Uv. 313. »bsnnementz.yeSZngungen: Abonnements- Preis pränumerando i Bicrteljährl. IM) Ml., monatl. l.io Ml., wöchentlich LS Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonnlaaS- nummer mit illustrierter Sonntags» Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- «bomlemcnt: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Posl-Zcitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich> Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. PostabonnementS nehmen an: Belgien. Däncmarl, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Aumänien, Schweden und die Schweiz. 26. Jahrs. erfAtlgt Wi» außer dentaat Ri V T Verlinev Volksblc»tt. vis Insertions-eebiihr lbeirägt für die sechsgefpaltenc Kolone!« zellc oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gcwcrlschastliche Vereins- und Vcrsammliings-Zlnzeigen 80 Psg. „Aleine Anrelgcn", das erste(sctt- gedruckte) Wort 20 Psg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlas» sleUcn-Anzeigen das crlie Wort Ill Ptg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Wort» über lö Buchstaben zählen sür zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition ubgegcben werden. Die Expedition ist bis 1 Uhr abends geöffnet Telegramm- Ndresse: „ScziakiMürat Rfrllnt Zentralorgan der fozi aldetnohrati fehen Partei Deutfchlands. Esa Redaktion; SAl. 68» Lindenstrasse 69, Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Sonntag» den 13. September 1909. Expedition: 8M. 68» Lindenstrasse 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. Leipzig. Es war eine Ehrenpflicht für die deutsche Sozialdemo kratie: sobald die Verhältnisse es nur irgend gestatteten, einen Parteitag in L e i p z i g abzuhalten, und Genosse Sindermann hatte in Nürnberg leichte Arbeit, als er bei der Beratung über.den„Ort des nächsten Parteitags" aus die Tribüne stieg, um für Leipzig zu plädieren. Parteihistorischer Boden ist's, den die Delegierten des deutschen Proletariats diese Woche betreten werden. Von Leipzig aus erging Anfang Februar 1863 an Lassalle jene Aus forderung, die das Offene Antwort-Schreiben er» stehen ließ als ein Dokument, dem die deutsche Arbeiterschaft etwa das verdankt, was die internationale dem Kommunu stischen Manifest schuldet. Im„Pantheon" zu Leipzig wurde am 23. Mai 1863 der Allgemeine deutsche Arbeiterverein ge gründet, und heute sehen wir in der sozialdemokratischen Partei Deutschlands die kraftstrotzende Blüte, die aus jenem kleinen Kern in weniger als einem Halbjahrhundert empor- stieg. In Leipzig rollte sich im März des Jahres 1872 der große Hochverratsprozeß ab, für den die damals noch zwie- spältige deutsche Arbeiterschaft drei Jahre später durch die Einigung von Gotha mitquittierte. Und schließlich ward Leipzig auch durch die stürmisch drängende Kraft feiner stets opferbereiten klassenbewußten Arbeiterschaft zu einem Partei- ort, dessen Geschichte mit der der deutschen Sozialdemokratie aufs schönste und innigste verwachsen ist.,, . Zu jeder beliebigen Zeit im Jahre kann die Zentrums- Partei ihre schwarze Parade abhalten, zu jeder beliebigen Zeit könnte der Bund der Landwirte— wenn er nicht mit der Vergnügungssucht der Seinen rechnen müßte— Zitkus- Vorstellung geben. Zu jeder beliebigen Zeit dürfen die Frei- sinnigen hinter verschlossenen Türen ihr Jahr beschließen, denn ihnen allen ist ihr„Parteitag" nichts anderes als ein Schaugepränge und günstigstenfalls eme auf Mitgliederfang berechnete Veranstaltung oder eine Generalversammlung, die man abhält, weil's mal so in den Statuten steht. Die deutsche Sozialdemokratie muß ihren Parteitag im Herbst haben, denn ihr ist diese Tagung kein leeres Zere- moniell, ihr fügt sich der Parteitag mit Notwendigkeit ins Getriebe ihrer Gesamtarbeit. Wie die Tagesordnung und wie die Berichte beweisen, die unser Parteivorstand und unsere Reichstagsfraktion unseren Parteitagen schriftlich und münd- lich abzustatten haben, stehr jahrein, jahraus im Brennpunkt unseres Interesses die politische und wirtschaftliche Situation des Proletariats, die parlamentarische Lage samt all' ihren Beziehungen zum Wohl und Wehe des arbeitenden Volkes. Unsere Parteitage haben— ob's nun ausdrücklich auf der Tagesordnung steht oder nicht— abzurechnen mit dem Tun und Unterlassen der bürgerlichen Parlamente und der Paria- mcntarier, sie haben Rats zu pflegen: wie das Proletariat und seine Wortführer sich stellen, sich verhalten sollen, wenn im Spätherbst der Reichstag, die Landtage, die kommunalen Parlaments der Bourgeoisie aufs neue zusammentreten im Dienst staatserhaltendcr Gesetzgebungs- und Verwaltungs- arbeit. Der Sozialdemokratie bleibt keine Wahl: sie muß ihre Parteitage halten zwischen den Schlachten: den 5tämpfen, die sie hinter sich hat, und denen, die ihr bevorstehen. In den Begrüßungs- und Eröffnungsreden, die unsere Parteitage einläuten, wird die allgemeine politische, die inter- nationale Lage gewürdigt oder wenigstens gestreift, und in alle Verhandlungen spielt mehr oder minder deutlich, mehr oder minder bewußt hinein, was an frohen und bitteren Er- fahrungen die letzte Zeit gebracht, was an siegverheißenden oder gefahrdräuenden Aussichten für die nächste Zukunft zu erwarten steht. Wie könnte es auch anders sein bei der Tagung einer Partei, die tief im Boden des Lebens und des Geschehens wurzelt, einer Partei, die von Vergangenheit und Gegenwart Lehre nimmt und ihren Blick voll froher Hoffnung fest und unverwandt auf die Zukunft gerichtet hält. Noch brennen die Wunden, die dem Proletariat in der letzten Wirt- schaftskrise geschlagen sind, und schon machen sich die Vor- wehen fühlbar jener neuen Ausraubung, die Deutschlands Regierung im Bunde mit dem konservativ-katholischen Kartell zustande gebracht hat. Schon aber flammen auch die Scheiter- Haufen empor, auf denen Wähler, die bislang zu den staats- erhaltenden Parteien standen, dem heiligen Geist der rächenden Erkenntnis opfern. Zorn und Verbitterung breitet sich über das Reich, und mählich beginnt's der Regierung und den bürgerlichen Parteien bang zu werden unter den Zeichen des Pyrrhussieges vom 13. Juli 1909. � Die Anträge an den Parteitag, denen der Gedanke zugrunde liegt, der Regierung und ihren Schnapsjunkern durch einen planmäßig geführten großen Fuselboykott einen Denkzettel zu geben, sie zeigen, daß ein heißes Sehnen zu strafen und zu vergelten sich tief in die Massen hineingebohrt hat. Wie diese Stimmung bereits in den letzten Nachwahlen machtvoll drohend zum Ausdruck gekommen ist, so wird sie auch alle anderen uns bevorstehenden Wahlen im Reich, Staat, Gemeinde auf das tiefste beein- flussen, wie wohl die Berliner Landtagswahlen und die Pluralitätswahl in Sachsen bald beweisen werden. Auch von jenseits der Grenzen sind dem deutschen Prole tariat in den jüngsten Zeitläuften Eindrücke und Anregungen gekommen, die sich ihm unverwischbar ins Bewußtsein prägen müssen. Das Aufbäumen des spanischen Volkes gegen den blutheischenden Monarchen und gegen die Vollstrecker seines dem Goldhunger gieriger Kapitalisten geneigten Willens- wer von uns wollte diese Tage der Erhebung und des Schmerzes je vergesseii? Und nun erst die Wochen des Helden kampfes unserer schwedischen Brüder! Wer von uns hätte den Mut, am Abend nach dieser Bataille verzagt llnd klein geistig zu sein? Wer von uns möchte, da eben das opfer- willige deutsche Proletariat sich den Bissen vom Munde gekargt hat, ihn den schwedischen Streitern zu reichen, wer möchte vor die Arbeiterinternationale treten und ihr sagen, es fei an der Zeit, der Maifeier in Deutschland das Grab zu schaufeln? Von gedeihlicher EntWickelung auf allen Gebieten unserer Parteitätigkeit weiß der Bericht zu melden, den der P a r t e i v 0 r st a n d den Genossen heuer unterbreitet. Gedeihlichen Ausbau unserer Organisationen verheißt die fleißige Vorarbeit, die von der Nürnberger Kommission ge- leistet worden ist. Und von Kampfstimmung dürften die Ausführungen getragen sein, die drei mit der Materie wohlvertraute Referenten zur Frage der R e i ch s v e r sicherungsordnung zu geben haben werden. In solchen Rahmen paßt Flaumacherei nicht hinein, und— noch einmal sei eS gesagt— wenn Essen 1907 und Nürnberg 1908 die Maifeier stehen lassen mußten, dann ziemt es Leipzig 1909 ganz gewiß nicht, sie über den Haufen zu stoßen. In unserer eigenen Parteipresse nun ist der sonderliche Brauch aufgekommen, den Parteitagsdelegierten den freund lichen Rat auf die Reise zu geben: es möge jeder an seinem Teil dazu beitragen, daß gründlich und— sachlich beraten werde. Als ob in unseren Reihen viele wären, denen es Freude macht, nicht aufbauende Arbeit zu leisten im Dienste der Gesamtheit und zum Nutzen des Proletariats, sondern— den Widersachern der Arbeiterschaft zum Gaudium— häßlichem Streit und unfruchtbarem Gezänk die Zügel schießen zu lassen. Gewiß— in einer Partei, die es auf eine Mitgliederzahl von weit über 600 000 gebracht hat, und in einer Zeit, die Hirnzellen und Nerven gierig frißt, da kann's unmöglich ohne Mißverständnisse, ohne Reibungen, ohne Zusammenstöße abgehen. In einem Punkte allerdings sollte bei uns allen längst Einstimmigkeit herrschen: die Zeit unserer Parteitage ist viel zu kostbar, um vergeudet zu werden zur Schlichtung von Streitigkeiten, außer wenn diese am Mark der Partei zehren, ihr Leben und Gedeihen zu untergraben drohen. Wir haben deshalb schon früher gesagt und wiederholen es heute: Der Leipziger Parteitag hat Besseres zu tun als sich etwa mit dem neuesten„Fall Bernstein" zu beschäftigen und unseren Gegnern zu Willen zu sein, die lachend und lauernd an der Pforte lauschen. Man mißverstehe uns nicht! Wo's das Parteiinteresse erheischt, auch dem Genossen ein- mal Auge in Aug entgegenzutreten, da sind wir nicht gewöhnt, Pardon zu geben noch zu nehmen. Preßfehdc aber ist nicht ohne weiteres Parteifehde, und ob sie zur Parteitagsfehde taugt, darüber hat zum Glück der Parteitag selber zu ent- scheiden. Und eiüs vor allem noch: Wer den Parteitag zwingen will zu Hätz und Hetz, der sei auch Manns genug, die Verantwortung auf sich zu nehmen; wer dem Parteitag Zeit stiehlt, dem sei wenigstens der Spaß vcr- darben, auf andere mit Fingern zu weisen und zu schreien: Haltet den Dieb! Sehr witzig dünkten sich unsere Gegner, als sie 1905 der Sozialdemokratie eine„Schlacht bei Jena" prophezeiten. Sehr witzig dünken sie sich dieses Jahr, da sie die„Schlacht bei Leipzig" vorhersagen. Wie unsere Genossen jenen schon manche Freude zertrümmert haben, so werden sie auch diese Hoffnung zuschanden machen. Und wenn wir einmal die stattliche Reihe unserer Parteitage an uns vorüberziehen lassen, dann möge der Leipziger mit Recht und mit Stolz von sich sagen dürfen:> Nennt man die besten Namen, So wird auch der meine gengnntl Der Kampf in Schweden. (Von unserem nach Schweden entsandten Mitarbeiter.) Stockholm, den 9. September. Rache für den Massenstreik möchte» in besonder? krasser Form die beiden Straßenbahngcscllschaften Stockholms ausüben. Mitglieder des HauptvorstandcS wie der AbtcilungSvorstände deS Stratzenbahncrvcrbandcs sollen von vornherein und für immer von der Wicdereinstellung ausgeschlossen sein, und das gleiche gilt für eine Anzahl anderer, die sich durch irgend welche Acutzerungen in den Streikversanunlungcn oder sonstwie mißliebig gemacht haben. Unter denen, die so gemaßrcgelt werden sollen, sind Leute, die über 20 Jahre bei der Straßenbahn tätig waren und eine Medaille für langjährige und treue Dienste besitzen. Die persönlichen Kontrakte, die man einführen will, enthalten unter anderen die Bestimmung, daß Boykott, Blockade, Streik oder Aussperrung, sei eS maskiert oder offen, unter keinen Umständen vorkommen darf. Als„maskierter" Streik soll eine Masscnkündigung gelten, die in ein und demselben Monat>nindestcnS 25 Proz. des Personals nmfaßt. von dem Lohn jedes Angestellten will die Ge- sellschast nach und nach 300 Kronen einbehalten, und diese Summe soll gänzlich versallen sein, wenn jemand eS wagen sollte, an einem maskierten oder offenen Streik teilzunehtnen. Die Monatslöhne sollen um 10 Kronen herabgesetzt werden. Für Instandhaltung und Reparatur von Material und Bekleidungsstücken soll das Personal auf eigene Kosten Sorge trägem Für Entscheidung von Streitig- leiten aus dem Arbeitsvertrag sollen die Abteilungschefs, der Direktor und schließlich der Vorstand der Straßenbahngesellschaft die maß- gebenden Instanzen bilden. Man will also in jeder Hinsicht ein ganz absolutistisches Regiment einführen. Man macht aber die Rechnung offenbar ohne an die Gesamtheit der hiesigen Arbeiter- schaft zu denken, die die Macht hat, jetzt einen nicht minder scharfen Druck aus die Gesellschaft der Straßenbahngewaltigcn auszuüben wie in der Zeit des Massenstreiks. Die Frauen der Arbeiterklasse waren die ersten, die den Boykott der Straßenbahnen beschlossen, und gestern abend hat das hiesige Gewerkschaftskartrll folgenden Beschluß gefaßt: „Jeder Arbeiter muß es als seine Ehrenpflicht betrachten, nicht auf der Straßenbahn zu fahren, so lange sie von Streikbrechern ge- führt wird. Jeder Arbeiter, der diesen Boykott bricht, kann nicht als ein guter Kamerad angesehen werden. Da eS für die Arbeiter, die in den Vorstädten wohnen, schwerer sein wird, den Boykott effektiv aufrecht zu erhalten, richten wir an sie die Aufforderung, in erster Linie die Eisenbahn zu benutzen. Läßt sich das nicht machen, so sollen z. V. die in HagaUmd, Värton und Enskede wohnende» Arbeiter, die in der Stadt ihre Arbeit haben, gruppenweise zur Arbeit marschieren, um ihre Solidarität mit den miS- gesperrten Kameraden bei der Straßenbahn kundzutun und auf die Art zugleich gegen die brutale Handlungsweise der Straßenbahn- gefellschaften zu protestieren. Dieselbe Maßregel gilt auch für Automobile, Mietswagen und Droschken, bis auch hier alles voll- kommen geordnet ist." Im Buchdr uckgewerbe haben gestern unter Vorsitz des Schlichtungsbeamten Cederborg Verhandlungen zwischen den Organi- sationsvertretern beider Parteien stattgefunden. Die Prinzipale hatten darüber Beschwerde erhoben, daß in einer größeren Zahl von Druckereien die Arbeit noch nicht tvieder aufgenommen Ivnr. Der Gehilfenverbandsvorstand hat nun in allen Orten, wo eS notwendig war, die Mitglieder aufgefordert, wieder in Arbeit zu treten, soweit sie Anstellung finden. Die Prinzipale halten sich auf Grund deS bisherigen Tarifvertrags für berechtigt, wegen des Streiks Lohn- abzöge zu machen. Diese Angelegenheit soll jedoch noch durch weitere Verhandlungen geregelt werden.„Stockholms Dag- blad" will wissen, daß die Verleger unter den herrschenden unsicheren Verhältnissen sich eine große Beschränkung in der Herausgabe von Verlagsartikeln miferlegen werden. Vor allem sollen die Buchbinder daran schuld sein, weil sie die Arbeit nur da wieder aufgenommen haben, wo eine Erklärung des Arbeitgebers, daß er nicht der schwedischen Arbeit- gebervereinigung angehört, vorliegt. Jenes Blatt stellt die Sache so dar, als ob der Buchbinderverband in diesem Beruf den Unternehmern das Recht nehmen wollte, Mit- glied jener Vereinigung zu sein. In Wirklichkeit liegt eS 0, daß man auf Arbeiterseite nicht weiß, oder wußte, wer von den Buchbindereiarbeitgebern der schwedischen Arbcitgebervereinigung angehört, und daß man, um daS Uebereinkommen vom 1. Sep- tember durchzuführen, keinen anderen Ausweg hatte, als eine schrift- liche Erklärung der Arbeitgeber über ihr Organisationsverhältnis zu verlangen, ehe man irgendwo die Arbeit wieder aufnehmen konnte Für die meisten Buchbindereiarbeiter und-Arbeiterinnen iin ganzen Lande dauert der Kampf noch fort, und wenn die Buchindustrie und der Buchhandel, der ja zu Weihnachten und Neujahr sein bestes Ge- chäft machen soll, schwer darunter leidet, so ist das eben die Schuld der aussperrungssüchtigen Arbeitgebervereinigung. Es liegt nun ganz in der Hand jener streitsüchtigen Arbeitgeberorganisation und der mit ihr so eng verbundenen Regierung, die noch immer zögert, vermittelnd einzugreifen, die Buchindustrie vor weiterem Schaden zu bewahren, ebenso wie die übrigen Industrien, die ihrer Macht, fei es ganz oder teilweise, unterstellt sind: die Konfektionsindustrie, die Sägewerks-, Papier-, Textil-, Glas-, Eisenhüttenindustrie usw.. sowie den Seehandel, der darunter, daß die Stauereiunteruehmer jener Vereinigung angehören, also auch der Kampf der Hafenarbeiter fortdauert, zu leiden hat. Für die Gewerkschaftsorganisation der schwedischen Arbeiterschaft, die das Unternehmertum zu zertrümmern suchte, wird dieser Riesen- kämpf mit einer starken Zunahme von Mitgliedern abschließen, lind soweit nicht die zimehmeude Auswanderung ihren Einfluß geltend »nacht, wird daS deutlich auf dem bevorstehenden Kongresse der Landesorganisation zutage treten, der nun neuerdings wegen des ja noch immer fortdauernden Kampfes auf den 22. bis 28. November verschoben worden ist. Unser hiesiges Parteiorgan„Sozialdemokraten' erscheint jetzt in K3000 Exemplaren. Vor dem Massenstreik betrug die Auflage zwischen 40 und 50(XX). Auch hierin zeigt sich, wie dieser gewaltige Kampf aufkläreud und anfeuernd auf die Volksmassen gewirkt hat und wirkt. Eine Boykottbeweguug gegen die bürgerliche Presse, die hier zum Teil noch, soweit sie sich halbwegs freisinnig zeigte, durch Kauf und Annoncen von der Arbeiterschaft unterstützt wurde, ist im Gange, und die Frauen der Arbeiterklasse sind dariir vorangegangen. Jene Blätter haben während des Massenstreiks ihren im Grunde arbeiterfeindlichen Charakter zu sehr verraten. Die Frauen der Arbeiterklasse haben ja als Ar- beiterinnen und Hausfrauen in diesem Kampf die größten Opfer zu bringen gehabt und noch zu bringen. Ihre Tapferkeit und Ausdauer müßte ein besonderes Kapitel in der Geschichte des schwedischen Großstreiks bilden. Einige wohlmeinende Damen aus dem Bürger- tum versuchten einmal während des Massenstreiks Gelder zur Speisung armer Kinder der Ausgesperrten und Streikenden zu sammeln, es kam jedoch eine so lächerlich geringe Summe zusammen, daß nichts irgendwie erwähnenswertes damit anzufangen war. Gestern abend sand nun hier in Stockholm eine vom„Frauen- Diskussionsklub" einberufene große Frauen Versammlung statt, um über die Frage zu beraten, was die Frauen in dem sozialen Streit tun könnten. Es wurde eine Ne- solution angenommen, die besagt, daß in Zeiten starker sozialer Interessengegensätze Frauen aller Parteien und Gesellschasts- klasten sich die Kenntnis der sozialen Verhältnisse er- werben sollten, die notwendig zur Beurteilung der sozialen Streitfragen ist, sowie für ein besseres Verständnis der Klassen unter einander, und für eine Milderung der Folgen wirken sollten, d.ie die sozialen Kämpfe für das heran- wachsende Geschlecht mit sich bringen.— Man wählte ein Komitee, das Mittel zur Speisung von Kindern sammeln und dergleichen mehr Gutes tun soll.— Uebrigens fand in der Versammlung auch eine Diskussion statt. Unsere Parteigenossin Ruth Gustafsson führte aus, wie die Oberklasse in diesen Tagen des Kampfes den Klasscuhaß gepredigt hat, wie aber die Arbeiterklasse zwischen dem K l a s s e n h a ß und dem Klassenkampf, der ja bestehen wird, so lauge es Klassen gibt, zu unterscheiden weiß. Wollten die sozial interessierte» Frauen die Not lindern, so sollten sie auch dafür sorgen, daß die Kinder nicht durch Armen- pflege und Wohltätigkeit das Gefühl erhalten, daß sie außerhalb der Gesellschaft stehen. Schließlich sprach auch Ellen Key einige Worte: Der Streit gelte die neue Menschlichkeit, und die Frauen müßten Partei hierbei nehmen und sich entscheiden, ob sie mehr Gerechtigkeit und mehr harmonische Verhältnisse wollten. Viel kann man natürlich auch jetzt nach der Einschränkung des großen Kampfes von der Wohltätigkeit der Damen der bürgerlichen Klasse durchaus nicht erwarten. ES wird nach wie vor Sache des internationalen Proletariats sein, für weitere Unterstützung der schwedischen Arbeiterschaft und damit auch der Kinder zu sorgen. Wenn das Proletariat im Auslande wie bisher seine SolidaritätS- Pflicht erfüllt, kann es nicht schwer sein, die noch im Kampfe stehenden IM 000 Arbeiter vor der bittersten Not zu schützen. „Ueber Verdrehungen im„Vorwärts" beklagt sich wieder einmal die schwedische Arbeitgebervereinigung, nämlich wegen einer, vielleicht nicht ganz wortgerechten Wiedergabe des Satzes von der Bearbeitung der Auslandspresse aus einem ihrer Zirkulare. Das Schriftstück soll gelautet haben: „Die ausländische Presse, die zu Anfang auf vielen Seiten Ein» drücke von sozialistischen Angaben und Schilderungen nahm, scheint nun, natürlicherweise mit Ausnahme der reinen Arbeiterpresse, zu einer richtigeren Auffassung der Verhältnisse gedrängt zu sein. Von feiten der schwedischen Arbeitgcbervereinigung ist einesehr große Arbeit hierauf verwendet worden, und es scheint, daß daS nun Frucht ge- tragen hat." „Die Ausgaben der schwedischen Arbeitgebervereinigung für diese Sache bestehen ausschließlich in Post» und Telegraphporto", heißt es schließlich in der gestern abend von„Aftonbladet" abgedruckten Berichtigung. Man wird beim besten Willen nicht viel Unterschied zwischen jener kurzen Wiedergabe und dem Wortlaut des hier an- geführten Rundschreibens entdecken können. Daß die Arbeitgeber- Vereinigung ihre Nachrichten nur unentgeltlich zu versenden braucht, um sie weit und breit in der Unternehmerpresse des Auslandes ab' gedruckt zu sehen, ist gewiß nicht in Zweifel zu ziehen. Das Unternehmertum, das in allen Ländern den Patriotismus herauszukehren pflegt, ist ja in Wirklichkeit international einmütig, wenn es gilt, die Arbeiterklasse irgend eines Landes nieder- zuschlagen. Im übrigen konnte ja festgestellt werden, daß die„sehr große Arbeit" zur Beeinflussung der Auslandspresse doch nicht immer so ganz fruchtbar war, wie man wohl wünschte. Haben doch Blätter wie das„Berliner Tageblatt" und die„Frankfurter Zeitung" hier und da nebenher die Mitteilungen der Arbeitgebervereinigung angezweifelt und manchmal der Wahrheit die Ehre gegeben. • lieber die Lage in Schweden am heutigen Sonnabend unterrichtet folgende Privatdepesche: Stockholm, 11. September 1W9.(Privatdepesche des«Vor- wärts") Die Ncgieruig erklärt heute zur Begründung des nicht erfolgten vermittelnden Eingreifens ihrerseits, daß die Berichte llber die Lage dcS Kampfes unklar sind. ES ist natürlich nur ein B o r w a n d, um nicht vermittelnd eingreifen zu brauchen, weil Herr von Südow noch große Hoffnungen auf den Montag setzt. Er glaubt, daß, nachdem einige Gruppen von Unternehmern die Erklärung abgegeben haben, daß sie ohne Borbehalt alle ihre Arbeiter wieder aufnehmen wollen, dies die Arbeiter im allge- meinen wankelmütig machen soll. So wie die Stimmung in der Arbeiterschaft ist, handelt es sich hier sicherlich um eine ebenso falsche Kalkulation, wie die Kalkulation war, die auf die vorhergehenden Montage rechnete. Dieser neue Versuch der Unternehmer, die Arbeiterorgani- sationen zu sprengen und die Einigkeit der Arbeiter zu unter- graben, kann schon heute als zurückgeschlagen angesehen werden., Die bürgerliche Presse setzt ihren Kampf gegen die Leitung� der Arbeiter mit den Argumenten der Anarchisten fort. An sich hat das nichts zu bedeute», weil die bürgerliche Presse durch ihr Verhalten während des großen AuSstandeS jeden Kredit in der Arbeiterschaft verloren hat. politische üeberfiebt Berlin, den 11. September 1909. Der Deutsche Kaiser als Schüler des Professors Stengel. Wilhelm II. hat wieder eine Rede gehalten. In einer Erwiderung auf eine Ansprache des Oberbürgermeisters von Varlsruhe meinte er unter Mdepem: »Der heutige Tag gilt, wie Sie richtig erwähnt haben, der Probe eines Teils unserer Wehrkraft. Wir Deutsche sind ein Waffe ii freudiges und krieg spielfreudiges Volk: deshalb tragen wir unsere Rüstungen leicht und gern, weil wir wissen, daß wir unseren Frieden bewahren und erhalten müssen, in dem allein unsere Arbeit gedeihen kann... Solange es Menschen gibt, wird es Feinde und Neider geben und solange es Feinde und Neider gibt, wird man sich dagegen zu schützen haben. Infolgedessen wird es auch Kriegsaussichten und Krieg geben und wir müssen auf alles gefaßt fein. Daher bildet unser Heer vor allem den rocflsr de bronce, aus den sich der Frieden Europas begründet und mit dem niemand anzubinden die Absicht hat. Um diesen Frieden zu erhalten, um unsere Stellung in der Welt zu wahren, die uns zukommt, dazu dient unser Heer, dazu dienen auch die Ta-ge der Anstrengung, die ihm zugemutet werden. Ich bin aber fest überzeugt, daß es seine Probe gut bestehen wird, daß unser deutsthes Vaterland beruhigt sein kann, � daß wir auf der Wacht sind und nnt Gottes Hilfe und unter Gottes Schutz unS nichts zustoßen wird." Das ist ganz der alte Ton. Die Rovembertage scheinen gründlich vergessen. Es wäre aber die Pflicht des verant- wörtlichen Kanzlers, den Kaiser darüber zu unterrichten, daß das deutsche Volk durch die Lasten der Rüstungen immer mehr an seinem kulturellen Aufstieg gehindert wird und daß die Ansicht, es trage die kolossalen Ausgaben für den Moloch„leicht und gern", durchaus nicht r i ch t i g ist. Nachversteuerung des Branntweins. Ueber die vom Bundesrat erlassene Branntwein-Nach- steuerordnung sind jetzt folgende Einzelheiten bekannt geworden: Branntwein, der sich am 1. Oktober dieses Jahres in Brenne- reien, Verschlußlagern usw. befindet, unterliegt außer den Ab- gaben nach dem geltenden Branntweinsteuergesetze einer Nach- st euer von 0,35 Mark für das Liter Alkohol.— Wichtig für Apotheker und Drogisten ist die Bestimmung, daß nicht zum Genuß geeignete Fabrikate, die nur aus versteuertem Brannt- wein hergestellt werden dürfen, der Nachsteuer nicht unterliegen, wenn sie einen Alkoholgehalt von nicht mehr als 20 Gewichtsteilen haben. Branntwein in Fruchtsäften ist nur dann nachsteuer- pflichtig, wenn der Alkoholgehalt mehr als 14 Hundertteile de- trägt.— Von der Nachsteuer befreit ist Branntwein im Besitz von Gewerbetreibenden mit Erlaubnis zum Ausschank oder Kleinverkauf in Mengen von nicht mehr als 20 Liter, im Besitz von Haushaltungsvorständen in Mengen von nicht mehr als 10 Liter Alkohol. Für den Handverkauf her- gerichtete Branntweinfabrikate von mehr als 1 Kilogramm Ge- wicht der Einzelpackung, wie Mundwässer,-Tinkturen usw., sind ebenfalls nicht nachzuversteuern.— Für die Anmeldung zur Nach- Versteuerung ist einem Wunsche der Interessenten entsprechend auch die Angabe in Raum Prozenten zugelassen.— Bei Branntwein in Flaschen kann von einer Oeffnung abgesehen werden, wenn der Alkoholgehalt angemeldet ist und dagegen Zweifel nicht bestehen. Der Beamte darf also die Angaben als maßgebend für die Besteuerung annehmen. In anderen Fällen kann die Oeffnung der Flaschen unterbleiben, wenn der Besitzer sich mit der Annahme einer Alkoholstärke von 40 Gewichtsteilen einverstanden erklärt. Einem Wunsche der Interessenten ent- sprechend wurde dieser früher auf M Proz. normierte Satz auf 40 Proz. ermäßigt.— Wird Branntwein unter Steuer- kontrolle ausgeführt, so werden die daraus ruhenden Abgaben erlassen und die Maischbottichsteuer, sofern der Branntwein nach- weislich dieser unterlegen hat, mit 0,16 M. pro Liter vergütet. Hiernach scheint, daß die Identität des auf Lagern liegenden Branntweins nicht festgehalten werden soll, sondern daß für die Gewährung der Maischbottichsteuervergütung der buchmäßige Nach- weis maßgebend sein wird.— Ueber die für die Nachvcrsteuerung festgesetzte, bis zum 31. März 1L10 laufende Frist hinaus kann bereits vor dem 1. Oktober 1909 durch längere Lagerung unter Steuerkontrolle veredelten Branntweinsorten eine weitere Frist zugestanden werden.— Schließlich ist noch eine Be- stimmung von Wichtigkeit, nach der Fehlmengen zu den von den Besitzern des Lagers beantragten Abgabesätzen im Lagerbuch abgeschrieben werden sollen« Ei« anständiges Blatt. Das„Berliner Tageblatt" gibt sich anscheinend die erdenklichste Mühe, aller Welt klar zu machen, daß es stets bereit ist, die Sozialdemokratie hämisch und gehässig anzugreifen, wo sich nur irgendwo die Möglichkeit dazu bietet. Einen Beweis dafür bringt das„B. T." durch die Bericht- erstattung über eine am Donnerstag, den 9. d. Mts., stattgefundene Versammlung des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen, die so „wahrheitsgetreu" ist. daß wir sie hier wörtlich wiedergeben wollen: „In den Arminhallen fand gestern abend eine Versammlung des sozialdemokratischen Handlungsgehilfen- verbände? statt, zu der auch Mitglieder des Wer- bandeS der deutsch-nationalen Handlung s- gehilfen erschienen waren. Zwischen beiden kam es zu so argen Differenzen, daß der Versammlungsleiter die deutschnationalen Handlungsgehilfen zum Verlassen des SaaleS aufforderte. Dieser Aufforderung leisteten die Deutschnationalen sofort Folge und gingen unter Absingung deS Liedes:„Deutschland, Deutschland über alles" hinaus. Hierbei wurden mehrere von ihnen von Mitgliedern des sozialdemokratischen Verbandes an- angegriffen und mit Faustschlägen und Hieben mit Gummi- schläuchen traktiert. Einige warfen Biergläser nach den Abziehenden, so daß mehrere von ihnen Verletzungen davontrugen. Fünf als Hauptschläger bezeichnete Personen wurden der Polizeiwache zugeführt. Die deutschnationalen Handlungsgehilfen begaben sich nach dem Deutschen Hof in der Luckauerstraße." Soviel Worte der Bericht enthält, soviel Lügen! WaS hier die verlogene Phantasie eines Polizeispitzels zum besten gibt, glaubt das anständige bürgerliche Organ als seinen eigenen Bericht wiedergeben zu sollen l Unsere Leser haben den wahren Sachverhalt gestern im„Vorwärts" gefunden. Aber auch eine Reihe bürgerlicher Blätter hat einen ziemlich objektiven Bericht gebracht. Das„Tage- dlatt" jedoch hielt eS für nötig, in holder Gemeinschaft mit den reaktionärsten Blättern den obigen verlogenen Bericht zu bringen. UnS hat es nicht gewundert I—_ Gegen die Verbesserung der Lebenshaltung. Bekanntlich haben die Schutzzöllner der Vereinigten Staaten bei der letzten„Tarifreform" einen vollständigen Sieg davongetragen. Der Bund der Kndustriellen läßt nun erklären, daß die einzige Möglichkeit, dem zum größten Teil erhöhten Zolltarif der Vereinigten Staaten, der namentlich die deutsche Klein eisen- und Textil- i n d u st r i e schwer treffe, wirksgm zu begegnen, darin zu erblicken sei, daß die G e st e h u n g s k o st e n auf Grund der bei uns bislang noch billigeren Lebens- Haltung wesentlich geringer bleiben müßten. Die Entschließung aller beteiligten Kreise in Deutschland, die Erzeug ungsko st en weder direktnoch indirekt zu erhöhen, erweise sich als die beste Abwehr der amerikanischen Einfuhrerschwerungen. Diese Entschließung müsse nicht nur bei der deutschen Regierung und beim Reichstag, sondern auch bei den deutschen Arbeitern Platz greifen. Die deutschen Industriellen wollen also den Konkurrenz» kämpf statt durch verbesserte Technik und Erhöhung der Arbcitsqualität durch Verkürzung der Arbeitszeit mittels Hungerlöhnen führen. Die Arbeiter können darauf nur eine Antwort geben: f e st e r e n Zusammenschluß in ihren gewer kschaftlichenOrganisationen. Zugleich sieht man, wie der Schutzzollwahnsinn des einen Landes seine verderblichen Wirkungen ans das Proletariat aller Länder ausdehnt. Auch der Kampf gegen den Schutz- zoll kann also nur erfolgreich werden, wenn er inter- national geführt wird._ „Loyale" Handhabung des Reichsvereiusgesetzes in Hamburg. Auch in Hamburg kann sich die Polizeibehörde mit den Be» stimmungen des Reichsvereinsgesetzes nicht abfinden, denn sie hat eine öffentliche Versammlung der Handlungsgehilfen für„politisch" und daher anmeldepflichtig erklärt, weil deren Tagesordnung lautete:„Der Reichstag und die Forderungen der HandlungS- gehilfenschaft". Die Polizeibehörde nahm an, daß es sich in der Versammlung um Erörterung politischer Angelegenheiten handelte, und stellte dem Einberufer eine Strafverfügung über 6 M. zu, weil er es unterlassen habe, die Versammlung anzumelden oder sie in zwei Zeitungen öffentlich bekannt zu machen. Das Schöffengericht bestätigte die Strafe, indem es be» gründend ausführte: Dem Standpunkte des Angeklagten, die Ver- sammlung sei eine solche im Sinne des§ 6 Abs. 3 des Reichsvereins- gesetzes und habe daher einer Anzeige nicht bedurft, sei nicht bei- zutreten. Der§ 6 Abs. 3 betreffe nach seiner Entstehung und Fassung nur die Versammlungen von Arbeiter- oder Angestelltengruppen, die durch ihre Zugehörigkeit zu bestimmten gewerblichen oder kaufmännischen Unternehmungen bereits in einem engeren Zusammengehörigkeitsverhältnis ständen, dergestalt, daß unter ihnen„Verabredungen" und„Vereinigungen", d. h. persönliche Ab- machungen, wie Arbeitseinstellungen möglich, ausführbar seien. Es handelte sich bei den Vereinigungen und Verabredungen im Sinne des Z 6 Abs. 3 nur um solche, welche durch„direkte' Ein- Wirkung auf den anderen Teil Lohnverbesserungen usw. in einem oder mehreren bestimmten Unternehmen uns bestimmten Arten zum Ziel hätten. Um nichts dergleichen handelt es sich bei dieser Ver- sammlung. Hier sei der Gegenstand der öffentlichen Erörterung oer Prüfung gewesen, was bislang die Reichsgesehgebung für die Gesellschaftsklasse der Handlungsgehilfen geleistet habe, die Kenn- Zeichnung dieser gesetzgeberischen Leistung als einer ungenügenden, die Forderung nach vermehrtem gesetzlichen Schutz der Handluugs- gehilfenschaft Deutschlands und endlich die Werbung zum Beitritt zu einer über ganz Deutschland verbreiteten sozialpolitischen Or- ganisation. Hiermit sei festgestellt, daß die Versammlung eine solche zur Erörterung politischer Angelegenheiten gewesen sei. Denn unter„politische Angelegenheiten" seien nach der Judikatur des Reichsgericht alle Angelegenheiten zu verstehen, welche Ver- fassung, Verwaltung und Gesetzgebung des Staates in sich begreifen oder in Beivegung setzen. Vor der Berufungsinstanz, Strafkammer V, führte der Verteidiger, Dr. Herz- Altona, unter anderem aus, daß alle Stände und Klassen— Kaufleute, Aerzte, Anwälte, Richter usw. — sich organisieren und die Frage der Selbsthilfe oder Staatshilfe erörtern, und Forderungen an die Gesetzgebung stellen, aber keiner dieser Vereinigungen werde es einfallen, ihre Versammlungen bei der Behörde anzu- zeigen. In der Reichstagskommission wie im Plenum sei auS- drücklich darauf hingewiesen, daß die Tendenz des neuen Vereins- gesetzes dahin ziele, diese Kontrolle zu beseitigen. Der jetzige Reichskanzler habe damals ausdrücklich betont, handle es sich um berufliche Angelegenheiten, dann kämen die herangezogenen Be- stimmungen nicht in Anwendung. Für die Handlungsgehilfen gelte dasselbe wie für berufliche Arbeiter. Alle Versammlungen, die sich mit der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen be- fassen, ob durch Selbsthilfe oder Staatshilfe, kämen nicht in Betracht, unterliegen nicht den von der Polizeibehörde und dem Schöffeu- gericht herangezogenen Bestimmungen. Das Landgericht verwarf am Sonnabend die Berufung. In der lakonischen Urteilsbegrirn- d u ng wurde ausgeführt, diese Versammlung sei eine politische gewesen und falle daher nicht unter 8 ödes Reichsvereinsgesetze sl Germanisier, mgstorhciten. In Unterverg, einem Ausflugsorte in der Nähe von Posen, hatten sich verschiedene Deutsche ansässig gemacht. Der Aufbau villenartiger Gebäude wurde ihnen vom Regierungspräsidenten unter der Bedingung gestattet, daß sie sich unter Eintragung einer Kautionshypothek im Betrage von mehreren tausend Mark Konventionalstrafe verpflichteten, die Gebäude an keinen Polen zu verkaufen. Trotz dieser Ver- fügung hatten doch eine Anzahl Polen Parzellen erworben, um sich ebenfalls in Unterberg niederzulassen. Der zuständige Distriktsamtskommissar gestattete auch den Aufbau von Wohnhäusern, aber nur solcher, die aus Fachwerk bestanden, so- genannte Gartenhäuser. Verschiedene Eigentümer besitzen schon seit zwei und drei Jahren derartige„Gartenhäuser". Zu ihrer Ucberraschung erhielten sie kürzlich folgendes Schreiben des Distriktsamtslommissars Keller, des Herrn, der vorher die Er- laubnis erteilt hatte: „Königliches Distriltsamt Moschin. J.-Nr. 8987. Moschin, den 3. September 1909. Sie werden hiermit infolge Verfügung dcS Herrn Regierungspräsidenten vom 29. v. M.— P. G. II J.-Nr. 1363/09 aufgefordert, Ihr zu Wohnzwecken benutztes Gartenhaus in Unterberg sofort und zwar spätestens bis zum 10. d. M. zu räumen, sämtliches Mobiliar daraus zu entfernen und das fernere Bewohnen dieses Gebäudes zu unterlassen, widrigenfalls gegen Sie auf Grund des§ 132 Nr. 2 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 80. Juli 1883 eine Geldstrafe von zunächst 30 M., an deren Stelle für den Fall des Unvermögens eine Gefängnisstrafe von drei Tagen tritt, festgestellt werden wird. gez. Keller." Der„Dziennik Poznanski" führt den plötzlichen Umschwung auf das Einwirken eines in Untcrberg wohnenden, höheren Beamten zurück, der wiederholt erklärt haben soll, die Niederlassung der Polen direkt vor der Nase der Deutschen nicht zu dulden und und dagegen Einspruch zu erheben, da sonst in Kürze die Polen in der Villen- kolonie die Mehrzahl bilden würden. Man darf ja nun. nach der Aufnahme der Polen in den Schnaps- block annehmen, daß sich auch unsere Konservativen gegen diese un- glaubliche Schikanicrungspolitik gegen die teure» Verbündeten wenden werden. Ein ostpreusiischer Amtsvorsteher. Der Vorstand des sozialdemokratischen Vereins für Königs- berg-Land wollte am Sonntag, den 5. September, im Dorfe Konradshorft eine öffentliche Versammlung abhalten. Die Krugwirte auf dem Lande verweigern auf„höheren Befehl" zu derartigen Veranstaltungen ihre Räumlich- leiten, deshalb sollte die Versammlung unter freiem Himmel im Gerten eines Parteigenossen stattfinden. Die Anmelüung erfolgte rechtzeitig und ordnungs- gemäß mit dem Hinweise, daß eine Verweigerung der Ge- nehmigung nur stattfinden dürfe, wenn aus der Abhaltung der Versammlung Gefahr für die öffentliche Sicherheit zu be- fürchten wäre, und daß ferner die eventuelle Verweigerung mit Angabe der Gründe dem Veranstalter kostenfrei zu- zustellen sei. Vom Herrn Amtsvorsteher v. Batocki kam dann am 1. September folgender Bescheid: «IK erlaube die Abhaltung einer Versammlung auf dem Grundstück, das zurzeit der Arbeiter Zander in Conradshorst be- wohnt, nicht. Ich habe Zander seinerzeit(Sommer ISM) als I n st m a n n engagiert, da er mir erklärte, nicht Sozial- demokrat zu sein. Trotzdem verbot ich ihm mündlich und auch kontraktlick Abhaltungen irgendwelcher Ver- sammlungen, was Zander auch genau lveisz. Noch vor kurzer Zeit hat Zander erklärt, ich glaube sogar vor Gericht, daß er kein Sozialdemokrat sei.