Ur. 242. Hbennemcnts-Bedlngungcn: SBonneincntä> Preis pränumerando z »ierteljährl. 3,30 mt., nionall. 1,10 Mk,, Ivochenilich 23 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- nuinmer mit illustrierter Sonntags. Beilage»Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Wonnemenl: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. PostabanneinentS nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, RmilSnien, Schweden und die Schweiz. 36. Jahrg. Crfchdiit»glich aitOtr moatagi. Vevlinev VolKsblatt. Die Tnlertlons-Gebülir- tekägt für die scchsgespaltene kolonef- geile oder deren Raum 50 Pfg., sür politische und gewerkschaftliche Vereins- und VersamnilungS-Anzeigen 30 Psg. „Ulelne Zln-ergen", das erste ffett« gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- sicllcn-Anzcigcn das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zähle» für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, � Tclegranini. Adresse: „SczUUdMlsrat Kcklia". Zcntralorgan der rozialdernokrat» fchen Partei Deutfcblands. Redaktion: 853. 68, Lindenstrasse 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 198». Sonnabend, den 16. Oktober 1669. Expedition: 8Rl. 68» Lindcnatraaac 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1381. Schnapstrinken ist Nntevstützung der Junker und der Regierung! Arbeiter, Genossen! beachtet den NültkifogsliesiHlllß, den KmiltimillWlM! Der Moig und die Ctafskrilc. London, 13. Okt. In einer Zeit politischer Spannung und Ungelvistheit, wo die Parteien fast gegen ihren Willen sich in einem heftigen Kampfe befinden, sind Gerüchte und Mntmafinngen un- vermeidlich. Besonders aber sind Audienzen der Minister und Parteiführer beim König sehr geeignet, zu unbegründeten Spekulationen den Anlaß zu geben. So wird jetzt viel über Kompromißverhandlungen zwischen Unter- und Oberhaus in Sachen des Etats spekuliert, da Asquith, Balfour und Lans- downe beim König waren. Es soll hier gleich gesagt werden, daß diese Spekulationen aus liberaler Quelle kommen. Der konstitutionelle Kanipf ist einem großen Teile der Liberalen unangenehm und sie appellieren an den König— an„Eduard den Friedensstifter"—, die Führer der beiden Parteien zu einer gemeinschaftlichen Konserenz zusammenzubringen. Dagegen hebt die konservative Presse die konstitutionelle Stellung des Königs hervor, die ihm verbietet, die Nation politisch zu beraten. Da es in England keine geschriebene Konstitntion gibt, sondern konstitutionelle Gebräuche, Nesolutionen und Ansichten, die der Wirklichkeit folgen und sich mit ihr verschieben und entwickeln, so läßt sich die Frage über die konstitutionelle Stellung des Monarchen nicht mit einem Hinweis auf diesen oder jenen Paragraphen abmachen. Der König von England könnte, wenn die Freiheitsliebe und die Wachsanikeit der Nation nachließen, ebenso die Re- gierung beherrschen, wie der deutsche Kaiser die deutsche Rc- gierung oder gar wie der russische Zar das russische Reich. Es würden sich schon Staatsrcchtslehrer finden, die einen der- artigen Staatsstreich gesetzlich begründen könnten. In England ist in der Regel das Gesetz reaktionär, die Wirklichkeit freiheitlich. Das Gesetz hinkt der Wirklichkeit nach. Zuerst kommt die Wirklichkeit, dann kommen Gewohnheit und Gebrauch als Anpassungen an die Wirklichkeit, und erst langsam erneuert sich dementsprechend das Gesetz, teils durch richter- liche Interpretationen, teils durch parlamentarische Akte. Die Stellung der Richter in England ist deshalb eine sehr hohe. Die zwei hervorragendsten StaatSrechtslchrer Englands sind gegenwärtig Dicch und Anson. Ueber die Stellung der königlichen Macht in England sagt Dicey:„In ihrem Kampfe mit der königlichen Macht haben die Führer des englischen Volkes nie versucht, die Autorität der Krone als Staatsober- Haupt zu vernichten oder zu zerstreuen, ausgcnominen in Zeiten revolutionärer Stür.mc. In der Regel ging ihre Politik da- hin, die Macht des Königs unberührt zu lassen, aber die Handlanger der Krone au ein gewisses Verfahren zu binden, das vorerst die Herrschaft des Gesetzes und dann die Souveränität des Volkes sichert." Und Anson erklärt:„Die Rolle der Krone dem Parlainente gegenüber ist, den Rat ihres Volkes anzunehmen und Gesetze zu machen, aber nicht irgend eine Politik zu formulieren, zu unterbreiten oder zu verteidigen." Die englische Krone ist jetzt machtlos, aber da sie existiert, ist sie einflußreich. Die Parteien können sich ihrer bedienen und ihr in Streitfällen die Rolle des Ver- Mittlers zuweisen. Die eine oder die andere Partei ruft in solchen Fällen nicht die Macht der Krone an, sondern ihren Einfluß. Was das Verhältnis des Königs zur Etatskrise ist, dürfte aus folgenden Stimmen der heute erschienenen Londoner Zeitungen hervorgehen. Die Bedeutung, die den Audienzen der Oppositionsführer beim König zugeschoben wird, wird nach Ansicht der„Times" von vielen übertrieben. Die Audienzen mußten auf Anraten des Premierministers erteilt worden sein. Allein mehr als Informationen ent- gegennehmen, konnte der König nicht.„Der König bemühte sich, genaue Informationen aus erster Hand zu erhalten über die Ansichten der beiden Parteien betreffend die unge- wohnlich heikle und schwierige Lage, die jetzt das politische Leben Englands beherrscht. Alle Spekulationen, die darüber hinausgehen, haben keinen Sinn.... Irgendwelche Unter- Handlungen konnten nicht stattfinden und haben tatsächlich nicht stattgefunden." Der„Standard" ist ähnlicher Ansicht. Die Audienzen der Parteiführer konnten nur auf Veranlassung des Premier- Ministers gewährt worden sein.„Was die Haltung des Königs betrifft," sagt das konscrvativ-schutzzöllnerische Blatt, „so ist keine Mutmaßung statthaft. Indem der König die offiziellen Führer der Opposition zu sich berief, konnte er nur dem Rate des Premierministers folgen.... Die Frage ist also: Was bezweckt Asquith?" Das Blatt ant- wartet, er wünsche einen Ausgleich, da er den konstitutionellen Kampf nicht wünsche und nur von Lloyd George und Winston Churchill zum Kampf gedrängt werde. „Daily Telegraph" hält dafür, daß die Einladung des Königs an Lansdowne und Balfour eine unerhörte Ent- Wickelung sei, die auf die unerhörte Etatskrise folge.„Allein die Umstände dieser Audienz seien derart, daß sie den König von aller Verantwortlichkeit, die mit den konstitutionellen Funktionen der Krone nicht vereinbar ist, freisprechen. Die Initiative kain von Mr. Asquith, der des Königs Haupt- sächlichster Berater ist. Jeder Forscher der Konstitution weiß, daß diese merkwürdige Episode nur das Ergebnis der Jhitiative des Premierministers sein konnte." Nach der„Daily News" hat sich der Premierminister niit dem König in Verbindung gesetzt, um ihn zu veranlassen, den Führern der Mehrheit der Lords mitzuteilen, daß, falls sie keine Mehrheit für den Etat zusammenbringen könnten, der König bereit sei. durch einen Pairsschub(durch Schaffung der nötigen Zahl von Lords) ihnen die nötige Mehrheit zu geben. Bekanntlich wurde ein ähnlicher Druck im Jahre 1832 auf das Oberhaus ausgeübt, als dieses sich weigerte, die Reformbill(Reform des Wahlrechts zugunsten der Mittel- klassc) passieren zu lassen.— Aus allen diesen Stimmen ergibt sich die herrschende An- ficht über die konstitutionelle Stellung der 5trone, die nur auf Veranlassung des Premierministers, das heißt des Führers der parlamentarischen Mehrheit, in die Politik als Vermittlerin eingreifen kann. Im übrigen ist die Nachricht, daß der König persönlich für die Annahme des Etats ist, feit Wochen bekannt. Der Pariser„Tcnips" fügte sogar hinzu, daß der König die Folgen eines eventuellen konstitutionellen Kampfes für sehr ernst halte.— Zum NaWamps. Freisinn und Staatsstenern. Die offiziellen Organe des Freisinns, die. Monitcure der Fisch- deck, Wiemer und Genossen, die in der Irreführung der Massen schier Unmögliches leisten, suchen es, entgegen den von uns des öfteren geschilderten tatsächlichen Vorgängen immer wieder so hin- zustellen, als seien die den freisinnigen Parteien angehörigen Mit- glieder des Abgeordnetenhauses unschuldig daran, daß die Vevölke» rung, vor allem die Beamten, Lehrer und Gewerbetreibende, gleich- zeitig mit der Steuerschröpfung durch das Reich auch eine solche durch den Staat über sich ergchen lassen müssen. Wir fühlen dem Freisinn nach, wie unangenehm es ihm ist, an seine Sünden er- innert zu werden, zumal in einem Moment, wo sein Liebcsgirren um die Stimmen des Mittelstandes den Höhepunkt erreicht hat; aber das Interesse an der Wahrheit verbietet es uns, irgendwelche Rücksichten auf ihn zu nehmen. Als die Regierung zu Beginn der verflossenen Landtagssession neben der sogenannten Gescllschaftssteuer u. a. eine Erhöhung der Steuern für alle Einkommen über 7000 M. verlangte, da war es der Redner der freisinnigen Volkspartci, Abg. Dr. Wiemer, der am 31. Oktober mit dem ihn auszeichnenden Brustton der Ueberzcugung mit Rücksicht auf den Mittelstand vor einem solchen Experiment warnte. Wörtlich erklärte er nach dem amtlichen Stenogramm: „Wir glauben, daß auch bei einer Grenze von 7000 M. solche Kreise des Mittelstandes 5n Betracht kommen, denen eine Steuer- erhöhung in diesem Augenblick außerordentlich schwer fallen würde, und für uns ist die Frage wohl erwägenswert, ob man nicht die Grenze heraufsetzen soll. Gegen eine Herabsetzung würden wir uns entschieden aussprechen müssen." Am 31. Oktober also wollen die Freisinnigen von einer Be- lastung des Mittelstandes mit neuen direkten Steuern nichts wissen; da sprechen sie sich noch„entschieden" gegen eine Herabsetzung der EinkommenSgrcnze, von der ab die Steuern erhöht werden sollen, aus. Und wenige Monate später schließen sie hinter den Kulissen in der Kommission mit den Konservativen, den Naiionalliberalen und dem Zentrum ein Kompromiß, dem zufolge sogar die Ein- kommen von mehr als 1200 M. stärker bluten sollen. Dies schofle Verhalten ging selbst waschechten Blockfreisinnigen über die Hut- schnür. Der Reichstagsabgeordnete Dr. M 0 m m s e n veröffent- lichte einen Artikel, worin cS u. a. heißt: „Die Tatsache, daß sich an dem in der Steucrkommission des Abgeordnetenhauses zustande gekommenen Kompromiß auch die freisinnigen Mitglieder beteiligt haben, wird"in freisinnigen Kreisen zur Zeit lebhaft und, wir dürfen sagen, keineswegs zustimmend besprochen. Die Steuerzuschläge sollen, wie bekannt, entgegen dem ersten Vor- schlag der Regierung bereits bei einem Einkommen von 1200 M. beginnen. Man darf mit Recht fragen, ob eine solche Maßnahme dem bisherigen Standpunkt der Freisinnigen entspricht, der eine Mehrleistung der niedrigen Einkommen schon mit Rücksicht auf die drohende Erhöhung der indirekten Steuern im Reich ver- mieden wissen wollte." 1 Erst als dieser Artikel erschienen war, steckten die Freisinnigen ein Loch zurück, indem sie im Plenum wenigstens die Freilassung der Einkommen von 1200 bis 3000 M. beantragten; allerdings ver« geblich: das Abgeordnetenhaus beschloß mit überwältigender Wehr- heit, auch öiese Steuerklassen zu schröpfen.- Trotzdem besaß der freisinnige Abgeordnete Gyßling die Dreistigkeit, in der Plenarsitzung am 19. Februar seine Freunde als diejenigen zu bezeichnen, die für die Entlastung der unteren Klassen eintreten wollen. Von dm Sozialdemokraten auf den Widerspruch zwischen Freisinnsworten und Freisinnstaten aufmerksam gemacht, suchte Herr Gvßling sich damit herauszureden, daß ein Kompromiß zwischen Regierung und bürgerlicher Mehrheit vorlag. Gewiß, aber wer in aller Welt hat denn die Freisinnigen zu diesem Kompromiß gezwungen, wer hat sie gezwungen, sich in diametralen Gegensatz zu ihren Worten vom 31. Oktober zu setzen und den Mittelstand so zu belasten? Doch einzig und allein ihre krankhafte Sucht, es mit der Regierung und ihren damaligen Block- brüdern nicht zu verderben. Alles andere, was die freisinnigen Redner zu ihrer Entschuldigung vorbrachten, lief auf leere AuS- reden hinaus, an die sie selbst nicht glauben.. Fürwahr, es ist ein starkes Stück, in einer Zeit des Wirtschaft- lichen Niederganges, in einer Zeit, wo Angehörige des Mittel- standes nicht weniger als Angehörige der Arbeiterklasse in ihrem Einkommen geschmälert sind, zu einer Zeit, wo außerdem noch die Einführung neuer indirekter Reichssteuern unmittelbar bevorstand, einer solchen Maßnahme zuzustimmen. Und wenn die Freisinnigen wenigstens ehrlich gewesen wären und von vornherein Farbe be» kannt hätten I Aber das liegt nun einmal im Wesen der Führer des heutigen Freisinns, daß sie das Volk durch Redensarten zu betören und zu belügen suchen. Der Mittelstand aber, der jetzt vor den Wahlen von den bürgerlichen Parteien umworben wird, mag sich bei der konservativ-national-freisinnig-klerikalen Mehrheit des Abgeordnetenhauses bedanken, daß neben der indirekten Steuerlast im Reich auch die direkte Belastung in Preußen immer unerträglicher geworden ist.'__ Der UiaDD mit der eisernen Stirn. In der neuesten Nummer seines Skandalblattes pro- duziert sich Herr Wilhelm B r u h n, Mitglied des Reichstags. Nachfolger Ahlwardts im Mandat des Wahlkreises Friede- bcrg-Arnswalde und in der geschäftlichen Ausbeutung von Schandtaten, wie sein Vorgänger der Erpressung in zahl- reichen Fällen dringend verdächtig, als Mann mit der eisernen Stirn. In einem schwülstigen Artikel» dessen hohlem Dorfschniierenpathos man ans 100 Meter anhört, daß es mit dem Brustton edler Entrüstung nicht näher verwandt ist. als der Regen- Wurm mit dem Meisichen, schildert er sich als den reinen und unerschrockenen Kämpen gegen stinkende Korruption. Herr Bruhn hat den Geschmack, an die Spitze folgende Stelle aus dem Artikel abzudrucken, niit dem sich die erste Nummer des Unternehmens zur Ausbeutung der Schande und des Un- glucks einführte. Die Worte sind wert, wiedergegeben zu werden, sie sind ein schlagendes Beispiel dafür, was Leute vom Schlage Bruhns. was Blätter wie die„Wahrheit" ihren Lesern bieten dürfen. Also sprach die„Wahrheit" am Tage ihrer Geburt: „Wer die Wahrheit als Evangelium künden will, weiß von vornherein, Ivo seine bittersten Gegner sitzen. Und er weiß auch, daß die herrschenden Gewalten wider ihn sein werden, weil sie ihr Dasein bedroht fühlen; weiß, daß sie kein Mittel scheuen, ihn zu vernichten. Wer also für die Wahrheit ficht, muß sich panzern vom Kopf zum Fuß und gewappnet sein jede Stunde des TageS für alle Fälle. So treten wir denn die Reife an, der in nebliger Ferne ein lockendes Ziel winkt. Mit jedem Tage wollen wir wcitcrdringen, bis die nächtigen Schleier fallen und Helles Licht uns den Tag erhellt. Der Wahrspruch aber, unter dem wir siegen wollen, soll heißen wie jener in des werdenden Reiches Jugendtagen: Wer die Wahrheit kennet und sie nicht spricht, Der bleibt sürwahr ein erbärmlicher Wicht." Und heute schließt Herr Bruhn: „... Ter Tag der Abrechnung aber wird kommen, und«in reinigendes Gewitter wird den Horizont erhellen. Unser Schild ist rein und unser Schwert ist blank. Wir werden uns, bauend auf eigene Kraft, gegen eine Meute ins Feld stellen, die zahllos ist wie der Sand am Meere. Und die „Wahrheit" soll unsere Parole sein und unser Schlachtruf soll heißen: vieu et mon clroit! Und wir werden siegciy weil unsere Sache gut und unser Kampf ehrlich ist." Frecher ist wohl selten die deutsche Sprache zu unsauberen Zwecken gcmißbraucht worden. Wir begnügen uns damit, hierher zu setzen, was das einstige Organ des Bruhn, die antisemitische „Staatsbürger-Zeitun g", heute über das Organ des Gesinnungsgenossen von der anderen Fraktion schreibt. Da heißt es: „... Als Skandalblatt schlimmster Sorte muß jedoch die von dem llieichötagsabgcordncten Wilhelm Bruhn herausgegebene „Wahrheit" bezeichnet werden. In diesem Blatt wurde ziemlich planmäßig das Privatleben reicher und hochgestellter Personen dem öffentlichen Skandal preisgegeben. Davor be- hüten konnte man sich nur dadurch, daß man der„Wahrheit" durch Jnseratenaufträge etwas zu verdienen gab..., » Erfteulicher!v«ise melden die Zeikungen, daß Nun auch gegen ticn Verleger der„Wahrlzeit", den Reichstagsal'gcord- treten B r u h n, das Ermittlungsverfahren eingelertet ist. Hoffentlich gelingt es denr Gericht, das öffentliche Leben nicht nur von dem Blatt die„Wahrheit", sondern überhaupt von den ge- samten erbärmlichen Schundblättern wie die„Wahrheit" zu be- freien. Beachtenswert ist es, daß der Bahnhofsbuchhandel neben anderer zweifelhaften Literatur bisher auch die„Wahrheit" ver- trieb. Hoffentlich befreit der Eisenbahnminister endlich die Bahn- hofslrteratur von der Skandalprcsse und Schundliteratur. Aber auch ein v e r d i e n st I i ch e s Werk würde es sein, wenn Herr Bruhn endlich einmal aus denr Reichs- tage verschwinden würde. Daß er sein?Randat selbst niederlegt, ist wohl nicht zu erwarten. Abg. Bruhn ist in Friedeberg- Arns walde als„Antisemit" geivählt." Wir haben neulich die„Staatsbürger-Zeitung" ein hundsgemeines Bla'tt genannt und halten diese Be- Zeichnung auch jetzt aufrecht, da. dieses antisemitische Organ sich bis jetzt noch nicht entschlossen hat, mitzuteilen, daß Genosse H e n g s b a ch sofort die Klage gegen die Wiegershans und Nichter eingeleitet hat, daß er den bekannten Brief als einen Liigenbrief bezeichnet hat. Aber deswegen ist die„Staats- bürger-Zeitung" im vorliegenden Falle um so nnver- dächtigere Zeugin. Sie würde den antisemitischen Mitbruder — und wenn er auch nicht zur Gruppe der„Staatsbürgerin", der Wirtschaftlichen Vereinigung, sondern zur Reformpartei gehört— sicher nicht preisgeben, wenn ihr nicht selbst die Deckung durch bloßes Stillschweigen zu gefährlich wäre. Uebrigens kommt dies Bedürfnis nach der Entfernung Bruhns aus dem Reichstag einige Jahre zu spät! Auf die ihn vernichtende Erklärung des Antisemiten- bnndes geht Herr Bruhn übrigens bezeichnenderweise gar nicht ein. Er unterschlägt sie seinen Lesern völlig. Der Mann nlit der eisernen Stirn kann also flach Bedarf auch ein vor- sichtiger Mann sein! Wie lange, und trotz aller großen Worte wird er auch ein für die Öffentlichkeit toter Mann sein. Es bestätigt sich, daß gegen den antisemitischen Abgeordneten Bruhn das Strafverfahren wegen versuchter und vollendeter Erpressung eingeleitet ist. Die Voruntersuchung führt der Landgerichtsrat Schmidt. Ferner wird gemeldet, daß die Rechtsanwälte Werthauer und Puppe Strafantrag gegen Bruhn wegen Beleidigung gestellt haben. Herr Bruhn will sich freilich revanchieren.. Er verkündet, daß er seiner- seits gegen die Rechtsanwälte Werthauer und Puppe und außerdem gegen D a h s e l Beleidigungsklage erhebe. Gleich nach dem Prozeß hieß es, daß Herr Bruhn die U r- Heber der Verdächtigungen wider ihn verklagen wolle. Man konnte das nur so verstehen, daß der Herr die Zeugen, die den.Herren Werthauer und Pnppe zur Verfügung stehen, unschädlich machen wollte, indem er sie verklagte. Ob er diese edle Absicht noch hat, ist nicht bekannt. Aber auch durch solches bezeichnende Verfahren würde er sich schwerlich retten können. Denn die Verfolgung wegen Erpressung müßte allen diesen Klagen vorangehen. Und wenn sie erledigt ist, so dürften auch Herr Bruhn und seine Klagen erledigt sein! Wann aber wird ihn der Schnapsblock, wann wird ihn vor allen Dingen die Rechte des Reichstags zur Niederlegung seines Mandats auffordern? ikue(Reichsverbands-COgcn. Durch die bürgerliche Presse läuft folgende aus der„Kor» vespondenz des Reichsverbandes" stammende Notiz: „Zu der Arbeiterentschädigungsfrage in der Tabakindustrie geht uns folgendes Stimmungsbijd aus Hamburg zu: In der ersten Woche rrach Inkrafttreten des Gesetze?, mit dem gleichzeitig der llnterstützungsanspruch arbeitslos gewordener Arbeiter der Tabakindustrie begann, wurden in Hamburg bei der zuständigen Zahlstelle 120 Arbeiter als entlassen infolge der neuen Tabaksteuer angemeldet. Run gibt es dort, abgesehen von den kleinen und weniger in Betracht kommenden Betrieben, etwa 30 Fabriken, für die ungefähr dieselben Voraussetzungen in bezrrg auf Produktionseinschränkungen und Arbeiter- entlassringen vorliegen. Trotzdenr entfielen von den 120 als unterstützungsbedürftig angemeldeten Arbeitern allein 80 auf eine, und zivar sozialdemokratische, Fabrik. Während also die bürgerlichen Arbeitgeber zunächst noch bemüht waren, ihre Arbeiter zu halten und selbst unter persönlichen Opfern durch Fortsetzung der Produktion die Arbeitsgelegenheit zu wahren, hatte die sozialdemokratische Fabrikleitung nichts Eiligeres zu tun, als ihre Pflichten gegen die Arbeiter auf den Staatssäckel zu schieben, indem sie diese zu Staatspensionären machte, die wenigstens drei Viertel ihres Arbeitslohnes als Unterstützung erhalten." Dazu schreibt uns Rudolf Hackelberg, der Gauleiter des Tabakarbeiterverbandes: „Mit jener„sozialdemokratischen Fabrik" ist natürlich die Hamburger Tabakarbeiter-Genossenschaft gemeint, und ebenso natürlich ist es der Zlveck des Geschreibsels, nicht nur der Ver- waltung des Instituts, sondern auch der sozialdemokratischen Partei etwas am Zeuge zu flicken. Daß man einen genossenschaftlichen Betrieb, dessen Mitglieder Arbeiter sind, ohne weiteres zu einem„sozialdemokratischen" Betriebe stempelt, ist eine von jenen Albernheiten, die man in der dem Reichsverbande nahestehenden Presse unausgesetzt findet. Hierüber zu schreiben, verlohnt sich nicht. Wie liegt nun die Sache mit der BetricbSeinschränkung der Genossenschaft? Zunächst sei die Tatsache konstatiert, daß eine solche eintreten mußte. Die hiesige Fabrik der Tabakarbeiter- Genossenschaft fabrizierte vorzugsweise Zigarren, welche zu 6 Pf. detailliert wurden. Diese Sorten mußten durch die Wertsteuer im Verkaufspreise erhöht werden, und deshalb war von vorn- herein auf einen ganz bedeutenden Rückgang des Absatzes zu rechnen. Da verfuhr nun die Verwaltung der Genoffenschaft nicht ebenso wie die meisten anderen Fabrikanten, daß heißt, sie setzte nicht die Art der Prodrrktionseinschränkung nach eigenem Ermessen fest, sondern sie schlug den für ein Arbeiterinstitut gebotenen Weg ein, die Art der Einschränkung mit dem Arbeiter- arrsschuß des Betriebes und den Vertretern der Tabakarbeiterorganisationen zrr vereinbaren. So wurde festgelegt, daß keine Entlassungen vor- genommen werden sollten, sondern Schichtwechsel in der Weise einzutreten habe, daß je ein Teil der Arbeiter um- schichtig vierzehn Tage arbeiten und dann zwei Wochen feiern sollte. Diese Methode der Einschränkung er- schien allen Beteiligten als die beste, da durch sie die Schädigung gleichmäßig verteilt und nicht nur einem Teile auf- erlegt wird Die Rechnung war richtig, aber— ohne den Wirt gemacht, der in diesem Falle die Hamburger Zollbehörde war. Diese äußerte zunächst nur den Wunsch, die Verwaltung möge vom Schichtwechsel absehen, da dadurch für die Behörde viel Schreiberei entstehe! Als die Verwaltung und die beteiligten Ar- beiter ablehnten, erhielt die erstere vom Hauptzollamt Hamburg den schriftlichen Bescheid, daß, falls der Schicht- Wechsel eintrete, die aus dem Betriebe tretende Schicht nicht als auf Grund der Tabak st euer- erhöhung entlassen betrachtet würde und keine U n t e r st ü tz u n g z u beanspruchen hätte! Gegen diese Auffassung wandte sich die Genossenschaftsvcr- tvaltung beschwerdeführend an die Senatskommission für das Zoll- Wesen. Als endlich von dieser entschieden wurde, daß der Schicht- Wechsel eintreten könne, waren mehrere Wochen vergangen esii Zeil der feiernden Geiwssenschaftsarberket hatke anderswo Arbelt er- halten, so daß der geplante Schichtlvechsel durch die Weitläufigkeiten