Nr. 198. HbonnementS'Redingnngen: Nbonnements- Preis priinmnerandoi Licrtcljährl. 3£0 MI, monatl. 1,10 Ml, wöchentlich 28 Pfg. frei ws Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- nununcr mit Äuswiertcr Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonncmcm: 1,10 Mark pro Monat. Singewagcn in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland S Mark pro Monat. Postabonncments nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz, crlchelilt täglich außer montags. Ä6. Jahrg. Berliner Volksblalt. Tentralorgan der rozialdemohratifchcn Partei Dcutfcblands. Die TnfertioitS'Gebüf)r bekügt für die sechsgespaltene Kolonet- zeile oder deren Raum W Psg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und VersammlungS-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Hnicigcn", das erste(fett- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- ftcllen-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Warte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: „SoalaMinioIikat Berlin", Redaktion: SM. 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1083. Donnerstag, den Äl>. Augnft 1909. Expedition: SM. 68» binden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1081. Der Zar und seine Polizei. Von dem Fübrer der russischen Sozialisten- Revolutionäre W. Burtzeff, dem Entlarver Azews und Hartings, geht uns der folgende, bedeutsame Enthüllungen bringende Artikel zu: Es gibt in Rußland— und nicht bloß in Rußland eine Legende über die Person des Zaren. Nach dieser Legende wäre der Zar ein Mensch ohne Willen, von schwachem und unstetem Geiste, dessen Unfähigkeit ihn zum Spielzeug in den Händen der Kamarilla macht. Man sagte, daß er nichts wisse von all der Willkür und dem Schrecklichen, was in seinem großen Reiche vorgeht. Durch die dicken Mauern des Stillschweigens, womit ihn die Minister und die Polizei unigcbcn, dringe kein Ruf seines verhungernden und unter drückten Volkes. Kein Schrei der Empörung, kein freies Wort erreiche ihn. Man hat ihn uns nicht nur als Gefangenen der Revolution hingestellt, die in seiner Erziehung beständig das Schreckgespenst spielte und deren Führer für ihn nichts als gclvöhnliche Verbrecher sind, sondern auch als Gefangenen seiner eigenen Höflinge, seiner Minister und seiner Polizei. Diese tief eingewurzelte Legende hoffe ich heute zu zer- stören. Es gibt keine Geheimnisse, die vor der im Marsch be- griffencn Wahrheit bestehen können. Dieselben umfassenden, hartnäckigen und unermüdlicheil Anstrengungen, durch die ich die fast vollkommene Desorganisation der geheinien kaiserlich russischen Polizei erzielte, indem ich Azew, Harting und hijlndert andere Diener der Autokratie entlarvte, ihre besten polizeilichen Spürhunde brandmarkte, indem ich ihre offizielle Verjagung vom Boden Frankreichs erreichte, befähigen mich, heute neue Tatsachen zu bringen, die sicher auf die öffentliche Meinung der zivilisierten Welt einen verblüffenden i_'ruck machen dürften. Das Geheininis Nikolaus II., seiner Vertrautheit mit der Polizei, ist kein Geheimnis mehr, und das authentische und ultrageheime Dokument, das ich veröffentliche, wirft ein so grelles Licht, daß, wenn noch dunkle Winkel bleiben sollten, eS eine sehr leichte Aufgabe sein würde, sie zu erhellen.... Es ist schon längere Zeit her, daß ich diese neuen Ge- schwüre des Zarismus entblößen wollte. Durch verschiedene Gründe war ich mehrere Male genötigt, die Veröffentlichung des kostbaren Dokumentes zu vertagen, dessen Geschichte und Inhalt ich hier erzählen werde. Aber wie hat dieses höchst geheime Dokument eines Tages in meine Hände gelangen können? Im Jahre 1897 wohnte ich in London, wo ich meine Revue, den„Norodovoletz" er- scheinen ließ, die mich bald daraus ein Jahr Zwangsarbeit losten sollte. Einige Tage vor meiner Verhaftung fand ich mich zusällig in der Wohnung eines Herrn Tschertkoff, eines Freundes und Anhängers des Grafen Tolstoi ein. Kaum war ich bei Herrn Tschertkoff eingetreten, als dieser lächelnd auf mich zukam, gefolgt von einem untersetzten Biedermann mittlerer Größe und mir sagte:„Erlauben Sie inir, Ihnen Herrn Krivosch vorzustellen, Vertreter der russischen Regierung." Und indem er sich zu diesem wandte, stellte er mich vor: „Herr Burtzeff, Vertreter der revolutionären Bewegung." Her-r Krivosch war damals ein ziemlich gewichtiger Beamter der Zensur für die fremdländische Presse. Er hat mir mehrere interessante Einzelheiten mitgeteilt über die Maßnahmen, die die Regierung gegen mich ergriffen habe. Und unsere friedliche Unterhaltung dauerte spät, ziemlich bis in die Nacht. Am nächsten Morgen stieß ich beim Verlassen des Britischen Museums auf meinen Bekannten vom gestrigen Tage. Ich schlug ihm natürlich vor, ihm das Museum zu zeigen, in dem ich ein regelmäßiger Besucher war, und darauf die Stadt. Und während wir die geräuschvollen Straßen von London durchschritten, begann Herr Krivosch mit überströmender Beredsamkeit über Nußland zu sprechen. Er erzählte mir tausend Geschichten über den Zaren und die Negierung und gab mir wertvolle Informationen. Man muß unsere Burcaukratcn kennen, wie sie ihr Herz ausschütten, sobald sie die Grenze überschritten haben, um diesen Anfall von liberaler Freimütigkeit zu verstehen. Unter anderen Sachen erfuhr ich bei dieser Gelegenheit zum ersten Male von der Existenz einer Art Journal, das für den Spezialdienst des Zaren in einem ein» zigen Exemplare hergestellt wird und das Herr Krivosch in seinen Erzählungen selbst„das Journal des Zaren" nannte. Zum Schluß— es war in meiner kleinen Flüchtlings- kammer, tvohin ich ihn eingeladen hatte, um ein Glas Tee zu trinken— bat mich Herr Krivosch, wie erschreckt von allem, was' er mir soeben leichtfertig erzählt hatte, seine Mit- teilungen nicht zu benutzen. Ich habe es versprochen. Aber meinerseits bat ich ihn, mir irgend eine Kopie, sei es auch nur einer Nummer des„Journal des Zaren" zu verschaffen, an dem er einer der Redakteure zu sein behauptete. Er hat es mir mit feurigen Worten versprochen. Aber er hat nie- mals sein Wort gehalten. Was mich anbetrifft, so habe ich mir nicht erlaubt, bis heute die geringste Nachricht aus- zunützen, die Herr Krivosch mir gegeben hat. Während ich in London wegen der Herausgabe meines .Naradovoletz" verhastet wurde, war Herr Krivosch nach 1. Seite einer Nummer des„Journals des Zaren". Jjy vU-isD tMA(uiriscij C/ L~L- ch e Konsulat nicht die verdammte Pflicht habe, sich dieser von den Sklaven- Händlern des schwedischen Unternehmertums hierher verfrachteten deutschen Volksgenossen anzunehmen. Die 112 sind von der„Svitiod" auf Schleppdampfern von der Secseite aus nach dem Logierschiff„Astrid" gebracht worden, das ziemlich weit außerhalb der Stadt und fern vom Ufer liegt. Es hieß, daß sie heute in Stadsgarden, den Hafenanlagen bei Söder- malm, mit der Arbeit beginnen sollte». Aber es scheint, daß man sich heute noch nicht getraute, sie zur Arbeit zu bringen, oder daß sie selbst vielleicht nicht arbeiten wollten. Wenigstens war bis jetzt nichts weiter von ihnen zu sehen. Wahrscheinlich hat man sie den ganzen Tag über auf der Streikbrechergaleere gefangen gehalten. Inzwischen ist die Regierung wieder einmal besonders bemüht, im ganzen Lande die„Freiheit zur Arbeit" zu schützen. Der Zivilminister fordert per Telegraph das hiesige Oberstatthalter- amt sowie die LänSregierungen auf, Maßregeln zu wirksamem Schutz der Arbeitswilligen zu treffen, da seiner Meinung nach Grund vor- handen ist, anzunehmen, daß die Arbeit nun auf verschiedenen Plätzen in größerem Umfange wieder ausgenommen werde. Da sollen Behörden und Arbeitgeber schön zusammenarbeiten und sich über außerordentliche, etwa notwendig erscheinende Maßnahmen ver- ständigen. Merkwürdig, daß dieselbe Regierung nichts getan hat und nichts tut, um die Freiheit zur Arbeit gegenüber den u n- geheuren Massenaussperrungsbeschlüssen der Unternehmer zu schützen I Wenn ein paar hunderttausend ehrlicher und fleißiger schwedischer Arbeiter von den Unternehmern der Arbeitsfreiheit beraubt werden, so kümmert daS die Regierung nicht im geringsten. Darin, daß die Arbeit demnächst in größerem Umfange auf ver- schiedenen Plätzen wieder aufgenommen werden sollte, täuscht sich der Minister, es sei denn, daß zuvor eine gründliche Einigung zwischen den kämpfenden Parteien zustande käme. Allen glaub- würdigen Mitteilungen nach ist die Stellung der Arbeiterschaft im ganzen Lande u n e r s ch ü t t e r t. Vom Schwedischen Arbeiterverein hat offenbar nur ein geringer Teil der Mitglieder dem nach eigenem Eingeständnis des Vorsitzenden übereilten Vorstandsbeschlnß zur Arbeitsaufnahme Folge geleistet; im übrigen aber hat der Beschluß Entrüstung und Zersplitterung in den Reihen dieser ursprünglich gelben Organisation hervorgerufen. » „Sparet" konstatiert in seiner Ausgabe vom Dienstag, daß die Solidarität der schwedischen Arbeiterklasse fortdauernd über die angeworbenen Prcßsöldner des Kapitalismus triuni phiert, die sich als schlechte Unglückspropheten erwiesen haben. Zunächst hatten sie vorausgesagt, daß der e r st e Streikmontag einen großen Abfall aus dem Lager der Streikenden bringen würde. Als das genaue Gegenteil eintrat, wurde die Frist auf den zweiten Montag des AuSstandes verlängert. Auch da traten ihre Voraussetzungen nicht ein; aber ganz bestimmt, so erklärten sie, wird am dritten Streikinontag der Streik mit einem Fiasko enden. An diesem Tage sollte der Zusammenhalt gebrochen, die Not groß sein und die Unter Weisung unter den Willen der Unternehmer vollständig werden In Wirklichkeit kann heute die kämpfende Arbeiterklasse Schwedens konstatieren, daß diese letzten Prophezeiungen genau sogrundlos waren wie die vorhergehenden. Mit größtem Heldenmut hat diese friedliche Armee der Arbeit ihren Kampf auch in die vierte Woche hinein geführt, ohne daß eine allgemeine Abbröckelung von Bedeutung selbst in den kleinsten Orten festzustellen wäre. Sogar der organisierte Verrat, den die Leitung des gelben schwedischen Arbeiter Verbandes zu der siir die Arbeitgeber günstigsten Zeit inszenieren wollte, ist j a m m e r v o l l mißlungen durch die demon strative Ignorierung des Vorstandsbeschlusses dnrch die Mit glieder in niehreren bedeutsamen Orten. Gestützt auf diese Tatsachen kann die schwedische Arbeiterklasse mit stolzer Genug- tuung konstatieren, daß ihre Kampfesphalanz immer noch un- gebrochen ist. Es wurde also nichts mit dem Fischfang der Unter- nehmer in jener Nacht. Die Berliner Schcrl-Presse, die heute bereits von den„Folgen des Generalstreiks" fabuliert, wird jetzt ihre Leser wieder auf den nächsten Montag vertrösten müssen. Desgleichen die„ V o s s i s ch e Zeitung", die mitteilen mußte, daß die Kassen des Typographenverbandes der gerichtlichen Beschlagnahme entzogen wurden, während sie vorher über die Folgen der Klage der Zeitungsverleger für die Verbandskassen frohlockte I Der schwedische Riesenansstand Paßt ganz und gar nicht in das Schema, nach dem die bürgerliche Presse General- ausstände zu behandeln sich gewöhnt hat. Es handelt sich eben um einen gewerkschaftlichen Kampf, der ganz andere Bedingungen aber auch Voraussetzungen hat, als die bisherigen generellen Arbeitseinstellungen aus politischen Motiven. Folgende Privatdepesche über die Lage vom Mittwoch geht uns zu: Stockholm, den 25. August. Die von den Unternehmern erhoffte Wiederaufnahme der Arbeit ist, wie jetzt feststeht, nur ge- ringfiigig. Zudem ist jetzt die Gewerkschaftsleitung dnrch die Hilfe der ausländischen Arbeiterschaft in der Lage, mehr Unter st ützung zu gewähren, sodaß die angebliche Anshungerung der Ans- ständigen jedenfalls noch eine Weile ans sich warten läßt. Auch die Sammlungen hier im Laude, sowie die von den nicht am Ausstände teilnehmenden Eisenbahnern, Post- und Trlcgraphenbeamtrn usw. abzuführenden regelmäßigen Beiträge ergebe» zufriedenstellende Silmmen. An diesen Sammlungen bc- tcilige» sich fortdauernd auch die Mannschaften der Armee und der Marine. Die Aktion des Bürgertums für ein vermittelndes Eingreifen der Rcgierniig wird von Tag zu Tag nachhaltiger. Es tritt indes immer mehr zu Tage, daß die R e g i c r u n g die organisierten Unternehmer, die diesen Kampf verschuldet haben, deckt. Der Zivilministcr hat an die ParlanientSkommisfion zur Ausarbeitung eineö Entwurfs zur Rechtstellung der Tarifverträge die Aufforderung gerichtet, de» Entwurf bis zum 1. November mit oder ohne Motivierung fertigzustellen. Die Kommission hat diese Zumutung mit größter Entschiedenheit zurückgewiesen. Sie weigert sich nntcr Hervorhebung der Schwierigkeit der Materie, ein über- eiltes Psnschwerk zn liefern. Darin waren sich die beiden Führer der jetzt tämpfcndcn Parteien, unser Genosse L i n d q u i st und der Führer der Unternehmer v. S ü ö o w, die beide der Kommission angehören, einig. Jni Gegensatz zn dem für die Unternehmer Partei- nehmenden Verhalten der Regierung und der Stockholmer Polizei berührt die an den Tag gelegte Objektivität der meisten Proviuzbchörden wohltuend. So hat auch der Landeshauptmann H o l m q v i st in einem Darlekarlier Regierungsbezirk die Ausführung von Bauarbeiten durch Arbeitswillige in seiner Residenz untersagt. Von den Unternehmerlakaien scharf angegriffen, hat er einem Redakteur der Scharfmacherpresse geschrieben« daß er dessen Ratschläge bei der Anfrechterhaltung der Ordnung in seinem Regiernngsbezirk nicht bedarf. In einer amtlichen Darstellung an den Minister des Innern stellt er die lügenhaften Denunziationen des bürgerlichen Blattes „Allehanda" scharf an den Pranger. Es gibt in Schweden glücklicherweise noch Behörden und hohe Beamte, die unter der Regierung des organisierten Unternehmertiims ihre Unabhängigkeit zu wahren wissen. politifcbe ücberlicbt. Berlin, den 25. August 1909. Zentrum und Jesuiten. Die Parteinahme verschiedener Jesuitenpaters für die Boonekamprichtung in der Zcntrur.lspartei gibt einem katho- lischen Geistlichen Anlaß, in der„Rhein.-Westf. Ztg." ans- einanderzusetzen, warum die Jesuiten mit der Haltung der Zentrumsfraktion des Reichstages unzufrieden sind. Der Ver- fasser, den die„Rhein.-Westf. Ztg." als einen durchaus zu- verlässigen Mann bezeichnet, schreibt: Es war in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre bei Ec- legenhcit der Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuches, als'der Abg. Lieber, der damalige Führer des Zentrums, seine In.- struktionen bezüglich der Ehegesetzgebung bei den Bischöfen und bei den Jesuiten, insbesondere dem Moralisten Lehmkuhl holte. Es wurden gegen eine Anzahl Paragraphen, insbesondere die bürgerliche Ehe und Ehescheidung betreffend, schwere Bedenken erhoben und den Zcntrumsabgeordnetcn bedeutet� sie dürften den bc- treffenden Paragraphen aus GewisscinS- bedenken nicht zustimmen. Lange verhandelte das Zentrum mit den Bischöfen und den Jesuiten, bis endlich Lehm- kühl seine Zustimmung erteilte, als ihm und dem Jesuitenorden insgesamt bedeutet wurde, die Regierung ihrerseits wolle dafür Entgegenkommen zeigen bei der nächsten Einbringung des so- genannten Jcsuitengesetzes. Nur dürfe das nicht sofort ge- schehen, damit der Boden etwas vorbereitet werden könne. Dieser religiöse' Kuhhandel ließ plötzlich alle Gewissens- bedenken schwinden, jetzt hieß es ein kleineres Uebcl in Kauf nehmen, um großen Vorteil einzuheimsen. Der Jesuiten- provinzial Haan reiste in den folgenden Jahren mehrmals nach Berlin, um Rücksprache mit Lieber zu nehmen und zu hörcn, wie es mit der„Kuh" stände. Es war schon mehrmals im Reichs- tag, zuletzt am 1. Januar 1893, der Beschluß zugunsten der Aus- Hebung des Jesuitengesetzes gefaßt worden, allein der Bundesrat schwieg sich aus. Lieber, mit dessen Regiment der stets fleißiger werdende Besuch der Wilhelmstraße von feiten des Zentrums begann, erklärte schließlich im Vertrauen dem Provinzial der Jesuiten: „Hochwürden, ich habe hier im Pulte einen solchen Stoß(ent- sprechender Gestus) von Briefen zu liegen, die hohe katholische Würdenträger, Bischöfe u. a. und Herren vom hohen Adel und sonst hervorragende Katholiken an mich geschrieben haben, die Aufhebung des Jesuitengesetzes nicht so zu befürworten. Und von dieser Stimmung verschiedener hervorragender Katholiken ist man in Regierungskreisen ebensogut unterrichtet wie ich."— „Aber wie steht es denn mit dem Versprechen?" „DaS Zentrum wird den Antrag wieder vorbringen, aber Erfolg kann ich Ihnen nicht versprechen, höchstens werden wir den Fall des Z 2 erreichen." Sehr gedämpft verließ der Provinzial der Jesuiten Berlin, um später zu äußern, daß die„Herren in Berlin", gemeint war das Zentrum, schon zuviel„Hofluft" genössen und die alte Eni- schiedenheit verloren hätten. Damit tauchten auch die moralischen Bedenken gegen die Eheparagraphen wieder auf— leider zu spät Das Gesetz war in dritter Lesung angenommen.' Besser ols durch diese amüsante Geschichte kann der kon- fissionelle EVrakter des Zentrums kaum bewiesen werden. Der Leiter des Zentrums holt sich bei den Bischöfen und Jesu- iten darüber Instruktionen ein, wie sich das Zentrum gegen das Bürgerliche Gesetzbuch zu verhalten hat, und je nachdeni. wie diese Instruktionen ausfallen, richtet die Zentrums- fraktion ihre Taktik ein._ Die Schönheiten des sächsischen Pluralwahlrechts. Die preußische Regierung soll beabsichtigen, sich bei ihren Vor- schlagen für die Aenderung des preußischen Dreiklassenwahlrechtö neben einigen anderen kuriosen Wahlsystemen besonders das neue sächsische Pluralwahlrecht zum Muster zu nehmen. Um so not- wendiger ist eS, die Schönheiten dieses sächsischen Wahlgesetzes klarzulegen. Seine Widersinnigkeit wird drastisch durch die Zahlen illustriert, die das Leipziger Wahlamt für die sieben Leipziger- Wahlkreise ermittelt hat. Lassen wix die amtliche Tabelle zunächst folgen: eine zwei drei vter Stimme Stimmen 1. Zahl der Wähler BahlkreiS Innere Stadt, Ostvorstadt. innere Südvorstadt 8 424 2. Nordvorstadt, Leipzig-Gohlis. Leipzig-Eutritzsch 3. Leipzig-Reudnitz. Leipzig-Neustadt, L.-Nenschönefeld. L.-Volkmarsdorf 4. L.-Ang.» Crottend. L.-Sellerhausen. L.-Neusellerhausen, Leipzig-Thonberg Leipz.-Neureudnitz ö. Aeuß.Südöorstadt, Leipzig-Connewitz, Leipzig-Lößnig 6. Wcstvorstadt, L.-Plagwitz und Leipzig-Schleußig 10 024 7. L.- Lindenau und L.-Kleinzschocher 9 580 2 740 2 322 0 830 3 533 2 282 Stimmen Stimmen 937 2 419 1140 2 931 13 514 5 370 3 030 1 000 2 848 0 604 3 175 1 946 657 827 11 003 4 104 2811 1 336 8 357 3 151 2 450 1 207 3 807 6 145 2 504 788 1148 17 837 leipziger Insgesamt: 70 240 27 224 17 953 7 726 An dieser Tabelle fällt zunächst, so schreibt die Volkszeitung", die außerordentliche Ungleichheit der Wahlkreise aus. Die Zahl der Wähler schwankt zwischen 6604 im vierten und 13 514 im dritten Wahlkreise. Der Unterschied beträgt über 200 Prozent. Der Verdacht ist nicht von der Hand zu weisen, daß diese Wahlkreisgeometrie Berechnung ist. Das Verhältnis in den beiden Wahlkreisen würde ein ganz anderes geworden sein, wenn, was auch geographischer richtiger gewesen wäre, Reudnitz zum vierten und die beiden Sellerhausen zum dritten Wahlkreis geschlagen worden wären. Dann würde auch keine so große Difsc- renz in der Zahl der Mehrstimmenwähler zu verzeichnen sein. Im dritten Wahlkreise wurden 2843 Vierstimmenwähler gezählt, im vierten Kreise nur 827, also über 2000 weniger. Ebenso ist das Verhältnis bei den AkeistMmige.n4 1660 im dritten und 057 im bicrlert Wahlkreise« also dbensallS'eine Differenz von rund 1000 Wählern Doch sehen wir von der Wahlkreisgeometrie ab und betrachten wir die Zahlenverhältnisse in den einzelnen und zwischen den verschiedenen Wahlkreisen. In allen sieben Wahlkreisen gibt es 70 240 Wähler, von denen 27 224 oder rund 30 Proz. eine Stimme, während 43 016 oder 70 Proz. der Stimmberechtigten 123 532 Stimmen haben. Rechnet man aber die Ein- und Zlveistimmigen zusammen, dann haben 45 177 Stimmberechtigte 63 130 Stimmen, 25 063 Stimmberechtigte 92 526 Stimmen, oder rund 65 Proz. der Stimmberechtigten mustern 40 Proz., 35 Proz. der Stimmberechtigten mustern 60 Proz. der Stimmen- zahl überhaupt. Das ist eine schreiende Ungerechtigkeit! Wer stürzte Bülow? Zwischen Konservativen und Liberalen hat sich ein ebenso hitziger wie ergötzlicher Streit darüber entsponnen, wer denn eigentlich den Fürsten Bülow gestürzt habe. Die braven Junker begnügen sich damit, Bülow gestürzt zu haben; den Ruhm, diese Tat vollbracht zu haben, lehnen sie mit ironischer Bescheidenheit ab. Daß die Junker dem Fürsten Bülow das Genick ge brachen haben, hat ja kein Geringerer als Fürst Bernhard Bülow selb st bezeugt. Sie haben die Nachlaßsteuer abgelehnt. trotzdem ihnen der verflossene Neichskanzlcr klipp und klar erklärt hatte, daß er nach Ablehnung der Nachlaßsteuer seine Entlastung nehmen müsse. Die Konser- vativen haben also Bülow kaltblütig und bewußt geopfert. Die Ausrede der„Kreuz-Ztg.", daß eigentlich die Liberalen die Stürzer Bülows seien, weil sie die Durchkreuzung der Negicrungsabsichten als unausweichlichen DemissionSgrund für den Reichskanzler bezeichnet hätten, ist mehr als faul. Uebrigens hat die„Saale-Zeitung" an.die„Kreuz- Zeitung" folgende Frage gestellt: .Wir wollen der„Kreuz-Zcitiing' etwa? die Beweisführung erleichtern und sie fragen, ob sie nicht weist, dast ein der hohen Aristokratie angehöriger konservativer Reichstags- abgeordneter, der sehr gute Verbindungen und verwandt- schaftliche Beziehungen am Hofe hat, einem früheren national- liberalen Parlamentarier im ssoyer des Reichstage» beim Pro- inenieren(nach einer nichts weniger als schmeichelhaften Charak- teristik deS Staatsmannes Bülow) erklärte, dast F ü r st Bülow eine Gefahr bedeute und unter allen Umständen gestürzt werden niüfffell— Das war nach den Novembervorgängen." Die„Kreuz-Zeitung" sucht sich der Beantwortung der Frage durch die scherzhafte Antwort zu entziehen, daß sie zu diesem Gespräch nicht zugezogen worden sei. Nur das wisse sie. daß ein Konservativer niemals sagen»verde, ein Minister des Königs müsse gestürzt werden. Eine geradezu groteske Heuchelei nach der Ministcrmeuchelnng, die unsere „Kreuz-ZeitungS".Ritter bereits in der Versammlung des Bundes der Landwirte angedroht hatten k Ein amüsanter Reinfall. Der„Köln. Polksztg." ist ein recht interessanter Neinfall passiert, der für die jetzige Leitung des Blattes recht charakteristisch ist. Wie wir in Nr. 192 des„Vorwärts" mitteilten, hat Professor Otto Harnack von der Technischen Hochschule zu Darmstadt in der Halbmonatsschrift„M ä r z" einen Artikel veröffentlicht, in dem er sich mit der Frage beschäftigte, weshalb die Regierung nicht, als die Konservativen die Nachlaßsteuer ablehnten, den Reichstag auf- gelöst hat. Der„Köln. Volkszig." ist dieser Artikel ebenfalls zu Gesicht gekommen.' Da aber durch den Streit um die katholische Welt- anschauung und dem konfessionellen Charakter des Zentrums zur- zeit ihre Gedankenwelt sich in größter Unordnung befindet, verwechselte sie den Geschichts- und Literaturprofessor Otto Harnack mit dem Theologen Adolf Harnack und benutzte den Artikel im „März", um an ihm den Verfall der protestantischen Theologie und der Bibclforschung nachzuweisen. So schreibt zum Beispiel das klerikale Kölner„Wcltblatt": „Die lioeral-protcstantischen Theologen richten heute mit verdoppelter Kampflust ihre Waffen gegen den„n e u e n B l o ck". An der Spitze marschiert Professor Harnack, der im„März" kräftig dagegen vom Leder zieht. Aber Harnack spielt heute nicht mehr die maßgebende Rolle wie vor einem Jahrzehnt, teilweise sogar noch vor einem Lustrum. Die protestantische Theologie hat das mit der Philosophie gemeinsam, daß sie mit den„Göttern", die sie anbetet, rasch wechselt. Professor Harnack ist heute schon „überholt" und hat neuen Tagcsgrößen Platz gemacht; die Er- gebnisse seiner Forschungen werden immer mehr bestritten. Viel- leicht sucht er sich jetzt auf anderen Feldern, auch in der Politik, neue Lorbeeren zu erwerben, aber aus diesem Gebiete kann man auch nicht„Meister" werden, ohne Lehrjahre durchgemacht zu haben." Wir zollen der„Köln. Volkszig." wegen dieses schönen Rein- falls unser aufrichtiges Beileid! Jnnker nnd Arbeiter im Zentrum. Im„Bayer. Vaterland" setzt der katholische Pfarrer und Schriftsteller Münsterer, aus dessen Urteil über die Steuerpolitik des Zentrunis wir schon vor kurzem einige saftige Stilproben mitteilten, seine Angriffe auf die Taktik des Zentrums bei den Reichstags- beratungen über die Reichsfinanzreform fort, indem er es als das „Kreuz" des Zentrums bezeichnet, daß auf dessen Politik die „degenerierten" schivarzen Junker einen anSschlaggebendm Einflliß erlangt haben. „Dieses Kreuz", so schreibt er in seiner urlvüchsigen Weise, „besteht nun darin, daß gerade im ReichstagSzcntrnm die „schlvarzen Junker" noch immer die führende Rolle spielen, gegen welche der„demokratische" lsprich volkstümliche) Flügel nicht aufkommen kann.„Die Gesellschaft da oben" in Berlin wollte um jeden Preis wieder bei Hof lieb Kind iverdcn und deshalb war ihr der süddeutsche„demokratische" Flügel schon lange ein Dorn im Auge. Unter diesen„schwarzen Junkern", die gerade so rück- ständig sind wie die„blauen" im konservativen Lager, tuten Exemplare auf der Reichstagszentrums OTrompete, welche um das LinsenmuS eines kaiserlichen Händedrucks skrupellos die Volkstümlich- keit der Partei verkaufen. Ja es ist sogar eine Tatsache, daß diese„schwarzen" Feudalprotzen gewissen süd- deutschen„Demokraten" in der eigenen Partei den Gruß verweigern. Höher geht es freilich nimmer. Das sei einmal offen gesagt; denn Geschwüre muß man öffnen, damit sie sich enteitern können. Diese„schlvarzen" Junker niit ihrem ParadekatholiziSmns auf den Ehren- tribünen unserer Katholikentage haben in ihrer feudalen Rückständigkeit vom Monarchismus noch einen Begriff wie etiva Hofmarschall Kalb in„Kabale und Liebe' von S e r e n i s s i- mu S. Ich bin durchaus kein Gegner deS Adels, c»ber den Adel, welcher sich als Junkertum aufspielt, sei es nun, daß das feudale Junkertum im Blut liegt oder mit dem gespickten Feuerfesten zusammenhängt, den Adel kann ich von der Welt nicht leiden. Den Einfluß eines solchen degenerierten Adels im ReichstagSzentnnn auszu schalten, das muß Ehrensache einer christlichen Volkspartei sein, das fordert ihr Selbsterhaltungstrieb. Damit, daß die ZentrumSprefie boinbastisch erklärt:„Das Zentrum umsaßt den einfachen Arbeiter gerade so wie den vornehmen Adeligen", ist dem werktätigen Volk gar nichts gedient, zumal als sehr viele„einfache" Arbeiter sehr viele adelige Lumpen an moralischem Wert turmhoch überrage»:." Wilhelms II. Arbeitslust. Dieser Tage ging durch die Presse eine offiziöse Notiz über den Grad der Inanspruchnahme Wilhelms II. vom 19. August bis zum 20. und 21. September. Diese Notiz ist nicht ganz richtig. Der 19. September war als unbesetzt gemeldet. Diesem Mgngcl ist inzwischen abgeholfen worden. Wilhelm II. wird am 19. Sep- tember dem Herzog von Sachsen-Altenburg in Altenburg einen Besuch abstatten._ Als Sturmbock gegen die Sozialde»»okratie soll sich nach den Wünschen des Abgeordneten Dr. Arendt der „Hansa-Bund" bewähren. Der durch seine Vielschreiberei und Viel- rednerei hinlänglich bekannte freikonservative Abgeordncto vcr« öffentlicht in der„Tägliäjen Rundschau" einen langen Artikel, in dem er dieses Thema nach allen Seiten hin erörtert. Er hat be- rechnet, daß 250 Mandate sicherer Besitz der einzelnen Parteien sind so daß nur etwa 150 Mandate für den Wettbewerb der Parteien untereinander in Frage kommen. In diese Wahlkämpfe soll der „Hansa-Bund" eingreifen, er darf aber seine Front nicht gegen die Agrarier, sondern nur gegen die Sozialdemokratie richten. Zentrum und Sozialdemokratie verträten die industriellen Groß städte, und gerade in diesen müßte der„Hansa-Bund" dafür sorgen. daß Vertreter der von ihm wahrzunehmenden Interessen gewählt werden. Herr Arendt einpfiehlt dem„Hansa-Bund", er möge in treue Waffenbrüderschaft mit dem Reichsverbande gegen die Sozial. demokratie treten, damit würde sich auch die Brücke zur Landwirl schaft finden. Daß Herr Arendt in dem„Hansa-Bund" eine Filiale des Reichsverbandes erblickt, scheint uns recht bezeichnend für die Wert- schätzung, die der„Hansa-Bund" in den Kreisen der freikonser vativen Industriellen findet. Die Gärung im Zentrumsluger. Man schreibt uns aus Baden: Der Stadtpfarrer von Donaueschingen. Herr Dr. Heinrich Feurstein, hat sich vor bald fünf Jahren einen Namen er» »oorben als Bolkslvirtschaster aus der Schule des Professors Dr. v. Schulze-Gävernitz. Angeregt durch die Monographien deS badischen Fabrikinspektors Wörishoffer und dessen Kollegen Dr. FuchS, verfaßte der katholische Kaplan Dr. Feurstein in Achern die interessante Abhandlung„Lohn und Haushalt der Uhrenfabrik- arbeiter des badischen Schwarzwaldes." Diese sozial. ökonomische Untersuchung wurde im Jahre 1904 abgeschlossen und erschien im Verlage der G. Brannschen Hofbuchdruckerei in Karls. ruhe 1905. Sie ist besonders tvertvoll durch die zahlreichen und systematisch anfgestellten HauShaltungsbndgets der Ar- b e i t e r und durch die Energie, mit der darin die Interessen dcS arbeitenden Standes gegen die Unternchnter vertreten werde»». In den Kreisen der ZeutrumSkapitalisten»vurde damals dem Herrn Dr. Feurstein die Herausgabe seiner Schrift sehr verdacht; doch scheint ihn diese Mißbilligung nicht kuriert zu haben, denn er hat jüngst vor den christlichen Arbeiicrn DonaueschingenS eine Rede über die Rcichsfinanzreform gehalten, in der er nach dein Bericht der Presse ausführte: „Die Volkslvirlschaftliche Tragiveite der ganzen Besteuerungs- aktion liegt weniger in dem absoluten Steuerdruck auf die unteren Voltsteile, als vielmehr in der durch die Schonung der oberen Klassen— und diese ist mit jeder indirekten Be- stelierung des MasseiikonsmnS gegeben— bedingten Lasten- Verschiebung nach unle», die doppelt ungerecht wirlt in dem Zeitpunkt, lvo eine enornie Verteuerung aller Lebensmittel eingesetzt hat. In derselben Richtung wirkt die Wiederherstellung der Zuckerstener und die Beibehaltung der SchnapSliebeSgabe, solveit sie den ostclbischen Brennen» zugute kommt, und der Getreide- e i n f u h r s ch e i n e. die nach Abschaffung deS JdentitätSnachlvciseS ihren Zweck verloren haben, ja geradezu als verdeckter Export- p r ä m i e auf Getreide wirken. Ich suche die Gründe für die schlechte Lösung der Fisianzreforn» frage in» agrarischen Egoismus, für den auch der rechte zurzeit maßgebende Flügel des Zentr»lmS Ber« ständnis gezeigt hat, in dem Bestreben, die Finanzreform zu ge- »vissen innerpolitischen Wirkungen anSziinutzen und in einer arroganten Unlvissenheit in Steuerfragen, die über Vorstellungen des ersten Vertreters der Steuertheorie, Adolf Wagner in Berlin, einfach zur Tagesordnung überging. Die Behauptung, daß der Bundeöcharakter des Reichs durch die Einführung direkter Reichsstenern erschüttert würde, ist eine Fiktion. Kein anderer als Bismarck, der geistige Bater des nenen Reiches, hat im Artikel 70 der Neichsversassnug den provisorischen Charakter der indirekten Reichsbesteuerung anerkannt. Das NcichstagSzentnnn wird sich auf sei» volkstümliches Programm besinnen niüssen, oder es wird die moralische Verantwortung dafür übernehmen, daß sich die breite Basis des Volkskörpers nach links verschiebt nnd den bürgerlichen Parteien alle»: Schatiiemngcn die Gefolgschaft ge- .kündigt Ivird."