Nr. m Bbonnements-Bcdlngtingcn: StlonnemoitS- Preis prSnumerando! LicrtcljShrl. 3£0 2Rt., monatl. 1,10 MI,, wöchcnllick 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer K Pfg. Sonntags- mimmcr mit illustrierter Sonntags- Bellage.Die Neue Welt" ll> Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband fiir Deutschland und Oesterreich> Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland Z Mark pro Monat Poflabonncments nehmen an: Belgien, DKnemark,- Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, biumSnien, Schweden und die Schweiz. 26. Jahrg. Crfchdot täglich juDtr montags. Verlinev Volksblatt. Die TnfertIon$*6ebflbr Beträgt für die scchSgespaltene Kolonel- geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins- Und VersanunInngS-SUizeigen SO Psg. „Kleine Hnzeigen", das erste(fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf« jtellen-Anzcigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort K Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte: Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr �abends geSfsnet, Delegramm. Adresse: „Sozialdcraohrat ttsrllu'*, Zentralorgan der roztaldemokrati leben parte» Deutfchlands. Redaktton: SM. 68. Lindcnstrasec 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Sonnabend, den 18. September 1909. Expedition: SM. 68, Lindcnatraese 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. Die Kelchstagsvachwahi in Koblenz--St. Goar. Man schreibt uns: Die Reichstagsnachwahl in Koblenz-St. Goar ist, wie das bei derartigen bombensicheren Zentrumswahlkreisen üblich, in ihrem Verlaufe kaum beachtet worden. Das Zentruni besitzt diesen Kreis seit 1871; es hat sich um seine Behauptung nie Mühe zu geben brauchen. Die Liberalen blieben immer in weitem Abstände hinter den Ultramontanen zurück und die Sozialdemokraten standen lange nur auf wenigen hundert Stimmen. 1W3 machten wir einen guten Fortschritt: von 773 auf 2007 Stimmen, die sich 1907 auf 2172 erhöhten. Das Zentrum erhielt bei der letzten Wahl 19 232, der Liberalismus 5972 Stimmen. Unter diesen Umständen Ivar auch bei der jetzigen Nachwahl, die sich durch die Beförderung des bis hcrigen Abgeordneten, des Oberlandesgerichtsrats Wellstein, er forderlich gemacht hatte, an dem Sieg des Zentrums nicht zu zweifeln, zumal die Liberalen von einer Wahlbeteiligung Abstand genommen hatten. Aber der Sieg in Koblenz-St. Goar wird beim Zentrum das Gegenteil von Freude und Jubel erwecken. Die Ultramontanen haben die beiden Nachwahlen in der Pfalz und in Sachsen dazu benutzt, sich den Liberalen gegen über aufs hohe Notz zu setzen und ihnen das Ergebnis von Landau- Neustadt und Stollberg- Schneeberg als ein Strafgericht für das Verhalten der Liberalen in der Neichsfinanzreform vorzuhalten. Wenn man den Ausfall der Nachwahl in Koblenz-St. Goar von dem selben Standpunkte aus bewertet, dann ist das Strafgericht des Volkes hier noch.viel schärfer für das Zentrum aus gefallen, als für die Liberalen in den beiden vorhergehenden Nachwahlen. Das Zentrum hat in Koblenz-St. Goar rund achttausend Stimmen eingebüßt, und dabei hatte es sich, weil es den Ausfall der Wahl als ein Urteil über sein Verhalten bei der Neichsfinanzreform zu schätzen wußte, dies mal mit ganz besonderem Eifer in die Wahlagitation gestürzt und den letzten Wähler mobil zu machen versucht. Wer wie wir Gelegenheit hatte, die Stimmung der Zentrumswählerschaft zu erkunden, der weiß, daß weite Kreise der ultramontanen Gesellschaft, namentlich auch unter der ländlichen und kleinbürgerlichen Bevölkerung, über das Zentrum ivegen seines Verhaltens in der Reichsfinanzreform erbittert ist; sie sind massenweise der Wahlurne ferngeblieben, ein Teil ist ins sozialdemokratische Lager abgeschwenkt und hat zu unserem Stimmenzuwachs von 700 mit beigetragen. Zwei Fünftel der Zentrumswählerschaft in Koblenz-St. Goar haben sich durch die M.- Gladbacher Flugblätter, durch die Zeitungsartikel der ultramontanen Presse und durch die Wahlreden der Kapläne und Arbeitersekretäre nicht überzeugen lassen, daß die Bewilligung von 305 Millionen indirekter Steuern eine„nationale Tat" sei, 8000 haben durch Wahlenthaltung gegen die Steuerpolitik ihrer Partei protestiert, und viele Hunderte haben endgültig das Band zwischen sich und dem Zentrum zerrissen und den Anschluß an die Sozialdemokratie vollzogen. In Koblenz ist vor kurzem von einem ultramontanen Ab- geordneten das Wort gefallen:„Lassen Sie nur einmal in einem Wahlkampfe den Klerus neutral sein, und das Zentrum liegt zerschmettert am Boden". Was die Klerisei für das Zentrum als Wahl- agitator bedeutet, das hatte man diesmal in der Rhein- und Moselecke zu beobachten Gelegenheit. Keine Versamm- lung. die nicht von einem Geistlichen geleitet wurde, in der nicht ein Geistlicher als Redner auftrat. Und selbstverständlich bewährten sich die Diener der christlichen Liebe auch hier wieder in ihrer beliebten Auf- gäbe, den Gegner mundtot zu machen, indem sie der Sozialdemokratie die wenigen Lokale ab- zutreiben suchten, die wir hier und da er- b alten konnten— leider vielfach mit Erfolg. Und die Laicnschaft folgte getreulich dem von den Scclenhirten gegebenen Beispiele. In einer von bürger- licher Seite veranstalteten Versammlung, wo auch die Genossen Dr. Erdmann und Haas(Köln) zu Worte kamen, die Versammlung zu vertagen und fortzusetzen. Flugs schlich sich der der vorher seine Partei gegen Saalabtreibung mit der Unschuld in Schutz ge- irt, um diesen zu der- anlassen, seinen Saal nicht mehr herzu- g e b c n I Der Streich wurde in der Versanimlung noch be- kannt und der Biedermann festgenagelt! In dem weit ausgedehnten, mehr als hundert Ortschaften umfassenden Kreise hatten unsere Genossen nur in etwa einem halben Dutzend Orten Gelegen- boit, zu den Wählern zu sprechen und immer nur unter sehr beschränkten räumlichen- Verhältnissen; an einigen Orten bchalf mau sich mit Besprechungen im engsten Kreise. Das Reichsvcreinsgesetz bewährte auch bei dieser Gelegenheit sich in seiner ganzen Herrlichkeit. An verschiedenen Stellen im Kreise hatten unsere Genossen war beschlossen worden, am nächsten Sonntage Zentrumsredner, den Vorwurf der Würde gekränkter nommen hatte, zum! Grundstücke gewonnen zur Abhaltung von Versammlungen unter freiem Himmel; die Gesuche dazu wurden samt und sonders abgeschlagen; in zwei Fällen wurde die erteilte Ge- nehmigung, offenbar auf höhere Einwirkung, wieder zurück- gezogen. Früher versagte die Behörde die Abhaltung ohne. jetzt versagt sie die Genehmigung mit Angabe von Gründen — das ist der„Fortschritt", den das Reichsvereinsgesetz gegen früher gebracht hat. Unter diesen Umständen wird man die Stimmenzunahme, die unsere Genossen bei der Nachwahl in Koblenz-St. Goar errungen hat, zu schätzen wissen. Das Strafgericht, das sich in diesem bombensicheren Zentrumswahlkreise an der schwarzen Partei vollzogen hat. läßt das beste hoffen, wenn es dereinst zur allgemeinen Abrechnung mit den Volksverrätern kommt. » Die„Koblenzer V 0 l k s z c i t u n g" bemüht sich, ihre Leser über die Bedeutung der Stimmenabnahme, die das Zentrum bei der Nachwahl int Kreise Koblenz- St. Goar er litten hat, hinwegzutäuschen.„Wenn man auch"— so schreibt das ultramontane Blatt—„die geringe Beteiligung der Zentrumswähler bei dieser Ersatzwahl bedauerlich finden mag, so liegt doch nicht der geringste Grund vor, darin einen Beweis der Ohnmacht und Schwäche der Zentrumspartci zu erblicken." Gewiß, auch wenn sich zwei Fünftel der bisherigen Wählerschaft abseits von der Partei gestellt haben, ist deshalb das Zentrum noch nicht ohnmächtig im Kreise Koblenz St. Goar. Das hat noch niemand behauptet. Es handelt sich darum, was die f a st 8000 Z e n t r u m s l c u t e veranlaßt hat, ihrer Partei die Gefolg s ch a f t zu versagen, und da ist für jeden, der die Siimmung in dem genannten Wahlkreise zu erforschen Gelegenheit hatte, kein Zweifel, daß es das Verhalten des Zentrums bei der Reich sfinanzresorm ist, das einen großen Teil seiner Anhängerschaft erbittert und zum Protest durch Wahlenthaltung bestimmt hat. Es ist be zeichnend und verrät das böse Gewissen, daß das Zentrums blatt an dieser Frage vorübergeht. Als„Hauptergebnis" der Wahl gilt ihm dagegen der Umstand, daß Sozialdemokratte„kotz der—-» �- die umfassenden Agitatton Fortschritt zu ver ganz gut, daß die keinen irgendwie nennenswerten zeichnen hat". Das Blatt weiß Sozialdemokratie gar nicht in de'rL'age war, eine „umfassende Agitation" zu entfalten, weil Klerus, Behörde und Zentrum erfolgreich bemüht waren, der Sozialdemokratte die Gelegenheit, sich an die Wähler zu wenden, bis auf ein Mindestmaß zu beschränken. Hätten wir wirklich eine„um fassende Agitation", wie wir sie wünschten, entfalten dürfen, dann wäre es nicht bei dem Zuwachs von siebenhundert Stimmen geblieben. Es verrät die ganze heuchlerische Gesinnung des Zenttums, erst dem Gegner die Waffe aus der Hand zu schlagen und dann zu höhnen, daß er der Ucbermacht keine größeren Erfolge abzuringen vermag Die„Kölnische Volksz eitung" faßt die Sache nicht viel tiefer und ernster auf. Das Blatt hätte, wenn auch nicht die Beteiligung von 1907� so doch mindestens die von 1903 erwartet, wo das Zentrum 13 585 Stimmen erhielt, aber auch egen diesen Stand sei es bei der diesmaligen Wahl um 000 Stimmen zurückgeblieben. Das sei sehr zu bedauern: „Gerade im gegenwärtigen Augenblick durfte auch der„bomben sicherste' Wahlkreis nicht das Schauspiel einer solchen Wahl flauheit bieten. Die Zentrumswähler mutzten sich sagen, datz die Gegner schon im Hinblick auf die Reichsfinanzreform diesen Umstand zuungunsten des Zentrums weidlich ausnutzen würden — um von anderen Vorgängen, die zur Freude unserer Gegner gerade im Wahlkreise Koblenz-St. Goar sich abgespielt haben, einstweilen ganz zu schweigen. Inwieweit diese Vorgänge zu dem unbeftiedigenden Ergebnis der gestrigen Nach- Wahl mitgewirkt haben, können wir in diesem Augenblick nicht feststellen. Jedenfalls wird man innerhalb der Zentrumspartei, zunächst seitens der berufenen Parteiinstanzen, nicht säumen, den Ursachen der gestern zutage getretenen Wahlflauhcit mit dem Ernste und der Entschiedenheit, die sie in solchen Fällen stets geübt, nachzugehen und für ihre Abstellung Sorge zu tragen."/ Auch hier die bewußte Absicht der Täuschung, als ob eS sich nur um die Wahlflauhcit der Zentrumswähler handele, als Ausfluß der Sicherheit, daß der Kandidat des Zentrums doch gewählt werde. Und dabei hat das Zentrum bei dieser Nachwahl ciftiger agitiert als bei einer Wahl vorher, weil es sich bewußt war. was der Aus- fall der Wahl, nicht für den Sieg seines Kandidaten, aber für die Beurteilung der Wirkung zu bedeuten hatte, die sein Verhalten in der Frage der Neichsfinanzreform auf seine Wähler ausübte. Und unter diesem Gesichtspunkte ist denn auch der Stimmenrückgang des Zentrums bei der Koblenz- St. Goarer Nachwahl zu betrachten: zwei Fünftel der Zentrums- anhängcrschaft hat die Steuerpolitik des Zentrums, die es auf die Ausplünderung der Mafien und die Schonung der Reichen abgesehen hat, verurteilt und diesem Urteil durch Wahl- enthaltung Ausdruck gegeben.* Wenn das Zentrum es fertig bringt, sich über diese un- zweifelhafte Tatsache mit allerhand Selbsttäuschungen hinweg- zutrösten, so ist das seine Sache. Wir haben umso weniger Anlaß, es in diesem Vergnügen zu stören, als wir an dem Beispiel von Koblenz-St. Goar den Beweis haben, daß es politische Sünden gibt, die durch sich selber aufklärend wirken und aller Beschönigungsvcrsuche spotten. nie ßeichsverficberungsordmutg auf dem Parteitag. Die Freitags Verhandlungen waren ganz der Arveiterver« sicheruug gewidmet. MS zweiter Referent sprach Genosse Robert Schmidt über die Unfallversicherung. In einem sorg« fältigen Referat, das doch nur das Wesentliche gab, wutzie Genosse Schmidt seine Erfahrungen als Arbeitersekretär trefflich zu nutzen. Viel Erfreuliches war's nicht— die Unzulänglichkeit des Gesetzes, die antisoziale Auslegung und Anwendung, die eS durch die Berufs» genossenschaften und die VersicherungSbureaukratie findet, erscheinen nur zu oft wie blutiger Hohn auf die amtlichen Lobpreisungen der „großartigen Arbeiterfürsorgc' deS Reichs. Schmidt beleuchtete scharf mehrere angebliche„Verbesierungen" des Entwurfs und zeigte, datz sie wahre Danaergeschenke für die Arbeiter sind. Zum Schluh fatzte er seine Kritik zusammen in der Feststellung, datz der Entwurf weit mehr schlimme Verschlechterungen denn Verbesserungen enthalte. Die Arbeiterschaft aber habe Fortschritt zu fordern. Nicht minder trefflich war der Genossin Zieh' Bericht über die Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung. Einleitend tat sie die verlogene Behauptung, datz die Sozialdemokratte keine Ver« besserung der Arbeiterlage und deshalb auch keine Arbeiterversichernng wolle, mit gutem historischen Material ab. Dann gab sie eine eindring- liche Charakterisierung des Wesens der VersicherungSgesetzgebung. der eigentümlichen Motive, die die Bourgeoisie zu ihrer Schaffung bewogen, eine kurze Rechtfertigung der ablehnenden Stellung, die die Sozial- demokratie zu ihren Anfängen einnahm. Eine temperamentvolle Darstellung der zahllosen Mängel und Unzulänglichkeiten des bestehenden Gesetzes und des neuen Ent- Wurfs, eine scharfe Geißelung der die Nebel der paragraphierten Bestimmungen noch verschlimmernden arbeiterfeindlichen Aus- legung und Ausführung bildeten den Hauptteil des Referats, dem sich eine überzeugende Begründung der Forderungen, die das Proletariat stellen mutz, anschloß.', In der Debatte sprachen vornehmlich Genossen, die als Ar- beitersekretäre und Leiter von Krankenkassen über die beste Sach- künde verfügten. Alle forderten zum energischen Kampfe gegen den Wechselbalg des Entwurfs auf; die Empörung der Arbeiter- schaft muß die bürgerlichen Parteien zwingen, die Anschläge auf die Rechte der Arbeiter, die Verschlechterungen des geltenden Rechts abzulehnen und die Forderungen des PrdletariatS zu erfüllen. Genosse Maurer wandte sich dabei gegen die in dem beim Fraktionsbericht behandelten Antrag EisnerS gestellte Forderung, einen Gegenentwurf auszuarbeiten— eine vergebliche Riesenarbeit I Gegen den von Maurer empfohlenen Antrag, der auf einen Kongreß von Sachverständigen hinauslaufe, wandte sich Genosse Fräßdorf; er hält Konferenzen der Fraktion mit Sachver- ständigen für besser. Er hob besonders die Notwendigkeit hervor, das Selbstverwaltungsrecht der Krankenkassen mit aller Energie zu verteidigen. Braun- Königsberg und M ö f s i n g e r deckten den Mißbrauch auf, den die Unternehmer mit Betriebskranken- lassen treiben;S a ch s e- Bochum brachte die besonderen Leiden der Bergarbeiter zur Sprache, die in ihren Knappschaftskassen noch weniger Rechte als die übrigen Proletarier haben, und Genossin B a u m a n n zeigte, wie sehr die Proletarierjnnen unter der Unzulänglichkeit der Versicherung leiden.', Die Resolution der Referenten wurde sodann'einstimmig angenommen und die übrigen Anträge dem Parteivorstand und der Fraktion zur Berücksichtigung überwiesen., Nach einem Hinweis des Vorsitzenden auf das Protesffchreiben des„Vorwärts" wurden sodann die Verhandlungen um 1'ch Uhr auf Sonnabend vertagt, da der Nachmittag zur Besichtigung der Gebäulichkeiten und Einrichtungen des Konsumvereins Leipzig- Plagwitz verwandt werden soll. fort mit dem Schnaps I Der Beschluß des Parteitages über den Schnapsbohkott findet überall begeisterten Widerklang, und wir dürfen hoffen, daß der Kampf Erfolg haben wird. Vor allem wird es ein immenser Erfolg sein, wenn die eifrige Agitation der Ge- nosscn es dahin bringt, daß mancher Arbeiter, der heute in- folge der Schnapsseuche indifferent ist, für unsere Bewegung gewonnen wird. Ferner aber dürfte den Schnapsjunkern das Geschäft gründlich verdorben werden, denn ihnen die Liebesgabe abzujagen, ist gar nicht so schwer, wie es scheinen mag. Allerdings machen wir uns keine Illusionen, daß wir mit einem Schlage den unglücklichen Lumpenprole- tarier dem Schnapsteufel abspenstig tnachen. Auch die Landarbeiter in verlorenen Winkeln Ostelbiens, die einen starken Teil des Fusels konsumieren, hören heute noch wenig auf unser Wort; sie werden für uns gewonnen werden, aber mit unserer Boykottaktion werden wir nicht sofort diesen Kon- sum lahmlegen. Dafür aber müssen und werden wir Erfolg haben bei jenen Arbeitern in Industrie, Bergbau und Schiff- fahrt, die heute noch als Konsumenten von Schnaps in ge- mäßigtcm Umfange in Betracht kommen. Das aber ge» nügt, um die Liebesgabe verschwinden zu lassen. Die Liebesgabe beruht bekanntlich darauf, daß den Schnapsbrennern ein Kontingent vorgeschrieben ist, das zu dem„normalen" Satz versteuert werden muß, während der Branntwein, der über dieses Maß hinaus produziert und verkaust wird, 20 M. pw HertolitÄ mekir zahl� Das Kon- tingent ist so bemessen, dasz auf den Kopf 41/2 Liter reinen Alkohols kommen, und dieses Maß ist durch das neue Steuer- gcseh aus 10 Jahre festgelegt. Da aber der Konsum größer als das Kontingent ist, so ist die Spirituszentrale in der Lage, auch für den kontingierten Branntwein einen Preis zu erzielen, der dem höheren Steuersätze entspricht, und so auf jedes Hektoliter den Brennern 20 Mark Extraprofit zu verschaffen. In: letzten Jahre, für das die Ergebnisse vorliegen, 1907/1908, war das Kontingent rund 2,3 Mil- lionen Hektoliter Alkohol, während tatsächlich produziert wurden 4 Millionen und konsumiert 39 819 000 Hektoliter. Gelingt es nun, den Konsum so stark herabzudrücken, daß nicht mehr als 2,3 Millionen Hektoliter getrunken werden, so verschwindet die Liebesgabe gänzlich. Ist die Reduktion nicht ganz so groß, so wird immerhin die Liebesgabe ge- schmälert, weil es nicht mehr gelingen wird, den Preis des kontingentierten Branntweins um 20 Mk. zu erhöhen. W i r können undwerdenesaber erreichen, daßder Konsum so stark zurückgeht, u m die Liebes- gäbe der Schnapsjunker zu vernichten. Ein Schmierfink in den„Berliner Neuesten N a ch r i ch t e n" bringt es nun fertig, mit einer unver- schämten Drohung zu kommen. Er erklärt: Geht der Kon- suin zurück, so sinkt die Einnahme des Reiches aus der Schnapssteuer, und dann werden abermals neue indirekte Steuern eingeführt, z. B. eine Steuer aus alkoholfreie Ge- tränke, und wenn das nicht ausreicht, weitere Steuern auf Gegenstände des Massenkonsums. Nun, das wollen wir erst einmal abwarten. Die nächsten Wahlen finden unter der Parole statt: gegen die indirekten Steuern, und wehe dem bürgerlichen Politiker, der sich erfrechen sollte, sich dem Willen des Volkes zu widersetzen. Das Volk läßt sich nicht ewig foppen.' OesteireichUchei' Krach. Aus Wien wird uns vom 15. September geschrieben: Die österreichische Herrlichkeit hat nicht lange Bestand gehabt, und das Reich, das man vor ein paar Monaten der erstaunten Welt als ein solventes, lebenskräftiges und imponierendes Staatswesen vorgetäuscht hat. ist in sehr kurzer Zeit in sein altes Jammerleben zurückgefallen. Es ist nichts mit dem neumodischen Imperialismus, der sich eingebildet hat, alle Uebel und Leiden des unnatürlichen Staatsgebildes seien verschwunden, weil die Einberufung der Rekruten während des Annexionsrummels glatt vor sich gegangen war und weil die Feigheit der bürgerlichen Parteien es ermöglicht hat. daß der Militarismus ungezählte Millionen ohne Paria- mentarische Bewilligung ausgeben konnte: die Täuschung hat nicht lange vorgehalten und die Konjunktur des Patriotismus ist rasch verflogen. Das alte Elend grinst wieder aus allen Winkeln hervor, und Ivo man hinblickt, sieht nian eine Krise. nimmt man unlösliche und zerrüttende Streittgkeiten wahr. Es war nichts mit der Renaissance eines Staates, dessen Un- natur jeden Tag neue Schwierigkeiten gebiert. Da haben wir zuerst die glorreiche Annexion selber, die bekanntlich von den Großmächten mit Ach und Weh„aner- kannt" worden ist, die aber bis heute in den gesetzgebenden Körperschaften ihre Regelung noch nicht gefunden hat. Die Annexion Bosniens ist bekanntlich dadurch vollzogen worden, daß der Kaiser seine Souveränität auf die zwei Länder „erstreckt" hat. welcher Staatsakt in Form von Gesetzen von den beiden Staaten zu genehmigen ist. Aber weder der österreichische Reichsrat, noch der ungarische Reichs- tag haben das betreffende Gesetz bis heute erledigt, so daß der bemerkenswerte Zustand eingetreten ist, daß die Annexion in ganz Europa erledigt ist, mit Ausnahme Oester- reich-Ungarns! Nicht minder beschämend steht es um die Verfassung für die annektterten Länder, mit deren Unaufschieb- barkeit die Annexion bekanntlich gebilligt werden sollte; sie ist heute, obwohl es in drei Wochen bereits ein Jahr sein wird, seit die Annexion vollzogen, noch nicht verkündet, und wann sie erscheinen wird, ist gar nicht abzusehen. Und das, trotzdem die Feststellung der Verfassung durch kein Parlament gehen muß. bei ihrer Konzeption und Erlassung nur die Re- gierungen beteiligt sind, von denen radikale Forderungen in Hinsicht der Demokratte wohl nicht zu gewärtigen sind I Aber es ist weder mit den, bosnischen Verfassungsleben ein Anfang gemacht, auch die finanzielle Rechnungslegung über die Annexionsabenteuer ist bis heute unterlassen worden. In jedem anderen Staate hätten sich die Regierungen, wenn sie schon ohne gesetzgeberische Ermächtigung so ttef in den Staatssäckel gegriffen haben, wenigstens mit dem Ansuchen um die Indemnität beeilt, in Oesterreich-Ungarn konnte die Ein- bcrufung der Delegattonen, die für die Konttolle der gemein- sanien Angelegenheiten das befugte Organ sind, bis heute unterlassen werden. Allerdings wird sich die List dieser tendenziösen Verschleppung, auf die sich der neugebackene Graf Aehrenthal wahrscheinlich nicht wenig einbildet, an ihren Urhebern voraussichtlich bitter rächen. Es kann nämlich durch die ungarische Krise leichthin dazu kommen, daß man Heuer die ungarische Delegatton überhaupt nicht zusammen bekommt oder daß, wenn sie zusanunentritt, die verwegenen Geldausgcber einen sehr schlimmen Empfang ge- wärttgen müssen. Es ist eben der pattiotische Rausch gründlich verflogen und geblieben ist nur der Katzenjammer des wahnsinnigen Rüstens des Militarismus, der für das heurige und für das nächste Jahr mit einer Mehrforde- rung von einer halben Milliarde ausrückt. Diese ungarische Krise, die im Hochsommer kurzerhand vertagt wurde, indem das demissionierte Ministerium wieder eingesetzt worden ist, ist nun mit voller Wucht ausgebrochen, und keine Möglichkeit winkt, ihrer Herr zu werden. Erstens veranlaßt sie der ungarische Bankstreit: die Krone will die selbständige ungarische Bank unter keinen Umständen kon- zedieren und der maßgebende Teil der Unabhängigkeitspartei, dem sich, mehr oder minder gezwungen, auch Kossuth an- schließt, will auf sie nicht verzichten, so daß die eigenttim- liche Lage gegeben ist, daß heute im ungarischen Reichstage weder eine ausgesprochene Mehrheit für die selbständige, noch eine für die gemeinsame Bank vorhanden ist; davon ab- ?esehen, daß der Gegensatz der Meinungen auch die icgierung ergriffen hat. und von den Aspirattonen der Un- abhängigkeitspartei zu den Ansichten der Krone keine Brücke führt. Ebenso stark sind die Gegensätze in Sachen der Wahl- reform; die Krone hält noch, wenngleich ihre Zuverlässigkeit mannigfachem Zweifel ausgesetzt ist, an dem allgemeinen und gleichen Wahlrecht fest, wogegen die Mehrheit des Reichstages für den berüchtigten Fälschungsentwurf des Andrassy mit feiner infamen Dreistimmenpluralität ist, wobei noch starke Differenzen zwischen den Feudalen(Andrassy) und den radikalen Elementen der Unabhängigkeitspartei(Justh) schweben, die mit der Begrenzung der Pluralität auf zwei Stimmen, wovon jetzt die Rede geht, schwer- lich ausgeglichen werden könnten. Aber die Magyaren wollen die günstige Gelegenheit ausnützen, die ihnen Molochs Nöten bieten, und die militärischen Neuforderungen nur bewilligen, wenn ihnen dafür ihre alten Schmerzen, die militärisch-nationalen Forderungen, abgelöst werden. Aber das stößt wieder auf den entschiedensten Widerstand des um den Thronfolger gesammelten Neu- und Altösterreichertums, und so ist nicht einmal der Ansatz zu einer Auflösung dieser komplizierten, aus alten und neuen Sünden erwachsenen Krise zu erspähen. Die Auflösung des Reichstages scheint ebenso wenig Aussichten zu bieten als die Wiederholung eines anti- parlamentarischen Regimes; man muß sich also auf ein langes Stocken des parlamentarischen Betriebes gefaßt machen, das naturgemäß auch auf die gemeinsamen und dadurch wieder auf die innerösterreichischen Angelegenheiten zurückwirken muß. Der Verfaulungsprozeß nimmt also wieder seinen Fortgang. Fast ebenso übel ist es um Oesterreich selbst bestellt, das an der Raserei des nationalen Hasses krankt und nach dem kurzen Aufschwünge der Wahlrefonn wieder die alten Gebreste aufweist. Eine gewisse, freilich nur sehr bescheidene Hoffnung kann man vielleicht daraus schöpfen, daß die Stagnatton des böhmischen Landtages überwunden und wenigstens die Konsti- tuierung dieser merkwürdigen Körperschaft zu stände kommen wird, die glücklich ist, wenn sie nach anderthalb Jahren zu ihrer Konstituierung gelangt. Unzweifelhaft würde eine Besserung der Verhältnisse in Prag aus den Reichsrat sehr wohltättg wirken und von dem Abgeordnetcnhause wenigstens den Bann der Obsttuttion lösen, die seine Arbeitsfähigkeit in der Sommersession jähe zerschnitt. Da aber in der Zusammensetzung des Bicnerthschen Kabinetts, dem das Problem unerreichbar ist, eine nüchterne Arbeitsmehrheit zu begründen, die Konflikts- keime immer gegeben sind, so ist die Hoffnung, das Haus des allgemeinen Wahlrechtes werde sich als stark genug er- weisen, die österreichische Misere zu überwinden, nicht über- mäßig groß. Und das schlimmste ist, daß die verruchten An- spräche des Militarismus das Budget zerrütten, den Staat an den Rand des Banttotts treiben und dadurch das große Werk der Sozialversicherung aufs ärgste gefährden. Ein Staats- wesen, wie es das dualisttsche Habsburgerreich ist, das un- unterbrochen in Frage gestellt wird, das überhaupt noch lange nicht auf festein Grunde ruht und stetig geflickt und gepölzt werden muß, um nur das nackte Leben zu fristen, für einen Großstaat dieser Beschaffenheit ist der Imperialismus Gift und seine Exzesse müssen zur völligen Zerrüttung führen. Also begreift man die schneidende Ironie des alten Trost- Wortes, daß der Oesterreicher ein Vaterland habe und Ursach', es zu lieben. Es ist schon eine wahre Qual, in diesem Staate der Unferttgkeit und Unmöglichkeit wirken zu sollen und Politik zu machen l politifchc üebcrlicbt. Berlin, den 17. September 1909. Um das Mandat für Eiscnach-Dermbach ist unter den bürgerlichen Parteien lebhafter Stteit entbrannt, ttotzdem Herr S ch a ck einstweilen noch immer Vertreter dieses Wahlkreises ist und anscheinend von seinen Freunden auch nicht zur Mandatsniederlegnng gedrängt werden soll. Ein Deutschsozialer hat sogar einen neuen drolligen Grund entdeckt, warum Schack sein Mandat einst- weilen überhaupt nicht niederlegen könne. Da Schack im Verdacht der Geistesttankheit stehe, könne er gar nicht in rechtsverbindlicher Weise sein Mandat niederlegen. Danach müßte das Mandat gerade dann im Besitze Schacks bleiben, wenn seine geistige Krankheit festgestellt würde: Schack bliebe Abgeordneter, weil er geistes- krank wäre!