Nr. 60. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monat lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 ẞfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Ein neuer Bund in Sicht. Donnerstag, den 12. März 1891. eingeengt und auf einen schmalsten Pfad gedrängt, völlig vernichten, sie werthlos und illusorisch machen. Es handelt sich darum, die Arbeiter Orga= nisationen, die Stüßen der Bewegung, auszurotten Die Koalitionsfreiheit ist eine schöne Sache, und die und die Lohnkämpfe, die Ausstände, diese letzte Waffe im Unternehmer sind die Letzten, welche die weitestgehende Konflikt zwischen Kapital und Arbeit, wenn nicht hintanAusnüzung derselben verwerfen. Im Gegentheil, die zuhalten, so doch erfolglos zu machen. Die Ruhe des straffste, wirkungsvollste Vereinigung der Berufsgenossen Friedhofs für das arbeitende Bolt, das ist das mit heißem zur Erreichung gemeinsamer Biele, zur Durchführung Bemühen erstrebte Ideal jener Herren. Gewerkschaften, eines bestimmten Feldzugsplanes erscheint ihnen als etwas Fachvereine sind ihnen ein Gräuel, weil sie wissen, daß Selbstverständliches. die klassenbewußten Arbeiter sich in diesen Verbänden zu Doch eine kleine Einschränkung ist dabei zu machen: solidarischem Thun zusammengeschlossen haben, daß hier das Recht, sich zu verbinden, darf nach der Auffassung die Stüßen und Kerntruppen der Bewegung zur Besserder Unternehmer für sie, für sie allein gelten, die Koa- ftellung der Proletarier geschaffen sind, daß hier der litionsfreiheit der Arbeiter dagegen soll nur ein leerer Widerstand gegen die Uebergriffe, die Ausschreitungen, die Schall, ein Recht sein, das auf dem Papier steht. Und Bügellosigkeiten des profitsüchtigen Kapitals mit Einsicht es genügt den kapitalistischen Kreisen nicht, daß Regierung und Thatkraft organisirt worden ist. abd 2014 Expedition: Beuth- Straße 3. " In jedem Frühjahr beginnen die Arbeiterbewegungen unter den verschiedensten Formen; bald als Generalausstand oder als partielle Ausstände, bald in Form von Vervehmungen mißliebiger Arbeitgeber. Häufig dauern die Arbeitseinstellungen während des ganzen Sommers an, je nachdem die Bauthätigfeit größer oder geringer ist. Die großen Städte sind zwar am meisten gefährdet, aber auch der kleinen Städte des platten Landes bemächtigt sich schon die sozialdemokratische Arbeiterbewegung, und nicht nur Norddeutschland, wo das Unwesen der Ausstände bis vor wenigen Jahren ausschließlich verbreitet war, auch Süddeutschland wird von der Bewegung mehr. und mehr überzogen. Wohlorganisirte Vereine der Bau- Arbeiter, zumeist unter dem unschuldigen Namen„ Fachverein", mit bedeutenden Mitteln ausgerüstet, entfenden ihre Agitateren über bas ganze Land. Diese Apostel vergiften mit ihren Brand= reden den gesunden Sinn ihrer Arbeiter und säen Zwietracht, wo noch Friede herrscht. Unzufrieden mit Allem, was fie haben, neidisch auf Alles, was sie nicht besitzen, vermögen sie doch niemals annehmbare Vorschläge zur Vereinigung Und von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu machen. die Arbeiterpresse unterstützt mit unglaublichen Behauptungen diese Bestrebungen. Die Arbeiter werden weiße Sklaven genannt, welche unter dem Joche ihrer Arbeitgeber schmachten. Sie werden als unterdrückte Kaste bezeichnet, gegen welche die vereinigte Macht der kapitalistischen Arbeitgeber sich wendet. Arbeitgeber des Baugewerbes! Behandeln wir unsere Arbeiter wie Sklaven, haben wir ein Titelchen mehr Freiheit als jene? Hat nicht die Gesetzgebung der letzten 10 Jahre sich nachhaltig bemüht, die wirthschaftlichen Ungleichheiten in einer bereits für die Arbeitgeber drückenden Weise zu beseitigen? Spricht sich in diesen Gesetzen wie in den humanitären Einrichtungen unserer Zeit Selbstsucht und Hartherzigkeit aus?" und Polizei die Bewegung des werfthätigen Volkes scharf In einer Industrie nach der anderen, überall da, wo überwachen und jeden Schritt mit Sorgfamkeit kontrolliren, die Arbeiterorganisationen sich lebhafter bethätigen, bilden es genügt ihnen nicht, daß die Gerichte mit äußerster sich die Anti- Streitvereine. In der Sache liegt System. Schärfe vorgehen, wenn und sobald sich ein Arbeiter oder Die zielbewußte Thätigkeit der Industriellen richtet sich eine Arbeitergruppe in den Maschen einer einengenden darauf, den Koalitionen der Ausgebeuteten den Garaus und drückenden Gesetzgebung verstrickt; es genügt ihnen zu machen, die Gewerkschaften und mit ihnen die Kernnicht, daß die viel berufene Arbeiter" schutz Novelle truppen der Arbeiterschaft aus dem Wege zu räumen. In thatsächlich ein Unternehmerschutz ist, welcher mit der Zigarrenindustrie, in der Eisenbranche, bei den OfenWucht auf die Proletarier niederfällt, wenn etwa sie fabrikanten so gut wie in den Gießereien, überall dasselbe sich ungeberdig rühren und dem heiligen Kapital in seinem Drängen der Industriellen, die Morgenluft einer brutalen Von dieser Erklärung kann man mit Recht sagen: " Spottet ihrer selbst und weiß nicht wie." Der natürnüzlichen Geschäft etwelche Unbequemlichkeiten bereiten sozialpolitischen Reaktion. sollten. Nun der Frühling vor der Thür steht, mehren sich liche, mit den herrschenden Mißständen emporgewachsene Dieser Wall von Strafgesetzbuch- Paragraphen, Ge- die Zeichen dieser Erscheinung, und es ist nicht verwunder Drang der Bau- Arbeiter, ihre Situation zu verund die zum Glück kräftig erstarkte fängnißgittern, Pickelhauben und anderen kulturellen Er- lich, daß die Vertreter des Baugewerbes, die zünftisch bessern, rungenschaften unserer Zeit reicht nicht aus, die noth- organisirten Maurer- und Zimmermeister, gleichfalls auf Bewegung in dieser Branche sind den Innungsmeistern leidenden Industriellen zu schirmen. Sie werfen die dem Plan erscheinen. Wie sollten sie auch fehlen, die nur das Kunstprodukt einer wüsten Agitation. Und in Fahne der unbeschränkten Vereinigung, der Organisation stets die Ersten sind, wenn es gilt, die Arbeiter zu ver- demselben Schriftstück, das die Organisation eines Arbeiterder Kapitalistenklasse zur Niederhaltung der Lohnarbeiter gewaltigen, die in ihrem Organ die Arbeiterbewegung am Unterdrückungsbundes darlegt, wird munter abgeleugnet, auf, und der Ruf ertönt nach Unternehmervereinigungen, schmählichsten und würdelosesten bekämpfen, sie, welche die daß die vereinigte Macht der kapitalistischen Arbeitgeber" nach Anti- Streitvereinen, oder wie sich die pharisäisch- Repräsentanten des beschränkten, engherzigen Prozenthums sich gegen die Arbeiter wendet. Das ist eine naive Untrügerische Sprache der Bourgeoisie mit Vorliebe aus- find. Die neuen Zünstler zeigen eben, was sie unter verfrorenheit sonder gleichen. Wer die Geschichte des Baugewerbes fennt, wer den Widerstand der Bauzudrücken beliebt, nach ,, Arbeit ge ber" vereinen. Es sind Wiedergeburt des Handwerks" verstehen. ihrer schon eine stattliche Zahl gegründet worden, deren Der Verband deutscher Baugewerks- tapitalisten gegen alle und jede Sozialpolitik kennt, der ausdrückliche, ausgesprochene Tendenz der Rampf meister, zu welchem gegen 300 Jnnungen Deutschlands weiß das Gerede der Herren von Humanität auf seinen gegen die gewerkschaftliche Arbeiterbewegung ist. gehören, hat auf dem im September 1890 in Bremen Werth zurückzuführen. Die bisherige Sozialgesetzgebung Diese Kapitalistenvereine richten sich wider die abgehaltenen Delegirtentage beschlossen, einen Arbeitgeber- bat doch wahrlich die wirthschaftlichen Ungleichheiten Bestrebungen der arbeitenden Klasse, durch den gesetz- bund" über ganz Deutschland zu gründen. Die von ihm zwischen Besitzenden und Besitlosen nicht zu beseitigen lich gewährleisteten Kampf um höhere Löhne, für Ausarbeitung eines Normal statuts für Ar- sich bemüht? Etwa das Krankenkassen Gesetz oder das fürzere Arbeitszeit, menschlichere Arbeitsbedingungen u. dgl. beitgeber Bünde" eingesetzte Kommission hat nun Unfallgesetz oder die Abwälzung der Armenpflege auf die ihre betrübende Lage zu verbessern. Diese Koalitionen ihre segensreiche Arbeit vollendet und versendet nun an Schultern der Armen, das Alters- und Invaliditätsder Unternehmer sind gegründet, um die Ausübung eines die Arbeitgeber des Baugewerbes" ein Rundschreiben, versicherungs- Gesetz? Doch hören wir die Herren weiter: Staatsbürgerlichen Rechtes unmöglich zu machen, sie sollen aus welchem das Wichtigste mitgetheilt zu werden verdient. die Koalitionsfreiheit der Arbeiter, so bereits obrigkeitlich Es heißt darin: Feuillefon. Nachbrud verboten.] ( 10 „ Wir behaupten, die Arbeitgeber sind vielfach schon det Stasi nickte dem Ohm ein Ja zu Es war ein reizendes Stafi hatte mittlerweile in der Küche Feuer angezündet walde weidete. und den Kessel darüber gehängt und trat nun aus dem und ging nach dem Gärtchen. Hause, um aus dem Gärtchen neben demselben Schnittlauch Stückchen Erde, dank dem Ohm, der es in seinen zu holen. Die frische, erquickende Luft einathmend, blieb Feierstunden sorglich pflegte; denn er war ein großer fie einige Sekunden lang auf der Thürschwelle stehen und Blumenfreund. Das Brachtstück des Gärtchens war ein ließ die Augen über das Thal schweifen, über Rosenbaum, der so alt wie Stafi war. Ihr Vater hatte Die Falkner von St. Vigil. dem sich die Ruhe des nahenden Abends breitete. ihn an ihrem Tauftage gepflanzt. Er war mit Knospen Der kleine Ansiz hing all der Sonnenseite der und Blüthen wie überschüttet, und ihr Wohlgeruch erfüllte Noman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol Berge über St. Vigil, dessen Schindeldächer gegen mit dem der Nelken, des Lavendels und der Reseda die von Robert Sa, weichel. den Baunwald zu und auf der anderen Seite an dem Luft. Staft drückte ihr hübsches Gesicht in die Rosen. Wie Stasi sah nach der Wanduhr und verließ die Stube. Bachufer sich zusammen drängten. Einige Häuser, darunter süß betäubend das roch! Sie schnitt den Zauch und ging dann die Schneidemühle Arigaya's und das Wirthshaus zum langsam zu einem Bänklein, das unter Gaisblattranken an der Es war Zeit, für das Abendessen zu sorgen. Ach, Herr Hannes, daß Keiner mehr ins Kloster gehen Stern lagen jenseits des Baches, am Fuße des Höhenzuges, Hausmauer ſtand. Ein paar Minuten hatte sie wohl noch darf," nahm die Mutter wieder das Wort, sonst könnte über deſſen Einsattelung, das Jöchl genannt, ein Pfad in Zeit, bis das Wasser über dem Feuer kochte. Sie ſette das Gaderthal führte. Wald krönte die Höhe des Jöchl und sich, legte die Hände in den Schooß und athmete die ich ruhig sterben!" by Die Staft ins Klofter?" rief er und seine bleichen davor lag ein Einhof, aus deffen Schlot blauer Rauch balsamische Luft ein. Läutete es unten in St. Bigil nicht Das junge, blühende terzengerade in die stille Luft stieg. Zwischen den beiden das Ave Maria? Stasi wurde sich dessen nicht deutlich Wangen rötheten sich lebhaft. Mädchen ins Kloster? Da sei Gott für!- Aber," fuhr er Hüttengruppen des Dorfes erhob sich auf weitem, grünem bewußt. Es klang wie eine sanfte Mufit aus weiter, weiter seine Erregung bezwingend fort,„ Gure letzte Stunde steht Plan die Kirche mit dem Friedhofe und ringsum zerstreut Ferne. Plöglich thaten sich ihre halbgeschlossenen Augen wohl noch eine gute Weile aus und ich will daran denken. lagen das Gerichtsgebäude, das Schulhaus, die Pfarre weit auf. Was war bas: brauchte sie nur an Ambros zu Es wird sich wohl Rath schaffen lassen." Er nahm eine und vor der Brušcia, aus der die Dolomiten mit denken, um ihn leibhaftig vor sich zu sehen? Ja, sie hatte ungewöhnlich große Brise und fuhr dann fort:„ Ich will der ihren blauen, weichen Schatten aufragten, die Oberförsterei. an ihn gedacht; aber sie wurde sich dessen erst bewußt, als Stafi gern zur Seite stehen, als ob sie meine leibliche Der Hang brach vor Stafi ziemlich steil nach St. Vigil ab, sie ihn jenseits des Baunes stehen sah und leise ihren weshalb eine dichte Schlehdornhecke zum Schutze den Namen rufen hörte. Es überkam sie fast ein Granen und fie saß wie gelähmt. " Ich wollte, Sie wären ihr wirklicher Bruder," verschmalen Weg entlang lief, der nach dem Ansitz führte. David kam, eine Karre mit frischem Grasfutter vor So komm doch her," bat er, und sie erhob sich mechasetzte die Mutter, dann könnten Sie das Kind mit sich auf Ihre Pfarre nach St. Martin nehmen und sie würde sich herschiebend, den Heckenweg entlang. Das ungeschmierte nisch" und kam näher, die Augen wie verzaubert auf den Ihnen die Wirthschaft führen." Rad quiette und pfiff. Jetzt wird die Bleß auch bald hübschen Burschen gerichtet. Gestern hast Du Dich ohne Abschied von mir aus dem Er athmete tief auf und um seine schmalen Lippen kommen," rief er seiner Nichte zu, indem er vor dem Stalle ſpielte wieder, bei seiner Begrüßung Stasi's, ein Lächeln. Halt machte. Die Bleß war die Kuh, welche mit denen, Staub gemacht, so kannst Du mir jetzt wohl die Hand Stafi, die er wie eine jüngere Schwester lieb hatte, seine die von den Vigilern des täglichen Bedarfs wegen nicht geben," sagte er und streckte ihr die seinige über das Wirthin! Es war ein freundlicher Gedanke. auf die Alp geschickt wurden, tagüber im Bann- Stacket hin. Echwester wäre." schwächere Theil, insofern wir nicht selten Vergewaltigungen zu ertragen habe», welche unsere Selbständigkeit und das noth- wendigste Verfügungsvermögen illusorisch machen. Auf die geschlossene Vereinigung der sozialdemokratischen Arbeiter giebt es nur eine Antwort: Gegeuvereinigung! Können wir uns nicht unter uns vereinigen, vermögen wir nicht ähnliche Bündnisse zu schließe», wie die Arbeiter, so werden wir der Spielball in den Händen der Arbeiteragitatoren und müssen uns von jenen Gesetze vorschreiben lassen. Schon jetzt vermögen wir kaum noch Kontrakte über auszuführende Bau- Arbeiten abzuschließe». Immer drohen uns Arbeits- einstellung, Lohnerhöhung, Verminderung der Arbeitszeit und andere Vorschriften, welche die Beurtheilung der nächsten Zu- kunft unmöglich machen. Wir wollen uns vereinigen und zwar in erster Linie, um stark für friedliche Vereinigungen zu werde». Zeigen wir den Arbeitern, daß wir ihre Forde- rungen gewissenhaft prüfen und jeden verständigen Wunsch ' anerkennen wollen. Das ist unsere Pflicht ebenso, wie wir ungebührliche Forderungen gebührend zurückweisen müssen. Man wird aber mit uns nur verhandeln, wenn wir geeint und eine Macht sind. Gleiche Mächte können Frieden schließen, ungleiche nicht." Diese„friedliche" Vereinigung, welche die Krallen trotz der zum Schlüsse übergestülpten Sammethandschuhe nur gar zu deutlich zeigt, will den Kampf, den Kampf gegen die Bauarbeiter-Organisationen. Das A und O des Auf- rufs ist: Nieder mit den Gewerkschaften! Was diesen Herren„verständige Wünsche" sind, ,vie diese Herren Ar- beiterforderungen, z. B. Lohnerhöhung, Arbeitszeit- reduktion,„gewissenhaft prüfen" werden, das zeigt der Ton, die Tendenz des Zirkulars, das die Thatsachen auf den Kopf stellt und die, welche nicht alle werden, glauben machen will, daß die Kapitalisten ausgebeutet werden, daß die Arbeiter die Herrschast im wirthschaftlichen Leben be- sitzen, daß der Unternehmer„nix to seggen" hat. Wenn die Arbeiter des Baugewerbes zum Schutz ihrer Interessen sich zusammenthun, so ist das ihre Pflicht: ohne Zusammenhalt würden sie, die in einem gefährlichen, austeibenden Berufe, in einem Saisongewerbe thätig sind, in der That ein willenloses Spielzeug der Unternehmer sein. Derselben Unternehmer, die rücksichtslose Ausbeutung als ihren Gott und Herrn Fehling, der Name sagt genug wohl schon, als den Propheten verehren. Die Sache liegt verzweifelt einfach. Trotz allem Brimborium will die geplante Kapitalistenorganisanon eine Gegenvereinigung wider die Gewerkschaften, ein Kampf- verein wider die Arbeiterbewegung sein. Die Bauhand- werker wissen, was sie von den Baugewerksmeistern zu halten haben. Sie werden auch gegen diesen neuesten Feldzug mit Energie sich zu rüsten und zu wehren wissen. Es ist eine blutige Ironie, daß die„Leipziger- Zeitung" in Anknüpfung an die bekannte Verurtheilung des Berk N!r Maurers wegen„Erpressung"— es handelt sich um den Sperre-Brief— für das Koalitionsrecht ein- tritt, und daß es Herr Morris de Jonge ist, welcher hier- bei das Wort führt. VolikiNhe Aebevstchk. Berlin, den 11. März. Im Reichstage ist heute Schwerinstag. Die Sitzung ist der Berathung einer Reihe von Petitionen gewidmet. Dem Beschlüsse der Petitionskommission, die Petrtion, be- treffend Aenderung der Frachtberechnung für die Beförderung lebenden Viehes auf Eisenbahnen, der Regierung zur Erwägung zu über- weisen, tritt das Plenum bei. Ebenso empfiehlt es dem Reichskanzler eine Petition des Dortmunder Eisenwerkes „Union" zur Berücksickstigung, die eine Rückerstattung zu viel verrechneten Zolles von ca. 140 000 M. fordert. Sodann muß die Petition des Fischhändlers E. Meister zu Ueckermünde, betr. Aufnahme der Besatzung von Fisch- Fahrzeugen mit einem Raumgehalt von 45 Kubikmeter (Quartzen) in der Seeberufs- Genossenschaft von der Be- rathung für heute ausgeschlossen werden wegen Erkrankung des Referenten. Darauf tritt man in die Berathung dcr Zögernd reichte sie ihm die Hand. Sie wußte nicht, wie ihr war. „Warum bist denn so zag, kleines Madl?" fragte er, ihre Hand festhaltend. »Ich bitt' Dich, geh weg," flüsterte sie beklommen. -Ich thu Dir ja nichts zu Leid," beschwichtigte er sie, fügte aber gleich mit einem Aufblitzen seiner Augen hinzu: „Oder hat Du die Müllerin etwa einen Floh ins Ohr gesetzt?" „Ach nein, sie hat auf dem ganzen Weg kein Wört- lein zu nur gered't," versicherte Stasi.„Aber ich bitt' Dick, geh weg!" Und sie versuchte, ihre Hand frei zu machen. Aber er hielt sie fest. Ja, warum soll ich denn von meinem Glück fortgehen£ Es ficht uns ja Keiner," rief er und blickte ihr mit feuriger Zärtlichkeit in die Augen. Sie wollte sich dein Banne entziehen und sah bei Seite. Aber es nützte nichts: sie mußte die Augen wieder aus ihn wenden. Das Blut stieg ihr in die Wangen. „Stasi!" flüsterte er. „Ach, laß mich doch!" flehte sie in größter Verwirrung. „Ich muß melken, die Bleß." Er hatte Mitleid mit ihr, und die Bleß kam auch eben an der Hecke entlang bedächtig nach Hause gewandelt. Als sie aber die fremde Gestalt an dem Stäcket gewahrte, blieb sie stehen und muhte. „Wcuil Du mir eine von den schönen Rosen da schenkst, will ich gehen," sagte Ambros und deute aus den Rosen- bäum. Stasi blickte unentschlossen von ihm auf den Strauch. „Ich bitt' Dich gar schön. Du liebes Diendl," schmeichelte der Bursche. r Da pflückte Stasi eine von den Rosen und reichte sie ihm über den Zaun. „Jetzt banP ich Dir auch tausend Mal," rief er an der Blume riechend.„Und morgen komm' ich wieder, aber später, wann's dunkel ist." „Ach nein, nein," wehrte sie erschrocken. Er aber scherzte:„Ach, ja, ja. Du mein herzliebster Schatz!" Er schwenkte die Rose gegen sie— io recht mit! Petitionen einiger Frauenvereine, welche das weibliche Ge- schlecht zum medizinischen.Studipm zugelassen wissen wollen. Die Petitions-Kommission beschloß Mit 10-gegen 8 Stimmen, über diese Petitionen zur Tagesordnung überzugehen. Da- gegen liegen dem Plenum 2 freisinnige und 1 sozialdemo- kratischer Antrag vor, die Petitionen dem Reichskanzler zur Erwägung resp. Berücksichtigung zu überweisen. Es entspinnt sich über die Frage eine lange, instruktive Debatte, deren Höhe eine Rede Bebel's, über die Frauenfrage absteckt. Diese Rede weist nicht nur alle Einwände des Zentrums-Professor Orter er in schlagendster Weise ab, sondern wird vom Hause wegen der Fülle des Verständnisses für die Frauenfrage und wegen des tiefen Ernstes, mit der Redner diese Frage behandelt, niit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Die Kompetenzfrage, die Koukurrenzfrage, der Standpunkt der einzelnen Parteien zu der Frage, die Antheilnahme der Frauen an ihrer Eman- zipation, die Befähigung der Frauen zum wissenschaftlichen Beruf u. s. w.— alles dies fand in dieser Rede in gedrängter Kürze und dabei doch großer Verständlichkeit Ausdruck. Zu der Frage sprechen noch die Abgg. Schräder, Harme- ning, Rickert,-welch' Letzterer in scharfer polemischer Weise die rückständigen Ansichten der feudalistisch gesinnten Rechten des Hauses betont und unter großer Heiterkeit des Hauses die Manieren dieser Herren gegenüber dem weiblichen Ge- schlecht verspottet. In der Abstimmung werden die gleich- lautenden Anträge Bebel-Rickert, die Verweisung zur B c- rücksichtigung wünschen, gegen die Linke— Sozialdemokraten, Demokraten und Freisinnige— abgelehnt. Zum Autrag Harmening, der die Petition zur Erwägung überwiesen haben will, erheben sich noch einzelne National- liberale und das Zentrumsmitglied Dr. Schädler. Die Mehrheit beschloß darauf Uebcrgang zur Tagesordnung. Daraus vertagte sich das Haus bis morgen.— Herr V. Goßler soll seine Demission schon bekommen haben, wenn die Nachrichten heutiger Abendblätter auf guten Informationen beruhen.— Ter Abg. Schoos hatte in einer Versammlung national- liberaler Vertrauensmänner zn Otterndorf berichtet, daß er mit Zustimmung, resp. im Austrage des natioualliberalen Zentralkomitees in Berlin Bismarck als Kandidaten vor- schlage. Das Zentralkomitee erklärt nunmehr, daß es Herrn Schoos bezüglich dieser Kandidatur weder Auftrag noch Er- mächtigung ertheilt hat. Jedenfalls wird die Kandidatur deS Fürsten Bismarck den Nationalliberalen nicht viel nützen, sie wird nur den Zersctzungsprozeß in der nationalliberalen Partei weiter fördern. Vor wenigen Wochen haben die Wahlvorgänge in Bochum die innere Schwäche der Partei bewiesen, in Kürze steht die Wahl im 19. hannoverschen Wahlkreise bevor und dazu konimen noch die Enthüllungen des Herrn Ritters- haus, des Chefredakteurs des„Frankfurter Journal", aus dessen demnächst erscheinenden Broschüre„Kritisches und Erlebtes" das„Berliner Tageblatt" heute Auszüge mit- theilt. Nach der Ansicht dieses genauen Kenners der nationalliberalen Partei ivar der einzige Kopf dieser Partei Herr Miquel, der ihr jetzt durch seine amtliche Stellung ent- zogen ist. Herr Rittershaus gesteht zu, daß die national- liberale Partei alle ihre liberalen Verpflichtungen vergaß, daß eine einzig dastehende Vcrwirrnng in ihren Reihen herrscht, daß ein Theil den Freisinnigen, ein anderer den Konservativen zuneige, daß völlige Haltlosigkeit das einzige sie vollkommen charakterisirende Moment sei. Wir wollen aus diese Broschüre noch zuriickkommen. Sie ist eines der Zeichen dafür, daß die nationalliberale Partei bald ge- wesen sein wird.— Die„Kreuzzeitung" ärgert sich, daß die ausländische Presse angesichts des jüngsten Preßrummels über die Pariser Gassenbübereien von deutschem Chauvinismus zu reden sich unterfange. Ein solches Ding gebe es doch nicht— bloß berechtigten Patriotismus. Nun, wenn Herr von und ßu Hammerstein mit seinem Kollegen Deroulode spricht, wird dieser auch sehr lebhaft gegen die Bezeichnung Chauvinist protestiren. Wir haben überhaupt noch Niemand gekannt, der sich selbst für einen Chauvinisten gehalten hätte— so wenig, wie einen, der zugegeben hätte, daß er Langfinger sei. Sogar der Leipziger Millionendieb Winkelmann würde die Bezeichnung mit sittlicher Entrüstung zurückweisen.