der Behörden vereitelt war. Hinzu kam noch, daß die Bremer Zollbehörde eine ganz eigenartige Methode bei der Entschädigung der aw Schicht tvechscl beteiligten Arbeiter befolgte und Anzeichen vor- lagen, daß man ähnliches auch in Hamburg erlvarten durfte. Mmr zahlte nämlich dort dem feiernden Arbeiter das an Entschädigung weniger, was er in den Arbeitswochen mehr als Dreiviertel seines früheren Verdienstes erzielt hatte! Da absolut keine Ver- anlassung vorlag, dazu beizutragen, daß der Verdienst der Tabak- arbeitcr allgemein auf drei Viertel seines sonstigen Betrages herab- gedrückt würde ,so verzichteten die Beteiligten— also auch in diesem Falle: die Verwaltung, der ArbeiterauS- schuh, die Vertreter der Organisation— auf den Schichtwechsel. Dies die Tatsachen der Bctriebscinschränkung der Tabakarbeiter-Genossenschaft. Das, was nun noch in jener Notiz von den„bürgerlichen" Ar- beitgebern gesagt wird, welche„zunächst noch bemüht waren, ihre Arbeiter zu halten und selbst unter persönlichen Opfern durch Fortsetzung der Produktion die Arbeitsgelegenheit zu wahren", ist ein Geschwafel, über welches auch die hiesigen Fabrikanten lachen werden. Trotzdem die hiesigen Fabrikanten Zigarren in billiger Preislage hier überhaupt nicht machen lassen, sondern hierfür ihre Filialen in Süd-, Ost- und Mitteldcirtsckland haben, somit hierorts Ware herstellen, bei welcher ein wesentlicher Konsumrückgang viel weniger in die Erscheinung treten kann, wurde von vielen Firmen der Betrieb sofort e i ir g e s ch r ä u k t. Da sie im Gegensatz zur Genossenschaft hier keine Fabriken, sondern ausschließlich Hausarbeiter haben, so brauchten sie allerdings Arbeiter- entlassungen weniger eintreten zu lassen; sie gaben eben ihren Hausarbcitern auf, eine geringere Zahl von Zigarren zu liefern! Trotzdem hatten wir im Städtekomplex schon zwei Wochen nach dem Inkrafttreten der Wertsteucr 300 Arbeitslose, und zirka 500 Tabakarbeiter verdienten nur die Hälfte des sonstigen Lohnes. Also mit dem„unter persönlichen Opfern die Fortsetzung der Pro- duktion wahren" ist es auch nichts. Jetzt treten die Arber terent- lassungen der von dem Verfasser jener Schreiberei gepriesenen „bürgerlichen" Fabrikanten immer mehr ein. Ende voriger Woche betrug die Zahl der arbeitslosen Tabakarbciter 800, wobei diejenigen Arbeiter nicht gerechnet sind, welche nur die Hälfte rcsp. zwei Drittel ihres sonstigen Quantums machen dürfen. Leider ist alle Aussicht vorhanden, daß die hiesigen Zigarren- fabrikanten noch mehr Arbeitcr entlassen werden. Also für „Staatspensionärc" wird von den bürgerlichen Fabrikanten reichlich gesorgt. Auch der Umstand, daß nach den neuesten rigorosen Eni- scheidungcn der Zollbehörden nur ein Bruchteil der Entlasserren eine„Pension" erhalten dürfte, wird die Fabrikanten nicht ver- anlassen, die Produktion„unter persönlichen Opfern uneni- geschränkt zu lassen". Sie LenekZldebatte über Sie baveriiche Steuerreform. München, 12. Oktober. Sie wurde eingeleitet durch den Referenten des Ausschusses und FraktionSredncr des Zentrums. den Bauerndoktor Heim, der in einer dreistündigen, sachlich sehr geschickten Rede den Standpmrlt der Zerrtrumsfraktion präzisiert. Als Vertreter einer Agrar- und Mittel» standspartei legt er Gelvicht auf den zahlenmäßig geführten Nachweis, daß die kleinen Bauern und Handwerker weniger und die mittleren nicht mehr als früher belastet werden. Die Ausführungen Dr. Heims werden jedenfalls dazu beitragen, das starke Mißtrauen der Landwirte gegen die allgemeine progressive Einkommeirsteuer zu beseitigen. Die Tatsache, daß schon die kleinen Berufs- und Arbeitseinkornmen eine geradezu nngeheuerliche Mehrbelastung er- fahren, tut Heim mit der Bemerkung ab, daß diese Einkommen eben bisher viel zu niedrig besteuert waren. Ein großer Teil der AuS- führungcu des Redners ist dazu bestimmt, die Unmöglichkeit der so- fortigcn Einsührung der Vermögenssteuer nachzuweisen. Es sind die- selben Gründe, die auch später der Finarrzmirrister anführt: Andere Staaten haben die Vermögenssteuer erst eingeführt nach der allge« meinen Einkommensteuer; eö müssen erst Unterlagen geschaffen werden zur Ermittelung des VermögeuS und der Höhe der Ver- schuldung, das Rentamtspersoual kann die doppelte Arbeit nicht be- wältigen. Das Zentrum lehne die Vermögenssteuer nicht ab wolle aber die Einführung ans sieben Jahre verschoben wissen., Der Fraktionsredner der Liberalen, der berühmte Dr. C a s s e l- mann, anerkennt die Schwierigkeit der gleichzeitigen Schaffung einer Vermögenssteuer, hätte sie aber sehr gewünscht. Er wendet sich besonders gegen die neue Gewerbesteuer, die in der Anlage total verfehlt wäre. Seinen jungliberalcn„Freunden" gegenüber, die die Ablehnung der ganzen Reform fordern, betont er ganz un- zweideutig, daß sie und die Wähler draußen gar nichts zu sagen haben. Sechs Monate hat der StenerauSschuß gearbeitet, und Dr. Casielmaim und seine Fraktion wissen heute noch nicht, od sie für oder gegen die Gesctzesentwürfe stimmen werden. Für die sozialdemokratische Fraktion spricht Genoffe Dr. Haller mit großer SachkerrrrwiS in lebhafter, überzeugender Weise. Bei gutem Willen des Zentrums und der Regierung wäre die gleich- zeitige Durchführung der' Vermögenssteuer schon möglich gewesen. Aber das Zerrtrum wolle nicht, weil in den Reihen der Großgrund- besitzer und der Reichsräte ein großer Widerstand gegen die Ver- mögenssteuer vorhanden sei. Die Regierung wolle nicht, weil sie immer noch an den Ertragssteuern hänge,„bei denen der Finanz- minister gar nichts zu denken brauche". Im Namen der Fraktion lehnt der Redner die unvollständige und ganz besonders im Tarif unsoziale Steuerreform ab. Beck, der Redner der Bauerubilndler, erklärt seine Zustimmung zu dem Reformwerk, will jedoch den Tarif zugunsten der kleinen und miltlercn Einkommen geändert wissen. Zum Schluß verteidigt der Finarrzmirrister die Stellung der StaatSregiernng. Er legt ausführlich die schon von den Referenten angeführten Gründe dar, die für die vorläusige Beibehaltung der alten ErtragSsicuern sprechen und redet besonders den Sozialdemo- kraten sehr eindringlich zu, den Steuergesetzen zuzustimmen. �< M ü n ch e n, 15. Oktober. In der heutigen Fortsetzung der Beratung hat das Zentrum eine bedenkliche Verschlechterung der Reform durch- gedrückt. Auf seinen Antrag wurde gegen die Stimmen der anderen Parteien daS steuerfreie Existenzminimum, das im RegierungSentwurf auf 000 Mark normiert war, auf nur 300 Mark herabgesetzt. Die Sozialdemokraten hatten Steuerbefreiung b i 8 1200 Mark beantragt, die Liberalen und Vauernbündler waren für 000 Mark._ Weitere vewonstrationen gegen Sss spanische klerikale Regiment. Der Sturm der Entrüstung über den feigen Barcelonaer Justiz- mord hat Donnerstag und gestern in verschiedenen Orten wiederum groß« öffentliche Demonstrationen gegen das klerikale Regiment ein Spanien hervorgerufen. Im Pariser Quartier Latin fanden Domrerstag abend wieder größere Meuschenansammlungen statt und auf dem Boulevard Saint Germain wurden einige Kioske zerstört. Der Polizei gelang«S jedoch, die Menschenmassen ohne ernstere Zwischenfälle auseinanderzutreiben.■» Zum Schutze der spanischen Bolschast waren umfassende Vorkehrungen getroffen. Ministerpräsident Brian d erklärte einem Berichterstatter, daß die Stratzenkrawalle am Mittwoch nur deshalb einen solchen Umfang angenommen hätten, weil die Ruhestörer die Untergrundbahn bis in die Nähe der spanischen Botschaft benutzen konnten. Auch in Lyon wurde am Donnerstag abend vor dem spanischen Konsulat eine lärmende Kundgebung veranstaltet. Als ein Trupp in ein Cafo eindringen wollte, machte die Polizei von der Waffe Ge- brauch und trieb die Menge auseinander. Hierbei fielen einige Nevolverschüsse. Mehrere Personen wurden verwundet. Ferner fanden in T r i e st und Florenz Knrrdgebungen statt, über die der offiziöse Telegraph folgende Meldungen bringt: Trieft, 14. Oktober. Bei den heute abend veranstalteten Demon- strationen wollten etwa tausend Personen zum spanischen Konsulat Vordringen, wurden aber von der Wache abgedrängt. Ein Teil durchzog darauf die Stadt und warf die Fenster ein. Auf die Wache wurde ein Revolverschuß abgefeuert, ohne zu treffen, dagegen wurde ein Wachmarm durch einen Steinwurf schwer verletzt. Als später wieder mit Steinen geworfen wurde, schritt eine größere Wach» abteilung ein, die ebenfalls von den Demonstranten sowie aus den Häusetu und von den Dächern mit Steinen beworfen wurde. Im ganzen wurden 54 Verhaftungen vorgenommen. Rom, 14. Oktober. In Florenz kam es heute abend, als eins große Menschenmenge vor daS spanische Konsulat ziehen wollte, zu einem Zusammenstoß mit dem Militär und der Polizei. Ein Offizier, vier Soldaten und vier Polizeibcamte sowie ein Teilnehmer an der Kurrdgebrirrg wurden verwundet. Auch in Mailand fand zwischen einer Volksmenge, die zu dem spanischen Konsulat ziehen ivollte, und der Polizei ein Zusarnmerrstoß statt, wobei ein Polizeioffizicr ver- wrrndet wurde. London, 15. Oktober.(P r i v a t d e p e s ch e.) In Bir- mingham fand gestern eine große sozialistische Versammlung statt, die gegen die Ermordung Ferrers protestierte. Zum Sonntag hat hier die Sozialdemokratische Partei eine Protest- Versammlung nach dem Trafalgar Square einberufen. Rom, 15. Oktober.(P r i v a t d e p c s ch c des„Vorwärts".) Der Generalstreik in Rom ist ordnungsmäßig und imponierend durchgeführt worden. Tie Zeitungen sind nicht erschienen. Die Straßenreinigung unterblieb und der Straßenbahnverkehr ruht. Die Straßenbeleuchtung funktioniert sehrmangelhast. Die Massen- Versammlung heute früh verlief ohne Zwischenfälle. Mangels Erscheinen der Tagesblättcr ist der Nachrichtendienst aus den Provinzen verhindert, wo der Generalstreik fast allgemein durchgeführt ist. In Rom sind über 1000 Verhaftungen vorgenommen worden, doch befanden sich unter den Verhafteten vorwiegend minderjährige Ruhe- störer. Die Läden sind sämtlich wegen der internationalen Trauer geschlossen. Für morgen ist die Arbeitsausnahme beschlossen. Die spanische Gesandtschaft wird nach wie vor stark bewacht. Brüssck, 15. Oktober.(Privatdcpesche des„Vor- w ä r t s") Der Verband sozialistischer Genossenschaften Belgiens beschloß den Boykott aller spanischen Waren und eine entiprecherrde allgemeine Aktion beim Jrrtenrationalen Verband der Genossen- schaften zu betreiben. Die Brüsseler Parteiföderation veranstaltet am Sonntag anschließend an eine antimilita ristische Versammlung eine Protestmaniscstation gegen die Ermordung Fcrrers. Bombcnexplosso'.ic» in Barcelona. Die Anarchisten Barcelonas haben auf die Erschießung Ferrers mit neuen Vombenattentaten gcantlvortet. Es platzte dort am DonnerStagmittag in der Nähe des St. Anna-PlatzeS eine Bombe; doch richtete sie keinen beträchtlichen Schaden an. Personen wurden nicht verletzt. Eine zweite Bombe wurde abends an der Ecke der Broqueriestraße aufgefnnden. Man brachte sie in einen gepanzerten Wagen, in dem sie explodierte, ohne Schaden anzurichten. �» Der weiße Schrecken und die Bourgeoisie. Die spanische Großbourgeosie ist größten Teils nrit dem von der Regierung in Barcelona befolgten SchreckenSsystcm völlig ein« verstanden. Die Prästdentrn der großen Banken von Barcelona haben dem Zivilgonverncnr ihr Einverständnis mit allen zur Aufrcchterhaltung der„Ordnung" ergriffenen Maßregeln erklärt. Dagegen zeigt die Sozialdemokratie die Tapferkeit, die man von ihr erlvarten darf. Unser Madrider Partei- organ„El Socialista" schreibt:„Jeder an seinem Platze! Die Arbeiter von Barcelona haben den General- streik erklärt. um gegen den Krieg zu protestiercrr. Infolge des Verhaltens der Regierung stieg ein Teil auf die Barrikaden. Und andere Umstände, auch eine Folg- des Verhaltens der Regierung und des Klerus, veranlaßten andere, Klöster in Brand zu stecken. Aber diese haben, was man auch sage, weder getötet noch geplündert. Die getötet und geplündert haben, war das Lumpenproletariat, daS Produkt gerade der bestehenden Ordnung, das manchmal von der herrschenden Macht selbst in seinem Treiben unterstützt wird. Bürgerliche Politiker aller Rich- tungen, von der Rechten, dem Zentrum und der Linken, haben daZ Tun der Arbeiter verdammt. Wir aber erklären, daß wir sie nicht verdammen. Und wir sagen daS, damit jeder an dem Platze stehe, an den er gehört." In einem anderen Artikel erklärt dasselbe Blatt, die Sozialisten seien bereit, mit allen gemeinsam zu marschieren, die sich vornährne». diese Regierung zu stürzen.„Wenn aber aus Ungeschicklichkeit. Egoismus oder irgend einem anderen Grunde die anderen es nicht tun, werden wir allein unsere Pflicht tun." politische(leberliedt. Berlin, den 15. Oktober 1909. Ei», Prinzipienmenfch. Ter Gesamtvorstand der deutschsozialen Partei hat, wie wir vor kurzem mitteilten, den Abg. Dr. Böhme, der be- kanntlich das Amt eincS Geschäftsführers deS neuen, national- liberalen Bauernbundes übernommen hat, zur Niederlegung seines RcichstagsmandatS aufgefordert. Herr Böhme ant- wortet darauf in einem offenen Briefe, in dem er allerlei niedliche Enthüllungen über die Ueberzeugungsfestigkeit des Antiscmitensührers Liebermann von Sonnenberg macht. Er schreibt: „Ich habe ferner dabei lediglich so gehandelt, wie ich eS für die Pflicht eines sieien und unabhängigen Politikers erachte, der nicht gesonnen ist,.sich dem TcrroriömuS demagogischer Agitation zu beugen. Sie(Licbermairn v. Sonnenberg) haben, wie die übrigen deutschsozialen Kollegen, daZ Ber- halten des Bundes der Landwirte genau so auf das schärfste verurteilt wie ich, Sie persönlich dabei Urteile über den Bund, seine Führer und seine Presse gefällt, gegen die olles das, was ich lll dem Organe des Deutschen BauerichundcZ über den Bund geschrieben habe, als milde Kritik zu bezeichnen ist. Sie haben ferner als Vorsitzender der Fraktion sich für die Annahme der Erbau fall st euer unter gewissen Vc- dingungen erklärt. Diese Bedingungen tvurden erfüllt, und trotzdem trennten Sie sich Von der Fraktion und stimmten dagegen, fügten sich der gegen Ihre Haltung entfesselten Agitation des Bundes in Ihrem Wahlkreise. Wenn ich anders als Sie die Konsequenzen meiner Denkweise zog, so steht eS Ihnen und dem Parteivorstand am allerwenigsten zu, jetzt derartige Lorwürfe gegen mich zu erheben. Denn mein Vergehen besteht ja lediglich darin, dafc ich öffentlich zu vertreten wage, was ich denke. Anger der Verletzung der Majestät des Bundesvorstandes dürfte es Ihnen schwer fallen, mir nachzuweisen, dah ich irgend etwas von meinem alten Standpunkte aufgegeben habe. Ich habe mich weder einer anderen Partei angeschlossen, noch habe ich alte Grundsätze abgeschworen." Dr. Böhme führt dann weiter aus, daß nicht seine Uebcr- zeugung, sondern lediglich das Bestreben, sich die Gunst der Leitung des Bundes der Landwirte zu erhalten, den Abg. Liebermann dazu veranlaßte, seine Stellungnahme zur Erb- anfallsteuer zu revidieren. Wie sagte doch Flora Gaß? Unterstützungen aus dem Viermilliouenfonds. In Dresden wurde mit der Auszahlung der Unterstützungen für die Tabakarbeiter begonnen. Nach langwierige» Erhebungen durch die Wohlfahrtspolizei wurden Unterstützungen im Betrage von 27, 33, 78 und 99 Pf. pro Tag— vorläufig für drei Tage— auS- gezahlt. Die zahlreichen Ueberstunden, die vor Eintritt der Steuer mit Genehmigung der Polizei gemacht wurden, wurden mit in An- nung gebracht. Bei Verteilung der Unterstützung wurde ganz ver- schieden verfahren; Familienväter mit 4 bis 5 Kindern erhielten nichts, andere Arbeiter, die im gleichen Betriebe beschäftigt waren, wurden unterstützt._ Tie Tendcnzprofessur. Die Nichtigkeit der Mitteilungen zum.Fall Ehrenberg", wie sie die„Dresdener N. Nachr." veröffentlicht haben, wird in ihren Einzel- heilen von der gesamten sächsischen Presse bestätigt; man nennt sogar den sächsischen Kultusminister Dr. Beck als Gewährsmann I Das Karnikel soll jetzt der„Verein für exakte Wirtschaftsforschung" (Berlin) sein, dem auster Akademikern auch Parlamentarier und Grostiudustrielle angehören. Diese gemischte Gesellschaft wollte— wie eS heistt— den Professor Ehrenberg mit Gewalt auf einen Tendenzlebr stuhl in Leipzig setzen und sich diesen Spatz jähr- lich 39 999 deutsche Reichsmark kosten lassen I Dah EhrenbergS Hintermänner inkorrekt und plump gearbeitet haben, kann die bürgerliche Presse Sachsens nicht leugnen; aber dast es gar nicht übel wäre, wenn der Rostocker Tendenzprofessor nach Leipzig käme, dieser Ansicht geben jene Blätter mehr oder nüiidcr offen Ausdruck, ja der sächsischen Regierung und dem Leipziger Professorcnkollegium wird nahegelegt, den Mann, der auf dem Schmnggelweg durchs Hinterpförtchen zu Fall kam, in aller Form durchs Borderportal in die Universität zu bugsieren! Wir wundern uns über die Dreistigkeit nicht, mit der die guten Leutchen dieses Ansinnen zu stellen wagen; sie wissen offenbar, datz auf manchem deutschen Lehrstuhl reaktionäre Tendenzlehrer vom Schlage EhrenbergS sitzen— nur datz diese durch ihre Pro- tektoren geschickter in Amt und Würden gelotst wurden als Ehren« berg, dessen Freunde wohl noch Neulinge im Professoren- machen sind._ Das neue Strafgesetzbuch. Der Entwurf zum neuen Strafgesetzbuch soll, wie schon früher gemeldet wurde, Ende dieses Monats erscheinen. Die »Deutsche Jnristenzeitung" teilt über die Vorlage folgendes mit: „... Danach wird sich dieser Entwurf ungefähr im Umfange dcS geltenden Strafgesetzbuches halten, nach der Fahl der Para- grophen sogar etwas kleiner sein. Es ergibt sich daraus ohne weiteres, was Übrigens auch von vornherein aiizunehmen war, datz nach der Absicht der Verfasser die zahlreichen und zum Teil um- fänglichen strafrechtlichen Nebengesetze nicht in das neue Strafgesetzbuch eingearbeitet werden sollen. Auf dem Gebiete der Gesundheitspflege. der Nahrungsmittelfälschnng, des unlauteren Wettbewerbes, des Gewerbe- und ArbeiterrechlS, dcS Schiffahrtswesens, dcS Verkehrs auf öffentlichen Etratzen. deS Steuer- und ZollwesenS usw. iverden daher die bestehenden Rechlszustände durch die Grundsätze des neuen Gesetzbuches nur insoweit berührt werden köunen, als es sich um allgemeine, für jede strafgesctzliche Vorschrift gültige Normen handelt, wie sie der erste Teil uiisereS geltenden Strafgesetz- bucheS enthält. Auch der Vorentwnrf wird einen ersten Teil— „Allgemeiner Teil"— und einen zweiten Teil—„Besonderer Teil" umfassen. Während aber jetzt dieser zweite Teil ohne weitere Gruppierung in 29 Abschnitte zerfällt, soll der Besondere Teil des LorentwurfS zunächst in vier Bücher geteilt werden— Delikte gegen den Staat, gegen Einrichtungen des Staates, gegen die Person, gegen das Vermögen—, die insgesamt 28 Abschnitte begreifen. Ihnen folgt ein fünftes Buch mit den Uebertrernngen, die nicht, wie vielfach angeregt ist, ans dem Strafgesetzbuch ausscheiden, sondern in ähnlichem Umfange wie bisher darin verbleibe». Dem- gemätz wird anch die bisherige Dreiteilung der strafbaren Hand- liingen in Verbrechen, Vergehen, Uebertrctungen aufrecht erhalten. Anch dem Strafvollzug sind, wenngleich nicht erschöpfend, eine Reihe von Bestimmungen gewidmet. In bemerkenswerte», Gegensatz zu den Erklärungen, welche im Reichstage wiederholt für das Reichsjustiz- vmt abgegeben worden sind, scheint der Borentwurf von der An- nähme auszugehen, datz eS einer weiteren Regelung des Strafvollzuges durch ReichSgefetz nicht bedürfen wird. Ein Gegensatz zu dem bisher von der Regierung eingenonimenen Standpunkt tritt ferner darin zutage, datz die bedingte Aussetzung des Strafvollziigs für einige Jahre der Erprobung des Veruneilten nicht mehr durch die Jnstizverwoltniig nach dem gerichtlichen Urteilsspruch verfügt, sondern datz darüber durch das Gericht erkannt werden soll. Bisher hat die Regiernug den dahin gerichteten, im Reichstage geäutzcrten Wünschen stets Elnwendniigen entgegengesetzt." Ans dem sächsischen Landtagswahlkampfe. Fe näher der Wahltag kommt, desto intensiver arbeiten unsere Genossen. Am nächsten Sonntag erscheint in allen 91 Kreisen das letzte Flugblatt. In vielen Orten— so auch in Dresden wird eine Reihe von Spezialblnttern verbreitet, so an die Bergarbeiter, Eisenbahnarbeiter, Beamten usw. Die Gegner verlegen sich jetzt, da sie mit Versammlungen nicht viel Glück haben, auf geheime Konvcntikel, um die Wähler in ihrem Sinne zu bearbeiten. Da werden von ihnen Ziisamiiienknufte für Lehrer, Beamte, Eisenbahnarbeiter arrangiert, und dort versucht dann der gegnerische Kandidat in, Bunde mir den Machern, die Leute breitznschlagen. Bei allen möglichen Liilässen: Jnnungsversamm- lungen, Kriegervereinszusaiiimeiiküiiften, Vergnügungen, überall wird jetzt gegen die gcfürchlete Sozialdemokratie gebetzt. So fand in Dresden vor einigen Tagen eine geheime Eisenbahnarbeiterversamm- lung im fünften Dresdener Wahlkreise statt, in der der Kandidat der notionalliberalen Partei, Rechtsanwalt Dr. Kaiser, den Eisenbahn- arbeitern alle« Mögliche versprach. Der Kandidat der Sozialdcmo- kratie im 7. Dresdener Kreise. Genosse W i r t h, der selber ein gematzregelter Eisenbahner ist, wurde trotz seines energüchcn Protestes mit dem Bemerken hinausgeiviefen, eS sei eine nicht öffentliche Eisenbahnerversaininluilg. Man drohte sogar mit gewaltsamem Entfernen. Einfach skandalös ist auch das Verhalten der Behörde n- bei der Festsetzung der Wahlzeit, die ja nach dem Gesetz bis auf neun Smnden im Höchstfälle ausgedehnt werden kann, aber mindesteiis vier Stunden betragen mutz. Nicht einmal in Dresden ist die Höchstgrenze festgesetzt, wie wird es da erst in den Land- gemeinden aussehen I Natürlich hat diese Zeitbeschränkiliig nnr den Fweck, die Arbeiter möglichst um das Wahlrecht zu bringen. DaS ist sächsischer Geist, kleinlich und boshaft! Ein starkes Polizeistück. In Mülhausen i. Elf. ging dieser Tage ein Privatklageverfahren zu Ende, in dessen Verlauf, wie der Rechtsanwalt des Privatklägers jetzt erst festzustellen vermochte, der zuständige Herr Vorsteher der Mülhausener Revierpolizei folgendes„Leumundszeugnis" über den Anwalt zu den Akten gab: „ Einer der eifrigsten Anhänger und Führer der s o z i a- l i st i s ch e n Partei. Im öffentlichen und privaten Leben intolerant gegenüber a»deren P a r t e i a n g e h ö r i g e n. Von Charakter ainnatzend und aufbrausend. Den Behörden gegenüber stets renitent. Jin übrigen ist Nachteiliges gegen ihn nicht bekannt." Der Beamte, der dieses„Leumundszeugnis" fabriziert hat, scheut sich nicht, derartige Gutachten abzugeben, obwohl er bereits wegen Erstattung unbegründeter amtlicher Straf- anzeigen vom Nichter öffentlich gerügt worden ist. Nicht immer wird, wie in diesem Falle, in die Gerichtsaktcn hiiieingeleuchlet, und so lassen sich denn Tausende von Malen Straf- richier— betoutzt oder unbewntzt— durch derartige„Leumunds- atteste" gegen Angeklagte, gegen Zeugen, gelegentlich wohl auch gegen Privatkläger beeinflussen— ein Zustand, der dringend der Abhilfe bedarf._ Vom Tabakarbeiterelcnd. Fast täglich kommen Nachrichten ans dem Reiche über die Schwierigkeiten, die den unterstiitzungssuchenden Tabarbeitern bereitet werden, bevor sie zu den Bettelpfennigen der Reichs- Unterstützung kommen. Neu durfte jedoch sein, datz die arbeitslos gewordenen Tabakarbeiter und Arbeiterinnen dem Guts- besitzer als Arbeitskräfte zugewiesen werden. Der Amtsbezirk Klein- und Grotzwechsungen, Hesserode, Herreden(Wahlkreis Nordhausen) weist eine Anzahl Tavakarbeiter auf, die durch die neue Tabaksteuer teils vorübergehend, teils dauernd arbeitslos