Nr. 94. 61fbeint täglich außer Montage. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg frei in's Haus. Eingeine Nummer Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz rand: Deutschland u. Defterretch= ingarn 2 wt., für das übrige fusland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boft- Beitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Berfammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochens tagen bis 7 Ubr Abends, an Sonne und Fefttagen bis 9 Uhr Vors mittags geöffnet. Ferusprech- Anschlug Amt 1, Br. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Schühlinge des heiligen Andor. " Sonnabend, den 22. April 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. der östlichen Provinzen ist, sollte man lieber durch eine Umgestal- artigen polnischen Bevölkerung zu thun. Die bedeutenden tung unserer millionärzüchtenden Wirthschaftspolitik auf die Bergwerke Oberschlesiens haben unter der polnischen BeHebung des Wohlstandes jener Gegenden einzuwirken suchen. völkerung dieser Provinz eine kräftige Industrie erzeugt, Keine anderen Theile Deutschlands haben unter den Folgen welche den dortigen Zuständen ein ähnliches Gepräge geErzbischof Stablewski und seine Mannen in der der Schutzzollära so sehr gelitten, als gerade die östlichen geben hat, wie in den übrigen Industriegegenden DeutschTiözese Posen- Gnesen haben sich zu einer sozial- ackerbautreibenden Provinzen. stritt deutlich zu Tage lands. Auch die polnischen Bergleute und Fabritarbeiter politischen That aufgerafft. Sie haben, wie wir unlängst in der Bevölkerungsbewegung. Während an dem natur- sind sich ihrer Klassenlage bewußt geworden. Die junge meldeten, eine Bruderschaft des heiligen gemäßen Bevölkerungszuwachs von jährlich etwa einer halben sozialistische Propaganda hat dort kräftige Wurzeln geIfidor" gestiftet, der die Aufgabe gestellt ist, die Bauern Million die westlichen und mitteldeutschen Reichstheile am schlagen, so daß gegründete Hoffnung besteht, die große und Landarbeiter jener östlichen Landestheile von der stärksten partizipiren, haben die östlichen Provinzen Preußens Masse der oberschlesischen Industriebevölkerung, die bisher Eachsengängerei abzuhalten. Theils soll das bewirkt werden eine unverhältnißmäßig geringere Zunahme innerhalb der Zeit noch dem Zentrum blindlings Folge zu leisten gewohnt durch das reichlich flüssig zu machende Mittel des geistlichen zwischen den beiden Bolkszählungen von 1885 und 1890 war, für die Sozialdemokratie zu gewinnen. Zuspruchs, theils durch das weniger ergiebige, aber erfahren, und Ostpreußen, die allen Nachtheilen einer ver- Anders liegt die Sache in Bosen und Westpreußen, zweifellos wirksamere der materiellen Unterstützung. Unsere fehrten Bollpolitik am meisten ausgesetzte Provinz, ist inner- wo der ländlichen Verhältnisse halber den polnischen Kleintiefe Unvissenheit in theologischen Dingen macht es uns halb dieses Zeitraumes fogar um 812 Einwohner zurück- bauern und Landarbeitern, die bisher aus alter Gewohnunmöglich, anzugeben, durch was für gottselige Thaten der gegangen. heit stets der polnischen Adelsfraktion zu Reichstagssiten jelige Isidor fich den Heiligenschein verdient hat, und noch weniger, kraft welcher Eigenschaften und Kenntnisse er den Etiftern besagten Bundes sich als der paßlichste Schutzpatron für ein sozialpolitisches Unternehmen empfohlen hat. Aber sauer wird er's fich werden lassen müssen, der heilige Ifidor, wenn er einen nennenswerthen Erfolg bei seinen Schußbefohlenen erzielen will. Aus diesen Zahlen geht übrigens noch nicht einmal der verholfen haben, in ihren Heimathsorten nur schwer ganze Umfang des durch die Schuzzollpolitik und die Lati- beizukommen ist. Da sind es nun aber die Schüßfundienwirthschaft auf die Bevölkerung des Ostens aus- linge des heiligen Ifidor, die westwärts wandernden geübten Einflusses hervor. Wohl aber wird das uns klar, Sachsengänger, denen man leichter das Verständniß für wenn wir die Einwohnerzahl Preußens in verschiedenen die sozialistischen Lehren erschließen kann, so daß sie dann Beiträumen nach ihrer Sprachangehörigkeit in Vergleich stellen. als Propagandisten in ihre Heimathsorte zurückfluthen Während im Jahre 1880 Preußen 24 395 000 Einwohner werden. Wie willig diese polnischen Arbeiter unsere Lehren Noch ist wenig oder nichts davon zu spüren. Zu deutscher Sprache und 2454000 Einwohner polnischer Sprache aufnehmen, dafür hat es schon wiederholt Beispiele gegeben. Tausenden ziehen die arbeitsuchenden Osterlinge nach hatte, waren 1890 die Deutschsprechenden auf 26 438 000, die So ereignete es sich vor einiger Zeit in Nixdorf, daß Westen. Auf allen Bahnen trifft man sie, Männer und Polnischsprechenden aber auf 2 978 000 angewachsen. Erstere dort von katholischer Seite eine Versammlung van ArWeiber. Die Männer in Kniestiefeln, die Weiber im rothen hatten sich also um 2043 000, oder etwa 12 pCt., letztere beitern zusammenberufen und mit einer salbungsvollen Stopftuche mit leichten Bündeln beladen. Die Frühjahrs- um 524 000, oder etwa 22 pCt., also nahezu doppelt so stark Ansprache im Geiste des heiligen Ifidor beglückt wurde. arteit brängt in den reicheren Korn- und Rübenbezirken vermehrt. Wenn man nun auch annehmen darf, daß der Da trat ein polnischer Sozialist auf und verlas eine 1.5 mittleren und westlichen Deutschlands und verspricht natürliche Bevölkerungszuwachs durch Geburten bei den Bolen polnisch- sozialistische Flugschrift, welche die gesammte Ver Löheren Lohn, als ihn sich der deutsche oder polnische Land- etwas stärker ist, als bei den Deutschen, so reicht er doch bei fammlung zu gunsten des Sozialismus umstimmte. Die arbeiter auf den weniger intensiv bewirthschafteten Latifundien weitem nicht aus, den außerordentlich starken Unterschied Schrift, die das zu Wege brachte, war das sogenannte res Oftens verschaffen kann. Und da will's ihm denn zu erklären. Die Erklärung ist vielmehr in der Thatsache Testament des Pfarrers Sciegiennji. thaus nicht in seinen harten Schädel hinein, weshalb er zu suchen, daß durch Auswanderung aus Deutschland und Sciegiennji war ein von den Lehren Robert Dwen's si zu gunsten der Junker und Bauernguts- Schlächter, die durch Einwanderung aus Russisch- Polen allgemach die öst- ergriffener menschenfreundlicher Geistlicher in der Gegend in oder seine Vorfahren proletarisirt haben, jetzt an die lichen Provinzen polonifirt werden. In Schaaren ziehen von Lublin in Polen, der in den dreißiger und vierziger Scholle feffeln lassen soll. Ist der gutsbesigende Getreide- aus Pommern, Mecklenburg, Westpreußen, Ostpreußen, Jahren für die sozialistischen Ideen unter der dortigen spekulant und Schnapsbrenner mit beiden Beinen in die Posen und Schlesien, den deutschen Junterparadiesen, die Bauern, Landbevölkerung wirkte, bis er fammt einigen Gefapitalistische Wirthschaftsweise hineingesprungen, da sie ihm deutsche, aber auch polnische übers Meer nach Amerika. Sie sinnungsgenossen von den russischen Behörden verhaftet, größeres Wohlleben gestattet auf Kosten der Ausgebeuteten, so schütteln den vaterländischen Staub von ihren Pantoffeln, angeklagt und er zum Tod verurtheilt wurde. Das Todessoll er sich doch auch darein finden, daß die proletarischen weit durch den Steuerdruck, die militärischen Drang urtheil wurde nach beliebter zarischer Methode dahin abAckerbauer, die bisher nur die Nachtheile der kapitalistischen salirungen und das junkerliche Patriarchenregiment fie in geändert, daß man den sozialistischen Pfarrer unter Produktionsweise zu tosten bekamen, jetzt dieselbe in ihrer ihrer Lebenshaltung immer tiefer gedrückt werden, und ihr den Galgen führte, ihn dort mit hundert Stockstreichen ausNoth fich wenigstens so weit zu Nuze machen, daß sie die Platz wird eingenommen durch Polen, die unter dem peitschte und dann zur Verbannung nach Sibirien Arbeitsgelegenheiten dort aufsuchen, wo Arbeit am besten Barenregiment es noch schlechter gehabt haben und deshalb guadigte". Mehrere Jahrzehnte hat er dort zugebracht und bezahlt wird. Alle im Interesse der östlichen Großgrund- die ostdeutschen Zustände immerhin erträglich finden. Daß durfte erst kurz vor seinem Tode, körperlich gebrochen, aber besitzer unternommenen Versuche, den Landproletarier an nur durch eine Hebung der gesammten Lebensverhältnisse in seiner Ueberzeugung unverändert, zurückkehren. Nach die Scholle zu feffeln, sei es durch Heimstättengesetze, sei es die deutschen Bauern in der Heimath festgehalten und der seinem Tode wurde von seinen Freunden ein von ihm verdurch persönliche materielle Unterstügungen, sei es durch die geschilderte Bevölkerungs- Verschiebungsprozeß ins Stocken faßtes Manifest veröffentlicht, das als das" Testament Redekünfte der Bruderschaft des heiligen Sidor werden da gebracht werden könnte, liegt auf der Hand. Doch nicht des Pfarrers Sciegiennji" bekannt geworden ist. feinen Wandel schaffen. Höchstens wird erreicht, daß statt damit wollen wir uns jetzt hier befassen, sondern mit der wo man auch die polnischen Schüßlinge des heiligen Isidor der Hunderte oder Tausende, die zum Bleiben bewogen Frage, wie wir uns unter den bestehenden Verhältnissen trifft, sollte man ihnen diesen kräftigen geistlichen Zuspruch werden, andere Hunderte oder Tausende, die bisher noch gegenüber dem deutschen und polnischen Proletariat des nicht der Sachsengängerei sich angeschlossen haben, zum Wanderstabe greifen. Statt direkt an der Sachsengängerei herumzupfuschen, die doch nur ein Symptom der ungesunden Wirthschaftsverhältnisse Feuilleton. Babrud Berboten.) ( 70 Oftens zu verhalten haben. Außer den durch erzbischöfliche Fürsorge unter den Schutz des heiligen Ifidor gestellten polnischen Sachsengängern haben wir es in Preußen noch mit einer andersjedes Jnteresse für ihn verloren hatte, zu und zog sich, Gregor beim Arm mit sich nehmend, bald zurück. Sie strichen lange umher, um allein zu sein. Gregor richtete seinen Auftrag aus und bestand seinerseits darauf, daß Andrej noch in dieser Nacht nach St. Petersburg abreise. So würde er dem für ihn ausgebreiteten Nege entDie Laufbahn eines Nihilisten. schlüpfen. Andrej war bereit zu gehorchen. Nichts hielt Von S. Stepniat. ihn länger in Dubrawnik zurück, be= zukommen lassen. Er wird seine Wirkung nicht verfehlen. Könnte der heilige Jsidor die Worte dieses Märtyrers zu lesen bekommen, so würde er, falls er halbwegs sein sozial politisches Schüßeramt verdient, sicher selbst noch Sozial demokrat werden. Wie schade, daß Ihr nicht früher gekommen seid!" waren die ersten Worte, welche er den Eintretenden enta gegen rief. Der Onkel war hier, um Dich zu sprechen, Andrej." Weshalb?" " " Es ist ein Brief von Sina an Dich da." " Ein Brief von Sina!" rief Andrej aus." Wo ist Hat er ihn nicht in Deinen Händen gelassen?" Nein. Er konnte ihn, ohne ein Wort von Dir, nicht erhalten. Deshalb kam er. Der Schließer war wie ges wöhnlich mit dem Briefe in dem Wirthshause. Doch Du tamst nicht." er? Sie brachten den Tag in der Stadt zu und hatten ein längeres Gespräch mit einander. Gregor hatte Beit, sich von dem nervösen Anfalle, den der Bericht des Onkel" über die Hinrichtung verursacht hatte, zu erholen. Jetzt war er der Stärkere von beiden. " Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Gregor beruhigte sich nach einer Weile von selbst und fie gesellten sich zu den Freunden, die miteinander sprachen. Niederlagen dürfen uns nicht niederschlagen", sagte er Man hörte nichts als heftige Rufe nach baldiger Rache. mit seiner gewöhnlichen Zuversicht." Unser Sieg hängt von Ter Generalgouverneur, der kaiserliche Staatsanwalt, der der Fähigkeit ab, Niederlage auf Niederlage zu überstehen." Chef der Gendarmerie wurden als„ Kandidaten" aufgestellt, möglich", sagte Andrej, aber in diesem Falle müssen auf deren Haupt der Schlag fallen müsse. dafür sorgen, daß selbst unsere Niederlagen epochemachend werden." wir " 群 " Andrej allein sagte nichts. All' das wäre nicht schlecht gewesen, doch wäre das Spiel des Einsatzes werth? Was Was meinst Du damit?" fragte Gregor, denn sein nützten diese Anschläge gegen Beamte, große oder kleine, scharfes Auge bemerkte etwas eigenthümliches in Andrej's die alle und jeder Knechte ohne eigenen Willen, ohne eigene Bügen. Macht sind? Das verhaßte Gebäude des Despotismus Du wirst es schon erfahren," sagte Andrej ausweichend, würde dadurch nicht einmal erschüttert werden. Die Re- da er nicht geneigt war, deutlicher zu werden. gierung fann immer einen Schlag mit zehn vergelten und Revolution wird einfach in einen Privatkampf zwischen der Polizei und den Verschworenen verwandelt. Wenn der Schlag wirken soll, mußte er auf ein höheres Biel gerichtet Als sie zurückkehrten, fanden sie Watajko, der sie sein, auf den Mann, der den Schlußstein und das Haupt ängstlich erwartete. Auch David war da und sah müder des Systems bildet. und niedergeschlagener aus, als ihn Andrej je gesehen Gleichgiltig hörte er dem erregten Gespräch, welches hatte. Kapitel V. Der Abschiedsbrief. Das war wahr; Andrej dachte, daß er dort nichts mehr zu holen habe. Daun will ich sofort gehen und nach dem Manne selbst sehen," sagte er, bemüht, sein Versäumniß wieder gut zu machen. " " Dazu ist's zu spät," erwiderte Watajko.„ Du hast taum Zeit, den Bug zu erreichen." " Bum Teufel mit dem Zuge! Ich will den Mann heute sehen, und wenn's nicht geht, morgen." Er ließ sich indeß erbitten, den Mann in irgend einem gewöhnlichen Theehause zu treffen. Das war sicherer, als ihm zu Hause einen Besuch abzustatten. Ju der Frühe des nächsten Morgens ging Watajko nach dem Hause des Schließers, um eine Zusammenkunft für die Mittagszeit zu verabreden. Jedoch ohne etwas vers einbart zu haben, kehrte er zurück. Der Mann hatte im Gefängniß Dienst und konnte erst spät am Abend zurückfehren. „ Er hat doch Sina's Brief nicht nach dem Gefängniß Voimm* Uletrevllifif; Berlin, ben 21. April. Die Militärvorlage. Die militäroffiziösen Blätter loben das neue französische Kadregesetz über den grünen Klee, um die Widerhaarigkeit des deutschen Volks gegen die Wiilitärvorlage dafür um so härter zu verurtheilen. Nichts ist ungerechtfertigter, so führt die„Freisinnige Zeitung' aus, als die Art des Vergleiches, welcher wir im �Militär- Wochenblatt' begegnen. Dort in Frankreich handelt es sich um ein Kadregesetz, welches an sich weder eine Vermehrung der Ausgaben noch eine Erhöhung der Friedenspräsenzstärke bezweckt. Vor dem Deutschen Reichstag dagegen handelt es sich um eine Erhöhung der Fricdenspräsenz um über 100 000 Mann mit einer dauernden Steigerung des Militär- etats um mindestens 64 Mill. Mark. Der französischen Teputirtenkammer ist überhaupt eine ähnliche Militärvorlage wie die gegenwärtige deutsche noch niemals vorgelegt worden. JJm Jahre 1874 bezifferte die deutsche Militärverwaltung im Reichstage die französische Friedenspräsenzstärke bereits auf 4öiZ 584 Mann. Aus dem Bericht der französischen Budgetkommission giebt das„Militärwochenblatt" selbst an: Es wird berechnet, daß sich 1895 im ganzen wahr- scheinlich 495 954 Mann unter der Fahne befinden. Das wäre also pro 1893 nur eine Präsenzerhöhung gegen 1874 um 43 000 Mann. In Deutschland aber haben die früheren Militärgesetze schon die Präsenz von damals 402 000 auf jetzt 487 000, also um 85 000 Mann erhöht. Rechnet man dazu die 9000 Einjährig-Freiwilligen in Deutschland und die Uebungen der Ersatzreserve, so ergiebt sich, daß schon ohne die neue Militärvorlage für 1893 in Deutschland mehr Mann unter den Waffen stehen als in Frankreich..... Es ist bezeichnend, daß als 1837 die deutsche Präsenzstärke auf 468 000 Mann erhöht wurde, dies geschah unter Berufung darauf, daß in Frankreich eine Erhöhung der Friedenspräsenz- stärke auf 544 000 Mann geplant werde. Statt dessen hat Frankreich, wie oben nachgewiesen, jetzt nur 496 000 Mann unter den Waffen. In Deutschland aber ist 1890 wiederum eine Erhöhung der Friedenspräsenz um 18 000 Mann erfolgt, und jetzt soll eine weitere Ver- stärkuntz der Friedenspräsenz um 100 000 Mann erfolgen, wesentlich unter Berufung ans Frankreich. Da Frankreich 1887 die beabsichtigte Erhöhung der Friedenspräsenz nicht durchgeführt hat, so wäre schon aus dieser Ursache die Forderung gerechtfertigt, daß die deutsche Friedenspräsenz- stärke herabgesetzt iverde. Die in Bonn erscheinende„Deutsche Reichs- zeitung', ein ultramontanes Blatt, daß sich durch eine nicht geringe Selbständigkeit auszeichnet— gehört doch zu seinen Mitarbeitern der als geistreicher, scharfer Kritiker der bayerischen Zentrumsleute und als kenntnißreicher Sozial- Politiker wohlbekannte Dr. Ratzingen— liest der Zerirrumsfraktion ivegen ihrer Fusangelei tüchtig den Text und sagt zum Schluß: „Wir erwarten, daß das Zentrum gegen Freiherrn von Huene, der noch immer, wenn auch ohne von der Fraktion gedeckt zu sein, Kompromisse zu machen sucht in der Militär- vorläge mit der Regierung, energisch vorgeht."— Eine recht eigenartige Mittheilung liest man in einer M ü n ch e n e r Korrespondenz der„Frankfurter Zeitung". Da heißt es nämlich: „Ein Blatt hat behauptet, zwischen der bayerischen Regierung und der R ei ch s l e itu n g sei eine Differenz darüber entstanden, ob man nach erfolglosen Neuwahlen die Militärvorlage ohne Zustimmung des Reichstages einführen sollte. Eine besondere Mission habe die Aufgabe gehabt, Bayern von seinem Widerslande abzubringen. Diese Mittheilung ist erfunden. Augenscheinlich ist ein derartiges Thema unter den Regierungen noch in keiner Weise berührt worden. So weit, über Neuwahlen hinaus, habe» sich die Erörterungen überhaupt noch nicht erstreckt, wahr- scheinlich sind sie überhaupt nicht einmal bei der Frage der Neuwahlen angelangt." Offenbar ist der Münchener Berichterstatter des Frank- furter Blattes amtlich„inspirirt" worden. Also die bayerische und die Reichsreglerung haben„noch nicht" über einen Verfassungsbruch, über einen Staats' streich verhandelt. Denn die Vorlage oktroyiren gegen den Willen der Volksvertretung heißt die Reichsversassung brechen.„Noch in keiner Weise" bis jetzt also! Und wenn der jetzige Reichstag, wie voraussichtlich, die Vorlage ab- lehnt und das neugewählte Parlament gleichfalls? Was mitgenommen," fragte Andrej.„Könnte seine Frau ihn Euch nicht geben?" „Ich bat sie darum," antwortete Watajko.„Sie sagte aber, daß er diese Briefe in einem Schlupfwinkel versteckt halte, den sie selbst nicht kenne." Dies war im höchsten Grade ärgerlich. Es bedeutete einen Ausschub zum mindesten von einem weiteren Tage, — ein Aufschub, den sich Andrej kaum erlauben durfte, wenn er den Spionen entgehen wollte. „Dann werde ich ihn im Gesängnisse aufsuchen," sagte er unter allgemeiner Bestürzung. „Im Gefängniß! Bist Du von Sinnen?" rief Watajko aus. „Warum nicht," sagte Andrej.