Mr. 255. flbonnemcntS'Bedingiingenj Abonnements- Preis pränumerando: Wierteljäbrl. S�ll Mk., monatl. I.Ift Mb, wöchentlich 28 Pfg. frei ins HauS. Einzelne Nummer K Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags» Beilage.Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-geitunas- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Mchelgt tlfliid) aiiScr fflontsgi. Vevlinev Volksblelkk. 36. Jahrg. SZe Insel'Nonz-eebllhi' beträgt für die sechsgespaltcne Kolonsk» geile oder deren Raum 60 Psg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und VersammlungS-Anzeigcn M Pfg. „Aleine Anzeigen", das erste ffctt- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort lO Pfg. Stellengesuche und Schlaf- stellen-Anzcigcn das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 6 Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist diS 7 Uhr abends geöffncfc Telegramm-Adresse: „S»>i>It!moIikZt Rcriiu", Zentralorgan der rozlaldetnokratifcben Partei Deutfcblande. Redaktion: SRI. 68. Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. IS8S. Expedition: SM. 68, Lindenstrasse 69* Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die MlvmiwikllWM in Striin pniitn m burdn MiMch M. Genossen! Nutzt die kurze Zeit zu eifriger Agitation für die sozialdemokratischen Kandidaten! Llve merwuMge Leschichte. In der letzten Nummer des„Plutus" wirft sich Herr Georg Bernhard in einer immerhin auffälligen Weife zum Beschützer der Rechnungskontore auf, die den läildlichen Grundbesitzern die Bücher führen und llntcr denen es~ nach den Enthüllungen des konservativen Professors Delbrück zum mindesten einige gibt, die ihre Force hauptsächlich darein fetzen, den Agrariern herauszurechnen, daß sie kein oder fast kein Vermögen und Einkommen haben und infolge dessen auch keine oder fast keine Steuern zu zahlen brauchen. Selbstver- ständlich will Herr Bernhard solchen Betrügereien nicht das Wort reden: aber, so warnt er, man soll nun das Kind auch nicht mit dem Bade ausschütten. „Zunächst ist kaum ein Begriff der volkswirtschaftlichen Wissenschaft so umstritten, wie der Begriff des Einkommens und des Vermögens.... Die Einlommensteuergesetze an und für sich sind überhaupt kaum verständlich. Es haben fast immer komplizierte Ausführungsbestimmungen erlassen werden müssen, die eines genauen Studiums bedürfen. Man kann wohl sagen, dast ein sehr weitgehendes kaufmännisches und auch Volkswirt- schaftliches Verständnis dazu gehört, um vollkommen einwand- frei eine Steuererklärung abgeben zu können.... Ein ge- schickter Buchhalter wird eben auch, indem er die erlaubten Zahlengruppierungen nach Möglichkeit ausnutzt, so wenig wie möglich Steuern herausrechnen. Es ist aber unbedingt das gute Recht eines jeden Staatsbürgers, den Spielraum auszunutzen, den ihm die Gesetze lassen. Will man hier schon von Steuer- Hinterziehungen sprechen, so werden sie sicher in der Industrie und im Handel genau so diel begangen wie in der Landwirt- schaft.» Ein kluger Mann hieraus ersieht, wie schwer doch so einem Kapitalisten das Leben gemacht wird und wie glücklich sich die Arbeiter preisen können. Ihnen wird es niemals schwer fallen, ihr Einkommen auszurechnen, und so können sie nie in die fatale Lage kommen, zu wenig Steuern zu be- zahlen. Herr Georg Bernhard legt dann weiter dar. daß die Landwirte oft nichts von Buchführung verstehen und deshalb mehr als die Kaufleute und Industriellen auf die Benutzung solcher Rechnungskontore angewiesen sind,„gerade wenn sie ehrlich sein wollen". Dagegen ist nun nicht das geringste ein- zuwenden. Höchstens mag der Eifer auffallen, womit diese Selbstverständlichkeiten vorgetragen werden. Denn keinem vernünftigen Menschen— vor allem dem Professor Delbrück nicht— ist es ja eingefallen, zu behaupten, daß die Kaufleute und Industriellen weniger Steuer hinterziehen als die Agrarier. Ebensowenig hat man die Existenz und Benutzung der Kontore an sich als ein Verbrechen bezeichnet. Worum es sich vielmehr handelt, zeigt folgende Stelle aus einem Artikel des Oberverwaltungsgerichtsrats M ro ze k° Steglitz im Maiheft 1909 der„Preuß. Jahrbücher"(S. 268): „Eine eigenartige EntWickelung hat die landwirtschaftliche Büchführung genommen; sie bildet den Gegenstand besonderer gewerblicher Unternehmungen, der sogenannten Rechnungs- kontors. Diese führen den Landwirten die Bücher aus der Ferne auf Grund von eingesandten Aufzeichnungen. Die Abschlüsse, welche diese Buchfiihrungsstellen ihren Auftraggebern siir Steuerzwecke aufstellten, befriedigte diese in so hohem Maße, daß der Kundenkreis rasch wuchs. Selbst Besitzer von landwirt- schastlichen Großbetrieben mit geordneter Verwaltung zogen es vor, mit der Anfertigung der bisher von ihren Verwaltungen aufgestellten Steuererklärungen jene Rechnungskontore zu be- trauen. Die Aufstellungen dieser Kontore stehen hinsichtlich des Ergebnisses in solchem Mißverhältnis zu den Feststellungen früherer Jahre, daß große Zweifel an ihrer Vollständigkeit und Zuverlässigkeit entstanden sind. Das Qberverwaltungsgericht hat jetzt solchen Zusammenstellungen zu Steuerzwecken jede Beweis- kraft abgesprochen...." Also mit anderen Worten, es liegt ein planmäßiger, geradezu organisierter Steuerbetrug vor, und das Drum- herumreden Georg Bernhards ist nur geeignet, die Aufmerk- samkeit von diesem einzig wichtigen Punkte abzulenken, wie er denn auch schon durch die Ueberschrift seines Artikels einen Zweifel daran ausdrückt, ob wirklich Steuerbetrug vorliegt. Nun will es der Zufall, daß gerade am selben Tage das neueste(November-) Heft der„Preuß. Jahrbücher" er- schienen ist, worin Herr Delbrück nochmals auf die Affäre zurückkommt. Da erfährt man nun die folgenden sehr interessanten Tatsachen. In der„Deutschen Tageszeitg." hatte man sich unter anderem auch darauf berufen« l„daß dem Herausgeber des„Plutus", einem ehemaligen Sozial- demokraben und scharfen Gegner der Agrarier, Herrn Georg Bernhard, Einsicht in die Buchführungsabteilung des Bundes der Landwirte gewährt sei, und daß Herr Bernhard sich sehr günstig darüber ausgesprochen habe." Daraufhin hat ein Herr v. Ubisch in Steglitz, der selbst von der„Deutschen Tagesztg." dazu aufgefordert war, sich ebenfalls an den Bund der Landwirte gewandt und Einblick in dessen System der Buchführung erhalten. Was aber zeigte man ihm da? Nur leere Formulare und leere Bücher! Tatsächlich geführte Bücher verweigerte man ihm,„weil man zur Diskretion verpflichtet sei". Das war freilich nur eine Ausrede, denn die Bücher führen meist weder Namen des Guts noch des Besitzers, sondern nur Nummern. Aber richtig geführte Bücher bekam Her v. Ubisch eben nicht zu sehen. „Auf Grund welchen Materials",— so fragten nun die „Preuß. Jahrbücher"—„hat denn nun eigentlich der frühere Sozialdemokrat und„Plutus"-Herausgeber seine so außer- ordentlich lobenden Ausführungen über die zeitgemäße Ein- richtung der Buchführungsabteilung beim Bunde der Landwirte gemacht?! Oder sollte diesem Herrn gegenüber die Diskretion durchbrochen worden sein? Wohl möglich, denn wie soll einer indiskret sein, der sich Bücher mit der Nummer so und so ein- mal eingehender ansieht?" Wir meinen, es ist doch eine höchst merkwürdige Geschichte, daß Herr Georg Bernhard beim Bunde der Landwirte so viel weitergehendes Entgegenkommen fand, als der adlige Herr aus Steglitz— denn, daß er auf Grund leerer Bücher gelobt haben soll, wird er sich doch nicht wollen nachsagen lassen! — und daß er dann einen solchen Artikel veröffentlicht, der jedenfalls nicht geeignet ist, die Verhinderung ferneren Steuerbetrugs zu erleichtern. Der Vollständigkeit halber sei noch hinzugefügt, daß Herr Delbrück bei dieser Gelegenheit wiederum eingehende Angaben über den Steuerbetrug der Besitzenden macht. Der Wert eines Gutes in der Provinz Sachsen, dessen Buch- führung von einer Filiale des Howardschen Rechnungsinstituts besorgt wird, ist wie folgt angesetzt: Acker und Wiesen...... 308 312,49 M. Das Sckloß....... 100 000,00„ Die Gebäude exkl. Schloß.. 145 486,10„ Das Gärtnerhaus...., 3 700,00„ Der Gemüsegarten..... 3 000,00„ Der Park und Neuanlage... 13 000,00„ Das Gewächshaus..... 2 000,00„ Diese Posten zusammen ergeben 575 493,59 M. Rechnet man noch die Neubauten, das Inventar, die Anteile an einer Zucker- fabrik und an einer Molkerei hinzu, so ergibt das rund 900000 Mark." Nach den Angaben des Einsenders ist damit der Wert des Gutes um etwa eine Million zu niedrig eingeschätzt! Das heißt um mehr als die Hälfte!„Gegen die „Exaktheit" der Buchführung." meint Herr Delbrück dazu, „ist, wie die Pfennige neben den Hunderttausenden beweisen, nichts einzuwenden, aber was nützen uns die Pfennige, wenn am Ende die Million fehlt?" Delbrück fährt dann fort: „Ferner brachte die„Deutsche Tageszeitung" aus West- Preußen, aus SchleSwig-Holstein und anderen Gegenden Zu- schriften von Landwirten, aus denen immer wieder, wenn man nachrechnete, sich ergab, daß sie erheblich zu niedrig veranlagt waren. Die Einsender hatten sämtlich, als sie sich hinsetzten, der Oeffentlichkeit ihre Zahlen vorzulegen, offenbar leine Ahnung davon, was sich tatsächlich daraus ergab, und das ist der beste Beweis, daß das, was sie aufstellten, nichts Ausuahmsweises, sondern daS in ihrem Kreise liebliche ist." Komischerweise weigert sich aber Herr Delbrück, die Namen der ihm bekannten Betrüger preiszugeben. Und das mit folgender Begründung: „Bei einer sehr verbreiteten Verfehlung die Namen derjenigen zu nennen, die durch irgendeinen Zufall bekannt werden, hat etwas überaus Gehässiges."' So war s richtig! Wenn künftig die Polizei von einer zahlreichen Einbrecherbande nur zwei oder drei faßt, wird man sie hoffentlich ungeschoren wieder laufen lassen, weil es überaus gehässig wäre, gerade diese paar ins Zuchthaus zu stecken, die durch irgendeinen Zufall bekannt geworden sind. Will man noch einen deutlicheren Beweis für die Wandlung der Moralansichten gegenüber den besitzenden Ver- blechern? Ueberhanpt— und das ist vielleicht das Merkwürdigste an dieser merkwürdigen Geschichte— Herr Delbrück ist bereits vollkommen befriedigt! Die bekannte „Mahnung" des Finanzministers an die Steuerverwaltung, den Rechnungsbureaus„gründlich das Handwerk zu legen", genügt ihm. Um diese Bescheidenheit richtig würdigen zu können, erinnern wir daran, daß Fälle bekannt geworden sind, in denen Leute mit großem Grundbesitz keine oder nur ein paar Mark Einkommensteuer bezahlen. Es ist klar, daß in solchen Fällen die Beamten der Veranlagungsbehörden ihre Schuldigkeit nicht getan haben— entweder aus Unfähigkeit oder aus schliinmeren Gründen. Denn daß solche Besitzer wirklich gar kein oder ein so geringes Einkommen haben, das glaubt doch kein Mensch mit gesunden Sinnen, also auch kein gesunder Steuerbeainter. Daß aber gegen diese Beamten irgendetwas unternommen worden sei, davon hat man in der Oeffentlichkeit nichts gehört. Sie Mtiterprtd und der Sozial- liberalisrnus. London, 28. Oktober.(Gig. Ber.) Die„Socialist Review" für November, das Monaisovgan der Unabhängigen Arbeiterpartei, enthält u. a. zwei wichtige Kundgebungen der Führer der Arbeiter- Partei über die Haltung der Partei zur Agitation von Llohd Georgs und Churchill. Im Leitartikel wird dem Gedanken Ausdruck ge» geben, daß es nötig sei, der Ansicht entgegenzutreten, daß Llohd George und Churchill„unsere Arbeit tun". Es sei zwar töricht, Lloyd Georges Etat und die mit ihm verbundenen Vorlagen ver- kleinern zu wollen, ober es sei noch törichter, sie zu überschätzen. Die Arbeiterpartei und ihre sozialistischen Ideen seien zwar im Wachsen begriffen, aber man müsse bedenken, daß ihr Einfluß bei den Arbeiterftihrern stärker sei als bei den Arbeitcrmassen. Der britischen Arbeiterpartei fehlen eine ganze Reihe von Faktoren, die das deutsche Proletariat an die deutsche Sozialdemokratie binden. Deshalb müsse immer wieder hervorgehoben werden, daß es töricht wäre zu glauben, Llohd Georges Etat könnte auch nur im ent- ferntesten an eine Lösung der Eigentumsfrage herangehen. Lloyd George und Churchill seien im Kabinett nicht maß- gebend. Sie werden geduldet, solange sie imstande sind, Geld für Armee und Flotte zu finden und die liberale Partei populär zu machen. Sollten sie es wagen, das Kapital ernst anzugreifen, so würde George wie ein alter Spazierstock zerbrochen werden, und bis Liberalen würden Churchill dasselbe Schicksal bereiten, das'einst die Konservativen seinem Vater bereiteten. ES fei stets zu bedenken, daß die Arbeiterpartei das Volk ver- trete. Nur sie allein dürfe für die Massen sprechen. Nur sie allein besitze die Macht, mit den Herren des Bodens und mit den Herren des Geldes, mit den Schnapsbrennern und mit den Pfaffen gründ- lich abzurechnen, das Stimmrecht den Frauen zu geben, den König innerhalb seiner konstitutionellen Schranken zu halten, den iiitcr- nationalen Frieden herzustellen, der imperialistischen Rivalität ein Ende zu machen und Indien und Aegypten zu befriedigen. Keir H a r d i e schreibt über die kommenden Parlaments» wählen und erklärt:„... In allen Wahlkreisen werden wir direkt an die Wähler appellieren, ohne uns um die Liberalen und die Konservativen zu kümmern.... Mr verlangen keine Gunst. keine Gnade, und wir wollen auch keine gewähren. WaS wir ge- Winnen können, sollen wir durch unsere eigene Kraft gewinnen, und es soll uns gehören. Mehr als das fordern wir nicht, und weniger als dies wollen wir nicht annehmen. In diesem Geiste gehen die Arbeiterpartei, die Sozialisten und die Trade-Unionisten in den Wahlkampf, und in demselben Geiste werden wir gekräftigt und stärker an Zahl, an Disziplin und an Mut aus dem Kampfe hervorgehen."_ Der Kampf gegen die Arbeiter- turnverelne. Die Verurteilung des Kultusministers durch die Berliner Strafkammer, über die wir am Freitag berichteten, wird selbst in der„Staatsburger Zeitung", die die Sozialdemokraten mit so grimmem Hasse verfolgt, gebilligt. Sie schreibt:„Das Urteil muß als ein durchaus gerechtes und nach vernünftigen Gedanken auf. gebautes bezeichnet werden." Sie erklärt ausdrücklich, daß sie die Anwendung jener vergilbten Bestimmungen auf die Turnvereine nicht als zu Recht bestehend anerkennen könne.„Gewiß müsse der Kampf gegen die Weltanschauung, wie sie im Arbeiterturncrbund herrscht, energisch durchgeführt werden, aber nicht mit ungcfetz- lichen Mitteln." Sie seien keine Gerechtigkeitsfcxe. Aber von un- gesetzlichen Maßnahmen gegen einen Verband, dessen Grundsätze den Anforderungen der Gesetze entsprechen, rate sie entschieden ab. Die von dem Gericht mißbilligten Maßnahmen des Kultusministers und der Regierungen lehne sie selbst auf die Gefahr hin ab, von dem Leipziger Turnerschaftsführer Dr. Götz als Bundesgenossen der Sozialdemokraten verdäcktigt zu werden. Der„Staatsbürger Ztg.' mag die Verfechtung der Gerechtigkeit in diesem Falle geboten erscheinen, weil ja ebenso gegen den„Deutschen Turnerbund", dessen Mitglieder antisemitische Tendenzen verfolgen, ähnlich vorgegangen werden könne, wie gegen die Ar- beikerlurnberewe. Das Motiv tut der Richtigkeit des in dem Blatt ausgesprochenen Urteils keinen Abbruch. Soweit wir sehen, nimmt sich kein' einziges Blatt des verurteil- ten Kultusministers an. Es ist ja, wie wir bereits am 27. März darlegten, die Rechtslage so klar, daß bereits am 17. September 1S08 der Reichsanwalt beim Reichsgericht in der Strafsache gegen zwei Dänen die Verfassungs- und Gesedwidrigkeit des Vor- gehens gegen die dänischen Turnvereine anerkannt hatte, gegen die in gleicher Weise wie gegen die Sozialdemokraten vorgegangen war. In der Tat bedroht das rechtswidrige Vorgehen des Kultus- Ministers und der ihm nachgeordneten Behörden das Bestehen jedes Turnvereins, dessen Mitglieder eine Ueberzeugung und eigene Weltanschauung haben. Was heute den Arbeiterturnver- einen gegenüber gesündigt ist. ist auch bereits dänischen und pol- nischen Turnvereinen gegenüber oder richtiger Turnvereinen gegen- über angewendet, deren Mitglieder dringend verdächtig sind, in der Dänen, und Polenfrage anderer Ansicht zu sein, als die jeweilige Regierung. Dieselbe Bedrohung und Beleidigung, die in dem kultusministericlle» Erlaß Sozialdemokraten gegenüber verübt ist, kann morgen Freisinnige, übermorgen Zentrumsleute, ein ander- mal Antisemiten treffen. Rur die Mitglieder solcher Vereine können darauf rechnen, von der der modernen Turnerriecherei und Drangsalierung nicht getroffen zu werden, die aufrechter, eigener Gesinnung bar sind und in politischen Dingen stets sich der Ansicht der jeweiligen Regierung anpassen. Wer nicht zu Speichelleckern und Bouchrutschern gehört, muß das vom Gericht als gesetzwidrig gekennzeichnete Vorgehen der Behörden aufs entschiedenste miß- billigen. Wird nun endlich der„liberale" Berliner Mogistrat seine Turnhallen den Avbeiterturnvereinen wieder zur Verfügung stellen? flu! geheimen Menttiicken. Die Brcslauer„Volkswacht" ist wieder einmal in der Lage, ihren Lesern einige hochinteressante Aktenstücke aus dem Fürstlich Pletzschcn Aktenschrank zu übermitteln, aus welchen recht deutlich hervorgeht, mit welchen Mitteln die niederschlesischen Kohlen- Magnaten die gewerkschaftliche Arbeiterbewegung k o r r u m- Pieren wollen. Bekanntlich richtet sich der Kampf der Pleß und Konsorten in der Hauptsache gegen die freiorganisierten Arbeiter und die Sozialdemokratie. Als geistiger Leiter dieses Kampfes ist der bekannte Hypothekenschuldner des Fürsten Pleß, der reichstreue Arbeitersekretär und Vor- sitzende des Bundes vaterländischer Arbeiter- vereine, Gustav Ermert, bis jetzt trotz enorm großer Geldopfer von den Grubenbesitzern ohne Erfolg tätig gewesen. Ja. das direkte Gegenteil ist der Fall. Je mehr die Gruben- Magnaten uns mit ihrem von ihnen ausgehaltenen Ermert ver- folgen, um so größer sind unsere Fortschritte, die wir machen und noch nie war die gewerkschaftliche wie politische Organisation und der Stand der Abonnenten der„Volkswacht" im niederschlesischen Grubenrevier, wo Ermert mit dem Fürsten Pleß gemeinschaft- lich arbeitet, sohochwiejetzt. In ihrer Verblendung, den Ar- beiterorganisationcn, die sich nicht ohne weiteres den Kapitalisten zu Willen zeigen wie die reichstreuen, das Lebenslicht auszublasen, sind sie in der Wahl ihrer Mittel nicht wählerisch. Sie verlangen einfach die Unterwerfung, und wer sich nicht fügt, dem wird ohne weiteres die Freundschaft und die Unterstützung gekündigt. Christ- liche und freie Gewerkschaften werden in einen Topf geworfen und die Grubenbesitzer sind sogar der Meinung, daß die katholischen Ar- beitervereine viel schlimmer sind, als die freien Gewerkschaften, wie aus folgenden Aktenstücken, die der Breslauer.Bolkswacht" zugeflogen sind, recht deutlich hervorgeht. Schloß Waldenburg, im Mai INOS. An die Herzogliche Generaldirektion. Auf die Verfügung vom 18. v. M. betr. die Gewährung von Unterstützungen an die streikenden Bergleute in Gottesberg durch die katholischen Arbeitervereine berichten wir gehorsamst folgendes: Wir waren nicht einen Moment im Zweifel, daß die katho- lischen Arbeitervereine nicht gegründet worden sind, um natio- nale Gesinnung in die Arbeiterschaft zu tragen oder um etwa ein Gegengewicht gegen die sozialdemokratischen Gewerk. schaften zu bilden, sondern lediglich aus dem Grunde heraus, volitifche Einflasse auf die katholischen Bergarbeiter ,n gewinnen. Daß diese Auffassung richtig ist, zeigt die Unterstützung der strei- kenden Bergarbeiter in Gottcsberg durch die katholischen Ar- beitervereine. Eben, weil sie politische Vereine sind und ihre politischen Einflüsse auf die katholischen Arbeiter nicht verlieren wollen und dürfen, sind sie notgedrungen gezwungen, die strei- kenden Arbeiter zu unterstützen. Es kann von seiten der Werksbesitzer nicht verlangt werden, daß eine derartige Organisation, die den Arbeiter in seinen nicht einmal berechtigten Interessen(wie dies in Gottesberg der Fall ist) unterstützt, noch dadurch unterstützt wird, daß sie diesen Arbeitervereinen Gelegenheit gibt, durch Be- urlaubung von Arbeitern Redner für diese politischen Zwecke ausbilden zu helfen. Wir stehen bezüglich der katholischen Ar- beiter ganz auf dem Standpunkt, den Herr Geheimrat Kirdorfs in der Sitzung des Vereins für Sozialpolitik vertreten hat und in welcher er über die christlichen Arbeitervereine folgendes sagt: „Meine Hcrrenl Soweit diese Arbeiterorganisationen deutlich erkennbar unter sozialdemokratischem Einflüsse stehen, ist doch die Hauptrichtung, die sie leitet, politisches Bestreben und wenn, wie e» vielfach der Fall ist, und wie auch der Glaube oben vertreten ist, der chriftlich-soziale Teil dieser Arbeiterorganisationen weniger gefährlich erscheint, so muß ich das meiner innersten Ueberzeugung und Erfahrung nach bestreiten. Dann ist mir doch die sozial. demokratische Organisation, meine Herren. noch lieber,(Bewegung und lebhaftes Hört, hörtl) Die kämpft offen, wohin sie zielt, auf den Umsturz. Die christliche Organisation, meine Herren, kämpft unter falscher Flagge, unter dem Mäntelchen christlicher Liebe und Eintracht und steuert schlimmeren Zielen zu. Sie weiß ganz genau, daß wenn die sozialdemokratische Seite ihr Endziel erreicht hat. den Umsturz und die sozialistische Gesellschaft, diese nicht von langer Dauer ist, und dann rechnet sie darauf, daß sie die Herrschaft bekommt, und dann wird nicht allein die Industrie von ihr geknechtet, sondern auch die ganze Geistes- freiheit." Wir stehen auf dem Standpunkie, daß alles möglichst zu vermeiden ist, was diesen Arbeitervereinen förderlich sein könnte und daß daher in Zukunft Arbeiter zwecks Ausbildung von Rednern für die katholischen Bereine nicht mehr Urlaub erhalten. Was die reichstreuen Bergarbeitervereine betrifft, so ist es unseres Erachtens von Interesse, nach Beendigung des Gottes- berger Streiks zu erfahren, wie die Vereine des Lässig- tals bezw. deren Mitglieder sich Während des Streiks verhalten haben.