Nr. 59. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monat- 150 lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland ( 8 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Cuando& ad dan tidlige Vorwärts d 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. colisti Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Der Gewerbesteuer- Entwurf. I. Mittwoch, den 11. März 1891. Betriebe, bei denen weder der jährliche Betrag 1500 M., noch das Anlage- und Betriebskapital 3000 m. erreicht, feine Gewerbesteuer künftighin mehr entrichten sollen. Der Miquel'sche Steuerentwurf, der technisch als Diese Befreiung trifft die große Masse der Zwergbetriebe, eine ausgezeichnete Leistung sich darstellt, da er für die der Kleinhandwerker und Kleinkrämer, Höker und haus äußerst verzwickte und verwickelte Frage mit anerkennens- industrielle Meister, kurz diejenigen Schichten, welche wirthwerthem Geschick und mit großer Klarheit eine passende schaftlich an die arbeitende Klasse grenzen, welche ihrem Lösung zu suchen unternimmt, dieser Entwurf beruht auf sozialen Wesen zum Proletariat gravitiren.*) Nach der dem Gedanken, den Ertrag der stehenden Gewerbe nicht vorläufigen Schätzung würden von der jetzt auf 865 940 mehr auf Umwegen, sondern direkt zu besteuern. Gelingt anzunehmenden Zahl der steuerpflichtigen Gewerbebetriebe es, den Ertrag unmittelbar zu erfassen, so ist eine an- gegen 300 000 von der Besteuerung entbunden werden. gemessene Vertheilung der Steuerlast durchzuführen; darüber Daß dieses Verfahren nothwendig ist, da es nicht angeht, läßt sich in der That nicht streiten. die Pseudo- Unternehmer, welche dieser Gruppe angehören, puis sid sit siur juo Expedition: Beuth- Straße 3. die steuerpflichtig bleibenden Betriebe in 4 Klassen dergestalt eingetheilt, daß: a) zur untersten Klasse IV die Betriebe mit einem jährlichen Ertrage von 1500 bis 4000 M., oder mit einem Anlage- und Betriebskapital von 3000 bis 30 000 M. gehören. b) Daran schließt sich die nächste Klasse III, welche Betriebe mit einem jährlichen Ertrage von 4000 bis 20 000 M. oder mit einem Anlage- und Betriebsfapital von 30 000 bis 150 000 M. umfaßt. c) Demnächst folgt Klasse II, zu welcher die Betriebe mit einem jährlichen Ertrage von 20 000 bis in 50 000 M. oder mit einem Anlage- und Betriebskapital im Werthe von 150 000 bis 1 000 000 m. gerechnet werden.gig Veranlagungsbezirke bilden für die beiden erstgedachten Die Reform der Einkommensteuer bahnt zugleich den aufs Ungehörigste fort und fort zu bedrücken, während Weg für eine Umgestaltung der Gewerbesteuer. Der die potenten Betriebe Steuerprivilegien genoffen, das beErtrag, welchen die letztere erfassen soll, unterscheidet sich darf keines Nachweises. Aber es verdient im Interesse von dem Einkommen aus Gewerbebetrieb, welches der einer sachlichen Berichterstattung und um eine Ueber- Klassen die Kreise, für die letzterwähnte Klasse die Einkommersteuer unterliegt, wesentlich dadurch, daß einer- schäzung dieser Steuerbefreiung zu verhüten, trotzdem fest- Regierungsbezirke. Bis hierher soll die Besteuerung nach seits bei Gewerbebetrieben, an denen mehrere Personen gestellt zu werden, daß nicht blos sozialpolitische Beweg- Mittelsägen erfolgen. Die der betreffenden Klasse betheiligt sind, das gewerbliche Einkommen derselben zu gründe hierbei die treibende Kraft gewesen sind. Es in dem Veranlagungsbezirk angehörenden Gewerbebetriebe einer Einheit zusammenzufassen ist, und daß andererseits kommen vielmehr auch Motive in Betracht, welche dem werden mithin zu einer Steuergesellschaft verAbzüge für die Verzinsung des Anlage- und Betriebs- Wesen nach verwandt find denjenigen, welche zur Be- einigt, und ihre Abgeordneten haben das nach den Mittelfapitals ausgeschlossen werden, auch wenn dasselbe dritten freiung der untersten Klassensteuer- Stufen geführt haben. sätzen berechnete Steuerkontingent zu vertheilen. Personen gehört, und behufs Einrichtung, Erweiterung Die Begründung sagt:„ Gleichzeitig trägt eine so aus- Auf die oberste Klasse I, deren Betriebe einen pder Verbesserung und Unterhaltung des Betriebes von gedehnte Befreiung zur erheblichen Vereinfachung nicht jährlichen Ertrag von über 50 000 M. oder ein Anlageletteren angeliehen ist." Da nach der Einkommensteuer- blos der Gewerbesteuer- Veranlagung, sondern auch der und Betriebskapital von mindestens 1 000 000 M. aufGesetz- Novelle das Einkommen bei einer Höhe von mehr ganzen Gewerbesteuer- Verwaltung bei." weisen, ist die Besteuerung nach Mittelsätzen nicht erstreckt als 3000 Mark deklarationspflichtig ist und einer sorg- Man sieht, verwaltungstechnische und worden. Es handelt sich in dieser Klasse um Betriebe famen Ermittelung unterzogen wird, so ist die Grundlage Sparsamteitsrücksichten spielen eine gewisse mit Exträgen von 50 000 m. und solche mit Erträgen von geboten, welche die Erfassung des Ertrages der Gewerbe- Rolle bei diefem Aft, ausgleichender Gerechtig- Millionen, um Anlage- und Betriebskapitale von einer betriebe unmittelbar gestattet. teit." Allein dies ändert nichts an der Thatsache, daß Million bis zu 60 und mehr Millionen Mark. Diese Der Entwurf des Herrn Miquel hält fest an der endlich einmal mit der nothwendigen Entlastung der Klein- weitgehenden Unterschiede lassen die Auffindung eines anvon uns in unserem Artikel über die Mängel der heutigen betriebe Ernst gemacht worden ist. gemessenen Mittelsatzes, wie die Begründung ausführt, Gewerbesteuer( Nr. 57 des Vorwärts") erörterten Ein- Die Regierungsvorlage hält ferner daran fest, daß als unmöglich" erscheinen. Ob dieser Einwurf nicht auch richtung der Mittelsäge, welche den Abgeordneten der neben der Höhe des Ertrages in zweiter Linie auch die hinsichtlich der anderen Klassen, namentlich der beiden Steuergesellschaft die Vertheilung eines bereits fest- öhe des Anlage- und Betriebskapitals untersten, wenn auch in viel beschränkterem Maßstabe, stehenden Kontingents überläßt. Jeder Steuerpflichtige", für die Zuweisung zu den einzelnen Klassen, in welche die sich erheben lassen könnte, bleibe dahingestellt. Wenn fagt die Begründung, ist als Mitglied der Gesellschaft steuerpflichtigen Gewerbe eingereiht werden sollen, be- man an dem Prinzip der Mittelsäge, gegen welche theozur Theilnahme an der Wahl sachkundiger und gewissen- stimmend sein soll. Die bisherigen Gewerbesteuer- Klassen retisch mancherlei sich geltend machen läßt, festhalten will, hafter Genossen berufen, welchen, weil sie mitten im Ge- und die Eintheilung der Orte in verschiedene Gewerbe- so muß man freilich diese Unzulänglichkeiten mit in den schäftsleben stehen, die umfassendste Bekanntschaft mit den steuer- Abtheilungen sollen mit Recht gänzlich als zweck- Rauf nehmen. Daß bei Klasse I davon abgesehen wurde, gewerblichen Verhältnissen des Bezirks zugetraut wird und widrig und schädlich aufgehoben werden. Dagegen werden und eine schärfere Heranziehung der leistungsfähigsten in erster Linie die Verantwortlichkeit für die Bestimmung Unternehmungen, der Betriebe auf großer und größter der den einzelnen Gewerbetreibenden aufzulegenden Individualsteuersätze überlassen bleibt." அவார் Die Grundzüge des Gesezentwurfs, an denen die Kommissionsberathung nichts Wesentliches geändert hat, seien im Folgenden kurz gekennzeichnet: Durch die Reform wird ein Drittel aller Gewerbe- dem fleinen Schuhmacher oder Schneider stirbt, wo alfo die per Berlin die Veranlagungsbezirke bilden. Selbstverständlich " Vergl. auch die Ausführungen des Finanzministers in der Stufenleiter, durchgeführt wird, ist nur zu billigen. Die ersten Berathung, Sten. Ber. S. 169: ch glaube, es hat sich Steuer in der obersten Klasse soll für jeden einherausgestellt, daß durch diese Befreiung im großen Ganzen die zelnen Betrieb mit Einem vom Hundert des jähr jenigen Gewerbetreibenden befreit verden, bei denen der Betrieblichen Ertrages besonders festgesetzt werden, und zwar als solcher feinen Werth hat, nicht vererblich ist, sozusagen mit sollen regelmäßig die einzelnen Provinzen und die Stadt ist hier von der Bildung einer Steuergesellschaft nicht die treibenden überhaupt von der Steuer befreit, da alle Feuilleton. Nachdrud verboten.] [ 9 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol nur Nebensache sein kann." sie es noch mehr geworden. Sie sah in ihm einen Mär- worden wäre, und gab es Einen, der es mit Beichtstuhl tyrer des Glaubens, und sein Bericht von dent, was er und Kirchenbesuch leichter als er genommen hätte? Gie gestern auf der Bittfahrt gesehen hatte, bestärkte sie in ihrer hatte gegen ihre Tochter über sein Heimgeleit weiter keine Ueberzeugung, daß das neue Regiment nichts Anderes be- Bemerkungen gemacht, um so schärfer aber ihren Bruder zwecke, als die Religion in Tirol auszurotten. unter vier Augen ins Gebet genommen. Sie verfuhr über Der Gedanke an den Tod war für sie voll Bitterniß. haupt mit ihrem Märtyrer ähnlich, wie die Italiener mit E3 bekümmerte sie schwer, daß sie ihr unerfahrenes ihren Schuhheiligen, wenn dieselben sich taub erweisen. Eine Kind in der Welt, in der jetzt der Böse alle Macht hatte, sanftmüthige Frau war sie nie gewesen, und die Krankheit allein zurücklassen sollte. Außer David besaß Stasi teinen hatte sie sehr reizbar gemacht. David hatte zerknirscht wie Verwandten, und David bedurfte viel mehr selbst einer ein armer Sünder vor ihr gestanden. Sie hatte ja wie immer, fräftigen Führung, als daß er ein junges Mädchen zu leiten so auch dieses Mal, gegen ihn Recht, tausend Mal Recht; er Frau Larseit ruhte in einem mit Bettliffen ausgepolster im Stande gewesen wäre. Hatte er doch nicht einmal den war so beschränkt und unbehilflich. Aber was hätte er thun ten Armstuhle, und Staft saß mit einer Handarbeit in schrecklichen Ambros von seiner Nichte fern zu halten ge- sollen? Was konnte er thun? Und dieser rathlose Mensch, der Nähe des einen von den beiden Fensterchen. Die einst so wußt. Stafi hatte es ihr selbst erzählt, noch am Abend, der, wie eine Uhr, nur ging, wenn er aufgezogen war und rüftige Frau war bleich und abgezehrt; sie hielt in den erregt durch die Fülle der neuen Eindrücke, die sie auf der von seiner Schwester jeden Morgen zu seinem Tagewerk Die Mutter hätte fast aufgezogen wurde, sollte in Zukunft Staft's Beschützer sein! durchfichtig mageren Händen einen Sosenkranz, und ihre un- Bittfahrt erhalten hatte. heimlich großen Augen waren auf ein schlichtes Kruzifig an lieber gewollt und sie hatte die heilige Jungfrau gebeten, Ach, wenn die Klöster nicht aufgehoben wären, dann hätte der getäfelten Wand neben der Kammerthür gerichtet. Es ihr die Sünde zu vergeben- daß der freche Soldat ihre Frau Larfeit wohl gewußt, wo sie nach ihrem Tode ihr unwar ein schneidender Gegensatz zwischen Mutter und Tochter. Tochter geküßt, als daß Ambros fie beschützt hätte. Die schuldiges Kind vor allen Fallstricken der bösen Welt bergen Beziehungen, in denen ihr Mann einst zu dessen Mutter könnte! Hier das junge aufblühende Leben, als dessen Symbol gevon Robert Sa, weichel. Drittes Kapitel.. 22 wissermaßen Stafi eine rothe Nelle hinter das Ohr gesteckt gestanden, waren ihr unbekannt. Kaspar Larseit hatte das Die Aufregung durch diese Gedanken und Erwägungen wissermaßen Stafi eine rothe Nelle hinter das Ohr gesteckt Geheimniß seiner ersten Herzensneigung mit in das Grab 30g ihr einen heftigen Sustenanfall zu und Stafi sprang in hatte, und dort der bleiche Tod! Seine Mahnungen ver- zog nahm die Wittwe in dem Liden der alten Wanduhr, in genommen. Der durchaus praktische Sinn seiner Frau hätte die Küche, um einen Kräuterthee, der in der warmen Herdihre Lippen, während ihre Augen auf dem Kreuze ruhten. Es war eine Vernunftheirath gewesen und beide Theile gegen Ambros Erwähnung gethan hatte. dem Bohren des Holzwurms, und schmerzlich zuckte es um für eine solche Romantik auch kein Verständniß besessen. aſche ſtand, zu holen. Es war derselbe Trant, dessen sie Mäbi Erlöſer hatte von seinem Marterholze nicht waren im Ganzen gut dabei gefahren. Leider war Stats Frau Larseit lag noch erschöpft von dem Anfall in ihren gnädig auf den Bittgang ihrer Tochter und ihres Vater zu früh gestorben, als daß er viel hätte vor sich Kissen, als derjenige in das Stübchen trat, der ihr die linOnbeffen hatte er den kleinen Bruders geschaut. Rein schehen; Wunder 4 er von stattlicher Größe, allein hager wie ein Stock und Sie war stets eine fromme Frau gewesen und seitdem ihr ftet fühlte sich vielmehr tränker als zuvor. Seinigen schuldenfrei hinterlassen. Jene alten Geschichten beeinflußten also Frau Larfeits schmal in der Brust und sein Gesicht schaute bleich und Bruder David bei ihr Schuß vor dem Leben gesucht, dem Urtheil über Ambros nicht. Aber gab es irgend eine Teufelei, leibend aus. Er trug hohe Stiefel und einen langen gegenüber er sich rath- und hilflos wie ein Kind fühlte, war in welcher der Bursche nicht als Rädelsführer genannt Primizrock von dunkelblauem Tuche; denn er hatte seine Rede. Dafür wird für jeden Veranlagungsbezirk ein be- sonderer Steuerausschuß geschaffen; zwei Drittel der Mitglieder sollen durch den Prooinzialausschuß, ein Drittel der Mitglieder und der Vorsitzende durch den Finanz- minister berufen werden. Wir fürchten nicht, wie der parlamentarische Kommis der rheinisch-westfälischen Fabrik- feudalität, die„außerordentlich bureaukratische Ein richtung*)"; je energischer den Gelüsten und Mache* schaffen der Interessenten entgegengetreten wird, und je schärfer die Kontrolle gerade hier einsetzt, desto besser. Aber keineswegs-einwandsfrei ist der Steuersatz, welcher für diese Gruppe statuirt wird. Wir halten eine Belastung mit einem Prozent bei der Machtstellung, den Vorrechten und Profiten des Großgewerbes und Groß- Handels für zu niedrig. Nachdem bereits der Einkommen- steuer-Tarif mit bemerkenswerther Zaghaftigkeit die hohen Einkommen nur mit h ö ch st e n s vier Prozent erfaßt, ist die schwächliche Heranziehung der steuerkräftigsten Elemente bei der Gewerbesteuer desto tadelnswerther. Wenn es die Losung der Finanzminister ist, so viel Geld einzusäckeln, wie sie kriegen können, so liegt sicherlich kein Anlaß vor, das Geld, das in diesem Falle für den Staatsschatzmeister auf der Gasse liegt, einfach liegen zulassen. Diese Politik ist gerade so rationell, wie wenn etwa bei einem berg- männischen Betriebe erzarme Gänge mit Eifer durchschürft, die ertragreichsten Stellen aber nicht erschlossen würden. Und wie entschuldigt sich Herr Miquel, daß er so frei ist, die finanzkräftigsten Unternehmungen mit einem ridikülen Betrage zu fassen, nachdem sie durch Dezennien auf Kosten der Kleinen frei ausgegangen sind?