„Heute dürfen die politischen Verbrecher ihre wöchentlichen Besuche empfangen. Ich werde zu Warja hingehen und sie zu ihrem regel- , näßigen Besuche, den sie den Schwestern Duborow abstattet, begleiten." „Du wirst aber auf der Stelle erkannt und arretirt werden," rief Gregor ans. „Das ist nicht zu befürchten," sagte Andrej.„Wer in aller Welt wird sich träumen lassen, mich in dem Empfangs- zimmer eines Gefängnisses zu suchen? Es sieht nur gefähr- lich aus, ohne es zu sein. Ueberdies," fügte er in ruhigem Tone zerstreut hinzu,„wäre ich, selbst wenn es gefährlich wäre, doch hingegangen. Ich muß diesen Brief, bevor ich abreise, bekommen." Es mußte geschehen. Diese Botschaft von seinen todten Freunden hatte für ihn mehr als ein sentimentales Interesse. Er hatte einen unerschütterlichen Glauben, daß der Brief etwas enthielt, was ihm die Möglichkeit verschaffen könnte, einen Ausweg aus der gegenwärtig unerträglichen Wirrniß zu finden, und er war entschlossen, ihn um jeden Preis zu sehen. � David schwieg. Auch er war tief erschüttert und unruhevoll; er schien ebenso begierig zu sein, Sina's Brief zu sehen, wie Andrej. Doch verband er sich mit Gregor, um Andrej abzuhalten, sich mnthwillig in den Rachen des dann? Wohin treiben wir? Die Freunde des sozialen und politischen Fortschritts müssen auf der Hut sein, die Wähler ihre Pflicht thnn, um alle Staatsstreichgelüste schon im Keime zu ersticken.— Der„krumme Tüll". AuS Aachen wird uns ge- schrieben: In Ihrer Nr. 90(Hauptblatt) bringen Sie unter der Spitzmarke:„Die Militärvorlage" eine Notiz aus Tölz, wonach alles, was kriechen kann, Soldat werden muß, auch ein hinkender Schneider. Gerade dieser letzte Fall, aber buchstäblich so, soll hiermit aus msiner Verwandtschaft konstatirt werden. Einer meiner Vettern ist Schneider; sein rechtes Bein ist etwa 3 Zentimeter kürzer als das linke. Er wurde deshalb in der Familie und von seinen Freunden von klein auf scherzweise der krumme Tüll genannt. Bei der letzten Aushebung, zu welcher er sich zum ersten Mal zu gestellen hatte, wurde er sofort zum Jnfanterie-Regiment Nr. 39 in Düsseldorf, natürlich zur Handwerker-Kommission, bestimmt. Seine Lahmheit ist jedoch derart, daß er jedesmal zu Boden fällt, wenn er Laufschritt machen will. Wird das ein prächtiger Soldat! Der junge Mann, der sich seines Gebrechens wegen tief unglücklich fühlte, verkündet jetzt überall, ohne daß es ihm geglaubt wird, stolz, er sei nicht mehr der krumme Tüll, denn er müsse Soldat werden.— „Elend" und„gemein" und£>err von Albedyll. Als„gemein und eines gedienten Soldaten unwürdig" bezeichnet es thatsächlich Herr von Albe- dyll, komm andirendcrGenerald es siebenten Armeekorps, wenn sich ein zu einer Hebung ein- berufener Wehrpflichtiger hinterher in öffentlichen Blättern über Soldatenmißhandlungen beschwert. Auch als Zeichen „elender Gesinnung" und„Feigheit" läßt der Kavalleriegeneral solche Missethat durch seine Kontrollofsiziere kennzeichnen. Die Zweifel, ob Herr von Albedyll wirklich diese Ausdrücke gebraucht hat, kann ich, so schreibt ein rheinischer Mitarbeiter der„Franks. Ztg." aufdas aller- b e st i m m t e st e als unbegründet bezeichnen. So und nicht anders lautet es. Herr von Albedyll wird wahrscheinlich das Gegentheil von dem erzielen, was er beabsichtigt. So mancher Uebungspflichtige, der heute stillschweigend Mißhandlungen hinnimmt und sich scheut, den famosen militärischen Beschwerdeweg zu beschreiten, wird in Zukunft wissen, auf welche Art er seinem Herzen Luft machen kann. Herr v. Albedyll sorgt über- Haupt dafür, die Kontrollversammlungen interessant zu macheu. Im verflossenen Herbst ließ er die Bezirksoffiziere eine Rede über die Sozialdemokratie halten und als„Ge- löbniß echt patriotischer Gesinnung" ein Hoch auf den Kaiser ausbringen. Diesnial ist die Rede gegen die Sozial- demokralen weggefallen und nur das Hoch auf den Kaiser übrig geblieben. Eine sehr vernünftige Verfügung hat der Herr General insofern erlassen, als er bei den Kontroll- Versammlungen im Anschluß an die Verlesung des Z 101 des Militär-Strafgesetzbuches, der über die Versammlungen Wehrpflichtiger zum Zwecke der Besprechung militärischer Angelegenheiten handelt, bemerken läßt, daß sich die Be- stimmungen dieses Paragraphen namentlich auch auf Kriegervereine bezögen. Herr v. Albedyll will, so meint ironisch unser Gewährsmann, offenbar damit verhindern, daß sich Kriegcrvereiue auf Anstiften inaktiver Offiziere für die Militärvorlage begeistern. Wir wenigstens haben die Sache so verstanden!— Zum Fall Hofmeister schreibt die„Germania":„Daß die Sozialdemokratie in das Militär, in die Kaserne über- Haupt eingedrungen ist, kann nicht auffallen, da ja bereits viele Tausende jugendlicher Anhänger der Sozialdemokratie im Heere dienen und jedes Jahr neue eingestellt werden. Daß aber auch schon Offiziere von ihr ergriffen sein sollten, hätte bis jetzt sicher niemand vermuthet." Herr Hofmeister soll übrigens nach einer neuerlichen Meldung nicht in das Garnisonlazareth überführt, wohl aber in Untersuchung gezogen worden sein.— Streiflichter ans die politische Lage. So betitelt sich ein Leitartikel der„Kreuz-Zeilung", worin nachgewiesen werden soll, daß viele ultramontane und deulschfrcisinnige Abgeordnete nur aus Furcht vor den Wählern gegen die Militärvorlage stimmen würden, gegen die sie selber nichts einzuwenden hätten. Man liest da:„Nicht gegen die Militärvermchrung a n s i ch richtet sich die Opposition, sondern gegen die neuen Steuern, Löwen zu wagen. Er erbot sich noch einige Tage in Dubrawnik zu bleiben und den Brief nach St. Peters- bürg mitzunehmen. Doch Andrej konnte nicht da�u gebracht werden, Ver- nunft anzunehmen. Er hatte die letzten Tage in einer Atmosphäre gelebt, die von Tod und allerlei Entsetzen gesättigt war und seine Empfindung für Gefahr ab- gestumpft hatte. „Es ist keine Ursache vorhanden, soviel Lärm zu machen." sagte er ungeduldig.„Ich werde selbst gehen und zur rechten Zeit zurück sein, um den Zug noch benutzen zu können. Wir werden uns dort treffen." Ohne weitere Einwände abzuwarten, ging Andrej eilends hinweg, um Warja noch zu Hause anzutreffen. Zwischen zwei und vier Uhr Nachmittags dürften die politischen Gefangenen Besuche empfangen. Es war gegen halb zwei, als Andrej mit einer Tasche, die Nahrungsmittel enthielt und einigen Büchern aus der Leihbibliothek in der Hand sich dem düstern viereckigen Gebäude näherte, an das sich so viele seiner Erinnerungen knüpften. Warja ging neben ihm. Sie wußte, wie einfach das Verfahren war, das in Verbindung nüt dem Gefangenenbesuche stand, und ging bereitwilligst auf Andrej's Bitte ein. Es schien ihr ein prächtiger Spaß zu sein. AlS ihr aber jenes düstere Gebäude in Sicht kam, einige hundert Schritte von dem massiven, eisernen Thore, an dem eine be- waffnete Schildwache stand, da wurde sie von einer plötz- lichen Furcht und von Gewissensbissen ergriffen. Würde chr Begleiter, wenn er sich erst einmal innen befand, ja wieder herauskommen können? „Hören Sie, Kojuckow", sagte sie.„Geben Sie mir die Tasche und gehen Sie zurück. Ich fürchte, daß Ihr Scherz ein schlechtes Ende nimmt." Andrej erhob sein tief gesenktes Haupt, als ob er so- eben erwacht wäre. „Was sein niuß, muß sein"— führte er zerstreut einen fatalistischen, russischen Spruch an. (Fortsetzung folgt.) welche sie in ihrem Gefolge hat. Der allgemeine Nothstand dewirkte diese ablehnende Haltung. Be- sonders leidet die Landwirthschast, und die Wähler urtheilen— wie seiner Zeit in der„Kreuz-Zeitung" bc- richtet— nach Art jener sauerländischen Bauern, daß sie an eine Hebung ihres Gewerbes nicht glauben, wohl aber an neue Steuern. Sie denken also: „Besser bekommen wir es doch nicht, da wollen wir wenigstens sorgen, daß wir nicht mehr zu zahlen brauchen." Und deshalb wählen sie Oppositionsmänncr." Das Argument, ein verlorener Krieg würde weit mehr kosten, als die Vorlage, wirke nur auf die besitzenden Klassen. Dem Leitartikler der„Kreuz-Zeitung" wurde, so erzählt er, an verschiedenen Stellen von Bauern und kleinen Geschäftsleuten dieselbe Antwort:„Uns können die Frau- zosen und Russen nichts nehmen, denn wir haben s e l b st nichts;" oder:„wir sind so wie so p l e i t e." Wenn die Leute über ihre N o t h l a g e er bittert sind, sich vielleicht sogar in halber Verzweiflung be- finden, sind sie für solche Gründe nicht empfänglich. Nur bei den Reichen, bei denen, die wirklich etwas zu verlieren haben, macht man damit Eindruck." Für uns ist diese Ausführung deshalb von Interesse, ivcil hier offen der allgemeine Roth st and und dessen Einfluß aus die politische Aufrüttelung und Selbständigkeit der Massen nicht unzutreffend beurtheilt wird. Daß aber die Junker als Nutzgenießer der Schutzzöllnerei, der Branntweinsteuerwirthschaft, der Ausfuhrprämie und als kapitalistische Grundbesitzer diesen Nothstand mit herbei- führen und befördern, darüber schweigt des Hammerstein's Höflichkeit. Immer tiefer wird die breite Schicht des Klein- bürgerthums, der Handwerker, kleinen Geschäftstreibendcu, Bauern durch die gesellschaftlichen und politischen Miß- stände aufgewühlt, und es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie der Sozialdemokratie anheimfallen. Jedensali; wollen sie keine neuen Steuerlasten, sie wollen aber auch keine Heeresvermehrung: wie z. B. die Bauernschaft durch den langen Militärdienst geschädigt wird, ist bekannt.— Aus dem Abgeordnetenhause. Die Abgeordneten Kelch und T s ch o ck e(Breslau) haben zu der zweiten Berathuug des Entwurfs eines Kommunalabgaben-Gesetzes den Antrag eingebracht, das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: Dem 2. Absatz des Z 8 folgenden 3. Satz hinzu- zufügen: In denjenigen Städten, in denen die Scklachtsteuer nach Maßgabe des Gesetzes vom 2ö. Mai 1873(Gesetzsammlung Seite 222) forterhoden wird(I 10 Absatz 2), dürfen die Benutzungsgebühren nur bis zu einer solchen Höhe erhoben werden. daß durch ihr jährliches Auskommen außer den Unterhaltungs- und Betriebskosten ein Betrag von 5 pCt. des Anlagekapitals und der Entschädigungssumme gedeckt werden.— Hoensbroech. Die„Germania" führt bewegliche Klagen über den Austritt Hoensbroech's, ver ein tapferer Vorkämpfer des Jesuitenordens gewesen sei. Sie führt als Schriften des H. au:„Warum sollen die Jesuiten nicht zurückkehren?"(Freiburg, Herder),„Die Preußischen Jahr- bücher, Professor Adolf Harnack und die Jesuiten. Ein Wort zur Abwehr."(Berlin, Germania),„Professor Dr. Paul Tschackert und die authentischen Gesetze der Jesuiten." (Berlin, Germania). Auch ein eifriger Mitarbeiter des Berliner Zentrnmsvlattes war der Ex-Jesuit.„Wir hoffen," schreibt die„Germania",„die Katholiken nehmen sich im Gebete ihres so hochverdienten und jetzt so beklagenswerthen Mitbruders eifrig an." Sobald die in den„Preußischen Jahrbüchern" demnächst erscheinende Darlegung H.'s erscheint, werden wir unsere Leser über de» Sachverhalt unterrichten.— Nochmals Herr Hitze. In Münster i. Wests, wird bald der Professor der— Pastoraltheologie über Sozial- Politik lesen. Wir haben zu dieser Thatsache sachlich Stellung genommen, dadurch aber den Zorn der„ K ö l n. Volks-Zeitung" hervorgerufen, die in einem langen Leitartikel über unsere kurze Betrachtung Klage führt. Wir freuen uns, aus dem Kölnischen Zcntrumsolatte zu er- fahren, daß Herr Hitze„zweifellos der ausgezeichnetste Sozialpolitiker des Deutschen Reichstages" ist; bei der lln- befangenheit des Organs, worin dieses Lob gezollt wird, wagen wir natürlich nicht zu widersprechen. Eine un- gerechtfertigte Unterstellung aber ist es, wenn die„Köln. Volks-Zeitung" ihre Leser glauben machen will, wir hätten Herrn Hitze's Ehrenhaftigkeit irgendwie angeziveifelt. Wir haben nur festgestellt, daß nach unserer Ansicht Herr Hitze einem Sozialpolitiker vom Range eines Karl von Vogelsang nicht die Schuhriemen auf- zulösen werth ist. Daß wir den wackeren Ideologen des Katholizismus auch als einen persönlich ehrenfesten Mann charakterisirten, versteht sich: eine Spitze gegen Herrn Hitze sucht ein Unbefangener nr unseren Worten aber vergebens. Mit um so größerem Rechte könnten wir gegen die „Kölnische Volkszeitung" den Vorwurf erheben, daß sie in ihrer Auseinandersetzung auf das Gebiet des Persönlichen unschicklich hinübergreise. Dieser Vorwurf trifft sie oder ihren Mitarbeiter, den wir wohl in parlamentarischen Kreisen und etwa unter den geistlichen Streitern für Wahrheit und Freiheit zu suchen haben. Für die letzte Vermuthung spricht jene allumfassende christliche Liebe, womit der Leit- artikler der„Kölnischen Volkszeitung" das„unabhängige" Geschwätz über sozialdemokratische Redaktionsgehälter sich zu eigen macht. Nun, es ist ein kühnes Unterfangen, einen Gelehrten wie Vogelsang in Einen: Athem zu nennen mit Herrn Hitze, dessen Broschürchen wohl die Pastoralthcologen, keinesfalls aber Oekonomen von Fach ernst nehmen mögen. T.'.n Sachkundigen braucht die publizistische und sozialpolitisch- praktische Bedeutung des österreichischen Forschers nicht erst dargelegt zu werden. Die von Vogelsang geleitete„Oester- reichische Monatsschrift für christliche Sozialreform" war eine Fachzeitschrift ersten Ranges, und die Verdienste Vogel- sang's um denArbeiterschtttz(Maximalarbeits- tag u. f. w.) in Oesterreich sind gleichfalls bekannt genug. Aber auch an D e c u r t i u s ragt Herr Hitze, daS be- tonen wir nochmals, nicht heran. Tecurtius treibt keine schivächliche„Sozialreform" im Stile Hitze's, eine Politik, die im A r b e i t e r t r u tz der Gewerbenovelle gipfelt und mit der Politik der breiten, u n g e s ch m ä l z t e n B e t t e l s u p p e n den Heißhunger der Arbeiter nach positiver Sozialpolitik zu stillen sucht. Herr Hitze hat ja zugegeben, daß er Verfasser des in München-Gladbach erschienenen Buches ist:„Das häus- l i ch e G l ü ck." In dieser werden u. a. auch Rezepte an- gegeben für Herrichtung von MittagSmahlzeiten, die pro Kopf zehn Pfennige foften. Im Reichstage ist von fozialdemokratischer Seite dem Herrn Hize bereits gesagt worden, welche Höhe der Sozialpolitik derjenige erklommen hat, der 10 Pfennig- Mahlzeiten für Erwachsene zusammenstellt. In der Einleitung finden sich folgende Gedankenperlen: Das vollkommen durch nichts getrübte Glück sollen wir erst im Himmel finden. Wer wirklich zufrieden ist mit seiner Lage und seinen Verhältnissen, der ist glücklich zu nennen. Wenn also in diesem Buche vom häus lichen" Glück die Rede ist, dann ist damit nicht gemeint: reicher Besitz und viel Geld, auch nicht große Vergnügungen und Freudenrausch!" Unter den in dem Büchlein angeführten Rezepten zeugen besonders folgende für richtiges fozialpolitisches Verständniß: Mittags- Mahlzeiten für 4 Erwachsene in sehr dürftigen Verhältnissen. 1/ Pid. Gerste in Suppe 10 Pf. 1/2 Pfd. in Suppe 9 Pf. 6 Kartoffeln 18 Wurstbrühe oder Buttermilch 7 5 Kartoffeln 15 " 1 Lit. Wurstbrühe 4" " " 35 Pf. " 2 Pfd. grüne Bohnen in Suppe Kartoffeln 14 Pf. 15 " " frische Schweineknochen 4, 28 Pf. Frischer Rohl 10 Pf. 5 Pid. Kartoffeln 15" Schweinspfoten 20 222 gänzlich neu, auch sei fie ganz unvereinbar mit der Infor- Die Nachrichten über die Wiederaufnahme der Ars mation, die er über die Ansicht feiner Kollegen befize. Uebrigens beit lauten aus allen Bezirken heut gleichmäßig dahin, daß sie werde er morgen die Suspendirung des Mitternachts- Regle- entweder bereits erfolgt sei, oder unmittelbar bevorstehe. Nur aus ments behufs Beendigung der Debatte über die Homerule dem Borinage laffen die vorliegenden Meldungen schließen, daß Bill beantragen; Montags werde Harcourt das Budget vor sich hier der Streit um ein politisches Recht in den Streit um Legen.um eine Erhöhung der Hungerlöhne verwandeln wird. Doch ist es nicht ausgeschlossen, daß auch hier die Arbeit zunächst aufgenommen und der Lohnkampf noch vertagt wird. In Rumänien demonstriren die Liberalen gegen das Ministerium. Sie werfen mißliebige Minister mit Steinen und halten Versammlungen ab. In Brüffel war heute alles ruhig. Daffelbe meldet die Proving. Brüssel verliert das Aussehen des Belagerungszustandes, das es gestern wenigstens an bestimmten Stellen der Nordamerikanische Münzpolitik. Der von Carlisle Stadt hatte. erstattete Bericht über die Finanzlage ist nunmehr erschienen. Gestern hatte die Stadtbehörde in der Nähe des Plates vor Der Schaßsekretär erklärt in demselben, er werde fortfahren, der Rammer einige Wassersprisen auffahren laffen, um auch ihre Gold für die zum Ankauf von Silberbarren ausgegebenen Hilfe zur Besänftigung der Gemüther in Anspruch zu nehmen. Schabfcheine solange zu zahlen, als Gold dazu disponibel Andererseits waren an Truppen und Polizeimannfei. Die Regierung werde ihren Kredit ungeschmälert zu fchaften, wie mehrere Blätter übereinstimmend berichten, behaupten suchen. Die Aufrechterhaltung der Gleichwerthig- reichliche Branntweinportionen vertheilt worden. In der Maison du Peuple hielt Genoffe Volders, nachfeit beider Metalle werde nicht aufgegeben werden. Es dem die Entscheidung der Kammer befannt geworden war, eine feien Schritte gethan behufs weiterer Beschaffung von Gold Rede, in der er unter großem Beifall für die Aufhebung des Generalaus dem Westen; man hoffe, hierdurch die Goldreserve in- streits eintrat. Wir hören wohl auf zu streiten," so fagte er, taft belaffen zu können. aber nicht das plurale Wahlrecht zu bekämpfen. Wir haben dafür gekämpft, zu Wählern zu werden; nun werden wir als Eine Krisis in Kanada. Die Auswanderung der Wähler die bekämpfen, die ein mehrfaches Stimmrecht haben. französisch kanadischen Bevölkerung aus den Quebec be- Morgen wollen wir in die Fabriken zurückkehren, von unseren 45 Pf. nachbarten Orten wird immer stärker. Man rechnet darauf, Forderungen aber laffen wir nichts nach. Alle diejenigen, die Mit diesen zur Ernährung eines Menschen vollständig daß von jetzt ab bis Ende Juni 60 000 Bauern nach den jest mit uns marfchirt sind, müssen für die Arbeiterpartei dauernd gewonnen werden. Bald muß das Voltshaus zu klein sein, um unzureichenden Nahrungsmitteln speist die ultramontane Bereinigten Staaten auswandern werden. Alle Versuche, alle Arbeiter mit Weib und Kind aufzunehmen. Heute hat unsere Sozialpolitik des Büchleins vier arme Arbeiter ab. Ver- den Strom zu hemmen, find fruchtlos geblieben, weil den klasse einen ihrer ersten Siege davongetragen!"