Nr. 183. flbonncmentS'Bcdingungen; Wonncments- Preis pränunierando i ViertcljShrl. 3,30 Bit., monotl. 1,10 Bit, wöchentlich 2ti Pfg. frei ins Haus. Einzelne Siummer k Pfg. Sonntags. nüinmcr mit illustrierter Sonntags« Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Marl pro Monat. Postabonncments »ebmcn an: Belgien, Dänemart, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 36. Jahrg. CrtdjclDt täglich anBer montags. Devlinev Volksblakt. Die Tnlertlons* Geblar kekägt für die scchsgcspaltcne Kolonelzeile. oder deren Raum W Pfg., für Polltische und gewerlschaftliche Vereins» und Vcrsanmilungs-Anzeigen L0 Pfg. „Kleine Snreigen", das erste ffett» gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf. Ltellen-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über ab Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nunimer müssen bis I» Uhr nachmittag' in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist biS 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „SoziallUmoIirat B»rlia". Zentralorgan der rozialdemokrati feben Partei Deutfcblands. Redaktion: 8M. 63, Lindcnstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonnabend, den 7. Augnst 1909. Expedition: SM. 68, Lindcnatrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Das Koalitionsmlit der Cilen- bahner. Seit Ende vorigen Jahres wird unter den Eisenbahnern eine äußerst rege gewerkschaftliche Agitation entfaltet. Mit dein Anschluß des Verbandes der Eisenbahner Deutschlands an den Deutschen Trans Portarbeiterverband und der Anstellung zweier besoldeter Beamter für die„Reichssektion der Eisenbahner", welche am 1. Oktober 1903 erfolgte, setzte von dieser Seite eine intensive agitatorische Tätigkeit ein. Der Zusammenschluß der beiden genannten Organisationen und die dadurch vergrößerte Agitationsfähigkeit rief auch die Hirsch- Dunckerschen Gewcrkvereine auf den Plan. Das Vertrauen der Industriearbeiter zu diesen Organisationen aber ist immer mehr im Schwinden, und den dadurch bedingten andauernden Rückgang der Mitgliederzahlen glauben deren Leiter durch einen Ansturm auf die im Eisenbahndienst stehenden Handwerker und Arbeiter wieder aufhalten zu können. Zeitlich fällt mit dem Einsetzen intensiver Agitation der genannten Organisationsarten der Streit im Verband der Eisen- bahnhandwerker und-arbeiter(Sitz Trier) zusammen, der die Gründung einer neuen Eisenbahnarbeiterorganisation, des Zentral Verbandes der Eisenbahnhandwerker und-arbeiter(Sitz Elberfeld), zur Folge hatte. Der Trierer Verband, um seinen Mitglieder bestand besorgt, entfaltet nunmehr gleichfalls eine fieberhafte Tätige kcit, und der Elbcrfelder Verband konnte gleich nach seiner Gründung und dem sofort erfolgten Anschluß an den Gesamtverband der christ lichen Gewerkschaften seine bezahlten Agitatoren nach allen Ridp tnngen der Windrose entsenden. Woher die Mittel dazu kamen, ist unschwer zu erraten. Mit dieser sich nach vier Richtungen hin bewegenden Agitafions tätigkeit ist die Agitation unter den Eisenbahnen: aber nicht er- schöpft. Eine emsige Werbearbeit entfalten auch die Hunderte von Kategorienvereiuen, die mehr oder weniger wirtschaftliche Interessen verfolgen, ganz besonders aber den Zusamnienschluß aller Kategorien zu einer einheitlichen gewerkschaftlichen Organisation verhindern. Das Tätigkeitsgebiet aller dieser Organisationen erstreckt sich Haupt sächlich auf die preußisch-hessischen, sächsischen, mecklenburgischen und oldeuvurgischen Eisenbahnen sowie auf die Reichseisenbahnen, während für das Personal der bayerischen, badischen und württem� bcrgischen Bahnen wieder besondere Organisationen bestehen. Was nun die Stellung der Eisenbahnverwaltungen zu den Organisationen ihrer Bediensteten betrifft, so darf man wohl be hnupten, daß die preußische Eisenbahnverwaltung für alle anderen, mit Ausnahme der drei süddeutschen Verwaltungen, tonangebend ist; welche Stellung aber die preußische Eisenbahnverwaltung den ver schiedenen Organisationen gegenüber einnimmt, das haben wir aus dem Munde des Ministers v. Breitcnbach wiederholt vernommen. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 20. März d. I. sagte Herr v. Breitcnbach: „Meine Herren, ich habe in den letzten Jahren wiederholt hier bekanntgegeben, welche Stellung ich gegenüber den Eisenbahn- vereinen, den Fachvereinen, den Berufsvereinigungen aller Art ein- nehme. Ich darf diese meine Stellungnahme dahin kennzeichnen, daß ich diesen Vereinigungen wohlwollend, ja entgegenkommend gegenüberstehe. Ich habe nur immer einen Vorbehalt machen müssen: unsere angestellten Beamten und Arbeiter müssen sich von Anbeginn darüber' klar sein, daß sie nur Vereinigungen angehören dürfen, die sich nicht als ordnungsfeindliche charakterisieren und die nicht den Streik der Vcrkehröaiigestellte» zur Durchführung ihrer wirtschaftlichen Forderungen proklamieren wollen." Von diesem Standpunkt ausgehend, verlangen die Eisenbahn- Verwaltungen von allen Vereinen ihrer Untergebenen die Vorlegung der Statuten. Diesem Verlangen sind auch alle bestehenden Vereine und Verbände, ausschließlich der Reichssektion des Deutschen TranS portarbeiter-VerbandeS, nachgekominen; sie haben ihre Satzungen den Wünschen der Eisenbahnverwaltungen entsprechend abgefaßt und sich auch die ausdrückliche Anerkennung des Ministers eingeholt. Wie die Statuten dieser„anerkannten" Organisationen beschaffen sind, sei nur an zwei Beispielen nachgewiesen.— Das Statut des Verbandes der Eisenbahnhandwerker und-arbeiter(Sitz Trier) enthält folgen- den Z 2: „Das Bestreben de» Verbandes ist insbesondere darauf ge« richtet: 1. Pflegung und Förderung treuer vaterläudischer Gesinnung sowie das Einvernehmen mit allen obrigkeitlichen Behörden zu unterhalten durch die Verpflichtung der Mitglieder, alle staatsfeind- lichen Bestrebungen zu vermeiden und abzuwehren." lind der dem Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften an- geschlossene Zentralverband der Eisenbahnhandwerker und-Arbeiter (Sitz Elberfeld) wählte für 8 2 seines Statuts folgenden Wortlaut: „Der Verband bezweckt: a) Hebung des Standesbewußtseins, Pflege vaterländischer Ge- sinnung, geistige Weiterbildung und Förderung deS geselligen Ver- kehrs der Mitglieder." Daß Organisationen mit solchen Statutenbestimmungen nicht nur von de» Eisenbahnverwaltungen geduldet, sondern in ihren Be- slrebungcn auch gefördert werden, ist klar. Laufen doch dieBe- strebungen dieser Verbände parallel mit denen der Verwaltungen. die in den sogenannten„Gemeinsamen Bestimmungen"(Arbeits- Ordnung für die Eiscnbahnarbeiter) in§ 2 Abs. 8 zum Ausdruck louunen, wo es heißt: „Auch außerhalb deS Dienstes hat der Arbeiter sich achtbar und ehrenhaft zu sühren und sich von der Teilnahme an ordnungS- feindlichen Bestrebungen und Vereinen fernzuhalten." Der Verband der Eisenbahner Deutschlands(jetzt Reichssektion der Eisenbahner), auf freier gewerkschaftlicher Grundlage stehend, hat bei seiner Gründung 1897 die ministerielle Genehmigung seiner Satzungen nicht nachgesucht, und er hat seit seinem Bestehen unter den Verfolgungen und Drangsalierungcn der Eisenbahnverwaltungen und ihrer Organe zu leiden. Allerdings haben sich die reaktionären Maßnahmen stets als unwirksam erwiesen, sie haben nicht vermocht den Verband zu erdrücken oder ihn nur zu schwächen. Wie unter dem Sozialistengesetz unsere Partei erstarkte, so wächst der Verband unter dem Druck der reaktionären Maßnahmen einer verblendeten Bureaukratie. Jeder Fortschritt der Organisation entfacht auss neue die Flamme der Vernichtungswut. Mit einem Eifer einer besseren Sache würdig, zermartern die Herren von der Eisenbahn- Verwaltung sich das Hirn darüber, wie der verhaßten„ordnungs feindlichen Organisation" der Garaus gemacht werden könne. In neuerer Zeit wird aus verschiedenen DirektionSbezirken über einstimmend berichtet, daß die im„Weckruf" und in Flugblättern bekannt gegebenen Zahl« und Aufnahmestellen des Verbandes von Vorgesetzten überwacht würden, um die ihrer dienstlichen Aufsicht Unterstellten, welche die bezeichneten Stellen besuchen, wegen der Teilnahme an.ordnungsfeindlichen Bestrebungen" aus dem Dienst zu befördern. ES wird weiter berichtet, daß an RcichSpostanstalten daS Ansinnen gestellt werde, die Empfänger des„Weckruf" den Ver waltiingen namhaft zu machen, damit diese, soweit eS sich um Eisenbahnbedienstete handele, sie zur Rechenschaft ziehen und eventuell mit Entlassung bestrafen könnet Und schließlich seien, so heißt eS, Belohnungen ausgesetzt für diejenigen, die Mitglieder deS Verbandes an die vorgesetzte Dienstbehörde verraten! Gegen derlei Maßnahmen muß mit aller Entschiedenheit pro testiert werden. Zwar können wir nicht annehmen, daß die Reichs- Post einem Ansinnen der genannten Art entsprechen würde. Aber selbst wenn dies geschähe, würde die Eisenbahnverwaltung sehr bald die Erfahrung machen, daß sie auf diesem Wege doch ebensowenig ihren Zweck erreicht wie auf manchem anderen, den sie schon ein- geschlagen hat; als nicht minder erfolglos dürfte sich die Bewachung der bekannten Aufnahmestcllen erweisen; denn etwas schlauer, als die Eisenbahnverwaltung zu vermuten scheint, sind die organisierten Eisenbahner doch. Aber immerhin wäre jenes Spioniersystem einer staatlichen Behörde unwürdig und schon deshalb ganz entschieden zu bekämpfen. Im allerhöchsten Grade verwerflich aher wäre die Belohnung des Denunziantentuins. Aus den oben zitierten„gemeinsamen Be stimmungen" geht hervor, daß die Eisenbahnverwaltung von ihren Arbeitern verlangt, daß sie sich in und außer dem Dienst achtbar und ehrenhaft betragen. Schön l Dann soll sie aber auch mit gutem Beispiel vorangehen und nicht die größte Lumperei, die sich denke» läßt, besonders belohnen. Die Eisenbahnverwaltungen, sowohl die preußische wie die sächsische, scheinen die Verräterei als eine besonders verdienstliche Handlung anzusehen, die nach 8 10 der gemeinsamen Bestimmungen außerordentlich belohnt werden muß. Ob sie dainit den sittlichen Pflichten, die nach einem kürzlich vom Kammcrgericht ergangenen Erkenntnis der Unternehmer dem Arbeiter gegenüber haben soll, gerecht wird, wollen wir dein Urteil der Ocffentlichkeit überlassen. Um sich einen Judaslohn zu verdienen, scheuen sich gewisse „staatserhaltende" Elemente nicht, ihre Kollegen, mit denen sie aus irgend einem Grunde nicht auf gutem Fuße stehen, einfach als Verbandsmitglieder zu denunzieren, ohne Beweise dafür erbringen zu können I Die so Beschuldigten werden dann auf Schritt und Tritt beobachtet, und auf die geringsten Verdachtsmomente hin erfolgt die Entlassung aus dem Dienste. Neben wirklichen Mitgliedern des Verbandes ist ans diese Weise schon eine ganze Anzahl entlassen worden, die mit dem Verbände in ihrem Leben nie etivaS zu tun hatten. Wollten wir aus der Schule plaudern, so könnten wir einige recht drastische Beispiele dafür erbringen. Jedenfalls ist das ganze System ebenso zwecklos wie verwerflich. Dieses System zu beseitigen wird erst möglich sein, wenn die Eisenbahner sich das Koalitionsrecht errungen haben, deshalb muß das Bestreben der Organisation auch in erster Linie auf die Erringung deS KoalitionS- rechts, auf die Unterstellung der Eisenbahnarbciter unter die Gewerbe- Ordnung gerichtet sein._ Die ßeriiner erfatzwablen zum flbgtordnetenbaus. Für die am 19. Mai durch die Fischbeckgarde für un- gültig erklärten vier Berliner Landtagsmandate sind jetzt die Wahltage bestimmt worden. Und zwar sollen ani 26. Oktober die Urwahlen und am 39. November die Abge- ordnetcnwahlen stattfinden. Für die Stichwahlen der Wahlmänncr ist der 16. No- vcmber, für eventuell notwendige Stichwahlen zwischen Abgeordnetenkandidaten der 7. Dezember vorgesehen. Wie man sieht, hat inan der ganzen Wahlhandlung eine recht behagliche Breite gegeben. Dqß dadurch das Wahlverfahren gebessert würde, kann füglich nicht behauptet werden. Sechs volle Monate sind also erforderlich, um die Ersatz- wählen zustande zu bringen, so daß, falls das Abgeordneten- Haus Mitte November wieder zusammentritt, die betreffenden vier Berliner Wahlkreise, noch keine Vertretung haben werden. Es scheint den Machern auch gar nicht darauf anzu- kommen, wohl aber wird mit vielem Fleiß und Gewissen- haftigkeit dahin gearbeitet, die Wähler nach de» zu zahlenden Steuern in die Liste aufzunehmen. Und zwar müssen sämt- liche Neklamativneii mit verarbeitet werden, die infolge des wirtschaftlichen Niederganges weit über 79 OVO betragen sollen. Diese Arbeit würde natürlich auch dann gemacht werden, wenn es sich um kassierte freisinnige Mandate Handeln würdet Die peinliche Sorgfalt entspringt natürlich nur dem „hochentwickelten Gerechtigkeitsgefühl", das sich ja schon bei der Betreibung der Kassation der Mandate so glänzend be- kündet hat! Da die Reklamationen meist aus den Reihen der Arbeiter stammen und als berechtigt anerkannt werden müssen, läßt sich erwarten, daß eine oft erhebliche Ver- schiebung der Wähler in den einzelnen Ur- tv ahlbezirken stattfindet. Ein Umstand, der unseren Parteigenossen Veranlassung geben wird, ihre Agitationsarbeit mit umfassender Gründ- lichkeit zu betreiben, damit die Hoffnung der Fisch- beckgarde zuschanden wird. Das Geheirnprotoltoll der dSterdienstags- «eriammlung. Seit ungefähr zwei Wochen haben katholische Arbeiter- blätter wiederholt kurze Auszüge aus dem Geheimprotokoll einer Konferenz hervorragender Zentrunlsführer gebracht, die am Ostcrdienstag unter Teilnahme der Zcntrumsabgeord- neten Roeren, Bitter und Underberg, des Jesuiteil- Paters Frick, der Professoren Dr. Hüls- Münster und Dr. Müller- Köln, des Chefredakteurs Dr. Krück- m e y e r- St. Johann und einiger anderer klerikaler Größen in Köln stattgefunden hat. Einen Teil dieser zumeist gegen den Volksverein für das katholische Deutschland und die christ- liche Gewerkschaftsbewegung gerichteten Auszüge haben wir bereits in Nr. 176 des„Vorwärts"(vom 31. Juli) nach dem christlichen„Bergknappen" veröffentlicht; inzwischen ist aber in Bonn bei Karl Georgi das Geheimprotokoll in vollem Wortlaut erschienen— wahrscheinlich auf Veranlassung der engeren Parteifreunde der„Köln. Volksztg."— und die Offenherzigkeit, mit der im Vertrauen auf die Geheimhaltung in diesem Protokoll die Redner der Osterdienstagsversamm- lung sich über den Charakter des Zentrums, seine Stellung zum deutschen Episkopat, die christliche Arbeiterbewegung usw. äußern, bietet einen so gründlichen Einblick in die politisch- kirchliche Anschauungswelt des orthodoxen Teils der Zen- trumsführerschast, daß es sich verlohnt, einige weitere Stellen aus den auf der Konferenz gehaltenen Reden mitzuteilen. So sagte beispielsweise der Landtagsabgeordnete Dr. Bitter in bezug auf die christlichen Gewerkschaften: „Die gewaltsame prinzipielle Ausschließung aller die tiefere Lebensauffassungen berührenden Gedanken von der Arbeiter- bewegung und ihren gewerkschaftlichen Organisationen ist ein bedenklicher Schaden. Die Früchte zeigen sich bereits jetzt an den Arbeitersekretären, die zu anmaßenden und selbstsüchtigen Vertretern einer einseitigen Jntercsicnpolitik heranwachsend, eine Gefahr zu werden drohen für den Zusammenhalt der Partei." Professor Dr. Müller- Köln meinte: „Der Modernismus hat in Deutschland seine Quelle. Die Protcstantisierung der katholischen Kirche ist seine innerste Idee. Das ist auch die vielleicht unbewußte Tendenz der Bachem. schenBewegung."(Dr. Julius Bachem ist der Hauptbcsitzer der„Köln. Volksztg.".) Ferner: „Wir müssen den Episkopat im Rücken haben, sonst sind wir verloren." - Der Jesuitenpater Frick erklärte:. „Der Begriff„interkonfessionell" ist ein logischer Unsinn." Professor Dr. Kaufmann äußerte: „Wenn wir die Kapläne haben, ist es gut. Die Kapläne bekommen wir aber erst, wenn wir die Bischöfe haben.... Wie stellt sich der Episkopat? Wenn nur eine Hand voll mutiger Leute eintritt, dann ist die Aktion ohne Aussicht. Nicht die Tausende kirchlich Gesinnter, die aber unentschlossen sind, genügen, sondernvorallem i st wichtig der Epi- skopat." � Landtagsabgeordneter Dr. Bitter: „Das katholische Volk steht hinter uns. Die Parlamevtarttr sind uns in großer Zahl nicht abgeneigt, sondern nur zu viele Leisetreter. Wir haben unter unseren Al'geordncten zu viel mandatssüchtige Streber und zu wenig Charaktere, aber manche gute Kerl ist darunter. Wenn die Zügel straff angezogen werden, folgen sie gern, haben aber nicht den Mut, aus sich herauszugehen." Kaplan Schapen sagte in bczug auf den katholischen Polksverein: „Der innerste Gedanke dieser Richtung geht darauf hin, das öffentliche Leben des katholischen Deutschlands zu befreien vom Einfluß des Episkopats und der Orthodoxie und das katholische Volk mit den Protestanten zu einem großen christlichsozialcn Block auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens und der geistigen Betätigung zusammenzuschweißen." ' Noch vor dem Ausbruch des Streits im rheinischen Zentrumslager wiesen wir in zwei Leitartikeln(Nr. 171 und 172 des„P.orwgpts") über das neue Zentxum darauf hin, Soß im ZenItlM NM Wvissek'Seiten Energisch d'ä?W hin- gearbeitet wird, den ohnehin in den letzten Jahren enorm gestiegenen Einfluß des hohen Klerus auf die Zentrums- ileitung noch mehr zu stärken und die mehr oder weniger demokratischen Elemente, die in den christlichen Gewcrk- fchaften und im Volksverein für das katholische Deutschland einen Unterschlupf gefunden zu haben, zugunsten der reaktiv- nären Elemente völlig matt zu fetzen. Sowohl die �.Germania" als die„Köln. Volksztg." bestritten feierlichst diese Bestrebungen. Die obigen Auszüge aus dem Geheim- Protokoll der Osterdienstagsversammlung beweisen, wie sie Wider besseres Wissen geflunkert haben. ver GeneralausHand i» Schweden. Auch am dritten Tage hat die schwedische Arbeiterschaft ohne jegliche Ruhestörung ihren allgemeinen Ausstand unter noch stär- kerer Beteiligung als an den beiden ersten Streiktagen durch- geführt. In allen größeren Streikorten hat die von den Gewerk- schaften organisierte Aufrechterhaltung der Ordnung ausgezeichnet funktioniert. Polizei und Militär sind völlig überflüssig und tragen höchstens dazu bei, den Ausstand über den ursprünglich beabsichtigten 'Kreis hinaus zu erweitern. So haben z. B. die S t o ck h o l m e r Gasarbeiter, wie wir schon gestern meldeten, ihren Beschluß, bei Nichtzurückzichung des Militärs die Arbeit einzustellen� aus- geführt. Ueber die allgemeine Situation am dritten Streiktage unter- richtet folgendes Telegramm unseres nach Schweden entsandten Korrespondenten? Stockholm, den 6. August. Heute wurde die erste Streikver- sammlung auf dem alten Demonstrationsplav der Stockholmer Arbeiterschaft bei Lilljans abgehalten. Die Teilnahme war eine ungeheuer große. Mehr als 40V0V Arbeiter scharten sich um die Rednertribünen, und unter großer Begeisterung wurde der Bericht vom Stande des Kampses rntgegengenommen. Die Ordnung war eine mustergültige. Die Gasarbeiter haben die Arbeit eingestellt. Die Verband- lungen über Zurückziehung des Militärs an den ArbeitSpläven der Gaswerke werden jedoch fortgeführt, und im Falle eines Ent- gegenkommens würde die Wiederaufnahme der Arbeit seitens der Gasarbciter erfolgen können. In Gothenburg haben nunmehr auch die Droschken- kutschcr und die Straßenbahner die Arbeit eingestellt. Auch in dieser Stadt herrscht jetzt vollständige Arbeitsrnhe. Außer in Stockholm und Gothenburg haben die Straßenbahner «t einer ganzen Reihe von Städten die Arbeit eingestellt. In Stockholm liegt auch der Dampferbetrieb vollständig still, so daß das ganze Verkehrswesen eingestellt ist. Die Fuhrleute halten nur den Beerdigungsbetrieb und ähnliches aufrecht. Das Stockholmer Streikkomitee hat auch angeordnet, daß der Waren- transport für die Konsumgenossenschaft unbehindert fortgesetzt wird. Die Buchdrucker in Malmö.Helsingborg und U p s a l a haben sich für den Streik erklärt. Sie fordern vom Verbands- vorstände die Anordnung des Streiks der Buchdrucker im ganzen Lande. In Upsala, der alten Universitätsstadt, protestieren die Buchdrucker gegen die„Lauheit des VcrbandSvorstandes". In Helsingborg wollen sie auch ohne die Zustiinmung des Verbands- Vorstandes am Sonntag die Arbeit einstellen. Dem Beschlüsse der Eisenbahner, den Streikenden ihre Sympathie auszusprechen und pro Woche und Mitglied ö Kronen an die Gewerkschaftszcntrale abzu- führen, ist nunmehr auch der Verband der Lokomotiv- führer gefolgt. Sein Vorstand hat in einem Zirkular die Mitglieder aufgefordert, den Streikenden in gleicher Weise wie das übrige Eisenbahnpersonal die Sympathie zu bekunden. Viel- fach protestieren die Eisenbahner gegen die Militärwachen auf den Bahnhöfen. Die bürgerliche Presse ist außer sich. Einige ernste liberale Organe haben sich bisher zwar anständig verhalten. Um so mehr aber wüten die konservativen und pseudoliberalcn Blätter, die von dem eventuellen Ausstand der Buchdrucker eine Einbuße des Ge- schäftS befürchten. Auch der„Vorwärts* ist wegen der Charakteri- sierung des schwedischen DurchschniitSbourgeois in seiner Dienstagausgabe scharf angegriffen worden. Ohne den Ar- tikel abzuwarten, haben die löblichen Redaktionen auf Grund einiger ihnen telegraphisch übermittelten, auS dem Zusammen- hang gerissenen Sätze, die teils auch falsch übersetzt wurden, ein Wutgeschrei wegen unserer„Beleidigungen* angestimmt. Sie machen den Genossen Branting für den Artikel verantwortlich. und ein Blatt bezeichnet ihn gar als den Verfasier! Wir gönnen jenen Preßorganen von ganzem Herzen die kleine Abwechselung in diesen für sie so traurigen Tagen und stellen zu gleicher Zeit fest, daß Branting mit unserem Dienstagartikel nicht das mindeste zu tun gehabt hat, und daß er von ihm auch nicht früher gewußt haben kann als andere Stockholmer„Vorwärts*leser. Im übrigen aber gestatten wir uns die Bemerkung, daß sehr ernst- hafte nationalökonomische Schriftsteller Schwedens, vielleicht nicht fo scharf wie wir, aber in der Sache ebenso offen, den gering- fügigen Unternehmungsgeist des schwedischen Bürgertums seit mehr als 80 Jahren gekennzeichnet haben. Auch im Zentralorgan der schwedischen Sozialdemokratie, dem Stockholmer„Sozialdcmo- traten", ist wiederholt bis in die jüngste Zeit hinein über schlechte Leitung der schwedischen Industrie geklagt worden, und recht viele bürgerliche Blätter haben mehr als einmal ähnliche Auffassungen gebracht. Wer vielleicht untersucht die schwedische Presse lieber einmal, wem die schwedischen Arbeiter die Schmierfinkercien zu danken haben� die in den letzten Wochen in deutschen Blättern unter' Führung der„Arbeitgeberzeitung* über sie veröffentlicht wurden! Unsere Ausführungen drehten lediglich den Spieß um: Nicht die schwedische Arbeiterschaft, sondern die schwedische Bour- geoisie ist an der langsamen industriellen Entwickclung schuld. In dieser Richtung betätigt sich ja zurzeit die schwedische Unter- nehmerorganisation, deren Aussperrungstaktik nicht einer Förde- rung, sondern einer Vernichtung des industriellen Erwerbs- lebens gleichkommt.