_ Leutnant und Einjähriger. Eine eigenartige Verhandlung beschäftigte kürzlich das Kriegs- geeicht der 2 0. Division. Unter der Anklage der Belcidi- gung und der Herausforderung zum Zweikampfe mit tödlichen Waffen stand der Leutnant Hans Bajohr von der 6. Kompagnie des Infanterieregiments von Voigts-Rhctz(3. Hann.) Nr. 79(Gar- nison Hildesheim). Ueber der ganzen Affäre lag eine schwere Wolke von Alkohol, auch der Hintergrund mit dem Cwiglveiblichen usw. fehlte nicht. Leutnant B. amüsierte sich am 4. Juli d. I. mit mehreren Kameraden usw. auf dem Hildesheimer Schützenfest in dem Brinkopschcn Junggescllenzelt, natürlich in Zivil. Beim Tan- zcn verließ er wiederholt die Reihe, was ihn in einen Konflikt mit dem ans Hannover in Uniform herübergekommenen Einjährig- Freiwilligen-Gefreiten Schäfer von der 4. Batterie des Feld- Artillerieregiments von Scharnhorst brachte, gegen den er schließ» lich die Worte„Sie dummes Luder" gebraucht haben soll. Hierauf verlangte der sich schwer beleidigt fühlende Einjährige von den» Leutnant, den er gar nicht kannte, die Zurücknahme der Acuße- rnng. Leutnant B. lveigerte sich und nannte dann auf Befragen seinen Namen nnd Rang. Für letztere Behauptung forderte der Einjährige eine Legitimation, und als dies nicht erfolgte, lvarf er dem Leutnant wiederholt einen„Lump" an den Kopf, worauf der Feldwebel Bartels von der 19. Kompagnie des 79. Infanterieregiments auf dem Plane erschien nnd die Personalien des Ein- jährigen feststellte. Einige Tage später wurde letzterer mit einer Pistolenforderung beehrt, die ihm Leutnant B. durch den inzwischen hierfür zu 1 Tag Festungshaft verurteilten Oberleutnant Meyer vom 79. Regiment überbringen ließ. Für die Dauer der ganzen Verhandlung, die einen vollen Tag und einen großen Zeugen- apparat erforderte, n>ar die Ocffcntlichkeit ausgeschlossen, die Vcr- teidigung führte Rechtsanwalt Leutnant d. R. Grumme» Hildesheim. Das Urteil wurde in vorgerückter Abendstunde verkündet. Tsngch traf LsutuWt B, M dig HerauSßorderitng SM Zwsi, kämpfe mit tödlichen Waffen eine Strafe von 4 Tagen FeftungS« Haft! Von der Anklage der Beleidigung wurde er dagegen„man- gcls Beweisen" freigesprochen, da nach Ansicht des Gerichts nicht ausreichend festgestellt erschien, daß Leutnant B- die Worte „Sie dummes Luder" wirklich in bezug auf den Einjährigen Schäfer gebrauchte.— Gegen den Einjährigen Schäfer schwebt wegen der vorgeschildcrten Affäre ein standgerichtliches Verfahren, das höchst wahrscheinlich einen weniger glimpflichen Verlauf nehmen wird,_ Schweiz, Einführung der bedingten Verurteilung. Zürich, 19. August.(Eig. Ber.) Der Züricher Kanton ö- rat hat in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen, in die Beratung der Gesetzesvorlage über die bedingte Vor- u r t e i l u n g einzutreten. Die Vorlage geht nicht so weit,»vie ähnliche europäische Gesetze. Sie verlangt von dem nur bedingten Verurteilten nicht bloß die Vermeidung einer neuen Bestrafung in der Probezeit, sondern auch positive Besserung. Das Gericht kann. dem Verurteilten für sein Verhalten»vährend der Probezeit be- stimmte Weisungen erteilen, z. B. einen Beruf zu erlernen, sich von geistigen Getränken zu enthalten, den Schaden in kurzer Frist zu ersetzen. Der Strafaufschub soll sich auf Geldstrafen erstrecken, weil für den Armen die Erlegung einer scheinbar kleinen Geld- strafe zum Quell neuer Verstöße gegen das Gesetz werden kann. Und auch für den Reichen,»neinte der Referent, Professor Dr. Zürcher, wird eine bedingt erlassene Geldstrafe gewiß auch eine Warnung sein. Dagegen redete nur der alte Reaktionär Advokat Dr. Ryf, dem aber unsere Genossen Pfarrer Pflueger, Oberrichter Berg und Redakteur Sigg wirksam entgegentraten. Berg führte sehr richtig aus. daß das Beste in der Bekämpfung der Kriminalität die Abgrabung der sozialen Wurzeln des UebelS ist und würde in dieser Richtung mehr geschehen, brächten wir dem Ideal der Gerechtigkeit weniger furchtbare Opfer. Wir werden bei zunehmen- dem Verständnis für die sozialen Ursachen der Verbrechen immer inehr dazu gelangen, dem Ankläger und dem Richter mehr Frei- heit zu geben und ganz bewußt daS Legalitätsprinzip durch daS Opportunitätsprinzip zu ersetzen. fi'snkreich. Eine politische Amnestie. Paris, 24. August.(Eig. Der.)' DaS Ministerium Briand, das die Regierung unter einer sehr mäßigen Begeisterung der zur Seite gedrängten Radikalen übernommen hat, muß unter den Deputierten der Linken Stim- mung für sich zu machen suchen. Eines der geeignetsten Mittel dazu ist der Strafnachlatz für politische Häftlinge. Die radikalen Deputierten, die während der ganzen Gesetzgebungsperiode von ihren Versprechungen so gut wie nichts eingelöst haben, können sich den demokratischen Wählern nicht zur Wiederlvahl präsentieren, »oenn die Regierung, der sie sich zur Verfügung gestellt haben, nicht wenigstens den Schein demokratischer Entschiedenheit dar- bietet. Diesem Interesse und nicht etwa prinzipiellen Erwägungen und den„Ueberzeugungen" Briands sind die neuesten„Eni. spannungs'-Maßregeln des Ministeriums zu danken. Vorerst ist die Gesetzesbestimmung über die bedingte Verurteilung auf drei verurteilte AntiPatrioten. Mitarbeiter der„Guerre Sociale", und auf fünf wegen„Gewalttätigkeit" anläßlich des Streiks von Meru Verurteilte angewendet worden. Manche von ihnen hatten freilich schon den größten Teil ihrer Strafe, bis zu einem Jahr, abgebüßt. Nun hat sich an diese Maßregel auch eine eigentliche Begnadigung geknüpft, die Revolutionären und royalistischen Radauinachern, darunter auch dem berüchtigten Häuptling der „Gelben", B i e t r h, zugute kommt. Vor allem aber dankt ihr der Bauarbeiter M a r ch a l die Freiheit, den ein ungeheuerliches Klassenurteil der Geschworenen zu fünf Jahren Gefängnis ver- urteilt hatte. Marchal war verantwortlicher Redakteur der „Guerre Sociale". Während er eine Waffenübung durchmachte, erschienen in dem Blatt einige Artikel, die von der Staatsanwalt. schaft für aufreizend befunden wurden. Marchal, der die Artikel natürlich nicht gelesen hatte, wurde gleichwohl für schuldig be- fundcn und zu der erwähnten Strafe verurteilt. lieber ein Jahr hat er absitzen müssen, bis ihm der Fall ElemenceauS daS Tor des Gefängnisses öffnete. Eine lebhafte Kampagne in der Arbeiter- schaft und in der sozialistischen Presse hat die öffentliche Meinung zu seinen Gunsten arifgerüttelt. Die meisten Blätter der Links- sowie der Rechtsparteien nahmen das The, na. daS für die Recht- stellung der ganzen Presse große Bedeutung hatte, auf und traten für die Begnadigung Marchals ein. Vielleicht gibt der Fall Marchal doch nock Anlaß zu der längst fälligen Reform des Preßrechtes.- Italien. Die Stadtverwaltnng von Eatania. Am 16. August traf eine RegierungSkommission in Eatania ein, um die Kassen- und Verwaltniigsgeschäfte der Stadt, die be- lamitlich von Sozialisten geführt werden, eliier n>,- vermuteten Revision zu unterziehen. Die Kommission mußte bestätigen, daß alles in bester Ordnung war. und die Leistungen der Verwaltung anerkennen. Sicher zu ihrer großen Freude. Und schade nur, daß von den meisten sizilischen Gemcinden, >ie in den Händen der Regierungstreuen liegen, ganz anderes gesagt»verdcn muß. Diese Revision ist, seitdem die Opposition gegen die Wahlmogeleien der Regierung und die Un- tätigkeit der Regierung in der Erdbebenzeit eingesetzt hat, bereits die fünfte. So soll jedenfalls, wie dem„Tempo" geschrieben wird, die Oeffentlichkeit auf irgend ein Vorgehen gegen die Stadt- verwallung vorbereitet werde». Ob die Regierung damit Glück haben wird?_ Die Organisationsversuche der Priesterschaft. Rom, den 2t. August.(Eig. Ber.) Wie wir seinerzeit be- richtet haben, haben in einem Teile Umbriens die Landgeistlichen einen Versuch gemacht, die Landarbeiterschaft zu organisieren und ihnen im Kampfe gegen den Kapitalismus beizustehen. Der Vatltan chickte einen Herrn an Ort und Stelle, der mit dem höchst anti- klerikalen Bürgermeister von P e r u g i a, sowie mit anderen Groß- gnindbesitzern Rücksprache hielt. Jetzt veröffentlichen nun die Geist- lichen in ihrer Zeitung, daß sie„gegenüber der Feindseligkeit der Grundbesitzer genötigt sind, die Organisation der Landarbeiter- schaft aufzugeben" II Die guten Leute scheinen allen Ernstes gc- dacht zu haben, daß ihnen die Grundbesitzer mit offenen Armen entgegenkommen würden, sobald sie bessere Löhne und Arbeitsver- Hältnisse für die Landarbeiter forderten. Statt dessen verstehen sich die antiklerikalen Grundbesitzer sehr gut mit den hohen Kirchen- behörden, und beide kamen schnell überein, daß das Organisations- werk nicht Aufgabe des Priesters sei. Die innige Solibaritat zwischen Kirche und Kapital ist wieder einmal der in ljarmlosen Idealismus befangenen Landgeistlichkeit demonstriert Wörde»». Ciirhei. Die Aufstände in Albanien und Aemen. Saloniki, 25. August. Von Serowitsch in der Nähe von Monastir ist ein Bataillon Militär nach Mitrolvitza beordert worden. Ferner werden hier Vorkehrungen getroffen, um weitere Ver- st ä r k u n g e n, auch Artillerie, nach Oberalbanicn zu senden. Bei Rogowo hat ein blutiger Z u s a m m e n st o ß zwischen t ü r- tische>, Truppen und A l b a n e s e n stattgefunden, wobei erstere angeblich e i n i g e Geschütze verloren haben sollen. Ko»st(iiltiiiopel, 24. August. Die von Said Jdris geleitete a u f st ä n d i s ch e Bewegung in V e m e n greift um sich. Nach zuverlässigen Meldungen hat die Pforte die Entsendung von vier Kriegsschiffen, zwei Transportschiffen und zwölf Bataillonen ngH dem Schaiiplatz deS AufstandeS beschlossen, GewcrkrcbaftUcbce. Berlin und Qmgegend. Der Streik der Jungbicrfahrcr dauert unverändert fort. Außer den Fahrern des Deutschen Brauhauses zu Rixdorf, Johann- Huß-Straße, sind Abtrünnige nicht zu verzeichnen. Die Solidarität der letzteren hat leider nur einen Tag gedauert. Sie sind wieder als Arbeitswillige tätig, indem sie von neuem das Bier für lg Pf. pro Liter verkaufen.— Die Kmischer von der Brauerei Gruhn haben sich dagegen am Mittwoch früh den Streikenden angeschlossen. Durch Kontrolle ist festgestellt, daß bereits 14 Brauereien, zum Teil Mitglieder des Vereins der Wseiß- und Braunbierbrauereien, das Bier für 12 Pf. verkaufen. Es ist ferner festgestellt, daß einzelne Brauereien im Hausverkauf das Liter Bier für 7% bis 8 Pf. verkaufe�. Somit dürfte der Beweis erneut erbracht sein, daß die Jungbierbrauereien im allgemeinen für 12 Pf. verkaufen lassen können.— Falls eine Einigung in nächster Zeit nicht er- zielt werden sollte, wird der Streik insofern eine Ausdehnung er- fahren, als auch die heute bei den bestreikten Firmen noch in Arbeit stehenden Fahrer, welche nur Gastwirtskundschaft bedienen, sich mit den Streikenden solidarisch erklären.— Den Zettelverteilern, die das von der Streikleitung herausgegebene Flug- blatt vor den Brauereien verteilen, werden von den Besitzern und der Polizei Schwierigkeiten gemacht. VeutlcKes Reich. Der Erfolg der Hamburger Aussperrung. Wie schon mitgeteilt, ist es im Hamburger Baugewerbe zu einer Einigung gekommen, so daß der seit über elf Wochen auf beiden Seiten mit zäher Energie geführte Kampf beendet ist. Bis zum letzten Augenblick standen noch über 8000 Bauarbeiter aller Berufe im Kainpfe, während Tausende abgereist und in anderen Orten in Arbeit getreten waren. Die Arbeitgeber hofften der- geblich, durch Znzug und Anwerbung von in- und ausländischen Arbeitskräften den Widerstand der vorzüglich organisierten und gut disziplinierten Arbeiter brechen zu können. Wohl ist es ihnen ge- lniigen, eine Anzahl ausländischer Streikbrecher anzuwerben, aber diese Arbeiter qualifizierten sich nicht für Hamburger Arbeit; mau verzichtete schließlich aus diesen Import. Gut gewirkt hat die von Lummert und Genoffen inszenierte Materialsperre, wobei alle Mittel des Unternehmerterrors zur An- Wendung kamen und wodurch die mit den Anssperrungsprakliken der Scharfmacher nicht einverstandenen Unternehmer zur Stillegung ihrer Bauten gezwungen wurden. Nun der Erfolg dieser Unternehmeraktion. Die Betonarbeiter traten im Mai in den Ausstand, weil sie sich den Tarifbruch— Kürzung des Lohnes um 6—10 Pf.— nicht gefallen lassen wollten. und forderten nun ihrerseits eine Lohnzulage von 6 Pf. Nun schrien die Unternehmer Zetermordio über diesen.Tarifbruch". Anfang Juni traten die Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter in eine partielle Lohnbewegung ein, indem sie einen Lohnausschlag von 6 Pf. forderten. Als Autwort darauf sperrten am 6. Juni die Unternehmer, soweit sie zur Scharfmacherkouleur zählten, den größten Teil der genannten Berufe auS; am 9. Juui erfolgte die Aus- spcrrung der Nebenberufe. Ueber die einzelnen Phasen des Niesen- kampfeS haben ivir ausführlich berichtet, so daß wir nur noch das Fazit desselben zu behandeln brauchen. Die zur Annahme gelangten EinigungS- Vorschläge sehen für sämtliche Bauarbeiter- brauchen, auch für die Nebenberufe, die keine Forderungen gestellt hatten, ab 1. April 1910 eine Lohnerhöhung von 3 Pf. und ab 1. Juli 1910 eine weitere Erhöhung von 2 Pf. vor. Es wird sofort eine paritätisch zusammengesetzte Kommission gebildet zwecks Ausarbeitung von Tarifverträgen. Haben die drei Hauptgruppen auch nicht die sofortige Lohn- erhöhung von 6 Pf. errungen, so ist der Kampf, der auf beiden Seiten große Summen verschlungen hat, nicht umsonst geführt worden; er h«t sämtlichen Bauarbeitergruppen eine im nächsten Jahre eintretende Lohnerhöhung von 5 P f. pro Stunde gebrachr. Die Hamburger Arbeiterschaft hat diesen Kampf ehrenvoll be- standen. Streikbrecher sind ihr aus eigenen Reihen fast gar nicht erwachsen, ein glänzender Beweis für vorzügliche Schulung. Die Unternehmer werden aus diesem Kampf die Lehre ziehen, daß man mit solchen Arbeitern nicht Schindluder spielen kann. Organisationszersplittcrer. In Ingolstadt fand am Sonntag eine Konferenz von Bctrieböarbeitern der bayerischen Eisenbahnen statt, die von 32 Delegierten besucht war und sich mit der Grün- dung eines neuen Verbandes für das Betriebspersonal des baye- rischen Verkehrsdienstes befaßte. Für das Verkehrspersonal existiert jedoch schon seit zehn Jahren eine moderne Organisation in dem Süddeutschen Eisenbahnerverband, der sich bisher auf das beste be- Ivährt hat. Die Neugründung ist daher ein Versuch zur Zeriplitte- rung der Organisation. Der Hauptmacher, der Eiscnbahnarbeiter Neubauer in Nürnberg, hatte sich um die neugeschaffene Verbands- sekretnrstclle in München beworben, war aber durchgefallen, worauf er Protestversammlungen einberief und eine derartige Arbeit emfaltete, daß er ausgeschlossen werden mußte. Nun betrieb er die Gründung einer Sonderorganisation, die jetzt erfolgte. Große Geschäfte werden die Herren nicht machen. Der neue Verband scheint sich auf gelber Grundlage ausbauen zu wollen, denn einer von den Gründern hat er- klärt, der Süddeutsche Eisenbahnerverband nutze nichts, die Mitglieder, die ihm angehören, würden von den Vorgesetzten schief angesehen. Die Lohnbewegung in der Nordhäuser Zigarrcnindnstrie ist zugunsten der Arbeiter und Arbeiterinnen beendet. Die Löhne wurden durchschnittlich um 50 Pf. pro Mille, bei einigen Sorten sogar um 75 Pf. pro Mille erhöht. In einem Betriebe erhielten die Sortierer eine Zulage von 10 Pf. pro Mille für alle Sorten, die in Papier eingeschlagen werden müssen; auch wurden die von den Wickelmacherinnen geleisteten Nebenarbeiten beseitigt. Die Arbeiter erklärten sich niit den gemachten Lohnzugeständnissen einverstanden und nahmen die Arbeit wieder auf. Die Heizungsmonteure und Helfer in Straßburg i. Elf. sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie haben am Montag Forderungen eingereicht und erwarten bis nächsten Montag die Antworten der Unternehmer. Sie verlangen im wesentlichen eine regelmäßige Arbeitszeit von täglich 9 Stunden; Ueberstunden sollen möglichst vermieden werden; sind sie notwendig, so wird ein Zuschlag von 25 Proz. verlangt, für Nacht- und Sonntagsarbeit 50 Proz. und für Arbeiten an hohen Feiertagen 100 Proz. Zu- schlag. Die Mindeststundenlöhne sollen für Monteure 60 Pf., für Helfer 40 Pf., und wenn diese ein Jahr im Betriebe sind, 45 Pf. betragen. Der Tarif regelt weiter die Vergütungen bei auswärtigen Arbeiten, die Lohnfrage bei Akkordarbeiten, bei denen der Tage- lohn garantiert sein muß. Weiter verlangt er besondere Maß- regeln zum Schutze der Arbeiter auf den Bauten usw.— Die Straßburger Heizungsmonteure und Helfer sind gut organisiert. Zuzug ist fernzuhalten I Husland. Bergarbeiter im Streik. Wien, 25. August. In den Kohlengruben von Siersza und Tenczyk sowie in dem Zinnwerk von Kra sind, wie die Blätter aus Biala melden, sämtliche neunzehnhundert Arbeiter in den Ausstand getreten. Es heißt, daß sich auch die Grubenarbeiter in Jaworzno, etwa 4500, dem Streik anschließen wollen._ Verantw. Redakteur: Emil kluger, Berlin. Inseratenteil verantw,.: Soziales. Arbeitsverhältnisse in der Papierfabrikation. Dadurch, daß die Fabrikation früher ausschließlich auf die Lumpenverarbeitung angewiesen war Und als Vorbedingung guten Gclingeirs klaren, reinen Wassers bedurfte, war das abgelegene Waldgebirge vornehmlich der Standort der alten Papiermühlen. Auch nach Einführung des Holzes und später des Holzzellstoffes (Zellulose) in die Papierfabrikation waren waldreiche Gegenden noch immer bevorzugtes Domizil der Fabriken. Die alte Papier- fabrikation zur Zeit der Papiermühlen hatte einen stark zünftle- rischen Charakter und stand allen Neuerungen meist feindlich gegen- über. Die hieraus bedingten Verhältnisse verhinderten eine- freie Bewegung der Arbeiter auch dann noch, als schon die technische Ent- Wickelung ihre ersten größeren Fortschritte hinter sich hatte. In einer Schilderung der Entwickclung der Papierindustrie sagt der Verfasser, Dr. Schäfer:„Die Isolierung der Industrie bringt es auch mit sich, daß noch heute innerhalb unseres verwickelten Wirt- schaftssystems die Papierfabrikation eine Reihe von Eigenheiten bewahrt hat, welche für ihre ganze Entwickclung typisch waren und ihren heutigen Stand wie so vielerlei Erscheinungsformen in ihrem Innern bedingen und rechtfertigen." Zu diesen typischen Eigen- heiten gehört auch der zum großen Teil noch das Gewerbe be- herrschende„patriarchalische Geist", das heißt die völlige Ver- sklavung der Arbeiter. Besonders in den vergrößerten Betrieben des alten Handwerks, begünstigt durch die Abgelegcnheit der Fa- briken, fühlt sich der Arbeiter nicht als Proletarier, sondern in seiner Indifferenz als„unabhängiger Mann"; er weiß ja, das geringste Aufbegehren setzt ihn auf die Landstraße, macht ihn er- werbslos. Dr. Schäfer meint allerdings:„Der alte Geist haftet doch noch zu fest an diesen Arbeitern, als daß sie sich zu einer Aendcrung ihrer Genügsamkeit und Lebensanschauung verleiten ließen." Sie würden sich schon gern verleiten laffen, wenn nicht das Gefühl vollständiger Ohnmacht sie genügsam sein ließ, und sie zwänge, willenlos zu gehorchen. Erst die Fabrikation der Zellulose, die mehr mit der chemischen Wissenschaft ac- bcitete und sich weniger der Wasser- als der Dampfkraft bediente. ließ großindustrielle Unternehmungen an Verkehrszentren ent- stehen, wo der Geist der Aufklärung und Solidarität schon mehr das Selbstgefühl der Arbeiter stärkte. Aber im allgemeinen beherrscht doch noch dumpfe Resignation die Papierarbester; immer noch führen sie ein kümmerliches Dasein. Frauenarbeit ist in den Lumpensortieranstaltcn stark vertreten. Das Sortieren der Lumpen(Hadern) geschieht ausnahmslos durch angelernte weib- liche Arbeiter. Größte Sorgfalt im Aussuchen und Sortieren der verschiedenen Lumpensorten ist notwendige Vorbedingung für den weiteren Entwickelungsprozeß der Fabrikation. Die Entlohnung entspricht jedoch absolut nicht der wichtigen Arbeitsleistung. Der Wochenlohn(im Akkord) wird auf 9 bis 10 M. angegeben. Nach einer Tabelle für das Königreich Sachsen wird für Hadern(Lumpen)- Sortiererinnen ein Jahresdurchschnittslohn von 350 M. ausgewiesen, für Sortiererinnen(fertigen Papiers) 540 M. Erkrankungen der Atmungs- und Verdauungsorgane kommen in be- trächtlichem Umfange vor. Durch die technischen Vorkehrungen, wie wir sie heute in den Haderndreschern und den Staubsaugern besitzen, ist nur die Entfernung der Stanbpartikelchen zu erreichen, während die Stoffe, die die Träger der Infektionskrankheiten sino, so gut wie gar nicht entfernt werden. Das vielfach vorgeschlagene Auskochen, das Behandeln mit überhitztem Dampf lehnen die Unternehmer der Kostspieligkeit halber ab. Menschenfleisch ist ja billig und genug zu haben. Abgesehen von etwas höheren Löhnen einiger gelernter Arbeiter, zeichnet die Papierfabrikation sich durch recht minimale Löhne aus. Eine Uebersicht der Durchschnittslohne für die einzelnen Arbeiterkategorien liegt aus dem Königreich Sachsen vor. Es betrug der Durchschnittslohn für Maschinen- üihrer 1233,87 M., Maschinengehilfen 947.14 M., Maschincnjungen 600 M., Kollergangführer 730,25 M., Holzschleifer 792,90 M.. Holz- schäler 916,37 M., Fabrikarbeiter 885,56 M.. Kalandcrführer 1044 M., Sortiererinnen 540 M., Hadernsorticrerinnen 350 M. „Der Papierfabrikant ist", erzählt uns Dr. Schäfer,„von der ausreichenden Bezahlung seiner Leute fest überzeugt und pocht bei jedem Versuch, ihm über diesen Punkt berichtigende Angaben zu machen, auf das patriarchalische Verhältnis, und sucht mit dem Hinweis auf die Wohlfahrtscinrichtungen in seinen Fabriken diesen Punkt zu rechtfertigen." Die offizielle Vertretung des größten Teiles der deutschen Papierfabrikation steht allen sozialen Ein- richtungen„fast in fanatischer Kampfstellung gegenüber". Die berufsgenossenschaftlichen Nachweise ergeben nach Boll« arbeitern berechnet folgende Jahreseinkommen: 1905 1906 1907 Papiermacher-BerufSgenoffenschaft... 760 M. 807 M. 850 M. Papierverarbeitungs- Berufsgenossenschaft 839, 859, 885„ Im letzten Jahre waren in der Papiermacher-Berufsgenossenschaft 86 037, in der Papierverarbeitungs-Bernfsgenossenschaft 131 360 Voll- arbeiter versichert. Bei den in der Papierniacher-Berufsgenossen- schaff versicherten Personen ist zwar während der industriellen Hoch- konjunktur der Durchschnittslohn um 90 M. gestiegen, bei der PapierverarbeitungS-Berufsgenossenschaft ergibt sich jedoch nur eine Einkommensteigerung von 46 M. Dort macht die Steigerung pro Tag 30 Pf., hier 15'/, Pf. ans. Das ist die ganze Herrlichkeit. Rechnet man den Arbeitstag durchschnittlich zu 11 Stunden, dann erzielten die Arbeiter im Jahre der glänzenden Löhne Stunden- Verdiensie von 25s/4 resp. 264/5 Pf. Hohe Gewinne, brutales Ausbeutertum, Scharfmacherei 'chlimmster Art, niedrige Löhne, lange Arbeitszeit und eine noch sehr indifferente Arbeiterschaft: das sind die charakteristischen sozialen und wirtschaftlichen Merkmale in der Papierindustrie! Ein siebenjähriges Mädchen als Geschäftsinhaberin. Daß der Kautionsschwindel trotz aller Warnungen noch immer einen Mann nährt, zeigte wieder einmal eine Verhandlung, die vor der dritten Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts statt- and. Tort klagte ein Schneidcrgeselle Paul S. gegen einen ge- wissen Klinger auf Rückzahlung von 500 M. Kaution. K. nennt sich„Buchhändler" und sucht durch Chiffreinserate in der Provinz- und Handwcrkerpresse Filinlvorsteher anzuwerben. Leuten, die sich in ihrem Berufe nicht wohl fühlen, verspricht er höhere und ge- sicherte Position". Wegen des Bücherlagers von angeblich sehr hohem Werte muß natürlich eine Kaution gezahlt werden. Hat aber der„Herr Filialvorsteher" erst die„Sicherheit" in bar aus- gezahlt, dann ist auch seine Tätigkeit beendet, denn er bekommt weder eine Filiale zu sehen, der er vorstehen kann, noch sieht er jemals sein Geld wieder. Nur einem Tischlergesellen, der seine auer ersparten 300 M. einbüßte, wurde mal eine„Filiale" gezeigt. Sie bestand in einer dunklen, kleinen Kammer, wo Makulatur auf- gestapelt war. Der Kläger in der jetzt zur Verhandlung gekomme- Ucn Sache ist sogar 500 M. Kaution losgeworden. Er klagte die Summe zuerst gegen die„Firma" ein, die„Marie Anna Klinger" lautet. In dem Termin stellte sich dann heraus, daß die Firmen- inhaberin die siebenjährige kranke Tochter des K. ist. Letzterer 'chiebt also zur Deckung seines unlauteren Gebarens sein un- mündiges und krankes Kind vor. Urteile gegen K. selbst sind nicht vollstreckbar, weil Pfändungen fruchtlos ausfallen und er auch 'chon den Offenbarungscid hinter sich hat. Da die auf solche Weise Geschädigten und um ihre Ersparnisse Gebrachten erfahrungsgemäß Anzeige unterlassen, weil sie Laufe- reien fürchten, so wird voraussichtlich das Kausmannsgericht alle Akten gegen Klinger der Staatsanwaltschaft zur weiteren Per- folgung überweisen, damit dem KautionSiäger endlich einmal das Handwerk gelegt wird. Die gefürchtete Konkurrenz als EntlaffungSgrnnd. Der Ziseleur D. ist nach viertägiger Beschästigung bei der Firma Remak u. Silber entlassen worden, weil er des Abends bei einem Konkurrenzunternehmer, der vordem Werkführer bei dieser Firma war, arbeitete. D. klagte dieserhalb beim Gewerbe- tih. Glocke. Berlin, Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr.u. VerlagsgnstM gricht auf Zahlung einer Lohnentschädigung bon 48 M. Die Beklagte bezeichnete das Verhalten des Klägers als Untreue und gab vor daß sie den Verrat von Geschäftsgeheimnissen durch den Kläger befürchtete. Nach der Darstellung des Klägers hatte er für einen Verwandten aus Gefälligkeit eine Arbeit angefertigt, die er in Rücksicht auf seine erst kurze Beschäftigungsdauer bei der Be- klagten in den Abendstunden bei dem mit ihm befreundeten Unter- nehmer ausführte. Das Gewerbegcricht konnte in dem Verhalten des Klägers eine beabsichtigte Schädigung der Beklagten nicht er- kennen. Es wies auch darauf hin, daß der Kläger, da er erst einige Tage bei der Beklagten war. auch gar nicht in der Lage ge- Wesen sei, etwaige Betriebsgeheimnisse zu verraten. Es kam darauf zu einem Vergleich. Der 5Aäger erhielt 32 M. Ter nachhinkende Minister. Wie bei allen sozialen Einrichtungen, die auf Drängen der Sozialdemokratie geschaffen werden, meist allerdings erst nach langen, hartnäckigen Kämpfen, haben auch die Jugendgerichtshöfe schon die Notwendigkeit erwiesen. Sollten sie ihre Aufgabe erfüllen, dann allerdings war auch erforderlich, daß den Richtern das soziale Milieu, in dem jugendliche Sünder aufgewachsen sind und leben. bekannt