( Lebhafter Beidient ein solcher Roch nicht eine Profeffur? Sicherlich Leuten jeglicher Verdienst fehlt. fall.) Aehnlich sagt der" Peuple" am Schluß seines heutigen zumal er ja dann Gelegenheit bekommt, Schüler ausLeitartikels, daß die Organisation der Partei jezt noch zubilden, welche seine Weisheit weiter verbreiten, daß besser als bisher auszubauen sei, damit wir noch besser als Wurstbrühe und Schweinstnochen ein Mittagsmahl für jetzt für die nächsten Kämpfe bewaffnet sind, deren schließliches Ergebniß nicht blos die politische, sondern auch die ökonomische, Arbeiter sei. Die Wurst und das Schweinefleisch die soziale Gleichheit für die Arbeiterklasse sein muß, ein Biel, das essen die Fabrikanten! Unsere Leser werden sich sicherdem alle unsere Anstrengungen gelten." lich dem Urtheil der Kölnischen Volkszeitung" anschließen, daß Professor Hize der bedeutendste und erfolgreichste praktische Sozialpolitiker unserer deutschen Parlamente ist"." 33 Pf. " ja, = Die Wahlrechtsbewegung in Belgien. 11 Der Peuple" und die Reforme" haben am Dienstag Abend infolge des Generalstreiks nicht erscheinen tönnen, während die fatholischen und liberalen Blätter ausnahmslos erschienen sind. Der Generalftreit" in dieser Gestalt wird wohl auch seinem wärmsten Anhänger nicht gefallen haben. " " von der Schulter und legte an. Als die Streifenden vor einer blinden Salve nicht zurückwichen, wurde von der Bürgergarde scharf geschoffen. Drei Männer und eine Frau( nach anderen Berichten noch mehr) wurden getödtet, zahllose Arbeiter verwundet." Unser Spzial- Berichterstatter schreibt: C. B. Brüssel, den 19. April. Die Entscheidung in der Kammer ist gefallen, und die Krisis, die Belgien in den letzten ,, Wer ist der neneste Polizeispitel?" Unsere Lefer Wochen durchgemacht hat, damit beendet. Bwar bietet der An- Von der Schießerei der Bürgergarde in Antwerpen auf die sind über die Lockspizel- Abenteuer des Dr. Bauer, wie trag des Deputirten Nyssen, der nun mit zum Grundgesetz des Streitenden giebt ein demokratisches Blatt folgende Darstellung: sie aus den Leipziger Prozeßverhandlungen Landes geworden ist, nur den Schimmer des allgemeinen Wahlrechts; Die Streifenden hatten eine Abordnung nach einer großen um die Arbeiter aur Niederlegung bekannt geworden sind, rechtzeitig unterrichtet worden. Wir er giebt mit der einen und nimmt mit der andern Hand. Aber Gabrit gefchickt, so ungenügend sein Inhalt, so verwickelt und ausgetüftelt feine der Arbeit zu bewegen. Die Deputation wurde nicht forderten sogleich, daß das preußische Justizministerium in Form fein mag, das neue Wahlrecht schafft durch die unein vorgelassen. Nun begannen ein paar Gaffenjungen die diese Geschichte Licht bringen müsse. Das ist nun freilich geschränkte Uebertragung des allgemeinen Stimmrechts an alle Fabritfenster einzuwerfen. Die Gendarmerie riß die Flinten bis heute nicht geschehen. Wohl aber schreibt Dr. Hermann fünfundzwanzigjährigen Bürger wenigstens den Boden, auf dem Wesendonck in der letzten Ausgabe seiner Zeitschrift die belgische Arbeiterklasse politisch aufmarschiren kann. Der Anti- Korruption": Kampf um die volle politische Gleichberechtigung, deren die ArAls ich am Abend des 12. April diese Worte( die Aus- beiter bedürfen, um die politische Macht zu erobern, ist nicht befage Bauer's) las, eilte ich sofort, da die Verhandlung noch endigt, er hat erst begonnen und wird gewiß von unsern belgischen anhielt, auf das Landgericht und übermittelte dem Vertheidiger Genossen mit voller Energie und im bewußten Gegensatz zu allen Dr. Schwind- Berlin eine Karte des Inhaltes, daß ich den bürgerlichen Parteien, auch der demokratischen Bourgeoisie, geführt Namen des betreffenden Herrn angeben fönne, wenn dies zur werden. Hier liegt eine der vielen Gefahren, die die belgische Entlastung der Angeklagten diene; ich sei durch nichts Bewegung umgeben. gebunden, denselben zu verschweigen. Hierauf er- An einen revolutionären Sieg des Proletariats war nicht hielt ich teine Antwort; Dr. Bauer selbst lehnte nach zu denken; es hätte sich in einer Junischlacht nußlos verblutet. Schluß der Verhandlung mein Anerbieten gleichfalls ab. Wer Der Glaube, daß die Armee eine unsichere Waffe in der Hand ist nun die räthfelhafte, des Polizeispißelthums verdächtige der Regierung gewesen wäre, ist durch nichts begründet, und die Persönlichkeit?... Nur die sozialdemokratische Preffe nimmt garde civique", bas bewaffnete Kleinbürgerthum hätte, so unauch dieser Angelegenheit gegenüber meist einen unbefangenen, friegetisch und harmlos es im allgemeinen aussieht, so gern es richtigen und würdigen Standpunkt ein... Der Verfasser selbst mit der demokratischen Phrase tokettirt, so wohlgefällig es der Artikel, durch welche Dr. Bauer nach seiner Angabe auf die Regierung und auf den Herrn Bürgermeister schimpft, bereingelegt" wurde, muß eine gewandte und gebildete Per- im entscheidenden Augenblick die revolutionären Arbeiter nicht fönlichkeit fein, wie aus seiner Schreibweise hervorgeht; auch gefchont. Ga ist wahrscheinlich genug, daß die Woeste, die muß er gute und sichere Verbindung mit verschiedenen Behörden Frère- Orban es mehr als gerne gesehen hätten, wenn es zu einer haben, da er oft Nachrichten zu liefern im stande war, die Straßenschlacht gekommen wäre. Diese sozialen Doktoren der In den Industriezentren sind zahlreiche Berhaftungen von Führern vorgenommen worden. In Brüffel hat sich ein Komitee von Advokaten gebildet, das die Bertheidigung aller infolge der letzten Straßenunruhen verhafteten Arbeiter umsonst übernommen hat. Am Freitag findet voraussichtlich die Beerdigung der sieben Opfer bürgerlicher Brutalität in Mons statt. Der vor einigen Tagen in Brüffel verhaftete Advokat Edmond Picard ist wieder freigelassen worden. Boştale Iteberlicht. Achtung, Schneider und Schneiderinnen Berlins! Kollegen und Kolleginnen! " ohne dies nicht zu erlangen gewesen wären. Er zeichnete feine Bourgeoisie halten viel von einem zeitweiligen Aderlaß der Der foeben siegreich durchgeführte Lohnkampf hat die Noth Artikel mit 3 und empfing unter dieser Adresse auch seine Arbeiterklasse. Und sie haben bis zum letzten Augenblick verwendigkeit des engeren Zusammenschlusses der Arbeiter und Ar Postsendungen. Seine Wohnung ist( oder war wenigstens fucht, die Dinge bis zum Aeußersten zu treiben. Daher beiterinnen unseres Gewerbes ergeben; es ist somit Pflicht aller, Der Name die heroischen Anstrengungen des früheren Staatsministers in den Versammlungen zu erscheinen und der Organisation beibis jetzt) in Zehlendorf bei Berlin. desselben wird verschiedentlich angegeben, wie er sich auch Woeste, bie Revision der Verfassung bis nach Den zutreten. Die nächste Versammlung des Verbandes Deutscher selbst unter verschiedenen Namen einzuführen pflegte. Sommerferien der Kammer zu vertagen, daher das unwürdige Schneider und Schneiderinnen und verwandter Berufsgenossen Troß aller entgegenstehenden Meinungen von sogenannten Bwischenspiel der langwierigen Kommissionsberathungen, wo die Wissenden halten wir aber nach unseren Informationen daran arme Wahlreform beständig von Pontius zu Pilatus geschickt findet am Montag, den 24. April, Abends 8 Uhr, in Cohn's fest, daß eigentlich nur zwei Namen in Betracht kommen. wurde, daher der heftige Widerstand bis in die letzte und ent-( früher Norbert's) Festsaal, Beuthstr. 22, I, statt. Der ReichstagsDer X Y 3- Artikler heißt entweder Dr. Werner oder scheidende Kammerfißung hinein, auch nur die höfliche Verbeugung Abgeordnete The odor Schwarz( Lübeck) wird über Die wirthschaftlichen und politischen Rämpfe der chumann; der erstere Name wurde uns bereits im vorigen gut zu heißen, die der Nyssen'sche Antrag dem Prinzip des all- Gegenwart" referiren; außerdem muß an stelle des erJahre von der vertrauenswürdigsten Seite genannt und scheint gemeinen Stimmrechts macht. Und daher auch die fortgesetten frankten Kollegen H. Moebius der 1. Bevollmächtigte neu geuns richtig zu sein. Nach diesen Auslassungen wird man in und systematischen Provokationen der Arbeiterklasse durch die wählt werden. Wir erwarten das Erscheinen aller Mitglieder Berlin, wo y 8 ebenfalls einigen Zeitungsredaktionen und Polizei. Die unabhängigen Brüffeler Blätter bezeugen einDie unabhängigen Brüffeler Blätter bezeugen einvielen andern bekannten Persönlichkeiten näher getreten ist, stimmig, daß die Brüsseler Blauen" mit infernalischer Brutalität sowie der Kollegen und Kolleginnen. Mit folidarischem Gruß wenn es den betr. Herrn wirklich und ernstlich um die Ent- bei ihren Attacken vorgegangen seien. Die gewaltsame Abs J. Timm, zweiter Bevollmächtigter. Tarvung des Polizeifpitels zu thun ist, ganz leicht das übrige sperrung der Straßen, an die die Brüsseler Bevölkerung nicht über die räthselhafte Behlendorfer Persönlichkeit feststellen gewöhnt ist, war ganz dazu angethan, das Blut der Achtung, Delegirte der Allgemeinen Orts- Krankenkaffe tönnen. Geschieht dies nicht, so ist die Sache oberfaul von Flamander zu erhißen. Dem Brüsseler Arbeiter fehlt zum der gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen"! unten bis oben. Also heran an den Speck, zur Bekämpfung Glück jedes Gefühl der Unterwürfigkeit. Er läßt sich Am Sonntag, den 23. April, Vormittags 11 Uhr, findet in einer der schlimmsten Korruptionserscheinungen, des Polizei nichts bieten, und so gutmüthig und höflich er im allgemeinen Saafe's Festsälen, Gr. Frankfurterstraße 117, oberer Saal, eine spitzelthums!" ist, so unbändig ist er in seinem Zorn. Hätte am Dienstag der Generalversammlung statt. verdient hat, dem Druck von oben nicht so energisch Widerstand Bürgermeister von Molenbet, der sich wahrlich eine Mauerkrone geleistet, hätte er das gewaltige Meeting, so wie von ihm verlangt wurde, auch auf seinem Territorium verboten, so hätte der vergleichsweise friedliche Tag, der die Entscheidung der Kammer brachte, leicht einen anderen Charakter annehmen und eine Straßenschlacht bringen können. Damit wäre die Revision der Verfassung auf lange Zeit begraben gewesen. Es ist anders ges tommen. Die Kammer, das Ministerium haben in etwas nachWir halten es für unsere Pflicht, diese Mittheilung, für deren Richtigkeit allerdings Herr Dr. Wesendonc verantwortlich ist, im Vorwärts" zu veröffentlichen. Jedenfalls erwächst nun der preußischen Regierung die doppelt bringende Pflicht, auch ihrerseits zu sprechen und zwar rasch und unumwunden. Licht muß in dieses Dunkel kommen. Delegirten, der wichtigen Tagesordnung wegen zu erscheinen. Wir ersuchen sämmtliche diefer Rasse noch angehörenden Für die ausgeschiedenen Herren Gommert und Holzmann findet von seiten der Arbeitnehmer eine Neuwahl statt. Die Krantentassen Kommission gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen. J. A.: Otto Bleich, Sorauerstr. 5. Achtung, Vergolder! Das nationalliberal deutschfreifinnige Kartell in gegeben. Aber es ist bezeichnend genug, welch furchtbarer Wir fordern hiermit sämmtliche im Vergoldergewerbe be Nürnberg ist vorläufig noch nicht zum Abschluß Anstrengungen es bedurfte, um es bedurfte, um auch nur diesen kleinen schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen auf, in der heute stattin Belgien zu erzielen. Dreißig findenden öffentlichen Versammlung( Inselstr. 10) zu erscheinen, gelangt. Die Nationalliberalen wollen ihren Stöckerfreund politischen Fortschritt Sachs als Landtagskandidaten haben, der Nürnberger und mehr Arbeiter mußten erschossen, hunderte zu Strüppeln da wichtige Punkte zu erledigen sind. geschlagen werden, damit der Arbeiter das Recht Mit kollegialem Gruß Deutschfreisinn, der mit dem einflußreichen Geldjudenthum erhält, bei der Wahl eine Stimme abzugeben, ein Recht, das ihm Die Agitationstommission. feiner Wählerschaft zu rechnen hat, sträubt sich dagegen. Dadurch wieder zum Theil estamotirt wird, daß dem Besitzenden Aber da das Kartell sich gegen die Sozialdemokratie und dem Gebildeten eine zweite und dritte Stimme besonders Achtung, Parteigenossen und Genoffinnen im Norden! richtet, werden die feindlichen Brüder vor der Wahl gegeben wird. Und auch der Generalstreit gehört hierher. Er Als Antwort auf die vielen Anfragen, welche von Genoffen und Frieden schließen. Wir kennen diese Steifleinenen.- war ein verzweifeltes Mittel, das in einem nicht geringen Miß- Genossinnen aus dem Norden an uns gerichtet sind, weisen wir verhältniß zu seinen möglichen Folgen stand. Aber er machte darauf hin, daß Frau Kähler heute, Sonnabend, in England. Das verwegene Spiel mit dem Feuer nimmt Eindruck auf die Kammer, so sehr sie sich auch dagegen ver- Friedrichsberg noch einen Vortrag halten wird. Da das feinen Fortgang; die konservativen und unionistischen Hezer wahrte, einem Druck von außen Folge zu leisten. Und nachdem Bersammlungslokal, der Reichsgarten", Rummelsburgerstraße, laffen feinen Tag vorbeigehen, ohne dem bewaffneten er diesen Erfolg gehabt, war es das Vernünftigfte, was der nur einige Minuten vom Bahnhof Friedrichsberg entfernt liegt, so ist auch den Berlinern die beste Gelegenheit zum Besuch dieser Widerstand gegen omerule das Wort zu reden. Generalrath thun fonnte, als er ihn sofort aufhob. Wie ich telegraphisch mittheilte), ist unser holländischer Ge- Versammlung geboten. Auch der Herzog von Devonshire glaubte sein Scheit in die noffe van kol, der seit einem halben Jahre mit seiner Familie Die Frauen Agitationstommission. Flammen werfen zu müssen. Zu Dalkeith in Schottland in Brüssel lebt, plöglich und unmotivirt ausgewiesen worden. jagte er vor einer Versammlung, Ulster habe recht, gegen Sein Name scheint an der Spitze der Prostriptionslifte gestanden R. Soltin, Samburg, Admiralitätstr. 58, ist auf RaninAchtung Kürschner! In der Pelzwaaren- Fabrit von Homerule zu meutern, wenn es start genug sei. Selbst auf zu haben, mit der die Regierung auf ihre Art die beginnende Blätter und Blockmuffen ein Lohnabzug von 40 pet. gemacht Kosten eines Bürgerkrieges follte die Herstellung einer Demokratisirung der Verfaffung zu feiern gefonnen scheint. Ban worden. Deshalb haben sämmtliche Arbeiter die Arbeit einirischen Sonderverwaltung verhütet werden. Ob bei einem Rol betheiligte sich zwar von Brüssel aus eifrig an der Agitation gestellt, da es nicht möglich ist, mit einem Preis von 90 Pf. pro Bürgerkrieg der edle Herzog den Rebellen sich anschließen in seiner holländischen Heimath, an den belgischen Angelegenheiten gestellt, da es nicht möglich ist, mit einem Preis von 90 Pf. pro aber nahm er begreiflicherweise nur Antheil als Zuschauer und Dutzend Kanin- Blätter einen Wochenlohn zu verdienen. In der Unterhaus( Sigung vom 21. April). Wallace fragt an, eilig, daß es Brüssels Sicherheit bedroht glaubte, wenn er auch bige Werkstatt verhängt. Wir ersuchen alle Kollegen, in der Beobachter. Das Ministerium hatte es mit seiner Ausweisung fo am 17. d. M. abgehaltenen Versammlung wurde die Sperre über ob Gladstone die Nachricht der„ Truth" gelesen, daß, falls die nur die üblichen 48 Stunden noch in der gastfreundlichen Stadt Werkstatt so lange feine Arbeit zu nehinen, bis an dieser Stelle wenn er Ausschließung der irischen Abgeordneten bei der Spezialdebatte die Sache als geregelt erklärt wird. Bu beachten ist, daß bei über die Homerule Bill angenommen werde, die Vorlage geduldet worden wäre. Van Kol mußte auf der Stelle Belgien obengenannter Firma für diese Artikel nur sehr schlechte Felle verlassen. Er wird sich voraussichtlich nach Holland begeben. scheitern würde, da mehrere der Minister erklärt hätten, ihre Weitere Ausweisungen sollen bevorstehen; wenigstens fündigt sie zum Berarbeiten kommen und die Behandlung von Herrn Ansichten wichen in diesem Punkte so sehr von denjenigen Glad: das katholische Schmutzblatt, der„ Patriote", an. R. Soltin gegenüber seinen Arbeitern und Arbeiterinnen nicht stone's ab, daß sie eher das Ministerium auflösen, als nachdie beste ist. Mit kollegialem Gruß Der Filial- Vorstand. geben würden. Der Premier Gladstone entgegnet, er wisse Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ersucht, nicht, auf welchen Grad von Authentizität die Nachricht im*) Dem Vorwärts" ist dieses Telegramm nicht zugegangen. da wir mit sehr vielen Unorganisirten zu rechnen haben. Truth" Anspruch machen könne, aber er sollte doch etwas von Offenbar bat bie belgische Depeschenzensur uns die Nachricht der Ansicht seiner Kollegen wissen; ihm sei die Mittheilung unterschlagen! würde? Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Circus Renz. ( Karlitraße.) Abschieds- Vorstellung am 2. Mai. Nur noch 4mal: Ein Künstlerfest. Sonnabend, den 22. April, Abends 74 Uhr: Heute früh 3/44 Uhr starb unfer einziges innig geliebtes Kind Erna Sabor im Alter von 21/2 Jahren. 34796 Wilhelm Sabor und Frau Therese, geb. Löwenstein. Berlin( Oranienftr. 204), d. 21. 4. 93. Beerdigung: Sonntag, Nachmittags Zum Benefiz von Fräulein 52 Uhr, jüd. Friedhof, Weißensee. Oceana und Herrn Ernst Renz: Gala- Sport- Vorstellung. Ww. Boll, Wienerstr. 1 empfiehlt Sonnabend, den 22. April. Aus dem Programm besonders her Opernhaus. Die Rantau. vorzuheben: Zum 1. Male: Neues Theater. Gastrecht. Meister Springschule auf dem engl. Vollblut Gert Westfaler. Die wachsame Camelliard, ger. von Fräulein Oceana Schildwache. Die ehrlich Bädin Renz. Bum 1. Male: Maestoso, mit ihren drei vermeinten Siebsten. ostpreuß. Rapphengst, neu dress. und Deutsches Theater. Zwei glückliche ger. von Frl. Oceana Renz. 4 arab. Tage. Vollbluthengste, vorgef. von Herrn Ernst Renz. Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Markir. Zum Schluß: Berliner Theater. Ein Tropfen Gift. Leng- Theater. Brave Leut' vom Grund. Wallner- Theater. Die Orientreise. Kroll's Theater. Geschlossen. Rehdenz- Theater. Die beiden Champignol. Adolph Ernk- Theater. Goldlotte. Friedrich- Wilhelmßädt. Theater. Pariser Leben, Thomas Theater. Der Herzogs müller. Viktoria- Theater. Die Reife um die Welt in achtzig Tagen. National- Theater. Die Räuber. Alexanderplat- Theater. Zimmermann's Lene. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor stellung. Apollo Theater. Borstellung. Ein Künstlerfest. Große Ausstattungs- Pantomime. Neue Einlagen mit überraschenden Licht- u. Wassereffecten. Ballet von 100 Damen. Glänzender Blumencorso. Grosses Brillant- Feuerwerk. Morgen, Sonntag: Zwei Voritellun gen, um 4 Uhr( 1 Rind unter 10 Jahren frei): Die Touristen. Ab. 72 Uhr: Ein Künstlerfest. Billet- Vorverkauf an der Zirkuskaffe u. beim„ Invalidendant", Markgrafen ftraße 51a. Fr. Renz, Direktor. Spezialitäten. MorikTheater der Reichshallen. Spezialitäten- Borstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Etablissement Moritz Play. Buggenhagen. Play. Täglich Inftrumental- Konzert.: Großer Frühstücks- u. Mittagstifch. Spezial- Ausschant von PakenRichter's Spe- hofer Lagerbier, hell und dunkel. An Sonn- und Feßtagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. zialitäten- Vorstellung. Weiß- u. Bairisch- Bierlokal. Vereinszimmer u. Winter- Kegelbahnen sind noch frei. 3839L Empfehle nach wie vor mein vergrößertes Lokal, franz. Billard 2c. dem verehrten Publikum. Vorwärts, Volks- Zeitung, sowie andere Beitungen liegen aus. [ 3596L M. Berndt, Oranien- u. Alexandrinenstr.