geworden sind. Der Amts- Vorsteher bereitete den Arbeitslosen erst eine Menge Scherereien und verlangte schlietzlich von Tabakarbeiterinnen, sie sollten zum Rüben- roden bei einem Gutsbesitzer— namens Dittmanu— in Arbeit treten. Dieser Gutsbesitzer ist im ganzen Bezirk als schlagfertiger Herr „berühmt". Der Arbeitslohn beträgt dort 89 Pf. pro Tag. Solche Fälle dürften sich schlietzlich wiederholen; es ist daher den Arbeitern dringend zu raten, datz sie sich nicht zur Fron auf den Gütern der Agrarier kommandieren lassen, sondern ihre Unter- stlltzung beanspruchen, bis ihnen angemessene Beschäftigung zuge- sprochen werden kann. Im südlichen Hessen sind Donnerstag, den 14. Oktober, in der Tabakindustrie grotze Arbciterentlassungen vorgenommen worden. U. a. hat in Lorsch eine Mannheimer Firma der Tabakbranche von ihren 169 Arbeitern 149 bis zum 15. November entlassen. Am 15. November soll der Betrieb wieder eröffnet werden. Die Arbeiter wollen den von der Regierung eingesetzten Unterstützungsfonds in Anspruch nehmen._ Auch ein Nachspiel zur Raobod-Katastrophe. Wir werden auf Grund des§ il deS Pretzgefctzes zur Auf- nähme folgender Berichtigung aufgefordert: „In Nr. 237 vom 19. d. M. dcS„Vorwärts" bringen Sie unter der Ueberschrift:„Auch ein Nachspiel zur Rndbod-Katastrophe" die Mitteilung, der Frau D o r a, die kürzli« ivegen Faliclieides ver- urteilt worden ist, sei die dauernde Rente ans der KnappschastSkasse versagt, weil sie mit dem Vater ihrer Kinder nicht standesamtlich verbunden gewesen sei. Das ist durchaus unrichtig. Nichtig ist dagegen, dätz Frau D o r a genau wie die anderen Witwen ihre Rente erhält, sowohl die gesetzliche, wie auch die Znsatzrente aus den gesammelten Hilfsgeldern und die Unterstützung auS der Krön- prinzenfpende. Sie behaupten ferner, dah die Witwe Dorn bei der Zechen- Verwaltung deswegen schlecht angeschrieben gelvesen sei, weil sie sozialdemokratische Gestnnnng verraten und mit anderen Witwen zu- sanimen Klage auf sofortige Auszahlung der gesammelten Unter- stützungsgelder gewagt habe. Dies ist wiederum unwahr. Nichtig ist, datz wir der Frau D o r a gegenüber die äutzerste Geduld und Langmut angewandt haben und uns erst dann dazu cntschloffen haben, ihr die Wohnung zu lündigen, als uns dies von unserem Arbeiter- auSscbutz und von anderen Witwen im Interesse der Anfrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in der Kolonie nahegelegt worden war. Wir fordern Sie unter Hinweis aus die Bestimmungen des Pretzgesetzes auf. diese Berichtigung in der nächsten Nummer des „Vorwärts" zu bringen. Bergwerksgesellschaft Trier m. b. H." Die Bergwerksgesellschaft_ Trier ist die Besitzerin der Zeche Radbod. Wir haben zu dieser Berichtigung zu bemerken, datz eS uns freut, wenn die Witwe D o r a entgegen der Meldung, die wir einem anderen Blatte entnahmen, die KnappschaftSrente erhält. WaS den zweiten Teil der Berichtigung anlangt, so mutz die Bergwerksgesellschast Trier uns und allen denen, die von den Arbeits- Verhältnissen auf den westfälischen Zechen etwa? verstehen, schon gestatten, dieses Vorschieben des ArbeiterauSschusses und anderer Witwen, denen die Anfrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in der Kolonie durch die Witwe Dorn gefährdet erschienen, zu jenen Mittelchen zu rechnen, die man als unfein bezeichnet. Ueber die Begriffe„äutzerste Geduld und Langmut" denken wir außerdem anders als die Verwaltung von Radbod. Halle. Zur Nachwahl in Halle wird geineldet, datz die Be- mllhungen, die mittelständlerische Kandidatur wieder zu beseitigen, fehlgeschlagen sind. Unserem Genossen K u n e r t werden also der freisinnige Reim ann und der Mittelständler G r e ch e gegenüberstehen._ Koburg. (Amtliches Wahlresultat.) Bei der Reichstagscriatzwahl im Wahlkreise I Sachsen-Koburg« Gotha sind insgesamt 12 672 Stimmen abgegeben worden. Davon haben erhalten Redakteur Z i e t s ch- Charloitenburg(Soz) 6l83, RegierungSrat Dr. O n a r ck- Koburg(natl.) 3445. Fabrikbesitzer Arnold- Neustadt(frs. Vp.) 3943 Stimmen. Ungültig war eine Stimme. '.' Der Freisinn benimmt sich auch hier wieder echt«frei- sinnig". Eine Depesche aus Koburg meldet: Der freisinnige Parteivorstand erlätzt einen Aufruf an die freisinnigen Wähler, bei der Stich- wähl für den nationalliberalen Kandidaten ein- zutreten. Die alten Blockbrüder liegen sich gerührt in den Armen... Ans dem dunkelsten Brandenburg. AuS Perleberg wird uns geschrieben: Endlich ist es nach vielen Mühen gelungen, hier die erste politische Versammlung unter freiem Himmel abzuhalten. Sie fand am Sonntag, den 19. Oktober, auf dem Acker» land des Genossen Schwarz statt. Als erster Versuch war bei der RcichstagSwahl eine Versammlung einberufen. Sie wurde aber aufgelöst, eine Begründung gab die Polizei nicht. Im August dieses Jahres ward die zweite Versammlung angemeldet. Die Gc- nehmigung hierzu versagte man mit der Bemerkung, auf dem an» grenzenden Ackerlande der Nachbarn könnten die Früchte zertreten werden. Eine Beschwerde veim La nd r a t wurde abgewiesen. Die Polizei sei mit der Versagung im Rechte gewesen. Darauf hatte das Provinzialsekretariat eine Beschwerde an den Regierungspräsidenten mit dem Grundritz des betreffenden Schwarzschcn Ackerlandes eingereicht. Die Antwort hierauf st cht aber noch aus- Die dritte Versammlung wurde nunmehr zum letzten Sonntag angemeldet. Vor der Erteilung der Ge- nehmigung besichtigte ein Beamter des Katasteramts das Schwarzsche Land und nahm Ausmessungen vor. Die Versamm» lungsfläche war mit Pfählen umstochen und ausserdem mit einer Waschleine umzogen. In dem so abgetrennten Raum hätten 4999 bis 5999 Menschen Platz gehabt. Erst hierauf erteilte die Polizei ihre Genehmigung. Wohl an 599 Personen hatten sich am Sonntag eingesunden, ohne jene, die von ferne standen und sich nicht heran trauten. Wir zählten an 199 solcher Leute. Der Kan- didat des Kreises, Genosse B o e L k e- Berlin, hob Eingangs seiner Rede hervor, datz es beschämend für Berleberg sei, datz die Arbeiter zu ihren Beratungen kein Lokal zur Verfügung hätten. Die Polizei habe wahrlich andere Dinge zu erfüllen, als die Wirte einzn« schüchtern oder die Versammlungen der Arbeiter mit der Ge- samtzahl der im Ort befindlichen Polizeisergcanten zu überwachen. (Ein Kommissar, 4 Sergeanten ulii> noch ein Herr in Zivil waren zur Stelle; die Spitzbuben hatten am Sonntag in Perleberg einen freien Tag.) Mit grosser Aufmerksamkeit folgten die AiUvesenden den Ausführungen des Referenten. Aus der Zustimmung und den Beifallsbczeugungen war zu ersehen, datz sie mit ihm in der Einschätzung des Steuerraubzugs der Junker einer Meinung sind. Hoffentlich trägt die Versammlung dazu bei, datz die �Bewegung in der Hochburg der Junker festen Fuss fatzt. Zwei NeichstngSmandate erledigt. Die polnischen Reichstageabgeordneten Graf Mielzhnski und v. C h r z a n o w s k i(Vorsitzender des Verbandes der polnische» Sokolvereine) haben ihre Mandate niedergelegt. Nach berühmtem Muster schützen sie„Gesundheitsrücksichten" vor. Die wahren Ur- fachen des Verzichts aber sind natürlich die Mitztrauens» Voten, die sie wegen ihrer Stellung zur Finanzresorm erhalte» haben. Siittergutsbesitzer Graf v. Brudzewo-Mielzynski auf Schloß Chobienice bei Köbnitz hatte das Mandat für den Kreis Sainier-Birnbanm-Schwerin-Oboriiik inne; er ist seit 1993 Reichs- tagsabgeordneter und wurde am 25. Januar 1997— im ersten Mahlgang— mit 15 334 Stimmen wiedergewählt; der konservative Gegenkandidat erhielt 12258, der Zeiitrimiskaiididat 1184, der Sozialdemokrat 644 Stimmen; der Konservative sitzt dem Polen auf den Fersen. Bombensicher dagegen ist der Kreis(Stadt Posen), den Rechts» anwalt Bernard v. ChrzanowSkä bisher vertrat; er erhielt 1993 über 21 999, die Gegner brachten es zusaimiien auf 13 999 Stimmen. Landtilgswahlsicg in Schwarzbnrg-Rudolstadt. Bei der am Freitag vorgenommenen Landtagsersatzivahl zum Rudolstädter Landtage wurde im Wahlkreise Königsee Genosse Winter- Frankenhauscn mit 666 gegen 285 bürgerliche Stimmen gewählt._ Oekterreick-dngarn. Gerechtfertigte sozialdemokratische Kritik. Wien, 15. Oktober. Ein Nachspiel zum österreichischen Kaiserjubiläum, daö in Wien durch einen pomphaften F e st z u g gefeiert wurde, beschäftigte in den drei letzten Tagen die Wiener Gerichte. Mehrere Wiener Gemeinderäte hatten gegen den sozialdemokratischen Gemeinderat und ReichSratSabgeordneten S ch u m e i e r Klage erhoben, weil dieser im Gemeinderat dein Festzugskomitee Jagd nach Orden, Annahme von Provisionen, hoch» ftaplerisches Unternehmen usw. vorgeworfen hatte. Schumeicr erklärte sich bereit, den Wahrheitsbeweis an« zutreten. Der Prozeß endete mit der Freisprechung dcS Angeklagten. Ein„UebergaiigSliiinisterinm". Budapest, 15. Oktober. Der ehemalige Unterrichtsminister und jetzige Präsident dcS VerwaltungSgerichtShofes W l a s s i c S hat die Ailduiig eines Uebergangs Ministeriums überitonuneit.-» Gngland. Neuer Knegshafen. London, 15. Oktober. Der Prinz von WaleS hat heute den neuen Kriegshafen von Dover eröffnet. Der Hafen ist bei jedem Wasserstande in der Lage, Dreadnoughts aufzunchmen. Der Bau hat mehr als zehn Jahre in Anspruch geiioniiiicn; die Kosten betragen 2'/a Millionen Pfund.(Also 79 Millionen Mark I) Wachstum der Arbeiterpartei. London, 15. Oktober. Der Verband der bei den Eisen« bahnen angestellten Schreiber beichlotz gestern mit nahezu vierfachem Mehr den Anschluß an die Arbeiter- Partei._(.Voss. Ztg.") Bier neue Dreadnoughts. London, 15. Oktober. Das Blatt„Engineering" meldet: Der Bau von vier weiteren Dreadnoughts wird schon im Januar begonnen.(Voss. Ztg.) finnlanä. Staatsstreich. HclsingforS, 14. Oktober. Der Kaiser hat uuter dem 7. Oktober ein Manifest erlassen, durch das die Einwohner Finnlands, bis die Militärfrage durch Gesetz endgültig geregelt sein wird, von der Wehrpflicht befreit werden. Dafür soll der filmische Staat jährlich einen gewissen Beitrag für militärische Zwecke entrichten, der für 1998 iind 1999 je 19 Millionen Mark beträgt und im Laufe deS letzten Quartals dieses Jahres zu bezahlen ist. Stockholm, 15. Oktober. Gestern wurde in Finnland eine halb« russische Negierung ernannt.— China. Anfänge zur Konstitution. " Am 14. Oktober sind in den Hauptstädten von 21 Provinzen Ständeversammlungen zusammengetreten. Sie sind lediglich eine Vertretung der Besitzenden. In Peking soll der 14. Oktober als der Beginn eines in seinen Wirkungen weit reichenden Regieruiigssystemwechsels angesehen werden. T-ie Ständedersammlungen sind indes nur zu Ratschlägen, nicht zu Beschlüssen befugt. Ehnenka. Die Katzbalgereien in Zcntralamerika. New Aork, 14. Oktober. Ein Telegramm aus Blue FieldZ (Nicaragua) meldet, Juan Estrada habe Rivas besetzt und Oberst Ugarte habe mit mehreren Hundert Aufstälidischen G r c h t o w n eingenommen. Ein Telegramm aus Colon bestäiigt die Einnahme von G r e y t o w n und meldet ferner, datz Juan Estrade ans Cape Graciaö zu marschiert, wo 2999 Mann Regierungstruppe» zu» sammengezogen sind, um den Ausständischen entgegenzutrete». GewerkrcbaftUcbe� Der allmächtige Kapitalismus. Die ManSfeldersche Kupferschiefer bauende Gewerkschaft, deren Lohnsklaven sich erhoben haben, beherrscht eine ganze Landschaft, politisch und wirtschaftlich. Ja mehr: sie verändert Klima und Boden des von ihr unterworfenen Gebietes. Auf dem von ihr unterwühlten Gebiet krachen die Häuser zusammen und müssen gestützt oder von den Menschen verlassen werden. Die reiche Ge- wcrkschaft macht alles mit Geld gut. Als ihr selbst aber im Jahre lbSÜ der„Salzige See" bei Oberröblingen, ein Gewässer von ähnlichen Dimensionen wie die Müggel oder der Schwielowsee bei Berlin, unbequem wurde, weil seine Abwässer in ihre Gruben ein- drangen, enteignete die Gewerkschaft den See und pumpte ihn einfach aus. Seine beinahe neun Quadratkilometer grohe Fläche liegt jetzt trocken da. Ihre zirka 120 000 Kubikmeter salzigen Stollenivassers täglich aber führt die Gesellschaft trotz aller Proteste der Anlieger der Saale und Elbe zu. Sie ist allmächtig. Sie meistert die Natur und sie meistert die Menschen. Ueberall hat sie ihre Vertreter. In den Gemeinde- körperschasten des von ihr beherrschten Distrikts sitzen ihre Beauf- tragtcn, dank unseres famosen Gemeindeioahlsystems, das dem Kapitalismus günstig ist und dank des Terrorismus, der gegen die besitzlosenWähler geübt wird. Man könnte im Mansfeldischen geruhig die Formen des öffentlichen Lebens umgestalten und den Absolutis- mus der Gewerkschaft anerkennen. Nichts würde sich praktisch da- durch ändern, nur die tatsächlichen Machtverhältnisse erhielten da- durch nun auch äußerliche Anerkennung. Es gärt lange im Mans- feldischen; es gärt in allen Gesellschaftsschichten. Nicht nur die Arbeiter, alle Geschäftsleute, ja alle Behörden sind Sklaven der Gewerkschaft. Aber nur die Arbeiter wagen es endlich, wider den Stachel zu lecken. Ein Vorfall, wie er sich in tausendfachen Varianten tagtäglich im Dkansfeldischen wiederholt, mag die Verhältnisse illustrieren: Ter Besitzer des Hotels„K a i s e r h o f" in Hettstedt, wo die Genossen Sachse, Hausmann, Leim Peters und zwei Ve- zirksleiter Wohnung genommen hatten, erklärte diesen am Donnerstag, daß sie ausziehen müßten! Als Grund gab der Mann an, daß der Vorstand des Bergbeamtenvercins bei ihm gewesen sei und gedroht habe, wenn er die„Hetzer" nicht sofort hinauswerfe, würden sie nicht mehr in seinem Lokal verkehren, und zwar wollte der Herr, daß der Hotelbesitzer die„Hetzer" noch Mittwochnacht hinauswerfe I Hiergegen wehrte sich der Mann, indem er doch noch so menschlich war, Gäste nicht mitten in der Nacht auf die Straße zu werfen; dafür gestand er zu, sie keinen Tag m e h r zu behalten, womit sich die Bergbcamten von Mansfeld zu- frieden gaben. Der Wirt entschuldigte sich und bedauerte, daher sich eine solche Gcschäftssckädigung gefallen lassen müßte, doch mühte er schließlick: damit rechnen, daß der „gebildete" Hüttentroß ihn ruinieren werde! Aber nicht nur im „Kaiscrhof" wurden sie ausgeiviesen, sondern aus allen Hotels Hettstedts, und hätten sich nicht kleine Wirte ge- funden, die für Unterkunft sorgen und mehr Mut beweisen, unsere Genossen hätten nach Anfliilt flüchten und von dort den Streik führen müssen. Aus dem �.Kaiserhof" ausgewiesen, gingen sie nach dem„Zentralhotel" und fragten um Unterkunft für 4 Mann an, die sofort von der Frau zugesagt wurde. Um nun nicht einer nochmaligen Exmittierung zu verfallen, erzählten unsere Genossen, daß sie im„Kaiserhof" hinausgeworfen seien, weil die Grubenbeamten sie in Hettstedt nicht dulden wollten. Daraus sagte die Frau, die vorher 4 Zimmer zu vergeben hatte, daß sie dann erst ihren Mann fragen müßte, glaube aber, daß dieser nichts einwenden werde. Nachmittags kam vom Mann der Be- scheid daß seine Zimmer anderweitig besetzt seien! TaS sino„Kulturzustände", wie sie heute selbst in Saarabien nicht herrschen und um die uns Rußland beneiden kann. Gewonnen haben die Terroristen damit nichts, denn untergekommen sind sie alle, die Hetzer, wenn auch nicht mehr so schön zusammen. Berlin und Umgegend. Die gegenwärtige Situation in der Berliner Lrauindnstrie. Neuerliche Verhandlungen des Brauereiarbeiterverbandes mit den Vertretern der Brauereien wegen Vermeidung von Arbeiter- entlassungen infolge Konsumrückganges zeitigten das Ergebnis, daß die Brauereivertreler bekundeten, von Arbeiterentlasfungen � vorläufig abzusehen. Weiter erklärten sie jedoch, daß sie außerstande seien, wenn der Konsumrückgang infolge des Vierboykotts— namentlich deS Flaschenbieres seitens der Kantinen— weiter ein so erheblicher bleibt, den jetzigen Zustand aufrechterhalten zu können. Sie wären dann gezwungen, zu Entlassungen zu schreiten, wenn auch nicht in demselben Maße, als der Konsum zurückgegangen ist. ES kämen dabei mehrere Hundert Arbeiter in Frage. Ferner wurde über die Entschädigung der Vier« f a h r e r, die durch den Konsumrückgang erheblich in ihrem Eiu� komme» geschädigt sind, verhandelt und die Brauereien erklärten sich bereit, den Ausfall bis zu einem bestimmten Lohnsatz zu decken. DeutTebeo Reich. Tie Schiffszimmcrer von Fürstenberg a. O. sieben schon seit 91 Wochen im Streik wegen Nichibcwilligung einer minimalen Lohn- forderuug. Fast sämtliche Ausständige» haben anderweitig Arbeit gefunden. Tie Arbeitgeber haben nun auSsvionicrt, wo die Streikenden arbeiten und setzen alle Hebel in Bewegung, um sie wieder brotlos zu machen. In einem Falle ist ihnen dies auch ge- lungeu. Es arbeiteten nämlich zwei der Ausständigen bei einem Meister in einem anderen Ort. Der betreffende Meister ist Mitglied des Vereins der Flußschiffswerfteu. Dieser Meister wurde nun so lange gedrängt, bis er den beiden kündigte. Die Unternehmer geben sich alle erdenkliche Mühe, Streikbrecher anzuwerben. So ist einer in Stettin gewesen und hat dort auch einige Leute angenommen. Diese aber waren vorsichtig und erkundigten sich erst in F ü r st e n- berg a. O.. wie die Sache dort liege. Darauf verzichteten sie auf die Arbeit. Vis jetzt ist nur ein Streikbrecher vorhanden. Jeder Schiffszimmcrer muß es nun als seine Pflicht betrachten, in Fürsten- berg a. O. nicht in Arbeit zu treten.— Die Schiffbauer in S a ch s e n h a u s e n bei Oranienburg stehen wegen Lohn- reduzicrung in einem Abwehrstreik. Auch hier ist der Zuzug fern- zuhalten._ Lohnbewegung der Binnenschiffer an der Elbe und Havel. Für die am 1. Oktober gekündigten Mannschaften läuft heute paS Arbeitsverhältnis ab. Den erwarteten Widerstand hat die Or- ganisation nicht gefunden. Wir konnten vor einigen Tagen melden, daß ein Teil der noch ausstehenden Firmen sich entweder dem Ar- bcitgeberverbande angeschlossen oder sich mit der Organisation ge- einigt hätte. Heute sind bereits wieder 5 Firmen zu melden, die sich dem Arbeitgeberverbande angeschlossen haben. Da nun bei den Verhandlungen vereinbart ist, daß der Arbeitgcberverband nicht nur für die Mitglieder, welche zur Zeit der Verhandlungen ihm angeschlossen waren, sondern auch für die zukünftigen Mitglieder Geltung haben, so ist den Herren wenig damit gedient. Die Furcht vor der Organisation hat sie in den Arbeitgeberverband getrieben; sie haben aber nur den einen Trost, nicht selbst mit der verhaßten Organisation verhandeln zu müssen, sondern dies dem Arbeitgeber- verbände überlassen zu können. Die Firmen, welche durch ihre Mitgliedschaft zum Arbeitgeberverbande sich verpflichtet haben, den Tarif anzuerkennen, sind: Schwartztopf u. Co., Magdeburg; A. Lüddecke u. Co., Magdeburg; W. G e r l o f f, Westerhusen; O. u. P. Be n z und S p i t t a u. Co., Havelberg. Bei 12 Firmen waren die Kündigungen eingereicht, davon haben 9 bewilligt; außer- dem haben noch 4 die Forderungen anerkannt. Bei 3 Firmen treten die Bootsleute in den Streik; diese sind: Dumling, Schönebeck; Buchlein, Dessau und Neubert, Nienburg. Sie werden sich kaum lange über Wasser halten können. 1. Der Bergarbeiterstreik in ManSselS. SaS Feuerchen, das der jetzige Beherrscher der alten Grafschaft Mansfeld, Herr Bergrat Dr. Vogelsang, in seinem Uebermut angesteckt hat, brennt so wundervoll weiter, daß sich Herr Dr. Vogel sang wie auch seine Hintermänner daran nicht nur die Fingernägel, sondern die ganzen Hände verbrennen dürften. Der Streik ist ein spontaner Ausbruch des langangesammelten Un- willens dieser geknechteten Arbeiterschaft gegen die Willkürherr- schaft und der Ausbeutung einer übermächtigen Sippschaft. Herr Boge Ifang hat es verstanden, in seiner kurzen„Re- gierungszeit" von einem Jahr, das Faß zum Ueberlaufen zu bringen, und welche Dimensionen der Streik noch annehmen wird, hängt ganz von dem Verhalten des Herrn Dr. Vogel sang und seiner Inspiratoren ab. Wenn der Streik bis jetzt noch nicht das ganze Revier erfaßt hat, sich vorläufig nur auf 0 Gruben erstreckt, so nur deshalb, weil die Streikleitung eine weitere Aus- dehnung verhindert hat, da diese annahm, daß ein einziger Mann, der ein großes Verantwortlichkeitsgefühl besitzen soll, zur Er- rcichung seiner Machtgelüste einen so iminensen Volkswirtschaft- lichen Schaden nicht anrichten würde. Es scheint jedoch, als ob die Streikleitung sich getäuscht hätte und Herr Dr. Vogelsang tat- sächlich gewillt ist, ehe er seinen Berg- und Hüttcnsklaven das ge- setzlich garantierte Koalitionsrecht gestatten will, einen Kampf auf- zunehmen, der der Gewerkschaft Millionen k o st e n und das ganze Land ungeheuer schädigen wird; denn alle bisherigen Versuche zur Einigung sind fehl geschlagen. Alle Instanzen haben versagt: das Oberbergamt. der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr Oberbürgermeister D i t t r i ch von Leipzig und auch der preußische Handelsminister Herr von S y d o w. Herr D i t t r i ch. dem Genosse Sachse die Leiden der ManSfelder Knappen vortrug, meinte, daß er sich nicht in die Direktiven der Verwaltung hineinmischen dürfte und als Sachse ihm sagte, daß Hauer unter 3 M. verdient hätten, die Bergmanns- frauen in Versammlungen erklärten, daß sie Hunger leiden müssen, erwiderte der Bürgermeister der„freien" Seestadt Leipzig, daß man bei einem Lohn von 3 M. doch nicht zu hungern brauchte! Herr Dittrich, der alljährlich Taus ende an Tantiemen aus der Gewerkschaft und demSchweißdieser armen Bergleute einsackt, erachtet einen Lohn von 3 M. als ausreichend für einen Bergmann und dieser Mann nennt sich— liberal! Der preußische Handelsminister, den die Streikleitung tele- graphisch um Vermittlung angegangen ist, hat telegraphisch er- widert, daß bei den prinzipiellen Meinungsver- schieden heiten der Parteien er es ablehnen müßte, sich in den Streik zu mischen.