* Folgt Unterschrift. Der Herr Amtsvorsteher v. Batocki muß dann aber Wohl bald eingesehen haben, daß seine„Familienangelegen- heit" mit dem Arbeiter Zander nicht ausreichend sein dürfte, die durch das neue Vereinsgesetz garantierte Versammlungs- freiheit in seinem Amtsbezirke zu vernichten, und so lief denn 24 Stunden später bei dem Veranstalter der Versammlung folgendes Schreiben ein: „Im Verfolg meines gestrigen Schreibens teile Ihnen noch mit, daß ich die Abhaltung einer Versammlung in dem Garten des Zander respektive an irgend einer anderen Stelle des Amts- bezirks Powarben verbiete, da Gefahr für die öffent- liche Ordnung und Sicherheit zu befürchten ist.' Die Gründe für das Verbot blieb der Herr Amts- Vorsteher auch in dem zweiten Schreiben schuldig, den Z 7 des „liberalen" Reichsvereinsgesetzcs hatte er im Amtsbezirke ein- fach aufgehoben. Gegen diese Maßnahme des Herrn Amts- Vorstehers ist natürlich Beschwerde eingelegt wordcn und es muß nun abgewartet werden, wie sich der Herr Landrat zu der An- gelegenheit stellen wird. Es sei hier nur noch bemerkt, daß die Ortschaft Conradshorst abseits vom Verkehr in einsamer Gegend liegt und es geradezu komisch anmutet, Ivcnn der Herr Amtsvorsteher„befürchtet", daß einige hundert Ver sammlungsbesuchcr die öffentliche Sicherheit in Conradshorst oder gar im ganzen Amtsbezirk Powarben gefährden könnten. Zur geplanten Wahlrcchtsvcrschlechterung in Wandsbeck. Wie wir schon vor einigen Wochen andeuteten, plant man in Wandsbeck eine Verschlechterung des kommunalen Wahlrechts. Während man in Kiel die Bezirkseinteilung beliebte, um der Sozialdemokratie das Wasser abzugraben, beschreitet der Wandsbecker Magistrat den umgekehrten Weg. Wandsbeck besteht aus zwei Wahlbezirken: aus dem Stadtbezirk Marien- der 1b Stadtverordnete wählt, und aus dem Wahlbezirk Marien- thal, der drei Stadtverordnete zu wählen hat. Als der frühere Gutsbezirk Marienthal eingemeindet wurde, behielt er sich das Reservatrecht vor. eigene Stadträte und Stadtverordnete wählen zu dürfen. Marienthal, ein sozialistenreines Villenviertel mit über 600 Wähler, soll nun, so beantragt der Magistrat, zum Wühl- bezirk Wandsbeck geschlagen werden, so daß die ganze Stadt einen Wahlbezirk bildet. Mit Hilfe dieser Wähler hofft man die sozialdemokratischen Wähler, die, trotz höchst zulässigem Wahl- zensus, im vorigen Jahre die bürgerlichen Kandidaten geschlagen haben, erdrücken zu können. Der Magistrat hat es mit seinem edlen Vorhaben so eilig, daß er die Sache schon bis zu den No° vemberwahlen unter Dach und Fach bringen will..Schon am nächsten Freitag gelangt der Antrag zur Beratung. Noch ein seltsames Versammlnngsverbot. In Leutmansdorf im Kreise Schweidnitz sollte eine Versamm- lung unter freiem Himmel stattfinden. Der zuständige Amts- gewaltige fand für sein Verbot folgende Begründung: „Das für die Versammlung in Aussicht genomniene Grund- stück hat nur einen Zugang über die dem p. Neßler gehörige Brücke und weiter durch einen schmalen Weg. Die erstere führt über den Dorfbach, ist ohne Geländer und anscheinend in schlechtem Zustande. Bei der zu erwartenden Ansammlung größerer Menschenmengen, wobei es erfahrungsgemäß ohne Drängen nicht abgeht, könnte nicht verhütet werden, daß die Teilnehmer in den Bach stürzen, oder in dem engen Wege e r q u e t s ch t werden. Es ist deshalb Gefahr für die öffent- liche Sicherheit zu befürchten und mußte die Genehmigung ver- sagt werden." . Ueber die„anscheinend" baufällige Brücke fahren Wagen mit einem Gewicht bis zu 60 Zentnern! Der„schmale Weg", in dem die Versammlungsteilnehmer.erquetscht" werden könnten, ist drei Meter breit! In einer Unterredung mit dem Amtsvorsteher erklärten unsere Genossen schließlich, das etwas schadhafte Brückengeländer selbst ausbessern zu wollen. Als dies geschehen war. erhielten sie wieder ein Schreiben des Amtsvorstchers, wonach er die Ver- sammlung nicht früher genehmige, als ihm die Tagesordnung und der Name des Referenten mitgeteilt werde I Um end- lich die erste sozialdemokratische Versammlung in dem Orte ab- halten und mit dem Abgeordneten deS Kreises, Frhrn. v. Richthofen, abrechnen zu können, erfüllten unsere Genossen auch dieses ungesetz- liche Ansinnen und erhoben erst nach stattgehabter Versammlung ihre Beschwerde._ Ein Zwischenfall in Neupommern. Durch eine aus Neuguinea eingetroffene amtliche Mel- dung ist die bereits durch die Presse bekanntgewordene Nachricht bestätigt worden, daß der Australier L i n d s a y bei einem Versuche, an der Südküste von Neupommern(Vismarckarchipel) Arbeiter anzu- werben, zusammen mit der farbigen Besatzung seines Schiffes von Eingeborenen erschlagen worden ist. Die sofortige Entsendung einer Expedition zur näheren Feststellung des Sachverhalts und Bestrafung der Schuldigen ist von dem Gouverneur angeordnet. frankrekh. Das Defizit. Paris, 11. September. Finanzminister Cocherh teilte dem Präsidenten und dem Berichterstatter der Budgetkommission die Hauptzüge des Etats von 1910 mit. Die notwendigen Aus- gaben werden ausschließlich durch Steuern gedeckt werden. Da» Defizit von 199 600 000 Frank wird gedeckt durch Zu- satzsteuern auf Tabak, Erbschaft, Alkohol, Quittung s- pempel. Gruben« Automobile und Benzol. Die neue» Stenern. Paris, 11. September. Nach weiteren halbamtlichen Mit- teilungen beabsichtigt der Finanzminister, mit der Erhöhung der Tabaksteuer in der Hauptsache die teueren Produkte zu erfassen, während die Einnahmen aus den billigen Tabaksorten dadurch verdoppelt werden sollen, daß das Gewicht der Packungen vermindert wird, ihr Preis hin- gegen derselbe bleibt. DaS Erträgnis der Erbschaft S- st euer will der Minister durch höhere Besteuerung der Enkel und Urenkel, die unmittlelbar vom Urgroßvater beziehungS- weife Großvater erben, der Seitenverwandten fünften oder sechsten Grades sowie der bevorzugten Erben verbessern. Aus der Alkohol st euer sollen 24 Millionen mehr als bisher durch Erhöhung der Steuer bis zu 260 Fr. für das Hektoliter erzielt werden. Griechenland. Der verbannte Kronprinz. Athen, II. September. Der König gab seine Zustimmung zur Forderung des Offiziersbundes und der Regierung, daß der Kronprinz bis zur Erledigung der parlamentarischen Reformarbeit im Auslande bleibt. Die drohende Ministerkrisis ist dadurch überwunden. MroKKo. Neue Opfer. Madrid, tt. September. Da die Entsendung weiterer Streit» kräfte nach M e l i I l a sich voraussichtlich als notwendig erweisen wird, soll eine neue Division unter dem Befehl des Generals Ampudia mobil gemacht werden. Hua der Partei. (Siehe auch 6. Beilage.)' Das Heim des Parteitags. Aus Leipzig wird uns geschrieben: Im Volkshause z u L e i p z i g hat noch nie so reges Leben geherrscht wie in der letzten Woche. Daß mit dem Erweiterungsbau, der erst im Spätfrühling begonnen wurde, zu Ende zu kommen sei, so daß der Parteitag der Arbeit im Heim der Leipziger Partei- und Gewerkschaftsgenossen tagen könne, glaubte kein einziger Ge- nosse mehr, der sich die Arbeiten ansah. Selbst den Funktionären wurde es ängstlich zumute, und die Zweifel regten sich, ob die Fertigstellung des S a a l n e u b a u e S bis zum 12. September gelingen werde. Doch es ist gelungen! Der neue große Saal kann die Parteitagsdelegierten aufnehmen! Den vereinigten intensiven Anstrengungen der am Bau Schaffenden ist es zu danken. Die Leitung ließ es an Arbeitskräften nicht fehlen und jeder setzte seine besten Kräfte daran, zum Gelingen beizutragen. Allen gebührt die Anerkennung der Genossen. Der neue Saal macht einen imposanten Eindruck. Er faßt bequem einige tausend Personen. Auf den in Mittelhöhe an- gelegten Galerien, die nach innen auf viereckigen Säulen ruhen, werden allein tausend Menschen Platz haben können. Gegen- über der hübschen, aber einfachen großen Bühne weitet sich eine breite Wandelhalle, an die auf der anderen Seite der zweite kleinere Saal grenzt, der bereits bestand, aber vollständig mit umgebaut wurde, und zwar mit seiner breiten Seite. Die sonst in großen Sälen üblichen Erhöhungen außerhalb des Parketts, der sogenannten Tanzfläche, sind im Volkshaussaal nicht vor handen, was die Wirkung des Gesamteindrucks erhöht und der Akustik zuträglicher ist. Der ganze Raum macht seinen Schöpfern alle Ehre. Die Leipziger Arbeiterschaft und mit ihr die Deutsch lands kann sich freuen an dem herrlichen Bau, der nun allen An sprächen genügen dürfte._ Nochmals mein Nriasbricf. Bernstein hat am 6. September in der Generalversammlung von Groß-Berlin gegen mich die Anklage gerichtet, ich hätte nach Paris an Lafargue einen Brief geschrieben, um eine feiner Ver- sammlungen zu vereiteln. Sobald ich von dieser Anklage erfahren, schrieb ich an Lafargue und bat ihn, mir meinen Brief, dessen Wörtlaut mir nicht mehr erinnerlich war, zu senden. Heute erhalte ich von ihm folgende Antwort: Mein lieber Kautsky! Ihren Brief habe ich nicht gefunden. Ueber seinen Inhalt und die Gelegenheit, die ihn veranlaßte, kann ich folgendes mit teilen: Freunde Bernsteins kamen zum Verwaltungskomitee der sozialistischen Partei, um mitzuteilen, daß er nächstens nach Paris kommen werde. Sie verlangten, daß man eine Delegation absende, die ihn am Bahnhof empfange und daß man eine öffentliche Versammlung organisiere zu dem Zwecke, seine Ansichten über den europäischen Frieden zu hören. Sie sprachen von Bernstein als einer der größten Leuchten der deutschen Partei. Bracke und ich erwiderten, daß sein Ansehen in der Sozial demokratischen Partei keineswegs so bedeutend sei und die Live ralen sich von ihm abgewandt hätten, die ihn priesen, so lange sie hofften, durch ihn die Partei zu ruinieren, die aber jetzt merkten, daß er dazu nicht fähig fei. Das Komitee verschob die Entscheidung für eine Woche. In der Zwischenzeit schrieb ich Ihnen, um zu erfahren, wie die deutschen Genossen es aufnehmen würden, wenn wir Bernstein in der von seinen Freunden gewünschten Art empfingen. Sie erwiderten mir, daß die Partei sich gar nicht darum kümmere; es sei ihr gleich, was Bernstein tue und treibe, so lange er nicht als Beauftragter der Partei austrete. Nur die Liberalen, für deren Blätter er in Ruhland und anderswo schreibe, hielten es der Mühe wert, sich mit ihm zu beschäftigen. Diesen Brief las ich der Kommission vor und fügte hinzu, Bernstein sei nach Paris gekommen, um ein wenig Reklame für sich zu machen und sein« in Deutschland arg verblaßte Persönlich- keit ein wenig aufzufrischen. Der„Temps"(ein rechtsliberales Blatt), dessen Berliner Korrespondent ihm sehr gewogen zu sein scheint, hatte Bernsteins Kommen angekündigt und ihn gepriesen als einen der Führer des Sozialismus, die den intransigcnten Marxismus eines Bebel und anderer bekämpften. Auch diesen Artikel las ich der Kommission vor, in Gegen- wart der Freunde Bernsteins, die von den Lobsprüchen des „D:mps" nicht sehr erbaut waren. Auf den Antrag Dubreuilhs und Lavauds wurde beschlossen, an den deutschen Parteivorstand zu schreiben und ihn um seine Ansicht zu befragen. Sobald Bernsteins Freunde davon er- fuhren, verzichteten sie freiwillig auf ihre Absichten. Sie empfingen Bernstein allein am Bahnhof und organisierten eine Versammlung, an der unsere Partei offiziell nicht teilnahm. Daher der Zorn Bernsteins. Dieser Brief bezeugt deutlich, daß eS sich nicht darum handelte. eine Versammlung Bernsteins zu vereiteln, sondern darum, ob er mit besonderen Ehren empfangen werden solle. Er bezeugt ferner, daß mein Schreiben kein„Uriasbrief" war, den ich hinter Bernstein herschickte, ihn zu verderben. Ich kümmere mich seit geraumer Zeit absolut nicht um Bernstein, spreche und schkeibe über ihn nur, wenn ich dazu genötigt werde. Das war diesmal der Fall. Lafargues Brief enthielt außer der Aufforde- rung, eventuell für radikale Redner zu sorgen, eine Anfrage, auf die ich antworten mußte. Will Bernstein meinem Brief schon deswegen den Charakter eines„Uriasbriefs" verleihen, weil ich darin meinen Freunden meine Ansicht über ihn mitteile? Er muß mir schon das Recht zu- gestehen, daß ich in vertrauten Privatbriefen an meine Freunds deren Anfragen nach bestem Wissen und Gewissen beantworte. Darüber bin ich niemand Rechenschaft schuldig. Ich habe übrigens nichts geantwortet, was nicht auch schon öffentlich über Bernstem gesagt wurde. Daß man sich in unserer Partei tatsächlich sehr wenig um das kümmert, was er tut und treibt, hat er jetzt erst selbst bekundet, denn sein Wehcgeschrei über seine„Aushungerung" hat sich aufgelöst in ein Jammern darüber« daß man zu wenig Notiz von ihm nimmt. Der Passus aber, der meinem Brief den Charakter eines «Uriasbriefs" geben sollte, der Hinweis auf den„P o st e n" oder die„Anknüpfungen", die Bernstein im Ausland suche, cnt- puppt sich als eine Bemerkung, die Lafargue über die Re. k l a m e machte« die nach seiner Anschauung Bernstein jm Ausland suchte. i'(! i"" i» w m Und damit, hoffe ich, ist die„Affäre" für unsere Genossen ge- nügcnd aufgehellt. Es ist wirklich zu erbärmlich, so viel Zeit und Platz wegen einer so elenden Lappalie verschwenden zu müssen! Wenn es jedem unserer Referenten einfallen würde, so oft in einer geschlossenen Sitzung eines Verwaltungslomitees Ein- wände gegen ihn vorgebracht werden, alles das. was ihm darüber zu- getragen wird« gg tLe großq Glocke zu hangen« wjx kgMS Wit feg» mit. Visher galt es in unserer Partei als Regel, Interna, nament« lich solche persönlicher Natur, bleiben eben Interna. Es blieb Bern- stein vorbehalten, seine Person für wichtig genug zu halten, um den Klatsch über eine geschlossene Sitzung einer Brudcrpartei, in der für ihn gar nichts auf dem Spiel stand als ein Mehr oder Weniger von Aufsehen, der Oeffentlichkcit als fulminante Anklage planmäßiger Unterdrückung zu unterbreiten. Natürlich genügt es mir, wenn sich die Genossen überzeugen, daß diese Anklage völlig unberechtigt war. Die Ethiker vom„Ber- liner Tageblatt" werde ich nicht überzeugen. Das brauche ich aber auch gar nicht.— Welchen sittlichen Kalibers dieses edle Organ ist, bewies es erst wieder am 0. September in einem Artikel über die russischen Revolutionäre, von denen es schrieb, sie würden„in ihrer übergroßen Mehrheit von übertriebenem Ehrgeiz, von unklaren Phantastereien und noch mehr von schmutziger Gewinnsucht und blutigen Instinkten geleitet". Ein Organ, in dem die edelsten unserer Vorkämpfer in so schamloser Weise besudelt werden, mag Bernstein als würdige Ab- lagerungsstätte seiner Produkte erscheinen. Ich kann mich durch Beschimpfungen von dieser Seite nur geehrt fühlen. K. Kautsky. Erklärung. In den„Sozialistischen Monatsheften" vom S. September findet sich inmitten einer Fülle anderer parteipolemischer Artikel auch eine Abhandlung deS Genossen Wolfgang Heine über „die Stellung der sozialdemokratischen ReichstagSfraktion zur Erb- schaftsstener". Der Artikel wendet sich zunächst gegen Aeußerungcn der Genossen Emmel, StadtHagfti und Hoch, denen ich selbstverständ- lich die Abwehr gegen Heines Angriffe auf sie überlasse. Heine zerrt aber auch mich persönlich in diese Auseinandersetzung hinein, indem er plötzlich auf der sechsten Seite seiner Ausführungen sagt, die Reden der Emmel, Hoch und Ledebour zeigten deutlich, daß„das ganze auf eine Hetze gegen eine Anzahl Kollegen, die man Revisio- nisten nennt, hinausläuft." Die Verschwörung, die Heine da wittert, existiert natürlich nur in seiner Phantasie. Den Vorwand zu seinem Anwurf gegen mich entnimmt er dem Bericht des„Vorwärts" über einige Bemerkungen, die ich in der Generalversammlung des sechsten Berliner Reichstagswahlkreises am S. August gemacht habe. Zunächst habe ich darauf zu erwidern, daß der fragliche Be« richt die gesamte Diskussion über den Parteitag in den Worten des Berichterstatters in wenigen Zeilen zusammenfassend wiedergibt. Ich führe das nicht etwa an, weil ich mich über„geistige Aus- hungerung" beklagen will. Ich bestreite in keiner Weise das Recht der Redaktion, auch über wichtige Verhandlungen, wie eS die Stellungnahme eines Wahlkreises zum Parteitage zweifellos ist, je nach dem zur Verfügung stehenden Raum nur einen sehr abgekürzten Bericht zu geben. Aber ich darf doch wohl beanspruchen, daß der voll« ständige Gedankengang meiner Ausführungen polemischen Erörte- rungen zu gründe gelegt wird. Selbst aus dem dürftigen Bericht geht nun mit hinreichender Deutlichkeit hervor, daß ich erst zur Abwehr gegen Angriffe auf die Haltung der Fraktion das Wort genommen habe. Von einem der Kritiker war die Befürchtung aus- gesprochen, daß bei der gegenwärtigen Zusammensetzung der Fraktion die Revisionisten darin die Mehrheit hätten und der Fraktion eine revisionistische Taktik aufzwingen würden. Diese Befürchtung wies ich zurück. Es sei glücklicherweise in wichtigen Fragen noch immer auf eine Mehrheit zu rechnen, die gegenüber den revisionistischen Bestrebungen Front macht. Obgleich die Differenz zwischen beide» Richtungen nur wenige Stimmen beträgt. Immerhin sei es ein ungesunder Zustand, daß der Revisionismus innerhalb der Fraktion ganz erheblich stärker vertreten sei als innerhalb der Partei. Schuld daran trügen aber diejenigen Parteigenossen, die, trotzdem sie selbst radikalen An- schauungen huldigen, dennoch durch irgend welches Zureden sich be- wegen lassen, revisionistisch gerichteten Genossen ReichStagSkandidaturen zu übertragen. Sei die Mehrheit der Genossen eines Wahlkreises selber revisionistisch gerichtet, so sei es auch durchaus gerecht- fertigt, daß sie einen Revisionisten als Reichstagskandidaten nominieren. Bekennen sich aber die Genossen eines Wahlkreises in ihrer Mehrheit zu den Anschauungen, die auf den Parteitagen fort» gesetzt mit überwältigender Mehrheit den Sieg über die revisio« nistischen Bestrebungen behauptet haben, dann müßte eS auch ebenso selbstverständlich sein, daß sie die Kandidatur zum Reichstag einem Genossen übertragen, bei dem sie sich darauf verlassen können, daß er innerhalb der Reichstagsfraktion ihre eigenen An- schauungen zur Geltung bringt. Sonst könnte eS eines schönen TageS dahin komme», daß sich eine revisionistische Fraktionsmehrheit herausbildet, die mit der überwiegenden Mehrheit des Parteigenossen im Reich in Widerspruch und Konflikt gerät. Einer solche» Gefahr müsse vorgebeugt werden, so lange es noch Zeit sei. DaS ist eS, was ich am S. August dargelegt habe. Ich weiß nicht, ob auch nach dieser Aufklärung Genosse Heine noch geneigt sein wird, seine Anschuldigungen zu wiederholen. Eigentlich sollte ich meinen, daß die Forderung, die ich betreffs der Reichstags- kandidaturen geltend gemacht habe, von jedem Manne geteilt tverden müßte, der Wert auf die eigentliche Uebcrzeugung legt. Doch mag Heine sich dazu stellen, ivie er tvill, ich halte es jedenfalls für dringend notwendig, daß die Parteigenossen überall die Gefahr recht- zeitig inS Auge fassen, die der Partei aus der Herausbildung einer revisionistischen Mehrheit innerhalb der ReichstagSfraktion erwachsen kann.- Einen Fingerzeig dafür, was uns bei einer solchen Entwickekung bevorstehen werde, gibt ja die erwähnte Nummer der„Sozialistischen Monatshefte", in der Genosse Heine sich mit einer Anzahl anderer Revisionisten zu einem Vorstoß zusammengefunden hat, der in der gesamten bürgerlichen Presse freudigen Widerhall erweckt hat und vom„Berliner Tageblatt" triumphierend mit den Worten begrüßt wird: „DaS ganze Heft liest sich wie eine große Anklage gegen die sozialdemokratische Parteileitung, gegen den„Vorwärts" und gegen den Obcrinquisitor der Partei, Karl KautSIy." Ich war nicht wenig überrascht, unmittelbar nachdem ich diese „große Anklage" zu Gesicht bekommen hatte, im„Vorlvärts" eine Erklärung des Genosse» Heine zu lesen, die nach einigen polemischen Bemerkungen gegen einen anderen Parteigenossen warnt, man solle „die günstige Lage, in der die Partei sich gegenwärtig befindet, nicht durch einen Parteitag voll von Ketzerriecherei und Gezänk ver- derben". Eigentlich sollte ein jeder Parteigenosse sich genieren, das alberne Märchen von der Ketzerriecherei, das zum eisernen Bestand der bürgerlichen Presse im Kampf gegen die Sozialdemokratie gehört, und das sogar schon durch den Mund Bülow» gegangen ist, einerseits wiederzukäuen. Doch über den Geschmack läßt sich nicht weiten. Ein starkes Stück ist es aber doch, daß einer der Mit- arbeiter an jener„großen Anklage" die unvermeidliche Abwehr da- gegen im voraus mls„Ketzerriecherei und Gezänk" zu diskreditieren ucht. Ein solcher demagogischer Appell an die Sentimentalität ver- ehlt ja bei unerfahrenen Leuten nie eine gewisse Wirkung. Er mag deshalb in revisionistischen Kreisen als ein besonders schlaues Manöver geschätzt werden, aber mannhaft ist er gerade nicht. Berlin, den 11. September 1909. C. Ledebour. GewcrkfcbaftUcbcg. Unternehmersolidarität I Einer württembergischen Zahlstelle des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes hat der Verband der Metallindustrielle» folgende Rund- schreiben gesandt: 136 u. 137 Gesamtvervand Deutscher Mctallindustricller. J.-N. 2 1389. Berlin, den 17. August 1909. Rundschreiben Nr. 156 pro 1909. Die Holzarbeiter und Maschinenarbeiter der Ortsgruppe Heidelberg des Südwestdeutschen Arbeitgeber- Verbandes für das Holzgewerbc sind am 16. August 1909 in den Ausstand getreten. Wir bitten Sie, a l l e aus dem Bezirk Heidelberg kommenden Holzarbeiter und M a s ch i n e n a r b e i t e r bis auf weiteres von der Einstellung a u S z n s ch l i e tz e n. Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller. J.-Nr. 1390. Berlin, den 17. August 1909. Rundschreiben Nr. 137 pro 1909. Der Maurer streik und die Aussperrung der Zimmerer in Coswig in Anhalt ist.b e e n d e t; desgleichen sind die Arbeiterdifferenzen bei der Firma Zwickauer Guß werke Emil Selbmann, Zwickau-Pölbitz, Sa. beigelegt; es erledigen sich somit unsere Rundschreiben Nr. 43, 84 und 133 vom 22. April, 13. Mai und 12. August 1909. Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller. Gesamtvervand Deutscher Mctallindustricller. J.-Nr. 1396. Berlin, den 19. August 1909. Rundschreiben Nr. 153 pro 1909. Im Anschluß an unser Rundschreiben Nr. 156 vom 17. August 1909 überreichen wir Ihnen in der Anlage eine Liste der in Heidelberg in de««. Ausstand getretenen Schreiner. Wir bitten Sie, diese sowie alle aus Heidelberg kommenden Holzarbeiter bis auf weiteres von der Ein- ftellung auszuschließen. Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller. J.-Nr. 1397. Berlin, den 19. August 1909. Rundschreiben Nr. 159 pro 1909. Die Differenzen mit den Tischlern bei der Firma J o h. C. Tecklenborg A.-G., Geestemünde sind beigelegt; es erledigt sich somit unser Rundschreiben Nr. 154 vom 13. August 1909. Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller. Was geht denn aber die Metallindustriellen, so werden sich viele Holzarbeiter fragen, der Ausstand ihrer Kollegen in Heidelberg und Geestemünde oder ein Maurer- und Zimmererstreik an? Sogar eine schwarze Liste der Heidelberger Holzarbeiter ist von diesen Scharfmachern herausgegeben worden. Alle Arbeiter können sich an dieser Ilntenrehmersolidarität ein Beispiel nehmen und müßten dafür sorgen, daß auch der letzte Ar- bester seiner entsprechenden Berufsorganisation zugeführt wird. Berlin und Umgegend. Achtung, Generalstreikslisten! Die Entgegennahme der Gelder durch die Gewerkschafts- tommission findet am Montag, in der Zeit zwischen 4 bis 7'/z Uhr nachmittags, im Saale II des Gewerkschaftshaufes, statt, Berliner GewerkschaftSkominission. LierpreiS-Erhühunz und die Kellner. Der Bierkrieg hat auch die Kellner in eine mißliche Lage ge- bracht. Es ist j« allgemein bekannt, daß die Kellner ihr Ein- kommen fast lediglich aus den Trinkgeldern beziehen, daß sie Lohn fast nirgends erhalten, ja, daß sie vielfach Abgaben an den Wirt zu entrichten haben. Das Publikum, dem die Herren Gastwirte die Bezahlung ihres Personals überlassen, gibt das Trinkgeld nur, weil es lveiß, daß airderensalls der Kellner eine Bezahlung für seine Mühe überhaupt nicht haben würde. Die erhöhten Preise auf Kaffee, Bier usw. haben den Konsum in den Gastwirtschaften erheblich eingeschränkt, deS weiteren sind natürlich auch die Trink- gelder zurückgegangen. Das hat die„nationalen" Kellner, ein Gemisch allerhand blauer und gelber Vereine und Vereinchen veranlaßt, zu der Sache Stellung zu nehmen. Anstatt aber den Weg zu gehen, den alle anderen Arbeiter beschreiten, wenn sie Verbesserungen durch- drücken wollen, nämlich Forderungen an die Unternehmer zu stellen, wenden sich diese„Ortskartelle der Gasthausangestellten" an die Konsumenten. Auch in Berlin besteht ein solches Ortskartell, das vor mehreren Tagen an die hiesige Presse ein Zirkular sandte mit dem Ersuchen. davon Kenntnis zu geben. Wie die Herren sich die„Regelung der Lohnfcage" vorstellen, geht aus folgenden Sätzen des Zirkulars hervor: „Es darf in Zukunft nicht mehr dem freien Ermessen des Gastes überlassen sein, ob und was er dem Kellner für seine Dienstleistung geben will, dieser Zustand ist unwürdig, daher muß er verschwinden. Im Laufe der Zeit hat sich der größte Teil des Publikums daran gewöhnt, dem Kellner im allgemeinen für seine Dienstleistungen 10 Proz. der Zeche zu zahlen, immerhin gibt es noch eine größere Zahl von Gästen, welche dem Kellner für Bedienung weniger, zuweilen auch nichts zahlen. Aus den angeführten Gründen geht hervor, daß der Kellner niemals mit einer sicheren Einnahme rechnen kann, sondern stets ein Spiel- ball des Schicksals ist. Daher ist es au der Zeit, eine Norm fest- zusetzen, wieviel der Kellner für Bedienung erhalten soll. Es ist nicht nur gerecht und vorteilbaft für den Kellner, sondern es liegt auch im Interesse des Gastes, zu wissen, ob er zu viel oder zu wenig gibt." Am vergangenen Freitag hatte das Ortskartell zwei Ver- sammlungen anberaumt, zu welcher die gewerkschaftlich organi- sierten Gastwirtsgehilfen nicht zugelassen wurden. Dort wurde eine Resolution angenommen, in welcher eine Festlegung der Trink- Jeldsätze für die Bedienung im Restaurant nach folgenden Grund- ätzen gefordert wird: „In Bierrestaurants bis zu 3 M. Zeche sind 12 Proz., über 3 M. 10 Proz., in Weinrestaurants bis 100 M. sind 10 Proz., über 100 M. 8 Proz. seitens der Gäste für Bedienung zu zahlen. Sriese Neuordnung ist auf Speisekarten in leicht lesbarer Schrift anzubringen. Die Gehilfenschaft gibt sich der Hoffnung hin, daß die Prinzipalität sich der hohen sozialen Bedeutung bewußt ist. welche diese Neuordnung in unserem Gewerbe hervorbringen wird, und zweifelt nicht an der Mitarbeit und dem guten Willen der Prinzipalität." Die Herren Prinzipale, von denen im Zirkular gesagt war, daß sie unter den heutigen mißlichen Verhältnissen nicht imstande seien,„ihren Gehilfen ein auskömmliches Gehalt zu zahlen", waren zu der Versammlung eingeladen. Die Herren Unternehmer waren sich der„hohen sozialen Bedeutung" der Frage derart bewußt, daß kein einziger erschienen war. Von der Innung lag ein Schreiben vor, in dem die Forderung des Ortskartells als uudurch- führbar abgelehnt wurde. Es wäre den Gastwirtsgehilfen wohl zu gönnen, wenn sie zu einem gesicherten Einkommen gelangen würden; und auch das Publikum Ivürde stcheb bekeit sein, einen kleinen Preisäusschlag für Speisen und Getränke auf sich zu nehmen, wenn dieser zur Aufbesserung der Löhne des Bedienungspersonals Vertvandt werden würde, so daß das lästige Trinkgeld ein für allemal und gänzlich in Wegsall käme. Der von den nationalen Kellnern beschrittene Weg ist gar nicht gangbar. Einmal werden sich die Konsumenten die Höhe des Trinkgeldes, also eine freiwillige Gabe nicht vor- schreiben lassen,„wenngleich diese freiwilligen Trinkgelder oft höher sind, als der oben bezeichnete Satz". Man bcdenkg nur, daß man z. B. für ein Glas Bier, das 15 Pf. kostet, wenigstens hier in Berlin, in der Regel 20 Pf. zahlt, was einem Aufschlag von 33�j Proz. gleichkommt. Die nationalen Kellner sind aber zu feige, den Unter- nehmern mit Forderungen gegenüberzutreten. Diese werden an- gewinselt, den Gästen glaubt man Vorschriften über die Höhe der Trinkgelder machen zu können. Anstatt Abschaffung dieses elenden Bcttelshstems, bedeutet dies eine Verewigung des- selben. Die gewerkschaftlich organisierten GastwirtZgehilfen verwerfen prinzipiell das Trinkgeld, treten überall für Erhöhung der Löhne ein, und haben auch schon manches erreicht. Freilich reicht ihre Macht nicht allzu weit. Sie hätten die gegenwärtige Situation viel besser für sich und daS gesamte gastwirtschaftliche Personal ausnützen können, wenn sie nicht wüßten, daß diese nationalen Trinkgeldbettler ihnen bei einer eventuellen Lohnbewegung in den Rücken fallen würden. Würden die Kellner sich zu einem ernstlichen Versuch aufraffen, an Stelle des Trinkgeldes f e st e n Lohn zu erhalten, hätten sie zur Erringung dieses Zieles einen Kampf mit den Unternehmern zu führen, sie hätten sicherlich die volle SympathiedesganzengroßenPublikums hinter sich. Achtung, Galanteriearbeiter und-arbeiterinnen! Bei der Firma Hubert Bumke, Galanteriewarenfabrik. Boppstr. 7, sind wegen Nichtanerkennung des im Jahre 1904 auf- gestellten Tarifs Differenzen ausgebrochen. Der Betrieb ist ge- sperrt._ Die Ortsverwaltung. Achtung, Schuhmacher! Bei der Firma Schubert(Schuhfabrik), Elisabethstr. 28/29, sind Differenzen entstanden. Verband der Schuhmacher, Ortsverwaltung Berlin.* Dcutkcbcs Reich. •-o- Handschuhmacherstreik in Obcrwiesenthal. In dem hart an der böhmischen Grenze gelegenen erz- gebirgischen Städtchen Oberwiesenthal befinden sich seit Ende Juli die zirka 70 Handschuhmacher der Firma M. u. P. Händel im Streik, um eine bessere Entlohnung zu erzielen. Die ge- nannte Firma zahlte seither die niedrigsten Stücklöhne, so daß Wochenverdienste von 12— 14 M. schon als sehr hohe bezeichnet werden müssen und eine ganz enorme Arbeitsleistung voraus- setzten. Schließlich ließ sich jedoch der Hungerriemen nicht noch mehr anziehen und so stellten endlich diese gewiß sehr genüg- samen Arbeiter Lohnforderungen, gezwungen durch immer mehr um sich greifende Verteuerung des Lebensunterhaltes. Im Ver- lauf der Unterhandlungen reduzierten die Handschuhmacher ihre ursprüngliche Forderung ganz wesentlich, doch konnte auch darauf- hin keine Einigung erzielt werden, wie auch die Vermittelungs- bemühungen des Bürgermeisters bei der Firma M. u. P. Händel ohne Erfolg blieben. Diese sucht vielmehr Handschuhmacher nach Grimma, wo sie ihren Sitz hat, zu bekommen, will aber von den Oberwiesenthalern niemand einstellen. Hierbei ist zu beachten, daß es sich bei den 70 Streikenden nicht um vollständig im Beruf ausgebildete Handschuhmacher, sondern meist um Teilarbeiter handelt, die fast nirgends die gleiche Beschäftigung finden können und auf deren Aushungerung daher die Firma M. u. P. Händel spekuliert. Da aber die Streikenden Mann für Mann im Ver- band der Lederarbeiter organisiert sind, von diesem ausreichend unterstützt werden, und sich Streikbrecher weder für Lberwiesen- thal noch für Grimma fanden, so wird die Firma, wenn sie mit Aufträgen versehen ist, und diese ausfübren will, von ihrer Eng- Herzigkeit wohl selbst den größten Nachteil haben. Es kommt nun darauf an, jeden Zuzug von Handschuhmachern und Dresseuren nach Grimma und Oberwiesenthal fernzuhalten. Husland. Der zweite internationale Kerainarbeiterkongrcß fand am 3.. 6. und 7. September in Florenz statt. Vertreten ivaren auf dem Kongreß die Organisationen der feinkeramischen Arbeiter von Däne- mark, Deutschland, England, Frankreich, Italien und Oesterreich. Die holländische Organisation der Porzellan- und Steingutarbeiter hatte ihren Beitritt erklärt. Die Teilnehmer de? Kongresses wurden am ersten Ver- Handlungstage in dem prachtvoll mit alten Kunstschätzen in reicher Fülle ausgestatteten Palazzo Vccchio, dem Rathaus von Florenz. durch den Bürgermeister der Stadt in deren Namen feierlichst bewillkommnet. Dieser Feierlichkeit, die sich in dem großen Sitzungs- saale deS Rathauses abspielte und bei welcher neben der Stadt- Verwaltung der Vertreter der organisierten Florentiner Arbeiterschaft präsidierte, wohnten zahlreiche Zuhörer bei. Die Begrüßungsrede deS Bürgermeisters wies nicht nur auf die Bedeutung der keramischen Kunst im allgemeinen hin, sondern sie berührte auch die beruf- lichen Erkrankungen der Keramarbeiter und betonte die Notwendigkeit gesetzlicher Maßnahmen dagegen. Dann feierte die Rede die Arbeiter und ihre Organisationen, und sie klang aus in dem Verlangen nach einer freien großzügigen Arbeiter- und Sozial- Politik. Ferner sprach der sozialistische Abgeordnete für Florenz, Ge- nosse PieScetti, der Arbeitersekretär Del Burno und für die Kongreßteilnehmer Genosse Zietsch. Aus den Kongreßverhandlungen— an denen im Auftrage deS Arbeits- und Handelsministeriums der Fabrikinspektor M u s s o auS Bologna, ferner der Vertreter der Arbeitskammer von Florenz, der Konföderation der Arbeiter und der„Societa Umanitaria" in Mailand teilnahmen und zu welcher die italienische sozialistische Parlaments- fraktion sowie eme Reihe sozialistischer Deputierten Glückwünsche sandten— ist hervorzuheben: Nach längeren Diskussionen über die Errichtung einer obliga- torischen internationalen Streikunterstützungskasse ivurde beschlossen, einstweilen von der Errichtung einer solchen Abstand zu nehmen, dagegen die einzelnen Organisationen nochmals zu verpflichten, durch freiwillige Unterstützungen den bedrohten kämpfenden Kollegen in anderen Ländern in iveitestem Umfange zu Hilfe zu kommen. Um die UebertritlSbedingungen für die von einem in das andere Land gehenden Kollegen zu erleichtern, sollen zwischen den einzelnen Landesorganisationen Gegenseitigkeitsverträge abgeschlossen werden. Einen besonders interessanten Punkt der Verhandlungen aber bildete daS Referat des Professors P i e r a c c i n i über die Berufs- krankhciten der Keramarbeiter und ihre gesetzlichen VorbeugungS- maßnahmen. Der Vortrag wird im Druck erscheinen. Beschlossen wurde, unter der Leitung des Professors Pieraccini eine Zentral- stelle zur Beobachtung und weiteren systematischen Verfolgung dieser Frage einzurichten. Für die schwedische streikende Arbeiterschaft wurde eine Sympathie- erklürung, gegen die Zarenwirtschaft eine Protestresolution ange- nommen. Der nächste Kongreß findet 1912 in England statt. Hua Induftne und bandet Weitere Aufwärtsbewegung der Schweinepreise. Das fortgesetzte Ansteigen dep Schwcincpreise erregt allmäh- lich starkes Befremden. Wohl pflegen im Spätsommer die Schweine- preise gewöhnlich anzuziehen, aber daß der Preisstand des Teuerungsjahres 1906 gar noch überschritten wird, das ist denn doch eine Erscheinung, die nicht damit abgetan ist, daß man die veränderte Methode der Notierung für die Preis- steigerung b'eräniwortlich mächt. Ter Auftrieb an Schweinen ist zurzeit geringer als in den beiden Vorjahren. Er betrug im Juli an 40 deutschen Schlachtviehmärkten 390 613 Stück gegen 405 654 Stück im Juli 1908 und 433 357 Stück im Jull 1907. Gegenüber 1906 ist er aber noch ganz erheblich stärker, denn damals betrug er nur 342 459 Stück. Gegen damals weist der Auftrieb also noch ein Plus von 48 154 Stück oder um 14 Proz. auf. Wenn nun auch bei normaler Entwickclung das Angebot in- folge des Bevölkerungszuwachses im Laufe der Jahre zunehmen mutz, so ist doch jedenfalls der Zuwachs der Bevölkerung durch die Steigerung des Auftriebs um 14 Proz. reichlich kompensiert. DaS gilt nicht allein für den Monat Juli, sondern überhaupt für.das ganze laufende Jahr. Ter VerbrauchanSchweinefleisch, berechnet aus den Schlachtungen im Deutschen Reich, erreichte im ersten Halbjahr dieses Jahres eine Höhe von 9,78 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung, während er im ersten Halbjahr 1906 nur 8,44 Kilogramm pro Kopf der damaligen Bevölkerung betragen hatte. Wir wählen bei dem Vergleiche des Angebotes von Schweinen resp. der Versorgung mit Schweinefleisch mit Willen das Jahr 1906, weil damals die Schweinepreise einen derartig hohen Stand innehatten, wie er seit den achtziger Jahren bestimmt nicht und früher wohl auch kaum einmal verzeichnet worden war. Und nun sind, ohne daß im Angebot eine besonders ungünstige WcndupI eingetreten wäre, die Preise im laufenden Jahre noch über die damaligen hinausgegangen. Wir geben nachstehend für einige Städte die Durchschnittspreise für Schweine nach Lebendgewicht. wie sie von der Zentralstelle der preußischen Land» Wirtschaftskammern zusammengestellt worden sind. Wir bemerken dabei, daß die höchsten wie die niedrigsten Notierungen gleicherweise über den Stand im Jahre 1906 hinausgehen, daß also die Uebernotizpreise die Differenz gegen 1906 keineswegs verursacht haben können. Die Bewegung des Preises für die beste, Sorte entspricht vollkommen der Preisbewegung der anderen Sorten, so daß wir nur den ersteren bringen. 50 KilogrgBM kosteten im August in Mark: 1906 1909 Differenz Berlin..... 70,35 Breslau..... 63,10 Magdeburg Dresden.. Hamburg.. Dortmund.. Frankfurt a. M. Mannheim.. Stuttgart.. Köln.... 72,85 76,75 69,70 73,50 77,83 77,00 73,85 73,75 73,40 68,50 74,10 74,70 69,05 73,40 76,60 76,40 77,90 74,20 4-3,05 --5,40 --1,25 —2,05 —0,65 —0,10 —1,25 —0,60 +4,05 +0,45 In der Hälfte der angeführten Städte ist das Niveau demnach, höher als 1906, und zwar sind die Zunahmen gegen damals fast durchweg erheblich stärker als die Abnahmen. In anderen Gegenden Teutschlands, die in der Aufstellung nicht vertreten sind, wie im Nordosten, in Bayern und Baden, ist die Preistendenz entsprechend. Im Vergleich zum vergangenen Jahre sind die Steigerungen zum Teil ungewöhnlich. So ist beispielsweise der Preis in Berlin im August für die beste Sorte um 17, für die ge- ringste Sorte um 18 Proz. höher als im vergangenen Jahre. In den anderen Orten ist der Aufschlag nicht ganz so empfindlich, doch beträgt er meist auch mehr als 10 Proz. Eue der frauenbewegung� Versammlungen— Veranstaltungen. Der Verein für Frauen und Mädchen der arbeitenden Klasse der- anstaltct am Mittwoch, den 15. September, abends 8>/g Uhr, in,„Neuen Klubhanse", Kommandantenstr. 72, eiit" geselliges Beisammensein mit musikalischen Vor» trägen, Rezitationen usw. Gäste sind sehr willkommen. Lankwitz. Am Mittwoch, den 15. September, abends präzise 3 Uhr. findet ein Extra- Zahlabend der Frauen statt, in welchem eine rege Aussprache stattfinden soll, wie die Genossinnen über die. Ausgestaltung und den Beginn der Leseabende denken. ES ist daher Pflicht jeder Genossin, zu erscheinen. Der Vorstand. Große Dienftbotenversammlung heute nachmittag 6 Uhr in DräselS Festsälen, Reue Friedrichstr. 35. Neferentin Frl. Martha Rosenstock über: Stellenvermittelung. Rcferentin Ida Baar über: Der freie Arbeitsvertrag.— Wir ersuchen die Arbeiterschaft, alle ihr bekannten Dienstboten, Wasch- und Reinmachefrauen auf diese wichtige Versammlung aufmerksam zu machen und für guten Besuch zu sorge». i Versammlungen. Genosse Borginann sendet uns folgende Zuschrift: „In der heutigen Nr. 212 des„Vorwärts" läßt mich der Berichterstatter sagen:„Anstatt auch die kleine Verbesserung mit Freude zu begrüßen, wie sich es für augebliche Freunde eines besseren Wahlrechtes schickte, habe er gejammert.. Das habe ich nicht gesagt, konnte es auch gar nicht sagen, weil eS meiner Auffassung nicht entspricht. Ich habe bielmehr gesagt:„Anstatt für das allgemeine, gleiche. geheime und direkte Wahlrecht ohne Uinschweise einzutreten, habe er ustv." Ich lege Wert darauf, das richtigzustellen. Borgman», Letzte JVacbncbten und DcpeFcbcn. Sonntag kciue Flugversuche. Heute finden auf dem Tempelhofer Felde keine Flüge Orville WrigthS statt._ Erfroren— nicht abgestürzt. Kleine Schcidcgg, 11. September.(W. T. B.) Nach Aus- sage der Führer auf Station Eismeer ist der Student Erich Hcrrmann und sein Führer Knecht nicht abgestürzt, sondern erfroren. Man vermutet, die beiden hätten am Walchergrat, von einem gewaltigen Schneesturm überrascht, lagern müssen und seien vor Ermattung eingeschlafen. Bei Abgang des letzten Zuges von Station Eismeer sah man eine Bcrgungs- kolonne mit der Leiche eines Verunglückten in der Berglihütte ankommen._ Es soll weiter gehenkt werden. Konstantinopcl, 11. September.(W. T. B.)l Die VerHand- lungcn zwischen der Pforte und dem armenischen Patriarchat wegen der durch die Adanafrage entstandenen Schwierigkeiten dauern fort. Dem Vernehmen nach besteht die Regierung auf der Boll» ziehung der noch nicht vollstreckten Todesurteile, b-etet jedoch Zu« geständniffe an, indem sie den Weisungen deS Ministers des Innern entsprechend die Anstifter der Metzeleien strenger bestrafen und die übrigen verhafteten Armenier fteilasscn will. In Adana selbst ist mit der Freilassung der Armenier bereits begonnen wor- den. Ter Minister des Innern richtete ferner an daS Kriegs- gericht in Adana die telegraphische Aufforderung, die kriegs, gerichtlichen Beschlüsse mit den offiziellen Erklärungen der Regie« rung künftig in Uebereinstimmung zu bringen. Opfer der tleberschwemmung. New Dirk, 11. September.(W. T. B.) Wie„Sun" aus Montcrcy meldet, schätzt man nunmehr die Zahl der durch die Ucbcrschwemmungcn umgekommenen Personen auf etwa Zehn» tausend.