— Tenfelsaugen, würde David gesagt haben, und verschwand in der Richtung nach dem Klosterhofe, woher er ge- kommen war. Stasi bedeckte ihr brennendes Gesicht mit den Händen. Es war ihr, als ob sie niit der Rose ein Stück von ihrem Leben weggegeben hätte. Das Herz war ihr so schwer von Angst und Weh, daß sie hätte weinen mögen. Sie floh nach dem Hause. Den Schnittlauch vergaß sie. Vor der Thür begegnete ihr Hannes. Er bot ihr wie gewöhnlich die Hand zum Abschiede. Sie aber ergriff die- selbe in ihrer Aufregung und Verwirrung mit ihren beiden bei Daumen und Klcinfinger und wollte sie küffen, wie sie es als Kind dem Herrn Pfarrer zu thun gewohnt gewesen. Hannes entzog sie ihr hastig und entfernte sich mit großen Schritten. Nach einer Weile blieb er stehen und sah zurück. Stasi war verschwunden imd sich selber scheltend ging er langsam weiter. Was war ihm nur beigekommen, sich so rauh gegen Stasi zu benehmen? Wesharb hatte ihm der versuchte Hand- kuß einen Stich in das Herz gegeben? Er war ja jetzt ein geistlicher Herr und hatte auch nichts darin gefunden, daß sie ihn nicht mehr einfach bei seinem Vornamen, sondern Herr Hannes nannte. Selbst seine Geschwister und der Vater nannten ihn so; es war einmal so Brauch. Das Wörtchen Herr erhob ihn über den Stand, aus dem er hervorgegangen war und er fühlte sich als junger Priester. Dennoch-- Ja, was denn? Warum schlug sein Herz heute nicht so gleichmäßig wie sonst, wenn er bei Stasi und ihrer Mutter gewesen ivar? Hatte er Stasi nicht immer wie eine Schwester lieb gehabt, wie Lisei? Nein, nicht wie Lisei; denn diese war ihm zugleich Mutter gewesen. Er blickte um sich, als ob er den Pfad verloren hätte. Der aber lag deutlich vor ihm, so schmal er war, den Hang hin- unter zur Landstraße, die von St. Vigil her einen weiten Bogen beschrieb, um das tiefe, steinige Bett zu überschreiten, welches die vom Spitzhörndl kommenden Wasser in den Vigilbach leitete. Kurz vor der Brücke über den Spitzhörndl- dach, der im Frühjahr und Herbst gewaltig tosen mochte, berührte der Pfad die Heerstraße. »Mein Jesus, was ist das?" murmelte Hannes be- Die„Norddeutsche Alkgemeine Zeitung" hat sich ihre Liebe für die Kohlenbarone auch in die nachbismarckische Aera hinübergerettet. Sie ist in einem Punkte konsequent geblieben, in dem einzigen, wo es ein offiziöses Blatt sein kann: im Lügen und Verdrehen. Dies beweist sie wieder einmal gelegentlich der Besprechung des Artikels„Vom schwarzen Lande", welchen wir in Nr. 153 des „Vorwärts" veröffentlicht haben. Vor allem übernimmt sie eine falsche Meldung der„Köln. Volkszeitung", wonach Auer und Singer am letzten Sonntag in Bochum reden sollten, dann insinuirt sie den„sozialdemo- kratischen Führern" die Absicht,„die Bergmanns- Bewegung vollständig in die Hand zu bekommen," was jedem Kenner der sozialdemokratischen Bewegung sofort als Lüge in die Augen springt, da der Vorstand unserer Partei den gewerkschaftlichen Organisationen voll- ständig ferne steht. Üebrigens kann sich die„Nordd. Allg. Zeitung" gesagt sein lassen, daß wir sie nicht für ein Organ der öffentlichen Meinung halten, demnach die Forderungen der Bergleute trotz des Widerspruchs des Herrn Pindtrr für vollauf berechtigte halten dürfen, wenn wir auch jetzt vom Streik abrathen.— Die Herren Autisemiten werden sich jetzt überzeugt aben, daß es eine freche Verleumdung war, wenn sie be- aupteten, die Sozialdemokratie enthalte einen antisemitischen Flügel, der die Bestrebungen der Judenhetzer mit Sympathie betrachte und ihnen auch Vorschub leiste. Im Hessischen, wo die Antisemiten bisher die besten Jagdgriinde hatten, ist ihnen jetzt durch die Sozialdemokraten, wie wir dies von Anfang an erwarteten, ein kräftiger Riegel vorgeschoben worden; und die Jäger von gestern sind die Gejagten von heute. Während dw Fortschrittler, bei ihrer Unfähigkeit, die sozialen Triebfedern der politischen Erscheinungen zu sehen und zu erkennen, dem sozialdemagogischen Schwindel der Antisemiten völlig hilflos gegenüberstanden, haben die Sozialdemokraten den Stier sofort resolut bei den Hörnern gepackt und ihm auch in nicht mißzuverstehender Weise den Meister gezeigt. Wo immer die Herren Antisemiten sich in die Oeffentlichkeit wagen, stnden sie die Sozialdemokraten auf dem Platz, und wird ihnen die Maske der Volksfreundlichkeit unbarmherzig vom Antlitz gerissen. Und haben einmal— die bethörten Opfer gelernt, daß diese schemheiligen Prediger gegen Wucher thatsächlich die Schlepper und Zutreiber der agrarisch-schutzzöllnerischen Großwucher-Politik sind, welche das arme arbeitende Volk hundertmal mehr ausplündert, als der jüdische Kleinwucher es vermag,— dann ist es natürlich mit der Anhängerschaft zu Ende. Die BeHürden können hieran nichts ändern. Ob- gleich Herr Stöckcr in Ungnade gefallen ist, und die hessische Regierung sich amtlich wider den Anti- semitismus erklärt hat, so wird derselbe doch von der Beamtenschaft, welche die 12 Jahre Bismarck'scher Sozialistengesetz- Schule nicht im Handumdrehen vergessen kann, noch vielfach unterstützt, z.'B. neulich in W i n d e ck e n bei Hanau, wo ein antisemitischer Krawall durchaus den Sozialdemokraten in die Schuhe geschoben werden sollte, und zum Schutz des von Niemand bedrohten Alimenten- Böckel sogar etliche Kompagnien Soldaten requirirt wurden. Jndeß mit solchen Mittelchen wird dem Antisemitismus nicht aufgeholfen, und unsere Genoffen, die den Stier so fest bei den Hörnern gepackt haben, werden nicht eher ruhen, als bis er ohnmächtig zappelnd am Boden liegt.— Der Einfluß der Jnteressenpolitik auf die P a r t e i e n, die sich mehr und mehr zn rein wirthschaftlichen Jnter- essenten-Gruppen gestalten, macht sich auch aus die von so- genannten„Nationalitäten" gebildeten Parteigruppirungen geltend. Wir denken hier m erster Linie an die p o l- nische Fraktion des deutschen Reichstags und des preußischen Landtags. Die betreffenden Herren hatten von Haus aus ein rein„nationales" Programm— sie waren nicht Demokraten, nicht Fortschrittler, und erst recht nicht Sozia- listen— sie waren Polen und wollten ausschließlich für ihre polnische„Nationalität" eintreten, welche„Nationalität" in den Köpfen dieser Herren Rittergutsbesitzer und Dompröbste ein sehr aristokratisch-klerikales Wesen hatte. Sie hielten sich lange„prinzipiell" von der Erörterung allgemeiner deutscher oder preußischer Fragen fern und beschränkten sich auf spezifisch polnische Fragen, denen gegenüber sie den klommen und zog den Hut, in dem sein Kopf bis zu den Ohren stack, noch tiefer herunter. Dann wurde es ihm plötzlich zu heiß und er riß den Hut vom Kopfe. Er blieb tief athmend stehen und seine Augen richteten sich auf die kleme Kirche von Hof, die aus einem Bergvorsprunge über den Klosterhose thronte und bereits von den Abendschatten ver- scheiert wurde. Es waren Thorheiten und Einbildungen, denen er sich hingab. Die Unterredungen mit der Kranken über Stasi's Zukunft hatten ihn aufgeregt, nichts weiter, und er setzte seinen Hut wieder auf. Gewiß, er hatte Stasi herz- lich lieb und er wollte ihr, wie er es ihrer Mutter ver- sprachen hatte, ein treuer Bruder zu sein, ein geistlicher Freund und-Führer in dieser bösen Welt. Es war eine schöne Mission, die er an dem Mädchen zu erfüllen hatte und die Augen des jungen Priesters leuchteten, und dann dachte er an seine Predigt. Herr Möllen- becher hatte ihn ausgefordert, am nächsten Sonntage für ihn zu predigen, damit die Leute in St. Vigil erführen, daß er seine Sachen ordentlich verstünde. Und Hannes über- legte sich seine Predigt, indem er sich Stasi als seine Zu- Hörerschaft dachte. Auch die Augen seines Bruders leuchteten— vorUeber- muth, als er zur selben Zeit im Wirthshause zum Stern seinem Freunde Jerg gegenüber saß. Sein rechter Arm ruhte mit der leicht geschlossenen Hand lässig auf der Tisch" platte, den Daumen der linken hatte er in den Achselaus- schnitt des Brustlatzes gehängt und den Hut von der Stirn zurückgeschoben. Im Hntbande stak die Rose Stasi's und Jerg schielte spöttisch danach. „Beschau' sie Dir nur recht," spöttelte auch Ambros. „Gefallt Dir das Blüml? Nachher laß uns darum raufen. Komm!" „Wenn's noch von Gold war'," versetzte Jerg niit Achselzucken.„Solche Rosen giebt's genug auf der WeU. Wer weiß, wo Du die da gestohlen hast?" „Ja, wer weiß?" drehte Ambros die Enden seines Schnurrbartes in die Höhe.„Du stiehlst keine Rosen von wegen der Dornen." (Fortsetzung folgt.) 2 negirenden Proteststandpunkt einnahmen. Damit richteten des durch die Wahlen evident gewordenen Banterottes seiner schon in Halle Freisprechung erfolgte, vor dem Landgericht ver fie nichts aus, aber fie erwarben sich doch Anspruch auf Politik weiter regieren, was einem Menschen, der so aller handelt werden. Ueber den Ausfall geben wir Nachricht. Ein eine gewisse Sympathie in den Kreisen Derer, welche die politischer Grundsäge baar ist, wie Taaffe nicht schwer fallen Bontottprozeß findet am 18. März in Naumburg feinen Abschluß. Aber auch in anderer Weise sehen wir die Rührigkeit unserer Theilung Bolens als politisches Verbrechen und einen poli- wird. Als Liberaler und Zentraliſt in die politische Karrière Polizei. Der hiesige Arbeiter- Bildungsverein hat sich seit 1. Jatischen Fehler betrachten. eingetreten, stützte er sich später auf Feudale, Klerikale und nuar zu einem direkt sozialdemokratischen Verein bekannt und erAllein in dieser, wenn auch nicht gerade praktischen, Föderalisten und wird er sich künftighin wieder auf Liberale hielt zur Belohnung dafür folgendes Schriftstück: suits jedoch wenigstens poetischen Pose verharrten die Herren stüßen, warum auch nicht? Grundsätze sind doch das Leyte, J. Nr. 311, 11. Bolen nicht lange; sie sahen den Tanz um das goldene worüber ein Politiker der herrschenden Klasse verfügen Wie amtlich festgestellt worden ist, werden seitens des Vereins Kalb, fie merkten, welche Vortheile Denen in den Schooß muß. Gesang- und Unterrichts- Stunden außerhalb der festgesetzten Vereins- Abende abgehalten, ohne daß hiervon hierher Anzeige fielen, welche die Klinke der Gesetzgebung" zu handhaben wußten. Und die Versuchung trat an sie heran erst leise Ueber die Stellung der belgischen Regierung erstattet wird; ferner veranstaltet der Verein als solcher sog. ge lockend, dann kecker und kräftiger, bis sie unwiderstehlich ward. zur Verfassungsreform giebt ein Telegramm aus Brüssel müthliche Abende und Tanz- und sonstige Vergnügungen, an denen Frauen und Kinder theilnehmen. Der Sirenengesang der Interessenpolitik" übertäubte den Aufschluß. Dasselbe lautet: Da der Verein eine Einwirkung auf öffentliche AngelegenKlageruf der leidenden Mutter Polonia. Die hohen Brot Wie aus den Verhandlungen in der Zentralfektion der preise, theueres Fleisch, das war etwas Greifbareres als die Rammer hervorgeht, ist die Regierung Anhängerin einer Ber- heiten bezweckt, so unterliegt er dem Gesetz vom 11. März 1850 tretung der Minorität. Nach Ansicht der Regierung würde( Geſetz, S. S. 277). schönen Luftschlösser vom wiederhergestellten Polen. Und sich die Zahl der Wähler für die Kammern, die Provinzial wenn das Lied: und Gemeinderäthe auf 600 000 beziffern; die Gewährung des " Noch ist Polen nicht verloren pillaasp allgemeinen Wahlrechts, auf Grund dessen 1 500 000 Wähler auch nicht ganz verstummte, so bekam es doch den Shake- vorhanden sein würden, würde einen Sprung ins Dunkle bespeare'schen Vers zum Refrain: deuten, im Hinblick darauf, daß nach dem jezigen Wahlsystem nur 135 000 Wähler vorhanden ſind. Die Die Regierung müßte auf Grund einer föniglichen Ordre in die Lage versetzt sein, an die Wählerschaft über ein zu erlassendes und über ein bereits votirtes, aber noch nicht promulgirtes Gesetz zu appelliren. Ferner wünscht die Regierung, gemäß dem emglischen Brauch, die Untersagung jeglicher Manifestationen in der Umgebung des Parlaments. er ,, Put money in your purse Sted' Geld in Deinen Beutel! Da liegt der deutsche Michel, der ja auch Euer Vaterland hat theilen" helfen, da liegt vor Euch auf dem Sezirtisch Eure Kollegen im Reichstag und Landtag schneiden sich fette Stücke aus seinen Rippen warum soll Bruder Pole" nicht auch mitmachen? Und Bruder Pole" In Rumänien wurde, wie wir schon gemeldet haben, hat mitgemacht und macht mit. Und die ,, Fraktion der unterbrückten Nationalität" par excellence ist heute nur noch ein die Kammer aufgelöst. Die Neuwahlen sollen am 21., 22. Theil, und zwar vielleicht der reaktionärste Theil, der großen und. 23. April stattfinden. Partei der Brot- und Fleischvertheurer und Mammonsdiener und Arbeiterunterdrücker. Und da die ,, materiellen Interessen" der Insel Cuba, scheinen wieder Unruhen befürchtet zu werIn der wichtigsten und reichsten spanischen Rolonie, auf auch die sogenannte höhere Bolitif" beherrschen, so kann den. Wie den„ Daily News" aus Madrid gemeldet wird, es uns nicht Wunder nehmen, daß die Herren Polen sich hat die Regierung wegen Ausbreitung der autonomistischen jetzt im Reichstag auch dazu hergegeben haben, die Zukunfts- Agitation die Absendung von 6870 Mann nach Havana bepläne unserer Marine- Utopiſten nach Kräften zu fördern und fohlen. dermalen in allerhöchster Gunst stehen. fügige Nach diesem Gesetz ist jede Bersammlung des Vereins ober eines Theiles desselben sowie des Vorstandes mindestens 24 Stunden vor dem Beginn der Polizeiverwaltung anzuzeigen und eine Theilnahme von Frauen und Kindern an den Versammlungen pp. nicht gestattet. Wir machen den Vorstand auf diese Bestimmungen ausdrüc lich aufmerksam und bemerken dabei zugleich, daß die Abhaltung von Tanzvergnügen, an denen Frauen theilnehmen sollen, fernerhin nicht wieder gestattet wird. Die Polizeiverwaltung Arnold, Bürgermeister. An den Vorstand des ArbeiterBildungsvereins, 3. H. u. f. w. Der Verein fehrte sich an diesen Erlaß nicht und wollte ein Vergnügen abhalten, hier zog jedoch der Wirth der„ Reichshalle", als er von der Polizei, wie er selbst sagte, dazu veranlaßt war, ebenfalls im Vereinslokal aufhören, weil auch hier der Wirth sein sein Lokal zurück, es fam also nicht zur Anklage, auf die der Verein nur gewartet hatte. Die Gesangsstunden mußten Botal verweigerte. Db in den Gesangsstunden politische Themata besungen worden sind, konnte Ginsender nicht erfahren. Von Seiten des Vorstandes ist gegen ein derartiges Vorgehen Beschwerde erhoben. Jetzt fam aber die Sache noch anders. Bisher hatte der An sich ist das ja eine recht geringfügige Sache, als Aus Auftralien erfahren wir, daß die daselbst Verein stets um 11 Uhr seine Sigungen geschlossen, vor 14 Tagen Beichen der Zeit hat es aber eine symptomatische Bewohnenden deutschen Arbeiter fich sehr eifrig an jedoch nicht. Der überwachende Beamte forderte den Vorsitzenden deutung. der dortigen Arbeiterbewegung betheiligen, aber auch mit zum Schließen auf, was dieser verweigerte. Der Herr Polizist verließ das Lokal. Die Mitglieder land folgen. Verglichen mit unseren heimischen Verhältnissen, ber 23irth um 11 Uhr Feierabend bieten, der Verein äußerster Spannung dem Gang der Bewegung in Deutsch erhob sich und tagten ruhig weiter. Am nächsten Sonnabend mußte find die Arbeiter bei den" Antipoden" entschieden günstig hat sofort das Lofal verlassen, jedoch bis heute noch kein festes gestellt. Die Löhne find höher, auch im Vergleich zu den bekommen können, da jetzt über 9 Birthe Polizeistunde plög. Lebensmittelpreisen, und mit seltenen Ausnahmen über- lich verhängt wurde, wodurch auch die übrigen ins Bockshorn steigt die tägliche Arbeitszeit in Fabriken und Bergwerken gejagt sind. Wir müssen uns also vorläufig auf WanderverPfammlungen beschränken. B Nicht blos die Sozialdemokraten sind unzu friedenso lesen wir jetzt im Leipziger Tageblatt" und anderen Drganen der satten Moral: Ein Geist der Unzufriedenheit geht durch unsere Zeit. In den Kreisen der Arbeiter hat er sein Hauptquartier aufgeschlagen. Dort wird er mit allen Mitteln genährt, dort wird er als die nothwendige Be- nicht acht Stunden. Unsere Landsleute drüben lassen die Redaktionen der Eine weitere Verfügung beweist aber, daß Zeit nicht in dingung des Fortschritts angesehen, dort erklärt man es für ein Verbrechen, diesen Geist zu bannen. Aber das Murren Parteiblätter durch uns bitten, den deutschen Arbeitervereinen Preußen liegt. Es erhielten Genosse Hoffmann und Genosse in der Tiefe klingt als ein Ton der Verstimmung überall in Australien doch Zeitungen zu senden. Wir werden die Bringmann auf ihr Ersuchen, ihre Kinder vom Religionsunterdaß ihre Kinder anderweitig in der Religion der Dissi aus. Wo ist der Stand, wo ist die Partei, die zufrieden Adressen dieser Vereine, die wohl an vielen Orten bekannt richt zu dispensiren, ablehnenden Bescheid. Sie sollen nachweisen, wäre? Das ist nicht nur die alltägliche Erfahrung, der ben ten" Unterricht bekämen. Hier werden wir also nochmals schon der römische Dichter Ausdruck giebt, wenn auch er das Beispiel erleben, daß Genosse Hoffmann, zum zweiten Mal fragt: Wie kommt's, daß Reiner mit dem Loose, daß die in dieser Beziehung, freigesprochen wird. Bernunft ihm gab oder der Zufall hinwarf, zufrieden lebt?" Das ist eine besondere Krankheit der Gegenwart. Und sie ist in eine Reifis getreten in diesen Tagen. Wie murren " denn die Leute im Leben also?" Also überall" ist man unzufrieden. Stimmt übrigens nicht. Denn wir Sozialdemokraten find sehr zufrieden. find prächtig sein dürften, gelegentlich mittheilen; wir haben darum geschrieben. Und wir werden auch bald in der Lage sein, regelmäßige Berichte über die so hochinteressante Arbeiter bewegung in Australien zu bringen.Zeitungen für den Deutschen Verein in Ade laide nimmt in Empfang Genosse Karl Wiese, Westbury Street, Hacknay, Adelaide, Süd- Australien. 0 Im Uebrigen müssen wir mitthetlen, daß in unserem Kreise die Agitation eine sehr rührige ist. Alle Woche finden Bersammlungen statt. Auch die Frauenbewegung ist troß alledem Abgeordneten Günther, was ja nicht ganz unmöglich ist, vom Plenum im besten Vorwärtsschreiten. Sollte die Wahl des Reichstags= Onddoel dun tafsirt werden, dann gehört der Kreis Naumburg- Weißenfels- Beits der Sozialdemokratie. Korrespondenzen und tall it. Parteinachrichten. von 64 Jahren. Am Sonntag, den 1. März, fand unter großer Soffenheim, den 8. März. Donnerstag, den 26. Februar, Die geistigen Waffen unserer Gegner find prächtig starb nach langem Leiden unser Genosse Peter Mood, im Alter und mannigfaltig; sie sind zwar fast alle erst nach dem 1. Oktober des vorigen Jahres erfunden, aber die Samm Betheiligung die Beerdigung statt. Sossenheim hat einen so lung ist schon so reich und interessant, daß ihre Kenntniß Arbeiterversammlungen häufig sind, zeigt der Fall des früheren Wie mangelhaft die polizeilichen Ueberwachungen von großen Zug noch nicht gesehen. balb als politische Waffenkunde" eine unterhaltende Spezial- Bergmann Johann Margraf aus Effen vor den Schranken der es war ihm teine Stunde bei Tag und Nacht zu viel, weite Genosse Moock trat im Jahre 1867 in die Partei ein, und wissenschaft bilden wird. Es gehen uns jeden Tag Provinz- Bochumer Straffammer. Derfelbe war angeklagt des Bergehens Wege auf Agitation zu gehen, er that alles mit größter Aufblätter mit Schmähungen, Berleumdungen und Gewalt- gegen die öffentliche Ordnung; er sollte in einer Versammlung opferung. Er hat auch mehrere Jahre als Gemeinderath zur androhungen gegen die Sozialdemokraten zu; wir würdigen am 9. November v. J. in Stockum gesagt haben:" Die Pfaffen sie meist keiner Beachtung. Bemerkenswerth ist aber, wie müssen in die Rumpelfammer, es müssen ihnen die Hälse ab- opferung bereit, bis ihn vor einigen Jahren die Krankheit traf, 3ufriedenheit der Gemeinde gewirkt. Er war stets zu jeder Aufuns ein aus dem katholischen Bekenntniß hervorgegangener geschnitten werden". Die beiden Beamten, welche die Bersamm welche jetzt seinem Leben ein Ende gemacht hat. Sein Geist Leser schreibt, daß die an Qualität schlechtesten Kampfmittel lung überwacht hatten, beschworen, daß der Angeklagte diese bleibt unter uns. Die Parteigenoffen des ersten nassauischen Aeußerung gethan habe. Die Entlastungszeugen bekundeten das diejenigen der Ultramontanen sind. Münster z. B. geht Gegentheil. In seinem Plaidoyer sagte der Herr Staatsanwalt, Kreiſes werden sein Andenken bewahren. beroanten noch über Blumberg. Der Knüppel ist den Ultramontanen daß die Aussagen der beiden Beamten doch wohl die richtigen Stelle von einem Ver zu eine zu sanfte geistige Waffe gegen die Sozialdemokraten; dafür wären; er wolle damit nicht sagen, daß die anderen Darmstadt, 10. März. Wenn die süddeutsche Voltspartei, wird der Käfig empfohlen, darin die sozialdemokratischen Agi- Beugen keinen Glauben verdienten, weil sie Sozialdemokraten besonders ihr schwäbischer Flügel, dem der manchesterliche Adam tatoren verhungern sollen. Der„ Westf. Merkur", der sogar noch feien; einer so großen Partei dürfe man feinen solchen schweren noch am stärksten anhaftet, die Interessen des Unternehmerthums eines der angeseheneren" Zentrumsblätter ist, erklärte näm Vorwurf machen. Was die Aussage Bunte's betreffe, so sei die- verficht, wie dies noch lehthin bei der zweiten Lesung des Arlich, daß es diesen Agitatoren gehen müsse wie jenem Jan felbe ein Meisterstück von Diplomatie. Der Antrag lautete auf beiterschutz- Gesetzes im Reichstag geschah, so versäumt sie nie, der von Leyden, den man in den eisernen Käfig am Thurm der ein Jahr Gefängniß. Der Bertheidiger plaidirte auf Frei- Sozialdemokratie den Vorwurf zu machen, sie vertrete in' einsprechung. Nach einhalbstündiger Berathung verkündete der feitiger Weise nur die Interessen der Arbeiter, während die Lambertikirche sperrte und dem langsamen Hungertode preis- Gerichtshof, daß die Sache noch nicht genügend aufgeklärt sei, Voltspartei natürlich mit starker Hand die Intereffen der Gegab. Die Zustände bei uns sind schlimm genug; aber weshalb von Neuem in die Beweisaufnahme eingetreten werden sammination wahrt. Wir wollen über den Unsinn, die Interessen wahrlich, fäme die ultramontane Partei ans Ruder, wir solle. Von Seiten der Vertheidigung wurde nunmehr beantragt, der Gesammtnation vertreten zu wollen, ein weiteres 2ort nicht würden Dinge erleben, die man bisher für nicht mehr mög- die von dem Gendarmen in der Versammlung gemachten No- verlieren, denn es leuchtet jedem Dentfähigen ein, daß in dem lich am Ende des neunzehnten Jahrhunderts gehalten hat. tizen zu verlefen, um sich zu überzeugen, ob derfelbe auch gesellschaftlichen Organismus verschiedene Interessengebiete be= Und mit solcher Bosheit verschwistert sich die Dummheit. befähigt sei, auf Grund derselben einen wahrheitsgetreuen stehen, die sich theilweise zu einander indifferent verhalten, theilMan höre weiter, wie ein ebenfalls in der Verlagsanstalt Bericht zu machen. Dem Antrage wurde Folge gegeben. Und weise aber einander geradezu ausschließen, und alle diese zu verdes„ Wests. Merkur" gedrucktes Blatt, das„ Ludgerusblatt", was ergab sich nun? Laffen wir den Gerichtsverhandlungs. treten, ist ebenso unmöglich, wie Jehova und dem Beelzebub au den Kampf gegen den Umsturz führt. Der heilige Joseph trifft er alle Erwartungen. Er lautet:„ Der Präsident verlas aus beiter zu vertreten, mit ftoischem Gleichmuth hinnehmen, doch sei bericht der Westf. Fr. Presse" reden. In seiner Einfachheit über- dienen. Wir wollen also den Vorwurf, die Interessen der Arsoll helfen. Denn der heilige Joseph wird helfen. dem Notizbuch des Gendarmen dann Folgendes: es uns gestattet, darauf aufmerksam zu machen, daß die SozialVor kurzem hat furzem hat eine Wittwe Raiser, Kinder, Arbeiter, Geistliche, Staftellan( statt Raplan), demokraten auch für die Interessen anderer Leute eintreten, die wandten 700 Franks geborgt, das Geld jedoch bald Rumpelfammer, Hälseabschneiden, Dickbälge, leben von der Fett- nicht unter den feststehenden Begriff des Arbeiters fallen, vorwieder zurückgezahlt, weil ihr Sohn eine gute fucht, fressen den Honig weg, Ronsumanstalt um die Bürger zu ausgesetzt natürlich, daß deren Lage ein solches Gintreten erbekam. nicht stürzen, und muß mit Kapital aufgeräumt werden, Geistliche heischt. Bei