wurde. Deshalb haben die Arbeiterorganisationen sich schon längst mit dieser Materie befaßt und Einrichtungen getroffen, um bei Anklagen gegen Jugendliche alles einschlägige Material zu beschaffen. Jetzt hat der Minister des Innern einen Erlaß an die Oberpräsidentcn gerichtet, durch den er amtlichen Organen die Er- Mittelung der bezüglichen Verhältnisse überträgt. Der Erlaß lautet: In dem Strafverfahren gegen jugendliche Personen, über dessen Gestaltung der Justizminister die allgemeine Verfügung vom 1. Juni 1908 erlassen hat, haben sich als besonders wirksam die Maßnahmen erwiesen, die auf eine möglichst frühzeitige und erschöpfende Erforschung der Lebensverhältnisse des jugendlichen Beschuldigten sowie aller derjenigen Ilmstände abzielen, die sonst zur Beurteilung seiner Person, der Straftat und der zur Er- kenntnis der Strafbarkeit erforderlichen Einsicht dienlich sein können. Für die beteiligten Justizbehörden ist es daher von großer Bedeutung, geeignete Kräfte zu gewinnen, welckie die erfordcr- lichen Ermittelungen umsichtig, zuverlässig und pünktlich be- wirken. Die Justizbehörden bedienen sich hierzu neben der Bei- Hilfe der Polizeiorgane in ausgedehntem Maße und mit gutem Erfolge der Mitwirkung der Fürsorgevereme, soweit solche an den in Betracht kommenden Orten vorhanden sind. Sie sind zu dem angegebenen Zwecke ferner mit den Gemeindebehörden in Verbindung getreten. Auch von diesen Stellen haben im all. gemeinen die mit der Einrichtung der Jugendgerichte verfolgten Bestrebungen Förderung erfahren; nur vereinzelt ist über eine ablehnende Stellungnahme dieser Behörden Klage geführt worden. Bei der Bedeutung, welche nach dem Vorstehenden einer möglichst weitgehenden Mitwirkung aller hierfür in Betracht kommenden Stellen beigelegt werden muß. ersucht der Minister die Ober- Präsidenten, den Landräten, Polizei- und Gemeindebehörden so- wie den Fürsorgevereinen tunlichstes Entgegenkommen gegenüber den betreffenden Ersuchen der Justizbehörden zu empfehlen. In Fällen, in denen gegen polizeiliche Strafverfügungen auf gericht- liche Entscheidung angetragen worden war, ist die erforderlich» rechtzeitige Erforschung der Verhältnisse des Angeklagten seitens der Justizbehörden nicht selten aus dem Grunde unterblieben. weil aus den Akten das Lebensalter des Angeklagten nicht er- sichtlich gewesen ist, und sich infolgedessen erst in Her Hauptverhandlung ergeben hat. daß der durch die polizeiliche Straf- Verfügung Betroffene ein Jugendlicher war. Um solche Vor» kommnisse für die Folge zu vermeiden, sollen die Polizeibehörden ferner veranlaßt werden, in den vorbezeichneten Fällen vor Ab- gäbe der Akten an den Amtsanwalt das Alter des Angeklagten sedenfalls dann zu vermerken, wenn es sich um einen Jugend» lichen handelt. Die freiwillige Arbeit unserer Genossen und Genossinnen, die wohl den Anstoß zu dem Erlaß gegeben hat, wird durch diesen nicht überflüssig. Im Gegenteil: haben die amtlichen Organe das Be- wußtsein, daß auch noch von anderer Seite die Verhältnisse er- forscht werden, so ist das ein Ansporn für sie, möglichst vorsichtig und korrekt zu sein! Auf jeden Fall bedeutet der Erlaß einen Fortschritt._ Versammlungen. Holzarbeiter» erband. In der am Dienstag fortgesetzten General- Versammlung wurde die statutenmäßige Neuwahl eines Teile? der Ortsverwaltung vorgenommen. Wiedergewählt wurden der zweite Bevollmächtigte Leopold, der zweite Kassierer Jäck, der zweite Schrift« führer Wenzel, der Obmann der Schlichtungskommission Maß, die Arbeitsvermittler Fechner u. Hübner, der Bibliothekar Späthe, der Bureauangestellte Nitschke. Als Beisitzer wurden Schreiber und Plautz. als Revisor Schmidt gewählt. Hierauf wurden verschiedene aus Mitgliederkreisen eingegangene Anträge zur Diskussion gestellt. Davon wurden die nachstehenden angenommen: Die Generalversammlung spricht den Delegierten, die am 1. Mai ohne zwingenden Grund und im Gegensatz zur Mehrheit ihrer Kollegen gearbeitet haben, ihre Mißbilligung ans und erwartet von ihnen, daß sie ihr Amt niederlegen. Die Delegierten haben die Pflicht, in den Vorversammlungen zur Generalversammlung zu erscheinen. Wer zweimal ohne trif- tigen Grund von der Vorversammlung fernbleibt, soll als Dele- gierter gestrichen werden. Es soll eine Statistik über die gegenwärtigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse aufgenommen werden. Resolution. Die heutige Generalversammlung mißbilligt die Haltung des HauptvorstandcS zur Maifeierfrage. Es war feine Pflicht, vor der Maifeier, eingedenk der Beschlüsse früherer Kongresse, auf die Bedeutung der Maifeier hinzuweisen, um die Agitation für die Maifeier zu fördern, aber ihr keine Hinder- nisse zu bereiten._ Letzte l�achricbtcn und Dcpcfcben. Geeinigt. K-nsiantin-Pel, 25. August.(W. T. B.) Der Ministerrat beriet heute die Antwort auf die Kollektivnote der Schutzmächte. Wie verlautet, gibt die Pforte zunächst einen kurzen Rückblick auf die Ursachen, die zu direkten Verhandlungen mit der griechischen Regierung geführt haben, und betont, daß die Beziehungen beider Länder wieder normal seien, nachdem die griechische Regierung freundschaftliche Versicherungen abgegeben habe. Die Pforte ersucht die Schuhmächte, mit ihr unverzüglich in Verhandlungen einzu- treten, um eine endgültige Regierungsform in Kreta unter türkischer Oberhoheit festzusetzen. Die Antwortnote wird morgen den Schuhmächten zugestellt werden. Neuer Rekord im Fliegen. Bethcny, 25. August.(W. T. B.) Bei dem Wettfliegen um den großen Preis der Champagne hat Paulhan bei einer Flug- daner von 2 Stunden 43 Minuten 24� Sekunden 131 Kilometer zurückgelegt. Paülhan hat mit dieser Leistung einen neuen Welt- rekord aufgestellt._ Cholera. Rotterdam. 25. August.�(W. T. B.)' Außer 4 Kinder», deren Tob auf den Genuß von Süßigkeiten, später aber nach bakterio- logischen Untersuchung auf Cholera zurückgeführt wurde, ist noch ein Man» auf einem Schiff unter verdächtigen Erscheiuungcip gestorben. Es befinden sich gegenwärtig 14 Erwachsene und ebenso viel Kinder in Baracke» unter Beobachtung. ES sind alle Maß- nahmen getroffen, um eine Weitrrverbreitung der Cholera zu verhüten.__ Hgul Singer Lc Co., Berlin SW, Hierzu 3 Beilagen u.llntcrhaltungsbl. Dr. 198. 26. Jahrgang. «W poiiiimt»!!, 20, Jiipfl 1009. für den schwedischen Generalftrelk. Bei der Berliner Gewerkschaftskommission gingen ferner für die ausgesperrten und im Generalstreik stehenden schwedischen Ar- beiter ein: H. SS. Erkner 1,—. a Konto Listen SBciB. d. Lithographen, Steindrucker u. verirandten Beruse, Mitglicdschast Berlin 600,—. 4365 1.70. Verband der Sattler u. Portcseuiller, Ortsvcrw. Berlin, auf Listen, 2. Rate 305,80. Vcr- band der Sattler u. Porteseuillcr, Ortsvcrw. Berlin, Lokalkasse 300,—. Vcr- band der GastwirtSgehilscn, Lrtsverw. Berlin I, aus solgcnde Listen: 1340 Viktoriagarten, Treptow 4,50. 1345 Kranchenburg 7,00. 1352 Sektion Fricdrichstadt 30,—. 4602 Stadtthcater Köpenick 22,10. 1332 Keller, Koppen- tlratze 5,50. 4597 Restaurantanacstellte Hotel.Terminus" 11,80. Industrie- fcstsäle 3,75. Ortsverwaltung II 25,—. 4600 Bureau der Gastwirtsgehilsen 16,20. Verband der GastwirtSgehilscn, Bcrw. Berlin II 25,—. Deutscher 2970 15,—. 2971 20,70. 2972 18,70. 2973 11,30. 2974 13,50. 2975 26,50. 3012 Haupncr, 2. Rate 43,60. 3016 Nakenius, Drücker 15,80. 3043 A. Hanse 6.75. Cyklop 3121 6,—. 3122 16,40. 3123 Speck, 2. Rate 20,05. 3126 Wartung, Former u. Putzer 22,75. 3135 Nickel w. Fleischmann 9,05. 3136 Sonunerscld 9,45. 3W7 Deutsche Waffen- u. Munitionssab. 30,50. 3156 (r. 21. Leutz 19,25. 3157 Gieherci Flügel 10,30. 3159 Malik u. Walkow 14,10. 3160 Ensingcr 15,20. 3164 Petroleumgesellschait 11,50. 3172 Lindner, Schloffsabrik 18,20. 3400 Slnhaltische Maschinensabr. 24,15. 3532 Dicdrich, Kroncnsabr. 14,30. 3554 Schuchard, Rungcstr. 23,05. 3571 Bosse 15,70 Jachmann 3602 2,50. 3603 19,80. 3604 7,20. 3605 D. Frl. Marie Krieg 27,65. Jachmann 3606 6,80. 3607 19,—. 3610 1.70. 3615 Deutsche LLaffensabrik 10,80. 3622 Lisch u. Sohn 15,—. 3628 Siemens 20,10. 3645 Durch Plath 5,50. 3709 Schäffer u. Hauschner, 2. Rate 13,70. Schöning, Reinickendorf 3733 8,05. 3739 34,90. 3738 Jastrow 11,50. 3786 Wütlim, «. EiUdcn 11,35. 3789 Joseph, Revolvcrdrehcr 19,—. 3795 Schley u. Stcpbanie 13,10. 3806 Wollenberg 5,50. 3867 Weinitzke 9,20. 3876 Schäffer n. Ochlmann 45,45. 3379 Eckel u. Glinickc, 2. Ziate 22,80. 3880 Emmerich u. Schöning, Galvan. II 18,40. 3883 Kvnsch u. Jäger 6,55. RUchm u. Söhne 3884 19,75. 3885 15,20. 3890 Roller, Prinzcn-Zlllec, 2. Rate 33,55. 3895 Liren, Saal Streber 29,90. 3903 Groll d. Bcuwer 7,70. 3941 14,20. 3944 Frathi u. Co. 12,40. 3951 Eckner 10,75. 3973 Scherbe! 31,60. Gebert, 2. Rat- 3986 10,85. 3987 16,80, 3988 17,40. 3989 17,35. 3991 Kandelhardt 27,45. 3993 E. Lentz 25,35. Kind ermann 3995 3,85. 3996 21,10. 3998 Eudell u. Comp. 20.—. 3216 Frecse 8,20. 3686 Winter it. Comp. 2,50. Summa: 1360,90.— 271—80 Unterkommission Oberschöncweide 65,—. Verband der Gemeinde. Ii. Staatsarbeiter, Filiale Groff-Berlin, 2. Rate, au/ folgende Listen: Gasanstalt Müllerstratze 4015 8.20. 4016 3,55. 4018 6,15. 4048 2,—. Gas. anslalt Gilschiner Straffe 4132 10,45. 4134 13,90. 4151 7.80. 4152 7,20. <153 17,90. Gasanstalt Danziger Straffe 2576 8,70. 2578 7,05. 2579 2,05. ÄV19 11,35. Gasanstalt Schmargendorf 4092 2,50. Revier-Jnspcltionen fS>87 7,95, 2588 14,65. 2599 4,—. 2625 10,10. 2651 8,85. 2666 10,70. <006 24,65. 4045 10,10. 4052 12,20. 4160 11,10. 4161 4,60. 4162 2,55. 4163 8,20. 4174 10,60. Zentralmagazin 2610 4,50. Ocffentliche Beleuchtung 2654 3,60. 4049 13,—. Kohlerwlatz 2642 10,50. Englische Gas- ansialten 2662 4,60. 4118 9,4.5. 4138 7,20. 4138 8,05. 4140 1,75. 4166 7.60. 4169 5,70. Kanalisation 2658 6,05. 2659 4,15. 4020 1,80. 4050 3,10. 4135 5,30, 4156 3,65. 4157 1,95. 4158 2,60. Rieselfelder 4190 3,65. Wasserwerke Fricdrichshagcn 4195 7,20. 4196 8,95. 4197 7,45. Straffen- i cinigung 2584 7,15. 2636 9,30. 2649 7,—, 4125 7,25. 4126 5,20. 4159 6,—. 4173 4,75. Schlacht- u. Viehhos 2586 7,80. Krankenhaus Friedrichs- bain 4179 7,45. Badeanstalten 2591 6,30. 4056 3,—. Parlvcrwallung 4143 7,30. 4165 17,10. Stcinplätze 4175 6,90. Mmkthallcn2592 2,—. 4164 12,-. 2598 Städtischer Fricdhos 6,95. Charlottenburg 4097 4,45. 4100 1,55. 4101 5,30. 4201 Köpenick, städtische Gasorbeitcr 4,95. Rixdors 4144 2,95. 4145 9,20. 4148 1,95. Verband der Schneider und Schncidcrmnen und Wäschcarbcitcr, Filiale 1 Berlin, aus solgcnde Listen: 238 Schneider von Skala 41,—. 242 d. Schneider 3,80. 247 d. Willun 9,15. 263 Schneider v. Groff u. Markmann 6,—. 279 Schneider v. Faffkoffcl u. Münchmann 33,—. 290 Schneider v. H. Hoffmann 18,50. 295 d. Rutschmann 1,50. 314 Schneider o. Mendt u. Redlich, 2. Rate 15.—. 315 Schneider v. Papst u. Kunze 10,—. 4822 Schneider v. Romann, 2. Rate 30,—. 4823 Schneider v. Gricwisch, 2. Rate 12,10. 4832 d. Ncumann 14,20. 4837 Schneider von H. Hossmann 20,75. 4838 Schneider und Schneiderinnen v. Kraft u. Levin 10,20. Schneider v. S. Adam, 2. Rate 15,—. Schneider v. Bister 5,—. Schneider v. Stock u. Co., aus der Bierkasse 21,50.— Verband d. Fleischer, Verw. Berlin 4547, 4554, 4559, 4562, 4566, 4570 9,65. Verband der Tapezierer, Filiale Berlin, aus solgende Listen: 2115 Tapeziererwerkstatt Neue Promenade 30,—. 2124 d. Luck.4,15. 2125 d. Faber 3,85. 2135 d. Schwcnzer 6,75. 2147 Tapeziererwerkstatt Helbing, Elsasscrstr. 5,—. 2151 Werkstatt Ricke. Beuthstr. 18 2,65. 2156 Fort u. Kretzschmar 8,30. 2162 Werkstatt Dwinatzki 4,40. 4164 Werkstatt Keller, Bülowstr. 104 3,75. 2166 Werkstatt Simon, Wallstr. 5,30. 2170 Werlstatt Fischer u. Wedel 10,55. Kleines Feuilleton. Wie russische Behörden die Cholera„bekämpfen". In Peters- siurg wie im übrigen Nustland wütet die Cholera. Im Hinblick hierauf beschlost im Juni der„Verband der graphischen Arbeiter Petersburgs" die Bildung einer Sanitätskommission für die Betriebe der graphischen Gewerbe. Gewist ein sehr löbliches Unternehmen. Ein 45 Fragen enthaltender Fragebogen wurde unter Hinzuziehung sachverständiger Aerzte ausgearbeitet. Am 15. Juli wurden diese Fragebogen in 200 Betrieben verbreitet, gegen 60 Proz. kamen aus- gefüllt zurück. Aber das Auge des Gesetzes wacht! Beim Vorstande des graphischen Verbandes trifft ein Schreiben des Stadthouptmanns mit der Anfrage ein: aus welcher Grundlage von» Verbände die „sanitäre Kommission" gebildet worden sei. Der VerbandSvorsitzende erklärt persönlich, dost aus Grund des Vereinsgesetzes der§ 1 der Verbandsstatuten aufgebaut sei, wonach der Verband für die Auf- klärung seiner Mitglieder und die Verbesserung ihrer Arbeits- bcdingungen einzutreten habe. Der Stadthauptmann gibt sich damit zufrieden. DaS durch Fragebogen gesammelte Material wird bearbeitet, man beschliestt weiter, bei der„Städtischen sanitären Kommission" um Beseitigung der Miststände zu bitten: Die TageSpresse lästt in das Material Einsicht nehmen und bringt im Anschlust daran wiederholt Artikel. Aufsehen erregt dabei die Tatsache, dah in der Reichs« druckerei die sanitären Verhältnisse nicht bessere sind als in den cmderen Betrieben. Nach dem Erscheinen der Zeitungsartikel richtet unterm 2. August der Stadthauptmann au den Vorstand des graphischen Verbandes ei» Schreiben, das diesem von einem höheren Polizeibeamten nur vorgelesen wird und etwa folgenden Wortlaut hat: „In Hinsicht, dast die professionellen Vereine nur das Recht besitzen, unter ihren Mitgliedern zu wirken, die Tätigkeit der vom Verband gebildeten„sanitären Kommission"'aber einen öffentlichen Charakter angenommen hat, solches aber nicht zu- lässig ist, beantrage ich die Auflösung der genannten Kommission und Einstellung d->: Ausarbeitung der Enquete, widrigenfalls die Schliestung des Verbandes erfolgt. Der Stadthauptmann. Dratschewsky." Obgleich nun die Verfügung des Stadthauptmanns der gesetzlichen Grundlage entbehrt, so kann der graphische Verband nichts dagegen machen. So bekämpfen„Väterchens" Organe die Cholera. Darf man sich da wundern, wenn die unwissenden„Untertanen", denen man gewaltsam die Aufklärung fernhält, für die Cholera die Aerzte und Studenten verantwortlich machen, weil diese angeblich die Speisen vergiften? Wieviel Gold gab die Erde her? Diese Frage beantwortet die Statistische Abteilung der Reichsbank ziemlich genau. Sie stützt ihre Angaben für die Zeit bis zum Jahre 18SV auf die Berechnungen des Statistikers Prof. Soetbeer und benutzte sür die spätere Zeit die Veröffentlichungen des amerikanischen Münzdirektors. Der Wert des seit der Entdeckung Amerikas 14S2 bis zum Jahre 1908 zutage ge- fördertm Goldes stellte sich auf 54 Milliarden 29g Millionen Mark» 218! Werkstatt Trunck. Kronenstr. 10 8,50. 2190 d. Schneider 1,80. 2123 d. Jobus 8,55. 2179 d. Gruff 4,95. 2193 Zitzewitz 12,—. 2140 Werlstatt Lawrenz 13,55.— 6262 Personal der LuruSpapierfabrik H. Wolf 41,65. 6640 VerbandSmitglicdsr d. Buchdnickerei Jliring n. Fahrenlwlz 7,50. Sechserkaffe Sparverein.Goldregen" 5,—. Tischler b. Emler, Bköbclsabrik 13,50. 1116 Personal der elektrischen Zentrale, Maucrstr. 20,55. 1096, 1100, 1101, 1104, 1108, 1109, 1110, 1113, 1123, 1126 Verband der Isolierer und Steinholzleger, Filiale Berlin 101,80. 3533 Kollegen bei Stein, Zinkgiefferci 14,20. Der Lohn eines alten Partei- lämpcn Bad Ncicheichall, Oberbaheni 10,—. Gesammelt von dem Personal der Finna Nuffbek 4,55. Verband der Buchbinder: Listen 332, 340, 345, 348, 6255, 6265, 6275, 6276 63,65. Bon dem Tabakarbcitervcrband aus Listen: 6205 Arbeiter der Zigarren- u. Zigarcttensabrik Meister u. Kirsch- stein 4,15. 6208 Zigarettensabr. Herbstoli, 2. Rate 4,20. 6209 Zigaretten- jabrik Mal Kah Company 10,50. 6210 Zigarettensabr. Phänomen 15,60. 0211 Zigarettensabr. Prinzeß Nesta 9,—. 6212 Zigarettensabr. Problem, 2. Rate 14,20. 6214 Zigare ttcnsagr. Josetti, 2. Rate 22,45. 0220 und 6222 Zigarettensabr. Garbaty 47,35. 6229 Zigarrcnsabr. Paul Juhl 12,40. Verband der Töpfer, Filiale Berlin 277,20. Zentralverband deutscher Brauerciarbeiter, Zahlstelle Berlin: Viktoria-Brauerei 629 Ftaschenkellcrarb. 8,10, 630 Brauer 5,—. Habels Brauerei 635 Hilfsarbeiter 3,60, 636 Brauer 3,40. München er Brauhaus 637 12,30. Bock-Brauerei, Abt. II, 638 HilsSarb. u. Fahrpersonal 24,25. Spandauer Bergbrauerei 640 Hof- u. Flaschenkcller- arbeiter u. Fahrpersonal 25,75, 641 Brauer 9,30. Vcrcinsbraucrei 643 und 644 Flaschentellerarbeiter 11,25. Versuchs- u. Lehrbrauerei 647 Flaschen- kellcrarbeiter u. Fabrpcrfonal 7,45. Schultheiff I 649 u. 650 Flaschciikcllcr« arbeitet u. Hosarbeiter 25,30, 651 u. 652 Fahrpcrsonal 29,75, 653 Brauer 15,25. Schultheiff II 655, 656 u. 657 Hos-, Flaschen kellcrarbeiter u. Haud- werter 84,35, 660 Brauer 25,70. Gabriel u. Richter 664 II. 740 Brauer u. Hilssarbeitcr 4,10. Deutsche Bierbrauerei, Pichelsdorf 667 Brauer 30,50, 665 Hos- u. Hilssarbeitcr 24,15. 669 Roland, Bier-Nicderlage Flaschenkcllcr- arbeiter 11,50. Bötzow 672 Flaschcnkellerarbciter 9.50, 673 Faff-Fahrpersonal 5,—. 676 Schultheiff, Pankow, Brauer u. Fahrperfonal 10,60. Stadt- Brauerei 679 Fahrpersonal 11,65, 680 und 713 Brauer 14,20. 681 und 682 Norddeutsches Brauhaus. Grünau, Brauer u. HilsSarb. 15,25. GcnossenschastS-Br. Fricdrichsbagen 683 Hilssarbeitcr 10,50, 708 Brauer 7,40, dieselbe Ndlge. Stralau 684 Fahrpersonal 11,70. 685 Fcldschloff-Br. Gr.-Lichtersclde 3,30. Engelhardt Pankow 686 FIt.-Arbeiter 3,45, 687 Brauer 5.50, 638 Hilssarbeitcr 9,65, 689 Handwerker 9,—. Patzenhoser I 569, 570 Flalchcnk.-Llrb. 25,05, 572 Brauer 20,80. Patzenhoser II 574, 575 Flaschenk.- Arb. 45,15, 576 Handwerker 11,70. 577, 578 Brauer 14,75. Schloffbrauerci 581, 582 Flaschcnk.-Llrb. 25, 10, 583 Brauer 11,85. Bockbraucrei Abt. I 587, 588 Flaschcnk.-Arb. 8,25, 589, 692 Fahrpersonal 15,15. Kronenbrauerci 593 Flaschcnk.-Arb. 4,—, 594 Brauer 2,70. Unionsbrauerei 596 Flaschenk.-Arb. 8,—, 597 Brauer 8,45. Böhm. Brauhaus 598 Flaschenk.-Arb. 8,85, 600 Hosarb., Handwerker 11,55, 602 Flaschcn-Fahrpersonal 10,—. Brauerei Berliner 715 Flaschcnk.-Arb. 7,20, 607 Brauer 8,50. Löwcnbraucrei 609 Brauer 12,40, Ndlge. 610 Hilfsarbeiter 10,15. Schultheiff IV, Nieder- Schönewcide, 611, 612, 613 38,80. Germania-Brauerci 614 Flaschcnk.-Arb. 3,35, 615 Fahrpersonal 9,95, 616 Brauer 8,—. Gregory-Brauerei 617 Handw. u. Hilssarb. 6,15, 613 Fahrpcrsonal 2,10, 619 Brauer 7,—. Happoldt 621 Brauer 11,—. Konigstadt 622 Flaschcnk.-Arb. 8,05, 623 Brauer 5.—. Psefferberg 625 Hosarb. u. Fahrpersonal 13,80, 627 Flaschenk.- Arb. 5,85. Nordstem 690 Fahrpersonal 8,95, 691, 729 Brauer 19,50. 692, 720 Pilsener Brauh. Königs-Wustcrhausc» 6,70. 694 Patzenhoser Spandau Brauer 10,—. 695 Hllsebein I Hilssarbetter 4,50. 696 Gabriel u. Jäger Hilssarbetter 2,60. 698, 699" Borussia-Brauerei Flaschenk.» u. Fahrpersonal 19,15. 702 Reich Flaschenk.- u. Fahrpersonal 6,—. 703 Schultheiff Ndlge. Gr.-Lichtcrsclde, Fahrpersonal 3,25. 708 Breithaupt Hilssarbetter 1,—. 709 Möwes, Hilfsarbeiter 12,—. Enders 711 Flaschk- Arb. 10,—.' 712 Brauer 2,75. 714 Angestellte der Hauplverw. d. Brauerei- arbeiter-Verbandes 10,—. 724 Angestellte des Ortsvcrw. d. Braucrciarb.- Verbandes, dabei vom Genossen Nörpel 50 Ps., 9,—. Schloffbrauerci Schöneberg 579 Fahrpersonal 23,10. 734 Brauer 11,45. 591 Bockbraucrei Abt. I, Brauer 5,75. Hilsebein, Abt. II, 662, 663 Brauer u, Hilfsarb. 9,75. 701 Weiffbicr-Genossensch.-Brauerei 5,55. Böhmisches Brauhaus 603, 604 Brauer 14,25. 634 Wamiinger, Brauer 10,15. 635 Vercinsbrauerei, Brauer 9.—. Bötzow 671 Flaschenk.-Arb. 8,60. 674 Brauer 6,95. 718 Roland Bicr-Ndlge., Flaschenk.-Arb. 11,30. 735 Endcrs, Wciffensee, Brauer 5,25. 736 Gabriel u. Richter, Brauer 5,90. Schultheiff II 752, 753 Hos- und Flaschenk.-Arb. 4?,—. 659 Fahr- u. Stallpcrson. 13,20. 758 Angestellte d. Ortskr.-Kasse s. d. Bierbrauergewerbe 4,—. 566, 567 Friedrichshain 11,10. 571 Patzenhoser, Abt. I, Hosarb. n. Fahrpersonal 20,—. 731 Psefferberg, Flaschcnk.-Arb. 4,45. Summa 1228,50 M. Davon a konto im„Vorwärts" bereits quittiert 500 M., bleiben 728450 M.— 6894 u. 6895 d. Hiller 8,—. 6896 Tischlerei Gcssert Nachs. Jakobwitz 10,75. 6908 Bäckersvortklub 1908 5.—. Werkstube A. Kann mit Ausnahme 2 organisierter Arbeiterinnen 10,50. 7576 Kollegen b. Klapproth u. Hoppes 3. Rate 7,60. Jute, Ritterstr. 55 5,30. 6605 Buchdruckcrei Wilhclma 6,10. 6969 v. Kollegen b. Wolff Nachs. 7,50. Abt. Falzerei„Berliner Tageblatt", 2. Rate 33,50. Tischler b. Kirsch 4,50. Fabrikpers. L. Juergcns, 2. Rate 20,—. Kall. b. Siegert u. Schwesinger 8,90. 6295 1,25. 6935 Tischlerei Wolshardt u. Goldschmidt, 2. Rate 17,65. Vier Bäckerciarbciter, Kursürstenstraffe 6,50. 6914 Maschinenarbeiter von Hagenow u. Bierbrauer 10,10. Mandolinenklub„Nordische Klänge" 10,—. Davon entfallen fast dreiviertel— 42'/° Milliarden auf die Zeit seit 1841. Austerordcntlich grost waren die Schwankungen im Verhältnis der beiden Edelmetalle Gold und Silber. Bis zum Jahre 1520, also in der ersten Zeit seit der Entdeckung der neuen Welt, wurden nach dem Gewicht berechnet 11 Proz. Gold und 89 Proz. Silber ge- wonne». Dann hielt sich das G e w i ch t s v e r h äl t n is des Goldes Jahrhunderte lang austerordentlich niedrig; im ersten Jahr- zehnt deö 19. Jahrhundert wurden z. B. 1.9 Proz. Gold und 98,1 Proz. Silber gewonnen. Ein rapider Wandel trat nach der Entdeckung der kalifornischen Goldfelder ein; in den Jahren 1351 bis 1355 stellte sich daS Gewichtsverhältnis der Goldausbeute zur Silberausbeute auf 13,4 zu 81, S. Im Jahrzehnt 1881 auf 1890 sank das Verhältnis wieder auf 4,8 zu 95,2; im Jahre 1907 stand eS 9.7 zu 90.3. Ganz austerordentlich hat sich bekanntlich das Wertver« hältnis zwischen Gold und Silber geändert. Im 16. Jahr- hundert war ein bestimmtes Quantum Gold 11 bis 12 mal soviel wert wie das gleiche Quantum Silber; und vom Ende des 17. bis in die ersten siebziger Jahre des vorigen Jahr- Hunderts blieb der Wert von Gold und Silber ziemlich stabil: 1 zu 15'/z. Seitdem trat eine austerordcntlichc Entwertung des Silbers ein; 1908 war das Verhältnis 1 zu 33,7, so dast das immer noch im alten Wertverhältnis ausgeprägte Fünfmarkstück in Wirklichkeit nur einen Wert von 2 M. hat. Seit 1890 werden auf der Erde jährlich etwa fünf Millionen Kilogramm Silber im Werte von 400 bis 500 Millionen Mark produziert; die Goldprodultion stellte sich 1903 auf 664 483 Kilogramm im Werte von 1793 Millionen Mark. DaS größte Mosaik des Altertums. Der Konservator des Domes in Aquileja, einem kleinen Ort in der österreichischen Bezirkshauptmannschaft Gradisca, Prof. Maionica, machte bei seinen Grabungen um den Dom herum einen unerwarteten Fund: es wurden 4000 Quadratmeter Mosaik aufgefunden, das gröstte Mosaikbild des Altertums, das überhaupt bis jetzt aufgefunden wurde. Prof. Maionica teilte darüber mit: Das Mosaik stammt etwa aus der Zeit Konstantins des Großen und zeigt in außer- ordentlich instruktiver Weise den Einfluß, den die byzantinische Kunst auf die römische ausgeübt hat. Das jetzt aufgedeckte Mosaik hat nicht einmal seinesgleichen in den Mosaikbildern in den Kaiser- thermen zu Rom. Der kleinere Teil des Mosaiks, der bereits bloßgelegt wurde, befindet sich unterhalb des Fußbodens der Vor- Halle des Domes und ist 40 Meter lang, 32 Meter breit. Der größere Teil dagegen, der erst jetzt aufgedeckt wurde, zieht sich längs der Süd- und Westmauer des Domes hin, ist 68 Meter lang und, soweit bisher festgestellt werden konnte, mindestens 35 Meter bereit. Die bis jetzt aufgedeckten Bilder zeigen interessante Jagd- und Fischereiszcnen.— Im Herbst soll eine große Kommission zusammentreten, die sich vor allem mit der Frage zu befassen haben wird, wie die ausgefundenen Kunstschätze am besten z>; erhalten sind.--"-- Humor«nd Satire. „Wohltäter". Weißt du, wie viel Pfäfflein stehen müstig untcr'm Himmelszelt? Weißt du, wieviel Junker gehe» ohne Arbeit durch die Welt Z Schlosser v. Bock 3,80. Stammgäste v. P. Dietrich 3,30. Endlich 1,—. 322 Barfcld 6,—. Schirmslocksabrik v. Noa, 2. Rate 25,—. 7412 Möbel« sabrik DunSky 28,80. 7380 Maschinensabril Skrziwa» 6,—. Zentral« verband der Schmiede, Zahlstelle Berlin, a konto aus folgende Listen 2693 14,60. 2694 11,90. 2695 21,65. 2696 14,—. 2697 Schmiede und Schlosser Gebr. Siemens, Lichtenberg 15,10. 2699 Braff u. Hertslcb 30,80. 2700 Wageiisabrit Wienccke, Pankow 10,05. 2701 Handwerker' Schullheiff II 17,35. 2703 7,50. 2705 Schmiede u. Stellmacher v. Utermohle 17,55. 2706 1,20. 2709 Schmiede Daimler 5,70. 2714 16,30. 2715 23,—, 2716 8,20. 2720 Verband Berliner Mörtelwerle 14,80. 2721 Stcpney Auto- rcscrvcrad 15,90. 2722 11,50. 2723 5,50. 2725 15,70. 2728 5,50. 2729 12,50. Schwartzkopff, Schcringstraffe 2730 17,35. 2732 25,20. 2733 24,80. 2734 21,50. 2736 5,40. 2739 5,05. Deutsche Waffen- u. Munitionsfabrik 2744 56,85. 2745 2,70. 2746 4,50. 2748 6,30. 2749 Maschinensabrik Wilke 7,95. 2757 12,30. Ueberschuff einer Kranzspende des Autowerkes Ober- Schöneweide 7,60. 7136 11,10. 6656 Buchdruckerei W.Cohn, 2. Rate 10,—. 7424 Buchdruckerei Otto Walter 13,—. Verband der freien Gastwirte, Ortsverwaltung Charlottenburg 50,—. Buchdruckerei Müller u. Trapp 5,70.■ Kollegen der Firma H. Krüger u. Co., 2. Rate 7,60. 6621 Buchdruckerci W. Simon 8,25. 7381 Kollegen v. Nachsall 13,40. Luxuspapiersabr. Heimann u. Co. 7,50. Laubenkolonisten aus d. Kicsholzstraffe 13,55. Schubert 2,—. 6123 Zirkus Busch, 2. Rate 10,40. 6261 Buchbinder v. Liebheit u. Thieffen 9,55. Unterkominission Charlottenburg aus solgende Listen: 60 8,60. 61 4,90. Blockwerk Siemens u. Halske, gelb und rot, 62 17,55. 63 5,90. 64 6,60. 65 Ii, 80. 67 5,90. 82 8,70. TranSportarbciterverband, Ortsbureau Charlottenburg d. Bernhardt Hölzuer 85 22,05. 103 Lau 18,65. 7147 Maurer und Arbeiter des Baues des Beamtenwohnungsvereins Nieder- Schönhauscn d. W. Wickler 11,30. 7154 Tischler der Firma Georg Kuhnert d. Storch 23.05. Ortsvcrcin Charlottenburger Buchdrucker 10,—. Porzellan- arbcitcrverband, Zahlstelle Charlottenburg 50,—. Arbeiter der Firma Müller u. Mann d. Gricger 3,—. Tischler und Maschinenarbeiter d. A.-G. s. BauauSsiihrungen 12,70. Handwchsahrer Wolter u. Kaiser 4,—. 6400 Maurer der Kaiser Wilhclm-Akademie 8,75. Gletsberger 1,50. 3174 Bronze. warcnsabrik F. W. Henschcl 14,75. 7497 Kollegen v. Bischofs 11,—. ÄSllegen v. Imme u. Licbner 19,15. 7513 Modelltischler v. Moldcnhauer, 2. Räte 13,45. 7389 Metallarbeiter v. F. Caspary 14,55. Boldt 1,50. 6664 Buchdrucker v. Holten, 2. Rate 19,15. Verband der Fabrikarbeiter aus solgcnde Liften: Bezirk Ober-Schöneweide: 117 13,20. 120 2.25. 122 3,65. 124 24.—. 125 11,45. 126 17,55. 127 13,40. 128 16,20. 129 33.—. 131 13,95. 133 11,30. 134 13,50. Norddeutsche Gummisabrik Tcmpcthoscr Ufer: 139 21,80. 143 4.40. 144 17,75. 145 7,15. Lacksabrik D. N, Perl u. Co.: 146 5,50. 147 9,05. 148 10,75. Deutsche Ton- und Steinzcugwcrke Charlottcnbmg: 149 11,05. 150 7,90. Deutsche Ton- und Stcinzcugwerke Charlb. 151 8,70. 152 8,20. 153 15,45. Chemische Fabrik Griehheim, Salzhof, Bau Golz d. Streike, Spandau 158 28.55. 159 8,—. 160 2,90. 161 3,30. 163 4,20. 165 6,90. 166 4,70. 168 5,20. 170 7,80. 172 31,35. 173 16,05. 174 17,80. 175 Chemische Fabrik I. D. Riedek, Gcrichtstraffe 14.55. 176 Jsolatorenwerke Pankow 15,45. 178 Hilfsarbeiter König n. Küken 4,30. 179 Brecst Trögerlager 8,10. Chemische Fabrik Raspe, Wciffensee 204 14,30. 205 3,20. Magnesia- werke, Weiffcnsee 206 12,60. 207 5,10. Chemische Fabrik Schering, Müller- straffe 170/71 208 15,65. 209 21,55. 210 3,15. 211 10,50. 213 Musik- schallplattenarbeiter C. Grünbaum 15,—. 214 Künststeinarbeiter v. Waid- mannslust 17,05. 215 Chemische Fabrik I. D. Riedel. Gerichtstraffe 17,30. Vom geselligen Verein Hoffnung bei Klint 10,—. 7534 Tischlerei Reckent u. Co. 12,50. Schneider v. Tern u. SchirpS 16,—. Einsetzer v. Henke 5,—. Werkstatt Gr. 4,20. Hilssarbetter u. Arbeiterinnen d. Norddeutschen Buch- druckerei, 2. Rate 20,—. Sektion der Putzer, Berlin 1198 16.35. 7250 7,—. 7263 5,85. Verband der Bäcker, Fit. Berlin, Tellersammlung v. 24. 8. 32,77. Organisierte Bäcker, Potsdam 5.—. Zentralverein der Bildhauer aus folgenden Listen: 5304 2,50. 5309 Alabasterbitdhaucr 18,35. 5311 4,75. 5322 13,15. 5330 15,90. 5334 1,95. 5335 5,20. 5336 6,30. 5337 4,50.5339 5,75. 5341 4,50. 5342 22,55. 5349 6.—. 5362 2,05. Verein Berliner Zigaretten- maschinensührer 31,50. Buchdruckerei-HiljSarbeiter und-Arbcilerinnen A. Moste, S. Rate 25,—. Deutscher TranSportarbeiter-Berband Groff-Bertin auf folgenden Listen: Extrasammlungen der Kraft- droschkcnsührer A. B. E., Fcnnswaße 31 durch Zeising 17,—. Hausdiener von Hchmanns Vertag, Maucrsttaffe 3,45. Rauchklub»Freie Männer", Koloniestr. 15, durch Snlamo 4,15. 379 Stürmer 1,30. 381 Möbelpacker b. Umzug des Polizeipräsidiums 10,05. 385 Hausdiener Gebr. Stein 4,45. 386 d. Emil Rolle 10,30. 390 Mmcralmasserjabrik„Berolina" 5,35. 402 Speichcrarbettcr 17,20. Aniliusabrik, 1. Rate, Transportarbeiter 404 10,30. 406 11,60. 408 11,60. 412 Speicherarbeiter 15,40. 415 Fenster- putzcrversammlung b. Feuerstein am 18. 