— Die„Tägliche Rundschau" empfiehlt den Deutsch- sozialen, auf eine eigene Kandidatur zu verzichten und sich mit dem gesaniten Bürgertum auf einen liberalen Kandi- baten zu einigen. Als geeigneter Kandidat wird ein bekannter jungliberaler Führer in Vorschlag gebracht. Der „Deutschen„Tagesztg." ist diese Anregung nicht genehm; sie glaubt auch nicht, daß der Vorschlag befolgt werden wird, da sonst das gleiche Resultat zu verzeichnen wäre wie bei der Nachwahl in Stollberg- Schneeberg. Dort hätten die Konservattven auf die Aufstellung eines eigenen Kandidaten verzichtet und den Nattonalliberalen das eld überlassen. Die Folge sei gewesen, daß der liberale andidat, auf den das„gesamte Bürgertum" sich geeinigt hatte, 5000 Stimmen weniger erhielt als der freikonservative Kandidat, der bei den letzten allgemeinen Wahlen aufgestellt war und jetzt verzichtet hatte.„Angesichts dieser Erfahrung"— so schreibt das Blatt—«sollte man denn doch unterlassen, eine nochmalige Probe zu empfehlen, selbst wenn man noch so tiefe Hinneigung zum Liberalismus empfindet." Regierung und Kapitalisten. Wie bereits mitgeteilt, hat im Reichsschatzamt eine Besprechung zwischen dem Staatssekretär Mermuth und einer Anzahl Ber- tretern von Aktiengesellschaften über die Talonsteuer stattgefunden. Offiziös wird dazu bemerkt, es handele sich darum, einen Weg zu ermitteln, vermöge dessen den Aktiengesellschaften, die in der Zeit zwischen dem 10. Juli und dem 1. August neue Dividendcnbogen ausgegeben haben, die Ungelegen- Helten erspart werden, die die formellen Vorschriften eines neuen deklaratorischen Gesetzes für sie mit sich bringen würden, und gleichzeitig dem FiskuS das durch die vorzeittge Ausgabe von ZiuSbogen ihm entgangene Steueraufkommen unter geeigneter Rücksichtnahme auf die Aktiengesellschaften zu sichern. Die Konferenz sei nur als eine vorläufige zu betrachten. Es verstehe sich, daß im weiteren Verlaufe mit sämtlichen Aktien- gesellschaften in Verbindung getreten werden soll, die eine vorzeitige Ausgabe von ZiuSbogen bewirkt haben. Wie nett von der Regierung: sie will den Aktiengesell- schaften Ungelegen heiten ersparen! Wie kommt sie dazu? Entweder— oder. Entweder b e st e h t das Gesetz über die Talonsteuer zu Recht, dani? handelt die Regierung Pflicht- vergessen und skandalös, indem sie den Drückebergern, die gegen das Gesetz handeln, goldene Brücken baut, statt sie auf die Anklagebank zu bringen, wohin sie gehöre». Oder aber daS Gesetz gestattete den Gesellschaften, in der genannten Weise zu handeln, dann begibt sich die Regierung in eine lächerliche Situation, indem sie von den Kapitalspotentaten erbettelt, was ihr nicht zu- kommt. Daß es so kommen mußte, ist die Schuld des derantwottllchen Staatsmannes, des Herrn v. Bethmann Hollweg, der diesen Wechsel- balg des Schuapsblocks adoptierte und nun die gesamte Regierung zum Gespött macht, indem er derartige Verhandlungen zuläßt. Am Erfolg der Bemühungen zweifeln wir nicht. Das Groß- kapital kann die paar Millionen Talonsteuer leicht verschmerzen und wird Gnade üben, wofür die Regierung sich bei Gelegenheit erkenn:- lich zeigen wird. Wir haben Grund Herrn v. Bethmann Hollweg dankbar zu sein für diesen neuen Beleg der Abhängigkeit der Regierung von den Beherrschern deS Kapitals. Nur so weiter I Je mehr die Regierung durch ihre Unfähigkeit die Karten aufdeckt und die Staatsgewalt diskreditiert, desto bessere Dieuste leistet sie für die Aufklärung der ausgeplünderten VolkSinassen. Hansabund und technische Angestellte. Bekanntlich sucht der ncugegründete Hansabund die Reihen seiner Mitglieder nicht nur aus der Industrie- und Bankwelt zu stärken, er bemüht sich auch sehr, die Angestellten dieser Kreise für seine Zwecke zu gewinnen. Es ist ihm dies allerdings nicht überall gelungen und wird auch für die Zukunft nicht so ganz einfach sein. In der„Frankfurter Zeitung" meldet sich jetzt der Vorsitzende deS Münchener Ausschusses von Vereinen technischer Privatangestellten, Herr Josef Neu mann, und macht gegen die Forderung der Industriellen, der Bund solle sozialpolitisch Stellung nehmen, Front. Er verlangt, daß der Hansabund nun nicht mehr länger zögern solle, ein genau um schrie- benes Arbeitsprogramm aufzustellen. Er schreibt, so einfach und selbstverständlich die Erklärung klinge, der Hansabund solle nur die gemeinsamen Interessen von Handel, Gewerbe und Industrie vertreten, so schwierig sei es, im einzelnen festzu- stellen, was unter diesen Begriff falle. ES sei also besser, sich keinen Täuschungen hinzugeben, sonst könnten leicht Enttäuschungen die Folge sein. Herr Neumann erklärt weiter, daß der Bund auf die Mitarbeit der Ange st eilten verzichten müsse, wenn er s i ch>z u sozialpolitisch reaktionären Bc- strebungen gebrauchen ließe. Wörtlich fährt er dar.» fort: „Es könnte eingewendet werden, auch auf dem Gebiete de: Sozialpolitik beständen Interessen, die Arbeitgebern und Ange- stellten gemeinsam sind. Gewiß, auch der Angestellte hat ein Interesse daran, daß Handel und Industrie nicht durch übermäßige sozialpolitische Belastung auf dem Weltmarkt konkur- renzunfähig gemacht werden. Andererseits meinen nicht nur die Angestellten, sondern auch zahlreiche namhafte Nationalökonomen. daß eine Pensions- und Hinterbliebenenversicherung dem Besten von Handel und Industrie, auch der Arbeitgeber diene, weil da- durch der Proletarisierung der Versicherten entgegengewirkt, ihre Arbeitsfreudigkeit und Leistungsfähigkeit gehoben würde. Wie weit aber die Genieinsamkeit der Interessen geht, darüber wirb zwischen Arbeitgebern und Angestellten niemals Einmütigkeit erzielt werden können. Darum bleibt kein anderer Ausweg übrig, als die Sozialpolitik von dem Betätigungsfelde des Hansa- bundes von vornherein prinzipiell auszuschließen." Die Auslassungen klingen zum Schluß in eine Mahnung aus, daß die Gefahr bestehe, daß bei den nächsten Reichstagswahlen das Heer der sozialdemokratischen Mitläufer aus den Kreisen der Angestellten einen großen Zuwachs erfahren könnte. Nene Reibungen. Den„Berliner Neuesten Rachrichten" wird von»besonderer" Seite geschrieben: „Wer an die Spitze der Reichskanzlei treten wird. sobald Herr von Loebcll ausscheidet, darüber zerbricht man sich in politischen Kreisen um deswillen besonders den Kopf, weil die Neigung vorhanden ist, auch bei dieser Ge- legenheit wieder dem Auswärtigen Amte einen Ei»« fluß auf die Behandlung der inneren A 1:- flelegenheiten einzuräumen, der ihm weder ver- asiungömäßig, noch auf Grundlage der gemachten Erfahrungen zusteht. Das Auswärtige Amt täte besser, sich in Zukunft mehr um seine eigenen Angelegenheiten zu bekümmern und von der Prätension zu lassen, auch in innerenF ragen entscheiden z» wollen. In den letzten Jahren ist der hier an- gedeutete Einfluß des Auswärtigen Amtes keineswegs immer ersprießlich gewesen." Da scheinen sich ja die regierenden Bureaukralen wieder einmal im Kampf um die Macht in die Haare gefahren zu sein. Deutsche VersassungSzustände I_ Nationalpolnisches Ngrariertum. Daß die nationalpolnischen ReichStagSabgeordnetcn bei der ReichSfinanzreform gegen die Erbschaftssteuer und für das Branntweinsteuergesetz mit der Verewigung der BvanntweinliebcS- gäbe im Interesse der polnischen Großgrundbesitzer stimmten, war keineswegs etwas zufälliges: Dieses Verhalten der Polenfraition war nur ein weiterer Schritt auf dem Wege, den sie im Deutschen Reichstage von Anfang an in wirtschaftlichen Fragen gegangen ist. Im Jahne 1873 begann Fürst Bismarck seine Schutzzollpolitik. Tic Polcnfraktion stimmte bei der dritten Lesung der Bismarckschen Steuer- und Tarifvorlagen für die Finanz- und Schutz- zolle. Die Mehrheit der Polenfraktion stimmt« 1873 für den Kaffeezoll. Die ganze Polenfraktion stimmte 1873 für den Antrag des Grafen Mirbach auf Erhöhung des Getreide- zolles von 53 Pf. auf 1 M. pro Doppelzentner. Die Polenftaktion hat sich demnach schon im Jahre 1873 für die Politik der Ausplünderung der Volksmasscn durch Lebensmittel- zölle ausgesprochen. Im Jahre 1883 stimmte die Polenfraktion für den Regierungsentwurf, der eine höhere Besteuerung des Zuckers brachte. Im Jahre 1885 stimmte die Polenfraktion für den Entwurf deS Abgeordneten von Kardorff auf Erhöhung der Agrar- zölle auf Getreide und Mühlenfabrikate. Im Jahre 1887 ver- langten die deutschen Agrarier eine weitere Erhöhung der Agrar- zölle. Die Polenfraktion stimmte mit den deutschen Junkern für diese neue Verteuerung der Lebensmittel. Nur 17. Juni 1887 stimmte die Polenfraktion für den Branntwein- steuergesetzentwurf samt der Liebesgabe. Gegen Schluß des Jahres 1833 beantragten die Sozialdemo- kraten: Aufhebung der Agrarzölle ans Getreide und Mühlenfabrikate. Im Januar 1831 sprach sich die Polenftaktion gegen den Antrag aus und stimmte auch gegen einen dem An- trage entsprechenden sozialdemokratischen Gesetzentwurf. Im April 1831 stimmte die Polcnfraktion gegen den Regierungscntwiirf, nach dem die Zuckerausfuhrprämie reduziert und vorn 31. Juli 1835 ab ganz aufhören sollte. Am 24. Mai 1834 stimmte die Polenfraktion für das neu'« B ra nn t w e i nste u e r ge s e tz. das für die Brennereien neue Vorteile enthielt. Am 15. Mai 1833 stimmte die Polenfrattion gegen die Novelle zum Zucker- sie u erge setz, weil die durch die Novelle vorgesehene Kontin- gcnticrung und BetriebSsteucr den polnischen Zuckerproduzenten in der Provinz Posen bedenklich erschien. Im Jahre 1838 stimmt� die Polenftaktion für die Branntweinsteucrgesetznovelle, die die KontingentSfestsetzung derart regulierte, daß die Liebesgabe nicht außer Wirkung treten konnte. Im Dezember 1332 stimmte die Polcnfraktion für den neuen Zolltarif mit fxjfven WtzcherzollW Kvs LÄvHmittel, Ltzl Jahre 1S0S enthielt sich die Polenfraktion der Abstimmung über die üeüen HaüdelS- Verträge, die auf dem Wucherzolltarif basierten. Im Dezember 1906 erklärte sich die Polenfraktion gegen daö Verlangen der sozial- demokratischen Abgeordneten, die Grenzen für die Einfuhr des Viehes zu öffnen. Im März 1907 stimmte die Polenfraktion bei der zweiten Lesung für den Entwurf, der die K o n t i n g e n- tierung der landwirtschaftlichen Brennereien besser— i m I n- teresse der Großgrundbesitzer— regeln sollte. Im Dezember 1907 schwieg die Polenfraktion zu der sozialdemokrati- schen Interpellation wegen der Lebensmittelteuerung, wobei die Wiedereinführung des Identitätsnachweises, sowie Aufhebung aller Lcbensmittelzölle verlangt wurde. Im Juni 1909 brachte die so- zialdemokratische Fraktion eine Interpellation ein, die die zeitweilige Aufhebung der Getreidezölle und der Zölle auf Futtermittel, sowie Abschaffung der Ausfuhrscheinc verlangte, um auf diese Weise der Teuerung entgegen wirken zu können. Die Polenfraktion erklärte sich zwar für die erste Maßregel, schwieg sich aber über die zweite aus, obgleich ein Zusammenwirken beider nötig ist. Endlich krönte die Polenfraktion ihr Werk der Beschützung des Geldsacks der polnischen Junker, indem sie zuletzt bei der Reichs- sinanzreform gegen das Erbschafts st euergesetz und für die Branntweinlicbesgabe stimmte. sZon den Reichsfinanzen. DaS Deutsche Reich ist durch seine unverantwortliche Rüstungs- Politik so in Geldschwierigkeiten geraten, daß die erst kürzlich bc- willigten SOO Millionen Mark bei weitem nicht ausreichen, um die Finanzvei-t.ältnisse wenigstens einigermaßen zu regeln. Vor allem ist noch ein großes Loch auszufüllen, das durch Rückstände aus den Jahren 1906 bis 1909 entstanden ist. Diese Rückstände setzen sich zusammen aus Fehlbeträgen des Etats und aus rück- ständigen Matrikularbeiträgen in einer Höhe von 613 Mil- I i o n e n; ferner aus den Besoldungserhöhungen für 1909 im Betrage von rund 90 Millionen und für 1908 von 6 0 Mil- l i o n e n. Hinaus ergibt sich eine Summe von rund 679 Mil- lionen Mark. Der Betrag vermindert sich jedoch durch die Mehr- einnahmen aus den neuen Steuern und die Minderübertveisungen aus den Stempelsteuerbeträgen für 1909; beide Posten zusammen können jedoch höchstens mit 140 Millionen veranschlagt werden. Mithin bleibt ein Bedarf zur Deckung der Reste von 630 Millionen Mark, der durch Nach- tragSetat gedeckt werden muß. Im ganzen genommen kann man also behaupten, daß das Reich für die letzten vier Jahre fast 600 Millionen, davon 200 für das Jahr 1909 und 400 für 1906 bis 1908, zu zahlen hat, ehe es überhaupt die neue Finanz. ära beginnen kann.— Von den Nachtragetats aus Anlaß der Be- soldungserhöhungen für 1909 in Höhe von rund 90 Millionen Mark entfallen auf die Reichspost 66, die Armee 24, Marine und Reichseisenbahnen je 3, das Reichsamt des Innern l�h Millionen. Der Rest verteilt sich auf die kleineren Verwaltungen. Die„Frankfurter Zeitung" über die Ablehnung der Berliner Resolution. Frankfurt a. M., 17. September.(Privatdepesche d.„Vorw.") Die„Frankfurter Zeitung" beschäftigt sich heute in einem großen Artikel mit dem Sozialdemokratisch en Par- teitag und besonders mit der Ablehnung der Berliner Resolution. Es heißt in dem Artikel: „Man hat nicht geglaubt, daß den sogenannten Revisionisten auf dem Leipziger Parteitage Erfolge blühen würden. Wenn es aber liberale Blätter gibt, die sich darüber vor Freude kaum fassen können, so scheint uns das nicht nur unbegründet, sonderil auch wenig politisch zu sein. Wir können uns nichts Unzweck- mäßigeres denken. Mag der Revisionismus noch soviel, viel mehr als man glaubte, an Kraft gewonnen haben, so ist es doch eine Unterschätzung der Wirksamkeit der marxistischen Gedanken, wenn man glaubt, die Sozialdemokratie würde alsbald darüber hinweg dem Liberalismus die Hand reichen. Die Ablehnung jener Resolution ist nur zum Teil ein Symptom der Stärke des Revisionismus. Denn es ist anzunehmen, daß auch Radikale gegen sie gestimmt haben und dies natürlich nicht aus Neigung zum Liberalismus, sondern einfach aus der politischen Erwä- gung, daß man sich nicht überflüssigerweise die Hände zu binden brauche. Uebrigcns ist ja diese Angelegenheit auf dem Leip- ziger Parteitag noch nicht ganz erledigt. Man hat eine neue Resolution eingebracht, die den Eindruck jener Ablehnung ab- schwächen soll und es würde uns gar nicht wundern, wenn jetzt die Radikalen einen Erfolg erzielten, gerade infolge der unvor- sichtigen Aeußerungen einiger Blätter." Herr Karl Trimborn, der Vertreter von Köln- Stadt im Reichstage, hat endlich seinen Wählern Bericht erstattet, nachdem man ihn, sozusagen an den Haaren zum Rednerpult schleifen mußte. Der Schlaue wollte möglichst viel GraS über die klerikalen Steuertaten wachsen lassen. Darum spielte er den Iranken, von den parlamentarischen Stra« pazen erschöpften Mann. Erst als mehrere Zentrumskonventikel rebelliert hatten, bequemte sich die Kölner Parteileitung dazu, anzukündigen, daß Herr Trimborn in vierzehn Tagen seinen Rechenschaftsbericht erstatten werde. Wie cS in Wirklichkeit mit dem Wohlbefinden Trimborns aussah, konnte man an der Tat- fache ermessen, daß der dem Eucharistischen Kongreß Anfang August und nachher dem Katholikentag in dem weit entfernten Breslau von Anfang bis zu Ende beiwohnen konnte, und insbesondere auf dem letzteren fiel Herr Trimborn durch eine ungewöhnlich sprudelnde Fröhlichkeit auf. Auch jetzt in der Kölner Versammlung hatte man den Eindruck, daß die Entschuldigung mit den Gesundheitsverhältnissen Trimborns eitel Flunkerei. der Kölner Parteileitung gewesen ist. Herr Trimborn sprach zwei Stunden ohne jedes Zeichen der Ermüdung. Sein Vortrag be- wegte sich in dem Rahmen, den man schon aus den Erzberger-, Spahn- und sonstigen Reden, sowie aus den schwarzen Preß- erzeugnissen kennt. Durch die Form der Versammlungseinladungen hatte man von vornherein die Gegner ausgeschlossen. Dennoch ertönten kräftige Pfuirufe, als Herr Trimborn die Zentrums- Politik zu rechtfertigen suchte, und als er gegenüber der Streich- holzsteuer das fade Mätzchen von der dadurch herbeigeführten Ber- Minderung der Brände zu präsentieren wagte, da scholl ihm der empörte Zuruf„KarncvalSschcrz!" entgegen. Im Brusttone sittlicher Entrüstung erwiderte Herr Trimborn: „Das Zentrum treibt keine Karnevalspolitik I" In der Tat: etwas Scherzhaftes hat der zentriimliche Volksbetrug nicht an sich. Uebrigens hatte Herr Trimborn, der Jurist und Parteiführer, die Unverfrorenheit, auf die Stufe der Agitatoren dritter und vierter Ordnung herabzusteigen und der Sozialdemokratie nachzulügen, sie habe gegen die Unterstützung der Tabak- arbeiter gestimmt. Zum Schluß unternahm Trimborn den zurzeit wieder sehr beliebten Zentrumstrick, den Kulturkampf an die Wand zu malen, um die Erregung der Wähler in die Sackgasse abzulenken. Nach Trimborn sprach GieLbertS. Er schüttelte mit Eifer den berüchtigten Zitatensack der München-Gladbacher, deren Oberster er einer ist. Freie Aussprache gab es natürlich nicht I Nur ein Mittelständler und ein Postbeamter durften Anfragejt stellen, wozu sie offenbar vorher beauftragt korbeu mssn, Polizei und Reichsvereinsgesetz. Eine eigenartige Auslegung des Reichsvereinsgesetzes erlaubte sich vor einigen Wochen die Polizeiverwaltung in W e r m e l s- kirchen(Kreis Nemscheid-Lennep-Mettmann). In einem dor- tigen Lokale tagte eine öffentliche Schuhmach erver- s a m m l u n g, die sich mit der Aussperrung der Ar- b e i t e r bei der Schuhfabrik R. und A. Pfeifer befaßte. Obwohl in den Ausführungsbestimmungen zum neuen Reichsver- einSgesetz deutlich genug gesagt ist, daß Gelverkschaftsversamm- lungen der polizeilichen lleberwachung nicht unterliegen, erschienen dennoch zwei Behelmte in der Versammlung und der- langten zu allem Ueberfluß die Entfernung der Jugendlichen unter 18 Jahren. Lediglich um die Versammlung nicht durch die Polizei stören zu lassen, kam der Vorsitzende derselben, Genosie Berg- h a u S, dem völlig unberechtigten Verlangen nach. Der Schuh- macherverl-and(Filiale Wermelskirchen) wandte sich darauf mit einer Beschwerde an die Polizeiverwaltung in Wermelskirchen, worauf folgende Antwort einlief: „Auf Ihre am 29. Juli 1909 hier eingegangene Beschwerde gegen die Polizeibeamtcn Horstmann und Kohn wird Ihnen hierdurch mitgeteilt, daß die benannten Beamten den g e s e tz- lichen Bestimmungen nachgekommen sind und ihre Befugnisse in keiner Weise überschritten haben. Es liegt deshalb zu einem Einschreiten gegen dieselben kein Anlaß vor. Gez. Miel." Das könnte eigentlich für einen beschränkten Untertanenver- stand genügen. Was geht es auch die Polizeiverwaltung in Wermels- kirchen an, daß in Gewerkschaftsversammlungen die Polizei über- Haupt nichts zu suchen hat und daß das Jugendlichenvcrbot für solche Versammlungen erst recht nicht besteht. Indessen glaubte sich der Beschwerdeführer mit dieser eigenartigen Entscheidung nicht zufrieden geben zu können und wandte sich an den L a n d r a t des Kreises Lenncp-Remscheid-Mettmann, von dem folgender salomonischer Spruch eintraf: „Die Entscheidung über Ihre Beschwerde vom 19. dS. MtS. ist davon abhängig, ob die fragliche Versammlung vom 20. Juli ds. IS. als eine öffentliche politrschs Ver- sammlung anzusehen ist oder nicht. Diese Frage wird in dem gegen den Leiter der genannten Versammlung eingeleiteten Strafverfahren demnach st zur gerichtlichen Entscheidung kommen. Die Entscheidung über Ihre Beschwerde wird daher einstweilen ausgesetzt, bis ein rechts- kräftiges gerichtliches Urteil in dieser Sache vorliegt. Gez. Hentzen." Abgesehen von allem anderen berührt es sonderbar, daß in diesem Schreiben von einem Strafverfahren gegen den Leiter der Versammlung die Rede ist, während diesem davon nichts bekannt war. Erst nach der Beschwerde an den Landrat wurde dem Genossen Berghaus ein Strafmandat von 15 Mk. präsentiert, und zwar wegen Nichtanmrldung einer öffentlichen politischen Versammlung! Also einen vollen Monat hat die Polizeiverwaltung in Wermelskirchen gebraucht, um zu konstatieren, daß es sich um eine öffentliche politische Versammlung handelte. Es wäre aber von der preußischen Polizei zu viel verlangt, zuzugeben,, daß sie sich geirrt habe; da greift man lieber zur alten bewährten Methode, spannt den Staatsanwalt vor den festgefahrenen Polizeikarren und ver- steckt seinen Reinfall hinter eine zu inszenierende Gerichtsaktion. Nun, vielleicht erhalten die in Frage kommenden beiden Behörden von da aus die entsprechende Rechtsbelehrung, wie daS Reichs- Vereinsgesetz auezulegen ist. Die Volksbildung macht der Herr Landrat. Das„Greifswalder Tageblatt" erzählt: «In Grimmen fand kürzlich eine Versammlung des Vereins zur Vorbereitung von Volksbildung statt. Da» KreiSblatt brachie nicht nur die jedenfalls ordnungsmäßig bezahlten Anzeigen für diese, es veröffentlichte unter.Lokales" warme Hin» weise auf die segensreiche und weitverzweigte Tätigkeit des Volksbildungsvereins. Die Versammlung fand statt und nahm einen angeregten, erfolgreichen Verlauf; eS wurden Beschlüsse gefaßt, die ein erhebliches„lokales" Interesse für Grimmen und den ganzen KreiS hatten, aber vergeblich suchte man auch nur eine Zeile eines Berichtes im Kreisblatt. Warum dieser plötzliche Frontwechsel? Aber der Verein zur Verbreitung von Volksbildung sollte nicht nur totgeschwiegen, er sollte auch totgeschlagen werden, so will es, ja wer denn? natürlich ledig- ltch die Konsequenz und die Unabhängigkeit der Kreisblätter. An derselben Stelle unter„Lokales" bringt das„Grimmer Kreis-Wochen- blatt' mit der Spitznmrke:„Die Schmutz- und Schundliteratur" folgenden unverkennbaren Angriff auS dem Hinterhalt gegen den VolksbildungS- verein:„Es werden in letzter Zeit allerlei Anstrengungen gemacht, hier auswärtige Bibliotheken mit Literaturwerten zweifelhaften Charakters einzuführen, und man kann nichts dagegen haben, wenn die Werke geeignet sind, eine auf christlicher Grundlage aufgebaute Kultur zu verbreiten. Vorsicht ist jedoch die Mutter der Weisheit, und darum gehe man bei der Auswahl der Lektüre sorgfältig zuwege I" Schließlich erklärte sich aber auch das„Kreisblatt" wieder für „Volksbildung".