Kr» 843. Böcnnements-Bedingungcn: SboiincmentS- Preis prämimerando! Wertelinhrl. SP0 Mr., monatl. l.io Mr. wvchcnllich 2« Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- nuinmer nut illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" lll Pfg. Post- Abonnenient: I.lv Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland ll Marl pro Monat. Postabonncments nehmen an: Belgien, Dknemarf, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schioeij. 86. Jahrg. Mchiini lSgliil,»«Lei' lilsntzgz. Vevlinev Volksblatt. vle snsertions.Lediihh beträgt für die sechsgespallene»tolonef- zcile oder Leren Raiivi M Psg., für politische und gcwcrlschllstlichSBereins- und Kcrsannnlungs-Ayzeigen SO Psg. „Kletnc Hnrtfgen", das erste(fett- gcdrucltc) Wort 20 Psg., jedes nxgitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und©glas- ftcllcn-Anzcigen das erste Wort llpPfg, jedes weitere Wort ö Psg. Worte über 1Z Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Stummer müssen bis Z Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geössnct. Telegramm-Adresse: „Soziiildtingljnt Rcrlin1*, Zentralorgan der rozialdemohratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SM. 68. Lindenstrasse 69, Fernsprecher- Amt IV. Nr. 1983. Expeditisn: SM. 68» lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. keichspolitik, Laväespolitik unä vlockii'eiiioo. Relchspolitik und Lundespolitik, formell zivei völlig getrennte Gebiete, greifen in Wirklichkeit so in einander über, daß eine Trennung zwischen beiden unmöglich ist. Für jeden deiükendcn Politiker stand von vorherein fest, daß es ein Unding ist, gleichzeitig im Reich konscrvativ-national- liberal-freisinnig, in Preußen aber t'onservativ-klerikal zu regieren, und es hat sich ja auch gezeigt, daß das im Reich vorübergehend ausgeschaltete Zentrum im preußischen Ab- georduetenhause nach wie vor Trumps blieb. Gerade in der so viel gepriesenen„liberalen" Aera der letzten Jahre, auf die der Blockfreisinn mit einer Art krankhaften Entzückung zurückblickt, ist in Preußen die Verpsaffung der Volksschule unaufhaltsam fortgeschritten, und wenn sich einmal ein freisinniger„Volksvertreter" im Landtage erhob, um in aller Bescheidenheit die Regierung darauf aufmerksam zu machen, daß der Reichskanzler und Ministerpräsident die Paarung konservativen und liberalen Geistes wünsche, da wurde er sofort in die Schranken gerufen und ihm be- deutet, daß diese Parole für Preußen keine Geltung habe. Hätten dw Freisinnigen in ihrem Größenwahn nicht jeden Maßstab für die wirklichen Verhältnisse aus den Augen ver- loren, dann hätten sie sich durch solcherlei Bemerkungen be- wüßt werden müssen, welch' traurige Rolle sie im Grunde genommen im Block spielten. Und als die Freisinnigen gar einnial so dreist wurden, von der Regierung die Berücksichtigung auch ihrer Partei- ganger bei der Besetzung hoher Stellen in der Verwaltung zu verlangen, da geigten ihnen die Konservativen so gehörig die Wahrheit, daß ihnen nichts anderes übrig blieb, als demütig um gut Wetter zu bitten. Das wäre ja auch noch schöner, wenn die Konservativen dem Blockgedanken zuliebe auf wohlverdiente Posten verzichten wollten, die ihnen.nicht kraft ihrer Be fähigung, sondern kraft ihrer Gesinnung und ihrer Verwandt schuft gebühren. Schon genug, daß einige freisinnige Polt titer ihre Brust mit£)rden schmücken dürfen und daß dem einen oder dem anderen der Titel„Gchcinirat" verliehen istl Damit haben sie sich abzufinden und hübsch artig zu sein, aber wie können sie es wagen, klingenden Lohn zu fordern, wo ihnen doch nur ein Recht auf Trinkgelder zusteht! Sind so die Freisinnigen außerstande gewesen, durch die Preisgabe ihrer Grundsätze im Reichstage die preußische Politik auch nur in ganz bescheidenem Maße zu beeinflussen. so haben es ihre konscrvatwcn Blockbrüder um so besser vcn standen, zu verhindern, daß die Blockidee auf Preußen ab' färbte. Schon die nichtssagende Ankündigung einer Wahl' reform in der Thronrede, von der niemand weiß, wann sie koinmt und wie sie aussieht, genügte ihnen, alles zu ver- gössen, was sie dem agrarischen Reichskanzler verdanken, ihn die Macht des preußischen Junkertums fühlen zu lassen und unedle Rache an ihm zu nehmen. Die preußischen Junker be- gnügen sich nun einmal nicht mit ihrer uneingeschränkten Vorherrschaft in Preußen, sie dehnen ihre Herrfchaft auch auf das Reich aus, und wer es wagt, die Wurzel ihrer Macht, das preußische Dreiklassenwahlsystem, zu untergraben, den lassen sie über die Klinge springen, mag er auch schon soviel für sie getan haben, daß ihm zu tun fast nichts mehr übrig bleibt. T Aber nicht nur in der„hohen" Politik zeigt sich die All- wacht des preußischen Junkertums und ihr Einfluß auf die Reichsregierung, fondern auch in allen übrigen Fragen des öffentlichen Lebens. Greifen wir das Gebiet der Sozial- Politik heraus, so finden wir, daß alle Versuche, an die Stelle des Arbeiterschutzes den Arbeitertrutz treten zu lassen, die Sozialgesetzgebung rückwärts zu revidieren, die Arbeiter- klasse zu knebeln, im Grunde genonimcn vom preußischen Landtage ausgehen. Hier war es, wo die Junker schon lange vor Veröffentlichung der famosen Reichsversicherungsordnung mit ihrer Vernichtung des Selbstvcrwaltungsrechts der Krankenkassen dem Fürsten Bülow das Versprechen abge- rungen haben, in den Zuständen, die sich in der Verwaltung der Krankenkassen entwickelt haben.„Remedur" eintreten zu lassen, hier war es, wo fort und fort gegen die Belastung der UnfallbcrufSgcnossenschaften durch die„Schnapsrenten" ge- wettert wurde, hier>var es, wo die Junker unter lautem Beifallsgeheul zu Felde ziehen konnten gegen die„unmora- lische" Arbeitslosenversicherung. Ist es ein Wunder, daß unter solckien Umständen die soziale Gesetzgebung nicht nur nicht ausgebaut, sondern sogar rückwärts revidiert wird? Man erinnere sich weiter an die ewigen Angriffe, die von der Tribüne des preußischen Landtages herab, bald im Ab- georduetenhause, bald im Herrenhause erhoben werden gegen das Rcichstagswahlrecht, gegen das Koalitionsrecht, gegen die Freizügigkeit, kurz gegen all die winzigen Rechte, deren die Arbeiter sich heute in Deutschland erfreuen. Kaum eine Session vergeht, in der nicht ein Vorstoß gegen irgendein Naturrecht der Arbeiter unternommen, in der nicht irgendein schändliches Attentat auf die Arbeiterklasse geplant wird. Auch zu dein Steuerdruck, unter dem das Volk heute leidet, hat der preußische Landtag ein gut Teil bei- getragen. Planmäßig agitieren die Junker feit Jahren gegen den Gedanken einer Neichserbschaftssteuer. die sie als eine der ungerechtesten Vermögeuskonfiskationen bezeichnen, systematisch propagieren sie die Einführung neuer indirekter Reichssteuern, mit aller Schärfe weisen sie den Gedanken höherer direkter Steuern auf den Besitz von der Hand. All das steht aktenmäßig fest, und deshalb war es ein schwerer politischer Fehler, um nicht zu sagen, ein Verbrechen, daß die Frei- sinnigen sich mit dieser Gesellschast zur Verabschiedung einer Finanzreform zusammenzufinden suchten. Ein Kompromiß mit den Konservativen im Reich konnte nur geschlossen werden unter Preisgabe jedes liberalen Gedankens. Wer unsere prcußischey Junker und ihren Einfluß auf die Reichs- regierung kennt, der mußte das wissen, der mußte sich sagen, daß einzig und allein der Kampf gegen das Junkertum, nicht aber ein Zusamnicngehcn mit ihm das Volk vor neuen Lasten bewahren konnte. So gering wir die Freisinnigen auch einschätzen, für so beschränkte Politiker halten wir sie denn doch nicht, daß sie das nicht voraussahen, aber ihre Furcht vor der Sozialdemokratie ist so groß, sie sind von einem so wahnsinnigen Rotkoller befallen, daß sie leichten Herzens dem preußischen Junkertum zuliebe die.Interessen des Volkes mit Füßen treten. Daß eine Reichsfinanzrcform kommen würde, war den Freisinnigen vor den letzten Reichs- tagswahlen genau bekannt, und wenn sie trotzdem für eine Stärkung der Konservativen im Reichstage gesorgt haben, so sind sie mit verantwortlich für den Steuerraubzug auf die Taschen des Volkes. Davon wäscht sie kein Regen ab, vergebens versuchen sie jetzt, ihre Hände in Unschuld zu waschen.' Wenn nun die Situation so liegt, wenn wir damit zu rechnen haben, daß eine jedem freiheitlichen Gedanken feind- liche Clique, die im größten deutschen Bundesstaat fast un- umschräckkt waltet, ruich die Rcichspolitik im volksfeindlichen Sinne beeinflußt, so ist es Pflicht aller wirklich liberalen Elemente, alles daran zu setzen, um den Einfluß dieser Ge sellschast zu schwächen. Verbündet inan sich mit ihr aber im Reich, fei es auch nur zu bestimmten Zwecken, so schwächt man ihre Macht nicht, sondern man stärkt sie, und gleichzeitig untergräbt man seine eigene Position. Diese Erfahrung haben auch die Freisinigen machen inüssen, leider zum Schaden des Volkes, das die Kosten zu tragen hat. In allen Debatten, die im Abgeordnctenhause in den Jahren der Blockherrlichkeit gepflogen sind, vermißten wir die ent- schiedene Opposition des Freisinns. Früher war es anders. Da platzten, wenn auch nicht bei der Behandlung von Ar- bcitcrfragen, so doch in zahlreichen anderen Fällen, die Gegensätze zwischen rechts und links oft genug auf einander. Jetzt war es damit zu Ende. Die Konservativen hatten ihre Angriffe auf den Freisinn wohl in andere Formen zu kleiden verstanden, in der Sache jedoch gaben sie nicht um Haares- breite nach. Tie Freisinnigen dagegen wichien auch in der Sache Schritt für Schritt vor den Konservativen zurück, sie fühlten, daß sie die Schwächeren waren und daß sie eigentlich nur noch von Junkers Gnaden lebten, und sie erwiesen sich ihnen dankbar, weil sie es niit ihren mächtigen Gönnern nicht verderben wollten. Jetzt, wo die Freisinnigen den verdienten Fußtritt er- halten haben, möchten sie die drei Jahre reaktionärer Block- Politik gern aus der Geschichte streichen, aber sie können es nicht, und deshalb bemühen sie sich eifrigst, unter Fälschung der Tatsachen, den Anschein zu erwecke», als sei die Block- Politik ein Segen gewesen. Nun, wir wissen es besser, und auch die Massen sind zu aufgeklärt, als daß sie auf dies Märchen hineinfallen. Nein, die Blockpolitik war ein Unglück für das deutsche und für das preußische Volk, sie hat die Macht der Junker gestärkt und die freiheitliche EntWickelung Preußens gehemmt. Größer als vorher ist der Einfluß der preußischen Junker aus die Reichspolitik, und die Vcrant wortung trägt der Blockfrcisinu. Sollen im Reiche freiheitliche Zustände eintreten, dann muß die Macht des preußischen Junkertums gebrochen werden. Dazu ist der Freisinn, selbst wenn er den Willen hätte, zu ohnmächtig, das kann nur durch wirkliche Volks- Vertreter, durch Sozialdemokraten geschehen. Mögen die Wähler bei den bevorstehenden Landtags- Wahlen dessen cingedenkt sein! Mögen sie in ihrem eigenen Interesse dafür sorgen, daß der Ausfall der Wahlen zugleich eine Abrechnung mit dem Blockfreisinn und einen wuchtigen Vorstoß gegen die Junkerherrschaft in Preußen bedeutet! vor der Ilsnimertsgung. Paris, 12. Oktober.(Eig. Ber.) „Konzentration nach rechts"— das ist das, wenngleich hinter allerhand Arabeskenwerk versteckte Grundthema der beiden Prä- ludien, die der am 19. d. M beginnenden Parlamentssession vor- angegangen sind. Sowohl der Parteitag der Radikalen in Nantes wie Brian ds Rede in Perigucux haben keinerlei Ueberraschungen gebracht, wenigstens denjenigen, deren Glauben an die fortschreitende EntWickelung und soziale Erleuchtung der bürgerlichen Demokratie nicht in der Hoffnung verankert ist und mit ihr allen bitteren Erfahrungen Trotz bietet. Zu den hart- nackigsten Verfechtern der in der Blocktaktit formulierten Ideologie gehört in der radikalen Partei— in der sozialistischen gibt es noch einige ausdauernderi;— der alte Pelle tan. Aber in Nantes erhob er ein großes Klagen, daß er die Welt nicht mehr verstehe. „Die radikale Partei existiert nicht mehr", sagte er erbittert zu einem Interviewer und den Kongreß selbst apo- strophierte er mit den Worten:„Es gibt hier also keine Radikalen." In der Tat ist der Radikalismus des alten Stils fertig. Aus der Opposition zur Mehrheit geworden, mußte die radikale Partei den staatlichen Organismus einer Klasse zur Ver- fügung stellen und sie zögerte nicht, ihn der Bourgeoisie gleich ihrer opportunistischen Vorgängerin dienstbar zu machen. Sie brauchte aber dabei nur mit ihrer Wählerschaft schritt zu halten, deren größter Teil»angcsichts der sich heftig regenden Arbeiterbewegung sich auf ihre bürgerlichen Klasscninteresscn besonnen hatte. Wenn sich auf dem Kongreß in Nantes der von Laffcrre geführte sozialreaktionäre Flügel stärker gezeigt hat als die buntscheckige Schar der Blockfreunde, so entspricht das durchaus der Stimmung der französischen Bourgeoisie, die zuletzt noch das Gewaltregime eines Clemenceau mit ausgesprochenem Wohlwollen be- trachtet hat. Im übrigen wäre es unbillig, das Gezeter der Pellctan als lauteren Ausfluß eines zurückgestoßenen demokratischen Eifers zu nehmen und just diesem Parteitag es nachzutragen, daß er für die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Probleme der Nation nicht Ausdauer und sachlichen Ernst an den Tag gelegt hat.. Nur noch sieben Monate trennen uns von den Neuwahlen und da ist es begreiflich, daß die Deputierten jetzt alle Dinge nur mehr unter dem Gesichtspunkte parteilicher und auch persönlicher Wahlpolitik betrachten. So war denn auch die einzige Reformidec, die die 11 oder 1299 in Nantes zusammengekommenen radikalen Bezirks- und Landcsgrößen interessierte, die W a h l r e f 0 r m. Mit einer bemerkenswerten Einhelligkeit aber entschied man sich für ihre Verschleppung. Der Grund ist nicht schwer zu finden. Ein- fach das Listcnskrutinium wiederherzustellen, das unter der dritten Republik bereits einmal bestanden, aber der damals herrschenden republikanischen Partei nicht die erwarteten Resultate gebracht hat, ginge schon darum nicht gut an, weil die Propaganda für den Proporz die öffentliche Meinung schon stark genug beeinflußt hat, um die noch gesteigerte Ungerechtigkeit, die in der bloßen Listenwahl des Departements läge, unmöglich zu machen. Der Proporz aber würde die radikale Mehrheit in Gefahr bringen. Die Mandate für die Partei, beziehungsweise das Mandat für sich zu retten, lag den Vertrauensmännern.und Deputierten vor allem am Herzen. Deshalb wurde auch das Prinzip angenommen, daß. in jedem Wahlkreis.nur: e'-i n Kandidat der Partei aufgestellt werden dürfe. Damit sollte, die, Last der„rcpu- blikanischcn Solidarität" erleichtert und vermieden werden, daß infolge der Spaltung der Radikalen der. Sozialist an erster Stelle komme, und im zweiten Wahlgang die Stimmen der.Radikalen erhalte. Diesen Beschluß praktisch durchzuführen, wird indes nicht so leicht sein, da bei der losen Organisationsform der Partei eine Ausschließung Widcrsätzigcr eine umständliche Sache ist. Anderer- seits hat sich die„republikanische Solidarität" schon in einer ganzen Reihe-von Fällen als untauglich erwiesen, die radikalen Wähler für einen Sozialisten selbst dann zur Urne zu bringen, wenn es galt, einen offenen Reaktionär zu besiegen. Im übrigen hat der Kongreß von Nantes den Beschluß von Nancy und Dijon bestätigt, daß im zweiten Wahlgang die im ersten an die Spitze gelangten sozialistischen Kandidaten zu unter» stützen seien, sofern sie sich gegen den AntiPatriotismus und die Sabotage erklärt hätte». Daß ein sozialistischer Kandidat sich selbst und der Würde der Klasse, die er vertreten, will, soviel ve.r- gibt, daß er sich zu einer förmlichen Erklärung über diese Gegen- stände versteht, ist nicht anzunehmeij. Die Ausstellung dieser Be- dingung ist auch nichts.als eine einfältige Wichtigtuerci. Der AntiPatriotismus ist ein Geloächs Pariser Konfusionszüchtcrei, das trotz demagogischer Reklame seiner Freunde und Feinde als po» litischer Faktor nicht in Betracht kommt und die Sabotagc-Propa» ganda, die auch in revolutionär-syndikalistischen Kreisen keineswegs einmütige Billigung gefunden hat, ist überhaupt ohne Spuren ge- blieben, wenn man nicht vereinzelte gewalttätige Reaktionsakte gegen Einführung von Maschinen in verlorenen Provinzwinkeln mit ihr in Zusammenhang bringen will. Die Bestätigung der Be- schlüsse von Nancy und Dijon aber, die zunächst als neuerliches Zugeständnis an den Block-Radikalismus, der„keinen Feind auf der Linken" kennen will, erscheint, soll namentlich jenen Kandidaten dienen, die im zweiten Wahlgang auf die Hilfe der sozialistischen Wähler angewiesen sind. Ob sich die von den Sozialisten im ersten Wahlgang überflügelten Kandidaten auch dann zurückziehen wer- den, wenn ihr Steg im zweiten durch die geeinigtcn radikalen Wähler oder auch durch Hilfe der Reaktionäre errungen werden kann, bleibt noch abzuwarten. Daß die sozialistischen Föderationen allerorts darauf verzichten werden, ihren Kandidaten im zweiten Wahlgang gegen die Radikalen durchzusetzen, wenn ein Sieg der Reaktionäre ausgeschlossen ist, ist nicht anzunehmen. Da sich dann natürlich das Geschrei wiederholen wird, daß die sozialistische Partei an die reaktionären Stimmen appelliere, hat man nur festzustellen, daß das einzige entscheidende Mittel,„unmoralische" Wahlbünd- nisse unmöglich zu machen'— der Proporz— just am bösen Willen der Radikalen gescheitert ist. Die Verschleppung der Wahlreform liegt auch im Plan B r i- ands, der nur eine„loyale Erweiterung der Bezirkswahl" will — was man sich darunter vorzustellen hat, ist allerdings nicht recht klar. Daß ein Minister, der sich ein gefügiges Parlament ver- schaffen will, die unter der Vorsehung des Präfelten vollzogenen Bezirkswahlcn vorzieht, ist übrigens begreiflich. Es paßt zu Bri- ands Begriffen von der so oft von ihm angerufenen„Loyalität", daß er den Proporz als eine Forderung abtut, mit deren Er- füllung man den„Feinden der Republik" Helsen würde. Briands sonstiges Programm hat aber selbst bei den Mittel- Parteien, wo der Proporz zahlreiche Anhänger hat. lebhasten Bei- fall gefunden. Dom ganzen radikalen Reformwerk, das in der ab- laufenden Gcsetzgebmigsperiode fertiggestellt werden sollte, läßt er nämlich nur die Altersversorgung auf dem Plan, die man in der Tat in irgend einer verstümmelten Form fertigstellen tnnjj, um den Wählern nicht mit völlig leeren Händen uurer die Augen zu treten. Aber die Einkommen- st e u e r hat er so gut wie preisgegeben. Freudig zitiert die kapitalistische Presse, der„TempS" voran, sein Wort, dag.die Portemonnaies nicht zur Verfügung der Regierung stehen' sollen, und daß eine Reform.nicht die Mehrheit der Interessen verletzen' dürfe. Nicht weniger klar ist der Sinn der Wendung, daß die Voraussetzung sozialer Reformen die Prosperität des Landes und deren Bedingung Sicherheit, Ordnung und Frieden seien. Jni Munde eines Ministcrpräfidentcn, der den gemäßigten Republi» kauern, den Verfechtern der. borniertesten sozialen sRcaktion mit feierlicher Geberde doS Tor weit austut, bedeutet ein solcher Vorbehalt den Entschluß, von allen kühnen, nur im Kampf durchzusetzenden Reformprojekten abzusehen. Dafür verspricht Herr Briand eine gesetzliche Form für Experimente mit der Gewinnbeteiligung, jenem längst ins alte Eisen geratenen Requisit der Utopisten des.sozialen Friedens'. Der Sozialismus — die Sache wie das Wort— ist bis aufs letzte Atom aus der Gedanlenivelt dieses Glückskinds der bürgerlichen Republik der- schwunden. So konnte eigentlich durch Briands Programmrede die Diskussion entschieden scheinen, die seit seinem Regierungsantritt in der Partei mit zieinkicher Heftigkeit geführt worden ist. Die sozialistische Partei ist eine Klassen Partei, eine Partei des Klasieiikampfes. und kann darum in einer Politik der Versöhnung unmöglich ihr Genüge finde». Wenn die.Emspanmmg', wie optimistische Genossen anfangs annahmen, nur dielEinstellung gehässiger und gewalt- tätiger Verfolgung bedeutete, so wäre ein Kampf in anderer Form der Arbeiterklasse und der sozialistischen Partei sicher will- kommen. Aber die oppositionelle Haltung selbst scheint nach dem Grundlvcsen der proletarischen Bewegung nicht in Frage zu stehen. Und doch hat man eine hitzige Auseinandersetzung darübe? zu verfolgen gehabt. Schon bei der Abstimmung über die Regierungserklärung BriandS war die Fraktion gespalten. Ein Teil lehnte das Vertrauen ab, ein anderer enthielt sich der Abstimmung. Am Ende ließen sich auch Gründe dafür anfiihren, daß eine sozialistische Fraktion ein Ministeriimi.däs sich ein demokratisches und sozialreformerisches Firmen- schild zugelegt hat, nicht attackiert, bevor sie eS an der Arbeit gesehen hat. Aber sicher ist, daß mindestens eine prinzipielle Erklärung, die den Sinn der Stimmenthaltung dargelegt hätten, am Platz ge- Wesen wäre. Aber manche Genossen glauben allerdings, daß schon die Persönlichkeit BriandS, der wie auch schon Mille- r a n d alle möglichen Gewaltakte gegen die Arbeiterschaft auf dem Kerbholz hat, die Opppsition zur Pflicht mache. Hauptsache bleibt indes die prinzipielle Erwägung, die eine wohlwollende Haltung solange ausschließt, als nicht eine energische Verpflichtung der Re- gierung auf ein in der Richtung der sozialistischen Minimal- forderungen liegendes radikales Rcformprogramm vorliegt. Trotzdem hat der Ministerpräsident Briand Freunde in der sozialistischen Partei gefunden. Zu ihnen gehört nicht nur der unvermeidliche Breton, der ja keine Gelegenheit ausläßt, der Partei in die Quere zu kommen, und sogar in der Frage der Wahlreform gegen die von den Partei- tagen beschlossene Aktion in der bürgerlichen Presse polemisiert. Sozialistische Mandate, die von radikalen Wählern herrühren und von der Regierung gesichert werden, wären allerdings unter dem 'r�eruugsfreundliche Kundgebung hat aber der Deputierte B n s l h 'gewählt, der sie mit allerhand.- gehMgen Äüsfäfltö- gegen die .Unbcrfälschteu" der Partei verband. Kur die allgemeine Stimmung in der Partei besagen ja solche Demonstrationen der DiSziplinlosig- keit nicht viel, immerhin zeigen sie, daß der Respekt vor der Kraft der Parteiorganisation bei manchen sozialistische» Parlamentariern nicht stark genug ist, um die fehlende Lust, die Gefahr einer oppositionellen Kandidatur auf sich zu nehmen, zu ersetzen. Segen das klerikale Regiment in Spanien. Der feige Justizmord auf der spanischen Bergfeste Montjuich hat in der ganzen Welt Abscheu und Entrüstung hervorgerufen. Der Name des Ermordeten, Francisco Ferrer(sprich Ferrehr), wird in ällen Erdteilen genannt, und sein trauriges Geschick hat in allen Ländern heftige Proteste gegen das Schreckensregiment des fanatischen spanischen Klerus ausgelöst, der nach Rache für den Barcelonaer Klostersturm schreit und alle jene vor die Schran- kcn des Kriegsgerichts schleppt, die durch ihre antiklerikale Agi- tation seinen Haß herausgefordert haben. Diese Proteste und Demonstrationen gegen die Mönchsherr- schast in Spanien sind nicht nur deshalb berechtigt, weil Ferrer zweifellos einem Justizmord zum Opfer gefallen ist, weil er im kriegsgerichtlichen.Verfahren' ohne jedes. Zeugenverhör auf Grund schriftlich aufgenommener Zeugenaussagen gerichtet wurde, die meist von Hörensagen abgegeben wurden, und ihrem In- halt nach ganz unbestimmt waren, sondern weil die Mönchs- Herrschaft wie ein schwerer Alb auf dem spanischen Volke lastet, es würgt und erstickt, und weil ferner noch mehr als 1000 Personen der Abürtcilung durch dasselbe Kriegsgericht harren Personen, von denen vielleicht manche noch unschuldiger sind als Fcrrer, noch mehr im Kampfe für die Erlösung des Landes aus den klerikalen Fesseln eingesetzt haben als er. Aber im Bann der Entrüstung über die niederträchtigen Frevel des Forts Montjuich haben die Demonstranten vielfach sich nicht damit begnügt, ihre Angriffe gegen das spanische Blntregiment zu richten; sie sind in einen sentimentalen Ferrerknltus verfallen und haben allerlei , lächerliche Forderungen gestellt. So hat, wie berichtet wird, die ' Volksmenge— nicht die sozialistische Arbeiterschaft— in einigen Städten Italiens Ferrer Altäre errichtet, darauf sein Bild gestellt und davor Lichter angezündet. In anderen Gegenden wurde ver- langt, es sollten Ferrer auf Gemeindekosten Standbilder errichtet, Straßen nach ihm benannt oder die aus Spanien eingeführten Waren boykottiert werden. Ganz ungeeignete Mittel, die berech- tigte Entrüstung zum Ausdruck zu bringen. Der� Boykott spanischer und vor allem katalonischer Waren würde beispielsweise nicht jene schädigen, die das klerikale Regt- ment in Spanien stützen, sondern die- es bekämpfen. Wo findet denn die spanische Mönchstvirtschaft ihre Unterstützung? Bei der Landbevölkerung, einem großen Teil der Beamtenschaft, der reichen, von allerlei Revenuen lebenden Bourgeoisie und dem rück- ständigen Kleinbürgertums Der katalonische Industriearbeiter und der Fabrikant sind meist antiklerikal, letztere schon deshalb, weil ihm die Klostcrindustrie scharfe Konkurrenz macht. Gerade Arbeiter und Industrielle würden aber durch den Boykott katalonischer Jndustricprodukte getroffen, nicht der spanische Klerus. Als ein Mann, der das Mönchsregimcnt bekämpft hat, der, obgleich unschuldig, mit Festigkeit für seine Anschauungen in den Tod gegangen ist, verdient Ferrer unsere volle Sympathie; aber ihn zu einen Heiligen zu machen, liegt kein Grund vor. In radikal- liberalen Blättern wird er als ein Kämpfer für das arbeitende Volk hingestellt. Demgegenüber muß denn doch betont werden. daß er zur Gruppe der„Libcrtarios" gehörte, zu jener individua- listisch-anarchistischen Richtung, die mit einem heftigen Haß gegen die Kirchen allerlei Stinersche Auffassungen und.radikal-manchester- liche Ansichten verbindet und die sozialistische Bewegung in Spanien aufs Gehässigste und Rücksichtsloseste bekämpft. Diese politische Stellungnahme Ferrers zur sozialistischen Arbeiterbewegung ver- hindert nicht, daß wir mit ihm als Opfer des spanischen Klerikalis- mus Sympathie empfinden und seine Hinrichtung als das be- zeichnen, was sie ist, als Justizmord— aber nicht um die Person Ferrcrs handelt es sich für uns, sondern um den Protest gegen das Blutregiment des Klerus. Ihm gilt der Angriff. Ferrer ist nur eines der vkHen Opfer, die es bisher gefordert hat, und die es in den nächsten Monaten noch fordern wird. Der Zustand iu Barcelona. Von einigen Blättern wurde gestern berichtet, ein Teil von Barcelona sei in Brand gesteckt. Das ist nicht richtig; doch haben, wie der Telegraph meldet, zwei weitere Bombenexplosionen statt- gefunden. Die Hauptstraßen von Barcelona sind von Polizisten und Soldaten besetzt. Alle ausländischen Zeitungen werden einer genauen Prüfung durch den Zensor unterworfen, bevor sie zum Verkauf gelangen dürfen. Paris, 16. Oktober. Wie die Blätter aus Barcelona melden, hat gestern vormittag in der Kaserne Roger de Flor eine Bombenexplosion stattgefunden, durch die mehrere Soldaten schwer verletzt wurden. Der Anschlag soll gegen den Generalkapitän ge- richtet gewesen sein, doch explodierte die Bombe schon vor dessen Ankunft.