„Die Besteuerung mit 1 pCt. des Ertrages", erklärt er,„bleibt hinter demjenigen zurück, was bisher regelmäßig von den geringen und sehr vielen mittleren Gewerbebetrieben entrichtet ist, und kann bei voller Rücksichtnahme aus die in neuerer Zeit durch die Reichsgesetzgebung bedingten Mehrleistungen zu sozialen Zwecken und auf die Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit nicht als eine übermäßige bezeichnet werden. Wenn die bisher hart empfundene Unverhältnißmäßigkeit der Ge- Werbebesteuerung wirklich abgestellt werden soll, so ist es offenbar unvermeidlich, daß die durch die bisherige Gesetz- gebung herbeigeführte starke Begünstigung der Groß- betriebe aufhören muß. Das erstrebte Ziel läßt sich nicht erreichen, ohne die letzteren nach Maßgabe ihrer größeren Leistungsfähigkeit zur Tragung des Ausfalls heranzuziehen, welcher aus der geforderten Ausgleichung der Besteuerung entsteht." Die larmoyante Engbrüstigkeit unserer ganzen preußischen Steuerreform offenbart sich auch in diesem Falle. Die Großbetriebe werden eben nicht„nach Maß- gäbe ihrer größerm Leistungsfähigkeit" herangezogen. Anstatt von vornherein einen höheren Prozentsatz zu nehmen oder zum mindesten 1 Prozent nur als Aus- gangspunkt für eine entsprechende Progression zu benützen, begnügt man sich mit einer Halbheit. Unseren Steuerpolitikern, welche beim kleinen Mann die Schraube nicht fest genug anziehen können, erlahmen die Hände, wenn es sich um die Großkapitalisten handelt. Kein Wunder, Herr v. Eynern deklamirte gegen die einprozentige„Belastung", er fand sie„hoch", er malte das Schreckgespenst der Auswanderung des Kapitals wieder an die Wand, eine Art des Spiritismus, die von Niemandem mehr ernst genommen wird. Daß er dabei auch der Sozialdemokratie gedachte und eine staunens- werthe Geschichtsphilosophie zum Besten gab, ist bei diesem Sancho Pansa des Kapitalismus nichts Besonderes. Er sagte(Sten. Ber. S. 174): „Das Kapital ist einmal da und ist ein Faktor in unserem wirthschaftlichen Leben, das kann weder die Sozialdemokratie noch irgend eine Macht der Erde irgendwie abwälzen. Di« Gesellschastsordnungen, wenn sie heute zerstört werden, werden morgen wiederkehren in derselben Form. Die französische Re- volution hat auch schon auf der Place de la Grfeve gesagt: nous battons de la monnaie— wir schlagen Geld, wenn wir die Neichen köpfen. Meine Herren, wenn man die Besitzenden beseitigt, so werden sie morgen wieder da sein und dieselben grsellschastlichen Ordnungen werden wieder hergestellt werden." *) Rede des Herrn von Eynern, Sten. Ber. G. 175. theologischen Studien absolvirt und war zum Kuratprovisor für St. Martin im Gaderthale bestimnit. Vor etiva vier- zehn Tagen war er aus Annsbruck nach Hause zurückgekehrt, um sich erst körperlich ein wenig zu erholen, bevor er in seine Stellung eintrat. Eine große Pflanzenkapsel von weißem Blech mit vielen Beulen hing ihm an einem Riemen über der Schulter. Herr Hannes war schon von Kindheit an ein eifriger Botaniker, und stets hatte man ihn, wann er in den großen Somnierferien zu Hause gewesen, wo außer Lisei Niemand um ihn sich kümmerte, mir semer Botanisirbuchse in den Bergen umher- streifen sehen. Es war cm Treiben, dessen Zweck die guten Vigtler nicht begriffen, und daher nannten sie ihn spöttisch das Kräuterweibl. Die von Vater und Mutter zurück- gewiesene Liebe flüchtete sich zu den Pflanzen. Sie waren die Luftwurzeln seines Herzens, das ans dem kargen Boden, in dem es mit seinen Erdwurzeln haftete, nicht die erforderliche Nahrung zu ziehen vermochte. Auf diesen Wanderungen war Hanne? schon vor Jahren mit Stasi bekannt und vertraut geworden. Er hatte sie eines Tages bei dem Pilzesuchen getroffen und daran gleich eine botanische Lektion geknüpft; denn es lag etwas Lehrhaftes in seinem Wesen, was die Zeit noch mehr entwickelt hatte. Stasi war damals noch ein Kind gewesen, ein liebliches Kind, das aus seinen sanften.lugen halb ver- wundert, halb träumerisch in die Welt geschaut. Ueber dem theoretischen und praktischen Unterricht in der Pllzenkunde war es spät geworden, und Hannes hatte Stasi nach Hause begleitet, um sie bei der Mutter, deren Schelte sie fürchtete� zu entschuldigen— Frau Larseit hatte denn auch Mrade für Recht ergehen lassen und das Herrle mit einem lslase Milch traktirt. Seitdem war er in allen Sommerferien als Schüler wie als Student ein häufiger Gast auf dem klemen Ansitz gewesen, und der Empfang, der ihm jetzt von Mutter und Tochter zu Theil wurde, bewies, daß er Beiden wlll« kommen war. Die Augen der Mutter grüßten ihn mit einem Der Zustand der Wildheit und des Barbarismus, die Gesellschaftsordnung der Antike, des mittelalterlichen Feudalismus, der bürgerlichen' Welt unserer Tage, es ist Alles Eins nach Herrn von Eynern. Das ist auch eine historische Auffassung. Aber der von Eynern stand nicht allein im Kampfe für das Großkapital, auchder Deutschfreisinn hatte wieder sein mammonistisches Herz entdeckt, wie das die Regel ist im Zensus- Landtag. Durch den Mund des Herrn Brömel erhob er„die Mahnung, doch auch bei diesem System eine gewisse Mäßigung walten zu lassen". Doch lassen wir ihn selbst sprechen.(Stenogr. Bericht S. 179): „Allerdmgs sucht sich ja jeder Vorschlag, der auf diese stärkere Heranziehung der größeren Einkommen und der größeren Gewerbebetriebe ausgeht, mit der Erklärung zu decken, daß man nur die Gerechtigkeit wolle, daß man nur eine Besteue- rung nach der Leistungsfähigkeit anstrebe. Aber, meine Herren, wer sich vergegenwärtigt, wie nach der Gesammtheit der Vor- lagen zunächst die größeren Einkommen überhaupt erheblich stärker als bisher durch Einführung der Deklarationspflicht herangezogen werden sollen, wie durch Einführung einer Be- steuerung der Aktiengesellschaften auf einen erheblichen Theil dieser Einkommen eme neue Steuer gelegt werden soll, wie endlich in dieser Vorlage die größeren Gewerbebetriebe aber- mals eine höhere Belastung erhalten sollen— ja, meine Herren, ich glaube in der That, der kann in allen diesen Vorschlägen ein festes, klares Prinzip, nach der Leistungsfähigkeit jzu besteuern, nicht mehr erkennen, und dem wird es, trotz aller Be- theuerungen von der zu erstrebenden Gerechtigkeit doch so vor- kommen, als ob in diesen Plänen im Grunde doch nur die alte Steuerweisheit aller Finanzminister Platz griffe: man soll das Geld nehmen, wo man es kriegen kann. Man unterschätzt, meine ich, in der That den Werth dieser großen Unter- nehmungen für das wirthschaftliche Leben des Volkes, wenn man in so leichter Weise überall an allen Stellen an eine Mehr- belastung derselben denkt. Die großen Unternehmungen sind doch wahrlich nicht Schmarotzer am wirthschaftlichen Leben der Nation. Wenn irgendwo von der wirthschaftlichen Ent- Wickelung eines Landes, von seinem gewerblichen Aufschwung die Rede ist, dann weist man mit Stolz gerade auf die großen Unternehmungen hin, welche in der That durch die Konzentration des Kapitals, durch die Ausbildung der Arbeitstheilung, durch die Umsicht ihrer Leitung, allen anderen voran, zur Erhöhung des Wohlstandes der Nation beitragen. Dessen soll man auch eingedenk sein, wenn davon die Rede ist, die Steuerlasten anders zu vertheilen, als sie zur Zeit vertheilt sind." Die in der Klasse I zulässigen Steuersätze sollen in Zwischenräumen von je 48 Mark, entsprechend dem arithmetischen Mittel nach 4300 Mark, wie folgt abgestuft werden: bei einem bis aus- Ertrage von schließlich M. M. 60 000 64 800 54 800 59 600 59 600 64 400 u. f. w. in Stufen von je 4800 M. Ertrag mehr. Für die Klassen II, III und höchsten und niedrigsten Steuersätze, sätze normirt. Gleichzeitig ist eine Skala der überhaupt anwendbaren Gewerbesteuersätze für diese 5ilassen vor- gesehen. Die Sache ist folgendermaßen geregelt: Steuer M. 524 572 620 u. s. w. um je 43 M. steigend. IV sind sowohl die als auch die Mittel- M. 23 M. 32„ 36„ 40„ 48„ 56. 64 M. 72„ 80, 88„ 96„ 108„ 408 M. A 4 1 ***„ 480. 120 M. 182„ 144„ 156.. 168„ » 180 Die Intervalle der Stufen für IV sieigen von 4 Mark auf 8 Mark, Die Kommission hat den Steuertarif der Regierungs- vorläge unverändert angenommen 192 M. 223.. 264., 300„ 336„ 872.. die Klassen II bis 12 und 36 Mark. x>olttisrhe Aebevstckrk. Berlin, den 10. März. Auf der Tagesordnung des Reichstags standen eine Reihe kleinerer Vorlagen. Zunächst berichtete der Abg. v. K e h l e r Namens der Geschäftsorduungs» Kommission über den Antrag auf strafrechtliche Verfolgung des sozialdemokratischen Abgeordneten Metzger(Hamburg) wegen Beamtenbeleidi- gung des Amtsverwalters zu Ritzebüttel. Der Antrag der helleren Schimmer, und Stasi lächelte ihm vertraulich zu und stellte ihm flink einen Stuhl bereit. Er hatte Stasi einen Strauß Edelweiß mitgebracht. Stasi liebte die Blumen, und er kam selten, ohne ihr etwas Hübsches oder Seltenes von seinen Streifereien durch Flur und Wald mitzubringen. Sie dankte sihm denn auch er- freut für das Edelweiß, nach Frauenart einen kleinen Vorwurf an die Gabe knüpfend. Er sollte sich schonen, und nun war er dennoch tm Hochgebirge umheraeklettert. Seine schmalen, blutarmen Lippen lächelten; er hätte das Edelweiß nicht im Hochgebirge, sondern bei der verlassenen und verfallenen Mühle m dem Bannwalde gepflückt; dort wüchse es reichlich. Stasi blickte ihn betroffen an; denn bei der Mühle war es nicht geheuer. Aber derjenige, der die Blumen gepflückt hatte, war ja ein geistlicher Herr, und so lächelte auch sie und ging, um für den Strauß Waffer zu holen. Hannes setzte sich zu der Kranken; ein heiteres Licht lag auf seinem hageren Gesicht, das einigermaßen dem seiner Schwester ähnelte. Beide hatten dieselben treuen, graublauen Augen. Wie immer, so tteh er auch jetzt den Klagen der Kranken ein geduldiges Ohr, während er eine hörnerne Schnupftabaksdose zwischen seinen langen, dünnen Fingern drehte. Seine Augen ruhten auf der zierlichen Gestalt Stasis, die, am Tische stehend, ihre Blumen in einem Glase ordnete und dann sich wieder zu ihrer Handarbeit setzte. Ter Kuratprovisor nickte zuweilen zu dein ausführlichen Krankenbericht der Mutter, warf auch dann und wann ein tröstendes Woiit ein, immer aber kehrten seine Augen über denen die Stirn zwei leuchtende Buckel bildete ,n'seiner klnnen Freundin zurück. Ahr hübsches weißes Profil hob sich deutlich von dem hellen Hintergrunde des itemW ab, an dem sie saß, und Glanzlichter streiften ihr reuhes, dunkelbraunes Haar. Von Zeit-u Zeit ah auch sie zu Hannes hinüber, namentlich wenn er etwas agte, und lächelte freundlich. ä Kommission, die Genehmigung für die Dauer der Session nicht zu ertheilen, wurde einstimmig angenommen. Sodann berichtete Dr. H o r w i tz im Auftrag der IX. Kommission betreffs Aenderiing der Strafgesetz-Bestimmungen bezüglich Beschädigung oder Störung der Telegraphenanlagen. Tie Mehrheit der Kommisston hat mit einigen Aenderungen die Vorlage angenommen. Gröber(Zentrum) sprach sich gegen die Vorlage aus, das bestehende Gesetz genüge vollständig. Nachdem� Klemm(kons.) die Kommissionsbeschlüsse noch- mals empfohlen, wurden dieselben in zweiter Lesung ange- nommen. Hierauf gelangte das Gesetz, betreffend die kaiserliche Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika zur zweiten Berathung. v. Kendel! trat für die Vorlage ein, während Dr. B a m- b e r g e r in Hinweis auf frühere Äussi'lhrungen die ab- lehnende Haltung der Deutschfreisinnigen motivirte. Die Vorlage wurde hierauf angenommen. Es folgten alsdann verschiedene Wahlprüfungen. Ueber die Wahl des Abg. Dr. Schier(Hanau) be- antragt die Kommission Ermittelungen. Der Reichsparteiler Iwan Baumbach trat für die Wahlagitattons- Berech- tigung der Kriegervereine in die Schranken und donnerte gewaltig gegen die Sozialdemokratie. Die Rede erhielt noch dadurch einen Knalleffekt, daß der Deckel einer der Stimm- urnen aus dem Tisch des Hauses unvorsichtiger Weise her- unter gestoßen wurde. Der Kommisfionsantrag erhielt die Majorität. Zur Wahl des Abgeordneten Ev e rs berichtete Schneider(Hamm). Nach einer Ausführung R i ck e r t s egen den Kommissionsbeschluß auf Gilttgerklärung, wo- ei letzterer die Zurückverweisung an die Kommission empfahl, erklärte Gröber(Zentr.) die Gründe Rickerts formell für berechttgt; die Beeinfluffung durch den unzweifelhaft antt- lichen Charakter des Erlasses seitens des Landraths v. Dieth- furt• habe jedoch nicht in so durchschlagender Weise auf die Wahl wirken können, um eine Ungiltig- keit zu erklären. Dr. D o h r n zog hieraus seinen Antrag auf Ungiltigkeitserklärung zurück und beantragte dagegen Rückoerweisung an die Kommission. Träger(dsr.) erklärte es nicht für richtig, unter allen Umständen nur das ziffernmäßige Ergebniß in Betracht zu ziehen, wenn solche grobe Beeinflussungen vorlägen. Dr. Marquardsen schloß sich den Ausführungen Gröber's an. Man dürfe nicht zur Strafe des Laudraths, der gegen die Wahl Evers Beein- flussung versucht, letzterem das Mandat aberkennen. Schräder(dsr.) empfahl den Antrag Dr. Dohrn; der- selbe wurde jedoch gegen die Stimmen der Freisinnigen und Sozialdemokraten abgelehnt und die Wahl Evers(Z.) für giltig erklärt. Die Wahlprüfungs- Kommission beantragtffbetreffs der Wahl des Abg. G r u m b t(Sachsen) Erhebungen. Auch hier spielten wieder die Krieaervereine eine Rolle, die D r. M e h n e r t wie gewöhnlich zu rechtfertigen suchte. Bebel trat dem entgegen und meint, daß endlich einmal klargestellt werden müßte, ob die Kriegervereine das Recht haben, Politik zu treiben. Bei der Abstimmung bleibt das Bureau zweifelhaft; für den Kommissionsantrag stimmten 79, dagegen 62. Das Haus war sonach nicht beschlußfähig.— Es ist nicht mehr zu bezweifeln, Fürst Bismarck wird wirklich im 19. hannoverschen Wahlkreise für den Reichstag kandidiren. Wer sich unter seinen alten Freunden darüber freut, konnte bis nun nicht entdeckt werden. Die ehemaligen, Kollegen und Untergebenen des Kandidaten, welche im Reichstags die Politik seines Nachfolgers zu vertreten haben, kaum, abea auch die Nationalliberalen, auf deren Veranlassung dcv Herzog von Lauenburg ein Reichstags-Mandat beschecrt er- halten soll, wissen sich nicht in die Situation zu schicken, da ie, falls Fürst Bismarck wirklich wieder im Reichstage erscheinen sollte, in ein unangenehmes Dilemma kommen müssen; gebietet ihnen doch ihr Geschäftsinteresse Nachgiebigkeit dem jetzigen Leiter der Reichspotttu gegenüber, während gleichzeitig die politische Kon- sequenz von der früheren Partei Bismarck saus phrase Unterstützung des früheren Reichskanzlers fordern würde. Tie„Nattonal- Zeitung" verwahrt sich jetzt chon dagegen, daß die Kandidatur des Fürsten Bismara eine Parteckandidatur sei, die Nationalliberalen, schreibt sie, seien in fast allen augenblicklich aktuellen Fragen der mneren Politik anderer Metmmo als Fürst Bismarck; wenigstens nach den„Hamburger Nachrichten" zu schließen. Nach anderer Richtung interessant ist, was sich die „Kölnische Zeitung" aus Geestemünde mittheilen laßt. Das nationalliberale Blatt schreibt nämlich: „Das Hauplgesprächsthema bildet naturgemäß seit den letzten Tageu die Bismarck'sche Kandidatur. Dabei ist iw „Ach," seufzte Frau Larseit,„was Hab' ich denn st schwer gesündigt, daß mir mein himmlischer Heiland ein st schweres Kreuz aufgeladen hat?" Ter junge Geistliche nahm eine Prise und sagte, indem er die entfallenen Körnchen von seinem Rocke stäubte: „Sünder sind wir Alle. Ich habe Euch aber sch� die Ursache Eures Leidens erklärt. Ihr habet Euch st stark erhitztem Zustande der scharfen Zugluft im Stadci ausgesetzt." Die Kranke schüttelte ungläubig den Kopf. Die klärung war zu einfach und natürlich, um sie gelten zu lasten- Frau Larseit hatte so viel über ihren Zustand gegrübelt, daß sie zu der Ueberzeugung gelangt war, die wahre Ursast* läge in ihrer besonderen Sündhaftigkeit. Wie wohl wste ihr gewesen, wenn Hannes sie bei dieser ihrer Sündhaflig'e" herzhast gepackt uno gerüttelt und geschüttelt hätte. Ave Hannes war kein frommer Eiferer, wenn er auch noch st'st' von der geistlichen Po'itur glänzte, die er in dem Semwa erhalten hatte und von seiner jungen Würde noch etwa eingenommen war.„ »Frau Larseit," entgegnete er auf deren st mit einer gewissen Salbung, indem er ihren Arm w zwei Fingern berührte,„statt Euch einer besonder Sündhaftigkeit anzuklagen, solltet Ihr zu Gott Kraft beten, Euer Leiden mit Ergebung zu tragen.. »Ach, ich will mein Kreuz ja gern tragen und sollt. auch darunter zusammenbrechen, wie mein Heiland, aau sie, die Blicke auf das Kruzifix an der Wand ristt � „Aber was wird aus meinen» Kind, wenn mich st,„ Heiland zu sich ruft? Sie ist so jung noch, und dw Ze" sind gar so gottlos.".. j.«nl HanneS erschrak vor dieser Frage. Er strich sist„j der Hand über die Stirn und ließ sie eine Weile uver Augen ruhen. (Fortsetzung folgt.) fozialdemokratischen Lager ein sonderbarer Umschwung eingetreten. bedauerliche Zunahme der Arbeitslosen" vorliegt, auch da 31 Mitglieder nicht länger als Vertreter der Arbeiter, sondern Als noch von der Aufstellung Gebhard's die Rede war, ftand ist kein außergewöhnlicher Nothstand" sagt der Reichs- allein als Vertreter des Herrn Ministers erscheinen. Er es bei den Sozialdemokraten fest, den wenn auch für sie ent- Anzeiger". erinnerte kurz daran, daß in der Schweiz das Arbeiter schieden noch immer ungünstigen Rampf der politischen Ehre halber Nachdem uns der Reichs- Anzeiger" so erschöpfend ge- sekretarli at vom Generalfomitee der Arbeiterbis aufs äußerfte durchzuführen. Wie man von den verschie densten Seiten hört, wollen zahlreiche Sozialdemokraten dem sagt hat, was kein außergewöhnlicher Nothstand ist, möchten vereinigungen gewählt wird, daß in Belgien die IndustrieFürsten Bismarck gern den Vorsprung lassen, ja, man scheint wir ihn doch bitten, uns einmal zu sagen, was in aller und Arbeitsräthe zur Hälfte von den Arbeitern, zur Hälfte fogar auf einen geheimen Wink in diesem Sinne von der Ber- Welt seinen Begriffen nach ein außergewöhnlicher von den Unternehmern gewählt werden, er wies darauf hin, liner Sentralleitung zu warten. Die Sozialdemokraten scheinen Nothstand" denn eigentlich ist? zu glauben, Fürst Bismarck als Reichstags- Abgeordneter werde ihnen Gelegenheit geben, ihm in der Debatte entgegenzutreten." 