Nr.«48. Hbonncmcnts--Bcdingungen: StBonnemcntä< Preis pränumerando: BiericliShrl. 3£0 Ml, monatL 1,10 Ml.. wöchentlich 2a Pfg, frei WS Haus. Einzelne Nummer B Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags- Vellage»Die Neue Well" 10 Psg. Post- Wonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich, Ungarn L Marl, für das übrige Ausland Z Marl pro Monat. Postabonnement» nehmen an: Belgien, Dänemark olland. Italien, Luxemburg. Portugal, nien, Schweden und die Schweiz. «6. Jahrg. Crtdidnt ligllch außtr tilontasJ. Berliner Volksblntl. Die TnferHens'GebQbr betrögt für die sechsgespaltene Kolonel«� zellc oder deren Raum 60 Psg., für politische und gewcrlschastlicheBereins- und Versammlungs-Anzeigen 30 Psge �Kleine Plnreigen", das erste tielt- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- ftcllen-Rnzeigen da» erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 16 Buchstaben z-ihlcn sür zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: „ZwzWcoisml Btrlia" Zentralorgan der fozialdemokrattfcben Parte» Deutschlands. Redaktion: SM. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 19S3. Expedition: SM. 68, Lindenstraose 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Sieg! Bei der Stichwahl in K 0 b u r g ist gestem unser Genosse Z i e t s ch mit 6837 Stimmen gewählt worden 1 Der National- liberale Ouarck erhielt 6286 Stimmen.(Es fehlen die Zahlen aus einigen kleinen Orten.) Im ersten Wahlgang— am 11. d. M.— hatte Zietsch 6183, Ouarck 3445, Arnold von der Freisinnigen Volks- Partei 3643 Stimmen erhalten. Wie aus diesen Zahlen her- vorgeht, haben die freisinnigen Wähler die Parole ihres Parteivorstandes getreulich befolgt: Beinah bis auf den letzten Mann sind sie für den Nationalliberalcn ein- getreten! Um so glänzender ist der Sieg, den unsere Genossen errangen, die aus eigener Kraft weit über 660 Stimmen mehr aufbrachten als im ersten Gang. Nach den Schlachten von Neustadt-Landau und Stollberg-Schneeberg, nach den guten Wahlen in Baden und den prächtigen Wahlen in Sachsen der schöne Reichstagswahlsieg in Koburg I Möge er den Berliner Ge- nassen eine gute Vorbedeutung sein für die Landtagswahlen am kommenden Dienstag und unserer ganzen Partei ein er- hebendes Beispiel für die durchschlagende Kraft unserer Ideen! Der rote 21. Moder. Dresden, 22. Oktober. Bei den gestern im Königreich Sachsen vollzogenen allgemeinen Wahlen zur Zweiten Ständekammer sind definitiv 34 Abgeordnete getvählt und zwar 14 Konservative, 4 Nationalliberale. 16 Sozialdemokraten; 67 Stichwahlen sind erforderlich, daran sind beteiligt 17 Konservative, 2 Mittelstandskandidaten, 1 Reformer. 3 Bnnd der Landwirte, 23 Nationalliberale, 9 Freisinnige und 53 Sozialdemokraten. Die letzte Kammer bestand aus 82 Abgeordneten, da- von waren 46 Konservative, 3t Nationalliberale, 3 Frei« finnige, 1 Reformer und 1 Sozialdemokrat. Die Stich- wählen finden am 2. November statt. Karlsruhe, 22. Oktober. Das Ergebnis der Land- tagswahlen in Baden liegt nunmehr vollständig vor. Gewählt wurden 2l Mitglieder des Zentrums, 1V Sozialdemokraten, 4 Nationalliberale, 1 Demokrat. 37 Stichwalen sind erforderlich; daran find beteiligt: 29 Zentrumskandidaten, 14 Konservative, 29 Sozial- demokraten. Die Zahl der in Stichwahl stehenden National« liberalen. Freisinnigen und Demokraten ist noch nicht be- kannt.(An Stichwahlen nehmen in Baden alle die Kan- didaten teil, die im ersten Wahlgange wenigstens 15 Proz. der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt haben. Im zweiten Wahlgange entscheidet dann die relative Mehrheit, d. h. wer die meisten Stimmen erhält, ist gewählt.) Die Stichwahlen finden am 39. Oktober statt. Als ein Siegestag der Sozialdemokratie, ein Tag stolzen Erfolges der proletarischen Sache ivird der 21. Oktober ins Jahrbuch der deutschen Arbeiterbewegung eingetragen iverden. Ist auch nur ein kleiner Teil des Reichs Wahlstatt gewesen, die politische Situation hat den Wahlen in Sachsen und Baden eine Bedeutung gegeben, die weit über den Rahmen der beiden Länder hinausreicht, die sie zu Gradmessern der politischen Stimmung im Reich macht. Denn eine Frage der Reichspolitik, die Rcichsfinanzreform wars, uni die bei diesen Wahlen vor allein gekämpft wurde. Und was die Reichstagsersatzivahlen der letzten Monate und Wochen gezeigt haben, das haben nun auch die Wahlen des 21. Oktober bekräftigt, dag die Wählerschaft Vergeltung übt an den bürgerlichen Parteien, die alle miteinander mehr oder minder mitschuldig an der Plünderung der Volksmassen zu- gunsten der Besitzenden. Auch.diese Wahlen zeigen Wähler- flucht beim Zentrum, Niedergang des Liberalismus, Aufstieg der Sozialdemokratie l In Sachsen war die Wahl ein Kampf unter dem Pluralwahlnnrccht und gegen das Plnralivahlunrecht. Es aalt für unsere sächsischen Genossen, nicht bloß eine stattliche Zahl von Vertretern in den Landtag zu entsenden, es galt vor allen Dingen, durch eine iniponierendc Stimnienzahl die krasse Ungerechtigkeit des Wahlrechts der vier Infamien auf- zuweisen, den Wahlrcchtskampf neu zu entzünden durch die ziffernmäßige Feststellung der schmählichen Entrechtung. Beide Aufgaben sind gut gelöst worden. Die Zusammenstellung der Wahlziffern ivird besser als alle beredten Kritiken die ganze Niederträchtigkeit des Mchrstimnienrechts erweisen und eine stattliclie sozialdemokratische Fraktion wird in4>as neue Stände- Haus an der Brühlschen Terrasse zu Dresden einziehen. So unbefriedigend die Zahl der sozialdemokratischen Ahgeordneten auch im Vergleich zu dem ist,>vas die sächsische Sozialdemo- kratie unter dem gleichen Wahlrecht haben würde, ivas sie also als ihr gutes unveräußerliches Recht zu fordern hat. so glänzend ist doch das Resultat in Anbetracht der erschwerenden Umstände, in Anbetracht der Wolfsgruben und Schanzen, die das Wahl- system der Privilegien dem Vordringen des Proletariats ent- » gegenstellt. Gegen den vierfach verschanzten Feind hat die »sächsische Sozialdemokratie einen guten Kampf gefochten. Die Scharte von 1907 ist wieder ausgewetzt, der„nationale" Taumel der Hottentottenwählcn ist überivnnden— die bürgerlichen Parteien haben bei der Reichssinanzreform ihr wahres Wesen so deutlich hervorgekehrt, daß ganzen Scharen von Wählern die Erkenntnis aufgedämmert ist, wessen Sachivaltcr diese Parteien sind. Das Pluralwahlrecht fälscht die Zusammensetzung der Kammer. Den Willen der Wähler- schaft aber kann es nicht fäls6)cn. Und Ivenn auch im Land- tage Sachsens die Sozialdemokratie infolge eines ver- fälschenden Wahlsystems Minderheit bleiben wird. der 21. Oktober beweist, daß Sachsen wieder ist, was es 1903 war: das rote Königreich I Die Badenser haben unter besserein Wahlrecht gekämpft. Aber dafür sind sie gegen die Sachsen im Nachteil wegen der geringeren industriellen Entwickelnng Badens. Wenn die Sachsen die Tücken des Pluralunrechts infolge des kräftigen Fortschritts des Kapitalismus innerhalb der grünweißen Grenzpfähle in vielen Wahlkreisen überwinden konnten, so können die Badenser die Vorteile ihres besseren Wahlrechts deshalb nur zum Teil nützen, weil die ivirtschaftliche Struktur großer Gebiete ihres Staates den Parteien des Kleinbürger- und Kleinbauerntums noch günstige Existenzbedingungen bietet. Aber auch in Baden ist die Sozialdemokratie auf dem Vormarsche. Von allen badischen Parteien kann sie allein niit voller Befriedigung, mit stolzer Freude ans das Wahlresnltat blicken. Die Siege der badischen Sozialdemokratie dürfen denen der sächsischen zur Seite treten! Schwieriger ist's, die Wahlresultate stach ihrer Bedeutung für die verschiedenen bürgerlichen Parteien abzuschätzen. Die sozialdemokratischen Siege, der sozialdemokratische Stimmen- zuwachs heben sich in beiden Bundesstaaten scharf aus dem Durcheinander der Wahlnachrichten hervor. Dagegen ist über das, was sie über die künftige Verteilung der Macht zwischen den bürgerlichen Parteien entscheiden, nur unter Vorbehalt Be- stimmtcres zu sagen. In Sachsen ist die konservative Mehr- heit zerschmettert, nur 15 Konservative wurden im ersten Wahlgang gewählt. Aber dem steht kein nationalliberaler Erfolg gegenüber. Was an Nationalliberalen in den Land- tag kommt, wird— außer den vier im ersten Wahlgang ge- wählten— nicht aus eigener Kraft dort einziehen,'sondern als Bannerträger der einen reaktionären bürgerlichen Masse gegen die Sozialdemokratie. In Baden hat das Zentrum offenbar keine Aussicht, die absolute Mehrheit im Landtag zu erlangen. Aber auch hier entspricht dein Rückgang der einen bürgerlichen Partei nicht der Fortschritt ihres bürgerlichen Gegners— der badische Nationalliberalismus hat noch kläglicher abgeschnitten als das Zentrum. Aus Sachsen wird uns zum Ausfall der Wahlen ge- schrieben: Für die Sozialdemokratie sind die sächsischen Landtagötvahlen günstiger ausgefallen, als es selbst bei der Erbiterung über die Volksausplünderung durch die Reichsfinauzreform und die volksfeindlichen Machenschaften der sächsischen Reaktion zu evivarten ivar. Einem wilden Sturzbach gleich hat sich die Entrüstung des Volkes entladen, so daß an vielen Stellen die Düne des Plural- Wahlrechts überspült wurde. Freilich war das nur in Wahlkreisen möglich, die fast ganz von Industriearbeitern bewohnt sind— in LZahlkreisen, wo die Pluralivahlentrechtung deshalb nicht recht zur Geltung kommen kann, weil die Besitzenden nur sehr dünn gesät und Agrarier dort nur selten zu finden sind: Sonst aber hat das Pluralwahlrechtssystcm die Wirkung ausgeübt, die seine Volksfeind- lichcn Macher von ihm erwarteten. P l u r a l st i m m e n sollten danach möglichst nur den nationalen Parteien zugute kommen. Es haben tatsächlich drei- und 6 i e r st i m m i g e Wähler nur vereinzelt für sozialdemokratische Kandidaten gestimmt. Wahlbezirke, wo es in dieser Beziehung günstiger war, gab es allerdings auch, doch stimmten auch hier nur Dutzende von Pluralwählcrn sür die Sozialdemokratie, während die Gegner zu Hunderten mit einem vierfachen Stimmrecht an- rückten. Von einer geradezu aufreizenden Wirkung ist das Pluralwahl- recht in den Bauerndörfern. Denn die Bauern hat man bei der Verteilung der Zuschlagsstiminen besonders begünstigt. Von ihnen verlangt man nicht einmal ein Einkommen; es genügt, daß sie eine bestimmte Ackerfläche bewirtschaften, um drei und vier Zuschlagsstimmen zu bekommen, während der Arbeiter 1699 M. Einkommen versteuert haben muß. um nur eilte Zuschlagsstimme zu erlangen. Infolge der besonderen Begünstigung der Bauern, der sicheren Gefolgschaft der Konservative», brachten die Bauerndörfer doppelt und dreifach soviel Stimmen für die Konservativen wie bei der Reichstagswahl, während sich die sozialdemokratischen Stimmen nur wenig oder gar nicht vermehrten. Das Stimm enge wicht der Bauern kam hier in einer geradezu gemeingefährlichen Weise zum Ausdruck. Das wurde noch verschlimmert durch den Umstand, daß die sonst vielfach gleichgültigen agrarischen Wähler durch die vier Stimmen aufgestachelt wurden, zur Wahl zu gehen. Es war daher besonders in Bauerndörfern eine sehr starke Wahlbeteiligung, zumeist von über 99 Proz., zu konstatieren. Allerdings war die Wahlbeteiligung durchweg sehr stark. Das mochte auch durch die gesetzlich vorgeschriebene schriftliche A u f f 0 r d e- r u n g zur Ausübung des Wahlrechts, die jedem Wähler durch die Behörde zugestellt wird, beivirkt worden sein. Viele Wähler haben dadurch die Ausübung der Wahl als eine behördlich angeordnete Pflicht aufgefaßt. Ebenso aufreizend wie in den Vauerndorfern wirkte das Pluralwahlunrecht in den Villenvierteln und den Stadt- teilen, wo vorwiegend Beamte wohnen. Hier erdrückten die drei und vier Stimmen der konservativen und nationalliberalen Wähler alles; was besonders dort Empörung hervorrief, wo eine starke Arbeiterwählerschaft durch eine verhältnismäßig kleine Zahl von Bcanitcn, Züiifitern und Hausbesitzern majorisicrt wurde.— So hat sich das Pluralsystem in Sachsen als einschlimm eSWa h l- un recht bei der ersten praktischen Probe erwiesen. Das kann durch den Erfolg der Sozialdemokratie, die 16 Vertreter im ersten Wahlgange durchgcbracht hat und die noch auf etwa 4 Erfolge bei den Stichwahlen rechnen kann, nicht im mindesten er» schlittert werden. Denn dieser Erfolg ist vor allem auf die all« gemeine Empörung über den Stcncnvucher zurückzuführen. Die große Zahl der Stichwahlen ist zwar entschieden auch ein Zeich u» der wachsenden Macht der Sozialdemokratie, wie das überhaupt von dem Wahlausfall gesagt werden muß, aber Stichwahlen haben wir nur in so großer Zahl, weil sich die Gegner in zwei bis vier und fünf Gruppen gespalten haben. Bei den Stichwahlen gehen diese bürgerlichen Cliquen natürlich wieder zusammen gegen die Sozialdemokratie. Höchstens kann ganz vereinzelt einmal darauf gerechnet werden, daß eine Anzahl Freisinniger es ablehnt. dein konservativen Stichwahlkandidaten Gefolgschaft zu leisten. Sonst werden aber die verzankten Ordnungsgeschwister sicher geschlossen gegen die Sozialdemokratie operieren. Innerhalb der bürgerlichen Parteien sind wesent- liche Verschicbungen schon jetzt eingetreten und auch noch bei den Stichwahlen zu erwarten. Es macht sich ein scharfer Ruck nach links ini bürgerlichen Lager bemerk» bar. Soweit sichs bis jetzt ersehen läßt, haben die Freisinnigen besser abgeschnitten als zu ertoarten war; die Nationalliberalen haben zwar nur 4 Kandidaten im erste» Wahlgange durchgebracht. sie sind aber an 23 Stichwahlen beteiligt. Dagegen haben die Konservativen so schwere Verluste zu verzeichnen, daß man von einem Zusammenbruch der k 0 n s e r- vativen Herrschaft in Sachsen reden kann. Seit drei Jahrzehnten herrschen die Konservativen fast unbeschränkt im Landtage, ein Jahrzehnt hatten sie sogar die Zweidrittelmehrheit und zuletzt stellten sie mit ihren 46 Mann immer reichlich die abso- lute Mehrheit. Jetzt haben sie bei den Hanptwahlen nur 12 Mann durchgebracht, während sie nur in 17 Fällen an Stichwahlen be- teiligt sind; sie können es im günstigsten Falle auf höchstens 29 Vertreter bringen. Es wird im kommenden Landtage voraussichtlich keine Partei die absolute Mehrheit erhalten; es wird nur eine relative Mehrheit geben, die aber werden voraussichtlich die Nationalliberalcn haben. M i t der beherrschenden Stellung der sächsischen Kons er» vativen ist e s aus. Bedenkt man, daß diese crzrcaktionäre Partei in erster Linie für alle volksfeindlichen Schandtaten, vor allem für den Wahlrechtsraub, das Drciklassenwahlrecht, die Be- schneidung des Versammlungsrechts, die Umsatzsteuer verantwortlich ist, erwägt man serner, daß sich in der an Zahl überragenden kon- servativen Fraktion die sächsische Reaktion gewissermaßen verkörperte. so wird man die Verschiebung im bürgerlichen Lager auf Kosten der Konservativen als ein Ereignis von großer politischer Be- dentung bezeichnen müssen. Eine ganz andere Zusammensetzung als bisher wird der sächsische Landtag erhalten. Vor allem wird auch die sozialdemokratische Fraktion den Verhandlungen sicher ein ganz anderes Gepräge geben. Ein wichtiges Ergebnis der ersten Landtagsivahlen unter dem Pluralwahlsystem ist auch der Zusammenbruch der Mittel- standsvereinigung. Diese reaktionäre Clihue trat zum ersten Male selbständig bei den Wahlen auf, um in erster Linie die Konservativen zu stärken. Sie plante, im Landtage eine Wirtschaft» liche Vereinigung zu gründen, die alles mit Hilfe der Opitz-Tlique beherrschen sollte. Wie kläglich sind diese Pläne ins Wjasser ge» fallen! Nicht ein einziger Mittelstandsvercinler ist.gewählt, nur ein einziger befindet sich in Stich'.vahl. Das ist mehr als eine Niederlage, das ist eine Riesenblamage, zugleich aber auch für die Konservativen mit. Die Hauptsache aber ist für uns, daß die sächsische Sozialdemokratie bei den Wahlen unter dem Plucalwahl- gesetz ein glänzendes Zeugnis ihrer Kraft und inneren Stärke abgelegt hat. Zwar tvar ihr die Stimmung günstig; doch sie mußte mit einer zwar znkunstsfrohen und kampflustigen, aber doch auch entrechteten W ä h l e r s ch a r in den Kampf ziehen. Sie hat sich glänzend geschlagen, sie hat schüne Erfolge errungen, sie hat der Arbeiterschaft eine günstigere Position erobert, und sie wird sich sicher auch den neuen weittragenden, Aufgaben, die ihr daraus erstehen, gewachsen zeigen. *» Aus Baden schreibt man uns: Alle Erwartungen sind übertroffcn. Das Zentrum hat eine gehörige Schlappe erlitten, indem es seine Mandate sicherer Vor- aussicht nach.nicht vermehren wird. Die Sozialdemokratie hat hin- gegen gleich im ersten Wahlgang von ihren bisherigen 12 Sitzen, 9 glänzend behauptet und dem Zentrum Karlsruhe-Land, wo bisher der Zeutrums-Ncnommicrarbeiter Beizer gewählt war, glatt abgc- nommen. Drei Mannheimer Kreise sind im Besitz der Sozial- demokratie, in einem anderen ist ihr Kandidat Geck in aussichts- voller Stichwahl mit einem Nationalliberalcn. Es erscheint nicht unmöglich, daß den Nationalliberalen dieser einzige Mannheimer Kreis, den sie im Besitz halten, abgenommen wird. Den 6. Mann» heimer Kreis haben die Demokraten behauptet, aber auch dort haben wir an Stimmen gewonnen und die Gegner sind zurück- gegangen. Von den 3 bisher sozialdemokratisch vertrctciren Kreisen Heidelberg-Land, Lörrach-Stadt und Fr c i b u r g- Stadt, wo die Sozialdemokratie in Stichwahl steht, sind zwei totsicher. Außerdem steht unsere Partei noch in einigen anderen günstigen Stichwahlen, so daß noch eine Vermehrung der Mandate eintreten wird. Der Fortschritt der Sozialdemokratie ist unter anderem daran zu ermessen, daß sie 9 Mandate im ersten Wahl- gang gewann, während sie 1996 nur 6 in der Hauptwahl eroberte. Eine flüchtige Zusammenstellung der Stimmenzahlen ergibt rund 8ö 999 gegen rund 69 999 im Jahre 1996. Der Vormarsch dcS Zentrums ist auf der ganzen Linie zum Stillstand gebracht worden. Von den Zentrnmsabgcordnctcn, welche das vorigcmal sämtlich gleich ini ersten Wahlgang gewählt wurden, sind mehrere in die Stich- wähl gedrängt. Bei den Stichwahlen dürften die Konservativen und daS Zentrum kaum einen Sitz gewinnen. Die gewählten Sozialdemokraten. In Sachsen: Schulze, Kreis Dresden 5. Wirth» Kreis Dresden 7. Lanfle, Kreis L e i p z i g 4. Keimling, Kreis Leipzig 7. Langer, Kreis Chemnitz 3. Castan, Kreis Chemnitz 4. Nitzsche, 10. Kreis Dresden- Land. Flcißner, 16. Kreis Dresden-Land. Müller, 4V. Kreis Zwick au- Land. Winkler, 43. Kreis Auerbach. Fräsdorf, 46. Kreis Pirna-Land. Held, 3V. Kreis Chemnitz-Land. Mehnert, 31. Kreis Chemnitz- Land. Sindermann, 37. Kreis Chemnitz- Land. Richter, 47. Kreis W i I d e n f e l s- Land. Drescher, 38. Kreis Gersdorf- Land. In Baden: Kramer, Süßkind, Geiß in Mannheim. Kolb und Frank in Karlsruhe. Adolf Geck in Pforzheim-Stadt. Stockinger in Pforzheim-Land. Weber in D u r I a ch. Schwall in Ettlingen-Land. Bechthold in Mannheim-Land. Ct ♦ 9 Die bürgerliche Presse zum Wahlansfall. Sachsen. DaS„Berliner Tageblatt" erblickt in dem Ausfall der Wahlen ein Jena für die sächsischen Konservativen. Die Sozialdemokratie dürfte wahrscheinlich im neuen Landtag die stärkste Partei sein, und alle Klasseneinteilung wie auch alle Wahlkreis- gcometrie hätten sich als unnütz erwieien. Die Nationalliberalen müßten aus dem Ausfall der Hauptwahlen die Lehre ziehen, daß sie Anschluß nach links zu suchen hätten, denn ihre Verluste seien wesentlich darauf zurückzuführen, daß sie sich bisher immer mehr oder weniger als ein Anhängsel der Konservativen gegeben hätten. Die„National-Zeitnng" findet den Ausfall der Wahlen sehr bedenklich, überall sei eine starke Zunahme der sozialdemokratischen Wählerschaft zu verzeichnen, die innerpolitischen Gründe für diesen Ruck nach links seien niemand unbekannt. Lorher hatte das Blatt bemerkt:„In Sachsen wurde die Probe mit dem neueingeführteu Mehrstimmenwählrecht gemacht, das aller Wahrscheinlichkeit nach auch als Reformwahlrecht für Preußen in Aussicht genommen ist." Die„Tägliche Ziundschau" meint, der Aussall der Wahlen werde für manche Freunde dcS Plurolwahlrechtes eine Enttäuschung sein. Trotzdem sei damit gegen das System selbst nichts erwiesen. Habe das Pluralwahljhstem bei seiner eisten Anwendung in Sachsen die Hoffnungen nicht voll erfüllt, die man daran knüpfte, so werde es in Zukunft eben ergiebiger ausgebaut werden müssen, um eine arbeits- freudige und-fähige, vor allem aber nationale Landesvertretung zu gewährleisten. Die„Germania" findet, daß die Sozialdemokratie einstweilen unbestritten als Siegerin dastehe, und sie könne mit einem gewissen Recht sagen, daß sie die schwere Scharte, die sie 19l)7 bei den Block- reichstagswahlen erlitten, glänzend ausgewetzt habe. Die scharfmacherischen„Berliner Neuesten Nachrichten" be- schränken sich darauf, zu konstatieren, daß der Ausfall der Wahl einen beispiellosen Erfolg für die Sozialdemokratie bedeutet. Die„Post" tröstet sich damit, daß die bisherigen Wahlergebnisse den nach den Anzeichen der Volksstimmung zu hegenden Erwartuu- gen durchaus entsprochen haben. Das Blatt hofft mit Sicherheit, daß die bürgerlichen Parteien nun allen Zank und Streit begraben und ein festes Bündnis für die Stichwahlen schließen. In der„Deutschen Tageszeitung" schreibt Herr Dr. Oertel selber. Von dem Erfolg der Sozialdemokratie vermag er natürlich nichts abzustreiten. Dafür gießt er die Schale seines Zornes auf die Regierung aus, die dieses Wahlrecht geschaffen habe, und der man deshalb oie Worte zurufen müsse:„Ihr habts gewollt l" Das alte sächsische Wahlrecht habe die Zweite Kammer vor einer sozialdemokratischen Ueberflutung geschützt, nachdem aber der Ge- danke offen ausgesprochen wurde, daß man eine gewisse Anzahl Sozialdemokraten im Landtage haben müsse, hätte man jetzt ge- erntet, was gcsäet wurde. In scharfen Redetvendungen führt dann Herr Dr. Oertel ddn städtischen Konservativen zu Gemütc, daß es ihnen gar nichts genützt habe, daß sie sich gegen die Erbschafts- steucr ausgesprochen haben; gar mancher städtische Konservative habe mit großem Eifer betont, daß er nicht Agrarier sei, daß er die agrarischen Ausschreitungen nicht billige, und das alles habe nichts geholfen. Bon den städtischen Konservativen werden nur sehr wenige mit in den Landtag einziehen, und daraus mögen sie er- sehen, wo der feste Halt der Konservativen ist. Auf dem Lande hätten die Konservativen sehr gut abgeschnitten, und jedenfalls werde die konservative Partei künftig noch agrarl-scher sein als seither. Mit Stolz beruft sich Herr Dr. Oertel darauf, daß er die Folgen der Wahlrechtsänderung prophezeit habe, und er schließt seinen Artikel mit dem Satz:„Wird man in Preußen noch Lust verspüren, densächsischenSpurenzufolgen?" Baden. „Der badischc Beobachter"(Zentralorgan der badischen Jen- trumsparteij spricht von den Wahlen als von Demonstra- tionswahlen und fährt dann fort:„Die Reichsfinanzreform fvar eine zu starke Belastungsprobe für weite Kreise des Volkes, und die Zündholzsteuer und der Kaffeezoll, ebenso die Ablehnung der Erbanfallsteuer haben die sozialdemokratischen Stimmen an- wachsen lassen. Die Zentrumspartei wird sich die Haltung der badischen Regierung eine Lehre sein lassen. Die badische Re» gierung mag zusehen, wie sie mit einem Landtage arbeitet, in dem die Sozialdemokraten die zweitstärkste Partei sind." Die nationalliberale„Bndische Landeszeitung" tröstet sich über die vielen sozialdemokratischen Stimmen damit, daß sie sagt, diejenigen, die sozialdemokratisch gestimmt haben, sind weder überzeugte Marxisten noch blutige Revolutionäre, sondern harm- lose brave Staatsbürger, die ihrer Erbitterung gegen die Reichs- finanzreform den schärfsten Ausdruck verleihen wollten. Die vielen sozialdemokratischen Stimmen sind also nur eine vorüber» gehende Erscheinung. *** Dresden, 22. Oktober. Der Landtag ist auf den S. Ro- vcmber einberufen worden.' Die Stichwahlen in Leipzig finden schon am 23. Ol- tober statt. Zum AaWampf. Selbsterkenntnis. Wählt keinen Lebensmittelvertcurer! Diese Parole hat die Freisinnige Volkspartei, bevor sie der Block» brüderschaft gewürdigt war, stets und ständig ausgegeben, und es ist nicht ohne Interesse, in den in früheren Jahren den ftei- sinnigen Vertrauensleuten zugegangenen Weisungen zu blättern und von einem Vergleich zwischen seinen Worten und Taten den unaufhaltsamen Niedergang des Freisinns dokumentarisch darzulegen. Würde heute eine dieser Weisungen, genannt.Merk- büchlein" einem freisinnigen Wähler in die Hände fallen, so würde er sicher glauben, daß die Parteileitung ihn auffordert, gegen den Freisinn und für die Sozialdemokratie zu stimmen., Nur einige Beispiele I In einer Notiz mit der Ucberschrift „Wählt keinen LebcnSmittelvcrtcnrer!" wendet sich die Partei- leiwng gegen die beiden konservativen Partejen und die Nationalliberalen, von denen die ersteren allemal und die letzteren zumeist dabeigewesen sind, die Steuerlasten des Volkes, insbesondere der minderwohlhabenden Klassen zu erhöhen. Es wird auf das Anwachsen der Reichslasten hingewiesen und hinzugefügt:„Wäre es nach den Konservativen und Nationalliberalen gegangen, und hätten nicht noch jüngst 18S4 und 1895 die Freisinnigen, Sozialdemokraten und die ZentrnmSpartei es verhindert, so würden feit 1893 diese Lasten noch weiter gesteigert worden sein durch M e h r b e l a st u n g des Tabaks und neue Stempel st euer n aller Art." Hier wird also zugegeben, daß die Sozialdemokraten die Mehrbelastung des Volkes verhindert haben. Was würden die Freisinnigen darum geben, wenn sie auch heute noch von sich sagen könnten, daß sie die Mehrbelastung des Volkes hintangehalten haben? Heute gehören sie selbst zu den Lebensmittelverteuerern, vor deren Wahl sie warnen! Gegen die höhere Besteuerung von Bier und Tabak wendet sich eine andere Notiz, die sich gegen den verstorbenen.König Stumm" richtet. Durchaus zutreffend werden Bier und T a b a k als die wenigen Genuß mittel der arbeitenden Klasse be- zeichnet und auf die Belastung dieser Genußmittel hingewiesen. Damals wurde auf 1 Kilo Tabak SV bis 100 Pf. Zoll oder Verbrauchsabgabe erhoben, während das Bier mit 2 M. vom Zentner Malz besteuert wurde. Die Notiz bedarf dringend der Ergänzung, es muß, wenn den Freisinnigen an der Wahrheit liegt, hinzugefügt werden, daß die Belastung der Genußmittel des arbeitenden Volkes inzwischen namentlich durch die neueste.Finanz- reform' sich gewaltig vermehrt hat und dah die Freisinnigen bereit waren, die Belastung mitzumachen! Mt derTabaksteuer beschäftigt sich noch eine weitere Notiz, die den. h a r t e n Kampf" gegen die k o n servatibe Partei, die Nationalliberalen und einen Teil des Zentrums rühmend hervorhebtl Auch hier wäre in einer Neuauflage im Interesse der geschichllichen Wahrheit der Z u s a tz zu machen. daß die Freisinnigen 1909 den„harten Kampf" aufgegeben und zu den Frenndc» dieser Stcucr übergegangen sind! Das gleiche gilt von der B r a u st e u e r. Und wenn eS im Zusammenhang damit in einer späteren Ansgabe des„Merk- büchleinS" heißt, daß durch Erhöhung der Tabak« und Bransteuer der einfachste Lebensgenuß gerade dcS kleinen Mannes belastet werden würde, so mögen die Wähler, vor allem die kleinen Leute nicht vergessen. das; auch die Freisinnigen ihnen de« einfachste« Lebensgenuß verteuern wollten. Wie eine Verhöhnung dcS Blockfrcistnns liest es sich, wenn in dem 1903 erschienenen„Merkbüchlein" ein Artikel„Steuer- reform und Rei'chsfi nanzreform' die Freisinnige Volks- Partei als die Partei gerühmt wird, die jede höhere Be- lastung des Massenverbrauchs durch indirekte Steuern,.insbesondere eine j e d w e d e F o rm der Erhöhung der Brausteuer sowie eine höhere Belastung des Tabaks" bekämpft. Heute kann der Freisinn das nicht mehr von sich sagen. Schade, daß seine ganze schöne Literatur nun ningestampft werden muß! Für die ohnehin geschwächte Parteikasse ein schwerer Verlust I Wir begnügen uns für heute mit diesen wenigen Proben. Ist es notwendig, so werden wir mit mehr aufwarten. Wir hoffen aber, daß diese Beispiele genügen, den Wählern klar zu machen, daß es ihre Pflicht ist, getreu der von der Freisinnigen Volkspartei ausgegebenen Parole keinen Lebensmittelvertenerer, d. h. keinen Freisinnigen, sondern einzig und allein Sozialdemokraten zu wählen. » Das wahre Gesicht des Freisinns. Daß der Freisinn in Wahlrechtsfragen ein ganz unzuverlässiger Geselle ist, haben wir des öfteren schon nachgewiesen. Wir haben auch wiederholt festgestellt, daß speziell der Berliner K o m m u n a l f r c i s i n n be- sonders rückständig ist. Für die Kommunalwahlcn der- langen die Freisinnigen durchaus nicht etwa das a l l g e- meine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht, wie das die Sozialdemokratie fordert, sondern sie wollen ein a» einen gewissen Steuersah gebundenes Wahlrecht, wie das der Führer der großen Fraktion, Herr Cassel, in der Stadtverordnetenversammlung wiederholt dargelegt hat. Dann aber besteht eine große Ungerechtigkeit des geltenden Dreiklassenwahlrechts in einer die große Masse der Bevölkerung besonders entrechtenden Wahlkrcisgeometrie. Diese kann dia Stadtverordnetenversammlung ändern. Dieser Tage hat ein auf Antrag der Sozialdemokraten in der Stadt- verordnetekivcrsammluncf in dieser Angelegenheit eingesetzter Ausschuß getagt und, wie wir schon mitgeteilt haben, be- schloffen, den Magistrat zu ersuchen, eine Neueinteilung der Gemeindcwahlbezirke für die dritte Abteilung mit solcher Beschleunigung vorzunehmen, daß nach derselben die Ergänzungswahlen im Jahre 1911 erfolgen können. Zu diesem Beschluß bemerkt die„Freisinnige Zeitung" vom 21. Oktober: „Dieser Beschluß bedeutet in seiner Konsequenz die AnS- l i e f e r n n g der dritten Abteilung an die Sozialdemokratie. Die sozialdemokratische Fraktion, die heute 36 Stadtverordnete zählt, würde dann einen weiteren ZutvachS erfahren nnd mit der sozial-fortschritt- lichen Gruppe ni vielen Frage» den Ausschlag geben." Wir wollen im Augenblick davon absehen, zu untersuchen, inwieweit die Prophezeiung der„Freisinnigen Zeitung", daß dieser Beschluß die Auslieferung der dritten Abteilung an die Sozialdemokratie bedeute, zutrifft; charakteristisch für die Freisinnigen ist aber die Aeußernng. Es wäre ja schreck- lich, wenn die dritte Abteilung der Sozialdemokratie gehörte. wenn die Mehrheit der Berliner Bevölkerung— und das ist die sozialdemokratische— mit einem Drittel in der Stadt- verordnetenversammlung vertreten sein könnte I Das ist der e ch t e F r c i s i n n, der im Reichstage wie im Landtage den Mund nicht voll genug nehmen kann, wenn es sich um die gerechte Wahlkreisgeometrie im Reich und Staat handelt, der aber die gleichen un- gerechten Zustände da verewigen möchte, Ivo er die Macht hat. Wer bei den bevorstehenden Landtags- und Stadtverordnetcuwahlen Leute wähle» will, die ernsthaft für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht zum Landtag wie zur Kommune