> Beranttp. ReMtaiv: Emil llnger, PecliI, Inseratenteil vergnts,: Uh, Glocke, Berlin, Druck u,Bxrlsg: Vorwärts Buchdr,u.sösr1ssSgnstglt SMer& Co., Berlin S.W, Hierzu 5 Beilage», ».».«i,»» i, KcilU des Jtntinrte" Kekiim MsM Zum Parteitag. Die Verschärfung der Klaifengegensätze und die LewerKlchatten. Von K. K a u t s k h. Seit einigen Monaten bemüht sich eine Reihe von Revisionisten immer wieder von neuem, mich den Gewerkschaften als den Gegner ihrer Organisation zu denunzieren, der deren völlige Nutzlosigkeit predige. Diese Anklagen gelten offenbar nicht meiner Person, sondern der Richtung, der ich diene und die in mir getroffen werden soll. Sie sind daher nicht ohne Bedeutung für das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft. Gerade weil es uns dringend notwendig erscheint, dieses Verhältnis zu einem höchst innigen zu gestalten, müssen wir doppelten Wert darauf legen, daß in den Kreisen der Gewerkschafter die wirkliche Meinung der revolutionären Sozialdemokratie über die Gewerkschaften völlig ungetrübt erkannt werde. Wohl habe ich schon in einer ganzen Reihe von Artikeln wieder- holt nachgewiesen, daß ich weit davon entfernt sei, eine Erfolglosig- keit der gewerkschaftlichen Aktion zu behaupten oder sie zu unter- schätzen. Nutzt nichts. Dieselbe Behauptung ersteht immer wieder von neuem. Natürlich darf sie auch im Parteitagsheft der„S. M." nicht fehlen. Dort hat es O u e s s e I übernommen, in einem Artikel über „K. Kautskys als Vulgärokonom" die abgedroschene Fabel etwas„wissenschaftlich" aufzuputzen. Angesichts der Wichtig- keit der Frage der Gewerkschaften muß ich mich schon daranmachen, auch diese Darstellung etwas zu betrachten. Ouessel geht davon aus, daß es die bürgerliche Vulgärökonomie war, die die Aussichtslosigkeit des Kampfes der Gewerkschaften predigte, anfänglich, indem sie darauf hinwies, daß durch Lohn- erhöhungen die Industrie aus dem Lande getrieben werde. Dann kam die Behauptung auf. „daß durch die gewerkschaftliche Aktion auf die Dauer wohl der Geld- aber nicht der Reallohn der Arbeiter erhöht werden kann. Dies käme daher, daß die Unternehmer jede Lohnerhöhung durch Preisaufschläge wieder wettmachen.... Es ist nun höchst b e- merkenswert, daß der anerkannte Führer der sozial- revolutionären Richtung im deutschen Sozialismus sich dieses Argument der bürgerlichen Vulgärökonomie, das von den bürgerlichen Nationalökonomen, die auf wiffenschaftliche Reputation halten, längst preisgegeben ist, teilweise zu eigen macht, um die geringe Bedeutung der gewerkschaftli che n Aktion für den proletarischen Befreiungskampf darzutun." In der Tat höchst bemerkenswert. Um so mehr, da ich nicht nur das zu sein glaube, was Ouessel einen„Sozialrevolutionär" nennt, sondern mich auch für einen Marxisteu halte. Marx aber hat jenes vulgärökonomische Dogma schon gründlich widerlegt. Noch bemerkenswerter ist folgendes: Ich selb st habe es ebenfalls bekämpft. So erst 1005 in der„Neuen Zeit" in einem Artikel über„eine Revision der gewerkschaftlichen Taktik", in dem ich mich gegen einen Schriftsteller wandte, der von den Ge- werkschaften verlangte, sie sollten die Löhne nicht zu sehr in die Höhe treiben, da sie sonst dadurch die Preise erhöhten und so die aus- ländische Konkurrenz begünstigten. Ich wies dort darauf hin, daß schon Ricardo gezeigt habe,„Lohnerhöhmigen müßten nicht not- ivendigerweise Preiserhöhungen nach sich ziehen, sie könnten unter Umständen sogar Preissenkungen hervorrufen." Der„Vulgärökonom", gegen den ich mich damals wandte, führt den Namen R. Calwer. Ich habe nicht gehört, daß Ouessel oder ein anderer seiner Gesinnungsgenossen ihn darob jemals an- gegriffen hätte. Stach alledem wäre es sicher„bemerkenswert", wenn ich mich seitdem zu Calwerscher Vulgärökonomie bekehrt hätte. Aber das ist nur ein Traum Ouessels. Ich habe nie behauptet. Lohnerhöhungen seien nutzlos, weil sie schließlich immer wieder durch Preiserhöhungen wettgemacht würden. Aber habe ich nicht in meinem„Weg zur Macht" gesagt, daß in den letzten Jahren die Preise der Lebensmittel im allgemeine» mehr gestiegen sind, als die Löhne? Sicher, ich habe jedoch nie be- hauptet, diese Preissteigerung rühre vom Steigen der Löhne her. Ich habe gezeigt, wie sie bewirkt wurde durch eine Reihe Tendenzen der kapitalistischen Entwickelung namentlich durch die Verwandlung bisheriger Agrarländer in Industrieländer und durch das Erstarken der Unternehmerverbände. Dadurch stiegen die Preist. Sie wären auch gestiegen ohne die Lohnerhöhungen. Wenn die Arbeiter nicht vermocht hätten, diese durchzusetzen, wäre das Proletariat noch weit schlimmer daran als jetzt. Wenn diese Lohnerhöhungen nicht die Preiserhöhung der Lebens- mittel erreichten, so besagt das also keineswegs, daß sie be- deutungsloS sind. Im Gegenteil, sie Ivaren unentbehrlich, die physische Verelendung des Proletariats zu verhindern, seine Kampffähigkeit zu erhalten und zu steigern. Nicht gegen die Gewerkschaften wenden silb diese Feststellungen, sondern gegen die kapitalistische Produktionsweise. Ich habe dabei nichts gesagt, was nicht in unserer Parteiliteratur seit Marx unzähligemnl gesagt worden war. Aber manche unserer Revisionisten sind heute schon so weit, daß sie in jeder Darstellung der den Arbeiter niederdrückenden Wirkungen des Kapitalismus ein Attentat auf die Gewerk« schaften sehen. In Wirklichkeit wendet sich meine Darstellung nicht gegen die Gewerkschaften, sondern gegen jene Leute, die die Gewerkschaften nicht als ein Mittel, sondern als einen Ersatz für die soziale Revolution auffassen. Als ein solches Mittel betrachtete sie schon Marx, der in seinem Vortrag über Lohn, Preis und Profit 1305 den Gewerkschaftern zurief: „An Stelle des konservativen Mottos: Ein anständiger Tageslohn für einen anständigen Arbeitstag— sollten sie das revolutionäre Wort auf ihre Fahne schreiben: Ab- s ch a f f u n g des L o h n s y st e in s"(S. 16). Unsere Auffassung von den Aufgaben der Gewerkschaften ist also nicht etwa? Neues und Unerhörtes. Aber trotzdem ist cS diese revolutionäre Auffassung und nicht etwa meine«Vulgärökonomie", was meine Kritiker aus dem Ge- Werkschaftslager gegen mich mobil macht. Darauf weist eine Be« merkung hin, die Robert Schmidt in der Generalversammlung von Groß-Berlin machte. Sie lautete nach dem Bericht: „In der Broschüre„Der Weg zur Macht" verlangt Kautsky die Unterordnung der Gewerkschaften unter die Partei. Das lehnen wir ab." In meiner Schrift steht kein Wort von Unterordnung de? Ge- werkschaften unter die Partei. Es ist mir auch nie eingefallen, eine organisatorische Unterordnung der Gewerkschaften zu ver- langen. Was ich für notwendig halte, ist die Verbreitung sozia- listischen Denkens in den Gewerkschaften. Dafür zu sorgen braucht nicht die Aufgabe der Gewerkschaften selbst zu sein; um so mehr ist es Aufgabe der Parteigenossen in den Gewerk- schaften. Wenn diese Aufgabe mit Hingebung erfüllt wird, müssen beide Organisationen dabei gewinnen. Partei wie Gewerkschaften müssen gewaltig an Schlagkraft zunehmen, wenn alle indifferenten und unklaren Elemente in letzteren zu zielbewußten 5ilassenkämpfern gemacht sind. Aber freilich, der Revisionismus hat dabei nur zu verlieren. Äo soll er seine Rekruten hernehmen, wenn die Ge- werkschaften vom Geiste der Sozialdemokratie beherrscht werden, die der Todfeind der bürgerlichen Gesellschaft ist? So erscheint ihm die sozialistische Propaganda in den Gewerkschaften als ein unerträgliches Unterordnen unter die Partei, das mit allen Mit- teln zu bekämpfen ist.» Mein Verbrechen ist also mein Marxismus und nicht meine angebliche Vulgärökonomie. Wäre ich wirklich Vulgärötonom ge- worden, Ouessel und seine Leute hätten es ebensowenig bemerkt und getadelt, als sie es bei Calwer gemerkt und getadelt haben. Die Entdeckung, daß mein Marxismus Vulgärökonomie ist, bildet die einzige originelle Leistung in dem Artikel Ouessels. Das andere hat er, abgesehen von einigen Lesefrüchten, aus dem„Cor- respondenzblatt" der Gewerkschaften abgeschrieben, dessen Argu- menie er getreulich kopiert. Ich könnte ihm gegenüber bloß wieder. holen, was ich in der„Neuen Zeit" schon auf die Kritik des„Cor- respondenzblatt" erwiderte. Nur kurz sei hier für Genossen, die jene Diskussion zu verfolgen keine Gelegenheit hatten, bemerkt, daß es sich hierbei um eine amerikanische Statistik handelte, die ich benutzte, wie das„Cor- respondenzblatt" und ihm nachschwatzend Ouessel behaupten, um zu beweisen, daß die gewerlschaftliche Aktion in Deutschland erfolglos war. DaS ist natürlich Unsinn. Ich müßte ein Idiot sein, wollte ich mit amerikanischen Ziffern einen derartigen Beweis für Deutsch- land führen. Was ich zeigen wollte, war nicht, daß der gewerkschaftliche Kanipf in Deutschland erfolglos war. Ich habe ausdrücklich seine großen Erfolge hervorgehoben. Es ist daher ganz überflüssig, wenn jetzt auch noch Genosse Leipart im„Correspondenzblatt" mir die Erfolge der deutschen Holzarbeiter entgegenhält. Die habe ich nie bezweifelt. Nicht um die Erfolge der Vergangenheit handelt es sich in den angegriffenen Ausführungen, sondern um die Zukunft der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Ich zeige in meiner Schrift, daß die Ursachen, die in den letzten zwei Jahrzehnten der deutschen Ge- werkschaftSbewegung mit ihren bisherigen Methoden so glänzende Erfolge ermöglichen, allmählich aufhören zu wirken, und daß sie weitere große Fortschritte mit den bisherigen Methoden nicht zu erwarten hat, sondern zu anderen greifen muß, wozu ein engeres Verhältnis zur Sozialdemokratie notwendig ist. Zur Bekräftigung dieser Auffassung wies ich auf Amerika und England hin, wo jene Faktoren, die den gewerkschaftlichen Kampf in der bisherigen Forin einengen, stärker entwickelt sind und wo daher die Arbeiterklasse seit einem Jahrzehnt in bezug auf die Kaufkraft de? Lohnes keinen merklichen Fortschritt gemacht hat. Daß man auf ökonomisch vorgeschrittene LäitzSer hinweist, um an ihnen die eigene Zukunft zu studieren, ist nichts Unerhörtes. Die Wissen- schastlichkeit Ouessels wird eigenartig illustriert. wenn er mit Behagen gegen niich den Witz des„Correspondenz- blattes" zitiert, ich hätte ebenso gut russische Ziffern vor- bringen können wie die von mir„beliebten" amerikanischen. Marx hätte offenbar in seinem„Kapital" ebenso gut die Zustände Kamtschatkas schildern können lvie die von ihm„beliebten" eng- lischen. Für die deutschen Arbeiter gilt daS„Kapital" nicht, denn eS behandelt nicht deutsche Verhältnisse! Diese amerikanische Statistik liegt meinen Kritiker» schwer im Magen, denn sie zeigt, daß seit einem Jahrzehnt die amerikanischen Arbeiter in bezug auf die Kaufkraft des Lohnes nicht Fortschritte, sondern eher Rückschritte gemacht haben, da wohl der Geldlohn wuchs— der Wochcnlohn seit 1897 bis 1007 um 23 Proz., aber noch nrehr die Preise der Nahrungsmittel stiegen, von 1807 bis 1007 um 21 Proz. Es ist viel Tinte dagegen verschrieben worden, ohne daß irgend etwas vorgebracht worden wäre, was die Nichtigkeit dieser Ziffern hätte erschüttern können. Ouessel wiederholt, wie schon gesagt, nur bereits Bekanntes. Aber in einem Punkte zeigt er sich seinen Vor- gängenr überlegen. Das„Correspondenzblatt" hatte mir entgegengehalten, wenn auch die Preise der Nahrungsmittel stärker gestiegen seien als die Löhne, so beweise das noch nichts. Es sei ja möglich, daß Wohnung, Kleidung usw. gleichzeitig im Preise gefallen seien, in noch höhere», Grade, als die Lebensmittel stiegen. Dann hätte sich die Lage der Arbeiter doch gebessert. Ouessel ist weniger schüchtern. Er bringt dasselbe Argument mit größerer Entschiedenheit vor: „Und schließlich ist zu betonen, daß der amerikanische Arbeiter den größeren Teil seines Einkommens für Wohnung, Kleidung und'Kulturbedürfnisse ausgibt, sodaß eine Steigerung der NahrmigSinittclpreisc um 25 Proz,, wenn ihr eine Erhöhung der Löhne in gleichem Prozentsatz gegenübersteht. immer mir cincii Teil des Mehrverdienstes verschlingt, während der andere Teil zur Erhöhung d�s Kulturniveaus Verwendung finden kann, da die in de» Konsum der Arbeiterschaft eingehenden industriellen Produkte trotz der Preissteigerung der. Rohstoffe infolge der technischen Fortschritte im Produktionsprozeß im allgemeinen eine Verbillig» ng erfahre n." , Diese Vcrbillignng erscheint Ouessel so wesentlich und so fest- stehend, daß er, nachdem er sie illustriert, in laute sittliche Entrüstung über mich ausbricht, der ich diese offenkundige Tatsache nicht in Rechnung ziehe: „Es ist also eine d r e i st e Irreführung seiner Leser, wenn Kautsky zu behaupten wagt, der reformistische Auf- stieg der amerikanischen Arbeiter wäre nicht vorhanden, weil die Nahrungsnnttel sich um ebenso viel Prozent im Preise erhöht hätten,, wie die Arbeitslöhne proz»er Organisation nachzukommen, muß unwillkürlich die Frage auftauchen: Ist es denn am Ende der Mühe wert, alles daran zu setzen, um eine ähnliche Macht zu erreichen, wenn man erst gerade auf diesem Gipfel angelangt, ein solches Gefühl der eigenen Schwäche bekommt und an Auf- gaben verzweifelt, an die man früher, bei viel schwächerer Organisation, mit Elan, Mut und Glauben herantrat? Zweierlei Gesichtspunkte werden von den Gegnern der Maifeier ins Feld geführt. Vor allem habe sich die Maifeier ohnehin nicht bewährt, denn eine allgemeine Arbeitsruhe sei doch nicht einmal in Deutschland annähernd durchgeführt worden. Die vergeblichen Versuche aber, die Arbeitsruhe durchzusehen, bringen für die gewerkschaftlichen Organisationen ernste Erschütterungen, Gefahren und Kämpfe, die angesichts der Unerreichbarkeit des Zieles ganz nutzlos sind. Diejenigen, die hartnäckig auf das angebliche Miß- lingen der Maifeier bis jetzt hinweisen, gehen hier von einer Auffassung der Maifeier aus, die allen Beobachtungen und Erfahrungen der zwanzigjährigen Praxis wider- spricht. Kein vernünftiger, denkender Politiker des Klassen- rampfes kann erwarten, daß die Maifeier sich zu einer mit automatischer Regelinäßigkeit alljährlich»viederholenden ab- soluten allgemeinen Arbeitsruhe in allen Ländern oder auch nur in einigen, in einem Lande gestalten würde. Die Vcr- teidiger der bedächtigen Abzahlungspolitik und der kleinen schrittweisen Errungenschaften erweisen sich merkwürdigerweise gerade in der Maifeier-Frage als Anhänger des sonst so verpönten Grundsatzes:„Alles oder Nichts". Wo die Maifeier sich nicht als absolute alljährliche Arbeitsruhe durchsetzen läßt, so soll sie überhaupt fallen gelassen werden. Aber die Maifeier ist eben kein ausgeklügelter Kunstgriff der proletarischen Taktik, keine mechanische Methode, um auf Kommando eine plötzliche allgemeine Arbcitsruhe entstehen zu lassen. Im Streben zu diesem Ziel, in der Agitation um dieses Ziel, in der Aufklärung um dieses Zieles»villen liegt die Hauptbedeutung der Maifeier, darin, daß sie uns eben die Möglichkeit gibt, alljährlich an den wechselnden Fort- schritten der Arbeitsruhe die Werbekraft unserer Ideen zu messen, die Wirksamkeit unserer Agitationsmittel zu prüfen, den Pulsschlag des Klassenkampfes ständig zu fühlen. Ein lebendiges Stück des Klassenkampfes, reagiert eben die Maifeier auf alle Wechselfälle, alle Konjunkturen des politischen und ökonomischen Lebens der Arbeiterklasse. Wirt- schaftlicher Aufschwung oder Krise, politische Wahljahre, Verschärfung politischer Parteikämpfe, Belebung der Lohn- kämpfe— alles das spiegelt sich alljährlich in jedem Lande in der Maifeier, indem die Arbcitsruhe bald größere, bald geringere Dimensionen annimint. Und steigt der soziale Konflikt zum Ausbruch einer Nevolutionsperiode, dann wird die Maifeier Plötzlich— trotz der Schwäche der Organisationen— zur leibhaftigen abs oluten Arbeitsruhe, wie dies in Russisch-Polcn 1905 und zum Teil noch in den folgenden Jahren war. In diesem Jahre spiegelte sich der Höchstpunkt des konterrevolutionären Sieges in Rußland in dem tiefsten Grad der Maifeier in Rußland, der seit 20 Jahren erreicht wurde. Hat die Mai- feier nicht gerade dadurch ihre innere Lebendigkeit, ihre un- auflösliche Verknüpfung mit den allgemeinen Schicksalen des proletarischen Klassenkampfes bewiesen? In Oesterreich kulnunierte die Periode der stürmischsten Kämpfe des Proletariats um das allgemeine, gleiche, direkte Wahl- recht in einer Reihe glänzender Maifeiern. In Frank- reich haben die Hochburgen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei in den 90er Jahren durch blutige Maiopfcr ihre revolutionäre Gesirnrnng bekundet. In Deutschland hatten wir in den letzten zwei Jahrzehnten im allgemeinen eine„fülle Periode", unser gesamtes öffentliches Leben leidet unter dem Fluch der bleiernen parlamentarischen Stagnation, die gesamte innere Poliük Deutschlands ist auf einen toten Punkt geraten. Was Wunder, daß angesichts dessen auch die Maifeier in Deutschland, bei allen langsamen Fortschritten, nicht zum plötzlichen Ausbruch einer allgemeinen Arbeitsruhe werden konnte? Aber sie deshalb ganz preis- geben, deshalb die nachhaltige alljährliche Agitation um die Arbeitsruhe für die Losungen des Achtstundentages und dcS Sozialismus aufgeben, hieße soviel, wie im voraus öffentlich erklären: Deutschland wird nie aus dem jetzigen Sumpf der Stagnation herauskommen, in Deutschland werden wir nie eine Periode offener großer Kämpfe um die Ziele des Prole- tariats erleben l Die Gewcrkschaftsorganisationen befürchten die Gefahren der Konflikte gus Anlaß der Maifeier, namentlich angesichts der starken Unternehmerkoaliüonen. Aber der jetzige schwe- dische General st reik ruft uns gerade mit mächtiger Stimme die Lehre zu, daß die Unternehmerkoalitionen uns in gewaltige Konflikte treiben, ob wir es wollen oder nicht. Gerade die Politik der Unternehmerbände treibt zu einer solchen Verallgemeinerung des Konflikts, macht ein General- aufgcbot des ganzen Proletariats zu einer so uiwermeidlichen Sache, daß nur die allgemeine Arbeitsruhe als letztes Mittel übrig bleibt. Ist aber in diesem Falle eine möglichst imposante Ausgestaltung der Maifeier alljährlich nicht die klügste Ge- Werkschaftspolitik? Ist sie nicht das beste Mittel, den Unternehmer- verbänden alljährlich die Macht und die Kampfposition der Gewerkschaften zu zeigen, was jetzt in höchster Not die schwedischen Proletarier sich zu tim gezwungen sehen? Nicht die Konflikte, nicht die großen Kämpfe sind eine Gefahr für die Gewerkschaften, sondern die Angst vor Konflikten. Denn nichts vermag den Uebermut der Unternehmer- koalitionen so zu stärken, wie ein Beschluß, wie der der Metallarbeiter über die Maifeier, der dem Feinde i« voraus die Schwäche und das Verzagen an der eigenen Kraft verrät. Wenn der Leipziger Parteitag der Situation in Deutsch- land, den Erwartungen der Internationale, den Lehren des schwedischen Generalstreiks gerecht werden will, so muß er mit kurzen und klaren Worten— wie Bebel. in Dresden das befreiende Wort sprach:„es bleibt bei der Expropriation"— erklären: es bleibt bei der Maifeier! Rosa Luxemburg. 0!le«iameilen. Es ist immer angenehm und lehrreich, die Genossen Bernstein und Maurenbrecher zu hören, aber in ihren neuesten Beiträgen für die„Sozialistischen Monatshefte" befinden sie sich nicht ganz auf der Höhe. Sie gefallen sich in ollen Kamellen, durch die nur hier und da ein neuer Geistesfunle blitzt. Genosse Maurenbrecher verteidigt die sieben schwäbischen Hof- gänger zunächst unter dem schon auf dem Nürnberger Parteitage hinlgnglich erörterten Gesichtspunkte, daß die Gesamtpartei nichts angehe, was die württembergischen Sozialdemokratie tue. Dar- über noch ein Wort zu verlieren, ist überflüssig. Dann aber sagt er, die sieben Genossen hätten nur eine parlamentarische Pflicht erfüllt, indem sie sich an einer Informationsreise beteiligten, wie sie anderen Sterblichen kaum jemals geboten werde; die technische Information, die man bei solchen Gelegenheiten erhalte, sei für den Nichtfachmann sonst nicht in jahrelangem Studium zu ge- Winnen. Da sei es denn„mehr als demagogisch", dieser ernsten Pflichterfüllung gegenüber auf eine so.wollständig belanglose und gleichgültige Nebensache", wie den Besuch und das Gabelfrühstück beim König, zu verweisen. In dieser Darstellung bewährt sich Genosse Maurenbrecher leider nicht als der genaue Historiker, den wir sonst in ihm schätzen. Zum Glück kommt aber die historische Wahrheit in demselben Hefte der„Sozialistischen Monatshefte" doch zu ihrem Rechte, indem Genosse Wilhelm Schröder erzählt, es habe sich um„den üblichen SommerauSflug" des württembergischen Landtages gehandelt, der erst an den Bodensee zu Zeppelin und dann in den königlichen Schlotzgarten gegangen sei, wobei der König den parlamentarischen Ausflüglern ein Gabelfrühstück angeboten habe und dafür durch zwei offizielle Hochrufe geehrt worden sei. Die Beteiligung an diesem Sommervergnügen als eine„belanglose und gleichgültige Nebensache" hinzustellen, ist in der Tat„mehr als demagogisch". Selbst wenn wir— wie wir es selbstverständlich nicht tun— das Zugeständnis machen wollten, die Partei dürfe ihren Prin- zipien ein Schnippchen schlagen, um die Massen zu gewinnen, worauf Genosse Maurenbrecher an sich ganz mit Fug großes Ge- wicht legt, so ist nicht abzusehen, wie die Massen stärker vor den Kopf gestoßen werden können, als wenn offizielle Vertreter der Partei, wenige Tage nachdem der Parteivorstand und die sozial- demokratische ReichStagSfraktion in einem flammenden Manifest zum Kampf auf Leben und Tod gegen die..Volksverräter und Volkszertreier" gerufen haben, mit eben diesen..Volksverrätern und BolkSzertretern" gemütlich zechen und einen König hochleben lassen, dessen Persönlichkeit sehr achtungswert sein mag. aber dessen Re- gierung eben auch zu den..Volksverrätern und BolkSzertretern" gehört. Das heißt die Massen nicht aufklären, sondern verwirren. und schon aus diesem Grunde haben die sechs Wahlkreise voll- kommen recht, die vom Parteitage verlangen, daß ähnlichen, die Partei blamierenden Vorkommnissen für die Zukunft ein Riegel vorgeschoben werde. Die Sorge des Genossen Maurenbrecher, daß es darüber zu Auftritten kommen werde, die von den Gegnern ausgebeutet werden könnten, um„die Zanklust und die Jdeallosigkeit der So- zialdemokratie den indifferenten Volksmassen zu illustrieren", ist ganz unnötig, vorausgesetzt, daß man aus seinem berechtigten Ab- scheu vor solchen Auftritten schließen darf, daß auch seine engeren Freunde von diesem Abscheu beseelt sind und deshalb auf Szenen verzichten werden, wie sie aus ihrer schöpferischen Initiative bor sechs Jahren auf dem Dresdener Parteitage aufgeführt worden find. Dann wird der Parteitag in aller sachlicher Weise die not- wendige Entscheidung treffen können. Genosse Maurenbrecher ist ferner bekümmert über die„Ver- hetzung", wie sie von„radikalen" Parteiorganen und Partei- journalisten gerade gegen den Liberalismus betrieben werde; er hält es nicht für angezeigt zu sagen, daß die Freisinnigen und Nationalliberalen nicht besser seien als die Konservativen und Ultramontanen, und zwar deshalb nicht, weil diese„Verhetzung" es undenkbar mache, daß die Massen im entscheidenden Augenblick einer Stichwahlparole zugunsten des Freisinns oder der National- liberalen folgen könnten. Da macht sich Genosse Maurenbrecher aber wieder ganz unnötige Sorgen. Seit SO Jahren haben die Liberalen bei jeder Neichstagswahl die Arbeiter an die Reaktion verraten, und seit 40 Jahren haben die Arbeiter die Liberalen bei jeder Reichstagswahl gegen die Reaktion herausgepaukt; nach beiden Richtungen sind die Ausnahmen so selten, daß sie nur die Regel bestätigen. DaS taten die Arbeiter natürlich nicht aus unzeitiger Großmut, sondern weil sie mehr von Politik verstehen, als sich den tragikomischen Irrfahrten des Pfarrers Naumann ablesen läßt. Deshalb heißt es. sie gröblich beleidigen, wenn man unterstellt, sie müßten getäuscht werden, um auf den richtigen Weg zu kommen. Es hieße in der Tat die Arbeiter gröblich täuschen, wenn die Parteiorgane und Parteijournalisten auch nur einen Augenblick verhehlen wollten, daß die Liberalen in der letzten Reichstagssession genau dieselben„Volksverräter und Volkszer- treter" gewesen sind wie die Konservativen und Ultramontanen, und es liegt nicht der geringste Anlaß vor, anzunehmen, daß nur die„radikalen" Parteiorgane wissen, was in dieser Beziehung zu tun die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der gesamten Partei- presse ist. Gewonnen hat die deutsche Sozialdemokratie das Vertrauen der Massen nur durch ihre unbedingte Ehrlichkeit und Wahrhaftig- keit, verlieren kann sie es nur durch diplomatische Finessen, wie sie Genosse Maurenbrecher vorschlägt. Genosse Bernstein seinerseits plädiert für das„Recht des sozialdemokratischen Schriftstellers", seine Arbeitskraft auf dem kapitalistischen Markt nach bester Möglichkeit zu verwerten, genau so wie jeder Fabrikant oder Arbeiter. Kaufmann ß.ö?i Laudwsit, Arzt oder Jurist« Lehrer«du Ggstwirt«ja, s e in Amerika, möge sie auf dem rechten oder linken Flügel stehen, so einig ist, wie in ihrer Verurteilung der Gompersschen Praktiken. Es gehörte in der Tat ein völliger Mangel an Selbstachtung dazu, sollte ein amerikanischer Sozialist für Gompers eintreten. Elm selbst kann nicht nicht umhin, das Auftreten GomperS' gegen die Sozialdemokratie bei den letzten Präsidentschaftswahlen und seine Mogelei mit den Demokraten zu„verurteilen". Aber freilich weih er auch da einen Nat. Einmal war dafür GomperS nicht persönlich verantwortlich, sondern— die Leitung der American Federation of Labor I Gompers war jedenfalls nicht einmal persönlich dafür verantwortlich, wenn er unfern Kandidaten Debs in gemeinster Weise verleumdete. Elm behandelt' hier GomperS wie byzantinische Geschichtsschreiber einen Monarchen: alle Errungenschaften des Volkes, die unter seiner Regierung vor- kommen, werden als persönliche Grohtaten des Monarchen gefeiert. Für alle Dummheiten und Schuftigkeiten seiner Regierung trifft die Verantwortung nicht ihn, sondern nur seine Räte l Indes hat Elm noch eine famose Entschuldigung für Gompers: „Aber, so darf man hier doch auch wohl fragen, sollte an der Feindschaft zwischen Partei und Gewerkschaften in Ainerika die ersiere wirklich so ganz schuldlos sein?" Gibt es ein herrlicheres Argument für einen Sozialdemokraten? Herr Gompers begeht das Verbrechen gegen die Arbeiterklasse, die Arbeiterstimmen, über die er zu verfügen glaubt, einer Bourgeoispartci zu verkaufen. Elm selbst muh das verurteilen. aber, fügt er hinzu, daran ist die Sozialdemokratie schuld, die Herrn Gompers nicht immer die gehörige Reverenz erwies I Wenn sich jemand über die Sozialdemokratie ärgert, berechtigt ihn das zu jedem Verrat an der Arbeiterklasse und verpflichtet uns, trotzdem den Mann mit offenen Armen zu empfangen! Wir wollen ganz absehen davon, dah Elm selbst nicht positiv zu behaupten wagt, die Sozialdemokratie sei es gewesen, die mit den Feindseligkeiten begann. Er ist vorsichtig genug, nur die Frage auf- zuwerfen. Natürlich verhält sich die Sache umgekehrt. Nicht deshalb wendet sich Gompers gegen die Sozialdemokratie, weil diese ihm „gehässig" gegenübersteht, sondern die Sozialdemokratie m u h ihn angreifen, weil er alles aufbietet, jede Aufklärung der Arbeiter in sozialistischem Sinne zu verhindern. Endlich weih Elm noch ein durchschlagendes Argument: mag das, was gegen Gompers vorgebracht wird, wahr oder falsch sein, wir müssen es den amerikanischen Arbeiten! überlassen, ihre Führer selbst zu wählen. Elm verficht da mit Macht einen Grundsatz, den niemand be- stritten hat. Darum handelte es sich nicht, sondern darum,'ob die klassenbewuhten Arbeiter in Europa Gompers als einen der ihrigen empfangen sollten oder nicht. Das hatte Bedeutung nicht bloh für Europa, sondern auch für Amerika. Eine Parteinahme f ü r G o m p e r s in Europa bedeutet keineswegs, dah man sich bei uns nicht darum kümmert, welchen Führer sich die amerikanischen Arbeiter wählen; es bedeutet, dah man in den Kamps, der unter den amerikanischen Arbeitern zwischen Sozialisten und Zünstlern besteht, eingreift, und zwar zugunsten der letzteren. Die Parteinahme für Gompers bedeutet nicht Neutralität gegenüber den verschiedenen Strömungen inner- halb der amerikanischen Arbeiterschaft, sondern einen Akt der Feindschaft gegen die amerikanische Sozial- demokratie, der noch verschärft wird, wenn man, um ihn zu beschönigen, zur Herabsetzung unserer amerikanischen Parteipresse, zur Behauptung ihrer Lügenhaftigkeit greift. Endlich ist e-Z eine Preisgabe der Interessen der nicht zünftig organisierten Arbeiter in Amerika, vor allem der eingewanderten. Eine Illustration dafür liefert gerade jetzt der blutige Streik in den Stahlwerken von Pittsbnrg. Eine todesmutige Kämpferschar sieht da im Ausstände gegen eine der brutalsten Schinderbanden der Welt. Es ist ein Riesenkampf von äuherster Wichtigkeit für die ge- sainte Arbeiterklasse Amerikas. Aber es sind Eingewanderte, die streiken, Leute, die von der Organisation der Gompersschen Gewerkschaften absichtlich ferngehalten werden. Und so rührt die Leitung der Gompersschen American Federation of Labor während des ganzen Streiks keinen Finger, um die Ausständigen zu unterstützen. Einzig die Sozialdemokratie steht ans ihrer Seite. An allen diesen Kämpfern des amerikanischen Proletariats begeht Berrat, wer sich ans GomperS' Seite stellt! Sie persönliche Annäherung als Mittel des KlaiseDkanipfes. „... Wenn nun in einen! Land, wie in Deutschland, wo so viel über Kastengeist und lächerliche Rangunterscheidungen geklagt wird, immer und immer wieder das durch Zeitumstände Gr be stimmte Zwecke erheischte Znsammengehen bürgerlicher Parteien mit der Sozialdemokratie schliehlich an Stimmungen und prinzipiellen Bedenklichkeiten scheitert, und so die Macht des Alten nach den schwersten moralischen Niederlagen stets doch unerschüttert bleibt, weil die Schar der Gegner durch Zwietracht geschwächt ist: so scheint es eine der dringlichsten Pflichten geistig hervorragender Persönlichkeiten aus beiden Seiten zu sein, Vorurteile wegzuräumen, an denen das politisch Notwendige bisher eine unüberwind liche Schranke gefunden hat. Und die nächsteVoranssetzung dazuist schon die persönliche Annäherung. Wer über Korpsgeist und Korps- studcntengeist, über das wechselseitige Sichabschliehen der einzelnen Gcsellschaftszirkel, über Adelsvorurteil, Patrizierhochnmt und Philister respcktabilität spottet, darf Männern nicht wehren, die den M u haben, über die Abgründe zu springen, die von der Meinung erfüllt sind, daß man bei aller Wahrung der eigenen Ucberzeugungen im Geistigen die Gemeinsamkeiten des Kultur menschen und Gentlemans Pflegen dürfe. Das strengste Festhalten der Klassenkampfidee hat mit der geistigen Abschliestung des Menschen vom Menschen nichts gemein, es gewährt, als wirtschaftlich-politische Kategorie gedacht, keinen Anlast, geistige und politische Berührungen mit dem Gegner nach Art einer rituellen Befleckung zu werten." Also sagt Karl Leuthner im Parteitags- Provokationsheft der „Sozialistischen Monatshefte". Er schreibt über„Klassengegeiksätze und Parteibündnisse" mancherlei, was gar gelehrt und gedankentie aufgemacht ist. Geschichtliches und Lehrhaftes, Selbstverständlichkeiten und funkelnagelneue Folgerungen. Von diesen letzteren ist die oben wiedergegebene gewissermahen die Quintessenz des ganzen Aufputzes Die gelehrte Auseinandersetzung mündet schliestlich in eine Ver- teidigung des Hofgangs. Ein großer Aufwand für eine kleine Sache Zumal, wo die Endsumme des Exempels so völlig falsch ist. Wo in aller Welt hat denn Leuthner nur die Spezies Sozialdemo- kraten gefunden, die„geistige und politische Berührung mit dem Gegner nach Art einer rituellen Befleckung wertet"? In Deutschland doch wohl sicher nicht! Wir können ihm wenigstens verraten, dast selbst jene Kreise der Partei, an deren„marxistsche Orthodoxie Leuthner wahrscheinlich nur mit Schaudern denken kann, sich noch niemals darüber aufgeregt haben, wenn Sozialdemokraten mit Fürstlichkeiten auf neutralem Boden zusammengekoinmen und mit ihnen geplaudert haben. Die parlamentarischen Bierabende, auf denen unsere hessischen Landboten den Grostherzog des Hessenlandes trafen, haben in der Partei keinerlei„Krakeel" erregt. Aus dem einfachen Grunde nicht, weil diese Zusammenkünfte nicht als Hul- digung bor dem Fürsten, nstcht als Demonstration für das nionarchische System gedeutet werden können. Also jene schrecklichen Marx-Orthodoxen, die jede geistige und politische Berührung mit dem Gegner nach Art einer rituellen Be lcckung werten, existieren nur in der seltsamen Phantasie des Ge nossen Lenthner. Aber gewist gibt es deutsche Sozialdemokraten— wir meinen sogar, dast es die große Mehrheit von ihnen ist,— die von dem„Mut",„über die Abgründe zu springen", um „persönliche Annäherung" zu den Gegnern zu bewerkstelligen. ehr gering denken und noch geringer von dem Wert der„persönlichen Annäherung" zur Förderung der proletarischen Sache. Die nichts anderes als lächeln können über die naive Ans assung des Genossen Leuthner, dast das Zusammengehen Bürger sicher Parteien mit der Sozialdemokratie schliestlich an„Stim- m u n g e n" und„prinzipiellen Bedenklichkciten" cheitere, die man durch„persönliche Annäherung" zu beseitigen ver- möge. Ach nein, Genosse Leuthner, so leicht tut sich's nicht. Es steht nicht so, dast unsere Liberalen für ein Zusammen- gehen mit der Sozialdemokratie zu haben wären, wenn ie nur erst infolge persönlicher Annäherung der mutig über den Abgrund Gesetzten erfahren haben, was für manierliche und gentlemanlike Leutchen unter den Sozialdemokraten sind. Was sie trotz alles Gegensatzes wider die Junker doch immer wieder an deren Seite gegen die Sozialdemokratie treibt, das sind nicht Stimmungen und prinzipielle Bedenklichkeiten, sondern das ist ihr K l a s s e n i n t e r e s s e. das ist der Umstand, dast sie sehr wohl wissen, sie haben schliestlich weniger von den Junkern als von den Proletariern zu fürchten. Darüber helfen gute Manieren und persönliche Annäherung nicht hinweg. Wollten wir den Libe- ralen die Furcht vor dein„Umsturz" nehmen, so müßten wir das Endziel der Produktiv nSmittel-Vergesell- schaftnng auS dem ersten Teil deS Erfurter Pro- grammS streichen und wahrscheinlich auch noch di- v e r s e P u n k t e des z w e i t e n T e i l s! Dannkönnte die Sozialdcmo- kratie den„gesellschaftlichen Bann" loswerden, der den Genossen Leuthner so sehr bekümmert und der ihm als ein besonders böses Hindernis unserer Ausbreitung in den Kreisen der Intellektuellen erscheint. Aber wir sind überzeugt, dast der Partei dieser Preis des Loskaufs vom gesell- schaftlichen Bann zu hoch sein wird! Zumal sie diesen Bann noch nie schmerzlich empfunden hat, sondern ihren scharfen Gegensatz zur gesamten bürgerlichen Gesellschaft als eine der Quellen ihre Kraft schätzen darf. Freilich, wenn sie, wie Leuthner, praktische Erfolge durch parlamentarische Kniffe und Winkel- züge zu erzielen hoffte, so hätte sie Grund, anders darüber zu denken. Aber die Mehrheit der deutschen Sozialdemokratie weiß, dast das Wichtigste und Kostbarste und auf die Dauer auch Erfolgreichste die Bewegung der Massen ist und dast es höchst kurzsichtig wäre, sie um parlanientarischer Klein- erfolge willen zu gefährden. Leuthner will freilich die Massen zu dem hohen Grade seiner Erkenntnis gehoben wissen, dast sie alle opportunistischen Seitensprünge der Parlainentarier als dem großen Ziel dienend artig hinnehmen und überhaupt selbst bei den zweifelhaftesten Manipulationen den Führern blind vertrauen. Hier ist der Kernpunkt des Unterschiedes zwischen Lenthner und der Mehrheit unserer Partei. Wir wollen eine organisierte, auch dem Führer gegenüber selbständig urteilende Masse, weil wir wissen, dast von der Aktion dieser Masse einmal die Entscheidung im schwersten Kainpfe abhängt. Leuthner sieht nur den parlamentarischen Weg, und deshalb seine Unterschätzung des Geistes, der die Masse erfüllt, und seine Ueberschätznng der persönlichen Annäherung und ähnlichen Krimskrams. ?renilche 5arteibettachtu»g. Wenn die„S. M." alljährlich zur Zeit des Parteitags zu einer publizistischen Massen-Aktion wider die bösen Radikalen, das heißt die große Mehrheit der Partei, mobil machen, pflegt auch Genosse Wikhelm Schröder auf der Bildfläche zu erscheinen. Er er» götzt dann gewöhnlich das Publikum durch pikante Köstproben auS seinem Zitatcnsäckchen. Was diese Lesefrüchtchen eigentlich be- weisen sollen, bleibt dem Leser ziemlich schleierhast. Er erfährt daraus etwa, dast es auch schon in den Anfängen der Partei nicht an Abirrungen vom geraden Wege des proletarischen Klassenkampfes gefehlt hak. Und die Moral von diesen alten, beiläufig vielfach ganz schief dargestellten Geschichten? Ja, mit dürren Worten wird uns nicht gesagt, worauf Wilhelm Schröder mit seinen seit- samen archivalischen Forschungen eigentlich abzielt. Nur das schmunzelnde Behagen, das listige Augenzwinkern, womit Schröder seine verstaubten Raritäten auskramt, läßt uns den Sinn seines Treibens erraten. Er will offenbar sagen: Kinder, regt Euch doch nur nicht auf! Laßt die Dinge doch laufen, wie sie wollen. Ge- wöhnt Euch doch endlich mal daran, des Lebens Unverstand mit heiterer Wehmut zu genießen. Das mag ja nun die tiefe Lebens- Philosophie eines erlesenen Geistes sein, der sich aus dem täppischen Kampfe des Tages auf den Wvlkensitz des Ironikers gerettet hat, aber zur Devise für eine im heißesten Gedränge stehende Partei, derer die großen entscheidenden Kämpfe erst noch harren, paßt diese erhabene Auffassung der Menschen und Dinge wie Schlagsahne zur Füllung einer Melinitbombe. Auch in dem neuesten Parteitagsdopp�theft der„S. M." übt Wilhelm Schröder wieder seine überlegene Ironie an den Arm- seligkeiten unseres Parteilebens. Dast auch diesmal vor dem Parteitag einige innere Streitfragen erörtert werden mußten und wahrscheinlich auch in die Parteitagsverhandlungen hineinspielen werden, erweckt bei Schröder offenbar liebliche Erinnerungen' an seine Konfirmationszeit, zitiert er doch Paul Gerhardt:„Geh aus, mein Herz, und suche Freud' in dieser schönen Sommerszeit." Aber Schröder nimmt nun einmal kein Ding tragisch. Die manchmal nicht lieblich anzuschauende„innere Musterung" ist ihm schon des- halb nicht„unerträglich",„weil der Grad der Erhitzung, mit dem sie erfolgt, ziemlich genau unser Kraftbewusttsein verkündet." Etwas Aehnliches ist ja auch schon von anderer Seite gesagt worden. Man meinte das so, daß die Kampfesenergie, die nach außen alle Wider» stände in stürmischem Anprall niederwerfe, naturgemäß zur Er- Haltung dieser Kampftüchtigkeit auch im Inneren strengste Diszi- plin fordere und alle die Aktion hemmenden Seitensprünge als peinlichste Hemmnisse eines geschlossenen Vormarsches empfinden müsse. Einem Wilhelm Schröder ist natürlich diese Auffassung zu trivial. Unser lachender Philosoph nämlich entwickelt eine höchst originelle Geschichtsphilosophie. Das„Kraftbewußtsein", das er meint, entspricht nicht dem Gefühl redlich geleisteter, erfolg- gekrönter Arbeit, nicht ehrlicher Leidenschaft, sondern— einem verdorbenen Magen! Man höre nur: „Am 16. Juni 1963 wollte es eine Fügung des Schicksals, daß wir bei den Reichstagswahlen auf einen Anhieb 966 000 neue Wählerstimmen zu bewältigen hatten. Das war für ein normales Verdauungsorgan zu viel; es traten Er- schcinungen auf, wie sie nach starker Ueberfüllung sich ganz naturgemäß auch im menschlichen Körper zeigen." Diese ebenso profunde wie anmutige Theorie des überfüllten Magens wird dann konsequent weitergeführt: in Essen traten die inneren Erörterungen zurück, weil durch den Mandatsverlust bei den Hottentottenwahlen der Magen Erleichterung gefunden hatte. Inzwischen aber haben der Bankerott des Blocks und die Erfolge der letzen Ersatzwahlen den Magen wieder derart überladen, daß er sich künstlich Luft machen mutz. Und da Heuer gar nichts Wichtigeres vorliegt,„so bleibt nichts übrig, als einen kläglichen Behelf: die Hofgängerei in Württemberg und die jüngste Versündi- gung Bernsteins als Präludium zum Objekt des Prinzipienkampfcs> zu erheben". In dcx Tat, was ist gegen diese„materialistische" GeschichtS- auffassung der von Schröder und seinesgleichen längst achselzuckend zu den überwundenen„Dogmen" gelegte ökonomische Materialis- mus eines Marx, Engels oder Kautsky! Leider bleibt Genosse Schröder nicht in seinem ganzen Artikel auf der Höhe seiner crhaben-nachsichtigen Theorie der Magcnver- 'timmung. Er beginnt vielmehr schließlich auch zu„nörgeln" und zu„krakcclcn" loie ein ganz gewöhnlicher Parteihcrdcnmensch. So ivenn er der„Leipziger Volkszeitung" ein„groteskes Gebaren" nach- agt, so, wenn er an dem Dresdener Beschlüsse über die Mitarbeit an bürgerlichen Blättern kein gutes Haar läßt: „Es ist ja ein Zeichen der robusten Konstitution unserer Partei, daß ein solcher Beschluß nun schon sechs Jahre lang ohnesonderlicheBeschw erdenertragen weredn konnte. Aber dennoch beginge der Parteitag eine schon um des äußeren Ansehens der Partei willen lobenswerte Tat, der ihn kurzerhand beseitigte." Der sonst so allen menschlichen Leidenschaften entrückte, ewig heiter über den Wolken thronende Ironiker wandelt sich also selbst zu einem bösartigen„Nörgler", der einem Parteitag vorwirft, durch einen Beschluß das Ansehen der Partei gefährdet zu haben! Nun dll zwar dieser Beschluß nach Schröder in Dresden„nach Auf- wühlung aller Leidenschaften ab irato" gefaßt worden sein. Unser gewissenhafter Chronist und Archivarius vergißt nur mitzuteilen, daß der'Parteivorstand bereits sechs Monate vor dem Parteitag, am 2. März 1903, in aller Besonnenheit ganz die gleiche Auffassung schriftlich niedergelegt hat, die von der Res» lution vertreten wird. Aber so h e r b e Töne einer gar nicht philosophisch gleichmütigen Kritik Genosse Schröder findet, wenn es sich um Vorgänge oder Parteitagsbeschlüsse handelt, die ihm und seinen Parteifreunden nicht gefallen, so weitherzig und aller philiströsen Galle bar wird er sofort wieder, wenn es sich z. B. um die H o f g ä n g e r e i handelt. Ihm ist es das allernatürlichste Ding von der Welt, daß ozialdemokratische Vertrauensleute bei einem König ein Gabel- frühstück einnehmen! Wenn sich ein sozialdemokratischer„Unter- ofsizier", etwa aus Kameradschaftlichkeit gegen einen„patriotischen" Arbeitskollegen, an iriegcrvereinlichen Demonstrationen beteiligt, wird ihm gehörig der Kopf gewaschen, und das von Rechts wegen. Ein Sozialdemokrat soll wissen, was er seiner Ueberzeugung chuldig ist. Aber bei sozialdemokratischen Parlamentariern solls ganz anders sein! Und wenn sie auch zu allem anderen noch ein Monarchcnhoch mitmachen müssen, so haben sie ja einen illustren Leidensgefährten in dem angchochtcn König selbst, der„es dann mitsamt den Sozialdemokraten über sich ergehen lassen" mutz,„daß zwei offizielle Hochrufe auf ihn ausgebracht werden". Wahrhaftig, weiter kann es unser Philosoph schon in ebenso scharf- inniger wie origineller Beleuchtung des Falles nicht bringen! Wenig prophetischer Schiller, der Du Deine schon von Freiligrath rektifizierten Verse nicht gleich im Sinne Deines olympischen Kol- legen Wilhelm Schröder also faßtest: „Es soll der Sozi mit dem König geh'n, Sie beide wandeln auf der Menschheit Höh'n" Doch wir glauben damit hinlängliche Proben der feinen Ironie deS Genossen Schröder gegeben zu haben. Um so mehr, da ein- Magenverstimmung nach Schröder ja so schreckliche Folgen haben soll. Verantwortlicher Redakteur: Emil Unger, Berlin, Für den Jnjeratenteil veraptw./. TH.Glvcke, Berlin. Druck u. Verlag: BorwärtSBuchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Kr. 213. 