(!) Es könnte dann die Frage aufgeworfen werden, ob die reichS- treuen Bergarbeitervereiae pekuniär noch mehr zu unterstützen sind, so daß sie Gelegenheit haben, für ihre Mitglieder abgekürzte Lebensversicherungen und dergleichen abzuschließen. Wir glauben, daß dies der beste Weg sein würde, um den katholischen Arbeiter- vereinen ihre Mitglieder wieder zu entziehen. Herzogliche Bergwerlsdirektion. PistoriuS. Hierauf verfügte der Herzogliche Gmeraldirektorj RegierungS- Wrt Keindorff am 14. Mai ISVö: Demnach keine Leurlaubungen mehr,, Das paßte aber den Frommen nicht und in einer Zuschrift an den Regierungsrat Keindorff protestierten 8 Pfarrer als Vor- stände der katholischen Arbeitervereine im niederschlesischen Kohlen- revier gegen die verletzenden Aeußerungen des BergwerksdirekwrS PistoriuS und wiesen auf die große Erbitterung hin, die da- durch in den Kreisen der katholischen Arbeiter hervorgerufen wurde. Von einer öffentlichen Protestversammlung wollten die katholischen Arbeiter im Hinblick auf den sozialen Frieden absehen, aber im Namen aller katholischen Arbeiter lege der Bricfschreiber, Erz- Priester Ganse, Protest gegen die ungerechtfertigten Angriffe ein. Jm Hinblick auf seine hinter ihm stehenden kapitalistischen Machthaber antwortete der scharf angegriffene Bergrat Pisto- rius: Schloß Waldenburg, den S. Juli 1906. Zu der Protestkundgebung der Vorstände der katholischen Arbeitervereine erlaube ich mir gehorsamst folgendes zu be- merken: Zunächst bitte ich, mich gegen den in dem Protest ent- haltenen Ausdruck, daß ich die gesamten katholischen Arbeiter- vereine schwer verleumdet, in Schutz nehmen zu wollen. Unter Verleumdungen versteh« ich die Behauptung und Verbreitung einer ehrenrührigen Tatsache wider besseres Wissen. Nun liegt aber hier weder eine Behauptung ehrenrühriger Tatsachen vor, noch viel weniger ist aber dieselbe gegen mein besseres Wissen erfolgt, vielmehr stellt meine an die herzogliche Generaldirektion gerichtete Aeußerung über die katholischen Arbeitervereine ledig- lich das Urteil eines Beamten dar, welches auf höhere Auf- forderung hin über einen unter meinen Untergebenen gebildeten Verein gefällt ist. Ich stehe auch noch heute, und zwar heute noch mehr wie früher auf dem im damaligen Bericht an die General- direktion zum Ausdruck gebrachten Standpunkt, daß die christ- lichen Gewerkvereine in ihrer heutigen Tendenz den sozialdemo- kratischen Vereinen nicht vorzuziehen sind, ja daß sie, da sie nicht mit offenem Visier kämpfen, wie die sozialdemokratischen Vereine, noch mehr Mißtrauen verdienen als diese. Die Haltung der christlichen Gewerkvereine im Saarrevier, die Haltung derselben auf dem jüngsten Kongreß der Berg. arbeiter in London hat zur Evidenz bewiesen, daß die christlichen Arbeitervereine in ihren Bestrebungen sich voll und ganz mit den der sozialdemokratischen Vereine decken, denn ohne Widerspruch haben sie den Beschlüssen der sozialdemokratischen Bergarbeiter in London beigestimmt, ihre Unterstützung im Kampfe gegen die Unternehmer zugesagt und ihre Sympathie mit kundgegeben für die Revolutionäre in Rußland. Man kann von solchen Arbeiter- vereinen, auch wenn sie sich christliche Vereine nennen, nichts anderes erwarten, als von den sozialdemokratischen Gewerk- schaften. Auch der katholische Arbeiterverein in Gottesberg hat durch seine Beteiligung an dem Streik und durch seine Unterstützung der Streikenden gezeigt, daß er in dem Kampfe gegen das Unter- nehmertum Arm in Arm mit den sozialdemokratischen Gewerk- sckaften marschiert. An der Tatsache läßt sich nichts ändern, daß während des Streiks in Gottesberg der katholische Arbeiter- verein an dem Streik teilgenommen hat, während der reichs- treue Bergarbeiterverein sich von dem Streik ferngeholten hat. Die Gründung der katholischen Arbeitervereine ist seinerzeit erfolgt, als die reichstreuen Bergarbeitervereine bereits existierten und als bekannt war, daß beabsichtigt war. alle königs- treuen Elemente der Arbeiterschaft unter diesem Banner zu sammeln. Zur Gründung von katholischen Bergarbeitervereinen lag im hiesigen Revier keine Veranlassung vor und durch ihre Gründung ist lediglich der von Herrn Erzpriester Ganse in dem Schreiben vom 30. Juni d. I. ganz besonders zum Ausdruck gebrachte soziale Friede in unserem Kreise beson- ders g e st ö r t worden. Diese katholischen Arbeitervereine waren durchaus nicht notwendig, sie wurden gegründet zweifelsohne gegen die reichskreuen Bergarbeitervereine, in welchen man vielleicht ein« Gefolgschaft der konservativen und nationallibcralen Parteien erblickte, lediglich in der Hoffnung, um das Heer- banner der Zentrumspartei durch diese Arbeitervereine zu stärken. An den Generalbevollmächtigten seiner Durchlaucht des Herzogs von Pleß, Herrn Generaldirektor, Regierungsrat Keindorff Hochwohlgeboren Hier. Zum Schluß fertigt der Generaldirektor Keindorff noch einmal den Erzpriester G a n s e ab, indem er ihm schreibt, daß der Bericht von P i st o r i u S. der nur durch eine Indiskretion in einem sozialdemokratischen Blatte bekannt geworden sei, eine rein dienstliche Angelegenheit war, daß seine dienstlichen Maßnahmen einer derartigen Kritik durch die katholischen Arbeitervereine nicht unterliegen und fügt hinzu: „Vereine, die einen von Sozialdemokraten ins Leben gerufenen und aufrecht erhaltenen Streik, wie den Gottesberger, mit Geldmitteln unterstützen, haben auf eine För- d e r u n g seitens der herzoglichen Verwaltung nicht zu rechnen. Ich würde aber zu einer Aendcrung der Stellung- nähme zu den hiesigen katholischen Arbeiter- vereinen gern bereit sein, wenn dir Gewähr geboten würde, daß sie nicht wieder für Streikunterstützungen eintreten werden." Also auch hier versuchen die niederschlesischen Grubenkönige die katholischen Arbeitcrverbände zu zwingen, den Streik als zulässige Möglichkeit aus ihren Statuten zu verbannen. Vorläufig sind sie damit bei diesen Leuten noch nicht angekommen, bei den Reichs- treuen ist ihnen das leichter gefallen. Der Kampf des Gruben- kapitalS gilt nach diesem Briefwechsel durchaus nicht nur den sozialdemokratischen Gewerkschaften, sondern sogar den unschul- digsten Lämmern, den katholischen Arbeitervereinen. Ob fromm oder freigesinnt, ob revolutionär oder patriotisch, wenn die Arbeiter ihre wirtschaftlichen Interessen ver- treten wollen, dann werden sie von ihren christ- lichen Glaubensgenossen bis aufs Messer be» kämpft!_ poUtifche Gcbcrficht Berlin, den 29. Oktober 1909. Defizit im preußischen Staatshaushalt. Die„Schweinburgische Korrespondenz" schreibt: „Der StaatshaushaltSetat für da? laufende RechrnmgS- jähr schließt bekanntlich mit einem Fehlbetrage von über ISO Millionen Mark ab. Dabei war vorausgesetzt, daß der größere Teil der Mehrausgaben für BesoldungScrhöbungen, die in den bewilligten Mehreinnahmen aus Steuern keine Deckung findet, durch das natürlicheAnwachsen der bisherigen Einnahmen ausgeglichen werde. Srfwn bei den Etaisverhand- lungen sind aber Zweifel nach der Richtung geäußert worden, ob diese Erwartung nach Lage der wirtschaftlichen VerHältnisie sich schon i m ersten Jahre auch voll erfüllen werde. Diese Zweifel scheinen bedauerlicherweise sich als begründet erweisen zu wollen. Wohl bewegen sich im laufenden Jahre die Einnahmen in a ufst e i g en d er Linie! dies gilt insbesondere auch von denen der Eisen bahn ver waltung. Aber die Steigerung der Einnahmen bleibt doch hinter dem Bedarf zur Deckung neuer Mehrausgaben zu- rück. Dazu kommt, daß nun auch für 1909 auf die Einhebung von Matrikularumlagen über den Betrag von 40 Pf. auf den Kopf der Bevölkerung hinaus verzichtet worden ist. doch noch etwa 16 Millionen Beiträge an das Reich zu leisten sind. Soweit jetzt, fünf Monate vor Ablauf des Rechnungsjahres, eine Schätzung möglich ist. wird man sich also mit dem Gedanken abfinden müssen, daß für das laufende Jahr über das Etatsdcfizit hinaus noch mit einem Rechnungsdefizit von nicht ganz unerheb- lickem Betrage zu rechnen ist." Daß ein solches Defizit eintreten würde, war ja voraus- zusehen. Könnte Preußen gleich dem Reich seine Mehr- ausgaben durch indirekte Steuern decken, die die besitzlose Masse am schlversten treffen, so würde man wohl auch mehr Steuern gefordert und bewilligt haben. Da aber die neuen Steuern im wesentlichen aus Einkommens- und Vermögenssteuerzuschlägen bestanden, bei denen wohl oder übel die Besitzenden ins Portemonnaie greifen müssen. beschränkte man sich aufs Alleräußerste. Ob sich in ukunft soviel mehr aus den Staatsbetrieben, speziell den isenbahnen, hcrauslvirtschaften läßt, um das Defizit zu decken, bleibt abzuwarten. Bei dem S p a r s y st e m in den Staatsbetrieben Pflegen zudem die Staats arbeiter die Leidtragenden zu sein!_ Den Gipfelpunkt der Dreistigkeit erklimmt die„Freisinnige Zeitung" in ihrer Sonnabend- Nummer. Wir hatten am Sonnabend voriger Woche die „Freisinnige" festgenagelt, weil sie zu dem Beschlüsse des Stadtverordneten-Ausschusses über die Neueülteilung der Ber� liner Gemeindewahlbezirke bemerkt hatte: „Dieser Bes-bluß bedeutet in seiner Konsequenz die AuS- lieferung der dritten Abteilung au die Sozialdemokratie. JCie sozialdemokratische Fraktion, die heute 36 Stadtverordnete zählt, würde dann einen weiteren Zuwachs erfahren und mit der sozial- fortschrittlichen Gruppe in vielen Fragen den Ausschlag geben." Wir kennzeichneten diese Aeußerung als ch a r a k- teristisch für den Freisinn, der sich nicht genug entrüsten könne, wenn es sich um die Wahlkreisgeometrie im Reich und Staat handele, aber diese ungerechten Zustände da verewigen möchte, wo er die Macht habe. Das ivar der „Freisinnigen Zeitung" sehr unangenehm, und so schrieb sie anderen Tages, daß es sich im vorliegenden Falle um eineit Bericht im unpolitischen Teile der„Freisinnigen Zeitung" handele, in der ein Berichterstatter seine eigene Meinung zum besten gegeben habe. Die Redaktion der„Frei- sinnigen Zeitung" erklärte, sie teile diese Meinung nicht, vermied es aber vorsichtigeriveise, auch nur ein Wort zu sagen über ihre Stellung in der Sache und vor allein zu der in unserer Notiz aufgestellten Behauptung, daß der Kom- munalfreisinn für die Kommunalwahlen durchaus nicht das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht fordere. sondern ein an einen gewissen Steuersatz ge- bundenes Wahlrecht. Jetzt, da die Stadtverordnetenversammlung am Donners- tag dem Ausschußantrag auf Neueinteilung der Geineinde- Wahlbezirke zugestimmt hat, glaubt die Freisinnige sich noch auss hohe Pferd setzen zu können. Sie behauptet, wir hätten über den Freisinn eine verleumderische Be- hauptung aufgestellt. Allen Ernstes verlangt sie von uns, daß wir unseren„schmählichen Vorwurf" zurücknehmen! Das ist denn doch ein bißchen viel Unverfrorenheit! Weil wir die„Freisinnige Zeitung" auf ihre Aeußerung fest- nagelten, weil sie im„unpolitischen" Teile etwas schrieb, was sie im politischen Teile nicht wahr haben wollte, deshalb sollen wir unseren Vorwurf zurücknehmen! Das ist ein starkes Stück und entspricht ganz der Kampfesweise der„Frei- sinnigen Zeitung"._ Der Plural-Landtag. Nach offizieller Meldung wird die feierliche Eröffnung deS Landtages am 11. November, nachmittags 1 Uhr im Thronsaal des königlichen Schlosses stattfinden. Ein Erfolg. Unsere Notiz über die nicht gerade von der so gepriesenen „preußischen Sparsamleit" zeugenden Absicht, da» beste Pferd des Graditzer GestülS, den Hengst„Marabou", zum Wallach zu machen und als Reitpferd in den Besitz des Kronprinzen übergehen zu lassen, scheint den gewünschten Erfolg gehabt zu haben. Wenigstens bringen jetzt die Blätter die Nachricht, daß„Marabou" entgegen der ursprünglichen Absicht auch im nächsten Jahre noch im Training bleiben und im Neimen laufen Werve. Da „Marabou" schon als Dreijähriger 107 000 M. Gewinne eingebracht hat, würde sein Verschwinden von der Renn- bahn einen erheblichen Ausfall zur Deckung der Kosten der GestütSverwaltmig verursacht haben.— Wir hoffen sogar, daß „Marabou" auch überS Jahr vor dein Lose bewahrt wird,„gelegt" zu werden. Denn gerade weil„Marabou" wegen seines„außer- gewöhnlich stattlichen und Lormanischen Gebäudes" die Aufincrliam- keit de« Konprinzen auf sich gezogen hat, würde er sich wahrscheinlich auch zum Deckheng st vorzüglich eignen. Wollte man aber gerade die besten und schönsten Pferde zum Wallach machen, so könnte man eS sehr leicht wieder für notwendig crlläccn. für eine halbe Million auS Staatsmitteln einen Ersatz aus England zu holen l_ Tie Schackianer fühlen sich! Kaum ist es der Schackichcn Schutztruppe gelungen, mit Betteln und Bitten die drei jungen für den Triole-Bund in Aussicht ge- nommenen Damen zur Rücknahme der Klagen zu bewegen, da glaubt die nichtsnutzige Sippe auch schon Oberwasser zu haben. So liest man z. B. in den„Deutich-Sozialen Blättern": „Die Zurückziehung der wegen einfacher Beleidigung gestellten Strafanträge ist sachlich von sehr geringer Bedeutung. Nur weil die bevorstehende Gerichtsverhandlung bei der augenblick- lichen Stimmung des Herrn Schock seiner Genesung hinder- l i ch erschien, war ihre Beseitigung wünschenswert. Im äußersten, hier allerdings ausgeschlossen erscheinenden Falle hätte auf eine geringe Geldstrafe erkannt werden lönnen. Solche Strafe hat aber noch nie einen Abgeordneten bewogen, sein Mandat nieder- zulegen. Sonst müßte wohl der halbe Reichstag da« Lokal verlassen. Eine Niederlegung des Mandats im Falle Schock kann also nicht etwa auS öffentlichem Rechte b e- a n sp r u ch t, sondern sie kann nur erwogen werden im Hinblick auf die Erbärmlichkeit unserer Gegner und aus Rück- ficht auf den zeitweilig erschütterten und weiterhin gefährdeten Gesundheitszustand deS Bettoffenen selbst. AuS diesen Erwägungen heraus und nicht etwa als Anerkennung der u n- verschämten Ansprüche politischer Gegner wird eine Nieder- legung deS Mandats erfolgen, wenn die bekannt» gegebenen Voraussetzungen erfüllt sind. Bis jetzt ist das noch nicht der Fall. Herr Schock befindet sich noch in einer Nervenheilanstalt, und es steht auch leider noch nicht fest, wann er sie verlassen kann. Die Herren Juden mögen sich also gedulden I" Solchen lümmelhaften Ton Pflegt nur anzuschlagen, wer für eine sehr faule Sache ficht. Ob sich übrigens„der halbe Reichstag" die Identifizierung mit einem Schock gefallen lassen wird, das bleibt noch abzuwarten...._ Liman-Schläue. LimanS„Leipziger Neueste Nachrichten" sind ganz außer sich darüber, daß in der Stichwahl noch ein Leipziger Kreis der Sozial» demolratie zugefallen ist und daß neBen biet nationalliberalen drei sozialdemokratische Vertreter der Stadt Leipzig im Landtage sein. werden. Das Dorick-Blatt sucht nun nach den Gründen dieses sozial- demokratischen Wahlsieges und leistet sich dabei folgendes interessante Geständnis: „Lässigkeit, Verstimmung und Stimmenfang von feiten des Gegners niiigen in einzelnen Fällen das Ihre getan haben, da- neben ist aber auch eines UmstandeS zu gedenken, der sicherlich in vielen Fällen den Wahlausfall insofern mit bestimmt haben inag, als er manchen Wähler zu Hause gehalten hat. Massen- weis haben wir Zuschriften erhallen, in denen lodernde Entrüstung nach Worten darüber ringt, daß die Steuerbehörde gerade die Tage vor der Stichwahl dazu benutzt hat, um die Mahnzettel für die fälligen Steuern zu ber- teilen. Genau dasselbe war der Fall zwischen Wahl und Stich« wähl zum Reichstage 1903 bei den Wahlen, die das„rote Königreich' schufen. Man sollte denken, dast, nachdem der heilige Bureaukratius mit seinem teuren Haupte einmal gegen eine Wand angerannt war, er das nächste Mal etwas bernünfliger vorgehen werde. In welcher Borstellungswelt lebt beim diese Bureanlratie eigentlich? Sicherlich will sich niemand seiner Steuerpflicht entziehen, sicherlich müht sich jeder. so gut er kann, die schweren Lasten, die der Staat von ihm heischt. zu tragen. Aber der Steuerzahler will in den Tagen, da er sein höchstes Bürgerrecht ausüben will, da das Staatswohl von ihm die Wahlpflicht fordert, nicht mahnend und drängelnd an seine Steuerpflicht erinnert werden. Aber derartige Imponderabilien gehen einem weltfremden Bnreaukratisnius niemals ein. um so mehr haben diejenigen Instanzen, die am Steuer der Staats- Maschinen sitzen, die Pflicht, solche Brüslierungen des Volks- empfinden« zu verhindern... Die„lodernde Entrüstung' über die Steuermahnzettel macht sich besonders gut an denen, die für sich in Anspruch nehmen, die alleinigen Stützen von Thron und Altar zu sein. Ucbrigens soll Lima» ja gut Freund mit dem deutschen Kronprinzen sein, der— wenn wir nicht irren— zurzeit irgendwo in der preußischen V e r- waltung arbeitet. Vielleicht kann er dafür sorgen, daß die Steuerzettel in Zukunft nur dann präsentiert werden, wenn es Herrn Liman in den Kram patzt._ Vom Verband der Scheinheiligen. Zu den Waffen des.Reichsverbandes gegen die Sozial- demolratie' gehört diö Behauptung, daß unsere Partei alle ihr erreichbaren Institute— Krankenkassen usw.— zu Partei- zwecken mißbrauche. Auf die Unwahrbaftigkeit dieser reichS» verbändlerischen Behauptung braucht nicht näher eingegangen zu werden. An einem sehr niedlichen Beispiel soll indeffen wieder einmal gezeigt werden, wie gerade der Reichsverband das tut, waö er anderen andichtet. In der Stadtverordnetenversammlung zu Kassel (der Reichsverband bat in dieser Stadt eine Filiale mit angeblich mehr als 5900 Mitgliedern) brachte Genosse Scheidemann dieser Tage folgende Interpellation ein: „Ist dem Magistrat bekannt, daß in hiesigen städtischen Lesehallen Agitationsschriften— Kalender und Flugblätter— des„Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie' ver- ausgabt worden sind an Männer, Frauen und Kinder, die zum Zwecke des Bücheraustausches die Lesehallen aufgesucht haben? 2. Hat der Magistrat Vorsorge getroffen, daß ein solcher Mißbrauch gemeinnütziger Institute der Stadt zu politischen Zwecken sich nicht wrederholen kann?' Der Magistratssyndikus D rumer gab zu. daß die AuS- führnugen des Interpellanten den Tatsachen entsprechen. Durch einen in Uniform erschienenen Mann, den die Verwalter der Lesehallen für einen Beamten der Stadt gehalten haben, sind in allen Lesehallen die Reichsverbandsschrifteu abgeliefert und dann verteilt worden I Der Magistrat bedauere das Vorkommnis und habe Vorsorge getroffen, daß die Lesehallen in solcher Weise nicht wieder mißbraucht werden._ Das Beschwerderecht der internierten Irre» in Hamburg. Die Hamburger Vürgerschaft beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dem Beschwerderecht der in staatlichen und privaten Anstalten internierten bezw. untergebrachten Geisteskranken, Idioten und Epileptischen. Um diesen Unglücklichen ein wirkliches Beschwerde« recht zu verleihen, ist im Jahre 1899 eine besondere Beschwerde- kommission eingesetzt worden, der auch drei Laien angehören. Diese Kommission aus der Welt zu schaffen und an deren Stelle das Medizinalkollegium, bestehend aus Senatoren. Direktoren von staatlichen Anstalten, Aerzten usw., treten zu lasten, fordern einige der Bürgerschaft vorliegende Anträge. Die Gegner des bestehenden ZustandeS sind der Ansicht, daß die Beschwerdekommission Unruhe unter den Kranken hervorrufe, die meinen, der Kommission Be schäftigung geben zu müssen. Die Befürworter deS jetzigen Be schwerderechtS brachten zivar gewichtige Gründe für die Beibehal- tung vor. aber die Mehrheit des Parlaments beschloß in erster Lesung: „Alle Insassen der staatlichen und privaten Anstalten für Geisteskranke. Idioten und Epileptische, wie auch ihre Angehörigen haben das Recht, an das Medizinalkollegium Beschwerden zu richten. Die von den Insassen erhobenen Beschwerden sind von der AnstaltSlcitung zu befördern. Der ärztliche Leiter der Anstalt hat bei Beförderung einer von einem Insassen erhobenen Be- schwerd« einen Bericht über die Umstände des Falles beizufügen und sich über die von den Angehörigen eines Insassen erhobene Beschwerde auf Anfordern des Medizinalkollegiums zu erklären. Das Medizinalkollegium kann Beschwerden von Insassen der staatlichen Anstalten oder der Angehörigen derselben der vorgesetzten Verwaltungsbehörde zur Entscheidung überweisen. In Beschwerde. fachen sind diejenigen Aerzte, welche bereits in dem betreffenden Falle ein Gutachten abgegeben haben, von der Teilnahme an der Beratung und Beschlußfassung auszuschfteßen." In der zweiten Lesung wurden nochmals alle Grunde für und wider die Abänderung des jetzigen Beschwerderechts vor» getragen, worauf der Beschluß erster Lesung in namentlicher Ab- pimmung mit 63 gegen 66 Stimmen bestätigt wurde. Deutsche Goldsucher. AuS Sydney wird telegraphiert: Nach hier aus Herbertshöhe in Neupommern eingetroffenen Meldungen ist der in Neu-Gmnea wohlbekannte Deutsche Tamm« kühler auf einer Expedition in das Innere der Insel bei einem Kampfe mit Eingeborenen durch einen Speerwurf getötet worden. Die Gesellschaft war unter Führung Damniköhlers nach dem oberen Lauf des Markbam aufgebrochen, um Gold zu suchen. AIS eines Tage? Dammköhler mit einem Gefährten allein in einem Lager zurückgeblieben war, während die übrigen Teilnehmer der Expedition weiter ins Innere gedrungen waren, griffen plötzlich Eingeborene das Lager an. Bei dem sick entspinnenden heftigen Kampfe er- schassen die beiden Deutschen fünfzehn Eingeborene, bis Dammköhler von einem Speer tödlich getroffen wurde. Dem Gefährten Damm- köhlers gelang eS zu entkommen und nach vielen Mühseligkeiten die Küste wieder zu erreichen, wo er in einem Hospital Auf- uahme fand.