Nr. 100. Grscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Biertels jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn a Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1898 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 fg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fernfpred- niching Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Sonnabend, den 29. April 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Aber bei dem Kapitel der Wohn- und Miethssteuer übertraf sich der Meister der Steuer, kunst" doch noch selber. Die Miethssteuern, voran die erbärmliche Berliner, drücken wie ein Volksvertreter" mit kühner Stirne behauptete, man sei während der letzten Jahre in der Entlastung der unteren Klassen schon sehr weit, vielleicht zu weit gegangen". Mit dem 1. Mai eröffnen wir ein neues Abonnement Deshalb habe eine Ausdehnung der Verbrauchssteuern für einen Theil des Mittelstandes und der Be= städtische Zwecke durchaus nichts Bedenkliches. Die Tendenz siz enden auch tüchtig mit. Hier lag im Abgeordnetender sozialen Gerechtigkeit", welche Miquel mit seiner Re- hause ein Antrag vor, spätestens am 1. April 1900 alle form angeblich verfolgt, erlaubte es ihm, diesen frechen Miethssteuern aus preußischen Städten verschwinden zu Hohn auf die thatsächlichen Verhältnisse unwidersprochen lassen. Dieser Antrag wurde am Dienstag angenommen, zu lassen. Jene Behauptung von der„ Entlastung" womit freilich noch nicht gesagt ist, ob die Agrarier diesen auf den „ Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der illustrirten Sonntagsbeilage „ Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. 2,20 Mark für die Monate Mai und Juni entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708.) Wir ersuchen unsere Postabonnenten höflicht. das Abonnement rechtzeitig aufzugeben, damit die regelmäßige Zustellung des Blattes teine Unterbrechung erleidet. angesichts der fortgesetzten Auspowerung des Voltes zu einzigen verständigen Beschluß, der bis jetzt bei der zweiten gunsten der Großgrundbesizer und Fabrikanten ist eine Berathung gefaßt wurde, in der dritten Lesung bestehen jener Aeußerungen, die gemeiniglich nur am Vorabend lassen. Jedenfalls wurde der Antrag angenommen ge gen großer Umwälzungen gethan werden, wenn sich die Macht- den Finanzminister, der sich mit folgender haber nur noch durch Lüge und Trug retten zu können rabulistischen Ausführung für die Miethssteuer ins Zeug glauben. Man ließ es also in der Kommission bei der legte. Gott behüte, daß die Staatsregierung den häßlichen Empfehlung des Miquel'schen Entwurfs, die preußischen Charakter der Miethssteuer verkenne! Im großen ganzen Gemeinden möchten nur wacker Verbrauchssteuern für das wird man sagen können, daß... eine gleiche, nicht prozahlende Volk einführen: erst hat der große Haufen den gressive Miethssteuer eine unverhältnißmäßige Belastung der Zoll seiner Armuth zu entrichten; dann kommt erst die unteren und unbemittelten Klassen ist".. Wir sind direkte Steuer für die Vermögenden. Man ließ es bei der ferner überzeugt, daß allerdings die Lösung der WohnungsFür außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements elenden Scheinliste, nach welcher Fleisch, Getreide, Mehl, frage, die von so eminenter Bedeutung ist, durch eine unzum Preise von Backwerk, Kartoffeln und Brennmaterialien auf den ersten zweckmäßige Miethssteuer in hohem Grade erschwert wird." Blick frei bleiben müssen von jeglicher Gemeindeauflage, in Das war der Honig, der der sozialen Steuergerechtigkeit" neu besteuert werden dürfen. Petroleum, Salz, Milch, Worten geschehen war, brach die bürgerliche Steuerbrutalität Birtlichkeit aber nur nicht höher als bisher und nicht geopfert werden mußte. Als dies aber mit jenen schönen Schmalz, Butter, Bier, darf dem armen Manne von jedem ungenirt wieder durch: Stadtverordnetenkolleg, in dem die Maſtbürger sizen, erkennen müssen, daß unter gewissen Umständen in einzelnen Andererseits haben wir doch anfünftig bis zum Unerschwinglichen vertheuert werden durch Gemeinden eine zweckmäßig eingerichtete Miethssteuer ein ein städtisches Ottroi- Miquel mit seiner sozialen geringeres Uebel ist, als wenn man diese Gemeinden bei Steuerreform" und das Abgeordnetenhaus haben nichts da Mangel an anderen Hilfsquellen in solchen Fällen, Miquel sogar ganz offen, weshalb er die Scheinliste der an-( die waren aber doch als so vortrefflich möglich vorher von geblich steuerfreien Gegenstände ruhig habe aufstellen können. demselben Minister bezeichnet worden!), zu einer ganz. Weil eine Kontrolle dieser Steuern sehr schwierig und kost- übermäßigen Steigerung der Zuschläge zur Einkommenspielig, auch verkehrshindernd ist" und deshalb faum eine ft e uer drängt, welche häufig ihre Lage durch den Wegnoch so bürgerliche Stadtverwaltung an Auflagen auf Brot, zug der Bemittelten noch verschlechtern." Miquel Fleisch oder Brennmaterial denkt das sind die hätte einige Minuten später gar kein Wort mehr darüber Die Miquel'sche Steuerreform" in Preußen ist doch Gründe der scheinbaren Freilassung, beileibe aber fein Ver- zu verlieren brauchen, daß er gegen die Uebertragung der ein herrliches Ding. Wer's nicht glaubt, der lese den Bericht, ständniß für den Nahrungsstand des Volkes! Bei der jetzt in preußischen Städten aus der Miethssteuer einden die betreffende Kommission des preußischen Abgeordneten- ganzen Reform entscheidet das Steuerfiskalische, ob sich's fommenden 12 Millionen auf die Einkommensteuer sei hauses vor kurzem über das Gemeinde- Abgaben- Gesetz er- lohnt", sonst weiter nichts. Lohnt sich's, so wird gepreßt, als er den Schutz der„ Bemittelten" und die Angst vor stattet hat, und die Verhandlungen, die in der Kammer am wo es nur geht. Und da sich Verbrauchsabgaben von Ge- deren Wegzug proflamirt hatte, lagen seine Karten ja schon Dönhoffsplate letzten Montag über städtische Vertränken für Städte nach Ansicht Miquel's sehr lohnen, so offen; er treibt eben soziale gerechte Steuerreform" für brauchs- und Miethssteuern stattgefunden haben. giebt er sie völlig der Besteuerung preis und die dankbaren Bemittelte! Die Redaktion und Expedition des „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. gegen. In der Verhandlung vom 24. April verräth namentlich auch wo Getränkesteuern nicht möglich find" „ Soziale" Steuerreform. Aus dem Bericht und der Verhandlung kann jeder, der Bürgermeister empfangen die volksfeindliche Steuerweisheit Liebevoll wird also dem preußischen Proletarier seine sehen will, erkennen, welchen Scherz sich der alte Rom- beglückt aus seinen Händen. Eine Biersteuer tann man unverhältnißmäßige Belastung" durch Mieths, Bier, munist, der jetzt auf dem Sessel des preußischen Finanz- in den Städten, die namentlich das Bier per Bahn von Branntwein, Petroleum- und andere Verbrauchssteuern er ministers sist, mit der sozialpolitischen" Tendenz seiner außen beziehen, sehr wohl durch Buchkontrolle führen, halten und womöglich erhöht werden, wenigstens, soweit es Reform leistet, das arbeitende Bolt wird wieder gründlich und eine Ueberwachung der( städtischen Extra) an Herrn Miquel und dem Produkt des„ elendesten aller hineingelegt! Branntweinsteuer... ist auch möglich." So fagte Wahlsysteme", den preußischen Bourgeoiskammern, liegt. Schon in der Kommission, die über das neue preußische der alte Kommunist am Montag, so ist sein Schröpf- Auch hier sorgen die Besizenden höchst eigenhändig dafür, Gemeinde- Abgaben- Gesez berieth, trat die Seelengemeinschaft programm für Städte beschaffen und solche Aussichten er- daß die schreiende Ungleichheit möglichst groß werde, die der angeblichen Reform"-Regierung mit der verstocktesten öffnen sich für die schon viel zu weit entlasteten" über kurz oder lang das Gefäß zum Ueberlaufen bringt. Reaktion und Volksfeindlichkeit auch in Sachen der Ge- Proletarier in den preußischen Städten unter der„ Reform". meindesteuern zu tage. Miquel hörte es dort ruhig mit an, Aera Miquel! " Feuilleton. adbrud verboten.) ( 75 Die Laufbahn eines Nihilisten. Von S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. mußte dies alles in die konventionelle, weitschweifige Sprache der Anspielungen und Allegorien hineinbringen. Das Resultat war eine Epistel, die ihm selbst so klar wie der Tag schien, für Tanja aber ein Räthsellabyrinth war, da fie un möglich wissen konnte, welche Säße in direktem und welche in figürlichem Sinne aufzufassen wären. Nachdem sie sich stundenlang über seinen räthselhaften Brief den Kopf zerbrochen hatte, wußte sie nicht, ob etwas vorgefallen, das Andrej vor seiner Abreise ordnen wollte, oder ob Andrej etwas zugestoßen sei und seine Freunde die Hoffnung hatten, alles zu ordnen eine Hoffnung, über die es ihr zustand, eine eigene Meinung zu haben. Die Massenverhaftungen bewiesen jedenfalls, mit welcher Wuth die Polizei nach ihm jagte. Andrej fonnte sich nicht vervielfältigt haben und an so vielen Orten zu gleicher Zeit verhaftet worden sein. Konnte er aber frei sein, ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben? Jedes neue Zeitungstelegramm schien ihr ein böseres Omen als das frühere und mußte, da alle anderen falsch waren, richtig sein. Das Lesen der Zeitungen war eine wahre Qual für sie. Und doch verschlang sie alle, die ihr in die Hände kamen. Die Blätter lagen über ihr Zimmer verstreut, und dieses sah aus, wie das Bureau eines Journalisten. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. In den letzten vier Tagen hatte sie überhaupt nichts Die drei in solcher Angst verbrachten Tage hatten dievon Andrej erhalten. Der verhängnißvolle Zufall in dem Andrej selbst hatte nicht ein Wort geschrieben und seine selben Wirkungen auf sie ausgeübt, wie eine ernste KrankHause des Stotterers, der alle ihre Pläne und Aussichten Beitung war ausgeblieben. Sie erwartete sie mit der heit. Ihr Gesicht war blasser und schmäler ihre Augen zerstörte, die Hinrichtung der vier Freunde und alles, was größten Angst am Abend, um zu wissen, welche der beiden glänzten fieberhaft. Im Schlafe wurde sie von schrecklichen folgte, hatte Andrej's Geist dermaßen verwirrt und so voll- Deutungen von Gregor's Brief sie für die richtige halten Träumen heimgesucht, hervorgerufen durch die Lektüre und kommen in Anspruch genommen, daß er seine stumme Ror- sollte. Am Abend kam nichts; ebenso wenig am Morgen die Gedanken, denen sie sich bei Tage hingab. respondenz einstellte; da er täglich und stündlich nach oder an den beiden nächstfolgenden Tagen. Inzwischen Es ist geradezu wunderbar, daß er dieser Hölle entSt. Petersburg abzureisen gedachte, schrieb er dieser kleinen überboten sich die Zeitungen in der Jagd nach sentationellen schlüpft ist," sagte sie zu David, als er ihr Andrej's AbenUnterlassung keine Wichtigkeit zu. Leuten, die persönlich in Nachrichten aus Dubrawnik. Andrej wurde das Lieblings- teuer erzählt hatte. Gefahr Leben, zumal, wenn sie daran gewöhnt sind, fällt es thema der Berichterstatter. Seine Verhaftung sollte in" Ja, sie machten sie ihm sehr heiß," erwiderte David. sehr schwer, sich die stündliche Angst derer vorzustellen, die diesem und jenem Hause stattgefunden haben, auf der„ Sie müssen es sich angelegen sein lassen, ihn für wenigstens fern von ihnen weilen und sich in verhältnißmäßiger Sicher- Straße und auf dem Bahnhof. Die kurze Beschreibung der sechs Monate davon abzuhalten, sich in dergleichen Anheit befinden. Ueberdies wußte Andrej, daß Gregor an verhafteten Personen stimmte oft nur ganz entfernt mit gelegenheiten wieder einzumischen. Er hat für lange Zeit Tanja schreiben wollte und er würde ihr sicherlich mit ihrem Manne überein. Der Einbildungskraft war freier jede günstige Aussicht, mit Nußen thätig zu sein, verloren. theilen, daß sie beide außer Gefahr wären. Spielraum gelassen, um die dramatischen Einzelheiten über Vor allem, lassen Sie ihn auf keinen Fall von St. PetersGregor hatte wirklich geschrieben. Doch trug dieser die Verhaftung und über das Betragen des Gefangenen burg fortgehen." Brief nicht viel zu Tanja's Gemüthsfrieden bei. Er war zu ergänzen. Eine Zeitung hatte angeblich aus ganz Ich werde mein Bestes versuchen," sagte Tanja in großer Gile geschrieben und Gregor hatte feine Zeit authentischer Quelle erfahren, daß der Gefangene seine lächelnd. Ich fürchte nur, daß er hier nicht sicher ist." gehabt, unsichtbare Tinte oder Chiffren zu benüßen. Er Indentität bereits eingestanden habe; eine andere, daß er wollte so viel sagen und erklären: die dringende Art der durch erdrückende Beugenaussagen indentifizirt sei; eine Angelegenheit, die Andrej zurückhielt, ihre gegenwärtigen dritte Zeitung, daß er unter starker Eskorte bereits nach Hoffnungen, die Aussicht einer schnellen Rückkehr und er St. Petersburg geschickt wurde. " Es ist jedenfalls der sicherste Ort," sagte David. Wo haben Sie ihn übrigens verlassen?" fragte fie ängstlich, hoffentlich doch nicht auf dem Bahnhofe?" David erklärte, daß sie sich erst getrennt hätten, Politische Weberlicht. Berlin, den 28. April. also doch. Der amtliche Reichs- Anzeiger" stellt fest, daß 3 en- 1 trumsführer auf den Kuhhandel ausgehen. arbeitende Volk schmählich ausbeuten. wird in der Petition ausgeführt, daß der Servis pro Mann und blau und braun mit fingerdiden Striemen fie durch Schläge mit Stöden während der Arbeit trattirt worden sind." " Ge= Gegen die Widersacher der Militärvorlage macht die Rölnische Zeitung" mit bodenloser Fr- eimüthigkeit geltend, es So löst der Bund der Von und Woßu die Landarbeiter Aus dem Reichstage. Die Fortsetzung der Debatte handle sich ja lediglich darum, dem deutschen Volk einige frage. Striemen, braun- und blaugeschlagene Rücken, die über§ 1 der Wuchergesetzvorlage brachte heute Szenen, wie lumpige Millionen Mart Steuern zu ersparen." Wenn die man sie sonst nur von den Parlamenten der heißblütigsten Schlotbarone und Geheimen Kommerzienräthe aus ihrer Tasche ach! wie hilfsbereite Polizei, die dem Gutsbesitzer kraft des Nationen zu lesen bekommt. Es waren die Herren Anti- diese lumpigen Millionen" aufbringen wollen, so mögen fie es Gesezes die entlaufenen" Hörigen zuführt! semiten, und von diesen speziell wieder Herr Liebermann thun. Freilich, ihre Tasche füllt sich nur dadurch, daß sie das Zu dem Erkenntniß des Ilmenauer Schöffenvon Sonnenberg, die einen Lärm vollbrachten und sich in Aus- Wie der Militarismus auf das Landvolk drüdt, gerichts, in dem gegen die Sozialdemokratie denkbar drücken ergingen, wie sie sonst nur in den Kreisen der Rowdie's dafür zeugt eine der Petitionstommission des Reich 3 gröbfte Beschuldigungen erhoben wurden, ohne daß sie zu heimisch sind. Nach dem bekannten Worte, daß es so aus dem tags zugegangene Petition aus der Eifel( Kreis bem abgeurtheilten Bergehen irgendwie Beziehungen hatte, Walde herausschallt, wie man in denselben hineinruft, zahlten Adenau), in welcher über die unzureichende Entschädi bemerkt das Stöcker'sche Volk":" Wir sind der Ansicht, unsere Genossen Stadthagen und Kunert die antisemitischen gung für die Manöverlast, die durch die häufige daß derartige Erkenntnisse das Gegentheil von dem erreichen, Pöbeleien mit Zins und Zinseszins heim. Erreicht wird wiederkehr der Manöver im Bereiche derfelben Gegend noch was sie erreichen sollen. Sie züchten Sozialdemokraten. durch derartige Szenen allerdings gar nichts, und wir ganz besonders erschwert werde, lebhafte Klage geführt ist. Schimpfen sollte der Richter nie, mag er Sozialdemokraten glauben mit unserer Empfindung nicht allein zu stehen, Zag von 6 Pfennigen ganz und gar unzureichend sei oder sonst wen vor sich haben. Außerdem halten wir es daß schon aus politischen Reinlichkeitsrücksichten als Entschädigung. Die arme Bevölkerung der Eifeldörfer habe für ein Pharifäerthum ohnegleichen, wenn man den Sozialunsere Bertreter es in Zukunft unterlassen werden, felbit für die eigene Familie nur nothdürftige Lagerstätten und demokraten besondere Sittenlosigkeit vorwirft. Die sozialsich wieder mit einer Persönlichkeit, wie Liebermann von müsse diese zu gunsten der Einquartierung oft räumen. Da die demokratische Bresse hält sich von sittlich Sonnenberg eine ist, in eine Auseinandersetzung einzulaffen. Häuser überhaupt nur eine Feuerstätte hätten, so müsse der anstößigen Dingen jedenfalls zehnmal mehr Rowdy- Gewohnheiten und Sprache gehören in Rowdy- Ge- Quartiergeber, zumal er während der Erntearbeiten, in welche frei, als die liberale. Und daß die Sittensellschaft, aber nicht in den Reichstag. Ist aber einmal die Manöver meist fielen, in der Regel mit den bei ihm ein- losigkeit in den sozialdemokratischen ein Individuum dieser Zunft statt, wie Abg. Kunert treffend quartierten Mannschaften gleichzeitig vom Felde heimkehre, massen größer sei, als bei den„ oberen" diesen die Mahlzeiten zusammen mit der eigenen bereiten. Dies bemerkte, in eine Anstalt für sittlich Verwahrlofte, in den bedinge, daß er den Soldaten auch das Material zu den Mahl- Ständen, ist durch nichts bewiesen. Im Reichstag gelangt, so ist es das Beste, man vermeidet es, zeiten liefern müsse, da die Magazinlieferung an die Soldaten in Gegentheil. Die goldene Jugend", die" Lebe in irgend welche Berührung mit diesem Subjekt zu kommen. ber Regel zu so später Stunde erfolge, daß die Benutzung der welt" kann man doch schwerlich der Sozialdemokratie zus Wer mit Bech umgeht besudelt sich; wird dieses Wort in selben am Tage der Lieferung unthunlich sei. Gine a cht fa che rechnen." Was sich die Kreuz- Beitung", die mit Zukunft beachtet, so find Szenen, wie der Reichstag fie Erhöhung des Servissages wäre unter solchen Umständen junkerlicher Schnoddrigkeit das Urtheil bespricht, zu Geheute erlebt hat, unmöglich. Nachdem diese Radaudebatte teine überreiche Entschädigung. Der Vertreter der Militärbehörde müthe