„Man wolle sich"— so schrieb es zum Schluß— „die serhalb nur an die hiesige Kreisverwaltung wenden." Steuerleistung und Landtagswahlrecht in Sachsen. In dem Artikel über die Landtags Wahlen in Sachsen in Nr. 215 des„Vorwärts" wurde mitgeteilt, daß nach den Entscheidungen der Wahlbehörden alle Landtagswähler aus den W ä h l e r l i st e n g e- strichen würden, die innerhalb der letzten fünfzehn Jahre noch einen unbeglichmen Steuer- r e st hätten. In erster Linie war es der Stadtrat in Dresden, der also voranging. Von der „Dresdener Volkszeitung" wurde das Verfahren scharf kritisiert und dabei auch darauf hingewiesen, daß sowohl der ß 80 des Einkommensteuergesetzes wie eine Entscheidung des Ober- vcrwaltungsgerichts eine dreijährige Verjährungsfrist für Steuerreste festgestellt hätten. Jetzt hat der Rat zu Dresden durch einen Beschluß eingeschwenkt. Er will jetzt nur Stcuerreste als wahlentrcchtend gelten lassen, die bis 1906 aufgefunden sind, ältere aber nicht mehr als Grund für Streichungen auS der Wählerliste gelten lassen. So hat denn die sozialdemokratische Äritik doch Erfolg gehabt. • In der Sitzung vom 16. September des Dresdener Stadtverordnete nkolleaiunis wurde von unseren Ge- nassen in scharfer Weise daS rigorose Vorgehen des Wahl- und Listenamtes über Auslegung deS Wahlgesetzes kritisiert. Der Ober- bürgermeister erklärte, daß der Rat an diesem Verfahren keinen Anteil und sofort eingegriffen habe, als er Kenntnis davon erhielt.— ES bleiben aber im,» er noch über 7300 Personen übrig, die wegen Steuerriickständen in den letzten drei Jahren ihr Wahlrecht einbüßen. Diese ungeheure Zahl der Steucrrestaiiten ist ein Beweis für die S ch w e r e der wirtschaftlichen Krise in den letzten Jahren. Es soll ver- sucht werden, auch noch für diese Personen das Wahlrecht zu er» langen und zwar dadurch, daß sie um Steuererlaß einkommen. OestemicK. Nationale Naudanpolltlk. Wien, 16. September. Der Niederösterreichische Landtag ist heute zusammengetreten, und hat den Antrag der Christlich- sozialen und des konservativen Großgrundbesitzes angenommen, in welchem dem tiefsten Bedauern Ausdruck gegeben wird, daß G.esetzentMrs betreffend die Festlegung der deutschen Unterrichtssprache an den öffentlichen Volks- und Bürgerschulen bisher zur Sanktion noch nicht unterbreitet worden ist und das Präsidium des Landtages aufgefordert wird, bei den beteiligten Mitgliedern der Negierung in dieser Angelegenheit vorstellig zu werden. Gegen den Antrag st i m m t e n die Sozialdemokraten, welche die Kompetenz des Land- tage? in dieser Angelegenheit bestritten. Die Landtagsmehrheit beschloß zur Wahrung der Interessen der Deutschen in Nieder- österreich, aus den deutsch-bürgerlichen Parteien des Landtags in Verbindung mit NeichSratsabgeordneten einen deutschen„Volks- rat" in Niederösterreich einzusetzen.— Schweiz. Wieder eine Auslieferung au Rußland. Zürich, 16. Sept.(Eig. Ber.) Wir berichteten kürzlich von der in Genf erfolgten Verhaftung des Russen Viktor W a s s i l i e f f wegen Beteiligung an einem am 28. Januar 1903 in NarotschcrkaSk(Kaukasus) von Mitgliedern der russischen anarchistisch-kominunistischen Gruppe ausgeführten Bankraub. Die gegen daS von der russischen Regie- rung gestellte AuslieferungSbegehren von Wassilieff gerichtete Ein- spräche, daß der betreffende Banküberfall ein politisches Delikt sei, ist vom Bundesgericht in Lausanne einstimmig zurückgewiesen und die Auslieferung des Verfolgten bewilligt worden. Das„Züricher Volksrccht" bemerkt zu diesem neuesten Liebesdienst der Schweiz gegenüber dem russischen Henkerzaren:„Die russischen Henker können also wieder einen Unglücklichen aus den Händen unserer republikanischen Polizei in Empfang nehmen. Väterchen muß uns lieb geivinnen." Spanien. BeschlenuigteS Morde«. Madrid, 17. September. Wie aus Barcelona be> richtet wird, werden die Kriegsgerichte von nächster Woche häufiger zusammentreten, um Revolutionäre abzuurteilen. Die Voruntersuchungen gegen zahlreiche An- geklagten sind beendet. Englanck. Eine Krise in der konservativen Partei. London, 17. September.„Daily Chronicle" verzeichnet an hervorragender Stelle das Gerücht, Lord Lans» d o w n e werde in kurzem den Vorsitz der Uniontsten im Oberhause niederlegen, da die der extremen Torypartei angehörigen Peers es mißbilligen, daß er nicht geneigt ist, die Verantwortung für die Ablehnung des Budgets auf sich zu nehmen. Das Blatt fügt hinzu, der Earl of Ca w dor sei zu Lansdownes Nachfolger ausersehen. Rußland. Die Karikatur einer Wahlkampagne. AuS Petersburg wird uns geschrieben: Einzigartig sind die Manieren, die die russische Verwaltung jeder Wahlkampagne gegenüber handhabt. Augenblicklich, da in Petersburg, Moskau und Odessa wichtige Ersatz» wählen zur Duma bevorstehen, tritt die ganze Macht der Ordnungshüter ungeniert in die Erscheinung. Für die sogenannte Propaganda soll der den Wahlen vorangehende Monat vorschrifts- gemäß anheimgestellt sein, aber diese also umgrenzte Frist der lokalen Redefreiheit bleibt unter dem außerordentlichen oder ver- stärkten Schutz nur ein toter Buchstabe: die überwachenden un. wissenden TschinownikS dulden nicht die geringste Kritik der Re« gierung und schließen gewöhnlich auS den harmlosesten Anlässen die Wählerversammlungen. Um jedoch die ganze Kampagne ack absurdum zu führen, ist für die diesmalige Propaganda eine be- sonderS charakteristische Verschärfung ausgeklügelt worden; die Kandidaten, die als Redner auftreten wollen, sind dazu nur inner» halb ihre? Wohnbezirks und vor den Wählern dieses Wohnbezirks befugt, so daß den anderen Wählern die Möglichkeit genommen sein soll, ihren Kandidaten kennen zu lernen. Während jedoch diese Einschränkungen für die genannten Städte im allgemeinen zur Anwendung gelangen sollen, hat der findige Odessaer Gebieter Tolmatschow durch eine lokale SpezialVerfügung den Vogel abgeschossen. Er berief einfach in seiner Satrapie Odessa die Zeitungsredakteure zu sich und erklärte ihnen kurz und bündig, daß er jede Stellungnahme zugunsten der oppositionellen Kandidaten aufs strengste bestrafen und die Druckereien, in denen eventuell zuwiderhandelnde Blätter erscheinen, ohne weiteres schließen würde. Hingegen ist eS den echtrussischen Organen ge» tattet, über die Kandidaten die schmutzigsten Verleumdungen zu verbreiten, ohne daß sie desavouiert werden dürfen. Denn Tol» matschow hat es schon vor langer Zeit den Verbändlern ver- prochen, daß er einen ihn genehmen„Patrioten" bei den Wahlen durchbringen werde. Und daS nennt sich in Odessa parlamentarische Wahlkampagne!_ Stärkung des Absolutismus. Petersburg, 16. September. Ein UkaS über den Artikel 69 de» Grundgesetze entzieht olle Fragen der Organisation der Land» und Seestreitkräfte sowie der Landverteidigung, ferner die Fragen betreffend die Armee- und die Flottenvcrwaltung, inbegriffen smnt» liche Verfügungen des Militär- und Marinerrssorts der Kom» petenz der Duma, die damit vollends zu einer reinen Schein» Vertretung degradiert wird. Oirfcd. Die Lage in Jemen. Konstantinopel, 17. September. Die Lage in U e m e n ist wieder bedenklich. Außer den beschlossenen neuen Truppen- sendungen wird die Pforte eine besondere Kommission nach dem Uemen entsenden, um mit den Araberführern Jman Jahia und Said Jdris auf gütlichem Wege zu unterhandeln und eine end, gültig« Lösung der Jemenfrage anzubahnen.«»- IMarohho. Das Ende des»uarokkauischen Prätendenten. Tanger, 17. September.(W. T. B.) Wie aus Fez vom 13. d. M. gemeldet wird, ist der Roghi Buhamara am 12. in Gegenwart seines Harems erschossen worden. Indien. Eine Expropriation? Kalkutta, 16. September. In dem Po st loa gen deS gestern Überfallenen Personenzuges befanden sich 1 500 000 Rupien, Eigentum der Bank von Bengalen. Die Polizei nimmt bestimmt an, daß der Ueberfall das Werk der Extremisten ist, die nach ihren eigenen öfteren Erklärungen für ihre pojitischen Zwecke Geld nötig Men.'' GewerhfcbaftUcbee. Kastengeist amerikanischer Gewerkschaften. Auf der kürzlich in Paris abgehaltenen Internationalen Getverkschaftskonferenz nahm bekanntlich auch die Frage des Uebertritts der ins Ausland gehenden Gewerkschaftsniit- glieder in die dortige» Verbände einen breiten Raum ein. Es wurde— und mit Recht— lebhaft darüber Klage geführt, daß zureisenden Gelverkfchaftsmitgliedern in England und Amerika viele Schwierigkeiten gemacht würden, wenn sie ihren Uebertritt in die zuständigen Organisationen vollziehen wollen. Nun hat ja auch der Präsident der American Federation of Labor, Samuel Gompers, in einem kürzlich vor Berliner Arbeitern gehaltenen Vortrag erklärt, daß jeder Einwanderer, der nach Amerika komme und sich als Mitglied einer Gewerkschaft legitimieren könne, auch in den amerika- nischen Gewerkschaften Aufnahme finde und daß die ameri- kanischen Arbeiter in jedem Einwanderer, der nicht die Lage der Arbeiter verschlechtern will und bereit ist, in ihren Reihen zu kämpfen, ihren Bruder sähen. Ob dieser Ausspruch g e n e r e l l z u t r e f f e n d ist, soll in folgenden Zeilen näher untersucht werden. Ein Berliner Ofensetzer ging vor zirka 3 Jahren nach Amerika, um sich dort als Fliesenleger ein weiteres Fort- kommen zu suchen. Er war in Deutschland eifriges Mitglied der sozialdemokratischen Partei und gehörte auch noch dem Deutschen Töpferverbande als Mitglied an. Jedenfalls esn Beweis dafür, daß es ihm um die Arbeiterorganisation bitter ernst ist. Dieser vollkommen einwandfreie Genosse berichtet nunmehr, daß es ihm nach langem vergeblichen Bemühen erst jetzt, nachdreiJahren, gelungen ist, Mitglied der Union der Fliesenleger in St. Louis zu werden. Und auch dies hatte er nur einem reinen Zufall zu verdanken. Nach deit Mitteilungen dieses Genossen ist es das Hauptprinzip der Unionmänner von St. Louis, so wenig Mitglieder wie nur irgend möglich aufzunehmen. Sie sichern sich damit stete Arbeitsgelegenheit; denn Arbeiter, die der Union nicht angehören, sind außerstande, irgendwie in St. Louis aus dauernde Arbeit zu rechnen. Ein Nicht- Unions-Mann findet schon von vornherein selten Arbeit, weil der Meister, der ihn etwa anstellt, damit auch das Risiko einer allgemeinen Arbeitseinstellung des Unorganisierten wegen auf seinem Bau übernimmt. Auch der genannte Ofensetzer hatte infolgedessen nur selten dauernde Beschäftigung und ging deshalb bereits ernst- lich mit dem Plane um, den„gastlichen Gefilden" St. Louis wieder den Rücken zu kehren, als ihn ein Meister in Arbeit nahm, der eine besondere Fliesenarbeit(Zementfliesen) zu machen hatte, mit der die vorhandenen Unionsleute nicht gut fertig werden konnten. Der Genosse aber, der als gelernter Ofensetzer verstand, mit Hammer und Haumesser umzugehen, war in der Lage, diese Arbeit zur Zufriedenheit des Meisters zu verrichten. Die Unionsleute stellten den Genossen aber auf dem Bau bald zur Rede und ersuchten ihn, die Arbeit ein- zustellen. Als er nun wieder seine Bereitwilligkeit erklärte, die Mitgliedschaft bei der Union zu erwerben, wurde er zur Versammlung geladen. Aber auch jetzt noch mußte er drei Versammlungen abwarten � selbst hatte er als Nichtmitglied zu diesen nicht Zutritt—, ehe er endlich aufgenommen wurde. Ja, er erhielt vorher eines Tages nochmals die kategorische Aufforderung, den Bau zu verlassen. Ein Arbeitgeber jedoch sorgte nunmehr dafür, daß er immer allein auf dem Bau zu arbeiten hatte, und nun erst streckten die Unions- männer die Waffen und nahmen den Genossen in ihre Ge- meinschaft auf. Sie verlangten aber von ihm 1 v 0 D o l l a r Eintrittsgeld, also nach deutschem Gelde zirka 420 M.! Der Genosse erklärte sich(wir betonen nochmals, daß er noch heute Mitglied des Deutschen Töpferverbandes ist) auch hierzu bereit und hat auch bereits 25 Dollar als Anzahlung erlegt. Er darf aber auch jetzt trotz der Mit- gliedschaftnichteheranden Versammlungen der Union teilnehmen, bis die 100 Dollar EintrittsgeldbisaufdenletztenRe st bezahlt sind. Wir haben diesen Fall deshalb etwas ausführlich be- handelt, weil es sich hier um einen vollkommen zuverlässigen Genossen und Gewerkschaftler handelt und weil im übrigen dieser Fall für Amerika— besonders für St. Louis— typisch zu sein scheint. Der Genosse teilt mit, daß es eben in St. Louis fremden Arbeitern nur in Zeiten besonders gün- stiger Konjunktur, und dann auch nur vereinzelt, gelingt, Mitglieder der dortigen Union zu werden. Alle diese Unions aber nennen sich frischweg„international" und sind der American Federation of Labor angeschlossen. Wie verhält sich nun diese Tatsache mit der eingangs erwähnten Versicherung Samuel Gompers? Es mag ja möglich fein, daß Gompers solche Dinge unbekannt sind oder auch, daß er solche bedeuerlichen Zustände bekämpft. Unser Gewährsmann versichert aber auch, daß Gompers, falls er sich mit dem ganzen Gewicht seiner Autorität für Abschaffung solcher egoistischen und dem Soli- daritätsgedanken der Arbeiter ins Gesicht schlagenden Zu- stände ins Zeug legen würde, dabei jedenfalls wenig Erfolg hätte, denn alle diese Unions stehen— trotz ihrer Zugehörigkeit zur American Federation of Labor— auf dem Boden der Lokalorganisation und fassen ihre örtlichen Beschlüsse völlig selbständig. Unser Gewährsmann will auch vorsichts- halber den hier beschriebenen Fall nicht auf alle amerika- nischen Gewerkschaften als zutreffend bezeichnen. Aber fest steht nach seinen eigenen positiven Wahrnehmungen, daß die Flicsenlegergewerkschaft St. Louis aus dem beschriebenen egoistischen Standpunkte sieht und mit ihr noch viele andere Gewerkschaften. Me ersichtlich, bedarf es noch riesiger Aufklärungsarbeit, um die amerikanischen Gewerkschaften von ihrem Kastengeist und ihren egoistischen Gepflogenheiten abzubringen. Solche Zustünde sind nicht nur bedauerlich, sie müssen als eine Schmach bezeichnet werden. Und es wird Aufgabe der ge- werkschaftlichen Internationale sein, vor allem hier Remedur zu schaffen, damit Arbeitsgenossen von ihresgleichen nicht auf solche Weise das Fortkommen erschwert und unmöglich ge- macht wird. Hoffentlich geht die Zusicherung Gompers, daß die American Federation of Labor sich nunmehr auch der Jnter- nationale anschließen wird, in Erfüllung. Es wäre damit die Gelegenheit geschaffen, solche unsolidarischen Zustände zu beseitigen._ Berlin und Qmgegend. Achtuna, Mitglieder des Deutschen Mctallarbeitcrverbandes! In den am Ib. d. M. abgehaltenen Bezirksversammlungen ist überall einstimmig beschlossen, dem Antrag der Ortsverwaltung zu. Verantw. Redakteur: Emil Unger, Berlin. Inseratenteil verantv.t zustimmen, wonach für die streikenden schwedischen Arbeiter weitere 10 000 M. aus unserer Lokalkasse überwiesen werden. DieOrtsverwaltung. Die Lohnbewegung der Maler. Bekanntlich läuft der größte Teil der Tarifverträge, welche der Verband der Maler mit der Arbeitgeberorganisation abgc- schlössen hat, am 31. Dezember d. I. ab. Bis dahin sollen zwischen den beiderseitigen Organisationen Verhandlungen geführt werden zum Zweck des Abschlusses neuer Verträge. Der Verband der Maler hat seine Forderungen schon vor einigen Monaten eingereicht. Mit Rücksicht auf diese Sachlage fand am Donnerstag eine Versammlung der Berliner Mitgliedschaft des Malerverbandes im Gewerkschaftshause statt. Die V-rsammIyng war ungewöhnlich stark besucht. Ein Zeichen des lebhaften Interesses, welches die Verbandsmitglieder der bevorstehenden Tarifverhändlung bczw. Lohnbewegung entgegenbringen. Als Referent war der Verbands- Vorsitzende T o b le r- Hamburg zur Stelle. Eingehend schilderte er den gegenwärtigen Stand der Bewegung und führte aus: Nach den vorliegenden Acutzerungen aus Arbeitgeberkreisen wollen die Arbeitgeber den Abschluß eines neuen Tarifs, und für den Fall, daß ein solcher nicht zustande kommt, drohen sie mit der Aus- sperrung. Aber von einer Lohnbewegung wollen die Arbeitgeber nichts wissen. Sie meinen, die Arbeiter sollten sich aus Erhaltung der bestehenden Lohn- und Arbeitsverhältnisse beschränken. Daß davon keine Rede sein kann, haben die inzwischen eingereichten Forderungen der Arbeiter gezeigt. Für Berlin, Hamburg und Bremen wird die Verkürzung der Sstündigen Arbeitszeit auf Stunden und die Erhöhung des Stundenlohnes um 15 Pf. gefordert. In allen anderen Orten sind erheblich geringere For- derungen aufgestellt. Sie sind keineswegs, wie die Arbeitgeber glauben machen wollen, auf das Abhandeln eingerichtet, sondern enthalten nur das, was unbedingt gewährt werden kann und ge- währt werden muß. Da es sich nun um einen Vertragsabschluß für längere Zeit handelt, so kann keine Rede davon sein, daß die alten Lohn- und Arbeitsverhältnisse, welche zur Zeit einer un- günstigen wirtschaftlichen Konjunktur vereinbart wurden, ausS neue festgelegt werden. Wenn die Arbeitgeber einen Tarifvertrag und Ruhe im Gewerbe haben wollen, dann müssen sie wesentliche Lohnerhöhungen und Verkürzung der Arbeitszeit bewilligen. Ohne die Erfüllung dieser Forderungen kann kein Tarifvertrag zustande kommen. Der Vortrag fand allseitig lebhaften Beifall. Der Streik der Stellmacher bei der Firma Erdmann u. R o s s i, Linienstr. 139-11» beschäftigte eine am Donnerstag im Rosenthaler Hof tagende Versammlung der Stellmacher. Der Branchenleiter Prippernau erstattete den Bericht. Die Ursache des Ausstandes ist in dem bei der Firma herrschenden Ueberstunden- Unwesen zu suchen. Fast täglich mutzten die Arbeiter Ueberzeit- arbeit leisten, die sehr oft bis 11 und 12 Uhr nachts dauerte. Die Ueberstunden wurden bisher in den Wagenbaugeschästen mit 23 Prozent Aufschlag bezahlt; dem hat der Arbeitgeberschutzverband für das Wagcnbaugewerbe ein Ende gemacht, indem er seine Mit- glieder verpflichtete, keine Mehrbezahlung für Ueberstunden zu leisten. In der letzten Zeit nahm die Ueberzeitarbeit bei Erd- mann n. Rossi einen immer unerträglicheren Umfang an. Um dem entgegenzuwirken, verlangten die Arbeiter die Weiterzahlung des Zuschlags. Dem entsprach die Firma nicht; sie wollte die Ar- beiter am Wochenschlutz mit einem Trinkgeld für die Ueberzeit- arbeit abfinden. Diese weigerten sich nun, Ueberstunden zu machen. Dem Vertrauensmann, der mit diesbezüglichen Verhandlungen be- traut war, wurde mit der Entlassung gedroht. Darauf legten am 6. September von 21 Stellmachern 19 die Arbeit nieder, obwohl nur 6 von ihnen organisiert waren. Der Holzarbeiterverband, dem nun die Ausständigen beitraten, nahm sich der Sache an.'Der Verbandsvertreter Reiche versuchte mit der Firma zu unter- handeln, wurde aber mit dem Bemerken abgewiesen, datz es zu spät sei, weil die Angelegenheit bereits dem Arbeitgeberverbande über- geben worden ist. Die Streikenden wollen aber nicht eher wieder zur Arbeit zurückkehren, bis die Firma ihr Verlangen, Ueber- stunden zu leisten, zurücknimmt und die Beseitigung einer Reihe anderer Uebelstände zugesagt hat. Insbesondere wird über fort- gesetzte Reduzierungen der Akkordlohnsätze geklagt. Die Arbeiter verlangen deshalb die Ausarbeitung eines festen Akkordtarifs. Inzwischen sucht die Firma die Plätze der Ausständigen mit Arbeitswilligen zn besetzen. Ihren Bemühungen ist es denn auch geglückt, autzer den zwei stehen gebliebenen noch zwei Arbeitswillige zu erhalten. Diese sind aber durchaus kein vollwertiger Ersatz für die Ausständigen. Diese nützlichen Elemente werden jetzt besonders behütet. Nicht nur, datz unsere allezeit zur Hilfe für die Unter- nehmer bereitstehende Polizei eifrig bestrebt ist, ein Zusammen- treffen mit den Streikenden zu verhindern; die Arbeitswilligen sind jetzt gänzlich im Betriebe interniert. Auch die Nächte ver- bringen sie in ihm; dieser Tage sind Bettstellen für sie im Betrieb aufgestellt worden. Die Firma befindet sich in arger Verlegenheit. Sie versucht deshalb, die Arbeiten an Kleinmeister zu vergeben. Aber unter diesen wollen sich, infolge der geringen Preise, die die Firma zahlt, keine Nausreißer finden. So stehe also der Streik für die Ausständigen sehr günstig und bei festem Zusammenhalt derselben mutz die Firma nachgeben, wenn sie nicht die etwa 5» Arbeiter der anderen Berufe, nachdem der Vorrat an Stell- macherarbeiten aufgearbeitet ist, entlassen will. In der Diskussion gaben die Ausständigen ihre Wahrnehmungen zum besten. Einige der Diskussionsredner hielten es für besser, wenn sich die Arbeiter der anderen Berufe, insbesondere die Sattler, dem Ausstand ange- schlössen hätten; die Firma hätte dann sofort nachgeben müssen. Eine Resolution, durch die die Versammelten die aufgestellten For- derungen der Ausständigen billigten und ihre Solidarität bekunden, sowie jede erforderliche Unterstützung zusagen, wird darauf an- genommen. Die Barbier- und Friseurgehilfen regen sich wieder. Die Ver- trauensleute derselben für Berlin und Vororte waren am 13. d. M. vollzählig versammelt, um Stellung zu nehmen zu den Beschlüssen der Innung, den Gehilfen den Wochenausgang zu rauben resp. die Sonntagsruhebestimmungen derartig zu ändern, datz derselbe fort- fällt. Auch darum handelte es sich. Matznahmen zu treffen zwecks Einführung des Achtuhrladenschlusses. Nach längerer eingehender Diskussion wurde beschlossen, gegen jede Verschlechterung der Sonntagsruhcbestimmungen Front zu machen. Für den Achtuhr- ladenschlutz soll eine lebhafte Agitation eingeleitet werden, die sich auch auf die Provinz Brandenburg erstrecken soll. Die Anregung der Mitglieder, für eine Lohnerhöhung einzutreten, rief eine lange hitzige Debatte hervor, Beschlüsse wurden hierzu noch nicht gefaßt, die Angelegenheit vielmehr vertagt. Oeutfesiea Reich. Aussperrung der Schreiner. In Mannheim. Ludwigshafen und Heidelberg streiken die Schreiner. Der Verband der Schreinermeister hat beschlossen, ge- meinsam mit der Landesorganisation deutscher Schreinerinnungen bis zur Erledigung dieses Streiks sämtliche Schreiner in allen Städten Süd- und Südwest-Deutschlands auszusperren. Mit dieser Generalaussperrung soll am Sonnabend in Frankfurt a. M. der Anfang gemacht werden.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Der Fliescnlegerstreik in Breslau ist nach vicrzchntägiger Dauer mit einem Erfolge der Streikenden beendet worden. Die Stundenlöhne, die bisher 65 Pf. betrugen, werden vom 1. Oktober 1909 ab um 6 Pf., vom 1. Oktober 191» ab um 1» Pf. erhöht; die LH. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. VerlagSanstÄt Arbeitszeit wurde um eine halbe Stünde täglich verkürzt. Die Wiederaufnahme der Arbeit erfolgte am Mittwochnachmittag. Ter Kampf der Lithographiesteinarbeiter in S o l n h o f e n ist von den Christlichen nun beendet worden. Es kam wohl ein Baris- vertrag zwischen dem„Schuhverband der Lithographicstein- industriellen" und den Christlichen zustande, jedoch dürften die Unternehmer leider glänzend gesiegt haben, da die Einstellung namentlich geschieht. Es werden nur noch 18» Arbeiter eingestellt, so datz über 5»» einem trostlosen Winter entgegengehen. Dem dor- tigen Kampfe wurde von allen Seiten der deutschen Bevölkerung und Presse grotzes Interesse entgegengebracht. Bekanntlich Hetzen es sich die christlichen Führer sehr angelegen sein, den„Deutschen Steinarbciter" in unbeschreiblicher Weise zu verleumden.