__ SngUmck. Die Tarifrcformer und Arbeiterpolitik. London, 28. Oktober.(Eig. Ber.) Bislang haben die Tarif« refonner die Hoffnung gehegt, durch fozialreformerische Phrasen die Arbeiter für sich gewinnen zu können. Die freihändlcrische Haltung der Arbeiterpartei hat ihnen aber gezeigt, daß ihre Hoffnungen trügerisch sind. Iii den letzte» Wochen sind sie deshalb auf den Gedanken gekommen, der konservativen Fraktion einen Arbeiterflügel anzuhängen und zu diesem Zwecke konservativeArbeiter- kandidaturenzu fördern. Der.Standard', der diesen Gedanken verbreitet, sagt darüber: „ES ist gefährlich nicht nur für die konservative Partei. sondern auch für den Staat, daß gebildete Arbeiter gegenwärtig nur durch den Anschluß an den Sozialismus zur politischen Le- deutung gelangen können. Die Förderung einer konservativen Arbeilervcrtreiung im Parlament ist die beste Antwort aus den Sozialismus.' In wenigen Tagen wurden sin„Standard" zu diesem Zwecke über 39 999 M. gesammelt. Der Fond soll bis zu 1999 999 M. anwachsen, um bei den nächsten Wahlen konservativ-schutzzöllnerische Arbeiter als Kandidaten ausstellen zu können. Srieckenlanc!. Ter Putsch gescheitert. London, 3». Oktober. Bei dem gestrigen Geschützkampf der treu gebliebenen Flotte mit den revoltierenden Torpedo- booten vor Salamis, wurden einer Blättermelduna aus Athen zufolge zwei Mann der Flotte verwundet. Wie hoch die Verluste bei den Meuterern sind, ist nicht bekannt. Ein Torpedobooteszerstörer der Meuterer ist außer Gefecht gesetzt worden, ein zweiter in der Richtung nach Eleusis ver- schwunden. Ein dritter war vor Poros angekommen, kehrte aber um, da er feindlich empfangen wurde. Die Flotte kreuzt vor dem Piräus._ Flucht der Meuterer. Athen, 39. Oktober. Die meuternden Marineoffi- ziere haben in der letzten Nacht die Flucht ergriffen. Sie gingen zwischen Eleusis und Magara an Land. Vier von ihnen wurden gefangen genommen. TypaldoS befindet sich noch auf der Flucht. Der Kommandant des Kreuzer- geschwaders Miaulis hat daS Arsenal wieder besetzt. Die dort befindlichen Meuterer ergaben sich. Dem zweiten Offi- zier deS TorpedobootSzerftörerS ASpiS ist es gelungen, den Kom- Mandanten deS Schiffes festzunehmen und ans Land zu bringen. Er fuhr sodann nach Korinth, von wo er der Regierung tclegraphisch mitteilte, daß die Bewegung als vollkommen beendet angesehen werde. Tie Darstellung der Regierung. Athen, 29. Oktober. Deputiertenkammer. In der heutigen Sitzung gab Ministerpräsident Mavromichalis eine Darstellung über den Sachverhalt der Nebellion des Schiffskapitäns TypaldoS. Glücklicherweise sei die revolutionäre Bewegung sehr beschränkt; nichtsdestoweniger sei die Lage anormal. Die Regierung, die sich mit der Reform aller Zweige des öffent- liehen Lebens beschäftigt, erklärte der Ministerpräsident, konnte auch die Marine nidht vernachlässigen. Unangebrachte und un- gerechtfertigte Ungeduld haben aber eine Lag« geschaffen, die zu dem Umsturz der bestehenden Ordnung hinneigt, und ich bin zwungen, zu erklären, daß die Regierung fest entschlossen ist, vre Herrschaft des Gesetzes nach jeder Richtung hin wiederherzustellen Wenn die Offiziere durch einen Irrtum zu ihrem Vorgehen verleitet wurden, so haben sie Zeit, sich wieder avk sich zu besinnen._; Pressstimmen. Athen, 80. Oktober. Die gesamte Presse verdammt auf das schärfste di« Offiziere, die die Meuterei angestiftet haben und fordert eine exemplarisch« Bestrafung der Schuldigen. Die Zeitung E m b r a s versichert, daß die gestern nachmittag bei dem Obersten Z o r b a S vereinigten Befehlshaber der Landtruppen den dem König, der Verfassung und der gesetzlichen Regierung des Lan- des geleisteten Treueid erneuert hätten. Die P a- t r o u i l l e n, welche die Offiziere, die noch nicht verhaftet sind, verfolgen, haben den Befehl erhalten, im Falle deS Widerstandes von ihren Waffen gegen die Offiziere Gebrauch zu machen. Die feste Haltung des Kabinetts in der Unterdrückung der Meuterei und die loyale Haltung des Militärverbandes finden in allen Kreisen die größte Anerkennung. Japan. Ei« Augriff der Koreaner. London, 30. Oktober.„Evening Star" meldet auS K o b e: Dreihundert Koreaner haben eine Eisenbahn st ation in der Nähe von Soeul angegriffen. Uebcr das Schicksal des japanischen Bahnpersonals verlautet noch nichts. Hiis der Partei. Wir werden um Veröffentlichung folgender Zeilen ersucht: Es ist mir ganz unmöglich, wie ich eS so gern tun würde, die große Fülle von Zuschriften und Telegrammen, die mir auS Anlaß meiner 25jährigen Tätigkeit im Reichstage zugegangen find, einzeln zu beantworten. Deshalb gestatte ich mir. auf diesem Wege für die ungemein zahlreichen Beweise parteigenösfischer Freundschaft und Anerkennung, sowie für die damit verbundenen herzlichen Wünsche, die mir den Gedenktag überaus festlich gestaltet haben, nieinen imiigen Dank auszusprechen. Berlin, 39. Oktober 1999._ Paul Singer. Nnsere Toten. Die Leipziger Genossen haben einen schweren Verlust erlitten: im 62. Lebensjahre starb der Malermeister Friedrich Bosse, dessen Person und Tätigkeit 39 Jahre lang mit der Geschichte der Leipziger Arbeiterschaft aufs engste verknüpft war. Im Jahre 1879. unter dem Sozialistengesetz, wurde Bosse Vorsitzender des Leipziger Arbeiter- bildungsvereinS und stand 28 Jahre lang an diesem Polten: bis der Arbeiterverein mit der politischen Organisation verschmolzen wurde. Schwer mußte Bosse für sich und seine zahlreiche Familie um« täg- liche Brot ringen, und doch ist er rastlos und unermüdlich vom ftühen Morgen bis in die späte Nacht tätig gewesen, der Bildungsarbeit im Dienste deS Proletariats seine besten Kräfte zu widmen. AIS unter dem Sozialistengesetz an Lehrern und Rednern Mangel war, suchte er in Festspielen daS auszusprechen, was ihm notwendig schien. So entstanden von ihm zunächst unter dem Namen„Heinrich Friedrich' die Arbeitervereinsfestipiele:„Die. Alten und die Neuen", „Unsere Ideale',„Die Arbeitervereine haben doch eine Zukunft', „Verschiedene Weltanschauung',„Kampf um die Wissenschaft",„Der Arbeiter und die Kunst".„Blick in die Zukunft",„Der 1. Mai",„Im Kamps' u. a. m. Wiederholt hat er mich versucht, als das Jnverbindungtreten der Vereine noch eine Todsünde war, eine ideelle Verbindung der Arbeiterbildungsbestrebungen an den verschiedenen Orten zu schaffen durch Organe wie„Die Sturinglocken' und„Der freie Bund". Auch die Organisation der Arbeitervorstellungen in den Leipziger Theatern ist hauptsächlich sein Werk. In den letzten Jahren hat er sich, öfters leidend, mehr zurückgezogen und sich mit der Verbreitung von Volks- kunst in Gegenständen, Bildern und Schriften beschäfttgt. Die Leipziger Arbeiterschaft verliert in Bosse einen ihrer besten. Soziales* Ist die Reinemachefrau in einer Bcrliii-School kraitkenberficherungs- pflichtig? In einem von dem Kölner Ortsarmcnverband eingeleiteten Prozeß ist diese Frage am Montag vom Oberverwaltungsgericht verneint. ES kommt, heißt eS in den Gründen, darauf an, ob das Unternehmen unter den Begriff des Gewerbes falle. Dieses ist zu verneinen. Der in diesen bekannten Berlitz Schools erteilte Unter- ticht ist ein Unternehmen, das nicht als gewinnbringendes Gewerbe gelten könne, in dem Arbeiter und Angestellte unter gewissen Vor- j aussetzungen versicherungspflichtig seien. Eue Industrie und Rande!« Die Krise im Holzhandel. In einer Besprechung zwischen den Gläubigern und einer An- zahl der in Betracht kommenden Holzfirmen kam man zu dem Resultat, ein Arrangement auf folgender Grundlage zu versuchen: Die Firmen Brühl und Vallcntin sollen in Liquidation treten. Man glaubt, dabei bis zu 89 Proz. der Verpflichtungen decken zu können. Bier andere Firmen sollen gestützt werden. Die Banken erklärten sich bereit, ihre Wechsel zu prolongieren unter der Bedin- gung, daß auf jeden fälligen Wechsel sofort 19 Proz. und später in dreimonatlichen Raten weitere Zahlungen geleistet werden, bis die Wechselforderungen' voll beglichen sind. Die betreffenden Kunden Brühls betonten, daß sie sofort Konkurs anmelden müßten, sowie irgend ein Wechsel von einer Bank protestiert werden würde. Der Reihe nach werden Verhandlungen mit den übrigen Kunden Brühls über eine Sanierung unter der Hand im gleichen Sinne stattfinden._ Steiflende Grundrente. Das mecklenburg-schwcrinschc Finanzministerium verpachtet in diesem Herbst 19 Pachthöfe. Die dafür bisher gezahlte Pacht betrug 142 699 M.; jetzt ist der Preis auf 168 499 M. oder um 25 800 M. pro Jahr erhöht worden. Für die 14jährige Pachtzeit macht die Erhöhung der Pachtsumme 358 499 M. aus. So fließt ein Teil der durch Wuchcrzölle erlangten höheren Preise für land- wirtschaftliche Produkte in die Taschen der Grundrcntenempfänger und die Pächter können nach wie vor über„die Not der Landwirt- schatt" klagen._ Vom Arbeitsmnrkt. lieber den Arbeitsmarkt im September berichtet das„Reichs» arbeitsblatt":„ Auf dem Ruhrkohlenmarkte machte sich der erhöhte Abruf seitens der Industrie bemerkbar und trug, wie auch das lebhafte Geschäft in HauSbrandkohle, zu einer Milderung der ungünstigen Geschäftslage bei. Auf der anderen Seite haben hier sowohl als auch in Oberschlesien die ungünstigen WasserstandSverhältniße auf den Absatz ungünstig eingewirkt. In den Brauistvhlenrevreren wurde mit wenigen Ausnahmen befriedigend gearbeitet. In der Roheisenerzeugung, den Walzwerken und den Gieße- reien machte sich die Besserung ebenfalls mehr oder weniger stark fühlbar. Der Stahlwerksverband erhöhte seinen Versand abe�- mal?. Im Maschinenbau liegen die Verhältnisse sehr verschieden- artig. Verbesserungen sind hier anscheinend in bemerkenswertern Umfange noch nicht eingetreten. Die elektrische Industrie war, wie im Vormonat, überwiegend ausreichend beschäftigt. Die verschiedenen Zweige der Textilindustrie waren zum Teil auch im BerichtSmonat ungenügend beschäftigt, so vor allen? die Baumwollspinnereien mit Ausnahme der bayerischen. Dagegen hatten die Webereien, die Leinenindustrie, die schlesische Tuch- industrie und die Strumpf- und Wirkwarenindustrie einen etwas lebhafteren Geschäftsgang zu verzeichnen. Im Baugewerbe machten sich in einer Reihe von Städten Ab» schwächungen bemerkbar. Sehr gut war die Bekleidungsindustrie beschäftigt. Die chemische Industrie hat gegen den Vormonat eine Verbesserung zu verzeichnen. Ebenso hat sich im Buchdruckgewcrbe der Beschäftigungsgrad vielfach gehoben. Ungünstig war im allge» meinen die Lage der Tabakindustrie und der Brauereien. Bei den an das Kaiserliche Statistische Amt berichtenden Krankenkassen ergab sich am t. Oktober 1999 gegen den 1. Sep- tember eine Zunahme der Beschästigungsztffer um insgesamt 41 396 Personen(ff- 15 838 männliche.+ 25 563 weibliche). Die Zunahme war beträchtlich höher als am 1. September 1999 und stand, soweit es sich um männliche Arbeiter handelt, sehr erheblich über der am 1. Oktober des Vorjahres(ff- 28 141, darunter+ 1482 männliche,+ 26 659 weibliche Versicherte). Die Arbeitslosenziffern der Fachverbände im 3. Vierteljahv 1999 zeigen im ganzen eine Verbesserung sowohl gegen das Vor- Vierteljahr wie gegen das gleiche Vierteliahr des Vorjahres. Sie betrugen für End« Juli 2.5 Proz., Ende August 2.3 Proz. und Ende September 2.1 Proz. gegen 2.7 bezw. 2,7 bezw. 2.7 Proz. im Vorjahre. Die Berichte der Arbeitsnachweise lassen zum Teil ebenfalls eine Verbesserung gegenüber dem Vormonat erkennen. Danach herrschte in Berlin in allen Berufen mit Ausnahme des Gastwirts- gewerbeS, des Braugeiverbcs und der Tabakindustrie eine lebhafte Nachfrage nach Arbeitskräften. Weibliche Personen wurden für die Metall, und elektrische Industrie, die Glühlichtfabrikation und die Galvanik ungewöhnlich viel verlangt. Der Bericht aus Westfalen spricht sich im allgemeinen nicht günstig aus und bezeichnet eine Belebung nur für das Braugewerbe und die meisten Handwerks- berufe. Günstig lautet der Bericht über den Regierungsbezirk Düsseldorf sowie ein Teil der süddeutschen Berichte. Die Verkchrseinnahmen aus dem Güterverkehre deutscher Eisenbahnen waren im September 1999 um 5 879 733 M. höher als im gleichen Monat des Vorjahres; das bedeutet eine Mehreinnahm« von 79 M. oder 2,58 Proz. auf 1 Kilometer. Eue der Frauenbewegung. DaS neue Bürgerliche Gesetzbuch in Oesterreich. Seit längerer Zeit wird in den Ausschüssen deS Abgeordneten» und des Herrenhauses an der Novelle zum veralteten und von den tatsächlichen Verhältnissen überholten Bürgerlichen Gesetzbuchs be- raten. Zum Teil handelt es sich dabei um wichtige Bestimmungen für die Frauen. Die Frauen sollen das Recht erhalten zur Zeugen» schast jeder Art. Bisher durften Kinder unter 18 Jahren, sowie Blinde, Taubstumme. Idioten und Frauen in wichtigen Prozessen nicht als Zeugen fungieren. Sie konnten sich eventuell durch ihren Mann vertreten lassen. Wichtiger aber noch als diese Frage ist die der Vormundschaft. Die Novelle soll den Frauen das Recht bringen, als Vormund fungieren, auch das Amt eines Kurators übernehmen zu dürfen. Die verheirateten Frauen bleiben dabei aber immer noch an die Einwilligung ihres ManneS gebunden. Es wäre richtiger, zu bestimmen, daß allen Kindern, denen der Vater stirbt, ein Vormund, und denen die Mutter stirbt, eine Vor- münderin bestellt werden müßte. Gerade wenn die Mutter stirbt. ist eS notwendig, daß der in den häuslichen Dingen weniger er- fahrene Mann eine Stütze und die Kinder eine verständnisvolle Erzieherin erhalten, die ihnen oft mehr nützen kann als der eigene Vater. Auch dem unehelichen Kinde sollen neue Rechte gegeben werden. Wenn die uneheliche Mutter wieder heiratet, fo kann das Kind, ohne daß es von dem Stiefvater legitimiert wird, den neuen Namen der Mutter erhalten. Diesen Vorschlägen hat die Kommission de? Herrenhauses zu» gestimmt und sie dürften auch demnächst Gesetzeskraft erhalten. Die Novelle enthält nach den Vorschlägen der Regierung aber auch Bestimmungen, die dem unehelichen Kinde ein erweitertes Erb- recht gewähren. Es konnten bisher die unehelichen Kinder nur von dem Vermögen der Mutter erben, von de» Verwandten der Mutter erhielten sie nichts. Nun soll den unehelichen Kindern das Erbrecht auch für die Vermögen der mütterlichen Verwandten ein. geräuyrt werden. Viel dürste dieses neue Recht den unehelichen Kindern nicht nützen, denn die meisten unehelichen Mütter ge» hören den ärmeren Klassen an. Viel wichtiger wäre es, den un- ehelichen Kindern das Erbrecht auf das Vermögen des unehelichen Vaters zu geben. Sehr oft sind es Männer der besitzenden Klasse, die uneheliche Kinder besitzen und die-zu deren Unterhalt nur durch ganz geringfügige Alimente beitragen. Leseabende. Tegel. Montag, den 1. November. 8)4 Uhr. bei Halses, Bcunow- ftraße 23. Gewerfefcbaftlicbe�. Ist Lebius ei» Ehrenmann? Wir stehen auf dem Standpunkt, daß er es nicht ist. Herr Lebius selbst wollte vor Gericht den Beweis für seine Ehrenhaftigkeit führen. Er hat deswegen mehrere Prozesse gegen den„Vorwärts" angestrengt, einen gegen die„Fränkische Tagespost", einen gegen den Metallarbeiterverband, gegen den Genossen Cohen: vielleicht noch andere, von denen wir nicht wissen. Natürlich hatte der„Vorwärts" die Pflicht, dem Kläger und der Oeffentlichkeit gegenüber vor Gericht zu erhärten, daß seine Meinung von der mangelnden Ehren- haftigkeit des Herrn Lebius nicht' unbegründet sei. Er stellte eine Reihe von Beweisanträgen nach dieser Richtung hin. Und siehe da: Herr Lebius verlor plötzlich den Appetit zum Klag«'». In der neu sten Nummer des„Bund" tritt er unter einer furchtbaren Stiukbolnbeukauonade die Retirade an und teilt mit: „Der BundeZvorstand hat in seiner letzten Sichmg beschlossen, dah die„Bnnd"-Redoktion einen Teil ihrer Prozesse gegen die Sozmldemolralie zurückzunehmen hat." Der Bundesvorstand, das ist nämlich Herr Lebius, hat also beschlossen, daß die„Bund"-Redaktion. wieder Herr Lebius(I), seine Strafanträge zurückziehen soll. Das ist nicht in„einem Teil", sondern in allen Prozessen geschehen, deren Anstrengung uns bekamrt wurde. Mit dürren Worten: Herr Lebius verzichtet darauf, sich vom Gericht attestieren zu lassen, daß der„Vorwärts" ihn als das hingestellt habe, was er ist. Wenn man den Rückzngsartikel des Herrn Lebius im „Bund" liest.„ D a h s e l, R o s e n f e l d u. Co." betitelt er ihn, möchte man meinen, w i r hätten Herrn Lebius vor Gericht geschleppt, während in Wirklichkeit er klagte.