Dr. 170. HbonnementS'Bcdingungcn: MbonnementK- Preis pränumerando! Bicrteljährl. S£0 SM., monatl. 1,10 SM., wöchentlich 28 Pfg. frei inS Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags« Vellage.Die Neue Well" 10 Pfg. Post« Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland»md Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnements nehuien an: Belgien, Dänemarf, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 36. Jahrg. Crtdjelnl Wich auBcp montags. Berliner Volksblnlk. Die TnlertlonS'Gebaitr kekägt für die scchSgespaltene Kolonet« zcile oder deren Raum 60 Psg., für politische und gewerlschastliche Vereins- und Vcrsammlungs-Anzeigcn M Psg. „Meine TJnieizen", das erste(feil« gedruckte) Wort 20 Psg. jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlas- stellen-Anzeigcn das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 6 Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen sür zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist biS 7 Uhr abends geöffnet. Telcgramm-Adreffe: „Sozialdemolirat Btrlln". Zentralorgan der rozialdemokrati feben parte» Deutfcblands. Redaktion: SM. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IY, Nr. 1983. Sieg in ffcuftadt'Candau! Neustadt«. Hardt, 30. Yuli.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Be» der heutigen Stichwahl im 2. Pfälzischen Reichstags« Wahlkreis Nenstadt-Landau wurde der sozial- demokratische Kandidat Huber mit tÄ 719 Stimme» gegen den Nationalliberalen Oehlert uiit 11 703 Stimmen gewählt. Die Stichwahl im 2. Pfälzischen Reichstagwahlkreise hat mit einem Siege des sozialdemokratischen Kandidaten H u b e r geendet. Wie uns das obige Privattelegramm aus Neustadt mitteilt, erhielt Genossen Hub er 12 719 Stimmen, während der Nationalliberale Dr. Oehlert es nur auf 11 765 Stimmen brachte. Damit haben die Natioyalliberalen ihren letzten Wahl- kreis in der Pfalz verloren. Ihre Hoffnung, noch gewaltige Reserven zur Wahlurne zu bringen, haben sich nicht erfüllt. Wohl hat der nationalliberale Kandidat 3616 Stimmen mehr erhalten als bei der Hauptwahl, allein der größere Teil dieser Stimmen dürfte auf die Unterstützung des Bundes der Landwirte zurückzuführen sein, dessen Kandidat bei der Hauptwahl 2688 Stimmen erhalten hatte. Dieser Zuwachs an Stimmen hat nicht ausgereicht, da die sozialdemokratischen Stimmen sich um 4419 vermehrten. Offenbar stecken unter den 4419 Stimmen einige tausend Zentrums stimmen, obgleich die Zentrums- leitung Wahlenthaltung proklamiert hatte. Trotzdem der Sieg in Neustadt nicht rein aus eigener Kraft errungen wurde, können wir uns seiner von Herzen freuen. Denn abgesehen davon, daß die Sozialdemokratie bereits bei der Hauptwahl einen Zuwachs von 2666 Stimmen zu verzeichnen hatte, bedeutet unzweifelhaft das gewaltige Anschwellen der sozialdemokratischen Stimmen bei der Stich- wähl einen ebenso nachdrücklichen und un- umwundenenProtestgegendieSteuerpolitik des Schnapsblocks. Die Empörung der Massen über die Steuerausplünderung ist eine so gewaltige, daß sie sich seradezu mit elementarer Gewalt in der Wahl eines Sozial- demokraten entladen mußte. Bedeutet doch die Wahl des Sozialdemokraten die wuchtigste Kundgebung nicht nur gegen die schmachvolle Raubpolitik des Schnapsblocks, sondern auch gegen die'schwächliche Opposition des sogenannten Liberalis- mus, der sich zuguterletzt noch den Agrariern an den Hals warf, um mit ihrer Hilfe das Feld gegen die Sozialdemokratie zu behaupten. Diese Würdelosigkeit der Nationalliberalen, die Bündler um Wahlhilfe anzubetteln, hat ebensowenig gefruchtet, wie alle sonstigen Temagogenkünste und Wahltricks. Daß der Wahl- kämpf von den Nationalliberalen bis zum letzten Augenblick mit dem Aufgebot aller Kräfte geführt wurde, beweist nicht nur, daß eine ganze Reihe hervorragender nationalliberaler Führer, an der Spitze natürlich Herr Bassermann selbst, im Kreise eine unheimliche Tätigkeit entfalteten, sondern daß be- weist auch dir klägliche Zufluchtnahme zu mehr oder minder s ch ä b i g e n M i t t e l n. So scheuten die Nationalliberalen nicht davor zurück, die M i l i t ä r v e r« i n e für ihre Kandi- baten mobil machen zu lassen. Die„Mannheimer Volksstimme" veröffentlichte dieser Tage ein Zirkular des Militärvereins Edenkoben, das zu einer Sitzung einlud, die dem Zwecke „staatserhaltender" Wahlmache dienen sollte. Das Zirkular betonte, daß der Verein nach seinen Satzungen„aufs strengste verpflichtet" sei, das„n a t i 0 n a l e U n g l ü ck" eines sozial- demokratischen Wahlsieges zu verhüten. Auch in Neustadt selbst wurde in Kriegervereinen zum Dank für eine Stiftung des Dr. Oehlert an die Sterbekasse in Höhe von 266 M. mäch- tige Wahlreklame füt den Herrn gemacht. In Eschbach wurde den Genossen ein Lokal abgetrieben, indem einige Offiziere der Wirtin damit drohten, daß die Soldaten ihre Wirtschaft nicht mehr besuchen dürften, wenn sie ihren Saal für eine sozial- demokratische Versammlung hergebe. Auch der Appell an die religiösen Gefühle war den Nationalliberalen nicht zu schlecht. Drei Blätter brachten einen gleichlautenden Artikel über die Religionslosigkeit der Sozialdemokratie und dieGefährdungderReligion durch sie. Ueberhaupt war die Tonart der liberalen Zeitungs- artikel, Flugblätter und Reden im Handumdrehen völlig um- geschlagen. Während man für die Sozialdemokratie vor dem 26. Juli, als man noch glaubte, die sozialdemokratischen Stimmen für die Stichwahl gebrauchen zu können, linde Schalmeientöne fand, hatten sich diese sanften Klänge während der Stichwahlkampagne in Posaunenschall verwandelt. Aber alles hat nicht geholfen. Die Sozialdemokratie tragt den Sieg davon. Der ersten Quittung auf die Taten de s Schnapsblocks ist durch die Wahl des Genossen Huber eine zweite gefolgt, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt! Aber die Abrechnung hat damit er st be- gönnen. Der Kampf gegen die Volksverräter und Volks- ausPlünderer muß im ganzen Lande mit größtem Nachdruckweitergeführtwerden. Esgilt, der Reaktion einen Denkzettel zu geben, den sie nicht wieder vergißt, und der einen ähnlichen Akt der politischen Niedertracht, wie ihn der Steuerraubzug der sogenannten Reichs- finanzreform dar st ellt, unmöglich machtl Sie Hölle von Ifiklczyn. Einige Tage später nachdem wir besonders haarsträubende Mißstände in der sogenannten.Erziehungsanstalt" in Mielczyn aufgedeckt hatten, ersuchte nnS der Vertreter der Anstalt, Pastor Breithaupt, um einen Besuch der von ihm geleiteten Anstalt, damit wir uns von den Zuständen in derselben überzeugen könnten. Die Mißstände in der Anstalt waren unS durch eine Reihe vor Recherchen bekannt. Trotzdem kamen wir der Einladung nach. Am Mittwoch besuchten einer unserer Redakteure und ein Mitarbeiter die Anstalt und besichtigten sie unter Leitung deS Pastors Breithaupt. Die Besichtigung und die Unterredung mit dem Anstaltsleiter bestätigte leider, daß unser über die Anstalt gefälltes Urteil nach keiner Richtung hin ein zu scharfes war. Mielczyn verdient nichts weniger als den Namen einer Er- ziehungsanstalt. Die Anstalt macht nicht den Eindruck, als ob dort einer besonderen Fürsorge Bedürftige erzogen, sondern als ob dort wilde Tiere gehütet werden sollen. Noch jetzt, nach der amtlichen Besichtigung, geht einer der Zöglinge mit einer F u ß f e s s e l henim. Die Schlaf« und Aufenthaltsräume für die Zöglinge find kärglich. Ehemalige Schuppen find in Lagerstätten für ungefähr je dreißig Zöglinge ver- wandelt. Jeder Zögling hat ein schmales etwa 80 Zentimeter breites Bett; neben demselben befindet sich ein schmaler zirka 60 Zentimeter langer Raum in der Länge des BetteS. Die Betten sind durch Zwischenwände von einander getrennt. Ein großer Teil der in Baracken umgewandelten Schuppen befindet sich noch in un- fertigem Zustande. Ausfällig ist das Kahle, völlig Schmucklose aller Aufenthaltsräume der Zöglinge. Von einer Bibliothek oder von sonstigen Einrichtungen, die andeuten, daß hier Menschen erzogen werden sollen, ist nichts zu erblicken. Nach dem Vertrage mit der Stadt Berlin soll für je zehn Zöglinge ein Erzieher angestellt werden. Erzieher sind nicht vorhanden, wenn man nicht die 10 Aufseher und den Inspektor als solche ansprechen will. Nach dem Vertrage mit der Stadt Berlin ist pro Kopf ein Pflegegeld von b00 Mark zugesichert; bei einer Zahl unter 90 Pfleglingen ist die Stadt zur Zahlung von 45 000 Mark jährlich verpflichtet. Zurzeit sind in der Anstalt 54 Kinder und zwar nur solche, die von der Berliner Waisenverwaltung über- wiesen wurden. Bei einer Summe von 500 bis 800 Mark, die demnach pro Kopf des Zöglings ausgeworfen ist, kann man Hervorragendes für die körperliche und geistige Pflege der Kinder verlangen. Sehr tüchtige Pensionen begnügen sich mit einem weit bescheideneren Satz. Mielczyn weist aber nach keiner Richtung hin etwas auf, was die körperlichen, geistigen oder moralischen Fähigkeiten der Kinder zu entwickeln oder zu bessern geeignet wäre. Der Stätte den Namen Erziehungsanstalt beizulegen, ist Blaspehmie. Eine Strafkolonie für Verbrecher hat minder trostlosere Aufenthalts«, BeschäftigungS- und Wohnräume als solche wie in Mielczyn für die Zöglinge vorhanden sind. Wenn jetzt offiziös behauptet wird, Mielczyn stelle einen modernen Bau dar, dessen Einrichtungen technisch allen Ansprüchen genüge, so hat der Augenschein unS von dem Gegenteil überzeugt. Nur das Herren« haus, in dem sich die Wohnung des Anstaltsleiters sowie die Küchen- und Waschräume befinden, erscheint ausreichend. Die Zöglinge werden teils mit Schneiderei, Tischlerei und Schusterei, aber keineswegs in einer Art beschäftigt, die ein künftiges Fortkonmien durch das Erlernte sicherstellen. Die Haupt» beschäftignng ist die mit landwirtschaftlicher Arbeit. Die Arbeits- kraft des Zöglings wird für 1,50 M. täglich an Ansiedler vergeben. AuS der Unterredung mit dem Leiter der Anstalt ist als dessen Ziel die Unterstützung der Germanisierung PosenS zu entnehmen. Als Ideal scheint ihm vorzuschweben, daß die Fiirsorgezöglinge als Ansiedler später in Posen verbleiben sollen. Wie die Leiter der Erziehungsanstalt zur LnsiedelungSkommisston stehen, war ans den Darlegungen, die man uns gab, nicht klar zu ersehen. Das eine steht fest, daß die Anstalt dem „evangelischen Verein für Waisenpflege in der Ostmark' gehört, der in engster Fühlung zur AnsiedelungSkommission steht, und daß die Raifieisensche Genossenschaft irgendwie finanziell beteiligt ist. Die schmachvollen Mißhandlungen, die teilweise an gefesselten Fürsorgezöglingen durch Verabreichung von Hieben mit der Peitsche oder mit dem Krückstock erfolgt sind. gab im großen und ganzen der Anstaltsleiter z u. Er meinte nur, es kämen Uebertreibungen vor. So sei die Behauptung des einen Zöglings, er habe insgesamt 660 Peitschenhiebe erhalten, sicher übertrieben. Als wir ihn fragten, wieviel denn eigentlich dieser Zögling in der Tat erhalten habe, konnte uns eine Antwort nicht erteilt werden, weil eine Strafliste nicht geführt werde. Wir schenken gern einige Hundert denen, die von Uebertreibung reden, Expedition: 8M. 68, Lindcnstraesc 69* Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. — es ändert das an der Verurteilung deS Barbarismus nichts. Der Pastor erklärte, die persönliche Exekution der Peitschenhiebe sei ihm selbst zuwider geworden, er habe sie bald aufgegeben. Nach Erinnerung an einen Brief, den er an die Mutter eines Zöglings geschrieben hatte, mußte er allerdings zugeben, daß er bis Ende Mai(am 1. April ist die Anstalt eröffnet) noch selbst gepeitscht habe. Die Auspeitschung fand, wie wir den Dar- legungen deS Pastors entnehmen konnten, eiuigeniale in Gegenwart der Änstaltsschwester Olga statt. Einer der Zöglinge hat 50 Peitschenhiebe erhalten, weil er geraucht hatte. Der Pastor erklärte dies damit, das Rauchen sei verboten gewesen. Der Miß- handelte habe statt zu arbeiten, im Graben eine Zigarette geraucht. Es sei nach seiner Meinung doch notwendig,„den Willen zu brechen" I Keine Spur irgend welcher pädagogischer Auf- fassung verriet der Pastor. Als einziges Ziel scheint ihm vorzu- schweben: Den Willen zu brechen, aus den ihm zur Erziehung Ueber- gebenen willenlose Automaten zu machen. Die zum Schlagen angewandte Peitsche hat eine besondere Stärke. Eine Peitsche ist bereits in den paar Monaten kaput ge- schlagen, der zweiten sieht man die starke Benutzung an. In der Gegend um Mielczyn wird erzählt, der Inspektor habe bei Einkäufen die stärksten der vorhandenen Peitschen verlangt. Nach der Abstrafung kamen die Unglücklichen in die Arrestzelle. Diese Arrestzellen sind enge Löcher, oben vergittert, ohne Bett. Auf dein Fußboden liegt eine Decke. An der Wand ist ein Ring befestigt. um daran eine Fessel anzubringen. Darüber befragt, wie denn gar im Arrest gefesselt werden dürfe, nieinte der Pastor, das sei in einem Falle notwendig geworden, weil der Betroffene erklärt hatte, er würde sich zum Fenster hinausstürzen. Und doch ist das vergitterte Fenstcrchen so schmal, daß ein Mensch fich unmöglich hindurchzwängen kann. Zwei Zöglinge erhielten im Aufenthalt im Kartoffclkeller, weil die Zellen gerade geweißt wurden. Die Unglücklichen toaren gefesselt. Warme Nahrung ivar ihnen entzogen. Sie wurden von anderen Fürsorgezöglingen gefüttert und knabberten aus Hunger und Verzweiflung an, was sie erreichen konnten. Der Pastor schien auch jetzt für das Menschenunwürdige deS Vorgehens gegen die Zögling« noch kein PerständniS zu besitzen. Unter anderem meinte er, bei Fluchtverdacht und Diebstahl sowie bei Vergehen gegen die AnstaltSordnimg— dazu rechnete er das Rauchen— sei das Peitschen angewendet worden. Sluf die Frage, waS er denn nun für Steigerungen vornehmen wolle, wenn er be- reits bei solchen Dingen die Peitsche verordne, wußte er keine Ant« wort. Vergeblich machten wir ihn darauf aufmerksam, daß doch solche Behandlung die Zöglinge geradezu zwinge, bei der ersten besten Gelegenheit zu entlaufen. Einer der Zöglinge ist auch tatsächlich fortgelaufen, weil er das Prügeln nicht mit ansehen konnte. Wie weit ab von psychologischer ErkennwiS der Leiter der Anstalt sich befindet, zeigt folgender Fall: Ein Kind war mit 50 Hieben gepeitscht worden, weil Fluchtversuch in Verbindung mit Entwendung von Nahrungsmitteln vorlag. Der Knabe hatte einen ganzen Beutel voll Broten auf dem Boden versteckt gehalten. Der Pastor gab selbst zu, daß daS Ansammeln von einem so großen Brotvorraffznm Ausreißen von einer erheblichen geistigen Minderwertigkeit des Betreffenden Zeugnis ablege. Er entschuldigte sich aber damit, daß die Alten, in denen der Schwachsinn des Kindes konstatiert war, ihm erst später zugegangen waren. Pastor Breithaupt suchte die entsetzliche, barbarische Peitscherei durch folgende Umstände zu entschuldigen: Die Zöglinge seien von Lichtenberg aus gefesselt, teilweise aneinandergefcsselt trans- portiert worden, dadurch seien die Kinder aufgeregt worden, sie hätten geglaubt, sie werden nach Sibirien oder dergleichen gebracht. Ferner habe er trotz dreimaliger Mahnung keine Instruktion aus Lichtenberg bekommen. Wiederholt seien auch die Akten später als die Zöglinge angekommen, ja einmal erst, als der Zögling schon ausgerissen war. Endlich seien aber auch die Zöglinge durch Handwerker aufgehetzt. Er� habe in zwei Fällen Anzeige erstattet. Das Aufhetzen soll, wie näheres Beftagen ergab, darin bestehen, daß die Handwerker den Zöglingen erklärt haben sollen, sie sollen sich das Peitschen nicht gefallen lassen. Vergebene Mühe war es, dem Pastor klarzumachen, daß man eine Furcht vor Sibirien doch nicht dadurch austreiben könne, wenn man Mielczyn zu einem schlimmeren Aufenthalt als Sibirien mache. Vergeblich ihm �klarzumachen, daß, wer keine Instruktion besitze, erst recht nicht zum Schlagen oder gar zu so barbarischen Miß- Handlungen Berechtigung habe, ist und daß die Empörung über Barbarei doch kein Aufhetzen sei. Der Pastor ist etwa 32 Jahre alt. Er war erst in der v. Bodclschwinghschen Anstalt Bethel für Epileptische und Arbeits« lose, dann im Johannisstift in Plötzensee und im v. Bode!