1911/911 Eine Privatdepesche aus Ostrowo- Posen meldet uns: Padlewski ist heute über Kalisch nach Ruß land geschafft worden. Stun daß in Frankreich selbst der oberste Rath des öffentlichen Unterrichts von den Universitätslehrern gewählt wird und brachte dann folgenden Vorschlag mit dem Antrag auf Dringlichkeit ein: " S Der oberste Arbeitsrath feht sich mindestens zur Hälfte aus Mitgliedern zusammen, welche von den Gewerkschaften, den Arbeiterbörsen und den anderen Vereinigungen mit Rorporationsrechten zu wählen sind." Dies ist natürlich Wahlschwindel. Es fällt der Sozialdemokratie absolut nicht ein, den Wahlkampf nicht Trotz der Zuverlässigkeit unseres Korrespondenten dürfen aufzunehmen. Fürst Bismarck wäre wohl ein ganz inter- wir doch der Hoffnung Raum geben, daß hier eine Vereffanter Abgeordneter, falls er die Sizungen des Reichstags wechselung vorliegt. Sollte sich aber die Meldung bewahrDie Dringlichkeit wurde mit 200 und einigen Stimmen nicht aus alter Gewohnheit schwänzt. Aber trotzdem dürfen heiten, so würde auf das Vorgehen der deutschen Reichswir nicht daran denken, uns an einer so aussichts- regierung ein eigenthümliches Licht fallen, denn falls man zurückverwiesen. vollen Nachwahl nicht zu betheiligen. Ganz im Gegen auch Padlewski für einen Verbrecher gehalten haben sollte, gegen 147 abgelehnt und der Vorschlag an die Kommission Das ist im Grunde nur eine halbe Niederlage, denn theil werden wir in aller Schärfe den Kampf führen, dessen Auslieferung bewilligt werden muß, so hatte diefelbe bei welchem uns die ganze Geschichte des Bismarc'schen nur an Frankreich, nie aber an Rußland geschehen dürfen, nichts spricht dafür, daß sich die Kommission nicht zu Gunsten da nur das Land, wo das Verbrechen begangen wurde, in des Vorschlages aussprechen werde. Man darf vielmehr bei Regimes Agitationsstoff in Hülle und Fülle bieten wird. Idem Druck, welchen der 1. Mai nicht verfehlen wird auf Uebrigens täuscht sich die Köln. tg." wohl, wenn sie Frage kommen kann. schreibt: Es wäre nicht unmöglich, daß Fürst Bismard Bei den bisherigen österreichischen Reichsraths- schwankende Abgeordnete auszuüben, auf einen günstigen schon im ersten Wahlgange den Sieg davontrüge." Ein Blick auf die abgegebenen Stimmen in den Jahren 1887 wahlen verloren die Deutschliberalen 9 Mandate und ge- Ausgang hoffen. Die Feier des 1. Mai scheint thatsächlich in Frankreich und 1890 wird das Trügerische dieser Hoffnung erweisen. wannen 7, die Deutſchnationalen verloren 4 und gewannen 2, Die Antisemiten verloren 3 und gewannen 7. Die KatholischParis, das Folgende Zahlen mögen zur Drientirung dienen. Am Konservativen gewannen 2 und verloren 1, die Deutsch- einen riesigen Umfang annehmen zu sollen. 20. Februar v. J. wurden im Wahlkreise Ottendorf- Neuhaus konservativen gewannen 1, die Wiener Demokraten verloren 1890 infolge des Widerstandes der Possibilisten gegen eine Stimmen abgegeben: von einem anderen internationalen Kongreß, als dem ihrigen 2 Mandate und sind daher ohne Vertretung. Die Einberufung des Reichsrathes erfolgt festgesetzten Rundgebung, erst in zweiter Linie kam, rüstet zum 10. April. Vorher soll eine Ergänzung des Herren- fich Revanche zu nehmen. Die Majorität der Union fédérative, welche sich im verhauses stattfinden. gangenen Oktober von Brousse losgesagt hatte, ließ sich in der am 18. Februar abgehaltenen Zusammenkunft offiziell vertreten. Außer ihnen waren noch die Delegirten von 78 Gewerkschaften und Vereinigungen der Arbeiterpartei und vom revolutionären Zentralfomitee erschienen. # 1798 2332 290 dantio 1597 1887) 790 Aus Budapest wird gemeldet, daß dort eine ganze Reihe von Eisenfirmen insolvent geworden sei und daß eine ganze Anzahl noch hinzukommen dürfte. Die Krise macht Fortschritte. nationalliberale 8086( gegen 11 209 1887) sozialdemokratische 4888 freifinnige 3 798 1887) welfiſche 1245 1887) Wenn nun auch auf die Welfen und Freisinnigen in Bezug auf Festigkeit nicht besonders zu bauen ist, so giebt es doch ohne Zweifel einen äußerst interessanten Wahlkampf. Komisch ist es, wenn die Freisinnige Zeitung" die Welfen auffordert, für den freisinnigen Kandidaten zu stimmen, weil es nur so möglich sein würde, Fürst Bismarck zu schlagen. Das ungarische Oberhaus nahm heute den GesetzentWenn Herr Eugen Richter sich die Mühe nehmen wollte, wurf betreffend die Sonntagsruhe mit der Abändevorstehende Bahlen zu studiren, wird er einsehen, daß nur rung an, daß die Sonntagsruhe jebenfalls bis die Sozialdemokraten in die Lage kommen können, den Montag früh 6 Uhr dauern soll. Ferner wurde das Fürſten Bismarck zum durchgefallenen Reichstags- Kandidaten Gesetz betreffend die Kranken- Unterstützung der Arbeiter angenommen. zu machen. Ohne Abstimmung und durch Attlamation wurde beschlossen, daß die Manifestation an dem bestimmten Tage stattfinden solle; während der Sizung wurde eine Kommission von 28 Mitgliedern ernannt, um die Agitation durch Abhaltung öffentlicher Versammlungen in den 80 Quartieren von Paris und in den Vororten in Fluß zu bringen. Alle die theoretischen und persönlichen Spaltungen sind vers schwunden vor der Nothwendigkeit, auf dem Boden des Achtstundentages gegenüber der Kapitalistenklasse und den Regierenden ein festes und einiges Proletariat zu schaffen. Sil Der italienische Lieutenant Livraghi, welchem die Schuld Der Handelsminister hatte, wie hiesige Blätter melden, am Sonnabend eine Besprechung mit einer Anzahl an den Greueln in der italienischen Kolonie in Schlesischer Landtags- Abgeordneter verschiedener Parteien über Afrika zugeschoben wird, wurde in Lugano( Schweiz) entdie Nothlage der Weber im schlesischen Gebirge und deckt. Italien hat von der Schweiz die Auslieferung des Der französische Handelsminister hat 60 000 Frks. bie zur dauernden Abhilfe derselben möglichen Maßnahmen. Flüchtlings gefordert. für die von kooperativen Arbeitern und ProduktionsIn der Erörterung, die nur den Charakter eines GedankenDer franzöfifche Maler Detaille, der sich durch seine austausches hatte und zu bestimmten Beschlüssen nicht führte, willigt. traten besonders die Gesichtspunkte der verstärkten Er Ronsequenz in den letzten Wochen so ausgezeichnet hat, indem genossenschaften projektirte Pariser Arbeitsausstellung beer zuerst für die Beschickung der Berliner Kunstausstellung Mit Begünstigung der Kleinbürgerlichen Bestrebungen schließung des Verkehrs durch Eisenbahnen, der Förderung ber mechanischen Betriebe gegenüber der unhaltbaren kleinen schwärmte und dann dagegen agitirte, dürfte vom Schlage einzelner Arbeitergruppen wird man dem Fortschritte der Hausindustrie, der Unterstützung von Kindern aus Weber- gerührt werden, wenn er erfahren wird, daß Bilder, die mit sozialistischen Bewegung keinen Abbruch thun. familien, die zu anderen Berufsarten, namentlich der Land- seinem Namen gezeichnet sind, in der preußischen Stadt Frankfurt am Main soeben ausgestellt werden. mil Jules Guesde, der heute in einer Arbeiterversamm wirthschaft, übergehen wollen, hervor. lung in Brüssel sprechen sollte, wurde nach einer telegraphischen Meldung aus Belgien ausgewiesen. Das Wolff'sche Bureau reduzirt aber die Nachricht. 3 meldet: E3 zirkuliren wieder Gerüchte, daß der Rücktritt Goßlers bevorstehen soll. Wir glauben nicht, daß eine Veränderung im Unterrichtsministerium vor Erledigung des Volksschul- Gesetzes eintreten wird. und wenn man " Gutem Vernehmen nach wurde. Guesde nur wegen Fest ftellung seiner Persönlichkeit und Legalisirung seines Aufenthalts in Belgien vor die Polizeibehörde geladen, Gine Ausweisung desselben ist nicht beabsichtigt gewesen." " Wir erlauben uns, an dem Erfolg dieser Maßregeln Die franzöfifche Republik hat trotz all' ihrer Fehler zu zweifeln. Die Hausindustrie ist eines jener Gebiete, wo außerordentliches Glück mit ihren Prätendenten. Der Graf die Bourgeoisie sich gänzlich unfähig zeigt, sozialreformatorisch von Chambord, der gefährlichste von allen, stirbt ohne etwas zu leisten, weil sie au egoistisch ist, um große Opfer Erben hinterlassen zu haben. Ueber seinem Grabe bricht zu bringen und weil mit kleinlichen Palliativmittelchen die Streit aus. Ein Theil seiner Anhänger hebt den BlutNoth der Hausindustriellen nimmermehr aus der Welt ge- hund Don Carlos auf das Schild, einen Mann, der in schafft werden kann. Frankreich noch weit weniger irgend welche Aussichten auf er in einem jahrelangen Bürgerkriege gegen die legitime Eine aus Arbeitern und Arbeitgebern bestehende Deleden Thron als in Spanien hat, dessen nördliche Provinzen Republik verheerte. Der größere Theil der Anhänger gation des Arbeits- und Industrieraths" überreichte den Chambords verband sich mit den Orleanisten, um dem durch belgischen Rammern eine Petition, in welcher die bfeinen Geiz berüchtigten Grafen von Paris die französische Regierung ersucht wird, versöhnliche Maßregeln zu ergreifen, Das schmähliche Bündniß mit um einen allgemeinen Streik zu verhüten, der unheilDie Nürnberger Fortschritts- und sonstigen Nüd Krone zu erringen. schrittsorgane sind sehr entrüstet, daß wir die" Slums" von Boulanger und die lächerliche Rolle seines Sohnes haben volle Folgen haben würde. Nürnberg zu erwähnen uns erdreistet haben.„ Nürn- ihm aber den größten Theil seiner Anhänger geraubt, so Uebermorgen wird die englische Regierung berg hat keine Glums die daß sogar ein Theil der katholischen Kirchenfürsten auf GeHöhlen und Löcher, von welchen der Vorwärts" gerebet heiß des Papstes die Republik anerkannte und der Senator die Namen der Mitglieder des neuen föniglichen Arbeite hat, als Slums bezeichnen will, je mun, so hat man übera II Bocher, der treueste Anhänger des Grafen von Paris, die Ausschuffes mittheilen, welcher die geplante große Enquete Slums, so teift die empörte Zugend der Pegnitzschlamm- Leitung der Partei niederlegte. Ebensowenig Glick als die vornehmen soll. Bryce wird heute Abend die Regierung Anbeter. Nun, in letzterem Punkt haben sie in der That Royalisten haben die Bonapartiſten in Frankreich; sie spalteten um die Entsendung zweier Frauen in den Ausschuß erRecht. Was Nürnberg an parties honteuses aufzuweisen sich in Anhänger des rothen" Prinzen Jerome Napoleon( Plon fuchen. Ein Konflikt zwischen England und Marokko soll hat, das hat in der That auch jede andere Stadt in unserem Plon) und in Anhänger deffen Sohnes( Viktoristen). Bor lieben, idyllischen Vaterland aufzuweisen. wenigen Tagen erklärte sich eine größere Anzahl Viktoristischer A13 Marx vor 30 Jahren schrieb: Die nämlichen Gruppen für die Republik, und nun liegt auch noch der bevorstehen. Eine Depesche meldet hierüber:" Infolge bes Greuel, die in den englischen Arbeiterverhältnissen vor rothe" Prinz am Hofe des Königs von Italien, feines plötzlichen Todes des englischen Bevollmächtigten beim Gultan kommen, find auch in Deutschland vorhanden nur Schwagers, auf dem Todtenbette. So stehen vielleicht schon att befürchtet man hier ernſtere Verwickelungen werden ste vertuscht da entstand ein großer Aufschrei ber morgen nur noch zwei Prätendenten an Stelle der früheren zwischen England und Marokko. Der Tod des Bevollmen getränkten Unschulb. eute, wo bank der sozialdemo- vier der französischen Republik gegenüber und diese zweitigten foll unmittelbar nach einer heftigen Unterredung auft kratischen Agitation einige ſtatiſtiſche Lichtstrahlen in den übrig gebliebenen werden von Niemandem als Gefahr bebom Sultan erfolgt sein. Ein engliſches Panzerschiff ist und sie willen wir, baß es in Deutschland eher noch schlimmer Die Bourgeoisie ist eben mit der stepublie zufrieden In Dänemark jubelt die Presse der Rechten über das Abgrund des deutschen Arbeiterelends gefallen sind, trachtet, ihre Anhänger selbst nehmen sie nicht mehr ernst. von Tanger nach Mazagan kommandirt worden er Kartell. Go Und als vor einigen Jahren ein englischer Journalist ganz nach dem Herzen der besitzenden Klasse, der es als seine schreibt ein ministerielles Organ: Die abgeschlossene Uebervon der Sittenlosigkeit und Unzucht der englischen Gesell- Hauptaufgabe betrachtet, die proletarische Bewegung zu einfunft hat zu definitiver Sprengung der Linken geführt. unterdrücken, spielt doch ein Jules Ferry nun wieder eine Das Regime Estrup hat offenbar den Sieg davon getragen. unsere christlich germani leitende Rolle im Senate und ist doch ein Handlanger der Als der Reichstag zusammentrat, waren 3/4 der Mitglieder schen Pharisäer nicht die Die Augen Augen und näfelten: hohen Finanz, Casimir Perier, soeben zum Präsidenten Herr ich danke Dir, daß wir nicht so schlimm sind, wie der Budgetkommiffion ernannt worden. Wenn man dies wife, jetzt verfügt die Regierungspartei über 1½ ber jene profitwüthigen Engländer, denen die deutsche Sittlich alles in Rechnung zieht, begreift man vollkommen, daß die Mitglieder. In der russischen Stadt Odessa wird ein Dbeffa keit und das deutsche Gemüth fehlt! Und heute weiß Jeber Bourgeois heute ebenso begeistert: Es lebe die Republik" mann, daß es in Deutschland keine Stadt giebt, in der rufen, wie sie vor 25 Jahren„ Es lebe der Kaiser" riefen. Krankenhaus für Hunde gegründet, und zwar als wohl Obgleich infolge der schroffen Rückkehr zum Schutzzoll- thätige Stiftung eines reichen Kaufmannes, der wohl vielwie fromm verdrehten nicht genau dieselben Dinge alltäglich sind, welche der fann es wohl sein; ist doch Herr Constans Minister englische Journalist in jenem Buche geschildert hat. Und ilbert hat. Bub genau so ist es mit den Slumsden Höhlen des system bald Hunderttausende von französischen Proletariern Arbeiter sein Vermögen erworben hat. Auf diese Weise Lasters und des Elends, die durch die englische in die industrielle Reserve- Armee gedrängt werden dürften, wird die Berechtigung unserer vernünftigen WirthschaftsHeilsarmee in London beleuchtet und den Blicken des großen Publikums geöffnet worden sind. In jeder Stadt Deutschlands haben wir Höhlen, ebenso verpestet, ebenso voller moralischen und physischen Schmutzes. Das find teine Lotalen und teine nationalen Eigenthüm lichkeiten das sind internationale Erscheinungen: Auswüchse des modernen Gesellschaftssystems, die überall zu finden sind, wo dieses Gesellschaftssystem herrscht heißt in der ganzen, zivilisirten" Welt. das Rede zur Einweihung des obersten Arbeitsrathes( ohne ordnung auf's schlagendste bewiesen.-180-3 Arbeiter) zu sagen gewagt: Die Industrie wird sich stets, durch ihre Vorzüge oder von autorisirter Seite ausgehende Feststellung großes AufIn politischen Kreisen Washingtons erregt die offenbar durch ihre Fehler, durch ihre Arbeit oder durch ihre affigteit, fehen, daß die Genehmigung der Indianer- Kostenanschlagsburch ihre verständige Leitung oder die mangelube ich Bill auf eine skandalöse Korruption zurückzuführen ist, verdanken haben. Die Wahrheit ist, daß, ie mehr das Recht, da der betreffende Gesetzentwurf noch nicht gedruckt ist. Der die Freiheit, die Gerechtigkeit ihre Thätigkeit in der Gesellschaft genaue Betrag der Kosten ist noch unbekannt. Das Kongreßausdehnen, desto mehr die Herrschaft des Verhängnisses und mitglied Beel, welcher zugleich Mitglied des Komitees für des äußeren Einflusses schwindet und dafür jeder Mensch der die Indianer- Angelegenheiten ist, schätzt jedoch den Kostenverantwortliche Urheber seines eigenen Geschickes wird." betrag für die Indianer auf 16 Millionen Dollars. Der das ist die Frage, mit welcher der Reichs- Anzeiger" fich in Dieſe alberne Phrafe genügt zur Beurtheilung des Geistes, Rest der 20 Millionen des Kostenanschlags ist für sogeeinem Artikel über die Arbeitslosigkeit in Berlin eingehend welcher die Einrichtung des obersten Arbeitsrathes veran- nannte outside expenses gebucht, die mehr oder weniger beschäftigt hat. Daß„ ein Drittel mehr Menschen arbeitslos laßte, der von den Gewerkschaften verleugnet, von Ferroul verdächtig sind. Da hat man keine Veranlassung, sich über die Unzuwaren und sind, als in gewöhnlichen Wintern- auf der Tribüne des Parlaments am vergangenen Mittwoch das ist friedenheit, die Hungersnoth und die Aufstände in den Meidi tein„ außergewöhnlicher Nothstand"- sagt der an den Branger gestellt wurde. „ Reichs- Anzeiger". Daß die außergewöhnliche Härte Der sozialistische Abgeordnete des Departements Nar Indianerterritorien zu wundern. und Länge dieses Winters den Armen außergewöhn- bonne, Mitglied des Nationalrathes der Arbeiterpartei, griff liche Leiben gebracht hat, das ist ein„ außergewöhn- von Duman unterſtüßt, die Bildung des Rathes auf das licher Nothstand"- fagt der„ Reichs- Anzeiger". Daß eine Lebhafteste an. Die Ernennung durch Dekret läßt seined Was ist ein außergewöhnlicher Nothstand"? chiliros Theater. Mittwoch, ben 11. März. Opernhaus. Das goldene Kreuz. Schauspielhaus. Ein Schritt vom Wege. Lessing- Theater. Thermidor. Berliner Theater. Die Jungfrau von Drleans. Deutsches Theater. Die Kinder der Exzellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Wallner- Theater. Miß Helyett. Restdenz- Theater. Der selige Toupinel. Vorher: Die Schulreiterin. Allen Bekannten machen wir die traurige Mittheilung, daß unser Vater und Gatte, der Metallschleifer Carl Baligs, plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, Nachm. 4 Uhr, vom kath. Krankenhause aus nach dem Elisabeth- Kirchhofe ( Gesundbrunnen) statt. Todes- Anzeige. Freunden und Genossen zur Nach richt, daß der Schnittarbeitern Alfred Krüger am 8. März, 3 Uhr Morgens, an der Schwindsucht gestorben ist. Elegante EinfegnungsAnzüge in Luch und Kammgarn blau und schwarz von 16 Mark an. Gleichzeitig mache meine geehrte Kundschaft darauf aufmerksam, daß die Achtung, Maurer! Donnerstag, den 12. d. M., Abends 8 Uhr, in der Böhmischen Brauerei, Landsberger Allee 11-13. Große öffentliche Versammlung. 