„Stets verklagen", klang einst seine Parole im„Bund". .Stets verklagen!" Das sei unsere Losung im Kampfe mit den Noten. Unsere Inanspruchnahme der Hilfe der Gerichte ist nicht ein Zeichen von Furchisainkeit, sondern von Stärke.... ... Hänfen sich die Anklagen und Strafen, so werden sie sicherlich ihren Zweck erreichen und den roten Gesetzesverächtern die Lust zu weiteren Ausschreitungen vergehen lassen. Daher mögen unsere Freunde in Berlin und dem Reiche es sich zum Grundsatz machen, auch nicht die geringste Beleidigung der Roten durchgehe» zu lassen und in jeden, Falle zu klagen." Herr Lebius ivar nämlich der Meinung, die verhaßten „Roten" hätten die Pflicht, sich vor Gericht auf seine 5tlagen hin ohne Notwehr abschlachten zu lassen. Daß man ihm mit Beweisen entgegentritt, empört ihn. Genosse Rosen- f e l d hat als unser Anwalt pflichtgemäß die Anträge gestellt, welche beweisen sollten, daß Herr L e b i u s in der Tat kein Ehrenmann sei: er wird deswegen in der tollsten Weise von Lebius beschmutzt: .Wenn du einmal einen»nberschämten Beleidiger verklagst. und der Mann wird vom RechtSanwall Rosenfeld vertreten, so kann es dir passieren, daß auch du gerosenfeldert wirst. Genosse Rosen« feld erklärt dann dem Gericht, auch er sehe ein, daß das Gericht zu einer Bestrafung komnien werde; für das Strafmaß sei es aber wichtig, zu wissen, ob der Beleidigte ein Ehrenmann oder ein Lump sei. Denn, wer einen Lumpen beleidigt, wird nicht so strenge bestraft, als wer einen Ehrenmann beleidigt. Es liegt ein Kammergerichts- urteil vor, wonach die Rosenfeldsche Taktik nicht beschnitten werden darf. Demnach hat der Genosse Rosenseld freie Hand, das Vor- leben des Klägers zu durchschnüffeln. Man meine nicht, daß jeder, der ein gutes Gewissen hat, der Detekiivtätigkeit des Genossen Rosenfeld mit Ruhe entgegen- sehen kann. Er versteht aus Mücken Elefanten zu machen. Er wird ermitteln, wo du überall gewohnt hast, ob du schon ein- mal einen Prozeßgegner oder einen sonstigen Gegner gehabt hast. An diese Leute wird er schreiben und sich nach dir erkundigen. Vielleicht hast du jemand in deinem Leben einmal aus die Hühneraugen getreten. Bei einigem Zureden wird der Mann vielleicht vor Gericht bezeugen, du hättest ihn, absichtlich diesen Schmerz bereitet. Natürlich bist du dann kein Ehrenmann. Viel- leicht hast du jemals einem Unverschämten die Türe gewiesen. Für ihn ist jetzt die Stunde gekommen, sich an dir zu rächen. Genosse Rosenfeld wird die Sache schon deichseln. Die Rosen- felderci ist der ins Juristische übersetzte Verleidigungskampf des Stinktiers, das seine Verfolger so mit Gestank öespritzt, daß sie verekelt die Flucht ergreifen." In Wirklichkeit war es Herr Lebius, der die von unserem Anwalt benannten Zeugen einzuschüchtern versuchte, indem er die intimsten Einzelheiten aus ihrem Privatleben an die Oeffentlichkeit zu zerren versuchte. Und charakteristisch für ihn ist ja die folgende Drohung: .Wenn unser Redakteur aber, worauf Genosse Rosenfeld in seiner dumm-pfisfigen Weise zu spekulieren scheint, zum Revolver greifen sollte— was aber ganz ausgeschlossen ist—, dann würde er es wie Tell machen, der zwei Pfeile seinem Köcher entnahm. Dir zweite Kugel gälte dem Rcvolverpolitiker. Ueberhaupt machen wir die Oeffentlichkeit daraus aufmerksam, daß die zunehmende Ge- walttätigkeit der Sozialdemokratie und der abnehmende Rechtsschutz den Geist der Charlotte Corday heraufbeschwört." Die zweite Kugel, die ja aus der vierten Dimension fallen müßte, dürfte den Genossen Rosenfeld kaum schrecken. Im übrigen brauchte Herr Lebius der Oeffent- lichkeit nicht noch die feierliche Versicherung zu geben, daß et sich selbst keines Schusses Pulver für wert erachtet! Er weiß ja auch weit besser niit dem papiernen Revolver umzu- gehen, wie der Schluß seines Artikels beweist, in dem es in fetter Schrift heißt: „Zum Schluß kündigen wir der sozialdemokratischen Presse folgendes an: Fährt sie fort» unsere Führer mit Schmutz zu be- werfen, so werde» wir in jedem Falle die Antwort in der Weise erteilen, daß wir jeweils den sozialdemokratischen Führern (Stadthagen, Mehring. Düwell, Cohen, Schcrm usw.) ihren Tugendspicgel vor Augen halten, so wie wir es seinerzeit in dem offenen Brief an den Genossen Rosenfeld machten. Derartige Nummern werden wir als Agitationsnummern behandeln und in der weiteren Oeffentlichkeit verbreiten." Das ist ganz Herr L eb i u s, der Mitarbeiter der Bruhn- schen„Wahrheit"! Nur schreckt er, der seine ebenso alberne wie boshafte Drohung nicht einmal zu vertreten wagt und durch einen Sitzredakteur zeichnen läßt, damit keine im poli- tischen Leben stehenden Männer. Was über die gelbe Bewegung und ihre Vertreter zu sagen ist, werden wir nach wie vor in aller Schärfe und Rück- sichtslosigkeit vorbringen I_ Berlin und Nmgegend. Achtung, Vertrauensleute des MetallarbciterverbandeS! Wegen der am Mittwoch, den 3. November, stattfindenden Stadtverordnetenwahlen werden unsere Bezirksvertrauens« Männerkonferenzen für Monat November verlegt. Es finden die Konferenzen nicht am Mittwoch, den 3. November, sondern am Donnerstag, den 4. November, statt. Die Lokale und die Zeit des Beginns bleibt in allen Bezirken unverändert. __ Die Ortsverwaltung. Vcrantw. Redakt.: Emil Unger, Grunewald. Inseratenteil verantw.: ' Der Tarifvertrag für die Holzindustrie läuft in Mrlin sowie in einer Reihe anderer Orte und Bezirks am 12. Februar nächsten Jahres ab, vorausgesetzt, daß er recht- zeitig, das heißr drei Monate vorher, von der einen oder anderen Seite gekündüg' wird. Im ganzen sind es 33 Verträge, die an jenem Tage ihren Endtermin erreichen. Aber sie bilden nur einen kleinen Teil all der Tarifverträge der Holzindustrie, die im Lause des ersten Vierteljahres 1910 das Ende ihrer Gültigkeitsdauer er- reichen, denn ihre Zahl ist löö. Innerhalb des Deutschen Holz- arbeiterverbandes wird selbstverständlich gründlich darüber be- raten, ob es notwendig und zweckmäßig ist, zu kündigen oder sich stillschweigend mit einer Verlängerung des betreffenden Vertrages einverstanden zu erklären. Eine Vertrauensmännerversammlung der Zahlstelle Berlin des Verbandes beschäftigte sich bereits am 20. Oktober mit der Frage der Tarifkündigung, beschloß jedoch nach lebhafter Aussprache, daß erst einmal in den Werkstattsitzungen darüber beraten werden sollte. Am Freitagabend fand nun eine neue Vertraucnsmännerversammlung für sämtliche Branchen und Bezirke der Zahlstelle statt, die FreyerS großen Saal füllte. Hier wurden namentlich die Meinungen kundgegeben, die in den ver- schiedenen Werkstattsitzungen hervorgetreten waren und die Mehr- heit erreicht hatten. Ein Teil der Werkstätten hatte sich für die Kündigung ausgesprochen, ein anderer dagegen, jedoch nur unter der Bedingung, daß die während der Vertragszeit gemachten Ab- zöge rückgängig gemacht werden. Als Grund gegen die Kün- digung wurde hauptsächlich angeführt, daß der Verband vor allen: erst einmal für eine Besserung der Verhältnisse in der Provinz sorgen müsse, und die Berliner deshalb diesmal auf eine Tarif- bewegung, die vielleicht einen unvermeidlichen Kampf nach sich ziehen werde, verzichten sollten. Die Abstimmung, die nach Schluß der Diskussion vorgenommen wurde, ergab, daß die Mehrheit der versammelten Vertrauensmänner und der von ihnen vertretenen Werkstätten, die Kündigung nicht wünscht. Die endgültige Eni- scheidung über die Frage ist jedoch der Generalversammlung vHj- behalten. Bewegung der Töpfer. In der am Freitag abgehaltenen Generalversammlung der Filiale Berlin des Töpferverbandes erstattete der Vorsitzende S e g a w e den Geschäftsbericht für das 3. Quartal, aus dem folgendes hervorzuheben ist: Aus dem Arbeitsnachweis waren im Juli 729 Arbeitslose, von denen 558 in Arbeit traten. Im August betrug die Zahl der Arbeitslosen 964, davon traten 624 in Arbeit. Im September waren 972 Arbeitslose vorhanden, von denen 657 in Arbeit traten.— Einem früheren Beschlutz gemäß hat der Vor- stand eine Agitation unter den„Wilden" veranstaltet mit dem Erfolge, daß sich 199„Wilde" in den Verband aufnehmen ließen. Weiter teilte der Redner mit, daß gegenwärtig eine Lohnbewegung in Oranienburg geführt wird. Wenn dort der Tarif nicht an- erkannt wird, soll am Montag, den 1. November, die Arbeit nieder- gelegt werden.— Die vom Kassierer Bohmhammel erstattete Abrechnung weist für die Zentral- und Lokalkasse zusammen eine Einnahme auf von 32 354,98 M.. eine Ausgabe von 29 741,12 M. und einen Bestand von 2613,86 M. Für Unterstützungszwecke wurden ausgegeben 2412 M., außerdem für Streiks 142,59 M.— Die erhöhte Einnahme an Beiträgen sowie die Verminderung der Unterstützungsausgaben läßt auf eine Besserung der allgemeinen Lage schließen. Die Mitgliederzahl ist seit dem ersten Quartal um 251 gestiegen; sie betrug am Schluß des dritten Quartals 1979. Ueber den Fensterstreik berichtete S e g a w e: In der vorigen Woche sind an die Streikenden 899 M. Unterstützung gezahlt worden. Augenblicklich sind nur noch 29 Kollegen in den Streiklisten eingezeichnet, von denen aber 22 als Arbeitslose zu gelten haben. Unter diesen Umständen kann die Fensterfrage für dieses Jahr als durchgeführt angesehen werden. Der Vorstand beantragt deshalb, den Fensterstreik als am Sonnabend, den 39. Oktober, für beendet zu erklären.=r Die Versammlung stimmte dem Antrage ohne Debatte zu.> Hieraus erstattete S e g a w e Bericht über die Tarifverhandlungen. die seit längerer Zeit mit den Arbeitgebern gepflogen worden sind. Nach den Darlegungen des Redners hat der alte Tarif in verschiedenen Positionen Aenderungen erfahren, die meist durch Aenderungen in der Herstellungsweise verschiedener Stücke be- dingt sind, so daß man von Verschlechterungen bei genauer Be- trachtung der Sache nicht reden könne. Andererseits enthalte die neue Vorlage einige zweifellose Verbesserungen, so die Ver- kürzung der Arbeitszeit auf Privatarbeiten um eine halbe Stunde pro Tag und die Bestimmungen, daß Sonderabmachungen neben dem Tarif nicht zulässig sind. Der neue Tarif solle, falls er an- genommen werde, auf zwei Jahre gelten. Der Vorstand habe sich für die Annahme der Vorlage erklärt. Eine Versammlung der Bezirksleiter habe sich ebenfalls im allgemeinen mit der Vorlage einverstanden erklärt, jedoch beschlossen, daß die Lohnkommission wegen einiger Positionen, bis als zu ungünstig angesehen werden, in erneute Verhandlung mit den Unternehmern treten soll.— In der mehrstündigen Debatte kritisierten verschiedene Redner die Vorlage, weil sie nach ihrer Meinung in niehreren Positionen eine Verschlechterung des bisherigen Tarifs bedeute. Schließlich stimmte die Versammlung gegen eine starke Minderheit dem Be- schluß der Bezirksleiter zu._ Achtung, Stukkateure! In Brüssel stehen seit einer Woche die Stukkateure und Hilfsarbeiter im Streik zur Erringung eines Stundenlohnes von 89 Pf. für Stukkateure und 56 Pf. für Hilfs- arbeiter. Die Unternehmer, zu denen Berliner Firmen Eckert, Schwerinstraße, sowie Roch, Eisenacher Straße, gehören, lehnen jedes Entgegenkommen ab. Die Zimmerer haben sich solidarisch erklärt. Seit einigen Tagen bemühen sich etliche Berliner Firmen, Stukkateure und Rabitzer für Brüssel anzuwerben. Wir machen darauf aufmerksam, daß diejenigen Stukkateure und Rabitzer. die zurzeit nach Brüssel gesandt werden, dazu bestimmt sein sollen, den streikenden Kollegen in Brüssel in den Rücken zu fallen! Lehne daher jeder ein Angebot, während des Streiks nach Brüssel zu fahren, ab. Die Gauleitung. I. A.: Dieterich. Oeurkcbes Reich, Strrikjustiz. Zwei Urteile des Schöffengerichts Nürnberg zeigen, wie gut Streikbrecher geschützt sind. In dem einen Fall hatte ein streikender Tischler zwei Lehrlinge gefragt, wer in ihrer Werk- stätte als Streikbrecher arbeite, und als er keine Auskunft erhielt, sagte er, sie würden doch auch einmal Gesellen, dann werde man es ihnen schon zeigen. Wegen dieser Redensart sprach das Ge- richt acht Tage Gefängnis aus, indem es annahm, durch obige an die Lehrlinge gerichteten Worte habe der Angeklagte den in der Werkstätte beschäftigten Arbeitswilligen Fischer„zwingen" wollen, sich dem Streik anzuschließen.— Im anderen Falle handelte es sich ebenfalls um einen streikenden Tischler, der auf der Straße wiederholt einem Arbeitswilligen nachgegangen war, um ihn auf den Streik aufmerksam zu machen und zum Nieder- legen der Arbeit zu veranlassen. Der Arbeitswillige wich jedoch stets aus und lief einmal ohne Grund in eine Polizeiwache hinein. Aus Aerger darüber sagte der Streikende:„Geh nur hinein. Du Gauner, und laß Dich gleich einsperren." Diese Redensart wäre wohl eine Beleidigung gewesen, nicht aber ein Vergehen gegen § 153. Der Amtsanwalt mußte selbst zugeben, daß der Angeklagte eine moralische Pflicht erfüllt habe, als er dem Arbeitswilligen nachging, um ihn zur Rede zu stellen, aber trotzdem hielt er die �.Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. VerlagSanstal» Anklage aufrecht, und daS Gericht erkannte auf drei Tage Ge« fängniS, indem cS erklärte, der Zweck des Nachgehends sei ge« Wesen, dem Arbeitswilligen„unangenehm" zu werden, durch den Zuruf habe man ihm den Weg zur Arbeit„verekeln" und ihn zwingen wollen, mit den Streikenden gemeinsame Sad»� zu machen._ Die Stichwahlen in Baden. Nur langsam und spärlich liefen bis Redaktionsschluß die Depeschen über die Ergebnisse der Stichwahlen ein, die gestern— Sonnabend— in reicher Zahl noch vorzunehmen waren. In Baden arbeitet, wie's scheint, der amtliche Me- chanismus nicht schneller noch besser als in Preußen, und wenn wir nicht durch P r i v a t depeschen bedient wären, so könnten wir unseren Lesern heute noch kaum etwas über den Ausfall der Wahlen mitteilen. Die drei Freiburger Kreise sind in der Stichwahl den drei Parteien verblieben, die bisher schon die drei Kreise inne hatten. Es siegte in Freiburg I Fehrenbach(Zentrum) mit 1719 Stim« men(bei der Hauptwahl 1185).— In Freiburg II siegte unser Genosse Kräuter mit 2116 Stimmen(bei der Hauptwahl 1219) gegen. daS Zen- trum.— In... Freiburg 11 1 wurde der Nationalliberal« G ö h r i n g mit 2385 Stimmen gewählt(bei der Hauptwahl 1349). Außer Freiburg II behauptete die badische Sozialdemo« kratie noch Stadt Lörrach und Heidelberg-Wiesloch. Zu den von unseren Genossen behauptete« Kreisen kommen 8 eroberte Kreise hinzu I Die badische Sozialdemokratie gewann neu: 1. Lörrach-Land mit 2368 gegen 2269 nationalliberale Stimmen.(Damit ist Obkircher, der Führer der badischeu Nationalliberalen gestürzt!) 2. Schopfhcim-Schönau(bisher Nationall.). 3. Stadt Lahr(bisher Nationall.). 4. Stadt Karlsruhe III(bisher Freis.). 5. Bruchsal-Durlach(bisher Kons.). 6. Schwetzingen(bisher Demokr.). 7. Heidelberg-Eberbach(bisher �National!.). Nach Mitternacht meldete Wolffs Bureau aus Karls« ruhe: Die heutigen Stichwahlen zum badischen Landtag hatten bis 11 Uhr abends folgendes Ergebnis: Rastatt- Stadt: Bogel(Demokr.) gewählt mit 939 Stim« men gegen Gräfinger(Zentrum) 527 Stimmen, bisher national» liberal.— Baden- Stadt gewählt Kölblin(natll.) mit 1663 Stimmen gegen Schmidt(Zentrum) 1493 Stimmen, bisher natll.— Konstanz- Stadt gewählt V e n e b e h(Demokr.), bisher Demokrat.— Offenburg- Stadt gewählt M u s e r(Demokr.) mit 1443 Stimmen gegen Simmler(Zentrum) 1985 Stimmen, bisher Demokrat.— Freiburg-Stadt II gewählt Kräuter(Soz.) mit 2145 Stimmen gegen Hitzler(Zentrum) 1813 Stimmen, bisher Sozial» demokrat.— Schweftingen gewählt Kahn(Soz.) mit 2839 Stimmen gegen Karl(K.) 2564 Stimmen, bisher Demokrat.— Mann« heim IV gewählt König(natll.) mit 2722 Stimmen gegen Geck(Soz.) 1929 Stimmen, bisher nationalliberal.— Bruchsal- Stadt gewählt Wiedemann(Zentrum) 1283 Stimme» gegen Hoffmann(Demokr.) 1225 Stimmen, bisher Zentrum.— Pforzheim- Stadt I gewählt Odenwald(freis.) mit 2349 Stimmen gegen Horter(Soz.) 2945 Stimmen, bisher national- liberal.— Ka r l s ru h e- Stadt II gewählt Rebmann(natll.) mit 1983 Stimmen gegen Geck(Soz.) 1614 Stimmen, bisher na- tionalliberal.— Donaueschingen gewählt Hilbert (natll.), bisher nationalliberal.— Engen-Kon stanz gewählt Schmidt(natll.), bisher Zentrum.— Lörrach-Land gewählt Brcitcnfeld(Soz.), bisher Oblircher(natll.)!— Schopfheim gewählt Müller(Soz.), bisher Jungl.— Heidelberg-Eberbach gewählt Maier(Soz.), bisher nationalliberal.— Lörrach-Stadt gewählt Roesch(Soz.), bisher freisinnig.— Heidelberg-Wiesloch gewählt Pfcisfle(Soz.).— Mosbach gewählt B a n s ch b a ch(K.)—- Meßkirch-Stockach gewählt Breithaupt(natll.) Durloch-Ettlingen gewählt G i e r i ch(K.)— Bretten- Bruchsal gewählt Schmidt(Bund der Landw.)— Saeckingen gewählt D i e t e r l e(Z.)— Lahr gewählt Monsch (Soz.). � Lahr-Offenburg gewählt Hcimburger(Demokr.). — Eppingen gewählt Geiger(natll.).— Boxberg« A d e l s h e i m gewählt Leiser(natll.).— Karlsruhe» Land gewählt Neck(natll.)— Emmendingen gewählt Pfefferle(natll.).— Freiburg-Stadt I gewählt Fehrenbach(Z.).— Freiburg-Stadt III gewählt G o e h r i n g(natll.).— Triberg-Villingen-Wolsach gewählt Hummel(Demokr.).— KarlSruhe-Stadt III gewählt Willi(Soz.).— Bruchsal-Durlach gewählt Kurz(Soz.j, #•# Die Zusammensetzung deS neuen badischen Landtags. Der neue badische Landtag(73 Kreise) setzt sich, tvie wir der Zusammenstellung einer Privatdepesche ent« nehmen, nunmehr folgendermaßen zusammen: Sozialdemokraten 2O Zentrum 26, Nationalliberale 17. Demokraten 6, Konser- vative 3. Freisinn 1! Die badische Sozialdemokratie, die bisher 12 Sitze inne hatte, hat demnach 8 Mandate erobert! Das Zentrum verliert 2 Sitze, die Nationalliberalen büßen 6 Sitze ein. die Konservativen und die Demokraten je einen, der Bund der Landwirte hat seinen einen Sitz be» halten, ebenso der Freisinn. Aahliieg in Sachten. Schwarzenberg(Sachsen), 30. Oktober.(W. T. Bei der heutigen Landtagsstichwahl im 42. ländlichen Wahl« kreise wurde Zimmer(Soz.) mit 7244 Stimmen gegen von Querfurth(K.), der 6162 Stimmen erhielt, gewählt. Letzte JVacbncbtcn und Dcpefcben. Leopold Sonnemann f. Frankfurt a. M., 36. Oktober.(W. T. B.) Der Be» gründer der„Frankfurter Zeitung", Leopold Sonne« mann, ist heute abend gestorben.__ Paul Singer& Eo., Berlin SW,-, Hierzu 5 Beilagen. »■255. R-w-a-. i Keilsge tes Imiills" Kerlilltt NolkstlM. MrtichsNIicher Aochenbericht. Berlin. 30. Oktober 1909. Bam Kalisyndikat.— Ein Schutzgesetz gegen Arbcitsfreiheit.— Rentabilität im Kalibergbau.— Sorgen im Armr�suibikat_ Prcisüberspannung. Der deutsche Kalibergbau liefert ein Musterbeispiel für den Widersinn kapitalistischer Produktionsweise. Es handelt sich hier um Erdschätzt, also um Volkseigentum. Wie die Kohle, hat man auch das Kali dem Privatkapital zur Ausbeute— und zu wildester Spekulation überlasien. Mehr noch als in anderen Industrien fanden die Gründer im Kalibergbau das Objekt umfangreicher hoch lohnender Tätigkeit. Reiche Ausbeute trieb den Preis der Bergwerksanteile zu dem 10- bis Lvfachen ursprünglichen Ein- siandssatz hinauf. Die Gründer hielten überreiche Ernte. Da- durch wurden die Anlagen naturgemäß finanziell dauernd belastet, was selbstverständlich eine ungünstige Wirkung auf die Preisgestaltung für die gewonnenen Produkte ausübte. Das geschah in erhöhtem Matze infolge der fortgesetzten Neugründungen und stetig wachsenden Produktionsmöglichkeiten. Diese fanden wiederum ihren besonderen Anreiz in der hohen Rente, die der Kalibergbau vcrhietz. Garantiert war die Rentabilität durch das Kalisyndikat. Dieses regelt den Markt nach der üblichen Praxis. Tie Preise werden nicht nach den tatsächlich erforderlichen Selbst- kosten, sondern nach den Gewinnbedürfnissen festgelegt. Die Werke dürfen nicht ihre vollen Produktionsmöglichkeiten ent- falten, damit nicht durch das Angebot der Preis auf das durch ungebundene kapitalistische Wirtschaftsweise bestimmte Matz zurückgedrängt werden kann. Das Syndikat verteilt den durch seine Preispolitik begrenzten Gesamtabsatz ratierlich auf die einzelnen Werke. Diese können mit der zugewiesenen Menge in manchen Fällen aber nicht einmal die Hälfte ihrer Förder- und Leistungsfähigkeit ausnützen. Da kann man sich denken, datz zwischen den Syndikatspreisen und denen, die bei freier Kon- kurrenz herauskommen würden, ein arges Mißverhältnis besteht. Das ist denn auch durch den Zwiespalt im Syndikat, die grotzen Verkäufe der Schmidtmanngruppe nach Amerika, zur allgemeinen Kenntnis gelangt. Diese Verkäufe sind auf der Grundlage eines Preises von 7 M. pro Doppelzentner abgeschlossen worden, während der Shndikatspreis 14 M. beträgt. Da die Abschlüsse außerhalb des Rahmens des Syndikats erfolgten, fallen sie nicht in die Be- teiligung; die betreffenden Werke können ihre volle Leistungs- fähigkeit ausnutzen. Und wegen dieser Dispositionsfreiheit er- möglicht ihnen der auf die Hälfte des Syndikatssatzes ermäßigte Preis einen immer noch rentablen Betrieb. Natürlich war nicht Konsumenteninteresse, sondern kapitalistischer Expansionsdrang, das Verlangen, die einengenden Syndikatsfesseln für sich selbst zu sprengen, die Triebfeder zu dem Vorgehen der Schmidtmann- gruppe. Die billigen Auslandsverkäufe schädigen naturgemäß die Interessen der übrigen Kaliwerke; entweder sie müssen ihre Pro- duktion um die von der genannten Gruppe nach Amerika ab- geschlossenen Mengen noch weiter einschränken, oder aber das Syndikat ist gezwungen, für die Verkäufe nach Amerika noch unter die Preise der Schmidtmanngruppe hinabzugehen. An diesen Klippen droht das Syndikat mit seiner ganzen bis- herigen Politik zu zerschellen. Zwar ist vor einigen Monaten ein Notvertrag zustande gekommen; ihm fehlt aber die Kraft des Zu- sammenhaltens. Man fürchtet, datz mehrere der größeren Werke zum freien Konkurrenzsluge rüsten und von der Bestimmung, laut welcher ab 2. Januar 1910 jedem Mitgliede die Kündigung des Vertrages freisteht. Gebrauch machen wollen. Und die Kündigung?- frist beträgt nur sechs Wochen! Um der hier heraufziehenden Ge- fahr zu entgehen, soll auf Verlangen der Syndikatsgetreuen, und dazu gehört auch der preußische Fiskus, die Gesetzgebung ein- greifen. Daß die Regierung die Syndikatsinteressen als die ihrigen betrachtet, haben schon offizielle Auslassungen während der letzten Reichstagsverhandlungen dargetan. Der„B.