führen mag! beendigt war, fanden die einzelnen Paragraphen der gab bei der Berathung der Petition in der Kommission zu, daß Wuchergesetvorlage mit großer Majorität Annahme. Ge die Eifelgegend sich am meisten in der Rheinproving zu Manö Der Kultur- Kampf tobt der hysterischen Tante vern eigne. Aber eine etwaige Erhöhung der Servisentschädi Voß durch die Adern, und dieses Fieber kennt nicht Maß schlossen stimmte nur der Freifinn dagegen. gungs Beträge im Militäretat würde ein Mehr von vielen noch Ziel. Das leitende Organ des Berliner DeutschDem Reichstag ist ein zweiter Nachtrag zum Miliionen erfordern. Es seien Verhandlungen eingeleitet zur freisinns schwelgt in den Erinnerungen an jene Reichshaushalts Etat für das Etatsjahr 1892/93 Herbeiführung des etwaigen Ausgleichs mit den anderen Theilen Periode einer verwerflichen Ausnahme- Gesetzgebung, als die Die Kommission erzugegangen, der mit der Gesammtsumme von 6500 000 der Rheinproving aus Provinzialfonds. Mark abschließt und darauf beruht, daß die der Wer- tannte die Beschwerde der Petenten im ganzen Umfange als Ratholitenhag üppig gebieh. Jene überzeugungsEs liege unzweifelhaft ein Uebelstand treuen Männer, bie gleich dem prinzipienfesten Leanschlagung des Bedarfs zur Beschaffung der begründet an. vor, welcher der Abhilfe dringend bedürftig sei. Anderer- dochowski der Bismarckischen Büttelpolitik muthig die Brot und Fouragenaturalien sowie zur feits vergegenwärtigte sich die Kommission, daß die Stirn boten und es vorzogen, in Ehren sich einkerkern und Viktualienverpflegung im Etat des Reichsheeres zeitige Finanglage des Reiches und der Augenblick, wo verbannen zu lassen, als sich schmählich zu unterwerfen, für 1892/93 zu Grunde liegenden Durchschnittspreise infolge feitens der verbündeten Regierungen große Mehraufwen- werden von dem Organ des Liberalismus in schnöder der Preis steigerungen sich als unzureichend erwiesen bungen für die Wehrkraft des Landes in Anspruch ge Weise eben deshalb angegriffen. Eine deutschhaben. Von der geforderten Summe entfallen auf Preußen, nommen würden, es bedenklich erscheinen ließen, eine enderung freisinnige Zeitung ist es, die einem Gegner die Sachsen und Württemberg zusammen 5 748 083 M., auf des Naturalleistungs- Gesetzes in einem Sinne zu fordern, welcher die Militärverwaltung von Bayern 751 917 M. Trogdem ebenfalls große Mehrausgaben erheischen würde. In anbetracht gerichtlichen Werurtheilungen, die flammert sich die Regierung, frampfhaft an die Schußber Manöverlasten durch Provinzialfonds begnügt sich die kom- Ueberzeugungstreue verhängt worden sind. Freilich, der deffen und der schwebenden Verhandlungen über einen Ausgleich fängniß strafen vorhält, die über ihn wegen seiner zöllnerei. Warum? Weil die Junker es wollen. mission, die Petition dem Reichskanzler zur Kenntnißnahme zu Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt, und der butterWährend das Heerwesen viele überweisen. Die Betenten, schreibt die Germania" treffend, weiche Weißbier Liberalismus der Tante Voß behütet vor Hunderte von Millionen verschlingt, hat der Staat für wirklich fannt ist, haben also nur deshalb nicht auf die erhoffte und nahmegesetze werden von ihr gebilligt, und die Urtheile deren Klage als vollberechtigt von allen Seiten aner- unliebsamen Zusammenstößen mit den Herrschenden. AusDer Unterrichtskommission des preußischen Ab- verdiente Berücksichtigung zu rechnen, weil weitere, bebeu- jenes„ Gerichtshofes für katholische Angelegenheiten", eines geordnetenhauses giebt darüber guten Aufschluß. ende Mittel zur Vergrößerung der ohnehin schon Preußen giebt für gewerbliches Unterrichtswesen, faum mehr zu ertragenden Heereslasten gefordert werden. Ausnahme- Gerichtshofes vom reinsten Wasser, der preußiwiffenfchaftliche und gemeinnüßige Zwecke im Reffort bes und da will die offiziöse Preise noch glauben machen, die schen Sternfammer, erscheinen als Beweisgründe in Minifteriums für Handel und Gewerbe die Summe von Militärvorlage finde im Bolle immer mehr Anklang"!- den Auseinandersetzungen der Kulturkämpfer. Für eine 2 448 613 M. aus, wovon noch 120 000 m. durch eigene Einfolche Handlungsweise haben wir nur das Lächeln der VerDie Tauglichkeit zum Militärdienst. Wie unsere achtung. nahmen dieser Schulen gedeckt werden. Mit dieser geringfügigen Leser wissen, hatte ein offenbar sehr fachkundiger MitSumme vergleiche man die Forderungen der neuen MilitärDer Stumm theilt einem Berliner Antisemitenblatte vorlage. Von den dauernden Mehrkosten derselben entfallen arbeiter der Hamburger Nachrichten" die Ergeb weit über 40 Millionen Mark allein auf Preußen. Die 60 neuen nisse des diesjährigen Musterungsgeschäfts mit, er habe seinen Arbeitern" das Halten von antiBatterien Feldartillerie fosten, wie die Freifinnige Zeitung" einer eingehenden und ungünstigen Kritik unterzogen. semitischen Zeitungen nicht verboten. Also dieser Ukas betont, breimal so viel zu unterhalten, wie der preußische Wenn er zu dem Schlusse kam, daß man nehme was ist nicht erlassen worden. Staat für das ganze gewerbliche Unterrichtswesen und die wissen- friechen könne, so bestätigten Mittheilungen aus verschie schaftlichen und gemeinnüßigen Zwede im Interesse des Gewerbe- denen Theilen des Reichs seine Auffassung. Der Reich 3 fchen Verwaltungsbehörden jeden BontottirungsBoykott und Boykott. Während früher die sä ch siwesens ausgiebt. Von den Kosten der geforderten neuen vierten Bataillone entfällt auf Preußen eine Summe, welche das Fünf- Anzeiger" hatte einen von uns gleichfalls gewürdigten versuch als groben un fug" unnachsichtlich ahndeten, fache von demjenigen beträgt, was Preußen für das gewerbliche Abschwächungsversuch jener Kritik unternommen. scheint neuerdings, wie der Frff. 8tg." geschrieben wird, Unterrichtswesen und die wissenschaftlichen und gemeinnüßigen diesen und vor allem gegen einen in gleicher Richtung sich eine andere Prazie nach dieser Richtung hin beobachtet zu Zwecke im Intereffe des Gewerbes ausgiebt. DerRegierungstommiffar bewegenden Artikel der" Post" wendet sich nun in der handen, nöthig feien 22. Auch das Bedürfniß nach anderen mann, und schließt seine treffenden Auseinandersetzungen um solche, die von antisemitischer Seite in Szene erklärte, es feien in Preußen jetzt nur 11 Baugewerksschulen vor- Freitag Ausgabe der Hamburger Nachrichten" der Fach- werden. Allerdings handelt es sich nicht, wie früher, um - Boykottirungsversuche von Sozialdemokraten, sondern gewerblichen Fachschulen werde nicht befriedigt. Die gegen mit dem Hinweis darauf, daß beim diesjährigen Musterungsgesetzt werden. Der Stadtrath in Bittau hatte vor einiger um solche, die von antisemitischer Seite in Szene wärtige Finanzlage des Staates aber vergeschäft anders wie früher, d. h. nach neuen Direktiven" hindere nicht blos die Errichtung neuer und die Verbesserung verfahren worden ist. Nach denselben", heißt es, werden Vereine nicht genehmigt, weil er in dem darin enthaltenen aber bergeschäft anders wie früher, d. h. nach„ neuen Direktiven" Zeit die Statuten des daselbst neugegründeten Reform" bestehender Fachschulen, sondern nöthige auch dazu, die Schulgelder zu erhöhen und die Zahl der Frei eben die bedingt Tauglichen, welche bisher in der Regel der stellen zu beschränken. Derselbe Jammer ist bekanntlich bei Ersatzreserve überwiesen wurden und nur ausnahmsweise Passus,„ daß die Mitglieder des Vereins nicht bei Juden dem Fortbildungsschulwesen, wo gleichfalls 10 pet. ins aktive Heer eingestellt werden konnten, in weit größerer und Judengenossen kaufen sollten", eine direkte Aufforderung Ausgaben gespart" werden sollen, dafür wird der Moloch Bahl als früher für den aktiven Dienst designirt. Dem zum Boykott erblickte. Die Kreishauptmannschaft in Bauzen Militarismus desto besser versorgt. gegenüber erscheint der lange Artikel im Reichs- Anzeiger" hat indessen jetzt auf die vom Verein eingelegte Berufung Der Reich 3- Anzeiger" bestätigt, daß der Kaiser sich als Wortklauberei; er kann an der Thatsache nichts än die betreffende Statutenbestimmung als ein sog. Boykott die Verfügung des Stadtraths zn Zittau aufgehoben ,,, weil mit dem Papst nicht über die Militärporlage unter dern, daß bei der Musterung mit Rücksicht auf die 60 000 halten habe, und erklärt des weiteren bezüglich der Blätter Mann mehr, welche die Militärvorlage in Aussicht nimmt, der Deffentlichkeit insofern, als hier nur die Berbindlichkeit nicht anzusehen sei, denn es fehle derselben der Charakter meldung, daß zwischen der Regierung und dem Zentrum ein Verkehr nicht mehr mit der alten Strenge verfahren wird, welche einer beſtimmten Bahl zu einem Vereine zusammen bestehe, welcher darauf abziele, für die Unterſtügung der Militär- die bisherige gute Qualität des Heeres gewährleistete." vorlage Ronzeffionen auf firchlichem Boden einzutauschen:" In getretener Personen vorliege." Gleiches Recht für alle ist den Besprechungen, welche zwischen dem Reichskanzler und Wilhelm II. und Ledochowski. Der Reich 3- die Losung! hervorragenben Mitgliedern bes Sentrums Anzeiger" schreibt in seiner heutigen Ausgabe im nichtüber die Militärvorlage stattgefunden haben, ist niemals, weder von der einen noch von der anderen Seite, von amtlichen Theile: solchem Handel die Rede gewesen." Rompromisselt wird Die Militärvorlage. produktive Ausgaben nichts übrig. Der Petitionsbericht " nachdem der gefährliche Drt passirt war. Er begleitete Andrej und Gregor bis zu einer Pferdebahn, die sie gerade in das Hauptquartier bringen mußte. Nach dem Hauptquartier!" rief Tanja mit kläglicher Stimme aus. Man wird ihn dort sicherlich zurückhalten." Nein, das wird man nicht. Gregor bleibt dort um ihnen alles zu erzählen. Andrej wollte nicht eine Minute mehr, als unbedingt nöthig ist, bleiben." Wirklich?" fagte Tanja erleichtert aufathmend. Für dieses Versprechen vergab sie ihm in einem Moment all' die Anft, die er ihr durch das Unterlassen der täglichen Sendungen verursacht hatte. Es war sehr freundlich von Ihnen, daß Sie kamen, mich zu benachrichtigen," sagte sie zu David. In ihrem Innern klang der Satz aber anders; es war sehr freundlich von ihm, daß er David darum gebeten. Als Andrej seiner Schäßung nach bald kommen mußte, verließ sie David. Als er sich von ihr verabschiedete, bat er fie, Einiges an Andrej auszurichten. Sie erinnerte fich dunkel es versprochen zu haben. Sicherlich hatte sie zum Zeichen der Zustimmung mit dem Kopfe genickt; doch als David fort war, wußte sie nichts von ihm und seinen Aufträgen; sie stellte sich hinter den Fenstervorhang, von wo aus sie die ganze Straße übersehen konnte. Der Gedanke, daß Tanja seinetwegen unruhig sein fönnte, dämmerte in Andrej's Geist erst auf, als der Bug die letzten paar Stationen vor St. Petersburg durcheilte. Er vermuthete aber nicht einen Augenblick, daß ihre Befürchtungen ernster Natur gewesen wären. David, der diesen Weg so wie so gehen mußte, bat er sie zu besuchen, nur in der Absicht, Tanja vom Verlassen des Hauses zurückzuhalten, falls sie dies vor hätte. ( Fortsetzung folgt.) " " Gegen " Die Form, welche die Kölnische Voltszeitung" einer an den Kardinal Ledochowsti gerichteten huldreichen Aeußerung des Raisers grebt, ist vollständig erfunden." Was der Kaiser gesagt hat, darüber schweigt das amtliche Organ. Ist nun die erste Lesart richtig? Bundesräthliches. In der am 27. d. M. abgehaltenen Plenarsigung des Bundesrath 3 wurde dem Entwurf eines Gefeßes, betreffend die Feststellung eines zweiten Nach= trages zum Reichshaushalts- Gtat für 1892/93, und dem Entwurf von Bestimmungen, betreffend die Be fchäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in 8iegeleien, die Zustimmung er theilt. Der Antrag Badens, betreffend die Aenderung der Statuten der Badischen Bank", und der Entwurf eines Gesetzes wegen Abänderung des Gesetzes vom 1. Juli 1872 über die Ge bühren und Kosten bei den Konsulaten des Deutschen Reichs wurden den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen. Endlich wurde über mehrere Eingaben in Boll- und Steuerangelegenheiten Beschluß gefaßt. Junkerliche Sozialreform. Tageblatt" schreibt man: Eine Tartaren- ,, Berichtigung". In der„ National Beitung", dem Blatte, das wenigstens in Einem seit seinem Bestehen konsequent gewesen, in seiner unanständigen Kampfesweise gegen den Sozialismus, lieft man: Der Abgeordnete Stadthagen hatte im Reichstage be hauptet, daß in der belgischen Armee eine Vereinigung von Unteroffizieren und Gemeinen entdeckt worden sei mit dem Zweck, im Falle eines Aufruhrs nicht auf die Aufrührer zu feuern. Ein höherer Offizier theilt uns nun mit, daß er der Begründung dieser Behauptung nachgeforscht und die Nachricht von befreundeter Seite aus der belgischen Armee erhalten habe, es sei kein wahres Wort an der Sache. Der Geist der Unteroffiziere und Soldaten sei durchaus gut, und die zahlreichen Verführungsversuche der Sozialisten seien bis dahin stets an der Mannschaft abgeprallt. Die Gesinnung derselben sei unbedingt zuverlässig, und nicht ein einziger würde in die Luft feuern." Wir wissen nicht, aus was für Quellen dieser höhere Offisier" geschöpft hat. Trübe aber find fie. Die Borgänge in Belgien haben sich so zugetragen, wie berichtet. Was sich z. B. in Tournai abgespielt hat, ist bekannt. Dem Berliner Daß dem höheren Offizier" die befreundete Seite" über den Sachverhalt nichts mittheilt, ändert nichts an diesem In Bukow auf dem Rittergute werden ca. 40 pol: Sachverhalt, der trotz aller höheren Offiziere" feststeht. Es nische Weiber, fogen. Schnitter, beschäftigt. Diese Leute fonnten ihre furchtbare schlechte Behandlung nicht mehr länger ist natürlich, daß die belgischen Machthaber allen Grund ertragen, denn sie werden viehisch gemißhandelt; sie beschloffen haben, die peinliche Angelegenheit toota uschweigen. daher, alle zusammen zu fliehen, und führten dieses Borhaben Was ihnen fatal ist, erklären sie für unwahr", in Belgien am Sonnabend aus, indem diefelben mit einem Zuge nach wie bei uns. Berlin famen, um eventuell hier Schutz zu suchen. Kaum wurde aber auf dem Gute die Flucht entdeckt, als ihnen sofort Wegen Gelächters ist eine Versammlung des neu ein Telegramm hierher nachging, in welchem der Kriminal- gegründeten freisinnigen Vereins für die Kreise Neustadt, polizei aufgegeben wurde, die Flüchtigen anzubalten und zu Karthaus, Bugig, welche in Neustadt in Westpreußen stattverhaften. Es wurden sofort awei grüne Wagen nach fand, von dem Bürgermeister März in Neustadt aufdem Bahnhof geschickt, und beim Eintreffen des Zuges, mit gelöst worden. Mitten in der Abstimmung erklärte ein welchem die Entflohenen anfamen, wurden diefelben jammt und Chauffee- Aufseher Kuhn mit erhobener Stimme, daß er es fonders als Gefangene auf das Polizeipräsidium übergeführt. Dieser Augenblick der Verhaftung soll berzzerreißend gewesen gewesen sei, der den Liberalen, wie Eingangs der Versein; die Leute verstehen fein Wort deutsch, und fein Dol fammlung erwähnt wurde, einen Saal abgetrieben habe. metscher war zugegen, welcher ihnen hätte zur Seite stehen Die etwas tonfufen Ausführungen des Redners verhallten tönnen, dabei zeigten sie durchweg ihre Körpertheile, wielunter dem Gelächter der Versammlung. Da erhob sich 0 plöglich der Bürgermeister und erklärte die Versammlung für widerlegt feien; anderes Material habe aber der Abg. Ahlwardt| Gegen die Militärvorlage erklärte sich ferner eine Vers aufgelöst! nicht beigebracht. Es entstand eine lebhafte Debatte, in der der fammlung in Plittersdorf( Ref. Sustói: Karlsruhe). Abg. Pickenbach nachzuweisen sucht, daß die Auffassung Ahlwardt's Der Popanz. Wozu der Ahl wardt gut ist, das über den Werth der Papiere, in denen seiner Zeit der Invaliden- Maifeier. In Schmargendorf bei Berlin wird am weiß die Reaktion gar wohl. Die Einen heischen fonds angelegt worden, gerechtfertigt sei. Dem trat der Direktor 1. Mai eine Voltsversammlung abgehalten, an die sich eine ents Sturz des allgemeinen Wahlrechts, die Anderen Einschrän- Aschenborn aus dem Reichs- Schatzamt des Innern mit den sprechende Feier schließt. Die Parteigen offen in Karlsruhe sablenmäßigen Beweisen entgegen, aus fung der parlamentarischen Redefreiheit, die Dritten Aus- ging, daß bei dem Verkauf der Papiere des Invaliden, Gartenfest ab. In Offenbach a.. findet am Abend des denen hervor halten am Abend des 1. Mai eine Feier und am 7. Mai ein nahmemaßregeln. Die„ Norddeutsche Allgemeine M. Festungsbau und Reichstagsbau Fonds, die fämmt 1. Mai eine Versammlung statt; am 7. Mai werden in 4 Lokalen Beitung" gräbt einen 1879 eingebrachten freiheits- lich das Reichs- Schahzamt zu verwalten hatte, an 8400 000 m. Boltebelstigungen abgehalten. Nach der Stimmung der Arfeindlichen Antrag wieder aus, der sich gegen die Sozial- gewonnen worden seien. Bei den als ganz besonders schlecht beiter zu schließen, wird die Betheiligung an der Feier eine große demokratie im Reichstage richtete. Danach sollte bezeichneten Attien der Bahn Hannover- Altenbecken habe das Reich sein. In Mindelheim in Schwaben wird die Maifeier zum dem Reichstage eine" Strafgewalt" über seine Mitglieder beim Verkauf derselben noch einen Reingewinn von über 243 000. ersten Mal abgehalten; die Wörrishofer Parteigenossen verliehen werden." Diese Strafgewalt follte von einer gehabt. Hierauf referirte der Abgeordnete Dr. Porsch über den feiern sie gemeinsam mit den Mindelheimern im städtischen Kommission ausgeübt werden, welche aus dem Präsidenten, Attenbefund bezüglich der Diskontobant. Er fonstatirte im Gin- Stadtfaal", der über 1000 Perfonen faßt. Die badischen Orte den beiden Vizepräsidenten und zehn Mitgliedern am An- verfländniß mit dem Rorreferenten, daß die als besonders wichtigue bei Durlach und Furtwangen feiern am 29. April, fange einer jeden Seffion zu bilden