> Ter Kampf erfaßt nach den neuesten Mitteilungen aus Stock- Holm gegen 300 VM Arbeiter und Arbeiterinnen. Davon sind 80000 ausgesperrt, mehr als 200000 haben also dem Generalstreik Folge geleistet. � Durch Wolffs Telegraphenöureau werden folgende Depeschen übermittelt: BesteräS, 5. August. Fünfzig streikende Arbeiter zogen gestern aufs Land und zwangen die Landarbeiter einiger Güter, die Arbeit einzustellen. Herbeigerufenes Militär nahm heute 30 derselben fest. Bei einem darauffolgenden Zusammenstoß mit einer Volks- menge gelang es 23 Verhafteten zu entfliehen. Stockholm, 0. August. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Landesorganisation, Reichstagsabgeordneter L i n d q u i st. erklärte Blättern gegenüber, daß seine Partei eine Vermittelung in der W&'WMwM fiop leiten der Begixxung nicht wüvfchc, pm. •*' In Göteborg beschloß das Fahr- und Werkstättenpersonal der Straßenbahn, die Arbeit heute einzustellen. Stockholm, 6. August. Der Präsident der Arbeitgebervereini- gung sprach dem„Aftonbladet" gegenüber die Meinung aus, daß eine Vermittelung seitens der Regierung jetzt zu keinem Re- sultat führen könne, da die Differenzen bei dem letzten Vermitte- lungsversuche zu groß gewesen waren; der Generalstreik habe den grundsätzlichen Standpunkt der Arbeitgeber nicht geändert. ver weiße Schrecken in Spanien. Die spamschc�Regierung will ganze Arbeit machen. Dieser Verbrecherbande, die das arme ausgesogene Land in einen Krieg zur Erhöhung der Dividenden einiger Bergwerksgesell- schaften hineingetrieben hat, genügt der Sieg in der Artillerie- schlacht von Barcelona nicht. Den Opfern der Artillerie will sie jetzt neue Hekatomben �von Opfsrn gesellen, um ihren bestialischen Rachedurst zu befriedigen. Es ist als ob ein Wetteifer der Schandtaten ausgebrochen wäre zwischen den Regierungen des frommen orthodoxen Zaren und des frommen katholischen Alfons. Die spanische Armee hat in Barcelona nicht nur gc- gemordet, sie hat auch Gefangene gemacht. Die Un- glücklichen wurden auf die Feste M o n t j u i ch gebracht, die Bastille BacelonaS. Ihre Zahl soll sich auf 1000 belaufen. Das Schreckliche, das sich auf der Festung ereignet, schildert ein Spezialbericht des„Daily Chronicle", den uns unser Londoner Korrespondent telegraphisch übermittelt, folgender- maßen: Die Gefangenen werden des Morgens aus den unterirdischen Gefängnissen in ein enges Zimmer gebracht. Ivo die militärschen Richter sie erwarten. Das Kriegsgericht hat sich in Permanenz erklärt. Die Verhandlung dauert ganz kurz. Zeugen werden nur selten vernommen. Das Resultat ist stets dasselbe: Schuldig, die Strafe stets dieselbe: der T o d. Unter den Gefangenen sind hundert Frauen und hundert Jugendliche. Vor dem Kriegsgericht sind sie gleich. Das Gericht arbeitet nach- lässig und unaufhörlich vollziehen sich draußen die grausigen Exekutionen. Aus dem engen Zimmer geht es auf die Fcstungs- wälle, die Soldaten feuern und reihen die Leichen an dem Fuß des Walles nebeneinander. Es sind Leichen von Frauen und Kindern darunter... Die Kriegsrichter erklären, wenn das Gericht zu Ende ist, wird kein Anarchist in Barcelona am Leben sein. So der Bericht des englischen Blattes. Man möchte glauben, daß dies Entsetzliche nicht wahr sein kann, daß es nicht möglich sei, vor den Augen Europas so aller Mensch- lichkcit Hohn zu bieten. Die spanische Regierung stellt auch alles in Abrede. Ein Telegramm aus Cerbsre besagt: „Nach einer�Meldung laus Barcelona sind 17 Personen, die aus dem M o n j u i ch in Haft waren, in Freiheit gesetzt worden. Die Nachricht, es seien Hinrichtungen vorgenommen worden, wird von den Behörden für unrichtig erklärt; bisher sind fünf Verurteilungen zu lebens- länglicher Zwangsarbeit erfolgt. Auf dem Monjuich befinden sich 1t Geistliche in Haft; die in den Krankenhäusern in Pflege befindlichen verwundeten Personen werden als Gefangene nach demMonjuich übergeführt, sobald sie geheilt sind.* Aber haben nicht alle amtlichen Meldungen gelogen und muß man nicht die Bande, die Artillerie auf zusammen- getriebene Menschen, deren Widerstand bereits gebrochen war.„zur Strafe" feuern ließ, zu allem, und wäre es das Scheußlichste, für fähig halten � Nur das eine darf man vielleicht noch hoffen, daß die A n g st vor einem erneuten Ausbruch die Regierung in Zaum hält. Der„Matin" bringt folgende Depesche: „Die nächste Zukunft Barcelonas liegt hinter den Mauern von Monjuich beschlossen. Wenn die Militärbehörden sich milde zeigen, wenn sie eine sorgfältige Auswahl unter den Ge- fangenen treffen und die Munizipalräte, Advokaten und Re- publikaner, welche die Zellen von Montjuich bevöllern, wieder nach Barcelona schicken, so bedeutet das den Frieden. Barcelona wird ein, zwei Wochen warten; aber wenn es erfährt, daß man diese Männer füsiliert hat, so wird alles wieder von vorn beginnen. Der Kriegsplan wird dann anders sein. Man wird nicht mehr die Klöster angreifen, man wird mit Bomben arbeiten, und alles, was man bisher von Greueln gesehen, wird übertroffen werden. Die Frage ist klargestellt: Befreiung der Gefangenen von Moujuich oder Wieder- aufnähme der Feindscligkeite». 30 000 Mann sind bereit, den Tanz wieder zu beginnen.* So. mögen vielleicht die besiegten Revolutionäre noch so- viel Kraft haben, um die Gefangenen aus den Händen der mörderischen Richter zu befreien. Klerikale Gesinnung. Fast die ganze Presse verurteilt mehr oder minder scharf die barbarischen Untaten, die die spanische Regierung in Barcelona verüben ließ, um so mehr, als sich klar heraus- gestellt hat, daß die Revolutionäre erst durch das brutale Auf- treten der Büraergarde zum Kampfe provoziert worden sind. und daß alle Greuel, die ihnen nachgesagt wurden, klerikale Verleumdungen waren. Ein Blatt macht eine Ausnahme, und dieses Blatt ist das Organ des Vatikans. Der fromme„Osservatore Romano" schreibt: „Je schneller und unbeugsamer das Werk der Rcaktipn gegen die Revolutionäre ist, desto ein st immiger und wärmer wird der Beifall der romanischen Kulturnationen sein, die dem ritterlichen Spanien in diesem Augenblick vertrauensvoll das Mandat geben, die allen gemeinsamen Rechte und Interessen zu schützen, die überall von einer kosmopolitischen Bande von Uebeltätern bedroht werden. Alle Länder, die la- teinischen vor allen, wissen leider, daß sie in ihrem Schöße die Krebsplage haben, daß sie diese giftigen Elemente aufnehmen müssen, die nur darauf erpicht sind, ihre Existenz zu untergraben. Diese Elemente sind eine soj ruchlose, so verworfene Rasse von Menschen ohne Gefühl für Vaterland und Menschlichkeit, daß sie immer aus die Gefahren und das Unglück des eigenen Landes spekulieren und dieses zu ihrem Vorteil ausbeuten. Jedesmal, wenn ihre Brüder die Brust den Waffen des Feindes aussetzen, knechen sie aus ihren Höhlen, um Schrecken in den Städten zu verbreiten, zu plündern und im Blute ihrer Mitbürger zu waten. Die Artillerie, die jetzt die Straßen von Barcelona fegt, trifft mit einem Schlage zwei geschworene Feinde der Menschheit, ihres Friedens und ihrer Wohlfahrt, nämlich die Anarchie und den Antiklerikalismus. Diese beiden sind mit einander eng verbündet, da sie die gleichen Ziele haben. Wir möchten wünschen, daß diese Mahnung alle beherzigen, die die Verantwortlichkeit der Macht tragen, so daß sie sich überzeugen, wie sie durch Ermutigung des Antiklerikalismus nur Reichsfeinde und Rekruten der Anarchie züchten, die eines Tages— o möge er fern sein!— die erste Gelegenheit benutzen, um in Feuer- und Blutorgien zu schwelgen.* Diese Enthüllung klerikaler Menschenliebe wird man sich merken müssen. Der Ausbruch der Revolution. Die„Frankfurter Zeitung" veröffentlicht eine Korrespon- dcnz aus Barcelona vom 2. August, die sehr deutlich zeigt, daß erst das brutale Vorgehen der Bürgergarde zu dem Aus- bruch des Kampfes führte. Es heißt darin: Als Prote st kund gebung gegen den Krieg bc- absichtigte die Arbeiterpartei von Barcelona einen alle Betriebe um- fassenden Generalstreik in Szene zu setzen; die Absicht war wohl ziemlich geheim gehalten worden und am Montag den 20. Juli wurde dieselbe ebenso plötzlich wie mit durch- greifendem Ersolge ausgeführt. Am Vormittag begannen kleinere Abteilungen von Arbeitern, insbesondere jungen Burschen, und Ar- beiteriimen, die Stadl zu durcheilen und in jedem Beiriebe die Arbeiter zum Niederlegen der Arbeit aufzufordern. Im allgemeinen wurde der Aufforderung willig Folge geleistet; wo solches nicht der Fall war, genügte in der Regel ein kleines Steinbombardement, um die widerstrebenden Elemente gefügig zu machen. Auf die Gleise der Straßenbahnen wurden große Steine gelegt; sofern dies nich: genügte, wurden die LehungSdrähte zerschnitten und bei einer besonders harnäckigen belgischen Gesellschaft einige Wagen umgestürzt und in Brand gesteckt, worauf auch diese sich ihrem Schicksale er- gab und den Betrieb einstellte. Alle Fuhrwerke auf den Straße'.: wurden von Abgesandten der Arbeiter angehalten und zur Heimkehr gezwungen, und am Nachmittage desselben Tages war lein Fuhr- werk mehr in der Stadt zu sehen. Hatte sich bis dahin die Sache friedlich abgespielt, so sollte sie eine tragische Wendung nehmen, als die an sich wegen ihrer Rück- sichtslosigkeit beim Volle verhaßte Guardia Kivil, eine etwa der Gendarmerie entsprechende vorzüglich ausgebildete Truppe zu Fuß ur.d zu Pferde, sich einmischte und anfing, mit Wa ff engewall gegen die Manifestanten vorzugehen. In einer Anzahl enger Straßen der Äl:- stadt wurden jetzt Barrikaden, speziell aus Pflastersteinen, errichtet und am Dienstagnnttag entspann sich in der Vorstadt G r a c i a ein scharfer Feuerkampf zwischen der Gnardia Civil und den zum Teil mit Schußwaffen ausgerüsteten Arbeitern. Die Guardia Civil konnte die Ruhe nicht wieder herstellen, und der Kampf ließ erst abends gegen 0 Uhr nach, als zur Wiederherstellung der Ordnung eine Abteilung Infanterie sowie ferner eine Abteilung Artillerie in die Vorstadt einzog. Da die Manifestation zugunsten des Militärs veranstaltet worden war, so schössen die Arbeiter nicht auf das Militär; dasselbe wurde im Gegenteil überall mit Händeklatschen und Beifall be- grüßt. Es scheint, daß auch das zuerst gesandte Militär nicht gerade geneigt war, den Kampf gegen die Manifestanten oufzu- nehmeu, weshalb dasselbe zum Teil abgelöst und durch aus anderen Städten, Madrid und Valencia, herangezogene Truppen ersetzt wurde. Die Nacht zum Mittwoch verlief, abgesehen von kleineren Kämpfen, ruhig, wurde indessen von den Manifestanten benutzt, ihre Wut an den in Barcelona ja außerordentlich zahlreichen K l ö st e r n auszulassen. Gegen Abend flammten an vielen Stellen der Stadt Brände empor und am Morgen des nächsten Tages waren gegen dreißig Klöster in Flammen.... Am Mittwoch früh wurde der Belagerungszustand verhängt. Die Bevölkerung wurde durch Anschläge aufgefordert, nach 9 Uhr morgens die Hauser nicht mehr zu Verlässen, und gleichzeitig wurde betanntgemachl, daß auf Gruppen, die sich in den Straßen bilden, ohne weiteres geschossen würde. Tagsüber knallten denn auch in den verschiedensten Stadtteilen die Schüsse, und da das Militär und speziell die Guardia Civil bei der geringsten Kleinigkeit die Straßen entlang schössen und sich immerhin noch viele Leute unterwegs befanden, so wird wohl auch mancher harmlose Passant einen bösen Denkzettel mit- bekommen haben. Die Schießerei dauerte auch den nächstfolgenden Tag noch an; die Manifestanten hatten sich zum Teil in Häusern versteckt und schössen von dort aus auf das Militär; einigen Gruppen gelang eS auch, noch einige Klöster in Brand zu stecken, doch wurden die übriggebliebenen jetzt schärfer bewacht und von den Au- S reifern blieben viele auf dem Platze, ohne ihr Ziel erreicht zu aben. Nachdem am Freitagabend noch einige kleinere Gefechte statt- gefunden hatten, konnte am SamStag die Ruhe als wiederhergestellt betrachtet werden. Die Sympathien der Bevölkerung standest wohl in der Mehrzahl auf Seite der Arbeiter, da Ausschreitungen gegen die Bevölkerung kaum vorkamen, andererseits der Barceloneser als Catalane einen großen Haß gegen alles nährt, was von Madrid und der Regierung kommt. Trotz aller sonstigen Differenzen sind in diesem Punkte arm und reich, die gesamte Be- völkerung der schönen und gewerbfleißigen Provinz Catalonien ohne Ausnahme einig, und früher oder später wird die Regierung noch einmal e isti c n schweren Kampf mit der selbstbewußten Be- völkerung diese« Landes auSznfechten haben, dessen Ausgang sich jedenfalls nicht voraussehen läßt. Auch der Korrespondent der„Köln. Ztg.* bestätigt, daß die AuSständischen keinerlei der ihnen angedichteten Greuel begangen haben. Er telegraphiert:„Zwei Tage lang waren die AuS- oder Aufständischen die Herren der Stadt. Es ist kein Raub und kein Mord, keine Gewalttat begangen worden, ausgenommen die Angriffe gegen die Klöster. Kirchen und kirchliche Anstalteu. Aber auch keine Klosterleute sind getötet, geschlagen oder ver- gewaltigt worden. Die Angaben über die Verbrennung von Nonnen sind völlig erlogen, im Gegenteil: das Voll glaubte sie zu befreien, indem es sie zwang, ihre Klöster zu verlassen. Erst als die Klöster geräumt waren, legten die Angreifer Feuer an. Da daS Volk hierzulande glaubt, daß die Nomien in den Klöstern vielfach eines gewaltsamen TodeS sterben, lebendig vermauert werden usw., setzte die Entdeckung von Kirchhöfen innerhalb der Klostermauern die Einbildungskraft und die Neugier in Bewegung. so daß einige Gräber geöffnet wurden. Man fand dann Leichen mit zusammengebundenen Beinen, wie eS angeblich Klosterbrauch sein soll, und glaubte, darin einen Beweis für seine schlimmen Ver- mutungen zu finden.* Vor Melissa. PariS, S. August. Nach einer Meldung des»Echo de Paris" dürste sich die Lage der spanischen Truppen bei Melissa dem- nächst sehr kritisch gestalten. Wie dem Blatte aus amtlicher Quelle aus Oran telegraphiert wird, haben die Rifbewohner die Wasserleitungen nach Melilla zerstört, so daß in der Stadt Trinlwasserntangel droht. Die spanischen Truppen sind unter diesen Umständen gezwungen, sofort zum Kampf zu schreiten, obwohl sie dafür nicht vorbereitet sind. Man befürchtet den Ausbruch von Epidemien. Ein Wintcrfeldzng. London, 6. August.„Daily Telegraph" berichtet ans Madrid: Der Kriegsminister, der der Ansicht ist, daß die Operationen in Marokko nicht sobald beendet sein werden, hat bereits Vor- lehrungen für die Ueberwinterung der Truppen gc- troffen._ politilcbe Ckbcrlicbt Berlin, den 6. August 1909. Die Wahlen zum badischcn Landtage werden laut amtlicher Mitteilung am 21. November statt- finden. Die Einberufung der Kammer wird anfangs Dezember erfolgen._ Eine Kraut» und Rübcnpartei in Sachsen. Wie die„Deutsche Tageszeitung" erfährt, wollen die sächsischen Antisemiten im künftigen Landtage eine Wirtschaftliche Bereinigung bilden, nach dem Muster der schon im Reiche vorhandenen Fraktion gleichen Namens, die sich den Namen: Kraut» und Rübenpartei erworben hat. Der Name deutet an. dast die heterogensten Elemente wie Kraut und Rüben in einer Fraktion zusammengeworfen sind.— Tatsächlich wird die Wirtschaftliche Vcr- einigung im Reichstage auch nicht ernst genommen. Sie ist nur gegründet worden, u>n den Liebermann von Sonnenberg, Lattmann vt tutti quanti die Möglichkeit zu bieten, recht oft als Fraktious- redner austreten zu können. Die sächsischen Antisemiten haben längst in Sachsen allen politischen Kredit verloren. Die einzige, auch schon ziemlich geborstene Säule ist der AntisemitZimmermann, der imNeichs- tage bekanntlich seine eigene Fraktion hat. die aus ihm als Vorsitzenden und zwei anderen Abgeordneten als Mitgliedern besteht.— Die Antisemiten haben sich in Sachsen für die Landtagswahl mit den Konservativen verbündet und was die Konservativen nicht gebrauchen können, daS wird unter dein Namen„Wirtschaftliche Vereinigung" aus der parlamentarischen Bühne eine Nolle zu spielen suchen. Die„Deutsche Tageszeitung" läsjt durchblicken, daß die Möglich» keit besteht, daß auch die agrarischen Mitglieder der künftigen Kanuner sich dieser geplanten Neubildung anschließen dürfen. Die Nachverzollung und Nachverstcnerung des Tabaks. Durch§ 57 des TabaksteuergesetzeS wird dem Reichskanzler die Befugnis erteilt, anzuordnen, a) daß von allen beim Inkrafttreten des Gesetzes (15. August 190V) im freien Verkehr befindlichen noch nicht verarbeiteten ausländischen Tabakblättern ein Zuschlag von 40 Proz. dcS Wertes nachträglich erhoben wird, b) daß die am Tage des Inkrafttretens des Gesetzes im Besitz oder Gewahrsam inländischer Händler befindlichen bereits ver- zollten Zigarren ausländischen Ursprung? zum Satze von 49 M. für 1000 Stück nachverzollt werden. Der Verpflichtung, die näheren Bestimmungen über die Nach- Verzollung und Nach Versteuerung zu erlassen, hat der Reichskanzler nunmehr genügt durch Erlaß der„Ordnung für die Nachvcrzollung und Siachversteuerung von Tabakblättern und ausländischen Zigarren". Diese Bestimmungen sind abgedruckt in dem vom Ministerium des Innern herausgegebenen.Zentralblatt für das Deutsche Reich" (Nr. 41) vom 4. August IVOS.(DaS.Zentralblatt' ist zu beziehen durch alle Po st an st alten und Buchhandlungen.) Der Kandidatenkampf in Koburg. Der nationalliberale Kandidat RegicrungSrat Dr. Quarck erklärt in der Presse, daß er bereit sei, von der Kandidatur zurückzutreten. sobald ein anderer genehmerer liberaler Kandidat gefunden sei.— Die Freisinnigen schöpfen bereits wieder Hoffnung; denn für sie steht es natürlich fest, daß der genehmere liberale Kandidat nur ein Freisinniger sein kann. Davon wollen aber aus begreiflichen Gründen wiederum die Nationalliberalen nichts wissen. Für uns bedeutet das erbauliche Schauspiel, daß der.geeinigte" Liberalismus in Koburg wenigstens auf dem besten Wege ist, sich wieder recht nachhaltig auseinander zu einigen. Auf feiten der Nationalliberalen stehen die dortigen Bündler, die natürlich auf keinen Fall bereit sein werden, einen freisinnigen Kandidaten zu akzeptieren. Volksschulreform in Württemberg. Nachdem die württembergische Kamnier der Abgeordneten sich in drei Sitzungen mit dem Beschluß der Ersten Kammer zur Volks- schulreform beschäftigt hat, in einigen Punkten auf ihrem früheren Beschluffe beharrte, in anderen Punkten leider vor der Ersten Kammer unter dem Widerspruche der sozialdemokratischen Fraktion zurückgewichen ist, fand am Freitag die Schlutzabstimmnng über das ganze Gesetz statt. DaS Gesetz wurde mit 02 gegen 25 Stimmen angenommen. Dafür stimmten Sozialdemokratie, Bolkspartei. Nationalliberale und Konservative, dagegen stimmte nur das Zentrum. Die sozialdemokratische Fraktion gab zu ihrer Abstimmung- folgende Erklärung ab: „Die unterzeichneten Abgeordneten erklären, daß sie dem Volksschulgesetz trotz ihres bei der Einzelberatuug begründeten Widerspruchs gegen verschiedene Bestimmungen zustimmen, weil es in einer Reihe wichtiger Punkte wesentliche Verbesserungen gegen- über dem geltenden Rechte enthält. Ihre Zustimmung erfolgt jedoch nur unter ausdrücklicher Verwahrung gegen daS in diesem Gesetz der Kirche zugesprochene Recht auf Leitung und Beaufsich- tigung des Unterrichts in einem wichtigen Pflichtfach der staat- lichen Volksschule."_ Auszahlung der Gehaltszulagen für die Beamte« der Neichspost. Die den Beamten und Unterbeamten der Post bewilligten Ge- Haltszulagen sollen sicherem Vernehmen nach noch in der Zeit vom IS.— 20. d. M. ausgezahlt werden. Die Zulagen haben bekanntlich rückwirkende Kraft bis 1. April IVOS. Auch die Postboten sowie die bei der Post beschäftigte» Aushilssarbeiter erhalten eine Aufbesserung ihrer Tagegelder. Diese Beamteukategorien werden fernerhin für den Anfang 3 M. statt wie bisher 2,70 M. täglich erhalten. Das Zentrum in Nöte«. Aus Bochum wird uns geschrieben: Wohl in keinem Wahlkreise hat die Erregung über den Steuer- Wucher den Grad erreicht, wie in Bochum. Hier stehen sich drei fast gleich starke Parteien gegenüber, die eifrig bestrebt sind, ihren Be- sitzstand' zu erhalten und zu mehren. Die Sozialdemokratie de- gann sofort nach Schluß des Reichstages große Proteswcrsamm- lungen zu veranstalten, die einen so starken Besuch aufwiesen, wie man ihn hier nur in ganz erregten Zeiten kennt. Ihr folgten die Nationalliberalen, die hier wohl ein Dutzend im Solde oes Groß- kapitals unter der Führung eines Generalsekretärs stehende Parteisekretäre unterhalten. Sie beriefen in Witten eine öffentliche Nolksversammlung, zu der die ZentrumSpartciler mit Zusicherung unbeschränkter Redefreiheit eingeladen waren. Die Zentrumsleute erschienen auch. Sie hatten sich aber den Arbeitersekrctär WeperS- Hagen mitgebracht, der einige Tage vorher in Köln auf der Kon- fercuz der Arbeitersekretäre gewesen war. wo ihnen nach M.-Glad- bacher Rezept eingedrillt worden war, was sie als Entschuldigung und Rechtfertigung der Zentrumspolitik den christlichen Arbeitern vorgaukeln sollten. Nachdem der Redner der Nationalliberalen das Zentrum scharf angegriffen hatte, betrat, halb geknickt, der Herr „Arbcitersekretär" das Rednerpult und sagte sein Sprüchlein her. Dein Genossen W e tz k e r, dem ein« Redezeit von 10 Minuten ge- währt wurde, war es ein leichtes, die beiden gleichschuldigen Brüder die Leviten zu lesen. Dieser Vorgang wiederholte sich einige Tage darauf, als die Zcntrumsleute in Witten eine Versammlung einberiefen, in der elvnfalls die Nationalliberalen und Sozialdemokraten erschienen und zu Worte kamen. Im Laufe dieser Woche kommt im Wahlkreise«in von unserer Partei herausgegebenes Steucrflugblatt in einer Auflage von 100 000 Exemplaren zur Verbreitung. Eine schneidige Polizcivcrwaltung. In Samter(Prov. Posen) befinden sich Arbeiter berschie- dencr Berufe seit 5 Wochen im Streik. Die dortige Polizeiverwal- tung erließ nun folgende Bekanntmachung:. �. „Nachdem/z Cent(76 Pf.) betragen. Dies gilt für etwa 6000 Arbeiter in neun Städten. Die Löhne wurden vor einem Jahre um 1>/z Cent pro Stunde reduziert. Die Straßenbahner aber haben in der letzten Zeit in verschiedenen Städten erfolgreiche Streiks geführt, wie in Philadelphia, Pittsburg und Ehester. Ilcbcrall wurden die Streikenden von den Bürgern kräftig unterstützt. Daraus erklärt sich auch die Ankündigung der Lohnerhöhung von feiten des Trusts, die eine Borbeugungsmaßregel gegen Lohn- forderungen sein soll. Versammlungen. Die Eisen-, Metall- und Revolvcrdreher besprachen in einer Versammlung, die am DonnlAstagabend in Graumanns Saal, Narmynstraße, stattfand, die Verhältnisse in ihrem Beruf und die Aufgaben der Konferenz der Gelbmetallindustrie, die in Frank- furt� a. M. Mitte August zusammentreten soll. Die Arbeitszeit beträgt neun Stunden und der Verdienst ist im allgemeinen nicht höher als 27 bis 30 M. pro Woche. Nach einer Statistik, die in den verschiedenen Betrieben ausgenommen wurde, ist als höchster Lohn bei Akkordarbeiten durchschnittlich 80 Pf. pro Stunde erzielt worden; dagegen wurden auch.Löhne von 26 Pf. pro Stunde fest« gestellt. Die Branchcnkommission ist entschlossen, in einzelnen Be- trieben in der nächsten Zeit vorzugehen, um Verbesserungen zu erzielen. Von der Konferenz werden gute Früchte erwartet für die Agitation in der Provinz. Die Berliner Arbeiter der Gelb- Metallindustrie haben schwer unter der Konkurrenz aus der Pro- vinz zu leiden, wo ungemein billig produziert wird. Zentralvcrband der Schmiede. In der am Donnerstag abge» haltenen Generalversammlung der Zahlstelle Berlin gab der Kassierer H e n s ch e l den Kassenbericht für das zweite Quartal. Die Abrechnung der Hauptkasse schließt in Einnahme und Ausgabe mit der Summe von 14 749,09 M. Die Lokalkasse verzeichnet ein- schließlich des alten Bestandes von 17 013,62 M. eine Einnahme von 19 763,67 M, eine Ausgabe von 2602,92 M., so daß ein Be- stand von 17 266,75 M. verbleibt. Das Vermögen der Zahlstelle beträgt 63 666,75 M. Für die verschiedenen Ilntcrstützungszweige wurden 9639,51 M. ausgegeben. Außerdem sind im Laufe des Winters 137 ausgesteuerte Mitglieder mit 6320 M. unterstützt.