3. 09 8,85. 420 3,—. 421 5,40. 422 5,35. 423 3,80. 425 0.20. 427 Hausdiener b. Peel u. Cloppenburg 20,—. 428 Karl Weiher 6,30. 430 6,50. 435 8,20. 445 Mitglieder d. Transport. u. Metallarbeiterverb.,„VorwärtS'-Druckerei 20,50, 447 11,90. 450 Kutscher u. Mitfahrer d. Brauerei Urbach 15,45. 452 6,10. 456 verlorene Liste, Betrieb»Berliner Morgcnpost" 10,—. 458 Hausdiener b. Kimbel u. Friedrichsen 3,35. 459 Transportkontor Anhalter Bahnhos 10,35. 1853 4,50. 1873 E. Schröter, Gartenitraffc 9,45. 1875 Llnilinsabrik Rummelsburg, Transport« arbeiter 8,80. 1877 von den Arbeitern v. B. W., Frankfurter Allee 9,—. 1886 Flaschensahrer Brauerei Bötzow 9,25. 1891 3,65. 1912 Albert Feske u. Co. 17,60. 1917 Packer der Fa. Ashclm 9,20. 1920 9.10. 1934 14,60. Ach, versuche nicht zu zählen, denn sie sind wie Sand am Meer, doch du darfst auf sie nicht schmähle», denn sie haben's oft recht schwer. Zivar ihr Leben fließt vergnüglich, still und rein und himmelwärts, doch empfinde« sie bezüglich ihrer Nächsten manchen Schmerz. Konnten sie's doch nicht verwinden. soviel Leute rings zu sehn. die sich mit der Arbeit schinden, niemals mützig dürfen gchn l Ach, das jammerte die Braven l ein Entschluß war schnell gereift, der das Joch des Arbeitssklaven Tausenden vom Nacken streift. Hokuspokus, ein paar Steuern deichselt man im Augenblick: wo die Waren sich verteuern, geht auch der Konsum zurück. Eingeschränkt sind die Betriebe, Tausende sind arbeitslos..» Vielverhöhnte Christenliebc, ja, du funktionierst famos l Franz. Notizen. — Theaterchronik. Hansi Niese wird vom l. bis 15. Oktober im Neuen Schauspielhause mit den neuesten Wiener Operetten(„DaS Waschermädel" und„Paula macht alles") gastieren. Die Schauspielsaison beginnt dann am 10. Oktober mit der Uraufführung des Lustspiels„Das Exempel" von Ludwig Fulda.— Das Lu st spielhaus eröffnet am Sonn- abend die sechste Wintersaison mit dem neueinstudiertcn Lustspiel Heller-Roestlers„Im Klubsessel". — Eine Aus st eilung für Zahnheilkunde ist mit dem internationalen zahnärztlichen Kongretz verbunden. Sie ve- findet sich im ReichStagsgebäude und wird vom Sonntag an vier Tage dem Publikum gegen ein'Eintrittsgeld von 1 M. zugänglich sein. Die Ausstellung enthält u. a. die Instrumente altrömi icher Zahnärzte aus den Saalburgsunden, ferner Proben aus der Eni- lvickelmigsgeschichte der Zähne bei Tier und Mensch sowie eine Sammlung von Mistbildungen. Ein weiterer Teil führt die reich entwickelte zahnärztliche Industrie vor Augen. — Ein Spalt am Südpol des MarS. Auf den Höhen des RevardplatcanS in Arizona hat Professor Lovel mit Hilfe mäch- tiger Teleskope den MarS beobachtet; er fand dabei, dast die wahr- scheinlich aus Eis und Schnee bestehende Südpolarrcgion des MarS jetzt einen gewaltigen Rist zeigt, der die Polgegend in zwei Hälften teilt. Der dunkle Spalt läuft genau über den Südpol und endet in einem dunklen Punkte. An der Schneegrenze hat man eine seltsam leuchtende Stelle entdeckt. Es scheint, daß in der Oberflächen» gestaltung des Planeten sich neuerdings tief einschneidende Wand- lungen vollziehen. HS5 9,—. 1937 6,30. 1939 Kohleusaurewerle C.®. Roman Möller 12,25. 1948 9,70. 1972 Kollegen 6. Schmidt u. Brückmann 3.70. 1982 Automobil- betrieb Stock, 2. Rate 13,25. Arbeitsnachweis d. Verwaltung I, Verein Berliner Hausdiener 2550 5,30, 2552 6,05. Fllbrpersonal d. Abteilung II, Schultheis" 2554 14,—, 2555 1,60. 2556 10,95. 2558 Hausdiener u. einige organisierte Handlungsgehilfen der Firma Schubert 9,20. 4814 16,70. 1821„Bedag"-Äutosührcr. Chausfeeslrabe 16,70. 5193 8,60. 5205 Hausdiener v. Julius Martin Friedländer 2,25. 5207 3,85. 5208 Hausdiener v. Arndt u. Licbmann 6,—. 5212 3,65. 5214 Hausdiener der Filiale Kimbcl«. Fricdrichsen, Dorkstraße 9,65. 5215 9,20. 5218 Radfahrer v. Vorwärts 2,75. 5233 Greiscnhagen Nachs., Brunnenstrage 16,80. 5237 Kohlcnarbeiter v. Wcddingplatz 12,80. 5238 Kutscher v. Fuhrgeschäft Lange, Scllerstraße 5,70. 5239 Kellerarbeiter b. Deinhardt u. Drägcr 8,20. 5244 Müllkutscher u. Schaffner, Depot Bantzener Strage 33,05. 5246 D. Franke u. Söhne 5,65. 5247 D. Franke u. Söhne 7.25. 5262 Ueber- schütz der Dampscrpartie der Kollegen des Nolandslnschenbierversand 14,10. 5270 13,45. 5279 17,65. 5287 Transportarbeiter v. Lüderitz u. Bauer 5,25, sowie Kutscher der Korporation der Buchhändler 2,50. 5264 2,15. 1965 11,70(darunter Garage Rohnke 2,50). 1979 14,10. Outis 20,—. Tänzer 1,—. Wer. AtlaS 6,—. Mechaniker der Firma Knndtke 12,30. Kollegen v. Haukes Bäckerei, Pankow, Wollankstr. 2,—. Gebr. W. und Andere 3,50. Kollegen der Bautischlerci Nütz, Schulstr. 5,95. Taufe der Kolonie Ostharen, Britz 9,35. Arbeiter v. d. Möbeltischlerei Kunz, Neue Hochstr. 7,30. Kolonistenverein Licbesinsel, Reinickendors-Ost 10,05. DiS- kntierklub«Heinrich Heine" 10,—. Sparverein Osten d. Schlie 5,—. Droschkenführer a. Stammtisch Appä, Jnvalidcnccke 8,05. Verband der Maurer, Lübben, Steinkirchen 50,—. Tabakarbeitervcrband LLbbcn 5,—. Vom Streiksonds der Glasarbeiter Weitzwafscr O. L. 50,—. Handluchsahrer der Wäscherei v. Müller, Pappelallee 10,05. C. Griider 8,50. D. B. Willer, Bandclstr. 26 8,—. Bäcker b. Danelzick 4,55. Bautischlerci R. Kussin 15,50. Kollegen der Firma Traut u. Ov., Wilmersdorf. Babelsbcrgerstr. 10,—. Stammtisch C. Schmidt, NW., Waldftr. 5,—. Pflanzcrverein Ecke Dammweg, Köpcnicker Landstr. 20,—. Kollegen d. vereinigten Elektromolorenwcrlc 7,—. Atelier Karl Nagel 3,50. Sozialdemokratischer Wahlverein Suhl 16,—. Wahlverein Spremberg 20,—. Handels- u. Transportarbeiter Sprcinbcrg 5,—. Dr. Grunnach, Friedrichstr. 10,—. Verband deutscher Kunstgewerbe- Zeichner, Ortsgruppe Plauen i. V. 50,—. Walter Hetz 3,—. Schneider bei Block u. Co. 10,05. Verbandsmitglieder der Buchdruckern Martin u. Jonske 5,—. Töpfer von Kundi d. Decker 7,—. Zentralverband der Zimmerer, Zahlstelle Friedrichshagen 20,—. Bund der Arbeiter-Theatcrvereine Deutschlands, Bezirk I 7,70. Gesammelt bei Uhlig, Lychener Str. 2,80. Schneider und Schneiderinnen der Firma Kraft u. Levin, Atelier Fischbein 20,05. Durch Ernst Winke, Schöncbcrg, zurzeit Buckow 18,55. Kollegen der Ma> schinenfabrik Otto Schober 9,10. L. L. 200,—. Karl Drüger, Tempelhof 2,—. Von Herrn Hans Regeler, Oppelner Str. 17 1,35. Sozial- demokratischer Verein München 104,60. Durch Bischoff, Friedrich- stratze 4,—. Arbeiter von H. Meyer u. Co. 9,—. Tellcrsammlung des Leseabends d. 6. Berliner Wahlkreises, 12. Abteilung durch Frau Waldhauer 4,30. Verlag und Expedition d..Volksboten", Stettin 800.—. Mitglieder des ZentralverbandeZ der Hutmacher d. Pollack 8,06. Bau- tischlcrei Willart, Steglitz 10,—. D. A. F. 20,—. Verlag und Expedition d..VolkZboten", Stettin 700,—. D. Otto Bubrow 1,05. Vom Holz- arbeitcrverband, Zahlstelle Erkner 10,—. Sitzung des Vorstandes d. Filiale Grotz-Berlin d. Verbandes der Steinlrtzcr 8,—. Putzcrkolonne Ahl 7,05. Sammlung o. Familienabend d. Berliner Kernmacher 15,50. K. K. 58 15,05. Arbeiter v. Kühne 4,—. Berlinische Verlagsanftalt 6,—. Drescher, Putzer 3,—. Ertrag einer Tellersammlung in Freiburg i. Schl. d. Luschcr 21,85. Summa 12 568,13. Bisher sind eingeliefert 63 223,95 M.z dazu kommen 12 568,13 M., Summa 75 792,08 M. Gelder, welche per Post eingesandt werden, sind an A. Körsten, Engelufer 15 I zu senden. Alle Sammlungen sind sofort auf unserem Bureau, Engelufer 15 I, Zimmer 23, vormittags 9— 12,/a Uhr und nachmittags von 4— V'/g Uhr abzuliefern. Die Listen 3395, 3087. 1194. 7248 5282 und 5285 sind verloren gegangen und sind beim Vorzeigen anziihalten. Berichtigung. Auf der Liste 7504 sind statt 8,75 Mark 11,25 Mark gezeichnet worden. In Nr. 197 des«Vorwärts" soll es statt Berliner Arbeiter-Nadfahrer-Bund Berliner Arbeiter- Radfahrer-Verein, Mitglied des Arbeiter-Rad» fahrer-Bundes«Solidarität" heitzen. Der Ausschuß der Berliner Gcwcrkschaftskommisfion. keine anderen Mittel anwenden als unsere Gegner, aber wir werden den nötigen Nachdruck darauf legen. Genosse Hoffmaun erzählte, datz er eben von einer größeren Agitationstour zurückgekehrt sei und mit stolzer Freude berichten könne, daß auch in Gegenden, die früher unserer Arbeit viele Schwierigkeiten boten, die Sozialdemokratie glänzende Fortschritte gemacht habe. In Rheinland und Westfalen sei er von der großen Bewegung, die er dort gefunden, überrascht gewesen. Tosender Beifall folgte auch Hoffmanns Rede. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Während eine Ge- nossin. Frau Krieg, sich noch an die anwesenden Frauen mit einer Mahnung wandte, in diesem Wahlkampfe ihre Pflicht zn tun, und während der Vorsitzende. Genosse Richter, ein Schlußwort an die Versammelten richtete, begaben sich Liebknecht und H o ffm a nn zu der draußen harrenden Menge. Dort forderten sie noch in einigen kernigen Worten von einer schnell errichteten Rednertribüne herab die Ver- sammelten auf, in diesem Wahlkampfe- ihre volle Schuldigkeit zu tun, um den Gegnern den nötigen Respekt von der Vollsmeinung beizubringen. Dauernde Hochrufe auf unsere Bewegung erschallten zum Schluß! die bekannten Arbeiterlieder ertönten, und langsam löste sich der ge- waltige Menschenstrom in der Wiclefstraße auf. Die zahlreich anwesenden Schutzleute verhielten sich meist ruhig, abgesehen von einigen Uebereifrigen, die unausgesetzt ihr: Weitergehen, weiter gehen! schrien. Diese Wahldemonstration verlief in imponierender Weise, die Ordnung, von den Genossen selbst auftecht erhalten, war musterhaft-_ ZunStinn auf dasDreUtlaifefipaiianent. Zu einer imposanten Massendemonstration gestaltete fich die große Volksversammlung, welche die Moabiter Genossen am Dienstagabend nach den„Prachtsälen Nord-West" einberufen hatten. Im 12. Berliner LandtagSwahlkreise, bekanntlich vertreten vom Genossen Adolf Hoffmann, dem da? Junkerparlament sein Mandat streitig machte, wurde zun. Sammeln geblasen, und in hellen Haufen kamen die Genossen und Genossinnen herbei. Viel zeitiger als sonst war man am Platze. Bald nach 7 Uhr war der Andrang schon stark, und schnell war der große Saal vollständig besetzt, die Tische wurden hinausgebracht, die große Rednerbühne nahm das Publikum in Anspruch. Eine erdrückende Schwüle herrschte im Saale, mehr Personen konnte er nicht aufnehmen, und und unsere Genossen sperrten selbst die Zugänge ab. Nun bildete fich auf dem weiten Hof und in der Wiclefstraße eine große Menschenansammlung, etwa ein Dutzend Schutzleute traten in Tätigkeit, die sich aber damit begnügten, die Menge in Be- wegung zu erhalten.— Im Saal verkürzte ein Gesangverein mit seinen Vorträgen der harrenden Menge die Zeit, denn die Redner des Abends, Karl Liebknecht und Adolf H o f f m a n n, ließen etwas lange auf sich warten. Zuerst kam Genosse H o f f m a n n. der mit Jubel empfangen wurde und sogleich eine kurze Ansprache an die Versammelten richtete, die er aber unterbrach, als von draußen her brausende Hochrufe heraufdrangen. Dem Genossen Liebknecht galt die Ovation der Menge. Mit Jubel wurde er auch im Saale begrüßt. Seinem Vortrage, der über eine Stunde währte, folgte die Versammlung mit größter Aufmerksamkeit. Er übte scharfe Kritik an den Zuständen in Preußen, die unhaltbar ge- worden und eines großen Kulturvolkes unwürdig seien. Unter dem Absolutismus der Junkerherrschaft habe das Volk zu leiden, von einem Rechtsstaat könne man in Preußen nur sehr bedingt sprechen. Die Reaktion feiere ihre Triumphe in der Gesetzgebung, in der Ver- waltung, in dem preußischen Landrecht mit seiner Polizeigewalt, auf den Schulen und allen BildungSanstalten. Die Machtfülle, mit der der preußische Laudrat ausgerüstet sei. erinnere an chinesische Zu- stände. Das Volk muß seinen Willen dahin kundgeben, daß es eine Aenderung der bestehenden Verhältnisse energisch verlange. Es müsse sich eine Vertretung schaffen im Parlament und Sturm laufen gegen das Dreiklassenwahlrecht. Im 12. Landtagswahlkreis müsse alles darangesetzt werden, den Genossen Hoffmann wieder in den Landtag zu bringen. Gerade er wurde mit besonderem Haß ver- folgt. Auch wenn er nichts sagte, verwundeten schon seine Zwischenrufe die Gegner so empfindlich, daß sie Bestimmungen trafen, die Wirkung der Zwischenrnfe nach außen hin zu vermindern. Hoff- mann war der bestgehaßte Vertreter des Volkes im Landtage. Seine Wahl werde der wirkungsvollste Protest gegen die ungerechtfertigte Kassierung der Mandate der Sozialdemokraten sein. Seine Wahl gelte zugleich als eine Quittung für die jüngste Reichsfinanzreform, denn Preußen sei der maßgebende Faktor dabei gewesen. Gegen die preußische Reaktion und Gewaltherrschaft gelte es einen Sturm- angriff zu wagen, welche Opfer eS auch kosten möge. Liebknechts Rede wurde mit starkem Beifall aufgenommen. Nach ihm nahm Adolf Hoffmann noch einmal das Wort und betonte, daß die Arbeiter in diesem Kampfe auf sich allein angewiesen seien, datz sie auf keine Hilfe zu rechnen hätten, da die wenigen Demo- kraten nicht ins Gewicht fallen. Er wandte fich an die sehr zahl- reich anwesenden Frauen und führte aus, daß sie die Blockade vor dem Sturm zu übernehmen hätten. Sehr viel komme es auf ihre Mitarbeit an. Man rede nicht von TerrorismuS i Wir werden Sie„Zwei liatioiKn" in den vereinigten Staaten von flmerika. Das ZensuLbureau der Vereinigten Staaten veröffentlichte vo einigen Tagen die Ergebnisse seiner Erhebungen über amerikanische Arbeitslöhne aus' dem Jahre 1905. Die Statistik bezieht sich auf 123 703 Betriebe mit 3 297 819 Arbeitern. die aber nur 47 Proz. der Höchstzahl der Arbeiter bilden, die während des vorhergegangenen Jahres gleichzeitig beschäftigt wurden (7 017 138). Von dieser Höchstzahl waren dagegen durchschnittlich nur 77 Proz. beschäftigt(5 400 321). Von der durchschnittlichen Zahl der Beschäftigten waren 4 244 538 über 16 Jahre alte(„erwachsene") männliche Arbeiter, 1065 884 über 16 Jahre alte weibliche Arbeiter und 159 899 Kinder(Arbeiter unter 16 Jahren). Die eigentliche Lohnstatistik der 3 297 819 Arbeiter ist für die männlidhen Erwachsenen vollständiger als für die Frauen und Kinder, indcffen werden doch für jede der drei Gruppen Durchschnittslöhne mitgeteilt, und zwar beträgt danach der durchschnittliche Wochenlohn für den Mann.... 11,16 Dollar für die Frau..... 6,17, für das Kind..... 8,46« Ordnet man die erwachsenen männlichen Arbeiter in Wochen- klaffen ein, so ergibt sich folgendes Bild Wochenlohn 4 5 6 7 8 9 10 12 15 20 unter 3 Dollar 3 bis 4 Dollar ö. 6. 7« ». 9. 10. 12. 16« 20„ 25„ 25 Dollar und darüber Zu bemerken ist hierbei, daß bei Anoiwnung dieser Wochen- klaffen nicht nach den nominellen Lohnbeträgen, sondern nach dem tatsächlichen Wocheneinkommen verfahren ist. so daß zum Beispiel ein Arbeiter mit 6 Dollar Wvchenlöhnung, der nur an der Hälfte der Arbeitstage beschäftigt� war. in die zweite Gruppe(3 bis 4 Dollar) eingereiht wurde. Die höchsten Löhne erhalten erwachsene männliche Arbeiter im Steinbildhauergewerbe(21,68 Dollar durchschnittlich), in der Korsett- industrie(17 Dollar), im photolithographischen Gewerbe, im Bild- Hauergewerbe, in der llhrenindustrie usw. Tie niedrigsten Löhne werden gezahlt in der Industrie der Fette und Harze(5,23 Dollar), für die Zubereitung von Flachs und Hanf, in der Konserven-, Oel- und Tabakindustrie usw. Die Industrien mit den niedrigsten Löhnen haben hauptsächlich im Süden ihren Sitz. Aber auch im leitenden Jndustriedistrikt des Ostens und überhaupt des Landes erreicht der Durchschnittslohn der Industriearbeiter noch nicht den Gesamtdurchschnitt, denn im Distrikt New Uork, von dessen 702 Ouadratmeilen 326 innerhalb der Stadtgrenzen liegen, wird durchschnittlich nur etwas über 10 Dollar die Woche(537 Dollar im Jahre) gezahlt. Gerade gelegen kommt da nun ein Büchlein, worin Robert Coit Chapin die Resultate einer Enquete mitteilt, die ein Komitee von Sachverständigen im Auftrage der Frau Russal Sage, der Witwe des alten kapitalistischen Räubers, über die Lebenslage der Arbeiterfamilien �lrotz-New-Vorks erhoben hat. Da wird aus der Preisstatistik der notwendigen Lebensbedürfnisse-bowicsen, daß eine(vierköpfige) Arbeiterfamilie in Groß-New-Zork, die weniger als 800 Dollar im Jahre(zirka 15tb Dollar die Woche)„verdient". nicht mehr menschenwürdig existieren kannt Kein Wunder, daß denn auch als Gesamtergebnis der Untersuchung„Unterernährung, übermäßiges Anhäufen der Arbeiterfamilien in unzureichenden Wohnungen und andere sich aus den schlechten Lohnverhältnissen ergebende schlimme Zustände" festgestellt werden, die„unter den un- qualifizierten und halbqualifizierten Arbeitermassen so allgemein" sind,„daß sie notwendigerweise zu Krankheit, Verbrechen. Elend und Knechtschaft führen". Die obigen amtlichen Ziffern, die zudem noch aus einer Prosperi- tätsperiode datieren, lassen keinen Zweifel, daß dieses düstere Bild von der Lebenslage amerikanischer Arbeiter nicht auf die Metropole beschränkt ist. Selbst wenn man zugibt, daß in anderen Teilen des Landes, wenigstens in kleineren Ortschaften, 11,16 Dollar Durch- schnittslohn für eine nicht zu zahlreiche Familie eher ausreichen mag. so bleibt doch die harte Tatsache, daß 1 220 298 Arbeiter, das heißt weit über ein Drittel der gesamten von der Untersuchung er- faßten amerikanischen Arbeiterschaft, nicht einmal 10 Dollar die Woche verdienen, und vollends dunkel ist es. wie 305 III erwachsene männliche Arbeiter, fast ein Zehntel der Gesamtzahl, es fertig bringen sollen, mit weniger als 6 Dollar die Woche hauszuhalten! Begeben wir uns nun auf die Sonnenseite des amerikanischen Lebens, wo man sich über derlei Rätsel die Köpfe nicht zu zcr- brechen braucht, so haben wir da zehn sehr reiche Leute, die zu- sammen rund 2 Milliarden Dollar besitzen, und weiter vierhundert- undncunzig Glückliche, die insgesamt drei Milliarden Dollar schwer sind und diesem Millionärsmittelstand folgen viertausendfünf- hundert Millionärsprolctarier, die es zusammen nur auf zehn Milliarden gebracht haben. Rund fünftausend reiche Leute ver- fügen insgesamt über fünfzehn Milliarden oder über ungefähr den siebenten Teil des heute angenommenen„Nationalreichtums"! Sie wissen nicht, wie groß die Armut derer ist, die für sie arbeiten, und diese machen sich kaum eine richtige Vorstellung von dem un- geheuren Neichtnm der anderen! Hm der Partei. Keine Legcndcnbildmlg. Die«Dresdener Volksztg." bemerkt zu den Erörtervngen über die Mitarbeit Bernsteins an bürgerlichen Blättern: «Unsere Parteipresse nimmt nur vereinzelt von dieser neuen Berliner Auseinandersetzung Notiz. Offenbar wird es in den Kreisen unserer Parteigenossen recht mißliebig empfunden, daß nun schon wieder wegen einer unbedeutenden Ursache ein erheblicher Parteilärm entsteht. Nur die gegnerische Presse hat daran ihr Vergnügen und die Partei Hai keinerlei Nutzen. Aus diesem Grunde möchten wir. solange es sich irgend vermeiden läßt, nicht dazu beitragen, diese Diskussion zu verbreitern." Diese Bemerkung könnte bei Genossen, die die E nt w i ck e lu n g der Auseinandersetzung im.Vorwärts" nicht aufmerksam verfolgt haben, die irrige Auffassung erwecken, als trage der«Vorwärts" irgendwelchie Schuld daran, daß wegen„einer unbedeutenden Ursache ein erheblicher Parteilärm" entstanden sei. Um einer solchen Legendenbildung von vornherein entgegenzutreten, geben wir folgendes Urteil eines anderen Parteiblattcs, des Braunschweiger «Volksfreund", wieder: „Genosse Eduard Bernstein hat kürzlich im„Berliner Tagebl." einen au sich einwandfreien Arlftel über die Taten des Regicrunzs- Präsidenten in Schleswig und des Polizeipräsidenten in Kiel erscheinen lassen. Während die«Leipziger Volkszeitung" darin eine absichtliche Provokation erblickte, betrachtete der.Vorwärts" die Sache weit kühler, er bemerkte zunächst nur:«Wir legen es zu dem Uebrigen und überlassen den Genoffen das Urteil über diese Handlungsweise." Zu der Auslassung der«Leipz. Volksztg." meinte dann der„Vorwärts":«Wir nehmen die Sache nicht ganz so tragisch wie unser Leipziger Parteiorgan, da'Genosse Bernstein vielleicht wirklich der Ansicht ist, im„Berk. Tageblatt" mit einem Organ zu tun zu haben, das die Sozialdemokratie nicht gehässig und hämisch angreift. Es muß ja auch zugestanden werden, daß dieses Blatt bisweilen längere Zeit hindurch sich solcher Angriffe enthält, bis dann bei irgendeiner passenden Gelegenheit sich doch einmal verrät, daß es auch gehässige und hämische Kritik an der Sozial- demokratie nicht verschmäht." Hierfür fügte der.Vorwärts" gleich ein überführendes Beispiel an. Immerhin gestand der«Vor- wärts" dem Genossen Bernstein den guten Glanben zu und meinte sogar, daß Genosse Bernstein zur Niederleguiig seiner Neichstagskandidatur auf Grund des zweiten Absatzes der Dresdener Resolution erst verpflichtet sei, wenn er öfterer und dauernder Mitarbeiter des«Berliner Tageblatts" werden würde. Der„VorlvärtS" hat also den Genossen Bernstein in einer Weise behandelt, wie sie loyaler kaum gedacht werden kann." Unser Braunschweiger Parteiblatt legt dann eingehend dar, wie durch das wüste Geheul der bürgerlichen Presse über die A n S- hungerung mißliebiger Genossen und durch Bernsteins zwei- dentige Erklärungen die ganze, vom„Vorwärts" anfangs«in durch- aus loyaler, schonender, fast gemüilichcr Weise" behandelte An- gelegenheit sich zu dem ausgewachsen hat, was daS Dresdener Partei- blatt einen«erheblichen Parteilärm" nennt. Der Braunschweiger „Volkssrcund" bemerkt schließlich: «Wenn cS darüber zu einem Parteikrakcel in Leipzig kommen sollte, so liegt also die Schuld sicher nicht beim „Vortvärts", sondern allein beim Genossen Bernstein. Hätte dieser einfach erklärt: Ich habe im g u t e u Glauben gehandelt, daß das«Berliner Tageblatt" nicht zu den Blätter» gehört, die die Partei hämisch bekämpfen, und dann klipp und klar die falsche nnd gehässige Behauptung widerlegt, daß er boykottiert und ausgehungert werde, so hätte man die an sich unbedeutende Geschichte mit Stillschweige» übergehenkönnen. Jetztfreilich siehtdieSache anders aus." Wenn unser Braunschweiger Bruderblatt trotzdem meint, daß der Leipziger Parteitag besseres zu tun habe, als sich mit diesem Fall Bernstein zu beschäftigen, so teilen wir diese Auffassung durchaus. Wir werden um Aufnahme nachstehender Notiz ersucht: Für jeden, der mit den russischen Bcrhältnisso nur einigermaßen vertraut ist. erscheint es befremdlich, wie Genosse Bernstein in seiner heutigen Antwort im„Vorwärts" die gegenwärtig eingegangene Petersburger Zeitung. T o w a r i s ch t s ch" als«das seinerzeit einzige große sozialdemokratische Tageblatt" bezeichnen und das freundliche Entgegenkommen dieses Blattes gegen ihn gegen die Leipziger Volkszeitung' ausspielen konnte. Genosse Bernstein scheint das O p f e r einer g e w i s s e n l o s e n I n f o r m a t i o n geworden zu sein. Der„Towarischtsch" war ebensowenig ein sozialdemokratisches Tageblatt", wie die. R u s s k i j a W e d o m o st i" ein«sehr angesehenes demokratisches Blatt" ist. Dieses Blatt stand unter der Leitung einer Gruppe«kritischer Sozialisten", mit Prokopowitsch und Frau Kußkowa an der Spitze, die nach dem treffenden Ausdruck des Genoffen Trotzky«schon einige Jahre früher ihre theoretischen Voraussetzungen verloren hatten und seitdem im Stadium einer chronischen Konfusion zurückgeblieben waren". Nach der v ö l l i g e n Vernichtung der legalen sozialdemokratischen Presse in Rußland nahm der.Towarischtsch" allerdings die am weitesten links stehende Stelle in der Petersburger Tagcspreffe ein. ES war aber auch dann vom sozialdemokratischen Standpunkt weit entfernt, richtete seine kritischen Ausfälle vorzugsweise gegen die Partei und fügte durch seine zweideutige Haltung der Partei oft empfindlichen Schaden zu. Ein solches Blatt kann nur der als maßgebende Instanz der russischen Sozialdemo- kratie ausgeben, der von den tatsächlichen Verhältnissen keine Ahnung hat. Es wäre besser gewesen, Genosse Bernstein hätte die Mahnung der„Leipz. Volksztg." beherzigt und nicht nach russischen Kronzeugen gegen die„Leipz. Volksztg." gesucht. Nordbahcrischer Gautag. Der Gautag für Nordbahern fand am Sonntag in H o f statt. Anwesend waren 58 Delegierte, außerdem für den Parteivorstand in Berlin Genosse Cbert, für den bayerischen Landesvorstand R a i t h- München, weiter Abg. Genosse Dr. S ü d e k u m. Der Bericht des Gauvorstandes, über den wir schon eine kurze Meldung brachten, verzeichnet trotz der wirtschaftlichen Depression ganz er- freuliche Fortschritte. Die Diskussionsredner fanden an der Tätigkeit des Vorstandes nichts auszusetzen, nur über die Bildungsbestrebungen wurden einige Beanstandungen erhoben, indem S ch i r in e r- Burgkundstadt behauptete, daß die bei dieser Frage eingeschlagene Methode so ziemlich Fiasko ge- macht habe. Das sei charakteristisch, nachdem man in dem Ge- nassen Maurenbrecher einen„Wunderdoktor" angestellt zu haben glaubte. Mit den aufgewendeten Mitteln hätte man auf andere Weise etwas Ersprießlicheres leisten können. Zudem komme noch in Betracht, daß Maurenbrecher bewiesen habe, datz er nicht auf dem Boden des historischen Materialismus, sondern des philo- sophischen Materialismus stehe und somit mehr bürgerliche An- schauungen bekunde. Auch P a n z e r- Bayreuth erklärte sich von dem Erfolg der Bil�ungSbestrebungcn enttäuscht. Eigner- Nürnberg erklärte, der Genosse von Burgkundstadt habe keinen einzigen Bildungsvortrag Maurcnbrechers gehört und könne daher auch kein Urteil über dessen erzieherische Fähigkeiten abgeben. Es sei auch nicht wahr, daß die Organisation der Bildungs- bestrebungen keinen Erfolg gezeitigt habe. Mit dem bisherigen Erfolg könne man sehr zufrieden fein, Zum ersten Male fei das Interesse für Bildüngsbestrebungen im Eäü erweckt worden. Von Nürnberg ist Redner allerdings auch enttäuscht; es sind hier nicht die Massen herangezogen worden; aber dieses Schicksal teilt Nürn- berg mit der ganzen Partei, wobei nur auf Berlin zu verweisen sei. Mit der Personenfrage habe die Sache nichts zu tun, ebenso- wenig mit der Frage, welche verschrobenen Ansichten Mauren- brecher von der Politik habe.— Die übrigen Redner hatten gegen die Organisation der Bildungsbestrebungen nichts einzuwenden, sondern äusserten nur Wünsche bezüglich der besseren Berücksichti- gung der kleineren Orte usw. Ein Beschluh wurde nicht gefaht. In der Hauptsache drehte sich die Diskussion um einen Antrag der WürzburgerGenossen, für den Regierungs- bezirk Unterfranken einen besoldeten Sekretär anzustellen, der sich lediglich mit der Agitation, Organisation und Verwaltung zu beschäftigen habe. Ter Antrag wurde schliesslich dem Vor stände zur Berücksichtigung überwiesen. Den zweiten Beratungsgegenstand bildete die Besprechung des neuen O rga n i sati o n s e n tw u rse s für die Ge- samtpartei, über den Simon- Nürnberg referierte. Er trug dabei eine Reihe von Anträgen vor, die eine Konferenz in Nürn berg hierzu gestellt hat: In§ 4 soll in dem Satze:„Organs sationen, denen weibliche Mitglieder angehören, müssen diesen eine Vertretung im Vorstand gewähren', das Wort„müssen" durch die Worte„sollen nach Möglichkeit" ersetzt werden. In Z b sei der Passus zu streichen, wonach den weiblichen Mitgliedern die „Gleichheit" unentgeltlich zu liefern ist. Sonst würde von dem W-Pf.