— Die Polizei hat in Barcelona bei einem ehemaligen Führer der.Veteranen der Freiheit' ein Waffenlager entdeckt. Paris, 16. Oktober..Matin' berichtet aus Barcelona: Gestern abend explodierte in dem Stadtteil- Del Obisko die vierte Bombe, wobei fünf Personen verletzt wurden. Drei davon schweben in Lebensgefahr. Mehrere Häuser wurden teilweise zer- stört. Barcelona, 16. Oktober. Vier an den jüngsten Unruhen Beteiligte sind gestern dem Kriegsgericht überwiesen worden. Weitere Demonstrationen. Die sozialistische-Föderation des Seinedeparte. m e n t s richtet in der„Humanite' an das Pariser Volk einen Auf- ruf, in dem es heißt: „Wollen wir in Montjuich stillschweigend neue Verbrechen verüben lassen? Unsere Unratpresse, dieselbe wie in früheren Fällen, unterstellt bereits, wir dächten nur an Ferrer, weil er berühmt und Millionär ist, und vernachlässigten die anderen Un» glücklichen, die in die Fänge der spanischen Regierung geraten sind. Sie wagt bereits, uns über die Mittwochabendzwischen» fälle zu täuschen und gerichtliche Verfolgung zu fordern, und sie möchte wohl in Paris die spanische Rcgierungsmethode anwenden. Wir fordern alle rechtschaffen fühlenden Männer auf, gegen diese Verleumdungen und Herausforderungen Einspruch zu erheben. Sonntagnachmittag um 3 Uhr wollen wir 100 000 und mehr sein. Das arbeitende, sozialdemokratisches republikanische Paris ist es sich schuldig, seine hochherzige Gemeinbürgschaft mit allen Opfern der spanischen Bedrückung zu'betätigen. Wir wollen keine Un» ordnung, und wir wollen auch nicht in das durch die Botschaft vertretene spanische Gebiet einfallen. Wir wollen nur durch die Großartigkeit unserer Kundgebung der spanischen Regierung den Beweis liefern, daß es das ganze Pariser Volk ist, das sich cnt» rüstet und Einspruch erhebt. Für den hellen Tag�aiißeiihalb.hejZ (■'Dnnkeis�'dach Pokizeistreichen und den von ihnen bcräntworteten Handlungen.einzelner günstig ist, berufen wir die Bürget von ., Häriß! Wsr wollen durch keine fremden.Zwischenfälle unseren- Gegnern den Vorwand' liefern, die Tiefe der Bewegung des Volksgemüts zu leugnen. Wir werden selbst für die Ordnung im Aufzug sorgen, um der Negierung jeden Anlaß zu Polizei. roheiten zu nehmen. Republikaner von Paris, bereitet euch vor, die klerikale und militaristische Regierung, unter der Spanien erstickt, zu brandmarken.' Paris, 16. Oktober. Wie verlautet, wird der Antimilitarist Herve wegen Aufreizung zum Totschlag und zur Plünderung ge» richtlich verfolgt werden. Vier Personen, die sich an den vor- gestrigen Unruhen beteiligt haben, sind zu zwei beziehungsweise vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Rom, 16. Oktober. In Florenz wurde ein Offizier und 13 Soldaten bei den gestrigen Unruhen verletzt. In Pisa wurde der Versuch gemacht, die St. Michaelskirche in Brand zu stecken. Aehn- liche Versuche wurden auch bei anderen Kirchen unternommen. In Parma zerstreute die Polizei eine Anzahl Kundgeber, die beab- sichtigten, den bischöflichen Palast zu zerstören. Auch in Mailand versuchte die Menge, die Stefano-Basilika in Brand zu stecken. Budapest, 16. Oktober. In Fiume zogen gestern mehrere Hun- dcrt Arbeiter vor das spanische Konsulat und brachten Schmährufe auf Spanien, dessen König und die Klerikalen aus. Die Polizei zerstreute die Kundgeber und nahm mehrere Verhaftungen vor. Später erfolgte eine weit ernstere Kundgebung vor dem Domini. kaner-Kloster. Diesmal mußte die Polizei mit blanker Wusse einschreiten. Mehrere Personen wurden hierbei verletzt und auch zahlreiche Verhaftungen wiederum vorgenommen. Sodann zogen die Demonstranten durch die Stadt. Die Arbeiter der DanubiuS- und der Torpedobootfabriken haben den Generalstreik erklärt. Bilbao. 16. Oktober. Das Arbeiterkomitee sowie die sozialistischen und demokratischen Verbände werden morgen große Protestmeetings abhalten. Die Jesuitenschule sowie die Klöster werden polizeilich stark bewacht. Madrid, 16. Oktober. Wie der„Liberal" meldet, hatten die Sozialisten für morgen ein großes Protestmeeting gegen die Negierung geplant. Es gelang ihnen jedoch nicht, einen geeigneten Saal dafür zu finden. Rom» 16. Oktober.(Privatdcpesche des„Vorwärts".) Die Wiederaufnahme der Arbeit ist überall ordnungsmäßig erfolgt. Aus Fano werden blutige Zwischenfälle gemeldet, wobei drei Personen verwundet wurden. Die spanischen Konsuln von Mailand, Salerno, Ferrara, Taranto. Lucca und Carraca gaben protestierend ihre Demission. Der Rektor und Carrara gaben protestierend ihre Demission. Der Rektor der Universität Bologna sandte einen ihm verliehenen spani- scheu Orden zurück. Die Mehrzahl der gestern Verhafteten ist wieder freigelassen worden. Protest des sozialdemokratischen Parteitages für Hessen-Nassan. Frankfurt a. Main, 16. Oktober.(Privatdepesche des „Vorwärts".) Ter heute morgen hier zusammengetretene Parteitag für Hcssen-Nassau nahm vor Eintritt in die Tages- ordnung einstimmig folgende Resolution gegen den spanischen Justizmord an: „Die Vertreter der Sozialdemokratie Hessen-Nassaus sprechen ihre schärfste Entrüstung aus über die unter scheinbaren Formen des Rechts geübte brutale Gewaltherrschaft in Spanien. Ganz besonders sind sie mit Abscheu über die Ermordung Ferrers er- füllt, die als ein Ausdruck der Junker,.dnd Pfaffenherrschaft nicht nur ein Schlag gegen das spanische Volk und seine Arbeiket bewegung, sondern eine Verletzung der Menschen- und Völker» rechte aller Kulturstaatcn ist. Das Vorgehen der spanischen Regierung gegen die Freiheitskämpfer von Barcelona ist allen Freunden politischer ünd geistiger Freiheit ein Signal, den reaktionären Schichten im eigenen Lande mit verdoppelter Energie entgegenzutreten und nicht zu ruhen, bis auch in Deutsch- land wahre Freiheit erkämpft ist. Der Parteitag betrachtet es als eine Schmach für Deutsch- land, daß deutsche Zeitungen den an Ferrcr verübten Justizmord verteidigen konnten. Er gelobt, mit aller Kraft dafür zu sorgen, daß im deutschen Proletariat Abscheu und Ekel vor jeder Gewalt- Herrschast immer mehr erstarkt und der Geist der Humanität und Achtung vor jeder freien Anschauung' immer lebendiger wird.' Am Montagabend finden in Frankfurt am Main vier von der sozialdemokratischen Partei einberufene Protest- Versammlungen gegen die spanischen Greuel statt. politifcbe Ocberficbt. Berlin. den 16. Oktober 1969. Das Arbeitspensum für die nächste Reichstagssession Ueber die dem Reichstag in der nächsten Session von der Regierung zugedachten Arbeiten weiß eine hiesige halb- offiziöse Korrespondenz nach Mitteilungen� aus„Bundesrats- kreisen" zu berichten, daß von der Reglerung beabsichtigt wird, den: Reichstage vor Weihnachten nicht viel mehr als den neuen Etat vorzulegen, der auch in der Zeit nach Weihnachten die Hauptarbeit der Legislative bilden wird. In Bundes- ratskreisen rechnet man mit einer Einberufung des Reichs- tages zum 23. November und die Arbeiten des Bundesrats betreffs der Etatsberatung sollen so gefördert werden, daß dem Reichstage ail diesem Tage der Etat vorgelegt werden kann. Die erste Etatsberatung iin Plenum könnte somit in den letzten Novembertagen beginnen, und da sie meist nicht mehr als eine Woche in Anspruch zu nehmen pflegt, so wäre in diesem Jahre die Budgetkomnnssion in der Lage, die Einzelberatung des Etats noch vor Beginn der Weihnachts- ferien in Angriff zu nehmen, damit im. Plenum die zweite Lesung bald nach Neujahr einsetzen kann. Das übrige gesetz- geberische Material niit Ausnahme einiger handelspolitischer Gesetze wird dem Reichstage erst im neuen Jahre zugehen und wird sich als besonders reichhaltig nicht erweisen. Von älteren unerledigten Entwürfen kommt das Arbeitskammer- gesetz in Betracht. Bleibt noch die Reichsversicherungs- ordnung übrig. Ob und wann sie dem Reichstage zugehen wird, ist noch zweifelhaft. An eine Zurückziehung wird jeden- falls nicht gedacht, möglich ist jedoch eine nochmalige Um- arbeitung einiger Paragraphen. Für den Fall, daß die Vor- läge eingebracht wird, wird der Zeitraum der Einbringung zwischen Ende Januar und Anfang März fallen. Daß ein so umfangreiches Werk vor der üblichen Sommerpause unter Dach gebracht werden kann, erscheint ausgeschlossen. Die Session müßte somit 1919 vertagt werden, uin die begonnene Arbeit im Herbst fortsetzen zu können. In erster Linie soll aber die Etatsberatung stehen und von ihrer Förderung hängt die Einbringung der übrigen Gesetze ab. Man rechnet gjlchTn. BundcIratskreisen mit., einer nicht zu langen Session und will auch dem Reichstage Gelegenheit geben, wieder häufiger als Borjahren Initiativanträge beraten zu können.'•....." •.• Danach scheint die Regierung die Vorlage der Reichs- Versicherungsordnung möglichst hinausschieben zu wollen: eine Absicht, die sich nicht verstehen läßt, denn nach dem§ 15 des Zolltarifgesetzes vom 25. Dezember 1902 hat das Gesetz über die Witwen- und Waisenvcrsorgung am 1. Januar 1919 in Kraft zu treten. Oder soll, wie es kürzlich hieß, tatsächlich dieser Termin durch ein besonderes Gesetz hinausgerückt werden? Tie neue Gewerbeordnungsnovelle wird in den obigen Mitteilungen ebenfalls nicht erwähnt; wann gedenkt die Regierung diese einzubringen? Freisinnige Selbstbeschmntzung! Die„Freisinnige Zeitung" besitzt die Scham- losigkeit, nach dem Vorbild der offiziösen„Nordd. Allgem. Zeitung", dem Genossen Bebel einen Vorwurf daraus zu machen, daß er seinerzeit, am 1. Dezember 1996, im Reichs- tag den Inhalt eines Briefes wiedergegeben hat, den der Verfasser, der Kaufmann Müller, in dem Prozeß Scheuncmann nunmehr revoziert hat. Mit Behagen druckt die„Frcis. Ztg." die alberne Bemerkung des offiziösen Organs nach, daß Bebel„auf die faulsten Denunziati�slen mit größter Unbesonnenheit angebissen" habe. Dabei muß das amtliche Organ selbst zugestehen, daß Bebel erklärt hatte:„ich will die Fälle hier öffentlich vorbringen, damit wieder in der O e�f f e n t l i ch k e i t gesagt werden muß, was wahres an der Sache ist." Mit der„Nordd. Allg. Ztg." höhnt jetzt das tapfere Organ des„unentwegten" Freisinns über die„edle Neugier" Bebels. Es ist geradezu unglaublich, daß die „Freis. Ztg." so vollständig die Situation vom Dezember des Jahres 1996 vergessen haben kann! Weiß denn das die „Fryis. Ztg." wirklich nicht mehr, daß damals die frei- sinnigen und Zentrumsabgeordneten in noch viel mehr Enthüllungen gegen die Kolonialpolitik machten? Erinnert sich die„Freis. Ztg." nicht mehr der Anklagen des frei- sinnigen Abgeordneten Ablaß? Erinnert sie sich nicht mehr der Tatsache, daß damals der freisinnige Abgeordnete Kopsch pathetisch ausrief: „Nach L4jähriger Kolonialpolitik hat endlich das deutsche Volt eine kolonialpolitische Bilanz gezogen, wobei eine erschreckende ideelle und materielle Untcrmlanz sich herausstellte. ... Die Reden des Reichskanzlers und des neuen Kolonial- dircktorS können das geschwundene Vertrauen nicht wieder her- stellen... Dank den Männern, die die Skandale aufgedeckt haben." So urteilte damals der Freisinn! Damals hatte die Kolonialpolitik für alle Parteien abgewirtschaftet. und das fluch- und schmachbeladene System unserer Kolonial- Politik wäre rettungslos zusammengebrochen gewesen, wenn sich nicht damals, nach Auflösung des Reichs- tageS, der Freisinn durch allerhand Vorspiegelungen für die Politik der Firma Bülolv-Dernburg hätte einsangen lassen! Inzwischen hat diejse Blockpolitik schmählichst Pleite gemacht. Und trotzdem entblödet.sich die „Frcis. Ztg." nicht, den.Genossen Bebel in der schamlosesten Weise anzupöbeln, weil er bei der Enthüllung der Kolonial- skandalosa die Herren vom Freisinn und Zentrum nicht ganz unter sich gelassen hatte! ».Die Schande Bayerns". Miinche», 14. Oktober. So nannte der sozialdemokratische Redner den bayerisch- russischen Auslieferungsvertrag, der Gegenstand der heutigen Kammcrverhaudlungen war. Schon seit Beginn der Session liegt ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion vor, zu dem sich etwas verspätet eine liberale Jnterpellarion gesellte. Als bekannt darf vorausgesetzt werden, dasi Preusien und Bayern Auslieferungsverträge mit Rußland abgeschlossen habe». Der bayerische ist in seiner jetzigen Form eine fast wortgetreue Kopie des preußischen und stammt aus dem Jahre 188ö. Die Redner aller Parteien waren in der Verurteilung dieses Vertrages einer Meinung. Der Abgeordnete Dr. Günther(lib.) begründete die Interpellation und verweist auf das auch über Süddeutschlaud ver- breitete russische Spitzclsystem und auf die verhängnisvolle Tätigkeit zweifelhafter Damen,.weiblicher Bestien". Er erklärt es eines Kulturstaates für unwürdig, mit Rußland, das überhaupt kein Rechtsstaat sei, einen derartigen Vertrag abzuschließen. Der Redner der Zentrumsfraktion Dr. Geiger konstatiert, daß er bereits vor 24 Jahren im Landtage diesen Vertrag verurteilt habe. Schon wegen Beleidigung der Mitglieder der russischen Zarenfamilie müsse die bayerische Regierung ausliefern. Die Antwort des Ministerpräsidenten auf die Interpellation war höchst merkwürdig. Der unwürdige Bertrag wird weiter bestehen. Warum? Weil er eine Kündigungsklausel nicht einhalte. also unkündbar sei und nur eine Notlage oder Schwierigkeiten ini Vollzug eine Revision rechtfertigen könnten. Keins von beiden läge vor und darum wäre es ein unfreundlicher Akt, den Autrag auf Abänderung zu stellen. Rußland habe gegen- über Bayern stets eine loyale Haltung gezeigt. In 24 Jahren sei nur eine Auslieferung erfolgt und zwar wegen eines gemeinen Verbrechens. In drei anderen Fällen wäre das Verlangen auf AuS- lieferung gestellt worden aber erfolglos geblieben, weil man der russischen Flüchtlinge nicht habhaft werden konnte. Die Redner der sozialdemokratischen Partei, die Genossen Müller und S ü h h e i m üben scharfe Kritik an der Regierungserklärung. Müller erinnert an den Königsberger Hochverratsprozetz und die Erörterungen im Reichstage und bezeichnet eS als mit der politischen Ehre Bayerns als nicht mehr vereinbar, dem russischen Zaren noch weiter- hin Schergendienste zu leisten. Selbst von einem Gegcnseitigkeits- Verhältnis könne keine Rede sein, denn lenj bayerischer Verbrecher wäre so dumm, nach Rußland zu flüchten. Müller- Hof erinnert an die Debatte und die Annahme seiner Anträge im deutschen Reichstage und bemerkt weiter, daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion damals den Antrag gestellt habe, die bayerischen und preußischen Verträge zu kündigen. Unser Genosse S ü ß h e i m tritt der Meinung des Minister- Präsidenten entgegen, als ob gerade der Vertrag Bayern von schlimmen russischen Elementen freigehalten hätte uud betont das Recht des Landtags, in der Angelegenheit mitzureden.' Resultat: Fast einstiinmige Annahme des sozialdemokratischen Antrages auf Aufhebung des Vertrages. Professor Brentano und die Würde der Hochschullehrer. Auf dem Deutschen Hochschullehrertage in Leipzig haben die Vertreter der deutschen Universitäten auch über diesFrage der persöir lichen Würdigkeit der zur Fakultät Zugelassenen sich unterhalten. T�bei hm Geheimrat Professor Brentano � einem Berichte zufolge— nachstehendes aüSgesühvt: J.Much ich halte an. der VoragSsetzung. der Würdigkeit un« 'IbcMWÄt fest. Dagegen will ich natürlich keine. KestunungS» schnüffelei haben. Wir haben in München jetzt den Fall gehabt, daß wir uns gerade auf eine sozialdemokratische De- nunziation hin mit dem Privatleben eines Privatdozenten beschäftigen mußten, ohne daß an der Sache überhaupt etwas war Hierzu wird uns aus München geschrieben: Wenn dieser Bericht den Tatsachen entspricht, dann hat Professor Brentano eine Aeußerung getan, die weder für sein Ansehen noch für das des Münchener Akademischen Senats ersprießlich ist. Die sozialdemokratische.Denunziation', von der er sprach, betraf unsere Erörterung des Falles S ch e l e r, zu der wir veranlaßt, ja moralisch gezwungen waren durch Anforderungen und Mit teilungen von verschiedenen, der Gesellschaftssphäre des Professors Brentano Nahestehenden. Dem Privatdozenten Dr. S ch e l e r. der an der philosophischen Fakultät München auch über Ethik las, war angeblich vorgeworfen worden— und für die Berechtigung dieser Vorwürfe lag der.Münchener Post' Aktenmaterial bor— 1. daß er einen Hörer angepumpt habe, 2. daß er mit einer Dame, die er für seine Gattin auSgab, kostspielige Reisen unternommen habe, während er seine, auS f;uten Gründen von ihm getrennt lebende Gattin mit ihrem und einein Kinde in der ärgsten Not sitzen ließ. Um diese öffentlichen Vorwürfe hat der Senat der Universität München sich gar nicht gekümmert. Erst auf eine direkte Anzeige der mißhandelten Frau hin, die mit der Sozialdemokratie in gar keiner Verbindung steht, hat sich der hohe Senat zu einer Unter- s u ch u n g bewogen gefühlt, einer Untersuchung in Aw führungSstrichen allerdings! Die Klägerin ist von dem Senat gar nicht vernommen worden. Inzwischen aber hat der Senat, obwohl in der Anzeige noch viel schwerere Vorwürfe erhoben waren, für die der Beweis angeboten wurde, einfach die Würdigung de? Beschuldigten deklariert. Und diese Würdigung ist weiter dadurch bekundet worden. daß— trotzdem Sckeler in- zwischen eine bedeutende Erbschaft gemacht hat— seine Gattin ge zwungen ist, Kollegiengelder pfände» zu lassen, um die karge lillünentation für sich und ihr Kind zu erlangen. Wir bezweifeln daher, daß dem Herrn Geheimrat Brentano die Sachlage genau bekannt war. Im anderen Falle würde ihm gesogt werden müssen, daß er sich eine Leichtfertigkeit und unbegründete Verdächtigung geleistet und sehr seltsame Anschauungen über die Würdigkeit eines Dozenten in die Praxis umgesetzt hätte. daß derartige Zuwendungen in Zukunft nicht mehr als Armen- Unterstützung gerechnet werden sollen. Von unseren Genossen wurde mit Nachdruck der Slandpunkt vertreten, daß die Gewährung einer Unterstützung aus öffentlichen Mitteln niemals zu einer Entziehung ftaalsbürgerlicher Rechte führen dürfte. So viel Gerechtigkeitssinn ist natürlich auch bei den herrschenden Kreisen Lübecks nicht zu finden, daß man sich dieser Auffassung anschließt. Sticht einmal die sogenannten Liberalen traten dasür ein. Armennnterstiitzmig und Wahlrecht. Die L ü'b e ck e r Bürgerschaft genehmigte trag deS Senates, welcher noch dem Muster der lichen Bestimmungen die Einwirkung von unter st ützung auf die öffentlichen soll. Danach sind als Armenunterstützung einen An- reichSgesetz- Armen- Rechte regeln nicht anzusehen: 1. die Krankenimtcrstützung: 2. die einem Angehörigen wegen körper� lichen oder geistiger Gebrechen gewährte Anstaltspflege; 3. Unter- stützung zum Zwecke der Jugendfürsorge, der Erziehung oder der Ausbildung für einen Berns; 4. sonstige Unterstützungen, wenn sie nur in Form vereinzelter Leistungen zur Hebung einer nugenblick« lichen Notlage gewährt sind; 5. Unttrstützmigen, die erstattet sind. Diese kleine Milderung der bisher bestehenden WahlrechtsbeseitigungS- bestimmnngen kommt einer ganzen Anzahl Lübecker Bürger bei den im November d. I. stattfindenden Vürgertchaftöwahlen zugute. Bisher war in Lübeck jede kleinere Unterstützung ans öffentlichen Mitteln zur Entziehung des Wahlrechts benutzt worden. Leute, die für l Mark SU P f. Bu'schholz erhielten, das sie sich obendrein noch weither holen mußte n', ver- loren ihr Wahlrecht. Diese Praxis wurde ür der Bürgerschaft einer scharfen Kritik unterzogen, worauf vom Senat erklärt wurde,. Herr Wilhelm Schack, ReichStagsabgeordneter für Eiseiiach-Dermboch, ist auch Herausgeber eines nnt seinem Bilde geschmückten.Liederbuches Deutsch- nationaler Handlungsgehilfen', von dem kürzlich die 17. Auflage erschienen ist. Im Vorwort des Liederbuches, das Herr Schack.am SedanStagc' verfaßt hat, schreibt er, das Volkslied „steht doch unendlich viel höher als der ruppige Kerl mit der Ballon- mutze— der Gasienbauer, der sich leider auch in de» Zusammen- küniten unserer Standesgenossen breit zu machen sucht, in der Regel gefolgt von einem häßlichen, nackten Weibe— der Zote. Für beide ist in deutschnationalen Ziisanimenkünflen kein Platz, sie dürfen nicht gelitten werden in einer Gesellschaft, die mit Andacht Vater- landsgeiänge und mit deutschein Gemüt Volkslieder zu singen ge- wohnt ist.' Uud zum Schluß ermahnt Herr Schock seine Getreuen: .Allauf, Genossen, unverwandt laßt nach dem Schatz uns schürfen, Nur reine» Herz und reine Hand wird ihn erhalten dürfen.' Der Wahlfonds der Scharfmacher. Der Ausschuß deS Zentralvcrbandes deutscher Jnbustrieller in Berlin beschloß in einer letzten Freitag abgehaltenen Sitzung: dem„Hansa-Bund" beiziitreten. Sodann referierte der General» sekretär B u e ck über den Antrag des Direktoriunis, innerhalb der im Zentralverband vereinigten Industriellen einen WahlfoudS zu bilden. Das Direktorium.des Zentralverbandes begründet die vor- geschlagene Bildung eines Wahlfonds mit der Behauptung, es habe sich in den letzten zehn Jahren gezeigt, daß der.Mangel einer geeigneten Vertretung der Industrie in den d e u t i ch e n Parlamenten' die Verhältnisse zuungunsten der Industrie gestaltete. ES sei eine alte Erfahrung, daß mit Geld auf den Ausfall der Wahlen im Interesse derer, die es hergeben, eingewirkt werden kann. AuS einem solchen iildustriellen WahlfoudS sollen die auf nationalem Boden fußenden Kandidaten ohne Rücksicht auf ihre Parteirichtung unterstützt werden, wenn von ihnen angenommen werden kann, daß sie— w i r t- schaftliche und sozialpolitische Ansichten vertreten, die mit den Bestrebungen deS Zentralverbniides nicht im Widerspruch stehen. Dem Hansabund dürfe man die Einwirkung auf die Wahlen nicht überlassen, einmal weil er vielleicht nicht in der Lage sei. die richtige Auswahl zu tieffen, weiter weil dieser vielleicht mit der einen oder anderen der in ihm vereinigten Interessen- gruppen in Konflikt geraten könne. In dem Referat Buecks heißt eL dann weiter: „Es könnte der Industrie leicht wie bei den letzten Wahlen ergehen, wo sie sehr große Beträge aufgebracht hat, die einem in Berlin gebildeten Komitee zur Verfügung gestellt wurden. DiekeS verteilte d i e G e l d e r in der Hauptsache ganz schematisch unter die national gesiuiiten Parteien nach Maßgabe ihrer Vertretung im Reichstage. Da kam eS den», daß mit dem von der Industrie hergegebenen Gelbe ihre entschiedensten Gegner aus wirtschaftlichem und sozialpolitischem Gebiete unterstützt wurden.' Dem Referat ward allseitiger Beifall zu teil und der Ausschuß nahm schließlich eine entsprechende Resolution einstimmig an. Run weiß man doch, wer die Wahlen macht. ' Kein„feiger" Soldatcumifthnudler» Der Genosse Paul Schlegel von. der ,.F ran t. Tages prrff sti llkü rn b e>rg stand am Donnerstag bqifi dem dortig Schöffengericht, Er soll den Jiifaiiterickaiiptmniiii' L ä m fiel vi Erlange», der im Juni vom Kriegsgericht Nürnberg wegen Sol- d a t c n m i tz h a n d l u n g in l8Fälle» zu42Tngeii Stuben- a r r e st— Stubenarrest natürlich! Soldateupeiniger im Osfizicrsrock kommen nie ins Gefängnis!— verurteilt worden war, beleidigt haben. In dem Bericht über die Verbandlung hatte die„Tagespost die Taten des Hauptmanns scharf lritisiert, insbesondere die Art, wie er sich rechtfertigen wollte. So roh er sich bei der Mißhandlung der Soldqtcn benommen, so feige sei er vor Gexjcht gewesen, indem er die Mißhandlungen abzuleugnen und die mißhandelten Soldaten noch herabzusetzen versucht habe,— Der Kläger hatte vorsichtiger- weise lediglich den Vorwurf der Feigheit zum Gegen st and der Klage gemacht, die anderen, nicht weniger schwerwiegenden Vorwürfe jedoch eingesteckt. Der Angeklagte begründete die Berechtigung deS genannten Vorwurfes damit, daß Hauptmann Lampel in der Kriegsgcrichtsverhandlnng voll den zahl- reichen Mißhandlungen anfangs ent w,e der gar nichts mehr wissen wollte oder sie als harmlose. Korrek- t u r e n', als Zurechtrichtung des Gewehrs auf der Schulter deS betreffenden Soldaten, als Geradestellen deS Kopfes usw. hinzu stellen versucht, und daß er erst dann, wenn durch eidliche Aussagen erwiesen war, daß die Soldaten Stöße mit dem Gelvehr ans Ohr, Faustschläge unter das Kinn, ans die Nase usw. erhielten, zugegeben habe, daß die Mißhandlungen vorgekommen seien, er könne sich abernichtmehrerinnernl Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe von 100 M. in der Begründung heißt es, daß die Darstellung des beklagten Ao tikels im allgemeinen richtig sei. bei den Angriffen gegen den Haupt- mann habe es sich um eine berechtigte Kritik aehaudelt, bei der auch n o'ch der Ausdruck„roh' hätte passieren können, allein mit dem Vorwurf der Feigheit seider. Beklagte zu weit gegangen, denn es sei nicht erwiesen worden, der Hauptmann in bewußt wahrheitswidriger Weise abgeleugnet habe, was er begangen. Wenn er anfangs seine Handlungsweise beschönige» oder abschwächen wollte, so sei das das gute Recht jedes Angeklagten. Anzuerkennen sei, daß der Beklagte nickt ans unedlen Motiven gehandelt habe, sondern in der Entrüstung über die Mißhandlungen wehrloser Soldaten. frankreick. Die Rache der Pariser Aiitodroschkeufiihrer. Die Chauffeure der Pariser Aulomobildroschken sind mit dem Polizeirichter Hamelin sehr unzufrieden, weil er die lieber- tretungen der Fahrordnung, besonders das Zuschnellfahren mit harten Geldbußen rügt. Die Automobillcuker beschlossen sich deshalb zu rächen. Am Donnerstag fanden sich nach einer Versammlung plötzlich 2000 Automobile auf dem riefigen Konkordienplatz ein, fuhren dann mit voller Schnelligkeit unter dem Lärm sämtlicher Hupen durch die ChampS ElysäeS und wandten ich nach der Rue Pierre Charron zur Wohnung deS Richters Hamelin. Vor dem Hause HamelinS wurde mit Pfeifen, Hupen und Gebrüll ein höllisches Konzert verübt, bis die Polizei auf dein Platze erschien und einschritt. ES kam zu einem ernsten Znsammen- stoß, bei dem 80 Personen verhaftet wurden. Italien. Mißbrauch von Geldern aus dem ErdbebenfondS. Ronr, 11. Oktober.« s e u in sind Schülcrarbeiten, die unter der Leitung des neuen Direktors Vrnnv Paul entstanden sind, ausgestellt. Wir werden noch eingehend dar- über berichten. — Vorträge. Im Papicrhause in der Deffaner Straße 2 spricht am Sonntag il3Xl Uhr Professor W o l s st i e g über „Bibliothekenwcsen in alter und neuer Zeit". Nach dem Vortrag Führung durch die Sonderausstellung:„Hmidschnflcn, alte und neue Bücher". — Die Professoren- Allee. Im gebührenden zeitlichen und sonstigem Abstände kommen jetzt nach den Hohenzollern auch die Professoren an die Reihe, bedenkinalt zu werden. Kürzlich ivnrde Treitschke vor die Berliner Universirät gestellt. Jetzt kommt M o m»i s e n dran. Er sitzt zur Abwechselung, und wenn die unvermeidliche Einweihung am 1. November vor sich gehen wird, werden wir wahrscheinlich allerlei zu hören bekomme» über das alte Rom, das degenerierte, und das neue Hohenzolleriweich, das so gar keine Achutichkeit mit dieser unsittlichen Welt hat. — Nansen und die L» f t p o l a r f o r s ch u n g. In K r i st i a n i a fanden zwischen Professor Hergesell, dem Mitglieöe und Berater der Zeppelinschcn Polargesellschasi, und Nansen, dein bervorragendsten und wirklich wissensckmftlich geschulten Polarforscher. Beratungen über die arktische Lmtschiffexyedition statt. Besonders wurden Klima und Eisverhältnisj« ini Polarsommer besprockicn. die von Nansen als sehr günstig für Lnsischiffe geschildert wurden. Nansen stellte seinen Rat und seine Mitarbeit zur Verfügung. — Für das A b b e- D e n k»i a l in Jena, um dessen AnS- gestaltmig sich Differenzen erhoben, soll nunmehr MeunierS unvollendet hinterlaffcneS„Denkmal der Arbeit" verwertet werden. Die Ausarbeitung ist van de Velde in Weimar übertrage». Dieser wird unter Verwendung der Mcnnicrschen Reliefs, die im Innern angebracht werden, einen achtseitigen tempelartigen Bau eutwerfe», der in seinem Mittelpmikl eine marmorne Herme Abbes auf- nehmen ivird. Diese Herme wird von Max Klinger geschaffen. Fnr den Inhalt der Inserate ndernimmt die Redaktton den, Publikum gegenüber keinerlei AcrantNiortung. �Keater. (Siehe Wochen- Spielplan.) Sonntag, den 17. Oktober, nachmittags 3 Uhr: Freie Volksbühne. Neues Schau- sdielhaiis. 18. Abteilung: Gye-s und sein Ring. HenAseld-Thcater. S. Abteilung v und 7. Abteilung A 0: Vater und Sohn. Montag. IS. Oktober.» Uhr: Iii.(HL) Abendabteiiung im Neuen Schauspielhaus: Der Dummkops. Rene Freie Volksbühne. 17. Okt., nachm. 3 Uhr, im: Neuen Theater: Ackermann. Klcilie» Theater: 2 X 2= 5. FAedr.-Wilhelmstädt. Schauspielhaus: Othello. Hebbel-Theater: RevolutionShochzeit. Schiller-Theater O.: Macbeth. Schiller-Theater Eharlottcnburg: Die Weit, in der man sich langmcilt. Berliner Theater: Herodes und Mariamnc. Neuen Operetten- Theater i Der Zigeunerbaron. Mctrodol< Theater: Lumpacivaga- bundu». Nachm. 2'I. Uhr: Deutschen Theater: Ficslo. 5cammcripiclhn»s: Ciavigo._ I.eswiiisr-Theater. 3 Uhr: Der giaub der Sabine- rinnen. 8 Uhr: Der König. Montag, 8 Uhr: Des Pfarrers Do6>ter von Strcladorf. kerliner l'keater. Heute S Uhr: Einer von unsere Ecnt". Nachm. 3 Uhr: Horodts u. Marlamne. Henes Tbeater. Abends 8 Uhr: Ens Willi fles Mite. Morgen und solgende Tage: vsz vrbill! lle8 Isrtlisse. Volks-Oper. 6W., Belle-Alliance-Straße Nr. 7/8. Nachm. 3'l} Uhr bei bedeutend er- makigtcn Preisen: Oer l'roubsäour. AbendSSUhr: > Die tluxenotten. (auAr Abonnent). Raoul: Werner Albertl a.