26. Jahrgang. ä. Mm Ks Jotiüätls" Jlctliittt Oolliüliliitt. Sminfag, 12. Zeplmbn 1909. Br den ichmdiichen Gencralitreik. Bei der Berliner Gewerkschaftskommission gingen ferner für die ansgesperrten und im Generalstreik stehenden schwedischen Ar beiter ein: Bezirk 373. Teil II, 4. Kreis S,—. 5431 durch Althaus, Dachdecker 11,75. 5432 Dachdecker 13,10. 5438 Dachdecker 12,50. S090 Dachdecker 6,65. Unterkommission Rixdors auf folgende Listen: 2430 4,50. 2431 1,55. 2435 Tischlerei BorfcnSkl 10,40. 2446 1,—. 2452 Bautifchlerei Dahlmann und Gründorf 10,30. 2455 6,75. 2457 Möbelfabrik Emmier, 2. Rate 11,95. 2459 4,90. 2461 6,40. 2462 14,—. 2463 3,70. 2465 7,60. 2466 5,45. 2470 0,50. 2471 4,50. 2473 4,25. 2474 2,30. 2507 Werkstatt AIfcher, 3. Rate 14,60. 2512 Vautifchlerci Schütz 9,70. 2513 Tifchlerei Lindgren 9,85. 2514 Tifchlerei Kühn 5,50. 2516 Bautifchlerei Osten 15,25. 2517 Bautifchlerei Burghold 5,25. 2518 Werkstatt Mfcher, 4. Rate 11,50. 2519 Tifchlerei Kramer 3,55. 2521 Bautifchlerei Hegelmann 13.—. 2522 eingestellte, Hilfsarbeiter und Vorstandsmitglieder"der Ortskranken- kaffe Rixdors 35,—"(in Summa 223,25). 1989 Handtuchfahrer Emcnsia, 3. Rate 10,50. Bezirk 354 4. KreiS 3,—. Bezirk 373 II. 4. Kreis 5,50. Bezirk 11 Rummelsburg 10,—. Maßschneider der Firma H. Gerfon 15.—. 5911 Personal Fahrradhaus Frisch auf 6,80. Bez. 716 6. Kreis 4,70. Bez. 373 b I. Kreis 4 4,—. Bez. 331 I. 4. Kreis 5,—. Lottericvcrein Weißenfee 1903 3,—. Bez. 227 Th. 3 Scchferkasfe 10,—. Bez. 14 Rummelsburg 15,—. Bez. 24c Rixdors 6,—, Bez. 177 b 4. Kreis, Zieh 7,—. Bez. 1 b Schönebcrg 11,—. Bez. 123, 128 und 129 2. Kreis d. L. 20,20. Bez. 3 Rummelsburg 5,—. Bez. 20 e Nixdorf 17,05. Bez. 357 II 4. Kreis 10,—. W. Müller 2,—. Schwimmklub Vorwärts, Rixdors 10,—. Erwin Juricke, Masseur 1,05. Tischlerei Horwitz u. Laugisch 5,80. Arbeiter« Radfahrerverein Schmargcn- dorf 15,05. 7657 Personal der Firma Bartholdy u. Klein 12,20. Gewerk- schastskartell Köpenick auf folgende Listen: 2836 7,—. 2796 5,20. 2797 9,80. 2835 10,95. 2825 0,95. 2823 3,80. 2804 14,70. 2809 3,15(in Summa 54,65 M.)— 7780 Handwerker und Mafchinenpcrfnnal der Span- dauer Bergbrauerei 6,55. Mitglieder des Verbandes d. Hutmacher, Ensival 4,03. Bamag Abt. 13, Charlottenburg 7,75. Arbeiter-Türnverein, Pankow 10,—. Arbeiter-Radfahrcrverein Freien Lauf, Hcrmsdorf bei Berlin 5,—. Lotterieverein Viel Glück, Ober-Schöncweide 7,40. Buchdruckerei H. Berg- mann. 2. Rate 6,10. Bezirk 230, zweiter Kreis, 2. Rate 10,—. 9169 Kollegen der Alexanderwerke, 3. Rate 23,—. Von den Arbeitern und Arbeiterinnen der optischen Anstalt C. P. Goerz, Friedenau, 4. Rate, auf folgende Listen: 1389 13,—. 8014 21.40. 9123 114,—. 9124 88,—. 9126 34,95. 9127 40,—. 9129 9,75. 9130 25,25. 9131 40,75. 9132 35,75. 9133 50,75. 9134 23,50. 9135 18,75. 9136 26,50. 9137 12,50. 9138 17,56. 9139 4,50. 9141 8,40. 9142 15,—. 9143 15,15. 9145 7,10. 9147 5,35. (in Summa 727,91. Bezirk 342 4. Kreis, 2. Rate 10,—. Bezirk 62 u. 64, 2. Kreis 9,60. 3153 Metallarbeiter v. Lindström, 2. Rate 45,20. Bezirk 330 4. Kreis 2,—. Nieban 2,—. Sparver.»Sicher angelegt" 11,—. Stockfabrtk C. u. K. Redlich 8,50. Bez. 404 Sechferkaffe u. Samml. 8,50. 8785 F. H. 8,30. 5098 Eiiendreher von Jachmann 15,—. 9266 Stuttgarter Union 10,—. Bezirk 137 und 138, 2. Kreis, 2. Rate 10,—. Bezirk Neuer Juliusturm Treptow-Baumschulenweg inkl. 5 M. Zahlstellenwirt 12,—. Organisierte Kollegen von P. Maybaum 3,—. Bezirk 20 B Rummelsburg 10,—. L. V. Hoffnung 1900 10,—. Bezirk 560 a, Kranzkaffe 6,50. Vcrbandsmitglieder der Buchdruckerei I. S. Preuß 21,25. 9114 Klempner von Gehricke 12,00. 9280 und 9281 Metallarbeiter von G. A. Stelzner, 2. Rate 59,35. Bezirk 191, 4. Kreis 5,—. 9012 Tifchlerei von Wcinlandt 17,30. Sechser- kasse von Weinlandt 8,—- Parkettleger von Gebr. Vogel 7,85. Bezirk 416 Teil I 4. Kreis, 2. Rate 7,50. 9287 Zinkqießer von Stein 10,50. Maurer« verband Zweigverein Zossen 15,—. Bezirk 364, 4. Kreis 15,—. W. Buchholz, Bergfelde 5,—. Bez. 23a Lichtenberg 5,—. Tellcrsamml. d. Drofchkenführer 11,—. 4332 durch K. Langner 13,45. R. W., Johannisthal 5,—. Chauffeure der A. B. G. 15,60. 6522 u. 6536 Verband der Bauarbeiter, Berlin 23,—. Bezirk 217, Teil 2, 4. Kreis 10,—. Verband der Fabrikarbeiter, Zahlstelle Berlin, aus folgende Listen: Bez. Ober-Schöncweide 116 6,80. 118 17,20. *19 13,85. 121 17,—. 123 24,45. 130 13,35. 132 10,—. 135 7,50. 136 1,10. 7931 11,36. 138 Arbeiter von Goliafch 37,45. 155 Norddeutsche Gummifabrik 12,—. Bez. Spandau 162 11,50. 167 3,30. 164 durch Wienke 8,65. 169 Chemische Fabrik Griesheim, Bez. Spandau 2,80. 7953 Bau Golz, Bez. Spandau 8,—. 177 Arbeiter Lindncr u.Palzer 8,50. 180 4,45. 212 Arbeiter der Nikrolit-Wcrke Weißcnsee 11,20. Chemische Fabrik Schering, Müllerslrasie 7949 21,20. 7950 16,65. 140 7,95. 7941 11,30,(in Sa. 287,55 M.)— Bezirk 205, 4. Kreis 6,—. E. Herz— ,50. 9183 d. Schröder 10,30. Bezirk 240 u. 241, 3. Kreis 10,—. Unterbezirk 3c, Rixdors 13,05. Lotterievercin Pechnelke d. Agthen 9,05. Arbeiter u. Arbeiterinnen v. Leonhardi 3,30. Bezirk 559, 6. Kreis, schwarzer Wilhelm und ältester Sohn 10,—. 6641 Vcrbandsmitglieder der Buchdruckerei Jhring u. Fahrcnholz 6,—. Kamm- fabrik v. Häckcl 20,40. Sechferkaffe der Firma Höckel 10,—. Arbeiter der Bäckereigenofsenschast. Glogauerstr. 28 61,50. 8843 Buchdruckerei H. Pilger 3,50. Zentralvcrband der Schmiede, Ortsverwaltung Berlin, auf"folgende Listen: 2698 6,25. 2718 2,40. 2731 Schwartzkopfs, Scheringstr. 35,15. 2741 4,75. 2742 3,—. 2758 Stepncy, Auto-Reserverad 18,50.. 2784 Swartzkopff, Scheringstr. 25,70. 2783 Schwartzkopff, Scheringstr. 35,70. (In Summa: 131,40.) Bezirk 398, vierter KreiS 10,—. Einige Genoffen aus Staaken 3,90. Tifchlerei von Teufel u. Co. 8,60. 8172 Buchbinderei W. Werner 9,15. Bezirk 355. 4. Kreis 10,—. Unter« kommifsion Weißenfce auf folgende Listen: 1416 Int. Falking Maschine, Abt. Matrizcnbau 8,65. 1405 19,95. 6929 1,50. 6919 12,50. 6921 6,75. 7765 Int. Falking Maschine, Abt. Apparatebau 23,—. 1415 Kollegen der kleines f euiUeton« Henkell-Trocken. Sie gehen in gleichem Tritt— drei Schritt voneinander— matt und gleichgültig, sechs Gleiche. Sie gehen, aber man sieht sie nicht. Sie selbst sieht man nicht. Man sieht nur den Kopf, einen mageren, spitzen Vogelkopf mit einem zer. beulten Hut darauf und unten— ein Stückchen von den Beinen Viel ist es nicht, gerade soviel, das; der Fuß vorkann, vielleicht zwei Handbreit. Alles, was zwischen Kopf und Füßen liegt, deckt das Schild. Es ist ein großes, weißes Pappschild und jeder trägt ihrer zwei: eins auf der Brust, eins auf dem Rücken. Auf beiden Seiten steht ein Fragezeichen, beide fragen:„Sind Sie un- zufrieden? Matt? Ist das Leben nicht schön?. Mein Rat: Trinken Sie Henkell-Trocken!" Sie gehen in gleichem Tritt— drei Schritt voneinander— matt und gleichgültig. Woher kommen sie?— niemand tveiß es. Wohin gehen sie?— niemand weiß es. Man weiß nur: sie sind da—; inmitten der Menschen— auf der Straße— und nach einem Weilchen schon werden sie verschwunden sein, weitergegangen, langsam, stumpf, immer weiter und weiter gehen, über Plätze und Straßen, an Unglücklichen, Versinkenden— ja, an Sterbenden vorbei, gehen und fragen:„Sind Sie unzufrieden? Matt? Ist das Leben nicht schön? Mein Rat: Trinken Sie Henkell-Trocken!" Sechs Gleiche gehen... Wie die Fragen auf ihren Schildern sich gleichen, so auch sie: der magere Kopf, die hungrigen Augen, der welke Mund. Dieselben Stiefel sogar. Mehr weiß man nicht: das übrige deckt das Schild. Was sie denken? Alle dasselbe. Gedanken, eintönig, wie ihr Gang, verstaubt, wie die Straße. Gedanken, die jeder Bäcker für einen Nickel feilhält, für einen elenden Nickel: Brot. Weiter geht es nicht.... Es gibt Menschen, die an anderes denken. Menschen, die Gedanken in sich tragen, hohe und heilige Gedanken, Gedanken, wie ein Gott anzuschauen, die die Welt formen. Die Menschen gibt es. Aber sie— die sechs— sind es nicht. Sie sind ein Schild, aus dem ein Kopf lugt, oben ein Kopf, unten zwei Beine. Das Schild geht straßauf, straßab, es schlvankt. es schreit: „Sind Sie unzufrieden? Matt? Ist. das Leben nicht schön? Mein Rat: Trinken Sie Henkell-Trocken!" Ein Schild... Es geht und denkt:„Wenn ich zwei Mark kriegte... zwei Mark— ist für fünf Tage Brot.... Zwei Mark— fünf Tage Leben... gutes Leben... Zwei Mark— jeden Tag ein Brot... ein ganzes Brot...! Wenn ich aber noch fünfzig—" Halt! Die Sechs stehen still. Ein Wagen rollt vorbei. Tarin sitzt ein Herr, neben ihm eine Dame. »Sieh nur!" ruft sie.„Sieh nur, Henkell-Trocken!" „Ja," sagt er und dreht sich um.„Henkell-Trocken!" „Trinken wir nicht mal eine?" „Das können wir." Sie lachen. Der Wagen rollt weiter. Finna Golde u. Röbel 12,50. 6388 2,50. 6391 6,30. 6390 1,—. 6389 1.90. 1417 7,40. 7753 von der Zahlstelle 46 des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes 8,45. 6387 Int. Falking Maschine, Mt. Prefferei und Apparate- bau 45,—. 7751 5,55. 7754 4. Rate der Kollegen der Firma Luders 21,—, 6386 von den Kollegen der Roland-Wcrle 8,80. 7752 von den Kollegen von Schilze u. Ko., 2. Rate 9,50(in Summa 207,25). Tischlerei 2i. Lade 10,—. Tischler von Kimbel u. Friedrichsen 17,30. Bezirk 227 Teil 2, 4. Kreis 7,40. 8847 und 8848 Druckerei„Sonntagsblatt" 14,10. Metallarbeiter von Boras 10.—. A. Zitzmann 2,—. Bezirk 80, 2. Kreis 6,—. Bezirk 229, 2. Kreis 8,60. 9306 Galvanoplastiker von Aug. Scherl 5,55. E. Pctermann 5,—. 9769 inkl. 5,— vom 5. Bezirk Rixdors 8,25. 8152 Prägerei von Pittius 2. Rate 14,80. 8903— 8906 Personal der Norddeutschen Buchdrucker« 71,65. 9434 Angestellte der Ortskrankenkasse für daS Buchdruckgcwerbe 23,—. 9283 Buchbinderei von Schömberg 14,45. Kollegen von Fiegner 16,—. Von den Arbeitern der Gesellschaft für Markt- u. Kühlhallen, Abt. III 7,—. Spanier SantoS 2,—. Von der FirtNa Pristaff u. Bieger, Fruchtstr. 35 3,25. Bezirk I Weißcnsee, Sechserkasse 6,—. AuS der Arbeitslosenkasse der Ge- Nossen des Bezirks 719 a 4,42. Arbeitcr-Radfahrervercin„Freiheit" 1904, Wcißenfee bei Berlin 5,—. W. Meyer, Gefundbrunnen 3,05. 2. Rate vom 419. Bezirk, 1. Abt., 5. Kreis 6,—. 11. u. 14. Bezirk, 2. Gruppe(Zahlabend) 5,—. Verlag„Offenbacher Abendblatt" G. m. b. H. 68,58. Aus der Sechferkasse des 745a. Bezirks 11,—. Gesammelt« am'Zahlabend der 8. Gruppe in Charlottenburg 7,40. Angestellte der Heilstätte Müllrofe 3. und 4. Rate 8,10. Verband der Schuhmacher, Sarau 5,75. Verband der Lederarbeiter, Filiale Berlin I, 3. Rate aus der Lokalkaffe 50,—. Gewerkschaftskartell Caputh 20,—. 11. Bezirk, Steglitz 4,55. JungmannS Vercinshaus, Weißenfee 3,—. 4 Ober-Gclbc Siemcns-Schuckert-Werke, 2. Rate 5,—. Genoffen des 70. und 71. Bezirks, Sechserkasfe 4,05. Von den Verbandsmitgliedern der Steglitzer Buch- und Kunstdruckerei, 2. Rate 13,25. R. Krüger 2,—. Tellcrfammlung. Wahl- vercin Hennigsdorf, Ost-Havelland 21.—. F. G. L., Abt. M., Glühlampenwerk, Äüllcrstraßc, 2. Rate 16,70. W. Klemm 1,05. F. Weimann, Buchbinder, 3. Rate 9,55. Groß-Lichterselde, Zahlabend Klein-Rixdorf 7,05 Gruppe 4, Zahlabend Charlottenburg 6,50. Bezirk Deutsch-Wusterhaufen, Zahlabend 3,—. Einkassierer und Kassenboten 9,—. Putzerkolonnc H. Hoff- niann 12,—. 9115 Reimann 5,25. 8771 Eisengießerei Salinger 7,— Bez. 21, Lichtenberg 4,10. 7661 Buchdruckerei Deutscher Verlag 33,—. 9120 Kollegen Möbelfabrik Abb u. Daum, 4. Kr. 19,75. 8656 Metall- arbeiter v. Schwark u. Co. 11,—. Böttcher der Vereinsbraucrei 4,30. Tifchlerei E. Ernicke 6,70. 9271 Handwerker der Schultheiß- brauerei, Abteilung-2 10,95. 8782 d. Lutterbach 5,17. 9293 Krön- leuchterfabrii Kalm u. Bender, 4. Rate 15,30. 270 Kretschmaim 4,75. Deutscher Transportarbeitervcrband, Verw. I, Vorstandssitzung vom 10. 9. 09 9,—. Deutscher Transportarbeiter verband, Zahlstelle Groß-Berlin, auf folgende Liften: 370 Fensterputzer-Sektion. 3. Rate.»Berolina" 13,90. 389 Mineralwafscrarbeiter 3,35. 3. Rate, Sektion Fensterputzer 413 9,05. 414 7,37. 416 8,55. 432 5,80. 437 Betrieb V. W., Frankfurter Alle- 117a 5,—. 448 5,50. 1862 6,05. 1869 Genossen v. Bezirk 349, Teil I, d. Kaupke 11,60. 1871 3,70. 1911 Betrieb Flohr, Allg. Maschinenbau, Wilhelmsruh 6,40. 1915 Wertheim, Rosenthalerstraße: Geschäftsd.. Packer 12,90. 1923 Warenhaus Stein 4,30. 1929 3,75. 1932 durch Genossin Kicnast 3,—. 1967 5,25. 2445 Fensterputzer, Firma Arnheint 10,45. 2532 Ludwig Löwe, Abt. Schmiede 46,40. 2563 Leitergcrüstbaucr d. Ad. Lenzner, Templiner- straße 16,80. 2564 Leitergerüstbaucr Robert Sicbert, Borhagen-Rummels- bürg 6,90. 4811 4,—. 5209 4,50. 5211 4,25. 5230 Hausdiener von A. B. Citron 7,35. 5248 Kutscher der Wirtjchaftsgenossenschaft, Greifs waldcr Straße 16,50. 5249 Schaffner der Wirtfchaftsgenoffcnfchaft, Greifs Walderstraße 18,90. 5251 17,50. 5281 8,—. 5294 Ostdeutsche Spritfabrik, Reinickendorf 7,70. 7818 16,75. 7819 5,60. 7820 Kraftdroschkensührer von Arndt, Ouitzowstr. 11,10. 7829 Hausdiener von RudolPHHertzog, 3. Rate 4,10, Gcbilfen u. Gehilfinnen der Teppichnäherci, 2 Rate 7,75, in Summa 11,85. 7830 Hausdiener und Schneider von Rudolph Hertzog, 4 Rate 12,30. 418 8,75. 8802 Bergmann, Meffingwcrke, Wilhelmsruh 11,90. 8809 Fahr- personal des„Paffagc-Kaufhaus" 4,75. Berliner Schildermacher 8813 15,45. 8816 6,25. 8818 Sektion Fensterputzer, 4. Rate„Glaser-Innung" 7,35. 9647 Angestellte im Zentral- und Berliner Verwaltungsburcau 48,—. 4649 DistrikSsitzung des Distrikts V 5,—, Lotterievercin„Nordring" 6,50, amerikanische Auktion bei einer roten Hochzeit Koloniestr. 15 3,50, in Summa 15,—. 5222 Kollegen der Firma Gebr. Geist 4,95. 2559 darunter von den organisierten Kollegen von Mudra u. Co. 3,70, in Summa 12,15. 8817 Diener v. Kaushaus N. Israel, 3. Rate 8,60. Extrasammlung Handelshilfsarbeiter- Verfammlung bei Keller, Köpcnickcrstraße, am 10. September 1909, Tcllersammlung 34,95.(In Summa 518,42.) 8129,_8182 Buchbinderverband Berlin 18,80. 9444 OrtSvcrwalwng Berlin Gelder, welche per Post eingesandt werden, sind an A. Körsten, Engelufer 16 I zu senden. Alle Sammlungen sind sofort in unserem Bureau, Engelufer 16 I, Zimmer 23, vor- mittags zwischen ö— IL'/z Uhr und nachmittags zwischen 4— 7V, Uhr abzuliefern. Die Listen 3396, 3637. 7248. 6282, 8286, 1860. 2614, 6642 und 1402 sind verloren gegangen und sind beini Vorzeigen an- zuhalten. Berichtigung. In Nr. 197 des„Vorwärts" muß es heißen: Vom All- gemeinen Deutschen Gärtnerverein, Bezirk Friedrichs felde 20 M.. nicht von G. Papsch. Zu den eingesandten„Stehkragen-Proletariern" ersuchen wir um Angabe näherer Adresse zwecks Aufklärung. Der Ausschuß der Berliner Gcwerkschaftskommission. -___________________ Photo- graphenverem„Iris" 12,—. Ch. 76 3,—. Sechsevkasic der Schwavtzlopfffchen Former d. Wilhelm Windclband 10,05. Verlag und Expedition„Volksbote", Stettin 600,—. K. H. L. 15 3,05. Vom Zahlabend Bezirk 20, Lichtenberg 10,50. Sechserkaffe des 5. Bezirks des Wahlvcreins Ober-Schöncweide 10.—. Tellcrfammlung des 81. D. G.-V.(Bezirk Westen) 1,50. Zahlabend des 4. Bezirks, Nieder-Schönhaufen 5,40. Mitglieder vom Arbeiter-Radfahrcrverein„Hohen-Schönhansen" 2,10. Gefcllenabend Wilde Bande, Gormann- straße 14 12,50. Johann Hübscher, Neuenhagen 2,—. Von der Metall- ießerei?l. Borfig, Tegel 13,75. Bäcker und Kuffcher des Konsumvereins charlottenburg, 5. Rate 14,—. Herzig u. Banemaim, Möbelfabrik, Weißen- sec 11,50. Summa 4560,—. Bisher sind eingeliefert Summa 143 474,23 M. 138 914,23 M.: dazu kommen 4560,— M., „Wenn ich aber noch fünfzig..." denkt das Schild,.„wenn ich vielleicht noch zwanzig... nur noch zwanzig kriegte. dann— oh!" Es schwankt weiter, durch Sonne und Regen, immer weiter. Wohin?— niemand weiß es. Die Straßen winden sich, ver- sinken' und wachsen auf, münden eine in die andere. Es geht immer im Kreise herum. Es gibt kein Ende. Wie die Straßen sich ziehen, eine um die andere, wie die Schritte stets gleich klingen... tapp, tapp, tapp, so auch die Gedanken: stets die gleichen— tapp, tapp, tapp... „Wenn ich noch zwanzig kriegte—" Gibt es wirklich Menschen, die an anderes denken? Die Lieder dichten, Bilder schaffen, die Welt formen? Gibt es solche? Solche gibt es. Aber sie— sie sind es nicht. Sie sind ein Schild. Nur ein Schild.� Bah— sind Sie unzufrieden? Matt? Ist das Leben nicht schön? Mein Rat: Trinken Sie Henkell- Trocken! W. P. Larsen. Das chinesische Zeituiigswcscn. Eine der charakteristischsten Er- scheinungen, die bei der gegenwärtigen politischen und sozialen Reorganisation Chinas in die Augen fallen, ist die rapide Ent° Wickelung des chinesischen Zeitungsivesens. Auch in China hat man die eminente Bedeutung der Presse, ihren erzieherischen, revolu- tionicrenden Einfluß kennen gelernt. Zeitungen gibt es aller- dings in China, wie T. Z. Thau in einem Aufsatz in den„Blättern für die gesamten Sozialwissenschaften" ausführt, bereits seit einigen hundert Jahren. Die erste Zeitung erschien unter der Mingdynastie unter dem Titel Kung Mun Chan, d. h. Pekinger Kaiserliche Zeitung. Sie enthielt nur hgiserliche Verordnungen, Berichte der höheren Staatsbeamten und Petitionen, die auf diesem Wsege dem Kaiser zu Gesicht gelangten. Sie erschien täglich, zählte aber nur Beamte und Gelehrte in höheren Stell- lungen zu ihren Abonnenten. Am Sitz aller höheren Gerichte wurden Gerichtsblätter, Duen Mun Chan, herausgegeben, in denen Gerichtsentscheidungen, Regierungserlasse und manchmal auch Lokalnachrichtcn sich finden. Zeitungen im modernen Sinne haben sich seit dem Eindringen der europäischen Kultur mehr und mehr eingebürgert; heute hat jede größere Stadt mindestens eine regelmäßig erscheinende Zeitung. Die meisten hat natürlich Schanghai auszuweisen; denn hier konzentriert sich der Welt-- Handel, hier strömen die meisten Fremden zusammen. Die älteste dort erscheinende Zeitung sind die„Schanghaier Nachrichten". Shen Pao, die auf ein vierzigjähriges Bestehen zurückblicken können. Sie stehen heute noch hinsichtlich der Abonnentcnzahl an erster Stelle. In erster Linie sind sie eine Handelszeitnng, werden� deshalb viel von Kaufleuten gelesen und enthalten viele Annoncen; ihrer konservativen Richtung wegen werden sie auch von Beamten und Behörden bis weit in die Provinz hinein, bevorzugt. Bald nach ihrer Gründung trat die„Reformzeikung, Shu Pao", auf den Plan, wurde aber nach kurzer Zeit ihrer angeblich revolutio- nären Tendenz halber unterdrückt. Hegte bestehen zwei Blätter Sericbrs-Rettung. Ein wegen Mordes seinerzeit zum Tode verurteilt gewesener Angeklagter wird im Wisderaufuahmcverfahrcn anfangs Oktober bor dem Schwurgericht des Landgerichts I als Angeklagter zu erscheinen haben. Es handelt sich um die Mordsache Lippke, dessen Straf- Prozeß infolge der verschiedenen Gutachten, die von den medizi- nischen Sachverständigen über den Geisteszustand des Angeklagten abgegeben sind, bedeutungsvoll ist. Der jetzt 30 Jahre alte Fabrik- arbeiter Paul Lippke �atte am 12. Juni 1902 im Hause Neue Hoch- straße 2 seine getrennt mit ihm lebende Ehefrau durch einen Re- volverschuß getötet. Die Frau war gestorben, ohne irgend welche Angaben über die Vorgänge vor und bei der Tat machen zu können. Lippke entfloh nach der Tat, wurde aber noch an demselben Tage verhaftet. Das Motiv der Tat war die Erregung darüber, daß seine Ehefrau nicht länger mit ihm zusammenleben wollte. Schon vor der ersten Schwurgerichtsverhandlnng erhoben sich Zweifel an Lippkes Zurechnungsfähigkeit: er wurde in der Charite auf seinen Geisteszustand untersucht, der dortige Oberarzt gelangte aber zu der Ansicht, daß Lippke nicht geisteskrank wäre. Der Angeklagte wurde daraufhin vom Schwurgericht zum Tode verurteilt. Im Ge- fängnis zeigte er-dann ein so eigenartiges Benehmen, daß Zweifel- an seiner Zurechnringsfähigkeit entstanden und die Staatsanwalt- schaft die Vollstreckung des Todesurteils nicht vornehmen ließ. Im Gnadenwege wurde es in lebenslängliche Zuchthausstrafe umze- wandelt. Sein Benehmen wurde aber immer befremdlicher. Unter anderem zog er sich eines Tages mit einer Nadel einen Faden durch das Ohr und befestigte daran einen Blciknopf, seine Mutter redete er mit„Frau Gräfin" an, beschmierte sich den Körper mit Stiefel- wichse, um„Indianer" zu spielen usw. usw. Er wurde wiederum der Charite überwiesen und von mehreren Sachverständigen be- obachtet, schließlich wurde er entmündigt und nach Dalldorf ge» bracht. Auf Grund eines Gutachtens aus der Charite. eines solchen aus der Irrenanstalt Dalldorf und eines Obergntachtens des Die- dizinalkoll-cgiums wurde das Wiederaufnahmeverfahren angeordnet. Mebizinalrat Dr. Stürmer hat neuerdings in ausführlich begründetem Gutachten dargelegt, daß der Angeklagte wahrscheinlich schon zur Zeit der Tat im Sinne des§ 61 des StGB, geisteskrank war. Da angenommen wird, daß der Angeklagte im Oktober sich in einem Znstande der Verhandlnngsfähigkeit befinden wird, wird seine Sache in der Oktobertagung des Schwurgerichts aufs neue verhandelt werden. Der Revolvcranschlag im Reichsgericht. Gegen den Beschluß der Eröfsnnngskammer des Landgerichts, wonach das Verfahren gegen den Kaufmann Oswald Grosser, der seinerzeit einen Revolveranschlag im Reichsgericht verübt hat, ein- zustellen ist, hat die Staatsanwaltschaft gestern Einspruch erhoben. Grosser ist zwar aus der Untersuchnngshaft entlassen, befindet sich ober nicht auf freiem Fuße, sondern ist von der Staatsanwaltschaft dem Leipziger Armenamte überwiesen und in einer Nervenheil- mistalt untergebracht worden, wo er bis zur Erlangung eines Ein- Vernehmens mit seiner Hcimatsbchörde Steglitz bezw. bis zur Er- ledigung der Beschwerde der Staatsanwaltschaft verbleiben wird. fortschrittlicher Richtung, die beide ohne jede Rücksicht die chine- fischen Zustände kritisieren, die„Zeitung des Ostens, Shih Pao" und das„Weltblatt", Chung Bah Chi Pao. Aus dem Feuilleton des letzteren sei ein hübscher Beitrag, betitelt„Acht Gedanken eines chinesischen Beamten" hier wiedergegeben:„Wenn er vom Bau einer Eisenbahnlinie hört, denkt er an die zu etablierende Staatsaufsicht. Wenn er Waren sieht, an den Zolltarif. Wenn er von dem Aufblühen einer neuen Industrie hört, an die Er- nennung vog Beamten, die sie fördern sollen. Beim Anblick eines zurückkehrenden Studenten an die Revolution. Wenn er mit einem chinesischen Kaufmann aus Singapore zurückkommt, denkt er an Spenden für öffentliche Zwecke. Wenn er einem Vor- gesetzten begegnet, an die Gunst, die er erwartet. Wenn er einen Untergebenen trifft, an die Subordination, die er zu verlangen hat. Und wenn er von einer Revolte hört, denkt er an die Orden. die man bei deren Unterdrückung sich holen kann." Neben den Tageszeitungen, unter denen es viele doppelsprachige in Chinesisch und Englisch und einige rein humoristisch-satirische gibt, erscheinen in China noch verschiedene Revuen, u. a. Blätter für den öffent- lichen Unterricht, landwirtschaftliche Blätter, eine diplomatische Revue und eine sehr wertvolle Zeitschrift für schöne Kunst. Notizen. — Der Streit um den Nordpol. Die tclegraphischcn Meldungen über den Fortgang des Pearvschen Berichts bringen wiederum nur-dürftige Auszüge. Das erklärt sich aus dem Um» stände, daß die vollständige Wiedergabe bloß drei Zeitungen, den Londoner und den New Uorker„Times" sowie dem Parise�„Matin" gestattet ist. Pearl) führt die Geschichte der Schlittenexpcdition in dem neuesten Abschnitt noch nicht bis zur Ankunft am Nordpol. sondern nur bis zur Ueberschrcitung des 89. Breitengrades. Als das wichtigste Neue in den vorliegenden Depeschen erscheint die Tatsache, daß danach Pearp nun doch nicht, wie es zunächst den Anschein hatte, bis zum Pol eine Anzahl von Weißen bei sich hatte, sondern nach und nach das Gros seiner Begleiter zurückließ und die letzte Etappe als einziger Weißer, begleitet von einem Neger und vier Eskimos, zurücklegte. Danach wäre also Pcary, was die Bc- zcugung seiner Ankunft am Pol angeht, nicht günstiger gestellt als sein Rivale. Dieser Umstand soll die amerikanischen Anhänger Pcarys sehr unangenehm überrascht haben und es ist unbestreitbar, daß Cooks Position gegenüber der Ocffcntlichkeit sich nun erheblich besser für ihn gestaltet hat. Von bekannten europäischen Polar- forscher» tritt jetzt auch Amundsen mit großer Wärme für ihn in die Schranken; die Angriffe Pearys erfüllen Amundsen mit„tiefster Entrüstung". Bemerkenswert ist schließlich die Schwenkung des amerikanischen Sachverständigen, der zuerst gegen Cook die Be- Huldigung geschleudert hat, daß er ein Schwindler fei: der Ad- miral Melville erklärt jetzt, das; der Anspruch Cooks möglicherweise begründet sein könne. Die Entscheidung des Streites um den Nordpol bleibt-also naH wie vor zu erwarten. . Für de« Inhalt der Inserate iibernivrmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Udeater. (Siehe Wochen- Spielplan.) Sonntag, den 12. September. nachmittags 3 Uhr: Freie Volksbühne. S. Abteilung im Neuen Schauspielhause: GygeS i und sein Ning. ti. Abteilung im Lessing- Theater: Hanneles Himmclsahrt. L.I9. Abteilmig im Thalia-Theater: (Nr. 8569-9320): Eisgang. 9./12. AbteUung im Residcnz.Theater: (Nr. 9793— 9928, 12 431-12 920): Ätusotte. 1. Abteilung n, b, Theater > Sohn. W o n t a g, 13. S e p t b r., 8 Uhr (II.) 15. Abendabteilung im Neuen Schauspielhaus: Ghges und sein Ring. Freitag, abends 8 Uhr: ' 6. Abteilung», im Neuen Schauspiel Hause: Ghges und sein Ning. ' Neue Freie Nolksbuhne.slT Sept., i nachm. 3 Uhr, im: Sleuen Theater: Ackermann. i ttleinen Theater: 2 X 2= 5. ! Friedr.-Wilhelrnstädt. Schauspielhaus: i Othello. eHebbel-Theater: Revolutionshochzeit. > Echiller-Theater O.: Macbeth. Schiller-Theater Charlottcnburg: Die Welt, in der man sich langweilt. 'Berliner Theater: Herodcs und Mariamue. Neuen Operetten> Theater: Der >. Zigeunerbaron. im Herrnseld "(Nr/ l—filG): Vater und Urania« Wissenschaftliches Theater. Taubonstraßo 48/49. Sonntag abends 8 Uhr: ¥ou Äbbazia bis Corfii. Montag abends 8 Uhr: Die Insel Rügen. i Üjc.ssingr-Theater. ) 8 Uhr: Die Gefährtin. Hierauf: Hanneles.Himmelfahrt. 1 Montag, 8 Uhr: Der König. > Dienstag, 3 Uhr: Die Frau vom Meere. . berliner Theater. /. Heute 8 Uhr: Einer von nn««»« Ecnt'. Nachm. 3 Uhr: Merodes u. Marianine. Neues Theater. Llnsang 8 Uhr. EmiliaGalotti. | Dienstag zum erstenmal: van Uridilck üle« Dortiitike. Ibesler lies Veslens. Allabcndl. 8 Uhr: Der fidele Bauer. Sonntag nachm. 3'/, Uhr, hawe Preise: Ein Walzertrunm. Dienen Opepetten-Thoatcp, Schifsbaucrdamm 25, a. d. Luisenstr. Nachm. 3 Uhr: Uer Zigeunorbaron. Abends 8 Uhr: Die Ooliarprinzossln. Operette in 3 Akten von Leo Fall. fsiekIlil!li-WiItiöIlii8tsi!!i8e!iöL ScItflßpMte. Sonntag, 12. September, 3 Uhr: Othello. Abends 8 Uhr: Manöverregen. Montag: Der Widerspcnst. Zähmung. Heute Sonntag m, Eintritt:« � 1 Kinder unt. 10 Jahr, die Hälfte.| Ab nachm. 4 Uhr; Großes Konzerl.«„pL . Morgen sowie täglich:. Itllllttlr- Doppel-Konzert I LustspiefiSiaus.« Nachm. 3 Uhr und abends 3 Uhr: Im Klubsessel. Tolks-Oner. SW., Delle-Alliancc-Strabe Nr. 7/8. Nachmittags 3'/, Uhr bei ganz be- deutend ermäßigten Preisen: Der Troubadour fS? Erna«» Bandit). (5 Nachmittags 3 Uhr: Emiiia Galotti. AbendS 8 Uhr: Gefiilleilt Eiigel. � Montag: Von sieben die Häßlichst ' Dienstag: Gesallene Enget. WWvMMl Gr. Franksurter Str. 132. Ans. 8 Uhr. Enden. 10 Uhr. � im Gele iioblesse. Spihbubenkomöd. i. 3 Akt. v. E. Schüler. Zlus der Gartenbühne, Ans. i'l? Uhr: Theatervorstellung, Spezialitäten. Radweitrennen.— Damenringkämpfe. Melropoi-Theater i Die oberen Zehntausend. 1 Amerik. Operette v. Jul. Freund. Musik v. Gnst. Kerker. In Szene gesetzt von Dir. Eich. Schultz. Tänze von Mr. Bishop. Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. 8 Uhr: Die vollständig neuen Spezialitäten. g Uhr 15: in Conscience, Sa40Ä Wurde 600 mal in"Paris, 2 Jahre lang in Amerika, Monate hindurch in Wien usw. mit beispiellosem Erfolg ausgesührt. Passage-PanopiiiE Täglich zu sehen: Die Traum-Malerin Wilhelmine Assmann Bilder aus d. Jenseits! OMalsitzunp im Trance finden tägl. v. 11— 1 17. u. von 3—'Iß 17. statt. Zutritt jederzeit. Ohne Extra-Entree. Eintr. 50 Pf. Kind., Soldaten 25 Pf. Passage-Theater. Ilcnte S Vorstellungen nachm. 3— 7 Uhr kleine Preise. Abend 8—11 Uhr. Das fuhrende Variete-Programm Berlins! Glaire Waldoff. Sibirische Sträflinge, Lieder in Ketten, L und 12 erstklassige£ Varl£t£- Attraktionen!!!» Residenz-Theater Direllion: Richard Alexander, Abends 3 Uhr: Groteske in 3 Akten von Davis und Lipschütz. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Täglieh: Henry Bender und das mit stürmischem Beifall aufgenommene Eröffnungs-Programm! U.a.: Morris Cronin. Hlle. Sfedowa. Theje Cutljrs. Geschw. Klös. Truly Shattuck. Belleclaire Bros. Miß Marquis. 3 Pattcrsons! „Leben und Treiben im Freien." Ballett-Divertissement. Zeppelins Landung in Tegel. Kornrnandantenstr. 57. T. A. 4, 5083. DV Die erfolgreichste»'Tpn Lach-Komödien Meine-Deine-Tochter Frau Elkams Friseur mit Anton und Donat Herrnfeld. Vorverkauf 11—2 Uhr. Ansang 8 Uhr. Das Tagesgespräch m Berlin Alexand.- Platz y.T. Neue Königstr. im Grand-Hotel. Rente voUständ. neues Programm. "" iraii!» Ununterbrochen Vorstellung von 3 Uhr an. Eintrittspreise von 30 Pf, an aufwärts inkl. Garderobe und Programm. Casino-Theater Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr: ©nkcl Fl�ol», nkel«H.oh» ukel nkel oh» A»k"kel F�oh» -��nkcl ��ohn Sonntag 4 Uhr: Zlckermann. Polies vWnee.j Mobilisierung. Bnntcr Teil. Der gewisse Augenblick. Vorverk. 11—2. Anfang 8'/, Uhr. j Schiller' Schiller-Theator 0.(Wallner-Theatcr.) Sonntag, nachm. 3 Uhr: lifaolbetk. Trauersvicl in 5 Aufzügen von William Shakespeare. Sannlag, abends 8 Uhr: nie von Boeksattel. Lustspiel in 3 Ausz. von Leo Walter Stein und Ludwig Heller. Montag, abends 8 Uhr: Baeketk. Dienstag, abends 8 Uhr: Ein Erfolg. Theater. Schiller-Theater Charloltenburg. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Die Welt, in der man sich langweilt. Lustspiel in 3 Auszügen von Edouard Paillcrou. Sonntag, abends 8 Uhr: Ble Ehre. Schauspiel in 4 Allen von Hermann Sudermann. Montag, abends 8 Uhr: Ble Ehre. Dienstag, abends 8 Uhr: Bis von Hochsattcl. Sonnahcnd, den 18. September, 9 Ehr abends im Gewerkschaftshause(großer Saal): V ortrags= Abend von Fritas Richard vom Deutschen Theator in Berlin. „Hammer und Ambos� (Ernste und heitere soziale Dichtungen.) Billettts a 40 Pf. im Vorverkauf bei Paul Horsch, Zigarrenhandlung, im Gewerkschaftshause; an der Abendkasse 50 Pf. Richard Wagner-Abend Sonntag, den 12. September, abends T'/a Uhr, im Gewerkschaftshause (großer Saal), Engelufer 15. Leitung: Margarete Walkotte. Mitwirkende; Betty Schot, Marg. Walkotte, Gust. Franz, Hugo Heydenbluth, Bernh. Nltzsche. Willi Bockert. Entree im Vorverkauf 50 Pf., ander Abendkasse 60 Pf. Billetts sind vorher bei Horsch, Engelufer 15, zu haben.— Programm: Aus den fünf Gedichten: Träume— Schmerzen; Wotans Abschied ans der Walküre; Duett aus Lohengrin; Walters Preislied, Meistersinger; Grals Erzählung, Lohengrin; Lied an den Abondstem, Tannhäuser; Einsam in trüben Tagen, Lohengrin; Dich, teure Halle, Tannhäuser; Lohengrins Abschied. 1221b* CASTAN's PAMOPTICUM Friedrichstr. 165(Pschorrpalast). Ohne Exlra-Entree!•*' Das japanische KätseL tags RP Humoristische KünstlersAbende. Signor Arturo, Entfesselungskünstler. Arturos Zauberland. Sportpark Steglitz. Sonntag, den 13. Scptemhcr, nachm. 3'/, Uhr: Großer Preis von Berlin. internationale Flieger- Konkurrenz, BnprC, van den Born, Ponlaln, Arend, Otto Meyer, Wegencr, Kndcla, SchUrmann, Bcttingcr,Techmcr etc. Stundenrennen mit(flotorichrlttmackern. Wulthoar, Röhl, Schlipke, Dlekentmann, Contcnet, 8cheuerniann. Arnold Scholz. �GUG Wslin Haseahcide 108/14. Sonntag, den 13. Se'pteinhcr 1909: Große Spezialitäten»Vorstellung. Reichhaltiges gewähltes Programm! Erste Kräfte! Großes Konzert. Anf. 4 Uhr. Im Riescn-Festsaal: Gr. Ball. Entree 35 Pf. Brauerei Priedrichshain Am KVnigntor. Heute Sonntag und folgende Tage: Große Münckener Bierfeste nach Sitten u. Gebräuchen d.„Münch. OltobcrsesteS" veranstaltet von dem rühmlichst bekannten Fcstwirt Sehorseh Ehrengruber mit seiner Originaltruppe aus München. --- Beove? Ee»t-dnhel»ad-Deahel.:= Extra stark gebraut. Bier ra. B. 25 bayer. Mad'In serviert. --- Bei ungunstiger Witterung im großen Saale.— Anfang 4 Uhr.— Tanzkränzchen.— Entrcc 30 Pß, Wochentags 30 Pf. I Diez Seeterrasse Lichtenberg R5derstr. 11—13(zwischen Landsberger Allee und Röderplatz). Rente Sonntag, den 13. September: ftanRoc navhclfacf veranstaltet». d. Vereinen d. Arbeiter- Ui UUCd nei UMlCal, Raucher-BundeS Berlins«. Umg. Ct. Konzert ünil das nene, beste Spezialitäten-Progranim Berlins. 1 ATj.«■>», 1 1 15 Ruderboote. Riefe» Kaffeeküche. 1 VIAs A90—2000 Personen sassenden Säle zu Versammlungen Vortrags- u. Kunstabenden usw. Vorzügl. Akustil. Kulant. Entgegenkommen. 1 iSt I JL sicher• Der schönste Anrug oder Paletot taugt nichts, wenn die Verarbeitung und Zutaten minderwertig sind. Deshalb kaufen Sief* nur in dem gpössten Spezial- GcsohSft fUr feine Herren-Rleldons fertig und nach Mass gegen Bar und auf Teilzahlung* Wochenrate von I Hlark an. FBrtadellosen Sitz Obernehme Jede Garantie J. Kurzberg Rosenthalersfr. 40, 1. Etage direkt am Hackeschen Markt Kein Waren-Kpedithaus. S. KalisKi-Baby Spezial- Geschäft für Nähmascliinen Metall»Bettstellen Kinderwagen Up, Siua«r A 75.00 B verienkb. 105.00 «obbln. 145.00 Bei B.Ti>blDnc böehitea Babatt. »Adler* vitt auch iMlodi». Ohne Anzahlung 1.00«ZStgM«B, 1. Kleisstrasse 21 2. Brunnensfrasse 173 3. Chausseestrasse 80 4 Brnonenstrasse 92 5. Frankf urterstrasse IIS 6. Frankfurter Allee 72 7. Oranienstrasse 2 a 8. Beile'AlIiaocestr. 107 9, Beusselstrasse 18 10. Cbarlotfenburv.Leibniz. Strasse 11 11. Rixdorf, Renterstnsse 56 12. Tegel, Brttnowafrasse 47 10.00, ZS.00»Ii 80 00 für Kilid-r «.00. 8.50 bis 45.00 pskv- gMellen 4.75 «.50 bis 18.00 FöZls KZLZSpfSßs euch»ei 2 Raten.—«nf Wunsch lammt«etteetcr. mit t Gummi � W.3lI.GG HofdRSgsiim.«um», ZS.0G üMimfflr.r.iA0* Doppclseit. bespielt Pass. f. jed. Platten- Sprechmaschine. Größtes Repertoire Ueberau erhältlich Kataloge gratis u. franko. Bezugsquellen weist nach die Fabrik Albert Schulze's Restaurant Wittenau(Dorf) Ilnnptstraüe 56(Nordbahu). Angenehmer Aufenthalt. Partie nach Tegel, Waidniannsluft.Hernlsdorf Battitelle, gilt gcschtnttc», 35 Minuten Bahnfahrt von Berlin, umständehalber für 3000 Mark, Anz. 500 Mark, sofort verkäuflich. Off. u. „Vorort 35", Postamt Berlin C. 2. Homophon gompang „. TJ itcruu o. ao m' b- KloslerstraBe 5-6. Kredit.« JKobet auf Teüzahlunc bei allerkleinster An- n. Abzablnng. Größte RDcksiehl ÄbSÄSiS E. Cohn, üf. FraiBiinerar.SS An Private zw Engrospreisen! Der anerkannt billigste Verkauf Berlins, Hochelegante Salonkrone, Hängolicht, 4 flammig, mit großer, geschliöener Mittelschale, modomo, schwere Aus- fühnmg................. H. 55,— Vornehme Herrcnzlnimerkrone. Hängelicht, 4fl., mit großer, gesehliftenor Mittelschalo, qltdeut. Ausführung 4 5,— tsfchwcreTlSpcIsezImmerzugkrone, Hängelioht, 4fl., alt Messing, hochelegante Ausführung, Kettenvorzierung, überzogener Seidensenirm........... M. 85,— Entzückende SpolHcziinmerzugkrone, Hängelioht, 4fl., moderne, eleg. Ausführung in Bronze od. All>Messing M. 65,— Hochelegante 3 flammige Salonkrone, Hängolicht, Bronze, wunderbare Ausführung, Glasstengelbehang■■ M. 40,— Vornehme- Herrcnzlmincrkrone, Hängelicht, 4fl., schwarz Eisen, mit großer Mittelschalo, bestehend aus farbigen Steinen, wundervolle Ausführung......■ M. 60,— Vornehme Schlnfziiniuer-Ainpel, Hängelioht, fast nur aus Glasstengel bestehend, entzückende Ausführung. M. 88,50 Weiter empfohlen wir: 3 fl. Bronze-Salonkronen......... komplett M. 12.50 4 fl. Speisezimmer-Zugkronen'....... komplett M. 35,— 4 fl. All-Messing-Speisezimmerzugkronen, Hängeliohtikpl. M. 45,— 3 fl. Salonkronen, Hängelicht....... komplett M. 26,— 3 fl. Herrenzimmcrkronen, Hängelicht.... komplett M. 28,— Große Zugampeln mit Perlbohang..... komplett M. 16,50 Moderne Zugampeln, Hängelioht, Perlbehang komplett M. 17,50 Schlafzimmer-Perl-Ampeln......... komplett M. 8,50 FUr Cteschlirtsbclcuchtnng: 4 flammige Ladenkrone, Hängelicht...... ,,M. 88,— 3 flammige Ladenkrone, Hängelioht........ M. 22,— 3 flammige Schautensterbeleuchtung, Hängelicht,.. M. 17,50 2 flammiger Ooppelarm, Hängelicht........ M. 12,50 1 flammige Bureau- oder Fahrikbeleuchtung, Hängelioht H. 5,50 1— 5 flammige AuBenlampcn, Hängolicht, zu Eugros-Prelacn. ■i■ Unsere Answabl übertrifft alles bisher Dagewesene.— Lieht-ßuelle, Köpenieker Str. 71,»«- parterre. i— JKobel Sfnbe Mi Üuche Anz. von Iii. an. Moderne Schlafzimmer, bessere Wohn- und Speisezimmer, 1 jedem Geschmack entsprechend, in kolossaler Auswahl zu sehr billigen Proisen, bei donkbar kleinster An- und Abzahlung. Sinzeine Ktfibelstfteke «na?o!stLrwsrsn Attz. m S M. an, wSclieiitlich 1% M. leiser, Lothringer Str. 67. I Damen-Gürtel I modernes Plisse-Bäffchen oder Jabot 1 Meter gestickter Tüllstoff 1 Kupon 11 Meter Valen- cienne- Spitze o. Einsätze 1 Kragen- und Manschetten- Garnitur Batist, für Damen 1 Kinder-Schärpe pongü-seide verschiedene Farben I Haar«rhlpife aus breitem rein- i naarscmuie seidenem Taffet. band in diversen Farben 1 Spachtelkragen orodsonnForm 1 Spitzen- oder Stickerei- Kupon li/j bis 3 Meter lang 3 reinseidene Haarbänder 1 Meier breites rsinseid. Taffetband 1 elegantes Perl-CoIIier Vi Dtz Taschentücher Seidenbatist mit Hohlsaum, weiss oder weiss mit buntem Rand Vi Dtz. Taschentücher weiss mit Buchstaben Vi Dtz. Taschentücher bunt, für Herren, gesäumt Vz Dtz. Taschentücher weiss Linon, gesäumt ScMmn 1 Postkarten-Album Karte?, eleganter Einband 200 Blatt Butterbrotpapier 1 Füllfederhalter 1 Läufer eleg. dekor. 1 ZU"nZ" 25 gezackte bunte 39 Servietten J Pfennig 1 Federkasten mit guter Fütiung �■ r.«« für die bürgerliche l Kvcnoucn Küche Zilmliiöiifeii 1 l'ZZr Damen Eord Pantoffel iPaar„ Melton Pantoffel 2 Gläser Schuhcreme 1GlasSchuhcreme\™ncn 1 Ketten-Armband 1 Halskette mit Anhänger 1 0bsimesserständer 1 2�amracn 6 Obstmesser) 39 Pf. 1 Vase mit Beschlag 1 Wandspiegel ca. 29/37 1 Handtuchhalter™�*ora 1 Kleiderriegel mit 4 HlkeiI nussbaum imitiert 1 Frisierkamm mit Hand- Spiegel im Karton 1 Brennmaschine l2™"1 1 2 teilip Wellenschere/ 39 Pf 1 Kleiderbürste 1 Stubenbesen 1 Handfeger, 1 Schrubber 1 bezogenes Aermelbrett 1 Schrubber mitstieil zusan"ncn 1 Scheuertuch\ 33pf. 1 Seifbürste mit stieil zusammen 1 Scheuerbürste l 39pf. 1 Ringständern Feuerhaken 1 Brotkorb vernickelt 1 Hammer, 1 Zange I Reibeisen 1 Gemüsehobel 1 Lotmass 1 Kartoffelschäler 1 Teesieb 1 Trichter zusammen 39 Pfennig durchweg Meter Grosse Posten Kleiderstoffe, Velourbarchende, Blusenfianelle, karierte Kleider- ll| Stoffe, weisse durchbrochene Batiste** � 1 Kinder-Matrosen-Mfitze 1 Prinz Heinrich-Mütze 1 Herren-Mütze 1 Paar Hosenträger f.Herren 1 Kravatte Binder oder Regatfe 2 seideneKinder-Lavalliers 3 Kinderkragen mit untertuch 1 Herren-Spazierstock 10 o«z weiss oder Herren-Semteur bunt 1 Paar Manschettenknöpfe 1 AutO-Shawl weiss mit Franzen GiüS 6 Dessertteller ste'ns<:hiifMmit. 1 grosse Kompottiere 1 Butterdose mit Tellert!:usamn'. 1 Zuckerschale l QQ auf Fuss( O 1 Kompottiere; Pfennig 1 grosser Kuchenteller u. 6 Dessertelier dazu p»ssend 6 BierbCCher u>- Starkem Boden 1 Zuckerschale auf F™chmtn 39 Pfennig 1 Schmortopf 3 Maschinentöpfe 1 Seifnapf] zu5amm,;n für die Wasserleitung( A f\ 1 Schaumlöffel.tH 1 Schöpflöffel I 1 Müllschippe, 1 Seifnapf 1 Küchenschüssel 1 Wasserkanne gebaucht 1 Kasserolle mit Ring 1 Kaffeeplatte V2 Liter Inhalt 4 weisse Teller 3 Tassen mit Untertassen 1 Konsol mit Mass, neubiau Lampen "WS filier 1 Putztuch J 39pf. StOtte, weisse durchbrochene Batiste v 1 Zuckcrschale F-schIiffen 6 Gascy Per Batfllt der neaen Reiclusteeefn 2 Paokete prima zondhaizer 25 Pf. I Küchenlampe I Nachtlampe 4 Glühstrümpfe Normal oder Liliput 1 Blakerzünder mit cyiinder 6 Gascylinder Normal o. uiiput iiigene Fabrikation im Hause! F'�l.ÄSpeziaigescbäfri Bettfedern für Ertto Bettfedernfab. m. elekt. Betrlobo Gustav Lustig BERLIN S. 390 Prinzenstr. 46 versendet geg. Nachnahme garantiert neue und gut enisläuble. gut süllende Bettfedern p. Psd. M. 0.ÜS-I.00-I.SK! prima Halddanne» M. 1.7»! tüänse- rupffedern M. 200; prima weihe Gansehalbdauncli M. 2.»o-Z.vo-3.50 echt chines. Bionopoldauncn I M. S.ö. echt russisch. Mata- 1 dor-ttänscdannc» M. Z.soj Z,« Von den Tauncn genügen 3—4 Psd. zum groß. Oberbctt.—(Gänsefedern per Psund! Gänse- schlachtfedern, wie sie von der Gans fallen, mit allen Tauncn M. 1.59. Proben und Preislisie gratis. tlm< tausch oder Rücfsenduna gestattet. Verpackung fostensrei. Leßtjährigcr Uuisay über 2000 Zentner Bettfedern, von keinem zweiten Betten- u. Bett- federngcschäft erreicht. jSf �..ataBa Möbelfabrik Verleih-Institut; Friedrichs!. 1 15/1, a.Orabg. "Sor. Elcg. Frack, Gchrock 1.ö0.Hi>se1,00, Weile SQPf. veutschs Julius Apelt, Tischler-Meister' KaffeB-MiSChling 6. Adalbertstraße No. 6 Hoc',bal"",of einzig in»feiner Art. Kottbuser Tor Komplette Wohmings-Sintichtungen Moderne Musterzimmer i;lrznu<1deneekSiäes?eii stehen zur Ansicht zu soliden Preisen in meinen großen Fabrik- und Verkaufsräumen.— Auf Wunsch Zahlungserleicbterung. äPfd. 40 Pf. Möbelfabrik i. Ratzlaff«1 Co. Berlin N., Brunnen-Straße 36, Eingang durch den Marmorladen. Ausstellung kompletter Aloknungs-Smricdtungen jeder Stilart und Preislage. ♦ Kulante Zahlungsbedingungen. Satin oder NuBbaum 7511. Katalog gratis and frank«. Telephon: III, 0115. Oieae seit Jahren so Delicbtc Miachnnf giebt von 1 Lth. 2 Ltr. vorzügliches Kaffeegetränk A. Pennltz, Berlin G., Rosenthaler Str. 50, u. mit Plakat verseh. Handlungen. rFehltn Ihnen etwas? für die jneueNoHnung. so gehen Sie rechtzeitig in unser Spezialhaus. Dort finden Sie gr. Partie-Potifcen: Tpnnipb v- � � i'-so, 1 CjipiLllC 24.00, 36.00, 45.00 usw. Gartlinen � Portieren i'i�us�' 6-70' 9-00' sowie Steppdecken, Tisch- und Diwandecken, Läufer- und Möbel Stoffe nsw. im Preise herabgesetzt. Teppicliliaus Adler Königstraße 20-21 a. d. JüdonKtraßc, Verantwortlicher Redakteur: Emil Unger, Berlin. Für denJnseratenteilveranlv.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: VorwärtSBuchdruckerei u. VerlagSanjtalt Paul Einaer& 6oM Kerl in LW. 9r.2lB. 26. IahrgW. 3. KilM des.Amiills- Kerlim WlllsM ZoNttlg, 12. Zeptmlier 1909. vom Bkrfiricg. Der Bierkrieg ist in Berlin noch keineswegs beendet, wie wir nach einer Korrespondenz in der gestrigen Nummer berichteten. Vielmehr steht die Stellungnahme der Gastwirte wie eventuell der Konsumenten zu dem mitgeteilten Beschluh der Brauereien noch aus. Gestern ist den Gastwirten in Grotz-Berlin ein Rundschreiben des Verbandes der Berliner Brauereien zugegangen, wonach die angekündigte Preiserhöhung schon von heute. Sonntag, ab in Kraft treten soll. Die bekannte Brauerei Jul. Bötzow hat z. B. die Bier- preise für je einen Liter Lagerbier auf 20 Pf., für Versandbier auf 22 Pf. und für dunkles nach Münchener Art auf 23 Pf. festgesetzt. Die Preise für Flaschenbier sind so festgesetzt, daß in Zukunft 30 Flaschen Lagerbier 2,00 M., Vcrsandbier 2,80 M. und dunkles Bier 3 M. kosten. Die Größe der Flaschen ist nicht angegeben. Die meisten Berliner Gastwirte befinden sich nun in einer ganz eigentümlichen Lage, die Preise können sie mit Rücksicht auf die Gäste und Konkurrenz kaum erhöhen und kleinere Gefäße besitzen sie nicht. Sie werden nun Wohl die Leidtragenden sein, wenn sie sich nicht noch in letzter Stunde zu einer energischen Abwehr den Brauereien gegenüber entschließen. Ucbrigens bleibt noch abzu- warten, wie weit die Geschlossenheit der Brauereien reicht, nament- l'ch, da die Arbeiterschaft das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen hat. Bierkricg und Braucreikurse. Die„Arbeitsmarkt-Korrespondenz" schreibt: Der Kampf der Biertrinker gegen die Verteuerung des Bieres, der an vielen Orten Deutschlands ausgefochten wird, ist schon bis- her sicherlich nicht ohne Einfluß auf die Gestaltung der Kurse von Brauereiaktien geblieben. In den Ge- genden, in denen der Bierkrieg besonders scharfe Formen angenommen hat, sind die Kurse der Aktien der dor- tigen Brauereien nicht unwesentlich gesunken, in anderen, wo die Opposition nur schwach ist. zeigt sich auch die Ent- Wertung des im Brauereigewerbe werbenden Kapitals geringer. In wieder anderen Landesteilen, wo eine Heraufsetzung des Bier- Preises oder entsprechende Matznahmen zur Abwälzung der Steuer auf die Konsumenten überhaupt nicht oder nur in geringem Grade vorgenommen wurden, haben die Brauereikurse teilweise so- gar eine Steigerung erfahren. Zu dieser letzteren Gruppe gehören vor allem die bayerischen Brauereien. Bei diesen stellte sich der Turchschnittskurs für ein Nominalkapital von fast 51 Millionen Mark Mitte August d. I. auf 182,71 und ging bis Ultimo August auf 186,62 hinauf. Der Hauptantcil an dieser Steigerung entfällt auf die Münchener Brauereien, deren Kurs im Durstschnitt von 206,32 Mitte auf 212,72 Ultimo August hinaufging. Den Brauereien, die nur einer verhältnismäßig ge- ringen Opposition begegnet sind, rechnen wir vor allem die Ber- liner Brauereien zu: bei ihnen ist die Kurssenkung relativ ge- ring. Der Kurs stellte sich für ein lllominalkapital von 71 Mil- lionen Mark Mitte August auf durchschnittlich 152,22 und ging bis Ultimo August auf 151,11 zurück. Indes weisen die nachstehenden Brauereien erhebliche Kurseinbutzcn auf: Schultheißbrauerei, Gebhardt Weißbierbrauerei, Löwenbrauerei Hohen-Schönhausen, Viktoriabraucrei. Bei der Schultheitzbrauerei ging der Kurs von 255 Mitte August auf 252,50 ultimo August herunter. Im Laufe dieses Jahres ist der Kurs der Schultheißaktien aber trotz der jetzigen Senkung doch stark in die Höhe gegangen: Mitte Januar hatte er erst 227,50 betragen. Eine starke Senkung erfuhr der Kurs der Aktien von den Brauereien in Hannover, Rheinland-Westfalen, Königreich Sachsen und in Mecklenburg. Für die Brauereien dieser Gebiete gestal- tete sich die Bewegung des Durchschnittskurscs wie folgt: Brauereien in Hannover... „ Rheinland... „ Westfalen... „ Kgr. Sachsen.. , Mecklenburg.. Im Vergleich schneiden nur die Mitte Aug. 240,00 143,12 166,26 179,00 156,17 1909 Ult. Aug. 1909 232,50 140,90 164,75 175,00 153,33 Ult. Aug. 1908 219,75 147,21 163,51 182,75 168,33 zum Kursstand Brauereien in. günstiger ab. Außer in den angeführten Gebieten ist sodann noch für die Aktienbrauereien in den Provinzen We st Preußen, Posen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Hessen- Nassau eine Senkung des Kursniveaus zu ver- zeichnen. Bei den sch lesischen und bei den badischen Brauereien war die Kurstendenz entsprechend der in Bayern; es trat eine ansehnliche Steigerung ein, des vergangenen Jahres Hannover und Westfalen Mocden-8p!elplan der SerUner Cbcater. Königs. Opernhaus. Sonntag: Der fliegende Holländer. Montag: Die Hugenotten. Dienstag: Madame Butterfly. Mittwoch: Lohengrin.(An- sang 7 Uhr.) Donnerstag: Bajazzi. Die Puppensee. Freitag: Carmen. Sonnabend: Die Walküre.(Ansang 7 Uhr.) Sonntag: Tannhäuser. Mon- tag: Der Freischütz. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Hamlet. Montag: Die Naben» steincrin. Dienstag: Prinz Friedrich von Homburg. Mittwoch: Die Karolinger. Donnerstag: Die Journalisten. Freitag: Die Ouitzows. Sonnabend: Der eingebildete Kranke. Sonntag: Der eingebildete Kranke. Montag: Maria Stuart.(Ansang 7 Uhr.) Neues köniKl. Opcrn-Theater. Sonntag: Der Barbier von Sevilla. Die Puppensee. Montag bis Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Der taragraphcnschuster. Sonntagnachmittags: Der Dorspsarrer. LbendS: er Paragraphenschuster. Montag: Geschlossen. Deutsches Theater. Sonntag: nachmittags: Ketten. Abends und folgende Tage: Faust. Deutsches Theater.(Kamm erspiele). Allabendlich: Die Sünde. (Ansang 8 Uhr.) Lessing-Theatcr. Sonntag: Die Gefährtin. Hannele. Montag: Der König.(Ansang 8 Uhr.) Dienstag: Die Frau vom Meere. Mittwoch: Zwischenspiel. Donnerstag: Die Gesährtin. Hannele. Freitag: Der König. Sonnabend: Zwischenspiel. Sonntag: Die Gefährtin. Hannele. Montag: Der König. Berliner Theater. Sonntagnachmittag: Herodes und Mariamne. Wends: Einer von unsere Leut. Montag. Dienstag, Mittwoch: Einer von unsere Leut'. Donnerstag: DaS LcbcnSscst. Freitag und Sonnabend: Einer von unsere Leut'. Sonntagnachm. 3 Uhr: Herodes und Mariamne. Abends: Der Wildschütz. Montag: Einer von unsere Leut'. Neues Theater. Sonntag und Montag: Eniilia Galotti.(Anfang 8 Uhr.) Dienstag und allabendlich: Das Urbild des Tartüffe. Hebbel-Thcater. Sonntag: Revolutionshochzeit. Montag: Frau Marrens Gewerbe. Dienstag und allabendlich: Hanna Jagcrt. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Mitz Dudelsack. Montag: GhgeS und sein Ring. Dienstag bis Donnerstag: Miß Dudelsack. Freitag: Ge- schlössen. Sonnabend und Sonntag: Mitz Dudelsack. Montag: GhgeS und sein Ring.(Ansang 8 Uhr.) Komische Oper. Sonntag nachm. 3 Uhr: Wildschütz. Montag: HostmannS Erzählungen. Der Mildschütz. Donnerstag: Tosca. Freitag: Sonnabend: Der Wildschütz. Sonntag nachm. Zählungen. Abends: Der Wildschütz. Montag: Tiesland.(Ansang 8 Uhr.) NeneS Operetten-Theater. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Zigeuner- baron. Bis aus iveitcres täglich: Die Dollarprinzessin.(Ansang 8 Uhr.) Lnstspielhans. Bis auf weiteres� täglich: Im Klubsessel.(Ansang 8 Uhr.) Sonntag nachmittag: Im Klubsessel. Tiesland. Abends: Der Dienstag und Mittwoch: Hofsmanns Erzählungen. 3 Uhr: Hostmanns Er Theater deö Westens. Sonntag nachm. 3llt Uhr: Ein Walzcrtraum. Bis aus weiteres täglich: Der sidele Bauer.(Ansang 8 Uhr.) Sonntag nachm. 3>/, Uhr: Die lustige Witwe. ' Residenz-Theater. Allabendlich: Gretchen.(Anfang 8 Uhr.) Kleines Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: 2 X 9— 5. Abend?: Der Mitmensch. Montag: Moral. Dienstag: Der Mitmensch. Mittwoch und Donnerstag: Moral. Freitag: Der Mitmensch. Sonnabend: Moral. Sonntag nachniittag 3 Uhr: 2X9— 5. Abends; Moral.(Ans. 8 Uhr.) Schiller-Theater S. Sonntag nachm. 3 Uhr: Maebeth. Abends: Die von Hochsattel. Montag: Macbeth. Dienstag: Em Erfolg. Milt- woch: Die Ehre. Donnerstag: Macbeth. Freitag: Bresters Millionen. Sonnabend: Die von Hochsattel. Sonntag nachm. 3 Uhr: Macbeth. Abends: Dr. Klaus.(Ansang 8 Uhr.) Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Meli, in der man sich langweilt. Abends und Montag: Die Ehre. Dienstag und Mittwoch: Die von Hochsattcl. Donnerstag: Die Ehre. Frei» tag: Doktor Klaus. Sonnabend: Die Ehre. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Welt, in der man sich langweilt. Abends und Montag: Die von Hochsattel.(Ansang 8 Uhr.) Friedrich-WilhcluistädtischeS Schauspielhaus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Othello. Abends: Manövcrregcn. Montag: Der Widerspenstigen Zähmung. Dienstag: Die Stützen der Gesellschaft. Mittwoch: Manöver- regen. Donnerstag: Der Widerspenstigen Zähmung. Freitag und Sonn» abend: Das Herz auf der Hand. Sonntag nachm. 3 Uhr: Othello. Abends: Die Stützen der Gesellschaft. Montag: Das Herz aus der Hand. (Ansang 8 Uhr.) Luisen- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Emilia Galotti. Abends: Gefallene Engel. Montag: Von 7 die Häßlichste. Dienstag: Ge- sallene Engel. Mittwoch: Der Mann mit der eisernen Maske. Donners- tag: Die Herren Söhne. Freitag: Von 7 die Häßlichste. Sonnabend, Sonntag und Montag: Gcsallene Engel.(Anfang 8 Uhr.) Volksoper. Sonntagnachmittag: Der Troubadour. Abends: Ermmi. Montag: Zar und Zimmermann. Dienstag: La Traviata. Mittwoch: Der Troubadour. Domierstag: Zar und Zimmermann. Freitag: Die Jüdin. Sonnabend: La Traviata. Sonntagnachmittag: Der Wassen- schmied. Abends: Die Jüdin. Thalia-Theater. Bis auf weiteres täglich: Prinz Busti.(Ans. 8 Uhr.) Bernhard Rose-Thenter.«onntag nachmittag 3 Uhr: Der Mann mit der eisernen Masle. Abends, Montag bis Mittwoch: Im Cass Noblesse. Dann allabendlich: Die Jägermeisterin.(Ansang 8 Uhr.) Trianon-Theater. Sonniag nachmittag 3 Uhr: Liebcsgewitter. Abends und Montag: LiebeSgeivitter. Dienstag und bis ans weiteres täglich: Pariser Witwen.(Ansang 8 Uhr.) Gebr. Herrufeld-Theater. Bis auf weiteres täglich: Frau ElkamS Friseur. Meine-Deine Tochter.(Ansang 8 Uhr.) Folios Capricc. Allabendlich: Mobilisierung. Der gewisse Augen- blick.(Ansang 8-/. Uhr.) Metropol- Theater. Allabendlich: Die oberen Zehntausend.(An- sang 8 Uhr.) Rcichshallen- Theater. Allabeudlich: Stettiner Sänger.(Anfang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr.) Berliner Prater-Theater. Bis aus weiteres täglich: Man lebt ja nur einmal.(Ansang i'h Uhr.) Kasino-Theater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Ackermann. All- abendlich: Onkel Cohn.(Ansang 8 Uhr.) Slpotto-Theater. Allabendlich: Eine HaremSnacht. Spezialitäten. (Anfang 8 Uhr.) Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Passage-Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr und allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Walballa-Theater. Allabendlich: Spczialitälen.(Ansang 8 Uhr.) Palast-Theater. Allabendlich: Sbczialitätcn.(Ansang 8 Uhr.) Karl Hnberland-Theater. Allabendlich: Spezialitälen. Urania- Theater. Taiwcnswaße 48/13. Sonniag und Donnerstag: Pou Abbazia bis Corsu. Montag und Sonntag: Die Insel Rügen. Dicns- tag: Durch Dänemark und Südschwcden. Mittwoch: lieber den Brenner nach Venedig. Freitag: Der Kamps um Nord- und Südpol. Sonnabend: Rom und die Campagna.(Ansang 8 Uhr.) Sternwarte, Jnvalidenstr. 57— ö2. ömsegnmgs■ fliqügt Reichhaltig'ste Auswahl in den neuesten Moden u. Webarten, Kammgarnen, Satins, Cheviots, Drapes, Foules, Meltons u. s. w. JVur eigene Erzeugnissei 36.— 33.— 30.— 28.— 26.— Mk. 24.- 22.— 20.— 18.— 16.— Mk. 15,— 14.— 12.— 11.— 10.— Mk. PrüfungS'flnsüge Moderne gemusterte Webarten. Tausende Exemplare neuester Geschmacksrichtuogen Mar eigene Erzeugnisse f 33.— 30.— 28.— 26.— 25.— Mk. 24.— 22.— 20.— 18.— 16.— Mk. 15.— i 14.— 12.-, 11.— 10.- Mk. __„%uv Ginsegnung__ Wäsche, Hüte, Handschuhe, Cravatten, Hosenträger usw. zu besonders niedrigen Preisen / jeder umsonst f Votyüglicbße Maßarbeit, fetjr preiswert! BaenSohn Direkter Verkauf aus eigener Fabrik SpeziaNHaos größten Mafistabes, gegründet 1891 Chausseestraße 29/30 □ 11 Brückenstraße 11 Gr. Frankfurterstr. 20 □ Schöneberg, Hauptstr. 10 Der Hanpt-Katalog Nr. 37 and der Lirree-Katalog Nr. 36 kostenlos nod portofrei- 29 DaS Geschäftshaus der Firma Gardinenhaus Bernhard Schwartz Wallstr. 23 wird am 21. Ott, d. I. abgebrochen. Während des Umzuges am IS., 16.». 17. Oktober nach Wallstr. 13 bleibt das Geschäft geschlossen. BiS dahin im alten Lokal Räumung des älteren LagerS SU sehr ermäßigten Preisen Gardinen, StoreS, Tüllbeltdecken, Portieren, Tischdecken, Divandeckcn sc. Die Fabrikation erleidet keiue Unterbrechung. *0!(lirprlliz Q BfsinarcKQi Iii Od liW JL Atiu mm O Jockey O2 frj. Türk. Tabak-&Cigaretten-FabrIk„Kios" o E.Robert Böhme, Dresden- Xieferant der französischen Üabak-Regie, F.Eerpiann& Sohn Andreacstr. 53, I.< ItellK teilen t. Kinder u. Erwaohient von 7 M. ani bis eleganU Klnder- Kassaprei» Lagerbeeuobi ohne> ' IfaufawHfl- 1 bleibt ein Gesicht mit weistcm rosigem Teint, zarter fammet- weicher Haut sowie ohne Sommersprossen und Hautunreinig- kejten» daher gebrauche man die echte SteekenpkerÄ-rnienmiled-Zstts von Kergmann& Co., ziadebrnt. ä Stck. 50 Pf. überall zu haben. Mde! Leelmer nur Brunnenstraßa 7, am Rosenthaier Tor. ——— Laden und 1. Etage. tilfohnusigs«Einrichtungen in kolossaBer läuswahll auf ICredet und gegen Bar Königstädtisehes Kasino (Hermann Clemens) Große Frankfurter Straße 76 empfiehlt Saal mit groster Bühne(grösite im Osten) zu Bersamm- lungen und Festlichkeiten jeder Art. Reichhaltige Dekorationen(etwa zehn Berwandlunge») für Thcater-Aust'ührungcn. Kulante Bedingungen, »V Im September und Oktober sind noch Sonnabende und Sonntage frei» sojä* Seebsfer Wahlkreis. Dienstag, den 14. September, abends Uhr, te den Germania-Sälen, Chaufseestr. litt(Weißer Saal): Vessenllicke Verssmmiugg. Tagesordnung: Die Wirkung der neuen Steuern. Referent: Schriftsteller «ax Gruuwald. Freie Diskussion. 230/14 Der Einberufcr. W. Dams, Schlegclstr. 9. Dienstag, den 14. September, abends 8'/2 Uhr, in Arndts Festsälen, Belforter Strafte IS: Mitglieder Versammlung. Tages-Ordnung: I. Bortrag des Genossen Nathow über: dersichcrnngSordnung. 2. Diskussion. Die neue Reichs� Der Borstand. » Slrbeitsnachnicis: Hos I. Amt 3. 1239. BerNialtungSstelle Berlin. Hauptbureau: Oisritssteabo Z. Hos HI. Amt 3. 1973. Montag, de» IS. September, abends S'/g Uhr: Versammlung der Bauanschläger im G ew erksch aftsh ause, Engelufer 15, Saal 1. Tages-Ordnung: 1 Vortrag des Kollegen Adolf W u s ch i ck über:.Die Machtmittel der Arbeiter im Kampfe gegen die Ausbeulung". 2. DiSIufsion. 3. Ler- bands- und Branchenangelegenhciten. 4. Verschiedenes. Kollegen i Es ist imbedingt notwendig, daß Ihr alle in dieser Ver. sammlung erscheint. MittMoch, den 15. September 1009: Bezirk- Versammlungen lllll Zweigverein Berlin nnd I/mgegend. Heute Sonntag, dorm. 10 Uhr, im GewerkschaftShansc, Engclufer 15, großer Saal: Anfterordentl. General-Versammlnng. TageS-Ordnung: zy/g Die Augriffe gegen den Hauptvorstand. Referent: Kollege«nstnv Behrendt Hamburg. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein EinlaB.-ZMg Der �Weigvereinsvorstand. kooZM-Verelll rrielleosu u. vmgegenö. ll.1>>aiuls Pv»t»uie. Bnhnhofstr. 34, abends UaBwclvrerdov, VI, Uhr. abends iB.Oberscüöneweide: Ii0baI In ailen Uersammlungen wird der Kericht der Generkt- vtrsluuullilng vom 39. August d.|. gegedeu. NV Ohne Mitgliedsbuch hat niemand Zutritt!»VCJ Laufzettel tverden\\\ diesen Dersammtnugen nicht verschickt. Zahlreicher Besuch wird erwartet Ten Mitgliedern zur Kenntnis, daft Protokolle von der Generalversammlung in Hamburg a 40 Pf. im Bureau und bei den Bezirkskassierern zu haben sind. 122/14 Die Ortsverwaltnng. Lsitergerustbauer. Unsere letzte Branchen< Versammlung vom 2S. Juli fatzie den ein» stimmigen Beschluß, daß von jetzt ab regelmässig jeden 2. Sonntag im Monat unsere Branchen-Versammlung stattsinden soll. Demgemäß sind et am Sonntag, de» Iii. September, vormittags 10 Uhr, == Eratidben-Vertantiituiig= in: Englischen©arten, Alexanderstraße 27 o. statt. 02/12' TageS-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Ausgabe der LegltimattonSkarten. Upzx- Koiicgen I Wir erwarten einen recht zahlreichen Besuch. Marken für die Unter stützungskasse können in der Versammlung entgegengenommen werden. Die SektionSleitnng. Stukkateure! Nach BesammlungLbefchluß ist für die im Generalstreik stehenden Schweden ein erhöhter Wochenbettrag zu leisten, um die schon gezahlte Sunime wieder einzubringen. Die Orts- Verwaltung schreibt hiermit für die 38. bis inkl. 42 Woche eine« um 20 Pf. erhöhte« Wochcobeitrag an», so daß für diese Zeit 1 M. Beitrag zu zahlen ist. Die OrtSverwaltnog. Krüger unsere 139/7 lllll m Kiis-lsli Der Sektionsvorstand. (E.©. in. b. H.) Sonntag, den 26. September, nachmittags 21/, Uhr, im Lokale des Herrn V/edhorn(Altes SchützcnhauS) t Genera!-Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschästsbertcht des Vorstandes. 2. Bericht des AussichtSrateS. 3. Ge- nchmigung der Bilanz und Eni- lastung des Vorstandes. 4. Verteilung des Reingewinnes. 5. Neu- und Ergänzungswahlen deS AussichtSrateS und Vorstandes. 0. Statutenänderung ] 13, 25, 28, 37. 7. Sonstige Anträge. Nach dem Turnus scheiden vom Aussichtsrat aus: Otto Schuft, Deutsch- Wusterhausen; Ferdinand Harnau, Niederlehme; Christian Friedrich, Königs-Wusterhausen. Freiwillig scheiden vom Aussichtsrat aus: Max Ott, KönigS-Wusterhausen; Wilhelm Adler, Wildau Vom Vor. stände scheidet aus: Heinrich Nerge, Wildau. 107/14 Die Genossen sind wieder wählbar. Idee Vorstand. Wilhelm Pleikies. Otto Friedland. Heinrich Nerge._ SeMer'Uolks-Jtarist. Gesellschaft• Terzett. Slettinerstr.57 !» Holl Zahlstelle Berlin. Mitglieder Nersammwngvn Drechsler, Creppengeländer» u. Luxus- möbelbranche Montag, den 13. Septbr., abds. 8'/. Uhr, im««verbsebatts Iiansv, Engelufer lo(Saal VIII). TageS-Ordnung: 1. Die angenbltckliche Lage in unserer Branche und das Ber- halten einzelner Kollegen in den Betrieben. 2. Diskussion. 3. Bericht von der Generalversammlung. 4. Verschiedenes. Die in Drechslereien und LuxuSmöbel-Werlstätten beschästigten Kollegen werden dringend ersucht, auch zu erscheinen. Iftfteti» u. Koffcrmacbers Montag, den 13, Sept., abends SVa Uhr, im Gewerkachatts- hause, Engclufer 14, Parterre(Arbeitslosensaal). Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:»Die Unfallgefahren an den Holzbearbeitung� Maschinen». Reserent: Kollege Jacck. 2. Bericht von der Generab Versammlung. 3. Branchenangelegenhciten. ßranche der ffiufibinttrumentenarbeiter. Montag, den 13. September, abends 8'/, Uhr AOtKUeÄer-Versammlung für alle in der Vlanomechiulikinbustrit beschäst. Ptrsonen im Gewertschaftshause, Engclufer Nr. 16, Saal S. TageS-Ordnung: 1. Die gegenwärtigen Verhältnisse m der Berliner Piano- Mechanikindustrie und die Organisation der Mechanikarbciter. 2. Berbandsangelegenheiten. Clfchtcr, Bezirk Oftcn i. Dienstag, den 14. Scptbr., abends 6'/» Uhr(gleich nach Feierabend), bei Itorgmaizn, Andreaöftr. 21. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegierten von der Generalversamm- lung. L. Verbandsangelegenheiten. CifchtCI*? Bezirk Often z und 3. Dienstag, den 14. Scptbr., abends ö'/j Uhr(gleich nach Feierabend), in den„Prachtslilcii des Ostens", Franks. Allee 153. Tages-Ordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung. 2. Verbandsangelegenheiten. XZtXchXiVf Bezirk J�ordoften. DienStag, den 14. Scptbr., abends 6Vz Uhr(gleich nach Feierabend), bei Boeker, Webcrstr. 17. Tages-Ordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung. 2. Ver« bandSangelegenheiten._______ Bauttfchlcr. Montag, dpn 13, September, abends 8 Uhr. im»GewerkschaftShansc», Engeluscr lö(Saal XI): Kommlsfious-Zitzuug für Kerliu nnd Vororte. TageS-Ordnung: Bericht von der Tariiverhandlung. nie vranehenkonlinlsslon. Vertrauensmänner»Versammlung für sämtliche Kranchen und Kezirke am Mittwoch, den 15. September, abends S'/a Uhr, im„Böhmischen Branhanse", Landsberger Allee. TageS-Ordnung: 1. Die von der Generalversammlung beschloflene Statistik. S. Berbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch und BcrttaoenßmSnncrkarte legitimiert. S4J16S Die Ortsvcrwaltung. « Filiale BerUn 1.• Tel.: Amt IV, 9737. Bureau: Sebastianstr. 37—38, H. r. II. M-M Herren'Konfektion! MM Montag, de» 13. September, abends 8'/, Uhr» im»Elysinm» : abends Landsberger Allee 41 veffenMelie Versammlung siimtlicher Kollegen u. Kollegmuen d. Hemn-Koufektio». Reserent: TageS-Ordnung: 1. Die neuen Steuern und die Konfettionsarbciter. Kollege Kiiming. 2. Freie Aussprache.« Es ist Pflicht sämtlicher Kollegen and Kolleginnen, nicht nur selbst in dieser Veisammlung zu erscheinen, sondern auch bekannte Kollegen dazu mitzubringen. 163/8 Die Kommini Die Kommission MMMM-Ul m Verwaltungsstelle Berlin II. Mitglieder des Deutschen Transportarbeiter-Verbandes aus den Lagerbierbrauereitn Derlins und Umgegend! Mittwoch, den IS. September, abends VI, Uhr: DV" Versammlang'MG im GewerrfchaftShause. Engel-Ufer IS. Saal I, Tages-Ordnung: 1. Unsere Stellungnahme zur Kündigung deS Tarifs. S. Diskussion. 3. Geschäftliches. 69/18 In Anbetracht der sür die in Frage Kommenden äußerst wichtigen Tagesordnung wird ein vollzähliges Erscheinen aller Kollegen erwartet. Mitgliedsbuch legitimiert!__ Die Verwaltung 11. Seutseber Kürschner-Verband ------------- Filiale Berlin... Bureau und Arbeitsnachweis Barnimftr. 21.— Tel Amt 7, Nr. 678». Mittwoch, den 15. September, abends 8'/, Uhr: AuBerordenlUeneralversaiiiniliinii im„Alten Schlitzcnbaas", Linienstraße 5. TageS-Ordnung: 1. Beschlußfassung über die Einsührung der entsprechenden Beitrags» Nassen sür Berlin. 2. Ersatzwahl des Vorstandes. 3. Vortrag deS Genossen Frans Kotcke über:„Welche Aufgaben haben die Gewerkschaften«ach Bescherung der Volts» auöplünderischen Rcichsfinauzreform zu erfüllen?« 4. DiSlnsfion. 6. Verschiedenes. GU* Mitgliedsbuch legitimiert. 102/15 Die Ortsverwaltung. Verband der Sattler und Portefeui Her. -------------- Orteverwaltung Berlin.- Die nächsten Branchenversammlungen finden an nachsolgenden Tagen statt: Geschirr-Krunche: Mittwoch, den IS. September. im Englischen Hof, Neue Roßstr. 3. Treibritmen-Krancke: Donnerstag, den is. September, im Nosenthaler BereinshauS, Nosenthaler Str. 57. Linolrnmlegtr n. Ttpplchnülltk! Donnerstag, den is. September, im GcwerkschaftShanse, Engeluser 14/15. Wageu-Arancke: Donnerstag, den IS. September, im Gewcrkschaftöhause, Engeluscr 14/15. Eisenmöbtl-«.LederKuhlpolsttrer: Donnerstag, d« i«. Sepw, bei Punl Waltor, Adalberlftr. 62. SflltiPU Oiljailoitrilbutg: Montag, den 13. September. im Boltshaufe, Rofinenstr. 3. Zahlreiche» Besuch dieser Branchenversammlungen erwartet 1SS/1 Die OrtBTcrnaltaoff. IngendlMsjW für Groß-Kerli». I! Heute» Zouutag, abends 71 Uhr. in den Arminhallen, Kommandantenstraße 58: Große Jugend-Bersammlung. Vortrag des Arbciterselretärs lt. �Vissel über: „EntwickclungStendenzcn der modernen Technik." Nach dem Bortrag: tZesvIIixs IlnterKnItni»�. Alle Lehrlinge, jugendlichen Slrbelter und Arbeiterinnen sind zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. 288/8' Arbeiters Samariter-jj-Koionne. Der Samaritcrknrsus in der 1. Abteilung» Dresdener Straße 45. beginnt am Montag abend 9 Uhr, mit dem Vortrage über Anatomie (Bau des menschlichen Körpers). Am Mittwoch findet Fortsetzung deZ Kursus in der 5. Abteilung in Rixdorf, bei Kanfhold, Erkstr. 8 statt. Vortrag über Physiologie. Um zahlreiche Beteiligung ersucht WS/S_ Der Torstand. NB. Den Mitgliedern' zur Kenntnis, daß am Ltt. September die ordentliche Mitgliederversammlung bei Dane, Brnnnenstr. 154. stattfindet. Der für diesen Abend angesetzte Vortragsabend der 2. Ab- tcilung findet am 2t. September statt. „iloilnunx" lZerliaer Lckneiäerei- üeliosseasckskt E. G. m. b. H. Zwischen Rosenthaler OmiHonMotw-tDC Zwischen Rasenthaler Tor u. Invalidenstr. vlUU»,vUdlt« lvö Tor u. Invalidenstr. Gegr.i.Februar 1906 v. organisiert. Sclvneidergeliälfen Berlins. Empfiehlt eich allen nnd Arbeitern, Parteigenossen lllitbiii gern.n. Anfertip�m. eleganter Herren-u.Kiialienganlerolie Großes Lager fertiger Herren-, Knaben- u. Kinder-Anzüge. 105/3* Große Aaswahl in Sommer-Paletots, ölsler, üaiüabranzugen o. FanL-Westen in allen Größen und Preislagen sowie Arbeiter- Berufs- Kleidung. Einsegnungs-Anziise in großer Auswahl. Die Herstcllnug unserer Fabrikate erfolgt in, eigenen BctrlcbSWCrkStättCll anter den von| unserer Organisation festgelegten Bedingungen. Lieferanten der Konsnm-Genossenschalt Berlin n. Umgegend, des Cbarlottenbargcr Konsum-TereinB sowie des Arbolter-Radrahrerbundcs. Stenographie! Neue Untemchtslcurse in der ganz vereinfachten Stenographie, System„Aronds", für Damen und Herren beginnen in folgenden Lokalen: Montag, den 13. und 20. Septembers Berlin X.. Mtolpische Str. 44, Restaurant Unbehanen, Tlombit, Wald-Straße 8, Bcstanrunt Starke. Donnerstag, den 16. und 23. September: Berlin 80.. Adalbert-Str. 60. Bestanr. Bieberstein. Berlin S.. Brunnen Str. 79, Restaurant Dtthllng, Blxdort, Hermanu-Str. 65, Kestaurant Ulrich. Freitag, den 17. und 24. September: Berlin O., Koppen- Str. 84, Restaurant Tolgt. Ferner beginnt am 14. und 21. September ein Privatkursu« in der Andreasstr. 17, vorn 3 Treppen bei Rohbein. Auch wird daselbst zu jeder Tageszeit Unterricht orteilt. ■ Sämtliche Kurse beginnen abends um 6'/, Uhr.■' Preis der Lehrmittel 8,50 M., bei Privatunterricht 3,00 M. Weitere Unkosten entstehen nicht □ Der Unterricht wird kostenlos erteilt. Jede gewünschte Auskunft erteilt W. Uaback, Berlin 0., Kappen-Str. 31, IV. Deutscher Arbeiter- Stenographen• Bund Mitgliedschaft Berlin und Rixdorf. 1247b Deutscher Arbeiter-Sängerbund, Gau Berlin und Uaigegend._ Sonntag, den 19. September 1909, vormittags 11 Uhr, im Saale der Brauerei Friedrichstiain: Uebungs»Stunde. Geübt werden folgende Lieder: 1. Die Internationale. 2. Herbsfeier. 3. Sehnsucbt. 17/11 ,m.�tn;™.S""tlAusscfiuß=Sitzung. Tages-Ordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Bundesangelegenheiten. Die Vereine worden ersucht, die Billetts vom Längerfest abzurechnen. Der Torstaml. Einladung zur Wahlversammlung. Es machen sich zusolge Ausscheidens Neuwah'en zur Generalversamm- lung nötig. Jn Gcmäßhcit der ßZ 51. 5la und 66 der Kassenjatzungen lade ich daher zur Neuwahl hiermit ergebenst ein. Wahlberechtigt und wählbar find die Kassenmitglieder, die großjährig und im Besitze der bürgerlichen Ehren- rechte find. Die Wahlen finden in getrennten Wahlgänaen(Arbeitgeber und Arbeit- nchmer) statt. Zu wählen ist sür die Periode: 1. ONober 1909 bis 30. September 1911. Zur Vornahme der Wahl laden wir die Herren Arbeitgeber zu Mittwoob, den 22. September 1909, abends von 5—8 Uhr, in das Lokal der Herren Gebrüder Arnhold, Frankfurter Chausse 5, Zimmer rechts vom Haupteiogaag, hiermit ergebenst ein. Die Kasienmitglieder, die in zwei Abteilungen wählen, laden wir zur Vornahme der Wahl und zwar die 1. Wahlabteilung, umsasjend die Bc- triebe östlich der Gürtelstraße, der Dorsstraße und deS Weißcnsecr Weges, ausschließlich der drei genannten Siraßen, sowie die Kassenmilglicder, die in WilhelmSberg beschästigt sind, zum Moniag. den 20. September 1909, aoendS von 4—8 Uhr, in das Lokal von Gebr. Arnhold, Frankfurter Chaussee 6, die zweite Wahlabteilung, umsasjend die Betriebe in der Gürtelstraße, der Dorfftraße und des Weißenseer Weges, sowie den OrtSteil wesllich dieses Straßen- zuges zum Dienstag, den 21. Seplember 1909, abends von 4—8 Uhr. in das Lokal von Gebr. Arnbeld, Frankfurter Chaussee 5, hiermit ergebenst ein. Die Kasienmitglieder, die ihre Bei- träge selbst zahlen(steiwillige Mit- giicder) wählen in der Abteilung, in der ihre Wohnung belegen ist. Die Arbeitgeber haben aus ihrer Mitte «3 Delegierte, die Kassenmitglieder der 1. Wahl- abtcilung so Delegierte und 30 Frsatxmänner, die Kasscnmitglicdcr der 2. Wahl- abteilung «0 Delegierte und 20 Ersatzmänner, mittels geheimer Wahl zu wählen. Die Wahlhandlung wird pünktlich eröffnet und gilt als Legitimation sür die Kasscnmitgtieder daS Mitglieds. buch oder Karte, für die Arbeitgeber die letzte Beitragsquittung. Zur zahlreichen Beteiligung ladet ein Der Kafienvorstanb. 277/12 0. Seikel. Dr. Schiinemann Spezialarzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke©dhfihenfit. «SochentagS 10—8. 5— 7. Die Harnleiden Ihre Cetahren, Verdatung und Beseitigung von Dp. med. Schaper, BERLIN- Preis I Mark. ■ He» Cousenh■ WKüutkbto.'skess» Meine Braut nnd Hoohzeits-Seiden sowie Seiden jeder Art von 1.00 bis zu den elegantesten Genres sind unerreicht an Güte und Preiswürdigkeit. Man verlange franko Muster oder besichtige zwanglos die ausgestellten Samt- und Seiden- Läger. Man adressiere genau: Seiden- Herzog BERLIN SW., Lelpzigerstr. 79 I. | Billigste Bezugsquelle I nUfig-Traaergariierohei IWestmaunsl Trauer-Magazin | Berlin W., Mohrenstr. 37a I NO., Gr. Frankf. Str. 115.1 I Genaue Beachtung| | meiner Firma u. Haus- 1 nummer geboten! rr> für Werkstatt und Fabrik mit Schirm grün emaill. Mk. 3,50 komplett mit Kieinsteller 3,60 Mk. Bester Invert-Brenner f. Woh nung U.Geschäft weiß grün schwarz emailliert Mk. 3,56 komplett. Billig und praktisch. 236/13* Keine Steuern— kein Streichbotz Zigarrrenamüniler 1,25 Mk. Geringst. Gasverbrauch J. Ramann, Fabrik für moderne Beleuchtung Warschauer Str. 41-42 (Industriepelast), b. Hochb.- u. Stadtbahnstat. Worsohauerbr. V.«. Händler gesucht! � Kostüme! SiSp-iiHtP?- Montag— Dienstag! lagei Herbstmodelle! IS.». 28, 40, SIL m, 200 PhantaslesModelle! 711 M cn hjo M M WaW-,«ti frroßem Teil ühAr Has"DonDeltö Ifll WW UlU lill«bvVi Entsprecbend obigen Preisen herabgesetzt: Auswahl I Moderne Ausführungen! Wort zu großem Teil über das Doppelte Durchweg nur feinstes gediegenes Originalfabrikat, auf bestem Futtar gearbeitet, in vielen hundert verschiedenen eleganten, schicken Ausführungen! Mäntel X Paletots X Jacketts X Uebergangsraäntel Enorme PlüschsKonlektlon Abend> und Theater>Mäntel Kleider X X Röcke X X Blusen Gratis an diesen beiden Tagen: Stoff zu einem eleganten Bordürenrock bei Einkauf von schon M. 12.— an! Noch vorhandene Sommer-Konfektion für jeden annehmbaren Preis! Sonntag geöffnet 8—10, 12—2 Uhr! Besuch möglichst vormittags erboten! ■ Wichtig für Damen von starker Figur I"VQ MM- Große Auswahl In weiten Größen t-MM Westmanns Spezialhaus für Damen-Honfehtion Hwiptgesohut. Berlin W.. MohrenstraBa 37a{ d" «d Berlin NO., Gr. Frankfurter Str. IIS( � Allen Parteigenossen und Ge nolsiunen, Freunden und Be. I kannten hiermit die traurige I Nachricht, daß am Donnerstag abend um 8 Uhr unsere innig. geliebte, herzensgute Tochter, schlvester. Schwägerin und Tante, Frau Witwe ' Margarete Navenstein gob. Glclnert im Alter von 32 Jahren nach U/,tägigcm, schwerem Kranken- lager aus dem Leben geschieden ist. Dies zeigen ttesbctrübt an Die trauernden Hinterbliebenen Frau« Glclnert sen. Klara Glelnert geb. Barth. Franz Glclnert luu. Frida Walter geb. Qleinert. Fugen Glelnert. Artur Glelnert. Klürchen Glelnert. Faul Schmidt. Schwager Paul Walter. Schwägerin Amalie Glelnert geb. Sosznlck. Die Beerdigung findet am Montagnachmittag um 5'/, Uhr vom Tranerhause, Müllerstr.>63a, aus nach dem Städtischen Fried- Hose in der Müllerstraße, Ecke Seestraße, statt. 1373b Vedes- Anzeige. Freunden und Genossen hier. mit die Nachricht, daß meine liebe Frau Vor» gestern morgen 6'/, Uhr nach langer Krankheit entjchlasen ist. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 13. September, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des Philipp- Apostel. Kirchhoses, Müllerstraße, aus statt. Bernhard StclnhllnBcr, Aboisstr. 6. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber, unvergeßlicher Sohn und Bruder .AfüirWidirnann nnchschweremLeidenimLO.Lebcns- jähre am 9. d. M. verstorben ist. Um stille Teilnahme bitten Di» trauernden Hinterbliebenen. Familie Wichmann, Bimmenftr. 84. Die Beerdigung findet am Montag, den 13. September, nach- mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- Halle deS Vtrchow-Krankenhauses, Eingang Silterslraße, nach dem Städtischen Fricdhos, Müller- und Seestraßen-Ecke, statt. 24392 Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes• Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Ksri Patzwahl gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Dte Beerdigung findet am Dienstag, den 14. d. M., nach- mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- Halle des Nieder- Schönewetder Kirchhofes aus statt. Rege Befestigung wird erwartet. 122/15 Die Drisverwaitunp. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, Vaters, Echwieger- und Großvater«, deS Schlossers llndoli Becker sagen wir hiermit allen Freunden und Betmniten, insbesondere den Kollegen der Firma Panzer unseren herz- iichen Dank. Wwe. Ida Becker. Danksagung. ür die Beweise herzlicher Teil- nähme bei der Trauerseier deS Nestau- rateurs Herrn Paul Pankopf sage ich allen Freunden und Be- kannten sowie dem 6. Wahlkreis, ins- besondere der Ftrina G. Hähne, meinen besten Dank. 21402 B. Klaffort. S «erlw. 7 teppdeiken kausi man nur am betten unb btülflflfn dtrekl tn der ftobrtf Boxohtrd»trohm»Dd«l, 7S Wallstr. 72. September,« nachm. 4 Uhr, von der Leichen- z halle des städtischen Friedhofes � in Friedrichsselde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht| Der Vorstand. 3 SozialiiemokFaliscberWalilyerEiD des 6. Bsrl. Reiclislags-Walilltrelses. Todes- Anzeige. Am Freitag, den 10. Septem- ber, verstarb unser Mitglied, der Arbeiter MigTist Grabert Schönholzer Straße 14. Ehre fciiu'i« Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 13. September, nachmittags 3 Uhr, vom Kranlenhause Moabit nach dem Fricdhos d« Zionsgemeinde in Nieder-Schön- Hausen-Nordend stait. Uni rege Beteiligung ersucht 230/15 Der Verstand. wtralvekbailS der Glasarbeiter und Arbeiterinnen DEutschiauds. Ortsverwaltung Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Wagenschleiser August Grabert am 10. d. Mts. verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 13. d. Mts., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen Krankenhauses Moabit, Turmstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 73/10 Die Ortsverwaltung.