-Bcitrag der weiblichen Mitglieder nicht nur nichts übrig bleiben, sondern vielmehr noch Geld zugelegt werden müssen. Die Beitragssestsetzung soll nicht schon am 1. Januar, sondern erst am 1. Juli 1910 in Kraft treten mit Rücksicht darauf, daß die Krise noch nicht vorüber und im kommenden Winter voraussichtlich wieder mit einer grossen Arbeitslosigkeit zu rechnen sein wird. Bei der Einberufung eines ausserordentlichen Parteitages solle die Reichstagsfraktion nicht ganz ausgeschaltet werden. Zum Ausschlussverfahren schlägt die Konferenz vor, die Worte:„Auch kann der Ausschluss eines Mitgliedes erfolgen, wenn es wieder- holt in bewusster Weise die Parteiinteressen geschädigt hat", zu streichen; ferner soll in Z 24 das BerusuugSrecht an ein Schiedsgericht bezw. an den Parteitag nicht auch den Anklägern, sondern lediglich dem Beschuldigten eingeräumt werden. In der Dis- kussion wurden gegen den Organisationsentwurf keine Ein- Wendungen erhoben, insbesondere wurde auch die Notwendigkeit, die Beiträge auf mindestens 39 Pf. festzusetzen, allgemein an- erkannt. E i s n e r- Nürnberg hielt es für notwendig, dass den einzelnen Landesteilen das Recht eingeräumt wird, in der Kontroll- kommission vertreten zu sein; in der Praxis habe sich zwar eine derartige Uebung bereits herausgebildet, aber statutarisch sei es nicht festgelegt. Zur Beitragsfestsetzung meinte Redner, es empfehle sich, den Beitrag unter Beibehaltung des Grundbeitrages von 39 Pf. nach dem Einkommen bei freiwilliger Selbst- einschätzung abzustufen. Weiter trat er dafür ein, dass den Wahl- kreisen nicht nur das Recht,, sondern die Pflicht auferlegt wird, auf den Parteitagen vertreten zu sein; die Kreise, die die Mittel hierzu nicht haben, sollen solche aus Zentralmitteln erhalten. Genosse S ü d e k u m erklärte die Anregungen Eisners für sehr beachtenswert, besonders die über die Zusammensetzung der Kontrollkommission. Die Zusammensetzung der Partei habe sich im Laufe der Jahre immer mehr differenziert, und das habe grosse Vorteile durch die Intensität, mit der die Arbeit in den einzelnen Landesteilen vorgenommen werde. � Es sei sehr wünschenswert, dass dieser natürlichen Gliederung auch in der Zusammensetzung der Kontrollkommission Rechnung getragen werde. Genosse Süssh ei m- Nürnberg bekämpfte diese Anregung, da sie nur auf eine verschärfte Betonung des bundesstaatlichen Charakters hinauslaufe, wodurch der Keim zu manchen Differenzen gelegt werde. Dem Organisationsentwurf wurde vom Gautage zugestimmt mit der Anheimgabe, dass die Anregungen der Nürnberger Kon- ferenz berücksichtigt werden sollen. Hierauf behandelte Genosse Segitz die bayerische Steuerreform in einem sehr instruktiven Vortrage, über den eine Diskussion nicht beliebt wurde. Die bisherige Gauleitung wurde einstimmig wieder- gewählt._ Aus den Organisationen. Der sozialdemokratische Zcntralvereiu für den 7. f ch l e S w i g- holsteinischen Reichstogswahlkreis(Kiel-Nenmünster) hielt Sonntag seine Generalversammlung in Kiel ab. Sie war von den 13 Ortsvereinen der KrciSorganisation durch 4t Delegierte, darunter 6 Frauen beschickt, ausserdem nahmen teil die Partei- funktionäre und der Reichstagsabgeordnete des Kreises. Genosse Legien, serner ivaren vertreten die Agitationskommission der Provinz Schleswig-Holstein und die„SchleLwig-Holsteinische Volkszeitung". Die Zahl der Mitglieder der Kreisorganisation, die am Beginn des Geschäftsjahres 8224 betrug, ist bis zum Schlüsse des Geschäfts- jahres 19 239 gestiegen. Die wirkliche Mitglicdcrziniahme beträgt jedoch nur zirka 699, weil am Beginn des Geschäftsjahres ausser den 8224 Mitgliedern noch zirka 1499 Genossen und Gc- nossinnen freiwillige Beiträge bezahlten. Von diesen sind am 1. Oktober 1993 zirka 1399 als Mitglieder in den Verein über- getreten. Auf die einzelnen OrtSvercine verteilt sich die Mitglieder- zahl folgendermaßen: Kiel 4784(1998 4435), Kicl-Gaarden 1363 (1193), Neumünster 1526(1294), Winterbck 779(63l), Dietrichsdorf 498(22t). Rendsburg 229(164), Preetz 252(191), Ellerbek 344 (172), 1 Kopperpahl 293(139), Mönkeberg 116(111), Elmschenhagen 179(113), Nortorf 49(54), Hohenwcstedt 49(29). Die„Schleswig- Holsteinische Volkszeituug" hat im Kreise 14 649 Abonnenten. Der Abonnenteustand hat sich seit dem Borjahre nicht verändert, � die wirtschaftliche Krise, die besonders scharf im Baugewerbe dcS Kieler Industriegebiets gewirkt hat und teilweise noch wirkt, hat viele Abonnenten zur Abreise genötigt, und es inuss schon als ein Erfolg bezeichnetZwerden, dass eS gelang, diesen Verlust durch Gewinnung neuer Abonnenten zu ersetzen. Aus den OrtSvercinen Kiel und Kiel-Gaarden wird jedoch die erfreuliche Tatsache ge- meldet, dass es im Monat Juli 1999, also schon im neuen Geschäftsjahr, gelang, die Abonnentenziffer um 1999 zu erhöhen. Die Agitationszeitung für die Landarbeiter, die „Schleswig- Holsteinische Landpost", wird allmonatlich im Kreise an 4933 feste Bezieher versandt. Ei» Bild von der rührigen Agitation im Kreise geben folgende Zahlen: ES wurden abgehalten 91 Volksversammlungen, 163 Kreisversammlungen und 21 Fraucnversammlungen, verbreitet wurden 273 999 Flugblätter, 17 999 Broschüren, 16 999 AgitationSkaleuder, 699 polnische Kalender, 9699 sonstige Agitationsschriften, 3999 Maizeitungen, 64 689 Exein- plare der„SchleSwig-Holsteinischen Landpost". Die Kasse der KrciS- organisation hatte am 1. Juli 1998 einen Vermögensbestand van 22 974.92 M., sie vereinnahmte dazu im Berichtsjahre 85 773,17 M. (darunter 24 879,23 M. als Beiträge der Ortsvcreine an hie KrciS- kasse, 3374.53 M. als Ueberschiisse der Parteikolportagen, die vom Kreisverein in eigener Regie betrieben worden und 4244,46 M. Ein- nahmen für Maiinarken und abgegebene Arbeitslöhne vom 1. Mai); sie verausgabte 37 615,49 M.(darunter 8941,64 M. an den Partei- vorstand in Berlin und 4929,82 M. an die AgitationSkonuuission in Altona), so dass der Vermögensbestand am 39. Juni 1999 21 137,69 M. betrug. Mit den Kassenvestäuden der OrtSvercine beträgt der Vermögensbestand der Partei im Kreise 28 782,92 M. Für Bildungszwecke wurden von den OrlSvereincn 3922,39 M. ausgegeben. Dem Bericht ist auch ein Bericht über die Jugend- bewegung angehängt. Jugendorganisationen bestehen im Kreise in Kiel, Reumünster. Rendsburg und Preetz mit insgesamt 797 Mit- gliedern; die„Arbeitcr-Jugend" wird in 759 Exemplaren abonniert. — Von den Verhandlungen der Generalversammlung waren be- sonders interessant die über die Stellung der-Kreis- organisation zum Landarbeiterverband und die über die Gründung eines M a i f o» d s. Es herrschte voll- ständige Einmütigkeit darüber, daß der Landarbeiterverband die kräftigste Unterstützung durch die Partei finden müsse. Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen:„Der Zentralberein der sozialdemokratischen Partei des 7. schleswig-holsteinischen Wahl- kreises erkennt in Uebereinstimmung mit den Beschlüsse» früherer Generalversammlungen die Notwendigkeit der Organisierung der ländlichen Arbeiter an. Die Generalversammlung beauftragt deshalb den Vorstand der Kreisorganisation, überall in den ländlichen Bezirken des Wahlkreises, wo die Möglichkeit geboten ist, zwecks Agitation für den Verband der Land-, Wald- und Weinbergsarbeiier Versammlungen zu veranstalten oder in sonst geeigneter Weise zu agitieren. Die Ortsvereine werden aufgefordert, in Verbindung mit den Gewerkichaftskartellcn die Agitation für die Landarbeiterorgamsation planmäßig und intensiv zu betreiben."— Die Beratung über Schaffung eines M a i f o n d s führte zu dem Beschlüsse, die bei der diesjährigen Maifeier in Kiel und Umgegend aus dem Erlös der Maimacken und den auf Grund des Nürnberger ParteitagSbefchlusseS abgegebenen Arbeitslöhnen erzielte Einnahme von gut 4999 M. als Grundstock für einen Maifonds festzulegen. Die Verwaltung des zu schaffenden Fonds soll dem Krcisvorstand und dem Vorstand des Kieler Kartells übertragen werden. Die übrigen Ortsvereine des Kreises sollen sich bis zum 1. Januar 1919 entscheiden, ob sie sich an dem Maifonds beteiligen wollen; die An- ficht der Generalversammlung geht nämlich dahin, möglichst für den gesamten Wahlkreis einen Maifonds zu schaffen. Sollte der Leipziger Parteitag über den Umfang der Gebiete, für die solche Fonds zur Unterstützung ausgesperrter Maifeiernder gegründet werden sollen, andere Beschlüsse fassen, soll eine Anpassung an diesen Beschluß herbeigeführt werden._ Personalien. Zum Parteisekretär für den Wahlkreis Lübeck wurde Montag der Genosse W. Bromme in Dortmund gewählt. Ein Parteiveteran verstorben. Dem Genossen Wilhelm H a s e n k r u g widmet die. M a g d e b. V o l k S st i m m e" folgende Gedenkworte:„Einer der selbstlosesten und opfermutigsle» Kämpfer ist mit Wilhelm Hasenkrug ins Grab gesunken. Schon in den schweren Zeiten des Sozialistengesetzes stellte er sich in den Dienst der Partei, der er manches Opfer brachte. Bis zu seinem letzten Ateinzug ist er der sozialistischen Fahne treu geblieben. Wenn ihm seines hohen Alters wegen— er stand im 76. Lebensjahr— auch die Kraft fehlte, tätigen Anteil an den Arbeiten der Partei nehmen zu können, so verfolgte er doch geistig die Vorgänge des Partei- lebcns mit größtem Interesse. In Kreisen der alteren Parteigenossen war er seines sympathische» Wesens wegen als der Freund bekannt. Möge sich die Jugend ein Beispiel an diesem stillen, opfcr mutigen Kämpfer nehmen." Sie füdafiütanilche Ocrfnffong. London, 21. August.(Eig. Ber.) Mit der Annahme des Vcr fassungsentwurfs durch das britische Parlament tritt ein neues politisches Gebilde ins Leben: die Südafrikanische Union oder die Vereinigten Staaten von Südafrika. Der Ver- fassungsentwurf wurde vom britischen Parlament ohne jede Aende rung angenommen. Die Bemühungen der Arbeiterpartei und einiger Linksliberalen zugunsten der Schwarzen und der Asiaten sind ergebnislos geblieben. Das bemerkenswerteste an den Debatten war die Einstimmigkeit, mit der die Entrechtung der Eingeborenen missbilligt wurde. Sowohl die Redner der Konservativen wie die der Liberalen bedauerten die Engherzigkeit und die Kurzsichiigkcit der Südafrikaner, die den Schwarzen jede Möglichkeit zur Gw langung des vollen Bürgerechts nehmen. Man rechnet, dass die Missbilligung des britischen Parlaments die Südafrikanische Union veranlassen werde, das in der Kapkolonie und in Natal vor> handene Wahlrecht aufrechtzuerhalten. In der Kaplolonie gibt eS 22 999 farbige Wahlberechtigte, in Natal 299. Eine bessere Ga rantie für die Aufrechterhaltung des Wahlrechts in der Kapkolonie und in Natal ist die Furcht, dass die Entrechteten zur Gewalt greifen könnten, um ihre Rechte zu verteidigen. In einem der- artigen Falle wäre es ungemein schwierig für die Südafrikanische Union, Reichsmilitär zur Unterdrückung eines Aufstandes zu er- halten. Für England, als das Haupt und Herz des britischen Reiches ist die Entrechtung der Schwarzen und der Asiaten sehr unangenehm, da das britische Reich zum größten Teile aus Farbigen besteht, die auf den Schutz Englands rechnen dursten. Wenn ihnen der Schutz innerhalb des britischen Reiches versagt wird, so erhalten sie einen Grund mehr für Selbständigkeit zu kämpfen. Es ist übrigens fraglich, ob ein englisches Parlament bor dreißig, vierzig Jahren einer politischen Entrechtung der Schwarzen zugestimmt hätte. In bczug auf die Behandlung farbiger Rassen ist die weisse Rasse— mit Ausnahme der Sozialdemokraten und der Linksliberalen— ohne Zweifel in den letzten Jahren brutaler geworden. Ein Lincoln und sein Erfolg wären jetzt in den Ver einigten Staaten von Amerika ganz unmöglich. Das ist wohl die Folge des Imperialismus, der wirtschaftlichen und politischen Aus drhnung der kapitalistischen Nationalstaaten. Die zweite Lesung des Südafrikanischen Vcrfassungs. entwurfs hatte eine ganze Reihe von Reden bürgerlicher Abgeordneten gebracht, von denen kein einziger den Ausschluss der Farbigen vom Wahlrechte billigte. Die Sympathie für die Gntrechtcten waren indes zum größten Teil platonisch. Dagegen ging die Arbeiterpartei entschlossen für die Farbigen vor. Im Namen der Arbeiterpartei sprachen Keir H a r d i e und Roberts. Hardie meinte, der Gedanke eines weissen Südafrikas, wie ihn die Verfassung vorsehe, sei ganz unmöglich.„Für die Verfassungsmacher scheinen die weissen Frauen und die ganze farbige Bevölkerung gar nicht zn existieren. Die weisse Frau und der Neger werden in eine Klasse geworfen, die nicht fähig sei, an der Regierung des Landes teilzunehmen. Unter den obwaltenden Umständen kann die Arbeiterpartei nur verlangen, den Status quo in Kapkolonie und Natal aufrecht zu erhalten." Roberts erklärte, wenn man die südafrikanischen Eingeborenen, die im wachsenden Maße sich zivilisieren, verhindert, verfassungsmässig zu wirken, so zwingt man sie zu unkonstitutionellen Kampfmitteln zugreifen. Im Namen der Arbeiterpartei protestiere er gegen die Schranke, die gegen die Farbigen aufgerichtet werde. � Die„Times" vom 19. August brachte ein Eingesandt, das von Tengo Dschabawu, einem südafrikanischen Neger, unter- schrieben ist. Mr. Dschabawu ist Mitglied der von den farbigen Einwohnern Südafrikas nach London gesandten Deputation, um gegen den Ausschluss der Neger und Asiaten zu wirken. Er war bei der Debatte im Unterhause anwesend und er dankt allen Abgeordneten für die einstimmige Zurückweisung der' Ausschluss- bestimmungen. Dschabawu erklärt, er sehe die Schwierigkeiten des britischen Unterhauses ein, aber cö ließe sich ein Amendement an- nehmen, das allen Beteiligten gerecht werden könnte. Das Amendement solle die Phrase„der europäischen Abstammung" streichen und es dem südafrikanischen Parlament überlassen, das Wahlrecht von Zeit zu Zeit festzustellen. Eine der- artige Fassung würde die Farbigen in Südafrika vollständig be- friedigen, da sie den Jarbigea die Möglichkeit ließe, die Gleich berechtigung zu erlangen.—- i» ■ Huq Induftvic und Handel. Ertragnisse der clcktrotcchnischcv Industrie. Fassen wir� die GeshäftSergebnisse von 51 Aktiengesellschaften der elektrotechnischen Industrie zusammen, die während der ersten sieben Monate ihre Bilanzen für 1993 veröffentlicht haben, so er- halten wir auf das gesamte Aktienkapital in Höhe von 4 99 Millionen Mark eine Dividendensumme von 38,37 Mit- lioncn Mark für 1998 gegenüber einer solchen von 38,46 Millionen Mark für 1997. Im Durchschnitt stellte sich die Dividende in beiden Jahren auf 7,9 Proz. Der geringe Rückgang der Dividendensumme ist dadurch veranlasst, dass auf Rückstellungen usw. etwas mehr als 1997 vom Gewinn verwendet wurde. Der Reingewinn an und für sich blieb hinter der Summe des Jahres 1997 nicht zurück. Er belief sich vielmehr im Jahre 1998 auf 53,23 Millionen Mark gegen 52,72 Millionen Mark im Jahre 1997. Bei den meisten grösseren Gesellschaften hielt sich die Dividende auf der Höhe des Jahres 1997, bei einigen ging sie sogar über die damalige hinaus. Zu diesen letzteren gehören in erster Linie die Elektra- Aktiengesellschaft in Dresden, die ihre Dividende von SVz auf 4 Proz. erhöhte, die Norddeutschen Scekabelwerke, die 4 gegen 9 Proz. verteilten, die C. Lorenz Aktiengesellschaft, bei der die Dividende von 12 auf 16, die Konkordia-Elcktrizitätsgescllschaft, bei der sie von 15 auf 25 Proz. stieg. Wir haben diese wenigen Gesell- schaften herausgegriffen, um die.Eutwickelung zu charakterisieren. Die relativ günstige Eutwickelung, die die Rentabilität in der elektrotechnischen Industrie im Jahre 1998 erfahren hat, ist um so beachtenswerter, als bereits das Jahr 1997 eine sehr befriedigende EntWickelung aufzuweisen hatte. Das Anwachsen der deutschen Porzellan- und Steingutindilstrie. Es wurde schon an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Be- triebe der feinkeramischen Industrie am schwersten von den Schlägen der wirtschaftlichen Krise getroffen wurden. Das mag zum Teil daran liegen, daß eine grosse Anzahl deutscher Porzcllanfabriken durch den Massenabsatz ihrer Ware in Nordamerika stark von der dortigen Geschäftslage abhängig ist. Aber nichtSdcstoiveniger scheint die starke Schlappe, welche die Steingut- und Porzellanfabrikntion in Deutschland jetzt erfuhr, auch noch in anderen Ursachen begründet zu sein. Bor allen Dingen nmcht sich das ungemein starke An- wachsen dieser Industrie geltend. Im Jahre 1895 wurden 88 Hauptbetriebe der Steingutfnbrikation in Deutschland gezählt, die insgesamt 11342 Personen beschäftigten. Porzellantabrike» wurden— einschliesslich einiger Malereien— 1593, in denen 35 914 Personen tätig waren— gezählt, so dass zu- sainme» 1591 Betriebe mit 47 259 Personen vorhanden waren. Die Zählung von 1997 ergab ein wesentlich anderes Resultat. Da waren vorhanden 1669 Hariptbetriebe— 09 in der Steingutfabrika- tion, 1579 für die Porzellanindiiftrie—, in denen zusammen 71 299 Personen beschäftigt wurden. Während also die Zahl der Betriebe nur um rund 5 Proz. zunahm, vergrößerte sich die Zahl der in dieser Industrie Beschäftigten um 59,9 Proz. Bor allen Dingen stieg die Zahl der Arbeiterinnen. Während 1895 4979 gelernte und 7114 ungelernte, zusammen also 11 184 Arbeiterinnen gezählt wurden, waren es im Jahre 1997 zusammen 21 799, darunter 7523 gelernte und 14 262 ungelernte Arbeiterinnen. Doch in der gestiegenen Arbeiterzahl allein kommt die gesteigerte Menge der hergestellten Waren nicht zum Ausdruck. Auch in der Keramindustrie sind seit dem Jahre 1395 so wesentliche technische Vervollkommnungen aller Art eingeführt worden, dass es ungemein schwer hält, die gesteigerte ProdultionSkraft dieser Industriebetriebe nur an der Steigerung der Arbcitcrzahl abschätzen zu wollen. Durch die Verbesserung des Quetsch- und Gießverfahrens beim Herstellen der Rohware, durch die vielseitige Verwendung der Farbcnspritze, deS Druckverfahrens usw. bei dem Dekorieren der fertigen Stücke ist ein so starker Ersatz an menschlicher Arbeitskraft eingetreten, dass der Zuwachs an Arbeitern von 59,9 Proz. mindestens auf 299 Proz. der gesteigerten ProduktionSfähigkeit geschätzt werden muß. Daraus aber erhellt, daß eine starke Nebererzeugung von Waren stattgefunden haben muß. die jetzt umso fühlbarer sich geltend macht. Daß trotz der sehr beträchtlich gestiegenen Arbeitcrzahl die Zahl der Betriebe nur um 5 Proz. angewachsen ist, beweist, in welch starkem Umfange auch hier das Grosskapital Eingang gefunden hat. Air die Stelle kleiner Betriebe treten grosse Aktiengesellschaften, deren Aktien wiederum mehr und mehr in den Händen einiger Gross- banken zusammenlaufen.— Ein Beweis dafür, dass heut gegen 1895 auch in der Porzcllanindustrie die Geschäfte ganz anders betrieben Iverdem ist der, dass im Jahre 1895 953 kaufmännisch tätige Per» sonen in der Porzellan- und Steingutindustrie gezählt wurden, während es 1907 bereits 2350 Personen waren, die sich kaufmännisch betätigten. Diese Steigerung betrug also 146,9 Proz. Wasserkraft-Trust. Auf einem in Washington abgehaltenen Kongresse von WasserwerkSleuten, welchem 1299 Delegierte bei- wohnen, machte Gifford Pinchot darauf aufmerksam, dass die Bildung eines Wasserkraft-Trusts im Gange sei. Er wies dabei hauptsächlich auf die General Electric Co. hin, welche in verschiedenen Teilen der Ber. Staaten grosse Gruppen von Wasserkräften erworben habe oder im Begriffe stehe zu erwerben und den Wasserkraftmarkt vollständig beherrsche. Und wer Kraft beherrsche, beherrsche alle Industrie. Jetzt sei die Zeit, gegen die drohenden Uebergriffe des neuen „Trust" Front zu machen. Ein anderer Redner, Dr. Me Gee, berechnete, dass der Wert dcS Wassers für die Menschheit im Verhältnis von 199 zu 1 zu allen übrigen Lebensbedürfnissen stände. Er drang auf öffentliche Ausnutzung des Wassers. Der Sekretär des Innern, Ballinger, beschäftigt sich auch schon mit dieser Angelegenheit und will, wie aus Washington gemeldet wird, im Dezember d. I. dem Kongresse eine Vorlage über Rcservierimgcn grosser Wasserkräfte im Westen niachen, um auf diese Weise geeignete Gesetzgebung durch de» Kongress zu veranlassen. WttteriingSübcrstryt vom Lki. Skuaust moraenS 8 Uvr. eictloncn Lwtncnlde Hainbnr» ■ änitn Iranks.a M. Aunchen Wien LS «3£ fi« LZ --- ®=- 4 5 if 75g SO 754 SSO 759 SD 753 SW 7V2SSW 76331 Weiter I 4 halb bd. 5Rcgen 2 halb bd. 1 bedeckt 2 heiter 1 wolle»! US c•' KÖ Stationen Haparanda Petersburg Scilly Werde«, Part» S| »— 761 Z 3 SSW 765 Still 758 NRW 754 NNW 753 W Wetter bedeckt bedeckt 4 wolkig llRegen 2'wolkcnl C � tü 12 13 14 12 16 Wetterprognose für Donnerstag, den 2(5. August 1909. Etwas kühler, zunächst ziemlich trübe, noch mehrfach Ziegen, später zeit- weist aujklarciid, strsche Wesiwiiide. Berliner WetterS ureaw der WallerstandS-Nachrichte» LaNdcZanstalt sür Gewässerkunde, mitgeleUt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M e i» e l. Tilsit B r« g e l, Jnsterbilrg W e i chz e l. Thor» Oder, Ralibor , Krossen , Frankfurt Wa r t h e, Schrimm . LandSberg N c h e, Vordamm Elbe, Lciwicritz , Dresden , Varbv . Magdeburg ')-t- bedeutet Buch?.- Fall.—•) Unlerpegel. Zur Vermeidung Von Verwechselungen: Unsere Firma unterhält in'Berlin nur diese drei Geschäfte, In der hebensmitteU Abteilung besonders billige Preise soweit der Vorrat reicht: FLEISCHWAREN Zervelatwurst in Rinddarm____ Pfd. 1.10 Zervelatwurst'ZLTd.aTm.(.h!rt.e Dpufr 1.60 Salamiwurst in Rinddarm..... Pfd. 1.10 Mausschinken ca. 2-3 p». schwer, Pfd. 1. 1 5 Rollschinken ca. 4— 7 Pfd. schwer Pfd. 1,25 Feine Leberwurst...... Pfd. 95 pf. Landleberwurst........ pfd. 90 p?. Rotwurst.......... pfd. 48, 65 pf. Teewurst............... pfd. 1.10 Dose ca. 1 Pfd. 2 Pfd. Königsberger Fleck.. 50, 90 pr. Fleisch-Rouladen Dose ca. 2 Pfund. 1.80 WILD UND GEFLOCEL Junge Gänse..... pfd. 58, 65 pf. Junge Enten...... 2.20, 2.50 Brathühner____ 80 pf, 1.00, 1.20 Suppenhühner............ 2.25 Rehblätter, Rehkeulen, Rehrücken Rebhühner Oporto-Zwiebeln....... Pfund 8 pf. Geräucherte Aale...... Bund 35 p*. Ahlbecker Flundern... 3 stück 25 OBST Tomaten.............. p�nd 9 pf. Kochbirnen........... Pfund 8 pt Tafelbirnen„Salander"..... Pfund 13 Pk. Feine Tafelbirnen„wniiams« Pfund 40 pk. Kochäpfel,„Stern Reinetten".. Pfund 10 Pf. Tiroler Tafeläpfel...... Pfund 11 pf. Italien. Tafeläpfel..... Pfund 12 pf. Italien. Weintrauben... Pfund 23 pf. Italien. Pfirsiche pfd. 17 pf. gross 40 pf. Bananen............. Pfund 18 pf. Zitronen....... Dutzend 15 und 20 Pf. �MAGGF Bouillon-Würfel 5 M&GG! Üo.'. Bou Würfel sind die besten! 1969b Nur echt mit dem Namen MAGGI und der Schutzmarke Kreuzstern. Jetzt nur 50 Pf« Die letzten Tote unseres Total-Ausverkaufs! Eine nie wiederkehrende Gelegenheit Juwelen zu solch erstaunlich niedrigem Preise zu erwerben. Prof. de Bleue's Biioux die hervorragendste Imitation aller Arten Edelsteine, gefasstals Ränge, Broschen, Ohrpinge etc. früher 4 Hark heile nur Jetzt nur 50 Pf. Pfennig Pfennig 106 Leipziger Strosse 106 Totfll-llllSUßrkOllF M Leipziger Strasse 106 vis-ä-vis Kempinski und Hilbrich. Ä k eft I**■ WW ff W£. Ii M N k vis-ä-vis Kempinski und HilbPich. Einmache- Apparate komplett mit Thermometer 7.75 I Einmachegläser S4 4 28 Pf. Rand ee*ef*l. cesch. Verantwortlicher Redakteur: Emil Nnger, Berlin. Für dengnseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt» Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer Li Co., Berlin SVf, Kr. 198. 26. Jahrgang. 2. leite des Joraiärts" Kerlim filbMitt. Donnerstag, 26. AngnA 1909. parte!- Ungelegenkeiten. Verband sozialdemokratischer Wahlvcrcine Berlins und Umgegend. Die Fortsetzung der am 22. August vertagten Gcneral- vtrsamittlung findet am Sonutag, den 5. September, 12 Uhr mittags, bei Äcllcr(Inhaber Frcyer), Koppenstraße 29, statt. Tagesordnung: t. Fortsetzinig der Diskussion über den Vortrag des Gc- nassen Ströoel. 2. Partei- und Verbandsangelcgcnheiten. � Der Versand der Delegiertenkarten an die Kreise und die sonst Berechtigten erfolgt vom Montag, den 30. August, an. Der geschnftsfnhrende Ausschnß. Groß-Lichtcrfclde. Am Sonntag, den 29. August, findet im Ort eine Haudzettelvcrbreitung statt, Ivoran sich die Genossen zahlreich beteiligen müssen. Die Vcreiiisversammlnug am Dienstag, den 31. August, fällt aus, da an diesem Tage eine öffentliche Versammlung staltfindet, über die das Nähere in der Sonntagsnummer des„Vor wärts' bekanntgegeben wird. Der Wahlvereinsvorstand. Hohcn-Neucndovf. Sonnabend, den 28. d. M., abends'/29 Uhr, findet im Lokal des Herrn Fähnrich, Stolper Stratze 27, eine Volks- Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag deö Genossen W. Düwell über:„Die Naubpolitik im Deutschen Reich'. 2. Dis- kussion. Heute Donnerstag Handzettelverbreitung. Treffpunkt im„Bürger Hof'. Rege Beteiligung erwartet Die Bezirksleitung. Mühlenbcck(Bezirk Nieder-Schönhansen). Die am Sonntag, deu 2S. August, fällige Mitgliederversammlung des WahlvercinS fällt ans. Die Bezirksleitung. berliner j�ackrickten. Bon den FcriensPielplSlzcn. Der Betrieb auf den Ferienspielplätzen hatte in diesem Sommer sehr unter der Ungunst der Witterung zu leiden. Zwar sind die einzelnen Plätze nur an zwei bis drei Tagen ganz ge- schloffen worden, aber das regnerische Wetter hat doch an den übrigen Tagen den Besuch stark beeinflutzt. Immerhin ist die Gesamtfrequenz um zirka 59 099 gestiegen. Im vergangenen Jahre betrug dieselbe 122 990, in diesem Jahre 175 090. Die Steigerung ist auf die Vermehrung der Plätze von vier auf fünf lPlänterwald) und auf den gewaltigen Ansturm, der an schönen Tagen nach einzelnen Plätzen erfolgte, zurückzuführen. Nicht un- erheblich wurde der Besuch zu Anfang beeinträchtigt, weil von den Herren Rektoren vielfach entweder gar nicht oder nur mangelhaft die Verfügung der Deputation den Kindern bekannt gemacht wurde. So unglaublich es scheint, ist es doch Tatsache, daß es Rektoren gibt, die nicht einmal wissen, was ein Fcrienspiclplatz ist. Zwar ist den Schulen die Verfügung leider erst am letzten Tage zu- gegangen, indes bei einiger Fürsorge, was denn wohl die Kinder während der Ferien treiben werden und mit Rücksicht auf die Tatsache, daß die Schulhöfe schon 12 Jahre und die Außenspiel Plätze im vierten Jahre im Betrieb sind, dürfte es nicht vor. kommen, daß an verschiedenen Schulen keinerlei Hinweis erfolgte. Ueberaus schwach war zu Anfang der Besuch im Plänterwald, wo am ersten Tage nur 145 Kinder erschienen. Die Zahl ging in der zweiten Woche rapid in die Höhe, um in der dritten Woche das zweite Tausend pro Tag zu übersteigen. Ganz ähnlich war es in Moabit, wo nach Blankenfelde II keine 299 Kinder hinauskamen, nach und nach die Besucherzahl aber auf das Zehnfache stieg. Die größte Anziehungskraft übte der Spielplatz im Wald von Buch aus. Hier trat gegen das Vorjahr eine Steigerung der Gesamt- frequenz um 17 999 ein, so daß 49 999 überschritten wurde. Vom Gesundbrunnen ging täglich ein Extrazug, der 1299—1499 Kinder beförderte; der andere Teil benützte vom Stettiner Bahnhof den fahrplanmäßigen Zug. Leider hat die Vahnverwaltnng nicht das geringste Entgegenkommen gezeigt. An Stelle eines Transport- scheines mußte für jedes Kind eine Fahrkarte gelöst werden. Oft kam es zum Streit wenn der„Knippscr" behauptete, das Kind sei über 19 Jahre alt, da dann der volle Fahrpreis bezahlt werden muß. Ter morgens aus betriebstechnischen Gründen gestellte Extrazug wurde abends nicht gestellt, die Kinder mußten mit den beiden fahrplanmäßigen Zügen fahren. Nicht einmal Wagen wurden für sie reserviert. Da aus den nachfolgenden Haltestellen neue Reisende in die überfüllten Wagen zustiegen, so war die Auf- ficht für die Lehrer und Lehrerinnen überaus schwierig. Für die 9355 M., die die Eisenbahnverwaltung an Fahrkarten erhalten hat, könnte sie wahrhaftig etwas mehr an Fürsorge leisten. Im übrigen steht es einer öffentlichen Vcrkehrsverwaltung schlecht an, auch in solchen Fällen nur nach Schema F zu verfahren. Wenn die Bauernbündler nach der Zirkus Buschvcrsammlung fahren, dann zeigt sich das weitgehendste Entgegenkommen, auf Berliner Proletenkinder braucht man jedoch keine Rücksicht zu nehmen. Die Beförderung mit den Straßenbahnen nach Hohen-Schönhansen, Spreetunnelbahn, Siemens u. HalSke ging, abgesehen von einzelnen Unebenheiten, die bald abgestellt wurden, glatt vonstattcn. Die Verwaltungen und Personal haben sich durchaus entgegenkommend gezeigt. Nicht so die liebe„Große Berliner". In den ersten drei Jghren ist alles glatt gegangen. Am Schluß des vergangenen Jahres äußerte einer der Inspektoren:„Unser Herr Mini- sterialdirektor hat gesagt: Wir haben gar keine Veranlassung, denen besonders entgegen- zukomme n." Die Wirkung zeigte sich denn auch dieses Jahr. überall Schwierigkeiten, Quengeleien. An einzelnen Stellen war gar nicht zurechtzukommen, wie z. B. an der Jnselstraße, so daß die Beförderung ganz eingestellt wurde. Wenn her Herr Micke seinen Haß gegen Berlin in solchen Fällen zum Ausdruck bringt, so ist dies überaus traurig. Was braucht denn der Direktor der Großen Berliner Straßenbahn Rücksicht auf das Wohlbefinden der Berliner Arbeiterkinder zu nehmen. Er hat es verstanden, sich ein Einkommen zu sichern, mit Hilfe dessen er sich und seiner Familie alle Annehmlichkeiten der Sommerferien verschaffen kann. Die Verpflegung hatte durch die Maggisuppen eine wertvolle Verbesserung erfahren. Verbraucht wurden im ganzen 85 999 Liter Milch, 89 999 Liter Suppe, 359 999 Brötchen, zirka 59 999 Liter Kaffee. Am Schlußtage erhielten die Kinder aus dem vom Stadtverordneten Oskar Nelke gestifteten Fonds 11 999 Paar Würstchen, ebenso viel Schrippen und 29 Zentner Bananen. Die letzteren wurden bei den Spielen als Prämien so verteilt, daß auch die Kleinsten etwas abbekamen. Das aufsichtführende Lehr- personal hat sich im großen und ganzen glänzend bewährt. Es bildet sich unter denselben ein Stamm heraus, der die Besonder- heiten der Aufsicht und des Betriebes im vollen Matze beherrscht. Am Schlußtage waren auf sämtlichen Plätzen die Eltern der Kinder, namentlich die Mütter, in großer Zahl erschienen. Durften sie auch nur am Rand der Plätze ihr Quartier aufschlagen, so haben sie doch den Jubel der Kinder und das ganze Getriebe selbst mit ansehen können. Am Abend konnte daS Abschiednehmen kein Ende finden. Immer wieder ertönte der Ruf: Ade, Herr Lehrer; ade, Fräulein, nächstes Jahr wieder! Wie eine riesige Feuer- schlänge wälzte sich der mit vielen Laternen geschmückte Zug von nahezu 5999 Kindern(11999 waren auf allen fünf Plätzen) von den beiden Spielplätzen in Blankenfelde nach Nordend. Trotzdem sie von morgens an auf den Beinen waren, wurde unaufhörlich gesungen. Taraus konnte nmn ersehen, daß der Ferienspielplatz neben dem Nutzen auch eine liebe Erinnerung bleiben wird. Jntercffant ist auch, daß von Jahr zu Jahr die Zahl der Kinder aus den höheren Lehranstalten wächst. Sie werden nicht zurück- gewiesen und die Lehrer tun recht daran. Abgesehen davon, daß in den höheren Schulen oft Kinder vorhanden sind, deren Eltern sich keine Ferienreise leisten können, kann nichts erwünschter sein, als daß wenigstens auf dem Spielplatz die Klassenunterschiede fallen._ Die Steuerlawine. Der Streichholzsturm hat nun allmählich nachgelassen, wenn es auch im Herzen unserer Hausfrauen noch bedrohlich gärt und grollt. Wohlverwahrt hat Mutter die kleinen Schächtelchen, und nicht selten flackert noch mal ein häuslicher Konflikt auf, wenn der„Aelteste" oder gar Vater eine Schachtel stiebitzen will. Bei den anderen Ar- tikeln, die den Staat aus der Schuldenpatsche ziehen sollen, quillt der Groll nun erst recht auf. Bei jeder Zigarre oder Zigarette wird es dem Raucher zu Gemüte geführt, wie teuer ihn der bunte Klimbim zu Wasser und zu Lande zu stehen kommt. Jeder Schluck Bier, der in Zukunft die Kehle passiert, wird dieselbe Wirkung hervorzaubern. Selbst das loyalste Gemüt wallt auf, wenn am Allerheiligsten, am Geldbeutel, gerüttelt wird. Wenns schlimm kommt, kann selbst die Begeisterung für die Wache, die alltäglich mit strammem„Schritt und Tritt und Tritt und Schritt" über das Berliner Pflaster stampft, eine Abkühlung erfahren. Es wäre dies ein Unglück von nationaler Bedeutung, eine vaterländische Kata- strophe! Man kann auch wirklich keinen Schritt mehr aus dem Hause unternehmen, ohne an den neuesten Raubzug auf dse Taschen des Volkes erinnert zu werden. Da sind die Cafes; seit ungefähr einem Jahrzehnt der Sammelpunkt aller derer, die nach des Tages Hast und Kämpfen bei einer Tasse Braunem Anregung und Gc- selligkeit suchen. Wen der Beruf tagsüber oder manche Stunde in dem nerventötenden Strahengewimmel festhält,, rettet sich gern auf kurze Zeit, wie in eine stille Oase, in die dämmerigen Räume eines Cafes. Und wer erst gezwungen ist, täglich Unmengen von Zeitungen, Zeitschriften, Witzblättern zu verschlingen, zieht diese Beschäftigung bei einer Schale Haut dem trockenen Sitzen in der monotonen Stille einer Lesehalle vor.