®.' Tbeater des Westeus. Allabendlich 8 Uhr: Die geschiedene Fran. Sonntag nachm. 3'/«Uhr, halbe Preise: Ein Waizertranni. Neues Operetten-Theater. Schifsbaucrdamm 25, a. d. Luisenstr. Nachm. 3 Uhr: 0oe?igounerbaeoa. Abends 8 Uhr: Die Iloilarprinnessin. Residenz-Theater Direktion: Richard Alexander. Abend« 8 Uhr: SiR'StvItVI». Groteske in 3 Slkten von Davis und Lipschütz. Morgen und solgende Tage: Dieselbe Vorstellung." Diesen u. nächst. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Kümmere Dich»in Amclie. Nachmittags 3 Uhr: Die Herren Söhne. Die rote Robe. (La rode rouge.) Schauspiel in 4 Akten v. E. Brieux. Frledrich-Wilhelnistadtisches Schauspielhaus. Sonntag, 17. Oktober, nachm. 3 Uhr: Othello. Abends 8 Uhr: Die goldne Eva. Montag: Die goldne Eva. Dienstag: Die goldne Eva. t-usispisöksus. Nachm. 3 Uhr: Im 5ll»bfessel. Abends 8 Uhr: Man soll keine Briefe schreibe». IVS�THHOI Grotze Frantjurtcr Str.!32. Ans. 8 Uhr. Ende 11 Uhr. IE Milhae! Kchlhaas. I Historisches Schauspiel in 4 Akten nach Heinrich v. Kleist's hiswrisch. Roman von Louis Schenk. Nachm. 3 IQ:: Die Grille. W. Koacks Theater vrunnenstr. i«, am Rosenthaler Tor. 8 Uhr bei kleinen Preisen z Die Räuber. A b e n d S>/,8 U h r: Vvreb«scbl im Licht. Nach der Vorstellung: Tann. Montag: /Ulr. Soadoro humsrlsti scher Abend. Urania. Wifisensohaftlichos Theater. Abends 8 Uhr: In den Dolomiten. Montag abends 8 Uhr: In den Dolomiten. Hörsaal 8 Uhr: Prok. Dr. Leß: Das Wetter und seine Vorausbestimmung. T rianon-Theater. AbendS 8 Uhr: Pariser Witwen. £taltiiier Schiller-Thealer 0.(Wallner-Theater.) Sonntag, nach in. 3 Uhr: Macbeth. Trauerspiel in 5 Aufzügen von William Shakesvcare. nm- Ende 51/. Uhr.-7W2 S u n ii I a g. abends 8 U o r! Die?lrviiiii,�sschHvester. Lustspiel in 5 Auszügen von Ludung Fulda. DG- Ende 10'/, Uhr. M o n l a q. abends 8 Uhr: Ein Erkolx. Dienstag, abends 8 Uhr: Die von Hochsattel. Tlieater. Schiller-Theater Charloltenburg. ©onnfog, nachm. 3 Ubr: Die Welt, in der man sich langweilt. Lustspiel tn 3 Auszügen von Edouard Patlleron. DCfe" Ende 51/, Uhr."WOi Sonntag, abenbS8Uhr: Don Darios. Dramatisches Gedicht in 5 Akten von Friedrich Schiller. PAP- Ende nach U Uhr. Montag, abends 8 Ubr: Das KKtiichen v.Hciibronn Dienstag, abends 8 Uhr: _ Die erste Oelgo. XXV �00\XX x'x�xxxxx�xxxxxxxxxxxtx Mitglied des Arbeiter-Radfahrer Bundes„SOLIDARITÄT". Sonnabend, den 23. Oktober, in der„Neuen Welt", Hasenheide 108—114: Feier des Z. Stiftungsfestes. Zur Aufführung gelangen: Tnrnerlscho Anff Uhrnngcn von Mitgl. d. Turnvereins„Fichte", M. d. A.-T.-B. Xtclgenfahrcn, Berliner Zentrah'iego. Kunstfahren, Fritz Köhler mit seinen noch nie dagewesenen Leistungen. Ilnmorlstlsches Radrennen mit Motorführung. Auftreten dos Berliner Original-Humoristen Franz Sobanskl. Original! Raritäten° Kabinett! Original k — BALL bei doppelt besetztem Orchester.— Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Billetts sind in den Abteilungen sowie im Fahrradhaus„Frisch auf, Brunnenstraße 35 und Kottbusor Straße 9 zu nahen. NB. Am BnHtag(17. November) veranstalten wir in„Preyers Fostsglon", gr. Saal 2 Eichtblidcr- Vorträge, anschließend Klncmatrograph u. Tanz. Anfang präz. 7 Uhr. Eintritt SO Pf. Herron, welche nm Tanz teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Ixxxxx�xkx�x>�xkxxkxxxxxxxxxxx>�ö Heute Sonntag Eintritt: EW* t- Kinder unt. 10 Jahren die Hälfte. Ab nachm. 4 Uhr: Gr. Militär-Konzert. Morgen sowie täglich nachm. 4 Uhr: GroBcs Konzert. Berliner Jtparium Unter den Linden 68a Eingang Sohadow-StraßeNo.ld Heute Sonntag: Eintrlttepreis so Pf.-fur "Keichhaltigste Ausstollung der Welt an lobenden Seetieren, Reptilien etc._ 116/12 Passage-Panoptikum. Die TräinnleriQ Alles E.,Q d. schwebende Äyd Jungfrau. Der Motoboy d.kiinstl.zerl. Mensch Panophon-VortFäge VitasKop-lhealer Dauervorstellung von 4—7 Uhr. Passage-Theater. Heute Macbmitlagsvorstcllung des grollen Varlbtö- Teils boi kleinen Preisen l Anfang 3 Uhr. Abends 8 Uhr: Oer gröfite Erfolg der Theatersnlson I Henry Bender in der tollen Burleslco Der süße Doktor. g Ferner: ' Ciaire Waldolf und der grolle Variötö-Teil. Nachmittag 3 Uhr: Lumpacivagabundus. Zauborposse mit Gesang in 3 Aufzügen von Johann Nestroy. Abends 8 Uhr: Hallohü Die große Revue!! Humorist.-satir. Jahrosrevne in 7 Bildern von Jul. Frennd. Musik v. Paul Lincko. In Szene gesetzt vom Dir. Rieh. Schultz. Tänze von Willy Bishop. Hadge Lessing. Fritzi Hassary. Jos. Giampietro. Guido Ttiielseiier. K. Plann. H. Kellner. Ida Ferry. W. Bishop Anfang 4 Uhr. Rauchen g gestattet, CASTAN's PANOPT1CEM Friedrichsir. 165(Pschorrpalasl). Ohne Extra-Entcec! Sesam! Das neueste Geheimnis! Täglich?>/, Uhr abends: Humoristische Künstler-Abende. Neues Programm. Hargarcte Cura, Slgnor Arturo, Moderne Zauberkünstler. Blütbner-Orcbester. Sonntag, den 17. Oktober, T'/a Uhr: Populäres Konzert. Dirig.: Ferdinand Nelsser. Solist: Severin, Berrens. Karten a 1,50, 1.—, 0.75 bei Bote u. Bock, Wertheim usw., OrohesterburenuLützowstr.76, Tages- und Abendkasse am Konzerttagc._ Donnerstag, d. 21. Oktober, 8 Uhr III. Symph.-Konzcrt Gestsplel-theater Zlbpcnicker Sbaste 67/68. Premiere. Täglich abends 8*/« Uhr: Die gute Partie. '■•'JChähS •Änf.B Uhr. L Theatorsaal: D. Kanononschlager Meyer mit'n Hängeboden mit Pnnl.ltcnilix in der Titelrolle und dos glanzende Spezialitäten- Programm. Im Konzertsaal: Täglich: Gr. Konzert . dor ersten Kapellen der Berliner Garde-Regimenter, .Mieti-lfieatu Weinbergsweg 18-20. RoseethalerTor. Heute 2 Vorsteüungen. Nachmittags 3'l, Uhr!(jeder Erwachsene ein Kniv frei!) und NbendS 8 Ubr. In beiden Borstellungen die voll- ständigen Sensations> Spegialit. Theaterlrasse nnnntcrbrochen geöffnet. Die enthusiastiseh gefeierte Koloratur- Sängerin AattretenS6{i0fa Auftreten »'/. Maria Galvany Primadonna an der kgl. Oper in Madrid tmd das überreiche sf neue Programm. Ilcatc Sonntag Wiederbeginn der Naclimittags-Yorsteilungen. Anfang 3'/, Uhr. Kleine Prolee! Nachmittags 3'/, Uhr: HaSb© Preise! Die gesamte» Spezialttiiten und Oer junxe Papa. Operette von Edmund Ensler. Abends 8 Uhr: Die grandiosen Spezialitäten: y Uhr: Tohuwabohu. BurleSfe m. Gesang u. Tanz tn 3 Bild. Kommandantenstr. 37. T. A. 4, 6033. 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Zahlreichen Besuch erwartet Der FestanssehnB. Sonntag, den 17. Oktober, nachm. 3'/, Uhr n. abends 7'/, Uhr 2 drillsnt. Vorstellungen 2 Nachmittags hat jeder Erwachsene 1 Villi! unter 10 Jahren s,,ni I nlllll aus allen Sitzplätzen llbh Weitere Kinder zahl, halbe Preis? In Beiden Vorstellungen da. große Programm. Debüt Debüt Les Arihos. Ken I Ifen k 6 Damen Probeanies. Der Schimpanse als viadfahrküiistler. Pferd u. Pony Phantasleakt von Miß Louise. Casa Bianca Clown Adolf alS Hill Ella zu Pterde. Ritter t. Renroff und die grollen Spezialitäten. im Zirkus Schumann-Gebäude, «arlstrafte. Täglich eistkiilsögt Spezialitäten Konzert der 30 Mann starken Hauskapelle. Jeden Sonnabend: TflitJ ftfj. Das Schlagwort Groß-Berlins ist und bleibt Alexand.- Platz Ü.T. Heus Königstr. Grand- Hotel Alexanderplatz. Vornehmst. Riesen-Klnematograph der Welt.• Sensationell!! Sensationen!! Auferstehung nach dem Roman des Grafen Leo Tolstoi Zd Riesen-Programm gewähuS; Pracht-Piöcen. Programm frei. Garderobe frei Eintrittspreise v. 30 Pf. aufw. Ununterbrochen Vorstellung von 6 Uhr an. smae Casino-Theater Lothringer Strast« 37. Täglich 8 Uhr: ntcl nkel SVohn nkel �-�ohn nkel /gi*'0t)n nkel MH ohn nkel �ohn Sonntag i Ubr: Familie JHintert O- O: Reichshaileu-Tbeafer. r Slir Ansang: Wochent. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. pstissl-fkelllsr. Direktion: stöbert Di»& Karl Pirnau. Burgsiraste 24, am vahnhos Börse. Die ersttlasffgen 8geÄMlm. Da» myiiterlßac Kabinett. Der Mann mit der eisernen Brust Der Blninenstranst. Liederspiel. Olga Demand:ElnWelal-aa«eb. Ansang 7 Uhr. " Eutrec: SV Ps. bis» Mark.' Rente 8«nntng,17. DUtebsror.: große l l nachm. 4 Uhr u. abends 7'l, Uhr. i Um 4 Uhr zahlen Kinder unter| zehn Jahren auf ollen Sitz- plätzenbalbc Preise.(Galerie I volle Preise.) In beiden Vorstellungen; Zwerg-Clown Franeois als] Kunstreiter! Die Clevolands.— Madame 8ma- ragdas sensationelle Katzendressur.— Herrn Willy Manne I Wunderelefanten.— Vorführen j und Reiten der besten Schul-,| Freiheits- und Springpferde. Sämtliche Clowns mit. neuen| Witzen und Entreeo. Um 4 Uhr: Parmerlcben 4. Akt! 1. Thamias Rache. 2. Die[ 10 Met. hohe Springflut. 100 Kubik- j meter Waeserl Abends 7'/, Uhr: Farmerleben. Besondere hervorzuheben: Jack! Joyce, der berühmte amerik. Cow- 1 boy mit seinen wilden Pierden. f Sladt-Theater Moabit. Alt-Roablt 47/18. Sonntag, den 17. Oktober 1909: Der Dornenweg. Schauspiel in 3 Akten v. F. PhliippL Kassenöffnung 6 Uhr. Vorstellung 7 Uhr. Vorverkaus täglich von 10—1 Uhr Im Theater-Restaurant. Jeden Montag: Luftige Sänger. Folies Cajirice.l Mobilisierung. Rnntcr Teil. Der gewisse Augenblick. Vorverk. 11—2. Anfang 8'/, r" Kriinilcil-TlMtcr. Vadstraffe 68. Direktion: Willi Voigt Sonnlag, 17. Oktober, nachm. 3 Uhr: Dons|� Diana» Lustspiel in wildern von Morel». Abends 7 Uhr: Salon nnd Kloster. BollSschauspiel in 5 Allen v. G. Horn. Montag, den 18. Oktober: Ukber's Grad hinaus. Lebensbild mit Gesang tn 6 Bilder« von Sonntag. Kaffennöffnung 7, Ansang 8 Uhr. Holzmarktstraste 72. Täglich: Franz Sobanslrl. Pili' Morro, Gustav Eulenburg, Geschw. Arrae, F. W. Hardt, The Harste u. Miß Ellrah usw. Dp. Schwaps. Posse mit Gesang in einem AN. berliner Pratkr-Chtatkr Ziastanienallee 7—9. Jod. Sonnig, u. Mittwoch Grolle Soiree de? Äpolfo-Säuger. Sonntag: Ans. 7 Uhr. Mittwoch« 6'!, Uhr. Nach der Vorstellung. yanziiri-nzchcn, J-de» Flirf-Rflll Donnerstag: Li" IC" Ddil. Tbeater 77/79 Koimnnndaiitenstrasie 77/79. Ansang präzise 8 Uhr. ilaaer aus Schlaf Schlager auf Schlager 'iliigt da' r-Proi bringt das Okiobcr-Prograntm. Iiandsbcrjjcr tili H. CiiclScImann, Allee Jfo. 11-13. Oebonom. 3e&. Sonutag Ans. 5 Uhr: Alexander-Konzert, E. Neumann. , Dienstag„ 8 ,, Hossmann-Tänger. 114J9* m Donnerst.„ 8„ Militarstrcichkonzert, 3. Garde« Feldartillerie-Rcgim., Spiegelberg. Zum Schluß: Kinemafogr. Vorführungen. Im Gartensaale: Ball. Sanssouci, sÄV. Direktion Wilhelm Reimer. Heute Sonntag: Neues Programm. MSm kränzen von Bo&niannslloriiii. Sängern Zum erstenmal: Ein alter Fliekselüister. Volksstück. Leg. Sonnt. 5, wochent. 8U. Morgen Montag: Hoffmanuö Norddeutsche Sänger. Tanz. Mittwoch, 20. Oft.: Theaterabend. Äf9äB«kischen Hof Admiralstr. 18c. Säle und Bereinszimmer zu � Versammlungen und Festlichkeiten. Sonnabende noch srei zu Herbst- ' Vergnügungen. Jeden Sonntag: Großer Bali. Um geneigten Zuspruch ersucht Otto GraBliofl', Fernsp. IV, 4594 Slystum Landsberger Allee 40-41. Heute, sowie jeden Sonntag: = Gr. Bali= Anfang 4>/, Uhr. Eutreo frei. Avis: Mein gr. Saal, 1200 Pers. lassend, ist a. Bußtag, sowie Sonn» n. Wochentage Februar-März mit Dekorat.(Winzerfest) zu vergeben. Amt 7,2617._ Karl Eisermann.* ScWtzer Volks-Jtumorist. Gesellschaft" Terzett. Stettinerstr.57 EGmaEa�aflnHim�a l'A II n. 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Uhr, im„Kcacn Klub- huuse", Koinmandanlenstr. 72: Erster Vortrag ans dem Zyklus über Theorie und Praxis der Erziehung: .Zur Geschichte des Grziehungsweiens.' Rejerent: Heinrich Schulz. 55/15 Gäste willkommen. Der Vorstand. ' Grdssfes HrssSIt-Maiis Beiilns TRGE � � Direkt am xfeMbeckpaU Auf HreJIt mit geringer Anzahlung und kleiner Abzahlung Paletots Abzahlung wöchentlich 1 Mk. 2880L* Garantie für Haltbarkeit. Direkter Fabrik-Verkauf ohne jeden Zwischenhandel. j Verkaufsstellen in größeren Städten Deutschlands Davon: Berlin: 1. Prinzenstraße 79 2. Oranienstraßo 184 3. Wilsnacker Straße 18 4. Badstraßo 42/43 5. Chausseestraße 77 6. Androasstraßo 40a. 7. Wrangelstraßo 89 8. Frankfurter AUoe 127 9. Brunnonstraße 182 10. Turmstraße 51 11. 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Versichorungspflicbt. IV. Die Organisation der einzelnen Versicherungszweige. V. Die Leistungen der Versicherung. VI. Die Beziehungen zwischen den einzelnen Versicherungszweigen. VII. Ansätze zur Fortbildung der Versicherung. VIll. Die Entwickeln n g der Arbeiterversicherung und ihre soziale Wirkung. IX. Die Keformbestrebungen. X. Die G r u n d z ü g e der Eeiohsversicherungsordnnng XI. Die Stellung der Sozialdemokratie im Reichstag and in der Praxis. V ertragender: Simon Katzonstein. Mittwoch: Gcwerkschaftswcscn.(Von den Anfängen der deutschen Gewerkschaftsbewegung bis zur Gegenwart.) I. Allgemeine Einführung. II. Vorläufer der Geworkschafts Organisationen. III. Die ersten gewerkaohaftlichsn Organisationen. IV, Gesetzgebung und Gewerkschaften. V. Entwickeln n g der Gewerkschaften von<1899—1999. VI. Z o n- tralisationsbestrebungen. VII. Partei und Gewerkschaft. VIII. Diego g n erischon Gework- sohaftsorganisationen. IX. Taktik der freien Gewerkschaften. X. DieWoiterentwiokelung der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Vortragender: Emil Dittmer. Donnerstag: Bedncr&cliale. 1. Die Bedeutung und Notwendigkeit der freien Rode. nische Hilfsmittel. 3. Praktische Diskutieren. Vortragender: Max Grunwald. Grundzüge der Finanz- Tech- Uobungen im Heden und Freitag; Vatlonalökonomie. Wissenschaft. 1. Bogriff und Inhalt der Finanzwissenschaft. 2. Staatsansgabon. 3. Staatseinnabmen. 4. Stuatssohuldonwesen. 5. Die Finanzen des Deutschenileichs und der Bundesstaaten. 6. Die Reichs- finanzreform. Vortragender: Max Grunwald. S onnabend: Gcachlchte. Geschichte des modernen Sozialismus. 1. Allgemeine sozialistische Anklänge im Altertum und Mittelalter. 2. Die Wurzeln des modernen Sozialismus. 3, Die wirt- sohaftliohe Entwiokelung des XIX. Jahrhundorts als Voraussetzung dos Sozialismus als Wissenschaft, 4. Marx und Engels und der wissonschaftlicho Sozialismus. 5. Klassenkampf und Organisation der Arbeiter. 6. Die sozialdemokratische Arbeiterbewegung in Deutschland. 7. Die Einigung von 1875. 8. Das Sozialistengesetz und seine üoberwindung. D. Die letzten zwanzig Jahre. Ausblick. Vortragender: Max Grunwald. Fortschrlttsknrsns. Donnerstag; BfatlonalUkonomlo. Die kapitahstiBohe Zirkulation. Fixes und flüssiges Kapital. Die Durohschrrittsprofitrato.- Kapitivlistieche Widerspruch««nd Krisen, Das Handelskapital, das� Bonkkapital, der Kredit. Zins, Handelaprofit und Unttrnehmergewinn.Dio Grundrente. Die Klassen. Vortragender: JulianBorchardt. Dieser Kursus findet ira Verbandithaus der Gast wir tsgclillfcn, Berlin N. 24, Große Hamburger Straße 16/19, statt. LlchtenbergaRummelsburg. Gcnotzcsknndc. Verfassungswesen. Wesen der Verfassung. Verfassung und Verwaltung. Heicbs- voriassung und Landesverfassungen. Geschichtliohe Entwickolung der preußischen und der Reichsverfassung. Reichstag und Landtag,. König und Kaiser, Minister und Bundesrat, Reiohshaushnlt und Landeshausha.lt, Keichssteuom und Landessteuern. Grundrechte des Staatsbürgers, Wahlrechte. Staatsverwaltung und Selbstverwaltung. Bureaukratie und Demokratie. Vortragender: Dr. Oskar Cohn. Dieser Kursus finciet Donnerstag; statt und zwar Donnerstag, den 21. und 28. Oktober im Lokal von Stener(früher GUrsch), Frankfurter Chaussee 123, und vom 4. November ab im Lokal von Gebr. Aruhold, Frankfurter Chaussee 5/6.______ In Berlin beginnt der Unterricht in IVatUForkoniit- nis: Montag, den 18. Oktober: GoaotxeKkunde: Dienstag, den 19. Oktober; Gowcrkachattawoscn: Mittwoch, den 20. Oktober; Hednersobalo: Donnerstag, den St. Oktober; Nntional- iikonomie: Freitag, den S2. Oktober; Geactalcbte: Sonnabend, den 23. Oktober. Zum Fortachrittakarsna, der am 21. Oktober beginnt, werden nur zirka 25 Teilnehmer zugelassen, welche mindestens einen Kursus in Gosohichte und mehrere Kurse in Nationalökonomie besucht haben und- somit mit den Grundzügen der Wortr, Mehrwert- und Akkumulationstheorie einigermaßen vertraut sein sollen. Sohriftliohö Mcldangcn zu diesem Kursus sind amgohend an den Vorsitzenden zu riohten. Jeder Kursus erstreckt sieh auf zehn Abende und beginnt ktlich um Ä1 L llf,,. und endfif. nitnlrt.ltnli Um 10 Ulir. In Uhr. Die reich- -_______.— 7'/,-»'/, Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach pro Kursus 1 Mark und ist spätestens um zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Sohullokal Gronadlerati- 37, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gott fr. Sclitilz, Admiralstr. 49a; Itcnl, Bamimstr. 42; Vogel, Lovtzingstr. 37 j W. Kaczorowaki, Xlavenostr. 6; Horscb, Engelufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Otto Gelthner, Berlin NO. 18, Friedenstraße 79 Hl rechts, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin 8. 59, Hasen- beide 56. zu senden. Der Vorstand. Brauerei Karl Gregotv Aktiengesellschaft Berlin HocbsMe 21/24 Lager Amt in 1008 und 3183. Pitsener« Münchener� Biere Ringfrei 1 ■■ Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Bis Sonnabend den 23. Oktober .....................—................................................................................................MM.............................. I 1 1 1 1 11 I T 1 1 1 11 I■ ! flussergewöbnlifyes bietet der Verkauf unserer billigen Wotfye. Wir fjaben aus fast allen Abteilungen äusserst preis- 1 werte Waren zusammengestellt, und bietet sicfj jeftt unserer werten Olundscfjaft die beste Qelegenfjeit, den Bedarf I für den derbst an Kleidungsstücken sowie sonstigen gebrawfjs-gegenständen zu wirklicfj billigen{Preisen zu erstehen. 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Der große Saal des Berliner Gewerkschastshauses war denn auch überfüllt, als am Freitag der Genosse Victor Bergcr aus Wiskonsin über die Arbeiterbewegung in Amerika sprach, und bot, ob wohl man die Tische schon im voraus entfernt hatte, kaum Raum genug für die Masse der Gewerkschafts- und Partei genossen, die gespannt den Worten des Redners lauschten. Der Redner führte aus: „Amerika, du hast es bester als Europa, daS alte,— Hast keine verfallenen Schlöster und keine Basalte", sagt Goethe, der war aber bekanntlich niemals in Amerika. Vor allem haben wir zwar aller- ding? keine verfallenen Schlöster, wohl aber neue Riesen- schlöster, gegen welche die Kastelle der Nachkommen Ihrer Raub- ritter das reine Kinderspiel sind.— Schlöffer mit 100— 200 und mehr Zimmern. Und Basalte gibt es ebenfalls die Menge. Statt Raubritter und mittelalterliche Feudale gibt es bei uns mächtige Jndustrie-Fürsten und Vertreter des modernen Feudalismus. In den Bereinigten Staaten hat nämlich der Kapitalismus in einer Weise sich ent- wickelt, wie sonst nirgends in der Welt. In den Vereinigten Staat ist der Kapitalismus auch in ein Stadium gelangt, das man häufig als die letzte Periode der kapitalistischen EntWickelung he- zeichnet— nämlich in das Stadium der Vertrustung' der Industrien. Fm Jahre 1305 wurde das Kapital, das in vertrusteten In- dustrien angelegt war. auf 1300 Millionen Dollar geschätzt. Es war von 1300 bis 1305 von 3 Milliarden Dollar auf ungefähr 13 Milliarden Dollar gestiegen. Die jährliche Produktion der be- treffenden Etablissements stieg während derselben Zeit von 11500 Millionen Dollar auf 15 000 Millionen Dollar und die Anzahl der in denselben beschäftigten Lohnarbeiter von 4 715 000 aus 5 470 000. Dabei ist auch noch in Betracht zu ziehen, daß schon im Jahre 1304 ungefähr 11 Proz. der Betriebe über 81 Proz. des gesamten in den betreffenden Industrien angelegten Kapitals repräsentierten und ungefähr 80 Proz. der gesamten Produktion lieferten. In der „Worlds Work" für Dezember 1303 führt ein Herr Pratt die folgen- den interessanten Ziffern an: Ein Zwölftel des Gesamtvermögens der Vereinigten Staaten ist in e i n c r Sitzung des Direktorenrates der„llnited Staates Steel Corporation" vertreten. Wie hoch der persönliche Reichtum dieser einzelnen Herren sich beziffert, das kann natürlich kein Mensch genau beantworten. Jedoch einer der Herren, nämlich Mister John Rockefeller, wird auf siebenhundert Millionen Dollar geschätzt. Für den Stahltrust werden allerdings noch 09 000 Aktien- inhaber angegeben, jedoch 24 davon besitzen den weitaus größten Teil der 1400 Millionen Dollar Aktienkapital. Nun ist aber der Siahltrust nicht der einzige Trust in Amerika. Nach Charles Littlefield betrug schon vor 3— 4 Jahren die Anzahl der amerikanischen Trusts 320— die Eisenbahngesellschaften nicht einbegriffen. Das in den Trusts angelegte Kapital betrug damals 14 000 Millionen Dollar. Dazu kommen noch 12 000 Millionen Dollar. die in den Eisenbahnen angelegt waren. Bitte beackten Sie, daß das Dollar und nicht Marl sind und daß jeder Dollar 4,25 M beträgt. Daraus also können Sie ersehen, welch ungeheure Fortschritte die Konzentration dcö Kapitals in Amxrika gemacht hat. Mit den Fortschritten, die Armut und Elend in Amerika ge- macht haben, verhält es sich ungefähr ebenso. Robert Hunter in seinem Buch über„Poverth" erklärt, daß nicht weniger als zehn Millionen Personen in Amerika sich � in tiefster und andauernder Armut befinden. Im Jahre 1837 befanden sich 13 Proz. der Be- völkerung des Staates New Dork und im Jahre 1839 18 Proz. der Bevölkerung des Staates New Dork in steter und bitterer Not und mußten zum großen Teil die öffentliche Hilfe in Anspruch nehmen. Selbst in sogenannten„guten Zeiten", z. B. im Jahre 1900, lvaren 2 Millionen Arbeiter während 4— 6 Monate des betreffenden Jahres arbeitslos. Dom riesenhaften Anwachsen des Kapitalismus gegenüber kann man nun nicht behaupten, daß die amerikanische Arteiterbewegung Schritt gehalten hat. Daß die Arbeiterbewegung nicht gleichen Schritt mit der kapi talistischen Entwicklung hielt, ist auf verschiedene Umstände zurück� zuführen. Erstens einmal gab es in Amerika sehr viel Ellenbogen räum. Bis vor ganz kurzem konnte ja jeder, dem es in den Städten nicht paßte, weiter ins Land hineingehen und da sehr viel und sehr gutes Land für wenig Geld oder als ganz freie Heimstätte haben. Das begünstigte nun das Aufkommen eines zahlreichen Farmerstandes und einer einflußreichen Agrarbevölkerung, war aber dem Auskommen von starken Arbeiterorganisationen keineswegs förder- lich. Ferner kam aber auch das dazu, daß nur die Energischsten Individuen aus den verschiedenen Ländern nach Amerika ein- wanderten, denen es dann meistens gelang, unter den noch mehr kolonialen Verhältnissen sich früher oder später eine selbständige Existenz zu gründen. Alles oies war dem extremen I n d i v i- düalismus günstig. Dieser machte sich dann auf allen Ge- bieten des öffentlichen Lebens geltend, und fand besonders in der Gesetzgebung und in den politischen Institutionen des Landes feinen Ausdruck. Unsere politischen Einrichtungen sind darum auch heute noch den Anschauungen der aufkommenden Bourgeoisie des 13. Jahr- Hunderts angepaßt. Sie sind durch eine Konstitution festgelegt worden, an der sich fast gar nichts auf gesetzgeberische Weise ändern läßt. In vielen Beziehungen ist also darum Amerika außer Rußland und China das rückschrittlichste Land der Welt. speziell auf dem Gebiete der Sozialgesetzgebung. Wir haben nun allerdings keine Monarchie, sondern eine Re- publik, jedoch eine Republik mit einem König im Frack, der mehr Macht besitzt als der Deutsche Kaiser, weil näm- lich unser Präsident ein Teil der Gesetzgebung selbst ist und weil ein Veto des Präsidenten nur durch eine Zweidrittelmajorität im nationalen Abgeordnetenhaus und im Senat überstimmt werden kann. Uebcrdies haben wir ein Zweikammersystem� bei welchem das Oberhaus, der Senat, von vornherein daraus berechnet ist, die vermögenden und reichen Leute des Landes zu vertreten. Und das schlimmste von allem ist eine Institution, wie sie an reaktionärer Kraft kein anderes Land der Welt besitzt, nämlich unser Oberster Gerichtshof, unser.„Suprcmc Court". Dieses Obergericht hat in allen Staaten und im Bunde darüber zu wachen, daß alle erlassenen Gesetze auch„konstitutionell" sind, das heißt, daß sie nicht gegen die i m 18. Jahrhundert erlassene Bundcskonstitution oder die Staatskonstitutionen und deren Geist verstoßen. Was aber fortschrittlich oder irgendwie sozial ist, muß notwendigerweise gegen diese Konstitutionen verstoßen. Dazu kommt noch, daß die Kapitalisten und Plutokraten Amerikas schon dafür sorgen, daß nur solche Richter zu den Obersten Gerichtshöfen ernannt werden, die mit den kapita-, listischen Interessen eng liiert sind. Diese Richter achten dann sehr darauf, daß keine Gesetze gültig bleiben, die irgendwelche sozialen Aendcrungcn oder Abhilfe bringen würden. Solche werden dann von vornherein als konstitutionswidrig be- trachtet und annulliert. Das ist ungefähr die Situation, wie sie in Amerika besteht. Die ersten großen Organisationen von Handwerkern, die heute noch bestehen, waren die der Buchdrucker, die anfangs der 50er Jahre gegründet wurden. Sebr bald darauf folgten die Schuhmacher, die unter dem Namen St. Crispiensverein einen Verband gründeten, aus dem später unter der Leitung von Uriat Stephens die Arbcitsrittcr hervorgingen. Die Arbeitsritter standen unter dem Einfluß von sourieristischen und marxistischen Anschauungen. Die Arbeitsritter gelangten anfangs der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts zur höchsten Entfaltung. Sie zählten über V-i Million Mitglieder. Nur dem falschen Vorgehen ihres Generalwerkmeisters Powderly ist es zuzuschreiben, daß Korruption in dem Verbände einriß und daß es dann sehr rasch bergab ging mit den„Arbeitsrittern". Die Stelle der„Änights of Labor"(Ritter der Arbeit) nahm sehr bald die „American Federatio« of Labor" — der Verband der amerikanischen Gewerkschaften— ein. Die „A. F. o. L."'wurde 1881 in Pittsburg von 20 Delegierten, die 7 nationale Gewerkschaften vertraten, ganz nach englischem Muster gegründet. Hervorragend darunter waren die Zigarrenmacher, die Buchdrucker und die Bauschreiner. Zum 1. Präsidenten wurde ein Zigarrenmacher namens Samuel Gompers gewählt. Die neue Organisation inachte zuerst nur langsame Fortschritte und stand damals auch der Sozialdemokratie durchaus nicht feindlich gegenüber. In dem Grade, wie es mit den Arbeitsrittern bergab ging, nahmen die Gewerkschaften resp. die„A. F. o. L." an Macht und Ansehen zu. Freilich, einige der hervorragendsten und stärksten Gewerkschaften des Landes haben sich entweder gar nicht oder doch nur sehr spät angeschlossen. So z. B. ist der Verband der Stahl- und Eisenarbeiter(Amalgamated Association of Steel and Iran Workerö) erst zur Föderation gekommen, nachdem er den großen Streik im Jahre 1832 in Pittsburg verloren hatte. Die Eisenbahner, besonders die Brüderschaften der Lokomotiv- führer,.Heizer. Kondukteure, Bremser usw., die zusammen über 590 009 Mlitzgliedcr zählen, gehören noch heute nicht der„A. F. o. L." an, ebensowenig der Verband der Maurer und der der Stukkateure. Im Westen hat sich in den Montanregionen, wo viel Metall- bergbau getrieben wird, ein separater Verband von Bergarbeitern gebildet, der ebenfalls noch nicht der„A. F. o. L." beigetreten ist. Die„A. F. o. L." hat allerdings ganz respektable Dimen- sionen erreicht, wenn wir nur die A n z a h I der Mitglieder in Betracht ziehen. Der letzte Jahresbericht ist mir nicht zur Hand. Immerhin gab es vor zwäi Jahren 119 nationale Verbände, 30 Staatsverbände, 540 lokale Kartelle und ungefähr über 1000 „Federal Labor llnions", zu den letzteren gehören Arbeiter, die in den Rahmen keines der Nationalverbände hineinpassen. Zu- sammcn zählte die„A. F. o. L." zirka 1 000 000 bis 1 700 000 Mit- gliedcr. Die Struktur der„A. F. o. L." ist übrigens sehr lose. Jede Nationalunio» ist vollständig autononi und souverän und die „A. F. o. L." hat über sie weiter gar nichts zu sagen. Jeder Ge- Werkschaftsverband kann tun und lassen, was ihm beliebt. Die „A. F. o. L." kann weder einen Streik anordnen, noch einen solchen beenden. Tie„A. F. o. L." kann nur gelegentlich kleine Geldunter stützungen stiften,'was nur selten geschieht, oder Boykotts unter- stützen, was oftmals eintritt. Sehr eigenartig ist auch die Zusammensetzung der Delegationen zu den Arbeiter» tongressen — da? heißt zu den Konventionen der„A. F. o. L." Manche dieser Delegaten werden von den