Nr. 96. Erscheint täglich außer Montags. Brets pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- PreisItfte für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Bersammlungs: Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uur Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernfpredy Anschlus 3mt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Religionsunterricht der Dissidentenkinder. Dienstag, den 25. April 1893. und " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Es war dabei von dem oben erwähnten§ 11 2h. II. Tit. 12. A. 2.-R. ausgegangen und habe folgendes ausgeführt. Wenn dort bestimmt sei: Kinder, die in einer anderen Religion, als welche in der öffentlichen Schule gelehrt wird, nach den Gesetzen des Staats erzogen werden sollen, fönnen dem Religionsunterricht in derselben beizuwohnen nicht angehalten werden", den Urtheilen des Kammergerichts die Schul- gej ucht, aber nicht erhalten habe, so müßte der Anbehörden anwies, die Dispensation vom Religionsunterricht geklagte unter allen Umständen verurtheilt werden. Zu der den Kindern von Dissidenten nur dann zu geben, Prüfung, ob der Dispens mit Recht oder Unrecht verwenn der Nachweis eines anderen ausreichenden" weigert worden sei, wäre das Gericht nicht tomIn Preußen besteht die Schulpflicht. Bis zum Religionsunterrichts geführt würde. Es versteht sich, daß petent. zurückgelegten 14. Lebensjahre muß jedes Kind die Volks- der Unterricht durch einen Lehrer einer freien Gemeinde fast Diesen, ganz gewiß falschen Standpunkt, der auch mit schule besuchen, falls es nicht den Besuch einer höheren nie als ausreichend" angesehen wurde, selbst wenn dieser der Auffassung des Ministers im Widerspruch steht, hatte Schule nachweist. Der Unterricht in der Volksschule darf Lehrer studirt und seine Prüfungen bestanden hatte. So das Schöffengericht allerdings nicht vertreten, sondern dies auch für einzelne Stunden nur auf grund besonderer sind die unteren Schull hörden des Regierungsbezirks hatte sich eingehend mit der Frage der Rechtsgiltigkeit der Dispensation versäumt werden, die vorher oder unmittelbar Potsdam angewiesen worden, den Unterricht des Dr. Wille Bedlig'schen Verordnung und der Verweigerung der Dispennachher einzuholen ist. Eltern, die ohne solche Erlaubniß nicht für ausreichend anzunehmen. sation beschäftigt. ihre Kinder Theile des Unterrichts versäumen lassen, werden In der Landtagssigung vom 13. Februar 1892 unterbestraft. nahm es der jetzige Kultusminister Dr. Bosse, den Erlaß Zu den Gegenständen des Volksschul- Unterrichts gehört seines Vorgängers zu rechtfertigen. Seine Gründe waren in erster Reihe auch der Religionsunterricht. Die freilich etwas gesucht. Er leugnete, daß die Zedlig'sche VerVolksschule ist tonfessionell, d. h. es wird an jeder Schule ordnung eine Schmälerung der Gewissensfreiheit" nur in einer bestimmten Religion unterrichtet und es werden bedeutete. Die Gewissensfreiheit der Eltern werde nicht berührt, im allgemeinen auch nur Kinder dieser Religion in die wenn ihre Kinder gezwungen würden, dem ReligionsSchule aufgenommen. Für die Ausnahmefälle bestimmt das unterricht beizuwohnen, eine Gewissensfreiheit der Sch u lLandrecht(§ 11 Th. II 12): finder tenne aber das Gesetz nicht. Die früheren Ent- so sei Voraussetzung der Dispensation, daß das Kind in scheidungen des Kammergerichts fertigte der Kultusminister einer anderen" Religion und zwar nach den einfach mit der Behauptung ab, sie stützten sich auf ältere Geseßen des Staates" erzogen werden solle. Restripte, die sich garnicht auf die Volksschule, sondern auf welche Religion den Gesezen des Staates entspräche, die höheren Schulen bezögen. Uebrigens war der Minister folge aus§ 13 Th. II. T. 11 A. L.-M., wo bestimmt ist: Die Ausnahmsfälle mögen früher selten gewesen sein so gnädig zu versprechen, er werde sich der Entscheidung und zumeist Juden betroffen haben, denn Katholiken und der Gerichte in dieser Frage unterwerfen. So selbstverständProteftanten hatten getrennte Schulen. Auch die Wenigen, lich es ist, daß ein Minister in einer Rechtsfrage der Entdie gar keiner der verbreiteten Religionsgemeinschaften an- scheidung der höchsten Gerichte zu folgen hat, so erregte gehörten( Dissidenten), famen taum nicht in Betracht. Diese Zusicherung doch noch den Born des Herrn Stöcker, Sie gehörten zumeist den besigenden Klassen an, ihre Kinder der vermuthlich darin eine liberale Amwandlung sah oder in der ein Kind erzogen werden solle, diesen Grundsägen besuchten die höheren Schulen und mögen da ohne Schwierig- befürchtete, das Urtheil des Rammergerichts tönnte nicht entspräche. Deshalb sei die Behörde befugt, wie es nach feit die Dispensation erwirkt haben. Erst als der Austritt nach Wunsch ausfallen. der Zeblitz'schen Verordnung geschehen solle, vor dem Dispens vom Religionsunterricht zu untersuchen, ob überhaupt ein anderweiter Unterricht an dessen Stelle ertheilt werde, und welcher Art er sei. Kinder, die in einer anderen Religion als welche in der öffentlichen Schule gelehrt wird, nach den Gesehen des Staats erzogen werden sollen, tönnen dem Religionsunterricht in der felben beizuwohnen nicht angehalten werden. " " Jede Kirchengesellschaft ist verpflichtet, ihren Mitgliedern Ehrfurcht gegen die Gottheit, Gehorsam gegen die Gefeße, Treue gegen den Staat und sittlich gute Gesinnungen gegen ihre Mitbürger einzuflößen." Es müsse geprüft werden, ob die andere" Religion, aus der Landeskirche allgemeiner wurde und zwar gerade Er hätte sich seine Erregung sparen und die gerichtliche in den unbemittelten Volksschichten, wurden von Schul- Entscheidung ruhig abwarten können. Bei dem Umschwung, behörden Zweifel angeregt, und nach einer Zeit schwaufen- der seit der Falt'schen Zeit in den herrschenden Kreisen mit der und widersprechender Entscheidungen, verordnete der bezug auf diese Dinge eingetreten ist, handelte sich die Frage In der Revisionsinstanz wurde die Angelegenheit von Kultusminister Dr. Falt, zunächst für die höheren, dann ohnehin weniger darum, wie das Gericht entscheiden, als Rechtsanwalt Heine im Auftrag der freien Gemeinden ihrer auch für Volksschulen, daß die Kinder von Dissidenten so wie es seine Entscheidung den früheren Urtheilen gegenüber grundsäglichen Bedeutung entsprechend nach allen Gesichtsfort vom Religionsunterricht zu dispensiren seien, sobald begründen würde. punkten behandelt und besonders wurden auch die Fragen der Nachweis erbracht würde, daß die Eltern in rechts- Der Full, der dem Kammergericht Gelegenheit gab, sein erwogen, die von dem Kultusminister und von anderen Ge giltiger Form aus der Landeskirche ausgeschieden Urtheil zu sprechen, betraf den Zeitungs- Expedienten Brinck richten in gleichliegenden Sachen aufgeworfen worden waren. wären. Das Rammergericht erklärte in zwei Entscheidungen mann in Hohenmölsen. Dieser, ein Dissident, hatte die Dis- Die Revision führte in der Hauptsache folgendes aus: in Strafsachen gegen den Bergolder Ewald zu Brandenburg pensation feines Sohnes vom Religionsunterricht des Volks- Wenn§ 11 II. 12 A. 2.-R. ein Dispensationsrecht für und den Redakteur Hoffmann zu Zeit diese Auffassung schule nachgesucht, aber nicht erhalten, weil er den Nachweis solche Kinder gäbe, welche in einer anderen Religion des Ministers Falt aus Rechtsgründen für zutreffend, eines anderen Religionsunterrichts nicht geführt hatte. Er erzogen werden sollten, so sei der Sinn dieser Bestimmung und lange Jahre hindurch wurde von den Schulbehörden hatte darauf den Knaben ohne Dispensation von dem Unter- nichts anderes, als daß dieses Dispensationsrecht für dieentsprechend verfahren. richt zurückbehalten und war deshalb vom Schöffen- jenigen Kinder gegeben wäre, welche nicht in derjenigen Bekannt ist, daß der Kultusminister von Zedlig gericht zu einer Geldstrafe Geldstrafe von 9 M. verurtheilt Religion, die in der Schule gelehrt werde, unterrichtet in seinen Entwurf eines Boltsschulgesetzes eine Bestimmung worden. Das Landgericht zu Merseburg hatte das werden sollten. Das Allgemeine Landrecht habe den aufnahm, wonach auch die Kinder von Dissidenten am Schöffenurtheil bestätigt. Hiergegen war durch Rechtsanwalt Unterricht in einer anderen Religion vorausgesetzt, weil es Religionsunterricht theilnehmen sollten. Dieser Zedlig'sche Heine- Berlin die Revision eingelegt worden. zu jener Zeit Personen, die außerhalb aller ReligionsGedanke erfuhr im Landtage heftige Angriffe und scheiterte Das Landgericht zu Merseburg hatte einen sehr ein- gemeinschaften standen, nicht gegeben habe. Die Bestimmung mit dem ganzen Gesetze. v. Bedlig gab aber außerdem fachen Grund gefunden: Weil jede Versäumniß des Unter- sei ein Ausfluß der allgemeinen Grundsätze der Ge unter dem 16. Februar 1892 eine neue Verfügung, durch richts nur nach eingeholfer" Dispensation zulässig wissensfreiheit und der Freiheit der reli die er im Widerspruch mit der Falk'schen Auffassung sei, der Angeklagte aber die Dispensation blos nach giösen Erziehung, welche das Landrecht aufstelle. Feuilleton. Nagbrua verboten.) [ 71 Die Laufbahn eines Nihilisten. Bon S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. " Dich verstehe!" sagte der alte Mann gefällig.„ Sie hätten's mir gleich sagen sollen." Warja schlüpfte in die Amtsstube, um ihr Versprechen zu erfüllen, und der alte Mann beeilte sich, dem zukünftigen Verwandten die Hand zu drücken. zu fürchten ferner feinen Grund hatte, sofort sehr freundlich entgegen. " Ich will Ihnen nicht im Wege stehen, Mascha zu sehen," sagte er." Sie werden ihr, wenn ich es nicht ermöglichen kann sie zu sehen, meine Grüße überbringen. Wir alten Leute müssen den jungen Vortritt lassen." $ anderen verließen sie das Gefängniß, in dem Zwielicht der gewölbten Vorhalle Geistern gleichend. Auf Andrej machte dieses Schauspiel einen höchst niederdrückenden Eindruck. Obgleich seine Nerven für gewöhnlich nicht sehr empfindlich waren, hatten sie doch durch die erschütternden Ereignisse der letzten Tage eine eigenthümliche Reizbarkeit erlangt. Er las die Er fuhr fort, in dieser geschwägigen Weise über die Tragödien, die hinter diesen Gesichtern verborgen lagen, fo, Mädchen zu sprechen, lobte beide, Mascha insbesondere, als ob sie darauf geschrieben wären, und es schien ihm, und erzählte von seiner großen Verwunderung über die daß er in seinem ganzen Leben nicht so viel Leid gesehen Berwickelung der beiden Mädchen in eine Verschwörung. hätte, als in den kurzen zwei Stunden, die er in der Ge Es ist eine Epidemie, mein Herr, eine wahre fängnißhalle zubrachte. Epidemie," wiederholte er. Endlich tam an sie die Reihe. Unter der letzten GeWarja fand sie freundschaftlich mit einander sprechend. fangenengruppe, die besucht werden sollte, fiel auch der Sie hatte alles zu ihrer gegenseitigen Zufriedenheit ge- Name Marja Dubarow. ordnet. Die beiden Schwestern würden einzeln vorgelassen Kommen Sie," sagte Warja zu ihm. werden. Der alte Mann würde seine jüngere Nichte, sie Sie führte ihn rasch durch dunkle Korridore, wo sie und Andrej würden nachher die ältere sehen. mit vielen Leuten, die nach der entgegengesetzten Richtung In einigen Minuten wurde der alte Dubarom auf- gingen, deren Gesichter sie aber nicht sehen konnten, zu gerufen. Er war unter der ersten Abtheilung der Besucher. sammenstießen. Sie wurden an einen luftigen hellen Ort Eine Viertelstunde später kehrte er, augenscheinlich mit sich geführt, der eher einem Korridor, als einem Zimmer glich. selbst sehr zufrieden, zurück. Beim Vorbeigehen flüsterte er Bu beiden Seiten zog sich etwas hin, das einem unAndrej vertrauensvoll zu: geheuren Spieseschrank ähnlich sah, in dem die Glasscheiben Ich habe über Guer Rommen ein Wort fallen lassen! durch Drahtgitter ersetzt waren. Bei genauerem Bu Mascha wird sich freuen, es schon zuvor zu hören." sehen erkannte man, daß diese Verschläge doppelt " Ich denke, wir haben uns irgendwo getroffen", flüsterte Andere Besucher wurden zu den politischen Verbrechern waren. Hinter jedem war in einer Entfernung von zugelaffen- Väter, Mütter, Frauen. Eilig und er drei oder vier Metern wieder eine Art Verschlag, Sein Aerger und seine Gefälligkeit waren plöglich wartungsvoll gingen fie reihenweise hinein, beladen mit und in dem dazwischen befindlichen Raume ging ein Wächter vorüber. Er erinnerte sich, was er im Eisenbahnwagen ihren Packeten und Blumen. Sobald sie zurückkamen, waren auf und ab. Am Ende des Zimmers saßen zwei andere gefagt und war von einer lähmenden Furcht ergriffen. die Blumen aus ihren Händen und der Glanz von ihrem Wächter, die sehr schläfrig aussahen. Sie hatten auf die Bielleicht", sagte Andrej höflich, ich entsinne mich aber Antlige verschwunden. Der kurze Aufenthalt in diesem Besucher aufzupassen. düsteren Loche schien ihnen beides geraubt zu haben. Einige Wo sind aber die Gefangenen?" fragte Andrej, als waren ganz erschüttert, doch thaten sie ihr Möglichstes, um er keinen fah. äußerlich wenigstens ruhig zu erscheinen. Einer nach dem " Ich kenne Ihr Geheimniß, junger Mann, und wünsche Ihnen viel Glück und Freude," hielt aber selbst plöglich inne und starrte den jungen Mann an. Andrej richtete die Augen auf ihn, erstaunt, was das bedeuten sollte, und starrte ihn auch an. Sie erfannten einander. Der alte Mann war Andrej's Gefährte auf der Reise nach St. Petersburg. der alte Mann mit stockender Stimme. nicht genau bei welcher Gelegenheit." Der alte Herr versuchte nicht, Andrej's Gedächtniß aufzufrischen. Er tam aber dem jungen Manne, den er Sie werden gerade hereingebracht. Wir mußten zuerst So lange die Eltern über den ihren Kindern zu theilenden Religionsunterricht einig sind, hat kein Dritter Hecht ihnen darin zu widersprechen. wo bestimmt ist: Der Vater muß vorzüglich dafür sorgen, daß das Kind in Religion und nüßlichen Kenntnissen den nöthigen Unterricht nach seinem Stande und Umständen erhalte. Diese Grundsätze seien besonders ausgesprochen in§ 2 II. 11| Vertreter in der Hauptverhandlung vor dem Kammergericht| Nothstand mit sich bringt, und es will uns an Frivolität A. L.- R.: beschränkte sich darauf, im wesentlichen den Standpunkt des streifend erscheinen, zur Erreichung von besonderen Zwecken, Allen Einwohnern im Staate nuß eine vollkommene schöffengerichtlichen Urtheils zu vertreten. Das Kammer- welcher Art dieselben immer sein mögen, eine Frage, von der Glaubens- und Gewissensfreiheit gestattet werden, gericht wies nach längerer Berathung die Revision zurück Bedeutung und Wichtigkeit, wie sie die Militärvorlage für unfere und in 67 II. 12 A. L.- R.: Nation aufgeworfen hat, durch ein höchst bedenkliches und zweiund erklärte den Zedlig'schen Erlaß für gefezmäßig. So schneidiges Schlagwort zu verwirren, wie solches die Behauptung erweit die Gründe mündlich publisirt wurden, ergaben fie, eines allgemeinen Rothstandes ist. Gerade diejenigen, ein daß das Kammergericht sich auf§ 75 II. 2. R. stützt, welche, gleichviel ob mit Recht oder Unrecht, partielle Nothstände abgestellt zu sehen verlangen, sollten vorsichtiger darin sein, das Vorhandensein allgemeiner Moth zur Erreichung ihrer Zwede zu verwerthen, und jeder wahrhafte Patriot wird mit uns in dem Wunsche übereinstimmen, daß es unserem Velfe auch ferner erspart bleiben möge, aus eigener Erfahrung kennen zu lernen, was allgemeine Nothstände sind, wie sie in Zeiten der tiefften Erniedrigung unseren Vätern und Großvätern als schwere Heimsuchung auferlegt wurden." die Wucherer, die Börsenjobber, die Schlotbarone und die Der allgemeine Rothstand hat allerdings nicht existirt- für anderen Großbürger, die hinter dem Pindterblatte stehen. Den Junkern der„ Kreuz- Zeitung" winkt der Pindter mit dem Zaunpfahl in Sachen der„ partiellen", d. h. der Junker- Nothstände. Der aber ist" frivol", welcher das Massenelend, unter dem das Volk seufzt, als Grund gegen die Vorlage ins Feld führt. Wir sind stolz darauf, dieser Frivolität immer und immer wieder schuldg zu machen. Der Grundsatz der Gewissensfreiheit gelte, wie alle allgemeinen Grundsäße des Rechtes, nicht blos für Erwachsene, sondern auch für Kinder, und der Grundsatz der Freiheit der religiösen Grziehung habe im Landrecht ebenfalls allgemein aufgestellt werden sollen. Würde es zur Zeit des Erlasses des Landrechtes schon Personen gegeben haben, welche gar teiner Religionsmeinschaft angehörten, so würde der Gesetzgeber in§ 11 II. A.-L.-R. ohne Bweifel nicht blos die Fälle erwähnt haben, in denen eine Erziehung in einer anderen Heligion erfolgen solle, sondern auch solche, in denen eine religionslose Er ziehung beabsichtigt werde. Jedenfalls müsse jezt, nachdem es gesetzlich zulässig sei, aus der Landeskirche ganz aus zuscheiden, die Erziehung in gar keiner Religion gleich gestellt werden der Erziehung in einer anderen Religion, und diese besonders auch als eine Erziehung nach den Ges setzen des Staates" angesehen werden. " Wenn das Landrecht fordere, daß jede kirchliche Gesellschaft ihren Mitgliedern Ehrfurcht gegen die Gottheit" lehre, so stehe das nicht im Wege. Diese Bestimmung des Landrechts erkläre sich ebenfalls dadurch, daß bei Erlaß des Landrechts vollständig religionslose Ueberzeugungen noch nicht in Betracht gekommen seien. Uebrigens habe man den Begriff der Gottheit" zu jener Zeit erheblich weiter gefaßt als heutzutage, man habe damals noch alle möglichen pantheistisch philosophischen Systeme als christlichen Gottesglauben gelten lassen, die heutzutage, wie Reichskanzler v. Caprivi dies thue, als atheistisch verdammt würden. Der höhere Grundsah sei die allgemeine landrechtliche Theorie unbeschränkter Gewissensfreiheit, und nachdem es heutzutage Personen ohne Neligion gäbe, müßte deshalb die in§ 13 II. 11 aufgestellte Beschränkung auf Gottesreligionen als aufgehoben betrachtet werden. Daraus folgert es eine Verpflichtung aller Eltern, ihre Rinder in der Meligion unterrichten zu lassen, und was als Religion zu betrachten sei, scheint es ebenso wie das Schöffengericht in dieser Sache zu beurtheilen. Daß damit die Ausführungen der Revision nicht wider legt sind, leuchtet ebenso ein, wie daß die Entscheidung den feit Erlaß des Landrechtes veränderten Verhältnissen nicht Rechnung zu tragen versteht. Wenn die schriftlichen Urtheilsgründe des Kammergerichts vorliegen, dürften wir noch einmal auf die Sache zurückkommen. Politiche Meberlicht. Berlin, den 24. April. Aus dem Reichstage. Zur zweiten Berathung des Gesezentwurss, betreffend die Abzahlungsgeschäfte, ist folgender von Zuhauer und Au er unterzeichneter Antrag eingelaufen: " " " Verhandlungen mit dem Zentrum", so schreibt die Germania", hat es bisher nicht gegeben und giebt es auch jezt nicht. Niemand hat dazu, wie wir nur wiederholen können, einen Auftrag erbeten oder erhalten, nirgends hat es im Zentrum Festlegungen irgend welcher Art darüber gegeben, welche Punkte, welche Höhe der Ziffern an Mannschaften und Geld bewilligt werden könnte, es ist nirgends dem Zentrum eine Nachricht über den Inhalt eines Kompromisses und dergleichen gegeben worden, nichts Neues bezüglich der Forderungen der Militärvorlage liegt seit der zweiten Lesung in der Kommission im Zentrum vor, und mnt Dem Gesetz folgenden Paragraphen hinzuzufügen: wenigstens von der im ni enfen Mehrheit der Fraktion §4a. Wird über den Verkauf einer beweglichen Sache gegen wissen wir positiv, daß sie über das bisherige Angebot nicht Theilzahlung eine Urtunde errichtet, so ist der Verkäufer ver- hinausgeben wird." Also eine Minderheit ist zu größeren pflichtet, dem Käufer der Sache eine Abschrift der Vertrags- Bugeständnissen bereit! urtunde auszufolgen und diese im Besitz des Käufers zu be Bei dem fürzlich in Württemberg vorgenommenen laffen. Die Aushändigung der Abschrift der Vertragsurkunde Musterungsgefchäft fiel es ähnlich, wie die„ Münch. Post" an den Käufer hat spätestens bei der Uebergabe der veräußerten berichtet, auch hier auf, daß die Anforderungen an die TauglichSache zu erfolgen. Hat der Verkäufer die Aushändigung der feit des fünftigen Soldaten nicht mehr so groß sind, wie früher. Vertragsurkunde unterlaffen, so ist ber schriftliche Vertrag für Besonders waren es, wie die Frantf. 