde. tob. Müller, Nap d. guten Hoffnung Herm. Kollwig, Konzerthaus. Bettermann, Wilhelmsdorferstr.111 Starnante, Bur Krone. straße 3. Zentral- Herberge. Gasthof zur Mühle, Wollenweber. Schüzenhaus. Dröscher, Zur Mezze. A. Döring, Gesellschaftshaus. Cottbus. Wendtlandt, Chauffeestraße. Cüstrin- Kietz. Jacobi, Plantagenstraße 15. Cüstrin- Nenstadt. schloß. Joppisch. N.-B. Neft. 23aldburg. Havel Conradshöhe, Bez. Tegel. ftraße 17. Buch. Gasthof zum grünen Baum( Carl Nagel, 3. Alt- Stahnsdorf. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Hallert). Verkehrslotal. Zum Einfiebler( Czefowsti). Bergfelde( Kolonie) N.-B. Restaurant Wille. Beetz b. Kremmen. P.-0.-H. Kein Saal fret. Beeskow. T.-B. Gasth. z. Stadt Beelit, Brüderstr.285 Beelitz i. M. Alle Lokale frei. Baumschulenweg. T.-B. straße 50. St. Sebastian,„ Radlersruh", Dorf Basdorf. N.-B. Gasthof z. Löwen( Bw. Schimming) Arnswalde. Restaurant Seebad". Angermünde Alle Lokale gesperrt. Carow. N.-B. Ernst Liesche, Weberstr. 36. Caputh.( Bauch- Belzig.) Marie Elias. Eduard Heisrath. Gr.Buckow Cottb.Spremb. Dtto Stolbe, Budow, Lindenstraße. Anfragen sind zu richten an: Rich. Reinsch, Schweizerhaus". ( Frankfurt- Lebus) Buckow.( Märt. Schweiz.) Alle Saallokale gesperrt. Verkehrsl.: R. Klein, Chauffeeftr. 12. Buckow bei Britz. T.-B. Alle Lokale frei. Buch( Kolonie) N.-B. N.-B. Alle Lokale frei. Prinz. Heinrich". ww. Flohr, Dissenchen( Coltb.- Spremb.) alle Lotale gesperrt. D.- Wusterhausen. T.-B. Restaurant zum Kaisergarten. Dahme. Alle Lokale gesperrt. Dahlem. T.-B. ( Siehe Neu- Dabendorf.) Dabendorf b. Zossen T.-B. Alle Lotale gesperrt. Crossen&. 0. Schulz, Wachsbleiche. Dobring. M. Wolt. Domsdorf( Sorau- Forst). ( Ruppiner stanal) frei. Döhringsbrück. P.- 0.- H Roal Rein Lokal frei. Drewitz. T.-B. Driesen. Leftfäle". Chaussee, Eberswalde. [ Roß- Trappe". Gesperrt: Gratias Stadthof. haus" A. Bartsch, Rosinenstr. 3, Bolts Drossen( D- u.W.- Sternberg) Charlottenburg. T.-B. Karl Junge, Brüdentopf 1( Saal). Berkenbrück b.Luckenwalde. Gasthof Dunarski. Berkenbrück b.Fürstenwalde. Ferd. Müller, Spandauer Alle Lotale gesperrt. Birkholz. N.-B. H. Schulz, Paradiesgarten". Birkenwerder. H.-B. Alle Lokale gesperrt. Bindow. T.-B. Straße. Berkehrslokal: Franz Stoll, Breite Biesenthal. Alle anderen Lokale gesperrt. H. Berlin, Marzahnerstr.( Nord.) Biesdorf. N.-B. garten u.Waldtater b.Bernau frei. Alle anderen Lotale, sowie KirschStomes Raisergarten gesperrt. Bernau. H.-B. Gasthof Stoppen. Etch Lutherstr. 31/32.[ radiesgarten". Eggersdorf b.Strausberg, N.- B Auguste Bittoria- Sale( Körting), Schröders Volksgarten, Freien fammlungslokal)[ walderstr. 8. E. Schulz, Kaiser Friedrichstr. 24, werderstr. 55.( Berkehrs- u. Ber Waldkater". Herm. Bock, Tegeler Weg 40, Restaurant Bur Mühle [ gnügungspart". haus". F. Kant, Tegelerweg 38/39 ,,, WaldB. Fiedler, Tegelerweg 63, Ba Gasth. Lindenberg. Erkner. H.-B. Wittes Waldschlößchen. Pferdemarkt, Königsdamm. Charlottenburger Eichwalde. T.-B. Höhne, Tegelerweg 74/75 ,,, Ber. Rest. Lindenhof( H. Mitschrick). Eisenspalterei bei Eberswalde. Salomon, F. Lindstedt, Marchstr. 23. Bum weißen Hirsch, Inh. Köhler, Rest. Klosterhof" und„ Gasthaus Englischestr. 26. zur Traube" gesperrt. Am Spand. Schiffahrtskanal: Alle anderen Lokale frei. Bruno Woiths Kastanienwäldchen. Eulo( Sorau Forst). manns Lokal frei. May Broß, Gasth.z.deutschen Kaiser. A. Schulze, Brauerei und Pfiz2iemer, Karlshof". Rudolph ,,, Klostergarten". Falkenberg. K. Dyd, Deutscher Kronpring". Nur die Carlsburg" frei. 3