Konventionen der betreffenden internationalen Geweristhaften ernannt, wieder andere durch Urabstimmung gewählt. Es bandelt sich dabei höchstens um 0 bis 7 Delegaten, die dann die Stimmen des gesamten Per- bandes abgeben. Da nun jeder Verband beim Kongreß für je 100 Mitglieder, die er ljat, zu einer Stimme berechtigt ist, so haben manche von diesen Delegaten 400 bis 500 Stimmen in der Tasche. So z. B. pflegten die sieben Delegaten der Kohlenbergarbeitcr 2700 Stimmen abzugeben, die sechs Delegaten der Bauschreincr 1000 Stimmen, die Delegaten der Anstreicher nicht viel weniger Stimmen. Die E�ekutivbehorde der„A. F. o. L." besteht aus einem Präsv deuten, sieben Vizepräsidenten, einem Sekretär und einem Schatz meister. Diese Behörde wird nun den st ä r k st e n und st i m- menreichsten Gewerkschaften entnommen— und es liegt auf der Sand, daß. da ungefähr e�n Dutzend L cutckcn mehr als die Hälfte aller Stimmen auf diesen Kon- g r e s s e n kontrollieren, es für diese ein leichtes ist. sich selbst und ihre Freunde immer wieder in den Vorstand zu wählen. Auf diese Weise sind nun Gompers und einige seiner Freunde immer wieder gewählt worden und zwar mit leichter Mühe. Je- doch wenn immer ein Nationalverband dermaßen heranwuchs, daß seine Vertreter in den Konventionen eine bedeutende Stüunien- zahl hatten, dann wurde einfach die Anzahl der Vizepräsidenten erhöht und der Exekutivrat um so viel Mitglieder vermehrt. Dazu tritt noch der Unistand, daß die„A. F. o. L." jahraus jahrein viele Organisatore» veschäftigt, die de» rede- fertigsten und einflußreichsten Mitgliedern der betreffenden großen Verbände entnommen werden. Diese Leute lassen sich regelmäßig zu Delegaten wählen,— und da sie ökonomisch absolut von Gompers und dem Exekutivrat abhängen und direkt in ihren Diensten stehen, so ist es ja leicht abzusehen, welche Rolle diese 3—1 Dutzend lsieneralorganisatorcn, die �übrigens stets, weil sie große Verbände vertreten, auch über viel»stimmen verfügen, in den Koiivcntionen der„A. F. o. L." spielen. Demgegenüber könnte man wohl sagen, daß allerdings auch die Kartelle und Landesverbände zu den Konventionen Delegaten entsenden. Ein solcher Delegat hat aber nur je eine Stimme— selbst wenn er einen so großen Verband wie den Staatsverband des Staates New Aork vertritt, der über 500 000 Mitglieder zählt. Jede National-Union beansprucht absolute Kontrolle über ihr respektives Fach. Auch wo verschiedene Branchen in einem Ge- schäft tätig sind, sind sie in eine Anzahl von separaten Organisa- twnen geteilt, die manchmal ganz verschiedene Ansichten vertreten und ihren Arbeitgebern gegenüber eine ganz verschiedene Politik einschlagen. So kann es oft passieren, daß eine Anzahl organisierter Ar- beiter gegen den Arbeitgeber streikt, während die anderen ruhig weiter arbeiten. Und noch häusiger passiert es, daß zwei GeWerk- schaften dieselbe Arbeit beanspruchen und darüber in den bittersten Streit geraten. Solche Kämpfe werden dann fortwährend nicht nur in den Konventionen der A. F. o. L. ausgefochtcn, sondern auch oft handgreiflich und mit Tcnlichkeitcn. Vor zwei bis drei Jahren kam es zwischen den Dockarbeitern und den Seeleuten, da beide die Jurisdiktion über die Schiffsköche beanspruchten, zu remi- lären Schlachten. Wird der Einfluß und die Tätigkeit der A. F. o. L. schon da- durch arg gelähmt, so ist das in noch höhcrem Grade der Fall durch die geradezu blödsinnige Haltung der A. F. o. L. in der Politik und speziell gegenüber der Sozialdemokratischen Par- tei von Amerika. Zugeben will ich nun allerdings, daß die ersten Sozialisteii. die ja hauptsächlich aus Deutschland tanren, und die alles sofort nach deutschem Muster zuschneiden Wollten* ohne die Landeszustände und den Landcsbrauch zu verstehen, sich anfangs arge Verstöße zu» schulden kommen ließen. Ferner Ware auch noch in Betracht zu ziehen, daß die amerikanischen Gewerkschaften ursprünglich nach englischem Muster gegründet wurden und daß die englischen Ge- werkschaftcn ja bekanntlich längere Zeit sich politisch neutral ver- hielten. Rur entwickelten sich bei uns die kapitalistischen und ar- beiterfcindlichen Zustände viel schneller als in England. Wenn man aber in England aus der Erfahrung sehr bald gelernt hat, und dem Kapitalismus gegenüber auch politisch ganz andere matten auszieht, ist bei uns von dergleichen gar nichts zu verspüren. Jahre- lang begnügte man sich politisch iu Amerika in Arbeiterkreisen damit, Bittsteller nach den verschiedenen Kongressen und Legis- latuven zu schicken, um diese oder jene kleine Abhilfe zu betteln. Erfolg hatten diese Bittsteller nur dann, wenn sie für diese oder jene Fabrikanten clique einen höheren Zoll erlangten, für die Zlrbeitcrschaft kam ge- wöhnlich gar nichts dabei heraus. Dazu kommt noch die Trustentwickelung, lvelchc die kleinen und mittleren Fa» brikanten zwingt, die Löhne ihrer Arbeiter fortwährend zu be» schneiden, um konkurrenzfähig bleiben zu"können. Dem wider- setzen sich allerdings unsere Arbeitcrverbände durch Streiks, die gewöhnlich verloren gingen, und durch Boykotts, die manchmal erfolgreicher waren. Da aber unsere Kapitalistenklasse, wie ich schon Eingangs meiner Rede erwähnte, die Richtcrstcllen im Lande absolut besetzt, so war es ihr ein Leichtes, ein im Jahre 1893 erlassenes Anti- Trustgesctz auf die Arbcilerorgaiiisatioiien als„Arbeitertrust" anzuwenden und speziell den Boykott zu verbieten. In England, Ivo vor einigen Jahren das Haus der Lords, dort der oberste Gerichtshof, durch die Taff-Vale-Elttscheidung die Arbciter- orgauisationen ftir den Schaden sinanziell verantwortlich machte, der durch Streiks und Boykotts entstand, führte dies zur Grün- dung der Arbeiterpartei, Labour Party, durch deren Einfluß dann sofort nicht nur mit dieser bösartigen Entscheidung aufgeräumt wurde, sondern auch viele Maßregeln zugunsten der Lohnarbeiter erlassen wurden. Ich erinnere nur au das Alterspensionsgesetz, die graduelle Einkoigmensteuer und verschiedene andere. In Amerika geschieht aber nichts von alledem. Zwar hatte im Jahre 1900 der alte schlaue republikanische Politiker und Bundessenator Markus A. Hanna auf der republikanischen Kon- vention in Philadelphia durchgesetzt, daß daselbst ein Parteiver- sprechen für eine Zllterspension zugunsten der Arbeiterklasse in das republikanische Programm aufgenommen wurde. Zwei Jahre später fand aber die Konvention der A. F. o. L. in New Orleans statt. Daselbst wurde dann wie üblich meine Resolution zugunsten einer Zllterspension für Arbeiter wie viele andere Borschläge einfach nirdergrstimmt. Die Folge dieses Vorgehens War, daß die Republikaner in ihrem Programm für 1904 die Alterspension ganz ruhig fortließen. Dagegen haben unsere amerikamscken Gewerkschaftsführer einen anderen Gedanken des Senators Markus A. Hanna Znit großer Begeisterung ausgenommen— nämlich die„C i v i c- F e- d e r a t i o n" zur Verhütung von Streik und zur Förderung der „Harmonie zwischen Kapital nnd Arbeit." Eine äkmliche Institution wie diese„Civic Federatiou" ist in keinem zivilisierten Lande der Welt jemals ausgekommen. Ein ähnlicher Vorschlag ist von keinem Arbeiterführer eines europäischen Landes jemals aufgenommen worden. Arn 17. Dezember 1901— vor ungefähr acht Jahren also— trat unter dem Vorsitz des Millionärs Strauß, des nachuialigvir amerikanischen Ministers ftir Handel und Arbeit, eine Gesell- schaft von großen Kapitalisten, Unternchmern und Arbeiterführern zusammen, uni über Aiaßnahmen zur Verhütung von Kämpfen zwischen.Kapital und Arbeft zu beratschlagen. Sofort wurde auch ein Komitee bestehend aus je 12 Personen respektive Vertretern d e v U n t c r n e h in c r, der Arbeiter nnd der „neutralen Leute" zusammengesetzt oder vielmehr von Herrn Strauß ernannt. Unter den Arbeitgebern befand sich Herr Markus A. Hanna, der Schöpfer des Gesetzes, I o h n R o ck e» feil er vom Stahl- und Oeltrnst, John Schwab, der Präsi- dent des Stahltrusts, Charles A. Moor e, der Präsident deS Werkzeugtrusts, und einige andere Leute desselben Kalibers. Unter den. Arbeiterführern befanden sich Samuel Gompers, Fobn Mitchell und andere hervorragende Arbeiterführer. Das „neutrale Publikum" wurde angeblich vertreten durch Crovcr Clevelaud, Ch. W. Eliot. Präsident der Havard-llniversität. Eh. I. Bonaparte. Mitglied der fvavzösischcn Prätendenten- samilie, und einige andere. Wie dieses Unternehmen im Auslande beurteilt wurde a- denn von der Beurteilung desselben durch die amerikanischen So» zialdemokraten will ich ganz schweigen—, darüber möchte ich nur Ihr„Correspondenzblatt der Generalkominission der Gcwerkschaf- tcn Deutschlaii ds" vom 13. Januar 1902 zitieren. Es heißt da: „Wenn wirklich die Initiative zu bieser FricdenStonfe- renz von den Arbeiterführern ausgiilg. dann erscheint das Verhalten der Unternehmcrvertreter und der einzigen„neu- tralen" Mitwirkenden in völlig anderem Lichte. Dann war es von ihrer Seite her kein sozialpolitischer Utopismus mehr, son- dem praktische Untcrncymcrpolitik, zu dieser FriedeuSbemon- stration die Hand zu bieten, da sie dadurch einen nicht zu unter- schätzenden Einflus) auf die ktzewerkschaften der Arbeiter er- langten und ihnen„im Namen des industriellen Friedens" leiöit Beschränkungen zumuten konnten, die für diese verhängnisvoll werden können." Zur Charakterisierung dieser Persönlichkeiten bemerkt daS „Correspondenzblatt" in demselben Artikel folgendes: „Mark.Hanna, bekannt als Politiker in Mac Kinlebs Re- gierung, dessen rechte Hand er war, hat sich um die Organi- sation der amerikallischen Kapitalisten als politische Partei der Republikaner und um die Vertretung ihrer Interessen hervor- ragenden Verdienst erworben. Er ist Milbesiyer der Straßenbahn in Cleveland und von Minen in Virginia, die ihre Ar» beiter und Angestellten zu Hunger.Iöhnen ausbeuten. Charles Schwab, der Gewaltige des Stahltrusts, ist ein ab- gesagter Feind der Gewerkschaften; er hielt selbst auf dem Friedensmeeting eine von Haß gegen diese er- füllte Rede, die Mark Hanna Gelegenheit bot, die Notwendig- keit und Nützlichkeit der Gewerkschaften zu betonen und sich als Gönner der„organisierten Arbeit" auszuspielen. Ihm (Schwab) wird vor allem der Abbruch der Verhandliiilgen mit der Stahlarbciterunion zugeschrieben, der im letzten Jahre den Ausbruch des gewaltigen Stahlarbeiterstreiks herbeiführte. Dieser Mann dürfte danach wie kein anderer zum Friedens» Held und Schiedsrichter geeignet sein. ExPräsident Clcveland steht in gutem Andenken seit dem großen Eiscnbahnerstreik, wo er die BundeLtruppen aus die Streikenden schießen ließ, und die übrigen Unternehmer sind als rück- sichtslose Vertreter der Kapitalsinteressen bekannt. Von den „Neutrale n" sind vier Kapitalisten, drei vom Großkapital abhängige Personen, zwei Beamte, einer katholischer Erzbischof, einer Privatbcamter und einer Expräsidcnt." Ich kann den Griiilm und die Entrüstung der Genossen Legten und Umbreit gegen Gompers und Genossen sehr wohl ver- tehcn und würdigen. Man denke sich eine Organisation in Teutschland, gegründet zu dem Zweck, den Klassenkampf zu verhüten, bestehend aus Legien, Umbreit, Robert Schmidt, �Bömekburg, Elm, Sachse und anderen, sowie Kirdorf, StinneS, Krupp-v. Bohlen, Ludwig Löwe, Ballin. Kühne, Ih ö tt n unb" önbeteft mit Baron Rothschild, Dleichroder. v. Mendelssohn, Kardinal Kopp und dem Aürsten B ü l o w als Nnparteiifchen.' Lächerlich I Nicht wahr? Das ist aber genau die Situation in Amerika! Daß es unter diesen Umständen fortwährend ab- wärts geht mit der A. F. o. L. und daß sie ab so Hit I einen Einfluß hat und von niemand geliebt oder gefürchtet wird, ist ganz s e lb stv e rst ä n d l i ch I Eme im Jahre 1906 von Samuel Gompers dem Kongreß und Präsidenten der Vereinigten Staaten unterbreitete„Bill of Gric- vanees"(Liste der Beschwerden), worin er sich darüber beschwerte, daß die wenigen Schutzgesetze gewöhnlich für„unkonstitutionell" erklart werden, fand absolut keine Beachtung. Als dann Samuel Gompers und seine Leute mit Repressalien drohten, da lachten die Politiker und die Kapitalisten sie ein- fach aus, denn die wußten sehr Wohl, daß Herr Gompers und die A. F. o. L., wie sie jetzt organisiert ist, tatsächlich keine Macht besitzen. Und als dann der Exekutivausschuß den Sprecher des nationalen Abgeordnetenhauses, Joseph Cannon, und ein halbes Dutzend anderer Kongreßleute heraussuchten, um sie bei den Kongreßwahlen ganz besonders zu bekämpfen und durch eine Niederlage zu bestrafen, stellte es sich heraus, daß alle diese Arbeiterfeinde mit vergrößerter Majorität wieder- gewählt wurden. Speziell unser deutscher Landsmann Richard Barthold von St. Louis, der gewöhnlich nur ungefähr 6006 Stimmen Mehrheit hatte, bekam eine Majorität von 17 in der Arbeiterbewegung aller Länder einnehmen werden. Und wenn eines Tages dann der große internationale Kampf zur Be« fveiung der Proletarier aller Länder zum Austrag gelangen wird, dann werden Sie die Arbeiter der Vereinigten Staaten von Amerika Schulter an Schulter mit ihren Brüdern in England und Deutschland in der vordersten Reihe finden, unter dem roten Banner und mit dem Wahlspruch: Arbeiter aller Länder, vereinigt Euch!(Stürmischer Beifall.) ' An den Vortrag, der lebhaften Beifall fand, schloß sich eine. � Diskussio», die sich nicht wie in der Gompersversammlimg auf geivisse Anfragen beschränkte, sondern allgemeine Redefreiheit ge- g-ahrt� Natürlich tpMen voniehmlicl) azich Fragen gn de» Referenten gerichM. Man wünschte zu wissen, wie es mit der Frage des Eintrittsgeldes und mit der Auf- nähme deutscher Gewerkschaftsgenossen in Amerika bestellt sei. Genosse B e r g e r erwiderte, daß einzelne GeWerk- schaften Amerikas wohl hohe Eintrittsgebuhren forderten, es seien aber nicht viele. Auch kann man für diese Gompers nicht die Schuld aufhalsen. Das einzige Vernünftige sei natürlich, wenn überhaupt, so doch sehr niedrige Eintritts- gelder festzusetzen. Die hohen Eintrittsgelder rächen sich selbst und ruinieren die Gewerkschaften geradezu. Das Mitglieds- buch deutscher Gewerkschaften berechtigt zum Eintritt in eine Reihe amerikanischer Gewerkschaften, zum Beispiel bei der Buchdruckerunion. Dagegen gäbe es eine ganze Anzahl Ge- werkschaften, die niemand mehr aufnehmen, selbst keine einheimischen Arbeiter.— Genosse P o e tz s ch führte aus, daß die amerikanischen Arbeiterverhältnisse voni Genossen Berger offenbar weit richtiger geschildert seien, als von Gompers, und zeigt eine englische Zeitung, worin Gompers seine Reise durch Teutschland beschreibt. Gompers erzählt da, daß ein Vertreter des Holzarbeiterverbandes in Köln ihm gesagt habe, man habe in Deutschland dieselben Streitigkeiten mit den Führern der sozialdemokratischen Partei wie in Amerika. Es seien Intellektuelle, Redakteure und Professoren innerhalb der Partei, mit denen die GeWerk- schaften beständig zu kämpfen hätten.„Dieselben An- griffe wie gegen Sie," habe der Holzarbcitervertreter zu Gompers gesagt,„werden bei uns gegen Legten ge- richtet." Der Redner erklärt dazu, er müsse annehmen, daß der Vertreter der Holzarbeiter das nicht gesagt habe, wenigstens nicht in der Form. Gompers habe sicherlich kein Recht, dergleichen zu� behaupten. Bei aller Verschiedenheit in der Auffassung innerhalb der deutschen Arbeiterbewegung ist doch jeder von uns überzeugt, daß Partei und Ge- werkschaften zusamni enge hören.— Es wurden dann noch einige weitere Anfragen an den Referenten gerichtet. So über die Organisierung der ungelernten Arbeiter, für die eine besondere Union besteht. Als Antwort auf die Frage, warum Gompers dauernd eine so gewaltige Macht in der Organisation behaupten könnte, legte der Redner das e i g e n t ü m- tiche Vertretungs- und Abstimmungssystem dar, das für die Federation gilt. Wenn einmal der Um- schwung komme, werde'er sehr heftig und nachhaltig eintreten. Auf eine Anfrage nach dem Stand der Frauenorga- n i s a t i o n antwortete der Redner, daß es in dieser Hinsicht noch sehr schlecht bestellt sei. Bei den Buchdruckern werden die Frauen einfach ebenso wie die Männer in die Union aufgenommen. Im allgemeinen ist es sehr schwer, die Arbeiterinnen zu organisieren, wir wir denn überhaupt in der Arbeiterbewegung noch weit zurück sind, so daß wir Sie in Deutschland eigentlich gar nichts lehren können. Ferner wurde in der Diskussion die Einwände- r ungsfrage angeschnitten, worauf Genosse Berger er- klärte, wenn gewisse Gewerkschaften gegen die freie Ein- Wanderung seien, so richte sich das nicht gegen die Deutschen. Im Interesse des Sozialismus könnten gar nicht genug deutsche Arbeiter nach Amerika kommen. Aber die amerika- nischen Arbeiter machten allerdings Front gegen die Chi- n e s e n, die für 10 Cent den Tag lebten. Auch die Ja- paner seien ungeheuer anspruchslos und dabei recht an- stellig bei der Arbeit. Es sei kein Wunder, daß die amerika- nischen Arbeiter sich dagegen stemmten, daß ihre Lebens- Haltung durch Einfuhr solcher Leute herabgedrückt wird, die in Haufen von 30 bis 43 Menschen in einem Zimmer leben. Trotz des Beschlusses von Stuttgart würden wir uns auf die Hinterbeine stellen, wenn die Regierung auf Wunsch der Ka- pitalisten Chinesen in Massen hereinließe. Ich bin ehrlich genug, zu sagen, wenn es sich daruni handelt, ob ich das Tüpfelchen auf dem i verletze oder meine Fanülie verhungern sehen soll, so verletze ich das Tüpfelchen. Nachdem die Diskussion erschöpft war, dankte der Vor- sitzende Genosse E r n st, dem Referenten für seinen Vortrag und mahnte zu unablässigem Kampf für die Ideen der Sozial- demokratie, damit das Wort von der Vereinigung der Prole- tarier der ganzen Welt immer mehr zur Wahrheit werde. Mit Hochrufen auf die Arbeiterbewegung und Sozialdemo- kratie schloß die interessante Versammlung. Gewiftenloles Spiel mit lilenlchenlebe». Hamburg, 10. Oktober.(Privatdcpesche des„Bor- wärts".) Paul Mitllcr vom„Seemann" wurde heute von der Nnllage der Beleidigung freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte 300 M. Geldstrafe beantragt. Dem Angeklagten wurde die Wahrnehmung berechtigter Interessen zuerkannt. Das Gericht nahm an, daß, wie Müller behauptet hat, der Schiffscharterer � Schiffs- offizieren zugemutet hat, deix Dampfer„Hermine" zum Sinken zu bringen. Als nicht erwiesen wurde an- gesehen, daß der Kapitän Jlegenftein dem Offizier einen dahingehenden positiven(!) Vorschlag machte, wohl aber: daß der Borschlag wie geschildert ausgefaßt wurde! �* Freitag und Sonnabend stand vor der Strafkammer III des Landgerichts Hamburg eine sensationelle Schiffsaffäre zur Verhand- lung, in der wieder einmal nicht die eigentlichen Schuldigen an- geklagt waren, sondern ein„Preßiünder": ein Arbeiter-Redakteur, der sich erlaubt hatte, im Interesse seiner Klassengenossen eine geradezu ungeheuerliche Schandtat aufzudecken. Der Angeklagte war der Redakteur des„Seemann", Paul Müller, gegen den die Staatsanwaltschast von Amts wegen eingeschritten ist, weil er den Kapitän Paul Regen st ein, Führer des der Hamburger Reederei von Reimers u. Wtlkeus gehörenden Dampfers«Hermine" durch den Artikel „Ein Skandal— den wir der Geeberufsgenossrnschast zur Beachtung empfehle»" beleidigt haben soll. Folgende Stellen waren inkrimiert: '„Es handelt sich um den Hamburger Reeder Reimers, dessen Dampfer„Hermine" vom Kapitän Paul Regen st ein geführt wird. Einem Offizier dieses Danchfers— so wird be hauptet— seien vom Kapitän Rcgcnstein 6090 M. geboten, wenn er seine Hand dazu biete, den Dampfer„Hermine" in irgend einer Weise verschwinden zu lassen. Allerdings müßte und könnte nur die Gelegenheit bei schlechtem Wetter wahrgenommen werden. Auch der Charterer des Dampfers„Hermine", ein Kaufmann in Swansea (England), soll bei diesem teuflischen Werk seine Hand im Spiele haben, denn es wird behauptet, daß er in Swansea einem Maschinisten an Bord den Vorschlag gemacht habe, doch seine Hand zu bieten, damit der Kasten verschwinde. Am Ende ließe es sich ermöglichen, daß ein Hanptvcntil geöffnet und der Kaste» auf diese Weise abgesoffen würde. Es wird behauptet, daß dem Maichhiisttm für diesen geforderten und eventuell zu leistenden Dienst 19090 M, von jenem Kanfmann in Swansea geboten seien. Selbstvcrsländ- sich haben sowohl der Ossizier wir auch der Maschinist dieses schändliche Ansinnen abgelehnt. Für den Kapitän Regenstein ist jedenfalls die Tatsache charakteristisch, daß er auf die Frage des Offiziers, wie er sich denn die Bergung der Mannschaften und Effekten bei einer solchen selbst herbeigeführten Katastrophe denke, erklärte, die Mannschaften könnte» im große« Boot und die Effekten im kleinen Boot geborgen werden! Effekten, die im kleinen Boot nicht geborgen werden könnten, müßten eben verloren gehen. Wer die näheren Umstände nicht kennt, könnte diese kurze Dar« stellung für ein schauerliches Märchen halten. Aber unser Gewährs- mann läßt für irgend welchen Zweifel keinen 8!mim. Es sei an Bord aufgefallen, daß der Dampfer„Hermine" im letzten Jahre größere Havarien und G r u n d st ö ß e erlebt hätte. Der Dampfer „Hermine" saß bei Mortagne(Frankreich) auf Strand, auch hatte er eine Kollision mit dem italienischen Dampfer„Tubus". Der Dampfer„Hermine" mußte Reparaturen unterzogen werden, die 10999 M. bis 39999 M. Unkosten verursachten. Es entstand des- halb der Verdacht, daß der Dampfer„Hermine" abgesoffen werden sollte, nur sei es leider nicht gelungen. Ob dieser Verdacht in den vorliegenden Fällen berechligt und zutreffend ist, soll hier vn- erörtert bleiben." Der Angklagte übernimmt die volle Verantwortung für diese Behauptungen und bemerkt, daß ihm die Angaben von einem früheren Maschinisten der„Hermine" gemacht worden seien. Die Angelegenheit zunächst der Seeberufsgenossenschaft zu unterbreiten, wäre zwecklos gewesen, weil in einem früheren Falle der Vorsitzende dieser In- slitution gesagt habe, auf unkontrollierbare Denunziationen rengiere er nicht. Als Vorsitzender einer Organisation von über 19999 icc- fahrenden Mitgliedern sei es seine Pflicht gewesen, diese ungeheuer- liche Affäre zu veröffentlichen. Der Nebenkläger, Kapitän Regenstein, führt unter Eid aus: Der Dampfer„Hermine" sei im vorigen Jahre an die eng- tische Firma Kappel u. Pitchard verchartert gewesen. Eines Tages sei Kappel zu ihm gekommen und habe erklärt: das beste Genbäft wäre, den Dampfer„wegzusetzen". Kappel habe ihm 20 000 Mark geboten, was er mit dem Bemerken abgelehnt habe:»Nicht für 199 900 Mark!" Später habe die Firma ihm .« 39000 Mark geboten! Dann sei Pitchard zu ihm gekommen und habe durchblicken lassen, daß er mit dem ersten Maschinisten N o a ck darüber gesprochen habe. dem 19 0OO M. geboten worden seien. Der Maschinist habe zu ihm, Zeugen, gesagt, er habe da? Anerbieten a b g e l e h n t. Der Zeuge erklärt weiter, er habe mit dem ersten Offizier Scheffler über den Fall gesprochen, habe aber zu diesem gesagt: wenn man darauf einginge, würde es dasselbe sein, als wenn man ei» Haus in Brand setzte. Dem Zeugen wird durch den Verteidiger des Angeklagten. Dr. Herz-Attona, vorgehalten, er habe wiederholt mit seinen Offizieren über das.Wegsetzen" deS Schiffes gesprochen. Der Zeuge erklärt, er habe „nur hypothetisch" gesprochen, nur mit„angenommen, wir machten das", „gesetzt den Fall" usw. I Ganz anders lautet die Aussage des frühere« Offiziers der„Hermine", Scheffler. der positiv erklärt, der Kapitän habe ihm wieder- holt den Vorschlag gemacht, ihm bei der„Wegsetzung" des Dampfers behilflich zu sein, wofür er 6000 M. haben sollte I Bon auf- gestellten Hypothesen könne keine Rede seinl Der Kapitän habe gesagt. es müßte ei» SceventU im Maschinenraum geöffnet werden, am besten ginge die Sache an der französischen Küste, an einer wenig frequentierten Stelle zu machen! Wenn der Kapitän heute alles in Abrede stelle, so sage cr die Unwahrheit! Der Zeuge N o a ck. erster Maschinist, hat bei seiner kommiffa« rischen Vernehmung bestätigt, daß Scheffler ihm sofort das An- erbieten des Kapitäns mitgeteilt hat- und daß ihm von den Chartercrn 10990 M. für das„Wegsetzen" des Dampfers geboten worden seien.— Der Zeuge Scheffler hat die Affäre seiner Frau mitgeteilt, die ihn brieflich aufforderte, den Dampfer zu ver- lassen, was er auch getan habe! Auch der zweite Maschinist, Mahnke, der, wie er zugibt. dem Angeklagten das Material zugestellt hat, sagt aus.' daß der erste Offizier ihm erzählt habe, welches Ansinnen an ihn gestellt worden sei. Zeugin Scheffler bestätigt die Angabe ihres Mannes: daß sie ihn aufgefordert habe, den Dampfer zu verlassen, was er auch tat. Kapitän Regen st ein suchte sich nun einen Resonanzboden zu schaffen, indem er behauptete, Mahnke sei Mitglied deS Seemanns- Verbandes, was dieser übrigens in Abrede stellte. Zeuge Willens, Reeder der„Hermine", führt aus: Kapitän Regcnstcin habe ihm erst von der Affäre mit den Charterern ge- schrieben, nachdem Scheffler in Hamburg eingetroffen war! Auf die Frage des Verteidigers, weshalb er immer wieder dem Scheffler gegenüber auf daS Ansinnen der C härterer zurückgekommen sei, gibt der Kapitän ausweichende Antworten. Bei seiner kommissarischen Vernehmung hat der erste Maschinist Noack ausgesagt, eine Zeitlang habe er. Zeuge, unter dem Eindruck gestanden,„daß der Kapitän den Gedanken des Weg- setzen? des SäüffeS ernstlich erwog." In einem Briefe an Scheffler bemerkte er unter anderem:„Der dunkle Punkt... wurde seit Ihrer Abreise nicht mehr erwähnt." Wie in der Verhandlung ferner zur Sprache kam, hat der Kapitän sich bei einem englischen Makler eingehend nach den ein- schlägigen Bestimmungen des Seeversicherungsrechts befragt! Nach englischem Rechte sind Spekulationsversicherungen zulässig, so daß auch die Nichteigentümer eines Schiffes außer der Ladung dessen CaSco(Schiff mit Zubehör wie Segel, Anker, Tau« werk) versichern können, um die Versicherungssumme nach dem Weg- sinken des Schiffes betrügerisch einzuheimsen!(Es handelt sich um die sogenannte„Folios prool of inenranoe", d� h. der Beweis für das versicherbare Interesse ist die Versicherung«- police. Dieser Unfug beschäftigt zurzeit das englische Parlament, daS mit dem bisherigen Zustande aufzuräumen gedenkt.) Der Kapitän will nur angefragt haben, „um fein„RechtSwisscn" zu bereichern"! Der saubere Charterer Kappel ist in England nicht mehr ans- zutreiben, während sein Kompagnon Pitchard alle Schuld auf zenen schiebt.... DaS BcweiSmaterial war so erdrückend, daß, wie wir schon an der Spitze dieses Artikels mitgeteilt haben, Freispruch erfolgen mußte! Daß mit dem Leben der Seeleute Schindluder gespielt wird, ist nichl seit heute und gestern bekannt. Wer erinnert sich nicht des Briefes jenes Reeders Laeisz, der zynisch zugab, daß die ganze „Unfallverhütungssürsorge" der Sceberusögenosscnschaft nichts ist als Dekoration, Blendwerk für Dumme! Nun, die Arbeiterpresse sorgt— wie wir sehen, dafür, daß den Dummen allmählich die Augen geöffnet werden._ Amtlicher Marktbericht der siädllschen MarNballen.DIrektlon fli'er den Großhandel in den Zentral-Marttballen. Marktlage: Fleilch: Zufuhr schwach, Geichäf! still, Preise unverändert. W> l o: Zufuhr nicht genügend, Gcichäit lebhast, Preise fast unverändert. Geflügel: Zufuhr reichlich. Geichäst lebhast. Preise schwankend. Fische: Zufuhr ctwaS reich. licher, Geschäft ruhig, Preise ctwaS nachgebend. Bulter uuo Käie: Geschäst ruhig, Preise unverändert. Gemüse. Obü und Süd» ! r ü ck t e: Zufuhr reichlich, besonders in holländischem Blumenkohl, Ge» schält Icßhajt. Presse behauptet. Pflaume», weiche Birnen und Weintrauben stark gejragt. Unserem BezirkSgenossen � V W G Il�ili'kWeijLelkneb-. zur Sildsr-Hoctireiisseise die herzlichsten Glückwünsche. � ti Die Genossen d. 564. Bezirks. �SSAZSASESEEEtz««�' Dem Siibermbcitcr II?i'inai»n k'z'iecki-it.-Ii zu seinem bvjälirigen Gehilscnjubiläum ein dreifaches Hoch:::. dag die ganze Exerzier- strage wackelt. LYVlb Dein Freund Gras Plötz ans Plötzcnsce. Allen Bekannten die traurige I j Nachricht, dag mein lieber Mann,! : unser guter Vater, der Rcstaurateur! �uxust i am Mittwoch, den 13. Oktober, i an den Folgen eines Unsallcs j verstorben ist. Die Beerdigung findet am[ s Montag, den 18. d. M., nachm. 