- schwinghschen Hoffnungstal. Später hat er geistliche Vertretung übernommen und auch einen Superintendenten vertreten. Sein Inspektor Engels war neun Jahre bei v. Bodelschwingh tätig. Herrschen in den Bodelschwinghschen Anstalten ähnliche Scheusälig- leiten? Der Pastor empfindet, daß er in der Gegend wenig beliebt ist. Er schiebt das darauf, daß die Gegend katholisch und polnisch ist. Sehr mit Unrecht. Richtig ist, daß die Gegend überwiegend katho- lisch ist. Bei der Volkszählung 1905 befanden sich auf dem später von der Ansicdclungskommission aufgekauften Gute Mielczyn 129 Katholiken, die angrenzende Landgemeinde Micltschin wies 4-16 Katholiken, 14 Protestanten und einen Juden auf. Die Empörung über die Greuel in der Fürsorgeanstalt Mielczyn ist aber allgemein weit über Mielczyn hinaus ohne Unterschied der politischen oder religiösen Anschauung. Davon konnten wir UNS in Gnesen, Posen und einer Reihe Landgemeinden überzeugen. ES gibt keinerlei Entschuldigung für daS zum Himmel schreiende Versahren, das unter Leitung des Pastors gegen der Fürsorge bedürftige junge Leute eingeschlagen ist. Keine Minute länger sollte ein solcher Mann die Erziehung von Fürsorgckindern leiten dürfen. Dringend muß von der Waisen- Verwaltung verlangt werden, daß sie die sofortige Zurückrufung der Kinder in die Wege leitet. Nach dem Vertrage ist die Waisendeputation berechtigt,„den Verwag aus erzieh- lichen Gründen ohne Schadenersatzverpflichtung jeder Zeit zu lösen. Jeder Tag, den die Waisenverwaltung ver- verstreichen läßt, bedeutet eine Begünstigung der furcht- baren Behandlung der Fürsorgezöglinge. Die städtische Verwaltung ist um so mehr verpflichtet, schleunigst die Zurückführung der Kinder zu veranlassen, als der Pastor sich darauf beruft, daß er lange Zeit ohne Instruktion und teilweise ohne Akten geblieben sei und durch die inhumane Fesselung seitens der Lichtenberger Anstalt erst zur Fesselung von Zöglingen ge- schritten sein will Der Fürsorge überwiesen werden Kinder, denen persönlich nicht das geringste zur Last fällt, und auch da. wo die Fürsorge angeordnet ist, weil die sittliche Verwahrlosung deS Minderjährigen aus der Vornahme strafbarer Handlungen gefolgert wird, liegt eS in den übermeisten Fällen so, daß die sozialen Verhältnisse als Ursache der sittlichen Verwahrlosung betrachtet werden müssen. Daraus folgt die Pflicht der Gesellschaft, diese Verhältnisse zu besiern. Teilweise sind auch die gerichtlichen Beschlüsse, welche die Fürsorge an- ordnen, von einer tief bedauerlichen Weltfremdheit und schematischem Bureaukratismus erfüllt. Eine Waisenanstalt, der die Sorge für die der Fürsorge Ueberwiesenen anvertraut ist, darf nicht zu ihrer Entschuldigung die Verwahrlosung der betreffenden Kinder anführen. Sie ist verpflichtet, das Menschliche der Kinder zur Ausbildung zu bringen und sie zu brauchbaren Menschen zu machen. Die Mielczyner Art bewirkt das Gegenteil und kann nur das Gegenteil bewirken. Die Folgen der Mielczyner Barbarei können körperlich und seelisch dauernde werden und die Kinder zu Kranken, Idioten und Verbrechern machen. DaS zu verhüten ist Pflicht der Waisenverwaltung. Schon sind schwere Schäden eingetreten. Schleuniger Eingriff tut not. Die liberale Stadtverwaltung versündigt sich an ihren Auf- gaben, wenn sie noch länger den bestehenden Zustand duldet. Sie ist auch verpflichtet, namens der ihrer Fürsorge anvertrauten Kinder formellen Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft zu stellen, wenngleich diese auch ohne besonderen Strafantrag einzuschreiten wohl in der Lage ist. Würde für je 100 Peitschenhiebe nur ein Jahr Gefängnis als Strafe erkannt, so müßten der Pastor Breithaupt und Inspektor Engels weit älfer als Methusalem werden, um die Strafe verbüßen zu können. Ungerecht wäre eS aber, allein die Mielczyner Anstaltsleitung und die Berliner Waisenverwaltung für die Greuel in der Miel- czyncr Hölle verantwortlich zu machen. Die Hauptschuld wägt unser die Ausbeutung von Fürsorgekindern ermöglichendes Fürsorgesystem und die entsetzliche Heuchelei der bürgerlichen Gesellschaft, die den bedauernswerten Opfern der heutigen Gesellschaftsordnung als Schuld aufbürdet, was die Gesellschaft selbst verschuldet hat. ver Streit im rhelnüchen Zentrum. Wiederholt haben wir hervorgehoben, daß es sich bei dem zurzeit im rheinischen Zentrumslager ausgefochtenen Streit um die schärfere Hcrvorkchrung der„katholischen Welt- a n s ch a u u n g" im Grunde genommen um nichts anderes handelt, als um den Versuch, den ohnehin in den letzten Jahren enorm gestiegenen Einfluß des Episkopats auf das Zentrum noch mehr zu erweitern und die proletarischen mehr oder weniger demokratischen Elemente, die im Volksverein für das katholische Deutschland und in den christlichen Gewerkschaften eine Stätte gefunden haben, völlig zurückzudrängen. Daß die Bestrebungen der Teilnehmer an der Osterdienstags- Versammlung in Köln lediglich diesen Zweck verfolgen, darf natürlich öffent- lich nicht eingestanden werden, und so wird sowohl von der „Köln. Volksztg." und ihrem Anhang als von ihren Gegnern, den Reichstagsabgeordneten Dr. Bitter und Geheimrat Roeren, dem Jesuitenvater Frick, den Professoren Dr. Kaufmann und Müller usw., mit Schlagworten wie„katholische Welt- anschauung".„katholische Lebensauffassung". „Betonung des kousessionellen Charakters" usw. operiert. Einen neuen überzeugenden Beweis dafür, daß es sich lediglich um die Zurückdrängung der christlichen GeWerk- schasten und des Volksvereins handelt, liefert das soeben vom christlichen„Bergknappen" veröffentlichte geheime Protokoll der Kölner Osterdienstags-Versammlung. Der„Bergknappe" be- richtet darüber: Nach dem Protokoll wurde einleitend das Material vorgelegt, die taktischen Grundrichtungen wurden betont und die Aussichten des geplanten Vorgehens erörtert. Im Anschluß an drei in den „Hist.-pol. Blättern' veröffentlichten Leitsätzen(die sich mit dem Charakter der Zentrumspartei, der christlichen Gewerkschaften und des Volksvereins beschäftigen) wurde einleitend über die christlichen Gewerkschaften folgendes betont: „Die christliche Gewerkschaftsorganisation hat, ohne erhoffte Beteiligung protestantischer Kreise zu finden/ bedenkliche Folge- erscheinungen ihres interkonfessionellen Grundprinzips gezeitigt. Nach der Stellungnahme und den Aeußerungen der Führer zu schließen, scheint fast die Vermutung berechtigt, als ob man sich von feiten M.Gladbachs den Arbeitgeberverbänden und der Sozial« demokratie gegenüber gebunden habe, keiner politischen Partei und ebenso wenig der Kirche einen Einfluß auf die christ- liche Gewerkschaftsbewegung einzuräumen.' Nachdem Herr ReichStagsabgeordneter Dr. Bitter aus Kiel den Vorsitz der Konferenz und die Leitung der gesamten Geschäfts- führung übernommen hat, gibt er eine eingehende Erörterung der drei Leitsätze und Darlegung der einzuschlagenden Taktik. Ueber die uns interessierenden Ausführungen Dr. Bitters sagt daS Protokoll: „Bezüglich des zweiten Leitsatzes betont Redner das Törichte und Unhaltbare, ja Verderbliche der Teilung von wirtschaftlichen und Weltanschauungsfragen in verschiedenen Organisationen. Diese Trennung ist unnatürlich, den Arbeitern sind Ideale notwendig, und diese Ideale, das heißt eine sichere Lebensauffassung, darf ihnen nicht geraubt werden. Die gewaltsame, prinzipielle Ausschließung aller die tiefere Lebensauffassung berührende» Gedanken von der Arbeiterbewegung und ihren gewerkschaft- lichen Organisationen ist ein bedenklicher Schaden. Die Früchte zeigen sich bereits an den Arbeitersctrctiirc», die. zu anmaßenden und selbstsüchtigen Vertreter» einer.einseitige» Jnteressenpolitit heranwachsend, eine Gefahr zu werden drohen für den Zusammenhalt der Partei.' Dr. Bitter fand, wie daS Protokoll bemerkt, am Schluß seiner Aussührungen»lebhafte warme Zustimmung von allen Seiten'. In der Diskussion äußerte sich auch der Magenbitterfabrikant Landtags- abgeordneter Underberg. Hierüber sagt das Protokoll u. a.: „Underberg bewachtet die christlichen Gewerkschaften als eine Gefahr für das Zentrum und die katholische Kirche. Die protestantische Minderheit in ihnen wird die katholische Mehr- heit protestantisieren.... Unkluges Vorgehen in sozialer Auf- weckung der Arbeiterschaft kann diese zur Sozialdemokratie führen... Sehr bedenklich ist die Haltung der Politiker und Gewerkschafts« führer gegen die Hierarchie.....' Kruekemeyer besprach die Abhängigkeit der Presse und stellte die Zeitungen zusammen, die für ihre Richtung einweten würden. „Redner verbreitet sich dann über die Gewerkschaftsfrage, insbesondere über die Verhältnisse im Saarrevier.. In einer weiteren Aus- lassung in der Diskussion meint Dr. Kruekemeyer:„G e g e n d i e Gewerkschaft können wir praktisch nichts machen." Kaufmann empfahl daraufhin, den zweiten Leitsatz(die Frage nach dem kon- fessionelleu oder interkonfessionellen Charakter der Gewerkschaften. D. R.) fallen zu lassen. Roeren ist derselben Ansicht. Frick möchte den zweiten Leitsatz nicht ganz ausgelassen haben.„Es wäre das sonst ein Rückschritt nach dem Vorgehen Peschs und der„Historisch- politischen Blätter"» Man solle im Sinne Peschs den positiv- christlichen Charakter der Gewerkschaften fördern. Roeren: Der Begriff„positiv christlich' genügt nicht. Frick: Man fordere die Anerkennung der Autorität der Kirche. Die Zentrumsblätter werden sich natürlich unter Auf- Wendung der üblichen jesuittschen Kniffe bemühen, auch diesen Aeußerungen der Teilnehmer an der Kölner Osterdienstags- Konferenz jede ausschlaggebende Bedeutung für die Zentrums- Politik abzustreiten— doch können sie dadurch nur„Einfältige im Geiste" täuschen, denn hinter den Bitter, Roeren, Frick usw. steht in diesem Falle der ganze deutsche Episkopat bis auf den Kardinal Fischer in Köln. Sie spanische Revolution. Die spanische Dynastie der Bourbonen ist die frömmste Dynastie der Welt. Die klerikale Regierung Moura ist die klerikalste Regierung, die existiert. Nirgends herrscht die katholische Kirche so unumschränkt, so gebieterisch wie in diesem unglücklichen Spanien. Die Regierung entfesselt einen blutigen und grausamen Krieg in dem mörderischen Klima Akrikas, um einer spanischen und französischen Gesellschaft ncSe Erzlager zu sichern, an denen auch ein ehemaliger spanischer Minister bedeutende finanzielle Interessen besitzt. Das spanische Volk protestiert gegen dieses wahmiitzige Verbrechen. Die frommen Re- gierungsmänner antworten mit der Aufhebung der Preß- und Versammlungsfreiheit. Das Volk protestiert gegen die Aushebung der Reservisten, die Regierung schickt Gendarmen und Soldaten, die gewaltsam die Aushebung vollziehen sollen. Da raffen sich die Arbeiter auf und treten in den General- streik. Die Regierung sendet Militär gegen die Streikenden und die Revolution hat begonnen. In Barcelona werden Barrikaden gebaut und von den Arbeitern heldenmütig verteidigt. Da läßt die fromme Re- gierung Artillerie auffahren. Was weiter geschehen ist, sagt kurz und knapp folgende Meldung aus Madrid: Amtlich wird bekanntgegeben, daß die Nachrichten aus Bar- celona jetzt zufriedenstellend Dortmund- eine Notiz, welch- wir Sie bitten, unter Berufung aufweite? vo* I§ 11 des Reichsprebgesetzes wie folgt zu berrcht.gen: r 1. � selben Arbeiter� die v.syer noa, n«.......... U.......-- .Es ist unrichtig, wenn in der Notiz in Nr. 168 gesagt wird: »Das Werk gab ferner die Erklärung ab, daß in Zukunft die organisierten Arbeiter genau die Behandlung erfahren solle, tme die unorganisierten.- Wir haben vielmehr eine Erklärung über Haupt nicht abgegeben." Hochachtungsvoll Eisen- und Stahlwerk Hoesch Aktiengesellschaft in Dortmund. Nachklänge zum Kampfe im Strobelwerk in Mannheim. Die Auseinandersetzungen zwischen den Lokalisten und den Leitern deS Metallarbeiterverbandes über den Ausgang des Kampfes im Strobelwerk zu Mannheim fanden am 29. Juli im Gerichtssaal veutfebes Reich. ein Nachspiel. Der Geschäftsführer Schneider von der Mann- Achtung! Maler' Die Maler von S ch n e i d e m ü h l sind am �m°- 3°We des Metallarbeiterverbandes hatte den Uittemehmern'sich�au�fttedlicken�Weae�nilbt�remlln�lle�en tmu"«-gt.' weil dwser' die Bemnwn d-S Me.allarbeiwrve'rbandes i t fern-ubal en friedlichem Wege n, cht regeln lieben Zuzug in einem Flugblatt des Arbeiterverrats beschuldigt und außerdem ist fernzuhalten._ Verband der Maler. Bezirk I. Schneider nachgeredet hatte, dieser habe den Streikenden anstatt -i.--.»-.«» Sä«°SS-«!S° Zl.Kb'S dauert nunmehr die achte Woche. Alle Versuche, den Magistrat zu organisation. Den Lokalisten ist der Antritt des Wahrheitsbeweises Verhandlungen auf irgend einer Basis zu bewegen, sind gescheitert, völlig mißlungen. Der Lokalist Schuster wurde zu 199 M. Strafe Wenn die Stadtverwaltung auch vorgibt, daß die Betriebe wieder und zu den Kosten verurteilt. tadellos funktionieren, so beweist doch die Tatsache, daß sie in allen Gegenden des Reiches, �besonders in Ostelbien Streikbrecher sucht, Wenn die Hirsche schreien. wie es in Wirklichkeit ist. Seit Beginn des Streiks haben Der Vorsitzende deS gesamten Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins- eben die Einwohner mit den sich aus dem Kampfe ergebenden Kuddelmuddel in N ü r n b e r g. ein Herr Käser, klagte gegen Ge Kalamitäten zu rechnen. Es scheint bald, als wollte der Magistrat noff-n Redakteur Borth von der»Frankuchen Tagespost wegen Be n4U der Straßen, die mangelhafte Mull« und Kubelabfuhr, die Ver- der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine glossiert hatte. Das Gericht wilderung der Parkanlagen und andere Begleiterscheinungen des konnte aber darin keine Beleidigung finden und wies die Klage schon Streiks zur ständigen Einrichtung werden lassen. Nicht das geringste im Vorverfahren ab. Entgegenkommen den Streikenden und Ausgesperrten gegenüber, für Arbeitswillige aber alle Vergünstigungen. An Unkosten sind für Zu der Verhaftung des Gewerkschaftsangestellten Lehn in diese nützlichen Elemente bis jetzt schon mehr ausgegeben, als die Mainz nahm am Mittwoch eine Maurerversummlung in Mainz Bewilligung der ganzen Forderungen der am Kampf Beteiligten Stellung. In einer von der Versammlung angenommenen Reso ausmacht. Der Austrug des Konflikts ist zur Machtfrage gestempelt lution wird gesagt: Die Versammlung bedauert auf das lebhaf worden. Dessenungeachtet halten die städtischen Arbeiter auS. Ab- Mnnige sind nicht zu verzeichnen. Bei weiterer F-rnhaltung d°S �stS MempÄ, daß Zuzuges muß der Sieg den Ausständigen und Ausgesperrten 0� von dem Bauführer Jacobi in Gegenwart zweier Offiziere als Hetzer und Aufwiegler bezeichnet wurde. Sie spricht die Er 2..». Jm(Nn..«.«,.,»,. Wartung aus, daß diese Angelegenheit Gegenstand einer Schlich Zum Kampf im Hamburger Baugewerbe. tungskommission bildet und dort zum AuStrag gebracht wird. Die Die in diesem Kampfe wochenlang anhaltende Stille ist nun Versammlung ist der Meinung, daß der Friede im gemeinsamen einer fieberhaften Aufregung gewichen. Wenigstens kommt diese Zusammenarbeiten beider Organisationen nur dann aufrecht- Aufreauna bei den Unfprit�fnupm hpii+tirfi aurrt*Y!r.—• werden. Aufregung bei den Unternehmern recht deutlich zum Vorschein Die Mitglieder der»Freien Vereinigung der Maurer Hamburgs" sind jetzt ziemlich alle in Arbeit getreten. Von keiner gelben Or- ganisation kann ärgerer Verrat an der Arbeiterschaft begangen werden, als dies hier durch die»Freie Vereinigung" geschehen ist. Seit mehr als 8 Jahren haben diese»frei vereinigten" Maurer den Unternehmern Helfersdienste geleistet. Ueberall, wo die Un erhalten bleiben kann, wenn derartige Fälle sich nicht mehr wieder holen. Tlustand. Blutiger Klassenkampf im Pittsburgcr Eisen- und Kohlenbistrikt. Die Arbeiterschaft des Pittsburger Reviers, des Zentrums der amerikanischen Großindustrie, scheint in vulkanische Bewegung Vi-----—:f JT.. cv;-----' ■___ �....__________,—---------- u----- 1'- i— j-••••-v. ternehmer sich in einer bedrängten Lage gegenüber dem Zentral, zu geraten, und während die amerikanische Finanz die Wiederkehr verband der Maurer Deutschlands befanden, ist die»Freie Ver- der Prosperität in glühenden Farben malt, kehren für die Arbeiter einigung" auf dem Plan erschienen und hat dann gemeinsam mit die blutigen Tage von Homestead wieder. Den Anfang nahmen den Unternehmern den Zentralverband bekämpft. Als Lohn für die gegenwärtigen Kämpfe mit einer übermütigen Provokation diese langjährigen Liebesdienste wurde die große Mehrzahl der seitens der zum Stahltrust gehörigen American Tinplate Co. und Mitglieder der Vereinigung zu Anfang der Aussperrung ohne der„unabhängigen" Republic Jron und Steel Co.. die der Ar- irgendwelche Ursache auf die Straße gesetzt. Olles Betteln und beiterorganisation mitteilten, daß sie ihr vom 1. Juli ab d,e An- Flehen des Vorstandes der Vereinigung war vergeblich. Die Un° erkennung verweigern und nicht mehr mit ihr hinsichtlich der ternehmer waren unerbittlich. Die„Freie Vereinigung" mit ihren Löhne, der Arbeitszeit und der Arbeitsleistung verhandeln und ungenügenden Geldmitteln kam in eine sehr bedrängte Lage, erst �uch den Grundsatz des Organisationszwanges in ihren Betrieben nach Ablauf der dritten Woche konnten ihre Mitglieder 19 M."'cht mehr anerkennen werde. Die Arbeiterorganisation, der diese pro Woche an Streikunterstützung erhalten. Aber aus dieser Kriegserklärung galt, die„Amalgamated Association of Jron. Steel Drangfalierung durch die Unternehmer hat die„Freie Vereini. astd Tmplate WorkerS, war bis zu der Streiknwderlage von 189». gung" keine Lehre gezogen. Nachdem der Kampf 8 Wochen dauerte e,n® Gewerkschaften des Landes und umfaßt alle und den Unternehmern sozusagen schon das Feuer auf den Nägeln»gelernten � Arbeiter der beteiligten Branchen. Aus den Tagen brannte, da mußte die„Freie Vereinigung wieder den Retter in der Macht hatte der Verband ein Vertragsverhaltms mit den Not spielen. Der Bund der Maurer, und Zimmermeister hat mit beiden genannten, damals noch außerhaw des Trusts stehenden dem Vorstande der„Freien Vereinigung" einen Vertrag abge- Gesellschaften hinubergerettet. die die Arbeitsbedingungen von schlössen, nach welchem die Mitglieder der Vereinigung die Arbeit 2°br zu Jahr mit der„Amalgamated Association vereinbartem zu den alten Bedingungen wieder aufnehmen. Das ist selbst den Versuch des Stahlkapitals, mit diesem Verhältnis die letzten lokalorganisierten Bauarbeitern zu stark, einem Verein, der sonst Spuren dieses ehemals so machtvollen.lrbeite�erbandes zu zer- der„Freien Vereinigung" ziemlich verwandt ist. Die Lokalorga- haben die Stahlarbeiter mit einem Streik beantwortet. dessen Energie dem Stahltrust und spinen Satelliten sehr un- erwartet kam. Heute scheint der Kampf in diesen beiden Fallen bereits gegen das Kapital entschieden zu sein. Was eine so starke, geschlossene Arbeiterorganisation vor 17 Jahren gegenüber der verhältnismäßig zwerghasten alten� Carnegie �Compagnie nichts er- nisierten beschlossen, daß keines ihrer Mitglieder mit den»freien Maurern Hamburgs" zusammen arbeiten darf. Die Unternehmer müssen nun dafür sorgen, die genügende Zahl Hilfsarbeiter für die Streikbrecher zu beschaffen. Zu diesem K'm?