eintrete«, kann nur Sozialdemo- traten wählen! Sie Zarenreile nach Italien. Nachdem der Zar die Rechte der Duma geschmälert und der finnischen Verfassung den. Todesstoß versetzt, begibt er sich wieder nach Europa, um dort die Ernte der russischen Konterrevolution ein- zuheimsen. Wie ein Dieb in der Nacht stiehlt er sich durch Mittel- europa, voll Furcht um sein kostbares Leben, das ihm trotz der schärfsten Absperrungs- und Bewachungsmaßregeln als gefährdet erscheint. Und inzwischen bereiten seine Getreuen im Bunde mit den„staatserhaltenden patriotischen" Elementen Italiens denBoden vor, damit er seinen.sreundschaftlichen' Besuch bei Viktor Emanuel ohne unliebsame Zwischenfälle und in strengster Abgeschiedenheit von dem Volke, über dessen wirkliche Sympathien die sozialistischen Kund- gedungen keinen Zweifel gelassen haben, abstatten kann. Die Zusammenkünfte des Zaren mit den Oberhäuptem der europäischen Staaten sind in den letzten zwei Jahren zu einer gemeingefährlichen Erscheinung geworden. Wann immer der Zar er- scheint, oder wen immer er in den finnischen Gewässern oder in Livadia empfängt, stets werden neue diplomatische Fanggruben gelegt, Ver- bindungen angeknüpft, neue Fäden gesponnen, die die Interessen der Völker bedrohen. Die zunehmende Spannung in Europa, die vor allem durch den deutsch-englischen Gegensatz hervorgerufen ist, gibt Ruß- land Gelegenheit, aktiv in die europäische Politik einzugreisen, und verleiht ihm einen Einfluß, der seiner wirklichen Macht keineswegs entspricht. Und die Zarcnregicrung, die sich im Innern nicht mehr durch die Revolution bedroht sieht, nutzt diese Situation in Europa mit derselben Raffiniertheit aus, wie die russischen Zaren im acht- zehnten und neunzehnten Jahrhundert die Kämpfe und Gegensätze der westeuropäischen Staaten zur Festigung ihrer Macht und Erweiterung ihres Gebietes ausnutzten. Dieses Mal gilt der garenbesuch Italien. Die offiziösen Organe in Rußland und Italien und mit ihnen die gesamte bürgerliche Presse messen diesem Besuche eine ungeheuere Bedeutung bei. Ziemlich treffend charakterisiert die ge- mäßigt-liberale„Birschcwija Wedomosti' die Stimmung in den maßgebenden politischen Kreisen Petersburgs:„Im allgemeinen— schreibt sie— vertreten die politischen Kreise die Ansicht, daß man die in Italien herrschende Verstimmung gegen Deutschland, das seit längerem schon zugunsten Oesterreich-Ungarns die guten Beziehungen zu Italien vernachlässigt habe, ausnützen müsse, um den Keil noch tiefer in die Kerbe zu treiben." Vorsichtiger, aber in demselben Sinne äußert sich das offizielle Organ der Oktobristen„Goloß Prawdy:„Unzufriedenheit mit den Beziehungen der Bundesgenossen sei nichtsdestoweniger(in Italien) vorhanden. Welche Form diese aber annehmen werde, sei abzuwarten." Weit offener sprechen sich die italienischen Blätter aus. Die einflußreiche„Tribuna" schreibt: „Das Jahr 1908 sah zwischen Rußland und Italien engere Bande entstehen. Denn Italien konnte sich nicht isolieren und Sklavin des Dreibundes bleiben, just zu einer Zeit, wo es angesichts der nahen Verlängerring des Bündnisvertrages eine Elastizität der Verhältnisse brauchte, die ihm gestattete, seine Be- ding un gen zu stellen." Selbst republikanische Blätter sprechen sich in einem zarenfreundlichen Sinne aus, weil sie von einer Anlehnung an Rußland eine Besserung der internationalen Lage Italiens erwarten. Es muß nun vor allem gesagt werden, daß der Abfall Italiens vom Dreibund und sein Anschluß an die Tripel- Entente wenig wahr- scheinlich erscheinen. Zwar haben sich die Verhältnisse, die Italien 1883 bewogen, dem deutsch-österreichischen Bündnis beizutreten, be- deutend geändert; zwar zeigt sich in Italien eine starke dreibund- feindliche Strömung, die durch die irredentistische Bewegung in Trieft und die österreichische Balkanpolitik verstärkt worden ist, aber diese Momente sind zu schwach, um Italien zu einem so folgenschweren Schritt. wie eS der Abfall vom Drei- bund wäre, zu veranlassen. Wahrscheinlicher ist es, daß Italien— wie die„Tribuna" daS offen ausplaudert— durch sein Liebäugeln mit dem blutigen Zaren seine Stellung inner- halb des Dreibundes festigen will, um bei der Erneuerung des Bündnisvertrages im Jahre 1912 größere Vorteile zu erringen. Und die Zarenregierung, die intime Freundin der deutschen Re» gierung, haut in diese Kerbe, um den Keil zwischen Italien und seinen Bundesgenoffen noch tiefer zu treiben. Also kleinliche OpporknnitätSpolitik und jesuitische Diplomaten» kniffe haben die bürgerlichen Parteien Italiens bewogen, den Zaren» besuch als einen. Erfolg" der auswärtigen Politik Italiens zu betrachten. Hinter dem Rücken des Volkes wird dem Mörder der russischen und finnischen Freiheit gehuldigt, wird das gute Einvernehmen mit dem Tyrannen gepriesen, der mehr noch als der spanische Alfons, gegen den die Volksempörung soeben noch spontan zum Ausdruck kam, vom Volke verabscheut wird. An dem Tage, wo Nikolaus II. in Nacconigi, von dem italienischen Militär und seiner Spitzelarmee bewacht, mit den italienischen Machthaber» konspirieren wird. wird das klassenbewußte italienische Proletariat Protest erheben gegen die Besudelung de« italienischen VodenS durch den Mörder seines Volkes, und dadurch bekunden, daß es nichts gemein hat mit einer Politik, die um problematischer diplomatischer Erfolge willen die Ehre und die Würde deS Landes in den Staub tritt. ver Kadinettswechie! in Spanien. Der Sturz des Henkerregiments ist in Spanien mit größter Freude aufgenommen worden. Namentlich in Barcelona wurde die Beseitigung M a u r a s mit Jubel begrüßt; bedeutet sie doch für die unglückliche Stadt die Be- freiung von dem furchtbaren Druck des Belagerungszustandes und die sichere Hoffnung, daß dem Morden der Kriegsgerichte, der Einkerkerung Tausender Unschuldiger ein Ende gesetzt ist. Die Wiederherstellung der konstitutionellen Garantien in Barcelona und Geron'a soll unverzüglich erfolgen. M o r e t hat sein Ministerium vervollständigt, indem das Justizministerium Marti nez des Campo, das Unter- richtsministerinm dem früheren Minister B a r r o s o über- tragen wurde. Das neue Ministerium wird nicht nur von der liberalen, sondern auch von der republikanischen Presse sehr freundlich begrüßt. Moret selbst hat in einem Interview sein Programm der völligen Abkehr von der Politik seines Vorgängers dargelegt. Er erklärte: „Die neue RegierungSgewalt, die von allen Aufrechterhaltimg der Achtung vor den öffentlichen Einrichtungen Spaniens ver- langt, wird eine Politik der Beruhigung und Nachsicht gegen diejenigen verfolgen, die die LaudeSgcfetze nnd die soziale Ordnung achten werden, nnd unerbittlich, aber gerecht gegen diejenige» sein, die sie stören. Ich hoffe, daß die schlimme Lage, iglit der Spanien zu kämpfen hat, bald der Ge- schichte angehören wird, und daß wir im Innern und nach Außen olles wieder ausbauen werden, was daö zurückgetretene Ministerium zerstört hat." Als die wichtigsten Punkte seines Regierungs- Programms bezeichnete Moret: Unverzügliche Wieder» Herstellung der konstitutionellen G a r a n t i e n im ganzen Lande, Unterdrückung der Zeilsur mit Ausnahme der Depeschen über Truppenbewegungen in Madrid, Beschleunigung des Riffeldzuges, Amnestie für politische und Preßdergehen, Veröffentlichung � der Akten des Ferrer-Prozesses, Neuwahlen in einigen Monaten. Das Kabinett wird eine Politik verfolgen, welche die A l g e c i r a s a k t e als Grundlage betrachtet und die bestehenden Abmachungen zwischen Frankreich und Spanien zur Richtschnur nimmt. Der Einfluß der Kirche wird sich in der Politik nicht geltend machen, da im Kabinett ausgesprochen antiklerikale Elemente vorhanden sind. Man wird natürlich abwarten müssen, ob die Taten diesen schönen Worten entsprechen werden. Bisher haben die spanischen Liberalen, so oft sie ans Ruder ge- langten, eine schwächliche und energielose Politik gemacht. Auch erscheinen die Drohungen Morets gegen die„Störer der Ordnung" in der jetzigen Situation nichts weniger als angepaßt, da die Störung einer„Ordnung", die die Schandtaten Mauras im Innern wie nach Außen möglich gemacht hat, ein Verdienst und kein Ver- brechen war. Aber das spanische Volk hat in der letzten Zeit so viel Proben seiner Kraft und seiner Entschlossenheit ab- gelegt, das klerikale Joch abzuschütteln, daß man hoffen darf, es werde das neue Ministerium nötigenfalls auch zu zwingen verstehen, seine Versprechen zu erfüllen. »• • Wie vorauszusehen, gestalten sich die Versuche der„Kreuz. zeitung", die übrigens ihre Blamage mit einigen anderen reaktionären Blättern teilt, sich in die neue Situation zu finden, sehr drollig. Im Morgcnblatt fanden die Leser der„Kreuzzeitung" bei einigem Suchen nichts als kurze offiziöse Depeschen über MauraS Sturz. Im Abendblatt findet die..Kreuzzeitung" die Sprache wieder. Zunächst wird konstatiert, dag der Sturz ganz „unerwartet" gekommen sei. Elf Zeilen später heißt es, die ..Kreuzzeitung" habe wiederholt den Sturz vorausgesagt. Die Ferrerbewcgung hätte aber diesen Sturz— hinausgeschoben! Ucbrigens„scheine" zwischen der liberalen Partei und Maura keine bedeutende Verschiedenheit in innerpolitischen Fragen zu bestehen! Schade, dag das alles nicht wahr ist und daß gerade die„Kreuzzeitung" in den letzten Tagen unausgesetzt ver- sichert hat, daß das ganze spanische Volk begeistert hinter Maura stehe und stehen werde. Aber wir geben zu, daß die„Kreuz. zeitung" sich schwerlich besser herausreden konnte; denn dazu war eben die Blamage zu offenkundig. poUtlfcbc Qebcrficht. Berlin. den 22. Oktober 1909 Lebensversicherungsprämie und Einkommensteuer. München, 21. Oktober. Die bayerische StaatSregierrmg hat in dem GesetzeSentwnrf nach den: Borbild Preußens die V e r s i ch e r u n g S p r ä m i e n bis zur Höhe von 400 M. bei den Einkommen unter 10 000 M. für abzugsfähig erklärt. Die Frage deS Abzuges der Lebensversicherungsprämien ist nach ihrer prinzipiellen Seite in der Praxis umstritten. Die Theoretiker der Finanzwissenschast sprechen sich gegen den Abzug aus, weil die Lebensversicherung nur eine besondere Art des Sparens fei und das Versicherungskapital nichts anderes als eine Vermögens- anhäufung darstelle. Der Referent und Zentrumsführer Dr. H e i m verteidigte in der Kammer diese Auffassung der Vertreter der Finanzwissenschaft mit großem Geschicke. Gegen manche seiner Ausführungen und Kon- statieruugen läßt sich nichts oder wenig sagen. Er sprach sich gegen die Abzugsfähigkcit aus, weil„steuerliche Vergünstigungen jeden, zugänglich sein müßten, besonders aber den wirtschaftlich Schwächsten". Das sei hier nicht der Fall, weil die Arbeiter und auch Kleinbauern am allerwenigsten ihr Leben versichern lassen könnten. Wo es aber trotzdem geschehe, trete sehr häufig der Fall ein. daß nach einigen Jahren die Ver- sicherung nicht weitergeführt werde» könne oder die Police verpfändet werden müsse. In beiden Fällen werde der Zweck der Versicherung, Versorgung der Familie beim Tode des Ernährers, nicht erreicht. Kränkliche Leute hätten keinen Vorteil von der Sreuervergiinstigung, weil sie zumeist von den Gesellschaften zurückgewiesen würden. Auch könne man sich nicht auf Preußen berufen, weil dieses wenigstens noch die Versicherungssumme bis zu einem gewissen Betrage zur Vermögenssteuer heranziehe, waS in Bayern beim Fehle» einer Vermögenssteuer unterbleiben müsse. Wenn man die Spareinlagen besteuere, könne man die Prämien nicht freilassen. Während der Redner der'Liberalen, Dr. C a s s e l m a n n, einen Antrag begründete, der über den der Regierung hinausging, trat Dr. v. H a l l e r im Auftrage der sozialdemokratischen Fraktion für den Regierungsentwurf ein. Er konstatierte zunächst, daß im AuS- schussc zuerst ein Teil der Zentrumsvertreter im Prinzip recht lebhaft für die Abzugsfähigkeit eingetreten sei. Theoretisch habe Dr. Heim in einigen Punkten recht. Aber die Gründe f ü r den Abzug überwiegen. Der Gedanke der Abzugsfähigkeit sei sicher sozial. Der Ernährer der Familie könne durch eine Versicherung sür die Hinterbliebenen sorgen auch für den Fall eines frühzeitigen Todes. Das wäre bei den anderen Arten des Sparens nicht möglich. Im Interesse sozialer Gerechtigkeit seien die Sozialdemokraten für die AbzugSfähigkeit der VersicherungS- Prämien. Nachdem das Zentrum in seiner übergroßen Mehrheit über Nacht anderer Ansicht geworden, wurde der Antrag der sozial- demokratischen Fraktion auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage mit fast allen Stimmen angenommen. Die„geistigen Waffen" des Zentrums. In den letzten Wochen hat sich die Zentrumspresse darin gefallen, zum Angriff gegen die Sozialdemokratie zu blasen. Nicht mehr in der Defensivstellung, sondern in der Offensive will man gegen die Sozialdeinokratie fechten. Die Zentrums- presse nennt daS, den„roten Stier bei den Hörnern erfassen". Wie diese Offensive aussieht, davon bekamen unsere Genossen in Duisburg am letzten Sonntag einen recht lehrreichen Beweis. In Duisburg hielt an, Sonntag und Montag die Zentrumspartei des Regierungsbezirks Düsseldorf ihren dies- jährigen Parteitag ab. In Anbetracht der angekündigten Offensive sagten sich nun unsere Duisburger Genossen, daß diese Gelegenheit gseichzeitig Gelegenheit sür das Vorgehen des Zentrums gegen uns sein müsse. Es wurde eine Volks- Versammlung mit dem Thema:„Die Sünden des Zentrums" anberaumt und die Parteileitung des Zen- trums unter Zusicherung voller Redefreiheit hierzu geladen. Doch die Herrschaften lehnten ab, und in der Zentrumspresse wurde vor den, Besuche der Versammlung öffentlich gewarnt. Wenn nun auch die Versammlung gut besucht war, so war doch der eigentliche Zweck— den Klerikalen Gelegenheit zu der angekündigten Offensive ztl geben— nicht erreicht. Etwa ein Dutzend Parteigenossen gingen deshalb mit einem kleinen Flugblatt zur Zentrumsvcrsammlung und verbreiteten dort die Flugschriften vor dem Saalausgange. Kaum aber hatten die in der Versammlung aufgehetzten Massen bemerkt, worum es sich handelte, dann erschall ein Ruf:„Nichts annehmen, das sind die Roten!" Und dann fielen die Verhetzten immer gleich dutzendweise über unsere Flugblattverteiler her. Immer gleich zehn auf einen! Die Schriften wurden ihnen gewalt- sam entrissen, die Taschen durchsucht und gewaltsam entleert. Dazu gab es Faustschläge und Fußtritte. Zwei unserer Ge- nossen bluteten. Einen hatten die Kerle unter einen Tisch geworfen und dann mit Fußtritten traktiert. Der Uebermacht waren natürlich unsere Genossen nicht gewachsen. Und so können denn die Klerikalen bereits den e r st e n„S i e g" über die Roten melden. Die Zentrumspresse stöhnt über sozialdemokratischen Terrorismus: die Roheiten des klerikalen Pöbels aber ignoriert sie._ i. Eine Entdeckung. Der Generalsekretär der christlichen Gewerlschaften Deutschlands, Herr Adam Stegewald, hat den von der ultramoutanen Agitationszentrale in M.-Gladbach angeordneten Feldzug zur Ein- seifung der Zentrumswähler eröffnet, und zwar in A a ch e n, wo er vorige Woche eine Rede hielt, die„ob ihres reichhaltigen Ge- dankeninhaltes. ob der Zeichnung der wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge sowie der Charakterisierung der sozialdemokratischen Hetzarbeit" das uneingeschränkte Lob der„Kölnischen Volkszeitung" findet. In wieweit dieses Lob berechtigt ist, mag durch die Wieder- gäbe einer Stelle beleuchtet werden: Herr Stcgerwald erzählte seinen Zuhörern, die Sozialdemokratie ziehe jetzt landauf landab, um die Arbeitcrwähler bürgerlicher Par- teien damit abzuschrecken, daß diese früher zu einzelnen Steuern den entgegengesetzten Standpunkt eingenommen hätten zu demjenigen, den sie jetzt einnehmen. Das ist aber, wie Herr Stegerwald meint, nicht die größte Sünde der betreffenden Parteien, und um das zu beweisen, beruft er sich— ein echter M.-Gladbacher weiß ans allen Blüten Honig zu saugen— auf August Bebel, der 1007 in einer Versammlung der Berliner Mackrer sagte: „Wenn die Führer der Gewerkschaften heute der Meinung sind, daß das, was vor Monaten sie selber angeregt und unter- stützt haben, heute aus bestimmten Gründen undurckführbar sei, dann sollte man ihnen daraus keinen Vorwurf machen, sondern ihnen im Gegenteil Anerkennung zollen, denn das beweist, daß sie es mit ihrer Verantwortung sehr ernst nehmen." Und stolz auf diesen Fund aus M.-Gladbachs heiligen Registern ruft Herr Stegerwald frohlockend aus:„Das Gleiche muß schließlich auch politischen Parteien eingeräumt werden, denen eS darum zu tun ist, praktische Politik zu treiben." Und auS eigener Erfahrung berichtet er von„sozialdemokratischen Gewerkschaftsführern, die kurz vor Verhandlungen mit Unternehmern in öffentlichen Versammlungen entschieden und unter allen Umständen an bestimmten Arbeiterfordcrungen festhielten und wenige Stunden später im VerhandlungSraume, als nicht mehr heraus- zuschlagen war, Schritt für Schritt zurückwichen und »och am selben Tage mit dem Aufgebot ihrer ganzen Rcdelunst Massenversammlungen von der Richtigkeit ihres Verhaltens zu über- reden suchten und überzeugten." Und wiederum wirft sich Herr Stcgerwald in die christliche Männerbrust und ruft aus:„WaS ist das anders als ein Um fall, den die Sozialdemokratie seit Jahren anderen Parteien als das größte Verbrechen und schnöden Verrat angekreidet hat!'— und er wundert sich über nichts mehr, als daß„bürgerliche Parteien derartige Angriffe der Sozialdemolraten jahrelang ruhig eiugcsteckt haben". Nachdem Herr Stegerwald, Generalsekretär der christlichen Ge- werkschaften in Aachen gesprochen hat. wissen also die bürgerlichen Parteien, was sie zu tun haben, um ihre Volksverrätercien zu recht- fertigen. Sie brauchen nur hinzuweisen auf das Verhalten der GewcrkschaftSsiihrcr, die unter Umständen von ihren Forderungen dem Unternehmertum gegenüber nachlassen und den Arbeitern anraten, sich mit weniger zu begnügen, als sie anfangs gefordert hatten. Denn nach Herrn Adam Stegerwald, diesem ob seiner Gedankentiefe von der ZentrumSpresse belobten Generalsekretär der christlichen Gewerkschaften, ist es dasselbe, ob im wirtschaftlichen Kampfe die Arbeiter der Uebermacht des Gegners nachgeben und statt in nutz- losem Ringest die Kräfte aufzuzehren, sich mit dem zunächst Erreich- baren begnügen— oder ob eine Partei wie das Zentrum vor der Wahl sich den Wählern gegenüber ans die Ablehnung jeder weiteren Belastung deS Massenkonsums verpflichtet und nach der Wahl den Wählern daS niedliche Sümmchen von Zgö Millionen Mark aufhalst. Umfall ist Umfall— verkündet Herr Adam Stcgerwald, und was den Gewerkschaftssührern recht ist, das soll dem Zentrum billig sein! Und der Mann, der die selbstverständliche im Interesse der Arbeiter gebotene Taktik des GewerkschaftskampfeS auf eine Stufe stellt mit dem offenkundigsten und schmählichste» Volksverrat, wie ihn das Zentrum geübt hat, ist leitender Beamter einer Arbeiter- organisation I Wem soll man zu einer solchen Kraft herzlicher gratulieren: Dem Zentrum oder den christlichen Gewerlschaften? Dem einen mit Scheffeln, dem andern mit Löffeln. Im Reichsetat für 1910 sollen, wie man schon hat durchsickern lasten, sür das Luftschiffwesen größere Summen verlangt werden, und zwar handelt es sich darum, sür die vom Reich übernommenen Lustschiffe Hallen zu bauen, Betriebsmittel bereit- zustellen und neue Mailnschaften zu bewilligen. Außerdem sollen gefordert werden: 10 neue Kavallerieschwadronen nebst zwei Regiments- und zwei Brigadestäben für die Kavallerie! Ein paar Millionen sind angeblich auch eingestellt zur Errichtung geeigneter Kleinwohnungen für Arbeiter und gering besoldete Ve- amte, die in den Betrieben und Verwaltungen deS Reiches tätig sind._ Russische Polizeizustände in Sachsen. Wie Vurtzew in seiner neuen Zeitschrist„Obschtscheje Delo' mitteilt, hat die Dresdener Polizei der Verwaltung der russischen Tichuprow- Lesehalle eröffnet, daß sie die Zeitschrift Burtzews „Byloje" nicht auslegen dürfe, widrigenfalls die Lesehalle von der Polizei geschlossen werden würde. Die Zeitschrift„Byloje" ist ein historisches Journal, daS sich vornehmlich das Studium der Geschichte der russischen Revolution zur Aufgabe stellt. Außer in Dresden, ist.sie nur noch in Rußland verboten. Wie wir hören, erstreckt sich das Verbot der Dresdener Polizei auch auf den„Vorwärts" und die„Neue Z e i t". Man sieht, die Dresdener Poli�eigewaltigen sind eifrig bemüht, die Unter- tauen des Zaren davor zu belvahren, daß sie mit dem Gifte des „Umsturzes" infiziert werden.— Christlichsoziales Fiasko. Der Reichstagsabgeordnete Behrens versuchte in einer Ver- sammlung zu Betzdorf(Regierungsbezirk Koblenz) seinen Wählern die herrlichen Taten des Schnapsblocks klarzumachen. Die Versammlung war von etwa 600 Personen besucht und nahm schließlich gegen sechs Stimmen eine Resolution an, die sich gegen die Haltung des Abg. Behrens erklärt. Oeftemteb. Die Präsidentenwahl. Wien, 22. Oktober. Abgeordnetenhaus. Zum Präsi« deuten des Hauses ist heute Dr. P a t t a i mit 266 von 403 Stimmen wiedergewählt worden. 141 Abgeordnete hatten leere Stimmzettel abgegeben. Im Einlaufe befinden sich die in der letzten Session eingebrachten Regierungsvorlagen, darunter eine betveffend die Abänderung des Gesetzes über die Ges chä f t s- ordnung des Rcichsratcs, ferner 14 Dringlichkeits- a n t r ä g e. Zum Schluß brachte Breiter einen Protest gegen die Hinrichtung Ferrers vor.(Beifall bei den Sozial- demokraten, Widerspruch der Christlich-Sozialen.) Zu Vizepräsidenten sind die Abgeordneten P e r n e r- st o r f e r, Pogacnik, Starzynski, Dr. Steinwender und Zazvorka gewählt worden. Dänemarh. Sturz des Ministeriums. Kopenhagen, 22. Oktober. Folkething. Nach Ablehnung der von der Partei der Rechten und den Sozialdemokraten einge- brachten Mißtrauensanträge nahm das Haus mit 49 gegen 44 Stimmen den von den Radikalen eingebrachten Antrag an, wo- durch dem gesamten Ministerium Hol st ein das Mißtrauen ausgesprochen wird. Dafür stimmten die Radikalen, die Sozialdemokraten und acht Mitglieder der Rechten, dagegen die Gruppen der Linken. Der Rest der Rechten enthielt sich der Abstimmung. Der Ministerpräsident erklärte hierauf, daß das Ministerium demissioniere. Scdxveäen. Streikfolgeu. Stockholm, 22. Oktober. Die fortwährende Aus- sperrung der Arbeiter, welche die drakonischen Ve- dingnngcn der Arbeitgeber nicht annehnien wollen, hat eine umfassende Auswanderung zur Folge gehabt, be- sonders in der Eisenindustrie, nachdem die Arbeit- geber angefangen haben, die Arbeiter aus ihren Wohnungen zu entfernen. foilUaud. Kosaken gegen Finnland. Petersburg, 22. Oktober. Gegenüber den Kommentaren der Presse zu der Entsendung eines Kosaken regt m e n t S nach Finnland betont die offiziöse„Rossija", die Regierung verfolge dort keine aggressiven Absichten, doch sei die Haltung einiger dortiger politischer Kreise und ihrer Preßorgane derart, daß die Regierung genötigt sei, die Zahl der russischen Truppen in Finnland rechtzeitig zu erhöhen. Die ganze Maßregel sei nur für den Fall getroffen, daß die Finn- länder ihre Pflicht als loyale Bürger vergessen und den Ratschlägen ihrer Publizisten und„Politikaster" folgen würden. Die Ver hängung des Kriegszustandes über Finnland sei nur zu erwarten, wenn Finnland selbst einen derartigen Schritt durch Eisenbahn-, Post- und Telegraphcnstreiks oder durch andere Handlungen herausfordere. OrKei. Eine»nberechtigte Abweisung. Konstantinopel, 22. Oktober. Die Kollektivnote der Botschafter, die auf Grund der Kapitulationen gegen die Anwendung des Vagabundengesetzes und die damit verbundene Prügel- strafe auf die Untertanen der Großmächte protestiert, beantwortete die Pforte scharf abweisend, indem sie ausführt, daß es ihrer Legislative freistehen müsse, die notwendigen Gesetze im Interesse der inneren Ordnung zu beschließen. H119 der parteu Bezirkstag der sozialdemokratischen Partei im Bezirk Merseburg. Am Sonntag, den 17. Oktober trat in Halle der diesjährige Bezirkstag der acht Wahlkreise des Regierungsbezirkes zusammen. Anwesend waren 66 Delegierte, darunter als Vertreter des Partei- Vorstandes Genosse M o l k e n b u h r. Der Bericht des AgitationSkoiniteeS konnte er- freulicherweise feststellen, daß trotz der Krise die Organisationen 2500 M i t g li e d e r g e w o n n e n haben I Die Gesamtzahl der politisch Organisierten im Bezirk beträgt jetzt 14 700; freilich ist noch ein weites Betäiignngsfeld varhanden, da ihnen etwa 40 000 geWerk- schafllicb Organisierte gegenüberstehen. Die Kasjenverhältnisse der Orgauisatioiien sind ebenfalls fast durchweg günstiger als im Vorjahr. Der Zeitzer Verein hat jetzt als erster im Bezirl denM o n a t s- b e i t r a g von 40 P s. einführt! Die F r a.u eu organisation machte gute Fortschritte. Der Jugendorganisation werden von den Behörden, namentlich in Halbe, außerordentliche Schwierigkeiten bereitet; trotzdem ist sie im ganzen im Fortschreiten begrissen. Gegen die prinzipielle Haltung deS„Volköblatt" wurden keinerlei Einwände erhoben. Ucbrigens konnte die sehr erfreuliche Mitteilung gemacht werden, daß der gegenwärtig im Mausfelder Gebiet tobende Klassenkampf bereits 1000 neue Abonnenten gebracht hatl Der tapferen Haltung der ManSfelder Grubenjklaven wurde in einer Resolution höchste Anerkennung gezollt. Zur Landarbeiterorganisation sprach der Gauleiter des Verbandes, Genosse Faa ß- Berlin, der erwähnte, daß im Bezirk Merseburg jetzt fünf Ortsgruppen mit 115 Mitgliedern be- stehen. Die politisch organisierten Arbeiter haben, so führte der Referent aus, vor allen Dingen die Aufgabe, für den Verband zu agitieren, da eS gelte, bei den Landarbeitern daS Klassenbewußtsein zu erwecken. I» der Diskussion wurden die großen Schwierigkeiten dieser Agitation erörtert. Gewünscht wurde besonderes AgitationS- Material für die im Bezirke zahlreich vorhandenen fremd- s p r a d| i g e n Arbeiter, ferner die Herausgabe eines Führers für die Agitation. In einer Resolution wurden die Parteigenossen verpflichtet, mit aller Kraft die Bestrebungen deS Verbandes der Land-, Wald- und Weinbergarbeiter zu fördern. Die Beratung eines neuen Bezirksstatuts wurde noch einem Referat deS Genossen Leopoldt- Zeitz dem nächsten Bezirkstage überwiesen. Beschlossen wurde, die Delegation zuni nächste» Jnter« nationalen Kongreß nach dem Beispiel der Gewerlschaften voll in Anspruch zu nehmen. poUeeUicsiea, Oerlehtiiehts ulw. $uu|(anto der Presse. Von der bekannten Schubert-Kammer in Halle wurde Genosse Redakteur N i e b u h r vom dortigen„Volks- blatt" wegen angeblicher Beleidigung eines Gemeindevorstehers zu 200 M. Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte— trotz der Geringfügigkeit deS„Delikts" 400 M. Geldstrafe beantragt. Gegen daS Urteil wird Revision angemeldet. Die Leipziger Revisionsmaschine. Wegen Beleidigung von Offizieren zweier Regimenter ist am 27. April der Redakteur der„Tribüne". Paul P e tz o l d, vom Landgericht Erfurt zu einer Geldstrafe von 500 M. verurteilt worden. Er hatte einen Artikel„Preußische TodeS- märsche" veröffentlicht, in welchem erzählt wurde, daß bei Märschen in großer Hitze(41—43 Grad Celsius) eine Anzahl Soldaten den Hitzschlag bekommen haben und mehrere gestorben seien. Es handelte sich um Märsche von Königsberg nach dem Thorner S ch i e ß p.l a tz. Das Gericht hat in dem Artikel eine Ehrenlränknng der be« treffenden Offiziere erblickt, die nach den Ermittelungen alles getan haben sollen, um die Gcsimdheitsschädigungen zu vermeiden oder soweit wie möglich, wieder auszugleichen.