-C." konnte sodann am 7. Juli die Richtlinien für die verlangte Aktion bekanntgeben. Das Blatt schrieb damals:„Wie wir von zu- ständiger Seite hören, hat bei Schluß des Reichstags angesichts der Besorgnisse über die stockenden Syndikatsverhandlungen eine vertrauliche Besprechung privater Art zwischen RegierungS- Vertretern und Parlamentariern stattgefunden, welche die im Interesse der Kaliindustrie zu ergreisenden Maßnahmen zum Gegenstande hatte. Hierbei wurde allerseits davon aus- gegangen, daß ein reiner allgemeiner Ausfuhrzoll„Gerechte und Ungerechte" in gleicher Weise treffen könnte, was unerwünscht bleibt und unbedingt zu vermeiden sei. Es wurde deshalb als Ziel ins Auge gefaßt, das Gesetz so zu gestalten, datz eine syndikatliche Werksvercinigung, welche die bundesstaatlichen Bergwerke und die große Mehrheit der Kali- Produzenten umfaßt(selbst wenn sie ein„Rumpfsyndikat" bliebe), von dem Zoll nicht getroffen werden dürfte. Hierzu erachtet man zwei Wege als gangbar: Entweder eine Art Strafzoll für solche Außenwerke, gegen welche der begründete Vorwurf der Benach- teiligung von Nationalvermögen zu erheben ist. Oder(was als der staatsrechtlich ebenere und daher als wahrscheinlichere Weg angesehen wurde): Die Einführung eines allgemeinen Zolles, mit der Rückgewährung des Zollwertes an das Kalisyndikat in der Form einer Exportbonifikation." In der Tendenz deckt sich mit diesen Richtlinien der Entwurf der Regierung, wie ihn das „B. T." dieser Tage wie folgt umrissen hat: Der Gesetzentwurf wird in der Hauptsache eine Kombination von Ausfuhrzoll und Zwangskontingentierung enthalten. Der Ausfuhrzoll soll nicht in starrer Höhe von jedem, gleichviel zu welchem Preise, ausgeführten Doppelzentner Kali erhoben werden, sondern er soll nur die Spannung zwischen einem von der Reichs- regierung festzuhaltenden(ungefähr den jetzt geltenden Auslands- preisen entsprechenden) Sollpreise und dem tatsächlichen niedrigeren Verkaufspreise ausfüllen. Die Reichsregierung will den Differenz- ausfuhrzoll durch die Kontingentierung ergänzen, die den Absatz der einzelnen Werke umgrenzen und insbesondere die forcierte Ausfuhr, wie sie jetzt zum Beispiel von den Werken Aschersleben und Sollstedt beabsichtigt ist, unterbinden soll. Das Gesetz wird Kontingentsüberschreitungen der einzelnen Werke nicht direkt ver- bieten, aber doch durch Auferlegung einer hohen Steuer un- rentabel, ja sogar vielleicht verlustbringend gestalten. Noch eine dritte Maßnahme zur Regulierung des Kaliabsatzes ist an- scheinend von der Regierung vorgesehen. Sie lehnt sich eng an die famose„kleine Kontingentierung" des Brausteuergesetzes an, und belegt alle Kaliwerke, die während einer bestimmten(wahr- scheinlich dreijährigen) Frist neu in Angriff genommen werden, noch mit einer besonderen prohibitiv wirkenden Produktionssteuer. Natürlich wird versucht werden, für eine solche Aktion mit den Schlagworten vom„Schutz der nationalen Arbeit",„Verhinderung der Verschleuderung nationalen Volkseigentums" usw. Stimmung zu machen. Sonst soll die nationale Arbeit gefördert werden. indem man mittels Einfuhrzölle für den Inlandsmarkt ein mehr oder minder geschlossenes Monopol schafft, das die Ver- schleißer in den Stand setzt, dem Jnlandsverbraucher Preise zu diktieren, die von denselben Verkäufern auf dem Auslandsmarkt weit unterboten werden. Im Kalisyndikat dagegen besinnt man sich darauf, daß im Interesse der nationalen Arbeit billige Aus- landsverkäufe verhindert werden müßten. Ja, zu diesem Zwecke soll die Gesetzgebung in scharfer Weise in die Freiheit der Arbeit eingreifen. Daß die Bodenschätze nicht verschleudert werden sollen, ist natürlich gerechtfertigt, aber in dem vorliegenden Falle handelt es sich in Wirklichkeit doch nur um die Hochhaltung eines Preises, der in den zur Gewinnung der Salze notwendigen Selbstkosten keine Rechtfertigung findet. Gehört doch, trotz der stark begrenzten Ausnutzung der Leistungsfähigkeit der Werke und der enormen Gründer- und Spekulationsgewinne, die oft ein Vielfaches der sachlich erforderlichen Anlagekosten darstellen, der Kalibergbau zu den lukrativsten industriellen Unternehmungen. Im Septemberheft der Monatsschrift„Die Welt des Kaufmanns" macht Dr. Albert» Stange Angaben über die Selbstkosten im Ver- hältnis zum Berkaufspreis. Nach seinen Berechnungen hatte ..Burbach" 190S: 41.9. 1906: 44. 1907: 40 Proz..„Justus" im Jahre 1906: 69 und im Jahre 1907: 69 Proz., Neustaßfurt 1905: Hundert. Die Ergebnisse der Selbstkostenuntersuchung find»n ihre Die Differenz zwischen Selbstkosten— einschließlich Löhne— und Verkaufspreis schwanken demnach zwischen 31 bis 58,1 vom Hundert. Die Ergebnisse der Selbkostenuntersuchung finden ihre Bekräftigung durch eine Darstellung der Endrente in der Kali- industrie. Dr. Felix Pinner hat eine Berechnung bei 21 Werken angestellt. Das Ergebnis seiner Zusammenstellung ist dieses: Die 21 Vergleichswerke erzielten im Jahre 1906 Reingewinne in Höhe von 15,9 Proz. ihrer Anlagekapitalien und brachten eine Durchschnittsdividende von 13,5 Proz. zur Verteilung. Letztere gehört wohl zu den höchsten Jndustrierenten unserer Wirtschaft. Nach einer sehr günstig aufgestellten Berechnung erzielte der Kohlenbergbau in guten Jahren nur eine Durchschnittsdividende von 11 Proz. In den letzten Jahren ist die Kalirente infolge des kleines f euillctoii. Mnfelmanisch» Ehegcsetze. Der Generalgouverneur von Algerien veröffentlicht einen interessanten Kodifikationsentwurf: die Gewohn- heitsrechte der algerischen Muselmanen sollen gesammelt und in das Gesetzbuch eingeordnet werden, um für die eingeborene Bevölkerung wirkliche Gesetzeskraft zu erlangen. Der„Figaro" entnimmt dem Abschnitt„Eheschließung" einige bemerkenswerte Vorschriften: Demjenigen, welcher bereits vier legitime Frauen hat. ist es untersagt, noch eine fünfte heimzuführen. Der Mann darf die Frau, die er schon dreimal davongejagt hat. nur dann noch ein viertes Mal heiraten, wenn sie sich inzwischen mit einem anderen Manne verheiratet hatte, und wenn diese Ehe aufgelöst worden ist. Z 19 verbietet die Ehe. die für eine Frau eine Mißheirat bedeuten würde, zum Beispiel die Ehe einer tugend- hasten Frau mit einem liederlichen Manne. Der Mann dagegen kann heiraten, wen er will, ohne eine Mißheirat zu tun, da das Gesetz den umgekehrten Fall gar nicht in Betracht zieht. Sehr merkwürdig sind die Paragraphen, die die Rechte des Gatten betreffen. 8 61 gibt dem Manne das Recht, der Frau zu verbieten, ohne seine ausdrückliche Erlaubnis das Haus zu verlassen. Der Gatte kann der Frau auch verbieten. Besuche zu machen, die sonst selbst der muselmanische Kodex gestaltet— d. h. Besuche bei den Eltern und bei den nächsten Verwandten,„mit denen sie nie eine Ehe würde schließen können"—, wenn solche Besuche die Frau zwingen könnten, die Nacht außerhalb des ehelichen Daches zu verbringen.„Es gibt Pariser Ehemänner". bemerkt dazu der„Figaro",„denen eS sicher nicht mißfallen würde. zu den algerischen Muselmanen zu gehören". Kunst. Im Lichthof des Kunstgewerbemuseums sind Arbeiten von Schülern der Unterrichtsanstalt ausgestellt. Nur Zeichnungen und Modelle, keine fertig ausgeführten Sachen, die die Lehrwerkstätten erst bei Beginn des nächsten Schuljahres vor- führen werden. Die Ausstellung— die erste, seit Bruno Paul, der frühere ,.Simplicissimus"-Künstler, die Leitung der Schule übernommen hat— zeigt, daß mit dem neuen Direktor glücklicher- weise auch ein neuer Geist in die Anstalt eingezogen ist. Die Me- thoden, nach denen die Schüler zur Ausübung dekorativer Künste erzogen werden, sind in wesentlichen Punkten reformiert worden. Das Verständnis der Traditionen der vergangenen Stilepochen wird freilich noch immer in erster Linie«pflegt, daneben aber ist dem Naturstudium die ihm gebührende Stelle eingeräumt. Wir ersehen aus den Arbeiten der Tagesschulabteilungen, in welcher Weise die Zöglinge zum Erkennen der dekorativen Werte in den Erscheinungen der Natur angeleitet werden und wie sie diese deko- rativen Werte verwenden lernen. Dabei wird jedes gewaltsame Stilisieren vermieden. Man legt mit Recht das Hauptgewicht auf die Pflege des Gefühls für gute und geschmackvolle Form und auf die Pflege des FormengedächtniffeS. Stoffe und Röbel, Pflanzen und lebende menschliche Modelle werden den Schülern während der Dauer von zehn Minuten gezeigt und erklärt und müssen dann frei aus dem Gedächtnisse wiedergegeben werden. Durch Blumen- malübungen sucht man die Ausbildung des Farbengefühls zu fördern. Diese allgemeinen UnterrichtSpringipicn, nach denen in den Tagesschulen der Lehranstalt verfahren Ivird, sind durchaus zweck- mäßig, und daß mit ihnen gute Erfolge erzielt werden können, be- weisen die ausgestellten Arbeiten der Fachklassen. Freilich scheint mir, als ob die vom Bildhauer S ch m a r j e geleitete Klasse für dekorative Plastik sich noch allzu eng an die überkommenen archi- tekwnischen Stilformen anschließt und der persönlichen Phantasie zu wenig Spielraum läßt. Den rechten Weg zeigt in dieser Hin- ficht die Metallfachklasse(Professor Petersen), deren Arbeiten bei allem kultivierten Kunstgeschmack durchaus frisch, modern und individuell anmuten. Was der Direktor Bruno Paul als Lehrer leistet, läßt sich nach dieser Ausstellung schwer beurteilen. Er leitet die Fachklasse für Architektur und Raumausstattung und zeigt uns in farbigen Blättern eine stattliche Menge Interieurs, die seine Schüler entworfen haben. Das Verständnis für Linien- und Farbenharmonien, die jeden einzelnen Raum zu einem künstlerisch organischen Ganzen gestalten, und das Bestreben, mit leisen Anklängen an alte gute Traditionen Neues und Eigen- artiges zu schaffen, tritt in diesen Entwürfen unverkennbar her- vor. Aber um den Wert des einzelnen beurteilen zu können, müßte man doch erst Proben von ausgeführten Arbeiten gesehen haben. Da sind die Graphikerabteilungcn besser dran, die uns in fertigen Drucken, Illustrationen, Plakaten, Buchschmuck, Ex- libris usw. die glücklichen Lösungen praktischer Aufgaben zeigen können. Was aus diesem Gebiet namentlich die Schüler O r l i ck s leisten, verdient uneingeschränktes Lob. Sehr im argen liegt aber leider noch immer die Behandlung der Schrift, bei der fast regel- mäßig die dekorative Wirkung auf Kosten der Lesbarkeit allzu- sehr berücksichtigt wird. Indessen wird der Wert solcher Schülerausstellungen weniger durch die größere oder geringere Vollkommenheit der einzelnen Arbeiten bestimmt, als durch den Geist, der aus dem Ganzen spricht. Und da können wir frohen Herzens konstatieren, daß unsere Berliner Unterrichtsanstalt sich hinter anderen ihrer Art nicht mehr zu verstecken braucht. Der Direktor Bruno Paul und die modernen Künstler, die neben ihm als Lehrer wirken, haben frisches Leben in das rückständige Institut gebracht. Wir wollen hoffen, daß die Anregungen, die von ihnen ausgehen, auch bald das Borliner Kunsthandwerk befruchten, dem eine Auffrischung wahrhaftig sehr not tut. J- L. Notizen. — Kunst abend e. Sonntagabend 8 Uhr findet im K l i n d- Worth-Scharwenka- Saal der Otto Ernst- Abend (Vorlesung des Dichters aus eigenen Werken) statt. — Musikchronik. Im S o nnta g k o n ze r t de» Schiller- Theaters Charlottenburg(Beginn mittags 12 Uhr) werden schnellen Anwachsens der Werke, die alle am Futtertische des Syndikats ein Plätzchen suchten und fanden, allerdings ziemlich erheblich gesunken; für die in Betracht kommenden Unternehme» stellt sich die Durchschnittsrente auf 9,5 Proz. Mit dieser Aus- heute bleibt die Kaliindustrie aber doch noch erheblich über der Durchschnittsdividcnde der deutschen Aktiengesellschaften. Nach der Zusammenstellung im Kaiserlichen Statistischen Amt brachte?» sämtliche deutschen Aktiengesellschaften pro 1907 und 1907/08 eine durchschnittliche Rente von 8,2 Proz. auf das dividendcnberechtigts Aktienkapital heraus. Es läge Grund genug vor, die nationale Arbeit zu schützen— indem man die Lohn- und Arbeitsverhältnisse im Kalibergbau gründlich verbesserte. Die von der Regierung geplante Aktion dient jedoch lediglich dem Schutze der Profit- macherinteressen. Preisüberspannung hat auch dem Zementsyndikat große Schwierigkeiten bereitet. Die EntWickelung der Zementindustrie hat starke Aehnlichkeiten mit der im Kalibergbau. Die sachlich ungerechtfertigt hohen Preise, die von den verschiedenen Organi- sationen unter Führung des Nheinisch-Westfalischen Zementsyndikats den Konsumenten diktiert wurden, reizten zu jinmer neue» Anlagen. Dadurch wuchs die Leistungsfähigkeit üller die Absatzmöglichkeit hinaus. Die vorhandenen und immer noch neu erstehenden Betriebe konnten nicht voll ausgenutzt werden. Und noch ein anderes, noch schlimmeres Uebel für die Unternehmer stellte sich ein. Die hochgespannten Preise gaben der Auslands- konkurrenz die Möglichkeit, auf dem deutschen Markt festen Fuß zu fassen. Besonders belgische Werke konnten mit weit unter Syndikatspreisen sich haltenden Angeboten ihren Abnehmerkreis stetig mehren. Zum Syndikat gehörende Werke, die unter dieser Konkurrenz besonders litten, drängten schon seit längerer Zeit auf Aenderung der Syndikatspolitik. Um das verlorene Terrain zurückzugewinnen, um den belgischen Zement zu verdrängen, besonders auch, um die deutschen Außenseiter zum Anschluß an das Syndikat zu veranlassen, sollte der Preis pro 10 Tonnen von 400 auf 300 M., also um 100 M. gleich 25 Proz. ermäßigt werden. Solche Forderung fand bei anderen Interessenten, die weniger unter der Konkurrenz zu leiden hatten, Widerspruch. Man wollte einem Preisnachlaß von nur 50 M., im allerhöchsten Folle von nur 75 M. zustimmen. Nun hat daS Syndikat die Preise für 1910 wie folgt festgesetzt: Per 10 Tonnen 265 M. einschließlich Säcke ab Beckum und 280 M. einschließlich Säcke ab Wesel, Duis- bürg, Köln, Oberkassel und Aachen. Gegenüber dem bisherigen Frankopreis von 400 M. bedeutet das eine Ermäßigung, die teil- weise sogar noch die erwähnte weitgehendste Forderung überragt. Diese Konzession ist auf jeden Fall ein schlagender Beweis dafür, daß die Preise, rein sachlich geurteilt, viel zu hoch waren. Aber so ist es überall: Die Syndikate, Kartelle usw. dienen nicht dem Zwecke erhöhter Produktivität, um dem Konsum billigere Erzeugnisse zur Verfügung zu stellen; da« treibende Motiv und die allseitig betriebene Praxis ist Hoch- spannung der Preise, um die Profitrate zu erhöhen. D. Für den schwedischen Generalstreik. Bei der Berliner GewerkschaftSkommission gingen ferner für die ausgesperrten und im Generalstreik stehenden schwedischen Ar« beiter ein: 12335 Metallarbeiter v. Bergmann, Wilhelmsruh, Slbt. Daiidwalzwcrk 9,50. Verband der Buchbinder Berlins aus solgende Listen: 12075, 12031 und 12037 21,05. Buchbinderei Jazert 11,05. 12001 Böttcher und Hand- werler der Unions- Brauerei 13,25. 6581 Bauhilfsarbeiter 4,70. 5435 Dach» dcckcr 9,95. 13082 Piaiiofabrlk W.©offmann 6,60. Verband bei Sattler und Portefeuiller, LitSverwaltuns Berlin, 9. Rate, aus Listen 131,95. 8814 11,50. 3047 Blauen Hecht 5,—. Handtuchsahrer R. Bach, S. Rate 8.—. Handtuchsabrik v. Figner, 10. Rate 8,—. 13817 Buchdruckerei E. Billig Aachs., 10. Rate 19,65. 12106 Ebilarbeiter Jakisch Aachs. 3.—. 13603 Vcrgoldcr von Adolf Werkmeister, 7. Rate.18,85. Tischler Rösler u. Schmidt, 10. Rate 19,85. 13987 Dreherei PinkuS, 10. Rate 12,—. 13723 Tischlerei L. Kießbur,. Rate 16.—. 13000 Buchdruckerei Rosenthal u. Co., 10. Rate 14,25. 13577 Holzarbeiter v. Klapproth u. Hoppe, 5. Rate 6,75. 13652 Metallarbeiter v. Tbiele u. Co., 7. Rate 20,75. Buchdruckerei W. Köbke, 11. Rate 15,—. Ükorbmacher bei Heinemann, 7. Rate 7,60. 14376 Tischlerei Wolsbardt n. Grildschmidt 16,70. 9917 Buchdruckerei Litsah Erben 10,50. 13990 Tischlerei Hanke u. Kaebcr, 10. Rate 13,95. 12866 Tischlerei I. C. Psass, Saal 4 7,30." 13330 Tischlerei v. Kukulcnz 10,90. 13976 Tischlerei Abb u. Daum. 11. Rate 17,10. 14312. 14313, 14, 15 u. 16 Buchdruckerei Hcmpcl u. Co., 6. Rate 70,30. 13610 Ewiarbciter A. Kann, 10. Rate 17,95. 14436 Personal Bnrlholdh u. Klein Mozarts Strcichauartett in B-dur und Beethoven« Streichguartett in G°dur aufgeführt. Außerdem kommen Arie» von Bach und mehrere Lieder von Schumann und BrahmS zum Bortrog. Vorträge. Im Papicrhaufe(Dessaucrftraße 2) spricht Sonn- tag. den 31, Oktober, vormittags'/zll Uhr Felix B urg er über Zinkätzung.— Prof. Ludwig Gurlitt hält am Deutschen Monistenbund einen Vortrag über„Schiller als moderner Erzieher". Der Vortrag findet am 1. November im Bürgersaal des Rathauses abends 8'/« Uhr statt. — Der Streit um die Lionarbo-Büste, die Direktor Bode entdeckt haben will, geht weiter. Während die Bode- offiziöse Presse bisher die ganzen Angriffe als Schwindel abzu» serttgen versuchte, muß sie jetzt schon zugeben, daß die Wachs« bnstc doch wohl aus dem Besitze bei Bildhauers Lucas stammt. Bode meint allerdings, Lucas habe sie erworben., um sie als Vorbild zu benutzen. So viel aber ist sicher, daß. die Wachs- büste weder gut erhalten(vielleicht überarbeitet) noch zweifellos echt ist. Und dafür soll Bode die Kleinigkeit V»» 160 000 M. ausgegeben haben. In der Tat eine nette„Entdeckung"! Wenn die Annahme des„Berl. Tagebl." zutreffen sollte, daß Bode über die Anschaffung allein entschieden habe, ist eS höchste Zeit, daß im preußischen Landtage die Bode- Wirtschaft unter die lritische Lupe genommen werde. Bei aller Anerkennung, die man für seine Ver» dienste haben mag, geht dann sein Diklaturstreben doch zu weit. Die Rolle, die Bode bei der Verdrängung TschudiS«nS der National- galerie gespielt hat, scheint keine guten Folge» zu zeitigen. — Ein Segantini-Denkmal wurde in Arco(Svd- tirol). dem Geburtsorte des Malers der Alpenwelt, enthüllt. ES ist von Segantinis Freund Bistolfi entworfen. Auf einem aus großen unbehauenen Felsblöcken geschichteten Sockel, der einer Fclskuppe des Hochgebirges gleicht und aus dessen Fugen Moose, Farnkräuter. Alpenveilchen hervorsprießen, erhebt sich— nach einem Bericht der „Franks. Ztg."— freistehend in ganzer Figur und natürlicher Größe die Bildsäule des großen Malers des Hochgebirges. Wie aus freier Bergeshöhe stehend schaut er, in der kleidsamen Tracht der Berg« bewohner, Pinsel und Palette in der Hand, als hätte er sich eben erst von der Staffelei erhoben, hinaus über seine geliebten Berge, die keiner in so wunderbarer, naturgetreuer HerrIichk->« ruf die Leinwand zu zaubern verstanden hat wie er. Den Hintergrund de« Denkmals bilden prachtvolle Cedern. großblumige, immergrüne Magnolien, Palmen und Lorbeerbäume. — Cook schwört. Während eine? Vortrages des„Nordpol- entdeckers" Cook in Hamilton(Montana) kam es zu einem Skandal. Der Führer Barrill, mit dem Cook den Berg Mac Kinley bestiege» haben will, stellte ihn zur Rede und forderte ihn auf, dies zu be» schwören. Cook hob die Hand und schwur. DaS Publikum war aber damit keineswegs überzeugt.— Nun haben wir hoffentlick endlich Ruhe vor den beiden Nordpolentdeckern; man lasse sie(und alle weiteren) einfach schwöre», daß sie am Nordpol waren. Wozu wisienichaftliche Beweise i In Amerika schwört man und die Sache ist erledigt. 'Küchenmöbclfabrik Henkschle u. Buch- IS,—. Gevmlstag FamINe BuIS 2,M!3Si8 Tischlerei K. Kuhnert 7. Rake LS, 99. 14272 Metallarbeiter 0. 2. Kaufmann, 8. Rate 16,80. 14371 Metall arbeiter v. H. Gundelach, 11. Rate IS, 30. 13983 Jakobowitz, 8. Rate 10, SS. 13993-96 Metallarbeiter v. holz, 8. Rate 33,10. Schneidemühle F. König 21, SO. 7946 u, 47 Amlin fafcrif, Mag. 4 10,—. 14471 Neubau SSMpart Steglitz 11.6S. 13668 Mctallarbeiler v. G. Stein, 4. Rate 12,SS. Klempner v. Vcglin, 4. Rate 6,1S. Buchdr. Berolina 6F0. Kraufe-Sembach 2,—. 14318 Buchdr. W Hertel 3,50. 12779 Wcrkstattfitzung Baer Sohn 4,70. 2827 22 und 30 Untertommiision Köpenick 3635. 14355 Metallarbeiter von Zemlin, 9. Rate 9.10. Tischler Lackhofs u. Sohl, 4—. Wöbelsabric H. it. 81, Schule, 5. Rate 37,75. 13848 Schlosser Brauerei Happoldt' 10,05. Tischlerei Schälle u. Sohn. 2. Rate 10,—. Metallarbeiter von Pardemcmn, 10. Rate 15,30. 13625 Buchdruckerei M. Keltcmbeil, 10. Rate 23,35. 14390 Metallarbeiter von Gerhardt 12,35. Bezirl 8 Wahwerein Lichtenberg 10,—. 13967 Kollegen der Schlotzsabrik Lindner 11,10. Buchdrnckerei Maurer u. Diinmick, lt. Rate S.80. 6190 Maurer der Königlichen Poreellan-Manusaktur 4.25. Aus der Sechscrkasse des Ibl. Bezirks 10,50. Unlerlvlniuission Rixdors auf folgende Listen: 2323 Kollegen bei P. Rabe, 3. Rate S,40. Zlibeiter bei Hirsch h�>t 2287 35,30. 2295 13,85. 2296 5,50. 2319 7,65. 2366 3,25. 2379 3435. 2495 5,50. 2500 3,75. 8705 2.25. Teller sammlung der Eisenmöbctbranche 8,20 sin Summa 125 Mmt.) Von den Arbeitnehmer-Vorstandsmitgliedern der Ortskrankenkafse für das Bierbrauergewerbe zu Berlin 30,—. Verband der Tapezierer Miale Berlin aus soilgende Listen: 219? durch Sezilinstt 14,20. 9986 durch Fabry 8,65. 10882 Görke 14.45. 12182 Israel 12.25. 12186 DMiski 11,50. 13014 Weigt 6,50. 13016 Keller u.«einer 4.55. 13017 Dillmar 17,50. 13018 Gerjon 17,05. 13020 Wetgt 7,—. 13022 Ledeitnduslrie 25,50. 12184 Flalow u. Priemer 19,80. Herzog 20,50. Koll. Schuhrmann 1.—(in Summa: 180,45).— Transportarbeiter verband Bezirk Grotz-Berlin aus solgende Listen: 1909 6,25. 1925 2,40. 1994 5,30. 2526 29,15. 6219 0,30. 8808 13,05. 11323 5,30. 11324 5,95. 11831 10,60. 11832 Kohlenarbeiter der Firma Schneidemühl 4,70. 11340 A.-B.-G., Feiinstratze 10,35. 11341 Automobil-Betriebs-Gesellschast, Femistratze 13,35. 1398 11,60. 1958 5,95. 4819 5,90. 7835 2,—. 11319 Schnltbeitz-Braucrei, Hosarbeiter, 4. Rate 9,75. 11336 Bezirksverwallungssitzung Grotz-Berlin 15. 10. LI,—.(In Summa 163,— M.)— Tischlerei Klau u. Co. 4,70. Von den Kollegen der Firma A. Schmidt, Psarrstratze 6,—. Metallarb. der Kontinentalen Bremsenges., Lankwitz, 8. Rate 12,80. Bon de» Arbeitern der Deutschen Ton» u. Stein- gulwerke 6,50. Von den Wagenbauern Berlins. Bez 10 25,05. Lederkarl 2,-. 419 Bez. V. Kreis. 3. Rate 6,-. F. Schmitt. München 19,80. Kranz- Überschuß Eberswalder Ecke 3,45. 7282 und 84 Verband der Maurer, Berlin 12,25. Ftachdruckmaschinenineister v..Vorwärts' 6,—. 13953 und 54 Buchdr..Voss. Ztg.", 9. Rate 38,—. 13672 Dreher. Gürtler, Schleiser von Hartmann, 8. Rate 10,95. Arbeiter und Arbeiterinnen der Optischen Anstalt von C. P. Goerz, Friedenau, aus solgende Listen: 11185 15,88. 