-"e-�St�A"' reichte, wäre' damit jetzt einer stark geschwächten" Gewerkschaft aaent e?ne Benimthett ist in Verbindung gesetzt St<t gegenüber dem ungeheueren Stahltrust gelungen, dessen Schlote agent eine Verumtheit ist in�eMnounggei eyi. �,e>er yerr tn QtIen des Riesenlandes rauchen und der auch den„un- w � mL n/ abhängigen" Stahlproduzenten Gesetze diktiert. Dieses Verhältnis sucht, Arbeltswilllge nach Hamburg zu bringen. Es stach ge- ein� unv h�te wäre paradox, hätte man eS jetzt nicht lungen, einige größere Transporte nach Hamburg zu sc�sfen. In mit einer enlp5run„ menschlichen Natur in den Massen jener den letzten 8 solch e � von � Ber hn. Ha n no ö c r, Magdeburg Quä aIIen Nationalitäten bunt zusammengewürfelten, blutig ge- und aus dem westfälischen �"l>ustriegeblet gekommen. Im Mnzen �mtidenen Arbeiterschaft zu tun. die die alten, relativ gut be- haben zirka �9 bis 599 Mimn ihren Einzug m Hamburg gehalten, zähsten und wohlorganisierten Arbeiter englischer Zunge nach Ein großer Te,l ,st aber schon wieder abgereist, der Rest arbeitet 1892 �setzen mußte. Am 15. Juli haben sich 3990„tin finisher" als Bewnarbeiter oder wird beim Materialtransport be-» � schäftigt. Es ist den Agenten bisher nicht gelungen, Maurer und Zimmerer in großer Zahl zu beschaffen. Wie mehrere von der Firma„Auguste Müller" nach Hamburh geschleppte Arbeiter berichten, soll Herr Müller in den letzten Tagen dieser Woche seine Werbetätigkeit in der Gegend von So- lingen, Mühlheim, Ohligs usw. entfalten. Freitag soll ein größerer Transport aus dieser Gegend nach Hamburg abgeschoben werden. Die im christlichen Verband organisierten Maurer, die bisher am„Bieberhaus" bei der gesperrten Firma Sachs— trotz der vom Verband verhängten Sperre— mit zirka 69 Mann weiterarbei- und mit ihnen die Arbeiter von weiteren fünf Trustwerken den Streikenden angeschlossen. Die„finisher"(Fertigmacher) sind die höchstbezahlten Zinnarbeiter; ihr Tarifvertrag war am 15. Juli abgelaufen und nicht erneuert worden. Die Republic Jron and Steel Company hat sich jetzt zu Unterhandlungen mit der Amal- gamated Association, die dieser Tage in Pittsburg stattfinden sollen. bereit erklärt, und es wird angenommen, daß die Vertreter der Gesellschaft dort den Unionstarif unterzeichnen werden.(In- zwischen erfolgtl) Begünstigt werden die Streikenden offenbar durch die Lage auf dem Stahlmarkt. Am 14. Juli haben die so- genannten unabhängigen Werke im Pittsburger Distrikt ihre b»..-....... nachdem" ein'fast gleich Arbeiten verlangte, die mit dem Streikleitung der Maurer erhöht und berichtet letzt über eme N 3- �. beOT �timen wben. in Kenntnis Stahl.größer se..als. ,emals nach der Panik.. gesetzt, daß die Mitglieder des christlichen Verbandes ,u den alten Bedingungen an keiner Arbeitsstelle in Arbeit treten werden.— Am 27. Juli tagte im großen Saal deS Gewerkschaftshauses eine Versammlung derjenigen Frauen, deren Männer am Ausstand be- teiligt sind. Die Versammlung war stark besucht. Frau Stein Verhältnis" der„Unabhängigen" zum Stahltrust wird auch als 6 a ch referierte über den Lohnkampf und Aufgabe der Frauen in Company, die Cambria Steck Company und Jones& Laughlin diesem Kampfe. Die Versammlung legte Zeugnis dafür ab. daß— in ihren Juni-Büchungen berichten, daß sie sich dem„Rekord- die am Kampf beteiligten Arbeiter in ihren Frauen begeisterte monat ihrer Geschichte" nähern, und daß die beiden letztgenannten und mutige Mitkämpfer gefunden haben. Firmen zunächst keine neuen Abschlüsse mehr akzeptieren, so erhellt Neue Einigungsverhandlungen sind durch eine aus alledem, wie edel und— wie klug eS von den Stahlkapitalisten unparteiische Person angebahnt worden und werden voraussichtlich war, just in dieser Periode eines neuen Aufschwungs der Industrie noch in dieser Woche stattfinden.. und der Kapitalprofite mit den Arbeitern anzubinden, die ihnen Freitag erhielten die Streikleitungen der Maurer, Zimmerer die goldene Ernte in die Scheuern schaffen sollen. Daß die stähler- und Bauhilfsarbeiter von dem Gewerbegericht offiziell die Mit- nen Geldsäcke gerade jetzt eine Lohnverkürzung erzwingen wollen teilung. daß durch eine unparteiische Person das Gewerbegericht— denn nichts anderes ist der Zweck der Uebung— erleichtert ersucht worden sei. in dem Lohnkampf noch einmal als Einigungs- zwar, wie wir sehen, den Arbeitern die Abwehr, beweist aber amt zu fungieren. Der Vorsitzende des Gewerbegerichts, Dr. andererseits auch die täppische Brutalität, womit das amerikanische Chemnitz, in Vertretung für den Rat Boysen, machte weiter Kapital den Klassenkampf führt, den die Gomperssche Gewerk- die Mitteilung, daß das Gewerbcgericht geneigt sei, nach 8 65 des schaftsorthodoxie noch immer leugnet. Zugleich entlarvt dieses G. G. G. dem Ersuchen nachzukommen, wenn beide Parteien das Vorgehen des Stahlkapitals die Lüge von dem»Schutze der Einigungsamt anerkennen. Die Leitungen der Arbeiterverbände amerikanischen Arbeit" durch hohe Zölle. Früher hieß eS, wenn haben sofort Herrn Dr. Chemnitz ihre Zustimmung mitgeteilt. die Zölle reduziert würden, so sei auch eine Reduktion der«hohen - Löhne" notwendig. Nun hat aber der Senat am 28. Juni die Eine Berichtigung. geringen Zollermäßigungen, womit der Peyne-Tarif die Eisen- Wir erhalten folgende Zuschrift: und Stahlindustrie„bedrohte", gestrichen und die Zölle noch über In Nr. 163 des„Vorwärts" vom 22. d. M. befindet sich nnter die Sätze des Dingley-TarifS hinaus erhöht. Vor Zollreduktionen der Marke»Die Sperre über das Eisen- und Stahlwerk Hoesch in sind die Geldsäcke heute sicher— und trotzdem sollen jetzt die Ar- einem halben Jahre— Deputationen zu den Tarifmachern nach Washington entsandten, um Zeugnis für den alleinseligmachenden «Schutz"zoll abzulegen. Aber im Pittsburger Distrikt streiken zurzeit auch die Eisen- bahn er. Sie haben eigene Beschwerden. Aber indem sie den Stahlwerken die Streikbrecherwerbung erschweren, fördern sie zu- gleich die Sache der Stahlarbeiter. 4999 Kohlengräber der Pittsburg Coal Company, denen unter Kontraktbruch seitens des Kvhlentrusts neue drückende Verpflichtungen aufgehalst waren, gingen am 15. Juli in den Streik— und triumphierten. Bereits am Nachmittage desselben Tages konnte die Verbands- leitung den Iwmeraden mitteilen, daß die Company in allen Be- sckwerdepunkten nachgegeben habe. Am 16. Juli nahmen die Kohlengräber die Arbeit wieder auf. Hätten die Bergleute die Arbeit länger ruhen lassen, so würde den Stahltrustwerken um Pittsburg ein großer Teil ihrer Kohlenzufuhr entzogen worden sein. Nachdem die streikenden Stahlarbeiter mit den Beamten des Kohlengräberverbandes in Pittsburg konferiert hatten, ist das Ausbleiben dieses Schlages gegen den Stahltrust wohl darauf zurückzuführen, daß die Chancen des Stahlarbeiterstreiks günstig genug stehen, um die Opfer eines Sympathiestreiks der Bergleute entbehrlich zu machen. Die allarmierendsten Rachrichten kommen aber aus M a c K e e'S Rocks, wo der spontane Verzweiflungsstreik der 4999 unorgani- sierten, fremdländischen Arbeiter der Pressed Steel Car Company(Preßstahl-Eisenbahnwagengesellschaft) zu regcl- rechten Schlachten mit den bewaffneten Söldlingen des Kapitals geführt hat, wobei die Zahl der Verwundeten in die Hunderte gehen soll. Die Firma hatte ein neues raffiniertes System aus- geheckt, um sich von den Arbeitern, die ohnedies bei langer Arbeits- zeit kaum einen Dollar den Tag erzielten, die Löhne der Vor- arbeiter und Meister(25— 49 Cents die Stunde) zahlen zu lassen. Zu diesem Zwecke wurden den durch die Einwanderungsagenten der Gesellschaft angelockten fremden Arbeitern bei der Einstellung 19— 59 Dollar abgenommen. Die Arbeiter glaubten damit ihre Arbeitsstelle erkauft zu haben, in den meisten Fällen wurden sie aber trotzdem nach nur wenigen Wochen entlassen, um wieder anderen Arbeitern Platz zu machen, die dasselbe Eintrittsgeld zu erlegen hatten. Zu Zeiten, wo der Betrieb in vollem Gange war, soll dieser Raub an den einwandernden und Beschäftigung suchenden Arbeitern an 19 999 Dollar den Monat betragen haben. Dazu wurden die in ihrer Unkenntnis der Landessprache hilflosen Ar- beiter in den Konsumanstalten der Firma offenbar noch unvcr- schämt betrogen, und wenn sie protestierten, gab das wieder den Vorwand ab, sie zu entlassen. Gegen den gewalttätigen, gaune- rischen Kapitalismus revoltierte diese organisationslose Arbeiter- masse endlich in Formen, die die Erinnerung an die Schlacht von Homestead heraufbeschwören. Frauen der Streikenden versuchten am 14. Juli, 599 per Dampfer ankommende Streikbrecher friedlich zur Umkehr zu bewegen, aber vergeblich. Die Folge waren am 14. und 15. Juli blutige Zusammenstöße zwischen den Arbeitern und etwa 1999 bis an die Zähne bewaffneten Fabriks- und Staats- konstablern. Uebrigens berichtet auch diese.Company" über immense Aufträge von den Eisenbahnen. Diese ProsperitätS- berichte treiben den gaunerischen Kapitalsstrolchen weitere europä- ische Opfer zu, wenn die Arbeiterpresse Europas über die amerika- nischen Zustände nicht besser und vollständiger informiert als die kapitalistischen Quellen._ Die schwedische Regierung und der Massenfireil. Ein bürgerliches Blatt in Stockholm verbreitet die Mitteilung, daß die Regierung bei dem bevorstehenden Generalstreik zwischen den Parteien nicht zu vermitteln gegenke, wohl aber alle möglichen Vor- bereitungen treffen werde, um»die Ordnung streng aufrecht zu er- halten".— Wenn die schwedische Regierung, entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheit, diesmal nichts unternehmen will, um dem gewaltigen wirtschaftlichen Kampf vorzubeugen, so liegt das vielleicht zum Teil daran, daß die meisten Minister in die Ferien gegangen sind. Der Minister- Präsident selbst genießt die Sommerszeit in Helstnglund, mitten zwischen den Sägewerken und Fabrikbetrieben, tri der soziale Kampf mit besonderer Schärfe austritt. Der König befindet sich auf Sorö und vergnügt sich mit dem Tennisspiel. Was die .Aufrechterhaltung der Ordnung" anbettifst, darf man aber an- nehmen, daß die Regierung provozierende Maßnahmen ver- meiden wird. Der stellvertretende Zivilmini st er Heder st ierna hatte am Dienstag den Vorsitzenden der Landesorganisation Herman Lindauist um eine Unterredung gebeten. Der Minister sprach seine Genugtuung darüber aus, daß die Arbeiterschaft im Generalstreikmanifest zu ruhigem und besonnenem Auftreten ermahnt wird, und wünschte dann zu wissen, welche Maßnahmen in dieser Hinficht weiterhin von der Leitung der Gewerkschaften beabsichtigt waren. Unser Parteigenosse erwiderte dem Mnister, daß die Leitung ihrerseits alles tun werde, um der Mahnung des Manifestes zur Ruhe und Besonnenheit überall Geltung zu verschaffen, und daß die Behörden wohl in der Haltung der VerttauenSmänner bei ftüheren Konflikten eine hin- reichende Garantie dafür hätten.— Wie man sieht, ist die, übrigens konservative Regierung Schwedens so verständig, sich, ehe sie irgend welche besondere Maß- nahmen der Behörden anordnet, mit der Gewerkschaftsleitung in Verbindung zu setzen, obwohl eS auch in Schweden nicht an Scharf- machern fehlt, die am liebsten sähen, wenn gegen die Streikenden gleich das Militär mobil gemacht würde. Letzte I�acbrlcbtcn und Depcfcben. Eine humane Entscheidung. Pari?, 39. Juli. Die Deserteure von Casablanca haben nicht nur eine Strafmilderung erfahren, sondern sind voll- ständig begnadigt: sie würden jedoch Abschiebung zu ge» wärtigcn haben, wenn sie wieder französischen Boden betreten sollten._ Nikolaus hat Angst. Konstantinopel, 39. Juli.»Jeni Gazetta" erfährt aus authentischer Quelle, daß der Zar den beabsichtigten Besuch m Kon- stantinopel aufgegeben habe._ Grohfeuer. Oedenburg, 39. Juli. In der Ortschaft LooS wütet ein großer Brand. 49 Wohnhäuser, 59 Wirtschaftsgebäude sowie die gesamte Ernte sind ein Raub der Flammen geworden. Eine Frau ist in den Flammen umgekommen, während drei Personen lebensgefährliche Brandwunden erlitten._ KnappenloS. Essen, 30. Juli. Auf der Zeche„Auguste Viktoria" bei Marl wurden drei Bergleute verschüttet. Einer war sofort tot, der Zu» stand der beiden anderen ist hoffnungslos. Patente Sicherheitsmänner. Trieft, 39. Juli. Dem„Piccolo" zufolge soll der hiesige Polizei. kommissar Pascali schon seit längerer Zeit mit einer Kassenein. brccherbande im Einverständnis stehen. In die Affäre sollen auch ein Beamter des Triester Landcsgerichts sowie mehrere Kerker- meister verwickelt sein,_ Erdbeben. Mexiko» 80. Juli. Die Stadt ist von zwei heftigen Erdstößen heimgesucht worden. Fünf Personen sind getötet und eine große Anzahl verletzt. In den ärmeren Stadtteilen sind viele Häuser zerstört. V-rantw. Redakt.: Wilhelm Dtiwell, Lichtenberg. Lll1erateveraiit!v.:rd.Gt»cke, Berlin. Srucku.Veri!Zg:VorwärtSBuchdr.u.Lerl0g»MtM» PM Singer L- Co* Berlin LW. HjerzuZBeil-gen N.v«terhaltungsbsi it. 176. 26. ZchWg. 1. Ifiliijt ilks Jornättf InliBft WlKsdIM. SoMbetid, 31. Infi 1909. Hus der Partei. »Sozialdemokratische Hofgänger". Zu dem leider wieder einmal aktuellen Thema von der sozial- demokratischen Hofgängerei finden wir in einigen Parteiblättern kurze aber treffende Glossen. So sagt das.Hamburger Echo': »Wir wollten anfänglich die Sache nicht glauben und dachten an einen Reichsverbandsscherz. Aber es hat alles seine Richtigkeit l'(Folgt die Beschreibung des Ausflugs in der Dar- stellung der„Schwab. Tagwacht.") »Den Bericht hat die„Schwäbische Tagwacht" von einem Korrespondenzbureau, das mit schneidender Persiflage den Hofnachrichtenstil anwendet aus die Ehrung der Herren Dr. Lindemann, Hildenbrand, Tauscher und Hehmann, die der König ins Gespräch gezogen. Unsere schwäbischen Genossen haben sich aber noch nicht so „entwickelt", wie einige ihrer Vertreter. Beim weiteren Nach- schlagen in der„Schwäbischen Tagwacht" fanden wir folgendes: (folgt die Protestzuschrift der Göppinger Orgamsationsleitung.) „Ueber die„Gründe" der Landtagsabgeordnelen haben wir trotz eifrigen Suchens in der»Schwäbischen Tagwacht" noch kein Sterbeuswörtchen finden können. Es war auch sehr boShast von unserem Stuttgarter Parteiorgan, die königsbegeisterten Sozial- demokraten provozieren zu wollen, zur Nennung von Gründen, djie es nicht gibt und nicht geben kannl Ebenso bos- hast ist die Bemerkung über den gesellschaftlichen Berkehr. Doch'wir wollen den sozialdemokratischen Landtagsabgeord netcn noch Zeit lassen zum Vorbringen von Entschuldi- gungen, denn nur um solche, nicht aber um Gründe kann es sich handeln. Bis dahin begnügen wir uns, den Göppinger Genossen durchaus zuzustinimen. Es zeigt sich wiederum, daß das. gewöhnliche Volk" ein viel feineres Gefühl hat für das. was sich schickt, als manche von denen, die es sich als Vertreter bestellt hat." Die»Bremer Bürger- Zeitung" hatte zuerst nur die nackte Meldung vom Königshoch und vom Händedruck gebracht, damit ihre Leser sich an den Nachrichten.erbauen". Der kurzen Notiz waren die Worte angefügt: »Die Nichtigkeit der Meldungen vorausgesetzt, bergeflen die vier Genossen hoffentlich nicht, den schönen Tag mit kräftigen Federstrichen im Tagebuch zu vermerken, damit noch ihre Enkel und Enkelkinder daran ihre Freude haben.—" Am Dienstag kam die ,Br.-B.-Z.' auf die Angelegenheit zurück sie veröffentlichte die Entschuldigung�der»Schwäbischen Tagwacht" und bemerkte dazu: „UeberzeugungSkrast befitzen diese Worte nicht, und die Gründe, die man für das gerügte Verhalten auftischen wird, werden sie auch nicht enthalten. Erfreulich ist, daß, soweit bis jetzt die Parteipresse das Königshoch und den KönigSbesuch er- wähnt, sie es. mit Ausnahme der.Schwänischen Tagwacht", unter scharfer Kritik tut...." Die Frankfurter„Volksstimme" schreibt kurz und bündig: »Unsere württembergischen Landtagsabgeordneten mußten nach den Ersahrungen mit ihrer Regierung einfach jede Einladung zum Chef dieser Regierung dankend ablehnen. Das wäre keine persön- liche UnHöflichkeit, sondern einfach ein Akt politischer und sozialer Selbstachtung gewesen." Die Elberselder»Freie Presse' glossiert die beschönigende Darstellung der»Schwäbischen Tagwacht' folgendermaßen: »DaS ist jedenfalls eine recht schwache Antwort. Vielleicht erfährt man aber bald etwas darüber von den sieben Abgeord- ncten, wie sie gedachten, den Interessen der Arbeiter zu dienen durch Zeppelin- Bewunderung und Königshoch beim herrlichen Diner." In der Essener.Arbeiterzeitung" heißt eS: »Für den Verkehr mit den übrigen Parteien bietet sich unseres Erachteus für die Parlamentarier im Parlamente ausreichende Gelegenheit, auch wenn es sich um notwendige Privatbesprechungen über gemeinsame Parlamentsaktionen handelt. Im übrigen finden wir es unbegreiflich, was Sozialdemokraten bei Königsbesuchen zu tun haben. Mit Äönigsbesuchen und Techtelmechteleien mit den bürgerlichen Parteien ist den proletarischen Interessen keinesfalls gedient. Die Kritik der Organisationsleitung finden wir ganz in der Ordnung und dringend notwendig." Die»Dresdener Volkszeitung" sagt, nachdem sie den Tat- bestand aus der bürgerlichen Presse übernommen hat: „Aus einer kurzen Bemerkung der»Schwäbischen Tagwacht" läßt sich der Schluß ziehen, daß die Mitteilung im wesent- lichen auf Tatsache beruht. Wäre dem so, könnte das Ver- halten der sozialdemokratischen Landtagsfraktion in Württem- kleines feiiiUeton. Leipzig und die erste dentsche Universitätsvorlesung. Die Universität Leipzig, die nach dem Wunsche ihres höchsten Beschützers, des Königs von Sachsen, immer bleiben soll, was sie stets gewesen, ist jahrhundertelang eine Hochburg verknöcherter Scholastik, unsrucht- baren Dogmatismus und engherzigen Korporationswesens gewesen. Ja ihre Gründung ist schon emAktderReaktion gegen den fortschrittlichen und freiereu Geist, dem die Universität Prag unter dem Einfluß der ketzerischen Hussiten Raum bot. Die deutschen Magister und Studenten, die 1409 Prag verließen und zu einem Teil m Leipzig eine neue Universität begründen halfen, wollten ihre nationale» Bor- rechte und die scholastische Unterordnung unter die katholische Kirche bewahren. Und so blieb Leipzig bis in die Resormationszeit hinein im Banne der Rechtgläubigkeit. ES wäre töricht, aus diesem ur- sprünglichen Charakter der Universität Kapital zu schlagen gegen ihre spätere Entwickelung. Aber eS zeigt doch zur Genüge, wohin kömg- liche Wünsche führen, wenn man sie beim Wort nimmt. Die Leipziger Universität ist auch einmal Trägerin des Fort- ichritts gewesen. Das war, als Christian Thomasius, der Auf- klärer. der Bekämpfer der Folter- und Hexenprozesse, der erste deutsche Journalist, die deutsche Sprache am 24. Oktober 1687 univerfitätsfähig machte. Denn bis dahin war das Lateinische die ausschließliche Sprache der Universitäten, wie eS denn ja das ganze Mittelalter hindurch die Sprache der Kirche, der Wissenschaft und lange auch des Verkehrs und der internationalen Be- ziehungen war.