— Nachdem die Abrechnung erledigt war, hielt Bas n er einen Bor- trag über die Anfänge der sozialistischen Bewegung in Deutsch- land.— Hierauf wurden mehrere geschäftliche Anträge behandelt. In der vorigen Versammlung war ein Antrag, welcher besagt, die Gcmaßregclten bei der Zuweisung von Arbeit durch den Arbeits- Nachweis nicht mehr zu bevorzugen, der erweiterten Verwal- tung überwiesen worden. Diese empfahl nunmehr, es bei dem bisherigen Zustande zu lassen, da man es den Gcmaßregclten schul- dig sei, ihnen in erster Linie Arbeit zuzuweisen und eine erheb- liche Benachteiligung der anderen Arbeitslosen dadurch nicht ein- trete. Die Versammlung stimmte dem zu. Die Ueberweisung von 100 M. an die Streikenden in Hagen wurde genehmigt. Dem Vor- sitzenden Sicring bewilligte die Versammlung auf seinen Antrag Urlaub ohne Gehalt zum Besuch der Parteischule und einen mo- natlichcn Zuschuß von 10 M. zum Büchergeld. Zentralverband der Sattler und Portefcuiller. Die Taschen- und Galanteriebranche Berlins hielt am Mittwoch ihre regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Der zweite Zentralbevollmäckstigte. Weinschild, hielt einen instruktiven und durch viele Beispiele und Entscheidungen erläuterten Vortrag über den im vorigen Jahre zwischen der Organisation und den Unternehmern der Branche abgeschlossenen Tarifvertrag, der in seiner Art als muster- gültig angeschen werden kann und in den Tarifverträgen der deutschen Gewerkschaftsbewegung wohl einzig dastehen dürfte. Redner faßte am Schlüsse seines von gründlicher Sachkenntnis ge- toagenen Vortrages seine Ansicht dahin zusammen: Tarifverträge haben nur Wert, wenn starke Organisationen dahinter stehen. Die Gegner der Verträge behaupten nun, wir hätten uns der Macht auf drei Jahre den Unternehmern gegenüber begeben. Dies treffe nicht zu. Was im Tarifvertrag festgelegt ist, sind Mindestlöhne, sowohl die Arbeitgeber als auch die Arbeiter dürfen darüber hin- ausgehen. Es steht uns sehr wohl frei, die jeweilige Konjunktur auszunutzen. Jedoch dürfen die Arbeiter in solchen Situationen nicht die Arbeit hinwerfen, sondern müssen den Instanzenweg ein- halten und lctztenfalls hat dann die Schlichtungskommission die Entscheidung zu fällen. Tarifverträge sind deshalb noch lange nicht Friedensverträge. Sie stellen nur den Boden dar, auf dem die wirtschaftlichen Kämpfe ausgekämpft werden. Er halte sie für Kampfverträge, in den nur beiden Parteien die Grenzen gesteckt werden. Hier nützen keine Resolutionen, handeln ist das einzige Mittel. Die Kollegen müssen von ihrem Recht, Tarifverstößc ans Tageslicht zu ziehen, Gebrauch machen. Sie brauchen solch- nur der Organisation mitzuteilen, die dann das übrige schon besorgt. In Offenbach al'/in werden dieserhalb in nächster Zeit 89 Fabri- kanten vor das Forum der Schlichtungskommission gezogen. Sei- tens der Kollegen sind bisher Tarifverstöße nicht vorgekommen. An ihnen liegt es, zu sorgen, daß alle derartigen Fälle vor die Schlichtungskommission kommen. Der Vortrag wurde mit leb- hastem Beifall aufgenommen. Die übrigen Punkte betrafen in- terne Branchenangelegenheiten.— In die Aranchenkoinmission wurde F. L ö k e gewählt. Letzte JVachncbtcn und Depefeben. Japanisch-chinesischer Konflikt. Tokio, 6. August.(W. T. B. Meldung des Rcuterschen Bu- reaus.) Von zuständiger Seite wird erklärt, Japan beabsichtige, die Antung-Mukden-Bahn trotz des chinesischen Widerspruches umzubauen und mit den Arbeiten morgen zu beginnen; das Kriegs- Ministerium sei auf alle Eventualitäten vorbereitet. Längs der Bahnlinie sind einige hundert chinesische Soldaten postiert Freigesprochen. Karlsruhe, 6. August.(B. H.) Das Schöffengericht verhandelte heute mehrere Stunden lang über die von der Militärbehörde veranlasste Klage gegen den Fuhrmann D o f f i n wegen tätlicher Mißhandlung des zum Telegraphcnbataillon kommandierten In- fnntericleutnants Freund vom 34. Regiment in Stettin. Die An- klage bezog sich auf den kürzlich erwähnten Zusammenstoß zwischen dem Fuhrmann und dem eine Uebungsabteilung des Telegraphen- bataillonS kommandierenden Offizier am 26. Mai d. I. Der An- geklagte wurde nach langer Verhandlung freigesprochen. Verunglückte Touristen. � Bern, 6. August.(W. T. B.) An der„Jungfrau" sind zwei Touristen deutscher Herkunft namens S e e s e und Besser, die in Baden in der Schweiz in Stellung waren, abgestürzt. Die Leiche Seeses ist bereits geborgen, während die seines Kameraden noch nicht aufgefunden worden ist._ Gegen die englische Herrschaft. Geuf, 6. August.(W. T. B.) Der Kongreß der ägyptischen Jugend, der hier stattfinden soll, ist auf die Zeit vom 13. bis 15. September angesetzt worden. Er verfolgt den Zweck, Aegypten von der englischen Vormundschaft zu befreien und eine konstitutionelle Regierung einzuleben. Das Präsidium über den Konarrß wird in Händen von Mohamed Fahmi liegen. In fremdem Lande. Charleville, 6. August.(W. T. B.) Bei Villers-la-Montagne in der Nähe von Longwy landete heute nachmittag ein deutscher Ballon, in dessen Gondel sich ein früherer Offizier und drei andere Personen befanden. Von der Zollbehörde wurde den Luftschiffern ein Zoll von 696 Franks abverlangt sowie ein mitgeführter Photo- graphischer Apparat samt Platte» beschlagnahmt. Zur Schiffskatastrophe bei Kapstadt. Kapstadt, 6. August.(W. T. B.) Von der Besatzung des ge- scheiterten Dampfers„M a o r i" sind noch vier Mann gerettet worden. Acht befinden sich noch an Bord, während von dem Rest der Bemannung, der Boote bestiegen hat, noch keine Nachricht vor liegt. Verantw. RÄälteur: Hans Weber» Berlin. Inseratenteil versntw.i Ach. Glocke, Berlin. Druck u. Verlgg: Vorwärts Buchdr.u.LerlSLkanitall Paul Singers Co., Berlin LIV, Hierzu 3 Beilagen u.UnterhaltungS 182. 26. Jahrgang. 1. Kilm des Jotmärts" Kcrlim loMlitt Soilmlmd, 7. Jtnpjt 1909. Der Seutiche Seemann. Welche Entwickelimg die Schiffahrt in Deutschland gemacht hat. ersieht man auch alljährlich neu aus den Zahlen der See-BerufS- genoffenschaft. Die Zahl der Schiffahrtsdetriebe hat enorm ab- genommen, die Betriebe selbst sind gewaltig an Umfang gestiegen, die Zahl der beschäftigten Arbeiter hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Aber auch die benutzten Schiffe selbst sind ganz andere geworden, die alten hölzernen Segler werden bald ganz verschwunden jein. Nach dem Bericht waren versichert: Schiffahrtsbetriebe im Jahre 1888..... 1818 . 1895..... 1608 .. 1908..... 1466 Es waren eingetragen: Die Zahl der Betriebe ist also um zirka 400 zurückgegangen. 31. Dezember 1908 waren registriert: Kauffahrtei- Fischdampfer schiffe u. Heringslogger Hölzerne Segler 944(darunter 55 Leichter) 94 Eiserne Segler. 469(„ 110,) 89 Segler mit Hilfsmaschine.. 20 Danrpfer..■ 1613 Am . Zusammen 1038 553 ( ( 3046 2„) 94 Schleppet) (261) 59 234 476 Im Berichtsjahre sind 48 Schiffe als verloren und verschollen eingetragen worden. Nach dem Auslände wurden 64 Schiffe ver- kauft, 56 wurden abgewrackt, also außer Dienst gestellt usw. Die Beränderung in der Anzahl der Seefahrzeuge ergibt folgende Auf stellung: 1. Januar 1883 1. Januar 1900 1. Januar 1905 1. Januar 1909 Hölzerne Segler , 2332 . 1139 . 1015 944 zusammen 3189 Schiffe 2642 2880„ 3046. Heringslogger Fisch« Hölzerne Eiserne Maschine' Dampfer Kauffahrteischiffe Ss M � 174— 683 396— 1107 460— 1405 469 20 1613 Brutto-Raumgehalt aller zur See-Lcrufsgenossenschast gehörenden Fahrzeuge. 70 92 94 23 44 39 59 127 172 234 zusammen - Schiffe 225. 232„ 476 Der Brutto-Raumgehalt hat also fest dem Jahre 1883 bei den Hölzemen Seglern um 90 Proz. abgenommen (im Vorjahre 89 Proz.), .» eisemen., 154, zugenommen (im Vorjahre 161,), »» Dampfem. 466. zugenommen (im Vorjahre 454,). Durchschnittliche Zunahme für alle Schiffe... 193.(gegen 193 Proz. im Vorjahre). Dagegen hat sich die Zahl der versicherten Seeleute gewaltig vermehrt. versichert waren: im Jahre 1890...... 37 580 Personen . 1900...... 47 073 „. 1905...... 59 295 . 1908...... 66 754 Der Genossenschaftsvorstand mußte sich auch mit dem JahreS- einkommen der Seeleute wieder beschäftigen. Der Reichskanzler hat nach längeren Verhandlungen den Durchschnittsbetrag der monatlichen Heuer, welcher bei Bemeffung des Jahresarbeitsverdienstes der zur Besatzung deutscher Seefahrzeuge gehörigen Personen zugrunde zu legen ist, neu festgesetzt. Dadurch ist die Durchschnittsheuer, wie der Bericht anführt, für Vollmatrosen monatlich von 65 M. auf 63. M. gestiegen. Die Berufsgenoffenschaft macht nun großes Auf- Hebens von dieser unwesentlichen Steigerung dieser Sätze, weil sie nach den Durchschnittssätzen der„Jahre der Hochkonjunktur' fest gelegt worden wären. Demnach sind die Löhne tnzwischen wieder gefallen? Wir finden im Bericht leider keine genauen Zahlen über die Jahreslöhne der Seeleute. Nur eine Bemerkung fallt auf:„Die Summe der anrechnungsfähigen Heuern, welche in 1907 die Höhe von 69 970 913 M. erreichte, ist im Berichtsjahre infolge der un- günstigen Konjunktur in der Seeschiffahrt auf 68 383 051 M. zurück- gegangen.' Nun ist aber laut Bericht die Zahl der beschäftigten Arbeiter gegen 1907 um 408 gestiegen, folglich der Durchschnittslohn nach dieser Zahl von ic>b4 M. auf 1032 M. zurückgegangen. Gemeldet wurden der Berufsgenoffenschaft 3377 Unfälle gegen 3804 im Jahre 1907. Die Zahl der Todesfälle betrug hiervon 319 (gegen 331 im Vorjahre). Seit dem Jahre 1333 wurden insgesamt 53 417 Unfälle der Genossenschast gemeldet, darunter 8884 Todesfälle. Die Genossenschaft ist erfteut, daß die Zahl der Todesfälle zurückgegangen ist, und meint, daß auch unter den gemeldeten Un- fällen allein 219 Fälle sich befanden, die nicht als reine Betriebs- Unfälle anzusehen seien, weil sie durch Schlägereien, Selbstmorde usw. entstanden seien. Krampshaft wird aber auch der Versuch gemacht, die„Annahme' zu widerlegen, daß die englische Schiffahrt weniger Unfälle auf- zuweisen habe. Die Statisttk weist folgende Zahlen auf, welche wir der Kürze halber auf drei Jahrgänge reduzieren: Jahr- gang 1890 1900 1907 Anzahl der registrierten Schiffe deutsche 3133 2931 3474 englische 13118 11209 10611 Anzahl der zur Schiffs- besatzung gehörenden Personen auf l auf deutschen s englischen _ Schiffen_ 37 580 47 037 66 346 181095 177 172 191 826 Durch Unfälle herbeigeführte Todesfälle auf deutschen Schiffen Anzahl 391 670 329 im Durchschnitt der 18 Jahre auf englischen Schiffen Eine Auffiellung über die Nationalität der Verletzten und Ge- töteten zeigt, daß von 463 entschädigten Fällen de» JahreS 1903 431 Deuffche und 32 Ausländer waren, darunter Türken, Chinesen, Inder usw. Auffällig ist eS, daß diese Berufsgenoffenschaft so sehr sparsam ist im Punkte Fürsorge für Verletzte innerhalb der ersten 13 Wochen deS Unfalls. Ganze 498 Mark wurden für diese Zwecke ver- ausgabt bei einer Jahresausgabe von mehr als einer Million Mark an Entschädigungen. kleines feuilleton. Dtt nationale Unfug, der jetzt mit dem Luftschiffkultus getrieben wird, hat eine besondere Art Massenverrücktheit gezeitigt, die augenblicklich in Frankfurt a. M. und am Rhein entlang auf. tritt. Die ZeppelinitiS kommt der Regierung und den nationalen Volksplünderern sehr zu statten: denn vor lauter Luftbegeisterung vergißt Michel die vielen Schröpflöpfe und Blutegel, die sie ihm auf den Leib gesetzt haben. In wissenschaftlichen Kreisen beginnt dagegen allmählich«ine gewisse Reaktion gegen die Zeitungs» scnsation, die mit dem Luftschiffsport getrieben wird. Wir haben seinerzeit, soweit wir sehen, als einzige Zeitung das Projekt, den Nordpol im Zeppelin zu erobern, mit gebührender Skepsis auf- genommen. Jetzt schreibt der„Globus', die führende Zeitschrift auf dem Gebiete der Völker- und Länderkunde: „Wellmans Bestrebungen haben also Graf Zeppelin und den Meteorologen Hergesell nicht schlafen lassen. Falls das Unter- nehmen zur Ausführung kommen sollte, so wird es ja in wissen- schaftlicher Beziehung nicht so bedeutungslos sein wie das des genannten Amerikaners, wenn auch geographisch schwerlich etwas zu erwarten sein wird. Die Hauptsache ist auch hier offenbar der Nordpol. Und da es recht gleichgültig ist, ob und wann über diesen ein Luftschiff dahinfährt, so darf man in dem Plan im wesent- lichen wohl nur einen Ausfluß sportlicher Unternehmungslust er- blicken.' Leopold alS Schankwirt. Der König von Belgien hat den Geist der Zeit erfaßt. Er ist ein Geschäftsmann, der es mit jedem ka- pitalistischen Gründer aufnimmt. War nicht die Kongokolonie ein« Spekulation, die sich in der ganzen Welt sehen lassen kann? svianche Könige pumpen die Jndustricmagnaten und königlichen Kaufleute an und können im besten Falle Geld ausgeben. Leopold versteht auch Geld zu machen. Sein neuestes Unternehmen zeigt, was für ein smarter und von allen europäischen königlichen Vor- urteilen freier Geschäftsmann er ist. Aus Brüssel wird berichtet: Eines der interessantesten Bauwerke in der großen internationalen Ausstellung, die im kommenden Jahre in Brüssel eröffnet werden soll, wird das große Restaurant sein, das Leopold aufführen läßt. Das Bauwerk hat die Form einer chinesischen Pagode und ist in reinem chinesischen Stile durchgeführt. Leopold hat für dies ort« ginelle Restaurant fast 2� Millionen Rtark ausgegeben; alle Ver- zierpngen und Holzschnitzereien sind von chinesischen Künstlern S»S- Die 19 Schiedsgerichte für Arbeiterversicherung haben sehr zu- gunsten der Berufsgenossenschaft entschieden, und zwar in 179 Fällen für und nur in 13 Fällen gegen die Genossenschaft. DaS Reichs- verficherungSamt hat von den Rekursen der Verletzten 32 abgewiesen und nur-- zwei zugunsten der Verletzten erledigt. Bei eigenen Rekursen hatte die Genossenschast dagegen einen Erfolg und einen Mißerfolg. Das alte Lied. Unter Titel.Unfallverhütung' finden wir, daß im Berichtsjahre von den Aufsichtsbeamten 2422 Schiffe(gegen 1085 geführt. Jetzt wird ein Pächter für das Restaurant gesucht, aber die geforderte Pachtsumme ist so hoch, daß die Fachleute nicht daran glauben, daß sich ein Pächte.r finden wird. Leopold will jedoch unter keinen Umständen den Pachtpreis ermäßigen; nötigenfalls wird er den RestaurationSbeirieb in eigener Regie führen. Die Reklame hat er jedenfalls jetzt schon gratis. Eine Kunstausstellung auf dem Friedhof. Eine Reform der künstlerisch so wenig befriedigenden Grabdenkmäler auf unseren Kirchhöfen ist bereits des öfteren in den letzten Jahren, so in Wiesbaden, München und Dresden, versucht worden. Doch ist eine rechte Anschaulichkeit mit diesen innerhalb eines ganz anderen Rahmens gebotenen Vorführungen nicht erreicht worden. Nun ist man in Bremen zu einer glücklichen Lösung dieses Problems vor- geschritten, indem auf Anregung und unter Leitung des Direktors des bremischen Kunstgewerbemuseums Emil Högg eine Ausstel- lung modernster Künstlerarbeiten, wie wir der Halbmonatsschrift „Dos Wexk"(Voigtländer, Leipzig) entnehmen, auf dem alten Doventorsfriedhof eingebaut wurde. So erscheinen jetzt 80 Werke unserer Grabmalskunst neben den meisterlich tüchtigen Arbeiten, die die verwitterten Steine aus dem 18. und dem Anfang des 19. Jahrhunderts darstellen. Die Schöpfungen der Jungen dürfen neben ihnen wohl bestehen; eS sind meistens aufrechtstehende Stein- platten, in denen neben prächtigeren antikisierenden Anlagen volkstümlich einfache Formen vorherrschen, die in ihrer beschei- denen Ornamentik ohne allen Figurenschmuck aus Bronze oder Marmor vornehm und feierlich wirken. Die Marseillaise und ihr Dichter. Die Marseillaise hat ihrem Dichter nicht übermäßig viel Glück gebracht. Man weih, daß sie im Jahre 1792 von Rouget de Lisle, der damals Jngenieuroffizier in Straßburg war, gedichtet worden ist. Der junge Offizier ver- kehrte im Hause des Bürgermeisters, der ein Freund von Gedichten war, und eines Tages den poetisch veranlagten Freund seines Hauses aufforderte, ein patriotisches Lied zu schreiben. Am fol- genden Abend schon las der Offizier sein Gedicht vor und sang es dann am Klavier zu einer Melodie, die gleichfalls sein geistiges Eigentum war. Das Gedicht wurde von einem Lokalblättchen gc- druckt und erregte durchaus kein Aufsehen. Ein Kaufmann aus Marseille, der gerade in Straßburg weilte, laufte die Zeitung und deklamierte dann bei einem Festmahl, das in seiner Vaterstadt stattfand, die forschen Verse, die bald darauf der KriogSgefang einer Schar von 500 nach Paris marschierenden Marseiller Revolutio- nären wurde. Das Lied egthusigMierje bgld fast das ganze Volk, im Jahre 1907) überholt wurden. Gerühmt wird, daß durch dieses System„alle Schiffe in jeden: Hafen fortlaufend unter Kontrolle stehen, ein Zustand, welcher der von dem Board of Trade ausgeübten Uebcrwachungstättgkeit gleichkommen dürfte". DaS klingt ja sehr scharf, wenn wir die Art der Erledigung nicht kennen würden. Mit dem„Neberholen' eines Schiffes ist es ja nicht allein getan. Untersucht wurden auch 56 Kapitäne, 196 Offiziere und 8821 Mannschaften auf Farbenblindheit und waren nicht farbenblind 100 Proz. der Kapitäne, 98 Proz. der Offiziere und 93 Proz. der Mannschaften. Größere Vorsicht wird auch bei dem Verladen von Karbid, feinporiger Schwefel- kiesabbrände und Ferrosilicium empfohlen. Insbesondere wird auf die hohe Gefährlichkeit des Ferrosiliciums hingewiesen. Ferrosilicium stellt ein auf elektrolytischem Wege oder durch Schmelzungsprozeß im Hochofen gewonnenes Produkt dar, das als Zuschlagsmasse beim Verhütttingsprozeß des Eisens Verwendung findet. Es enthält nach den Untersuchungen des kaiserlichen Gesund- heitsamtes stets, gleichviel auf welchem Wege es gewonnen ist, be- trächtliche Mengen Phosphor und entwickelt infolgedessen beim Hinzu- tritt von Wasser, ja sogar schon durch Einwirkung von feuchter Lust, das äußerst giftige, schon in geringen Mengen tödlich wirkende Phosphorwasserstoffgas. Die äußerste Vorsicht bei dem Transport von Ferrosilicium ist daher dringend geboten. Insbesondere darf eS nur in völlig trockenem Zustande, und zwar in starken, fest ver- löteten Eisengefätzen von mindestens 1 Millimeter Wandstärke zum Versand gelangen und ist stets so zu verstauen, daß eS gegen jede Einwirkung von Nässe nach Möglichleit geschützt ist. Erwähnt wird weiter, daß bis zun: 1. Mai 1909 für 1681 Fahrzeuge der Freibord ermittelt ivar und sich die Reederei im Besitz eines enliprechenden Zertifikates befand. Vereinbarungen mit auswärtigen Staaten wegen gegenseitiger Anerkennung dieser Freibordvorschriften seien inzwischen mit England, Frankreich, Spanien, Skandinavier:, Niederlanden usw. getroffen. Renommiert wird nach bekannter Art mit der Durchführung der„sozialen Fürsorge für Seeleute" in Deutschland im Gegensatz zu anderen Staaten und wird einfach auf 14 Druckseite» das Werk von Zacher:„Die Arbeiterversicherung im Auslande' vorgenommen und Wort für Wort abgedruckt. Natürlich steht Deutschland an der„Spitze'. Die deutschen Seeleute sind mit Recht anderer Meinung als Zacher und die Konsulate, welche laut Bericht auch in liebenswürdigster Weise ihren Senf dazu gegeben haben. Nicht die Worte des Gesetzes, sonden: die Ausführung der Gesetze ist entscheidend, und da rangiert auf dem Gebiete der„sozialen Fürsorge' Deutschland leider von Jahr zu Jahr infolge der einseitigen Ausführung des Unfallgesetzes durch den Schuldner(die Berufsgenoffenschaft) als Richter und die Beherrschung der anderen sogenannten rechtsprechen- den Organe durch die Jntercssenauffassung, wie sie der Berufs- genoffenschaft zutreffend erscheint, tiefer. Hus der parteu K Genosse Hue ist, wie uns aus Essen gemeldet wird, an Lungenentzündung und Herzleiden so schwer erkrankt, daß das schlimmste zu befürchten steht. Schon öfter gab Genosse Hues Befinden Anlaß zur äußersten Besorgnis. Immer wieder hat der energische Vor- kämpfer des Proletariats dem Tod ein Schnippchen ge- schlagen. Hoffen wir, daß Hue auch dieses Ml der tückischen Krankheit Herr werden wird. Königshoch und Sozialdemokratie. Am Donnerstag nahm die stark besuchte Parteiversammlung der Göppinger Genossen Stellung zu der Beteiligung von Mit- gliedern der sozialdemokratischen Landtagsfraktion am Ausflug der württcmbcrgischen Ständekammern. Die Genossen H o s ch k a und Kinkel besprachen einleitend die Stellung der Sozialdemo- kratie zur Monarchie und kritisierten unter dem Beifall der Ver- sammlung scharf das Verhalten der Fraktion. In der sich an- schließenden Debatte kam einmütig zum Ausdruck, daß sich So- zialdemokratcn an patriotischen Veranstaltungen nicht beteiligen können, und daß es eigentümlich berühre, wenn sozialdemokratische Abgeordnete Ausflüge unternehmen zusammen mit den Dunkel- männern der Ersten Kammer, die erst kürzlich durch Ablehnung des bißchens Fortschritt, das die Zweite Kammer in das Polls- schulgesetz hineinzubringen vermochte, ihre Rückständigkeit bewiesen haben. Ein Redner meinte in bezug auf die Generalversammlung des 1. württembergischen Kreises, daß dieser Kreis wohl der ein- zige wäre, der es fertig brächte, über eine für die Gesamtpartei so wichtige Frage einfach zur Tagesordnung überzu« gehen! Folgende, vom Ausschuß vorgelegte Resolution, die dem Parteitag zur Annahme unterbreitet werden soll, wurde mit allen gegen 3 Stimmen angenommen. (Die drei Genossen erklärten, daß auch sie mit dem Inhalt der Resolution ein ver st and en wären; sie stimmten nur Rouget de Lisle aber mußte fliehen, weil er sich geweigert hatte, der Republik den Eid der Treue zu schtvören. Er kannte nicht ein- mal den Namen, der seiner Hymne gegeben worden war, und er- fuhr ihn erst auf der Flucht aus dem Munde eines Bergbewohners. Später— so schreibt ein Mitarbeiter der„AnnaleS'— wurde Rouget ins Gefängnis geworfen. Er starb arm und vergessen und wurde in seinen alten Tagen wegen Schuldet» einsesperrt. Hnmor und Satire. Situationen. „Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet'? nicht erjagen," sagte daS Läuschen—- und entschlüpfte den suchenden Fingern. „Er ist besser als fein Ruf!" meinte der Löwe und leckte sich die Schnauze— er hatte soeben einen Esel verzehrt. „O wunderschön ist Gottes Erde und wert darauf vergnügt zu sein!' jauchzte der Radler— da lag er im Straßengraben. .