„Prinzipielle Meinungsverschiedenheiten" nennt es der Minister, wenn Arbeiter von ihm fordern, er möge sie in Ausübung ihrer gesetzlichen Staats- bürgerrechte schützen! Mehr kann man von einem Minister im „Rechtsstaat" Preußen billigerweise nicht verlangen. Aber Herr Sydow wird mit dieser Antwort„den Weg zu den Herzen der Bergarbeiter" nicht finden, den sein Vorgänger ebenfalls vergeb- lich gesucht hat. Die Antwort hat jeden Kenner der Verhältnisse nicht überrascht, doch hat sie von neuem die Nichtigkeit der Worte des ehemaligen Staatssekretärs Dr. V ö t t i ch e r an die Großindustriellen illustriert:«Meine Herren! Wir arbeiten ja nur für Sie!" So ist die Situation des Streiks unverändert, die Zahl der Ausständigen die gleiche. Am Mittwoch und Donnerstag haben sich auf den Streikbureaus 3800 Mann gemeldet, während die Werks- presse nur von 2070 berichtet, in der Absicht, die Oeffentlichkeit zu täuschen. Alle Einschüchterungsvcrsuche haben die Streikenden bisher standhaft zurückgewiesen, während iii Heldra und Eisleben, wo noch gearbeitet wird, nicht nur Streiklust herrscht, sondern ver- langt wird, daß auch dort der Streik proklamiert werden sollte. Auch die Hüttenarbeiter wollen sich mit den ausständigen Berg. arbeitern solidarisch erklären und in den Streik treten. Zu diesem Zweck finden am Freitag in Hettstedt und Umgegend Hütten- arbeiterversammlungen statt, von denen es abhängen wird, ob nicht am nächsten Montag Zehntauscnde neu in den Streik treten. Am Mittwoch fanden fünf überfüllte Frauenversammlungen in und um Hettstedt statt, die sich mit Begeisterung für den Kampf ihrer Männer aussprachen. In Klostermansfeld, wo Ge- nasse Sachse sprach, waren an 1000 Personen, darunter 700 bis 800 Frauen erschienen, die voll Begeisterung seinen Ausführungen lauschten. Mehrfach wurde er durch minutenlange Beifalls, oder Entrüstungskundgebungen unterbrochen, besonders, als er die Volks- wirtschaftlichen Schäden der Raubpolitik des Schnapsblock und die Tätigkeit des Herrn Abgeordneten Dr. Arendt schilderte. Es war ein neues Evangelium, was diesen armen Frauen gepredigt wurde und mit Freude und Begeisterung lasen sie dem Redner die Worte von den Lippen. In dieser Versammlung konnte man auch merken, welcher Sympathie sich die R e i ch s t r e u e n erfreuen und welchen Wert man ihnen zulegt. Als Sachse auf die Reichstreuen. das „feste Bollwerk" gegen alle Strcikgelüste zu sprechen kam, erscholl dröhnendes Hohngclächter durch den Saal und eine Frau rief:„Die Hanswürste der Werksherren spielen, das ist der Zweck der„reichstreuen Vereine!" Jene Frau sprach nur aus, was das Volk allgemein empfindet— aber unter dem Druck der Verhältnisse machten die Leute bisher den Hanswurst für die Herren. Damit dürfte nun doch endlich aus- geräumt werden. Den Frauenvcrsammlungen am Mittwoch folgten am Donnerstag 6 Belegschaftsvcrsammlungen, in denen die Fort- setzung des Streiks einstimmig beschlossen wurde. Die Probe aufs Exempel. Aus dem Bureau des Bergarbeiterverbandes wird uns ge- schrieben: Unter obiger Ueverschrift bringen„Das Reich" und einige andere Blätter gleicher oder ähnlicher Couleur einen Ar- tikel, der sich mit dem Streik der Bergarbeiter im Mansfeldschen Revier beschäftigt. Der Artikel läßt den gelben Neid der..Christen" erkennen darüber, daß die Mansfelder Bergarbeiter von der „christlichen" Organisation nichts wissen wollen, sondern sich dem freien Bergarbeiterverbande angeschlossen haben. Daß sich die Stöckerjünger, dem Beispiele ihres„großen" Meisters folgend, in dem Artikel eine Anzahl dreister Unwahrheiten leisten, versteht sich am Rande. Zunächst ist unwahr, daß„der sozialdemokratische Verband die von der liberalen Presse in dem Revier hervorgerufene Steuer- Verärgerung und die durch die Werksleitung durch Lohn- reduzierungen veranlaßte Verbitterung der Arbeiter benutzt, um agitatorisch vorzugehen". Der„sozialdemokratische Verband" hat schon vor einer Reihe von Jahren in jenem Revier Eingang ge- funden und besitzt seit Jahren dort stabile Mitgliedschaften, wovon sich jeder durch die allmonatlich veröffentlichten Abrechnungen überzeugen kann. Daß die Lohnreduktionen und die mit Hilfe der„christlich-sozialen Arbeitervertreter" geschaffene neue Be- lastung der Arbeiter mit dazu beigetragen haben, die Erbitterung der Arbeiter zu steigern, ist allerdings richtig; aber dann sollten „Das Reich" und seine Gesinnungsgenossen auch verstehen, warum die Mansfelder Bergleute von den„Christlichen" nichts wissen wollen. Aber die Lohnreduktioncn und die neue steuerliche Be- lastung der Arbeiter waren doch nicht die ausschlaggebenden Gründe, welche die Mansfelder Bergleute in den Streik trieben. Der Hauptgrund war vielmehr das Bestreben der dortigen„auch- christlichen" Grubenprotzen, den Arbeitern das Koalitionsrecht zu rauben. Die fortgesetzten Maßregelungen von Arbeitern, die sich nichts haben zuschulden kommen lassen und deren einziges Ver- brechen darin besteht, daß sie von ihrem Koalitionsrccht Gebrauch machen, brachte das Maß zum Ueberlaufen: dagegen den Kampf aufzunehmen, waren die Arbeiter ihrer Arbeiterehre schuldig. Daß sie sich zu Führern in'diesem Kampfe nicht die waschlappigen „Christen", sondern den Bergarbeiterverband, der schon seit Jahren sich bemüht hat. in dem Revier menschenwürdige Zustände �u schaffen, wählten, gereicht den Mansfelder Bergleuten nur zur Ehre. Eine Flegelei leistet sich„Das Sleich", welches bor wenigen Tagen dem Verbandsvorstand zugefügte Beleidigungen de- und wehmütig zurücknehmen mußte, durch solgendes: „Die Kosten des Streiks werden die Ausständigen leider selbst zu tragen haben. Erfahrungsgemäß haben die Sozial- demokraten wohl Hunderttausende von Mark für russische und spanische Revolutionäre übrig, aber keine regelmäßige, aus- reichende Streikunterstützung in solchen Fällen, wie im Mans« seldschen Revier." „Das Reich" und seine Gesinnungsgenossen haben wirklich nicht nöiig, sich ihre„christlichen" Köpfe über die Streikunter- stützung zu zerbrechen. Tie Streikenden erhalten die statutarische Streikunterstützung, welche im Verbände zurzeit 12 M. pro Woche und für jedes Kind unter 15 Jahren 1 Mk. ertra beträgt. Frei- lich, wenn die„Christen" den Streik zu führen hätten, dann würde es den Streikenden wohl so gehen wie seinerzeit den dem „christlichen" Gewerkverein der Bergarbeiter angehörenden Streikenden in Lothringen. Dort konnte der„gewaltig starke" Gewerkverein keine Unterstützung zahlen, und was er gezahlt hat, hat er im dortigen Revier und sonstwo zusammengebettelt. Die „Christen" schließen also von sich aus andere, wenn sie behaupten, die Mansfelder Bergleute hätten die Kosten des Streiks selbst zu tragen. Ueber die„christliche" Flegelei, die Sozialdemokraten hätten wohl Hunderttausende von Mark übrig für russische und spanische Revolutionäre, aber nichts für die eigenen Mitglieder, gehen wir zur Tagesordnung über. Es hat keinen Zweck, sich mit dumm- frechen Schafsköpfen über dew Begriff Solidarität auseinanderzusetzen._ Soziales. Straßenbahner. Die Straßen- und Kleinbahn-Berufsgenossenschaft berichtet, baß im Jahre 1903 im ganzen 455 Betriebe, gegen 441 im Jahre 1907 versichert waren. Während sich die Zahl der Betriebe ver- mehrt hat, ist die Zahl der beschästigten Arbeiter zurückgegangen. Im Jahre 1907 waren noch 97 989 Arbeiter versichert, im Jahre 1903 dagegen nur 96 994. Eine Abnahme von rund 1000 Arbeiter. Und die Ursache? Der Bericht erwähnt nur, daß in 186 Betrieben die Elektrizität zur Anwendung gelangt und in diesen Betrieben allein 75 242 Arbeiter schon beschäftigt werden. Der Jahresdurchschnittslohn eines Versicherten beträgt für einen Vollarbciter im Straßenbahnbetriebe 1302 M. Bei den so- genannten Kleinbahnen mit Dampfbetrieb beträgt der Jahresver- dienst gar nur. 980 M. Die Zahl der angemeldeten Unfälle betrug im Berichtsjahre 4951 gegen 5125 im Vorjahre. Auf 1000 Versicherte entfallen trotz des kleinen Rückganges immer noch 67,7 Verletzte im Durchschnitt. Erwähnt wird, daß"in 4331 der gemeldeten Unfälle innerhalb der ersten 13 Wochen Genesung verzeichnet werden konnte. Nur in 531 Fällen mußte wohl oder übel eine Rente gezahlt werden, welche in 46 Fällen den Tod, in 339 Fällen teilweise und in 107 Fällen vorübergehende Erwerbsunfähigkeit zur Folge hatten. An 38 Wit- wen mit 86 Kindern wurde eine Rente neu gezahlt, ein Beweis, daß die Mehrzahl der Getöteten Familienväter waren. Der Be» richt spricht auch von den„Wohltaten der Unfallversicherung", welcher jetzt 5155 Krüppel und 366 Witwen mit 750 Kindern teil- haftig werden. Der Bericht sucht wieder die Ursachen der Unfälle auf die Ver- sicherten selbst abzuwälzen. Nur in 16 Fällen will er eine Schuld der Unternehmer„festgestellt" wissen. Unbewußt straft er diese „Feststellung" an einer Stelle Lügen. Er hebt nämlich selbst her- vor, welchen Einfluß die kurze und ungewohnte Beschäftigung in einem Betriebe auf die Unfallgefahr hat. In 41 Proz. der Unfälle waren es Versicherte, die kaum im Betriebe� tätig waren. Den Unternehmern wird zur Pflicht gemacht,„auf bessere Ausbildung des Personals" bedacht zu sein, um Unfälle zu verhüten. Darüber, welchen Einfluß lange Arbeitszeit und Uebermüdung auf die Ent- stchung der Unfälle hatten, schweigt der Bericht. Nach dem Sondcrbericht der technischen Aufsichtsbcamtcn wurden insgesamt 254 Betriebe besichtigt; in 138 Betrieben oder 54,3 Proz. wurden 346 Mängel vorgefunden. Die Zahl der wirk- lichen Mängel war jedoch viel höher, denn der Bericht erwähnt selbst, daß für jeden Betrieb alle Verstöße gegen ein und dieselbe Bestimmung der Verhütungsvorschriften nur als ein Mangel be- zeichnet wurde.« �« Gegen 1356 erlassene Rentenbescheide haben 307 Verletzte Be- rufung zum Schiedsgericht erhoben und nur in 85 Fällen ein ob» siegendes Urteil über die Genossenschaft erzielt. Von 137 Rekursen wurden wiederum 81 zugunsten der Genossenschaft erledigt und nur in 35 Fällen zugunsten der Verletzten. Versammlungen. Der Zentralverband der Tapezierer hält in den Tagen vom g._1g. Oktober in allen Städten, in denen sich Filialen des Ver- bandes befinden, zirka 140 Agitationsversammlungen ab. Der Zweck dieser umfassenden Agitation ist einerseits, die Unorgani- sierten dem Verbände zuzuführen, und andererseits, die Mitglieder aufzurütteln und anzuspornen, mitzuarbeiten an dem Ausbau der Organisation. Die hiesige Filiale hielt nun am Montag in den „Sophien-Sälen" eine gut besuchte öffentliche Versammlung für die Tapezierer Berlins und der Vororte ab. Kollege Meyn au» Hamburg referierte über:„Wer schützt die Interessen der Tape. zierer?" Redner schilderte in großen Zügen die Entwickelung der Gewcrkschaftsorganisationen im allgemeinen und des Tapeziererver- bandes im besonderen, und führte den Beweis, daß einzig und allein nur der Zentralverband der Tapezierer die Interessen der Gehilfen in der wirksamsten Weise schützt. In der Diskussion suchten einige Anhänger der lokalistischen Richtung für ihre Or- ganisationsform Stimmung zu machen, fanden aber bei der Ver- sammlung keinen Anklang. Nachdem noch einige Redner vom Zentralverband unter lebhaftem Beifall der Versammlung die Argumente der Lokalisten zerpflückten, stimmten die Versammelten. nach einigen anfeuernden Worten des Vorsitzenden Z i tz e w i tz be- geistert in ein Hoch auf den Zentralverband ein. letzte JVacbricbtcTi und Dcpclcben. Tie Erregung in Spanien. Madrid, 15. Oktober.(W. T. B.) Die heutige Sitzung des Munizipalrates verlief sehr erregt. Tie republikanischen und sozialistischen Mitglieder verliehen, den Saal. Die Eröffnung der Kammern, die heute nachmittag stattfand, ist ohne Zwischenfall ver- laufen.■ derbere, 15. Oktober.(W. T. B.) Aus Barcelona wird ge- meldet, daß gestern abend Uhr in einem Klavierlager in der Nähe der Kathedrale eine Bombe gerade in dem Augenblicke platzte, wo die herbeigerufenen Schutzleute sich ihr näherten. Ter Geschäftsinhaber und drei Schutzleute wurden schwer verletzt. Madrid, 15. Oktober. sW. T. B.) sTeputiertenkammer.) De« Präsident verweigerte dem Republikaner Azzatti, dem Vertreter von Valencia, das Wort. Die Republikaner protestierten heftig und hinderten Maura zu sprechen. Die Majorität protestierte gegen die Haltung der Republikaner. »„"' Trieft, 15. Oktober.'(W. T. B.)' Während der heutigen Sitzung deS Landtages hielt der liberal-nationale Abgeordnete Rascovich eine Gedächtnisrede für Ferrer. Alle Abgeordneten er- hoben sich von den Sitzen. Der Redner schloß mit der Aufforde- rung, zum Zeichen der Trauer durch Verlassen des Saales die Sitzung unmöglich zu machen. Tie Abgeordneten brachen in lauten Beifall aus und verließen den Saal. BerglM. Redglt.: Emil Unger, Grunewald. Inseratenteil verantw.: LH, Glpcke. Berlin, Druck u, Verlag: Vorwärts Buchdr. u. VerlagSanstali Gaul Singer&. Co.. Berlin S W. Hierzu 3 Beilagen u.Nnterhaltungsbl. 11.242. 26. Jahrgang. 1. KilM Ks Jmiiätts" Kali«» Zom>«bc>id, 16.©Mähet 1909. vom Bierkrieg. Irreführung der Konsumenten. Die bürgerlichen organisierten Gastwirte auS dem RegienmgZ- bezirl Potsdam beschäftigten sich am Donnerstag in einer Ver- sammlung in Nauen mit der VierpreiZftage. Die.Voss. Ztg.' be- richtet darüber: Es wurde von dem Referenten Fiebig. dem Schriftführer des Verbandes der Gast- und Schankwirte für Berlin und die Provinz Brandenburg, festgestellt, dag die Verhandlungen mit den Brauereien vollkommen gescheitert sind, was, wie der Referent wiederholt betonte, in der Hauptsache der Schultheib-Branerei zu ver- danken sei. Diese habe von der Abwälzung der Steuer auf das Publikum nichts wissen wollen und ihren Standpunkt damit be- gründet, daß ihr an der Gastwirtskundschaft wenig liege, sondern datz sie das Hauptgewicht auf den Konsum von Flaschenbier lege. Der Referent verurteilte weiterhin das Verhalten der sozial- demokratischen Partei, die den Gastwirten in den Rücken gefallen sei und die sozialdemokratischen Wirte verhindert habe, mit ihren Kollegen aus den bürgerlichen Parteien sich solidarisch zu erklären. Die sozialdemokratische Partei habe es verschuldet, das; jetzt Hunderte von kleinen Gastioirten dem Bankerott verfallen seien. Da eine Verständigung mit den Brauereien ausgeschlossen sei, so bleibe den Gastwirten nur die Selbsthilfe. Es wurde deshalb vom Re- ferenten empfohlen, an Stelle der Bierpreiserhöhung kleinere Gläser einzuführen, die sich von den bisher im Gebrauch befindlichen nicht unterscheiden, aber einen geringeren Inhalt haben, s!) In der Diskussion wurde die.Gläserreform' im Sinne des Refe- , reuten befürwortet und weiterhin den Wirten empfohlen, statt von den Ringbrauereien von den Genossenschaftsbrauereien Bier zu beziehen. Damit den Gastwirten dieser Wechsel erleichtert werde, sollen die Schilder der Brauereien aus den Gastwirtschaften alle- samt entfernt werden. Demnach sollen die Konsumenten mit den neuen Gläsern ge- täuscht werden. Die Angriffe auf die Partei enspringen ebenfalls dem Bestreben, die Tatsachen zu verschleiern. Die Wahrheit ist, dah die Wirte versucht haben, im Bunde mit den Brauern die Konsumenten ganz gründlich zu schröpfen. Wollte man doch die Steuer um das fünf- bis sechsfache auf die Biertrinker abwälzen. Das haben wir verhindert und sind daher nicht den Wirten in den Rücken gefallen, sondern haben die Konsumenten vor einem aus- geklügelten Ueberfall geschützt. Wenn die Wirte glauben, mit der bekannten Spitzbnbentaktik die Konsumenten täuschen zu können, dann haben sie sich verrechnet. Die schimpfenden Gastwirte. Die Gastwirte jammern jetzt in ihrer Fachpresse und in ihren Versammlungen gewaltig über die schlechten Zeiten. Und kräftige Töne werden mitunter angeschlagen gegen Regierung und Reaktion, die die sogenannte Steuerreform geschaffen. Man kann ohne wei- teres zugeben, und das ist von uns schon wiederholt geschehen, dag sich ein Teil der Gastwirte sicherlich in einer schlechten Lage be- sindct. Denn nicht blosi die Biersteuer trifft sie, sondern auch fast alle die anderen Steuern belasten insbesondere dieses Gewerbe sBranntwein, Beleuchtungskörper, Zündhölzer, Tabak usw.). Aber die Herren Gastwirte bedenken bei ihren Klagen gar nicht, daß sie — soweit die bürgerlichen in Betracht kommen—. diesen Zustand mitverschuldet haben. Bei den letzten Wahlen 1907 sowohl als auch 1903 haben sich die Gastwirte redlich bemüht, der Reaktion zum Siege zu verhelfen. ?n geradezu widerlicher Ausdringlichlcit brachten sie sich als ..königstreu" und„gut national" bei den Wahlen und auch sonst in empfehlende Erinnerung. Ihre Vereinigungen nahmen offiziell Stellung und haben in vielen Fällen direkt zur Wahl von rcaktio- närcn Kandidaten gegen die der Sozialdemokratie auf- gefordert, obwohl sie wissen mutzten, datz zuverlässige Gegner jeder Besteuerung von Lebens- und Genutzmitteln lediglich die Abgcord- neten der Sozialdemokratie sind. Im Jahre 1903 hat Herr Ringel sPankow), der Präsident des Deutschen Gasrwirtsvcrbandcs. sogar selbst als Kandidat des vereinigten konscrvativ-national-antisrmiti- schen Mischmasches in Niederbarnim fungiert. Wegen des bitzchen Arbeiterschubes im Gastwirtsgewcrbe(Ruhepausen-Verordnungen von 1902) werfen sich die Herrschaften der mittelständlerischen Re- altion an den Hals.. Dabei pflegen sie sich aus Geschäftsrücksichten zu bemühen, nach autzen die Fiktion aufrecht zu erhalten, als ob sie ganz„neutral" seien und es bleiben mutzten(was wir durchaus nicht verlangen). In Wirklichkeit haben sie in ihren Kundgebungen wiederholt er- Hart, dah von einer Unterstützung der„U m st u r z pa r te i" keine Rede sein könne. Kein Gastwirtstag oder Generalversammlung kleines feuilleton. Wie entstand die Marseillaise? Die von Rouget de LiSle gedichtete Nationalhymne der Franzosen, die in den Tagen der Re- volntion plötzlich wie ein Flammenzeichen aufloderte, war auf die Einzelheiten ihrer EntwtckelungSgeschichte hin bisher noch nicht er- forscht. In Marseille waren eines Tages ibre leidenschaftlichen Töne erklungen, und von dort hatte sie ihren Eroberungszug durch ganz Frankreich angetreten. Aber der eigentliche Geburlsort des Liedes war Stratzburg. wie wir aus einer kürzlich erschienenen Abhandlung von Alfred B. Bönard erfahren, der über alle Einzelheiten der Entstehung berichtet. Rouget de Lisle war im April 1792 Genie- kapitän in Stratzburg. wo General Kellennann die Garnison be- fehltgte. Der General verkehrte damals viel bei dein Bürgermeister Dietrich, der für Poesie und Musik grotze Vorliebe zeigte. Keller- mann zog auch den dichterisch begabten Kapitän in diesen Kreis und bat ihn bisweilen für eine Soiree um»die Ueber- raschung durch ein unveröffentlichtes Gedicht". Für den 24. April batte der Befehlshaber seinem Kapitän wieder solch einen halb offiziellen dichterischen Austrog erteilt und zwar hatte er um etwas gebeten,»was dig Mühe perlohnt, im Lager gesungen zu werden; ein Gedicht, die Herzen zu entstammen, eine sortreitzende Hymne, ein schönes Lied,. das der BotkSpartei gefällt." Rouget de Lisle bat um einen kleinen Aufschub, da man der Poesie nicht so kommandieren könne; aber er arbeitete die ganze Nacht durch an einem Gedicht und trug dies am nächsten Tage bei Dietrich vor. Zehn Personen waren um ihn versanimelt. Der Dichter nannte den Titel. Kriegehymne, gewidmet dem Marschall von Luckner", ging dann zum Klavier und begann die nachher so berühmt gewordene, erste Strophe. Eine grotze Be- geisterung ergriff die Zuhörenden: Dietrich sang bei den letzten Strophen den Reftain„zu den Waffen, Bürger I" auS voller Kehle mit, die Studenten warfen ihre Hüte in die Höhe und schrien:„Es lebe Frankreich I' A>n folgenden Sonntag, den 29. April, wurde die „KriegShymne" in einer einfachen Orchestrierung von der Kapelle der Nationalgarde auf dem Stratzburgcr Paradeplatz gespielt und von der Menge mit jubelndem Beifall aufgenommen. Während so in Stratzburg das Lied bereits verbreitet war, brachte ein Student auS Monipellier die neue Hymne am 22. Juni nach Marseille und sang sie hier bei einem Festmahl, das die Stadt ö00 Freiwilligen gab. die nach Paris zogen. Ein Musiker, von dem Gesang so begeistert wie die Slratzbnrgcr, lief zum Rathans und deklamierte vor der dort versammelten Wache die Ode Rouget de Lisles so schön und hinreitzend, datz die Bürger von Marseille sogleich allgemein den Gesang anstimmten. Die öOO Freiwilligen wird eröffnet, ohne dah nicht Huldigungstelcgramme an den zu- ständigen„Landcsvatcr" und an den Kaiser abgesandt werde». National und königstreu bis auf die Knochen, haben sie sich in ihren Organen(zuletzt noch während der Stcuerberatung) wiederholt für die„Erhaltung von Deutschlands Wehrkraft zu Lande und zu Wasser" erklärt, und datz dazu natürlich auch die notlocndigen Steuern ausgebracht werden mutzten. Datz es gerade sie so hart treffen würde, das hatten diese Patrioten nicht erwartet. Die anderen auch nicht. Und datz nun die Bevölkerung auch noch Schwierigkeiten macht bei der„Abwälzung", ist noch fataler. Jedenfalls ist die sozialdemokratische Partei, der„Vorwärts" und die arbeitende Bevölkerung überhaupt an den das Gastwirts- gewerbe belastenden Steuern gänzlich unschuldig uird das Ge- schimpfe der Herren Kühn, Herzberg und Konsorten ist an die falsche Adresse gerichtet. '.' Bierstcuererhöhung in Baden. Die süddeutschen Staaten haben ihre eigenen Biersteuern und müssen dafür einen entsprechenden Betrag als„Ausgleich" an die Reichskasse abführen. Mit der Er- höhung der Biersteuer im Reich ist auch diese Ausglcichssumme ge- stiegen. Irgend ein Zwang, diese an das Reich zu leistende Mehr- ausgäbe nun durch eine Erhöhung der Biersteuer vorzunehmen, be- steht für die süddeutschen Staaten durchaus nicht. Aber nichtsdesto- weniger wollen sie den Betrag nicht nur aus einer Mehrbelastung des Bieres herausholen, sondern sie wollen noch ein Profitchcn für sich herausschlagen. Nach einer amtlichen Meldung der„Karlsruher Zeitung" hat der Finanzminister bei Gelegenheit einer Be- sprcchung, die er wegen der Erhöhung der Biersteuer mit Brauerei- Vertretern gehabt hat, gesagt, dah die jetzigen Steuersätze(8 bis 13 M. für 1 Doppelzentner Malz) mit Wirkung vom 1. Januar 1910 auf 16 bis 22 M. für 1 Doppelzentner erhöht werden mutzten und datz diese auch den Stcuertaris des Reichsbraustcucrgcsetzes übersteigende Erhöhung erforderlich sei, um die der badischen Staatskasse durch die Erhöhung des an die Reichskasse zu zah- lenden BicrsteuerauLglcichbctrages erwachsenden Mehrausgaben im Betrag von 4— 5 Millionen Mark zu decken. Da der Ausgleichungs- betrag bis jetzt nur 1279 000 M. beträgt und im laufenden Jahr, wo die Biersteuer vom Jahre 1906 für den Süden erst voll in Wir- kung tritt, etwas über 2 Millionen für Baden betragen wird, so ist es Humbug, von einer Mehrausgabe von S Millionen zu sprechen. Im allergünstigsten Falle wird die Ausglcichsumme this bis 5% Millionen betragen. Da die Biersteuer in Baden aber 7 946 000 Mark einbringt, so verbleibt der Staatskasse immer noch ein er- hcblichcr Ueberschutz, den die der Rcichsbraugemeinschaft angc- hörenden Staaten nicht haben. �<5 � In München-Gladbach hat das Kartell der christlichen Gewerk- schaften eine Boykotterklärung gegen alle die Wirte erlassen, die Bicrgläser von zwei Zehntel Liter führen. Alle Korporationen des Kartells wurden streng verpflichtet, den Bierkrieg durchzuführen. In Sachsen tobt der Bicrkricg weiter. Die Brauereien haben einen starken Rückgang des Bierabsatzcs zu verzeichnen. In Leipzig hat der Bierkonsum ungewöhnlich stark nachgelassen. Viele Flaschen- bierhändlcr bieten jetzt ihre Geschäfte zum Verkauf aus, da der Umsatz gleich null ist.— Der Schnapsgcnutz ist gewaltig zurück- gegangen._ Hus der Partei. Der Sozialismus in Irland. Dublin, 11. Oktober.(Eig. Ber.) Vor kurzem ist in Irland eine neue sozialistische Partei gegründet worden. Irland hat bislang nur wenige Sozialisten, da der Kantps um die politische Freiheit, das heitzt um die Erlösung von Englands Herrschaft, die ganze Kraft der Jrländer beschäftigt. UcberdieS wurden die ivenigen, die sich während zehn Jahren dem Sozialismus gewidmet hatten, stets durch innerliche Zwiste geschwächt, da sie, anstatt mit ganzem Herzeit die Grundsätze der neuen Lehre zu verbreiten, sich lieber in die Verschiedenheiten der Methode und der Taktik deS Sozialismus vertieften. Der Sozialismus galt daher nur wenig in Irland, und die beiden sozialistischen Vereine in Dublin waren auf dem Punkt sich aufzulösen, als im Monat Juni die neue Partei alle Kräfte wieder sammelte. Einige Kämpfer stellten sich auf breitere Grundlage, um alle irischen Sozialisten einzn- schlietzen, so sehr sie auch unter sich, was die Methode und Wirkung der neuen Bewegung betrifft, auseinandergehen. Dieser Versuch ist wider alle Erwartungen gelungen und olle Dnbliner Sozialisten sind jetzt in der neuen Partei. Die Mitglieder werden nicht gehindert, für die nattonale Freiheit Irlands zu arbeiten und zogen nun mit diesem Marschlied nach der Hauptstadt und die Pariser legten der Stratzburger Hymne den Namen „Marseillaise" bei. Von Rouget de Lisle stammen nur sechs Strophen der Nationalhymne, während die siebente, die sich an die Kinder wendet und sie ermahnt, dem Vorbild der Bäter zu folgen, bisher dem Dichter Lebrun oder auch dem bekannten NevoluttonSpoeten Marie-Joseph Chönier zugeschrieben wurde. Doch stammt diese letzte Strophe von einem einem einfachen Abbö Pessonneaux aus Vienne im Departement Jiöre. Als die Matseiller auf ihrem Marsch nach Paris bei Vienne vorbei kamen, hatten sich die Bewohner zum feierlichen Empfang gerüstet. Man empfing die Freiwilligen, die ihr neues Siegeslied sangen, lind als eine feine Ehrung hatte der Abbs Pefionncaux den Schulkindern von Vienne eine von ihm ge- dichtete Strophe eingeübt, mit der sie min ans den Gesang der Grotzen im hellen Kinderchor antworteten. Die Zeilen der Kinder gefielen so gut, datz sie in die Nationalhymne sogleich aufgenommen wurden. Die verfügbaren Wasserkräfte. Auf der 17. Jahresversammlung des Verbandes deutscher Elektrotechniker gab Th. Köchn einige Zahlen über die in einer Reihe von Knlturstaaten verfügbaren Wasserkräfte, wie sie nach sorgfältigen Schätzungen auf Grund der in neun Monaten vorhandenen Wasserutenge ermittelt sind. Unter Berück- sichtigung der Verluste, die bei der Umsetzung der Arbeit des fallenden Wassers in Turbinen stattfinden, wären an den Turbinen- wellen noch verfügbar Auf 1 ginn Auf je 1000 , Pferde- Landfläche Einioohner stärleu kommen kommen Pferdestärken Pferdestärken Norwegen....' 