Gelegenheit der Berathung des hessischen Etats Der Verwandte gab aber sogleich eine Quittung und starb; das Gleiche 10 M., Sure, am liebsten mit Huren, Hälse abgeschnitten, Thron hatte die Regierung beantragt, angesichts der steigenden Lebensmittelpreise den Beamten einen Wohnungsgeld Zuschuß zu ges paffirte dem Sohne, der dem Verwandten das Geld zurück- erbschaft nicht Folge leisten." Hierauf zog sich der Gerichtshof zurück und verkündete nach währen. Die Finanzkommission hatte dieses Begehren abgelehnt gebracht und eingehändigt hatte. Die Verwandten forderten turzer Berathung Freisprechung. Wahrhaftig! Dieser Vorfall und eine fechsprozentige Aufbesserung der Gehälter vorgeschlagen. nun das Geld von der Wittwe. Sie sah keinen anderen muß zu doppelter Vorsicht mahnen und die Forderungen nahe der sozialistische Abgeordnete Jost wies in treffender Weise nach, Ausweg, als bei einem- Heiligen Hilfe zu suchen und ihre legen, daß zur Ueberwachung von Versammlungen nur fähige daß mit diesem Vorschlag die Absicht, den Beamten für die Wahl fiel auf den heiligen Joseph. Bu dessen Ehre wurde Beamte zu senden sind! Nur so ist es möglich, ungerechtfertigte Preissteigerung Ersatz zu leisten gar nicht erreicht werden könnte, eine neuntägige Andacht veranstaltet, an der sich die Entel Anklagen zu verhüten und Werurtheilungen Unschuldiger zu ver- denn die kleinen Beamten mit etwa 1000 M. Gehalt würden nur 60 M. Zulage erhalten, während die mit 5000 m. 300 erhalten, der Frau und sonstige Personen betheiligten. Richtig, das meiden. die Preissteigerung treffe aber im Allgemeinen den kleinen half. Denn am ersten Tag brachte der Postbote einen Brief, Zeit. Auch wir müssen einmal Kenntniß von der hiesigen Beamten mit großer Familie härter, als den gutfituirten Vornicht vom heiligen Joseph zwar, sondern von den Erben Sachlage geben, um den Genossen anderen Orts zu zeigen, daß es gesetzten; er schlug deshalb mit seinen Fraktionsgenossen Ulrich des verstorbenen Verwandten, welche die Quittung jetzt ge- hier genau so geht wie überall, daß man auch hier der immer und Müller vor, die geforderte Summe so zu vertheilen, daß funden haben. So hilft der heilige Joseph, und das ultra weiter vordringenden Sozialdemokratie hemmend in den Weg zu Beamte bis zu 1500 W. Gehalt 15 pet. Zulage bekämen, bis zu montane Blatt fragt:" Warum ruft man die Hilfe des treten versucht. Schon vor längerer Zeit wurde der hiesige 2500 M. 10 pet., bis zu 4000 M. endlich 5 pet. und noch höher heiligen Joseph nicht auch gegen die Sozialdemokraten an?" Frauenverein aufgelöst, die Vorstandsmitglieder angeklagt und bezahlte leer ausgehen zu lassen. Die Kaminer konnte sich der Es ist auch wirklich sonderbar, daß die Ultramontanen das brei derselben zu Geldstrafen verurtheilt, weil in der Erkenntniß nicht verschließen, daß die sozialistischen Ausführungen bisher vergessen hatten. Sonst wäre die Sozialdemokratie tonftituirenden Bersammlung Frau Ihrer gesprochen, in einer unanfechtbar feien, fie änderte aber den Antrag Jöst doch dahin vielleicht schon vollständig vernichtet. späteren Mitgliederversammlung aber ein Theil des 3. Heftes der ab, daß den Beamten bis zu 2000 m. 10 pct., den bis 5000 m. 10 p Berliner Arbeiter- Bibliothek„ die Arbeiterinnen und Frauenfrage der 5 pet. Bulage gewährt wurde. Gegenwart" verlesen wurde. Auch der Redakteur unseres Blattes, Genosse Adolph Hoffmann, kann sich rühmen, vecht oft mit den Neustadt b. Roburg. Auch hier beginnt die SozialGerichten zu thun zu haben, jedoch bis heute wenigstens stets mit demokratie fich fräftig zu regen und durch unermüdliche Agitation freisprechendem" Erfolge. Die Genossen unseres Kreises haben es sich immer neue Anhänger zu erwerben. Die Genossen haben gelernt, stets da, wo die Herren Arbeitgeber und Behörden, Schullehrer allerdings einen äußerst schwierigen Stand, da einmal zu viele u. dergl. etwas nicht recht machen, dies dem„ Boltsboten" zu berichten, Arbeiter indifferent sind, und anderseits die Unternehmer einen das wird dann veröffentlicht, hierauf erfolgt Anklage und Frei zu großen Einfluß ausüben. Trotzdem ist es aber gelungen, im sprechung, weil immer die Wahrheit erbracht werden fann. Ge vergangenen Jahr einen Arbeiter- Wahlverein zu gründen, der seit genwärtig schweben gegen Genoffen Hoffmann ein halbes Duhend feinem Bestehen eine beträchtliche Mitgliederschaft zählt, und am Brozesse, entstanden durch die Presse. Der bekannte Schullehrer- Sonntag, den 1. März, sein erstes Stiftungsfest abhielt, das einen prozeß, veranlaßt durch die Probenummer, wird nun, nachdem vortrefflichen Verlauf nahm. Die Nachricht unseres heutigen Blattes über die Auslieferung Badlewski's hat bis nun noch keine weitere Bestätigung erfahren. Gegenüber der Meldung, daß der österreichische Reichsrath am 10. April einberufen werden soll, wird von authentischer Seite mitgetheilt, der Termin der Einberufung sei noch feineswegs festgestellt. Gine Ministerkonferenz berieth über die künftige Rich tung der inneren Politik. Graf Taaffe will nämlich troz Theater. Donnerstag, den 12. März. Opernhaus. Oberon, Rönig der Elfen. Schauspielhaus. Wilhelm Tell. Leffing- Theater. Thermidor. Berliner Theater. Graf Waldemar. Deutsches Theater. Faust, 1. Theil. Große öffentliche Volks- Versammlung für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis am Freitag, den 13. März, Abends 8 Uhr, Achtung! Kupferschmiede! Sonnabend, den 14. März, bei Feind, Wein Straße 11, = sämmtlicher Kupferschmiede Berlins und Umgegend. Große öffentliche Versammlung Zages Ordnung: D 905 Friedrich- Wilhelmnädt. Theater. im großen Saale der Brauerei Tivoli". 1. Vortrag, Referent Hr. Pöus. 2. Bericht über den Stand des UnterDer Vogelhändler. Wallner Theater. Miß Helyett. Residenz- Theater. Der felige Tou. pinel. Borher: Die Schulreiterin. Viktorin Theater. Die sieben Raben. Bellealliance- Theater. Rean. Oftend- Theater. Dorf und Stadt. Thomas- Theater. Der Registrator auf Reisen. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Zages Drdnung: = 336/4 ftüßungsfonds. 3. Wahl von Revisoren. 4. Bericht der Delegirten der Streif 2. Diskussion. 3. Wie stellen wir uns zur Feier des 1. Mai? 4. Wahl zweier 1. Die Maifeier der Arbeiter. Referent Sr. Richard Fischer. fontroll- Kommission. 5. Beschlußfassung über die Unterstützung der ausgesperrten Arbeiter Deutschlands. 6. Verschiedenes. Mitglieder zur Lokalfommission. 5. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der wichtigen Tagesordnung halber ersucht um zahlreiches Erscheinen Der Vertrauensmann. Freie Vereinigung der Bau- Arbeiter Berlins. Kaufmann's Variété. Große Spe. Sonntag, den 15. März, Vormittags 11 Uhr, in Scheffers Salon, Infelstr. 10. zialitäten- Borstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten Vorstellung. Englischer Garten. Direttion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: P 129/1 1. Stellungnahme zur Feier des 1. Mai. Referent Rollege Rennthaler. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Mitglieder werden aufgenommen. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Um zahlreiches und Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung, Steinmehen! Fräulein Liri Armani, schwedische Am Sonntag, den 15. März, Vorm. 10 Uhr, findet im Röntgshof, Bülowstr., eine Chansonette. Umberto Bozza, Produktionen auf dem Piedestal. Frl. Lilli Nora, deutsche KostümSoubrette. Die Borza- Truppe, berühmte Parterre- Akrobaten. St. Paul Jülich, Gesangshumorist. Kathi und Pepi Wolter, GesangsDuettisten. Ballet- Gesellschaft Menni, 6 Pers. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 51/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. ftatt. Innungs- Gesellen- Versammlung Tagesordnung: 1. Neuwahl des Gesellen- Ausschusses. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist dringend nothwendig. Große öffentliche Versammlung 912b sämmtlich. Laden- u. Geschäftsinhaber Berlins. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf Freitag, d. 13. März, Abds. 81/2 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, oberer Saal. 20 und 30 Pf. Etablissement Buggenhagen 2. am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direttion 3. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. 641 Bratweilige Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Zages Ordnung: 898b 1. Vortrag über„ Die Sonntagsruhe". Ref. Albert Auerbach, Kaufmann. Distuffion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Besuch bittet Der Einberufer. Lehrkursus z. ersten Hilfe bei Unglücksfällen der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen. Sonnabend, b. 14. März, Abd. 81/2 Uhr, b. Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, oberer Saal, drittes Stiftungsfest verbunden mit Ball, Gesangsvorträgen und Verloosung. Billets für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. find bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. Freunde und Gönner werden hiermit eingeladen. 906/8 Der Vorstand. J. A.: G. Dietrich, Willibald Alexisstr. 40. Grosses Concert Löpfer Charlottenburgs u. Umgegend ausgeführt von der Kapelle des Musik- Freitag, den 18. März, Abends 7 Uhr, in der Brauerei Gambrinus, Wallstr. 46. Direktor H. Sanftleben unter Mitwirkung des Opernsängers u. Ronzertmalers Signor Travieki aus Rom. Empfehle zugleich meinen Frühstücks: 2. und reichhaltigen Mittagstisch, sowie 6 Billards, 3 Regelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen.. 703 F. Sodtke. PassageGroße öffentliche Versammlung Zages Ordnung: = 316/6 1. Vortrag des Herrn G. Pirch über Lokal- und Zentral- Organisation". Diskussion. 8. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Entree 10 Pf. Um rege Betheiligung bittet Der Einberufer. Andreas- Str. 21. Joël's Fest- Säle Andreas- Str. 21. Sonntag, den 15. März 1891: Vokal- und Instrumental- Konzert arrrangirt von den 899 b Panopticum. Flöter'schen und Kummer'schen Gesang- Vereinen Unter d. Linden 22/23. Knabe unter Mitwirkung ihres Dirigenten H. Flöter, Mitglieder des mit 2 Köpfen Arbeiter- Sängerbundes. Amerikanerin m. 25 cm langem Vollbart. Nach dem Konzert: Grosser Ball. Eröffnung Das Komitee. Der Ueberschuß ist zu einem wohlthätigen Zweck bestimmt. 11-1 Uhr. 5-9 Uhr. 5 Uhr. Programm 30 Pf. Hierzu ladet ergebenst ein Castan's Panopticum. etzt: Friedrichstr. 165. Neu: مل Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Welt- Restaurant. 97. Dresdenerstraße 97. Täglich Auftreten der Vergolder Berlins! Die unrichtigen Notizen über meine Firma in dem Fachblatte der Vergolder veranlassen mich, Folgendes zur Kenntniß der betheiligten Kreise zu bringen. vorigen Jahres entlaffen, liegt nicht vor, wovon sich f. 8. das Streitkomitee Ein Streit der Versilberer, die ich wegen Arbeitsmangel im November überzeugte. Als Beweis gelte ferner, daß mir unter Zeugen drei Herren des Komitees versprachen, Alles widerrufen zu wollen, was gegen mich bisher in Zeitungsartikeln geschrieben, in dem Widerruf aber ausdrücklich zu erklären, daß in meiner Fabrik tein Streit sei. Daß dies bisher nicht geschehen, hängt mit der Politik dieser Herren zusammen, die verspricht, aber nicht hält, die ihre Thätigkeit nicht darin sucht, Frieden zu stiften und falsche Meinungen zu klären. Nun ein Wort über die Kantenmacher. Ich schicke voraus, daß ein Zur Deckung der Unkosten findet Zellersammlung ftatt. Der Einberufer. Drechsler aller Branchen Sonnabend, den 14. März, in Gründel's Saal, Dresdenerstr. 116, geselliges Beisammmensein mit Damen: Vortrag und Zanz. Anfang 9 Uhr. Entree frei. in cap Hierzu ladet ein[ 136/10] Der Beauftragte: M. Plagens. Gesang- Verein der Glasarbeiter zu Stralau 1050 " Vorwärts", 831L Am Sonnabend, den 14. März, findet im Lokale der Gräft. Reischach'schen Brauerei ein Tanzkränzchen zu Gunsten der ausgesperrten Glas- und Tabak- Arbeiter statt. Karten im Vorverkauf sind zu haben im Ausschank der Brauerei bei Herrn Kalbhenn und Abends an der Kasse. Entree 50 Pt. Anfang 7 Uhr. Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Central- Kranken- u. Sterbekasse d. Tischler. Sonnabend, den 14. März, im Konzerthaus Sanssouci: Grosser Wiener Masken- Ball ig veranstaltet von Mitgliedern obiger Raffe. Anfang 8/2 Uhr. Billets à 50 Pf. Hierzu ladet ergebenst ein Das Komitee. Billets sind zu haben auf den Zahlstellen sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen, ferner bei den Herren A. Geske, Forsterstr. 48, v. 4 Tr.; Gustav Logan, Skalitzerstr. 66, Hof 4: Tr.; H. Pielecke, Rottbuser Ufer 60, Hof 2 Tr.; Rölling, Rottbuser Damm 93, v. 3 Tr.; R. Krüger, Manteuffel[ 112/2 traße 67, Seitenfl 3 Tr.; 0. Rasche, Mariannenſtr. 34, Hof 2 Tr. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 3. Von uns ist zu beziehen: Die direkte Gesetzgebung durch das Volk. Von Moritz Rittinghausen. 4. Auflage. 8° Preis broschirt 2,50 M. Das Rittinghausen'sche Buch bildet eine vortreffliche Anleitung für Jeden, der sich mit der Frage der direkten Gesetzgebung näher beschäftigen will. Dem Verfasser gebührt das Verdienst, die direkte Gesetzgebung in Deutschland populär und in ihrer vollen Bedeutung verständlich gemacht zu haben. Besonders den VereinsBibliotheken empfehlen wir das Buch zur Anfchaffung. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 3. In unseren Verlag ist übergegangen: Ursprung und Lage der ländlichen Arbeiter. Von Julius Türk. Preis eleg. brosch. 30 Pf. Für die Agitation unter den ländlichen Arbeitern wird die vorstehende Schrift ersprießliche Dienste leisten, weshalb jedem Genossen, der sich an derselben zu betheiligen beabsichtigt, Kenntniß des Inhalts derselben zu empfehlen ist. Der Verfasser hat mit großem Fleiße ein reiches statistisches Material zusammengetragen, das klar und deutlich das Elend zeigt, in dem das ländliche Proletariat schmachtet. Norddeutschen Sänger Zohnabzug auch hier nicht vorliegt. Um 4. b. M. follten 2-3 m Möbel auf Theilzahlung Hugo Lewent, Lothringerstr. 75. ( 7 Personen) sowie der Konzert Sängerin Fräulein Elise König und Geschw. Waldmann. Auftreten free bes Herrn Runkel. Berl. Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Täglich: nicht genügender Beschäftigung aussetzen. In der Woche vorher hatte ich schon zwei wegen Mangel an Arbeit aufhören laffen, den einen aber auf seine Bitten, weil er Vater von vier Kindern, wieder angenommen. Da mir jeder meiner Kantenmacher gleich werth war, schlug ich vor, das Loos zu werfen. Die Arbeiter erfuchten mich indeß, Niemand zu entlassen, da sie sich mit ber Arbeit einschränken und hin und wieder einmal aussehen wollten. Ich kam ihrem Wunsche nach. Da geschah aber etwas Unerhörtes: Man erklärte mir, nur dann weiter zu arbeiten, wenn ich den in der vorigen Woche wegen Arbeitsmangel entlassenen Kollegen wieder einstellen wolle. Da, wie ich schon bemerkte, für die vorhandenen Leute nicht einmal ausreichende Beschäftigung da war, weigerte ich mich, dies zu thun, was eine Niederlegung der Arbeit Alt- Berlin auf d. Bock. un urtheile jeder unbefangen Denkende! Wird er nicht Humoristisch- historischer Rückblick zur Feier der Bock- Saison 1891, verbunden mit gr. Militär- Konzert. Anfang: Wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Berl. Original- Bockbier in Flaschen, direkt von der Brauerei, 20 Flaschen für 3 M. Pfand frei. sagen müssen, daß mein Verhalten durchaus forrekt war, und daß das Vergolderkomitee jeßt die Pflicht gehabt hätte, die Leute auf ihren Frrthum aufmerksam zu machen und ihnen zu sagen, daß sie sich durch solche Arbeitseinstellungen felbst am meiſten ſchaden Zum Schluß noch einen Warnruf an die fremden Gewerke! Prüfen Sie genau, ehe Sie geben. Helfen Sie nur da, wo wirklich Noth ist. Lassen Sie sich nicht irre führen durch unbegründete Berichte des Komitees und Einzelner. 920 b August Werkmeister junior. Brunnen- Straße 151/52. 5.Berliner Unions- Brauerei Bock- Bier 20 Flaschen 3 Mark. empfiehlt ihr vorzügliches Münchener Bier 25 gr. oder 30 fl. Flaschen für 3 Mark, Pilsener Bier 25 gr. oder 30 II. Flaschen für 3 Mark, 823L helles Lagerbier 30 gr. oder 36 tl. Flaschen für 3 Mart, direkt von der Brauerei: Hafenhaide Nr. 22/31, und in allen besseren Kolonialiaaren- Geschäften zu haben. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. 20 Flaschen 3 Mark. Bock- Bier Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 60. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Donnerstag, den 12. März 1891. 8. Jahrg. Taffung zum ersteren würde in Elsaß- Lothringen nichts entgegen- Thatsache, daß wir nach der letzten Volkszählung weit über eine stehen. Ernste Einwendungen gegen die Zulassung der Frauen Million mehr weibliche als männliche Staatsbürger in Deutschsind überhaupt nicht zu erheben; hier in Berlin wirken land haben, zwingt die Frauen, die ihren Beruf als Hausfrauen feit 20 Jahren weibliche Aerzte ohne jede Beanstandung. nicht erfüllen können, immer mehr, sich eine selbständige LebensAber trotzdem solche ernsthaften Einwände nicht erhoben stellung zu suchen. Und die Frage des Studiums betrifft zunächst nicht werden können, ist ein großer Theil der Aerztewelt gegen die Zu- die Proletarierinnen, sondern gerade die Frauen der gebildeten Kreise. laffung der Frauen. Daß Frauen zum guten Theil sich für die Dieses Streben der Frauen wird von Jahrzehnt zu Jahrzehnt stärker ärztliche Praxis ebenso eignen wie Männer, daß sie den Anstren hervortreten. Durch Uebergang zur Tagesordnung ist die Sache nicht gungen des Berufs gewachsen sind, wird kaum noch geleugnet. erledigt. Die wahren Gründe gegen die Zulassung der Frauen Diesen Theil der Petition möchte ich den verbündeten Regierun- zum Studium find Konkurrenzrücksichten auf die Männer und gen dahin empfehlen, daß sie ihrerseits Einrichtungen treffen, fogenannte Sittlichkeits- und Anstandsrücksichten bezüglich des welche die Ablegung des Abiturienteneramens gestatten. Was medizinischen Studiums. Die Konkurrenz ist heute auf allen Gedas Universitätsstudium betrifft, so ist man über unsere Bedenten bieten das tonangebende Element, wir können sie nicht zurückin Amerika längst hinweg; dort fizen männliche und weibliche weisen oder müssen Mittel finden, die Vermehrung der Menschen Studenten einträchtig neben einander. Den Professoren sind zu verhindern. Ein großer Theil der jungen Männer widmet die weiblichen Studenten mindestens ebenso angenehm sich heute dem Studium nur, weil es so standesgemäß ist, für wie die männlichen( große Heiterkeit), und der Früh ein paar Jahre, hört aber keine Vorlesungen, um später als unschoppen spielt für die weiblichen Studenten dort feine fähige Leute in den Staats- und Kommunaldienst überzugehen. Rolle. Die Zulassung zum Studium braucht noch nicht würde die weibliche Konkurrenz ihnen einen Stachel geben, fich die Zulassung zur Staatsanstellung zu bedingen; letzteres wird mehr des Studiums zu befleißigen, so wäre das ein großer Vorsich in der Entwicklung der Dinge ganz von selbst machen. theil. Sittlichkeits- und Anstandsgründe haben die Herren dagegen Daß die Frau in das Haus gehört, ist kein Einwand gegen die nicht, daß jährlich Tausende und Abertausende von Frauen berufsmäßig als Krankenpflegerinnen ausgebildet werden. Eine solche 86. Sigung vom 11. März, 2 Uhr. Am Tische des Bundesrathes: v. Bötticher, Dr. Schulz, Aschenborn und Kommissarien. Auf der Tagesordnung stehen lediglich Kommissionsberichte über Petitionen. Die Petition des Vereins zur Wahrung der Interessen des Viehhandels um Aenderung der jetzigen Frachtberechnung für die Beförderung lebenden Viehes auf den Eisenbahnen wird dem Reichskanzler zur Erwägung überwiesen. Die Dortmunder Union" hat wiederholt beim Reichstage die Rückerstattung von 140 000 m. gesetzwidrig erhobenen Roheifenzoll beantragt. Die Kommission hat zwei Mal ohne Erfolg Ueberweisung zur Erwägung beschlossen; die Petentin wendet sich wiederum an den Reichstag mit der Bitte, die Ueberweisung zur Berücksichtigung zu beschließen. Die Kommission( Ref. Abg. Goldschmidt) hat sich diesmal diesem Antrage angeschlossen, da inzwischen auch die Höhe des Anspruchs klar nachgewiesen sei und der gesetzliche Anspruch der Dortmunder Union auf Rückerstattung jezt feinem Zweifel Wünsche. unterliegen könne. Abg. Harmening( dfr.): Ich habe meinen Antrag gestellt, wird mindestens ebenso in allerlei intime Vorgänge des menschAbg. Möller( natl.) empfielt diesen Antrag und kündigt um für den Fall, daß das Haus die Ueberweisung zur Berücklichen Körpers eingeweiht, wie die Aerzte. Besonders die an, daß seine Partei aus diesem Falle neuen Anlaß nehmen sichtigung nicht beliebt, wenigstens die Ueberiveisung zur Er- fatholische Kirche brüstet sich ja damit, Mitglieder weiblicher wird, auf die Errichtung eines Reichssteuer- und Bollgerichshofes wägung offen zu lassen. Ein großer Theil der Professoren der Orden zu diesem delikaten und anstrengenden Beruf auszubilden. zu bringen. Universität Jena ist mit der Zulassung der Frauen zum Studium Je mehr Sie Samariterinnen mit Rücksicht auf die Opfer fünftiger Abg. Hultzsch: Die Deutschkonservativen werden ebenfalls einverstanden. Die Frage hat seit Jahren in Deutschland eine Kriege ausbilden müssen, um so weniger haben Sie Veranlassung, einstimmig für den Antrag eintreten. tiefgehende Bewegung hervorgerufen; es hätte also eigentlich sie nicht auch zum Studium zuzulassen. Uebrigens fönnen Sie Auch Abg. Hammacher erklärt, daß diefer Fall dringend auch schon die Reichsregierung fich damit beschäftigen sollen. den Frauen selbst überlassen, was sie über diese Sittlichkeitsauffordert, die Eröffnung des Rechtsweges in Zollstreitsachen( Sehr richtig! links); hoffentlich giebt der Reichstag ihr jest gründe denken. Wenn der rohe Ton der Studenten ein Hindervon den Regierungen auf dem Wege der Gesetzgebung zu ver- durch die Annahme des einen oder anderen Antrages dazu niß sein soll, so sind die Studenten zu bedauern. Wäre es da langen. Gelegenheit. Rechtlich zwar sind die Frauen zum nicht gerade besser, den rohen Ton der Studenten dadurch zu Kommissar Geheimer Finanzrath von Schmidt: Die Re- Universitätsstudium zugelassen und zur ärztlichen Praxis; modifiziren, daß sie genöthigt würden, stets mit Angehörigen des gierungen halten das eingeschlagene Verfahren für durchaus aber thatsächlich ist ihnen der Weg verkarrikadirt. Dieses Hinder- anderen Geschlechts im Hörsaal zusammenzutreffen? In den gefeßlich und müssen der Annahme des Kommissionsantrages ent- niß würde die Reichsregierung zu beseitigen haben. Es ist nicht Bereinigten Staaten Nordamerikas befinden sich ca. 3000 Aerztinnen schieden widersprechen. Die Union verlangt nach gesetzlichen abzusehen, weshalb nicht unter Ausnutzung seiner Kompetenz in der Praxis, und 18 000 Studentinnen stehen auf Gymnasien Bestimmungen behandelt zu werden, welche nicht schon 1879, das Reich die Zulassung der Frauen zum ärztlichen Studium und Universitäten mit männlichen Studenten im Verkehr, und fondern erst 1882 Geltung erlangt haben; eine Berücksichtigung so einrichten soll, daß ihnen das in jedem Einzelstaat ermöglicht das Verhältniß beider Geschlechter ist das allerbeste. Auch für dieses Verlangens würde gefezwidrig gewesen sein. Aus diesem ist. Ein großer Uebelstand der heutigen ärztlichen Praxis ist der, den Unterricht ist kein Schaden eingetreten, im Gegentheil, der Grunde glauben die Regierungen auch nicht den Billigkeitsrück- daß die Aerzte sich zu sehr in die großen Städte zurückziehen; Wetteifer wirkt sogar auf das männliche Geschlecht nüßlich. In der fichten nachgeben zu sollen, welche von anderer Seite geltend ge- würden wir Frauen zum ärztlichen Beruf zulassen, so würde auch Schweiz ist durch den Ukas des russischen Kaisers den weiblichen Per macht sind. Ein Antrag auf nochmalige Erwägung würde das platte Land mehr Aerzte haben. sonen das Studium sehr erschwert, wohl aber haben sich, angeregt durch allerdings auch zwecklos sein, da die Erwägung des Falles bei Abg. Orterer( 3.): Ich kann beiden Anträgen nicht zustimmen, das Vorgehen der Russinnen, zahlreiche Schweizerinnen dem den Regierungen und auch im Schooße der preußischen so Ich kann mir ganz und gar nicht denken, daß der von Herrn Studium der verschiedenen gelehrten Berufe zugewendet. Im gründlich erfolgt ist, daß ein anderes Ergebniß nicht zu erwarten Schrader empfohlene Weg, zunächst einmal mit Elsaß und der höheren Lehrfach leisten diese Frauen ganz Ausgezeichnetes. In steht. Universität Straßburg ein Experiment zu machen, irgendwie Zürich, Bern, Genf werden sie überall sehen, daß in dem Studium Abg. Möller bleibt dabei stehen, daß fachlich die Union voll- zweckmäßig ist. Wollen Sie hier etwas erreichen, so müssen sie der Frauen durchaus keine Gefahr liegt. Auch in Deutschland ständig im Rechte war; auch die Kommission habe das einstimmig auch den Einzelstaaten die Verpflichtung auferlegen, in ihre waren bis vor wenigen Jahren Frauen zum Universitätsstudium anerkannt. Gymnasien auch weibliche Schüler aufzunehmen. Das würde zu ausnahmsweise zugelassen, z. B. in Leipzig, wo jezt allerdings Abg. Hammacher verweist noch darauf, daß der Rechtsweg Konsequenzen führen, die ich hier nicht ausmalen will. Daß das tultusministerielle Erlaubniß nothwendig ist, auf Grund deren von der Dortmunder Union beschritten worden sei, daß aber der Reich für Alles kompetent wäre, wofür es sich als tompetent er aber auch jetzt noch zwei Töchter eines der ersten Professoren beklagte General- Steuerdirektor der Provinz Westfalen den Kom lärt, muß ich bestreiten. Die Kompetenz des Reiches ist in der Medizin studiren. Es ist nur die Furcht vor der Konkurrenz petenzfonflikt erhoben habe. Es sei das ein unverantwortliches Verfassung ganz deutlich umgrenzt; das hier in Rede stehende und ein alter 3opf, der die freie Zulassung erschwert. Verfahren der Zollverwaltung; bei solcher Behandlung der Gebiet ist der Reichsverwaltung durchaus entzogen. Gewiß giebt Der Staat, der sich am meisten gegen weibliche Studenten Dinge gehe allmälig dem Bürger die Geduld aus.