— Während des Kampfes sind annähernd 13» christlich Organisierte Streikbrecher geworden. Der Ausgang des Kampfes wird in Anbetracht der dortigen armen Bevölkerung auch von bürgerlicher Seite sehr bedauert. Huslancl. Anschluß der schweizerischen Eisenbahner an die Gewerkschafts- bewegung. Der 15»» Mitglieder zählende Verein schweizerischer Lokomotivführer hat in seiner jüngst abgehaltenen Delegierten- Versammlung den Anschluß an den Schweizerischen Gewcrkschafts- bund beschlossen. Ferner wurden 3»» Frank zur Unterstützung des schwedischen Generalstreiks bewilligt. Eine Maßregelung wegen des schweizerischen Heimarbeiter- schutzkongresses. Der Seidenbandweber Waldner im Kanton Baselland ist nachträglich von seinem„Brotgcber" gematzregelt worden, weil er aus dem Heimarbeitcrschutzkongrcß die schändliche Aus- beutung der heimarbeitenden Seidcnbandwcber durch die Unter- nehmer schilderte und ferner nachwies, daß von der Elektrifizie- rung der Heimarbeit nur die Unternehmer neue Vorteile und er- höhte Gewinne, die Heimarbeiter aber nur neue Nachteile haben. Und darum wird der Mann brotlos gemacht. So sieht die „Schweizerfreiheit" für die Arbeiter ausl' v Hus der f rauenbewegung* Agrarische Frauenausbeutung. Nach einer Reichsgcrichtsentscheidung sind die Molkerei- genossenschaften nicht als landwirtschaftliche Nebenbetriebc, sondern als gewerbliche Betriebe anzusehen, ebenso diejenigen Gutsmolke- reicn, die neben ihrer eigenen Milch noch mindestens ebensoviel zu- gekaufte Milch verarbeiten. Infolgedessen müssen die ostpreußische» Agrarier, die im Besitz von Molkereien sind, die Bestimmungen über den Arbeiterinnenschutz einhalten, was ihnen durchaus nicht gefällt. Sie wollen den Arbeiterinnen eine llstiindige Nachtruhe nicht gewähren und wehren sich auch dagegen, daß sie in der Zeit von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens nicht beschäftigt werden dürfen. Dieser Tage hat der Verbandstag landwirtschaftlicher Ge- nossenschafien in Cranz eine Resolution angenommen, in der er wünscht, der Bundesrat möge für die Beschäftigung von Arbeite- rinnen in Molkereien usw. Ausnahmen zulassen, und zwar die Be- schäftigung der Arbeiterinnen nur für die Zeit von 9 Uhr abends bis 3� Uhr morgens verbieten, die ununter- brochcne Ruhezeit anfV'Stunden festsetzen und statt einer ein- stündigen Arbeitspause nur eine halbstündige zulassen, wo eine zweischichtige Arbeitszeit besteht. Ferner soll in den Molke. reien am Sonntag den ganzen Tag gearbeitet werden dürfen. Jedoch soll innerhalb der Zeit von Sonn- abendabend 6 Uhr bis Montag früh 6 Uhr der Arbeiter nicht länger als 18 Stunden beschäftigt werden dürfen. Das ist die„soziale Fürsorge" der ostelbischen Junker. Der unzerreißbare Bund. Auf dem kürzlich abgehaltenen großen Kongreß der englischen Trades-Unions, der von 494 Männern und drei Frauen beschickt war, wurden auch Fragen erörtert, die von ganz besonderem In- teressr für die proletarischen Frauen sind. Einem längeren Bericht in der„Woman Worker"(Die Arbeiterin) entnehmen wir darüber folgendes: Eine außerordentlich wichtige Resolution war die, welche gleichen Lohn für gleiche Arbeit Hei Männern und Frauen forderte. Die nüchterne Tatsache ist die, daß Frauen die Männer auf jedem Gebiete verdrängen, nicht nur in der Fabrik und Werkstatt, son- dern auch im Bureau. Sie arbeiten für geringeren Lohn und drücken infolgedessen die Löhne der Männer herab. Vielfach ver- richten sie auch Streikbrecherdienste, indem sie bei Lohnbewegungen den Unternehmern zu Hilfe kommen und in die Stellen der strci- kenden Männer eindringen. Es ist sogar soweit gekommen, daß in vielen Teilen von Lancashire und Dorkshire die Frau zur Arbeit geht, während der Mann zu Hause bleibt und die Kinder hütet. Eine andere Resolution, die den Standard des Lebensunter- Haltes berührt, forderte die Beseitigung des Halbzeitshstems. durch welches Taufende von kleinen Lohnsklaven ausgebeutet werden, weil die jämmerlich niedrigen Löhne ihrer Väter und Mütter sie zwingen, in Werkstatt und Fabrik eine Zubuße zum Familien-Ein- kommen zu erarbeiten. In einer leidenschaftlichen Rede riß Robert Smillie, der Dele- gierte der schottischen Bergarbeiter, seine Zuhörer mit fort, als er sie aufrief, die Gesetzgebung zu veranlassen, datz sie die Kapitalisten- klasse am Gebrauch ihrer brutalsten Waffe hindere, der Ausweisung der Frauen und Kinder aus den Wohnungen, wenn die Väter im Streik sind. Unbarmherzig sei diese Waffe nicht nur in England und Schottland, sondern auch in Irland gebraucht worden, wo wiederholt Greise und kleine Kinder mitten im Winter auf die Straße geworfen wurden. Ueberwältigend war auch die Verurteilung des von der Heils- armee im Namen der Religion gehandhabten Schwitzshstems. Streben wir danach— so schließt der Artikel—, daß jene einzigartige Verbindung von Männern und Frauen, die als Käme- raden Schulter an Schulter in den vereinigten Armeen des So- zialismus und der Gewerkschaften für die Befteiung der Mensch- heit käippfen, zy einem unzerreißbaren Bunde werde. Letzte Nacbncbten und vepelcben. Bierkrieg. Frankfurt a. M., 17. Sepetember.(Pripatdepesche des„Vor- wärts".) In einer Konferenz zwischen Vertretern des Brauerei- Verbandes, der Wirtevereinigungen und des Gewerkschaftskartells einigte man sich heute auf einen Aufschlag von 2,5» M. pro Hektoliter und 1 Pf. pro Dreizehntel- und Vicrzehntel-Litergläser. Ob die Arbeiter mit dieser Vereinbarung einverstanden sein werden, ist noch sehr fraglich, denn auch in den letzten Volksversammlungen wurde bekanntlich gegen die Beschlüsse des Gewerkschaftskartells rebelliert. Agni Singer L-Co� Berlin S W. Hierzu 3 Beilagen«.Unterhaltung»»!, |t. 218. 26. Jahrgang. 1. Iriltp des, Jttirötte" Knl'm ZollNbeud, 18. September 1909. Sozlaldemokratikber{Parteitag in Leipzig. Aüufter VerhandluilgStag. Freitag, den 17. September 1S09. Bormittagssitzung. LipinSki eröffnet die Sitzung um 9 Uhr. Zum zweiten Referat über die Reichsverficherungsordmmg b) Unfallversicherung erhält das Wort Robert Schmidt-Berlin: Unter unseren Forderungen zur Unfallversicherung stand immer die Forderung im Vordergrund, daß die BcrsichermigLpflicht auf alle gegen Lohn und Gehalt beschäftigten Per- sonen ausgedehnt werden soll. Leider bleibt es im Entwurf der Negierung bei der Verschiedenheit der Kreise der Versicherten in den drei grotzen Versichernngszweigcn. Und doch waren die Voraus- setzungen der Einheitlichkeit durchaus gegeben. Nach wie bor wird Halt vor bestimmten Berufsgruppen gemacht. So wird ein großer Teil der im Handwerk beschäftigten Arbeiter nicht der Versicherungs- Pflicht unterstellt. Die dafür angeführten Gründe sind in keiner Weise stichhaltig. Für de» Arbeiter ist es doch gleichgültig, ob er den Unfall im Dienste eines großen oder eines kleinen Be- tricbes erleidet. ES ist eine außerordentliche Ungerechtigkeit, daß das Handwerk nicht in die Versicheruugspflicht hinein- gezogen worden ist. Ein geringer Trost dafür ist die Hineinbeziehung der Stalleute, Automobilführcr, der bei Flugapparaten und Luftschiffen beschäftigten Personen. Die bisher sehr vagen Bestimmungen über die Versicheningspflicht der kaufmännischen Betriebe sind neu geregelt; aber die neuen Bestimmungen sind wieder sehr vage. Die Angestellten der ganz kleinen kaufmännischen Betriebe werden auch fernerhin nicht versichert werden.— Wir fordern vor allen Dingen eine Ausdehnung der EntschädignngSpflicht und des Begriffs: Betriebsunfall. Der Begriff des Betriebsunfalles darf nicht auf die enge Stelle des Betriebes beschränkt werden. Wenn Arbeiter auf der Dampsfähre zu den Schiffswerften, wenn Schornsteinfeger auf dem Gange von einem Hause zum anderen einen Unfall erleiden, so muß das als Betriebsunfall augesehen werden. Die Praxis des ReichsvcrsicherungSamtS geht leider dahin, den Begriff der Krank- lzeit infolge eines Betriebsunfalls möglichst einzuschränken. So locrden Malaria und Skorbut bei Seeleuten und V e r- giftungen in chemischen Fabriken nicht als Krankheiten infolge von Betriebsunfällen angesehen. Autoritäten wie Profeffor Lewm von der Berliner Universität wenden sich gegen diese Auffassung, und die englische Gesetzgebung hat diele Frage in entschieden weitherzigerem Sinne gelöst. Sie hat Karbunkel, Blei-, Quecksilber- und Arsenikvcrgiftungen und die Wurmkrankheit für Betriebsunfälle erklärt. 18 weitere Erkrankungen werden in der englischen Gesetzgebung als Unfallerkrankungen angesehen und be- rcchtigen die Betroffenen zur Beziehung der Entschädigung für Unfall- Verletzungen. Darunter befinden sich 8 Krankheitsarten der Arbeiter in chemilchen und 5 Erkrankungen der Bergarbeiter. Es ist bekannt, wie außerordentlich schwer gerade die Bergarbeiter unter Krankheiten leiden, die mit ihrer Tätigkeit in Verbindung stehen. Denken Sie ferner an die Zustände in den Zink- und Bleihiitten. Nach den AuS- führungen des Gewerbeinspektors von Oberschlesien werden in den dsrtigen Zink- und Bleihütten die Arbeiter langsam dem Tode ent- gegengeführt. Die Hütten bekommen daher auch nur noch ausländische Arbeiter. Ruthenen, nicht einmal Galizier. Ich erinnere weiter an die Thomasschlackenindustrie, an die Steinarbeiter und so weiter. Es ist dringend nötig, daß die deutsche Gesetzgebung f.lcich der englischen den Begriff des Betriebsunfalls auf eine Reihe Berufskrankheiten ausdehnt. Wir verlangen in unserer Resolution ferner, daß der Schaden den Versicherten voll ersetzt wird und nicht bloß, wie bisher, zu zwei Drittel des Schadens, sowie daß die Witwenrenten von 20 auf 33'/, Proz. erhöht werden. Wir verlangen ferner, daß die EntschädigungS- Pflicht der Berufsgenossen gleich und nicht erst von der 14. Woche an eintritt. Wir verlangen einwandfreie Festsetzung des Begriffs der ErwerbSeinbuße. Einige Bestimmungen des Entwurfs könnten den Anschein erwecken, als ob er sich unseren Forderungen in diesem Punkte annähere, aber weitere Bestimmungen des Entwurfs lenken wieder von dem Wege ab, der zur größeren Berücksichtigung der Lerufsinvalidität führt. Verletzte, die nach dem Unfall den gleichen oder höheren Verdienst erlangen, sollen sich eine Kürzung der Reute gefallen lassen, wobei von der örtlichen Verschiedenheit deS Llrbeitslohnes, dem Steigen der Preise und der Löhne usw. ganz abgesehen wird.— Unannehmbar ist die Bestimmung, wonach der Unfallrentner jede ihm zu- gewiesene Arbeit annehmen muß. In der Ablehnung dieser Bestimmung sind die Berufögenosfcnschaften mit uns einig. Sie wünschen nicht in die Zwangslage versetzt zu werden, allen ihren Krüppeln Arbeit verschaffen zu müssen.— H ö ck> st b e d e n k l i ch ist die Bestimmung des Cutwurfes, daß künftig Rcnten bis 20 Proz. ohne Zustimmung des Verletzten abgefunden werden töilnen.(HörtI hörtlj Die Be- slimmung bedeutet, daß den also Abgefundenen für alle Zukunft Ansprüche abgeschnitten werden. Dabei ist es doch bekannt, wie oft noch anscheinend geringe Un- fälle nach Jahren die schwerwiegendste» Folgen haben können. Aber wir haben auf dem BerufSgenossenschaftStag gehört, daß das Reichs- vcrsicherungSamt bei der Beratung der ReichSversicherungS- ordnung überhaupt nicht gehört worden ist. Ein Praktiker mit ctlvas sozialpolitischem Empfinden würde auch nie diese Bestimmung in Vorschlag gebracht haben.— Eine weitere Verschlechterung des bestehenden Zustandes ist die Bestimmung, daß Renten bis zu 20 Proz. zeitig begrenzt werden können. Bisher dauerte die Renten- festsetzung bis zu einer neuen Prüfung deS Zustandes deS Verletzten.— Unberechtigt ist ferner, daß Löhne über 1500 M. nur bis zwei Drittel angerechnet werden sollen. Ganz besonders ungünstig sind die l ä n d- I i ch e n Arbeiter gestellt, denn für diese wird nicht der tatsächliche Lohn zu Grunde gelegt, sondern ein für bestimmte Orte und Kreise von den unteren Verwaltungsbehörden festgesetzter Normalarbeitstarif. Wir haben in einzelnen Distrikten JahreS- arbeitslöhne, die bis zu 250 M. heruntergehen.(Hört I Hort 1) Wir verlangen die Gleichstellung der ländlichen Arbeiter mit den Industriearbeitern. (Sehr richtig!) Wie die Sachen jetzt liegen, erheben die Gärtner mit vollem Recht Einspruch gegen die Versuche, sie als ländliche Arbeiter zu betrachten. Höchst ungerecht werden die Ausländer in den: Entwurf behandeil. Bisher bezogen auf Grund der Bundes- ratsverordnung die Ausländer, z. 83. die Italiener, ein Teil der Schweizer, die Oesterreicher, Holländer usw. auch im Auslande ihre Reute lveiter. Jetzt sollen sie, wenn sie ihren Wohnsitz wieder ins Ausland verlegen, abgefunden werden lönnen. Die Berufsgeuoffen- schaft kann sich also mit einem Schlage aller weiteren Verpflichtungen entledigen. Das ist eine Begünstigung der Berufsgenoffeiischaften und geradezu ein Anreiz für unsere Arbeitgeber, Ausländer in erhöhtem Maße zu beschäftigen.(Sehr richtig I) Nun könnte man ja allerdings einwenden, der Renten- enipfänger könne in Deutschland wohnen bleiben. Aber wir kennen ja de» Lcgitimationszwaug lind die AiiSwristmgSproxis.(Sehr richtig!) Wir haben oft erlebt, daß ausländische Rentenempfänger aus Deutschland ausgewiesen lverden und damit zugleich ihren Anspruch verlieren, oder mindestens höchst nn- genügend abgefunden werden. Wenn die deutsche Industrie Ausländer oftmals als Lohndrücker verwendet, so sollte sie diese Leute auch unterstützen, wenn sie Ilnfälle erleiden.(Sehr richtig!) Die Regierung tut sich groß damit, daß in dem Entwurf ein Teil der Rentenfestsetzung den Berufsgenoffenschaften genommen wird und die Voruntersuchung den, Versicherungsamt übertragen wird, das mit Hinzuziehung von Arbeitern über diese Dinge entscheiden kann. Ich schätze diese Konzcssion außerordentlich gering ein(Sehr richtig!) und möchte sie sogar ablehnen. Es ist weiter nichts als eine Scheinkonzession, deren an sich sehr geringer Wert mehr als aufgewogen wird durch die Verzögerung, die dadurch eintritt. Schnelle Rentenfestsetzung ist gerade das, was nottut.(Sehr richtig!> Wenn man keine wirkliche Mitwirkung der Arbeiter bei der Rentenfestsetzung geben will, dann lieber gar keine.— Nun ein paar Worte zu der Frage der ärztlichen Gutachten, die besonders wichtig ist für uns in der Praxis stehende Arbcitersekretäre. Die Bestimmung, daß nur dann ein anderer Arzt gehört werden muß, wenn der begutachtende Arzt in einen, Vertrags- Verhältnis zur Berufsgenoffenschaft steht, hat sich in der Praxis gar nicht bewährt, weil die Rechtsprechung den Begriff deS VcrtragSvcrhältnisseS außerordentlich eng gefaßt hat. Es ist somit höchst selten, daß mit Erfolg gegen einen Arzt der Einwand erhoben werden kann, daß er in einem Vertrags- Verhältnis zur Berufsgeuoffenschaft steht. Ganz besonders die Knappschaftsberufsgenossenschaften befolgen die Praxis, die Zuziehung anderer Aerzte nach Möglichkeit zu verhindern. Im Bezirk Bochum wagt es auch so leicht kein Arzt, sich jiüt der Knappschaftsberufsgeuosscnschaft in Konflikt zu bringen. Es sind mancherlei Vorschläge, zum Beispiel vom Kollegen Niendorf, gemacht worden, um diesem Mißstand abzuhelfen. Ich halte es für das wirksamste, darauf hinzuarbeiten, daß wir in den Gewerkschaften und Arbeitersckrctariaten eine Anzahl Aerzte mit sozialpolitisch verständiger Auffassung zur Verfügung habe». Wir niüfien die Aerzte sondieren, selbstverständlich nicht nach der Gesinnung, sondern nach den Kenntnissen auf den einzelnen Gebieten. Die Unfallkrankheiten haben sich zu einem besonderen Wissenszweig ausgewachsen; es ist eine höchst umfangreiche Literatur auf diesem Gebiete entstanden, die naturgemäß nicht jeder Arzl beherrscht oder beherrschen kann. Dazu kommt, daß sich über die Entstehung von Krankheiten die Theorien schnurstracks gegenüber- stehen. DaS Maß sozialpolitischen Empfindens, das der einzelne Arzt besitzt, schärft oder trübt den Blick für Zusammenhängen der Krankheit mit der Berufsarbeit, respektive mit Berufsunfällen. ES gibt bedeutende ärztliche Autoritäten, die ei» reiches Matz sozialpolitischen Empfindens und Verständnisses haben; aber einer großen Anzahl Aerzten mangelt es voll ständig daran.(Sehr richtig! Zuruf: 00 Proz.) Ich bin geneigt, in der Aerztefrage die Selbst- Hilfe der Gewerkschaften für besser zu erachten, als alle gesetz- lichen Vorfchriften.— Auch darin ist ein Rückschritt zu erblicken, daß künftighin das ReichsversicherungSam t nicht mehr als R e k u r ö i n st a n z, sondern nur noch als Revisionsin stanz fungieren soll. Man wird einen Augenblick über diese Auffassung stutzig sein und einwenden, daß wir doch in dem Schiedsgericht die größeren Einflüsse erhalten haben. Aber die Sache ist jetzt so. In der Tat fällt die Ent- scheiduna meist der Vorsitzende, zumal in der Ausivahl der Beisitzer zu den Schiedsgerichten in unserem Kreise nicht die genügende Sorg- falt geübt toird. Einigermaßen mit der Materie ver« traute Personen würden sich diese Art der Behau d- lung durch den Vorsitzenden nicht gefallen lassen. (Sehr wahr I) Aber mancher reißt das Maul auf in der Versau, m- lung und sitzt stumm da im Schiedsgericht. Ich möchte aber auch dringend davor warnen, erprobte Beisitzer durch andere zu ersetzen. UebrigenS haben wir eine Reihe einwandfreier Schi-ds- gerichte mit höchst wohlwollenden und einsichtigen Vorsitzenden.(Sehr wahr l) Daß das ReichSverstcherungSamt nicht Rekurs-, sondern nur RcvisionSinstanz sein soll, wird mit seiner Ueberlastnng begründet. Gewiß hat eS umfangreiche Geschäfte zu erledigen. Aber da doch für militärische Zwecke nicht geknausert wird, so sollte man doch auch Geld für die Ver- mehrnng der Beamten des Rcichsvcrsicherungsamtcs übrig haben, umsomehr, als die Unfallgefahr in den Betrieben immer mehr zunimmt. UebrigenS zeigt ein Blick in die Statistik, daß daS Gerede von der Neigung der Arbeiterschaft, die ganzen Instanzen durchzulaufen, völlig den Tatsachen widerspricht.— Ein paar Worte über die Rentenfestsetzung. Bei vielen Berufs- geiiosscnschasten liegt diese in der Tat lediglich in der Hand deS Geschäftsführers. Die anderen Mitglieder der EntschädigungS- kommission unterschreiben oftmals daS Protokoll des Geschäftsführers, ohne eS gelesen zuhaben. (HörtI hört!) UebrigenS würden auch bei wirklicher Mitwirkung der Mitglieder der Entschädigungskommission keine höheren Renten- betröge herauskommen; aber die Art des Verfahrens zeigt die Not- wendigkeit der Mitwirkung der Arbeiter bei der Festietzung der Rente.(Sehr richtig I) Gegen die Ueber wachung der Unfall- Verhütung in den Betrieben haben sich die BerufSgenoffen- schaftcn mit großer Schärfe als gegen einen Eingriff in ihre Selbstverwaltung erklärt. Die Arbeiter haben ein großes Interesse, an der Unfallver- hütung mitzuwirken. Die Unfallverhütung ist uns noch weit wichtiger als die Entschädigung. Keine Entschädigung gleicht den erlittenen Schaden aus. Daher haben wir auch das größte Interesse an der strengen Handhabung der Unfallverhütungs- Vorschriften. Leider ist die Uebcrwachuna außerordentlich zer- splitterr. Gewerbeinspektor, Polizei und technische Beamte der Berufs- genoffenschaft teilen sich darin. Wir würden eine einheitliche Behörde wünschen, bei deren Revision die Arbeiter mit- wirken.(Sehr richtig l) Ich kann unsere Stellung dahin zusammenfaffen: der Entwurf enthält recht wenig Bestimmungen, die einen Fortschritt bedeuten, wohl aber schlimme reaktionäre Verschlechterungen. Wir fordern, daß die Arbeiterversichcrung und so auch die Unfallversicherung fortschreitet und nicht rück schreitet.(Lebbaster Beifall.) Zu ihrem Referat über o) Invaliden- und Hinterblievenenversicherung erhält daS Wort Frau Zietz-Berlin: Schon im Jahre 1808 hat Bahlteich die Invalidenversicherung gefordert und im Jahre 1878 forderte Genosse Bebel die reichsgesetz- liche Arbeiterversicherung. 1888 erklärte sich Grilleuberger prin- zipiell für die Invalidenversicherung und betonte damals bereits, wie notwendig es sei, damit die Hinterbliebenenversicherung zuverbinden. DaS genügt wohl, um die Verleumdungen unserer Gegner zu widerlegen, daß wir um die Verelendung der Wiassen zu fördern, Gegner der Arbeiterversicherung seien. Fortgesetzt haben unsere Genossen im Reichstage an dem Ausbau der VersichcrungSgesetz- gcbung mitgewirkt. Wo eine Novelle Verbesserungen brachte, haben sie dafür gestimmt. Vorschläge von unserer Seite, die erst als U t o p i st e r e i verschrien wurden, sind später von den bürgerlichen Parteien und der Negierung in die Gesetze auf- genommen wurden. In sehr instrukliver Weise hat das Genosse Molkenbuhr dargelegt. Denken Sie weiter an die Aufklärnng, die wir unter den Massen über den schwerverständlichen Inhalt der Ver- sichcrungsgesetze verbreitet haben, an die fleißige Tätigkeit derArbeitersekretäre. an die eingehende Beschäftigung der arbeiterfeindliche Reichsamt des Innern Rcntenquetsche in der Reich sparte zugunsten auf Kosten der Aennsten deutschen und der internationalen Parteitage mit der Versicherungs« frage. Das sind wohl Beweise genug, daß wir leine Gegner der VcrsicherungSgesetze sind. Die VcrsichcruugSgefchgcbung soll dcui Hirn- und kllochcnzcrmiirvcndcii KapitaliLinns einen Damm entgegensetzen (Sehr richtig!), indem sie vorbeugend gegen Krankheiten und In« Validität wirkt, wenn diese aber doch eintreten, den Betroffenen und ihren Familien hinreichende Fürsorge, mindestens ein Existenz» Minimum gewähren. Unsere Gegner fasse» ja allerdings die Ver- sicherungsgesetzgebung anders auf. Die Versichernngsgesetze, formell betrachtet, ein Vnreankratcnflickwerk, waren und sind als Zucker- b r o t für die Arbeiter gedacht. Bekanntlich begann man mit der Berabfolgung dieses Zuckerbrots zur Zeit, als die Peitsche des Schandgesetzes auf die Arbeiterschaft hcrinedersauste.(Zu- stimmung.) Ein weiteres Moment bei der Schaffung der Ver- sicherungsgesetzgebung war der Wunsch, die Bourgeoisie vor zu großer Steigerung der Armenlasten zu bewahren. Speziell die Jnvalideuversichcrung wurde auch von bürgerlichen Sozial- Politikern als Armcnfiirsorge und nicht als Sozialgesetz ans- gefaßt. Dr. v. d. Borght, Handelskammersekretär in Aachen, und andere, z. B. der konservative Sozialpolitiker Rudolf Meyer hielten sogar dafür, daß es sich um eine verschlechterte Armenfürsorge handele. Rudolf Meyer schrieb:„Bebel und Gcnoffen müßten an Ge- hirneriveichung leiden, wenn sie mitmachen würden, den Ar- beitern die Armenlasten der Gemeinden aufzubürden unter der Etikette„Invalidenversicherung"(Hört! hört I) Und da Bebel und Genossen nicht an Gehirnerweichung litten, stimmten sie gegen das Gesetz. DaS Zentrum stimmte gegen das Gesetz, iveil eS den Arbeitern noch zuviel bot, und weil es in ihm eine Be- nachteiligung der bekanntlich mit Gelvissenszwang verbundenen kirch- lichen Wohlfahrtspflege sah. Auch die manchesterlichen Frei- sinnigen, ein Teil' der Nationalliberalen und Kon« f e r v a t i v e n und der damalige einzige Antisemit des Reichs- tags stimmten gegen das Gesetz. Seit dem Jahre 1304 vollends ist die' Ausführung des Jnvalidengesctzes eine schikanöse, geworden. Infolge der damals vom proklamierten Spartheorie setzte die rücksichtslosesten Weise ein. DaS von Militarismus und Weltpolitik der Armen 827 000 M.(Hört! hört!) Unbeschreiblich ist das Elend, daS durch das System der Renten- quetschen über zahlreiche Proletariersamilien gebracht wird. Die Invaliden sehen fich genötigt, ihre Kinder zu der fürchterlichstenHeim arbeit anzri halten, die ihnen Jugend und alles raubt.(Lebhafte Zustimmung.) Oder aber der abgewiesene Invalide führt init Hilfe des Arbeitersekretariats den aufregenden und»crvenzerrüttenden Kampf um die Rente. Wer« sicherte und Arbeitersekrctär bekommen bis zur Neige den bureau» kratischen Schematismus der Jnvalidenversichermig zu kosten.(Sehr richtig!) Die R.-V.-O enthält keine Besserung dieses ZnstandeS. Die Hinterbliebenenversicherung will anschließend an die Invaliden- Versicherung mir den invaliden Witwen Renten gewähren. Wir wissen nun aber, wie schwer eS ist, schon für Männer die Invalidität nachzuweisen. Wie viel schwieriger ist es für Frauen, zumal wenn sie keiner Krankenversicherung unterstehen. Dazu kommt die schwere Verständlichkeit der Gesetze, die durch das sch aud er« a f t e Deutsch gesteigert wird, in der sie abgefaßt sind.(Heiter- eit und Sehr wahr I) Wir haben es erlebt, daß unter den a b» gewiesenen Frauen Krüppel waren, die nur noch auf Kriickcu sich bewegen konnten, die zu jeder Arbeit unfähig loaren, die Armcnunterstützung erhielten(Bewegung). Bei der Rentenhöhe ist nicht Rücksicht genommen auf die zunehmende Verteuerung der Lebenshaltung. Man hat darauf Rücksicht genommen bei Offizieren und Beamten, aber nicht bei den versicherten Arbeitern. Die Invalidenrente besteht im Höchstfalle bei 2500 Beitragswochcn aus 450 M. jährlich. Aber die Invaliden sind zu zählen, die 2500 Beitragswochen aufzuweisen haben. In der ersten Lohn- klaffe kommt der Rentenempfänger bei 2500 Beitragswochen bis 185 M. höchstens, wie soll da ein Invalide mitsamt Familie leben? DaS ist selbst den allerbedürfnisloiesten Landarbeitern nicht möglich.