8ig." erzählt, die das Geschäft leitenden Offiziere, die mit den Aerzten um die Leute den Käufer unverbindlich. örmlich markteten; so fam der Fall vor, daß der Offizier Wenn aber wirklich der frühere Richter damit Recht hätte, Erster Punkt der Tagesordnung für den 25. April ist einen Mann, dem ein Finger fehlte, als tauglich bezeichnet daß sich§ 11 II. 12 feinem Wortlaut nach, nur auf die Fälle Berathung des schleunigen Antrages Ahl- haben wollte. Der Arzt mußte sich schließlich mit den Worten bezöge, in denen eine Erziehung in irgend einer bestimmten wardt.wehren: Mit dem besten Willen fönne er den Mann nicht für und zwar in einer Gottes religion erfolgen sollte, so würde tauglich erklären, da es gegen seine Vorschriften verstoße." dieser Paragraph eine Ausnahmebestimmung zu Un- Die Militärkommission des Reichstages hat den Zentrum und Polen hadern mit einander. Die um gunsten derjenigen, welche teiner Meligions- Gemeinschaft Gröber'schen Bericht im ganzen gutgebeißen, Roselelsti geben für die Regierung durch Did und Dünn und angehörten, enthalten. Nach dem Gesez vom 8. Juli 1869 nachdem verschiedene redaktionelle und fachliche Aenderungen wollen die Vorlage glatt bewilligen. In dem Organ der„ edlen seien jedoch alle aus der Konfession herkommenden Ungleich daran vorgenommen worden sind. Die Berichterstattung Polen", dem Kuryer Poznansti", war davon die" Rede, heiten ausdrücklich aufgehoben und deshalb würde nunmehr über die Petitionen wird ebenfalls Herrn Gröber über- daß die Aristokraten des Zentrums" der Regierung geneigt seien. das Recht auf Dispensation, welches§ 11 II. 12 den Kindern tragen und ihm der Dank der Kommission für seine müh- Sebr heitig entgegnet darauf die Germania": Wir fönnen anderer Religionen gewährte, auch auf religionslose Kinder fame Arbeit ausgesprochen. Der Vorsitzende Freiherr ihm( dem„ R. P.") aristokratische Herren im Zentrum nennen, die unbedingt an dem bisherigen Angebot festhalten; für das von Manteuffel beraumit die lehte Sigung der aber, was segar er der„ Aristokratie" zutraut, wird er feinen ausgedehnt sein. " 募 Dies sei auch die Auffassung des Kammergerichts in Militärtommission auf Mittwoch an, um die Vorlage über Namen nennen tönnen, benn es giebt feinen. Nur zwifchen diesen den früheren Entscheidungen gewesen, welche noch niemand die Vertheilung des Ersatzes zu berathen. Er theilt sodann beiden Grenzen ist ein Herr thätig, etwas zu finden; ob es zu wiederlegen versucht habe. In der Sache gegen Gwald noch mit, daß der Bericht morgen zur Vertheilung gelangen gelingt, ist fraglich, ob die Regierung zustimmt, fraglicher, daß habe das Kammergericht ausdrücklich ausgesprochen: soll und daß der Präsident beabsichtigt, die zweite feine nennenswerthe Bahl von Zentrumsmitgliedern dafür sein Es muß dem Revidenten zugegeben werden, daß nach dem Lesung der Militärvorlage im Plenum am wird, sicher, Wahrscheinlich tritt übrigens die Frage nicht einmal an sie heran."„ Ein Herr", das ist einer der Feldmarschälle des § 11 II. 12 2. 2.-R. ausgesprochenen Grundfah Schüler gur 2. Mai auf die Tagesorditung zu sehen. Zentrums, der von Hoiningen, genannt uene. Theilnahme an dem Religionsunterricht einer Konfession, welcher sie bezw. ihre Eltern nicht angehören, überhaupt nicht Reichstags- Präsidiums foll die Militärvorlage, nachdem Die Militärvorlage. Nach den bisherigen Abfichten des Zu den Kontrollverfammlungen und den besprochenen angehalten werden dürfen. Diesem Wortlaut gegenüber sei es unverständlich, wie der festzustellende Bericht der Kommission vertheilt ist, für die Vorkommnissen auf denselben haben wir, schreibt die Sigung vom 2. Mai auf bie Tagesordnung gestellt werden. Die Freifinnige Beitung", von authentischer Dr. Bosse behaupten könne, die Entscheidungen stüßten sich Entscheidung fönnte mithin am Ende der ersten Maiwoche fallen. Geite erfahren, daß von Berlin aus teinerlei nur auf Restripte, welche sich auf die höheren Schulen be Die Nordd. Allg. 8tg." macht sich über die Mittheilung eines eifung ergangen ist, den Mannschaften Vorzögen. Uebrigens bezöge fich ein Resfript des Dr. Falt abgeordneten im Hannov. Cour." lustig, daß eine Bertagung haltungen zu machen in betreff ihrer Betheiligung an Verausdrücklich auf die Bolksschulen. bis zum Herbst erfolgen solle. Das sei im besten Falle ein Zum Schluß wies die Stevision auf die praktische Un- frommer Wunsch, der an maßgebender Stelle auf teine Gegen- fammlungen und Agitationen über militärische Dinge. Auch möglichkeit der Durchführung des Beblig'schen Erlaffes hin. liebe zu rechnen habe. Das offigiöse Blatt hält noch nicht für liegt es der Militärverwaltung durch aus fern, die An Orten, in denen Schulen mehrerer Konfessionen be- ficher, daß der jezige Reichstag die Vorlage ablehnt; feineswegs it a atsbürgerlichen Rechte der Mannschaften des stünden, sei es schlechterdings nicht abzusehen, in welche Wahlen hervorgegangener Reichstag den Entwurf annehine daher mit dem im Bereich des 7. Armeekorps verlesenen aber brauche daran gezweifelt zu werden, daß ein aus neuen Beurlaubtenstandes irgendwie zu beeinträchtigen. Was es Schule die Kinder eines Dissidenten eingeschult werden unverfroren genug ist das Bindterblatt. In feiner Sonntags: Rorpsbefehl für eine Bewandtniß hat, bedarf noch der müßten. Die Religion, der die Eltern früher angehörten, ausgabe polemifirt es gegen die auch von uns wiedergegebenen näheren Aufklärung. Dieselbe wird jedenfalls im Laufe von der sie sich aber ausdrücklich losgejagt hätten, sei und erläuterten Ausführungen der Kreuz- 8eitung". Die der nächsten Woche in authentischer Weise erfolgen." Abdoch wohl die letzte, die in Betracht kommen tönnte, es Norddeutsche" schreibt: bliebe also nichts als eine rein willkürliche Ent- Noch weniger gerechtfertigt will es uns erscheinen, von warten! scheidung der Schulbehörde, womit weder den Kindern, einem allgemeinen Mothstande( wie die Kreuz Zeitung") zu Wer ist der Polizeifpigel?" Man schreibt uns: Zu noch der Würde der Religion gedient sei. Der Zedlib'sche Sprechen. Ein solcher besteht glücklicherweise in deutschen Landen Grlaß übe trotz aller Versicherungen, daß er die Ge nicht, und feit den trüben Tagen der großen und langdauernden dem vorige Woche im Vorwärts" unter dieser Spigmarke gebrachten wissensfreiheit nicht antasten solle, den ärgsten Gewissens- Nothstand in Deutschland nicht bestanden. Fern sei es von uns, ebenfalls einige Mittheilungen zu machen, die als Ergänzungen Kriegsepoche am Anfange dieses Jahrhunderts hat ein allgemeiner Mittheilungen über den Dr. Schumann, erlauben Sie mir" zivang aus. su leugnen, daß partielle und lokale Nothstände bestanden hätten Die Staatsanwaltschaft hatte diesen Ausführungen und heute noch beständen. Gottes gnädige Fügung hat Ihrer Angaben angesehen werden müssen und zeigen, daß dieser gegenüber auf schriftliche Gegenerklärung verzichtet, und ihr unserem Volte die Prüfungen erspart, welche ein allgemeiner Herr Dr. Schumann alias Dr. Hunns, unter welchem Namen Bedlig'schecht, in Sicherheit gebracht werden, bevor die Gefangene vorgeführt wird," antwortete Warja. Der mit der obersten Aufsicht betraute Wächter erhob sich und sagte, daß alle Gefangenengeschenke dem dienst thuenden Beamten übergeben werden müßten. Andrej nahm von Warja das Packet und ging zu der Thür, hinter welcher letterer feines Amtes waltete. G war ihr Freund, den Andrej so gerne sehen wollte. " 0 werden, brauchten sich jedoch keinen Bwang anthun, da der ihnen befreundete Wächter so that, als hörte er nichts. Das Mädchen versprach, Andrej's Botschaft getreulich auszurichten. Sie wünschte ihm ihrerseits aus tiefster Seele, daß er noch lange frei bleiben und daß er im stande sein möge, mehr zu thun, als ste. ernft. Er ließ erst die Andern ihre Geschäfte abmachen und schob dann sein eigenes ziemlich großes Packet durch ein die Thür. Für die Schwestern Dubarom," sagte er laut. Während der Wächter sich näherte und einen lässigen gleichgiltigen Blick auf den Träger warf, flüsterte Andrej: Ich muß den Brief heute haben. Sag' mir nur, wo Du ihn aufbewahrt hast!" Der Mann schien nichts gehört zu haben. Er öffnete langsam das Packet, und prüfte den Inhalt. " Ich werde mein Bestes thun!" antwortete Andrej Die ungewöhnlichen Worte hörte Mascha's Nachbar, Gefangener, der zu ihrer linken seine Unterredung hatte. Ste wechselten einige Worte im Flüstertone. machen, Andrej", sagte das Mädchen. " Mein Nachbar, Palisin, möchte Ihre Bekanntschaft der Hand. Andrej durchschritt das Zimmer und näherte fich der Abtheilung. Mitja! Jst's möglich? Du hier!" Er hatte einen Studiengenossen und alten Freund erkannt ein Mensch, den er am wenigften hier zu treffen erwartet hätte. Der Wächter trat dazwischen. Gehen Sie an Ihren Plaz, mein Herr," sagte er barsch. Es ist den Besuchern verboten, mit Gefangenen zu sprechen, denen keine Unterredung bewilligt iſt." " " Sehr gut", sagte Andrej höflich. Doch zeigte er keine Eile, sich zurückzuziehen. Das dritte Jahr! Auf Verdacht hin!" stieß inzwischen der junge Mann hervor. Schwindsüchtig! Die Aerzte Der kleine energifchen Mann von ungefähr vierzig fagen, daß ich nur ein Achtel meiner Lunge zum Athmen Jahren, mit einem viereckigen Kinn und viereckigen Kopf habe!" schrie er im Fisteltone triumphirend, als ob er ganz Ein heftiger Husten unterbrach ihit. Zu derselben n war wirklich der wohl bekannte Verschwörer und frühere stolz auf dieſe außergewöhnliche Leistung sei. Richter Palisin. Andrej hätte es schon früher daraus Im Hinterzimmer, unter der alten Kiste," sagte er, schließen können, daß seine Frau und sein Bube vor ihm Beit kam der Befehl, die Unterredung zu schließen und ohne die Augen von dem gerösteten Huhn zu erheben, welches standen. bie Gefangenen hinauszuführen. Die Besucher gingen der er, um zu sehen, ob kein Brief in dem Fleisch verborgen boch freute sich Andrej über diese Gelegenheit. Er be Gs war eine sonderbare Art Bekanntschaft zu schließen, Reihe nach hinaus, Andrej und Warja hielten sich im wäre, in vier Stücke getheilt hatte. Hintergrunde. Warja sprach bereits mit Mascha Duborow, welche bauerte, daß sie sich nicht diesseits des Gitters treffen In der Borhalle war eine ungewöhnliche Bewegung. fich gegen das Gitter jenseits des Ganges lehnte; ihr Ge- fönnten. Was giebt's?" fragte Warja etwas beunruhigt. sicht sah unter dem dichten eisernen Gitter wie ein weißer Lassen Sie's gut sein. Wer weiß, Wer weiß, vielleicht Ein neuer politischer Gefangener wird hereingebracht!" Flecken aus. treffen wit uns da noch einmal!" fagte der fagte Balijin. Sie sind also mein Schah!" rief sie heiter aus, als muthige Mann, den Kopf fühn emporheben d. Die In der That sah man zwei Gendarme, einer öffnete Andrej zu ihr kam," Ich wußte gar nicht, was es be- Gefängnißmauern find hoch, aber der Falte steigt die Pforte, der andere hielt das Publikum zurück. deuten sollte, als mir Katja die Botschaft vom Onkel brachte. noch höher. Auf jeden Fall wird mein Sohn in meine Wie gefiel Ihnen der Alte?" Fußstapfen treten," sagte er, auf den erröthenden Knaben hinweisend. Hier wurde ihr Gespräch plötzlich durch den lauten Ruf: Andrej! Andrej!" der den ganzen Raum erfüllte, unter brochen. ch traf ihn schon einmal," antwortete Andrej. Aber wie geht es Ihnen? Wie Ihrer Schwester?" Das Mädchen sagte, daß es ihnen gut ginge und daß sie erwarteten, bald nach Sibiren geschickt zu werden. Sie wüßte sogar, nach welchem Bergwert sie gesandt werden follten. grüßen baf. Andrej hatte dort mehrere Freunde, welche er sie zu Sie sprachen mit leiser Stimme, um nicht gehört zu Es lag teine besondere Gefahr für Andref vor, wenn er die gewöhnlichen Wächter traf oder von ihnen gesehen wurde, denn außer dem einen, der ihr Freund war, kannte ihn feiner vom Sehen. Anders war es aber mit den Gendarmen; er hatte allen Grund, ihnen soviel als möglich aus dem Wege zu gehen. Er bildete sich aber ein, daß er Der Schrei erweckte die beiden schläfrigen Wächter. jetzt, nachdem der Besuch vorbei war, außer Gefahr sei, Alle Besucher wandten sich der Richtung der Stimme zu, und war von dem, was er gesehen, so erschüttert, daß er in Andrej voll Verwunderung und Neugierde, Warja mit un- der Angst zu erfahren, wer das neue Opfer war verhohlenem Schrecken. leicht ein Bekannter, ein Freund die gewöhnliche Vorsicht vergaß. ( Fortsetzung folgt.) Ein Gefangener ihnen gegenüber winkte energisch mit Diel et cbenfnUs feine politische Thntigkeit entfaltete, ein sehr viel- seitiger Herr ist. VorauSgcschickt sei, daß nach meinen Jnsormationen dieser Tt. Schumann alias Hunns bis vor kurzem bei dem B e r- liner Polizeipräsidium in hervorragender Stellung beschäftigt gewesen sein soll. Bestätigt sich dieses, dann ist die Rolle, welche dieser Herr als Korrespondent eines im Auslande erscheinenden Blattes spielte, eine sehr seltsame. Dr. Schumann alias Hunns, der bisher am äußersten Ende Zehlendorss in der Villa Hunns sein Quartier ausgeschlagen hatte, soll seit Jahren der Berliner Korrespondent das in Paris erscheinenden„blsworial vixlomatiguo"(„Diplomatisches Journal") sein. In diesem Blatte sind nun in der Zeit von November 1831 bis Februar 1892 Korrespondenzen und Aussätze über Vorgänge innerhalb deutscher maßgebender Kreise erschienen, welche es geradezu unbegreiflich erscheinen lassen, daß ein im Dienste be- findlicher Beamter es mit seiner Stellung vereinbaren zu können glaubt, für ein solches journalistisches Unternehmen weiterhin thätig zu sein. Die ermähnten Korrespondenzen des französischen Journals zeigen, daß ihr Verfasser Beziehungen in Kreisen hat und Kenntniß von Dingen, wie sie in der Regel nur höheren Beamten zur Verfügung stehen. Dabei muß überraschen, mit welcher Rücksichtslosigkeit die Kenntniß intimer Vorgänge am preußischen Hose, in der preußisch-deutschen Diplomatie und in den Rezierungskreisen preis gegeben und in einer Weise kritisirt werden. wie Deutschland seit den Zeiten der Gehlsen'schen„Reichsglocke" Aehnliches nicht mehr gesehen hat. Besonders giftig sind die An- griffe auf den Kaiser und Caprivi; sie erinnern nach Ton und Tendenz unwillkürlich an die Ausführungen gewisser Jnterview's, die vor Monaten als angeblich vom Sachsenwald aus inspirirt, in einer Reihe ausländischer Zeitungen veröffentlicht wurden. Fitner werden im„blemorial Dixlomatigno" politische Vorgänge und militärische Anordnungen, u. a. Trnppendislokationeu an der russischen Grenze mit einer Offenheit besprochen, die unter dem Fürsten Bismarck dem Schreiber, vorausgesetzt, daß seine Persönlichkeit sich feststellen ließe, unzweifelhaft eine An- klage auf Hoch- und Landesverrath eingebracht haben würde. Auch die Angriffe auf Herrn v. B ö t t i ch e r, den Grafen Holstein, den Geheimrath Dr. K a y s e r und die gegen die Genannten ausgesprochenen Drohungen wegen ihres„Verraths" am Fürsten Bismarck sind alte Bekannte aus den vor- erwähnten Interviews. Ständiger Korrespondent dieses interessanten Blattes war nun lange Zeit Dr. Schumann alias Dr. Hunns, dessen Viel- seitigkeit sich auch darin zeigt, daß er vor einiger Zeit, als die Welsensonds-Quittungen in der Presse Lärm machten, nach Zürich reiste. Ob im amtlichen Auftrag oder als Agent eines gleich nach Bismarcks unfreiwilligem Abgang ebenfalls zur Ruhe gesetzten, früher allmächtigen hohen Polizeibeamten, müssen wir dahingestellt sein lassen. Fest steht, daß der Herr häufig Reisen Polizei- politischen Tharakters ins Ausland macht. � Diese vielseitige, seit langem sortgesetzte, für einen Beamten — selbst wenn derselbe jetzt nicht mehr aktiv sein sollte— sehr merkwürdige Thätigkeit, legt die Frage nahe, ob die vorgesetzte Behörde sich im Zustande vollständiger Unwissenheit befunden hat? Das Letztere muß. so schwer es fällt daran zu glauben, an- genommen werden, weil es ganz undenkbar ist, daß die jour- naliflische Thätigkeit des Genannten, wie wir sie gekennzeichnet und wie sie in bezug auf die Berichterstattung über den Tanten« Prozeß bekannt geworden ist, auch nur einen Tag lang als mit den Pflichten eines deutschen bezw. preußischen Beamten ver- ein dar angesehen werden könnte. Vielleicht hat nunmehr das Berliner Polizeipräsidium die Güte, sich möglichst deutlich über seine Beziehungen zu dem Dr. Schumann alias Dr. Hunns zu äußern.— Tie Tose des Kardinals LcdochowSki. Wenn es nicht zum Frieden zwischen dem preußischen Staat und der römischen Kirche kommt, so liegt das sicher nicht am Ent- gegenkommen des Staats. Zu den zarten und sinnigen Aufmerksamkeiten, die gegenwärtig den Personen erwiesen werden, denen man einen Einfluß auf das Verhalten der streitbaren Zentrumsmänner in Deutschland zutraut, gehört auch dn ehemalige Fürstbischof von Posen, Ledochowski. Ter war dereinst der grimmigste Feind des Staates in den Zeiten deS Kulturkampfes Er mußte von seinem Platze weichen, hat aber niemals pator pvccavi gesagt, er nicht. Jetzt hat ihm Kaiser Wilhelm II. auf seiner Romfahrt eine mit feinem Bilduiß gezierte Tabakdose geschenkt und sich von ihm dann mit den Worten verabschiedet:„Richt wahr? Alles Geschehene ist vergessen!" Ledochowski wird wohl einsehen, besser im Interesse der Kirche das Kriegsbeil begraben, und in den gegenwärtigen Zeitläufen, in denen der Staat so dringend der Unterstützung seiner Freunde bedarf, lus der Fiedensdose den Friedenstabak schnupfen muß.