鄉 Lages Ordnung: 1. Abrechnung der 3 Vertrauensmänner und Neuwahl von Vertrauenss männern in jedem Stadttheil. 2. Die im Reichstag zur Berathung tehende Gewerbenovelle mit besonderer Berücksichtigung der 88 119 a und 119 b. Referent Herr Regierungsbaumeister a. D. Behler. 3. Gewerkschaftliches. Kollegen, mache es sich ein Jeder zur Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer: Carl Weisse, Teglerstraße 27. Viktoria Theater. März, 5 Die fieben den 11., Mars, Nachmittags& Ur, von Neuheiten für die Frühjahrs- Fachverein Raben. Bellealliance Theater. Re Lear ( König Lear). Oftend- Theater. Heinrich Heine. Borher: Der Präsident. Thomas- Theater. Der Registrator auf Reisen. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Kaufmann's Variété. Große Spegialitäten- Borstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Borstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Die Beerdigung findet am Mittwoch, der Leichenhalle St. Andreas- Kirchhofes bei Neu- Wilhelmsberg aus statt. H. Krüger, Klempner, Görligerstr. 58. Orts- Krankenkasse der Steindrucker und Lithographen. Am 9. März cr. verstarb unser Mit glied, der Steindrucker Herr Wilhelm Feltzin. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 12. März, Nachm. 4 Uhr, vom Krankenhaus Friedrichshain aus nach dem Andreas- Kirchhof in Wilhelmsberg statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet 895 b. Der Vorstand. Bernaung Danksagung! Allen Verwandten und Bekannten, Englischer Garten. Buber, bie meinem lieben Mann am Direttion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Fräulein Liri Armani, schwedische Chansonette. sowie den Kollegen des Fachvereins der Grabe die letzte Ehre erwiesen haben, sage ich meinen aufrichtigsten Dank. 894 b Wwe. Hübner nebst Kindern. Umberto Bozza, Produktionen auf Verein der Drechsler. dem Piedestal. Fr. Lilli Nora, deutsche KostümSoubrette. Abrechnung Die berühmte Borza- Truppe, vom Stockarbeiter- Streik Parterre- Afrobaten. Sr. Paul Jülich, Gesangshumorist. Kathi und Pepi Wolter, GesangsDuettisten. Ballet- Gesellschaft Menni, 6 Pers. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 51/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf.. in Berlin 1890. Einnahme. 234/10 Neuheiten für die Frühjahrs- Fachverein d. Tischler. Norden. und Sommersaison bereits eingetroffen sind, und mein Mittwoch, den 11. März, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Jlges, fertiges Lager eleganter Herren- und Knaben- Anzüge aufs Reichhaltigste ausgestattet ist. Julius Lindenbaum 139. Frankfurterstr. 139. Zweites Haus an der Fruchtstraße. Bitte genau auf Firma und Hausnummer zu achten. 326L Moabiter Kasino, Wilsnackerstr. 63. Grosse Versammlung Zages Ordnung: = At be S bel B 813/7 B 1. Vortrag des Kandidaten Herrn Hoffmann über: Gegenwärtige Pros buftionsweise und die Zukunft. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Alle Tischlergesellen des Nordens sind zu dieser Versammlung beften? eingeladen, ganz besonders die im Norden neugewählten Werkstatt- Kontrolltommissions- Mitglieder. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um rege Betheiligung ersucht Der Bevollmächtigte. Der Vorstand der Butter- Handlung, Delikatessen und Fleischwaaren von 318 L J. Ruff& Töpfer, Berlin SW., 10 Bergmannstraße 10. Möbel, Orts- Krankenkasse der Maschinenbau- Arbeiter und verwandter Berufsgenossen beabsichtigt 2 Kranken- Kontrolleure anzustellen. Hierauf reflektirende Raffenmitglieder, die gewillt sind, folch' eine Stelle anzunehmen, tönnen sich schriftlich beim Vorstande der Rasse, Neue Schönhauserstr. 16, unter Einreichung etwaiger Papiere und Gehaltsansprüche bis 21. März cr. melden. Der Vorstand. Carl Thieme. Achtung! 889 Spiegel und Polsterwaaren. Achtung! eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. Grabdenkmäler 19 CICI Zimmerleute! Stiftungsfest der Freien Vereinigung, bestehend in Ball, Gesang, Festrede, Vorträge 2c., am Sonnabend, den 14. März, in Reichel's Salon, Müllerstr. 7( am Weddingplay). Anfang Abends 8 Uhr. Entree für Herren 50, für Damen 30 Pf. Gönner und Freunde sind willkommen. Billets find zu haben bei W. Ueckermann, Rottbuser Damm 40; P. Schula, Neue Hochstr. 27, vorn IV; Hugo Lehmann, Straße 66a Nr. 20, vorn 11; 5. Goede, Adolfftr. 3, vorn 1., Restaurateur Reinhold Wilke, Hochstr. 32a; Carl Schöning, Stromstr. 43. Auf Listen eingegangen 3571,11 M., per Post von außerhalb 2358,03, von Herrn Sasse 6,20, von Herrn Stübling 1,- von Hrn. Zimmer 1,-, von Hrn. Laufer 1,50, von Herrn Löwe-, 50, mehrere Kaufleute 1,-, SchirmmacherVerein Berlin 50,-, Metallarbeiter in Marmor, Granit, Syenit 2c. empfiehlt Verein Berlin 40,-, Kammmacher Ber- bei sauberster Ausführung, zu soliden lins 30,-, Hutmacher Berlins 25,-, Preisen 315 L d. Die nächste Versammlung des Vereins findet am Montag, den 16. März, Abends 8 Uhr, in Rehliz' Salon, Bergstr. 12, statt. Tagesordnung: Rixdorf, Sermann- Straße Nr. 150. Vortrag über Ursprung und Ende der Religion. Referent Dr. Lütgenau. Gäfte Fabrik: Staligerstr. 9. willkommen. Der Vorstand. J. A.: H. Lehmann, Straße 66a Nr. 20. Gtablissement Buggenhagen Fachverein b. Tischler Berlins 100, am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 6417 F. Müller. chirurg. Instrumentenmacher Berlins 50,-, Vergnügungskomitee der Stock arbeiter Berlins 49,23, Vereinigung der Drechsler Deutschlands Berlin I. 122,87, do. Berlin II. 190,-, do. BerlinIII.90,-, Do. Berlin IV. 12,80, Lohnfonds der der Stockfabrik von Goldbach 15, Stockarbeiter Berlins 394,25, Lohnfonds Ueberschuß der Sammlung f. d. Wiener Perlmutterdrechsler 19,-, Ueberschuß von Urania- Billets 5,-, Ueberschuß von einem früheren Streit 1,53, TellerBratweil'sche Bierhallen fammlungen 84,50. Kommandantenstr. 77-79. Zäglich: Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des MufitDirektor H. Sanftleben unter Mitwirkung des Opernsängers u. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. Empfehle zugleich meinen Frühstücksund reichhaltigen Mittagstisch, sowie 6 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Bergnügungen und BerTammlungen. 703 F. Sodtke. PassagePanopticum. Unter d. Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. Amerikanerin m. 25 cm langem Vollbart. 11-1 Uhr. 5-9 Uhr. Summa 7214,57 M. Ausgabe: Unterstützungen an Streikende vom 10. März bis 9. Juni 6218,65 M., Reiseunterstügung an 11 Mann 92,55, ExtraUnterstützung 91,30, Buchdrucker laut Rechnung 84,-, Inserate 54,75, Krantentassen- Beiträge 50,70, Hettograph 3,-, Porto, Bestellgebühren und Telegramme 25,84, Schreibmaterial 16,90, Agitation 30,50, KommissionsUntosten 256,65, Vorschüsse 340,24, Schuld in Liegnitz bezahlt 23,55, be sondere Ausgaben 10,40, RevisionsUnkosten 12,80. Einnahme Ausgabe. Summa 7311,83. Bilanz. • . " 7214,57. 7311,83 Defizit 97,26 M. Clemens Dieze, Kassirer. Vorstehende Abrechnung geprüft und für richtig befunden. 136/9 Die Revisoren: A. Pausenberger. H. Trümper. Ernst Hinze. H. Starke. Castan's Panopticum. Verband deutscher Formstecher, J etzt: Friedrichstr. 165. Drucker, Hilfsarb. n. verw. Ber. Neu: Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Welt- Restaurant. 97. Dresdenerstraße 97. Täglich Auftreten der ( Bahlstelle Berlin und Umgeg.). Sonntag, den 15. März, Morg. 10 u W. 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Sie ist von aktueller Bedeutung insofern, als die Zoll- und Steuerpolitik der Regierung, die jeder am eigenen Leibe verspürt, darin eingehend beleuchtet wird. ( 000 92. biefpo) für 1000 Mt. zu vert. Ht. Stiller, Hochmeiſterſtr. 31, of birelt von der Braueret, 20 Blaschen Möbel auf Theilzahlung Hugo Lewent, Lothringerſtr. 75. 887 für 3 frei. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. $ li tE D 11 b D C e ע It e a t 2 d 8 e 1844 D er h 2 11 fe a Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 59. Parlamentsberichte. At ann. Deutscher Reichstag. Mittwoch, den 11. März 1891. 8. Jahrg. Korrespondenzen und Parteinachrichten. hineingezogen hat. Die Kommission leugne mit Unrecht den amtlichen Charakter dieser Erlasse; wenn sie sich darauf zurückziehe, daß es nicht Brauch sei, den Vornamen der Namensunterschrift hinzuzufügen, so sei inzwischen durch den Nachtrag der Beweis 85. Sigung vom 10. März. 2 Uhr. erbracht, daß derselbe Herr Landrath andere amtliche Erlasse Wriezen, 7. März. Der geistige Kampf der Bourgeoisie Am Tische des Bundesrathes: von Bötticher, Holl- vielfach auch Franz von Ditfurth" unterzeichnet habe. In der scheint auch hier in bekannter Güte seine Blüthen zu treiben. Verhandlung, welche im preußischen Abgeordnetenhause schon im scheint auch hier in bekannter Güte seine Blüthen zu treiben. Auf Grund des Antrags der Geschäftsordnungs- Kommission vorigen Jahre gepflogen wurde, sei von allen Seiten, durch Herr Rittergutsbesitzer Kögel auf Lüdersdorf, ein noch sehr junger Herr, Neffe des Ober- Hofpredigers Rögel und Stiefsohn des beschließt das Haus zunächst, die nachgesuchte Ermächtigung zur Herrn v. Hammerstein selbst, dann auch durch Herrn Windthorst Predigers Böse zu Lüdersdorf, stellte als Vorsitzender einer BauernStrafverfolgung des Abg. Megger Hamburg wegen Beamten- der amtliche Charakter dieser Erlasse ohne Weiteres beleidigung nicht zu ertheilen, und tritt sodann in die zweite anerkannt worden; dieser Umstand genüge aber, die Wahl sofort versammlung am 5. März im hiesigen Schüßenhause den Antrag, die Versammlung fortab im Schüßenhause nicht mehr abzuBerathung des Gesetzentwurfs, betr. die Abänderung von für ungiltig zu erklären. Die Hineinziehung des Namens des halten, weil der Wirth seine Säle den Sozialdemokraten zu VerBestimmungen des Strafgesetzbuch ein. Kaisers, der die Aufstellung des Herrn von Hammerstein angebDie Vorlage bezweckt den verstärkten Schutz der Verkehrs- lich nicht billigte, sei so verwerflich, so gefährlich für die Mon- fummlungen überläßt. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen und auch sofort zur Ausführung gebracht. Unter einrichtungen, der vom öffentlichen Interesse dringend gefordert archie selbst, daß darüber weitere Worte nicht gemacht zu werden Schimpfen auf die Sozialdemokraten, besonders auf den verfluchten brauchten. Wäre diese Beeinflussung amtlicher Art nicht vor: verließen die Anhänger des Herrn von Kardorff und Genossen Art. I der Vorlage dehnt die Strafbestimmung des§ 276 gekommen, so könne Niemand sagen, wer in die engere Wahl Juden, den Salomon, der die Tagelöhner verrückt machen will, auf Diejenigen aus, welche wiffentlich schon einmal verwendete gekommen wäre; die Wahl sei also von vornherein ungiltig. Post oder Telegraphen- Werthzeichen zur Frantirung benutzen; Abg. Gröber( 3.) erkennt auch seinerseits an, daß diese Er- Einem solchen geistigen Rampf glauben die Arbeiter hier am Art. II beseitigt die bisherigen§§ 317 und 318 des Strafgesetz- lasse amtlicher Natur und die Versuche, dies wegzuleugnen, verbuchs und schlägt dafür zwei neue Paragraphen vor, wonach mit fehlt find. Aber daß deshalb die Wahl ohne Weiteres ungiltig besten zu begegnen, wenn sie recht oft Versammlungen im Schützenhause abhalten. Gefängniß von einem Monat bis zu drei Jahren bestraft fei, tönne nicht zugegeben werden. Es liege eine Verfehlung vor, wird. das Lokal. wird, wer vorfäßlich und rechtswidrig den Betrieb einer welche untersucht werden müsse. Die Wahlbeeinflussung sei doch Elberfeld, 9. März. Heute Vormittag ist Redakteur Grimpe Telegraphenanlage durch Beschädigung von Theilen oder zu Gunsten eines unterlegenen noch nicht gewählten Kandidaten von der Straflammer des hiesigen Landgerichts wegen öffent Zubehörungen derselben verhindert und gefährdet, und wo- geschehen. Die Kassirung der Wahl aus dem ersten Grunde licher Beschimpfung einer der christlichen Kirchen" zu 1" Monat nach für fahrlässige Verhinderung oder Gefährdung müßte einen eigenthümlichen Eindruck machen. Die Prüfung desselben Gefängnißstrafe bis zu einem Jahre oder Geld weiterer Nachträge zu den Wahlakten kann die Kommission aller- Gefängniß verurtheilt worden. Strafe bis zu 900 M. angedroht wird. Ein neuer§ 318 a ſtellt dings nicht ablehnen, auf die Giltigkeit der Wahl haben diese auch die Rohrpost- und Fernsprech- Anlagen unter den Schutz gar feinen Einfluß. Wir werden daher geschlossen für die Giltigdieser Bestimmung.( Referent Horwik.) Art. 1 wird ohne Debatte unverändert angenommen. Bei Art. 11 bestreitet Abg. Gröber( 3.) das Bedürfniß einer Abänderung der §§ 317 und 318, soweit dadurch auch die vorfäßliche oder fahr lässige Beschädigung von Telegraphenanlagen unter gefeßliche Strafe gestellt werden soll, auch wenn sie eine Störung des Betriebes nicht zur Folge gehabt hat. Das mitgetheilte statistische Material, wonach in den Jahren 1888 und 1889 durchschnittlich etwa 400 solcher Beschädigungen stattgefunden haben, tönne zu einer solchen gelegentlichen Flickarbeit an dem Straf- Gesetzbuch nicht genügen; man möge also lieber mit der Ausfüllung dieser Lücke bis zur allgemeinen Revision des Straf- Gesetzbuches warten. Abg. Klemm( df.) befürwortet den Kommissionsantrag auf unveränderte Genehmigung des Artikels 11, die auch mit großer Mehrheit erfolgt. Nach§ 1 foll unter Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit in Deutsch- Ostafrika, insbesondere zur Bekämpfung des Stlavenhandels eine Schuytruppe verwendet werden, deren oberster Kriegsherr der Kaiser ist. Nach§ 2 soll die Schutztruppe gebildet werden a) aus Offizieren, Ingenieuren des Soldatenstandes, Sanitäts- Offizieren, Beamten und Unteroffizieren des Reichsheeres und der Marine, welche auf Grund freiwilliger Meldungen der Schustruppe zeitweise zugetheilt werden, b) aus angeworbenen Farbigen, feit der Wahl stimmen. Abg. Dr. Dohrn: Den Antrag auf Ungiltigkeit vermögen wir nach dem Gange der Debatte nicht aufrecht zu erhalten; wir bitten jetzt, die Wahlprüfung der Kommission zurückzugeben, damit sie uns auch bezüglich des eventuellen Vorgehens gegen den Landrath v. Ditfurth einen formulirten Antrag bringe. Abg. Träger( dfr.) spricht sein Befremden darüber aus, daß Herr Gröber nach seinen Deduktionen zu einem so unerwarteten Ergebniß komme, daß die Giltigkeit der Wahl nicht fraglich sei. Herr Gröber müsse doch wissen, daß die 3000 Wähler erklärt haben, durch die amtliche Erklärung des Landraths zu einer anderen Meinung gebracht worden zu sein. Mannheim, den 8. März. Das Wahlkomitee Mannheim beschloß in seiner gestrigen vollbesuchten Versammlung a) in die Wahl selbständig einzutreten und b) in sämmtlichen Wahlbezirken Mannheims WahlmännerRandidaten aufzustellen. Weiter wurde beschlossen, auf Sonntag, den 15. März, Nachmittags, eine Konferenz zu berufen, wozu die Landorte Vertreter entsenden. Hoffentlich wird die Arbeit auch eine ersprießliche sein. Es gilt, auch die Parteigenossen des flachen Landes zu animiren, sich an der Wahl zu betheiligen, nicht etwa, um dieses Wahlsystem, welches ersreaktionär, anzuerkennen, sondern es baldmöglichst durch gemeinsames Vorgehen zu beseitigen. * Abg. v. Marquardsen( natl.) vertritt die Ansicht, daß die Rheine, im ersten westfälischen Wahlkreis, den 9. März Wahlprüfungs- Kommission fein Recht und keine Pflicht habe, Nachträge in Betracht zu ziehen, welche nach Abschluß der Ar- Daß man sich auch in unserer schwarzen Gegend vor den sozialbeiten eingehen. Dem Abg. Evers, welcher aus der Stichwahl demokratischen Jdeen fürchtet, mag Nachstehendes beweisen. Am Die Art. Ill, IV( welcher die Verwendung von Nachbildungen hervorgegangen, fönne man doch nicht beimeffen, daß in der 1. März begaben sich die Genossen von Burgsteinfurt nach Gronau. von Post und sonstigen Marken der Strafandrohung des tonservativen Partei der Bürgerkrieg ausgebrochen war. Nament- Leider sind auch die Verhältnisse in Gronau so, daß dort kein § 860 unterſtellt) und der Rest des Gesetzes werden ohne lich aber müsse er die Anschauung zurückweisen, als ob diese Lokal zu haben ist. Infolge dessen begaben sich die Genossen von Debatte nach dem Antrage der Kommission genehmigt. amtliche Beeinflussung ohne Weiteres die Ungiltigkeit der Wahl Burgsteinfurt und Gronau außerhalb der Stadt in eine wirthEs folgt die zweite Berathung des Gesehentwurfs betreffend nach sich ziehen müsse. Die Wahl sei giltig; auch eine noch schaft, welche auf holländischem Gebiete liegt, um ihre Angelegenheiten zu regeln. Dabei erlaubten sich einige Genossen, einen die kaiserliche Schuhtruppe für Deutsch- Dstmalige Verweisung an die Kommission würde nichts fruchten. afrita. Abg. Schrader( dfr.): Die letzten Ausführungen des Vorrebners Stock, an dem ein rothes Taschentuch flatterte, im Garten aufzu Diese That erregte in Gronau einen furchtbaren veranlassen mich zu einem energischen Protest. Herr Marquardsen pflanzen. heißt es geradezu gut, daß der Landrath im Wahlkampf seine Schrecken, als wäre das Ende der Welt schon nahe. Die Herren amtliche Autorität mißbraucht.