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des j ' eilig-Kreuz-Kirchhoses, Marien- | dors, Eisenacherstrage aus statt. fimma lange nedst Kindern. Gneiscnaustr. 63. LvtSb j \ Sozialilenißkralischer WaMverein für den 2. ßerliner Reictistags-WaWkrels. (Bezirk 118.) Am 13. Oktober verstarb unser � Mitglied, der Gastwirt Xu�ust I�sn�e Gneisenaustr. 63. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am I Montag, den 18. Oktober, nach- ! mittags 3>/, Uhr, von der Leichen- j halle des Kreuz-Kirchhofes in I Mariendors(Eisenacherstrage) aus I statt. Um rege Beteiligung ersucht " Vors 211/13 Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege I�uxust l_anxe Gneisenaustr. 63. Bezirk S an den Folgen eines Unfalles verstorben ist. Ehre seinem Nndcnkcn 1 Die Beerdigung findet am Montag, den 18. d. Mts., nachmittags 3'/, Uhr, aus dem Heilig- Kreuz-Kirchh os in Mariendors statt. Um rege Beteiligung ersucht 7S/S Tie OrtSvcrwaltung. Sözlaliiemold'at. Mvereia für Schöneberg. Bezirk 8d. Todes- Anzeige. Alz Opfer seines Berufs verstarb am 14. Oktober durch Unfall unser langjähriges und tätiges Mitglied, der Bauarbeiter /Udert Reinecke im Alter von SS Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Zeit der Beerdigung wird in der nächsten Nummer des .Vorwärts- bekanntgegeben. IS/19 vor Vorstand. UtakA Mim für Schöneberg. Bezirk S. Todes- Anzeige. Am Donnerstag, den 14. d. M., verstarb unser Mitglied, der Bauarbeiter WiiKelrn Poser. (Mühl-nstr. 18.) Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Oktober, nach- mittags llJ3 Uhr, von der Leichen- balle des«chöncbcrger Friedhofs, M a x st r a h e, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 15/26 Ter Boritand. Deutscher Metallarbeiter-Verband Berwaltungsstellc Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher �dotk Dreher am 13. Oktober an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken: 124/L Die Ortsverwaltung. Dp. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prlnzenstr. 41, ÄSlz, 10—2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4., llrrbmib der Mnier, Lackierer, Austreichrruslo.� Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht,\ [ dah der Kollege widert Zefvllt. (Bezirk IV) s am 15. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am ! Montag, den 13. Oktober, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- ! balle des Matthäus-Kirchhoss in | Ludcnde aus statt. 129/16 Die Ortsverwaltung. Burto I Wahrer fereia. Todes-Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, f I dag der Bundesgenosse äibert jtlZi)U8 (5. Abteilung) am 14. Oktober verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Oktober, nach- mittags 3 Uhr, vom Traucrhanse, Wllhclm-Stolze-Str. 18, aus nach dem Kirchhofe der Auscrstchungs- gemeinde, Weigcnscer Weg, statt. Um rege Beteiligung bittet 12/7 Ter Borstand M-Manil der Maurer ßeutsehlaaös. Zweigvcrain Berlin. Sektion d. Gips- u.Zetnentbranche. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Zcmentierer lUderl Hobus nach langem Leiden am 14. Oktober im Aller von 37 Jahre» ge- starben ist. 135/2 Ehre seinem Slndenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 13. Oktober, nachm. 4 Uhr, vom Trauerhanse, Wilhelm Stolzrstr. 18, aus, nach dem Fried- bos der Auserslehungsgemcinde, Weihensee, Lichtenberger Str. statt. Oer Sektionsvorstand. i Sozialdemokratischer Waiilverein Crrünan. Am 16. Oktober verstarb nach langem schweren Leiden unser langjähriges Mitglied, der Genosse VViihelm Franz. Wir verlieren in ihm«inen braven, treuen Genossen. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am aus statt. 263/7 Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Danksagnttg. B ür die vielen Beweise herz- licher Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben ManneS, unseres guten Vaters, des Werkmeisters Lmil Kadach sagen wir hiermit allen Ver- wandten, Freunden und Be- kannten sowie dem Ches und Per- jonal der Firma H. Hahner Nchst. Paul Blumenthal und dem Bezirks- verein Berlin l des Deutschen Werkmeister- Verbandes unseren innigsten Dank. 116/16 Anna Kavach nebst Kindern. Ich habe meine Wohnung von Kochstr. SS nach 264,16 SV.. Friedrichsir. 228 verlegt. Dr. Emst Jacobsohn, Augenarzt. Sprechst.: 8-IÖ, 4-6; Sonntag? 9-11. _ T.-A. Via 18439._ 132 D 589. 09. Im Namen des KouigS k In der SIrafsache gegen 1. den Milchhändler Karl Gicchc hier, ge- boren 27. Juni 1854 zu Gr.-Ncuen- dors a. O., Kreis Lcbus, evangelisch, vorbcsirast, Kraiiistrajze 35, 2. dessen Ehefrau Marie Gicche geb. Faustmann hier, geboren 1. No- osniber 1354 zu Dtsch.-Wartcnbcrg, katholisch, vorbestrast, ebenda wohn« hast, wegen Nahrungsniittelvergehens hat das Königliche Schöffengericht in Berlin-Mitte, Abteilung 132, in der Sitzung vom 12. Anglist 1909 sllr Recht erkannt: Die Angeklagten werden wegen Ztahrungsmittclvergehens und zwar der Ehemann Gicchc zu zwei Wochen Gcsängnts und 106 Mark Geldstrafe, im Unvcrmögcnsfall zwanzig Tagen GcsZiignis, die Ehefrau Gieche zu 106 Mark Geldstrafe, im Unvennögens- fall zwanzig Tagen Gefängnis losten- pslichlig verm-teilt. Die Verurteilung soll aus Kosten der Angeklagten öffentlich bekannt- gemacht werden. 2917L SBsezialapzt für Haut- and Harnleiden raus ohne»zueeksüfcer- asaa Einspritzung nach modern. Heilvorfahren, mögt, ohne Berufsstör. mit nachweisbar bestem Erfolg.* Dr. Guttmann, C., Kcnigstr. 84-38 a. Alexanderpi.(9-1, 5-8, Sonnt 9-1). Prolee: 10.., IZ.., 9».., 35-, 80-,«0.., 5k».. usw. b. M. 600.[ ErmSssigung der| Verkaufspreise| zum Teil um 5 bis SC Prozent| Wesfriiann'5 1 Spiziil-Konlüktlonshtnis I üesöiäft BefiirsV/., MohrClistraBs Z?tl| kein Eckhaus, zweites Haus von der Jerusaicmeretrasse 2iesiii.BefiiDl.Gr.FfanRfiirtsrstr.115 1 kein Eekhstn, zweites Haus von der Andreasstrasss O für tslfäiiiäi!', Mh PiMiMÜOil i WZntsZ und ECoslllsiao Jacketts, Kleider, Röcke, Blusen MM- iiili! Mer-KiDftl Ich führe nur gutes, geillegcnes Fabrikat sowohl in bülligeni wie im vomeüstnatesi Eigene n. Pariser Miel Seiten«eliMnsM Geuro. 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Borivärt» Luchdruckerej ii.«ulagssnstalt Pgul Sing» Li Sv. Berlin SW. Nr. 248. 26. Jahrgang. 3. Ktilagk Ks JotiMtls" Jirrliiitr Sunnfiij, 17. Mober 1909. Der ßadbod'IProzeß der„Bergarbeiter-Zeitung". Bochum, 15. Oktober 1909. Vor dem hiesigen Landgericht hat sich am kommenden Montag der Redakteur der„B e r g a r b e i t e r- Z e i t u n g", Genosse Theodor Wagner, zu verantworten. Es handelt sich um ein ge- richtliches Nachspiel zu der R a d b o d- K a t a st r o p h e. In der Nr. 8 der..Bergarbciter-Zeitung" vom 20. Februar wurden die Debatten über Radbod besprochen, die aus dem Berliner Berg- arbeiterkongretz in diesem Jahre geführt worden waren. Die „Bergarbeiter- Zeitung" gab in diesem Artikel ein Gespräch zwischen dem Direktor Andrce und dem Berginspekior Hollander aus Hamm wieder, das angeblich ein Bergmann gehört habe und zu beschwören bereit sei. Nach dem Artikel fragt Inspektor H ol l a n d e r:„Hier sind noch Lebende, was ist zu tun?", worauf Direktor Andres erwidert:„Was lebt, das lebt, wir müssen heraus!" Wegen dieser Stelle ist gegen die„Bergarbeiter-Zeitung" die öffentliche Anklage wegen Beleidigung erhoben worden. Genosse Wagner und sein Verteidiger, der Reichstagsabgeordnete Genosse Wolfgang Heine (Berlin) wollen in der Verhandlung den Nachweis führen, daß nicht die Absicht bestanden hat, irgend jeurand zu beleidigcu, sondern dah der Artikel sachlichen Interessen gedient habe. Sie haben einen Zeugen namhaft gemacht, der bekunden will, eine Auseinander- sctzung zwischen Andrer und Hollander, die in dem Artikel wieder- gegeben ist, wenigstens dem Sinne nach gehört zu haben..Die Ver- teidigung will aber über den Rahmen des Eröffnungsbeschlusses hinaus den Nachweis führen, dag die Zustände auf der Grube Radbod vor der Katastrophe den bergpolizeilichen Vorschriften nicht entsprochen hätten. Das fei mindestens für das Strafmah erheblich. Die Verteidigung hat zu diesem Zwecke eine Reihe von Berg- leuten, die auf Radbod beschäftigt waren, als Zeugen laden lassen, darunter den mit knapper � Not geretteten Bergmann Wilhelm Thomas und den Sprecher in der bekannten Audienz der Radbod- bergleute beim Prinzen Eitel Friedrich, Bergmann Pilgrim. Ausserdem sind eine Reihe Sachverständiger geladen worden: vom Gericht der Bergwerksdirektor N ie d e r st e i n vom Eisen- und Stahlwerk Hoesch in Tortmund und von der Verteidigung der frühere Bergmann Hang mann, sowie die. beiden Vorsitzenden des Steigerverbandes. Zechendirektor A n d r e e hat sich dem Ver- fahren als Nebenkläger angeschlossen und wird durch Rechtsanwalt Köttgen- Tortmund vertreten. Huö ünduftm und Kandel. Terrorislnus in der Uhrenindustrie. Bon der Geschäftsstelle des Deutschen Uhrmacherbundes geht u»S folgendes Schreiben zu: „Sehr geehrte Redaktion! In der Nr. 231 des„Vorwärts" vom 3. Oktober finden wir einen Artikel:„Terrorismus in der Uhrenindustrie", dessen In- halt in verschiedener Hinsicht auf unrichtigen Voraussetzungen beruht. Was zunächst den vorgeschriebenen Nutzen von 60 Proz. an- belangt, so klingt das zwar dem Uneingeiveihten sehr hoch. Wenn man sich aber die Objekte näher betrachtet, so sieht die Sacke anders aus. Bei einem gewöhnlichen Wecker, der den Uhrmacher 2 M. kostet, beträgt der Aufschlag dann 1,20 M.; dafür muss der Wecker nachgesehen und geölt werden, und dafür muß. der Uhr- wacher auch noch Garantie leisten. Sind da die 60 Proz. Nutzen wirklich zu viel- Oder wenn ein billiger Regulator im Einkaufs- preise von 10 M. für 16 M. verkauft wird, so stecken in den 6 M. die Unkosten an Zeit und Mühe für das Auspacken und Montieren der Uhr, für das Repassieren des Werkes, das bekanntlich aus der Fabrik in den seltensten Fällen ganz fehlerfrei kommt, und auch hier noch die Garantie. Wer die Verhältnisse in der Ubrmacherei besser kennt, als der Verfasser jenes Artikels, der weiss, dah es mit dem Verdienst schlecht genug steht und dag die Uhrmacher eben deshalb seit einigen Jahren in einer Bewegung gur Ver- besserung ihrer Lage begriffen sind, über die seinerzeit ja auch die „Neue Zeit" berichtet hat. Es ist ferner nicht richtig, dass den Mitgliedern der Deutschen Uhrmacherverbände das Taxieren von Uhren usw. verboten worden sei. Die Ablehnung solcher Taxierungen ist ihnen viel- mehr nur angeraten worden, und auch dies aus einem ganz anderen Grunde, als in jenem Artikel behauptet wird. Die Kunden der Uhrmacher Igrben nämlich die Gewohnheit, mit einer gekauften Uhr, Kette oder dergleichen gleich zu einem anderen Uhrmacher zu laufen und dessen Taxierung einzuholen. Da es bei vielen Uhren unmöglich ist, sie auf die Mark abzuschätzen, so ergeben sich daraus allerhand unliebsame MißHelligkeiten und Prozesse. Viele Uhrmacher sind es überdrüssig geworden, in dieser Weise gegeneinander ausgespielt zu werden und sie lehnen daher Taxierungen ab, was übrigens jetzt auch die französischen Uhrmacher einzuführen sich bestreben. Daß das Abkommen zwischen den Uhrmacherverbänden und den Uhrengrossisten ein„Trick" sei, ist ein grosser Irrtum. So töricht ist kein Uhrmacher, dass er nicht genau wüßte, dass es unmöglich ist, Warenhäusern usw. die Zufuhr an Uhren abzuschneiden. Was der Uhrmacher erstrebt, ist kein Trick, sondern eine reinliche Scheidung: er will nur init solchen Grossisten arbeiten, die nicht an Pfandleiher, Abzahlungsgeschäfte, Hausierer und Warenhäuser liefern, ganz genau so, wie der Arbeiter nur solche Lokale besucht, die ihnen zu Versammlungen freigegeben sind. Uebrigcns ist uns nichts davon bekannt, dass die Uhrmacher über den Terrorismus der Arbeiter sich in„pharisäerhaften Heucheleien" ergehen. Der von allen Seiten, von Hausierern, Uhrenneppern, Leihhäusern, Versandgeschäften, Bazaren und durch Schwindelinserate> aus- ländischcr Uhrenfirmen bedrängte Uhrmacher organisiert s i ch, s o gut er kann, lv i e der Arbeiter auch. Wenn der Verfasser des Artikels sich über die einschlägigen Ver- Hältnisse vorher ein wenig näher unterrichtet hätte, dann hätte er sich Ausdrücke wie„frechster Terrorismus" und ähnliche Dinge ersparen können." Unser Mitarbeiter bemerkt dazu: Ob ein„N u tz e n" v o n 6 0 P r o z. als übermässig oder als gerechtfertigt anzusehen ist, können wir dem Urteil unserer Leser überlassen. Wir hatten uns aber in erster Linie gar nicht gegen den Auf- schlag an sich gewendet, sondern dagegen, dass man gewisse Ge- schäfte zu einem derartigen Preisaufschlag zwingen will unter der Androhung, ihnen sonst keine Waren zu liefern! Den Terra- r i s m u s, der gegen die verfemten Geschäfte, gegen die nicht- organisierten Grossisten, gegen die Fabrikanten, die es wagen, an Nichtorganisierte Grossisten zu liefern, und gegen unbotmäßige organisierte Uhrmacher und Grossisten„mit allen zu Gebote stehenden Mitteln"(wie es in der Taschenuhrenvereinbarung heißt) ausgeübt werden soll— hatten wir im Auge(nicht, dass sich die Uhrmacher überhaupt organisieren, haben wir bekämpft). Das Wort„Trick" ist ein Druckfehler: es würde ja in diesem Zusaiumenhang auch schlecht passen. Vielmehr mutz es heißen:„Es ist ja klar, daß die ehrenwerten Herren ihren Zweck nicht erreichen werden." Was das anmerkungsweise erwähnte Taxieren von Uhren und anderen Wertsachen betrifft, so geben wir zu, dass der Ausdruck„verboten" vielleicht nicht ganz korrekt loar; jedenfalls hat der Deutsche Uhrmacherbund an seine Mitglieder Plakate verteilt, in denen das Taxieren über- haupt abgelehnt wird. Wenn weiter behauptet wird, daß sich jetzt auch die franzö- fischen Uhrmacher bestreben, die Ablehnung von Taxierungen einzuführen, so wird diese Behauptung widerlegt durch— die„D e u t s ch e U h r m a ch e r z e i t u n g"! Dort wird nämlich in Nr. 17 mitgeteilt, das französische Fachblatt„La France Horlogere" habe ein für die Geschäftsläden der Uhrmacher be- stimmtes Plakat herausgegeben, worin es heißt: „Abschätzungen von Uhren und S ch:n u ck s a ch e n werden nur gegen Bezahlung vorgenommen. Der Preis wird vorher von Fall zu Fall vereinbart." Dem Abdruck dieses Plakates fügt die„Deutsche Uhrmacher- zeitung" die Worte hinzu: „Dieses Plakat lehnt sich in seinem ersten Teile au ähnliche an, die wir schon vor Jahren verteilt haben; nur wurde in unseren Plakaten das Taxieren ii der Haupt ab» gelehnt. Ob das zu weit geht und das Taxieren gegen Bc- zahlung vorzuziehen ist, sei hier dahingestellt." Dass es mit dem Verdienst der Uhrmacher oft„schlecht genug steht", war uns natürlich bekannt. Schrieben wir doch selbst in unserem Artikel: „... Sie(die Uhrmacher) sind durch die gewaltige Kapitals- konzentration im Handelsgewerbc, durch das Aufkommen der Warenhäuser und Abzahlungsgesckäfte in ihrer sozialen Lage sehr herabgedrückt worden und führen zum grossen Teil ein kümmerliches Dasei n." Wir haben uns aber dagegen gewendet, dass die Uhrmacher nun versuchen, ihre schlechte ökonomische Lage durch Belastung der Konsumenten zu verbessern. Und zu solchem Protest sind die Konsumenten berechtigt.___ Produktionseinschränkung. Wie die„Franks. Ztg." aus New Dort meldet, beschlossen die Baumwollfabrikanlcn von Nordcarolina, welche zwei Millionen Spindeln vertreten, den Betrieb einzuschränken sowie ein gemeinsames Verkaufslontor einzurichten. Auch die Spinner der Neuengland-Staaten beraten über eine Betriebs- kürzung für die Daiier von vier Wochen, wodurch der Baumwoll- bedarf sehr stark verringert werden soll. Es erscheint zweifellos, dass ein dahingehender Beschluss angenommen werden wird. WttterungSüberllckk vom 16. Oktober UKlil. morgens 8 Ilbr. Etattonen c* t- 14 7 11 Hnmdutg N erlin Krankf.a M München W>en Wetterprognose für Sonntag, den 17. Oktober 1909. Ein wenig wärmer, teilweise heiter, aber veränderlich mit leichten Negenjällen und lebhaften jüdwcsllichen Winden. Berti it er Wette rbureau. WMljijiM KL6IN6 KIÜS: Felix Scheuer«J Stralsunderstr.l.-rn.v TabaU-» Claaretten-Fabrtk..Kios" o E. Roberi '-CIGARETTE i2i&. SiPiü. Türk.Tebak-Ä Cigaretten-Fabrtk„Kios" o E. Roberi Böhme, Dresden, Ich würde an Ihrer Stelle sofort einen Versuch mit „Kathreiners Malzkaffee" machen, der sich seit 20 Jahren als bekömmliches, wohl- schmeckendes und billiges Getränk überall bewährt hat und heute von Millionen Menschen täglich getrunken wird. KeWnit n. Dliilueil Handlung. Inlette u. Bettwäsche. Bett- ftdern-Reinigungs-Ailstalt. i. gründl. «-inig.m.chein. Dämpf garant. clbhot. . Zascno. Tel. Amt ch 3138.* W. Wegener,"r'Ti. -G» Hygienische; m t.'oaootKaiaJog O. fcmofehl.vjol. Aorzu» u.Proi. irrat. nJx Wim �nednciistra� a yl/92 Beste Bettenfüllimg� find die vor-!igllch füllenden. Ithr elastifchen, echt djmefijcvcti Monopolteilen (»efetzl. geschützt» Pfund Mk. Z.gff. 3—4 Pfund aeniigen»• gr. Obetbctl. Derf. geg. Nachnahme. Verpackung frei. Sustsv lustig ösalin Z.zgg �riiusnstr. 46 Eröhies Settfedern-Spestal- ecschäfl Tcutfchlands. 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Oktober, abends 8'/, Uhr: Branchen- Versammlung im Gclverkschaftshanse, Engeluser 14/15, Saal 7. TageS-OrdNung: 1. Bericht der Kommission vom 3. Quartal. 2. Branchenangelegen- Helten. 3. VerbandSangclegcnheiten.> 30/13 Mitgliedsbuch legitimiert, Mittwoch, den SO. Oktober, abends S'/i Uhr: Verl ranensmätmer-Versammlung für sämtliche Branchen upd Bezirke in Freyers Festsälen. Koppenstr. 29. Montag, den 18. Oktober, abendS 8'/, Uhr: Branchen- Versammlung der Drechsler im GetvcrlschaftsHause(Saal L), Engeluser 15. Tagcs-Ordnung! 1. Die Einsiisirung einheitlicher Lohn- und Zlkkordtarisc in«Nserer Branche. 2. Ditkussio». 3. Braiichcnangelegenhcitcii. 4. Verschiedenes Die Kommission. Deutscliss Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Rlxdorf. Am Donnerstag, de« Sl. Oktober, abends 8 Uhr, bei Hoppe, Hermannstrabe 49: Genvrai-Persammlttttg. Tages-Ordnung: 1. Wrechnung vom 3. Quartal 1909. 2. Vortrag deS Kollegen Pappe vom Saupivorstand:»Ist Gewerkschaftsarbeit Sisyphusarbeit?« 3. Verbandsangclegcnheiten. 99/12' Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltang. Deutscher Buchbinder-Verband. , Zahlstelle Berlin.■> Mittwoch, den SO. Oktober 1S00, abends 7 Uhr: Branchen- Versammlung :: der Buchbinder und Buchbinderei-Arbeiterinnen im Lokal von A. Bercht, Ritterstrabe 75. TageS-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Bericht von der gemeinsamen Vorständekonferenz vom 11. Oktober in Leipzig. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet 24/13' Die Branchenleitung und Ortsverwaltnng. Deutseber Kürschner-Verband Filiale Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Barnimstr. 11. Telephon: Amt 7, Nr. 5789. Mittwoch, den SO. Oktober INOv, abens 8 Uhr, im«Alten Schntzenhause", Linienstr. 8: General-Bersammlung. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1909.' 2. Wahl des ersten Bevollmächtigten. 3. Wahl der internationalen Sekretariatskommission. 4. Gewerkschaftliches. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 103/17 In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen eines jeden Mitgliedes Pflicht. Die Ortsverwaltnng. Sechster Malst kreis. Sonntag, den 17. Oktober, abends 0 Uhr: Oeffentl. politische Versammlung für Männer nnd Frauen in Fritz Wilkes FestsUlen, Brnnnenstraste 188. Tages-Ordnung: Vortrag deS Genossen Georg Ucko:.Die politische Lage mit besonderer Berücksichtigung der betiorstehenden Wahlen«. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. 23l/10' Der Einberufer: W. B a u m a n n, Sickerstr. 17._ Sonntag, 17. Oktober, abends 7 Uhr, in keuerzleios keslsälen, Alte Jakobstr. 75: fugend-Versammlung Vortrag des Schriftstellers 8. kslienstelll über: Jugend«nd Allttchoifrage. Nach dem Vortrage: Otfkttlllt �tllttk�llttllllA. Zu dieser Versammlung sind alle Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen herzlichst eingeladen._ 289/16* kl Zahlstelle GroS-Berlin. Bureau: Llnienstr. 215. Geöffnet von 9—1 u. 4—8 Uhr. Telephon: III, 938. Bezirks- Versammlunge» mit nachfolgenden Tagesordnungen: Mittwoch, den SO. Oktober ISSN, abends 8'/z Uhr: Für 8D(l08l bei Hahn, Lausitzer Platz 8. 1. Vortrag des Genossen l,orens über:»Gesetzgebung und Recht- sprechuug«. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Generalversammlmig. 4. Berbandsangelegenhesten und Verschiedeues. Donnerstag, den SI. Oktober 190S, abends 8'/, Uhr: Für NgfÜLll bei Krämer, Hussttenstr. 40. 1. Vortrag über:»Der Sozialismus«nd die Jugend«. Referent: Dr. Knrt Bosenherg. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur General» Versammlung. 4. Verbanosangelegenhetten und Verschiedenes. Für NOrdWKSlt bei Kfrscbkosvskl, Beuffelstr. 9. 1. Vortrag des Genossen Sehittte über:»Weltschöpfung und Weltuntergang«. 2. Disknsston. 3. Stellungnahme zur General- Versammlung. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Für OStCfl bei Schulz, Eckertstr. 18. 1. Vortrag deS Kollegen Itilckcr über:»Die Arbeiter»nd die neuen Steuern«- 2. Dislussion. 3. Stellungnahme zur Generalversamm- lung. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Für RiXilOrf bei Geliert, Steinmetzftr. 93. 1. Vortrag des Kollegen Bentin.(Thema wird noch bekannt gegeben.) 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Generalversammlung. 4. Verbands» angelegenheiten und Verschiedenes. Für CliaiiOttßDbUrO im Tolkshanse, Rosinenstr. 3. 1. Voi trag deS Genossen Zimmermann über:»Die Entstehuug der modernen Gewerkschaftsbewegung«. 2. Diskussion. 3. Stellung- nähme zur Generalversammlung. 4. Verbandsangelegenheiten und Ver- schtedenes. Für WkIDßllSkö bei Content, Lehderstr. 5. 1. Vortrag des Kollegen Sewckosv über:»Ter Generalstreik i» Schweden«. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Generalversammlmig. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Für SlCbOHßbßFR bei Franz, Xempelhofer Straffe 18a. 1. Bericht deS BezirkSleiterS. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Generalversammlung. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Donnerstag, den Sl. Oktober ISO», abends 8 Uhr präz.: Für Tßrfßt bei Kakles, Berliner Straffe 9». 1. Vortrag des Kollegen Bruns Über:»Unfallversicherung«. 2. DiS- kusston. 3. Stellungnahme zur Generalversammlung. 4. VerbandSangelegen- Helten und Verschiedenes. Für Obßr-SCbiillBWßidC bei Rabe, Wilhelminenhofftr. 43. 1. Vortrag de« Genossen Schrnlckt über:»Arbeit und Kultur". 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Generalversammlung. 4. Verbands- angelegenheiten und Berschiedenes. Sonntag, den 84. Oktober 1900, vorm. S'/s Uhr: Kruppe Oer Kunstsleinarbeiter bei Hahn, Rosertthaler Straffe 57. 1. Vortrag des Kollegen Bruns.(Thema wird in der Versammlung bekannt gegeben.) 2. Stellungnahme zur Generalversammlung. 3. Gruppen- angelegenheiten. Gruppe der Knsihscballtilattettpresser bei Hahn, Rosenthaler Strafte 57. 1. Vortrag des Kollegen Htleker über:„Die Arbeiter und die neuen Steuern«. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten und Ver- schiedenes. Sonntag, de« 84. Oktober 1000, nachmittags 8'/, Uhr: Für KÖPKnieb bei Joch, Grünauer Straffe 7. 1. Vortrag des Gen. Zimmermann über:»Arbeiterbewegung «nd Arbeitsverhältnisse in Anstralien«. 2. Diskussion. 3. Stellung- nähme zur Generalversammlung. 4. Verbandsangelegepheitm und Ver- schiedenes. Sonntag, den 84. Oktober 1S0N, nachmittags 4 Uhr: Für JOhdQDiStbftl bei Gobln, Roonstr. s. 1. Vortrog des Kollegen Welse über:„Neue Waffen im Be- freiungSkampfe der Arbeiter«. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Generalversammlung. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zwecks Ausübung einer Kontrolle über die Detlnahme an den BczirksversamMtnngen wird darauf anfmcrksam gemacht, baff die Mitglieder ihre Bücher mitbringen sollen, um den Besuch der Bersninmliing durch Stempel im Mitgliedsbuch eintragen zu können. 54/12. Die Bczlrksleltanfion, Sozlaldemokratiseher Verein für den V. Berliner Reiehstagswahlkreis Dlkustag, deu 19. Oktober, abends S1� Kljr, im„Alten Zlhützeuhause", Finienjtr. 5: Ksnersl-Vsrssmmwng. Tages-Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über den ÄCtpArgev Parteltttg» 2. Bericht Von der Provinzialkonferenz. 3. Vereins- und Parteiangelegenheiten. �.= SUteUedsbuch legitimiert! Zahlreiches Erscheinen erwariet unbedingt ver Vorstand. Wähler-Versammtungen. Dienstag, 19. Oktober, abends 81- Uhr; F. KandtagswaWezirK Kottbuser Straße 6 Referent: Landtagsabgeordneter StVÖbd, 6. KandtagswlchwezrrK „Markgrafen-Säle", Markgrafendamm 34 Referent: Stadtverordneter AtktUlAUU. Tages-Ordnung: .. Preußisllje Mirtschafl nntei dem DmKliiffeii-Wchlrelht. 2. Freie Diskussion. Alle Wähler sind freundlichst eingeladen. v!o Wahlkomifees, Charlottenburg;. Dienstag, den 19. Ottober, abends 8'/, Uhr, im„Volkshause", großer Saal: Versammlung der weiblichen Mitglieder des Wahlvereins. TageS-Ordnung: 1. Aortrag ber fflenoffin Jeetzke- RIxdors »Kulturbestrrbungen der moderne» Arbeiterschaft«. 2. Diskussion. S. Wahl einer Genossin in die Kinderschuhkommission� 4. Verschiedenes. MG Fch ersuche die Genosstnuen, recht zahlreich und pünttlich zu erscheinen. 25112 Für den Vorstand: llsriv l-ieStlre. Dienstag, den 19. Oktober 1999, abends 8 Uhr, in den neuen RathauS-Siileu, Meininger Str. 8: Volks»Vorsommlung. TageS-Ordnung: »Die Sozialdemokratie in der Gemeinde.« Reserenl: Reichstags. abgeordneter Genosse H. M ol k enb uh r. Freie Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet 1K/1 vn« soslaltlemolrratlsobe Wahlkomltee. der Zahlstelle Berlin. BnreaD: Blankenfeldestr. 10. Kallschnhmacher! Montag, 18. Oktober, präz. 8V2 Uhr, bei Boeker, Weberftr. 17: OeffentlicheVersammlungtiirBallschuliniacher, TageS-Ordnung: 1. Die technische EntWickelung ln der Schul macherei mit besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in der Ballschiih- industrie. Referent: Kollege C. Herrmann. 2. Inwieweit werden die im Jahre 1906 abgeschlossenen Lohntarise von den Ballschuhjabrilanten inne- gehalten 1 3. Diskussion und Verschiedenes. Aldwg! Schoßschuhmacher! Montag, deu 18. Ottober, abends 8'/, Uhr. iia Gewerkschaftöhause, Engelufer IS(Saal 3): Geffentliche Uersammlung. TageS-Ordnung: 1. Wirtschaftskrise und hohe Indirekte Steuern. 2. Diskussion. 3. Welche Schritte sind zn unternehmen, um dem Lohn- rückgang in unserem Gewerbe entgegenzutreien? 170/2 Ble Orts Verwaltung;. Freitag, den SS. Ottober, abendS 8'/, Uhr: Ouartals-Verfammlnng Filiale I: Oranicnstr. 10S bei Meyer, . II: Elifabrthkirchstr. 14 bei Röwer, . III! Eugelufer IS, Gcwerkschaftshaus, Saal 7. Tagesordnung: Kassenbericht ,vom II. Quartal. Verschiedenes. In Filiale III: Bericht von der Generalversammlung. Zahlreichen Besuch erwarten 177/13 Die Ortsverioaltuuge». Berichtigung. berliner Irteiter- »Mrer-Vereis- Mitglied de» Arbeit««' Radsahrer-BundeS .Solidaritiit«. Touren zum Sonntag, den 17. Ottober. 6. Abt. 7 Uhr: Lanke. 1 Uhr: Wandlitz(Hube)._ Orts- Krankenkasse für Gher-SlbSnemtidt. Gemäß 49 und 49a deS Kassen- statuts findet am Dienstag, den SS. Oktober 1000, im Restaurant W a r n ck e, Wilhelminenhosstr. 13, eine Ersatzwahl der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer statt. Die Vertreter der Arbeitgeber werden von diesen in ungeteilter Wahlversammlung in der Zeit von 1 bis 5 Uhr nachmittags gewählt. Zu wählen find 3 Vertreter. Die Wahl der Vertreter der Arbeitnehmer findet ebenfalls in ungeteilter Wahlnersammlung statt in der Zeit von S'/, bis 7'l, Uhr nachmittags. Zu wählen find 11 Vertreter. Die Wahl geschieht mittels Stimm- zettcl und sind soviel Namen auizu- schreiben, als Vertreter zu wählen sind. Wahlberechtigt und wählbar ist jedes grotzjährige und im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befind- ltche Mitglied. Als Legitimation ist das Mitglieds« buch oder Mitgliedskarte mitzubringen. Ober-Schöneweide, d. 5. Oktober 1909. Der Borstand. F. Sommerfeld, H. Nodenbusch, 1. Vorsitzender. Schristsührer. Orts- Krankenkasse der roMmgntigw, Seiler, Seidenknopf- und Bandmacher. Die in der außerordentlichen Ge- neralversammlung am 16. August 09 beschlossene Aenderung der 12 und 53 des Kassenstatuts ist vom Be- ztrkSauSschuß genehmigt und tritt am Montag, 18. Ottober er. in Kraft. Der Vorstand. L>. V.: Beruh. H e r z c r, Vorsitzender _ Georgenkirchstr. 