7 600000 36.6 3 409 Schweden...... 6 750 000 20,0 1 290 Oesterreich-Ungarn*. 6 460000 19,0 454,5 Frankreich..... 5 857 000 15,0 109 Italien...... 6 500 000 10,9 150 Schweiz....., 1500 000 9,6 138 Deutschland..... 1 425 900 3,06 24,3 Großbritannien.... 963 000 2.6 23,1 Ueber Spanien liegen keine verlätzlichen Angaben vor, ebenso- wenig über die Vereinigten Staaten. Man erkennt, datz die nordischen Länder an Wasserkräften autzerordentlich reich sind. Auch Oesterreich, Frankreich und Italien sind von Natur aus damit gesegnet, während Deutschland nicht zu viel„abzuzapfen" hat. Noch schlechter steht Grotzbritannien da, das nach dem Abbäu der riesigen Kohlenlager, die aber großenteils schon in einigen Jahrhunderten erschöpft sein dürften, wenn die Ausbeute die gleiche bleibt wie jetzt, in wirklicher Rot sein wird. den irischen nationalistischen Parteien anzugehören. Der Hauptzweck der neuen Bewegung ist die Ausführung eines erzieherischen Pro« gramms, um den irischen Arbeiter für den Sozialismus vorzubereiten, sobald er sich die politische Freiheit erobert hat. Diese Aufgabe ist keine leichte, denn das Volk versteht ja kaum, was der Sozialismus wirklich bedeutet. Von den nationalistischen Führern wird die neue Lehre als Feind der irischen Nation betrachtet; zu gleicher Zeit wird sie von den kirchlichen Parteien(und die Jrländer sind meistens katholisch) als Feind der Kirche angesehen. Doch fürchten die irischen Sozialisten die Angriffe von dieser Stelle nicht. Ei» Volkshaus in Hannover. Wie der„ V o l k s w i l l e" mitteilt, ist am Dienstag beim Amtsgericht Hannover die Auflassung des Grundstücks Nikolaistr. 7, Artilleriestr. 36 und Odeonstr. 15/16 an die„Solidarität", Partei- und G e w e r k s ch a f t s h a u s, G. m. b. H., erfolgt. Ter Kaufpreis, der bereits völlig beglichen ist, betrug 605 000 M., zuzüglich 2000 M. Entschädigung an den früheren Eigentümer für entgangene Zinsen und 3000 M. Maklergebühren. Zugleich ist auf das Grundstück die Hypothekeneiiitragung erfolgt. Die hypothekarische Belastung beträgt eine Million Marl! Die erste Hypothek in Höhe von 800 000 M. ist von einer Bank, die zweite Hypothek in Höhe von 200 000 M. von zwei Brauereien hcrgeliehen. Der Bau des VolkshauseS soll mit tunlichster Beschleunigung ausgeführt werden. Vom Fortschritt der Presse. Die Magdeburger„Volksstimme' hat beim Ouartalswechsel 1600 neue Abonnenten gewonnen. Rege Werbearbeit der Genossen hat ihre Früchte gezeitigt. De Felice gegen seine Verleumder. Rom, 11. Oktober.(Eig. Ber.) Soeben ist in Rom ein Be« leidigungSprozetz beendet worden, den Genosse De Felice gegen das klerikale Witzblatt„ B a st o n e" angestrengt hatte. Der„Vastone' hatte, eine verleumderische Korretpondenz einer sizilianischen Zeitung zu Grunde legend, eine Karikatur gebracht, die De Felice darstellte, der von den lintersttttznugSgeldern des Erdbebens in Rathanse von Eatania mit öffentlichen Dirnen Orgien feiert. Unser Genosse klagte gegen daS Witzblatt sowie gegen seine Quelle und hatte die Genug- ttiung, da? beklagte Blatt verurteile» zu sehen. Der verantwortliche Redakteur ivurde zu zehn Monaten Gesängitis und 833 Lire Buße verurteilt. De Felice wird in der Appellinstanz die Klage zurückziehen, da ihm nichts daran gelegen» st, einen armen Teufel ins Gefängnis zu bringen. polurilicbes, ßcnchtlicheo ufxv. Straskonto der Presse. Wegen angeblicher Beleidigung ein«» Krankenträgers, der während der Typbnscpidemie in Altwasser seinen Beruf so ausgeübt hatte, datz er zu Vielsachen Silagen Veranlassung gab, wurde Genosse Darf als Verantwortlicher der Breslauer „Volkswacht" zu dreißig Mark G e l d st r a f e verurteilt. Der Staatsanwalt, der den Krankenträger durch Erhebung der öffentlichen Anklage schützen wollte, sah in dem Ausdruck„Gefühlsroheit" eine Beleidigung und wollte diese mit 150 M. gesühnt wissen. Soziales. Schadenersatz wegen mangelnder Beschäftigung. Der Klavierarbeitcr E. war beim Pianofortefabrikanie» R. Pannwitz gegen Akkordlohn beschäftigt. Seine Arbeiten hat«r des öfteren wegen Materialmangel unterbrechen und wiederholt aussetzen müssen. Nachdem er am 8. Seplember nach einer solchen Ruhepause die Arbeit wieder aufgcnominen hatte, erklärte er feinem Arbeitgeber, datz er nicht mehr aussetzen würde. Am 10. Sep- tember Ivurde ihm aber trotzdem gesagt, er müsse vom 11. bis zum 13. September wieder aussetzen, weil es mt Klaviaturen und Mechaniken fehlte. Am Tage zuvor tirnt eine weitere Arbeitskraft eingestellt worden. Danach konnte Klüger erwarten, datz er noch öfter als bisher aussetzen und dadurch materiell geschädigt würde. Er döste das Arbeitsverhältnis, nachdem er den Arbeitgeber darauf hingewiesen hatte, daß ihm mangels anderer Vereinbarung die gesetzliche 14tägige Kündigungs- frist und volle Beschäftigung während derselben� zustehe.� E. klagte daraufhin beim Gewerbegericht eine Entschädigung für entgan- genen Arbeitsverdienst von 92 M. ei». Das Gcwerbcgericht setzte dem Beklagten auseinander, datz Kläger nach 5h 124 Ziffer 4 der Gewerbeordnung zur Lösung des Arbeitsverhältnisses berechtigt war, weil Beklagter nicht für ausreichende Beschäftigung des im Stücklohn arbeitenden Klägers gesorgt hatte. Die Klage sei also berechtigt. Denn 8 628 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches be« sagt:„Wird die Kündigung durch vertragswidriges Verhalten des Humor und Satire. Wandsprüche in einem gewissen RedaktionSzimmer. Weh' dem. der zu der„Wahrheit" geht durch Schuld,� Sie wird ihm nimmermehr ersrenlich sein.(Schiller.) Kaufe die.Wahrheit' und verlaufe sie nicht. (Spr. Sak. 23, 23.) Die„Wahrheit" ist eine so spröde Schöne, datz selbst, wer ihr alles opfert, noch nicht ihrer Gunst gewitz sei» darf. (Schopenhauer.) Wie glücklich wäre ich. wenn ich die«Wahrheit" verbreiten könnte, ohne einem Menschen dadurch wehe zu tun.(Börne.) Variante. Wer die„Wahrheit" kennt und veracht't sie nicht, Der bleibt fürwahr ein erbärmlicher Wicht. Boykott Sjämmerliches Nachtlied. Ueber allen Gläsern Ist Ruh. In allen Fässern ■ Findest du Kanin einen Sprit. Das Bier im Keller wird säncr— Wartet mir. Junker und Brauer, Bald versauert ihr mit.� Uno. Notizen. �Cook und keinEnde. Die Nordpolentdedfer sind nach wie vor Gegenstand von lebhaften Meinungskämpfen und DiS- kreditierungcn. Ein Führer,' der Cook bei seiner Besteigung des Mount McKinley in Alaska im Jahre 1906 begleitete, soll nach einer Meldung aus Nelv Vörk eidlich bekräftigt haben, datz der höchste von Cook damals erreichte Punkt noch mindestens vierzehn Meilen vom Gipfel entfernt'wär.' Cook soll ihn auch veranlatzt haben, einen Teil des Tagebuchs der Expedition umzuschreiben. Der Ehrenmann, der an diesen Fälschungen selbst beteiligt gewesen sein will und nun auf einmal de» Mut znx Wahrheit findet, wird wohl keine großen Ansprüche aus Glanbivürdtgkeit erheben. Cook behauptet denn auch, auf dein Gipfel des Berges werde man seine Aufzeichnungen sinden.(Er dürfte nur etlvaS schwierig zu erreichen sein.) andern Teiles verülllagt, so ist dieser zum Ersatz deS durch die Aufhebung des Dienstverhältnisses entstehenden Schaden? ver- pflichtet/' Das Gericht riet dem Beklagten, sich auf gütlichem Wege mit dem Kläger zu einigen. Dies geschah dann auch. Der Kläger soll noch 60 M. erhalten._ Darf das Leerdigungswrfen durch Polizeiverarbnungen geregelt werden? Verschiedene Städte der preußischen Monarchie haben die Lcichenbestattung selbst übernommen und ortsstatutarisch geregelt. Eine solche Regelung des Beerdigungswcsens hat auch in Frank- fürt a. M. stattgefunden. Dort schreibt eine Polizeiverordnung u. a. vor, daß ohne Genehmigung deS Friedhofsamtes keine Leichen von Privatunternehmern nach den Friedhöfen befördert werden dürfen. Ein Privatunternehmer W. war aus Grund der betreffenden Poli- zeiverordnung angellagt worden, weil er obne Genehmigung des Friedhoföamtes Leichen nach einem Friedhofe in Frankfurt a. M. befördert hatte. Indessen sowohl das Schöffengericht als auch die Strafkammer sprachen W. frei, weil die b-trefhende Polizeiverord- nung ungültig sei. Die Revision der Staatsanwaltschaft wurde zwar vom Kammcrgericht zurückgewiesen. Doch wurde unter an- derem ausgefiihrt, eine Stadt sei berechtigt, das Beerdigungswesen derart statutarisch zu regeln, daß nur sie die Lvichen auf die Fried- Höfe befördern dürfe. Eine Polizeiverordnung, welche Zuwider- Handlungen dagegen mit Strafe bedrohe, sei ebenfalls gültig, sie finde ihre Grundlage im§ 6b und j des Polizciverwaltungsgesetzes. Die Frankfurter Polizeiverordnung werde aber durch die Vorschrift ungültig» daß das städtische Friedhofsamt auch Privatunternehmern gestatten könne, Leichen nach dem Friedhof zu befördern. Leipzig als Badcnntcrnehmerin. Den Leipziger Stadtverordneten lag am 13. Oktober ein um- fangreiches Projekt zur Schaffung städtischer Bäder vor. Eine bereits vor Jahren eingesetzte Bäderkommission hatte das Resultat ihrer Arbeiten in einer Denkschrift niedergelegt. Die mit ihrer Beratung befaßten Ausschüsse hatten im Prinzip den Plänen der Bäderkommission zugestimmt. Danach soll zunächst ein möglichst zentral gelegenes Bad großen Stils angelegt werden, in weiterer Folge würden dann in den verschiedenen Stadtteilen kleinere An- stalten zu errichten sein. In der Sitzung vom 13. Oktober wurden in namentlicher Abstimmung die KommissionSanträge mit 41 gegen 22 Stimmen angenommen. Huo der Frauenbewegung. Zur Landtngswahl. Am 23. Oktober hat die Arbeiterschaft im 5., 6., 7, und 12. Berliner Landtagswahlbezirk dafür zu sorgen, daß bei der Er- satzwahl die verdient« Vergeltung für den an den Vertretern der Sozialdemokratie begangenen schändlichen Mandatsraub geübt wird. Die Wiederwahl der bisherigen Abgeordneten ist einfach eine Ehrensache für die sozialdemokratischen Landtagswähler. Die tatkräftige Unterstützung der Wahlkämpfer durch die klassen- bewußten. Proletarierinnen ist eine Notwendigkeit, denn die Wiedererobcrung der Mandate wird infolge von illoyalen, direkt arbeiterfeindlichen Praktiken bei der Aufstellung der Wählerlisten die Einsetzung der ganzen Kraft erfordern. Von den Frauen gilt hier das Wort: Tu» res agitur.(Die Sache geht auch Dich an.) Wenn die Frauen auch nicht mitraten und mittaten können im preußischen Landtag, so kann es ihnen auf keinen Fall gleichgültig sein, ob statt der mannhaften, aufrechten Vertreter der Sozialdemokratie im Dreiklassenhause vier Frei- sinnige Einzug halten. Freisinnshelden von jener rückgratlosen Sorte, die so oft den übermütigen Junkern den Steigbügel gehalten hat, wenn es mit Horrido und Hujjah gegen Volkesforderungen für Privilegien der Besitzenden ging. Es gibt keine Frage, die im preußischen Landtag verhandelt wird und nicht auch das Interesse der Frauen erheischte. So ist der Landtag, dieser Hort der Reaktion, beispielSiveise verantwort- lich für die Vernachlässigung der Gewerbeaufsicht, von der in Preußen heute weit über eine halbe Million Industrie- arbeiterinnen betroffen werden. In keinem anderen Bundesstaat finden wir eine solche Verwahrlosung deS gesetzlichen Schutzes von Leben und Gesundheit der Arbeiterschaft wie in Preußen. Ter Landtag ist dafür verantwortlich, wenn der preußische Staat im Punkte der Schäbigkeit in der Bezahlung seiner Arbeiter allen anderen Arbeitgebern mit schlechtem Beispiele vorangeht. Noch immer werden den Unterbeamten und Arbeitern in Staats- diensten wahre Hungerlöhne gezahlt. Ihre Frauen können ja sehen, wie sie sich mit Heimarbeit die Finger wund und die Augen blind nähen, um noch ein paar Groschen hinzu zu verdienen. Am schlimmsten aber hat sich der preußische Staat unter aus- drücklichcr Billigung von feiten der reaktionären Mehrheit von jeher bis auf den heutigen Tag an der Erziehung der Jugend versündigt. Welche zum politischen Denken erwachte Frau empfindet nicht mit heißem Schmerz die Armut der Begriffe, ihre große Unwissenheit in so vielen wichtigen Dingen, für die einzig die Schule verantworr- lich gemacht werden kann! Als Mutter zärtlich geliebter Kinder hat sie ein brennendes Interesse daran, daß die Volksschule nicht länger als„Slrmenschule" geächtet werde, für die der Staat so wenig wie möglich ausgeben will. Nach einer schulstatistischen Auf- nähme vom Jahre 1666 wurden in Preußen nicht weniger als 63 060 Klassen mit insgesamt 2 Millionen Schulkindern nicht ord- nungsniäßig durch eigene Lehrkräfte verwaltet. Fast ein Drittel sämtlicher die Volksschule besuchenden Kinder wurde hier- von betroffen. 13 400 Klassen mit einer Million Schulkinder waren sogar nach der von keinem Hauch moderner Pädagogik berührten Auffassung der Regierung in derselben Zeit überfüllt. Von den ßVi Millionen preußischer Volksschüler— fast ausschließlich Kinder des Proletariats und der Landbevölkerung— wurde also f a st die Hälfte in unverantwortlicher Weise in ihrer geistigen EntWickelung gehemmt und dadurch in ihrem späteren Fortkommen geschädigt. Bis heute ist nichts wirklich Durchgreifendes geschehen. um diesen skandalösen Zuständen ein Ende zu machen. Nimmt man dazu die Misere des Fortbildungsschulwesens, in dem ins- besondere die Töchter des Volkes bis zur Stunde auf das ärgste benachteiligt werden, so ist daS Sündenkonto des Landtages eigcnt- lich schon groß genug. Aber es ließe sich noch bis ins Unendliche verlängern. In Kürze sei hier nur noch der für die Frauen des Prole- tariats so außerordentlich wichtigen Regelung der staatlichen Fürsorge für die Gebärenden gedacht. Die Sterblich- kcit infolge von Kindbettfieber ist erschreckend hoch. Es fehlt an Entbindungsanstalten, es fehlt draußen auf dem Lande an tüch- tigen Hebammen; wir haben in Preußen Landgemeinden, wo die Frauen aus Mangel an sachverständiger GebuxtS- h i l f e wie die Fliegen dahinsterben oder bei der Entbindung langes qualvolles Siechtum erwerben. Das preußische Dreiklassenparla- ment hat erst im vergangenen Jahre bei der Beratung einer Reform des HebammenwesenS wieder gezeigt, daß es der Fürsorge für Pferde, Rinder und Schweine weit mehr Interesse entgegen- bringt als der Sorge für Leben und Gesundheit der Mütter des Volkes. Millionen werden da fiir den Gestütetat bewilligt, während für die„Reform" des HebammenwesenS die lächerlich geringe Summe von 50 000 M. ausgeworfen wurde. Bei 1 200 000 Ge- burten pro Jahr in Preußen kommen da auf jede Geburt genau — vier und zwei Zehntel Pfennig. Die Frauen des Proletariats haben also alle Ursache, ihrer Anteilnahme an diesen wichtigen Fragen durch die Tat Ausdruck zu geben. Der Freisinn ist dem Volke nicht mehr wie alles schuldig geblieben, sonst hätte die Junkermacht nicht so groß werden und nicht so verbrecherisch an den vitalsten Interessen des Volkes freveln können. So kann die Parole in diesem Wahlkampfe nur lauten: Gegen den lendenlahmen, volksverrätcrischen Freisinn, für die Verteidiger der Volksrechte, für die Sozialdemokratie! Es ist Aufgabe der Frauen, überall, wohin sie kommen, aufklärend in diesem Sinne, werbend für die Sozialdemokratie zu wirken. Proletarierinnen, hinein in die Agitation, hinein in den Kampf! Macht Kaufteute, Lieferanten und Krämer auf die Be- deutung der Wahl aufmerksam! Wo Ihr unter Euren Bekannten und Verwandten abhängige Wähler und Beamte wißt, die nicht so wählen können, wie sie in ihrem eigenen Interesse wählen müßten, da veranlaßt sie, der Wahl fernzubleiben. So vermögen sie unserer Sache indirekt zu nutzen. Sorgt vor allem, daß Eure Männer, Brüder, Freunde am 23. Oktober ihre Pflicht tun und rot wählen! Helft, daß dieser Tag ein Ehrentag des Berliner Proletariats werde! Die Lage der Glühstrnmpfarbritcrinnen. Die Fabrikation von Glühstrümpfen für GaSglühlicht ist ein einträgliches Geschäft. Es wirft den Unternehmern, die es be- treiben, reichen Gewinn in den Schoß. Sind es doch zumeist weib- liche Arbeitskräfte, Mädchen und Frauen, die mit der Herstellung von Glühstrümpfen beschäftigt werden, und die Arbeiterinnen bilden für den Unternehmer immer noch einträglichere Ausbeutungsobjekte wie die Arbeiter. Einiges über die wirtschaftliche Lage der Glühstrumpfarbeite- rinnen erfuhr man in einer Versammlung, zu welcher der Bezirks« leiter Großkopf vom Deutschen Metallarbeitervcrbande am Donnerstag die Arbeiterinnen der Firma Auergesellschaft, Abt. A., Akt.-Gcs. Richard Feuer und Export-Gasglühlichtgesellschaft ein- geladen hatte. Die Betriebe dieser drei Firmen befinden sich in ein und demselben Gebäude am Commeniuspiatz. Die Arbeits- Verhältnisse der Glühstrumpfarbeiterinnen sind bei allen drei Firmen die gleichen. Nach dem. was hierüber in der Versammlung gesagt wurde, gehören die Glühstrumpfarbeiterinnen mit zu den schlechtestgestelltcn Jndustriearbciterinncn. Die Arbeit ist Akkord- arbeit. Neun Stunden soll die tägliche Arbeitszeit betrageu.Gcgen» wärtig müssen aber täglich 1—2 Ueberstunden gemacht werden, so daß der Arbeitstag regelmäßig auf 10— 11 Stunden ausgedehnt wird. Wie überall, so machen sich auch hier die schädlichen Begleit- crscheinungen der Akkordarbeit bemerkbar. Die ohnehin kurz be- messcnen Pausen werden nicht innegehalten, denn der geringe Ver- dienst treibt die Arbeiterinnen sckion vor Ablauf der Pause wieder an die Arbeit. Die Vcsperpause ist auf% Stunde bemessen. Diese Zeit reicht nicht aus, um in den Iveitläufigen Fabrikgebäuden die im Keller befindliche Kantine aufzusucheii. Die Arbeiterinnen stehen deshalb auf den Fluren herum und sitzen auf den Treppen, während sie ihr Vesperbrot einnehmen, Wie sielst es mit dem Verdienst aus, den die Glühstrumpf- arbeiterinnen in der ausgedehnten Arbeitszeit und bei aller Hast der Akkordarbeit verdienen? Der Referent Großkopf sprach von Wochenlöhnen, die sich meist zwischen 11 und 14 M. bewegen und nur in Ausnahmefällen vereinzelt bis 18 M. steigen. Aber eine Ar- bciterin, die in der Diskussion auftrat, schilderte die Verhältnisse als noch erheblich schlechter. Sie sagte: 18 M verdient keiner in der ganzen Fabrik. Ich selbst habe in der Woche nur 6 M. und 9 Pf. verdient. 16 Pfennig die Stunde. Jetzt komme ich ans 18 Pf. die Stunde. Mehr verdienen die meisten Arbeiterinnen nicht. Aber es gibt welche, die noch viel weniger verdienen. Di« jugendlichen Arbeiterinnen müssen mit 4 M. wöchentlich nach Hause gehen. WaS aber das Verwerflichste ist: die niedrigen Löhne, die wir verdienen, werden durch Geldstrafen noch erheblich gekürzt. Wenn eine Ar- bciterin ein Stück Papier auf den Boden fallen läßt oder ein ähn- liches unbedeutendes Versehen begeht, so verhängt der Meister, der in dieser Hiisicht vollkommen willkürlich waltet, Strafen von 25 Pf., 50 Pf., ja es werden Strafen bis zur Höhe von 1 M. verhängt. Wie weiter ausgeführt wurde, ist auch die Heimarbeit in der Glühstrumpffabrikation eingerissen. Viele Arbeiterinnen nehmen nach Schluß der 10- bis llstündigen?lrbeitSzeit noch Arbeit mit nach Hause. Da sitzen sie denn bis spät in die Nacht hinein, um den kümmerlichen Verdienst, den sie in der Fabrik erzielen, durch Heimarbeit etwas zu erhöhen. Auch über sanitäre Mißstände im Betriebe wurde geklagt. Unter anderem wurde angeführt, daß in einem Saale, wo die Glühkörpcr abgebrannt werden, durch viele Gasflammen eine un- erträgliche Hitze erzeugt wird, daß aber die Ventilation nicht ge- nügt, um frische Luft einzuführen und die Hitze herabzumindern. Als einmal der Gewerbeaufsichtsbeamte die Fabrik besuchte, wurden in�der Abbrennerei sämtlich« Flammen verlöscht und die Fenster geöffnet. Als dann oer Aufsichtsbeamte den Saal betrat, war für den Augenblick über die Temperatur und die Luft nicht zu klagen. So hatte man den Beamten getäuscht. Nach seinem Fortgange herrschten natürlich wieder dieselben unerträglichen Verhältnisse wie vordem. Man sieht, daß die Glühstrumpfarbeiterinnen Ursache genug haben, über ihre Verhältnisse nicht nur zu klagen, sondern sich zu- sammenzuschlicßen und etwas für die Verbesserung ihrer Lage zu tun. Diesem Zweck dient die Agitation, welche der Metallarbeiter- verband unter den Glühstrumpfarbeiterinnen betreibt. Zu dem- selben Zweck war auch diese Versammlung einberufen. Die Be- tricbsleiwng aber arbeitet diesen Bestrebungen mit den bekannten Mitteln entgegen. Meister suchten durch Drohung mit Entlassung die Arbeiterinnen vom Besuch der Versammlung abzuhalten. Ueberstunden waren für den VersammlungSabend angeordnet, und zlvar derart, daß«in Teil des Betriebes um 6, ein anderer um 7, ein dritter um 8, ein vierter vielleicht noch später Feierabend machte, wodurch verhindert werden sollte, daß die Versammlung aus allen Teilen des Betriebes besucht werden könnte. Diese Maß. nahmen hatten denn auch den Erfolg, daß der Besuch der Ver- sammlung in keinem Verhältnisse stand zur Zahl der im Bettiebe beschäftigten Arbeiterinnen. Doch diejenigen, die erschienen waren. werden dafür sorgen, daß der Gedanke der Solidarität in den Reihen der Glühsirumpfarbeiterinnen Wurzel faßt, daß sie der Organisation zugeführt werden, um sich durch deren Hilfe eine Ver. bcssernng ihrer überaus ungünstigen Arbeitsverhältnisse zu er- ringen. Warenhaus Wilhelm Siein Berlin Chausseestrasse 70-71. Heute, Sonnabend, den 16. Oktober er., Schluß des Verkaufs der preiswerten gestrickten Herbst- und Winter-Strümpfe, Barchent- Röcke, Beinkleider, Männer- und Frauen-Hemden Von Sonnabend, den 16. bis Dienstag, den 19. Oktober vohT; Preiswertes Angebot in Lebensmitteln Westf. Salamiwurst...... Pfd. 1.60 Westf. Schlackwurst.... pid. 1.60 Feste Salamiwurst...... pid. 1.35 Feste Schlackwurst...... Pfd. 1.35 Schlackwurst.......... pfi 98 pi. Salamiwurst.......... Pfd. 98 Pf. Tee-Wurst............ Pfd. 1.15 Konserven neuester Ernte Fleischwaren Kasseler Rippespeer...... Pfd. 85 pr. Kalbfleisch........ Pfd. 80, 85, 90 Pf. 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Zielerent Kolleg« Handle. 2. Dil- lujsto». 3. Verbandsangciegenheiten. Achtung! Schlosser! Achtung! Montag, de» 18. Oktober 1999. abendS 8'/- Uhr: Schlofser-Bersammlung im Gewerkschaftshaus(Großer Saal), Engeluser 15. Nur Mitglieder habe» Zutritt.— Mitgliedsbuch legitimiert. TageS-Ordnung: 1. Vertrag des Stadtv. Genossen Karl Ko blenzer über:.DI« neue ReichSversicherungsordnung". 2. Weht des BranchenleiterS. der Ägttationskcmmisiion und der SchlichtungSlommijslan. 