(Sehr wahr I) Die Renten sind keine Renten, sondern nur Bettelpfennige. Um so größer sind die Kapital- ansammlungen der Versicherungsanstalten. Bis zum Schlüsse des JahreS 1907 waren 1 409 813 737 M. angesammelt, weit in e h r als dieVersicherungs Mathematiker bei Schaffung des Gesetzes berechnet hatten. Und trotzden» sieht die ReichsvcrsicherungSordnung nicht die gerin gsteSteigerung der Renten vor. Trotz der Invalidenversicherung fällt der invalide Arbeiter der A r m e n k a s s e zur Last. Die Reichsversicherungsordmmg sieht kein obligatorisches Teilverfahren vor, keine Ausdehnung der Versicherungspflicht, wenigstens nicht in dem Umfange, tvie wir es fordern, denn nur durch BundeSratöverordnung soll die Versicherung auf die Hausgewerbetreibenden ausgedehnt werden können. Höchstens könnte man das erweiterte Recht der Sclbstversicherung sowie das Recht, Zusatzmarlen zu kleben, als Fortschritte betrachten. Nun soll ja bekanntlich die Witwen- und Waisenversicherung der Invalidenversicherung angegliedert werden. Auf die Witwen- und Waisenfnrsorge hat die Arbeiterschaft wohlbcgnmdcten Anspruch durch ihre Leistungen im Produktionsprozeß. In öffentlicher Reichstags- sitzung ist der Arbeiterschaft das feierliche Versprechen gegeben worden, daß 1910 diese Versicherung in Kraft treten soll. Bekanntlich sollte die Lex Tri m vorn den Zollwucher deS Zentrums bemänteln, gerade so wie einstmals König Stumm am schönsten über künftige sozialpolitische Wohltaten sprach, wenn es galt, von uns beantragte Verbesserungen z» hintertreiben. Wirklicher Ernst ist es dem Zentrum mit dem Antrag nicht ge- wcsen. Es hat selbst die Zahl der Zollpositioncn, aus denen der Hinterbliebenenfonds gespeist werden sollte, herab- gesetzt. Bis heute sind gerade 42 Millionen Rücklagen gemacht worden.(HörtI hört!) Inzwischen hat daS Zentrum einschließlich Trimborm seine Stellung völlig geändert. Jetzt sollen nur noch die invaliden Witwen eine Rente bekommen. Auf diesen Standpunkt stellt sich auch die R.-B.-O. Das ist ein schamloser Bruch deS bei den Zolldebatten gegebenen feierlichen Versprechens.(Sehr wahr!) Mindestens 90 Proz. der Witwen Ivürden vom Renten- bczug ausgeschlossen werden. Selbst der Abg. Stumm hat eS früher einmal als ungerecht gebrandmarkt, daß die Witwe eines Mannes, der sich bei der Arbeit die Schwindsucht geholt hat, leer ausgeht, während doch die Witwe eines Nnfallgctöteten eine Rente erhalte. Das Prinzip, nur invaliden Witwen Renten zu zahlen, wird doch auch nicht angewandt bei den B e a m t e n des Heeres, des Reiches und der E i n z c l st a a t e n. Es liegt auch die Gefahr vor, daß man die Bestimmung— später auch i» die Unfallversicherung einschmuggeln wird.(Sehr richtig.) Und nun erst die Waisenrenten! Sie betragen im Höchstfalle m der ersten Lohnklasse 171 bis 187 M. für acht Kinder, in der fünften Klasse 194 bis 200 M.(Hört I hört!) DaS sind erbärmliche Almosen, keine Rente.(Lebhafte Zustimmung.) Selbst in der fünften, also höchsten Klasse kommen noch nicht sieben Pfennig täglich auf ein Kind.(Hört I hört!) Eine ostprenßisckic Bauernmagd bekommt mehr an Alimenten gezahlt, obwohl diese doch nach der Lage der Mutter bemessen werden. Auch die Armenpflege findet sich nicht mit so armseligen Bettelpfennigen ab. Eine philiströse moralhenchlcrische Bestimmung des Entwurfs besagt daß nur eheliche Kinder und die getraute Frau deS Mannes Renten erhalten sollen. Daß dteses schreiende Unrecht im Unfallversicherungsgesetz bereits kodifiziert ist, ist kein Grnnd, es jetzt auch auf die Hinterbliebenenversicherungen auszudehnen. Im Gegenteil muß diese Bestimmung überall getilgt iverden. Es gehört wahrlich viel dazu, die vorgeschlagene Versicherung als Krönung des herrlichen sozialen Gebäudes zu be- zeichnen.(Lebhafte Zustimmung.) Selbstredend ist der Entwurf auch schreiend ungerecht gegen die Ausländer, deren Hinterbliebene keine Renten erhalten sollen. Als billige Arbeitskräfte, als Lohn- drücker und Streikbrecher find die Ausländer hoch willkommen, aber wenn sie Rechte beanspruchen, dann sind sie lästig und werden ab- geschoben. Was haben wir nun gegenüber diesem mehr als kargem Linsengericht zu fordern? Unser Prinzip ist, Uebernahme der gesamten Versicherung durch das Reich unter Heran- ziehung der Gesamtheit zu den K o st e n, am besten durch eine progressive Einkommensteuer. Selbst wenn die ge- samte Arbeiterschaft, was bekanntlich nicht der Fall ist, von der Einkommensteuer befreit wäre, würden die Renten dadurch doch nicht den Charakter der Armenunterstützung bekommen; , sieht doch mit Recht niemand die Beamtenpensiouen als solche an. Daß die Uutcrnehmerbeiträge als Produktions- k o st e n zu betrachten sind, hat auch Graf PosadowSky zugegeben. Daß unsere grundsätzliche Forderung nicht er- füllt wird, wissen wir ja. Wie könnte man das auch von einer Regierung erwarten, die eS in den Zeiten wirtschaftlicher D e p r e l s i o n fertig bringt, das notleidende Volk um neue 400 Millionen zu schröpfenl Wir verlangen weiter Ausdehnung der BersicherungSpflicht auf alle gegen Lohn und Gehalt beschäftigten Personen bis zu einem Einkommen von 5000 M. Wir wenden uns gegen eine besondere Privatbeamtenversicherung. Die Proletarier des Kopfes und der Hand gehören zusammen. Wir haben ans den Borkommnissen in Augsburg und Schlesien gesehen, wie die Jammersaläre dieser Privatbeamten beschaffen sind, die hungernd mit Schädel und Hirn pflügen(Zustimmung.) Daher keine besondere Versicherung, sondern Zufügung höherer Klassen! Eine immer wiederkehrende Forderung der Arbeiter geht auf Herabsetzung der Altersgrenze für den Anspruch auf Alters- reute. Wir wissen sehr wohl, und Molkenbuhr hat es mehrmals hervorgehoben, daß diese Forderung ihre Nachteile hat� weil sie den Arbeitgebern gestattet, den Altersrentner um den Lohn zu kürzen. Trotzdem dürften die Vorteile einer solchen Herab- setznng die Nachteile überwiegen und namentlich den Rentnern die Scherereien um die Invalidenrente sparen. Wir fordern ferner die Herabsetzung der zur Anwartschaft nötigen Bei- t r a g S w o ch e n. In Zeiten der Arbeitslosigkeit wird dix Beitrags- leistung oft unterbrochen, um so nötiger ist die Erleichterung der An« wartschaft. Dringend fordern wir, daß daS Heilverfahren obligatorisch gemacht wird. Es muß gesetzlich festgelegt werden, daß die Ver- sicherungsanstalten. ohne erst die Genehmigung des sozialpolitisch rückständigen Bundesrats einholen zu brauchen, Ueberschüsse zur Förderung von wirtschaftlichen Interessen der Rentenempfänger und ihrer Angehörigen zu verwenden haben. DieVorbeugnng d er I n v a l i d i t ä t hat eine der wichtigsten Aufgaben der ganzen Versicherungsgesetzgebung zu sein.(Lebhafte Zustimmung.) Bei der Hinterbliebenenversicherung verlangen wir Reuten für alle Witwen, und zwar als Minimum L0 Proz. des versicherte» JahrcsarbcitsvcrdicnsteS des Mannes. Ist die Witwe invalide, d. h. hat sie öv Proz. der Ertoerbsfähigkeit ihres Berufes verloren, so soll die Rente mindestens auf 33% Proz. erhöht Iverden. Das ist noch kein Jdealzustand, aber ein tüchtiger Schritt nach vorwärts. Wir fordern ferner, daß die Rente für jedes Kind gleichfalls mindestens 20 Proz. des versicherten Jahres- einkomnienS des Vaters betragen soll. Selbstredend ist die moralheuchlcrische Ausschließung der unehelichen Kinder und der nicht angetrauten Frauen sowie die der Ausländer zu b e- s e i t i g e n.(Lebhafte Zustimmung.) Wir verlangen ferner, daß die Vertreter zu den Versicherungsämtern aus den allgemeinen gleichen direkten und geheimen Wahlen aller Versicherten ohne Unterschied des Geschlechts hervorgehen. Vom passiven Wahlrecht der Frauen ist wohl in den Motiven, nicht aber in der Reichsversicherungsordnung die Rede I Ein Beweis für die große Sorgsalt des Entwurfs.(Sehr gut I) Und doch handelt es sich hier um die ureigenste Sache der Frau.(Sehr wahr I) Gewiß werden die Beiträge zu steigern sein. aber für angemessene Renten wird die Arbeiterschaft auch gern mehr zahlen.(Sehr richtig!) Um aber die Arbeiterbciträge nicht zu sehr zu steigern, soll der Rcichszuschuß erhöht und mit den forcierten Kapitalansammlungcn der Versicherungsanstalten gebrochen werden. Heranziehung der Gemeinde schlage ich aus guten Gründen nicht vor.(Zustimmung.) Die Gemeindekapitalien müssen für kommunalen Mutterschutz, Kinderfürsorge usw. frei bleiben. Wie gesagt, auch die Erfüllung unserer Forderungen schafft keinen idealen Zu st and, aber sie würde die schlimmste Not und speziell die Kinderausbeutung zum großen Teil beseitigen. Der Parteitag darf sich aber nicht mit einer Re- solution begnügen, sondern die D elegierten müssen, heim- gelehrt in ihre Wahlkreise. alles an dir Erfüllung unserer Forderungen setze». Nicht Almosen will die Arbeiterschaft, sondern eine Versicherung, die diesen Namen wirklich verdient.(Stürmischer Beifall.) Zur Debatte werden gestellt die Resolution 271 mit den Unter- antragen 270 und 230, außerdem die Anträge 32, 3S und die Resolution 273.*) Maurer- München dankt den Referenten für ihre ausgezeichneten Vorträge.— Als das verkehrteste würde ich ansehen, die Reichsversicherungs- ordnnng ohne weiteres zu verwerfen. Die Spuren schrecken. Mit solcher rein negativen Haltung besorgen wir nur die Geschäfte der Gegner. Einen Entwurf in unserem Sinne erhalten wir doch nicht bei dieser Regierung und diesem Reichstag, der eine Koalition des Rückschritts und des Scharfmachertums darstellt. EinenGegen- entwurf auszuarbeiten wäre eine vergebliche Riesenarbeit. Die Regierung würde den Entwurf einfach unbeachtet lassen, wie sie alle Gutachten der fachmännischen Konferenzen, die sie selbst einberufen hatte, unbeachtet gelassen hat. Uns bleibt also nichts übrig, als in der Debatte die großen Ge- sichtspunkte aufzurollen und im übrigen wie bisher gründlich mitzuarbeiten an der Verbesserung des Entwurfes. ES wäre töricht, dieses als Kleinkram, als Paragraphenwirt- schaft zu bezeichnen. Die verhängnisvolle Wirkung, die einzelne Paragraphen wie der§ 25 des heutigen Unfallversicherungsgesetzes *> 32. Frankfurt a. M.? Der Parteitag ersucht die Reichstagsfraltion: 1. Sofort mit Genoffen, die in der Arbeiterversicherung tätig sind, in Verbindung zu treten und eine Aussprache über die parlamentarische Behandlung der NeichSversicherungsordmuig herbeizuführen! 2. eine Anzahl von Fachleuten zu beauftragen, je einen Ab- schnitt der Reichsversicherungsordnung zu bearbeiten und die im Juteresse der Versicherten notwendigen Abänderungen zu formulieren und mit Begründung der Fraktion vor der Beratung in der Kommission zuzustellen. 279. Unter B. II ist als Ziffer 9 folgendes hinzuzufügen: Dem Versicherten ist die Möglichkeit zu geben, im Bedarfsfälle auf Kosten der Versicherung ein Gutachten durch einen von ihm zu bestimmenden Arzt zu erlangen. Niendorf. Genügend unterstützt. 289. Abänderuugsantrag zur Resolution zur R.-V.-O. 271). IV. Hinterbliebenen- Versicherung. Statt 1, 2. 3 zu setzen: Die Höhe der Witwen- und Waisenrente soll gleich sein der Höhe dieser Renten in der Unfallversicherung. Hoch. Genügend unterstützt. für die Arbeiterschaft gehabt haben, zeigt, wie notwendig die Mit- arbeit unserer Praktiker ist. Hand in Hand mit den Arbeitersekretären muß die Reichslagsfraktion an der Verbesserung deS Entwurfes mitarbeiten.(Beifall.) Frößdorf-Dresden begründet den Autrag 273 und warnt vor den Anträgen München, Frankfurt usw., die zu nichts weiter führen werden als zu einem neuen Kongreß von Sachverstäudigen. Ein solcher Kongreß würde nicht zweckmäßig sein. Sein Antrag verpflichtet dagegen die Fraktion zu Konferenzen mit den Sachverständigen. Diese Sachverständigen sollen der Fraktion daS nötige Material zugehen lassen. Die Reform der Arbeiterversicherung ist zurzeit die wichtigste parlamentarische Auf- gäbe.(Sehr richtig!) Es handelt sich dabei nicht bloß um Ver- hütung von Verschlimmerungen. Man wird auf wesentliche Verbesserungen bedacht sein müssen. Unsere Fraktion darf sich nicht auf die Defensive beschränken, sondern muß zur Offensive übergehen. Das Sclbstvcrwaltungs- recht muß mit allem Nachdruck verteidigt werde». Steht doch selbst der größte Teil der Arbeitgeber in dieser Frage auf unserer Seile gegen die westfälischen Großunternshmer. Nach dem Steuer- raub dürfen sich die Scharfmacher nicht den Raub an den Krankenkassen erlauben. DaS würde dem Zentrum und dem Liberalismus noch manches Mandat kosten. Nutzen wir die Situation aus, dann fehlt auch nicht der Erfolg.(Lebhafter Beifall.) Braun-Königsberg: Bekanntlich wird die beabsichtigte Vernichtung des Selbst- Verwaltungsrechts in der Krankenversicherung mit der ohne die Spur eines Beweises aufgestellten Behauptung begründet, daß die sozial- demokratische Partei die Verwaltung der Ortskrankcnkassen zu parteipolitischen Zwecken mißbrauche. Hat die Regierung e r n st l i ch die Absicht, einen Mißbrauch von Versicherungs- einrichtungen unmöglich zu niachen, so will ich ihr einen Finger- zeig geben. Die Jnnungskrankenkassen werden von verschiedenen Arbcitgeberorganisationcn für ihre scharfmacherischen Zwecke ausgenutzt. So wurde in einer Großstadt nach einem verlorenen Streik der Maurer eine Bauinnungskasse zu einem solchen Zwecke gegründet. Ich hatte Gelegenheit, in einen an diese Kasse gerichteten Brief Ein- ficht zu nehmen. Er enthält eine ordnungsmäßige Abmeldung von drei Personen und folgendes Anschreiben: »Der Z i m m e r g e s e l l e H, und der A r b e i t e r S. find Trunkenbolde und sollten, uni sie von diesem Laster zu be- sreien, einige Zeit keine Arbeit erhalten". Dieser Uriasbrief wird verständlich dadurch, daß diese Arbeit- geberorganisation im Bureau der Krankenkasse und durch deren Per- sonal ihren Arbeitsnachweis besorgen läßt. Ich verliere kein Wort über den Tiefstand sozialen Empfindens und Verftänd- niffcS, protestiere aber gegen diesen schamlosen Mißbrauch, der mit Kasfeneinrichtungen getrieben wird, und zwar von Personen, die die Heuchelei besitzen, diesen Vorwurf gegen die Arbeiter- k I a s s e zu erheben.(Bravo I) Ricndorf-Kiel begründet den Antrag 279 und beantragt, sämt- liche Anträge, die zur Materie vorliegen, dem Parteivorstand zur Berücksichtigung zu überweisen. Mössinger-Magdeburg: Die Reichsversicherungsordnung ist für unS unannehmbar, weil sie die Selbstverwaltung in der Krankenversicherung beseitigt. Von diesem Gesichtspunkte aus muß die Vorlage behandelt werden. Die Ausführungen des Referenten über die Betrieskrankenkassen kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. In Magdeburg haben wir sie in großer Zahl. Eine der größten Firmen legt nur einen einheitlichen Lohnsatz von8M. bei der Berechnung des Krankengeldes zugrunde und erspart auch so jeden Unfallzuschuß. Wer nicht mehr ganz leistungsfähig ist, wird einfach auf die Straße gesetzt, damit die VetriebSkran kenlasse nicht belastet wird. So ist es auch mit der Aufnahme von Arbeitern, und ich weiß aus der Provinz Sachsen, daß Leute, die in die Verwal- tung der Betriebskrankenkasse gewählt waren, ein- fach vom Arbeitgeber entlassen wurden. Eine Erweiterung der Unsallrente über den Betriebsunfall hinaus ist unbedingt notwendig. Der Redner führt einen drastischen Fall an und erörtert durch Borführung von Einzelfällen in Anlehnung an die Ausführungen der Berichterstatter auch die Verhältnisse der Invaliden» Versicherung. Wir müssen die Vorlage benutzen zu einer mächtigen Agitation unter den Masse»! die Einbringung einer solchen Vor- läge ist eine Verhöhnung der Arbeiterschaft, wie sie schlimmer nicht gedacht werden kann.(Sehr wahr I) Der Antrag Fräßdorf muß angenonimen werden. Durch Heranziehung von Leuten aus der Praxis wird unsere Fraktion in die Lage versetzt, gewaltiges Anklagematerial vorzubringen und im Reichstage für einen Ausbau der Versicherung einzutreten, wie ihn die Arbeiter mit Recht ver- langen können.(Lebhafter Beifall.) Sachse-Bochum: Unser Antrag bezweckt Ausdehnung der Reichs- Versicherungsordnung auch auf die Knappschafts- lassen. Der preußische Landtag hat die geheime Wahl für die KnappschaftSkassen ausdrücklich abgelehnt, die sogar von der Re- gierung beantragt war. In Sachsen ist schon in den 80er Jahren eine erhebliche Knappschaftsreform erreicht worden, weil wir hier eine nennenswerte Landtagsfraktion hatten unter Führimg von Bebel und Liebknecht, die sich die redlichste Mühe gc- geben haben, diese Forderungen durchzusetzen. Es sind freilich auch noch genügende Forderungen in Sachsen zu erheben. Wir fordern ferner Einführung des Anrechnungszwanges undAenderung des Aufrechnungsverfahrens. Es besteht zwar jetzt ein Rückversicherungsverband der Knappschaftskassen, aber diesem Verband gehört noch nicht einmal der dritte Teil der Knappschafts- lassen an. Wir verlangen ferner, daß alle diese Bestimmungen auch auf die Fabrik-, Werks-, PensionS- und Alters- lassen ausgedehnt werden.— Mit der Resolution bin ich einverstanden, aber nicht in beziig auf die Witwenrente. Hier, glaube ich doch, müßten wir höhere Anforderungen stellen.— Das Wahlverfahren müssen wir vereinfachen und blrelte Wahl an die Stelle der Siebung setzen.(Bravo I) Leutert-Apolda macht darauf aufmerksam, daß durch die Be- stimmungen des Gesetzes bei gleichen Fällen verschiedene Renten gewährt werden können und daß dadurch eine große Ungerechtigkeit entsteht. Linchen Baumann-Hamburg: Die verheerenden Wirkungen der kapitalistischen Produktions- weise auf die Frauen und Kinder der Arbeiterklasse sind geradezu himmelschreiend. Fast ungeschützt sind die Frauen gegenüber den olgenderMutterschaft. Diese schädlichen Folgen komnien ja selbst en Vertretern der herrschenden Klasse zum Bewußtsein, aber als Vertreter und Diener des Kapitals erkennen sie wohl die F o l g e n, aber nicht die Ursachen dieser fürchterlichen Erscheinung. Hat doch kürzlich auf dem Medizinischen Kongreß in Budapest ein Hofrat aus München gesagt: Woher kommen die vielen Krüppel, die vielen Kurzsichtigen, die vielen Frauen, die ihre Kinder nicht selbst stillen können, die vielen Untauglichen bei der Aushebung der Truppen, die vielen Opfer der käuflichen Liebe, die vielen Nervösen, die vielen Verrückten? Nun, wir brauchen nach den Ursachen nicht zu fragen, wir kennen sie. Aber Abhilfe zu schaffen. ist in der heutigen Gesellschaft sehr schwer, denn die herrschenden Klassen sind nicht gewillt, die Folgen der kapitalistischen ProdultionS- weise auszumerzen und ihre Opfer zu schützen. Wir Vertreterinnen des weiblichen Proletariats erklären, daß die Durchführung der Forderungen der Resolution das Mindeste ist, was wir verlangen müssen, wenn etwas zum Schutze der Frauen als Mütter erreicht werden soll.(Bravo I) Damit schließt die Debatte. Die Referenten verzichten auf das Schlußwort. Der Antrag 282 und die so beränderte Resolution werden einmütig angenommen. Die Anträge 32, 35, 273 und 279 werden dem Parteivorstand und der Fraktion zur Berück- sichtignng überwiesen. Die weiteren Verhandlungen des Parteitages werden auf Soiinabeiid vertagt. Singer: Dem Parteitag ist zu meinen Händen ein Schreiben der Redaktion des„Vorwärts" zugegangen, welche sich darüber beschwert, daß der Genoffe Fischer bei seinen gestrigeii Ausführungen, bei denen er seine vorgestern gehaltene Rede wiederholt hat, nicht auch den Artikel des„Vorwärts" verlesen hat, auf den er sich bezog. Die Erklärung enthält diese Noüz, die durch die Verteilung des„Vorwärts" bereits zur Kenntnis des Parteitages gekonmien ist. Ich sehe davon ab, diesen Artikel noch einmal zu verlesen, ich verweise auf die verteilten Exemplare, werde aber veranlassen, daß bei den Fischerchen Ausführungen auch der Artikel des„Vorwärts", auf den er sich bezogen hat, im Protokoll aufgenommen wird. Daniit ist der Parteitag einverstanden. Lipiuski: Die„Arbeiter-Esperantovereine* in Kopen- Hägen senden dem Parteitag Grüße.(Zuruf: In Esperanto?) Natürlich.(Heiterkeit.) Schluß der Sitzung 1% Uhr. Nachmittags findet eine B e s i ch- tigung des Konsumvereins in Leipzig-Plagwitz statt. m Der Vertreter des.Vorwärts" auf dem Parteitage, Genosse D a v i d s o h n, ersucht uns festzustellen, daß er nach der zu Protokoll gegebenen Erklärung des Genossen Fischer gegen den „Vorwärts" sogleich das Wort zu einer Gegenerklärung erbeten, aber nicht erhalten habe. Bekanntlich hatte Fischer fich in seiner Erklärung darauf be- rufen, daß der auf dem Parteitag anwesende Vertreter des„Vor- wärts", eben Genosse Davidsohn, die Rede Fischers gegen den „Vorwärts" als weniger provozierend empfunden habe, als seine Berliner Kollegen. Genosse Davidsohn wollte demgegenüber fest- stellen, daß FischerS Behauptung durchaus unrichtig war. Unser Kollege Davidsohn hatte nicht nur das lebhafteste Interesse an einer solchen sofortigen Feststellung, sondern unserer Ansicht nach auch daS unzweifelhafte Recht dazu. • Genosse I. KarSki ersucht uns, die Erklärung, die er dem Parteitag zugehen ließ und die dort nur zum Teil verlesen wurde, zu veröffentlichen. Sie lautet: An das Präsidium des Sozialdemokratischen Parteitages in Leipzig. Werte Genoffen! Da Genoffe Richard Fischer persönliche Beleidigungen gegen mich geschleudert hat, ersuche ich Sie, vor dem Parteitage folgendes fest- zustellen: 1. Der Artikel„Unsere Fraktion und die ReichSfinanzreform' wurde von mir auf ausdrückliche Aufforderung der Redaltion des „Vorwärts" geschrieben. 2. Ich habe überhaupt über taktische Fragen der Partei nie- mals eine Zeile geschrieben, ohne von der betreffenden Parteiredaltion dazu aufgefordert zu sein. 3. Meine Berechtigung zur Mitarbeit an der deutschen Presse führe ich unter anderem auch darauf zurück, daß der Parteivorstaud beim Genossen Cunow anregte, mir die Abfassung einer Serie von Artikeln über Getreideteuerung und Einfuhrscheine zu übertragen, die die Interpellation der ReichstagSfraktion einleiteten, was auch geschehen ist. 4. Da ich seit 1888 mit kurzen Unterbrechungen in Deutschland für die sozialdemokratische Partei tätig bin, so glaubte ich bisher, daß nur die Polizei mich als Ausländer betrachtet. Dieser muß ich leider meinen Paß vorlegen, dem Genossen Richard Fischer nicht. 5. Wenn Genosse Richard Fischer meint, es sei ja„auch nur Karsli", der den Artikel geschrieben, so tröste ich mich damit, daß eS ja„auch nur Richard Fischer' ist, der mich angreist, und lege es zu dem übrigen, um, trotz Fischer und trotz Polizei, der Partei zu dienen. solange ihre Instanzen meiner Dienste bedürfen werden. Mit sozialdemokratischem Gruß! _ I. Karsli vom Kampf in Schweden. Unter denjenigen Unternehmern, bei denen die Arbeit nach dem borläufigen Uebercinkommen vom 1. September wieder auf- genommen sein sollte, die also nicht der Schwedischen Arbeitgeber- Vereinigung angehören, ist noch immer eine, wenn auch geringe Anzahl, die der ehrlichen Durchführung jenes Uebereinkommens Widerstand entgegensetzt, Verschlechterungen der Arbeits- und Lohnverhältnisse, der Tarifverträge, Einführung persönlicher Kon- trakte anstrebt oder die Arbeiterschaft auf andere Weise wegen ihrer Beteiligung am Massenstreik zu schikanieren sucht. Nach und nach kommen allerdings diese Unternehmer auch zu der Einsicht, daß dergleichen zwecklos ist und daß es besser ist, Frieden mit den Arbeitern zu schließen. So konnte am Dienstag im Gold- schmiedegewerbe in sämtlichen Fabriken und Werkstätten die Arbeit wieder aufgenommen werden, mit Ausnahme bei einer Firma, Hallbergs Goldschmiede» A kt i e n ge s e l l- schaft. die der Schwedischen Arbeitgebcrvereinigung angehört, und bei der der Kampf also noch fortdauert.