63. 19846 rtr/insen vorder Patenl/In- 5 rieMur>g jrrd/s u. frant/o d/'t, „ Denßee nareA"•} emJng.Carl Fr. Rtfc/teU«1 Berlin, F. Frledndiur. ZW! v Rixdorfer! kaust Eure Herren- und Garderobe bei Wer-Ztoff-M fertige Anzug oder Paletot von 20 M. an. TadelloserSItz. Rofihaarverarbeit. Knabe». ____ 22952* Bekreuz, Kaiser-Friedrtch-Strahe 886. I9099' Gänse, Enten liefert franko gar. lebende Alikunst, 10 weiße, ganz ausgewachsene Gänse 32 Mark, 12 ganz ausgewachsene Enten 25 Mark. 257/12' Schneier, Myslowlfz 0.8. Ho. 2. Sozialdemottrattseher Wahtosreitt des 6. Berliner Keiehstags- Wahlkreises. Dienstag, den 19, Oktober, abends S1� Uhr: Qeneral s Versammlung; in den„Germania-Sälen", Chausseestraße 110. Tages-Ordnung: Fortsetzung der Debatte über die Beschlüsse des diesjährigen Parteitages. Mitgliedsbuch legitimiert._ 231/13'_ Per Y erstand._ Zweigverein Berlin. Sektion der Gips-»»d Zementbranche. Dienstag, den 19. Oktober, abends 8% Uhr, im„Gewerkschaftshause", Engelufer 15 sgroßer Saal): General-Versammlung."Pi Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1909. 2. Vortrag des Kollegen Hermann Silbersclnnidt über:„Die baugewerblichen Arbeiterorganisationen im Kampfe um die Arbeitsbedingungen". 3. Die Verschmelzung unseres Verbandes mit dem Verband der Bauhilfsarbeiter. 4. Verschiedenes. 135/4* W Mitgliedsbuch legitimiert."99 Zahlreichen Besuch erwartet Oer Sektionsvorstand. Sektion der Putzer. Mittwoch, den 20. Oktober, abends 8 Uhr, in den bekannten Lokalen: MM' SezirUs-Sifzungen für Berlin und Umgegend. Die Tagesordnung wird in den Bezirken bekanntgegeben. W Die Mitglieder werden ersucht, vollzählig und pünktlich zn erscheinen. Für den Bezirk v»tei» findet die Versammlung beim Nestaurateur Itanunonat, Fruchtftr. 61 statt. Bestellungen auf Verbandskalender werden bei den Obleuten entgegengenommen. E. Schulze. I- Anton EWkpn Ffsl# Anarchisten! Sozialisten! ItlllUII luUUlXUiU 1 tütJUiU ei; In MHtera tSetitHfen. Weberftr. 17.(Tel. Amt 7 13414.) Mein kleiner Saal mit Neben- räumen, 150 Personen fassend, ist Sonnabends und Montags noch zu vergeben. 2152L' Anton Boeker, Weberftr. 17, Reue flrminhallen Koinmandaulenstr. 58/59. ( Sounabend, 83. Okt., I i und«. November i Keine Bierpieiscrhöhung! ' Keine Kafseeprciserhöhung I ! 1725b' Amt IV. 10155. DeutscTie Kaffee-Mischung einzig in seiner Art. äPfd. 9 40 Pf Dies® seit Jahren so beliebte Mischung gibt von 1 Lot 2 Liter vorzügliches KaSeegeträak.' A. Pemiitz, Berlin G., Rosenthaler Str. 59, u. mit Plakat verseh. 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Die Agitationskommission der Anarchisten Berlins und Umgegend, �_ Burgsdorsfftr.. 9. I. A.: Ernst Decker�_ Das Gerücht, daß ich infolge des TodeS meiner lieben Frau mein Saal- und Garteugefchäft verlaust habe, entbehrt jeder Begründnng. Ich darf wohl daraus rechnen, daß meine Genossen, Gcwertschastslciter und sonstigen Vereine bei Arrangierung vo» Versammlungen, Festlichkeiten usw. sich meiner erinnern werden. Zimmer und Säle sür 40, 80, 500, Garten mit großer Bühne für 1500 Personen, find für dieses und nächstes Jahr noch an mehreren Wochentagen, Sonn» abcndcn und Sonntagen zu den kulantesten Bedingungen zu vergeben. Keine Bierpreiserhöhung, ltckermärkische Birnen und Aepfel sind wieder in kleinen und großen Posten zu Engrospreisen, aus Wunsch sret ins Haus, bei mir zu haben. Fritz Wilke, Brunnenstratze 188, • dicht am Rosenthaler Dor.— Amt 3, 4835._ ftpke's desellsehaftstians, Weißensec, ItiilkcMtraße SO, Tel. Weißensee 218, empfiehlt al-Z Parteigenosse seinen Saal und Garten. 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HI. Die Kosten des VevsahrenS werden gegeneinander aufgehoben. Nach dem Klageanspruch sollte eS der Fa. Otto Jacob senior verboten werden, in Zukunst zu ihren Apparaten Schallplatten gratis zu geben. Ferner wurde behauptet, daß die Fa. Jacob nicht das größte Sprechmaschincngeschäst sei. Gelegentlich der Verhandlung zu Absatz II deS Urteils wurde vor dem Gericht der Beweis erbracht, daß der Umsatz der Firma Jacob senior w Sprechmaschinen etwa 5 mal so groß sei, als bei dem von der Gegnerin präsentierlen angeblich»größten Spezialgeschäft-. Wir können es demnach wohl Jedermann überlassen, aus Vorstehendem Schlüsse aus unsere LeistungS- sähigkeit zu ziehen. Indem wir Obiges zur KenntmS bringen, wachen wir zugleich die Mitteilung, daß wir tan nun ab beim Kauf von Mill-Opera- Apparaten die doppelte Anzahl Schall- Platten gratis geben. Alles Näberc enthalten unsere soeben neu erscheinenden Kataloge, die aus Verlangen gratis und franco versendet werden. 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Belohnung t JÄ 4er Branche alz das meinlge naohweiat■■ KATALOG GRATIS, Verantwortlicher Redakteur: Emil Nnger, Grunewald. Für den Inseratenteil vcrannv.t TH.Gl»cke, Berlin. Truck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Eo., Berlin SW, iit.243. i Keilllße des LllMSlts" Kerlilltt Nölksdlsü. Ljnj�Bk�ii�aaBtsssmL�ßirni��� � m 7 1■h f vftta MW«, JHoirtiii, irnt IS. Mliet: Leseaiiend der Frauen. Flngblattausgabe an die Frauen. kericht über Sie Tätigkeit üer iszialüemokratilchen Fraktion im kerliner lüslhauie. I. Einleitendes. Unsere Berichterstattung, die sich über die Zeit vom 1. Oktober 1907 bis zum 39. September 1999 erstreckt, ist einmal dadurch er- leichtert, daß der letzte Bericht, der wie dieser im„Vorwärts" erschien, vom Borwärts-Verlag in Vroschürenform zusammen- gefaßt, bequem zugänglich vorliegt, so daß auf ihn Bezug ge- nvmmen werden kann; viel wichtiger noch ist eine andere Ver- öffcntlichung. Im Januar 1999 waren 25 Jahre verflossen seit der Zeit, da zum ersten Male sozialdemokratische Stadtverordnete in das Rote H,aus einzogen. Von den bei den Herbstwahlen 1883 gewählten fünf Genossen gehören auch heute noch die Genossen Ewald und Singer der Fraktion an— Paul Singer nach ununterbrochener fünfundzwanzigjähriger mühsamer, aber erfolg- reicher Tätigkeit. Zur Feier dieses Jubiläums gab der Vorwärts- Verlag ein 552 Seiten starkes Werk heraus, in dem Paul Hirsch die„25 Jahre sozialdemokratischer Arbeit in der Gemeinde" mit größter Sachkenntnis und Genauigkeit beschreibt. Für diese wie für jede künftige Berichterstattung ist es von hoher Bedeutung, daß sie jetzt für die Vorijeschichte der einzelnen Ereignisse auf das Hirsch'sche Werk verweisen kann, ein Werk, dem im Interesse des Verständnisses für die so wichtigen kommunalen Angelegenheiten eine stets wachsende Verbreitung gewünscht werden muß;— für die vorliegende Berichterstattung ist es um so wichtiger, als Hirsch die Ereignisse bis weit in das Jahr 1998 hinein verfolgt. Die Tätigkeit der sozialdemokratischen Stadtverordneten wird eine immer größere; zwar bleibt die Zahl der Plenarsitzungen, wie die der ständigen und für besondere Vorlagen eingesetzten Ausschüsse im Jahre fast unverändert; es fanden im Jahre 1998 statt: 37 öffentliche Sitzungen, an die sich in 27 Fällen geheime anschlössen; die verschiedenen Ausschüsse erledigten ihre Arbeit in 127 Sitzungen. Dagegen wuchs die Zahl unserer Vertreter in den einzelnen Verwaltungen und Kuratorien trotz der gleich- gebliebenen Fraktionsstärke; das ist nur zum kleinsten Teil be° dingt durch die Schaffung neuer oder Verstärkung der Mit- gliedcrzahl schon bestehender Verwaltungen; der Hauptgrund ist. daß die Majoritätsparteien zwar die Berechtigung der sozinldemo- kratischen Fraktion anerkennen, in den einzelnen Verwaltungen entsprechend ihrer Stärke vertreten zu sein, daß sie sich aber bei den Neuwahlen der Deputationen weigern, ihre bisherigen Ver- trcter durch sozialdemokratische zu ersetzen; so rückt die sozial- demokratische Fraktion nur dann in die ihr zahlenmäßig zu- stehenden Stellen ein. wenn bisherige überzählige Vertreter anderer Fraktionen aus dem Rathause scheiden. Stellen wir die Zahlen aus unserem vorigen Bericht für 1997 und die für 1998 aus dem Hirfch'fchen Werke mit den neu ermittelten für 1999 zusammen. so ergibt sich folgende kleine Tabelle: Wir waren beteiligt;. an Ver- � im Jahre waltungen... u. Kuratorien 1907 98 1998 48 78 1909 50 81 Ein vollständiges Verzeichnis dieser Kuratorien und Ver- waltungen mit den Namen unserer Mitglieder für das Jahr 1998 findet sich bei Hirsch S. 548/49. Außerdem sind wir an den 5 ständigen'Ausschüssen mit 22 Sitzen beteiligt. Selbstverständlich dchagt der bürgerlichen Majorität das Vordringen der Sozial- denwkratie ganz und gar nicht; das ist auch der Grund, weshalb sich die Herren mit allen Kräften gegen eine Neueinteilung der Wahlbezirke in der dritten Abteilung sperren. In unserem letzten Bericht(S. 5) legten lvir dar, daß und weshalh unsere erneuten Anträge, auch die dritte Abteilung, wie schon jetzt die erste und zweite, nur in 16 Wahlbezirke zu teilen, abgelehnt wurden. Als einen Erfolg aber glaubten wir es bezeichnen zu dürfen, daß die Stadtverordnetenversammlung beschloß, den Magistrat zu einer A e u e i n t e i l u n g der 48 Bezirke aufzufordern, die der Ver- schiebung der Bevölkerung entspricht und die s p ä t e st e n s bei den Wahlen von 1999 zur Anwendung gelangt. Unsere bc- scheidenen Erwartungen sind schmählich enttäuscht worden; mit besonderer Rücksicht auf die Arbeitsfähigkeit und-lust des Magistrats hatte man die Wahlen von 1999 als äußersten Termin für das Inkrafttreten der Neueinteilung bestimmt; anderenfalls hätte man bei dem Beschluß vom Mai 1996 ohne weiteres die Wahlen vom Herbst 1997 ins Auge gefaßt— deshalb auch das Wort„spätestens" im Beschluß. Trotzdem ließ der Magistrat bis zum Jahre 1999 in dieser Angelegenheit nichts von sich hören, so daß sich unsere Fraktion veranlaßt sah, zu Beginn 1999 einen dringlichen Antrag einzubringen: den Magistrat zu ersuchen, über die Maßnahmen zu berichten, die er auf Grund des Beschlusses vom 31. Mai 1996 getroffen. In der Verhandlung vom 11. Februar 1999 erklärte der Magistratsvertretcr: der Magistrat habe eine Kommission eingesetzt, die zwei Pläne entworfen habe und sie denr Magistrat demnächst vorlegen werde— diese Er- klärung genügte den Herren von der Majorität; sie lehnten trotz unseres schärfsten Protestes unseren Antrag ab und ersparten so dem Magistrat jcdwelche ernsthafte Auskunft. Endlich am 29. Juni 1999, kurz vor den Ferien, durfte die Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage des Magistrats„zur Kenntnis nehmen", wonach der Magistrat erklärte, zurzeit von einer Neueinteilung absehen und die Sache unter Zugruirdelegung der Wählerlisten für 1919 von neuem r.-. Erwägung ziehen zu wollen. Als Begründung legte er einen Bericht seiner Subkvmmission bei; dieser erschien aber dem Magistrat selbst so fadenscheinig, daß er in der Vorlage er- klärte: er wolle sich die darin enthaltenen Ausführungen nicht durch- weg zu eigen machen. Nunmehr— als es für die Wahlen von 1999 schon zu spät war— wurde das Verhalten des Magistrats von allen Seiten getadelt und die Vorlage— trotzdem sie nur .zur Kenntnisnahme" bestimmt war— einem Ausschusse überwiesen. Aus dem Gesagten geht hervor, daß die Majorität der Stadtverordnetenversammlung an der Schuld des Magistrats mit- zutragen hat; aber selbst wenn das nicht so offen zutage läge, würde der Freisinn aus das schwerste blamiert sein; sitzen doch die Herren Jischbeck und Wiemer im Magistrat— die Herren Fischbeck und Wiemer, die im Landtag den Kampf gegen das Drei- tlassenwahlsystem zu führen berufen sind und die dort wie im Reichstage vor allen Dingen auch gegen die ungerechte Wahl- kreiSeinteilung wettern. Ist es den Konservativen zu verdenken, wenn sie die Deklamationen der Freisinnigen damit beantworten, daß sie nicht an ihren Ernst glaubten— sonst hätten die Herren doch wohl in den Gemeinden, soweit sie freie Hand haben— juhu- lich bezüglich dxr WahlkreiKeinteilung—,"die entsprechenden Aenderungen vorgenommen. Und in der Tat handelt es sich bei den freisinnigen Herren nur um die Rücksicht auf Mandate. Wie liegen denn die Verhältnisse: Wir haben in Berlin(nach den Listen von 1993) 7 Wahlhezirke mit mehr als 19 999 ein- geschriebenen Wählern, darunter den 26. mit 23186! Ihnen stehen 2 Bezirke mit weniger als 3599 Wählern gegenüber, darunter der 2. mit 3999 Wählern. Noch gehören 13 von den 48 Mandaten der dritten Abteilung den bürgerlichen Parteien— diese 13 Mandate entfallen auf ebensoviel Bezirke mit insgesamt 63 638 eingeschriehenen Wählern, also im Durchschnitt 4895 Wähler pro Bezirk— während die Wahlbezirke der 35 sozialdenwkratischen Stadtverordneten 284 595 eingeschriebene Wähler, also im Durch- schnitt 8129 zählen! Es handelt sich also um eine Neueinteilung nicht„lediglich zum Ausgleich der Interessen der Wähler von fünf Wahlhezirken", wie der Bericht jener Magistratssubkommission— unterzeichnet vom Stadtrat Böhm— glauben machen will. Und von dieser Neueinteilung kann eben kein einziger der Bezirke un- berührt bleiben, die heute noch im Rathause„freisinnig" vertreten sind— denn die Wählerlisten für 1998 zählen insgesamt 348 143 Wähler dritter Abteilung, so daß im Durchschnitt auf den Wahl- bezirk 7253 entfallen würden—, diese Zahl wird aber von keinem der 13 bisherigen„freisinnigen" Bezirke erreicht; von ihnen be- sitzt die höchste Wählerziffer der siebente, mit 6659 eingeschriebenen Wählern. Das ist der Grund für das Verhalten der Freisinnigen — in der Stadtverordneteirversammlung wie im Magistrat. Daß auch sonst die Berliner Freisinnigen gegenüber der Wählerschaft dritter Masse besonders engherzig sind, ist be- kannt— unnachsichtlich wird jeder aus der Wählerliste gestrichen, der als„Schlafbursche" gemeldet ist, und es bedarf ziemlicher An- strengungen, um im Fall eines Protestes die Aufnahme durch den Nachweis zu erzwingen, daß der Betreffende über ein eigenes Zimmer verfügt. Noch schlimmer steht es mit der Streichung der- jenigen, die für sich oder Familienangehörige 5lrankenhauspflege in Anspruch genommen und die Kosten noch nicht völlig beglichen haben; durch Reichsgesetz ist dieser Grund gegen die Ausübung des Wahlrechtes für die Rcichstagswahlen jetzt beseitigt, Preußen hat ein Landesgesetz in diesem Sinne in Aussicht gestellt, und Städte wie Eharlottenburg haben bei Aufstellung der Wählerlisten für die Stadtvecordnetenwahlen bereits in diesem Sinne ge- handelt; es müßten sonderbare Heilige sein, die hieraus einen Grund zur Anfechtung der Charlottenburger Stadtverordneten- Wahlen entnehmen wollten, und sicher würde ihnen im Verwaltungs- gerichtsverfahren nicht recht gegeben tverden— der Richter würde eben das Reichsgesetz als eine beweiskräftige Auslegung des Wortes„Unterstützung aus öffentlichen Mitteln" in bezug auf Wahlen ansehen. Aber unsere Berliner Freisinnshelden können sich zu einer solchen Tat nicht aufschwingen— je weniger von der werktätigen Bevölkerung zum Wahltische gehen, um so lieber ist es ihnen— ein Ansporn für alle lvirklich freiheitsliebenden Bürger, erst recht zur Wahl zu gehen und gegen diese Sorte„Frei- sinn" durch Wahl der sozialdemokratischen Kandidaten zu pro- testieren. Aber der so gesetzesfromme Berliner Kommunalfreisinn, der es hier nicht über das Herz bringt, gegen den Buchstaben des Gesetzes zu verstoßen— dieser Freisinn„kann auch anders": Durch die Abänderungen des Einkommensteuergesetzes in Preußen ist bestimmt, daß die Abzüge vom Steuersatze auf Grund des Kinderprivilegs bei der Anrechnung für das Wahlrecht außer Betracht bleiben sollen. In Berlin aber hat man sich über diese Bestimmung einfach hinweggesetzt— sowohl für die Stadt- verordnetenwahllisten, wie für die Wählerlisten zum Landtage. Hätte man vielleicht für die crsteren noch die Ausrede— wohl- verstanden Ausrede!—. ihre Aufstellung habe schon im April be- ginnen müssen, das Gesetz sei aber erst am 26. Mai 1999 in Kraft getreten, so fällt diese Ausrede für die Ausstellung der Listen für den Landtag völlig ins Wasser. Hier bleibt nur die Annahme. daß man zunächst möglichst viele Wähler vom Aufstieg in die zweite Wäblerklasse abhalten wollte; dazu kommt, daß man schlimmstenfalls, wenn doch wieder die f-f'f Sozialdemokraten ge- wählt werden, einen Grund hat, die Wahl für ungültig zu er- klären; sicher findet sich wieder ein Leutnant Pohl oder der- gleichen, der die Anfechtung übernimmt, und ein Berliner Magistratsmitglied wird es im Landtage wieder fertig bringen, die vom Berliner Magistrat aufgestellten Wählerlisten— schweren Herzens, aber doch— als falsch aufgestellt zu brandmarken. Möge die Berliner Wählerschaft bei den kommenden Wahlen diesen Herren von der Marke„Berliner Kommunalfreisinn" einen kräftigen Denkzettel geben, und nach Kräften für die Kandi» daten der Sozialdemokratie wirken, Partei- Angelegenheiten. Gegen die Schund- nnd Greueltaten der spanischen Reaktion, gegen die Ermordrntg Francisco Fcrrers soll die Einwohnerschaft Groß- Berlins Stellung nehmen. Heute Sonntag, den 17. Oktober, mittags 12 Nhr,I finden in KliemS Festsälcn, Hasenheidc 13/15, „ KellcrS Fcstsäleu, Koppenstr. 29, „ Prachtsälen des Westens, Moabit, Wiclefstr. 24 drei groste Bolksversammlungen statt. Referenten: Richard Fischer, Hermann Borgmann, Hngo Heimann, Adolf Hoffman» und Dr. OSkar Cohn. Wir ersuchen die Genossen und Genossinnen, für regen Besuch zu agitieren. Der geschäftSführcnde AuSschnst. Zur Lokalliste. In Kaiilsdorf hat das Lokal„Hamanns GesellschaftShauS". Frankfurler Chaussee, den Besitzer ge- wechselt, jetziger Inhaber Herr Koppelt: derselbe hat sich laut Kou- trakt verpflichtet, seine Räume der Arbeiterschaft nicht zur Ver- fiignng zu stellen, so daß zurzeit in Kanlsdors kein einziges Lokal frei ist. Wir ersuchen speziell die Arbeitcrradfahrer, dicS zu beachten. In Nicder-Tchihchiuisen steht uns das Lokal von L i e d e m i t zu de» bekannten Bedingungen zur Verfügung. Die Lokalkommission. Dritter Wahlkreis. Am Dienstag, den 19. Oktober, abends 8'/, Uhr, sinden zwei Kommunalwählerversammlungen statt. Für de» 17. Bezirk im Kristallpalast, Prinzcnstr. 94, und fiir den 18. Bezirk bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Referenten sind die Stadtverordiiewn Paul Dupont und Ferdinand Ewald. Schöilcbcrg. Heute Sonntag, den 17. Oktober, vor- mittags 8 Uhr, findet in den zur Wahl stehenden 2., 3., 4., 7., 8. und 9. Kommunalbezirk eine Flugblattverteilung statt. Die Genossen und Genossinnen aus den übrigen Bezirken mögen sich zahlreich an dieser Parteiarbeit beteiligen. Am Dienstag, den 19. Oktober, abends 8 Uhr, findet in den Renen RathauSfälen, Meininger Straße 8, eine Volks» versa in m l u n g statt. Tagesordnung:„Die Sozial» demokratie in der Gemeinde." Referent: Reichstags- abgeordneter Genosse H. Molkenbuhr. Freie Diskussion.— Genossen, sorgt für zahlreiche» Besuch I Der Vorstand. Steglitz. Heute vormittag 8 Uhr: Handzettelvcrbreitnng. Am Mittwoch, abends 8>/z Uhr: Oeffentliche Versammlung im„Birken« Wäldchen". Stadtverordneter Adolf Hoffmann, Berlin, spricht über: „Die Reaktion im preußischen Landtag und die liberale Richtung in Staat und Kirche". Steglitz. Heute Sonntag: Besuch der Treptower Sternwarte. Treffpunkt nachmittags 3 Uhr: an der Kaisereiche(Friedenau). Für Nachzügler Uhr: Eingang zur Sternwarte. Der BildungSauSschnß. Tcmpelhof. Dienstag, den 19. Oktober, abends 8'/z Uhr, findet im Lokal von Mariin Müller die Gencralvcrsannnlung des Wahl- Vereins statt. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Teltow. Am Dienstag, den 19. d. M., abends 8'/z Uhr, findet im Lokale dcS Genoffen W. Bonow die regelmäßige Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht vom Parteitag in Leipzig. Berichterstatter: Genosse Ulm-Zehlendorf. Ferner Aufstellung des Kandidaten zur bevorstehenden Stadt» verordueteuwahl. Der Vorstand. Boxhngen-Nummelsliurg. Der Sozialdemolratische Wahlverein von Voxhagen-Rummelsburg feiert am Sonnabend, den 23. Oktober, sein 19. Stiftungsfest, bestehend aus Konzert, Vorträge» nnd Tanz im Cafs Bellevuc. Entree 39 Pf. Da den Genossen ein gcnnß- reicher Abend bevorsteht, erwartet das Komitee zahlreiche Beteiligung. AdlcrShof. Dienstag, den 19. Oktober, abends S1/* Uhr, findet im Lokal von R. Kaul die Generalversammlung des WahlvereinS statt. Tagesordnung: 1. Vortrag über die Aufgaben der Kinder» schutzkommission. Referentin: Maihilde Wurm. 2. Diskussion und Wahl einer Kontrolleurin. 3. Aufiiahine neuer Mitglieder. 4. Be- richt der Funktioncure. 5. Parleiangclcgeiiheiten und Verschiedenes. Trcptow-Baumschulenwcg. Die WahlbcreinSversammlung für Treptow findet an, Dienstag, den 19. Oktober, in der Rennbahn statt; die Mitgliederversammlnug für Baumschulcnwcg fällt bc- stmdcrcr Umstände wegen ans. Am Sonnabend, den 23. Oktober, findet das Stiftungsfest des Wahlvereins statt. Einlaßkarten sind vorher bei den Bezirksführern und in den bekannten Stellen zu haben. Karlshorst. Am Dienstag, den 19. Oktober, Parteiversammlung im Restaurant zum Fürstcnbad. Vortrag der Genossin Frau Jeetzc. Anfang l/�9 Uhr. Achtung. G e n o s s e n I Heute, Sonntag findet bei Sa- browsky, Treskow-Allee, ein geielliger Untcrhaltnngsubend statt. Vorirag über Goethe und Rezitationen. Beginn 6 Uhr nachmiitags. Hierzu ladet ein Der Vorstand. Weißcnsee. Am Dienstag, den 19. Oktober er., abends 8�/, Uhr, findet im Prälaten, Lehdcrstr. 122 eine Volksversammlung statt, in welcher Genosse Eugen Brückner über:„Was bringen nnS die ncncn Steuern s" sprechen wird. Es wird ersucht, für regen Besuch dieser Versammlung Sorge zu tragen. Die Bezirksleitung. Borsigwaldc-Wittenan. Am Dienstag, den 19. d. M., in den „Borsigwaldcr Feftfälen" Mitgliederversammlung des Wahlvcreins. Genosse Ucko referiert über:„Der neue Stcuerraubzug auf die Taschen des arbeitenden Volkes". Tegel. Die Teilnehmer an dem Besuch der Sternwarte tverden ersucht, sich heule nachmittag 2V« Uhr pünktlich an der Endstation der Straßenbahn zur gemeinsamen Abfahrt einzufinden. Morgen Montag, abends 8>/.z Uhr, in W. TrappZ Fcstsälen. Bahnhofstraße 1, Volksversammlung. Ain Dienstag, den 19. Oktober, abends 8>/s Uhr, findet im Lokal von Jnl. Klippenstein, Spandauer Straße 4, die Mitglieder- versammlttng des WahlvereinS statt. berliner JNacbricbtcn. Kleinliche Rache. Von bürgerlichen Gastwirten gehen uns fortgesetzt Mit- tcilungen zu.»ach denen sie mit unserer Haltung in der Bicrfrage unzufrieden sind und sich an uuS rächen wollen durch Abbestellung des„Vorwärts". Mitbestimmend ist auch der Umstand, daß der Parteitag in Leipzig den Beschluß gefaßt hat, die Enthaltung vom Schnaps den Parteigenossen zur Pflicht zu machen. In einer kürzlich stattgehabten Bersamm- lung bürgerlicher Gastwirte ist diese Mißstimniung gegen unser Blatt wie gegen unsere Partei ans Anlaß des beschlossenen Schnapsboykotts recht deutlich in Erscheinung getreten und es ist von einigen Rednern direkt verlangt worden, den„Vorwärts" aus denr Lokal zu verbannen. Wenn die Herren glauben, unsere Partei und unser Blatt mit diesen Drohungen einschüchtern zu können, so irren sie sich gewaltig. Wir haben in der Bicrfrage von jeher am energischsten dahin gewirkt, die das Bier verteuernde Brau- steuer abzuwenden im Interesse der Konsumenten und iin Interesse der Gastwirte. Und als das trotzdem nicht gelang und der Reichstag die Brausteucr beschloß, haben wir darauf hingewirkt, daß die Brauereien die Mehrbelastung selbst tragen und die Aktionäre sich mit einer geringeren Dividende begnügen sollten: den Aktionären blieben dann immer noch reichliche Einkünfte übrig. Als die Brauereien dann die Steuer doch abwälzen wollten, begann ein Jnteresscnkampf. wer am letzten Ende die Kosten trägt. �n diesem Streite haben wir uns auf die Seite der Konsumenten stellen müssen, weil wir es für unrecht hielten, außer der Steuercrhöhung zugleich noch andere Lasten auf das biertrinkende Publikum abzuwälzen. Wir haben immer anerkannt, daß die kleineren Gastwirte schwer unter dem Steuerdruck zu leiden haben und daß viele nicht auf Rosen gebettet sind. Aber auch Hunderttausende von Ar- beitern ringen um ihre Existenz und wehren sich, so gut das geht, gegen erhöhte Aufwendungen. Daß es so kommen mußte. ist nicht unsere Schuld, sondern Schuld derjenigen, die im Reichstage den deutschen Stenerzahlcru— also de» Gastwirten iittb den Arbeitern— solche««erhörte Laste« anfbördete», Lasten, die eben tveder Gastwirte noch Konsumenten tragen � können. Die Empörung der Gastivirte richtet sich also an die falsche Adresse. Die Wirte sind durch die fainose Finanzrcfonn des Schnapsblocks in eine keines- Wegs beneidenswerte Lage gekommen. Die Nerantivortung hierfür trägt mit der NcichSregiernng die neue Rcichstags- oichrhcit, die dnrch ihre Masinnhmen Hunderte und Tauscnde von Existenzen vernichtet und Hundcrttanscndeu von Arbeitern die Lebenslage verschlechtert. Es gibt keine Partei, die von Anfang an energischer die Steuerpolitik der Reichsregierung bekämpft hat, als die sozialdemokratische; selbst die freisinnige Partei kann das nicht von sich sagen, denn sie gehörte bei der Einbringung der Steum-gesctze im Reichstage noch zum Block und war unter Umständen bereit, der Regierung 400 Millionen indirekter Steuern zu bewilligen. Die prekäre Lage, in der sich viele kleinere Gastwirte be- finden, ist also die Folge einer reaktionären Steuerpolitik und es zeugt von einer geradezu sträflichen Kurzsichtigkeit, Ivenn die bürgerlichen Gastwirte in uns den schwarzen Mann sehen, der an ihrem Unglück schuld sein soll. Gcwist wird der in Leipzig beschlossene Schuapsbohkott bei den Gastwirten keine Freunde finden, aber dieser Beschluß richtet sich in erster Linie gegen die schnapSbrenncndcn Junker und die Liebes- gabenpolitik des Reiches. Wenn eine Reihe bürgerlicher Gastwirte den„Vorwärts" abbestellt haben, so ist das nichts als eine kleinliche Rache wegen dcS Schnapsboykottbeschlnsses, die nnS völlig kalt läßt. Diese Gastwirte haben den„Vorwärts" nicht uns zu Liebe gehalten. Sie taten das im Interesse ihrer Gäste. Wenn sie meinen, auf die Gäste, die den„Vorwärts" lesen wollen, verzichten zu können, so müssen sie das am besten wissen; das ist ihre eigene Sache und kümmert uns nicht. Aber unsere Parteigenossen werden darauf achten, ob in den Lokalen, in denen sie verkehren, der„Vorwärts" auSliegt. Es ist in dieser Beziehung bis jetzt nmnchcs vcnmchlässigt worden und der Vorstoß bürgerlicher Gastwirte gegen unser Blatt sollte unsere Genossen doppelt daran niahnen, zu ver- langen, daß in den von Arbeitern frequentierten Lokalen der „Vorwärts" ausliegt. Es ist Pflicht unserer Parteigenossen, das zu fordern._ Die Arbeltcr-Bilduiigöschule beginnt in der kommenden Woche ihre neuen Kurse.. Auf den neuen reichhaltigen Lehrplan ist an dieser Stelle wiederholt hin- gewiesen worden. Aber noch einmal halten wir es für unsere Pflicht, gerade im Interesse der Arbeiter und Ar- beiterinnen von Groß-Berlin selb st eindringlichst an die Teilnahme an den Kursen zu erinnern. In. allen Orten haben in diesem Herbst die BildungSbestrcbungcn mit besonderer Energie eingesetzt; sie können das nur, weil die letzten Jahre ein steigendes BediirfmS danach gezeigt haben. In Berlin in besonderem Matze; nur daß sich hier viele Vorträge und Kurse nicht so an die Oeffentlichkeit dränge», weil der Kreis zu grotz, die Zlvecke und Ziele zu mannigfaltige sind. Bei der Masse der Organisationen und Organisationszweige in einer Grotzstadt wie Berlin ist diese Vielheit nicht verwunderlich. Den vielen BildungS- bcstrebnngen in den einzelnen Organisationen gegenüber aber ist die Arbeiter-BildungSschule eine wohltuende und notwendige Konzentration. Nicht nur äutzerlich, sondern noch weit mehr innerlich, weil sie in sich von jeher auf einen systematisch ausgebauten L e h r p l a n das besondere Gewicht gelegt hat. Sie wjll durchaus das Vernüisitige und Notwendige in einer s ch u I geinätzcn Ausbildung beibehalten, und sie bat damit die schönsten Erfolge erzielt. Gerade auch ein wiederholter Bestich hat dazu beigetragen. � Die Arbeiterinnen und Arbeiter von Grotz-Berlin haben geWitz in den kommenden Monaten ein besonderes Matz von agitatorischer und organisatorischer Arbeit zu bewältigen, aber sie werden diese Arbeiten weit intensiver und wirksamer und auch leichter durchführen können, wenn sie die großen Aufgaben in ihren großen g r n n d- s ä tz l i ch e n Zusammenhängen begreifen. DaS aber ist nur möglich durch Bildung, die weniger in eine oberflächliche Breite geht als in die Tiefe. Die Berliner Arbeiter-BildungSschule hat aber hierin immer ihre vornehmste Aufgabe gesehen, und so liegt es auch gerade im Jnteresie der Erfolge der Agitation und Organisation der nächsten Monate, wenn alle tätigen Partei« und Gewerk- schaftSmitglieder an den beginnenden neuen Schulkursen jetzt sich besonders zahlreich beteiligen. In diesem Sinne rufen wir allen, die es angeht, erneut und eindringlich zu:> Hinein in die Arbeiter-BildungSschule! Die Lehren der Kleinbahnkatastrophe. Der Verein der Berliner Vororte hat sich in seiner vorgestrigen Vorstandssitzung mit dem schweren Bahnunglllck beschäftigt. Nach längerer Aussprache wurde folg!udc Resolution angenommen: „Der Verein der Vororte Berlins zur Wahrung gemeinsamer Interessen hat in seinen verschiedenen Petitionen wiederholt auf die drohenden Gefahren hingewiesen, die durch die in Grotz-Lilbter- feldc-Ost, Nowawes, Biesdorf, Neu-Seegefeld und anderen Orten vorhandenen Niveauübcrgänge hervorgerufen werden, und hat um deren Beseitigung dnrch Untertmmelung gebeten. Der schwere Unglücksfall auf der Siosenthal— Liebenwalder Strecke gibt dem Verein der Bororte Veranlassung, die königliche Eisenbahn- ireklion Berlin zu ersuchen, diesem Wunsche betreffend Beseitigung der Nivcanübergänge im Vorortgebiete Rechnung zu tragen und in ihrer Eigenichaft als Aufsichtsbehörde den Kleinbahnen im Vorortgebiete aufzugeben, für entsprechende Sicherungen der Bahnübergänge durch Schranken und Läutewerke Vorkehrungen zu treffen." Wie weiter gemeldet wird, bat der Unfall Veranlaffung zu einer Prüfung der Gefährlichkeit der Uebergänge der Liebenwalder Bahn geführt. Wahrscheinlich werden jetzt mehrere mit Schranken versehen oder wie in Basdorf mit Wärtern besetzt. Wege» Arbeitslosigkeit hat der ISjährige Handlungsgehilfe Ernst M. aus der Grünthaler Straße Selbstmord verübt. Auf einem Felde bei Waidmannslust wurde der junge Mensch mit durchschossener Schläfe tot aufgefunden. Neben der Leiche lag ein sechsläufiger Revolver. M. hat wegen andauernder Arbeitslosigkeit Hand an sich gelegt. Bor einiger Zeit verlor er seine Stellung und seitdem wanderte er tagtäglich umher, um sich neue Beschäftigung zu suchen. Er hatte aber kein Glück Und in der Verzweiflung nahm er sich schließlich das Leben. LiebeSdrama im Norden Berlins. Der LSiährige Glasbläser Alfred Richter erschoß Freitag nachmittag seine Geliebte, die ISjährige Erna Harnisch in deren Wohnung Brunnenstr. 