wäre, und zwar sollte übergebenen Akten nicht Originale, sondern Ropien von der Lahr, Waldkirch und Billingen am 30. april. In Hand Des viel genannten Meißner seien, Augsburg findet am Vormittag des 30. April eine Massenje nach Schwere der Ungebühr die von der Kommission zu für deren Richtigkeit feinerlei Beweis vorliege. Meißner versammlung in der ehemaligen Dominikanerkirche ftatt, wo verhängende Ahndung bestehen in 1. Verweis vor ver- selbst sei seit 14 Tagen Tagen verschwunden und befinde v. Vollmar sprechen wird; am Abend wird in Pfersee ein Voltsfammeltem Hause, 2. Verpflichtung zur Entschuldigung oder fich in Catania. Die Abschriften enthielten eine Menge ortho- fest abgehalten. Greis hält am 1. Mai eine Versammlung, am zum Widerruf vor versammeltem Hause, 3. Aus graphischer Fehler, theilweise fehlte das Datum, theilweise die 7. Mai ein Fest ab. schließung aus dem Reichstage auf bestimmte Unterschriften, und soweit letztere vorhanden seien, ließe sich die In Düsseldorf hat nicht nur die Polizei den Feftzug Beitdauer, welche lettere bis zum Ende der Legis. Richtigkeit derselben nicht nachweisen. Als beweisträftig tönnten verboten, sondern es getraut sich auch fein Wirth der größeren la turperiode erstrecbar sein sollte." Gin bequemeres die Papiere nicht angesehen werden. Des weiteren tam der Etablissements, fein Lotal zur Maifeier herzugeben. Das Prolaturperiode erstreckbar sein sollte." Ein bequemeres Referent auf das Verhalten Ahlwardt's dem Referenten gegen- letariat Düsseldorfs, dem die dortige herrschende Gesellschaft doch Mittel, die Opposition loszuwerden, gäbe es nicht. über zu sprechen, das er scharf verurtheilte. ihre Existenz verdankt, muß daher sein Fest in mehreren kleinen 1879 warf der Reichstag den Antrag in den Papierkorb. Der Korreferent Abg. Bebel erklärte sich allenthalben mit Lokalen abhalten. Es wird seinen Maitag mit um so innigerer Aber die Rückschrittler sind heuer Hoffnungsfreudig und den Ausführungen des Referenten einverstanden. Schließlich be- Ueberzeugung davon feiern, daß das arbeitende Volt nur durch herausfordernd wie seit langer Zeit nicht. Das Jammer- schloß die Kommission den Referenten anheim zu geben, inwieweit sich felbit vom Unrecht der bürgerlichen Welt erlöst werden wird. geschrei des Liberalismus, der in seiner Angst vor den dieselben dem Wunsche Aylwardt's, feinen Mitarbeiter Black zur Aus Wien wird der Voss. 8tg." telegraphirt: Die So Antisemiten zu allem zu haben ist, zeigt der Reaktion, wo Auskunftsertheilung beranzuziehen, nachkommen wollten, und zialisten veröffentlichen Flugblätter mit dem Programm der sie ihre Eideshelfer zu suchen hat. wurde die nächste Sigung auf morgen 11 Uhr anberaumt. Die Maifeier und bestimmten zahlreiche Ordner für die Aufrechtbeiden Referenten willigten ein, daß der Abg. Ahlwardt seinen haltung der Ordnung auf dem Marsche in den Brater und auf Aus Belgien. Der Senat genehmigte am 27. b. M., Gehilfen Black auf Vormittag 9 Uhr zur Auskunftertheilung bei dem Rückweg. Die Ordner haben jede Nuheftörung hintany aur wie schon gestern furz berichtet, mit 52 Stimmen gegen bringe. Herr Ahlwardt versicherte hoch und theuer, feinen Verzuhalten, den Polizei- Organen gegenüber größte Mäßigung, Ruhe 1 Stimme, bei 14 Stimmenthaltungen, den neuen Art. 47 such mehr zur Hinausziehung der Angelegenheit machen zu und Entgegenkommen zu beobachten. Der Vormittag des 1. Mai der Verfassung, nach welchem das Mehr stimmen system wollen, ein Versuch, der ihm bei der vorhandenen Stimmung ist zur Abhaltung von 44 Versammlungen bestimmt. In allen Versammlungen wird eine gleichlautende Resolution vorgeschlagen nach dem Antrag Nyssen's eingeführt werden soll. Die auch kaum noch gelingen dürfte. werden, die das allgemeine direkte Wahlrecht, den AchtstundenRammer hatte den Antrag am 18. ds. Mts. angenommen. Die Kommiffion zur Berathung des Seuchengefehes tag und sechsunddreißigstündige Sonntagsruhe fordert. Außer Das plurale Wahlrecht tritt also in Kraft. fekte am Freitag die Verhandlung über die§§ 1 und 2 fort, ohne dem sollen in einer Refolution die belgischen sozialistischen ArAls das angebliche„ Attentat" auf Buls, den brutalen zu einer Beschlußfassung zu kommen. Ein Theil der gestern beiter zu ihren Erfolgen beglückwünscht werden. Bürgermeister von Brüssel, verübt wurde es war bereits erwähnten Einwendungen wurde heute wieder erhoben; Angeblich 700 böhmische Industrielle beschlossen auf damals, als die Wahlrechts- Bewegung in hohen Wellen o waren es heute die Herren Hug, v. Pfetten und Graf Stoll einer Versammlung in Reichenberg, alle Arbeiter zu entlassen, die Wellenberg, die nur ein Nothgesetz gegen die Cholera machen wollen. am 1. Mai nicht arbeiten. Die Menschenfreunde wollen die Arging, meldeten wir schon, daß der Attentäter" fein Bum Theil wird diese Stellung veranlaßt durch die Befürchtung, beiter später nicht wieder annehmen. Diese tindische Bosheit Arbeiter gewesen sei, sondern ein Bourgeois im Seiden- daß zum Sommer die Cholera wiederkommen werde, während fönnte den Herren früher oder später doch theurer zu stehen hut". Nun wird aus Brüssel berichtet: Der Bürger- der Reichstag in furzer Zeit auseinander gehen wird. Und zum fommen, als fie ahnen mögen. Denn wie oft zwingen sie bie meister Buls ist von dem Angriff, deffen Opfer er am andern Theil sind es partikularistische Bedenken, ein Standpunkt, Arbeiter zum Feiern, ohne zu fragen, ob es diesen recht ist 16. d. M. geworden ist, vollkommen wieder hergestellt. Der der namentlich von den süddeutschen Abgeordneten vertreten Mann, der den Streich auf ihn führte, ist ein entlassener wird, indem diese Herrn der Ansicht sind, daß dieses Gesetz zu Polizei- Agent. Die That wäre also ein Aft der stark in die Sonderrechte der Einzelstaaten eingreife. Brivatrache und nicht auf das Kerbholz der streikenden Arzeugniß für die Reichs- Gefeßgebung, wenn dieses Gesetz nicht zur Staatsminister v. Bötticher glaubt, es sei ein Armuthsbeiter zu setzen." Oder aber ein Lodspigel war über Berabschiedung fäme. Seit mehr als 20 Jahren besteht die eifrig?! Reichsverfassung; diese überweist die Gesundheitspolizei dem England. Ein Geisteskranker giebt in einem Bart Reiche, aber bis jetzt fehlen noch immer die Gefeße, durch welche fratischen Partei Deutschlands ist am Donnerstag ausgegeben " oder nicht. Spanische Wirthschaft. In Cadix find gegen müssen also für etwas büßen, das sie noch garnicht gethan haben. am 1. Mai teine Ausschreitungen begehen tönnen. Die Leute 30 angeblich verdächtige" Personen verhaftet worden, damit sie müssen also für etwas büßen, das sie noch garnicht gethan haben. Maifest- Literatur. Die Maifest- Zeitung der sozialdemoworden. durch den Gladstone zu gehen pflegt, wenn er sich heim fann. In dem Gesez wird nichts verlangt, was nicht in den begiebt, einen Revolverschuß ab und wird festgenommen. meisten Staaten schon Gesetz ist. Nur die einheitliche HandMan findet wirre Aufzeichnungen bei ihm. Die von den habung fehlt jetzt. Jede Maßnahme kann heute illusorisch ge walde- Friedeberg! Genossen! Bei der aller Boraussicht nach An die Parteigenoffen aus dem Wahlkreise Arus. Ulsterpatrioten künstlich geschürte Erregung läßt bie Fabel macht werden, sobald der eine oder andere Kleinftaat sich weigert, nabe bevorstehenden Reichstags- Auflösung ist es nothwendig, daß glaubhaft erscheinen, ein Anschlag auf Gladstone, der zu den Anordnungen Folge zu leisten. Ein Choleragefez allein wir unsere Agitation, unfere Organisation vervollständigen. Die der Zeit gar nicht im Park gewesen ist, sei beabsichtigt ge- reicht nicht aus, um den Anforderungen zu genügen. Dr. Endemann will die im ersten Entwurf verlangte Vorkommnisse, die wir bei der Erfahwahl im vorigen Jahre er wesen. Staatssekretär Asquith ersucht im Unterhause doppelte Meldung, an die Polizeibehörde und an den beamteten lebten, haben uns gelehrt, daß es einer ganz energiſchen, tüchtigen, Sexton, jedwede Anfrage hinsichtlich des vermeint- Arzt, wieder hergestellt fehen. Der beamtete Arzt muß so planvollen Agitation bedarf, um die Wähler im Arnswaldelichen Attentates auf den Premier Gladstone, welches schnell als möglich Kenntniß von dem Ausbruch einer Seuche treise, wo denkende Arbeiter wohnen, ein Aylwardt geFriedeberger Wahlkreise aufzurütteln. Ronnte in einem Wahlbereits zum Gegenstand einer richterlichen Unter bekommen. So etwas ist nur in Arnswalde- Friedeberg suchung gemacht sei, angesichts des Ernstes der Sache zu wählt werden? vertagen. Der Präsident der Lokalverwaltung, Fowler, möglich! Es muß also unfere heiligste Pflicht sein, dafür zu erklärt, er hoffe in einigen Tagen eine Bill zwecks Gleichsorgen, daß Licht und Aufklärung in unsere heimathlichen Be stellung der lokalen Abgaben in London einbringen zu Eingang findet! Um dies zu ermöglichen, werden alle in Berlin Birte kommen, daß auch dort das Evangelium des Sozialismus lebenden Genoffen des Wahlkreises gebeten, fich am Sonntag, einzufinden. R. Schiente. tönnen. Birchow macht geltend: Das Gesez muß genau be stimmen, wo und wann vorgeschriebene Maßnahmen in Kraft treten sollen. Es besteht sonst die Gefahr, daß zu große und Auf die Cholera allein darf sich das Gesetz nicht beschränken, unnöthige Gingriffe in die Bewegungsfreiheit gemacht werden. denn mit der Entwickelung der Verkehrsmittel wird auch die Das Unterhaus nahm die Bill, durch welche die Gefahr erhöht, daß Krankheiten, die sonst wenig oder garnicht der Eisenbahnbeamten bei uns vorkommen, häufiger eingeschleppt werden. geregelt werden, in dritter Lesung an. Bei uns arbeitet Die Sozialreform von Oben anders. Herr Thielen setzt die Löhne herab, entläßt Arbeiter, kontrollirt ihre politische Gesinnung und„ spart". Arbeitsstunden den 80. April, Nachmittags 4 Uhr, bei Tempel, Langeftr. 65, Langerhans glaubt, daß wir ohne obligatorische Leichenschau doch nicht auskommen werden, und will deshalb auch die in Effen fein Glüd gehabt. Sie hatten dort zum 28. April Die ,, Unabhängigen" haben mit ihrer Quertreiberei auch Leichenschautommission zur Anzeige verpflichtet wiffen. von der Schulenburg will das Gesetz auf alle Schwadroneure über ihre wirren Bestrebungen einiges Licht ver eine Boltsversammlung einberufen, in der einer ihrer Berliner ansteckenden Krankheiten ausdehnen. Die Anzeige muß in erster breiten sollte. Trotzdem diesem von unseren Genossen, die das Italienisches. Die italienische Bourgeoisie, die sich Reihe von dem Haushaltungsvorstand und zuerst an den be- Bureau erhalten hatten, Redefreiheit in ausgiebigstem Maße geaus öffentlichen Mitteln bereichert und die Waffen aus- amteten Arzt erstattet werden. plündert, hat ihre Bankkrisis. Die Proletarier haben ihre Krankheiten noch Darmtyphus, Diphtherie, einschließlich Kroup, durch biedermännisch- gleißnerische Redeweise die Bersammlung zu Wurm beantragt, daß außer dem im Entwurf genannten währt wurde, erlitten die Unabhängigen" eine vollständige Niederlage. Der Berliner Referent hatte vergeblich versucht, Hungerkrisis. Der Frankfurter Zeitung" wird unterm Rückfallfieber, Ruhr, Scharlach, Kindbettfieber und Wundrose zur 27. April gemeldet: Bierhundert Landarbeiter ver- Anzeige gebracht werden. Die starke Abneigung gegen dieses Ge- töbern, er mußte vor der Treue und Liebe, die die Versammlung Gefür suchten in die Stadt Ravenna einzubringen. Die be fez entsteht dadurch, daß der Polizei so große Machtbefugniffe für die Sozialdemokratie kundgab, die Segel ftreichen. waffnete Macht schloß die Thore, worauf erstere das Thor eingeräumt werden. Die Polizei ist in feinem Kreise der Be Als Reichstags Kandidat für den Wahlkreis Offens Manane theilweise erbrachen. Schließlich gelang es durch völkerung beliebt, jeder scheut sich mit ihr in Berührung zu bach- Dieburg wurde von der am 16. April in Ifenburg gütliche Ueberredung, fie zur Rückkehr in die Landschaft zu kommen. Wurm beantragt daher, daß die Anzeige statt bei der bewegen. Die Lage ist ernst; man fürchtet, daß die Arbeiter Polizeibehörde bei einem von der Gemeindebehörde zu wählenden abgehaltenen Parteikonferenz der bisherige Abgeordnete G. Ulrich aufgestellt. Gesundheitsamt au erstatten sei. in größerer Bahl wiederkehren. Der nordamerikanische Kongreß wird, wie die Times" melden, im September zu einer außerordent lichen Tagung einberufen werden. 1 Parlamentarisches. Parteinachrichten. Aufruf an die Parteigenoffen Berlins und der Proving Brandenburg. Die Konferenz tagt mithin bereits am Sonntag, ben 7. Mai, Vormittags 9 Uhr Zu den fächsischen Landtagswahlen ist von der Sozial demokratie des Wahltreises Dresden Neustadt der Kaufmann Paul Gruner als Kandidat aufgestellt worden. In Mindelheim( Schwaben) wurde am 2. Dfterfeiertage nach einem Vortrage des Redakteurs Breder aus Augsburg einstimmig die Errichtung eines Vereins für die Interessen des wertthätigen Boltes für Mindelheim und Umgegend" beschlossen. 37 Perfonen seichneten sich sofort als Mitglieder ein. Todtenliste der Partei. In Hamburg ist der Schauers mann H. Ramm gestorben. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Parteigenossen! Aller Voraussicht nach erfolgt anfange Sweite Sigung der Kommission Ahlwardt. Die Rom- Mai die Auflösung des Reichstages. Bei der Wichtigkeit, welche mission ist heute nicht wesentlich gefördert worden und zwar die in Aussicht stehenden Neuwahlen für unsere Partei haben, wiederum durch Verschulden des Herrn Ahlwardt. Wie im ist es unsere Pflicht, uns zur rechten Beit auf jede Eventualität vorigen Bericht erwähnt, hatte Herr Ahlwardt sein Versprechen, vorzubereiten, und haben wir daher beschlossen, die Partei den Referenten bei der Prüfung der Aften an die Hand zu gehen, konferenz früher einzuberufen, als dies im vergangenen Wegen Abdruck eines Berichtes über die gegen ben nicht gehalten, er hat dagegen aufs neue versprochen, heut Bor. Jahre geschehen ist. Parteigenossen Feldmann in Langenbielau ergangene Reichsmittag 9 Uhr im Reichstag anwesend fein zu wollen, um nunmehr feine Hilfe zu leiften. Herr Ahlwardt war diesmal auch anwesend, dance gerichts Entscheidung wurde Baul Hennig, Redakteur der Breslauer Boltswach t", zu 6 Monaten Gefängniß zur Ueberraschung der beiden Referenten vermochte er aber nicht auf die an ihn gestellten Fragen bezüglich des Inhalts der Akten in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, Berlin.. verurtheilt, weil der Bericht, der in Nr. 30 des genannten zu antworten; er bat, einen Herrn Black, mit dem er gemeinsam Im Anschluß an diese Bekanntmachung ersuchen wir die Blattes veröffentlicht war, nach Ansicht der ersten Straffammer bie Aften studirt" habe, zur Hilfe heraurusen zu dürfen. Nach Parteigenoffen, nunmehr schleunigst Versammlungen einzuberufen,( Borsitzender Landgerichtsdirektor Herzog) eine Majestätsbeleidi einigem Widerstreben willigten die Referenten ein, Herr Ahlwardt und in denselben die Wahlen der Delegirten zur Partei- gung enthalten soll. Der Staatsanwalt hatte 1 Jahr Gefängniß und fofortige Verhaftung beantragt. Die Berhandlung fand vermochte aber den Herrn nicht herbeizuschaffen, weil derfelbe tonferenz vorzunehmen. Die Zahl der Delegirten eines jeden unter Ausschluß der Deffentlichkeit statt. mittlerweile fortgegangen sein follte. Damit war die Wahlkreises darf brei nicht überschreiten. Unterm neuen Kurs." Prüfung des wüsten Haufens von Papieren, den Herr Die Konferenz wird einen Tag in Anspruch nehmen. Partei- wie die Elberfelder" Freie Presse" mittheilt, in der Zeit vom In Remscheid sind, Ablwardt als Atten" überreicht hatte, wiederum unmöglich. genossen, welche auf einen oder mehrere Tage in Berlin Logis 1. Januar 1890 bis 31. Dezember 1892 gerichtliche Verfolgungen In der Kommission, die Vormittags 11 Uhr zusammentrat, wurde nehmen wollen, werden ersucht, sich an Friz Zubeil, Naunyn- unserer Parteigenossen in folgendem Maße zu verzeichnen gezunächst konstatirt, daß die Echtheit des Briefes von dem Ruftraße 86, zu wenden. Die Tagesordnung bestimmt die Konferens mänen Ralindero, auf den Herr Ahlwardt ein so großes Gewicht selbst; als provisorische Tagesordnung schlagen wir vor: gelegt, nicht bewiesen werden könne und vor allen Dingen der 1. Bericht über die Thätigkeit des Agitations- Komitees. Brief nicht beweise, was er beweisen solle. Herr Ahlwardt er- 2. Die bevorstehenden Reichstagswahlen und die Aufstellung klärte denn auch, daß er selbst nunmehr dem Briefe nicht die von Kandidaten. geringste Bedeutung zuschreiben tönne. Alsdann ging die Alle Anfragen und Buschriften find an den Unterzeichneten bezüglich des Invalidenfonds. Der Abgeordnete Guny referirte Mit dem Wunsche, daß sich alle Kreise an dieser für uns so über den Inhalt der von Ahlwardt übergebenen Broschüren wichtigen Konferens betheiligen mögen, zeichnet mit foztaldemound an der Band der Verhandlungen im Reichstag fratischem Gruß und im preußischen Abgeordnetenhaus in der Mitte der fiebenziger Jahre. Er kam zu dem Resultat, daß die Broschüren, die Ahlwardt übergeben und die beide bereits im Jahre 1877 erschienen sind, durch den Stand des Invalidenfonds, wie er sich Kommission über zur Prüfung der Anflagen Ahlwardt's zu richten. Das Agitations Romitee für die Proving Brandenburg. J. A.: Otto Antric, Berlin W., Steinmeßstr. 60. Die Provinzialblätter werden um Abdruck vorstehenden Aufauf grund der erstatteten Berichte an den Reichstag herausstelte, rufes gebeten. wesen: Das Strafverfahren ist im Ganzen in 60 Fällen eingeleitet worden, woraus 47 Verurtheilungen entstanden sind. Die Verurtheilungen erfolgten: in 13 Fällen wegen Polizeibeleidigung, in 15 Fällen wegen Bergehen gegen das Vereinsgefeß, in 3 Fällen wegen Verbreitung von Schriften, in 3 Fällen wegen Gewerbefontravention und in 13 Fällen wegen verschiedener Angelegenbeiten. Die Geldstrafen betrugen zusammen 568 M., und zwar 2mal 50 und je einmal 42, 80, 25 und 20 m., 15mal 15, 6mal 10, 4mal 9 und 6mal 5 M. Gefängnißstrafen find es zusammen 7 Monate, 8 Wochen und 1 Tag. Die höchste Gefängnißftrafe war in einem Falle 2 Monate, bie niedrigste 3 Lage. Die Gerichtskosten betrugen zusammen 507,39 m. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, 29. April. Opernhaus. Siegfried. Neues Theater. Meister Gert Westfaler. Deutsches Theater. Zwei glückliche Tage. Berliner Theater. Der Veilchen freffer. Circus Renz. ( Karlitraße.) Sonnabend, den 29. April, Abends 74 Uhr: Bum Benefis für Mr. James Fillis B Parade- Galavorstellung. Aus dem Programm besonders her: vorzuheben: Mr. James Fillis mit den Schulpferden Germinal und Markir. Agat, arab. Schimmelbengst, in Freiheit dress. u. vorgeführt vom Direktor Fr. Renz. Konkurrenzschule, geritten von den Damen Frl. Clotilde Hager und Oceana Renz. Geschw. Hoffmann, Lufttrapez 2c. Zum Schluß: Leffing- Theater. Die arme Löwin. Die Inſtigen Heidelberger. Wallner- Theater. Die GroßstadtIuft. Kroll's Theater. Der schwarze Domino. Residenz- Theater. Denise. Adolph Ernst- Theater. Goldlotte Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Mam'zelle Nitouche. Thomas- Theater. Gute Zeugniffe. Hierauf: Wenn man im Dunkeln tüßt. Viktoria- Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. National Theater. Julia. Romeo und Alexanderplat- Theater. Zimmermann's Lene. Winter- Garten. Spezialitäten- Borstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Große Ausstattungs- Pantomime. Neue Ausstattung. Morgen, Sonnatag: Nachmittags 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei) Gr. Komikervorstellung; Abends 71/2 Uhr Hiermit allen Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter Minna Voigt am 26. April, 11 Uhr Vormittags, sanft entschlafen ist. 36236 Friedrich Voigt nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachmittag 3 Uhr, vom Trauerhause, Neue Maaßenstraße 12, aus statt. Todesanzeige. Allen Freunden und Kollegen aur Nachricht, daß der Former Robert Sperner am 27. d. m. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag Nachmittag 1/2 Uhr vom GeorgenKirchhof in Weißensee aus statt. 3636b Franz Sperner. Danksagung. Der Maifeier wegen werden unsere Expedition und Verlags- Buchhandlung kommenden Montag von Mittags 1 Uhr ab geschlossen. Wir bitten deshalb um rechtzeitige Aufgabe der für Dienstag bestimmten Inserate. Expedition und Verlags- Buchhandlung des ,, Vorwärts". Achtung! Achtung! 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Ost). Montag, den 1. Mai 1893: Für die überaus reichen Beweise herzlicher Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Bigarrenhändlers Paul Seifert, sage ich allen Verwandten und Bekannten, besonders in den Lokalen Brauerei Friedrichshain( früher Lips) am Königsthor, Elysium, Landsberger Allee 39-41, Königsbank, Gr. Frankfurterstr. 117, Grosse Maifeier Die lustigen Heidelberger. Abschieds- Vorstellung am 2. Mai. Billet- Vorverkauf an der Birkuskasse u. beim„ Invalidendant", Markgrafen- dem Herrn Prediger für die trostreichen straße 51a. Worte am Grabe des Verstorbenen 3618b meinen tiefgefühltesten Dank. Fr. Renz, Direktor. Die trauernde Wittwe nebst MorigEtablissement Moriz Bla. Buggenhagen. Plaz. Täglich: Instrumental- Konzert. Großer Frühstücs- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschant von PahenTheater der Reichshallen. Spezia- hofer Lagerbier, hell und dunkel. litäten- Vorstellung. We An Sonn- und Feßtagen Kaufmann's Variété. Spezialitäten- findet das Konzert in den oberen Vorstellung. Sälen statt. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 28. Male: Goldlotte. Gesangspoffe in 8 Aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise v. G. Görss. Mufit von G. Steffens. In Szene ge fekt von Adolph Ernst. Anf. 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Der Sommer- Garten in gröffnet. American- Theater. Dresdenerstrasse 55. Lezte Woche. Der Dussel ( Nulpus) Parodie von Oscar Wagner. Bendix in feinen Glanznummern. Robert Dellor, Instrumentalist. Alfred Bender in seinen neuesten Rouplets. NB. Montag, den 1. Mai: Letzte und Wiederholung der JubiläumsVorstellung des urkomischen Bendir zum Benefiz für Direktor Louis Heinsdorf. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Kheinländischer Tunnel genannt: Die fidele Nagelkiste. Berlin N, Elsasserstrasse 73. Neu! Neu! Die Möbel- Polonaise! 4070L* oder: Weber hat'n Keber, an de Lunge, an de Bunge, an de Leber! Vorträge der berühmt. Gesangvereine Halbe Lunge" und Keuchhusten", Vorzügliches Lagerbier der ,, Schöneberger Schloßbrauerei" à Seidel 10 Pfennige. H. Schultze( mit'n§). ( Notiz: Mang uns mang is feener nich mang, der nich mang uns mang jehört.) H. Stramm's Restaur. Kindern. Rummelsburg. Generalversammlung des Arbeiter- Vereins bestehend in Gr. Vokal- und Instrumental- Konzert, unter Mitwirkung verschiedener Gesangvereine. Um 8 Uhr: Festrede in allen drei Lokalen. Nach derselben Vorträge verschiedenen Inhalte, sowie Tanzkränzchen. Anfang 4 Uhr. Billets à 30 Pf. sind in allen mit Plakaten belegten Handlungen, sowie bei den Vertrauensleuten H. Baumgarten, Posenerstr. 4, und R. Wengels, 849/9 Fruchtstr. 80, Quergeb. 2 Tr., zu haben. für Nummelsburg und Umgegend Beim Eintritt in dei Lokalitäten erhält jeder Theil. Sonntag, den 30. April, nehmer die Maifest- Zeitung gratis. im Lokale des Herrn Borchmann, im Lokale des Herrn Borgmann, 4. Berl. ReichstagsTagesordnung: 1. Abrechnung vom letzten Quartal. 2. Bericht des Bibliothefars. 3. Antrag des Vorstandes. 4. Berschiedenes. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Üm recht zahlreichen Besuch bittet 110/12 Der Vorstand. Friedrichshagen. Montag, den 1. Mai, Abos. 8 uhr, bei Lerche, Rundtheil, gr. öffentl. Volksversammlung. Vortrag des Genoffen Stadthagen über die Bedeutung des 1. Mai. Nach derselben gemüthl. Beisammensein. Zwei Gesangvereine find anwesend. Alle diejenigen Sänger, 836/1 welche gewillt find, sich den drei Vereinen Senefelder, Steinmehen und Gemüthlichkeit anzuschließen, um am 1. Mai im Feenpalast dement4. Berl. Reichstags- Wahlkr.( Südost). Montag, den 1. Mai: Grosse Maifeier in den Lokalen Konkordia- Festsäle und Sanssouci, Andreasstr. 64 Rottbuserstr 4a 349/ 8* bestehend in Vokal- und Instrumental- Konzert, Vorträgen ernsten und heiteren Inhalts, lebenden Bildern. Punkt 9 Uhr Festreden.. Großer Ball. Die Festtheilnehmer erhalten die Mai- Zeitung gratis. Entree 30 Pf. Das Komitee. Große öffentliche Volksversammlung für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis sprechend mitwirken zu wollen, werden am Montag, den 1. Mai cr., Abends 72 Uhr, im Saale des ersucht, Sonntag früh 9 Uhr zur Probe im Feenpalast" pünktlich zu erscheinen. HEF Schweizer- Garten am Friedrichshain. " 123. Ritterstraße 123. Restaurant zur Pferdebucht". Großes Fremdenlogis, Herberge und Einem hochgeehrten Publikum empfehle Arbeitsnachweis der Vereine der Glaser ich mein im herrlichsten Laubwalde beund Klempner, sowie Verkehrslokal und legenes Restaurant gütigen Tages- Ordnung: " 1. Gesangsvortrag des Gesangvereins Freie Liebertafel". 2. Vortrag über die Bedeutung des 1. Mai. Referent" Genosse Coblenzer. 8. Dis tuffion. 4. Gesangsvortrag des Gesangvereins Freie Liedertafel". 851/4 Der Einberufer. Herberge der Goldarbeiter, Korbmacher, Besuche. Kaffeeküche, Kegelbahnen, Haus- u. Geschäftsdiener, Markthelfer, Weinkeller- Arbeiter, Tischler, Schneider und Bildhauer. Bianino, sowie allerhand Belustigungen. Gleichzeitig empfehle meinen reich- Vereinen und Ausflüglern bestens 3624b Pader u. Paderinnen, sowie Berufsgenossen. Alte Jakobstr. 75( oberer Saal): haltigen Frühstück-, Mittag- und empfohlen. 15 Min. vom Bahnhof Am Sonntag, den 30. April, Vormittags 10 Uhr, bei Boltz, Abendtisch à la Carte zu foliden Röpenick. Preisen. 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Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 100. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 85. Sigung vom 28. April 1893, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Bötticher, v. Ralten born. Sonnabend, den 29. April 1893. = 10. Jahrg. es nicht besser wäre, solchem Schmuh gegenüber überhaupt nicht Ich glaube, daß der Wucher nur aufhören kann dadurch, daß die zu antworten.( Sehr richtig!) Aber wenn man ein benimmtes, Ausbeutung unmöglich gemacht wird durch die Gesellschaftsordnung flares, ehrliches und anständiges Ziel verfolgt, fann man dies im sozialdemokratischen Sinne. Dennoch würde ich es für falsch nicht erreichen, ohne daß man auf Koth tritt, und es sollte mir halten, wollte man jetzt die moralische Verderbtheit bestehen lassen. leid thun, wenn irgend jemand dabei getroffen wird, aber ich Der Gefeßentwurf will nach Möglichkeit versuchen, den Wucher will nicht die Ansicht auftreten lassen, als ob solche Böbeleien, zu treffen; nach wenigen Jahren werden Sie schon weiter gehen wie sie vollkommen systematisch seitens der antisemitischen Partei müssen. Noch viel stärker müßten der Grund- und Bodenwucher, Eingegangen ist ein zweiter Nachtragsetat für 1892/93. und gestern seitens der Abgg. Liebermann v. Sonnenberg und der Getreidewucher, die Zölle auf nothwendige Lebensmittel, die Auf der Tagesordnung steht zunächst folgende Inter Böckel ausgeführt werden, irgend eine Berechtigung haben. Abg. Steuer auf Branntwein 2c., diese Begünstigungen der Auswuchepellation der Abgg. Richter und Genossen: Liebermann v. Sonnenberg hat bei früheren Gelegenheiten aus- rung getroffen werden. Wir dürfen nicht den Großgrundbesitz " Im Bereich des VII. preußischen Armeekorps soll nach drücklich gesagt:„ Schaffen Sie uns den Judenwucher vom Halse, darin stärken, daß er den Armen etwas aus der Tasche nimmt; öffentlichen Blättern bei den Frühjahrs- Kontrollversamm dann läßt sich später auch über die Ermäßigung der Getreide- das heißt doch nur die Nothlage des Andern, der sich nicht da= lungen ein Korpsbefehl verlesen worden sein, welcher zölle reden! Ferner erklärte er, daß seine Partei, die deutsch gegen wehren kann, ausbeuten. Auf diesem Auswucherungssystem mehrfach zu dem Mißverständniß Veranlassung gegeben soziale, wie er sie nennt, sie ist aber weder deutsch noch sozial, beruht die heutige Gesellschaftsordnung. Darum ist auch der hat, als ob die Personen des Beurlaubtenstandes im den Schutz des Bauernstandes gegen Wucher durch eine Wucher Wucher sehr schwer zu bekämpfen. Statt der juristischen Gr Beurlaubtenverhältniß in bezug auf ihre staatsbürgerlichen Gesetzgebung mit Festsetzung des Binsfußes auf einen höchsten klärungen des Wortes Wucher tönnte man einfach es dem VolksRechte irgend welchen besonderen Beschränkungen bei der zulässigen Satz verlange, hauptsächlich die Bekämpfung des Güter- bewußtsein überlassen, über den Wucher abzuurtheilen; selbstöffentlichen Erörterung allgemeiner Fragen der Militär- wuchers. November 1891 sagt er dann:„ Ich rufe das Haus verständlich darf man nicht so weit gehen, daß man was fagt, Gesetzgebung unterworfen wären. zum Zeugen dafür an, daß ich mich lediglich gegen den jüdischen überhaupt nicht Wucher ist, sondern es Ich erlaube mir daher, den Herrn Reichskanzler zu Wucher gewendet habe." Wie deckt sich nun hiermit seine den in Marburg versammelten Segerlehrlingen überläßt. fragen, ob derselbe geneigt ist, durch Mittheilung des gestrige Aeußerung, daß er auch nicht mit einem Ton davon ge- Es sollte genügen, jede Ausbeutung der Nothlage zu strafen. wirklichen Sachverhalts der weiteren Verbreitung solcher sprochen habe, daß allein gegen jüdische Wucherer vorgegangen Man muß solche Fragen untersuchen mit Objektivität und Mißverständnisse entgegenzutreten." werden sollte? Nun hat vor ungefähr zwei Jahren Abg. Lieber- warmem Mitgefühl, das anständige Menschen haben für die Kriegsminister v. Kaltenborn erklärt sich bereit, die Inter- mann v. Sonnenberg das Versprechen abgelegt ich bedauere, Leiden wirthschaftlich Schwächerer. Ich habe nicht den Antipellation sofort zu beantworten. ihm geglaubt zu haben, ein möglichst vollständiges und ge- semiten vorgeworfen, daß besonders ihre Partei Wucher betreibe. Abg. Richter( dfr.) führt zur Begründung aus, daß seit naues Material zur Berathung der Wucher Gesegnovelle herbei- Ich fann nur wiederholen, was ich schon früher gesagt habe: dem Einbringen seiner Interpellation ihm direkt auch von An- zuschaffen und eine neue berichtigte Wucherliste aufzustellen. Wir wissen sehr genau, daß leider Wucher getrieben wird von gehörigen des Beurlaubtenstandes aus anderen Bezirken als dem Wir waren sehr gespannt, endlich einmal eine eine Arbeit allen möglichen, mögen sie sich nun Antisemiten nennen, oder auch Des VII. Armeekorps Mittheilungen gemacht worden sind, welche von ihm zu sehen. Ist es denn Ist es denn da so unbescheiden, von denen, die nicht der antisemitischen Partei angehören und den Inhalt der Interpellation bestätigen. Die Auffassung zahl- wenn ich ihn frage, warum er nicht bei der Berathung trotzdem Wucher treiben. Ich glaube nicht, daß man aus diesen reicher Angehörigen des Beurlaubtenstandes über die Berlesung des Wuchergesetzes das Wort ergriffen hat, um wenigstens Worten herauslesen könnte, daß ich besonders die Antisemiten des§ 101 des Militär- Strafgesetzbuches, als ob ihnen durch den fein öffentlich abgegebenes Versprechen zu erfüllen? Statt dessen des Wuchers beschuldigt hätte. Ich würde es lebhaft bedauern, selben die Ausübung politischer Rechte, soweit es sich um Ein- beantwortet er Fragen, die ich angeblich an ihn gestellt haben wenn irgend ein anständiger Mensch sich findet, der den Wucher berufung oder Betheiligung an Versammlungen namentlich be- soll und die gar nicht zur Sache gehören. Ich muß das eine nicht verurtheilt, aber so weit kann ich nicht gehen, irgend eine züglich der schwebenden Militärvorlage handle, untersagt sei, gewissenlo... Furcht vor der Wahrheitsliebe nennen.( Vize- Empfindung des Bedauerns gegenüber den Antisemiten zu fönne nach Wortlaut und Entstehungsgeschichte dieser Vorschrift Präsident Baumbach: Ich kann nicht zugeben, daß man haben, die stehen mir dazu viel zu tief.( Beifall bei den Sozialnicht Play greifen. Ebenso haltlos wäre natürlich eine Aus- einein Mitglied dieses Hauses einen derartigen Vorwurf macht.) demokraten.) legung dieses§ 101 in dem angedeuteten Sinne durch die Wenn er sich die stenographischen Berichte durchliest, würde er Abg. Kunert( Soz.): Herr Liebermann von Sonnenberg Militärbehörde selbst. Es würde doch ein sonderbarer Zustand vergebens irgendwo danach suchen, daß ich eine Frage an ihn hat mich zum Antisemiten gestempelt. Ich bekämpfe den Wucher sein, wenn unter den 10 Millionen Wählern des Deutschen gerichtet hätte, dahingehend, woran man einen Juden erkennen bei Juden wie bei Christen, ich bekämpfe die Ausbeutung in Reiches die 3-4 Millionen Angehörige des Beurlaubtenstandes fönne. Das zeigt, daß er absolut nicht den Sinn meiner Aus- jeder Form und von wem sie immer betrieben wird. Die beste Staatsbürger zweiter Klasse wären. Die sonderbare Auslegung führungen verstanden hat. Auf seine Beantwortung dieser Frage Widerlegung der Behauptung, daß die Juden die Mehrzahl der fönne also nur eine Kette von Mißverständnissen sein, obwohl tann man in der That weiter nichts thun, als sie tiefer, recht Wucherer liefern, hat der Abg. Ahlwardt erbracht. In dem beoffenbar bei den Offizieren und beim VII. Armeekorps sogar tief zu hängen, um zu zeigen, auf welcher Stufe dieselbe steht. fannten Briefe an Kroner hat er gesagt, gerade unter den Juden schon beim Korpsstabe diese falsche Auslegung getheilt zu werden Abg. Liebermann hat es dann für nothwendig erachtet, hier habe ich seit Jahren meine besten Freunde. Auch diejenigen, die scheine. Da gerade heute die Frage eine unmittelbare praktische feinen Stammbaum darzulegen. Ich habe gar teine Neigung, mich ausgewuchert haben, sind zum kleinsten Theile Juden. Bedeutung habe und die Wahrung der staatsbürgerlichen Rechte mir solche Dokumente aus dem Mittelalter anzusehen, aus denen 4/5 der Wucherer sind Katholiken, Protestanten u. 1. w., nur Ahlwardt schließt seine Bemerkungen mit in dieser Zeit im Auge behalten werden müsse, so müsse man vielleicht hervorgeht, daß irgend ein Liebermann v. Sonnenberg 15 Juden. auf Ehrenwort, daß er sich jeder von der Militärverwaltung eine klare Erklärung über diesen sich einmal Verdienste um den Staat erworben hat, um so dem Versprechen Wir wissen, wie Bunkt erhalten. weniger als ich neue Dokumente fenne, die hier im Reichstage religiösen Intoleranz enthalten werde. Kriegsminister von Kaltenborn: Am 15. März hat das vorgelegt worden sind, und die den jezigen Träger des Namens er sein Ehrenwort gehalten hat. Es war für mich nicht sehr Invaliden Departement im Kriegsministerium eine erläuternde betreffen. Abg. Liebermann hat behauptet, die antisemitischen erstaunlich, als ich erfuhr, daß Ahlwardt eine zeitlang Philos Verfügung erlassen über die Anwendbarkeit§ 101 auf die Per- Parteien hätten durch Absendung von Petitionen für die Vor- femit gewesen ist. Ich versichere, daß Ahtwardt feiner Zeit sehr sonen des Beurlaubtenstandes.( Der Kriegsminister verliest diese legung dieses Gefeßentwurfs gewirkt. Was hier verarbeitet wird, gern bereit gewesen wäre, die sozialdemokratische Partei mit Verfügung, welche an einen in Württemberg vorgekommenen Fall fommt in anderen früheren Petitionen vor, ehe überhaupt an seiner geschätzten Kraft zu unterstützen( Hört! hört! links), wenn anknüpft.) Die Verfügung entbehrt jedes politischen Charakters eine solche Partei wie Ihre in Deutschland zu denken war. Aus den ein Pump bei dem Herrn Singer durch meine Bermittelung geund hat weder den Zweck, noch die Absicht, die politischen Rechte Kreisen der Antisemiten ist noch nie das geringste Vernünftige da lungen wäre.