— Die Aktiengesell- schaft Pomril, die das alkoholfreie Getränk dieses Namens her- stellt, suchte gegen ihre am Streik beteiligten Arbeiter mit Maß- rcgelungen vorzugehen. Da aber die ja zum großen Teil abstinent- schwedische Arbeiterschaft der Hauptkonsument des Pomrils ist und nun die Firma boykottierte, sah diese sich genötigt, nachzugeben, die Streikenden sämtlich wieder einzustellen, die Streikbrecher, die man angenommen hatte, zu entlassen, die alten Lohn- und Ar- bcitSbedingungen wieder anzuerkennen und, was bisher nicht ge- schehen war, sie tariflich festzulegen. Im B ä ck e r e i g e w e r b e hat die Unternehmcrorganisation sich noch nicht zum Friedensschluß bereit finden können, wenn- gleich in einer großen Zahl von Städten schon sämtliche, in anderen ein Teil der Bäckermeister— z. B. in Stockholm 4S— den bestehenden Tarifvertrag wieder anerkannt und der Arbeitsaufnahme auch sonst keine Hindernisse bereitet haben. Die Organisation der Bäckereiarbeitgcber, die die Tarifverhältnisse verschlechtern will, sucht nun durch Materialboykott jenen Meistern, wie vor allem auch den Arbeitergenossenschaftsbäckereien, die Existenz unmöglich zu machen. Schwedens Bäckermeisterver- einigung hat an die Lieferanten von Mehl, Hefe usw. die Auf- forderung gerichtet, an die„sozialistischen Kooperationsunterneh- nien" und an jene„illoyalen Kollegen" keinerlei Waren mehr zu liefern, und zwar in einem geheimen Rundschreiben, das jedoch von„Socialdemokraten" veröffentlicht wurde. Die Genossenschafts» bäckereien der Arbeiterschaft waren auf diese Maßregel vorbereitet und haben schon Vorsorge getroffen, daß ihr Betrieb nicht stockt. Die streitsüchtigen Bäckermeister werden denn auch mit ihrem Boykott nichts anderes erreichen, als daß die große Masse des Volkes sich mehr als bisher den Bäckereien der Arbeiterschaft zu- wendet. In den Schlächtereien und F l eisch w a r en fabri» ken Stockholms erklärten die Arbeitgeber den Tarifvertrag, der noch bis zum 1. November 1909 Geltung hat, durch die Beteiligung der Arbeiter gm Massenstreik für gebrochen, obwohl in dickem Per- frag feine VestimmMg enIHalten ist, die elfte solche Äusfastuftg rechtfertigt. Sie wollten persönliche Kontrakte einführen. Die meisten Firmen haben nun allerdings schon davon Abstand ge- nommen; 1 Firmen bestehen aber noch immer darauf, so daß bei diesen der Kampf fortdauert. Es sind die durch den verunglückten Streikbrecherimport aus Braunschweig bekannt gewordene Slak- teribolag Norrmalm, ferner Bröderna Koßler. Hermann Westbäck, Carl Schütz jun., Centralslak- teriet, C. H. Bußlers und Knut Jansso n. Es wird nach wie vor notwendig sein, daß auch die deutsche Arbeiterschaft dafür sorgt, daß die Streikbrecheragenten, die vielleicht in Deutsch- land wiederum nach Arbeitswilligen für schwedische Unternehmer Umschau halten, keinen Erfolg haben. Auch im Buchdruckgewerbe scheint diese Mahnung nach wie vor notwendig. Die Verhältnisse in den Buch- und Zeitung?- druckereien Schwedens sind noch keineswegs überall zufrieden- stellend geregelt. In Stockholm z. B. sind noch 300 Mitglieder des Typographenverbandes nicht wieder eingestellt. Außerdem besteht die Prinzipalsorganisation darauf, daß ihre Mitglieder sich durch Lohnabzüge für die durch den Streik verursachten Verluste schadlos halten. Verhandlungen zwischen den Vertretern beider Parteien über diese Frage haben zu keiner Einigung geführt, da die Prin- zipale vom Typographenverband eine Garantiesumme von 150 000 Kronen verlangten. Ferner sind u. a. auch bei den Straßenbahnen in Stock- Holm die Verhältnisse noch nicht geregelt. Der Boykott, den die Arbeiterschaft hier verhängt hat, wird die Gesellschaften aber jedenfalls in nicht allzu langer Zeit zwingen, ein annehmbares Uebereinkommen zu treffen. Auch gegen die Stockholms Dam pst bootaktiengesellschaft sieht die Arbeiterschaft sich genötigt, mit Boykott vorzugehen, da hier die am Streik beteiligt gewesenen Maschinisten und Heizer nicht wieder eingestellt sind. Merkwürdiger weise ist unter denen, die ihre Angestellten wegen des Streiks maß regeln, auch das angeblich humanen und sozialen Zwecken drenende „G ö t e b o r g s y st e m" in Stockholm, die Monopolgesellschaft für Branntweinausschank, die im übrigen in ihren Wirtshäusern auch Speisen serviert und deswegen nicht etwa nur Branntweintrinker zur Kundschaft hat. Die organisierten Kellner dieser Gesellschaft traten mit der übrigen Arbeiterschaft am 4. August in den Groß- streik. Das war jedoch für die Gesellschaft gar kein Schaden, weil sie so wie so wegen des Spritverbotes ihre Schankstätten und Ver laufsstätten schließen mußte. Fetzt will sie keinen der Kellner wieder einstellen und nimmt statt dessen weibliche Bedienung an. Die Folge ist, daß die Arbeiterschaft, soweit sie bisher jene Wirts- Häuser überhaupt besuchte, anderswo essen geht und natürlich auch gern auf den Schnaps verzichtet. Nach den Zahlen, die die Regierung über die Lage am 9. Sep- tember veröffentlicht hat, sollen sich bis zu diesem Tage bei den Arbeitgebern, die nicht der Schwedischen Arbeitgebervereinigung an- gehören, 103 321„Arbeitswillige" zur Arbeit gemeldet haben. Das sind also diejenigen, die auf Grund des Uebereinkommens die Arbeit wieder aufnehmen wollten.— Wiedereingestellt wurden, nach den Angaben der Regierung, 87 397; die übrigen sind entlassen. Außerdem sind 13 597 bei jenen Arbeitgebern fortdauernd arbeits loS, also als Streikende zu betrachten. Weiter sagt der Regierungs- bericht, daß bei den Arbeitgebern von der Arbeitgeberver- e i n i g u n g 15 950 zur Arbeit zurückgekehrt sind, während die Ar- beitsniederlegung fortdauernd 95 931 Personen umfaßt. Von einigen Stellen waren jedoch bestimmte Angaben über die Zahl der Arbeitslosen nicht zu erhalten, weshalb diese wahrscheinlich die oben angegebene etwas übersteigt. Daß die neueste Zählung der Regierung ungenau ist, geht schon daraus hervor, daß sie bei ihrer vorigen Zählung, am 2. September. die Anzahl der noch durch Streik oder Aussperrung Arbeitslosen auf 239 853 angab, während jetzt die Anzahl der in Arbeit ge- trctenen und der noch arbeitslosen und streikenden Personen alles in allem nur 228 805 betragen soll, also über 11000 gänzlich verschwunden sind. Daß mindestens 11009 zu den von der Regierung als noch durch den Kampf Arbeitslosen angegebenen Personen hinzuzuzählen sind, um auf die richtige Anzahl zu kommen, zeigt sich darin, daß in der verflossenen Woche rund 130000 Arbeiter beim Landessekretariat zur Unter st ützung angemeldet wurden. Dabei ist zu be- denken, daß immer noch eine Anzahl Kämpfer vorhanden sind, die auf die Unterstützung verzichten. Der Kampf umfaßt also immer noch eine für ein Land wie Schweden gewaltige Zahl von Arbei- tern. Sie jetzt, solange der Kampf noch dauert und Opfer kostet, vor der bittersten Not zu bewahren, wird mit Hilfe der großen Masse des internationalen Proletariats ein leichtes sein, lieber die Situation in Schwede» geht uns folgende Privatdepesche zu: Stockholm, 17. September. Die Verhanblungen zwischen dem Landesfekretariat der Gewerkschaften und dem Borstand des Schwedischen Arbeitgebervereins haben heute begonnen. Hinzu- gezogen sind Vertreter der verschiedenen Berufe, in denen Diffe- renzen zn schlichten find. Eine Aufhebung der Aussperrung be- ziehungsweise des Streiks erfolgt nicht eher, als eine Einigung zwischen den beiden Parteien erreicht sein wird. Diese Einigung hat indes noch große Schwierigkeiten zu überwinden, insbesondere als die bürgerliche Presse einschließlich der liberalen Blätter alles tut, um die beideu streitenden Parteien noch mehr; aufeinander zu hetzen. » Streikbrecher-Gesuch! Im Annoncenteil von Berliner Blättern finden wir folgende Annonce: 10 Konfektionsschneider für Schweden sofort verlangt. 1 Jahr Arbeit garantiert. Hoher Lohn, Freie Reise. Meldung: Arbeitsnachweis Oranienstr. 105. Sonn« abend 10— 11. Offenbar handelt es sich um den Versuch, Streik- b recher anzuwerben! )Zus der Partei. Die Leipziger VolkSzeitung" schreibt in ihrer FreitagSnummer: Den Schluß der gestrigen Abendsitzung deS Parteitages glaubten die Genossen H u g- Bant und Frank« Mannheim noch zu einem kleinen Vorstoß gegen die„Leipziger Bolkszeitung" benutzen zu können, an dessen sofortiger Zurückweisung der Vertreter der„Leipziger Volkszeitung" auS Gründen der Geschäftsordnung gehindert war. Am Mittwoch vormittag waren bekanntlich die Revisionisten nach Schluß der De- batte ganz unvermutet mit einem Antrage herausgerückt, der den Parteitag aufforderte, der Zustimmung der Reichs- tagSfraktion zur Erbschaftssteuer seine ausdrückliche Billigung zu erteilen. Hierüber wurde der Parteitag um so erregter, als bereits ein Antrag Geyer vorlag, der auf die Tagesordnung des nächsten Parteitags die Steuerftage gesetzt wissen wollte. Genosse Bebel«Märte«nter allseitiger ZustiniMng diesen Antrag fllt einest NeberrumpekuüMerfuch,«das der Genosse Frank freilich bestritt, es aber doch vorzog, den Antrag zurück- zuziehen. Nach der sachlichen Erklärung des Genossen Hug nun über die Entstehung des Antrages, die der Redaktion der„Leipziger VolkSzeitung" nicht bekannt war, halten wir den Vorwurf eines sub« jektiven Ueberrumpelungsversuchs nicht mehr aufrecht. Daß der Ein- druck eines derartigen Versuchs entstand, dem Genosse Bebel so entrüstet Ausdruck gab, haben sich die betreffenden Genossen aber nur selber zuzuschreiben, nachdem sie eS nicht für angemessen gehalten hatten, von der Einbringung ihres Antrages während der Unterhandlungen über den Schluß der Debatte Abstand zu nehmen oder wenigstens ihn nach Annahme des Schlußantrages von selbst zurückzuziehen. So zog Genosse Frank den Antrag erst zurück, als er durch die Empörung des Parteitages dazu gezwunger war. In unserem gestrigen Leitartikel hatten wir nun geschrieben, daß der Genosse Frank dies mit„gut gemimtem Erstaunen" getan habe. Darob große Entrüstung! Mit allen Donnern des moralischen Pathos wies man diese„Beschimpfung eines Delegierten" zurück, und da sich schließlich imnier ein paar Delegierte finden, die Bravo rufen, wenn es gegen die„Leipziger Volkszeitung" geht, so fehlte es dem Genossen Frank nicht an dem Beifall seiner engeren Freunde, der sich in den freundlichen Tönen: Frechheit, Ohrfeigen usw. aus- tobte. Wir nehmen von der Erklärung des Genossen Frank Kenntnis, daß er sein Erstaunen über die berechtigte Empörung des Parteitages nicht gemimt habe. Wenn der Genosse Frank aber zum Schluß erklärte: es hieße den Parteitag beleidigen, wenn ich annehmen wollte, daß nicht die Gesamtheit des Parteitags das Wort eines anständigen Parteigenossen in Ehren hielte, so können wir dem nur erwidern: alle Achtung vor dem Wort des Genossen Frank, aber der Genosse Ledebour ist schließlich doch wohl auch noch ein anständiger Parteigenosse. Als er aber am gleichen Tage sein Schlußwort zum parlamentarischen Bericht hielt, da prasselten die Borwürfe der Unwahrheit nur so auf ihn nieder.„Sie wissen das Gegenteil", rief man ihm aus dem Lager des Genossen Frank zu. Damals, als es sich um einen radikalen Genossen handelte, haben wir den Protest des Genossen Frank gegen diese„Beschimpfungen eines Delegierten" durch Genossen, die das Wort eines anständigen Parteigenossen nicht in Ehren halten, mit Betrübnis vermißt. Um so großer ist unsere Rührung, daß just in dem gleichen Augenblick die Achtung des Ge- nassen Frank vor dem Wort eines anständigen Parteigenossen neu erstrahlt, wo es sich— um sein eigenes Wort handelt. Diese Kennzeichnung der Taktik jener um Frank und David, die sich stets als die verfolgte Unschuld hinstellen, ist sehr treffend und berechtigt._ Reichstagskandibatur. Im Wahlkreise Altena-Jserlohn-Lüdenscheid wurde der Gauleiter des Metallarbeiterverbandes, Genosse S p i e g e l- Düsseldorf, als Reichstagskandidat aufgestellt. Vorher kandidierte der Genosse Haberland-Barmen, der, aber nach dem Tode des Genossen Meist in dem Wahlkreise Lennep-Mettmann aufgestellt wurde._ Behörden im Kampf gegen Arbeitervereine. In unserer gestrigen Notiz unter dieser Stichmarke ist der Name des Orts, in dem das angefochtene Kasino unterhalten wird, durch einen Druckfehler entstellt worden. Der Ort heißt nicht Leucha-Vrandis, sondern B e u ch a- Brandis. poli-eiUcbes, Bembtiiebes uftv* Eine erstickte Staatsaktion. Gegen den Genossen Zi e l k e vom Harburger„Bolksblatt" hatte die Amtsanwaltschaft ein Verfahren eingeleitet wegen Anstiftung zum Dieb- stahl, begangen durch den Abdruck eines Briefes im„Volksblatt". Jetzt wird dem Genossen Zielke mitgeteilt, daß das Verfahren wieder eingestellt worden ist. Das ist vernünftig. jfugenclbewegiiiig. Die tschechische Jugendorganisation. Am 22. August fand eine Konferenz der tschechischen Jugendvereinigungen Oesterreichs in Prag statt. Für den Vorstand, der aus drei Vertretern der Jugendlichen, drei Vertretern der Turnvereine und je einem Delegierten des Partei- Vorstandes, der Prager Gewerlschastskommission und der Arbeiter- akademie zusammengesetzt ist, berichtete Genosse Ebel. Er er- wähnte, daß der geplante ganzwöchige Erziehungskursus für Funktionäre wegen finanzieller Schwierigkeiten nicht abgehalten werden konnte. Interessant ist es, daß die Jugendlichen Bücher des Partciverlages um 30 Proz., Broschüren um 40 Proz. billiger bekommen, wenn die politische Organisation ihres OrteS eine Jugendbibliothek anlegt. Die Partei machte auch die Zusage, die Anstellung eines Sekretärs zu ermöglichen. Der Referent über „Organisation", Genosse Dite, hob hervor, daß in den 15 berichten- den Kreisen(fünf haben nicht berichtet) 380 Sektionen bestehen, die anfangs 1908 3826 männliche und 949 weibliche Mitglieder zählten, während die Zahl Ende 1908 auf 9173(2090 weibliche und 7083 männliche) Mitglieder stieg. Im Jahre 1908 wurden 87 Genossen angeklagt!; wegen politifcher Delikte wurden 21 Ge- nassen mit 140 Tagen und 10 Stunden Haft und 95 Kronen Geld- büße bestraft. Sodann erstattete Genosse Ebel ein Referat über „Sozialistische Erziehung". Weiter wurde der Antrag, überall Jugendorganisationen zu errichten, wenn auch schon Turn- vereine bestehen, trotz des Widerspruchs des Parteidelegierten an- genommen. Schließlich wurde der Vorstand beauftragt, für die Lehrlinge eine Verbilligung der Parteisteuer zu erwirken. Die Jugendorganisation in Italien. Der Vorstand der Jugendorganisation Italiens nahm im Juli an einer Sitzung des Parteivorstandes teil, in der die Frage der Agitation erörtert wurde. Nach einer eingehenden De- atte, in der die Parteivorstandsmitglieder dem zweckmäßigen Wirken der Jugendorganisation Lob zollten, wurde beschlossen,„die Parteiorganisationen öffentlich aufzufordern, die Jugendorganisationen in ihrer Bewegung zu unterstützen und die Errichtung neuer Jugendorganisationen dort, wo sie noch nicht bestehen, zu förder n". Huö Induftnc und Dandel Deutschlands Handel ans dem Weltmarkt. Nachdem nunmehr die wichtigsten Kulturstaaten Mitteilungen über ihren Außenhandel im Jahre 1903 veröffentlicht haben, läßt sich eine Uebersicht darüber gewinnen, wo die wirtschaftliche Krise am stärksten ihren Einfluß geltend gemacht hat. Das Ergebnis ist, daß Deutschland am erheblich st en gelitten hat und n o ch l e i d e t. In fast keinem Industrieland ist der Außenhandel in dem Maße zurückgegangen wie in Deutschland; in manchen Staaten ist er gar in gleicher Höhe geblieben oder hat sich noch gehoben. Das Jahr 1903 ist seit einer sehr langen Reihe von Jahren das erste, in dem im gesamten Welthandel eine Abnahme der Umsätze eintrat. Vom Jahr 1907 auf 1903 verminderte sich in Deutschland die Gesamteinfuhr von 9509 auf 8301 Millionen Mark, die Gesamt- ausfuhr von 7441 auf 7018 Millionen Mark, in G r o ß b r i t a n n ien die Einfuhr von 13 174 auf 12 100 Millionen Mark, die Ausfuhr von 10 500 auf 9320 Millionen Mark, in Frankreich die Einfuhr von 4973 auf 4872 Millionen Mark, die Ausfuhr von 4470 auf 4217 Millionen Mark, in der Schweiz die Einfuhr von 1349 auf 1191 Millionen Mark, in Mexiko die Einfuhr von 487 auf 40� Millionen Rgrk, die»ttssuhr vpu 5W quf 5Y9 Millionen Mark. In Italien erhöhte sich die Einfuhr von 2304 auf 2424 Millionen Mark, die Ausfuhr verminderte sich allerdings von 1559 auf 1480 Millionen Mark. Ein ähnliches Bild zeigt Oester« reich-Ungarn. Daselbst erhöhte sich die Einfuhr von 2120 auf 2152 Millionen Mark, wogegen sich die Ausfuhr von 2083 auf 1970 Millionen Mark verminderte. In Rußland war es ebenso: die Einfuhr vermehrte sich von 1515 auf 1014 Millionen Mark, indes die Ausfuhr von 2142 auf 2020 Mill. M. abnahm. In S p a n i e n verstärkte sich die Einfuhr von 752 auf 707 Millionen Mark, während die Ausfuhr von 742 auf 712 Millionen Mark zurückging. Zu» genommen hat Einfuhr sowie Ausfuhr in Kanada, und zwar ganz erheblich, Argentinien, Britisch-Südafrika usw. In einigen Staaten ging zwar die Einfuhr etwas zurück, doch hielt sich die Ausfuhr auf gleicher Höhe oder vermehrte sich, wie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Norwegen u. a. Man braucht nicht lange nach den Gründen zu suchen, aus welchen der Außenhandel Deutschlands besonders den Krebsgang ge« gangen ist: die Zoll- und Steuerpolitik erklärt alles. Sie verschließt uns den Weltmarkt, powert den Arbeiter aus und macht ihn leistuugsunfähig._ Kartosfclpreise. Die Berichte und Ansichten über die Kartoffel« ernte 1909 lauten zusehends besser, sodaß man mit mäßigen Kar« toffelpreisen im Jahre 1909/10 rechnen darf. Bis heute sind aber die Kartoffelpreise noch recht hoch, vor allem auch im Detailverkehr. -Im Durchschnitt stellte sich für die größeren preußischen Städte der Preis für ein Kilogramm Kartoffeln in Pfennigen wie folgt: Jan. Febr. März April Mai Juni Juli 8 8 9 9 9 9 12 Die Preissteigerung im Juli war dadurch bedingt, daß an die Stelle der Kartoffeln aus der alten Ernte neue Kartoffeln treten, tzje naturgemäß im Preise höher stehen. Aber auch ohne Berück- stchtigung des JulipreiseZ war der Preis ziemlich hoch. Zu den Detailpreisen freilich kaust nur ein Teil der Konsumenten ein, darunter allerdings die Arbeiterfamilien in den Großstädten. Im Großhandel stellte sich bis Juli dieses Jahres der Preis für Kartoffeln im allgemeinen niedriger als im Vorjahre, wenn auch in der Preisbewegung bei Brenn« und bei Speisekartoffeln keine völlige Einheitlichkeit herrscht. Seit Juli ist nun keineswegs die Preis« bewegung im Sinne der Konsumenten vor sich gegangen. Die Preise stehen vielmehr im allgemeinen wieder über dem Niveau des Vor- jahres, während es bis Juli meist umgekehrt war. Nach den Preis- notizen der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrates, die allerdings nur für Wagenladungen von 10 000 Kilogramm gelten, wurden Mitte September 50 Kilogramm an nachstehenden Orten zu solgenden Preisen in Mark verkauft: 1903 1909 Berlin, magnum bonurn... 1,60—1,75 1,75— 1,80 Liegnitz, weiße runde.... 1,55—1,00 1,00—1,80 Stettin, Rosen(frühe).... 1,00 1,40—1,50 Magdeburg, magnum bonum, 1,70 1,90 Haniburg, neue lange.... 2,40—2,00 2,80—3,00 Dortmund, magnum bonum.. 2,20—2,30 2,50 Köln, magnum bonum.... 2,40 2,30— 2,35 Frankenthal, gelbfleischige weiße. 2,35—2,50 2,05 Die Preise stehen also, wie man sieht, fast ausnahmslos höher als im Vorjahre. Der Kameratrust breitet sich aus. Außer den drei Dresdener Gesellschaften sollen noch mehrere andere Betriebe der Bereinigung beitreten. Nach dem„B. T." hat sich die Kameraabtejlung der Firma Karl Z e i ß in Jena und die Firma Dr. R. K r ü g e n e r in Frankfurt a. M. angeschlossen. Mehrere andere größere optische Anstalten sollen, wie verlautet, von dem neuen Trust zum Anschluß aufgefordert werden. Aus der frauenbeweefung. Sozialistentöterinnen. Auch in England ruft das unaufhaltsame Anschwellen der sozialistischen Flut die Gegner zu immer neuen Gegenmaßregeln auf. Der neueste Versuch auf diesem Gebiete ist die Gründung piner Rednerinnenschule, in der Damen Anweisung zur Be- kämpfung des Sozialismus erhalten sollen. Ein Parlaments- Mitglied Mr. Bull, seit langem bekannt als eifriger Sozialisten» töter, will sich dieser nicht leichten Aufgabe unterziehen. Die von ihm ausgebildeten jungen Ladies sollen dann andere lehren. wie man den Argumenten der Sozialisten zu begegnen habe. Nach Verlauf eines Jahres hofft Mr. Bull dann, junge Frauen überall im ganzen Lande auf den Straßen Vorträge halten, in den Ver- sammlungssälen debattieren und bei öffentlichen Meetings sprechen zu sehen. Jede Kandidatin soll 30 Schilling wöchentlich erhalten. Unsere Genossinnen begrüßen diesen Plan mit gutem Humor Und wünschen dringend die Verwirklichung der antisozialistischen Frauenpropaganda. Sie sind der Meinung, daß jede dieser gegen den Sozialismus gerichteten Reden der Partei neige Anhänger verschaffen wird. Leseabende. Treptow-Baumschnlenweg(Ortsteil: Baumschulenweg). Die in in den Sommermonaten ausgefallenen Leseabende der Frauen werden mit einer am Montag, den 20. September, abends 814 Uhr bei Speer, Baumschulenstr. 78, stattfindenden öffent- lichen F r a u e n v e r s a m m l u n g, in der die Genossin Bohm-Schuch über:„Die Proletarierin als Mutter" spricht, wieder aufgenommen. Auch die Genossen werden er, sucht, recht zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. LriLfkasten der Rcdahtton. ®U»»»lstliche Sprechstniide findet Linden st rage g,»welter Hof, dritter Eingang, vier Treppen, WZx- Fahrstuhl"T&Q wochrntägttch adcndS von?>4 bis 9V, Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um i! Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichcn«rtzufligen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieflasten können U Tage vergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. S. 117. t. Rastenburg in Ostpreußen, 2, Charlottenburg, Kirchhof« straße 3. 3. Für Schöneberg und WllMerSdors Hauptstr. 107 m Schöne- berg.— A. P. K8. StisMngSburcau, Poststr. 16, 1 Tr.— W. F., Tegel. Wird für gewöhnlich zu Amerika gerechnet. Eine bestimmte Zu- teilung nach dieser Richtung ist jedoch noch nicht erfolgt.— T. 10. Im Zcnlralburea». Leipziger Platz 14.— M. F. 102. Deputation der städtischen Fachschulen, Klostcrstr. 41.— Tempelhof 7. Oberzolldiretilon Berlin, Alt-Moabit 143—144. Präsident von Schmidt, Wirkl. Geh. Obcr-Finanz- rat.— L. B. 05. Herr Julius Meyer, Oranienstr. 104, Rcstaurateur, gibt Ihnen hierüber gern Ausklarung.— F. A. 28. 1.— 3. Rur der Arzt ist hierfür kompetent.— L. D. 100 und Auswanderer 09. Bureau sür Auswanderer, Schellingstr. 4.— M. H. 100. Vereinigte Bureaus, Rat- hauS, Zimmer 21._ SSttterungSüberstcht vom 17. September 1009, morgens 8 Nhr. Stationen Swtnrmde. Berlin Franst.aM. München Wien 7! S Ys N�s et 765 ONO 767 N 766 Still 766 NO 766 SO 767, Still Detter 1 Regen 2 Regen Regen 2 bedeckt 2wolkenl Mcbel WK tä� 5" h hS> «tattonen öl ~ i SB ■§£ ö g B~ ia � Snparanda eterSburg Scillh Werdern Pari» 772 WSW 773 OSO 764 OSO 769 SO 764 NO l K Wetter 4 wolfenl 1 woltenl 2 halb bd. 8 Dunst 1 halb bd. <4« C"* t- £2 11 9 13 12 10 Wetterprognose für Sonnabend, den 18. September 1909. Ziemlich kühl, zunächst meist trübe mit etwas Regen und schwache» nordwestlichen Winden; später langsam ausllarrnd. Freie Jugendorganisatioa B erli», Gruppe Süd- Ost. Heute akend 8 Uhr, pünktlich, Gruppenversammlung im GewerkschastshauS, Engelufcr 15. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Walter Zimmermann über daS Thema:.Die alten Kulturvölker deS Orients." Ferner: Berichte, Anträge, Wahlen und Verschiedenes. .Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den IS. September, vormittags 9 Uhr, in der Halle Pappel-Allec IS/17: Freireligiöse Vorlesung. lO3/, Uhr in der Schule, Kleine Frantjurter Str. K: Vortrag deS Herrn Professor -r,,. or rsi-rn-f«•(iMinim» nnh SüitHififeit.* Damen und Herren als Gäste Dr. A. Gehrke:„Religioir und Sittlichkeit/ sehr willkommen. Touristenbereln.Die Naturfreunde". Ortsgruppe Berlin. teute abend 8 Uhr in PachuraS Klubhaus, Landsberger Str. 83: Sitzung. . w. Slusnahme von Mitgliedern. Allgemeine Kranken- nnd Sterbekasse der Metallarbeiter (E. H. LS Hamburg.) Filiale Berlin 3. Mitgliederversammlung am Sonn- abend, den 13. September, abends 8'/? Uhr, bei Kayser, Reichcnberger Strasze 154.— Filiale Berlin 4. Mitgliederversammlung, am Sonnabend, den 18. September, abends 8'/., Uhr, bei Merkowski, AndreaSstr. 26.— Filiale Berlin S. Vcrsammlung'am Sonnabend, den 18. September, abends g Uhr, bei Gundlach, Waldcnser Str. 19.— Filiale Charlottenburg. Sonnabend, abends 8'/, Uhr im Bolkshause, Rosinenstr. 3: Mitgliederversammlung.— Filiale Rixdors. V ersamwlung am Sonnabend, de» 13. September, alendS 3°/,,Uhr, bei Puhl, Steinmetzstr. 