87 und dann sich selbst. Beide wurden tot im Bette aufgefunden. DaS Motiv zu der Tat, die anscheinend im gegenseitigen Einverständnis geschah, war unglückliche Liebe. Die Leichen wurden nach dem Schauhause gebracht. Ein Pistolenbuell hat angeblich am Freitagvormittag zwischen einem Apotheker und einem Studenten in der Jungfernheide statt- gefunden, bei welchem der lefstere an der rechten Wange leicht ver- letzt worden sein soll. Die Veranlassung zu. dem Zweikampf hat, wie es heißt, eine Aeußerung gegeben, die der Apotheker über eine Verwandte seines Gegners gemacht hat. Die von amtlicher Seite angestellten Ermittelungen sind jedoch ergebnislos geblieben; die Personalien der Duellanten konnten nicht scjtgestellt werden. Warnung vor Schwindlern. In der„Morgenpost" vom 13. Oktober war folgendes Inserat zu lesen: „Arbeiter, militärfrei, ledig, stellt sofort ein Bauer u. Co.. Vorstellen zwischen 5—6 Uhr Borsigstr. 13 v. II. Papiere mit- bringen." Hierzu wird uns geschrieben:„Auf obige Annonce meldeten sich ungefähr ölt— 60 Mann. Es ergab sich aber, daß die genannte Firma nicht existierte, nur ein Frcmdenlogis befand sich in dem Hause. Wir warteten ab. Endlich kam der gesuchte Mann im Auto vorgefahren und ging mit uns ins Lokal Borsigstr. 13. Dort gab er an, er suche Arbeiter für eine Marmorschleiferei und diese befände sich Wiener- Ecke Lausitzer Straße. Wochenlohn zahle er 26 M. bei einer Arbeitszeit von 7— 6 Uhr im Sommer, im Winter 22 M. bei einer Arbeitszeit von 8— 4 Uhr. Spesen für außerhalb 2,50 M. pro Tag. Hierauf stellte er 26 Mann ein, deponierte bei dem Wirt noch 5 M. für die Angestellten; die Papiere behielt er bei sich. Nächsten Morgen sollten sich die Arbeiter wieder in dem Lokal einfinden und die Arbeitsbedingungen unterschreiben. Er wollte auch nur solche Leute haben, die zu gleicher Zeit von Berlin abreisen könnten, denn er habe Aufträge in München, in der Schweiz, in Italien usw. 3 Mann engagierte er sofort für München und sagte ihnen, daß sie die polizeiliche Abmeldung mitbringen sollten. Das taten die Leute auch. Nun erschien der angebliche Bauer im Lokal aber sehr aufgeregt und übergab- die sämtlichen Papiere einem jungen Mann. Diesen will er kennen und früher mit ihm in der lithographischen Kunstanstalt von Böhme in der Reichenberaer Straße gearbeitet haben. Dieser junge Mann sollte uns nach Wiener Straße 12 hinleiten. Dort im Restaurant sollte unS sein Kompagnon, ein gewisser LaSkowski, in Empfang nehmen, er selbst wollte nachkommen. Als wir dort eine Zeitlang gewartet hatten und kein LaSkowski oder Bauer erschien, schöpften wir Per- dacht und wollten die Papiere wieder haben. Da stellte sich heraus, daß von zwei„Angestellten" die Papiere fehlten. Wir ließen darauf den dem Bauer bekannten jungen Mann verhaften, weil wir dachte», er stecke mit der Firma Bauer u. Co. unter einer Decke. Auf dem Polizeirevier am Lausitzer Platz er- gab sich aber, daß er unschuldig war. Es wurde von der Polizei nachgeforscht und da stellte sich heraus, daß Bauer in der litho- graphischen Anstalt in der Reichenberger Straße unter dem Ramen Albert Paul gearbeitet hat und daß er schon seit 1907 steckbrieflich verfolgt wird. Leute wollen gesehen haben, daß er sich am andern Morgen mit Ueberzieher und Koffer aus der Borsigstraße 18 nach der Elsasserstratze zu entfernt hat." Ein Stellenschwindler hat gestern vormittag auf der„Herberge zur Heimat" wieder eine Gastrolle gegeben. Ein elegant ge- kleideter junger Mann, etwa 25 Jahre alt, erschien dort und suchte für ein Bankgeschäft in der Kronenstraße emen Hausdiener für 45 M. bei freier Station, außerdem 10 M. LogiSentschädigung. Der erst kürzlich zugereiste Hausdiener Bernhard Reinbrecht ging darauf ein. Beide begaben sich auf die Suche nach einer Wohnung, fanden auch in der Kreuzstraße eine solche und der neue Hausdiener mußte gleich seine Sachen dort lassen, außerdem den Fremden, welcher ihn nunmehr sicher gemacht hatte, seine Uhr nebst Kette sowie seine Papiere als Pfand abgeben. Beide gingen dann nach der angeblichen Stelle, dem Bankgeschäft in der Kronenstraße. Unterwegs nun schützte der Fremde vor, noch etwas vergessen zu haben, der Hausdiener solle sich ruhig Kronenstraße vorstellen. Als er aber dort ankam und kein Bankgeschäft fand, wurde ihm der Schwindel klar; er eilte zurück, um seine Sachen zu holen, aber leider konnte er von der Wirtin nur die Mitteilung erhalten, daß die Sachen vor 5 Minuten durch den Fremden schon abgeholt waren. Der Schwindler, welcher ein elegantes Auftreten hat, spricht ge- brachen deutsch, trug einen braunen Anzug, grauen Ueberzieher, grünen Hut und ist bartlos. Beschlagnahmte Geldspiclautomaten. Auf staatsanwaltschaftliche Anordnung wurden gestern in dem Automaten-Barietö, Friedrich- straße SO, sämtliche Geldspielautomaten, zusammen 26 Stück, be« sltilagnahint und von dort nach dem Polizeipräsidium über- geführt. Gegen den Inhaber der Automatenhalle ist ein Ver- fahren wegen Glückspiels anhängig. Der Fortgang des Ver- fahren» wird ergeben, ob auch in gleicher Weise gegen die Inhaber der übrigen Spielautomatenhalleu, deren jetzt bereits wieder zirka 15 in Berlin bestehen, von der Polizei eingeschritten werden wird. Trotz vielfacher Warnungen werden immer wieder neue Spielautomaten, die durchweg zweifel- hafter Natur sind, in Verkehr gebracht; es sei daher nochmals auf die Gefährlichkeit dieser Unternehmungen hingewiesen und besonders betont, daß die Gerichte, die die ausschließliche Entscheidung in diesen Dingen haben, wegen Glücksspieles nur auf Gefängnisstrafe(gemäß K 284 B. G.-B.) erkennen können, wenn die Spiele als solche an- gesehen werden, bei denen vorwiegend der Zufall und nicht die Geschicklichkeit des Durchschnittsspielers ausschlaggebend ist. Auch die Hauswirte, welche ihre Räume für derartige Zwecke hergeben, können mit zur Verantwortung gezogen werden. Kein städtischcs Licht- und Luftbad. Die Deputation für das städtische Turn- und Badewescu beschloß in ihrer gestrigen Sitzung, den von verschiedenen Natnrheilvereincn eingegangenen Anregungen, die darauf hinausgingen, die Stadt möge ihr Interesse für Natur- Heilmethoden durch Anlage eines Licht- und Luftbades bekunden, keine Folge zu geben. Wegen eines großen DachstnhlbrandcS wurde gestern abend die Berliner Feuerwehr nach der Waldemarstr. 42 alarmiert, wo der Dachstuhl eines Fabrikgebäudes in großer Ausdehnung in Flammen stand. Die Feuerwehr mußte tüchtig Wasser geben, um die Gefahr für die vielen Betriebe zu beseitigen. Die Entstehung wird auf Unvorsichtigkeit zurückgeführt. Kurz vorher mußte in der Heidcnfeld- straße 20 ein größerer Tischlcreibrand gelöscht werden, der ebenfalls auf lluvorsichtigkeit zurückgeführt wird. Die Stäbtische Fortbildungsschule für schwachbcanlagte Jüng- linge und junge Mädchen(Brunnenstr. 136) hat das Winterhalb- jähr begonnen. Die Knabenschule, in welcher Unterricht im Deutschen, Rechnen, Fachzeichnen, in Tischler-, Schlosser- und Buch- binderarbeit erteilt wird, hat seit April im Süden der Stadt (Fürbringerstraße 33/34) eine Zweigschule eröffnet. Die Mädchen. schule hat zu ihrem bisherigen Unterricht in Deutsch, Rechnen, weib- licher Handarbeit und Hauswirtschaft noch Turnen hinzugenommen. Der Leiter der Schule erteilt besorgten Eltern gern Rat über Er- ziehung und Beschäftigung schwachbeanlagter Kinder. Anmeldun- gen täglich von 5— 6 Uhr im Schulhause, Brunnenstr. 186. Der JugciidanSschuß von Groß-Berlin teilt nnt, daß der Vortrags- kursuS über Nationalökonomie(für Anfänger)— Vortragender: Gustav Schumann— nicht in dem VerhandshauS für GastivirtS- gehilfen, sondern jeden DienStag bei Obiglo, Schwedter- straße 23 stattfindet. Der Jugend-Kursus in theoretischer National- ökonomie(Fortschrittskursus) beginnt von seiner heutigen zweiten Stunde ab erst um 11 Uhr, und zwar im Jugendheim, Waldemarstr. 65. Die akademischen NntcrrichtSkurse für Arbeiter und Arbeite- rinnen wollen den Hörern, besonders älteren Arbeitern, die nicht mehr die Fortbildungsschule besuchen können, zu einer gründlichen Ausbildung in den elementaren Unterrichtsfächern, in Deutsch, Rechnen. Algebra. Geometrie. Geographie, Naturwissenschaften. Schönschreiben und Stenographie Gelegenheit bieten. Der Unter- richt wird von Studierenden der Berliner Universität und der übrigen Hochschulen erteilt. Das Unternehmen wird geleitet durch ' einen aus ihrer Mitte gebildeten Vorstand unter Mitwirkung do« Vertrauensleuten der Hörer. Jeder Kursus findet wöchentlich einmal statt in den Abend- stunde» von 8— 10 Uhr. Zur Deckung der Unkosten wird für jeden Kursus ein einmaliger Beitrag von 50 Pf. erhobxn; außerdem sind noch 25— 30 Pf. für Lehrbücher zu entrichten. Die Bezahlung des Kursgeldes und der Lehrmittel muß bei der Anmeldung erfolgen. Die Kurse finden statt: im Gebäude des Zentralarbcitsnachiveises, Rückerstraße 9(5 Minuten vom Bahnhof Börse), in der Friedrich- Werderschen Oberrealschule, Niederwallstraße 12(am Spittclmarkt), in der VII. Realschule, Marianneiistraße 47(am Heinrich-Platz), in der 8. und 03. Gemeindeschule Gipsstraße 23a und in der Ge- meindeschule Rixdorf, Erkstraße 26— 28. Anmeldungen für alte Hörer 19. und 20. Oktober, für neue Hörer 21. bis 23. Oktober von 8—10 Uhr abends in der Kantine des Zentralarbeitsnachweises, Rückerstraße 9. Das ausführliche Programm sowie der Stunden- plan liegen bei der Anmeldung aus. Allgemeine Hörerversammlung Freitag, den 29. Oktober, im großen Saal des Zentralarbeitsnachweises, Gormaniisiraße 13. Für die in Chärlottenburg und Moabit wohnenden Arbeiter und Arbeiterinnen verweisen wir auf die Freien Fortbildung-- kurse für Arbeiter der Wildenschaft der Technischen Hochschule, die ebenso Gelegenheit zu einer gründlichen Ausbildung in den Ele- mcntarfächern bieten. Der Unterricht wird in der Gemeinde- schule III Schloßstraße 2(Charlottenburg), erteilt. Programme sind bei Herrn Dipl. Jng. Fritz Holm, NW. 5, Salzwedcler Straße 3, zu haben. Der Berliner Nrbriter-Radfahrerverein(Mitglied de» Arveiter- Radkabrerbundes Solidaritäl) veranstaltet am kommenden Sonnabend, 23. Oktober in der„Neuen Welt", Hasenheide 103—114 sein fünftes SlistungSfest, wozu Freunde und Bekannte dcS Arbeiter-Radfahr- sportcS bestens eingeladen sind. Arbcitcr-Samaritcr-Kolonne. Montagabend 9 Uhr 2. Abteilung bei Dase, Brunnenstr. 154: Vortrag über Verlegungen. Wund- behandlung und Blutstillung. Daran anschließend praktische Uebunacn. Am Mittwoch llcbungöstunde der 5. Abteilung und Donnerstag der 3. und 4. Abteilung. Ebenfalls am Donnerstag beginnt in S p a n d a u bei Böhls, Havelstraße auf Veranlassung des BildungSanSschusseS ein Samariter- Kursus. zil dem noch einiqe Teilnehmer zugelassen werden. Die Teilnahme für diesen Kursus ist unentgeltlich. Vorort- JVaebriebtem Charlottenburg. Bon einer Kraftdroschke totgefahren wurde vorgestern abend um 7>/, Uhr der sechs Jahre alte Sohn Willi der Maurer Kramerschcn Eheleute aus der Kantstr. 83. Der Kleine hatte vor dem Hause Kantstr. 48 gespielt und war direkt in den Kraftwagen hinein- gelaufen. Der Führer des AutoS brachte das noch lebende Kind in das Krankenhaus Westend, wo eS trotz ärztlicher Bemühungen bald verstarb. Eltcrnverein für freie Erziehung. Wir machen auf die am Montag, 13. Oktober, abends 8 Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3, statt- findende Volksversammlung, in welcher Fräulein Gertrud Ostwald, Friedenau, über die Bedeutung der Zahnpflege im KindeSalter sprechen wird, aufmerksam und hoffen aus zahlreichen Besuch. In daS Wasser gesprungen ist in der letzten Nacht um 2 Uhr ein etwa 2l)jährigeS Mädchen. Ein Schutzmaim und ein Arbeiter bemerkten hinter dem Schloßaarten, Luiscnstraße 13, wie da? Mädchen den weißen Strohhut am Ufer der Spree niederlegte und dann in das Wasser sprang. Beide»ahmen sofort einen Kahn und konnten die Lebensmüde auch bald landen. Obgleich der Körper noch warm war, konnte der Arzt nur den bereits eingetretenen Tod feststellen. Papiere wurden bei der Toten nicht vorgefunden. Sie hatte eine Handtasche, ein Portemonnaie mit 22 M. Jnbalt mid ihr Taschen- tuch, daS gezeichnet war, bei sich. Einen Schlllffel und ein Paar weiße Handschuhe hatte sie an ihrem Körper festgeschnallt. Sie trug schwarzen Kostümrock, braune Bluse, schwarze Strümpfe und Schnürstiefel. Wer die Tote ist, konnte nicht festgestellt werden. Rixdorf. Die Wahlen der 2. Aiteilnng im Südbczirk, gegen deren Gültigkeit von dem Stadtverordneten Beiß Klage beim Bezirks- auSschuß wider die Stadtverordnetenversammlung erhoben wurde, hat der Bezirksausschuß in seiner Sitzung am 5. Oktober für un« gültig erklärt. Auf die Begründung dieses Urteils werden wildem- nächst zurückkomnien. Steglitz. Am 24. Oktober, nachmittags 2 Uhr. findet im.Birkenwäldchen". Schützenstraße, eine I u g e n d v e r s a m m l n n g statt, in der Herr Dr. Karl Liebknecht über:„Der Kampf um die Jugend" sprechen wird. Wir forden, hiermit die Jugendlichen von Steglitz und Umgebung, aber auch deren Eltern auf. durch zahlreichen Besuch der Versammlung zu bezeugen, daß sie der Sache ein großes Interesse entgegenbringen. Der Jugendausschuß. Spandau. Daß-die Arbeiter und Wähler der dritte« Abteilung von den bürgerlichen Stadtverordneten absolut nichts zu erwarten haben, zeigte sich so recht in der letzten Stadtverordnetenversammlung. Die erste Vorlage, die die Wahl von 7 Mitgliedern in eine gemcinschaft- liche Kommission zur Beratung der Angelegenheit betreffend die Aufbringung der Mittel fiir den Mehrbedarf für 1909 und 1910 enthielt, wollte man erst ganz kurz abtun, und der Re- ferent Stadtv. Grätsche!(freis.) schlug namens des 6. Aus- schusses vor. die Angelegenheit der Finanzdiputation zU überweisen. Nachdem man sich eine kurze Zeit gestritten, welcher Deputation die Sache am zweckmäßigsten übergeben werde, warf mit einem Male unser Genosse Pieck den Funken in das Pulverfaß. Er schlug nämlich vor, die Vorlage dem EtatSauSschuh zu übergeben, denn es handele sich um die Aufbringung von Steuern, um die Wertzuwachs- stcuer, um eine Schankkonzcssionssteuer, um Erhöhung de» Wasser- zinseZ und des Gaspreises(Unruhe!) Diese Ausführungen lockten nunmehr den Referenten Stadtv. Grätsche! aus seiner Reserve heraus. Nach den Ausführungen des Stadtv. Pieck sehe er sich aber doch veranlaßt, den Bericht des Oberbürgermeisters, den dieser der Kommission schriftlich gegeben, zu verlesen. Nach diesem Bericht hat die Stadt mit folgenden Ausgaben zu rechnen. Für das Jahr 1903 sind für Lehvergehälter nachzuzahlen zirka 34 000 M. Für- das Jahr 1909 betragen die Ausgaben für die Gehaltserhöhungen der Lehrer, der städtischen Beamten und Arbeiter 154 000 M und für daS Jahr 1910 sogar 171 500 M. Zur Ausbringung dieser Mittel hatte dann der Oberbürgermeister einige Steuern vorgc. schlagen,� wie die Wertzulvachssteuer, die Schanikonzessionssteuer, die Erhöhung der Gaspreise und des WasscrzinseS, sowie die Er. böhnng der Hundesteuer. Nach diesem Bericht des Referenten herrschte kurze Zeit eine beängstigende Stille und man sah manch bleiches Gesicht. Am ersten kam die Gruppe der Herren Speku- lauten zu sich, sie merkten, daß es ihnen mit der Wcrtzuwachssteuer an den 5ftagen gehen sollte. Der Stadtverordnete Lüdicke ver- suchte zunächst d,c Angelegenheit noch einmal aus der Oeftentlich- keit verschwinden zu lassen, indem er beantragte, die Vorlage noch einmal an den 6. Ausschuß zurückzuweisen. Als jedoch der Stadt- verordnetenvorsteher Schröder erklärte, daß die Erhöhung der Göhältcr für Lehrer, Beamte und Arbeiter schon in der nächsten Woche zur Vorlage kommen würde und als der zweite Vorsitzende der Mittelstcmdsvereimgung Stadtv. N e u s ch erklärte, daß ihm die Haare zu Berge stehen angesichts der großen Ausgaben für die Erhöhung der Gehälter, da sprang nochinals der Stadwerordnete Lüdicke als rettender Engel in die Bresche, indem er meinte, es sei doch fraßlich, ob man sich schon in der nächsten Woche mit den GehaliserWungen iver�e büfchäft'M können. Man muffe sich daher, che man sich mit den Gehaltserhöhungen beschäftige, darüber schlüssig werden, in welcher Weise man die M&cl aufbringen wolle. Man könne dann schließlich nocPeinige Strei- chungen bei den Erhöhungen der Gehälter und Löhne vornehmen. Die Wertzuwachs st euer halte er nicht für geeignet, sie zur Grundlage für die Gehaltserhöhungen zu machen.(Bravo bei einigen Grundstücksspekulanten.) Das Reich werde jedenfalls in einigen Jahren auch eine Wertzuwachssteucr einführen und dann müßten die Kommunen sie ja doch wieder einstellen. Hierauf erklärte der Oberbürgermeister Költze, daß die von ihm vorgeschlagenen Steuern resp. Steuererhöhungen ja nicht alle mit einem Male ein» geführt werden sollen. Er habe sie nur zur Auswahl vorgeschlagen. Zu den vom Referenten angeführten Ausgaben komme noch hinzu die Verzinsung und Amortisation der bereits aufgenommenen An- leihen. Deshalb sei es nötig, daran zu denken, wie man die Mittel aufbringen wolle. Man könne doch unmöglich die Erhöhung der Besoldung der Lehrer, Beamten und Arbeiter von der Wertzuwachs- steuer abhängig machen. Vor eins müsse er aber entschieden nxirncn. und daß sei, daß man die Steuerzuschläge erhöhe. In erster Linie habe er allerdings an die Einführung der Wertzuwachs- stcuer gedacht, denn diese sei die gerechteste Steuer. Wenn durch die Einrichtungen, die eine Kommune mache, die Grundstücke wertvoller werden, sei eS auch gerechtfertigt, wenn die Gemeinde einen winzigen Teil dieser Wertsteigcrung als Steuer für sich fordere. ES seien hier in Spandau gerade ganz unglaubliche Wertsteigerungen vorgekommen,'die denen in den Schoß gefallen sind, die nicht eine Hand dafür gerührt. Es wäre erwünscht, wenn die Ver sammlung einmal einen Vortrag über die Wertzuwachssteucr höre man mache sich eine ganz falsche Vorstellung von ihr. In Schöne berg habe man über 300 000 M. damit in etwa einem halben Jahre eingenommen. Er bezweifele sehr, daß der Reichstag für das Reich eine Wertzuwachssteucr in absehbarer Zeit einführen werde, dazu sei die Materie zu schwierig. Genosse S ch m i d t I nagelte zunächst fest, daß der freisinnige Stadtv Grätsch«! erst durch die Aus führungen des Genossen Pieck aus seiner Reserve herausgetreten. Genosse Pieck' wollte sich nun den Stadtverordneten L ü d i ck e vorknöpfen, der die Einführung der Wertzuwachs« st euernichtfürgeeignet halte und der lieber im Land- tag für eine Fahrrad st euer eintrete. Er wurde aber durch laute Schlußrufc verschiedeuer bürgerlicher Stadtverordneten und Grundstücksspekulanten unterbrochen, und es gelangte schien nigst ein gestellter Schlußantrag zur Annahme. Die Vorlage wurde an den 6. Ausschuß zurückverwiesen. Inzwischen wird man wohl fleißig hinter den Kulissen arbeiten und die Geprellten werden wieder die kleinen Gewerbetreibenden, die Hand- tv e r k c r und die Arbeiter sein. Die zweite Debatte entwickelte sich bei der Vorlage betreffs Einstellung eines Dieners für die Ju biläumsturnhalle, der eine freie Wohnung im Keller der zweiten Gcnieindeschule und den Lohn eines ungelernten Arbeiters als Entschädigung erhalten soll. Werkwürdig war die Stellungnahme des Referenten, Realschullehrers Stadtv. Berlin zu dieser Vor läge. Er hielt den Lohn für zu hoch.(Es kommen inkl. der freien Wohnung jährlich 13S0 M. heraus.) Er verlangte. daß der Schuldicncr der zweiten Gemeindeschule diese Arbeiten gegen eine kleine Gratifikation mitmacht. Der Schuldicner hätte dann eine Arbeitszeit von morgens �6 bis abends 11% Uhr, da die Turnhalle auch abends von den Vereinen benutzt wird. Genosse Schmidt l nagelt dann diese Ansicht eines Lehrers, der doch eine gute Einnahme auch zu schätzen weiß, ganz gehörig fest. Er richtete zum Schluß die Frage an den Oberbürgermeister, ob die Turnhalle luxh für einig? Zeit frei sei und der Magistrat bereit wäre, sie auch dem hiesigen A r b e i t e r t u r n v e r e i n. der sich vor längerer Zeit schon schriftlich darum beworben, zur Verfügung zu stellen, Es scheine, als ob man diesen Verein, dessen Mitglieder durch ihre Steuern auch zum Bau der Turnhalle beigetragen, aus- schließen wolle. Der Oberbürgermeister Költze gab hieraus folgende, für die Arbeiter und namentlich für die sozialdemokrati schen Arbeiter Spandaus sehr bemerkenswerte Erklärung ab: Der Magistrat werde morgen, Freitag, die Verteilung der Turnzeiten unter die ö Vereine, die sich gemeldet haben, vornehmen. Er wun- dere sich aber, daß die Sozialdemokraten in einer Turnhalle turnen wollen, die gestiftet ist zur silbernen Hochzeit des Kaisers, in der die Büsten des Kaisers und der Kaiserin stehen. Er glaube, die Sozialdemokraten werden sich nicht wohl darin fühlen.(Vielleicht prüft der Oberbürgermeister einmal die Frage, ob es der Kaiser und seine Gemahlin angenehm empfinden, wenn sie erfahren, daß zu dem Bau dieser aus Anlaß ihrer silbernen Hochzeit gestifteten Turnhalle auch die Gelder der sozialdemokratischen Steuerzahler, wenn auch nur zwangsweise, verwendet w o r d e n s i n d! D. B.) Genosse Schmidt I erwiderte hierauf, daß die Sozialdemokraten sich nicht daran stoßen, was in den Räumen steht. Die Sozialdemokraten verlangen bloß.Gleichberech- tigung, damit die Mitglieder des Arbeiterturnvereins nicht mehr. auf Gasttoirtschaften angewiesen sind. Stadtv. Genosse Pieck tue ist darauf hin, daß im Arbeiterturnvcrein keine Politik getrieben werde. Politik und Religion sei nach ihren Satzungen ausgc» schlössen. Auch der konservative Justizrat Dr. Baumert suchte noch den Nachweis zu erbringen, daß es politische Turnvereine gebe, ihm wurde jedoch vom Genossen Pieck in gebührender Weise ge- dient. Es gelangten hierauf noch eine Reihe kleinerer Vorlagen zur Erledigung._ 6encbtö- Zeitung. Barnay wider Brühls. Ein neuer BelcidigungSprozcß gegen die„Wahrheit" wird demnächst vor dem Schöffengericht zur Verhandlung kommen.— Im Januar d. I. erschienen in verschiedenen Preßorganen Mit- teilungen darüber, daß der Geheime Jntendanzrat Ludwig Barnay der geschiedenen Frau seines Sohnes, die sich angeblich in größter Not befände, jegliche Unterstützung verweigert und dadurch ver- anlaßt habe, daß die kränkliche Frau mit ihren Kindern in höchste Not geraten sei. Die„Wahrheit" nahm dies zum willkommenen Anlaß, auch andere Angriffe rein privater Natur gegen den Ge- heimrat Barnay zu richte». Barnay, der alle diese Behauptungen der„Wahrheit" als gehässige Erfindungen und Entstellungen be- zeichnet, hat durch seinen Rechtsbeistand nunmehr Strafantrag gegen die„Wahrheit" gestellt. Termin zur Hauptverhandlung ist auf Mitte November vor dem Schöffengericht anberaumt worden. Schriftsteller Walden gegen Schauspieler Nissen. Ein Beleidigungsprozeß, welchen der Schriftsteller Hcrwarth Walden gegen den Vorsitzenden der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, Hermann Nissen, angestrengt hatte, gelangte gestern unter Vorsitz des Amtsrichters Dr. Schenk vor dem Schöffen- geeicht Berlin-Schöneberg zur Verhandlung. Die eigentliche Ursache dieses Prozesses bildeten interne Auseinandersetzungen zwischen der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger und dem Kläger Walden, welche eine Folge seiner Tätigkeit als Re- dakteur des Genoflenschaftsorgans„Der neue Weg" bildeten. Walden war durch Beschluß des Zentralausschusses als Redakteur der genannten Zeitschrift engagiert worden. Schon nach drei Wochen erfolgte seitens der Genossenschaft eine Kündigung, welche der Kläger als völlig ungerechtfertigt bezeichnet. In einer Geheimversammlung der Delegierten der Genossenschaft, die im Künstlerhause stattfand,-wurden dann unter anderem die Gründe dieser Entlassung näher erörtert. In seinem Bericht hierüber soll nun Nissen den Kläger der„Unterschlagung" bc- zichtigt haben. Walden ließ sofort durch feinen Rechtsbeistand, Rechtsanwalt Hugo Caro, die Beleidigungsklage gegen Nissen ein- T reichen. In der gestrigen Verhandlung bestritt Rechtsanivalt Schlesinger als Verteidiger des Beklagten, daß dieser den Kläger in jener Sitzung der Unterschlagung bezichtigt habe. Ein Zeuge T., welcher jener Sitzung beigelvohnt hatte, bestätigte, daß das Wort „Unterschlagung" in der Sitzung nicht gefallen war. Dagegen habe Nissen verschiedene angebliche Unkorrekthciten des Klägers in scharfen Worten, aus denen man vielleicht jenen Vorwurf heraushören konnte, gerügt.