( Große Heiterfeit.) der Angehörigen des Beurlaubtenstandes irgendwie zu be- gewesen. Es ist von anderer Seite schon darauf aufmerksam gemacht schränken; sie steht deshalb auch in keiner Beziehung zur Militär- worden, daß gerade diejenigen, die am meisten über Wucher vorlage. schreien, selbst Wucherer seien. Das ist eben die Art und Weise Abg. Kunert( fortfahrend): Später hat Ahlwardt in seinem der Heuchelei, die auch der Zwischenhändler nothwendig gebraucht, Buch die Auswucherung des deutschen Volkes auf die Juden Ueber den Nachtrags- Etat für 1893/94 erstatten Abgg. der sich dem andern gegenüber als guter Freund darstellen muß, zurückgeführt. Er erzählt dasselbe auch von einem Berliner Prinz Arenberg und Scipio namens der Budget Kommission während er in Wirklichkeit ein herzloser Gauner. Wenn Ge- Rektor, obwohl er ganz genau weiß, daß derjenige, der den bewuchert hat, ein Christ war, nämlich Bericht. Die Neuforderung aus Anlaß der Erhebung der deut- danken aber nicht da sind, um den Zusammenhang zwischen Rektor Gemeinde Schullehrer, ein in der Wolle schen Gesandtschaft in Washington zur Botschaft und für den Wucher und Judenthum zu beweisen, glaubt man mit eingepauften Berliner Erwerb und die Einrichtung eines Botschafthotels in Madrid, Redensarten, die für die Agitation ganz gut sein mögen, wenn gefärbter antisemitischer Hezer, ein Ehr- und Halsabschneider: Der Abgeord sowie die Nachtragsforderung für die Betheiligung des Reichs sie gut bezahlt wird, hier Beweise führen zu können. Der Abg. Johannes Krüger aus der Thaerstraße in Berlin. an der Weltausstellung in Chicago find von der Kommission ein- Liebermann v. Sonnenberg fragt mich, ob ich solch ein Fremd- nete Böckel täuscht sich, wenn er mir ein liebevolles Entgegen stimmig bewilligt worden. ling im Stamme Israel sei und dergl. mehr. Wo ist denn ein kommen für die Antisemiten imputirt. Ich möchte mit dem AntiAbg. Goldschmidt( dfr.): Zu meinem großen Bedauern Stamm Ifrael? Ist das die Antwort auf meine Fragen? Wenn semitismus so wenig etwas zu thun haben als mit der denkbar find die Anregungen auf Erstattung eines Generalberichts er übrigens Statistik treiben will, dann mag er sich erst die niederträchtigsten Gemeinheit; ich betrachte ihn als eine Art über die Ergebnisse der Ausstellung in Chicago bei Herrn Elemente flar machen und muß die amtlichen statistischen Ar- moralischer Pest in unserem Bolt von Bötticher und den verbündeten Regierungen nicht auf beiten besehen. Seine statistischen Angaben werden von dem Gegenliebe gestoßen. Die Einzelberichte über diesen oder jenen Statifer v. Scheel ganz schlagend widerlegt, der nicht die Religion, Industriezweig, diese oder jene Gruppe genügen nicht; es muß was nur zu Trugschlüssen führt, sondern den Beruf zu eine planmäßige Zusammenfassung aller dieser Berichte erfolgen, grunde legt. Da findet man dann auffälliger Weise, daß, welche nur von dem Reichskommissar selbst ausgehen kann. Alle trotzdem unter den Juden die meisten Kaufleute sind, Kulturstaaten haben von den legten Ausstellungen solche Berichte doch noch ein paar Chriften mehr wuchern wie Juden. herausgegeben, und ich würde es beklagen, wenn eine solche Fund. Mit der Definition der Juristen im§ 302e bin ich nicht ein- Präsident v. Levehow: Der Redner befolgt noch immer grube der Belehrung gerade dem deutschen Volke verloren gehen verstanden, die Worte wer die Nothlage oder Unerfahrenheit nicht meine Mahnung und spricht in demselben Sinne weiter. follte. Bis 1867 find solche Generalberichte auch von der eines Anderen ausbeutet", oder wenn Leistung und Gegenleistung Abg. Kunert( fortfahrend): Der Abg. Böckel hat mein Buch preußischen Regierung herausgegeben worden. Ich will nur in auffälligem Mißverhältniß stehen", sind zu unbestimmt gefaßt. citirt, in dem die Worte saugen, saugen, saugen dem jüdischen Der Abg. Böckel hat hoffen, daß es doch noch möglich werden wird, einen einheit- Danach kann z. B. jemand wegen Wuchers bestraft werden, wenn Kapitalisten in den Mund gelegt sind. lichen, umfassenden Bericht herzustellen und dies auch im Rahmen er für 20 Pfennige Leistungen hergiebt, die derartig sind, wie wir diese Worte aus dem Zusammenhange von 84 Beilen geriffen. der heute zu bewilligenden 600 000 M. zu bewirken. fie in Boltsversammlungen und im Reichstage in den letzten Der Hauptgedanfe ist: die Ausbeutung des Proletariats wird Staatssekretär von Bötticher: Die Berechtigung dieses Tagen gehört haben. Es hat mich gewundert, daß Abg. Böckel gleichmäßig von Orthodoxen, Protestanten, Katholiken, Heiden, Wunsches ist ja nicht zu verkennen, aber die Ermittelung darüber, so wenig Material vorgebracht hat in der Frage, wie die Freigeistern und Juden vorgenommen, vorausgesetzt, daß dabei ob die Mittel dafür vorhanden sind und ob die aufzuwendenden Wucherer eigentlich vorgehen. Mir ist gesagt worden: wenn ich ein fapitalistischer Profit abfällt. Ich werde zum Beweise dessen Summen im Verhältniß zu dem zu erwartenden Nutzen stehen, meine Nachforschungen schon vor 15 Jahren angestellt hätte und später mein Buch auf den Tisch des Hauses niederlegen. Ich sind ihm nicht günstig gewesen. Uebrigens ist die Frage, ob ein fpeziell in Frankfurt a. M., so hätte ich und auch Herr Böckel fann beweisen, daß ich niemals Veranlassung gegeben habe, so folcher Generalbericht nicht doch erstattet werden wird, zur Zeit mehr Material über die Handhabung des Wuchers gefunden, beurtheilt zu werden, wie Abg. Böckel es hier gethan hat. Ich auf meine Thätigkeit als Redakteur noch keineswegs abgeschlossen. Eine Ausstellung, die so zahlreich zumal dort ein Mann lebte, der ganz bedeutend aktiv bei Wucher- verweise nur und umfassend beschickt worden wäre, wie die Chicagoer, hat es geschäften beschäftigt war und denselben Namen trug, wie der Schlesischen Nachrichten", der" Boltswacht", auf die große Zahl vorher nie gegeben; ein Sachverständiger für die ganze Aus- Abg. Böckel.( Abg. Böckel: Gemeinheit! Das war mein meiner Leitartikel gegen die Antisemiten, auf meine Reden in stellung ist überhaupt nicht ausfindig zu machen. Es müssen also Vater! Vizepräsident Baumbach: Ich rufe den Abg. Böckel Volksversammlungen Präsident v. Levehow: Ich muß Sie hiermit zur Sache für jeden einzelnen Zweig des Ausstellungsgebietes auch besondere zur Ordnung. Abg. Böckel: Mein Vater ist hier beleidigt Berichterstatter bestellt werden, denn nicht nur durch Worte, worden. Erbärmlichkeit! Schuft! Vizepräsident Baumbach: rufen. Abg. Kunert( fortfahrend): Wer für die herrschende Wirthsondern auch durch klare Zeichnungen werden die Ergeb. Ich rufe den Abg. Böckel wiederholt zur Ordnung. Abg. Böckel: niffe der Ausstellung anschaulich gemacht werden müssen. Ich kann die Ehre, meines Vaters nicht beschimpfen lassen.) schaftsweise eintritt, tritt bewußt oder unbewußt auch für die Alle Personen, die wir offiziell hinschicken, werden wir zur Er- Dieser§ 302e tann auch auf Alimentenangelegenheiten An- Auswucherung des Volkes ein. Die Verewigung der fapitalististattung von Berichten verpflichten. Ob später die Zusammen- wendung finden. Ich bitte aber zu überlegen, ob in diesem Falle schen Produktionsweise ist die Verewigung des Wuchers, und stellung der einzelnen Berichte erfolgt, muß der Zukunft überlassen nicht das Gewerbs und Gewohnheitsmäßige" zu streichen wäre. Daher gehören die Antisemiten, die scheinbar gegen den Wucher bleiben. Ein solcher Generalbericht dürfte mehr ein feuilletonistiches So schwebt mir ein Fall vor, wie die Einziehung der Alimente donnern, in Wirklichkeit zu den Anhängern der Halsabschneider. Interesse haben, als einen wirklich zuverlässigen Ueberblick über stattgefunden hat. Der Betreffende hat die Nothlage oder den( Heiterkeit.) die Fortschritte der Wissenschaft und Technik auf dem gesammten Leichtsinn eines Mädchens ausgebeutet, daß sie ihm das hingab, Ausstellungsgebiet liefern. Damit ist der Gegenstand erledigt. = Abg. Goldschmidt bestreitet, daß ein solcher Generalbericht fein allgemein wissenschaftliches Interesse haben könne. Der Nachtragsetat wird im übrigen ohne Debatte in seinen drei Positionen bewilligt. Darauf wird die dritte Lesung der Wuchergesehnovelle fortgesetzt. Die Generaldiskussion war gestern nicht zu Ende geführt worden. Präsident v. Levezzow: Ich bitte den Redner, jetzt zur Sache zu kommen. = ein Präsident v. Levetow: Ich bitte den Redner wiederholt zur Sache zu sprechen. Abg. Kunert( fortfahrend): Der größte Theil der antisemitischen Wortführer gehört nicht in den Reichstag sondern ist reif für ein Korrektionshaus für sittlich Verwahrlofte( Heiterkeit links). Der Abg. Liebermann von Sonnenberg( Antisemit): Ich danke was ihr das höchste war. Dafür gab ihr der Betreffende erst den Herren für diese scharfe Absage; jezt wird man uns doch nicht nur nichts, sondern er gebrauchte noch Lügen und Aus im Volte nicht mehr mit den Sozialdemokraten in einen Topf flüchte. Er schob einen Freund vor, einen Stadtverordneten, der werfen( Lachen links. Rufe: Das würden wir uns sehr vernatürlich nachher nichts von der Sache wußte. Das ist doch ein bitten!). Herr Kunert hat demüthig um Entschuldigung gebeten Fall von Wucher im Sinne des Volksbewußtseins; die Herren dafür, daß er früher einmal etwas antisemitisch war( Heiterkeit der antisemitischen Partei fennen den Fall sehr genau. In einem lints). Herr Stadthagen hat heute sehr erregt angefangen; Eranderen Falle wird ein Mädchen geschwängert, und sie ver- regung scheint sein Normalzustand zu sein; aber ich fann es ihm langt das gesetzliche Entgelt. Man macht nun Ausflüchte. nicht übel nehmen, denn gestern war er tief betroffen, als ich in diesem Ausflüchtemachen liegt etwas, Abg. Stadthagen: Der vorliegende Gefeßentwurf wird Schon was ihm zumuthete, ein Bad zu nehmen( Große Unruhe links. leider nicht allzu viel Wirkung haben. Will man dem Wucher im Volksbewußtsein als auf der 3Zwischenstufe zwischen Wiederholte Nufe: Pfui! Langandauernde Unterbrechung). Ja, Wucher stehend erachtet wird. Schließlich wenn Sie so debattiren, wie heute Herr Stadthagen, so muß näher treten, so kann man das nicht, indem man den Mangel Betrug und an Gemüth, Bildung und Geist zu verdecken sucht dadurch, daß wurde die Frau des Schwängerers hingeschickt, um ihren Mann man Ihnen so antworten: Auf einen groben Kloß gehört ein man die Religion und das sittliche Gefühl anderer verletzt. Das zu vertheidigen( Buruf: Namen nennen!) der Name thut nichts grober Keil! Wenn Sie beweisen können, daß Herr Ahlwardt zeigt nur, daß lediglich ein Mangel an Kenntniß der Verhältnisse zur Sache. Ich stelle besonders den Herren der antisemitischen fich den Sozialdemokraten genähert hat, werden Sie gerade uns vorhanden ist oder ein Mangel an Willen zu helfen. Ich habe Partei, die den letzt angeführten Fall sehr genau kennen, diese den größten Gefallen thun. Redner sucht aus seiner Rede von nicht, wie der Abg. Böckel sagte, behauptet, daß die antisemitische Anregung zur Erwägung, um solche schändliche Thätigkeit zu be- vor zwei Jahren nachzuweisen, daß Abg. Stadthagen falsch zitirt Fraktion den Wucher begünstige, daß sie oder ihr Nahestehende strafen. Dazu wäre nöthig, daß aus§ 302e das gewerbs und hat. Proben der berüchtigten Güterschlächter- Listen habe ich ja direkt Wucherer find, sondern nur, daß sie ganz genau dasselbe gewohnheitsmäßig" wieder beseitigt wird. Wenn solche Fälle gegeben, und auch Friedeberg- Arnswalde legt Beugniß ab von Ich habe nicht so viel Geld und Zeit find auf politischem Gebiet, wie die eigentlichen Wucherer und z. B. in einer Stadt wie Marburg üblich würden, dann ihrer Wirkung. Mir daraus ein Verbrechen zu machen, daß ich Zwischenhändler, indem sie für die großen Wucherer die Rañanien tönnte man auf grund dieses Gesetzes den Fall garnicht treffen, wie Sie. das geht zu weit. aus dem Feuer holen. Nachdem, was wir hier gestern von den anti- ebenso wie es wirfungslos fein würde gegenüber den Pfandleihen, die Liste noch nicht vollendet habe, semitischen Rednern haben hören müssen, muß ich mir überlegen, ob die 18 bis 20 pet. nehmen, weil das ein üblicher Wucher ist. Ich habe auch schon in einer meiner früheren Reden ausdrücklich mid) geczen alle Wucherer, christliche wie jüdische, ausgesprochen, und zwar in einer Rede, die Herr Etadlhageu erwähnt hat; er hat sie also nicht einmal ganz gelesen. Das ist seine Wahrheits- liebe mir gegenüber! Daß meine Wahler mich wieder wühlen, dafür sorgen die Etammesgenosscn des Herrn Stadthagen. lHeiter- keil rechts.) Die hessische Güterschlachterliste habe ich als nicht ganz richtig erkannt und das dem Herrn Richert gegenüber zu- gegeben. Die Ehrenscheine, die Herr Stadthagen auch in ver- stecitsr Weise beute gegen mich wieder ausspielte, stamnien aus dem Jahre 1872/73, wo ich als blutjunger Offizier in Wucher- klauen steckte. Erst 1880 bin ich mit Pension zur Landwehr über- getreten; wenn das also dem Kaiser Wilhelm so gefiel, dann brauche ich Ihre Anschuldigung nicht zu beachten, mein Herr Stadlhagen! Diese Papiere sind von den Wucherern zurückbehalten worden, nachdem sie längst bezahlt waren, und wurden gegen mich erst verwcrlhet, als ich 1380 öffentlich auftrat. Mein Familienname ist älter als der jüdische Name Liebermann; ich habe auch auf dem Schlachtseide gestanden und mein Blut fürs Vaterland vergossen wie meine Vorfahren. Daß die Zu- gehörigkcit zun, Kaufmannsstande auch eine höhere Be- lheiligung beim Wucher begründet, dagegen möchte ich doch den deutschen Kauimannsstand in Schuh nehmen. Wie Herr Stadt- Hägen sich über das biblische Zitat„ein Fremder in Israel" aushalten kann, ist mir ein Ralhsel. Die Juden habe» auch Namen von Städten bekommen, z. B. Herr Sladthagen, es thut mir leid, daß Sie nicht aus Kakau stammen!(Heiterkeit.) Abg. Böckcl: Die heutigen Reden der Sozialdemokraten zeigen uns, wie es mit dem geistigen Arsenal der Herren be- schaffen ist. Die Herren können nicht sachlich diskuliren; sie stellen die neue Judenschutztruppe dar.(Heiterkeit.) Ich habe rein sachlich gesprochen, während die Antwort dcZ Herrn Stadthagen durchaus persönlich und dieses Hauses ganz unwürdig war, allerlei Klatsch und Verdächtigungen enthielt, die nicht im mindesten in den Reichstag gehören. In Frankfurt giebt es nur einen Mann des Namens Böckcl, das ist mein Vater. Mit diesem persönlichen Angriff geht Herr Stadthagen gegen mich vor. Ist diese Kampfesweise nicht unerhört? Billigt jemand hier im Hause diese Kampfesweise?(Ruf: Das ist za die Ihrige! Ahl- warbt!) Ich habe stets zu seineu Feinden gehört, auch als er hoch stand im Ruhm. Aber sein Vorgehen war nicht schlechter als dasjenige des Hrn. Stadthagen. Den Vater beschimpfen, um den Sohn zu ver- dächtigen, das hat Herr Ahlwardt nicht gethan. Die Schimpfereien, die heute die Sozialdemokralen, besonders Herr Kunert los- gelassen haben, kann ein anderer doch erst beherrschen, wenn er ein halbes Jahr in die Markthalle gegangen ist. Ich habe gestern nicht ein einziges Wort gebraucht, welches die Herren be- rechtigt hätte, so in die Schimpfereien hineinzutreiben. Herr Kunert wird nervös, wenn man seine Gedichte anführt; er hat aber doch jene vier Zeilen über den jüdischen Kapitalisten ge- schrieben. Ich habe ihn nicht denunzireu wollen; ich wollte blos konstatircn, daß dieser Vers eine besondere Zuneigung zu den Juden nicht verräth. Die Sozialdemokraten können auch kein Interesse daran haben, daß die Güterschlächter verschwinden, denn je eher der Bauernstand durch diese Güterschlächtereien ver- schwindet, deno eher kommt der Zukunftsstaat. Wer sich entrüstet über andere Leute, soll doch nicht mit Steinen werfe». Fassen Sie sich in allen persönlichen Dingen an ihre eigene Nase! Spionircn Sie nicht im Privatleben! Es könnte da bei Ihnen auch manches an den Tag kommen. Wir aber weisen diese Art des Kampfes weit von uns ab. In meiner Druckerei wird stets der Tarif bezahlt; beweisen Sie mir das Gegentheil, aber setzen Sie nicht allgemeine Verdächtigungen in die Welt! Abg. Stadthagen: Ich bedauere, daß der Abg. Liebermann von Sonnenberg es versucht, dem Sieichstag Saud in die Auge» zu streuen. Er hat durcheinaudergeworstn seine Rede vom 30. April 1891 und von einem halben Jahre später. In der crsteren Rede ist entHallen, daß er nur den jüdischen Wucher be- kämpfen will. Bereits am 30. April 1391 habe ich das gekenn- zelchnet, und da war es Zeit für den Abg. Liebermann, sich zu enlrüsten. Erst ein halbes Jahr später hat er erklärt, er meine nicht den jüdischen Wucher, sondern jeden Wucher. Seitens der Sozialdemokratie soll eine Absage gegenüber dem Antisemitismus erfolgt sein. Stellen Sie sich doch nicht so, Herr Liebermann, als ob Sie den Paneitag der sozialdemokratischen Partei verfolgt hätten. Herr Vöckel hat allerdings richtig aus der Liebknecht- schen Schrift über die Grund- und Bodensrage zitirt, aber an derselben Stelle steht ein Sternchen und die dazu- gehörige Anmerkung modifizirt den Ausdruck wesentlich. Tie Sozialdemokratie hat mit dem Antisemitismus nichts zu thun. Private Abueiguna gegen Juden oder Nichtjuden ist etwas ganz anderes. Eine Güterschlächtcr-Liste habe ich von dem Abg. Liebermann nicht verlangt. Er selbst hat sie vor zwei Jahren nachzubringen versprochen und geräth jetzt außer sich darüber, daß man ihn darüber mahnt. Wenn Abg. Liebermann wirklich daran glaubt, daß im Deutschen Reich irgend jemand so dumm ist. daß er annehmen könnte, ich hätte allen Ernstes ge- sragt, woran man äußerlich einen Juden erkennen könne, dann hört überhaupt die Möglichkeit auf, mit dem Abg. Lieber- mann ernsthaft zn verhandeln. Wenn Herr Liebermann darauf hinweist, daß er auf dem Schlachtfeld gestanden, so war das ein- fach seine verfluchte Pflicht und Schuldigkeit. Was den Vorwurf der Feigheit gegen die Juden bcirifft, so mag Herr Liebermann aus der Statistik entnehmen, daß unter den Duellanten sehr viele Juden sich befinden. Ich proleslire dagegen, daß ich den Vater des Herrn Böckel in die Debatte gezogen habe. (Unruhe rechts und im Zentrum. Abg. Vöckel: Feigheit!) Gerade die antisemitische Partei betreibt die Ehrabschneiderei, welche Ihre(zu den Antisemiten) Väter und Großväter als schimpflich hingestellt haben. Davon lebt sie ja gerade.