„Drum prüfe, wer sich ewig bindet!' rief der Uhu auf nächt- licher Brautschau— da saß er im Fangeisen. „Noch keinen sah ich fröhlich enden," sagte der Scharfrichter... „Jedem das Seine!" sagte der Löwe, der mit dem Wolf ge- mcinsam ein Wild erjagt hatte— und nahm sich das Ganze. (Th. Etzel: Von Löwen und Lausbuben.) Nottzen. '--In der Großen Berliner Kunstausstellung am Lehrter Bahnhof kostet am Sonntag, den 8. August, der Ein- tritt 25 Pf.' — Tolstoi in Japan verboten! Schon öfter konnte man in der letzten Zeit konstatieren, daß Japan, der Besieger Rußlands, Anschauungen und Vcrwaltungsmethoden direkt aus Rußland importiert. Das Neueste auf diesem Gebiete ist ein Zensurstücklein, das die japanische Regierung vom heiligen russischen Synod übernommen zu haben scheint. Tolstois Werke sind in Japan verboten worden! Sie dürfen weder im Lande selber herausgegeben, noch aus dem Auslernde eingeführt und in Japan verkauft werden. Sämtliche Exemplare Tolstoischer Werke, die in Japan vorhanden sind, sollen vernichtet werden. Dieses russisch-japanische Zegtsurstücklein wird damit„begründet', daß Tolstois Werke dazu angetan seien, die— Jugend zu verderben. Der bekannte Trick, den schon die alten Athener anwandten, als. sie sich dB. uafeewnjen Svkrates zu entledigen Wünschten, � deshalb dagegen, tveil sie gewünscht hätten, daß rfftrtr erst die an. gegriffenen Abgeordneten hätte sprechen lassen sollen.) Die Ncso- ilution lautet: ,.Jn Erkenntnis dessen, dah die Befreiung der Arbeiterklasse vom kapitalistischen Joche�nur das Wert der Arbeiterklasse selbst sein kann, da alle bürgerlichen Parteien auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung— als der Ursache aller Unter- brückung und Ausbeutung— stehen und festhalten, erklärt der Parteitag zur Beteiligung von Mitgliedern der württembergi- scheu Landtagsfraktion am Ausflug und Königsbesuch der Württemberg ischen Ständekammern sowie allen derartigen, früher außerhalb Württembergs vorkommenden Fällen, folgendes: C Der Kampf der Arbeiterklasse gegen die bürgerliche Gesell- schaft wird immer erbitterter und schärfer. Die Klassengegen- sätze verschärfen sich. Die herrschende Klasse ist eifrig bestrebt, jede Regung im Volke nach Bildung und Aufklärung im Keime zu ersticken, um das Volk in Dummheit zu erhalten. Trotz der nun so lange währenden wirtschaftlichen Krise, durch die tau- sende Arbeiterfamilien in schwere Not und Elend gerieten, waren sich die Vertreter aller bürgerlichen Parteien von vornherein darin einig, die Hauptlasten der Finanzreform auf die Schultern der breiten Masse des Volkes abzuwälzen. Die Staatsober- Häupter und Monarchen empfangen den russischen Zaren und feiern diesen Bluthund obendrein noch als Helden. In Erwägung aller dieser Tatsachen, die noch vielfach er- zt werden könnten, und in Erwägung des antimonarchischen arakters der/ Sozialdemokratie erklärt der Parteitag, daß es eines Sozialdemokraten unwürdig ist, sich durch Beteiligung an patriotischen Veranstaltungen einer Handlungsweise schuldig zu abgelehnt. Als Delegierter zum Parteitag RmtEe Eugen Brückner, als Ersatzmann Neumann-Driesen gewählt. Als Dele- gierte zur Provinzialkonferenz wurden Schmidt-Driesen, Voß- Friedeberg, und Bruhns-Arnswalde, als Zentralvorsitzender Schmidt-Driesen. als Kassierer Persicke, als Revisoren die Genossen Voss, Wendler und Hoffmann-Friedeberg, als Mitglied zum Ver- bände der sozialdemokratischen Wahlvereine der Provinz Branden- bürg Genosse Schmidt-Driesen gewählt. Zum Punkt Presse erklärte Genosse Zucht, daß die Ver- trcter der vier in Betracht kommenden Kreise der Neumark in einer Versammlung, die am 25. Juli in Küstrin stattfand, beschlossen haben, unverzüglich die Sammlung von Unterschriften für die neu- zugründende Neumärkische Vollsstimme" vorzunehmen, damit eine sichere Grundlage für eine gedeihliche Entwicklung des Blattes gewährleistet wird. In der Generalversammlung des Wahlvereins für den 20. sächsischen Rcichstngswahlkreis(Zschopau-Marienberg) wurde mit- geteilt, daß die Beitragserhöhung keinen Mitgliederverlust ge- zeitigt hat. Der Kreis hat eine Gesamteinnahme von 268l,33 M und eine Ausgabe von 2259.97 M. Außerdem ist noch ein Wahl- fonds vorhanden." machen, die geeignet ist, das Vertrauen der Arbeiterschaft zu ihren Führern zu untergraben. Der Parteitag erwartet deshalb von den Genossen, daß sie sich von V�rgnstaltungen dieser Art in Zukunft fernhalten," AuS de» Organisatione«..., Die Generalversammlung des Arnswalde-Friedeberger Kreises fand am Sonntag in Driesen statt. Vertreten waren 7 Ortschaften mit 12 Delegierten, darunter die Ortsgruppe Berlin mit 2 Dele- gierten. Ferner waren anwesend außer dem Kandidaten Genossen Eugen Brückner Genosse Leo Zucht von der Agitationskommission und Genosse Bötcher als Vertreter des 5. Berliner Wahlkreises. Im ganzen Kreise steht den Genossen kein einziges Lokal zur Verfügung, es fanden deshalb gut besuchte Versammlungen unter freiem Himmel statt in ArnSwalde und Minken. 4 kleinere Versammlungen wurden in Wohnungen von Genossen abge- halten- Flugblätter wurden im Kreise IS 900 Stück, Kalender 42 999 Stück und„Fackeln" 13 999 Stück verbreitet. Der„Vor- wärts" wird in 6, die„Märkische Volksstimme" in 87 und der „Wahre Jacob" in 199 Exemplaren gelesen. Die gegen zirka 29 Ge- nassen wegen eines Maiaufzuges verhängte Strafe von 15 resp. 19 Mk. wurde in der Berufungsinstanz aufgehoben, ebenso die Strafe gegen 2 Genossen wegen Flugblattverbreitung; die Kosten wurden der Staatskasse auferlegt. Ein von der Ortsgruppe Berlin gestellter Antrag: Zur Förde- rung der Agitation im Kreise einen agitatorisch befähigten Ge- nassen in unabhängige Stellung zu bringen, wurde nach lebhafter Diskussion angenommen. Nach dem Bericht des Kassierers bilanzierte Einnahme und Ausgabe mit 789,51 Mk. An die Parteikasse in Berlin wurden 58 M. abgeführt. Die Zahl der organisierten Genossen beträgt zurzeit 295. Ein Antrag, den Parteitagsdelegierten zu beauftragen, für den Fall, daß die Gratislieferung der„Gleichheit" fällt, für einen niedrigeren Beitrag der weiblichen Mitglieder zu stimmen, wurde Soziales. Zum Kapitel der Fürsorgeerziehung � schreibt die.Korrespondenz des Deutschen Lehrervereins": „Vorkommnisse wie die in der„Blohmeschen Wildnis" '(Kolander-Prozeß) und nun die in der Fürsorgeanstalt in Mielczhn verdichten wieder einmal die Aufmerksamkeit und das Interesse der Oeffentlichkeit auf die Erziehungsanstalten.-Man fragt sich, wie ist es nur möglich, daß die Zöglinge, zum erheblichen Teile geistig-schwache Menschenkinder, so haarsträubend behandelt werden können. Ist aber die hervorgerufene Entrüstung echt, kein Wellen- schlag, der nur die Oberfläche kräuselt, doch nicht die Tiefe auf- wühlt, so muß darauf gedrungen werden, daß man dem Uebel an die Wurzel geht. Mit„Revisionskommissionen" ist wenig oder gar nichts getan, nur eins kann gründlich helfen: Fort aus den An- stalten das minderwertige, ungenügende Erziehermaterial, und an seine Stelle tüchtige, erfahrene, pädagogisch-psychologisch geschulte Kräfte! Freilich, diese Maßnahme kostet viel Geld. Solange man noch Anzeigen lesen kann, wie die folgende:„Erziehungsgehilfe für den Unterricht und die Beaufsichtigung der zweiten, schwächer beanlagten Knabenabteilung gesucht. Anfangsgehalt 399 freie Station"— solange nehmen die Anstalten, müssen nehmen als Erzieher alles, was sie kriegen können: Unteroffiziere a. D., Militäranwärter, Handwerker usw., selbst Leute, dkd in ihrem Be- rufe Schiffbruch gelitten. Das aber ist ein Unding. Ist schon für die normale Erziehungs- und Unterrichtsarbeit zu fordern die An- erkennung und der Ausbau der Pädagogik als Wissenschast, ist schon für sie zu verlangen eine vertiefte Vorbildung der Lehrer— besonders in Ethik und Psychologie(darunter Seelenkunde des Kindes- und Jugendalters, Psychopathologie)-— so gelten diese Vorbedingungen im erhöhten Maße für die Arbeit in Erziehungs- anstalten, in denen Kinder und Jugendliche leben, die durchweg schwer zu unterrichten und noch schwerer zu erziehen sind. Darum muß immer wieder betont werden: Leitung, Erziehung und Unter- richt in den Anstalten gehören dem Pädagogen!"-- l Ganz richtig. In Mielczhn liegt ei, wie wi'r wiederholt La?- legten, so, daß es an einer geeigneten pädagogischen Leitung durch- aus fehlt. Und daran wird auch nichts geändert, wenn nun der Absicht der„liberalen" Stadtverwaltung Berlins entsprechend bessere Fürsorgezöglinge Berlins zur Erziehung des Pastors ent- sendet werden. Die„Aufseher"— solche, nicht Lehrer, hat Mielczyn als Erzieher— stammen aus dem Christlichen Verein junger Männer in Berlin und aus der inneren Mission. Auf sie trifft die Charakteristik, die die„Korrespondenz des deutschen Lehrer- Vereins" von unfähigen Erziehern gibt, voll zu.-' Eine bürgerliche Gemeindeverwaltung. Wie es in einer sozialistenreinen Gemeindeverwaltung aus- sieht, ergibt folgende Schilderung aus einer sächsischen kleinen Ge- meinde:„In der unweit Dresdens gelegenen Gemeinde Ottcn- dorf-Okrilla sind seltsame Dinge in der Gemeindeverwaltung auf- gedeckt worden. Der dortige Gemeindevorstand Pirnbaum ist von der vorgesetzten Kreishauptmannschaft seines Amtes enthoben worden. Nach den bisherigen Feststellungen scheint das Gemeinde- oberhaupt eine Art Paschawirtschaft betrieben zu haben. Durch eine Revision sind mancherlei Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Zunächst hat der Gemeindevorstand die Summe von 2999 M., die die Sparkasse an einen Ortseinwohner verleihen wollte, für sich behalten und den Betrag in den Sparkassenbüchern als an den betreffenden Ortseinwohner ausgeliehen buchen lassen. Sodann hat der Gemeindevorstand einem Freunde aus den Wertbeständen der Sparkasse aus„eigener Entschließung" einen Betrag von 9999 Mark in Wertpapieren als„Handdarlehen" überlassen. Außerdem sollen aber auch bei dem Kirchenvorstande der Parochie Ottendorf- Okrilla, Groß-Okrilla und Klein-Okrilla etwas seltsame Verhält- nisse an das Tageslicht gekommen sein. Nach vier Jahren ist jetzt von dem Kirchenvorstande eine endgültige Rechnung vorgelegt wor- den, die ein Defizit von 4999 M. enthält. In dieser Summe be- findet sich ein Posten in Höhe von 2499 M. als allgemeine Ausgaben, über die eine richtige Auskunft nicht gegeben worden sein soll. Ein Parochialratsmitglied soll dabei die Anfrage gestellt haben, ob es richtig sei, daß die Kirchenväter für ihre Kirchgänge entschädigt würden. Darüber geriet einer der Kirchenväter in große Erregung und erklärte, baß an die Kirchenväter für jeden Kirchgang 59 Pf. gezahlt worden seien.— Die Erregung der Bevölkerung über eine derartige Paschawirtschaft ist eine große. Sie spiegelte sich wieder in einer vorgestern stattgefundenen Einwohnerversammlung, in der die Verhältnisse in der Gemeinde gründlich untersucht wurden. Die Einwohner nahmen nach einer erregten Debatte folgende Re- solution an:„In Erwägung, daß die Vorkommnisse innerhalb unserer Gemeindevertretung direkte Pflichtverletzungen darstellen, spricht die heutige öffentliche Einwohnerversammlung ihre Miß- billigung darüber aus und fordert die Entfernung aller derjenigen Personen, die als Beteiligte in Frage kommen, aus den öffent- lichen Aemtern. Der Gemcinderat wird aufgefordert, eine gründ- liche Revision vornehmen zu lassen, und bei der Neubesetzung des Gemeindevorstandspostens nur solche Personen ins Auge zu fassen, deren Tüchtigkeit, Energie und Reife eine einwandsfreie Amts- tätigkeit gewährleisten. Die Versammlung verurteilt auf das ent- schiedenste die unwiderlegt gebliebene Behauptung, daß die Kirchenväter 59 Pf. für jeden Kirchgang erhalten. und erwartet, daß dieser Mißstand beseitigt wird." SoMemoMelierViUfeniiii (Pp den i Herl. ReieMags-ffalreis. Stralauer Viertel. Bezirk Nr. 325. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Genosse, der Bau- arbetter Albert Lange (Mühlenstr. 8) gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 8. August, nach- mittags 1 Uhr. von der Leichen- Halle de» AnoreaS-KirchhoseS w Wilhelmsberg au» statt. Um rege Beteiligung ersucht 21S/S Der Vorstand. VeM der bauperlilieiieD fliMefter Beutseblands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. (B-zirl Osten.) Tode«-An»el|;e. Am Donnerstag, den 5. August verstarb nach kurzem, schwerem Leiden, insolge eineS UnsalleS, unser treuer Kollege Ulbert l-anxe. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 8. Zlugust, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- '«alle des AndrcaS-KirchhojeS in elmSberg aus statt. 39/3 Um rege Beteiligung ersucht ver ftvelgverelnevoreland. Kranken-ünterstiitzungs- und Begräbnis-Verein lür Bau- und gewerblicbe Hillsarbeiter Berlins . und Umgegend.■■■ Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bauarbeiter Ulbert I�anxe Mühlcnstr. 8 am 5. August gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. August, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle der Andreas- Gemeinde in Wtlhelmsberg aus statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 37/7 Der Vorstand. Ve. Von der- Belae zurückgekehrt. Dr. Silberslein, Rudorf. Berliner Str. 93. 29282 Am S. August, srüh 8 Uhr, verschied ganz plötzlich an Ge« Hirnschlag meine liebe Schwester, Schwägerin und Tante, Witwe Sopkie Weser. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 1'/, Uhr, von der Leichenhalle oeS Sophien- Kirchhose» in der Freienwalder Straße aus statt. 83Sb Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Am 5. August verstarb nach kurzem aber schweren Leiden meine innigst gellebte Frau Louise Hertel geb. Lodrider. Die Beerdiauna findet am wies aus statt. 83Sb Der tiefbetrübte Gatte Otto Hertel. Bernauer Str. 94. Todes-Anzeige. Am ö. August ist nach langem Leiden unser guter Vater, Schwiegervater«Nd Großvater, der Tischler Lduarä Qensch im Alter von 78 Jahren ver- storben. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 8. August, mittags 12'/, Uhr, von der Leichenhalle de« Gethsemane- Kirchhofs, Nord- end, aus statt. 29232 Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Bckttin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Paul Jolm am 30. Juli an Lungenleiden ge- l starben ist. Ehre seinem Andenke»! 121/3 Die Orttverwailung. Danksagung. Sagen hiermit allen Fremiden und Bekannten, den Kollegen der Firma Robert Freund nebst Ches, serner den Kollegen des Deutschen Metall- arbeitcr-Vcrbandes für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Vaters, Schwieger- und Großvaters und Bruders unseren herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebene» 8Z4H Blchord Kaascbke. Achtung! Bewilligte Bäckerei I Die Differenzen zwischen dem unterzeichneten Meister und dem verbände der Bäcker sind zur Zufriedenheit beigelegt und gilt daher diese Bückeret wieder als bewilligt. 83vb lfllkuInkJ, Bäckermeister, Rteder-SchS nhaufe«, Uhlandftr. 41. Lestätigt l Der Vertrauensmann der Bäcker. T Einheitsprtia. i; M. 12,50 Wollen ä« ckttfch ckks Lü(t« fliegen, oder unter den Menschen wandeln, Sie benötigen gut sitzendes Schuhwerk. Die Pussfonn v*r- des SslftpfUider-Stielels ist als vorzüglleh anerkannt..„, 1 Fordern Sie Musterbush. V' Berlin W. 8 Friedrich-Strasse 182 C. König-Straase 47 SW. Friedrich- Strasse 231 C. Rosen thaler Tor W. Potsdamer Strasse 5 NW. Wilsnacker Strasse „ Ecke Turm-StruM 9 . W. TauenUien-Strasse 15 V N„ Bad«Strasse 20 Spandau, Breite Strasse 30 �moch� Kohleugrohhandlung Gegründet 1808. faupt>«outor Berlin 0. 34, 'eterttbarger Straße 1 (vis-a-vis Warschauer StraSe). Femspr. Amt 7 Nr. 3040 u. 3096. Lagerplat, I: Berlin 0. 34. Bront' derger Str. IS, später Eingang vorn am Ostbahnpark, Rüders- dorfer Straße 71. Lagerplatz II: 0. 17, Fruchtstr. IZ (Güterbahnhof Ostbahn). Lagerplatziii: Güterbhf.Weisien- see, Greifswalder Straße 8va. Amt Vn, 7624. 6962' Lagerplatz IV: Berlin N., Behm. straffe 28—31(Ecke Schlevelbewer Straße). LagerPl.V: N.66, Antonstr. 86/41 (Ecke Rnheplatzstraße). 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Die Vertrauensleute werden ersucht, unter den fugendlichen Arbeitern und Lehrlinge» zu agitieren, daft dieselbe« sich au diesem Ausflnge beteiligen. Movtllg, dru 9. Augnst 1999, ahetths 6 Uhr: V ersanunlung/ aller in der technllche» Branche len Iffartgummlarbelter im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 1. TaaeS-Ordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern und unsere weitere Stellungnahme. 2. Diskussion. Montag, den 9. Angnst 1999, abends 8V»Uhr: V er samnalnng/ gM" der ßauanlchlägcr-WZ im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 1. TageS-Ordnung: 1. Tarifangelegenheiten. 2. Diskussion. 3. VerbandZangelegenheiten. 4. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Montag, den 9. Angnst 1999, abends 8Vs Uhr: Bezirks-Verfammlung kür Steglite u. Amgegend in Schellhases Festsälen» Steglitz, Ahornstraße 15a. Tageö-Ordnung: i. Stellungnahme zur Generalversammlung am so. August. 2. Diskusfion. Zahlreichen Besuch obiger Versammlungen erwartet 121/7 Ble Ortsvenraltimg. Zentralverband der Glasarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. ---------- Orfsvmualtung Serlin.=— Montag, den 9. August, abends 8 Uhr, in BoeterS gestsälen, Weberstrasse 17 t MitSliedtt-Nnsniiimtuns ntler Krnnchkii. TageS-Orduung: 1. Bericht und Abrechnung. 2. Ortsstawtenberawng. 73/9 Zahlreiches Erscheinen erwartet Die OrtSverwaltnng. , Jk AblnhrtsteUe«öw A Schillingsbrücke%j[ß. I\ vrl-Nsv»/ y/;£zSL am Schlesischen Bahnhof. Heute Sounabeud, de» 7. August: Gr. Gainiites-Itjlendscbein-I'sninenaden-Tabst. 8 illuminierte Salou-Daanpfer mit Militar-Mnßb. Rundfahrt aus de« Müggelsee, dann nach Restaurant Kyff hünser, daselbst Garten-Kon sert u. Ball. Abfahrt abend» 9-10 Uhr. Rückfahrt früh 4'/, Uhr. 20112* Hin und zurück 89 Pf. Hobcrt TJsmer, Tom Arbeiter vom Handwerker, vom kleinen Beamten, vom Kauf- manu, überhaupt von Jedem, der anf sei» AeussereS hält, wird für dilliges Geld wirtlich gutsihende, tadellose Garderobe gesucht. 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Neglig�-Barchend in vielen Mustern 2 Meter Schürzenstoff doppeltbreit, in neuesten Mustern 21/4 Meter karierter Rockstoff für Anstandsröcke Scluitimii I Paar Stoff- Reise-Schuhe mitKordelsohle, f.Damen od. Herren 1 Paar Plüschschuhe mit Ledersohle und Absatzfleck, Grösse 25-35 1 Paar Filzschuhe mit Filz- und Linoleumsohle für Damen oder Mädchen I PaarFilz-Schnalien-Stiefel m. Filz- u. Ledersohle, f.Kind.,Or.22-30 1 Paar Plüschpantoffel ra. Ledersohle u. Absatzfleck, f.Damen 1 Paar Plüschpantoffel m. grauer Sohle, für Damen o. Herren I Paar Filzpantoffel Soh mit weisser Sohle u. Absatzfleck, für Damen oder Herren 1 Paar Filzpantoffel mit Filz- n. Lcdcrsohle, für Damen oder Herren Belle Alliancestrasse Homloibelten 1 Kissenbezug gestickt, Handarbeit aus Aidastoff, mit Satin-Volant 1 Läufer aus Kongressstoff, mit reichem Hohlsaum u. Handstickerei 1 Decke aus Kongressstoff, mit reichem Hohlsaum, handgestickt I Mittendecke aus kariertem Javastoff, ca. 65/65 cm, div. Farben 1 Komodendecke aus kariert. Javastoff, ca. 50/100cm, div. Farben 1 Waschtischgarnitnr au, doppelt gew. Javastoff, Steilig I Stubenparadehandtuch fertig, div.Sprüche, m.doppeltemSaum I Küchenhandtuch fertig 1 Kissen gefüllt, mit modemer Handstickerei 1 Decke, Handtuch oder Läufer mit Hohlsaum u. diversen Durchbrüchen, vorgezeichnet 1 Besenhandtuch aus Satin- Augusta, garniert u. vorgezeichnet I Küchenhandtuch aus Satin-Augusta, vorgezeichnet 1 Küchentischdecke aus Satin-Augusta, fertig Möbelstoffe 1 imit. Perser Vorleger ca. 50/100 cm, mit Franzen 1 Wachstuchtischdecke Barchend, ca. 90/115 cm 1 Schlafdecke gemustert 1 Plättdecke mit aordüre 1 Erbstüll-Läufer und 2 Tüll-Decken 1 Tüll-Store hübsche Muster I Axminster-Vorleger 1 Linoleum-Vorleger ca. 70/90 2 Erbstüll-Scheibenschleier mit Volant, Stange und Zubehör 1 Filztuch-Tischdecke reich bekurbelt I Filztuch-Komodendecke reich appliciert 1 Filztuch-Lambrequin mit reicher Applikation Tlschzeuge 1 Jacquard-Tischtuch ca. 110/130 cm, gesäumt 3 Jacquard-Servietten < Halbleinen, ca.>95 cm, 1 KOlltUCh gesäumt 1 Kaffeedecke gesäumt, oder mit geknüpften Franzen 1 Kaffeegedeck mit 6 Servietten 1 Dtz. gelbe Staubtücher 1 Dtz. Wischtücher 1/2 Dtz. Geschirrtücher gesäumt und gebändert 2 Dtz. impräg. Putztücher I Dutzend Poliertücher 1/4 Dtz- Gerstenkornhand- 4|f/*J|p|> Halbleinen, lULllCl greSäUrat und gebändert 3 bunte Küchen- o. 2 weisse Stubenhandtücher extra lang 3 Scheuertücher 3 Abwaschtücher 3 Staubtücher 1 Barchend-Bettlaken buTtS0 zusammen 95 pf. 1 Peter Pan Kragen mit Plissee-Bäffehen, m ver- schiedener., sehr hübschen Ausführungen 1 Matrosen Garnitur Kragen und Manschetten, mit Schmerknoten 1 Damen-Wäsche-Kragen imit. Madeira-Stickerei, mit elegantem Bäffchen g aparte Einhefte-Röschen Weisswaren 2 Kupons gewebteWäsche- Languetten ca. 20 Meter I Kupon imit. Klöppel- Spitze od.-Einsatz im Karton Grosse Frankfurto.'jtrasse Damen-Wäsche Brunnenstrasse Kottbuser Damm 1 Damen-Hemd Vorder- oder Achselschln», 1 Damen-Fasson-Hemd mit Stkkcrei-Garniening 1 Damen-Nachtjacke Dimiti, mit Languetten 1 Damen-Beinkleid Knie- oder lange Form, mit Stickcr ei- Volant 1 Damen-Unterrock weiss od.farbigBarchcnd, mit Volant 1 Untertaille Itoff'm» Seidenband-Du rchzug 1 Untertaille mit reich. Stickerei oder Spitzengarnierung I Kissenbezug m.Hohlsaum-Oarnierung oder gebogtera Rand 1 Kissenbezug mit Stickerei- oder Sprucheinsätzen 1 Tändelschürze mit Trägern und Tasche, n Odern I Miederschürze mit Träg., schwarz od. farbig gemust. I Kleider-Reform- Schürze einfarbig od. gemusterter Stoff I Kinder-Reform- Hänge-Schürze hübsch bes., ca. 45-75 cm, schwarz, weiss oder farbig 1 Kinder- Kimono- Schürze ca. 4S-7V cm hell od. dunkel gemustert 1 Russenkittel ca. 45- ÜO cm, einfarbig oder giAiustert 1/2 Dtz. Taschen- Hirtipr Seidenbatist lUCIICr mj, Hohlsaum, weiss o. mit bunter Kante 1 Dtz. Taschentücher weiss Linon 1 Dtz. Taschentücher we,ss Bitist> LUUier �t Hohlsaum 1/2 Dtz. Taschen- in modern gemusterten Stoffen, hübsch garniert] JändßlSChfirZe 1 Tändelschürze schwarz Satin, Lasting oder Panama t Hausschürze mit Volant und Tasche, schwarz, weiss oder farbig mit Trägern, weiss Batist, ringsherum mit Stickerei ♦iirher wciss Linon» xuener � 1/2 Dutzend Taschentücher mit Hohlsaum u. Buchstaben 1/2 Dutzend Taschentücher bunt, für Herren Damen-Kontektion Herren-Artikel 1 Barchendbluse invfeLMustern teilweise mit Kragengarnitur 1 farbige Oberhemdbluse in verschied. Mustern 1 farb.Cretonne- bluse mit Bordüre garniert I Kostümrock mit Tressen- und Knopfgarnitur I Matinee aus gemustertem Barchend, mit Kordel 1 Kinderkleid in den verschied. Ausführungen, mit Volant und garnierter Passe, Grösse 50- 65 1 Russenkittel aus Waschstoff, mit entzückender Borten- Garnitur 1 Unterrock schwarz- weiss gestreift, aus imitiertem Leinen, mit Volant und Rüsche garniert I Unterrock ans Alpakaod. Satin, mit farbig plissiertem Volant 3 Binder einfarbig, in den modernsten Farben 2 Regattes oder 2 Schleifen in* A extra brehe 1 DinderForm, ganz moderne Seidenstoffe 1 Garnitur: färb. Serviteurm.dazu passend. Manschett., in prima Perkai od. Zcphyr 2 Servitcurs weiss, mit Falten 3 Kragen oä""' modernste Fassons 2 Stehumlegekragen Leinen, 4 fach 2 Paar Manschetten Leinen, 4 fach 1 Yachtklubmütze f.Herren, m. Abzeich, 1 Matrosen-Mütze in eleganter Ausführung, f. Knaben oder Mädchen 1 Prinz Heinrich-Mütze f. Knaben, blauTuch,m.Lederscbirm I niiivins Itcine Seide, schwarz, und in ca. 40 LUUlolllc modernen Farben............... Reinseid. Schotten u. Streifen in denkbar grösstem Sortiment............... Blusen- und Kleider- Sammete in grosser Auswahl........................... Reinwollene Kleider- und Blusen-Stoffe einfarbig oder gemustert...................... Rock- und Kostüm-Stoffe englischer Geschmack, ca. 90—130 cm breit durchweg Meter 95 Pfennig Xleiderstoff-Xupons ÄÄ* 95*,. 