- Ecke. Empfehle allen Genossen mein Schankgeschäft. 40808* Auch ist ein Vereinszimmer zu vergeben. Der Garten ist eröffnet. J. Guadt, Swinemünderstr. 120. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß das von mir in Vertr. übernommene Lokal die Firma H. Schäfer trägt und sich Wrangel3464b straße 100 befindet. F. Mielenz, früher Johannisthal. Bringe den Genossen mein neues Lokal bei Begräbnissen, Ausflügen 2c. in empfehlende Erinnerung. Garten mit 2 Kegelbahnen steht zur Verfügung. Ein Klubzimmer habe noch zu vergeben. Sonntag, den 23. April, Vormittags 10% Uhr: Grosse öffentliche Buchdrucker- Versammlung in den Concordia- Festsälen, Andreasstrasse 64. Zages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Reichstags- Abgeordneten Wilhelm Liebknecht über: ,, Die Nothwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation." 2. Der Beitrittszwang zur Prinzipals- Unterstützungskasse. 3. Die Beschlüsse der verwandten Berufe zum graphischen Kartell. 4. Berichterstattung über die f. 3. im Bürgersaale des Rathhauses statt. gehabte Versammlung, betr. Statistik und Zentral- Arbeitsnachweis. 5. Berichterstattung des Delegirten zur Streit- Kontrollkommission und Net wahl desselben. 6. Verschiedenes. 283/4 Sämmtliche Buchdruckergehilfen Berlins und Umgegend, sowie die Berufsgenossen der übrigen graphischen Gewerbe, Hilfsarbeiter und Hilfsarbeiterinnen sind hiermit freundlichst eingeladen. Der Einberufer. Oeffentliche Versammlung der Bauarbeiter Berlins und Umgeg. Sonntag, den 23. April, Vorm. 11 Uhr, im Lokale des Herrn Säger, Grüner Weg Nr. 29. Tages- Ordnung: 1. Zweck und Ziel der Organisation. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Untoften findet eine Zellersammlung statt. Entree nach 126/6 Belieben. Der Einberufer. 4075 Achtung! C. Schmidt, Rixdorf, Hermannstr. 23, früher in Torgelow in Pommern. Bur Landpartie nach Tapezirer, Achtung! Tapezier- Näherinnen und Frauen! Morgen, Sonntag, den 23. April cr., Abends 7 Uhr, bei Boltz, Alte Jakobstraße 75( oberer Saal): Gebrüder Bistero Bariété. Epe sager( as at Birlenwerder a. d. Nordbahn Große öffentliche Versammlung. Adolph Ernst- Theater. Zum 21. Male: Goldlotte. Gefangepoffe in 3 aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise v. G. Görss. Mufit von G. Steffens. In Szene ge jekt von Adolph Ernst. Anf. 2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Anfang 8 Uhr: Der Dussel ( Nulpus) Barodistisch- realistischer Vorgang in der Dachtaminer, frei nach Ibsen und Tolstoi von Oscar Wagner. ( Alemm Ebe.. Martin Bendix.) D Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Instrumentalist Deller. Unser Helgoland. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. Rheinländischer Tunnel ( eine Menschenfalle) Berlin N, Elsasserstrasse 73. Neu! Neu! Die Möbel- Polonaise! oder: 4070L* Weber hat'n Keber, an de Lunge, an de Bunge, an de Leber! Vorträge der berühmt. Gesangvereine ,, Halbe Lunge" und Keuchhusten", Vorzügliches Lagerbier der „ Schöneberger Schloßbrauerei" à Seidel 10 Pfennige. H. Schultze( mit'n§). ( Notiz: Mang uns mang is feener nich mang, der nich mang uns mang jehört.) Restaurant Schüßenhaus. Tages- Ordnung: Allen Freunden u. Genossen, nament 1. Vortrag von Frau Ihrer event. Frau Kähler- Hamburg. 2. Diskussion. lich den verehrten Vereinen bestens Nach der Versammlung großes Familien- Kränzchen der Mitglieder empfohlen. Große Kaffeeküche. Zwei des Zentralverbandes und deren Gäste. 813/2 verd. Kegelbahnen. Große Halle mit Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen, namentlich der Frauen, Piano stehen zur Verfügung. Für ersucht Der Einberufer. ff. Speisen und Getränke zu soliden Preisen ist gesorgt. Vorw." liegt aus. " Carl Hietzig, Gastwirth. Bimmer für Vereine 40402* empfiehlt Wirthshaus zum Felsenkeller Louisen- Ufer 17. Klubzimmer mit Piano zu vergeben. Schulz, Prenzlauer Allee 224, Ecke Tresdomstraße.[ 37902* Cigarren marte empfiehlt mit Kontroll Schuh 3447b A. Gräff, Holzmarttstr. 42. Allgemeiner Brauer- Verband. I Zweigverein der Proving Brandenburg. Ausserordentliche General- Versammlung am Sonntag, den 23. April, Nachm. präzise 3 Uhr, bei Joël, Andreasstr. 13, Zages Ordnung: = 1. Vortrag des Kollegen Hilpert, über: Zwecke und Ziele der Dele: girtentage. 2. Vorschläge der Anträge zum Delegirtentag. 3. Wahl der Delegirten. 4. Bericht der Kaffen- Kontrolleure über Bücher und Kasse des Vereins. 5. Abrechnung vom Maskenball und Vergnügungs- Angelegenheiten. 6. Innere Vereins- Angelegenheiten und Wahl von Vertrauensmännern. 7. Dis tuffton und Verschiedenes. Da der Saal nur bis 7 Uhr zu haben ist, wird um pünktliches sowie zahlreiches Erscheinen ersucht. Die Eröffnung ist präzise 3 Uhr. Der Vorstand. 3445b Die Beleidigung gegen Frau Schmidt, Verein der Arbeiter und Arbeiterinnen der Buch-, PapierPosenerstr. 6, nehme ich zurück, u. erfläre dieselbe für eine ehrliche Frau. [ 3448b] Marie Mig. Castan's Gweizer Garten. Panopticum. Große Ausstellung. Akka- Zwerginnen. Nene Illusion: Lotosblume. Andere Jllufionen. Fantoche- Theater. Castan's Irrgarten. Schreckenskammer. PassagePanopticum. Im Theater- Saal: Nen! Lebende Bilder. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Neu! Die luftige Neu! Schwiegermutter. Komische Pantomime mit Ballet in 1 ft. Ausgeführt v. d. PantomimenGesellschaft Diovanie, sowie Auftreten von 12 f. Berlin neuen Spezialitäten. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Mein großer Saal Jeden Sonntag: Garten Concert. Theater- und Spezialitäten- Vorstell. Am Königsthor. Haltest. d. Ringb. Entree 30 Pf. Anfang 4/2 Uhr. Volksbelustig. u. Ball. Wirthshaus Rosen- See- Terrasse Chausseestrasse 6970. Britz Chausseestrasse 69/70. 12 Minuten von der Station Rixdorf. Jeden Sonntag: Theilstrecke der Pferdebahn Hermann- Platz- Brit. Anfang Gr. Gala- Promenaden- Konzert. 4 Uhr. Volksbelustigungen aller Art. Im Bal champêtre Ball 4072L unter Leitung des Tanzmaitre Herrn Robert Sabadil. Entree frei. Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Die Kaffeeküche ist den ganzen Tag geöffnet. Lüderitz. Freie Volksbühne. is Montag, den 24. April, Abends 9 Uhr, en Konkordia- Festfälen", Audreasstraße Nr. 64: Ordentliche Generalversammlung. Tages- Ordnung: und Lederwaaren- Industrie. Montag, den 24. April, Ab. 8% Uhr, bei Boltz, Alte Jakobstr. 75: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht. 2. Vortrag des Genossen Adler über: Der eherne Schritt der Zeit." 3. Beschlußfassung über Auflösung des Vereins zu gunsten der neugegründeten Mitgliedschaft des Verbandes. " Die Mitglieder werden dringend ersucht, ihre Beiträge bis 1. Mai zu begleichen und kann dies in den Versammlungen sowie in folgenden Zahl. stellen jeden Sonnabend Abend geschehen: 1. Lenz, S., Alte Jakobftr. 69: 6-8 Uhr; 2. Thalmann, S., Wasserthorstr. 22: 6-8 Uhr; 3. Gründel, S., Dresdenerstr. 116: 7-9 Uhr( ebendaselbst befindet sich die Bibliothek, sie ist von 71/ 3-9 Uhr geöffnet); 4. Norbert, SW., Beuthstr. 20/22: 8-10 Uhr; 5. Reichert, SW., Friedrichstr. 34: 8-10 Uhr; 6. Henke, O., Blumenstr. 38: 8-10 Uhr; 7. Krüger, C., Hirtenstr. 10: 8-10 Uhr; 8. Gieshoit, N., Boyenstraße 40: 8-10 Uhr. Der Vorstand. Mitgliedskarte legitimirt. Töpfer! Steglitz, Charlottenburg. 119/11 Zwei Versammlungen. 1. Steglit, Montag, den 24. d. M., Abends 6½½ Uhr, im Lokale des Herrn Görlich, Gasthaus zum Gambrinus", Ahornstr. 15a. 2. Charlottenburg, Dienstag, den 25. d. M., Abends 63 Uhr, im Lokale des Herrn Krause, Bismarckstraße. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Bortrag. 2. Wichtige gewerkschaftliche Angelegenheiten. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Sentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler 1. Verwaltungs- und Kaffenbericht. 2. Antrag der kombinirten Sitzung auf Erhöhung des Kassirergehalts. 3. Bericht über ein geplantes Sommerfest. Sonntag, 4. Verschiedenes. Nach jedem Punkte Diskussion. Ju dieser Versammlung ladet die Mitglieder höflichst ein Zu 389/2 Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, SW., Solmsstr. 24. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter F Berlins und Umgegend. und anderer gewerblicher Arbeiter. Oertliche Verwaltung Berlin A. 324/5 den 23. April 1893, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Roll, Adalbertstraße 21: Mitglieder- Versammlung. Zagesordnung: 1. Abrechnung vom ersten Quartal. 2. Verschiedenes. 800 6 Branchen- Versammlung Gesangverein Berliner Typographia. der Rohrleger und Gehilfen in Bolt' Fest sälen, Alte Jakobstraße Nr. 75. Tages- Ordnung: = ( Mitglied des Arbeiter Sängerbundes.) Sonntag, den 23. April 158.9 in der Berliner Bockbrauerei am Tempelhofer Berg: Vocal- und Instrumental- Concert. Entree 25 Pf.- Anfang 5 Uhr. 1. Bortrag des Genoffen Türk: ,, Der Kampf gegen das Verbrechen". 2. Diskussion. 3. Wahl eines Beisigers zum Vorstande. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Heute, Sonnabend, den 22. April, Abends 81/2 Uhr, Konferenz ist noch einige Sonnabende u. Sonn- der Werkstatt- Vertrauens ente des Südens bei Siegmund, Eisenbahn Nach dem Concert: Tanz. Herren zahlen 30 Pf. nach. tage im April und Mai zu vergeben. ftraße 20. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Kollegen ersucht Bei günstiger Witterung findet das Concert im Sommer- Theater statt. Reinhold Krösche, Fichteftr. 29. 229/12 Der Vorstand. Billets find an der Kasse zu haben. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Sierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 94. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 80. Sigung vom 21. April 1893. 1 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Bötticher. Auf der Tagesordnung steht zunächst der dringliche Antrag des Abg. Stadthagen:„ Der Staatsanwaltschaft beim königlichen Landgericht I Berlin wird die Genehmigung zur Strafverfolgung des Reichstagsabgeordneten Stadthagen wegen angeblicher Verlegung des§ 352 des Reichs Strafgesetzbuches ertheilt." Abg. Stadthagen: Der Inhalt des ehrengerichtlichen Urtheils gegen mich ist meines Erachtens dahin zu fassen, daß ich mir eine ehrenrührige und strafbare Handlung habe zu schulden fommen lassen. Trozdem ist es mir nicht gelungen, den Staatsavalt zu einem strafrechtlichen Einschreiten gegen mich zu bes wegen. Er hat sich auf den Standpunkt gestellt, daß Art. 31 der Reichsverfassung ihm allerdings das Recht gebe, die Ermächtigung zu meiner strafrechtlichen Verfolgung beim Reichstag nachzusuchen, daß er jedoch davon feinen Gebrauch machen wolle und mir anheimftelle, ihm die Genehmigung des Reichstags zu verschaffen. Das Mandat eines Reichstagsabgeordneten darf nicht dazu mißbraucht werden, eine strafbare Handlung der Verfolgung zu entziehen; wenn daher die Staatsanwaltschaft die Verfolgung ablehnt, so ist der Abgeordnete verpflichtet, alle Wege zu versuchen, um eine Verfolgung herbeizuführen. Der Vorfall bezieht sich auf ein Schreiben vom 10. Mai 1888, in dem meinerseits eine Gebührenrechnung aufgestellt war. Der Reichstag tann nicht dazu berufen sein, darüber zu urtheilen, ob eine strafbare Handlung meinerfeits vorliegt oder nicht. Aber ich glaube, auch Ste haben alles Interesse daran, daß die Bestimmungen, die zum Schuge gegen die Verfolgung der Abgeordneten erlassen sind, nicht dazu gebraucht werden, um einen Flecken auf der Ehre eines Abgeordneten fitzen zu lassen. Am 9. Mai d. J. würde eine Verjährung des betreffenden Bergehens eintreten, und jeder, der auf feine Ehre hält, muß darauf sehen, daß die Behörden hier einmal gezwungen werden, in öffentlicher Sigung darzulegen, ob irgend ein Flecken auf der Ehre des Mannes haftet, der berufen ist, hier im Reichstage zu sitzen. Ich bitte Sie, dem Staatsanwalt Gelegenheit zu geben, mich zu verfolgen. Sonnabend, den 22. April 1893. 10. Jahrg. aus dem Rechtsanwaltsstande aus zwei Gründen ausgesprochen. bach bittet um Ertheilung der Genehmigung zur Verhaftung des Der eine Grund ist ein politischer, weil er aus der politischen Verklagten zur Ableistung des Offenbarungseides; die GeschäftsHaltung des Abg. Stadthagen und aus den diesen politischen ordnungs- Kommission beantragt, die Genehmigung nicht zu ers Standpunkt entsprechenden, vielleicht nicht ganz passenden theilen. Aeußerungen desselben entnommen ist. Der zweite Grund ist ein Abg. Pickenbach( Antisemit): Ich muß in eigener Sache solcher, daß er die Ehre des Anwalts und des Mannes auf das das Wort nehmen, so peinlich es mir ist, weil die Berichte in Empfindlichste berührt.( Abg. Bebel: Sehr richtig!) Er wird den Zeitungen, welche sicherlich von einem Mitgliede der Ge beschuldigt einer Handlung, die nach§ 353 des Str.-G.-B. unter schäftsordnungs- Kommission ausgegangen sind, die Sache falsch Strafe gestellt ist. Nach positiver gesetzlicher Vorschrift hat jede dargestellt haben. Die Schuld, um welche es sich handelt, ist Ich habe diesen Wein Behörde, der eine strafbare Handlung zur Kenntniß tomint, das nicht durch Schlemmerei entstanden. bestellt und niemals verbraucht. Die Sache der Staatsanwaltschaft anzuzeigen und ihr das Weitere zu über- niemals laffen. War also der Ehrengerichtshof der Meinung, und dieser hängt anders zusammen, das wird ein weiterer Prozeß ergeben. Meinung mußte er sein, sonst durfte er diesen Grund nicht ich habe mich auch nicht auf die Immunität berufen, sondern, geltend machen, daß der Abg. Stadthagen sich gegen das Straf- weil der Termin auf den Tauftag meines Sohnes fiel, einen gesetz verfehlt hat, so wäre es seine Verpflichtung gewesen, der andern Zermin erbeten. Wenn der Gerichtsvollzieher in meiner Staatsanwaltschaft die Sache anzuzeigen, und es wäre weiter Wohnung feine werthvollen Gegenstände zur Pfändung vor die Verpflichtung der Staatsanwaltschaft, die Sache zu ver- gefunden hat, so ist das richtig. Ich scheue mich nicht, zu be folgen. Nun hat sich der Herr Abg. Stadthagen, der hier einem kennen, daß ich ein armer Mann bin, daß ich nur mit Mühe und inappelablen Erkenntniß gegenübersteht, sich bewogen gefühlt, und Noth für meine Familie sorgen kann; ich fann aber das Zeugwer wird ihm das verdenken, die Sache klar zu stellen. Er hat, niß in Anspruch nehmen, daß ich trotzdem, so schwer es mir wird, was nicht selten vorkommt, sich selbst der Staatsanwaltschaft wohl einer der eifrigsten Besucher des Reichstages bin, eifriger denunzirt. Mir wird vorgeworfen, sagt er, eine durch das als mancher andere, dem es leichter fallen würde. Ich bin in Strafgesetzbuch bedrohte Handlung begangen zu haben, thue die Bewegung als ein wohlhabender Mann eingetreten; ich habe Deines Amtes und eröffne die Untersuchung gegen mich. Nach mein Vermögen verloren und es meinen Idealen geopfert. meiner Ansicht hat die Staatsanwaltschaft auf grund der ehrengericht- Abg. Ackermann( Dk.) erhebt dagegen Widerspruch, daß Belichen Entscheidung Material genug, die Untersuchung zu eröffnen. Es richte aus der Geschäftsordnungs- Kommission von einem Mitgliede werden sehr häufig Untersuchungen auf grund viel ungenügenderen der Kommission ausgegangen seien. Materials eröffnet.( Buruf des Abg. Bebel: Sehr richtig!) Und was thut nun der Staatsanwalt? Er sagt: Es thut mir leid, aber Sie find Reichstags- Abgeordneter, ich kann Sie nicht mir Bringen Sie verfolgen. Genehmigung des Reichstages. Das ist doch ein ganz unerhörtes Verfahren. Die Staatsanwaltschaft mußte, wenn sie glaubte einschreiten zu müssen, das thun, was sie in allen anderen Fällen auch gethan hat, sie mußte den Reichstag angehen. Aber wenn die Staatsanwaltschaft das verweigert und dem Abg. Stadthagen zugemuthet hat, was geradezu wider Gesetz und Recht ist, so versieht dieser hier gewissermaßen die Geschäfte des Staatsanwalts, er ist der negotiorum gestor der Staatsanwaltschaft. Es ist genau so, als wenn die Staatsanwaltschaft diesen Antrag gestellt hätte. Wir brauchen uns hier nicht mit fubtilen staatsrechtlichen Fragen, ob ein derartiges Verfahren nach den Reichsgesehen zulässig ist oder nicht, den Kopf zu zerbrechen. Der Abg. Stadthagen ist höflich genug, der Staatsanwaltschaft zu Hilfe zu kommen. Ich würde ohne weiteres den Antrag Stadthagen unterstützen, empfehle aber auch, ihn der Kommission zu überweisen und bitte nur auf subtile Untersuchungen und Definitionen sich nicht einzulassen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) die Abg. Pickenbach: Der Berichterstatter Hamburger hat die Berichte in die Zeitungen gebracht; er hat die Nachricht von einem Abgeordneten erhalten, dessen Namen nachzuforschen ich keine Veranlassung hatte. Abg. Ackermann( dk.): Der Borrebner modifizirt also feine Behauptungen dahin, daß ein Mitglied des Hauses die Nachricht mitgetheilt habe; ich wollte nur dagegen Widerspruch erheben, daß ein Mitglied der Kommission dabei betheiligt sei. Die Genehmigung wird versagt, ebenso die Genehmigung zur strafrechtlichen Verfolgung des Hamburger Echo" wegen Beleidi gung des Reichstags. In erster und zweiter Berathung wird der Gesetzentwurf, die Geltung des Gerichtsverfassungs- Gesetzes in Helgoland( Bildung eines Schöffengerichts daselbst) ohne Debatte genehmigt. Abg. Ackermann( dt.): Der Fall, daß ein Mitglied des Reichstages selbst die Ertheilung der Genehmigung zu seiner Es folgt die erste Berathung des Gesehentwurfes betr. die Strafverfolgung beantragt, liegt uns, meines Wissens, heute zum Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten. ersten Male vor.