(Rufe: Wucher! Schluß! Zur Sache!) Wir bekämpfen die Ausbeutung in jeder Gestalt. Tarauf wird ei» Schlußantrag angenommen. In persönlicher Bemerkung erklärt Abg. Liebermann v. Sonnen berg zahlreiche Ausführungen des Abg. Stadthagen für unrichtig. Wenn Herr Stadthagen sage, Herr Lieber- mann habe auf dem Schlachtielde nur seine Schuldigkeit gethan, so sei das unrichtig, er habe mit Auszeichnung gefochten.(Ruf links: Wer das glaubt!) Mein Herr dort, Sie sind ein un- verschämter Patron!(Präsident v. L e v e tz o w rust den Redner für diesen Ausdruck zur Ordnung.) Kommen Sie mir doch vor die Pistole!(Große Nnruhe und Erregung links.) Abg. Böckel(persönlich): Herr Stadthagen hat seinen Ausfall gegen meine» Vater nicht bereut, sondern noch zu entschuldigen versucht. Ich erkläre ihn deshalb für eine» Feigling!(Stürmische Unterbrechung und andauernde Unruhe links. Rufe links: Schuft! Lump!) Abg. Nichter(zur Geschäftsordnung): Es sind hier wieder- holt die gröblichsten Schimpfworte gefallen von beiden Seiten ohne eine Rüge des Präsidiums. Präsident von Lcvctzvw: Ich kann nur das rügen, was ich höre. s(Zwischeuruf links: Wir haben es alle gehört!) In der Spezialdiökussion wurde ohne Debatte Artikel 1— UI nach dem Beschlüsse zweiter Lesung genehmigt. Art. IV(Rechnungsauszug) soll nach einem Autrage aller Parteien mit Ausnahme der frelsiunigen in redaktionell etwas veränderter Fassung angenommen werden. Zu den Instituten, auf welche die Vorschrift des Art. IV keine Anwendung finden soll, will der Abg. Osann neben den öffent- lichen Banken auch die unter össentlichcr Aufficht stehenden Banken hinzufügen. Abg. von Buol empfiehlt die Kompromißfassnng. Abg. Träger bekämpft einmal diese juristische Nenernng, deren Werth ein sehr problematischer sei, die aber den soliden Geschäftsverkehr ganz ungemein belasten würde und bittet das Haus um Ablehmmg derselben. Seine Bedenken beruhten nicht auf Pedantme, sondern entsprangen praktischen Rück- sichten. Abg. Büsing muß anerkennen, daß die vereinbarte Fassung auch noch keine vollständige Lösung der streitigen Frage bildet, bittet aber um Annahme v?s Antrages, um wenigstens diejenigen Verbesserungen der Vorlage, die er enthält, in Sicherheit zu bringen. Abg. Funck(dsr.) spricht sich gegen, Abg. v. Stumm(Rp.) für den Kompromißvorschlag aus, der auch vom Bundesralhs- tisch durch Geh. Rath Gutbrod empfohlen wird. Abg. Scipio(ntl.) begründet den Antrag Osann. Art. IV wird nach dem Kompromißanlrage unverändert gegen die Stimmen der meisten Freisinnigen angenommen. Art. V ist in zweiter Lesung aus Antrag Rintelen ausgenommen worden. Er überläßt der Landesgesetzgebung weitere Bestimmungen zur Verhütung und Bestrafung des Wuchers bei dem Handel mit Vieh, bei der Viehpacht und bei dem Handel mit ländlichen Grund- stücken zu treffen. Abg. Rintelen beantragt heute, den Art. V so zu fassen, daß der gewerbsmäßige Betrieb der Äiehverstellung(Viehpacht), des Viehbandels und des Handels mit ländlichen Grundstücken dem tz 3S der Gewerbe- Ordnung unterstellt wird, wonach diese Betriebe unter die KonzessionSpflicht gestellt werden. Abg. Schräder(dsr.) spricht sich mit großer'Schärfe gegen diese neue Fassung und gegen die plötzliche Aenderung einer be- stehenden festen Gesetzgebung aus, für welche Aenderung nicht das geringste ausreichende Material vorliege. Art. V wird angenommen. Schluß SVs Uhr. Nächste Sitzung Sonnabend l Uhr. Vorlage, betr. die Ersatzvertheilung, Nachlragsetat, Abzahlungs- geschäste. Toltnles. Mai-Feier. Die Fe st-Nummer zum l. Mai ist heute im Verlage des„Vorwärts" erschienen. Sie ist würdig der hohen Bedeutung des Arbeiter-Festtages aller Länder sowohl im textlichen Inhalt wie in den Illustrationen ausgestattet. Wir brauchen wohl kein weiteres Wort zur Empfehlung zu sagen. Parteigenossen des 4. Berliner RcichstagS-Wahlkreises! Der internationale Feiertag des Proletariats rückt heran. Die Arbeiter aller Länder rüsten sich nun, den Gedanken der Verbrüderung durch den Wellfeiertag, den 1. Mai, zu feiern. Noch nie ist der Gedanke der internationalen Verbrüderung aller Geknechteten und Ausgebeuteten so zum Ausdruck gekommen, als seit dem Pariser Kongreß, seit der Proklamirung des l. Mai als gemeinsamen Feiertag der Arbeiter der Kulturwelt. Während die Bourgeoisie der verschiedenen Nationalitäten unausgesetzt gegen einander Hetzen und so die Völker in beständige Kriegs- gefahr stürzen, dokumentiren die Arbeiter aller Länder, daß sie sich als Brüder betrachten, und in diesem Sinne feiern auch wir den 1. Mai. Parteigenossen, die diesjährige Feier des 4. Berliner Reichs- tags-Wahlkreifes(Osten) findet in folgenden Lokalen, Nach- mittags 4 Uhr statt: 1. Brauerei Friedricdshain(früher Lips) am Königsthor. 2. Elysium, Landsberger Allee 39—41 3. Königsbank, Gr. Franksurterstraße 117. Am Sonntag findet nach einer Annonce im„Vorwärts" bei JoÄ und in den Konkordia-Festsälen ein Fest statt, das aber in keinem Znsammen- hange mit dem 1. Mai steht. Wir ersuchen die Genossen den 1. Mai und nicht den 30. April zu seiern. Die Vertrauens Personen des 4. Berliner R e i ch t a g s- W a h l k r e i s e s(Osten). Achtung, fünfter Wahlkreis. Genossen und Genossinnen! Am Sonntag kommt das zum 1. Mai bestimmte Flugblatt zur Verbreitung. Unterzeichneter erlaubt sich nochmals Euch aufzu- fordern, an der Verbreitung theilzunehmen. Die Parteigenossen haben sich Sonntag früh 7>/2 Uhr in den drei bekannten Lokalen einzusinden. I. A.: Rod. Drescher. D'e Lokalkommission von WilhcluiSberg rügt in einer Zuschrift, daß viele Berliner Genossen sich gar nicht nach der Lokalliste richten und solche Wirthe, die wie der Gasthofsdesitzer Voigt vor dem Landsberger Thor und der Restaurateur Lieben- wirth in gehässigster Weise die Sozialdemokraten angreifen, dennoch aufsuchen. Sie macht besonders die Leichenkutscher und Leidtragenden, welche nach den Kirchhöfen der St. Andreas-, Markus-, Hedwigs- und PinS- Gemeinde kommen, hierauf aus- merksam und verweist sie auf die Lokalliste. Fürst Bismarck bringt durch eine hiesige Wochenschrift, die durch ihren Bismarck- Kultus bekannt ist, eine Ausführung über seine Stellung zum Antisemilismus. Der betreffende Artikel ver- sucht Bismarck's Begünstigung der Anfänge des modernen Antisemitismus zu erklären und zu entschuldigen. Bismarck sei eben durch seine ganze Erziehung im Sinne feiner Zeit kein Judenfrennd und 1847 Gegner der Emanzipation gewesen. 1369 habe er die Emanzipation begünstigt, da er bei B l e i ch r ö d e r ein rascheres Ver st ändn iß für seine nationalen Pläne gefunden habe, als bei den Ariern der Opposition. Er habe erkannt, daß die Vermischung der Rassen dem stmgen Reiche nur Vortheil? bringen könne— allerdings habe man auch keine Zeit gehabt, sich mit der Jndensrage zn beschäftigen. Das Ausflackern des Antisemitismus nach der Gn'inderpcriode sei begreiflich, da die Menge der Betrogenen Kapitalismus und Judenthnm verwechselte— und der Jude für die Massen der zunächst e r k e n n b a r e Repräsentant der Geld- Herrschaft sei. 1830 habe zwar die a n t i k a p i t a- listische Bewegung nur durch das Ventil des Judenhasses so gemildert werden können, daß sie vor dem Einmünden in die Sozialdemokratie bewahrt blieb; ferner sei damals die Mehrheit des Parlaments wden- feindlich gewesen, er habe aber trotzdem weitsichtig die Rechte der Inden nicht geschmälert. Die Aera Ahlwardt sei die Folge der jetzige» unproduktiven Politik, die feiernde Kraft suche eine Entladung im antisemitischen Sport. Gr wäre mit Ahlwardt ohne Gerichte und Kommissionen rasch fertig geworden. Das Geheul gegen die Juden sei Feigheit, man wolle nur die N o t h r u f e des Volkes übertönen. Er habe nie um Beifall weder bei Antisemiten noch Juden gebuhlt und geselle sich auch heute keiner der beiden Parteien zu. Gesetzliche Mittel gegen die Juden seien zwecklos, allmälig würde die Vermischung und Kreuzung der Rassen das ihrige thun. Die Beharrlichkeit, mit der bald Juden bald Antisemiteii als allergefährlichste Feind« des Reiches aus- gegeben würden, während an mancher entscheidenden Stelle das Gefühl der Verantwortlichkeit fehle, während Polenthnm, Frei- Handel, Zentrum und Sozialdemokratie sich zu vergnügten Mahl- zelten rüsten, erinnere ihn an Männer, die, weil sie mit den um- ringenden Raubthieren nicht anzubinden wagen, ihren Helden- muth an einem Mückenschwarm austoben! DaS Herold'sche Telcgraphenbureau macht für diesen Artikel Reklame, indem es fäschlich denselben als ein Interview des Herausgebers der Wochenschrist mit Bismarck ankündigt. Wir konstatiren nur diese Thatsache, die uns übrigens gleichgiltig ist. Was Bismarck über die Ursachen seiner Förderung des Antisemi- tiSmus sagt, haben wir übrigens stets erkannt und ausgesprochen. Der Feudaljunker Bismarck tonnte natürlich in seiner Aversion gegen Inden verleugnen, aber der Freund Bleichröder's war zu guter Geschäftsmann, um nicht auch gleich den ärgsten Juden sein Geschäftchen zu machen. Interessant ist uns nur, wie nach den Auslassungen Bismarck's sich die Aniiseniiten, die so gerne Bismarck als ihren Haupt- Heiligen vergöttern, verhalten werden. Freie Arztwahl. Zu dieser Frage hat jetzt auch die laut Jahresabschluß am I.Januar 1393(einschließlich von 1740 Lehr- lingen) 19 280 Mitglieder zählende Orts-Krankenkasse der Tischler und Pianoforte-Arbeiter Stellung zu nehmen. In der am 26. April stattgefundenen Generalver- fammlung(Vertreter der Arbeit n e h m e r und Arbeit g e b e r legte Dr. M u g d a n vom„Verein frei gewählter Kassenärzte" die Vortheile dieses Systems gegenüber der Zugehörigkeit zum „Gewerks-Krankenverein" klar. Er faßte diese in vier Punkten zusammen: 1. Die Kaisenmitglieder haben das Recht, sich von jedem beliebigen, dem Verein angehörenden Arzt behandeln zu lassen.(Die Zahl derselben beträgt zur Zeit SSV, gegenüber den 143 angestellten Aerzten des Gewerks-Krankenvereins.) 2. Die ärztliche Behandlung würde dadurch künftighin ein« sorg- saniere und humanere sein. 3. Die Kasse würde zwar für Aerzle mehr zahlen als vorher; dafür würden aber die Kranken schneller gesund werden und somit durch Verringerung des Krankengeloes den Kassen bedeutende Ersparnisse erwachsen, mindestens aber ein Ausgleich herbeigeführt werden; 4. Hätten die Kranken eine sofortige Ueberweisung ins Krankenhaus, vor dem viele Arbeiter häufig ein nur allzu berechtigtes Grauen empfinden, weit weniger zu befürchten, als beim System des Gewerks-Krankenvereins. Dort habe häufig ein Arzt 60 und mehr Kranke in feiner Sprech- zeit zu behandeln und ist darum nur zu leicht geneigt, sich eine Erleichterung, durch Verschreiben der Hauskranken ins Kranken- haus, zu verschassen. Bisher hätten sich, so schloß Dr. Mugdan seine Ausführungen, 13 große Kassen, darunter 10 Ortskassen, für das System der freien Arztwahl entschieden und würde die Tischlerkasse unter Würdigung aller Umstände jedenfalls zu demselben Ergebniß kommen.— In der Person des Sanitäts- Rath Dr. Käppel war zu dem Thema ein Korreferent bestellt worden, der die vom Vorredner angeführten Aorlheile rundweg bestritt. Den Mitgliedern würden mehr Kosten er- wachsen und nichts weiter. Was der„Verein freigewählier Aerzte" leisten könne, biete der„Gewerks-Krankenverein" jetzt schon im vollsten Maße. Sie(die Gewerkvereins-Aerzte) hätten außer- dem Rücksichten auf die Kassen selbst zu nehmen, damit diese in ihrem Bestehen nicht gefährdet würden. Er warnte vor den Folgen des Experimentirens und hofft, die besonnenen Elemente innerhalb sämmtlicher Kassen würden sich von oem BegeisterungS- taumel für die freie Arztwahl nicht fortreißen lassen, sondern nach wie vor einstehen für die Erhaltung und den Ausbau des alten, bewährten Berliner Gewerks-Krankenvereins. Die lebhaste Diskussion bewies eine sehr getheilte Meinung über die Frage. Beschluß wurde nicht gefaßt; dieser ist vielmehr einer am Montag, den IS. Mei, im Saale der Konkordia, Andreasstraße 64, statt- findenden Versammlung sämmtlicher Mitglieder genannter Kasse vorbehalten. Die Vereins- MaSke wird heute vielfach benutzt, um ein einfaches Privatgeschäft unter derselben zu verbergen. Eine solche Maske trug, wie wir wiederholt nachwiesen, der Krankenkassen- Verein„Zukunft", der Jahre hindurch Tausende zahlende Mit- glieder umfaßte, während sie in den wesentlichsten Dingen von jedem Einfluß auf den Verein ausgeschlossen waren. Vor uns liegen die Statuten des„Berliner D i e n e r v e r e i n s", W., Mauerftr. 89, mit welchem Namen sich ein gewöhnliches Privat- Stellenvermittelungsgeschäft der Herren A. und E. Schirow be- zeichnet. Die Bezeichnung dieses Geschäfts als eines Vereins ist eine reine Komödie. Das zeigen schon die einzelnen Paragraphen des Statuts, wie die nachfolgend zitirten: tz 20. Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden und den von i h in zu wählenden Vorstandsmitgliedern. tz 21. Die Leitung und Verwaltung des Vereins über- nimmt der Vorstand, welcher aus dem Vorsitzenden A. Schirow und dem Geschäftsinhaber dieser Vereinigung, E. Schirow, besteht. Dieselben haben über Alles zu bestimmen, was aus die Leitung und Verwaltung Bezug hat und genügt ihre alleinige Unterschrift zu allem. tz 26. Die Aemter des Stellennachweisers und des Rendanten sind die mühevollsten im Versln, weil sie die meiste Arbeit verursachen und sehr die Zeit in Anspruch nehmen, demzufolge sollen sie auch gut aus der Kasse besoldet werden. D er V or si tz en d e behält sich das Recht vor, falls er genannte Aemter führen will, daß er in diesem Falle dann auch das monatliche Gehalt, welches er dem betreffenden Beamten zahlen würde, s e l d st beansprucht und aus der Kasse entnimmt. Die Herren A. und E. Schirow haben ausschließlich alle Rechte; sie können auch den„Verein" auflösen und fällt ihnen dann das Vereinsvermögen zu. Sie bestimmen die monatlichen Beiträge und können von den neu eintretenden Mitgliedern die Zahlung für mehrere Monate im voraus verlangen. Die Rechte der Mitglieder bestehen, wenn sie ihre monatlichen Beiträge pünktlich bezahlt haben, darin, daß sie das Recht haben zu fragen, od für sie eine passende Stelle offen sei.„Nach erhaltenem Bescheide haben ste aber so- fort wieder das Bureau zu verlassen, es sei denn, daß der Bureauchef ein längeres Verweilen wünsche." Im tz 29 heißt es: „Es werden niemandem Versprechungen gemacht, ob und wann er eine Stelle erhalte, daher darf auch niemand darüber, falls er nickt eine Stelle bekommen hat, Beschwerde führen oder sich ungebührlich darüber äußern oder gar da? gezahlte Geld zurückverlangen, was in keinem Falle zurückgegeben wird, da sonst derselbe sofort aus dem Vereine ausgeschieden werden kann." Auch sonst ist Sorge dafür gelragen, daß kein Vereinsmitglied sich etwa einbilde, es habein den Vereinssachen etwas mitzureden. Man sieht also ganz deutlich, daß hier der Name eines„Vereins" der reine Schwindel ist,»nd daß nur Schlepper und Helfershelfer oder ganz Dumme sich zu Vereinßmitgliedern hergeben können. Da hat doch jeder einzelne Geschästs-Kommissionär, der die Ver- Mittelung unter eigenem Namen betreibt, mehr Anspruch ans Zuverlässigung und Reellität. Aehnliche Stellenvermittelungs- Bureaus, oie den Namen eines Vereins mißbrauchen, existireu in Berlin noch mehrere. Gegen dieses Unwesen Front zu machen, findet am Mittwoch, 3. Mai, Abends 9 Uhr, bei Boltz, Alt« Jakobstraße 75, eine öffentliche Versammlung der Haus- und Ge- schäftsdiener, Packer, Kutscher*. s. w. statt, zu welcher speziell die Mitglieder des„Berliner Diener-Vereins". der„Diener- Akademie" und deS„Deutschen Diener- Bundes" eingeladen sind. Sämmtliche Berufsgenossen haben ein dringendes Interesse daran, dem Stellenvermittelungs- S ch w i n d el, der gemeinsten Art der Ausbeutung des Arbeiter-Nothstandes, entgegen- zutreten. Die Eltern der verschlvundenen Hedwig Weber haben die Belohnung für die Nachiveisung über den Verbleib des Mädchens von 800 auf 1000 Mark erhöht. Am 17. April hat das Kind gegen vier Uhr Nachmittags das elterliche Haus verlassen und ist um fünf Uhr mit einer kleinen Freundin an der Äinlerfeldlstraße gesehen worden. Seitdem sehil jede Spur der Verschwundenen. Die Eltern, die gestern, Freitag, den zehnten Geburtstag des Kindes feiern zu können gehofft hatten, haben zwar mancherlei Mittheilungen über das Verbleiben des Mädchens erhalten, keine aber hat sich bestätigt; sie werden von Kartenlegerinnen und anderen Schwindlern überlaufen; in einem Falle sind sie sogar ganz böswillig und ruchlos irre ge- führt worden. Vrandwachen werden von jetzt an Sonntags in den Forsten der Sstlicheu Umgebung Berlins ausgestellt werden. Die Ver- anlassimg zu dieser Maßregel ist in der großen Anzahl von Waldbränden zu suchen, die am vergangenen Sonntag in der Umgebung Berlins stattgefunden haben und, wie man vermuthet, zum größten Theil durch die Sorglosigkeit.Berliner Ausflügler verursacht worden find. Erschoffen hat sich in der verwich enen Nacht in einem Hotel der Friedrichstraße( Gentralhotel) ein betagter Herr, der fich für den Kaufmann Paul Ehlert aus Stolp ausgegeben und den Gasthof wenige Stunden vor der That aufgesucht hatte. Das sofort benachrichtigte zweite Polizeirevier ließ den unbekannten Herrn noch lebend einem Krankenhause zuführen; der Unglückfiche, der sich in die rechte Schläfe