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Rasierseife 1 Flasche Mundwasser und 1 Zahnbürste 1 Rasier-Apparat komplett, mit 3 Ersatzklingon 11 Stück Hausseife nach Wahl 12 PaketeWaschpulver 6 Stück Blumenseife in elegantem Karton 12 Stück Blumen- Fettseife 6 Stück Lanolinseife Moderne Qamen-Qürtel I Korsett Oürtel-Fasson,gebI0mter Stoff, doppelt garniert 1 Korsett Empire-Fasson, einfarbig oder geblümt verschiedenen 1 Sommer-Korsett halbhohe Form, creme Tüll I Korsett halbhohe Form auf Spiralfedern Galonterle 1 Paneel ca. 70 cm, braun igebelzt 1 Handtuchhalter mit Muschelaufsatz, ca. 60 cm lang 1 Hänge-Etagere 2 bodig, ca. 33 cm 1 Hocker 1 Büstenständerca.1 Meterhoch 1 Garderobenleiste hell oder dunkel, mit 5 Hakea 1 Haus-Apotheke 1 Kammkasten mit Spiegel 1 Eckgarderobe ca. 40 cm, mit 9 Haken 1 Wandspiegel ca. 54x40 cm 1 FrUChtSChale Metallfuss mit ca. 30 cra Schale 1 Tafelaufsatz m. Vase, ca. 4o cm 2 Vasen m. Metallbeschlag ca. 35 cm 1 sechsteilige Kammgarnilur 1 Toilettengarnitur im Kart. Handspiegel, Koptbürste u. Kamm 1 Fämilienrahraen ca.42X23cm 1 Picknick- tasche ca. 27 cm lang 1 Handtasche ».grünemStoff, ca. 30 cm I Garnitur: Krawatten-.,.. u. Taschen-]£ tUChkaSten taScheVortasche 1 Markttasche mit�kei 1 Schwarzwälder Uhr sehr gut gehend Porjellan- Glos ÖSpeiSeteller Porzellan dekoriert 6 Paar Tassen �Äd?� 1 Kuchenschiissel u. 6 Kuchenteller 1 Salatiere gross, m.öKompott- schüsseln, dekoriert 1 Katfeekanne IMilchgiesser 1 Zuckerdose Porzellan, reich dekor. zusammen 95 1 I Aufschnittplatte und 1 Butterdose dekoriert 1 Satz— 6 Milchtöpfe reich dekoriert 1 Dejeuner mit Ooldband und Linie, 5-teilig, mit Tablett 1 Schöpflöffel Z! 1 Schaumlöffel gf 1 Fischheber � 1 1 Mehlschaufel Z Pfennig I Bierkrug, 2 Gläser m.Tabiett 95 zusammen 95 1 Bier-Service dekoriert, 7 teilig 12 Bierbecher mit Trinksprücben 1 Satz=7 Schüsseln gerippt 1 Salatiere und 6 Kompottschüsseln Steinschliff- Imitation 1 Butterglocke IUS"n,nen 1 Käseglocke 1 Zuckerdose 1 Salatschüssel 1 Zitronenpresse Pfennig 1 Waschgarnitur polSd'dÄ 1 grosse Waschschüssel od. 1 grosser Waschkrug elfenbeinfarbig oder dekoriert 6 Gemüsetonnen elfenbeinfarbig oder bunt 6 Gewürztonnen| I Essig- und r 93 1 Oelflasche J Pfennig I Salz- und 1 Mehlmeste mit hoher Holzrückwand Emoille I Petroleumkanneca. 2 Ltr. inh. 1 Ascheimer mit Aufschrift I Teigschüssel ra.20ri{T., ca. 36 cm| 1 grosse Waschschüssel Pofrorman' 95 95 Pfennig zusammen 1 ovale Wanne ca. 40 cm, neublau oder grau 2 Milchtöpfe ca. 1 u. 1 1/2 Ltr. Inh. 2 Schmortöpfe 1 1 Eimer ca. I1/2 und 2 Liter 1 dekoriert, Inhalt I ca. 28 cra 1 Kasserolle m. Ring u. Deckel 1 Eimer mit Deckel, ea. 2Sem 1 grosse Kaffeekanne und 1 Milchtopf 4 Kasserollen ca. lo-iöcm 1 Gänsebratpfanne Wiitschafts-Artikel-k *n r>i~_i ii mit vernickeltem 12 Glaserteller Rand, und dekorierter Einlage © £5 pt 1 Salz-, Pfeffer-, Senfmenage mit vernickeltem Gestell, 3 teilig . f.., i. mit 2 Griffen, 1 grosses Tablett«. vernickelt 1 Wiegemesser 1 Buttermesser] 1 Käsemesser[ 1 Kabaretgabel J 1 Fleischmesser, 1 gr. Fleischgabel 1 Küchenmesser auf Brett 3 Paarff. Solinger Besteckj mit vierkantigen, schwarzen Holzheften, Stahlgabel 1 Brotdose vmchiSLe Dekore I Kleiderbürste gs s- V #4« «S SS i ■B © (9 m 1 Kopfbürste 1 Hutbürste 1 Kaffeebrett Holz, mit 2 Griff. 1 Gewiirzetagsre mit 6 Tönnchen 1 Küchenstuhl 1 Leiter IHolz- Kohlenkasten 1 Halter m" ;1 Nudelrolle IFIeischhammer 1 Reibekeule 2 Küchenbretter 1 Kaffeemühle elegant dekoriert I Rosshaarbesen mit stiel 1 Plättbrett mit Bezug i___ mit vernickeltem 1 1 Ortenplatte Rand, 2 Griffe 1 Aluminium-Schmortopf oder Kasserolle ca. i6 cm 1 Küchenbeil- und\ 1 Hackmesser/ 1 Sand-, Seife-, Soda-Gamit. Delftmuster 1 Küchenhand- tuchhalter mit Muschelaufsatz 12 Gascylinder im Karton 1 Küchen- u..,_.. 1 Nachtlampe! � Fisciumpe 3 Gasselbstzünder im Karton (Dauerzünder) Schreilimii 50 Briefbogen, 50 Kuverts Herrenformat, Lcmcnprcssang I Läufer und 100 Servietten 1 Album von Berlin gross«« Format, 57 neueste Aufnahmen, eleg. Prachteinband Blumen 1 Elektra-Palme natur präpariert 1 Blumen Arrangement in garn. Korb 1 grosse Fächer-Palme 7 Blatt in Ausführungen 959/. ; 9fund Sarotti'ötyokolade..... 959/ ». 182. 26. MW-. 2. Keilage des Lvmärts" Kerlilln DölksdlÄ. 7 �«. Partei- Angelegenheiten. An die Parteigenossen Berlins und der Mar! Brandenburg. Die neue Lolalliste liegt der heutigen Nummer des„Vorwärts" Lei. Jeder Arbeiter muß sich stets vor Augen führen, daß für eine fruchtbringende AgitationS- und Organisationsarbeit der Besitz freier Lokale die erste Vorbedingung ist. Um in unserem Lokalkampfe immer mehr Erfolge zu erzielen, ist es notwendig, den Lokalboykott, unsere wirksam st e Waffe, überall mit aller Schärfe durchzuführen. Alle Veranstaltungen der Vereine sind stets daraufhin zu kontrollieren, ob dieselben in einem der Arbeiterschaft auch zu Versammlungen zur Verfügung stehenden Lokale stattfinden; gerade dies bitten wir ganz besonders zu beachten. Es gibt keine Ortschaft, die bei einer nennenswerten Arbeiterbevölkerung nicht auch eine ganze Anzahl der verschiedensten Vereine aufzuweisen hat. die sich wiederum in ihrer Mehrheit naturgemäß aus Arbeitern zusammensetzen. Hier gilt eS, fortwährend agitatorisch auf diese Vereine dahingehend ein- zliwirkcn, daß dieselben zu ihren Veranstaltungen nur freie Lokale benutzen, oder aber die Benutzung eines Lokales davon abhängig machen, daß der betreffende Wirt seine Räume auch zu politischen und gewerkschaftlichen Versammlungen hergibt. Alle Billetts zu Veranstaltungen in gesperrten Lokalen sind stets ent- schieden zurückzuweisen. An die Arbeitervereine der größeren Städte richten wir wiederum die Aufforderung, sich bei ihren Ausflügen und Partien streng nach der Lokalliste zu richten, um dadurch unsere Genossen in den Provinzorten in ihrem äußerst schwierigen und opferreichen Lokalkampfe wirksam zu unterstützen. Jeder muß dessen eingedenk sein, daß der Kampf um die Er- ringung von Versammlungsräumen ein Kampf um das Versammlungsrecht ist; wo unSSälezuVer- sau, mlungen zur Verfügung stehen, dort können wir unser Versammlungsrecht er st wirklich aus- >1 ü tz e n. Deshalb: Beachtet die Lokalliste! Des weiteren ersuchen wir die Vorstände und Komitees, bei allen ihren Veranstaltungen dafür zu sorgen, daß das notwendige Bedienungspersonal stets vom kostenlosen Arbeitsnachweis des Ver- bandes deutscher Gasdwirtsgehilfen bezogen wird.(Ortsverwaltung Berlin, Große Hamburger Straße 13/lg. Tel. Amt III. 1813.) Außerdem ist es im eigenen Interesse der Vereine selbst dringend notwendig, daß allen Verträgen mit Lokalinhabcrn eine Klausel angefügt wird, wonach für den Fall, daß das betreffende Lokal später für Arbeiterversammlungen verweigert werden sollte, der Vertrag seine Gültigkeit verliert. Alle sonstigen Anfragen, Mitteilungen usw. sind stets durch die in der Lokalliste angegebenen Kommissionsmitglieder an den Ob- mann der Lokalkommission zu richten, soweit Lokale Berlins und der Kreise Nicdcr-Barnim, Teltow-Bccskow und Potsdam-Ost- havclland in Frage kommen. Für die übrigen Provinzorte sind alle Anfragen direkt an den Obmann zu richten, in keinem Falle jcdcch direkt an die Redaktion des.Vorwärts"; dies bitten wir zu beachten. Zum Schluß ersuchen wir die Parteigenossen, die jeweilige Lokalliste stets bis zum Erscheinen der nächsten aufzubewahren, sowie von allen in der Zwischenzeit eintretenden etwaigen Aende- rungcn Notiz zu nehmen. Für verloren gegangene Listen kann jederzeit Ersatz von allen Kommissionsmitgliedern bezogen werden. Die Lokalkommission. Zweiter Wahlkreis. Die dritte und vierte Abteilung(Friedrich- stadt usw.) veranstaltet morgen Sonntag, den 8. August, einen Familicnailsflug nach Friedrichshagen. Treffpunkt morgens zwischen 8—10 Uhr im„Kurpark" in Friedrichshagen, direkt am Bahnhof. Nachzügler treffen uns im„Freibad", hinter den Wasseriverken. Recht zahlreiche Beteiligung wünschen Die Abtcilniigsführcr. Johannisthal. Dienstag, den 10. August, abends 8 Uhr, findet bei Hesse, Parkstr. 12/13, die Mitgliederversammlung des Wahl- Vereins statt. Auf der Tagesordnung steht: 1. Das neue Organi- sationSstatut. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Rüdersdorf, Kalkbcrge. Am Sonntag, den 8. August, veranstalten die Parteigenossen von Rüdersdorf im„Gasthaus zur Linde"(Jnh. Grelve, Heinitzcr Str. IS) ein Sommerfest, bestehend aus Garten- konzert, Theatervorstellung und Kunstradfahren. Die Parteigenossen von der Umgegend werden gebeten, das Fest unterstützen zu wollen. Die Berliner Radfahrer sind ganz besonders dazu eingeladen. Ein- tritt 15 Pf. Das Komitee. Zernsdorf. Am Sonntag, den 8. August, findet eine Partie des sozialdemokratischen Wahlvereins Zernsdorf und Umgegend statt, die zugleich der Agitation dienen soll. Auch der Arbeiter- Gesangverein .Freie Sänger" sowie der Arbeiter- Radfahrerverein„Ziel" werden sich daran beteiligen. Abmarsch um 12'/z Uhr. Der Vorstand. Wcistcnscc. Den Mitgliedern des Wahlvereins zur Kenntnis, daß die Vereinsbibliothek ab 14. August cr. wieder jeden Sonnabend, abends von 8—9 Uhr, geöffnet ist. Die Bezirksleitung. Spandau. Der sozialdemokratische Wahlverein veranstaltet heute Sonnabend, den 7. August, beim alten Freund in Pichelswerder ein Sommernachtsfest, verbunden mit Dampferfahrt. Von 8 Uhr an findet großes Gartenkonzert unter Mitwirkung des Arbeitergesang- Vereins ,Hoffnung"-Spandan. große Verlosung und Tanz statt. 12 Uhr nachts erfolgt große Fackclpolonaise um den ganzen Werder. Abfahrt der Dampfer mit Musik von der Eharlottenbrücke um 7>/z, 8>/z und 9V2 Uhr abends. BilletS inkl. Dampferfahrt pro Person 39 Pf. Kinder frei. Die Berliner Genoffen sind hierzu freundlichst eingeladen. Oranienburg. Am Sonntag, den 8. August, nachnnttagS 4 Uhr, findet im Lokal„Waldhaus Sandhausen", Schützenstr. 34, eine Nolksversammlung statt, in welcher Reichstagsabgeordneter Artur Stadthagen über:„Was ist gegen die neue Volksplünderung zu tun?" referieren wird. Einen Massenbesuch(besonders der Frauen) erwartet Der Einberufer. berliner JVaebnebten, „Ewige Ruhe." Berlin hat eine Reihe alter Begräbnis- stätten, von denen keine äußeren Spuren mehr erhalten geblieben sind. Manche hat man in Schmuckplätze oder in Straßenland verwandelt, andere sind als Bauland verkaust und mit Wohn- Häusern besetzt worden. Nicht jeder der Straßenpassanten, die den heutigen Spittelmarkt überqueren, weiß, daß sein Fuß über vermoderte Leichen des stühercn Gertraudten-Kirchhofs hinweg- schreitet. Nicht jeder Bewohner der Häuser, die an der Gormann-, der Linien- und der Nückcrstraße errichtet sind, ahnt, daß sein Heim auf den versunkenen Gräbern eines alten Militärfriedhofes steht. Nur dann, wenn einmal wieder auf solchen ehemaligen Begräbnis- Pötten»gebuddelt", werden muß, fördert der Spaten, aus dem Schoß der Erde noch einige letzten Zeugen der Vergangenheit herauf: zermürbte Schädel und vermorschtes Gebein. Unsanft wird dann die„ewige Ruhe" der Toten und längst Vergessenen gestört, die vor Zeiten da 'zu Grabe getragen wurden. Und mit ihren Ucberrcsten werden nicht viele Umstände gemacht. Solche Störung der„ewigen Ruhe" ist kürzlich auch wieder nötig geworden auf dem ehemaligen Armenfriedhof zwischen Linienstraße und Auguststraße, dessen Gelände im Jahre 1795 von dem Berliner Ratmann Koppe zu diesem Zweck der Stadt geschenkt worden war. Ein Teil dieses Koppcschen Arinenfriedhofs, der noch bis 1849 benutzt wurde, ist der heutige Koppenplatz, dem öffentlichen Verkehr übergeben und so benannt seit 1853. Andere Teile waren dem Armensriedhofe schon früher entzogen worden, 1831 das Grundstück Linienstr. 162, auf dem in den Jahren 1832 und 1833 ein Haus für eine„Kommunal- Armenschule" errichtet wurde, ferner 1336 und 1838 die daneben liegenden Grundstücke Linienstr. 163—165(Ecke des heutigen Koppenplatzes), auf denen dann das neue Heim der Hollnmnnschen Wilhelmincn- Amalien- Stiftung entstand. Das Schulhaus wurde drei Vierteljahrhundcrte benutzt, zuletzt von der 1. Gemeindeschule und schließlich trotz aller Nnzulänglichkeit der Räume noch mehrere Jahre hindurch von einer Pflicht-Fort- bildungsschule. Erst in diesem Frühjahr ist es abgebrochen worden. weil es endlich durch ein neues Schulhans für eine Pflicht-Fort- bildungsschule ersetzt werden soll. Bei den Ausschachtungsarbeiten für den Neubau sind nun noch Reste von Leichen ans Tages- licht gelangt, die unter dem Schulhof gelegen hatten und jetzt die Erinnerung an den ehemaligen Arnicnfricdhof erneuert haben. Was hat man mit diesen Funden gemacht? Manches davon ist auf dem Grundstück an anderer Stelle wieder vergraben worden, anderes aber ist mit den ausgeschachtete 1» Erd massen ab- gefahren worden. Draußen, im Osten des Stadtgebietes, wo nahe der Grenze von Boxhagen die Dirschaucr Straße liegt, wurden die Erdmassen ausgeschüttet— samt den darin verbliebenen Ge- beinen. Es versteht sich, daß den Kindern, die dort spielen, diese „Raritäteit" nicht lange verborgen bleiben konnten. Ein Leser unseres Blattes schildert uns, wie er kürzlich Kinder in dem Sand eifrig danach habe wühlen sehen. Was sie fanden, habe ein Mann in einem Sack eingesammelt. Mit Schädeln, die von dem Schnlgrundsillck herrührten, sei g e- radezu Handel getrieben worden, das Stück habe zwanzig Pfennig gebracht. Ein bißchen sonderbar wird das ja manchem er- scheinen, und es wird die Frage aufgeworfen werden, ob solcher Unfug sich nicht hätte verhüten lassen. Aber so kanns einem gehen. wenn man auf einem Armenfriedhof zur„ewigen Ruhe" gebettet worden ist. Prügelpädagogik ans dem Ferienspielplatz. Es mag keine leichte Aufgabe sein, zweitausend und mehr Berliner Gemeindeschüler, die den ganzen Tag über auf einem der großen Außenspielplätze herum- tollen, in Zaum zu halten. Gerade deshalb müssen für diese außer- halb des eigentlichen Schulbcreichs liegende Erziehungsarbeit Lehr- kräfte gesucht und gefunden werden, die sich ganz besonders durch pädagogische Tugenden auszeichnen. Im großen und ganzen ist die Auswahl unter den Berliner Gcmeindeschullchrern und Lehrerinnen, welche sich für diesen hohen ethischen Zweck zur Versugüng stellen, eine gute gewesen. Es befinden sich unter den Spiclbeaufsichtigendcn eine ganze Anzahl Herren und Damen, die wirklich nicht bloß wegen der schwer verdienten Extravergütung von 159 M., sondern weit mehr aus reiner Liebe zur Jugend sich der Sache widmen. Aber es muß jetzt auch leider festgestellt werden, daß ver- schicdene der Herren ganz und gar nicht für ihr verant- wortliches Nebenamt geeignet sind. Sie haben es vor allem noch nicht verstanden, daß zwischen Schule und Spielplatz, zwischen Schulzeit und Ferienzeit eine scharfe Grenze zu ziehen ist und daß ihnen kein Recht zusteht, die hier auf dem Spielplatz ihrer Obhut anvertrauten Kinder genau so zu behandeln, wie sie eS in der Schulstube gewöhnt sind. Sollte man es für möglich halten. daß auch auf dem Ferienspielplatz, wenn unbequeme Zuschauer nicht in der Nähe sind, der Schulknüitel regiert? Wir würden die uns gemachten Angaben höchst ungläubig aufnehmen, wenn sie nicht aus Lehrerkreisen selbst stammten. Eine Berliner Lehrerin hat erklärt, daß Kinder, die sich, wie das doch nun mal Kinderart ist, auch auf dem Ferienspielplatz Ungezogenheiten gestatteten, an Ort und Stelle erheblich geprügelt worden sind. Schicken unsere Eltern ihre Kinder auf den Spielplatz, damit diese dort ebenso wie in der Schule durchgeprügelt werden? Unter diesen Umständen wird es erklärlich. daß so sehr viele Kinder und selbst Eltern gegen die Ferienspielplätze eine gewisse Abneigung erkennen lassen. Gern wollen wir zugeben, daß auch hier draußen Ungezogenheiten vorkommen, die gewiß nicht durchgehen dürfen und eine ernste Rüge verdienen. Aber es ist ein Hohn auf die Sache, freiwilliges Jugendspiel, das von keinerlei Zwang diktiert sein soll, mit der berüchtigten Prügel- Pädagogik zu verquicken. Unser Standpunkt in der Schulprügelfrage ist längst scharf begrenzt. Wir haben stets die Ansicht vertreten, daß der beste Pädagoge der ist, der von dem leider noch immer geltenden Rechte der körperlichen Züchtigung grundsätzlich niemals Gebrauch macht. Gegen die körperliche Züchtigung jeder Art auf dem Ferien- spielplatz mutz aber entschieden protestiert werden. Lehrer, die selbst hier sich von der Zuchtrute nicht freimachen können und nicht die Fähigkeit besitzen, auf ungezogene oder vielleicht bloß im jugendlichen Unverstand überschäumende Ferienkinder mit anderen Mitteln ein- zuwirken, gehören nicht auf den Ferienspielplatz. Die Frcilegung des Bahnhofes Zoologischer Garten ist nunmehr durchgeführt, nachdem auf dem Gelände des Sportparkes ein neuer Straßenzug angelegt worden ist, der von der Hardenbergstraße aus vorläufig lot ausläuft, später aber bis zu der Kurfürstenallee durch- geführt wird. Mit diesem Straßenzuge wird dann eine neue Ver- bindung von Charlottenburg nach dem Tiergarten geschaffen. Von dem Straßeiigelände ist ein Streifen an dem Bahnkörper entlang abgegrenzt, der von dem Bahnfiskus übernommen und für Lager- zwecke am Bahnhof Zoologischer Garten verwendet wird. Einer der Stadtbahnbögen unter dem Bahnhof Zoologischer Garten ist frei- gelegt, dadurch ist von dem neuen Stratzenzuge eine Verbindung nach der JoachimSthalerstraße geschaffen. Die Königsallee wird an ihrem Ausgangspunkt nach Hundekehle zu in einer Ausdehnung von etwa 299 Meter um acht Meter verbreitert. Die Genieindeverwaltung Grunewald hat zu diesem Zweck von dem Grundstück Fontanestr. 23 das erforderliche Terrain käuflich erworben. Die Arbeiten sind be- rcits in Angriff genommen._ In den Dienst der Flugtechnik wird zurzeit das Tempelhofer Feld gestellt. Wer sich dort, durch den in diesem Sommer ganz ungewohnt gewordenen Sonnen- schein ins Freie gelockt, ergeht, kann sich nicht nur an dem Idyll eines Freibades erfreuen, das die Jugend rasch an einer Riesen- Pfütze improvisiert hat, oder an dem ländlichen Anblick zweier friedlich grasender Schafheerden, fondern auch an Einrichtungen, die an die neueste Errungenschaft der Technik erinnern: die Bezwingung der Luft. Auf der Schöneberger Hälfte des Feldes glänzt in den breiten Flächen ihrer weißen Segel- tuchbekleidung die transportable Lustschiffhalle, die dem Mililärballon „Groß II" während der nächsten Manöver zum Unterschlupf dienen soll. Auf der Rixdorfer Hälfte des Feldes aber zimmert nian bereits an dem Aeroplanfchuppen, der den Apparat der Gebrüder W r i g h t aufnehmen soll, die wahrscheinlich noch im Lauf« dieses Monats am Felde ihre Künste zeigen werden. Verbot der Radrennen mit Motorschrittmachcrn. Im Ministerium des Innern wurde gestern eine Beratung über das Verbot der Motorschrittmacherrennen abgehalten. An der Besprechung nahmen sämtliche Direktoren der Radrennbahnen von Berlin und Köln teil. Ferner waren anwesend Vertreter des kaiserlichen Automonnlklubs, der Feuertvehr, der Polizei sowie der Rennfahrer und Schnt'macher. Es wurden keine bindenden Beschlüsse gefaßt, vielmehr lag den Regieruugsvertretern zunächst daran, die Ansichten und Wünsche der beteiligten Kreise und Sachverständigen zu hören. Vom Ministerium war bereits eine ganze Reihe von Bestimmungen ausgearbeitet worden, die auch zweifellos in Kraft treten werden, ohne Rücksicht darauf, ob die Motorführung wieder freigegeben werden wird oder nicht. So sollen strengere Vor- schritten bezüglich des Ausbaues von Kabinen unter den Zuschauer- tribünen erlassen werden. Ferner wünscht das Ministerium den Jnnenraum der Rennbahn für das Publikum freizuhalten und die Fahrbahn nach den Zuschauerräumen hin durch feste Umwehrungcn einfassen zu lassen. Von allen Sachverständigen wurde darauf hingewiesen, daß eine Aufrechterhaltnng des ministeriellen Verbotes der Motorführung schwere finanzielle Folgen für die Rennbahn- besitzer sowohl wie für die Industrie und die Rennfahrer nach sich ziehen würde. Den Ministcrn der öffentlichen Arbeiten und des Innern wird nunmehr über die Angelegenheit Vortrag ge- halten werden. Von ihnen hängt die endgültige Entscheidung der Angelegenheit ab. Die Schiffahrtsvcrbiuouilg zwischen Hamburg und Berlin, die infolge des niedrigen Wasserstandes der Havel und der teilweisen Ver- sandung des Flußlaufes für die großen Elbschiffe unterbrochen ist, wird nunmehr durch Havelzillen aufrecht erhalten, welche die Ladung von den tiefgehenden Hamburger Kähnen übernehmen. Um Störungen in dem verengten Havelbett zu vermeiden, verkehren durch die Krümmungen des Unterlanfes nur verkürzte Schleppzüge, wodurch eine teilweise Ansammlung von Zillen vor dem Einkauf zu den Krümmungen herbeigeführt worden ist. Zu der Bluttat in der Gcrichtstrahe 69 wird noch gemeldet: Der auf demselben Grundstück beschäftigte Kutscher T h u r 0 w, der den des Mordes verdächtigen Schweizer Wulff anrief, hat mit diesem früher verschiedentlich Unterhaltungen gepflogen und aus diesen als Zeuge folgendes wiedergegeben: Wulff habe oft zur Nachtzeit lveib- liche Personen in seine Stube mitgenommen. Mit Bezug auf diesen Umstand habe Wulff geäußert, er würde diesen Personen kein Geld geben, vielmehr ihnen das Geld, das er zuerst gezahlt habe, wieder abnehmen. Wenn sie es nicht gutwillig herausgeben, wisse er einen Platz im Garten, Ivo man die Weiber verschwinden lassen könne. Der Verhaftete will von der Tat immer noch nichts wissen; er gibt zu, daß es möglich wäre, daß er im Dämnierzustande den Mord ausgeführt habe. AuS dem Goldfischtcich gelandet wurde vorgestern Nachmittag ein etwa 29 bis 25 jähriges Mädchen mit blondem Haar. Es handelt sich wohl zweifellos um Selbstmord, da Spuren von Gewalt- anwendung nicht entdeckt wurden. Die Kleidung besteht ans einem rot und schwarz gestreiften Unterrock, einer schwarzseidenen. Schürze, einer schwarzen Cheviotjacke, schwarzen Strümpfen und Schnür- schuhen. Das Taschentuch trägt den Buchstaben„E". Die Tote hatte einen Kneifer und eine goldene Dnmennhr mit schwarzer Kette in ihrem Besitz. Der Hund als Lebensretter. In die Gefahr des Ertrinkens geriet vorgestern der siebenjährige Schüler Karl Wolf, der an der Böschung des Spandauer Schiffahrtskanals am Nordufcr gespielt hatte und dabei in das Waffer stürzte. Da der Unfall von niemand bemerkt worden war, geriet der Kleine in ernste Lebensgefahr. In seiner Begleitung befand sich ein kleiner Spitz. Das Tier bellte sofort, sprang in das Wasser, schwamm wieder an die Böschung und erregte dadurch die Aufmerksamkeit von Passanten, die nun- mehr dem Knaben zu Hilfe eilten und ihn rechtzeitig aus den Fluten retteten. Ein ähnlicher Unglücksfall ereignete sich nachmittags gegen 4 Uhr an der Marchbrücke, am Charlottenburger Ufer. Dort spielte an der Böschung der lljährige Schüler Otto Lohmann und schlug mit der Peitsche in das Wasser. Hierbei entfiel ihm das Spielzeug und als der Knabe nach denifelben griff, verlor er das Gleichgewicht und fiel in die Spree. Der Kleine wurde sofort von dem Strom ab- getrieben und konnte erst nach längerem Bemühen von Augenzeugen des Vorfalles gerettet werden. Er war bereits bewußtlos, doch waren die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche erfolgreich. Der Junge wurde nach der elterlichen Wohnung gebracht. Unglücksfall beim Training. Auf der Steglitzer Radrennbahn hat sich vorgestern nachmittag ein Unfall zugetragen. Der Flieger- renncr Willi Tadewald kam auf der Bahn mit dem Rade zu Fall und stürzte so unglücklich, daß er sich einen komplizierten Schlüssel- beinbruch zuzog. Der dem Training zuschauende Sanitätsrat Dr. H. leistete dem Verunglückten die erste Hilse und veranlaßte dann seine Ueberführung nach der Wohnung. Habt acht auf Fahrrnddiebe. Fahrradmardcr treiben seit längerer Zeit auch in den Ausflugsorten ihr Unwesen. Oft entwenden die dreisten Diebe Räder, deren Inhaber Teilnehmer einer Ausflugs- gruppe eines Vereins sind. So wurde am Sonntag, den 1. August, einem Mitglied des Arbeiterradfahrbundes„Solidarität" inWaiimee im Lokal„Fürstenhof" das Fahrrad gestohlen. Dasselbe ist ein „Deutschland-Rad I" Nr. 232 183 mit Torpedo Freilauf 28X1°/». schwarze Felgen, Lenkstange nach unten, ohne Bremse, mit großer Weltlaterne und Tourentasche„Frisch auf". Mitteilungen, welche zur Wiedererlangung des Fahrrades dienen, sind gegen Belohnung an Alwin Ender, Berlin SW., Bcrlichingenstr. 