11978 21,—. 11979 24,60. 11984 20.—. 11986 14,25. 11987 19,50. 11992 16.25. 11995 6 90. 11997 5,45. 13693 83,—. 13694 75.—. 13695 19.—. 13696 19,90. 13697 36,—. 13698 11.—. 13699 19,80. 13701 34,—. 13702 22.—. 13703 12,—. 13704 14,—. 13706 17,60. 13707 41,50. 13708 13,85. 13710 19,85. 13711 15,40(in Summa 597,73). 13651 Metallarbeiter von Weinert, 5. Rate 13,90. 14380 Buch- druckerei Berg u. v. Schach 6,45. Tischlerei Schwarz u. Fröhlich, 7. Rate 26,—. 13023 und 14420 Metallarbeiter von Lmdström, 10. Rate 49,70. 13819 bis 13322 Setzer, Maschinenmeister und Stereotppeure von O. Elsuer 7. Rate 72,50. 14377 Tischleret Kaiser, 11. Rate 22,10. 13988 Metall. arbeiter von Schmarl u. Co., 6. Rale 7,—. Personal von C. Lehne, 9. Rate 6,—. Metallarbeiter von Möhring, 7. Rate 11,50. 13811 Buchdruckerel L. Simton Aachs., 9. Rat« 8,05. 14384 und 14385 Metallarbeiter von Lorenz, Mtcilung lll 15.40 M., Abt. V 12,55 M., in Summa 27,95. 14419 Tischlerei Sicbert u. Schwesinger, lt. Rate 10,20. 13825 Verbandsmitglieder und HilsSarb eiler v. Lievheit u. Thiesen, 10. und 11. Rate 17, M. Buchdruckerei Patz u. Garleb, ll. Rate 40,—. Kranzspende Zemlin 150. 14311 Buchdr Lange, 10. Rate 5,60. Möbelsabr. tz. Lüdtte, Pankow, 7. Rate 17,15. 13813 Buchdr. Hauhmann 3,30. 13626 Kronen- sabrit R. Schneider, 4. Rate 8,30. 14370 Verbandsmitglieder.Deutsche Tageszeitung". 10. Rate 18,85. 12987—12991 Buchdr. Mittler u. Sohn, 9. Rate 59,95. 13658 Kollegen v. D. Mever, 9. Rate 5,90. Einsetzer von E. Mittag, 2. Rate 13,—. 14375 Buchdr. Gebhardt, Jahn u.Landt, 11. Rate 16,90. 14373 Metallarbeiter v. Weber u. Co., 10. Rate 34,50. 14472 Metall- arbeiter v. Gehrecke 9,15. 13645 Transportarbeiter v. I. Ptntsch,>0. Rate 9,25. 14431 bis 35 Verbandsmitglleder Buchdr. Vüxenstein 49,95. Tischlerei Nickel, Wernicke u. Lehmann, 11. Rate 16,40. 14425 Metallarbeiter von Bischofs. N. Königstratze. 11. Rate 14,—. 14393 Möbcisabrit Heinz, Lauter u. Co., 10. Rate 19,20. 14317 RotationSmaschtnenmeister.Woche",.Tag", 8. Rate 8,65, 14469 und 70 Bautischlerei von Giün u. Hetwig, 2. Rate 26,90. 14360 Personal von Bollsratz u. Apel, 10. Rate 9,75. 14389 Tischlerei I. Metzner. 10. Rate 16.35. 13997 bis 1400, 14351 und 52 Buchdruckerei I. Sittenfeld 9l,7S. Tischlerei K. Thomas, 5. Rate 11,10. 12105 Albumsabrtk A. DIttmar. 5. Rate 16,50 Auklion Feibtcke 8,15. K. A. 3,—. Heise, Schliemannstratze 5,—. 14415 Tischlerei Prechtel, 6. Rate 16,80. Amerikanische Auktion b. LeSkan 2,t5. gidele Morgenpes. b. W. Deutzer 2,—. Bäckereiarbeiler b. Goldackcr 23,70. 14305 bis 8 Bnchdmckerei Ullstein u. Co., 10 Rate 97,—. 13099 Linke u. Jodenschweger, Pianosadr., 7. Rate 9,95. 13814 Personal der Buchdruckeret Technik, 6. Rate 10,—. 14338 Lederfabr. Salomon, Treptow 17,25. 14333 Spinn u. Sohn» 11. Rate 19,20. 14336 Setzer u. Drucker b. Sehdel u. Co., 11. Rate 20,40. Abt. Falzerei.Bert. Tagebl«, 11 Rate 18,50. 7788 Kollegen der lkhem. u. Selsensabrik Buch u. Lakidauer u. andere 11,15. 13729, 14427, 28, 29 u. 30 Kollegen der Allg. Metallwerke f. Beleuchtting, IL. Rate 42,60. 14392 Kollegen bei Ganlereit u. Co., 11. Rate 10,65. Bezirk 373 b. Teil 3, IV. Wahlkreis 3,50. Zenlralvcrb. der Ledcrarbeilcr, gil. Berlin, 5. Rate aus solgende Listen: 13594 Schneider u. Schwarzmann 9,85. 13692 Karplus u. Herzberger, Färber u. Favblederzurichter 16,65. 13593 Chairzurichter, Bimser u. Dollierer 16,16. 13590 Weitzzurichter 11,85. 13501 Gerberei n Sudelei 17.45. 13595 Zurichter v. Hegermann 9.20. Hmidschuhmacher 13597 Lasch u. Sohn 9,30. 13598 Gebr. Grund 5.—. 33599 Theuerkaiis 10,—. 18600 Tengler 7,23.(In Summa 111,70 M.)- 44468 Kollegen bei Behling u Lübke. 8. Rate 36,05. 12654 Kollegen bei tz. Feilchenfeld 3,80, Buchdr. Moritz u. Kummer 15,40. 13937 Tischleret Dischleit, 7. Rate 9,85. Bauaiischläger bei E. Franke. 5. Rate 10.—. Galvanoplastik 15,—. Handwerker, Maschinisten und Heizer der Schultheiß- Brauerei, Abt. IV 11,80. 14394 Borussia, 7. Rate 10,30. Verlag und Expeditton.Bolksbote". Stettin 700.—. Bau Nedlitz bei Potsdam 24,05. Von de» Kollc gen der Bautischlerei Müller, Tegel, 9. Rate 20,05. Buchdruckerei Wietzinann. Pankow 3,l0. Deutscher Melallarbeitcrvcrband. Orts. Verwaltung Bmlin, aus solgende Listen- 3214 Bezirtsverlammlung Spandau 10,45. 3300 Hansel 3.50. 3953 Blum 3.75. 5963 Haas« u. Schön 11,60. Siemens Weruerwerk, 4. Rate 10176 27.40. 10177 20.75. 10178 Li ,80. 10179 25—. 10181 14,—. 10182 11,25. 10183 26.—. Schwartzlopst. Scheringstr. 8546 13,15. 10351 16.60. 10357 9,50. 10358 25,35. 10359 25,—. 10361 96,—. 10383 19,50. 10364 13,55. 10365 24,80. 10366 23,85. 10307 19,75. 10368 31,50. 10369 16,—. 10370 32,35. 12506 11,35. 12507 10,60. 12600 12,75. 12001 24.—. 12603 16,—, 12604 22,—. 10428 Zimmermann u. Buchlow 16,65. Siemens 10541 Dvnamowerke 16,95. 10541 Abt. Schmidt. 4. Rale 27,50. B. Joies Rw. 10373 Dreher. 5. Rale 18,15. 11473 Dreherei 23,50. 11474 Gießerei I 27,40. 12321 Gietzerei II 15,70. 12322 Gürtler 8,75. 12323 Schleiser 7,60, Deutsche Waffen, und MunilwnSsab.nl. b. Rate 10273 Walter 20,-. 10278 Hoffmann 40,26. 10281 ZIcjemer 20,—. 12471 Orban 82.6a 12473 Maschinengewehr 29,70. 12474 Hememann 25,-, 12488 Büttner 17.75. 10556 Deutsche Kabelwerke Rummelsburg 17,55. 10557 Bergmann. Rosenthal 7,45. 10558 Eckert, Lichtenberg 8,75. 10569 Kilian. Lichtenberg. 8, Rate 28,85. 11451 Temmler und Weib«B 18,80. A. E.-G.: 11578 Rernstlampen 13,05. 12618 Signal. labrik 21,80. 11721 Gebr. Siemens 20,50. 11599 Türk 9,65. 12355 Auto- Depot 5 11,10. 12368 Aron 9,95. Bergmann. Wilhelmsruh: *2380 30,—. 12379 11,85. 12388 6,10. 12386 9,50 12387 8,80. 12376 12,25. 12375 41,70. 12383 13,50. 12374 30,95. 12377 12,05. H. Aron: 12465 19,10. 12466 13,40. 11574 38,60, 12499 Willibald 17,70. 12522 Droch. wann» Schweitzer, 8. Rate 17,40. 12528 Schäser u..tzauschmaim.l0. Rate 14.40. 1Lo3S Koppe u. Schulz, 8. Rate 21,50, 12536 H. Klemme, Bauanschläger l*~-.?2540 Graue, t. Eisengietzerci. 8. Rate 29,60. 12552 Hartmann. 12554 Kray 9. Rate 33,90. 12687 Magnet. 9. Rate 27.80. 12693 Zichlfe, 8. Rate 8,70. 13107 Schl-in u. Stesani, 9. Rate 6,15. 13169 Ade Geldschrank, abr. 20.75. 13193 Faltenstein u. Co 9,—. 13194 Cyklop Fomer 15,60. 13205 H. Berncrl, 0. Rate 50,55. 13217 Braun u. Wolff lW'S Zimmermann Buchlow. Meist, rei II. IIa u. III 8,90. 13S19 D A. Kttfch, lö. Rate 8,50. 13221 speck 10. Rate 11.-. 13222 Gröber, Blank u Co. 22,65. 13233 Frost Söhne. 9. Rate 37,25. F. Gaeberl. 13296 5,40. 13297 13,30. 13298 5,85. 13299 10,50. 10300 Hohne, Steglitz 10,25. 13306 C. Lenz, 8. Rate 12,30. Daimler. 9. Rat« 13360 29.—. 13361 20,90. 13362 11,60. 13363 Ifl.—. 13364 15,85. 13365 10,60. 13366 21,50. 13367 20,50. 13185 30,05. 13189 13,—. 13898 durch Weinberg 33,—. 13905 Gooerts 3,50. A. E-G., Brunnen-, Vollastratze 5542 25,45. 11635 45,85. 11636 17,40. 11637 11638 21,90. 11640 16,30. 11642 25,90. 11647 19.55. 11648 30,60. liL,45. 11658 24,90. 11660 17,90. 11664 24,95. 11665 22,80. U670 25 30 11671 6,10. 11672 43,-. 11673 32,25. 11679 11,80. 11684 2SLS. 11691 31,95. 18379 22,50. 13388 16,40. 13881 44,20. 3575«einte 13,8°. Kranzuberschutz von den Kollegen bei F. F. A. Schulze 17,60. Für Ueberftunden v. Molkenlhin F,-. Radsahr.-Ber..Vorwärts". Eichwalde 3.—. Hedchens Geburtstag Mariendors 3,10. Masch.-Zormer von Arndt 18.90. 8643 Schwarzwse Maschinensabr. 55,65. Holzaptcl 3843 6,95. 3851 525. 3898 durch Zirkel 18,—. 8287 Bernhardy u. Co.. Rohrleger und Helfer 5,50. 8425 Gebauer 34.85.«»hall. Maschinensabr. 8479 11,83. 8483 7,20. MK ÄstO A. Borstg 8570 Kesselschmied- 69,30. 8572 Teilfchlosserei 48,60. 8573 Montage 56,—, 8574 Werkzeugbau 60,85. 8575 Putzer und Ke.'Amacher 11,70. 8576 und 77 Hammerschmiede 82.30. 8573 Schrauben- dreh.'r 21,30. 8579 Maschinenarberter 30,55 8674 14,20. 10409 Freiwald 11,25. 10410 Goliasch u. Co. 41,95. 10464 L. Ziegler 22,10. 10543 Siemen-s- schuckertiverke, Klcinb. 12,—. 10547 E.Becker 22,50. Legel 10586 Schleiser 3,25. 10587 Former 1,85. Gtadenbeck 11463 11,80. 11464 12,65. Dcuische Waffen- und Aunittonssabrik 10279 Abt. Zaczewstt 34,25. 10280 Moller u. K.'öhe 42,20. 12470 Hachmann 33,—. 12475 Weiberzahl 34,40, 12477 Beizer 16,50. 12478 Hennig 31,90, 12479 Bülow 33,—. 12482 BütMer 18,50. 12484 Tietzkow 17,50. 12486 Henke 26,50. 12476 Hitzler 47,45. L. Löwe, 3.-4. Rate 10391 9.35. 10393 7,50. 10394 14 60, 10395 4,40. 10396 5,50. 13111 9,45. 13112 9,80. 13113 27,40. 13114 19,95 13115 16,25. 13118 23,55. 13119 6,55. 13120 7,55. 13121 9 Li). 13122 81,90. 13125 7,—. Gebr. Krüger, Köpenik 11459 9,75. 11461 19,80. 11695 6,60. 13195 21,85. 13196 3,50. 13197 7,-. 13198 13,45. 1155! Hamann, Friedenau 12.—. 11727 E. Gursch, SchlisigießerÄ 10,55 Allgemeine ElettrizilätS-Gesellschast.Turbine" 12334 Abteilung Kerber. 9. Rate 28,50. 12580 Abt. Strasser>8,50. 12584 Abt. Nestmann 47,80. 12585 Abt. Voigt 50.75. 13322 Abt. Lippinami 36,50. 13323 515t. Schale 33,—. 13324 Abt. Bernitzki 27,50. 13325 Abt. Jänicke 5,50. 13326 Abt Sanicke 12,50. 13327 Abt. Neubert 23,50. 13328 Abt. Neubert 17,50. 13330 Abt. Süß 13,25. 13331 Abt. Fuhrmann 17,50. 13332 Abt. Lohse 44,00. 13333 Abt. Hollcnbach 26,50. 13334 Abi Pahlow 17,75. 13335 Abt. Stein 29,10. 13336 Abt. 8.50. 13337 Abt. Marlen 2,25. 1333?'Abt. Hausdors 19,85. I3339Zlbl.He»nig 14,50. 13341 Slbl.Ka. pa 26,—. 13342 Abt. Karpa 20.00. 13343 Urich 38.—. 13345 do. 23,50. 13347 Schulz 9,50. 13318 Haustein 13,20. 13349 Rakel 20,95. 13350 Wilhelm 34,—. 12356 Pelroleumgescllsch. Klempner 11.50. 12371 Aichele u. Bachmann 18,20. 12493 Spitz u. Co. 31.55. 12500 H. BoaS, 5. Rate 20,—. 12503 Stelzner, 3, Rate 49,90. 12504 Schlofferet Kaiser 4,60. 12505 E. Brüggmann 15,—. 12506. A. Friedrich 20,25. 12523 Drochmann u. Schweiter, 9. Rat- 15,50. 12534 Adterwerke 8,80. 12539 Grauert, 9. Rate 29,40. 12542 F. F. A. Schulze 24,—. 12544 Dietrich, 5. Rate 11,30. Stock u. Co. 12547, 7. Rale 10,—. 12548 26,80. 12550 7,80. 12553 Hartmann 31,20. 12588 Fieiwakd 14,20. 12615 Deutzer Gasmotoren 26,05. Ever Ready 12107 6,05. 13168 4,80. 13178 Molkenthin 6,25. 13192 Enzinger. 7. Rate 13.35. 13208 Falbe 13,—. 13209 Simon 16,30. 13220 Emmerich u. Schöning, 10. Rate 20,85. 13223 Eckel u. Glienicke, 10. Rate 25,05. 13224 Eckncr, 10. Rate 7,45. 13225 Siemens, Dynamo- werte 7,45, 13231 Asch u. Sohn, 7. Rate 15,15. 13232 Dentlche Edison- werke 20,25. 13234 Mediz. Warenhaus, 7. Rate 32,—. 13235 Emmerich u. Schöning, Schleiser, 10. Rate 15,45. 13236 Pahnke, 10. Rate 6,55. 13243 Brendel u. Lcwh>1,35. 13245 Jastrow 12,25. Legel 13421 Gürtler und Dreher 14,15. 13247 Schleifer 3,—. 13248 Former 2,90. 13289 Kühl u. Klatt 13,—. 18290 durch Zcidler 13,45. 13292 Schmidt u. Co, Abt. H. K. 4,05. 13294 Rössemann u. Kühnemann 23.—. 13295 Butzke, Dreherei, 6. Rate 14,80. Deutsche Waffensabrik, Wittenau, 6. Rate, ll6?l 15,90. 11628 4,05. 13307 31,95. 13308 52,10. 13309 9,35. 13340 24,30. 13311 23,30. 13312 42.50. 13313 14,35. 13314 26,10. 13315 18,45. 13316 9,70. 13317 3,80. 13318 4,60. 13319 6,60. 13320 5,50. 13321 7,—. General Composing Comp. 13300 28,50. 13301 27,—. 13302 23,30. 13303 11,10. 13304 18,30. 13305 Körber 7,70. 13352 H. Haupwer, 10. Rate 37.70. 13358 Kray, 10. Rale 26,70. 13359 Ziehlke, 9. Rate 7,40. 13374 Falkenstein u. Co. 7,50. B. Joses 13368 Schleiser, 6. Rale 8,60. 13369 Gürtler, 6. Rate 8,65. 13370 Dreher. 5. Rate 21,90. 13372 Gießerei I. 6. Rate 27.10. 13373 Gießerei II. 6. Rate 16,85. 13375 Cyttop, Former 17,60. 13376 Magnet. tO. Rate 25,—. 13899 Schlein u. Stesani 6,—. 13900 Heimiger u. Co. 21.25. 13906 Muth u. Schmidt, 5. Rate 11,50. 13925 F. Kilian. 9. Rate 28,15. 13930 O. R. Ritsch, 11. Rate 8,50. 13931 Drochmann u. Schweitzer, 10. Rale 15,50. 13932 H. Bernert, 10. Rale 51,85. 13933 Frost u. Söime, 10. Rale 26,05. 13942 Ecket o. Glienicke, 11. Rale 24,70. 13944 H. tzauptner, 11. Rate 35.70. 13947 Weber». Hampel 47,50. Emmerich u. Schöning, 11. Rate 13948 21,15. 13949 Schleiser u. Galoanil 16,30. 13950 Legel, Gürtler und Dreher 14,60. 14001 SchwidlinSly, Dreher 13,20. 14002 21,—. 14114 Selas A.-Ges. 19,50. 14019-s-rauerl, 10. Rate 29,99. 14920 Kahnl. Slralau. 4. Rate 6,10. 14021 Löwensteln 31,35. 14076 Guttnann, 5. Rate 28,45(in Summa 6550,25 M.). 1083, 9052, 56, 2735, 12739 Verband der Bäcker und Konditoren, Berlin 56,05. Angeslevle der Bäcker und Konditoren, V-rb.-Filiale Berlin 14,—. Arbeiter der Neuen Berliner Genossenichasisbäckerei 15.35. 7857 und 62 Verband der Steinsetzer, Berlin 9,25. 7130 llnlerkommisfion Spandau 6,25. Bez. 558. 6. Kr. 1.50. Verband der Waler, Lackierer. Filiale Berlin, aus solgende Listen- 1301 6,40. 5077 11.55. 5092 11,05. 6321 14,40. 6323 8,35. 6342 2,—. 6350 13,10. 6355 9,—. 6356 14,40. 6357 I,—. 6360 14,35. 9702 5,—, 9709 9,95. 9711 6,90. 6340 Lackierer b. Borstg 28,10. 9701 Lackierer d. Pell 14,50. 6088 2,20. 5084*4,70.(In Summa 176,95.) 14358 u. 14454 Kronleuchlersabrik Gebr. Israel, 9. Rale 46,85. 12961 Melallarbeller b. T. Lindstrom A.-G., 7. Rale 48,40. 1210? Leder« arbeiter b. R. Bunke, 7. Rate 14,60. 13829 BerbandSkollegen v. Sonntags- btatt, 4. Rate 8,80. 14369 Metallarbeiter v. K. Wolf u. Friedrich 5.55. KronleuchtersabAk v. Hofsmann u. Co. 11,25. Akzidenzabletlung Ullstein u. Co. 20—. 16368 Metallarbeiter Ed. Grimm, 4. Rate 18,50. 12110 Etuiarbeiler v. K. Weber, 10. Rale 4,85. 14323—26 Norddeutsche Biichdruckerei, 11. Rale 65.—. 14357 Kollegen bei Freund, Silberwaren 11,—. Kistenmacher von W. Pflugrath, 11. Rate tS.30. 14319 Buchdruckerei O. v. Hotten, 11. Rate 22,20. In Summa 11446,03 M. Bisher sind veröffentlicht 246 498,35 M.. dazu kommen 11 446,03 M., in Summa 257 944,38 M. Gelder, welche per Post eingesandt werden, find an «. Körsten. Engeluser lö l zu senden. Alle Sammlungen sind sofort in unserem Bureau, Engeluser lö I. Zimmer L3, vor- mittags zwischen S— 12'/z Uhr und nachmittags zwischen 4—7'/, Uhr abzuliefern. Die Listen 3248. 2ö14, 1402 und 3493 sind verloren gegangen und find beim Borzeigen anzuhalten. Der Ausschuß der Berliner GewerkschaftSkommisfion. Aocken-Vplelplsn cke? Berliner Cbeater. Königl. Opernbauö. Sonntag: Aida. Montag: Die Meistersinger von Nürnberg.(SInsang 7 Uhr.) DtenSlag: OavoUsria rustionna. Bajazzi. Mittwoch: Carmen. Donnerstag: Margarete. Freitag: Sinsanie- Konzert der kgl. Kapelle. Sonnabend: Das Rheingold. Sonntag: Mignon. Montag: Die Walküre.(Ansang 7 Uhr.) Königl. Tchansptelhans. Sonntag: Der eingebildete Kranke. Montag: MrS. Dol. Dienstag: Der deutsche König. Mittwoch: Der ein- gebildete Kranke. Donnerstag: Der deutsche König. Freitag: Der ein« gebUdete Kranke. Sonnabend uud Sonntag: Der deutsche König. Montag: Der eingebildete Kranke. ReucS königl. Opcrn-Thealer. Sonnlag nachmittags 3 Uhr: Der Herigoitjchiiitzer von'Ammergau. Abends: Anno dazumal. Montag: Montag bis Sonnabend: Geschlossen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Evangclimann. AbendS: Der Cvangellmann.(Ausang 7'/, Uhr.) Montag: Geschloffen. Deutsches Theater. Sonntag: Hamlet. Montag: Faust. Dienstag: Hamlet. Mittwoch: Efn SommernachtSlramn Donnerstag: Hamlet. Freitag: Fausl. Sommbend und Sonntag: Hamlet. Montag: Faust.(Ansang 7-/. Uhr.) Deutsches Theater.(Kammerspiele). Sonnlag: Die Zuflucht. Montag: Der Arzt am Scheideweg. DicnSiag: Clavigo. Mittwoch: Der Arzt am Scheideweg. Donnerstag: Clavigo. Freilag, Sonnabend und Sonntag: Major Barbara. Montag: Frühlings Erwachen.(Anfang 8 Nbr.) Sesstiig-Theater. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Die versunkene Glocke.'Abends und Montag: TantriS der Narr. Dienstag: Die Frau vom Meere.(Ansang 7'/, Uhr.) Mittwoch und Donnerstag: TantriS der Narr. Freitag: Rosenmonlag. Sonnabend: Tantris der Narr. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Die versimtene Glocke. Abends: TantriS der Narr. Montag: Nosmersholm.(Ansang T/, Uhr, sonst 8 Uhr.), Berliner Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: HerodeS und Mariamne. Abends: Sikpenkönig und Menschenselnd. Montag: Einer von unsere Leul'. Dienstag: Atpenkönig und Menschenfeind. Mittwoch nach. mittag: Minna von Barnhelm. AbendS: Herode» und Mariamne Donnerstag: Alpenkönig und Menschenselnd. Freitag: Einer von unsere Leul'. Sonnabend nachmittags: Minna von Barnheim. Abends: Hobe Polittk Sonntag nachmittags 3 Uhr: HerodeS und Mariaiiuü. Abends und Montag: Hohe Politik.(Ansang 8 Uhr.) Reues Theater. Bis auf weiteres täglich: Der letzte Kaiser.(An- sang 8 Uhr.) Hebbel-Theaker. Sonntag: Der Skandal. Montag: La Rafal». Dienstag: Francillon. Mittwoch: La Dame de chez Maxims. Bon Donnerstag ab täglich: Der Skandal.(Anfang 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Sonntag: GygeS und sein Ring. Mon- lag und Dienstag: Maria Stuart. Mittwoch und Donnerstag: Das Sxempel. Freitag: Maria Stuart. Sonnabend: Das Exempel. Sonntag und Btontag: Maria Stuart.(Anfang 8 Uhr.) Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: HoffmannnZ Er« Zählungen. AbendS: Auferstehung. Montag: Tiefland. Dienstag: Hoff. mannS> Erzählungen. Mittwoch: Der Wildschütz. Donnerstag: Ans- erstehung. Freitag: Der polnische Jude.(Ansang 7'/, Uhr.) Sonnabend: Auferstehung. Sonntag: Der polnische Jude. Montag: Der Wildschütz. (Ansang 8 Uhr.) Neues Operetten-Theater. Sonntag nachmsttag L Uhr: Der Zigeimerbaron. Abends: Der arme Jonathan. Bo» Wontag bis Sonn- abeud: Der arme Jonathan. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Zigeuilttbarvn. Abends und Rontag- Der arme Jonathan:(Ansang 8 Uhr.) Snstspielhan?. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Im Kkubsesiek.«Send» von Sonntag bis Mittwoch: Man soll keine Briese schreiben. Donnerstag: Geschloffen. Freitag n. Sonnabend: Der dunkle Punkt. Nächste« Sonntag nachmittags 3 Uhr: Familie Schimek. Abends und Montag: Der dunkle Punkt.(Ansang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntag nachnttttlagS 3'/, Uhr: Ein Walzer» tranm. Bis aus weiteres täglich: Die geschiedene Frau.(Ansang 8 Uhr.) Nächsien Sonntag nachm. 3'/, Uhr: Die lustige Witwe. Residenz-Theater. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Kümmere Dich UM Amelie. Allabendlich: Gretchen.(Ansang 8 Uhr.), Kleines Thealer. Sonnlag nachmittag: 2 X 2— 5. Abends und Montag und Dienstag: Hinterm Zaun. Mittwoch: Moral. Donnerstag bis Sonnabend: Hinterm Zaun. Sonntag nachmittag 3 Uhr: 2X2— 5. Abends und Montag: Hwterm Zaun.(Ansang 8 Uhr.) Schiller-Thrater<». Sonntag nachm. 3 Ubr: Macbeth. AbendS: Die Gespenster. Montag und DienStag: Das Kätbchen von Heilbronn. Mittwoch und Donnerstag: Gespenster. Freitag und Sonnabend: Der «chwur der Treue. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Macbeth. Avends: Der Schwur der Treue. Montag: Die erste Geige.(Anfang 8 Uhr.) Schiller- Theater Chartotienburg. Sonntag nachmittag Z Uhr: Die Welt, in der man sich langweilt. AbendS: Der Schwur der Treue. Montag: Die erste Geige. Dienstag: Der Schwur der Treue. Mittwochs Die erste Geige. DoniierStag: Der Schwur der Treue. Freitag: Wallenftems Lager. Di- PIccolomini. Sonnabend: Gespenster. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Weit, in der man sich langweilt. Abends: Wallenstein? Lager. Die Piccolomini Montag: Gespenster.(Ans. 8 Ubr.) Friedrich-Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Othello. Abends: Da» große Licht. Montag bis Mittwoch: Der Skandal. Donnerstag und Freitag: FlachSmann als Erzieher. Sonn- abend: Das große Licht. Sonntag nachmittag 3 Ubr: Othello. Abends mid Montag: FlachSmann als Erzieher.(Ansang 8 Uhr.) Luisen- Theater. Sonntag nachmittag 3 Ubr: Von sieben die üßtichste. Ab-nds: Robert und Bertram. Montag: Die rote Robe. ienStag: Robert und Bertram. Mittwoch: Der Kamps um den Nordpol. Donnerstag: Die Heimat. Freilag: Opern-Gaftspiel. Sonnabend: Die Herren Söhne. Sonnlag: Die Heimat. Montag: Der Kamps um den Nordpol.(Anfang 8 Uhr.) Bolksoper. Sonntag nachmittag 3'/, Uhr: Undine. AbendS: Die lustigen Weiber von Windsor. Montag: Rigoletto.(Ansang 8'/, Uhr.) Dienstag: Die lustigen Weiber von Windsor. Mittwoch: Der Postillon von Lonjumeau. Donnerstag: Der Troubadour.(Ansang 8'/, Uhr.) Freitag: Undine.(S'/j Uhr.) Sonnabend: Der Freischütz.(8'/, Uhr.) Somttag: Die Jüdin Montag: Unbestimmt.(Ansang 8 Uhr.) Thalia-Theater. Allabendlich: Die ewige Lampe.(Anfang 8 Ubr.) Rose-Tbeater. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die relegierten Studenten. Abends: Michael Kohlbaas. Montag und Dienstag: Die Rechtlolen. Mittwoch: Michael Koblhaas. Donnerstag: Der Hüticnbcsitzer. Freitag bis Sonntag: Die Rechtlosen. Montag: Der Hüttenbesitzer.(Ans. 8 Uhr.) Kasino-Theater. Sonntag, den 8l. Oktober, nachmittags 4 Uhr: Familie Klinkert. Allabendlich: Onkel Cohn.(Ansang 8 Uhr.) Apollo-Tbeaier. Sonntag, den 31. Oktober, nachmittags S's, Uhr: Der junge Papa. Allabendlich: Tohuwabohu. Spezialitäten.('Ans. 8 Uhr.) Wtntrrgarlen. Sonntag nachmittag 8'/, Uhr und allabendlich: Spezialiläteii.