(Wurde doch erst neulich an einer anderen deutschen Hochschule das erste Doktordiplom in deutscher Sprache ausgestellt.) Wie Professor Birkmeyer in der Festnummer der»Deutschen Juristen-Zeitung" zum Leipziger Jubiläum mitteilt, beging Thomasius»das erschreckliche und so lange die Universität gestanden hatte, noch nie erhörte Crimen, em deutsch Programm an das schwarze Brett zu schlagen", nämlich einen „DiScurS. Weichergestalt man denen Frantzosen im gemeinen Leben und Wandel nachahmen soll." Und anknüpfend an diesen TiskurS kündigte er ein Kollegium an über des Spaniers Gracian Grundregeln,»vernünftig, klug und artig zu leben." Diese Vorlesung wurde von ihm am 24. Oktober 1687 l» deutscher Sprache begonnen und während des Wintersemesters 1687 auf 1688 deutsch gehalten.»Und damit war die deiltsche Sprache aus den Lehrstuhl gesetzt, der ihr längst gehört hätte." Es hat sreitich lange genug gedauert, daß des Thomasius berg nicht gebilligt werden. Vor allem aber ist die Frage zu klären, zu welchem Zwecke der Ausflug unteriiommen wurde. Handelte es sich nur um eine Vergnügungsreise an den Bodensee, was wir nicht für wahrscheinlich halten, hatten dabei sozialdemokratische Vertreter überhaupt nichts zu suchen. Etwas anderes wäre es, wenn die Reise zu Jnformationszwecken unternommen wurde oder einer Besichtigung staatlicher Anlagen, Neubauten usw. galt. Aber auch in diesem Falle hätten die sozialdemokratischen Vertreter wohl den Imbiß im Schloßgarten vermeiden können, ohne gegen die Regeln„deS gesellschaftlichen Verkehrs mit den Mitgliedern anderer Parteien", auf den sich die .Schwäbische Tagwacht" beruft, zu verstoßen." Und die Erfurter„Tribüne" schreibt:' »... Was gibt es denn ftir stichhaltige Gründe, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten sich dem gesellschaftlichen Ver- kehr mit Vertretern gegnerischer Parteien nicht entziehen können? Und wenn wir unsere bornierten norddeutschen Schädel noch so sehr zermartern, so können wir kein plausibles Argument finden, das Sozialdemokraten verpflichtet, zu Hofe zu gehen, an offiziellen Abfütterungen teilzunehmen oder gar das hul- digende Hurra I Hurra! Hurra! auf irgend einen Mon- archen mitzuschreien. Was derartige Dinge mit der Ver- fechtung und Hochhaltung des sozialdemokratischen Pro- gramms zu tun haben, ist einfach unerfindlich. Die einfachen Göppinger Genossen schießen in ihrer Zuschrift nicht über das Ziel hinaus, sie haben nur das gesunde proletarische Gefühl, was vielen sozialdemokratischen Staatsmännern in Süddeutschland vor lauter „positiver Arbeit" abhanden gekommen zu sein scheint. Auch wir sind nicht dafür, daß man dem bürgerlichen Gegner wie ein'.Rauh- bein entgegentritt, und halten es für selbstverstäudlich, daß man mit dem einzelnen Nichtsozialdemokraten in bestimmten gesell- schaftlichen Situationen als gebildeter Mensch verkehrt. Ein ganz gewaltiger Unterschied ist es aber, wenn die parlamentarischen Vertreter der Partei sich offiziell au Veranstaltungen, die einen rein bürgerlichen oder gar monarchischen Charakter tragen, betei- ligen. Sie geraten da in Situationen, die ihrer und der Partei nicht würdig sind, und die in den Kreisen der Arbeiterschaft Be- fremden und Verwirrung hervorrufen müssen, wie schon die Zu- schrift der Göppinger Genossen beweist: ganz zu schweigen von dem hämischen Spotte unserer Gegner. Die schwäbischen„positiven" Parteipolitiker haben sich aber auch einen recht schlechten Zeitpunkt für ihre„gesellschaftliche Verpflichtung" gewählt. Im ganzen deutschen Volke zittert die Erregung über den Raubzug, der mit Hilfe der neuen Steuern auf die Taschen der arbeitenden Schichten unternommen wird. Alle Bundesregierungen ohne Aus- nähme, auch Württemberg, tragen durch ihr Verhalten die Ver- antwortung für die Finanzreform. Und da gehen sozialdemo- kratische Abgeordnete hin und bringen dem Repräsentanten eines solchen Bundesstaates ihre Huldigung dar l Hat sie denn nicht der Lambrechter Fall in Bayern über das Verhalten der süddeutschen Staaten zur Sozialdemokratie stutzig gemacht? Wie soll man da von den einfachen Arbeitern sozialdemokratische Selbstachtung und proletarisches.Klassenbewußtsein verlangen, wenn er- leuchtete sozialdemokratische Politiker mit den Todfeinden des klassenbewußten Proletariats ischmausen und pokulieren! Die »sieben Schwaben", von denen die bürgerliche Presse mit leider nur zu berechtigtem Hohne spricht, haben der Partei in dieser er- regten Zeit einen sehr schlechten Dienst erwiesen, der durch das entschuldigende Geschwafel von»gesellschaftlichen Verpflichtungen" nur noch schlimmer wird. Einen pikanten aber dabei recht bitteren Beigeschmack be- kommt die schwäbische Hofgängerei- Geschichte noch dadurch, daß bei der offiziellen Esserei in Friedrichshafen auch Ge- nosse H e y m a n n, der Redakteur des»Wahren Jacob" beteiligt war und sogar vom König einer Unterhaltung gewürdigt wurde. Der„Wahre Jacob" geißelt fast m jeder Nummer den Byzantinismus und die Auswüchse des monarchischen Systems— in künstlerischer Hinsicht allerdings oft recht wenig geschmackvoll—; wie soll man aber an die innere Wahrheit der antimonarchischen Satire dieses offiziellen Witzblattes glauben, wenn der Leiter dieses Blattes in der Praxis sich vor lauter„positiver Arbeits"lust zu monarchischen Huldigungen ver- leiten läßt l" Wozu das Hallenser.Volksblatt", das diesen letzten Absatz wieder- gibt, bemerkt: „Hoffentlich bringt der„Wahre Jacob" in nächster Nummer ein Bild, wie Jakob an der Hoftafel sveist und seinem Könige den bei Allerhöchsten Audienzen vorgeschriebenen Bückling macht." Eue Industrie und Kandel. Abfallverwertung in der Industrie. Die moderne Industrie läßt bald keinen Abfallstoff mehr unver- braucht. ES ist schon lauge her, daß man die Hochofengase einfach mutiges Beginnen überall Nachahmung fand und die künstliche Kasten- scheidung zwischen akademischen Gebildeten und gewöhnlichen Sterb- licheii war damit freilich noch lange nicht beseitigt. Aus der Vorzeit. Spuren des Eiszeitmenschen in der Umge- bung Berlins. Wenn bei uns„gebuddelt" wird, haben die Leute von der Wissenscbast einiges Interesse, sobald sich vermuten läßt, daß an derselben Stelle vor etlichen Jahrhunderten auch schon nial gebuddelt worden ist. Da findet sich in der Regel eine kleine Auswahl von Objekten fürs märkische Museum, so z. B. am Spittel. markt beim Bau der Untergrundbahn. Wenns hoch konttnt, findet man eine Fibel(Sicherheitsnadel) aus dem bronzenen Zeitalter, und wenns ganz hoch kommt, irgendwelche Knochenteile vom Mammut-Elefanten, der früher hier durch die Wälder stampfte. Z. B. verdankte Rixdors solchen Funden eine Art von Weltberümt- heit zu einer Zeit, als der Rollkrug noch die hervorragendste Sehens- Würdigkeit dort bildete. Wann die Mammuts hier grasten, wird so leicht kein Sachverständiger unter seinem Eide aussagen wollen. Aber es ist klar, daß daneben der Anfang unserer Zeitrechnung erst von gestern datiert. Mit solchen Objekten nun war die ge. lehrte Aufmerksamkeit bisher erschöpft. Denn was gabs sonst noch im ewigen Sand-Einerlei zu sehen? Feuersteinscherben. Gut. Doch man mußte erst sehen lernen. Als man es in gewissen Höhlen Frankreichs gelernt hatte, erkannte man, daß auch bei uns viele der gleichgültigen Feuersteinscherben unmöglich im natürlichen Lauf der Dinge ihre Form erhalten haben konnten. Die immer wieder. kehrende einseitige Bearbeitung und Anschärfung des Randes, also die Formgebung in Gestalt von Faustkeilen, primitiven Messern und Schabern(Gerad-, Rund-, Hohl-, Spitzenschabern) mutzte un- bedingt mit Absicht geschehen sein. Mit einem Male also haben die Buddeleien jetzt wieder ein erhöhtes wissenschaftliches Interesse ge- Wonnen, und zwar gerade solche auf bisher unberührtem, sozusagen jungfräulichem Boden, wo man sicher sein kann, daß nichts in ge- schichtlicher Zeit verschleppt wurde, sondern alles seit ganz unvor- denklichen Zeiten an seinem Platz lagert. Ein zuverlässiger Beweis für das Alter der Fundstücke ist nämlich die geologische Schicht, in der sie sich befinden. Und da läßt sich feststellen, daß die Scherben schon vor der letzten Eiszeit an Ort und Stelle lagen. Damals gabs also hier schon Menschen, die kein Metall kannten und sich Wajfen und Werkzeuge durch Aneinanderschlagen von hartem Gestein schufen. An oerartigen Fundstellen wurden bisher auf- geschlossen: An der slntexgrllndbghn bei Westend« sv Teltstvkanal in die Luft entweichen ließ, daß man sich nicht um die Nebenprodukte bei der Verkoung der Kohle kümmerte. Jetzt bildet die Neben- erzeugung das finanzielle Rückgrat der Kohlengruben. DaS aller- neueste und interessanteste Beispiel der Verwertung von Absall« Produkten ist die Brikettterung von Eisen- und Metall- spänen. Die Patente für diese Industrie befinden sich in den Händen der Hochdruck-BrikettterungSgesellschast. Be- teiligt sind an ihr Borsig in Tegel, Adler jun. in Frankfurt am Main und der Konzern Fritz von Friedländer-Fuld. Ohne viel Lärm ist in Chemnitz eine solche Metallbrikettierungs-Gesellschaft entstanden. In Anlehnung an die geologischen Vorgänge bei der Erdschichtbildung, durch das Zusammenpressen und das Austreiben der Lust, werden ohne jedes Bindemittel aus den Metall- und Eisen- spänen Briketts geformt, die dann als hochwertiges Material an die Lieferanten der Späne zurückgehen. Da die Produttion durch die Patentierung durchaus monopolisiert ist, so geht man jetzt daran. für die einzelnen Industriegebiete, an den für den Transportverkehr günstigst gelegenen Stellen solche Werke zu errichten. Für das Königreich Sachsen und einige Nachbargebiete, für Westdeutschland, auch für England und Oesterreich sind Unternehmen teils schon in Angriff genommen, teils geplant. Getreideausfuhr. Das Einfuhrscheinunwesen übt ununterbrochen seine das Inland von Getteide entblößende Wirkung aus. Es wurden nach der amt- lichen Statistik in der Zeit vom 1. März bis 26. Juli folgende Mengen ein- resp. ausgeführt: Warengatwng Roggen..... Weizen..... Malzgerste.... Andere Gerste.. Gerste ohne nähere- Angabe.... Hafer..... Mais..... Roggenmehl... Weizenmehl... Danach ist die Gesamteinfuhr in Doppelzentnem 1908/9 1906/7 2 190 872 20 770417 2 371 667 19 492 003 17 066 6319 622 6 489 290 14 833 179 026 Einfuhr bei 6 700 163 23 200 303 4 416 465 16 240 856 35 540 3 703 177 12318 839 25 604 180 227 Roggen Gesamtausfuhr in Doppelzentnem 1908/9 1906/7 8 389 675 3 960 947 169 103 3 628 571 396 747 931 694 1 605 823 um 4 609 231 2 897 550 3 263 680 143.554 3 565 073 836 265 885 443 847 438 Doppel« zentner gesunken, die Ausfuhr um 5 492 125 Doppelzenwer gestiegen. Mithin ergibt sich aus dem Außenhandel eine Minderversorgung von rund 10 Millionen Doppelzentner Roggen. Die Weizeneinfuhr ist um 2 429 886 Doppelzentner zurückgegangen, die Ausfuhr zeigt eine Zunahme von 707 267 Doppelzentner, insgesamt Mindererzeugung 3 137 153 Doppelzentner. So sorgen Junker und Exporteure für das liebe Vaterland und schimpfen dabei über die Begehrlichkeit der Arbeiter, wenn diese etwas mehr Lohn verlangen, weil ihnen durch die Junkerpolitik Hungerpreise für Lebensmittel aufgezwungen werden._ Allgemeine Kranken, und Stcrbekaffe der Metallarbeiter (E. H. 29 Hamburg.) Filiale Baumjchulenweg. Sonnabend, den 31. Juli, abends 8'/, uhr, im Lokal von Kädiug, Baumschulenstraße 67: Mitgliederverlammlung._ ßnefhaften der Kedahtion. Die turlstlschc Sprechstunde findet Linde» st raste S, zweiter Hof, dritter Eingang, vier Treppen, Mx- Fahrstuhl wochentiiglich abends bon 7>4 bis 9Vj Uhr statt. Gciiffnct 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merizeichrn beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. BIS zur Beantwortung im Briefkasten könne» 14 Tage vergehen. Eilig« Fragen trage man in der Sprcchftnnde bor. W. 25. 25. 1. Nein. Für die Ausstellung einer Heiratsurkunde sind 69 Ps. zu zahlen. 2, Eine junge Frau, die die Hälfte der Klebemarien- beitrage zurückerstattet" habe» will, wendet sich an die Versicherungsanstalt (Am Köllnischen Park). Das Gesuch kann schriftlich oder zu Protokoll er- llärt werden. Erforderlich ist die Beibringung der Ouittungskarten und der Heiratsurkunde. DaS Gesuch um Rückzahlung der Beiträge muß innerhalb eines Jahres nach der Heirat gestellt sein. Dem Gesuch wird stattgegeben, wenn mindestens 209 Marken vor der Heirat geklebt sind. Durch die er- solgte Rückzahlung verliert die Frau weitere Anrechte aus der Invaliden- Versicherung. Es ist daher in der Regel zweckmäßiger, nicht die Rückzahlung zu verlangen, sondern weiter zu kleben. Zur Ausrcchtcrhaltung deS Rechtes auS der Versicherung genügt eS, daß die früher versicherungspslichtige Frau innerhalb je zwei Jahren mindestens 29 Marken gleichviel welcher Klasse Nebt. Durch daS Weiterkleben hat die Frau eventuell einen Anspruch aus Invaliden- oder Mtersrente. Wichtiger ist die freilich nicht erzwingbare aber mögliche Ausnahme in eine Heilstätte. bei Britz, in den Kiesgruben bei Südende, in den Tonziegeleigrube» bei Werder, Phöben und Glindow, an der BahndammausschüttMg bei Wildpark.'>3 Humor und Satire» Es lebe der Zar. WemVS ihm zu Hause nicht mehr paßt, besucht er hin und wieder als gern geseh'ner Ehrengast die Gottesgnadenbrüder. Dann feiem und festieren sie mit fürstlicher Ergötzung, versichern sich der Sympathie und gegenseit'gen Schätzung. Da wird nach altem, gutem Brauch einander zugeprostet, und mehr als einmal wird wohl auch auf diesen Gast getoastet: »Ich rufe heutt und immerdar— o Hütt' ich tausend Zungen I— hoch Seine Majestät der Zar!" Und NittauS grinst gezwungen. DaS kommt, weil er im Stillen denkt: »So war'S von je im Leben, der kleine Mörder wird gehentt, den großen läßt man leben." _ Franz. Notizen. — Das Parsifal-Monopol soll nach einer Resolution des Deutschen Bühnenvereins, der Organisatton der Theaterdirektoren, auch nach 1913, wo alle Werke Wagners frei werden, Bayreuth er« halten werden. Als Bedingung gilt, daß das Bayreuth".! Festspielhaus unter der Leitung der nächsten Erben Wagners un'' deS Ver« waltungSrats bleibt. Sollte dieser Beschluß nicht durchbrochen werden, so wird auch in Zukunft der Parfifal ein Privileg des internattonalen Kunstsnobs und der Geldsackariftokratie bleiben. — DaS Friedrich-Wilhelm städtische Schau- spielhauS beginnt die neue Saison am 21. August mit einer Aufführung von„Der Widerspenstigen Zähmung' von Shakespeare in der am Stadttheater in Leipzig ohne Szenenwechsel gegebenen Bearbeitung von Dr. Weber. Slngegangene vruckfchrikten. park Kraus, von Dr. R. Scheu. Broich. 80 Pf.— Jahoda u. Siegel. Wien. »Neue Weltanschauung-. Hest 7. Monatsschrift. Red. Dr. W. Nrettendach. Pro Jahr 4 M.— F. Lehmann, Stuttgart. DaS Schwabenalter deS oeutsche« Parlaments. Eine heitere Chronil des Deutschen Reichstags, zusammengestellt von H. Morrö. Vorwort von A. Traeger.— H. Ehbock. Berlin Vl. 30. Geh. 2 M. ®te Luftschiffahrt, ihre geschichtliche Entwickelung und ihre natur- wissenschajtltchcn Grundlagen. Bon Dr. W. Epstein. Herausgegeben vom Rhein-Mainischen Verband für Volttbildung. Franksurt a. M. 20 Pf. Siede und Ehe im alte» Orient. Bon Ferd. Frhr. v. Reitzenstein, Ewttgart. Franckhsche Berlagshandlung. Geb. 2 M., geb. 3 M. Freiheit de« Geiste«! Von P. Roß. 1.S0 M.- Möwe. Verlag, Halberstadt._ Amtlicher Marktbericht der stödtischen Markthallen-Dtrettion über ' den Großhandel in den Zenwal-Marfthallen. iviarktlage: Fleisch; Zufuhr genügend, Geschäft schleppend, Preise uNderändert. Wild: Zusuhr genügend, Geschäft ledhast, Preise unverändert. Geflügel: Zuftihr ge- nügend, Geschäft rege, Preise anziehend. Fische: Zusuhr mäßig, Geschäst tedhast, Preise desriedlgend. Butter und Käs«: Geschäst ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr reichlich, Geschäst schleppend, Preise wenig desriedlgend. WitternngSüberstcht vom SV. Juli 100», morgen« 8 ubr. Etationen Swwemd». Scrltn frantf.a.M. Münch Wien Heu SZ> S? 763 S8 753 SW 756 W 760©SB 763 SW 752 W WeUer 4 bedeckt 4 Regen 4 bedeckt 5 bedeckt 6 wolkig 4 halb «« aH h w2> Etationen s- - c B— -§ £2 S— daranda 748 Still iersburg 745O Sctllh Werde« Pari» 761 WSW 754 NW 763 SW Wetter heiter 2 Regen 4dedeckt Ichalb bd. 3wolkig tt-* Ml 14 13 15 13 15 Wetterprognose für Sonnabend, de» 81. Juli 190«. Zunächst aufklarend, am Tag« etwas»ärmer bei mäßigen westlich« Winden; später wieder zunehmende Bewölkung und leichter Regen. Berliner W et t er b u r e a». Wasserstands-Nachrichtcn der Landes anstalt für Gewässerkunde, mitgelellt vom Berliner Wctterburean. Wasserstand M e m e I. Tilfit P r c g e l, Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Raftbor , Krassen Frankfurt Wa r t h e, Schrimm , Landsberg Netz«, Bordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barby . Magdeburg am 23. 