> Verein derStereotypeureund Galvanopiastiker Berlins und Umgegend. Den Kollegen zur Nachricht, daß am Mittwoch, den 8. d. M., unser langjähriges Mitglied, der Kollege (Zustav Grimra durch schwere, unheilbare Krank. heit zur Verzweiflung getrieben, freiwillig aus dem Leben schied. Wir werden sein Andenken stets in Ehre» halten 1 Die Beerdigung findet am Montag, den 13. d. Mts., abend» 6 Uhr, von der Leichenhalle deS Heilig Kreuz-Kirchhos», Marien« dors, Eisenacher Str. 62, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 288/10 Der Vorstand. Am Mittwoch, den 8. Septem» ber, verstarb unser lieber Mit- arbeiter, drr Stereotypeur (Zustav.(irlmm im Alter von 39 Jahren. Ehre seinem Andenk«»! Das Personal der Buehdrueherei H. S. Hermann. Die Beerdigung silidct Montag, den 13. September, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle de» Heilig-Kreuz-Ktrchhoses(Marien- dors) aus statt. 1410b VeM der Blieb- uod Steiiidröckerei-Hilfsarbelter u. Mitei'Wen Oeutseblaniis. Ortsvcrwaltnng Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Anleger Max Hannemann am Donnerstag, 9. September, gestorben ist. Ehre seinem Andenken 1 Die Beerdigung findet am Montag, den 13. d. M., nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral-FriedhosS in Friedrichs- stlde aus statt. 27/10 Die Ortsverwaltung. Danksagnttg. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie dte überaus zahl- reichen Blumenspenden bei der Beerbt- rng meines lieben ManneS uub aterS, des Putzers August Sperling sagen wir allen Teilnehmern, ins« besondere dem Gesangverein der Putzer, herzlichen Dank. 137gb Witwe Sperling __ und Tochter,_ Dr. Simmel Spezial-Arzl• für Haut- und Harnleiden. Prlnzenstr. 41,«ShÄ, 10—2, 5—7. Souatage 10—12, 2—4. AL EX AN DER P LATZ Leipziger Str.; Versand-Abteilung Versand nach ausserhalb erfolgt prompt FRANKPÜRIER ALLEE Grosser Handschuh- Verkauf soweit Vorrat Damen- r deutsches Und Bsterr. Fabrik., färb., schwarz und weiss, 2 Druckkn, Schwedisch französ, Fa- brikat, farbig: schwarz und weisSi3 �Kn. 85 Pf. Ziegenleder-Glaces Ziegenleder-Suädes deutsches Fabrikat, in allen mod. Farbep, 3 Druckkn,. � 0Q französ. Fabrikat, la Qua« lität, 3 Knöpfe..... V. 1 ÜPiDncitiiSflrlfiii* Spezialmarke; Chevfeau de Paris erstklassiges iraozösisches Fabrikat'S 95 UaillCll*I.ICUCIllCUI/l In allen modernen Farben................................. 2 Druckknöpfe| \VT III ln»-iure«!!) ftfT In la � an JJamen-Waschleder HOpf. ssr 1 Lange Ziegenleder Moutiue�ires 245 350 Herren-Glaces Damen- W. K\m 275 M 350 450 Kinde r-Glaces 2.Dru�tiknöpfo x.'.'.-.-.« 35pr. ..».... 5 aus Lammleder mit Pruckverschluss............ viF Pf. �' VuroKfardsr und StSPfior aus ScKNsdisotilsder mit vruokverseliluss hange Iriket-IVlousguetaires 42 Lange reinwollene weisse Strickhandschuhe c. 45-50 50, 80» Diese Woche; Konf ektionS" Ausstellung Pariser und anderer Modelle Während der Musstellung j Wrener Woll- Blusen ÄÄe'o r.n. l".9.".d.e?.v!1; 8�5 1150 1375 1650 Extra-Vetkauf im Lichthof| Spitzen- Blusen 5« auf 750 975 1350 1850 Deutsche, sowie amerikanische Zigarettenraucber sind einig in der fieartef lung dieser hervorragenden Zigarette! In Zigarren-Geschäften zn haben! Wohlfahrts« Lotterie Ziehung 13. und 14. Okiober 1909. Gesamtbetrag der Gewinne I. W.». Mark 8SOOO «e�.zewlnna M. 30000, 20000 10000, 5000- Lose i 3 Mark, Porto und Liste 30 Plennij extra, iu haben in allen Lotterie- und Zigarren- Geschäften sowie beim Qcneraldebit Paul Steinberg& Co., G. m b. H., Bankgeschäft, Berlin C. Rosenthaier Str. 1 1-12. sa* rsrk fast schmerzlos, speziell llännZlSleßn M- ,'00 für nervöse u.!sÄg5lUche Personen zu empfehlen. Zal)n-IPraxis Carllüudolpl) Unter Oberleitung von praktischen Zahnärzten. I. Praxis N. Elsasserstr. 14, 1. IV. Praxis NO. Palisadenstraße 106, I. II. SW. Friedrichstr.3ä, l.j V.„ Moabit, Huttenstraße 66, II. Illl... S. Oranienstr. 61, ll.l VI.„ Charlottb., Wilmersdorfer 117. Nur echt sind______ --- wenn die Umhüllung unsere gesetzlich gesch. KrOHG trägt. Ein Würfel � Pfennig Rixdorfer! kaust Eure Herreu- und Knabe«- Garderobe bei 22952» Behrens, Kaiser-Friedrich-Strasie 226. 1 23042* ;;;;; Perser Größte Auswahl! Billigste Preise! auf Teilzahlung Anerkannt 'm� Goldstaub'«rt8le ZflSSenerStr.38E!Ül!: Arteilsloslsknit und Krankheit, Ecke Gneisenaustraße. Kein Abzahlungsgeschäft! topfen echter Perser von wunderbarer Farbenpracht auf beiden Seilen benutzbar. Ungefähre Größe 90X185 cm M. 3,75(bish. 6.00) 130X200„„ 5,50 f„ 8,25) 160X230„ 8,75(„ 12,75) 200X300„„ 12,76)„ 18,50) 250X350„„ 21,50 f 28,50) 300X400„„ 28,75(„ 39,00) Passende Bett- u. Pult-Teppiche Stück 75 Pf., 1,00 und 1,50 M. Nach auswärts per Nachnahme. Teppich-Spezial-Haus |j� Emil Berlin Süd. Seit 1882 nur Oranienstf. 158. Habe nirgends Filialen! Mein neuer rraelit- Katalog für Innen-Dekoration mit oa. 650 Abbildungen gratis u. franko. efevre Verantwortlicher Redakteur; Emil Uager, Berlin. Für den gnseratenteil versntw.: Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärt» vuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer Si Co., Berlin SW, s(.2ib. auiiiiw 4. Dttlllßt in Jofiii'te" s«M>-gu2�tpimbtt« MWBi�weMwaag—Bii————— b——ag— a—>»>»»»"■"■i 11»«« i Dl? Wählkrlistk» m FkMWMHZ liegen nur heute, Sonntag von mittags 12 Uhr bis nach- mittags 5 Uhr, sowie Montag und Dienstag von mittags 12 Uhr bis abends 8 Uhr zur Einsichtnahme an den gestern bekannt gegebenen Stellen aus. Versäume kein Wähler, sich seines ohnehin miserablen Landtagswahlrechts zu vergewissern. Bei Einsichtnahme in die Wählerlisten ist es notwendig, eine Legitimation mitzunehmen. Als solche dient am zweck- mäßigsten die letzte Steuerquittung. Der rrsSe-linionz-Uongreö. London, 9. September.(Eig. Bcr.) In der britischen Arbeiterschaft besteht der Gebrauch, „krateroat delsZstes"(brüderliche Delegierte) von einer Organisation zu den Kongressen anderer Organisationen zu schicken. So delegieren die Genossenschaften, die Arbeiter- Partei, der Allgemeine Verband der Gewerkschaften je zwei oder drei Mitglieder zum Tradc-Ilnions-Kongrcß, um diesem Grüße zu überbringen. Der Tradc-Unions-Llongreß schickt jedes Jahr zwei kraternal dslsKates zum Kongreß der ameri- kanischcn Föderation der Arbeit(G. F. L.), ebenso sendet letztere einige brüderliche Delegierte zum britischen Trade- Unions-Kongreß. In diesem Jahre delegierte die ameri- kanische G. F. L. G o m p c r s, B a r g e r und Frey, die gestern in längeren Reden die Grüße der amerikanischen Arbeiter dem britischen Trade-Unions-Kongresse in Jpswich überbrachten. G o m p e r s erinnerte daran, daß er geborener Engländer sei und in den Vereinigten Staaten als GeWerk- fchaftlcr für dieselben Ziele wirke, wie die britischen Trade- Unions in England. Der Tradc-Unionismus sei eine große konstruktive Kraft und enthalte Elemente, die hervorragende staatsmännische Begabung besitzen. Die Trade-IInions seien kämpfende, aggressive Körperschaften und suchen Ideale zu verwirklichen, die des menschlichen Geistes würdig seien. Es gebe zwei Dinge, auf die die Gewerkschaften ihre Hauptaufnicrksam- keit richten müßten: die Aufrechterhaltung der Strcikwaffe und der Kampf für kürzere Arbeitszeit. Geiverkschaften dürfen sich nie dazu hergeben, auf den Streik zu verzichten. Ebenso dürfen sie nie vergessen, daß von der Verkürzung der Arbeitszeit jeder soziale Fortschritt abhänge. Im Namen der amerikanischen Arbeiter versichere er dem Kongreß, daß die Amerikaner alles tun werden, die Bande der Brüderlichkeit, die die Arbeiter der ganzen Welt umschlingen, durch Wort und Tat zu befestigen. Nachdem die übrigen zwei Amerikaner gesprochen hatten, erhielt Keir Hardie als Delegierter der Arbeiter- Partei das Wort. Der Präsident Shacklcton stellte Hardie dem Kongresse mit folgenden Worten vor�„Die Anwesenheit Hardies ist ein Beweis für die Einheit der britischen Arbeiter- bewegung. Hardie ist ein Trade-Unionist, aber seit vielen Jahren leitete er die Jndcpendent Labour Party. Er ist einer der tapfersten Sozialisten und der besten Freunde des Trade- Unionismus." Hardie, der— im Gegensatz zu Gompers— mit stürmischem Beifall empfangen wurde, führte aus: „Ich bin hier, um dem Kongreß die Grüße eines seiner jüngsten Kinder(der Arbeiterpartei) zu überbringen. Und die Jugend ist gewöhnlich selbstbeivußt und hält sich für einzig- artig.(Beifall und Heiterkeit.) Vor 22 Jahren war ich zum erstenmal Delegierter eines Trade-Unions-Kongrcsses und spielte die Rolle eines Heißspornes. Und in dieser Rolle bin ich ge- blieben. Denn wir dürfen die Kampfstimniung nicht aufgeben. Unsere Gegner freuen sich schon im voraus, daß die Lordrichter das Urteil über die Ungesetzlichkeit der politischen Beiträge der Gewerkschaften für die Arbeiterpartei bestätigen werden. Allein wir sehen dem Urteile der Lordrichter mit Interesse, aber ohne Sorge entgegen.(Beifall.) Den Schilling(1 Mark), den die Tradc-Unionisten jetzt für die Arbeiterpartei zahlen. werden sie— wenn die Lords das Urteil der zweiten Instanz bestätigen— freiwillig und gerne zahlen.(Beifall.) Auch die Haltung der Trade-Unions hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten geändert. Früher waren die Trade-Unions Gegner der staatlichen Einmischung; jetzt aber streben wir. den Staat soviel als möglich in Anspruch zu nehmen. Heute nehmen wir den gesetzlichen Achtstundentag gerne an; ja, »vir sind soweit, die'Nationalisierung der Produktionsmittel zu verlangen. Die Arbeiterpartei hat an die Spitze ihres Pro- gramms das Recht auf Arbeit gestellt, um vor allem die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Die Regierung versucht jetzt. dieses Prinzip einigermaßen auszuführen': „Eine Vorlage betreffend Arbeitslosenversicherung tvird gegenwärtig von der Negierung ausgearbeitet. Dann sollen Aufforstungen. Urbarmachung unentwickelter Ländcrcien. Straßenbauten in Angriff genommen werden. um die Arbeitslosen zu beschäftigen. Ein Wort sagt:„Einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul",»voraus man schließen könnte.»vir sollten der Regierung gegenüber unsere oppositionelle und kritische Haltung aufgeben. Aber es gibt noch ein älteres Sprichwort, das sagt:„Fürchte die Griechen, wenn sie Geschenke bringen." Die Regierung geht zlvar auf die Arbeiterforderungen ein, aber doch mir,»vcil bereits 31 Arbeitervertreter ini Parlamente sitzen. Die Trade- Unionisten dürfen in ihrer Energie, ihrer Wachsainkeit nicht nachlassen. Wir dürfen es nie gestatte»», daß die Konzessionen, die die Regierung den Arbeitern»nacht, die Kainpflust der Trade-Unions schivächt.(Beifall.) Heute haben»vir 31 Arbeiter- abgeordnete und die Regierung»vird arbciterfreundlich. Wenn wir im nächsten Parlament 60 oder 70 Arbeitervertreter haben, so »vird die Regierung noch arbciterfrcundlicher»Verden. Ueber diesen Plinkt dürfen keine Mißverständnisse entstehen: Die erlangten Reformen> i n d die E r g e b»» i s s e des Wirkens der Arbeiter- uild sozia- l i st i s ch c n V e>v c g u»i g. Wenn die Arbeiter selber nicht, für ihre eigenen Interessen tun wollten, so»vürde nichts ge- schehen. Denn man kann keine soziale Reformen von den- jenigen Klassen erwarten, deren Interessen im Gegensatz zu denen Iber Arbeiter stehen. Ich bin Sozialist, da der Sozialismus alle Interessen der Arbeiter in sich enthält. Die Arbeiterpartei ist eine Organisation, die die Trade-Ultionisten und Sozialisten ver- einigt bis zu einem Punkte, wo beide in Uebereinstimmung sind. Inzwischen sind Erziehung, Erfahrung, Beschäftigungs- losigkeit und Armut an der Arbeit, die sozialistische Ueber- zeugung zu verbreiten, daß die Arbeiterklasse, zu der wir alle gehören, erst dann eine mcnscheiüvürdige Existenz finden»vird, wenn die Produktions, nsttel in den Besitz der ganzen Gesell- schaft übergegangen sind."(Beifall.) Sodann sprachen Appleton und Folger vom Allgemeinen Verband der Trade-Unions. Es wurden Resolutionen angenommen gegen den Mili- tarismus, gegen den Kost- und Logiszwang der Ladengchilfen, für Einholung von J», for»Nationen über die Unterrichtskurse der deutschen Getverk- s ch a f t e n, für Ernennung eines besonderen Arbeitsministers, schließlich gegen die Erlaubnis der Militärbehörden, Militär- kapellen in Kwtkurrcnz gegen Privatmusiker spielen zu lassen. Sie unheilvollen folgen Ser Cabahfleuer im Königreich Sachsen. In der„Dresdener Volkszeitung" veröffentlicht der Dresdener Gauleiter des Deutschen Tabakarbeiterverbandes, O. Wenzel, eine Darstellung der schlimmen Folgen, die das Verbrechen des Schnaps- blocks über die Tabarproletarier Sachsens briirgt, der»vir folgendes entnehmen: „Im Königreich Sachsen zeigt es sich schon jetzt, daß die Schäden der Tabaksteuer»vcit schlimmer find, als man ahnte. Von der Gauleitung des Tabakarbeiterverbandes für den lt. Gau wurde eine Umfrage bezüglich der Tabaksteuerwirkuugen für die Zeit vom 15. bis 31. August veranstaltet. Von 57 Zahl- stellen haben 46 daS Material eingesandt. Die zusammengestellten Tatsachenberichte ergeben folgendes Situationsbild: h Entlassungen von Arbeitern. In 41 Betrieben sind 63 männliche und 413»veibliche, zusainmen 476 Arbeiter als gänzlich entlassen gemeldet. Bis 31. August kommen seit Inkrafttreten der Steuer auf diese insgesamt 5285 Arbeitslosentage. Rechnen wir pro Tag einen Durchschnittsver- dienst von 3 M., so beträgt der dadurch entstandene Lohnausfall 16 576 M. Daß diese Arbeitslosen jetzt in anderen Tabakfabrikcn unterkommen können, ist völlig ausgeschlossen. Zur Leistung anderer Arbeit ist ihr schlvächlicher Körper vielfach nicht geeignet, und so gehen diese einer mehr als trüben Zukunft entgegen. Dem Hunger und dem Elend sind sie überliefert. 2. Tagelang aussetze» oder feiern mußten in 61 Betrieben 1385 männliche und 4661 weibliche, zu- sammen 5446 Personen. Die Zahl der verlorenen Arbeitstage be- ziffert sich auf insgesamt 26 283, der Lohnausfall nach obiger Be- rcchnung 52 566 M. Bon diesen 5446 Personen müssen über den 31. August hinaus 244 Personen auf unbestimmte Zeit noch»oeiter feiern. Mehrere Hundert werden vom September an auf Wochen hinaus aussetzen müssen. 3. Verkürzte Arbeitszeit haben in 29 Betrieben 483 männliche und 1726»veibliche, zusammen 2263 Arbeiter. Die Reduzierung ist zum Teil tief einschneidend. So ist u. a. die Arbeitszeit verkürzt: hei 126 Personen um 13 Stunden»vöcheutlich ., 652..., 26 „ 266„„ 22 „37„ 24 . 242.. 27 •„ 267.„36 Die Gesamtzahl der Arbeitsstunden, welche diesen 2263 Per- sonen bisher und fortan weniger zum Erlverb des Unterhaltes zur Verfügung steht, beziffert sich pro Woche auf 42 249 Stunden oder 4694 Tage(1 Tag— 9 Stunden gerechnet) pro Woche, was einen Lohnausfall von mindestens 9388 M. wöchentlich bedeutet. Im Durchschnitt macht dies für jeden Betroffenen wöchentlich 4 bis 5 M. aus. 4. Pensum oder Stückzahl ist in 36 Betrieben 518 männlichen und 1857 weiblichen, zusammen 2385 Personen, vorgeschrieben worden. Die Reduzierung der wöchentlich zu leistenden Menge beträgt Va bis Vz der früheren Produktion. Bei 1364 Personen ist die Stückzahl auf die Hälfte herabgesetzt. Ein wöchentlicher Verlust von insgesamt 53 167 Ar- beitsstunden oder 5961 Tagen mit einem Lohnausfall von 11 862 Mark haben diese Arbeiter Woche für Woche zu erleiden. Während Tausende freier Arbeiter und Arbeiterinnen in ihren Erlverbs- verhältnisien schlver beeinträchtigt sind,»Verden die Insassen der Strafanstalt zu Waldheim— wie uns mitgeteilt lvurdc— in gleicher Anzahl wie sonst mit der«Herstellung von Zigarren be- schäftigt. Die freien Arbeiter der betreffenden Firmen sind ent- weder entlassen oder müssen auf längere Zeit aussetzen. Soziale Gerechtigkeit! Alle vorgenannten Lohnsummen werden aber den an und für sich schon ganz erbärmlich gestellten Tabakarbcitcrn nicht nur fehlen, sondern sie sind damit gleichzeitig dem allgemeinen Wirt- schaftslcben entzogen. Zwar haben Reichstag und Regierung einen Unterstützungsfonds für die geschädigten Tabakarbeiter geschaffen; doch»vird die ganze Lächerlichkeit des Viermillionenfonds durch vor- stehende Lohnbercchnungen zur Evidenz bewiesen. Giesberts, der christliche Arbeitersekretär, kann»virklich stolz sein auf seinen ihin von der Regierung diktierten Antrag, nur 4 Millionen Mark auf zwei Jahre Unterstützung festzusetzen. Etiva 85 666 M. beträgt allein der Lohnausfall der sächsische», Tabakarbeiter in. 14 Tagen. Da sollen 4 Millionen Mark für ganz Deutschland zwei Jahre lang reichen?! Wenn schon allein in Sachsen so gelvaltige Schädigungen zu verzeichnen sind, kann man sich annähernd ein Bild des krasse st en Elends ausmalen, das sich durch Zusammen- stellung der Tatsachen aus dem Reiche ergeben muß. Dabei stehen wir noch am Anfang der Krise. Das ganze Elend, welches die Raubpolitik des Schnapsblocks über die Tabakarbeiter gebracht hat, wird sich erst in seiner ganzen Größe offenbaren, wenn die jetzt leeren Läger sich gefüllt haben. Masseuentlassuiigen sind schon an- gekündigt. Was bedeuten demgegenüber die 4 Millionen? Daß sie nicht aiisreichen können, un, die hereingebrochene und noch bevor- stehende Not zu lindern, scheint den Behörden selbst einzuleuchten. Man kann es wenigstens annehmen,»venu man weiß, daß schon über 14 Tage seit Einreichung vieler Unterstützungsgcsuche ver- strichen sind, die Arbeiter aber noch nichts erhalten haben. Hat die Behörde Sorge, daß der Fonds zu schnell verbraucht wird, wenn »nan die Gesuche etwaL rascher erledigt? Im Interesse der schiver geschädigten Arbeiter ist ein schnelleres Handeln dringend geböte»». Die Arbeitslosigkeit und Erwervsveschränkung der Arbeiter scheinen auch die Unternehmer für Lohnreduzierungen ausnützen zu»vollen. Dieselben Fabrikanten, die als Mitglieder des Deutschen Tabakvereins der Regierung 46 Millionen Steilern an- geboten haben, wagen es, den erbärmlichen Lohn der Arbeiter an- gefichts der ungeheuerlichen Verteuerung der ganzen Lebenshaltung des Volkes noch zu kürzen!" Es wäre wünschenswert, daß alle Gauleitungen des Deutschen Tabakarbeitervcrbandes für ihre Bezirke solche Feststellungen träfen und veröffentlichten. So wird den Parteien des Schnaps- blocks kräftig eingeheizt. Partei- Mgdegendeiten. Britz-Buckow. Dienstag, 14. September, abends SV* Uhr, findet im„Buschkrug", Nudower Straße 5l, die Versammlung des Wahl- Vereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Lehmann über:„Kirche und Schule". 2. Diskussion. 3. Verschiede», es. Der Vorstand. Martendorf. Dienstag abend 8� Uhr: Mitgliederversammlung des Wahlvereins bei Lucas, Königstr. 12. Tagesordnung: Vortrag:„Was fordern wir von der Gemeinde?" Aufstellung des Kandidaten zur Geineindevertreterwahl. Verschiedenes. '_ Der Vorstand. BeHimr JHadmcbtem Wahlinachen. Die nächsten Wochen»Verden»mier dem Zeichen der Wahlbelvcgung stehen. Landtagsersatzwahlen und Stadt- verordnetemvahlen nehmen das Interesse und die Arbeitskraft der Genossen in erhöhtem Maße in Anspruch. Der Umstand, daß die Landtagsersatzlvahlen viele Monate hinausgezogen tvurdcn und erst auf den 26. Oktober festgesetzt sind,»vährend die Stadtverordnetemvahlen am 3. November stattfinden, trägt dazu bei, daß die Wahlagitation in den Bezirken, die beide Wahlen vorzunehmen haben, nebeneinander herläuft. Und da die Parteien jede nach ihrer Art die Agitation be- treiben,»vird es ein schönes Dilrcheiiiander geben. Erhält heute ein Wähler ein Flugblatt oder eine Druck- fache von unserer Partei, die sich auf die L a n d t a g s>v a h l bezieht, ka:in er geivärtig sein, am gleichen Tage oder tags darauf ein von Freifumigen horruhrendes Flugblatt zu er- halten, das auf die Stadtver ordnete ntva hl Bezug hat und das kann wochenlang so gehen. Das ist ein Zu- stand, der natürlich keiner Partei erlvünscht sein kann. Wir müssen aber damit rechnen und uns in die Situation schicken. Doppelt erscksivert»Verden»vird die Agitatioiisarbeit dadurch, daß viele Wähler verziehen. Weil diese Wähler in dem Bezirk, in dem sie bisher gewohnt haben, auch nach dem Um- zug ihr Wahlrecht ausüben können, muß die neue Wohnung der verziehenden Wähler ermittelt»Verden, um sie zur Aus- Übung ihres Wahlrechts aufzufordern. Diese Seite der Wahl- arbeit ist schlverer noch als die bloße Flugblattverbreitung, aber auch»vichtiger. Sie erfordert eine große Gewisse»»- haftiakeit, wenn sie von Wert sein soll. An unsere Parteifreunde in den betreffenden Bezirke»? »Verden deshalb in den nächsten Wochen erhebliche Anforde- rungen gestellt»verden. Kaum eine Woche dürfte ins Land gehen, ohne daß an die Opferivilligkcit der Genossen appelliert »vird. Und»venm unsere Freunde einigermaßen auf dem Damme sind,»vird keinem Helfer viel zugemutet»verde» brauchen. Unsere Gegner sind sehr rührig,»venu das auch »veniger in der Ocffentlichkeit in die Erscheinung tritt. In Hausbesitzer- und Grundbesitzervereinen, bei anderen Gelegen- heiten sind die Herren unter sich und wirken per- sönlich für ihre Sache. Viele Hausbesitzer sind ge- wissermaßen Vertrauensleute der Gegner und geben den Wahlkomitees nützliche und wertvolle Fingerzeige, eine Wahlunterstützung, die unsere Partei entbehren muß. Wir sind auf uns allein angelviesen, auf die Hilfe unserer tätigen Genossen. Wenn in den nächsten Wochen eifrig gearbeitet wird, wird der Erfolg nicht ausbleiben. Sorgen wir alle dafür, daß die Sicgeshoffnungen unserer Gegner durch zahlreiche Beteiligung an den Wahlarbeiten zu schänden»verden. Erprobte Mittel gegen tierische Schädlinge betrifft ein neucd Flugblatt der kaiserlichen Biologischen Anstalt für Land- und Fcrstlvirtschaft, das von Dr. Martin Schwarz verfaßt ist. Die Zahl der angepriesenen Mittel ist jetzt so angewachsen, daß es schwer ist, das Brauchbare herauszufinden. Das Flugblatt will deshalb dem Landlvirt und Gärtner die Auswahl erleichtern. Es enthält Maßregeln zur Bekämpfung der häufigeren schädlichen niederen. Tiere, solveit ihnen mit chemischen Mitteln beizukommcn ist. Von den fertig käuflichen Präparaten haben sich bei den Versuchen nur wenige bewährt. Die Zusammenstellung enthält Mittel gegen Pflanzenschädlinge solvie gegen Wirtschaftsschädlinge. Bei den Mitteln gegen Pflanzenschädlinge unterscheidet man Spritz-, Be- stäubungs-, Raucher- und Streichmittel, Spritzmittel sind in müg- lichst feiner Verteilung auf die Pflanzen zu bringen. Es gibt solche gegen Blattläuse, Weißtannenläuse, Blutläuse, Schildläuse, Ringelspinnerraupen, Blattwcspenlarvcn, Goldafter-, Gespinst- mottenraupen, Rübenblattwespcn usiv. Bestäubungsmittel wendet man an gegen Nacktschnecken, Blattrandkäfer, Erdbeerblütenstecher, Rapsglanzkäfer usw. Als Wirtschaftsschädlinge werden insbeson- dere Fliegen. Kornläfer, Wanzen, Zecken, Bohrkäfer, Motten, Stechmückcken, Ameisen und Küchenschaben bekämpft. Wenn der Fiskus ctivas zurückgibt. Die Gesamtstempelbeträge, deren Niederschläge oder Erstattung aus Billigkeitsgründcn im Laufe eines Rechnungsjahres angeordnet oder abgelehnt trurd, ist nach einer Verfügung des Justizministers von dem Landgerichts- Präsidenten dem Oberlandesgerichtspräsidenten anzuzeigen. Die Anzeige hat auch die Fälle zu umfassen, in denen die endgültige Entscheidung auf Beschwerde getroffen worden ist. Der Gesamt- betrag ist für jede der vorbezeichneten Bestimmungen besonders anzugeben, getrennt nach Erstattungen, Niederschlagungen und Ermäßigungen einerseits und nach Ablehnungen andererseits. Sind Anträge auf Erstattung oder Ermäßigung von Stempeln in dem abgelaufenen Rechnungsjahre nicht gestellt worden, so»st Fehlanzeige zu erstalten. Der Oberlandesgerichtspräsident bar jetzt eine Zusammenstellung der für die Bezirke des Landgmcvts mitgeteilten Gesamtbeträge bis zum 1. Juni jeden Jabres an das Justizministerium einzusenden�_ Zur Richtigkeit der Wählerlisten. Bei der Kontrolle der Wählerlisten ist es notwendig, sich nicht nur von der Eintragung des eigenen Namens zu überzeugen, son- dern die ganzen Listen gründlich zu prüfen. Man»vird dabei mancherlei nicht unwichtige Fehler finden. Es fehlen nicht nur viele Namen proletarischer Wähler, es sind auch Namen Ver- st o r b e n e r in der Liste stehen geblieben. Diese Fehler sind nicht so belanglos, als es auf den ersten Blick scheinen könnte, sie sind im Gegenteil oft dazu angetan, nicht unwesentliche Verschiebungen in den Wählerabteilungen z u u n g u n st e n der 3. Wählerklasse zu bewirken. Zur Jllustrierung ein Fall. Emer der reichsten Grundbesitzer eia KMssisstkn Bahnhof, Rentiex Karl M» steht noch in der Wählerliste, obgleich er schon% Jahre tot ist. $ln Stelle dieses„erstklassigen" Wählers, einer ehemaligen FrcisinnSsäule. werden einige der Höchstbesteuerten der L.Klasse in die 1. aufrücken und dafür wieder Wählern der 3. Klasse in der 2. Klasse Platz machen können. Bei solcher Verschiebung ist es nicht unmöglich, außer der 3. Klasse auch die 2. Klasse für uns zu erobern. ES ergxht deshalb nochmals an die Genossen die drin gcnde Mahnung: Seht euch die Wählerlisten gründlich an, Grosjfeucr kam gestern nachmittag gegen 4 Uhr auf dem Boden de? Vorderhauses Schönhauser Allee 57, einem gewaltigen neuen MietShause, zum Ausbruch. Als der 3. Zug aus der Oder berger Straße an der Brandstelle gegenüber dem alten Exerzier- platz an der einsamen Pappel eintraf, schlug ihm in dem Boden, der sich in einer Ausdehnung von 14 Fenster Front über fünf Wohnungen hinwegzog, dichter schwarzer, von Petroleum her- rührender Dampf und Ruß entgegen. Der Bodenraum stand in seiner ganzen Länge und Breite schon in Flammen. Ein Vor- dringen schien unmöglich. Zwei Türme über Erkervorbauten hatten schon Feuer gefangen. Brandmeister Sandberg ließ ange- sichts dieser gefährlichen Situation und der gefährdeten Nachbar- grundstücke„M i t t e l f e u e r" an alle Wachen melden. Schnell waren über 25 Fahrzeuge versammelt, lieber drei mechanische Leitern und über die total verqualmten Treppen wurden aus Tampsspritzen sechs Schlauchleitungen vorgenommen. Um 5 Uhr stürzte ein Teil des rechten Turmes vom Dache auf den Bürger- steig. Später folgten die brennenden Balken, die aber zum Teil nach innen fielen. In der Mitte, hoch oben auf einem massiven Giebel, thronte ein überlebensgroßer FriedenSengel. während ein Stockwerk tiefer die Feuerwehr mit dem entfesselten Element kämpfte. Der östliche Fahrdamm, war wegen der Einsturzgefahr mit dem Dürgersteig abgesperrt. Gegenüber auf der anderen Seite der Mee und der Promenade schauten Tausende den Lösch- arbeiten zu, die erst um 8 Uhr beendet waren. Die Aufräumungs- arbeiten werden noch längere Zeit dauern. Als die Feuerwehr abrückte, ließ sie eine Feuerwache auf der Brandstelle zurück. Der Schaden dürfte nicht unerheblich sein, denn der mächtige Dachstuhl ist vollständig vernichtet, auch haben der Treppenaufgang und fünf. Wohnungen durch Wasser gelitten. „Betrunken". In der„Vossischen Zeitung" wird erzählt, wie der P a st o r Eggert von der Heilandstirche„in ganz eigenartiger Weise ein Opfer der Verhältnisse der Großstadt geworden" sei. E., der un- verheiratet war, sei nach einer Erholungsreise auf der Rückfahrt nach Berlin erkrankt, so daß er sofort ein Hotel in der König- grätzer Straße aufsuchte. Hier habe er irre Reden geführt und den Eindruck eines Betrunkenen gemacht, doch sei er trotz» dem aufgenommen worden. Nachdem er die Nacht und auch den folgenden Tag in dem Hotel geblieben war, habe man im Laufe des nächsten Tages, anstatt nach Arzt und Polizei zu schicken, ihm den weiteren Aufenthalt verweigert. E. habe dann versucht, in einem anderen Hotel derselben Straße Aufnahme zu finden, sei jedoch abgewiesen und seinem Schicksal überlassen worden, und erst eine Privatperson habe schließlich seinen Zustand erkannt und für Unterkunft gesorgt. Ein nun herbeigerufener Arzt habe eine schwere, anscheinend typhöse Erkrankung festgestellt, doch sei die ärztliche Hilfe zu spät gekommen und E. sei bald dar« auf gestorben. Tie„Vossische Ztg." fügt hinzu, daß in einem kleinen Ort, wo jeder den anderen kenne, niemals in solchem Falle ein Kranker tagelang ohne Hilfe bleiben könne. Diese Darstellung klingt leider sehr glaubhaft, und ähnliche Borkommnisse sind in Berlin gewiß nicht selten. Doch es genügt nicht, sie lediglich au? den Verhältnissen der Großstadt zu er- klären. Auch in einer Großstadt könnte man sich ein bißchen mehr um den lieben Nächsten kümmern, auch einen Unbekannten brauchte man nicht seinem Schicksal zu überlassen. In den Hotels hielten sie Eggert nicht für krank, sondern„nur" für—„betrunken". Nur zu oft kann man auf der Straße beobachten, w i e rasch die Gedankenlosigkeit bereit ist, in einem schwankenden und zusammensinkenden Kran- k e n einen„Betrunkenen" zu sehen. Selbst wenn ein Polizist, der herbeikam, um„den Auflauf zu zerstreuen", den Kranken wegführt oder ihn in eine Droschke packt, fehlt es nicht an Leuten, die den„Betrunkenen" noch mit einem„Der Kerl ist ia bloß besoffen!" zu entsprechender Behandlung empfehlen. Das schnell fertige Urteil wurde dem Pastor Eggert, soweit die Mittei- lungcn des zitierten Blattes zutreffen, zu einem— Todesurteil. Weil daS Schicksal diesmal einen Pastor, ein Mitglied der bürgerlichen Klasse traf, erfahren wir davon durch die..Vossische Zeitung". Wäre ein Arbeiter als vermeintlich„Betrunkener" elend umgekommen— kein Hahn hätte danach gekräht! Daß übrigens auch ein wirklich Betrunkener nicht ohne Gefahr seinem Schicksal überlassen werden kann, das lehren die leider gar nicht so seltenen Fälle, wo Betrunkene auf der Polizei. wache in der Arrestzelle starben. ES zeigte sich da, daß eS für einen Betrunkenen nicht immer Gluck ist, von einern Polizisten aufgefunden und zu seinem ,,�chuh in polizeiliche „Obhut" genommen zu werden.. m L, Aber selbst wenn ein wirklich oder vermeintlich Betrunkener zunächst zu einem Arzt gebracht wird, kannS noch passieren, daß auch der erklärt, nichts weiter tun zu können und den Hilf- losen der Polizei überlassen zu müssen. Wir erinnern uns einiger Fälle, in denen Arbeiter von Aerzten als„nur be- trunken" abgefertigt und zu spät erst aus dem Polizeigewahrsam einem Krankenhaus zugeführt wurden. ES handelt sich um Vor- kommnisse, die sich auf Unfallstationen ereigneten und über die damals im„Vorwärts" berichtet wurde. Da war ein Arbeiter R.. den ein Schutzmann zur Unfallstation in der Schön- hauser Allee gebracht hatte, vom Arzt diesem Schutzmann als„nur betrunken" überlassen worden. Am nächsten Tage wurde N. als krank aus dem Polizeigewahrsam dem Friedrichshain-Kranken- Haus überwiesen, wo er am darauffolgenden Tage starb. Gehirn- blutung wurde jetzt als Todesursache genannt. Ebenso war cS auf der Unfallstation am Grünen Weg einem Arbeiter V. ergangen, der zweimal von verschiedenen Schutzleuten auf diese Unfallstation geführt und vom diensttuenden Arzt für„nur betrunken" erklärt wurde. Auch er kam in Polizeigewahrsam, wurde erst am anderen Tage von der Polizei an das Virchow-KrankenhauS abgeliefert und starb dort am darauffolgenden Tage. Diesmal ergab die Ob- duktion als Todesursache: Schädelbruch. Eine traurige Aufklärung hat das Verschwinden eine» hiesigen Zigarrenhändlers gefunden. Der 27jzhrige Zigarrenhändler Ernst Kreinberg wurde seit einer Woche von seinen Angehörigen vermißt. Gestern wurde nun aus dem Tegeler See die Leiche eines jungen Menschen gelandet, in der man den Verschwundenen rekognoszierte. Ob K. sich selbst das Leben genommen hat oder ob er das Opfer eines BootSunsalles geworden ist, konnte noch nicht aufgeklärt werden. Wahrscheinlicher ist daS letztere, da irgend welche Motive, die den jungen Mann hätten in den Tod treiben können, nicht vorlagen. Durch einen Dampfer in den Grund gebohrt. Ein aufregender Unglücksfall ereignete sich vorgestern abend gegen g Uhr auf der Oberspree in der Nähe des Restaurants„Wilhelminenhof". Zur genannten Zeit fuhren drei junge Leute in einem MietSboot die Spree entlang und versuchten unmittelbar vor einem herannahen- den Privatdampfer von der linken nach der rechten Uferseite zu fahren. Sie brachten das Manöver so kurz vor dem Schiffe zur Ausführung, daß der Kapitän des Dampfers nicht mehr in der Lage war, stoppen zu lassen oder dem Nachen auszuweichen. Dieser geriet direkt vor den Vordersteven und wurde zur Seite geschleu- I dert, ivobei die Insassen des BodteS, ein Techniker und zwei Kauf- leute aus Berlin, in das Wasser geschleudert wurden. Der Be- satzung deS Dampfers gelang eS, einen der gefährdeten Männer zu retten, während sich die beiden anderen durch Schwimmen in Sicherheit brachten. Das Boot, welches bei dem Zusammenstoß stark beschädigt worden ist, wurde gestern morgen in den Fluten treibend aufgefunden. Der Schwindler mit den 25 Zigarren. In verbesserter Auflage wird gegenwärtig ein alter Schwindel in Berlin und in den west- lichen Vororten betrieben. Ein unbekannter etwa 25 Jahre alter Mensch erscheint bei bessersituierten Familien, und sobald das Dienstpersonal anwesend ist, erklärt er, der Herr des Hauses habe eine Kiste Zigarren im Werte von 8 M. bestellt. Er überreicht dann eine Kiste, in der sich aber die oberste Schicht Zigarren, im Höchstfalle LS Stück, befinden, und zwar von der billigsten Sorte. Die 3 M. kassiert der Gauner, der eine gefälschte Quittung vorlegt, gleich ein. Unsaubere Kampfesweise. Um einem Gastwirt, in dessen Lokal der Zahlabend des 399. Bezirks(4. Kreis) tagt, eins auszuwischen, berichtete der„Freie Arbeiter" in seiner Nummer vom 28. August eine Episode, nach welcher der Gastwirt Wedekind in der Thorner Straße 63 der Mutter eines beim Rudern ertrunkenen Genossen gegenüber gefühlsroh gehandelt hätte. Er habe die Aufforderung der alleinstehenden Frau, sie zur Rekognoszierung der Leiche ihres ertrunkenen Sohnes zu begleiten, abgelehnt unter dem Hinweis, daß der verunglückte Genosse bei ihm nur wenig verzehrt hätte; sie solle nur zu dem„Pollacken" gehen, bei dem der Sohn sein ganzes Geld gelassen hätte. Wie uns berichtet wird, entspricht diese Darstellung nicht den Tatsachen. W. erklärt, gesagt zu haben, ir kenne ja den Sohn nicht, und habe die Frau zu dem anderen Gastwirt verwiesen, weil der Verstorbene da verkehrt habe und weil dieser Gastwirt den jungen Menschen kannte, was bei einer Rekognoszierung sehr wertvoll sei. W. hat den„Freien Arbeiter" aufgefordert, die ver- öffentlichte Darstellung zu berichtigen, Folge geleistet hat die Re- daktion aber der Aufforderung nicht. > Ehcdrama. In der Strausberger Straße hat ein russischer Ingenieur Walker seine Ehefrau durch Messerstiche lebensgefährlich verwundet und dann sich selbst erdolcht. Die Frau wurde in be- denklichcm Zustande nach dem Krankenhause gebracht, die Leiche des Mannes in der Wohnung beschlagnahmt.— Dazu wird noch ge- meldet: In dem Hause StrauSberaer Straße 4 wohnte seit 5 Monaten der am 27. Februar 1870 zu Kiew in Rußland geborene Ingenieur Alexander Walker mit seiner erst 21 Jahre alten Ehefrau Antonie, geborene Wittkawska, zunächst in einem möblierten Zimmer bei einem anderen Mieter, dann in einer eigenen Wohnung im Erd- aeschoß am Hofe. Walker kam hierher, um Studien mit einer Prüfung abzuschließen. Das Ehepaar lebte sehr zurückgezogen. Den Hausgenossen war die ungewöhnliche Eifersucht des Mannes be- kannt, sonst gab das Paar keine Veranlassung, sich mit ,hm zu bc- fassen. Diese Eifersucht ging so weit, daß Walker, wenn er ohne seine junge sehr musikalische Frau ausging, nicht nur die Tür ver- schloß, sondern auch oft noch den Spalt verklebte, um sehen zu können, ob jemand in seiner Abwesenheit die Tür geöffnet habe. Mit den wirtschaftlichen Verhältnissen schien es schlecht bestellt zu sein. Dieses und der Umstand, daß er die Prüfung nicht bestand, scheinen Walker auf den unseligen Gedanken gebracht zu haben, sich daS Leben zu nehmen und seine Frau mitsterben zu lassen. In einem Briefe freilich stellt er es so dar, als ob beide freiwiillg in den gemeinsamen Tod zu gehen beschlossen hätten. Das ist aber nicht wahrscheinlich. Der Brief enthält auch die Bitte um den Segen eines katholischen Geistlichen und um gemeinsames Grab, endlich Verfügungen über Sachen, die Walker auf Leihvertrag be- saß.— Heute mittag erschien die junge Frau plötzlich blutüberströmt an einem Fenster der Wohnung. Sie stieg dann auf eine Bank, öffnete das Fenster sprang auf den Hof heraus und brach hier zusammen. Die entsetzten Nachbarn holten den Hausverwalter und die Polizei, die nun in die Wohnung eindrangen, während die schwerverletzte Frau nach dem Krankenhaus am Fricdrichshain gebracht wurde. Walker lag, aus acht tiefen Brustwunden noch blutend, regungslos auf dem Bette, neben ihm ein Genickfänger. Ein Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Ein Stich hatte das Herz getroffen. Die Frau ist an Rücken und Brust schwer verletzt, lebt aber noch. Geld wurde nur noch wenig gefunden. Es ist wahrscheinlich der letzte Rest. Zwischen den Puffern totgedrückt. Einen schrecklichen Tod fand gestern nachmittag der Gutsbesitzer Michael aus Golzow bei Ebers- walde. M. hatte auf dem Golzower Bahnhof dem Verladen mehrerer Waggons Holz beigewohnt und aufgepatzt, daß die Ver- ladungen ordentlich vonstatten gingen. Beim Umrangieren eines bereits beladenen Güterwaggons geriet er so unglücklich zwischen die Puffer der anfahrenden Lokomotive und des Wagens, daß die Brust vollständig zermalmt wurde. M. war auf der Stelle tot. Ein alter bewährter Parteigenosse, Wilhelm Bartelt, begeht am 12. September seinen 79. Geburtstag in seltener Rüstig- keit und Frische. Der Partei seit ihrem Bestehen angehörend, hat er sich auch unter den ungünstigsten persönlichen Verhältnissen stets in hingebendster Weise in ihren Dienst gestellt. Noch jetzt ist er in seinem Bezirk im 4. Kreise ein eifriger und tätiger Genosse, der bei keiner Parteiarbeit fehlt und manchen jüngeren Genossen über- trifft. Hoffentlich ist eS ihm vergönnt, noch recht lange in gleicher Frische und Hingabe für seine Lebensideale zu wirken. Zirkus Albert Schumann eröffnet seine 11. Berliner Saison am Sonnabend, den 13. d. M., mit einer Gala-Premiere in seinem total veränderten und renovierten Zirkus in der Karlstraße. Der Männerchor„Fichte-Gcorginia 1879"(M. d. A.-S.-B.) feiert heute sein 39. Stiftungsfest durch ein Konzert im„Deutschen Hof", Luckauer Straße 15. DaS Programm ist ein gewähltes' und enthält unter anderem auch„Wanda", Ballade für Chor, Solo und Orchester. Abendkasse findet nicht statt. Die Königliche Sammlung für Deutsche Volkskunde, Kloster- stratze 33, ist in ihren erneuerten und erweiterten Räumen täglich, außer Montags, unentgeltlich zu besichtigen. Sie enthält eine Fülle echter deutscher Volkstrachten aus allen deutschen Gauen, eine An- zahl Original-Bauernstuben und viele hochinteressante Geräte der HauS- und Landwirtschaft auS älterer Zeit. Von Litauen bis Holland, von den Nordfriefcn bis zu den Alemannen und Bajuvaren können wir die Eigenart der deutschen Volksstämme an der Hand der reichen Sammlungen studieren. Außerdem sind in einem großen Saale zu vergleichender Uebersicht große Modelle von Bauernhäusern, reicher und mannigfaltiger Bauernschmuck. Bauerntöpfereien, schöne Frauenhauben und vielerlei Dinge auS- gestellt, die dem Gebiete von Volksglauben und Volksbrauch an- gehören. Ein Richarli-Wagner-Abend findet heute, Sonntag, den 12. Scp- tember, abends 7'A Uhr, im Gewerkschaftshause, Engeluser 15. unter Leitung von Margarete Walkotte statt. Einen Vortragsabend unter dem Titel: Hammer und AmboS veranstaltet Herr Fritz Richard vom Deutschen Theater cm Sonn- abend, den 18. September, im GewerkfchaftShauS. Im Zoologischen Garten ist dieser Tage ein höchst merk- würdiger, bisher niemals nach Deutschland lebend eingeführter Affe eingetroffen, der durch seine leuchtend rote Nasengcgcnd, auf der sich winzige weiße Härchen besinden, ungemein auffällt, zumal oaS Tier im übrigen ganz in einem einfarbig glänzend schwarzen Pelz gehüllt ist. Diese brasilianische Rotnase bewohnt einen Käfig des neuen Affenhauses zusammen mit zahlreichen Meerkatzen. von denen einige als Gegenstücke einen aus weißen Haaren gebildeten Nasenfleck besitzen und deshalb gewöhnlich„Weißnasen" genannt werden. Bei den wenig ausfallenden, kurzen, dünnen, weißen Haaren auf der so intensiv roten Nase muß der Wissenschaft- liche Name dieses seltenen Affen: TKitKeeia albinasa(deutsch: Weißnasenaffe) geradezu befremdend wirken. In der Landtagswählerversammlung bei Freyer, Koppenstraße Nr. 29, ist ein Damengürtel gefunden. Derselbe ist abzuholen bei Arndt, Palisadenstr. 