( Bewegung es eine große Zahl hochbegabter Frauen, welche sich für diesen gewehrt hat, ist Preußen. Charakteristisch ist aber, daß und Heiterkeit.) Beruf eignen würden, sollen aber gerade diese in die derjenige Minister, der bis heute im Amte war Staatssekretär v. Bötticher: Wir haben im Reiche und in ärmsten, abgelegenften, verlassenften Gegenden hinausgehen, der besonders die Frauen vom Studium zurückgedrängt Preußen den Rechtsweg in Bollsachen nicht; die zulegt geübte um dort den ärztlichen Beruf auszuüben? Und was soll hat, Herr von Goßler, nicht umhin fonnte, feine Kritik ist daher unberechtigt. Die Bollbehörde fonnte gar nicht aus unseren Universitäten werden, die jetzt schon an Ueber- Hochachtung einer früheren Studentin auszusprechen, der Frau anders verfahren, und es trifft weder sie noch die preußische völkerung leiden? Den Frauen, welche den Zugang zur Kowalewska, die leider vor Kurzem verstorben ist. Er lub Regierung in dieser Beziehung der geringste Vorwurf. Universität erhalten, muß auch die Möglichkeit der späteren sie zu einer Gesellschaft, zu der er auch die hervorragendsten Abg. Hammacher: Hätte sich die Regierung darauf beschränkt, Anstellung im Staatsdienst gegeben werden, wenn nicht ein sehr Koryphäen der Wissenschaft zuzog. Diese Frau hatte bei dem die Kompetenz des Gerichtshofes zu bestreiten, dann läge gefährliches studentisches Proletariat erzogen werden soll. Be- Abgangsexamen an der Pariser Universität den ersten Preis in die Sache anders; der Kompetenzkonflikt ist aber ex officio er- denken Sie, wie schwer es schon jetzt ist, zu einer Staats- Mathematit davongetragen und war dann bis zu ihrem Tode hoben worden. anstellung zu gelangen, wie erst, wenn dem weiblichen Geschlecht Professorin der Mathematik in Stockholm. Man könnte es sehr Der Kommissionsantrag wird fast einstimmig angenommen. allgemein der Zugang zum gelehrten Beruf, also auch zur Rechts- wohl einmal probiren, Mädchen zum Gymnasialbesuch zuzulassen. Ueber die Petition des Allgemeinen deutschen Frauenvereins anwaltschaft u. f. w. gestattet wird? Der erste Schritt auf Die Erfahrungen, die man in den Vereinigten Staaten damit in Leipzig und des Deutschen Frauenvereins Reform in Weimar diesem Gebiete möchte uns doch vielleicht bald Bustände bescheeren, gemacht hat, zeigen, daß gerade die künstliche Scheidung der um Zulassung von Frauen zum Universitätsstudium und zu den wie sie der Kollege Bebel in seinem mehrfach zitirten Buche uns beiden Geschlechter die meisten Gefahren in sich schließt. In Universitätsprüfungen bezw. zum Studium der Medizin und zum ahnen läßt. England, wo beide Geschlechter ungezwungen mit einander verärztlichen Berufe beantragt die Petitionstommiffion Uebergang Abg. Bebel( Soz.): Als es sich darum handelte, bei der kehren, ist die denkbar größte sittliche Strenge zu Hause. Wenn zur Tagesordnung; die Abgg. Bebel und Schrader beantragen Berathung über die Gewerbe- Ordnung sämmtlichen Gewerbe- man einmal bei der Universität Straßburg den Versuch machen Ueberweisung zur Berücksichtigung, Abg. Harmening Ueberweisung treibenden ohne Rücksicht darauf, ob sie Gehilfen beschäftigen oder wollte, weibliche Personen zum Studium zuzulassen, würde das zur Erwägung. nicht, den Verkauf ihrer Waaren in bestimmten Stunden des teine Degradation, sondern ein Avanzement bedeuten. Abg. Schrader( fr.): Allerdings ist die Frage der Vor- Sonntags zu verbieten, und ebenso bei den Fortbildungsschulen Abg. Sulzsch( dk.) tritt den Ausführungen des Abg. Orterer bildung für den ärztlichen Beruf der Kompetenz der Einzelstaaten haben die Herren Orterer und Genossen sich leicht über die bei. Für die Konservativen sind die gestellten Anträge ununterstellt. Da aber nach der Gewerbeordnung, wie auch der Kompetenzbedenken hinweggefeßt, obwohl damit thatsächlich annehmbar. Bleiben wir bei dem, wodurch wir in Deutschland Kommissar bei den Kommissions besprechungen zugestanden hat, ein Eingriff in die Kompetenz der Einzelstaaten gemacht groß geworden sind, wodurch wir eine Nation geworden sind; an und für sich der Zulassung weiblicher Personen zur Aus- wurde. Hier hat man Kompetenzbedenken, weil die Sache der lassen wir den Frauen ihren Beruf als Gattinnen und Mütter! übung der ärztlichen Praxis fein Hinderniß entgegensteht, so wäre Partei nicht genehm ist. Wenn auch der Kommissionsantrag an Den Frauen, was ihnen gebührt, aber auch den Männern, was das Reich ohne Weiteres für die Lösung der Frage zuständig. genommen wird, so wird uns diese Frage doch noch öfter be- ihnen gebührt.( Beifall rechts.) Schon heute tönnen die Universitäten Dispensationen zulassen, schäftigen. Wäre der schriftliche Kommissionsbericht nicht erstattet, Abg. Rickert: Auch wenn heute die Majorität über die wodurch Frauen der Besuch der Vorlesungen gestattet werden kann; so wäre es auch daffelbe, denn in dem Bericht steht herzlich Sache zur Tagesordnung übergeht, wird damit die Frage nicht es würde sich hauptsächlich um die Frage der Zulassung zum wenig. Diese Frage ist nicht von Agitatorinnen aufs Tapet ge- todt gemacht. Traurig genug, daß sich heute noch eine große Abiturienten- Examen und zur Staatsprüfung handeln. Der Zu- bracht, sondern es handelt sich um eine große soziale Frage. Die Majorität dagegen findet. Wenn wir einen Antrag auf AbThermidor in Berlin. und diese Nation, wenn sie es nicht einstimmig ablehut. Und das drei Stunden. Ein Prestidigitateur dieser Sardon! Der hat sie nicht gethan. Aufschub, welcher nöthig ist, die edle Nonne zu retten, kann Unsere Kulturnachbaren", die Franzosen, find zur Zeit Dennoch ist es in Paris wenigstens geglückt, Sardou schließlich Sardon weiß das schon so einzurichten nur einmal wieder von der Laune beherrscht sich zu blamiren. wenn auch nur einstweilen den frechen Mund zu verbieten. dadurch erzielt werden, daß sie, die edle Himmelsbraut, sich A tout prix! heißt auf deutsch: und wenn's einen Thaler In Petersburg aber klatscht Bäterchen seinem faulen Zauber als schivanger bekennt. Aber wo wird sie denn! Niemals! fostet. Beifall, und in Berlin, in einem Theater, welches den Namen Lieber sterben! Und da der Theaterabend bereits gefüllt Wenigstens ihre Herren Künstler geben sich redliche Lessings über die Pforte schreibt, wichert die Bourgeoisie ist, so zerreißt sie im Fanatismus ihrer Tugend das Papier, Mühe, ihre Nation bloszustellen. Der Wealer Detaille zieht demonstrativen Beifall, wenn ihre Revolution, das einzige auf dem sie ihre Schande bekennen sollte und besteigt voll seine Zusage, an der internationalen Berliner Ausstellung anständige Ereigniß ihrer Familiengeschichte, von einem unentwegten Edelmuthes den Karren, welcher sie zur theilzunehmen, zurück, fuscht sich vor dem pöbelhaften Lärmen dramatischen Stiefelputzer beschmutzt wird. Guillotine führt. Da hat denn auch der eble Martial einer blöden Patriotenrotte und bemäntelt seine feige Wäre es nun nicht eine jämmerliche Betise, dieses Stück. sich eingefunden und läßt sich gegen die Staatsgewalt Jämmerlichkeit mit der denkwürdigen Phrase: in Sachen Man höre nur die rührende Geschichte! niederschießen. Sobald der Schuß aus der Pistole heraus Patriotismus gebe es keine Majoritäten und Minoritäten, Martial Hugon, ein edler Artillerie- Offizier, hat Fabienne iſt, athmet men erleichtert auf. Dieser Knalleffekt in des sondern nur Einstimmigkeit, und so stimme er eben ein. Lecoulteur, die edle Tochter edler guillotinirter Aristokraten Wortes eigenster Bedeutung fann nun nicht mehr überboten Die nicht minder patriotische" Wittwe des großen denn alle Legitimisten des Stückes sind natürlich„ edle, werden. Schlimmer kann es nun nicht mehr kommen; die Die nicht minder patriotische" Wittwe des großen Meissonier erzählt ihren" Landsleuten, daß seit dem Kriege eble Menschen", wie der alte Janikow in Sodoms Ende Kanonen find gottlob noch nicht bühnenfähig. von 1870 fein Deutscher mehr das Haus ihres Gatten be- sagt, und alle Republikaner sind Schufte- er hat sie also Es lohnt sich nicht, über diese blöde Anekdote übertreten habe. Das ist ihr Stolz! Sie hat zwar gelogen aber ein paar Monate in Kriegsgefangenschaft geräth, geht ja überhaupt lebenslose Marionetten führen da ein mathegerettet und beide lieben einander voll Edelmuth. Da er haupt noch Worte zu verlieren. Geist und gemüthsleere, und wird dessen überführt, aber ob sie sich schämt? Oder fie ins Klofter, oder legt wenigstens, da die Klöster geschlossen matisch ausgeflügeltes Ballett auf, dessen Wirkungen auf ob sie nun ihrem Gatten im Grabe zürnt, die brave find, ihr Gelübde als Ursulinerin ab. Er kehrt zurück, und den nachrechnenden Verstand durch einen möglichst brutalen Patriotin? es gelingt ihm in einer ganz papiernen, aus den hohlsten Spektakel verstärkt werden sollen. Der blecherne Wildenbruch Aber das ist Alles noch nichts, will noch gar nichts be- Theaterphrasen zusammengesezten Szene unschwer, sie ihr ist ein Dichter gegen diesen kalten Tamtamschläger: und das fagen gegen die Riesenblamage, die der alte Komödienschreiber Gelübde vergessen zu machen und sie zu bewegen, sich als will viel sagen. Sardou seinem Volte in den Augen aller guten Europäer" feine Braut im Verborgenen zu halten, während ihre bereitet hat. Diese Blamage heißt Thermidor. Aber unser süßer Premièrenpöbel hat sich durch alles Schwestern unter todesmuthigem Absingen eines Chorals hinter das nicht abhalten lassen, wieder und wieder in schamlose Nicht jedes schlechte und dumme Stück ist ja an und der Szene ins Gefängniß abmarschiren. Da will es natürlich Beifallsjalven auszubrechen. Die kleine Schaar der Zischer für sich beschämend für das Volt, in dessen Sprache es ge- der ebenso rechtzeitige wie plumpe Zufall, daß auch sie ent- wurde überbrüllt. Wenn es wahr ist, daß ein jedes Volk schrieben wurde. Sonst stünde es schlimmer um uns. Aber deckt und gefangen genommen wird, und das Resultat ist ein die Bourgeosie hat, die es verdient, so müssen wir ein Spektakel, wie dieser Thermidor, in dem ein Theater- wunderbarer Theatereffekt, ein Attschluß, wie er im Buche Deutsche große Sünder sein. schneider, jeden künstlerischen Gewissens bar, die Tage glor- steht. Eine weitere Reihe geschickter Zufälle fügt es inun Thermidor ist der Monat der Hundstage, die Zeit der reicher geschichtlicher Entwicklung seiner Nation unter dem so, daß an demselben Tage, dem neunten Thermidor, erstens verdorrenden Ueberreife. Das ist kein Symbol für die Zeit, Gefichtswinkel und mit dem Kinderstuben- Bathos eines Robespierre gestürzt wird und zweitens die eben eingefangene in der wir leben. Wir leben im Germinal, in der Zeit Romanpüppchens wiedergiebt, das wird zum Schimpf für Nonne verurtheilt und hingerichtet werden soll. Alles in des Keimen. G- pp- lis änderung der Prüfungsordnung für die Aerzte ftellen, wird doch| Ständen zusammensetzt und durch Krankheit entschuldbar miß-[ jedenfalls die Kompetenz zweifellos fein; wir behalten uns also diesen müthig und unzufrieden ist. Gern sind wir bereit, uns unbekannten Mißständen, welche in der Anstalt stattfinden sollten, entgegenzutreten, wenn uns dieselben mitgetheilt werden, so wie auch jede Klage der Bewohner angenommen und gewissenhaft untersucht wird. Nach der erbetenen Besichtigung resp. Rücksprache erwarten wir auf Grund des§ 12 des Preßgefezes eine Berichtigung der Die Direktion o des Friedrich- Wilhelms- Hospitals und der Siechen- Anstalten. Name unleserlich. Neber die Schwierigkeiten zur Erlangung der Alters. rente wird uns ein beachtenswerther Beitrag mitgetheilt, der neuen Schritt vor. Diese Frage ist keine Parteifrage; sind denn Herrn Um ein objektives Urtheil zu gewinnen, fönnen wir nur die zugleich Fingerzeige enthält für solche, welche sich in ähnlicher Hultzsch nicht konservative Männer wie v. Nathusius bekannt, Bitte aussprechen, die Redaktion wolle die Anstalt aufsuchen und Lage befinden: Gine 71 jährige Frau, welche in Sachsen 40 Jahre welche ganz dasselbe wollen wie wir?( Zwischenruf des Abg. sich an Ort und Stelle von allen Einrichtungen und Verab- hindurch als Wäscherin den Lebensunterhalt einer aus 9 Köpfen v. Meyer Arnswalde). Ach, mit der neuen Zeit kommen Sie folgungen überzeugen und hierzu, wenn möglich, die Mittags- bestehenden Familie mit verdienen half, da ihr Mann mit dent ja nicht mehr mit!( Stürmische Heiterkeit.) In Preußen hat stunde zu wählen, um auch die Beköstigung zu prüfen, über Lohn eines Tagelöhners allein nicht dazu im Stande war, wurde man allerdings die Sache für nicht geeignet zur Erörterung im welche Klage zu führen keine Veranlassung vorliegen dürfte, durch den frühen und strengen Winter, welcher die Kräfte der Plenum erklärt; da war man im Abgeordnetenhause sehr schnell alten Frau besonders schwächte, veranlaßt, zu einer in Berlin mit mit der Sache fertig; man witterte Emanzipation der Frauen einem Arbeiter verheiratheten Tochter zu ziehen, und erfuhr hier zum dahinter und die wollte man nicht.( Sehr richtig!) Eine Frage ersten Male etwas von dem Altersversicherungs- Gesez. Sie der Gerechtigkeit, der Sitte, des Anstandes und des Schamgefühls stellte nun, da sie durch die Anstrengungen des Umzuges sehr ist es, wenn die Frauen verlangen, von Aerztinnen behandelt zu geschwächt war, den schriftlichen Antrag, ihr die Rente zu ge werden! Mit billigem Spott kann man diese Dinge nicht währen und schickte gleichzeitig zwei polizeilich beglaubigte abweisen! In Italien und Rumänien giebt es schon Hof- qu. öffentlichen Anklage. Arbeitsbescheinigungen ein, wonach fie 20 Jahre beständig auf ärztinnen. Der frühere amerikanische Gesandte Andrew White zwei Stellen als Wäscherin gearbeitet hatte. Hierauf erhielt sie ist 25 Jahre Präsident der Cornell- Universität gewesen, und die Antwort, daß seitens der Versicherungsanstalt dem Antrage nichts Anstößiges ist während dieser ganzen Zeit in dem Verkehr erst näher getreten werden könne, wenn die Frau 1. eine mit zwischen den männlichen und weiblichen Studenten vorgekommen. Wir haben zu diesem Schreiben nur zu bemerken, daß wir mindestens einer Quittungsmarke versehene Quittungskarte, Was wollen Sie denn mit den Millionen von Frauen machen, zu dem Besuch der Anstalt die freundliche Einladung der 2. ihren Geburtsschein, 3. eine beglaubigte Arbeitsbescheinigung welche nicht Gattinnen werden? Hier sitzt das soziale Uebel; Direktion, erst gar nicht abgewartet haben, sondern daß die Aus- darüber, daß sie auch in diesem Jahre schon in einem verdieser Masse von Frauen sollen Sie die Möglichkeit nicht verstellungen, die wir in unserem Blatte zur öffentlichen Kenntniß sicherungspflichtigen Betriebe beschäftigt gewesen sei, beibringt wehren, sich ihr Leben zu fristen, indem Sie die Gelegenheit zum brachten, von uns an Ort und Stelle aufgenommen wurden. und 4. angiebt, ob sie mit einem der Arbeitgeber in verwandtErwerbe für sie vermehren.( Beifall links.) Die Zeit ist hoffent Um der Direktion aber zu zeigen, daß in der ihr unter- schaftlichem Verhältniß stehe und wie viel Tage sie bei jedem pro lich nicht mehr fern, wo die heutige Minorität zur Majorität stehenden Anstalt thatsächlich Mißstände vorhanden sind, die Woche gearbeitet habe. Alle diese Anforderungen wurden ergeworden sein wird. dringend der Abhilfe bedürfen, lassen wir hier ein Schreiben füllt, obgleich das Arbeitfuchen für die 71jährige Frau schwierig war. Abg. Wisser bestätigt, daß auf dem Lande ein großer folgen, welches uns aus dem Kreise unserer Leser zugeht. Aus da dieselbe nicht mehr jede Wäsche- Arbeit z. B. das Aufhängen Mangel an Aerzten herrscht; ebenso sei das Verlangen nach diesem Schreiben geht hervor, daß auch in weiten Kreisen der der Wäsche besorgen kann. Doch fand sich schließlich eine passende Aerztinnen auf dem Lande allgemein. Bevölkerung die Annahme verbreitet ist, daß in den Siechen- Arbeite gelegenheit. Sie wurde engagirt bei einer Näherin, welche Abg. Harmening: Welche Frau ist emanzipirter, diejenige, Anstalten nicht Alles so zugeht, wie es zugehen sollte. das Aufhängen und Rollen der Wäsche selbst besorgte und so welche mit der Reitpeitsche ein Pferd besteigt, oder diejenige, Lassen wir dem Einsender das Wort. Er schreibt uns: war beiden Theilen geholfen. Doch nun wurde die Beglaubigung welche als Arzt am Krankenbette weilt? Für die lettere Ginan- Es ist kaum zu erklären, nach welchen Instruktionen der Arbeitsbescheinigung nöthig. Die Arbeitgeberin mußte zur zipation treten wir ein.( Sehr gut! links.) Verfassung und Gesetz steht diese Anstalt geleitet wird, wenn man fieht, wie Polizei; der Polizeiwachtmeister schickte sie wieder nach Hause, der Frauenpraxis nicht im Wege, und wenn es der Fall, so müsse es dort mit der Pflege der altersschwachen, franten mit der Weisung erst eine Legitimation zu holen. Abends die Verfassung geändert werden. Eine Parteifrage wäre dies Bürger Berlins" zugeht. Meine Kenntnisse beziehen sich wurde ihr dann dem anwesenden Polizeilieutenant höchstens für das Zentrum; es hat das Gefühl, daß hier ein Licht auf das Frauenhaus Nr. 3, und zwar dort wiederum auf die die Bescheinigung unbeanstandet beglaubigt. Nachdem nun aufgehen will, und da hält es sich immer die Hand vor die Stube Nr. 6, in welcher sechs der Unglücklichsten aller Unglück- die Waschfrau noch einmal auf das Polizeirevier beordert Augen. Warum sollen die Frauen nicht Richter werden, wenn lichen ihr längeres oder kürzeres Dasein hinbringen; von diesen und dort befragt worden war, ob sie auch wirklich gefie die Befähigung dazu nachweisen. Es ist ein sehr wohlfeiler 6 Unglücklichen sind 4 vollständig an das Bett infolge ihrer Krank- waschen habe, erhielt sie zwar nicht die Altersrente, die hat Gemeinplay: die Frau gehört ins Haus. Daher wollen wir die heiten gefesselt. Die 5. Sieche ist meine Schwester; sie leidet an sie bis jetzt noch nicht wohl aber eine Postkarte des Inhalts, Merztinnen auch gar nicht nehmen. Nur die Unverheiratheten, Rückenmarkschwindsucht. Die 6. ist eine 86 Jahre alte, sehr daß ihre Arbeitgeberin auf die weiteren Dienste der Waschfrau welche feinen Mann finden oder suchen wollen schwerhörige Matrone. Unter den 4 Bettlägerigen befand sich verzichten müsse, da ihr die ewigen Laufereien nach der Polizei die heutige Debatte ermuthigt sehr wenig dazu( Heiter- am Tage meines Besuches( am 1. d. M.) eine mit schwerem, unangenehm seien und sie hierzu keine Zeit habe. Bei einer teit) werden fich vorwiegend dem ärztlichen Stu- schmerzhaften Unterleibsleiden behaftete Frau, welche in Gegen- persönlichen Rücksprache stellte sich nun heraus, daß auch die dium widmen. Man sagt, durch solche Bestrebungen wart ihres Mannes und ihrer Tochter und mehrerer anderer Arbeitgeberin wiederholt zur Polizei mußte, um hier die Wahrbefördere man die Umsturzideen. Wäre unser Antrag von Personen, gezwungen durch ihre Krankheit, ihre Lage im Bette heit ihrer schriftlichen Angaben noch einmal zu bestätigen. Der Rechts gestellt, so würden Sie wahrscheinlich kein Bedenken verändern wollte. Ich sah mich um, ob nicht eine Wärterin oder alten Frau aber ist dadurch eine selten günstige Gelegenheit gehaben. Ich bitte Sie, wenigstens den Antrag auf Erwägung an- ein Wärter den Wunsch der Kranken hören und ihr zu Hilfe nommen, sich auf ihre alten Tage noch ein paar Mark zu verzunehmen. kommen würde. Es ließ sich Niemand sehen. Eine ebenfalls dienen. Die Anträge Rickert- Bebel und Harmening werden abgelehnt sieche Bewohnerin der Anstalt aus der Nebenstube Nr. 7 fam Es scheint hier allerdings ein sehr bureaukratisches Verfahren für den ersteren stimmen nur Freisinn, Volkspartei und Sozial- und versuchte die Kranke in eine andere Lage zu bringen; stattgefunden zu haben und es wäre wohl gut, wenn die Polizeidemokraten, für den letzteren auch die nationalliberalen Abgg. allein das war sehr schwierig und die Kranke rang laut wimmernd behörden genau instruirt würden, wie Fälle dieser Art kurz und v. Bennigsen, v. Benda, Hammacher, Möller, Weiß, Pfähler, die Hände vor Schmerzen. Unwillig fragte ich meine Schwester: präzis erledigt werden können. Sonst bringt die ganze AltersGünther und Rösicke und der Antrag der Kommission an- Wo ist denn die Wärterin? Ich erhielt darauf die Mittheilung, rente den Leuten, die sie erhalten, mehr Schaden wie Vortheil. daß es hier feine Aufwartung giebt und daß die altersschwachen Frauen sich hier gegenseitig helfen müssen das war die überWir erhalten folgendes Schreiben: Durch den am einstimmende Antwort aller Anwesenden. Im Anschluß hieran 10. d. M. in Nr. 58 unter Lokales enthaltenen Artikel sehen sich will ich gleich noch einen Fall erwähnen, der meine Schwester Unterzeichnete, als Vertreter der Zentral- Krankenkasse der Maurer, felbst betrifft. Diefelbe ist, wie bereits erwähnt, rückenmarkleidend, Steinbauer 2c. veranlaßt zu erwidern, daß ihnen von einem der und fann nur mit Mahe und Noth auf den Beinen stehen, viel artigen Vorgehen, wie in den betreffenden Artikel geschildert, weniger laufen. Vor einiger Zeit war dieselbe Nachts genöthigt, nichts bekannt ist. Von benannter Verwaltung ist noch nie ein das Zimmer zu verlassen; in demselben und auf dem Korridor erwerbsunfähiges Mitglird angewiesen worden, sich von einem herrschte völlige Finsterniß. Hier stürzt die Kranke zu Boden und bestimmten Arzt behandeln zu lassen, ferner ist jeder Arzt bei wurde später von anderen Siechen aufgefunden, die ihr dem ein Mitglied in Behandlung tritt, berechtigt, die in den migio Schmerzgestöhne hörten. Von Wärterinnen nirgends eine Spur. Sommermonaten vom 15. April bis 15 Oktober statutengemäß Die zweite Berathung des Entwurfs eines Gewerbe- st das so fragt man sich eine Anstalt für Sieche und festgesetzte volle Ausgehezeit von Vormittags 6-11 Uhr und steuer Gesetzes wird fortgefekt. Kranke, in der nicht einmal dem Schwerdarniederliegenden eine Nachmittag von 1-6 Uhr, wenn es derselbe für nothwendig findet, Die§§ 59-69 handeln von der Betriebssteuer, welche für Handreichung von Seiten der Verwaltung geboten wird? Es dem Patienten anzuordnen. Wenn es nun in einzelnen Fällen vor den Betrieb der Gastwirthschaft, der Schankwirthschaft, sowie des scheint übrigens dort mit der für eine solche Anstalt nothwendigen fommen sollte, Kleinhandels mit Branntwein oder Spiritus erhoben wird. Die Disziplin nicht so zu stehen, wie es stehen sollte, denn ich sah Extrauntersuchung vornehmen läßt, ist wohl anzunehmen, daß die Kasse auf ihre Kosten eine Steuer soll betragen für Jeden, der von der Gewerbesteuer wegen beim Verlassen der Anstalt die dort angestellten Wärter und Wärte- daß die Kasse in ihrem guten Rechte handelt. Es wäre doch Ertrags unter 1500 m. befreit ist,(§ 60) 12 M., für denjenigen, rinnen in einer Weise verkehren, die an alles eher als an eine wünschenswerth, wenn bei derartigen Veröffentlichungen wenig der zur Gewerbesteuer veranlagt ist, in Klasse IV 15, in Klasse 111 Siechenanstalt erinnerte. 