8 bei Falkenthnl, erbeten. Die Treptow-Stcrnwarte bleibt in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag, den 8. August, ausnahmsweise nicht wie sonst nur bis Mitternacht, sondern die ganze Nacht hindurch bis Sonnen- aufgang geöffnet. Außer dem Mars wird im Laufe der Nacht eine Reihe anderer zurzeit sichtbarer Himmelsobjekte gezeigt werden; so wird der Planet Saturn mit seinen Ringen, der Doppelstern Albireo, der Ringnebel in der Leier, ein Sternhaufen im Sternbild der Wage, sowie der Mond beobachtet werden.— Die Besucher werden gebeten, auch ihre Operngläser mitzubringen, da in dieser Nacht der August- sternschiiuppenschlvarm sich entfalten wird. Zur Einführung wird abends 9 Uhr Direktor Dr. Archenhold einen Vortrag über die zur Beobachtung gelangenden Objekte halten. Die Große Berliner Straßenbahngcsellschaft wird in den Nachtstunden Sonderwagen zur Rückbeförderung der Besucher einlegen.— Vereins- und Gewerkschasts- billetts haben zu der Beobachtungsnacht Gültigkeit. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der Vortrag: „Rom und die Campagna", der an der Hand zahlreicher Lichtbilder die klassischen Stätten und die modernen Bauten sowie die herrliche Umgebung der ewigen Stadt schildert, in dieser Woche am Sonntag und Mittwoch zur Darstellung gelangen. An, Montag wird der Vortrag„Die deutsche Ostseelüste", am Dienstag und Donnerstag der Vortrag„Die Insel Rügen", am Freitag der Vortrag„Von der Zugspitze zum Watzmann" und am Sonnabend der Vortrag„Die deutsche Nordseeküfte' wiederholt werden. Ein Zollschwindlcr. der auf Grund des neuen Zolltarifs kleine Geldbeträge von Kaufleuten zu erlangen sucht, treibt gegen» wärtig in Berlin und Umgebung sein Unwesen. Der Betruger besucht hauptsächlich Kolonialwarengeschäfte, in denen sich auch Wareuoutomuten befinden und gibt au, daß er Steucrbeamtcr sei und festzustellen habe, wieviel Kaffee und Tee der Geschäfts- inhaber auf Lager hätte und ob diese Vorräte vor oder nach dem I.August gekauft seien. Er teilt dann ferner mit, daß die Warenautomaten für die Zukunft mit einer Mark versteuert werden müszten, daß jedoch in diesem Jahre nur öl) Pf. erhoben würden, welche er einzuziehen habe. Bei dem kleinen Betrage, den der angebliche Beamte ein- fordert, machen die Geschäftsleute gewöhnlich keine Schwierigkeiten und leisten Zahlung. Da der Schwindler jeden Tag eine größere Anzahl Geschäfte besucht, so erlangt er in dieser Weile eine recht an- sehnliche Einnahme. Es empfiehlt sich, daß die Geschästsbesitzer die Vorlegung einer Legitimation verlangen. Unglücksfälle im Straßenverkehr. Ein folgenschwerer Zusammen- stoß zwischen einem Lastfuhrwerk und einem Straßenbahnwagen er» folgte gestern abend an der Ecke der Kolonie- und Badstraße. Der Kutscher Wilhelm Krüger, Höchstestr. IS. wollte mit seinem Wagen von der Bad- in die Koloniestraße einbiegen, und als das Fuhr- werk die Gleise kreuzte, kam vom Bahnhof Gesundbrunnen her ein Straßenbahnwaggon herangefahren. Der Führer vermochte den schweren Wagen nicht mehr rechtzeitig zum Halten zu bringen, so daß e? zu einem Zusammenstoß zwischen den beiden Gefährten kam. K. wurde im Bogen auf den Fahrdamm geworfen und blieb be- sinnungSloS liegen. Er wurde nach dem Krankenhause gebracht, wo neben mehreren Rippenbrüchen schwere innere Verblutungen festgestellt wurden. Der Zustand des Verunglückten ist hoffnungslos. In der Nähe des Wedding sind am gleichen Tage zwei Kinder überfahren und schwer verletzt worden. Die 7jShrige Frieda Röschke, deren Eltern Müllerstr. ISöd wohnen, geriet beim Kreuzen deS FahrdammeS unter einen Lastwagen und wurde so unglücklich überfahren, daß sie eine Bauchquetschung und schwere innere Ver- letzungen davoiitrug.— Ferner geriet vor dem Hause Schulzen- dorfer Straße 7 die bjährige Anna Wittke beim Spielen unter einen Geschäftswagen. Sie erlitt einen schweren Beckenbruch und Verletzungen am rechten Handgelenk. Beide Kinder erhielten auf der Unfallstation in der Lindower Straße die erste Hilfe und wurden dann nach dem Rudolf-Virchow-Krankenhause übergeführt. In einer Strafsache gegen eine Frau D.. der ein Streit mit dem Rektor der 109. Gemeindeschule in der Tilsiter Straße wegen Schulangelegenheiten ihres Sohnes zugrunde liegt und der sich am b. Januar mittags abgesvielt hat, wird die Adreffe der Arbeiterfrau gesucht, der Frau D. aus der Straße von ihrem Streit mit dem Rektor erzählt hat; auch der Herr, der Frau D. ansprach, wird ge- beten um Angabe der Adresse an Frau Dobberke, Boxhagener Str. 25, vorn III. Eine Handtasche mit Inhalt ist am Donnerstagabend auf dem Wege vom Restaurant Happoldt bis zur Admiralbrücke verloren gc- gangen. Da sich in der Tasche neben anderen Dingen auch Schlüssel befanden, die für den Verlierer von Wert sind, wird der Kinder der Tasche gebeten, dieselbe bei Schulz, Admiralstr. 8, abzugeben. Feucrwehrbericht. In der Nacht zum Freitag brannten Betten usw. in einer Stube Culmstraße bS. Vor dem Hause Reichenberger Straße 127 wurde ein Mann besinnungslos aufgefunden und von der Feuerwehr nach der Unfallstation am Görlitzcr Bahnhof gebracht. In einem Maschinenraum der A. E.-G., Brunnenstraße 107a, brannte Benzol und in einer Küche Katzlerstraße 10 Betten u. a. Ferner liefen am Donnerstag noch Feuermeldungen aus der Kommandanten- straße 84. Soldiner Straße SS, Lübecker Straße 10, Schöneberger Straße 24, Wallner-Theater-Straße 32 und vom Weidendamm ein. Vorort- JVaebriebten* Charlottenburg. In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete nach vorangegangener Aufnahme einer großen Anzahl neuer Mitglieder der Kassierer, Genosse Reinsch, den Kassenbericht für das 2. Quartal Igov. Gegenüber den Einnahmen von 1801,79 M beliefen sich die Ausgaben auf 2ö1,1S M., so daß nach Abführung von 1201,20 Mark an die KreiSkaffe ein Bestand von 349,44 M. verblieb. Ein aus der Versammlung heraus gestellter Antrag, in Zukunft den Rcchnungsbericht den Mitgliedern gedruckt vorzulegen, wurde ab- gelehnt. Der Vorsitzende. Genosse Zietsch, machte sodann auf die am 6. August stattfindende Kreisgeneralversammlung aufmerksam. Bei dem Punkt betr. Anträge zum Parteitag betonte Zietsch: Der Entwurf des neuen Statuts habe in der Partei nicht einstimmig Annahme gefunden, das beweise die Fülle der bisher schon bekannt gewordenen AbänderungSanträge. Ebenso beachtenswert wie dieser Punkt der Tagesordnung deS Parteitages erscheint ihm, Zietsch. auch der Punkt betr. Maifeier. Auch dieser Punkt, der ein Bestand- teil jedes Parteitages gewesen ist, wird zu ausgedehnten Debatten Vcranlaffung geben und der Leipziger Parteitag wird nicht umhin können, sich mit einem Nürnberger Beschlüsse zu befassen, dessen Un- zulänglichkeit, Unkorrektheit und sogar Ungerechtigkeit sich bereits herausgestellt haben dürfte. Das ist der Beschluß, nach dem die Beamten, Arbeiter und Mitglieder der Partei, welche am 1. Mai feiern und keinen Lohnausfall erleiden, verpflichtet sind, an die Partei- und Gewerkschaftskasse einen Tagesverdienst abzugeben. Voraussetzung diese? Beschlusses war die Annahme der Verein- barung zwischen Generalkommission und Parteivorstand. Durch die Nichtannahme dieser Vereinbarung seitens des Nürnberger Parteitages sei auch dieser Beschlutz sachlich und formell gegen- standSlos geworden. Hinzu komme aber auch noch die Unklarheit dieses Beschlusses, die zu allen möglichen Deutungen Anlaß gibt, sodaß man ohne weiteres in Konflikte geraten kann. Redner bezeichnet diesen Beschlutz als ein Ausnahmegesetz gegen Partei- und Äctverkschaftsbeamte und betont, daß man zum mindesten die Garantie haben mutz, daß auch wirklich ein Maifeier- Unterstützungsfonds gebildet wird. Redner schlägt der Verfamm- lung folgenden, vom Vorstande angenommenen Antrag vor: „Zur Errichtung eines Fonds, auS dem wegen der Maifeier zemahregelte Genossen unterstützt werden können, sind vom Parteivorstande Beitragsmarken herauszugeben, zu deren Ab- nähme jeder Genosse nach Matzgabe seiner wirtschaftlichen Lage verpflichtet ist." Dieser Antrag wird von der Versammlung angenommen. Zietsch kommt dann auf den Fall zu sprechen, der sich jüngst in Süddeutschland zugetragen hat, und spricht sich scharf gegen die sieben Schwaben aus. Anträge zum Parteitag wurden nicht weiter gestellt. Dagegen wird folgender vom Vorstand ausgehender Antrag angenommen: „Der Kreis wolle beschließen, an Grotz-Berlin den Antrag zu stellen, daß die Erträge der Tellersammlungen auch bei gemein- sam veranstalteten öffentlichen Versammlungen dem Orte bezw. dem Kreise zufließen. Grotz-Berlin erhält nur die baren Aus- lagen erstattet." Ein weiterer Antrag deS Vorstandes, nach welchem allen neu- eintretenden Mitgliedern, um sie mit den Zielen und der Taktik der Partei bekannt zu machen, in monatlichen Abständen sechs zweck- entsprechende Broschüren gratis verabfolgt werden sollen, wird von Habicht begründet und von der Versammlung ebenfalls angenommen. Zur Kreisgeneralversammlung wurden die Genossen Wilk, Reinsch, Rosenthal, Habicht. Lehmann und Giese, zur Generalver- samnilung von Grotz-Berlin, welche am 22. August stattfindet, die Genossen Meinas, Scheel. Kreft, Hansmann, Lehmann, Isfeld, Dick- mann, Weisheit, Reinsch, Krüger, Gehrke, Habicht und Lindstedt gewählt. „Die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen" hieß das Thema. über das nunmehr der Genosse Dr. Borchardt sprach. Wenig schmeichelhaft, aber best? treffend«: chaMteiijippte er Mfere Mhl- gegrter, die Liberalen, mit denen wir es in Charlottenburg lediglich zu tun haben. Dieses liberale Bürgertum, welches, wie in anderen großen Industriestädten, auch in Charlottenburg, in unumschränkter Weise herrscht, sei sehr wenig gesonnen, dem Arbeiter einen Ein- flutz auf öffentliche Angelegenheiten zu gestatten. Wenn angesichts der Rixdorfer Vorgänge die Charlottenburger Liberalen meinten, so etwas würden sie nie mitmachen, das sei nicht liberal, so konnten sie sich nur deswegen so„entschieden liberal" gebärden, weil ihnen hier das Feuer noch nicht so auf den Nägeln brennt wie in Rixdorf, sonst würden sie genau dieselben Experimente machen. Die Libed ralen in Charlottenburg müssen aber genau so rücksichtslos bekämpft werden wie anderswo. Eine der Grundforderungen sei ja die For- derung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts auch in den Kam- munen, aber schon bei dieser Forderung habe das Charlottenburger Bürgertum vollständig versagt. Wenn wir, meint Redner, von 72 Sitzen 12 inne haben, so sind wir damit hart an der Grenze dessen, was das Bürgertum noch erträglich findet. Es wird daher alles aufbieten, um diejenigen unserer Sitze, die von neuem zur Wahl stehen, zurückzubekommen, um damit den Einfluß von „Bildung und Besitz" zu sichern. Redner schließt seine Ausführunzen mit einem Hinweise auf die nicht allzu große Zahl der Anwesenden und meint, daß ein Fremder schwerlich annehmen würde, hier vor der Generalversammlung eines Vereins von 3000 Mitgliedern zu stehen. Zietsch betont ebenfalls, daß der bevorstehende Wahlkampf für uns kein leichter sein wird. Es wird der ganzen Kraft der Char- lottenburger Arbeiterschaft bedürfen, um die bisher innegehabten Sitze zu behaupten. Daß wir sie behaupten können, das bedarf gar keiner Auseinandersetzung, und wir kämpfen schließlich auch nicht nur um die Mandate, sondern um des Kampfes selbst willen. Nach einer ernsten Mahnung an die Genossen, daß keiner sich die Mühe verdrießen lassen darf, die Wählerlisten einzusehen, und jeder die Pflicht habe, eventuell zu reklamieren, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Schöneberg. Mangel an NnfallverhütungSvorschriften. Auf dem Gelände deS Augusie-Viktoria-KrankenhauseS in der Rubensstratze werden gegen- wärtig etliche Erweiterungsbauten hergestellt, deren Ausführung der Baufirma Wessel übertragen sind. Trotzdem eS sich hier um städtische Arbeiten handelt, werden doch die Bestimmungen der Unfallverhütungs- Vorschriften vielfach außer acht gelassen. Die Maurerarbeiten an dem Pavillon sind teilweise schon bis zur ersten Etage gediehen, die Korridore und Treppenflure aber lassen jede Abdeckung, außer dem ArbeitSgerüst, vermissen. Fällt einer der Arbeiter herunter oder bricht das Arbeitsgerüst ein, so stürzt alles gleich bis in den Keller aus einer Höhe von zirka 8 Meter. Durch die zu den früheren Rüstungen benutzten Netzriegel, die stecken gelassen worden sind, wird ein eventueller Absturz für den Betreffenden noch verhängnisvoller. Ein am 29. Juli heruntergefallener Maurer hatte eS nur dem Umstände, daß er zwischen zwei Eisenträgern hindurchfiel, zu ver- danken, daß er mit einer leichteren Fingerquettschung davon kam. Auf die Bauverwaltung scheint dieser Borgang nicht ein- gewirkt zu haben, da die geschilderten Mißstände am 6. August noch bestanden. Eine beachtenswerte Neueinrichtung hat die Feuerwehr getroffen, indem sie zu dem Automobilbetrieb nun auch Motorfahrräder in den Dienst gestellt hat. Der Zweck dieser Einrichtung ist, schneller Kenntnis zu erlangen, wo die Feuerwehr verlangt wird. Außerdem ist der Motorradfahrer verpflichtet, sofern dir Mitteilung vorliegt, daß Menschenleben in Gefahr sind, sofort an der Unglücksstelle die notwendigen Anordnungen zu treffen, um eine größere Gefahr zu verhüten, bis die Mannschaften mit den Hilfsmitteln zur Stelle sind und selbst eingreifen. Die Abschicdsfeier der kleinen Ferienkolonisten findet heute Sonnabend, den 7. August, in der Schloßbrauerei, Hauptstr. 122, statt. Die Feier besteht aus Konzert, Vorträgen, Gesangs- und turnerischen Aufführungen, ausgeführt von Kindern der Ferienkolonie, Neigenfahren des Schöneberger Arbeiterradfabrervereins und Auf- führungen des ArbeiterturnvereinS. Die Kasie ist von 3 Uhr ab geöffnet; Kinder zahlen 10 Pf., Erwachsene 20 Pf. Im großen Saal findet Tanz statt. Gegen 4 Uhr für die Kinder Kaffee- und KuchenschmauS und um 9 Uhr Fackelzug. Das Komitee. Steglitz. Morgen, Sonntag, findet der Familienausflug nach Beelitzhof statt. Treffpunkt 8 Mi Uhr Wann seebahn Hof. Fahrt bis Zehlendorf- Bcerenstraße, von dort zu Fuß nach Beelitzhof. Für Nachzügler Treffpunkt Beelitzhof, Restaurant„Kastanienwäldchen". Gleich- zeitig sei darauf hingewiesen, daß für Badelustige Gelegenheit geboten ist, in dem nahen„Freibad Wannsee" auch diesem Sport huldigen zu können. Der BildungsauSschutz. (Srost-Lichterfelde. Das diesjährige GewerkschaftSfest findet am Sonntag, 8. August, beim Genossen Fr. Wahrendorf, Bäkestr. 22. statt. Das Festkomitee hat es sich angelegen sein lasien, den Besuchern einige vergnügte Stunden zu bereiten, und für reichhaltige Unterhaltung Sorge gc- tragen. Auf der Hinteren Wiese werden unter Leitung von Mit- gliedern des Arbeiter-Tumvereins Kinderspiele abgehalten, so daß groß und klein auf ihre Rechnung kommen wird. Um 10 Uhr: Großes Brillant-Feuerwerk. Bei dem mäßigen Eintrittspreis wird auf Massenbesuch gerechnet. Johannisthal. Der JugrndauSschuß von Johannisthal veranstaltet am Sonntag, den 8. August, einen Ausflug nach den Havelseen. Abmarsch früh 8 Uhr, von Scnftleben, Friedrichstr. 48, aus. Teilnehmer, besonders die'Jugend, willkommen. Petershagen b. Fredersdorf. Wildgewordene Spieher. Der Bezirkswahlverein für Neuen- Hägen und Umgehend veranstaltet am 8. August ein Sommcrfcst in Fredersdorf. Hierzu klebten unsere Genossen Plakate auch in PeterShagen an, auf denen die Bevölkerung zu dem Fest eingeladen wird. Allem Anscheine nach sind verschiedene hiesige Spießer beim Lesen dieser Plakate vom Rotkoller erfaßt worden, denn eine An- zahl der Einladungen waren am nächsten Tage heruntergerissen. Daß durch diesen Bubenstreich der Veranstaltung unserer Genossen Abbruch getan wird, ist nicht anzunehmen. Das Vorgehen der staatsretterischen Individuen zeigt jedoch ihren moralischen Tief- stand. Ober-Schönetveide. Am Sonntag, den S.August, findet ein SuSflug der jugend- lichen Arbeiter und Arbeiterinnen nach Schmöckwitz, Gosener Berge, über Grünau statt. Abfahrt 6°« früh vom Bahnhof Nieder- Schöneweide. Zurück über Müggelheim— Friedrichshagen. Fahrgeld 20 Pf. Um zahlreiche Beteiligung, auch von Nieder- Schöneweide und Johannisthal, wird ersucht. Der JugendauSschuß. Köpenick. Recht sonderbare Erfahrungen mit seinem Hauswirt Herrn Kelling, Kietzerstr.1. hatte tx-r Mieter I. zu machen. I. bewohnt bereits seit dem 1. April vorigen Jahres in dem Kellingschen Hause ein« Wohnung zum Preise von 31 M. pro Monat. Sein Rontrakt lautet auf zwei Jahre, also bi» zum 1. April 1910. Infolge wirt- schaftlichcr Verhältnisse war I. plötzlich gezwungen, noch vor Ablauf seines Mietsvertrages zu ziehen; er bat deshalb Herrn K., ihn von seinem Kontrakt zu entbinden. Hierauf ging Herr K. nicht ein, sondern er machte die Entbindung von dem Vertrage von der Hinterlegung einer Kaution von 217 M. abhängig. I. annoncierte nun seine Wohnung, worauf sich auch ein zahlungsfähiger Mieter meldete. Anfangs erklärte Herr K.. der von I. empfohlene Mieter habe zu viel Kinder, doch später wurde der Frau sowie Herrn I. von Frau Kelling versichert, daß die Sache geregelt sei. I. gab daher seinen Kontrakt ab in der Meinung, daß Herr K. alles qndere Wft i>m bümo SßieUf äPmtäsn Am 1. August erhielt I. plötzlich ein Schreiben von Herrn K.. daß er von dem Vertrage entbunden werden könne, wenn er sich zur Zahlung einer Abstandssumme von 50 M. bereit erkläre. I. einigte sich mit seinem Wirt auf die Zahlung von 30 M. und erklärte sich bereit, nur unter der Bedingung vom Vertrage ent- Kunden zu sein, wenn der neue Mieter bis zum 31. Mai 1910 die fällige Miete pro Monat bezahlt. Die schriftliche Erklärung ist datiert vom 3. August. Hiermit, glaubte nun Herr I., sei für ihn die Sache erledigt; frohgemut packte er den anderen Tag die Sachen. Da wurde er plötzlich durch das Erscheinen des Gerichts- Vollziehers in seiner Arbeit unterbrochen. Der Beamte händigte ihm ein Schreiben aus, worin er aufgefordert wird, die Miete vom 1. September bis 31. März 1910 zu hinterlegen, anderenfalls müsse die Einbehaltung der Sachen erfolgen. I. wird sich natürlich mit diesem sonderbaren Vorgehen des Herrn K. nicht zufrieden geben. Nach der Vereinbarung vom 3. August, in der sich I. ver- pflichtet, von dem Vertrage entbunden zu sein, wenn der neue Mieter die Miete von 31 M. bis 31. März 1910 pro Monat w-iier- zahlt, müßte auch für Herrn K. die Sache erledigt sein, de� er ja die Vereinbarung unterschrieben hat. Der ganze Eachverha.. läßt die Praktiken des Herrn K. als Hauswirt in einem sonderbaren Lichte erscheinen.. Boxhagen- Rnmmelsburg. Unter VcrgistnngSerscheimmgen sind vorgestern neun Personen erkrankt. Es wird daher mit der Möglichkeit gerechnet, daß zwischen dem verwendeten Suppengrün sich giftige Kräuter befunden baben müssen. Uebrigcns werden alle Erkrankten obne Nachteil für ihre Gesundheit davonkommen. Die VergiftungSerscheimingen waren bei acht Personen schon im Laufe deS vorgestrigen Abends behoben, das Befinden eines nach dem Krankenhause geschafften Arbeiters Noah hat sich über Nacht gleichfalls so gehoben, daß er noch gestern wieder entlassen werden sollte. Tveptoio-Bauinschulentveg. Die letzte Generalversammlung deS Wahlvercins ehrte zunächst das Andenken der verstorbenen Genossen Richard Schmidt und Otto Schneider in der üblichen Weise. Hierauf erstattete Genosse Ehm den Vorstandsbericht. Demnach haben in diesem Jahre statt- gefunden: 1 Generalversammlung sowie 3 öffentliche und 3 Mo- natsversammlungen. Ferner fanden vier Flugblattvcrbreitungcn statt. Die Mitgliedcrzahl stieg von 6SK auf 7 2 7. Es ist also eine Zunahme von 71 Mitgliedern zu verzeichnen. Die Zahl der„Vor- wärts"-Abonnentcn stieg von 1343 auf 1478. Der Kassenbericht des Genossen Strieder ergab für das 2. Quartal eine Einnahme von 679,24 M.. eine Ausgabe von 621,72 M., mithin einen Bestand von 57,52 M.' In der Debatte, die sich diesem Berichte anschloß, wurde besonders der mangelhafte Vertrieb der Parteibons und die Saumseligkeit in der Bezahlung der Mitgliederbeiträge bemängelt. Gleichzeitig wurde vom Vorstande gerügt, daß in dem Ortsteil Baumschulenweg die Gründung eines Lese- und DiskuticrklubS vorgenommen wurde, ohne vorher dem WahlvereinSvorstand davon Mitteilung zu machen. Von verschiedenen Rednern wurde betont. daß dieser Klub nicht parteischädigend wirke, sondern den Zweck verfolg«. Wissen und Bildung unter den Genossen zu verbreiten. Sie bestritten dem Vorstand das Recht, sich in diese Angelegenheit zu mischen. Als Delegierte zur Kreis-Gcneralversammlung wurden die Genossen Ehrhardt und Karow, als Ersatzmann Genosse Weber, als Delegierte zur VerbandSgcneralversammlung die Genossen Mündt, Ulm, Schnorre und Glienke, als Ersatzmann Genosse Maier gewählt.