( Widerspruch.) Diese Beein- Fabrikanten thaten, wie gewöhnlich, und sehten zwei der Uebelthäter Ob jezt Gronau wohl gerettet flussung amtlicher Natur ist vorhanden. Ein großer Theil der am Sonnabend aufs Pflaster. Stimmen, welche jetzt auf den Landrath fielen, wäre sonst Herrn ist? Die nächste Reichstagswahl wird es beweisen. Am Sonntag, v. Hammerstein zugefallen, und dieser hätte in die Stichwahl den 8. März, fand auf Veranlassung der Genossen von eine Zusammenfunft der Parteigenossen kommen können. Die Wahl muß kassirt werden, weil die Wahl Hörstel daselbst feine freie war; mindestens aber müssen Sie die Wahlprüfung des obigen Wahlkreises bei unerwartet starter Betheiligung behufs Besprechung wegen Gründung eines Wahlvereins statt. an die Kommission zurückverweisen. Von den Genoffen in Hörstel wurde die Gründung eines zentralisirten Wahlvereins für den ganzen Kreis empfohlen. Die Genossen von Burgsteinfurt, Gronau und Rheine waren jedoch anderer Ansicht und riethen dazu, zuerst lieber in einem einzelnen Orte einen Wahlverein zu gründen. Aber auch hiervon wurde schließlich Abstand genommen und beschlossen, die Agitation so wie bisher ohne eine äußere Organisation zu betreiben. Die Verbreiwurde empfohlen. Auch wurde vorgeschlagen, in Hörstel einen Vertrauensmann zu wählen und den Vertrauensmännern die weitere Regelung der Agitation zu überlassen. Unter Ablehnung des Antrags Dohrn wird die Wahl des Abg. Evers für giftig erklärt. Abg. v. Kendell( Rp.) will auf die allgemeinen poli tischen Verhältnisse der Schutzgebiete in Anknüpfung an die erste Lesung eingehen, beschränkt sich aber infolge Es folgt der Bericht der Wahlprüfungs- Kommission über die einer Erinnerung des Präsidenten auf die Erklärung, Wahl des Abg. Grumbt( 8. Sachsen). daß er seinen besonderen Dank der Politik der deutschen Die Kommission beantragt, die Beschlußfassung über die einem von Regierung abstatte, daß sie verstanden habe, den Moment Giltigkeit der Wahl auszusetzen und den Reichskanzler zu erim Verlaufe der deutsch englischen Verhandlungen, wo das suchen, über eine Reihe von Protestpunkten Erhebungen zu tung unserer Presse und die Pflege der Gewerkschaftsorganisation Interesse an einen befriedigenden Abschluß derselben auf eng- veranlassen und das Resultat dem Reichstage mitzutheilen. lischer Seite größer war als bei uns, geschickt zum deutschen Vor- Bu das diesen Beschwerdepunkten gehört theile zu benußen. Kriegerverein an seine Mitglieder erlaffene Birkular, worin Abg. Dr. Bamberger( dfr.): Die Deutschfreifinnigen wer- biefelben zur Theilnahme an der Wahl aufgefordert werden. Eine den in Konsequenz ihrer früheren Stellungnahme auch gegen weitere Beschwerde ist, daß der in Sachsen bestehende MilitärDie einzelnen Bestimmungen dieses Gesetzes ihr Votum abgeben. verein durch seinen Vorstand zur Verbreitung eines Aufrufs, der Das Gesetz wird darauf im einzelnen ohne weitere Debatte in öffentlichen Lokalen des Wahlkreises ausgelegt war, für die unverändert angenommen. Wahl Grumbt's und gegen die Wahl Ensoldt's aufgetreten sein Es folgen Wahlprüfungen. soll. Endlich sollen auch darüber Erhebungen veranstaltet werden, Bezüglich der Wahl des Abg. Schier in Hanau- Gelnhausen ob in einem bestimmten Falle durch Vertheilung von Schnaps beantragt die Wahlprüfungs- Kommission die Beschlußfaffung über Stimmen gekauft worden sind und zwar durch einen königlichen die Giltigkeit auszusehen und über verschiedene Protestbehauptungen Grenzbeamten. Erhebungen anstellen zu lassen. Als Wahlbeeinflussung wurde Königlich sächsischer Bundesbevollmächtigter General- Staatses von der Kommission auch angesehen, daß der Landrath den anwalt Held theilt mit, daß in diesem letzteren Falle das VerPräsidenten eines Kriegervereins veranlaßt hat, die Wahl von fahren bereits eingeleitet ist. Schier zu empfehlen und Stimmzettel und Wahlaufrufe für ihn vertheilen zu lassen. antrage bei. Die Maifeier soll am Sonntag, den 3. Mai, in Burgsteinfurt gemeinschaftlich für den ganzen Kreis abgehalten werden. Nenndorf. Am Sonnabend war hierselbst eine Versamm lung einberufen, zu welcher A. Siegel das Referat übernommen hatte. Nachdem das Bureau aus den Genossen Hartmann, Fritsche und Märtens zusammengesetzt war, erhielt der Referent das Wort. Allein das Sprichwort Mit des Geschickes Mächten ist ein ewiger Bund zu flechten", verdient hier angewendet zu werden, denn kaum daß derselbe drei Minuten gesprochen hatte, wurde die Versammlung wegen Anwesenheit zweier Frauen aufgelöst. Verstoß gegen das anhaltische Vereinsgesetz. Das Lokal leerte sich, alles verlief in bester Ordnung, jedoch der Zweck der Bersammlung war vereitelt. Gegen die Auflösung ist Beschwerde eingereicht. " Abg. Mehnert beantragt, darüber gesondert abstimmen zu laffen, ob bezüglich des von dem Kriegerbunde erlassenen Aufrufs Abg. Baumbach( Altenburg) nimmt die Kriegervereine Erhebungen veranstaltet werden sollen. Die Kommission hat sich wie schon wiederholt bei früheren Gelegenheiten, gegen die nur mit 7 gegen 6 Stimmen für diese Erhebungen entschieden, während Beschuldigung unerlaubter, verbotener Agitation in Schutz. fie solche wenige Tage darauf in einem Falle, wo eine ganz andere Seffen Darmstadt. Der auch bereits in diesem Blatte er Die Kriegervereine bekennen wie bei allen Gelegenheiten, Agitation seitens eines Striegervereins behauptet worden war, mit 8 so auch bei den Wahlen das monarchische Prinzip; sei das gegen 4 Stimmen abgelehnt hat. Der betreffende Aufruf war wähne Verfassungskonflikt, der angeblich durch das ablehnende benn unrecht? Nur den Sozialdemokraten seien die Kriegervereine ganz allgemein gefaßt und es geht daraus feineswegs hervor, Botum der zweiten Kammer in Sachen der Weinsteuer, die einen ein Dorn im Auge. daß unter Summe, die nur durch die Wirthe aufzubringen war, da Private eine Steuer nicht Ohne weitere Debatte tritt das Haus dem Kommiſſions- men den Umftursparteien auch die freiſinnige Partei ge- Ausfall von 300 000 m. jährlich betragen( eine Quer, bie einen ist. Abg. Bebel: Es war allgemein die Ansicht, daß Eysoldt zu zahlen brauchten), hat sich nachträglich als ein Sturm im Die Wahl des Abg. Evers( Bielefeld- Wiedenbrück) bean- auch unter die Umstürgler gerechnet werden sollte. Es muß end- lafe Wasser dargestellt. Mit 26 gegen 17 Stimmen wurde bie tragt die Kommission für giltig zu erklären; ein Antrag des lich reiner Tisch geschafft werden, ob die in solcher Weise Weinsteuer abgelehnt und von den 5 fehlenden Mitgliedern haben Abg. Dohrn bezweckt die Aussehung der Beschlußfassung und haranguirten Militärvereine zu Wahlbeeinflussungen benutzt werden sich schon 4 gegen und 1 für die Steuer erklärt. Durch dieses Resultat stußig gemacht, haben die Freunde der Regierung fofort Erhebungen darüber, ob die Neue Westfälische Volkszeitung", in dürfen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) eine Erhöhung der direkten Steuer um 2 Pf. auf die Mark welcher der bekannte Erlaß des einen tonservativen Kandidaten, Damit schließt die Diskussion. Steuertapital beantragt, was bei dem geringen Arbeiter, der Landraths v. Ditfurth, gestanden, einen amtlichen Charakter trage. Abg. Mehnert bemerkt persönlich, daß die Aufrufe nur dar: 80 Pf. pro Biel bezahlt hat, jest 90 f. ausmachen würde. In diesem Wahltreise hatten sich bekanntlich zwei konservative Kandidaten, Herr v. Hammerstein und der Landrath v. Ditfurth, auf hingewiesen haben, daß reichstreue Wahlkreise durch die Um Man wollte damit das Land beunruhigen unter dem Hinweis, daß man zu Gunsten der Wirthe jezt die Gesammtheit des Referenz Abg. Hermes fonstatirt, daß in der Kommission Schnaps und Bier trinkenden Boltes heranziehen müßte, ein Be gegenüber gestanden; die Zersplitterung der Stimmen führte ſturzpartei erobert worden seien. pahin, daß beide Kandidaten bei der Stichwahl ausfielen, welche festgestellt worden ist, daß in jenen sechs Fällen auch ein Frei- ginnen, welches zum Theil auch schon gelungen. Nun lag aber demnächst zwischen dem Sozialdemokraten Singer und dem Landgerichtsrath Evers( 3.) stattfand und mit dem Siege des letzteren finniger gewählt worden ist. Bei der Abstimmung über den Antrag Mehnert einigt sich auch noch die Gehaltsausbesserung der Beamten vor. Ein Theil der Kammer wollte nur für die niederen Beamten eine Aufstandpunkt der Kandidaten nothwendig zurücktreten; es wäre also Auszählung stattfinden. Dieselbe ergiebt, da 62 Abgeordneten wollte die Majorität der Kammer, die bei den höheren Beamten Abg. Nickert( dfr.): In Wahlprüfungen muß der Partei- das Bureau nicht darüber, wofür die Mehrheit stimmt, es muß besserung, das wollte aber die Regierung nicht und ebenso nur 141 Abgeordneten stimmen, also uses. Die Gigung daher am besten, wenn wir gar nicht den Namen des zu Prü- anwesend sind, die Beschlußunfähigkeit des penge tits fenden bei der Prüfung erführen, um ganz unparteiisch zu ver- wird deshalb um 5 Uhr abgebrochen. Nächste Sigung Mitt fahren. Der fonfervative Protesterheber Klasing bezeichnet nun din Agitation des Landraths v. Ditfurth, als eine nette woch 2 Uhr( Petitionen). Die unerhörte und nimmt dabei auf die beiden Wahlerlasse des Landraths ausdrücklich und mit Recht Bezug; es ist ferner von demselben Protesterheber der Kommission unter dem 1. Februar 1891 weiteres Material geliefert worden, welches den amtlichen Charakter dieser Erlasse und der Zeitung außer Zweifel ſtellt. Die Kommission hat sich leider auf den formalen Stanbpunft zurückgezogen, dieses Parlamentarisches. Die Wahlprüfungs- Kommission erklärte gestern Material nicht mehr zu prüfen, weil es nach Fertigstellung des die Wahl des Abgeordneten v. Helldorff( 7. Marienwerder) mit auß deshalb die Kommission sich nochmals mit der Wahl be- wegen angeblich grober Vergewaltigung einer freisinnigen Wählerſchäftigen, namentlichen Landrath in seinem ersten Erlasse versammlung durch eine konservative Sprengkolonne unter Führung auch den Namen des Raisers in durchaus verwerflicher Weise des Herrn Landrath zu beantragen. Die Opposition griff dies heraus und drohte mit statistischem Nachweis zu dienen, daß die Steuererhöhung dann nicht eintreten müßte, weil die Weinsteuer abgelehnt, sondern weil einem ganzen Heer von Beamten, das ohnehin schon gut befoldet wäre, Gehaltserhöhung bewilligt worden. Der Grund war einleuchtend und ausschlaggebend. Durch die schon oben erwähnte systematische Vorarbeit wäre die erste Kammer bereit gewesen, das Votum der zweiten Kammer umzuftoßen und die Möglichkeit eines Konflikts war vorhanden; allein jetzt wurde auf der ganzen Linie zum Rückzug geblasen und der Finanzminister gab in der Sitzung vom 6. d. M. daß man noch 95 000 m. in petto habe, daß die Erträgnisse der Forstwirthschaft 130 000 m. mehr als im Budget angegeben betragen, daß durch die Volkszählung und Steuereinschätzung Arbeiter Berlins! Gedenkt der ausgesperrten deutschen Arbeiter! 50 000 m. mehr eingingen, und daß endlich die Zinsgarantie| die Tellersammlungen schlechthin verboten durch die Ortspolizei; Iman handgreiflich werden zu wollen schien, so mußte die Polize der heff. Ludwigsbahn 70 000 m. weniger betragen würde, als in anderen Gegenden durch die höhere Verwaltungsbehörde auf der Bildfläche erscheinen und der widerlichen Szene ein eingestellt wären, so daß trotz des Ausfalls von 300 000 m. noch während in jenen Fällen das Verbot sich auf einzelne Gemeinde- Ende machen. Das Publikum schien freilich nicht sonderlichen 45 000 m. Ueberschuß verbleiben. Außerordentlich interessant oder Polizeibezirke beschränkt, erstreckt es sich in den letzterwähnten Anstoß daran genommen zu haben. Vielleicht gehörte der Auftritt war der Moment, wie unser Finanzminister bestrebt war, den Fällen gewöhnlich auf größere Gebiete, Kreise oder Regierungs- zu den heiteren Darbietungen", welche der dritte Abend in Be Reichskanzler Caprivi zu fopiren und mit dem rothen Lappen bezirke. Für die Umgebung Berlins kommt die Polizeiverordnung rücksichtigung der aus dem Publikum laut gewordenen Wünsche" wintte; er rief nämlich mit Pathos:" Meine Herren! wenn vom 7. Januar d. J. in Betracht, welche wir hier nochmals im bringen sollte." Sie die Weinsteuer abschaffen, dann können wir unseren Wortlaut folgen lassen, da derselbe mehrfach von uns gewünscht Daß der Aufenthalt in den überfüllten, erstickend heißen gedrückten Beamten feine Gehaltserhöhung gewähren und Sie worden ist. 150 th Raume, in dessen größerem Theile absolut nichts zu hören war, treiben die Leute in hellen Haufen in die Arme der Sozial- Die Verordnung Tautet: eine Unterhaltung" gewesen sei, läßt sich nicht behaupten. Viele demokratie. Weil das so kommt, treten auch die Herren Sozial Auf Grund der§§ 6, 12 und 15 des Gesetzes über die feufaten bei ihrem zum Theil vorzeitigen Weggange:„ Einmal demokraten so warm für die Abschaffung der Weinsteuer ein." Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 in Verbindung mit und nicht wieder!" Sie hatten Recht: ein Hochgenuß war's Genosse Jöst erklärte, daß der Minister mit seinen Argumenten§§ 137 und 189 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung nicht. Wenn sich die Veranstalter des Unternehmens einbilden, auf dem Holzwege sei, denn gerade die sozialdemokratischen Ab- vom 30. Juli 1883 wird für den Umfang des Regierungsbezirks daß sie durch solche Mittel die Arbeiter und Arbeiterinnen von geordneten der Kammer hätten sich schon vereinbart, das Dreifache Potsdam unter Zustimmung des Bezirksausschusses folgende den zahlreichen Sonntagsversammlungen mit Vortrag und nachdesjenigen an Gehaltserhöhung für die niederen Beamten zu be- Polizeiverordnung erlassen: folgendem geselligen Beisammensein fernhalten können, und antragen, was die Regierung fordere"; während Genosse Ulrich§ 1. Wer vor dem Beginn einer öffentlichen Versammlung darauf ist es doch augenscheinlich abgesehen dann werden sie ausführte: Wolle man selbst annehmen, es treffe zu, was der oder während derselben oder im Anschluß an diefelbe Geldbei sehr bald eines Besseren belehrt werden.d Minister gesagt, wenn die Weinsteuer abgelehnt würde, tämen träge erhebt, deren Zahlung oder Höhe dem Belieben der Theildie Beamten ins sozialdemokratische Lager, meine Herren! nehmen nehmer überlassen ist( Eintrittsgeld, Tellersammlungen) bedarf Sie die Weinsteuer an und es werden nahezu 8000 Wirthe So- hierzu der vorgängigen Genehmigung der Orts- Polizeibehörde zialdemokraten. Wie Sie es machen, wir werden den Vortheil desjenigen Bezirks, in welchem die betreffende Versammlung abhaben." Die Vorkommnisse der letzten 3 Wochen in der hessischen gehalten wird. Ständekammer haben selbst den Gegnern der Betheiligung an den Landtagswahlen die Augen geöffnet. " Jorden# * § 2. Als öffentliche Versammlung im Sinne dieser Verordnung gelten alle Versammlungen, in welchen öffentliche Angelegenheiten erörtert oder berathen werden sollen.(§§ 1 u. 3 der Berordnung über die Verhütung eines die gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährdenden Mißbrauches des Versammlungs- und Vereinigungsrechts vom 11. März 1850 G. G. S. 277.) loo § 3. Die nach§ 1 dieser Verordnung erforderliche schrift: liche Genehmigung ist dem mit der Ueberwachung der Versammlung beauftragten Polizeibeamten auf Verlangen vorzuzeigen, § 4. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 60 m., im Nichtbeitreibungsfalle mit entsprechender Haft bestraft. § 5. Die gleiche Strafe trifft den Unternehmer oder Leiter einer Versammlung, welcher solche Zuwiderhandlungen duldet. Potsdam, den 7. Januar 1891. pros debbe Der Regierungspräsident.is 280 Graf Hue de Grais. of tiss 1 1 Von einem Barbierboykott weiß die„ Berl. Bolts- 3tg." zu melden. Doch diesmal zur Beruhigung des ehrfamen deut schen Philisters sei es gleich gesagt geht derfelbe von anderer Seite aus, nämlich von den Säulen der„ Ordnung" selbst, von den Innungsbrüdern, und richtet seine Spize gegen die Arbeiter, also diesmal ist es damit etwas Anderes. Der Verband deutscher Barbierinnungen hat auf seinem legten Kongreß in München auf Anregung der Hamburger Barbierinnung- Hamburg gebührt mithin wieder einmal die Erfindungsmedaille beschlossen, nur solche Gehilfen zu beschäftigen, welche den nichtsozialdemokratischen Fachvereinen angehören. Die bezopften Herren übersehen ganz, daß der Boykott ein zweischneidiges Schwert ist, daß sich das Blättchen leicht wenden kann. Soviel wir wissen, sind die meisten Barbiere, wenigstens ein sehr großer Theil derselben, mehr von Arbeitern abhängig, als von ihren Gesinnungsgenossen. Sie mögen sich also auch nicht wundern, wenn seitens der Arbeiter etwas wirksame Gegen maßregeln gegen den Jnnungsübermuth ergriffen würden. Wegen Veruntreuung der Ersparnisse von Arbeitern ist Köln, 10. März. Die Volksschul- Lehrer der Stadtgemeinde Köln hatten vor einiger Zeit, unter Hinweis auf die theuren Lebensverhältnisse, an die städtische Verwaltung die Bitte gerichtet, dieselbe wolle die Gehaltsverhältnisse der Lehrer einer entsprechenden Aufbesserung unterziehen. Es wurde in der Eingabe unter anderem nachgewiesen, daß Köln, obwohl der Größe nach die sechste Stadt im Deutschen Reiche, in Bezug auf Besoldung seiner Lehrer aber erst die 30. resp. die 63. Stelle einnähme und unter Städten stehe, die 9000 bis 20 000 Einwohner zählen. Es wurde ferner geltend gemacht, daß die Volksschul- Lehrer mit dem Obernachtwächter im Gehalt auf gleicher Stufe stehen, und daß sie sogar unter dem Aufseher der städtischen Fahr- und Pferde ,, knechte" rangiren, Auch darauf wurde hingewiesen, daß die Stadt die Gehälter ihrer städtischen Beamten bedeutend auf Durch diese Verordnung ist nun der seltsame Zustand ge- gestern der Buchhalter S. verhaftet worden. Derselbe hatte die gebessert; alles aber vergeblich, die Lehrer wurden mit ihrer Gin- schaffen, daß wenn in zwei Lokalen, die vielleicht zehn Spareinlagen der bei seinem Prinzipal beschäftigten Arbeiter in gabe abgewiesen. Dabei kann aber die Stadt durchaus nicht Schritte von einander entfernt, aber diesseits und jenseits Sparbüchern und Raffenbüchern zu buchen; seit länger als Jahresflagen, als fehlten ihr die nöthigen Mittel. Zur Errichtung eines der Berliner Gemeindebezirksgrenze liegen, in dem Ber- frist hat S. eingestandenermaßen unter Fälschung der Bücher die Musikpavillons im" Volksgarten" hatte man eine Summe liner Lokale die Tellersammlung ohne obrigkeitliche Ge- Summe von etwa 3000 Mart vereinnahmter Spargelder unter von 160 000 m. und zum Umbau des Treppenhauses im nehmigung stattfinden kann, während die in dem anderen schlagen und in eigenem Nuzen verwandt. Zu seiner EntschulGürzenich konnte man beinahe 300 000 m. verausgaben. Lotale nicht gestattet ist. Es leuchtet ohne Weiteres ein, daß solche bigung führt der ungetreue Beamte an, daß er aus einer für Reine Stadt des Rheinlandes bezahlt ihre Oberbeamten mit so Zustände unhaltbar werden und daß dieser Bezirksgesetzmacherei einen Freund geleisteten Bürgschaft über seine Verhältnisse hinaus in Anspruch genommen worden sei. lol med g bedeutenden Gehältern als Köln. Keine Stadt des Rheinlandes eine Grenze gezogen werden müßte. Es ist deshalb eine Nachbezahlt ein Ober- Bürgermeister Gehalt von 20 000 m. und richt sehr erfreulich, welche foeben durch die Blätter geht, wonach Bürgermeister- resp. Beigeordneten- Gehälter von 12, 9, 8, 7000 m. das Dortmunder Landgericht eine Polizeiverordnung der ArnsDafür werden aber auch, unter den großen rheinischen Städten, berger Regierung, welche bestimmt, daß in politischen Versammlungen die Lehrer in Köln am schlechtesten bezahlt. Köln marschirt in Gintrittsgelder oder sonstige Geldbeträge ohne Erlaubniß der Bezug auf Besoldung feiner Oberbeamten mit an der Spize der Ortspolizeibehörde nicht erhoben oder eingesammelt werden dürfen, Nowawes- Neuendorf passirt hatte, stürzte der Bedauernswerthe, großen deutschen Städte, es steht vor Leipzig, Frankfurt, Kiel, für nicht zu Recht beſtehend erklärt hat, weil nach Art. 30 der Mannheim 2c.! Das Beste aber ist, daß diese Leute, welche diese Verfassung derartige Vereinsangelegenheiten durch Gesetz geregelt Zustände mit aller Gewalt haben wollen, uns noch zumuthen, werden müßten, nicht aber durch polizeiliche Bestimmungen. thre Geldsäcke gegen Sozialdemokraten zu schützen und mit Eifer Es wird abzuwarten sein, ob die Entscheidung nach Erden Kampf der Schule gegen die verhaßten Gegner mitzumachen schöpfung des Instanzenzuges aufrecht erhalten bleibt; dann dürfte anrathen. Wir werden Euch was blasen; sagt doch das Sprich- es sich empfehlen, auch gegen die für den Regierungsbezirk Potswort: Nur die allergrößten Kälber, wählen ihre Megger selber." dam bestehende Verordnung im Wege der gerichtlichen Anfechtung vorzugehen. Mign sid Lokales. m chillin Beim Fahrkarten- Kupiren während der Fahrt verunglückt ist in der regnerischen Nacht zum Montag ein Schaffner auf der Strecke Berlin- Potsdam. Wenige Augenblicke nachdem der Personenzug, welcher um 11 Uhr Berlin verläßt, Station ein verheiratheter, älterer Mann, vom Trittbrett ab, und zog sich eine Verlegung des Kopfes, sowie eine Schulter- und Armverrentung sehr ernſter Art zu. Es ist fraglich, wieweit seine Dienstfähigkeit wieder hergestellt werden kann. VI In einem Anfall von Geistesstörung versuchte vor einigen Tagen ein bei den Garde- Schüßen in Lichterfelde eingezogener Landwehrmann sein Leben gewaltsam zu enden. Der beklagens Wir erhalten folgendes Schreiben: In Nr. 57 Ihres werthe Mann plauderte eben noch mit Kameraden auf der Stube, Blattes bringen Sie aus der Münchener Post" eine treffliche als er, wie eine Lokalforrespondenz meldet, plöglich ein gellendes og Illustration zu der vom Reichstags- Abgeordneten Biehl aufge- Gelächter ausstieß, zum offenstehenden Fenster eilte und sich auf stellten Behauptung, daß in München Kelner und Kellnerinnen das Brett desselben schwingend in den Hof hinabzustürzen ver Als wunder Punkt bei den Ortz- Krankenkassen sind stets Lohn erhielten und zwar im Gegensatz zu Berlin, wo dies suchte. Den hinzueilenden Kameraden gelang es nach langem von uns immer die Zwangsärzte bezeichnet. Dieselben werden nicht der Fall sei. Ich bemerke hierzu, daß es auf mich beinahe Bemühen, den Wahnsinnigen vom Fenster zu entfernen; derfelbe einmal schlecht besoldet und üben infolge dessen ihren Beruf nicht verblüffend gewirkt hat, als ich die betreffende Rede des Herrn wurde nach dem hiesigen Militärlazareth geschafft. Der junge mit der nothwendigen Lust und Liebe aus, sie sind ein andermal Biehl in der Zeitung gelesen. Ich habe 18 Jahre in München Mann, der nach vollendeter Uebung in den Chestand zu freten den Patienten oft nicht sympathisch und das ist gewiß ein großer gelebt und ich füge als Norddeutscher gern hinzu, daß diese Jahre gedachte, scheint am religiösen Wahnsinn zu leiden. Uebelstand. Wie uns ein vorliegendes Schriftstück beweist, ge- zu den angenehmsten meines Lebens gehören und gehören wer- Polizeibericht. Vor dem Hause Friedrichsstr. 131D stürzte rathen aber die Herren Aerzte auch in ein gewisses Abhängig den; ich habe auch während dieser Zeit Herrn Biehl in der Ge- am 9. d. M. Vormittags ein vor einen mit Rijten beladenen teitsverhältniß zu den Verwaltungsbeamten der Orts- Kranken- fellschaft öfter gesehen und, so viel ich mich erinnere, auch in Rollwagen gespanntes Pferd und riß im Fall durch die Leine den faffen; wenigstens versuchen es die verschiedenen Verwalter, die einer Versammlung gehört. Nun war es aber z. B. unter den Stamm- Rollwagen gespanntes Pferd und riß im Fall durch die Leine den Aerzte den Interessen ihrer Stasse nutzbar zu machen und das in gästen des Hofbräuhauses sehr wohl als eine feststehende Thatsache Bruch des Unterschenkels erlitt und nach der Universitäts- Klinik auf dem Wagen sigenden Kutscher herab, so daß dieser einen dem betreffenden Schriftstück in recht deutlicher Weise. Das bekannt, daß die Kellnerinnen im Hofbräuhaus einen Lohn nicht gebracht werden mußte. Jm Thiergarten, in der Nähe des erwähnte uns vorliegende Schriftstück lautet: erhielten, sondern nur die Kost; es war das nicht erst Großen Sterns, wurde Nachmittags eine unbekannte, etwa P. T. jetzt, sondern schon in den Jahren 1878-1885. Das Königliche 70 Jahre alte Frau mit einer schweren Verlegung am Kopfe Ergebenst unterzeichneter Verein veranstaltet zur Be Hofbräu- Amt hat jedoch hiermit gar nichts zu thun, sondern es bewußtlos aufgefunden und nach der Charitee gebracht. Da in schaffung eines Grundstocks" zu seiner Darlehns und ist das lediglich Sache der betreffenden Bächter, die sich gewöhn- ihrer unmittelbaren Nähe ein etwa 8 Kilogr. schwerer eiserner, Unterstügungstaffe am Dienstag, den 10. März 1891, lich, wenn die Pachtzeit herum ist, als" Privatiers" vom Geschäft mit Blut befleckter Rost aufgefunden wurde, ist anzunehmen, daß Abends 8 Uhr, im Wintergarten des Grand Hôtel zurückziehen, um auf ihren Lorbeeren, von der vielen Mühe und die Frau sich mittelst desselben die Verlegung beigebracht hat. Alexanderplatz( Eingang vom Alexanderplatz, Portal II) einen Blage, die sie während der Bachtzeit hatten, oder vielmehr nicht Vor dem Hause Alexanderstr. 45 wurde Abends ein Arbeiter Musik, Gesang- und Tanzabend. Indem wir um die Ehre von einem Omnibus überfahren und am Kopf und Oberschenkel Ihres Besuches und gefällige Benutzung beigefügter vier Ginlaßso bedeutend verlegt, daß seine Ueberführung nach dem Krankenfarten a 50 Pf. höflichst bitten, nimmt der in unserem Auftrage hause am Friedric shain erforderlich wurde. Abends fand in in einigen Tagen vorkommende Bote geneigten Bescheid eventuell der Alten Jakobsstraße 84 ein kleiner Brand statt. den Geldbetrag in Empfang. Verein der Verwaltungsbeamten der Orts- Krankenkassen Berlins. Es folgen die Unterschriften von drei Mitgliedern des Vorstandes und diejenigen von sieben Mitgliedern des VergnügungsAusschusses. hatten, auszuruhen. Es sollte mich sehr wundern, wenn Herr Biehl, der doch München und die dortigen Verhältnisse gewiß fennt, nicht gewußt haben sollte, daß die Kellnerinnen von den Pächtern des Königl. Hof- Bräuhauses einen Lohn nicht er halten; ich glaube auch, daß es heute noch so ist. d dan Gerichts- Beitung. Es ergiebt sich hieraus die weitere Thatsache, daß der schon mehr oder weniger wohlhabende Pächter, der ein sehr einträgliches Geschäft macht und sich nach Ablauf der Pachtzeit, den Stand des Gewerbetreibenden verlassend, in den Stand der Privatiers" begiebt, es dem Publikum überläßt, für den Lohn Man sieht, die Aerzte werden in dem Zirkular zur Abnahme ber Kellnerinnen zu sorgen. Infolge dessen ist es wohl im Hof: In der Anklagefache gegen Reiter und Genoffen der vier Karten geradezu gedrängt und mussen nolens volens bräu- Haus auch Ujus, daß derjenige, der sich sein Bier nicht wegen des vielbesprochenen Schachers mit Hofliefanten- Titeln ist ihr Portemonnaie um zwei Reichsmark erleichten. Schön können selbst an der Schänke holt, sondern von der Kellnerin bedient Termin zur Hauptverhandlung vor der Strafkammer auf den wir folche Prattiken nicht finden. wird, ein Trinkgeld d. h. eine Beisteuer zu ihrem Lohn gezahlt. 18. d. M. angefeßt worden. Die ganze Angelegenheit, welche fo Engen Richter stellt anläßlich eines Sieges der Innungs- Da dies dem Pächter bekannt ist, zahlt er eben keinen Lohn, der viel Staub aufgewirbelt hat, scheint einigermaßen den Verlauf kandidaten bei der Wahl der Arbeitgeber"-Vertreter zum Ge- Arme! des Hornberger Schießens nehmen zu wollen, denn während alle werbeschiedsgericht in Frankfurt a. M. die Niederlage seiner Ich zweifle aber, daß ein Gast, der nicht ein Trinkgeld Welt sich auf einen Sensationsprozeß gefaßt gemacht hat, ist jetzt Gesinnungs- genossen führt er auf eine angeblich schwache Bezahlt, das nächfie Mal von der Kellnerin bedient werden würde. Die Anflage nur wegen eines einzigen Falles des versuchten Betheiligung zurück eigenthümliche Betrachtungen in seinem Blatte truges erhoben worden. Die Anklage richtet sich gegen den Hof= an. Er meint: ss) Eine verdienstvolle Arbeiterin. Unter dieser Ueberschrift lieferanten Eduard Thiele, den Redakteur der Orgel- Zeitung" traten find." S02 000 008 nou Dejenis „ Es werden hübsche Schiedsgerichte herauskommen, bringt das Wiener Extrablatt" eine furze Biographie einer Ar- Reiter und einen Kanzleidiener aus dem Hofmarschallamt, wenn die Beisitzer aus dem Kreise der Arbeitgeber Innungs. beiterin, welche 25 Jahre für dieselbe Firma gearbeitet hat, nebst welch letzterer der Anstiftung zu dem versuchten Betruge bes d can brüder, die Arbeitnehmer sammt und sonders Sozialdemo- ihrem Bildniß, und zwar auf der ersten Seite der Zeitung. Viel schuldigt wird.dll) pad 100s leicht führen auch unsere bürgerlichen Blätter noch den Brauch ein, verdienstvolle Arbeiter in dieser Weise zu feiern. Wenn aber Einen dem Angeklagten unerwarteten Ausgang nahm Herr Richter thut gerade so, als ob ein Unterschied zwischen das 25 Jahre lange Verbleiben eines Arbeiters in demselben Eta- eine Verhandlung wegen Unterschlagung, welche den Buchhändler der Ausbeutung und Bedrückung eines Arbeiters durch einen blissement etwas so Seltenes ist, so müßte auch der Arbeitgeber und Annonzen- Agenten Jordan gestern vor das hiesige Schöffen Innungsbruder und durch einen mancheſterlichen Unternehmer vorhanden wäre. Der einzige Unterschied zwischen beiden Kate- gefeiert werden, dem das Schwierige gelang, sich einen Arbeiter gericht führte. Der Angeklagte, welcher schon ein flangvolles Rate- lange gorien ist der, daß die erstere offen ihre reaktionäre Gesinnungo lange zu erhalten. Neben das Bildniß des Arbeiters gehört Strafregister hinter sich hat, wurde beschuldigt, in recht dreifter zur Schau trägt, daß aber die Mannen Eugens ihre innerlich also, damit Gerechtigkeit walte, das des Arbeitgebers. Damit Weise zwei von ihm angestellte Leute um ihre Rautionen gebracht durch und durch nicht minder reaktionäre Gesinnung hinter der würde dem Bestreben, die„ Harmonie" darzuthun, ein neues Mittel zu haben. Bwei stellenloſe Männer, welche sich durch Annonze als Hausdiener ausgeboten hatten, erhielten von dem Angeklagten heuchlerischen Maste einer Schein- Freiſinnigkeit verbergen. Je dienstbar gemacht sein: die Jülustration. die Aufforderung, sich in seinem Geschäftslokal zu melden. Die denfalls würden Richter'sche Arbeitgeber" genau so die Kapitals- Der dritte ,, Volks- Unterhaltungsabend" hatte am Sonn- persönliche Vorstellung führte denn auch zu einem Engagement ber intereffen vertreten, wie die Zünstler, dem Arbeiter tann es voll- tag wieder einmal eine recht wunderliche Sorte„ Bolt" nach dem beiden Bewerber als Hausdiener und Reklame- Austrager, nach ständig gleichgiltig sein, aus welcher von beiden arbeiterfeind Feenpalast gelockt. Die Veranstalter des Unternehmens hatten dem die Grundbedingung die Zahlung einer Raution von lichen Parteien sich die Beisiger rekrutiren. durch die Zeitungen aufgefordert, Billets für Hausdiener, Dienst- 800 bezo. 100 m. erfüllt war. Der Angeflagte heimste das mädchen u. s. w. zu entnehmen. Die Bourgeoisie hatte sich das Geld ein und gab dafür zwei Wechsel hin, von deren Wertha nicht zweimal fagen lassen. Sie hatte Billets in großer Menge losigkeit sich die beiden Kautionssteller sehr bald überzeugen sollten gekauft und selber benutzt. Die Bemittelteren greifen befannt Der Eine von ihnen erhielt zu seinem Staunen eines Tages einen lich auch ganz gerne zu, wenn irgendwo etwas billig zu haben Brief von dem Angeklagten, in welchem ihm wegen angeblicher ist und diesmal bot sich außerdem noch die seltene Gelegen- unbrauchbarkeit seine sofortige Entlassung angekündigt wurde, heit, den vielgerühmten Phonographen für ein Entree von Die Kaution erklärte der Angeklagte aber mit Rücksicht auf den 10 Bf. zu hören. Das Publikum war daher ein durchaus großen Schaden, welcher ihm durch die Lässigkeit des Zeugen zugefügt anständiges". Hausdiener und Dienstmädchen waren nicht zu worden", für verfallen und gab dem Entlassenen anheim, ihn event, finden. Andere Arbeiter und Arbeiterinnen vermochten wir ebenso zu verflagen. Ein gleiches Schicksal hatte auch der zweite Haus wenig zu entdecken. Diener, obwohl auch ihm von einer Pflichtvernachlässigung nichts Es ging auch dementsprechend„ anständig" zu. Eine Dame bekannt war. Beide gingen nun flagend gegen den Angeklagten wurde hinausgewiesen und, da sie nicht sofort ging, nach einem vor, fie erftritten auch obsiegende Erkenntnisse, welche jeboch nicht erregten Wortwechsel recht unsanft die Treppe hinab befördert. viel befagten, da eine Pfändung bei dem Angeklagten fruchtlos Der resolute Rausschmeißer soll ein Ordner gewesen sein, was war. Vor der Straftammer trat der lettere außerordentlich übrigens auch auf Nachfrage an kompetenter Stelle nicht bestimmt siegesficher und als Biedermann auf und behauptete schlankweg, in Abrede gestellt wurde. Die Dame hatte sich glücklicherweise daß er jeden Augenblick in der Lage sei, die Beträge der nicht verletzt und kehrte sofort in den Saal zurück, um Rache zu Rautionen zurückzuzahlen, daß er aber erst die Entscheidung der nehmen. Da sich ein kleiner Menschentnäuel bildete, in welchem Biviltlage in zweiter Instans abwarten wolle. Der Gerichtshof bes from Unsere kurze Kritik der Arbeitslosen Statistik des Reichsanzeigers" wird von der bürgerlichen Bresse, welche die Statistit abgedruckt hat, ignorirt; nur die Franti. 