— Die Revision deS Angeklagten, der Verkennuiig des§ 193 rügte, wurde am Donnerstag vom Reichsgericht verworfen. Gewerkrcbaftlfcbee* Maschinengewehre gegen Arbeiter! WaS kommen mutzte, ist gekommen. Die Mansfclder schiefcrbanende Gewerkschaft, die den Kreis Mansfeld Politisch und wirtschaftlich beherrscht, in deren Dienst alle Behörden stehen, hat nun auch Militär in das Streikgebict gezogen. Zuerst Gendarmen in schwerer Menge. Die hielten nach dem üblichen Rezept die Streikenden in„Schach". Das heitzt. sie hinderten sie in der üblichen Manier an der Ausübung ihres Koalitionsrechts. Sie umgaben die wenigen Arbeitswilligen mit einem dichten Kordon. um zu verhindern, datz die Streikenden mit ihnen sprechen und sie zur Solidarität auffordern könnten. Natürlich erregte diese Verweigerung ihres gesetzlichen Rechtes bei den zum ersten Male im Kanipfe Stehenden Aufsehen und gerechte Empörung, und die Züge der von Polizisten und Gendarmen transportierten Arbeitswilligen lockten Scharen von Neir- gierigen oder auch von darüber Ungehaltenen an. Daraus niachen die bürgerlichen Soldschreiber„Ausschreitungen" und „Unruhen" und die Gewerkschaft, die ihren Arbeitern skrupellos das Koalitiousrecht raubte, wird ängstlich wegen der Folgen ihrer Tat und ruft Militär zu Hilfe. Nicht ohne Erfolg I Wenn auch die Arbeiterschaft den allzu harten Druck der Gewerkschaftsleitung nicht mehr zu ertragen vermochte und trotzig sich empormffend das Joch abwarf, haben doch die Behörden der Gewerkschaft den Gehorsam noch nicht zu kündigen gewagt. Kaum, datz sich erwies, datz die Polizei dauernd die Berührung zwischen Streikenden und Arbeits- willigen nicht zu verhindern vermochte, rückte Militär ins Streik- gebiet ein. Telegramme melden darüber: Halle, 22. Oktober. In der letzten Nacht sind drei Kompagnien dcZ �üsilierreginientS General-Feldmarschall Graf Blnineilthnl (Magdeburgifche-Z) Nr. 36 in Halle in Stärke von 330 Mann mit Sonderzug in das Ausstaiidsgcbiet abgegangen. Hcttstedt, 22. Oktober. Ein Teil der Trnppen begab sich sofort nach der jinpferhanimerhiitte und zerstreute dort etwa tausend Ausständige. Vei der Hütte ivurde» vier Maschinengewehre auf- gestellt. Ein anderer Teil siihr mit der Kleinbahn nach Heldra. Jahrzehnte über Jahrzehnte haben die reichstreuen Berg- leute des Mansfelder Reviers sich wirtschaftlich zugunsten einer reichen Gewerkschaft ausnutzen lassen, jahrzehntelang ließen sie sich politisch nasführen. Mit steigernder Stimmen- zahl sandten sie auch bei der Reichstagswahl inimer wieder eineik Vertrauensmann der Gelverkschaft in das Reichs- Parlament, zuletzt mit 23 079 von 33 863 Stimmen über- Haupt den Reichsparteiler Dr. A h r e n d t. Die Freisinnigen konnten es bei den Hottentottenwahlen nur auf wenig über 2000 Stimmen bringen, die Sozialdemokraten gingen bei dieser Gelegenheit um über 600 Stimmen auf 8384 Stimmen zurück. Und gegen diese reichstreuen Leute fährt man bei der ersten sich bietenden Gelegenheit Maschinengewehre anf l Wir wkssen nicht, ob sie schießen werden. Aber das wissen Wir, datz sie der Herrschaft der Reichspartei im Kreise durch ihre bloße Anivesenheit ein Ende machen werden, und daß sie auch die Wahl im benachbarten Halle zu einem fozialdemokratischen Siege gestalten helfen. Diese Maschinengewehre im reichstreuen Mansfelder Kreise sollen den Geist des Widerspruches zerschmettern; aber sie werden ihn für alle Zeiten stabilisieren. Die reichstreuen Knappen des Mansfelder Reviers, die der Terrorismns der Gewerk- fchaft zum verzweifelten wirtschaftlichen Abwehrkampf zwang. werden bei der nächsten Reichstagswahl an die Mündung der auf sie gerichteten Kanonen denken und auch dem Militarismus Trotz bieten, indem sie einen sozialdemokratischen Stimmzettel in die Urne werfen! So sorgt der Kapitalismus für wirtschaftliche, der Klassen- staat für politische Aufklärung! Berlin und Umgegend. Die Buchbinder Berlins und die Tarifbrilche In Leipzig. Die Buchbinder und Buchbindereiarbeiter Berlins beschäftigten sich am Mittwoch in einer zahlreich besuchten Branchenversamm- lung, die bei Brecht in der Ritterstratze tagte, mit einer An- gelcgenheit, von der es scheinen könnte, als ob sie nur ihre Leipziger Berufsgenossen angehe, an der jedoch tatsächlich die Buchbindereiarbeiterschaft Berlins und Stuttgarts, ja gewisser- inatzen ganz Deutschlands interessiert ist. In der sächsischen Metropole des Buchgewerbes hat sich nach und nach immer stärker der tarifwidrige Zustand entwickelt, datz in den Buchbindereien Gehilfenarbeiten von Arbeiterinnen gemacht und ihnen weit unter Tarif bezahlt werden. obwohl der für Leipzig sowohl wie für Berlin und Stuttgart geltende Tarifvertrag ausdrücklich besagt, daß die Arbeiterinnen in solchen Fällen denselben Tariflohn erhalten sollen wie die Gehilfen. Die Abzüge betragen teils 15 bis 20, teils 28 bis 30, ja in einzelnen Fällen sogar bis 50 Proz., und es sind nach den letzten Feststellungen 283 Arbeiterinnen, die zu derartig tarif- widrigen Löhnen Gehilfenarbeit ausführen. Die Buchbinderei- besitzer Leipzigs werden dadurch natürlich in die Lage versetzt, ihre Arbeiten billiger herzustellen und ihren Kollegen in den beiden anderen Tarifstädten Schmutzkonkurrenz zu machen. Das ist um so merkwürdiger, als der in Leipzig sitzende Haupworstand des Verbandes deutscher Buchbindereibesitzer in seinen„Be- rechnungsbeispielen" den Prinzipalen allgemein empfiehlt, den bestehenden Tarif für Buchbindereiarbeiten bei der Kalkulation als Unterlage zu benutzen. Werden nun die Buchbindereibesitzer Berlins und Stuttgarts durch jene Tarifverstötze in Leipzig in ihrer Konkurrenzfähigkeit mit den Leipzigern beeinträchtigt, so liegt für die Buchbindereiarbeiterschaft die Gefahr vor, daß ent- weder ein großer Teil der bisher in den beiden Städten an- gefertigten Strbeiten dorthin vergeben werden, oder die dortigen Zustände auf Berlin und Stuttgart übergreifen. Nachdem nun bereits am 20. September die Buchbinder und Buchbinderei- arbeiterinnen Leipzigs in einer außerordentlich zahlreich be- suchten Versammlung gegen jene untertarifliche Bezahlung der Frauenarbeit Stellung nahmen, hat am 11. Oktober in Leipzig eine Konferenz der Vorstände des Verbandes deutscher Buch- bindereibesitzer und des Deutschen Buchbinderverbandes sich mit der Angelegenheit befaßt. Erledigt wurde sie nicht. Die Ver- treter der Leipziger Prinzipale stellten die Sache so dar, als ob die untertarifliche Bezahlung der den Frauen übertragenen Ge- Hilfenarbeiten für Leipzig ein Gewohnheitsrecht sei, auf das sie nicht verzichten könnten. Die Berliner Prinzipale stellten sich jedoch im wesentlichen auf den Standpunkt der Arbeitnehmer- Vertreter und verlangten, datz die Tarifbestimmungen auch in Leipzig unbedingt Geltung haben sollten. Die langwierigen Ver- Handlungen endeten vorläufig damit, datz der Vorstand des Buch- V eraii t)v. Re dakt.: Emil Unger, Grunewald. Inseratenteil veranttw? bindereibesitzerverbandcs sich verpflichtete, die Angekegenhett eine? Vollversammlung seiner sämtlichen Mitglieder zur Beschlutzfassung vorzulegen, und datz man ferner übereinkam, innerhalb der Zeit von 14 Tagen eine neue gemeinschaftliche Sitzung der Vorstände beider Verbände einzuberufen, um über die Sache zu beschlietzen. Diese Sitzung ist auf den 23. Oktober anberaumt. In der Ver- sammlung der Buchbinder und Buchbindereiarbeiterinnen Berlins, wo W i n n i ck e über die Konferenz in Leipzig berichtete, zeigte es sich deutlich, datz man seitens der Arbeiterschaft nicht gewillt ist. jenen Tarifbrüchen in Leipzig ruhig zuzusehen. Es wurde eme Resolution angenommen, in der es heißt: „Die Versammelten betrachten diesen Zustand als einen durchaus tarifwidrigen und die allgemeinen Berufsinteressen schädigenden, und beauftragen deshalb die Tarifkommission, die Beseitigung dieses Mißstandes mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln herbeizuführen. Bezüglich des DeckenmachenS und Broschierrns sind die Versammelten der Meinung, daß dies reine Gehilfenarbeiten sind und deshalb unter keinen Umständen von Arbeiterinnen hergestellt werden dürfen. Soweit das Vor- richten in Frage kommt, wünscht die Versammlung, daß den Leipziger Prinzipalen höchstens ein Abzug von 10 Proz., und zwar nur bis zum 1. Oktober 1910, seitens der Gehilfenvertreter zugebilligt wird." Das Zugeständnis wegen des Vorrichtcns wurde nur mit geringer Majorität angenommen. Tarifvertragsabschluß für die Album-, Mappen- und Galanteriewarenindustrie. Nachdem die Lohnkommission der Album-, Mappen- und Galanteriearbeiterschaft auf Beschlutz der letzten Branchen- Versammlung mit den Fabrikantenvertretern am 13. Oktober noch- mals verhandelte, kam es zum Abschluß eines Tarifvertrages, dem der für die Portefeuille- und Reiseartikelindustrie bestehende Tarifvertrag als Muster diente, der jedoch in mehreren Punkten abweichende Bestimmungen enthält. Die Arbeitszeit ist, wie in jenem Tarifvertrag, auf 54 Stunden die Woche bemessen. Eni- lassungen wegen Mangels an Arbeit sollen tunlichst erst dann stattfinden, wenn die tägliche Arbeitszeit auf 7 Stunden verkürzt ist. Die Löhne sind für alle Arbeiter und Arbeiterinnen der ver- schiedenen Kategorien in Form von Mindestlöhnen festgesetzt. Ferner ist sowohl für Akkordarbeiter wie für Akkordarbeiterinnen noch die Bestimmung getroffen, datz sie, wenn ihre regelmäßige Arbeit nicht vorhanden ist— wie es besonders am Ende der Saison oder bei schlechtem Geschäftsgang vorkommen kann—, geringere Arbeit zu den dafür festgesetzten Stundenlöhnen über- nehmen können. Die Regelung der Lohnsätze für Akkordarbeit soll bis spätestens den 1. November 1909 erfolgen, und zwar so, datz nach Durchsicht der einzelnen Tarife minderbezahlte Artikel eine aus- gleichende Erhöhung erfahren. Die Akkordlöhne sollen dermaßen festgesetzt werden, daß der eingearbeitete Durchschnittsarbeiter mindestens 60 Pf., die eingearbeitete Durchschnittsarbeiterin mindestens 34 Pf. die Stunde verdient. Der für einen Artikel festgesetzte Lohn darf nur mit beiderseitiger Zustimmung geändert werden. Die Festsetzung der Akkordlöhne darf nicht ohne Mit- Wirkung der für den betreffenden Artikel in Betracht kommenden Arbeitnehmer erfolgen. Für besser bezahlte Artikel bleiben die bestehenden Preise in Geltung. Bei Ueberzeitarbeit, die nur in dringenden Fällen zulässig ist, wird ein Zuschlag gezahlt. Bei mindestens zwei Ueberstunden ist eine vierstündige Pause ohne Lohnabzug zu gewähren. Im übrigen sind die Bestimmungen des Tarifvertrages für die Berliner Portefeuille- und Reiseartikelindustrie matzgebend und somit auch die, datz, ob Werkstätten- oder Heimarbeiter, für die gleiche Leistung der gleiche Lohn bezahlt werden mutz, datz der Lohntarif oder das Lohnbuch den Arbeitern jederzeit zur Hand sein, bei Uebernahme von Akkordarbeit ein Atkordzettel, auf dem die zu zahlenden Lohnsätze verzeichnet sind, gegeben werden mutz, daß den Heimarbeitern sämtliche Zutaten geliefert, oder ihnen statt dessen eine angemessene Entschädigung gegeben werden mutz, daß der Arbeitgeber auch für die Heimarbeiter bei Versicherung gegen Alter und Invalidität sowie Krankheit den gesetzlich fest- gelegten Anteil der Beiträge zahlt usw. Der Tarifvertrag ist bereits am 16. Oktober endgültig ab- geschlossen worden und am selben Tage in Kraft getreten. Er gilt, wie der der Portefeuille- und Reiseartikelindustrie bis zum 30. Juni 1911. Am Donnerstag fand nun in Kürstens Festsälen, einberufen von der gemeinsamen Lohnkommission des Buchbinder- und des Sattler- und Portefeuillerverbandes, die beide mit der Vereint- gung Berliner Lederfabrikanten den Tarifvertrag abgeschlossen haben, eine Branchenversammlung der Album-, Mappen- und Galanteriearbeiter und-Arbeite- rinnen statt, in der Brucks über die letzten Verhandlungen mit den Fabrikanten und über den Tarifabschlutz berichtete, der zwar keine wesentlichen Verbesserungen, aber doch eine Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse bringt. Die Lohnkommission hatte den Tarifvertrag bereits unterzeichnet, nachdem eine am 15. Oktober abgehaltene Vertrauensmännerversammlung sich damit einverstanden erklärte. Besonders befriedigt war man von dem Ergebnis der Verhandlungen nicht, jedoch gab auch die Branchenversammlung dem Tarifvertrag ihre Zustimmung, und zwar durch Annahme folgender Resolution: „Die Versammlung nimmt Kenntnis von dem abge- schlossenen Tarifvertrag, bedauert jedoch, daß die von den Prinzipalen gemachten Zugeständnisse so geringe sind, besonders datz für selbständige Arbeiterinnen nicht einmal ein Stunden- lohn von 35 Pf. erreicht worden ist. Die Versammelten stimmen dem Vertrage zu und verpflichten sich, dafür Sorge zu tragen, daß dieser Tarifvertrag in allen Betrieben zu unterschriftlicher Anerkennung gelangt." In die Schlichtungskommission wurden Brucks und Freudenreich gewählt, als Ersatzmänner Sauer und Roll._ Dentkches Reich. Drohender Streik m Königsberg. In der Uniongietzerei in Königsberg, dem größten Fabrik- etablissemcnt der Stadt, ist e? zloiscben den Arbeitern und der Betriebsleitung zn schweren Differenzen gekommen, die aller Vor- anssicht nach am Sonnabend früh zur Arbeitsniederlegung des Personals aus den mechanischen Wertstätten führen werden. Die Differenzpunkte rühren schon vom Sommer 1903 her. Damals, im Juni, mußten schon die Dreher ihre Tätigkeit einstellen, da anders eine Verständigung nicht zu erzielen war. Nachdem die Dreher zwei Tage gestreikt, wurde am dritten Tage das ganze Personal(ca. 900 Mann) ausgesperrt. Am vierten Tage würde die Arbeit durch Vermittelung der Arbeiterkoinmissionen zwar wieder aufgenommen, aber ein richtiger Friede konnte im Betriebe nicht mehr einkehren, da die Meister in den einzelnen Werkstätten es an Schikanen durchaus nicht fehlen ließen. Auch fand die Entlassung solcher Personen statt, die sich im Sommer 1903 um den Ausgleich der Differenzpunkte zwischen Arbeitern und Unternehmertum bemüht hatten. Am 1. Juli d. I. war nun der im Jahre 1907 mit den Drehern vereinbarte Lohn- und Arbeitstarif abgelaufen. Die Meister nahmen will- kürliche Kürzungen der Akkordsätze vor, versügten Maschinenwechsel usw. Vergeblich versuchten die Arbeiter neue Verhandlungen anzubahnen, weder der Direktor des Etablissements, Herr Kommerzienrat Radock, noch die Verioaltung des Betriebes ließen sich zu irgendwelchen Aeußerungen herbei. Die Dreher beschlossen deshalb am 19. d. M., die Arbeii spätestens am Sonnabend den 23. niederzulegen. Am Donnerstag den 21. erklärte nun eine Betriebsversammlung, an der fast das ganze Personal- der Union teilnahm, den Streikbeschluß der Dreher für berechtigt.__ ktt.Glvcke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Duchdr. u. VerlagSanstaä ' Die Arbeiter der StaatStverft Wichelmshavew nahmen aV Mittwoch Stellung zu ihren Forderungen an das Reichsmarine- amt. Bereits im Jahre 1907 hatten sie eine Eingabe durch den Arbciterausschutz an das Reichsmarineamt, den Reichstag und den Bundesrat übermittelt, in der eine Regelung und Erhöhung der Klassenlöhne, Abschlietzung von Tarifverträgen, jährliche Urlaubsgcwährung für alle Arbeiter der Werft unter Fortbezug des Jahresdurchschnittsverdienstes und Erweiterung der Rechte des Arbeiterausschusses gewünscht wurde. Obwohl diese Wünsche bei Beratung des Marine-Etats 1907 und 1908 behandelt wurden. haben sie keinen Erfolg gezeitigt. Ter Arbeiterausschutz wurde deshalb erneut beauftragt, unter besonderer Berücksichtigung der durch die letzte Reichsfinanzreform hervorgerufenen wesentlichen Verteuerung der allgemeinen Existenzverhältnisse, eine nochmalige Eingabe an daS Reichsmarineamt auszuarbeiten und einzureichen. Weiter wird gebeten, alle Arbeiter für gelieferte Ueberstunden zu entlohnen und die Arbeiter, welche während der Mittagspause beschäftigt werden, mit einem Verpflegungszuschutz von 1 M. zu entschädigen. Bei vorübergehender anderweiliger Beschäftigung als im Hauptberufe soll keine Lohnkürzung eintreten. Am liebsten würden die Arbeiter mit dem Lohnklassensystem vollständig brechen. Von der Forderung nach Abschaffung des Klassensystems nehmen die Arbeiter aber Abstand, weil eö ihnen nicht darauf ankommt, nur Forderungen zu stellen; es liegt ihnen vielmehr daran, datz das, was sie fordern, auch bewilligt wird. Dringend wird ferner die Einführung der achttägigen Lohnzahlung einschließlich der in der Lohnperiode fertiggestellten Akkorde und die Einrechnung der viertelstündigen Frühstückspause in die neunstündige Arbeitszeit, weiter an den Tagen vor den drei hohen Feiertagen eine sieben- stündige Arbeitszeit gewünscht. Schließlich wird die Bezahlung der gesetzlichen Feiertage für alle Arbeiter erbeten. Ferien werden bei Fortbezahlung des durchschnittlichen Gesamtverdienstcs ver- langt. Die Kompetenzen des Arbeiterausschusses sollen erweitert werden. Die aufgestellten Forderungen werden schließlich noch damit begründet, datz neben der allgemeinen Verteuerung der Lebensmittel auch die Mieten in Wilhelmshaven und Umgegend durch die Verlegung des Geschwaders dort rapid steigen. IZuslnnd. Der Konflikt im Maurcrgcwcrbe zn Winterthur nimmt tagtäglich schärfere Formen an. Nicht nur die Baumeister, sondern auch die Herren Gebrüder S u l z e r, die ebenfalls größere Bauten ans- zuführen haben, sind in Harnisch geraten, weil sie nirgends Streik- brecher auftreiben lönnen. Die für die Streikbrecher auf dem Fabrik« areal hergestellte und mit zirka 50 Betten installierte Bauhütie steht inimer noch leer da. Die Firma Gebrüder S u l z e r sah sich desbalb veranlaßt, der Arbeitcrunion mitzuteilen, für den Fall, daß sie durch die Treibereien de? Arbeitersekretariats an der Vollendung ihrer Neubauten auf den in Aussicht genommenen Termin verhindert werde, müsie sie zu Arbeiterentlassnngen schreiten, wobei vorab die Organisierten an die Reihe kämen. Herr Nationalrat-©ulzer-Ziegler, der unermüdliche Verfechter der GeldsackSinteressen im Nationolrate, scheut sich also nicht, das Koalitionsrecht seiner Arbeiter anzulasten und illusorisch zu machen. Er will einen ungehörigen Druck auf die Metall« arbeitet ausüben, damit diese gegen den M a u r e r st r e i k zugunsten der Baumeister Stellung nehmen, um dieie an? ihrer schlimmen Lage, in die sie durch ihre Hartnäckigkeit geraten sind, befreien. Dieses Ansinnen haben die Sulzerschen Arbeiter in einer stark besuchren öffentlichen Versanimlung energisch zurückgewiesen und unzweideutig erllärt, daß die Metallarbeiter nach wie vor mir den streikenden Maurern und Handlangern sympathisieren, wie die Firma Gebr. Sulzer mit den bedrängten Baumeistern. Einzelne Baumeister haben schon selber erklärt, daß sie die Forderungen der Arbeiter schon lange be« willigt hätten, wenn nicht der Arbcitgebcrverband der Maschinen« industriellen, dessen 8piritus rsotor Herr Nationalrat S n I z e r« Ziegler ist, die Hand im Spiele hätte. Genossen, haltet nach wie vor jeden Zuzug von Bauarbeitern»ach Winterthur fern. Gebt acht auf die Streikbrcchcragenten, die sich in letzter Zeit insbesondere n Deutschland und Oesterreich herumtreiben. Arbeitersekretariat Winterthur. 6o2iales. Schadenersatzklage wegen vorenthaltener Zeugnisse. Der Hausdiener Sch. war bei dem Kaufmann Wolff gegen 25 M. Wochenlohn beschäftigt. Am 27. Juni cr. wurde er wegen Diebstahls durch den Vertreter des Beklagten entlassen. Der Geschäftsinhaber befand sich auf einer Geschäftsreise im Aus- lande. Die Papiere des Klägers hatte er verschlossen. Der Ver- treter händigte dem Kläger ein Interimszeugnis über seine drei» einhalbjährige Tätigkeit aus. Erst zweieinhalb Wochen später erhielt Kläger seine frühern Zeugnisse und Papiere, die Beklagter in Verwahrung hatte, ausgehändigt. Er klagte mit der Be- hauptung, infolge der Verzögerung keine Beschäftigung gefunden zu haben, bei der 7. Kammer des Gewerbegerichts gestern auf Schadenersatz in Höhe von 62,50 M. Beklagter wendete ein, den Kläger selbst treffe die Hauptschuld. Er habe die Arbeitsnachweise nicht in Anspruch genommen, sich ernstlich um Arbeit nicht be- müht, auch nicht versucht, von den früheren Arbeitgebern Duplikate der Zeugnisse zu erhalten. Des Klägers Bemühungen, der übrigens eine achttägige Vergnügungsreise in der fraglichen Zeit unternommen, hätten sich auf eine einmalige Anzeige im„Lokal- Anzeiger" beschränkt. Das Gericht suchte vergeblich, dem Kläger. der diesen Einwänden Stichhaltiges nicht entgegenzusetzen ver- mochte, klar zu machen, datz sein Anspruch nach§ 254 mindestens zum größten Teil unberechtigt sei.§ 254 lautet: „Hat bei der Entstehung des Schadens ein Verschulden de» Beschädigten mitgewirkt, so hängt die Verpflichtung zum Ersätze sowie der Umfang des zu leistenden Ersatzes von den Umständen, insbesondere davon ab, inwieweit der Schaden, vorwiegend von �>em einen oder anderen Teile verursacht worden ist., Dies gilt auch dann, wenn sich das Verschulden des Be- schädigten daraus beschränkt, datz er unterlassen hat, den Schuldner auf die Gefahr eines ungewöhnlichen hohen Schadens aufmerksam zu machen, die der Schuldner weder kannte noch kennen mutzte, oder datz er unterlassen hat, den Schaden abzuwenden oder zu mindern." Beklagter erkannte freiwillig eine Verpflichtung zur Zahlung von 15 M. an. Da Kläger einen Vergleich ablehnte, wurde Be- klagter seinem Anerkenntnis entsprechend zur Zahlung der von ihm anerkannten Summe verurteilt die aelamten Kosten aber dem Kläger auferlegt. Letzte Nachncbtcn und vepelcben. BerpreußungSpolitik. Sonderburg. 22. Oktober.(W. T. B.) Der Redakteur Sven- s o n des dänischen Blattes„D Y b b o l p o st e n" wurde heute vom hiesigen Schöffengericht wegen„Beleidigung" des LandgerichtSrates Dr. Hahn, des Vorsitzenden des„Deutschen Vercins", zu zivei Monaten Gefängnis verurteilt. Bon den blinden Hessen. _ Worms, 22. Oktober.(23. H.) Tie Bürgermeisterei WormS verbot der sozialdemokratischen Partei den Anschlag von Plakaten zu einer Protestversammlung„gegen die Ermordung FcrrcrS". tzaul Singer Sc Co., Berlin 8 W. Hierzu 4 Beilagen u.Unt» rhaltungSblT' 9t. 248. 2k.?>>htMs. Jfjldg ISaubmordprozcß IKul)lbrodt. Unter der Anklage des versuchtett geineinschaft» kichen Raubes und der Bedrohung mit dem Ver- brechen des Morde? hatten sich,>oic mir bereits meldeten. gestern der 20jährige Handlungsgehilfe Emil Kuhlbrodt und der 23jährige Handlungsgehilfe Wilhelm K a y s e r vor dem Schwur- gericht des Landgerichts I zu verantworten. Die Anklage wird vom Staatsanwalt Schwickerath vertreten, die Verteidigung führen die Rechtsanwälte Bahn und Dr. Karl Liebknecht. Als medizinischer Sachverständiger wohnt Medizinalrat Dr. Hoff- mann der Verhandlung bei. Unter den Zeugen befindet sich die Ringkämpferin Cölestine S t o ck I a s s a, mit der der Angeklagte Kuhlbrodt eine Zeitlang ein Liebesverhältnis unterhalten hatte. Der bei der ersten Verhandlung freigesprochene Wilhelm Palme fehlt unter den Zeugen. Er befindet sich wegen eines Nervenleiden? im Sanatorium Südende und ist nach Auskunft des behandelnden Arztes nicht in der Lage, vor Gericht zu er- schemeu.— In seiner Vernehmung macht der Angeklagte Kuhlbrodt folgende Angaben: Er ist am 27. November 1889 in EberSwalde geboren. Sein Vater war Kauf- mann und endete im Alter von 63 Jahren an einer Leuchtgas- Vergiftung durch Selbstmord. Er hat die Realschule besucht und trat dann bei einer Finna Klawe als Lehrling ein. Später fand er eine Stellung als Verkäufer in dem Kaffeespezialgeschäft von Jul. Staege, wo er in der Groffe Frankfurter Str. 107 gelegenen Filiale beschäftigt wurde. Er sei mit Kahser schon seit seiner Beschäflignng bei Klawe ber bekannt, wo auch Kayser angestellt gewesen sei. Der Vorsitzende Landgerichtsrat Schilling hält dem Angeklagten vor, daß er. obwohl er leine Stellung und keinen Verdienst gehabt habe, weit über seine Verhältnisse htnauS gelebt und noble Passionen gehabt habe. So habe er mit der Zeugin Stocklnssa, die sich Modissin iienne, aber auch in einem Bariätä als Ringkämpferin aufgetreten sei. längere Zeit Beziehungen unterhalten, dw doch jedenfalls recht kostspieliger Natur gewesen seien. Mit der St. sei er häufig in dem Cafö„Kaiserkrone" gewesen, wo er sich den Namen„Max von Düren" zugelegt habe. um sich ein recht vornehmes Air zu geben. Er' soll hier auch gröstere Zechen gemacht und stets fünfzig Pfennig Trinkgeld gegeben haben.— Der Angeklagte gibt dies zum Teil zu, bestreitet aber, über seine Verhältniffe hinaus gelebt zu haben.— Vors.: Wann kam Ihnen denn der erste Gedanke, sich durch einen Raubanfall in den Besitz von Geldmitteln zu setzen?— Angekl. Kuhlbrodt: Als ich am 3. April M Kayser kam, las dieser gerade in der Zeitung den Artikel, welcher den II eberfall auf den Geldbrief- träger Eulenburg betraf. Ich liest dabei eine Aeusterung fallen, dast ich in meiner Stellung bei Staege mich schon oft ge- wundert habe, dast nicht schon längst ein derartiger Ueberfall aus den Lehrling Palme verübt sei, der die Losung aus der Filiale in einer Kassette in die Wohnung des Chefs zu tragen. hatte. Kayser zeigte sich sehr interessiert und liest sich die näheren Umstände schildern.— Vors.: Machte er dabei nicht eine recht bezeichnende Aeusterung?— Angekl.: Jawohl, er sagte: Das ist was für mick, ich habe nämlich 500 M. Schulden. Ich schlage ihm eins vor den Kopf. dami ist er weg. Da mir Palme, mit dem ich gut befreuudet war, leid tat, und ich andererseits kein Geld hatte und meiner Mutter nicht zur Last fallen wollte, ging ich auf den Plan, Palme zu be- rauben, ein, machte aber dem Kayser den Vorschlag, den Palme mit ins Vertrauen'zu ziehen und den ganzen Ueberfall rm Einverständnis mit Palme zu fingieren. Bezichtigung des Lehrlings Palme. Der Angeklagte Kuhlbrodt behauptet weiter in Wider- spruch mit seinen Angaben bei der Ver- Handlung vor der Strafkammer, dast der Lehrling Wilhelm Palme von Ansang an in den Plan e i n g e w e i h t g e w e s e n s e i. Bei der ersten Verhandlung war die Sache so dargestellt worden, dast der Palme erst eingeweiht worden war, als der erste Versuch zur Ausführung des Attentats infolge deS Erscheinens eines Dienstmädchens aus der Treppe ge- scheitert war. Der Angeklagte sucht diesen Widerspruch so zu er- klären: er habe den Palme, der sein bester Freund gewesen sei, schonen wollen, denn dieser wäre sofort in seiner Karriere geschädigt worden, wenn er in der ersten Verhandlung gleich gesagt hätte, dast Palme von vornherein eingeweiht gewesen wäre. Palme sei dahin instruiert worden, dast er gebunden werden und dann später sagen sollte: zwei Männer hätten ihm die Kasteite gewaltsam weggerissen. Der Angeklagte Kayser erNärt auf Befragen, dast er die Stadtschule in Bernau besucht und dann Kaufmann gelernt habe. Kleines Feuilleton. Die Eskimos für Cook. Von Knud Rasmussen, dem besten dänischen Kenner der Eskimos, gelangte ein von Ende September aus Grönland datierter Bericht nach Kopenhagen, in dem er mehrere, ivenn auch nicht vollgültige, so doch indirekte Beweise dafür beibringt, dast Cook den Nordpol tatsächlich erreicht hat. RaSmusten hat in dem Eskimostamm, zu dem Cooks beide Begleiter gehören, ohne diese freilich selbst zu treffen, gründliche Nachfrage ge- hallen und ein Reiultat gewonnen, das zum erstenmal einer wirklichen Kontrolle der Cookschen Behauptungen bis zu einem gewissen Grade nahekommt. Danach fand die Abreise von Anoritok sineist falsch Anotok genannt) genau. zu der von Cook an- gegebenen Zeit statt: Jannar-Febniar 1903. Ueber ElleSmereland, den Sund und Heibergland gelangte man auf das Polareis, wo Cook und die beiden Eskimos erst von den Hilfsschlitten verlassen wurden. Von hier ging der Kurs gerade nach Norden) die Richtung war den Eskimos von PearyS zahlreichen Expeditionen her bekannt, ebenso die relativ günstigeren Eisverhältniste ans dieser mehr westlichen Rute, als eS die Peary? gewesen. Die ganze Länge des Weges vertu ockten die CSlimos natürlich nicht anzugeben: aber sie erzählten, dast während der Reise sich die Sonne zunächst klar zu zeigen begann, dann aber hoch am Himmel stand und zuletzt überhaupt nicht mehr unterging, dast eS daher beinahe Sonnner war, als sie wieder auf das feste Land zurückgelangten, Herbst, als sie sich zur lieber- Winterung entschlossen: wofür Cook seinerseits und damit über- einstimmend den September angibt. Die Eskinios haben auf einer von RaSmusten mitgesührten Karte, die sie sehr gut zu lesen und zu gebrauchen verstehen, die ganze Route und die UebertvinterungSsielle richtig angegeben. Sie bestätigen, dast die Expedition lvährend der Ueberwinterung ihre Existenz nur durch die unverhofft reiche Jagdbeute an Walrossen und Moschus- ochsen zu fristen vermochte. Sie wären sehr erstaunt gewesen, als eS hiest, man wäre am Ziel: denn die Stelle glich völlig dem Eis des bisherigen Weges. Mehrmals vorher hätten sie Cook gebeten, umzukehren, weil sie ein Gefühl hatten, so weit vom Lande entfernt zu sein, dast sie nicht mehr lebend zurückkehren würden. Man kehrte also erst um, als nian nach Cooks Meinung am Ziel ivar, nicht durch elementare Hindernisse veranlastt. Auch in bezng auf die Ausrüstung, dast sie durch ein GeivichtSniiniinnin bei möglichster Komprimiertheit das rasche Vordringen ermöglicht hätte, stimmten die Aussagen der Eskimos mit denen Cooks überein. In allen Punkten, fastt R. feine Ergebnisse zusammen, in denen man Cooks Berichte durch die feiner Begleiter kontrollieren kann, haben sich jene als völlig zutreffend erwiesen. Die EskimoS selbst übrigens gaben ihrer grohen Freude darüber Ausdruck, dast der Pol endlich erreicht sei, da die vielen Expeditione tr, die sie in ihren Gegenden auf- suchten, beständig Beschlag auf ihre besten Ar- beitskräfte gelegt hätten. >kS.HmStls" Ktllim Er hat dann gedient, verschiedene kaufmännische Stellungen inne gehabt und in einem solchen Geschäft den Kuhlbrodt kennen gelernt. Er sei zuletzt als Geschäftsführer in einem Buttergeschäft tätig gewesen und völlig unbestraft. Er bestreitet, seinerseits kostspielige Passionen gehabt oder Schulden gemacht zu haben. Der Angeklagte legt Wert darauf, dast festgestellt werde, dast die ersten Unterhaltungen über den Attentats- plan zeitlich schon vor dem Ueberfall auf den Geldbriefträger Eulenburg fielen. Dieses Attentat auf den Geldbriefträger habe also nicht die Anregung zu dem Plane gegeben. Kayser bezeichnet den Kuhlbrodt als den geistigen Urheber des Planes. Dieser habe ihn eines Tages besucht und ihm erzählt, dast er den Lehrling Palme bei Staege kennen gelernt habe und ihm bekannt sei, dast Palme des Abends eine wohlgefüllte Kaffette über die Swaste nach der Wohnung des Geschäftsführers zu tragen habe. Kuhlbrodt habe dann den Plan zum Ueberfall entwickelt, wobei er sofort gesagt habe. die Sache sei ganz ungefährlich. da Palme in die ganze Sache eingeweiht sei und der Ueberfall blast fingiert werden solle. Kayser will sich nun fort und fort getveigert haben, den Plan auszuführen. Dies sollte nun schon am 31. März ge- schehen und Kuhlbrodt habe schon an diesem Tage versucht, ihn durch ein fingiertes Telegrainnt aus dem Geschäft zu locken. Am nächsten Tage habe er von Kuhlbrodt Vorwürfe darüber empfangen, weil er nicht zur Stelle gewesen sei. Am 8. April abends habe er, Kayser, mit einem Freunde inS Theater gehen wollen, er habe auch Urlaub von seinem Chef erhalten, nachdem ein Vertreter gestellt ivar. Zu seinem Unglück habe er am Strausberger Platz zufällig den Kuhlbrodt getroffen, den er zuerst gar nicht erkannt habe, da er einen falschen Bart und ein Pineenez trug. Zufällig sei der Lehrling Palme auf der Bild- fläche erschienen, er ging über den Damm und Kuhlbrodt habe ihn auf Palme aufmerksam gemacht. Dann will Kaspar in das be- treffende Haus gegongen sein, weist aber keinen Grund dafür anzu- geben, sondern behauptet nur, dast er ganz und gar nicht gewillt gewesen sei, irgend ein Verbrechen zu begehen. Er habe sich eine Zigarette angesteckt und als der Lehrling erschien, in seiner Verlegenheit ge- ftagt, ob ein Herr Müller hier wohite. Damit sei die Sache abgetan gewesen. Auch diesem Angeklagten wird vorgehalten, dast er früher andere Aussogen gemacht habe. Unter anderem habe er damals gesagt, dast er durch das Erscheinen eines Dienstmädchens an der Ausführung des Planes gehindert worden fei, auch habe er damals nichts davon gesagt, dast der Lehrling Palme von Ansang an in den Plan eingeweiht gewesen sei. Der Staatsanwalt S ch w i ck e r a t h ist der Ansicht, dast den An- geklagten diese neue Darstellung wohl von erfahrenen Mitgefangenen, mit denen sie sich dtirch die Heizröhren verständigt haben mögen, angeraten worden sei, da auf diese Weise von versuchtem Raub keine Rede mehr sein könnte und höchstens versuchter Diebstahl übrig bliebe! Der Vorsitzende stellt sest, dast Kuhlbrodt die aller- verschieden st en Angaben gemacht habe, ehe er nun ntit dieser ganz neuen Behauptung komme. Anfangs habe er behauptet, dast er sich dem Detektivberuf habe widmen wollen und eS ihm auf ein Probestück angekommen sei; dann habe er wieder angegeben, die ganze Sache sei nur inszeniert worden, um Material für ein Theater- ftück zu sammeln usw. usw. Im übrigen habe Kuhlbrodt nach dem Scheitern des ersten Versuches einen Kellner Birk zur Ausführung des Planes dingen wollen, dieser habe aber die Sache der Polizei verraten. Der Vorsitzende gibt dem Angeklagte» den Rat, doch die Wahrheit zu sagen. Kuhlbrodt erklärt hierzu, dast er jetzt die reine Wahrheit sage und damit den dringenden Rat seiner An- gehörigen befolge. Zeuge Palme krank. Da aus Grund dieser völlig neuen Darstellung der Angeklagten die Vernehmung deS Zeugen Palute dem Staatsanivalt unumgänglich notwendig erscheint, stellen die Rechtsanwälte Bahn und Dr. Karl Liebknecht den Antrag, den Zeugen Palme trotz des Attestes an Gerichtsstelle herbeizuschaffen, da jenes Attest, wenn es sich um einen Angeklagten handelte, jedenfalls als nicht ausreichend an- gesehen würde. Medizinalrat Dr. H o f f m a n n erklärt, dast einer Herbeischaffung des Palme an Gerichtsstelle die grötzten Bedenken entgegenstehen, eben gerade mit Rücksicht darauf, dast da? Attest schon aus einer Nervenheilanstalt komme.