— Vorbei.— Das Cafehausidyll ist zerstört. Zum Teil unwiderruflich verloren. Mit rauher Hand griff der unersättliche Steuermoloch hinein. Die Herren Cafetiers aber, die in ihrer Mehrzahl zweifeUos gerissene Ge- schäftsleute sind, haben den Vater Staat noch weit übcrtroffen. Sie krönten das Unglückswerk und machten einen riesigen Rebbach bei dem Geschäft. Während die Tasse Kaffee durch den Zollaufschlag nur mit einem Fünftel Pfennig getroffen wird, setzten die Herren mit souveräner Rücksichtslosigkeit 5 Pf. Aufschlag für die Tasse fest. Nicht zu vergessen, daß einzelne von ihnen schon vorher für die Tasse, nebenbei gesagt,„wahre Finkennäpfchen", den horrcn- den Preis von 39 Pf. verlangten. Wenn man bedenkt, daß die meisten Cafes gut frequentiert und schlcchttocg Goldgruben sind, so kann man ein solches Vorgehen einfach nur als unerhört be° zeichnen. Einzelne mußten allerdings wieder auf den früheren Preis zurückkehren, wollten sie sich nicht ihr Stammpublikum der- treiben. Andere waren klüger und haben erst gar nicht mitgemacht. Die Warenhäuser sind bei ihrem alten Satz geblieben. Von der großen Weltstadtfirma A s ch i n g e r hätte man erwarten können, daß sie nicht schon vor allen anderen ihren Kaffee verteuert hätte, zumal ihr Geschäft doch fast durchweg von der breiten Be- völkerung gehalten wird. Uebrigens darf nicht vergessen werden, daß das Personal in den Cafes äußerst miserabel entlohnt wird, wenn man von den Kellnern in einzelnen feudalen CafeS oder Konditoreien absieht. Erst kürzlich klagte ein Cafekellner in einer hiesigen Zeitung, daß s i e nun der leidende Teil seien, da nach dem Preisaufschlag alte Stammgäste, die sonst stets einen Groschen gaben, jetzt nur noch„mit maliziösem Lächeln einen ruppigen Sechser hinschöben". Schlimmer aber ist es dort, wo das Kassen- system besteht und Mädchen bedienen. Diese erhalten vielfach außer Kost und Logis keinen Pfennig, und da die Gäste an der Kasse selbst zahlen, auch so gut wie gar kein Trinkgeld. So kann man es der- stehen, daß vor einiger Zeit in einem Cafe ein solches Mädchen seinem gepreßten Herzen laut weinend im Lokal Luft machte:„Da kann ich ja ebensogut auf die Straße gehen, wenn ich mich hier von früh bis spät für das bißchen Essen totarbeiten soll." DaS ist bezeichnend für die Lage dieser Arbeiterkategorie, und die Herren Cafehausbesitzer, die so flink dabei sind, den Preis ins Matzlose zu schrauben, mögen auch einmal an ihr Arbcitspersonal denken, nach dem Grundsatz: Leben und leben lassen! Vcrstadtlichung einer StrajZcnbahnlinie. Der Verkehrs- ausschnß des Magistrats hat gestern den Vertragsentwurf über den Erwerb der Flachbahn Warschauer Brücke— Zentralviehhof beraten und angenommen. Diese Flachbahn gehört der Hochbahn- gesellschaft. Der Magistrat beabsichtigt, diese Flachbahn zu er- werben und in Verbindung mit der bestehenden städtischen Straßenbahn Stettiner Bahn— Zentralviehhof zu betreiben. Der Verkaufspreis soll rund 709 999 M. betragen. Die Vertrags- bedingungen bedürfen noch der Zustimmung der städtischen Ver- kehrsdeputation sowie die Gemeindebehörden, also de? Magistrats und der Stadtverordneten-Vcrsammlung. Die Entwickclung zur„öffentlichen Herberge für jedermann" kündigt mit edlem Zynismus ein aus offiziöser Quelle stammender Frequenzbericht dem städtischen Obdach Berlins an. Lediglich daraus, daß im Juli 1999 nicht weniger als 23 999 Personen mehr aufgenommen wurden wie im Juli 1993 und 5699 mehr als im vorhergehenden Junimonat 1999, schließt der Verfasser der Notiz eine Art von überhandnehmender mißbräuchlicher Benutzung dieser Schrcckensstätte menschlichen Elends. Als ob Tausende sich neuer- dings ein SpezialVergnügen daraus machen, an solchem Orte, dessen schier abschreckende Einrichtungen schon so oft gebührend gekennzeichnet worden sind, für ein paar Stunden unter Polizei- kontrolle, Gummiknüppelheilmethode und echt christlichem Arbeits- zwang die Glieder zu strecken und die müden Augen zu schließen! Ein entsetzlich geringes Maß sozialpolitischen Verständnisses ge- hört dazu, um den unglücklichen Obdachlosen das Motiv unter- zuschieben, daß sie sich im Fischbcckschen Musterbetriebe sauwohl fühlten. IInS sagt die enorm steigende Frequenz nur, daß die Not in Berlin nicht kleiner, sondern immer größer wird. Ein guter Gradmesser dieser Not ist noch stets die Frequenz des Obdachs ge- Ivcsen. Es ist doch auch der Besuch des Familienobdachs im Juli dieses Jahres ganz außergewöhnlich gestiegen. Hier kann man gewiß nicht den häßlichen Vorwurf erheben, daß das Familienobdach eine„öffentliche Herberge für jedermann" ist. Wer jemals in die Lage kam, um die Unterbringung im Familienobdach betteln zu müssen, der weiß auch, daß es ein richtiges Spießrutenlaufen gibt, ehe man hier Ausnahme findet. Zwischen dem gleichzeitigen Steigen der Frequenz im Familienobdach und derjenigen im allgemeinen nächtlichen Obdach besteht aber ganz zweifellos ein innerer ursächlicher Zusammenhang. Die Abfahrt des„Zeppelin III" nach Berlin wird, wie gestern ein Telegramm aus Friedrichshafen meldet, heute abend erfolgen. Der Polizeipräsident erläßt folgende Bekanntmachung: Die für den 28. d. Mts. in Aussicht genommene Fahrt des Zeppelinschen Luftschiffes über Berlin wird eine ganz erhebliche Zunahme des Wagen- und Fußgängerverkehrs auf den öffentlichen Straßen und Phätzen zur Folge haben. Die mit jedem Zu- sammenströmen großer Menschenmassen verbundenen Gefahren möglichst zu verhüten, wird die hauptsächlichste Zlufgabe der Sicherheitsbeamten an diesem und den folgenden Tagen sein. Diese schwere Aufgabe wird aber nur dann glücklich gelöst werden können, wenn die Aufsichtsbcamten bei allen ihren Maßnahmen durch ein einsichtsvolles und entgegenkommendes Verhalten des Publikums wirksam unterstützt werden. Indem ich hierbei auf die aus gleichem Anlaß veröffentlichte Bekanntmachung des Generalkommandos des Gardekorps Bezug nehme, richte ich auch nieinerseits an die Einwohnerschaft die dringende Bitte, durch ein genaues Beachten der für den Fahrverkehr erlassenen Vor- schriften, durch Rcchtsgehen und RechtsauSwcichcn und besonders durch ein williges Befolgen der Anordnungen der Schutzmannschaft zu einer gefahrlosen Abwickelung des gesteigerten Straßenverkehrs beizutragen. Für den nachmittag des 28. d. Mts. wird angeordnet werden, daß die Nordseite der Straße Unter den Linden nur in der Richtung nach Westen und die Südseite dieser Straße nur in der Richtung nach Osten befahren werden darf. Wahrscheinlich werden auch noch in anderen Stadtgcgendcn, wie in der Belle- Alliance- und Müllerstraße, zeitweilige Beschränkungen des Wagen- und Straßenbahnverkehrs eintreten müssen, sobald die Rücksichten auf die Sicherheit der Fußgänger eine solche Maß- regel dringend erfordern. Ich möchte schließlich nicht unterlassen, auf die Gefahren einer übermäßigen Belastung der Dächer und Balkons der Häuser und auf die den Hauseigentümern aus etlvaigcn Unglücksfällen möglicherweise erwachsenden strafrccht- lichen Folgen besonders aufmerksam zu machen und darauf hin- zuweisen, daß auch das Aufstellen fliegender Tribünen auf den Straßen und Plätzen aus gleichen Gründen nicht geduldet werden kann. Ein schwerer Straßenbahnunfall hat sich vorgestern abend auf dem Gesundbrunnen zugetragen. Der 45 Jahre alte Maurer Wilhelm Tappert, Korsörer Straße 22, hatte einen Straßenbahn- wagen der Linie 36 benützt, um heimzufahren. In der Brunnen- straße sprang er von der Hinterplattform herunter, während sich der Motorwagen noch in der Fahrt befand. T. kam zu Fall und stürzte mit solcher Heftigkeit mit dem Kopf auf den Straßendamm, daß er sich einen schweren Schädelbruch zuzog. In besinnungs- losem Zustande wurde der Verunglückte nach dem Virchow-Kranken- hause gebracht. Ueber die Plöi'liche Entlassung eines Kranken aus der Charit« berichteten wir, wie unseren Lesern noch in Erinnerung sein wird, in der Nummer 187 des„Vorwärts" vom 13. August. Kielblock, so heißt der Entlassene, wollte, als der Geistliche sich anschickte, eine Predigt zu halten, eine Birne essen. Der Prediger gebot ihm, während der Predigt das Essen einzustellen; dieser Aufforderung kam K. auch sofort nach, nachdem er auf eine Frage an den Geist- lichen, ob seine Handlung eine amtliche sei, eine bejahende Ant- wort erhalten hatte. Am anderen Tage wurde Kielblock entlassen, und zwar, wie aus dem Entlassungsschein zu ersehen war, weil er sich ungebührlich betragen habe. Wir haben bereits danials unserer Meinung über die Entlassung unzweideutig Ausdruck ge- geben und betont, daß wir ein ungebührliches Betragen in dem Verhalten des K. nicht erblicken konnten. Es lag kein Grund vor, einen Menschen zu entlassen, der noch dazu auf der Tragbahre zur Droschke geschafft werden mußte. Die Entlassung Kielblocks hat aber auch mit Recht Bedenken beim Vorstand der Bauhand- werker-Krankenkasse für Berlin und Umgegend, welcher K. an- gehört, hervorgerufen. Der Vorstand fragte deshalb bei der Direktion am 13. August an, worin das ungebührliche Betragen bestanden habe, ob Kielblock die Anordnung der Aerzte nicht be- folgt habe? Am 17. August sandte die Direktion auf die Anfrage folgende Antwort: Zum Schreiben vom 13. August 1999. Der Maurer Max Kielblock ist wegen ungebührlichen Bs- tragens einem Anstaltsgeistlichen gegenüber entlassen worden; sein Betragen dem Arzte gegenüber gab zum Tadel keine Veranlassung. Beglaubigt (Name unleserlich), Nechnungsrat. Die Krankenkassen werden sich nun die Frage vorlegen müssen, ob sie unter diesen Umständen überhaupt noch erkrankte Mitglieder nach der königlichen Charite zur Behandlung überlveisen können. Die tapfere Schwiegermutter. Arg von Gelegenheitsdieben geschädigt wurden seit einigen Wochen die Laubenbesitzer hinter dem Feuerwchrdepot in der Kopenhagener Straße, ohne daß eS gelang, der Einbrecher habhaft zu werden. In der Nacht zu Montag wurden wiederum einem Kolonisten aus seiner Laube verschiedene wertvolle Gegenstände gestohlen. Um den Dieb zu fassen, hatte sich die Schwiegermutter des Bestohlenen, eine Frau Walter, mit ihrer Enkelin, einem 19jährigen Mädchen, in der folgenden Nacht in der Laube verborgen, um dgrt auf der Lauer zu liegen. Gegen 3 Uhr morgens wurde die Tür leise geöffnet und zwei Männer schlichen in die Hütte. In demselben Augen- blick stürzten sich die mutigen Frauen auf die Diebe und schlugen dieselben windelweich. Die Burschen flüchteten unter Zurücklassung einer grünen Jacke, eines schwarzgefüttcrten Chemisetts und einer weißen Mütze, verfolgt von den unentwegt einhauenden Frauen. Leider gelang es den Dieben, zu entkommen. Hingerichtet wurde gestern früh auf dem Hofe des Straf- gefängnisscs in Plötzensec der Kaufmann Richard Henkel aus Gera, welcher wegen Ermordung des Juweliers Frankfurter in Wien am 3. Dezember vorigen Jahres vom Schwurgericht am Berliner Landgericht I zum Tode verurteilt wurde. DaS spurlose Verschwinden zweier Berlinerinnen beschäftigt gegenwärtig die Polizeibehörden Groß-WerlinS. Am Sonntag hatten die 29jährige Wanda Teichert und die 17 Jahre alte Frida Feld aus der Äckerstraße gemeinsam einen Ausflug nach Grünau unternommen. Von hier aus gingen sie nach dem Wenden- schloß, wo sie mit mehreren jungen Leuten zusammentrafen. In dem Restaurant weilten die beiden Mädchen bis gegen 19 Uhr abends, zu welcher Zeit sie in Begleitung zweier Männer den Rückweg antraten. Nach Hause sind die beiden Freundinnen jedoch nicht zurückgekehrt. Die Nachforschungen nach dem Verbleib der Vermißten haben bisher zu einem Ergebnis nicht geführt. Nrbeitcr-Samariter-Kolonnc. Es beginnt in diesem Jahre der Kursus in allen Abteilungen schon im September, worauf wir besonders hinweisen.— Wer in den letzten Wochen die Presse verfolgt hat, wird Kenntnis von einer Reihe Unglücksfälle genommen haben. Oft ist es in solchen Fällen erst nach langem Bemühen möglich, ärztliche Hilfe zu er- langen, während Kollegen und sonstige Leute herumstanden und nicht wußten, was sie mit dem Verunglückten machen sollten, obwohl sie gerne helfen wollten. Diesem Mangel abzuhelfen ist die Kolonne schon seit Jahren bestrebt. Taufende sind schon von derselben in dem Samaritcrwescn ausgebildet worden, aber was bedeutet das für eine Riesenstadt wie Berlin. Im Interesse eines jeden Arbeiters und einer jeder Arbeiterin läge es, einen Samariterlursus mitzunehmen, Um vei Unglücksfällen helfend ein- greifen zu können. Unsere Mitglieder und KursuZteilnehmer werden in den Lehrabenden von Aerzten unterrichtet außer über den Bau des menschlichen Körpers über die Tätigkeit der Organe und des Nervensystems, hauptsächlich aber in der ersten Hilfe- Leistung bei Unglücksfällen. Unterstützt wird der Unterricht durch den Anschauungsunterricht am Skelett und anatomischen Wand- tafeln sowie durch eine den Teilnehmern zur Verfügung stehende Bibliothek. Nach jedem Vortrag finden praktische Uebungen statt. Ueber Beginn der Kurse in den einzelnen Abteilungen siehe heutiges Inserat. Alle Anfragen sind zu richten an E. Stein, Charlottenburg, Kaiser-Friedrich-Straße 40. Lehrpläne sind eben- falls dort zu haben. Heute abend: Monatssitzung der diensttuenden Abteilung im „Dresdener Garten". In demselben Lokal findet am Sonntag ein kleines Sommerfest statt._ Die erstmalige Ausgabe von Monatskarten für die Pferde- vmnibnsse der Allgemeinen Berliner Omnibus-Aktiengesellschaft findet bei der Zentrale der Gesellschaft, Krausenstraße 9, und bei dem Warenhause A. Jandorf u. Co., Spittelmarkt, statt. Be- stehende Abonnements können auch bei den übrigen Warenhäusern der Firma A. Jandorf u. Co. erneuert werden. Die Erneuerung der Monatskarten zu S M. erfolgt außerdem auch durch die Omnibusschaffner. In der Berbandsgeneralversammlung am 22. August bei Keller, Koppenstraße, ist ein Schirm stehen geblieben. Derselbe kann im Bureau deS vierten Wahlkreises, Stralauer Platz 1/2, abgeholt werden. Straßensperrung. Der nördliche Fahrdamm der Großen Frank- furter Srraße von der Straußberger Straße bis zur Andreasstroße einschließlich des Kreuzdamms wird behufs Umpflasterung vom 25. d.M. ab sowie die Flottwellstraße von der Lützowstraße bis zur Steglitzer Straße wegen Kanalisationsarbeiten bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Das Polizeipräsidium teilt mit: In letzter Zeit suchte in zwei Fällen ein Mann, der sich als Kreisarzt vorstellte, Familien auf, bei denen Haltekinder untergebracht waren. Er ließ sich die Kinder zeigen und berührte sie in unsittlicher Weise, machte auch den Versuch, die Ehefrauen in gleicher Weise zu untersuchen. Beschrieben wird der Mann folgendermaßen: 30—32 Jahre alt, etwa 1,69— 1,65 Meter groß, dunkelblondes, volles gescheiteltes Haar, blonder, hochstehender Schnurrbart, rundes, volles Gesicht, dicke, aufgeworfene Lippen, tiefe Stimme, trägt Augenglas und schielt etwas, trägt dunkelbraunen Jackettanzug, schwarzen, steifen Hut. ziemlich große silberne Taschenuhr in einer Kapsel, gewandtes Auftreten. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß dieser Sittlich- keitsvcrbrecher noch andere Familien mit Haltekindern aufgesucht und in ähnlicher Weise sich an ihnen vergangen hat. Zutreffenden- falls ist es im öffentlichen Interesse dringend notwendig, daß Anzeige darüber beim nächsten Polizeirevier erstattet wird. Die Annahmestelle für Polizeistrafen, welche bisher bei der Polizeihauptkasse in der Alexanderstraße gezahlt werden mußten, ist nach der Magazinstr. 3—5 verlegt worden. Polizeistrafen werden von jetzt an nur dort angenommen. Feurrwehrbericht. Gestern früh wurde die Feuerwehr nach der Neuen Roßstr. 18 gerufen, um einer Fran Hilfe zu leisten. Als die Feuerwehr dort ankam, war die Frau aber schon tot. Nachts um 4 Uhr brannten in der Urbanstr. 137 und etwas später in der Simon-Dach-Straße 44 Preßkohlen in Kellern. In der Buckower Straße 19 mußte ein Feuer gelöscht werden, das in der Arbeitsstube einer Schneiderei ausgekommen war. Ferner hatte die Feuerwehr in der Prinzenstr. 26 zu tun, wo Stroh, der Fuß- boden in einer Mädchentammer und anderes brannte. Gardinen und Möbel wurden in der Hasenheide 19 ein Raub der Flammen. Schornsteine brannten Michaelkirchstr. 13, Reinickendorfer Straße Nr. 14 und anderen Stellen. Außerdem liefen noch Feuer- Meldungen aus der Kastanienallee 2, Hollmannstr. 32 und anderen Stellen ein. Vorort- JVadmchtem Lichtenberg. In der«ffenilichen Bersiimmlung des sozialdemokratischen Wahlvereins Bezirk Lichtenberg am 24. August erstatteten die sozial« demokratischen Stadtverordneten den Bericht ihrer Tätigkeit im Stadtparlament. Der Referent. Genosse Brühl, geißelte in schärfster Weise das reaktionäre und rückständige Verhalten des Magistrats und der Stadtverordnetenmehrheit; speziell in Fragen des Volksschul- Wesens und der Sozialpolitik. In der Diskussion zeigten noch die Genossen Grauer und Spieckermann an einigen drastischen Beispielen das reaktionäre Verhalten der bürgerlichen Stadtverordneten. Nach- folgende Resolution fand einstimnlige Annahme. Die Versammelten verurteilen ganz entschieden die rückständige und arbeiterfeindliche Gemeindcpolitil der bürgerlichen Stadtverordneten und deS Magistrats. Sie erklären, daß die sozialdemokratische Fraktion die einzige ist, Ivelche die Aufgaben, die einer einsichtigen Gemeindevertretung ob- liegt, zur Durchführung zu bringen versucht hat. Die Anwesenden verpflichten sich, bei- den im November stattfindenden Str.dtvcrord- nctcnwahlen dahin zu wirken, daß den bürgerlichen Stadtverordneten die Quittung für ihr reaktionäres Gebaren erteilt wird. Rixdorf. Baunnfall. Von einem traurigen Geschick wurde der 26jSHrige Steinträger Wilhelm Bergemann aus der Lessingstraße 30 betroffen. B. war auf dem Neubau Nansenstr. 21 beschäftigt. Als er Steine »ach dem vierten Stockwerk auf einer Leiter hinauftragen wollte, verlor er plötzlich das Gleichgewicht und stürzte bis in den Keller« schacht hinab. In besinnungslosem Zustand wurde der Verunglückte nach dem Urban-Krankenhause gebracht, wo schwere innere und äußere Verletzungen bei ihm festgestellt wurden. Tchöneberg. Ein tödlicher Slraßennnfall ereignete sich gestern nachmittag in der Eisenacher Straße Ecke der Hauptstraße. Dort wollte gegen 3 Uhr der Eisenacher Str. 65 wohnhafte Bankier Erich Lichtenstein den Fahrdamu, überschreiten, als, aus der Hauptstraße kommend, in scharfem Trabe ein schwer beladener Steinwagen der Firma Eisenstädt in die Eisenacher Straße einbog. L.. der gebrechlich ist. konnte dem Gespann nicht schnell genug ausweichen, wurde um- gerissen und geriet unter den schweren Lastwagen. Vorder- und Hinterrad gingen dem Bedauernswerten über den Hals hinweg und trennten den Kopf glatt vom Rumpfe, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Leiche des Verunglückten wurde zmiächst nach der Leichenhalle in der Maxstraße gebracht und von der Polizei be- schlagnahmt. Ober-Schöneweide. Abwehr gegen die Schmutzliteratur. Um den schädigenden Ein- flüssen einer Sorte von Büchern, welche unter Jung und Alt viel Verbreitung findet, entgegentreten zu können hat die hiesige Schul- deputation ein Zirkular ausgearbeitet, welches an die Eltern der Schulkinder gelangen soll. Es wird darin auf die Gefahren dieser Lektüre aufmerksam gemacht und als Ersatz die hiesige Schüler- und Volksbibliothek empfohlen. Ein trauriger Vorgang hat sich vorgestern nachmittag in der Ostendstraße abgespielt. Das fünfjährige Töchterchen Helene des Pietzackschen Ehepaares beugte sich in emem unbewachten Augen- blick aus dem offenstehenden Fenster heraus, verlor dabei das Gleichgewicht und stürzte aus der Höhe des dritten Stockwerks ans die Straße hinab. Mit zerschmetterten Gliedern blieb die Kleine tot auf dem Bürgersteig liegen. Gcmcinbevörsieherwahl. In ihrer Sitzung am 23. August wählte die Gemeindevertretung einstimmig den besoldeten Schössen Magistratsassessor Bcrtholdt auf die Dauer von 12 Jahren zum Gemeindevorsteher. Herr Bcrtholdt führte bisher das durch die Disziplinierung des Bürgermeisters Eckardt vakante Amt in Stell- Vertretung. Tempelhof, Mariendorf.. Der JngendauSschuß veranstaltet am kommenden Sonntag eine Fußpartie über Buckow, Rudoio nach Grünau. Treffpunkt Uhr an der Brücke des TeltowkanalZ. Wir erwarten von den Genossen, daß sie für den AuSflng bei der Jugend agitieren und sich ebenfalls rege beteiligen. Für Nachzügler ist der Tresspuiilt mittags 12 Uhr in Grünau, Restaurant»Marienlast". Fangschlcuse. Eine Volksversammlung hörte am Sonnabend ein Referat des Genossen G r a u e r-Lichtenberg über:.,499 Millionen neuer Steuern! Was sagt das Volk dazu?" Am Schluß des mit Beifall aufgenommenen Referates nahm die Versammlung eine Protestrefßlution an. in welcher die Ausplünderung der breiten Massen des Volkes entschieden verurteilt wird. Am Schluß der Resolution verpflichten sich, die Anwesenden, mehr denn je für die Stärkung der Sozialdemokratie tätig zu sein. Wcihensee. Ans der Gemeindevertretung. Der Uebcrnahme der Berlin— Schwedter Chaussee(Falkenberger Straße) in den Besitz der Ge- meinde wurde zugestimmt. Die Provinz zahlt als einmalige Ent- schädigung 192 999 M. und als jährliche Rente einen Betrag von 3559,63 M. im ersten Jahre, steigend bis zu 11 899 M.; im Jahre 1936 soll derselbe wieder bis auf 8896 M. gefallen sein. Außerdem bleibt der Proviiizialverwaltung das Recht vorbehalten, die einmalige Rente durch die Zahlung des 25fachen Betrages deS Durchschnitts abzulösen. Die Unterbringung hilfsbedürftiger Kinder, deren Eltern durch irgendwelche Umstände von ihren Kindern getrennt werden, macht der Gemeinde oft Schwierigkeiten. Im evangelischen Gemeinde- hauS sollen dafür zwei Zimmer ausgestattet werden. Die hierfür nötigen Ausgaben für Bettstellen, Wäsche und sonstigen Utensilien wurden bewilligt. Für den brandenburgischen Städtetag, der am 29. und 21. September in Rixdorf ftattfindet, wird der Beigeordnete Dr. Klamroth delegiert. In der Großen Seestraße wird nach einem ernentcn Beschluß nicht nur der Bürgersteig reguliert, sondern zu- gleich auch der Damm in einer Breite von"19 Meter in Guß- asphalt. Submissionsblüten. Zum Ausbau der neuen KonalisatioiiS« anlage sind eine Reihe Arbeiten zu vergeben. Jetzt sind die Ap- lierungSarbeiten auf dem Rieselfelde in drei Losen ausgeschrieben; für das erste Los sind als billigste Summe 33 363 M. geboten, als teuerste 62 999 M.; für das zweite Los als billigste 55 569 M., als teuerste 282 999 M.; für das dritte Los als billigste 22 599 M., als teuerste 297 947 M. In allen Fällen vergab man die Arbeiten an den billigsten. 259 Arbeiter erhalten dadurch auf acht Wochen Be- schäftigung; diese werden, wie nicht anders zu erwarten ist, zumeist aus Ausländern bestehen. Zur Sicherheit wurde vom Baurat be- antragt, zwei Gendarmen in Birkholz zu stationieren. Auf die Ge- meinde wirst ein solcher Zustand gerade kein gutes Licht. 0mcbt9- Zeitung. Kranke ins Gefängnis. Der gar nicht mehr so seltene Fall, daß pch ein Gericht in Gegensatz zu dem Gutachten eines medizinischen Sachverständigen stellt, ereignete sich gestern wieder einmal vor der 8. Strafkammer des Landgerichts I. Auf der Anklagebank mußte einer jener un- glücklichen Menschen Platz nehmen, die in einer unbezähmbaren und anormalen Leidenschaft sich gegen Gesetz und Sitte vergangen haben. Wegen Erregung eines öffentlichen Aergernisscs war der Maschinenbauer Friedrich M. angeklagt. Der Angeklagte gehört zu einer besonderen Art von anormalen Menschen, die als„Exhibitio- nisten" bezeichnet werden. Er hatte am 1. Dezember v. I. auf dem Hofe des Grundstücks Turmstraße 31 durch ein« unzüchtige Handlung Aergernis erregt, nachdem er durch Zuruf die in den Küchen beschäftigten Dienstmädchen an das Fenster gelockt hatte.— Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten� der schon zweimal wegen des gleichen Vergehens vorbestraft ist, zu einer Gefängnis- strafe von 2 Monaten. In dem Urteil wurde die Behauptung des Angeklagten, daß er ein unglücklicher Mensch sei und nicht anders könne, als„unerheblich" bezeichnet. ES wird ferner in dem Urteil ausgeführt, daß solange mit harten und strengen Strafen gegen den Angeklagten vorgegangen werden müsse, bis er den Geboten der öffentlichen Moral unbedingt Folge leistet und seinen Trieb gewaltsam unterdrückt.— Gegen dieses Urteil legte Rechtsanwalt Bahn Berufung ein und beantragte zugleich die Zuziehung eines psychiatrischen Sachverständigen, da der Angeklagte zweifellos auch geistig nicht normal sei. In der Berufungsinstanz gab der Gerichts- arzt Dr. Strauch sein Gutachten dahin ab. daß die Möglichkeit der Anwendung des 8 51 in dem vorliegenden Falle bestehe. Der Ver- tcidiger hielt deshalb die Freisprechung für gehoten, da nach einer ReichsgerichtSentscheidung�wenn ein Zweifel über die Zurechnungs- fähigkeit bestehe, der 8 51 in Anwendung zu bringen sei. Das G«. richt stellte sich jedoch in Gegensatz zu dem Gutachten des Sachverständigen und schaltete die Möglichkeit der Anwendung des§ 51 völlig pus. Das Urteil lautete auf 1 Monat Gefängnis. Schutz gegen Hundegebell. Ruhestörenden Lärm im Sinne des§ 369 Nr. 11 des Straf- gesetzbuches sollten der Bautechniker Pohlit und der Architekt Schmitts dadurch verübt haben, daß sie trotz polizeilicher Verwarnung das laute Heulen und Bellen zweier Hunde duldeten, die sie auf einem Baugrundstück in der Calvinstraße untergebracht hatten. Die Nachtruhe der Anwohner war durch das Heulen gestört worden. Das Landgericht verurteilte die Angeklagten zu einer Geldstrafe. Ruhestörender Lärm könne auch durch Unterlassungen erregt werden, falls die Störung aus ein Verschulden zurückzuführen sei.„Erregen" im Sinne des§ 369 bedeute soviel wie verursachen. Wer als Eigen- tümer das Heulen seiner Hunde fortgesetzt dulde, verübe bczw. er« rege ruhestörenden Lärm, zumal wenn eine polizeiliche Ver- Warnung vorausgegangen sei. Es genüge, daß mehrere Nachbarn belästigt worden seien.— Ter Ferien-Strafsenat des Kammer- gerichts verwarf die gegen das Urteil eingelegte Revision mit der Begründung, daß die festgestellten Tatsachen die Verurteilung recht- fertigten.__ Wegen Aufreizung zum Aufruhr wurde von der Strafkammer in Bcuthcn der Arbeiter Josef Torba zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. T. unterhielt einen kleinen Handel mit Bildern, die er aus Krakau mitgebracht hatte, deren Vertrieb ist Deutschland aber nicht erlaubt ist. Die Di�er stellen Motive aus der polnischen Geschichte dar. Die Strafe wurde durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet. Es muß schlimm um das mächtige Deutschland stehen, wenn der Staatsanwalt fürchtet. ein paar harmlose Bilder könnten des Reiches Gleichgewicht ei> schüttern.