7. cm 191 -19 116 158 166 211 64 44 —23 24 —105 140 128 seit 28. 7. cra l) -3 +6 —8 —10 —21 —24 -8 0 +1 +1« —1 -10 -5 Wasserstand Saale, Grochlltz Havel, Spandau') , Rathenow') Spree, Spremberg') , BeeSkow Wefer, Münden , Minden Rhein, MaximilumSau , Kaub , Köln Neckar, Heilbronn Main, Wertheim Mosel, Trier am 29. 7. cm 62 50 12 84 98 -90 —31 518 284 295 56 120 73 l-it 28. 7 cm _ 2 +4 —5 0 0 +2 +3 0 —5 —8 —4 +3 •)+ bedeutet Wuchs.— Fall.—•) llnlerpegel. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber Verantwortung. keinerlei Cbeater. Sonnabend, den 31. Juli. Ansang 8 Uhr. Neues königliches Operntheater. Othello,»»s. Vlt Uhr. DentfcheS. Stetten. Kamm erspiele. Gelbstem. Lesstng. Die Dcllarprinzessiu. Berliner. Ein Herbstmanöver. Stene» Schauspielhaus. Moral. Schiller«».< Wallner. Theater.) Madam« Bonward. Schill-r Eharlottenbnrg. Der Biberpelz. Friedrich> Wilhelmftädt. Schau- spielhaus. Troubadour. Komische Oper. Demimonde. Neues. Sein Sündenregister. Luise«. Die Sünde des Priester». Thalia. Im Casö Noblesse. Lnstspielhaus. Familie Schimel. Neues Operette«. Di« Sprudelsee. FolieS Eavrice. Drei Frauenhüt«. Der Deserteur usw. Ans. 8'/, Uhr. ....- Metropol. Die oberen Zehntausend. Apollo. Hartstein. Er oder Er. Spezialitäten. Gebr. Herrufeld-Xheater. Frau ElkamS Friseur. Wintergarten. Spezialität«. Passage. Spezialitäten. Bernhard Rose. Die Grille. Walhalla. Spezialitäten. Berliner Prater. Man lebt ja nur einmal. W. Roacks Theater. Schuldbewußt. Spezialitäten. Stadt-Theater Moabit. Spezia- litäten. BolkSgarten. Spezialitäten. Brunnen. Eine tolle Nacht. Spe- ztaliläten. Reichshalle». Winter-Thmian. Urania. Taubeuftraste 48/40. Abend» 8 Uhr: Der Montblanc. Sternwarte, Jnvalidmstr. 57/62. �essinx-Tkeatel'. Gastspiel d. Neuen Operetten-Theater». Ansang 8 Uhr. VI« Dollarprl»Beaaiii, Operetle in 3 Akten von Leo Fall. berliner l'keater. Heute 8 Uhr: Uli» HerketmairSvei». Morgen: Ein Herinimaniver. Neues Theater. Abend» 8 Uhr: SeinSfindenregister Sonntag und folgende Tage: Lein äfindenregister. Nene« Kgl. Opern- Idealer(Kroll). Oura-Oper. Einfache Preise. Othello. Oper v. Qins.Verdi.— Anf+'/.ühr. Sonntag; Lohengrin.(7 Uhr.) Montag; Tannhüuser.(7 Uhr) Menes Operetten-Theater, Schissbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Anfang 8 Uhr: Die SpraSelikee. Operette in 3 Alten o. H. Reinhardt. Idealer ües Vesteos. Varannelge! «flesersröstnuna Lonntag. t. August. Der Adele Itaner. Bon Leo Fall. hllStSPISlKsilA. AbendS 8 Uhr: Tamilie Sohimek. Friedrich-Wilheimstadtiscbes Schauspielhaus, Sonnabend, 31. Juli, abend» 8 Uhr: Letztes Gastspiel A. Bockmann: Der Troubadour. Große Oper in 4 Akt« von G. Verdi. (Kleine Preise.) Sonntag 3 Ubr: Der Waffenschmied. Abend» 8 Uhr: Fn Diavolo. »-so Zum ictzteo Maie: HartsteliiEro,t)t;lKr. Ab 8 Uhr: Das»nübertr. Progr. Paul Jülich. Die tustigen Zecher. Die O Yankee Doodle tilrla. Morgsn Urania. Wissenschaftliches Theater. Tanbonstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der Montblanc. OOIOCISCHER CARTEN Täglich; Großes Mllitar-Doppel-Konzeri. Eintr. 191., v. abends 8 Uhr ab SOPf, Kind.u. 10 Jahr, d. Hälft. Passage- Panoptikum. Lebend! Die letzten veiieiien ffesen vom Stamme der Uzteken! Stgms» die schwebende "Ss" J Jnnglrao. Ganz Berlin zerbricht Am« eich den Kopf über"fl«» Alles oboe Extra-Entree. Passage-Theater. Setzte Tage! Das sensationelle Willi Präger. The Xtnbys. Kttte Hyan. IL erstklass. Varletd- Attraktlonen. Melropol-Theater Die oberen Zehntausend. Amerik. Operette v. Jul. Freund. Musik t. Gust. Kerker. In Szene gesetzt von Dir. Rieh. Schultz. Tänze von Mr. Bishop. Anl 8 Uhr. Rauchen gestattet. jjC Letzter Tag!"WB Zum letzten Kaie t „2a SHa" in ihren Phantasie-Tänzen] eowie tfl die sensationell. 10 12 M-Aitraktionen 12 Reeervierter Platz 2 M., Entree 1 M. (einschl. Programm n. Garderobe.) c Wieder- Eröffnung: Dienstag, 17. Angnst. ] I MWRDSTmn Gr. Franksurter Skr. 132. Die Grille. von Chart. virch-Pseisser. Ansang 8 Uhr. Ende 11 Uhr. Aus der Gartenbühne Ansang 4>/, Uhr. U.a.: Raudliiel daul Gr. Pantomime. Paul Ceradin). Spezialitäten. �chUler-Tbeater. Schiller-Theater 0.(Wallner-Theater.) Täglich: IHadame Bonlvard. Schwank in 3 Akt« von Alexander Bisson und Antonh Mar». Anfang 8 Uhr. Ende IG Uhr. Schiller-Theater Charlottenburg. Täglich: Der Biberpelz. Ein« Diebeskomödie in 4 Akten von Gerhart Hauptmann. Anfang 8 Uhr. Ende 10'/, Uhr. C�ST�bTs P AMOPTICUH Frledrlchstr. 166(Pschorrpalast). Ohne Das Extra-Entree i tnenschHche Monstrum! 2 Köpfe, 1 Rumpf, 4 Arme und 4 Beine. Ment Sensationell t Signor irturo als Entfesselongskünsller Morgen Sonntag; Premiere I Humoristische Künstler-Abende Erstklassiges Programm X X X X X X X X Ohne ExtrasEntree I Arnold Scholz NdlC Wolt Hasenhelde 108-114 Heute Sonnabend, den 31. Joll 1009: Or. Sommerfest. Im Biesen-Festsaal: Sommcrnachtsball. Gala- Spezialitäten und Konzert. Feenhatto Kaskaden-Belenchtnng. Anl. 6 Uhr. Passepartouts haben Gültigkeit. Entree 25 Pf. Sep.-Yorführnng des„kugelsicheren Panzert" um 6 u. 8 Uhr. Voiksgarten- Theater früher Weimanns Volksgarten. Täglich: Konzert. Theater, und Spezialitäten Borftellung. Sonja Suwaroff. X Mlta Rotalll. The Oduros. X Hubeie-Trlo. Der Brandstifter von Berlin. Volksst. m. Ges. u. Tanz v. Reissling«. Donnerstag, 19. Aug.: Gr. Garten fest «GGGGGGGGOOOOSGGGGS ! Se>i«siisf- Ssilsii! Am Köni gStor. Am Friedrich»Hain TSnHfK Anfang 4 resp. 6 Uhr 1 agilen Fntree SO Pf. ; Theater-Yorsteilungl i Spezialitäten. D. neue Juliprogr., ! Kinematograph, Volksbelustigung.! Goldjunge | Scb.Miitlvocl): Kindorfreudenfest. � OSOGGSGSOOSOOGOOOG W.Koacks Theater Direktion: Rob. Olli,«runnenftr. 16. «roste Extravorstellung! Er, sie und„er". Pariser Sittenbild in 3 AN«. Anfang des Spezialitätenteils 7 Uhr, Konzert S, Kaffeek. S Uhr, Entree 30 Pf. Währ, u.n. d. Vorst.: Tanzkränzchen. Vereins- Brauerei Rlxdorf, Hermannstr. 214/219. Oekonom: Max Wandt. ggf Tbgllch:-M> ! Gr. Militär- Konzert. BorzugSkarten haben wochentags Gültigkeil. Entree IS Pf. .«b». K Abfahrtatelle A Schillingsbrücke � <*BS3sSSSSb am Schlesifche» Bahnhof. ÄÄ?® Soltersdorler Schleose � g; Um 8V„ 9'/, und mittags 2 Uhr nach ? vvlijv neb« Hl« und zurück nur 8D Ps. Robert Tlamer. Joseph Frankes Festsäle und Garten BadatraBe 10. Telephon: Amt LH, 4944. Empsiehlt sewe Säle, 50—1000 Personen fassend, zu Versammlung« und VereinSsestlichleiten jeder Art. 7Slb Sonnabend, de« 11. September, umständehalber frei geworden. Der schönste AuSftugSort und Aufenthalt Ist immer und gern gejehn sind wir beim pickolswonckon Alten freund. Friedrichsberg"""Y"™..""o""'" 5 Siadtbahnstalion Frankf. Allee. Inh. AttlhOld« Fernspr Frladrlchtberg Ne.». Tdgllch! Ab Sonntag, den X. Aagaat 1000: Tttgllch I Gr. internationale Ringkampf« Konkurrenz am die Meistcrschait der Provinz Brandenburg and die Prämie 8000 M. in bar. Folgende berühmte Ringer haben ihre Teilnahme bestimmt zugesagt i Ralnhcld Pelitjean, Moistorringer von Elsaß-Lothringen. Xaver Huber, Meistemngar d. Schweiz, Dirk van der Berg, Champion von Holland. Gustav Parschau, Meisterringer von Ostpreußen. Charles le Marin, Champion von Frankreich. Max Schwarz. Meisterringer von Berlin. Michael Hitzler, Meisterringor von Bayern. Stolzenwaldt, Essen. Wilhelm Zenker, Berlin. Franz Sauerer, Meieterringer von Nürnberg, Franz HiBmann, Meisterringer von Westfalen. Pltro Milo, Champion von Italien. Charles Axa, Champion von Australien. Alphens Steurs, Champion von Belgien. Luoien Lsgommi, Bordeaux. Reinhold Petersen, Berlin. Anastaelo Anglio, Neger- Champion von der Insel Martinique. Tom Jackson, Champion ol England. Vor den Ringkämpfen; Anftroten erstklass. Spczlalltitten mit Franz Sobantkl. l*C Z.I MM» Heute: Premiere der Novität: krsu Likilmz Triseur. Hierzu zum 20. Male: Metne- Deine ToehleF. Beide Komödien mit den Autor« Auto» und Donat Hcrrnfeld in dm Haupiroll«. Ans. 8Uhr. Ab 7l1hr: Promen.-Konzert im sehatt.Scmmergarten und Perzola. Morgen: Dies. Vorst. Vorverl. 11-2. Retehshstten-Thesle!'. Heute: Letzte« Gastspiel VtHnter-Tymian. Ansang: 8 Uhr. Morgen: Wiederbegin« der Soireen der Ltettinsr Lsngsr. Ksnnnsn-Ihesiss Badstraße 53. Direttlon: Willi Voigt. Heute fowte täglich: X Erstklassige Spezialitäten 1 X Novitttt! NovltUt! Eine tolle liachi. Gr. AuSstattungS-BolkSstück mit Gesang und Tanz in 5 Bilde« von Freund und Mannstädt. Kasseneröffnung 2 Uhr. Ans. 4 Uhr. Königstadt-Kazino. bolzmarttstr.72(Ecke Alexanders tr.) tägl. lcherrl.Natur-Sommergarien bei ungünstiger Witterung i. Saale Gr. Theater- u. Spez.- Verstellung. loh danke, Beiv Pranke. Schwank in 1 Akt von O. Richter. MeiSner, Oumby, Steininger, Filippo La belle Therese, Stuhr u. Schnell. Anf�vochenL��SotmkaHsöUbr. Stadt-Theater Moabit. ▲It-Boabit 47/48. Täglich: Spezialitäten und Theater- Vorstellung. Ans. b. Verstellung wochentags 7 Ubr, Konzert 6 Uhr. Sonnt 6 bezw. ö Uhr. Gartenerössnung 3 Uhr. Jeden Montag Elitetag, Spezia- litäten und Soiree der»Lustigen Sänger�. Be» Regenwetter Vorstellung großen Theater-SaaL_ im \Vaihalla T T Variete-Theater Weinbergsweg 19/20, Rosentaler Tor. Ansang 8 Uhr. Im Theater: DaS großartige Jult-Programm. Morgen Sonntag: Heue Spezialitäten. �MMMMMMdGdck I Kkrtiner Prater-Thkater! Kastantmallee 7—9. I Täglich; < Ban lebt Ja nur einmal! | Havemanns größte Raubtierschule ( d.WelL Spezialität., Konzert, Ball.| ( Ansang 41;, Uhr. 1 Max Kliems Somer-Her nnil FesMIe Rudolf KrDger Hasenhelde IS/IS. DOr- Täglich: Großes Konzert, Theater und Spezialitäten-lforsteüung. Art. Leitung: Walter Gravenitz. Jeden Donnerstag:Elltetag. 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Mein Geschäst hat mit den.Gelb« Gewerkschaften" nicht» z« tun. AlhiNil! Große UrchmmlW Alhtong! an SomaM, den 31. W. abends S't Uhr, im Saal 4 des Cemerttsehaflshanses, Sngel-Ufer 13. Tagesordnung: des Präsidenten der Gewerkschaften Nordamerikas (American Federation of Labor) „Die Gewerkschaftsbewegung diesseits und jenseits des Ozeans". Wir ersuchen die Partei- und Gewerkschastsgenossen um recht regen Besuch. ggv/g« _ Dtr Ausschuß der Kttliner SewertrschilfisKommisfiorl. Vortrag Sam. Gompers Zentrolmboud w Moschiiiiste«°>>d Heizer soioie Kerussgeoossc« Dcutslhtouds - Vei-« ultunjxssteNe dZroL-Itvn'IIa.- Tonntag. de« 1. August, nachmittags 4 Uhr, im Englischen Garte«. Alexanderstr. 87«: General-Versammlung. TageS, prdnung- Kasienvericht. Bericht der Revisoren. Bericht der Delegierten zur Ee- werkschaitskommission. Wahl eines Schristführers. Anträge. Um zahlreichen Besuch ersucht r«S/10 Die Verwaltung.». Sod�ittsu. ZU«rvIsvvr«tn«nS Ilmgeeend, Sonntag, den 1. August, vormittags 10 Uhr: General-Versammlung:. im Gewerkschaftshaus, Engel-User 15, Saal 4. TageS-Ordnung: 29/20* 1. Vortrag des RelchZtagZadgeordneten Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 8. Anrechnung vom zweiten Quartal 1909 und Bericht der Revisoren. 4. Diskussion. 6. AuSschlußanträge. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Einlast. Vollzähliges und dünllltcheS Erscheinen erwartet v«? ZUnrvIgnrvn'vKannvoHkBtannnd. iehlnng! Deutscher Metallarbeiter'Verband. sa Verwaltungsstelle Berlin. Arbeitsnachweis: Hos I. Amt m, 1239.«haritSstraste Z. Hauptbureau: Hos IN. Amt IN, 13S7. Ltüm Zelliosseri Somttng, den t. August IM, vormittags 9 Uhr: Nklsalumtung dkl Schlsjser Kerlius«nd Umgegend im Palast-Theater(früher Feen-Palast), Burgstraße 24, vis-a-vis der Börse. TageS-Ordnung: l. Der Stand unserer Lohnbewegung und welche weiteren Maßnahmen find notwendig? 2. Diskussion. Das Mitgliedsbuch ist mitzubringen und am Eingang vorzuzeigen. Mtglieder anderer Organisationen, die der Gewerkschaftskommission angeschlossen find. haben Zutritt._ ffSr" Zahlreicher Besuch wird erwartet«"IM Moutug, den 2. August, abeuds 6 Uhr, im Eemerkslhastshause» Sugelufer lS, Saal 4: Versammlung aller in Mttllligießeleitn dtsihiist. Former u. Kernfsgenoffen TageS-Ordnung: 120/20 1. Vortrag des Genossen S t u m p e über:„Kulturhistorische Entwickelnug der Arbeit". 2. Disklission. 8. Verbands- und Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Kollegen! Wir ersuchen Euch, vollzählig und Pünktlich zu erscheinen. __ Die Ortsverwaltung. Kein Laden, nur t Tr. Kein Laden, t Tr. Vor der Steuer-Erhöhung offeriere« Zigarren anerkannt gute alte Qualitäten, solange Vorrat, zu alten billigsten preisen. Nebenstehende£ Originttl- 1. . BPHpres -mild, 100 Stok. s _ tso; Kl. Mexiko.. 100 St. M. 2.86 I Gunda(Vorsten) 100 St. M. 4.—| Exzell. 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August, tressen sich sSnitliche Schneidemühler vormittag» 10 Uhr bei.Anton Gotowlcz, Heidenseldstrabe 17, zwecks Gründung des Landsmann- schaslsoereinS. 1SS0L* Der(Sinberuser. Vom Ärbsitor vom Handwerker, vom kleinen Beamten, vom Kauf- mann, überhaupt von Jedem, der auf sein Aeufteres hält» wird für billige» Geld wirklich gutsitzende. tadellose Garderobe gesucht. Nur im Kaufhanse für Orts-Krankenkafle der M wi terv. Me »n Berlin. Slfte Abändernng zu dem Statut vom 18. Februar 1893. Artikel 1 Im§ 12 Absatz 1 Ziffer 2 heißt e» sortan statt:.für jeden Arbeitstag- .für jeden Kalendertag». 72 Artikel ll. Borstehenbe Abänderung tritt nach ertolgter Genehmigung mit dem ersten Montag« nach der statuten- mäßigen Bekanntmachung w Kraft; doch findet dieselbe aus schwebende UnterstützungSsälle teine ilnmendung. Berlin, den 25. April 1909. Der Borftand: 0. lielömann, Vorsitzender. P. Liepelt, Schrislsührer. Genehmigt durch Beschluß vom 8. Juli 1909. Der BezirksanSschnft z« Berit«. (L. 8.) Abteilung U II. 0. 63.09/1. Böttger. Diese Statuten-Abänderung tritt vom Montag, dm 2. August 1909, ad in KrasL Monatsgarderoben, Große Frankfurter Strafte 03. erhalten Sie diese«nd können darin leicht* 2 lim Millionär werden. Wir verkaufe« von Millionäre», Doktoren. Reisenden sowie feinsten Kavalieren nur wenig getragene, in den ersten Werkstätten Deutschlands «nd deS Auslandes, teils sogar auf Seide gearbeitete, an Stoff«nd Haltbarkeit unübertroffene Serie 1 Serie U Serie III MaB-Anzüga 8 M. 14 M. 18 M. Maß-Paletots 6 M. 12 M. 16 M. Gesellschnsts-Anziigr werden billigst verliehen. Kaiiniaiis nirMonatsgarderoben Große Frankfurter Straße 93. Bitte Im eigenen Interesse auf Hausnummer zu achten. Streng reelles chriftl. Geschäft,«eine Filiale« am Platze. �bteüunx II Neue Garderoben. IMk. wöchentliche Teilzahlungen liefere Ersatz für Maß. MCk Hermann Meyer& Ci Akt.-Ges. 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I Beibemaschfne 1 Kaffeemühle, Würfelmuster 2 dekor. Büchsen,.Kaffee und Zucker* 1 Petrolenmkanne, dekor., 3 Liter Inhalt 3 Paar Essbestecke, vernickelt 1 Brett mit 3 Küchenmesser 12 Stück Esslöffel, extra stark I schwarzer Besen mit poliertem Stiel I Tablett mit Einlage I graner Besen und ein Schrubber mit Stiel 1 Quirlgarnitur, 7teiiig 1 Bürstengamitur, 4teUig 1 Waschbrett, 1 Aermelbrett und 1 Schock Klammern 1 vierstufige Leiter 1 Holzschemel 1 Schulmappe für Knaben oder M&dchen 1 Bierservice ans Blas, 7 teiiig 1 Likörgarnitur, steilig 5 StflckBierbecher mit Goldrand 1 Käseglocke, 1 Butter glucke, 1 Znckerschale auf Fuss, 1 Benage und 6 Kompotteller zusammen 95 Pf. 1 Fruchtschale mit Kelch, Dfamantschüff 1 Satz-SStck.Compotlören, Diamantschlifl 1 Gompotiöre auf 3 Füssen, Diamantschliff 1 Bierseidel mit Deckel 5 Bellen Butterbrotpapier 1 Bntterglocke und 1 Käseglocke, Diamantschliff 1 Tischlampe I Küchenlampe, dekoriert 1 Brotkorb, vernickelt, mit Kacheleinlage I Metall- Fnicht schale mit Kelch 2 Stück Blumenvasen mit Beschlag 1 Betall-Baneluervlce 3 Bilderrahmen, i Kabinett und 2 Visit 1 Obstständer mit 6 Messern 2 Stück Wandteller 1 Fischständer mit Glas, Netz und 1 Goldflsoh 2 Figuren, 45 cm hoch, mit Palme 1 Hansapotheke aus HoU 1 Toilettespiegel mit Schublade 1 Büstenständer, nussbaum lackiert 1 Bauerntisch, nussbaum lackiert Ein Posten Emaille, bessere Ware. 2 Pfd. 95 Pf. Ein Posten verzinkte Waschtöple. 2 Pfd. 95 Pf. Ein Posten Aluminium-Kochgeschirr Stack 95 Pf. 2 Bambussländer mit Majo- lika-Tellcr 1 Papierkorb 1 Holz-Schirmständer I Togelbauer 1 Photograpüie-Album 1 Markttasche mit Ring 1 Stnllenkoffer 1 Beise- Handtasche 1 Album für 500 Ansichtskarten 1 Hocker, nusshaum lackiert 1 Tiscbläufer aus Crfpe- papier und 100 Servietten 4 Bollen Küchenkante 12 Stück Blumen-Fettselle 1 Bürstengarnitur I Kammgarnitur 12 gedrehte Kerzen 12 Stück Hansseife 1 Blumenständer mit teicher Füllung I Stranss mit Vase 1 Blumenkorb mit Nelken 1 grosse Palme(5 Blatt) 1 grosser Zimmerschmnck (Blumen) 1 Damenhemd mit Stickerei 1 Damen- Beinkleid mit Stickerei 1 Anstandsroek mit Stickerei 1 Paradekissen mit Spruch 1 Dntertaille aus Stickerei 1 halbhohes Korsett mit Spirale 1 Gürtel-Korsett 1 bnnte Tändelschürze 1 fliederschürze mit Träger 1 Haussohürzo mit Volant und Tasche 1 Halbreformsohüm 1 weisse Tändelschürzo mit Träger 1 bnnte Klndersobürze 1 bunte Tändelschüne mit Träger 1 schwane Hausschürze 1 schwarze Tändelschüne 1 Knaben-Schüno 1 nussou-Eittel 1 blaue Hausschün« 1 Elnder-Betormschüne 1 Servlerschüne mit Träger Vr Dtzd. Herren- Tascbon- tÜCher mit bunter Kante V? Dtzd. Damen- Taschentücher mit bunter Kante 1 Dtzd. Batist-Tücher 1 Dtzd. Linon-Tücher 1 Dtzd. Kinder- Tücher mit Buchstaben V: Dtzd. Damen- Taschentücher mit Buchstaben, Batist oder Linon Vs Dtzd. gebranchstertige Taschentücher 1 Herren- Krawatte(Selbstbinder oder Begatte) 1 Garlendecke mit oder ohne Fransen 1 Kaffeedecke 1 Frottierbandtuch 1 Frottierlaken ca. 3 fltr. Hemdenluch ca. 3 fltr. Lousiauatuch ca. 2 fltr. Crolsö-Barchent ca. 2 fltr. Piquö- Barchent ca. 2 fltr. Unterrock-Velour ca. 2 fltr. Schürzenstoff ca. 3 fltr. Hemdenbarchent 1 gebleichtes Tischtuch 1 RolltUCh mit eingewebter Kante I Plättdecks 1 Wachstuch-Decke ss/ns 1 Barchent-Laksn, weiss oder bunt 1 secbstelllge Küchengarnitur aus Wachstuch 3 Gerstenk em- Handtücher 3 Drell-Handlücher V, Dtzd. imitierte Ledertücher Vi Dtzd. Stanbtüchor Vi Dtzd. 