— Nach nochmaliger telepho- nischer Anfrage in der Anstalt erklärte Medizinalrat Dr. Hoffmann, dast Palme an schweren Ohnmachtsanfällen leide, wie ihm mitgeteilt worden sei. Die Verteidiger stellen flir den Fall der Ver- tagung Anträge auf Haftentlassung der Angeklagten. Rechtsanwalt Bahn begründet dies damit, dast die ganze«sache überhaupt nicht ernst zu nehmen fei und eS sich anscheinend nur um einen mehr Seltsame Steuern in England. Eine der seltsamsten und meist gehastten Steuern, die je in England bestand, so erzählt eine englische Zeitschrift, war die Geburtssteuer, die nach der Revolution gegen Jakob lt. eingeführt wurde. Nach Stand und Vermögen war die Steuer sorgsam gestaffelt fwaS ja an sich sehr vernünftta war); wenn z. B. eine Herzogin ihren Gatten mit einent Kinde beschenkte, so mustte der Vater 600 M. bezahlen. Aber auch die ärmsten Klassen blieben nicht verschont; wenn die kleine Arbeiterfamilie Familienzuwachs erhielt, so beanspruchte der FiSkuS zwei Schilling Geburtssteuer. Der Zorn ünd die Entrüstung gegen diese Steuer war im Lande so grost, dast sie nach kurzer Zeit wieder abgeschafft werden mutzte. Um den EinnahmeauSfall zu decken, versuchte man sein Glück mit einer Junggesellensteuer. Jeder 25jährige oder ältere unverheiratete Mann mutzte zumindest einen Schilling im Jahr an die Staatskasse abführen: das war die Taxe für alle bis zu einem Einkommen von 1000 M. im Jahre. Wer ein höheres Einkommen batte und trotzdem nicht heiratete, muffte 10 Schilling zahlen. Herzöge, Bischöfe und hochgestellte Persönlichkeiten entrichteten noch höhere Summen für die Freuden des Zölibates: bis 250 Mark im Jahr. Die Steuer, die 1695 zuerst erhoben wurde, wurde elf Jahre später wieder abgeschafft. Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts gab eö in England kaum etwas, das nicht in irgend einer Weise besteuert war, vom Myrthenkranz der Braut bis zu den Nägeln des Sarges.„Der sterbende Engländer", so sagte Sydney' Smith sarkastisch,„trinkt eine mit 7 Proz. versteuerte Medizin aus einem mit 15 Proz. versteuerten Löffel, legt sich zurück auf sein Bett, das mit 22 Proz. versteuert ist und haucht sein Leben aus in den Armen eines Doktors, der 2000 M. für das Privilegium bezahlt hat. um den Engländer sterben zu lassen". Sogar Licht und Luft wurden Gegenstand der Besteuerung. Bei allen Häusern, aus- genommen in' den allerärmsten Vierteln, wurden regelmästig sogenannte.Fenstersteuern" erhoben, die je nach Anzahl der Fenster an einem Hause zwischen 6 M. nnd 1850 M. schwanken. Für das Volk bedeutete diese Steuer auf das Tageslicht eine empfind- liche Bedrückung, aber 155 Jahre lang blieb die Steuer in Kraft, bis sie endlich 1851 unter dem einstimmigen Jubel der Nation be- seitigt wurde. Bis 1853 bestand auch eine Jnseratensteuer, die in England l'/e- in Irland 1 Schilling betrug. Besonders das ZeitungSgewerbe wurde schwer belastet, für jedes verkaufte ZeitnngSexemplar muffte eine Steuer von 8 Pfennig pro Hanp'tblatt bezahlt werden: hatte die Zeitung aber gar Beilagen und Bei- blätter, dann muffte jedes weitere Blatt mit 4 Pfennig versteuert werden. Erst 1855 hörte dies auf. In den 70er Jahren tauchte dann da? Projekt einer Streichhölzersteuer auf. Aber das Volk remonstrierte, vor dem Parlament wnrden grohe Kundgebungen gegen diese Belastung deS Volkes veranstaltet, die so imposant ver- liefe», daff die Volksvertreter die Steuer ablehnten. Die„Seltsam- keit" der Zündholzsteuer hat freilich Bundesrat und Majorität des Deutschen Reichstags nicht abgehalten, sie bei uns anderen ebenso Zoimbknd, 23. Oktober 1909. scherzhaft zu nehmenden Theatercaup handele. Landgerichtsrat Schilling: Dieser Ansicht muff ich doch entschieden entgegentreten. Ich bitte die Asservate vorzulegen, welche vielleicht die„scherzhaften" Absichten der An» geklagten charakterisieren dürften.— Es werden hierauf die Asservate vorgelegt. Vors.: Diesen scharfgeladenen Revolver, trug Kuhlbrodt bei seiner Verhaftung bei sich, ein mit Eisen beschlagener dicker Knüppel wurde in der Wohnung Kaysers, die dieser selbst als .Verbrecherbude" bezeichnete, vorgefunden. Ferner wurde ein Schlag- ring bei ihnen vorgefunden. Wenn die Verteidiger hier behaupteten, die Angeklagten seien harmlose Menschen, so glaube ich denn doch etwas widersprechen zu können. iHeiterkeit.) Das Gericht beschlotz nach kurzer Beratung die Verhandlung zu vertagen. Die Haftentlasituigsanträge wurden abgelehnt. Zu der nächsten Verhandlung soll Palme geladen werden, austerdem auch der Untersuchungsrichter Langerichtsrat Löffler. Jugendbewegung. „Arbeiter-Jugend". Die soeben erschienene Nr. 20 enthält: .Schülerselbstmorde".— Der Herr der Welten. Von G. Eckstein.— Eine Jugendorganisation vor einem halben Menschenalter. Von f. Thicnst.— Mars, unsere Nachbarwelt.(Illustriert.) Von Felix inke..— Die Schrecken des Zuchthauses.— Aus dem Reich der Zöpfe.— Vom Kriegsschauplatz.— Der Pranger der Lehrlings» Ichinder. Beilage: Für die Jugend. Gedicht von Cäsar Fleischlen. Die Fahrt ins Blaue. Eine wundersames Zeitmärchen von Julius Stinde.— Die Luftbuben von Graz.(Illustriert.) Bon Max Winter-Wien.— Ein Wegelagerer. Von A. Ger. Soziales« Eingriff i» die Selbstverwaltung der Krankenkassen. Mcrmals hatte dieser Tage das Obcrverwaltungsgericht: das Vorgehen einer Aussichtsbehörde gegen Krankenkassen als gesetzwidrig bezeichnen müssen. Die Generalversammlung der OrtSkraukcn- und Begräbnis» kass« für die im Tischlergewerbe zu Frankfurt«. O. beschäftigtem Personen beschloh am 17. April 1907, die Generalversammlungen in Zukunft im Gewcrkschaftshause zu Frankfurt a. O. abzuhalten. Der Vorsitzende beanstandete den Beschluß: der Magistrat erklärte die Beanstaitdung für gerechtfertigt. Diese Entscheidung erlangte Rechtslraft. Am 30. August 1907 beschlost dann der Vorstand, die General» Versammlungen im Gcwerkschaftshause stattfinden zu lassen. Auch dieser Beschlust wurde vom Vorsitzenden beaustandet und diese Beanstandung durch Entscheidung des Magistrats vom 14. Sep» tember 1907 ebenfalls für begründet erachtet. Die Klag« wie? der Bezirksausschust am 27. Februar 1908 wegen Fristversäumni? rechtskräftig ab. Am 13. April 1908 fastte der Äassenvorstand abermals dcw Beschlust, die Generalversammlung im Getverkschaftshause statt- finden zu lassen. Auch diesen Beschlutz beanstandete der Borsitzende durch Bericht vom 2V. April 1908. Der Magistrat erklärte durch Beschlust vom 6. Mai 1908 die Beanstandung wieder für gerecht- fertigt. Nunmehr erhob der Tischler Methner als Vorstandsmitglied Klage. Diese wurde vom BczirksauSschust abgewiesen. In den eigenartigen Gründen wurde unter anderem folgendes erklärt: Zu Unrecht toerde vom Magistrat eingewendet, die Rechtskraft des Bescheides des Bezirksausschusses vom 27. Februar 1908 stehe einer materiellen Prüfung, ob die jetzige Beanstandung zu Recht erfolgt sei, entgegen. Es sei nicht ein für allemal festgestellt, dast die Generalversammlung im Gewerkschaftshause nicht stattfinden dürfe. Materiell sei aber die Beanstaitdung gerechtfertigt. Nach 8 36ff. des Krankenversicherungsgesetzes und§ 46 des Statuts seien Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam berufen, in der General- Versammlung gewisse Angelegenheiten der Kasse wahrzunehmen. Die Befolgung dieser Vorschriften habe die Aufsichtsbehörde zu überwachen. Bei der Ausführung des Beschlusses, die General- Versammlung im Gcwerkschaftshcmse abzuhalten, würde eine Be» seltsamen Steuern hinzuzufügen. Die deutschen Vaterländer haben im Lauf der Jahrhunderte natürlich ebenso seltsame Steuem wie England gehabt. Der einzige Unterschied besteht nur darin, dast da« englische Volk mit ihnen unverhältniSmästig viel schneller und grüud- sicher fertig wurde als wir. Humor und Tatire. Glückliche Reife! Voran der BerfuchSzug. behutsam und leise. Er prüft erst die Brücken, die Schienen, die Gleise, Nnd hinter ihm donnert der Zarenzug, Und vor ihm ist Schrecken und hinter ihm Fluch. Und de? Zaren Begleiter mit Schreck in den Zügen— Die Ehre ist grast, aber klein das Vergnügen— Sie alle haben mit Vorbedacht Bei der Abreise schon— Testament gemacht. ... Was war das!?... Sie fahren empor von den Plätzen; Das Antlitz verzerrt... in den Zügen Entsetzen.— Nichts! gar nichts I— ES war nur ein zufällig Rütteln Von des rasenden Dampfrosses Fauchen und Schütteln. Auf allen Stationen der Nachbarstaaten Kein jubelnder Gruh; nur Soldaten— Soldaten; So rast er— ein Gcisterzug— hin durch die Nacht, Bon Gendarmen, Agenten und Spitzeln bewacht. Und drüben, im sonnigen Land— keine Feste: Im Volk nur Verachtung und Hast und Proteste. en geheimnisvolles Dunkel gehüllt: in kaiserlich russisches Reifebild l Die Heimfahrt vollzieht sich in ähnlicher Weise: Erst Bruderknsse, dann: Glückliche Reise!-- j So endet des Zaren Jtalienfahrt Wenn der Teufel ihn vor der Vernichtung bewahrt Und sich dies Vergnügen auf später erspart.— A. S. Notizen. — Musikchronik, Die Neue freie Volksbühne veranstaltet am Sonntagabend 3 Uhr in der kgl. Hochschule für Musik einen S ch« b e r t- A b e n d. — Die Symphonie mit dem gröstten Apparat. In München soll nächsten Herbst Gustav Möhlers Achte Symphonie zum erstenmal aufgeführt werden. Dieses Ereignis wird jetzt schon mit folgender Notiz vorbereitet:„Bei dieser Symphonie dürfte der gröstte technische Apparat aufgeboten werden, den bisher ein Orchesterchonoerk beansprucht hat. Es sollen hierzu nahezu tausend Mitwirkende benötigt werden." Und nicht mal zwei aufeinanderprallende Eisenbahnzllge oder cm künstlicher Niagara? waltung dieser Angelegenheiten in einer dem Statut und Gesetz entsprechenden ordnungsmäßigen Weise nicht gewährleistet sein. ES sei gerichtsnotorisch, daß das GewcrkschaftShaus nur den Zwecken der sozialdemokratischen Partei diene, die allein die Jnter- essen der Arbeitnehmer verfolge; es stehe im Eigentum und unter Leitung von Personen, welche dieser Partei angehören. Mit dem Betreten einer solchen Stätte würde für alle nichtsozialdemo- tratischcn Kassenmitglicder ein erheblicher psychischer Zwang ver- bunden sein! In solchem Lokale würde daö Recht der freien Meinungsäußerung, das jedem Mitgliede der Generalversammlung zustehen soll, nicht gewährleistet sein. Aus solchen Zwangs- umständen würde sich ergeben, daß im Gewcrkschaftshause nicht- sozialdemokratische Mitglieder zu der Generalversammlung über- Haupt nicht erscheinen würden. Dadurch würde die vom Gesetz und Statut gewollte gemeinsame Arbeit der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Kasse unmöglich und eine geordnete Tätigkeit der Generalversammlung zum gemeinsamen Wohle aller Kassen- Mitglieder lahmgelegt. Die sozialdemokratischen Mitglieder würden dann auch einen gesetz- und statutcnwidrigen Einfluß in der Generalversammlung erhalten. So hahnebüchene Befangenheit, parteiterroristische Erwägungen und krasse Verletzungen der über die Verwaltung der Kassen ge- gebenen gesetzlichen Bestimmungen, wie sich in diesen Gründen widerspiegeln, sind auch in preußischen Urteilen schwerlich wieder anzutreffen. Die für den Partcifanatismus und die Klassen« ansckauungen des Bezirksausschusses so überaus charakteristische Entscheidung focht Methner durch Revision beim OberverwaltungS, gericht an. Er machte u. a. durch seinen Anwalt geltend, von einein psychischen Zwange könne nicht die Rede sein, wenn sich nichtjozialdemokratische Kassenmitglieder im Gelvcrkschaftshause einfinden; andernfalls könnten sich auch Juden und Protestanten weigern, katholische Vereinshäuser zu besuchen. Irgendwelche Be- lästigung der nichtsozialdemokratischen Kassenmitglicder im Ge- wcrkschaftShause sei keineswegs zu befürchten. DaS Obervcrwaltungsgericht hob die Borentscheidung auf und erklärte die Beanstandung deö betreffenden Beschlusses für unge- rechtfertigt. In den Gründen wurde dargelegt: Zweckmäßigkeits- rücksichten scheiden vorliegend aus. Entscheidend komme lediglich in Betracht, ob es Organen der Krankenkasse unmöglich gemacht würde, ihre Funktionen auszuüben. Davon könne vorliegend nicht die Rede sein. Es sei nicht anzunehmen, daß objektiv psychische oder ethische Momente vorhanden seien, welche eS unmöglich machen, der Generalversammlung im Gewerkschaftshause beizu» wohnen. Der Entwurf der Reichsversicherungsordnung will be» kanntlich, wiewohl fortdauernd klare» Gesetzesvorschriften der sogenannten Aufsichtsbehörden vom obersten Gericht konstatiert Warden sind, nicht die Befugnisse der Aussichtsbehörden ein- schränken und die zivil- und strafrechtliche Verantwortlichkeit der als Aufsichtsbehörde fungierenden Beamten erhöhen, sondern im Gegenteil das Selbstverwaltungsrecht der Kranken- lassen einengen, das Verwaltungsstreitverfahren gegen gesetz- widrige Uebergriffe der Aufsichtsbehörden ihnen nehmen und in letzter Instanz der Allmacht eines auf Arbeiterfeindlichkeit amtlich geeichten Burcaukraten die Entscheidung anvertrauen. Und diesen Appell vom Teufel an Beelzebubs Großmutter wagt man als Verbesserung des bestehenden Rechts auszu- schreien. Wenn Prämiicrung beamteter Gesetzesverletzter ein Fortschritt des Rechts ist, dann ist freilich die in dem Ent- Wurf der Reichsversichcrungsordnung geschaffene Neuorgani- sation eine„Verbesserung�_ Gerichts-Zeitung. ReichSverbänbler unter sich. Eine Privatklage aus dem Kreise derer vom ReichSverbanbe zur Bekämpfung der Sozialdemokratie beschäftigte gestern die L. Strafkammer des Landgerichts Berlin II. Privatkläger war der Journalist und Schriftsteller Ohm, der als Redner und Agitator früher angestellter Beamter des Reichsverbandes war. Die Klage richtete sich gegen den ersten Geschäftsführer des Ver- bandes und das Mitglied des Hauptvorstandes vr. pbil. Bovenschen. Der Privatkläger schied auf Grund eingetretener Mißhelligkeiten aus seinem Amte. Es kam dann wegen einer Summe von 500 M., die der Privatkläger angeblich als Vorschuß erhalten chatte, zu einer Zivilklage. Die Klage wurde wegen mangelnder Aktivlegitimation des„Reichsverbandes" abgewiesen. Nach dem Gesetz konnte, da der„NeichSverband" keine moralische Person darstellt, der Verband als solcher weder als Kläger noch als Be» klagter auftreten; vermeintliche Rechte des Verbandes hätten durch eine Klage geltend gemacht werden müssen, in der fämt- liche Vereinsmitglieder als Prozeßpartei zu fungieren hätten. Am 12. Dezember fand eine Sitzung des Ausschusses des Zentral- Verbandes statt. In dieser hatte Dr. Bovenschen unter anderem auch einen Antrag auf Statutenänderung— im Sinne der Um» änderung des Verbandes in einen eingetragenen Verein— zu vertreten. Er führte zur Begründung auS, daß mit Rücksicht auf die Belehrung, die in jenem Zivilprozeß den gegen hohes Gehalt angestellten Beamten des Verbandes das Gerichtsurteil erteilt hatte, dem Vorstande die Möglichkeit gegeben werden müsse, den Rcichsverband in Prozessen zu vertreten. Ohm ist alter Herr .des Vereins deutscher Stndcntcn. Ein in jener AuSschußsitzung anwesender alter Herr des Vereins deutscher Studenten, der Referendar v. b. Decken, will nun gehört haben, daß Dr. Bovenschen bei der Begründung des Antrages sich dahin ausgelassen habe: „Der Reichsverband habe leider mit dem sonst so hochgeschätzten Verein deutscher Studenten eine böse Erfahrung gemacht, denn ein alter Herr dieses Vereins, der Mitglied des Reichsverbandes war, sei diesem mit Geldern(oder mit einem Vorschuß) durch- gebrannt." Herr v. d. Decken hielt sich für verpflichtet, diese an- geblich über einen Bundesbruder gefallene Bemerkung einigen anderen alten Herren des Vereins deutscher Studenten mit- zuteilen. Dieser hielt eS für geboten, die Sache in einem ehren- gerichtlichen Verfahren aufzuklären. Auf diese Weise erhielt Herr Ohm Kenntnis von dem Vorgange und daraus ist die Privat- klage entstanden, die in erster Instanz mit der Freisprechung des Angeklagten erdete. Das Schöffengericht hielt nicht für fest- gestellt, daß die Aeußerung in der behaupteten oder in einer ähn- lich beleidigenden Form gefallen sei, es billigte dem Angeklagten eventuell aber auch den Schutz des§ 123 zu. Obgleich von der beklagten Partei mehrfach deutlich erklärt wurde, daß Herrn Ohm irgendeine ehrenrührige Handlung nicht vorgeworfen werden solle, legte dieser doch Berufung ein, und so kam es in der gestrigen Verhandlung in zweiter Instanz zu einer längeren Beweis- aufnähme. Es wurden mehrere Teilnehmer an der Ausschutz- sitzung. darunter Generalleutnant z. D. Licbert, Graf Karl zu Dohna und Direktor Neuh, vernommen, die übereinstimmend be- .kündeten, daß sie die inkriminierten Worte nicht gehört haben, sie ihnen aber wohl aufgefallen sein würden, wenn sie gefallen .wären. Ebenso hat der kommissarisch vernommene General Milcnz-Rostock ausgesagt. Referendar v. d. Decke» verblieb seiner- seit? bei der Ueberzeugung, die qu. Worte aus dem Munde des Angeklagten gehört zu haben.— Das Gericht kam aus denselben Gründen, wie seinerzeit das Schöffengericht, mit Recht zu einer Verwerfung der Berufung._ Ein SchreckenSurteil. Ein Revolverattentat eines Jugendlichen, welches als eine Folge recht eigenartiger Familienverhältnisse bezeichnet werden kann, beschäftigte gestern unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Seligmann die 4. Strafkammer des Landgerichts II. Wegen persuchten Totschlages und Bedrohung in zwei Fällen war der 17jährige Hausdiener Otto Futh aus Nixdorf angeklagt.— Die Mutter des Angeklagten betreibt in der Schinkestraße 12 in Rixdorf eine Schankwirtschaft, in welcher ein gewisser Klein be- sschäftigt ist und beinahe die Rolle des Hausherrn spielte. Der Angeklagte selbst war als Hausdiener in der Schankwirtschaft beschäftigt. Es kränkte ihn, daß er Tag für Tag schwer arbeiten mußte, während Klein sich seiner Meinung nach schon völlig als Hausherr fühlte und ihm als Sohn der Inhaberin noch kom- mandieren wollte. Dies hatte zur Folge, daß sich zwischen beiden eine gewisse Rivalität entwickelte, die häufig zu recht unerquick- lichen Szenen führte. Hierzu kam noch, daß der Angeklagte wiederholt sich sehr abfällig über das Verhältnis seiner Mutter zu Klein äußerte. Er ließ sich schließlich seine Ersparnisse in Höhe von SM M. auszahlen und suhr nach Hamburg, wo er sich zwei Wochen mit dem Gelde amüsierte. Als er dann nach Berlin zurückkam, forderte er von seiner Mutter Aufnahme. Diese wurde ihm verweigert. Der Angeklagte äußerte dabei, daß hieran auch nur Klein schuld habe. Es kam wieder zu einem Streit zwischen ihm und seiner Mutter, bei welchem er einen Revolver hervorzog und drohte, wenn Klein ihn ansasse, so würde er ihn über den Haufen schießen. Die Frau F. teilte diese Drohung dem Klein mit, der nun sofort über den Angeklagten herfiel und ihn windelweich prügelte. Der Angeklagte riß sich schließlich loS und lief auf den Korridor hinaus, nachdem er vorher die Tür hinter sich abgeschlossen hatte. Auf dem Korridor gab er dann auf Klein einen Schuß ab, der diesem dicht am Kopf vorbeiging und in«ine Wand einschlug.— Vor Gericht behauptete der An- geklagte, daß er lediglich aus Furcht vor weiteren Mißhandlungen den Schuß abgegeben und deshalb in Notwehr gehandelt habe. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß der Angeklagte sich in dem kritischen Moment ungehindert habe entfernen können. Der Staatsanwalt nahm deshalb an. Notwehr liege nicht vor und be- antragte eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und einem Monat. DaS Gericht ging jedoch erheblich über den Antrag des Staats- anwaltS hinaus, da der Angeklagte es lediglich einem glücklichen Zufall zu verdanken habe, daß er nicht unter der Anklage des vollendeten Totschlages stehe und ein Menschenleben auf seinem Gewissen habe. Das Urteil lautete auf die enorme Höhe von vier Jahren und einem Monat Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat der erlittenen Untersuchungshaft. Das Urteil gegen den jugendlichen Angeklagten ist ein drakonisch hartes und ungerechtes. Mag Notwehr nicht vorgelegen haben, weil zur Zeit der Abgabe des Schusses eine Ver- teidigung nicht mehr nötig war. so lag doch eine straflose Ucber- schreitung der Notwehr vor. DaS Strafgesetzbuch erklärt mit .Recht:„Eine Ueberschreitung der Notwehr ist nicht strafbar. wenn der Täter in Bestürzung, Furcht oder Schrecken über die Grenzen der Verteidigung hinausgegangen ist." Und so lag es hier. Selbst wenn aber da? Gericht aus unverständlichen Gründen der Ansicht war, der jungendliche Mann sei trotz ger doch nicht von ihm verschuldeten merkwürdigen Familienverhältnisse, trotz seiner .Seelenstimmung und trotz der Verprügelung durch Klein nicht in Bestürzung, Furcht oder Schrecken gewesen, so lagen hier doch die Verhältnisse so, daß ein ganz besonder« mildes Strafmaß, das nach Wochen, nicht nach Jahren zu berechnen war, am Platze ge- wesen wäre, zumal die Straftat niemand geschädigt hatte Man vergleiche mit dem entsetzlichen Urteil, das geeignet ist, das Leben des jungen Arbeiters zu vernichten, mit dem milden Urteil, das gegen den gereifteren Referendar v. Igel ergangen ist. dessen Tat den Tod eines völlig Schuldlosen zur Folge hatte. Dort vier ganze Monate, hier vier Jahre und einen Monat. Hoffentlich gelingt eS dem Opfer irriger Justiz. Revision ein- zulegen und die Abwendung des gegen ihn verhängten Unrechts zu erzielen._ Ein Berliner WarenhauSstreit. Ein Bruderzwist zwischen den Inhabern dcS bekannten Ber- liner Warenhauses A. Werthcim beschäftigte kürzlich das Land- gericht I und das Kammergericht. Der Sachverhalt ist folgender: Bekanntlich trat die Firma A. Werthcim am 1. Januar d. I. in Liquidation. Alst 16. Januar fand die Veröffentlichung der Liquidation im„ReichSanzeiger" statt, am 14. Januar bereits war aber die Firma A. Wertheim auf Veranlassung der Liquida- toren bor einem Notar versteigert und einer G. m. b. H. zugesprochen, deren Gesellschafter die drei Brüder Georg, Franz und Wilhelm Wertheim waren. Der vierte Bruder, Wolf Wcrtheim, hatte eS abgelehnt, da sein Protest gegen diese überstürzte Art der Liquidation nicht be- achtet wurde, sich an dem Verkauf zu beteiligen. Er hat gegen die Liquidation Schadenerfatzailsprüche geltend gemacht, weil er behauptet und nachweisen will, daß er durch diese Art der Be- endigung der Liquidation auf das empfindlichste geschädigt sei. Er geht davon aus, daß die Art und Weise der Liquidation lediglich zugunsten seiner Brüder geschah, und daß ihm die Bedingungeli, welche die Liquidatoren gestellt hatten, es überhaupt unmöglich machten, mitzubieten; ferner aber vor allem, daß bei dem schleu- nigen Verkauf und der mangelnden Publizierung andere Bieter überhaupt nicht in Frage kommen konnten. Die Klage Wolf Wertheims richtet sich auf Ersatz des Schadens, von dem er vor- läufig einen Teilbetrag von 506 000 M. eingeklagt hat. Die drei Liquidatoren stützen sich in ihrer Klagebeaniwortung insbesondere darauf, daß sie die Liquidation nicht länger hinziehen tonnten, weil die Diskontogcsellschaft, welche noch Gläubigerin in Höhe von etwa 6 Millionen Mark war, das Darlehen gekündigt hatte. Das Gericht hat hierüber Beweis beschlossen. ES wurde Direktor Salomonsohu von der Diskontogesellschaft vernommen. Derselbe sagte jedoch aus, daß nach den Vereinbarungen mit der Firma A. Wcrtheim die Diskontogesellschaft gar nicht berechtigt war, das Kaoital zu kündigen! Darauf beschloß daS Landgericht, über die Höhe des ' Schadens Beweis zu erheben. Ein zlveiter Prozeh, der juristisch von prinzipiell entscheiden- der Bedeutung ist, wurde zwei Tage später vor dem Kammergericht ebenfalls zugunstikn Wolf Werthcims, des Besitzers des„Passage- Kaufhauses", entschieden. Die Liquidatoren hatten die Firnia A. Werthcim an die drei Brüder Georg, Wilhelm und Franz Wcrtheim gegen den Willen Wolf Wertheims verkauft. Die drei Inhaber der Firma A. Werthcim hatten außerdem sich als„Warenhaus Wertheim" inö Handelsregister eintragen lassen. Die drei Brüder Georg. Wilhelm und Franz Wertheim klagten nun gegen Wolf Wertheim auf die Anerkennung ihrer Be- rechtigung, die Firma„A. Wertheim" führen zu dürfen. Das Kammergericht hat die Kläger mit dieser Klage kostenpflichtig ab- gewiesen. Die Firma„A- Wertheim, G. m. b. H." soll danach nicht mehr das Recht haben, in der bisherigen Weise, wohl aber als„Warenhaus Wertheim" zu firmieren. Beide Prozesse werden voraussichtlich noch das Reichsgericht beschäftigen. FUr den Jnvalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwvrtnng. Theater. Sonnabend, den 23. Oktober. Ansang 7»/» Uhr. Känigl. Ovcruhaus. Bajazzi. Versiegelt. Köuigl. Schauspielhaus. Götz von Beilichingen.(Ans 7 Uhr.) Deutsches. Hamlet. K a m nte r fp i e l e. Die Zuflucht. (Anfang 8 Uhr.) Neues Operetten. Der arme Jonathan. Ansang 8 Ubr. Neues königl. Opcru-Theater. Jägerblut. Lefsing. TantrlZ der Narr. Neues Schauspielhaus. DaS Exempcl. Kölnische Oper. Auferstehung. Berliner. Alpcnköuig u. Menschen- seind. Nachm. 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Neues. DaS Urbild deS Tarlüffe. Hebbel. Der Skandal. SSeftru. Die geschiedene Frau. Volksopcr. Der Freischütz. Nachm. Zst, Uhr: Der Waffen- schmied. Thalia. Prinz Bussi. Residenz. Gretchen. Trianon. Parlier Witwen. Lnstspielbnns. Man soll keine Briese schreiben. SleiueS. Hinterem Zaun. Schiller<«.(WuNuer» Thealer.) Aespenster. Sch>ier Eharlottenburg. Die Ehre. Arledrich> Wilhelmstädt. Schau- fpielhanS. Da» große Licht. Luise». Inspektor Bräsig. NachmittvgS 4 Uhr: Der kleine Zeppelin. Roic. Der Hültenbesitzer. Nachm. 3 Uhr: Michael KohlhaaS. Metl-onot. Halloh! I— Die große Revue. FolieS Eaprice. Mobilisierung. Der gewisse Augenblick. Ans. S'l, Uhr. Np-'tto. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Gebr. Herrnfeld-Theater. Frau Elkams Friseur. Meine-Deine Tochter. Karl Haverland- Theater. Spe- zialitäten. Casino. Onkel Cohn. Walhalla. Spezialitäten. Gastspiel. Die gute Partie. Noack« Theater. Durch Nacht zum Licht. Palaü. Der Blumenstrauß, Spezialitäten. Paiiage. Spezialitäten. Reichöbassr». Stcltiner Sänger. Urania. �aadeaneatze 4m Itt. Abends 8 Uhr: In den Dolomite». Nachm. 4 Uhr: Rom und die Campagna. Hörsaal 8 Uhr: Pros. Dr. Donath: Swahlende Wärme. Sterawuree, ilnvalidenstr. 57/82. I.eHslns-Thc-nter, 8 Uhr: Tantrls der Narr. Sonniag, 3 Uhr: Die Weber. 8 Uhr: Tautris der Narr. Montag, 8 Uhr: Die Gefährtin. Hierauf: HanuelcS Himmelfahrt. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Alpenkönig und Menschenfeind. f�Nachm. 3 Uhr: OerTraurn ein Leben. Residenz-Tlieater Direktion: Richard Alexander. AbcndS 8 Uhr- Groteske in 3 Akten von Davis und Ltpfchütz- Morgen und folgend« Tage: Dieselbe Borstellung. Sonntag, 24. Okt., nachm. 3 Uhr: Der Floh im Ohr. fcteKkHvi'- Schiller.Theater 0.(Wallner-Tbeater.j Sonnabend, abend« 8 Uhr: Zum erstenmal:(So»p«».ii!»tv>». Ein Familien drama in 3 Auszügen von Henrik Ibsen. DV Ende 10'/, Uhr. Sonniag, nodim. 3 U tz r: üaebeth. Sonntag, abend« 8 Ubr: Dan K athehen v. llcllbronn Montag, abend» 8 Uhr: _ Gespenster._ Tlieatcp. Schiller-Theater Charlottenburg. Sonnabend, abend« 8 Uhr: Die Ehre. Schaufplel in 4 Alten von Hermann Sudermann. mr Ende 10',, Uhr."VQ Sonntag, n a a> m. 3 U s c: Die Welt, In der man sieb langwellt. Sonntag, abend» 8 Uhr: Die erste Geige. Montag, abend» 8 Uhr: Die erste Geige. lieues Idesler. AbendSSUhr: HB«H des Tarie. Morgen und folgende Tage: vsz Urbild des TartUlTe. Kcnes Operetten-Theater, Schiftbauerdamm 25. a. d. Luifenstr. Abend» 8 Uhr: Der arme Jonathan. Friedrich-Wilhsimstädtisches Schauspielhaus. Sonnabend, 23. Oktober, Ans. 8 Uhr: Das grotze Licht. Sonntag nachm. 3 Uhr: Othello. Abends 8 Uhr: Da» große Licht. Montag: Da» große Licht._, OSE=THEATE Große Frankfurter Str. 132. Ans. 3 Uhr. Ende 11 Uhr. i Der Mttknbkfitzer. Bei aulgehobenem Slbonnement Nachm. 3 Uhr Ichülcrvorstellung zu kleinen Pr.: Michael Kohlhaas. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Jäger- Meisterin. Ab. 3 Uhr: Der Hütten- besitz«. Urania. WiBBenschaftlichee Theater. Nachmittags 4 Uhr; Rom and die Campagna. Abends 8 Uhr: In den Oolomlten. Hörsaal 8 ühr> Prof. Dr. Donath: Strahlende Wirme Theater des Westens. Abend» 8 Uhr: Die geschiedene Frau. Sonntag nachm. 3'/« Uhr: Die lustige Witwe._ Lusispielhaus. Abend» 8 Uhr: Mao soll keine Briefe selireiiien. Volks-Oper. SW, Velle-Alliance-Straße Nr. 7/8. Nachm. 3 Uhr: Schülervorstellung. Der Waffenschmied. Abend»>/,0 Uhr: Der Freischütz. low&iRml Mwfswtm iiuat 1% g Nachmittag» 4 Uhr: Große Kiitder-Borsiellung. Der kleine Zeppelin. AbendS« Uhr: Inspektor Brasljf. W.KoacUs Theater örunnennr. i«, am Rosenthalcr Tor. Große Gxtra-Borstcllnng! Ber Clkner von Hotre-Bame. Ansang l/,9 Ubr. l'anr,. Sonntag 3 Uhr: Jüdin v.Toledo. Sonntag'1,8 Uhr: Das Waren- hausfräulein. Wontag I Alle. Benders humoristl. scher Abend. Trianon-Theater. ASendS 8 Uhr: Pariser Witwen. ONlSMl'IlieSlSs Kbpenicker Straße 67/33. Täglich abend« 8'/« Uhr: sispiel von prUs Beckmann. Die gute Partie. Oasino-Theater Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr: o�nntel rfvo-ufm Cte C-Zn �■Sankel F>woh» "ITjutel t%;ofm '�-nkel VJ�ohn Sonntag 4 Uhr: Jamilie Kliukert Polles Capriee.j Mobilisierung. Bnntor Toll. Oer gewisse Augenblick. Vorverk. 11—2. Anfang 8'lt Uhr. I ls.ön Igstadt- Kasino. Holzmarklstraße 72. Täglich: Franz Sobansfcl. Fill Morro, Gustav Eulenburg, Qesehw. Arras, F. W. Hardt, The Hartle u. MiB Eltrah usw. Dr. Schwips. Posse mit Eesang in einem Akt. M-Iiteaier Moabit. Alt-.TloabU-47/48. Sonntag, den 24. Oltober 1909; Glilili ki Irmitn. Lustspiel in 4 Akten o. ffl. v. Moser. Kasscnössnung ö Uhr. Vorstellung.? Uhr. Borvcrkaus Sonniag von 10—1 Uhr im Theater-Restaurant. Karl Haverlancl Theater 1 77/79 Kominandantenswaße 77/79. j Ansang präzise 8 Uhr. Schlager auf Schlager bringt da» ahtnber- Programm. Reichslialieu-Tiieater. er SHoer Ansang: W och ent. 8 Uhr. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Reichstags-Wahlkreises (7. and 8. Abt. Moabit) Sonnabend, den 23. Oktober, im großen Saale der Berl. Kronenbrauerei, Alt-Moabit 47-49: Großer humoristischer | Vortragsabend S 1 Vortragender: Marcel! Salzer Nachdem in beiden Sälen Herren zahlen 50 Fl □□□□ Eintrittskarte 50 Pf. □□□□ Anfang präzise 9 Uhr. £ 231/16» CASTAN's P A VOPTICÜM Frledrichstr. ISS(Psehorrpalazt). OStite Extra-Entrce! Sesam! Das neaeste Geheimnis! Margarete Cara. Signor Arturo, moderne Zauber- und _ Entfesselungskünstler._ Täglich T'/j Uhr abends X Sonntags 2 Vorstellungen Künstler- Abende, ilartin Brauer X Lina Goltz X Erich Kämmerer X Emmy Lion X Schmidt-Hawkius X-Rita de Rio Franz Verdier X Anna Verdier X The Lyras X Ohne Extra-Entree! Zirkus Busch. Sonnabend, 23. Oktober 1909, abends 71/, Uhr präzise: Gala- Abend. U. a.: Die Clevelands! Mdm. Smaragda mit ihrer sensationellen Katzendressur Herr Willy Manns Wundereietant. Zwcrgclown Fran�ols als Kunstreiter. Ferner zum erstenmal: Fräulein Martha MohnUc, Schulreiterin. Herr E. Schumann, Noudress. Um 0'/. Uhr: fMeckdAl! Vorher das groBe Galaprogramm.