( Sehr richtig!) Es läßt sich darüber streiten, Abg. von Holleuffer( dt.): Der Entwurf findet nicht all ob dem Reichstag das Recht zufteht, ohne weiteres, bevor ein gemeine Zustimmung; schon die Abgrenzung deffen, was der gerichtliches Verfahren eingeleitet ist, eine solche Genehmigung im Reichs- und was der Landes- Gesetzgebung zuzuweisen ist, ist voraus zu ertheilen. Ich erachte die Sache für viel zu wichtig, schwierig, und dazu ist die Wissenschaft noch nicht so weit, daß als daß hier heute ohne weiteres ein Beschluß darüber gefaßt Abg. v. Uuruh- Bomst: Ich halte die Sache nicht für so fie zweckmäßige Kampfmaßregeln namentlich gegen die Cholera werden darf. Es ist sehr wohl denkbar, daß der Staatsanwalt lar, daß wir im Augenblick darüber beschließen könnten. Ich angeben kann. Dazu kommt, daß man gleich mehrere Krankheiten auch noch andere Gründe hat, aus denen er das Verfahren nicht sehe nicht den geringsten Zweifel in die Richtigkeit alles dessen, in diesem Geseze behandelt hat. Das Gesetz ist ein Gelegenheitseinleitet. Vielleicht ist er der Meinung, daß sein Material nicht was der Abg. Stadthagen ausgesagt hat, glaube aber, daß wir zu gesetz, hervorgerufen durch die Cholera- Epidemie des vorigen ausreiche. Die Sache muß in der Geschäftsordnungs- Kommission nächst die Dokumente prüfen müssen, auf welche er sich beruft. Jahres; man hätte sich auf diese Krankheit beschränken sollen, geprüft werden, damit uns ein Vertreter der Justizverwaltung auch mir, wie dem Abg. Träger, fommt diese Entscheidung des man hat aber die Pest, das gelbe Fieber, den Flecktyphus und nähere Aufschlüsse geben kann. Staatsanwalts etwas eigenthümlich vor. Aber es ist dies, wie die Pocken einbezogen. Die Pest ist seit 180 Jahren nicht in Abg. Bebel: Obgleich ich fest überzeugt bin, daß die Ge- der Abg. Ackermann bereits ausgeführt hat, ein Fall, der noch Europa aufgetreten; der Flecktyphus tritt doch nur in kleinen Beschäftsordnungs- Kommission bei der Prüfung des vorliegenden nicht vorgekommen ist, und schon deshalb halte ich es für richtig, zirken epidemisch auf, auch die Pocken sind keine Landesseuche; Antrages nichts anderes erfahren wird, als was Abgeordneter daß derselbe nicht so im stillen abgemacht, sondern in der Kom man könnte also ihnen gegenüber mit der Landes- GesezStadthagen hier vorgebracht hat, so werden wir doch mission geprüft wird. Die Geschäftsordnungs- Kommiffion wird gebung auskommen. Gegen das gelbe Fieber bestehen Vorschriften, gegen den Antrag Ackermann feinen Widerspruch erheben, weil sicherlich lange bevor die Sache verjähren könnte, mit ihrer die ausreichend zu sein scheinen, denn das gelbe Fieber ist in Deutschland nicht aufgetreten. Mit einer Konzentration auf die wir der Meinung sind, daß eine geschäftsordnungsmäßige Prüfung fertig sein. Abg. Singer: Der Abg. Ackermann hat gemeint, die Cholera wäre man besser in der Lage gewesen, stritte Vorschriften Prüfung darüber eintreten muß, ob die dem Antrag zu Grunde liegenden Motive richtig und vollständig angeführt sind. Dem Staatsanwaltschaft tönnte doch die Einleitung des Verfahrens zu geben. Auch politische Gründe möchten dafür sprechen, die Abg. Stadthagen ist die Befugniß zur Ausübung des rechts um deswillen ablehnen, weil sie in der Sache selbst keine Beran- Vorlage auf die Cholera zu beschränken. Denn nicht jeder wird anwaltlichen Berufs vom Reichsgericht abgesprochen auf grund laffung zur strafrechtlichen Verfolgung hobe. Dieser Einwand geneigt sein, die Kompetenz des Reichs zu verstärken auf Rosten einer Handlung, die, wenn sie sich bewahrheiten sollte, als eine macht einen um fo eigenthümlicheren Eindruck, wenn man berück- Der Einzelstaaten. Anzeigepflichtig foll in erster Linie der Arzt chrenrührige angesehen werden und strafrechtlich verfolgt werden sichtigt, daß der Ehrengerichtshof in Leipzig diesen Grund als fein; es wird ihm damit wohl eine Arbeit aufgebürdet, die ein müßte. Wir befinden uns hier in der eigenthümlichen Lage, einen zur Ausschließung des Abg. Stadthagen aus der Rechts- viel beschäftigter Arzt nicht leisten kann. Auch die Krankenpfleger daß, während sonst die Staatsanwaltschaft selbst beim Reichstag anwaltschaft geeignet erachtet hat. Und wenn der höchste fönnen die Anzeige nicht gut bewerkstelligen, da sie beim Kranken einen solchen Grund bleiben müssen und auch nach dem Gesetze gewissen VerkehrsAnträge auf strafrechtliche Verfolgung von Mitgliedern stellt, sie Gerichtshof in dieser Beziehung hier hartnäckig die Verfolgung verweigert, obgleich ein Erkenntniß in seinem Erkenntniß anführt, dann ist eo ipso Grund beschränkungen unterworfen sind. Zur Anzeige sollte der Hausfür die Staatsanwaltschaft, eine Untersuchung haltungsvorstand, der erst in letzter Linie genannt wird, verdes Reichsgerichts ein Mitglied des Hauses einer ehrenrührigen genug Handlung beschuldigt. Ich glaube, daß allerdings nicht allein in dieser Frage einzuleiten. Der Reichstag hat um so mehr pflichtet sein. Der beamtete Arzt soll Zutritt zur Leiche erhalten das betreffende Mitglied, sondern auch der gesammte Reichstag Grund den Antrag anzunehmen, weil nicht nur der§ 352 des und auch die Deffnung derselben vorzunehmen berechtigt sein. Steht ein sehr großes Intereffe daran hat, festzustellen, ob diese vom Strafgesetzbuches, sondern auch der§ 358 in Frage kommt, der beamtete Arzt mit seiner Autorität wirklich so hoch über dem Wo ein Arzt betheiligt gewesen, sollte der Reichsgericht gegen ein Mitglied ausgesprochene Beschuldigung wonach auf berkennung der öffentlichen Aemter auf die Dauer Privatarzte? gerechtfertigt ist. Und wenn die Staatsanwaltschaft unter so eigen- von 1-5 Jahren erfannt werden kann. Meine Partei hat den beamtete Arzt nicht mehr eingreifen. Auch wenn nur ein Krantthümlichen Umständen teine Veranlassung nimmt, obwohl sie von dringendsten Wunsch, die Beschuldigung des Ehrengerichtshofes heitsfall vorkommt, soll öffentliche Bekanntmachung stattfinden. Rechts wegen dazu verpflichtet wäre, den Antrag auf Berfolgung gegen den Abg. Stadthagen zum Gegenstand der Beweisführung Das ist wohl nur für die Cholera maßgebend, für die anderen au das Haus zu bringen, und sich weigert, diese ihr von Rechts vor einem ordentlichen Gerichte zu machen. Ich freue mich der Krankheiten nicht, denn in den Grenzorten findet sich oft genug wegen vorgeschriebene Pflicht zu erfüllen, dann muß fie der Versicherungen des letzten Redners und auch des Vorsitzenden ein Einzelfall von Pocken. Die nothwendigen Schutzmaßregeln Reichstag auffordern, ihrer Pflicht nachzukommen. Ich bitte der Geschäftsordnungs- Kommission, daß diese Frage mit aller müssen natürlich getroffen werden, aber es muß nicht die freie daher dringend, dem Antrag Ackermann zuzustimmen, und hoffe, Schleunigkeit berathen werden solle, denn niemandem ist eine Bewegung des einzelnen gehindert werden, daß nicht überflüssige Eingriffe in das Familienleben erfolgen. Redner geht dann auf daß die Geschäftsordnungs- Kommission zu feinem anderen Resultat genaue Prüfung dieser Sache erwünschter als uns. Abg. Schröder( dfr.): Jch widerspreche dem Antrage auf eine Reihe von Einzelbestimmungen ein und spricht die HoffTommen wird, als der Abg. Stadthagen wünscht, und daß wir alsdann die Staatsanwaltschaft auffordern, zu prüfen, ob sich ein leberweisung des Antrages an die Geschäftsordnungs- Kommission nung aus, daß ein brauchbares Gesetz zu stande kommen möge. Mitglied des Hauses eine ehrenrührige Handlung hat zu Schulden nicht, aber wir dürfen nicht die persönliche Lage des Abg. Stadt: Wenn das nicht möglich wäre, so liegt das an dem Fehlen tommen lassen oder nicht. Gewiß eines einheitlichen deutschen Medizinalwesens. hagen mit derjenigen des Reichstages identifiziren. Staatssekretär von Bötticher: Das Seuchengesetz ist doch Abg. Horwitz( dfr.): Die Sache liegt nicht so einfach, daß sind wir sehr wesentlich an der Sache betheiligt, aber wir der gesetzlichen Schranken sehr noch nicht allseitig verstanden worden, das zeigen auch die der Reichstag fich sofort schlüffig machen fann. Der Abg. Stadt. tönnen doch innerhalb hagen hat zu meiner Verwunderung und zu meinem Bedauern wenig dazu thun. Wir können uns doch nicht gegenüber der Zeitungsartikel gegen die Vorlage, welche in der Presse aller den Antrag nicht so ausgestaltet, daß das Haus sich sofort ent- Staatsanwaltschaft als Gerichtshof aufspielen und einen Aus- Parteien zu finden waren. Es wird der Streit der wissenschaftfcheiden tann. Es ist auch in diesem Augenblicke gar nicht er spruch thun, der dem Abg. Stadthagen persönlich Genugthung lichen Theorien in die Sache hineingezogen. Ein Seuchengeseh Ohne verschafft.( Burufe links: das will er ja garnicht!) Der Reichs hat sich aber nicht um diesen Streit zu fümmern, fichtlich, welche Form der Antrag gewinnen foll. es muß erfolgreich erfolgreich fein, mag die Krank einen Antrag des Staatsanwalts wird es laum angehen, eine solche tag hat neben der Sympathie für den Kollegen, auch die Lage fondern oder nach jener Theorie entstanden Ermächtigung zu ertheilen. Woraufhin soll denn die Beschluß zu berücksichtigen, in die er selbst kommt. Die Begründung des heit nach dieser fajjung erfolgen? Ein Antrag des Staatsanwalts liegt nicht vor. Bescheides der Staatsanwaltschaft ist freilich eine ganz außer fein. Sie mögen die Cholera als eine lokalisirte Strankheit nach Ein Beschluß des Hauses würde sich also auf etwas beziehen, ordentlich unglückliche, ja ungeschickte. Wir können nichts anderes Bettentofer ansehen oder ihr nach Koch einen ausschließlich kon was nicht vorliegt. Der Antrag, die Sache in der Geschäfts- erzielen, als daß wir gewiffermaßen diefe unglückliche Motivirung tagiöfen Charakter beimessen, gewisse Maßregeln müssen Sie ordnungs- Kommiffion vorzuberathen und unter Zuziehung eines fennzeichnen. Ein Einschreiten der Staatsanwaltschaft tönnen treffen zum Schutz des Publikums; diese Maßregeln trifft die Kommissars der Regierung speziell des preußischen Justiz- wir nicht veranlassen. Wenn die Staatsanwaltschaft das Nicht- Vorlage. Der Borredner hat getadelt, daß das Gesetz sich nicht ministers die Feststellung vornehmen zu lassen, auf grund deren einschreiten nun in anderer Weise motivirt, kommt der Reichstag blos auf die Cholera beschränkt; von anderer Seite tadelte man, man zu einem materiellen, wirksamen Beschluß kommen kann, und der Abgeordnete in eine sehr üble Lage. Der Reichstag hat daß man nicht noch andere Krankheiten einbezogen hat. Bei empfiehlt sich daher zur Annahme, und ich bitte ihn anzu allen Anlaß, bei der Besonderheit des Falles den Antrag in der einem Gesetz über die Cholera wären wir vielleicht schnell zu Geschäftsordnungskommission gehörig zu prüfen. einem Verständniß gekommen, aber wenn eine andere verheerende nehmen. Abg. Ackermann( dk.): Wir haben kein anderes Material Krankheit aufgetreten wäre, hätten wir uns von neuem über die Abg. Stadthagen( Soz.):( Redner beginnt mit leifer Stimme zu sprechen. Rufe rechts: Lauter! Abg. v. Kardorff: Wir als das Exposé des Abg. Stadthagen, das uns gestern Abend zu Sache unterhalten müssen. Im Herbst vorigen Jahres wurde Das sind aber Behauptungen des in der Sache die Regierung gescholten, daß man zwar für das liebe Vieh die fönnen fein Wort verstehen!) Der Abg. Horwit meinte, daß gegangen ist. ich das Material( Rufe rechts: Lauter! Der Redner wendet sich Betheiligten. Auf diese allein hin fönnen wir nicht die Staats- Reichsgefeggebung in Anspruch genommen habe, aber nicht für nunmehr zur Rechten und spricht lauter) dem Antrage nicht so anwaltschaft veranlassen, die Untersuchung einzuleiten. Wir die Menschen. Heute ist man schon etwas abgeſtumpster, heute Leigelegt habe, daß sich jedes Mitglied des Hauses eine flare Ansicht müssen erst Auskunft seitens der Justizverwaltung baben. Es ist empfindet man vorwiegend die Unbequemlichkeiten, welche ein verschaffen lönne. Das ist nicht meine Schuld, das liegt an sehr wohl denkbar, daß ein Ehrengerichtshof etwas für geeignet folches Polizeigefeß mit sich bringt, man vergißt dabei, daß die der Geschäftsordnung, denn nach dieser ist das einzelne Mitglied hält, einen Anwalt von seinem Amte zu entfernen, was der meisten Vorschriften schon landesgesetzlich vorhanden sind, daß nicht berechtigt, einem Antrag ausführliche Gründe beizulegen. Staatsanwalt, der garnicht abhängig ist vom Spruch des Ehren- diese Vorschriften auch von Reichswegen durchgeführt sind. Die Ich habe mich darauf beschränken müssen, eine private, nichtamt gerichtshofs nicht für ausreichend ansieht, um eine Untersuchung Kardinalfrage ist die: Wollen wir die Sache in Zukunft der liche Begründung den Drucksachen beizufügen. Ich hatte nicht einzuleiten. Aus welchen Gründen er das nicht thut, wissen wir Landesgesetzgebung überlassen oder soll das Reich die Frage tcabichtigt, irgend welches Material irgend einem Mitglied des nicht, es können auch andere sein, als der Abg. Stadthagen sie ordnen! Dabei muß und wird darauf zu sehen sein, daß in die angiebt. Freiheit des Einzelnen nicht allzu tief eingegriffen wird. Die Hauses vorzuenthalten. Der Antrag wird darauf der Geschäftsordnungskommission Borschriften im einzelnen find in den Landesgefeßen hier und da Abg. Träger( dfr.): Ich möchte das Haus davor warnen, enthalten; die letzteren gehen manchmal sogar jehr viel weiter. auf die Argumente des Kollegen Horw y einzugehen( Abg. überwiesen. In bezug auf die Petition des Müllers Wolter um Er- Wenn der Bundesrath die Befugniß erhält, das SeuchenBebel: Sehr richtig!), das würde den Antragsteller und die Eache selbst schädigen. Ich für meine Person hätte nicht das theilung der Genehmigung zur Einleitung der Widerklage gegen verzeichniß zu ergänzen, dann können in§ 1 auch einige Strank Wenn eine Seuche wirklich aus= geringste Bedenken, dem Antrage Stadthagen, den ich für voll den Abg. Schaetgen wegen Beleidigung beantragt die Ge- heiten weggelassen werden. fommen gerechtfertigt erachte, ohne weiteres zuzustimmen, und nach schäftsordnungs- Kommission die Genehmigung nicht zu ertheilen. gebrochen ist, wird auch ein Laie die Krankheit erkennen; aber für die ersten Fälle ist es nothwendig, daß ein Sachverständiger, Lage der Sache würde dashaus auch über ben Fall sich garnicht schlüssig Der Antrag wird ohne Debatte angenommen. Der Rechtsanwalt Steinau zu Berlin als Bevollmächtigter ein Arzt, die Anzeige erstattet. Der Arzt wird auch in den zu machen haben. Der Fall ist außerordentlich merkwürdig. Der Ehrengerichtshof hat den Ausschluß des Abg. Stadthagen des Klägers in ciner Zivilprozeßfache Reinstein contra Picken- metsten Fällen allein im ftande sein, eine vernünftige Anzeige zu 4 erstatten. Dem Nrzte soll auch die Erfüllung der Anzeigepflicht uiöglichst erleichtert werden; er wird nur eine Postkarte aus- zufiillen haben. Auch die Kurpfuscher werden die Anzeige er- statten müssen; sie sollen nicht von einer Verpflichtung entbunden werden, die dein Arzte obliegt. Daß die Schaffung eines Reichs- Medizinalwesens nolhwendig sei, kann ich nicht zugeben. Man wird nicht behaupten können, dab das Medizinalwesen der Einzelstaatcn nicht im stände ist, die Aufgaben zu erfüllen, welche die Reichsgesetzgebung stellt. Ich kann deshalb nur em- pfehlen, den Entwurf wohlwollend und schleunig zu berathen; denn wir sind nicht sicher davor, daß die Cholera in diesem Jahre wieder bei uns zu Gaste kommt. Wenn es im vorigen Jahre gelungen ist, unter Mitwirkung der Landesbehörden und der Kommunalverwaltungen unter Mit- Wirkung des Gesundheitsamtes und seines ärztlichen Beiralhes Herr der Cholera zu werden, so werden wir dies in Zukunft nur dann mit Nachdruck können, wenn wir die Vollmachten erhalten, die dieses Gesetz giebt. Abg. Endemann(natl.): Die großen Erwartungen, welche man auf das Seuchengcsetz gesetzt hat. sind leider nur in de- scheidenem Maße ersüllt worden. Eine richtige Seuchengesetz- gebung hätte damals beginnen müssen, die Gesundheitspflege in die richtigen Hände zu legen. Der Reichstag kann nicht den Streit zwischen Lokalisten und Kontagionisten entscheiden; der größte Theil der Aerzte neigt sich Koch's Meinung zu. Es ist bedauerlich, daß die Regierung nicht die praktischen Aerzte gehört hat. Man darf nicht blos vom Auelande kommende Seuchen in das Gesetz hineinnehmcn, sondern man muß auch einheimische Seuchen be- handeln. damit wirklich von vornherein die Medizinalpolizei überall eingerichtet wird. Denn wo gute sanitäre Verhältnisse find, wird sich keine Seuche auf die Dauer einnisten. Trotz des ungenügenden Inhalts der Vorlage, sind meine Freunde entschlossen, den Entwurf einer Komnussion von 21 Mitgliedern zu überweisen. Staatssekretär von Bötticher: Ich würde dem Vorredner dankbar sein, wenn er erklärte, weshalb der Entwurf eine Eni- täuschung ist. Der Vorredner scheint immer das, was durch die Zeitungen gegangen ist, zu sehr als baare Münze genommen zu haben, namentlich daß die Aerzte nicht gehört worden sind. Es sind die Mitglieder des Reichs-Gesundheitsamts, die vortragenden Räthe der Medizinalabtheilungen Preußens und anderer Staaten u. s. w. gehört worden, ebenso Professoren der verschiedenen Universitäten nnd auch der Vorsitzende der deutschen Aerztever- eine, Dr. Graf-Elberfeld. Eine ausreichendere Heranziehung von Aerzten wird sich schwerlich ermöglichen lasse». Die Gutachten dieser Herren existiren nicht in schriftlicher Form, sind vielmehr i» nn'indlicher Verhandlung abgegeben. Den Gedanken an die Reichs-Medizinalresorm lassen Sie fallen; das wird uns nur in unserem Fortschreiten hindern. Abg. Graf zu Stolberg(dk.): Wir sind beinahe sicher, daß die Cholera in diesem Jahre wiederkommt, deshalb habe ich den Wunsch, daß das Gesetz sobald als möglich zu stände kommt; deshalb muß eS möglichst wenig belastet werden. Für die anderen Krankheiten besteht nur ein theoretisches Bedürfniß, für die Cholera aber ein praktisches. Deshalb sollte man sich daraus beschränken. Ein dringendes Bedürfniß ist die Regelung der Frage der Kirchhöfe, namentlich auf dem platten Lande, wo es viele Gemeinden giebt, die keinen eigenen Kirchhof haben. Da der Transport von Leichen von einer Gemeinde zur anderen in der Seuchenzeit verboten ist, so müssen besondere Bestimmungen über die Kirchhöfe getroffen werden. Abg. Fritzen» Düsseldorf(Z.) hält eine reickisgesehliche Re< gelung der Kirchhofsfrage nicht für möglich; die Landesgesetz- gebnng kann, wen» sie will, in rasckester Frist hier das Nölhige ordnen. Die Schaffung eines Reichs-Medizinalwesens würde ein unberechtigter Eingriff in.die Besugniffe der Einzelstaaten sein, und dem Bundesraih eine Blankovollmacht geben. Das Gesetz auch noch auf andere Krankheiten auszudehnen, würde zu weit §ehen, dann sollte man lieber die Krankheiten direkt in das Gesetz ineinschreiben. Die Bevorrechtnng der beamteten Aerzte geht wohl auch zu weit. Der beamtete Arzt kennt die Kranken nicht persönlich, aber wenn er den Verdacht einer ansteckenden Krank- heil hat, sollen sofort die zahlreichen Scbntzmaßregeln in Kraft treten, es soll der Kranke sogar in das Krankenhaus gebracht werden. Das sollte nur mit Genehmigung des Kranken oder seiner Familie möglich sein. Redner schließt sich dem Antrage aus Kommissionsberathung an. Abg. BirchoUi(dsr.): Es wird schwierig sein, die Frage der Seuchenverhütung zu regeln, weil wir infolge der Mangel- haften Medizinalorganisation in den Einzelstaaten keine ge- nügende Erfahrung haben. Ich kann darüber sprechen, weil ich selbst Mitglied der obersten Medizinalinstanz in Preußen bin. Wir haben vergeblich versucht, die Gesetzgebung in Gang zu bringen. Deshalb müssen wir jetzt vorgehen aus dem Gebiet, aus dem eine Einigung möglich ist, wo eine Verständigung er- zielt ist; das übrige muß den Einzelstaaten überlassen bleiben; in bezug auf die ansteckenden Kinderkrankheiten hätte man wenigstens reichsgesetzlich eine Anzeigepflicht einführen können. wenn man nicht weiter gehen wollte. Der Hauptmangel für die Bekämpfung der Seuchengesahr war, daß das Reich keine exekutive Behörde auf diesem Gebiete hatte. Es muß versucht werden, in der Kommisston etwas mehr auf diesem Gebiete zu schaffen, als beabsichtigt ist. Der Staatssekretär v. Bölticher hat auf die fiirchhofssrage hingewiesen, die eine streitige ist. Wir haben Gelegenheit gehabt, für solche Fälle die Feuer- bestattung zu empfehlen; aber die Regierung hat sich dem gegenüber ablehnend verhalten. Es giebt kein anderes Mittel, die Keime der Cholera sicherer zu tödten als die Hitze. Wenn die Cholera sich wirklich einmal über halb Deutschland ausbreiten sollte, dann hilft nichts anderes, als daß wir üderall Beamte einsetzen, welche ihre Aufgabe zu erfüllen im stände sind. Das macht eS nothwcndig, daß die Einzelstaaten ihr Medizinalwesen reformiren und für ihre beamteten Aerzte besser sorgen. Das können wir allerdings in das Gesetz nicht hinein- schreiben, aber das Gesetz ist ja auch nur«in Ansang.