8tg." brudt unsere Stritit zustimmend ab. Der„ Reichsanzeiger" selbst hat zu einer Erwiderung noch nicht das Wort gefunden. Ueber das„ neue Nationalgericht", nämlich das Kaninchen, äußert sich in der Brest. 3tg." ein hervorragender Berliner Mit arbeiter. Das Schlußergebnis feines langen Redeſchwalls ist: Alles, was man der Sache gegenüber thun kann, ist, daß man ihre Entwickelung vorurtheilslos, wie ein gebildeter Mensch im neunzehnten Jahrhundert sein soll, abwartet." Der Herr stellt demnach an den„ gebildeten Menschen im neunzehnten Jahrhundert" recht bescheidene Ansprüche. Das Verbot der Tellersammlungen besteht jetzt in ver schiedenen Gegenden des Geltungsgebiets des preußischen Vereinsgesetzes in sehr verschiedener Form. In einzelnen Gegenden sind Schloß zum Entsetzen des Angeklagten, fofort die Probe auf das Jahren die Zimmererbewegung Berlins sehr herunter gekommen| Sandsberger Allee, gemacht war, wurde die Versammlung mit Erempel zu machen. Auf Gerichtsbeschluß soll in der Wohnung ist. Damit hätten sich auch die Arbeitsbedingungen, unter denen einem dreifachen Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung gedes Angeklagten sofort eine Haussuchung stattfinden, um fest- die Zimmerer jetzt oft zu arbeiten gezwungen sind, verschlechtert. schlossen. Ind Jadinsio spollo zustellen, ob baares Geld in der Höhe der Kautionen überhaupt Es werde jeht vielfach für 50 Pf. Stundenlohn gearbeitet, ja Mörder! Gewalt! Sie wollen mich tödten!" " Klavierarbeiter. vorhanden sei; zur Vermeidung von Verdunkelungen wurde aber theilweise schon für 471/2 Pf. und weniger. Es müsse unbedingt Seifenfieder. In der am Sonntag, den 8. März tagenden der Angeklagte in Untersuchungshaft genommen. Diese etwas geschehen, um der Organisation und damit der Bewegung Versammlung der freien Vereinigung der Seifensieder und BeLösung war dem Letzteren natürlich sehr unangenehm und er bat wieder aufzuhelfen. Vor allem müsse auf eine einheitliche Gerufsgenossen Berlins und Umgegend sprach Herr Dr. Lütgenau darum, ihn dann lieber zu verurtheilen. Da er sich aber stand- staltung der Organisation in Berlin hingewirkt werden. Redner über Bourgeoisie und Proletariat". Der Vortrag wurde mit haft weigerte, anzugeben, wo in seiner Wohnung Geld zu finden hebt nun die Vorzüge der Zentralorganisation hervor und be- großem Beifall aufgenommen. Zu Punkt 3 wurde beschlossen, sein würde, blieb es bei dem Gerichtsbeschluß und der Angeklagte dauert das Bestehen einer lokalen Zimmerer- Organisation in am 1. Mai Abends eine öffentliche Versammlung mit Vortrag wurde in den Untersuchungsarrest abgeführt. nop Com Berlin neben der zentralen. Die stattgefundene Bauhandwerker- unter Zuziehung der Frauen im Lokale des Herrn Scheffer zu Konferenz in Betracht ziehend, spricht sich Redner dahin aus, veranstalten, da es den meisten Kollegen unmöglich ist, den Ein Bild des Jammers bot der Angeklagte dar, welcher daß die Frage einer allgemeinen Berliner Bauhandwerker- ganzen Tag zu feiern. Zu Verschiedenem sprachen einige Kolgestern in der Person des Stellmachers Wilhelm Kremtan Vereinigung verfrüht sei. Das Endziel in der Ausbauung der legen mit der Mahnung, die Versammlungen recht fleißig zu bevor dem hiesigen Schöffengericht zu erscheinen hatte, um sich Organisation sei zwar die Union der verwandten baugewerb- suchen und die indifferenten Kollegen hierzu unermüdlich zu erwegen gröblicher Beleidigung der Eisenbahn- Direktion zu Brom- lichen Arbeitsbranchen, jezt müsse man aber erst die einzelnen muntern. Dann schloß der Vorsitzende mit einem Hoch auf die berg zu verantworten. Der Angeklagte, ein ganz hohlwangiger, Branchen zentral organisiren. Zu dieser Angelegenheit sprachen internationale Arbeiterbewegung die Versammlung. außerordentlich frant aussehender Mensch, wantte fraftlos auf noch die Herren Mans chewsky, Wolter, Silber- Unterm neuen Kurs. Am 31. Januar cr. wurde eine die Anklagebant, fant dort in sich zusammen und erging sich auf schmidt, Geffrois und Loß im Sinne des Referenten. Versammlung der Freien Vereinigung der Kaufleute" zum die Vorfragen des Vorsitzenden in wirren Redensarten: Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: 5. Februar cr. bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, einberufen, in so rang es sich Die Versammlung verpflichtet sich, Mann für Mann der welcher der Reichstags- Abgeordnete Wurm referirte. unter Mechzen und Stöhnen aus der Brust des Angeklagten und Bentralorganisation anzuschließen und wieder thatkräftig für denver- Dies war eine sogenannte Wanderversammlung des Vereins, als gar seiner Vorstrafen aus früheren Jahren gedacht wurde, band deutscher Zimmerleute einzutreten, wie dies in früheren Jahren welche in einem größeren Saale abgehalten wurde, während die da fuchtelte er mit den Händen umber und schrie in dem Tone der der Fall war, damit die Organisation wieder so kräftig wird, daß andere Versammlung in einem bestimmten Lokale abgehalten Verzweiflung: Das ist der Fluch! Das ist der Fluch! Ich habe mich die Zimmerleute wieder dem Kapital entgegentreten tönnen." Es wird. Die obengenannte Versammlung war durch Säulenfür meine 7 Geschwister und meine arme Mutter geopfert und die Strafe auf mich genommen. Das ist der Fluch!" Dann ſank er mit dem entspann sich nun eine lebhafte Debatte über die Unregung, ob anschlag und Annonze im„ Borwärts" bekannt gemacht, und Kopf auf die Brüstung und hörte der weiteren Verhandlung nicht es zweckmäßig sei, im Westen Berlins eine Arbeitsvermittelung zwar war in letterer der Satz enthalten: der Zimmerleute herbeizuführen. Diese Angelegenheit wurde da " Jedermann hat Butritt"; jundia weiter zu. Aus derselben ergab sich, daß der Angeklagte mit der mit erledigt, daß das Bureau der Versammlung beauftragt wurde, während bisher geschrieben wurde: Eisenbahn- Direktion zu Bromberg in Konflikt gerathen ist und im fich nach einem Lokale im Westen umzusehen, welches sich zum Gäste haben Zutritt." Verlaufe desselben von der Direktion einen unfrankirten Bescheid Verkehrslokal der Zimmerleute eigene und dies Lokal durch die Infolge des Sayes:" Jedermann hat Zutritt" wird oder erhalten hat. Darauf hat er dann mit einem Briefe geantwortet, Beitung bekannt zu machen. Hier sollen dann die arbeitslosen kann die Versammlung als öffentliche angesehen werden, wie welcher von Beleidigungen stroßte und etwa folgenden Schluß Kollegen des Westens an zwei oder einem bestimmten Tage in folgende Buschrift des Polizeipräsidiums an den Vorsitzende a des hatte:„ Ich bin gemordet mit meiner Familie, von einem Räuber- der Woche zusammenkommen. Diejenigen arbeitenden Kollegen, Bereins beweist: Hauptmann, der noch schlechter ist, als ein Indianerhäuptling. welche erfahren, wo Stellen offen, find verpflichtet, dies nach dem Berlin, den 6. März 1891.. Die Judianer machen die Weißen doch erst todt und schmoren sie betreffenden Lokale hin zu melden. Von der Gründung eines Für den 5. v. Mts. wurde durch Schreiben vom 31. Janner cr. dann, mich Gottesmann aber wollen sie braten bei lebendigem festen Arbeitsnachweises wurde Abstand genommen. Folgende eine Versammlung der Freien Vereinigung der Kaufleute" hierLeibe oder in eine alte Burg einferkern. Im Uebrigen aber rathe Resolution wurde noch angenommen: Die Versammlung ver- selbst angemeldet, während in der Nr. 29 des Vorwärt" zu ich Ihnen: Machen Sie die Briefe frei, denn unfrantirte Briefe wirft die gestern in der Norddeutschen Brauerei angenommene einer großen Versammlung" der Freien Vereinigung der Raufwerden nicht angenommen." Das Schöffengericht hatte in einem Resolution: 1. weil zu Gunsten der Annahme derselben die Ver- leute," zu welcher Jedermann Zutritt hat", mith in zu früheren Termin Veranlassung genommen, dem gerichtlichen fammlung im Norden tagte, trotzdem allgemein gewünscht wurde, einer öffentlichen Versammlung eingeladen ist. Physikus, Medizinalrath Dr. Long den Auftrag zu ertheilen, den sie solle in der Mitte der Stadt tagen, und 2. weil das Zustande= Zur Vermeidung von Weiterungen mache ich ergebenst darauf Angeklagten auf seinen Geisteszustand hin zu untersuchen. Der Fommen eines Bauhandwerker- Vereins den Prinzipien der allge- aufmerksam, daß die über die Anmeldung einer Bersamanlung felbe hat den Körperzustand des Angeklagten, der augenblicklich meinen Gewerkschaftsbewegung entgegenstrebt. Die Versammlung ausgestellte Bescheinigung lediglich für die thatsächlich angemeldete nach der Koch'schen Methode behandelt wird, als einen geradezu protestirt ganz entschieden gegen jede Einmischung des Regierungs- Versammlung Giltigkeit hat, während eine nicht ordnung& mäßig bejammernswerthen befunden, erklärte jedoch, daß man nur in Baumeister Keßler in die inneren Angelegenheiten der Gewerkschaft. angemeldete Versammlung gemäß§ 5 des Vereinsgefehes vom einer Anstalt in der Lage sein würde, festzustellen, ob bei dem 11. März 1850 der Auflösung unterliegt. Der Polizei- Präsident. Zustand der Geistesverwirrung, welchen der Angeklagte zur Der Allgemeine Metallarbeiter- Verein Berlins und Schau trage, nicht noch eine gute Dosis Verstellung mit im Umgegend hielt am 3. März eine Mitglieder- Versammlung ab, von Richthofen. An den 1. Vorsitzenden der Freiem VerSpiele fei. Verschiedene Anzeichen deuteten darauf hin. Der in der Herr Millarg einen interessanten Vortrag über das einigung der Kaufleute, Herrn A. Penn, Wohlgeboren, hier." Gerichtshof beschloß deshalb, den Angeklagten zur Beobachtung Koalitionsrecht und die ländlichen Arbeiter hielt. Der Referent seines Geisteszustandes einer Anstalt zu überweisen. Dem Ange- kam zu folgendem Schluß: Da die ländlichen Arbeiter nicht das Der Verein der Berliner Klavierarbeiter und Berufsgenossen flagten schien dieser Beschluß über das Begriffsvermögen zu Koalitionsrecht wie die industriellen Arbeiter haben, sondern unter hielt am 2. März eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung gehen; er wurde wieder sehr aufgeregt und schrie:„ Brandstifter! der Gesinde- Ordnung stehen, also zu Arbeitern zweiter Klasse ab. Genosse Wach hielt einen mit großem Beifall aufgenom Ihr wollt mir wohl auch zum Brandstifter machen?" Dann degradirt werden, so müssen die industriellen Arbeiter dafür sorgen, menen Vortrag über Sozialismus. Bon einer Eistussion wankte er wieder zur Thür hinaus, um vorläufig Aufnahme in Aufklärung unter die ländlichen Arbeitsbrüder zu bringen, daß wurde Abstand genommen. einer Frrenanstalt zu finden. dieser Zustand abgeschafft wird; Zeitungen zu vertheilen suchen, Es wurde nun in die Verhandlung über den Streit bei um durch den Stimmzettel, unsere einzige Waffe, endlich Wandel der Firma May u. Ko., Pianofabrit, eingetreten. -Kollege F. Meyer theilt darüber mit, daß die Aussichten In der regen Diskussion wurde der Vorschlag einer Land- für die Streifenden immer noch sehr günstige sind. wirth- Ronferenz, sollten die ländlichen Arbeiter nicht mehr für Wenn sich auch der Streit länger hinzieht, als mcar zuerst geringen Lohn arbeiten wollen, müsse man Kulis annehmen", annahm, so ist der Grund einestheils darin zu suchen, daß die Aufruf an die Arbeiter Deutschlands. Genoffen und etwas tiefer gehänen en macht der Vorsitzende bekannt, daß der welche nun fertiggestellt werden; anderntheils sind die FabriFirma einen größeren Vorrath von halbfertigen Klavieren hatte, Kollegen! Die Arbeiterbewegung, die ihren Siegesmarsch durch Vorstand beschlossen habe( laut Beschluß der letzten be- fanten äußerst hartnäckig und wollen mit aller Gewall: den ArIm Verschiedenen die ganze Welt fortsetzt, hat auch die Arbeiter von Delmen horst im Großherzogthum Oldenburg aufgerüttelt; fie beginnen schließenden Bersammlung) keine Broschüren, betreffs der beitern die Löhne herunterdrücken, um recht billige Sonkurrenz zu erkennen, daß ihr Heil und ihre Zukunft nur in ihrer eigenen Statistik über die Lage der Berliner Metallarbeiter, den Fabrikanten, welche noch ein besseres Klavier in Qualität Kraft und in der ihrer Klasse liegt. Aus dieser Erkenntniß her- der Kosten wegen, drucken zu lassen, sondern die" Deutsche und Preis liefern, zu machen. Natürlicherweise muß nun, vorgegangen, hat sich in neuerer Zeit in Delmenhorst ein Arbeiter- Metallarbeiter- Zeitung" zur Aufnahme auszuerſehen und zwar um den fargen Unternehmergewinn zu vergrößern, der wenn herabgesetzt werden, verein gebildet, der sich naturgemäß auch sofort den Haß der Nummer 9, diese Nummer sei für 5 Pfg. auf dem Arbeitsnach- Arbeitslohn Kapitalisten zuzog. Dieser Verein zählt troß seines ganz furzen weis zu haben, möge Jeder für Ankauf dieser Nummer, sowie den theueren Zeitverhältnissen faum Bestandes bereits zirka 160 Mitglieder, darunter zahlreiche Textil- zum Abonniren auf diese Zeitung agitiren. Es wurde noch einer seiner Familie zu leben gestattet. Wie schlecht es mit Fabritsordnung der Maschinenfabrik in Arnswalde gedacht, wo den Siegesaussichten der Herren Maß u. Komp. steht, sieht man arbeiter und Arbeiterinnen. Wie alle Genossen und Kollegen wissen, ist der Ruf an alle nach die Arbeiter auch außerhalb der Fabrik unter Aufsicht und daraus, daß sie an die anderen Fabrikanten eine schwarze Textilarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands ergangen, fie mögen väterlichen Gewalt des Fabrikanten stehen. Unter anderem wird Liste mit den Namen der Streitenden senden. Wir können den fich organisiren und möchten auch den Kongreß beschicken, welcher der Besuch einer Versammlung mit fofortiger Entlassung und Herren Maß u. Komp. verrathen, wie sich einige andere Fabrikanten zu Ostern in Pößnect stattfindet. Diesem Aufruf folgend haben Verlust des Lohnes bestraft. Gefragt wurde, ob nicht von hier dazu geäußert haben. Sobald der Streit für beendet erklärt ist, sich auch mehrere Kollegen besprochen, einleitende Schritte zu aus Wandel geschaffen werden könne. Geantwortet wurde, daß werde ich, soviel ich kann von den Arbeitern in Arbeit thun. Es wurde eine Versammlung einberufen, wo Herr Reinhart dieses Vorgehen jetzt das beliebteste Mittel der Fabrikanten sei, nehmen!" Baher aus Bremen vejericte. Derselbe legte ben Kern und die daß die Gewalt, wo nur immer möglich, angewendet wird, um wohl nicht erwartete Beifall für ihre schwarzen Liſten" den Arbeiter immer zu unterwerfen. Mit der Aufforderung. Außerdem hat sich der Küster Mennel in Rirdorf als ArbeitsBiele der Fachorganisation in verständlicher Weise dar.d Es wurde dann eine Resolution angenommen, eine Organi- recht rege für alle in nächster Zeit stattfindenden Metallarbeiter vermittler der Firma May u. Ko. entpuppt. Der Mann scheint sation anzustreben. Kaum hatte sich die Kunde in den Fabriken Bersammlungen zu agitiren, schloß der Vorsitzende die Ver- sehr vielseitig zu sein. Kollege Rob. Schmidt ruft sämmtlichen verbreitet, so hatten die Herren Direktoren nichts Eiligeres zu fammlung. Klavierarbeitern zu, ganz energisch den Versuch der Firma Mat thun, als diejenigen Arbeiter, die die Versammlung leiteten, zu in unserer Branche schwarze Listen" ein ermitteln. Natürlich fehlt es ja an Denunzianten nie. Eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Klavier. und Ro., Am arbeiter und verwandter Berufsgenossen sand unter dem Vorsiß zuführen, zurückzuweisen. Wenn sie auch den beabsichtigten Sonnabend, den 21. Februar, kündigte nun der Herr Direktor des Stollegen Bloszins am Montag, den 9. März, statt. Vor Erfolg nicht haben werden, so ist es jetzt doppelte Pflicht der norddeutschen Kammgarnspinnerei einem bei ihm beschäftigten Eintritt in die Tagesordnung stellte Kollege Niendorf den Antrag ausgesperrten Arbeitern zum Siege zu verhelfen. Wer sich jetzt eines jeden Klavierarbeiters die ganze Kraft einzusetzen, um den Vorstandsmitgliede des genannten Arbeitervereins, das ihm den ersten Punkt der Tagesordnung zu streichen und den Refe natürlich schon längst im Wege war, und allen seinen Arbeitern renten nicht sprechen zu lassen. Der Antrag wurde gegen zwei nicht in einer ſeinen Kräften angemessenen Weiſe an den SammRefe- nichgesperrten Arbeitern zum Siege zu verhelfen. Wer sich jetzt hat er gedroht, wer in diesem Verein ist, den würde er entlassen. Stimmen abgelehnt und dann dem Herrn Reichling das Wort lungen für die Streikenden betheiligt, der iſt nicht für uns und Hierdurch glaubten die Herren, diesen Verein vernichten zu ertheilt zu seinem Vortrage: Die Sozialdemokratie und ihr Pro- unsere gerechte Sache, der iſt gegen uns. Denn nicht allein die unterfönnen. Auch von Seiten der Jutespinnerei und-Weberei, fuchen gramm. Der Redner gab eine eingehende Schilderung der Skla- liegenden Streifenden hätten bei dem Sieg des Unternehmerthums fie Leute von auswärts heran zu ziehen, um die hiesigen Arbeiter verei, die fich in grauer Vorzeit entwickelt und in mehr oder