gefchoffen hatte, erlag aber bereits unterwegs der Verwundung. Gerichts- Beifung. Als der Brandstiftung dringend verdächtig verhaftet wurde in der Nacht zum Freitag die Wirthschafterin Bertha sich mit dem gemachten Vorschlage, das Bauarbeiter- Kartell wieder Schimpftese, welche bei dem Musikdirektor Koitsch in Weißensee, nachdrücklich in Aftion treten zu laffen, einverstanden. AllerLothringenstraße 2 bedienstet ist. Gegen 1/412 Uhr Nachts Ein Heilkünstler von befonderer Gemeingefährlichkeit stand bings sei die gegenwärtige Situation fritisch. Würde der Reichsentstand auf dem Dachboden dieses Hauses ein Feuer, welches gestern in der Person des" Homöopathen" Hermann Gerbing bewegung mehr in den Hintergrund. Trotzdem aber würde alles, tag aufgelöst, so dränge die politische Agitation die Gewerkschaftsmit so rapider Schnelligkeit um sich griff, daß eine Stunde später Medizinalpfuscherei und wiederholter Betrug zur Laft gelegt. Daß die Baugewerkschaften das Bauarbeiter- Startell mehr als vor der 130. Abtheilung des Schöffengerichts. Es wurde ihn was möglich fet, gethan werden. Voraussetzung sei allerdings, bereits das gesammte Dachgeschoß, sowie die Balkenlage der oberen Wohnungen von den Flammen ergriffen waren. Bei Art Gerbing hat eine wechfelvolle, aber wenig rühmliche VergangenZüge der herbeigerufenen Berliner Feuerwehr, sowie die Weißen- beit hinter sich, die in der gestrigen Verhandlung zur Kenn- bisher, namentlich auch materiell, unterſtüßen. Steinfeger A r I t fee'er freiwillige Wehr hatten bis 8 Uhr Morgens mit der Be- seichnung seiner Person auf's eingehendste erörtert wurde. Er wünschte, daß die Bauarbeiter sich mit der übrigen Arbeiterschaft fämpfung des wüthenden Elementes zu thun. Da von Paffanten hat es in der Gemeindeschule nur bis zur zweiten Klaffe gebracht unter einen Hut begeben und sich der Gewerkschaftstommission beobachtet worden, daß die Ech. bald nach Ausbruch des Feuers Dann wurde er Laufbursche, darauf Briefträger. Im Jahre 1890 anschließen möchten. Nachdem noch Maurer Wille, Klempner aus dem Haufe fortgelaufen, ohne Meldung zu machen, Brand- vertauschte er die einfache Postuniform mit einer anderen glän- Müller, Klempner Scheling und Maler Borges geſtiftung aber höchſt wahrscheinlich vorliegt, so wurde die Wirth- senderen, die er sich nach eigener Phantaste zusammenstellte. Alesprochen hatten, wurde der Ausführungsausschuß des Bauarbeiterschafterin festgenommen und in haft behalten. ein Seitenstück zur Heilsarmee gründete der Angeklagte Rartells beauftragt, in nächster Zeit an einem Sonntage eine damals die sogenannte" Friedensarmee", wobei er sich selbst zur gemeinsame Versammlung einzuberufen. Ein entfeglicher Unglücksfall wird uns aus der Orla- Würde eines Generals erhob. Obgleich der" General" Dissident münder Appreturanstalt in Rummelsburg gemeldet. Dort war war, gab er vor, die Menschen dem wahren Christenthum zu- in Köpenick abgehalten. G. Thieme fprach dort über die Eine öffentliche Töpferversammlung wurde am 16. April am Donnerstag gegen 2 Uhr Mittags der 20jährige Arbeiter Ernst führen zu wollen. Es kam nur zu einigen possenhaft verlaufen- wirthschaftliche Lage. Nach der Diskussion wurde eine im Sinne Lindner beschäftigt, mittels einer Kurbel Stücke Satin hoch zu den Versammlungen, die Armee" löfte sich auf und der" General", des Bortrags gehaltene Resolution einstimmig angenommen; winden und nach der Dekaturmaschine zu schaffen. Plötzlich der einen schweren Diebstahl begangen, wurde in Haft ge- auch verpflichteten sich die Töpfer von Köpenick und Umgegend, schlug, burch eine unvorsichtige Handhabung des Apparats die nommen. Das Gericht verurtheilte ihn zu sechs Monaten Ge- en Berliner Zerif fonguettenmelt und ihn in allen Theilen hochKurbel zurück und die schwere eiferne Stange traf den daran fängniß. Als Gerbing im April 1891 wieder in Freiheit zuhalten. Getadelt wurde noch in der Versammlung, daß die stehenden 2. derartig gegen den Kopf, daß der Unglückliche be- gefeßt wurde, nahm er in einem Petroleumgeschäft eine Mitglieder der Filiale mit der Beitragszahlung sehr im Rück wußtlos zu Boden fant. 2., der einen Bruch des Schädels, Stelle als Hausdiener an. Im vorigen Frühjahre tauchte er stande sind.- Am 23. April tagte in Eberswalde eine sowie eine Gehirnerschütterung erlitten, wurde mittels Lück'schen plötzlich in der Strelitzerstraße als" Homöopath" auf. Er ließ öffentliche Versammlung der Töpfer, in welcher gleichfalls Krantenwagens nach dem städtischen Krankenhause Friedrichshain in dortiger Gegend markischreierische Reklamen vertheilen. Auf Thieme referirte. In der Diskussion sprachen Daudert und geschafft, woselbst er hoffnungslos darniederliegt. Befragen des Vorsitzenden, Assessors Netband, wie er denn Michalsky. Die Versammlung beschloß, daß von Eberswalde bem er sich früher auf theologischem Gebiete versucht, erwiderte Auch hier wurde über die mißlichen Rassenverhältnisse Klage plöglich zu seinen medizinischen Kenntnissen gekommen sei, nach ein Delegirter zum Kongreß nach Halle gesandt werden solle. der Angeklagte, daß er seine Kenntnisse aus Büchern" habe, die er nach Feierabend fleißig durchgelesen, als er noch Hausdiener geführt. war. Er bestritt, daß er sich„ Doftor" oder„ Arzt" genannt, er habe sich nur als Homöopath" ausgegeben und dazu fei jeder nisse der Töpfer Berlind und limgegend hatte kürzlich in Der Verein zur Regelung der gewerblichen Verhält berechtigt, der fich mit der Homöopathie befaffe. So habe Friedrichsberg eine Wander Versammlung veranstaltet. das Reichsgericht entschieden. Für die von ihm den Kranten Blauroc hielt in derselben einen Vortrag über Kartelle, verabsolgten Medikamente habe er keine Bezahlung genommen, welcher lebhaft diskutirt wurde. Nach Schluß der Debatte fand Brutal verlegt wurde am Sonnabend voriger Woche die 1 m. 50 Pf. pro Person geben lassen. Gerichtschemiker Dr. Die Zweckmäßigkeit der Organisation aussprach. Auch wurde zur sondern sich nur für die Rathertheilung eine Vergütung von eine Resolution Annahme, in welcher sich die Versammlung für Arbeiterfrau Hulda Büttner, Georgenfirchstr. 67, von dem in Bischoff begutachtete, daß der Angeklagte Pulver verabfolgt habe, regen Betheiligung an der Maifeier aufgefordert. In Char demselben Hause wohnenden Tischler August Kühn. Der acht die theils nur aus reinem Milchzucker, theils aus Milchzucker mit lottenburg tagte am 25. April eine Wander- Bersammlung jährige Sohn Paul der ersteren war mit dem gleichaltrigen Sohn Streufügelchen vermischt, bestanden hätten. Irgend ein medika- des Vereins; F. Wilke referirte in derselben über die Ursachen Karl des Tischlers Rühn in Streit gerathen. Kühn stürmte in mentöser Stoff habe sich in den Pulvern nicht nachweisen lassen. Der Arbeitslosigkeit im Baugewerbe. Nachdem über den Vortrag die Büttner'sche Wohnung, versuchte dort, den Knaben zu miß- Dem Angeklagten wurde vorgehalten, daß er in seiner Eigenschaft diskutirt und eine im Sinne desselben gehaltene Resolution anhandeln und warf sich auf die Mutter, die sich schützend vor ihr als Homöopath" bereits zweimal wegen Betrugs bestraft worden genommen war, wurde lebhaft zur Kräftigung der Organisation Kind gestellt hatte. Er schlug fie mit Fäusten und bearbeitete sei." Im vorliegenden Falle traten nur Frauen als Beugen auf. aufgefordert. fie dann mit den Füßen. Frau B. mußte sofort zu Bette ge- Eine Frau Borchert bekundete, daß ihr der Angeklagte bracht werden und starb gestern Morgen um 744 Uhr an den von einer Freundin empfohlen sei. erlittenen Berlegungen. Kühn ist im Laufe des gestrigen Tages nicht ausdrücklich als Arzt" eingeführt, aber sich doch in seinem branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, welche am Derselbe habe sich zwar In der öffentlichen Versammlung der in der Schirmverhaftet, die Leiche durch Verfügung der Staatsanwaltschaft ganzen Auftreten den Anschein gegeben, als fei er ein solcher. 26. d. M. stattfand, referirte Rafn über die Verkürzung der beschlagnahmt worden. Ihre beiden Kinder, Mädchen im Alter von 9 bezw. 12 Jahren, Arbeitszeit. Der Redner führte aus, daß der nächste Schritt zu Ein großer Brand hat in der Nacht zu Freitag das fis. habe der Angeklagte auf ihren Wunsch untersucht. Sie habe die dieser nothwendigen Maßregel der Beitritt aller Berufsangehörigen kalische Grundstück Bergmannstr. 68 heimgesucht, das zur Beit Mädchen am Oberkörper entblößt und der Angeklagte habe sein zur Gewerkschaftsorganisation sei. In der Diskussion waren alle als Stätteplaz vermiethet ist und auf dem sich das Pliksche Fuhr- Ohr gegen die Bruft gelegt, mit einem Hämmerchen auf den Redner eines Sinnes darüber, daß den Uebelſtänden im Gewerbe geschäft befindet. Um 10 Uhr 55 Minuten wurde auf dem Rücken geklopit und sich überhaupt mit einem Nimbus umgeben, als und speziell der Hausindustrie energisch zu Leibe gegangen werGrundstück ein Feuer bemerkt, das sehr schnell mehrere Stall- fei er ein studirter Arzt. Die ihr gegen Nerven" verabfolgten den müsse. Auch wurde es scharf getadelt, daß die älteren gebäude, große Bretterschuppen und ein einstöckiges Wohnhaus Pulver hätten eine ungünstige Wirkung gehabt, sie habe den Ange- Kollegen und die Mamsells, sowie auch einige Mitglieder der mit darüber liegendem Futterboden ergriffen hatte. Es gelang flagten beshalb nach zweimaligem Besuche, für welche sie ins- Agitations- Kommission in der Bersammlung fehlten. Demzufolge noch, die in den Ställen stehenden 20 Pferde herauszuschaffen, gesammt 9 Mart bezahlt, nicht wieder in Anspruch ge- wurde auch die Erörterung der Lehrlingsfrage von der Tageseinige der Thiere hatten aber schon erhebliche Brandwunden nommen. Die beiden anderen Zeuginnen bekundeten, daß ordnung abgefeßt. Röschte ersuchte die Mitglieder des Schirmerlitten, und eins war schon so verbrannt, daß es der Abdeckerei sie durch den Angeklagten nicht getäuscht worden seien. Da die machervereins, ihre Organisation mehr der allgemeinen Arbeiterübergeben werden mußte. Der Umstand, daß die Hallesche Vor- Uebertretungen bereits verjährt waren, so fonnte der Staats- bewegung anzupassen, jetzt habe sie lediglich den Charakter eines stadt keine Feuerwache hat, verzögerte das Erscheinen der Feuer- anwalt nur den Betrug gegen die Zeugin Borchert als erwiesen Bergnügungsvereins und könne demzufolge zur Hebung der wehr als diese endlich zur Stelle war, war das Feuer bereits ansehen. Er beantragte aber für diesen Fall eine Gefängniß- wirthschaftlichen Lage ihrer Mitglieder wenig beitragen. Nachnach dem Nachbargrundstück übergesprungen und hatte dort Rüst strafe von einem Jahre, da die Handlungsweise des An- dem noch die Aufforderung zur regen Betheiligung an der Maizeug u. dgl. ergriffen. Ueber zwei Stunden hatte die Feuerwehr geklagten, der mit Erfolg auf die Leichtgläubigkeit der Ungebil- feier ergangen war, schloß die Borjizende Frau Palm die Veranstrengend zu thun. deten spekulire, eine sehr gemeingefährliche sei und diejenigen fammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie. Der Gerichtshof erkannte nach dem Antrage auf ein Jahr Leute die nicht alle werden" besonders geschüßt werden müßten. Gefängniß, lehnte aber mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte noch ein vor wenigen Tagen gestorbenes Kind zu beerdigen hat, die beantragte sofortige Berhaftung ab. Der Steinmek Ernst Schulz in Weißensee ersucht alle die Personen um Wittheilung ihrer Adresse, die Beuge waren, wie er in der Montag Nacht furz vor 12 Uhr in der Sedan straße von einem Beamten mit dem Säbel geschlagen worden ist. Herr Schulz wohnt Weißensee, Sedanstr. 33b. Ranm: Arbeiter Berlins und Umgegend hielt am 24. April eine gut Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten besuchte Bezirksversammlung für den Norden ab, in welcher Roland über den„ Sieg des Sozialismus" referirte. Unter Berschiedenem wurde von Mäther eingehend das Verhalten des deutWir geben folgender uns zugestellten Berichtigung vorbestrafte Athlet und Handelsmann Robert Manned stand im Vorwärts" erörtert und den Kollegen largelegt, welche Der bereits 27 Mal, zumeist wegen Gewaltthätigkeiten schen Metallarbeiter- Verbandes und die Bekanntmachung desselben Auf die in der 1. Beilage Ihrer Zeitung vom Dienstag, gestern wiederum wegen schwerer Mißhandlung und Bedrohung etwaigen Vortheile der Uebertritt in diesen Verband bieten würde. den 25. April, unter der Spigmarke„ Eine prächtige Flustration" lichte Schulz, von der der Angeklagte sich ernähren ließ, hatte Rollegen auf, doch wurde ihnen bedeutet, daß sie den wirthschaftvor der dritten Straffammer des Landgerichts 1. Die unverehe- straten nun einige, auf dem Boden der Zentralisation stehende abgedruckte Mittheilung sieht sich der unterzeichnete Konvent der Anzeige gegen ihn erstattet und ein Attest beigefügt, worin der lichen Boden Berlins und die eigenartigen Verhältnisse kennen Grauen Schwestern zu folgender Erklärung genöthigt. G3 ist eine unwahrheit, daß man in unserem Hause handlung erlitten haben müffe. Die Einzelheiten, welche die zung der beiden Verbände bedeute eine Dezentralisation, benn Arzt bescheinigte, daß die Schulz eine lebensgefährdende Be- lernen sollten, um ein flares Bild zu erhalten. Eine Verschmel,, einen Kranken( oder eine Kranke) protestantischen Glaubens zur Ablegung einer Beichte unter katholischen fräubend, der Staatsanwalt bezeichnete die Handlungsweise des und namentlich bei denjenigen, welche schon zentralisirt gewesen Beugin Schulz im Termin bekundete, waren geradezu haar- bei den meisten Branchen, welche der Berliner Verband umfase, Es ist ferner eine unwahrheit, daß die Kranke unter Angeklagten als bestialisch. Das Gericht verurtheilte Mannec feien, herrsche eine folche Abneigung gegen die Zentralisation, daß diefelben sofort zu ihren alten Fachvereinen zurückkehren und diesen Umständen und um sie eventuell vor einem Rückfall zu be- u zwei Jahren Gefängniß. wabren" die Anstalt verlaffen hat; es geschah dies vielmehr, weil somit die ganze Arbeit der letzten Jahre zu nichte machen würden. die Kranke ärztlicherseits für soweit hergestellt erklärt wurde, daß jenigen Werkstätten, wo noch feine Vertrauensleute vorhanden Nachdem noch die Kollegen aufgefordert worden waren, in benfie ohne Gefährdung ihrer Gesundheit nach ihrer Behausung entfind, solche zu wählen und zu den Konferenzen zu entfenden, laffen werden tonnte. wurde die Versammlung geschlossen. Religionsformalitäten genöthigt hat." Der Konvent der Grauen Schwestern. Clotilde Biefel, Oberin." Soweit die Buschrift. Auf die Angelegenheit selber werden wir in einer der nächsten Nummern zurückkommen. von Arbeiter Mar Schütze vor die siebente Strafftammer des LandAn versuchten Mord grenzte die That, die gestern den gerichts I führte. Schütze ist ein schlechter Ehemann und Familienvater, feine Ehefrau fonnte dessen fortgesetzte Mißhandlungen nicht länger ertragen, sie verließ ihn, nachdem er sich in besonders Eine öffentliche Versammlung der Maurer Strafthat wurde Schüße von der Strafkammer zu 2 Jahren 23. April. Nach einem von Blaurod gehaltenen Vortrage brutaler Weise gegen fie und die Kinder vergangen. Für diese Friedrichsberg, Nummelsburg und Umgegend tagte am Gefängniß verurtheilt, die er zur Zeit verbüßt. Bevor diese Ber über die wirthschaftliche Lage der Maurer verpflichtete sich die Marktpreise in Berlin am 27. April, nach Ermitte- urtheilung erfolgte, beging Schüße ein neues Attentat gegen seine Ehe- Versammlung, über die Vorgänge auf den Bauten, betreffend die lungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von frau. Als die letztere am 23. Dezbr. v. J. über die Luisenbrücke ging, Behandlung und Lohnzahlung, dem Vertrauensmann in türzester 16,40-16,10 m., mittlerer von 16,00-15,80 m., geringer von holte der Angeklagte, der ihr heimlich gefolgt war, fie ein und Beit Bericht zu erstatten. Hierauf wurde Friz Karg, Ruminels15,70-15,40 M. Roggen per 100 kg. guter von 13,80-13,60 m., verfegte ihr mit geöffnetem Messer einen heftigen Schlag gegen burg, Thürschmidtstr. 17, S. I, für die genannten Orte zum mittlerer von 13,50-13,80 m., geringerer von 18,20-13,00. Den Kopf. Die Frau brach blutend zusammen. Der Angeklagte Vertrauensmann gewählt. Derselbe nimmt Beiträge zum GeneralGerste per 100 kg. gute von 17,50-16,30., mittlere von stieß dann noch die Drohung aus, daß er sie tödten werde, wenn fonds des Sonnabends Abends bis 9 Uhr in seiner Wohnung und 16,20-15,10 M., geringe von 15,00-13,80 M. Safer per 100 g. ie ihn nicht wieder bei sich aufnehme. Nur dem Umstande, daß später in Friedrichsberg. Wartenbergstr. 67 bei Albert Lange guter von 16,00-15,50 M., mittlerer von 15,40-15,00 m, die Frau der starken Kälte wegen zwei Kopstücher trug, ist es geringer von 14,90-14,40 m. Stroh, Richts per 100 kg. von 0,00 zuzuschreiben, daß die ihr zugefügte Verlegung nach einigen Potsdam stattfindenden Kongreß der lokalorganisirten Maurer entgegen. Zum Delegirten für den am 12. und 13. Mai in bis 0,00 m. Heu per 100 kilogr. von 0,00-0,00 m. Erbfen, gelbe Bochen heilte. Das Gericht verurtheilte den Angeklagten wegen wurde ebenfalls der Kollege Karg gewählt. zum Rochen per 100 Stg. von 40,00-24,00 m. Speisebohnen, weiße dieser Strafthat ebenfalls zu 2 Jahren Gefängniß, so daß er ins Es wurde noch beper 100 g. von 50,00-20,00 W. Linfen per 100 kg. von 80,00 gefammt 4 Jahre zu verbüßen hat. Der haßerfüüte Blick und die bis 30,00 M. Kartoffeln per 100 g. von 6,00-4,00 M. Rind- Worte: Na warte, ich tomme wieder heraus!" die der Anfleisch von der Steule per i Kg. von 1,60-1,20 M. Bauchfleisch geklagte feiner Ghefrau beim Verlassen des Saales zurief, weisper 1 Kg. von 1,30-1,00 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von fagten nichts Gutes. 