(Beifall links), Abg. v. Unruhe-Bomst(Reichsp.) hält es auch für bedenk- lich, dem Bundesrath einseitig die Befugniß geben, das Gesetz mit allen seinen schweren Nachtheilen nach seinem Belieben aus- zudehnen auf irgend welche andere Krankheiten, die jetzt nicht ge- nannt sind. Gangbarer wäre schon der Weg, nur die Anzeige- Pflicht für gewisse Krankeiten einzuführen! aber das wird gesetz- lich schwer zu sormuliren sein. Es wird die Furcht entstehen, daß bei der Anzeige dieses oder jenes Falles anstecken- der Krankheiten den Gemeinden irgend welcher Nach- theil erwächst, daß Kosten entstehen. Dann werden die Krankheilsfälle verheimlicht. Ueberhaupt wird die Handhabung jedes Seuchengesetzes auf große Schwierigkeiten stoßen, wenn die Gemeinden allein die Kosten tragen sollen. Deshalb muß die Anzeigepflicht auch in erper Linie dem Arzte auferlegt werden, weil ein Laie durch Jrrthum große Mißstände hervorrufen kann. Abg. RzepnikowSki(Pole) hält die Anzeigepflicht für noth- wendig. Die Anzeige müßte aber durch die behandelnden Aerzte erstattet werden; im übrigen findet aber die Vorlage seinen vollen Beifall nicht, weil dem Arzte eine zu untergeordnete Stellung gegenüber dem beamteten Arzte angewiesen ist. Abg. Wnrm: Wir stehen dem Gesetzentwurf insofern sympathisch gegenüber, als wir es durchaus für nothwendig halten, daß von Reichswegen endlich gegen diese Mißwirlhschast in einzelnen Gemeinden und Staaten eingeschritten wird; wir bedauern nur, daß der Gesetzentwurf keineswegs dem entspricht, was man von ihm erwarten konnte. Von einem kräftigen Ein- schreiten gegen die Seuchengefahr ist in dem Entwurf durchaus nichts zu spüren. Es ist nirgend von einem Muß oder Soll, sondern nur von einem Kann die Rede, und auch der Reichs- Gesundheitsrath ist die reine Dekoration, denn er ist nur besugt, den Landesbebörden auf Ansuchen Rath zu ertheilen. Die Begründung hebt hervor, daß Jahr für Jahr von der Arbeiterschaft Millionen— im Jahre>890 waren es 80 Millionen— für die Krankenoersicherung gezahlt werden müssen. Diese Rechnung ist nicht genau; es sind im Ganzen 120 Millionen, wenn man die Beiträge voll in Betracht zieht. Durch das Unternehmerlhum sind nur 83 Millionen zur Krankenversicherung beigesteuert worden. Grade die Arbeiter haben also ein Interesse und einen Anspruch darauf, daß der Ausbruch der Krankheilen verhindert wird. Leider nimmt aber der Entwurf auf die Ur- fachen der Krankheit und auf die Beseitigung der Mißstände, welche durch die sozialen Verhältniffe entsteheiy viel zu wenig Bezug. Ich bin damit einverstanden, daß die Anzeigepflicht streng durchgeführt werden muß. Sie müßte aber auch auf die en- demischen Krankheiten wie die Schwindsucht, welche im letzten Jahre 150 000, und die Kinderkrankheiten, welche 70 000 Opfer forderten, ausgedehnt werden. Dem steht allerdings gegenüber, daß nach§ 8 die behandelnden Aerzte gewissermaßen als Aerzte zweiter Klaffe betrachtet werden. Der beamtete ZIrzt ist aber kein richtiger Beamter, sondern ein Zwitter zwischen einem praktischen Arzte und einem Medizinal- beamten. Unser Kreisphysikus hat nicht jene selbständige Stellung, welche es ihm ermöglicht, ohne Rücksicht auf seine U i- gebung seinen Beruf auszuüben. Er ist nur ein bevorzugter Konkurrent des Privatarztes. Will man logisch verfahren, so muß man sämmtliche Aerzte zu Staatsbeamten macken. Nach diesem Entwurf ist der behandelnde Arzt lediglich ein Schiffs- junge, der jeden Augenblick von dem beamteten Arzte weg- kommandirt werden kann. Mit vollem Recht wird auf gewisse persönliche Freiheiten keine Rücksicht genommen, und wir, die wir für die Freiheit des Individuums eintreten, bekämpfen durchaus nicht, wenn man im Interesse der Gesammtheil auf gewisse individuelle Freiheiten keine Rücksicht nimmt, denn der größte Eingriff in die persönliche Freiheit ist Krankheit nnd Tod. Da der beamtete Älrzt zu Zeiten einer Epidemie seine Privatpraxis nicht mehr ausüben kann, so wird er auch pekuniär ganz anders ge- stellt werden müssen. In anderen Staaten, z. B. in Oesterreich, hat man das im vorigen Jahre schon bei Ausbruch der Epidemie in's Auge gefaßt; in diesem Entwurf ist davon aber gar nicht die Rede. ES handelt sich dabei doch auch um die Hilss- wärtcr u. s. w., die mit hinzugezogen werden müssen. Sind erst einmal die Aerzte verstaatlicht, dann wird eine ganze Masse von Mißständen schwinden, welche dieser Entwurf bestehen läßt. Eins läßt der Entwurf ganz unberücksichtigt. W sind zwei ver- schiedene wissenschaftliche Strömungen vorhanden, die sich ziem- lich schroff gegenüberstehen bei der Frage, wie der Kranke zu be- handeln ist. Außerdem existiren noch andere Strömungen, die nicht immer gerade von allen Aerzten für wissenschaftliche Strömungen gehalten werden. Ein Mitglied dieses Hauses ist ja im Besitz eines Talismans, einer Knpferplatte, mit der er die Cholera zu heilen glaubt. Wir haben ja einen Prozeß gehabt, in dem jemand wegen Beleidigung verklagt war, weil dem Grafen Schlieffen nachgesagt war, es wäre ein Aberglaube, daß er jene Knpferplatte verwendete. Ebenso kraffe Widersprüche bestehen zwischen denjenigen, welche sich zur Naturheilkunde bekennen und denjenigen, welche zur alten Schule schwören. Ter beamtete Arzt wird sicher ein Anhänger der alten Schule sein. Wenn der nun mit einem Anhänger der neuen Schule oder der Naturheilmethode zusammenkommt, sö werden Konflikte entstehen, die wieder recht deutlich zeigen werden, daß wir eine einheitliche Regelung des Arzt» wcsens bekommen müffen, die undurchführbar ist, so lange das Arztgewerbe ein Handelsgewerbe ist. Man schlägt die Räumung der ungesunden Wohnungen in Zeiten der Epidemie vor. Alle solche Zwangsmaßregeln zu Zeiten der Gefahr könnten vermieden werden, wenn in Zeilen des hygienischen Friedens Vorsichtsmaßregeln in genügender Art getroffen werden, wenn sowohl durch die Medizinalgesetzgebung als durch dieMedizinal- bebörden mehr daraus geachtet würde, daß die Wohnungen sich in besserem Zustande befinden. Die Städte prahlen mit ihren schönen An- lagen, Springbrunnen und Denkmälern, aber in denselben Städten sieht man große Quartiere, von denen man sagen kann, hier ist das Haus des Todes, hier sind alle Bedingungen gegeben, um eine Seuche entstehen zu lassen. Tie Medizinalbehörden kennen heute schon diese Gegenden, aber es geschieht nichts. Im vorigen Jahre bei der Choleraepidemie sprengte man mit Karbolwasser, aber das half so wenig wie Weihwasser. Ohne Beseitigung der Quartiere ist hier nichts zu machen. Die Stadt Hamburg hat es am deutlichsten erwiesen, wie wenig man von seilen jener Behörden daran denkt, Maßregeln zu ergreifen, die wirklich nützlich wirken können. Warum beseitigt man in Hamburg nicht alle jene Schauerquartiere, die schon dem äußern Anblick nach sich als Peslheerde kennzeichnen. Hat man dazu in Hain- bürg zwei Jahrzehnte lang die Wassersrage in einer Weise verschleppt, wie es glücklicher Weise in der Geschichte der deutschen Städte ohnegleichen dasteht?(Redner er- örtert die Entwickelung dieser Angelegenheit des Näheren.) Das kann gar nicht oft genug vor der Oessentlichkeit ausgesprochen werden. Auch die Vorlage geht hier nicht weit genug; die Gemeinden„können" zur Verbesserung ihrer Trinkivasserverhält- nisse sc. angehalten werden. Es wird den Landesbehörden viel zu viel Spielraum gelassen; eine Reichsbehörde müßte das Gesetz durchführen, sonst bleibt alles nur Dekoration. Das hat sich namentlich bei der Leichenverbrennung gezeigt. Man sagt: die Epidemien sind eine Geißel; ja, aber eine Geißel, mit der nicht die gezüchtigt werden, die gesundigt haben, sondern die, gegen die gesündigt worden ist. Es sind hauptsächlich die Arbeiter- quartiere, welche von der Seuche heimgesucht werden. Das hängt zusammen mit den schlechten Bauordnungen in den Städten. Warum haben wir diese? Weil diejenigen Körperschaften. welche die Bauordnung zu entwerfen haben, nur dir Interessen der besitzenden Klassen vertreten. Wer den Geldbeutel hat, hat auch das Wahlrecht und das arme arbeitende Volk, muß sich alles gefallen lassen, was von oben her diktirt wird. Wird einmal ein Anlauf zur Arbeiterschutz-Gesetzgebnng genommen, so kommen hinterher Leute wie der Verein zur Mildenmg der Bestimmungen über die Sonntagsruhe. In der Kommission werden wir zu den einzelnen Punkten der Vorlage weitere Anregungen geben. Hamburgischer Senator Bnrchard sucht den Angriff des Vorredners als unberechtigt zurückzuweisen und bestreitet nament- lich. daß mit der Anlage einer Wasserleitung zu lange gezögert worden sei. Redner setzt die Hamburger Verhältnisse eingehend auseinander, ist aber auf der Tribüne nicht zu verstehen, da er immer zu den Sozialdemokraten gewendet spricht. Er schließt damit, daß er der Reichsregierung, welche die Hamburger Be- Hörden während der Choleraaefahr unterstützt habe, den wärmsten Dank ausspricht und auch allen denjenigen in Deutschland und im Auslande dankt, welche der Hamburger Bevölkerung in der chweren Zeit gedacht haben. Um o>/e Uhr wird die Weiterberathung bis Sonnabend I Uhr vertagt; außerdem Vorlage betr. die Abzahlungsgeschäste; Wahlprüfungen. Pcu'keiuirvltvickiken. Gegen die Militärvorlage protestirten ferner Versamm- lungen in Brandenburg(Ref. Reichstags-Abgeordnetcr Molkenbuhr), Sestewitz i. S., Bulach(Referent Adolf G e ck- Offenburg), Neustadt b. Koburg(Ref. Hülle- Erfurt). O a ReichStagSkandidatnr. Für den 3. Berli ner Reichs- tags-Wahlkreis ist der Stadtv. E. V o g t h e r r als Kandidat ausgestellt worden. Zum Wahlausruf de» Parteivorstaude» bemerkt der „Chemnitzer Beobachter":„Der Aufruf führt eine ernste Sprache und zeigt unseren Genossen die ganze Schwere der Auf- gäbe, die an sie herantreten wird. Diesmal spielen sich die Wahlen in einer ohnehin schon aufgeregten Zeit ab und es wird ihnen ein Wahlkampf voraufgehen, wie er vielleicht mit ähnlicher Heftigkeit noch nicht geführt worden ist. Alle Parteigenossen müssen auf dem Plane sein! Es stehen uns gewiß noch lieber- raschungen bevor, das wiederholen wir, den» unsere Gegner werden kein Mittel unversucht lassen, den Wahlsieg an ihre, d. h. an die Fahne der alten Parteien zu heften. Dem können wir begegnen durch vermehrte Agitation. Also Parteigenossen, beginnt schon jetzt die Vorbereitungen für den Wahlkamps!" Das Rheinisch« Agitations-Komitee in Elber- feld erläßt folgenden Aufruf:„An die Parteigenossen von Rhein- land! Im Auirufe des Parteivorstandes ist die Situation, in welcher wir uns befinden, klar gezeichnet, ebenso auch die Pflichten, welche wir zu erfüllen haben. Uns hier in Rheinland erwächst die Pflicht, gegen den mächtigsten politischen Gegner, die Zentrumspartei, den Kampf zu führen. Durch die sonderbare politische Kon- stellation ist die Zentrumspartei in die Opposition gegen die Regierung gedrängt, welcher Umstand uns den Kampf erschweren wird, aber gerade deshalb müssen wir in erhöhtem Maße unsere Schuldigkeit thun. Vor allen Dingen ersuchen wir die Partei- genossen, mit den Vorarbeiten zu beginnen; da, wo es noch nicht geschehen, Kreiskonferenzen abzuhalten, und, den Beschlüssen des Düffeldorser Parteitages gemäß, uns stets aus dem Lausenden zu erhalten. Ebenso ist es wichtig, uns von den ausgestellten Kandidaten in den verschiedenen Wahlkreisen rechtzeitig zu unter- richten, damit deren Veröffentlichung erfolgen kann. Soweit es die vorhandenen Kräfte zulassen, werdet, wir überall helfend ein- greifen. Die Zeit für die Agitation ist ungemein günstig, nützen wir sie nach Kräften aus." Maifeier. Die Parteigenossen in den TaunuS orten Obernrsel und Umgegend, Königstein, Kronberg, Oberhöchstadt, Steinbach, Homburg und Friedrichsdors seiern das Fest am 7. Mai in Oberursel, nachdem am 1. Mai eine Volksversamm- lung in Homburg vorangegangen ist.— In B r a m s ch e wird die Maiseier am 30. April abgehalten, ebenso in Schwein- furt.— In Iserlohn ist am Abend des 1. Mai Versamm- lung, am 7. Mai ein Fest; desgleichen in B r e m e n.— Tie R o st o ck e r Arbeiter seiern das Fest am 7. Mai durch Ausflug, Konzert und Ball.— In S ch w e l m wird am Abend des 1. Mai eine Volksversammlung abgehalten, an die sich eine ge- mülhliche Unterhaltung schließt. Auch in Weißensels scheint die öffentliche Ordnung auf schwachen Füßen zu stehen; die Polizei glaubte den Festzug nicht genehmigen zu könne». � Der sozialdemokratische* Vertrauensmann für Han- nover, Genosse A. Lohrberg, theilt mit, daß er für die durch die Cholera in Hamburg in Roth Gerathenen die Summe von 4300 M. durch Listensammlungen, Ueberschüsse von Konzerten k. vereinnahmt hat. Gewiß eine stattliche Summ«, die das Proletariat Hannovers ausgebracht hat, um die Roth der Hamburger zu lindern. � Von der Ngitation. Zin Oldenburg. Jever. Bant, Heppens und anderen Orten Nordwestdeutschlands hielt der Parteigenosse Adolf Hoffmann aus Zeitz stark- besuchte Versammlungen ab, in denen seine Vorträge großen Beifall fanden. Vorigen Sonntag unternahmen Parteigenossen aus Schwel m eine Agitationstour über Haslinghausen nach Sprockhöfel zur Verbreitung der Bebel'schen Rede über den „Zukunflsstnat". Ueberall, wo die Genossen hinkamen,� fanden sie die freundlichste Ausnahme. Die Leute klagten alle über die fortwährend sich steigernden drückenden Lasten, besonders über die neue Militärvorlage. Wie es scheint— schreibt man uns— fängt es auch in dieser Gegend an zu dämmern, wo wir bei ver letzten Reichstagswahl in Sprockhöfel nur 10 Stimmen bekamen. »• Todtenliste der Partei.' Am 14. April reiste, wie die Breslauer„Volksmacht" meldet, der 60 Jahre alte Parteigenosse Stanislaus Chmilewski nach Schrinim, um dort eine Erb- schafl von dv M. zu erheben. Auf seiner Rückreise am 16. April, die über Kurnick erfolgte, ist er am Sonntag Abend unweit d.-s Dorfes Zegcze bei Posen ermordet und seiner Baarschafl beraubt worden. Wir verlieren in ihn, einen überzeugten, stillwirkenden Parteigenossen. Ehre seinem Andenken Polizeiliches, Gerichtliches«e. — Die Hamburger Staatsanwaltschaft hatte gegen den Genossen C. L e g i e n wegen des Flugblatts Anklage erhoben, das die Hamburger Verfassungssrage unter Hinweis aus die Cholera-Epidemie behandelte. Das Landgericht lehnte jedoch die Eröffnung des Hauptverfahrens ab und legte die Kosten der Staatskasse zur Last. Die Begründung dieses Beschlusses ist nicht ohne allgemeines Interesse. Sie lautet: „Das vom Staatsanwalt unter Anklage gestellte Flug- blatt enthält allerdings eine scharfe Kritik der Hamburzischen Bersassungs- und Verwaltungszustände, sowie der bei dem wohl- habenden Theil der Bevölkerung nach Meinung des Angeklagten herrschenden Gesinnung, welche als den nothwendigen Reform- bestrebnugen hinderlich dargestellt und als auf Selbstsucht be- ruhend, scharf getadelt wird. In Verbindung mit dem Gesammt- inhalt des Artikels kann jedoch in den von der Anklageschrift speziell hervorgehobenen Worten:„Hungert der Mann nnt Weib und Kind u. s. w.. so stürzt er sich selbst dem hauenden Säbel und der schießenden Flinte ohne weitere Ueberlegung entgegen," eine Anreiznng des Proletariats zu Gewaltlhätigkeiten gegen die besitzenden Klassen nicht gefunden werden. Der Passus, in welchem diese Worte vorkommen, beginnt mit den Morien: „Was soll dieser"— von dem Flugblatt kritisirten— „Sachlage gegenüber geschehen?" und kommt dann endlich zu dem Schlüsse, daß die Hamburgische, die besitzende Minorität der Hamburgischen Bevölkerung begünsti- gende Verfassung einer dies Stimmrecht der Gesammlbevölkerung anerkennenden Reform unterzogen werden müsse. In diesem Zusammenhang kann die inkriminirte— übrigens lediglich eine bekannte Phrase wiederholende— Redewendung, welche warnend aus die möglichen Konsequenzen dauernden Widerstand gegen die von dem Flugblatt gepredigten Reformen hindeutet, als eine 9ln- reizung der Proletarier zu Gewaltthätigkeiten um so weniger angesehen werden, als die Gegenüberstellung des mit Weib uns Kind hungernden Proletariers aus der einen Seite, der mit Säbel und Flinte bewaffneten staatlichen Schuhmacht auf der anderen Seite wohl die plastische Illustration einer mit prophetischem Blick vorausgesehenen Thatsache, keineswegs aber für den waffen- losen Proletarier eine besondere Verlockung zur Herbeiführung dieser Situation enthält." — Vom Splitter und Balken. Man schreibt uns: „Die„Frankfurter Zeitung" gefällt sich in sittlicher E»t< rüstung über die Bemerkung des„Vorwärts" zu der B e- leidigungsklage, die der Düsseldorfer„General-Anzeiger" gegen den Genossen L i n x w e i l e r, den Redakteur der„Freien Presse" in Elberfeld, erhoben hatte. Si" meint:„Uns fällt da- bei ein, daß jüngst der Redakteur der Frankfurter sozial- demokratischen„V o l k s st i m m e" gegen den Rebakteur der „Frankfurter Zeitung" Beleidigungsklage erhoben hat. der eben- salli zu einer Geldstrafe veruriheilt wurve. In diesem Falle hatte das Berliner Zentralorgan der Sozial- demokratie keine abfällige Bemerkung zur fi a n d. Freilich betraf die Berurtheilung nur einen demo- r a t i s ch e n Redakteur, und ein„Genosse" war es damals, der die„ liebliche Blüthe" züchtete. Die alte Geschichte vom Splitter| deren Erledigung sich bereits fast die drei Vierteljahre hinzieht.