25, in Klaffe 11 50, in laffe 1 100 M. Die Steuer wird bei allen Betrieben, welche geistige Getränke verabfolgen, für jede Betriebsstätte besonders erhoben. Hierzu liegt ein Antrag Broemel vor, alle auf die Betriebssteuer bezüglichen Paragraphen zu streichen. genommen. Schluß 5/2 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 1 Uhr. ( Rest der Etatsberathung, u. A. Panzerfahrzeuge und zweite Lesung des Patentgesetzes.) 108 bha Abgeordnetenhaus.rou 54. Sigung vom 11. März. 10 Am Ministertische: Miquel, Burghart und Rommiffarien. Abg. v. Christen beantragt, auch die Konsum- und sonstigen Vereine der Betriebssteuer zu unterwerfen. Nach langer Debatte werden unter Ablehnung des Antrage Christen die§§ 59--69 nach dem Vorschlage der Kommission angenommen. Wir begnügen uns für heute mit diesen Andeutungen. Esgliedes ausdrücklich angegeben würden, damit bei den Mitgliedern liegt uns noch ein umfangreiches Material über die Beköstigung fein ungerechtfertigtes Mißtrauen entstehen kann. Wir begnügen uns für heute mit diesen Andeutungen. 3 ſtens der Name der Kasse, auch der des beschwerdeführenden MitUeber die der Siechen und über das Wartepersonal vor. Wir kommen da- Strantenkontrolle ließe sich sehr gut diskutiren, die Herren Einsenmit wohl noch ein ander Mal zurecht. der scheinen wenig praktische Erfahrung in dieser Beziehung ge denen ihren Arbeitgebern die volle Summe der Kranken- angebracht als die verschärfte Aufsicht der Herren Aerzte. G3 Massenhafte Klagen laufen bei uns ein, von Arbeitern, macht zu haben, denn die Kontrolle durch Mitglieder ist besser von fassen, Unfallversicherungs- und Altersrenten- Beiträge von dem lassen sich hier Dutzende von Beweisen anführen, wo es im Be bedungenen Lohne gekürzt wird. Die Klagen sind so häufig, daß lieben des Patienten steht, ob derselbe frank oder gesund sein will, man glauben möchte, es handle sich hier um eine GepflogenDie Verwaltung: Die§§ 70-73 handeln von den Strafbestimmungen. heit, die nächstens feste Formen anzunehmen droht. Wir sind Franz Wilknih. Wilhelm Müller, Strauerstr. 43, 2 Tr. Bu§ 72 liegt ein Antrag Burghardt( Lauban) vor, für wahrhaftig feine Freunde von Prozessen und Denunziationen, Unsere armen ,, nothleidenden" Landwirthe müssen jetzt die Strafgelder ein Minimum von 50 M. festzusetzen. aber wenn gewisse Unternehmer es eben nicht anders haben Abg. Dasbach beantragt, daß die Strafverfolgung nur auf wollen, so bleibt nichts weiter übrig, als daß die Arbeiter ihr jedenfalls zur Fristung ihres Daseins dazu greifen, die günstige Antrag der Staatsbehörde des betroffenen Steuerpflichtigen er- Recht energisch wahren. Die Arbeitgeber dürfen unter feinem Ronjunktur für billige Arbeitskräfte nach Möglichkeit auserotande folgen soll. Vorwande den von ihnen zu tragenden Theil der Beiträge dem zumuten. Es liegt uns eine ganze Reihe von Buschriften vor, Arbeiter aufbürden. Mehrfach wird uns neuerdings mitgetheilt, von benen wir für heute nur zwei zum Besten geben wollen, daß einige Arbeitgeber sogar mehr von dem Lohne einbehalten, weil diese direkt an die Berliner Verhältnisse auknüpfen. als die Beiträge ausmachen. Der Grund für dies Verfahren ist Auf einem Rittergute in der Nähe Berlins beim Herrn RitterSchwer einzusehen; vielleicht rechnen die Herren so schlecht; dann wäre es nur merkwürdig, daß die falsche Rechnung immer zu ihrem Vortheil ausfällt. Wir können den Arbeitern nur rathen, nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses die ganze Summe der au Unrecht gekürzten Beiträge von dem Arbeitgeber nöthigenfalls gerichtlich einzufordern. § 78 bestimmt, daß auf die nicht beitreiblichen und in Haft umgewandelten Geldstrafen die Bestimmungen, betr. das Hausirgewerbe, Anwendung finden soll. Abg. Eberhardt beantragt, daß auf diese Fälle das Reichs. Strafgesetzbuch Anwendung finden soll. Geh. Rath Fuifting bält diesen Antrag für überflüssig. Der Richter werde schon das Richtige treffen. Die Abgg. Eberhard und v. Tiedemann erklären sich gegen den Antrag Burghardt. Die§§ 70-73 werden unter Ablehnung der Anträge Burghardt und Dasbach mit der vom Abg. Eberhard beantragten Alenderung angenommen. Die§§ 74-80 werden ohne Debatte angenommen. Bei§ 80, zu welchem ein Antrag des Abg. Bachem vorliegt, vertagt das Haus um 2 Uhr die weitere Berathung auf Don nerstag 11 Uhr. Außerdem dritte Berathung des ErbschaftsSteuer- Gesetzes. dill folgende Bekanntmachung: Der Polizeipräsident Freiherr v. Richthofen erläßt 3 gutsbesitzer B. werden gegenwärtig Arbeiter eingestellt mit einem Tagelohn von 25 Pfennigen. Die Roft finden die Leute nicht schön; einige der Arbeiter sollen Versuche gemacht haben, einen Theil der Mahlzeiten an die Hunde zu verfüttern; der Versuch sein und awar lediglich durch foll gänzlich mißglückt Schuld der der Hunde, die den armen Arbeitern mit den guten Beispiel der Nahrungsenthaltung vorangehen. Von letteren sind etwa 40 Mann in eine Tonne eingepfercht. Soll man's diesen Leuten verdenken, wenn sie sich nach dem GeAuf Grund des§ 112 Absatz 8 des Gesetzes, betreffend die fängniß sehnen? Ginem anderen an uns gerichteten Brief entJuvaliditäts- und Altersversicherung, vom 22. Juni 1889 haben nehmen wir Folgendes: Ich hatte diesen Winter lange Zeit feine die Herren Miniſter des Innern und für Handel und Gewerbe Arbeit und kam dadurch so in Bedrängniß, daß ich mich an mittelst Erlasses vom 10. Februar 1891 die Höhe der jährlichen einen Berliner Stellenvermittler wandte, der mir auch eine gute Bergütungen, welche die Versicherungsanstalten an Kranken- Stelle als Knecht" auf einem Gute bei Perleberg verschaffte; tassen einschließlich der Gemeinde- Krankenversicherung, sonstigen ich reiste sofort dorthin in der Hoffnung, wenigstens einige Stellen oder Hebestellen dann zu gewähren haben, wenn denselben Beit mein Dasein fristen zu zu können; allein schon 5 tale of durch die Versicherungsanstalt oder durch Bestimmung einer Ge- nach fünfwöchentlicher Dienstzeit entließ mich mein meinde oder eines weiteren Kommunalverbandes die Einziehung der Prinzipal schon wieder, weil ich nach seiner Ansicht Beiträge zur Invaliditäts- und Altersversicherung, sowie die Ein- Schuld daran war, daß feiner von seinen Leuten seine Speifen In der Budget- Kommission wurden nunmehr heute die zweiflebung der den eingezogenen Beiträgen entsprechenden Marten in effen wollte. Diese lecteren Mahlzeiten bestanden in Mohrrüben In der Budget- Kommission wurden nunmehr heute die zwei die Quittungskarten der Versicherten an Stelle der Arbeitgeber mit Hering, Pellkartoffeln mit Mehltunke und zwar in verschie Millionen Mark für die von der Regierung gewünschten Schiffs- übertragen worden ist, bis auf Weiteres wie folgt festgesetzt: dener Verfaſſung, kalt, warm und angewärmt. Auch wurden ben bauten, um derentwillen am Sonnabend im Reichstag die" See a. soweit es sich um Betriebs-( Fabrik-) und um Bau- strantentassen Leuten verschiedene Speisereste von zweifelhafter Beschaffenheit schlacht" geliefert wurde, bewilligt. Als Aequivalent( Kompromiß) handelt, auf eins vom Sundert, b. im Uebrigen auf drei vom gereicht, die jedoch kein Mensch essen wollte oder konnte, weil gab der Reichskanzler vorläufig die für die Streuzerforvette Kundert der eingezogenen Beiträge. Für die den bezeichneten alle schon wegen der häufigen Wiederholung der Ekel überfam. ausgeworfene Summe von 2300 000 Mart preis, deren Bau an Stellen etwa gleicherweise übertragene Ausstellung( Umtausch) der Unsere Hauptspeise bestand in trockenem Brot, mit dem sogenannten Stelle der beiden streitigen Fahrzeuge verschoben wird, d. h. die Quittungskarten hat das Gesetz den Versicherungsanstalten die Zubrot war es auch schlecht. Wir erhielten auf die ganze Regierung hat ihren Willen durchgesetzt. dian Parlamentarisches. Lokales. " Gewährung einer Vergütung nicht auferlegt. Die Festsetzung Woche nur 3/4 Pfund rohes amerikanisches Schmalz. Det einer derartigen Vergütung erübrigt daher. Es liegt indessen in Born meines Herrn hatte ich dadurch heraufbeschworen, daß der Billigkeit, daß den von der Versicherungsanstalt oder durch ich die Zumuthung, am Sonntag den Dung von 32 Rühen aus of statutarische Bestimmung von Gemeinden oder weiteren Rom- dem Stalle zu schaffen, ablehnte und erklärte, daß das gegen die donned munalverbänden mit diesen Aufgaben betrauten Krankenkassen Polizei- Ordnung verstoße. Hierauf erhielt ich die stolze Ant u. f. w. auch für die hieraus ihnen erwachsende, voraussichtlich wort: Hier bin ich die Polizei!" An einem Sonntag und dem Von der Direktion des Friedrich- Wilhelms- Hospital nicht unerhebliche Mühewaltung eine angemessene Vergütung darauf folgenden Montag war ich frank und als ich einen Arzt and der Siechen- Anstalten erhalten wir folgendes Schreiben: aus den Mitteln derjenigen Stelle gewährt wird, durch deren verlangte, wurde mir gar nicht darauf geantwortet. Zum Eſſen Infolge des in Nr. 56 des Berliner Boltblatt" vom 7. März Bestimmung ihnen diese Mühewaltung übertragen wird. Bei bekam ich auch Nichts; den Mädchen war streng verboten worden, cr. erschienenen Artikels:„ Gin bürgerliches Sanssouci", in welchem der Genehmigung entsprechender statutarischer Bestimmungen wird mir Essen zu bringen und so lag ich denn auf meinem erbärms die Verhältnisse in den städtischen Siechenanstalten, Prenzlauer- daher auf die Gewährung derartiger Vergütungen hinzuwirken lichen Lager. Zu Essen bekam ich Nichts, dafür aber eine Vors Allee, angegriffen werden, theilen wir ergebenst mit, daß der sein. Krankenkassen, welche auf Grund des§ 114 a. a. D. ladung verantwortlichen Vernehmung Redaktion über die Anstalt und ihre Verhältnisse vollständig ent- bie Einziehung der Beiträge für die Invaliditäts- und Alters- vorsteher. Mein Herr hatte einen Strafantrag gegen mich stellte und unrichtige Berichte zugetragen sind, und daß die Ver- versicherung freiwillig übernehmen, haben, wie auch das Reichs- gejtellt, weil ich nicht nicht arbeiten wollte" und ersucht, waltung ganz besonders bemüht ist, den armen und franken In Bersicherungsamt angenommen hat, auf die Gewährung einer daß man mich polizeilich zur Arbeit anhalten sollte. Dieses ging faffen ihr trauriges 2003 so erträglich als möglich zu machen, Bergütung von der Versicherungsanstalt feinen Anspruch. Das alles sehr schnell. Am 15. Februar wurde ich frant, am 16. was auch von dem überwiegend größten Theil der Bewohner an- felbe gilt von Krankenkassen für Reichs- oder Staatsbetriebe, denunzirt und am 17. Februar früh 8 Uhr hatte ich schon Termin welchen die in Rede stehenden Obliegenheiten durch die den Ver- Man konnte mir jedoch nichts anhaben, weil ich mich auf fünf Unzufriedene werden immer vorhanden sein, besonders in waltungen dieser Betriebe vorgesehte Dienstbehörde übertragen Beugen berief. Wer also bei diesem Herrn frant wird, den turist einer Anstalt, deren Bewohnerschaft sich aus allen denkbaren worden sind. 20man mit Hunger und Strafanträgen. erkannt wird. zur beim Amts • Die fogenannte Schlaftammer besteht aus einem Stall, welcher und wartet, bis das Thermometer 70 Gr. zeigt, so ist das Weiße| nußten aber aus Bequemlichkeit die Winde. In dem Augenblick, vom Schweinestall nur durch eine dünne Fachwand getrennt ist, des Eis noch nicht fest, bei 73 Gr. ist das Gelbe noch weich, als eine Anzahl von Hölzern, um welche eine Rette gewunden war, sich in der Schwebe befand, ging unten ein Arbeiter und mit dem Pferdestall durch eine unverschließbare Thür in Ver- aber das Weiße fest, bei 76 Gr. ist beides fest. vorbei, zwei Hölzer lösten sich durch einen Zufallaus bindung steht. Wenn über Nacht Pferde loskommen, so können fie ungehindert in die Schlafkammer der Knechte" gelangen. Die Lokalkommission von Wilmersdorf macht hiermit der Umfettung und eins davon traf den Arbeiter mit Die Betten sind, so weit ich es erfahren konnte, über ein Viertel- folgende Lokale bekannt, die den Arbeitern zu Versammlungen der scharfen Kante auf den Kopf. Derselbe hatte großen jahr nicht rein bezogen worden. Gin angenehme Schlafftelle! zur Verfügung stehen, resp. in denen Arbeiterblätter ausliegen. Blutverlust, ging aber ganz wohlgemuth zum Arzt, der ihm Links grunzen und quieken die Schweine, rechts rasseln die Pferde zu Versammlungen sind zu haben: 1. Pitsch' Voltsgarten, Ber- vergeblich anrieth, in ein Krankenhaus zu gehen. Bald darauf mit den Halfterketten und im Bettstroh belustigen sich die Mäuse.- linerstraße; 2. Vittoria- Garten, Wilhelmsaue. Der Vorwärts" war der Verletzte eine Leiche. Wie die Obduktion ergab, war Die Entlassung geht sehr einfach vor sich und erfolgt jedenfalls liegt aus: 1. Pitsch' Boltsgarten; 2. Restaurant Gräß, Branden- der Tod die Folge eines Schädelbruches und Bluteintritts in die Der Kürze wegen nicht selten ohne Lohnzahlung. Mit mir machte burgische Straße; 3. Landhaus, Berliner- und Kaiserstraßen- Ecke. Schädelhöhle. Der Staatsanwalt erachtete den Angeklagten der Herr eine Ausnahme. Nachdem er vergeblich versucht hatte, Alle übrigen Lokale sind bis auf Weiteres streng zu meiden. Die Kluge für den Unglücksfall verantwortlich, weil derselbe den bei den anderen Angeklagten vorgesetzt war und es unterlassen hatte, mich ohne Geld fortzuschicken und mir auch vergeblich mit Ar- Lokalkommission: Orlob, Winne, Hertel. retirung gedroht hatte, entschloß er sich mir 10 M. zu„ schenken". irgendwelche Schutzvorrichtung anzubringen. Der Staatsanwalt Der Jahreslohn betrug neben der geschilderten freien Gerichtshof verurtheilte denselben zu einem Monat Gefängniß. brachte eine Strafe von 6 Wochen Gefängniß in Vorschlag. Der Station" 165 M., davon werden im ersten Halbjahr 60 M., der Rest im zweiten Halbjahr bezahlt; außerdem müssen die Leute fich verpflichten, die Koften ihrer Anwerbung zu tragen, wenn ſie nicht ein volles Jahr aushalten. Einem meiner Mitknechte hatte mein gnädiger Herr unter diesem Vorwande 12 M. vom Lohn gekürzt; später stellte sich aber heraus, daß er nur 4 M. Kosten gezahlt hatte. der Brust, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Beim Ein fahren eines Rollwagens in das Grundstück Dranienstraße 119, wurde zu derselben Zeit die unverehelichte Menzel vom Pferde Charitee gebracht. getreten und erlitt einen Knöchelbruch. Sie wurde nach der Charitee gebracht. Am 10. d. M. und am darauffolgenden Morgen fanden 3 fleine Brände statt. Gerichts- Beitung. Arbeiterbewegung. " Die Cöpenicker Lokalkommission giebt bekannt, daß der Vorwärts" in folgenden Lokalen ausliegt: 1. Schmidt, Grünauer straße; 2. Lange, Grünauerstraße; 3. Gabriel, Grünauerstraße; 4. Jante, Berlinerstraße; 5. Markan, Grünstraße; 6. Purrmann, Grünstraße; 7. Stutz, Schloßstraße; 8. Troppens, Rosenstraße; om 9. Fieliz, Alter Markt; 10. Briz, Alter Markt; 11. Tauchert, Müggelsheimerstraße; 12. Held, Müggelsheimerstraße; 13. Schulz, Amtsstraße 1. Bei Ausflügen machen wir darauf aufmerksam, Chemnik, 8. März. Eine Versammlung der Arbeitslosen daß die Genossen nur folgende Lokale bevorzugen möchten, und hatte an die hiesige städtische Behörde das Ersuchen gerichtet ,,, baldJa ja, die armen Gutsbesizer! Und dabei stellen die guten zwar an der Chaussee nach Friedrichshagen Goldener Hirsch" möglichst für lohnende Arbeitsgelegenheit Sorge zu tragen". Hierauf Leute die Sache immer so dar, als ob die Arbeiter auf dem und Tabbert's Hirschgarten. Zu Versammlungen steht uns nur hat diese Behörde dem Beauftragten der Arbeiter schriftlich geantLande das reine Paradies hätten. Nun hoffentlich bringt das Lotal des Herrn Kautsch,„ Kaiserhof", zur unentgeltlichen wortet: man trage Bedenken, sich mit dem Beauftragten und seinen unsere ländliche Agitation ein wenig Licht in diese Verhältnisse. Verfügung. Bemerken wollen wir noch, daß sich Herr Scheer Genossen in eine Grörterung über Arbeitsmangel einzulassen. Es sei Daß die Influenza wieder in Berlin graffirt, erscheint geäußert und sein Lokal direkt verweigert hat. Die Lokal Arbeitslosenversammlung ohne ihre Schuld arbeitslos feien. Man Daß die Influenza wieder in Berlin graffirt, erscheint( Wilhelmsgarten) der Lokalkommission gegenüber sehr abfällig der Behörde auch nicht bekannt, wie viele von Theilnehmern der Faum noch zweifelhaft. Die Tabellen des statistischen Amtes der kommission: A. Kreide, D. Giebelhaus. M. Reeps. G. Kurt. fönne eine Volksversammlung nicht für ein Organ halten, von Stadt Berlin melden bereits einen Todesfall an Grippe für die deffen Berathungen ein Nuzen für die Beschäftigung der Arbeiter Woche vom 15. bis 21. Februar. Manche Aerzte stehen aller- Fr. Richter, Müggelsheimerstraße, Barthold's Haus. zu erhoffen wäre. Die Behörde sei an Geseze gebunden und bings noch der Influenza- Diagnose sehr steptisch gegenüber und Polizeibericht. Am 10. d. M. Mittags wurde eine Frau tönne nicht Maßregeln treffen, zu denen sie gefeßlich unbefugt sei. wollen nur eine ungewöhnlich starke Schnupfen- und Ratarrh in ihrer Wohnung, in der Weißenburgerstraße, erhängt vorge Man sei den Arbeitern so wohl gesinnt, wie jedem anderen EinEpidemie als vorliegend annehmen. funden. Als gegen Abend der Arbeiter Wollert auf dem GrundArretirt. Borgestern Nachmittag gegen 1/25 Uhr passirtenstück, Neue Grünstr. 32, vom Hof aus einen Fahrstuhl beladen wohner, aber man fönne fich nicht entschließen, öffentliche AnArretirt. Vorgestern Nachmittag gegen 1/25 Uhr passirten wollte und ihn zu diesem Zwecke betreten hatte, setzte sich der gelegenheiten in einer Weise zu behandeln, die nach behördlichem die Bauarbeiter S. und D. die Magazinstraße. Dafelbst befindet felbe auf noch nicht aufgeklärte Weise in Bewegung. Hierbei Grachten dem Interesse der Arbeiter wie der Gemeinde nicht fich bekanntlich ein Proviantmagazin. In der Magazinstraße um Beschäftigung gefteht ein Schilderhaus, vor welchem ein Wachtposten für die gerieth Wollert, welcher noch schnell hinausspringen wollte, in förderlich, sondern abträglich sei. Gleichfalls hatten sich die Sicherheit des Staates besorgt ist. Als die beiden Arbeiter die das Getriebe des Fahrstuhls und erlitt so schwere Quetschungen wandt. Diese hat ihnen die Antwort dadurch ertheilt, daß sie Stelle paffirten, blieb Herr S. eine kleine Strecke zurück, um sich sofort die Gemeindevorstände zc. ihres Bezirks anwies, ungefäumt nach mehreren Bekannten umzusehen, mit denen die genannten alle nothwendigen öffentlichen Arbeiten ausführen zu lassen und beiden Arbeiter furz vorher zusammengewesen waren. Herr D. drehte sich um und rief seinem Freunde scherzweise die Worte zu: mit ihnen besonders arbeitslose Gemeindemitglieder zu betrauen. Sulzbach, 6. März. Nachdem die Bergleute an der Saar " Nauce, tommst Du denn?" Herr S. antwortete nicht, fühlte vom 1. April ab eine eigene Beitung Schlägel und Eisen" haben, aber plöhlich eine träftige Hand auf seiner Schulter, und als er ist mehr als rührend die Uebereinstimmung und Konsequenz, mit fich umblickte, sah und hörte er, wie ein Offizier dem Posten befahl, welcher die ultramontanen und liberalen Blätter erlogene und ihn zu arretiren. Sie sind mein Arrestant," sagte ihm der Soldat entstellte Nachrichten über die Bewegung der Bergarbeiter bringen. in dienstlichem Zone, und Herr S. mußte in das Schilderhaus Sie haben bereits in Ihrer gestrigen Nummer die Richtigstellung treten, mit dem Gesicht nach der Wand zu. Der Soldat eines Artikels der Franks. 3tg." gebracht. Aber erklärlich ist Tud sein Gewehr und pflanzte auch sein Bayonnet auf. Nach Eine für die Besitzer von Vergnügungslokalen nicht die veränderte Haltung der Blätter immerhin, die früher die Verlauf einer halben Stunde erschien die Ablösung, und Herr Sunwichtige Frage beschäftigte gestern in der Berujungsinstanz die Bergleute zu Abonnenten hatten und diese Kundschaft nunmehr mußte mit der Patrouille zwischen den Gewehren nach der mußte mit der Patrouille zwischen den Gewehren nach der Rafernenwache marfchiren. Hier fand ein peinliches Verhör statt Straffammer Via hiesigen Landgerichts 1. Der Verein der Maler verlieren werden.