114. Amtlicher Marktbericht der städttschen Markthallen-Direktion über den Groghandel in den Zentral-Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr genügend, Geschält flau, Preise unverändert. Wild: Zufubr knapp, Gcschäst lcbhast, Preise gut. Geflügel: Zusuhr reichlich, Geschäft ziemlich lebhaft, Preise etwas nachgebend. Fische: Zusuhr genügend, Geschäft ruhig, Preise nachgebend. Butter und Käse: Geschäft still, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Süd, s r ü ch t e: Zusuhr genügend, Geschäft schleppend, Preise wenig verändert Warenhaus Wilhelm Stein Berlin N>t Chausseestrasse 70-71, Preiswerte Angebote in Lebensmitteln Von Sonnabend, den 18. bis Dienstag, den 21. September er., solange Vorrat: • Fleischwaren Rotwurst............. Pfd. 45 p* Zwiebel wurst........... Pfd. 45 pi. Berliner Mettwurst........ pid. 60 pi. Fleischwurst........... pw. 85 Pf. Landleberwurst.......... Pfd. 85 Pf. MettWUrst Braunschweiger Art..... Pfd. 85 Pf. Pa. Kassler Rippespeer..... Pfd. 90 Pf. Pa. Kalbfleisch....... Pfd. 80, 85, 90 Pf. Rehblätter.......... stück 1.75-2.25 Pfund Pf. Feine Leberwurst......... Pfd. 95 Pf. Schlackwurst........... Pfd. 1.00 Salamiwurst............ Pfd. 1.00 Thüringer Schlackwurst..... Pfd. 1.25 Thüringer Salamiwurst...... Pfd. 1.25 Fetter und magerer Speck.... Pfd. 90 pi. Kolonialwaren Hutzucker .. Pfund 22 Pf. in ganzen Breden Mischung V IV III Gebrannter Kaffee Pfund 90 Pf. 1.05 1.30 1.50 1.70 Unsere Marken sind des vorzüglichen Geschmacks wegen allseitig bekannt.:::::: Gemischte Marmelade 1 1 5 Pfund-Eimer.......... lefcv" Gemischte Marmelade II 1 AC 5 Pfund-Eimer......... I.vt/ Konfitüren Haushalt-Kakes.......... Hund 45 h. Residenz-Kakes.......... Pfund 55 h. Deutscher Kakao garantiert rein....:.............. Pfund 85 Pf., 1.10, 1.25 HaUShalt-SchokoIade garantier! rein......... in Tafeln Pfund 68 Pf., in Blocks Pfund 7o Pf. Frisches Obst Ital. Weintrauben pa 10 pi- Preißelbeeren.; piuna 14 pt I Tomaten...... pima 8 pi 1 Blaue Pflaumen; piuna 4pi. ivrsr-., Zündhölzer in Kraft. Es empfiehlt sich daher, den Bedarf möglichst schnell zu decken. 1 Kt|]*L011 Inhalt zirka 4000 Stück mit 4 Reibeflächen.... Karton 85 Pf. Echte Schweden Jönköpingspaketgieichio schachtein 15 pt Prima Ziiudlrälzer, 10 Pakete a 10 Schachteln....... 1.25 §£ 3, 1* 1* C II(ohne Steueraufschlag)| anerkmmt gute alte Q-nalitäten, solange Borrat, i Zu alten billigsten preisen.{ Nebenstehende Original-> ■S Kl. Mexiko *- Don Pedro 100 St. M. 2.85 100 St.. 3.50 Patricia 100 St. M. 3.75 1 Exzell. Kraelke II, mild 100 St. M. 5.00 S St. Andre Mexico„ n n 4.25 1 FrDhlingszauber n n„ 6.00 Nicht unter 100 St. von einer Sorte, 400 St. franko DeatschL Naohn., Nichtzusag. nehmen zurück. Czollek& Geballe, £* Benm, Neue I'sllllieilSllelpr tligrDS-Lager, c., vls-a-vl» Haupteing. Stadtb. Bärso. Geöffnet bis 8 Uhr abends, auch Sonntags geöffnet. Klumcn- uud Kramblilderti von Hoher! Keyer,' mit Marianiitil-Straße 2. 8 Iunien'U.}lranzbiiiderei Aug. Krause, Wiener StraBe 7, liefert Vereins kränze usw. billigst.* WZId. Geflügel und Fische! Berlin JfO. Otto Grimm, Landsberger Zlllee 28. Empsehte zum Beginn der Saison meine anerlamit besten Äödtte- brücher Mastgänse zu de« villiaften Preise». Gänsefleisch Psd. 90 Pf.. Gänsesiückeufleisch Psd.«5 Ps.. Liesen Hühner, Tauben, Eliten billigst. Prima Hirschfleisch psuildtvcise v. 35 Pj. an. FlnU- und Seelische. Ulk Wenn Sie von hartnäckigem Hantjncken befallen sind, so daß Sie, durch den übermächtigen Ziciz gepeinigt. Arme und Beine mii den Nageln bearbeiten müssen und keinen Schlas sindcn, verschafft Ihnen 250/8 Dr. Koclin Kühlsnlbo sofort Erleichterung. Tops a 3 Mark Berlin 0.; Reichsadler. Apoth., Große Frankturlcr Str. 134; W.: Kroncn- Apoth., Friadrichstr. 160; SW.: Elefanten-Apotheke, Leipziger Str. 74. Strelchhülzcr, Pack 10, GIüh- f trumpfe 20, 25, 30 Pf., 100 Stck. O-Ps-Zigarr. 4,50, 100 Stck. 8-Ps.- Zigarr. 0,50, 100 Stck. 10-Ps.-Zi.qarr. 8,50, echt Mcrcier-Kognak Ft. 3 M. Weißbiergläser, gr. 30, kl. 20. all. and. billig. Schwede» gebe nur N. Quant. ab. PruuB, Pankow, Wollankstr. 73. jiermsnu Meger$ Co. JUti-des. - Berlin%, Wattstraße tt/t2. Trotz hoher Spirituspreise bleiben unsere billigen lilhttrprelae bei unverändert bekannter guter Qualität bestehen, IWalso vorläufig keine Preiserhöhung Wir empfehlen, da Preise durch die Steuererhöhong bald höher gehen müssen, den Einkauf von Alpenkrdnter. Aromattquo........ Berliner GctreldekUmmel Berliner Boppelkttuimel. Halb and Halb 80 Pf. HO, 100„ w" 8o- Stonsdorfer.............. 75 Thorner liCbeiistropfen....... 90 Htargardter Tropfen......... 90 Sleycr'alllagonbitter......... 100 Sdiutllcbe Hiißcn KilkUre....... 100 Bentscher Coenac-Terschnltt.... 100 Rnni-Terschnftt.......•.... 100 SiordhUnser......... 60, 75 und 110 Schleslscher......... 80 und 110„ � M Tafel- Aqaavlt............ 90n«'S sowie unsere feineren Fabrikate, welche die teuer bezahlten ausländischen Liköre in der Qualität übertrofien. 67/3* Käuflich in allen Geschäften, weiche unsere Waren tfibren.— Wiederverkäufer erhalten Rabatt. ra S g rr «r.® 3 0*3 Ct- g? S B L-o. b|§ © 3 xz o, p 0 i auf Teilzahlung (geringe Anzahlung) M. Goldstaub ZossenerStr.38E!±ll!; Ecke GneisenaustraBe. Kein Abzahlungsgeschäft! Anerkannt größte RQcksicbt bei Arbeitslosigkeit und Krankheit. nach MaB. AllZÜgC: nachVaß! I wöchentlicliB Teilzahlunpen Eorr®fflD�Fd0rilbOll Konflrma:,, Wilhelmstiidt. Schau- spielhaus. Das Herz aus der Hand. Luisen. Die Herren Söhne. Bernhard Ro,e. Die Jägermeisterin. Folies Capriee. Mobilisierung. Der gewisse Augenblick. Ans. 6'/« Uhr. Apollo. Spezialitäten Wintergarten. Spezialitäten. Gebr. Herrnfeld-Theater. Frau ElkamS Friseur. Meine. Deine Tochter. Gastspiel. Ungerade Tage. Der Deserteur. Die keusche Tolnette. CoustnPampoulette. Ans. 8 V.Uhr. Palast. Großstadtzauber. Speziali- täten. NoackS Theater. EM Sohn des Volkes. Baliage. SpezialUSten. Bolksgarten. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten Reichödallen. Stetllner Sänger. Karl Haverlaud- Theater. Epe zialitäten. Casino. Onkel Cohn. Prater. Einer von unsere Leut'. Urania. Ta»de»stri,he 48/4». Abends 8 Uhr: Rom und die Campagna. Stcruwarie, Invaliden str. 67/82, £ieBsin)K>Theater. 8 Uhr: Zwischenspiel. Sonntag, 8 Uhr: Die Gefährtin. Hieraus: Hanueles Himmelfahrt. Montag, 8 Uhr: Der König. berliner T'keater. Heute 8 Uhr: Einer von ansero Lent'. Morgen: Einer von unsere geuf. Neues Theater. Ansang 8 Uhr. Das DM Des Tai», Morgen und folgende Tage: DaA Urbild des TartüfTc. Theater des Westens. Allabendl. 8 Uhr: Der fidele Bauer. Sonntag nachm, 3V«Uhr, halbe Preise: _ Die lustige Wi twe._ Xcncs Operetten-Theater, Schissbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Ansang 8 Uht. Die voIIarprlnaeMln. Operette in 3 Akten von Leo Fall. fristlsiMilkgWlHgZ Schauspielhaus. Sonnabend, 18. September, 8 Uhr: Das Jterz auf der Kand. Schwank in 3 Akt, b. W, W. Jakobs u, Louis N. Parker, übersetzt von Frank Waschblirn-Freund. 8 Sonntag nachm. a Uhr: Othello. Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Residenz-Theater Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Groteske In 3 Akten von Davis und Ui|>fchüH. Morgen und solgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Gastspiel-Mr Köpenicker Straße 67/68. Täglich abends 8'/. Uhr: Tnxerade Tage. Der Deserteur. Die keusche Tolnette.; Cousin Pampomette. Urania. TaabenstraQe 48/49. WisBenschaftlicheB Theater. Abends 8 Uhi: Rom und die Campagna. 0010CISCHER Täglich: Großes Militär- Doppel-Konzert. Eintritt 1 91., von abends 6 Uhr ab SO Pf., Kinder nnt. 10 Jahr, die Hallte. Lustspielhaus. Ab-ndS 8 Uhr: Im Klubseffel. Voths-Upör. f.l Belle-Alliance-Straße Rr. Ansang 8 Uhr. U Traviata. »MMKMW Ansang 8 Uhr. Die Herren Söhne. Vollsstllck in 3 Akten von Walther und L. Stein. Sonntag 3 Uhr: Maria Stuart, L Uhr: Der Mann mit der eisernen Maske. Montag: Gefallene Engel. Voranzeige. Am 23. September erste Opernaufführung: Die weiße Dame. VSk-THHtTB Große Franlsurter Str, 132. 1 Ans. 8 Uhr. Ende 11 Uhr.| LI Die JasermeislBrin. BolkSstück nach dem Dänischen w vier Akten von Charlotte Ehlersgaard. Sonntag: Die Jägermeisterin. Nachm. 3 Uhr zu halben Prellen: Die Grille. 8 Uhr: Die vollständig neue» Spezialitäten. o Uhr 15: Severin in Conscience, K0Äe Wurde 600 mal in Paris, 2 Jahre lang in Amerika, Monate hindurch in Wien usw. mit beispiellosem Ersolg _ ausgesührt._ Sonnabend, d. 18. September Zum erstenmal: Hallohü Die grolle Revue!! Humorist.-satir. Jahresrevne in 7 Bildern von Jul. Freund. Musik v. Paul Linoke. In Szene gesetzt vom Dir. Bich. Schultz. Tänze von Willy Bishop. Madge Lessing. Fritzi Massary. Jos. Glampletro. Guiilo Thlelseber. K. Plann. Ii. Ketiuer. Ida Ferry. W. Bishop usw. Beginn präzise 7�2 Uhr. Sänitllehe Plätze sind yergrüten. MW» Kommandantenstr. 57. J. 0.4, 5083, KW Die erfolgreichsten"»SSS Lach-Komödie». Zum 73. Male: Meine-Deine-Tochter Zum 50. Male: Frau Elkams Friseur mit Auto» und Donat Herrnfeld. Borvertaus 11—2 Uhr. Ansang 8 Uhr. {SvhUlSr- Schiller-Theater 0.(Walin cr-Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Dl« von Hochsattel. Lustspiel in 3 Aufz. von Leo Walter Stein und Ludwig Heller. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Hacheth. Sonntag, abends 8 Uhr: Doktor Klaas. Montag, abends 8 Uhr: IM« Ehr«. Theater. Schiller-Theater Charlollenburg. Sonnabend, abends 8 Uhr: Di« Ehre. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. S o n n t a g, n a ch m, 3 U b r: Die Welt, in der man sich lang wellt. Sonntag, abends 8 Uhr: Dl« von Hochsattel. Montag, abends 8 Ub r: Dl« von Hochsattel. CASTAN's PAXOPTICUM Friedrichstr. 165(Pschorrpafast). Ohne Extra-Entree! Z" Das japanische KätseL _Täg:lich 7'/, Uhr abends X Sonntags 2 Vorstellungen, Humoristische KünstleraAbende."• Signor Arturo, Entfesselungskünstler. Arturos Zauberland. Brauerei Priedrichshain Am Ktinlgstor. eute Sonnabend: IW Elitetag."T&Cj litis- lltrlnsunii Jeder Besucher erhält ew Los gratis. ---«roLer dahel and Trubel.= Festveranstaltung des rühmlichst bekannten Schokich Lhkeggruber mit seiner Truppe aus Minichen. Extra stark gebraut. Biernj. v, 25 bahcr.Mad'lnserv, Anf.6U, Saisonk, Hab. v. Gültigkeit. Entree 20 Ps. Zirkus Busch, Sonnab., 18. Sept., abds. 7'/, ü. Gr. Gala-Vorstclluns! Vorführung der althistoriscben Island. Sportspiele und Künste der Selbstverteidigung(Ulima). Ferner Hr. Georg Burckhardt- Foottit, Schulroiter, auf dem neu- dress. irlandisch. Wallach„Boy". 4 Gebr.Karolis,ung.UeitkünstL Signor Alfonse. Die Osnatos. Clown Framjois als Kunstreit. Frl. Wardia Beketow, Schulreit. Herr E. Schumann, Neudress., und das große Gala- Programm. Sonntag: 2 gp. Galavorstellungen, ......- Uhr. Casino-Thealer Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr: zlw�nkel Jf�oha STjntcI ��nkel ��ohn Cntcl 42*'0')tt nkcl■ Vobn nkel ��ohn Sonntag 4 Uhr: Familie Klinkert. W.tfoacks Theater vrmnienftr. te, am Rosenthaler Tor. Große Extra-Borstellung k Em Sohn des Volkts. Vorher: C. Steich, Verwandl.-Künstl. LV Ansang V,S Uhr. Nach der Vorstellung: TanzkrSnzchen. Sonntag nachm. Vz3: Unser Leopold. Zirkus Heute Sonnabend, 18. d. M., abends 7'/, Uhr: Große Gala- Morgen Sonntag, den 19. d. M.: B ff. Miaute VorstelliiGp 2 3V, Uhr und T/, Uhr. Nachm. hat jeder Erwachsene ein Kind frei, weitere Kinder zahlen halbe Preise. In beiden Ver- stellungen gleich groBes Programm. Heute 2 Uhr Eröffnung. JubUäums-Kochkunß-Ausfieliung Ausfleilung'shallen am Zoo 18.-26.5epf.lQ03 » b d, Sanssouci, S,*" Direktion Wilhelm Reimer. Heute: Tauzkränzche» von WMMlIoMMffNi Die modernsten Schlager! Leg. Sonnt. 5,wocheiil.8U. a /-riefe-Thsafer j Weinbergsweg 19-20, Rosenth.Tor. > Ans. 8 Uhr. Die grostarttge»| Septeuiber-Spezialitäten. l Im Tunnel: gkegimeutskapelle. Theaterbesucher freier Eintritt. Belleclaire Bros moderne Gladiatoren. = Henry Bender= LeiiiiMenMti Ballett-Divertissement sowie die sensationellen Attraktionen des ErSffnmigs-Protframms. Passage-Theater.*] Das fuhrende V arl�-Programm Berlins! Glaire Waldoff.l Lueie König. The Hont«-Carlo- Girls| und KL p �Variete- Attraktionen!!! t Passage-Panoptikum. Täglich zu sehen: Die Tranm-Malerin Wilhelmine Assmann Bilder an» d. Jenseits t O Malsitzungen im Trance finden tägl. v. 1 1— 1 U. n. von 3— V,8 ü. statt. Zutritt jederzeit. Ohne Extra-Entree. Elntr. 60 Pf. Kind., Soldaten 26 Pf. Palast-Theater. Direktion: Robert Dill 4 Knrl Pirnau. Burgstraße 24, am Bahnhos Börse. Täglich durchschlagender Erfolg des Rikseil-Stptember- piepims! Auftreten nur erstklassiger Spezialitäten. LrokstsälRSllber mit Direktor Rodert Dill. Vorzugstarten überall zu haben. Wieder die ersten. Alexand. Platz Neue Künlgstr. im Grand-Hotel. Von der gesamten Berliner Tagespresse glänz, rezensiert Oralle Wripht, fabelhafter Aeroplanflug auf dem Terapelhofer Felde mit einer Berliner Dame, Frau welche sich als erste aller| europäischen Frauen einem[ Aeroplan anvertraute! Und das Ununterbrochene Vorstellung I von 5 Uhr an. Trianon-Theater. AvendS 8 Uhr: Pariser Witwen. Karl ffaverland Theater 77/79 Kommandantenstraße 77/79. Ansang präzise 8 Uhr. DaS Neueste vom Neueste» sind die wunderbare» 14 September-Lpezialitäten. ¥olks-Theater Rixdort, Hermaunstrafte 20. Sanntag: KÖflig KfaUSC. Volksstück mit Gesang in i Akten von Keller-Hermann.— Anfang 7 Uhr. Montag: Der Pfarrer von Kirch- seid. Schauspiel in 4 Akten v. Anzen- gruber. Ansang 8 Uhr. kaltes Capriee. Mobilisierung. Bunter Teil. Der gewisse Augenblick. Vorverk. 11—2. Anfang 8'/. Uhr. Reichshallen-Tiieater. in Sänger Anfang: Wochcnt. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. im Zirkus Schnmann-Gcbäude, Karlstraste. Wieder- Erefhiilig. SpeiiMepii. Konzert. Jeden Sonnabend; ftH. Von Anzahlung an und 1 1 M.pr.WooheAbzahlvmg j erhält jedermann lauf Kredit I 1 Kleiderschrank, 1 Vertiko,[ 1 Bettstelle mit Matratze, 1 Sofa, f Waschtisch, 1 Kommodo, 1 KBchenschrank.' Von 8 hä, Anzahlung an: I 1 einfache Zifflmer-Elnrlcbt. Von 15 M. Anzahlung an; I Wohnzimmer mit Küche. Von�Döl.��echlung an:| jl komplette Einrichtung.| Spezialität: | Schlafzimmer, Wohnzlmm., j kompl. Küchen. I Kloine An- und Abzahlungen. itogaii Alte 3akobstr. 73 Ecke RoSstrnSe und Dresdener Str. K.öms:sta MtS., nachmittags 3»/. Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen Friedhofes in der Mullerstrahe, Ecke Seestrahe, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 123/1 Oia Ortsverwaltung. Berliner Verein. Mitgl. de? Arb.-RadfahrervMldeS „Solidarität". Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse der 10. Abt. (jeorZ Glockemeier Mühlenstr. 72 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung stndet am Sonntag, den lg. September, nachmittag« 3 Uhr, aus den An- dreaS» Kirchhos in Wilhelmsbcrg statt. 11/13 Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. ÜMW JB. II. No. 89. Hierdurch die traurige Nachricht, i dag unser Mitglied, der Tischler kriecirick Ring Brandenburgstr. 65 wohnhast, am 5 15. September im Alter von I 63 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am j Sonnabend, den 18. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichen- halle des Neuen und Jerusalcmcr Kirchhofes, Bergmannstr. 45/47. aus statt. 199/7 Der Torstand. Nerblmd der Maler, Fackierer, Anstreicher usw. Filiale Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maler Paul Fix am 15. September verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Sonnag, den 19. d. M., nachmittags 2,l, Uhr, vom Tranerhause, Prinzen-Allee 3, nach dem Fried- hos in der Bornitzstraße statt. 129/14 Die Orlsvnrwaltung. Glogau lAite Jakobstr. 73 i Ecke Ross- und Dresdener Str. Herrenzimmer 1 Afl MnalanAifMiMA« Salon und Speisezimmer 100 ffliStßfZllllülSr Schlafzimmer stehen zur g-efälligen Ansicht ohne Kaufzwang I fttfainir oratis I bereit im Fabriklager des Tischlermeisters i-—- 1 Julius Riwy, Chausseestrasse 59. 1 Zentral-Verband| der SleinarbeiterJ Filiale Berlin. Am 18. September starb unser 2 Kollege Kneckt" nach fast!>/, jähriger Erwerbs- unsähigkeit im Alter von 33Jahren an der Berusskrankheit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des alten Mathias- Kirchhojes, Südende, Marienhöhe, aus statt. 172/9 Zahlreiche Beteiligung erwartet ____ Die Ortsverwaltung. Zentral-Kranken-Unterstiitziings- rerein der Sclrniieile und verwandten Gewerbe Deutschlands. Zahlstelle Charlottenburg. Donnerstag vormittag starb nach langen, schweren Leiden unser langjähriges Mitglied (lustev Preuß. _®ic Beerdigung findet am Sonntag, den 19. September, nachmittags a/44 Uhr, vom Südwest-Kirchhof Stahnsdorf aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 288/12 Die Drtsverwaltunn. Treffpunkt 2'/. Uhr bei Schulz, Kaiser-Friedrichstr. 69. Dan mim» OBd valltremmenste•elblttltiJt* V�aschmittel «tfS�fstWtwtmnrtlehieT, geradezu wunderbarn WIIUB»"Wrt BTelehkrab. W&ccKt die W&ache von aelbat l» eioviertel bis cinhalbsiünaigcro Kochen, macht alt rein ood Hetidead weiss, frisch und duftig wie von der Sonne gebleicht i Reibcit Barsten, Waschbrett, selbst Seife und Soda sind rntbehrUch, daher ganz enorme Crspernle an Zeit. Arbeit und Geld, Garantiert uoscUdlicb bei jeglicher Anwendung. Pakete ä 15 und 65 Pfg. Auf Iredit Paletots, Ulster nur mod. Fassons in jeder Preislage. { Anzahlung E Mark j | von an I pen-KoiilektiDD | Kostflme, Paletots ! Röcke und Blusen — nurNeuheiten— I 1 in größter Auswahl I Anzahlung Q Mark 1 I von � an I erhalt jedermann | bei 1 M. Wochenrate| nur hßi zu der Vermählung unseres Genossen undBe- F zirksfohrers® Ernst Großmann 1 die besten Glückwünsche. Die Genossen des M Bezirks. B.. ___________ 86€ fipfto.(« fcoft fcfcfct tcUttte* tt«..önaBij .waren durch die Hilferufe deS W. und daS durch den Kampf ver- ursachte Geräusch Hausbewohner wach geworden. Diese mußten erst die Türfüllung eindrücken, um zu den immer noch Kämpfenden zu gelangen. Der Einbrecher wurde überwältigt und fest- genommen. Auf der Polizeiwache wurde der Verhaftete als der vielfach vorbestrafte jetzige Angeklagte Naujocks festgestellt. Mit Rücksicht auf die vielen Vorstrafen des Angeklagten und sein überaus gewalttätiges Vorgehen erkannte die Strafkammer auf drei Jahre Zuchthaus und die üblichen Nebenstrafen, Versammlungen. Die städtischen Parkarbeitev hielten am Donnerstagabend eine Protestversammlung im„Eng- lischen Garten" ab. Sie sind entrüstet über die zahlreichen Ent- lassungen von Gärtnern und Arbeitern in der Parkverwaltung; sie fürchten weitere Entlassungen, die besonders die alten Leute treffen. Diese klagen über Günstlingswirtschaft in verschiedenen Revieren, über die Willkür der Obergärtner und über die Rück- sichtslostgkeit, mit der sie behandelt werden. Der Lohn der Park- arbeiter ist Khr niedrig; die meisten erhalten die niedrigen Sätze von 3 M. bis 3,50 M. pro Tag; selten werden 4—5 M., die höchsten Sätze, die erst nach langjähriger Tätigkeit erreicht werden können, bezahlt. Der Stadtverordnete Gottfried Schulz erklärte in einer Ansprache an die Versammlung, daß er wiederholt über die Lage der Parkarbeiter mit dem Dezernenten der Parkverwaltung, Bürgermeister Dr. R e i ck e, gesprochen habe. Dieser habe eben- falls die schlechte Lage der Arbeiter bedauert, aber erklärt, daß es an Mitteln fehle, Parkarbeiten vorzunehmen; immerhin versprach er, für die Bewilligung von Mitteln eintreten zu wollen. Schulz wies darauf hin, wie die Parkarbeiter als Stiefkinder der Ver» waltung gelten, weil sie nach der engherzigen Auffassung vieler „Stadtväter" nichts einbringen, sondern nur Geld kosten. Der gesundheitliche Wert und der Schmuck der Stadt durch die Park- anlagen gilt solchen Stadtvätern nichts. Von der Stadt Berlin könne man auch verlangen, daß sie als Arbeitgeber vorbildlich sein sollte für jeden privaten Unternehmer. Statt dessen gibt man der städtischen Arbeiterschaft außerordentlich viele Gründe zu Klagen. Schulz versicherte, daß der geringe Einfluß, den unsere Genossen in der Stadtverwaltung haben, stets im Interesse der Arbeiter aus- geübt werde, aber leider finde man nur selten ein Entgegenkommen bei den anderen Parteien. In der Diskussion brachten die Arbeiter noch manche Be- schwerden vor und beklagten sich bitter, daß es bei den hohen Beamten auf einige Tausend Mark Zulage im Gehalt jährlich nicht ankomme, bei ihnen aber jeder Pfennig genau berechnet werde, und wenn sie auch mit ihrem kärglichen Einkommen nicht zufrieden sein können, so sollten sie doch vor der plötzlichen Entlassung geschützt sein, denn vielen bleiht kein anderer Ausweg, als die Armcnver- waltung um Unterstützung anzugehen. Die folgende Resolution wurde von den Versammelten an- genommen: „Die heute, am 16. September 1909, im„Englischen Garten", Alexanderstr. 27a, versammelten Gärtner, Arbeiter und Arbeite» rinnen protestieren auf das Schärfste gegen die in der letzten Zeit erfolgten, umfangreichen Arbeiterentlassungen. Die Ver- sammelten bedauern, daß ihren wiederholten Anträgen: „In Berücksichtigung der noch immer wirkenden Krise von Arbeiterentlassungen abzusehen," nicht stattgegeben wurde. Die Versammelten appellieren an das soziale Empfinden der städtischen Körperschaften, nicht angesichts des Winters Hunderte von Arbeitern und Arbeiterinnen, die während des Frühlings und Sommers ihre Arbeitskraft der Stadtverwaltung widmeten, auf die Straße zu werfen und damit dem Hunger und Elend preiszugeben. Sie erwarten, daß die schon erfolgten Ent- lassungen rückgängig gemacht werden, oder die entlassenen Ar» beiter in anderen städtischen Betrieben beschäftigt werden. Die Versammelten beauftragen den Arbeiterausschuß, die vorstehende Resolution der Deputation der städtischen Garten- und Parkanlagen, sowie den, Magistrat und dem Stadtver- ordnetenkollegium zu überreichen." VernritcKtes. Zwölf Personen getötet. Aus Reggio di Calabria wird berichtet: In Riace ist in einer Werkstätte, in welcher heimlicherweise Feuerwerkskörper hergestellt wurden, eine Bombe explodiert. Drei Häuser sind eingestürzt. Zwölf Personen wurden getötet und zwei verletzt. Die Behörden haben sich an den Schauplatz deS Unglücks begeben. Attentat auf eine» Personenzug. Einer Meldung aus Kalkutta zufolge wurde 57 Meilen von Kalkutta auf einen Personenzug eine Bombe geschleudert. Das Dach deS Postwagens wurde abgerissen, Personen wurden nicht verletzt. Eine Explosion. Wie eine Meldung aus BorhSIaw besagt. explodierte vorgestern abend ein mit Rohöl gefülltes Erdreservoir der galizischen Rohöltransportgesellschaft. DaS brennende Rohöl ergoß sich nach dem Dorfe Bania Kotowska und öscherte 160 Hütte» ein. Mehrere Personen erlitten Brandwunden. Der Brand wurde in der Nacht lokalisiert._ Brand eines Erdölreservoirs. Lemberg, 17. September. Der Brand des Erdölreservoirs bei dem Dorfe Bania-Kotowska(Lemberg) ist wahrscheinlich durch Un- Vorsichtigkeit entstanden. Im Dorfe sind nicht 160, sondern nur 12 Bauernhütten abgebrannt. Menschenopfer sind nicht zu beklagen. Eine Abteilung Pioniere auS PrzemySl wirst Erdwälle auf, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhüten. I« großer Gefahr. «US Toulon wird gemeldet:«IS der Schleppdampfer»Jean dÄgrere", der den Postdienst zwischen den JleS d'HyereS und Toulon (Mittelländisches Meer) versieht, aus der Rückfahrt nach Toulon be- Sriffen war, schlugen wenige Meter von ihm entfernt mehrere Ge- hosse inS Wasser, die von den Panzerschiffen.Patrie' und „Republique', die gerade Schießübungen auf den Küstendampfer .Fulminant' abhielten, abgeschossen worden waren. An Bord deS Schleppdampfers, der sich schnell entfernen konnte, entstand eine große Panik. Der Dampfer hatte sich außerhalb der Gefahrzone befunden. Der„Jean dÄgrere' ist vor kurzer Zeit schon einmal von Geschossen getroffen worden. Bei den Marinebehörden ist Beschwerde erhoben worden._ WasserstandS-Rachrtchte» der Landes anstalt fftr Bewäflertunde, mttgeteM von, _ Berliner Wetierbureau. Wasserstand M« m e l, Tilsit P r e g« l, Jnsterbmg Weichsel, Thor» Oder, Rattbor , Krosien , Frankfurt Warth«, Schrimm . LandSberg Netze, Vordamm Elb«, Leittneritz » Dresden » Barbt) » Magdeburg 1+ --- Brunnenstr. 17-18 Ein Waggon Emaille Ein Waggon Steingut und Perzellan Emaille ....... 68, 85, 95 p. 0r,p!fw�a.nn„en.... 1.45 1.95 2.85 Löffelbleche\ 9f» mit 3....................... K.»« Toiletteneimer QS mit Deckel...... Pf- Ovale Waschbecken 9JI /.9 mit SeHennapf....... 