| Polizei davon Kenntniß zu geben, daß fie von ihrem Manne und vom Balken." Die" Frankfurter Beitung" treibt hier ein Der Angeklagte hat den Wahrheitsbeweis angetreten, der Kläger feit längerer Zeit mit einer Mordthat bedroht worden ist. Am Spiel, dessen richtige Bezeichnung einfach jedem wirklichen dagegen sich zum Beweise der Unwahrheit auf eine Reihe von Mittwoch Abend wurde Farr in dem Vereinshause in der Temokraten überlassen werden fann. Das Blatt hatte Beugen berufen und das Amtsgericht Berlin I hat beschlossen, Wilhelmstraße durch einen Schuhmann festgenommen, aber wieder nämlich in einer Bolemit mit der Volksstimme", wo die verschiedenen Zeugen in Chemniz, Leipzig und Cleve tom- auf freien Fuß gefeßt, weil man behördlicherseits von dem Vorbei letztere die Behauptung aufstellte, Herr Beer, der Mit- missarisch vernehmen zu lassen. Am 25. d. M. wird nun Land- gange in der Lintstraße feine Kenntniß hatte. Farr hat am eigenthümer der Frankfurter Sozietätsdruckerei", habe einen gerichtsdirektor Kluth, der Vorsitzende im Buschoff- Prozeß, vor Donnerstag Abend seine Wohnung unter Burücklassung seiner neueingestellten Arbeiter bei Gewärtigung der Ent- dem Amtsgericht in Cleve vernommen werden. Nachdem dies Habe verlassen. Iaffung untersagt, für den Verband( der Buchdrucker geschehen, steht der Anberaumung eines Verhandlungstermins in gehilfen) thätig zu sein, diese Behauptung als Lüge und Berlin nichts mehr im Wege. freche Verleumdung bezeichnet. Die Redaktion der„ Volks der " Tokales. " Theater. Herr Joseph Rother, Kellner, wohnhaft Engel User 9, erfucht uns mitzutheilen, daß er mit dem wegen Stehlens eines Großes Aufsehen verursacht im Nordostviertel das plög: Fächers unter Antlage gestandenen Tafeldecker Rother( siehe timme" verlangte gegenüber dieser rohen Beschimpfung die Aufliche Verschwinden des Kommissionärs R. Kanter, eines geborenen Gerichtszeitung des Vorwärts" vom 13. April) nicht identisch ist. rahme einer turgen Berichtigung, welche besagte, daß Rumäniers, bisher Barnimstraße wohnhaft, der kurz vor der Sie Bolfsstimme" sich bereit erklärt habe, den Wahrheits- Sochzeit spurlos verduftet ist. S. war seit einigen Monaten mit fünfjähriger Knabe vor dem Haufe Madaistr. 15 durch einen Polizeibericht. Am 20. d. Mts. Vormittags wurde ein beweis für ihre Behauptung anzutreten( natürlich nur vor einer Stelle, wo ein rechtsgiltiger Beweis möglich ist). Trotzdem der Tochter eines in der Großen Frankfurterstraße wohnenden Geschäftswagen überfahren und erlitt einen Bruch des Oberdiese Erklärung nicht die geringste beleidigende Wendung enthielt, Raufmanns verlobt, und die Hochzeit sollte am nächsten Sonntag schenfels. Im Laufe des Tages und in der darauf folgenden diese Erklärung nicht die geringste beleidigende Wendung enthielt, stattfinden. Der Bräutigam hatte von seinen Schwiegereltern Nacht fanden fünf kleine Brände statt; außerdem wurde in der verweigerte die Frankfurter Beitung" die AufNacht die Feuerwehr nach Schöneberg gerufen, wo die drei nahme, mit der, für ein„ demokratisches Organ" höchst mert zur Begründung eines Bankgeschäfte eine Mitgift von 15 000 m. Nacht fanden fünf kleine Brände statt; außerdem wurde in der würdigen, Begründung, es sei feine Berichtigung" im voraus erhalten und den Betrag in Werthpapieren empfangen. oberen Stockwerke und der Dachstuhl des im Bau befindlichen würdigen, Begründung, es sei teine Berichtigung" In der Neuen Königstraße hatte der 33jährige Mann, der auf Hauses Hauptstr. 103 brannten. im Sinne des Preßgefehes! Es blieb der Redaktion Boltsstimme" also gar nichts anderes übrig, als großem Fuße lebte, eine Wohnung gemiethet und sehr fein Hauses Hauptstr. 103 brannten. möbliren lassen; wie sich nun herausstellt, hat R. das ganze den Klageweg zu betreten, wenn sie nicht die" freche meublement, welches noch nicht bezahlt war, an einen hiesigen Verleumdung" auf sich sizen lassen wollte. Und angesichts dieses Trödler verkauft, er selbst aber ist jetzt verreist, ohne daß es bisSachverhalts wagt die Frankfurter Zeitung" vom" Splitter her gelungen, den Flüchtigen, der etwa 20 000 M. in baar und und Balken" zu reden. Soweit die Zuſchrift. Das darin Werthpapiere bei sich tragen dürfte, zu ermitteln. In der BeDie Hebung und Förderung deutscher Jdealität durch Befagte läßt sich ja hören. Aber im Allgemeinen fann es unsere gleitung des verschwundenen Rumänen dürfte sich eine Kellnerin, Bühne und Literatur" hat sich die Germanische Volksbühne“ Ansicht nicht erschüttern, die dahin geht, wenigstens daß die im öffent- mit welcher Kanter früher ein Verhältniß gehabt und die gleich erkiest, deren Mitglieder nur deutsche Staatsangehörige arischer lichen Leben stehenden Personen und namentlich Zeitungsredakteure Abstammung sein dürfen. Im National- Theater fand gestern fich von der jämmerlichen Philiftergewohnheit frei halten sollten, falls feit Montag verreist" ist, befinden. ( Donnerstag) die erste dramatische Aufführung statt. Der Sieg gegen einander wegen Beleidigung zu flagen. Ein Zivilprozeß wegen eines Gegenstandes von 25 Pf. der Christen," Schauspiel in 4 Aufzügen von Carl Wald heißt Werth schwebt zur Zeit, wie die A. Fl. 3tg." mittheilt, beim das vorgeführte Stück im Aufrufe; auf dem Theaterzettel wird Landgericht I. Der unverheirathete Rechtsanwalt H. ließ sich es Der Sieg des Christenthums oder Konstantin der Große" eines Tages aus einer renommirten Schlächterei für 25 Pf. Wurst genannt. Es war ein trauriger Sieg, den die Christen und das holen. Die Waare schien ihm etwas dunkel auszusehen, er schickte Christenthum hier errangen. Das Stück stellt die Christensie zurück mit dem Verlangen, das Kaufgefchäft rückgängig zu verfolgungen zur Beit Diokletian's und schließt mit dem Siege machen. Der Verkäufer der Wurst hielt dieselbe für tadellos, er Konstantin's. Die Handlung entwickelt sich in der Weise wie in Professor Schmoller hat seine Weisheit über die Anti- weigerte sich, sie zurückzunehmen, zumal im vorliegenden dadurch den vulgärsten Kolportage- Romanen sich die Haupt- und Staats. semitenfrage dem Wiener Ahlwardt- Interviewer offenbart. Der- der Verdacht genährt werde, daß aus seinem Geschäfte mangel- Aktionen abspielen und die Helden und Heldinnen bewegen sich felbe Gelehrte, der dem brutalen Soldatenkönig Friedrich Wilhafte Waare verabfolgt worden sei. Der Rechtsanwalt wollte in dem donnernden oder larmoyanten Pathos, der dort üblich helm I. eine besondere providentielle Stellung beilegt, begiebt sich den Vorwurf nicht auf sich sißen lassen, daß er zu Unrecht Aus: ist. Das hohle Phrasengedresch wurde von dem zahlreich anhier auf das Gebiet materialistischer Naturwissenschaft, und stellt, stellungen gemacht, er beschritt den Klageweg. In dem fürzlich wesenden„ arischen" Bublifum nichts desto weniger mit großem je weniger er von dieser versteht, um so gewagtere Behauptungen stattgehabten Termine wurde beschlossen, Sachverständige zu Beifall aufgenommen; nach jedem Aftschluß wurde der„ Dichter" auf. Den Niedergang des römischen Reichs schreibt er dem laden. hervorgerufen, der auch noch einen Lorbeerfrang erhielt. Durcheinanderwerjen, der Mischung und Kreuzung der Rassen zu, Wieder ist ein Angestellter einer hiesigen Bankfirma und weise Erkenntniß der ältesten indischen Kulturstaaten läßt er nach Unterschlagung von 5000 Mark durch= es sein, daß sie strenge die Absonderung der Kasten aufrecht er gegangen. Es handelt sich um den 30jährigen May Riefenhielten. Nach ihm wäre die Mumifizirung der Nationen das Stahl, der mit großer Verschmigtheit zu Werfe gegangen ist, denn beste Mittel der Erhaltung, wie man ja auch am besten Gegen- er hat nicht allein das Bankhaus geschädigt, sondern auch ein stände vor Verderben schützt, indem man sie dem Einfluß der Frl. Emmy K. um ihr ganzes Vermögen gebracht. Legtere Mit der Verjährungsfrage in betreff eines gegen einen atmosphärischen Luft entzieht. Die Mumifizirung erhält aller- lernte er vor mehreren Monaten fennen, verlobte sich mit ihr zu Abgeordneten gerichteten Strafverfahrens hatte sich gestern dings den Körper, aber sie schließt zugleich das Leben aus. Herrn erst im Geheimen, bis er die Bestätigung der Familie er- die siebente Berufungs- Strastammer des Landgerichts I zu be Schmoller scheint das Chineſenthum ein zu erstrebender Zustand halten hatte, und wußte ihr 6000 Mart zu entlocken, schäftigen. Es handelte sich um eine Beleidigungstlage, welche zu sein. Ueber den Einfluß der Rassenkreuzung im guten oder um die Aussteuer für die auf den 24. 6. M. fest der zu Wien wohnhafte Gerichts- Advokat Dr. Emil Frischauer bösen Sinne wollen wir hier nicht diskutiren; nur möchten wir gesetzte Hochzeit zu beschaffen. Daß Riefenstahl es nur auf gegen den Chefredakteur der Kreuz- Zeitung", Freiherrn von Herrn Schmoller fragen, wie er es mit seinem wissenschaftlichen das Geld abgesehen hatte, um damit das Weite zu suchen, er Sammerstein, angeftrengt hatte. In der Kreuz- Zeitung" vom Gewissen vereinigt, so leichtweg in einer Frage abzusprechen, die scheint nach den vorliegenden Ermittelungen ziemlich zweifellos. 17. November 1891 erschien ein Leitartikel, in welchem die am er in seinem wissenschaftlichen Studium doch nur laienhaft ge- Am vergangenen Dienstag fam er erst früh Morgens 14. November an der Börse zu Wien stattgehabte Panik bestreift hat und über welche die berufensten naturwissenschaftlichen nach Hause, packte die Hochzeitseinladungen, die er abschicken sprochen wurde. Es wurde behauptet, daß das plögliche Forscher selbst noch kein Urtheil abzugeben wagen. Auf sollte, zusammen und übergab sie mit einem großen Packet von Weichen der Kurse auf eine Notiz zurückzuführen sei, die Frage des Interviewers, ob der arische Kapitalist Lotterieloosen und Briesen seiner Wirthin zum Verbrennen. welche am Abende vorher im Wiener Abendblatt erschienen sympathischer fei als der jüdische, gab der Pro- Dann entfernte er aus seinen Kleidungsstücken die Schneider- war, worin mitgetheilt wurde, daß der Kaiser von Denerreich feffor die föstliche Antwort, daß der deutsche Ar firmen, steckte einen geladenen Revolver zu sich und entfernte dem Obmann der Polen- Fraktion, v. Jaworski, gelegentlich einer beiter es sympathischer empfinde, wenn der chriftliche Kapitalist sich, um angeblich eine Geschäftsreise anzutreten. Die Braut er- Audienz die Mittheilung gemacht habe, daß die damalige Lage ihm das Fell über die Ohren ziehe; dieser zeige doch immer hielt an demselben Tage ein Telegramm des Juhaltes: Bestelle eine sehr gefahrdrohende sei, und daß die in Rußland herrschende noch dabei ein gewisses verwandtschaftliches Gefühl. Ach, Herr die Hochzeit ab, denn wenn Du diese Depesche bekommst, weile Hungersnoth einen Krieg in Aussicht stellen lasse. In dem LeitProfessor, wenn Sie eine Ahnung haben fönnten, wie die Ar- ich nicht mehr unter den Lebenden." Dies scheint aber nur zur artikel wurde behauptet, daß diese Nachricht lediglich von dem beiter lachen werden über das verwandtschaftliche Gefühl der Verdeckung seiner Flucht in's Werk gesezt zu sein, denn Riefen- Verle ger des Wiener Zagbl." und anderen zu diesem Blatte Krupp und Stumm u. f. w. Was übrigens den schädlichen Ein- ftahl hat einen Gegenstand in feiner Wohnung zurückgelaffen, in Beziehung stehenden Personen erfunden sei, um an der fluß des Judenthums auf die Deutschen anbetrifft, so haben wir der auf die Flucht hindeutet, nämlich ein Eisenbahn- Kursbuch, Börse ein rapides Sinfen ber Kurse herbeizuführen, ihn schon lange vor Stöcker hervorgehoben und bekämpft; dieser in dem er die einzuschlagende Richtung durch Einkniffen ange- um dann im Trüben fischen und durch Benuhung schädliche Einfluß wird aber gerade von Stöcker selbst und der deutet hatte. Es war die Linie Berlin- Kreuz- Posen. Aus Kreuz der Baiffe: Spekulation die eigenen Taschen füllen zu ganzen cheistlichen Othodoxie gepflegt. Werden doch heute noch hat er auch später noch Nachricht hierher gelangen laffen. fönnen, was auch in ausgiebigfter Weise geschehen sei. In in allen Schulen die Kinder von früh auf in den semitischen Anschauungen des alten und neuen Testaments erzogen. " Gerichts- Beifung. " " 1 Ein größerer Diebstahl ist gestern Nachmittag zwischen 3 derselben Nummer der Kreuz- Beitung" befand sich an anderer und 7 Uhr bei dem Rentner E. in der Franfeckistr. 35 ausgeführt Stelle eine Korrespondenz aus Wien, worin mitgetheilt wurde, Die Bentral ftelle für Arbeiter- Wohlfahrtseinrich worden. Gestohlen wurden aus dem verschlossenen Schreibtische daß auch der Rechtsanwalt Dr. Emil Frischauer, des Bruders tungen" hat heute( Freitag) ihre zweite Konferenz im Architekten einer verschlossenen Wohnung 6 fünfprozentige Mostau- Smolensfer des beim Wiener Tagblatt" angestellten Redakteurs Bernhause begonnen. Minister v. Berlepsch und Unterstaatssekretär Eisenbahn- Prioritäten über je 700 Mt., außerdem verschiedene hard Frischauer, an jenem Tage bedeutende Engagements an der Lohmann, eine Anzahl Geheimräthe und die großen kapitalistischen Werthsachen, insbesondere eine altmodische goldene Herren- und Wiener Börse eingegangen sei. Dr. Frischauer brachte diese MitArbeiterwohl" Vereine waren vertreten. Die Professoren eine ebensolche Damenuhr. Eines der gestohlenen Papiere ist be- theilung in Zusammenhang mit dem erwähnten Leitartikel und Das Schöffengericht Schmoller und Adolf Wagner waren die wissenschaftlichen reits gestern bei einem hiesigen Bankgeschäft verkauft worden. stellte Strafantrag wegen Beleidigung, Leuchten. So glänzende und vornehme Namen vertreten waren, Den Verkaufsschein hat der Verkäufer Karl Grabow, Kunst: bielt die vom Vertreter des Beklagten, Rechtsanwalt Nägel, so dürre und öde ift das, was fie bieten. Die alte Spielerei mit schüler", unterschrieben und darauf 400 W. baar erhalten. Den geltend gemachte Verjährung für begründet. Gegen den BeArbeiterhäuschen, Kinderheim, die vor allem das Gute für den Rest von 200 m. sollte er heute erhalten, ist aber nicht wieder- flagten, der Abgeordneter fei, fönne gemäß des Artikels 84 Unternehmer haben, die Wohlthätigkeit" mit dem eigenen gekommen. Die noch fehlenden Papiere haben die Nummern der preußischen Verfassung während einer Sigung des Parlaments nur mit Genehmigung des letteren strafrechtlich vorInteresse, die Arbeiter in Abhängigkeit zu erhalten, zu vereinen, 02 297, 06 906, 21 502, 25 764 und 39 866. gegangen werden. Diese Genehmigung sei von dem Kläger nicht das ist alles, was die Herren unter Arbeiter- WohlfahrtseinrichBezüglich des Bildhauers Otto Wille, der sich am beigebracht. Die vor Schluß der Sizungsperiode, dem 23. Juni tungen verstehen. Sonntag in Schildhorn erschossen hat angeblich wegen eines 1892, von dem Amtsgerichte in diefer Sache getroffenen Veramerikanischen Duells mit einem Offiziere erfahren wir jetzt fügungen fönnten demnach als rechtsgiltig nicht angesehen werdas Nachstehende: Der am 28. November 1870 in Halberstadt den, nach dem erwähnten Zeitpunkt sei die Verjährung aber geborene junge Mann wohnte Kantstr. 105 a bei Frau Meyer in eingetreten. Charlottenburg und war sehr stark verschuldet. Am Sonnabend Dies Erkenntniß wurde im gestrigen Termine Abend erklärte er einem Buchhalter Stefansky, daß er sich seiner der zweiten Instanz von dem Bertreter des Klägers, drückenden Lage wegen das Leben nehmen müsse, versuchte dies Rechtsanwalt Steinschneider angefochten. Er vertrat auch durch Gift zu thun, wurde aber davon abgehalten. Am die Ansichten, daß das formelle Verfahren beginne, fo Sonntag hat er denn mit der bestimmten Absicht, sich zu er bald dem Beklagten die Klage zugestellt sei. Sobald die schießen, die Wohnung verlassen. Von einem amerikanischen Duell Klage eingeleitet sei, sei der Abgeordnete auch zur Untertann deshalb nicht die Rede sein. suchung gezogen und es bedurfte nicht mehr der Genehmigung des Abgeordnetenhauses, gegen ein Mitglied vor zugehen, sondern höchstens der Genehmigung zur Aussetzung des Verfahrens während der Sigungsperiode. In Weißensee fand am Donnerstag eine außerordentliche Versammlung der Orts- Kranten kaffe statt. Es wurde beschlossen, innerhalb 14 Tagen eine Generalversammlung einzuberufen, und in dieser die Regreßpflicht der Aufsichtsbehörde festzustellen und die Mitschuldigen des Buchert zu ermitteln. Mehrere Depot scheine der Deutschen Reichsbant, sowie 8, prozentige Konsolsfcheine und ein angeblich vorhanden gewesenes Sparkassenbuch über 1000 m. von der Kreis- Spartaffe fehlten bereits bei der Revision am 12. Dezember 1891. Wie die Revisoren ihr Amt auffaßten, ging aus der Bemerkung hervor, die der Sekretär Herr Häufer, auch ein Revisor, bei einer Revision machte:„ Die und die Revision den anderen Revisoren überließ. In der Geschichte ist mir viel zu langweilig", worauf er sich entfernte Generalversammlung dürfte auch ermittelt werden, wer die braven Leute waren, die dem Buchert Geld zu 40 pCt. liehen. = vor Diesen Ausführungen trat die Straffammer bei. Eine Verjährung wurde nicht als vorliegend erachtet und in die Verbandlung eingetreten. derfelben Nummer erschienenen, von verschiedenen Verfassern Der Beklagte bestritt, daß die beiden zu gleicher Zeit und in stammenden Artikel für den Kläger etwas Beleidigendes enthielten, event. erbot er sich, den Wahrheitsbeweis anzutreten. Der Gerichtshof gab dem letteren Antrage statt und beschloß, die vom Beklagten vorgeschlagenen in Wien lebenden Zeugen kommissarisch au vernehmen. Einen Mordverfuch auf seine Gattin, die seit einiger Zeit der Maler Richard Farr, am 25. Juli 1868 zu Grünthal gevon ihm getrennt lebt, hat am Mittwoch Abend gegen 9 Uhr Frau Anna Farr, geb. boren, in der Linkstraße unternommen. Feit, am 25. August 1872 in Stargard geboren, hatte sich nach Nach einem Telegramm der ,,, Nat.- 3tg." aus Pofen der Trennung bei dem Buchhändler Buttstädt, Köthenerstr. 