— Bezüglich des Organisationsstatuts der Partei schloß sich die Versammlung den vor Groß-Berlin und der Provinzial» konfercnz gefaßten Beschlüssen an. Paukoiv. Am Sonnabend, den 7. August, abends 8 Uhr, findet im Lokale des Herrn Götzmann, Florastratze 7. eine Versammlung der„Freien Jugendorganisation, Abteilung Pankow" statt. Vor- trag des Genossen Künstler-Berlin über„Die Revolution von 1843". Im Interesse der Jugendbewegung werden die Panlower Genossen ersucht, sich daran zu beteiligen. Nieder-Schönhausen. Die letzte Gemcindevertretersitzung nahm zunächst Kenntnis von der Einteilung der Servisklasscn für Beamte; die hiesige Ge- meinde ist der Klasse B zugeteilt. Die Strohe 23 erhielt vor einiger Zeit den Namen Mvllwihstratze, da in Charlottenburg eine Straße dieses NamenS vorhanden ist, so mutzte der Name geändert werden. Ein Vorschlag, die Straße 23 Braunschweig-Bevernstratzc zu nennen, wurde angenommen. Man will lediglich den geschicht- lichen Charakter des OrteS wahren, da die langjährige Schloß- Herrin von Niederschönhausen, die Gemahlin Friedrichs des Großen, auS dem Hause Braunschweig-Bevern stammt. Zur Vorbereitung der Neuvergebung der Etratzenreinigung oder Uebernahme der Straßenreinigung in eigene Regie der Gemeinde wurde eine Rom- Mission gewählt, die sich eingehend mit der Sache beschäftigen soll. Ter Vertrag mit dem jetzigen Unternehmer läuft 1910 ab. Der Punkt Vergebung der Erd-, Maurer-, Asphalt-, Steinmetz-, Schmiede- und Eiscnarbeitcn wurde auf Antrag des Vertreters Jeratsch zur nichtöffentlichen Sitzung zurückgestellt. Der Grund zu diesem Antrag wird wohl darin zu suchen sein, daß«in hiesiger Handwerksmeister als Zuhörer anwesend war. Die Vergebung der Pflasterarbeiten in der Platanenstrahe zwischen Blumenthal- straße und Straße 3b wurde dem Unternehmer Ernotte zum Preise von 54 235 M. übertragen. Die Anschlägerarbeiten für den Rat- Hausneubau wurden der Firma Braun zu dem Betrage von 3734 Mark, die Glaserarbeiten dem Glasermeister Stemmler zu dem Betrage von 1685 M. überwiesen. Hierauf folgte eine nichtöffcnt- liche Sitzung.. Bernau. Am Sonntag, den 8. Angust, veranstaltet der JugendanSschuf; ein« Partie nach Hoffnungstal, Lobctal Und Gnadental. Tie jugendlichen Arbeiter versammeln sich zu diesem Zwecke morgen nachmittags lh2 Uhr am Mühlenberge, von wo auS der Abmarsch Punkt 2 Uhr erfolgt. Möge auch die erwachsene Arbeiterschaft dafür sorgen, daß diese Veranstaltung sich eines recht zahlreichen Besuches erfreut. Strausberg. Bei den Stadtvrrordnetcnwahlen in der dritten Abteilung wurden die Kandidaten der Bürgernieisterpartei mit 343 gegen 213 Stimmen, die auf unseren Genossen entfielen, gewählt. Vor zwei Jahren er- hielt unser Genosse nur 173 Stimmen. Sache der Arbeiterschaft muß es nunmehr sein, unablässig zu arbeiten, damit wir bei der nächsten Wohl noch eine stärkere Stmrnrenzunahnie zu verzeichnen haben. Eue der frauenbenegung. Frauen des Proletariats. In diesen Tagen bäumten sich Tausende von unmenschlich behandelten, durch Wohnungswucher und Trucksystem auf das schamloseste ausgeplünderten Arbeitern der amerikanischen Presscd Steel Car Campany(Preßstahlwaggon-Werke) in einem großen Streik gegen ihre Ausbeuter auf. Ein erschütterndes Bild dieses Kampfes gibt ein Artikel in Nr. 180 unseres Blattes„Proletarische Einwanderer— Heloten der amerikanischen Gesellschaft". Nach unsäglichen Opfern, Leiden Und Entbehrungen ward den Ar- beitcrn der Sieg in ihrem Ringen gegen die organisierte Kapital» macht, ein Sieg, den die Frauen der Streikenden nur erkämpfen halfen. Der New Aorker„Call" zollt dem Geiste der Unbcug- samkeit, der die amerikanischen Arbeiterfrauen beseelte, hohe An- erkennung. Waren doch die Frauen das anfeuernoe und stützende Element in dem Kampfe der Männer um einen gerechten Lohn. Das genannte Blatt schreibt: „Wir ziehen den Hut und neigen unS voll Ehrerbietung vor den hessischen Frauen der streikenden Arbeiter der Pressed Steel Car CoMMß. Gleich den FrSuen der alten Germanen, die ihr; Männer in den Kampf trieben und lieber mit ihren Kindern in den Tod gingen, als dajz sie römische Sllavinnen wurden, boten diese Frauen der ausgebcutetsten unter den Proletariern das für viele befremdende Schauspiel einer Tapferkeit, Hingebung und Selbstaufopferung, wie sie keine der satten, verweichlichten, über- feinerten Bourgco'isdamcn weder zu leisten noch zu verstehen vcr- mag. Sie haben mit ihren Männern gearbeitet, gehungert, gelitten. Jetzt kämpfen sie mit ihnen, r?agen ihre Verwundeten hinweg und sind bereit, lieber die Brandfackel an die elenden Hütten zu legen, die ihre geringe Habe bergen, als daß sie sich aus ihren Heim- stätten vertreiben lassen. Die sozialistische Bewegung erstrebt die Beseitigung der Klassen- Herrschaft, der Quelle aller Ausbeutung und Unterdrückung, auf friedliche und legale Weise. Aber wenn sie die Frauen der hilf- losesten aller Arbeiterschichten mit den letzten Mitteln, die ihnen zur Verteidigung geblieben sind, um das elementarste Menschen- recht, das Recht auf Existenz, kämpfen sieht, so kann sie ihrer 51ühnheit, ihrem Mut nur Beifall zollen. Ehre und Ruhm den Kämpfern, den Frauen des Proletariats." Sozialistische Frauenzeitung in Norwegen. � Die sozialdemokratischen Frauen Norwegens haben beschlossen, vom September dieses Jahres an in Christiana eine neue Zeitung („Die Frau") herauszugeben, die nach Art unserer deutschen „Gleichheit" speziell der Propaganda unter den proletarischen Frauen und Mädchen des Landes dienen soll. Gerichts- Zeitung* Feindliche Briider. Ein Bruderzwist, der nahe an versuchten Totschlag grenzt, lag einer Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung zugrunde, welche gestern den Schneider Rudolf Knoblauch vor die 3. Ferien- strafkammer des Landgerichts l führte. Der Anklage lagen recht unerquickliche Familienverhältnisse innerhalb der Familie des Schneidermeisters K. zugrunde, die schon wiederholt zu recht Hätz- lichen Szenen Veranlassung gegeben hatten. Zwischen dem An- geklagten und seinem Bruder Hermann K. herrschte eine grimmige Feindschaft, die schon einmal in eine wüste Prügelei in der Woh- nung der Eltern ausgeartet hatte. Am 19. Juli dieses Jahres kam Hermann K., wie schon wiederholt vorher, etwas angetrunken nach Hause. Er legte sich jedoch ruhig schlafen, während der An- geklagte in gehässiger Weise und unter Anwendung verschiedener Schimpfworte die Eltern auf den Zustand seines Bruders auf- merksam machte. Als sich daraufhin Hermann K. wieder erhob, um seinen Bruder zur Rede zu stellen, griff dieser plötzlich in die hintere Beinkleidtasche und zog einen Revolver hervor, den er schon längere Zeit bei sich trug. Er gab dicht hintereinander mehrere Schüsse auf seinen Bruder ab, der in der Lungengegend und an der Hüste getroffen wurde.— Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht darauf, datz es der Angeklagte nur einem glücklichen Zufall zu verdanken habe, datz die Tat nicht schlimmere Folgen gehabt hat, ein Jahr Gefängnis. Das Urteil lautete auf K Monate Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat der erlittenen Unter» suchungshaft und sofortiger Entlassung aus der Haft. �" Haftung des Arbeitgebers für Unfälle. """ Bekanntlich ist durch da? Unfallversicherungsgesetz in den Fällen, in denen der Unfall durch Fahrlässigkeit des Unternehmers herbeigeführt ist, daS Recht genommen, gegen den Unternehmer auf Schadensersatz zu klagen. Der Arbeiter mutz sich mit der Un- sallrente begnügen lassen, die höchstens zwei Drittel der Höhe des Schadens beträgt, der den bei dem gleichen Unfall verletzten Nicht- arbeitern zusteht. Der Berussgenossenschaft steht aber daS Recht zu, in solchen Fällen gegen den Arbeitgeber auf Ersatz der Unfall- rente, den die Berufsgenossenschaft hat zahlen müssen, zu klagen. Ein solcher Fall ist dieser Tage vom Reichsgericht in einem Rechtsstreit der Anhaltischen land- und forstwirtschaftlichen Berufs- genossenschaft gegen den Gutsbesitzer Sch. in Gronig entschieden. In dem Betriebe des Beklagten hatte ein Arbeiter dadurch einen Unfall erlitten, datz er beim Grünfutterschneiden mit der linken Hand unter die Messer der Häckselmaschine geriet, wodurch ihm ein Finger abgeschnitten und ein anderer verstümmelt wurde. Die 5llägerin, die dem Verunglückten Entschädigung nach dem Unfall- Versicherungsgesetz für Land- und Forstwirtschaft gewährt, fordert von dem beklagten Landwirt nach§ 147 dieses Gesetzes Ersatz. Das Landgericht wie auch das Qbcrlandesgcricht Naumburg an der Saale sehen die Voraussetzungen des K 147 des Unfallversicherungsgesetzes für Land- und Forstwirtschaft als gegeben an, weil der Beklagte den Unfall durch Fahrlässigkeit mit Autzeracht- lassung derjenigen Aufmerksamkeit herbeigeführt habe, durch die er vermöge seines Berufes besonders verpflichtet gewesen sei. So habe der Beklagte mit einer Maschine arbeiten lassen, in deren hölzerner, den oberen Rand bedeckenden Schutzhaube sich an der nach dem Einlegekasten zu befindlichen Seite gerade über den Einzelwalzen eine viereckige Qeffnung befand, so datz die Messer am Schwungrade, wenn sie sich hier vorbeibewegten, nicht durch eine Bedeckung abgeschlossen waren. Das Oberlandesgericht er- kannte deshalb auf Verurteilung des Beklagten. Die vom Beklagten gegen das oberlandesgerichtliche Urteil ein- gelegte Revision rügt, datz insofern eine Gesetzcsverletzung vorliege, als der Berufungsrichter nicht die strafrechtlichen, sondern lediglich die zivilrechtlichen Grundsätze angewandt habe, indem er an das Verhalten des Beklagten einen objektiven Matzstab angelegt und nicht geprüft habe, ob der Beklagte nach seinen individuellen Ver- Hältnissen den eingetretenen rechtswidrigen Erfolg habe voraus- sehen können. Der Vl. Zivilsenat des höchsten Gerichtshofes erkannte die Rüge der Revision nicht für durchgreifend an und wies die Revision zurück. Er legt dar. datz das Oberlandesgericht ohne Rechtsirrtum angenommen habe, datz dem Beklagten die— durch den§ 147 des Unfallvcrsicherungsgesetzes für Land- und Forstwirtschaft bedingte — strafrechtliche Fahrlässigkeit zur Last falle. Die Meinung der Revision, datz eine strafrechtliche Fahrlässigkeit deshalb aus- geschlossen sei, weil die Maschine zur Zeit des Unfalles sich bereits 29 Jahre in Betrieb befunden habe, ohne datz ein Unfall vor- gekommen sei, und weil der Revisionsbeamte der Klägerin bei einer im August 1897 vorgenommenen Revision des Betriebes deS Be- klagten Ausstellungen gegen die Beschaffenheit der Diaschine nicht erhoben habe, sei unbegründet. Das Berufungsgericht habe mit Recht eine ausserordentliche Fahrlässigkeit des Beklagten festgestellt und dargelegt, dass der Beklagte mit der Möglichkeit habe rechnen müssen, datz jemand aus irgendeinem Grunde durch die Oeffnung mit den Messern in Berührung kommen könne, vielleicht beim Futternachschneiden oder sonstwie. Auch darin sei dem Vorder- richter beizutreten, datz den Beklagten eine strafrechtliche Fahr- läsfigkeit auch ohne Vorhandensein von Unfallverhütungsvorschriften treffen würde. Wenn auch der Beklagte gegen ß 3s Absatz 1 dieser Vorschriften nicht verstotzen habe, so kann dies doch nicht von Ab- fatz 2 gelten, der allgemein vorschreibe, dass die Schneidewerkzcuge in ihrer oberen Hälfte zu überdecken und abzusperren seien. Ein etwaiges mitwirkendes Verschulden des Arbeiters G.. da? dem Ersatzanspruch der Klägerin aus§ 147 des UnfallversicherungS- gesetzeS für Land« und Forstwirtschaft entgegenstehen könnte, sei nicht zu berücksichtigen. DieS entspreche der ständigen Recht- sprechung deS Reichsgerichts. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 8. August, vormittag» II//. Uhr in der Schule, Kleine Frankfurter Str. L: Vortrag des Herrn H. M. Baege:.Alte Schöpsungssagen 1". Damen und Herren als Gäste sehr willkommen.— In derHallePappel-AIlee IS— 17 während der Schulserien keine Vorlesung. Freie Jngendorgauifatio», Abteilung Xlll. Heule abend 8 Uhr i» der Restauration.Zur Schwarzburg". Veteranenstr, 18, Versammlung. LmflufUn der Rcdahtion. Tie iuristische Tprcchstundr findet Linden st rage 3, zweiter Hsf, dritter Eingang, vier Tr-vven, DM" Fahrstuhl wochcntäglich atcndö von 7� tiS v>4 Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde Ilm L Uhr. Jeder Ansragr ist etil Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen brizuftigr». Briefliche Antwort wird nicht erteilt. BiS zur Braniwortung im Briefkasten lönne» 14 Tage vergehen. Eilige Frage» trage man in der Sprechstunde vor. Siebenhnar. Wir werden darauf eingehen, wollen aber erst an Ort und Stelle recherchieren.— Schöneberg 110. Leider nein.— Z. 83. Ziehen Sie fort und liagen auf Ehescheidung.— M. 63. Die Vereinbarung einer monatlichen KüiidigungSstist ist zulässig. Für den Fall ungerechlsertigtcr Entlafsung ohne Einhaltung der Kündigungssrist würde in solchem Fall der Lohn für einen Monat zu zahlen sein. Die Rechtsverhält- nisse sind in der Gewerbeordnung ZK Ivö bis 154 geregelt.— E. M. 67. Beantragen Sie unter Schilderung des Sachverhalts Aufhebung des Für- sorgcbcschlusscS beim BormundschajtSgerscht und legen Sie gegen einen ablehnenden Bescheid Beschwerde ein.— H. Sch. L. Nein.— M. 1. Ja. — Otto 31. Wenn der Reisende, wie auS Ihrer Ansrage hervorzugehen scheint, schrittlich erklärt hat, dah der Mann die Bestellung rückgängig machen könne, so ist diese Erklärung gültig. Sie brauchen dann nicht zu zahlen. Auch wenn eine ähnliche Erklärung des Reisenden mündlich erfolgt ist, ist diese gültig, aber schwieriger zu beweisen.— A. F. 74. Ihr Bruder sollte zunächst die Kasse bei der Aussichtsinstanz verklagen. Wird ein An- spruch abgelehnt, so soll er gegen den Bctriebsuntcriiehmer klagen. Für diese Klage ist daS Amtsgericht zuständig. Der Klageanspruch verjährt in zwei Jahren.— M. 7. Ein Verein, dessen wirischnstlichcr Zweck nicht aus einen Geschäftsbetrieb gerichtet ist, erlangt Rechtsfähigkeit durch Eintragung in daS Vereinsregister des zuständigen Amtsgerichts. Für die Eintragung sind die Vorschristcn der§§ 56—69 des Bürgerlichen Gesetzbuchs maßgebend. WltterungSüberstcht vom 6. August ISO», morgens 8 Ulir. Wetter 4wolkenl lsheitcr 1 Wollig Iwoikig -a c-- f* Mä 15 16 16 IV J.wolkenl! 17 Wetterprognose für Sonnabend, den 7. August 1909. Trocken und vorwiegend heiter, am Tage warm, schwache Lustbewcgung Berliner Wetterbureau. Wasserstandö-Nachrichten der LaudeSanstalt für Gewässerkmide, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M e m e l. Tilsit V r e g e l, Jnsterburg Weichsel, Thoru Oder, Ratibor , Krassen , Frankfurt Warthe, Schrtmm , Landsberg Netz«, Vordamm Elbe, Leitmcritz , Dresden , Barby , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlttz Havel, Spandau') , Rathenow') Spree, Spremberg') , BceSkow Weser, Münden . Minden Rhein, MaximilianSau , Kaub . Köln Neckar, Heilbrom» Main, Wertheim Mosel, Trier >)-f dedeutet Wuchs.— Fall.—») Unterpegel. passaxe- Kaufhaus Betriebsgesellschaft m. b. H. Wir haben mit dem gestrigen Tage das gesamte. Warenlager der Warenhaus W. Wertheim Q. m.b.H. übertragen. Warenhaus W. Wertheim 0. m. b. H., Potsdamer Straße. Wir h#en mit dem gestrigen Tage das gesamte Warenlager der Passage= Kauf haus Betriebsgesellschaft m. b. H. übernommen und werden das Geschäft als Warenhaus weiterführen. Wegen Aufnahme der Lagerbestände findet heute kein Verkauf statt. Die Abteilungen, die sich in Händen der selbständigen Mieter befinden, sind davon ausgenommen und bleiben auch heute für den Verkauf geöffnet 90S0L e e ■$$$-\ Jeder Artikel SS Pfennig 5 St. Tietorla- Bierbecber mit Goldrand 12 St. Bierbeoher m. Goldr. S Paar deEor. Ponellan- Tssson 4 St dekor. Ponellantöpfe 17 cm hoch. 6 St best» Giühstrfimpf» 1 weisser Emaille- Eimer mit Deckel 1 Satz= 4 Stück Emaille- Hücatöpfe, grau oder oeublau 2 Kaflee- u. Zncker-Bücbsen aus dekoriertem MelaU 1 Wasch- ßarnitar, steiUg. dekoriert 2 Paar reich mit Gold dekorierte Tassen u, 2 Kuchen- Teller 12 Speiseteller, tief od. nach und 6 St. Dessert-Teller 12 81. gravierte Britannia- Kafiee-LöSel 6 8! schwere Brttannla-Ess» Löffel 1 Porzellan> KaBeeserrtce, dekoriert, Steilig 1 Porzeilan-Mocca-Serrice, dekoriert, 9 teilig 1 Satz— 6 Stück HUch- topfe, dekoriert 9 Stück Ponellan-Kompott- Toller 2 Stück Porzellan-Oompo- tieren und 12 Kompottschüsseln 6 Stück Porzellan-Dessert- teller, dekoriert 1 Butterdose mit Goldrand und 6 Eierbecher 1 Porzellan- Tablett und 2 Paar dekorierte Tassen 1 Satz=• 7 Stück Salatidroa und 6 Kompottschüsseln 1 weisse Batist-Bluse, reich mit Einsätzen garniert 1 farbige Wasch-Bluso 1 Wasch-Kostflmroek 1 weisses Kinderkleidchen mit Volant und Stickerei 1 lühiges Kinderkleidchen mit Volant und Bordüre 1 Wasch-ünterrock, schwarz- weiss 1 Knabon-Wasch-Anzug 1 Knaben-Waschblase 1 Knaben-Hose in Wasch- und Wollstoff 1 Stofigfirtel mit Schleife 1 finmmigürtel, 6 cm, alle Farben 2 Gnmmigürtel, schwarz und weiss I Prisö-Goldgnmmi-Gttrtel 2 Heter Chindband, ca. 12 cm breit Beim Einkauf von 2 Mark an eine Kinderfahne GRATIS. 1 Porzell.■ Snpp enterrine, oval, und 1 EartoSel- napf mit Deckel 6 Stück Ponellan-Speise- toller, tief oder(lach 5 Paar Portionstassen 1 Steingut- Waschbecken, gross 1 grosse Wasserkanne 1 Waschgarnitur. 4teiUg 1 Satz 5 Stück Salatidren und 6 Speiseteller 6 Stück Bierkrüge, i Liter Inhalt 4 Stück Vorrats• Tonnen, neue Form 1 Satz Salatidren— 7 Stflck blau Zwiebelrouster 2 Stück Salz- und Bohl- mosten, dekoriert 9 Paar dekorierte Tassen i grosso Salat ibre und 6 Speiseteller 1 Etagdre mit 6 Gewürz- tonnen, dekoriert 6 Stück Glüh- n,_ strümpie..."»> p** Wasser- Eimer und ein Schrubber mit stiel 1 Wasserleitungsschoner m. Schritt 2 Stflck Salz- und Behl- Besten, weisse Emaille 1 Wanne, verzinkt, rund oder oval 1 Waschständer u. 1 Waschbecken mit Seifnapf 1 Spirituskocher, extra stark, und 1 Kochtopf zusammen 95 Pf. 2Va Beter Tafietband, ca. 12 cm breit 3 Damen-Wäschekragen 12 St. schmale Bandreste 4 St. breite Bandreste 1 weisser Stickerei-Kinder. kragen, rund oder eckig 1 Kinder-Garnitur, ecru, Lein. 1 Bock-Volant, alle Farben 1 elegante Spachtel-Passe 1 elegantes Tüll-Jabot mit Goldschleife 1 elegantes Tüll• Bificben mit Spitze I Bot. Tflll-od.SpachteIstoH I Coupon Stickerei, mittel- breit, ä A'/j Meter 2 Conpon Stickerei, schmal ä 41/3 Meter 8 Paar bunt mit weiss geringelte Herren-Socken 4 Paar Macco- oder Vigogne- Herren-Socken I Heibemaschlno I Kafieemüble, Würfelmuster 1 Petroleumkanne, dekor., 2 Liter Inhalt 3 Paar Essbestecke, vernickelt 1 Brett m. 3 Kfichenmessern 12 Stück EsslÖ&Cl, extra stark I schwarzer Besen mit poliertem Stiel 1 Tablett mit Einlage 1 grauer Besen und ein Schrubber mit Stiel 1 Quirlgarnitur, 7teMg 1 Bürstengarnilur, 4teüig l Waschbrett, 1 Aeraelbrett und 1 Schock Klammern 1 vierstufige Leiter 1 Schulmappe für Knaben oder Mädchen 1 Bierservice ans Glas, 7 teilig 1 Likörgarnitur, steilig 1 Käseglocke, 1 Butterglocke, 1 Zuckerschale auf Fuss, 1 Benag» und 6 Kompotteller zusammen 95 Pf. 1 Frucbtschale mit Kelch, Diamantschliff 1 Satz-= 5 Stck.Compotldren, Diamantschliff 1 Bierseidel mit Deckel I Küchenschemel 1 Bandtuchhalter m. Spruch- Einlage, m, Brett n. Aufsatz(ganz neu)_ 1 Büstenständer, nussbanm- färben, 1 m hoch, extrastark 1 Eaarschmuck- Garnitur, 3-, 4- oder 6 teilig I Stall• Laterne mit Sleber- heits-Vorrichtung 1 Fensterleder, extra gross, prima Qualität 1 Hals-Kollier m. Medaillon 2 Bambnsständer»it Msjo- lika-Teller 1 Holz-Schirmständer 1 Vogelbauer 1 Photographie-Album 1 Barkttasche mit Ring I Stnllonkofier 1 Heise- Bandtasche 1 Album für 500 Ansichtskarten 1 Hocker, nussbanm lackiert 1 Tischläuler aus Crepepapier und 100 Servietten 4 Bollen Küchenkante 12 Stück Blnmen-Fettseife 1 Bürstengarnitnr l Kammgarnitur 12 gedrehte Kerzen 12 Stück Hausseile 5 Bollen Butterbrotpapier 1 Bntterglocke und 1 Käseglocke, Diamantschliff 1 Tischlampe 1 Küchenlampe, dekoriert 1 Brotkorb, vernickelt, mit Kacheleinlage 1 Befall-Fmchtschale mit Kelch 2 Stück Blomenvasen mit Beschlag Ein Posten Emaille, bessere Ware. 2 Pld. 95 Pf. Ein Posten verzinkte Waschtöpfe. 2 m 95 pf. Ein Posten Aluminium-Kochgeschirr stück 95 Pf. 3 Paar farbig geringelte od. Schwelss-Socken 2 Paar halbwoll., gestr. od. Schweisseck., starke Qual 4 Paar Damen- Strümpfe, schwarz Baumw., o. Naht 3 Paar Damen- Strümpfe, farbig geringelt 2 Paar Damen-Strümpfe schwarze oder lederfarbige, glatte 2 Paar Damen-Strümpfe schwarze od.lederlarb., durchbrochene 2 Paar Damen-Strünlpfe farbige, gestreifte 2 Paar Damen-Strümpfe schwarze Wolle, platt, 1 Paar Damen- Strümpfe schwarze reinwollene, gestrickte 1 Paar Damen- Strümpfe schwarze Cachemir 1 Paar Damen■ Strümpfe reinwollene, geringelte 3 Paar Damen» Strümpfe engl lang gewebt, schwarz oder braun 6 Paar gewebte Füsse schwarz oder braun 4 Paar wollene Erstllnga- strfimpte 4 Paar Kinder-Seckehen 4 Paar halbwollene Kinder- slrflmpfO, schw, Gr.2— 4 3 Paar baumwollene Einderstrümpfe, schwarz, Grösse 1— 6 3 Paar geringelte Einderstrümpfe, Grösse 1— 5 3 Paar braune Kinder- Strümpfe, Grösse 1—5 2 Paar halbwollene Kinderstrümpfe, schw., Gr. 5—8 I Hetall-Bauchserrico 3 Eilderrahmen, l Kabinett und 2 Visit 1 Obstständer mit 6 Messern 2 Stück Wandtellor 1 Fischständer mit Glas, Netz und 1 Goldfisch 2 Figuren, 45 cm hoch, mit Palme I Hansapotheke aus Holz 1 Toilettespiegel mit Schublade 1 Bauorntisch, nusshaum lackiert 1 StraOSS mit Vase 1 Blumenkorb mit Nelken 1 grosse Palme(5 Blatt) 1 grosser Zimmer schmuck (Blumen) 1 Damenhemd mit Stickerei 1 Damen- Beinkleid Mit Stickerei 1 Anstaodsrock mit Stickerei 1 Paradekissen mit Spruch I Untertaille aus Stickerei 1 Gürtel-Korsett 1 bunte Tändelschfine 1 Biederschüne mit Träger 1 Bansschürze mit Volant und Tasche 1 Halbreformschüne 1 weisse Tändelschfine mit Träger 1 bunte Kindersehüne 1 bunte Tändelschfine mit Träger 1 schwane Hansschüne 1 Knaben-Schürze 1 Bassen-Kittel I blaue Hansschüne 1 Kinder-Beformschüne 1 Servlerschüno mit Träger '/« Dtzd. Herren- Taschentücher mit bunter Kante 2 Paar banmwolL Kinderstrümpfe, schw., Gr. ö— 10 2 Paar b ranne Kinderstrümpfe, Grösse 6— 10 2 Paar geringelte Kinder- Strümpfe, Grösse 6 und 7 Bodorne Binsen-Seide Mtr. 95 Pf. Cbiflon-Taflet reine Seide Mtr, 95 Pf. Elegante Blusenstoffe Mtr. 95 Pf. KOStüfflStcSe extrabreit Mtr. 95 Pf. Diagonal reine Wolle Mtr. 95 PI. Cheviot reine Wolle Mtr. 95 Pf. EleganLSeiden-Sammete für Blusen Mtr. 95 Pf. Velonrstoff 2VsMtr.95 Pf. Ve Dtzd. Damen• Taschentücher mit bunter Kante 1 Dtzd. Batist-Tücher 1 Dtzd. Linon-Tücher 1 Dtzd. Kinder-Tücher mit Buchstaben V- Dtzd. Damen- Taschentücher mit Buchstaben, Batist oder Linon Vt Dtzd. gebrauchsfertige Taschentücher 1 Herren- Krawatte(Selbst- binder oder Begatte) 1 Gartendecke mit oder ohne Fransen 1 Kaifeedecke 1 Frottierhandtuch 1 Frottiorlaken ca. 3 fltr. Hcmdentnch ca. 3 Htr. Lonisianatnch ca. 2 Htr. Croisd-Barchent ca. 2 Htr. Pique- Barchent ca. 2 Btr. Unterrock- Velour ca. 2 Btr. Schürzenstotf ca. 3 Btr. Hemdenbarchent 1 gebleichtes Tischtuch 1 RolItUCh mit eingewebter Kante 1 Plättdocke 1 Waehstnch-Deoke 85/115 1 Barchent- Laken, weiss oder bunt 1 sechsteilige Küchengar- nitnr aus Wachstach 3 Gerstenkorn-Handtücher 3 Drell-Handtfichor Vs Dtzd. imitierte Leder- tficher V, Dtzd. Staubtücher Va Dtzd. Wischtücher, gesäumt und gebändert 1 Kaffeegedeok mit 6 Servietten Zur Konfirmation Schwanen. farbige Kleiderstoffe gute, reinwollene Qualitäten. Mtr. 95 Pf. 2 Paar gelbe Trlkothand- schnhe mit Druckknöpfen 5 Paar lange Halb-Handschuhe weiss 3 Paar Halb- Handschuhe farbig, schwarz u. weiss 2 Paar Haid- Handschuhe mit Spitze oder Jacquardgewebe 1 Paar Halb» Handschuhe reine Seide 1 garnierter Damenbnt 1 schwarze Stranssfeder 1 Feder-Aigrette bestehend aus sechs Köpfen l Herren-Horm alhemd 1 Oerren-Beinkleld Ii. Menhoien NM Brunnenstr. 17-18 Veteranenstr. 1-2 D owlas-Bettlakeni 30x200 bunte Garnitur(Serviteur und Manschetten) Paar Hanschetten Stück Stehkragen Westengfirtel Paar Hosenträger Serviteurs, glatt oder mit Falten Herren-Mütze gestickt. Stobenhandtneh gesticktes Kissen gestickte Barkttasche gestickt. Küchenhandtnch gezeichnetes Stnbenhand- tnch gezeichnetes Küchenhandtnch gezeichnete Besteektasche gezeichnetes Kissen mit Volant gezeichnetes Besenhandtuch Stnbenhandtneb mit Spitz« Erbstüll-Qarnitur(iLäufer und 2 Decken) englischer Tüll-Läufer gestrickte Damen-Weste Anto-Shawl feiner Kopf-Shawl gestrickt, Kindnrkloidchen Knaben-Sweater Taillentnch Herren-Begenschinn Damen-Begenscbirm Einder-Begenschirm Paar Danen-TnehpanteSel Paar Kamelbaarpantolfel Paar PlflschpantoSel mit Ledersohle Paar imit. Kamelh.