32 cm*» Wj 38 em**» Kaffeekannen AH ßfl neublau, zirka 2 Liter Inhalt<»« � Liter wll ...,. Stück 10 Pf- 42 pi. Essenträger, 24z 32 Letfennäpffe cum Anhängen.,»,»»> Milchkannen mit Bügel, zirka 21/s Liter Inhalt Maschinentöpfe mit Rlcg, 20 cm... Pf. Pf. Steingut Waschservice QR I 9C dekoriert.....e,, WV Pf. IcOO Waschservice A/ R 9 QR Steilig, neue Form.»,«»»,»,.«•TTCI MeUÜ Grosse Wasserkannen AO IQ QC rom SerTloe, Cremfarbe..... � tfCI pj, Nachtgeschirre 9D AR crem oder bunt».»»,»,,,»"Uz xCI Salz- oder Mehlmesten 90 OC blau Zwiebelmaster oder bunt# iPWj UU Essig- oder Oelflaschen OC blau Zwiebelmuster oder bunt».»».,»»»"«»Pf, ......... 28 pf. pf. Vorratstonnen bunt CN».»«>»>> Teller weiss, tief oder flach•-■■■■ Satz Salatieren 4 Stück Pf. Pf. bunt W Pf. Pf. Schmortöpfe AK 60 07 neublau oder grau.»»»»»»*�9 Iii. Ff. Mülleimer TfS QR I RR grau oder neublau XW,CIIJ Pf* X.OU Waschgarnituren 0 7R R 9R 1 7R dekoriert, neue Form.... 4el Ü 0.60•ff. I*1 Topfdeckel K 0 10 neublau oder grau.»»»»»»»,» V, W, 1U P'- Waschtöpfe I OK 0 Ifl Emaille..... 6.111 Wirtschafts-Artikel Katfeemühlen 70 00 III) geschmiedetes Mahlwerk»»» � 1"5 Uli PL 1 III Reibemaschinen 1 1II 1 RR 1 RR grob und fein mahlend• 1■■ s IslU!• U U 1» U U Küchenwagen 1 �.R 1 RR mit ReguUerWCb raube»»,,».»»» X»?0 X»00 Spiritus-, Gaskocher 33, 83, 38 pi ���2.83 2.383.48 ......... 8.68 . 3.28 4.28 4.88 Küchenlampen..... 32, 88, 78 pt. Tischlampen...... 1.28 2.78 3.28 Putz- und Wichskästen ßg � Putzkommoden I QR 9 RR mit 8 BchubkaMen.......... I.ÖU 6>00 Garderobenleisten... 40, 33, 38 Eiserne Storesstangen AD ▼er. teilbar, 140 em auaslebbar......... W Scheibengardinenstangen A ▼er.teilbar Stück TT Gardinen-Rosetten ß Jß M .1.29 Zinkwannen mit Eolabodea, extra ftark Zinkwannen ohne Helabodem, axtrs itaifc Pf. Pf. Pt SiehleHern 4 t Posten Ausschuss-Kochgeschirre nach Gewicht Pftrai 28, 25, 80» Kompottschüsseln weiss.»,»«»»»»HU» U, V U U Stück Kartoffeinäpfe 19 QA 9R weiss XOz 6 X, OO Pt Bayerische Bierkrüge IQ>l Iß 1 Liter.............. 13, l£. 10 Pt Tafelservice fi 7R dekoriert, oene Form, 23 tetüc O»» O Porzellan Kaffeeservice Qß dekoriert, für 2 Personea, SteUlg,....... 30 Pf. Kaffeeservice I AR dekoriert, für 4 Persones, 7 teCBg ,»»»,»»» JLsTkCI Kaffeeservice 9 AR Q QR dekoriert, tflr( Paraenaa, 0 teiflg,,, ad» kö 6.00 Satz Milchtöpfe AR StreubhiDMa, S telllg, X 0 Pt Satz Milchtöpfe Qß I OR Oold-Dokor. oder Helft SO Pt bll 1.60 ...15.28,24 .......... 18 Tassen bunt oder Oeldraad■ Portionstassen pt. pt 42 16 12 pt pt. Kompottleren I QQ mit 6 pueenden KemüettaebQaaala, t»loh dekorier«. Ie60 Kartoffeinäpfe mit Beokel..... Teller weis., tief oder tapb> Teller pt. # MA 80». fl eu.k 85 n. Erutenptetten_______ 25.48,98» speise-TeNer........... 18.19» Kaffeekannen 88 48 65» WO»»»»»»»»,»»>«"üoj a w 1« 3,M:Te.rr,rf?.... 65,85, 95» Teller Basiert, bunt.... Kompott-Teller baat Glühkörper 17 prima Ware..... MKk»» Ww* St#«k U U Pf. Grätzinhängelicht 8t(lek§0 pf. Zur Einsegnung! ans fein geripptem sohwarzenKammgam sowie ans haltbaren Gheviotstofien,| n so s anberste Ans- 1 A fübrung vonM. an ans prima tief sobwarz. Kammgarn- undTnch- Kammgamstoffen mit besten Zutaten. bjq eleganter Sitz,|/ von.,. M. 4 an «ach maß Garantie für gutes Passen 2�a| M. 2212 L* H!. Schulmeister Sehn elderniolstep an. Kottbuser Dresdener Str. 4 KT00ttrbuser Gänse! Täglich frisch! Gänse! sowie sämtliche ßänse-Artikel, als Gänseklein, Gänsefieisch usw. Prima Sclifack- und Salami-Wurst a Pfd. 1.10 empnebit Hermann Leissner, Berlin c„ 102/13 Klosterstr. 03/95, Eckhaus K aiser- Wilbelm-Str. 11. Wohlfahrts® T i-k-M-Tsw-w« Ziehung 13. und 14. Oktober 1909. X-'vJ HKX Xü Sesamtbetrng dar Gewinn« I. W.». Mark 85 0 00 Hauptgewinn« M. 30000, 20000 10000, 3000- Lose ä 3 Mark, Porto und Liste 80 Pfennig extra, su haben in allen Lotterie- und Zigarren- Qeschiften sowie beim Qeneraldebit Paul Steinberg 6 Co., G. m. b. H., Bankgeschäft, Berlin C. Rosenthaler Str. 1 l-l Hut-Arnold Dresdenerstr. 116 I(Kein Laden) an Oranienplatz Hut und Mützen Engrosgeschäft, Einzelverkauf na auffallend billigen aber festen Preisen! 1 Welobe Herren hüte v. 1,50-6,00 Steife Herrenhüte v. 2,00-7,00 Hur fehlerfreie moderne Wer# Nur fehlerfreie moderne War«.. Grösste Auswahl In Motzen und Pelzwaren.. Arbeiter vom Handwerker, vom kleinen Beamte«, vom«anf. man«, überhaupt von Jedem, der anf fein Aenfteres hält, wird für billiges Meld wirklich gutfiüende. tadellose Garderobe gesucht. Nur im Kaufhanse für Monatsgarderobe«, Große Frankfurter Straße 03, erhalten Sie diese«nd können darin leicht» zum HUlionär werde«. Wir verkaufen von Millionäre«, Doktoren, Reisende« sowie feinste» Kavalieren«nr wenig getragene, in den ersten Werkstätten DentschlandS «nd des«nSlandeS, teils sogar anf Seide gearbeitete, an Stoff«nd Haltbarsatt Unübertroffene Serla I Serie E Serie HI MaB-Anziige 8 ä 14 M. 18 M. Maß-Paletots 6 M. 12 M. 16 M. Gesellschafts.Zlnzüge wer»«, billigst verliehen. s Kaufhaus nrMoealsgarderoben Große Frankfurtoo* Straße 93. Bitte Im eigenen Interesse aaf Hausnummer zu achte«. Streng reelles christl. Geschüft,»eine Filialen am Platze. Abteilung II Neue Garderoben. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Montag, den 20. September, abends 8 Uhr: All y. Metallarbeiter- Uersammlung in Freyers Festsälen, ffrüher Keller). Koppenstratze ZS. Tages-Ordnung: Die Internationale der Metallarbeiter nnd der Streik in Schweden. Referent: Kollege Loklieles- Swttgart. — a——«iiwii in i i BMWwwMiMPMiMBaww———— gav�nwiiiiiMBsg——— Sekretär des Internationale» Metallarbeiter-Bundes. Nußer dem Kollegen Schlicke werden auch die aus Anlaß einer Internationalen Metallarbeiterlonferenz in Berlin anwesenden Vertreter der dänischen, norwegischen, schwedischen, österreichische», ungarischen, schweizerischen und französischen Metallarbeiter anwesend sein und Ansprachen halten. Killkgtil! Ersiheiiit deshM in Missen und bkluindet dadurch Ena Interesse für de» Kampf in Zchmden. 182/20 Die Ortsverwaltung. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen S Pfg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis, 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, Llndenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. �otalausverkanf. Restdcstände Tuch- und Plüschportieren, Garnitur L.«Z, 3.75. 4.85, 5.65, 6.75, 8.50, 9.50 usw. E. Wcis-cnbergS Portiercuhaus. Grohe Franksurterstrabe 125. L5S7K Tnllbettdelken. extra groß, 1.9», 2.25, 3.35, 4,25 usw. Erbstüllstores, entzückende Aus« sührungen, 3.45, 3,85 4.50, 5.25, 6.00 usw. Gardinenhaus, Große Frank- furterftratze 125. Riesenposte» Gardinenreste und einzelne Fenster(2 Schal) mit 10 Prozent Rabatt, Fenster 1.25, 1.35, 2.25. 2.75, 3.50, 4.50 usw. Gar- dinenhaus, Große Franljurter- straße 125. Abfallteppiche 3.25, 3.85, 4.50, 5.80, 6.50 usw. Teppichhaus Große Franksurterstraße 125. Plüschtcppiche mit kleinen Färb- sehlern, 10 Prozent Extrarabatt, 7.50, 9.85, 11.—, 13.—.15.— usw. E. Weißen- bergS TeppichhauS, Große Frank- surterstraße 125._ Tuchdecken 1.25, 1.75, 2.50, 8.50 usw. Plüsch decke» 3.85, 4.85, 6,50, 7.85, 9.25 usw. Große Franksurterstraße 125. Niesenposten Steppdecken, Wolle und Similiseide, 3.25, 3.85, 4.50, 5.50, 6.50, 7.85 usw. Große Frantsurter- straße 125. Masienberkauf von Möbelstoff- resten. Linoleum- und Läuserstoff- resten zu Spottpreisen. E. WeißenbergS Teppichhaus, Große Franksurter- straße 125.__ Taschenbuch für Gartensreunde. Ein Ratgeber sür die Pflege und lachgemäße Bewirtschastung des häus- lichen Zier-, Gemüse- und Obst- gartenS von Max Hcsdörser. Zweite vermehrte Auflage. Mit 137 Text abbildungen. Preis 3,50 Mark. Expe ditio» Vorwärts, Lindenftr. 69. Dreh rollen, BlUtermaschmen, Wiegeschalen,„Bcrlinea", Waßmann- straße 29(Katalog kostenlos).* Pfandleihhaus Krebber, Küstriner- platz 7, spottbilliger Bettenverkaus, Gardinenvcrkaus, Wäscheverkaus, Uhrenverkauf, Deckenverkaus, Schmuck- fachen, Goldsachen, Silbersache», ver- sallene Psänder._ 2492K Gardinenreste. 2 bis 4 Fenster, spottbillig. Mauerhoff, Große Frank- surterstraße 9, parterre._ 258 3K Die Grunbbegrtsfe der Wir!- schastSlehre. Eine populäre Einfüh- rung von Julian Borchardt. PrciS 40 Ps. Expedition Vorwärts, Linden- straße 69._ Hermannplast 6. Jedermanns vor- teilhastcster Wareneintaus I Staunend billigste Psändervertäusel Bettenver- käuse! Brautbetten! Vermiewngsbett I Wäschevertänsel Brautgeschenke! Pelz- stolas! Taschenubren! Kettenauswahl I Ringeauswahl I Freischwingerl Riesen- auswahl Schmucksachen!! Teppichaus- Wahl! Gardinenauswahl l Plüschtisch- decken! Steppdecken! Extrabillige Winterpaletots! Sommerpaletots l Hochelegante Jackettanzüge I Gehrock- anzöge l Herrenhosen l Bekannt: Allcrbilligste Einkaussquelle Groß- berlinslli Hermannplatz 6.»Sonn- tags cbensalls geöffnet."_* OhneAnzahlung, Woche50 Pfennig, Bilder, Spiegel. Ferner: Möbel, Polsterwaren, Teppiche, Gardinen, Steppdecken, Tischdecken, Bettbezüge, Portieren, Uhren, Gaskronen, Herren- garderobe. Weber, Prcnzlauerstr. 49. Besuch, eventuell Postkarte. Wegen Umzug herabgesetzte Preise. 2537ffi« MonatSanzüge und Winterpaletots, Joppen von 5 Mark sowie Hosen von 1,50, Gehrockanzüge von 12,00, Fracks von 2,50, sowie sür korpulente Figuren. Reue Garderobe zu staunend billigen Preisen. auS Psandleihen versallene Sachen taust man am billigsten bei Roß. Mulackstraße 14. Borwärtsleser erhalten 5 Prozent platz. Teppiche, sarbsehlerhaste, spott- billig._ Gardinen, StoreZ, «xemplare. für halben Wert. Muster- Sofastoffreste selten billig. Plüschportieren, einzelne Paare, spottbillig. Steppdecke«, billig. Musterstücke, spott« Aorwärtsleser, stehende 6 Anzeigen. beachtet vor- 248lK« Bestellen Sie sich einen Matz- anzug bei Schlesinger und Sie werden Freude daran haben. Turm- strahe 58 und Reinickendorserstraße 43. Gasbelenchtungs- Gegenstände, Hängegasbrenner, Zugampeln, mo- berufte BronzegaSkronen, Gaskocher lausen Installateure und Händler allerbilligst Großhandlung Baitmann, Me Jakobstraße 125. Geschästsleuten EngroSrabatt. 2361K' Monarsanzüge, PaletotS, wenig gewogene, von 5 Mark an, große AuShiahI für jede Figur, auch neue elegante Garderobe auS erster Le- zugSquelle, 20 Prozent billiger wie im Laden, direkt vom Schneider» meister Paul Fürstmzelt, nur Rosen- thalerstraße 10. 276,6' Reichgesttckte Tischdecken in Filz- tuch 2,15, Viktoriatuch 2,50,«cht Plüsch 6,75. TeppichhauS Emll Lesovre, Oranienstratzc 153._ 2141K* 6,00 prachtvolle Betten, 9,00 Bauernbett ett, Daunenbetten 12,00, Aussteuer, Damastbezüge 3,90. Nur Psandleihe, Andreasstratz« achtund- dreißig. 2550K Londbett, zwei Deckbetten, zwei Kiffen, zweischläsrig, 18,00, große Laken 1,00. Baiierndcckbett, Unterbett, zwei Kissen 23,00. Psandleihe, Andreas- straße achtunddreißig, rlnnoncenvor- zeiger vergüte Fahrgeld. Zur Einsegnung: Uhren 2,85, Arm- bänder 1,85, Ringe, 333 gestempelt, 1,00, Brosche mit Ohrringen 4,00, 7.50, 10,00. Alles ntit Garantieschein. Psandleihe, AudreaSstratze achtund- dreißig. Gaskronen ohne Anzahlung, Woche 1,00. Riesenlager, LouiS Böttcher (selbst), Betriebsleitung Boxhagener- straße 32.(Bahnverbindung War- schauerstraße). Potsdamerstraße 81, Rixdors, Kaiser Friedrichstraße 247.' Zentral-PIandleihe jetzt Chaussee- straße 60 und Weidenweg 19, spott- billigster Bettenverkaus! Teppichver- kaus I hochelegante öiardwenwahl spottbilligste Aussteuerwäsche I hoch- moderne Jackettanzüge I Riesenaus- Wahl Paletots I Unübertroffener Psänderverkaus I Entzückende Wand- uhren, Taschenuhren, Trauringe I Schmucksachen I Prachtvolle Tisch- decken I Steppdecken I Trumeaus I Nähmaschinen l Zentral-Piandleihe, Chausseestraße 60, Zentral-Psandleihe, Weidenweg 19. 2526K Wasch-, Wringmaschinen, prima, billig, Abzahlung, günstig, Bellmann, Gollnowstraße 26. I9K6K' Billige Hosenwoche. Hochelegante Herrenhosen aus seinsten Matzstoffen 7—15 Mark. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21. 1472b' Vorjährige elcgantcHerrenanzüge und Paletots auS seinsten Maßstoffen 20— 40 Mark. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21. 1473b' .-tinderwagen, zurückgesetzte bessere. Stück 15,—. AndreaSstraße 53. P14c Kinderwagen, nagelneu, Gummi- räder, hochelegant, 20,00. Exerzier. straße 19», Vorderhaus II, In. genieur.__ tl35* Teppiche!(feblerhaste) in allen Größen sür die Hälfte deS Wertes Teppichlager Brunn, Hackescher Markt 4, Bahnhos Börse.(Leier deS »Vorwärts' erhalten 5 Prozmt Rabatt.) Sonntags geöffnet I Nähmaschine, Vittoria, 15,—, reisehalber, Adalbertstr. 34. 1487d Herrenhüte, Mützen für Herren und Knaben, große Auswahl, billigst, Palm, Hutmacher, Reichenberger- straße 60._ f22 Teppiche(Farbcnsehler), Steppdecken, Gardinen, Tischdecken, Tüll- bcttdccken, Uebergardinen, Sosa- stoffreste spottbillig Fabriklager Mauerhoff, Große Franksurterstraße 9, Flureingang. Vorwärtslesern sechs Prozent._ 2488K' Pfandleihhaus Rixdors, Berg- straße 53. Spottbilligster Betten- verkaufl Vermictungsbettl Wäsche- verkauf! Gardinenauswahl! Portieren! Steppdecken I Tischdecken! Teppich- vcrkaus! Herrengarderobe! Schmuck- suchen I Taschenuhren! Frcischwinger'l Verschiedenes I Spottpreise! 2505K' Gasbronzekronen!!! Gqszug- lampen 9,00. GaShängelicht I Salon- gaskronen I spottbillig I Gasrohr- Ihren l1/,. Schauscnsterlichtl Wohlauer, Wallncrtheaterstraße 32. Teppiche. Die Nestbestände einer Teppichsabrik kommen zum schleunigen Verkauf. Preise bedeutend herab- gesetzt. Plüschteppiche, ganz schwere Qualität: Stubengröße, früher 18,50 jetzt 12,00: Wohnzimmergröße, früher 32,75 jetzt 24,50: Salongrößc, früher 43,50 jetzt 35.00. TeppichhauS Georg Lange, Chaujseestraße 73/74. Steppdecken, eigene Ansertigung, richtige Größe, 3,75, 4,50, 5,50, 7,50. TeppichhauS Georg Lange, Chaussee- straße 73/74. Gebrauchte Möbel aus Versteigerungen, Schränke, Vertikos, Tische, SofaS, Schreibtische, Bücherschränke, Büsetts, Garnituren, Bettstellen, Wasch. toiletten, Bilder, Kronen, Teppiche, komplette Wirtschaften bedeutend billiger wie überall. LennertS Möbel- fpeicher, Lothringcrftraße 55._' ~a)iübel- Teilzahlung. Spezialität: Neinere WohnungS-Einrichtungen so- wie einzelne Möbelstücke verkaust unter nur denkbar kulantesten Be- dingungen. E. Cohn, Große Frank- surterstraße 53. 2560K' Wegen baupolizeilicher Räumung spottbilliger Möbclverkaus Andreas« straße 30, geradcüber Markthalle. Billiger als im Möbelgeschäft. Durch Zufall kommen mehrere billige 'Elnrichkungen zum Vcrkaus, 180, 250, 325, 400, 475 bis 1200, sonst ganz bedeutend mehr! Solange der Vorrat reicht! G'ekäufteS kann bis November kostenlos lagern. Lothnngersttaße 26, Hos, im Speicher. Bitte Hausnummer 26 zil achten, da in der Straße meh- rere Möbclhändler existieren. Grüne Schilder am HauS. 1484b Fünfzig wöchentlich. Möbel, Gar- deroben, Uhren, Kinderwagen, Wäsche, Betten, Steppdecken, Gardinen, Tep- piche, Eisenmöbel, Kronleuchter.SPrech- Maschinen, Musikwerke, Trauringe. Granzow, Stargarderstraßc 64.•* Vorjährige hochelegante Anzüge und Paletots, ans seinsten Maßstoffen, früherer Preis 60—90, jetzt 20— 10, werden täglich im Kavalier- Klub, Unter den Linden 61 Ii verkaust.' Sescdäftsverkäute. Milchgeschäft-Einrichtung spottbillig zu oerlausen. Plantagen- straße 7.__+85 Parteilokal, Zahlstellen, sofort verkäuflich. Offerten.Vorwärts". Speditton, Salzwedclerstraße. st 53 Zigarrenfiliale mit Wohnung verpachtet, eventuell oerkaust Barich, Rixdors, Emscrstraße 120._ 2585Ä Schultheift- Ausschank, Zahlstelle Metallarbeiter, Hos, Fuhrwerk wegen Krankheit verkäuflich. Adalbertstraße 15. Gemüsegeschäft, existenzsähig, ver- kaust Witwe, weil allein. Mit Waren» bestand, neue Rolle, Fuhrwerk 750. Rixdors, Okerstraße 45. s-111 Mdbel. Möbel. In meiner seit 1880 be. stehenden Möbelfabrik, Gneisenau- jtraße 15, am Halleschen Tore, stehen viele Wohnungseinrichtungen zu sehr billigem Verkauf. Teilzahlung bei geringer Anzahlung. Beamten ohne Anzahlung. Einrichtungen von 150 bis 500 Mmtk. Bessere bis 10 000 Mark. Empsehlenswcrte Besichtigung der verliehen gewesenen Möbel. Kleiderschrank 18.—. Cosa 33,—, Bettstelle mit Federmatratze 23,—, Muschelspinde, Vertikos 26,—, Plüsch- garniturcn. PaneelsosaS 70.—, Muschclbettstelle mit Matratze 35,—, Schreibtische, Ausziehtische, Schlafzimmer, Herrenzimmer, gebrauchte SalonS. Farbige moderne Küchen 47,—. Kostenlose Ausbewahrung. Sonntags geöffnet. Bitte aus Haus- nummer 15 zu achten._ 2473K' Ntövelgelegenhett! Wenig ge- brauchte, guterhaltenc Möbel, auch neue, einsachste, eleganteste, beliehen gewesen, versallene spottbillig. Riesen- lager, Lombardspeicher, Neue König- straße 5/6, Fabrikgebäude. Sonntags geöffnet.(ZablungSerleichterung.) Billige Möbel, gebrauchte, ver- liehen gewesene und neue. Kleiderspind, Pertiko 18, Ausziehtisch, Sosalisch 15, Küchenspind 10, Bettstelle mit Matratze 18, Garderobenschrank, Herren- schreibtisch 36, Chaiselongue mit Decke 19, Sofa 22, elegante TaschensosaS 45, PaneelsosaS 63, Säulentrumeau 30, SiußbaumbüsettS, Bücherspinde, eng- tische Schlaszimmer, bunte Küchen 55, Waschtoiletten 20. Ratenzahlung. frei. StargardtS Möbel- Transport fpeicher, Lothringerstraße 69. 229/4' MöbelkanfhauS Skalitzerstr. 47/48, nahe Görlitzerbahnhof, Wohnungs- einrichtungcn von 150.00 an. Kleider- schränke, Vertikos 28,00, Bettstellen mit Matratze 13,00, wunderbare SäulentrumeauS 28,00, Ausziehtisch 15,00, Waschtoiletten 20,00, elegante TaschensosaS 45,00, moderne Küchen- einrichtung außergewöhnlich billig. Sofa 10— 18— 30, einfache Lelt- stellen 10, Muschelbetten, komplett 25— 35— 45, Klelderspmde 12— 18, .V ertjko, Waschtoiletten. Brautleute bitte zu beachten I Langjährige Garantie I Dresdenerstraße 124, Möbelhalle._ 2584.«* ES sind noch folgende komplette Zimmer zu haben, welche sonst zirka den doppelten Wert haben. Speise- zimmer 450, 580. 800. 975, 1250. Herrenzimmer 360, 490, 580, 750, .900, 1050. Salon 400, 650, 760, 925, 1200. Schlafzimmer 240, 300, 450, 630, 800. Verschiedene einzelne Büsetts, Umbaue, Garnituren, Leder- stähle, Pianino, Teppiche, Ankleide- schränke, Ausziehtische. Bettstellen. mpdxrne Küchen,. Vertikos bis 50 Prozent billiger. HascmannS Ausbewahrungs-speicher, Lothringer- straße 26. Bitte aus HauSmunmer 26 zu achtens da mehrere Möbelgeschäste in der Nähe sich besinden. 1485b» Musik. Pianino. herrlicher, gesangreicher Ton, Hoflieserant, wenig gebraucht, sofort billigst Warschaucrstraße 58. Ouergebäude 1._ 96/16' Sprechmaschinen 10,—, 12,50, 16,— usw., Schallplatten 0,40, 1,— 1,50, 2,—. Erstklassiges Fabrikat. Landsbergerstraße 40. 7127'' Violinunterricht(neue, doppel fördernde Methode bis zur Vollendung) gibt ersahrener Künstler wöchentlich. aus Wunsch auch nur eine Lektton a 1,25 M., bei zwei Schülern je 75 Ps. Offerten unter v. 2 Expedition deS .Vorwärts'.(r Verschiedenes. Patentanwalt Wessel, Gttschtner- straße 94». Kunüftopferei von Frau KotoSkh Echlachtinsee. Kurstratze 8, Hl. Lernt die Muttertprache beberrschcn! Erfolgreichen, leicht saßlichen Unterricht in Wort und Schrift der deutschen Sprache erteilt Damen und Herren (separat) auch abends ein tüchttgcr und gewissenhafter Vrivatlebrer. Die Stunde kostet eine Mark. Eine Unter- richtSswnde wöchentlich genügt Ge- sällige Angebote find unter Ö. 4 an Expeditton de».vorwärts» zu richten. Wer-Stoff hat? Fertige Herren- anzöge 15,00. Wagner, Schneider- meister, Lichtenbcrgerstraße 9. 102/18' Wäsche wird sauber und schonend gewaschen, im Freien getrocknet. Ab- bolung Mittwochs. Waschanstalt H. Thamke, Grünauerstraße 41, Köpenick. O-Ield aus Möbel, Wirtschaften, PianinoS, anerkannt kulant, schnell. Lagerspeicher, Neue Königstraße 5. (VII. 1587.__ 276/8* Leihhaus Merkur, G. m. b. H., Große Frantsurterftraße 116(Pfand- leihanstalt und AnkausSabtcilung). So He Belelhung für Goidwarcn, ilbersachen, Schmuckgegenstände, Uhren, Herrengarderobe, Pelzwaren, Wäsche, Lexiken, Klaviere, Stoffe, Warenposten, jeden Wertgegenstand Ununterbrochen geöffnet. Buchbinderarbett, sauber, Louis Meyer(Ernst Wilhelm), Strelitzer- straße 32. 1453b' Kaufe alten Kleiderschrank(Preis- angab«), Küchenttsch. Offerten„Vor- wärts», Lausitzerplatz 14/15._ f22 Zwei Bettstellen. mit Matratze, und Tisch. Böhnle, Schleiermacher- straße 15, Ouergebäude Ii. PI. 13 Kinderdrahtbett, neu, dorserstraße 30, Hüttel. Rüders. tl40 Hochelegantes Plüschsosa, vollständige Wirtschast spottbillig. Karras, Sebastianstraße 82, Vorderhaus. Zwei Bettstellen mit Matratzen, gebraucht, Stück 12,00. Alm, Gretss- walderstraße 218. Sonntag 10—12. �admider. Herrenfahrrad. Damentahrrad einmal benutzt 40,00. Holz, vlumen- straße 36 t>.._ 16835?' Geschüftödreirad, äußerst stabil. 60,00 an. Holz, Blumenstraße 36d. Herrenfahrrad sowie Torpedo- steilnusrad, spottbillig, dringend. Moabit, Huttenstraße 66, Restaurant. Umzngshalber Kleiderschrank, Vertiko, Sosu Schreib tisch usw. Sil er, Kreuzbergstraße 14836* Herrenfahrrad, Damensahrrad, Nähmaschine sofort, umzugshalber spottbillig Wasscrtorstraße 44, 1 rechts. Herrenfahrrad, hochelegant, 30,00, Pankstraße 45, parterre rechts M'H -(-135 SwWtMrtlWr gm» Zlstger, Kerlio. gut dLst Sysepgtkotkjl velgsttwu Xd.Gl»>f,.N!-rljn. Skstck v. vrrwlVorwart» TamenfilzHÄte werden umge formt. Palm. Hutmacher, Reichen bergerstraße 60._-(22 Großes VereinSzimmermit Klavier ist frei Koloniestraße 40.-(94 Vermietungen. Wohnungen. Umzug vergütet I Zwei- und Ein- zimmerwohnungen billig, Rixdors, Weigandufer 10. 2ö39K' Slrbetter- Wohnungen billig, Guineastraße 38, Vergütung.-f84 Sonnenbürgerstraste 27 3-, 2-. 1- Zimmerwohnungen, sofort, später Soldtnerstraße 16, Eckhaus, 1-, 2-Zimmerwohnung sosort, später.' Billige Hoswohnungen. Am Schlesischen Bahnhof 3. 1470b' Limmer. Befleres möbliertes Zimmer an 1 oder 2 Herren zum 1. Ottober zu vermieten, Schildt, Reichenberger- straße 122, Seitenflügel IN. 1719b Gut möbliertes Zimmer vermietet Glowienke, Rixdors, Erkstratze 20.' Möbliertes Zimmer, separat, Hase, Oranienstrage 198 vorn IV, am Heinrichplatz._ 14806* Möbliertes Zimmer sür 1 oder 2 Herren bei Anthauer, Skalitzcr- straße 20, vorn Hochparterre.-(-22 Schlafstellen. Schlafstelle, Herrn, Vorderzimmer, Grünerweg 63, l links._ s-140' Möblierte schöne saubere Schlaf- stelle zu vermieten Wallstraße 19. Schlafstelle sür Herrn. Döring. Strausbergerstratze 17�_ 1474b Alleinige Schlafstelle vermietet Lausitzerstraße 20, vorn II links.->-22 Schlafstelle, freundliche, sür zwei Herren, vermietet Kaßler, Rummels- bürg, Neue Bahnhof straße 9, Quer- gebäude parterre.-f-123 Mietsgesuche. Suche kleines möbliertes Zimmer, 15 Mark inklusive. Nähe Schlesischer Bahnhos. R. S., Postamt 14.+38 Herr sucht helles, möbliertes Zimmer bis 18,— inklusive, Süd- osten..Allein', Postamt 59. 1476b �rbeitsmarkt. Stellenangebote, Bauanschläger verlangt Schlosserei Blume, Charlottenburg, Schiller- straße 97._+137' Klavierspieler Sonntags verlangt Weserstraße 42._ Sonnabends, Balte, Rixdors, _+11 Fraiser aus Perlmutter, Horn oder Zelluloid sucht Noa Nächst, Stall- schreiberstraße 58. 103/5 Silberpolierertu findet Beschästi- gung bei Rakofi u. Rogge, Ritter- straße 26.+22 Lehrmädchen im Alter von 14 vis 16 Jahren, aus achtbarer Familie, bei monatlicher Vergütung sosort gesucht. Meldungen nur in Begleitung der Eltern ober deS Vormundes 1—2 mittag» oder 7—3 Uhr abends. A. Jandors u. Co., Belle-Alliancc- straße 1/2. 25865t' Im Arbeltömarkt durch öefouderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 60 Pf. die Zeile. Achtung! Holzarbeiter Wegen Streik und Differenzen sind gesperrt: Für Tischler, Poliere» und Maschinenarbeiter: Banlischlerei Staats, Oberbaum- straße 5. Sämtliche Betriebe in den Orten Luckenwalde, Rathenow. Muö- kau, Segeberg(Holstein) und Magdeburg. Für Modelltischler Modelltischlerei Bormann u. Körting, Gerichtstraße. Für Stellmacher: Berliner Motorwagenfabrik in - Reinickendorf. Erdmanu n. Rosfi, Linien- straße 139/140. Goldleistenfabrik Mackensen, Ritterstr. 47. Gleichzetttg ersuchen wir die Kollegen aller Branchen der Holz- industrte daS VermiItelungSbureau de? gewen.Handwerkerschutz« Verbandes* streng zu meiden. Die Ortsverwaltung. Herren! mit guter Schulbildung finden gute Anstellung bei einer alten, soliden Lebensversicherung mit steinen Ratenzahlungen(keine Volksversicherung I) Bewerbungen mit der Ausschriest L. st. 2669 befördern ttaasensleln u. Vogler A.-G., Berlin W. 8._ 266/19* Ivvchdrllckuxj u. sverlsgsanftalt Pgul Singer& Co.. Berlin SW.