die folgen zu tragen, sondern die ganze Branche. Es würde nachher maßregeln zu können. Genoffen und Kollegen! Ihr weniger veränderter Form bis auf den heutigen Tag erhalten ein Jeber nicht etwa nur wöchentlich dann 50 Pfennig oder wißt, daß es den Kampf um das einzige Mittel zur Befreiung, habe. G3 habe deshalb schon zu allen Beiten ein gewisses 1 Mark Berlust haben, sondern einen bedeutend höheren. Jeder daß es den Kampf um die Organisation gilt. Haltet vor Allem Streben der Unterdrückten nach besseren Verhältnissen bestanden, möge daher seine Pflicht thun, um den von den Fa den Zuzug nach Delmenhorst fern. Alle arbeiterfreundlichen und zu unserer Zeit habe dieses Bestreben die Sozialdemokratie brifanten aufgedrungenen Streit energisch zu unterBlätter werden um Abdruck gebeten. ins Leben gerufen. Die sozialdemokratische Partei habe ihre Biele füben. Daß, wie in der Versammlung durch mehrere Kollegen Wegen Lohnreduzirung haben die Arbeiter und Ar- und vor allem ihr Endziel klar und deutlich in einem Programm angeführt wurde, der frühere Meister bei Weibenslaufer und gen beiterinnen der Firma Laue u. Ro., Grüner Weg 104, bie Arbeit festgesetzt. Unſeren Gegnern sei die unbequeme Thatsache aber seht von Pietschmann und Söhne entlassene& Iassen bei Mat ein Dorn im Auge, und da sie die sozialdemokratische Bewegung angefangen haben soll, hat, wie Redner meint einmüthig niedergelegt und bitten Zuzug streng fernzuhalten. nicht wegschaffen können, so suchen sie diefelbe wegzuleugnen Bedeutung. Denn seitdem derselbe die russischen ArbeiterMaßregelung. In Friedenau sind in der Schlosserei von und ihr Bestrebungen unterzuschieben, die ihr thatsächlich absolut Berhältnisse keinen gelernt hat, hat es den Anschein, als wenn er Klemme drei polnische Arbeiter als Schmiede beschäftigt, die gegen fern lägen. Redner ging hierauf die bedeutendsten Säße des nirgends eine bleibende Stätte mehr finden könnte, und so wird An der Debatte betheiligen sich noch die Kollegen Höflich, sehr geringen Lohn arbeiten. Mit ihnen geriethen die dort be: Programms näher ein, zeigte, daß der Sinn derselben ein anderer wohl die Herrlichkeit bei Maß auch nicht lange währen. schäftigten deutschen Arbeiter in Unfrieden, und es kam schließlich sei als der, den die Gegner unterschieben, und schloß seinen Vors Seeliger, Darsow, Riediger und Blogis. Letterer führt unter zufallen foll. Um diesen Zuständen ein Ende zu machen, for- Verhältnisse darauf hindeute, daß die Sozialdemokratie zum Siege anderen an, daß von jedem Arbeiter doch bald eingesehen werden müßte, welchen hohen Werth eine Organisation, ein sich zuderten die deutschen Arbeiter die Entlassung der Polen. Dem gelangen werde und müsse.( Beifall.) fammenschließen aller Arbeiter gegen das UnternehmerMeister waren aber die billigeren, polnischen Arbeitskräfte lieber, In der Diskussion sprachen die Rollegen Hendschel und thum und bas Rapital für jeden Kollegen hat. als die deutschen, und er lehnte es ab, auf den Vorschlag einzu- Dreyer. Nachdem der Antrag auf Schluß der Diskussion ange Gehörten alle Klavierarbeiter und Berufsgenossen dem gehen. Daraufhin legten von den dreizehn deutschen Arbeitern nommen war, erhielt der Kollege Meyer das Wort zum Verein an, dann könnten solche Verhältnisse wie jetzt elf die Arbeit nieder und bitten mun, den Zuzug fernzu- dritten Punkt der Tagesordnung: Bericht über den Streit bei bei Mah nicht so der Firma Maz u. Co. Aus dem Bericht war ersichtlich, daß theilt noch mit, daß die Streitenden fest zusammenhalten. halten. leicht entstehen. Rollege Meyer ber Stand des Streits ein äußerst günstiger genannt werden kann. Jedoch möge ein Jeder fleißig auf die Listen zeichnen, damit sie Die Delegirten der gegen 10 000 Mitglieder zählenden Während früher in der Fabrik der genannten Firma 42 Arbeiter nicht durch Noth gezwungen würden, die Fahne zu verlassen. Bergmanns öceration von Nordwales beschlossen gestern in einer beschäftigt waren, ist es der Firma bis heute noch nicht gelungen, Neu aufgenommen wurden 29 Mitglieder. in Wrexham stattgehabten Versammlung, die von dem Abgeord- mehr als 24 Mann zufammen zu bringen, von denen der größte werden ersucht, die Kommers neten Bickard eingebrachte Bill betreffend den achtstündigen Theil auch nicht aus eigentlichen Klavierarbeitern, sondern aus baldigst zu entnehmen. Junge Leute und ältere Kollegen, Arbeitstag zu unterstützen und sich den Beschlüssen der nächsten Berleimern besteht. Wenn der Zuzug von Bodenmachern, Be- welche gewillt sind, in den projektirten lebenden Bildern bei der internationalen Pariser Konferenz zu fügen. 001. mziehern und Zusammenfegern ferngehalten wird, so wird es der Maifeier des Bereins mitzuwirken, fönnen sich beim Kollegen nonpsqua dis) of disons Jmma dog auch bei dem Arbeiter und Die Kollegen und Maskenball- Billets od sdh di smigirma nicht lange mehr möglich sein, den Streit aufrecht zu er Kröhn im Vorstand melden. Billets hierzu sind bei sämmtlichen halten. In der Diskussion über diesen Bericht sprachen die Kol- Borstandsmitgliedern und im Restaurant Winzer, Naunynstr. 78, legen Höflich, Lüderis, Grunow, Blum, Hendschel, Michelske, à 20 Pf. zu haben. Schmidt und Köppen, die unter anderem hervorhoben, die Kollegen Versammlungen. Zimmerleute. sollten doch den falschen Gerüchten, der Streit bei Maz u. Go. In der Freien Vereinigung der Kaufleute wurde am reien Vereinigung der Kaufleute sei durch Wiederbesetzung der Werkstätte beendet, feinen Glauben Freitag, den 6. d. M., in der Versammlung bei Norbert, BeuthEine öffentliche Versammlung der Zimmerleute des Westens schenken. Folgende von dem Kollegen Robert Schmidt ein- traße 22, der 3wed und Nuken einer Enquête Berlins fand am 9. März unter dem Vorsiz des Herrn Wolter gebrachte Resolution wurde einstimmig angenommen: über bie Lage der Handlungsgehilfen besprochen, Die heutige Versammlung beschließt, die streitenden Kollegen wozu Kollege Gustav Mieter eingehend referirte. Er führte aus, bes Genoffen Hilver fandi über„ Alters- und Invaliditäts- von Mag u. Co. auch fernerhin thatkräftig zu unterſtüßen. Sie baß Statiſtiten an sich trocken, ein beredtes und eindringliches Versicherung". Dem Vortragenden wurde für seine Ausführungen sieht die gesammte Lage des Streits für eine äußerst günstige an Beweismittel feien, für den vorliegenden Fall um so nöthiger, lebhafter Beifall zu heitags erhielt nun zum zweiten Punkt und wird alle ihre Kräfte einsehen, den Kollegen von Maz u. Co. als die Verhältnisse der Angestellten im Handelsgewerbe, und namentlich in Berlin, noch ziemlich unaufgeklärt seien. Er habe Wie gestaltet sich die Gewerkschafts- zum Siege zu verhelfen. Nachdem unter„ Verschiedenem" von dem Kollegen Pietsch deshalb die Absicht, privatim eine Enquête, die sich vorläufig eine persönliche Bemerkung über die Firma Donadonai u. Pohl, auf Berlin beschränkt, zu veranstalten, und rechne auf die der Tagesordnung: " Organisation in der jüngsten Zeit?" Herr Ordtland bas bilirear Gefelliger Klub Proletariat" bei Lorenz, Roppenfir. 40 e. and stopn 85 Depeschen. Bes energische Mithilfe jedes Mitgliedes des Vereins. Nähere fich nicht gegen den 3onentarif, sondern er erklärte, er abends 9 Uhr, bet Steemann, Melchiorfir. 15, Sof part. Gäfte willfommen. Mittheilungen, Bertheilung der Fragebogen 2c. würden stände demselben tühI gegenüber, da die Vortheile für die felliger Klub Soffnung" bei Feige, Martušftraße 31.seiner Zeit erfolgen. Geselliger Verein Kollege Rosenthal weist auf die Arbeiter von dem Nachtheil ziemlich aufgewogen werden." Freiheit" Abends 8% Uhr, bet Reichert, Müllerstraße 7. Gäfte, Damen und Schwierigkeit derartiger Privatunternehmen hin, die große Herren, willkommen. Naturheilverein Norden. Abends 8 Uhr, in der Brauerei Königsstadt Schröder, Stegligerfir. 18. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Bergnügungsverein, Ponum", Abends 8% Uhr bet Arbeit erfordern und selten auf Vollständigkeit Anspruch Schönhauser Allee 10 u. 11, Vortrag über Scharlach und Diphtheritis. Gäste Verein der Solbiner", Abends 8% Uhr bei Wutte, Friedrichsbergerstr. 24.erheben könnten. Der Handelsminister von Berlepsch habe bereits willkommen. feine persönliche Geneigtheit, unsere Lage zu eruiren, ausge: Nord) hält ihre Mitglieder Versammlung am Mittwoch, den 11. März, Abends 9 Uhr im Albrechtsgarten, Wilhelmstr. 105. Vereinigung der Maler und verw. Berufsgenossen( Filiale Berlin 5, straße 31. Verein Kreuzfidel", Sigung mit Damen bei Doberstein, Mariannen Berein ehem. Schüler der 44. Gemeindeschule", sprochen, vielleicht sei es vortheilhafter, mit aller Macht darauf Abends 8 Uhr, bet Gnadt, Brunnenstr. 38, ab. Tagesordnung: 1. Bortrag. ftern" in Friedrichsberg. Rauchflub, Nord: Rauchklub Vultan", Abends 9 Uhr bet hiu zu arbeiten, daß möglichst bald eine amtliche, umfassende Referent: Kollege Fleischer. 2. Unsere Sofalitatiftit. 3. Berschiedenes und Ahmer, Gräfeftr. 82. Enquête über ganz Deutschland erfolgt. Orientalischer Rauchtlub, Abends 9 Uhr, bei HartFragetasten. Gäste willkommen. Um recht zahlreiches Erscheinen wird ersucht. mann, Manteuffelstr. 71. Gäste willkommen. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs am Mittwoch. Abends von 9-11 Uhr, Posenerstr. 5 bei Nockendorf. Rauchtlub Frisch gewagt", Bortoärts", Abends 8% Uhr, Sigung im Lokale des Herrn Köhn, Naunynftr. 88. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. abends 8½ Uhr, bei Silgenfeld, Bergstraße 60. Gäste haben Zutritt. Nord", Abends 8 Uhr, bei Raabe, Ruppinerstr. 46." Gleichheit". Emanzipation", abends 8 Uhr bei Wagner, Neue Königstr. 89. Gäfte willtommen." Kultur", Abends 8% Uhr bet Steuer, Weinfir. 22. Gleichheit", 8% Uhr bei Schönemann, Staligerstr. 7. Gäste willkommen. Freie Denter", 9 Uhr bei Haugt, Böthstraße 12. Gäste will( Wolffs Telegraphen- Bureau.) tommen. Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch, Abends, Glasgow, 10. März. Durch eine in der Eisengießerei von Gesangverein Freya",( Gem. Dixon heute stattgefundene Explosion eines Kondensators find Uhr, uebungsstunde( Aufn. von Mitgl.). Chor) bei Zemiter, Münzstraße 11. Hochfir. 32 a bei Wilte. Männer Gefangverein Silaritas", eine große Anzahl Arbeiter getödtet und verwundet worden. Die Flöterscher Gesangverein", Landsbergerstr. 31 bei Musold. Arbeiter- Gefangverein, Borwärts", Schönhauser Allee 28 bei Leichen des Direktors des Werkes und mehrerer Arbeiter waren Nürnberg. Gesangverein„ te desfreiheit", Blumenftr. 38 bei Sente. bei Abgang des Telegramms noch nicht aufgefunden worden. Gefangverein der Steinmeßen", Johannisstr. 21 bei Müller.- Gefang verein" Deutsche Eiche", Blumenftr. 46 bei Went. Arbeiter Gefang verein" cho", Banton bei Borchardt, Schulzeſtr. 27. Gesangverein " Lerche", Abends 9 Uhr, bet Bimmermann, Brunnenstr. 119. Gesang verein, Johanni" am Oftbahnhof Nr. 7 bei Junold. Arbeiter- Gefang Hämmerle, Bülowftr. 59, part. verein Freiheit", Uebungsstunde von 9 bis 11 Uhr im Restaurant Männergesangverein, Morgenroth", Wrangelstr. 147 bet W. Schmidt. Berein„ Steinfeger Sängerchor", Schwebterstr. 17 bet Wolter. Gefangverein Südost" bei Ziemer, Cuvryftraße 16.- Männergesangverein Steinne Ife", Gerichtstr. 10 im Restau aerisitraßennergesangverein" Sufriedenheit" bet Gauger, Willibald Besuch in den Nachmittagsstunden. Ueber die Vortheile und Nachtheile der Privat resp. amtlichen Enquête entspann sich dann eine eingehende Debatte, an der wiederholt die Herren Mieker, Rosenthal, Schreyer, Türk, Dr. Lütgenau, Friedland, Zinzky, Kannegießer u. A. Theil nahmen und deren Resultat die Annahme eines Antrages war, dahingehend, daß der Verein Herrn Mieker bei seinem lobens-" werthen Vorhaben mit aller Macht unterstützt. Des Weiteren wurde dann noch auf die ,, Kaufmännische Rundschau" aufmerksam gemacht, die namentlich in den Provinzen eine begeisterte Aufnahme gefunden hätte, deren Abonnentenstand aber noch zu gering sei. Zu besserer Agitation für dieses Blatt wurde eine Kommission von 4 Personen gewählt. Nach Erledigung mehrerer Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Folgende Erwiderung geht uns von Herrn Mikur zu: Auf die Erklärung des Brauführers Wiegel des Münchener Brauhauses erwidere ich, daß ich meine früheren Aussagen voll und ganz aufrecht erhalte. Inwiefern ich an der Entlassung der Kollegen Mehl und Demling irgendwelche Schuld tragen soll, ist mir unerfindlich. Wäre es aber der Fall, so dürfte es wohl keine Ehre für das betreffende Geschäft sein, wenn ein Arbeiter, der sich durchaus keiner Bevorzugung erfreut, die Stellungen seiner Mitarbeiter erschüttern fönnte. Auch wäre es mit den f. 3. gefallenen Aeußerungen des Herrn Braumeisters Zerbe, daß er auf Aussagen anderer nichts gele, sondern seine Leute selbst beurtheile, nicht in Einklang zu R. Mitur, bringen. Treschowstraße 34. 5. " auf", Abends 8-10% Uhr bei Haller, Naunynstr. 70. Pausebeutel", Abends 9 Uhr bei Poppe, Lindenstr. 106. Gefangverein Aleranderstr. 37, Ede Staiserstr., 1" Tr. Brüderstr. 26. Gefangverein Alpenrofe",( Gem. Chor) 8-10 Uhr, Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein Frisch Gesangverein " offnung", Moabit, Abends% 9 Uhr bei Flges, Wilsnackerstr. 63. Männergesangverein" Sangestreue", Abends 9-11 Uhr bei Luther, Gesangverein Alpenglühen" s uhr, bei Schröder, Reichenbergersir. 24. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Bitherflub Alpen veilchen", Abends 8 Uhr, Kaiser straße 25b, Ecke Aleranderstraße. Gäste willkommen. Tambourverein Echo"( Vergnügungs- Verein), Abends 9 Uhr bet Hüttrich, Gollnowstr. 9. Männergefangverein" Edelweiß", Abends 8 Uhr, bet Schneider, Belforterftraße 15. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Zu dem Bericht über den Streik der Versilberer in Lübeck'scher Turnverein: 1. Lehrlingsabtheilung, Abends von 8 bis der Fabrit von A. Wertmeister theilt uns Herr August Werk- 10 Uhr im Turnfaale des Königstädt. Gymnaf.", Glifabethstr. 57-58. meister junior, Brunnenstr. 151-152 mit, daß er mit dem er- Berliner Turngenossenschaft, 8. Männer- Abth., Abends von 9 bis 11 Uhr. Turnlotal: Mühlenstr. 49-50, Turnverein ,, Often", Männer wähnten Herrn Werkmeister nicht identisch ist. Abtheilung, von 8-10 Uhr Abends, Blumenstr. 63a. Theaterverein" Blumenlese" Sigung 9 Uhr abends im„ Dresdener Garten", Dresdenerstraße 45, Damien und Herren als Gäfte willfommen. - Theater- u. Vergnügungsverein Vultania" Abends 9 Uhr, in Meißners Restaurant, Gartenstraße 162. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Pollack- Klub Lustige Brüder", Abends 8%-10% Uhr im Restaurant ziewald, Dresdenerstr. 38.- Bergnügungs- Verein Proletariat", Sigung Baumeister G. Keßler schreibt uns: In dem Berichte der 2. Beilage Ihrer Nr. 57 über meine Aeußerung in der Versammlung des Wahlvereins des 2. Berliner Reichstags- Wahltreises ist ein Irrthum enthalten:„ Genosse Keßler erklärte Achtung! Achtung! Geschäftshaus S. Heine. Fachverein der Steindrud.. Lithograph. Chauffeestraße 14 Donnerstag, den 19. März, Abds. 8% Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Ausserordentliche Generalversammlung. Tages Ordnung: 281/9 1. Wie stellen sich die Mitglieder zur event. Auflösung des Vereins zu Gunsten der Zentralisation. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Die Mitglieder werden ersucht, die restirenden Beiträge zu entrichten. NB. Die Kollegen, welche Billets vom letzten Winterfest des Fachvereins haben, werden ersucht, dieselben abzurechnen resp. zu bezahlen. Mitgliedsbuch legitimirt. I'm recht pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Bekleidungs- Industrie. Donnerstag, d. 12. März, Abds. 8 Uhr, im Saale b. Hrn. Ilges, Wilnackerstr. 63. Große öffentliche Versammlung Tages Ordnung: = 276/3 1. Bortrag der Frau Ihrer aus Velten. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Untosten Tellersammlung. Achtung! Die Einberuferin. Achtung! General- Versammlung sämmtl. in der Firmenschilder- Branche beschäft. Arbeiter am Mittwoch, den 11. März, Abends 8 Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstr. 10. Tages Ordnung: 886b 1. Raffenbericht. 2. Vortrag des Stadtverordneten Herrn. Frizz Zubeil. 8. Diskussion. 4. Verschiedenes. Es wird ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse 3. In zweiter Auflage erschien soeben: Die Die schönsten Kinder- Kleider für Mädchen jeden Alters, sowie Morgeuröcke, Unterröde, Trikottaillen u. Blousen auch im Einzelverkauf sehr billig! Massbestellungen u. Reparaturen werden prompt erledigt! Chaasfeestraße 14 Geschäftshaus 5. Seine. S. Nur I Mark kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen 22L Briefkaffen der Redaktion. G. R., Fürstenstraße. Wiederholen Sie Ihre Anfrage. H. H. P. Das ist uns leider auch nicht bekannt. R. H., Rheinsbergerstr. 67. 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