(Ansang 8 Uhr.) Paisnge-Tbeatcr. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr und allabendlich: Speziaiitäien.(Anfang 8 Uhr.) Watballa-Theaier. Allabendlich: Spezlallläten.(Ansang 8 Uhr.) Palnft-Tbeater. Allabendlich: Spezialitälen.(Ansang 8 Uhr.) Karl Haberland-Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Trianou-Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Coralle u. Co. Abend» und bis aus weiteres täglich: Pariser Witwen.(Ansang 8 Uhr.) Nächsten Sonntag nachmittag! Coratie u. Co. Gebr. Herrnseld-TIieatcr. Bis aus weitere» täglich i Sa muß man'S machen. Ein RettiuigSmittel.(Ansang 8 Uhr.) Uolirs Caprtce. Allabendlich: Mobilisierung. Der gewisse Augenblick.(Anfang 8'/, Uhr.) Meirovoi, Theater. Allabendlich! Hallohl Die große Reo»«> (Ansang 8 Uhr.) Reicbslinllen- Tbeater. Allabendlich: Stettiner Sänger.(Ansang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr.) Uraina-Theater. Taubenstraß« 48/49. BIS aus wettere» täglich abends 8 Uhr im Wlffenschaitlichen Theater: In den Dolomtten. Im Hörsaal: Montag abend» 8 Uhr, Pros. Dr. Letz- Da» Wetter und setne Vorausbestimmung. Sternwarte. Jnvalidenstr. 67—68. WttternngSüberstck,» vom 80. Oktober 1908, morgen» 8 HD*. L a �a Swmeind«. Hamburg verltti Frantt.a Sk. 761 N München 1760 KW Wien 761 S 760 WNW 760 SW 760 N« «Wlmen »etter ** II Haparanda 761 WSW Betersburg 768 SSO 764 NNO 760 WNW 76191 Sclllh Ab erde« Pari» ! 2 halb bd. 1 bedeck« 4 wolkig 3 heiter 1 bedeckt I Wetterprognose für Sonntag, den 81. Oktober 1909. Etwa» kühler, zeitweise heiter, vielfach nebelig, sehr wolflg bei witzigen nördlichen Winden, leine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbnrea» WallerftandS-Nachrtcheen »er LandtSanttatt für WewSffertund«. mltgetem vom Berliner Wetteidureaa. vafferstand M e m« l. Tilstl P r e g e l. Jnfterburg Weichsel, Tborn Oder. Rattbor , Kroisen , Fraiitsurk Wa r t h e, Schrimm , LandSberg Netze, Vordamm Elb«, Leitmeritz , Dresden . Bardo , Magdeburg l)+ bedeutet Such».— Fall.—•) Unierpegel. J. Baer Baistr.28f Oliiiatr. 23 Rrii�-Allee Herren- und Knaben- WS| Maden, Berufskleidung, | Joppen. Elegante MLfTstBpgiPaletols und Pelerinen. Großes Stofflager:; zur Anfertigung n.Maß. 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Andere als die 67 Betriebe dürfen der Kasse nach dem Gesetz nicht beitreten. Nach den Statuten darf ein Betrieb aus dieser Kasse nur mit Zustimmung der Generalversammlung austreten. Die Generalversammlung erteilt ebenso wie die Generalversammlungen ähnlicher noch bestehender Gebilde die Zu- stimmung zu solchem Austritt. Denn dadurch würde die Leistungs- sähigkeit der Krankenkasse, die Arbeiter und die kleineren Firmen erheblich geschädigt. Das gefiel zwei grossen Firmen nicht: der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft und den Vereinigten Siemenswerken. Ihnen behagten insbesondere nicht, daß in dem Vorstand dieser Kasse die Arbeiter den Ausschlag geben und den Betricbsinhabern Sonderrechte nicht zustehen. Sie sucktcn aus bestimmten naheliegenden Gründen eigene Fabrikkrankenkassen mit den außerordentlichen Nachteilen, die diese für die Arbeiter nach sich ziehen, einzurichten. Das ging freilich ohne Verletzung des Gesetzes nicht an. Aber wozu sind die Behörden da? Können sie nicht den Wünschen so kapitalkräftiger Gesell- schaften entsprechend den Gesetzen eine Auslegung geben, die diese in der Tat nicht haben. Die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft wendete sich an den Oberpräsidenten und den Minister mit dem Verlangen, ihr(entgegen den Statuten der Neuen Maschinenbauerkrankenkasse und damit entgegen den Gesetzen) zu gestatten, eine eigene Fabrik- krankenkasse zu gründen. Wie unseren Lesern aus früheren Dar- legungen erinnerlich ist, kam der Oberpräsident dem Wunsche der Allg. Elektrizitätsgesellschaft nach. Der Handelsminister wies trotz der ungeheuren Erregung, in der sich wegen dieses gesetzwidrigen Schrittes die Arbeiter und die kleinen Betriebsuntcrnehmer befanden, die Beschwerde der Kasse zurück. Beide Behörden nahmen an, der Z 67a K.-V.-G. finde analoge Anwendung, wiewohl er lediglich und ausschliesslich von dem Austritt einer Firma aus einer Kasse handelt, die für zwei Firmen besteht, welche ursprünglich einen Inhaber hatten, durch Kauf oder Verkauf eines Teiles der alten Firma aber in mehrere Firmen geteilt war. Dementsprechend ordnete der Oberpräsident an. die Neue Maschinenbauerkrankenkasse solle— gewissermaßen als Prämie für Vertragsbruch— an die A. E.-G. über eine Viertelmillion zahlen. Die Vorstandsmitglieder weigerten sich mit Recht, diesem statut- und gesetzwidrigen Verlangen nachzukommen. Darauf holte der Ma g i st r a t s k o m m i s s a r die Viertelmillion aus dem Vermögen der Kasse, setzte Ordnungsstrafen fest, ja setzte sogar ein Vorstandsmitglied, den Genossen Gries, in Haft. Als unsere Genossen in der Stadtverordnetenversammlung des- wegen den Magistrat interpellierten, wurde diese gesetzwidrige, durch den Magistratskommissar Meyer angeordnete Verhaftung aufgehoben. Da aber damals ein Verwaltungsstrcitverfahren wegen gesetzwidriger Anordnungen der Aufsichtsbehörde noch nicht gegeben war, suchte die Kasse auf einem Umweg die E n t s ch e i- dung des Oberverwaltungsgerichts herbeizuführen. Sie erwirkte, daß der Oberpräsident anordnete, in Konsequenz des gewaltsam durch den Oberpräsidenten und den Magistrat durch- geführten Austritts der A. E.-G. nunmehr auch in den Sta. tuten die A. E.-G. als Mitglied zu streichen. Dieser Statutenänderung widersetzte sich die Kusse und rief die Eni- scheidung deS Oberverwaltungsgerichts an. Gegen Anordnungen über Statutenänderung war schon vor der Novelle von 1S03 das Verwaltungsstreitverfahren zugelassen. Das Ober- Verwaltungsgericht hätte nach der klaren Rechtslage das Vorgehen der Behörde sicher als gesetzwidrig bezeichnet. Dem kam der Handelsmini st er dadurch zuvor, daß er anordnete, der Oberpräsident solle seine auf Statutenänderung gerichtete Verfügung zurückziehen. Das tat der Oberpräsident. Nunmehr war die Klage gegenstandslos geworden. Aber es hätte über die für die Kasse so wichtige Frage bei dem Ausspruch, wer die Kosten tragen solle, noch entschieden werden können. Um dem vorzubeugen, ordnete der Minister an, dah der Ober- Präsident auch die Kosten zahlen solle. Dadurch war es für die Kasse unmöglich gemacht, über die Gesetzwidrigkeit des Eingriffs der Behörden eine Entscheidung des Oberverwal- tungsgerichts zu erwirken. Zurzeit besteht die Fabrikkrankenkasse der A. E.-G. gesetzwidrig und ist als Hort der Gelben ausgebildet. Was der A. E.-G. recht ist, erschien den Vereinigten Sie mens- Werken auch für sie billig zu sein. Auch sie be antragten nunmehr Ausscheiden aus der Kasse. Der Ober Präsident und Mini st er ordneten denn auch durch vorläufig unanfechtbaren Entscheid an: die Siemens-Werke scheiden aus der Betriebskrankenkasse aus und bilden eine eigene Fabrikkrnnkenkasse. Alle Proteste der Kasse und ihre Berufungen auf das Gesetz und Statut waren vergeblich. Dann beauftragte der Oberpräsident— ähnlich wie in dem vorausgegangenen Fall— den Magistrat, für die Vertragsbrüchigen Vereinigten Siemens-Werke auf Grund des 8 67a K. V.-G. eine Prämie für Vertragsbruch auszurechnen und von der Neuen Maschinenbauerkrankenkaff« einzuziehen. Das tat denn auch der Magistrat. Er verfügte als Aufsichtsbehörde, die Neue Maschinenbauerkrankenkasse solle 4 3 316 3,31 M. an die rechtswidrig gebildete Betriebskrankenkasse der Vereinigten Siemens-Werke herauszahlen und übertrug, da selbst- verständlich der Vorstand dieses gesetz- und statutenwidrige Ansinnen ablehnte, diese gewaltige Summe aus dem Eigen- tum der Neuen Mafchinenbauerkranlenkasfe in daS der Vertragsbrüchigen. So weit ist der Vorgang derselbe wie bei dem Austritt der A. E.-G. Durch die Novelle von 1363 war aber gerade mit Rücksicht auf die hilflose Lage, in der sich eine Kasse befindet, der gegenüber die Behörden entgegen dem Gesetz so vorgehen wie im Fall der A, E.-G., das VerwaltungSstreitverfahren gegen alle Anordnungen der Aufsick'tsbehörde gegeben. Diesen Weg be- schritt dann die so schwer geschädigte Kasse. Sie klagte beim BezirkSausschuss auf Aufhebung der Verfügung des Magistrats, welche die Herausgabe von 439 163,31 M. verlangt«. Die Klage stützte sich darauf, daß der vom Ober- Präsidenten und Minister gebilligte Austritt auS der Kasse gegen das Statut und das Gesetz angeordnet sei. Der klare Wortlaut, die Entstehungsgeschichte und der Zweck des 8 67a K. V.-G. ergäbe entgegen einer reichsgerichtlichen Entscheidung, durch die eine Klage der Kasse gegen die A. E.-G. abgewiesen worden war, daß von einer analogen Anwendung auf die Ma- schinenbauerkrankenkasse keine Rede sein könne. Selbst wxnn man aber annehmen wolle, der Oberpräsident könne auch einem der Be- triebe, die zu der Neuen Maschinenbauerkrankenkasse gehören, ge- statten, eine eigene Fabrikkranken lasse zu gründen, so scheitere diese Annahme an dem vom Oberverwaltungsgericht ständig gebilligten Grundsatz, ohne den eine geordnete Krankenversicherung überhaupt nicht möglich sei: daß nämlich beim Widerspruch der Statuten zweier Kassen das Statut der älteren dem der neueren vorgehe. Unzweifelhaft zählt aber das Statut der Neuen Maschincnbauerkrankenkasse noch heute die Ver- einigten Siemens-Werke als ihre Mitglieder auf. Das Vorgehen der Behörden bedeute auch einen gröblichen Verstoss gegen die elementarsten Rechtsgrundsätzc, denn es setze geradezu eine Prä» wie. und zwar eine immense Prämie zugunsten meines Vertragsbruches fest. Hinzu trete endlich, daß die [Vereinigten Siemens-Werke mehreren Firmen gehören, eine Fabrikkrankenkasse aber, abgesehen von den älteren durch das Krankenversicherungsgesetz noch zugelassenen Gebilden, immer nur für eine Firma errichtet werden dürfe. Ans diese Klage hat jetzt der Bezirksausschuß zugunsten der Kasse entschiede», die Verfügung des Magistrats vom 17. Dezember 1398, welche die Auszahlung der 433193,31 M. anordnet, auf- gehoben und die kosten dem Magistrat auferlegt. Abermals ist also durch das zuständige Gericht entschieden, daß die so böse verleumdeten Kranlcnkassenverwaltungen dem Gesetz | und Statut entsprechend vorgehen, hingegen A u f f i ch t s- ibehörden, der Magistrat, der Oberpräsident, ja i auch der Minister dem Gesetz klar zuwider handeln und gar � versuchen, gesetzmäßig vorgehende Kassenvorstandsmitglieder durch Strafandrohung zum llnrecht zu zwingen. Bei der klaren Rechts- > läge zweifeln wir nicht, daß das Oberverwaltungsgericht in gleicher � Weise entscheiden wird._ Die stiohmeiche Klildnis vor dem Schwurgericht. (Telegraphischer Bericht.) Sämtliche angeklagten Mädchen wurden freige- sprochcn, Kolander z» einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und sechs Monaten und zu Ehrverlust auf die Dauer von drei Jahren verurteilt. Der Staatsanwaltschaftsrat Richard! bezeichnet in seinem Plaidoyer den Prozeß als eine ausserordentlich beklagenswerte Ver- Handlung. Haben die Mädchen einen Meineid geschworen, sind sie dafür verantwortlich zu machen und sind sie von Kolander zum Meineid verleitet? Wollte nian den Angaben dieser Mädchen über die Misshand- lungen nicht Glauben schenken, könnte man getrost einen grossen Teil unseres Strafgesetzbuches streichen, so z. B. den Zuhälter- Paragraph. Denn die Zuhälter können nur auf die Aussagen sol- clier Mädchnr verurteilt werden. Die Aussage des Angeklagten Ko- lander von dem Komplott der Schwiede, die Geschichte von den Sozialdemokraten, die Erzählung von einem gewissen Herder sind ! in Nichts zerfallen. Es rst festgestellt, dah die Mädchen auf das i brutalste mißhandelt worden sind und dass sie schlecht genährt i worden sind. Wir können auch an der Tatsache nicht vorüber- ' gehen, dass fünf Mädchen an Tuberkulose gestorben sind, darunter acraNe Giche. die besonders schlecht behandelt worden sind. Der Angeklagte Kolander hatte auch ein schlechtes Gewissen, denn als i Dk Mau che n vernommen wurden, hat er an der Tür gehorcht. Die ! Mädchen sind bis auf die Talkowski zurechnungsfähig und waren sich bewnsst, dass sie in Itzehoe unter dem Eide die Wahrheit zu � sagen hätten. Taten sie das nicht, so haben sie einen Meineid ge- leistet und sind zu bestrafen. Etwas anderes ist es, ob diese Strafen zur Bollstreckung konimen. Es wird von seilen der Staatsanwalt- i schaft alles unternommen werden, dass die Vollstreckung der etwa gegen die Mädchen zu verhängenden Strafen hintangehalten wird. Als Anstifter zu diesen Meineiden kommt Kolander in Frage, der durch bessere Behandlung und mancherlei Versprechen die an- geklagten Mädchen bewogen hat, die ihm günstigen Aussagen, die ivissenilich falsch waren, zu machen. Zum Schlüsse beantragte der Staatsanivalt die Bejahung sämtlicher Schnldfragen mit Ausnahme der die schtrmckssinnige Angeklagte Talkowski betreffenden. Die Verteidiger der angeklagten Mädchen, die Rechtsanwälte Dr, Jonas und Hcymann plädieren für die Freisprechung ihrer Klienten. Es widerspricht, führen sie aus, dem natürlichen Rechtsempfinden, daß diese nach dem Gutachten Minderbegabten Mädchen zu allen Misshandlnngen noch eine Zucht- hausstrafe bekommen sollen. Diesem natürlichen Rechtsempfinden müssen die Geschworenen zum Siege verhelfen. In der„Blohme- scheu Wildnis" herrschten schlimmere Zustände als in Dantes „Hölle". Auch über den Eingang zur„Blohmeschen Wildnis" könnten die Worte stehen: Oasciate ogni speranza voi ch'entratel (Lasst jede Hoffnung. Ihr, die Ihr eintretet.) Die Zustände dort waren schlimmer als in den Folterkammern des Mittelalters und man muss erstaunt sein über das Raffinement, mit dem Kolander die Barbareien beging. Wir dürfen»ns nicht darauf verlassen, dass die Staatsanwaltschaft für die Mädchen sorgen wird. Eine eventuelle Begnadigung muss absolut bei der Urleilssällung aus- geschaltet werden. Auch wenn sie begnadigt werden, stempelt sie die Verurteilung dauernd zu Parias. Die Mädchen waren, als sie den Eid geleistet haben, nachweisbar nicht zurechnungsfähig und müssen deshalb freigesprochen werden. Stach der Pause suchte der Verteidiger des Angeklagten Kolander, Rechtsanwalt Königsberg, in zweistündiger Rede die Unschuld seines Klienten nachzulveisen. Berdikt der Geschworenen. Die Geschworenen verneinten sämtliche Schuldfragen für die angeklagte» zwölf Mädchen und die Schuldfrage für den Auge- klagten Kalander, die auf Anstiftung zum Meineid lautete. Da- gegen bejahten die Geschworenen die Schuldfrage in bezug aus den Angeklagten Kalander wegen Verleitung zum Meineid. Strafmaß. StaatSanwaltschaftsrat Richardi beantragte daraufhin die Freisprechung der angeklagten Mädchen und gegen Kolander eine Gesamtzuchthausstrase von vier Jahren und fünf Jahren Ehr- vertust. DaS Gericht sprach die angeklagten Mädchen frei und verur- teilte Kolander wegen Verleitung zum Meineid zu einer Gesamt- strafe von einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus. Bei der Straf- zumessung ging das Gericht davon auS, dass die Körperverletzungen in diesem Verfahren nicht mehr zu ahnden waren. Strafmildernd sah das Gericht an, dah die Existenz KolanderS ohnehin vernichtet ist, daß er in grosser Unvorsichtigkeit mit den Mädchen noch zu- salnmen gelassen wurde, und seine bisherige Unbescholtenheit. Da- gegen war strafschärfend, dah er das Verbrechen gegen di». ihm an- vertrauten Zöglinge, die er zu erziehen hatte, begangen hat. Ausserdem wurde auf drei Jahre Ehrverlust erkannt. Den freigesprodhenen Mädchen sah man die Freude über den Freispruch am Gesicht an, und die neue Vorsteherin der Blohmeschen Wildnis, Fräulein Franke, nahm sich sofort ihrer an. Die Freisprechung der angeklagten Mädchen ist eine durchaus gerechte. Sie ist offenbar nicht nur aus Mitleid erfolgt, sondern weil die Gescklvorenen mit Recht angenommen haben, daß die armen gequälten Geschöpfe bei ihrer Aussage unter einem Zwange gestanden haben, der ihre Willensfreiheit vollends ausschloß. Der Zwang ist herbeigeführt durch die Möglichkeit erneuter grausamer Torturen durch den Haus- Vater Kolander. Die Strafe gegen diesen ist eine außer- ordentlich milde. Richtig ist aber, wenn zu seinen Gunsten in die Wagschale gelegt wurde, daß nicht er der allein Ver- wortliche für die furchtbaren Zustände in der Blohmeschen Wildnis war. Für diese Zustände, die auch den Meineid der Mädchen zur Folge hatten, sind die dieser Fürsorgcanstalt vorstehenden Kuratorium und die Aufsichtsbehörden, nicht niinder aber das System mit verantwortlich, das unser ganzes Fürsorgesystcm beherrscht. Unwillkürlich lenken die furchtbaren Vorfälle, die in dem Altonaer Prozeß aufs neue der Oesfentlichkeit vor- geführt sind, unsere Blicke wieder auf die schmachvollen Zu» stände in anderen Fürsorgeanstalten, insbesondere in Mielczyw Dort wie hier sind die Scheusäligkeiten durch Sozialdemokraten ans Licht gezogen. Dort wie hier ging das System des Leiters der Anstalt darauf aus, den Willen der Zöglinge gänzlich zu brechen und aus Menschen willenlose Tiere zu machen. Wäre es dem„Vorwärts" nicht gelungen, bereits nach noch nicht vier Monaten nach der Eröffnung der Mielczyncr Anstalt die dort verübten Brutalitäten ans Licht der Oesfentlichkeit zu ziehen— wer weiß, ob nicht den von uns bereits enthüllten Greueln neue noch schrecklicherer Art hinzu gekommen wären. Die Art ungerügter Brutali- täten wächst erfahrungsgemäß— man erinnere sich der Militärmißhandlungen. Für Glückstadt wie für Mielczyn hat das Kuratorium, die L a n d c s b e h ö r d e und die in Betracht kommenden Waisen Verwaltungen vollkommen versagt. Die Revisionen, die diese Behörden vornahmen, waren für die Katze. Ja, auch die Beaufsilh- tigung der Zöglinge durch den Geheimen Medizinalrat Hei- ling in Glückstadt ist ein geradezu klassisches Beispiel für die Art der ärztlichen Aufsicht in diesen Anstalten. Die Kinder werden gemartert, müssen hungern, in kurzer Zeit sterben fünf fast noch in der Todesstunde schwer mißhandelte Zöglinge— aber der Herr Medizinalrat, die Aufsichtsbehör- den bemerken nichts Auffälliges. Auch in Mielczyn hat der als Kuratorium fungierende„Evangelische Verein für Waisenpflege in der Ostmark" und haben die Bureaukraten, die die B e r l i n e r Waisen» Verwaltung vor der Veröffentlichung über die dor- tigen Mißstände durch den„Vorwärts" nach Mielczyn ent- sendet hatte, nichts Ausfälliges sehen können. Unsere Ber- liner liberale Stadtverwaltung ist ja gar drauf und dran, solch blindem Kuratorium von neuem die Aufsicht über Ber- liner Fürsorgezöglinge anzuvertrauen. In dem abgeschlossenen Prozeß ist Kolander gerichtet, viel schärfer gerichtet aber ist das S y st e m unserer Fürsorge. Hier gilt es. an Haupt und Gliedern zu re- formieren. Rücksichtslos ist mit dem verbohrten Bureau- kratismus und den herzlosen Leitungen und Aufsichtsbehör- den aufzuräumen, die nicht verstehen, daß eine schwere und dankbare Aufgabe ihnen obliegt: Menschen, die in ihrer Er- ziehung vernachlässigt sind, körperlich, geistig und isittlich zu bilden und sie zu brauchbaren Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft zu machen. Statt sich dieser schönen, aber schweren Aufgabe zu unterziehen, begnügen sie sich damit, die Für- sorgezöglinge zu registrieren und aufzubewahren, vielleicht gar noch ein Klagelied über die viele Plage und Mühe an- zustimmen, die die unglücklichen Opfer der gesellschaftlichen Zustände ihnen bereiten. Mögen aus den furchtbaren Ent» hüllungen aus dem Fürsorgegebiet weite Kreise über die Reihen der Sozialdemokratie hinaus zu der Einsicht von der Haltlosigkeit des heutigen Fürsorgesystems gelangen! Dann haben die Höllen von Glückstadt und Mielczyn, wenn auch un- beabsichtigt, wenigstens ein Gutes geleistet. Cheophrsitii! ßomßaitus Paracelius. Wie uns ein Telegramm mitteilt, ist gestern in dem Prozeß gegen Bergmann von der Stresener Strafkammer das Urteil gesprochen. Der Angeklagte ist nur wegen einfachen Bankrotts zu zwei Monaten Gefäiigiiis verurteilt, die durch die erlittene Untersuchlingshaft für verbüßt erachtet sind. Von der Anklage des Betruges ist er frei- gesprochen. In den Gninden wird ausgeführt, daß die Frei- i'prcchung auf folgende» Erwägungen beruht. Selbstverständlich hat es sich niemals bei Zitierung von BombastuS und anderen Geistern um Kundgebungen von Geistern oder ähnlichem gehandelt. Es ist möglich, daß andere den Angeklagten im'sogenannten Trance- zustand haben sprechen lassen. Möglich aber auch, dass er solche Zustände nur vorgetäuscht hat, aber nicht bewiesen. Das Gericht hat auch Bedenken gehabt, ob die anderen Tatbestands- merkmale des Betruges vorliegen. Es ist zweifelhast, ob eine Vermögensbeschädiguilg vorliegt. Die Beteiligten wissen nicht mehr, ob sie die Gelder als Darlehen oder als Einlage hin- gaben. Es handelte sich bei den.Bombastus-Werken" um ein Unter- ncbmen. daS durch Reklame inS Lebe» gerufen wurde. Das wußten die Personen, die Geld Hingaben, und sind daher in ihrem Vermögen nicht beschädigt. Nimmt man aber auch an, eine Vermögens- beschädignng habe vorgelegen, so komme in Betracht, dass der An- gellagte eine pathologische Person ist, die sich einer Vermögens- beschädignng nicht bewnsst war. Der Prozess hat ein bezeichnendes Licht auf die Bildung derer vom Besitz geworfen, die, wenn es sich um recht hohe Gewinne bandelt, an.BombastuS",„Luzinda" und an welche Geister immer glauben und auf deren Befehl bereitwillig Geld in BombastuS- werken oder sonstigen Unternehmungen anlegen. Ob die Leute auch gläubig wären, wenn der gute„Geist" ihnen Hingabe der Gelder zu gemeinnützigen Zwecken empfiehlt? Briefkasten cler Redaktion. Die lurilMchr Sprechstunde findet Linden st rat» st. jwriter Hos, dritter Eliiganii, Pier Treppen, ySf" Fahrstuhl tiiochentöglich abrnds von 7(4 VIS 9(4 Uhr statt. Geiissuet 7 Uhr. SonuadrudS drainnt dl« Sprrchstuude um S Uhr. Jeder Aufroac ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzrlchrn lelzuftiarn. Briefliche AiNUiort wird nicht erteilt. BiS zur vrantwortung im vrieslastrn loiiuen 14 Tagt vergehe«. Eilige Frage» trage «au in dcr Eprechstulidr vor. E.