~ Sonntag: S Vorstiillniigen H Melroflol-Theäter Hallo!!! Die groüe Revue! In 8 Bildern von Jul. Freund. Musik v. Paul Lincke. In Szene gesetzt vom Dir. Rieh. Schultz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Sonntag. 24. Oktober, nachm. 3 Uhr: EMnipaclvagabandwa. MW Koumiaiidanlenstr. 57. T. A. 4, 5083. N»? noch wenige IMB die erfolgreich, tcu"9® Lach-Komödie» Meine-Deine-Tochter Frau Elkams Friseur mit Anto» und Donat.Herrnfeld. Vorvettaus 11—2 Nhr. Ansang S Uhr. Sonnabend, den 23. Oktober, abends 7y2 Uhr: Gala-Abend. Frl. Dora Schumann m. D e w e t t Hannoveraner Hengst. Cas» Bianca militärischer Reitatt von den drei Gebrüder«vueke. ?? ke8 i\ribos?? Miß Silva dressierte Sende«. 6 Damen ProveanieS hervorragende Leistungen. Miß touise u. LottreN. Amerikanischer Gporkalt Pferd und Ballerina. Sonntag: Zwei Borstellungen. Nachm. ein«i»d frei, weitere Kinder zahlen halbe Preise. Palast-Theater. Direktion: Robert Dill& Karl Pirnau. Burgstrahe 24, am Bahnhoj Börse. Die ersttlassige» Spezialitäten. Das mysteriöse Kabinett. Olga Durand; ElnWelnranseh. Der Blnmenprauft. Liedersptel. Ansang'/,8 Uhr. Entree: SO Ps. bis Z Mark. BorzugSkarten. an Wochentagen gültig, überall zu haben._ Sanssouci, KÄ" Direktion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Dofkmsnns 8 Uhr J. Tohuwabohus Burleske nach dem Amerikanischen, bcarb.v. Heinz Gordon,(Sesangstexle v. Rndvls Schanzer, Mnfik v. Julius EinädShoser. S Uhr»0: Die grandiosen Spezialitäten. TO Uhr- Güssbc-Talma? » 'MW'" � em Morisipleti � _ Anf. 8 Uhp._ L Theatersaal: D. Kanonanschlager Meyer mit'n Hangeboden mit Panl Kcndlx in der Titelrollo und das glänzende Spezlalltütcn-Programm. Im Konzortsaal: Täglich: Gr. Konzert der ersten Kapellen der Berliner Oarde-Regimcnter. und Tanzkränzche» Beg. Sonnt. 5. wochenl. 8U. Morgen, Sonntag: M Elite-Sslree Neues hochakt. Programm. Zum Schluß: Tanzkränzchen. Jeden Mittwoch: Theaterabend. iL alhalla; yaftefe-Thfsfer I Weinbergsweg 19-20, aosenth.Tor. ilns. 8 U6r. Die großartigen Oktober-Speziatitäten. Im Tunnel: RcgimentSkapelle. Theaterbesuchern sreler Eintritt. Alexand- Platz O.T. Neue Kdnlgstr.! Grand-Hotel Alexanderplatz. 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Für die rege Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung unserer lieben Mutter sagen wir allen Verwandten und Bekannten aus nah und sern unseren herzlichsten Dank. pgmtiie Alannigel. Soeben erschienen: Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Slbgehalten zu Leipzig vom IS. bis 18. September 1909. (530 Seiten umsasfend.) Preis brosch. 1.25 M. gcbd. I.7S M. Aus holzirelem Papier broich.».SO M. elegant geb. Z.SO M. Ezptdltltm des Vomärts 1 BERLIN SW. Lindenstr. 69, Laden. MMWMVWMMMVWbH SÜtZ'SehneU kommt man zu Weingarten, Gitßcltlner Straße 7g, im Hause der Hochbahn-Station Prinzen-Stratzc.'SWQ Empfiehlt Riesenauswahl durch kolossal billig. Einkaut: Anzüge von 10, 12, 15, 18, 20 M., prima, Ersatz für Maß. Wlnterpoletots ö. 8, 10, 12, 15, 18, 20, 22 SD!., prima, Ersatz( Maß. Winterjoppen von 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 Mark, prima. Itoscn von 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 Mark, prima. Abteilung in Monats=Garderoben. 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Deilllge des„Mmalts" Ktllilltt Nllllisdllltt. Z-»°°d°«d.2Z.At°btt>6»6 Ueberftcht der Urwahlbezirke des 5., 6., 7. und 12. Berliner Landtagswahlbezirks sowie der Wahllokale für die WahtMfttttter-ErgftNzMtgAU�h�ett am Dienstag, den AG. Oktober d. I., zu den in obigen Wahlbezirken notwendig gewordenen Abgeordneten- Ersatzwahlen. 5. Wahlbezirk, enthaltend die UrWahlbezirke 270— 278, 293— 319 und 337—401- Stadt°Bez. 79. Urwahl-Bez. 270. Britzerstr. 1— 4 und 44— 47, Elisabethufer 1— 13, Kottbuser Ufer 63— 65. Wahllokal: Elisabeth- Hof, Elisabethufer 5/6. — 271. Kottbuser Ufer 56— 62a. Wahllokal: Märkischer Hof, Admiralstr. 18c, Part., Nebenräume. — 272. Britzerstr. 5— 12 und 38— 43. Wahllokal: Märkischer Hof, Admiralstr. 18c, unterer Saal. 80. 273. Elisabethuser 14— 26, Reichenbergerstr. 1—2 und 184— 185, Sralitzerstr. 1 und 147a. Wählt.: Elisabethufer 10 b i Ouappe. — 274. Admiralstr. 1, Skalitzerstr. 2—13 und 138—147. Wahllokal: Skalitzerstr. 142 bei Furkert, Vorderzimmer. — 275. 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Gem.-Schule, Konferenzzimmer, Köpenickerstr. 2. — 346. Köpenicker Str. 181— 189, Wrangelstr. 97— 99(Kaserne des 2. Bataillons des 3. G. Reg. z. F.), Zeughofstr. 3— 10 und 84— 26. Wahllokal: Köpenickerstr. 9b bei Jeske. — 347. Köpenickerstr. 190— 196, Skalitzerstr. 73— 77, Wahllokal: Köpenickerstr. 1 bei Dünkel. — 348. Brommhstrafte Ostseite von Köpenickerstrafte bis zur Spree, Köpenickerstr. 9b— 15 und 173— 180. Zeughoffstr. 1— 2. Wahllokal: Köpenickerstr. 174 bei Eichler. 106. 349. Falckensteinstr. 1— 3, Gröbenufer 1— 4, Obcrbaum- strafte 1— 6 und 8— 13, Schlesischestr. 1— 7 und 40a— 46, Wrangcl- strafte 85. Wahllokal: Gröbenufer 1 bei Peter. — 350. Falckensteinstr. 4—6 und 39—40, Schlesischestr. 8— 9 und 39— 40. Wahllokal:„Bellevue", Falckensteinstr. 49. — 351. Falckensteinstr. 7— 11 und 35— 38, Wrangelstr. 53 bis 54 und 81— 83. Wahllokal: Schlesischestr. 8 bei Frendenberg. — 352. Oppelncrstr. 6— 9 und 38— 41, Wrangelstr. 46— 52 und 84 und 86—89. Wahll.: Wrangelstr..86 bei Ricgert. — 353. Skalitzerstr. 63— 70a, Sorauerstr. 1 und 31, Wrangel- strafte 40— 45 und 90— 96. Wahllokal: 85. Gem.-Schule, Wrangcl- strafte 85, Turnhalle. — 354. Hochbahnhof vor dem Schlesischen Tor. Oppelnerstr. 1 bis 5 und 42— 49, Skalitzerstr. 71— 72. Wahllokal: 54. Gem.-Schule, Schlesischestr. 4, Aula. 107 A. 355. Cuvrystr. 19— 24 und 35— 39. Wahll.: Cuvry- strafte 25 bei Hochfeld. — 356. Cuvrystr. 30— 32, Görlitzerstr. 31— 40, Görlitzer Ufer 16. Wahllokal: Cuvrystr. 29 bei Borchert. — 357. Cuvrystr. 17/18 und 40/41, Wrangelstr. 55— 62 und 73—80. Wahllokal: Wrangelstr. 78 bei Nüchel. — 358. Cuvrystr. 25— 20 und 33/34, Görlitzerstr. 41— 44. Wahllokal: Görlitzerstr. 44 bei Pätzold. — 359. Görlitzer Ufer 7— 15 und 27— 31, Heckmannufer 10, Wrangelstr. 63—72, Platz H. Wahllokal: 170./251. Gem.-Schule. Görlitzer Unser 15. Turnhalle. 10713. 360. Görlitzer Ufer 1— 6 und 32— 88, Schlesischestr. 22 bis 25. Wahllokal:„Drachonburg", P. d. Schlesischen Tor 1, „Drachensaal". — 361. Cuvrystr. 1—6, Schlesischestr. 10—12 und 36—38. Wahllokal: Schlesischestr. 28 bei Baitz. — 362. Cuvrystr. 49—52, Schlesischestr. 16—21 und 28—34. Wahllokal: Schlesischestr. 23 bei Träger. — 363. Cuvrystr. 7—14 und 46—48, Schlesischestr. 13—15. Wahllokal: Schlesischestr. 16 bei Mbrkmann. — 364. Cuvrystr. 15/16 und 42— 45. Wahllokal: Schlesische- strafte 27c bei Häusler. — 365. Cuvrhufer, Heckmannufer 1— 9, Lohmühlenstr. 1— 6, Schlesischestr. 25a— 27c, Vor dem Schlesischen Tor, Schleuscnufer. Wahllokal:„Drachenburg", Vor dem Schlesischen Tor 1, Eingang Garten links. 103A. 366. Görlitzerstr. 59—61, Sorauerstr. 14— 16 und 18 bis 20. Wahllokal: Görlitzerstr. 68 bei Neithardt. — 367. Oppelnerstr. 10— 17 und 32— 37. Wahllokal: Oppelner- strafte 13 bei Schulz. — 368. Sorauerstr. 8— 13 und 21— 26. Wahllokal: Soraucr- strafte 22 bei Seiler. — 369, Sorauerstr. 2— 7 und 27— 30. Wohllokal: Sorauec- strafte 23 bei Kolander. — 370. Oppelnerstr. 18— 22 und 25— 31. Wahllokal: Oppelnerstrafte 21 bei Hennig. 10811. 371. Falckensteinstr. 12—18 und 29—34. Wahllokal: Turnhalle, Görlitzerstr. 51. — 372. Falckensteinstr. 23, Görlitzerstr. 48— 58, Oppelnerstr. 23 und 24, Sorauerstr. 17. Wahll.: Görlitzerstr. 52 bei Wakan. — 373..Falckensteinstr. 19—22 und 24—28, Görlitzerstr. 15 bis 46. Wahllokal: 177./191. Gem.-Schule, Görlitzerstr. 51, Konferenzzimmer. 109. 374. Görlitzerstr. 63—74, Lübbenerstr. 30. Wahllokal: Görlitzerstr. 70 bei Werner. — 375. Lübbenerstr. 13— 18, Skalitzerstr. 54b— 62, Wrangel- strafte 39. Wahllokal: Turnhalle. Skalitzerstr. 55/56. — 376. Lübbenerstr. 9— 12 und 19— 24. Wahll.: Lübbcner- strafte 18 bei Hentschel. — 377. Görlitzerstr. 62, Lübbenerstr. 1— 8 und 25— 29. Wahllokal: Lübbenerstr. 1 bei Pietsch. — 378. Görlitzerstr. 75, Skalitzerstr. 47— 54a. Wahllokal: Skalitzerstr. 51/52 bei Dalg. 110. 379. Görlitzer Ufer 17— 20, Ratiborstr. 1 u. 21, Wiencr- strafte 54— 588. Wahllokal: Wienerstr. 53L bei Hentschel. — 380. Glogauerstr. 1 und 34. Liegnitzerstr. 43, Wienerstr. 36 bis 39 und 41— 53. Wahllokal: Wienerstr. 41 bei Ewald. — 381. Wienerstr. 24—33 und 33b— 35. Wahllokal: Wiencr- strafte 31 bei.Kuberzig. — 382. Görlitzer Bahnhof, Görlitzer Eisenbahn(Empfangs- gebäude), Görlitzerstr. 1— 28, Skalitzerstr. 46b, Spree waldplatz, Wendenstrafte, Wienerstr. 16—21 und 59a— 62. Wahll.: Wiener- strafte 20 bei Grinsch. III. 383. Grünauerstr. 13 und 31, Reichenbergerstr. 55— 61 und 127— 136. Wahllokal: Turnhalle, Reichenbergerstr. 131/132. — 384. Grünauerstr. 1—8 und 34— 41, Wienerstr. 22 und 23. Wahllokal: Grünauerstr. 11 bei Grams. — 385. Grünauerstr. 14—30, Kottbuser Ufer 18— 28, Reichenbergerstr. 61a— 63a. Wahllokal:„Grünauer Garten", Grünauer- strafte 14. — 336. Grünauerstr. 9—12 und 32—33. Wahl!.: Grünauer- strafte 21 bei Conrad. 112A. 387. Forsterstr. 47, Liegnitzerstr. 12. Reichenbergcr- strafte 111—118. Wahllokal: Forsterstr. 10a bei Woitschach. — 388. Forsterstr. 1— 6 und 63— 58, Wienerstr. 33a. Wahllokal: Aula, Reichenbergerstr. 67/70. — 389. Reichenbergerstr. 119a— 126. Wahllokal:„Bürger- Kasino", Reichenbergerstr. 121. — 390. Forsterstr. 7— 10a und 48—52, Reichenbergerstr. 119. Wahllokal: Reichenbergerstr. 115a bei Rocder. 1128. 391. Liegnitzerstr. 13 und 14, Reichenbergerstr. 72 bis 76. Wahllokal: Reichenbergerstr. 75/76 bei Kcrnchcn. — 392. Forsterstr. 11— 15 und 40— 46, Reichenbergerstr. 61 bis 71. Wahllokal: 100./102. Gem.-Schule, Eingang Forsterstr. 15, Turnhalle. — 393. Forsterstr. 16-Ä2 und 36—39, Kottbuser Ufer 12 bis 17a. Wahllokal: Forsterstr. 22 bei La über. 113A. 394. Kottbuser Ufer 5—11, Liegnitzerstr. 16—28. Wahllokal: Liegnitzerstr. 22 bei Janeczek. — 395. Reichenbergerstr. 81—85 und 105—108. Wahllokal: Reichenbergerstr. 83 bei Lange. — 396. Liegnitzerstr. 6— 11, 15 und 29— 39, Reichenberger- straftc 77— 80 und 109— 110. Wahllokal: Reichenbergerstr. 107 bei Baumgärtner. — 307. Liegnitzerstr. 1— 5 und 40— 42, Wienerstr. 40. Wahll.: 219./232. Gemeindeschule, Glogauerstr. 12/16, Turnhalle. 1138. 398. Glogauerstr. 2—8 und 27— 33, Reichenberger- strafte 101—104. Wahllokal: Glogauerstr. 5 bei Mai. — 399. Ratiborstr. 2— 7 und 16— 20, Reichenbergerstr. 08, Wahllokal: Ratiborstr. 18 bei Müller. — 400. Görlitzer Ufer 21— 26, Kottbuser Ufer 1— 2, Ratibor- strafte 8— 15, Reichenbergerstr. 93— 97a. Wahllokal: Glogauerstr. 23 bei Fischer. — 401. Glogauerstr. 9— 26, Kottbuser Ufer 3— 4a, Reichenbergerstr. 86—92 und 98a— 100. Wahllokal: Reichenbergerstr. 96A bei Saucrbaum. 6. Wahlbezirk, enthaltend die Urtvahlbezirke 490—526, 533-536 und 642—630. 147. 400. Jfflandstr. 4—11, Wallnertheaterstr. 13, 14, 17—21, 2-1—25 und 28—34. Wahllokal: Klubhaus. Wallner-Thcatcrstr. 20. 491. Grüner Weg 5— 13a und 114— 122, Markusstrafte 45— 16. Wahllokal: Margarctcnschule, Jfflandstr. 9/11, Turnhalle. 492. Biumenstr. 2—11 und 76— 83, Waltner Thenterstr. 15 bis 16 und 22—23. Wahllokal:„Alt-Berlin", Biumenstr. 10. Gartcneingang part., Saal 5. 493. Biumenstr. 12— 26 und 59— 62, Grüner Weg 1— 4 und 123—125, Jfflandstr. 1—3. Wahllokal: Filiale der XII. Gem.. Schule, Biumenstr. 63A, Turnhalle. 494. Biumenstr. 63—74, Marsiliusstr. 9— 15. Wahllokal: „Alt-Berlin", Biumenstr. 10, Gartencingang part., Saal 6. 148. 495. Raupachstr. 5—11, Wallnertheaterstr. 1— 12 und 85—45. Wahllokal: Wallner-Theaterstr. 34 bei Janz. 496. Alexanderstr. 19 und 20, Holzmarktstr. 1—11 und 60 bis 72, An der Jannowitzbrückc, Stadtbahnbogen 66— 71, Stadtbabnhof Jannowitzbrücke. Wahll.: Belvedere, Eingang Stralauer Brücke 2. 497. Holzmarktstr. 12— 18 und 52— 55 und 58— 59, MarkuS- strafte 54, An der Michaelbrücke(Westseite), Raupachstr. 1— 4 und 12— 16, Stadtbahnbogen 45— 65. Wahllokal: Margaretenschule, Jfflandstr. 0/11, Gesangsaal. 149. 498. Andreasstr. 68, Langestr. 22— 27 und 82—89. Wahllokal: Langestr. 84 bei Bachmann, Flur rechts. 499. Krautstr. 23— 28 und 30a— 34, Langestr. 13— 17 und 97— 101. Wahllolal: Langestr. 9 bei Scheer. 500. Langestr. 4— 12 und 102— 107. Wahllokal: Langestr. 84 bei Bachmann, vorderer Eingang. 501. Holzmarktstr. 19— 24 und 43— 51, Krautstr. 29, Langestrafte 1— 3 und 108—110, An der Michaelbrücke(Ostseite), Stadt- bahnbogcn 23— 44. Wahllokal: Langestr. 108 bei Kocrncr, Hof geradezu. — 502. Krautstr. 34a, Langestr. 18—21 und 90—06. Wahl. lokal: Langestr. 97/93 bei Steinke. 150. 503. Krautstr. 16— 16a, Kleine Markusstr. 6—25. Wahll.: Turnhalle, Krautstr. 43. — 504. Grüner Weg 14—22 und 102— 113, Krautstr. 11—12, Markusstr. 14. Wahllokal: Grüner Weg 29 bei Zimmermann. — 505. Markusstr. 1—13 und 47—53, Kleine Markusstr. 1 bis 5 und 26— 30. Wahllokal: Turnhalle, Markusstr. 49. 151. 506. Biumenstr. 27a— 31 und 51a— 57. Krautstr. la— 2a. Wahllokal: Turnhalle, Krautstr. 49. — 507. Biumenstr. 27 und 32 und 58, Krautstr. 4— 5, Markns- strafte 16—24. Wahllokal: Markusstr. 18 bei Jcndrzej, Hofeingang. — 508. Markusstr. 25—28 und 31—44. Wahllokal: Aula. Markusstr. 49. — 509. Biumenstr. 33— 34, Krautstr. 2b— 3a und 6— 10 und 47—52 und 54a— 55a. Wahllokal: Aula, Krautstr. 49. 152. 510. Gr. Frankfurterstr. 49—63, Waftmannstr. 16— 26. Wahllokal:„Frankfurter Hof". Er. Frankfurterstr. 47, Saal 1 Tr. — 511. Blankeuseldestr. 2— 14, Marsiliusstr. 7 und 8 und 16. Wahllokal: Gr. Frankfurterstr. 76 bei Clemens, Hofeingang. — 512. Gr. Frankfurterstr. 80— 89, Markusstr. 30, Marsilius- strafte 1—6 und 17—26. Wahllokal:„Hahns Fcstsäle", Gr. Frank. furterstr. 74, Hofcingang. — 513. Gr. Frankfurterstr. 64— 69 und 71— 79. Wahllokal: 69. Gemeindcschulc, Kl. Frankfurterstr. 6 part., Zimmer 7. — 514. Waftmannstr. 10—15 und 27— 34. Wahll.: Waftmann» strafte 14, bei Thiele, Flureingang. 153. 515. Andreasstr. 45 und 46, Blumenstr. 42, Gr. Frank- furtcrstrafte 109—127, Koppenstr. 35 und 53. Wahllokal:„Frank. furter Bierhallcn", Gr. Frankfurterstr. 99, Ouergeb. part. — 516. Gr. Frankfurterstr. 90— 108, Krautstr. 1, Markusstr. 29. Wahllokal:„Frankfurter Bierhallen". Gr. Frankfurterstr. 99. Seitenfl. 1 Tr. � 154. 517. Weberstr. 3—11 und 58—63. Wahllokal: Weber- strafte 3 bei Pötter. — 518, Elisabethstr. 1 und 65— 66, Palisadenstr. 1, Waftmann- ftrafte 34a— 37, Weberstr. 28—35 und 38—44. Wahll.: Weber. strafte 46 bei Blcftin. — 519. Weberstr. 12—20 und 50—57. Wahllokal: BockcrS Festsäle, Weberstr. 17. — 520. Palisadenstr. 12 und 18, Weberstr. 21— 27 und 45— 49. Wahllokal: Breithaupts Ausschank, Weberstr. 24 A. 155. 521. Palisadenstr. 2—11 und 97—103. Wahllokal: Strausbergcrstr. 10 bei Werner. — 622. Palisadenstr. 14—18 und 94—96. Wahll.: Palisaden. strafte 93 bei Wruck. — 523. Lichtenbcrgcrstr. 10—11, Palisadenstr. 19— 29 und 88 bis 03, Strausbergcrstr. 9— 10 und 34—35. Wahllokal: Turnhalle, Strausbcrgerstr. 9. 156. 524. Gr. Frankfurterstr. 32 und 33, Fürstenwalder- strafte 2—23. Wahllokal:„Graetz Fcstsäle". Gr. Frankfurter. strafte 39, Hof, oberer Saal. — 525. Gr. Frankfurterstr. 85— 48, Strausbcrgerstr. 21, Weberstr. 1— 2 und 64—66. Wahllokal: Frankfurter Hof, Gr. Frankfurterstr. 47, vorn. — 526. Gr. Frankfurterstr. 34, Strausbcrgerstr. 11— 20 und 22— 33. Wahllokal: Gr. Frankfurterstr. 41/42 bei Nickel. 159. 533. Gr. Frantfurterstr. 19— 31, Koppenstr. 36— 37 und 51—52, Lebuserstr. 1 und 16-18, Palisadenstr. 37. Wahllokal; Graetz Festsäle, Gr. Frankfurterstr. 30, Hofeingang, unt. Saal. — 534. Friedrichsbergerstr. 15— 17, Fürstenwalderstr. 1 u. 24, Lebuserstr. 10 und 11, Palisadenstr. 30-35 und 79—87. Wahl. lokal: Turnhalle, Gr. Frankfurterstr. 23. — 535. Lebuserstr. 2-9 und 12-15, Palisadenstr. 36. Wahl, lokal: Patria-Säle, Lebuserstr. 17. — 536. Koppenstr. 38— 40 und 50, Palisadenstr. 38 u. 66— 78. Wahllokal: Gr. Frankfurterstr. 33 bei Dindas. 161. 542. Gr. Frankfurterstr. 11—18 und 128—130. Wahl. lokal: Ostend-Rcstaurant, Gr. Frankfurterstr. 18. — 543. Gr. Frankfurterstr. 1— 10 und 131— 146, Fruchtstr. 39 und 46-50. Wahllokal: Fruchtstr. 49/50 bei Mann. — 544. Friedenstr. 74— 82, Fruchtstr. 40— 45, Palisadenstr. 61 bis 52. Wahllokal: Frankfurter Allee 104 bei Siegmund. 169. 545. Andreasstr. 85—44 und 47—53, Blumenstr. 38/39. Wahllokal: AndreaSstr. 56 bei Viehstaedt, Garteneingang. — 546. Blumenstr. 34a— 37b und 43— 51, Krautstr. 53— 54. Wahll.: Andreas-Hof, Andreasstr. 32. — 547. Andreasstr. 29— 34 und 54— 59. Grüner Weg 89—99. Wahllokal: Andreasstr. 56 bei Viehstaedt, Flureingang. 163. 548. Kl. Andreasstr. 2—10 und 14—20. Wahllokal: Andreasplatz 4 bei Konzagk. — 549. Kl. Andreasstr. 1 und 21, Krautstr. 13— 15a und 17 bis 22 und 35—11. Wahllokal: Aula, Krautstr. 43. — 550. Andreasplatz, Andreasstr. 60, Kl. Andreasstr. 11, 12 u. 13. Grüner Weg 23—31 und 91—101, Krautstr. 42—46. Wahllokal: Grüner Weg 29 bei Zimmermann. 164. 551. Andreasstr. 14—17, Langestr. 29— 85 und 74— 81. Wahllokal: Langestr. 30 bei Nowottnick. — 552. Grüner Weg 39— 44 und 75— 80. Wahllokal: Andreas- Festsäle, Andreasstr. 21, 1 Treppe, Saal. — 553. Andreasstr. 25— 28, Grüner Weg 32— 38 und 81— 88. Wahll.: Andreas-Festsäle, Andreasstr. 21, Saal Parterre. — 554. Andreasstr. 13—24 und 61—67. Wahll.: Andreas- Festsäle, Andreasstr. 21, Vereinszimmer vorn parterre. 165. 555. Andreasstr. 3— 13 und 69— 76, Breslauerstr. 11—14 und 18—21, Langestr. 28, Stadtbahnbogen 1—7, Wahllokal: Andreasstr. 9 bei Büte. — 556. Andreasstr. 1— 2 und 77— 79. Holzmarktstr. 25— 41, An der Schillingsbrücke iWestseite), Stralauer Platz 24 und 28. Wahllokal:„Andrcasburg", Andreasstr. 3. — 557. Breslauerstr. 1— 10 und 22— 33, Holzmarktstr. 42, Krautstr. 30, Stadtbahnbogen 8— 27. Wahllokal: Breslauerstr. 21 bei Kähne. 166. 558. Brommhstraße v. Spree bis Mühlenstraße, Mühlen- straße 25— 41 und 53—64, Rummelsburger Platz. Wahllokal: Aula, Mühlenstr. 50. — 559. Mühlenstr. 2—24 und 64a— 80. Wahll.: 133./15S. G'e- meindeschule, Mühlenstr. 50, Zeichnensaal. — 560. Fruchtstr. 83— 86, An der Schillingsbrücke(östliche Seite), Stralauer Platz 1—17 und 29—35. Wahllokal: Frucht- straße 2a, bei Köhler. — 561. Breslauerstr. 15 und 16, Koppenstr. 1— 3a und 96 bis 101, Am Schlesischen Bahnhof, Stralauer Platz 18— 23. Wahllokal: Koppenstr. 96 bei Paul. — 562. Fruchtstr. 1—8, Mühlenstr. 42— 52. Wahllokal: 138./168. Gemeindeschule, Mühlenstr. 50, Turnhalle. 167A. 563. Beymestr. 12— 20 und 30/31, Ehrenbergstraße, Naglerstr. 1—12, Notherstr. 4—11 und 20—26, Nudolfstr. 5—17, Stralauer Allee 3 und 37— 43, Terrain der Ost- und Schlesischen Bahn von Warschauerstratze bis Rudolfplatz. Wahll.: 220./255. Ge- meindeschule, Naglerstr. 3, Turnhalle. — 564. Hochbahnhöfe Stralauer Tor und Watschauer Brücke, Mühlenstr. 1, Naglerstr. 13— 26, Am Oberbaum 1/2, Rotherstr. 12 bis 19, Rudolsstr. 1— 4, Stralaucr Allee 1— 2b und 44 bis Ende, Warschauer Platz, Am Warschauer Platz, Warschauerstr. 34—51. Wahllokal:»Zum alten Fritz", Stralauer Allee 43. — 565. Beymestr. 1— 10 und 21—29, Stralauer Allee 4 und 34a— 36. Wahllokal: 220./225. Gemcindcschule, Naglerstr. 3, Aula. — 566. Beymestr. 11, Eaprivistr. 12— 2o, Rotherstr. 1—3 und 27— 30, Stralauer Allee 34. Wahllokal: Beymestr. 11 bei Neumann. 167 A. 567. Capribistr. 2— 11, Am Nudolfplatz 1. Wahllokal: Caprivistr. 4 bei Jordan. — 568. Caprivistr. 1, Hohcnlohestr. 1— 6 und 17— 20, Stralauer Allee 5— 9a und 29— 33, Eckgrundstücke der Schmückertstraße an der Hohenlohestrahe. Wahllokal: Hohenlohestr. 4 bei Burmester. — 569. Eckgrundstücke der Gotzlerstratze an der Hohenlohe- straße, Hohcnlohebrücke, Hohenlohestratze von 7 bis Ringbahn und von Ringbahn bis Nr. 16, Rudolfplatz, Am Nudolfplatz 2 bis Ende. Wahllokal: Gotzlerstr. 1 bei Kugler. 167 O. 570. Bödikerstr. 31—34, Boffestr. 1—3, Gotzlerstr. 12 bis 17, Stralauer Allee 19—22. Wahllokal: Gotzlerstr. 17 bei Feistel. — 571. Bödikerstr. 3— 6, Gotzlerstr. 18— 24, Markgrafendamm 32— 33. Wahllokal:„Markgrafensäle". Markgrafendamm 34, Großer Saal. — 572. Bödikerstr. 1— 2 und 35— 38, Markgrafendamm 36, Stralauer Allee 10—18. Wahllokal: Stralauer Allee 17? bei Kuhn. 1671). 573. Boffestr. 6— 9, Gotzlerstratze von Hohenlohestratze bis Vossestratze ausschließlich der Eckgrundstücke an der Hohenlohe- straße, Persiusstr. 7 und 8, Nochowstr. 3— 13, Straße 39 von Hohenlohestratze bis Bossestrahe, Schmückertstraße von Hohenlohestratze bis Rochowstratze ausschließlich der Eckgrundstücke an der Hohen- lohestratze. Wahllokal: Gotzlerstr. 29 bei Uhlig. — 574. Bossestr. 10— 11, Rochowstr. 1— 2 und 14— 15, Stralauer Allee 22a— 28. Wahllokal: Stralauer Allee 26 bei Pauli. 167?. 575. Bödikerstr. 7—11, Gotzlerstr. 25—31, Markgrafen- dämm 27— 31, Persiusstr. 10— 15. Wahllokal: Gotzlerstr. 24 bei Grahl. — 575A'. Bahnhof Stralau-Rummelsburg, Bödikerstr. 12— 30, Bossestr. 4— 5, Gotzlerstratze Nordseite von Bödikerstratze bis Bosse- straße, Markgrafendamm 24— 26, Persiusstr. 1— 6 und 9, Straße 39 von Bossestratze bis Markgrafendamm, Gelände der Ost- und Schle- fischen Bahn von Hohenlohestratze bis Weichbildgrenze. Wahllokal: Bödikerstr. 30 bei Schaepe. 168. 576. Fruchtstr. 14—15 und 74—79, Langestr. 49—59, Madaistr. 1— 9. Wahllokal: Madaistr. 11 bei Buchwald. — 577. Langestr. 41—48 und 60—68. Wahllokal: Langestratze 53 bei Kluge. — 578. Koppenstr. 6—9 und 87—90, Langestr. 36— 40 und 69— 73. Wahll.: Langestr. 65 bei Olejniczak, Flureingang. — 579. Breslauerstr. 17, Fruchtstr. 9— 13 und 80—82, Koppen- stratze 4—5 und 91—95, Madaistr. 10—15, Schlesischer Bahnhof. EmpfangSgebäude und Bahnanlagen usw. bis zur Warschauer Brücke. Wahll.: Madaistr. 15 bei Coburg. 169. 580. Friedrichsfelderstr. 18— 80, Fruchtstr. 16— 19 und 72— 73. Wahll.: Fruchtstr. 18 bei Meyer. — 581. Friedrichsfelderstr. 10—17 und 31—37. Wahllokal: Friedrichsfelderstr. 16 bei Auerbach. — 582. Friedrichsfelderstr. 2—9 und 38— 43. Wahllokal: Friedrichsfelderstr. 27 bei Kupfer. 170. 583. Fruchtstr. 70 und 71, Münchebergerstr. 1—8 und 29—84. Wahll.: Münchebergerstr. 34 bei Rippin. — 584. Münchebergerstr. 9—13 und 22—28. Wahllokal: Münchebergerstr. 29 bei Fannrich. — 585. Koppenstr. 10—12 und 81— 86, Münchebergerstr. 14 bis 17 und 19—21. Wahll.: Turnhalle, Koppenstr. 84. 171. 586. Koppenstr. 13— 19 und 73—80, Münchebergerstr. 18. Wahll.: 18./125. Gemeindeschule, Konferenzzimmer, Koppenstr. 84. — 587. Grüner Weg 52— 58 und 61— 69. Wahll.: Koppen- stratze 68 bei Ltröber, Hof links. — 588. Grüner Weg 45—51 und 70— 74, Koppenstr. 20— 22 und 68— 72. Wahll.: Koppenstr. 68 bei Kröber, Hof rechts. 172. 589. Ostbahnhof EmpfangSgebäude, Ostbahnhof bis östlich zur Warschauerstratze, Rüdersdorferstr. 41—51. Wahl!.: Ostbahn- hos, Küstriner Platz, Haupteingang geradezu, gr. Saal. — 590. Friedrichsfelderstr. 1, Am Oftbahnhof 5— 20. Wahll.: Ostbahnhof, Küstriner Platz, Haupteingang rechts, kl. Saal. — 591. Küstriner Platz 1— 10, Fruchtstr. 20—22 und 67— 69, Grüner Weg 59 und 60, Am Ostbahnhof 1— 4, Rüdersdorferstr. 1. Wahll.: Restaurant Bürgerhof, Küstriner Platz 10, Saal. 173. 592. Koppenstr. 26— 34 und 54— 62. Wahll.: Kellers Festsäle, Koppenstr. 29, Tunnel, Hofeingang. — 593. Rüdersdorferstr. 2— 12 und 22— 33. Wahllokal: Turnhalle, Rüdersdorferstr. 4/5. — 594, Koppenstr. 23—25 und 63—67, Rüdersdorferstr. 13—21. Wahll.: Aula, Rüdersdorferstr. 4/5. 174. 595. Fruchtstr. 35—38 und 51—55, Memelerstr. 38. Wahll.: Fruchtstr. 36a bei Schmidt, großer Saal. - 596. Fruchtstr. 29—34 und 56-chO. Wahll.: Fruchtstr. 36a bei Schmidt, kleiner Saal. — 597. Fruchtstr. 23—23 und 61—66, Königsbergerstr. I und 39, Rüdersdorferstr. 84— 40. Wahl!.: Küstriner Platz 3 bei Fuhr- mann. 175A. 598. Königsbergerstr. 2—8 und 35— 33. Wahllokal: Königsbergerstr. 34 bei Franke. — 599. Königsbergerstr. 9— 12 und 30— 34. Wahll.: Königsbergerstratze 9 bei Fellbaum. — 600. Königsbergerstr. 13— 14 und 26— 29, Memelerstr. 48 bis 55. Wahll.: Memelerstr. 49 bei Hollmann. — 601. Königsbergerstr 25, Memelerstr. 39— 47. Wahll.: Königsbergerstr. 24 bei Schwarz. 175lZ. 602. Graudenzerstr. 1, Gubenerstr. 2— 3 und 58— 62, Königsbergerstr. 17— 21 und 22—24. Wahll.: 256./287. Gemeindeschule, Memelerstr. 24/25, Turnhalle. — 603. Gubenerstr. 13 und 15 und 53— 54. Wahllokal: 19./136. Gemeindeschule, Gubenerstr. 52/53, Aula. — 604. Gubenerstr. 4—12 und 55—57. Wahll.: 19./136. Gemeindeschule, Gubenerstr. 52/53, Turnhalle. — 605. Gubenerstr. 14, Königsbergerstr. 15— 16, Memelerstr. 24— 37. Wahll.: 256./287. Gemeindeschule, Memelerstr. 24/25, Aula. 176. 606. Memelerstr. 60— 63, Posenerstr. 1— 8 und 32, Rüdersdorferstr. 52 und 53. Wahll.: Posenerstr. 3 bei Wirth. — 607. Am Comeniusplatz 6, Memelerstr. 16— 20 und 64— 65, Posenerstr. 9— 12 und 23. Wahll.: Posenerstr. 10 bei Kühn. — 608. Memelerstr. 21— 23 und 56— 59b, Posenerstr. 24— 31. Wahll.: Memelerstr. 60 bei Rein. — 609. Gubenerstr. 16 und 17, Posenerstr. 13— 22. Wahll.: Memelerstr. 16a bei Lehnigk. 177A. 610. Comeniusplatz, Am Comeniusplatz 1— B, Gubenerstr. 18—20 und 45, Tarellstr. 2— 6. Wahll.: Gubenerstr. 48 bei Müller. — 611. Gubenerstr. 46— 52, Romintenerstr. 1. Wahll.: Am Comeniusplatz 3 bei Hjertberg. — 612. Gubenerstr. 42— 44, Kopernikusstr. 2— 8 und 31— 37, Romintenerstr. 15, Warschauerstr. 16—25. Wahll.: Warschauerstratze 24 bei Ahrens. 177B. 613. Kopernikusstr. 15— 20, Libauerstr. 1 und 23, Simon Dachstr. 8— 15. Wahll.: Simon Dachstr. 15 bei Post. — 614. Kopernikusstr. 7/7a und 29/30, Warschauerstr. 64 bis 72. Wahll.: Kopernikusstr. 10 bei Ebel. — 615. Kopernikusstr. 8— 14 und 21—28. Wahll.: Kopernikus- stratze 14 bei Schröder. 1770. 616. Brombergerstr. 13 bis Ende. Rüdersdorferstr. 54 bis 62 und 66— 71. Wahll.: Memelerstr. 74/75 bei Eichberg. — 617. Brombergerstr. 1—12, Helsingforscr Platz 1 und 2, Memelerstratze 7 bis 10 und 69 bis 85, Pillauerstraße. Die 1. und 2. Abteilung deS 617. UrWahlbezirks umfaßt die vorstehend aufgeführten Straßen, während die 3. Abteilung wegen der großen Wählerzahl in zwei Abstimmungsgruppen— A und B— zerlegt werden mutzte. Es gehören folgende Stratzenzüge zur Gruppe A: Brombergerstr. 1— 8, Helsingforser Platz 1 und 2, Me- melerstr. 76— 85. Für die 1. und 2. Abteilung und die Gruppe A der 3. Abteilung befindet sich das' Wahllokal: Memelerktr. 8 bei Jost. Gl.uppe B: Brombergerstr. 9— 12, Memelerstr. 7— 10 und 69 bis 75, Pillauerstratze. Wahll.: Memelerstr. 67 bei Litfin. — 618. Memelerstr. 11— 15 und 66— 88, Rüdersdorferstr. 63— 65, Torellstr. 1. Wahll.: Rüdersdorferstr. 34 bei Mewes. 1771). 619. Gubenerstr. 21— 28 und 41, Kopernikusstr. 1 und Torellstr. 7. Wahll.: Kopernikusstr. 2 bei Jäger. — 620. Gubenerstr. 34— 40, Warschauerstr. 26— 80. Wahll.: Warschauerstr. 28 bei Müller. — 621. Gubenerstr. 29— 33, Helsingforserplatz ausschließlich 1 und 2, Memelerstr. 1— 6, Revalerstratze von Memelerstratze bis Warschauerstratze, Warschauerstr. 31—33. Wahll.: Cafö Saxonia, Gubenerstr. 32. 177? und?. Libauerstr. 2—3 und 15—22. Wahllokal: Libauerstr. 20 bei Noll. — 623. Dirschauerstraße, Hohenlohestr. von Ringbahn bis Simplonstr., Libauerstr. 12/14, Platz K, Revalerstr. von 9 bis Ringbahn und Südseite von Ringbahn bis Warschauerstr., Simon Dachstr. 18— 34, Simplonstr., Westseite, Straßen 13, 20— 25(Abt. XIV), Warschauerstr. 52— 54, Werkstätten der Ostbahn. Wahll.: Revalerstr. 14 bei Weltz. — 624. Libauerstr. 4—11, Revalerstr. 6— 9, Warschauerstr. 55/56. Wahll.: Revalerstr. 8 bei Puhle. — 625. Warschauerstr. 57— 63. Wahll.: Warschauerstr. 59 bei Göldner. 178A. 626. Cadinerstr. 13, Romintenerstr. 8—14 und 43—49. Wahll.: Romintenerstr. 49 bei Gold. — 627. Graudenzerstr. 6— 8, Litthauerstr. 3— 9 und 20— 27. Wahll.: Cadinerstr. 7 bei Hillbrandt. — 628. Litthauerstr. 10— 19, Romintenerstr. 2— 7 u. 50— 54. Wahll.: Romintenerstr. 2 bei Greive. — 629. Boxhagencrstr. 1— 11 und 37— 47, Cadinerstr. 1 u. 23. Wahll.: Boxhagenerstr. 2 bei Gorn. — 630. Cadinerstr. 2—12 und 14—22. Wahll.: Cadiner- straße 10 bei Lischke. — 631. Graudenzerstr. 2—5 und 9—16. Wahll.: Graudenzer- straße 3 bei Golz. 178B. 632. Boxhagenerstr. 16—21 und 29—33. Wahllokal: Boxhagenerstr. 16a bei Münch. — 633. Romintenerstr. 16— 26 und 81— 42, Warschauerstr. 15 und 73 und 74. Wahll.: Warschauerstr. 70 bei Ebrecht. — 634. Boxhagenerstr. 22—24 und 25— 28. Wahll.: Warschauerstratze 8 bei Winter. — 635. Boxhagenerstr. 12— 15 und 34— 36, Warschauerstr. 2—7 und 82—87. Wahll.: Warschauerstr. 9 bei Struck. — 636. Warschauerstr. 8—14 und 75— 81. Wahll.: Warschauerstratze 78 bei Strchmel. 179 A. 637. Frankfurter Allee 91—100, Gubenerstr. 1, Königs- bergerstr. 2la, Komtureiplatz. Wahll.: Ost-Kasino, Frankfurter Allee 106. — 638. Frankfurter Allee 75—80 und 117a— 121, Litthauer. straße 1—2, Tilsiterstr. 1—8. und 85— 91, Weidenweg 25. Wahll.: Frankfurter Allee 78 bei Noack. — 639. Frankfurter Allee 81—90 und 111—117, Mögliner. straße 1 und 3, Weidenweg 15. Wahll.: Frankfurter Allee 87 bei Hoffmann. ?. Wahlbezirk, enthaltend die UrWahlbezirke 527—532. 537—541, 640-885?, 710—761 und 767— 781B. 157. 527. Friedenstr. 36, Landsberger Platz. Strausbergerstratze 1— 4 und 46—52. Wahll.: Turnhalle, Friedenstr. 37. — 528. Friedenstr. 37—44 und 96—102. Wahll.: Aula: Friedenstr. 37. — 529. Strausbergerstr. 5—8 und 36— 45. Wahll.: Fortuna- Festsäle. Strausbergerstr. 3. 158. 530. Friedrichsbergerstr. 9—14 und 18—20. Wahll.: Friedrichsbergerstr. 11 bei Kaesler. — 531. Friedrichsbergerstr. 4-8 und 21—27. Wahllokal: Friedrichsbergerstr. 24 bei Rücker. — 532. Friedenstr. 45— 49 und 89—95, Friedrichsberger- stratze 1— 3. Wahll.: Friedenstr. 46 bei Raah. 160. 537. Friedenstr. 61— 70 und 83— 85, Jnsterburger 12, Richthofenstr. 1— 4 und 29—34, Zorndorferstr. 63. Wahllokal: 59./181. Gemeindeschule, Diestelmeyerstr. 12, Turnhalle. — 638. Friedenstr. 71, 72 und 73, Palisadenstr. 39— 50 und 53 und 58. Wahll.: IV. Realschule, Diestelmeyerstr. 12, Turnhalle. — 539. Diestelmeyerstratze, Friedenstr. 50—56 und 86—88, Pufendorfstratze. Wahll.: Richthofenstr. 1 bei Lubotta. — 540. Friedenstr. 57—60, Koppenstr. 41— 49, Palisadenstr. 59 bis 65. Wahll.: 58./181. Gemeindeschule, Diestelmeyerstr. 12, Aula. — 641. Löwestr. 16 und 17, Richthofenstr. 6— 12 und 15— 28. Wahll,: Richthofenstr. 24 bei Strauch. im. 840. Löwestr. 1-4 und 27-30, Weidenweg 16-20 und 77— 80. Wahll.: Weidenweg 77 bei Lade. — 641. Tilsiterstr. 7—11 und 81—84, Wcidenweg 21—24 und 73— 76. Wahll.: Tilsiterstr. 85 bei Kempin. — 642. Tilsiterstr. 12—18 und 77—80, Zorndorferstr. 11 bis 14. Wahll.: Tilsiterstr. 12 bei Galle. — 643. Löwestr. 10—16 und 18—22, Zorndorferstr. 53—57. Wahll.: Zorndorferstr. 54 bei Schultze. — 644. Löwestr. 5— 9 und 23—26, Zorndorferstr. 7— 10 und 58. Wahll.: Zorndorferstr. 9 bei Biebermann. 179?. 645. Jnsterburgerstr. 