■_ Vermifcbtes. Nrnenfuiide. Auf einem Grundstücke in Hasenfelde bei Fürsten- walde ist ein umfangreiches Urnenfeld entdeckt worden. Es handelt sich um nicht weniger als vierzig gnterhaltcue Hcrdstellen oder Wohngruben. Die Wohnstättcn liegen am Abhänge deS Nadeland- Herges und ziehen sich, oft dicht nebcneinanderliegend, bis zur Radelandwiese hinunter. Fast überall fand sich in der Tiefe von 1 bis V/s Meter ein auS Feldsteinen gebildeter Herd, dessen Steine ganz ntiirbe gebrannt waren, so daß sie häufig zerbröckelten. Auf und neben de» Feuerstellcn lagen Reste zerbrochener Gefäße und Knochen von Rindern und Schweinen verstreut umher. Anscheinend hat mau es hier mit� den Ueberresten eines wendischen Dorfes zu tun._ Aus welcher Zeit die Fundstücke stammen, konnte bisher durch die fachwissenschaftliche Untersuchung nicht genau festgestellt werden. Von der interessanten Entdeckung ist dem Märkischen Museum in Berlin sofort Mitteilung gemacht worden, daS die weitere Untersuchung der Flindstclle veranlassen wird. Die Schiffskcitastrophe im Hafen von Montevideo. Die Meldungen über den Umfang des furchtbaren Schiffs- Unglücks im Hafen von Montevideo, wo, wie wir gestern berichteten, der argentinische Dampfer„Columbia" nach einem Zusammenstoß mit dem Lloyddampfer„Schlesien" sank, gehen noch auseinander. Ueber die Einzelheiten wird folgendes berichtet: Msntcvidco, 25. August. Bei dem Untergang:„Columbia", die in fünf Minuten sank, sind nur drei Frauen gerettet worden. Die Besatzung des englischen Kreuzers„Amethyst" brachte mehrere Personen in Sicherheit. Trotz der größten Fürsorge sin« von den Geretteten, die fast alle nur halb bekleidet waren, sieben, darunter drei Kinder, gestorben. Einem kleinen Kinde gelang es, ein anderes zu retten. Die Bergung der Leichen wird energisch betrieben. Die„Columbia" hatte 192 Passagiere und 43 Mann Be- satzung. Der Zusammenstoß erfolgte gegen 6 Uhr früh während eines wolkenbruchartigen Regens im Außenhafen. Die„Columbia" fuhr in den Hafen hinein, die„Schlesien" verließ ihn. Die „Columbia" wurde in zwei Teile zerschnitten. Das Vorderteil sank sofort, während die hintere Hälfte sich noch einige Minuten schwimmend erhielt. Die Mehrzahl der Passagiere wurde von der Katastrophe im Schlafe überrascht. Es entstand eine furchtbare Verwirrung. Kleine Dampfe: eilten sofort zur Unglücksstelle, um sich an dem Rettungswerk zu beteiligen, aber die stürmische See erschwerte die Arbeit un- gemein. Die Zahl der Geretteten soll siebenzig betragen. Das Unglück und die herzzerreihrnden Szenen, die sich im Anschluß daran abspielten, haben die ganze Stadt in lebhafte Aufregung versetzt. Viele Passagiere ertranken in ihren Kabinen, weil sie diese nicht verlassen konnten, ehe das Wasser eindrang. Auf dem Verdeck ereigneten sich Szenen der tollsten Panik. Matrosen sowie männliche Passagiere kämpften wie wilde Tiere, in dem Versuch. sich zu retten. So kam es, daß nur drei Frauen gerettet werden konnten. Die Mehrzahl der Frauen und Kinder, die halb Wahn- sinnig vor Angst an Bord hin- und herliefen, wurden Opfer der Katastrophe. Eine Meldung aus Bremen besagt: Der deutsche Dampfer „Schlesien", der mit dem argentinischen Dampfer„Columbia" in der Hafeneinfahrt von Montevideo zusammengestoßen war, ist nach Montevideo zurückgekehrt. Das Schiff hat außer zwei Platten, die gebrochen sind, keine Beschädigung erlitten. Der gesunkene Dampfer„Columbia" von zirka 899 Tons brutto war 1869 gebaut. Beschlagnehmc der„Schlesien". Nach einer Meldung aus New Fork hat die Regierung von Uruguay den Dampfer„Schlesien" mit Beschlag belegt. Sie ver- langt eine Zahlung von 599999 M. als Sicherstellung für eventuelle Regreßansprüche. Die„Columbia" war ein altes, seeuntüchtiges Schiff und stammt aus dem Jahre 1869. Die„Schlesien" hingegen ist ein moderner Dampfer, für den Südamerikadienst des Norddeutschen Lloyd gebaut. Sie hat 5536 Tonnen und eine Geschwindigkeit von 11,5 Knoten. Das Schiff ist erst im Jahre 1991 von Stapel gelaufen. Auf ihrer jetzigen Reise war sie am 22. August in Montevideo eingetroffen und befand sich auf der Ausreise nach Buenos Aires._ Erdstöße in Mittelasien. AuS S i e n a wird vom gestrigen Tage gemeldet: Hellte nacht etwa von 1 Uhr 25 Minuten ab erfolgten in der Provinz Siena inehrere starke wellenförmige Erdbeben, durch die die bestürzten Be- wohner aus den Häusern ins Freie getrieben wurden. In Buon- convcnto sind mehrere Hänser eingestürzt, eine Person ist getötet. mehrere sind verletzt. Au? San Lorenzo wird gemeldet, daß fast alle Häuser eingestürzt oder schwer beschädigt sind, viele Personen sind verletzt. Weitere Nachrichten über Einsturz von Häniern und Verletzungen von Personen komnien aus Piombino, Monteroni und anderen Ortschaften. Eine weitere Meldung auS Rom besagt: DaS Erd- beben in der Provinz Siena, das auch in Florenz, Perugia und Grosseto verspürt wurde, hat keinen so bedeutenden Schaden ange- richtet, wie anfänglich befürchtet wurde. Militär ist nach Buoncon- vcnto zur Hilfeleistung abgegangen. Zwei Verletzte wurden in das Spital von Siena gebracht._ Ein Mord. Nach einer Meldung aus Graudenz wurde in der Nacht zum Mittwoch gegen 12 Uhr in dem Dorfe Klammer bei Kulm der bei der Frau Bahrke wohnende Arbeiter Karl Hoffmann ermordet. Er trat, durch das Bellen eines Hundes veranlaßt, in der Nacht aus dem Hanse und erhielt plötzlich einen Schlag mit einem Beil ans den Kopf, der ihm den Schädel spaltete. Frau Bahrke floh. Die Mörder raubten etwa 159 Mark. itmtltcher Marktbericht der städtischen Marktballen-Dtrektlon über den Mrotzkiandet in den Zentral-Marttdallen. tvtarktlage: Fleisch: Zusubr schwach, Gcichäst still, Preise unverändert. Wiid: Zufuhr ge- nügend, Geschält lebhaft, Preise besttedigcnd, Ä e s l ü g e l: Zufuhr ni Gänse» genügend, fönst knapp, Gcichäst schleppend, Preise nachgebend. Fische: Zufuhr genügend, Geschäft etwas lebhafter bei wenig veräudertcu Preisen, Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse. Obst und Südsrüchte: Zusuhr genügeiid, Geschäft schleppend, Preise wenig besriedigend. Vriekkatten der Redalition. Tie suristische Eprechsnuid« findet Linden st rage 3,»weite« tzof, dritter Eingang, vier Treppe«, gSF** Fahrstuhl wochentöglich abensS von biS 9% Uhr statt. Griifsnct 7 Uhr. Sonnabcnds beginnt dt« Sprechstunde u», C Uhr. Jeder Anfrogr Ist et» Buchstabe und eine Zahl als Mrrtjrichcn brlinfügcii. Brlcsttche Antwort wird nicht erteilt. vis zur Brnntwortung im Bricskastcn lSnncn 11 Tage vergehen. Eilige Fragen trage mau in der Sprcchftund« vor. 25. fit. T. 1. Es kommt auf bai Statut an. 2. Nein.— H. B.. Franse: ekistr. 38. Sie müsfen klagen.— 759 M. 1—3. Ja.— ist. M. 83. Wenn Ihre Mutter erklärt hat,«S bleibe alles beim alten, so darf sie nicht ziehen. Sie find dagegen nicht gebunden.— W. W.. Lichtenberg. Sie können ziehen. Schreiben Sie nochmals an den Wirt. — üStlhelmltädt. Schau. sptelhanS. Der Widerspenstige» Zähmimg. Luisen. Der stille See. SStetropol. Die oberen Zehntausend. Folie? Eaprice. Drei Frauenhüte. Der Deserteur usw. Ans. 8'/« Uhr. Slpoll«. Spezialitäten. tWiiitcrgarten. SveziaNtäten. Gebr. Herrnfeld-lrheater. Frau Eltams Friseur. Meine- Dein« Tochter. Vassage. Spezlaliiäten. Bernhard Ros«. Der Mann mit der eisernen Maske. N o acks Theater. Ein gesunderJunge. Spczialiläten. Stadt-Thrater Moabit. Spezia- litäten. BolkSgarten. Spezialitäten. Brunne». Carmen. S-.»alhalla. Spezialitäten. ttirichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taudeunrahe Rom und die Campagna. Stcrulvartk. JiivaltdeiiNr. S7/S2. Donnerstag, 8 Uhr: Neu einstudiert: Vom anllern Ufer. 1. Der Grat. 2. Der Ernst dcS Lebens. 3. Aus- erst chung.__ Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Einer von unsere I.ent'. Morgen: Einer von unsere leut'. Heues thealer. Abends 8 Uhr: SeinSändenregister Morgen und solgend« Tage: Sein Sündenregister. Theater des Westens. 'Allabendlich 8 Uhr: DerfideleBauervoggn W.ftoacks Theater Direktion: Hob, DIU. Brinmenitr.>e. Urkomisch I Großer Lachersolg l Der Wildschütz oder: Die Stimme der Natur. Vorher: Das lustige bunte Progr. Ans. 7. Konzert 6. Kasfcelüch« 3 Uhr. Esttree 30 Ps. Eonnabend: Das Heiratsnest. fnöllllcli-MIliölmlSlltlLew Sciiauspielhaus. Donnerstag, 26. August. Ans. 8 Uhr: Oer Witlerspenstip IMm- Lustspiel von William Shakespeare. Freitag: Oer V/idorsponMigen!»h- mung. Sonnabend: Wilhelm Teil, Lustspielhaus. Heute und morgen: Gresclilossen. Eninen-Theater. Sonnabend: Premiere:»tr Herren Söhne. Sehiller Schiller-Theater 0. sWallner-Theater.) Donnerstag. ab-ndS8Uhr: Die Ehre. Schauspiel in i Akten von Hermann Sudermann. Freitag, abends 8 Uhr: Unehoth. Sonnabend. abends 8 Uhr: Die Ehre. Theater. Schiller-Theator Charloltenburg. Donnerstag. abendSSUHr: Der Biberpol». Eine DiebcStomödie in 4 Alten von Gerhart Hauptmam». Freitag, abend« 8 Uhr: El» Erkoljx. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Dlherpel« Brunnen-Theater vadstratze 69. Direktion: Willi Voigt. £9" Heute sowie täglich:"NE Onriue». Gr. AusstattungS-BolkSstück mit Gr- sang und Tanz tn S Bildern. «assencröffnung 2 Uhr. Ans. 4 Ubr. werclen gebeten, iür die nUIung der neuen Abteilungen, der und Nach- mittagsabteilungen, die bereits am 5. September Vorstellung haben, Sorge ZU tragen. Wer sich als Mitglied aufnehmen lassen will, muß sich noch in dieser Woche in einer Zahlstelle anmelden, da die Mitgliederlisten sonst geschlossen werden. Ebenso müssen die Mitglieder der alten Abteilungen ihre neuen Karten aus den Zahlstellen abholen. Bei der Abholung der Karte ist nur der Septemberbeitrag mit Mk* I.IO zu entrichten(für die Abendabteilungen Mk. 1.30). Eröffnungsvorstellungen Sonntag, nachmittags 3 Uhr; 29. August, 1. Abtcllnns: Neues Schauspielhaus miil Stil Tragödie in fünf Aufzügen von Friedrich Hebbel. In Szene gesetzt von Dr. Emst Wehlisch. 6. Septbr., I» IS Abteilung: Residenz-Theater Musotte. Schauspiel in fünf Aufzügen von I Maupassant. In Szene gesetzt von> E. Alexander. 29. August, 6. Abteilung: Lessing-Theater Hanneies Himmelfahrt. Traumdichtnng von Gerhart Hauptmann. In Szene gesetzt von E. Lessing. 5. September, 13. Abteilung: Herrnfeld-Theater Vater und Sohn. Lustspiel in drei Aufzügen von Gustav Esmann. In Szene gesetzt von Fritz Witte-Wild. 6. September, 7./8. Abteilung: Thalia-Theater Eisgang. Schanspiol in vier Aufzügen von Max Halbe. In Szene gesetzt von Fritz Witte- Wild. niontag, O. September, Ick(1. Abcud-Abtcllnng): Neues Schauspielliaiis abends 8 Uhr Gp id sein ü Tragödie in fünf Aufzügen von Friedrich Hebbel. In Szene gesetzt von Dr. Ernst Weblisoh. Mitwirkende bei den Erösnungsvorsteiiungon: u. a. Gertrud Arnold, Irene Triescb, Emanuel Reicher, Rudolf Christians vom Kgb sobauspioibause. 24�13 Der Vorstand. IV.: G. Winkler. ZOOlflCISCHER GARTEN Täglich: Großes Militär- Doppel-Konzert. Eintritt 1 M., von abends 6 Uhr ab 50 Ff-, Kinder u. 10 Jahren die Hälfte. Mi»» Kommandanlcnstr. 57. T. A. 4, 5063. MF* Die erfolgreichsten Lach-Komödien Meine- Deine- Tochter Frau Elkams Friseur mit Anton und Tonat Hcrrnfeld. Vorverkauf 11— 2 Uhr. Ansang 3 Uhr. b'euc« Operettcn-Thcnter, Schissbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Ansang 3 Uhr: Dl« Dollarprlnzcsfdn. Operette in 3 Wien von Leo Fall. Melropol-Theater Die oberen Zehntausend. Ameiik. Oporetto v. Jul. Freund. Musik vT Grust. Kerker. In Szene gesetzt von Dir. Eich. Schultz. Tftnze von Mr. Bishop. Anf 8 Uhr. Bauchen gestattet. Residenz-Theater Direktion: Richard Alexander. 8 Uhr! Zum LSI. Male: 8 Uhr! «eil in Schwank in 3 Alien von Feydcau. Morgen und solgend« Tage: Diesclde vorfteUnng. Urania. Wifißenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr! Rom ond die Campagna. v II nrastinuTf Gr. iVcanffunet Str. 132. Abend« 8 Ubr; Der Mann mit der eiserne« Maske. Schausp. tn 5 Akt. v. Arnold u. Fournier. Auf der Gartenbühne Ans. 4'/, Uhr. Theatervorstellung. Spezialitäten. H Ans. 8 Uhr: ck-vtut« Woche! 9 Uhr: Sine üaremsnaeht. 9M Ubr: Triumph der Scliünlieit. Humpstl-Bumsti, Dr.lvard, Natfrag«, Ethel Whitesides u. a. m. Das gigantische ErDÜDUDys-Progranim! Henry Bender Truly Shattuck, amerik. Operottan- Diva. Bcllechaira Brothers, med. Gladiatoren. Goschwistor Klos, Gymnastio Akt. Mit) Marquis mit ihren dressierton Ponnies. Six Cuttys, musikal. Akt. Mllo. Julio Sidowa, Prima Ballerina von dor kaisorl. Hofoper St. Petersburg. Morris Cronin Truppe, modemo Jongleure. Tha 3 Pattorsons, Heek- und Trampolin-Akt, Dor Biograph mit neuesten Aufnahmen. „Leben und Treiben Im Freien." Tanz-Divertissement in 3 Bildern Weinbergsweg 19-20, Rosenth.T Ansang 8 Ubr. Im Theater: D. interessanten Spezialitäten I Frei: Im Garten Iäau»«i-t. I Leben u. Treiben im Traumlanh. Lothringer Straste 87. Wiedercrössnung, IX. Saison. Zoiinabtud, den 28. Angllst- A?>�nkel fifottn Kinkel LH.ahn ��nkel �-�ohn mit Dir. HanS Berg als Onkel Cohn. Kerlincr Pratki-Thrliter Kastanicnallee 7—9. Täglich: D«? Verachwcndcr. Spezialltäton ersten Ranges. Konscrt und Ball. Ansang 41/, Uhr. Berliner yiK-Trlo. StriUundersW. FeUz Scheuer Arnold Scholz NgUG WeBt Hascnhelde 108/114 Hcntc DonncrKtas. den 30. Angnst 1009: Qala- Spezialitäten- VorstsUung. Doppel» und MiIitär=Konzert. Monster= Brillant- Feuerwerk. Anfang 5 Uhr. Entree 50 Pf. Bornnzeige.' Nächsten Donnerstag, 2. Sept: GroBo Sedanfeier. Monster-, Schlacht- und Fronten-Feuerwerk. Neue Welt-Fischzug. » AbfahrtstcIIo mk***. K «JSJK Schillingsbrücke<.lEi iK am Schlesischcu Bahnhof. Täglich m-. um � Woltersilorler Schleuse. Früh 91/,. mittags L Uhr, nach Goscner Berge neben Berk. Schweiz. ioden vienslag, Freitag trtih 10 Uhr nach Neue Mühle. Hin u. zurück 60 Ps. Passage-Theater. Letzte Woche! Ein durcbsclilageuder Erfolg! Alois Posch! b Edmondo Encinl The Ungtons | Passage- Paooplikum. Aga! die schweb. Jongfran. | üanz Berlin zerbricht ß««« | sich wieder d.Kopf über"H*" | DerMann m.d.eisernen Schlund! | Experimente d. IV. Dimension! Alles ohne Extra-Entree. Reiehshallen-Theater. iür Süer Ansang: Wochcnt. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. 8!al!!-Thea!er hileahü. Alt-Noablt 47/48. Täglich: Spezialitäten und Theater- Vorstellung. Ans. h. Vorstellung wochentags 7 Uhr, Konzert 6 Uhr. Sonnt. 6 bezw. 5 Uhr. Garteneröfsnung 3 Uhr. Jeden Montag Elitetag, Spezia» litäten und Soiree der„Lustigen Sänger-. Bei Regenwetter Vorstellung im großen Theater-Saal.____ Karl Haverland Theater 77/79 Kommandantcnstr. 77/79. 1 14 erstklassige Spezialitäten. 1 Victor Mitter Humorist der neuen Zeit. mstKmmmm Hoiksgarlen- Theater sriihcr Weimanns Bolksgarten. tiarr/ Steiner. lesephine Oelcliseur. Max u. Moritz. The drei Barretts. Der Aktienbudiker. BoW stück m. Ges. u. Tanz in S Büdern. Hente: Grones Gartenfest. üöuigstadt-Kasino. Holzmarkt ftr,72(Ecke Alexanderstr.) Tägl. i.herrl.Natur-Sonimergarten Lr. Theater» u. Spez.» Verstellung. lOIe gelhe lilefahr. Burleste von Sl. Hostmann. duett Herrmann, Loewe- Lessen, Heinz Heuer, The Eltons, The Laengs, Charly Satwing, Minnie Schrödaru. erstklast. Spezialitäten. Ans. wochent. 8, Sonntags 5 Uhr. Goldene Jugend. Maust, sei süß. Zur rechten Zeit. Wlll� Schönburg Humorist. Ansang 4'/; Uhr. Entree 20 Ps. Schweizer- Garten i | Am Königstor. Am Friedrichshain, ifürtlirfl ♦ Theater und (ingunj. Spezialitäten. Vom 16.— 31. August: Neues ' Programm.— Kinematograph. Volksbelustigungen. Jeden Abend 10 Uhr: ; Am Brunne« vor dem Tore.' Lebensbild mit Gesang. Ansang S Uhr. Entree 30 Ps. Sommerkarten Hab. Gültigkeit. Max Kliems Somer- Theater unil Festsäle Rudolf KrDger Hasenheide 13/15. Grofies Konzert,' Theater und Spezialitäten-Vorstellung. Art. Leitung: Walter Gravenitz. Jeden Donnerstag: Elitetag. Während und nach der Vorstellung Tauzkränzchen. r fereins- Brauerei n V 4 Rixdori, Hermannstr. 214/219. Oekonom: Max WendL Täglich:-mm Gr. Militär-Konzert. Borzugökarte» haben wochentags GüMgleiL Eutree 15 Pf. Ich bin von der Reise zurück (Zertrud Rewald Prinzenstr. 68, I.[94/10 Seit Jahren ist A. Meyers durch 4 goldene und 1 silberne Medaille ausgezeichnetes BrucBiSiand ohne Feder (kein CTnmiui-Brnchband) für Leisten-, Schenkel- und Nabelbrüche bestens bei Aerzten und Laien eingeführt. Vorzüge: angenehmer, ruhiger Sitz, kein Druck auf Rücken und Nieren, Tag und Nacht tragbar; anato- Bruchpforte entsprechende Pelotten. nusch-elastische, der ürucnpl Zuriickhaltung selbst _ ZfliruckNaltung selbst größter Brüche. Operationsbandagen, Suspensorien, Leibbinden. Beste Vorfallbandagen. - Anfertigung nach Maß.— THEO» OK VOOI.I'U, llandagcn-8pcziallst, BERLIN, Neue KSnigstraBe 40, 1. Etage. Am Alexanderplatz(kein Laden).— Pernspr. Amt VII, Nr. 2652. Wochentags v. 9 Uhr früh bis 8 Uhr abds. Sonnt, v. 12— 2 Uhr. A. Meyers Bandagen sind nur bei wir zu haben. Wohlfahrts« Lotterie Ziehung 13. und 14. Oktober 1909. Geeamtbetrng der Gewinne I. W. v. Mark 85 ODO Hauptgewinne M. 30000, 20000 10000, 3 000 Lose» 3 Mark, Porto und Liste 30 Pfenni? exlra, zu haben In allen Lotterie- und Zigarren- Geschälten sowie beim Gencraldebit Paul Steinberg& Co., 6. m. b. H., Bankgeschäft, Berlin C, Roeentbaler Str. 11-12. Bekanntmachung. Vierter Nachtrag zu de» Satzunge» der Ortskranken- kasse Pankow vom 5. Oll ober 1903 M. 19. Januar 1905 beschlossen in den Generalversammlungen am 2. Jttiti und 26. Juli 1909. § 13 erhält folgende Fassung: Als Krankemmlerstühnng wird pp. grwährt: ad 1. Unverändert. ad 2. Unverändert. ad 3. Im Falle der Erwerbsun- sählgkeii vom dritten Tage nach dem Tage der Erkrankung ab sür jeden Krankentag nusschtiestlich der Sonn- tage, soweit diese nicht sür den be- treffenden Versicherten als Arbeits- tage zu betrachten sind, die Hälste des im H 12 sestgesehten durchschnittlichen Tagelohnes als Krankengeld, und zwar: a) Für Mitglieder der 1. Kl. 2,25 h).. 2.. 1,75 c)„ ,,» 3., 1,25„ d)».. 4.. 0,87l/j, e)* ff» 5.# 0,50., ad 4. Unverändert. . Die Krankenunterstuhung wird usw. ß 31 erhält solgende Fassung: Die wöchentlichen Kassenbetträge betragen 4'/, Proz.: a) Für Mitglieder der 1. KL 120 Ps. b)„.„ 2.. 93. c)„„, 3., 66, d)..„ 4.„ 48, e)»„« 5. 0 27 ff Bei Beiträge sind pp. Im ö«« sind die Worte.die Pankower Ztg." zu streichen. Pankow, den 26. Juli 1909. Der Borstand her Ortskrankenkasse Pankow. Paül Seisert, Pank Töpsner, Vorsitzender. Schrisisührer. Genehmigt Potsdam, den 4. August 1909. (L. S.) Namens des Bezirksausschusses Der Borsthende. In Vertretung: Büttner. B 8860. I. P. 5346- 277/6 Vorstehender Nachtrag tritt am Montag, den 30. Augnst 1909 in Krast. Druckexemplare vorstehenden Nachtrages liegen im Kastenlokale, Breitestr. 31a, zur Abholung bereit, Pankow, den 23. August 1909. Der Vorstand der Ortskrankenkasse Pankow. Paul Seisert, Vorsitzender. �rdetter-Vsllllerbuvl! Hie Naturfreunde Kuudesumndtrllllg am Sonntag, LS. August IVOS nach Neubrück bei Hennigsdorf- 1. Lehnitz— Birkenwerder— Neubrück. Absahrt: Sletiiner Vorortbahnhos 6'° Uhr vorm. 2. Spandau— Nieder« Neuendors— Neubrück. Absahrt: Lehrter Fern» bahnhos 7" Uhr vorm. 3. Finkenlrug— Schönwalde— Neubrück. Absahrt: Lehrter Fernbahn- Hof 6" Uhr vorm. 4. HermSdori— Neubrück. Absahrt: Steitiner Vorortbahnhos 12" Uhr nachmittags. Zusammentreffen aller Tellnehmer 3'/, Uhr.— Spiele im Walde. Fröh- liches Beisammensein. 2/10 Dr. Schllnemann Spezialarzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Sckützenstr. HüochentagS 10— S, 5—7. Zeppelin- Postkarten und graste Orden. wm lO Pfennig-Artikel, mm Für Händler bestens geeignet. Paul SekwafS«& Co. Alexandrlnenstraste 50. B An diesem Schild sind die Läden erkennbar, in denen SINGER Nähmaschinen verkauft werden. Mnstcrgtiltlg in Konstrnktlon und Ausführung, gleich vorzüglich für Uausgebrancli u. Industrie. n Singer Co. Nähmaschinen Act. Qes. BEltEIlV, Leipziger StraBo OS. Läden in den verschiedenen Stadtteilen. F Achtung! \wM tler iirer Heul Zwclgvercln Berlin. Backofen-Maurer! Achtung! Donnerstag, den 26. August, abends 8'/, Uhr, bei B o e k e r, Weberstr. 17; V ersammluns aller an Kacköfen beschäftigten Mnnrer. Tagesordnung: 1. Berichterstatwng von der Verhandlung mit den Arbeitgebern. 2. Diskussion. 3. Beschlustsassung über eventuelle Abschliestung eines Vertrages. ZZB. Diese Versammlung und deren Beschlüsse sind von so weit- tragender Bedeutung, dast kein Kollege in der Versammlung schien darf. Darum agilicre jeder Kollege sür den Besuch dieser Versammlung. 139/3» Der Vorstand. Wik Bureau: Engel-User 15, D. Telephon: Amt IV, Nr. 4747. Mitgliedn nllft Kliiichkn! MUT Freitag, de» 27. August, abends S'/a Uhr,"*6 im Gewerkschaftshause, Engelufcr IS lgrosicr Saal): Grdeutl. General-Versammlung. Tagcs-Ordnnng: 69/6 1. Mitteilungen. 2. Geschäjts- und Kassenbericht. 3. Die Znsammen- legung der vier Verwaltuiigeii zu einer cinheiilichcn OriSverwallung sür Grost-Berlin. 4. Anträge und Verschiedenes. Zutritt ist nur gegen Borzcigniig des BerbandsbucheS gestattet. Wer länger als 10 Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstände ist, hat keinen Zutritt I Das Erscheinen aller Verbandsmiiglieder erwartet Hie Verwaltung II. I. A.: A. Uthetz. Arbeiter» Samariter-fi-Kolonne. (Mitglied dcS Arvcitcr-Samariter-Bundcs.) Der HV!nter-IInr«n« beginnt in der 5. Ahtsttiing in SäTt 6ci Kl,afhold' 2.. 3.. 4.. I.. bei Hase, Brunnenstraste 154, in Sehüneherg bei Wieloch, Grunewaidstraße 110, in Elchtcnberg bei Beckmann Samariterstraste 11 im..Dresdener Garten", Dresdener Straße 45, Jedesmal 9 Uhr abends beginnend. -mUsptemhef. am 6. am 9, am 9. n n am 13. Der AnsangSvortrag in jeder Abteilung lautet:.Ueber Anatomie- (Bau des menschlichen Körpers) mlt Demonstrattonen an Bildern und Präparaten.— Der Besuch des ersten Abends steht jedem als Gast frei.— Das Einschreibcgeld beträgt 50. Pt., der MonatSbeitrag 30 Ps.— In jeder Abteilung befindet sich eine Bibliothek, welche �en Teilnehmern zur Ver- sügimg steht.— Lebrpläne sind bei allen Abtsilungssührcrn, Mitgliedern und in den Ucbungslolalcn zn haben. 287/15_ Der Vorstand. HB. Zlm Sonntag, den 29. Augnst, im Dresdener Garten: Gemütliches Zusammensem __ der Mitglieder mit ihren Angehörigen.__ Ä: KaModffl,Preis-Seliieß8ii ii.-Kegelo. Abend-- Tanz vortrlBe. Restaurant Kyffliäuser, Nieder-Schöneweide. Hente Donnerstag, den SO. August 1009: Qr. BrillantsLands und Wasser=Feuerwerk Schlachtmusik. iooos* Garten-Konzert und Ball.——• 1 Danrpscrverbindungen ab Schillingsbräcke von mittags 2 Uhr ab halb- A � stündlich. Einjache Fahrt 20 Ps. Dampfer-Fahrgäste zahlen kein Entree. q »••»•••oooeoco Verordnnng! Zum Schutz gegen ansteckende Krankheiten sind 1. Die Fußböden täglich mit Antomors-Wasser anfzuivisclicn.(Ein Eßlöffel toII nuf einen Eimer Wasser.) 2. Bäume, iu denen sich viele Personen anlhaltcc, außerdem noch einmal am Tage mit Antomors- Wasser zn besprengen. ÄütßiDors verBlehtet öle Kranktieltskeline ünd schallt reine, gesunde Luit 10S0L SozialdemokratiscliErWalteelü des 6. Bert. Reichstags-WaMio'eises. Todes- Anzeige. Am 22. August verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Eduard Hippler (Barsusstr. 8). Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Freitag, den 27. d. M., nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Scbaslian-KirchhoscS in Rcinickcndors- West, Humboldt- sttaste, aus stall. Um rege Beteiligung ersucht 230/3_ Der Vorstand, Zentral-Verband der Töpfer| Deutschlands. Filiale Berlin. Todes- Anzeige. Am Montag, den 23. August, verstarb nach langen Leiden der Kollege 193/9 Paul Waldau (Bezirk Gesundbrunnen) im Alter von 54 Jahren. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet heute (Donnerstag) nachmittag 4'/. Uhr von der Leichenhalle des Sankt- Paulus-Kttchhoses an der See- straste aus statt. Der Vorstand. veulLeher Kolzsi'döiler-Vei'dsm! Den Mitgliedern zur Nachricht, dast unser Kollege, der Tischler Perdinand Bettac am 24. August gestorben ist. Ehre feinem Nudcuken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 27. August, in Ebers- walde statt. 88/17 Nachruf. Am 22. August starb Kollege, der Vergolder Karl Vieth. Ehre feinem Andenken! Bio Ortsverwaltung. unser Deutscher | Transportarbeiter-Verband. Ortsverwaltung Berlin II. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Lager- arbcitcr 69/7 1 Tlennanti Schubert! am Sonnabend, den 21. d. MtS., I im Alter von 37 Jahren an der« Proletarierkrankhcit gestorben ist.[ Ehre sciuem Andenleu k Die Beerdigung fand am Miit- woch, den 25. August von der[ Leichenhalle des städtischen Fried- Hofes i» Friedrichssclde aus statt,| Die Verwaltung II. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie sür die vielen Kranz» spenden bei der Beerdigung meiner liebe» Frau 1112b Ernestine Märkel sage ich hiermit allen Belciligtcn meinen tiesgesühllen Dank. Der Hinterbliebene Gatte Herrmann Märkel. Dauksagmig. Für die bei der Beerdigung meine? lieben Mannes, unseres guten Vaters, Bruders und Schwagers, dcS Gast- Wirtes Hermann däclcel in so hobcm Moste unS bewiesene herzliche Teilnahme sagen wir allen Freunden und Bekannten, namctit- lich dem sozialdemokratischen Wahl- verein und dem Verband der srcicn Gast- und Schankwirte, sowie den drei Rauchklubs, dem Gelangvercin und Lottcrieverein unseren herzlichste» Dank Im Namen der Hinterbliebenen: Witwe Auguste Jockel. ESI Orts Krankenkasse der Gürtler z« Berlin. Bekanntmachung. Die in der austerordeniltchen Ge- neralversammlung vom 28. Juni 1909 beschlossene Erhvgmig der Bei- träge ist an, 30. Juli er. vom Vc- zirksauSjchust genehmigt. § 29 Abs. 1 erhält solgende Fassung: b) sür Mitglieder der 1. Klaffe 0,96 M. b)... 2.. 0.72. o),„. 3.„ 0,54, d),., 4.. 0,42, s)... 5-. 0,24„ Die ncitcu Bettrage werden vom Wontag, den 30. Anglist 1909 ab er- hoben. Druckcremplare obiger Abänderung find im Kaffenlokal zn haben. 11086 Der Vorstand. Emil Schmidt, Vorsitzender. . KkrantvortliKer Redakteur� Emil Unger, Kerlifl, Kür den Jnferatenwil verautw.: Th, Glocke, Berlin. Druck«.Lerlag-PorwärtsBuchdruckerei a, Berlagssnstalt Paul Einser 6- Co., Berlin LW, Ir. 198. 26. Jahrgang. 3. KeilM des„lloiiuittö" Krlim Joltelilitt. Donnerstag, 26. August 1909. Hus der frauenbewegung* Der Parteitag in Leipzig und die Frauen. Eine gutbesuchte Versammlung der weiblichen Mitglieder der sechs Berliner Wahlvcreinc, einberufen vom gcschäftsführenden Ausschuß des Verbandes der sozialdemokratischen Wdhlvcreinc Groß-Berlins. tagte am Dienstag in den„Arminhallen", um die Wahl von Delegiertinnen zum Parteitag vorzunehmen. Genossin Luise Zieh referierte. Unsere Parteitage seien stets von außer- ordentlicher W.chtigkcit und Bedeutung für die Gesamtpartei ge- Wesen. Sie seien eine Heerschau, indem festgestellt werde, über welche Mittel die Parte: verfüge, wie stark das Heer der organi- sirten Parteiangchörigcn, d. h. der gefestigten, opferbereiten Ge- nassen und Genossinnen sei und was die Partei getan habe. Dann aber hätten unsere Parteitage mehr oder minder dazu gedient, unsere Theorie zu prüfen. Es sei das eine sehr wichtige Aufgabe, weil die sozialistische. Theorie der Wegweiser für die Partei sei. Sie sei die Basis, da sie die Einsicht in die wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhänge vermittele und uns zeige, daß der So- zialismus notwendig sei. Kennen wir aber die Entwickelungsgesetze, dann seien wir bemüht, unser ganzes Tun und Lassen danach ein- zurichten, um diese EntWickelung zu fördern. Dementsprechend träfen wir unsere Maßnahmen. Die Prüfung der Theorie diene nicht nur dazu, die Grundlage unserer Bewegung zu prüfen und zu festigen: cS werde gleichzeitig auch die Frage geprüft, wie wir unsere Taktik einrichten wollten. Die Taktik sei doch nur die Heber- setzung der Theorie in die Praxis. Wenn die Staatsmänner immer wieder feststellen müßten, daß alle gegen die Sozialdemokratie an- gewendeten Mittel doch nicht zum Ziele führten, so liege es daran, daß der gefestigt sei, wer einmal vom Baume unserer theoretischen Erkenntnis gegessen habe. Zum bevorstehenden Leipziger Parteitag äußerte dann die Rednerin unter anderem folgendes: Trotz der Krise sei es, wie der Bericht des Parteivorstandcs ergebe, der Partei möglich gewesen, den Mitgliederbestand um zirka 47 000 zu vermehren, worunter über 32 000 weibliche Mitglieder sich bo- fänden. Äas sei außerordentlich erfreulich, nur möchte sie wünschen, daß Berlin im nächsten Jahre stärker an der Zunahme der weib- lichen Mitglieder partizipiere. Auch finanziell stehe sich die Partei gut. In der bürgerlichen Presse komme zum Ausdruck, wie cnt- täuscht und verärgert die Gegner darüber seien, daß die angeblich niedergerittene Sozialdemokratie vorwärts marschiere.