— Schneidige Urtheile. Aus Dortmund wird der „Frankfurter Zeitung" unterm 19. April geschrieben:„Der frühere Bergmann, jetzige Agent S ch ö n w a l d von hier veröffentlichte während des Streiks ein von ihm verfaßtes Flug- blatt, in das die Anklagebehörde eine indirekte Aufforderung zur sofortigen Arbeitsniederlegung hineinlas. Es wurde behauptet, sämmtliche hiesige Bergarbeiter-Versammlungen hätten be- schlössen, die Saarbrücker Kameraden durch Einstellung der Ar- beit zu unterstützen. Die Bergleute müßten einig sein, denn es handle sich nicht nur um ihr Leben, sondern auch um das Leben von Weib und Kind. Alle für Einen, Einer für Alle! Schönwald ist wegen dieses Flugblattes auf grund deS Z 110 des Strafgesetzbuches— Aufreizung zum Ungehorsam gegen Gesetze— angeklagt; er wurde heute zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Kürzlich hat er bereits 4 Monate erhalten wegen einer Rede in Witten, in der er ebenfalls zum Streik ausgefordert hat."— Joachim Gehlsen erklärt in einem an die deutsche Presse gerichteten Rundschreiben: „Ich werde in der„Londoner Korrespondenz Telegraph" direkt beschuldigt, in Verbindung mit anderen Personen Herrn Ahlwardt seinerzeit aus der Diskouto-Gesellschaft zu Berlin gestohlene Dokimente übermittelt, ja sogar gegen schweres Geld verkauft zu haben. Dieser bübischen Verleumdung gegen- über erkläre ich: das ich niemals irgend jemandem, weder Herrn Ahlwardt oder irgend einer anderen Person Aliennücke oder irgend welches Macerial, daß sich entfernt als solches be- zeichnen ließe, angeboten habe, so wenig von irgend einer Seite, also auch nicht von Herrn Ahlwardt, an mich in dieser Richtung jemals eine Anforderung, ja nur eine Aufrage, gerichtet worden ist." So der dunkle Ehrenmann Gehlsen.— Vom„festen Thurm". Auf der zweiten Versamm- l'.utg der n i.e d e r b a y c r i s ch e n B a n e r n in S t r a u- b i n g sagte ein Redner:„Wir Landwirthe haben geglaubt, wir besäßen im Zentrum lauter gute Freunde, aber wir sind getäuscht und betrogen." Ein Anderer führte aus:„Unser Reichstags-Abgeordneter Graf Pr ey- s i n g hat für alles Mögliche gestimmt. Nur nicht so, wie es die Bauern wollen. Mit unseren Grafen, Baronen und Professoren«. ist gar nichts los, s i e halten kein Wort und sind wie Wind- sahnen. Also fort damit!(Bravo! n'aus damit!)" Man sieht, die Bauern kennen ihre bisherigen Zentrums- Abgeordneten zur Genüge.— An BiSmarck's Adresse. Die„Hamburger Nach- richten" bringen folgende Erklärung: Nachdem ich die Chefredaklion der„Hamburger Nachrichten" wiederholt ersucht habe, eine eingehende Widerlegung der in Nr. 163 des dortigen Blattes vom II. Juli 1832 in dem Leitartikel„Fürst Bismarck und Graf Caprivi" gegen mich gerichtete» Angriffe zu bewirken, ohne Antwort darauf zu erhalten, fordere ich dieselbe nunmehr unter Hinweis aus ß 11 des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai'1874 auf, die nachstehende Berichtigung in der nächst- folgenden Nummer des Blattes an der Spitze desselben, wo auch die Angriffe gestanden haben, aufzunehmen: 1. Es ist unwahr, daß ich in früheren Beziehungen zur Zeit der„Reichsglocke" mit dem Herrn v. Eaprivi und mit Herrn v. Lebbin gestanden hätte. Erstere» kenne ich garnicht und habe niemals ein Wort mit ihm gesprochen. Auch Herrn v. Lebbin habe ich nur ganz oberflächlich gekannt, und es ist unwahr, daß ich jemals in Beziehung mit ihm in obiger Richtung gestanden habe. 2. Es ist, was meine Person betrifft, unwahr, daß Herr v. Lebbin und ich den Feldinarschall Frhrn. v. Manteuffel vergeblich für ihre reichsglöcknerischen Bestrebung en zu gewinnen gesucht hätten. Für die„Reichsglocke" habe ich niemals einen Artikel geschrieben oder ihr irgendwelche Subvention zugewendet. Was Herr v. Lebbin gethan hat, ist mir unbekannt, und ebenso, was Frhr. v. Manteuffel angeblich dem Fürsten Bismarck gesagt haben soll. Eingehende mündliche Besprechungen mit dem Feldinarschall Freiherrn v. Manteuffel und Briefe desselben bestäiigen, daß er mein Bundesgenosse war. 3. Jener Artikel sagt:„Der Verkehr des Grafen Caprivi mit markanten Trägern dieser reichsglöcknerischen Bestrebungen in- volvirt Noch nicht nolhwendig die Annahme eines gleichen Maßes von Feindschaft gegen den Fürsten Bismarck, welches die ge- nannten Herren diesem widmeten." Diese Angaben sind, soweit sie mich betreffen, unwahr. Das Maß der Feindschaft des Herrn Grafen Caprivi kenne ich nicht: ich habe keine Feindschaft gegen ven Fürsten Bismarck gehabt. Daber, 22. Februar 1833. v. D i e st, Landrath a. D.— In demselben Blatte läßt Bismarck erklären, er habe nicht, wie man ihm nachsage, einen Theil seines Vermögens in bulgarischer Anleihe angelegt. Daß der König aller Plusmacher mit seinem Pfunde zu b l e i ch r L d e r n weiß, ist eine Binsenivahrheit. Die„Bulgaren" sind ihm wohl nicht reutirlich genug. Sonst huldigt ER ja dem Grundsatz: Geld riecht nicht.— Eine recht interessante Berichtigung läßt die„Nord- deutsche Allgemeine Zeitung" vom Stapel, indem sie schreibt: „Die vielfach verbreitete Behauptung, der Kaiser habe dem Reichskanzler eine Blankovollmacht für Auflösung des Reichs- tages zurückgelassen, ist unwahr." Die dementirte Behauptung ist uns noch in keinem Blatte begegnet und scheint man dieselbe nur in der Nähe des Herrn Pindter zu kennen. Oder soll das Dementi ein erstes Avis für eine in Rom in Gang gebrachte„Berstän- vigung" sein?— Etwelche nationalliberale Froschmäusler kon- knrriren lim Bismarck's Nachfolge im 19. hannoverschen Wahlkreise, z. B. der S ch o o f, der E n n e c c e r u s und der Hahn, so für die Blsmarckische Hausmeierei un- ermüdlich kräht. Warum kandidirt Herbert, der „Geniale", nicht, warum bewirbt er sich um das Jerichower Mandat? Sind ihm die Trauben zu sauer? Giebt es diesmal keine Gimpel mehr, die auf einen Bismarck hinein- fallen? Nun die Hähne und die Schoost werden hoffentlich oiesmal den Wahlkreis nicht vertreten. Dafür wird die Sozialdemokratie sorgen.— Der Papst bereitet eine neue Enzyklika?vor, die das Verhalten der Geistlichkeit zur s o z i a- l i st i s ch e n Maifeier„regelt". D. h. der Papst weist vie Geistiichen an, dem Unternehmerthum ihre talarirten und s a l a r i r t e n Dienste zu leisten. Und stünde die ganze Pfaffheit auf, die organisirte Arbeiterschaft stiert ihr Maienfest trotz aller Dunkelmänner. Schlotoarone unv „Zarncker",— Sechshundert Landarbeiter zu Sassari(Sardinien), welche infolge der Dürre arbeitslos sind, begaben sich zum Bürgermeister und verlangten Arbeit und Brot. Der Bürgermeister führte sie zum Präfckten, welcher versprach, für sie zu sorgen. Konnten denn die Leute das Hungern nicht bis nach der silbernen Hochzeit ihres Königs ver- schieben?— Schweiz. Bei den am 24. d. M. stattgehabten Wahlen zum Großen Rath wurden 65 Freisinnige, 28 Konservative, 7 sillitglieder des Zentrums und 3 Sozia- listen gewählt. Es sind 30 Stichwahlen erforderlich.—- Homernle. Am Freitag hat das englische Unterhaus die zweite Lesung der Homerule-Bill angenommen. Es mag bei dieser Gelegenheit daraus aufmerksam gemacht werden, daß die Geschäfts- ordnung des englischen Parlaments in bezug auf die Behandlung von Gesetzentwürfen einigermaßen von der deutschen Praxis ab- weicht, und zwar wesentlich deshalb merkwürdigerweise, weil die deutsche Praxis aus einem Migverständniß der englischen infolge einer mangelhaften Ueberseyung der englischen technischen Aus- drücke beruht. Als man in Deutschland die englischen Parlaments- einrtchtungen nachzuahmen begann, stieß man auf den Ausdruck rsadiiix und glaubte, die Engläncer verstunden darunter die Verhandlungen eines Parlaments über einen Gesetzentwurf In sklavischer Nachahmung des Wortes„rsadiiig" schuf man deshalb ein neues deutsches Wort„Lesung," ivomit man in deutschen Parlamenten die Verhandlung selbst bezeichnet. In England bedeutet indeß das Wort reacting nur, was es dem Sprachsiane nach heißen würde, näm- lich„A e r l e s u n g". Die Verhandlungen über den Gesetz- enlwurf nennt man die Debatte über tue Verlesung(und zwar je nachdem die erste, zweite, dritte). Di» Frage, welche an die Parlamentsmiiglieder gerichtet wird, lautet nicht: Wollt Ihr den Gesetzentivurf in erster, zweiler oder dritter„Lesung" an- nehmen, sondern wollt Ihr gestatten, daß der Gesetzentwurf zum ersten, zweiten, dritten Male verlestn wird. Daher er- llärl es sich, daß ein Gesetzentwurf, wenn zum ersten Male über ihn dedattirt wird, im englischen Unterhanst den Mitgliedern dem Texte nach noch garnicht bekannt ist. Seine Grundzüge werden nur erst in der einleitenden Ministerrede entwickelt. Be- willigt das Haus die erste Verlesung, was fast durchweg und noch dazu meist widerspruchslos geschieht, dann erst wird der Entwurf durch diese thatsächlich am Schlüsse der Verhandlungen vorgenommene Verlesung den Mitgliedern bekannt und ihnen durch den Druck zugänglich gemacht. So �nehmen denn im emgliscken Parlament die Verhandlungen über die zweite Verlesung eigentlich die nämliche Stelle ein, wie bei uns die sogenannte erste Lesung. Prinzipiell kommt das aus den Unter- schied hinaus, daß in England die Zustimmung zur Verlesung eines Gesetzentwurfes keineswegs so bindend für den Abstimmen- den erscheint wie in Deutschland die Annahme in einer Lesung. Trotzdem darf man wohl annehmen, daß die 43 Stimmen Mehrheit, welche am Freitag Gladstone für seinen Homerule- Geseyemwurf gewann, auch in der Schlußabstimmung nach erfolgter Kommissionsberathung für das Gesetz sich zusammen- finden werden. Die Ausstellungen, welche von prinzipiell be- freunde ter Seite an dem Entwurf gemacht wurden, sind so unter- geordneter Natur, daß sie nickt ernstlich die Annahme gefährden können. Abgesehen von günstigeren finanziellen Bedingungen für Irland bestehen die irischen Homeruler beider Schatlirungen nur aus solchen Maßregeln, welche dem irischen Par- lamente eine größere Bewegungsfreiheit gewährleisten. Ein einziger auf ein Homerule-Programm gewählter englischer Abgeordneter, Saunders in London, ist der Partei abtrünnig ge- worden und zwar merkivürdigerweise nicht weil seiner Ansicht nach die Seldstverivaltungsrechte der Jrländer nach dem Glad- stone'schen Plane zu weitgehend wären, sondern weil die irischen Abgeordnelen, wenn auch von 103 auf 30 verringert, im Reichs- Parlament verbleiben sollen. ?ln sich ist es nun zweifellos durchaus berechtigt, daß die Jrländer. da sie zu den Reichslasten beitragen müssen, auch im Reichsparlament vertreten sind. Trotzdem ist es mit Nachiheilen für die Geschästserlediguna verknüpft, daß sie nur an einem Theile der Abstimmungen theilnehmen. Diese itio inpartes(Sonderung nach Gruppen) ist auch nur als vorübergehendes Auskunstsmittel gerechtfertigt. Schließlich muß die Gewährung der Selbst- Verwaltung an Irland dahin führen, daß auch Schottland und Wales, sowie England als Ganzes, oder in Theile zerlegt, mit den gleichen Selbstverwaltungsbefugnissen ausgestattet werden; dann sind wieder alle Unterhausmitglieder gleichberechtigt. Bei den beginnenden Kommlssionsberathungen, die in England stets von dem gesammten Unterhause„in Committee- Sitzung" vorgenommen werden, droht die unionistische Opposition das Menschenmögliche an Obstruktion zu leisten, und die Ber- sammlungen der Ulsterpatrioten werden ihr lärmend sekundiren. Sollte nun auch die Kommissionsberathung und die dntte Lesung zu gunsten der Vorlage aussallen, so wird doch das Oberhaus als Fachverein der Großgrundbesitzer seine Zustimmung versagen, und dann werden die Liberalen bei den stürmischen Neuwahlen nach Auflösung des Unterhauses gleichzeitig für Homerule und für die Reform oder besser noch dt« Abschaffung des Oberhauses zu kämpfen haben.— Der Fortschritt des Sozialismus in Paris. Bei den jüngsten Pariser Gemeinderaths-Wahlen er- hielten die Radikalen 116 280, die Sozialisten 106 735, die Ultramontanen 70 677, die Boulangisten 34 433, die gemäßigten Republikaner 32 159 Stimmen; 5000 Stimmen waren zersplittert. Vergleicht man diese Zahlen mit denen der vorhergegangenen Wahlen, so ergiebt sich, daß die Radi- kaleft nichts gewonnen und nichts verloren, daß die Ge- mäßigten ein Viertel ihres früheren Bestandes, die Bon- langisten drei Viertel verloren baben. Die einzige Partei, sagt die radikale„Justice", welche Fortschritte gemacht, ist die sozialistische, deren Sttmmenzahl sich nahezu verdoppelt hat!— Alexander das Kind erläßt eine„allgemeine Amnestie" für alle bis zum 23. April 1893 begangenen politische» Vergehen. Bei den anderen Vergehen' wurden die Strafen der auf 15 Jahre verurthcilten Personen um 5 Jahre herabgemindert; bei den zu 10 Jahren Ver- urtheilten um 4 Jahre, bei den von 5 bis 10 Jahren Ver- urtheilten um 3, bei den von 3 bis 5 Jahren Verurtheilten um 2, bei den über 1 Jahr bis 3 Jahren Verurtheilten um 1 Jahr. Den Personen, die bis zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt waren, sowie den wegen Vergehen und Ueber- tretungen Verurtheilten wurden die Strafen ganz erlassen. In Deutschland giebt es keine Amnestie für politische Äisscthäter. Im halbastatischen Serbien herrschen wildere Sitten.— Die internationale Müuzkouferenz, die ibre Be- rathungen in den nächsten Wochen in Brüssel wieder auf» nehmen sollte, wird, wie offiziös gemeldet wird, Voraussicht- lich nicht vor Ende September dieses Jahres wieder zu- sammenlreten. Die belgische Regierung richtete an da? Washingtoner Kabinet einen Vorschlag in diesem Sinne. Eine Antwort ist in Brüssel noch nicht eingetroffen, man niMmt jedoch an, daß die Vereinigten Staaten sich dem Vorschlage Belgiens anschließen werden. Diese Galanterie- Konferenz, die ohne jeden praktischen Hintergrund ist, könnte ohne Schaden vis zum St. Nimmerleinstage auf- geschoben werden. Denn die verschiedenen Beauftragten haben gebundene Marschroute: Deutschland z. B. kann gar nicht, will es seine Valutaverhältnisse nicht auf's schwerste schädigen, seine Währung ändern.— Neber den schmachvollen russisch-amerikanischen Auslieferungsvertrag dringt immer Abscheulicheres in die Oeffentlichkeit. Danach lautet der zweite Artikel des ge- nannten Auslieferungsvertrages wörtlich folgendermaßen: „Das Verbrechen der Fälschung; hierunter sind zu versteben: die Veräußerung gefälschter Schriftstücke und die Fälschung von öffentlichen(pudlki), sürstlichen (sovemgn) und Regierungs-Dokumenten." Also wer irgend ein Dokument fälscht, muß auf Verlangen Rußlands aus- geliefert werden. Der Paß z.B. ist ein Regierungsdokument und die Fälschung eines solchen ist daher zu einem der Auslieferung unterworfenen Verbrechen gestempelt. Demnach muß jeder russische Unterthan, der ohne Erlaubniß seiner Regierung Rußland verläßt und sich zu diesem Zivecke einen falschen Paß verschafft hat, auf Verlangen des Zarea von den Vereinigten Staaten, wo die politischen Flüchtlinge aller Nationen bisher Zuflucht suchten und fanden, ausgeliefert werden. Die amerikanische Bürgerschaft wird hoffentlich dafür sorgen, daß dieser schändlich« Vertrag fällt.— VviefksPfett der Vrdalttwn. K. K. 100. Nein, er kann das Kind der Fürsorge der Gemeinde übergeben. P. Aythen. Er soll schleunigst den Antrag auf Zahlung der Rente bei ber Altersverpcherungsanstalt stellen. G. Jungnickel. Zur Ausübung jeglichen Heilverfahrens Ilnd See berechtigt. dürfen aber nicht den Titel Doktor, die Be- Zeichnung Arzt und dergleichen führen. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 25. April. Opernhaus, Unter Räubern. Die Rebe. Neues Theater. Das Buch Hiob. Meister Andrea. Herrn Kaudels Gardinenpredigten. Deutsches Theater. Zwei glückliche Zage. Berliner Theater. Dora. effing- Theater. Brave Beut vom Grund. Wallner- Theater. Die Drientreise. Kroll's Theater. Die lustigen Weiber von Windsor. Rehden Theater. Die Jugend. Adolph Ernst- Theater. Goldlotte. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Mamzelle Nitouche. Thomas Theater. Der Herzogsmüller. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. National Theater. Die Konfettioneuse. Alexanderplah- Theater. Simmer mann's Lene. Allen Freunden und Bekannten die p Circus Renz. traurige Nachricht, daß mein lieber ( Karlstraße.) Dienstag, den 25. April, Abends 74 Uhr: 3um letzten Male: Ein Künstlerfest. Große Ausstattungs- Pantomime. Neue Einlagen mit überraschenden Licht- u. Wassereffecten. Ballet von 100 Damen. Glänzender Blumencorso. Grosses Brillant- Feuerwerk. Außerdem: Mr. James Fillis mtt dem Schulpferd Germinal. 4 arab. Schimmelhengste, in Freiheit vorgef vom 2. Rezand Quadrille de la haute équitation, ger. von 6 Damen und 6 Herren. Das Springpferd Blitz, geritten von Frau Renz- Stark 2c. Morgen, Mittwoch, 71/4 Uhr: Gala Borstellung zum Benefiz des Schulreiters Mr. Gaberel. Billet- Vorverkauf an der Zirkuskasse u. beim Invalidendant", Markgrafenstraße 51a, Fr. Renz, Direktor. Morih Morit Etablissement Blas. Buggenhagen. Blas. Zäglich: Inftrumental- Konsert. Großer Frühstücks- u. Mittagstid. Spezial- Ausschant von Vahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor An Sonn- und Festtagen stellung. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenTheater der Reichshallen. Spezia litäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. findet das Konzert in den aberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. Mann, der Zigarrenfabrikant Sozialdemokr. Volksversammlung Gustav Carl Friese des 1. Berl. Reichstags- Wahlkreises am Freitag Abend 113/4 Uhr, im 58. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Jda Friese geb. Wenzel, Straußbergerstr. 35. Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. d. Mts., Nachm. 42 Uhr, von der Leichenhalle des St. Georgen- Kirchhofs, Landsberger Allee, aus statt. am Dienstag, den 25. April, Abends 81/2 Uhr, in Norbert's Salon, Beuth Straße Nr. 22, 1 Tr. Tagesordnung: 1. Die Agitation in der Provinz Brandenburg. Referent: Theodor Metzner. 2. Wahl von Delegirten zur Konferenz. 3. Wie 3556b entfalten wir eine zweckmässige Agitation im ersten Kreise. Referent: Aug. Taeterow. Empfehle mein Geschäft in friscaen Blumen und Kränzen. 