1,60-1,20 m. Ralbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,80 M. Sammel fleisch per 1 g. von 1,60-0,80 t. Butter per 1 Kg. von 2,80 Leipzig, 28. April. Das Reichsgericht hat die Revision der bis 1,80 m. Gier per 60 Stück von 4,00-2,40 W. Fische per Fran Apotheker Ihrer in Welten, welche wegen Beleidigung 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,20 m. ale von 8,00-1,40 m. des Offizierkorps und der Fähndriche der deutschen Armee von Bander von 2,40-1,00 M. Hechte von 1,80-1,00 M. Barsche der ersten Straffammer des Berliner Landgerichts I. am con 1,60-0,60 M. Schleie von 2,40-1,00 M. Bleie von 1,40 14. Dezember zu einer Geldstrafe von 200 m. verurtheilt war, bis 0,60 M. Krebse per 60 Stück von 12,00-2,00 2. verworfen. Versammlungen. tannt gegeben, daß Karg auch Abonnements auf den Bau handwerker entgegennim uch bonnements auf ben Heuer Berliner Handwerkerverein. Sonnabend, den 29. April cr., Bereinsversammlung bei Dehlmann, Münzfir. 11. Tagesordnung: Vortrag des Herrn H. Friedländler. Thema;„ Biterarische Kometen" Conriffen und Wanderkinbalbeegrün". Sonnabend, ben 29. April, Abends 8% uhr, Sigung in Wett's Restaurant, Köpnickerstr. 68. Vergnügungsverein Jugendfreunde. Sigung am Sonnabend, den 29. April cr., Abends 9-11 Uhr, im Restaurant August Schulz, Prenzlauer Auce 224. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 80. b. M., Vormittags 10% Uhr, Rosenthalerstraße 38. Bortrag des Herrn E. Bogtherr: Werden und BerTheater- und Vergnügungsverein Fritillaria. Sigung am Sonntag, Abends 6 Uhr, bei Herrn Dreßler, Barnimstr. 16. Nachher: Fidelitas, Borträge und Tanz. gehen. Ethische Gesellschaft. Versammlung am Sonntag, den so. April cr., Abends 8 Uhr, Kommandantenstr. 20. Bortrag des Herrn Dr. Lütgenau über: Bom ursprung des Götterglaubens". Polizeibericht. Am 26. d. Mts. Abends gerieth vor dem Hause grievenstraße 92 ein vierjähriger Knabe unter bie Räder eines Echlächterwagens und erlitt eine so bedeutende Verlegung am Fuße, daß er nach dem Krankenhause am Friedrichshain ge Haus- Geschäftsdiener, Padier, Markthelfer und Berufsgenossen. bracht werden mußte.- Am 27. d. Mts. Morgens wurde in der Eine Bauhandwerker- Versammlung, welche am Donners: 10 gr, bei Bolz, Alte Jakobftraße 75. Bortrag über:" Die Bedeutung des Große öffentliche Versammlung am Sonntag, ben 30. April cr., Bormittags Spree bei der Waisenbrücke die Leiche eines unbekannten etwa tag abgehalten wurde, beschäftigte fich wit folgender Tages. 1. Mat." Referent: Genoffe Dr. Bütgenau und Distusfion. viezigjährigen Mannes angeschwemmt. Vormittags.wurde ein oronung: Stellungnahme zu einem gemeinsamen Vorgehen Achtung, Schneider und Schneiderinnen. Oeffentliche Berfamndung Kaumann in seiner Wohnung, in der Schulstraße, mit einer gegenüber der Verschlechterung unserer Lage durch die Unter- am Montag, den 1. Mat cr., Vormittags 10 Uhr, in der Berliner Reſſource, Schußwunde an der Schläfe todt aufgefunden. Es liegt un- nehmer und Meister." Der Referent Repler beleuchtete in das Thema: Der 1. Mat, bas Kulturfeit der Arbeit. Kommandantenſtr. 67. Tagesordnung: Bortrag des Kollegen J. Zimm über zweifelhaft Selbstmord vor. An der Ecke der Linien und einem längeren Vortrage die traurige Lage der Arbeiter im Arbeiter Bildungsschule. Sonnabend, Abends 8-10% Uhr. SüdFusilierstraße wurde Nachmittags ein zwölfjähriger Knabe durch Baugewerbe. Unter den verderblichen Verhältnissen der legten Dftute, Reichenbergerfir. 133: Unterricht in Physiologie und Bucheinen Geschäftswagen überfahren und erlitt anscheinend innere Beit habe eine Muthlosigkeit und Theilnahmslosigkeit Plat ge-( unt.). In allen unterrichtsfächern, mit Ausnahme Mathematik und Buchführung( doppelte). Oft- Schule, Markusstraße 81: Unterricht in Rechnen Verlegungen. In einem Hotel wurde Abends ein etwa dreißig griffen, die befürchten lasse, daß die Bauhandwerker auch noch führung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jest im Laufe des jähriger Mann mit einer schweren Schußwunde am Kopfe aufärgerem Druck gegenüber sich widerstandslos vergeben würden. Semesters, eintreten. gefunden und nach der Charitee gebracht. In einem Stall- So tönne es nicht weiter gehen, man müsse sich wieder er Sonore 314„ Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche BerBeutscher sozialdemokratischer geseklub in Paris. Rue St. gebäude auf dem Grundstück Bergmannstraße 67 entstand Abends mannen und den Unternehmern bei künftigen Angriffen muthvoll fammlung; reiche Bibliothet, Bettungen, franzöfifcher Unterricht. Der deutsche Feuer, das auch das einstöckige Wohnhaus mit darüber liegendem und gerüstet gegenüber treten. Der Ausführungs- Ausschuß des Arbeiter, der fremd nach Paris tommnt, findet hier einen Anlehnungspuntt, Futterboden, einen Bretterzaun und Rüstzeug auf dem Nachbar Bauarbeiter- Kartells habe daher diese Versammlung einberufen London. grundifiche ergriff. Von den im Stalle untergebrachten vierund- und lege ihr die Frage vor: Was soll nun werden? In der alte, von Karl Marr und Friedrich Engels 1840 begründete zwanzig Pferden verbrannten drei und eins wurde schwer verlegt, Diskussion sprachen Maurer Hanisch, Töpfer Hoffmann, kommunistische Arbeiter- Bilbungsverein befindet sich nach so daß es der Abdeckerei übergeben werden mußte. Außerdem Töpfer Thieme, Bimmerer Tamm, Töpfer Tauscher wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. Bondon. fanden im Laufe des Tages vier kleine Brände statt. und der unvermeidliche Rentier Bolz. Arbeiter- Sängerbund Serline und Umgegend. Alle Renderungen Reßler erklärte im Bereinstalender find au richten an griebrich Kortum, Manteuffet. Der einzige biefige fozialdemokrattsche Berein Bonbons, der " ftraße 70. 1 Sonnabend, Abends 9 Uhr: Uebungsfiunde. Aufnahme| Dampfstickmaschine. Die Uhr als Kompaß. Die Wunder der reichen und sich ihm die Möglichkeit dazu bietet, für die Partei neuer Mitglieder. Grüne Eiche, Rirdorf, Hermann- und Knesebeck: Elektrizität. Literatur. Preis pro Heft 20 kr.= 40 Pf. zu wirken und speziell auch zu agitiren. Von der Anstellung der ftraßen- Ede bei Beyerle. 2yrania, Landsbergerstraße 31 bei Musehold. Sanges Echo, Naunynstraße 86, bei gubeil. Probehefte gratis. Die weitere Annahme von Heften gilt als fogenannten ständigen Agitatoren, wie sie die Partei vor dem Freundschaft 2, Friedenstraße Nr. 48 bei Zollfühn. Glück zu, Abonnements- Zusage. Sozialistengeset tannte, ist seit der Neuorganisation der Partei Badstraße 8, Bittoria Garten. Teltow in Teltow, Schwarzer Adler. Esmeralda, Fruchtstr. 70 bei Ritsche. abgesehen worden. Brandenburg, Mengert's Volksgarten. " Liederkranz in Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Hand in Hand 2, Friedrichs: Verlag) ist soeben das 31. Heft des 11. Jahrgangs erschienen. berg, Friedrich Karlstr. 11 bei Heinecke. Gesundbrunner Männer: chor, Gesundbrunnen, Prinzen- Allee 10. Gefangverein, Bruder hand" Aus dem Inhalt heben wir hervor: Das Maifest des Prole. in Schönwalde( in der Mart) bei Schulze. Frisch auf" Friedrichsberg, tariats. Der erste Mai und der Militarismus. Noch Einiges Rummelsburgerstraße bei Deckert. Vorwärts 7" Ruminelsburg, bet über Ethik. Literarische Rundschau. Borgmann. Gesangverein Immergrün", Zegel, Schloßstraße bei Notizen: Zur Statistit Schulz. Gesangverein Süd- Ost 2", Faltensteinstr. 41 bei Trittelwig. der zwangsweise veräußerten landwirthschaftlichen Anwesen in Freier Männerchor Often" Friedenstr. 74, bei Engelhardt. Bayern. Die Zentralisation des Kapitals im deutschen Eisen,, Glühlicht"( gem. Chor), Berlebergerstr. 28. Die Selbstmörder in Budapest. Von Dr. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend hüttengewerbe." Alle Zuschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend Josef Schwarz. Feuilleton: Lilith. Novelle von A. v. Perfall. find zu richten an: P. Sentel, Bergmannstr. 21, Sof 3 Tr. Sonn-( Fortseßung.) abend: Tambour Verein Vorwärts" Nixdorf, Hermann- und Wanzlichstraßen- Ece. Jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. Tambourverein Deutsche Eiche bei Niederschuh, Fürbringerstraße 7. Theaterverein Iphigenia", bei Kramer, Rigdorf, Hermannstraße Nr. 140. Geselliger Berein Gut Heil", Neue Königstraße Nr. 89. Geselliger Berein Italia" bei Boite, Kolbergerstraße 23. Theaterverein Aurelia", Mendelssohnstr. 9 bei Miethe Abends 9 Uhr. auchklub Anita" Koppenstr. 43 bei Lorenz. Geselliger Verein Nord", Fennftraße 5 bei Krüger. Gefang- Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Paul Midel'scher Musikverein Allegro bei Spindler, Reichenbergerstraße 118, Zurnverein Gesundbrunnen. Die 2. Männerabtheilung turnt heute von 8-10% Uhr in der Turnhalle, Freienwalderstr. 39. Bühnenverband Normanta feden letzten Sonnabend im Monat bei Leichnis, Königsbergerstr. 24. Privattheatergesellschaft Schnee glödchen" Abends K9 Uhr bei Schulz, Brunnenstr. 116. Theaterverein Berliner Bar jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. Abends 9% Uhr bei Weid, köpe: nickerstraße 68. Theaterverein Lessing. Jeden ersten und legten Sonnabend im Monat 9 Uhr Abends Sigung bei Rudolph, Krautstr. 6. Bergnügungsverein Az alta 9% Uhr bei D. Heindorf, Barnimitr. 16. Bergnügungsverein uftige Jugend Abends 9 Uhr, im Restaurant Lautenbach, Cuvryftr. 3. Bergnügungsverein guſtige gedhet abends " Ecke Forsterstraße. 9% Uhr Mendelssohnstr. 9. Vermischtes. D. W. Die betreffende Zuschrift dürfte vielleicht in ihrer Form nicht aufnehmbar gewesen sein. Bemühen Sie sich einmal persönlich auf die Redaktion. A. S. Der 1887 gewählte Reichstag erreichte 1890 sein gesetzliches Ende. Mit der Wahl 1890 begann die fünfjährige Reichstagsperiode. Wird der Reichstag vor Ablauf derselben aufgelöst, so beginnt mit dem neugewählten Reichstag eine neue fünfjährige Periode. P. O., zwei Wettende. Die Reichstags- Abgeordneten ers halten feinerlei Vergütigung für ihre Versäumniß. G. A., Ackerstraße. Eine Erörterung der internen Antgelegenheiten eines Vereins wie die Freie Volksbühne" ist im redaktionellen Theile des Vorwärts" nicht angängig. Sie müssen daher Ihren Aufruf, falls Sie ihn veröffentlicht haben wollen, als Juferat aufgeben. K. Hanke. Bazing hat sich bekannt gemacht durch HerausBaut Moniteur der„ Unabhängigen" regalirt jetzt den Vorwärts" gabe des Ulmer Urkundenbuches, wie ja auch mitgetheilt war. mit einem tiefempfundenen Tadel darüber, daß in der Nummer Graf Derby ist ein bekannter englischer Politiker gewesen. Ihre vom 8. April, also vor drei Wochen, eine Depesche des Wolff'schen Ansicht darüber, was der„ Vorwärts" aufnehmen soll oder nicht, Bureaus abgedruckt war, in der es vom Huller Dockarbeiterstreit trifft den Nagel nicht auf den Kopf. Bergnügungsverein Carmen Sylva Sigung 9 Uhr im Restaurant von O. Wits, Mariannen- lfer 2. Geselliger Vere in Blaue Quast e, Sonnabend 9 Uhr bei Mücke, N., Wöhlertstr. 2. Rauchklub Aus der Waschküche der uabhängigen". Der hieß: Mittags fand ein Zusammenstoß zwischen der Polizei und A. M. Senden Sie uns die betr. Nummer der Miethereinem Böbelhaufen statt." Diese Depesche ist, wie sich jeder Beitung" ein. selbst sagen fann, nach Schluß der Redaktion eingegangen. 100. Es ist in Berlin üblich, dem Schlafburschen- falls Die Herren„ Unabhängigen" scheinen damals übrigens keinen nicht ausdrücklich vereinbart wird, daß er lediglich Nachts in der Anstoß an dem unpassenden Ausdruck genommen zu haben, sonst Bude sich aushalten darf zu gestatten, daß er auch Tags über hätten sie die Welt sicherlich nicht drei Wochen lang auf in der Bude sich aufhalte und auch Besuch empfange. die großartige Entdeckung warten lassen. A. K., Rigdorf. Wo haben die verstorbenen Eheleute geTebt? Haben sie ein Testament hinterlassen? Wo sind sie gestorben? Erst nach Beantwortung dieser Fragen ist es möglich, Ihnen detaillirte Antwort zu geben. Die Wolga ist nach Petersburger Meldungen um drei Linde" jeden Sonnabend 9 Uhr bei Rausch, Hussitenstraße 9.-- Ber: Faden gestiegen und steht damit höher als der Damm ist, welcher gnügungsverein armlos, Sigung mit Damen Sonnabend, Abends 9 Uhr, die Nischny'er Schiffe gegen die Flußgebiete der Oka und Wolga Blumenstr. 46 bei Went. Mitglieder pünktlich. Vergnügungsverein schützt. Die Schiffe haben starken Schaden gelitten. AugenMorgenstern. Sigung 9 Uhr, bei Erbsmehl, Elsasserstr. 58. blicklich arbeitet man auf das Angestrengteste, um von der Stattlub Gordischer Knoetn, jeden Sonnabend 9 Uhr bei Kar Sormowoer Winterlagerbucht eine Katastrophe abzuwenden, wo Schilling, Pücklerstr. 55.- Danst Forening Freia( Dänischer Berein die Schiffe in großer Gefahr schweben. Die Stadt Nishny- NowFreia), Lindenst caße 106 bei Poppe.- Verein ehemaliger Schüler der 30. Gemeindeschule, Abends 9 Uhr, Restaurant Burl, Foppen- gorod und der dortige Marktplatz befinden sich außer Gefahr. ftraße 68. Geselliger Berein Italia, jeden Sonnabend im Restaurant Botte, Kolbergerstr. 23. Sta itlub Kreuzbube bei Steuer, Weinstr. 22. Stattlub Revolution Abends Reichenbergerstr. 73, bei Fausimann. Schaftopf- Klub Bruder tette tagt jeben Sonnabend Abends 9 Uhr bei Weiß, Andreasstraße 77a. Martentlub Nulle tagt jeden Sonnabend und Montag im Restaurant Hum boldhein, Hochstr. 32a.- Statflub Blaue Blouse, jeden Sonnabend bet Wutite, Graudenzerstr. 2. Touristenverein Wanderlust Abends 9 Uhr im Restaurant Märkischer Sof, Admiralstr. 18c. Literarisajes. Es werde Licht! Beiträge zur Förderung der Religion der Humanität von E. Scholl. Nr. 7 des 24. Jahrganges enthält: Welche Rolle das Geld auch in der Religion ge spielt hat. Die Beitschwingen", Monatsschrift für Voltsbildung, Aufklärung und Unterhaltung. Berlag von J. Beranet, Reichen berg, Böhmen, Friedländerstraße 12. Heft 4 des 4. Jahrgangs Der enthält: Es werde Licht!" Gedicht von Hans Arnold. Krieg." Betrachtungen über die Berechtigung des Krieges, von Moritz Röhler. Freiland und die Freilandbewegung". Von A. Behr. " Von " Grundsätze des neuen Heilverfahrens." " " Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) V Paris, 28. April. Die Deputirtentammer hat in ihrer heutigen Vormittagssigung mit 360 gegen 175 Stimmen den Beschluß der Budgetfommission zur Patent Gesetzgebung, durch welchen die Beschlüsse des Senats in einigen Punkten abgeändert werden, abgelehnt und die Fassung des Senats mittelst Abstimmung durch Händeaufheben genehmigt. Die weitere Berathung wurde auf Nachmittag vertagt. Nantes, 28. April. Der bei mehreren Gewerben ausgebrochene Streit gewinnt an Ausdehnung. Um die Mittagsstunde durchzogen gegen 8000 Streifende in lärmenden Gruppen. die Straßen. Briefkaffen der Redaktion. Ehe. Sie wollen schleunigst sich direkt an den Standesbeamten wenden. Er kann mindestens die Frist abkürzen. Um die Anmeldung wird der Standesbeamte schwerlich sich kümmern. G. J. Sie irren: das Gefes spricht weder von einem dreimaligen, noch von einem einmaligen noch von einem mehrmaligen derartigen Recht. H. E. Moabit. Es wird Ihnen nichts übrig bleiben, als sich zunächst an die Polizeibehörde des letzten Ihnen bekannten Aufenthaltsorts zu wenden und so fort. Briefmarken brauchen Sie nicht beizulegen. Die Behörden, die Gebühren für die Auskunft beanspruchen, theilen Ihnen dies mit. Es sind die wenigsten. E. S. 105. Zur Nachzahlung sind Sie verbunden, wenn Sie das Einkommen zur 2. Stufe haben. N. N. 1000. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt: zu welchem Zweck legen Sie eine Marke bei? Der Anspruch des Wirthes gegen Sie, der die Scheibe nicht zerschlagen hat, ist unbegründet; die Klage wird deshalb voraussichtlich abgewiesen werden. Alter Abonnent M. St. 29. Bemühen Sie sich mit dem Kontrakt zwischen 12 und 1 Uhr zu uns. G. S., Schöneberg. Den Brief braucht das Mädchen nicht herauszugeben. G.. 125. Die Ehe mit der Schwester seiner Wittwe ist erlaubt. Rollerlohn. Um nicht in den Maschen des Gesetzes sich zu verstricken, wollen Sie uns mit Statutenentwurf zwischen 12 und 1 Uhr besuchen. J. Brük. Um die betreffenden Genossen nicht irre zu G. A. Noller. Die moderne Weltanschauung und der Mensch." führen, haben wir nur den uns zuerst zugestellten Aufruf abBon Prof. Dr. B. Better( Dresden).-Feuilleton: Bur gedruckt. Wir denken, daß Sie damit einverstanden sind. Feier des 1. Mai." Gedicht von May Kegel. Befreiung." N. 2., Königsberg. Ihre Annahme, daß irgend ein Bon Rid Classen. Vagabunden." Ein Bild sozialen Glendes Parteigenosse als sogenannter ständiger Agitator für Öst- und von Rud. Rob. Swatschina. Neues aus dem Gebiete Westpreußen vom Parteivorstand angestellt sei, ist falsch. Selbstder Wissenschaft: Technologie. Eine neuerfundene I verständlich hat jeder Genosse die Pflicht, so weit seine Kräfte 17. Dezember d. J. beglichen. Concordia- Festsäle Andreasstrasse 64. Inh. C. Säger. Krautstrasse 38. Am Sonntag, den 30. April( im großen Saal): Gr. Yocal- und Instrumental- Concert, arrangirt vom Männer- Gesangverein ,, Lorbeerkranz"( 1879) ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes), Dirigent Herr Paul Kurz, unter Mitwirkung von Mitgliedern der Freien Bereinigung der Zivil- Berufs musiker, unter Leitung des Herrn Loppe, fomie des Gesangshumoristen Herrn Paul Gent. Um 12 Uhr: Allegorisches Tablean: Der Freiheitsmorgen", arrangirt von Hrn. P. Gent, ausgef. v. sämmtl. Mitgl. des Vereins. Nach dem Concent: Großes Tauz- Kränzchen. Herren, welche am Zanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Programm 30 Pfennig. Anfang 5 Uhr. Programme find bei allen Mitgliedern zu haben. 8500b Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 30. April, Vorm. 10% Uhr, Rosenthalerstr. 38: Vortrag des Herrn E. Vogtherr über: ,, Werden und Vergehen". Gäste willkommen. [ 152/19] Der Vorstand. Hohen- Neuendorf an der Nordbahn. Am Sonntag, den 30. April cr., im Lokal des Herrn F. Iwert: Großes Volksfest, Roh- Tabak A. 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