1— 7 und 17— 20, Möglinerstr. 2, Weidenweg 11—14 und 81—82. Wahll.: Möglinerstr. 1 bei Kienitz. — 646. Weidenweg 1—10 und 83—88, Zorndorferstr. 1. Wahll.: Weidenweg 33 bei Müller. — 647. Jnsterburgerstr. 8—11 und 13—16, Zorndorferstr. 2 bis 0 und 59— 62. Wahll.: Jnsterburgerstr. 16 bei Laue. I80A. 648. Baltenplatz östlicher Teil, Hübnerstr. 14/15, Weidenwcg 35— 40 und 55— 61. Wahll.: Eldenaerstv, 7 bei Mewes. — 649. Liebigstr. 27. Wcidenweg 41— 48. Wahll.: Weidenweg 46 bei Barth. — 650. Hübnerstr. 1— 6 und 9— 13, Weidenwcg 50— 54. Wahllokal: Liebigstr. 21, bei Gossing. — 651. Thaerstr. 14— 25, Weidenweg 62. Wahll.: Thaerstr. 60 bei Schrank. 180B. 652, Thaerstr. 2—9 und 54—61. Wahll.: 81./109. Gemeindeschule, Tilsiterstr. 4/5, Turnhalle. — 653. Rigaerstr. 1— 10 und 98— 107. Wahll.: 12. Realschule, Rigaerstr. 8, Turnhalle. — 654. Petcrsburgerstr. 8— 10 und 82— 86, Thaerstr. 10— 13 und 52—53. Wahll.: 3./203. Gemeindeschule, Petersburgerstr. 4, Turnhalle. — 655. Petersburgerstr. 2— 7 und 87— 90, Wahll.: 3./203. Gemeindeschule, Petersburgerstr. 4, Aula. 180C. 656. Frankfurter Allee 70— 74 und 122— 132, Thaer» straße 1. Wahll.: Frankfurter Allee 127, bei Schröter, Hof rechts. — 657. Eldena« rstr. 12, Liebigstr. 17—26 und 28—33, Mir- bachstr. 1. Weidenweg 49. Wahll.: Liebigstr. 22 bei Jarius. — 653. Liebigstr. 7—16 und 34-42, Rigaerstr. 11—12 und 96 und 97. Wahll.: Aula, Rigaerstr. 8. — 659. Frankfurter Allee 65—69 und 133-134, Liebigstr. 1-6 und 43— 47, Petersburgerstr. 1 und 91, Warschauerstr. 1 und 88. Wahl!.: Frankfurter Allee 127 bei Schröter, Hof geradezu. 180V. 660. Petersburgerstr. 11—18. Thaerstr. 37—49, Zorn- dorferstr. 31 und 32. Wahll.: Thaerstr. 43 bei Engelmann. — 661. Weidenweg 26— 32 und 66—72. Wahll.: Weidenweg 68 bei Hellriegel. — 662. Baltcnplatz westlicher Teil, Eckertstr. 1— 10 und 13 bis 22, Thaerstr. 50 und 51, Weidenweg 33— 34 und 63— 65. Wahll.: Turnhalle, Eckertstr. 16. — 663. Petersburgerstr. 72a— 81. Wahll.: Petersburgerstr. 77 bei Nonnast. 181 A. 664. Frankfurter Allee 57—64 u. 135—138. Wahll.: Frankfurter Allee 150, bei Kunze. — 665. Frankfurter Allee 139—150. Wahll.: Turnhalle, Frankfurter Allee 1«». — 666. Frankfurter Allee 36— 39, Gabelsbergerstr. 1— 8 und 10—12, Rigaerstr. 31, Samariterstr. 42. Wahll.: Frankfurter Allee 36 bei Jerasch. — 667. Frankfurter Allee 40—56, Gabelsbergerstr. 13— 16, Proskaucrstr. 1, 2 und 40. Wahll.: Germania-Brauerei, Frankfurter Allee 53, großer Saal. 181B. 668. Dolzigerstr. 1 und 51, Eldenaerstr. 13 bis Ende. Pettenkoferstr. 29, Proskauerstr. 20, Samariterstr. 21 und 22, Eck- grundstück der Voigtstratze an.der Eldenaerstratze. Wahllokal: Samariterstr. 24 bei Reinertz. — 669. Ebertystr. 26, Eldenaerstr. 1— 11, HauSburgstr. 31, Hübnerstr. 7 und 8, Landsberger Allee 59— 75, Thaerstr. 26— 36. Wahll.: Eldenaerstr. 9 bei Zander. 181?. 670. Frankfurter Allee 1—15, Pettenkoferstr. 1—14 und 42 bis 46, Rigaerstratze 44 bis 66, Schleidenplatz, Schreinerstratze 24—41, Waldeyerstratze. Die I. und II. Abteilung des 670. UrWahlbezirks umfaßt die vorstehend aufgeführten Straßen, wäh- rend die lll. Abteilung wegen der großen Wählerzahl in zwei Ab- stimmungsgruppen— A und B— zerlegt werden mutzte. ES ge» hören folgende Stratzenzüge zur Gruppe A: Frankfurter Allee 1— 15, Pettenkoferstr. 1— 8 und 44— 46. Rigaerstr. 44—66, Schleidenplatz, Waldeyerstratze. Für die I. und ll. Abteilung und die Gruppe A der III. Abteilung befindet sich das Wahllokal im Germania-Ausschank, Frankfurter Allee 14. Gruppe B: Pettenkoferstr. 9— 14 und 42— 43. Schreinerstr. 24 bis 41. Wahll.: Frankfurter Allee 4 bei Ritsch. — 671. Frankfurter Allee 16—23. Wahll.: Frankfurter Allee 34/35 bei Pfeiffer. 181v. 672. Mir bachstr. 2—7, Zellestr. 2—15. Wahllokal: Zellestr. 13 bei Gülden. — 673. Forckenbeckplah, Mirbachstr. 8— 14 und 74, Proskauer» stratze 16— 19 und 21. Wahll.: Proskauerstr. 25 bei Schröder. — 674. Proskauerstr. 11— 15 und 22— 28, Schreinerstr. 1 und 63/64. Wahll.: Mirbachstr. 6 bei Tombrowski. 181?. 675. Schreinerstr. 2—7 und 56—62. Wahll.: Schreiner- stratze 63 bei Bartow. — 676. Samariterstr. 9— 12 und 31— 34, Schreinerstr. 8— 13 und 51—55. Wahll.: Schreinerstr. 48 bei Schröder. — 677. Samariterstr. 1— 7 und 36— 41. Wahll.: Samariter» stratze 7 bei Pfennigsdorf. — 678. Gabelsbergerstr. 9, Rigaerstr. 25—30, 32— 34 und 76— 83, Samariterstr. 35. Wahll.: Stadt Riga, Rigaerstr. 78. 181?. 679. Dolzigerstr. 2— 19 und 39— 50, Samariterstr. 15 bis 20 und 23— 27. Wahl!.: 264./266. Gemeindeschule, Samariter- stratze 19/20, Turnhalle. — 680. Mirbachstr. 15—22 und 65—73. Wahll.: Mirbach- stratze 21 bei Kersten. — 681. Mirbachstr. 23— 29 und 57—64, Samariterplatz, Samariterstr. 13/14 und 28— 30. Wahll.: Mirbachstr. 25 bei Kaiser. 181?. 682. Dolzigerstr. 20—38, Pettenkoferstr. 18— 28 und 30—38, Voigtstr. 13— 20 und 22— 31. Wahll.: Dolzigerstr. 25 bei Schulz. —€83. Mirbachstr. 30—56, Pettenkoferstr. 15—17 und 39—41, Voigtstr. 11/12 und 32/33. Wahll.: Mirbachstr. 80 bei Heine. 181H. 684. Proskauerstr. 3— 8a und 33—39. Wahll.: Rigaerstratze 25 bei Donat. — 685. Rigaerstr. 13— 19 und 90— 95, Zellestr. 1 und 16. Wahll.: Proskauerstr. 29 bei Apel. 685A. Proskauerstr. 9/10 und 29— 32, Rigaerstr. 20— 24 und 84— 89. Wahll.: Proskauerstr. 9 bei Rose. 181J. 685B. Frankfurter Allee 24— 35, Rigaerstr. 35— 43 und 67— 75, Samariterstr. 8, Voigtstr. von Frankfurter Allee bis Schreinerstratze. Wahll.: Voigtstr. 38 bei Höhr. — 635?. Schreinerstr. 14— 23 und 42—60, Voigtstratze bort Schreinerstratze bis Mirbachstratze ausschließlich der Eckgrundstücke an letzterer. Wahll.: Schreinerstr. 23 bei Ostermann. 189A. 710. Landsberger Allee 27a— 36 und 142— 147 und 149 bis 151, Langenbeckstr. 15, Tilsiterstr. 50, Wilhelm Stolzcstr. 1' und 44. Wahll.: Landsberger Allee 150 bei Steffens. Flureingang, kleiner Saal. — 711. Elbingerstr. 99 bis Ende, Landsberger Allee 87—411 und 138—141, Langenbeckstr. 1, Petersburgerstr. 50— 54. Wahll.: Landsberger Allee 150 bei Steffens, Flureingang, Billardzimmer. — 712. Landsberger Allee 148, Langenbeckstr. 2— 14 und 18 bis 17. Wahll.: Patzenhofer Brauerei, Landsberger Allee 24/26, Glashalle. — 713. Landsberger Allee 7—27 und 152—158. Matthias- stratze, Virchowstr. 1—6. Wahll.: Böhmisches Brauhaus, Lands- berger Allee 11/13, Jagdzimmer. — 714. Der Friedrichshain, Landsberger Allee 1—6 und 159 bis 160. Wahll.: Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11/13, kleiner Saal. 189B. 715. Kochhannstr. 1, Richthofenstr. 14, Strahmannstr. 44, Tilsiterstr. 30— 41 lind 51— 68 ausschl. der Eckgrundstücke an der Landsberger Allee. Wahl!.: Tilsiterstr. 64 bei Schünemann. — 716. Kochhannstr. 35— 40, Petersburgcrstr. 59 und 60, Wilhelm Stolzestr. 2— 4 und 34— 43. Wahll.: Petersburgerstr. 60 bei Engelin. — 717. Kochhannstr.2-4 und 41—43, Tilsiterstr. 42—49, Wilhelm Stolzestr. 5— 12. Wahll.: Brauerei Patzenhofer. Lands- berger Allee 24/26, Saal 1 Tr. — 718. Ebelingstr. 17, Heidenfeldstr. 1 und 22, Kochhannstr. 8 bis 10 und 34, Petersburgerstr. 36—48 und 55— 58 und 61. Wahllokal: Elysium, Landsberger Allee 40/41, kleiner Saal. — 719. Wilhelm Stolzestr. 13—21 und 24—27. Wahllokal: Wilhelm Stolzestr. 16 bei Schöne. — 720. Pintschstr. 2—10. Wahll.: Pintschstr. 11 bei Giese. — 721. Kochhannstr. 5— 7, Pintschstr. 11— 22, Wilhelm Stolzc- straße 28-33. Wahll.: Pintschstr. 20, bei Bohnstengel. 189 C. 722. Tilsiterstr. 19— 20 und 75— 76, Zorndorferstr. 15 bis 18 und 46— 52. Wahll.: Bürgerhcim, Petersburger Platz 2. — 723. Ebelingstr. 1, Petersburgerstr. 29—34 und 62— 71, Pintschstr. 1 und 23. Strastmannstr. 36— 41, Wilhelm Stolzestr. 23. Wahll.: Petersburgerstr. 71, bei Rogall. — 724. Tilsiterstr. 21—26 und 73—74. Wahll.: Straßmann» firaße 39, bei Lorkiewicz. — 725. Eckertstr. 11 und 12, Am Petersburger Platz 7—9, Petersburger Platz(südliche Hälfte), Petersburgerstr. 19— 22 und 72, Zorndorferstr. 19— 24 und 42—45. Wahll.:«Zum Pfalzgrafen", Petersburgerstr. 63. — 726. Matternstr. 1 und 20, Am Petersburger Platz 1—6, Petersburger Platz(nördliche Hälfte), Petersburgerstr. 23— 28, Stratzmannstr. 5— 9. Wahll.: Turnhalle, Petersburger Platz 3. — 727. Richthofenstr. 13, Strastmannstr. 1— 4 und 42—43, Tilsiterstr. 27—29 und 69—72, Wilhelm Stolzestr. 22. Wahll.: Tilsiterstr. 30, bei Dralle. 189 D. 728. Böhowstr. 2—3 und 35— 42, Lippehnerstr. 8—15 und 28— 31. Wahllokal: Lippehnerstr. 31 bei Klingebiel. i— 729. Esmarchstr. 1— 4 und 24— 27, Lippehnerstr. 2— 7 und 32— 36. Wahllokal: Am Friedrichshain 15 bei Mücke. — 730. Bardelebenstr. 4 und 5, Virchowstr. 7— 9, Werneuchener» straße 6. Wahllokal: Werncuchenerstr. 1 bei Otto. — 731. Bötzowstr. 4— 11, Lippehnerstr. 16— 20 und 24— 27. Wahllokal: Brauerei Friedrichßhain, Um Friedrichshatn 16/23, RestaurationSsaal. — 732. Braunsbergcrstr. 1— 4 und 29— 32, Am Friedrichshain 109, Hufelandstr. 23, Lippehnerstr. 21—23. Wahllokal: Hufeland» straste 23 bei Scharfer. — 733. Bötzowstr. 1. Am Friedrichshain 10— 34. Wahllokal: Am Friedrichshain 6, bei Kirstein. — 734. Allensteinerstr. 20 und 21, Bardelebenstr. 1— 3 und 6—8, Hufelandstr. 24, Kniprodestr. 1—6 und 1182—122, Virchow- straße 10. Wahllokal: Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/23, Speisesaal. — 735. Elbingerstr. 95—93, Fricdebergerstr. 9—10, Kniprode- straße 7—15 und 13—118, Pasteurstr. 26 und 27. Wahllokal: Kniprodestr. 117 bei SMlicke. 190A. 191. 736. Thornerstr. 1—5 und 63—67. Wahllokal: Landsberger Allee 123 bei Aschcnbrenner. — 737. Elbingerstr. 1—9, Landsberger Allee 42—45 und 132 bis 137, Petersburgerstr. 49. Wahllokal: Landsberger Allee 48 bei Hallmann. — 738. Cotheniusstr. 8 bis Straße 28, Deutsch Kronerstraße, Ebertystr. 1 und 57. Hausburgstr. 1, Kniprodestraße von der Ring- bahn bis zur Weichbildgrenze, Landsberger Allee 51— 58 und 112 bis 126 und von der Ringbahn bis zur Weichbildgrenze, Platz Ik., Ringbahnhof Landsberger Allee, Straße 15a von der Kniprodestraße bis zur südöstl. Wcichbildgrenze. Straße 16 von Ringbahn bis Straße 27, Straßen 17, 18z, 22», 23», 24, 26», 27, Straße 23 von der Landsberger Allee bis CotheniuSstraße, Straße 51(Abt. Xlll'), Thaerstraße nördlich von der Ringbahn, Thornerstr. 6 und 62. Wahllokal: Landsberger Allee 58 bei Caspar. — 739. Landsberger Allee 46— 50 und 127— 131, Wahllokal: Landsberger Allee 130, bei Radtke. 190B. 740. Ebertystr. 2—6 und 52—56, Heidenfeldstr. 12 bis 15. Wahllokal: Heidenfeldstr. 12 bei KröSke. — 741. Ebertystr. 7— 9 und 46— 51, Heidenfeldstr. 8— 11, Kochhannstr. 23. Wahllokal: Kochhannstr. 22 bei Gomolzig. — 742. Heidenfeldstr. 2— 7 und 16— 21. Wahll.: Kochhannstraße 31 bei Giese. — 743. Kochhannstr. 11—12 und 26—33. Wahll.: Eberty- straße 45 bei Weber. — 744. Hausburgstr. 2—13, Kochhannstr. 19 und 20. Wahll.: Hausburgstr. 2 bei Schnabel. — 745. Ebertystr. 10—11 und 45. Kochhannstr. 13—18 und 21—22 und 24—25. Wahll.: Landsberger Allee 126 bei Blöß. 190(1. 746. Ebertystr. 18—19 und 33—34, Hausburgstr. 25 bis 30 Straßmannstr. 13—22. Wahllokal: Ebertystr. 19 bei Liepe. — 747. Ebertystr. 23—25 und 27—29, Zorndorferstr. 33 bis 35. Wahllokal: Zorndorferstr. 37 bei Wolf. — 748. Ebertystr. 20—22 und 30—32, Matternstr. 8— 14. Wahllokal: Ebertystr. 28 bei Matschke. — 749. Zorndorferstr. 25— 30 und 36— 41. Wahll.: Zorn- dorferstraße 36 bei Bielefeld. — 750. Matternstr. 2—7 und 15—19. Wahllokal: Maklern- straße 19 bei Reinclt. 1901). 751. Cotheniusstr. 3—7 und 11—18 und Nordseite von Straße 28 bis Thornerstraße, Straße 16 von Thornerstraße bis Ringbahn, Straße 28 von Straße 16 bis CotheniuSstraße, Thornerstr. 61 und Ostseite von Straße 16 bis CotheniuSstraße. Wahll.: Cotheniusstr. 11. bei Seyfarth. — 752. Elbingerstr. 19—36, Gnesenerstraße. Kniprodestraße von Elbingerstraße bis Ringbahn und von Ringbahn bis Nr. 112, Paul Heysestraße, Platz K, Schneidemühlerftraße, Schönlanker- straße von Kniprodestraße bis Paul Heysestratze, Straße 28 von Kniprodestraße bis Straße 16, Eckgrundstücke der Straßen 7 und 9 in der Kniprodestraße, Thornerstraße von Kniprode- bis Paul Heysestraße. Wahllokal: Elbingerstr. 26 bei Laubsch. — 753. Cotheniusstr. 1— 2 und 19— 20, Elbingerstr. 10— 18, Olivacrstraße, Schönlankerstratzc von Paul Heysestraße bis Olivaer- straße, Tbornerstraße Westseite von Paul.Heysestraße bis CotbeniuS- straße ausschließlich Nr. 61. Wahllokal: Turnhalle, Olivaerstr. 19. 190E. 754. Ebertystr. 16—17 und 35— 41, Straßmannstr. 24 bis 31. Wahllokal: Straßmannstr. 29 bei Rott. — 755. Ebelingstr. 2—5 und 12—16, Weisbachstraße. Wahllokal: Petersburgerstr. 34 bei Andres. — 756. Hausburgstr. 14—24, Straßmannstr. 23. Wahll.: Straßmannstr. 14 bei Tillwick. — 757. Ebelingstr. 6—11, Ebertystr. 12—15 und 42—44. Wahll.: Ebelingstr. 2 bei Friedrich. — 758. Straßmannstr. 10— 17 und 32—35. Wohll.: Turnballe Hausburgstr. 20. 192. 193 E u. F. 759. Carmen Sylvastr. von Prenzlauer Allee bis Greifswalderstr. ausschließlich der Eckgrundstücke an der Prenzlauer Allee(Nr. 38—117), Chodowicckistr. von WinSstr. bis Greifswalderstr., Danzigerstr. von Winsstr. bis Greifswalderstr., Elbingerstr. 70 und 71. Greifswalderstr. 43— 194, Jablonslistr. von Winsstr. bis Greifswalderstr., Pasteurstr. 43, Platz C Abt. XIII' d. B. Pl.. Platz F Abt. XII d. B. PI., Stargarderstr. von Wins- bis Greifswalderstr., Eckgrundstücke der Straßen 7 und 9 an der Greifswalderstr., Straßen 10 und 11 von der Ringbahn bis Straße 15. Straßen 12. 13. 14, Straße 15 von Greifswalderstr. bis Kniperodestr., Straße 19 von Prenzlauer Allee bis Greifs- walderstr.. Straßen 22, 23 und 32, Winsstr. von Fröbelstr. bis Stargarderstr. und Ostseite von 33 bis Fröbelstr.(Beamte und Angestellte des städt. Obdachs mit dem Anfangsbuchstaben 5— Z), Wisbyerstr. von Prenzlauer Allee bis Greifswalderstr. ausschlicß- lich der Eckgrundstücke an der Prenzlauer Allee. Woldenbergerstr. 1 und 32. Die I. und II. Abteilung des 759. Urtvahl» bezirks umfaßt die vorstehend aufgeführten Straßen, während die III. Abteilung wegen der großen Wählerzahl in zlvei Abstimmung?. gruppen— A und B— zerlegt werden mußte. Es gehören folgende Straßenzüge zur Gruppe A: Carmen Sylvastr. von Prenzlauer Allee bis Greifswalderstr. ausschließlich der Eckgrundstücke an der Prenzlauer Allee(Nr. 38— 117), Chodowicckistr. 1»— 11 und 35-�0, Danzigerstr. von Winsstr. bis Greifswalderstr., Elbingerstr. 70 und 71. Greifswalderstr. 46—191, Platz C Abt. Xlll' d. B. Pl.. Platz F Abt. XII d. B. P., Stargarderstr. von Winsstr. bis Greifs- walderstr., Eckgrundstücke der Straßen 7 und 9 an der Greifs- walderstr., Straße 10 und 11 von der Ringbahn bis Straße 15, Straßen 12, 13, 14, Straße 15 von Greifswalderstr. bis Kniprode- straße, Straße 19 von Prenzlauer Allee bis Greifswalderstr., Straßen 22, 23 und 32, WinSstr. von Fröbelstr. bis Stargarder- straße und Ostseite von 33 bis Fröbelstr.(Beamte und Angestellte des städt. Obddchs mit dem Anfangsbuchstaben ly— Z), Wisbyerstr. von Prenzlauer Allee bis Greifswalderstr. ausschließlich der Eck- grundstücke an der Prenzlauer Allee, Woldenbergerstr. 32. Wahll.: Turnhalle, Danzigerstr. 62». Gruppe B: Chodowieckistr. 41— 44, Greifswalderstr. 43— 45 und 192— 194, Jablonslistr. von Winsstr. bis Greifswalderstr., Pasteur. straße 48, Winsstr. 31/32, Woldenbergerstr. 1. Wahll.: Winsstr. 45 bei Werner. — 760. Danzigerstr. von 32— 40 und Nordseite von Diester- wegstr. bis Nr. 64, Diesterwegstr.— Westseite—, Fröbelstr. von Prenzlauer Allee bis Diesterwegstr., Stargarderstr. von Prenz- lauer Allee bis Diesterwegstr. Wahll.: Fröbelstr. 17, Hauptgebäude, Zimmer III, parterre. — 761. Chodowieckistr. von Prenzlauer Allee bis Winsstr. ausschl. der Eckgrundstücke an der Prenzlauer Allee, Danziger- straße 41 bis Winsstr. und Nordseite von Winsstr. bis Diester- wegstr., Diesterwegstr. Ostseite(Beamte und Angestellte des städt. Obdachs mit dem Anfangsbuchstaben A— R), Fröbelstr. von Diesterwegstr. bis Winsstr., Jablonslistr. von Prenzlauer Allee bis Winsstr. ausschl. der Eckgrundstücke an der Prenzlauer Allee, Platz G(Abt. XII), Stargarderstr. von Diesterwegstr. bis Wins- straße, Winsstr. Westseite von Jablonslistr. bis Fröbelstr. Wahll.: Städt. Obdach, Fröbelstr. 15 I, Schulsaal. 193B. 767. Christburgerstr. 10—15 und 31— 36, Winsstr. 25 bis Jablonslistr. ausschl. Eckgrundstück an der Jablonslistr. Wahll.: Greifswalderstr. 190 bei Geschke. — 768. Christburgerstr. 21— 23, Greifswalderstr. 33— 42 und 195— 203, Hufelandstr. 48/49, Pasteurstr. 1. Wahll.: Greifswalder- straße 43, bei Schlump.. — 769. Christburgerstr. 4— 9 und 3t-— 49, Winsstr. 22— 24 und 44—53. Wahll.: Christburgerstr. 42 bei Buch. — 770. Christburgerstr. 16— 20 und 24—30. Wahll.: Turnhalle, Christburgerstr. 18. 193(1. 771. Allensteinerstr. 13— 19 und 22— 28, Braunsberger- straße 8— 13, Pasteurstr. 19—25. Wahll.: Allensteinerstr. 23 bei Steinberg. — 772. Allensteinerstr. 8—12 und 33. Bötzowstr. 12—16, Braunsbergerstr. 24— 26, Hufelandstr. 13— 14 und 35. Wahll.: Bötzowstr. 16 bei Gebauer. — 773. Braunsbergerstr. 5— 7 und 27— 28, Hufelandstr. 15 bis 22 und 25— 34. Wahll.: Braunsbergerstr. 6 bei Noack. — 774. Allensteinerstr. 29—32, Bötzowstr. 17— 19, Braunsbergcrstr. 20—23, Pasteurstr. 14— 18. Wahll.: Braunsbergerstr. 10 bei Knöfel. 1931). 775. Elbingerstraße 72— 80 und von Straße 8 bis Nr. 69, Straßen 8 und 8», Straßen 7 und 9 von Straße 8 bis Greifswalderstr., ausschließlich der Eckgrundstücke an der Greifs- walderstraße. Wahll.: Elbingerstr. 74 bei Lange. — 776. Bötzowstr. 20—22, Elbingerstr. 81—86, Woldenberger- straße 17—23. Wahll.: Elbingerstr. 86 bei Knuth. — 777. Woldenbergerstr. 2—11 und 24—31. Wahll.: Molden- bergcrstr. 4 bei Specht. — 778. Bötzowstr. 23— 25, Pasteurstr. 35— 47. Woldenberger- stvaße 12— 16. Wahll.: Woldenbergerstr. 17 bei Wilkending. 193G. 779. ArnSwalder Platz, Braunsbergerstr. 14—18, Friedobergerstr. 1— 8 und 11— 18, Pasteurstr. 28— 34. Wahll.: Fricdebergerstr. 5 bei Vorwerk. — 780. Braunsbergerstr. 19 und von Elbingerstraße bis Straße 9, Elbingerstr. 37 bis Straße 8 und 87 bis 94, Straße 11 von Straße 9 bis Ringbahn, Straßen 7 und 9 von Straße 3 bis Kniprodestr., ausschließlich der Eckgrundstücke an der Kniprodestr. und der Straße 8. Wahll.: Braunsbergerstr. 17 bei Hohensce. 19311. 781. Allensteinerstr. 5— 7, Bötzowstr. 30— 34, Hufeland- strahe 8—12 und 36— 41. Wahll.:„Bürgerheim", Hufelandstr. 10. — 781A. Allensteinerstr. 1— 4 und 34—40, Bötzowstr. 26— 29, Esmarchstr. 9—14 und 18, Pasteurstr. 2— 13. Wahll.: Turnhalle, Esmarchstr. 18. 781B. Esmarchstr. 5— 8 und 15—23, ausschließlich 18, Hufelandstr. 3— 7 und 42— 47, Wahll.: Aula, Esmarchstr. 13. 12. Wahlbezirk enthaltend die Urwahlbczirke 1176—1302 und 1332—1333. 285. 1176. Lüneburgerstr. 1— 11, Paulstr. 20»— 20g, Stadtbahnbogen 829—390. Wahll.: Restaurant Printz, Alt Moabit 138. — 1177. Friedrich-Karlufer von Moltkebrücke bis Alsenbrücke, Jnvalidenstr. 57—79, Alt Moabit 1—10 und 130—145. Stadtbahn. Hof Lehrter Bahnhof, Stadtbabubogen 290— 328, WilhelmSufer. Wahll.:„Weihenstephan". Alt Moabit 130. 286. 1178. Flemmingstr. 1—2 und 15—16, Gerhardstr. 1—5 und 13—18, Lüneburgerstr. 12 und 13, Werftstr. 6— 13. Wahll.: Paulstr. 30 bei Letz. — 1179. Alt Moabit 121—129. Palilstr. 37. Werftstr. 1—5» und 14—21. Wahll.: Werftstr. 1 bei Frickmann. — 1180. Gerhardstr. 6—12, Paulstr. 1—8 und 30—36. Wahll.: Paulstr. 33 bei Kurtok. — 1181. Flemmingstr. 3— 14, Paulstr. 9— 14 und 21— 29. Wahll.: 187. Gemeindeschule, Emg. Gerhardstr. 4. Konferenz. zimmer. — 1182. Lüneburgerstr. 14— 30, Melanchthonstr. 1 und 28, Paulstr. 15—20, Spenerstr. 19 und 20, Stadtbahnbogen 391— 410. Wahll.: Mclanchthonstr. 23 bei Jähnke. 287 A. 1183. Alt-Moabit 11—17 und 117—120, Rathenower- straße 79—83. Wahll.:„Zum alten Ziethen", Alt Mvabit 121. — 1184. Melanchthonstr. 12 und 19. Spenerstr. 8—13, 21—24 und 27— 28. Wahll.: Spenerstr. 20 bei Selle. — 1185. Alt-Moabit 114—116, Spenerstr. 1—7 und 29—35. Wahll.: Spenerstr. 5 bei Roland. — 1186. Melanchthonstr. 2—11 und 20—27, Spenerstr. 25—26. Wahll.: 187. Gemeindeschule, Eing. Gerhardstr. 5, Turnhalle. 237B. 1187. Calvinstr. 14—21», Helgoländer Ufer, Kirchstraße 11— 16, Melanchthonstr. 16—18, Thomasiusstr. 11— 16. Wahll.: Alt Mvabit 15 bei Schäfer. Hofeingang. — 1183. Calvinstr. 1—8 und 28—34, Alt-Moabit 112 und 113. Wahll.: 31. Gemeindeschule, Alt Moabit 23, Konferenzzimmer. — 1189. Calvinstr. 9—13» und 22—27, Melanchthonstr. 13 bis 15. Wahll.: Calvinstr. 27 bei Salomon. 287(1. 1190. Alt-Moabit 18—25 und 109—111, ThomasiuS- straße 1—10 und 17—27. Wilsnackerstr. 1—6. Wahll.: Alt Moabit 103 bei Engcrt. 1191. Kirchstr. 1—10 und 17—25. Alt-Moabit 107—108. Wahll.: 31. Gemeindeschule, Alt Moabit 23, Turnhalle. 288. 1192. Bundcsratsufer von Stromstraße bis Krefclder- straße, Krefclderstr. 15 bis Ende, Esscnerstraße von Stromstraße bis Krefelderstraße, Alt-Moabit 84— 106, Stromstr. 1—10», ThuS- neldaallee, der kleine Tiergarten östlich der Thusneldaallee, Turm- straße längs des kleinen Tiergartens. Wahll.: Krcfelderstr. 18 bei Köpke. — 1193. Bochumerstr. 14—27, BundesratSufer von Krefelder- straße bis Bochumerstraße. Krefelderstr. 1— 14, Efsenerstraße zwischen Krefelderstraße und Bochumerstraße, Alt-Moabit 83— 83c. Wahllokal: Alt-Moabit 83b, bei Schlemminger. — 1194. Bochumerstr. 1—13, Bundcsratsufer von Bochumerstraße bis Levetzowstrahe ausschließlich der Eckgrundstücke an letz- terer, Dortmunderstraße, Elbcrfelderstr. 1—20 und 35—49, Essener- straße von Bochumerstraße bis Elberfelderstraße, Alt-Moabit 80 bis 82d, Ottostr. 17, Kl. Tiergarten von Thusneldaallee bis Ottostraße. Die 1. und 2. Abteilung deS 1194._ UrWahlbezirks umfaßt die vorstehend aufgeführten Straßen, während die 3. Abteilung wegen der großen Wählerzahl in zwei Abstimmungsgruppen— A und B— zerlegt werden mußte. Es gehören folgende Straßen» züge zur Gruppe A: Bochumerstr. 1— 6, Elberfelderstr. 1—9 und 43»— 49, Essenerstraße von Bochumerstraße bis Elberfelderstraße, Alt-Moabit 80—823, Ottostr. 17, Kleiner Tiergarten von Thus- neldaallce bis Ostostraße. Wahll.: 231./263. Gemeindeschule, Bochumerstr. 8, Eingang C für Mädchen, Turnhalle. Gruppe B: Bochumerstr. 7— 13, Bundesratsufer von Bochumerstraße bis Levetzowstraße ausschließlich der Eckgrundstücke an letz» terer, Dortmunderstratze, Elberfelderstr. 10— 20 und 35—40. Wahll.: Dortmunderstr. 15 bei Loeck. 289. 1195. BundeSratsufer 13, Elberfelderstr. 21— 34, Ehke von Repkowplatz, Hansaufer, Jagowstr. 1— 8 und 37— 46, Levetzowstraße ausschließlich Nr. 25, Solingerstraße, Tile Wardenbergstraße, Wickinger Ufer, Wullenweberstraße. Wahll.: 199./205. Gemeindeschule, Levetzowstr. 26, Turnhalle. 290 A. 1196. Ottostr. 4—10 und 18—19, Zwinglistr. 1—6» und 22— 28. Wahll.: Neu-Bcllevue, Alt Moabit 80. — 1197. Gohkowskystr. 1—7 und 31—39, Turmstr. 66, Zwingli. straße 12—14. Wahll.: Gotzkowskystr. 5 bei Blasig. — 1198. Beusselstr. 2—7, Gotzkowskystr. 9—11, Zwinglistraße 15— 15e. Wahll.: Beusselstr. 3 bei Mielke. — 1199. Beusselstr. 8— 14, Gotzkowskystr. 8, Turmstr. 61, Zwinglistr. 14»— 14 f. Wahll.: Beusselstr. 10» bei Mörecke. — 1200. Zwinglistr. 7—11 und 20—21». Wahll.: Zwingli- straße 20 bei Behrendt. — 1201. Gotzkowskystr. 12— 18 und 23—30, Zwinglistr. 15k bis 16. Wahll.: 199./205. Gemeindeschule, Konferenzzimmer, Levetzowstr. 26. 290B. 1202. Beusselstr. 1, Gotzkowskystr. 19—22 und Brünnig- scheS Haus, Levetzowstr. 25, Alt-Moabit 50—72, Zinzcndorfstraße. Wahll.: Zinzendorfstr. 7 bei König. — 1203. Jagowstij. 17—25, Alt Moabit 76—79. Wahll.: Kronenbrauerei, Alt Mvabit 47/48 Part, links, rotes Zimmer. — 1204. Jagowstr. 9—16 und 26— 36. Wahll.: Jagowstr. 30 bei Schall«. — 1205. Alt Moabit 35—49 und 73—75, Ottostr. 11. Zwingli- straße 17— 19. Wahll.: Kronenbrauerei, Alt Moabit 47/481. 291A. und C. 1206. Rostockcrstr. 13—15 und 38—40, Wahll.: Rostockerstr. 27 bei Sachs. — 1207. Rostockcrstr. 0— 12 und 41— 45. Wahll.: Rostockerstraße 41 bei Qimsdorf. — 1208. Rostockerstr. 16—19 und 36—37, Wahll.:«Zum Hochmeister", Huttcnstr. 3 Hof geradezu. — 1209. Rostockerstr. 5— 8 und 46— 50. Wahll.: Rostockerstraße 49 bei Koch. — 1210. Berlichingenstr. 1—8, Huttensir. 9—16 sowie 17—20 soweit es zu Berlin gehört. Wahll.:„Zum Hochmeister", Hutten- straße 3 Quergcb. rechts. — 1211. Huttenstr. 2— 8, Rostockerstr. 1— 4 und 51—52. Wahll.: Huttcnstr. 8 bei Wohlgemuth. — 1212. Berlichingenstr. 9— 16 und Westseite von Hutten- straße bis Wittstockcrstraße. Wahll.: Berlichingenstr. 14 bei Piotrowsli. 291 B. 1213. Rostockerstr. 23— 32, Sickingcnftr. 76— 78. Wahllokal: Aula, Rostockerstr. 32. — 1214. Berlichingenstr. 17 und 18, Wittstockerstr. 8— 21. Wahll.: Wittstockerstr. 10 bei Goiczyk. — 1215. Rostockerstr. 20—22 und 34—35, Wittstockerstr. 2—7 und 22—26. Wahll.: Turnhalle, Rostockerstr. 32. — 1216. Berlichingenstr. 19—24 und Westseite von Wittstocker- straße bis Sickingenstraße ausschließlich Nr. 17, Rostockerstr. 33. Sickingenstr. 7— 26 und 62— 75. Wahll.: Sickingcnftr. 75 bei Fiddicke. — 1217, Sickingenstr. 1— 6 und 79. Wahll.: Sickingenstr. 76 bei Wronn. 292A. 1218. Waldstr. 14—15 und 42—48. Wahll.: Wald* straße 48 bei Trobitzsch. — 1219. Waldstr. 11—13 und 49—52. Wahll.: Waldstr. 53 bei Radau. — 1220. Waldenserstr. 18—19, Waldstr. 5—10 und 53—57. Wahll.: Waldstr. 8 bei Stark. — 1221. Beusselstr. 15. Turmstr. 55—60 und 62—65, Wald« straße 1— 4 und 58—60. Wahll.: Turmstr. 62 bei Rapp. 292 B. 1222. Bahnhof Beusselstraße, Beusselbrücke. Beussel» straße 44» bis g und o— t sowie der südliche Teil der Grundstücke 44K und n, Siemensstr. 3— 10 und 43—50, Waldstr. 29— 30. Wahll.: Beusselstr. 44s bei Wurst. — 1223. Waldstr. 22—28 und 31-37. Wahll.: Waldstr. LI bei Dittmann. — 1224. Waldstr. 16— 21 und 38— 41, Wiclefstr. 27—28 und 42 und 43. Wahll.: Waldstr. 18 bei Holz. — 1225. Wiclefstr. 29—34 und 37—41, Wahll.: Waldstr. 40 bei Schulze. — 1226. Beusselstr. 34—39 und 51—55, Wiclefstr. 35/36, Witistockstr. 1 und 27. Wahll.: Beusselstr. 39 bei Richter. — 1227. Beusselstr. 40— 44 und 45—50, Sickingenstr. 80, SiemenSstr. 1 und 2. Wahll.: Siemensstr. 3 bei Siiimer. 292 C. 1228. Beusselstr. 20—26 und 63-65. Wahll.: Beussel» straße 32 bei Volkmann. — 1229. Beusselstr. 16—19 und 66—76, Huttenstr. 1. Wahll.: Beusselstr. 22 bei Küster. — 1230. Beusselstr. 27—29 und 56-62. Wahl!.: Beussel» straße 57 bei Bartsch. — 1231. Beusselstr. 30—33 und 55». Wahll.: Beussclstr./es bei Lamottke. 293A. 1232. Emdenerstr. 18—23, Oldenburgerstr. 35—37, Wiclefstr. 14— 19 und 51—56. Wahll.: Emdenerstr. 19 bei Köhler. — 1233. Emdenerstr. 44, Wiclefstr. 45— 60, Wahll.: Emdenerstr. 44 bei Schneider. — 1234. Oldenburgerstr. 15— 18 und 35—34, Wiclefstr. 8 bis 13 und 57-62. Wahll.: Turnhalle, Wiclefstr. 2. — 1235. Emdenerstr. 39— 43, Wiclefstr. 20—26 und 44. Wahll.: Prachtsäle Nord-West, Wiclefstr. 24, Kleiner Saal. 293B. 1286. Wilhelmshavenerstr. 21—27 und 47-64. Wahll.: Sorgenfrei, Wilhelmshavenerstr. 24. — 1237. Putlitzftr. II. Quitzowstr. 79—108, WilhelmShavener- straße 34— 39. Wahll.: Wilhelmshavenerstr. 35 bei Schulze. — 1238. Bredowstr. 14—19, Wiclefstr. 1—3 urtd 67—69, Wilhelmshavenerstr. 13— 20 und 56—58. Wahll.: Wilhelmshavenerstr. 14 bei Rücke. — 1239. Birkenstr. 81 und 43— 49, Bredowstr. 20— 24 und 26—29, Wilhelmshavenerstr. 28 und 40. Wahll.: Birkenstr. 43 bei Sprenger. — 1240. Birkenstr. 32— 89, Bremerstr. 38— 40, Wilhelmshavenerstr. 29— 33 und 40— 45. Wahll.: Birkenstr. 33 bei SchinSky. — 1241. Birkenstr. 40—42, Bredowstr. 25/25», Brcmerstr. 27 his 37 und 41— 18. Wahll.: Bremerstr. 41 bei Busse. — 1242. Bredowstr. 30— 35, Bremerstr. 20— 20 und 49— 57, Wiclefstr. 4— 7 und 63— 66. Wahll.: Brcmerstr. 48 bei Kühne. 293(1. 1243. Emdenerstr. 31— 32, Oldenvurgerstr. 26 und 27, SiemenSstr. 11— 18 und 19— 42, Straße 30(Abt. VIII), Unionplatz, Unionstraße. Wahll.: Aula, Siemensstr. 20. — 1244. Oldenburgerstr. 19—25 und 28— 32. Wahll.: Turn, Halle, Birkenstr. 35/38. — 1245. Emdenerstr. 24—30 und 33—88. Wahll.: Turnhalle, Siemensstr. 20. 294 A. 1246. Emdenerstr. 5— 8 und 53—56. Wahll.: Turm, straße 78 bei Mattke, großer Saal. — 1247. Oldenburgerstr. 1— 5 und 46— 49, Turmstr. 36— 47 und 81—85. Wahll.: Turmstr. 78 bei Mattke. Vereinszimmer. — 1248. Emdenerstr. 1— 4 und 57—69, Turmstr. 47»— 63. Wahll.: Turnhalle, Turmstr. 76. <— 1249, Ottostr. 1—3 und 20, Turmstr. 54 und 67—80. Wahll.: Aula, Turmstr. 75. 294 B. 1250. Emdenerstr. 9, Oldcnburgerstr. 6 und 45, Wal- denftrstr. 2— 5 und 8— 9 und 26— 34. Wählt.: Oldeickurgerstr. 39 bei Handschuh. — 1251. Emdenerstr. 10 und 51 und 52, Waldenserstr. 10— 17 und 20— 25. Wahll.: Waldenserstr. 19 bei Gundlach. — 1252. Emdenerstr. 11— 17 und 45— 50. Wahll.: Turnhalle, Emdenerstr. 16. — 1253. Oldenburgerstr. 7— 14 und 38— 44, Waldenserstr. 6 und 7/7a. Wahll.: Oldenbnrgerstr. 15 bei Röder. 295. 1254. Arminiusplah, Am Arminiuspiatz, Bredowstr. 2— 7 und 43— 50, Bremerstr. 1— 12 und 66— 76, Bugenhagenstr. 7— 8, JonaSstrasze, Turmstr. 34— 35, Waldenserstr. 1 und 35. Wahll.: Turnhalle. Bremerstr. 13/17. — 1255. Vrcdowstr. 1, Bugenhagenstr. 3— 4 und 9— 12, Turm- strahe 28— 33, Wilhelmshavenerstr. 1— 1 und 65— 73. Wahll.: Bremerstr. 72/73 bei Bode, Saal, vorn. — 1256. Bugenhagenstr. 1—2, Wilhelmshadenerstr. 5— 12 und 59—64. Wahll.: Aula. Bremerstr. 13/17. — 1257. Bredowstr. 8— 13 und 36— 42, Bremerstr. 13— 19 und 58— 65, Bugenhagenstr. 5— 6b. Wahll.: Bremerstr. 72/73 bei Bode, groster Saal. 296. 1258. Lübeckerstr. 1-7, Turmstr. 21-23. Wahll.: Turn- Halle, Mlhelmöhavcncrstr. 2. — 1259. Birkenstr. 60/61, Lubeckerstr. 8— 21, Perlebergerstr. 33, 34, 36 und 40—41. Wahll.: Lübeckerstr» 16 bei Paul. — 1260. Lübeckerstr. 47— 52, Stromstr. 11— 16 und 49— 62, Turmstr. 24— 27. Wahll.: Patzenhofer, Braucreiausschank, Turm» stratze 25/26, Weiher Saal. — 1261. Lübeckerstr. 33— 46. Perlebergerstr. 38— 39. Wahll.: Patzenhofer, Brauerciausschank, Turmstr. 25/26, Gartcnsaal. 297. 1262. Stromstr. 28—33 und 35—40. Wahll.: Strom- strahe 28 bei Plintz. — 1263. Lübeckerstr. 22—24 und 27— 32, Perlebergerstr. 35, 36a, 37, Stromstr. 17—23. Wahll.: Lübeckerstr. 23 bei Fischer. — 1264. Stromstr. 24— 27 und 40a— 48. Wahll.: Lübccker- stratze 28 bei Wiedel. 298. 1265. Putlitzstr. 1— 10 und 12— 20, Salzwedelerstr. 10. Wahll.: Putlitzstr. 10 bei Lamprecht. — 1260. Birkenstr. 17—23 und 56—59, Havelbergerstr. 1—2 und 39— 40, Lübeckerstr. 25 und 26, Perlebergerstr. 32. Wahll.: Birkenstr. 25 bei Baumann. — 1267. Birkenstr. 24—30 und 50—55, Putlitzstr. 21/22, Stephanstr. 36-39, Stromstr. 33a und 34. Wahll.: Birkenstr. 23 bei Zacharias. — 1268. Ouitzowstr. 109 und 115, Salzwedelerstr. 1— 9 und 11—17, Stephanplatz, Stephanstr. 27— 31. Wahll.: Birkenstr. 53 bei Lemke. — 1269. Stendalerstr. 11, Stephanstr. 32— 35 und 40— 45. Wahll.: 189. Gemeindeschule, Stephanstr. 27, Kinderhort. _— 1270. Havelbergerstr. 3— 9 und 30— 38. Wahll.: Stephanstraße 31 bei Rittner. 299. 1271. Stendalerstr. 2—9 und 15—23. Wahll.:„Zur Granate", Stendalerstr. 2. — 1272. Ouitzowstr. 