52, ' Orville Wright hatte am Sonnabend wieder Gelegenheit, sein Können in der glänzendsten Weise darzutun. In einem Fluge von 49 Minuten Dauer bewies er nicht nur die erstaunliche Manövrierfähigkeit feines Fahrzeugs, sondern er zeigte auch, welche Höhen sein Apparat ohne Schwierigkeit zu erreichen vermag. Leider gab kein Fessel- ballon die Möglichkeit, seinen Höhenaufsticg einwandfrei feststellen zu können, doch gaben uns gerade Beobachtungen aus einiger Entfernung Anlaß, die von ihm erreichte Höhe ans 129 bis 159 Meter zu schätzen._ Arbeiter-Samariterkolonne. In der ersten Abteilung beginnt der Kursus am Montagabend 9 Uhr. Vortragsthema: Ueber Anatomie. In der fünften Abteilung am Mittwoch Fortsetzung des Kursus: Ueber Physiologie. Um zahlreiche Beteiligung wird ersucht.(Siehe heutiges Inserat.) Die Mitgliederversammlung ist auf den 21. September angesetzt worden, wozu das Mitgliedsbuch legitimiert. Feuerwehrbericht. Gestern früh um 4 Uhr kam in der Michaelkirchstr. 19 ein größerer Brand aus. Preßkohlen hatten sich dort entzündet. Um die Flammen zu löschen, mußte der 5. Zug kräftig Wasser geben. Gleichzeitig hatte der 9. Zug einen Keller. brand in der Linkstr. 31 zu löschen, wo ebenfalls Preßkohlen brannten. Der 1. Zug wurde nach der Landsberger Stratze 1/2 alarmiert. Dort war in einem Kontor Feuer ausgekommen. Betten, Gardinen u. a. brannten in der Swinemünder Straße 77, und Spiritus, Decken und Wohnungseinrichtungen in der Katzbach- stratze 14. Bei dem Bemühen, die Flammen zu ersticken, erlitt die Wohungsinhaberin Brandwunden, die ihr von Samaritern der Feuerwehr verbunden wurden. Arbeiter-Bildungsschule Berlin. Am Sonntag, 19. Sep- tember, findet eine Besichtigung der Erziehungs- anstatt„Am Urban" in Zehlendorf statt. Abfahrt des Zuges: Wannsecbahnhof 2.15 Uhr nachmittags. Treffpunkt: Bahnhof Zehlendorf(Wannseebahn). Da die überaus lehrreiche wie interessante Besichtigung dieser Anstalt präzise 3 Uhr beginnt, ersuchen wir um pünktliches Erscheinen. Die üblichen Ver- anstaltungen eines Aussluges finden nicht statt, es beschränkt sich die Zusammenkunft nur auf die Besichtigung, was wir unsere Mit- glieder zu beachten bitten. Zahlreiche Beteiligung erwartet Das Komitee. Vorort- JVaebriebtem Charlottenburg. Die bevorstehenden Stadtvcrordnetcnwahlen sind für die Sozialdemokratie deshalb von ganz besonderer Bedeutung, weil von den 12 Mitgliedern unserer Fraktion nicht weniger als 6(die Genossen Etvald, Gebert, Hirsch, Sellin, Will und Bogel) wegen Ablauf ihrer Amtsperiode und außerdem noch der Genosse Liebe wegen Verzugs nach außerhalb aus der Versammlung ausscheiden. Im ganzen sind in der dritten Abteilung 9 Stadtverordnete zu wählen, und zwar im 3. Bezirk zwei, in den übrigen Bezirken je einer. Im 2., 3. und 5. Bezirk ist je ein Hausbesitzer zu wählen. Wollen wir die Mandate, die bisher in unserem Besitz waren, be» haupten, dann heißt es alle Kräfte anspannen, denn man darf nicht vergessen, daß wir in Charlottenburg reine Arbeiterviertel so gut wie nicht haben. Alle Viertel sind stark von bürgerlichen Elementen durchsetzt und dazu kommt, daß in Charlottenburg zahlreiche Beamte wohnen, die bei der öffentlichen Stimmabgabe infolge des behördlichen Terrorismus ihrer Ucberzeugung nicht freien Ausdruck geben dürfen. Schließlich ist nicht zu vergessen, daß sogar Wähler, die 230 M. Steuern zahlen, noch der 3. Klasse angehören. Ueberhaupt tritt der plutokratische Charakter des Dreiklassenwahlsystems in Charlottenburg von Jahr zu Jahr beut» licher in die Erscheinung, der Durchschnittssatz deS Steuerbetrages ist von 1997 bis 1999 von 263 auf 289 M. gestiegen, die Zahl der Wähler 1. Abteilung ist feit dem letzten Jahre von 768 oder 1,64 Proz. auf 739 oder 1,52 Proz. gesunken, die Zahl der Wähler 2. Abteilung ist prozentual gleichfalls etwas gesunken, während sich die Zahl der Wähler 3. Abteilung sowohl absolut als relativ vermehrt hat, sie ist von 39 999 oder 85,7 Proz. auf 41253 oder 85,94 Proz. gestiegen. Während man noch im vorigen Jahre mit „nur" 2598 M. Steuern in die 1. Klasse aufrückte, muß man in diesem Jahre bereits 2875 M. Steuern zahlen, um Wähler 1. Klasse zu fein. In den ersten beiden Wählerabteilungen dürfte von einem Wahlkampf in diesem Jahre kaum die Rede sein. Die verschiedenen bürgerlichen Parteien. Liberale, Unpolitische und Alt-Charlotten- burger, die sich früher heftig befehdeten, haben längst Frieden ge» schlössen, sie werden voraussichtlich überall gemeinsame Kandi- baten aufstellen. Um so heftiger wird der Kampf in der 3. Ab» teilung entbrennen, wo die bürgerlichen Parteien nichts unver» sucht lassen werden, um den Sozialdemokraten ihre Sitze strittig zu machen. Auch die Beamten haben bereits zu den Wahlen Stel° lung genommen, sie haben beschlossen, keine eigenen Kandidaten aufzustellen, sondern von vornherein für die Bürgerlichen zu stimmen. Ebenso werden die Hausbesitzervereine, obwohl sie an» geblich unpolitische Gebilde sind. Arm in Arm mit den Liberalen an den Wahltisch treten zur Bekämpfung der verhaßten Sozial- demokraten, die es gewagt haben, den hausagrarischen Sonder- interessen gegenüber die Interessen der Gesamtheit zu vertreten. Wohl die traurigste Rolle wird wie seit Jahren auch diesmal wieder der freisinnige Arbeiterverein spielen. Diesem Verein werden von den Liberalen bei jeder Wahl einige„Zugeständnisse- gemacht, eS werden ihm stets ein oder zwei Kandidaturen einge» räumt, aber beileibe nicht in der 1. oder 2. Wählerabteilung, wo ihnen der Sieg gewiß wäre, auch nicht in aussichtreichen Bezirken der 3. Abteilung, sondern stets in solchen Bezirken, in denen von vornherein ihre Niederlage besiegelt ist. Als Entgelt für diese Zählkandidaturen bietet der freisinnige Arbeiterverein dann alle seine Mannen— allzu viel Arbeiter sind es erfreulicherweise ja nicht— auf, um für die die Arbeiterinteressen mit Füßen tre» tende Bourgeoisie zu stimmen. Vereinzelt wollen diesmal, wie verlautet, sogar die Gelben mit eigenen Kandidaten anrücken. Wir gönnen ihnen dies Vergnügen; wird es sich dabei doch so recht deutlich zeigen, wie ohnmächtig diese Leute sindl Jedenfalls erwächst für unsere Genossen aus dieser Situation die Pflicht, sich rühriger als je an den Wahlarbeiten zu beteiligen. ES genügt nicht, daß sie am Tage der Wahl für den fozialdemo» kratifchen Kandidaten ihre Stimme abgeben, sondern jeder ein» zelne muß nach seinen Kräften sich an der praktischen Kleinarbeit beteiligen und die Agitation betreiben, damit die Pläne der Gegner zu schänden werden und die sozialdemokraische Fraktion gestärkt an Zahl auS dem Wahlkampfe hervorgeht. Die Char- lottenburger Arbeiter müssen ihre Ehre darin erblicken, was sie sich mit schweren Opfern errungen haben, allen Machinationen der Gegner zum Trotz dauernd zu behaupten. Tchönebcrg. NotsiandSarbeitc»«nd Arbeitslosenversicherung. Die Tiefbau» und die KanalisationSvcrwaltung sind bereits angewiesen, jetzt schon festzustellen, welche Arbeiten infolge der im Winter verstärkt in die Erscheinung tretenden Arbeitslosigkeit als NotstanKardeiten ausgeführt werden können. Die von der Hochbau- und anderen Verwaltungen auszuführenden Arbeiten können dagegen nicht als NotstandSarbeiteii in Frage kommen, Va dieselben an bestimmte Termine gebunden sind. Schtvierigkeiten entstanden bei der Frage, inwieweit die Unternehmer, die für die Stadt Arbeiten ausfuhren, verpflichtet werden können, ortsangehörige Arbeitslose zu beschäftigen. Hierbei wurde betont, daß, da der Unternehmer meistens nur sein Interesse im Auge habe, er nur solche Arbeiter einstellen werde, die er gehörig ausnützen könne. Denn Notstands- arbeiten erforderten Mehrkosten, und die sei der Unternehmer nicht gewillt zu tragen. Daher müßten derartige Arbeiten von der Stadt in eigener Regie ausgeführt und dementsprechend Mittel im Etat bereitgestellt werden. Um die Arbeitslosenversicherung einzuführen, sollen von den Städten, in denen derartige Pcrfiche rangen bestehen, und von denen bisher noch keine Auskunft ein- gefordert war, die dazu notwendigen Unterlagen beschafft und ein- gehend über das einzuführende System beraten werden. Auch soll erwogen werden, ob fakultative oder obligatorische Versicherung zur Einführung gelangt. Hoffentlich läßt die Einführung der Arbeits- losenversicherung nicht mehr allzu lange auf sich warten, obwohl nicht verkannt werden soll, daß den vorbereitenden Arbeiten noch mancherlei Schwierigkeiten begegnen. Am heutigen Sonntag veranstaltet der Jugendausschust einen Ausflug zum„Alken Freund" nach Pichelswerdcr. Abfahrt Uhr vom Bahnhof Ebertsstraße, um 11 Uhr Treffpunkt Bahnhof Grüne- Wald. Wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung. Der Jugendbildungsausschutz. Rixdorf. Aus der MagistratSsibung. Der Magistrat stimmte dem Plan über die Verbreiterung der Warthestrahe um 7 Meter vor dem städtischen Grundstück zu. Mit der Ueberlassung der Aula des Kaiser-Friedrich-Realgymnasiums an den Verein zur Förderung des Zeichenunterrichts in der Provinz Brandenburg für die Ab- Haltung der Hauptversammlung am 1. Okwber d. I. erklärte sich der D Magistrat einverstanden. Als Termin für den Abbruch des Böirtschastsgebäudes auf dem alten Krankenhausgrundstück wurde der 15. Oktober d. I. bestimmt. Die Verdingung der Abbruchs- arbeiten wird dem Hochbauamt übertragen. Entsprechend dem Vorschlage der Deputation für das Feuerlöschwesen erklärte sich der Magistrat damit einverstanden, daß in der Emser Straße 132 der Bau eines Pferdestalles für 20 Pferde mit Nebenräumen für einen Kostenbetrag von 35 000 M. vorgenommen wird. Mit der Auf- stellung des Entwurfes wurde das Hochbauamt beauftragt. Friedenau. Eine außerordentliche Sitzung der Gemeindevertretung be- schäftigte sich unter anderem mit der Gehaltsregulierung der Lehrer und Beamten. Nach der Wichtigtuerei in der letzten Sitzung mutzte derjenige, der unser« Gemeindeväter nicht kennt, einen großen Tag erwarten. Doch es kam nicht so weit. Die Sache war im geheimen schon so sorgfältig ausgeknobelt, daß es nicht auffälliger gewesen wäre, wenn man auch die Abstimmung in der geheimen Sitzung vorgenommen hätte. Nicht einer der Herren hielt es für nötig, darauf hinzuweisen, daß man bei Bemessung der Zulagen bei den höheren Stellen viel freigebiger war, wie bei denjenigen, welche es am allernotwendigsten brauchen, nämlich die Lehrer Und Gemeinde- beamten. Auch der sogenannt«„Lehrervertreter" Herr Weber, auf welchen die Lehrerschaft bei seiner Wahl so große Hoffnungen setzte, verhielt sich mäuschenstill. Die Erhöhung soll den Lehrkräften vom 1. April 1908 ausbezahlt werden. Den Beamten werden, da sie rn diesem Jahre schon eine Zulage erhalten haben, nur 30 Proz. der erhöhten Bezüge in Anrechnung gebracht. Die Auszahlung soll sofort erfolgen. Die Nachzahlungen für 1308/09 betragen zirka M 000 M. Aus dem Dispositionsfonds stehen 48 730 M. zur Ver siigung, im Etat 1908 23 350 Ml. so daß noch 15 000 M. nachzn bewilligen sind. Ein Antrag des Vereins für Ferienkolonien, die Summe von 5000 M., welche die Gemeinde vor kurzem gestiftet hatte, zur Verfügung zu stellen, wurde angenommen. Der Verein bat in Zinnowitz ein Grundstück erworben, woraus mit dem Bau eines eigenen Heimes begonnen werden soll. Mit dem 1. September ist für die hiesige Ortskrankenkasse das neue Statut in Kraft getreten. Es bringt außer einer Beitrags- crhöhung auch wesentliche Verbesserungen im Interesse der Mit- glieder. Dem Statut wurde von der Aufsichtsbehörde in Potsdam zweimal die Genehmigung versagt, es bedurfte daher erst einer Klage des Vorstandes beim Bezirksausschutz, um dasselbe mit einigen unwesentlichen Aendcrungcn durchzudrücken. Im Statut toar eine Entschädigung der Vorstandsmitglieder pro Topf und Sitzung von 1,50 M. vorgesehen; dieser Passus wurde von dem Bezirksausschuß abgelehnt, weil ihm diese Summe zu hoch erschien. Der Kastenvorstand hat nun beschlossen, auf dem Wege des Ver- waltnngsstreitverfahrens diesen ablehnenden Bescheid anzufechten. Die Beiträge, welche bisher 3,1 Proz. des durchschnittlichen Tage- lohnes betrugen, sind auf 3,8 Proz. erhöht worden. Wöhrend bis- der das Krankengeld für jeden Wochentag gewährt wurde, wird dasselbe in Zukunft für jeden Krankentag, d. h. auch für die Sonn- tage bezahlt. Das Sterbegeld, das bisher den zwanzigfachen Be- trag des ortsüblichen TagelohneS ausmachte, ist auf den fünfund- xivanzigfachen Betrag erhöht worden. Nummelsburg. Die letzte Gemeiudevertretersttzung, die erste nach den Ferien, welche auch noch schwach besetzt war, hatte sich fast ausschließlich nur mit der neuen Besoldungsordnung für die Lchrpersonen an den Volks- und höheren Schulen zu befassen. Nach kurzer Debatte wurden die in der neuen Besoldungsordnung festgesetzten Grund- gehälter und Alterszulagen wie Wohnungsgeld für die Direktoren, Oberlehrer und Oberlehrcrinnen, sowie für die wissenschaftlichen und technischen Lehrkräfte an den höheren Lehranstalten genehmigt. Das Einkommen des Direktors des Realgymnasiums erhöht sich nach der neuen Besoldungsordnung sofort pro Jahr um den Be- trag von 2800 M., inklusive 500 M. mehr Wohnungsgeld. Bei den anderen Lehrkräften macht die Erhöhung pro Jahr nur einige bundert Mark aus. Hierzu wurde noch beschlossen, daß die für '908 nachzuzahlenden Beträge aus einer noch aufzunehmenden schwebenden Schuld, die innerhalb einer Frist von 10 Jahren getilgt sein soll, gedeckt werden. Zu der Bcsoldungsordnung� für die übrigen Lehrkräfte an den Volksschulen wurde in nichtöffentlicher Sitzung der Beschlutz gefaßt, daß allen Volksschullehrern vorder- Hand die nach der neuen Bcsoldungsordnung vorgesehenen höheren Veträge vom Grundgehalt und Wohnungsgeld ohne Kürzung der bereits bisher gezahlten höheren Alterszulagen ausgezahlt tverden sollen. Die definitive Regelung der Besoldung der Lehrkräfte an den Volksschulen wird erst später erfolgen—• trenn das Resultat der bereits wegen Aufstellung eines einheitlichen Besoldungsplanes für die größeren Vorortsgemeinden in Unterhandlung stehenden Vor- ortsgemeinden endgültig vorliegt.— Die Volksschullehrer erhalten für die Zeit vom 1. April 1908 bis 30. September 1909 auf Grund dieses Beschlusses vorläufig 225 M. ausgezahlt. Weiter wurde be- schloffen, den Hilfsschullehrern die 300 M. jährlich betragenden Stellenzulagen als pensionsfähig anzuerkennen, sofern die Be- treffenden als Hilfslehrer in den Ruhestand treten. Zum Branden- burger Städtetag in Rixdorf am 20. September d. I. werden der Gemeindevorsteher und die beiden Stellvertreter, die Herren Lange und Assessor Köhler, als Gäste delegiert. Es wurde dann noch be- • chlossen, das seitens der Gemeinde von der Stadt Berlin erworbene ; rankenhausgrundstück dem Kuratorium des Kaiserin-Auguste- Viktoria-Krankenhauses, soweit es für die Zwecke des Kranken- Hausneubaues gebraucht wird, unentgeltlich unter den bereits fest- gelegten Bedingungen zur Verfügung zu stellen. LSeiftensee. Wie sich in dem Kopf eines BaurateS das Familienleben ausmalt! Vor einiger Zeit traf der Ticfbaurat eine Kolonne Straßen- siger, wie sie einen Moment den krummen Rücken reckten. Nach der Meinung des Baurates haben sich die Leute am Besen fest- gehalten. Hierfür wurde am darauffolgenden Zahltage jedem Straßenfeger der betreffenden Kolonne eine Stunde vom Lohn gekürzt. Lnfe« Genossen erhielten hiervon Kenntnis und forderten daher im G s m e i nde pa r laiüen t folvle Tn einer KommissionSsitzmlg Ausklärung, die ihnen denn auch gegeben wurde. Die Antwort des Bauratcs war:„Wie soll ich die alten Leute anders strafen, wenn sie ihre Schuldigkeit nicht tun, kürze ich einfach den Lohn, dann er- fahren es ihre Frauen, daß sie gefaulenzt haben, sie erhalten dann von diesen noch ihre Haue!" Selbst die bürgerlichen Herren be- antworteten diese Erklärung mit höhnischem Gelächter. Daß der Vaurat den Arbeitern noch so etwas bieten kann, liegt in ihrer Schuld. Wären die Arbeiter allesamt gewerkschaftlich organisiert, so könnten sie solchem Vorgehen Einhalt gebieten; oft genug sind dte Gemeindcarbeitcr von unseren Genossen dazu aufgefordert worden. Solche Schläge müssen auf der Stelle pariert werden, dann dürfte der eigenartige Standpunkt des Tiefbaurats sich bald andern. �, Spandau. In der Generalversammlung des sozialdemokratische» Wahl- vcreins wurden zunächst Genosse Topp in den Jugendausschutz, die Genossin Koscharreck in den Bildungsausschutz und zum Geschäfts- führer der Genosse Dertz gewählt. Den Bericht über die Kreis- generalversammlung erstatteten die Genossen Czior und Ritzmann. In der sich anschließenden Diskussion ging Genosse Schubert auf die sich in der Partei breitmachende revisionistische Bewegung ein, die er ganz energisch zu bekämpfen empfahl. Ihm stimmten zu die Genossen Pieper und Czior. Dagegen vertraten die Genossen Ritz- mann, Stahl und Grögerchen den Standpunkt, daß die revisio- nistische Bewegung gar nicht so schlimm sei, sie werde nur groß- gezogen durch einen Uebcrradikalismus, der auch bekämpft werden müsse.— Den Bericht über die Provinzialkonferenz erstattete in sehr ausführlicher Weise der Genosse Schubert; eine Diskussion hierüber fand nicht statt.— Genosse Pieper gab den Bericht über das Sommerfest. Die Einnahme betrug 648,35 M., die Ausgabe 396,88 M., so daß ein Ueberschuß von 249,47 M. erzielt wurde. Bon diesem Ueberschuß bewilligte die Versammlung 50 M. für den Bildungsausschuß. Das Gehalt des Spediteurs, Genossen Köppen, wurde um 25 M. monatlich erhöht, so daß derselbe jetzt 150 M. monatlich bezieht.— Genosse Czior teilte mit, daß am Mittwoch, den 22. d. M., eine Generalversammlung bei Holldorf, Seeburger Straße 26, stattfindet, in welcher der Genosse Dr. Karl Liebknecht Bericht über den Parteitag erstatten wird.— Die Agitation für die Presse findet für den Kreis am 12. September statt. Da aber für Spandau nur der„Vorwärts" in Frage kommt, so wird Spandau die Agitation mit Groß-Berlin zusammen etwas später bornehmen; das Kreisflugblatt soll dann auch gleich damit ver- breitet werden. Genosse Czior ersuchte, die Sammellisten für den Parteitag gut in Umlauf zu bringen. Auf eine Anfrage betreffend den Seitzschen Boykott wird vom Vorstand erklärt, daß die Gesamt- abrechnung demnächst erfolgen und jeder Gewerkschaft zugestellt werde.— Aus Antrag des Genossen Ritzmann wurde eine Teller- sammlung für die schwedischen Arbeitsbrüder borgenommen. Es sei noch darauf hingewiesen, daß die Listen für die schwedischen Arbeiter beim Genossen Ritzmann, Bismarckstr. 5, zu haben sind. lieber den demnächst fertig werdenden Bau der Jubiläumsturn- halle wird jetzt in den hiesigen Lokalblättern sehr viel geschrieben. So schreibt u. a. das„Spandauer Tageblatt": Spandau scheidet nunmehr aus der Reihe der Städte aus, die weder eine ö f f e n t- l i ch e, noch eine Turnhalle für die Volksschulen ihr eigen nennen können. Das letztere mag zutreffen, das erstere aber nicht; denn so lange man nicht die Turnhalle auch dem hiesigen Arbeiterturn- verein zur Verfügung stellt, ist es keine öffentliche. Zwar ist die Jubiläumsturnhalle aus allgemeinen Steuermitteln erbaut, um so vcrurteilenswerter ist es, daß man gerade den Arbeiterturiwerein von der Benutzung ausschließen will, obwohl sich gerade dieser Turn- verein zu allererst um die Benutzung beworben. Jedenfalls dürfte diese Behandlung eines Teiles der Steuerzahler noch den energischen Protest unserer Genossen herausfordern... Ferner hat sich in Kirn(Nahe) auf dem Manövergelände bei Mangerschied ein schwerer Unfall ereignet. Ein Geschütz des 59. Feldartillerie-Regiments schlug um. Vier Bedienungsmanuschaften wurden schwer verletzt. Sie wurden nach Simmern in das Kranken- Haus gebracht, wo ein Mann nach wenigen Stunden gestorben ist. Selbstmord eines Kunstmalers. Wie aus München gemeldet wird, verübte der dortige Kunstmaler Henry Albrecht vorgestern auf dem Starnberger See Selbstmord. Er setzte sich, nachdem er sich einen mit Steinen gefüllten Rucksack umgeschnürt hatte, auf den Bootsrand und gab dann einen Schuß aus sich ab. Das Boot kenterte und Albrecht ertrank. Die Leiche ist noch nicht geborgen. Die neue Reise des„Z. III". Das Luftschiff„Z. III" ist, wie aus Friedrichshafcn gemeldet wurde, gestern früh um 4 Uhr 40 Minuten aufgestiegen und nach einigen Manövern über dem See um 4 Uhr 50 Minuten in der Richtung nach Konstanz abgefahren. Die Fahrt ging über Rhein- fclden, Basel und Freiburg i. B., wo„Z. III" um 9sh Uhr ein- traf. Ucber Freiburg wurde aus dem Luftschiff folgendes Tele- gramm ausgeworfen:„Hinter Basel wurde die Fahrt allmählich langsamer, teils weil infolge der Gaserwärmung und des Benzin- Verbrauches der Auftrieb stets wechselt und in schräger Lage ge- fahren werden muß, anderenteils �veil der Wind dem Luftschiff entgegensteht. In dem Luftschiff funktioniert alles andauernd tadellos."— Um 10 Uhr 55 Minuten passierte das Luftschiff Lahr. Um 11 Uhr 20 Minuten schwebte es über Offenburg. 11 Uhr 45 Minuten über Kehl, um 12 Uhr über Achern und um 1 Uhr passierte das Luftschiff Baden-Baden. Eine Meldung aus Hockenheim um 5 Uhr 45 Minuten nach- mittags besagt: Aus dem Luftschiff wurde eine Karte an die „IIa" ausgeworfen, wonach der hintere Motor defekt geworden ist. Das Luftschiff„Z. III" fährt jetzt ganz langsam den kürzeren Weg am Rhein entlang nach Mannheim. Schneesall und Nnstlülrsfälle in den Bergen. Aus Kleine Scheidegg(Kanton Bern) wurde vom gestrigen Tage gemeldet: Einem gewaltigen Schneesturm, der gestern und heule in den Höhen des Gebirges gewütet hat, sind mehrere Menschen- leben zum Opfer gefallen. Bei einer Tour auf die„Jungfrau" ist der 22jährige Student Erich Hermann, Sohn des Professors Her- mann von der Universität Marlmrg mit seinem Führer Jakob Knecht aus Gsteigwiler, dem Vater mehrerer Kinder, abgestürzt. Beide sind heute mittag von einer Rettungskolonne als Leichen auf- gefunden worden. Eine andere Führerkolonne stieß beim Abstieg von der„Jungfrau" auf zwei Touristen, von denen der eine be- reits erfroren war, während sich der andere in bedenk- lichem Zustande befand. Die Namen der beiden konnten noch nicht ermittelt werden. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 12. September, vormittags 9 Uhi, in der Halle Pappel-Allee 15/17: Freireligiöse Vorlesung. 10'/« Uhr in der Schule, Kleine Franksurter Sir. 6: Vortrag des Herrn M. H. Baege: .II. Unser Wissen vom Werden der Erde, o) Entwickelungsgeschichte der Erde." Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. Sembts- Zeitung« Mißhandlungen eines noch nicht einjährigen Kindest führten gestern den 28jährigen Bäcker Otto Thicmann aus Rix. dorf vor die erste Strafkammer des Landgerichts II. Der Ver- Handlung lag wieder einmal die Leidensgeschichte eines unglücklichen Kindes zugrunde, welches unehelich geboren und dann den Eltern in der Ehe lästig geworden war. Das kleine Mädchen hatte es von Anfang an denkbar schlecht. Wie behauptet wird, soll der Angeklagte das Kind schon in dem zarten Alter von einem halben Jahre mit einem Stock geprügelt haben. Als das Kind dreiviertel Jahr alt war, bemerkte eine Nachbarin, daß es an dem Kopf quer über dem rechten Ohr eine dicke blutunterlaufene Strieme hatte, die, wie die eigene Mutter angab, von einem Stockschlag herrührte. Haus- belvohner erstatteten endlich die Strafanzeige. Das Kind wurde in das Elisabeth-Kinderkrankenhaus geschafft, wo es nach kurzer Zeit an einer Lungenentzündung verstarb. Ter Staatsanwalt be- antragte 5 Monate Gefängnis. Mit Rücksicht auf die empörend rohen Mißhandlungen eines im zartesten Alter stehenden Kindes ging das Gericht noch über diesen Antrag hinaus und erkannte auf 6 Monate Gefängnis. Trotz aller Warnungen vor KautionSschwindlern finden sich leider immer noch vertrauensselige Leute, dir, ohne nähere Auskünfte einzuziehen, ihre Ersparnisse und Notgroschen opfern. Nicht weniger als 49 Geprellte traten gestern in einer Strafsache gegen den Landmesser Karl Wäscher auf, der sich vor der 6. Ferienstrafkammer des Landgerichts 1 verantworten mußte. Der Angeklagte erließ in verschiedenen Zeitungen Inserate, in welchen er für sein Vermessungsbureau Bureaudiener und Vermessungsgehilfen suchte. Es meldete sich eine große Anzahl von Leuten aus allen' möglichen Berufsarten. Der Angeklagte engagierte jeden, der ihm in die Hände fiel und verstand dabei es so einzurichten, daß die einzelnen Leute nie zusammentrafen. Bei der Anstellung forderte Wascher eine Kaution, da er angeblich sehr wcrwolle Nivellierinstrumente aus der Hand geben müsse, vor deren Verlust er sich nur gegen eine Kaution schützen könne, die mit 314 Proz. verzinst werden sollte. Die Leute waren nachher nicht wenig verblüfft, als sie anstelle der wertvollen Instrumente einen hölzernen Maßstab erhielten, mit dem sie plan- und ziellos umher- laufen und für dessen„Sicherheit" sie 3— 500 M. Kaution stellen mußten. Das Schöffengericht hatte den Angeklagten nur zu einer Gefängnisstrafe, von 3 Monaten verurtxilt.. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hob die Strafkammer das erste Urteil auf und erkannte mit Rücksicht auf die hochgradige Gemeingefährlichkeit der- artiger BetrugSspczialisten auf ein Jahr Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust. Außerdem wurde der Angeklagte sofort verhaftet eingegangene DrucKkcKnften. Von der„Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeikerinne« (Stuttgart, Verlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr. 25 des 19. Jahr« gangs zugegangeil. Sie hat folgenden Inhalt: Zum Leipziger Partei- tag.— Die schwedischen Proletarierinnen im Massenstreik. Von Kata Dal« ström.— Die Hinterbliebenenversicherung."'Vortrag von Ed. Gras ans dem Krankenlassenkongres; in Berlin.(Schlug.)— Die Landarbeilerin und die Sozialdemokratie. Bon Otto Braun.— Die weiblichen Mitglieder der Ge- werkschosten Deutschlands im Jahre 1908.— AuS der Bewegung: Von der Agitation.— Politische Rundschau. Von H. B.— Gewerkschaftliche Rundschau.— Notizenteil: Dienstbotensrage.— Sozialistische Frauenbewegung im Auslände.— Frauenstimmrecht.— Die Frau in öffentlichen Aeinrern. Für unse reMütter und Hausfrauen: Was ist das Glück? Von Gustav Schüler.— Kinderabende. Von Fritz Düvell.— Funde von menschlichen Ueberresten aus alter Zeit. Von Hannah Lewin-Dorsch.— Die Mutter als Erzieherin.— Feuilleton: Fausts Tod. Von Wolsgang Goethe.— Frauen aus der Brandstätte. Von mx. Für unsere Kinder: Losung. Von Angelus Silesius.— Der stille Maschincnsaal. Von Ernst Almsloh.— Bauernausstand. Von BörrieS v. Münchhallsem(Gedicht.)— Eine Flohfahrt aus dem Main: VlI. Milien- bcrg, ein Stück Mittelalter. Von Heinrich Wandt.— Grogmama I Von Emma Döltz.(Gedicht.)— Was die Eule die Spatzen lehrte. Nach dem Russischen des A. Trubatschess von eck.—- Das versteckte Büblein. Bon Friedrich Güll.(Gedicht.) Die.Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Ps., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Ps., unter Kreuzband 85 Ps. Jahresabomiemcut 2,60 M. Vom„Wahre» Jacob" ist soeben die 19. Nummer des 26. Jahr- ganges erschienen. Eine Reihe von Beiträgen sind dem Sozialdemo« kratischen Parteitag zu Leipzig gewidmet. Aus dem Inhalt der Nummer erwähnen wir die beiden sarbigcn Bilder.Konstitutionelles Vexierbild" und.Zukunstsprojckte zur Sanierung der Reichsfinanzen" so- wie dic weiteren Illustrationen„Ordnungspartel",.Von einer vornehmen Universität",«Die Austrcibmig der Zensur",.Der Transport deS schweren Jimgeli",.Ein Zukunstsbild",.Der Sittlichkeitsparagraph",„Serenissimus in der Hcimarbcltausstelliing",„Kulickes in Rom",.Romulus und RemuS", „Schätzung",.Deutsches Rcichsbrot" und„Die Entlassung der Reservisten". Der textliche Teil bringt die Gedichte„An den Parteitag",.An die Altent", „Zur Warnung I",„NachmittagSPredtgt",„Das Beschwerderecht",.Schlaraffenland".„Der hettige Crispinus" und auger zahlreichen kleineren Beiträgen die größeren satirische!: Feuilletons„Leipzig",„Ein neuer Erwerbszweig", „Vor neunzehnhmidert Jahren",„O du glückliches Spanien!" und„Eine frohe Botschajt". Der Preis der 16 Seiten starken Nummer ist 10 Ps. WttterungSüberficht vom 11. September 1909, morgens 8 Uhr. Vermilcbtes. Schweres Unglück im Manöver. Einer Meldung aus Grotz-Meferitsch zufolge ereignete sich vorgestern nacht nach Schluß der Manöver bei dem 6. Dragoner- Regiment ein schweres Unglück. Das Regi» mcnt biwakierte. Gegen Mitternacht traten die Schein- Werfer der feindlichen Partei in Aktion. Die Pferde von vier EskadronS dieses Regiments wurden durch das grelle Licht unruhig, rissen sich los und stürmten über die schlafenden Sol- baten weg. Einem Unteroffizier wurden der B r u st k a st e n und die Rippen eingedrückt. 19 Soldaten wurden schwer verwundet. Mehr als drei Viertel der durchgegangenen Pferde er- litten Verletzungen.. Um 1:Uhr ffifiigeng Mtm nsch gegen 60 WÄe. Ktationen Slvtnemde. Hamburg Berlin Frankf.a.M. München Wien E °s CS «o S s« 764320 763 O 763 NO 763 SO 764 SO 762 W Wetter 2 wölken! 2 heiter 2 heiter 1 Nebel 2 heiter 3 bedeckt Ul« s". ?? WÄ (Etattonen )avaranda 762 N Petersburg 762 SSO 2s ö= 85— «§ s 5 »s Scilly Zlderdeen Pari» 759 NNO 768 Still 760 SSO Wetter 2woirig INebel 5 bedeckt iDunst 2 halb bd, ** t" k 8 11 18 11 12 Wetterprognose für Sonntag, den IS. September 1999. Trocken und vorwiegend heiter, nachts ziemlich kühl,, am Tage warm bei mäßigen östlichen Winden. Berliuer Wetterborea«. WasserstandS'Nachrichtcn der SandeZanstalt für Gewässerkunde, mitgeteM vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M e m e!. Tilfit P r e g e I, Jnsterburg Weichsel, Thoru Oder, Rafibor , Krassen , Frankfurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Lcitmcritz , Dresden # Barby » Magdeburg *)+ bedeutet Wuchs.— Fall.—'i Unltrpeget. <�|C�{G�|(�JcJ5�|g3Jc)Ig2J31g53Jg�) W. WERTHEIM G.m. b.H. MA? FrieMstraSe 110-112 FrleürlclMSe 110-112 In allen Jkbteilunffen grosso"Vorräte der von der Passage- Kaufhaus- Betriebsgesellschaft übernommenen Waren xu"bedeutend herabgesetztem JPreisen. WM grosse Eingöege von Heuiielten, Sie gleidifslls enorm üilllg verKnoft venlen GLASWAREN ia Steinschliff Dessertteller.......... 1.45, 1.65 Kuchenteller....... 6.75, 7.25, 8,50 Salatieren, rund.. 3.65, 4.25, 5.25, 6.25 Krüge, sll und 1 Liter...... 2.75 und 3,75 Selterbecher............. 75 Pf. Vasen, reich geschliffen..... 95 Pf. bis 1,95 Vasen 18 21 24 28 cm hoch 1.85 2.50 3.25 3.85 echt MEISSENER PORZELLAN SCHLEIFGLAS Ein großer Posten: TctSSCIl, Schalenform mit Rosenranke.. 1,5 Pf. T assen, dekor. Meissen.......... 35 Pf. Waschgarnitur, 4 teüig, wd... 75 Pf, Blau Zwiebel-Muster Ausstellung und Verkauf im Musiksaal Tassen mit Untertasse.. 45 Pf, 65 Pf, 85 Pf. Milchgießer 28 Pf., 30 Pf., 35 Pf., 48 Pf.— 1.20 Zuckerdosen... 55 Pf., 75 Pf., 85 Pf., 1,10 Kaffeekannen, k°F"™e 1.00, 1.20, 1.55—2.40 Chocolade-Kannen 60 Pf., 75 Pf, 1.19, 1.20 Teekannen.... 90 Pf. 95 Pi, 1.10—2.50 Suppenterrinen 2.25, 3.25, 3.75, 4.95—7.00 Gemüseschüsseln..... 1.25, 1.65—3.25 Salatieren. 28 Pf., 38 Pf., 45 Pf., 85 Pf— 1.95 Saucieren......... 1.45, 1.55, 1.85 Schüsseln, ovai 70 Pf., 80 Pf., 90 Pf.. 1.20—5.75 Schüssel, rund.......... 1.20, 1.40 Brotkörbchen.......... 1.35, 1.75 Ein großer Posten Teller flach 52 Pf., tief 55 Pf. Kompotteller. 32 Pf. Dessertteller. 40 Pf. Echt Meissener Kaffee-Service zwi'w? t-iiig 6.50 1 6 teilig 1 1.75 Glasteller, mit Stern oder Oliven..... 18 Pf. Käseglocken, mit Stern oder Oliven... 45 Pf. Butterglocken,, mit Stern oder Oliven... 65 Pf. Zuckerschalen, mit Stem oder Oliven... 58 Pf. Victoria-Becher,% Liter, Goldrand geschliffen 23 Pf. Bierbecher, stark, V« Liter, Goldrand.... 13 Pf. Teebecher mit Bordüre......... 10 Pf. Ein großer Posten Waschgarnituren 4 teilig, fond. od. Druckmuster 1.25, 1.40 5 teilig............ 2.30, 1.60 5 teilig, mit großer Schüssel... 2.45 5 teilig, fein dekor., große Form 4.75bul2.- G�iG�lG�le25öle3�lG53 ßkÄ"£33 ohne Uebervorteilung anzuschaffen, da nur eine minimale Zinsvergütung: zum Kassa- preis hinzugerechnet wird, SMund Misch Dresdenerstr.£r IS oXn Einsegnungs-Anzüge tof£tti Ansverkauf der aus der nl<»fr>»nnn«vlivn KonRursmasse Chai-lottenbm"�"KLTsÄflSi"' stammenden guten Herren- und Knaben-Garderoben fertig und nach Maft täglich von 8—12 und 3—8 Uhr. 21112 MS" Die enorm billigen Preise sind aus den ü Schausenstern ersichtlich. - Eztra-Ingebot!-i Zum Umzöge sollen die großen RestbestSnde: Teppiche ton M.4.50 bis s.—, 13.50, 24—, 3«—. 45.— asw. Gardinen.» 2.10„ 3.50, 5.—, 7.50, 9.—, 12.— usw. schleunigst geräumt worden. tSf Ferner eine seltene Partie kompl. Portleren in Wolle, Tu oh und Flüscb von M. 5.60, 6,75 n. 9.75. Tepplekhaus Rotes Scliloss An der stechbahn 1-2,».»irs Oalogenheltekanf fttr die neoe Wohnung! -.hMh-te:' Brauerei Karl Gregory Aktiengesellschaft* Berlin N., Boebslraße 2124 Lager- Pilsener- Münchener- 8lekf risehes Sicht— Steuerfrei! Niemand werfe mehr die ausgebrannten Kohlenfaden-Lampen fort! Senden Sie uns ein beliebiges Quantum ausgebrannter Lampen; wir liefern Ihnen dieselben in ursprunglicher Leuchtkraft und Lebensdauer prompt zurück und berechnen für alle Voltspannungen und Kerzenstärken nur M. 0,25 pro Lampe unter 100 Stück a M. 0,30. Unser Verfahren ist durch D. R. P. geschützt. m. ). d.S. BERLIN W. 57 BÜlOW-SMe 27. Tel. VI, 1244. Möbel- u. Polsterwaren i eigener Fabrik TTF« kfirkiPtl Gerichfslr. 10 i daher billigste Preise III» f\. II vll 11� am Hochplatz. in gediegener Ausführung zu billigsten Kassapreisen g Sicheren Leuten gewähre auch Teilzahl, bei niedrigster Zinsberechnung.| & IlcMichtlgung meiner Verkaufsräume'2I42L* 1 © auch ohne Kaufzwang bereitwilligst gestattet. ••••••••••••••••••••• Verantwortlicher. Redalteur: Emil Ünger, Berlin, Zur den Inseratenteil verantW,.: Th. Glocke, Berlin, Iwstck».Verlag: Vorwärts Bnchdruckerei u. Bcrlagsgnstalt P.Wl Singer& go., Berlin SW, Nr. 213. 26. Jahrgang. 5. Öfilajt des Jotrairtö" Kerlim WldsM Zoimlag, IZ. Zeplmw IM ver Stsat als Arbeitgeber. Unsere neulichen Mitteilungen von Maßregelungen der Güterbodenarbeiter haben die Scharfmachcrpresse auf den Plan gerufen, um in einem offiziösen Waschzettel die Eisenbahnverwal- tung zu verteidigen. Frech heißt es da: „Die Minister, denen die verantwortliche Leitung der preu- ßischen Staatsbahnverwaltung oblag, haben daher stets grund- sätzlich daran festgehalten, daß die Beteiligung an sozialdemokra- tischen und sozialdemokratisch beeinflußten Organisationen un- vereinbar mit der Beschäftigung im Eisenbahndienste ist. Jeder Arbeiter, der in den Eisenbahndienst eintritt, weiß dies. Und ebenso ist allen Arbeitern der Eisenbahnverwaltung bekannt, daß der Anschluß an solche Organisationen die Kündigung des Dienst- Verhältnisses seitens der Eisenbahnverwaltung zur unausblcib- lichen Folge hat. Der jetzige Minister der öffentlichen Arbeiten steht in dieser Beziehung genau auf dem Standpunkte seiner Amtsvorgänger. Auch unter ihm wird unweigerlich jedem im Eisenbahndienste beschäftigten Arbeiter gekündigt werden, sobald bekannt wird, daß er sich an sozialdemokratischen Organisationen beteiligt. Daran wird auch die schärfste Agitation der sozial- demokratischen Presse nichts ändern. Es wird auch in der Folge unverbrüchlich dabei verbleiben, daß die Beschäftigung im Eisen- bahndienste und die Teilnahme an sozialdemokratischen Organi- sationen unvereinbar sind und daß demzufolge, wer sich trotzdem einer sozialdemokratischen Organisation anschließt, es sich selbst zuzuschreiben hat, wenn er im Eisenbahndienste nicht ferner ge- duldet wird." ' In dem Augenblicke, wo dieselbe Presse über die angebliche Beschränkung der Gesinnungsfreiheit im„Vorwärts"/Setricbe jammert, nimmt sich diese Stellungnahme sehr nett aus. Aber davon abgesehen: die Unduldsamkeit in der Staatsbahnverwaltung artet schon in Rachsucht aus. Nicht genug damit, daß die Eisen- bahnverwaltung die gewählten Vertreter der Arbeiter rücksichtS- los aufs Pflaster wirft, wenn sie es wagen, in Ausübung ihrer übernommenen Pflichten der Verwaltung die Wünsche der Ar- beiter zu unterbreiten, erschwert sie in geradezu empörender Weise ihnen auch die Erlangung anderer Beschäftigung. Bei der Entlassung erhielten die Gemaßregelten nur einen Eni- lassungsschcin, auf dem nur die Dauer der Beschäftigung der- zeichnet ist. Einige von ihnen, die inzwifchen bereits Arbeit hätten erhalten können, wurden deshalb nicht eingestellt, weil sie ein Führungszeugnis nicht aufweisen konnten, und sie wandten Isich an die Eisenbahnverwaltung mit dem Ersuchen um Ausstellung Heines solchen Zeugnisses, in dem außer der Dauer des Arbeits- Verhältnisses auch Angaben über Führung und Leistungen ge- 'Macht sind. Darauf erhielten sie folgendes Dokument, das wir Unter Fortlassung der Personalien wörtlich wiedergeben: Der Vorstand der Königlichen Eiftnbahn-Verkehrsinspektion IV. Berlin, den b. September 1V09. Führungs-Zeugnis. Der Güterbodenvorarbeiter(Name), geboren am..». 18.. in...... Kreis.... ist vom..... bis 31. August 1909 bei der Güterabfertigung Anhalter Bahnhof in Berlin als Gütcrbodenarbeiter bczw. Vorarbeiter beschäftigt gewesen. «eine dienstliche Führung und die Leistungen waren bc- friedigend. Uebcr seine außerdienstliche Führung ist Nachteiliges nicht bekannt geworden. Die Entlassung des p....... erfolgte, weil er Mit- glied eines ordnungSfeindlichcn Vereins, deö sozialdemokratischen Transportarbeiterverbandcs» ist. tzoeffcr. Bei der Entlassung wünschte der Herr Eiscnbahnpräsidcnt Behrendt den Gemaßregelten bald lohnende Beschäftigung. Derselbe Herr Präsident läßt aber den Arbeitern Bemerkungen in die Zeugnisse schreiben, welche geeignet sind, diese dauernd brot- los zu machen. Drei der Gemaßregelten versuchten bei Herrn Behrendt ein anderes Zeugnis zu erlangen, wurden jedoch von ihm nicht empfangen. Im Direktionsbureau wurde den Ar- bcitern von zwei Rcgierungsräten erklärt, daß die Verwaltung be- reit sei, den angeblichen Grund der Entlassung nicht in das Zeugnis zu schreiben, wenn die Arbeiter damit einverstanden seien, daß ihre Führung und Leistungen als unbefriedigend(lj bezeichnet würden, anderenfalls sei die Verwaltung auch bereit, zu schreiben, daß die Entlassung erfolgt sei, weil die Arbeiter v e r- m u t l i ch(I) dem Transportarbeiterverband angehörten. Darauf ließen sich die drei Arbeiter natürlich nicht ein, sie bestreiten cnt- schieden. Mitglieder des genannten Verbandes zu sein und die Eisendahnvertvaltung ist nicht in der Lage, ihnen das Gegenteil zu beweisen! Es ist wirklich ein starkes Stück. Die Eisenbahnverwaltung vermutet, daß die Arbeiter einer ihr nicht genehmen Organi- sation angehören, sie entläßt die Arbeiter deshalb und sucht diese nun auch noch auf jeden Fall zu brandmarken. Sie würde sich nicht scheuen, ein falsches Zeugnis auszustellen und die Führung und Leistungen von Arbeitern, die bis zu 13 Jahren im Eisenbahn- dienst gestanden haben, wider besseres Wissen als unbefriedigend erklären I Glaubt denn die preußische Eisenbahnverwaltung, daß sie über den Gesetzen stehe, um mit den Arbeitern ungehindert nach Belieben umspringen zu können? Hoffentlich wird einmal ge- richtlich festgestellt, daß auch eine staatliche Behörde den Gesetzen untersteht. Die Arbeiter haben den Klagcweg beschritten, das Gewerbegericht ist für sie jedoch nicht zuständig. Nun empfinden sie aber auch, welchen Fehler sie bisher dadurch begangen haben, daß sie sich der Organisation nicht anschlössen. Wegen der ver- meintlichen Zugehörigkeit zur Organisation wurden sie entlassen und gebrandmarkt und da sie nicht organisiert sind, haben sie weder Anspruch auf Rechtsschutz noch auf Unterstützung. DaS wird eine Warnung sein für die Eisenbahner, sie werden einsehen, daß sie sich der Organisation an- zuschließen haben, um in jedem Falle den Schutz und die Unterstützung derselben genießen zu können!