27, als theilt die Eisenbahndirektion Bromberg mit, daß der ham- Mädchen in den Dienst begeben. Farr muß in Erfahrung geburgische Staat russische Auswanderer in Hams bracht haben, daß seine Frau früher verpfändete Gegenstände burg nicht mehr aufnehme und deshalb von preußischen Staats- eingelöst hatte. Die hieraus gefolgerte günstige Lage der Frau bahnverwaltungen Fahrkarten an solche Auswanderer ferner ließ seinen alten Haß wieder auflodern, und er beschloß, fie um nicht ertheilt werden. Die mit der Eisenbahn in den Grenz- zubringen. städten eintreffenden russischen Auswanderer, welche über Ham- in dem Hause Linkstraße 9 als Kinderfrau dienende Muiter in burg nach Amerifa zu reisen beabsichtigen, werden deshalb nicht den Abendstunden zu besuchen pflegte und baute darauf seinen weiter befördert. Plan. Er legte sich in einen Hinterhalt und, als die Erwartete Die Braut der Kompagnie. Umfangreiche Schwindeleien die Linkstraße nahe an dem Durchgange zur Eisenbahn entlang beschäftigten heute die erste Straftammer am Landgericht II. Keinen Lohn bekamen am 15. April 30 Maurer und 15 Hilfs- ging, stürzte er sich mit erhobenem Messer auf sie, um sie zu er- Die unverehelichte Dienstmagd Emma Richter hatte troß arbeiter, die am Bau der Umwehrungsmauer der neuen Moabiter techen. In diesem Augenblicke tauchten zwei angetrunkene junge mehrerer Worstrafen wegen Diebstahls bei der Frau Baronin Kafernen beschäftigt waren. Dieser Bau ist der Firma G. Reichert Leute auf, die, durch den plöglichen Schrecken sofort ernüchtert, von Burinsti in Schöneberg eine sehr gute Stellung gefunden, und Co., Schleiermacherstr. 14, übertragen grwesen. Das Geschäft sich auf den Attentäter warfen und die bedrohte Frau befreiten. fie verließ diefelbe aber schon nach sechs Wochen wieder und schuldet den Arbeitern insgesammt 884,45 M., welche Summe Frau Farr flüchtete in das Haus Nr. 9, als sie wieder zum Vornahm die Kontobücher mit, auf welche die Frau Baronin, welche nun die Arbeiter einklagen müssen. schein kam, war der Unhold und mit ihm die Retter verschwunden. quartaliter zu bezahlen pflegte, bei Bäder, Schlächter, KaufDer Buschoff- Prozeß wird demnächst noch ein eigen och an demselben Abend fehrte er in seine Wohnung Simmeritr. 61 mann zc. ihre Bedürfnisse entnahm. Die Richter nahm bei einer artiges Nachspiel vor dem hiesigen Schöffengericht in Form einer zurück, nachdem er am Morgen von seinen Wirthsleuten mit den Frau Otte Wohnung, welche an Chambregarniften vermiethete, Beleidigungstlage erhalten, die der Journalist Hugo Fried Worten: wir sehen uns nicht wieder" Abschied genommen hatte. aber fo tief in Schulden steckte, daß der Gerichtsvollzieher faft länder gegen den Journalist Gustav Meyer angestrengt Auch in dem Lokal von Acin derselben Straße hat er sich von täglicher Gaft bei ihr war. Um den Gläubigern ein Schnippchen hat. Kläger wie Angeklagter waren Beitungskorrespondenten für seinen Freunden verabschiedet und ihnen am Abend seine Baar zu schlagen, schloß Frau Otte einen Scheinvertrag mit der den in Cleve verhandelten Buschoff- Prozeß. Infolge eines ihn fchaft von vierundvierzig Pfennigen und das Taschenmesser aus Richter, durch welchen sie die gesammte Wohnungseinrichtung an betreffenden Baffus in dem Berichte des jetzigen Klägers batte geliefert, da er nichts mehr gebrauche". Fast um dieselbe Stunde die Dienstmago verkaufte. Diese spielte nun die Hausfrau, sie Meyer in einem an verschiedene Zeitungsredatiionen gerichteten erschien er auch in dem Vereinshause christlicher junger Männer, fübrte aber ihre Rolle gar zu drastisch aus. Auf die StontoRundschreiben die Behauptung aufgestellt: Friedländer habe über Bibelmitr. 34, und gab einen bort geschriebenen Brief an den bücher der Frau Baronin entnahm sie beim Bäcker das tägliche den Chemnitzer Sozialistenprozeß im September 1885 auch dem Sekretär v. Stardt mit der Bitte ab, das Schreiben erst am Frühstück, Milch, Brot, Kuchen, Torten, Bonbons u.. w., damaligen Chef der politischen Polizei, Polizei Direktor 21. d. M. zu öffnen. Durch Zufall wurde aber der Juhalt beim Schlächter große Posten von Fleischwaaren, beim Krüger, Bericht erstattet und bei Gelegenheit des Sprem fofort gelesen und lautete, daß Farr feine Ehefrau auf der Kaufmann Kaffee, Bucker, Thee, Ratao, Wein, Geberger Krawall Prozesses( November 1866) durch ab- Straße suche, um sie zu ermorden. Der Brief ist sofort der würz, Wild, Delitateijen, furz alles, was zu haben war; die der bedrohten Frau eine und damit versorgte sie nicht allein den Haushalt, sondern fichtlich aufgebauschte Berichte den fleinen Belagerungs. Polizei zugestellt worden, zustand über die Stadt Cottbus heraufbeschwören wollen. Der Warnung zugehen ließ. Frau Farr war durch ben Mord auch 8, in Buchstaben: acht Pioniere, zu denen fie hierin enthaltene Vorwurf, der Polizei Spigeldienste geleistet zu anfall fo in Angst gesetzt worden, daß sie eine Anzeige bei der fich hingezogen fühlte. Als nach wenigen Wochen der Schwindel haben. bat die Erhebung der Beleidigungstlage zur Folge gehabt, Behörde unterlassen hatte. Desgleichen hatte sie verabsäumt, der an den Tag tam, hatte sie bereits 700 M. Waarenschulden ges -GO Soziale Lebersicht. Geffentliche Filsfhuharbeiter- Verfammlung am Sonntag, den 23. April, Bormittags 10 Uhr, im Lotale des Herrn Seefeld. Depeschen: macht. In einer früheren Verhandlung wurde die Richter wegen Betruges zu einem Jahre Gefängniß, Frau Otte wegen Beihilfe bezw. wegen Hehlerei zu zwei Monaten verurtheilt. Während sich die Richter beruhigte, hat Frau Otte Revision des Vereins der Arbeiter und Arbeiterinnen der Buch. An die Mitglieder beantragt. Das Reichsgericht hat denn auch die Sache zur erneuten Verhandlung in die Vorinstanz zurück verwiesen. Die Papier und Lederwaaren- Industrie. iederholung der umfangreichen Beweisaufnahme entlastete die fammlung der Angehörigen unseres Berufes hat am 17. d. M. Werthe Kollegen und Kolleginnen! Eine öffentliche Ver( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Petersburg, 21. April. Nach einem Telegramm aus Roslom Grau Otte nur in einem Punkte, die Strafe wurde daher von beschlossen, mit dem 1. Mai eine Verwaltungsstelle des deutschen ist die Eisenbahnverbindung mit Tambor und Woronesch durch zwei Monaten auf fechs Wochen Gefängniß herabgesetzt. Buchbinderverbandes zu errichten. Es ist wohl selbstverständlich. Schneeverwehungen gestört. Unweit Koslow blieb im Schnee ein Neber niederträchtige Behandlung einer Land- daß wir diesem Beschlusse beitreten, da ja wesentlich unser Personenzug steden, dessen Passagiere auf Pferden nach Koslow arbeiterfamilie durch einen Rittergutsbesiger Wirken dem Verband feine neue Gestaltung gegeben und Ein- geschafft wurden. Aus Nischny- Nowgorod wird ebenfalls starker hatte dieser Tage das Landgericht in Bauten zu befinden. richtungen, wie Arbeitslosen- und einheitliche Reise- Unterstützung. Schneefall gemeldet, so daß der Verkehr durch Schlitten wieder Es handelte sich, wie die amtlichen Baugener Nachrichten" mit ausgedehnteren Rechtsschutz und Arbeitsnachweis zc., gefchaffen aufgenommen werden mußten. Selbst in Sebastopol und in der theilen, um folgende Angelegenheit. Seit Mitte 1891 stand der hat. Der unterzeichnete Borstand beruft deshalb für Montag, Krim ist Schnee gefallen. Arbeiter Hoferichter auf dem Rittergute Zoblig in Arbeit und den 24. d. M., eine Generalversammlung zweds ev. Auflösung Paris, 21. April. Nach hier vorliegenden Nachrichten aus cehörte mit seiner Familie zu den Insassen des dasigen Arbeiter des Vereins ein, zu welcher wir das Erscheinen aller Mitglieder Angers tam es dort gestern Abend zwischen der Gendarmerie hauses. Im August v. J. erlitt das Verhältniß zwischen Herr- erwarten. Um eine glatte Abrechnung, namentlich dem Verbande und den Streifenden, welche die noch Arbeitenden zur Einschaft und Arbeiter insofern eine Störung, als Ersterer Zweifel gegenüber, zu ermöglichen, ist es dringend geboten, daß die Mit- ftellung der Arbeit zu veranlassen suchten, zu einem Zusammenan der Ehrlichkeit Hoferichters beigingen. Indeß fam es zu einer glieder ihre Beiträge bis spätestens den 30. d. M. entweder in stoß, bei welchem einige Personen verwundet wurden. Kündigung des Arbeitsvertrages nicht. Wohl aber wurde das der angezeigten Versammlung, oder in einer der in der heutigen Verhältniß unhaltbar, als furz vor Weihnachten Hoferichter seinen Annonce aufgeführten Zahlstellen begleichen. Da der Verband Herrn der Verwerthung einer kranten Kuh denunzirte, laut Statut den Mitgliedern unseres Vereins, falls sie ihre Beiwelche Anzeige indeß, beiläufig bemerkt, nach dem Ergebniß der träge bis zum Schluß bezahlt haben, ihre Mitgliedschaft voll staatsanwaltschaftlichen Erörterungen strafrechtliches Einschreiten anrechnet, liegt dies übrigens im eigenen Interesse der Mitglieder. wicht zur Folge hatte. Dagegen eröffnete der Herr am Hohen Der Vorstand. Neujahrstage Hoferichtern, daß er entlassen sei und mit den Seinen seine Wohnung binnen 24 Stunden zu räumen habe. Am nächsten Vormittage begab sich Hoferichter noch Löbau, um sich bei einer Miethfrau nach einer anderen Stelle umzuthun. Während seiner Abwesenheit befahl nun der Herr, Ritter gute besiger Wilhelm Moritz Hänichen, seinem Verwalter ind 5 Knechten, die von Hoferichter und Familie innegehalten Lokalitäten zu räumen. Der Verwalter, ein junger Mann von 19 Jahren, glaubte ebenso wie die Knechte diesem Befehle Folge leisten zu müssen. Ungeachtet des Widerspruchs der verehelichten Hoferichter wurde die mit einem Tischler- Verein. Sonnabend, den 22. April, Abends 9 Uhr, MelchiorBorlegeschlosse verwahrte Bodenfammer erftraße 15: General- Bersammlung. brochen, der Schmied mußte die verschlossene fahneider. Sonnabend, den 22. April, Abends 8% ühr, bei Mathies, wallSchäftebranche! Vorrichter, Stepper und Stepperinnen und zuSchlaftammer aufsperren, die Stubenthüre straße 20: Deffentliche Versammlung. Tagesordnung: Wie feiern wir wurde ausgehangen, und Stück für Stück wurde den 1. Mai? Fachverein der Uhrmacher 2c. Sonnabend, den 22. April, bends Unter den Hafenarbeitern in Ruhrort ist, wie rheinische Blätter melden, ein partieller Streit ausgebrochen. Der Streit der Textilarbeiter in Amieus foll als beendigt gelten fönnen. Versammlungen. Abends 8 Uhr, im Restaurant Wende, Moabit, Beuffelstr. 10 a. 9 Uhr, bei Schilling, Pücklerstr. 55. Loudon, 21. April. Nach einer Meldung des Reuter'schen Bureaus" aus Sydney datirt 20. d. hat die Australian Joint Stock Bant infolge andauernder Entnahmen von Depots ihre Zahlungen eingestellt. Ende des Jahres 1892 betrugen die Depots nahezu 11 Mill. Pfund Sterling, darunter 4 Millionen englische Depots. Arbeiter hat die Vorschläge des Rhedereivereins, durch welche Hull, 21. April. Die heutige Versammlung der streifenden die Differenzen zwischen den unionistischen und den nicht der Union angehörenden Arbeitern geregelt werden sollten, verworfen. Der Rheder Wilson telegraphirte daraufhin an den Präsidenten des Handelsamtes, er erachte weitere Konferenzen für zwecklos, denn die Arbeitgeber könnten über die bereits gemachten Konzessionen nicht hinausgehen. ( Deveichen des Bureau Herold.) Brüssel, 21. April. Wegen zahlreicher übertriebener Schilde rungen der letzten Unruhen in Belgien wurden die hiesigen Verin Zukunft ihre Artikel wahrheitsgetreu abzufaffen, treter auswärtiger Zeitungen von der Polizeibehörde aufgefordert, Briefkaffen der Redaktion. = die armselige Habe auf die Straße in den tiefen 9 Uhr, bei Wienecke, Alte Jakobstr. 83: Versammlung. Bortrag des GeEchnee gefeht; Hänichen selbst führte die vernoffen Koopmann über: Die Bedeutung des 1. Mai. ehelichte Hoferichter troh ihres Sträubens aus Verein der Berliner Schirmmacher. Sizung am Gonnabend, den P. Meyer. Aus unserer heutigen Nummer sehen Sie, der Stube und aus dem Hause. In diefem Momente 20. April, Abends 9 Uhr, in Trieschmann's Lotal, Südenftr. 55. Touristen- und Wanderklub Waldesgrün". Sonnabend, den daß wir zu der Sache Stellung genommen haben. Ihre Zufehrte Hoferichter heim. Sein Versuch, die Stubenthüre wieder 22. April, Abends 8½ Uhr, in Weir's Restaurant, Köpnickerstr. 68: Gigung. Schrift wird schleunigst gebracht werden. Ihre Bedenken find einzuhängen, scheiterte an dem thatkräftigen Widerstande der Geselligkeitsverein Oesterreich- Ungarn. Sonnabend, den 22. April, unbegründet; solch eine falsche Auffassung besteht nicht. Lassen Knechte. 3ulegt trugen diese das Kanapee Verein ehem. Schüler der 80. Gemeinde- Schule. Sonnabend, den Sie sich gelegentlich sehen, zu den ihnen befanten Stunden! mit den zwei darauf liegenden fleinen 22. b. M., Abends e Uhr, bei Wurl, Koppenstr. 58. Geschäftliches. Schlesischestraße 46. Bei den Reichstags Wahlen am Rindern Hoferichters hinaus und sehten auch Shatklub Gordischer Knoten. Sonnabend, den 22. April, Abends 20. Februar 1890 wurden abgegeben 7 228 542 giltige Stimmen Dieses Möbel mit seiner lebenden Last in den Schnee Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 23. d. M., Abends 8 Uhr, Rofen von denen 1427 298 auf sozialdemokratische Kandidaten fielen. auf der Straße bei 18 Grad Kälte! Eine Wittwe thalerstr. 38: Vortrag des Herrn Dr. Weyl über: Heirath und Ehe. Nach K. 2. Hödel hatte am Tage seines Attentats noch nicht das erbarmte sich der auf so brutale Weise an die Luft gesetzten Leute dem Vortrag gemüthliches Beifammensein und Tanz. und gewährte ihnen mit der Habe für die nächsten Tage Obdach. 23. April, Bormittag 10 Uhr, im fleinen Saale der Kronenbraueret, AltPorzellan- Arbeiter. Deffentliche Versammlung am Sonntag, den 21. Lebensjahr vollendet. H. Gr. 51. Sie thun am besten, direkt mit der UnterHänichen, 47 Jahre alt, bereits dreimal mit dem Straf- Moabit 48. Bortrag und Discussion über: Kampfes- oder Unterſtügungs- offizier- Schule in Verbindung zu treten, da jede Anstalt eigene richter in Konflikt gekommen, hatte sich heute über organisation? eine Anklage wegen Nöthigung zu verantworten. Seine Behaup- Berlin, Bezint 3. Sonntag, den 23. Aprit, Vormittags 9 Uhr, im Lokale des Sentral- ranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer, Grundsätze hat. tung, er habe sich, weil ein Kontrakt, also auch eine Kündigungs- Herrn Wilte, Sochstr. 32 a: Mitglieder- Bersammlung. Tagesordnung: Abfist nicht existirt habe, bei dem Verhalten Hoferichters zu diesem rechnung vom 1. Quartal 1893. Vorgehen für berechtigt gehalten, fand gegenüber den Ergebnissen ter Beweisaufnahme keine Beachtung; Hänichen hätte eben auf dem geordneten Rechtswege seine Absicht erstreben sollen. Das Urtheil lautete auf 500 M. Geldstrafe." Achtung! Grosse öffentliche Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, ben 23. April, 10% Uhr, Rosenthaterstr 38. Herr Waldeck Manaffe: Der Kampf ums Dafein. Bentral- Kranken- und Sterbekaffe der deutschen Wagenbauer, Berlin, Bezirt 4. Sonntag, den 23. April, Vormittags 9% Uhr, im totale des Herrn Rau, Staligeritr. 126: Versammlung. Tagesordnung: Abrechnung vom 1. Quartal 1893. Bentral Kranken- und Sterbekaffe der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter. Dertliche Verwaltung Berlin A. Sonntag, den 23. April, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Roll, Adalbertir. 21: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Abrechnung vom 1. Quartal. Achtung! Ordentliche Hintergarten. Unseres Erachtens haften Sie auf grund dieser Empfehlung nicht. M. H. Wenn wegen Schulden Ihres Mannes Ihre Sachen versiegelt sind, müssen Sie schleunigst durch Klage interveniren. Briefkaffen der Expedition. Wir ersuchen den Kassirer des Vereins der Schriftgießer um gefl. Angabe seiner Adresse. Ich habe den Engros Vertrieb für Schuhmacher- u. Filzschuharbeiter- Versammlung Generalversammlung Berlin meiner am Sonntag, 23. April, Vormitt. 9 Uhr, bei Seefeld, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Lother, über: Die Erstürmung bes theologischen Himmels. 2. Diskussion. 3. Der Streit bei Buchholz Zahlreicher Besuch dringend erwünscht. 4. Verschiedenes. 155/17 Die Agitations- Kommission. Sonntag, den 23. April, Nachmittags 4 Uhr: Große öffentliche Versammlung der Delegirten der Ortskrankenkasse der Kürschner und verwandten Gewerbe am Montag, den 24. April, Abends präzise 9 Uhr, im Restaur. des Herrn Seehausen, Landsbergerstraße 31. Tages- Ordnung: 1. Jahresabschluß pro 1892. Kaffenbericht des Rendanten. 2. Bericht der Revisions Kommission. 3. Beitrager der Maler und verw. Berufsgenossen mit Frauen höhung. 4. Straſbeſtimmungen. 5. Verim Lokal Stromstraße 28. Zagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Millarg über: Der 1. Mai und seine Bedeutung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 3435b Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Einberufer: Rich. Gültzer. Allgemeiner Unterstüßungs- Verein der Töpfer Deutschlands. Filiale Berlin.) Mitglieder- Versammlung am Sonntag, 28. April, Vorm. 10 Uhr, bei Hrn. Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Tages- Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über die Zustände in unserem Gewerbe. 2. Abrechnung vom 1. Quartal 1893. 3. Vereinsangelegenheiten. 328/9 Der Vorstand. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 23. April, Vorm. 10% 1hr, Rosenthalerstr. 38: Vortrag des Herrn Waldeck Manasse: Der Kampf ums Dasein." Gäste sehr willkommen. 152/18 Der Vorstand. Aug. Herold, Möbel u. Polsterwaaren Oranienstr. 83 84. Gesangverein, Mitglied d. Arb.-S.-B., fucht Dirigenten. Uebungslotal Berlin O. Offerten mit Angabe des Honorars und der freien Abende bitte zu richten an Moabit. Cohn's Hosenfabrik 3481b 45 Wilsnacker- Strasse 45 Fröwald, Koppenstr. 10. Kinderwagen, größtes Lager, bestes Fabrikat, auch Theilzahlung, nur allein Oranienstr. 3 im Korbgeschäft. Cohn's Hofen- Fabrik, nur Pallisadeuftr. 7. Arb. aus Resten, Leiachen, Knie- und Burschenhofen, schiedenes in Rassenangelegenheiten. Schluß der Zahl- und Melbestelle G 40779 Mai- Festzeichen Gen. Hans Baake, City- Passage, übertragen, und ersuche deshalb Händler, von Obigem zu beziehen. B. E. Buchwald, Altenburg. Martin Klein, Uhrmacher, 3544L 25 Neue Hochstr. 25 empfiehlt sein Lager aller Arten Wand- und Taschen- Uhren. am Montag, den 24. April, Abends Reparaturen zu foliden Preisen Der Vorstand. C. Dobronz, Vorsitzender. 812 Uhr. 3450b Achtung Rixdorf! Versammlung des sozialdemokratischen Vereins ,, Vorwärts", am Dienstag, den 25. April, Abends 81/2 Uhr, im Lokale d. Hrn. Hoffmann, Bergstr. 133. Tages- Ordnung: 1. Vortrag:„ Die Kunst und das Volt." Rejerent: Herr Hansen. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Jedermann hat Zutritt. Um zahlreichen Besuch bittet [ 365/14] Der Vorstand. Bekanntmachung. Sonntag, den 30. April 1893, Vormittags 10 Uhr, findet im Lokale des Herrn Meißner, Gartenstr. 162, die ordentliche Generalversammlung der ſtatt. Drts- Krankenkasse der Stellmacher Tages- Ordnung: 368/14 1. Abnahme der Rechnung des Vor2. Steinmehstraße 40, Ede Groß- Börfchenstraße. 3953L* Nur Hüte mit Kontrollmarken. Grosse Auswahl in Schirmen. W. Wolff. Stenographie. 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