33— 78 und 110— 114 und 116— 118 und 121— 128, Rathenowerstr. 33— 41, Stephanstr. 16 und 54— 55. Wahll.: Ouitzowstr. 62 bei Heyder. — 1273. Stephanstr. 17— 23 und 49— 53. Wahll.: Stephanstraße 17 bei Norbert. — 1274. Rathenowerstr. 28— 32 und 42— 49, Stephanstr. 1, Perlebergerstr. 51. Wahll.: Rathenowerstr. 41 bei Richter. — 1275. Havelbergerstr. 10—29, Ouitzowstr. 119 und 120, Stendalerstr. 10 und 12— 14, Stephanstr. 24—26 und 46— 48. Wahll.: Havelbergerstr. 13/14 bei Wauschkun. 300. 1276. Perlebergerstr. 2V— 31 und 43— 50. Stendalerstr« ße 24, Wilsnackerstr. 38, Wahll.:„Artushof", Perleberger- straße 26 Garten links. — 1277. Kruppstr 11 und 12, Wilsnackerstr. 29— 37 und 39 bis 45. Wahll.: Wilsnackerstr. 36 bei Kadow. — 1278. Kruppstr. 10 und 13, Rathenowerstr. 50— 63. Wahll.: Rathenowerstr. 60 bei Mosebach. 301. 1279. Birkenstr. 1— 6 und 71— 78. Rathenowerstr. 64 bis 68, Wilsnackerstr. 21—28 und 46—47. Wahll.: Wilsnackerstr. 27 bei Altenbnrg. — 1280. Bandelstr. 12—18 und 22-31. Wahll.„Hohenzollern- säle", Bandelstr. 35, Saal links. — 1281. Bandelstr. 19— 20a, Birkenstr. 68— 70, Wilsnackcr- straße 18— 20 und 48—56. Wahll.: Birkenstr. 12 bei Behrendt. — 1282. Bandelstr. 21. Birkenstr. 7—16 und 62—67, Perle- bcrgerstr. 42. Wahll.: Birkenstr. 66 bei Blümke. 302. 1283. Drchsestr. 8—9 und 13—14, Turmstr. 10. Wils- nackcrstr. 9— 14 und 57— 66. Wahll.:„Mvabiter Kasino", Wils- nackerstr. 63. — 1284. Bandelstr. 1— 5 und 39— 46, Turmstr. 11— 20 und 85a— 87. Wahll.: 113./128. Gcmeindeschule, Turmstr. 86, Turn- Halle. — 1286. Dreysestr. 1/2 und 18— 22, Pritzwalkerstr. 1— 9, Rathenowerstr. 69— 78. Turmstr. 1— 6a und 88—93, Wilsnackcr- straße 7/8. Wahll.: 123./128. Gcmeindeschule. Turmstr. 86, Aula. — 1286. Dreysestr. 3—7 und 15—17, Pritzwalkerstr. 10—18, Turmstr. 6— 9, Wilsnackerstr. 15— 17. Wahll.: Turmstr. 8 bei Kozower, Kaisersaal. — 1287. Bandelstr. 6— 11 und 32— 38, Dreysestr. 10— 12. Wahll.: Turmstr. 8 bei Kozower, Frühstückssaal. 303B. 1288. Perlebergerstr. 8—19, Rathenowerstr. 27. Wahll.: Perlebergerstr. 5 bei Paul. — 1289. Stephanstr. S— 15 und 66—60. Wahll.:„Zur Klause", Stephanstr. 14. — 1290. Stephanstr. 1—8 und 61—64. Wahll.: 160./188.Ge- meindeschule, Stephanstr. 3, Turnhalle. — 1291. Perlebergerstr. 1— 7, Ouitzowstr. 1— 32 und 129 Bis 140, Stephanstr. 65— 67. Wahll.: Ouitzowstr. 139 bei Schatter. 303B. 1202. Feldzengmeisterstr. 1— 4, Perlebergerstr. 52— 55, Rathenowerstr. 20—26. Wahll.: Perlebergerstr. 14 bei Oestreich. — 1293. Feldzeugmeisterstr. 5— 18, Kruppstr. 2— 4, Perlebergerstr. 56. Wahll.: Feldzeugmeisterstr. 4 bei Holländer. — 1294. Jnvalidenstr. 56, Alt Moabit 10a und d, Rathenowcr» stratze 1—8, Seydlitzstr. 14—16. Wahll.: Seydlitzstr. 14 bei Blank. — 1295.. Jnvalidenstr. 55a. Kruppstr. 1 und 16/17, Lehrterstraße 52— 61, Seydlitzstr. 1—13 und Oberfeuerwerkerschule. Wahllokal: Lehrterstr. 52 bei Wähner. — 1296. Lehrterstr. 47— 51, Perlebergerstr. 57— 60. Wahllokal: Perlebergerstr. 52 bei Langner. — 1297, Kruppstr. 5— 9 und 14— 15, Rathenowerstr. 9— 19. Wahll.: Kruppstr. 5 bei Lampeh 304, 1298. Putlitzstcg. Bahnhof Putlitzstraße. Südufer, Torf. straße 5—8 und 32—35. Wahll.: Südufer 23 bei John. — 1299. Lehrterstr. 7— 32. Wahllokal: Lehrterstr. 34 bei Ladewig, Saal, Hofeingang. — 1300. Lehrterstr. 33— 42. Wahllokal: Lehrterstr. 84 bei Ladewig, Vereinszimmer, Eingang vorn. — 1301. Döberitzerstratze, Heidestr. 1— 20 und 46— 78, Jnvalidenstr. 50—55, Lehrterstr. 1— 6. Wahll.: Jnvalidenstr. 53 bei Bergs. — 1302. Heidestr. 21— 45, Lehrterstr. 43— 46, Am Nordhafen südwestliches Ufer zwischen der Heidestraße und der Kieler Brücke, Perlebergerstr. 61— 63. Wahll.: Lehrterstr. 40a bei Ganer. 309. 1332. Fehmarnstraße, ausschließlich Nr, 1, Nordufer 5 bis 11, Torfstraße 17 bis 29. Die erste und zweite Abteilung des 1332. Nrwahlbezirks umfaßt die vorstehend aufgeführten Straßen, während die dritte Abteilung wegen der großen Wähler- zahl in zwei AbstimmungSgruppen— A und B— zerlegt werden mußte. Es gehören folgende Straßenzüge zur Gruppe A: Fehmarnstraße 2— 12a und 20 bis Ende, Nordufer 10— 11. Für die erste und zweite Abteilung und die Gruppe A der dritten Abteilung befindet sich das Wahllokal Föhrerstr. 7 bei Riediger, Zimmer links. Gruppe B: Fehmarnstr. 13— 10, Nordufer 5— 9, Torfstr. 17 bis 29. Wahll.: Föhrerstr. 13 bei Kunde. — 1333. Amrumerstraße, Augustenburger Platz, Buchstraße, Eckernförder Platz, Fehmarnstr. 1. Jöhrerstraße, Nordufer 12 bis Seestraße, Seestr. 1—3 und Hoppesches Haus, Sylterstrahe. Wahll.: Föhrerstr. 7 bei Riediger, Zimmer rechts. Informationen für«lie LanÄtsgsmShler. Mer ist Wahlberechtigt? Jeder selbständige Preuße, welcher das 24. Lebensjahr vollendet und nicht den Vollbesitz der bürgerlichen Ehrenrechte infolge rechtskräftigen richterlichen Erkenntnisses ver- loren hat, ist in der Gemeinde, worin er seit sechs Monaten seinen Wohnsitz oder Aufenthalt hat. stimmberechtigter Urwähler, sofern er nicht aus öffentlichen Mitteln Armenunterstützung erhält, und in der Wählerliste verzeichnet ist. Wo wird gewählt? Die Urwähler haben in denjenigen Bezirken zu wählen, in denen sie zur Zeit der Ans- stellung der Wählerliste gewohnt haben, d. i. anfangs Huguft d. J. Wer also seit dieser Zeit verzogen ist, wählt im Bezirk seiner früheren Wohnung. Auf diese Bestimmung werden insbesondere die Wähler aufmerksam gemacht, die am 1. Oktober aus einem Bezirk verzogen sind, der zur Wahl steht. Welche Bezirke das sind, geht auS dem oben abgedruckten Wahltableau hervor. Wann wird gewählt? Die UrWahlen finden am Dienstag, den 36. Oktober d. I. statt und zwar wählen die Wähler der Ä. Abteilung in der Zeit von vormittags 9 bis mittags 12 Uhr, alsdann die der 1. Abteilung von nachmittags 1 bis 2 Uhr und zuletzt die der 3. Abteilung von nachmittags 3 bis abends 8 Uhr. Die Wahlhandlung wird pünktlich mit dem Ende der für jede Abteilung festgesetzten Wahlzeit geschlossen. Demnach dürfen nach Schluß der für jede Abteilung festgesetzten Wahlzeit Urwähler der Abteilung, die zur Wahl gestanden hat, nicht mehr zur Abstimmung zugelassen werden, auch dann nicht, wenn sie sich bereits vor dem Schluß der Wahlzeit ihrer Abteilung im Wahllokale emgesunden hatten. Wie wird gewählt? Die Stimmabgabe erfolgt, indem der Wahlberechtigte an den Tisch des Wahlvorstandes herantritt, Namen, Stand und Wohnung nennt, sich auf Erfordern legitimiert(durch Einladungskarte zur Wahl. Steuer- Mitteilung, Jnvalidenkarte, Mietskontrakt usw.) und. nachdem sein Name in der Abteilungs- liste aufgesucht ist, deutlich den Urwähler des Bezirks bezeichnet, den er als Wahlmann wählen will. Sind zwei Wahlmänner in der betreffenden Abteilung zu wählen, so ist der Wähler vor der Abgabe der Stimme darauf aufmerksam zu machen. Der Wähler nennt alsdann zwei Namen von Urwählern seines Bezirkes, die er als Wahlmänner wählen will. Es steht dem Wähler jedoch frei, auch nur einen Wahlmann zu wählen, ohne daß deshalb seine Stimme ungültig würde. Nennt der Wähler nur einen Namen und fügt er, obgleich er auf sein Recht zur Benennung eines zweiten Wahlmannes hingewiesen ist, keinen zweiten Namen hinzu, so ist anzunehmen, daß er sich weiterer Stimmabgabe enthalten will. Die von dem Urwähler als Wahlmänner genannten Personen müssen zwar dem gleichen UrWahlbezirk, nicht aber der gleichen Abteilung wie der stimmende Wähler angehören. Stimmen, die auf einen Urwähler eines andere« UrWahlbezirks eut- fallen, sind ungültig. Wahlstimmen, unter Protest oder Vorbehalt abgegeben, sind ebenfalls ungültig. Jeder Wähler tut gut, sich die Namen der Wahlmänner, die er wählen will, vorher genau anzusehen und sich einzuprägen. Bei Eingang zu den Wahllokalen werden Stimm. zettel verteilt, auf denen die Namen der Wahlmänner genau verzeichnet sind. Achte jede? darauf, daß er nur die Namen sozialdemokratischer Wahlmänner dem Wahlvorstande nennt. Legitimation. Ferner wird darauf hingewiesen, daß der Wahlvorsteher von den zur Wahl erscheinenden Wählern die Vorlegung einer Legitimation verlangen kann; als solche gilt: Steuerquittung. Jnvaliditätskarte, Militärpapiere usw. oder die den Urwählern vom Magistrat zugegangene Wahlkarte. Diese enthält außer der vollständigen Adresse des Urwählers die Nummer des UrWahlbezirks, die Wahlabteilung, die Nummer, unter welcher der Urwähler in der Abteilungs- liste verzeichnet steht, sowie den Tag der Wahl nebst Wahlzeit und das Wahllokal. Ordnungsoorfchrifteu. 1. Die zur Stimmabgabe erscheinenden Wähler nehmen einzeln hintereinander nach der Zeitfolge ihres Eintreffens Ausstellung und rücken so allmählich zu dem Wahltisch vor. Bei starkem Andränge ist es wünschenswert, daß das Hintere Ende der Wählerkette möglichst schon vor dem Eingange zum eigentlichen Wahlraume gebildet wird, damit ein Gedränge an dem Eingange vermieden und denjenigen Wählern, welche ihre Stimmen bereits abgegeben haben, das Verlassen des Wahlraumes nicht erschwert wird. 2. Eine Ueberfüllnng des Wahlraumcs, durch welche das ordnungsmäßige Herantreten der Wähler zum Wahltisch oder das Verlassen des Lokales erschwert werden könnte, muß — insbesondere in der Zeit der letzten Stunde vor Schluß der Wahl— vermieden werden. Es empfiehlt sich daher, daß jeder Wähler, welcher seine Stimme abgegeben hat, den Wahlraum sofort wieder verläßt. Der Raum vor dem Wahltisch ist auf alle Fälle frei zu halten. 3. Den im Interesse der Ausrechtechaltung der Ordnung vom Wahlvorstande erlassenen Anordnungen ist unbedingt Folge zu leisten. 4. Zur schnelleren Auffindung des Wählers in der Liste dient es, wenn jeder Wähler die ihm von uns übersandte Legitimationskarte mitbringt, im Falle er jedoch eine solche nicht besitzt, dem Wahlvorsteher zunächst seine Wohnung und dann seinen Namen nennt und als Legitimation seine Militärpapiere oder Mietsvertrag, seine Jnvaiiditätskarte, fem Kranken- kassenbuch, seine letzte Steuerquittung zc. vorzeigt. 5. Jeder Wähler, welcher es ermöglichen kann, übe sei» Wahlrecht recht zeitig ans. 6. Da bei der Fristwahl die Abstimmung pünktlich zur festgesetzten Stunde für ge- schlössen zu erklären ist, auch wenn sich noch Wähler im Wahlraume befinden, welche ihre Stimme noch nicht abgegeben haben, so wird dringend empfohlen, möglichst frühzeitig, spätestens aber 1 Stunde vor Schlust der Wahlzeit zur Wahl zu erscheinen. Verantwortlicher Redakteur: Emil Unger, Grunewald. Für den Inseratenteil verantw.: Th.Glecke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer Lc Co., Berlin SW« it. 248. 26. WM,. 3. Keilllßt des LMlirts" Kerlim Dsldsdllllt. s-«Zz vM«..M. Sonntag, den Ä4. Oktober, von im Z., i>., 7. mtb 12. Landtagswahlbezirk� früh 8 Uhr an: von den bekannten Stellen aus. Partei- Angelegenheiten. Zweiter Wahlkreis. Sonnabend, den 23. Oktober. Aamilienabend bei Gotzmann. Anfang S1/. Uhr. BilletlS inklusive Tanz 30 Pf.— Sonntag, den 24. D Tt o b c r bei I. Meyer, Oranienstraße 103, und bei Rabe, Fichtestraße 2g. Gemütliches Beisammensein, bestehend aus Vortrag, Tanz usw. Anfang K Uhr. Bei Rabe Vortrag des Reichstagsabgeordneten R. Fischer über: „Die Zeit de§ Sozialistengesetzes". Parteigenossen! Besucht mit Eueren Familien die Veranstaltungen des Wahlvereins. Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Morgen Sonntag früh 8 Uhr findet im 17. und 18. Kommunal-Wahlbezirk eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen werden ersucht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Sechster Wahlkreis. Sonntag, den 24. Oktober, abends 6 Uhr, im Saale von B. Raabe, Dolberg er Straße 23: Oeffentliche politische Versammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Dnwell über: Frauen auf, gegen Block- terrorisinus und Volksbetrug!— Nach der Versammlung: Gemüt- liches Beisammensein mit Tanz. Zu zahlreichem Besuch laden ein _ Die Abteilungsführer. In den Stadtverordneten-Wahlbezirken des 6. Reichstagswahlkreiscs finden am Sonntag früh 8 Uhr Flugblattvcrbreiwngen statt. zu denen die Genossen der zur Wahl stehenden Bezirke zu tatkräffiger Beteiligung aufgefordert lvcrden. Zwölfter LandtagSwahlkreiS. Die Genossen der 7. und 3. Abteilung wollen sich am Sonntag früh 8 Uhr vollzählig in ihren BczirkSlokalen einfinden. Die Ge- nofien der 1.. 2. und 3. Abteilung finden sich bei Cäsar, Alt- Moabit 119, die der 4. und S. Abteilung bei Bennecke, Alt- Moabit 79, die der 9. Abteilung bei Siebert, Birkenstr. 16, Ecke Perleberger Straße, die der 19. und 11. Abteilung bei Faber. Stephanstr. 11, die der 12. Abteilung bei Bachstein. Salzwedeler Straße 16, die der 13. Abteilung bei Richter, Wiclefstr. 24, ein. _ Das Wahlkomitee. FriedrichSfclde. Morgen. Sonntag ftüh S'/s Uhr sollciz Handzettel verbreitet werden, die sich auf die am DienStag, den 26. Ok- tober bei Bube stattfindende öffentliches Versammlung beziehen. Die Genossen wollen sich pünktlich zur angegebenen Zeit in den Bezirkslokalen einfinden. Die Bezirksleitung. AdlerShof. Morgen, Sonntag, früh Vj8 Uhr. findet für unseren Ort eine Flngblattverbreitung und eine„Vorwärts"-Agitation statt. Materialausgabe im Jugendheim. Weiter sei ans das morgen, Sonntag, in Kahnes Lokal, Bismarckstr. 69, stattfindende Herbstsest des Wahlvereins hingewiesen. Wir bitten die Mitglieder, dieses Fest zahlreich zu besuchen. Ferner findet DienStag, den 26. Oktober. abends S'/s Uhr, im Lokal von Wöllstein, Bismarckstraße, eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Genosse Heinig über .Christentum und Sozialdemokratie" sprechen wird. Der Vorstand. Spandau. Am Sonntag, den 24. Oktober, morgens 71/., Uhr, findet von den Bezirkslokalen der Bezirke 1, 5, 6 und 8 aus eine Kuvertverteilung statt. Die nicht zur Wahl stehenden Bezirke stellen sich den ihnen zugeteilten zur Verfügung. Das Wahlkomitee. berliner JVacbrichtcn. Keine Sonntagsruhe in den Ladengeschäften! Die Ergebniffe der Erhebungen über die Verhältnisse der Sonntagsruhe in den offenen Ladengeschästen Berlins liegen jetzt vor. Die Fragebogen wurden im Anfang dieses Jahres von der Gewcrbedeputation entworfen und dann an 31 414 Firmen verteilt. Von diesen haben sich 16916, d. h. über fünfzig Prozent für die SonntagSarbeit im bisherigen Umfange ausgesprochen. Für eine verkürzte SonntagSgeschäftSzeit waren 11116 Ladeninhaber usw., oder 36Proz., für vollständige Sonntags» ruhe nur 4332 gleich 13 Proz., während 61 Firmen, das heißt 0,16 Proz. keinen Wunsch äußerten. Gegenwärtig dürfen be- kanntlich die offenen Ladengeschäfte in Berlin an Sonn- und Feier- tagen geöffnet sein von 7 bis 19 Uhr und 12 bis 2 Uhr. Aus- nähmen in der Richtung einer Erweiterung der freigegebenen Verkaufszeiten sind die folgenden: a) Milchgeschäfte und Bäckereien dürfen von 6 bis 19 und von 12 bis 3 Uhr offen halten. b) Fleisch- und Wursthandlungcn von 6 bis 19 Uhr und von 12 bis 2 Uhr, o) Blumengeschäfte im Winter von 7 bis 19 Uhr und von 12 bis 3 Uhr. Außerdem besteht eine Einschränkung der allgemeinen Verkaufszeit bei den Kohlcngefchäften, die nur bis 19 Uhr offen- halten dürfen. Bemerkenswert ist, daß sich besonder« die Inhaber von Milch- geschästen, Blumenhandlungen, Konditoreien und Backwaren, Fleisch- und Wurstware» gegen die v o l Ist ä n d ig e Sonntagsruhe aus» gesprochen haben, dafür waren hauptsächlich 62 Handlungen mit Rohhäuteu und Fellen, 21 Tuchgeschäfte und 84 Geschäfte mit BeleuchtungSgegenständen, ferner 76 Tapetenhandlungen, 15 Geschäfte mit Schablonen und Stempeln. Eine absolute Mehrheit für vollständige Sonntagsruhe bestand nach der Zusammenstellung des Etatistischen Amtes der Stadt Berlin nur in diesen fünf Branchen von den 63 und auch nur in 248 Betrieben/ Dieses Abstimmungsergebnis war zu erwarten. Viele Besitzer offener Läden sind leider noch nicht durchdrungen von der Not- wendigkeit eine« Ladenschlusses am Sonntag. Sie huldigen der an sich falschen Meinung, ein Schluß der Läden am Sonntag könnte ihnen materielle Nachteile bringen. Sie bedenken nicht, daß bei einem Schluß der Läden an Sonntagen nur eine Verschiebung der EinkanfSzeiken eintreten wird, genau so, wie daS eingetreten ist nach Einführung der Sonntagsruhe und des Verbots, die Läden am ganzen Sonntag offen zu hallen. ES wird von neuem leb- hafter Propaganda bedürfen, um endlich auch den Ladenschluß an Sonntagen zu erreichen._ A»Z der MngistratS-Sihung vom 22. Oktober. Der Magistrat gehört seit dem Jahre 1889 einem Ausschüsse an, der sich damals zur Förderung eines Rhein-Weser-Elbe-(Mittel'- land-) Kanals aus Vertretern der beteiligten Provinzen, größeren Städten und bedeutenden wirtschaftlichen Korporationen gebildet hatte. Es soll auch für die letzten beiden Jahre die Bewilligung der bisher fteiwilligen Umlage von jährlich 699 M. bei der Stadt- verordneten-Versammlung beanttagt werden. Ob die Stadtgemeinde dem Ausschüsse, der sich jetzt eine festere Organisation und neue Satzungen geben will, weiter sich anschließt, soll von der Fassung der neuen Satzungen und insbesondere dem in Aussicht genommenen Tätigkeitsgebiet abhängig gemacht werden. Im Laufe des EuteignungSverfahrenS über das Jnselspeicher- qrundstück haben die Eigemümer den Antrag gestellt, daß die Stadt- gemeinde, die das Enteignungsverfahren nur für die Flächen be- treibt, welche sie zur Straßen- und Spreebettverbreiterung und znnr Brückenbau braucht, das gesamte Grundstück übernehme. Der Ma- gistrat. der seine rechtliche Verpflichtungen hierzu bestreitet, ist in Erwägungen darüber eingetreten, ob er sich freiwillig mit der Ueber- nähme des gesamten Grundstücks einverstanden erklären wird. Er will die? tun. wenn die Stadtverordneten zustimmen. Der Magistrat stimmte dem Erwerb der Straßenbahnlinie Warschauerbrücke— Viehhof von der Hochbahngescllichaft zu und be- willigte weitere Mittel zur Ausdehnung der städtischen Nordlinie bis zur Mühlenstraße und zur Erweiterung des Straßenbahndepots in der Kniprodestraße. Der Hochbahngesellschaft soll zur Herstellung einer neuen nach Rumnielsburg und Lichtenberg führenden Straßen- bahnlinie in der Revaler, Llbaner und KopcrnikuSstraße die Zu- stimmung erteilt werden. Zu diesen Beschlüssen wird die Ge- uehmigung der Stadtverordneten alsbald eingeholt werden. Zwei kleinere Spezialetats fiir 1919 wurde» alS Anfang der Etatsberatung genehmigt. Mit der Ausstellung der WettbewerbZentwürfe für den Be- bauungSplan von Groß- Berlin will ein Komitee angesehener Architekten eine allgemeine Städtebauausstellung verbinden. Der Magistrat beschloß, dem Unternehmen seine Förderung in Aussicht zu stellen._ In der städtischen Säuglingssürsorgrstclle 6, Großbeerenstr. 19 (Fernsprecher Amt 6, Nr. 1969), findet im November ein uncntgelt- licher Kursus über Pflege und Ernährung der Säuglinge für junge Mädchen und Mütter jeden Standes statt. Verabredung der Stunden am Montag, den 1. November, nachmittags 6 Uhr. Vor- anmeldungcn täglich von 1—3 Uhr in der SäuglingSfürsorgcstelle. Beraubung von Fernsprechautomatcn haben wiederholt auf den Berliner Postämtern stattgefunden und namentlich an solchen Sprech- stellen, an denen der Verkehr sehr stark ist, so daß die Einbrecher stets mit einer guten Beute rechnen konnten. Die Einbrüche wurden in der Weise ausgeführt, daß die Täter die Seitenwand des Apparates öffneten, an der sich der Geldlasten befindet, wobei sie sich zweifellos besonders gearbeiteter, sehr scharfer Instrumente bedienten. Sie betraten ohne Rücksicht auf das anwesende Publikum die Zellen, als ob sie sprechen wollten, schlössen hinter sich die Tür und brachten dann den Diebstahl un- gestört zur Ausführung. Bisher ist es leider noch nicht gelungen, eine« der Verbrecher habhast zu werden. Um diesen Diebstählen ent- gegenzutreten, hat die Postverwaltnng zwei verschiedene Maßnahmen getroffen. Es sind«ine Anzahl der alten Apparate auf verschiedenen Aemlern mit Alarmvorrichtungen versehen worden. Der Apparat ist mit einer Alarmglocke in Verbindung gesetzt, die sich in einem dicht an der Sprechstelle befindlichen Räume befindet, m welchem Tag und Nacht Beamte anwesend sind. Sobald nur der Versuch gemacht wird, den Apparat zu öffnen, wird die Glocke in Tätigkeit gesetzt, ohne daß der Einbrecher das Alarmsignal vernehmen kann. Er wird somit nicht gewarnt und während er ruhig weiterarbeitet, erscheinen die Postbeamten, um seine Festnahme zu bewirken. Als zweites Schutzmittel kommt bei allen neu anzulegenden Fernsprech- automaten ein neues Kastensystem zur Anwendung. Der Apparat befindet sich nicht in einem Holz-, sondern in einem Blech- gehäuse, an welches der Geldbehälter angeschlossen ist. Dieser ist durch starke Eisenplatten gesichert, so daß>ein Aufbrechen oder Zer- schueiden längere Zeit in Anspruch nehmen würde. Gleichzeitig ist an diesen neuen Apparaten eine Verbesserung vorgenommen, welche das Außerbetriebsetzen der Feriffprechautomaten verhindert. Bei den alten Systemen fallen die in den Einwurf gestoßenen Nickelstücke aus eine Glocke, um von dieser dann durch einen Schlitz in den Geldbehälter zu gleiten. Nun passiert eS aber häufig, daß sich die Münze auf der Glocke quer legt und dadurch die Verbindung mit dem Geldbehälter verstopft wird. Die Glocke schlägt infolgedessen nicht inehr an, wodurch auf dem Verbindungs- omt die Zahlungskontrolle beeinträchtigt oder verhindert wird. Der Apparat muß dann bis zur Beseitigung des Fehlers außer Betrieb gestellt werden. Bei den neuen Apparaten fallen die Nickelstücke auf eine Feder und gleiten von dieser in den Geldbehälter. Sobald die Münze die Feder berührt, schlägt diese gegen eine Glocke und gibt dadurch das signal, daß die Zahlung geleistet ist. Ein Verstopfen des Einfallschlitzes zu dem Geldbehälter und Störung des Betriebes ist somit völlig ausgeschlossen. Der Mädchcnmörder verhaftet. Der Friseur Hans Jüncmann, der nach den bisherigen Er» Mittelungen ohne Zweifel die Verkäuferin Alice Rakowski in der Wcberstraßc erstochen hat, versuchte sich gestern mittag im Grüne- Wald, unweit der Rennbahn, zu erschießen, verletzte sich aber nicht lebensgefährlich und wurde nach dem Krankenhaus auf Westend gebracht. Er ist noch bei vollem Bewußtsein. Die Kriminalpolizei ordnete deshalb an, daß er von Westend als Polizeigcfangcner nach der Charite übergeführt werde. Im einzelnen wird berichtet: Die Festnahme des Flüchtigen ist ein Erfolg der Veröffentlichung seiner Pcrsonenbeschreibung und seines Bildes durch die Zeitungen. Zu denen, die sich beides eingeprägt hatten, gehörte auch der Büfettier Wilhelm Knoblich und seine Braut Fräulein Boß. Diese fuhren gestern mittag mit ihren Zweirädern im Grunewald spazieren. Dort begegnete ihnen in der Nähe der neuen Rennbahn kurz vor dem 4. Platz ein junger Mann. Knoblich hatte ihn kaum gesehen, als er seiner Braut leise zurief: Das ist doch Jünemann! Auch die Braut er- kannte ihn sogleich. Knoblich und seine Begleiterin fuhren nun zunächst an dem Manne vorbei. Dann wandte er sich um und rief: Guten Morgen Jünemann! Der Angerufene wandte sich erschrocken um und entfloh sofort quer durch den Wald. Knoblich und seine Braut verfolgten ihn auf den Rädern, mußten aber um den Zaun der Rennbahn herumfahren. Als sie ihn dann an einer nichtcingczäunten Stelle einholten, gab Jüncmann Plötz- lich zwei Schüsse ab. Ob einer davon vielleicht den Verfolgern ge- gölten hat, können diese nicht sagen. Nach dem zweiten Schusse fiel Jüncmann zu Boden und blieb liegen, als ob er bcfinnungs- los gewesen wäre. Das ist aber wohl nur Verstellung gewesen, denn er erholte sich bald wieder und blieb dann bei klarem Be- wußtsein. Der Wirt der nahegelegenen Rcnnbahnwirtschaft be- nachrichtigte die Polizei und diese brachte den Verwundeten nach dem Krankenhaus auf Westend. Von der Aufnahme des Verwundeten in Kenntnis gesetzt. sandte die Kriminalpolizei die Kommissare, die diese Angelegenheit bearbeiteten, unverzüglich nach Westend. Sie nahmen den Pförtner des Hauses Güntzelstr. 36 in Wilmersdorf, wo Jünemann wohnte. mit, und dieser stellte im Krankcnhause seine Persönlichkeit fest. Jünemann machte dann auch weiter kein. Hehl daraus, daß er der Gesuchte sei. Von der Bluttat wollte er anfangs nichts wissen, das heißt, er wollte nicht der Täter fein. Als ihm aber die Kom- missare, die ihn gleich vernehmen konnten, alles bisher gesammelte Belastungsmaterial vorhielten, gab er zu, seine Geliebte erstochen zu haben. Er behauptet jedoch, daß er es mit ihrer ausdrücklichen Einwilligung getan habe. Seiner Darstellung nach besuchte er Alice Rakowski um 9 Uhr abends im Laden, wie ja auch durch Zeugen festgestellt wird. Sie gingen dann nicht mehr aus, sondern blieben den ganzen Abend über im Laden und auf dem Flur, be- sprachen ihre Lage und kamen überein, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Als dieser Entschluß feststand, umschlang Jüncmann mit dem linken Arm seine Geliebte und stieß ihr mit d�r rechten Hand das Messer tief in die Brust. jDmmt sie nicht schreien konnte, drückte er ihr mtt einem Kleidungsstück den Mund zu. Hierbei hinterließ eine Hutnadel, die zwischen das Kleidungsstück und die Lippe geraten war, in dieser den Eindruck, der später bei der gerichtsärztlichen Untersuchung der Leiche festgestellt wurde. Das Mädchen brach nach dem Stich sofort zusammen und das Blut, da? der großen Wunde entströmte, besudelte Jüncmann die ganze Kleidung. Mit dieser Darstellung stimmt der bereits geschilderte Befund der Wunde überein. Nachdem er gesehen hatte, daß seine Geliebte tot war, wollte sich Jüncmann seiner Behauptung nach nun auch selbst erstechen, fand aber nicht den Mut dazu, ent- schloß sich vielmehr, zu entfliehen. Um fiir die nächste Zeit leben zu können, nahm er die Kasse an sich und berlicß dann den Laden. In der Nähe nahm er eine Kraftdroschke und fuhr nach WilmerS- darf. Auf dem Pragcrplatz verließ er den Wagen, bezahlte den Kutscher und ging nun zu Fuß nach seiner Wohnung. Was sich dort zutrug, haben wir schon berichtet. Daß seine Kleider mit Blut besudelt waren, erklärte Jüncmann damit, daß er einer von einem Automobil übcrfahrcnen Dame Hilfe geleistet habe. Morgens früh, als seine Wiriin und zweite Geliebte noch schlief, wieder erwacht, zog Jünemann andere Kleider an und begab sich nach Berlin. Hier kaufte er sich zunächst einen Revolver und Patronen, Nachmittags begab er sich nach der Lesehalle in der Kurstraße. Hier fand er in den Mittagszeitungen den ersten Bericht über die Bluttat, und als er die ersten Hinweisungcn auf seine Person als Täter sah, bekam er Angst und verließ die Halle, in der er seinen hellgrauen Ucbcrzieher und seinen schwarzen Hut zurückließ. In der Nähe kaufte er sich einen grünen Schlapphnt und ging dan» nach dem Grunewald, in dem er planlos umherirrte. Nachitz kehrte er in belebtere Gegenden zurück und schlief auf Treppen- fluren. Zum Essen suchte er im Laufe der Tage verschiedene Wirt- schaften auf, bis ihn gestern sein Geschick ereilte. Die ärztliche Untersuchung im Krankcnhause hatte ergeben, daß das Geschoß auf dem rechten Backenknochen abgeprallt war. Bei der Ungesährlichkeit der Wunde beschloß die Kriminalpolizei, Jünemann sofort als Polizeigefangenen nach der Charite zu bringen. Hier wurde auf der chirurgischen Station die Wunde noch einmal nachgesehen und der Verband erneuert. Dann wurde Jüncmann, weil die Aerzte dagegen keinen Einspruch erhoben, gleich nach dem Lazarett des UntersuchungsgefäugnisseS gebracht, Der Verhaftete befaß nur noch 6 Pf. Seinen Angaben nach erstach er das Mädchen um 1 Uhr herum. Das deckt sich mit den Angaben einer Zeugin, die um diese Zeit einen einzigen Schrei gehört hat. Nach der Tat muhte Jüncmann noch eine Zeitlang im Laden bleiben, weil draußen Leute standen. Erst als diese weggegangen waren, konnte er hinausgehen und nach Wilmersdorf fahren. Infolge der schweren Eisrnbahnkatastrophe bei Roscnthal werden jetzt auf Verfügung der Landratsämter in den Kreisen der Berliner Umgebung in allen Gemeindebczirken Bekanntmachungen erlassen, nach denen Gespannsiihrer zur Vorsicht beim Passieren von unbewachten Eisenbahnübergängen aufgefordert werden. In den Bekaimtmachungeu wird darauf hingewiesen, daß nach den gemachten Erfahmngen die Unfälle durchweg durch Unachtsamkeit der Gespannsiihrer verursacht werden, die damit nicht nur ihr eigenes Leben und die Sicherheit der ihnen anvertrauten Fuhrioerke gefährden, sondern sich auch noch der Ge- fährduug eines EifenbahntrausporteS sckmldig niachen. ES wird ganz besonders darauf hingewiesen, daß die starke Inanspruchnahme der Gespannführer in Erntezeiten usw. nicht als genügende Ent- fchuldignng angesehen wird. Besser wäre es schon, wenn von den Eisenbahnverwaltnngen Einrichtungen geschaffen werden, die solche Unglücksfälle verhindern können. Die Zukunft deS Berliner AqnarinmS erscheint gesichert. Donnerstag abend trat der StadtverordnetenauSschuß zur Vorberatnng der Magistratsvorlage über die geplante Errichtung eines neuen Aquariums im Zoo, sowie deS Antrages des Stadtv. Dr. AronS und Genossen über die Uebernahme des Aquariums in städtische Verwaltung und der Vorlage der Weiterzahlung der bisherigen städtischen Beihilfe für das Berliner Aquarium wieder zusammen. Es wurde beschlossen, dem P l e u u m vorzuschlagen, die bis- herige Beihilfe bis zum 31. März 1919 weiter zu zahlen. Sodann wurde folgender Antrag angenommen:„Die Sladtverord- netenverfammlung ersucht den Magistrat um eine Vorlage zur Schaffung eines der Reichshauptstadt würdigen Aquariums, sei e» durch Angliederung an den Zoologischen Garten, sei eS durch Er» richtung eines eigenen Gebäudes für diesen Zweck." An de» Gröber» der Angehörigen Selbstmord verübt. Eine traurige Entdeckung machte der FriedhofSlvächter des Begräbnis- Platzes der Georgengemeinde. Als er nachts niit dem Hund an der Leine einen Kontrollgang auf dem Friedhof unternahm, wurde das Tier bei einer Traueresche unruhig. Der Beamte suchte das Terrain ab und entdeckte zu feinem Schreck die Leiche eines Erhängten an der Esche. Der Tote hatte bereits längere Zeit unbemerkt an dem Baume gehangen, denn er war schon stark in Verwesung über» gegangen. In dem Lebensmüden wurde der Kaufmann Nerich er- miltelr. N. verlor in kurzer Zeit Frau und Kinder und er wurde infolgedessen schwermütig. In seinem Zustand folgte er jetzt seinen Angehörigen in den Tod. Feuerwehrnachrichten. Wegen einer Gasexplosion wurde die Feuerwehr am Freitag nach der StrnuSberger Straße 12 alarmiert. Die Gefahr konnte'durch Abstelle» eines Haupthahns der Gas- leitung schnell beseitigt werden. Die Ursache der Explosion ist wieder einmal die so häusige Unvorsichtigkeit. Die Gasleitung war undicht geworden. Statt Türen und Fenster zu öffnen und die Gas» werke zu benachrichtigen, leuchtete nian mit brennendem Licht die Leitung ab. Natürlich erfolgte die Explosion, bei der zum Glück nur Materialschaden entstanden ist.— In der Bellevnestr. 