3. Branchen« angeleaenhetten und Verschiedenes. Kollegen, deren Organiiaiionen der verliner Gcwerkschafts- kommission angeschlossen sind, habe« Zutritt« Zahlreiches Erscheinen erwartet_ 124/1 Die OrtNTcrwnltnng. Den Mitgliedern zur Kenntnis, dafj Protokolle vom Verbandstag in Haniburg bei den Kassierern und im Bureau zu haben sind._ Mid deittr OrtsverwaUnng Berlin. Geschäftsstelle Berlin 0. 54, Mulackstr. 10, I.— Fernsprecher Ülmt in, 4518. Sonntag, den 17. Oktober, nachm. 1'/, Uhr, im Gcwerkschafts- hanse, Engelufer 15(großer Saal): Achwng: Putzerlräger. Acht««»: Sonntag, den 17. Oktober 1999, mittags 12 Uhr: (Dcfcnll. NkchnunliW der Piiherträzer von Berlin und Umgegend im Lokal von Dan! vhlgl». Schwedter Strafte 24. Tages-Ordnung: 1. Vertrag des GewerlschastSselretärs Genossen Engen Brückner über:.Hat die Arbeiterklasse im heutige» Staate Gleich- bcrechtiguug?-- 2. Distussion. 30/17» ES ist Pstichl etncS jeden PußerirägerS. w dieser Versammlung zu erscheinen. Der Elnhernter. Allgemeine Kranken-». Slerbekasse der deutschen Drechsler und deren Berufsgenossen(E. H. 86 Hamburg). MttgUeder-Vorlammimigeu finden statt: Ro-rSflr A am Sonntag, den 17. Oktober, vormittags 19'/, Uhr, DL�llK A jm Gewerkschaftshans. Saal 11. Bam Sonntag, den 17. Oktober, vormittags 19'/, Uhr, bei Ehlert, Wiener Straße 25. Com Sonntag, den 17. Oktober, vormittags 10 Uhr, bei Scbnlz, Alte Iakobstr. 18/19. Dam Sonntag, den 17. Oktober, vormittags 19 Uhr, bei Bnniniel, Sophienstr. 5. TageS. Ordnung: 1. GefchästlicheS. 2. Kassenbericht vom 3. Quartal 1909. 8. Ergänzung?» wähl dcS Vorstandes. 4. Verschiedenes. NB. Zur Jjfiiet deS 2S|ährigen Bestehens findet am Sonn, abend, den 3«. Oktober 1909. in den AiidreaS-Kestsälen, Andreas. straße 21. ein Knnfctnbcnd statt. Billetts sind in den bekannten Zahl- stellen sowie bei jedem Vorstandsmitglied zu haben. issbb Die Ortsverwaltungen. Dai Geschästthau» der Firma Gardluenhaus Bernhard Schwartz Wallftr. 29 wird am 91. Ottober abgebrochen. Während des Umzuges am ib., 16. it. 17. Oft. ggch Wallstr. 13 bleibt da»«elchäst geschlossen. Am Eröffnung», 4S �>94 werden au lag«, den der Kall» klein» Präsent» verabfolgt Gänse! Täglich Irisch! Gänse! sämtuche Gänse-Artikel, ab Gänseklein Gänselebern. Gänsefleisch m. Keulen pfd. 0,70, ohne Keulen» Kd. 0,40. 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Die Affäre des Hauptmanns Scheunemann vor Gericht. j Wegen Beleidigung des Hauptmanns der Schudtruppc Scheuncmann hatte sich gestern vor der dritten Strafkammer� der Kaufmann Max Müller zu verantworten. Der Anklage liegt der Inhalt des am 1. Dezember 19V6 vom Abgeordneten' Bebel dem Kolonialdirektor überreichten Briefs zugrunde.' In der Vernehmung über seine Person machte der Angeklagte folgende Angaben: Er ist im Jahre 1873 in Hamburg geboren und befindet sich gegenwärtig in, Untersuchungsgefängnis. Nach- dem er in Deutschland bei dem Einjährigen-Examen auf einer „Presse" durchgefallen war, ging er nach Afrika, um hier in Kamerun eine kaufmännische Stellung anzunehmen. Von 1903 ab war er dann in Portugiesisch-Guinea und dann bis zum Mai dieses Jahres an der Elfenbeinküste in Stellung. Im Jahre 1901 ist er vom Bezirksgericht in Tuala wegen gefährlicher Korper- Verletzung und dann später nochmals wegen Jagdvergehens und Beleidigung bestraft. Vor Eintritt in die Verhandlung stellte Staatsanwaltschaftsrat Porzelt den Antrag aus Ausschluss der Oefsentlichkeit wegen Ge- fährdung der Sittlichkeit. Das Gericht beschloß, die Oefsentlichkeit vorläufig noch nicht auszuschließen. Ter Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Memel: Vor Eintritt in die Verhandlung habe ich folgende Erklärung im Namen des An- geklagten abzugeben: Der Angeklagte will die Beschuldigungen, chie er in dem Briefe an den Abgeordneten Bebel gegen den Haupt- mann Scheunemann erhoben hat, nicht mehr aufrechterhalten. Durch das eingehende Ermittelungsverfahren gegen den Haupt- mann Scheuncmann, welches mit der Einstellung des Verfahrens geendet hat und durch das Hauptmann Scheunemann glänzend gerechtfertigt ist, hat der Angeklagte die Ueberzeugung gewonnen, daß die Beschuldigungen völlig haltlos sind. Der Angeklagte legt deshalb kein Gewicht darauf, daß ein Wahrheitsbeweis angetreten wird. Der Angeklagte wird vielmehr Gelegenheit nehmen, den Hauptmann Scheunemann zu gegebener Zeit um Verzeihung zu bitten. Landgerichtsdirektor Lieber: Es handelt sich hier um die be- kannten kolonialen Reichstagsdebatten vom Dezember 1906, die zur Auflösung des Reichstags führten. In diesen Debatten richtete der Abgeordnete Bebel heftige Angriffe gegen Offiziere der Schutz- truppe, darunter auch gegen den Hauptmann Scheunemann*). Diese Angriffe stützte Bebel auf einen Brief, den er aus der Kolonie erhalten hatte. Angeklagter, haben Sie einen solchen Brief geschrieben:— Angekl.: Jawohl.— Vors.: Haben Sie den Brief auch abgesandt?— Angekl.: Nein. Als ich den Brief schrieb, lag ich im Fieber. Ein schwarzer Angestellter hat ihn ohne mein Wissen zur Post gegeben.— Vors.: Wenn Sie den Brief nicht ab- senden wollten, weshalb haben Sie ihn denn zur Versendung fertig gemacht und frankiert?— Angekl.: Wenn ich Fieber habe, dann habe ich immer ein gewisses Vorstadium, in welchem ich sehr erregt bin. In einem solchen Zustande kam mir etwas von den Verhältnissen des Gouverneus v. Puttkamer in das Gedächtnis, und als ich dann so ganz allein in der Faktorei saß, schrieb ich die Briefe nieder. Ich wollte den Brief aber nicht absenden, denn ich dachte sehr wohl an die vier Wochen Gefängnis, die ich bereits einmal wegen Beleidigung verbüßt habe.— Vors.: Sie sind bei Ihrer Verhaftung in Altona ausführlich vernommen worden und haben zugegeben, daß Sie den Brief abgesandt haben.— Angekl.: Ich war seinerzeit soeben aus einer Klinik entlassen worden, in der ich schwer am Fieber erkrankt lange Zeit habe zubringen müssen.— Vors.: Sie haben zwei Briefs geschrieben. Zuerst haben Sie sich mit einem Brief an den Rechtsanwalt Dr. Haß in Hamburg gewandt. Dieser hat Ihnen aber geantwortet, Sie sollten ihn mit solchen„Hunnenbriefen" in Ruhe lassen.— Angekl.: Ich habe in einem Zustande von Unzurechnungsfähigkeit gehandelt. Hierauf gelangte der inkriminierte Brief an den Abgeordneten Bebel vom 10. April 1904 zur Verlesung. In dem Briefe wird dem Hauptmann Schcunemann der Vorwurf gemacht, daß er sich eine schwarze Frau in Kamerun gehalten habe und daß er, weil sie mit einem anderen, nicht festgestellten Schwarzen verkehrt habe, einen schwarzen Sergeanten beauftragt habe, drei verdächtige Schwarze derart zu bestrafen, daß ihnen derartige Gelüste ein für alle Mal vergingen. Der Sergeant sei aber in ein falsches Dorf geraten und habe drei ganz unschuldige Schwarze verstümmelt. Rechtsanwalt Dr. Memel: Der Angeklagte ist ein Mensch von sehr niedriger geistiger Begabung, und dies mag wohl hauptsächlich den Anstoß zu der ganzen Angelegenheit gegeben haben.— Vors.: Wie kam der Angeklagte dazu, den Brief gerade an den Ab- geordneten Bebel zu richten?— Angekl.: Es war dies der einzige Abgeordnete, den ich den Namen nach kannte.— Vors.: Haben Sie die Reichstagsdebatten, die doch damals großes Aufsehen allent- halben erregt haben, verfolgt?— Angekl.: Nein. Ich gehöre auch keinesfalls der sozialdemokratischen Partei an; ich wollte mit meinem Briefe nur eine Untersuchung der Angelegenheit herbei- führen. Es wird sodann der EinstellungSbeschlus? in dem Verfahren gegen Hauptmann Scheuncmann zur Verlesung gebracht, � aus welchem hervorgeht, daß die eidlich vernommenen Zeugen die samt- lichen Behauptungen des Briefes als„Küstenklatsch" und platt er- funden bezeichnet haben. Es wird hierbei auch mitgeteilt, daß der Briefschreiber mit Hilfe der Handschriftenvergleichung durch das Kolonialamt ermittelt worden war. Hauptmann der Schutztruppe Scheunemann bekundet als Zeuge folgendes: Ich kann die sämtlichen in dem Briefe ent- haltenen Beschuldigungen und Angaben nur als elende Verlcnm- düngen bezeichnen. Die Verdächtigungen sind vollkommen aus der Luft gegriffen. Ich habe nie eine schivarze Frau in Afrika gehabt. Ich würde dies auch eines Stationsleitcrs für unwürdig halten.— Angekl.: Herr Hauptmann, ich habe die Absicht, Sie für das, was ich angerichtet habe, um Verzeihung zu bitten. Es tut mir leid, Anmerkung. Gegenüber der unrichtigen Behauptung des Vorsitzenden, Landgerichtsdirektors Lieber, und der un- zutreffenden Ansicht des Zeugen Scheunemann, Bebel sei„in gehässiger Weise" vorgegangen, erinnern wir an den wirk- lichen Sachverhalt. Ausweislich der stenographischen Berichte des Reichstags hat der Abgeordnete Genosse Bebel den Inhalt des Briefes in der Sitzung des Reichstags vom 1. Dezember >1906 lediglich referiert. Vorher hatte er in seiner Rede erklärt, daß er den Brief dem Kolonialdirektor zur Verfügung stelle und hierbei ausdrücklich bemerkt:„Wie weit die Angaben mit der Wahrheit übereinstimmen, wird eine sachgemäße strenge Untersuchung ergebe», die unbedingt notwendig ist." Objektiver kann ein Abgeordneter ihm zur Versügung ge- stelltes Material nicht verwenden. Unaufgeklärt ist geblieben, weshalb die Kolonialverwal- tung dem, wie aus der Untersuchung gegen den Hauptmann hervorgeht, als Küstenklatsch in weiteren Kreisen bekannten Inhalt des Briefes nicht vor dem Jahre 1906 nachgegangen ist. Hätte sie das getan, so hätte sie sofort am 1. Dezeinber 1906 die von Bebel verlangte Aufklärung geben und den Hauptmann vor dex Weiterverbreitung des„Küstenklatschs" behüten ksnilLlu.- Z. KciIu des jotiuitls" Cttliiiet l'ollislilalt. Zonualitud, 16. Oktober 1909. daß ich den Einflüsterungen eines Lumpen Gehör geschenkt habe. Es tut mir aufrichtig leid.— Zeuge Scheuncmann: Es tut mir leid, daß Sie sich soweit haben hinreißen lassen, und ohne erst zu prüfen, derartige Verdächtigungen in die Welt hinausgeschleudcrt haben. Ich nehme Ihre Erklärung an.— Staatsanwalt Porzclt: Herr Hauptmann, Sie haben wohl durch die Sache viel Scherereien und Ilnannehmlichkeiten gehabt.— Zeuge: Jawohl, mehrere Jahre hindurch bin ich in der unglaublichsten Weise angegriffen und ge- schmäht worden.— Staatsanwalt Porzelt: Waren Sie während jener Reichstagsverhandlungen gerade in Berlin?— Zeuge: Als der Abgeordnete Bebel diese Dinge in gehässiger Form im Reichs- tag zur Sprache brachte, war ich zufällig gerade in Berlin, auch als dann die Sache durch die Presse ging.— Verteidiger: Der Angeklagte, welcher leidend ist und eine starke Neigung zum Tropenfieber hat. hat unter dieser Sache schon schwer gelitten. Er befindet sich seit drei Monaten in Untersuchungshaft. Genügt Ihnen, Herr Hauptmann, die reuevolle Entschuldigung des An- geklagten, und würden Sie unter diesen Umständen vielleicht den Strafantrag zurücknehmen?— Zeuge: Wenn es in meiner Macht steht— ja; mir liegt gar nicküs daran, ob hier der Angeklagte ins Gefängnis wandert oder nicht; mir lag nur daran, hier in aller Oefsenttichkeit Mitteilung machen zu können, daß meine Ehre nicht im geringsten lädiert ist, und ich nach jeder Richtung hin rehabili- tiert bin.— Um dem Zeugen Gelegenheit zu geben, sich wegen der eventuellen Zurücknahme des Strafantrages mit seiner vor- gesetzten Behörde in Verbindung zu setzen, wurde die Verhandlung bis zum Nachmittag(3 Uhr) ausgesetzt. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen gab dann der An- geklagte Müller folgende Erklärung ab:„Ich bekenne, daß ich den an den Neichstagsabgeordnetcn Bebel gerichteten Brief aus Blieron vom 14. Mai 1904 geschrieben habe, in welchem ich die seinerzeit im Reichstag erörterten schweren Beschuldigungen gegen die Herren Hauptmann Scheunemann. Dominik und den Oberstleutnant von Kamptz erhoben habe. Ich erkläre, daß ich selbst keinerlei Wahr- nehmungcn gemacht habe, welche den Inhalt des Briefes in irgend- einem Punkte rechtfertigen könnten, daß ich vielmehr ohne jede Prüfung einen Küstenklatsch von unzuverlässiger Seite auf- genommen und möglicherweise selbst erst in Beziehung zu den in dem Briefe genannten Personen gebracht habe. Nachdem in dem gegen die Offiziere eingeleiteten Verfahren sich die vollständige Unrichtigkeit meiner Behauptungen ergeben, und nachdem in der heutigen Verhandlung Herr Hauptmann Scheunemann unter seinem Eide die erbobenen Beschuldigungen in Abrede gestellt, stehe ich nicht an, zu erklären, daß ich vollständig davon überzeugt bin, daß meine Beschuldigungen jeder Grundlage entbehren, daß ich auch diese nur aufgestellt habe, um mich an den Beamten der 5lolonie zu rächen, und daß ich es aufs tiefste bereue, die genannten Herren so schwer angegriffen zu haben. Ich bitte mit Rücksicht auf diese reumütige Erklärung und meinen leidenden Zustand, die gegen mich gestellten Strafanträge zurückzunehmen. Ich verpflichte mich, für den Fall der Zurücknahme die Kosten des Verfahrens zu übernehmen und diese Erklärung in den vom Kommando der Schutztruppcn zu bestimmenden Zeitungen zu veröffentlichen." Nachdem diese Erklärung öffentlich zur Verlesung gebracht worden war, verlas Landgerichtsdirektor Lieber eine von dem Unterstaatssekretär des Reichskolonialamtes unterzeichnete Er- klärung, in welcher dieser namens des kaiserlichen Gouverneurs von Kamerun die gestellten Strafanträge mit Rücksicht auf die Erklärung des Angeklagten und seinen leidenden Zustand zurück- nahm. Hauptmann Scheunemann zog darauf ebenfalls den von ihm gestellten Strafantrag zurück. Der Vorsitzende verkündete daraufhin den auf Einstellung des Verfahrens lautenden Beschluß des Gerichts. Ter Angeklagte wurde sofort aus der Untersuchungshaft entlassen. Hiiö Induftnc und Kandel. Psiiffischer Patriotismus. Das Zentrum macht— aus ersichtlichen Gründen— wieder einmal in Patriotismus, in„Schutz der teutsck>en Arbeit". In der Nummer vom 10. Oktober veröffentlicht die„Kölnische Volkszeitung" einen Artikel, in dem auf die„Zentrale zur Belebung des deutschen Arbeitsmarktes durch die Inlands- industrie" aufmerksam gemacht wird. Dieses Institut soll dafür sorgen, daß der Deutsche nur deutsche Werkzeuge, deutsche Unter- hosen, deutschen Cakes und deutsche Bisquits kauf� Man will bis am die höchsten deutschen Stellen„furchtlos" herantreten und sie auf ihre vaterländischen Pflichten aufmerksam machen. Tief be- dauert wird, daß zum vaterländischsten aller Vaterlandsdenkmäler, dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig,— österreichischer Zement Verwendung findet. Bei Privatunternehmnngcn könne das noch ent- schuldbar sein,„das muß aber den deutschen Cakeshersteller mit besonderem Bedauern erfüllen, daß sogar bei der kaiserlich deutschen Marine, für welche die Deutschen solch große Opfer bringen, in der Hauptsache englische Cakes und Bisquits verzehrt werden". Noch trauriger ist aber, daß„am deutschen Hofe und in prinzlichen Haushaltungen englische Cakes und Bisquits den Vorzug haben". Hipp, hipp, hurra l_ Ein norwegisches Wassergcsctz hat vor kurzem durch die Sanktion des norwegischen Parlaments das Licht der Welt erblickt. ES be- zweckt die Ausnutzung norwegischer Wasserkräfte durch ausländische Gesellschaften zu erschweren. Zu dem Zivecke sollen alle Wasser- kräfte über 1000 Pferdestärken, die in Zukunft einer Aktien- oder ähnlichen Jndustricgesellschaft übereignet werden, nach Atzlouf der Konzession an den Staat zurückfallen, ganz gleich, ob ausländische oder heimische Gesellschaften sie besitzen. Alle Ausländer, die norwegische Wasserkräfte ausnutzen wollen, müssen stets eine Konzession erwerben, die ans mindestens 60, höchstens 80 Jahre erteilt wird. Nach Ablauf der KonzessiouSdauer gehen nicht nur die Wasserkräfte, sondern auch die Maschinenanlagen in den Besitz des Staates über. Teile der Anlage, die nicht zum Wasserkraftwerk gehören, können vom Staate ihrem Werte nach erworben oder müssen in einer bestimmten Frist beseitigt werden. Nach Schätzungen besitzt Norwegen mit 7.0 Millionen Pferdestärken Wasserkräften von allen europäischen Ländern die meisten Ausbeutungsmöglichkeiten dieser Kraft. DaS Weltpcnuyporto. Der englische Gencralpostmcistcr wurde jüngst im Unterhaus um Einsührung des Penny-(8>/z Pf.) Portos, das im ganzen Reichsberkehr gilt, auch für den Verkehr mit Konstantinopel gebeten, da es keinen Sinn habe, daß Briefe dorthin L'/zmal so viel kosteten als nach den englischen Besitzungen in der Südsce. Er lehnte das ab. sprach aber die Hoffnung aus, daß das Pennyporto, das heute innerhalb des britischen Reiches und für den Verkehr mit den Vereinigten Staaten gilt, bald für den ganzen Weltpostverein gelten werde._ Gerichts- Zeitung. „Amerik. prakt. Aerztin." Frau Emma Hellwig hatte in der Presse folgende Annonce veröffentlicht:«Amerk. prakt. Aerztin Frau Hellwig, staatl. approb., «W Dr. med. daselbst in 10jähriger Praxis". Die Strafkammer erkannte gegen Frau Hellwig wegen Vergehens gegen§ 147 Ziffer 3 der Reichsgewerbeordnung auf eineGcldstrafe. Frau Hellwig vertrat den Standpunkt, daß sie vor der Prüfungsbehörde des Staates Illinois das Staatsexamen bestanden habe und ihr der Doltortitel zustehe, V.urH UMabeo W»M auch nsKgewiejen, dgtz FrgA Hell? wig die Ermächtigung im Staate Illinois erlangt hatte, im Staate Illinois die ärztliche Praxis auszuüben. Eine Zuwider- Handlung gegen Z 147 Ziffer 3 der Gewerbeordnung liegt aber nach Ansicht der Stz-afkammer vor, weil die Angeklagte sich als Dr. med. bezeichnet habe. Eine Berechtigung zur Führung des Doktorgrades habe sie nicht gehabt. Die Revision der Angeklagten wurde dieser Tage vom Kammcrgericht als unbegründet zurückgewiesen. DaS Gericht führte aus: Strafbar macht sich nach der Gewerbeordnung, wer, ohne hierzu approbiert zu sein, sich einen arztähnlichen Titel beilegt, durch den der Glauben erweckt wird, der Inhaber desselben sei eine geprüfte Medizinalperson. Einen solchen Titel hat sich die Angeklagte beigelegt, indem sie sich als Dr. med. bezeichnete, ohne im Besitz eines rechtsgültigen Doktordiploms zu sein. Acht Pfund Käse— zum alsbaldigen Gebrauch. Der Arbeiter Zawislak hatte sich am 2. April vor dem Land« gericht Lübeck wegen Diebstahls zu verantworten, der Korbmacher Meyer wegen Hehlerei. Z. hatte in einem Laden ein 8 Pfund schlvercs Stück Käse im Werte von 2,20 M. entwendet und dem draußen wartenden M. zum Tragen übergeben. Beide gingen dann in die Arinenanstalt, um sich für 10 Pf. Essen geben zu lassen. Hier wurde der Käse bemerkt und ihnen wieder al>genommcn. Der Eigentümer hat Strafantrag nicht gestellt. Das Landgericht nahm Mundraub an und stellte das Verfahren gegen Z. ein, während eS M. von der Anklage der Hehlerei freisprach. Die Staatsanwalt- schaft legte gegen das verständige Urteil Revision ein und be- hauptete, es sei zu Unrecht Mundraub angenommen worden; acht Pfund Käse seien kein Nahrungsmittel, das„alsbald" verzehrt werden könne, auch wenn zwei Personen sich daran beteiligen. Das Reichsgericht verwarf am Donnerstag die Revision. Daß Z. auf Vorrat habe stehlen wollen, könne nicht angenommen werden, denn nach den Feststellungen ging seine Absicht auf Befriedigung eines augenblicklichen Gelüstes. Bon unbedeutendem Werte war der Käse auch. Wenn die Anklagebehördcn die Zeit, die sie auf den Versuch des Beweises verwenden, daß unbedeutende Eßwaren und der» gleichen gestohlen und nicht nur cutwendet feien, ökonomischen und sozialen Studien widmen würden, so würde manche weltfremde Anklage in Fousall kommen._ Der Gerichtshof im„Kicntopp" Eine eigenartige Gerichtssitzung spielte sich gestern ab. Die 7. Strafkammer des Landgerichts I, unter Vorsitz des Landgerichts- direktors Splettstößer, verhandelte gegen den Buchhändler Ariel Sch. wegen Verbreitung unzüchtiger Abbildungen. Das„Delikt" des Angeklagten sollte darin bestehen, daß er zwei Kinematographen- films, betitelt„Der Flohfang" und„Die Beichte", hergestellt und vertrieben hatte, welche nach Ansicht der Anklagebehördc unzüchtigen Charakters sein sollten. Der Angeklagte bestritt dies ganz ent- schieden und behauptete, daß die Aufnahmen allerdings derb-komi- scheu Inhalts wären und nur derjenige etwas Anstößiges darin entdecken könne, der etwas Unzüchtiges suche und mit solchen Ge- danken die Bilder betrachte. Um sich selbst ad oculos von dem Inhalt der Bilder zu überzeugen, beschloß das Gericht eine Art Lokaltermin abzuhalten, und zwar in dem kincmatographischen Vor- führungsraum im Berliner Polizeipräsidium, in welchem alle neuen Kinemawgraphenbilder erst das gestrenge Auge des Zensors passieren müssen, ehe sie in der Oefsentlichkeit belichtet werden dürfe». Diese„Kicntopp"-Vorstellung vor den sämtlichen Mit- gliedern des Gerichtshofes schien in einem für den Angeklagten günstigen Sinne gewirkt zu haben. Denn das Gericht verneinte das Moment der Niiziichtigkeit, und sprach den Angellagten auf Kosten der Staatskasse frei. Der Staatsanwalt hatte eine Geld- strafe von 50 M. beantragt._ ZllchtigungSrccht des OrtsschulinspcktorS. Vom Landgericht Stargard i. Pom. ist am 6. Mai der bisherige Pfarrer und OrtSschulinspektor Paul Herrmann in Schönwalde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 30 M. verurteilt worden. In jenem Dorfe bestand die Gewohnheit, in gewissen Zeitläuften außerhalb der üblichen Zeit die Glocken zn läuten. Dieses Vergnügen machten sich die jungen Burschen des Ortes. Dieses Bimmeln verbot der Angeklagte von der Kanzel herab. Der 13jährige Schüler K. bimmelte trotzdem eines Tage» wieder. Der Pfarrer nahm ihn in der Schule vor und gab ihm eine Anzahl Stockschläge auf das Gesäß. Die Oberschenkel bis zum Knie waren geschwollen und zeigten blutunterlaufene Streifen. Der Knabe mutzte 12 Tage lang die Schule versäumen, ehe er wieder- hergestellt lvar. Das Olericht hat anerkannt, daß der Angeklagte be- rcchtigt war, den Knaben zu züchtigen, aber es hat angenommen, daß er aus Fahrlässigkeit die gezogenen Grenzen überschritten hat. Die Revision des Angeklagten wurde vom Reichsgericht am Donnerstag verworfen._ Versammlungen. Schweizer-Versammlung. Am Mittwoch fand in den Oranlen- burger Festsälen eine Versammlung der im Landarbeiterverband organisierten Schweizer statt, zu ivclcher Rechtsanwalt Genosse Dr. Oskar Cohn das Referat übernommen hatte. Redner schilderte die so überaus traurigen Rechtsverhältnisse, unter denen die Schweizer zu leiden haben. Die Gcsindcordnung, die noch in den weitaus meisten Fällen für die Schweizer in Frage kommt, sei für den heutigen Schweizer nicht mehr angebracht. Die Recht- sprechung, ob die Schweizer der Gewerbeordnung oder der Ge» sindcordnung unterstellt seien, sei so schwankend, daß diese Rechts- Unsicherheit geradezu ein Hemmnis für den Zusammenschluß bilde. Die Schweizer müßten deshalb empfinden, daß diese Zustände ihrer unwürdig sind. Redner warnt die Schweizer vor den falschen Freunden. Denn ein Mitglied des Bundes der Landwirte kann nicht sogleich Leiter einer Organisation der Arbeitnehmer sein, wie es in dem einen gegnerischen Verband Tatsache sei. Aus diesem Grunde hat jeter Schweizer die Wahrung seiner Jntcr- essen der Organisation anzuvertrauen, die mit ihm fühlt und gänzlich unabhängig von den Arbeitgebern ist. Mit einem warmen Appell an die Anwesenden, recht zahlreich dem Verbände der Landarbeiter beizutreten, schloß Redner seinen mit vielem Beifall aufgcnomencn Vortrag. An der Diskussion beteiligten sich die Schweizer Schmidt, Eisermann, Engelinann, Rühle und Gnichwitz. Gnichwitz geißelte in kurzen Worten nanicntlich das Treiben des Stcllenvermittlcrs Lcithold, der zugleich Geschäftsführer des„Bundes Deutscher Sennen" ist. Dieser verlangt von den Schlveizcrn, die bei ihm eine Stelle suchen, nicht nur die Vermittelungsgebühr von 5 bis 10 M., sondern er zwingt die Leute, in seinen„Bund" einzutreten. Hier verlangt er 1 M. Eintrittsgeld und gleich mehrere Monate Beitrag, der nun aber nicht für die kommende Zeit angerechnet wird, sondern für die vergangenen Monates Wenn also ein Schweizer von diesem„Geschäftsführer" eine Stelle haben will, so werden ihm zirka 10 M. abgenommen. Verschiedene andere Redner bestätigten diese Angaben. Der Vorsitzende Georg Schmidt schloß die sehr gut besuchte Versammlung mit der Aufforderung, daß auch die Schweizer recht regen Anteil an dem Schnapsboykott nehmen möchten, damit auch sie ihrerseits ihr Teil dazu beitragen, daß den Junkern nicht die Taschen gefüllt werden. Eine große Anzahl der Erschienene» ließ sich ig den Verbgnd oufneHjßSB, ßrfcfkaften det* Redakttosi. Di« luriftischc SprcMunde findet Linden st raste 3, zluelter yas, dritter Einganli. vier Treppen, ZM- Fahrstuhl-?