3528 L 343/3 Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. Zahlreiches Erscheinen der Genossen und Genossinnen ist Pflicht. Die Vertrauenspersonen. Sozialdemokratischer Wahlverein NB. Um häufigen Frrthum zu verfür den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. meiden, bitte ich meine Freunde und Genoffen, genau auf meine Adresse zu Heute, Dienstag, 25. April, Abends 81/2 Uhr, in der Unions- Brauerei, Hasenhaide: achten. Rheinländischer Tunnel genannt: Die fidele Hagelkifte. Berlin N, Elsasserstrasse 73. Neu! Neu! Die Möbel- Polonaise! oder: 4070L* Weber hat'n Reber, an de Lunge, an de Zunge, an de Leber! Vorträge der berühmt. Gesangvereine ,, Halbe Lunge" und Keuchhusten". Vorzügliches Lagerbier der „ Schöneberger Schloßbrauerei" à Seidel 10 Pfennige. Gebrüder Richter's Variété. Spe- Sozialdem. 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Massini, über: Die wirthschaftliche und politische Bedeutung des letzten Bergarbeiter- Ausstandes im Saarrevier. 2. Diskussion. 3. Kassenbericht des 1. Quartals. 4. Antrag betreffend die unentgeltliche Schriftenvertheilung und diesbezügliche Statutenänderung. Mitgliedsbuch legitimirt. Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. Neue Mitglieder werden eingangs der Versammlung aufgenommen. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Bringe den Genoffen mein neues des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Lokal bei Begräbnissen, Ausflügen 2c. in empfehlende Erinnerung. Garten Dienstag, 25. April, Ab. 8 Uhr, im Colberger Salou, mit 2 Kegelbahnen steht zur Ver1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verfügung. Ein Klubzimmer habe noch zu schiedenes und Anträge zur General Bersammlung. Gäste willkommen. 388/8 5 31 Der Vorstand. Bjund. Albrecht's Bäckerei, Brot für 50 Pfennig Itefert Wrangel- Strasse 8, Langestr. 26, Falkensteinstr. 28. vergeben. 40752* C. Schmidt, Rixdorf, Hermannstr. 23, früher in Torgelow in Pommern. 27. Markgrafenstr. 27. Damenmäntel und Jaquetts 2,50, 3, 4 M. Belerinen 1, 2, 3. die elegantesten. 40582* Armin Latter. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. Folgende neue Erscheinungen der sozialistischen Literatur halten wir ständig auf Lager: Unsere wirthschaftliche und politische Lage. Rede des deutschen Reichstags- Abgeordneten August Bebel. Gehalten im Dezember 1892 im Kasino Zürich III. 48 Seiten geheftet. Preis 25 Pig. Die Organisationen der Arbeiterinnen Deutschlands, ihre Entstehung und Entwickelung. Bearbeitet und zusammengestellt von Emma Ihrer. 16 Seiten geheftet. Preis 10 Pfg. Wintersonnenwende. Zum Gipfel auf! Zwei Volksfestspiele von Franz Diederich. 32 Seiten geheftet. Preis 25 Pfs. Dichtungen von C. M. Scävola: 12 Jahre Verbannung, hehr. Epiſch- dramatische Dichtung oder: Des Ausgewiesenen Heimin 12 lebenden Bildern. 16 Seiten, geheftet. 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Diejenigen Genossen, welche mit den Billets von der Lassallefeier noch nicht abgerechnet haben, werden bekannt gegeben. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Verband deutsch. Gold- u. Silberarbeiter und verw. Berufsgenossen.( Bahlstelle Berlin.) Mitglieder- Versammlung am Dienstag, 25. April, Ab. 82 Uhr, Dresdenerstr. 45. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Roland: Die Achtstundens bewegung. 3. Diskussion 4. Rassenbericht. 5. Verschiedenes. Zeitungen sowie Beiträge in der Bersammlung beim Rassirer. Gäste und unsere Berufsgenossinnen sehr willkommen. 163/10 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Sonntag, den 7. Mai: Herrenpartie nach dem Liepnissee. Näheres in der Versammlung. Achtung! Maurer! Achtung! Mitglieder- Versammlung des Zentralverbandes deutscher Maurer ( Zahlstelle Berlin II) am Mittwoch, den 26. April, Abends 8/2 Uhr, im Lofal Königshof, Bülowstr. 52. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung. 4. Gründung eines Arbeitsnachweises. Jeder Maurer hat Zutritt. 245/ 13* Die örtliche Verwaltung. Arbeiter- Stenographenverein„ Eintracht". Der bereits durch Flugblatt angezeigte Unterrichtskursus beginnt: Heute, Dienstag, Abends 82 Uhr, im Restaur. Herschleb, AdalbertUnterricht frei! Lehrmittel 1 M. 50 Pf. Der Vorstand. straße 4. Möbel u. Polsterwaaren Aug. Herold, HECH * Oranienstr. 83,84. Viel Feind, viel Ehr! Neid und Unfähigkeit versuchen stets die guten Leistungen anderer herabzusetzen. Karol Weil's Seifen- Extract hat durch seinen Riesen- Erfolg solche Feinde. Richtig urtheilen kann nur die praktische Hausfrau. 150 000 Hausfrauen Berlins erklären, dass Karol Weil's Seifenextract das beste Waschmittel der Welt ist. 4022L* R.HECHT Stempelfabrik OG von R. Hecht BERLIN S. Oranienstr. 55 liefert schnell und billig BERLIN alle Arten Stempel. billigste Bezugsquelle. für Wiederverkäufer. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW. Beuthstraße 2. Maitrank Flasche 60 Pfg., 10 Fl. 5,50 Mk. Spiritus Liter 32 Pfg. Himbeersaft( ohne Stärkesyrup), Ltr. 1,50 Mt. 40882* Franz Beyer, Chauffeeftr. 102. Kinderwagen. Andreasar. 23. Sp Größtes Lager Berlins Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 96. Dienstag, den 35. April 1893. 19. Jahrg. PookemÄckrichkim. Maifeier. In Regensburg ist am Abend des l. Mai eine Volksversammlung, am 7. Mai ein Gartenfest.— In F r i e d- b e r g in Hesien findet das Fest am 30. April statt.— Die Arbeiter Remscheids halten am Abend des 1. Mai zwei Versamm lungen ab; am 7. Mai wird ein Ausflug unternommen.— Die Parteigenossen in Solingen. Höhscheid und Gräfrath halten am 1. Mai eine Volksversammlung, am 7. Mai ein Fest in der Schützenburg ab. Für das allerdings sehr geräumige Lokal haben sie nicht weniger als 200 M. Mielhe zahlen müssen.— In Baden-Baden findet die Feier in gleicher Weise statt. Wie die„Reuß. Tribüne" erfährt, soll in dem altenvurgischen Orte Schmölln das Maüest verboten worden sein. Der französische Ministerialrath soll beschlossen haben, den Beamten der in staatlichen Werkstätten beschäftigten Arbeiter einzuschärsen, daß sie am l. Mai auf ihren Posten zu ver- bleiben, und sich an keinerlei Kundgebung zu betheiligen haben. Zur Beachtung! Um über die Zahl der Theil nehm er an der Maifeier möglichst bald einiger- maßen zutreffend berichten zu können, ersucht hiermit die Redaktion des„Vonvärts" die Leiter der offiziellen sozial- demokratischen Maifestlichkeiten aller Orte, noch bis zum Abend des 1. Mai hierher mittels Telegramms oder Postkarte kurz und bündig Nachricht über den Verlauf der Feier zu geben. Die Adresse der Zuschriften soll lauten:„Redaktion des „Vorwärts", Berlin SiV., Beuthstr. 2." Es genügt, wenn die Miitheilungen die Bezeichnung„Maifeier", die Angabe des Ortes(bei kleineren noch der nächstgelegenen größeren Stadt) und ungefähr die Zahl der Theilnehmer an der Ver s a m m l u n g, dem Kommers oder der sonstigen am I. Mai abgehaltenen Festlichkeit in recht deutlicher Schrift ent halten. Das gleiche Ersuchen wird hinsichtlich der Festlichkeiten gestellt, die am 30. April oder 7. Mai als Vor- oder Nachfeier abgehalten werden. »» Maifest-Literatur. Die Fe st nummer unserer öster- reichischen Genossen ist soeben in würdigster Ausstattung erschienen. Der reiche Inhalt, der von Genossen fast aller europäischen Länder geliefert ist, giebt dieser Festnummer einen internationalen Charakter. Wir finden Beiträge von Friedrich Engels und den beiden Töchtern von Karl Marx, Eleonore Marx-Aveling und Laura Lafargue, von Bebel, Liebknecht, Paul Lafargne, Victor Adler, Domela Nieuwenhuis, Emil Vaudervelde. Karl Kautsky, Louise Kantsky, Peter Lawrow, Georg Plechanow u. ct., sowie Festgedichte von Andr. Scheu, Karl Henckell und Emil Claar. Die Einsendungen datiren von Wien, Graz, Reichen bcrg, Brünn, Salzburg, Krakau, Berlin, Stullgart, Heidelberg, Genf, Zürich, Haag, Brüssel, Paris und London. •« Neichstagskandidatur. fffir den pommerschen Wahlkreis Greisenberg-Kammin wurde der Parteigenosse K u n tz e aus Stettin als Kandidat ausgestellt. M< Bei der Getverbegerichtslvahl in Sandhofen in Baden siegten in der Klasse der Arbeitervertreter die sozialdemo- kralischen Kandidaten mit 237 Stimmen. Tie vereinigten Gegner erhielten 79 Stimmen. In der Klasse der Unternehmer siegten die Gegner mit 25 gegen 8 sozialdemokratische Stimmen. Zur sächsischen Landtagswahl wurde in Chemnitz der Reichstags-Abgeordnete Seifert ans Zwickau als Kandidat aus gestellt. «* Bei den Stadtverordnetenwahle» in der Pensionärs- und Beamtenstadt Karlsruhe siegten die vereinigten National- liberalen, Freisinnigen, Konservativen und Ullramontanen mit 2306 Stimmen gegen 1341 Stimmen der Sozialdemokratie. Bei der Wahl im Jahre 1330 erhielten die ebenfalls vereinigten „Ordnungs"leute 1411, wir 1089 Stimmen. Wir haben diesmal also immer noch ein gutes Resultat erzielt, obwohl sehr viele Arbeiter wegen der in dem harten Winter empfangenen Armen- Unterstützung des Wahlrechts verlustig gegangen waren. Bei der Gemeinderaths-Stichwahl in Gonsenheim siegte der sozialdemokratische Kandidat B. W e r u m I mit 218 Stimmen. Sein Gegner, ein Ultramontaner, erhielt 138 Stimmen. »• Mit der Thätigkeit der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstage und speziell des Abgeordnelen Heine erklärten sich zwei gutbesuchte Volksversammlungen in Ealb« a. S. und Aken vollständig einverstanden. Parteipresse. Seit 2. April l. I. erscheint in Preßburg wöchentlich einmal die„Neue V o l k s z ei t u n g", Organ zur Wahrung der Interessen des arbeilenden Volkes. Redaktion und Administration befinden sich in Preßburg, V. Bezirk, Furchplatz Nr. 3. O» In der üblen Rolle eines Denunzianten gefiel sich dieser Tage die„Kre uz-Z e i t u n g". indem sie anläßlich des Ge- bnrtst-'ges des sächsischen Königs aus Sachsen meldete:„Mit Recht wird es als eine„bodenlose Frechheit" bezeichnet, daß die Leipziger Sozialdemokratie gerade an diesem Tage ein Flugblatt verbreiten will. Man weiß ja, welchen Zweck solche sozialdemo- kratische Flugblätter haben und wie die dem Zwecke entsprechende revolutionäre Sprache derselben zu lauten pflegt. Was die„Ge- Nossen" von Leipzig anlangt, so darf man nicht vergessen, daß in der künftigen„Weltstadt" Arbeiter aus allen Herren Ländern zusammen hausen, bei denen Pietät gegen den Fürsten des Lan- des, in dein sie ihre Nahrung finden, vergeblich gesucht wird. Man darf wohl sagen, daß die schrankenlose Freizügigkeit da und dort Zustände schafft, unter denen eine Art Bolksmelumor- phose allmälig und geräuschlos sich vollzieht." Diese Denunziation ist ausnehmend ungeschickt. Es müßte weit gekommen sein, sagt sehr treffend ein sächsisches Blatt unserer Partei, wenn am Geburtstage des Königs, in dessen Person man doch gerade nach Auffassung der Konservativen den obersten Be- schützer des Rechts zu erblicken hat, die gesetzlichen, staatsbürger- lichen Rechte aufgehoben sein sollten. Nicht die Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte von feiten unserer Leipziger Genossen auch an Königs Geburtstag ist eine„bodenlose Frechheit", sondern vielinehr das Verlangen der Konservativen, daß Staatsbürger aus Rücksicht auf das Gefühl der empfindsamen Herren an Königs Geburtstag auf Ausübung ihrer staatsbürgerlichen Rechte verzichten sollen. » Polizeiliches, Gerichtliches te. Bayerisches. Regensburger Sozialdemokraten hatten mit einem Gastwirth in Mangolding einen Verlrag darüber abgeschlossen, daß ihnen dieser sein Lokal zu einer sozialdemokra- tischen Versammlung zur Verfügimg stelle. Der Bürgermeister verbot die Versammlung. Nach dem„Oberpfälzer Anzeiger" soll das Verbot bereits den Zeitungen bekannt gegeben worden sein, ehe noch der Einberufer der Versammlung benachrichtigt war. Das Blatt schreibt dann:„Als der Einberufer mit der Anzeige zum Bürgermeister kam, verweigerte dieser rundweg die An- nahine der Versammlungs-Anzeige auf grund eines Schriftstückes des Regensburger Bezirksamtes, laut welchem kein Wirth sein Lokal zu Versammlungen hergeben solle, ebenso kein Bürger- meister irgend eine Versammlung der Sozialdemokraten bestätigen solle. Als nun der Einberufer aus das Gesetz verwies, erklärte der Bürgermeister, daß er auf das Gesetz pfeife. Der Einberufer gab das Gesuch vermittelst eingeschriebenen Briefes an die Bürgermeisterei Mangolding auf. Darob große Unruhe in Mangolding. Der Bürgermeister stürzt zum Wirth, bei dem er nach seiner Aussage schon am vergangenen Abend war, um ihm eine Rüge zu ertyeilen. weil er den Saal hergab und nach langem Hin und Wieder läßt endlich der Wirth zu Protokoll nehmen, daß er das Lokal verweigere, und auf grund dieses wird das Versammlungsverbot erlanen. Der Einbernfer war damit nicht zufrieden und auf seinen Kontrakt sich stützend, for- derte er die Konventionalstrafe vom Wirth, welche ihm auch in der Höhe von 2ö M. zuging. Wenn aber solche Sachen noch vorkommen können, so steht thalsächlich das bayerische Vereins' gesetz nur aus dem Papier." — Dr. Franz D i e d e r i ch, der Redakteur der„Rheinisch- Westfälischen Arbeiter-Zeitung", ist am Freitag Morgen zur Ver- büßung seiner Strafen nach Münster abgeführt worden. — In Halle wurden die Parteigenossen Jähnig, Treff und Pape zu 2 resp. 3 und 1 Woche Gefängniß wegen Haus- friedensbruch verurtheilt. Sie hatten an einer von den Hirsch- Duncker'schen«inberusenen Versammlung theilgenommen und mit der Mehrheit der Versammlung Bureanwahl verlangt. Diesem Verlangen wurde seitens der Einbernfer nicht stattgegeben und sie forderten die hiermit nicht Ein- verstandenen auf, den Saal zu verlassen. Da zu der Versammlung öffentlich eingeladen war, siel es den Genossen selbstverständlich nicht ein, dieser Aufforderung nachz kommen. Die Versammlung wurde infolge dessen geschlossen, noch ehe sie eigentlich begonnen. Der Einberufer, welcher den Saal gemiethet haben wollte, stellte gegen die genannten Parteigenossen Strafantrag wegen Haus friedensbruch; das Resultat desselben war das oben mitgetheille Urtheil. Als besonderes Charakteristikum für die Hirsch' Duncker'schen verdient die Thatsache erwähnt zu werden, daß der Einberuser der Versammlnngsanmeldung gleich das Gesuch um starken Polizesschntz beigefügt hatte. — Vom Schöffengericht in H ö ch st a. M.— einer Stadt, die durch die Blsmarck'sche Revolution gegen den alten deutschen Bund 1333 an Preußen kam— wurde der Parteigenosse Wilhelm aus Rödelheim zu 6 Wochen Haft wegen„groben Unfugs" verurtheilt, weil er in der am 23. Februar in Sossenheim abgehaltenen Versammlung ein Hoch auf die„internationale revolutionäre völkerbefreiende Sozialdemokratie" ausgebracht hat. Gegen das merkwürdige, aber keineswegs neue Urtheil ist natürlich Berufung eingelegt. — Wenn der sozialdemokratische Arbeiter einmal gegen das Gesetz verstößt, so muß er's meist auf härteste büßen. In dem kleinen, in der Provinz Sachsen gelegenen Orte A l t- S a l z e gründeten vor kurzem mehrere Parteigenossen einen Wahlverein. Dieser Verein hat schon schwere Zeiten durchlebt. 7 Genossen wurden wegen Vergehen gegen das Vereinsgesetz zu lvö M. Strafe und etwa ebenso viel Kosten verintheilt. Was das für einen kleinen Ort zu bedeuten hat, kann sich jeder denken. Lolmles. Die Mitglieder des sozialdemokratischen WahlvereiuS im 4. Berliner Reichstags- Wahlkreise werden hierdurch nochmals auf die heul Abend 8>/s Uhr in den Konkordia- F e st f ä l e n. A n d r e a s st r a ß e 34, stattfindende außer- ordentliche Generalversammlung verwiesen, und ersucht, infolge der dort zu fassenden wichtigen Beschlüsse mög- lichst zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Professor Schi» oller hat der„Staatsbürger- Zeitung" folgende Zuschrift geschickt:„Ich lese eben in der „Täglichen Rundschau" vom 22. d. M., daß Sie in der„Staats- bürger-Zeitnng" meine Aeußerungen über die Judenfrage, welche Herr Bahr in der Wiener„Deutschen Zeitung" veröffentlichte, in einer Weise wiedergeben, die ich nicht unwidersprochen lassen kann. Ich muß Sie daher bitten, in Ihrer Zeitung folgende Berichtigung aufzunehmen: Ich habe nicht gesagt, daß die Ver- schiedenheit der Sitten und der Moral der Germanen und Semiten so groß sei, daß sie ungünstig wirken müsse; ebenso wenig, daß die Juden als gleichberechtigte Staats- bürger nie hätten zugelassen werden sollen. Ich habe nur historisch betont, daß, wo die Rassenverschicden- heit zu groß sei, die Beimischung von zu viel fremden Blutes große Geiahren für das Volksthum in sich schließe. Ich habe aber daneben betont, daß bei geringen Zusätzen fremder Rasse eine Mischung sogar Vortheile habe, sowie, daß die Juden manche Eigenschaften besitzen, deren Aufnahme in die Sitten der Germanen'nur wünschenswerth sei. Die gesetzliche Gleichstellung der Juden habe ich ausdrücklich gebilligt, mit dem Hinzufügen, daß ich die sittlichen Grundanschauungen unserer Pastoren und Rabbiner, wie sie unter dem Einflüsse der Philosophie des 18. Jahrhunderts sich gebildet, für so ziemlich ähnliche oder gleiche halte. Mit diesen Vordersätzen erhält auch meine Bemerkung über gewisse wirthschastliche Mißvräuche jüdischer Bankiers, Wucherer, Viehversteller je. eine ganz andere Bedeutung als der Auszug Ihrer Zeitung derselben giebt." Das „Berliner Tageblatt" weist nun aus der Zusammenstellung des Interviews, wie es Bahr in der„Deutschen Zeitung" veröffent- licht und wie es das Ahlwarvt-Blatt„exzerpirt" hat, nach, daß die „Staatsbürger-Zeitung" in keckster Weise gefälscht hat. Herr Schmoller hat sich so geäußert, wie er in seiner Richtig- stellung mtrtheilt. Nur das Eine berichtigt er nicht, was uns am meisten interessirt, seine erbauliche Auslassung über die„ver- wandtschaftlich"-„sympalhischen" Gefühle, die ver arische Ar- b e i t e r für den arischen Kapitalisten hege. Die „Deutsche Zeitung" läßt ihn sagen: „Ich glaube nur nicht, daß der arische Kapitalist irgendwie sympalhisaier ist, als der semitische. Vielleicht doch— oder er wird wenigstens von dem arischen Arbeiter sympathischer empfunden, weil er doch immer ein gewisses verivandtschaftliches Gefühl für sie behält, das den Juden fehlt, und darum auch wohl mit einer größeren Schonung, mit einer geringeren Härte zu verfahren eher geneigt ist." Die deutschen Arbeiter werden über diesen verspäteten Aprilscherz des Herrn Schmoller, so Mit- glied des Staatsraths, der Akademie der Wissenschafte» und Professor der Staatswissenschasten an der ersten deutschen Hoch- schule ist, ein homerisches Gelächter übrig haben. Ob hebräischer, ob arischer Ausbeuter, für sie gilt der Donna Bianca Urtheil, daß sie alle beide stinken. Als„eine Geschäftsordnung, wie sie