— Von der Neuordnung des Organisationsstatuts erwarte sie, daß Be- stimmungen hineinkämen, die die Zentralisation und Festigkeit der Partei noch mehr förderten. Sie hoffe auch, daß der Entwurf an- genommen werde, soweit er sich auf die weiblichen Mitglieder be- ziehe. Die Bestimmung speziell, daß ein weibliches Mitglied in den Vorstand gewählt werden solle, lege nur etwas fest, was historisch geworden sei. Dieser Posten' erlege ernste Arbeitspflichten auf. Im allgemeinen seien alle Arbeiten mit durchzuführen, die dem Vorstand oblägen, und besonders sei die Agitationsarbcit unter den Frauen zu leisten. Die Anträge, welche die Beseitigung dieser schon in Nürnberg geschaffenen Bestimmung verlangten, gingen fehl. Für diese Anträge dürfte sich auch Wohl eine Majorität kaum finden. Durch ihre Annahme würde den weiblichen Mitgliedern ein Schlag ins Gesicht versetzt werden. Man brauche nur daran zu erinnern, wie die bürgerlichen Parteien um die Frauen werben. Was von liberaler Seite geschehe, sei bekannt. Agrarische Vor- tragskurse des letzten Winters, an denen auch Frauen aus Ost- und Westpreußen teilnahmen, sollten die Frauen befähigen, in der Heimat unter der weiblichen Arbeiterschaft zu agitieren. Ferner habe sich ein Verein von bürgerlichen Frauen gebildet, der ähnlich dem Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie unter den Frauen wirken wolle. Dieser weibliche Verband sei außer- ordentlich rührig. In einer ganzen Reihe von Orten beständen Gruppen, welche Teeabende usw. veranstalteten, um die Arbeite- rinnen zu sich herüberzuziehen und indirekt auch Einfluß auf deren Männer zu gewinnen. Nicht bloß im Interesse der Frauenagitation, fondern im Interesse unserer großen Gesamtbeweguna hoffe Rednc- rin, daß die Bestimmung über die Wahl einer Frau in den Parteivorstand in Leipzig aufs neue sanktioniert»verde.— Andere Anträge forderten die obligatorische Einführung der„Gleichheit". Für den Fall, daß die„Gleichheit" nicht obligatorisch geliefert werde, wäre um so lebhafter für die Verbreitung des Blattes in proletarischen Frauenkreisen zu wirken. Wenn unsere proletarische Frauenbewegung rein sei von frauenrechtlichen Einflüssen und Allüren, Ivenn unsere Frauen Sozialdemokratinnen ge- worden seien, dann hätten wir das der„Gleichheit" zu danken.— Bon den neuen Ausschlußbestimmungen des Organisationsentwurfs, deren Annahme sie wünsche, erhoffe sie eine heilsame Wirkung in der Richtung, daß manchen Quertreibereien und manchem Aus-der-| Reihe-Tanzen ein Riegel vorgeschoben werde. Sic hoffe weniger, daß der Paragraph in Anwendung komme, als vielmehr, daß er erzieherisch auf Personen wirke, die sich Parteigenossen nennen und doch oft ein parteischädigendes Treiben entfalteten.— Mit Bezug auf den parlamentarischen Bericht äußerte sich Rednerin zur Stellungnahme der Retchstagsfraktion gegenüber der Finanzreform und legte dar, daß es unter gewissen Voraussetzungen sehr wohl Aufgabe der Fraktion gewesen wäre, gegen die Erb- schaftssteuer zu stimmen, wenn es zur dritten Lesung ge- kommen wäre. Dann nämlich, wenn Aussicht war, die ganze Finanzreform zu Fall zu bringen und eine Auflösung des Reichs- tages herbeizuführen. Da es nur zur zweiten Lesung kam, und hierbei nur prinzipiell abzustimmen war, sei die Abstimmung nach den Grundsätzen der Partei erfolgt. Bei der Debatte über den parlamentarischen Bericht könne es sich darum nicht um eine Kritik der Stellungnahme handeln, sondern nur um die Feststellung, loie sich die Partei beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen in Zu- kunft zu stellen habe.— Daß die Vorschläge über die Unterstützung der Opfer der Maifeier angenommen würden, sei schon deshalb zu wünschen, damit die Diskussion über die Unterstützung endlich auf- höre. Durch sie werde der große Gedanke der Maifeier in den Hintergrund gedrängt. Es sei alles daranzusetzen, der Maifeier durch � Arbeitsruhe eine größere Ausdehnung zu geben. Bei den Einwänden gegen die Maifeier werde meist das hoch zu bewertende propagandistische Moment unterschätzt.— Ein wichtiger Punkt der Tagesordnung sei die Beschäftigung mit der Reichsversichcrungs- ordnung.— Was einige in letzter Zeit aufgetauchte, als Konflikts- stoffe angesprochene Fragen angehe, so wären sie grundsätzlich und präzise zu entscheiden, zugleich aber zu wünschen, daß die Debatten darüber nicht die Diskussion des Parteitags überwucherten und würdig verliefen. Die Kämpfe mit unseren Gegnern erforderten eine große, geschlossene Partei. Durch die Annahme der Reichs- finanzreform und die ganze politische Situation, die dadurch ge- schaffen sei, sei eine Erbitterung in die Massen getragen worden. daß man sagen könne: Uebcrall, wo wir hinschauen, blüht der Weizen der Sozialdemokratie. Sorgen wir, daß er zur Reife ge- lange, damit wir die Ernte halten tonnen.(Großer Beifall.) Zur Diskussion meldete sich niemand. Die inzwischen per Stimmzettel vorgenommene Wahl von drei Telegiertinnen zum Parteitag fiel auf die Genossinnen O. Baader, Fahrenwald und L u n g- Witz.— Nach einigen, zur Agitation unter den Frauen anfeuernden Worten des Verhandlungslciters Genossen B ö s k e schloß die Vcr- sammlung._ Aufwarterinneu. Die AufWärterinnen gehören zu den am schlechtesten entlohnte» und zu den am schlimmsten ausgebeuteten Arbeiterinnen. Leute, die kein Dienstmädchen bezahlen können oder wollen, die dafür nicht genügend Arbeit zu haben glauben, engagieren eine Frau oder ein Mädchen, das ihnen die gröberen Hausarbeiten verrichtet. Man nimmt eine solche AufWärterin anstatt eines Dienstmädchens um so lieber, weil jener gegenüber keine besonderen Verpflichtungen binden. Bei einem Dienstmädchen muß für Essen, Wäsche, Bett und Schlafraum gesorgt werden. Das ist bei einer Aufwärterin nicht nötig. Aufivartcdicnste übernehmen gewöhnlich Frauen, die selbst einen eigenen Haushalt führen und aufs Mitvcrdienen an- gewiesen sind. Den eigentlichen Haushalt versorgen sie eigentlich im Nebenamt, sie müssen ihn oft' vernachlässigen, denn die Herr- schaften verlangen durchweg recht viel für die paar Mark, die sie zahlen. Eine Aufwärtcrin, die zum Beispiel täglich drei Stunden arbeitet, erhält in der Regel pro Monat 15 M. Stellenweise gibt es auch noch etwas zu essen,»neistens aber kann die Frau, Ivenn sie sich müde gearbeitet hat, hungrig nach Hause gehen. In wenigen Stunden soll die Aufwärterin so ziemlich alle Arbeiten im Haus- halt erledigen. Die vorher ausgemachte Zeit wird häufig nicht unbeträchtlich überschritten. Aus vier Stunden werden fünf, ohne daß Extrabczahlung erfolgt. Will die Aufwärterin es nicht mit der Hausfrau verderben, so arbeitet sie geduldig, selbst in dem Be- wutztsein, daß die eigenen Kinder ihrer bedürfen oder der Mann zu spät oder in aller Eile hergestelltes Mittagessen bekommt. Die Herrschaft geht vor! Hohe Gunst, die zu tiefgefühltester Dankbar- keit verpflichtet, ist es, ivenn die Aufwärtcrin übriggebliebenes Essen mitnehmen darf; sie spart damit eine Mahlzeit für den Mann. Allerdings ist heute nianche Aufwärterin schon froh, wenn ihr gnädigst nur der Kaffeesatz zum Mitnehmen überlassen wird, von dem sie dann zu Hause noch einen schönen Kaffee kocht. Und solche Geschenke erlauben nicht, Lohnforderungen zu stellen. Die Danie wäre ja empört, wenn ihrer Gutmütigkeit durch dergleichen An- spräche gedankt würde. Und gerade jetzt wird gespart, am Arbeits- lohn geknausert. Mehr wie bisher versucht man nun auch, Kinder oder eben aus der Schule entlassene Riädchen als Aufwärterinnen einzustellen. Diese erhalten natürlich noch weniger Lohn als ältere Personen. Dazu hat man den Vorteil, daß jugendliche Arbeiterinnen noch will- fähriger und schüchterner find als verheiratete Frauen. Manche Aufwärtcrinnen haben mehrere Stellen zu gleicher Zeit. Diese Proletarierinnen sind erst recht nicht zu beneiden. Da jede Herr- schaft auf die entsprechenden Vormittagsstunden reflektiert, muß die Aufwärterin für die weniger begehrten Stunden mit niedrigerem Lohn zufrieden sein. Die Herrschaften ziehen Frauen vor, die nur eine Stelle übernehmen, weil den anderen nicht so leicht Ueber- stunden aufgedrängt werden können. Die Aufwärterinnen bevor- zugen Stellen, wo zu ihren Obliegenheiten nur das Reinigen von Burcauräumeu gehört. Hier haben sie ihre bestimmte Arbeit; außergewöhnliche Ansprüche, wenigstens nicht in der Häufigkeit und in dem Umfange wie in der Hauswirtschaft, treten an sie nicht heran. Die Löhne sind hier wie dort gleich— niedrig. Trotz der Mißstände in diesem Berufe denken die wenigsten Aufwärtcrinnen daran, durch Anschluß an eine Organisation ihre Lage zu ver- bessern. Der Verband der Hausangestellten bemüht sich, neben den Dienstmädchen. Wasch- und Scheuerfrauen auch die Aufwärterinnen der Organisation zuzuführen, bisher leider mit nur geringem Er- folge. Da es für die Organisation sehr schwer ist, an die Auf- Wärterinnen direkt heranzukommen, sollten alle Genossen und Ge- nossinnen, wo und wie sich dazu Gelegenheit bietet, diese Arbeite- rinnen darauf hinweisen, daß nur durch gemeinsames Handeln die maßlose Ausbeutung beseitigt werden kann, Politische Rechte für Frauen. Dem Parteitag der österreichischen Sozialdemokratie in Reichen- bcrg werden von de» Wiener Genossinnen zwei Anträge unter- breitet. Der eine verlangt, daß die sozialdemokratische Fraktion im Rcichsrat in der nächsten Session eine energische Aktion für die Abänderung des Vercinsgcsetzes einleiten und mit allem Nach- druck durchführen soll. Die Parteiorganisationen und die Presse sollen diese Aktion unterstützen. Es handelt sich um die Abschaffung des§ 30, der„F r a u e n s p e r s o n e n" und Minderjährige von der Mitgliedschaft in politischen Vereinen ausschließt. Der zweite Antrag verlangt, daß der Parteitag die Fraktion beauftragen möge, zu versuchen, ihren schon zweimal gestellten An- trag auf Ausdehnung des Wahlrechtes auf die Frauen im Parlament zur Diskussion zu stellen. Auch die sozialdemokra- tischen Vertreter in den Landtagen und Gemeinden sollen vom Parteitag beauftragt werden, in den betreffenden Körperschaften das Frauenwahlrccht zu beantragen, und wo die Genossen im Kampfe um die Demokratisierung des Wahlrechtes stehen, soll für Männer und Frauen um das allgemeine Wahlrecht gekämpft lverden._ Arbciterinncnbewegung in Oestcrreichisch-Tchlcsicn. Im Oktober 1908 wurde an dieser Stelle berichtet, daß der Landesparteitag von Oesterrcichisch-Schlesien beschlossen hat. die Agitation unter den Frauen zu fordern und politische Frauen- organisationen zu gründen. Am Sonntag, den 22. August d. I., tatjtc nun in Jägern darf eine Frauenkonfcrenz für Schlesien. Die Referentin Genossin Jockl aus Jägcrndors konnte berichten, daß in den 10 Monaten 6 Frauenorganisationcn gegründet wurden, die zusammen 387 Mitglieder haben. So wenig imponierend diese Zahl noch klingt, für den, der die schlesischen Verhältnisse kennt, sind sie doch erfreulich. Wenn man bedenkt, daß vor einem Jahre noch gar nicht daran gedacht wurde, die Frauen selbständig politisch zu organisieren, so kann man mit dem, was geleistet lvurde, voll- auf zufrieden sein. Um so mehr, da sehr viele davon auch gcwerk- schaftlich organisiert sind. Nun aber soll eine ganz planmäßige Agitation eingeleitet werden. Zu diesem Zwecke wurde ein Regu- lativ ausgearbeitet, das den Genossinnen eine Richtschnur gibt, wie sie zu arbeiten haben. Auch ein Landesfrauenkomitee wurde ge- wählt, das die Agitation im Lande zu betreiben hat und an das zur Bestreitung der Kosten 4 Heller pro Mitglied und Monat ab- zuführen sind. In einem Vortrag über die Agitation unter den Frauen gab Genossin Popp Anleitungen, wie Funktionärinncn zu erziehen sind und wie die Genossinnen zur Agitation angeleitet werden können. Außer den Landesfrauenkonferenzen, die nunmehr in Oester- reich abgehalten werden, finden auch Kreis- und Bezirkskonferenzen der Frauen statt. So haben nach der Deutsch-böhmischen Frauen. konfcrenz in B o d e n b a ch schon Konferenzen in Gablonz. Reichenbcrg, Aussig und Bodenbach stattgefunden. Diese Konferenzen sind sehr fruchtbringend, da auf ihnen die Details der Organisation besprochen werden können. Die Genossinnen können ihre Gedanken zum Ausdruck bringen und bilden sich dadurch für die Tätigkeit in ihren Organisationen. HLJ! .n. alexanderplatz Diese Woche Leipziger Strasse: Versand-Abteilung Versand nach ausserhalb erfolgt prompt. Lebensmittel£«£3 FRANKFURTER ALLEE Soweit Vorrat Prima Tafeläpfel...» Pfund 55*• Prima Kochäpfel....» pwn-, 45 Prima Tomaten ... 5 Pfund 35 Pf. GeivPreissellieeren a-«85 Zitronen �..18, 25, 35 pf. pf. Pa. Williams Tafelbirnen p«. 18pf. Prima Tafelbirnen...»Pfund 55" Span. Melonen......... Pfund 20 pf. *1 Waggon weisse und biaue Kur- und Tafeltrauben..... Pfund 15, 20 n Junge Bratgänse be,te Quaiit«.. P�d 56, 64".| Prima Hirschwild iöTr. i&r. 1 Waggon prima Oderbrucher Hafermast- Gänse..................--w.-. 66 n * Vom Versand ausgeschlossen. aStck. 50 Pf. I.all. Apotheken. Drogerien, Parfünerien und Seifen-Geschäften.| Serie I Knaben- Anzüge aus baltbaren Cheviot- und BucksJdüstofTen.......... 3— 7 Jahre 3.95 8— 11 Jahre 4.95 3— 7 Jahre 7.75 8—11 Jahre 9.25 Serie II Knaben-AnZÜge aus guten blauen Kamm' garnstollen, ganz gefüttert Ein großer Posten Knabenpyjaks, warm gefüttert, 4.90, 5.90, 7.75, 11.50. Ein großer Posten KnabensLeibchenhosen, 3-7 Jahre 70 h, 8-11 Jahre 1.05. Knaben= Leibchenhosen aus besten Kammgarnstoffen außergewöhnlich billig. Serie III Knaben-Anzüge blau und farbige Kammgarnstoffe, hochelegante Ausstattung... 3-7 Jahre 11.50 8— 11 Jahre 13.25 Dieses Angebot bezieht sich auf Donnerstag, Freitag und Sonnabend. In der Herr ensKonfekf ton sind sämtliche Neuhelten der Herbst» und WinteraMode eingetroffen. Mortäl | einziges Spezial. BTSÄle a I Mittel gegen 1 IUIIt7 | schnell und sicherwirkend, zerstört radikal den Brutherd im �ujzboden, so das? gänzlich jede Brut ausgetilgt wird. Fl. 73 Pf. u. l,30.Maii nchnienur.llortat� M mit Marke„Jod und Teutel"," 1 in den Drogerien und bei Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4 4i Hygienische. Bcaansarukel. iSGuest-iv avalog El. Exnpfehl.viol. Aerzto u.Prof. grat. H. Ungor, Gum rdwarenlabrflc 6orlio NW» Friedrichsurasse 91/93 erzeugt ein zartes reines Gesicht, rosiges jugend- frisches Aussehen, weiße samractweichc Haut, von Bergmann& Co., Radebeul» frisches Aussehen,..»».». blendendschönen Teint und beseitigt Sommer-| sprossen sowie Hautunreinigkeiten. Kur durch ganz hervorragend feine QnaUtät hat der KapitSn-Kaulabak »einen guten Ruf erhalten. Der echte Kaptttin-Kantabak(gesetzl. geschützt) wird nur noch in Etiketten verpackt und nach wie vor zum 10 Pfennig- Verkauf geliefert(in Rollen and Bündel). Unverpackte Ware ist, well unecht, znrflckznwelsen. Zu haben in Zigarrengeschäften usw., wo auch kleine Priemdosen gratis erhältlieh sind. Vertrieb: Carl Uttcker, Berlin, GrOner Weg 112(Amt 7, 3861). Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(lettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Ptg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen Q ANZEIGEN für die nächste Nummer werden In den Annahmesteile» für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bi* Uhr, In der Haupt-Expedition, Llndenstrasse 69. bis 5 Uhr angenommen. Friedrich-Straße 110/112. � � Oranienburger Straße 54/563. Herren» und Knaben>Konfektion. Inhaber: Eugen Sternberg:. 3 Ausnahmetage in Knaben-Garderoben. Tcppiche(fehlerhafte) Gelegenheitskauf. Fabriklager Mauerboff, Große Framfurlerstraße g, Flurem- gang. BorwärtSIefern 6 Prozent Extrarabalt. 1611J1* Äteppdecke» billigst Fabrik Große Franksurlcrstraße S, Flureingang. Gardinenhaus, Groge Frank- fiirterstraße 9, Flureingang. 161351' Sozinlreform oder Rcbolution, bon Rosa Luxemburg. Zweite durch- gesehene und ergänzte Auslage. Preis 30 Pf. Expedition Vorwärts, Linden- straße 63. LtorwärtSlcser erhalten 5 Prozent Extrnrabatt selbst bei nachstehend aus- geführten GelcgcnheitSläuscn. Tcppich- Thomas, Oramenstrahe 160, Oranien- platz.__ 237351« sarbsehlerhafte, spott- Teppiche billig._ Gardine». Store;, Muster- exeurplare, für halben Wert. Schlafdecken, ein Posten, sür halben Wert. Steppdecken, Musterstücke, spott- billig._ Norwärtsleser, stehende 5 Anzeigen. beachtet bor- Drehrollen, Buttermaschinen, Wiegeschalen,„Berlinea«, Waßniann- straße 23(Katalog kostenlos). Teppiche!(seblerhasle) in allen Größen für die Hülste deS Wertes Teppichlager Brunn. Hackescher Markt 4, Bahnhof Börse.(Leser deS „Vorwärts" erhalten S Prozent Rabatt.) Sonntags geöffnet I« Die Grundbegriffe der Wirt- lchasislehre. Eine populäre Einfüh- rung von Julian Borchardt. Preis 49 Ps. Expeditton Vorwärts, Lwden- straße 63. Billige Hofeuwoche. Hochelegante Herrenhosen aus semsten Maßstossen 7—lj Mark. Versandhaus Germania, Unter den Linde» 21. l<)82b« Borjährige eleganteHerrenanzüge und Paletots aus seinsteu Maßstossen 29— lOSDJni't. Versandhaus Germania. Unter den Linden 21. 1983b« Fünfzig wöchentlich. Möbel, Gar- d-robcn, Uhren, Kinderwagen, Wäsche, Betten, Steppdecken, Gardinen, Tcp- piche, Eisenmöbcl, 51ronIeuchter,Sprcch> Maschinen, Musikwerke, Trauringe. Granzow, Stargarderstraße 64,* Plüschtischdecken, staunend billiger Massenverkaus! wunderbolle, bestickte 5,85, 6,75 bis 13,59. Gloriatuchdecke 1,55, 2,25 usw. Teppichhaus Richard Wols, Dresdeuerstraße 8(Kottbuser- tor), Abonueilicn Rabatt.______• Hochbornehme Herrenanzüge, Herrenpaictots, Herrenhosen aus seinstcn Maßstosten spottbillig der- kaust Deutsches Versandhaus Jäger- straße 63, 1 Treppe. 2177K gieichgestickte Tischdecken in Filz« tnch 2,15, Vikioriatuch 2,59, echt Plüsch 6,75. Teppichhans EmU Leseore. Oraniensiraße 153. 214151« ZuehthanS» Acht Jahre. Lebens- eriiinermigen von Sepp Oerter. Hochinteressaiit. Preis 1 Mark. Zu beziehen Buchhandlung Vorwärts. Totalansbcrkauf. Restbeftände Tuch- und Plüschportieren, Garnitur 2.65, 3.75, 4.85. 5.65, 6.75, 8.59. 9.59 uslv, E, WcißenbergS PortierenhauS, Große Frantturlcriiraße 125. Tüllbettdecken, extra groß. 1.95, 2.25, 3.35, 4,25 usw. GrdctüllsiorcS, entzückende AuS- sührutigen, 3,45, 3,85 4.59, 5.25, 6.99 usw. Gardin cnhauS, Große Frank- surterftraße 125. Nieseupofte» Gardinenreste und einzelne Fenster(2 Schal) mit 19 Prozent Rabalt, Fenster 1.25, 1.85, 2.25, 2.75, 3.59, 4.59 usw. Gar- dincnhauS, Große Frankjurter- straße 125,_ Slbfallteppiche 3.25, 3.85, 4.50, 5.80, 6.50 usw. TeppichhauS Große Franksiirlerstraße 125._ Pluschtevpiche mit tieinen Färb- sehlern, 19 Prozent Exlrarabalt, 7,59, 9.85,11,—, 13.— ,15.— usw. E. Weißen- bergs Teppichhaus, Große Frank- surterftraße 125. Tuchdeäc» 1.25. 1.75, 2.59. 3.59 usw._ Plüschdecken 3.85, 4.85, 6.50, 7.85, 9.25 usw. Große Franksurter- sttaße 125. gkiesenposien Steppdecken. Wolle und Similiseide, 3.25, 3.85, 4.59, 5.59, 6.59, 7.85 usw. Große Franksurter- straße 125. Mafsenverkauf oon Äöbelstoft. resten, Linoleum- und Läuserstoff- reslen zu Spottpreisen. E. Weißenbergs TeppichhauS, Große Franksurler- straße 125. Verbrechen und Prostitution als soziale KranIheitSerlcheinungen bon Paul Hirsch. Preis 2,— Mark, geb. 2,59 Mark. Expedition Vorwärts, Lindenstraßc 69. Zur Einsegnung: Uhren 2,85, Arm- bänder 1,85, Ringe, 333 gestempelt, 1,99, Brosche mit Ohrringen 4,99, 7,59, 19,99, Alles mit Garantieschein. Psandleihe, Llndreasstraße achtund- dreißig._* 5,00 prachtvolle Betten, 9,99 Bauernbettcn, Daunenbetten 12,99, Aussteuer, Damastbczüge 3,39. Nur Psandleihe, Andrcasstraße achwnd- dreißig. Landbett, zwei Deckbetten, zwei Kissen, zweijchläserig, 18,99, große Lalen 1,99, Bauerndcckbett, Unterbett, zwei Kissen 27,99, Psandleihe, Andreas- straße achtunddrcißig. Annoncenvor- zeiger vergute Fahrgeld._« Leihhaus Merkur, G, m. b, H., Große Franksurterstratze 116(Psand- leihanstalt und AnlausSabteilung). aohe Beleihung für Goidwaren, ilbersachen, Schmuckgegenstände, Uhren, Herrengarderobe, Pelzwaren, Wäsche, Lexiken, Klaviere, Stoffe, Warenposten, jeden Wertgegeustand Ununterbrochen geöffnet, Pfandleihhaus Krebber, Küstriner- platz 7, spottbilliger Bettenverkaus, Gardineitberkauf, Wäscheberkans, Uhrenverkauf, Deckenberkaus, Schmuck- lachen, Goldsachen, Silbersachen, ver- sallene Pfänder._ 242855 Günstig gelegene Grundstücks- Parzelle gegen Warenlager sofort zu vertauschen. O. Bierwagen, Mühlen- hos 19. 11176 HermannPlaU 6. Staunend billige Psänderverläujel Bettenverkäusel Aus- steuerwäschel Taschenuhren I Frei- schwinger I Gardinenverkaus I Plüsch. tilchdeckenl Steppdecken I Extrabillige SommerpaletotS! Jackettanzügel Geh- rockanzügel Herrenhosen l»Jeder- mannS Wareneinkauf, ebeusallSSonn- tags.« 198 f QesedLttsverkSufe. Gornikiewiez Co., Oranien- straße 143, Telephon: 4, 11611, Oer- lausen Geschäfte aller Branchen schnell- diskret. Besuch kostenlos. 1578K« Gutgehende Plätlerei krankheits- halber verläuflich Wilhelm Stolze- sttaße 14. f37 Sportrestanrant- Fußball, Norden, Vereine, Zahlstellen, zu verkausen, Näheres Schmidt, Swinemünder- straße 16. Agenten verbeten. f76 Gckrestaurant(Garten) verkauft Soldinerstratze 34.-f93 Zigarrengeschäftverkäuflich Reuch- linstraße 2a._ ff 146' Gartenrestaurant. Tanzsaal. Kegelbahn, Ausspannung, Pacht 2999, Kauspreis 4999, günstig für Partei- genossen. Offerten dl. 3, Expedition des»Vorwärts«. Ullb Möbel. Gneisenauftr. 10, Ecke Nostlzstr. S. Grau, bekannt als beste Bezugs- quelle, Kaffa und Teilzahlung. 17l6K« Moebel-Boebel, Oranienstraße 58 (direkt Moritzplatz). In ineiner sett 1879 b-stehenben Möbelsabrik stehen in 5 Etagen komplette Wohnung». einrichlungen zu niedrigsten Fabrik- preisen zum Verlaus. Unerreichte LeistungSsähigkeit. Englisches Schills- zimmer, Nußbaum oder Satin 226,—, modernes Schlafzimmer- mit Intarsien 268,—, Speisezimmer mit Umbau 339,—, Herrenzimmer mit Umbau 351,—, 1 Zimmer und Küche 167,—, 348,—, modern 470,—, Bettstelle .mit Matratze 21,—, englische Bettstelle mit Matratze 44,—, Kleider- spind 39,—. Trumeau, geschliffen 33,—, Ebaiielongue 22,—, Schlassoja 35,—. Plüschsosa 53.—»Teppiche 19.—. Gardinen, Portieren. Besichtigung ohne Kauszwang erbeten. 5 Jahre Garantie. Transport und Lagerung frei. Eventuell Zahlungserleichte- rungen. Geöffnet 8—8, Sonntags 8—2. Kein Laben. Verkälts nur im Fabrikgebäude. Illustrierte Spezial- offerte gratis und franko. 23S4K Möhelhalle»Norden«, Thiele, Slckerstraße 129(Gartenplatz). Filiale: Jnoalidenstraße 118(Stettinerbahn), Speicher.— RiesenauSwahl bürgerlicher Wohnuiigs-Einrichtmigen von 299 bis 3999 Mark.— Gelegenheit»- käuse gebrauchter wie neuer Möbel, spottbillig. Aujbewahrung und Liese- rung frei._ 1853S Gebrauchte Möbel aus Versteige- rungen, Schränke. VertikoS, Tische, SosaS, Schreibtische, Bücherschränke, Büsctls.Garniturcn.Bcttstellen, Wasch- toilcitcn, Bilder, Kronen, Teppiche, komplette Wirlschaslc» bedeutend billiger ivie überall. Lcmierls Möbel- spcichcr, Lothringerstraße 55. Möbeltifchleret, gegründet 1391, Stallschreiberstraße 57(am Moritzplatz), Hos, Fabrikgebäude, liefert reelle WobuungSeinrichtungeo sowie ein- zclne Möbelstücke zu Fabrikpreisen. Größte Auswahl. Ratenzahlung. Harnack, Tischlermeister. Genossen 3 Prozent. 135KK« Wegen baupolizeilicher Räumung spottbilliger Möbelverkaus Andreas- straße 30, geradeübcr Markthalle.« Möbelgelegenheit: Wenig gebrauchte, guterhaltene Möbel, auch neue, einfachste, eleganteste, beliehen gewesen, versallene spottbillig. Riesen- lagcr, Lombardsveicher, Neue König- straße 5/6, Fabrikgebäude. Sonntags geöffnet.(Zahlungserlcichterung.)* Billige Wobei, gebrauchte, verliehen gewesene und neue. Klciderspind, Verttlo 18, AuSziehttsch, Sofatisch 15, Küchenspind 19, Bettstelle mit Ma- tratze 18, Garderobenschrank, Herren- schreibtisch 36, Chaiselongue mit Decke 19, Soja 22, elegante TaschensosaS 45, PaneclsosaS 68, Säulentrumeau 39, NußbaumbüsettS, Bücherspinde, eng- lische Schlaszimmer, bunte Küchen 55, Waschtoilctlen 29. Ratenzahlung, Transport frei, StargarbtS Möbel- speicher, Lothringerstraße 69. 225/9* PahrrSder. Herrenfabrrab, Dameniabrrad einmal benutzt 49,99. Holz, Blumen- ftraze 36 d. 1683K» Halbrcnner und Damenrad, mo- dern, gut erhalten, 35,99, Große Frankfurterstraße 14, Hof geradezu.« GefchäftSdretrad, äußerst stabil, 59,99 an. Holz. Blumenstraße 36d.» Aiusik. Pianino, hervorragende Klang- fülle, Hoslicferant, wenig gebraucht, sofort billigst Warschauerstraße 58. Oucrgcbäude I._ 90/1* Pianino erster Hosliescrantcn- Firma, weit unter Wert, sosort ver- käuflich Französischestr. 15, 1 r. 87/16' Biolinunterrich»(neue, doppelt fördernde Methode biS zur Vollendung) gibt erfahrener Künstler wöchentlich, aus Wunsch auch nur eine Lektion a 1,25 M., bei zwei Schülern je 75 Pf, Offerten unter D. 2 Expeditton des »Vorwärts«.(« Verschiedenes. Patenianwalt Wessel. Gillchiner- straße 94»._ 2555K' Steint dieMMterfprache bekerrscheiil Erfolgreichen, leicht faßlichen Unterricht in Wort und Schrijt der deuttchen Sprache erleitt Damen und Herren (separat) auch abends ew tüchliaer uud gewiffenhaster Brivatlebrer. Die «irtunoe tostet eine Mark, Eine Unter- richtSftunde wöchentlich genügt Ge- fällige Slngebote find unter 5. 4 an Sxvevitton des»Vorwärts« zu richten. Ersindniigeii schützt und verwertet billigst Joh. Reimers, Ingenieur, Pankow, Neue Schönholzerstraße 15. Kuufistopferei von Frau KotoSlh Schlachtensee, Kurstraße 8. III. Technikum. Elektrotechnik. Ma- schinenbau. Hochbau. Tiesbau. Archi- tektur. Steinmetz-, Kunstschlosser- schule. Ga».. Wasser. Heizung. Abendkurse. Tageskurse.(Siaailiche Aussicht.) Neanderstraße 3. 2362K« Gnörich, Vollshumorist, auch Ge- sellschast, Fcnnstraße In. ff23 Vermietungen. Bäckerei mit Wohnung, doppel- tem Patentosen tm neuen Eckhause Osenerstr. 2, gegenüber Depot der Elektrischen, sosort oder später zu vermieten. Näheres Verwalter.« Restauration mit Wohnung im neuen Eckhause X., Osenerstraße 2, gegenüber Depot der Elektrischen, so- fort oder später zu vermieten. Näheres Verwalter. Werkstatt oder ArbeitSramn für jedes Geschäft paffend billig zu ver- mieten Andreasstraße 17. ff43 Wblmimxon. Kleine Wohnungen sofort und zum 1. Oktober Görlitzer User 5. Norden, Osenerstr. 2. im neuen Eckhause, sind Zwei- und Dreizimmer- Wohnungen, die schönsten in dortiger Gegend, mit Bad und reichlichem Zu- behör sosort oder später zu vermieten. Näheres Verwalter. Ä Stuben, Küche, Garten, Border- Haus parlerre, monatlich 26 Mark. O.ilergebäude Stube, Küche 18 Marl. Steglitz, Herderstraße 5. 94/9 Zimmer, Balkonzitiuner. leere, große, Bad. sür einzelnen besseren Herrn, Zorn- dorsersttaße 21. ff37« Teilnehmer zum möblierten Zim- mer gesucht. Witwe M. Jacobcy. Wicsenstratze 19, vorn II. 933b« Freundlich möbliertes Zimmer Kottbuserdamm 39 I, überm Bonbon» laden.(Hermannplatz). Schmidt. Möbliertes Zimmer für zwei Herren, Bad, Dampfheizung. Rixdorff, Weichselstraß« 8, Jdealpassage 16, IV geradezu rechts.____ fllO llngeuiertes, elegant möbliertes Vorderzimmer, Flureingang, Schreib- tisch, gute Betten, alles neu, einen oder zwei Herren oder Damen, spott- billig(18 bis 29 Mark) oder auch bessere Schlafstelle. Witwe Gurich, Uferstraße 18, rechter Ausgang, IV, Nähe Panlstraße. Illöb Leblakstellen. Möblierte Schlafstelle, separat, einzelnen Herrn Vordcrzimmer, Schillingstraße 1 II, nahe Bahnhos Jaimowitzbrücke, tl. Aufgang, A. Gabel. Möblierte Schlafstelle, allein, Rooch, Große Fr.inksurterstraße 139. Eine saubere Schlafstelle, Bulsch- koivöli, Bülowftraße 55, 6. Ausgang parterre._+78 Mietsgesuche. Möbliertes Zimmer sucht Herr Nähe Schönhauser Allee, Bahnhof. Offerten 48, straße 123. Spedition Lhchener- +76 Suche möblierte Schlafstelle zum t. September(Weddwg). Offerten A. II., Spedition Ackerstraße 36.+66 Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Bauauschläger verlangt Schlosserei Blume, Charlottenburg, Schiller» straße 97.+136 Bilderein rahmer, tül lan�t Kunstanstall Grosz, en. ver- Jakob- 1199b Sliischlägcr, tüchttge, verlangt Ernst Franke, Admlralstratze 18 d.• Tchiitttarbeiter verlangt Metallwarenfabrik Bocckhstraße 25. 1113b Tüchtigen Bildereinrohmer verlangt Lechner, Alexandrinenstraße 93/94. Maichinen- und Handnähcrin ver- langt Mende, Wollinerstraße69/61,III. Näherin, wollene Frauenhemdcn, Gcnzmcr, Oppelncrstraße 48. Ilt8b Anlcgerin und Bogensängerin sür Steindruck verlangt Wendisch, Schöne- berg, Lahnstraße 39.+78 Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten SO Pf. die Zeile. Feinmechaniker gesucht. Für chic Bisouterle-«. Ketten. fabrik in Düddentschland wird ein tüchtiger, selbständiger Feinmechaniker aus Präzisionsarbeiten gesuchl. Siel- lung ist dauernd und bei cut- sprechender Leistung sehr gut bezahlt (fixer Lohn). 2186L Off. m. Lebenslauf, Zeugnis- abichristen u. Photographie unter M. 3 an die Exped. d. BlatteS. Achtung! Holzarbeiter Wegen Streik und Differenzen find gesperrt: sür Tischler. Polierer und Mo- schineiiarbeiter Bautischlerci Soinmerlatte, Prenz- lancr Allee 199. Firma Staats, Oberbaumstr. 5. Sämtliche Betriebe in den Orten Schwerin a. d. W., glatlienow, MuSkau, Segeberg(Holstein) und Magdeburg. Gleichzeitig ersuchen wir die Kollegen aller Branchen der Holz- wdustrie daS Vcrmittelungsbureau des gelben»Handwcrkcrschutz- Verbandes« streng zu meiden. Für Stellmacher: Berliner Motorwngenfabrik W Rettiickendors. Die Ortöverwaltung. Verantwortlicher Apdgkteiir: Lmil vnger, Berlin. Wr de» Inseratenteil perovi».: Tb.Gwcke, Berlin, Arnck lt. Verlag: Vorwärtn KMdruMxxj u. Birlgg�snjtM KM Ziftgei& teo, Berlin SW.