&)Q wochentäglich ubcuds von 7'� bis Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um V Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen dcizustiac». Briefliche Autwort wird nicht erteilt. BIS zur Beantwortung im Briefkaste» könne» 14 Tage»ergehen. Eilige Fragen trage mau t» der Sprechstunde vor. Bier Streitfrage». 1. Nein, überhaupt nicht, sondern nur einzelne Gliedmaßen. 2. Eine reine Privatfache. 3. Nach einer Kaminergerichts- «ntscheidung vom 19. Dezember 190« werden die ungetaujten Äindcr von ans der Kirche Ausgetretenen der Religionsgcmeinschast zugerechnet, der die Eltern angehört haben. Es muß für die Kinder, so lange dieselben minder- jährig find, ebensalls der Austritt erklärt werden, oder diese vollziehen den Austritt nach erreichter Volljährigkeit(21 Jahre) selbst. 4. Ja, im Jahre 1892. — K. G. 118. Wenden Sie sich an das Bureau deS Deutschen Metall- arbeiterverbandeS, Charilestr.'Z.— Emil. Ihre Anfrage ist nicht recht vcr- ständlich.— C. St. B. I. Uns sind solche Vorgänge nicht bekannt. Vielleicht richten Sie Ihre Anfrage einmal an den Vorstand der Freien Gast- und Schanklvirte. Berlin(Litsiu, Mcnieler Straße).— C. H. 9. In aeschästlichen Angelegenheiten können wir Sie nicht beraten.— Zwei Bartlose. Die Mittel Helsen dem Verläuscr immer. Der Käuser sollte sie aber, ohne vorher den Arzt bcsragt zu haben, nicht benutzen.— Pankow, N. G. 101. Wenden Sic sich an den Genossen SimanowSki, Zentrale sür das deutsche Krankenlasscnwcsen, Berlin, Engelufer IS. — Taber 473. 1. Nein. 2. Es ist nicht verboten. 3. Die von Ihnen angeführte Acusterung siel am 28. März 1901 bei der Einweihung der Ein- weihung der Kaserne des Alcxander-RcgimentS. In der Relrittenanfprache in Potsdam vom 23. November 1891 finden sich außerdem die Worte von Vater und Mittler resp, die Eltern niederschießen.— P. ZI. Wenden Sl« sich an Frau G. Swiemy, Schönebcrg, Sedanstr. 57, III. Ungar 48. 1. Nein i aber in der Volksbuchhandlimg in Jena sind zwei Arbeiten von nichtparleigcnölsische» Schriftstellern erschienen. 2. Dr. Lommel. Jena. LMHerstr. 3. Notes Kreuz, Berlin, SSiihcimftr. 37. Verein zur Bctämpsung der Tuberkulose, Schrfttsührcr James Jakobus, Berlin O, Warschauer Straße-15.— Krebs 90. 1. Am 13. März 1881. 2. Laut Gesetz vom 19. März 1888: süns Jahre(srüber drei Jahre). 3. Vom 70. Lebensjahr ab.— A. Ff. Wenden Sie sich an den Erzicbungs» und Fürsorgevcrein sür schwach- begabte Kinder,.Berlin 27 28, Granseer Straße 7.— Streit- frage. Brandenburg in Ostpreußen. Flecken. KrciS Heiiigcnbeil. Regieruugsbezirk Königsberg. 1397 Einwohner.— H. Ei. Nein. L. D. 51. Wenden Sie sich an die Nedallion der„Flamme*. Berlin G., Breiteftr. 3._ Sunlichr Seife haf einen rnärchenhafi-en Umsate. 20 Millionen S�uck ist der Wochen verbrauch. Uber die ganze£rde ist Sunllchf-Seife ver breitet. Dieser enorme Consum ist aber das beste Zeugnis, welches diesem hervorragenden fäbrikat ausgestellt werden kann.das überall in stets gleichbleibenderöüfc zu hoben isl! Für den Inhalt der Inserate »ibernimmt die Redaktion Publikum gegenüber Verantwortung. dem keinerlei Udearer. Sonnabend, 1«. 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Sonntags 7 Uhr. MIM"' am Monhplari Anf. 8 Uhr 1 Theatersaal; D. Kanonenschlager Meyer mit'n Hangeboden mit Paul Bendlx in der Titelrolle und das glänzende Spczialltiltcn-Pi-ograuim. Im Konzertsaal: Täglich: Gr. Konzert der ersten Kapellen der Berliner Garde-Regimenter. iiiigsten Lesestoff für Lesefreunde bieten m, Zeltschriften, welche ich fiuOerst billig abgebe, um schnell zu räumen. Jahrgang 1908 u. frühere Jahrg Daheim, Gartenlaube, Welt u. Haus, Land u. Meer, Fliegende Kl.» Neues Blatt k 1,95 M.} Meggendorfer, Lust. Bl. k 2,50 M.; Jugend, Simpliciss., Buch f. Alle k 3 M.{ Lpz III. Ztg., Universum Ii 3,50 M. Alle jahrg. sind gut erhalten u. vollst. Off. gilt nur kurze Zeit. Conrad Urch,Vers.-Buchbdlg� Sckweidaitz i.Sch). ß. I. Bekamttmachmtg. Siebente Abänderung ZUM ZiMderOrtsKrauKenKasse der Maschinenbluiarbeiter und verninndteu Geiverbe zu Berlin. Artikel I. ß 27 Absatz 1 wird wie folgt ab- geändert: Die wöchentlichen Beiträge betragen (zirka 4.7 Proz.): 1. Für die Mitglieder der 1. Klasse 39 Ps. 2-»»•. 2.. 78. 3-»»»# 3., 69, 4.#.»* d.# 51. 5..».„ 5., 27. Artikel II. Diese Abänderung tritt mit dem Tage der slatutenmätzigen Bekannt- machuna in Krast. Berlin, den 6. September 1909. Der Borftaud der Ortskrankenkasse der Maschineiibauarbciter und ver> wandten Gewerbe zn Berlin. Franz Schuldt. W. Heidenhain. Genehmigt durch Beschluß vom 5. Oktober 1909. Der Bezirksausschuf, zu Berlin. Abteilung II. II. C. 85. 09.(L. S.) Siber. Diejenigen Kassenmitglteder, welche der Kasse aus Grund des H 2 des Statuts angehören, erhalten dies« Abänderung durch ihren Arbeitgeber, die Mitglieder, welche gcmäsi ß 5 Ziffer 1 oder ß 3 freiwillig der Kasse angehören, wollen diese Abänderung im Kasscnlokal in Empsang ncbinen. Diese Abänderung tritt vom Mon- tag, den IL. Oktober er., ab in Krast. 197Sb Berlin, den 15. Oktober 1909. Der Vorstand. Franz Schuldt. 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W Unserem Bezirlssährer Ludolf Burha Bnre�t die herzlichsten Glückwünsche zur Vermählung. Die Fnnktiouäre der 4. Abtlg. 8li!iMeWlii'sti!edei'�Mvere!ii dos 6. Beri. Reiclistags-Watilkrelses. Todes- Anzeige. Am 12. Oktober verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Actolf Gedarake In der Anstalt Buch. Ehre seinem Andenken i Die Beerdigung findet heut« Sonnabend, den 16. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der HimmelsahitSge. meinde, Nieder-Schönhausen, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 231/12 Der Tortiiand. Verband der Saitler und Portefeuiller. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, datz unser Mitglied, der Täschner Rudolf Bröcker Werkstatt Edelstein am 13. Oktober verstorben ist. Ehre seinem Nudenkeu k Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. Oktober, nachmittags 4 Uhr, vom Trauer- Hause aus. Emdener Straße 57 nach dem HeilandS-Kirchhoj in ! Plötzcnsee statt Zahlreiche Beteiligung erwartet 158/8 Oie Ortsverwaltung. Zentral-Kranken- u. Sterbekasse de? denlsclien Wagenbauer. Bezirk IV. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser langjähriges Mitglied, AdoBf KrauB am 13. Oktober früh 4 Uhr verstorben ist. 19ü0b Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 16. Oktober, nach- mittags 4 Uhr, vom Traucrhause Kolberger Straße 19 aus nach dem DankeS-Kirchhos Blnnlcstratze statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Voristand. Deutseiier TransportarbeiterTüiliMt OrtSverwaltung Grotz-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Hausdiener Kar\ Pätzoldt am Mittwoch, den 13. Oktober, im Alter von 69 Jahren an Herz« schwäche gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. d. MtS., nachmittags 41;, Uhr, von der Leichenhalle der Segens Der Vorstand. Lichtenberg. Heute Sonnabend findet im„Schwarzen Adler", Inhaber Gebrüder Arnhold, Frankstirter Chaussee B/ü, das Herbstfest de? Wahlvereins statt. Dasselbe besteht aus einem großen Künstler- konzert(Kammermusik und solistische Vorträge des Neuen Tonkünstler- OrchesterS. Dirigent Franz Hollfelder, unter Mitwirkung des Baritonisten Herrn Emil Severin. Nach dem Konzert: Großer Ball. Billetts sind bei sämtlichen Bezirks- und Gruppenführern zu haben. In Anbetracht der außerordentlichen Darbietungen wird auf ein zahl- reiches Erscheinen der Mitglieder gerechnet. Boxhagen-NummelSbmg. Am Sonntag, den 17. Oktober, findet eine AgitalionStour nach RüderSdorf-Ltalkberge und Alt-LandSberg statt. Die in Betracht kommenden Genossen werden ersucht, Sonntag früh 5 Uhr pünktlich in der ZeitungSspedition, Alt-Boxhagen B6. zu sein. Die Bezirksleitung. Nieder-SchSneweide. Die Genossen treffen sich am Sonntag, den 17. d. MtS., S'/a Uhr, pünktlich zur Flugblattverbreitung in den Bezirkslokalen. Der Vorstand. Neuenhagen, Fredersdorf, PetcrShagen. Bruchmiihle, Eggersdorf. Sonntag, den 17. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im Lokale des Herrn M. Girke, Fredersdorf: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitage. Referent: Genosse Wessel. 2. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 3. Verschiedenes.— Sonntag stüh 6 Uhr Fackelverbreitung. Der Vorstand. Schöneiche. Am heutigen Sonnabend feiert der Wahlverein des Bezirks Schöneiche sein erstes Stiftungsfest.� Die Genossen haben große Aufwendungen gemacht, um den Gästen einen genußreichen Abend zu verschaffen; wir bitten deshalb um zahlreichen Besuch. Die Bezirksleitung, Buch(Bezirk Franz.- Buchholz). Heute Sonnabeud abends KV, Uhr: Zahlabend bei Juhnke, Schönower Straße. Franz.-Buchholz. Am Sonntagvormittag 7'/o Uhr Flugblatt- Verbreitung. Treffpunkt am Bahnhof Blankenburg, Abfahrt 7.56 Uhr. Die Bezirksleitung. Tegel. Morgen, Sonntag, früh von 8 Uhr an Handzettel- Verteilung von den bekannten Bezirkslokalen aus. Desgleichen findet morgen, Sonntag, nachmittag eine gerneinsame Besichtigung der Treptower Sternwarte statt. Die Teilnehmer treffen sich um 2'/« Uhr an der Endstation der Straßenbahn. Haupt- straße. Ecke Berliner Straße. Abfahrt Punkt 2'/, Uhr mit bestelltem Wagen. Die nachträglich bestellten Karten werden an der Abfahrts- stelle ausgegeben. Schulpflichtigen Kindern ist die Teilnahme ge- stattet. Am Montag, den 13. Oktober, abends 8'/, Uhr, findet in V. Trapp? Festsälen, Bahnhofftr. 1,«ige Volksversammlung statt. Agitiert für Massenbesuch. Die Bezirksleitung. Nieder-Schönhauscn— Nordend. Heute Sonnabend findet im Restaurant Liedemit(an der Kirche) ein Lichtbildervortrag statt. Thema: Unsere heutige Kenntnis vom Ursprung des Menschen- gcschlechts. Vortragender Herr M. H. Baege. Anfang pünktlich 9 Uhr abends. Eintritt 25 Pf. Nach dem Vortrag findet gemüt- liches Beisammensein mit Tanz statt. Wir ersuchen die Genossen und Genossinnrn für einen guten Besuch Sorge zu tragen. Die Bezirksleitung. berliner JVaebriebten. Gegen die Schand- und Greueltaten der spanischen Reaktion, gegen die Ermordung Francisco Ferrers soll die Einwohnerschaft Groß- Berlins Stellung nehmen. Morgen, Sonntag, dcu 17. Oktober, mittags 13 Uhr, finden in Kliems Festsälen, Hasenheide 13/15, „ Kellers Festsäleu, Koppeustr. 39, „ Prachtsälen des Westens, Moabit, Wiclefstr. 24 drei große Volksversaniinlnngen statt. Referenten: Richard Fischer, Hermann Borgmann, Hngo Heimann, Adolf Hoffmann und Dr. Oskar Cohn. Wir ersuchen die Genossen und Genossinnen, für regen Besuch zu agitieren. Der geschäftsführende Ausschuß. AuS der Magistratssitzung vom 15. Oktober. Der Magistrat be- schloß in seiner gestrigen Sitzung mit Rücksicht auf das vom Ab- geordnetenhause gelegentlich der Beratung des neuen Polizcikosten- gesetzes an die Staatsregierung gerichtete Ersuchen und mit Rücksicht auf einen neuerlichen Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, von neuem mit der Staatsregierung wegen Uebertragung der Wohlfahrtspolizei auf die Stadtgemeinde in Verhandlung zu treten. — Die neue Feuerwache in der Ungarnstratze(am Schillerpark), deren Ferligstellung am 1. Juli•1910 zu erwarten ist. soll mit vier Kraftsahrzeugen— Dampfspritze, Tender, Gasspritze, Leiter— belegt werden. Der Magistrat hat beschlossen, die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung dazu nachzusuchen, daß die Kraftfahrzeuge schon jetzt bestellt und die erforderlichen Summen in den Etat für 1919 eingestellt werden. Die städtischen Gaswerke führen seit dem Jahre 1874 der Gemeinde Stralau Gas zu und haben bis zum Jahre 1999 auch einen Teil der Straßen beleuchtet. Damals ging Stralau zur elektrischen Beleuchtung über, will aber jetzt wieder die Gasglühlichtbeleuchtung für ihre Straßen einführen. Einem aus diesem Anlaß neu abzuschließenden 39jährigen Vertrage mit der Gemeinde stimmte der Magistrat zu und wird die Ge- nehmigung der Stadtverordneten dazu einholen. Die Schuld an dem Eisenbahnunglück bei Reinickendorf-Rosen- thal, über das wir am Mittwoch und Donnerstag berichteten, soll anscheinend dem Schlächtermeister M a i w a l d aufgebürdet werden. Er ist mit einer Anklage wegen Gefährdung eines Eisenbahn- traSportes und fahrlässiger Körperverletzung mit tödlichem Aus- gange bedroht. Maiwald bestreitet entschieden, daß ihm eine Schuld an dem Unglücke treffe, und er kann zu seinen Gunsten mancherlei anführen. Die Straße, die er entlang, fuhr, war nicht b e- leuchtet; der Abend war dunkel und neblig; der Bahnübergang hatte weder Schranken, noch war er durch Lichter kenntlich gemacht; das Geräusch des rollenden Wagens auf dem gepflasterten Wege verhinderte, daß etwa das Geräusch d«S herannahenden Zuges wahrgenommen werden konnte. Sehr be- merkenswert ist, daß Maiwald durch Zeugen, die sich ihm angeboten haben, feststellen lassen kann, daß an derselben Stelle schon früher ähnliche Unglücksfälle, wenn auch nicht mit so tragischem Ausgange. vorgekommen sind. So ist vor Jahresfrist ein Eishändler aus Reinickendorf mit Pferd und Wagen von einem Bahnzug dort niedergerissen worden. Der Händler kam mit dem Leben davon, wenn er auch verletzt wurde und fein Fuhrwerk einbüßen mußte; er erhielt später, wie er behauptet, 499 M. als Entschädigung. Von einem Lumpenhändler wird erzählt, daß er ebenfalls an jener Stelle verunglückt fei. Entsprechen diese Behauptungen der Wahr- heit, so wäre es unverantwortlich gehandelt, daß man es auf ein neues Unglück ankommen ließ; zum mindesten hätte doch die Ueber- gangSstelle beleuchtet sein müssen. Von Läutezeichen der Lok» motive hat Maiwald nichts gehört, aber wenn darin die einzige Sicherheit bestehen sollte, so dürfte es in den meisten Fällen schon zu spät sein oder das Pferd könnte plötzlich erschrecken, und alles Läuten würde nichts nützen. Hier tragen offenbar wieder die sehr mangelhaften Einrichtungen die Schuld, und alle Bemühungen, eine Person für das geschehene Unglück verantwortlich zu machen, können darüber nicht hinlvcgtäuschen.« Das Befinden des Schlächtermeisters Maiwald hat sich ge» bessert, er liegt zu Bett und steht unter ärzllicher Obhut. Bis Donnerstag abend war er noch nicht amtlich vernommen worden, abgesehen von seiner ersten Darstellung des Falles. Seine Tochter Grete ist unversehrt geblieben, sein anderes Kind ist sofort ge- starben. Das Befinden der kleinen Frieda des GaSarbeiterS Arndt ist sehr schlecht. Das Leben verloren haben oder nachträglich ge- starben sind die folgenden Personen: Bertha Henschel, Fritz Münchow, HanS Maiwald. Max Konrad, Erich Konrad. Die Zustände auf der Liebenwalder Kleinbahn sind schon oft Gegenstand lebhafter Klagen gewesen. Einen erneuten Beitrag liefert folgende Zuschrift, die wir aus Reinickendorf erhalten: „Ich fahre seit fünf Jahren jeden Sonntag nach Schildow. Was ich da bisher erlebt habe, spottet jeder Beschreibung. Wagen ohne Licht sind keine Seltenheit. Die Bahnhöfe sind mangelhaft beleuchtet, daß der Zugführer außerstande ist, dcu Zug zu über- sehen. Es wäre der Unglücksfall, der am Sonntag abend einer Frau das Leben kostete, nicht passiert, wenn nicht solche Zustände herrschten. Die Plattformen der Wagen waren nicht erleuchtet, so daß auch ich fehltrat. Auf Bahnhof Schildow stehen die letzten Wagen des Zuges immer im Dunleln, wenn nicht Mondschein ist. Geradezu empörend war es am 3. Oktober. Die Plattformen des Zuge? 7,8 Uhr von Schildow nach Reinickendorf waren so erdrückend voll, daß mau sich entsetzen mußte, wie hier mit Menschenleben ge- spielt wird; sogar Frauen mit Kindern auf dein Arm lvaren mit eingedrängt. Der nächste Zug geht erst um 9 Uhr. Es fühlte sich die Verwaltung nicht gemüßigt, Vorkehrungen zur Beförderung des Publikums zu treffen. Diese Vorfälle sind keine Seltenheit, sie wiederholen sich im Sommer fast jeden Sonntag. Der Abort auf dem Bahnhof Schildow ist fast immer ohne Licht. Der Stotions- Vorsteher meint, er bekommt kein Petroleum. Was ich hier ange- führt habe, ist nur ein kleiner Teil der Uebelstände. die wirklich existieren, und das bei einem Fahrgeld, welches dreimal so hoch ist als bei den Vorortbahnen." Mit dem Verkauf des Ternpelhofer Feldes, soweit dies für mili- tärische Zwecke entbehrlich ist und der Bebauung erschlossen werden soll, ist bereits begonnen worden. Die erste Käuferin Militär- fiskalische» Terrains ist. wie verlautet, die Schultheiß-Brauerei, deren Etablissements bekanntlich zwischen dem südlichen Teile des Tempelhoser Feldes und dem Viltoriapark belegen find. Das diesen Anlagen vorgelagerte Terrain des Paradefeldes südlich bis zur Drcibundstraße bat das Kriegsministerium zum Preise von rund IVa Millionen Mark an die Schultheiß-Brauerei verkauft. Diese ver- größert dadurch ihren alten, umfangreichen Besitz am Kreuzberg um noch weitere 15 999 Ouadratmeter. Der neue Bahnhof Heerstraße zwischen Charlottenburg uud Spandau ist bereits in dem neuen Fahrplan aufgenommen und wird voraussichtlich am 1. November dem öffentlichen Verkehr über- geben werden. Der neue Bahnhof ist im wesentlichen fertig gestellt und es wird gegenwärtig an der iimcren Einrichtung desselben ge- arbeitet. Der Bahnsteig befindet sich an dem Einschnitt an der linken Seite der Heerstraße, von welcher eine Treppe den Zugang zu den Zügen vermittelt. Das prächtige Bahuhossgebäude, in welchem die Schalterräume, Dienstwohnungen und Stationsbureaus sich be« finden, liegt mit der Front an dem neuen Straßenzuge. Die Fahr- zeit wird durch die Einfügung der neuen Station nicht verändert. Sie beträgt von Charlottenburg bis Heerstraße 7 Minuten und von Heerstraße bis Spandau 8 Minute». Hausbesitzer und Polizei. Der Hausbesitzervcrein„Süden" hatte das Polizeipräsidium ersucht, die Polizeircviervorstände an- zuweisen, der vom Vermieter oder dessen Stellvertreter von ihnen nachgesuchten Hilfe durch Abordnen eines Schutzmanns im Falle des sogenannten Rückens eines Mieters zu entsprechen, um da» durch die Fortschaffung der Mobilieu zu verhindern, auch die Schutzleute anzuweisen, wenn sie zur ungewöhnlichen Tageszeit einen Mieter bei der strafbaren Handlung des Rückens betreffen, von Amts wegen einzuschreiten. Darauf erhielt der Hausbesitzer» verein„Süden" vom Polizeipräsidium den Bescheid, daß �„die Polizeireviere bereits nach den bestehenden Bestimmungen verpflichtet sind, dem Gesuche eines Vermieters um Beistand bei Ausübung seines Pfand- oder Zurückbehaltungsrechts an den eingebrachten Sachen des Mieters insoweit Folge zu leisten, als die Sachen sich innerhalb des Besitztums des Vermieters befinden. Die Grenze des Besitztums bildet hierbei die Strahensluchtlinie. Diese Hilseleistung bezieht sich auf den persönlichen Schutz deS Vermieters oder seines Stellvertreters gegen jede gewaltsame Beeinträchtigung seines angeblichen Rechts durch den abziehenden Mieter oder seine Helfershelfer. Dagegen steht der Polizei nicht die Befugpis zu, durch eigenes Eingreifen die Entfernung der Sachen seitens des Mieters zu verhindern, da es sich hierbei um private Rechtsverhältnisse handelt. Es ist natürlich Pflicht der Polizei, auf alle Ereignisse zu achten, die auf ein rechtswidriges Verhalten schließen lassen. Zwecks Wahrung berechtigter Jntcr- essen der Vermieter bin ich daher bereit, die in Betracht kom- Menden Dienststellen anzuweisen, daß sie auf alles auffallende und verdächtige Fortschaffen von Sachen aus den Häusern achten und, falls der Hauswirt oder sein Stellvertreter, Portier oder dergl., ohne Schwierigkeit erreichbar ist, diesen aufmerksam zu machen. Sollte der Verein auf eine Anweisung in diesem Sinne Wert legen, so sehe ich einer entsprechenden Mitteilung entgegen." Diese Anweisung ist den Polizeiorgancn Berlins zur Be- folgung zugegangen. Wir meinen im Gegensatz zu dem diese Antwort erteilten Ver- treter des Polizeipräsidenten, daß es nicht Aufgabe der Polizei ist, den Hausbesitzern in vorliegenden Fällen zu Diensten zu stehen. Eher ist es angebracht, daß Mietern Schutz gegen llebergriffe der Hausbesitzer gewährt werde. Viel erörtert wird in bürgerlichen Blättern seit Wochen die Tat- fache, daß die bekannte Schauspielerin Hedwig Wangel plötzlich der Bühne Valet gesagt hat und in das Lager der Heilsarmee geflüchtet sei. Die Dame habe angegeben, daß sie einen Abscheu vor der Bühne bekommen habe und ihren bisherigen Beruf an den Nagel hängen wolle. Dann wußten die Blätter zn berichten, daß ein früherer Heilsoffizier die Künstlerin auf einer Fahrt zwischen Frank« furt a. M. und Berlin„erweckt" habe und seit der Zeit einen un- heilvollen Einfluß auf die Künstlerin ausübe, um sie zur Scheidung von ihrem Galten zu bewegen. Wir meinen, daß die Privat- Verhältnisse der Künstlerin nienianden etwas angehen und finden das Verhalten der bürgerlichen Presse geradezu widerlich. Wegen Zuschiiellfahrens kommen die Chauffeure vielfach mit der Polizei und de» Gerichten in Konflikt, aber wie offen zugegeben werden muß, erfolgen Anzeigen in vielen Fällen z» unrecht. Das zeigte sich wieder kürzlich gelegentlich einer Verhandlung vor dem Schöffengericht. Der Chauffeur I. passierte die Rauch- und Hitzig- straße. Hinter ihm her kam ein Privatautomobil, in welchem eine Dame saß, die ängstlich geworden war, weil der Chauffeur kurz stoppen mußte, um nicht anzufahren. Daraufhin erfolgte Anzeige wegen Zuschnellfahrens. Nun läßt sich das gar nicht so ohne weiteres behaupte», ob ein Chauffeur die ihm vorgeschriebene Schnelligkeit überschritten hat oder nicht. Aber der Führer des PrivatautoS beschwor, daß der Chauffeur 25 Kilometer gefahren sei. DaS Gericht verurteilte daraufhin den I. 49 M. Strafe zu zahlen. Betriebsstörung auf der Hochbahn. Am Donnerstagabend nach 19 Uhr entstand durch elektrischen Kurzschluß im Lichtkabel der Hochbahn an der M ö ck e r n st r a ß e eine längere Betriebsstörung zwischen Warschauer Brücke und Möckerustraße. Das Starkstrom- kabel mußte mit Rücksicht auf die Gefahr für die Fahrgäste aus- geschaltet werden. Die alarmierte Feuerwehr erschien mit dem 9. Löschzuge au» der Schöneberger Straße. Ueber einen Steckleiter« gang und vom Bahnhof Möckerubrücke aus näherte man sich der Nnfallstätte, wo die sogenannte Kabelbrücke in geringer Ausdehnung in Brand geraten war. Die Gefahr konnte bald beseitigt werde». Um 11 Uhr rückte die Feuerwehr wieder ab. Die Fahrgäste der auf der Strecke liegengebliebenen Züge hatten schon vorher die Hochbahn ohne Unfall verlassen. Nach Ausbesserung deS Kabels wurde gegen Mitternacht der Betrieb wieder aufgenommen. Die Störung im Betrieb wurde unliebsam empfunden. Am Halleschen Tor warteten allein mehrere hundert Personen ständig auf Be« sörderung. Drei schwere Straßenbahnunsälle auf dem Potsdamer Platz. Nicht weniger als drei Unglücksfälle haben sich gestern nachmittag auf dem Potsdamer Platz zugetragen. In allen Fällen handelt es sich um junge Nadfahrer, die im Straßenbahnbetriebe ver« unglückt sind. So wurde der Page Paul Mamm, der am „Habsburger Hof" augestellt ist. von einem Straßenbahn- wagen überfahren und so schwer verletzt, doß er in bedenk« lichem Zustande nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden mußte. M. wurde in dem Augenblick, als er über den Platz fuhr, so heftig von einem Motorwagen angefahren, daß er mit dem Rade stürzte»nd überfahren wurde. Dem Bedauernswerten wurde der Brustkasten eingedrückt. Nachdem er aus der Rettungswache in der Köthener Straße Notverbände erhalten hatte, erfolgte seine Ueberführung noch dem Krankenhause. � Uebel zugerichtet wurde der 22 jährige Hausdiener Walter_ Hunck aus der Lortzingstraße 4. H. geriet ebenfalls beim Passieren des Potsdamer Platzes an einen Straßenbahnwagen heran und wurde von seinem Fahrrad geschleudert. Er erlitt am ganzen Körper erhebliche Hautabschürfungen und fand gleichfalls Aufnahme auf der nahen RettungSwa-be. Schließlich kam der Kausmann Gregor Tominius, Dragonerstr. 