-Sehnhe Paar Bansschnhe Paar Kordpantofiel Paar Kindenehnhe Kinder-Trikot, alle Gröss. gestrickte Untertaille Knaben-Touristenhemd 6 St. Korsettschonor glatt 4 St. Korsettschonor mit Durchbruch 3 St. Korsottschoner mit Häkelei 2 SL weisse Untertaillen aus Trikot 1 Schlafdecke glatt, grau mit gestreifter Kante I Wagen-Steppdecke 1 Linoleum-Vorleger 1 Perser-Bettvorleger imit. 1 Filz-Kommodendecke reich bestickt 1 Spiegelspind-Deck» appliziert 1 Bähtisch decke appliziert 2 Tüll-Scheibenschleier 1 engl. Tüll-Lambreqnin Beim Einkauf von 2 Mark an eine Kinderfahne GRATIS. Mit iiiitlllltillUDitiiillUllHIÜlltllfliittitltlttflltifiiifiilililli: Pvon Sonnabend, den 7. August, iiiiiimtiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiMiiiiuiiiiiii Rixdor(-ßerlifierÄ liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiillMMDt»iitiimiiun|l bis Sonnabend, den 14. August. 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In Denver(Kolorado) tagte in der zweiten Julihälfte die Kon- dention(Jahresversammlung) der„Western Federation of Miners", in der die Erzgräber der Weststaaten organisiert sind. Dieser Verband — derselbe, gegen den die Minenbesttzer des Felsengebirges seit 1904 einen beispiellos heftigen Kampf führten, der eine Kette greuelvoller Gewaltakte war— hatte sich im Jahre 1S0S dem„Jndustrial WorkerS of the World"(„Industriearbeiter der Welt") angeschlossen, und zwar als Hauptstamm der Mitgliedschaft dieser Organisation, die bekannt- lich die von GomperS geleitete konservative Gewerkschaftssöderation ablösen sollte. Aber schon bald danach trennten sich die Wege der west- lichen Bergarbeiter und der„Jndustrial WorkerS", die heute, nach einigen Jahren ununterbrochener innerer Streitigkeiten» und Spaltungen, nur noch eine Sekte von Gläubigen der direkten Aktion bilden. In Denver zeigte sich, daß auch die„Western MinerS" noch den alten Zwist der„Jndustrial WorkerS" mit sich herumtragen; zum Glück wird aber dadurch der Fortschritt des ruhmvollen Kampfverbandes nicht aufgehalten. Die Opposition führt innerhalb der„Western Federation" noch immer die Sache der„Jndustrial Workers"; verschiedene Abstimmungen über Personalien und Mandate ergaben aber, dost das oppositionelle Element sich in einer bedeutungslosen Minderheit befindet. Präsident Moyer berichtete über hochbefriedigende Fortschritte, die er als einen Triumph des Sozialismus bezeichnete. Im letzten Jahre wurden 230(Local«) Unions neu organisiert, womit die Ge- samtmitgliederzahl auf 37 980 gesteigert wurde. Außerdem sind aber noch, unregelmäßig zahlende Mitglieder in einer Anzahl von rund IS 000 vorhanden. Der Bericht spricht sich für„vereinte ö I o- nomische und politische Aktion" aus und verdammt die Politik eines GomperS, der bei der vorigen Präsidentenwahl wieder mit dem„Arbeitervotum" auf den Trödel ge- gangen war und es nacheinander an die bei den bürger- lichen Parteien verschachern wollte. Der wichtigste zu Denver gefaßte Beschluß betrifft die Einberufung einer außerordentlichen Konvention zwecks Aenderung der Statuten. wodurch die Möglichkeit einer gemeinsamen Organisation aller Berg- arbeiter des Landes geschaffen werden soll. Da den gesamten Ber- Handlungen ein Hauptvorstandsmitglied der„United Mine WorkerS" beiwohnte, die zu der beschlossenen Extrakonvention auch offiziell eingeladen werden sollen, so ist eS klar, daß die Tendenz des Be- fchluffeS keine andere ist, als die Verschmelzung der „Western Federation" mit der genannten, über fast alle Teile des Landes verbreiteten Gewerkschaft der„United Miners". Diese Versammlung der„Western MinerS" mit dem großen, der Federatton of Labor angeschloffenen Bruderverbande war am Vor- abend der Konvention in einem Arttkel der Verbandszeitschrift der „Western" vorgeschlagen worden. Die Absicht des Artikels war, die bereinigten Bergarbeiterverbände sowie den Brauereiarbeiter-Verband und noch einige andere fortschrittliche Organisationen von der Federation of Labor loszureißen und daraus den Kern einer industriellen, kämpfenden GewsrkschaftS- bewegung zu gewinnen, die den Versuch der„Jndustrial WorkerS" er- neuern sollte. Die„New Dorker Volkszeitung" hatte unseren Partei- genoffen vom westlichen Bergarbeiterverband von diesem abermaligen Versuche abgeraten, stimmt aber in ihrer Nummer vom 26. Juli dem die einheitliche Organisation der Bergleute bezweckenden Be- schlusse bei. Die Ausführungen unseres Bruderblattes lassen erkennen, daß es die weitere EntWickelung nicht in der Richtung einer Absonderung von der F. of L. erfolgen sieht, sondern in der einer rascherenErstarkung des Klassenkampfgeistes innerhalb des alten Gewerkschaftsbundes, und insofern mißt die„New U orker Volkszeitung" dem Beschluß von Denver sogar epochale Bedeutung bei:„Solange die„Western Federation of Miners" ihre eigenen Wege ging und in keiner direkten Beziehung zur organisierten Arbeiterschaft dieses Landes stand, konnte sie natur- gemäß auf die Industriearbeiter Amerikas nicht den Einfluß ausüben, den sie kraft ihrer Geschlossenheit und Stärke anderenfalls hätte geltend machen müffen. Das wird jetzt anders werden! Die große Zahl fortschrittlicher Mitglieder der U. M. W., die auf der letzten Kon- vention bereits die Annahme einer sozialistischen Resolution durchsetzte, wird eine Unterstützung erhalten, die sie zum maßgebenden Element ihres Verbandes werden lassen wird. Die größte Gewerkschaftsorgani- sation der Vereinigten Staaten wird damit in die sozialistische Kolonne einrücken. Die Mitchells, Lewis und Konsorten werden den Walker, Moyer, Haywood, Kirwan, Hahes Platz machen. In die Exekutive der St. F. of L. wird von den U. M. W. kein„Civic Federation"-Zuhälter mehr delegiert werden, sondern ein klaffen- bewußter, revolutionärer Gewerkschaftler.(Die„Civic Federatton" ist ein rotkolleriger Bürgerbund, der unter der besoldeten Leitung von — Mitchell auf die«Verbrüderung" von Kapital und Arbeit zecht und schmaust. D. Berichterst.) Die ganze äußere Struktur der A. F. of L. kann durch diese Verschmelzung geändert, die Auf- klärungSarbeit in den Reihen unserer Arbeiterschaft in gewaltigem Maße gefördert werden." Denver weckt die Erinnerung an den schändlichen Mordprozeß gegen die wackeren„Western MinerS"-Beamten Moyer, Haywood und Petttbone, womit die Kapitalisten von den Erzgruben KoloradoS ihre jahrelangen Orgien gegen den Verband krönten. Um das kapitalistische Rachebedürfnis für die Freisprechung unserer Genoffen zu beftiedigen, fädelte Ehren-Roosevelt, der die drei gar zu gern am Galgen gesehen hätte, den Prozeß gegen Genoffen Warren vom„Appeal te Reason" in Girard(Kansas) ein. ES war während der 18 Monate, als die unbeugsamen Beamten der„Western Miners" in „Untersuchungshaft" schmachteten— da setzte Marren einen Preis auf die Ergreifung des unbehelligt als Justizflüchtling in JndianopoliS weilenden Gouverneurs Taylor aus, der bei der Er- mordung des Gouverneurs Goebcl von Kentucky mitgewirkt hat. Durch diese mutige Tat in schwerer Zeit wollte Warren die ameri- konische Klassenjustiz entlarven. Dafür wurden unserem Genossen kürzlich vom Bundesrichter Pollock in Fort Scott sechs Monate Ge- fängnis und 1500 Dollar Geldbuße zugedacht. Gegen das Urteil wird an die höhere Instanz appelliert. Nach der Urteilsverkündigung hielt der„Verurteilte" an die Geschworenen, lauter eingefleischte Parteigegner, eine Ansprache über Klaffenjustiz. Der weitere Vor- marsch der„Western MinerS' und der Beschluß von Denver bilden die Rache der Arbeiterklaffe._ Vcrrmfcbtes* Ein Raub der Flammen wurde gestern in den ersten Morgen- stunden die„Eiserne Villa" in Buckow, einer der schönsten und vielen Berlinern bekannten Sommersitze der märkischen Schweiz. Der Besitzer der Villa Dr. jur. Prausnitz und seine Familie haben nur das nackte Leben gerettet. Die von den angestammten Ackerbürgern bewohnte alte Stadt, nicht aber das von Berlinern besiedelte neue Villenviertel ist mit Feuermeldern bedacht. Dadurch verzögerte sich die Alarmierung der Wehr. Als endlich Hilfe eiinräf, hatte da? Flammenmeer schon eine zu große Ausdehnung ge- nommen, um noch eingedämmt werden zu können. Die„Eiserne Mitte", die dem verstorbenen Berliner Stadtverordneten Mattcrne gehörte, bestand aus einem mit Wellblech beschlagenen Eisengerippe. dessen Hohlräume mit Sägespähnen ausgefüllt waren. Diese boten dem Feuer nur eine allzu reichliche Nahrung. Schon vor Jahren wurde die Villa, die von einem. herrlichen Park umgeben ist, durck ausgedehnte, massive Anbauten erweitert, die nunmehr auch bis auf die Umfassungsmauern eingeäschert sind. Die Entstehungsursache des Brandes konnte noch nicht ermittelt werden. Ei« Eifersuchtsdrama spielte sich, wie eine Meldung'auS Frank- fürt a. M. � besagt, gestern früh dort in dem Hause auf der Zeil Nr. 14/16 ab. Die Artistin Rosa Hofmann, die vor 14 Tagen von Berlin, wo sie ein Liebesverhältnis mit einem Chinesen unter- halten hatte, dort angekommen war, hatte einen Japaner kennen gelernt, waS der chinesische Liebhaber in Berlin in Erfahrung ge- bracht hat. Er reiste nach Frankfurt, drang in die Wohnung der Hofmann ein und streckte sich nach kurzem Wortwechsel durch drei Revolverschüsse nieder. Hierauf tötete der Chinese, dessen Name noch nicht bekannt ist, sich selbst durch zwei Revolverschüsse. Cingegangene Druchrebriften. Reclams Univcrsal-Bibliothek. 5101: Aus dem Heiligtum der Schönheit. Aphorismen und Gedichte von P. Hille.— 5102: Der Herr im Hause. Luilspiel von P. Lindau.— 5103—04: Karl Ditters von Dittersdorfs Lebensbeschreibung. Herausgegeben von Dr. E. Jstel.— 5105: Die Briefbeschwerer und andere Humoresken. Von A. Rodcrich. — 5106: Erläuterungen zu Meisterwerken der deusichen Literatur. Von Dr. A. Zipper.(lö. Bo.: UhlandS„Ernst, Herzog von Schwaben — 5107: Armenische Erzählungen. Von A. Aharonecm.— 5108—10; Bilder im Moose. Novcllenbuch von I. Mosen.— Einzelnummer 20 Pj. — Pb. Reclam, Leipzig. Die Aufgaben der Bolköwirtschaftslehre als Wissenschaft. Von Dr. A. Weber. 1.60 M.- I. C. B. Mohr(P. Siebeck). Tübingen. „Prnsse et Fologne"(Preußen und Polen). Intern. Enquete, veranlaßt von Henrik Sienkiewtcz. Parts ISOg. Bureau der Agcnce Polonaise de Preise. Jahresbericht der Arveiter-Unton Zürich 1008. 67 Seiten.— „Volksrccht", Zürich. Immer lustig allesamt! Humor und Satire. Von E. A. Wenzel. 64 Seiten.— Blazek u. Bergemann, Frankjurt a. M. Amtitcher Marktbericht der stSdtischen Markthallen-DireNion über den Großhandel in den Zentral-Markiballen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr reichlich. Geschäft flau, Preise unverändert. Wild: Zufuhr nicht genügend, Geschäft lebhast, Preise fest Geflügel: Zufuhr nicht ge- nüaend, in Gänsen genügend, Geschäft lebhaft, Preise gut. Fische: Zufuhr knapp, Geschäft lebhaft bei guten Preisen. Butter und Käse: Geschäft lebbaficr, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft rege, Preise fast unverändert. Zchüler» Wasch- Anzüge Viele lausende Exemplare. Vorzügliche glatte u. Köper- Gewebe. Kleidsame Joppen- und Falten-Fassons. «. 7. 6. 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VerlaLöanjtalt Paul Singer Si Cth.»Silin SW,, •m?»•# iuß'täm an« Wie 'l'U'f-iops.iatjf pazajzS aiDjog ZM *iiq«za« •BuijjsS'� ishzjsxk L ilinvz.mhiZ lijasuuiivquzSuvI'xlUAVZH-hlM -qj-kuvg Wh-liK-aiAZ '�MMUstzinK pg SZI«s;ckA«aS�.i«zx lTl'�P'UIPZF '«Biaffi jioqy-jhioze Muchj.izyJ '�pl�risiavzx -qjuzijanjanU'po«>ß hpL'.UZtz>?Slh>!?I?L umF«-ijzzL . �'SOS-ilZZiinvhZ '#nD4?}jD�}lI3j3® Z.lgvZ® hoL qiasltj,® IZ sSvaij »zsjjnvhI'uzövhuzllioJ kaoz® 'I8/S�a)juzazzgz-zu'(uuvuiZZH «uvH) KnvhzztizmhiI umß-,jsix '»I-kjSplSL'SvonF invK WiL 'fl'M'J-iopuaiJBit us�Sswiqir-W WsznzzL A'I'SSjaiogviK-q z[Bjt .h-iT 9)03* •f-'I'ZZlUZÄISW-g JAOipiHIt («SvaiT •jaiBsig H•auojla«; huß'öuiik aauaqio® ■nBaaqqn'-f •»af'PJ03-M ■apiBAiuaqan'x 'h-ttuixk ijnSnM uigqaij-q|aopua,tiqri "ti"ijl'iisjffi'S?V,T Jjnßnig •JK r Aiopnfi •paadjaB apjog aujj 'B-B■Äaaquapnii •(IBds) qxmapwhiT pvJ Iwjtpaijj-'ASUV'jaopnadaii ■jaaaqijß apzoz a'nß *B'*I'apiVAinaqaji Baaquaquig tna ■g-'O*apiajad»qa|''j johuhv« uro'oajacj jpqnix 'B-'l•apBjnajqaj'X ,3aj ajDjog 3M 'B-'l'Saaqnajqaji •Jla3(tj3B 3 I D} 0 5'IIB 'uazaaT *-3pgnB■}£ ■SSOJJ-'qJIlDZ'.l-iopsaa jia •89 qJifcrog'aBaus •ujaqa'x UUVMhZF I l't'a,opo?Z>;sg uiqqaqi 'Sfllf'qjvuaqiK'KNvh 'Sllnylnaja®'oMh-oag; uojuw qit qtaaqpmsuDjffi'iinh-Z-maaH 'ö�jaaqiajuapvW'snuhßpiA MgJ 'B-'I'zjiAiquBi ■.j-rocjaoife®"'aaBqa® ajnua ■»BoiWQloa inuWig'uuDwpojS) •fl- g-aquBi utajjaagoB loW»® qpmh-NK joWu® 'B-'I'laoquaWiZU'g iqBAAaSBBqi •aijöaaK'liomz •«InhiJ ijn®-huß''UvhKPUqaUZ LvW'SnuhuaSnlz-Z> Ka,M qg•aijaauiulnZ'Banguatzpie 'AV« SaaqspuBi •hiuiaaE huß'BroiU uaqv umg •g-'g-SanqapB'X •taromaisa•Snnpsjan-jf •Bauguagujg-jjajß ■jSJOj-nBJOS•popiiazuii-jj woj pps ui'B x-q jjop" -uapaijas q aasuararana�i •pBß juwiroWifi:» 3 a L pa'ch'B hpuocx gun zapH •(Laaguaa,S-M-n-Q) ipqasaixxf •gp.i(t»sfe "H-'O-'J*naraniaj-»f laij ppF upb •g-l•qoniHnBJ�f •ltjpH PvB juwmqjaiß 'B-'l'ua�saa-'j� pq Snaqsiqjo-vi 8-1-ajtzl-ln'T •qnagagjBj® •Wie romopB�kojfpjuaguac® nuupt® sp-�-sp'ipjqjiuaguass bia�-sza BanqnaguioaB 9l8|oa •fl-'l �impomqjs] g-x •pmaggBg j)aög?Bui)aaajamtpe a- i-PiuaqgB-g»qanqagaaift 8-1'PiuaaflB'» Jinjuapoiffi pjuaqqB? 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Vehrend, Sangerheim, Lands- derger Allee 156. Bolzmanns GesellschastshauS, Lichlenbergerstr. 21. Böhmisches Brauhaus, Lands- derger Allee 11—13. BoekersGesellsch.-Haus.Weberft.l?. Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 22/29. Breuer, Große Franksurterstr. 117. Biirger-Hof, Küstriner Platz 10. Elisabeth-Garten, Elisabethstr. 30. Elysium, Landsberger Allee 40/41. EngltscherGarten,Alexanderstr.27o. Fortuna-Säle, Strausbergerstr. 3. Germaniabrauerei, Franks.Allee53. GesellschastShausLichtenbergersl.16 Gieske, Landsbergerstraße 89. Graetz, Gr. Franisurlerstr. 30. Keller, Kovpenstr. 29(Jnh. Freyer). Kern, R., Große Franksurterstr. 18. KolwigS Festsale, Gr. Frankfurter« strage 99 C. Koczocowski, Schillingstr. 36. Köi!igstadt-Kasino,Holzmarktstr.72. Königslädtisches Kasino, Große Franksurterstr. 76. C. Krüger, GesellschastshauS, Gubenerstr. 43. P. Litfin. Memelerstr. 67. Lutter, Weinstr. 11. Markgrasensäle, Markgrafendamm S4 C. Nickel, Gr. Franksurterstr. 41/42. Nolvottnick, Langcstr. 30. Ost.Kasino, Frankfurter Allee 106. Ostbahnpark, Ziüdersdorserstr. 71. Ostbahnhof-Ncslaurant, I. Opper- mann, Küstrwer Platz. PatriatestIäle,Gr.Franksurterstr.28. Patzcnhoser, Landsberger Allee 24. Prachtsäle.Alt-Berlin", F.Schmidt, Blumenstr. 10. Residenz-FestsSle,LandZbergerst.31. Schmidt,„Zum Freischütz", Frucht- straße 36 a. Scholz, Große Franksurterstr. 74. Schröders GesellschastshauS, Frank- surter Allee 127. B. Schumski, Langcstr. 65. Tauert, Große Franksurterstr. 85. Volksgarten-Theater, H. Damm, Landsberger Allee 76/77. G. Wolfs, Kolonie Wilhelmshöhe, Hohenschönhauser Str. Zimmermann, Grüner Weg 29. Lokal-KommissionS-Mitglied: Carl Rott, Straßmamistr.29, ptr. 5» Wahlkreis. Dies euer, Landsbergerstr. 37. A. Ernst, Prenzlauerstraße 41. Freiheit's Veremshaus, Dragoner- straße 15.[38. Fürstcnberg- Säle, Rosenthalerstr. Gesellschastshaus Berliner Musiker, Kaiser Wilhelmstr. 13 in. Königssäle, Neue Königstr. 26. Kürbis, Lniscnstr. 2«. Kuhns Festsäle, Linienstr. 8.. Landsberger Casino, Alb. Scheruch, Landsbergerstr. 39. Lehdeckers salon, Sophienstr. 34. Logen-Restaurant, Kl.Auguslslr. 14. Müller, Restaurant, Linienstr. 65. Mündner, Linienstr. 19. Neues Konzerthaus, Alexanderpl. Pachuras Klubhaus, Landsberger- slroße 85. PhiladelPhia.Grcifswalderft. 138/39 Restaurant„Bürgerheim", Alte Schönhauserstr. 23/24. Riedels Vereinssäle, Neue Königst. 7. Rosenthaler Hos, Rosenthaler« straße 11/12. Zhalerstr. 57. Rosenthaler Bereinshaus, Rosen- Schützcnhaus, Lmienstr. 5. Schweizergarten, Am KönigStor. Sovhien-Säle, Sophienstr. 17/18 Union-FestsäIe,GreijswaIderstr.222 Verbandshaus der Gastwirtsge- hülfen, Gr. Hamburgcrstr. 18/19. Mendts Pracht-Säle, Münzstr. 17, Eing. Königsgraben. Lokal-Komm.-Mitglied: Albert Hahnisch, Auguststr.51, Ouerg.IV. 6. Wahlkreis. Moabit. Zlrtus-Hof, Perlebergerstr. 26. Arminms.Hallen, Bremcrstr. 70/71. Bauern-Schänke, W. Küster, Beussclstr. 22. Danziger Ball-Salon, Stromstr. 28. Eisschloßchen(Plötzensee). Gieshoit, Jnsel-Rcst.(Plötzensee). Zkron.-Brauerct, Alt-Moabit 47/49. „MoabiterBürgeriälc", Beusselstr.3. Moabiter GesellschastshauS, Wiclesstr. 24. Emdenerstr. 34,35. Moabiter Kasino, Wilsnackerstr. 63. MoabiterSchützenhaus(Plötzensee). Schüler(Brauerei Moabit), Turm- straße 25/26. Spree-Hallen, Kirchstr. 27. E. Stark, Waldstr. 8. VMoria-Salon, Perlebergerstr. 14. Weddwg und Oranienburger Vorstadt. AltmannsBereinshaus, Invaliden- straße 146. Berliner Bock-Brauerei, Abt. Ii, Chausseestr. 64. Berliner Nordpark, Müllerstr. 148. Gebr. Cranz' Festsäle.Köslinerstr. 8. DetlosisFestsüle,JnvaIidenstr.84/85. FunkesGesellschastshaus,Triststr.41 Genoflensch�-Wirtsh.IVNorduserlv Germania-Säle, Chausseestr. 110. Gesellschastshaus, Jnh. M. Schöl- zel, Boyenstr. 12. Hossmann, Pascwalkerstr. 3. Hoppe, Secstr. 1. »dumboldt-säle, Husfitenstr. 40. Hübners Festsäle, Chausseestr. 120. Köhlers Salon, Tteckstr. 24. KromreysFestsaal, Nchendorffstr.8. Meeses Gesellschastshaus, Schulst.29 Milbrodts Gejellschastsh..Müllerst.7 Oranienburg. ncsliäle.Chausseesl.lö Pharus-Säle, Müllerstr. 149. Staabcs Festsäle, Kolbergerstr. 23. Sachon, Müllerstr. 136. Schmidts Festsäle, Gartenstr. 6. Karl Schraderhos,Liebemvalderst.36 Schreiners Vereinshaus, Schul- straße 66. Schultheiß, Seestr. 32. Schumanns Vercins-y., Kösliner- straße 17. Schwankes Feltsäle, Chausteest. 102. S. Schwarz, Tegelerstr. 55/56. ereins-Restaurant, Wilh. Äeinell, Sparrstr. 14. Zum Volksheim, Ackerstr. 123. Zum Schillerpark, Paul Mann, Müllerstr. 59. Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen. Borussia, Ackerstr. 6/7. Brunnen- Säle, Brunnenstr. 15. E. Daase, Brunnenstr. 154. Dietrichs Festsäle, Brunenftr. 34. Elsasser Ball-Salon, Elsasserftr. 15. Fey, Brunnenstr. 184. Jos. Frankes Festsäle, Badstr. 19. Frischs Victoria-Garten, Badstr. 12. Gramotte, O., Bergstr. 12. tarmonie, Invalid enstr. 1a. ielchert, Bergstr. 68. Noacks Festsäle, Brunnenstr. 18. C[Böter, Usedomftr. 33. Restaurant u. Festsäle, Elsasserstr.26. NoewerSFestsAe,EliIabethrirchstr.14 Swtnemunder GesellschastshauS, Swinemünderstr. 42. F. Schuster, Ackerstr. 144. F. Wilkes Festsäle, Brunnenstr. 188. ZumSängerhcim, Veteranenstr. 18 Ballschmieder, Badstr. 16. Bernhard Rose-Theater, Badstr. 58. Gregory-Brauerei, Badstr. 67 Max Hahn, Koloniestr. 124. Leonhardt, Koloniestr. 147. Marienbad, Badstr. 35/36(Jnh. Nagel). Schmidt, Herm., Prwzen-Allee 33. Volksgarten-Theater, Badstr. 3 (Behm- und Bellermannstraße). Tchönhanser Vorstadt. Arndts Festsäle, Belforterstr. 15. Arnim-Festsäle, Schönfließerstr. 22 Berolina- Festsäle, Schönhauser Allee 28. Bier-Sprudel, Gaudhstr. 10. Brauerei Bötzow, Prenzlauer Allee. Brauerei Groterjan, /Schönhauser Allee 130(Jnh. Stein). Brauerei Psefserberg, Schönhauser Allee 176. Brauerei Gabriel n. Jäger, Oekon. Wendors, Zehdenickerslr. 10. Brauerei Königstadt, Oekon. Rod. Liebing, Schönhauser Allee 10. O. Hoffmann, Kastanien-Allee 23. Fröocls Zlllerlei-Theater, Schön« Häuser Allee 148.[garderstr.3. Gcnoffenschasts- Wirtshaus, Star- Ketsch Schönhauser Allee 134a. Kopenhagener Klubhaus, Hube, Kopenhagcncrstr. 74. Maertins Festsäle, Pappel-Allee26. Obiglos Festsäle, Schwedterst.23/24. Praler-TheaterKastanienAllee7/S. Sängcr-Heim, C. Grunze, Schön« Häuser Allee 156. Steuerhaus, Prenzlauer Allee 143' Lokal-Kommisfions-Mitglied: R. Henschel, Ueckermünderftr.17. »Volksgarten*, Nagels, Haupt- straße 51. Schaller,„Schönholzer Tivoli', Provinzstr. 69—72. I. Weber, Restaurant zur Eisen- bahn, Nordbahnstr. 22. R. Schmidt,„Zum Storchnest*, Provinzstr. 79. R. Schmidt, HubertuZsäle, Pro- vinzstraße 77—79. Schützenhaus, Inhaber 2. Jelwek, Residenzstr. 1/2. F. G öri cke.W irts h aus, L ur Tanne", Nordbahnstr. 11. Otto Brückner, Provinzstr. 81. t ermann Gicse, Hnusottcrslr. 55. Großmann,„Schönholz. Flora", Provinzstr. 76.[Hausotterstr. 43. Herm. Falk, Famckien-ZIestaurant, Westen, Teseler Lksussee. Ernst Muster, Berlinerstr. 29. Dimke, Eichbornstraße 13, Ecke Augusta Viktoria-Allee. I. Gördcs, Waldschlößchen, Wald- straße 50/51. W. Otlo, SS erlitt erftr. 113/114. Engel, Eichbornstr. 72/73. H. Schiller,.Eichbornsäle*. Nch- bornstr. 60. H. Digmann, Berltnerstr. 70. E.Kuntze,„Am Brocken*, Schorn- weberstr. 158/159. Heppen(O. u.W.-Sternberg). Vcrkehrslokal:„Hotel Karl". Alle übrigen Lokale gesperrt. Hixelort'. T.-B. Alle Lokale frei. Bimtgenthal. I.-B. Breikopss Rest. Röntgenthai. Herm. Marx's Waldhaus. Hvsenthal.«.-«. A. Kabelitz. Gasthof ,Lur Mühle", Hauptstr. 38. Rüdersdorf(Dorf).«.-«. R. Marx, Luisenftr. 31. Rüdersdorf iKalkb.).«.-«. Grewc, Gasth. z. Linde, Hcinitzer- straße 19. Deutsches Haus, am Keffelsee, Jnh. Edwin Schwedersky. Gesellschastshaus, Glück Aus', Jnh. Köppel, Scbulstr. 18. Rudow bei Johannisthal T.-B, VerkehrSIolal: Aug. Palm, Köpe- nickerstraße. Alle anderen Lokale gesperrt. Rahlsdorf.«.-«. Alle Lokale gesperrt. Rnhlsdorf b. Teltow. T.-«. We Lokale gesperrt. Bnmmelsburg. I.-B. Alle Lokale frei. Ütaarmimd(Luckenwalde). Hüdebrandt. 'Saatwinkel. P.-O.-H. Alle Lokale frei. Saehsendorf. (Tottbus-Spremberg.) Aug. Dobring u. Paul Sachs. Saero.(Sorau-Forst.) Zt. Schönborn, Brauerei. Sadowa. T.-B. Pflugs Rest. a. d. Oberspree. Zur Waldschänke, Jnh. Töldte. Sandherg- kelzig. Fr. Thiele, Zur grünen Tanne. Sandlmnsen.«.-«. Waldschloß. Schenkendorf. T.-B. Otto P ätsch(Saal). Sekenno(Sorau-Forst). G. Schneider u. E. Gebhardt, (Waldschloß). *ScliildJiorn. P.-O.-H. »Hans Rttzhaupt. »Schmidt, Wirtshaus Schildhorn. »Schröder. Schildow.«.-«. Alle Lokale gesperrt. »Schiachtensee. T.-B. Beelitzhos, Wilhelmshöhe und Kastanienwäldchen, Jnh. Krüger, frei; alle anderenLokale gesperrt. Sehn, argen dort. T.-B. Kübler-s Wirtshaus, Schmargendorf, Warnemünderstr. 6. .Lindenbaum", Spandauerstr. 40, Jnh. Ad. Pöttscher. Schützenhaus, Hundekehlenstr. 20, Jnh. H. Meißner. Schmellwitz(Cottb.-Spreuibg.). Richard Lucian. Herm. Hoffmann. Sehnaertzke bei Brandenburg a. d. H. Restaurant Gericke. Schmöckwitz. T.-B. Gasthof„Zur Palme", am Seddin- see, Herm. Peter. Noack, Restaurant Zum Seddinsee. Muxseldt,„Seglerschloß". .Wald-Jdyll", Wiüve Lorenz. Schöneherg. T.-B. Alle Säle frei. Scköneicke-Scköne» heck. B.-B. Waldschlotz, Jnh. Leinte. Schönerlinde. Ii. v. Sperrliesli. Schönfliess. I.-B. Alle Lokale gesperrt. Schönfliess b. FBrslenberg. Rest. Aug. Krüger. Schönhoiz. B.-B. Schloß Schönholz gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Schönow. B.-B. Schulz. Schönwalde i. d. M. B.-B. H. Schulz.— L. Liebenhagen.— H. Borowski, Internat.«Ports- haus a. Gorinsee. Schöpfnrth. O.-B. Schützenhaus(F. Müller). Sehnizendorf". B.-B. Alle Lokale frei. Sehnizendorf h. Eich- walde. T.-B. Kein Lokal frei. Schwancbeck. B.-B. Alle Lokale gesperrt. Schwedt a. O. Deutsches Haus, Heinerstzorserstr. 1 Schwiebn«. z. deutsch. Eiche, Erossenerstr. Gustav Gondolatsch, Mühlenstr. Wilh. Pansch, Herrenstraße. Weißer Schwan, Kuffchlauerstr. Z.weißen Lamm, R. Weber, Poststr. »Seegefeld. P.-O.-H. Alle Lokale frei. Sei