nicht sein soll", bezeichnet selbst der„Konfektionär" die Geschäftsordnung einer „vielgenannten Firma in der Leipzigerstraße"(Werthmann e), deren Bestimmungen er„unerhört rücksichtslos" nennt und die er „jeder Humanität ins Gesicht schlagen läßt". Wir geben hier eine kleine Blüthenlese dieser Geschäftsordnung wieder: § l- Zur Zeit der Geschäftsöffnung haben sich die Angestellten du jour, die Lehrlinge und Lehrmädchen, sowie die Hausdiener pünktlich einzufinden, während den übrigen Mitgliedern ein Zeit- räum von 10 Minuten gewährt ist, innerhalb dessen sie sich im Geschäft einzustellen haben. s 2. Diejenigen Angestellten, welche sich in der gewährten Frist von 10 Minuten nicht einstellen, werden an diesem halben Tag nicht mehr eingelassen und wird der Betrag für den halben Tag vom monatlichen Salair gekürzt. Kommt dieses dreimal im Laufe eines Monats vor, so wird dem Betreffenden am l. des nächsten Monats gekündigt. s S. Unredlichkeit eines Angestellten oder des dringenden Ver- d achtes Schuldige, müssen sofort zur Kenntniß des Chefs ge- langen resp. demselben namhaft gemacht werden. Wer dies wissentlich unterläßt, kann nachgewiesenen Falles ohne voran- gegangene Kündigung sofort entlassen werden. s 10. Ist ein Angestellter behindert zur rechten Zeit sich im Ge- schüft einzustellen, so hat er innerhalb zwei Stunden den Grund hierfür anzugeben, und für den Fall der Erkrankung innerhalb zehn Stunden ein ärztliches Attest einzureichen. Bleibt er aus dem Geschäft fort, so wird ihm jeder Tag, selbst im Krankheits- fall in Abzug gebracht, auch kann er jede vorangegangene Kündi- gung sofort entlassen werden. Fehlt derselbe Nachmittags, so wird der Ganze Tag dafür abgezogen. ß II. Die Mittagszeit wird für jeden bez. des Gehens und Kommens bestimmt und darf IVe Stunden nicht überschreiten. Für jede fünf Minuten des zu langen Ausbleibens wird ein Geldabzug von 30 Pf. gemacht. Die Tischzeit kann auch bei lebhaftem Geschäftsverkehr, vor Ostern, Pfingsten und den Weihnachtsfeiertagen auf 30 Minuten beschränkt werden. In diesem Falle soll den Angestellten eine Entschädigung von 1 M. für Herren, und 75 Pf. für Damen pro Mittag zukommen, welche jedoch wegfällt, falls die Au- gestellten 5 Minuten über die festgesetzte Zeit fortbleiben. § 13. Beschädigung an den Einrichtungen oder den Verkaufsgegen- ständen, welche muthwillig oder unnützer Weise geschehen sind, werden dem betreffenden Angestellten zur Last gelegt, und der ent- standcne Schaden von seinem Gehalt in Abzug gebracht, auch kann er infolge derartiger Handlungen oder sonstigen verübten Unfugs ohne Kündigung sofort entlassen werden. Wird der Thäter nicht ermittelt, so werden die Angestellten der Abtheilung, in welcher die Sachbeschädigung vorgekommen, zu gleichen Theilen zum Ersatz herangezogen. s 16. In keinem Räume des Hauses darf geraucht werden, auch dürfen brennende Zigarren mcht mitgebracht oder bei Verlassen des Hauses angezündet werden, und soll für jeden Fall der Zu- widerHandlung' ein Geldabzug von 2 M. eintreten. § 19. Die Kündigungsfrist ist, insofern nicht speziell andere Ab- machungen getroffen werden, eine l4tägige, und zwar vom 1. zum 15. desselben Monats resp. vom 15. zum 1. des nächstfolgenden Monats. Die Kündigungsfrist ist eine gegenseitige. Wir halten es überflüssig, über diese Geschäftsordnung noch ein Wort der Kritik zu verlieren. So lange die Hanlllungs- gehilfen in ihrer großen Mehrheit sich selbst über ihren Proletarier- Charakter hinwegtäuschen und den Anhang der Bourgeoisie bilden, müssen sie sich auch die Behandlung, welche diese ihnen bietet, sich gefallen lassen. Wenn sie sich nur etwas weniger auf den feinen" Herrn aufspielen wollten, aber etwas mehr Arbeiterstolz besäßen, würde den Prinzipalen bald die Lust vergehen, auf ihren Angestellten herumzuspielen. Eine prächtige Jllnstratio» zur Behandlung Kranker in unter kirchlicher Leitung stehenden Krankenhäusern bietet ein all, der jetzt, wie so oft passirt, und für dessen Wahrheit Schreiber dieses bürgt: „Vor ungefähr 3 Wochen brachte ich meine schwerkranke Schwester nach einem hiesigen, wegen seiner guten Behandlung Kranker berühmten katholischen Krankenhause in der Niederwall- straße. Da die Kranke ihres schweren Leidens wegen vom Arzt dringend vor irgendwelcher Ausregung gewarnt wurde, so glaubte ich in dieser Beziehung speziell beruhigt sein zu können, als das Haus der„frommen Schwestern" in dem Rase steht, seine Kranken äußerst vorsichtig und liebevoll zu behandeln. Es ging auch alles so weit ganz gut, bis die Kranke sich auf dem Wege der Besserung befand. Dies mochte man nur abgewartet haben, um sie mit den in diesen Häusern üblichen seligmachenden Einflüssen zu beglücken. In der ruhigsten sachlichsten Weise wies die Kranke den Gollesmann zurück, doch Beharrlichkeit führt zum Ziele, so mochte auch dieser wohl denke» und setzte seine Bekehrungsversuche in einer Weise fort, die nicht nur für den Zustand der Kranken bedenklich erschien, sondern die, wenn man keinen schärferen Ausdruck gebrauchen will, mindestens sehr aufdringlich waren. Anstatt daß man der Kranken ruhig ge- währen lassen sollte und eine einmalige Abweisung des geistlichen Zuspruchs genügen müßte, um ihn von dem Krankenlager fern- zuhalten, dedrückt und quält man die Kranke fortwährend mit frommen Reden und pfäffischen Wünschen. Jedermanns Sache ist es eben nicht, sich dafür zu erwärmen, und dem nachzukonimen, was nach geistlicher Anficht zum Wohle und zur Genesung des Kranken nothwenvig ist. Aber wehe dem Kranken, der sich mit all' diesen Dingen nicht befreunden kann, er bekommt es zu fühlen alles aus christlicher Liebe! Als ich mich meiner Schwester annahm und darauf be» stand, daß ich sie nicht in das Haus gebracht, um sie geistig" gesunden zu lassen, sondern daß man vor allen Dingen darauf zu sehen habe, daß das leibliche Wohl der Kranken hergestellt werde, wofür ich pro Tag 5 M. bezahle, wurde mir einfach von den„frommen Schwestern" bedeutet, daß sie keine Belehrung brauchen und wünschen, und jeder Kranke sich ihrem Wunsche zu fügen habe. Und so habe» denn diese Wünsche sogar die Blüthe gezeitigt, daß man daselbst einen Kranken protestantischen Glaubens zur Ablegung einer Beichte unter katholischen Religionsformalitaten genöthi'gt hat. Unter diese» Umständen und um die Kranke eventuell vor einem Rückfall zu bewahren, nahm ich sie aus dem Krankenhause, um sie in ihrer Behausung einer sicheren Genesung entgegen zu führen. Die Baumbliithe in Werder war vorgestern das Ziel zahl- reicher Ausflügler. Bon Berlin aus wurden Extrazüge ver- anstaltet, von Potsdam aus fuhren Dampfer, und sogar aus Brandenburg langten zwei gutbesetzte Dampfer,„Südivest" und „Westens, in Werder an. Die Kirschen haben ihre Blnthen schon vollständig entfaltet, ebenso Pfirsiche und Aprikosen; auch die # " B 9 Theater. D aus Gerichts- Beifung. gl. Birnenblüthen find zum Theil schon erschlossen, nur die Pflaumen| S. machte nun einen solchen Lärm, daß sich bald eine große find in der Blüthe noch zurück. Menschenmasse um den Berhafteten und den Gendarmen gebildet hatte, die den H. zu befreien versuchte. Der bedrängte Gendarm Der hiesigen Kriminalpolizei ist es gelungen, den Anstifter brachte den Häftling nach dem benachbarten Grundstück des Fuhr mit Musik von Anzengruber, welches im Lessings Brave Leut vom Grund nennt sich ein Wiener Boltsstück eines Schwindels dingfest zu machen, der sich von der durch die herrn Petruscht, worauf der Thorweg des Grundstücks ab- heater am Sonnabend zum ersten Male in Szene ging. Im Fiktion einer in Deutschland vergrabenen Kriegskaffe allgemein geschlossen wurde. Jezt unternahm die Menge einen Sturm dramatischen Aufbau des Stückes ist wenig zu spüren von der bekannt gewordenen betrügerischen Vorspiegelung nur durch neben auf den Thorweg, und dieser brach schließlich unter den wuchtigen fräftigen Hand des Wiener Boltsdichters. fächliche Umstände und dadurch unterscheidet, daß in diesem Fall Schlägen der Wenge zusammen. Jest entstand ein Kampf Das hätte einer der von Deutschland aus nach dem Auslande gearbeitet wird. Unter zwischen dem Gendarmen, der von dem Besizer des Grundstücks Theaterstückschmiede der Berliner Poſſenbühnen eben so gut oder der Adresse hochgestellter Personen in Italien sind nämlich in und einigen Kutschern unterstützt wurde, und der eindringenden fernige Sumor Angengruber's in einzelnen Szenen hinreichend eben so schlecht machen tönnen. Trotzdem verschafft sich der den letzten Monaten wiederholt in Potsdam und in Berlin auf: Menge. Auf den Beamten und seine Helfer wurde ein Bom fernige Humor Anzengruber's in einzelnen Szenen hinreichend gegebene Briefe eingelaufen, deren Absender sich als„ Giovanni bardement mit Steinen eröffnet, während Gendarm Donath mit Geltung, um vereint mit dem trefflichen Spiel der Darsteller bei Campiglio"," Giovanni Parveli" und" Badre Gerolamo" ge dem Säbel dreinschlug, wobei die Waffe in mehrere Stücke den Zuschauern behagliche Heiterkeit und anerkennenden Beifall zeichnet und durch die der Absender dem Abreffaten mit zersprang. Im Augenblicke der höchsten Noth erhielt Donath 8u erwecken. Eine fritische Bergliederung verträgt die Harmlofigtheilt, daß er schwer frank in einem Potsdamer Lazareth burch mehrere audere Gendarmen Hilfe, die mit blanker feit kaum. Als Jbylle aus dem fleinbürgerlichen Gheleben könnte darniederliege. Er habe einen Koffer mit Werthpapieren, wichtigen Waffe die Menge aus einander brachten und ihren Kameraden man sie wohl am zutreffendften fennzeichnen. In der ersten AbDokumenten und revolutionären Schriften, für die er keine Werbefreiten. Sahnebutt und ein zweiter Rädelsführer, der Tischler mädchen den Burschen, der um sie wirbt, fanft in die Bahn des theilung sehen wir, wie ein fluges, luftiges und ehrbares Bürgerwendung mehr hat und die er seinem alten Freunde, dem Peters, wurden gefeffelt nach dem Amtsgefängniß gebracht. Geborsame zu leiten weiß; in der zweiten, wie sie den Abreffaten, zustellen wolle, falls ihm an ein bestimmtes Postamt Im Laufe des Nachmittags wurden noch andere Betheiligte ver- nunmehrigen Gatten von einem Rückfall in das Kneipenleben in Berlin poftlagernd 500 Frants zugestellt würden. In allen haftet. bis jetzt bekannten Fällen sind diese Briefe in Italien turz nach dem Tode der betreffenden Adressaten eingegangen. Infolge allem Vorbehalt wiedergeben, noch keine Nachricht zugegangen Bacffifchalter getretene Tochter aus den Schlingen eines Gigerl Uns selber ist über diese Angelegenheit, die wir selbstredend unter heilt, indem sie ihm zur Selbsterkenntniß bringt, in der dritten, fünfzehn Jahre später spielenden, wie sie ihre ins gefährliche dessen wurden sie von den Hinterbliebenen eröffnet. Offenbar Vielleicht daß einer unserer Genossen in Rigdorf näheres zu be- rettet. Diese legte Abtheilung ist die schwächste und wirkungswar der Absender von Der Annahme ausgegangen, daß richten weiß. die Hinterbliebenen des Adressaten, von dem Wunsche beseelt loseste in ihrer schablonenhaften Zusammenstoppelung von altsein würden, den Verstorbenen nach dessen Tod vor dem Der am 1. Mai in Kraft tretende Sommer- Fahrplan bekannten Motiven. Dagegen erfreuen die erste und zweite AbVerdacht zu sichern, in revolutionäre Untriebe verwickelt gewesen bringt auch für den Berliner Vorortverkehr mancherlei beachtens theilung durch zwei höchst wirkungsvolle Szenen. Mit herzzu sein und daß sie, um dieses zu verhindern, fich gern werthe Aenderungen, die wir in Folgendem zusammenstellen: erfrischender Naivetät spielte Fräulein Jenny Groß, die wir bereit finden würden, das in Anbetracht ihrer Vermögensverhält Auf der Wannseebahn wird der 10- Minuten- Betrieb Nach sonst nur als Salondame zu sehen gewohnt sind, die Liebesszene niffe geringe Geldopfer von 500 Fris. zu bringen, um die Pas mittags erweitert, ohne jedoch die vorjährige Ausdehnung zu er auf dem Balkon in der Mondscheinnacht, die durch ein reizendes piere an sich zu bringen. Diese Annahme hat sich als richtig er reichen. Von 1 Uhr Nachmittags bis 10 Uhr Abends werden Lied eingeleitet wird. Nicht minder naturwahr und wirkungswiesen, denn es ist festgestellt worden, daß bei einem Berliner die alle 20 Minuten in jeder Stunde fahrenden Büge bis Station voll gestaltete sich in ihren Händen und in denen des Herrn Postamt unter dem Namen Gerolamo aus Italien postlagernde Wannsee durchgeführt, fodaß dorthin ein regelmäßiger 20- Minuten- Schönfeld die Szene, wenn der fneipfelige Gatte Nachts bei Werthsendungen eingelaufen und von dem Adresfaten erhoben Betrieb eingerichtet wird. Leider aber findet diese Erweiterung der Heimkehr der ehelichen Besserungstur verfällt. Unter den worden sind. Lange Zeit wurde der Schwindler vergebens ge- auf den Sonntagsverkehr Teine Anwendung, da für die Sonn drolligen Typen welche in dem Kleinbürgerthume, welche der Erlebnisse sucht, bis der Präfekt von Palermo die hiesigen Behörden auf und Festtage wieder ein besonderer Fahrplan herausgegeben die Mittler'schen Eheleute eingeflochten Waldow aus als duckden Bildhauer Gangialori aufmerksam machte, der aus der Um wird. Auf der Stammbahn der Strecke Berlin Potsdam wird sind, zeichnete sich Herr gegend von Palermo gebürtig, hier ansässig war. Die Behörden der jegt um 8 Uhr 81 Min. von Potsdam abfahrende Bug eine mäuferiger Pantoffelheld, im Gegensatz zu dem vergnügten stellten fest, daß Cangialori, der hier in der Mendels halbe Stunde früher abgelassen. Auf der Strecke Berlin- Groß- und gutartigen, weit fanfter gezügelten Pantoffelbeld Lorenz fohnstraße 15 gewohnt hatte und por Eurzem mit Lichterfelde der Anhalter Bahn ist die vielfach erwartete Ber Mittler. Aber wenn man über die gutgespielten Hauptszenen feiner Frau, angeblichen Familienangehörigen und einer mehrung der Büge nicht eingetreten; die Mehrzahl der Büge hat die des Stückes herzlich gelacht hat, dann überkommt einem doch der aus Egypten Egypten gebürtigen Gesellschafterin eine Billa in vor Einführung der Ginheitszeit gehabte Lage wieder erhalten. Gedante: wie traurig muß es doch um das Kleinbürgerthum Pankow bezogen hatte. Dort ist er von der Polizei verhaftet Auf der Strecke Berlin- Ertner- Fürstenwalde wird der um bestellt sein, wenn ein wirklicher Dichter in dem Bestreben es zu worden. Er behauptet, daß sein eigentlicher Name Gerolamo 11,05 vom Schlesischen Bahnhofe abgehende Bug 40 Minuten idealisiren aus seinen„ braven Leuten von Grund auf" nichts Pring del Belmonte" sei und daß er, ohne besonderen Grund zu später vertebren und bis Fürstenwalde durchgeführt. Dagegen Besseres hat machen fönnen als eine frohgesinnte Kluchenne und haben, aus Chicago nach Berlin gekommen sei. In seiner Woh- wird der um 10,38 vom Schlesischen Bahnhofe abfahrende 34g einen zufriedenen Ofenhocker. nung fand. man eine vollständige Druckerei, viele Drudfachen und in Erkner, statt in Fürstenwalde endigen. Eine Vermehrung der Korrespondenzen, die noch nicht alle durchgesehen find, doch Züge tritt leider auch auf dieser Strecke nicht ein. Auf der sprechen Anzeichen dafür, daß man es mit einem defertirten Strecke Berlin- Spandau erfolgt die Abfahrt der Züge von Berlin, Unteroffizier der italienischen Armee zu thun hat, jebenfalls aber Lehrter Bahnhof durchweg 1 Minute früher. Bug 10,51 Abends mit einem internationalen Hochstapler ersten Ranges. Man hat fährt erst um 11 Uhr Abends ab. Der von Nauen jetzt um bei ihm Bisitenkarten mit dem Namen Gerolamo gefunden; er 7,48 Abends abfahrende Zug tommt im Sommer Fahrplan erst leugnet, der Echreiber der Briefe an die hochgestellten italienischenthal- Königs- Wusterhausen werden die über die Stadtbahn fahren fiebente Straftammer des Landgerichts I. Der in Hamburg ge8,22 Ablassung. Auf der Strecke Berlin- Johannis- Eine böse Erpressungsgeschichte beschäftigte gestern die Persönlichkeiten gewefen zu sein. den Züge wieder für den Grunewald Verkehr nuhbar gemacht. bürtige verheirathete Kaufmann May Jenisch lernte vor Mit Hinterlaffung bedeutender Schulden flüchtig ist Der vom Görlitzer Bahnhof um 2,50 Nachts abfahrende Bug Jahren, als er sich noch in guten Verhältnissen befand, in einem der Bau Unternehmer Hermann Pohl, Yorkitraße 44. Jn wird um 25 Minuten geitiger abgelaffen. Auf der Strecke Badeorte eine vermögende Dame tennen. Bwischen der letteren feiner Begleitung befindet sich eine Frau St. aus Schöneberg, Johannisthal- Spindlersfeld ist durch Einlegung von acht neuen und dem Ehepaare Jenisch entspann sich ein freundschaftliches beren achtzehnjähriger Sohn und wahrscheinlich auch zwei Kinder Bügen ein regelmäßiger Stundenverkehr eingerichtet. Die Ver- Verhältniß. Später gerieth Jenifch in vollständigen Vermögens verfall. Auf seine Bitten gewährte die Dame ihm häufige von sieben bezw. Dreizehn Jahren, die Pohl gehören und mit änderungen auf allen übrigen Strecken sind unwesentlicher Art. ihm verschwunden find. Pohl, der hier vor einiger Zeit eine Arbeiter Sanitätskommiffion. In einer an die Redaktion und reichliche Unterstügung. Diese Zuwendungen nahmen Rolle spielte, tam in Vermögensverfall und fuchte in Monte gerichtete Buschrift führt Herr Gustav Heintschel, Havelbergerstr. 28, noch ihren Fortgang, nachdem die Dame mit einem Dr. H. Garlo, wohin ihn Frau St. begleitet hatte, Seilung seiner folgendes aus: die Ghe eingegangen war. Jenisch stellte ihr vor, finanziellen Verhältnisse. Er kam aber, wie viele seiner Vor Der von Ihnen als in der Backstube befindlich geschilderte daß das zwischen ihnen bestehende Verhältniß leicht zu gänger, noch ärmer zurück. Um nun hier dem Drängen feiner Schlafraum befindet sich nicht dort, sondern bildet einen falschen, der Ehre der Dame nachtheiligen Auslegungen benust Gläubiger auszuweichen, verschrieb er einen Theil seiner Habe separaten Raum am Eingange zum Backhause und ist dort werden könne und veranlaßte fie dadurch, das Verhältniß vor dem Sohne der St. und verpfändete das Vorfstraße 44 be ihrem Manne geheim zu halten. Die Anforderungen des Jenisch Legene Grundstück antichretisch( mit dem Rechte der Nutznießung). ließen nicht nach, er wies in seinen Briefen immer darauf hin, Trotzdem aber fonnte er sich nicht halten und hat Berlin heimlich welch nachtheilige Folgen es für die Adreffatin haben müsse, den Rücken gekehrt. Die ihn begleitende Frau hat bereits wieder wenn ihr Ehemann von dem Verhältniß erfahre. Der gepeinigten holt in ihrer Ehe Schiffbruch gelitten, fie war zweimal ver Frau wurde es immer schwerer, sich ihrem Ehemanne zu offenbaren. Endlich erflärte fte dem heirathet und ist zweimal geschieden worden. ihm weitere Summen nicht geben fönne. Jenisch schrieb Jenisch, ihr nun von Hannover einen Brief, worin er sie worin sie ihm mittheilte, daß er die in Aussicht lehentlich bat, ihm ein Schreiben zukommen zu lassen, ge= stellten 30 000 Mark erst nach zwei Monaten erhalten fönne. Marktpreise in Berlin am 22. April, nach Ermittelungen Jenisch gab an, daß er sich durch Voezeigung dieses Brieses bei des töniglichen Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von feinem am meisten brängenden Gläubiger Ausstand verschaffen 16,00-15,60 M., mittlerer von 15,50-15,20 m., geringer von fönne und versicherte, daß er den Brief innerhalb 48 Stunden 15,10-14,80 M., Roggen per 100 kg. guter von 13,80 bis zurückschicken werde. Die verblendete Frau schrieb diesen Brief. 