12 wurde die Karosserie eines Automobils ein Raub der Flammen, und in der Petersburger Str. 13 brannte Bohnermaffe u. a. Wegen einer Gasvergiftung wurde die Feuerwehr nach der Angnststraße 93 alarmiert. Mit Hilfe eines Bratschen Sauerstoff- apparateS konnte die Person von den Samaritern gerettet werden. In der Reichenberger Str. 146, Prenzlauer Str. 47, Belforter Str.2, Rostocker Str. 22 und anderen Stellen hatte die Wehr zu tun. Vorort- Nadmcbtem Rixdorf. Stadtverordnetenversammlung. In der Sitzung am Donners- ragnachmittag stand an erster Stelle ein Bericht über Verhandlungen mit der Jmmobilien-Verkehrsbank. der die Abänderung des Bebauungsplanes in dem von der Strafe 38ck durch- schnittencn Baublock betraf. Diese Strahe war mit einer Breite von Metern geplant, mußte jedoch aus IL Meter herabgemindert werden, da auf Ginspruch der Bank vom Minister die Absicht der Stadt, durch eine größere Breite etwas mehr Luft und Licht zu schaffen, nicht als cntsckeidend anerkannt worden war. Um nun wenigstens etwas zu retten, soll der Baublock südlich der Straße 386 durch eine scbrägc Straße sL8e) durchschnitten werden. Stadtver- ordneter K y l l m a n n empfahl als Referent, dem Bertrage mit der genannten Bank über Anlage der letzteren Straße zuzustimmen. Stadtv. W u tz k y(Soz.) brandmarkte die Haltung des Ministers, der hier einer privaten GrnndstückSspekulationsfirma die Stange ge- halten und das Allgemeinintercsse außer acht gelassen hat, mit scharfen Worten und bezeichnete den Fall als charakteristisch für den Wert der sogenannten kommunalen Selbstverwaltung.— Der Vcr- trag wurde genehmigt. DiBSatzungen für die im Herbst 10L8 beschlossene B o d d i n- Stiftung werden einstimmig genehmigt. Sie soll einen Fonds von SOlXKi M. erhalten, der äus den Mehrübcrschüsscn des Jahres 1307 gebildet wird. Nach dem§ 4 werden daraus„einmalige und laufende Unterstützungen an nicht unter 55 Jahre alte hilfs- bedürftige, würdige Rixdorfer Einwohner beiderlei Geschlechts ge- währt".— Stadtv. Dr. Silber st ein(Soz.) verlangte unter Hinweis auf den Unfug, der mit dem Begriff„würdig" vielfach dadurch betrieben wird, daß unliebsame Gesinnung oder das Be- kenntnis zur Sozialdemokratie nachteilig entscheidet, bündige Er- klärungen vom Magistrat.— Der Oberbürgermeister ver- sicherte demgegenüber, daß niemals die politische Gesinnung in Bc- tracht gezogen werden würde.. Bei dem Worte„würdig" sei nur an„moralisch intakte" Personen gedacht. Der Deutschen Adreßbuch-Automaten-Gesellschaft wurde die Aufstellung von Adreßbuch-Automaten im Stadtbezirke genehmigt. Nachdem einige Etatsverstärkungen und kleinere Vorlagen de- battelos zustimmend erledigt waren, wurde der Normal-Be- s o I d u n g s- E t a t für die an den höheren und Volksschulen tätigen L ech r p e r s o n e n in Beratung genommen. Stadtverord- ncter Abraham eröffnete die Debatte mit einer Rede, in deren erstem Teil er ohne Schwierigkeit den für die Direktoren und Lehrer der höheren Schulen vorgesehenen Gehaltserhöhungen zustimmte. Bei den Aufbesserungen der Volksschullehrer kämpften, so versicherte er unter dem Gelächter der Linken, zwei Seelen in seiner Brust. Zunächst schüttete er seine„linke" Seele aus, indem er der Lehrer- schaft einen schwülstigen Hymnus auf ihre Arbeitsfreudigkeit, Tüch- tigkeit und>vas sonst noch sang, weshalb er ihnen auch das Höchste gönnen möchte. Aber— so Hub dann die„rechte" Seele an— als Stadtvater müsse er wie ein rechter Familienvater handeln und so wie dieser alle Kinder gleich, nicht aber eins davon besser behandeln. Nach einem köstlichen Eiertaüz, bei dem Redner ängstlich dem Kern der Sache aus dem Wege ging, beantragte er schließlich die Ein- setzung einer Kommission von 18 Mitgliedern. Mit ähnlich großem rhetorischen Aufwand sprach Swdtv. Beermann für eine Er- höhung der Lehrergehälter. Er bedauerte, daß der Schirlzwcckver- band Groß-Berlin noch nicht zustande gekommen ist, und bezeichnete die Volksschule in seiner Rede als den Erhalter des preußischen Staates. Das Höchste für die Lehrer zu leisten würde in Rixdorf aber nicht möglich sein.— Stadtv. Dr. S i l b e r st e i n sSoz.) stimmte namens seiner Freunde der Kommissionsberatung zu, die — wie er sagte— sich aber nicht auf die Lehrer beschränken darf, sondern all? städtischen Angestellten, auch die Arbeiter, berücksichtigen mutz. Redner ging dann mit dem Stadtv. Abraham ins Gericht, dem er nachwies, daß sein Familienvatersinn absolut nicht mit seiner Rede übereinstimmte; denn das erhöhte Gehalt der Lehrer an den höheren Schulen wolle er ohne viel Umschweife bewilligen, während er für die anderen Kinder, die Volksschullehrer, nur schone Worte übrig und sich hierin um eine klare Stellungnahme herum- gedrückt habe. Demgegenüber müßte unumwunden erklärt werden, daß die Volksschule nicht wieder als Stiefkind behandelt werden dürfe, sondern die Mittel auch für diese da sein müssen. Wolle sich Rixdorf gute Lehrkräfte sichern, so müssen die Gehälter unbedingt wenigstens so wie in Berlin geregelt werden. In der sehr lebhaften weiteren Debatte wurde noch manche schöne bürgerliche Seele aus- geschüttet. So fagte Stadtv. Rahmig:„Wir wollen das beste" — setzte aber flugs hinzu:„soweit es geht!" Dem spaßigen Herrn Beiß hat es die„Wohlfahrtswirtschaft" so angetan, daß er 150 Proz. Einkommensteuer mit Schrecken kommen sieht. Die Stadtverord« n«n->t R o s e n o w und Winter(beides Lehrer) verlangten Ge- Haltsaufbesserung; letzterer hielt aber die Berliner Sätze für un- möglich.— Die Kommission wurde eingesetzt; u. a. gehören ihr auch die Genossen Groger, Kloth, Müller, Scholz. 'Dr. Silbe r st e i n und W u tz k y an. Namens des Wahlausschusses referierte Stadtv. Scholz(Soz.) über das Urteil des Bezirksausschusses in der Klage Beiß kontra Stadtvcrordnetcnversanimlung, nach welchem die Wahl der in der 2. Abteilung gewählten Genossen Rohr, S ch u ch und Zep- m e i s e l kassiert wird, Der Redner empfahl Einlegung der Be- rufung beim Oberverwaltungsgericht. Die Stadtv. Sc lt mann und Abraham sowie Böske(Soz.) traten ebenfalls dafür ein, während die Stadtv. Rahmig und Beiß in einer Weise die Be- rufung bekämpften, die klar erkennen läßt, daß ihnen jedes Mittel gemde recht ist, um den von ihnen begreiflicherweise besonders ge- haßten Sozialdemokraten eins auszuwischen; sie produzierten sich geradezu als Verächter jeden Rechtsgcfühls. Besonders Herr Rahmig durfte sich unter der Aegide des 2. Stadtverordneten- Vorstehers besonders gütlich im Verunglimpfen unserer Genossen tun, so daß diese zur Selbsthilfe greifen mußten, indem sie ihm neben anderem wiederholt kräftig„Unverschämtheit!" an den Kopf warfen.— Die Mehrheit folgte bei der Abstimmung dem Vorschlage des Wahlausschusses und beschloß. Einlegung der Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil. Eine Unterbrechung hatte die Sitzung um 6 Uhr erfahren, um die Wahl eines unbesoldeten Stadtrats vorzunehmen. Der Wahl- ausschutz präsentierte als Kandidaten die Stadtvv. Niemetz(alte bürgerliche Gruppe), R o ch l i tz(Beamtenpartei) und W u tz k y (Soz.). Nicht geringe Ueberraschung und verdutzte Gesichter gab es bei den Freunden des erstgenannten Kandidaten, als Äadtver- ordneter Conrad(Soz.l namens seiner Fraktion deren Kandidaten zurückzog und dadurch die Wahl des Stadtv. Rochlitz mit 37 gegen 24 Stimmen zustande kam. Die Herren konnten sich kaum erholen, so sicher hatte man offenbar an seinem Stammtijch aus den Sieg seines Erkorenen gerechnet. Vom Pech verfolgt wurde dieser Tajje ein Arbeiter, dessen schul- Pflichtiger Sohn auf dem Wege von Pnnz-Handjerystr. 47 nach der Steinmetzstratze ein Zwanzigmarkstück verlor. Der ehrliche Kinder des Geldes wird gebeten, dasselbe bei Th. Strohalm, Prinz-Hand- jerystrahe 47 v. III abzugeben. Charlottenbnrg. „Der Kampf um die Jugend" lautet das Tbenia, über welches der Jugendgenosse Georg Schumann aus Jena in einer von der„Freien Jugendorganisation Cbarlottenburg" zum Montag, den 2 5. Oktober, abends 3Uhr. nach dem BoltShause, Rosinenstr. S, einberufenen Jugendversammlung referieren wird. Es sind alle Charlottenburger christlichen Jünglings- und Jungfrauen- vereine mit ihren Leitern, Pastoren usw., der„neutrale" Jugend- klub, der hiesige Schiffer-JünglingSverein, die Fortbildungsschul- lehrer, die JnnungSmeister von Charlottenbnrg und sonstige Interessenten an der Juaendfrage zu der Versammlung schriftlich eingeladen worden. Möge auch die erwachsene Arbeiterschaft durch den Besuch dieser Bersammlung ihr Interesse an der freien Jugendbewegung bekunden und auf den Arbeitsplätzen und in den Werkstätte» die arbeitende Jugend auf diese Versammlung hinweisen. Zu dem Herlistfest, das am Sonntag, den 3t. Oktober, abends 6 Uhr, im großen Saale des Volkshauses von der Jugend- organisation veranstaltet wird, ergeht ebenfalls eine Einladung an die Jugend zu recht zahlreicher Beteiligung. Das Programm verspricht einen genußreichen Abend. Es wirken mit: Fräulein Margarete Fuchs(Gesang), Frl. OllyOswald(Rezitarion), Schriftsteller Simon Katze»st ein(Festrede), Männerchor „Charlottenburger Liedertafel" und Lehrlings- abreilung der„ F re i e n T urne r s ch a ft Ein Tanz beschließt das Fest. Das Eintriltsgeld, 10 Pf., ist so gering bemessen, daß jeder Jugendliche am Fest teilnehmen kann. Für Erwachsene kostet das Programm 20 Pf. Programme sind zu haben im Volks- Hause beim Oekonom Bartsch, Rosinenstraße 3. Abendkasse findet nicht statt. Köpenick. Große Aufregung rief ein Vorgang auf dem hiesigen Bahnhof hervor. Ein nach Berlin abfahvender Zug hatte sich soeben in Be- wegung gesetzt, als plötzlich laute Enisetzensschreie ertönten. Eine junge Frau, die noch schnell in den Zug batte springen«vollen, war zu Fall gekommen und auf die Gleise gestürzt. Obwohl der Train bald zuin Stehen gebracht wurde, fuhren mehrere Waggons über die Verunglückte himveg. Als ein Wunder ist es zu betrachten, daß sie mit leichten äußeren Verletzungen davonkam. Oder-Schönewcide. Am Sonntag, den 24. Oktober, mittag? 12 Uhr, findet im „Wilhelminenhof" eine große öffentliche Versammlung zur Agitation für die Jugend statt. Die Tages ordmmg lautet:„Der Kampf um die Jugend". Referent ist Genosse S ch e n k-Berliiu Die Genossen«verden ersucht, für die Bersammlung eine rege Agitation zu betreiben. Der Jugendausschuß. Königs-Wusterhausen. In der Gcmeindevcrtretersitzung wurde mitgeteilt, daß für die ausgeschriebene Nachtivächterstelle in Neue Mühle sich kein Militär- anlvärter gemeldet habe; jedenfalls war das Gehalt von 600 M. »nd 100 M. für Laternenanzünden ein zu niedriges. Den Dienst für ein Gehalt von jährlich 700 M. und 100 M. für den Nebe». dienst zu übernehmen hatte sich ein Mann bereit gefunden. Der ganzen Sache setzte der ehemalige Ziegeleibesitzer Jülich die Krone auf, als er meinte, ein Gehalt von 800 Mark für einen Familienvater sei eigentlich noch zu hoch.— Die Umsatzsteuerordiiung soll nach dein Muster anderer Vororte in der Nähe Berlins revidier« werden. Sie«vnrde zu diesem Zwecke der Finanzkoinmission übev loiesen.— Ucber den Ankauf eines Teiles dcS Pfarrgrundstückes (zirka 8/4 Mvrgen Hinterland) wurde man wegen des hohen Preises von 12 000 M. nicht einig; dein Gemeindevorsteher wurde anheim- gegeben, einen niedrigeren Preis zu erzielen.— Für das Grundstück der Gebrüder Rostock wurden 12 000 M. pro Morgen gefordert, doch ist bei diesem Enteignung nicht ausgeschlossen.— Der Eingemeindung dcS Blindenheims sieht nichts in, Wege, wenn dem Orte dadurch keine Armenlasten aufgebürdet werden.— Die Berliner Slädtereinigung verlangt für den Bau von Wasserwerk und Turm 226 000 M. Zusage wurde noch nicht erteilt.— Der Rotte- verband verlangt als einmalige Abfindungssumme für Aufnahme von Regcnwasser 6500 M., welche Summe der Geineinde� Vorsteher zu hoch fand.— Die Gemeinde hat bei Ueber- nähme der Grundstücke von der Hofkammer die Pflicht übernommen, die Pferde für Spritze«md Mannschaftswagen bei Fenersgefahr zu stellen. Anläßlich des ScheunenbrandeS in Neue Mühle weigerten sich die Besitzer, Pferde herzugeben. Es ergab sich in der Debatte, daß die Besitzer über diese Sache besser Bescheid wußten, als die Gemeindevcrlreter. Für die schnellste Abhilfe soll Sorge getragen werden.— Bei diesen überaus wichtigen Ver Handlungen zeigte sich wiederum, wie wenig Interesse(oder Ver stäiidms?) die Gemeindevertreter für die Gemeindeverwaltung haben, da sie ohne nennenswerte Debatte meist alles dem Genieindevorsteher überließen. Wilmersdorf«nd Steglitz. „Der Kampf um die Jugend" lautet das Thema, über das Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht am morgigen Sonntag. nachmittags 2 Uhr, in einer vom Jugendausschuß nach dem„Birken- wäldchen" in Steglitz einberufenen Augendversanimlung referieren wird. Der Ausschuß richtet an die Arbeiterschaft Wilmersdorfs und Steglitz' das dringende Ersuchen, ihre schuleiillassene Jugend in die Versammlung zu senden und womöglich selbst zu erscheinen. Tempelhof. In der Generalversammlung des Wahlvcrcins gab der Vor- sitzende Genosse Wilsdorf den Vorstandsbericht. Nach einem Resums über die agitatorische Tätigkeit deS Vereins besprach der Redner den augenblicklichen Stand unserer Organisation. Trotz der herrschen- den wirtschaftlichen Depression sei der Mitgliederstand stabil ge- blieben. Die Zahl der Mitglieder beträgt zurzeit 286, davon 24l männliche und 45 weibliche gegen 281 am Ansang deS Jahres. Der Kassenbericht, der sich auf das zweite und dritte Quartal erstreckle, ergab für das zweite Quartal eine Einnahme von 201,93 M. und eine Ausgabe von 189,10 M. Für das dritte Quartal eine Einnahme von 227,23 M. und eine Ausgabe von 224,73 M.. An die Kreiskasse wurden insgesamt 236,14 M. abgeliefert.� Der Spcditions- bericht des Genossen Thiel wies einen Abonnenlenstand von 342 im Durchschnitt und einen Ueberschuß der Speditionskasse von 46.30 M. für das letzte Halbjahr aus. Die geineinsame Uraniavorslellnng für Britz-Tempclhof brachte für Tempclhof einen Ueberschuß von 19.80 M Zum Schluß widmete der Borsitzende dem verstorbenen Geiiossen Golllieb Heinrich, der un'erem Wahlverein seit seiner Gründung angehörte, einen warmen Nachruf. Ein Genesungsheim für rekonvaleSzcnte Kasscnmitgliedrr wird die Allgemeine Orlskasse für Tempelhof auf dem Riinzelschen Besitztum in Groß-Besten errichten. Die Genehmigung der Aufüchts- behörde ist bereits erteilt. An der Erwerbung sind noch die Orts- kranlenkassen Wilmersdorf und Friedenau beteiligt. DaS altbekannte Kreidewcißsche Grundstück in der Berliner Straße, besten Lokalitäten aber für die Arbeiterschaft gesperrt sind, ist finden Preis von 480 000 M. von einem Konsortium, zu welchem auch eine Berliner Brauerei gehört, angekauft worden. Spandau. Stadtverordnetenversammlung. Der öffentlichen Sitzung ging diesmal eine zirka l'/z slündliche geheime Sitzung voraus, in welcher hauptsächlich über die Vorlage, betreffend Uebernahme einer selbst- schuldnerischen Bürgschafl für die Charlottenburger Baugenoffenschaft verhandelt wurde. Die Cbarlotteiiburger Bangenosseiischaft beabsichtigt auf dem Nomieiidamm Wohnhäuser zu errickiten, um denjenigen aus deni Ronnciidamm beschäftigten Personen, die jetzt in Charlottenburg wohnen, daselbst WohiimigSgelegeuheit zu schaffen. Spandau soll eine selbstschuldiiecische Bürgschaft dazu übe. nehmen. Die Vor- läge wurde mit ziemlich großer Majorität angenommen. In die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung eintretend, gab die Wahl zweier gemischter Kommissionen zum Zwecke der Beratung der Aufbringung der Mittel für den Mehrbedarf für 1909 und lölO sonne zur Einsührung einer kommunalen Bierbesieiieriilig dem Ge- nosien Pieck Gelegenheit zu der Erklärung, daß die Kommissionen wohl keine große Arbeit mehr vorfinden werden, da die Wert- zuwachssteuer ja vom Magistrat schon unter Dach und Fach gebracht sei. Die Stadtverordnetenversammlung werde wohl unter keinen Umständen noch einer Schailkkönzessionssteuer, ebensowenig auch einer Erhöhung des GaS- und Wasserpreises zustimmen. Wenn irgend noch etwas in Frage komme, so sei eS die Erhöhung der Grund- wertsteuer. Diese Anregungen des Genossen Pieck schienen, nach ihren Zwischenrufen zu urteilen, den Grundstückbesitzern nicht an- genehm zu fein. Die Kommisstonen wurden nach den Vorschlägen deS Sechser- Ausschusses gewählt. Von unseren Genossen ist keiner in Borschlag gebracht worden.— Zum Ausbau der östlichen Hälfte der Straße am Fshrbelliner Tor. die in ihrem jetzigen Zustaiide mit den« Holzgeländer und der schrägen Abrampung ein wahres Monstrum bildet, wurden 30 000 M. bewilligt.— Zur Gewährung von Stipendien an die HausballungS- schule im Sonnenhof bewilligt die Versammlung 1000 M._ Die übrigen Vorlagen wurden debattelos genehmigt. Die kurze öffcnt- liche Tagesordnung war damit erschöpft. Den Teilnehmern am Besuch der ArliciterwohlfahrtSiiilSstcllnng zur Kennttlisnahme, daß die Abfahrt erst um 12 Ubr 45 Min. nach Zoologischer Garten stattfindet. Treffpunkt am Bahnhof. Der Bildungsausschuß. Hm der frauenben>egung. »versanttiilungen— Veranstaltungen. Verband der Hnusaugestellte». Sonntag, den 24. Oktober. Leseabend. Linkstr. 11 I. Zeittral-Arbeitsuachweis. Anfang 6 Uhr. Ein- tritt frei._ Vermischtes. Eine Familicntragödie rief gestern ftüh in Oschatz große? Anf- sehen hervor. Nach einer Meldung von dort wurde gestern früh der Gastwirtschaftsbesitzer Schulze mit seinen vier Kindern drei Mädchen und einem Knaben im Alter von 2'/,— 9 Jahren, tot im Bette aufgefunden. Die Gashähne waren geöffnet, so daß der Tod durch Gasvergiftung eingetreten ist. Am Abend war ein Streit zwischen dem Ehepaar Schulze voraufgegangen, in dessen Verlauf Schulze seine Frau mit einem Hammer bedroht hatte. Die Frau war daraufhin zu Nachbarn geflüchtet, wo sie die Nacht über verblieb. AuS dem Lande der FinstcrniS. Aus Rom wird folgendes ge- meldet: In Andria bei Pari stürzte gestern von der Dominikaner- kirche eine aus Gips geformte Engelsstatue herab und tötete ein zweijähriges Kind Dieser cigeiiariige Vorfall rief unter der aber- gläubischen Bevölkerung große Aufregung hervor. Frauen durch- zogen die Straßen und verkündeten den bevorstehenden Weltunter- gang. Ein neuer Ausbruch des Vesuv. Einer Meldung aus Neapel zufolge ist der Vesuv gestern nachmittag in Tätigkeit getreten, ge- folgt von mehreren Erdstößen. Zahlreiche Touristen wohnten dem Schauspiel bei. Wie aus Catania berichtet wird, wurde um 7 Uhr morgens in Ammatali und mehreren anderen Ortschaften ein heftiger Erdstoß verspürt. Mehrere Wohnhäuser weisen Nisse aus. Die Be- vötkerung verbrachte die Nacht unter freiem Himmel. Gestern abend um 6 Uhr erfolgten neue Erdstöße, die besonders in Soruanarico, Linera und Mangmio verspürt wurden. Zehn Wohnhäuser sind ein- gestürzt, eine Person wurde getötet. Die Behörden und die Soldaten sind an Ort und Stelle eiugerroffen. . Fünfundzwanzig Menschen durch Erdbeben getötet. Eine erschütternde Nachricht kommt aus Simla. Der Bahnhof von Bcllpat(Beludichistan) und mehrere Gebäude an der Eisenbahn nach Ouetta sind durch Erdbeben vollständig zerstört worden. Fünf« undzwanzig Menschen sind getötet, zwölf verletzt. Cholera in Ostpreußen. Königsberg, 22. Oktober. Im Kreise Niederung ist bei einem sechs Wochen alten erkranklen Kinde Cholera bakteriologisch festgestellt worden._ Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, de» 24. Oltoder, vormittags g llhi, Pappel-Allee 15/17: Freireligiöse Vorlesung. Vormittags 11 Uhr, Kleine Frankfurter Sir. 6: Vortrag des Herrn Prof. Dr. A. G-l rke kttier: .Die Weltanschauung Schillers und Goethes-. Herren und Dameu sind als Gäste sehr willkommen._ BrlefkaCten der Redaktion« Die suriftlsche Sprechstunde findet Ltndeu st raste 3, zweiter Hof, dritter Einiianz. vier Treppen, F a st r st n h l ivochentägltch adcndS von TM, bis 9 Ii Ubr statt. Geöffnet 7 Ubr. SonnadendS pcalniit die Sprechstunde am 6 Ubr. Jeder Ankrage ist«in Buchstade und eine Zahl alS Merkzeichen beizufi-aen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bit, jur Beantwortung im Briefkasten können 1t Tage vergehen. Eilige Fragen trage man in der e»rech>tun»e vor. Friedrichshagen SS. Altersrente wird erst nach vollendetem 70. Lebensjahre gezahlt.— Notenbruch 3. Sie können selbst aus der Kirche austreten und gleichzeitig als Vertreter Ihrer minderjährigen Kinder für diese. Die Einwilligung der Ehefrau ist nicht ersorderlich. Der Austritt erfolgt durch Ihre persönliche Erklärung vor dem Amlsgertcht. Dieser Er- llärung hat ein schrijtlicher Antrag vorauszugehen. Sie schreiben also dem Amtsgericht etwa: Ich will aus der(evangelischen resp katholische») Landes- kirch e austreten und die AuStrittsertlärung auch»amcus nieiner minder» jährigen Kinder ssoigt Name und GcburtSdaluni) aussprechen. Ich be- antrage, diese AustrillScrtlärung auszunebinen. Nachdem dieses Schreiben bei Gerschl eingelausen ist, erklären Sie innerhalb des 23. und 42. TageS nach Einlaus des Antrages Ihren Austritt persönlich bei dem Amtsgericht. Amtlickier Marktbericht der städtilchen Morkthallen-DIrektlon über den Mrotzbaiidel in den genwal-Marktballen.«tarktlage: F l e i l ch: Zulubr reichlich, Gcichäsl ruhig. Preis« unverändert. Wild: Zufuhr genügend, Geichäst ziemlich rege. Preise bcsnedigend. Gesiügel: Zusuhr reichlich, Geschält nicht rege genug, Preise wenig verändert. Fische: Zusuhr mäßig. Gelchäit schleppend. Preise gedrückt. Butter und Käse: Geschäft ruhig. Preise unverändert. Gemüse. Obit und Süd» j r ü ch t«: Zusuhr reichlich, Geschäjl rege, Preise fast unverändert. Witteriinasuberfickir vom 22. Oktober I!)(»».»lorqens 8 tibr. Stationen Wetter swlitembe 765 SB Hamburg'766 25»SB Berlin 76? W Fraiitl.a M 771SW München s771W Wien 768 W 3 wollig 4 wolkenl ilwo! kcal 3 wolkenl 3 Regen Shedeckt di all S? Stationen �2 iE i? Savaranda 752 SW etersbitrg 767 SSW Scillh � 767 SW Aberdeeu 757 S Paris j 772 SSW Wetter Iii 8 g 12 8 6 4 bedeckt' 1 bciter: 5 bedeckt 3 Regen 2halbbi>.! Ii II I Wetterprognose kür Sonnabend, den 23. Oktober 1809. Zunächst kühler, später wieder etwa» wärmer, vielfach heiter, aber ver» änderlich bei mäßigen südwestlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wellerdureau. vva,«rrftands-?t»ckirickiten der LandeZanstall sür Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M- m e l. DlNt P r e g e l, Jnfterbmg Weichsel. Tborn Oder, Nattbor , Krossen , Frankfurt Da r t h e. Schrimm . Landsberg Netz«, Vordamm Elbe, Lcikmcritz , Dresden , Bardo . Magdeburg ft+ bedeutet Wuchs.— Fall.— ft Unterpegel. Erscheint 2 mal wöchentlich. Credit-Haus Moabit TurmstraOe 53, Ecke Waldstraße gewährt jedem bei spielend leichter An- und Abzahlung mehplfthrlflen Kredit auf Waren lind Mfibei. Lubasclier,S.i __ Oredittiaus"Vvg Gebr. Weber, Neue Königstr. 58. Spandau, Pots- ( dameratr. 231. koalsntsstes s. PI. Bose!!!!e!!!!er,M.,f.crhormb��hönS: Weber, llerm., Danzigerstr. 781. Windreich& Co., S.f EIsasserstr.XT/lfJ, Kleine Anzahlg., bequ. Abzahlg., Möbel, Uhren, Garderoben usw. Woltei.tarl.Ä�81 Zulrann&Co. eoS GaÄr.10 best. s. 1887.«Sdel- a. ilmtllcbe Waren. 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Hus Inclultrie und Kandel. Konzentration in der Bierindnstrie. Eine Berliner Brauerei versendet an die Bierderschleiszer folgende Offerte: „Nachdem von feiten der gröszten Brauerei Berlins— der Schultheiß-Brauerei— ein besonders billiges Bier hergestellt und in der Provinz zum Verlauf gebracht wird, ist es tatsächlich an der Zeit, daran zu denken, in welcher Weise man bei den enormen neuen Steuerbelastungen und sonstigen Verteuerungen seinen �Geschäftsbetrieb so einrichten soll, daß man fernerhin noch existenzfähig bleibt, und notgedrungen wird für manchen Betrieb die Frage auftreten: ob es nicht ratsam sei, das bisher selbst gebraute Lagerbier von einer leistungsfähigen Grosibrauerei zu beziehen und sich auf die Herstellung von Braun- und Weißbier zu beschränten. Lediglich unter Berücksichtigung dieses Gesichtspunktes haben tvir uns entschlossen, einen unserer Brauereibetriebe für den Bierexport besonders einzurichten und ein Exportbier her- zustellen, welches wir zu einem verhältnismäßig billigen Preise in Wagenladungen zum Wiederverkauf an Brauereibetriebe in den Fässern dieser Brauereien abgeben; allerdings müßten die Fässer geeicht bezw. mit Liter- ,inhalt versehen sein. Um jedem Irrtum von vornherein zu begegnen, wollen wir bemerken, daß wir nicht etwa die Absicht haben— ähnlich wie die vorgenannte Brauerei—, dieses Exportbier in unseren Nieder- lagen einzuführen und in der Provinz die Preise zu verderben, fondern wir wollen dieses Bier nur an Wieder Verkäufer isnicht an Gastwirte direkt) abgeben, damit diese imstande sind, jeder Konkurrenz zu begegnen. Sollten Sie die Absicht haben, unser Exportbier in Ihren Fässern zu beziehen, so wollen Sie uns gefl. mitteilen, um welches Quantum es sich handelt, damit wir Ihnen mit ent- fprechender Offerte näherkommen können. Wir wollen gleich im voraus bemerken, daß wir nur dann zu einem Abschlüsse kommen könnten, wenn Sie sich entschließen würden, einen längeren Vertrag mit uns zu vereinbaren. Unsere Biere erfreuen sich des besten Renommees und zählen unbedingt zu den erstklassigen Bieren Berlins. Der Umstand, daß wir unsere Biere in die Fässer der mit uns abschließenden Brauereien füllen, wird für die betreffende Brauerei den Vorteil haben, daß das Publikum bezw. die Kunden von einer Betriebs- änderung kaum etwas erfahren und dadurch unliebsame Er- örterungen vermieden werden. Ihren gefälligen Nachrichten entgegensehend, zeichnen wir Wenn die Großbrauereien besseres Bier als die Ver- schleißer, an die sie es abgeben, liefern können, dann brauchten die Konsumenten sich wegen der Betriebsveränderung nicht auf- zuregen. Die Geheimniskrämerei hat doch ihre guten Gründe. Das Angebot ist der beste Beweis dafür, daß am Bier noch sehr viel verdient werden kann, denn es ist ja möglich, einem über- flüssigen Zwischenhändler, der nur seine Firma hergibt, einen anständigen Liabatt zu gewähren. Der Kapitalsbedarf der Elektrizitätsgcsellschaften gestaltete sich im laufenden Jahre viel umfangreicher als im Vorjahre. Für Neugründungen und Äapitalserböbungen von Aktiengesell- schaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung wurden in den ersten sieben Monaten 31,3 Millionen Mark beansprucht. Im gleichen Zeiträume des Vorjahres hatte der Kavitalsbedorf nur 21,9 Millionen Mark betragen. Diese starke Beanspruchung des Geldmarktes ist recht bemerkenswert. Die Gas- und Elektrizitäts- gesellschasten haben schon in den Jahren der Hochkonjunktur einen sehr starken Kapitalsbedarf befriedigt. So betrugen im Jahre 1997 die Neuinvestierungen insgesamt 52 Millionen Mark, 1906 aber gar 124 Millionen Mark. Den größten Ausdehnungsdrang zeigen auch jetzt wieder die Aktiengesellschaften, auf die über die Hälfte der Äapitalsanforderungen entfällt. Sodann fällt auf, daß unter den Neugründungen diejenigen von Gesellschaften mit beschränkter Haftung besonders groß sind. Rationelle Viehmast. In Oesterreich sind die Agrarier aus genau demselben Holze geschnitzt wie bei uns. Auch dort haben sie durch ihre Volks- feindliche Wirtschaftspolitik die Preise wichtiger Lebensmittel zu beängstigender Höhe hinaufgetrieben. In Wien z. B. kostet Schweinefleisch im Durchschnitt zirka 89 M. pro Doppelzentner. Um den Werksangehörigen billigeres Fleisch zu beschaffen, hat die Firma Krupp in Berndorf auf ihrem Gut in Klein-Mariazelt eine große Schweinemastanstalt errichtet. Darüber wird be- richtet:„Die Mastanstalt ist eine Sehenswürdigkeit. Zur Be- dienung von tausend Tieren genügen drei Personen. Die Tiere bleiben unbelästigt und unberührt, bis sie zur Schlachtung ge- bracht werden. Die große Halle enthält fünfzig getrennte Koben mit je 29 Schweinen. Dunkle Vorhänge halten das Licht ab und befördern das Ruhebedürfnis der Tiere. In unmittelbarer Verbindung mit der Mastanstalt steht eine Futtcrmühlc, nach Art der Silos gebaut. Die Futterstoffe werden aus den Waggons durch ein � Paternosterwerk aufgenommen, durch Maschinen ent- staubt, auf die Mahlsteine geschüttet, in die Milchtröge gebracht, gewogen und in die Futtertröge verteilt, so daß ein einziger Mann genügt, um den Dienst zu besorgen.— Die Firma Krupp verkauft das Pfund Schweinefleisch für 65 Pf." Da die Junker mit Liebesgaben aller Art gemästet werden. halten sie es natürlich für nicht standesgemäß, rationell Vieh- mast und Landkultur zu betreiben; es ist für sie bequemer, vom Volke Wucherpreise zu erpressen. Schiffe aus Eisciibcto». Die große und vorteilhafte Vertuend- barkeit des Eisenbetons als Baumaterial zeigt sich aus Rainer weiteren Gebieten der Technik. Seit einigen Jahren sind in Italien Versuche im Gange, den Eisenbeton als Baumaterial auf dem Gebiete des Schiffbaues zu verwenden. Die ersten Versuche mit dem Vau von kleinen Booten führten bald zur Inangriffnahme des Baues von Schiffen größerer Diniensionen, die man künstlichen Zusammenstößen mit Brückenpfeilern und Dampfern aussetzte, um ihre Widerstaudsfähigkeit zu erproben. Das günstige Verhalten der Schiffswände bei diesen künstlich herbeigeführten starken Beanspruchungen bewies, daß auch für größere Schiffe der Eisen- beton ein gutes und sicheres Bauinatcrial bildet, und so sind heute bereits die Bestrebungen zur Verwendung des Eisenbetons als Baumaterial im Schiffbau bis zum Bau von Schiffen mit einem Deplacement von 299 Tonnen fortgeschritten. Eine groß- Zahl von Eisenbetonkähnen hat bei dem Bau von Pontonbrücken in Italien Verwendung gefunden und nach einer Beobachtungszeit von beinahe zehn Jahren haben diese zienilich starken Beanspruchungen ausgesetzten Pontons aus Eisenbeton keinerlei Anlaß zu Reparaturen gegeben, so daß trotz höherer AnschaffungSkosten ihre Verwendung infolge der längeren Lebensdauer und der geringeren Reparaturkosten wirtschaftlicher als die von Holzpontons ist. Die Bankosten dürften sich ungefähr in der Mitte von Holz und Eisen als Baumaterial bewegen. Der Nachteil der Eisenbetonschiffe besteht hauplsächlich in ihrem ziemlich großen Tiefgang infolge ihrer Schwere. Anch bei der Verwendung von Eisenbetonschiffen auf der See hat sich heraus- gestellt, daß das Seeivasser keinerlei ungünstigen Einfluß ans den Eisenbeton ausübt, und daß ein Ansetzen von Pflanzenstoffen an den Schiffskörpern nicht stattfindet, was bei anderen Schiffen bald eine Fahrtverminderuug und Dockungskosten mit sich bringt. Ruhestuhl. Nickelservice, wie nebenstehend abgebildet, und viele andere anerkannt wertvolle Gegenstände erhalten Sie bei Benützung von mmm Seife und Flummers Selfeiploer hunderttausende solcher Geschenke kamen bis jetzt zur Verteilung. Seide wasch- mittel find die denkbar besten, geben mühelos und ohne besonderes Bleichen schönste Wäsche, fie find garanttert unschädlich, ausgiebig und bMig im preis. 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