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Schrankstrollen 1 gezeichnetes Stnbenhand- tnch 1 gezeichnetes Küchenhand- tnch 1 gezeichnete Besteektasche 1 gezeichnetes Eissen mit Volant 1 gezeichnete Waschtisch- Garnitur 1 gezeichnetes Besenhandtuch I Stubenhandtueh mit Spitz« 1 Spacbtelgarnitur(iLSufer und 2 Decken) I englischer Tüll-Läufer I gestrickte Damen-Weste 1 weisse Golf-Bluse 1 Anto-Shawl 1 feiner Eopf-Shawl 1 geetriektKlnderkleidchan 1 Knaben-Sweater I TaiUentnch 1 Herren-Eegenschtrm 1 Damen-Begenschirm 1 Klnder-Begenschirm 1 PaarDamon-Tuchpantoffel 1 Paar Lastüngscbnhe 1 Paar Plüschpantoffel mh Ledersohle 1 Paar Samtpantoflol 1 Paar Hausschuhe 2 Paar Cordpantofiel 1 Paar Kinderschuhe Grosse Posten Weisse ßatist-Blusen reich mit Einsätzen garniert. Farbige Wasch-Blusen- Wasch-Kostümröcke.. Weisse Kinderkleidchen mit Volant und Stickerei.. Farbige Kinderkleidchen mit Volant und Bordüre.. Wasch- Unterröcke Knaben-Wasch-Anziige.. Knaben-Wasch-Biusen... 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Wir ersuchen daher die Berliner Arbeiterschaft, unsere dortigen Genossen tatkräftig zu unterstützen und speziell das Lokal.Tempelhofer Tivoli", Inhaber A. Hoffmann (früherer Besitzer des.Dresdener Gartens", Berlin) streng zu meiden. Auf Wunsch der Parteigenossen Zehlendorfs teilen wir mit, daß das Lokal.Fürstenhos" nach wie vor gesperrt ist. Frei sind nur: Micklei, Potsdamer Str. 2ö; O.Kühne, Flens- burger Str. 7, und W. Miel, Karlstr. 12. In Dabendorf bei Zossen steht uns das Lokal„Zum deutschen Kaiser", Inhaber C. Gohlke, zu den bekannten Be- dingungen zur Verfügung; desgleichen in Groß- Lichtcrfclde das Restaurant Richter, Chansscestr. 104. In AdlcrShof ist das Lokal Sedaustr. 3/4 von Herrn Franz H a u s e r übernoinmen und steht uns dasselbe nach wie vor zur Verfügung. Die Lokalkommission. Bernau. Zwecks Zusammenstellung der Büchereien der Gcwerk- schaften, des Wahlvereins usw. ersuchen wir dringend, die aus der Wahlvereinsbibliothek entliehenen Bücher umgehend während der Bibliothekstunden(Montags von 8— 9 Uhr abends) abzuliefern. Die Bezirksleitung. Mariendorf. Die Parteigenossen treffen sich Sonntag nach- mittag 2 Uhr bei Lölvenhagen, Chausseestr. 27. Die Bezirksführer eine halbe Stunde früher. Wilhelmsruh, Rosenthal, Nicder-Schönhansen-West. jAm Sonntag, den 1. August, morgens 8 Uhr, findet eine Flugblattverbreitung vom Lokal der Witwe Barth aus statt. Berliner JSacbricbten. Im Berliner Aquarium. Ein Gang durch dieses Institut bietet dem Besucher, be- sonders aber dem Neuling, sehr belehrende und interessante Einblicke in die Wunder der Tierwelt. Schon beim Eintritt in das dämmernde Halbdunkel der Halle fesseln uns so- fort die Glaskästen. in denen sich Schildkröten und Eidechsen gemütlich fortbewegen oder in apathischer Nuhe schlummern, und Schlangen,„zu scheußlichen Klumpen geballt", sich räkeln. Eine davon hat die Lust angewandelt, ein erfrischendes Bad zu nehmen; und behaglich schlängelt sie mit hoch erhobenem Haupte im Kreise herunr. Eine Puffotter liegt regungslos, wie erstarrt am Boden, den platten Kopf mit den tückisch blinzelnden Augen in den Sand gedrückt. Wassereidechsen, mit einer Haut wie Pergament, glotzen uns verwundert an, ohne sich in ihrer phlegmatischen Ruhe stören zu lassen. In einer felsigen Grotte, wo das Wasser tief unten leise plätschernd in einen kleinen See rinnt, zanken sich mit ohrenzerreißendem Geschrei prächtig gefiederte Papageien, während schmucke Fischreiher sich unten am Wasser zu schaffen machen. Weiter vorn lockt uns ein Riesensalamander und ein stattlicher Schimpanse wartet schon sehnlichst auf die Gelegenheit, uns sein Honneur zu machen und seine fabel- haften artistischen Künste zu zeigen. Ein junges Ehepaar ans dem Lande John Bnlls amüsiert sich riesig über den drolligen Kerl. Als er sich aber mit spitzbübischem Grinsen auf den Rücken legt und einen niedlichen Springbrunnen improvisiert, verhüllt die junge Miß quietschend mit beiden Händen ihr Gesicht und flüchtet hintveg. Ihr Gatte aber folgt ihr, von Lachkränipfcn geschüttelt. Zwei Damen älteren Semesters, in den Handtäschen„Emporleseromane", treten heran und betrachten den kecken Akrobaten.„Weißt Du, Else, ich finde an dem Affen absolut nichts Menschen- ähnliches", erklärt die eine tiefsinnig.„Ach", pflichtet ihr die andere bei,„es ist ja Blödsinn, die ganze Darwinsche Theone." Und nachdem sie mit zwei Sätzen ein Problem abgetan haben, worüber sich die Gelehrten noch lange die Köpfe zerbrechen werden, wandeln sie weiter, zum nächsten Bauer. Donnerwetter! Was ist das I Ani Baume klettern, immer an den Hinterfüßen hängend, hübsche Hundchen mit Flügeln und sehr intelligentem Gesichtsansdruck. Man könnte fast glauben, es seien große Fledermäuse. Fliegende Hunde werden sie genannt und sie bieten einen der eigenartigsten Anblicke in diesem Institute. In einer tiefen Grotte plantschen Kro- kodile im Wasser, suchend, wen sie verschlingen. Absonder- liche Fische schießen in dem hellcrleuchtcten Wasserbassin hin und her. Ein allerliebster Nasenbär streckt uns sein- spitzes Niechorgan entgegen, aber kaum angelangt, ergreifen wir schleunigst die Flucht. Die Düfte Arabiens sind es nicht, die seineni Ääfig entsteigen. Vielleicht spendiert jemand dem armen Burschen einige Flaschen„Kölnisches Wasser", damit er wenigstens Besuche empfangen kann. Durch das Gitter eines riesigen Vogelbauers stecken wir den Finger und sofort eilt eine leichtfüßige Dohle herbei und versucht, den Fremdkörper für sich zu reservieren. Und als das nicht gelingt, hackt der schwarze Knirps unverschämt drauf los. Wunder- liche Gebilde treiben in einem Wasserbassin, in deren Gestalt man schwerlich Sectiere vermuten würde, stände es nicht an- geschrieben, so daß wir es schon glauben müssen. Nicht minder interessant sind der Saumroche und der Adlerroche, die mit vornehmen Allüren wie Damen ihre breiten Mantel- flügel schwenken, während ihr hübsches Gesicht, das sich an der flachen Unterseite des Körpers befindet, fast den Eindruck macht, als lachten sie den Beschauer an. Sonderlich mutet uns auch der Pfeilschwanzkrebs an. der wie eine unheimlich große Spinne aussieht, über die man eine Kasserole gestülpt hat. Es würde zuweit gehen, von allem, was dort geboten wird, Notiz zu nehmen. Ein Besuch lohnt. Die Heeresverwaltung und die Landkäufe in der Provinz Brandenburg. Der Verkauf von Teilen des Tempclhofer Feldes durch die Heeresverwaltuug dürfte vorläufig nicht stattfinden. Einmal sind die Verhandlungen mit der Stadt Berlin wegen der Höhe des Objektes gescheitert und zu zweit ist der dem Reichstage vor- gelegte diesbezügliche Nachtragsetat unerledigt geblieben. Schon aus diesem Grunde mutzte die Angelegenheit bis zum Herbst ruhen, da mit dem Verkauf von Teilen des Paradefeldes das Projekt der Errichtung eines zweiten Truppenübungsplatzes bei Zehrensdorf, unweit Zossen, eng zusammenhängt. Die Hecresberwallung hat ein Interesse am Verkauf des Tenipelhofcr Feldes und wünscht die An- «elegenheit rasch zu erledigen, während Berlin an den horrenden ireisforderungeu Anstoß nimmt. Die Heeresverwaltung ist auf dem in Aussicht genommenen Terrain bei Zossen bereits Kauf- Verpflichtungen eingegangen, die sie mit den etatsmätzigen Mitteln kaum decken kann. Sollte im Laufe des Sommers eine Einigung mit der Stadt Berlin noch erfolgen, so würden die Zossener Verpflichtungen mit der Kaussumme eingelöst werden und vom Reichstage Indemnität verlangt werden. Das gleiche dürfte auch der Fall sein mit der Errichtung von neuen Schietzständen im Tegeler Forst an Stelle der Schictzstände in der Jungfernheide, die an Berlin verkauft werden sollen. Auch ein hierauf bezüglicher Nachtragsetat ist im Reichstage nicht mehr erledigt worden, da er einen Tag vor Sessionsschlutz erst dem Parlament zugegangen war. Das Gerücht, datz ein Konsortium unter Führung des Fürsten Fürstenberg das Tempelhofer Feld erwerben wolle, trifft nicht zu. Für den Fall aber, datz die Stadt Berlin endgültig auf den Ankauf verzichten will, wird die Heeres- Verwaltung mit privater Seite verhandeln, denn die Absicht, den westlichen Teil des Feldes zu verkaufen, besteht fort. Gesellenprüfung mit Schmiergeldern. In der Bäckerinnung„Concordia" wird die Gesellenprüfung in der Weise ausgeführt, daß die sogenannte theoretische Prüfung vor dem Prüfungsausschuß abzulegen ist. Die praktische Prüfung hat der Prüfling in der Backstube eines Prüsungsmeisters abzu- legen, unter dessen Aufsicht er sein Gesellenstück anzufertigen hat. Das Urteil des Prüfungsmeisters ist für das Ergebnis der prak- tischen Prüfung allein maßgebend. Bei den letzten Gesellenprüfungen in der Bäckerinnung„Eon- cordia" wurde dem Prüfungsmeister Spillmann ein Lehrling zur Anfertigung des Gesellenstückes zugewiesen. Ueber den Ausfall der Prüfung berichtete Meister Spillmann, er habe sich durch persönlichen Augenschein davon überzeugt, datz der Lehr- ling die praktischen Fähigkeiten eines Bäckergesellen noch nicht besitze. Mit anderen Worten: Der Prüfling war nach dem Gut- achten des Meisters Spillmann durchgefallen. Das erregte Aufsehen im Gesellenausschuß, denn man kannte den betreffenden Lehrmeister sowie die bei ihm arbeitenden Ge- sellen als gute Handwerker, von denen man nicht annehmen konnte, daß sie ihre Pflichten in der Ausbildung des Lehrlings vernach- lässigt haben sollten. Da der betreffende Lehrling übrigens die theoretische Prüfung gut bestanden hatte, so glaubte man im Ge- sellenausschutz, datz es bei der praktischen Prüfung nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Obermeister Schmidt, dem diese Ange- legenheit von den Gesellenvertretern in der Kommission für das Lehrlingswesen vorgetragen wurde, verwahrte sich ganz entschieden gegen die Auffassung der Gesellenvertreter. Doch der Lehrling wurde einem anderen Prüfungsmeister zur nochmaligen Prüfung überwiesen. Dieser Meister stellte das Zeugnis aus, der Prüfling habe sehr gut gearbeitet und besitze in vollem Matze die Fähigkeiten eines Gesellen. Die Angelegenheit wurde weiter verfolgt und da stellte sich heraus, datz der erste Prüfungsmeister Spillmann bei der Prüfung gar nicht zugegen war, sondern datz sein Werkmeister die Prüfung abgenommen und Ssiillmann lediglich auf die Angaben seines Werkmeister hin den Durchfall des Prüf- lings bescheinigt hat.— Der Prüfling, über die näheren Umstände seiner ersten Prüfung in Spillmanns Bäckerei befragt, gab an: Der Lehrling Spillmanns habe ihm angedeutet, datz der'Werk- meister ein Trinkgeld erwarte. Kurz vordem habe ein anderer Lehrling ebenfalls in Abwesenheit des Meisters Spillmann vor dem Werkführcr sein Gesellenstück gemacht. Dasselbe sei so mangel- Haft gewesen, datz Spillmann, wenn er es gesehen hätte, es nicht gutgeheißen haben würde. Aber dieser Prüfling habe dem Werk- meister drei Mark gegeben und dieser habe dem Meister gegenüber die Prüfung als bestanden erklärt. Hierdurch war das Rätsel des Durchfalls bei der hier in Rede stehenden Prüfung gelöst. In diesem Falle hatte es der Prüfling im Vertrauen auf seine Fähigkeiten verschmäht, sich durch ein Trinkgeld den Gesellenbrief zu erkaufen, und der Werkmeister hat ihm deshalb ein ungünstiges Zeugnis ausgestellt. Soweit handelt es sich nur um die mangelnde Pflichterfüllung eines Prüfungsmeistcrs und die Gewissenlosigkeit eines bestechlichen, nach Schmiergeldern lüsternen Werkmeisters. Aber im weiteren Verlauf dieser Angelegenheit hat auch der Jnnungsvorstand eine Haltung eingenommen, die keineswegs gebilligt werden kann.— Um die Wiederkehr solcher skandalöser Vorgänge bei Prüfungen unmöglich zu machen, hat der Gesellenausschutz beim Jnnungs- vorstände beantragt, den Prüfungsmeister Spillmann, weil er, seiner Pflicht zuwider, die Prüfung nicht selbst vornahm, sondern sich auf den gewissenlosen Werkmeister verließ, seines Amtes zu ent- heben; ferner bei jeder praktischen Gesellenprüfung ein Mitglied des Gesellenausschusses auf Kosten der Innung hinzuzuziehen. Man sollte meinen, wenn der Jnnungsvorstand den Hand- Werkerprüfungen wirklich den Wert beilegt, den sie in den Augen aller Freunde des Jnungswesens haben, dann mutzte er im Jnter- esse einwandfreier Prüfungen den Anträgen des Gescllenaus- schusses stattgeben. Doch der Jnnungsvorstand hat die Anträge rundweg abgelehnt, und zwar mit einer Begründung, aus der her- vorgeht, datz es der Jnnungsvorswnd nicht für eine Pslichtwidrigkeit hält, wenn ein Prüfungsmeistcr die Prüfung nicht sesbst vornimmt, sondern sie durch einen seiner Gesellen vornehmen läßt und sich lediglich auf dessen Votum verlätzt. Datz der Prüfungsmeister im vorliegenden Falle durch einen gewissenlosen Werkmeister zur Ab- gäbe eines objektiv falschen Zeugnisses veranlaßt worden ist, das kommt dem Jnnungsvorstand ansckieinend als ein unbedeutender Zwischenfall vor, den er dadurch sür erledigt hält, datz der be- treffende Werkmeister sofort entlassen wurde. Gegen die Wieder- kehr von Täuschungen nicht anwesender Prüfungsmeister durch gewissenlose Vertreter will der Jnnungsvorstand anscheinend keine wirksamen Vorkehrungen treffen, denn er lehnt die Hinzuziehung eines Gesellenvertreters zu den Prüfungen wegen der daraus er- wachsenden Kosten ab und sagt, es sei kein Grund vorhanden, ein System, welches seit mehr als 26 Jahren bei der Innung im Ge- brauch sei, abzuändern. Wir sind der Meinung, datz Prüfungen, mögen sie noch so ge- wissenhaft vorgenommen werden, keine Gewähr für die Leistungs- fähigkeit der Handwerker bieten. Aber diejenigen, welche das Prüfungswesen für höchst wichtig und bedeutungsvoll haltein dürfen eine korrekte und einwandfreie Gestaltung desselben doch nicht mit Rücksicht auf den Kostenpunkt umgehen.— Der Vollständigkeit wegen sei noch erwähnt, datz der Jnnungsvorstand in einem Punkt eine Aenderung zugesagt hat. Er will nämlich künftig in jedem Falle dem Prüfungsmeister anzeigen, wenn ihm ein Prüfling zur An- fertigung des Gesellenstücks zugesandt wird. Bisher war das also nicht der Fall. Unangemeldet erschienen die Prüflinge in der Werkstatt des Prüfungsmeisters. Deshalb konnte auch Herr Spill- mann im vorliegenden Falle seine Abwesenheit damit entschuldigen, datz er von der bevorstehenden Prüfung nichts gewußt habe. Das ist auch.ein bezeichnendes Merkmal für den Wert der Gesellenprüfungen bei der Innung„Concordia", daß ein PrüfungS- meister, der den Prüfljng und feine Arbeit gar nicht gesehen hat, das matzgebende Urteil über den Ausfall der Prüfung abgeben darf. Gegen die Ablehnung seiner Anträge hat der Gesellenausschutz Beschwerde an die Gewerbedeputation eingereicht, welche die Be- schwerde zur Erledigung an die Handwerkskammer weiter- gegeben hat._ Das ministerielle Verbot der Radrennen mit Motorschrittmacher- Maschinen wird, wie wir hören, vorläufig nicht aufgehoben werden. Der Minister des Innern will erst Erhebungen veranstalten, in- wieweit die preußischen Bahnen eine Bauart aufweisen, die ähnliche Katastrophen wie auf der Bahn am Botanischen Garten unmöglich machen und gleichfalls die Fahrer vor Unfällen schützen. Auf Grund dieser Erhebungen sollen die Bahnen entsprechend umgebaut werden nach den Vorschlägen der zuständigen Baubehörden nach Anhörung der Interessenten. ES ist also anzunehmen, daß diese Saison Motorradrennen nicht mehr sehen wird, da der Umbau eine gewisse Zeit erfordert. Die Bahnbesitzer wollen Tandem- rennen aber überhaupt nicht veranstalten. Die Rennsaison kann also betreffs des Radsports als beendet angesehen werden. Vielleicht sind die Motormaschinen überhaupt von den preußischen Bahnen in Zukunft verbannt, wenn sich keine ausreichenden Sicher« heitsmaßrcgeln einführen lassen. Die endliche Freigabe der Roßstraße für den Straßenbahn- verkehr bedeutet nichts weniger als die Erschließung der südöstlichen Stadtteile, zu denen man vom Mittelpunkt der Stadt bisher nur auf Umwegen gelangen konnte: Ueber den Molkenmarkt durch die Stralauer' und' Brücken- und Köpenicker Straße bezw. über den Spittclmarkt durch die Seydel- und Kommandnntenstraße. Dabei setzt die Benutzung dieser Wege meist ein Umsteigen auf andere Linien voraus. Internationale Ballonfahrt. Am Donnerstag, den B. Angust finden in den Morgenstunden internationale wissenschaftliche Ballon- aufstiege statt. Es steigen Drachen, bemannte oder unbemannte Ballons in den meisten Hauptstädten Europas auf. Der Finder eines jeden unbemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der jedem Ballon beigegebenen Instruktion gemäß den Ballon und die In- strumente sorgfältig birgt und an die angegebene Adresse sofort tele- graphisch Nachricht sendet. Der„Herr von der Landesversicherung" geht um. Wenn er dem„HauShaltungsvorstand" gemeldet wird, so denkt dieser zunächst wohl an einen hausierenden Bersicherungsagenien, der ihn zur Ver- sicherung seines Lebens, Mobiliars usw. überreden will. Der«Herr von der Landesversicherung" läßt sich aber nicht abweisen, er er« klärt: er müsse die„J n v a l i d e n k a r t e n der im Haushalt be- schäftigten Personen" nachsehen. Dagegen läßt sich dann nichts ein- wenden, zumal der Herr durch eine Art Stadtsergeantenunisorm und eine große Aktenmappe genügend legitimiert erscheint. Wenn die vorgelegte Jnvalidenkartc nicht in Ordnung scheint, so läßt der Herr wohl auch die betreffenden Dienstboten rufen, die ihm darüber Aus- kunst geben müssen, Iveshalb in dieser oder jenen Woche nicht„ge- klebt" worden ist. Diese„Kontrolle" beruht auf Vorschrift des Reichsversicherungsamtes, das die Arbeitgeber zur rechtzeitigen Er- füllung ihrer Pflichten durch Geldstrafen bis 106 M. anhalten darf. (Das Gesetz droht für derartige Unterlassungssünden sogar Ordnungs- strafen bis 300 M. an.)