13,50 m., mittlerer von 13,40-13,20 wt., geringerer von 13,10 Sie erhielt ihn nicht zurück. Jenifch benutzte die scheinbare Inbis 12,80 M. Gerste per 100 Rg. gute von 17,50-16,30 m., aussichtstellung der 30 000 M. zu neuen Erpressungen, die sich mittlere von 16,20-15,10 M., geringe von 15,00-18,80 nunmehr gegen den Dr. H. richteten. Die gequälte Frau, die Jugendlicher Uebermuth hat am Sonntag Nachmittag zu Safer per 100 Kg. guter von 16,00-15,50 m., mittlerer von sich in fitilicher Beziehung feineswegs etwas vorzuwerfen dem Zode eines hoffnungsvollen Menschen 15,40-15,00 m., geringer von 14,90 bis 14,40 m. Stroh, hatte, offenbarte sich ihrem Ehemanne. Dieser weigerte sich, Veranlassung gegeben. Der 21jährige Vergolder B. in der Frucht Richts per per 100 Rg. von 5,00-4,15 Mart. Heu per dem Jenisch auf seine Anzapfungen etwas zu geben; als straße wohnhaft, war mit seinen Eltern und einigen Freunden 100 Kg. von 8,20 bis 5,40 Mart. Erbsen, gelbe zum Rochen der Leytere dann seine angebliche Forderung an Frau Dr. H. auf nach Tabbert's Waldschlößchen gefahren, von wo aus der junge per 100 g. von 40,00-24,00 m. Speijebohnen, weiße per grund des von ihr ausgestellten Schreibens an andere Personen Mann mit mehreren anderen Personen gemeinschaftlich einen 100 Kg. von 50,00-20,00. Linsen per 100 Kg. von 80,00 e dirte und diese dem Dr. H. das Schriftstück für den Preis von Ausflug die Spree aufwärts unternahm. An ziemlich abgelegener bis 80,00 m. Kartoffeln per 100 g. von 6,00-4,00 M. Rind 4000 M. zum Kauf anboten, erstattete Dr. H. Anzeige. Jenisch Stelle kam der Vergolder auf den Gedanken zu baden, und fleich von der Keule per 1 Kg. von 1,60-1,20 m. Bauchfleisch wurde lange vergeblich gesucht, bis man ihn endlich im Untertrogdem ihn seine Freunde von dem sonderbaren Vorhaben ab- per 1 Kg. von 1,80-1,00 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von fuchungs- Gefängnisse zu Bielefeld fand. Er hatte sich dort zuhalten versuchten, entfleidete sich der Leichtsinnige und sprang 1,50-1,20 m. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,80 m. mehrere Urkundenfälschungen zu Schulden tommen laffen. Nachin die Fluthen der Spree. B. verweilte jedoch nur kurze Zeit Sammelfleisch per 1 Kg. von 1,50-0,90 M. Butter per 1 Kg. dem Jenisch von der Straftammer zu Bielefeld dieserhalb au im Wasser und flagte fofort über heftige Br stschmerzen. Nun von 2,80-1,80 m. Gier per 60 Stück von 4,00-2,40 m. Fische einem Jahre Gefängniß verurtheilt worden war, wurde er nach trieb der junge Mann selbst zur Rückkehr nach dem obenerwähnten per 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,20 M. Nale von 3,00 bis Berlin transportirt. Durch geiriges Urtheil wurde dem AnRestaurant, er sollte dasselbe aber nicht mehr lebend erreichen; 1,40 M. Bander von 2,40-1,00. Hechte von 1,80-1,00 9. geflagten ein Zufagitrafe von 2 Jahren Gefängniß auf dem Wege dorthin brach B. zusammen und verschied nach Barsche von 1,60-0,60 m. Schleie von 2,40-1,00 M. Bleie und entsprechender Ehrverlust auferlegt. wenigen Minuten, ein Zungenschlag, die Folge des Kaltbadens", von 1,40-0,60 M. Krebse per 60 Stück von 12,00-3,00 m. hatte zum plöglichen Tode des Nermsten gejührt. Mittels einer Wegen einer groben Ausschreitung im KriminalgerichtsDroschke wurde die Leiche von den unglücklichen Eltern nach Am 22. diefes Monats Polizeibericht. Vormittags gebäude waren der Handelsmann Carl Walter und dessen Ghewurde ein Schuhmacher in feiner Wohnung. in Berlin in deren Wohnung überführt. der frau vom Schöffengerichte verurtheilt worden, eriterer zu drei Mittelstraße, erhängt vorgefunden.- Im Nordhafen, Monaten Gefängniß, lettere zu 30 M. Geldstrafe. Sowohl der Staat? Einen höchst sonderbaren Ausgang nahm ein Selbst- nahe der Sellerbrücke, wurde die Leiche eines obdachlosen anwalt wie die Angeklagten legten Berufung ein. In der Verhandlung, mordversuch, welchen gestern Abend nach 8 Uhr der in der Töpfergesellen angeschwemmt. Nachmittags lief ein zweijähriger die gestern vor der Straffammer des Landgerichts I stattfand, deckte Jahnstraße 3 als Chambregarnist wohnende 24 Jahre alte Ruabe vor dem Hause Bossenerstr. 33 gegen einen Flaschenbier- fich die Beweisaufnahme mit derjenigen vor dem Schöffengericht. Kaufmann Dentz unternahm. Der junge Mann hatte am Don- wagen, wurde überfahren und so schwer verlegt, daß er bald Der Maurermeister Berner hatte in einer anderen Sache mit den nerstag Bormittag Streit mit seiner Braut gehabt und nach darauf verstarb. Ein Mädchen zerbrach Nachmittags beim Angeklagten Termin gehabt und zu ihren Ungunsten ausgesagt. einem heftigen Wortwechsel der jungen Dame erklärt, daß er sich Butzen der Fenster in der Wohnung seiner Dienstherrschaft als er das Gerichtsgebäude verlassen wollte, traf er auf dent ihretwegen das Leben nehmen werde. In der That hat D. diese Prenzlauerstr. 25 eine Scheibe und durchschnitt sich an der Borflur mit den Angeklagten zusammen. Diefelben fielen über Absicht auch auszuführen versucht, allerdings aber in einer Weise, Scheibe die Pulsader an der linken Hand. Auf der Sanitäts- ihn her und mißhandelten ihn, daß er blutend zusammenfant. Vor dem Der die darauf schließen läßt, daß er den Selbstmord nur ,, pro forma" wache wurde ihr ein Verband angelegt. Ehemann hieb ihm wiederholt mit feinem Stock geplant. D. begab sich um die obengenannte Zeit nach dem Hause Laufiberplay 9 lief ein zweijähriges Mädchen beim über den Kopf, während die Ehefrau ihren Schirm Maybach- Ufer, band sich eine mit Luft gefüllte Schweinsblase um Ueberschreiten des Fahrdammes gegen einen in der Fahrt befind zum Schlagen benutte. Berner hatte mehrere schivere den Leib und mit dieser Vorsichtsmaßregel versehen, sprang der lichen Geschäftswagen, wurde überfahren und am Oberkörper Ropfverlegungen erlitten und seine Hand, die er empor tühne Lebensmüde" ins Wasser. Jedenfalls hat D. die schwer verletzt. Auf dieselbe Weise wurde ein vierjähriges gehalten, um die Schläge abzuwehren, schwoll dermaßen an, daß Schiveinsblase nicht genügend befestigt, nach wenigen Mädchen in der Fröbelſtraße durch einen vorüberkommenden die Ringe heruntergeschnitten werden mußten. Der StaatsGefunden rutschte der originelle Schwimmgürtel ab und Möbelwagen überfahren und am rechten Unterschenkel verlegt. Möbelwagen überfahren und am rechten Unterschenkel verlegt.anwalt wies darauf hin, daß derartige gegen Zeugen verübte nur so gerieth der Selbstmörder wider Willen in ernstliche Am 28. d. M. Morgens sprang ein Mädchen am Schlütersteg in Mißhandlungen einzureißen drohten, er hielt die vom SchöffenGefahr des Ertrinkens. D. ging in den Fluthen des Landwehr- die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen gericht erkannte Strafe für viel zu niedrig und beantragte gegen Kanals unter und wäre sicher eine Beute des Todes geworden, und nach der Charitee gebracht. In der Spree, hinter den Ehemann ein Jahr, gegen die Ehefrau vier Monate wenn nicht Passanten vom Uier aus die Gefahr, in welcher dem Grundstück Stralauerftr. 58, wurde die Leiche einer Gefängniß. Der Vertheidiger plaidirte auf Herabfegung der der Mann schwebte, beobachtet und mittels eines Bootes den etwa 25 Jahre alten Frauensperson angeschwemmt. ersten Strafe. Das Urtheil lautete gegen den Ehemann auf felben gerettet hätten. So wurde D., dem die Schweinsblafe am Bar dem Hause Charlottenstr. 88a wurde Nachmittags linken Bein hing, and Land gebracht, und hier erhielt der ver- ein taubstummer Steindrucker durch eine Droschte über- ech 3, gegen die Ehefrau auf zwei Monate Gefängniß. unglückte Lebensmüde von seinen Rettern eine gehörige Tracht fahren und am Kopfe und Senie so bedeutend verlegt, daß seine Ueber die Saarbrüdener Gerichtsverhandlung gegen Prügel, die ihn veranlaßten dürfte, das nächste Mal den Ueberführung nach der Charitee erforderlich wurde. In der die Berglente N. Warten, Nit. Kron, N. Berwanger Schwimmgürtel fefter um den Leib zu binden. Wohnung seiner Braut, in der Potsdamerstraße, versuchte ein und M. Bachmann berichtet der sozialdemokratische Bote von Tischler feinem Leben ein Ende zu machen, indem er sich ein der Saar" folgendes Nähere: Die genannten Bergleute waren anUeber einen angeblichen Straßenkrawall, der am Meffer in die Brust stieß. Er wurde nach dem Elisabeth- geklagt, in den Jahren 1889, 1890 und 1891 Gelder des RechtsSonntag Vormittag in Nixdorf stattgefunden haben soll, bringen Strantenhause gebracht. In der Gartenwirthschaft Müller- schutz- Vereins zu ihrem Vortheil verwandt bezw. unterschlagen zu bürgerliche Blätter folgende Mittheilung: Der Fußgendarm ftraße 148 löfte sich von einem Schlitten eines Karouffels während haben. Warten soll in 13 Fällen 411 M., Kron in über 50 Fällen Donath wurde furz nach 8 Uhr nach einer Bäckerei in der Stein- der Fahrt eine Seitenwand, so daß eine darin fizende Frau mit 1900 M., Berwanger in ebenso vielen Fällen 2200 M. und mehstraße gerufen, da dort ein Arbeiter Hahnebutt eingedrungen ihren beiden kleinen Kindern herausgeschleudert wurde. Alle drei Bachmann in 4 Fällen 120 M. für fich verwandt haben. war, den Bäckermeister überfallen batte und wie ein Wahn- erlitten anscheinend innere Berlegungen. Im Landwehrkanal, Aus den Verhandlungen ging vor allem hervor, wie die Geschäfte finniger herumtobte. Gendarm Donath forderte den anscheinend am Thiergarten- User, wurde Abends die Leiche eines neugeborenen einer Organisation nicht geführt werden dürfen. betrunkenen H. auf, sich zu entfernen, wurde jedoch von diesem Kindes angeschwemmt. Im Laufe des Tages fanden fünf es bient ben Angeklagten wohl zur Entschuldigung, fofort thätlich angegriffen und daher als Arrestant erklärt. Brände statt. baß sie mit der Handhabung von Bickel und Schlägel beffer Eine eigenthümliche Ueberraschung wurde gestern Abend einem Herrn R. am Tegeler Wege in Charlottenburg zu Theil. In seiner Wohnung erschienen zwei Damen, die ihn nicht zu Hause antrafen und daher von seiner anwesenden Schwägerin Erlaubniß erwirkten, ein für R. bestimmtes Pocket in dessen Stube niederlegen zu dürfen. Noch bevor R. heimgekehrt war, erscholl aus dem nur leicht verhüllten Packet heraus jämmerliches Kindergefchrei. Die Schwägerin mußte so lange die Rolle der Wärterin übernehmen, bis das Kind anderweit untergebracht wurde. 17 Fuß vom Backofen resp. dessen Außenwand entfernt. Der Naum ist 12 Fuß hoc, 10 Fuß lang und 9 Fuß breit und mit einem Licht und Luft gebenden größeren Fenster versehen, welches allerdings nicht direkt nach dem Hof geht, sondern beides von einem dort befindlichen, 2 Meter hohen und 1/2 Meter breiten Fenster erhält. In diesem vollständig gefunden und trockenen und es schlafen dort nicht drei Leute auf einmal, sondern am Raume stehen drei gute, normale und rein überzogene Betten Tage nur 1 Geselle und des Nachts 1 Gefelle und hausdiener. " -O " Daß sie anderen. gegen wobei dann " Bentralverein der Bildhauer Deutschlands, Gauverein Berlin. Bols, Alte Jakobstr. 75. Bersammlung fällt beute aus. Dafür öffentliche Bildhauer- Versammlung bes Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Wenderungen im GNO Bruberber 3, Manteuffelftr. 9 bei Nomad. Jhn'scher Humor, StraußUnverzagt 2, Moabit, Kronen- Braueret. soffnung 2, Deutsch Wilmersdorf, Brandenburgstraße bei Gräß. Walbtapelle, Reichenbergerftr. 19 bei Roscher. Arbetter- Maibund, Nowawes, Wallfiraße bei Gärtner. Sängerfette, Gräfeftr. 34 bet Blog. reuzberg, Lichterfelderstraße Nr. 7-8 bei Winter. Alte inde, Reichenbergerstraße 39 bet Fürstenau. Borwärts 4, Rathenow, Ginigteit 2, LandsbergerRestaurant Bur Erholung bei W. Friesede. ftraße 81 bet Musehold. Gefangverein der Böttcher Stein: etche Jüdenstr. 65 bei Trieschmann. Vorwärts 8, Marwig, Wilhelm Mölte. Silaria, Blumenstraße 46 bei Went. bet Sänger Chor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44, beiRöllig. Wiederhalt, Eisenbahnstr. 20 bei Siegmund. Johanni, Ontbahnhof 7 bei Schulz. Vorwärts 3, Friedrichsfelbe, Wilhelmnftr. 10 bei Momber. Gefangverein Rothe Metre 2, bei Stabe, Suppiner- und Schönholzerstraßen Ecke. Schneeglöckchen 1, Rigdorf, Berlinerfraße 136 bet kummer. Gefangverein Eintracht, Nieder- Schönwetde, Restaurant Sing. Mohr'sches Doppelquartett, Friedrichsbergerstr. 19. Deutsche Gefangverein Frobsinn in Stralau bet Gafter. Beg 29 bet Säger. Sängergruß, Siebertafel, Grüner Friedrichshagen, Blant's Restaurant. Borwärts 7, Rummels burg, bei Borgmann. pheu, Ackerstr. 128 bei Stümfe. Gefangverein Freiheit 1", Bülowftr. 65 bei Richter. Gefangverein Echo 2" 9 Uhr Gesangverein Abends Uebungsstunde bei Reimann, Alte Schönhauserstr. 42. Gerechtig fett Westen, Kurfürstenstraße 31 bei Geehausen. Arbettermännergesangverein„ Gängertrets" Weißensee, Königs- Chauffee 46, bei Brennert. Gesang und Theaterverein Acacte"( gemisch. Ghor). Arbeiter- Gesangverein Fretheit 2, Ablers= Staligerstr. 54, bet 2. Sente. hof, Restaurant Kuhle. Freies Steb 1, Friedrichsberg, Friedrich- Karlstraße 11 bei Setrecke. Wacht auf Wörther- und Nytestraßen- Ede bet Schmidt. Glühlicht( gem. Chor) Berlebergerstr. 28. im Frete Glocken, Mariannenstraße 31-32 bei Doberstein.Benefelder, Sandsbergerfit. s1 bei Geehaufen. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und mgegend. Alle Zuschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an B. Senter, Dienstag. Statflub Kreuz- Solo bet Stecher, Andreasstr. 18. Abends 8-10 Uhr.- Theaterverein Blumentefe Zambourverein Wirbel, bei Müller, Gartenstr. 52. Geselliger Verein Mehr Licht bei Golg, Gr. Frankfurter= ftraße 138. Loutsenstädtischer Verein Frohsinn bei Möhring, Admiralftraße 18c. Tambourverein Deutsche Eiche beiNiederschuh, Fürbringerstr. 7. Tambour Verein Borussia bet Scholz, Weiben meg, Ecte Mög= finerstraße. Bergnügungsverein Itmbim bei Bredlow, Bülowftr. 65. Bergnügungsverein et Dresler, Glenbahn Prinzen- Allee 10. verein Alpen vettchen im Gesellschaftshaus Oftend, Rüdersdorferstr. 45. Musikverein offnung, bei Eisenbahnstr. 6. BergnügungsBergmannstraße 21, Hof 3 Tr. Freibetta bet Sommer, Stallschreiberstr. 58. Gefelliger Verein offnung bet Nemiz, Lebuferstr. 5, alle14 Tage. GUR -w Schützenverein Frettugel bei Gente, Staligerstr. 64. natreon, Abends 9-11 Uhr, bei Reßner, Annenstraße 16. Muftverein orb 8-11 Uhr, Briesenerstr. 6, bet Sendte. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Bienfag. Gefangverein Zurnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von 8x- 10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Bantſtraße-10. Berliner Turngen offenfchaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden Stenstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenftr. 68 a. Theater- Berein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Zägers, Gartenstr. 18-14. Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Sumor, Abends 9 Ubr, Köpuider ftraße 158 bet Buchs. Brtvattheaterverein Grescendo. Abends, bei Nicolay, Elisabethtirchstr. 14. Theaterverein Bultanta bei Täger, Gartenstraße 13-14. Theaterverein Bultania a Abends 9% Uhr Acerstraße 144 Borstädtisches Kasino. Bergnügungsverein Amicitia, 8% Uhr, bei Schönnagel, Barnimftr. 47. Bergnügungsverein Reichstrone, Abends 9 Uhr, in Reichert's FestGefelliger Verein Bruderschaft, im Restaurant säten, Müllerstr. 7. Bergnügungsverein Saturnalia, Dienstag Abends' Uhr Sigung mit Damen bei Seifert, Oranienſtraße 21, Deutscher Reichsadler, Beuffelfir. 9. heute Abend 9 Uhr, Naupachftr. 6.- Bergnügungsverein Fidelio. Alle Bergnügungsverein Berolina, ehem. Boll'sche Tanzschüler, Abends 9 Uhr, im Restaurant Proz Annenftr. 9. Abends uhr, Große Frankfurterstr. 188 bet Golds. Wanderlust", Abends 9 Uhr, Franseckifte, und Schönhaufer: Allee- Gce. Gefelliger Arbeiterverein Hoffnung Vereinslotal( Süddeutscher BraueretAusschant) Retchenbergerstr. 21. Jeden Dienstag, alle 14 Tage, Abends 8 Uhr. Geselliger Verein Regina Sigung mit Damen Oranienstr. 153 bei Schönwalder.- Bergnügungsverein 8 u na. Jeben Dienstag Sigung bei Haberecht, Große Frankfurterfir. 30, Fidelitas. " Geselliger Verein Mehr Licht" Touristentlub vertraut waren als mit einer ordnungsmäßigen Buchführung,| Gefängniß und sofortige Verhaftung. Der Bertheidiger, Rechtsman könnte schon manches nachsehen; die Unordnung, die sich anwalt Schlesinger, plaibirte für Freisprechung, da er einen überjedoch betreffs der Geschäftsführung in der Gerichtsverhandlung zeugenden Beweis nicht für erbracht hielt. Verband deutscher Bimmerleute Schöneberg u. Umgegend. Dienstag herausstellte, ist einfach unverzeihlich und dies besonders Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu einer Geden 25. April, Abends 8 Uhr, bei Jakob, Grunewaldstr. 110. deshalb, weil es sich um Arbeitergroschen handelte. Da wurde fängnißstrafe von neun Monaten. Verein Berliner Hausbiener. Dienstag, den 25. April, Abends 9 Uhr in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Bersammlung. Bors Geld eingenommen, zwar quittirt, aber nicht in den Büchern getrag des Herrn Bogtherr über Sonntagsruhe. bucht, andere Posten nur theilweise gebucht, Ausgaben in bedeu- Der Majoratsherr Freiherr Olaff von Gagern erschien Arbeiter- Bildungsschule. Dienfiag Abend von 8%-10% Uhr. Süd tender Höhe zu buchen vergessen 2c. Der Fehlbetrag, den die Sach- gestern, aus der Untersuchungshaft vorgeführt, vor der I. Straf. Schule, Mariendorferstraße 6( bei Grube): Deutsch( unt.). Südoft= verständigen aus den Büchern herausgerechnet haben, beträgt fammer des hiesigen Landgerichts 1, um sich wegen wiederholter Schule, Martusstraße 31: Deutsch( unt.) Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Schule, Reichenbergerstraße 133: Gefeßestunde und Deutsch( unt.). Oft 11 000 m., reduzirt sich jedoch im Laufe der Berhandlung auf 3000 m.; Urkundenfälschung und Unterschlagung zu verantworten. Der Rechnen. Korrespondenz und Geschichte( alte). In allen Fächern, mit Aus5000 M., die von den Vertrauensmännern laut Quittungen ab: Angeklagte hat, als seiner Zeit sein Vater ohne weiteres Ver- nahme Mathematik und Buchführung, können noch Schüler und Schülerinnen, geliefert wurden, fehlen in den Büchern vollständig. Die mögen zu hinterlassen, starb, die Kronfideikommiß- Güter Frankenthal auch jezt im ufe des Semesters, eintreten. gefe- und Diskutirklubs. Pientag. Empor", Abends 8% Uhr, Angeklagten behaupten, daß das Liebesgaben und Saalbaugelder und Stubben auf der Insel Rügen übernommen, er ist außerdem bet. Behrend, Blumenthalftr. 6. seien, diese wären besonders gebucht, die betr. Bücher sind jedo Eigenthümer eines Grundstücks am Nordufer, welches demnächst Bereinstalender fino au richten an Friedr. Kortum, Manteuffelitr. 70. Dienstag, verschwunden. Die Sachverständigen konstatirten, daß bei einer zur Subhastation tommt. Als er großjährig war, hatte er feine abbs. 9 Uhr, Uebungsftunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Freundschaft 1, Revision Additionsfehler im Betrage von 2000 Mart vorgekommen Güter mittels Vertrages auf die Dauer von 25 Jahren bei Cemald Berliner, Brunnenstraße 114. Diympia, Alte Jatobftr. 68 find. Die Revisoren hatten es bei der Revision nicht für nöthig verpachtet, als Bachtſumme war der Betrag von anfänglich bei Richter- Schildhorn Usedomstr. 88 bei Miete. Allegro, erachtet, sich vom Vorhandensein des Baarbestandes zu über 7800 M., später 8000 M. festgesetzt. Der Majoratsherr ist mit Wrangelfir. 141, bet Schmidt.-lpenglode, Grüner Weg 29, bei Saeger. zeugen, es genügte ihnen die Versicherung, daß alles in Ordnung diesen Bezigen offenbar nicht ausgekommen, denn er gerieth bergerstraße a bet Birk. fei. Für ca. 12 000 Mark eingetragene Ausgaben fehlt jeder immer mehr in finanzielle Bedrängniß, und das Bedürfniß, sich Beleg. Sämmtliche Einnahmen betrugen soweit die Feststellung Geld zu verschaffen, hat ihn schließlich auf schlimme Wege gedurch die Sachverständigen möglich war 110 000 Mart, leitet. Er entnahm von hiesigen Geldmännern größere Summen, fämmtliche Ausgaben 99 000 Mart. Ein Zeuge befundet, daß wobei er ihnen nicht nur seine Bachtansprüche, die schon ander einmal bei einer Revision ein Manto von 500 Mart vorhauden weitig mit Beschlag belegt worden waren, zedirte, sondern ibnen war, und wurde diese Summe zur Deckung des Fehlbetrages den auch seine Atzepte, auf die er den gefälschten Namenszug feines sogenannten Liebesgaben entnommen. Für die Vertretung auf Bruders gefeßt hatte, als Unterlage gab. Jm Oftober 92 befand er sich dem Pariser Kongres wurden 2140 m. gesammelt, welche Summe wieder vis- à- vis de rien und eine mitleidige Dame überließ ihm die Delegirten unter sich theilten; jeder erhielt 533 M. G3 ist ein vollständiges Bett und eine ganze Reihe von Möbelnücken alles in allem ein recht trostloses Bild, und dürite, wie gesagt, m Werthe von 200--300 M. mit der Maßgabe, dieselben zur die Verhandlung gezeigt haben, wie man nicht mit derartigen Ausmöblirung feines Zimmers zu benutzen und später zurückzuGeldern umgehen darf. Der Staatsanwalt hält die Angeklagten geben. Er hat diese geliehenen Gegenstände eingestandener Maßen sofort für 50 m. verfauft. Der Staatsanwalt hielt für schuldig und beantragt gegen Warten 9 Monate Kron 18 Monate, gegen Bermanger 18 Monate und gegen den Angeklagten in 8 Fällen der Urkundenfälschung und in einem Bachmann 3 Monate Gefängniß sowie 2 Jahre Chr- Falle der Unterschlagung für überführt und beantragte gegen verlust. Die Vertheidiger plädiren auf Freisprechung, ihn neun Monate Gefängniß und ein Jahr Ghr und die Angeklagten versichern ihre Unschuld, an allem perluft. Rechtsanwalt Dr. Saase empfahl den Angeklagten sei die Unordnung schuld. Das Urtheil lautet gegen Warken der Milde des Gerichtshofes, da derselbe die Strasthaten in großer und Bachmann auf Freisprechung, gegen Kron auf 3 Monate Nothlage begangen habe, Derselbe habe den Namen seines und gegen Berwanger auf 6 Monate Gefängniß. Der gestellte Bruders gemißbraucht, weil er der Hoffnung war, daß schließlich Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls gegen Berwanger wurde die Mutter die Wechsel doch einlösen werde, da er durch den abgelehnt. Pachtvertrag sehr ungünstig gestellt gewesen sei. Der Angeflagte So der Bericht unseres Bruderorgans. Er bestätigt lediglich habe fich reblich bemüht in ehrlicher Weise durch die Welt zu die Berechtigung der ablehnenden Haltung, die wir von jeher fommen, er sei nach Amerita gegangen und habe sich dort als speziell gegen Marken und fein Treiben beobachtet haben. Dessen Kellner durchgeschlagen, er habe auch in Hamburg gearbeitet Geschäftsführung wäre übrigens nicht wohl möglich gewesen, schließlich habe er aber nicht mehr aus noch ein gewußt. Der wenn die Organisation der Bergleute sich ruhig bätte entwickeln Gerichtshof glaubte dem Angeklagten, daß er sich in großer Nothfönnen, also nicht unter der beispiellosen Verfolgung namentlich lage befunden, verurtheilte ihn zu 9 Monaten Gefängniß, durch fiskalische Behörden su leiden gehabt hätte. Arme Arbeiter, nahm aber das Odium des Ehrverluftes von ihm. im härtesten Kampfe mit der ganzen Macht der heutigen GesellLeipzig, 20. April.( Militarismus und Preffe.) schaft, in unglaublich frecher Weise schimpfirt von der Unter: Gin für die gesammte Breffe wichtiges Urtheil wurde heute vom nehmerpresse, die unbesehen gegen sie Partei ergreift, verfolgt dritten Straffenate des Reich 3 gerichts gefällt. Es handelte vom legten Büttel mit der ganzen Anmaßung, der bei uns jeder sich um die Revision der Staatsanwaltschaft gegen das Urtheil dem Arbeiter bieten darf ist es ein Wunder, wenn sie nicht des Landgerichts Magdeburg vom 16. Januar d. J., durch weldazu kommen, im eigenen Hause recht gründlich auf Ordnung zu ches der Redakteur der Magdeburger Volksstimme", D. Heinrich feben? Es ist deshalb vollkommen verfehlt, wenn die Gegner der ux von der Anklage, die Offiziere, Unteroffiziere und Gemeinen Arbeiter die Gerichtsverhandlung als Beweis dafür ausschlachten, der preußischen Armee beleidigt zu haben, freigesprochen worden daß die eigene, selbständige Organisation dem Arbeiter nichts ist. Inkriminirt war ein Artikel unter der Ueberschrift Milinüße, sondern ihm nur schade. tarismus", welcher am 28. Mai v. J. in dem genannten Blatte Als einen argen Verstoß gegen Tren und Glauben im erschien und aus dem" Hamburger Echo" entnommen war. Es faufmännischen Verkehr bezeichnete gestern der Vorsitzende der waren darin die einige Tage vorher bekannt gewordenen erwähnt wor dritten Straskammer des Landgerichts I die Handlungsweise, Ausschreitungen einzelner Offiziere u. f. w. welche dem Kaufmann Alfred Ma a ß eine Anflage wegen wieder- ben, auch einige kräftige Worte der Entholten Betrugs und des Arrestbruchs zugezogen hatte. Der An- rüstung mit einflossen; u. a. war gesagt, es gehöre zum geklagte, der hier ein Bijouterie- Geschäft betrieb, hat seit Jahren Ton, gegen das Zipilpack in ebenso dummer wie brutaler Weise mit Berluft gearbeitet. Mit einem Kellerwechsel deckte er den zu pöbeln. Vom Landgericht wurden folgende Thatsachen als Als er bei verschiedenen Fabrikanten Bestellungen in Mainz unbefugt eine Acerfurche, wobei es ihm infolge erwiesen angenommen. Am 25. Mai 1892 benugte ein Lieutenant machte, waren bereits 22 Pfändungen bei ihm vorgenommen worden. Er bezahlte wieder mit Wechseln und in diesen Fällen schwankenden Ganges schwer wurde, die Furche einzuhalten. Er hielt der Gerichtshof für erwiesen, daß der Angeklagte bei Hin- redete einen Soldaten an, weil derselbe sich nicht bei ihm meldete. gabe der Wechsel überzeugt sein mußte, daß er sie Der Lieutenant glaubte sich beim Weitergehen durch Bemerkungen am Verfallstage nicht würde einlösen fönnen. Die Fabrikanten von Arbeitern belästigt, faßte an feinen Säbel und sagte: Wollen find erheblich geschädigt worden. Der Vorsitzende führte aus, Sie sterben? Wenn Sie nicht etwas faltes Gifen in den Magen daß ein Kaufmann, gegen den eine Zwangsvollstreckung erfolgt bekommen wollen, so entfernen Sie sich möglichst rafch. An einem sei, zwar nicht nöthig habe, dies dem Lieferanten bei Aufgabe andern Tage tam der Husarenlieutenant von Lucius in den einer Bestellung mitzutheilen, aber im vorliegenden Falle liege Englischen Garten in Mainz und stellte den Polizeibeamten R. Rede, wie er sich unterstehen . der Betrug auf der Hand. Der Angeklagte hatte ferner über darüber Bermögensstücke verfügt, die vom Gerichtsvollzieher unter Siegel feinen Hund anzuzeigen, seine Hunde seien immer unter gelegt waren. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten Aufsicht. Als K. entgegnete, er könne die Anzeige nicht zurückmegen fämmtlicher Strafthaten zu einer Gesammistrafe von nehmen, erwiderte Herr v. Lucius: Wollen Sie die Anzeige fo einem Jahre Gefängniß und zweijährigem Ehrverlust. Auch fort zurücknehmen, Sie Hallunfe, ich arretire Sie fofort. Der wurde die sofortige Inhaftnahme des Verurtheilten verfügt. Beamte entgegnete, er sei im Dienst, worauf der Lieutenant erflärte: Ich steche Sie nieder. Erft als ein anderer Anwesender Barbarische Mißhandlungen seiner leiblichen Kinder mit einem Knüppel den Offizier bedrohte, wenn er den K. nicht wurden dem Fouragehändler Wilhelm Stengel zur Laft ge in Ruhe lasse, entfernte sich Herr v. Lucius. Dann wird er legt, welcher gestern unter der Antlage der fortgefeßten Körper- wähnt, daß derselbe Lieutenant einen Zivilisten aufforderte, über verlegung vor der ersten Straffammer des Landgerichts I stand. sein vorgestrecktes Bein zu springen, wobei er ausrief: Ihr sollt Der Angeklagte besaß 2 Knaben, als vor etwa 4 Jahren feine einen preußischen Lieutenant kennen lernen! Herr v. Lucius ist Ghefrau starb. Er brachte die Knaben zu Verwandten, nahm sie aber dieserhalb disziplinarisch bestraft worden. Weiter war der Fall wieder zu sich, als er nach faum Jahresfrist eine zweite Ehe des Lieutenants Leydecker in Mainz erwähnt, welcher einen Herrn einging. Von dieser Zeit an begann für die Knaben mehrmals mit dem Säbel von hinten über den Kopf geschlagen hat. Von einem anderen Offizier in Speier wird berichtet, daß eine Leidenszeit. Die Mitbewohner des 43 der Memeleriraße, in welchem der Angellagte wohnte, er wegen Weißhandlung und Beleidigung zu 48 Zagen Festungs: hörten häufig, daß Stenzel seine Kinder schlug, die haft verurtheilt worden ist, weil er einen Unteroffizier auf der Züchtigungen bauerten häufig über eine Biertelftunde Straße ins Gesicht gefchlagen und gefagt hat: So ein Sauhund lang und baz Gewimmer und Geschrei der Knaben denkt, er braucht feinen Jnanterie- Lieutenant zu grüßen. Endlich war nicht auszuhalten. Die beiden Knaben wurden häufig mit werden noch ähnliche Ueberschreitungen, die von Unteroffizieren zc. perquollenen, blutig geschlagenen Gefichtern gefehen. Schließlich begangen sind, registrirt. Das Gericht ließ nun dem Artikel legten sich die Lehrer ins Mittel, als die Stengel'schen Knaben folgende Beurtheilung zu Theil werden: Der Inhalt ist und theilweise beleidigend. Nach dem Die Redaktion fiellt die Benuzung des Sprechfaals, soweit der Raum dafür wieder in einem bejammernswerthen Zustande in der Schule er- zwar drastisch aber unbedenklich, daß der Ur- abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Schienen. Die Knaben mußten fich ausziehen. Besonders der Wortlaute erscheint es jüngere, der 12- jährige Paul Stenzel, zeigte am Körper Spuren tifel nur die Thäter die Thäter, nicht aber alle Militärpersonen Intereffes zur Verfügung; fte wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt deffelben identifiairt zu werden. schwerer Mißhandlungen. Er mit blutunterlaufenen treffen wollte. Der Presse muß das Recht zuerkannt werden, Die Auflösung der Verwaltungsstelle Berlin I Striemen, blauen Flecken und kaum verharschten Wunden be- Uebelſtände zu besprechen. Hier handelte es sich um solche, näm: Die Auflösung der Verwaltungsstelle Berlin I Der Bentral- Kranken- und Begräbnißtaffe für deckt. An den Hand- und Fußgelenken zeigte der Knabe rothe lich, um Ueberhebung und Rohheit von Militärpersonen gegen Streifen, die eine Folge von Fesselungen zu sein schienen. Der Bivilpersonen u. f. w., endlich auch um den Mißbrauch der Ge- Frauen und Mädchen in Deutschland.( E. H. 26. Offenbach a. M.) Unter obigem Titel hatte der Ausschuß und Vorstand gea Körper des zwei Jahre älteren Wilhelm Stenzel mies weniger walt gegen Untergebene. Solche Handlungen verstoßen gegen die schwere Verlegungen auf. Die Knaben wurden durch die Polizei gute Sitte und die Anordnungen der Staatsbehörden. Alle die nannter Rasse in Nr. 80 vom 6. April einen Sprechsaal- Artitel weggenommen und einem Pfleger übergeben. Im geftrigen Zer- erwähnten Fälle fordern zweifellos die öffentliche Striti heraus, mine verweigerte der ältere Knabe sein Zeugniß, der jüngere gab und hierzu ist eine Beitung ein geeignetes Organ. Einerseits veröffentlicht, welcher geeignet ist, die öffentliche Meinung irreaber eine haarsträubende Schilderung von den Worten, die sein werden die Uebelſtände dadurch den Behörden befannt gegeben, auführen. Ich halte mich daher für verpflichtet, folgende Erwidewiederholt völlig nadt ausziehen müffen. gefeßten Behörden ausgeübt, eine Untersuchung einzuleiten und belangt, so erkläre ich, daß derselbe gefälscht ist, um den Schein Was zunächst den Grund unserer Amtsniederlegung anBater gegen ihn zur Anwendung gebracht. Er habe fich andererseits wird ein gewiffer moralischer Druck auf die vor rung zu geben. habe sein Bater ibn an Sänden und eventuell eine Abstellung derartiger Mißstände herbeizuführen. des Ehrgeizes auf einige meiner Amtstollegen zu werfen. Herr Füßen durch Stride gefeffert, einen anderen Der Angeklagte handelte also in Wahrnehmung des berech. Schulge hat das Protokoll der letzten Borstandssigung gelesen, welches jeder Staatsbürger, daran Strid mit dem Strid an den Händen befestigt tigten Intereſſes, aus welchem hervorgeht, daß das Verhalten des Herrn Papke, hat, daß solche Handlungen nicht vorkommen. und ihn an dem legteren über die halb gefeine Weigerung in Vorlegung der eingelaufenen Briefe, die er er subjektiv fich in dem guten als sein Privateigenthum erflärte, seine Erklärung, daß er als Voröffnete Verbindungsthür zwischen Wohn- und glaubte man ihm, daß daß eine Anrufung der Behörden Schlafzimmer in die Höhe gezogen, wobei er den Glauben befunden hat, Strick an die Klinke der anderen Thürseite feitband. Dann habe nuglos fei und nur eine öffentliche Besprechung das einzige sigender sein Mandat bis Neujahr habe, und nicht auf die Meinung fein Vater mit einem Kantschub auf ihn eingeschlagen, ohne zu sind zwar sehr start, 3. B. pöbelndes Rowdythum", aber die Amtsthätigkeit bis zur Entfernung dieses Herrn einzustellen, um der übrigen Verwaltungsbeamten zu hören brauche, namentlich aber Mittel zur Abstellung der Wiißstände bilde. Einzelne Ausdrücke feine plögliche Amtsniederlegung, uns bewogen haben, unsere berüdsichtigen, wohin die Schläge fielen. Der Zustand des Körpers des Knaben entsprach dieser Schilderung. Baul Stenzel zulässige Grenze ist nicht überschritten; die Ausdrücke waren der das Urtheil unserer Mandatgeber, der Mitglieder, zu hören, um betundete aber ferner, pas sein Bater ihn wiederholt in der Sachlage entsprechend, jedenfalls nicht übertrieben. Deshalb war mit größerem Nachdruck beim Borstand auftreten zu können. Weise zu züchtigen pflegte, daß er ihn zwang, auf einem anwalts wurde verworfen, da das Reichsgericht annahm, daß seiner Autorität, enthob uns zuwider§ 36 des Statuts unseres Die Revision des Staatsder Angeklagte freizusprechen. Der Vorstand sab hierin, wie befannt, eine Außerachtlaffung Fuße mit ausgestreckten Händen vor seinem Beit zu stehen. Wenn ihm diese Stellung nicht länger möglich der Eröffnungsbeschluß entgegen der Behauptung völlig erschöpft Amtes und ordnete Ersatzwahl an. Die zu diesem Zwecke einwar, habe er vom Bater Schläge erhalten. Es war seitens der Staats- worden sei und daß das Gericht dem Angeklagten ohne Rechts- berufene Versammlung verlief entgegen der Behauptung im anwaltschaft wie der Bertheidigung ein großer Zeugenapparat irrthum nach Lage des Falles den Schuß des§ 193 zu pp. Artikel, bis auf eine von Serra Papfe provozirte Störung aufgeboten worden, um festzustellen, wieviel Wahres und wieviel gebilligt habe. Nebetriebenes an den ungeheuerlichen Beschuldigungen war. Während der Angeklagte die Mißhandlungen bestritt und feine Knaben nur hart aber gerecht gezüchtigt haben wollte, weil sie Neigung zu Diebstahl und anderen Strasthaten an den Tag gelegt, wurde den Knaben von einem Theil der Zeugen ein gutes, no einem anderen Theil ein schlechtes Zeugniß ausgestellt. Der Staatsanwalt hielt den bereits dreimal wegen Körperverlegung vorbestraften Angeklagten für schuldig, er beantragte ein Jahr Dann war in zur Versammlungen. tönne, Auch Musit- Dilettantenverein, Preziosa", jeben Dienstag, Abends 8 Uhr, Uebungsstunde in Scheffler's Restaurant, Heinidendorferstr. 25. Aufnahme.Apostelkirche b. Bubertreiheitstlänge" jeben Dienstag Abend bet G. Frante, Bitherverein, Ginigtett". Dienstag Abends 9 Uhr bei Boll, Adalberts ftraße 21: Uebungsstunde. Orientalischer Rauchtlub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, Rauchklub Dämmerwolte, Reichenbergerstraße 24, bet Schröder. Rauchtlub Bruderbund, Abends 9 Uhr, Laufiberftr. 50, Böchstr. 51. bei Grande. Rauchflub 8eitgeist, Abenbe 9 Uhr. bei Kaspar, Restaurant zum Zeitgeist, Bernauerstr. 72. Rauchflub Unverzagt bei Müller, Rauchklub portorico, Abends 9 Uhr, Stauchflub Gemüthitch tett 2, Rauchflub Blaue 8uft, Abends 9 Uhr bei Bredlow, Bülowstr. 65. Rauchtlub Abguß, 8% Uhr, Altdeutscher Rauchflub. Jeben Fruchtstraße Nr. 1-2. bei Kohn, Wrangelstraße Nr. 136. bends 9 Uhr bei Achsel, köpentderstraße 161. bei Schulze, Weberfir. 10. Dienstag bet Buttte, Braudenzerstr. a.- Staudt lub Abgus 1. Abends 8 uhr bei Nawrob Martusftr. 23. Zambourverein Rothe Melte, Dienstag und Freitag, Abends Uhr, Tambourverein Bittoria, Uebungsstunde bei Thiele, Brandenburgstr. 56. Dienstag und Freitag, Aufnahme nur geübter Mitglieder. Sümfe's Restau straße 41, jeden Dienstag 8% Uhr. rant, Ackerftr. 123.