- Eine erneute unwahrheit liegt in der Beund merkwürdiger Weise fand der wachthabende Sergeant die und Lackier hatte die polizeiliche Erlaubniß erhalten, in dem hauptung verschiedener Blätter, daß die Versammlung der GrubenSicherheitsmaßregeln des Postens für überflüssig. Der Posten Rosche'schen Lokale in der Frankfurter Allee ein nicht öffent ausschuß- Mitglieder in Sulzbach keinerlei fachliche Ausstellungen fonnte überhaupt nicht angeben, daß Herr 6. irgend etwas un- ich es Kränzchen abzuhalten, zu welchem eine Tagestasse nicht an dem Statut, nach welchem zur Zeit der Knappschaftsvorstand stattfinden sollte. Neben dem Rosche'schen Saale liegt das verfährt, zu zu machen gehabt habe; daß vielmehr das gefeßliches begangen hatte, er betonte nur, daß er Herrn S. auf Schanklokal des Restaurateurs Böhl, und da Letzterer gleichfalls letztere lediglich deshalb verworfen worden sei, weil Knappschaftsältesten unter Deren Geheiß des Offiziers arretirt hätte. Trotzdem ging es dann ein gelernter Maler ist, wurde ihm mit einem bezüglichen Plakat die Mitwirkung durch die Kaserne nach dem Polizeirevier in der Grenadierstraße. eine Anzahl von Billets zu dem Kränzchen überwiesen. Gin zu Stande gekommen ist, das Vertrauen der Belegschaft verwirkt Bier wurde noch einmal ein Verhör veranstaltet und schließlich Kriminal- Schuhmann, welcher das Plakat fah, schickte ein haben. Ich bemerke demgegenüber, daß in der Versammlung eine wurde Herr S. entlassen. Was nun noch folgt, bleibt abzu- junges Mädchen zu Böhl und dieser verkaufte auch Meihe von sachlichen Einwänden gegen das Statut zur Sprache Sohne Besinnen das geforderte Billet. Der Schuhmann gekommen sind. So wurden die Beiträge zu hoch gefunden; die und das Schöffengerichtver- Bension, welche einem Bergmann nach 30jähriger Dienstzeit in Ein falscher Kriminalift. Der junge Bigarrenhändler G. denunzirte darauf hin in Alt- Moabit war mit der noch nicht 16 Jahre alten Tochter urtheilte sowohl den Maler Donat, welcher die polizeiliche Erlaub- der höchsten Klaffe zugebilligt ist, wurde zu niedrig gefunden. Es des Kaufmanns Gl. in der Weißenburgerstraße ein Verhältniß niß nachgefucht hatte, als auch den Wirth Rosche zu 6 M. Geld- wurde die große Paragraphenzahl des Statuts und dessen Uneingegangen, obgleich er anderweitig verlobt ist. Als er nun im buße, weil sie beide als Unternehmer" unbe ugt ein öffentliches" tlarheit getadelt, da„ ein Paragraph den anderen umstößt", wie Bekanntenkreise eine unbedachte Aeußerung hierüber fallen ließ, Vergnügen veranstaltet hatten. Herr Rosche legte gegen dieses man sich ausdrückte; deshalb stellte man das Verlangen nach hörte dies ein gleichfalls anwesender Versicherungsbeamte St., Erkenntniß die Berufung ein und sein Bertheidiger beantragte einem möglichst turzen und klaren Statut. In diesem neuen welcher in der Golzstraße wohnt. Dieser nun bestellte das junge die Freisprechung desselben. Er wies darauf hin, daß die be- Statut folle, im Gegensatz zu dem angefochtenen, freie Aerztemahl, Mädchen nach seiner Wohnung, legte sich demselben gegenüber treffende Polizeiverordnung einen erkennbaren Unterschied mache freie Wahl des Krankenhauses, wenn der Patient sich nach vierdem Anschein nach einen amtlichen Charakter bei und vernahm zwischen dem„ Unternehmer" eines derartigen Vergnügens und wöchiger Behandlung im Knappschaftslazareth von letterer Behand= die unerfahrene junge Dame zu Protokoll über ihre Beziehungen dem Wirth, welchem eventuell Konzessionsentziehung angedroht lung keine befriedigenden Erfolge mehr verspricht, gewährt werden. zu G. Eingeschüchtert durch das Auftreten des vermeintlichen sei. Daß der betreffende Kriminalschuhmann durch List in den Man rügte endlich, daß das Statut dem von den Belegschaften Beamten, schüttete die Gl. ihm ihr ganzes Herz aus. St. wandte Besitz eines Billets gekommen, beweise durchaus nicht, daß das oft erhobenen Wunsche nicht entspreche, der dahin geht, bei einem fichnun brieflich an die Eltern, deren sehr günstige Bergnügen für andere Personen, als Maler bestimmt war. That Alter von 50 Jahren oder nach 30 jähriger Grubenarbeit die Vermögenslage ihm gefallen haben mochte, mit der Anfrage, fächlich habe der Wirth sein Lokal für den betreffenden Abend Pensionirung verlangen zu können, ohne daß noch die Anerkennung ob er fich bem jungen Mädchen zweds Heirath nähern dürfe. an den Verein vermiethet gehabt, er fei nicht als Unternehmer" der Bergfertigkeit( Untauglichkeit zur ferneren Grubenarbeit) durch bie Antwort muß nun wohl nicht nach seinem Geschmack ausge im Sinne der Polizeiverordnung zu betrachten und sei gar nicht eine Aerztetommiffion hinzutrete. Ich dächte, das wären doch fallen sein, denn er begann unter Bezugnahme auf das in seinen im Stande gewesen, sich darum zu kümmern, ob Billets auch an fachliche Ausstellungen die Fülle, und ich habe sie vorstehend nicht Händen befindliche Protokoll den Gl.'fchen Eheleuten das Ver- dritte Personen verkauft würden. Der Gerichtshof schloß sich alle genannt. Um einer Frreführung der öffentlichen Meinung hältniß ihrer Tochter zu S. aufzudecken. In den bei dieser Ge- diesen Ausführungen an und erkannte auf Freisprechung. Er entgegenzutreten, ist es wirklich erforderlich, daß die falschen Nach= legenheit verfaßten Schriftstücken sind Stellen enthalten, welche stellte sich gleichfalls auf den Standpunkt, daß der Wirth, welcher richten berichtigt werden. 1) aug Seraing, 9. März. Die Metallarbeiter der hiesigen Stahlauf eine Grpreffung hindeuten und die Staatsanwaltschaft wohl sein Lofal an den betr. Berein vermiethet hatte, nicht als Unterbeschäftigen werden, Die Eltern der jungen Dame nahmen nun nehmer" zu betrachten sei, er hielt aber auch das Billet, welches werke beschlossen heute einen Ausstand. Gestern haben sich vier Veranlassung, von dieser Ausschluß über die Angelegenheit zu sich der Kriminalschuhmann zu verschaffen gewußt, nicht als verlangen und versezten sie hierdurch in eine derartige Furcht, beweiskräftig dafür, daß thatsächlich fremde Personen gegen Ent- neue Arbeiter- Syndikate gebildet. daß sie am 28. v. M. das Elternhaus verließ und bislang nicht gelt an dem Kränzchen theilgenommen haben. zurückgekehrt ist. Der Vater, in dem Glauben, fein Liebling habe Drei schwere Unglücksfälle, welche den Tod von Menschen fich ein Leid angethan, hat der Kriminalpolizei Anzeige erstattet, zur Folge gehabt haben, beschäftigten gestern furs hintereinander welche denn auch ermittelt hat, daß das junge Mädchen am bie erste bezw. dritte Straffammer des hiesigen Landgerichts I. 5. d. M. in einem Bigarrenladen von N. in Moabit eine Ge- Der erste Fall, in welchem sich der Bierverleger Hallmann währung von Obdach angesprochen, solches aber nicht erhalten und der Kutscher Knuth wegen fahrlässiger Tödtung zu ver- in den Bergwerken von Bruay die Arbeit niedergeleat hat. Hiernach dürfte anzunehmen sein, daß dasselbe in Berlin antworten hatte, ist wieder eine lebende Mahnung, kleine Kinder umher irrt und aus Furcht vor ihren Eltern nicht nach Hause nicht ohne sorgfältige Ueberwachung auf die Straße zu lassen. zurückzukehren wagt. Es war am 13. Oftober, als die beiden Angeklagten mit einem warten. " es Lüttich, 11. März. Der Streit in den Stahlwerken von Cockerill dauert fort; die Hälfte der Arbeiter ist ausständig. Morgen findet eine Sigung des Schiedsgerichtes statt. Die Arbeiter verhalten sich ruhig.m " Arras( Frankreich), 11. März. Elfhundert Arbeiter haben dere Soziale Uebersicht. den beim Neubam beſt Maurer und Zimmerer. Von verschiedenen Kollegen ist Singvögel aller Art halten, nachdem des Winters Regi- der bekannten Bierflaschen- Wagen die Staligerstraße entlang ment zu Ende, nun wieder ihren Einzug bei uns, jeden Tag fuhren. Der Ausblick von dem Kutschersize dieser Wagen ist tommt eine andere Gattung derselben an. Schon lassen sich in durch die Seitentheile bekanntlich sehr behindert. Als der Wagen im boldhain, in öffentlichen und Privatgärten Staare und andere Ufers mit der Brizerstraße war, hörte Hallmaun plöglich den Münchner Brauhaus Aktien- Gesellschaft" beschäftigten Maurern Ach das Kind!" Gr bieli fofort an, fah, daß ein wir begründet, als dit big Gästen den Aufenthalt bei uns angenehm zu machen, alle zwei- auwarf. Als er damit beschäftigt war, das Kind, welchem ein Direktion gegenüber zur Zahlung des obigen Stundenlohnes vernun Alles thun, was in unsern Kräften steht, den gefiederten sprang vom Wagen, indem er dem Kutscher Knuth die Leine der den Bau leitende Baumeister Ferdinand, obgleich er sich der über die Beinchen gegangen war, hervorzuholen, zog das dafür zu sorgen, daß Pferd plößlich an, ein zweites Rad ging dem Kinde über den Beit Abzüge von diesem Lohn vorgenommen und den Simmerangeht, daß in wohlgepflegten Parks oder Schmuckplähen alte Kopf und zermalmte denselben, so daß der Tod sofort eintrat. Leuten 50, den Maurern 55 Pf. gezahlt hat. Nachdem aber die hecken stehen bleiben, damit die Vögel ihr Heim darin aufschlagen, gelegt wurde, vermochten jedoch nachzuweisen, daß sie feine Schuld angeordnet worden, daß nunmehr die Maurer und Zimmerer werden. Nun werden zwar schon seit langer Zeit fünstliche Rind plöglich schnell über dem Straßendamm gelaufen, um bei Stundenlohn, wie ihn die Fachvereine feftgefeht haben, ungekürzt so muß anderweitig Gelegenheit zum Nesterbau für sie geschaffen daran trugen. Die Augenzeugen befundeten nämlich, daß das direkt von der Brauerei befchäftigt werden und ihren vollen bem Wagen und daß auf diese Weiſe ſelbſt Umfange, wie dies wünschenswerth und nothwendig ist, zumal direkt in sein Unglück hineingerathen sei. Die Angeklagten mußten Zur Berichtigung der von Herrn Auguft Werkmeister gedie Erfahrung gelehrt hat, daß die Höhlenbrüter jich bald an deshalb freigesprochen werden. Der zweite Unglücksfall ist als eine direkte Folge des wahn machten unrichtigen Behauptungen fühlt sich das Streikkomitee diefe für sie hergerichteten Wohnungen gewöhnen, vorausgesetzt, betrachten. Der Rutscher daß dieselben zweckmäßig fonftruirt, richtig angebracht und zu witzigen Fahrens zu rechter Beit aufgehängt find. Die rechte Beit ist aber jetzt, ein Ferdinand Schulte fuhr am 20. November mit einem breiten. Herr August Werkmeister behauptet, daß ein Streit der zweispännigen Wagen, vom Schlesischen Bahnhof tommend, Versilberer in seiner Fabrik nicht existire. Thatsache ist, daß seit Jeder möge daher für den Schuß der nüglichen Bögel forgen. in die Andreasstraße hinein. Er machte sich dabei zweier dem 8. Dezember 1890 14 Bersilberer infolge einer dort stattFrische Gier treten jetzt täglich mehr im Verkehr auf, da Uebertretungen schuldig, indem er einerseits in scharfem Trabe gefundenen Lohnreduzirung von 15 resp. 25 pt. sich im Streit alle Hühner bei dieser milden Witterung zu legen beginnen. Die fuhr und andererseits auf der linken Seite kurz um die Ecke bog. befinden. Wenn Herr A. W. fagt, er wolle teine Abzüge machen, fo selben sind jedoch noch sehr theuer, die Mandel davon kostet 1,20 In demselben Augenblic paffirte eine Frau mit zwei Kindern den Mart, einzelnes Gi 10 Pf., während die alten, nach irgend einer Straßendamm; die Kinder retteten sich vor dem heranstürmenden ist das ebenfalls unrichtig. Weiß denn Herr A. 23. nicht mehr, Methode fonfervirten Gier pro Mandel 75-85 Pf. gelten. Wie Gefährt durch einen Sprung auf den Bürgersteig, die Frau da- daß einer der ältesten Wersilberer feiner Fabrik, Namens Rogas, groß der Bedarf an Eiern ist, geht schon daraus hervor, daß hier gegen wurde von dem Wagen erfaßt und so schwer verletzt, daß zu wiederholten Malen in seiner Fabrit gewesen ist und sich allein über hundert Engros- Gierhandlungen eristiren, welche jie ihr Leben einbüßte. Der Gerichtshof verurtheilte den Ange- nach Arbeit erkundigt hat, daß ihm aber stets gesagt wurde, er Mengen von Giern aus Desterreich- Ungarn, Rumänien und Ruß- flagten wegen seiner frevelhaften Leichtfertigkeit zu 9 Monaten fönne ja arbeit bekommen, aber zu den reduzirten Preisen. Dafür hat der Stollege natürlich gedankt und hat keine Arbeit anland einführen, trotzdem diefelben aus dem zuerstgenannten Lande Gefängniß. In dem dritten Falle handelt es sich um einen unglücklichen genommen. nach hier einen Eingangszoll von 3 M. pro 109 Rilogr. foſten. Im übrigen sind ja doch sämmtliche jetzt im Streit Richtiger wäre es schon, wenn auch im Detailverkauf die Gier Zufall. Zu der Päzold'schen Maschinenfabrik gehört eine nach Gewicht und nicht mandelweise gehandelt würden. Ebenso Tischlerei, welche unter der Leitung des Tischlermeisters Beuschler steht. befindlichen Kollegen Jahre lang in der Fabrit beschäftigt gefind Datumeier wünschenswerth, b. b. solche Gier, auf denen Am 1. Oktober waren die Tischler Balentin Kluge, Hermann wesen. Herr A. 2. wird doch nicht etwa behaupten wollen, daß notirt ist, wann sie gelegt worden sind. Was übrigens das Töpfer und Ostar Reinide damit beschäftigt, vom Sols diese Kollegen so ohne Weiteres die Arbeit einstellten, weil sie so läßt in vielleicht zu faul" zum Arbeiten sind. Was nun die Kantenmacher anbetrifft, so wird sich doch besser durch Anwendung eines Thermometers als nach der Uhr anderen Arbeitsraum zu befördern. Die Hölzer sollten vorschrifts hoffentlich Herr A. W., wenn ihn sein Gedächtniß nicht im Stich bends von 9 bis 10 Uhr, statt. Die Tabakarbeiter und Tabakarbeiterinnen werden auf die am in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, statt. Kommission freier eingeschriebener Hilfskaffen zu Berlin morgen gelaffen, noch entfinnen, daß dem Kollegen Hartmann, welcher| Wie bereits im Anzeigentheil angekündigt, findet der Unterricht jeden Freitag, 13 Jahre in seiner Fabrik beschäftigt war, ebenfalls Kanten zu reduzirten Preisen angeboten worden sind. Dieses Angebot wurde jedoch von Hartmann zurückgewiesen. Infolge dessen wurde Hartmann entlaffen, jedoch nachdem dieser unzufriedene Hartmann entlassen worden ist, wollte ja Herr A. W. den alten Preis weiter zahlen. Herr A. W. motivirte die Entlassung damit, daß nichts zu thun wäre, woran aber niemand von den übrigen Kollegen glaubte; vielmehr behaupten die übrigen Kollegen, daß sich Herr A. W. seiner ihm mißliebig gewordenen Freunde" so entledigen wollte. Ist denn Herr A. W. nicht davon unterrichtet, daß Arbeit, zum Beispiel Barockkanten, welche stets in seiner Werkstatt fertig gestellt wurden, jetzt außer dem Hause gemacht werden, und weil fehlerhaft gearbeitet, noch nachträglich von seinem Wertführer in eigner Werkstatt ausgefittet und ausgebessert worden sind? Weiter, weiß denn Herr A. W. noch nicht, daß Herr Riering in der Melchiorstraße 3 von seiner Firma mit Aufträgen überhäuft worden ist, welche stets von den jetzt streikenden Verfilberern in seiner Fabrik gemacht wurden? Abgesehen von all diesen Beweisen, waren die Kantenmacher sich darin einig, wenn wirklich wenig zu thun wäre, unter einander die Arbeit zu vertheilen, nämlich so, daß diese drei Mann, welche entlassen werden sollten, ebenfalls Brot hatten. Zum Schluß wollten wir nur noch bemerken, daß der Artikel des Herrn A. W. bei jedem denkenden Arbeiter nicht das bewirkt haben wird, was er eigentlich nach Ansicht dieses Herrn bewirken follte, nämlich, uns der Deffentlichkeit gegenüber bloßzustellen und uns so die Solidarität der übrigen deutschen Arbeiter abzuschneiden. Die Streit- Kommission der Vergolder. Versammlungen. Der Fachverein der Tischler hielt am Sonntag Vormittag in Norbert's Festsälen eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Kollege Bruns einen Vortrag über das Alters- und Invaliditätsgefeß hielt. Die vortrefflichen Ausführungen des Referenten über die wichtigsten Punkte des Gesetzes begegneten dem lebhaften Interesse der Mitglieder und waren geeignet, vielfach Klarheit über das schwer zu übersehende Gesetz zu verbreiten. Nach einer regen Diskussion wird der Wunsch ausgesprochen, den Vortrag noch öfters auf die Tagesordnung zu setzen. Nach Erledigung einiger Vereinsangelegenheiten wird die Versammlung geschlossen. Der Verein zur Wahrung der Jnteressen der Schuh. macher und verwandten Berufsgenossen Berlins hielt am 9. März eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Herr Dr. Lütgenau einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über Christenthum und Sozialismus hielt. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. Unter Verschiedenem macht der Vorfizzende auf den Maskenball der Stepper und das am 1. Osterfeiertag stattfindende Vergnügen des Vereins und außerdem nach auf die am Montag, den 16. März, in Moabit stattfindende und die für den 3. Osterfeiertag geplante öffentliche VerSammlung aufmerksam und bittet, recht rege dafür zu agitiren. Der Bericht in Nr. 58 unseres Blattes über die Firma Werkmeister betrifft nur allein die Fabrik des Herrn August Werkmeister junior, Brunnenstr. 151-152. Verein Zukunft, Kranten- und Sterbekasse( Norden). Montag, den 16. März, Abends 8% Uhr, bei Keller, Bergstr. 68. Wichtige Besprechung. Erscheinen sämmtlicher Mitglieder nothwendig. Stenographie. Zu dem heute Abend im Restaurant Sinte, Forsterftr. 45, im Bereinszimmer des Leseflubs Herwegh" beginnenden Lehrgang in der vereinfachten Arends'schen Boltsturzschrift hat der Seiter des Unterrichts die Einrichtung getroffen, daß arbeitslose Genossen von der Bezahlung der Lehrmittel entbunden sein sollen und nur einige Pfennige für die Be nugung der Lehrtafeln zu zahlen haben. Anhänger anderer Systeme, welche die vereinfachte Arends'sche Kurzschrift tennen lernen und sich von der überraschenden Einfachheit derselben überzeugen wollen, erhalten die Behrtafeln Lethweise und sind zum Besuch der Unterrichtsstunden freundlichst eingeladen. Unſerem Freunde und Genoffen Emil Klein zum heutigen Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch! Armes Suppenhuhn laff' gießen, Daß der Kanal voll wird![ 904b Die durstigen Brüder a. d. Memelerstr. R. A. H. P. G. J. H. Allen Bekannten machen wir die traurige Mittheilung, daß unser Bater und Gatte, der Metallschleifer Carl Seeliger, plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donners tag, Nachm. 4 Uhr, vom kath. Krankenhause aus nach dem Elisabeth- Kirchhofe ( Gesundbrunnen) statt. Wir theilen allen Freunden und Be kannten die traurige Nachricht mit, daß Austausch. Literarisches. Dienstag, den 17. März, Abends 8 Uhr, bet Bögon, vor dem Prenzlauer Thor, stattfindende große öffentliche Versammlung aufmerksam gemacht. Die Graf Julius Szapáry an der Spine Ungarns. Ein 2. Antwort des hiesigen Fabritantenvereins, in Betreff des zu errichtenden Humblot, Preis 3 M., 149 S. gr. 80). Wir haben es hier mit Tagesordnung lautet: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Julius Bruhns. Lebens- und Charakterbild( Leipzig, Verlag von Duncker u. Ginigungsamtes. 3. Stellungnahme zur Maifeier. 4. Berschiedenes. Freie Vereinigung der Zeitungsspediteure und Verkäufer. Unsere dem Werke eines ungarischen Offiziösen zu thun, der seiner Pflicht nächste Bersammlung findet am Montag, den 16. März, Nachmitags i uhr, vollauf nachlebt, indem er seinen Chef als einen Staatsmann ersten Ranges darstellt, was sehr nothwendig ist, da man bis Freitag, Abends 9 Uhr, Sigung Fischerstr. 41 bei Stockfisch. Um zahlreiches nun vom Grafen Szapáry eine andere Meinung hatte. Für wen Erscheinen wird gebeten. das Buch geschrieben wurde, ist uns nicht recht klar, denn Kenner straße 4. Ain Sonnabend den 14, März findet eine außerordentliche General: des Anonymus nicht bekehren lassen und Leute, die sich für Vergnügungsverein Sorgenbrecher"( 26. Juni 1886), Mendelssohn: der ungarischen Verhältnisse werden sich von dem schlechten Deutch versammlung, verbunden mit wichtiger Tagesordnung, statt. Erscheinen Ehrenfache. Gäste willkommen. Ungarn nicht interesfiren, lesen ein derartiges Buch nicht. Es und Sterbetaffe der Metallarbeiter( Freie eingeschriebene Hilfstaffe Nr. 29 zu Mitgliederversammlung( Berlin, Filiale 9) der Allgemeinen Kranten scheint uns auch weniger für ein großes Publikum bestimmt Samburg) am Sonnabend, den 14. März, Abends 8 Uhr, zu Moabit, wolts zu sein, eher als Zeitfaden für Offiziöſe. Das ungarische Braueret, Alt- Moabit 47-49. Parlament wird in nächster Zeit neu gewählt werden und dann Freireligiöse Gemeinde. Am Freitag, den 13. März, Abends 8 Uhr, dürften die politischen Verhältnisse Ungarns in der deutschen findet im großen Saale des Böhmischen Brauhauses, Bandsberger Allee 11, eine große öffentliche Versammlung zu Gunsten der Freireligiösen Gemeinde ftatt, Presse behandelt werden; da nun eine genauere Kenntniß der in welcher Frau Henrich- Wilhelmi über das Verhältniß des Freidenferthums fomplizirten politischen Verhältnisse Ungarns nicht häufig anzuaustauen Frage" den Vortrag halten wird. Nachher freier Meinungstreffen ist, so soll wohl dieses Buch schon jetzt die Presse günstig für die ungarische Regierung stimmen. Lese- und Diskutirklubs. Donnerstag. Freiheit", Abends 8 Uhr, Naunynfir. 86 bet Zubeil. Gäste fönnen durch Mitglieder eingeführt durchschaut haben. Ist doch nach den Darlegungen des Verfaffers Wer aber nicht ganz oberflächlich liest, wird die Mache bald werden. Verein ,, Voltsbildung"( Männer und Frauen) Abends 9 Uhr, a ch Auf Nachm. 3 uhr, in der Gr. Frankfurterstr. 99, Frankfurter Bier- und weitaussehender als das Regime Száparys. War früher im Restaurant Nürnberg, Schönhauser Allee 28. Lese- und Distutirtlub in Ungarn Alles gut, nichts tadel- und fleckenloser, nichts genialer ballen"" ahrheit, Martusstr. 31.- Auftlärung", Abends 8% hr, in Heindorfs Restaurant, Langeftr. 70. Gäfte willkommen. eine" in Deát, dann Andrassy, später Tiszaj der unübertreffliche StaatsBirdorf, Ecke Knesebeck- und Hermannstraße, Restaurant Beyler. Gäste will mann, so ist es jetzt Szápary und demnächst sein Nachtommen. Neue Beit", 8% Uhr, Boyenstr. 40. Gäste haben Zutritt. „ Süd- Ost", 8% Uhr bei Toltsdorf, Görlitzerstr. 58. Gäste, burch Mitglieder ungarischen Parlaments, auf die mundtooten nichtmagyarischen folger. Aber ein Blick auf die Zusammensetzung des eingeführt, haben Zutritt. Johannes Webb e Urbanstr. 61, b. Schütz. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Donnerstag Abends Nationalitäten, auf die Korruption der Verwaltung, auf den un9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Seeger'scher erhörten Steuerdruck beweist, daß Ungarn kein gut regiertes, tein Gefangverein", Blumenstraße 46 bei Wendt. Uebungsstunde von 9 bis Musterland ist, wie dem Verfasier glauben zu machen befohlen Gesangverein, Einigtett"( Hutmacher), Linienstraße 73 bei Roth. Gesangverein Edelweiß Melchiorstraße 15 wurde. Der Verfasser schweigt sich fonsequent über all diese Gefangverein cho 2", Alte Schönhauserstraße Schäden der ungarischen Gesetzgebung und Verwaltung aus. Er Gefangverein Frühlingsluft", Flottwell giebt vor, nicht zu wissen, daß Ungarn ein Land ist, in dem nur Männerchor St. Urban", Annenstraße 9 bei die besitzenden magyarischen Schichten Freiheiten besitzen, wäh Männergesangverein Borar", Admiralstr. 38 bei Bülow. Gesangverein Kornblume", Blumenftr. 54 bei Wuttte. Gefangverein rend die anderen Nationalitäten und die Arbeiterbewegung ,, Hand in Hand", Staltzerftr. 142 bet Greifer. Gefangverein brutal unterdrückt wird. Unverzagt" bei Küster, Köpenickerstraße 127a. Gefangverein ,, Dorf: glödlein" Deutsch- Willmersdorf, Berlinerstr. 40 bei Pietsch. Gesangverein des Tischlerverbandes" in Steglitz, Restaurant Hildebrand. Arbeiter- Gesangverein Harmonie", Tempelhof, Dorfstr. 10 bei Gerth. Gefangverein ,, Weiße Rose", Reinickendorf, Residenz- und HolländerstraßenEde bet Caro. Arbeiter- Gefangverein Morgenroth, Rummelsburg, Göthestraße 9 bet Konrath. Gefangverein Freundschaft" Abends Ich I u'ß" in Sahm's Klubhaus, Annenstrauße Nr. 16. 9 Uhr, bei Dewald Berliner, Brunnensir. 114. Gesangverein Bregel Gesangverein" Firmitas", Adalbertstr. 8 bei Schneider. reuzberger harmonie", Lindenstr. 106, bet Poppe. Amicitia", Adlershof Bismarcktraße bei Albrecht. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Stat: lub Rüdwärts", Abends 8 Uhr, im Restaurant Boderte, Pallisadenstraße 47. übeck'scher Turnverein, Männer Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, Elisabethstr. 57-58, Königstädt. Gymnasium. Turnverein„ Osten", Lehrlings- Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, Blumenftr. 63a. genossenschaft, 1. Lehrlings Abtheilung, Abends 8-10% Uhr, im LessingTheater, Panfftr. 9-10. " 11 Uhr. bei Stehmann. Nr. 42 bet Reimann. ftraße 5 bet Bartels. Bros. tommen. " M " Musik und Gesangverein Gesangverein Berliner TurnMänner- Gefangverein Crescendo", Abends 9 Uhr, bei Körting, Gneisenauftraße 88.-- Geselliger Verein Regina", Sigung mit Damen, Abends 8 Uhr, in den Luifenftädt. Bierhallen, Alte Jatobftr. 89. Geselliger Club Blau veil chen", Abends 9 Uhr bei Förtsch, Stallschreiberstr. 60 Pfropfenverein ebbing", Abends 8 Uhr bei A. Engel, Müller- und Antonftraßen- Ecke. Vergnügungsverein Caprice", Abends 9 Uhr, Sigung mit Damen im Marienbad", Babftr. 35-36, Saal 1 Tr. Bergnügungsverein Veil: chen", 9% Uhr, Sigung mit Damen bei Lülow, Admiralstraße 38. Gäste will Berein ehemaliger Schüler der 98. Gemeindeschule, Abends 9 Uhr, im Gesellschaftshause" Ostend", Rüdersdorferstr. 45. Privattheater Gesellschaft offnung", Abends 8% Uhr, im Klubhaus, Ohmgaffe 2. Gäste willkommen. Berein ehemaliger Schüler der 23. Gemeindeschule. Sigung, Abends 9% Uhr, bei Saeger, Grüner Weg 29. Gäste will: tommen. Berein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule bei Schröder, Stegligerstr. 18, Gäste wilkommen.- Tambourverein, Jungferntrans", Weidenweg 12. Rauchilub Dezimal- Waage", Abends 9 Uhr bei Infinger, Krauts. Straße 48.