— Das Gericht kam nach längeren Kontroversen der Parteien zu einer Freisprechung des Beklagten, da aus der Form jener Aeußsrung Nissens keine Beleidigung hervorgehe und ihm außerdem der Schutz des§ 103, Wahrnehmung berechtigter Interessen, zur Seite stehe. Hundchetze und Berliner Stadtmissionar. In der Wirtschaft von Achilles in Göttingen hielt eines Abends der Vorstand des Maurerverbandes eine Sitzung ab. Während die fünf Männer ruhig miteinander sprachen, stürmte ein Mitglied der Jugendabteilung des Arbeiterturnvereins herein, verfolgt von einem großen Hunde des Wirtes, und gleich darauf der Wirt selbst in großer Aufregung, laut darüber lärmend, daß er durch die neue Biersteucr um 1000 M. geprellt sei, und schimpfend auf die Gewerkschaften, die machen könnten, das? sie hinauSkümcn, die Christlichen feien ihm lieber usw. Als die Maurer begütigend auf ihn einredeten, hetzte er mit dem Rufe:„Cäsar, fass' an!" den Hund auf sie. Zum Glück riß gleich die Frau, die auf den Lärm herbeigeeilt loar� das gefährliche, auf den Mann dressierte Tier zurück. In dem Getümmel sollen nun zwei von den Maurern mit ihrem Bierseidel geschlagen haben; dies wurde in der Gerichtssitzung, in der am Freitag vor dem Göttinger Schöffengericht diese Sache verhandelt wurde, durch die Beweis- aufnähme widerlegt. Der Gastwirt entschuldigte sein Benehmen damit, daß er an jenem Tage mit einem Herrn von der Berliner Stadtmission mehrere Flaschen Mein getrunken habe und völlig betrunken gewesen sei. Er wurde wegen Hetzens eines Hundes auf Menschen zu 10 M. Geldstrafe verurteilt. Die Gans vor dem Reichsgericht. Kaum hatte, wie wir berichteten, das Reichsgericht anerkannt, daß 8 Pfund Käse ein Nahrungsmittel ist, dessen Entwendung nur auf Antrag verfolgt werden kann, wenn die Fortnahme zum als- baldigen Verbrauch' erfolgte, so hatte es am Freitag eine ähnliche Entscheidung über die Entwendung einer Gans zu treffen. Vom Landgericht Tilsit waren am 5. Mai die Gerberfrau Rackschies und die verehelichte Walter wegen Diebstahls verurteilt worden, und zwar die erstere zu einem Monat, die letztere aber, da wieder Holter Rückfall vorlag, zu vier Monaten Gefängnis. Beide hatten eine GanS gestohlen, um sie zu braten und alsbald zu verzehren. Das Landgericht hatte Mundraub nicht als vorliegend erachtet, weil die Gans kein Nahrungsmittel von unbedeutendem Werte sei. Auf die Revision der beiden Angeklagten hob das Reichs gericht das Urteil auf und stellte das Verfahren als unzulässig ein. Dadurch sind die Angeklagten von Strafe und Kosten befreit. Irrtümlich hatte, führte das Reichsgericht aus, das Landgericht angenommen, daß Z 370,6 auf den vorliegenden Tatbestand keine Anwendung finde, da die GanS zwar ejn Nahrungsmittel in ge- ringer Menge, nicht aber von unbedeutendem Werte sei. Es ist n>ur erforderlich, daß das Nahrungsmittel zum alsbaldigen Ge brauch entwendet war, und zivar muß es entweder von un» bedeutendem Werte sein oder eine geringe Menge darstellen. Es lag sonach Mundraub vor. Dieser konnte aber nicht bestraft werden, da ein Strafantrag nicht vorlag. Mocken-Spielplan der Berliner Cbeater. Känigl. Opernbaus. Sonntag: Der Ring des Nibelungen. Götter. dämmerung. OHnf. v'/z Uhr.) Montag: Sinsduie« Konzert. DienSwg: Carmen. Mittwoch: Tännhäuscr. Donnerslag: Bohdme. Freitag: Don Juan. Sonnabend: Bajazzi. Vei siegelt. Sonntag: Eleltra. Montag: Der fliegende Holländer.(Anfang' 7'/, Uhr.) Königl. SchanfPielhanS. Sonntag: Der eingebildete Krank«. Montag: Geschlossen. Dienstag: Die Maklabäer. Mittwoch: Der eingebildete Kranke. Donnerstag: Die OuitzowS. Freitag: Der Schwur der Treue. Sonnabend: Götz von Berlichtngen. Sonntag: Der eingebildete Kranke. Montag: Die Maklabäer.(Anfang 71/, Uhr.) Neues königl. Opcrn-Thcaker. Sonnlag nachmittags 3 Uhr: Der Meineidbaucr. Abends: In der Sommersrische. Montag: Geschlossen. Dienstag: Der verkehrte Hos. Mittwoch: Der Amcrikaseppll. Donnerstag: Der Geigenmacher von Mitlenwald. Freitag: Der ProzehhanSl. Sonn. abend: Jägerblilt. Sonntagnachniittag 3 Uhr: AImcnrausch und Edeliveig. Abends: Der Herrgottsschnitzer von Ammergau. Montag:'S Lieserl vom Schliers«.(Anfang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag und Montag: Hamlet. Dienstag: Ein Somniernachtstraum. Mittwoch: Hamlet. Donnerv tag: Faust. Freitag, Sonnabend und Sonnlag: Hamlet. Montag: Faust.(Ansang 7'/. Uhr.) Deutsches Thrarer.(Ka m m e r s p i e l e). Sonntag und Montag: Di« Zuflucht. Dienstag: Frühlings Erwachen. Mittwoch: Die Zuflucht. Donnerstag: Der Arzt am Scheidewege. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Die Zuflucht. Montag: Der Arzt am Scheidewege.(Ansang 8 Uhr.) Lessing-Thcatcr. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Raub der Sabinerinncn. Abend»: Der König. Montag: DcS Pfarrers Tochter von Streladorf. Dienstag: Die Gesährtin. Hannelcs Himmelsahrt. Mittwoch: TantriS der Narr. Donnerstag: Di« versunkene Glocke. Freitag und Sonnabend: TantriS der Narr. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Weber. Abends: Tantri« der Narr. Montag: Die Gesährtin. HanneleS Himmelfahrt.(Slnsang 8 Uhr.) Berliner Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: HcrodeS und Martamne. Abends, Montag und Dienstag: Einer von unsere Lcut'. Mittwoch: Nachmittags: Der Traum ein Leben. AdcndS und Donnerstag: Einer von unsere Leut'. Freilag: Alpeiilünig und Mcnschcnscind. Sonn- abend: Nachmittag»: Der Traum ein Leben. Abends: Alpcnlöiiig und Menschcnscino. Sonntag: nachm. 3 Uhr: Hcrodcs und Marianm«. AoendS und Montag: Alpenköntg und Menschenteind.(Ansang 8 Uhr.) Neues Theater. Allabendlich: Das Urbild dcs Tartüffe.(Ansang 3 Uhr.) Hebbel, Theater. Sonntag und Montag: Hanna Lagert. Von Dienstag ab allabendlich: Der Skandal.(Ansang 8 Uhr.) Nene» TchausPielhauS. Sonnlag: Das Exempel. Montag: Der Dummkops. DtenLtaa: Das Exempel. Mittwoch: Der Dummkops. Von Donnerstag bi» Sonntag: Das Exempel. Montag: Der Dummlopj. (Ansang 8 Uhr.) Komische Oper. Sonntag nachmittag 8 Uhr: Hosfmanns Erzählungen. Abends: Der Wildschütz. Montag: HostmannnS Erzählungen. Dienstag: Auserstchung. Mittwoch: Tlesland. Donnerstag: Auserstehung. Frckitag: Der Wildschütz. Sonnabend: Auserstehung. Sonntagnachmtttag 3 Uhr: Tiefland. AbendS: Auserstchung. Montag: HosfmannS Erzählungen.(Ans. 8 Uhr.) NeueS Operetten-Theater. Sonntag nachm. 2 Uhr: Der Zigeuner- baron. Abends, Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Die Dollarprtnzessin. Freitag und Sonnabend: Der arme Jonathan. Sonntag- nachmittag 8 Uhr: Der Zigeunerbaron. Abends und Montag: Der arme Jonathan.(Ansang 8 Uhr.) Lustipielhans. Sonntag nachm. 3 Uhr: Im Klubsessel. Allabend» llch: Man soll leine Briese schreiben. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die blaue Maus.(Ansang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntag nachm. 31/, Uhr: Ein Walzertraum. BIS aus weiteres täglich: Die geschiedene Frau.(Ansang 8 Uhr.) Nächsten Sonntag nachmttttag 3>/, Uhr: Die lustige Witwe. Residenz-Theater. Sonntag nachm. 3 Uhr: Kümmere Dich um Ainelip. Allabendlich: Gretchcn.(Ansang 8 Uhr.) Nächsten Sonntag«ach» mittag: Der Floh im Ohr. Kleine» Theater. Sonnlag nachmittag 3 Uhr: L X 2— 5. AbendS, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag: Moral. Sonn» abend: Hintcr'm Zaun.(Anfang 8 Uhr.) Nächsten Sonntag nachmittag: 2X2= 8. Abends und Montag: Hinterm Zaun. iKchiller-Tveatcr O. Sonntag nachm. 3 Uhr: Macbeth. AbendS: Di- Zwillingsschwester. Montag: Ein Erfolg. Dienstag: Die von Hoch- sattel. Mittwoch und DonnerStag: Das Kathchen von Heilbronn. Freitag: Die von Hochsattel. Sonnabend: Gespenster. Sonntag nachm. 3 Uhr: Macbeth.'Abend»: Das Ääthchen von Hetlbromi. Montag: Gespenster. (Anfang ö Uhr.) Freischütz. Sonntag nachmittag 3'/z Uhr: Der sloftillon von Lonjumcau. Montag: LaTraviata. Mcnds Schiller- Theater' Eharlottenvurg. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Welt, in der man sich langweilt. AbendS: Dun Carlos. Montag: DaS Käthchrn von Heilbronn, Dienstag: Die erste Geige. Mittwoch: Ein Erfolg. Donnerstag und Freitag: Die erste Geige. Sonnabend: Die Ebre. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Welt, in der man sich langweilt. Abends und Montag: Die erste Geige.(Ansang 8 Uhr.) Friedrich-Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Othello. Abends, Montag, Dienstag und Mittwoch: Dw gotdne Eva. Donnerstag, Freitag rmd Sonnabend: Das grosse Licht. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Othello. Abends und Montag: Das grosse Licht. (Ansang 8 Uhr.)„__, Lnisen- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Herren«ohne. AbendS, Montag und Dienstag: Die rote Robe. Mittwoch: Inspektor Aräsig. Donnerstag: Der Kamps um de» Nordpol. Freitag: Der Tlwn. badour. Sonnabend: Jnspettor Bräsig. Sonntag und Montag: Der Kampf um den Nordpol.(Anfang 8 Uhr.)„ Bolksoper. Sonntag nachmittag 3-/, Uhr: Der Troubadour. Abends: Die Hugenotten. Montag: La Traoiata. Dienstag: Ein Maskenball. Mittwoch: Der Postillon von Lonjumeau. Donnerstag: Die Jiidm. Freitag: Zar und Zimmeriiiaiin. Sonnabend nachmittag: Der Waffen- ichmied. Abends: Der Freischütz. Abends: Der' (Ansang 8 Uhr.) m � Thalia-Theater. Sonnlag nachmittag: Die Badcpuppe. rmd bis aui weiteres täglich: Prinz Bussi.(Ansang 8 Uhr.) Rosc-Tlieater. Sonntaq nachmittag 3 Uhr: Die Grille. Abends: Michael Kohlhaas. Montag: DcS Meeres und der Liebe Wellen. Dienstag: Michael Kohlhaas. Mittwoch: Der Hüttcnbcsitzer. Donnerstag: Die Jäger- Meisterin. Freitag: Michael Kohlhäas. Sonnabend und Sonntag: Der Hüttenbesitzcr. Montag: Relegierte Studenten.(Anfang 8 Uhr.) Trianon-Thcatcr. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Eoralie u. Co. Abends und bis aus weiteres täglich: Pariser Witwen.(Ansang 8 Uhr.) Nächsten Sonnlag nachmittag: Eoralie u. Co. Gebr..Herrnfeld-Tbeater. Bis auf weiteres täglich: ofiau Clkains Friseur. Meme-Dcine Tochter.(Ansang 8 Uhr.) � Folieö Enprice. Allabendlich: Mobilisierung. Der gewisse Augen- blick.(Anfang S'/, Uhr.)„ Mctropol- Theater. Allabendlich: Hallohl Die grosse Revue l (Ansang 8 Uhr.) nr, Reickishallen- Theater. Allabendlich: Stettiner Sauger.(Anfang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr.) Kastno-Theatcr. Sonnlag, den 17. Oktober, nachmiltags 4 Uhr: Familie Klinkcrt. Allabendlich: Onkel Cohn,(«liisang 8 Uhr.) Apollo-Tlieater. Allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Wintergarten. Sonntag nachmittag 3'l, Uhr und allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.)„. Passage-Tbcater. Sonntag: Nachmittags 8 Uhr und allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Walhnlla-Theatcr. Allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Palast-Thcater. Allabendlich: Spezialitäteii.(Ansang 8 Uhr.) Karl Halierland-Thcater. Allabendlich: Spezialitäten. Ilraiiia-Theater. Tiulbeiistrassc 48/49. Von Sonntag bis Freitag: abends 8 Uhr: In den Dolomiten. Sonnabend nachmittag: Rom und die Campagna. Abends, Sonntag und Montag: In den Dolomiten. Stermimrtr, Jnvalidenstr. 57—62. Vermilcbtes. Mannheim. Im Betriebe der Reederei Fendel im Rheinhafeit verlagte gestern eine Bremse eines DampfkranS und eine Last von 06 Zentiiern stürzte auf den Arbeiter Volk, der auf der Stelle tot war. Erdbeben in Messina. Heute abend nach 7 Uhr wurden in Mcssina vier starke Erdstöße verspürt, welche große Erregung unter der Bevölkerung hervorriefen. Briefkasten der Redaktion. Sie lvrlftlsche Sprechstunde findet L i« d c» st r a tz r 3, zweiter yof, dritter Eingang, vier Treppen, Nfjf Fahrstuhl wochentiiglich abends von 7Mi bis 9% Uhr statt. Geöfsnct 7 Uhr. Sonnabends deginnt die Sprechstunde um k Uhr. Jeder Ansragr ist(In Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung in» Bricffasten lUimen 11 Tag« vergehen. Eilige Frage» trag» ma» in der Sprechstnudc vor. G. G. 106. Die ArbeiterbildungSschuIc befindet sich tu Berlin, Grena« dievstr. 37.— P. K. 87. 1. Bei den Landtagswablen 1903 wurden die Genossen Borgmann, Heimann. Hirsch. Hossmaini, Liebknecht, Leinert und Ströbcl in den vrcussischen Landtag gewählt. Aus Vorschlag der Mandats» prüsungSkommIssion wurden dann die Wahlen der Genossen Borgmaim, Hcimann, Hirsch und Hoffmann vom Plenum deZ Landtages sür ungültig erklärt. 2. Da» ist eine Redensart.— Sch. No. 100. Geben Sie uns bitte an, welcher Art die Gebrechen sind oder wenden Sie sich an das Krüppelbelm NowawcS bei Potsdam, kn dem auch nicht im Hause Erzogene als Lehrlinge ausgenommen werden.— F. Z. 100. Wollen Sie nicht im Adressbnch>1. Teil nachschlagen?— W. R. 2ä. Nein.— Bremen-Jstlcib Köln-L. Ja; die Anzahl ist»ns nicht bekannt.— B. M. 22. Nein' — A.{?. 44. Sic können einen Adoptionsvertrag schliessen. Erforderlich ist in Ihrem Falle die Zustimmung des Vormundes, der Mutter und des Vormundschastsgertchts. Der Pertrag muss gerichtlich oder notariell ge« schlösse» werden. Voraussetzung des AdoptionsvertrageS ist, dass die Adoptierenden selbst keine ehelichen Kinder besitzen und dass sie daS 50. Lebensjahr erreicht haben. Indessen kann von diesem Altersersordcrnis Dispensation erteilt werden. Das DisPcnsatlviiSgcsnch ist an da» Vormundschastsgcricht zu richten.— 44. A. C. Eine Klage ans Rück» iängigmachunq Srsolg.- B. deS 8. Kaufes 1. Heben und Sie Schadenersatz hätte den Vertrag aus. 2. Aussicht aus Ja. 3. Nein. Wallner-Theatcrstrasse 15. Großer Ball Jeden Sonntag: Grosse« Orchester. Ansang Sonntags Uhr. dr. ZuiueUnt. Berlin, AUelakobstr. 124. Elektro-Tecimikum gegr. 1874. Eig. Fabrik. Elektro Maschinen-, Bau-, Ingenieur- Techniker-, Werkmeister-, Man teur-Ausblld.,«tas». Inspiziert. Neuer Abendkursus. Perbrechen und Prostitution soziale KrankheitSerschetumigen Paul Hirsch. 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Die Folge war, daß fast in allen Orten die Aerzte nur noch Verträge mit den Krankenkassen abschließen wollten, welche den Passus enthalten, daß bei..Inkrafttreten der neuen Reichsversicherungsordnung dieser Vertrag erlischt". Mit anderen Worten, die Aerzte wollten dadurch freie Hand haben und Regierung und Krankenkassen Schwierigkeiten zu bereiten, wenn durch ein neues Gesetz ihren Wünschen nicht entsprochen würde. Diese Absicht haben manche Kaflenvorstände dadurch zu ver> leiteln gesucht, daß sie bei Abschluß eines neuen Aerztevertrages sich entschieden gegen eine derartige Bestimmung erklärten. In manchen Städten haben nun die Krankenkassen des„lieben Friedens willen" nachgegeben und diesen Passus mit in den Vertrag aufge- nommen. In anderen Orten haben die Aerzte schließlich nach- gegeben, als keine andere Lösung gefunden wurde und sonst ein Vertragsabschluß vereitelt worden wäre. Doch haben, wie es scheint, diese Krankenkassen, die fest blieben und den betr. PassuS nicht in den Vertrag aufnahmen, keine Ur- fache, besonders zufrieden mit ihrem Erfolge zu sein, wenn die weiteren Pläne der Aerzte sich verwirtlichen sollten. In Frank- furt a. M., wo, wie wir berichteten, zwischen den Krankenkassen und Aerzten dieser Tage eine Einigung zustande kam, haben die Aerzte nach langer Weigerung dem Verlangen der Krankenkassen schließ- lich zugestimmt und auf die Aufnahme eines Passus im Vertrag verzichtet, welcher die Rcichsversicherungsordnung betrifft. Jetzt stellt sich aber heraus, daß die Bertrauensmünner des Leipziger AerzteverbandeS an alle ihre Mitglieder folgende Erklärung der- senden, die wie wir hören, auch fast von allen Kassenärzten unter- schrieben wurde: .Hierdurch gebe ich die Erklärung ob, daß ich entschlossen bin, bei der Ein- und Durchführung der Reichsversicherungsordnung meine Mitwirkung zu versagen und, wenn nStjg, jede Tätigkeit für Krankenkassen einzustellen, falls die Bestimmungen über den ärztlichen Dienst bei den Kranken- kassen in der jetzt vorliegenden oder in einer gleichbedeutenden Form Gesetzeskraft erlangen sollte. Ick, richte mich hierbei streng nach dem Urteil des Deutschen Aerztetages, der zu entscheiden hat. ob das Gesetz für den deutschen Aerztcstand annehmbar ist oder nicht. Für den Fall der Unannehmbarkeit werde ich 1. von dem mir nach den einschlagigen Bestimmungen (ZK 80 und 108 des Entwurfs) etwa zustehenden aktiven und passiven Wahlrecht zum Schiedsausschuß und zur Schieds- kammer keinen Gebrauch machen; 2. mich an der Aufstellung einer Arztordnung bei den- jenigen Krankenkassen, bei denen ich zurzeit als Kassenarzt zu- gelassen bin oder nach Inkrafttreten der Reichsversicherungs- ordnung zugelassen werden soll, nicht selber beteiligen, sondern das der für mich in Betracht kommenden Aerzteorganisation (Vertragskommission, Bezirksverein und dergleichen) überlassen; 3. bei neu zu errichtenden Krankenkassen mich um Kassen- arztstellen nicht direkt, sondern nur durch die für mich in Be- tracht kommende Aerzteorganisation(Vertragskommission, Be- zirksverein und dergleichen) bewerben, etwaige Angebote solcher Stellen dieser Organisation zur weiteren Veranlassung über- weisen und Mick zeder direkten Vertragsverhandlung mit den Organen dieser Kassen oder der für diese zuständigen Aufsichts- deHörde enthalten. Sollte eS trotzdem auf irgend eine Weise zur Aufstellung von Arztordnungen und zur Bildung von Schicdsausschüssen und Schiedskammcrn kommen, so werde ich 1. in meinen kassenärztlichen Verträgen solchen Arztord- nungcn und Schicdsinstanzen die Anerkennung versagen und gemäß den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches von den Verträgen zurücktreten; 2. neue Verträge nicht direkt, sondern nur durch Ber- nnttlung der für mich zuständigen ärztlichen Organisation (VertragSkommission, Bczirksverein und dergleichen) ab- schließen, Angebote an diese zur weiteren Behandlung abgeben und mich jeder direkten VcrtragSverhandlung enthalten; 8. Kasseukranke»ur als Privatpatienten nach den von der örtlichen Aerzteorganisation nufzustellendeu Sätzen behandeln, diesen keinerlei Zeugnisse und Krankenscheine für Krankenkassen ausstellen und bei Arzneivcrordnungen keine Kassenformulare verwenden." Ort: den,---» Zuname:...... Vorname(Rufname unterstreichen):...... Wohnung(in größeren Städten genaue Adresse):......* Soweit die Herren Aerzte. Wie steht nun die Sache? Kassenärzte unterschreiben einen Vertrag, wonach sie sich auf S Jahre verpflichten. Kassenärzte zu bleiben und zu den im Vertrag näher festgelegten Bedingungen die Mitglieder zu behandeln. Gleichzeitig, oder schon vorher, er- klären aber dieselben Herrschaften ihrem Verbände, an dem sie mit allen Fasern hängen, durch Ehrengerichte usw. auch gefesselt sind, daß sie auf Ruf alles tun, waS der Verband während der Vertrags- dauer von ihnen verlangt. Ist das kein Vertragsbruch? Jeden- falls müssen die Krankenkassen sehr vorsichtig sein, denn umsonst hat der Verband der Aerzte diese Erklärung nicht unterschreiben lassen. Ohne Einführung des gesetzlichen BehandlungszMnges wird Frieden schwerlich hergestellt werden können. Kus der frauenbcwcgung* Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse! EineS der wichtigsten und schwierigsten Probleme für die Arbeiterschaft ist die Erziehung der Jugend. Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse hat sich' von jeher bemüht die Fragen der Erziehung in seinen Vorträgen behandeln zu lassen, doch jetzt tritt er zum erstenmal mit einem Zyklus, der ein abgeschlossenes System des ErziehungswcsenS darstellt, an die Oeffentlichkeit. Wir hosten auf zahlreichen Besuch dieser Vorträge und laden auch die Männer, die dasselbe Interesse für Erziehungsfragen haben müssen, zu diesen Abenden ein. Der erste Vortrag beginnt am 20. Oktober, abends 8'/„ Uhr. im Neuen Klubhaus, Kommandantenstr. 72. Thema:„Zur Geschichte des Erziehungswejens". Am 3. November:„Theoretische Grund- begriffe und Hilfsmittel der Erziehung". Am 17. November:„Die häusliche Erziehung". Am 1. Dezember:„Die öffentliche(Schul-) Erziehung". Am 15. Dezember:.Erziehung und Sozialismus". Referent: Heinrich Schulz. Neben den Veranstaltungen, in denen der Verein versuchte, seinen Mitgliedern und der Arbeiterschaft die Werke der bildenden Kunst zu erschließen und Vorträge über alle Wissensgebiete halten zu lassen, sollen in nächster Zeit auch die Werke der T o n k u n st dem Verständnis des Proletariats durch mustergültige Aufführungen nähergebracht werden. In den Monaten November, Januar und Februar veranstaltet unser Berein unter Leitung von Leo Kestenberg Konzerte in einem der schönsten Säle Berlins, in dem Choralion- Saal, Bellevuestr. 4. Es soll hier der Versuch gemacht werden, in diesen drei Konzerten die größten Meister der Tonkunst. von Johann Sebastian Bach bis zur Gegenwart, durch erst- klassige Künstler in den charakteristischen Werken zu Gehör zu bringen. Das erste dieser drei Konzerte soll am Sonntag, den 21. November, nachmittags 3'/° Uhr(pünktlich!!) im Choralion-Saal, Bellevuestr. 4, stattfinden. ES wird ein Bach- Beethovcn-Abcnd werden, der folgendes Programm bat: 1. Bach: D-moU-Toecata und Fuge für Orgel, gespielt von terrn Prof. Egidi. 2. Bach: Arie für Tenor, gesungen von Herrn ammersänger Kalweit mit Orgelbegleitnng, 3. Beethoven: Sonate für Cello und Klavier, gespielt von Herrn Loewenson(Cello) und Herrn Kestrnberg(Klavier). 4. Beethoven: Lieder gesungen von Fräulein Ohloff. 6. Bach: Konzert für 10 Streichinstrumente. Dem ersten Konzert wird ein einleitender Bortrag, der in alle drei Musikwerke einsührt, vorangehen. Der Musilschriftsteller Arno Madel wird diesen Vortrag halte». Das Billett für jedes Konzert kostet 50 Pf. mit Garderobe und Programm, zu haben im Verein und in den Zahlstellen, die noch bekannt gegeben werden._ Von der Arbettertnnenbewcgung in Oesterreich. In Brünn, der Hauptstadt von Mähre», fand am Sonntag, den 3. Oktober, die erste Konferenz der mährischen sozialdemokratischen Frauen statt. Mähren ist ein industricreiches Land, die Textil- und die Tabakindustrie beschäftigten dort viele Tausende von Ar- beiterinnenhänden, die zum Teil für einen wahren Hungerlohn ihre Arbeitskraft verkaufen müssen. Wochenlöhne von 4 und 5 Kronen sind bei den Mährischen Textilarbeiterinnen noch nicht ausgestorben, wenn es auch daneben, dank der gewerkschaftlichen und politischen Organisation, Löhne von 10 und 12 Kronen gibt. In Mähren wird viel gehungert, Kartoffeln, Kaffee und Mehlsuppe sind in vielen Familien gar oft die ausschließliche Nahrung. Tubexkulose Frauen und blutarme rhachitische Kinder sind ein Merkmal dieses Landes. Wenn die Zustände dennoch nicht hoff- nungslos sind, so ist dies dem Einfluß dex Sozialdemokratie zuzu- schreiben. Schon vor 17 Jahren gab eS in den mähnfchen Weberdörfern, wo noch die Heimindustrie ihren Sitz hat. Frauen- Versammlungen. In den Tabakarbeiterinnen aber erblühte der Orga- nisation ein starkes Geschlecht von Kämpferinncn. Es ist uuglaub- lich, was diese Arbeiterinnen durch ihr stark ausgeprägtes Solida- ritäts- und Kampfgefühl durchgesetzt haben. Nicht nur in bezug auf die Lohnverhältnisse und Herabsetzung der Arbeitszeit, sondern vor allem, und das ist sehr wichtig, durch die erzwungene An- crkennung ihres persönlichen Wertes. Wie haben einstmals die Vorgesetzten mit den Tabaiarbeiterinncn geredet, wie ist man mit ihnen umgesprungen! Heute aber haben sich die Axbciterinncn in cincr der größten Tabaksabriken tn Stcrnberg hohe Achtung von feiten der Fabrikslcitung erworben. Ein Wort der Vertrauens- Person, einer tapferen, klugen Genossin, hat gar oft schon genügt, daß plötzlich der ganze Betrieb stillstand, daß die Arbeiterinnen die Arbcitssäle verließe» und die Arbeit erst wieder aufnahmen, ivenn ihre Forderungen bewilligt waren. Ein brutaler Vorgesetzter kann dort nicht existieren, und wenn er brutal hinkommt, so vergeht ihm die Brutalität sehr bald. In diesem Orte stehen die Arbeiterinnen seit Jahren auch in der politischen Organisation. Gar oft haben sie sich als die Stützen und Trägerinnen der Organisation erwiesen. Um auch im übrigen Mähren die Frauen politisch zu organi- siercn, wurde die Frauenkonfcrenz einberufen. Die Landespartci- Vertretung von Mähreu hat mit den Genossinnen zusammen ein Statut für die Frauen ausgearbeitet, nach dem die freie Organi- sation anzustreben ist. Nur dort, wo die Mitgliederzahl eine zu kleine ist für eine selbständige Organisation, sollen die Frauen den Wfthlvereiuen als Förderinnen beitreten, jedoch eine eigene Sektion mit eigenen Vorträgen und Diskussionen bilden. Es sind gegen- wärtig in Mähren 750 Frauen politisch organisiert, davon 300 in Stcrnberg, 178 in Brünn, die übrigen verteilen sich auf die anderen Orte. Da die Konferenz gut besucht war, es waren 21 Delegierte anwesend, die zumeist aus den Jndustricorten waren, ist zu erwarten, daß die gefaßten Beschlüsse durchgeführt werden. Es wurde ein Landcsfrauenkomitee eingesetzt, das die Arbeiten zu leiten hat. Dem Komitee gehört die um die mährische Arbeite- rinnenorganisation verdiente Genossin Emmy Freundlich an, die das Amt der Landesvertrauensperson bekleidet. Die Vcrhand- lungen der Konferenz waren sehr lebhaft und drehten sich um die Organisation, die Agitation und die Presse. Von den Delegier- tinnen konnte man hören, wie schwer sie gegen Klerikale und Nationale zu kämpfen haben. Die Klerikalen überschwemmen alles mit dem„St. Bonifazius", einem Organ, das systema. tische Verblödung betreibt. Dann gründen sie Jungfrauen- und Rosenkranzvereinc, die die Arbeiterinnen von den„Roten" ab- ziehen sollen. Die Nationalen haben eine eigene Agitatorin in ihren Diensten, die ebenfalls keine andere Ausgabe hat, als gegen die Sozialdemokratie zu kämpfen. Lügen und Verleumdungen sind die Kalüpfwasfcn. Die Frauenkonferenz in Brünn hat ihre Ar- betten so gründlich erledigt und so feste Grundlagen für die Orga, nisation geschaffen, daß trotz all dieser Gegenströmungen der Erfolg nicht ausbleibe» wird. Damit die Genossen und Genossinnen sehen, von welchem Standpunkte in der deutschnationalcn Presse die Frauenfragc beurteilt wird— das, trotzdem man auch unter den Arbeiterinnen agitiert—, wolle» wir hier die Auslassungen eines ihrer Schriftsteller mitteilen. Der Herr ineint: so wie im Hühnerhof der Hahn, bei den Gemsen der Bock und bei den Schafen der Widder übergeordnet ist, so muß bei den Menschen auch dem Manne die übergeordnete Stellung zukommen. Die klügsten Tiere hat sich der Mann nicht gerade ausgesucht. Der Betrieb der Auergescllschaft, dessen Mißstände die Ar- beiterinnen in einer Versaminlüng beklagten, über die wir gestern berichteten, befindet sich am Warschauer, nicht am ComnieniuS-Platz. Leseabende. Mi Rücksicht auf die Landtagswahlen wird der diesmalige Lescabend der Frauen für Groß-Bcrlin Montag, den 18. Oktober, abgehalten. Rummelsburg, am 25. Oktober, nicht am 18. Oktober, Alt«Box- Hägen 56 bei Blume, Guiuberger Str. 10 bei Herweg, und Goethestraße, Ecke Türrschiuidtstraße bei Weigel. Lichtenberg. Hier wird der Leseabend am Montag, den 25. Oktober, abgehalten. Rixdorf. Leseabcnd wie üblich, am 4. Montag im Monat, also am 25. Oktober. Versammlungen— Veranstaltungen. Charlottenburg. Dienstag, den 10. Oktober. Vg9 Uhr, im großen Saale des VolkshauseS: Vortrag der Genossin Jeetze- Nixdorf: »Kulturbestrebungen der modernen Arbeiterschaft". Vermischtes. Zwei Hinrichtungen. In Kiel wurde gestern morgen der Arbeiter Petersen aus Kummerfeld bei Neumünster, der im März 1908 seine Schwiegermutter ermordet hatte, im GerichtSgefäugnis hingerichtet. Desgleichen geschah gestern früh, wie eine Meldung aus Königsberg in Preußen besagt, aus dem Hofe deS dortigen Justizgefäiigniffee- mit dem Müllergescllen Karl Scheller, der im Frühjahr 1008 den Fleischermeister GirnuS aus Popelken bei Labia» ermordet und beraubt und dessen Haus in Brand gesteckt hatte. Bon Wilderern erschossen. Wie auS Nordhausen gemeldet wird, ist der Nestaurateur Plöppel von dort, der sich gestern aus den An- stand in sein Jagdrevier Bummerholz bei Niedersachswcrsen begeben hatte, allem Anschein nach von Wilderern erschossen worden, bevor er sich zur Wehr setzen konnte. Man fand ihn gestern früh ,nii einem Schuß im Kopfe tot auf. Sein Jagdhund hielt bei ihm Wache. Große Nebcrschwemmungen werden aus dem südlichen Teil der Grafschaft Wales gemeldet. Die Zugverbindungen sind teilweise unterbrochen. Mehrere Chausseen stehen unter Wasser und sind un- passierbar geworden._ Freie Jugendorganisation Tegel und Umgegend. Heute Sonntag. nachmittags 21/, Uhr, findet bei Herrn Halses, Tegel, Brunowslr. 23, eine Versammlung statt. Vortrag de! Herrn Dr. R o s e n t h a I. Wir ersuchen die Genossen von Tegel, Borsigwalde, Wittenau und Reinickendors-West ihre Ichulentlassenen Söhne und Töchter aus diese Versammlung aufmerksam zu machen., Der Vorstand. Verband der Gastwirtsgehilfcn(HrtSverwaltung Berlin). Dienstag, den IS. Ottober, nachmittags 3 Uhr, in den I n d u st r i e s ä l e n, Beuth- strasje 19/20: Große öffentliche Versammlung aller Angestellten im Gastwirts- gewerbe. Tagesordnung: 1. Der Prozeß Beiler. 2. Die Stellungnahme der Berliner Gastwirtsgehilseu zu den sogenannten.Kellncrsachichulen". Referent: B a u m e i st e r. 3. Diskussion. Nebensch« Kranken- und Sterbekasse Nr. 5 sgegr. 1795.) Henie Zahl- und Ausnahmctag bei R o ewer, Elisabethkirchstr. 14. H. Joseph& C»., Mixdorf Berliner Straße 54/55. Berliner Straße 54/55. 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