- Regelflub Fidelio 1, Klubhaus Süd- Ost, FaldenfteinSchüßenverein Freifuget". Jeden Dienstag vor dem 1. und 15. jeben traße 41, jeben Dienstag 8% libr. Monats. Admiralstraße bet Lalow. Sprecisaal: ruhig und fachlich; fie erklärte Herrn Papte für unfähig, das Amt des Vorsitzenden zu verwalten und wählte eine neue Ortsverwaltung ohne letteren, die jedoch vom Vorstand unter Bezugnahme auf die Brödel'sche Karte aus naheliegenden Gründen" teine Bestätigung fand. Nun, Herr Schulze, was sind das für naheliegende" Abends thr, in, oberen Saale ber„ konto bia", Andreasste, 64: Große Gründe? Sind es statutarische? Nur solche sind gerechtfertigt. Die Freiheit in der wirthschaftlichen und geistigen Entwickelung der Mensch- Karte bloßstellen, vergaßen aber in der Gile, daß Sie sich selbst eie weifelt in der wirthschaftlichen und geistigen Entwickelung der Mensch- Herrn Brödel wollten Sie durch die Veröffentlichung diefer privaten Geschäftediener, Packer und Berufsgenossen. Dienstag, den 25. April, Bersammlung im Often. Tagesordnung: 1. Mittheilung. 2. Vortrag über: Bett". Beferent: Dr. Fr. Bütgenau. die größte Blöße gaben. Beweisen Sie doch durch die Bezugnahme auf diese Karte, daß bei Ihnen die Auffassung des Einen mehr gilt als der Wille der Gesammtheit. Nun mag die Deffentlichkeit ihr Urtheil bilden. Geht Bestätigungsrecht vor Wahlrecht? Ist letzteres nicht eine leere Phrase, wenn es in obiger Weise durch das Bestätigungsrecht des Vorstandes geschmälert wird? Was nun noch die Anklage bei der Aufsichtsbehörde anbetrifft, so ist es tomisch, wenn von jener Seite fritisirt wird, ist es doch ein uns gefeßlich zustehendes Recht, dessen Gebrauch allerdings auf eine Arbeiterinstitution, die ihre Mitglieder durch ihre Geschäftsleitung hierzu zwingt, fein gutes Licht wirst. " Aus Brasilien sind wieder einige Berichte über Gewalt- list. Besitzt der dortige Berein nicht die Verfassung des Deutschen thätigkeiten der Polizei eingetroffen. In S. José Reichs nebst Wahlgeset", für 30 Pf. im Verlag des Vorwärts" dos Pinhaes im Staate Barana wollte die Kammer die Hand zu erstehen? Doch noch mehr, auch die nachfolgenden Wahlen hatten das auf ein Grundstück legen, das unter mehrere Besizer, darunter selbe Schicksal; feine fand Bestätigung, obgleich verschiedene eine Anzahl deutscher Kolonisten, getheilt ist. Die in ihrem Straßenreinigungs- Deputation( Magistrat) wenden. A. H. Behufs der Anstellung müssen Sie sich an die Personen gewählt wurden. Und als nun die Mitglieder sahen, Eigenthumsrecht Bedrohten richteten eine Reklamation deswegen daß das ihnen statutarisch zustehende Recht der Wahl der Orts an ie Regierung, aber auch die Rammer berichtete und requirirte schaft mit dem Antrag wenden, Ihnen Auskunft zu ertheilen. W. O., Moabit. 1. Sie müssen sich an die Staatsanwalts verwaltung gewaltsam genommen wurde, als sich Ausschuß und von der Regierung Hilfe in Gestalt von Soldaten mit der 2. Rechtsanwalt Freudenthal wohnt Kommandantenstr. 72, Heine Vorstand sogar ohne das mindefte Recht zur kommissarischen gänzlich aus der Luft gegriffenen Motivirung, daß in S. Jose Landsbergerstr. 62, Reiche Leipzigerstr. 47. Vertretung verstiegen, machten auch sie ihrerseits ihr Recht geltend dos Pinhaes beabsichtigt würde, die Kammer abzusehen. In der That und verlangten die Wiedereinsehung der wider Statut entlassenen traf der Polizeichef von Gurityba, Dr. Brasilio do Amaral, es bedarf es der Beweisführung über die berichteten Thatsachen, die G. G., Schöneberg. Zur Veröffentlichung des Vorfalls Ortsverwaltung. Dies hatte die Auflösung zur Folge. ist derselbe, welcher zur Fastnacht die Gewaltthätigkeiten gegen der Gendarm gewiß in Abrede stellen wird. Vor allem müssen den deutschen Handwerker- Unterstügungsverein in Curityba ver- Sie zunächst Beschwerde führen über das Verhalten des Gendarmen. üben ließ, mit 80 Soldaten ein, und die Kolonisten hofften, 30 daß er infolge ihrer Reklamation käme, die Sache zu untersuchen. Anguste 1000. Da müssen Sie sich an einen Arzt wenden. M. S. Die Mabngebühren müssen Sie für den Fall Aber sie wurden grausam enttäuscht, als die Soldaten ohne irgend zahlen, daß Grund zur Mahnung vorlag, insbesondere also, daß welche Formalität in ihre Häuser einbrachen und ihre Pflanzungen Sie etwa trot Fälligkeit nicht zahlten. Ob demnach Grund zerstörten, über die sie mit Pierden ritten. Eine von den Ge- vorliegt, es auf einen Prozeß ankommen zu lassen, können wir schädigten veröffentlichte Beschwerde erzählt weiter: Hierauf ohne Kenntniß des Sachverhalts nicht beurtheilen. wurden wir festgenommen, gebunden, auf eine gemeine und brutale Art und Weise, mit Säbelhieben und Reitpeitschen- Lohns verjährt keineswegs dadurch, daß der Geselle einige MoO. P. B. 1. Die Klage auf Zahlung des rückständigen schlägen von den zügellofen Soldaten, unter Aufsicht eines Ge- nate gewartet hat. 2. Der minderjährige Gefelle bedarf der Einrichtsdieners, traktirt, sodann genau vifitirt, und sowohl wir, willigung zur Einklagung von Forderungen, die aus dem mit als auch die übrigen Miteigenthümer des stückes, dessen sich die Rammer bemächtigen Grund- Genehmigung des Vaters abgeschlossenen Arbeitsverhältniß rewill, von fultiren, nicht. 3. Man kann es, muß es aber nicht. Soldaten ausgefragt, unsere einer genauen Häuser ganz.. 13. Das Erkenntniß genügt. Untersuchung unterzogen, und mußten unsere Familien in der R. K. 100. Nein. größten Angst zurücklassen. Gebunden vor den Polizeichef gebracht, befahl derselbe den Soldaten, uns noch jedem 6- fage sechs Säbelhiebe zu geben, damit wir wissen sollten, daß er hier der Chef wäre, dieses geschah in seiner Gegenwart!!! Wir wurden sodann nach alles der Cadeia gebracht, in furzer Zeit jedoch wieder freigelassen, aber ohne daß wir über irgend etwas von dem Herrn Chef gefragt wurden; derfelbe stellte hier weder irgend welche Nach forschungen noch Verhöre an! Der Polizeichef hat dann später einen Italiener, welcher in einem Wirthshause gegen die Schimpfereien des Polizeichefs über die Ausländer protestirte, in's Gefängniß werfen lassen und dort ihn persönlich mißhandelt! Charakteristisch ist auch die Art und Weise, mit welcher im pp. Artikel von Morbach und Genoffen gesprochen wird, als ob es sich um eine kleine Anzahl Personen handelte. Der Wahrheit die Ehre! Jene Versammlung, welche die in Nr. 71 vom 24. März cr. veröffentlichte Resolution einstimmig annahm, war von 200 Personen besucht, und über diese Zahl haben sich Mitglieder durch eigenhändige Unterschrift mit dem Klagewege einverstanden erklärt. Weitere Schritte nach Verlauf der Klage werden selbstredend geschehen. Mögen vorläufig meine Zeilen dazu beigetragen haben, Der Deffentlichkeit ein wahres Bild der Sachlage unterbreitet zu haben, mögen alle, die sonst für die Verunglimpfung der Berliner Mitglieder durch den Vorstand ein geneigtes Ohr hatten, hierdurch zu ernsterem Nachdenken und besserer Ueberzeugung Tomunen! Ottomar Morbach, Dresdenerstr. 9. NB. Bezuguehmend auf die in Nr. 78 vom 2. April vom Berein deutscher Schuhmacher, Filiale 2 Berlin, veröffentlichte Resolution erfläre ich, bis dato in teiner Weise von genannter Vereinigung zur Verantwortung gezogen zu sein, und ersuche die Beauftragten, ihrer Pflicht nachzukommen. Vermischtes: den E. M. 30. Nach§ 136 Gewerbeordnung dürfen unter 16 Jahre alte Arbeiter nicht vor 5/2 Uhr Morgens und nicht über 8/2 Uhr Abends beschäftigt werden. Die Maximalarbeitsdern der für Medizin nothwendige Betrag zu zahlen. zeit beträgt 10 Stunden. 2. Es ist kein bestimmter Betrag, sonHundesteuer. Der Hund ist nicht steuerfrei. der Prinzipal gezwungen werden könnte, eine passendere Beit der Bäckerei. Leider besteht keine Bestimmung, durch welche gekündigten Gehilfin zum Aufsuchen einer anderen Stellung zu gewähren. tragen; Ihr Mann ist zur Tragung derselben der Gerichtskasse Unschuldiger Zylinder. 1. Die Kosten haben Sie zu gegenüber nach herrschender Gerichtspraxis verpflichtet, falls Sie zur Zahlung unvermögend find. 2. Auf Schadenersatz wegen der zerschlagenen Scheiben fönnen Sie klagen. Ein alter Genosse. Die Steuern für Ihren selbst zur Steuer veranlagten Sohn zu zahlen sind Sie nicht verpflichtet. A. Kretschmann, B. Der Müller erscheint zum Ersatz des bei ihm verbrannten Roggens verpflichtet. Westercappeln. Wo soll die Heirath stattfinden? In Deutschland? O. S., Nowawes. Leider ja. Durch neue Zyklone wurden in Alabama, Mississippi und Arkansas große Verwüstungen angerichtet, zahlreiche Personen sind getödtet oder verwundet. Die Ernte ist verloren, die Gesammtverluste belaufen sich auf mehrere hunderttausend Dollars. Der Mississippi ist mit Thierleichen bedeckt. Ein furchtbarer Sturm wüthete ferner am Michigan- See; die Wasserwerte von Milwaukee, welche am äußersten Ende des Kanals, etwa eine Meile von dem See entjernt liegen, wurden von den Wogen fortgeriffen. Es ist unmöglich, den Arbeitern Hilfe zu bringen; einige zwanzig sind ertrunken, nur einem gelang es, sich zu retten. Pechvogel. 1. Sie können insbesondere unter schristTodesfälle. In Ulm starb der Herausgeber des Ulmer lichem Vorbehalt der Nachforderung Ihres Guthabens- AbUrkundenbuches, Landgerichtsrath a. D. Bazing. In Liver- schlagszahlungen ohne Ihre Rechte zu beeinträchtigen in Empfang pool starb Graf Derby. nehmen. 2. Der verlierende Theil hat die Kosten zu tragen, Kläger die feinigen zu verauslagen. Literarisches. Das königl. Eisenbahn- Betriebsamt Essen macht unter'm 22. April bekannt: Heute Bormittag 8 Uhr 16 Minuten fuhr an dem westlichen Ende des Bahnhofes Langendreer( rheinisch) die Lokomotive des einfahrenden Personenzuges 265, anscheinend durch Entgleifung und Ablenkung in einer Weiche dem auf dem andern Hauptgeleise ausfahrenden Personenzuge 268 in die Seite. Hierbei entgleisten 6 Personenwagen und wurden theilweise zertrümmert. Eine Frau und 2 Kinder aus Speldorf wurden getödtet, fünfzehn Reisende leicht verletzt. Der Personenverkehr wurde bis 1 Uhr Nachmittags durch Umsteigen vermittelt. Die Hauptgeleise werden bis zum Abend wieder fahrbar sein. Bezüglich der Schuldfrage ist sofort die Untersuchung eingeleitet. schlag zur Lösung der europäischen Frage von Carl Jentsch. Weder Kommunismus noch Kapitalismus. Ein VorBei der letzten Kontollversammlung in Halberstadt Leipzig, Berlag von Fr. Wilh. Grunow. In Leinwand geb. hielt ein Reserveoffizier ein Rede, in welcher er die Sozialdemo- 4,50 M. fratie scharf angriff und für die neue Militärvorlage Stimmung Nothruf eines Elsaß- Lothringers. Bon M. Lud. Straß zu machen suchte. Als der Herr seine Rede beendet hatte, über- burg i. E. Im Selbstverlag. reichte er einigen Landwehrleuten die Dienstschnalle und- o Fronie des Schicksals unter den drei derart Ausgezeichneten befand sich auch diesmal wieder ein stadtbekannter Sozialdemokrat. Depeschen: In der Nordsee stieß das Hamburger Schiff„ Thekla" mit einem englischen Fischdampfer zusammen. Letterer ganz mit feiner ganzen, auf 10 Mann geschätzten Besatzung binnen drei ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Minuten unter. Christiania, 24. April. Das Storthing beschloß in der Aus Frederikshavn wird gemeldet: Der Dampfer„ Stettin" hat westlich von Skagen den Schoner heutigen Sigung mit 63 gegen 51 Stimmen, feine Berhandlungen Dora", auf der Reife von Apenrade nach Bremen, überfegelt vorläufig zu vertagen. und in start beschädigtem Zustande hierher geschleppt. der Demonstration gegen die Homerule- Bill in der Albert- Hall London, 24. April. Die Delegirten aus Ulster, welche an Die Galeaffe" Thomas" aus Rendsburg ist nördlich von theilgenommen hatten, haben heute Vormittag Zondon verlassen Hirtsholmen gestrandet. Aus Kopenhagen berichtet der Telegraph: Am Strande bei Raabjerg an der Westküste von und sich zum Besuche Lord Salisbury's nach Hatfield begeben. Aus Kopenhagen berichtet der Jütland ist eine Flasche gefunden, die einen Zettel mit folgender Aufschrift enthielt: Ich sende dieses, um den Leuten wissen zu laffen, daß der große Dampfer The Sea Serpent am 1. Januar 1898 von einem ftarten Sturme überfallen wurde. Proviant ist beinahe verbraucht. Wahrscheinlich werden alle umkommen. Der Name des Kapitäns ist D. Johnstone." D Attentat. Ein aus dem Lübecker Gefängniß entlassener Glasergeselle kam unter dem Vorwande, eine Unterstützung erbitten zu wollen, zu dem Gefängniß Geistlichen Pastor Becker und gab auf diesen fünf Revolverschüsse ab. Der Pastor ist schwer, aber nicht lebensgefährlich verlegt. Der Attentäter ist verhaftet. Aus einem württembergischen Städtchen wird der Schw. Tagwacht" folgende wahre Geschichte berichtet: Ein Polizeidiener machte dieser Lage seine dienstliche Runde durch die Straßen des Städtchens, um zu sehen, ob alles hübsch in Ordnung und an feinem rechten Plage fei. Da gewahrte er auf der Straße einen Wagen, durch den die Reinigungsarbeiten behindert wurden, und zu einem dabei stehenden Bauernknecht gewendet, hub der Mann des Gefeßes an: Was ischt jetzt mit deam Wage do, i würd'n halt uffräume und Feierabend mache; werdet Sozialdemokrate, Dann frieget Ihr an Feierabend, wie andre Leut', Ihr Safer Ein Kirchenbrand. In Torre Anunziata brach während des Gottesdienstes in der Kirche eine Feuersbrunst aus. In dem entstandenen Gedränge wurden 13 Personen getödtet und zahlreiche Personen verlegt. menter!" Zentral- Kranken- u.Begräbniß( Tepeichen des Bureau Herold.) Wien, 24. April. Eine geftrige Arbeiterversammlung beschloß, troß der Nichtfreigabe des 1. Mai seitens der Arbeitgeber, an diesem Tage allgemein zu feiern, zumal in der Provinz die Mehrzahl der Arbeitgeber den Tag freigegeben habe. Lemberg, 24. April. Ueber das Fortschreiten der Cholera im Innern Nußlands lauten die Nachrichten höchst beunruhigend. Briefkaffen der Redaktion. tönnen wir nicht beurtheilen, ob Ihnen Unrecht geschehen ist. E. W. Ohne Einsichtnahme in die Statuten der Rasse B • G. Beyer. Auch gegen eine Zudeckung von Waaren durch die rothen Nummern tann man, wie gegen alles, das Polizeimädchen für Alles, genannt Grober Unfug Paragraph, anmarschiren laffen. S. K., Bern. Bestellung erhalten. Sendung geht Montag ab. Kind von einem anderen Erzeuger hat, hat feinen Anspruch auf W. Adler. 1. Die Mutter, die bereits ein uneheliches Alimente. 2. Wegen unehelicher Alimente tann Lohnarrest nicht erfolgen. R. Daß Sie nach Amerika reisen oder auswandern, giebt Ihnen fein Recht, den Miethsvertrag aufzuheben, legt auch dem Wirth keine Verpflichtung auf, Sie vom Vertrage zu entbinden. Aut. D. Die Annahme des Schlüffels enthält nicht ohne weiteres die Einwilligung in Auflösung des Vertrages. Den Gebrauch der Wohnung hindernde Nässe giebt ein Recht die Aushebung des Vertrages zu verlangen. Briefliche Antwort ertheilen wir nicht. Schw. Unbekannt. Dr. 2. ist christlicher Geburt und Christ oder Atheist. J. P. 40. Einen Schadensersatz- Anspruch haben Sie leider nicht. in 5 Jahren ein. 5. K. 63. Es läge Unterschlagung vor: Verjährung tritt werden Sie nicht durch Weigerung der Mutter, Sie zu heirathen, A. H. K. W. Von Ihrer Verpflichtung zur Alimentirung frei, ebenso wenig durch deren Heirath mit einem anderen. Zu einem Einspruch gegen die Heirath steht Ihnen ein Recht nicht zit. bei der Entbindung 6 M., jeder der 6 Besuche eine Mart, macht Gustav Scheller. Die Hebeamme ist im Recht: Beistand im Ganzen 12 M. unbekannt. 2. Nein. Landsturm. 1. Diese Losungsschein- Hieroglyphen sind uns J. P. Wenden Sie sich beschwerdeführend an das Polizeipräsidium. J. W., Thaerstraße. 1. Darin, daß eine Frau in unauffälliger Weise ihre Pflicht zur Stillung ihres Kindes erfüllt, ist nichts Strafbares zu erblicken, ebensowenig in dem Abhalten eines fleinen Kindes. Es wäre angebracht, in strafloser Form über den Polizeibüttel beschwerdeführend sich an das Polizeipräsidium zu wenden. 2. Das ist feine Festungs-, sondern Ge fängnißstrafe, die zur Zeit in Breslau verbüßt wird. als belohnende Schenkung für die Pflege erfolgte, so genügte die N. 21. 2., Lindenau. Wenn die Hingabe als Entgelt oder mündliche Form. M. B., Buckan. Adresse in Perleberg nicht bekannt. recht ist von Steuerzahlung unabhängig. Wähler für den Wahlrecht. Aber, alter Genosse! Das Reichstags WahlDeutschen Reichstag ist jeder männliche Deutsche, welcher das 25. Lebensjahr zurückgelegt hat, in dem Bundesstaate, wo er seit einem Jahre seinen Wohnsiz hat. Ausgeschlossen von der Berechtigung zum Wählen sind nur Personen, welche unter Vor- tommt darauf an, ob der Richter annimmt, das Absicht zu P. 2. 1. Die Aeußerung tann eine beleidigende sein; es mundschaft( wegen geistiger oder förperlicher Defette) oder Kuratel beleidigen vorlag. 2. Die Frage fönnen Sie an den Richter ( wegen Verschwendung) stehen, ferner Konkursisere während der richten, sie ist aber gänzlich belanglos. Dem Kläger kann das Dauer des Kontursverfahrens, ferner Personen, welche eine Armenrecht bewilligt werden. Armenunterstüßung aus öffentlichen oder Gemeindemitteln Ad. K. Schriftliche Auskunft tann nicht ertheilt werden. beziehen oder im legten der vorhergegangenen Jahre be- Wenn Ausschluß der Kündigungsfrist, wie Sie darlegen, ver zogen haben, ferner solche, denen durch rechtskräftiges einbart ist, so steht feinem von beiden Theilen ein Anspruch auf Erkenntniß der Vollgenuß der staatsbürgerlichen Rechte entzogen Entschädigung für den Fall der Kündigung zu. Gewerbe- und faffe der Sattler und Bernis. Industrie- Ausstell. ,, Hoffnung" E. H. 64. Berlin. Quartals- Versammlung am Mittwoch, 26. April, Ab. 81, Uhr, bei Wienecke, Alte Jakobstr. 88. Tages- Ordnung: 1. Raffenbericht pro 1. Quartal 1893. 2. Anträge der Verwaltung. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. 269/5 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Montag, den 1. Mai bleibt im Equitable- Gebäude. Eingang an der Leipziger- nabe Friedrichstraße. 4021L* Grosse Schaustellung von hervorragenden Erzeugnissen des Gewerbes und der Industrie. Eintritt 25 Pf. Geöffnet v. 9 Uhr früh bis 8 Uhr Abends SophastoffRoh- Tabak A. Goldschmidt, 3806L am biesigen Blaze wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Breise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabake sind am Lager. A. Goldschmidt, Vereinszimmer, 30 bis 40 Personen fassend, mit Piano noch einige Tage in der Woche zu vergeben. Paul Altmann, 8434b Neue Hochitraße Nr. 49. Kinderwagen, größtes Lager, bestes Fabrikat, auch Theilzahlung, nur allein Oranienste. 3 im Rorbgeschäft. 500 Badfifdj- Jaquets à 2,50 M. 1000 Regenmäntel in eleg. Ausf. v. 5 M. an. 500 Regenmäntel m. M. Oranienburgerstr. 2. abnehmb. Beler. v. 10 W. an. 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