15 wohnhaft, auf dem Potsdamer Platze mit dem Rade zu Fall und wurde von einem vorüberkommenden Straßenbahnwagen nicht unerheblich verletzt. Ein tragisches Ende fand am Freitagmittag der Kutscher Wilh. M a a ß, der längere Zeit bei dein Schlächtermeister Leese in der Reinickeiidorfer Str. 49 in Stellung war. Kurz vor seinem Gcburts« tage uud seiner Hochzeit hatte M. in der Prinz-LouiS-Ferdinand- Straße zu tun. Im Begriff seinen eigenen Wagen zu besteigen. scheute das junge feurige Pferd, ging durch uud rannte gegen eine» elektrischen Straßenbahnwagen, Maaß geriet dabei unter seinen eigenen Wagen, der ihm iiber Kopf und Brust ging. Der Schwer- verletzte wurde sofort nach der königl. Klinik in der Ziegeistratze ge- Pracht. Als seine aus Tegel herbei eilende, von der Schreckens- botschaft überraschte Braut in der Klinik ankam, war M. schon tot. Elf Tage tot in seiner Wohnung gelegen hat der 34 Jahre alte Kellner Wilhelm Mingwitz aus der Borsigstr. 25. Der Mann bewohnte hier mit einem anderen Kellner zusammen im Hofe zwei Stuben und Küche. Bor 14 Tagen verreiste sein Wohnungsgenosse, um autzerhalb Berlins zu arbeiten. Seitdem hat man Mingwitz nicht mehr gesehen. Es knmnierte sich auch niemand um die beiden Männer, weil sie sich ihre Wirtschaft allein besorgten. Als nun gestern abend um 78/4 Uhr der Verreiste zurückkehrte, fand er keinen Einlatz, weil die Wohnung von innen verschlossen war. Er schlug eine Scheibe ein und verschaffte sich so Zutritt. Jetzt fand er Mingwitz tot im Bette liegen. Die Leiche war schon ganz schwarz und stark verwest. Ein Arzt stellte fest, datz der Mann wohl schon elf Tage tot war. Nach dem vorläufigen Gutachten des Arztes ist er wahrscheinlich an Herzschlag gestorben. Die Leiche wurde von der Revierpolizei beschlagnahmt und zur gerichtsärztlichen Unter- suchung nach dem Schauhause gebracht. Konkurseröffnung im Friedrich- Wilhelmstädtischen Schauspiel- hause. Ueber das Vermögen der Friedrich-Wilhelmstädtischen Schauspielhaus-Gesellschaft m. b. H. zu Berlin, Chausseestratzo 30/31, ist, wie amtlich bekanntgegeben wird, infolge nachgewiesener Zahlungs- Unfähigkeit vom königlichen Amtsgericht Berlin-Mirte das Konkurs- verfahren eröffnet. Ein schwieriges Rcttungswerk beschäftigte am Freitagnachmittag den 13. Löschzug an der Lutherbrücke. Dort war ein Pferd mit dem Wagen über die hohen Kaimauern in die Spree gestürzt. Die Feuerwehr holte das Gespann mit vieler Mühe heraus. In der 5. WahlfortbildungSschule, 80., Hagelbergerstr. 34, findet am Montag, 18. Oktober, Uhr abends, ein Vortrag über: .Die physikalischen Grundlagen und Fortschritte der Luftschiffahrt und Flugtechnik" statt, wozu auch Gäste freien Zutritt haben. Daselbst ist m diesem Winterhalbjahr auch Gelegenheit zur Teilnahme an folgenden Kursen: Montags, VI2 Uhr abends, in Elektrizitätslehre, grundlegender Teil; Donners- tags(Gcwerbesaalabteiluug) in Elektrotechnik, Installationen mit elementaren Berechnungen; Mittwochs in Chemie der Metalle und Säuren. In einem Siidringzuge der Stadtdahn ist am Sonntag, den Z. d. Mts. ein Buch mit dem Titel.Du mein Jena" liegen gelassen worden. Im Fnndbureau der Stadtbahn ist es bisher nicht ab- geliefert worden. Da der Verlierer ersatzpflichtig ist, bittet der- selbe, es an H. Röster, dlW., Wiclefstr. 58, in, abgeben zu wollen. Vorort- l�acb richten. Wilmersdorf. Tragödie einer russischen Studentin. Ein geheimnisvolles Dunkel umgibt den Selbstmord der aus Warschau gebürtigen 21 Jahre allen russischen Studentin Michalina Tannenbaum, die sich gestern abend mit Cyaukali vergiftete. Die Sliideutin wurde gestern nacht um 3 Uhr in der Wohnung des russischen Studenten Heinrich Rubinstein in der Brandeuburgischenstr. 3 auf dem Sofa sitzend als Leiche aufgefunden. Rubinstein. der erst gegen 3 Uhr in Begleitung eines anderen Russen in seine Wohnung zurückkehrte, benachrichlipte sofort die Polizei, die die Ueberführung der Leiche nach Feststellung des Talbestandes in das Wilmersdorfer Leicheuschauhaus anordnete. Es bedarf noch der Ausklärung, auf welche Weise Michalina Tannen- bäum in die Wohnung des ihr bekannten Studenten Rubinstein gc- langt ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach war die Studentin im Besitze von Schlüsseln zn der Wohnung Rubinsteins. Die Gründe sür den Selbstmord sind völlig unbekannt. Man nimmt an, datz die Selbst- Mörderin, die längere Zeit kränkelte, ihrer Krankheit wegen frei- willig aus dem Leben geschieden ist. Nixdorf. Der Magistrat stimmte in seiner letzten Sitzung der Errichtung eines städtischen Leiha mts grundsätzlich zu; zur Vorbereitung der Ausführung soll eine Kommission eingesetzt werden.— Die In- ansprnchuahme der Standesämter für Zwecke der Säuglingsfürsorge durch tägliche Anzeige aller Geburtsfälle an die Fürsorgestelle wurde genehmigt.— DaS neue Krankenhaus in Buckow soll durch eine direkte Ferusprechleitung mit der Telephonzentrale deS Rathauses verbunden werden. Eine große öffentliche Agitationsversammlung hält am 17. Oktober nachmittags 21/i Uhr in Gröplers Bürgersälen, Bergstr. 147, die Freie Jugendorganisation Rixdorfs ab. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag über„Die konfessionellen Jugendvereine und die freie Jugendorganisation". Nach dem Vor- trage freie Aussprache. Die Gegner sind hierzu eingeladen. Die organisierte Arbeiterschaft wird ersucht, ihre schulentlassenen Söhne und Töchter zu dieser Versammlung zu schicken. Charlottendurg. Schweres Unheil verursachte vorgestern nachmittag in der Berliner Stratze das scheu gewordene Pferd eines Privatwagens. Das Fuhrwerk bewegte sich in der Richtung nach dem Branden- burger Tor entlaug, als das Pferd plötzlich vor dem Hupensignal eines vorbeisausenden Automobils scheute und durchging. Der Kutscher verlor die Herrschaft über das Tier und er, sowie sein Be- gleiter stürzten vom Bock. Am Knie warf sich ein Schutzmann dem führerlosen Pferde entgegen, wurde jedoch niedergerissen und wurde überfahren. Das Rotz stürzte gleich darauf und konnte nun zum Stehen gebracht werden. Der Beamte, der erhebliche Verletzungen erlitten hatte, wurde nach dem Krankenhause Westend übergeführt, während der Kutscher und sein Mitfahrer mit leichteren Kontusionen davongekommen waren. Lichtenberg. Die bevorstehenden Kommunalwahlcn werfen ihre Schatten vorans. Der erste Bürgermeister Herr Ziethen, einige Stadträte und Stadtverordnete laden ein zur Gründung einer Ortsgruppe des Hansabundes! Man denke, der Erkorene der konservativ-liberalen Paarung bei der letzten Landtagswahl ist ein Apostel des Hansa« bundes! Es ist zum Schreien. Die andere Hälfte derselben Paarung, der LandtagSabgeordnete Schepp, ist berufen, einer zu gründenden Ortsgruppe des„freisinnigen Wahlvereius" Geburtshelferdienste zu leisten. Wieder sind es Magistratsmitglied und Stadtverordnete, die „einem tiefgefühlten Bedürfnis" abhelfen wollen. Wenn nun die „Reichsverbandsfiliale", die noch unter dem Namen eines„Nationalen Arbeitervereins" bescheiden in einer Eckdestillation ihr Leben fristet, in die öffentliche Arena treten wird, dann kann es nicht mehr lange dauern, datz alle Welt von den Lichtenberger Kommnnalivahlen sprechen und mit Spannung der Nachrichten harren wird, wie man in Lichtenberg bei Berlin mit vereinten Kräften aller Staatserhaltenden die Sozialdemokratie vernichtet! Ein KindcSmord beschäftigt die hiesige Kriminalpolizei. Auf dem Schnlhof in der Möllendorsstratze wurde gestern morgen von Schülern und dem Schuldieuer die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden, dem die Kehle durchgeschnitten ist. Es ist noch nicht festgestellt, wie die Leiche, die verhüllt war, an den Fundort gelangt ist. Ober-Schöneweide. Gemcindevertretcrsihung. Für die Kläranlage macht sich die Aufstellung einer fünften Schlammpresse notwendig, nachdem die Aufsicktsbehörde auf eine bessere Verarbeitung der Fäkalien drängt. Die Mittel in Höhe von 11000 M. hierzu wurden bewilligt.— Die Vescblutzfassung über einen Vertrag mit den Akknmulatorenwerken zwecks Milbeiintznng der G e nr e i n d e a b l a g e an der Kunheim- Stratze wurde infolge einer noch in letzter Stunde geltend gemachten Forderung der Werke ausgesetzt. Für die Benutzung des im Feiler« wehrgebände eingebauten DesinfektionSschrankeS durch andere Gemeinden wurde eine Gebührenordnung nach der Vorlage beschlossen. Bewilligt werden die Mittel zum Einbau eines Heiz- kessels in der ersten Gemcindeschule, und zur Baggerung des Spree- uferS an der Treskowbrücke. In der Kostenerstattungsfrage für die Ausbaggerung vor der Fristerschen Fabrik sind Differenzen entstanden, da die Gegenseite die Verschlammung des Ufers auf den in der Nähe befindlichen NuSlauf der Gemeindekanalisation zurückführt. Die Verlegung des Beginnes der Bertrctersitzung auf einen späteren Termin wurde abgelehnt. Der Gesangverein Ober-Schönewcider Liedertafel feiert heute Sonnabend in Wilhelminenhof sein 11. Stiftungsfest durch Gesang uud Streichkonzert. Da der Verein die Arbeiterfeste jederzeit durch seine Mitwirkung unterstützt, so ist zu wünschen, datz die Partei- genossen sich recht zahlreich daran beteiligen. Billens a 30 Pf. sind nur im Vorverkauf in der Parteispedition Laufener Str. 2 I zu haben. Groft-Lichterfelde. Ein Bauunfall ereignete sich gestern nachmittag in der Zehlen- dorfer Stratze. Dort lätzt die Firma Vulpe einen Neubau aus- führen, der bereits bis zur zweiten Etage gediehen ist. Als sich vier Steinträger auf der Leiter von der ersten zur zweiten Etage befanden, brach dieselbe plötzlich entzwei; alle vier Träger stürzten in die Tiefe. Einer unter ihnen, der Träger Hetzner aus Teltow, Vater von sechs Kindern, erlitt einen Schädelbruch und dürfte bereits seinen Verletzungen erlegen sein. Auch die anderen drei trugen erhebliche Verletzungen davon. Petershagen b. Fredersdorf. Zum ersten Male ist es der Arbeiterschaft möglich, am Orte ein Vergnügen zu begehen, nachdem ihr der grotze Saal im Restaurant „Zum alten Desiauer" zur Verfügung steht. Am morgigen Sonntag begeht dort der Nrbeiter-Nadfahrervcrein„Frisch auf" ein Herbstfest. Die Arbeiterschaft wird aufgefordert, sich an demselben zu beteiligen. Zossen. Ein Unfall ereignete sich am Donnerstag in der Markstrahe 4. Dort war der Dachdecker Struck mit der Reparatur des Daches be- schäftigt, als er plötzlich fehl trat und herunterstürzte. Wie man uns berichtet, hat der Verletzte fast eine halbe Stunde unter Schmerzen im Hausflur liegen müssen, weil kein Krankenwagen er- schien. Man schleppte den Verletzten schlietzlich Nuttels Tragbahre nach dem Krankenhause. Herr Tryonat, dem der Krankentransport obliegt, soll augenblicklich nicht das nötige Gespann zur Verfügung gehabt haben, um den Transport bewerkstelligen zn�könncn. Das dürfte allerdings nicht vorkommen. Denn ebenso gut könnte bei Fcuersgefahr die freiwillige Feuerwehr erheblich auf- gehalten und somit an einem dringenden Reltungswerk gehindert werden. Es w>rd notwendig sein, datz die Stadtverordneten- Versammlung sich einmal mit diesem Falle beschäftigt. �riedrichsfelde. Gcnoffe Hutter schickt uns als Schriftführer des Wahlvereins auf die Berichiigung des Genossen Kohl gleichfalls eine längere Erklärung, in der er zum Ausdruck bringt, datz er den Eindruck ge- habt habe, Genosse Kohl sei in seinen längeren Ausführungen für ein Bündnis mit den Freisinnigen eingetreten und auch den Hofgang gutgeheitzen habe. Dies anzunehmen habe er um so mehr Beran- lassung gehabt, als Genosse Lehmann in längeren Ausführungen gegen Kohl polemisiert und betont habe, datz er, Kohl, den Freisinn zu hoch einschätze. Sollten jedoch die Ausführungen des Genossen Kohl einen anderen als den im Versammlungsbericht zum Ausdruck gebrachten Sinn gehabt haben, so sei er, Hutter, selbstverständlich auch gern bereit, die Berichtigung Kohls als wahr anzuerkennen. Bon Strolchen überfallen und schwer verletzt wurde gestern abend der elwa 05 Jahre alte Bauwächter Kiekebusch. Luisenstr. 11 wohnhast. Der alte Mann untersagte auf dem Neubau Waldersee- stratze Ecke Prinzcnallce jungen Burschen das Umherwerfen mit Bau- steinen in höflichem Tone. Sofort schlugen die Rowdys auf den Wächter ein und verschwanden hieraus. K. wurde später von einem anderen Bauwächter bcivutztlos aufgefunden. Ein hilizngerufener Arzt ordnete die Ueberführung des Verletzten nach seiner Wohnung an. Von den Tätern fehlt jede Spur. Eichwalde. Endlich, nach zirka sieben Monaten ist die Wahl unseres Genossen A l I r i tz als. Gcmeindevertretcr der dritten Klasse vom KreiSausschutz für gültig erklärt und die Gemeinde zur Tragung der Kosten ver- urteilt worden. Es wird wohl nun dem Herrn Referendar und Gemeindevorsteher Naehring, auf dessen.juristischen" Antrag die Gemeindevertretung die Wahl kassiert hatte, nichts anderes übrig bleiben, als unseren Genossen als ersten Hecht in dem Karpfenteich einzuführen. Sollten jedoch die Herren noch weiter gewillt sein, den Gemeindesäckel durch aussichtsloses Prozessieren zu erleichtern, so kann es uns recht sein; wir werden dann nicht verfehlen, dieses Gebaren vor den Eichwalder Steuerzahlern zu beleuchten. Weihensee. Eine neue Zeitung wird in den nächsten Tagen daS Licht der Welt erblicken. Ganz im geheimen arbeitet man an dem Werk der „öffentlichen Meinung". Die hier bestehende Amtspresse hat es mit dem Hausbesitzerverein verdorben. Schon seit zwei Monaten hat der verantwortliche Redakteur keinen Zutritt zu den Versammlungen der Hausbesitzer, weil die Protestler gegen die Grundwertsteuer ihre Interessen in dem Blatt nicht genügend gewürdigt fanden. Das neue Blatt soll die Matznahmen des Gemeindevorstaudes und der Gemeindevertretung ganz besonders unter die Lupe nehmen. An der Spitze des Unternehmens'steht der Vorsitzende des Hausbesitzervereins, Direktor einer Terraingesellschaft und Gemeinde- Vertreter Könitz, den man allerdings erst absetzen wollte, nachdem er aber reumütig versprach, seinen Standpunkt zugunsten der Haus- besitzer in der Gemeindevertretung zu ändern, Uetz er sich ein Vertrauensvotum ausstellen. Die neue Zeitung sollte bereits am 1. Oktober erscheinen, leider fehlten die Gelder, denn in Geld' angelegenheiten hört bei den hiesigen Hausbesitzern der Spatz auch aus; jetzt soll nun ein kapitalkräftiger Drucker gefunden worden sein. Wenn nur daS neue Unternehmen nicht allzu früh dasselbe Schicksal ereilt, wie seinerzeit die.Bürgerpost". Reinickendorf. Ein verhängnisvoller Zusammenstoß zwischen zwei Radfahrern fand gestern morgen'i'27 Uhr in der Scharnweberstratze statt. Der Monteur Wolf aus Borsigwalde fuhr auf einem Zweirade den genannten Stratzenzug entlang, als an der Ecke der Schillingstratze ein anderer, leider unbekannt gebliebener Radfahrer im schärfsten Tempo um die Ecke bog und gegen die Maschine des W. anfuhr. Der Anprall erfolgte mir solcher Gewalt, datz W. umgerissen und auf das Strotzen- bahugleis geschleudert wurde, auf dem in diesem Augenblick ein Strotzen- bahnzug der Linie 20 herankam. Dem Führer des letzteren war es un- möglich, den Zug sofort zum Stehen zu bringen und so geriet der Monteur unter die Vorderplattform des Kraftwagens, blieb vor dem Schutzrahmen liegen und wurde eine Sirecke weit mitgeschleift. Wolf, der durch den Sturz eine schwere Kopfverletzung und an- scheinend auch lebensgefährliche innere Verletzungen erlitten hatte. wnrde in besinnungslosem Zustande nach dem Paul-Gcrhardt-Stift übergeführt. Borsigwalde-Wittenau. Das Opfer eines übereifrigen Gendarmen wurde bor mehreren Tagen ein bei Borsig beschäftigter Arbeiter. Kurz nach Feierabend begab sich der Arbeiter m der Schubertslratze. woselbst sich seine Wohnung befindet, zum Barbier und von hier in das daneben liegende Schanklokal. Kaum hatte er sich jedoch niedergelassen, als auch fchon ein Gendarm das Lokal betrat, den Arbeiter am Arm packte und ihn hinausbeförderte. Der so plötzlich Arretierte frug verwundert, was denn vorgefallen sei, datz er in dieser Weise be« handelt werde; hierauf wurde ibin die Antwort, datz er angeben solle, wo die zwei Strolche geblieben seien. Da der Arbeiter sich nichts bewutzt war, konnte er natürlich auch nichts sagen. Defsen ungeachtet, so berichtet uns der Arbeiter, soll er von dem Beamten noch längere Zeit in gerade nicht schonender Weise behandelt worden lein. Erst nach einer Weile, nachdem der Beamte wohl einsah, datz er einen falschen Griff gemacht hatte, sei er losgelassen worden. Der Arbeiter hat sich beschwerdeführend an den Wittenauer Amtsvorsteher gewandt, der« selbe hat ihn zwar hinbestellt, doch konnte der Arbeiter den Amts« Vorsteher bisher nicht antreffen, um sich über den Beamten zu be- schweren. Wir sind der Meinung, datz der Beamte sich erst vergewiffern mutzte, ob er in dem Arrestanten einen eines Vergehens Schuldigen vor sich hatte, ehe er in so verletzender Form vorging. Das konnte um so leichter geschehen, weil ja der Arbeiter im Nebenhause, Schubertstr. 33, seine Wohnung hat. Das Publikum hat ein Recht zu beanspruchen, datz ihm von Sicherheitsbeamten nicht in so ehren« kränkender Weise mitgespielt wird. Notvawes. Einen Theateraiend veranstaltet der vom Gewerkschaftskartell und der Partei eingesetzte BildungsauSschutz am 17. Oktober im Restaurant Deutsche Festsäle. Es ist dem Ausschutz gelungen, eine Berliner Theatergesellschaft zu gewinnen, die das lange Jahre ver- boten gewesene soziale Drama„Ausgewiesen" zur Aufführung bringen wird. Der Eintrittspreis ist auf 30 Pf. im Vorverkauf, an der Abendkasse auf 00 Pf. festgesetzt, so datz es auch den Arbeitern möglich ist, daran teilzunehmen. Der Eintrittspreis für die dem Jugendverein angeschlossenen jugendlichen Arbeiter beträgt 40 Pf., diese Karten sind nur bei dem Obmann des Jngendausschnsses zu haben._ Vermiscktes. Auf der Suche nach dem Elbingcr Raubmörder. Die Hoffnung, datz der in Slargard in Preutzcn verhaftete Mann der Elbinger Raubmörder Stolze sei, hat sich zerschlagen. Der Fremde, der sich den Namen Kaminski beilegte, hatte in einer Wirtschaft das Klovier gestimmt. Während sich die Gäste von dem Raubmord unterhielten, verschwand er plötzlich. Dies erregte Aufsehen und man benachrichtigte sofort die Polizei. Es wurde festgestellt, datz Kaminski auf seinem Rade in das Nachbardorf gefahren war. Dort wurde er verhaftet. Er gab an, datz er mit dem Morde nichts zu tun, und datz er sich das Rad bei einem Fahrradhäudler iir Stargard geliehen habe. Diese Angabe erwies sich als richtig. Trotzdem wird er vorläufig noch iit Hast gehalten, bis von der Staatsanwaltschaft in Danzig die nötigen Weisungen eingetroffen sind. Unter der Stargarder Bevölkerung herrscht wegen der Elbinger Raubmordaffäre grotze Auf- regung. Mord und Selbstmord. Wie aus Moritzburg gemeldet wird, hat vorgestern abend 11 Uhr der öbjährige, beim Professor Dr. Kattner in Diensten stehende Hausmann Jakob dem dort gleichfalls be« dicnsteten 10jährigen Hausmädchen Schröder, Tochter des Moritz- burger Schlotzwächters, mit einem Küchcnmesser die Kehle durch- schnitten, weil das Mädchen seinen Anträgen beharrlichen Widerstand entgegensetzte. Nach der Mordtat entleibte er sich selbst, indem er sich ebenfalls die Kehle durchschnitt. In der Grube verunglückt. Auf einem Hochofen der Henrichs- hätte schlug, wie aus Haltingen a. d. Ruhr berichtet wird, ein Förderkorb um, wodurch ein Obermeister einen Schädelbruch erlitt, der sofort den Tod herbeiführte. Ein Schlosser erlitt einen Beinbruch und eine leichte Kopfverletzung; er wurde in das Krankenhaus gebracht. Unfall des AviatikcrS Richet. Einer Meldung ans Jubish zu« folge stürzte gestern nachmittag aus dem Flugplatz Port-Aviation der Aviatiker Richet aus 5 Meter Höhe zur Erde. Er büßte ein Auge ein und brach den linken Schenkel. Nach späteren Meldungen haben sich die Verletzungen an Richet als weniger schwer herausgestellt. Sie beschränken sich auf Kontusionen und auf die ernste Verletzung eines Auges, daS jedoch nicht verloren ist. Folgenschwerer Kuppelcinstnrz einer Moscher. Einer Meldung aus Alexandria zufolge ist gestern in Mansurah die Kuppel einer Moschee eingestürzt. Acht Eingeborene wurden getötet, 13 verwundet._ Wirbelwind in den Bereinigten Staaten. Memphis. Das westliche Tennessee ist gestern durch einen Tornado heimgesucht worden, bei dem verschiedene Personen um« kamen; viele Personen wurden verletzt und mehrere Ortschaften zerstört._ Fretreltgiüse Gemctndr. Sonntag, den 17. Oktober, vormlttagS 9 Uhr, in der Halle Pappel-Allce 15/17: Freireligiöse Vorlesung. 11 Uhr in der Schule. Kleine Franksurtcr Str. S: Vortrag des Herrn M. H. Barge über:.Das Ulzeugungsproblem und seine LöjungSversuche". Herren und Damen sind als Gäste sehr willkommen. Zeutralverband der freie» Händler, Hausierer»nd ver- wandten Bcrnfsgenossen Deutschlands. Sitz Essen.(Verwaltungs- stelle Berlin). Heute abend bfl, Uhr bei Dräsel, Neue Friedrichstratze 35: Generalversammlung. Pankow. Heute Sonnabend, den 15. Oktober, findet beim Genossen Götzmann, Florastr. 7, eine Versammlung der Freien Jugeudorganisation slatl. Vortrag des Genossen Künstler über:„Die Volkserhebung in Tirol im Jahre 1309"._ Witterunasnberncht vom 15. Oktober l»09. morgcus 8 Uvr. SSetterproguoie für Sonnabend, den 10. Oktober 1909. Ziemlich kühl, vielfach heiter, jedoch unbeständig mit einzelnen Regen» schauern und sehr lebhasten südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. «SafierftandS-Nachrtchten der LandeSanstalt sür Gewässerkunde, mitgeteilt WO Berliner Wcttcrbureau. >)+ bedeutet Wuchs.~ Fall.—') Unterpegel. Erscheint 2 mal wöchentlich* Bezu c Abzahlungsgeschäfte Gredit-Haus Moabit TurmstraSe 55, Ecke WaldstraBe gewahrt jedem bei spielend leichter An- and Abzahlung mehrjährigen Kredit an( Waren und Möbel« lubascler,S,| VS" Oreditfiaus Gebr. Weber, Neue Königstr. 58. Spandau, Pots- i damerstr. 23 1. koulantett««&. PL R0Sß0i!ßil!18r,M.,stCrhfamRiIgbÄ Weber, Herrn«, Danzigerstr. 731. Windreich& Co., S.,Elsa8serstr.l7/18, Kleine Anzahlg,, bequ. Abzahlg., Möbel, Uhren, Garderoben usw. Weiter. Carisr" f�fllkoholfroie�öt����J Krüger, E«, G. m. b H«, Höchsterst. 28. �BäckoreloiMCon� Gehen, Brotfabr«, Pappela31eelö,Hof. J 7S GesctiäSte in allen Stadtteilen Berlins und in Rixdorf. I■ Gegründet 1892. Hankes Brotbäckerei Iah.; Paul Hanke. - Läden in allen Stadtteilen. TJlbrich ����Mdaanstaltan���� Auguata-Bad, Köpenicker Str. 80, Sl. 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