_ Rücksichtslosigkeit des EiscnbahnfiskuS. An der Bouchö- und Kiefholzstraße besitzt der BahnfiskuS ein Gelände, das an Laubenbesitzer verpachtet ist. Der Pachtvertrag lautet auf sechs Jahre, jedoch unter Vorbehalt, daß eventuell bei Bedarf des Geländes dieses früher gekündigt werden kann. Nun braucht die Bahn dieses Land und hat den Laubeninhabern am 1. Juni zum 1. Oktober die Kündigung zugestellt. Dagegen hätten nun die Letzteren nicht» einzuwenden, aber ain letzten Sonn- abend erhielten sie plötzlich die Aufforderung, innerhalb acht Tagen, späte st ens aber bis zum 4. August das Grundstück zu räumen. Die betroffenen Leute finden nun dieses Vorgehen der Bahnverwaltung mit Recht sehr hart und sind ratlos, wie sie den schnellen Abzug bewerkstelligen sollen. Die Lauben müssen abgerissen werden und die Leute sagen, hätte man ihnen bei der Pachtung gesagt, daß das so schnell kommen würde oder könnte, dann hätten sie ihre Häuschen leichter gebaut. Das schlimmste ist jedoch die Sorge um das Klein- Vieh und besonders um die Ernte. Ein großer Teil der Pflanzen und Früchte ist noch lange nicht reif, und für daS, waS ziemlich reif ist, wissen die Pächter in dieser kurzen Zeit keine geeignete Ver- Wendung. Sie können doch nicht die nächsten Tage sich ausschließlich an Kohl und Bohnen totessen und zum Verkauf bietet sich keine Gelegenheit, sofern sie nicht die Ware zur Hälfte ver- schenken wollen. Sie haben immerhin ein kleines Kapital in den Boden gesteckt, der nebenbei zurzeit der Pachtung mit Ptein- geröll übersäet war und erst kulturfähig hergerichtet werden mußte. Zum 1. Oktober könnten die Leute ohne besondere Schädigung ziehen, während die Maßnahme sie jetzt recht hart trifft. Nun sind sie wegen Entschädigung an die Bahnverwaltung herangetreten und der Bahnmeister soll gesagt haben, sie möchten nicht so viel fordern, sonst gäbe es langwierige Scherereien. Es sei ja alles reif, 70 Pf.(I) würde es wohl geben. Als einer der Pächter fragte, ob es mit den 70 Pf. Ernst sei, soll die Antwort gelautet haben:„Jawohl, 70 Pf., mehr gibt's nicht I" Die Laubenbesitzer sind nun der Ansicht, daß 70 Pf. Entschädigung doch kaum das ersetze, was sie an Schaden durch die vorzeitige Räumung erleiden. Sie beziffern ihre Einbuße auf 20—30 M., da sie doch auch Räumlichkeiten zur llnterbringung der Gegenstände und der Tiere mieten müßten und an Gemüse und Früchten viel einginge. Auch Rosenstöcke und Bäumchen ließen sich in dieser Jahreszeit schwerlich versetzen. Es wäre wohl nicht mehr wie recht und billig, wenn die Bahn- Verwaltung hier ein Einschen hätte und die Leute bis Oktober sitzen ließe oder aber sie ausreichend entschädigen würde, da eS sich doch um kleine Pächter handelt, die ihre paar sauer erworbenen Groschen' in die Laubengelände gesteckt haben. Zwei Automobilunfälle werden vom gestrigen Tage gemeldet. In der Straße 60o im Norden der Stadt wurde der in dem Hause Nr. 8 des genannten Straßenznges wohnende 33 Jahre alte Kutscher Albert Repke von einem Privatautomobil angefahren und stürzte»o unglücklich zu Boden, daß ihm der schlvere Kraftwagen über das rechte Bein hinwegging. R. erlitt einen komplizierten Unterschenkel- bruch sowie innere Verletzungen. Der Verunglückte wurde zunächst nach der Unfallstalion in der Lindower Straße gebracht, wo er die erste Hilfe erhielt, und von dort nach dem Rudolf-Vicchow-Krankcu- hause übergeführt. Beim Uebcrschreiten des Fahrdamms der Berliner Straße am Knie in Charlottenburg wurde der 61 Jahre alte Privatier Wolsf aus der Kirchstraße 9 von einem Privatautomobil angefahren und niedergerissen. Der Chauffeur hatte rechtzeitig Warnungssigual ge- geben, das jedoch von W. überhört worden war. Der Privatier erlitt Quetschwunden an dem linken Bein sowie erhebliche Ver- letzungen an dem linken Unterarm, konnte sich jedoch, nachdem er von einem Arzt die erste Hilfe erhalten hatte, nach seiner Wohnung begeben._ Selbstmordversuch eines Dienstmädchens. Ein Mädchen, das bei dem Schlächtermeister Otto Balzer. Goßlcrstr. 18, in Dienst stand, machte am Donnerstagmorgen einen Selbstmordversuch, indem es Salmiak verschluckte. Die Tat rief große Aufregung in der Nachbarschaft hervor; das arme Mädchen wurde viel bedauert, es soll bei seiner Herrschaft einer sehr schlechten Behandlung ausgesetzt gewesen sein und in Verzweiflung gehandelt haben. Es wurde nach dem Krankenhanse am Friedrichshain ge- bracht. In seiner Hilflosigkeit und Verlassenheit wußte das Mädchen keinen anderen Rat, als sich das Leben zu nehmen. Wäre es ein Mitglied des Verbandes der Hausangestellten gewesen, hätte es dort Rat und Hilfe finden können, aber, wie»uS versichert wird, hatte es Ivohl kaum eine Ahnung davon, daß ein solcher Verband überhaupt besteht. Von den mehr als 80 000 Dienstmädchen, die eS in Berlin gibt, ist die große Mehrzahl für den Verband sehr schwer zu erreichen. Der Gedanke einer Or- ganisation hat für die meisten etwas Fremdes und liegt ihnen noch vollständig fern. Sie haben auch gar wenig Zeit, sich damit zu be- schäftigen. Um so mehr sollte ihnen die nötige Aufklärung von der Arbeiterschaft, die den Wert der Organisation in vollstem Matze er« kannt hat, zuteil werden. Die Mädchen dürfen nicht verzweifeln und am Leben verzagen, sie sollen um bessere Verhältnisse kämpfen und ihren riicfsichtsloien Ausbeutern energisch entgegentreten lernen. Sie lernen eS aber nur in der Organisation, dem Verbände der Hausangestellten, der dazu gegründet ist, ihre Interessen gegenüber den Herrschaften zu vertreten. Das Verbandsburcau befindet sich Michaelkirchplatz t, vorn 2 Treppen. Wo unsere Genossen Gelegen- heit haben, die Mädchen darauf aufmerksam zu machen, sollten sie eS nicht versäumen._ Ein jugendlicher Selbstmörder hat am Charlottenburger Ufer seinem Leben ein Ende bereitet. In der Nähe der Röntgenbrücke sprang er in die Spree und fand den Tod im Wasser. Die Leiche des unbekannten Toten wurde gestern nachmittag geborgen und nach dem Schauhause gebracht. Im Bricskower See bei Fürstenwalde ertrunken find gestern der Schmiedelehrling Kramer und der Gastwirtsgehilfe Brukopf aus Finkenherd. Beide wollten im Brieskower See baden, kehrten jedoch nicht wieder zurück und wurden nach längerem Suchen m dem Gewässer als Leichen aufgefunden und zwar voll- ständig vekleidet. Es wird angenommen, daß einer der Ver- unglückten von der Böschung abgerutscht und ins Wasser gefallen ist und daß der zweite dem Freunde nachsprang, um ihn zu retten. Dabei haben die beiden jungen Männer den Tod gefunden. Eine schwere Gasexplosion hat auf dem Bahnhof der Sommer- frische Sachsenhausen an der Nordbahn staltgesunden. Die Aborte des Bahnhofs werden zurzeit mit einer Gasleitungsanlage versehen und gestern mittag waren zwei Arbeiter mit dem Befestigen von Glühlörpern in dem Gebäude beschäftigt. Da sich ein ziemlich intensiver Gasgeruch bemerkbar machte, wollte einer der Rohr- leger die Leitungsröhren ableuchten. Er hatte jedoch kaum ein Streichholz angezündet, als plötzlich eine überaus heftige Explosion erfolgte. Die Türen des Abortes wurden zertrümmert und eine gewaltige Stichflamme schlug aus dem Gebäude heraus. Die beiden Rohrleger Rotwald und Hübner, die in dem Hause auf Leitern standen, wurden zu Boden geschleudert und erheblich verletzt. R. hatte am ganzen Körper durch die Stichflamme schwere Brandwunden erlitten, während H. innere Verletzungen davontrug. Zwei Aerzte, die sich zufälligerweise auf dem Bahnhof befanden, legten den Ver- unglückten Verbände an, die später nach ihren Wohnungen in Oranien- bürg übergeführt wurden. 20000 Mark in Schecks gestohlen. AuS dem Geldschranke der Stralauer Glashütte, Aktiengesellschaft, sind vorgestern vier Schecks über je 5000 Mark gestohlen worden. Der Tat dringend verdächtig sind zwei junge Angestellte, die aber noch nicht verhaftet werden konnten. Die auf die Darmstädter Bank zahlbar gemachten vier Schecks waren von dem Direktor Merbitz der Glashütte vor seinem Urlaub, den er kürzlich antrat, ausgefüllt und unterschrieben worden. Vorgestern wurden sie nicht mehr im Geldschrank, wo sie bisher aufbewahrt worden waren, gefunden, und mehrere Umstände deuteten darauf hin, datz sie gestohlen sein mutzten. Der Diebstahl mutz schon bor mehreren Tagen erfolgt sein. Auffällig ist, datz die beiden 18 und 20 Jahre alten Brüder Max und Willy Lorenz aus der Bernauer Str. 118, die als Angestellte der Firma in dem Kassenraume unmittelbar neben dem Tresor arbeiteten, spurlos verschwunden sind. Beide meldeten sich am 13. Juli krank. Sie haben am 22. Juli bei der Darmstädter Bank«inen der Schecks präsentiert, der ihnen auch ausgezahlt wurde. Soweit bekannt, find die drei anderen Schecks noch nicht präsentiert worden. Todessprung von der Lesstngbrücke. Die Verzweiflungstat eines Lebensmüden rief vorgestern nachmittag an der Lessingbrücke Aufsehen hervor. Ein unbekannter, etwa 40 Jahre alter Mann er- regte durch sein seltsames Gebühren die Aufmerksamkeit der Vor- übergehenden. Als er den Versuch machte, sich über das Brücken- geländer hinweg in die Spree hinab zu stürzen, sprangen einige junge Leute hinzu und rissen ihn zurück. Der Fremde versprach nun, keinen Selbstmordversuch mehr zu unternehmen. Kaum war er jedoch wieder frei und wenige Meter entfernt, so sprang er über das Geländer und stürzte sich in die Fluten hinab. Man unter- nahm sofort Rettungsversuche, die jedoch erfolglos blieben. Die Leiche des Lebensmüden konnte bald darauf gelandet werden.— In der Dahscl-Schuwardt-Affäre ist der Termin durch ein neues Ereignis in weite Ferne gerückt worden. Durch die Ermittelungen der Kriminalpolizei hat sich noch ein sehr umfangreiches Material ergeben, welches von dem Staatsanwalt Leisering, der die ganze Sache bearbeitete, zu einer Nachtragsanklage zusammen- gestellt ist. Da sich überdies die Hauptzeugen, Prin�z Hohenlohe, Graf von Frankeicherg, Wolff Wertheim und der Kriminalkommissar von Treskow zurzeit nicht in Berlin befinden, so findet der Termin erst Ende September statt. Von den Verteidigern sind nochmals Haftentlassungsanträge gestellt worden. Wasscrpiratcn. In einem Ruderboot unternahmen Einbrecher eine DiebeSsahrt, wodurch in der vorgestrigen Nacht den Inhabern zahlreicher Vcrgnügungslokale an der Oberspree und Dahme unwill« kommene Besuche abgestattet worden sind. Die Diebe zogen von Restaurant zu Restaurant und plünderten die in den Garten auf- gestellten Automaten, denen sie Waren und Geld entnahmen. Die Verbrecher haben etwa ein Dutzend Gastwirtschaften heimgesucht und nicht unerhebliche Beute gemacht. Die Unglückstreppe auf dem Bahnhof Gesundbrunnen hat gestern wieder einmal ein Opfer gefordert. Der Schneider Wilhelm Aust, Brunnenstr. 02 wohnhaft, war in Pankow gewesen und abends wieder »ach Berlin zurückgefahren. Als er auf dem Bahnhof Gesundbrunnen die steile Treppe hinaufgestiegen war, glitt er auf dem obersten Treppenabsatz aus und stürzte rücklings ab. Auf Veranlassung des Babnarztes wurde der Verunglückte, der mehrere Rippenbrüche und innere Verletzungen davongetragen hatte, nach dem Virchow-Kranken- Haus gebracht. TodeSsturz eines KindeS auS dem vierten Stockwerk. Vor den Augen der Muiter ist gestern nachmittag das dreijährige Töchterchen Klara des Kutschers Jonack, Wühlischstratze 25, tödlich verunglückt. Während Frau I. in der Küche mit Wäsche beschäftigt war, satz das Kind auf dem mit einem Gitter versehenen Fensterbrett. In einem unbewachten Augenblick kletterte die Kleine an dem Gitter hinauf. Soeben wandte sich die Mutter nach ihrein Kinde um, als sie zu ihrem Entsetzen sah, wie dieses den Halt verlor und in die Tiefe stürzte. Mit zerschmetterten Gliedern blieb die Kleine auf dem Hof tot liegen. Der Verband der Taubcnzüchter Grosi-BcrlinS und der Provinz Brandenburg veranstaltet als Vorboten feines 1. Preisfliegens am 1. August im Etablissement der„Neuen Welt", Hasenheide 103— 114, ein grotzes Schauflicgen. Dieses Schanfliegen wird, da dem Ver- bände jetzt 30 Vereine angehören, eines der grötzten werden, welches bis jetzt geboten ivurde. Es werden um 5 Uhr mindestens 1500 Tauben anfgelassen. Beim Sonimcrfcst des Verbandes der Sattler und Portefeniller und Berliner Männerchor ani Sonntag, den 25. Juli, in Brauerei Friedrichshain ist ein Portemonnaie mit Inhalt(zirka 57 M.) ver- loren worden. Es wird gebeten, dieses an H. Nätebusch, 0. 34, Graudenzer Str. 4, abends 7—8 Uhr abzugeben. Daselbst ist eine rote Korallenkette, die gefunden wurde, abzuholen. Gesperrt. Der südliche Damm der Skalitzerstratze vom Elisabeth- Ufer bis zur Admiralstratze wird behufs Asphaltierung vom 2. August ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Feuerwchrbericht. Gestern früh um 5 Ii Uhr kam am Schiff» bauerdamm 33 Feuer aus. Dort brannten in dem Bureau einer Elektrizitätsgesellschast elektrische Apparats, Schreibtische, Futzboden. Fast gleichzeitig hatte die Feüertvdhr äfft Grünen Weg 113 zu tun, wo in einer Küche Fußboden, Balkenlagen u. a. in Flammen standen. In dem Keller der Badeanstalt Brunnenstraße 156 brannten Preßkohlen u. a., so daß es längerer Löscharbeit bedurfte, um die Gefahr zu beseitigen. In den Königskolonaden 14/15 brannte abends ein Mützenlager. Mit einer Schlauchleitung konnte der Brand schnell auf seinen Herd beschränkt werden. Ferner hatte die Feuerwehr in der Skalitzer Straße 42, Neue Königstraße 33, Putbuser Straße 11 und anderen Stellen zu tun. Badestuben, Schornsteine usw. brannten dort. Vorort- l�aclmcbten. Schöneberg. Der sozialdemokratische Wahlvcrcin beschäftigte sich in seiner Generalversammlung am 27. Juli mit dem Vorstands- und Kassen- bericht und mit Anträgen und Delegationen zu den General- Versammlungen des Kreises und Grotz-Berlins, zur Provinzial- konferenz und zum Parteitage.— Dem Bericht des Vorstandes ist zu entnehmen, datz elf Sitzungen des engeren Vorstandes, sechs Bezirksführerkonferenzen und sechs Mitgliederversammlungen statt- fanden. Die Mitgliederzahl ist von 2364 am Anfang des Jahres auf 2387 gestiegen, darunter befinden sich 317 Genossinnen. Die in den letzten Monaten vorgenommene Agitation erhöhte die Leserzahl des.Vorwärts" um 243. Einer Anregung der Genossen im Friedenauer OrtSteile folgend, soll am Sonntag, den 5. September, auf dem Gelände der ehemaligen.Damuka" eine Volksversaminlimg abgehalten werden. Um bei Veranstaltungen des Wahlvereins usw. bereite und geschulte Sänger zu haben, ist zum 2. August im Tunnel bei Grosser eine Zusammenkunft sangeskundiger Genossen vorgesehen, welche dem„Schöneberger Männerchor" beitreten wollen,— Der Kassenbericht für das zweite Quartal weist eine Einnahme von 1645,15 M. und eine Ausgabe von 1623,70 M. auf; Bestand am Orte 21,45 M.— Zur Kreisgeneralversammlung wurden delegiert die Genossen: Wilhelm Karnowski, Otto Karney. Ernst Göritz, Emil Cum, Paul Tauchnitz, Frau Rendel.— Für die Generalversammlung Grotz-Berlins war ein Antrag auf Einführung des Wochenabonne- ments für den„Vorwärts" euigelaufen, der aber keine Zustimmung fand. Angenommen wurde ein Antrag,„welcher die Partei aus- fordert, mit allen gebotenen Mitteln einzugreifen, um die organi- sierten Arbeiter der Vorwärts-Druckerei, welche den Tagesverdienst des 1. Mai nicht abgeliefert haben, auf die Inkonsequenz ihres Handelns aufmerksam zu machen". Als Delegierte wurden gewählt die Ge- »offen: Klizinski, Karl Eckert, Frau Böhm. Richard Exner, Otto Weber, Otlo Reiche, CheminSky, Hermann Gleiche, Erich Zesch, Ernst Peters, Frau Bäumler, Frau Lazar.— Als Kandidat für die Provinzialkonferenz Ivurde Genosse Fritz Franke bestimmt.— Der Entwurf des OrganisationSstatuts wurde mit den Abänderungen der Zentralvorstände Grotz-Berlins gutgeheitzen.— Nach einer Erläute- rung der Tagesordnung des Parteitages wurde Genosse Hermann Fischer zum Delegierten vorgeschlagen.