- Rauchilubernspige", Abends 8½ Uhr bei A. Böhl, Rüders: Dorferstr. 8.- Rauchtlub ,, Collegia", Abends 9 Uhr, in Spengler's Wirths haus, Staltherstr. 41.- Rauchflub Vorwärts", Abends 9 Uhr, bei Tempel, Breslauerstr. 27. Verband Deutscher Barbierund Friseur- Gehilfen. Große Versammlung am Donnerstag, den 12. März, Abends 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38. Tagesordnung: Das Vorgehen der Innung gegen Wir wollen hoffen, daß das Buch des hochoffiziösen Anonymus wirkungslos bleibt. Jedenfalls müssen wir jedem, der sich mit ungarischen Verhältnissen vertraut machen will, rathen, dies Buch nicht zur Information zu benügen. Briefkaffen der Redaktion. Gäke. Wenden Sie sich an Herrn J. Semmel, Neue Königs ftraße 48. K. 2. Sie haben Recht. R. Sch. Wenden Sie sich an einen tüchtigen Gefanglehrer. Briefkaffen der Expedition. Heer, Arnstadt. Bitte wenden Sie sich an Herrn Carl Scholz, Berlin SO., Wrangelstr. 32, pt. Schlegel, Stenn. Beschweren Sie sich bei Ihrer Postan ſtalt, wir fönnen feine Abhilfe schaffen. Für die Ausgesperrten gingen ferner ein: Ges. Schriftgießerei W. W. 17,65 M. Schönhauser Linde 4 M. Bautischlerei Brand, Bremerstraße 48, Moabit 2 M. G. St.( verspätet) 1 M. Tischlerei von Hoffmann 10 M. Destillateur G. Buchholz, Wörther straße 51 7,50 M. Tellersammlung der Holz- und Bretterträger am 10. März 3,65 M. Verband der Möbelpolirer 5,70 M. Scr. Rixdorf 1 M. Druckerei Gebr. F. durch Börner 4 M. Von einem Geburtstage genassauert 10 M. Berichtigung. In der geftrigen Nummer muß es heißen anstatt„ Gefangverein Deutsche Schleife"," Norddeutsche Schleife." Gefgiftshaus 5. Seine. Möbel, Spiegel und Polster- Waaren, S. Chauffeestraße 14 Die schönsten Kinder- Kleider für Mädchen jeden Alters, sowie den Verband der Barbier- und Friseur Morgenröde, Unterröde, Gehilfen. Referent Drechsler G. Hildebrandt. Gäste haben Zutritt. 913 b J. A.: T. Steczniewsky. Verein der Sattler und Fachgenossen. unsere Großmutter, Wittwe Bohne, Versammlung geb. Teichmann, am 9. März verstorben ist. am Sonnabend, 14. März, Abends straße 83. Tagesordnung: Die Beerdigung findet am Freitag, 81/2 Uhr, bei Reyer, Alte Jakobden 13. März, Nachm. 3/2 Uhr, auf dem Begräbnißplat der freien Gemeinde, Pappel- Allee, statt. 919 b Die Hinterbliebenen. aus Trikottaillen u. Blousen auch im Einzelverkauf sehr billig! Massbestellungen u. Reparaturen werden prompt erledigt! Chauffeestraße 14 Geschäftshaus S. Seine. Im Tuchgeschäft 1. Vortrag des Herrn W. Werner über Oranien- Str. 126. I. Richter's Jrrlehren." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Hierzu ladet ein 261/5 Der Vorstand. Auf die Annonze in Nr. 52 des Vorwärts" theile ich mit, daß der Tischler R. Rothenburg Friedrichsberg wegen Rörperver: Restaurant Linke, Forsterstr. 45. legung zu drei Monaten Gefängniß 903 b Am Freitag, 18. März cr., 9 Uhr Abds. beginnt der nächste unentgeltliche Lehrgang in der bereinfachten verurtheilt worden ist. Gottlieb Lange. Herren- u. EinsegnungsAnzüge, Paletots, fowie Damenkleider etc. Auf Wunsch auch gegen Theilzahlungen. 317L Ich warne hiermit, meiner Frau Arendsschen Stenographie. Photographie- Atelier auf meinen Namen etwas zu borgen, da ich für nichts auffomme. 925 b K. Schneider. Buchbinderei von Konstantin Janiszewski, Rottbuser Damm Nr. 99, Hof part. Freunde u, Parteigenoffen, welche mich mit Buchbinderarbeiten unterstützen wollen, bitte ich, Für Lehrmittel etc. find prän, 3 Mark zu zahlen. Die vereinf. Nr. Dollsftenographie übertrifft bei weitem alle anderen Systeme an leichter Erlern barkeit und prakt. Brauchbarkeit. Dieselbe stellt fcine größeren Anforderungen an den Geist als d gewöhnl. Schrift u. hat sie in freiem Wettbewerb ( 3. B. im schwed. Landtage etc.) stets den ersten Platz behauptet. Auswärtige Genoffen unterrichte brieff. 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General- Steuerbirektor Burghart: Lassen Sie unsere Thor die Darlehen den am Streit Betheiligten als bezahlt zu quittiren, heiten durch die Weisheit der ausführenden Beamten ausgleichen, wenn dieselben ihre sabungsmäßigen Pflichten treu erfüllt haben." wir fönnen uns nichts Besseres wünschen.( Beifall.) Die Absicht dieses Paragraphen fann nur die gewesen sein, Die beiden Paragraphen werden unverändert angenommen. daß die den Streifenden gewährte Unterstügung denselben definitiv 53. Sigung vom 10. März, 11 Uhr. Die§ 15-21, Steuerausschüsse und deren Befugnisse werden verbleiben soll, falls sie ihre fabungsmäßigen Pflichten treu erfüllt Am Ministertische: Dr. Miquel. ohne Debatte genehmigt. haben, für den entgegengesetzten Fall ist die Form eines Darlehens Abgeordnetenhaus. Brömel. 119 3u§§ 22, welcher von der Ermittelung des Betriebes handelt, gegen Wechsel gewählt worden, um dem Vorsitzenden für diesen und anführt, welche Werthverminderung u. f. 1. vom Ertrag Fall die Wiedereinziehung der Unterstützung zu erleichtern. Es abgezogen werden könne, beantragt Abg. Brömel, daß auch die fragt sich also nur, ob der Verklagte seine sagungsmäßigen Zinsen von Schulden, welche behufs Anlagen oder Eriveiterungen Pflichten dem Verein gegenüber treu erfüllt hat. In dem Austritt u. f. w. aufgenommen sind; vom Ertrag abgezogen werden können. aus dem Verein nach vorgängiger Vollziehung des bekannten ReAbg. Schreiber( freifonf.) wendet sich gegen den Antrag verses hat das Gericht aber eine Pflichtversäumniß des Verklagten dem Verein gegenüber nicht erkennen fönnen. Der Austritt aus dem Verein steht selbstfolglich jedem Mitgliede zu, was auch der § 7 des Statuts vorausseßt, aus welchen Gründen der Austritt erfolgt ist, bleibt unwesentlich. Die entgegengesetzte Auffassung würde zu einer exorbitanten Konsequenz führen, daß der Verein von jedem Mitgliede, welches während des Streits oder während eines Jahres nach Beendigung desselben austrat, die gewährte Unterstützung zurückverlangen fönnte. Die zweite Berathung des GewerbesteuerGesetzes wied fortgesezt beim§ 6, welcher für die Besteuerung vier Klassen festsetzt: In Klasse 1 sind diejenigen Betriebe zu besteuern, deren jährlicher Ertrag 50 000 M. oder mehr, oder bei denen der Werth des Anlage und Betriebskapitals 1000 000 Mark oder mehr beträgt. Die Gewerbesteuer- Klasse 11 umfaßt die Betriebe mit einem jährlichen Ertrage von 20 000 bis aus schließlich 50 000 m., oder mit einem Anlage- und Betriebs- Abg. Brömel: Es ist höchst ungerecht, daß ein Gewerbetapital im Werthe von 150 000 bis ausschließlich 1 000 000 m. treibender für seine Schulden Steuern zahlen soll; das thut er Bur Gewerbesteuer- Klasse 11 gehören die Betriebe mit einem aber, wenn die zur Anlage und Erweiterung des Geschäfts auf jährlichen Ertrage von 4000 bis ausschließlich 20 000 M., oder genommenen Kapitalien nicht abgezogen werden. Daß bei der mit einem Anlage- und Betriebskapital im Werthe von 30 000 Grundsteuer, einer Reallast, die Schulden noch nicht abgezogen bis ausschließlich 150 000 m. 3ur Gewerbesteuer- Klasse 1V ge- werden, beweist für die Gewerbesteuer, die eine Ertragssteuer ist, hören die Betriebe mit einem jährlichen Ertrage von 250 bis nichts. Es ist eine Verlegung des Grundsatzes, nur nach der ausschließlich 4000 m., oder mit einem Anlage und Betriebswirthschaftlichen Leistungsfähigkeit zu besteuern, wenn man meinem fapital von 3000 bis ausschließlich 30 000 M. Antrag nicht Folge giebt. Abg. Meguer( 3.): Die fleinen selbständigen Gewerbetreibenden werden bei diesem Tarif sehr schlecht fortkommen. Sie haben durch die Kosten für Krantentaffen- Versicherung und Unfallversicherung schon ganz bedeutende Lasten und die jetzt im Reichstage zur Berathung stehende Arbeiterschutz Gefeßgebung gereicht auch nur den unselbständigen Arbeitern zum Vortheil. Ich beantrage deshalb, die Gewerbesteuerpflicht nicht bei einem Ertrage von 1500 m., sondern erst von 2000 m. beginnen zu lassen, und muß meine Zustimmung zu dem ganzen Gesetz von diesem Antrag abhängig machen. Abg. Hammacher: Der Antrag Brömel geht von der Ansicht aus, daß die Gewerbesteuer nichts weiter ist, als eine zweite Einfommensteuer. Die Gewerbesteuer ist aber eine Realsteuer, an der wir nicht rühren dürfen. Gewiß werden einige Härten sich bei der Ausführung des Gesetzes zeigen, aber solche wird es bei jedem Steuergesetz geben. Auch bei der jetzigen Veranlagung wird nicht Rücksicht genommen auf die Schulden, sondern der Umfang des Geschäfts ist maßgebend. Geheimrath Jung stellt fest, daß die Gewerbetreibenden in Zukunft durchaus nicht schlechter gestellt sein werden als jetzt. Der Abzug der Schuldenzinsen ist mit der Natur einer Realsteuer und eine solche ist die Gewerbesteuer vollständig unvereinbar. Geheimrath Fuifting: Die Regierung läßt sich im Wohlwollen für die kleinen Gewerbetreibenden von feiner Partei, auch nicht von der des Vorredners übertreffen. Nach den neuesten Probeveranlagungen sind gerade bei den jetzt bestehenden Ge- Abg. von Ehnern: Es soll doch nur die mit Benutzung werbesteuer- Klassen weit weniger Leute steuerfrei, als fünftig. eines gewissen Kapitals aufgewendete Arbeit und ihr Ertrag be Diejenige Klaffe, die früher 24 M. Gewerbesteuer zahlte, wird steuert werden. Wir würden mit Annahme des Antrages tünftig höchstens nur 4 M zahlen. Der Ausfall aus der Ge- Brömel den ganzen Gewerbestand demoralisiren, denn es würde werbesteuer wird 2 bis 3 Millionen Mark betragen. Die untere in den meisten Fällen der Versuch gemacht werden, sich der BeGrenze können wir nicht blos deshalb, weil die Invaliden- steuerung zu entziehen. versicherung fie auf 2000 m. festsetzt, auch hier so bestimmen. Solche Leute können noch immer Gewerbesteuer zahlen. Abg. v. Tiedemann- Bomst wendet sich gegen den Antrag Meßner. Der Ertrag von 1500 M. tönne sehr wohl zur Gewerbesteuer herangezogen werden. in Abg. Bachem( Krefeld): Wenn ein Ausfall von 2 bis 4 Millionen wirklich aus der Gewerbesteuer entstünde, so würde aus der Einkommensteuer ein um so größeres Plus heraustommen; Nehmen Sie den Antrag Megner an. Unter Ablehnung des Antrags Brömel wird§ 22 nach der Kommissionsfassung angenommen. Nach§ 26 fann der Steuerausschuß Sachverständige und Auskunftspersonen vernehmen oder die eidliche Vernehmung ver anlassen. Nach der Regierungsvorlage sollte der Steuerausschuß nur die eidliche Vernehmung veranlassen dürfen. Abg. Brandenburg beantragt, die Regierungsvorlage wieder herzustellen, und wird darin vom Abg. Pachem unterstützt, während Abg. Eberhard für die Kommissionsvorlage spricht. § 26 wird unverändert angenommen. Abg. Eberhard: Wir halten die Grenze von 1500 M. für durchaus angemessen, weil diese Einnahme sich deckt mit der eines Die§§ 30-38 enthalten die Vorschriften über die Berufung. gut befoldeten Arbeiters. Nach einer Probeveranlagung in Kre- Nach der Vorlage und den Kommissionsbeschlüssen soll die Befeld werden von der bisherigen Klasse B 64 v. H., der Klasse Crufung für die Klasse 1 vom Steuerausschuß an den Finanzminister 35 v. H., der Klasse H 69 v. H. tüuftig steuerfrei sein. Weiter gehen, für die übrigen Klassen an die Bezirksregierung. Gegen kann man doch wirklich nicht gehen, sondern man muß mit der Aenderung vorlieb nehmen." Finanzminister Miquel: Wäre die Ansicht richtig, daß der Tarif eine größere Belastung des Westens als des Ostens enthält, so würde das auf jede Klasseneintheilung zutreffen müssen, ob die unteren Grenzen bei 1500 oder 2000 m. beginnt. Berlin zahlt allein soviel Gewerbesteuer als die ganze Rheinprovinz. Die reichen Industriepezirke sind auch im Westen sehr dünn gefäet und ein Gegensatz zwischen Often und Westen ist überhaupt nicht vorhanden. Unter Ablehnung des Antrages Megner wird die Regierungsvorlage angenommen. 0 et du Dem Kläger steht daher ein Rückforderungsrecht der gewährten Unterstützung nicht zu und war somit die Klage abzuweifen. Die Entscheidung über die Kosten gründet sich auf§ 87 der Bivilprozeß- Ordnung. gez. Matthießen. Versammlungen. Freireligiöse Gemeinde. il suo Die Freireligiöse Gemeinde veranstaltete am 10. März eine Versammlung im großen Saal von Joël, in welcher Frau enrich Wilhelmi über Feuerbestattung" sprach. Die Vortragende führte in furzem folgendes aus: Wie alle Reformen auf politischem und sozialem Gebiete mkt mancherlei Vorurtheilen zu kämpfen haben, so ergehe es auch der Bewegung für Feuerbestattung. welche besonders von der Kirche angegriffen würde. Diesen Umständen sei es zuzuschreiben, daß die Feuerbestattung noch selten sei. Man glaube vielfach, sich durch Rücksicht auf den Todten bei der Bestattungsart leiten Tassen zu müssen, während doch nur Rücksichten auf die Lebenden bestimmend sein dürften. Man müsse der Hoffnung Raum geben, daß alle Vorurtheile gebrochen würden, und daß die Feuerbestattung einst allgemein sein würde. Die Kulturgeschichte zeige, daß, wie die Erfindung des Feuers einen Fortschritt in der menschlichen Entwickelung bedeute, auch die Feuerbestattung eine höhere Stufe als die Grablegung kennzeichne. Bei den höher entwickelten Rulturvölkern, besonders bei den Griechen und Römern sei die Feuerbestattung Gebrauch gewesen. Erst das düster- spiritualistische Christenthum habe jene Sitte abgeschafft, vielleicht um dem Dogma der leiblichen Auferstehung eine Grundlage zu geben. Die Feuerbestattung sei mit aller Konsedie Entscheidung über die Berufung steht die Beschwerde beim quenz in mittelalterlich- christlich- barbarischer Weise verfolgt worden; Steuergerichtshofe zu. Abg. v. Tiedemann beantragt die Be- unter Karl dem Großen" sei das bloße Beiwohnen bet einer rufung in allen Fällen an die Bezirksregierung und die Be- Feuerbestattung ein todeswürdiges Verbrechen gewesen. Die Grabschwerden darüber an das Ober- Verwaltungsgericht gehen legung babe es auch in einem höheren Grade ermöglicht, der Kirche zu lassen; während Abg. Robert- Tornow beantragt, für die aus dem umfangreichen und höchst lohnenden Handel mit Reliquien erste klasse die Berufung an den Finanzminister aufrecht zu eine ergiebigere und darum erstrebte Einnahme zu sichern, als es erhalten, aber die Beschwerde an das Ober- Verwaltungs-, nicht die Feuerbestattung jemals hätte gewähren können. Auch in der an den Steuer- Gerichtshof gehen zu lassen. Gegenwart widersete sich die Geistlichkeit mit aller Macht der Abg. von Tiedemann- Bomst begründete seinen Antrag mit Feuerbestattung, ohne der Thatsache zu gedenken, daß sie es war, dem Hinweis auf die im Einkommensteuer- Gesetz vorgenommene welche nicht nur menschliche Leichen verbrannte, sondern zu Abg. Brömel( dfr.): Für eine Stadt von der Gewerbe- Einseßung des Ober- Verwaltungsgerichts an Stelle des Steuer- Hunderttausenden lebendige Menschen langsam zu Tode röstete. entwicklung Berlins wird die Steuerbefreiung bei einer Grenze Gerichtshofes, Der Widerstand der Geistlichkeit gegen die Feuerbestattung sei von 1500 Mart, nur sehr wenig Gewerbetreibende treffen. Abg. Schreiber tritt gleichfalls für den Antrag Tiedemann daher ein Widerspruch in sich selbst, weil sie den umfangreichsten Die 1500 M. stellen doch auch durchaus teinen Reinertrag dar, ein und bittet, den Antrag Robert- Tornow abzulehnen. Gebrauch von derselben gemacht habe und selbst in der Gegenwie der Abg. Eberhard anzunehmen scheint, sondern nur einen Mit dem Antrage Tiedemann werden die wart noch nicht überall in der Lage sei, davon Abstand zu Rohertrag. Die Probe- Veranlagung auf dem Papier tann ich Paragraphen angenommen, ebenso ohne Debatte die nehmen. Es sei zweifelhaft angesichts des Dogmas eines durchaus nicht als maßgebend betrachten. Nicht allein der Ge-§§ 39-58, welche sich auf die Steuererhebung, die Geschäfts- allmächtigen Gottes, ob die Grablegung in einem höheren gensatz zwischen Osten und Westen, den der Herr Finanzminister jührung der Steuerausschüsse, die An- und Abmeldung des Ge- Grade die Glaubwürdigkeit der Auferstehung ermögliche, als nicht aus der Welt schaffen wird, sondern auch der zwischen werbes beziehen. die Feuerbestattung. Man hängt an dem Glauben, daß das Stadt und Land hätte berücksichtigt werden müssen. Der Antrag Darauf wird gegen 2 Uhr die weitere Berathung auf Grab eine Ruhestätte des Todten sei, welche Vorstellung die FeuerMegner scheint mir nun ungefähr das Richtige zu treffen. Mittwoch 10 Uhr vertagt. bestattung nicht zu ermöglichen scheint, jedoch beruhe dies auf Täuschung, da der Verwesungsprozeß in seiner Wirklichkeit erfannt die unangenehmsten Vorstellungen erwecken müsse. Auch die Friedhofsruhe sei nur so lange feine offenbare Illusion, als nicht Verkehrsinteressen 2c. es fordern, den Friedhof zu beseitigen. Dem Besitzlosen sei es auch nicht ermöglicht, den Begriff der Grabesruhe in sich aufkommen zu lassen, da das Grab seiner Angehörigen bald die" Ruhestätte" anderer werde. Ueberhaupt biete der Friedhof Gelegenheit, die Gegensätze in dem heutigen Gesellschaftskörper zu erkennen. Auch die Feuer bestattung biete dem Menschen die Möglichkeit, seinem Luxusbedürfnisse bei den Urnen und der Art Art ihrer Aufstellung Genüge zu leisten wenn er ein solches empfinde. Die meisten Krematorien nach Vinini und Mesner lassen die Verbrennung nicht schrecklich erscheinen, da der Vorgang sich ganz und gar der unmittelbaren Anschauung entzieht. Schließe auch die Verbrennung spätere Untersuchungen in friminellen Fragen aus, so würden diese gar nicht erst nothwenig sein, wenn die allgemeine Zeichenschau obligatorisch wäre. Auch der Einwand von anthropologischer Seite, daß man der Wissenschaft die Gebeine entziehen würde, sei hinfällig, da es neben einer allgemeinen Feuerbestattung unbenommen sei, Präparate her zustellen, und der Wissenschaft ermöglicht sei, aus der reichen Fülle des sozialen Lebens richtige Schlüsse zu ziehen. Seien die Bedenken Kläger hat beantragt, den Verklagten zur Zahlung von gegen die Feuerbestattung unwichtig, so fordern die Bedenken 19,50 m. nebst 6 pet. Prozeßzinsen zu verurtheilen, und zwar auf gegen die Grablegung gebieterisch die Einführung der FeuerGrund der beiden eingereichten, vom Verklagten akzeptirten Wechsel. bestattung. Die frühere Beisetzung in den Kirchen sei BeranGetlagt ist im Wechselverfahren. Verklagter hat um Abweisung lassung zahlreicher Krankheits- und Todesfälle gewesen, auch die der Klage gebeten. Es liegt unbestritten vor, daß Verklagter Vermischung der in den Gräbern sich entwickelnden Leichengafe Mitglied des Unterstützungsvereins deutscher Tabaksarbeiter gewefen mit dem Wasser ermögliche unzählige Fälle von Krankheiten, sei ist, sich an dem hiesigen Streit der Bigarrenarbeiter betheiligt häufig die Ursache von Seuchen. Zur Zeit von Kriegen und und deshalb die eingeflagte Summe vom Verein als Unter- Epidemien sei es häufig gar nicht möglich, die Massen der Leichen stützung empfangen. In Gemäßheit§ 12, 1 des eingereichten zu bestatten, während ein Krematorium sich leicht errichten lassen Statuts des gedachten Vereins ist diese Unterstützung als Dar- würde, um die Leichen zu beseitigen. In ökonomischer Hinsicht lehn gegen die vorgelegten Wechsel verabreicht. Berklagter hat empfehle sich die Feuerbestattung, da die Kosten( Père Lachaise) aber später den von den hiesigen Tabaksfabrikanten verlangten gegenwärtig nur 24/2 Gr für eine Leiche betragen; die VerRevers ausgestellt, in welchem er sich verpflichtet hat, aus dem brennung sei in 2-2 Stunden vollzogen; es sei möglich in Unterstützungsverein deutscher Tabaksarbeiter auszutreten und ist 24 Stunden 80-100 Zeichen zu verbrennen u. f. w. Der Fortdann aus dem gedachten Verein ausgetreten. schritt der Technik laffe hoffen, daß die gegenwärtigen Systeme Abg. Brömel: Das System der Steuergesellschaften wird Infolge dessen flagt Kläger jetzt als Vorsitzender des Unter- der Feuerbestattung noch verbessert werden, Fälle der Leichen. die größte Ungleichheit mit sich bringen. Der Vortheil, daß hier stüßungsvereins deutscher Tabaksarbeiter die beiden Wechsel ein, schändung würden durch eine schnelle Feuerbestattung fajt aus auf die besonderen Verhältnisse Rücksicht genommen werden kann, während Berklagter sich auf Grund des zweiten Sages des§ 12 des geschloffen. Aus den genannten Gründen empfehle es sich, mit wird reichlich durch die Ungleichheit der Steuersäge aufgewogen. Statuts zur Ginlösung der Wechsel nicht für verpflichtet aller Gnergie für die Feuerbestattung einzutreten. Die Kirche Wird Einer mit einer Steuer herabgesezt, so müssen die Anderen erachtet. habe versucht, den Menschengeist durch Feuer zu unterdrücken, dafür aufkommen. Auch nach den verschiedenen Landestheilen aber es werde die Zeit kommen, wo alle ihre Vorurtheile und wird die Steuer verschieden wirken. In ein modernes Steuer- Der§ 12, 1 des eingereichten Statuts lautet: Alle Unter ihr Aberglaube an der Flamme des Menschengeistes zu nichte ſyſtem gehört also die Steuergesellschaft überhaupt nicht hinein. ftüßungen an Streifende sind nur Darlehen des Vorsitzenden des werde.( Reicher, langdauernder Beifall.) des Gesetzes wieder gut machen können. Nur die Weisheit des ausführenden Beamten wird die Starrheit Vorstandes und werden nur gegen Wechsel verabreicht. Bis spätestens ein Jahr nach beendigter Arbeitseinstellung sind jedoch ige Gerichts- Beitung. §8 bestimmt, daß Betriebe, die allein nach der Höhe des Anlage- und Betriebskapitals geschätzt werden sollen, anf Antrag des Steuerpflichtigen in die entsprechende Klasse versetzt werden tönnen, wenn der erzielte Ertrag nachweislich zwei Jahre lang Ein Gerichtserkenntniß in Streitfachen. Der Verein die Höhe von 30 000 m. in Klasse I, 15 000. in Klasse II, der Tabaksarbeiter in Altona giebt Unterstützungen, welche er 3000 M. in Klaffe Ill nicht erreicht hat. Auf Konsumvereine und von allen Arbeitern Deutschlands erhebt, nur als Darlehn gegen Ronsumanstalten, sowie auf gegenseitige Versicherungs- Gesell- Wechsel, laut seiner Statuten§ 12. Es ist jetzt entschieden, daß schaften soll nach dem Zusatz der Kommission diese Bestimmung derartige Afzepte nicht einzulösen sind. Bei der so tief in unser feine Anwendung finden. Vereinsleben eingreifenden Entscheidung hat zweifellos das Erfenntniß des Altonaer Gerichts das allergrößte Interesse: Im Namen des Königs! Abg. v. Jeeuplin beantragt, auch die gegenseitigen Versicherungs- Gesellschaften nicht auszunehmen. Abg. Boh will durch einen Zusatz die Gewerbebetriebe der vierten Klasse, welche unter 1500 Mt. Ertrag zurückgehen, steuerfrei werden lassen. General- Steuerdirektor Burghart wendet sich gegen den Antrag Bohy, der die Konstruktion des ganzen Gesezes zerstören würde. Abg. Hammacher hält den Antrag Bohh für unzweckmäßig; auch dürfe man die Gegenseitigkeits- Versicherungs- Gesellschaften nicht aus dem Kommissionsentwurf streichen. Der Paragraph wird unter Ablehnung des Antrages v. Jhenplih in der Kommissionssaffung angenommen. Nach§ 9 soll die Steuer in der ersten Klasse 1 v. H. des Ertrages ausmachen und zwar bei einem Ertrag von 50 000 bis 54 800 M. 224 M., von da ab für jede um 4800 M. steigende Stufe je 48 M. mehr. § 9 wird genehmigt. 10 beſtimmt, daß die Veranlagungsbezirke für die erste Klasse die Provinzen bezw. die Stadt Berlin sein soll. Nach § 11 und 12 sollen die Veranlagungsbezirke für die Klasse 11 die Regierungsbezirke, für die Klassen lll und 1V die Kreise sein. Die§§ 10-12 werden ohne Debatte genehmigt. Nach§§ 13 und 14 sollen die Steuerpflichtigen eines Veranlagungsbezirts eine Steuergesellschaft bilden, die Mittelsäge sollen betragen für die Klaffe 11 300 m.( 156-480 M.), für die Klasse 111 80 m.( 32-192 m.), für Klasse IV 16 M.