- )Zus der parte!* DaS serbische Proletariat für die Revolutionäre in Stzanien. In einer großen sozialdemokratischen Volks- Versammlung, die am 5. September 1909 in Belgrad stattfand, wurde nach einem mit großer Erregung aufgenommenen Referat über die letzten Vorgänge in Spanien eine scharfe R e- s o l u t i o n angenommen, in der die Verbrechen der Herrschenden Spaniens gebrandmarkt, die Freilassung der ver- hafteten Revolutionäre gefordert und dem Proletariat Spaniens die wärmste Sympathie ausgesprochen wird. Sozialistische Presse in der Türkei. Der„A r b e i t e r b o t e" in Saloniki, das Organ der sozialistischen Federation, hat seit dem 29. August wöchentlich einmal zu erscheinen begonnen. Im Leitartikel der ersten Nummer sagt die Redaktion:„ES ist die Aufgabe des„Arbeitcrboten", die Interessen der Arbeiter ohne Unterschied der Nationen zu ver- treten." Möchte der neue Kämpfer ans vorgeschobenem Posten seine Auf- gäbe als Erwccker und Führer deS mazedonischen Proletariats erfolgreich durchführen können. poli-eilicbes,(Jeriebtiiehea ufw. Strafkonto der Presse. Wegen Nichtaufnahme einer Berichtigung wurde Gen. R e m m e l e von der Mannheimer„ V o l k§ st i m m e" zu 15 Mark Strafe verurteilt. In der„Volksstimme" wurde eine Notiz über Mißstände in einer katholischen Druckerei zu Hcidel- berg veröffentlicht. Der„Pfälzer Bote", ein ZentrumSblatt, sandte eine Berichtigung, die mit der Wahrheit direkt im Widerspruch stand, waS vor Gericht bewiesen wurde. Trotz- dem»mißte die Verurteilung ersolgeir, weil nach dein Preßgesetz' auch Berichtigungen mit unwahren Angaben ver- ö f f e n t l i ch t werden müssen. Anlon Boekers Fesile Weberstr. 17.(Tel. Amt 7 13414.) Mein kleiner Saal mit Neben- räumen, 150 Personen fassend, ist Sonnabends und Montags noch zu vergeben. 21522* Anton Boeber, Weberstr. 17. fieue Armin* Valien Kommandantenstr. 58/59. Säle von 50-1000 Personen Sonnabends u, Sonntags steil Möbelfabrik Rudolf Bartsch. Oranicnstr. 73, Brautleute, achtet aus meine altrenommierte Firma. Möbeltaus ist VerstauenSsache. Man versäume nicht, meine Fa« brikläger in den snns Etagen meines Vorderhauses, Seitenflügels, Ouergebäudes zu besich- tigen. Schrisil. Garantie. Preise j lesbar an jedem Stück. Teil- I zahlung gestattet. Meine Spezial- I einrichiungen sind unübcrtrosscn. I Stube und Küche 167 M. Zwei Stuben u. Küche 352 M., gutes l Zimmer, Satinschlaszinimer, Küche 1534, Wohl»zinimer, Schlaszimmcr, I I Küche 877, Mahagoni-Saton oder! I schweres Herrenzimmer, eichen! I Spelsczünmcr mit Sosa u. Umbau,> aparten»«chlaszimmer in. Frisier- spiegel, große Küche 1500 M. so- | wie zirka 100 Zimmer Möbel all I Stilart. u. Preislag. scrt. ausgcst. I Litte m. Off. nicht in. ähnl. lauten, l I Aichreis. zu vcrwechs. Geleg.-Käujc! I kompl. Zimm., Buietle, Schreibt., I Garn., Sosas, Uinb.,KIeiderspindc,> I Lertik., Trllin., Bettst., Matratzen.! ! Cbaisel., Tische. Kostenl. Slusb. Trpt. I srei, auch außerh. Sonnt, geöffnet.! Oranicnstr. 73. Nassenheide. 200 Mark an die eingezäunte Par- zelle. Biir zu den Zügen ab Stettiner Bahnh. 10.44 u. 1.12 täglich im Nassen« heider Bahnhoss-Restaurant zu treffen. Fahrzeit'I, Cid. Bes. Gust. Wölfl, Oranienburg, Berliner Str. 52-». 4 Vveiseosustrske lv . Gran, billigste u. beste . Bezugsquelle für. �obeliederHrt.� r Kassa und Teilzahlung. Sin neuer Lieferant für vornehme JMaßbehleidung ist in Moabit und Wedding erstanden, Die in fertiger Herrenkonfektion seit Jahren berühmte Firma Herrmann Schlesinger fertigt elegante Maßanzüge, Ulster, Paletots etc. in vorzüglichem Sitz und- erprobter Ausführung. Erste Referenzen. Turinssr. 58. lEtaickemJorfer Sir. 48. ",""■'-rv/■'•.-»V v ,�...1■.»•,',.V teilzdl)luna monatlich 10 M. liesere Herren-Garderobe nach Mast(billigste Preise). J. Tonprowskl, 81».'fe1,10' Nähe Bclleallianccplatz.• Kasse IQ0/, billiger. Möbel s komplette Einrichiungen, unerreicht billig, gediegenste ülllssührung; jede Garantie.— Kein Laden. Berkans im Fabrikgebäude. V" Eigene WerkstSHen. Vorwärtsleser erhalten 5 Proz. SCarB Gurähke Alte.Sakobstraßc Wo. 6. Großo Partion| Teppiche m. kl. Webo- fohlem, Gr. ca.| 200X300 11,751 250X350 10,501 300X400«0,00 Teppichhaus L.Lef&vre Berlin, nur Potsdamerstr. 106B| (kein Laden). Nach ausw. per| Nachn. Neuester Katalog gratis. T Billigste Bezugsquelle für Sprechmaschinen und Schallplatten nur prima Fabrikate natürlichste Wiedergabe gegen bar und auf Teilzahlung. Wochcnraie 1 Mark. Umsonst tu Jedem Apparat OV 12 neueste Stücke."W J. Kurzberg Rosenthalerstr. 41, 1. Etage ——— Kein Laden.• lOMt Höchste Zeit 227,9 ist'S, wenn Sic Kaiser- I'rledvichstraBo 78/70 (Rstdors) noch gemüll. Balkon. wohn., 3, 2, 1 Z. mit u. ohne Bad, mieten wollen! Keine Mtetskaserttc und doch billig. Bei 2jähr. Kontrakt 1 Monat srei. »♦»O— ttKWOO—# Zigarrengeschäft! auffallend sichere Existenz, LogierhauS mit 400»nännl. ständigen Bewohnern, sehr lebhaste Verkehrs» und GeschästS- siraste, wegen anderw. Unternehmen billig zu verk. Passend s. einz. Pcrs. oder als Nebenerwerb. Miete 700 M. Küche und Kammer. Näheres suh F. 3770 an den Jnvalidenbank. Berlin W. 64. S. Hammerstein, Berlin N. 54, BrunnenstraOe IQI — Gegründet 1862— 101, Rohtabak x Utensilien hält sein rcichh. Lager von allen Sorten Tabak in jeder gewünschten Preislage bestens cnipsohlen.* W. Hermann Mttiler,| Berlin, Magazinstr. 14. lava-Suuiatra Nr. OSOS a 2,50 verzollt. iBollblatt, II. Länge, mit ffclneniE Brande. BUmblatt Nr. 6395 o 1,25, J grost, zart, ergiebig. Berliner yiHrlo, Felix Scheuer Fork, Kretzschmai*& C® Stralsunderstr.l. vereinigte Tischler- und Tapezierermeister Berlin, An der JannowitzDrücke 3/4. Bitte verlangen Sie unser großes ■i.- Musterbuch umsonst. Deulsclilands größtes Möbel-Kaufhaus für WohnungseinriGhtüiigen in allen Preislagen. No. 8 Kleiderschrank, echt Nußbaum mit Hutboden und Messingstango und reicher, modemer Schnitzerei, Mk. 35,—. 120 cm breit, 230 cm hoch, 80 cm tief. No. 3. Sofatisch, halbecht Nuß- bäum, Mk. 23,—. Blattmaß 115X70 cm, 77 cm hoch. No. 10. Stuhl, halb echt Nußbaum Mk. 7,-. No. II. Vertiko, echt Nußb.m. Facettespiegcl und reicher, moderner Schnitz. Mk. 90,—. 98cm br, 206 cm h., 47 cm t. No. 1078. Großes bequemes Sola mit echtem Nußbaum-GesteU und gutem Moquettebezug Mk. ISO,-. 205 cm lang, 141 cm hoch, 83 cm tief. No. 12. Spiegel, echtNußb,, Mk. 36. Glasmaß 115X47 cra. No. 13. Spiegelspind m. goschn. Füll., echt Nußb. Mk. 36,—. Spiegel mit Spingelsp. 86ombr. 242cm b. 4öcm t. Ein Helstark vollendeter Uhrenfabrikationl Palent-Anker-Remontolr» Kavaüer-Stafcl-Uhr Modell«A IMb Made» 1909 lv BlaniB 1909 in Silber 20 Mk. 5 Jährige schriftliche Garantie. EinsegnungssSchmuck In größter Auswahl Juwelen, Uhren». GoMwnren zu bekannt billigen Preisen. fabrikaiion Detail- l-MMil. 35, aÄ*. Eiptn Verkauf«a IlilligZll. 46, zu oeKann Bdnoote& Co. Kaufen Sie"VB «ort, tv�mUnf AUffe. ii u-C, Wir lubra di* tntjcncil VAiimmmmutt«, mctluait-.hc OBafbaat är f-iicJsOitM vco bsa&Ma TnaarioB«, „ Sa Joe JttrM V/SsOf l Srjfci»«w? Ikdii» aa liur Sdlir /)«' Rumanr SSiaagoSieoer Ufa« Kaution- Zioarelten Große Vorteile bieten Zu haben in allen Zigarren-Spezial-Geschäften. Staatlich konzessioniert. 'mm— h Smo H. Strahlendorffs Fernspr. I No. 1750 Mels-AMinji Muster-Kontor. Berlin SW., Beuthstr. 10 u. 11, 1., 2., 3. Etage, ZtSm"' Grösstes und ältestes Institut Berlins. Gegr. 1830. /■- N Jeder, der eich für den kantmim. Beruf ausbilden will, verlange ausführliche, reich illustrierte Lehrpläne mit Angabo der Einteilung, Breis«, Dauer und Unterrichts- etoflvcrteUung der einr.elncn Kurse. Der Unterricht in meiner Anstalt wird von 23 Herren, jiraktisch erfahrenen Kaufleuten, akademisch gebildeten und staaltieb gepriiltcB Lehrern, und II Lehrerinnen erteilt. Es stehen 35 Klassenzimmer und OO erslblassigo Schreibinaschinea zur Verifigung. V___ ✓ Beginn der neuen Kurse am 5. Oktober. i. Handelskurse für Herren labres-, Halbjahrs-, Dreimoaats-, höhere BandelsKarse. Lehrplan für die Halbjahrskurse A. l'nicrsf nfc(Eiem.-Kursns) Lehrfächer Stundenzahl f. d. Halbjahr Deutsch..... 100 Kanfm. Rechnen.. 80 Schönschreiben.. 80 Geographie.... 40 Handelskorrespcnd.. SO Handelsichre und Wechselkunde.. 50 Einf Buchführung. 40 ßtenographio... 40 Maschinenschreiben. 40 Engl. od. franz. Gram- matik...... 80 Sa. 6ÖÖ Der Elementarkursns Ist für junge Leute eingerichtet, die aus der Volksschule oder einer unteren Klasse einer höheren Schule abgegangen sind und in der Zeit zwischen ihrer Konfirmation und dem Eintritt in ein Geschäft das In der Schule Erlernte ergänzen undalsLehrling In ein kaufmännisches Kontor eintreten wollen. WertnltErfolg die Unterstufe durchgemacht bat, kann in die Oberslulo eintreten. lt. Oberstafc. Wahlfächer: Englisch, Französisch, Q rammatik, Korrespondenz, Konversation, ja nach der Vorbildung. arge- schrittenen und Kauflouten, als schon praktisch tätig waren, Gelegenheit zur Erweiterung und Vertiefung ihrer kaufmännischen Kenntnisse. C. IlOhero llandelsUnrse für Herren, die entweder aus einer oberen Klasse einer höheren Schule abgegangen sind oder bereits praktisch tätig waren und über eine gute Vorbildung verfügen. Die Toilnehmer werden zu tüchtigen Buchhaltern, Kontoristen und Korrespondenten ausgebildet. Der Besuch ist besonders solchen Herren zu empiehlen, die im Besitze des Einjährigen-Zengnlsses sind und sich dem kaufmännischen Beruf widmen wollen. Lchrfäehor für das 1. Vierteljahr Kaufmännisches Rechnen. Handelskorrespondenz.. Handeisbetriebslehre und Wechselkunde..... Einfache, doppelte, omerik. Buchführung..... Schönschreiben..,». Stenographie..»,, Uaschiacuschrelben.,. Ltd.- Zahl Lehrfächer für das II. Vierteljahr 40 20 20 «0 40 eo 40 Volkswlrtschzftslehro (Vorträge)..... Rcchtskunds(Vorträge). Bilrgerkunda(Vorträgo). tlandelsgeographie und Warenkunde..... Höh. kanfm. Rechnen. Musterkontor..... Bank- u. Börscnkunde. 20 20 W 60 40 80 20 : y*• f-.j, KrW i Ltd.- Zahl Dozenten: Dr. ph. Kratz, Dr. Jur. Wulsch, Dr. Jnr. Hoerschgen, Syndikus Eickhoff, Bruckauf, Foitzlok, Gullascb. Wahlfächer: Engl. Französ. Grammatik, oder Korrespondenz und Konversation. 2. Handelskurse für Damen Jahres-, Halbjahrs- u. Dreimonatskurse zur gründlichen theoretischen u. praktischen Ausbildung als: Buchhalterin, Geschätlsstenographin, Bureaubeamlin, Korrespondentin, Krtsslorerin, vormittags 0—1 oder 2 Uhr. Mit den Halbjahrs- und Jahreskursen ist ein pniktlzcues lebungs- Kontor(Hustcrkontor) verbunden. Ttatauer] Kandels> Schulen« „SerUn L.", Jllexanderplatz.„Sixdorj", Zsrgsir. S, Ssginn neuer Utilerrlelifskureet A. Damenkurso, B. Herronkurso. Kostenloser Stollonnnchwcis. Wöchentlich 30 Stunden. Monatshonorar einschließlich Fremdsprachen 25 Mk. Sonntag: Anmeldungen 8—1 Uhr.— Praktischer Unterricht.— Günstigste Fahrverbindnnnj. HoltfiMno niöRinoc Hnnnnüll' Stenographie 8 Mk.— Schreibmaschine(zahlreiche Systeme) 8 Mk. UCUtlultd UlaDlyCu OUItUlul, Dopp, Buchführ. 18 Mk., Schönstjhreiben 20 Mk.— Prospekte gratis. Amt VII. 8090.— Dirckaenstr. 23.— Staatlich konzessioniert. J. Baea« Bauschule u.Teciinikuin. Berlin C., Münzstr. 7, errichtet 1890. Hoch- und Xicfboit(4 Semester). FiNonbctonbaa 1 SpejinlahtcUung f. Steinmetz, Tischler und Schlosser. Tngeö- und Abendkurse. Programme kostenlos durch die 16792*_ Direktion. Berlin, AlteJakobstr. 124 Elektro-Technikum gegr. 1874. Eig. Fabrik. Elektro- Maschinen-, Bau-, Ingenieur-, Techniker-, Werkineister., Mon- teur-AuSbild., slaali. inspiziert, Uguöf Ahönciliussuz. Prespeki koslenirei. Maurer, welche sich zum Polier oder Nnler- nehmer ausbilden wollen, erhallen den erforderlichen Unterricht. Bau- polizeizeichnungen werden aiigelerligt, Bauieitnng, Buchjührung usw. C. KarraH, Maurermeister* y W., Lideuburgcrsir. Li! III. etiinkel- ükadetnie! Berlin, Neanderstr. 3. Technikum(Masch., Elektr,), Bauschule(Hoch- u. Tiefbau) Meisterausbildung. Tages- und Abendkurse. (Staatliche Aufsicht.) Programme frei. ! echnische Berlin 119 H&rkgralenstr. 100, Maschinenbau kademie Merlin Prospeltlo kostenlpH durch dns SekretnVlaL Gegr. 16Ü8. Aosbildting von Ingenieuren, Tech- 1 nikorn, Werkmeistern. Elektroiechnik In allen Drogen-, Kolonialwaren- und Seifengeschäften erhältlich. Fabrik-Niederlage für Berlin und Vororte: Job. Schtnalor, Berlin N., Tieckstraße II.• BadM Pringle. effiwVfsk Herren- uod Knaben- A«**— ri'fW-J Hoden. Berufskleidung. ) FDlÄticv Einsegnungsanzüge. tol.ni!g�aElea.Paietolsü.Pclenn. Großes Stofflager:: zur Anfertigung n.MaS. Allerbilligsfe, streng faste Proisa. ftuf redit Paletots, Ulster nur mod. Fassons in jeder Preislage. Anzahlung E Mark I von an! pamen-lfonfelitiDn| iKostOme, Paletots j Röcke und Blusen! j— nur Neuheiten— j in größter Auswahl i Anzahlung 9 Mark 1 vou an| erhält jedermann [bei 1 M. Wochenrate i nur bei m. KZogsu lAlte Jakobstr, 731 Ecke Ross- und Dresdener Str. Der Vertrieb von Erzeugnissen sächsischer Gardinen-Fabriken Johann Pellot& Co., Kommanditgesellschaft gibt ab Gardinen, Stores, Zugvorhänge, Tüllbett> und Zierdecken in bekannter Gediegenheit an Wiederverkäufer, Anstalten, Hotels sowie an Private im Einzelverkauf und verbürgt natürlich eminent billige Preise, die überall deutlich verzeichnet sind. Umgehung jeder unnötigen Verteuerung der Waren. Wegen Anwendung der elektrischen Bleiche Garante für größte Haltbarkeit.—— Besichtigung empfohlen.—— Verkaufsstellen mit Einzelverkauf zu unseren Originalpreisen: Berlin C«, Rosenthaler Straße 2 am Rosenthaler Tor. „ SO«, Wiener Straße II gegenüber der Hochbahn(Oraaienstraßc). S«, Kottbuser Damm 73 _(Rixdorf) gegenüber Poppstraße._ 1» Berlin O«, Große Frankfurter Str. 5—6 an der Fruchtstraßo, O., Grüner Weg 28, am Andreasplatz. O., NicderbarnimsStraße 13 Ecke Bcxhagener Straße. 19 99 �1 Kommaiiilantenstrasse 51 Ecke Alexandr inenstrasse bestAicnd aus Scli!ahWotiDZlitiineri!).BQiett Herrenzimmer oder Salon Anzahlung 100 MH. monatl. Abzahlung Mk. 25.— | WeMadiezidsl« Garantie! MK» Eine gediegene W oimungs»Einrichtung �brik-lageri L bestehend aus Schlaf- und Wohnzim mer mit kompletter Küche, Farbe nach Wunsch liefern wir schon bei einer AHzalUuiU � 45 MK. und monatlicher Abzahlung von Mk. 12 bis Mk. 15. y !»M»M> Ueterung Berlin and Vororte. freit MB olmnnjs- Einrlthiunsen in allen Preislagen. Besichtigung erbaten. Fachmännische Bedienung. Strengste Reellität! | Sanbere, Kedleteao Arbeit f I Tel. VII 3986. Kr."«. Rohfabak Otto Urbahn Berlin C. 25, Landsberger Straße 79. Jgva-Einlagcn.... 93-125PI. Java-Umbl.u.Aufarbeiler 125-190 B Java-Decken.... 200-475„ Sumatra-Umblatt... 160-190„ Sumatra-Decken... 190-700„ Srasil....... 125-325„ Preise verz. inkl. Wertzoll pro Pld. ja, 3»/0 Sconto v. M. 10,— an. Versand nnr unter Kachnahmc.* Utensilien, wie Lack, Band, Ringe, Etiketten, Arbeitsmesser, Papier etc. etc. in reicher Auswahl und billigen Proisen stets am Lager. Carmen...... 95-165 PL Domingo...... 100-160„ Havana.. 180, 220, 550, 600„ Mexiko..... 325, 450 Lotgut......... 95„ Inländische Tabake 95, 100. 105„ lleiurloh Franek Tel.: Amt IH 4352. BrnnncnatvaQo 185. 8—7 Uhr goüßnot. iußerordentlich günstige Rohtabak-Angebote: Sumatra-Decke Sumatra-Decke No. 1523, Deli My/ PB. Yollbl., 3. Länge, braun, sehr leicht und decklähig 2 Mk. verzollt. No,1414,Padang Brahrang, sehr blattige 3. Länge. Loclibl. wie Vollbl. hell u. fahl 2,60 Mk. verzollt. Sämtliche Preise einsclillcßlich Gewichts- und Wertzoll. r* Zusendung in Berlin kostenfrei und schnellstens. I Besichtigen Sie bitte im eigenen Interesse f / meine anerkannt große Auswahl �___—___& 2� Ziehung 3. KI. 221. Kgl. Preuss. Lotterie. .—. ZieliUBg vom 11. September vormittags. NiZC dio Gewinne über r44 Mark aiad den betreffenden ''• Kummern in. Klammern beigefügt. r10hn9 Qcwiibr.)�- v;(Nachdruck, verboten.) -«S 615 COS 1103' 551 S7 377 406 758«82 OOS 2049 169«32 79 001 3156(3001 699 854 015 4351 951 70 608«00 03 5083 584 96 995 6041 42 106 327 540 731 830 06 OS2 7001 141(400) 818 587 689 8X13 53 371 434 459 70 728 874 9 467 546 86 05 �'<...- ,-10113 217«75 994 11141(300] 63 506 777 845 18 63 66 1 2359 5X4 700 872 1 3306 603 79 724 93 X 70 114X31 55 275 323 634 9 7 844 1 500« 281 67 X 774 1 6052 '505 8 600 97 733 882 970 1 7X93 259 309 4X9 SO 934 >18266 339 67{SOOJ ,450• C5d» 838 V19113' 72. 734.[400] 815 043(8001 V-- 5?; x'.- V■ v>''.>• ff'•* 20098 202 393 638 753 91' LSI 093" 97 2 1 652 734 ffto(31-0) 29»Ol 52[400] 78 2 2315 20 670 77 722 864 fO 966 99 2 3049 X09 2 7 298 514[300] 33 64*1 710 51(300] 24077 113 423 30 588 97 024 808 14 855 2 5027 207 470 06 830 933 2 6011 241{300] 526 27009 255 304 011 16 710 864 966 74 2 8012 247 87(200] 345 51 413 66 JOS 4 557(300] 29134 205 358«51 850 1... 30043 174[300] 272 348 414 63 533 709 40 81 i 2 1 555 79 717 3 2574 697 82» 04 3 3049 623 58 790 34113 28 67 605 92«78 039 46 3 3135 4X2 715(500] 36260 425 510 11 3 7230 61 63 302 7 3 598«BT 20 54 730(4001 933 2 5 3 8675 814 735 02 BIS 39004 II» 441• > 40502 488 4 1 266 83 309 481 089 767 68 812 060 ,42090 275 558 823 40 4 3 270 06 025 27 4 4133 420 697 717 4 5143 300 001 82 4 6020 00 90 113[ 300] 250«0 1607 844 61 81 98 709 807 47199 530«04»0 713«74 48023 26 ISS, 403 1300] 43»1 691[300] 723 49158 SCO 846»1. uo JK«v"'V l<. v Je> 50228 627 40 911 76'(300] 97 5 1 429 633 77 810 ST VSlOO 30 266 440 681 739 960 C2(4001 53305 408(800] 61 53 644 953 5 4 263 336 63« 94 801 88 905 55158 61(400] 027 99 809[ 300] 008 5 8358 708( 300) 23 00« 57074 340 tSOO] 070 693 723 76 802 70 5 8113 11 410 16 836 001 59230 490 580 681 719 40 06 67 925 (f». 60406[400] 54 577 737 79 6l0«l 402 643 635 959 6 2 236 59 63 334( 300] 402 520 5? 679 894 6 3073 90 730 214 1.00 75 453 575 646 6 4000 765 070 6 5 217 309, 81 400 784 846 6 6315 068 6 7 390 727 68124[300] 194 634 49 6 9 253 67 321 494 619 96 733 t—><,-4 7O068 151 81 262 631 79 09« 71136 222 53 664 83 81» 834 35 41 996 7 2033 72 198 316 20 75 983( 300] ,7 3006 127 407 44 47 584 604 727 SO 915 74012(300] 153[MO] 200 424 86 017 65 912 7 5 247 304 4 3 708 873 7 6329 793 7 7015 139 370[400] 94 434 737[300] Mi 73 984 7 8042 105 404 83. 53 535, 7S255[300], 301 64 488 630 602 23 07 061,•'> kr. 80128 389 490 93 793 803 8 1 959 223 476 97 575 75« 82004 157 328( 300] 64 60 04 408 677 652 767 70 {8001 875 005 83086 848 04 673«84 73 61 71» 931(300] 45 8 4257 808 81 611 619 700 879 89 902 8 5128 60 746 1(400] 89« 86102 230 344 81 414 648[300] 77 711 870 74 971 8 7065 115 467 601 648 727 49 5 7 805 978 8 8697 871 (600] 89063 Z»7 332 428 96 624 32 628 757 617 921 ►-S 90089 100 768 92(1000]»60 9 1 020 137 7« 231 635{500] 64 81 Oll 700 40 00 65» 92415'«2(ZOO] 818 »97 93082 239 331 492 160»] 742 04151 52» 95107 63« 675 89 777 92 849 056 9 6076 408 670 913 9 7018 265 ,(3001»5 40» 601 61 122 34 44 868 0 8301 71 508 1» 96 81 63 762»08 4» 99 364 72 418 41 707 86 916 6 1 ch, lOOOili 217 35 476 085 783 020 81 191630 83 08 320 714 31 890»36 1 02129 81 4SI[300] 519 90 97 114 800 1 0311} 88 318 414 1 04048 161 78 562 COS {300] SSO 65 105017 26 331 449 61 500 62 87 632 714 823 033 1 0 8 271 369 453 73 880 1 07164«Ol 507 81 61» 95 867 1 08047 397 422 695 932 109128 226 4» 648 877 » 1 10076 88 164 265 390 962 11 1138 243 4SI 511 86» 112139 362 414 551 689 780( 390] 971 11324S 48 309 509 8» 663 91 883 114242 69 93 455 590(300] 826 115134 45 500«50 11G39G 403 649(800] 647 87 73»»50 82 1 17162 333 47 604 06 013 43 118043 271 375 119257 578 955< 12O109 232 322 74 740 51 012 67 121517 904 18 1 2 2 235 489 675 689 II« 86« 54 82 902 1 2 3080 127 214 2.1 47»[300] 601 06«84 738 99 910 1 2 4314 20 400 592«87 09 1 2 5435 5» 523 917 1 26089 131»0 224 773 819 90» 127253 Ol 465 533 1 28133 98 630 893 1 2 0 963 191 2)0 975( 300] . 130253 394 529 877 131145 8»(200] 313 49 89 408 871 65 1 3 2 207 423 838 91« 133168 838 563 763 134305»97 1 35108 272 370 89 896 978 1 36149( 300) 03 317 423 616 750 940 1 37171 90 373 574 706 958 04 1381S3 234 45 84 438 811 53»33 130142 47 43 557 93 JOS - 140075 17! 75 518 77 679 798 1 4 1 055 168 82 708 70( 800] 802 2 7 017 77 1 4 2059 280 8» 466 599 84» 030(400] 14 3041 04 500 740 72 1 44020(300] 193 455 56? 724 934 1 4 5021 64 07 209 319 66 86 43t 543 754 14S-V7 327 589 703 900 51[300] 14 7 753 09, 148043 92 300 19 017«07 10 31«2 140293 537 716 877 936 78. ii» 109]» N Etool w tai oss IgLua. 408 544 67 65.1 703 877 07, 152132 255 802 033 750i 153 259 137 662 613 32 30 44 800 1 54119 281 403 57» »90( 300] 155107 214 500 156224 303 6 25«81 705 15 7 070 134 21«51 820 1 5 8 598 712 52 878(300] 92V 15 8073 202 5UI 624 91 004 20 ; 16O081 116 200 16 528 608 789 825 073 86 131221] (500) 314 56 80 574 602 019 1 6 2043( 500] 72 78 110 31 56 403 61 513 41 705 851 073 1 63C'6l 228 57 306 25( 300] 74 85 764 1 64177 267 TO 837 603 1 65144' (lOOOl 692 19, 829[ 300] 71 75 960 84 1 66022 1,1 3531 42, 604 95 795 971 167198 248 73 301 427 41 671 727! 79 831 970 07 1 6 8021 801 799(300] 89» 919 37 40 89 87 1690% 199 242 02 89 96 387 603 48 019 72 93 ', 170104 473 791 836 1 71181(300] 247 419 697 705 68 619 901 22(400) 44 1 72001 157 70 228 54 344 510 615?32 55 964 1 7 3 069 292 550 657 837 1 74114 2081 314 72 660 1 7 5 433 06 729 93 1 7 6 214 45» 98 658 IT* 918(409] 20 1 77153 58 218 498 723 64 1 78154 224 43 (600] 367 710 83 813 57 922 1 7S175 650[ 500] 896 l \ 180939 137 223 83 636[ 500] 713 050 1 8 1 042 4Ss 038 42(300] 832 75 934 68 1 8 2035 55 123 554 625 3»| 72 701 18 3 000 353 83 895 1 84060 475 606 20 50 737, 73«2 885 923 18521» 80 395 402 831 186143»53 7» [300] 403 092 725 1 87174 332 50 731 803 2 0 39 00 058( 188161 SU 94 423 59 757 819 1 89356 42? 57 687! 190025 245 89 414€51 837 191423 69 81 742 481 (300) 19 2 012 118 262[500] 831 775 80 902(!00| 19 3007 134 238 360 Ol 656 1 9 4223 77 SSO 447 03tfl 19 5 678 963 1 98157 300 52 480 561 729 076 1 97177. 65» 710 819 30 198421[500] 772„ 800; 010 �(DOCjl 19 9 292 465;-,.. v. i 200048 C.ffl 705 201231 352'443 Kl 832 S69 202 501 101 233 304 2O 3051 68 200 81 340 688 97» 204040 57l 443 72 621 55 720 27 814 959 2O 5051 184 464 5431 20 6040 186 07 345 599 050 63 1300] 629 41 2 0 70591 IIS 21 70 215 370 450 973 2O 3106 405 511 67 785 82 5> 058 2 0 9 059 126 7 7 256 374 501 72( 500] 210932 78»55 493 560 6» 613 211907 42 712 314! 212037 449 59« 004 705 213205 6 515 077 775 70»Z! 822 46 214144 255 431 528(300) 61» 70 756 991 2152)7l 346 474 504 10 041 2 1 6178 332 Ol 92 499 797 810 80 049 2 1 7305 406 513 33 82 602 847 965 82 2 1 8233?»> 718 857»15 2 1 9047 129 70 600[300] 96 839 H 22 0452 83 507 13 21 22 1 067 122 4 4 25» 404 80» T 735 995 222««4 593 779 863 2 2 3149 49 211 855 76t! 959 73 2 2 4 296 300 460 707 0 865 920 50 2 2 5123 226, 307 74 430 5 0 531 87 713 901 2 2 6 012 246 559[1000)1, 594 82_ 2 2 7033 78 206 352 83 87 474 501 647 727 05*] 228339 621 905 229103(400] 81 232 327 040 67 1300]! 791 958... - 230 162� 550 698 812 973' 231.337'(300]«2 453 639 045 232001 155 601 28 3162 383»0 451 557 703 T»73 234146(300] 688 728 2 3 5181 265 443 679( 400) 70» »9( 800] 834 2 3 6107 259 099 708 826 927 2 3 7042 45 ■ 29» 391 439 54 X 707 863(lOOOl»50 7 3 87 2 3 8050 107, 25 308 478 054 743«20 2 3 0090 180 339 740 4 >-d 240315 45« 51« 99 630 2 4 1 393 449 81« 907 242)13 35 355 327 403 618 704 20 2 4 3239 403 32 574 629 6« 87 793 805 2 4 4717[400] 881 74 2 4 5x29 473 99 Ii«» 1 »1 695 773 823 27 2 46143 409 049 2 4 7 201 23 313 8.4 867»08 2 4 8179 95 337 72 425 556 652 729 45»7» 24 0040 66 147 77 99 273 342 57 05, 746.-S-r. 250259 99 509[ 300] 25 1 904 159 815 561 74 613 [400] 2 5 2031 402 573 784 839 77[400] 949 63 83 2 5 3005 228 492 759 60 81t 925 254325 45«10 913 25506» 52], 85 89« 046 CO 256057 14» 207 24 90 97 360 437 93 501 013[409] 73 794 055 2 5 7186«45 47 39« 030[500] 753 831 25819» 248€00 721 807 2 5 9 279 583 95 636»"4 32 ■ 2 6 0027 105 20 228 68 861 440 520«16 866 26110* 61« 71« 860 2 6 2014 255 401 665 80» 1 41 263017-XI» 88 799 911 264(150 277 88 831 83 2 6 5212 330 61* 82* 84 961 28 6241 07 382 499 08« 781 830( 300] 943 267013 44[ 300] 148 ,95 ,90 489 2 6 8 264 405(800) 13 04 534 716 20 801 954 2 69115 292 352 436 63 529 91 915 8t>. � V S70005 ,2« 33(800] 317(300] 60 TOS 801 89 90 271067[300] 118 421 42 46 08 502 741 837 972 2 7 2155 208 41 83» 620 2 6 716 36 603 11 74 985 2 7 3119 229 , 403 83 564 2 74105 61 224 36? 463 605 20 32 83 631 "7X3 864 275U7 36 404 600 45 621 87 980 2 7 6303 429 66« 808 48 906 27715« 213 310 17 403 641 735 2 7 8117 319 7»9 279184 213 61»30 461 89 600 875 958 .• 2 8 0 276 303 3 812 983 2 8 1 07 2 741 003 57(300] 2 8 264, 704 89, 28 3 252 738»82 2 8 4152 429€46 76« 809 46(300] 2 8 5080 535 55 90 091 903 2 86147 20* 81 416 SO 512 799 812 2 8 7 030 153 61 366 433 557«21 23 800 51 2882S8 530 686 88 170 819 086 2 8 9132 227 450 601 7 19 V 200030 174 200 329 40(MO) 456€65 63» 705 10 054 2 9 1 007 28( 300) 746 281 444 513 613 911 2 02005 28* 328 81 50«3 555 86 619 82 843 980 2 0 3034 121 223 56 490 674 950 2 0 4140 210 8 7 340 577»91 295050 215 SO 805 40»II 73 2 9 6452 668 30 819 917 1 0 701» 300 «S* 29 8000 59 802 44 SO»VI 299-13 9« 1 837(30») 5»» 812 88 867 73»99,■ 300113 85 483 557 67» 720 821 OOS Ii 59 SOlOCIi 159 396 9» 414 832 3 0 2052 00 00 X 38 IM 33€37 4» JS» MUJUl 3.9.9113 21«21 673 76, Ol»«L" W.—> 2. Ziehung 3. Kl. 221. Kgl. Preuss. Lotterie.1 Ziehung vom 11. September raehmKlags, -Kur die Gewinno über 141 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewi! Iii-.)(N'ncbdpuelc verboten.) � 253 567 SO 518 627 960 IlOO 71 81 203 II 725 905 ! 2517 759 852 3031 139 512 636 709 30 811 77 4138 81 :sil 591 701 99» 5051 100 57 103 337 45» 532(IZl 727 49 (76 969(300) 6 351«21 758«37 7432 603( 300) 7 66 73 1 8042 180 238 479 777 851 70 72 909|3i)OJ 9991 410 807 I 1O057 360(19001 759 74 977 82 1 1*89 463 531 40 ,'673 730 61 12003 373 59« 743 84 85» 71(3001 015 1 3151 i 67 87 221 308 74 526 78(360] 73« 14913 176 79 532( 490] > 96 1500] 15045 261 78(300] SSi 440 501 611 16032 105 '467 532 63 87 715 91 913 5« 11615 171 318 503 724 8,2 ;S85 86 18609»69 691 19016 15.» 393 SOI 95[300] 014 1 2 0907 690 701 833 94 028 21122[ 300] 28 566 4% 95 790 89» 992 43[300] 22 151 CO 205 915 22 73«(SM) 23105 212 OiW 631 37 774 24019[4C0] 160 203 SU 51 507 63 825 777 882 2 5306[400] 516 605 22 29 75» 877 85 945 4« 26140 436 757 27129 311 611 63 601 102 20 2 8l3» 336 502 605 936 84 2 9120[300] 413 735 894 ' 80790 843 920 31 138 61 41» 48 503 8 2 018(400] 43 1-511 83X 52 3300» 11 109«19 627 33 828 93» 89 34019 ] 140 65 418 49 002 35017(300] 119 302 610 52 370»53 136063 208«93 70,«5 70 82 1 959 8 7120( 300] 430 554 73 032[400] 784 851 95 3 8X63 159 792 924 3 0267 317 43» 95 505 GQX 759 4O0C1 US 40 60 88 689 918 4 12X7 40 73[300] 316 862 69 88 728 4 2020 M 82 156 551 780 4 3222 59 435 603 80 646 733 619 SS 44618 5»»8 145 47 300 427[ißO] 762 029 56 78 4 5280[1000] 704»52 70 89»2 46110 70 S6»(30«] 458 757 63 875[300] 912 4 7243 825 852 915 4 8210 539 629 97 4 9-37 91 506 16 732 4 4 79 5020» 70, 802[,00] 51105 287 316 37 409 52[500] 78(400) 645 782 5 2303 63 827 3» CS 71 53(223(400) 175 293 613 663 72« DOS 5 4033 277 314 750 922 5 5133 48 257«6«9 590 654 743 999 5 6009 122 281 317 Ml 930 57060 81 548 033[300] 763 81 923 31 00 5 8062 XI» 27» 90 399 459 92«75 980 59857« 60094 303(309] 46 61318 483 52» 72» 69. 68144 61 206 1*5» 020 6 3 005 III 79 207 780 846 97 6 4048 180 210 339 SS 404(300] 503 6 5035 239 327 531 817 995 97 ■<3 6204 304 402«59 848 57 010 83 67034(ZOO) 70 78 174 357 41» 637 729«54 947 6 8080 178 768 831 67 968 69118 20 52 221 313 417 551 018 61■- 70021 160 508 7 1 025 179 307 41* 65 X 57 7 2 058(300) 876 126 87 547 01» 925 7 3 2X0 43(100] 608 45 000 49 7 4010 42 106 832 478 7 5141 65(300) 50 2X4 723 76118 .917 310 553«33 926 73 7 7 030 70 85 405 94 821 44 713 96 815»08 10 7 8003 XXX 43 255 444 065 701 7 0 036 179 ,03 310 54». 83 613 55 709 80.58 352 75 603 19 55 64«64 89 963 8 1 065 124 82X26 44 423 515«31 5« 912 8 3 015 33 130 711 51 84141 : 61 225»2 333 41« 616«7 850 85013 14 102 237<81 660 [019 97 8 6 206 3X2 13 583«91 795 951 77[400]«1 87097 (MX 850«85 865 7« 085 88039 10» 377 409 569«40 97« l 801 15 235 ,85 'f»Olli 2X1 3 1 982 537 ,1 933[300] 9 1 029«8 851 58 ««77 636«9 79«3, 752 697 92601 63 69 94 017 919 R« 103010 67 13« 58X«35 84 940X9 726 OS2 9 3035 535 673 ,798 9C3 9 6010 50 195 239«3»7 67 360 69 453»64 97119 -15 594 758 938 9gl9t 85 614 91 99213 2« M«93«79 ]" 100079 178 258 835 646 670 776 1 01,62(,««] 46» ■55, 75 1 02S7R 057 1 03104 22 61«56 7« 563«73 710 >1041?: 233 376 518 654 902 20 1 0 5518 63 789«57 »106«'« 660 91 755 982 1 07163 72 201 3«1 43 475 06 513[ 300] 616 108107 18 ,21 ,51«37 506 1 00110 76 584 637 40"ft.... llOdTO 125 508 660 935 111216 815 530 112046 TSOO] 602 80 351 113190 562 424 85ä 114018 57 CS 130 21« 91 32« 50 904 115065 67 1U 31» 24 62 93 440«1 563 821 45 116119 279 873 994 117153 202 40««3 85«7 670 86 053*23 950 118094 102 204 402 81 513 606 53 781 92« 119045 1,8 82 206 02 592 84? 02} 82 V 12O00n 96 339 624 83 91 746 656 12113, 75 84» «5 119 604 1 2 2331 515 794 OSS 12 3 272 325(300] 44 402»1 603 50 804 1 2 4 46t 504«62 603 57 6« 125013 183 303 430 051«70 658 1 2 605« 347 61 455 80«76 770 847 74 004 1 27159 291 35« 470 74 728 1 28104 ,11 5«« 00 511 4»«II(500) 716 018 12019» 395 4?« 09 530 (500] 782 639 023 33,• v.•■ i 13 0945 273«07 619 855 1 3 1 005(300) 252 306 «49 132178 97 281 02 41««70 801 1331C4[3COJ 853 «« 468 663 671 13 4522 97 431 541 13 5710 55)«9 842 13 0072 248 318 49 419 515 37[ 300] 734 137081 118 340 435 077 165 80« 138210 476 540 49 95 703 83(399«] 890(3001 13912« 32 211 33 91 406 697 744«OB 52 022 1'• 140113 23 54 70 313 651 707 29 95 1 4 1 325 73« 70 865 72 996 142040[lOOOOl 422«83 143104 13 5«, 37 714 1 44365 7 3 613 757 1 45038 169(300] 87 409 -725 9.15 1 46032 156 2% GS 417 094 39 701 1»«18 5, '147073 200 32( 490] 302 12 20 Ml 70« 91« 148004 löOO]:«I«10 149C00 2« 222(»CO] 344 372 00« 1500«: 73 208 89 41 479 741(390] 65 33, 83 047 1151013[3'») 443 664 94« 162079 145«0 390 455»63 69 1 5 3002 50 205 47 315 4|0 5« 635«77 80« DU 154219 3i; 95 5J2 C30 SO« 998 y} 1559o3 139 820«90 016 7S] £93 1 50110 SO 209 452 514 57 CC9 709 13 913 1 5 �055! 441 6G7 65 714 80? C38 t« IS 8332 69 479 UM] SO 649' 690 989 1 59051 112 557 703[300] 650>.- j 160943 1300).192 431 778 87» IGlliO 578 461[SOCV! 87 655 6« 71 SOS 102199 27« 373 411 25 32 661 943 (3001 163009 119 30€0 JSO 537 430 613 41 784 803 90» 45[300] Ißdnn 40« 56, C-19 1 6 5301 515 78«13 3« 9« 737 802 919 166003 41 116 72 503 48 49 436 549«"34 7pt 850 1 07 224 74 709 89«29 971 166155 433(BW).' 523 33 70 6*2 909 4 0 55 1 69'.03 78 509 012 728 f£3 335 170175 678 072 1 71 131 357 61» 724 873 85 1 7292'»' 33 213 07 319 53 70 53 4S0 795 863 962 85 1 73U1 290 60« 801»03 SJ 174073 193 221 475 55 597 794 51!» 175011 II« 507 41[500] 43 427 51 648 947 173079(tOO]l 149 217«6 97 304 7» 473 793 554 1 7 7 013 261»03 17} 4M 609»93 1 78105 533 640 42 ,10 83 1 70151 290 5214 72 30 738....* X 180134 229 SM(3000) 400 95 652 752 915(seS? ct! 181213 381 8S 42« 71 513 21«11 72« 605 1 8291» 0? 04 160 62 X91 474 91 070 5» 81 869 1 8 3271 097 721 fS 88« 82 992 1 84189 ,61 994 1 85031 235 617( 400]»1 954 18 6207 406 49 522 9t 06 915 1 87 750 1 8810» 63 35* 516«OD 25 79 739( 400) 802 37 1 60117 307 93 451 65® est 852 58 03 84 J xyi:.. 190971 682 881[499] M3 101010 I13':n'1?TC7? €C3 80 792«0 053 1 9 20T9[300] 698 10305' 11» IIS 91 534 803 15 SO 194l05 81 200 95«95 890 1 9 5 20« 44« 091 SO 60€4 367 80 1 9 0013 156 558 430 5C2 724 61« 5Ü 107099[400] 121«2 201 310 93 97«?S 641 85 76««0-1 65 71 994 92 1 9 8005 251 760[500] 801€04 IOB9JI 411' 104 264 66 407 769 04 811(500] 6« IT V. U l 20 0261 74»«7 2 01162 23» 43 318 616 871 925(l 65 2 0 2013 73 238 72 84 484 527«57 203195 203 357 413 515 27 779 89» 90« 10 87 204985 183 210 559 UDO] 409 80 589«5« 729 2 0 5232 37 709 931 20 8067 110 25, 359 91 419 57 639 801 20 7217[ 500]«0 851 749 994 M 206506 307 421 Ol 511 916 2 00189 224 536 414 57 55 »03 6»>i»>..'■■>> 2102«« 615 632(300] 211341 443 62« 029 80 7»Ol 02 212058 173 310 51.9 676 81 713 631»17(39»]»l 213085 428 674«96[300] 2 1 4952 232 78 80 426 ST, 030 772 74 004 2 1 539« 002 210391 510«87 59 745 6ti 881 88 217178 532 471 6C1[509] 745 852 981 21Sc«3> (500] 231 393[ 800] 456»5(100]«20 78 790 17 2160:;« ' 145[100] 5» 359 522€6 617 5» 861[300] 69 75»X 89 849«1 98'.....v.--■■VU'•>--><,*. 4 220034 141" 61 SG5(«Sil] M 674 71«*1» 811«3«11 916(300] 48 2 21 119 305 4 4 638 COS 222015 278«» 501«52 57 670 943 2 2 3005 114[300] 81 275«39 923 22401« 228[300] IST 48 2 2 5047 153 402 505 788 6331 65 2 20129 822 5(3 652 9X9 75 2 2 7 099 SCO 491 11 81» 228010 138 730 837 2 2 9 035 65 25« 55»«44 31? 0» 23 0431 596 781 842 620 2 3110« 27 681 71» 61' 232099(»00) 440 78 647 1800} 744 52«94 058[390] 233043 0» 145 253 513 7 45«93»81 234059 CS 202 t* 389 411 30 2354Ca 730«13 2 3 0054 101 43« 725 2379X5- 28 79 199 299 571 815 2 3 801« 54, 579 772 935 2 0091» 112 64(3001«8 511 777. J 2 4 0459 548 061 202 847 2 41137 IX~6B'«5» 24 2X42 409 532 08 110 175 000 2 4 3347 705 807[SCO]' 244r«T 209 368 422 5«t 664 63[300] SC«(«O»] 79 2450X1 77 398 344 2 4 0023 209 528 786[ 300] 59 51 871 2 4 7774 467[400]«71[1000] 855 953 99 248011 40 41 141 821 486«82 971 73 2 4 0 059 122 42 89 353 620 2 5 0267 378 46» 898 2 5 1 031 177[300] 21« 454 87 503 3« 40[50O] 788 2 5 2 427»75[ 400] 253051 1U 91 65« 763 943 2 5 4093 709 911 82 2 5 5x7« 212 418 569 621 250300 08 531 257-2« 597 2 5 8093(5000) 378 454 5t [300] 623 877 2 5 0125 359 610 809. f•'- 200118 2C9 601 23 790 2 6110, SO, 51 56» 75 202-15 899 52« 767 20314? 74 501«7 609 2 6 435, 650. 683 731 58 2 0 5 264 503 47 470 600 2 6 0141 318 49 88 741 00 860 2 6 7 243( 800] 372 16 514»67 2 0 8160 282 805 20 0920 86 210 54 431«21 922-*i,-.-"• 270949 58 99 271005[400] 30 145 513 611 272100 91 252 871 Ml TSJ Bfl 823 70 27301»[300] 31?«3 603 JZN«03 996 2 7401« 202 15 427!>5 659[400)«1 829 (7 5015 851 407 609 731(309] 270529«2« 37[600]?* 2 7 7210 35 30(400]«» 309«79 907 8 270138 2U 839 099«67 946 2 7 0 944 52 70 7 8 436 717 80>',-•; 2 8 0953 140 284 372 07 690 955 2 8 1 05» 187«34 78 56# 083 92» 52 09( 400) 2 8 2221 054»25 81 2 8 3062 14* 211 353 733 90» 2 8 4190 359 737 921«8 285XC3 371«2 425 55 565 659«7[ 300] 2 8 0 215 45, 531 810 49 897, 2 8 7373 845 2 8 8099 279 51 2 8 0249 467 6X3 200188 243 75 312 Pä 679 750 00 0,[399] 364 053' 201750 74 531(39»] 05t 202131 413 674 990 99 2030Bll 140«3 227 53 303 733 83[ 300] 835 8»»13«3 204070 30» 578 IIS 96« 20593« 102 II 502«37 2 0 0231 533£7 41»! 5» 584«93 74«(5»»]»2» 207197 35« 424(5«»] 67» 9»' 779»»« 41 208«,!(5909] 175 2X5 32, 511 751 315 950' 29 9 370 544( 309] V k f*' 3004"» 30 743 3O1150 541 72« 302014 265° 57« [009] 79, S6S 30301-' 32» 662 nie Ziehung der 4. Klasae 2,1. Kiinigl. Preuss Klassen*,• Lotcerio. findet«]aii am s. und». Oktober Itvo. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 FMg.i das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der tlaupt-Ecpedltlon, Llndenstrassc 69, bis 5 Uhr angenommen, Tcpplcfir(fefilevfiafte)(Belegt». bcilsrnttf. Anlnlklager MnuerHoff, illrofee grnmjurlcvitro'de 9, ftturcin* inng. VorwärlSlesern 6 Piuz.'iii (fjlvatnfiatt 21S9S* Btrppiecken billigst fiabril Giotzk "taiikimterstraize 9, Flureingang. (DnrbincnbnnS. Gingt Franf. ftiitetdvafee 9, Flureingang. 2191st* Pmictnfricg, Dei deutsche, von I�iicdrich Engels, Broschiert 1,50 Mark. gebunden 2,— Mark. Expedition, 7,'iiidenstrabe S9, Laden,_ Drehrulleii, Bnttcrinaschhteii, Wicnc(chn(ctt,„Beillnea", Watzniann- (Irage 29(Katalog(oftenloä)._ ♦ Teppiche!(seblerhaste) tn allen Groden für die Halste deS Werte* Zeppichlager Brünn. Hallescher Markt 4. Bahnha] Börse.(Leser deS .Borwärts" erhalten 5 Prozent üabntl.) SonntagZ geössnel I_• Vorsdhrtge hochelegante Slnjtlge und Paletot*, au* feinsten Masjilossen, früherer Preis 00—90, jetzt Ü0— 40, »erden täglich im Kavalier-Klub, Unter den Linden St ll verlaust.* Herniaititplat« 6. Jedermann* vor- tellhastesler Warcneinkauj I Staunend billigste Psönderverkäusel Beltenver- fäitsei Brautbetten I Bermietungsbett I Wäschevertäuse! Bratitgescheiike l Pelz- stvlas! Taschemihren! KeiteiiaiiSwahi! Ringcauswahll streischivinger! Nieseu- auZwahl Schmucksachen!! TeppschanS- wähl! GardiipmauSwahl! Plüschtiich- decken! Steppdecken l Extrabillige Winterpaletol* I Soinnicrpalelols! Hochelegante Jackettanziige l Gchrock- änzüge I Heweichoien! Bekannt t Auerbilligstc Sinkauisqnellc Greg« berjin* I! I Hermannplatz S.»Sonn- tag* ebensall* geöffnet.-_* Kindel bctlftclle 13,00, Sport. wagen 7,00. Irrnjicrftrafic 19A, Seitenflügel II link*. chtllö Stiiidcrltmßcii, nagelneu, Gummi. räder, hochelegant, 20,00. Exerzier- strahe 19 a. Vorderhaus II recht*. Billige Hosenwoche. Hochelegante Herrenhosen au* feinsten Magstofsen 7—15 Marl Versandhau* Germania, Unter den Linden 21. I.WZb* Vorjährige eleganteHeuenaiiziige und Palelots au* feinsten Magstosten 20— SONarl. Versandhaus Germanin, Unter den Linden 21. 13696* Adaldertstrahe ine. tadeUvS, 10,00, 13706 AaSbelenchtuugS> Gegenstände, HängegaSbrenner, Zuggmpcln, wo. d ernste BronzegaSkronen, Gaskocher kaufen Installateure und Händler allerbilligst Groghandlniig Baumann, Sitte Jakobstrade 125. GejchSstsleuten Engrosrabalt._ 2361.. Fahrgeld wird vergütet._ 09/19* BerfalleneHerrenanzüge, Paletot*, Wanduhren, Goldwaren(potlbillig. Pfandleihe Prlnzenstiatz-«. 99/20* Kanarien> Jnnghähne 8 Mark, Heckeiiirichtung. Rothkirch, Gleim- stratz« 8.____ 167 Gebrauchte» Tstchierwerkzeug, Anzüge, gut erhalten, große, starke Statur, verkaust Klopfch, Mariannen- straße 8.________ t22 _________ Mützen für Herren »nd Knaben, große Auswahl, billigste Preise. Palm, Hutmacher, Reichen- bax'fltrstrage 60._ fLt Nähmaschine verkauft Kurzner, Swinemüiiderstraße 105. 14266 ZuchthanS.) Acht Jahre. Leben*. erinnerungen von Sepp Oerter. Hochinterestant. Prei* 1 Mark. Zu beziehen Buchhandlung Vorwärts.• Zentral-Psandlelhe jetzt Chaussee. strage fiO und Weidenweg 19,(pottbilligster Bettenverkauf i Teppichver- kauf! hochelegante Gardinenwahl spottbilligste AuSsteuerwäsch« i hoch- moderne Jackeltanzüge I Riesenau*- wähl Paleiot*! Unübertroffener Pfänderperlanf I Entzückende Wand- Uhren, Taschenuhren, Trauringe l Schmucksachen I Prachtvolle Tisch-. decken I Steppdecken I Trumeau* I Rähmäfchtuen I Zentral-Pfandleche, Chausseeslraße 80, Zentral-Psandleihe. Weidenweg 10. L52vK Giirtiicrclgruiidstiick. nnweit Strausberg, auch passend für Tischler oder Siellmacher, welche im Orte schien, Gebäude neu, masstp. Wohn» hau*. Stall, Scheune, zu verkauien oder perpachten. Jrrgang, Seydel- straße 17. IZLOb GelegeiihettSkänfe. Damen- Hemden mit gestickter Paste 1,20, Herrenhemden l.ib. Bettbezug nebst zwei Kopskisteix 3,75, Betilaken 1,20, drei Handtücher 70 Pfennig, Hemdentuch, Zehnmeierstücke, drei Mark, Normaiwäsche, Arbelterheniden, An*. staitungen( owie einzelne Reisemnfter snr die Hülste de* Werte». Wäsche« jabrit SaiomonSly, Dircksenstrasje Li. Alexanderplatz. NsrentwortliAer Redakteur: Emil Unger, Nerlid- Für den gnsexateriteil vxravtwu Td>M»lke.BerIio. Druck v. VerlggiBorwärttBuchdruckerei a.Verlagssnstalt.Paul Singer L- Cp,, Berlin LÄk,