— Ein Antrag des Genossen W. Schäfer:„Im Hinblick aus die bevorstehende Bierpreiserhöhung die Frage einer Saalmiete für die Wahlvereinsversammlungen zu prüfen, von einem Bierkonsum in denselben abzusehen und zur Deckung der Mielskosten 5 Pf. pro Monat und Mitglied zu erheben", wurde dem Vorstand überwiesen. Weisteusee. Steucrbringvcrfahren. Wiederum macht der Gemeindevorstand bekannt, datz die Steuern vom Juli bis Ende September fällig sind und datz dieselben aus der Wohnung nicht mehr abgeholt werden. Der Anregung unserer Genoffen, an einigen Tagen des Abends die Steucrkasse zu öffnen, hat man bisher noch kein Gehör geschenkt, denn abermals steht in der Bekanntmachung, datz die Steuerkasse nur von 0—1 Uhr geöffnet ist und die Steuern bis zum 16. August entrichtet sein müssen, da sonst das Mahnverfahren in Kraft tritt. Bei dem grotzen Andrang kommt es vor, datz der einzelne stundenlang warten mutz, bis er seine Steuergroschen los wird. Eine Rücksichtnahme ans das steuerzahlende Publikum scheint man nicht nehmen zu wollen, das beweist die Tatsache, datz man die gerügten Uebelstände nicht heseitigt. Was ein mehrstündiger Zeit« Verlust für den Geschäftsmanu sowohl wie den Angehörigen einer Arbeiterfamilie bedeutet, darum scheint man sich absolut nicht zu kümmern. Nutzer der Steuerkasse nehmen allerdings die hiesigen Bank- institute noch die Steuern im Auftrage der Gemeinde entgegen, aber auch diese Institute werden um 5 Uhr geschlossen, so datz der Arbeiter oder dessen Angehörige in den«leisten Fällen mit Arbeits- Zeitverlust zu rechnen haben. Der grötztc Teil der hiesigen Arbeiter« schaft mntz seine Beschäftigung in Berlin oder anderen Vororten suchen, so datz, wenn er seinen Verpflichtungen nachkommen will, autzer dem Opfer an Zeit noch einen Betrag für Fahrgeld opfern mutz. Das alles ist mit einem Schlage abgeholfen, wenn die Steuer- lasse an bestimmten Tagen des Abends ungefähr von 6—3 Uhr geöffnet ist. Auch das lästige Mahnverfahren würde eingeschränkt, welches ja wiederum mit Zeit- und Geldkosten verknüpft ist. Steglitz. Die Vorschlagslisten zur GewcriegerichtSwahl find nunmehr amtlich veröffentlicht. ES ergibt sich aus der Bekanntmachung, datz sowohl aus den Kreisen der Arbeitgeber wie der Arbeiwehmer nur je eine Liste eingereicht worden ist. Die vom GewcrkschaftS- kartell eingereichte Liste enthält folgende Namen: Steinsetzer Franz Döring, Maurer Robert Meitzner, Schlosser Willi Krause und Maurer Otto Nitze. Die Kandidaten der Arbeitgeber sind: Hofbuchbinder Otto Reickau, Fabrikant Wilhelm Dahlemann, Schuhmachermeister Heinrich Steinhauer und Installateur Georg Meyer. Von einem „Wahlkampf" wird demnach bei den demnächstigen Wahlen nicht gesprochen werden können. Immerhin ist es Pflicht derjenigen Arbeiter, die sich in die Wählerlisten haben eintragen lasse», a m Sonntag, den 15. August, mittags von 12 bis 2 Uhr, im Rathause zu erscheinen und ihre Stimme für die vorgenannten Kandidaten abzugeben. Die Zahl der Wahlberechtigten beträgt un- gefähr 350, denn nur diese verhältniSmätzig kleine Zahl hat sich durch Eintragung in die Wählerliste ihr Wahlrecht gesichert. Auf seilen der Arbeitgeber ist da» Interesse an der Wahl anscheinend noch geringer, denn kurz vor Listenschlutz waren erst 26 Wähler ein- getragen, die am Montag, den 16. August, nachmittags von 6 bis 7 Uhr, den Wahlakt vollziehen können. Bei der VerhältniSmätzig zahlreiche» Inanspruchnahme des hiesigen GewerbegerichtS ist die auf beiden Seiten bekundete Interesselosigkeit geradezu unbegreiflich. Schmargendorf. In der letzten Generalversammlung des Wahlvcreins am Dienstag erstattete der Vorsitzende Genosse Hildebrandt den Bericht vom II. Quartal. Stattgefunden haben 3 BorstandSsitzimgen. 2 Mitgliederversammlungen und 3 Zahlabende, außerdem 2 Flugblattverbreitungen, Der Mitgliederbestand hob sich von 84 auf 88 Mit- glieder, darunter 9 weibliche. Der Kaffenabschlutz weist eine Einnahme von 84,05 M. und eine Ausgabe von 77,28 M. auf. Für den verunglückten Genossen Prescher wurden 32,30 M. auf Listen gesammelt. Abonnenten des„Vorwärts" sind 120, der„Gleich- heit" 8, des„Wahren Jakob" 30,„In freien Stunden" 5. Zur KreiS-Gcneralversammluug werden die Genossen Lehmann und Ferd. Schmidt, zur Verbands-Gcneralvirsammlung Reck und Schnschenk delegiert. Die Zahl der freien Lokale, vier, ist dieselbe wie früher. Unter anderem machte Genosse Hildcbrandt noch auf das am 7. August im.Schützenhans" stattfindende 18. Stiftungs- fest des Wahlvereins aufmerk>am. Da neben Konzert, Neigenfahren der Nadfahrer usw., das„Berliner Ulk-Trio" auftritt, so ist wohl ein guter Besuch zu erwarten. Aufgenommen wurde ein Mitglied. Tempelhof, Mariendorf. Kinderspiele werden seit Beginn der Schulferien an jedem Sonntagvormittag auf dem ehemaligen Preutzen-Sportplatz in Tempelhof, gegenüber dem Hafen, unter Leitung von Mitgliedern der„Freien Turnerschaft Tempelhof-Mariendorf" veranstaltet. Wenn der Besuch der Spiele auch ein reger ist— es beteiligten sich daran zuletzt an 10V Kinder—, so kann er doch nicht als zufriedenstellend bezeichnet werden gegenüber der Tatsache, datz mindestens die doppelte Anzahl Kinder planlos auf der Straße verweilen und so deren Ge- fahren ausgesetzt sürd. Es werden nochmals die Eltern gebeten, ihre Kinder Sonntag vormittags der Obhut der oben bezeichneten Vereinsmitglieder anzuvertrauen. Auch Damen beteiligen sich an der Leitung der Spiele. Treffpunkt: Vormittags ali9 Uhr: Tempclhof, Berliner Straße und Dorfstratze-Ecke; Maricndorf, Chaussee- und Dorfftratzen-Ecke. Spielzeit S'/z— 12 Uhr. Die Kinder werden zu den Sammelpunkten zurückgeführt.— Außerdem sei noch darauf hingewiesen, datz die„Freie Turner« schaft" am Sonnabend, den 7. August, im Lokale.Wilhelmsgarten" Inhaber Schneidereit, in Tempelhof, Berliner Stratze, das 5. Stif- lungsfest feiert. Am vorhergehenden Sonntag, den 1. August, nach- mittags 4'/z Uhr, veranstaltet der bezeichnete Verein auf dem Preußen- Sportplatz, am Teltowkanal, ein Schauturnen, zu dem jedermann freien Zutritt hat. Die Freie Turnerschaft stellt sich bei allen Ar- beitervereinsveranstaltungen stets zur Verfügung, und wird deshalb gebeten, deren Sache zu unterstützen. Bernau. Am Sonntag, den 1. August, veranstaltet das Bernauer Gewerkschaftskartell einen Ausflug nach dem Schietzstand. Auch der Jugendausschutz ladet zn reger Beteiligung alle Jugendlichen herzlichst hierzu ein. Die Leitung der Kinderspiele ist dem„Männer-Turn- verein" übertragen. Für Erfrischung. Belustigung usw. ist aus- giebigst Sorge getragen. Abmarsch Ve2 Uhr vom Mühlenberg.— Bei ungünstiger Witterung gemütliches Beisammensein im Ge- werkschastslokal, Kaiser- und Chausseeswatzen Ecke. Recht rege Be- teiliguug erwarten Das Bernauer Gewerkschaftskartell. Der Jugendausschutz. Gerichts- Zeitung. Ein an versuchten Mord grenzendes Mcsscrattentat eines Ver- schmähten lag einer Anklagesache gegen den 13jährigen Arbeits« barschen Richard R e h b e ck zugrunde, der sich gestern wegen wiederholter Bedrohung, Nötigung und Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges vor der 3. Ferienstrafkammer des Land- gerichtS I zu verantworten hatte. Der Angeklagte lernte Anfang dieses JahreS auf einer Ballfestlichkeit die erst 17 jährige Tochter Wally eines Fensterputzers K. kennen. Zwischen den - noch völlig unreifen Leutchen entwickelte sich ein Liebes- Verhältnis. welches schon nach kurzer Zeit einen recht intimen Charakter annahm. Als die Eltern des jungen Mädchens diese frühreife Liebe entdeckten, machte ihr der Vater in einer sehr handgreiflichen Weise den Standpunkt klar. Die K. sagte sich von dem Angeklagten los. Dieser verfolgte aber von nun an das Mädchen auf Schritt und Tritt und unternahm schon vor einiger Zeit einmal ein Attentat auf die K., indem er ihr plötzlich eine Hutnadel aus dem Hute zog und. damit auf sie ein- st a ch. Die Nadel prallte jedoch an dem Korsett ab. Bald darauf lauerte der ungestüme Liebhaber die K. auf der Stratze ab und begoß sie, um sie in Angst und Schrecken zu versetzen, mit einer F l ü s s i g ke i t, die sich später als Kampfer- spiritus herausstellte.— Am Sonntag, den 0. Mai d. I., hatte die K. Bekannte besucht. Als ihr auf dem Heimwege gegen 10 Uhr abends auf der Stratze wiederum der Angeklagte entgegentrat, bat sie den ihr bekannten Schmied Theodor Wiese um Schutz. Da die K. vor einem erneuten Ueberfall Furcht hatte, bat sie den W., sie die Treppe hinauf zu begleiten. Auf dem dunklen Treppenflur trat ihnen plötzlich der Angeklagte mit gezücktem Messer entgegen. AIS Wiese eine Abwehrbewcgung machte, jagte ihm der Angeklagte das Messer in die linke Brust seit e. Während W. zurück- taumelte, fiel Rehbcck über das Mädchen her und brachte ihm zehn Stiche in den Kopf und die Brust bei. Dann ergriff R. die Flucht und wurde von mehreren Paffanten verfolgt. Da er nach einem alten Verbrechertrick selbst am lautesten„Haltet ihn" rief, wußte schlietzlich niemand mehr, wer der Verfolgte war. Die Folge war, datz mehrere Unschuldige Prügel bekamen. Die beiden Schwer- verletzten wurden in einer Droschke erst nach der Unfallstation in der Gaudystratze und dann nach dem Lazarus-KrankenhauS geschafft, wo es sich herausstellte, datz bei Wiese durch den Stich die Hauplichlag- aber verletzt worden war. Wiese schwebte längere Zeit in Lebens- gefahr und konnte erst nach 2 Monaten aus dem Kranken- Haus entlassen werden, während sich die Verletzungen der K. trotz der vielen Stiche als geringfügiger herausstellten. Staats- a n w a l t Dr. Rosenfeld beantragie eine Gefängnis st rafe von 1'/z Jahren. Das Gericht ging jedoch über diesen Antrag noch hinaus, da die Tat von einer ganz unglaublichen Roheit und Verwerflichkeit zeuge und derartige Messerhelden gar nicht schwer genug bestraft werden können. Das Urteil lautete deshalb auf zwei Jahre Gefängnis. Ein gefährlicher Kindcrfrcnnd. Wegen Sittlichkeitsverbrechens im Sinne deS§ 176,3 des Straf- Gesetzbuchs verhandelte gestern die 7. Ferienstrafkammer deS Land- gerichtS I gegen den Kaufmann Hermann Schulz.— Der Angeklagte wurde eines Tages im Mai dieses JahreS beobachtet, wie er sich in der Bernauer Stratze an eine Schar spielender Kinder herandrängte. Schlietzlich rief er die Schülerin Marie O. und die achtjährige Berta W. zn sich heran und beschenkte die beiden Mädchen mit Geld und Näschereien. Die Kinder folgten dem ge- sährlichen Menschen ahnungslos in das HauS Bernauer und Acker- stratzcn-Ecke, wo er sich des zur Anklage stehenden Verbrechens schuldig machte. Er wurde jedoch hierbei überrascht und sofort zur nächsten.Polizeiwache gebracht.— Vor Gericht b e st r i t t der Angeklagte jede Schuld, wurde jedoch durch die Beweisaufnahme völlig überführt. Mit Rücksicht auf die hohe Gemeingefährlichkeit derartiger.Kinderfreunde" erkannte die Strafkammer auf neun Monate Gefängnis._ Vermischtes. Raubmord. In dem Dorfe Marxdorf bei Trebnitz in der Mark ist gestern nachmittag ein Raubmord entdeckt worden. Die frühere Bauerngutsbesitzerin, jetzige vermögende 74jährige Rentiere Kersten, welche mitten im Dorfe ein Anwesen allein bewohnt, ist gestern nachmittag tot in ihrem Keller, welcher von außen zugeschlossen war, aufgefunden worden. Der Raubmord ist aller Wahrscheinlich- keit nach am Tage vorher zwischen drei und acht Uhr ausgeübt worden. Kinder, welche am nachmittag um drei Uhr der alten Dame Milch brachten, fanden die Türen offen und hörten ver- dächtiges Geräusch. Gegen acht Uhr abends wollte die Tochter des Gemeindevorstehers der Dame die Zeitung bringen, fand die Türen aber verschlossen. Sie klopfte an ein Fenster, deffen innere Laden halb offen standen. Diese wurden kurz nach dem Anklopfen leise zugemacht. Kurze Zeit darauf wurden von dem jungen Mädchen uno von einem Schmicdcgesellen zwei verdächtige Gestalten, welche sehr eilig das Dorf verließen, gesehen. Dies sind die bis jetzt fest- gestellten Tatsachen. Bremen, 30, Juli. Die Rettungsstation Hidden- s e e der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger tele- graphiert: Am 20. Juli siird von der bei Bitte gestrandeten dcut- scheu Galeaffe Sophia, Kapitän W. Speck, mit Kohlen von Stettin nach Hadersleben bestimmt, drei Personen durch das Rettungsboot und den Raketenapparat der Station gerettet worden. Die Rettungsstation Cuxhaven derselben Gesellschaft tele- graphiert: Am 20. Juli sind von der auf Kleinvogelsang gestran- beten holländischen Tjalk Marchiena, Kapitän Hekmann, mit Steinen von Kjoege nach Farge bestimmt, vier Personen durch das Rettungs- boot Ernst Merck der Station Duhmen gerettet worden. Weiter telegraphiert dieselbe Station: Am 29. Juli sind von dem in der Elbmündung gestrandeten deutschen Gaffelschoner Hans, Kapitän Sievers, mit Holz von Schweden nach Varel bestimmt, drei Personen durch das Rettungsboot August Heerlein der Station Neuwerk gerettet worden. (» m m <«> o> <>> Unserem Genossen M Laopr nebst Braut zu ihrer heuügen Vermählung die herzlichsten Glückwünsche von den Genossen des SZ8. Bezirks. Ob hei sich wat marken lät l I «ssseEeseeseeeeft • c'A~- fcW«: iSozialflemokratischJablvereiD des 8. Berl Reiebstagswablkreises. Todes- Anzeige. Am 28. Juli verstarb unser Mitglied, der Arbeiter /UdenK Schulz (Usedomstr. 12a.) Ehre seinem Andenke«! _$ie Beerdigung findet heute, Sonnabend, den 31. Juli, nachm. l'/a Uhr, von der Leichenhalle des Zentral-FricdhoseS w Friedrichs- jclde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 230/10 Der Vorstand. Deutsclm Metallarbeiter-Verband! Verwaltungsstelle Berlin. Todes-Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht,| daß unser Mitglied, der Dreher Max Bock gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 31. Juli, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- hall« des Pauls- Kirchhofs in Plötzcnsee aus statt. Rege Beteiligung erwartet. 120/13 die Ortsverwaltung. 11 Zentral- Kranken- n. Sterbekasse der deutsehen Wagenbauer. = Berlin. Bezirk 13.------ Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, | dag unser Mitglied, der Schlosser Karl Mücke Alt-Moabit 145 j am 29. Juli verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am s Sonntag, den 1. August, nach- jnüttags 4 Uhr, von der Leichen- «Halle deS Johannis-KirchhoseS in j Plötzcnsee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht ! 743b Die Orlsverwaltung. :'i-mtmmmxsmaaaammmKm�maa Ausnahme- Preise. Abnahme: Juli. �A.B.Kflch� Kohlenstrofthandlung Ocsröndct 1893. Haupt-Roiitor Berlin 0. 34. Petersburger Straße 1 (vis-ä-vis Warschauer StraBe). Fernspr. Amt 7 Nr. 3040 u. 3096. Lagerplat- 1: Berlin 0. 34, Brom. verger Str. 16(am Ostbahnhos). Lagerplatill: Bcrlin0.17, Frucht. strafte 13(Güterbahnhos Ostbahn). LagerplaftRII: Güterbhf.Weiften. see, Greifsnialder Strafte 8«a. Amt VII. 7624. 6SgL' Lagerplat, lV: Berlin 6., Behm- strafte S8— 81(Ecke Schievelbctner Strafie). Lagerplat, V: Berlin 8.63, Anton- strafte 36/41(Ecke Ruheplatzstrafie). Preise für nur la Marken ab Platz von 16 Ztr. an: Prima Halbsteine Ferdinand Ztr. 78 Ps. , Halvitcine Lauch. Hammer Ztr. 81 Ps. . Halbstcine Akt». Ztr. 85 Ps. „ Ferdinand-Brik. Ztr. 80 Ps. , Anna und Waid- manuoheil Ztr. 87 PI. , Pfännerschast Ztr. 89 Ps. , la Diamniit-Salou lpr. Ztr.ll0-120St.) Ztr. 95 Pf. , la Anh. 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Juli, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Liegnitzer Str. 5 aus nach dem Emmauskirchhof statt 1958L Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen Karl Sahrmann nebst Frau und Sohn. K Von der Michaelbriicke, an der Michaelkirehstrafie: IV igonnabenb•. Gr. lSoodsebeillkabrt Ä nach Schmöckwitz, Nest. Seddinsee. Daselbst: Gr. Ball. Abjahrt 9'/, Uhr abends. Preis hin und zurück 50 Ps. Augerdem: Sonntag 2'L Uhr billige Extrasahrt nach Neue Mühle und Schmöckwitz. Preis einlache Fahrt 40 Ps., Kinder 20 Ps. G. Zachow. Teleph.: IV, 5621. 7476 AWWIW1 Einheitspreis... M. 12.50 Luxus-Ausführung M. 16.50 te» Hugo Belihg Weine* Liköre Einzelverkauf in Flaschen zu Engrospreisen. Eigene Filialen: Aal den hScbslea Bergen, in den elegantesten Seebädern,«ul den vornehmsten Kurpromenaden, überall finden Sie Anbänger des SaJagtsndtrstielels, Er erfreut sieh stets wac�epd« Beliebtheit Forden» Sie Musterbuch. V Salamander Schuhge». nt h. 0« Berlin W. 8 Friedrich• Strasse 183 SW. 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Tempelhos. 30/1* Der Zwcigverei»sV>rftand. Achtung! Holzarbeiter Wegen Streit und Differenzen find gesperrt: für Tischler, Polierer und Ma, schinrnarbeiter Fräserei Schendler, Blumensttaße. Firma Staats, Oberbaumstr. 5. Sämtliche Betriebe in den Orten Rathenow. Fürsteuwalde.Mus- kau, Segcberg(Holstein) und Magdeburg. Gleichzeitig ersuchen wir die Kollegen aller Branchen der Holz- induslrie das VermittelungSbureau Elisabethstr. ZV streng zu meiden. Für Einseher: die Bauten Lenbachftr. IV, Kor- neliusstrafie 30 in Lankwin und Windscheidtftraste S und 8 in Charlottenburg. Für Stellmacher: Berliner Motorwagenfabrik in Reinickendorf. Tie Ortsvcrwaltung. Fliesenleger und Hilfsarbeiter! Gesperrt sind folgende Subunter» nehmer und Firmen: D«rr> und Sub. HunidorT, Sleyer, Gronttki u. Keiors- dorf. Bauten: Suarezsttaße 29, Spandauer Bockbrauerei, Ger- ttaudtenftraße, Niederbarnmicr Sttaße 6, Windscheidstt. 2, Char- lottenburg. Köpenicker Landstraße, Treptow, Bau Schulze. DOncl»«? bei Hoaenfeld: Klosterstt. 87, Frankfurter Allee 117, ReichSmilitärgericht am Lietzensce, Victoria-Vcrsicherung, Lindenstraße, Klaus-Groth-Slraße 8, Bambcrgcr Sttaße 32 und Kaiserdamm 8. Wolf de. Ilicleteld bei Yllle- roy de Hoch: Am Olivaerplatz. Jagow- und Menzelstraße, Ecke Grunewald. Roillmcl,, Schuhmacher u. USchalTran bei Schaohtolck 4t mellln: Johannisstist, Haken- selde-Spandau, Dortmunder Stt. 1 1. Apothekcrhcim, Moabit, Franffurlcr Allee 65, Brunnenstt. 25, Delbrück. sttaße, Grunewald, Friedrichür. 118. Wenael und Sub. Kropp und Klcnct: Kaiserallee 46, Stegkitz. Allhossttaße, Friedenau, Saar« und Fregestraßen-Ecke und alle übrigen Arbeitsstellen. Bei SchälTer und Bielnkl sind durch VcrttagSschluß die Diffc- rcnzcn beigelegt. 138/16* Die Sperre über El. Balm ist ausgehoben. Geschäftsstelle: Kyffhänserstr. 2», Amt 6, 1398. H. Waldheim.