( 4-36 M.) In Sachen des Bigarrenarbeiters J. Steffen in Altona, Klägers, vertreten durch Rechtsanwalt Löwenthal in Altona gegen den Bigarrenarbeiter R. Haarstrich in Altona- Ottensen, Beklagten, vertreten durch Rechtsanwalt Sieveking in Altona, wegen 19 m. 50 Pf., erkennt das königliche Amtsgericht zu Altona durch den Amtsgerichtsrath Matthieffen für Recht: Kläger wird mit seiner Klage kostenpflichtig abgewiesen. Das Urtheil ist vorläufig vollstreckbar. Thatbestand: Gründe: Es sind Listen ausgelegt, betreffend Petition für Feuers bestattung, welche mit zahlreichen Unterschriften bedeckt werden. Arbeiter Berlins! Gedenkt der ausgefpereten deutschen Arbeiter! Da sich kein Gegner zum Wort meldet, wird von einer DisTussion Abstand genommen. Der Stadtverordnete Materne, Vorsitzender des Vereins für Feuerbestattung, dankt der Referentin im Namen des Vorstandes des genannten Vereins für ihre Ausführungen. Die Referentin, Frau Wilhelmi, bittet noch einmal ein dringlich, sich auch durch die That für die Feuerbestattung zu erwärmen, damit es ermöglicht sei, in Berlin bald ein eigenes Krematorium zu haben. Berlins " man Die heute, den 9. März, in Bismarckshöhe im großen Saale tagende Versammlung von Kaufleuten, Handlungsgehilfen und Gehilfinnen, Hausdienern, Arbeitern und Arbeiterinnen Charlotten burgs erklärt sich mit dem Referenten, dem Reichstags- Abgeord neten Herrn August Bebel, in allen Punkten einverstanden; denn die Angestellten müssen im Interesse der geistigen und körperlichen Entwickelung der Angehörigen des Kaufmannsstandes prinzipiell volle Sonntagsruhe fordern. Die Versammlung trägt jedoch der in zweiter Lesung hervorgetretenen Ansicht der Mehrheit des Reichstages Rechnung und stellt daher als mindeste Forderung auf: Cu sei die Organisations- Frage. Den Delegirten werde zu empfehlen von der zunehmenden Arbeiterbewegung gezwungen wurden, sein, nicht für die lokale Organisation und auch nicht für eine dieser Frage näher zu treten. Besonders Bismard Bentralisation aller Textilarbeiter Deutschlands einzutreten, sondern habe die herrschenden Klassen in ihrem Nichtsthun für dies für eine Branchen- Zentralisation zu thun. Es sei dies schon die Arbeiterklasse unterstützt. Wenige und im Grunde nicht ge darum nöthig, weil die verschiedenen Branchen der Tertilindustrie nügende Reformen( Kranken-, Alters- und Invalidengesetz 2c.) zu verschiedenen Zeiten ihre guten Geschäfts- Konjunkturen haben feien eingetreten, aber dem Staate würden noch weitere Konund deshalb ein gemeinsames Borgehen gegen die Arbeitgeber geffionen abgerungen, dafür sorge die ganze Arbeiterbewegung. nicht geboten ist. Einer gemeinsamen zentralisation aller Branchen Darauf geht der Referent zu den Punkten des Gesetzes, betreffend ſteht auch die verschiedene materielle Stellung gegenüber, in welcher Abänderung der Gewerbe- Ordnung, über, welche die Sonntags= sich die Angehörigen derselben befinden. Bis jetzt sei dadurch ruhe betreffen. Diese Bestimmungen, wie sie sich in§ 105 des Die Lage der Juwelen, Gold- und Silberarbeiter bedingt bei den Angehörigen einiger Branchen ein gewisser betreffenden Gefeßentwurses darstellen, seien ungenügend. Die Dünkel denen schlechter gestellter Branchen gegenüber noch vor- Anträge der sozialdemokratischen Fraktion seien derart, daß den stand in der öffentlichen Versammlung dieser Branche zur Be- handen. Dies laffe ein gemeinsames Arbeiten innerhalb einer Betheiligten in einem höheren Maße die Sonntagsruhe gewährt sprechung, welche am 9. d. M. im Joel'schen Saale unter Leitung Organisation als nicht rathsam erscheinen; man müsse eben die würde, als wie sie ihnen später nach Annahme des betreffenden der Kollegen Günther, Conrad und Heinemann ab- Menschen nehmen, wie sie zur Zeit noch sind und nicht wie sie Gesetzes gesichert sei. Aber man habe diese Anträge verworfen, gehalten wurde und von Arbeitern und Arbeiterinnen recht gut sein sollen. Von einer lokalen Organisation, deren Schaffung ja indem besucht bar. Die Herren Prinzipale und besonders der Vorstand nur durch das Verlangen nach Politik begründet sein kann, ist treibung beschuldigt. Würde man aber einmal den Reichsder Goldschmiede- Innung waren zu dieser Versammlung ein- darum Abstand zu nehmen, weil man den Frauen, die gerade in tag ermächtigen, eingehende Untersuchungen über Arbeiterverhält geladen. Referent Kollege Faber brachte zunächst mehrere im die Textilindustrie immer mehr hineingerissen werden, die Mög- nisse zu unternehmen, so würden wohl noch ärgere Zustände sich Gehilfenorgan " Der Goldschmied"( Hamburg) erschienene Artikel lichkeit des Anschlusses an die Organisation gestatten müsse, was offenbaren, als wie sie von der Sozialdemokratie gezeichnet würzur Verlesung, welche sich mit der Lage der obengenannten Ber- nur bei nichtpolitischen Vereinigungen der Fall sein kann. Eine den. Es empfehle sich besonders für die kaufmännischen Anliner Arbeiter beschäftigten. In diesen Artikeln wird dargelegt, der weiteren Hauptpunkte der Tagesordnung des Kongresses ist gestellten, energisch dagegen zu protestiren, daß durch die dritte daß, wie in allen Gewerben, in denen der maschinelle Betrieb die die Stellungnahme zur Arbeiter- Kontrollmarke. Von der Ein- Lesung des Reichstages die geringen Zugeständnisse der zweiten Handarbeit noch nicht in hohem Maße verdrängt hat, an dessen führung derselben werde man vorläufig feinen großen Nutzen Lesung, betreffend die Sonntagsruhe, verkürzt wurden, wie es Stelle die Lehrlingszüchterei tritt, dies auch in der gedachten haben, vielleicht den eines Agitationsmittels. Weiter wird sich leider den Anschein habe. Branche und Zum Schluffe ermahnt der Referent zwar in ganz besonders schädigender Weise der Kongreß mit der Fachpresse beschäftigen. Der Nutzen der die Arbeiter, mit aller Energie für ihre Intereffen einzutreten; Platz gegriffen habe, und dies einen großen Theil der selben sei ja Jedem klar. Auch sie wird vorläufig nur als in dem Maße, wie sie für die sozialdemokratische Partei streben, Schuld trage an der schlechten Lage der Gehilfenschaft. Agitationsmittel betrachtet werden müssen. Um diesen Zweck völlig in demselben Maße nähere sich das Ziel, nach welchem sie ringen. So soll hier in Berlin ein Geschäft bestehen, welches in der zu erreichen, werde man am besten thun, sie obligatorisch unter den( Stürmischer Beifall.) guten Zeit( Oktober- Dezember) vier bis sechs Gehilfen und Organisirten einzuführen. Das wären die Hauptpunkte neben Von einer Diskussion wird abgesehen. 8-10 Lehrlinge, in der stillen Zeit dagegen 1-2 Gehilfen und der Berathung von Fragen des Arbeiterschutzes, welche den Darauf gelangte folgende Resolution zur Annahme, 8-10 Lehrlinge beschäftigt. Die Lehrlinge erhalten fein Kost- Kongreß beschäftigen werden. An der Diskussion betheiligten welche das Bureau der Versammlung sofort dem Reichstagsgeld, müssen vielmehr noch ein Lehrgeld zahlen. Die Ausbildurg sich die Herren Schuster, Lehmann, Scholz und Kohl. Präsidium übermitteln soll: ist eine mangelhafte. Auch viele Verkaufsgeschäfte und Juwelen- Wesentliche Bedenken gegen die Ausführungen des Referenten und Goldwaaren- Handlungen tragen mit dazu bei durch ihre wurden nicht geltend gemacht, nur wurde darauf hingewiesen, niedrigen Preise, daß die Lehrlingszüchterei in höchster Blüthe daß sich auch eine Branchen- zentralisation über ganz Deutschland steht. Außerdem werden noch Lehrlinge ausgebildet" in nicht schaffen lassen werde, weil es die Vereinsgesetze einzelner Reparaturwerkstätten, die gleichzeitig kleinere Verkaufsgegenstände Bundesstaaten, so Sachsen, nicht gestatten. Nach dem Schlußanfertigen. Diese sind naturgemäß in ihrem späteren Fortkommen wort des Referenten wurden die Herren Kohl und Kurze zu sehr gehemmt und drücken auf die Löhne. Ein weiterer Uebel- Delegirten zum Rongreß gewählt. Zum Lebensunterhalt wurden stand ist die Saisonarbeit. Während der Eaison werden die Ar- denselben für jeden Tag, welchen der Kongreß dauert, 7,50 M. teiter übermäßig angestrengt, während sie nach der Saison auf bewilligt und außerdem die Reisekosten( 3. Klasse). Zur Aufder Straße liegen und den Krankenkassen zur Last fallen. Ist bringung des Geldes wurden die Herren Reemann, Fanert, der Arbeiter verheirathet, so ist er auf die Erwerbs- Reimann, Lehmann, Gerbing und Weimann gethätigkeit seiner Frau angewiesen, ist er ledig, geht er auf die wählt. Nach Erledigung einiger fleinerer Angelegenheiten wurde Landstraße und wird- Vagabund. Viele hängen das ganze die Versammlung geschlossen. 1. Völlige Sonntagsruhe für alle Angestellten in Engros-, Fabrik- und Bankgeschäften. Gewerbe an den Nagel, werden Fabrikarbeiter und stehen sich als solche besser, als in ihrem Gewerbe. Die tägliche Arbeitszeit Der Fachverein der Lithographen hielt am 3. d. M. aller Art, die jedoch um 12 Uhr Mittags beendet sein müssen. 2. Höchstens 5 Stunden Sonntagsarbeit in Verkaufsstellen beträgt 9/ 2-10 Stunden, meistens mit nur einer Stunde eine außerordentliche Generalversammlung ab. Auf der TagesMittagspause, verschiedentlich sogar ohne Frühstückspause. In Ordnung stand zunächst ein Vortrag des Herrn Th. Megner, Sonntagsruhe ohne Festsetzung eines Endtermines muß die VerDie von der Mehrheit des Deutschen Reichstages beliebte der Saison giebts überhaupt keine beschränkte Arbeitszeit. Die über:" Sentralisation", der lebhaften Beifall fand. Löhne sind durchaus unzureichende. So werden z. B. in der Von einer Diskussion nahm die Versammlung Abstand, da sam bezeichnen. Die kaufmännischen Angestellten müſſen ferner sammlung auf Grund der thatsächlichen Verhältnisse als unwirkJuwelenbranche noch 12 bis 15 Mt. pro Woche gezahlt, was in eine Gegenmeinung nicht zur Geltung kam. Anbetracht des Umstandes, daß die Goldwaaren- und Juwelenbranche ein Luxusgewerbe ist, dessen Erzeugnisse vom Publikum Wahl wurden Kollege Sajolz als 2. Vorsitzender und Kollege spätestens um 6 Uhr Abends beendet sein müssen. Sie wünschen, Wochen vor Weihnachten, sowie sonstige Ausnahmearbeiten Bei der hierauf zur Ergänzung des Vorstandes vorgenommenen fordern, daß die zehnstündige Sonntagsarbeit während der vier bereitwilligst nach Forderung bezahlt werden, ganz unverantwort: Hansen als erster Beisiger gewählt; da außerdem noch das Amt daß die Inventur nicht an einem Sonntage vorgenommen lich ist. Die Lohnzahlungen sind sehr verschieden. Weiter werden eines Revisors zu besetzen war, wurde Kollege Dehlschläger hierzu werden darf. Mit aller Kraft protestiren die Angestellten die höchst ungesunden Arbeitsverhältnisse an sich, sowie in den gewählt. Bu Punkt 2: Statutenänderung wurde dem§ 13 fol- im Handelsgewerbe gegen die geplante Durchlöcherung des in Werkstätten erörtert, sowie der Umstand, daß die Frauenarbeit gende Fassung gegeben: Abänderungen des Statuts können nur der Arbeiterschutz- Kommission angenommenen Antrages, daß immer mehr Eingang findet, daß die Arbeiter sich selber ihr von einer Generalversammlung zc. In dem alten feinerlei Arbeit am ersten Oster-, Pfingst- und WeihnachtsfeierWerkzeug halten müssen u. f. w. Zum Schlusse werden die Ar§ 13 hieß es: fönnen nur von der jährlichen statuten tage stattfinden darf, da sie berechtigt zu sein glauben, wenigstens beiter darauf hingewiesen, daß sie, um die herrschenden debel- mäßigen General- Versammlung 2c. beschlossen werden. stände zu beseitigen, sich dem Verbande, der Organisation an- Bei§2 wurde Punkt c:" Erria tung eines Arbeitsnachweise- drei Tage im ganzen Jahre zu ihrer Verfügung zu haben. " Erritung zuschließen und die Ideen der modernen Arbeiterbewegung immer Bureaus" gestrichen, da ein einheitlicher Arbeitsnachweis für merkt der Vorsitzende, daß in nächster Zeit wiederum eine öffentAuf eine Anfrage, betreffend die Stellung zum 1. Mai, bemehr zu verbreiten hätten. Lithographen, Steindrucker und deren Hilfsarbeiter geschaffen In der Diskussion suchte zunächst Herr Differoni werden soll. Jm§ 3 wurde der monatliche Beitrag von 50 Bf. liche Volksversammlung mit dem genannten Gegenstand auf der Tagesordnung einberufen werden wird. ( Gehilfe) diesen Darlegungen entgegenzutreten, auf 25 Pf. herabgesetzt. Unter Verschiedenem wurden auf Antrag Kettner nochmals Charlottenburgs das Verbot der Tellersammlung aufrecht erhalte, Der Vorsitzende theilt der Versammlung mit, daß die Polizei sie als Gemeinheit bezeichnete, wofür er zur Ordnung gerufen wurde. Die Ausführungen dieses Herrn waren höchst Schluß forderte Kollege Scherer noch auf, die Beitragsreste be- klären, daß die Tellersammlung nicht unter den Begriff Kollekte 50 M. für die ausgesperrten Arbeiter einstimmig bewilligt. Bum troßdem mehrere Gerichtsentscheidungen vorliegen, welche er Junungsmeister 2 ange wies darauf hin, daß seitens der gleichen zu wollen. farfalle; die Polizei begehe deshalb eine irrthümliche Handlung, Innung gemachte Annäherungsversuche seitens der Gehilsen Eine öffentliche Versammlung für Frauen und Männer wenn sie das Berbot der Tellersammlung aufrecht erhalte. Des schroff zurückgewiesen worden seien. Der jetzt von Seiten der fand im Wioaviter Kasino unter starter Betheiligung, insbesondere halb sei er( der Vorsitzende) in der Lage, die Charlottenburger Gehilfen gemachte Annäherungsversuch werde von der Innung der Frauen, statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Die Ursachen Polizei verklagen zu müssen.( Bravo.) Auf eine Bemerkung, ob der Ertrag der Tellersammlung dem nicht aber Ironien und Heßereien. Redner vertrat die Innung schiedenes. Die Leitung der Versammlung wurde einstimmig Preßfonds zukommen würde, bittet der Vorsitzende, ihn zu ernach besten Kräften und stellte dieselbe als die beste Freundin Herrn Peste, Frau Mezel und Frau Wüstenau übergeben. mächtigen, den Betrag zur Deckung der noch vorhandenen Schulder Arbeiter hin, die vorhandenen Mißstände anerkennend und Da der Referent bei Beginn der Versammlung noch nicht erdie Bereitwilligkeit der Innung zur Abstellung derselben betonend. schienen war, so wurde zuerst in den dritten Punkt der TagesDas letztere wird angenommen. Kollege Zeuge wünschte eine Regelung des Lehrlings- ordnung eingetreten. Da auch während der Verhandlung hierGenosse Sellin glaubt daraus schließen zu dürfen, daß wesens und die Benutzung des Gehilfen- Arbeitsnachweises seitens über der Referent nicht erschien, sich auch nicht entschuldigt hatte, das Interesse für die zu gründende Zeitung nicht mehr rege sei. der Prinzipale. Auch hielt Redner dafür, daß die Innung so trat eine Pause von 15 Minuten ein. Sodann übernahm Der Vorsitzende bemerkt ihm aber, daß dieses nicht der Fall ( kleinen Meister) gemeinsam mit den Arbeitern das Großkapital Genosse Millarg das Referat, der von den Frauen aus einer sei, daß man aber zunächst daran denken müsse, vorhandenen zu bekämpfen hätte. anderen Versammlung herbeigeholt wurde, um wenigstens die Verpflichtungen nachzukommen.( Buſtimmung.) Kollege Heutamm beleuchtete die sogenannte Arbeiter Versammlung, welche schon unruhig wurde, nicht ganz resultat- Darauf wird die Versammlung mit einem dreifachen Hoch freundlichkeit der Junung und war der Meinung, daß der Klein- los verlaufen zu lassen. Denn gerade in Moabit ist es sehr auf die Sozialdemokratie geschlossen. betrieb durch den Großbetrieb immer mehr aufgesogen werde. nöthig, daß die Frauenbewegung mehr in Fluß fommt und mehr Der Herr Obermeister der Junung, Herr Schaper, war Aufklärung in die Frauenwelt hineingetragen wird. Dies zeigte nicht persönlich infolge Wohnungswechsels" in der Versammlung auch die große Ruhe und Aufmerksamkeit, mit welcher der Vorerschienen, hatte jedoch in einem Schreiben an den Referenten, trag des Genossen Millarg über:" Die Entwickelung der Arbeiter welches derselbe in seinem Schlußworte zur Verlesung brachte bewegung und die wirthschaftlichen Verhältnisse mit Berückund an dem er eine fachliche Kritik übte, seinen Standpunkt sichtigung der Ursachen der Prostitution" entgegen genommen zu den von dem Referenten verfaßten Artikeln dargelegt. wurde. Dem Referenten, der an der Hand eines reichhaltigen Referent trat namentlich dem Indifferentismus, dem Künstler- und vorzüglichen Materials dieses Thema entwidelte, wurde dünkel und dem Bestreben der Kollegen, ein fleiner Meister zu reicher Beifall zu Theil. werden, entgegen, um die vorgesteckten Ziele der modernen Gegner meldeten sich nicht trot Asforderung seitens des Arbeiterbewegung schneller zu erreichen, und hob namentlich auch Vorsitzenden. Die Diskussion gestaltete sich sehr sehhajt. Vorwiegend die Nothwendigkeit einer Verkürzung der Arbeitszeit hervor, Frauen betheiligten sich an ihr, unter andern die Frauen Leschki, welche ein Heilmittel für viele Uebelſtände sei. Wenn Herr Ober- Scherzer, Birck, Reißner und Löpki und einige Herren. Alle meiner Schaper annehmbare, praktische Vorschläge: wünschte zur waren sich darin einig, und der Rejerent betonte es noch in Besserung der Lage der Arbeiter der Branche, so empfahl Re- seinem Schlußwort, daß unter den heutigen wirthschaftlichen Verferent als solche im Allgemeinen Verkürzung der Arbeitszeit, Grhältnissen eine glückliche, gesunde und richtige Ehe nicht möglich höhung der Löhne, Koalitionsfreiheit der Arbeiter und Regelung ist, insbesondere bei den Arbeitern und Arbeiterinnen. Da von des Lehrlingswesens und den Kollegen und Kolleginnen Anschluß der heutigen bürgerlichen Gesellschaft eine Abänderung nicht zu hoffen ist, was die Verhandlungen in Reichstage bei Berathung Zur einstimmigen Annahme gelangte folgende Resolution: der Arbeiterschuß- Gesezvorlage gezeitigt haben, so haben die ArDie heute am 9. März cr. in Joel's Salon tagende große beiter und Arbeiterinnen selbst Hand anzulegen ans Werk. öffentliche Versammlung aller in der Juwelen-, Gold- und Silber- Unter Verschiedenem wurde ein Antrag, der das Fernbleiben branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins Heindorf's rügt, gegen drei Stimmen angenommen. Nachdem erkennt die Ausführungen des Referenten vollständig als noch von verschiedenen Frauen darauf hingewiesen worden, sich Thatsachen an und beschließt, da nur eine wirthschaftliche Beffer den allgemeinen Arbeiterverein anzuschließen, schloß der Vor- herabzuspringen und zwischen die Versammelten zu gehen. Das ſtellung der Arbeiter durch die seiteste Organisation zu erreichen fügende die Versammlung mit einem öreisachen Hoch auf die ist, daß alle Anwesenden dem Verband der deutschen Gold- und Sozialdemokratie. Unter Aojingen der Arbeiter- Marseillaise ver- Vorsitzende ersuchte die Versammelten, ruhig den Saal zu ver Silberarbeiter und verwandten Berufsgenossen beizutreten sich ließen die Anwesenden den Saal. einstimmig erklären. Die Anwesenden verpflichten sich, mit aller unflarer Art. an den Verband. " er den verwenden zu dürfen. Herrn Hoffman eine öffentliche Versammlung der Tabafarbeiter Rigdorf. Am 2. März fand in Rixdorf im Lokale des und Arbeiterinnen unter Vorsiz des Kollegen Dichte statt. Die nächste Tagesordnung lautete: Die ausgesperrten Tabatarbeiter Hamburgs und die Industrie im Allgemeinen. Das Rejerat hatte der Kollege Reichstags- Abgeordneter Förster übernommen, der= felbe kam nach den einleitenden Worten zur folgenden Aeußerung: wir wußten im Voraus, daß nach Ablauf des Sozialistengefeßes der Sozialdemokratie ist, haben sich auch die Unternehmer gesagt, die Unternehmer sich koaliren, und da Hamburg die Hochburg haben wir über die Arbeitervereine in Hamburg gesiegt, so haben wir überall gesiegt. Daß Hamburg nur durch Sozialdemokraten im Reichstag vertreten ist und auch noch der dritte Wahlkreis unser geworden ist, haben wir nur dem ehemaligen Reichskanzler Fürsten Bismarck zu verdanken, da er bis auf den letzten Tag seiner Thätigkeit die Unternehmergeschäfte besorgt hat." Hier erhob sich der Gendarm und forderte den Vorsitzenden auf, den Redner nicht weiter von Politik sprechen zu lassen. Darauf erwiderte der Borsigende, daß die Bersammlung feine Versammlung eines politischen Vereins sei, sondern eine öffentliche Versammlung für Frauen Gendarm: Sie haben hier garnichts zu sagen, ich löse die Verund Männer. Weiter kam der Vorsitzende nicht, da rief der sammlung auf." Bei dieser Erklärung zog auch schon der Beamte seinen Revolver und gebot seinem Kollegen, von der Bühne geschah auch. Darauf entstand ein Lachen und Rufe Oho! Der lassen. Der Beamte verbot ihm den Mund. Nun rief der Energie dahin zu streben, daß auch die weiblichen Arbeitskräfte Eine öffentliche Versammlung für Frauen und Rejerent: Kinder, geht ruhig nach Hause!" Darauf schrie, der der Branche baldmöglichst Mitglieder des Verbandes werden Männer vom Lese- und Diskutieklub" Freidenker" fand Beamte: Sie haben hier jetzt ruhig zu sein. Darauf trat der und dahin fireben, daß endlich einmal unsere Verhältnisse sich am 1. d. M. statt. Herr Dr. Bernstein hielt einen mit Beifall Referent und der Vorsigende hinter den leinenen Vorhang der besser gestalten." aufgenommenen Vortrag über Medizin, hauptsächlich über die Bühne. Bei der ganzen Affaire hielten die Gendarmen ihre Des Weiteren war die Versammlung berufen, Stellung zur Koch'sche Entdeckung. An der Diskussion betheiligten sich mehrere Revolver fest in der Hand und ungefähr sechs Gendarmen kamen Maifeier zu nehmen. Der Vorsitzende befürwortete die Feier Genossen, und es wurde hervorgehoben, daß die Koch'sche Er- vom Vorsaal, um den Saal räumen zu helfen. am 1. Mai; die Versammlung beschloß die Abhaltung einer Ver- findung wohl eine Errungenschaft für die Medizin sei, aber dem Ein Mann soll verhaftet worden sein und ein Mädchen von fammlung am Abend des 1. Mai und einen Ausflug für den Arbeiter wenig nüze, wenn nicht die Ursachen der Schwindfucht 17 Jahren wurde aufgeschrieben. 3. Mai. Da die Arbeiterinnen zum ersten Mal an einer beseitigt werden, z. B. überlange Arbeitszeit, schlechte Ernährung öffentlichen Branchenversammlung theilnahmen, sollen fie be- und schlechte Wohnungsverhältnisse. Die Versammlung schloß mit der sonders in öfteren Versammlungen über ihre Lage aufgeklärt einem Hoch auf die Sozialdemokratie. werden. Mit einem dreifachen Hoch auf die gesammte zielbewußte Arbeiterschaft schloß der Vorsitzende in später Nachtſtunde die Versammlung. A Große Volksversammlung in Charlottenburg. H Briefkaffen der Redaktion. 111 Antwort wird nicht ertheilt. Am 9. März Abends fand in dem Lokale„ Bismarcshöhe" Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich eine große öffentliche Voltsversammlung statt, welche zahlreich besucht war. Die Leitung wurde dem Genossen Pirch über- G. A. Sie brauchen dafür keine Gewerbesteuer zu ent Eine öffentliche Versammlung der Weber und Webe tragen. Auf der Tagesordnung standen jolgende Punkte: richten. rinnen fand am 10. März unter dem Vorsitz des Herrn 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten Bebel Schuster statt. Es galt zu dem in den Oster Feiertagen in über" Die Sonntagsrube". 2. Distuffton. Rothe Schleife 106. Ziehhunde müssen auch Maulkörbe 3. Vertragen. Pößneck stattfindenden Deutschen Textilarbeiter- Kongreß Stellung schiedenes. Die Ausführungen des Referenten waren in aller Bestimmt Wir glauben im Jahre 1848. zu nehmen. Herr Wagner legte in längerer Ausführung den Kürze etwa folgende: Die herrschenden Klassen Deutschlands und wissen wir es aber nicht. Nußen dieses Kongresses für die Textilarbeiter aller Branchen die sie vertretenden Parteien des deutschen Reichstages haben sich dar. Einer der Hauptpunkte der Tagesordnung des Rongresses so lange gegen eine Arbeiterschutz- Gesetzgebung gesträubt, bis sie bei Maurer, Werner und Komp., Elisabeth- Ufer 55. C. S., Hildesheim.„ Kaufmännische Rundschau", erscheint Berantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Wette 101. Tic fr 5 3 no Je A R 20 a g g tr αν er t a 11 11 E 9 C