®. 32. 1. und 2. Zur Ausstellung deS StaatSangchörlgkcitS- auSweiseS ist in Mecklenburg- Schwerin die Landesregierung zuständig. Zweckmäßig ist die Einsendung eines ölebiirtsscheineS. 3. Etwa 3 Mark. 4. Nein.— A. O. 333. Die StaatSstcuer wird Ihnen für Oktober und November ohne luoitereS erlassen, die Gemeindesteuer kann Ihnen aus An- trag erlassen werden.— A. Holz. ES bleibt nur der Weg der Klage übrig. Zuständig ist daS Amtsgericht Rixdors.— I. 43. Die Invaliden- rentc wird in dcr Art berechnet, daß zu einem Reichszuschuß von 50 M. ein Grundbetrag und ein StcigerungSsatz tritt. Dcr Grundbetrag für die Lohnklasse III(24 Ps.-Marke) beträgt 80 M. Zu den hiernach den Invaliden zustehenden 130 M. tritt dcr SteigerungSsatz. Dieser beträgt sür die III. Klasse soviel mal 8 Ps. als Beiträge entrichtet find. Für wieviel Marlen Beiträge entrichtet sind, ersehen Sie aus den Ausrechiiungskarten und dcr letzten BeitragSkartc.— W. M. 19. Mit dein 31. Dezember er. — K. 33. Wenn daS Geschäft dcr Mutter gehört und Sie nur dcr An- gestellte sind, so würde tm Falle einer Psändung eine Jnterventionsktage Aussicht ans Erfolg beißen.— W. H. 101. 1. Sie haben Anspruch aus den vollen Wochenlohn. 2. 30 Jahre lang. 3. Im Falle der Weigerung dcr Leistung des OffenbarungseideS kann Hastbesehl ergehen. Sobald der Verhaftete den Eid leistet, ist er natürlich srciznlassen. Die Hast darf ins- gesamt nicht sechs Monate übersteigen. 4. Wenn in dcr Tat vereinbart ist, daß Ihnen Ihre Wohnung abgerollt werden soll, so hatte eine Klage AuS- ficht aus Ersolg. Zuständig wäre daS Amtsgericht Darmstadt.— — M. 47. Den Gläubigern gegenüber hasten Sie sür die gemachten Schulden. Ein Verkauf der Möbel an Dritte wäre zwecklos, da die Gläubiger sich wotz deS Verkauss an die Möbel halten köiincii.— G. 19. Elle töimcn ohne Bewilligung der Eltern ans der Landeskirche austreten. Zu diesem Bchuje haben Sie dem Amtsgericht, in dessen Bezirk Sie wohnen, mitzuteilen- Ich beabsichtige aus der Landeskirche auszutreten und melde hicrinit meinen Anstritt auS der Landeskirche a». Ohne eine Ladung abzuwarten, haben Sie Ihren Austritt dann innerhalb des 29. und 42. Tag«» nach Eingang JhrcS Antrages mündlich zu Protokoll des Gerichts zu erkläre». ff#t den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Vnblitum gegenüber keinerlei Berantwortung. HKeater. (Siehe Wochen- Spielplan.) Sonntag, den 31. Oktober, nachmittags 3 Uhr: Freie Volksbühne. Neues Schau- svielhaus. I. Abteilung: Maria Stuart. Hcrrnseld-Thealer. 7. Wteilung o 6 und 8. Abteilung a: Vater und Sohn. Thalia-Thcater. Z. MIeilung l> o 6 und 4. Abteilung ab: Der Eisgang. Montag, 1. November, 8 Uhr: 14.(I.) Abendabteilung im Neuen Schauspielhaus: Maria Stuart. Neue Freie Volksbühne. 31. Okt., nachm. 21L Uhr, im: Deutschen Theater: Fiesko. Kammerspiclhaus: Der Gras von Gleichen. Nachm. 3 Uhr: Neuen Thealer: Ackermann. Kleinen Theater: 2X2— 5. Metropol- Theater: Lumpacivaga- Kundus. Neuen Operetten• Theater: Der Zigeunerbaron. Schiller-Theater O.: Macbeth. Schiller-Theaier Charlotienburg: Die Welt, in der man sich langweilt. Frtcdr.'Wilhelmftädt. Schauspielhaus: Othello. Eebbel- Theater: Revolutionshochzeil. erliner Theater: HerodeS und Mariamne. UlrsitiÄ. Wiesenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: In den Dolomiten. Montag abends 8 Uhr; In den Dolomiten. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Leß: Das Wetter und seine Vorausbestimmnng. Desnlnf-Theater. Sonntag, 3 Uhr: Die versunkene Glocke. 8 Uhr: Dantris d. Rarr. Montag, 8 Uhr: Dantris der Narr._ Berliner Theater. Nachm. 3 Uhr: Merodes u. Mariamne. Heute 8 Uhr: Alpenkönig und Menschenfeind. Heues Thealer. Abends 8 Uhr: Oer letzte Kaiser, Morgen und folgende Tage: Der teilte Kaiser. ¥olks-0per. 8W., Belle-Alliance-Strahe Nr. 7/8. Nachm. 3'lf Uhr bei bedeutend er- mäßigten Preisen: UI IA Ä i u v. Abends 8 Uhr zum erstenmal: Die instigen ffeilier m iimisflr. Theater des Westeos. Sonntag nachm. 3'/, Uhr: Hin Walzertranm, Abends 8 Uhr: Die genchledene Fran. Nene» Operetten-Theater. Schisfbaucrdamm 25, a. d. Luisenstr. Heute und folgende Tage: vor arme �onatdaa. Rö8ilienz-Möi Direktion: Richard Zllexander. Abends 8 Uhr: Cprrvt«!»«». Groteske in 3 Akten von Davis und Lipschütz. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Borstellung. Sonntag, 31. Okt., nachm. 3 Uhr: Kümmere Dich um Amelte. MliMiineWMeitll Schauspielhaus. Sonntag, 31. Oktober, nachm. 3 Uhr: Othello. Abends 8 Uhr: Das große Licht. Nlontag�Gastsp. d. Hebbel-TheaterS: Der Skandal. Luisen-Theater. Nachmittags 3 Uhr: Ion jlkhrn die Wlichjlt. Abends 3 Uhr: Kobkrt und Intim Posse mit Gelang u. Tanz von Röder. Montag: Die rote Robe. Dienstag: Robert und Bertram. Freitag: Mozart, Oper: Die lustigen Wcibcr von Windsor. Lustspielhaus. Rachm. 3 Uhr: Im Klubsefsrl. Abends«Uhr: Man soll keine Briefe schreiben. T rianon-Theater. Abends 8 Uhr: Pariser Witwen. OSMHEATE Große f Str. 13271 Ans. 8 Uhr. Ende 11 Uhr Michaet Ktchlhutls. I Akten Romantisches Schauspiel in 4 von LouiS Säicnk. Rachm. 3 Uhr zu halben Preisen: Die relegierten Studenten. Montag». erstenmal: Die Recht« losen. Berliner jlparium Unier den Linden 68a Eingang Sohadow-StraßeNo.ll Heute Sonntag; Eintrittspreis PF 25 Pf."MI Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc._ 120/19 Selilllei* Scfilller-Thealer 0, sWallner-Theater.) Sonntag, nackm. 3 Uhr: lklachoth. GW" Ende 6 Uhr."99 Sonntag, abends 8 Uhr: Oospoimtor. ■Mr Ende 10'/a Uhr. Montag, abends 8 Ubr: Dn«llttthoh«n v.Dvllhron» Dienstag, abends 8 Ubr: D»s Küthchen v. Hellbronn Theater. Schiller-Theater Chartottenhurg. Sonntag, nachm. 3 Ubr: Die Weif, in der man sich langweilt, CW Ende 5'/, Ubr.-HMU Su n n tag, avtnoä r uotl Ende 101/. Uhr. Der Schwur der Treue. Montag, abends 8 Uhr: Die erste Oelxe. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Schwar der Treue. Passage-Panoptikum. Die Iraiirtris liles d. schwebende Jungfrau. Der Motoboy d. künstl.zerl. Mensch inoption-Vorträge Vllaskop-Thealer Dauorvcrstellung von 4— 7 Uhr. oim ! Passage-Ttieaier. ! Heute Nacbmlttagsvorstellang g des großen Variete• Teils bei I kleinen Preisen I Anlang 3 Uhr. i Abends 8 Uhr: Oer größte Erfolg der Theatersaisen I i Henry Bender in der tollen Burleske Der süße Doktor. Ferner: Ciaire ValdolT und der große Varietb-Teil. i FWWWWWWWWWi Melropol-Theater Heut« nachmittag 3 Uhr: Lumpacivagabundus. Abends 8 Uhr: Hallo!!! Die große Revue! Rauchen flberall gestattet. tftr Letzter Tag. 4M ZAb.chleda- 7 Vorstellungen" nachm. 3>/, Uhr: Kleine Preise, >. und abends 7 Uhr. In beiden Vors tellnn gen Maria Galvany Primadonna von der Kgl. Oper in Madrid, sowie die 12se!}satioii.9ktober-lttral(tionen. Letzter Sonntag der grandiosen Spezialttätt«. Nachm. 31/, Uhr: Der junge Papa. Operette tn 1 Akt von E. EySIer. Hslhv Preise! Abends S Uhr: Tohuwabohu. I» beiden Vorstellungen: ? etissac-Talma? mit Yvonne de borge, das Wunder der Ankleidekunst. ZM Kommandanlenitr. 57. T. A. 4, 5883. Die beiden Novitäten: Burleske m. Gesang in 2 Alten von A. u. D. Herrnieid. Mufit von L. JtaL Hauptrollen: Wenzel Nowotny, gen. der„Schinken- könig von Prag" Anton Herrntold. Moritz Appetitlich, sein Sozius... Donal Herrnfeld. Vorher: Efo lhttüngSMö! Komödie in 1 Akt von Ludwig Huna. Ans. 8 Uhr. Vorverl 11-2 U.(Theaterk.) Folies Caprice.i Mobilisierung. Bunter Teil. Oer gewisse Augenblick. Vowerk. 11—2, Anlang S1/. Uhr. j CASTAN's PAKOPTICDM Friedrichstr. 165(Pschorrpalast). Ohne£xtra-Entree t Francisco Ferrer. üiiHi S es a ttl! Das neueste Geheimnis! Täglich V'/i Uhr abends X Sonntags 2 Vorstellungen Heitere KQnstler-Äbende ausgeführt von erstklassigen Brettlkünstlern, == Ohne Extra-Entree!== Alexanderplatz, i. Grand-Hotel Nene Königstraße, in seiner Art einzig dastehende Tonbild-Bühne der Welt. 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Garde« Feldartillcrie-Reglm., Solegolderg. Zum Schluß: lllnemetegr.Voriilh ruogen. Ii» Gartensaate: Sali. -jMsac rfiMc SopMeiistP.tMB Dienstag, den 2. November: Anfang 8 Uhr. Sophien-Säle 3t8r Junkermann-Abend. _ Preise der Plätze 1.—, 0,75, 0,50. am Baekesehen Markt f�Praclil-Säle des Ostens,'a'.w/o.'c™™ � : Gr. Konzert, Theater- ü. Spezialltäten-fopstellBBg Heute Sonntag: Aufir. v. Künstlern ersten Ranges. Anf. d. Konzerts 51/, Uhr, d. Vorst 6 Uhr. Entr. 60 PI Nach d. Vorst: Tanzkränzchen. ♦ ♦ Im Restaurant: Täglich; Gr. Künstler- Frei-Kenzert verbünd, m. humoristischen ziuioug•. uux. Vorträgen. Anfang 4 Uhr. VorzOgl. Küche, Ausschank ton Patzenhoter hell, echt Pilsener Im wetfien J eden Tan? Sonntag:« all 1 bei stark Saale: Beunien besetzt Grohester. Anfang 4 Uhr. und Mtlnchener BUrgerbräu. 2969L* lllir| Prankftarter| Chan.aee 5 PJ ~■■ Leitung: O. BUrger. Lichtenberg | Fernlprecher Nr. 8. sZnntag- Großer Ball. Jeden Mittwoch: Lustiger übend der fidelen Spatzen i _ Vornehmste Herrengesellschasi(neun Herren) • VmMMg- Tamitten- l�rän-ehen. M Oe.hr. Arnhold. ' A»w!>! 2nra getnütiiehen Hahn. 1 Allen Parteigenossen. Freunden und Bekannten zur Kenntnis, daß 5 ich mein Lolal von der Stralauer Straße 48 nach der• Linienstrafte 73(Ecke Rosenthaler Striche) 8 verlegt habe.— Bureau des ZcnIralverbandeZ der Schmiede Deutsch- lands. Zahlstelle Berlin, früher Stralauer Str. 43, T-Ieph. Am! Ill 9319.' Empfehle den geehrten Vorständen von Gewertschastcn u. Vereinen' meine groSen Verelnszimmer sowie meiitm kleinen Knill, i 150 Personen fassend, zu Versammlungen und FesUichleiteit 2729L l - Stelibierkalle. Für gute Speisen und Getränke wird bestens gesorgt. Atixtist Hahn, Linienstraße 73. � teMMMtMMMfiiiMiMMMMfMMM i�lii M Volks-Chor Dirigent; Dr. E. Zander, Soosalienil, den 13. November, und in Wiederholung Somialieiid, den 30. November, abends S'/j Uhr pünktlich .der„Keuen Welt" Hasenheide 108—114: Belsazar Oratorium von HändeL Mitwirkende: Fran Hedwig Marek, Fräni Hedwig Dehmlow, KgL Hofopemsänger Rudolf Jager Herr R. Neumann. Das Blfithner-Orchester. Der Berliner Volks-Chor. Einlaßkarten a 75 Pf. im Vorverkauf in den meisten Zahlstellen der Volksbühnen, in den Läden der Konsumgenossenschaften und in allen mit Plakaten belerten Handlungen sowie beim Kassierer Fritz Pohling, Alt-Stralau 56. Programmbücher mit Händeis Bild, Erläuterungen und Text 10 Pf. Ka�ertHnung{ M. gegen"» I hr In den Uebungsstunden des Volks-Chors, die Freitags von 81/. bis 10 Uhr in der Aula Steinstraße 31— 34 stattfinden, »ind Gäste»tets willkommen. 290/14 Sonntags, den 31. Oktober. nachm. 3'/, Uhr u. abends 7'/, Uhr 2 gr. Extra-Vorstellungen 2 Nachm. 3'l, Uhr hat jeder Er- wachsen- ein Kind frei, unter 10 Jahren, weitere Kinder zahlen halbe Preise. Nachmittag daS großartige Progr. Abends zum 2. Male: im oderDas mysteriöse Schloß in der Normandie. Ewe romantiich-phantastische Pan- tomime in 5 Alien, entworfen vom Direltor Alb. Schumann. Roch«te dagewesene Schlust- Apotheose. Vorder die neuen X Kanstkapazitäten. X Gastspiel-Theater Köpenicker Straße 67/68. Täglich abends 8'/. Uhr: Gastspiel von Fritz Beckmann. Hie gute Partie. Karl Haverland Theater 77/79 Kommandonteiistraße 77/79. Ansang präzise 8 Uhr. Schlager anf Schlager bringt das Oktoh er-Programm. Palast-Theater. Direltton: Robert Dill 4 Karl Plrnau. Burgstraße 24, am Bahnhos Börse. Letzter Tag de» Oktober- Spezialitäten- Programms. Liebchens Trick mit Dir. Robert Dill in der Haupt- gesangSpartie. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Ps. blS 2 M. i. Theatersaal; D. Kanonenschlager ' Meyer mit'n Hangeboden mit Paul Bcndlx in der Titelrolle und das glänzende Spezialitäten- Programm. Im Konzertsaal: Täglich: Gr. Konzert der ersten. Kapellen der Berliner Garde-Regimenter. Dttlintt Praw-Waw Kailanienaüee 7—9. Jed.Sonntg u.Mittwoch Große Soiree der Äpollo-Säiiger. i 1 Ii k aUi. Sonntag: Ans. 7 Uhr, Mittwoch: 8'iz Uhr. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen, »Ä,. Elite- Ball. Heute Sonntag, 31. Oktober: q große A j ZGata-YorsiopZI nachm. 4 Uhr h. abend» T'l, Uhr Om 4 Uhr zahlen Kindar unter| zehn Jahren auf allen Sitzplätzenhalbe Preise.(Galerie j volle Preise.) h beiden Vorstellungen: a. Kunst- i reiter. I Herrn" Willi Manns Wunder- elefanten. Madame Smaragdes sensatientlle 1 Katzendressuren._ |ay Die Clevelands.-WIR Vorführen u. Reiten der best- dressierten Schul-, Freiheits- u. Springpferde. Sämtl. Clowns mit neuen Witzen n. Entrees. Um 4 Ehr wird der 3. und 5. Akt aus der sensationellen Pantomime Farmerleben fegeben. Akt; 1. Die Rettung ans dem brennenden Blockhause. 2. Der j Pferderaub durch Indianer aus dem Kral. 5. Akt: 1. Jack Joyce, d. berühmte amerik. Cowboy mit seinen wilden J Pferden. 2. Das groSe Monstra- ballett der Cowboys. 3. Die Ankunft des Aeroplans. Abends T'l.Uhr: Farmerleben. W.Jtoacks Theater enumenrtt. te, am Rosenthaler Ter. Nachmittags 3 Uhr: Die Räubere Abends'/� Uhr: Freiheitsdrang. Mein Lebenslauf, verfaß! a. VoilSstück t 5A. o. Popper, Messingputzer b.Tietz. Montag: Bender-Abend. Krullütil-Thtüler. Badstraße 58. Direktion: Willi Voigt. Sonntag, den 3l. Okt., nachm. 3 Uhr: llfhfr's Grab hinaus. Lebensbild mit Gesang in 6 Bilder» von Sonntag. Abends 7 Uhr: (*raT Essex. Trauerspiel in 5 Alten von Laube. Montag, den 1. November 1902: Jäger-Liebchen. Boiksstück mit Gesang in 4 Alte» von Treptow. Kassenössnmtg 7 Uhr. B9' Ansang 8 Uhr. Sanssouci, S"' Direktion Wilhelm Reimer. Heute, Sonntag: Neues Programm. Elite-Soiree Ä'e» von HoBtnannslIorili Sängern Zum erstenmal: Im mnnderschöneu Monat Mai. Liederspiel in l Akt. Beg. Sounl. 5, wochem. 8 U. Morgen Montag: HoffmannK Norddeutsche Sänger. Tanz. Mittwoch, den 3. November: Der Fechter von Ravenoa. �oimabei&d, den O. NoTember lOOO, präzise 9 Uhr: :: Eünsller- and Eiinsllerinnen-lostruRiental- und fokal-Eonzert Ilarmonlains und Unter Mitbenutzung des französischen Ulastcl• ========= gütiger Mitwirkung von. imsa�e0®enn Freyer Cir) Koppenslr. 29. Entree 80 Pf. Da« KancTicn ist vor und während des Konzorts nicht fleslaltet. m Marie Holgers. Konzertsäng. VI«, Iplranmann MsnaVo Konzertm. Herr Wallop Riley. Am Fräulein Uloll oCnCl IltiluU'muübat!. Harmon.Kapellm Herr Ernst Himmel, Nach dem fj» IZzII Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Konzert:">> Kinder unter 14 Jahren haben keinen Zutritt. 57/10* I.A.: Adolf Hoffmann, Blnmenstr. 22. K. öii i süt tad t- U. awino. Holzmarktslrasze 72. TäqNch: Franz Mobannki. Fifi Morro, Gustav Eulenburg, Geschw. Arras. F. W. Hardt, The Hartle u. Miß Eltrah usw. Dr. Schwips. Posse mit Gelang in einem Akt. Nsdl-Iliöslsl Moabit. AU- Moabit 47/4S. Sonntag, den 31. Oktober 1909: Großer Et folg I Grober Et solg I *uf allgemeinen Wunsch i l Dr. Heinrich Alerander, t. Staatsanw.: Fritz Lorentz a. G. IiIsrEgrssöll-8s!e 34, 3Iarkgrafen-I>nniin 34. ■ An der Stralauer Allee.= Jeden Sonntag: Vrooer Ball. Im Restaurant täglich musikalische Unterhaltung. Vorzügliche Küche, ff. Biere u, Weine, Billard u.Kegelbahn. N., Chausseesir 110. Karl Richter. wj« am„ Heute )W fSlSwJ Sonntag/: Paul IMJftl Hasilitjs lustige Sänger. Ansang«'/, Uhr. Eintritt 50 Ps. Nachdem: Familien• Kränzchen. Im roeifeen Saale v. 5 Uhr ab: ftr. Ball.— Morgen: Erstklassiges Familien.Kabarelt. Ans. 8>/, Uhr, DM- Borzugskarten gelten *- MärkischepHof Admiralstr. 18c.* Eitle und Bereinszimmer zu Versammlungen und Festlichkeiten. Sonnabende noch frei zu Herbst- Vergnügungen. Jeden Sonntag: Hroßer Ball. Um geneigten Zuspruch ersucht «tt« GraHholT, Fernsp. IV, 4594 Slgsium Landsberger Allee 40-41. Heute, sowie joden Sonntag: = Gr. Ball----- Anfang 4'/, Uhr. Entree frei. Atib: Mein gr. 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Die„parteilose" und die bürgerliche Presse nahm riesige Anzeigen von ihm auf. Die An- zeigen gingen stets von irgend einem mystischen Professor in Lon- don aus, der z. B. unter dem Namen Keith-Harwey Schwerhörigkeit „heilte". Ein anderer Professor heilte Asthma, Gicht und Rheuma- tismuS. Auch ein Apparat zur Ergründung der Zukunft wurde für die ganz Dummen ausgcboten. Das Geschäft lohnte sich, denn Scott soll im Jahre IVO 000 M.„verdient" haben. Als er verhaftet werden sollte, verschwand er dank der Findigkeit der Polizei Per- blechern gegenüber nach Amerika. Nur sein Privatsekretär, der dänische Ingenieur Francis Alexander Durrlov wurde eingesperrt. DrL Landgericht 1 in Berlin oerurteilte ihn, wie erinnerlich am 3. Februar wegen Begünstigung zu 3 Monaten Gefängnis und er- klärte diese Strafe durch die Untersuchungshaft für verbüstt. D. hatte an einen„Geschäftsfteund" Scotts in London geschrieben, er möge, wenn er von dem deutschen Gerichte gefragt werde, erklären, Scott sei nur der Annoncenschreiber der eigentlichen, in England wohnenden Unternehmer gewesen. Duurloos Revision wurde vom Reichsgericht verworfen._ In dem Streit um die Kinder der Gräfin Pfeil versendet die Gräfin Pfeil eine längere Erklärung. Derselben entnehmen wir, daß die Freiinnen von Richthofen, so wie wir be- reits berichtet haben, für die Erziehung der Kinder aus dem Per- mögen der Mutter reichlich Bezahlung erhalten haben. Unwahr ist also die vom„Lokalanzeiger" verbreitete, von uns nicht wieder- gegebene Behauptung, dii� Frennnen hätten sich der von Pfeilschen Kinder aus Barmherzigkeit angenomnen. Gegen den Hauptmann Grafen Pfeil schwebt beim Kriegsgericht ein straftechtliches Per- fahren wegen im Eheschidungsverfahren abgegebener, angeblich unwahrer eidesstattlich« Versicherungen und angeblichr Verleitung zu Meineiden. Die Gräfin von Pfeil hat gegen den Abgeordneten Ernst Freiherr» von Richthofen auf Mertschütz bei Grotz-Rosen, die Freiinnen Karoline und Hedwig von Richthofen auf Groh-Rosen, den Amtsvorstehcr Gotthard von Richthofen auf Grotz-Roscn, den Reichstagsabgeordneten Freiherrn von Richthofen-Kohlhöhe, den Landrat Freiherr» von NichtHofen, Striegau, den Gutsvorsteher von Richthofen auf Kuhnern bei Gäbersdorf und den Assessor von Gregor, Groh-Rosen Strafantrag wegen Kindesentziehung bezw. Verbrechn im Anite erstattet. Das Delikt der Kindcsentziehung ist durch den von uns mitgeteilten landesgerichtlichn Beschluß nicht aufgehoben. Die Klärung der Angelegenheit in breitester Ocffent- lichkeit durch eine prafgerichtlich Verhandlung ist dringend er- wünscht, mag die letzte Instanz über die Art der jftndescntziehung Wie immer urteilen._ Stellenvermittelungsschwindel. Adam Eberle, früher in Sannover, jetzt hier in Berlin wohn- hast, wurde vom Schöffengericht in Hannover zu 1 Monat Ge- fängnis wegen Betruges in 3 Fällen verurteilt. Eberle ist Her- ausgeber des sogenannten„Stellennachweis" und hat stellung- suchenden Arbeitern die Äkrschaffung einer Stelle in Godesberg a. Rh. vorgeschwindelt. Die armen Geprellten waren ihr an Eberle gezahltes Geld los und hatten obendrein das Reisegeld nach Godes- berg vergeblich aufgewendet. Wir warnen die, die nicht nutzlose Ausgaben machen wollen, vor dem„Deutschen Stellennachweis" und vor Versuchen, sich durch Eberle eine Stellung zu verschaffen. Ter Stock in der Schule. Wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amte ist am 2. Juli vom Landgericht Stargard i. Pom. der Lehrer Albert Ziemer in Massow zu 30 M. Geldstrafe verurteilt worden. Ein Schüler konnte nicht rechnen, sollte bestraft werden und verkroch sich unter die Bänke. Der Angeklagte schlug mit dem Stock zwischen die Bänke und traf den Knaben zweimal an den Kopf, auch stieß er ihn mit dem Fuße und trat ihn auf die Hand. Er hat das Züchti- gungsrecht überschritten. Die vom Angeklagten gegen das milde Urteil eingelegte Revision wurde jetzt vom Reichsgericht verworfen. Tin Streit um ein Bild. Ein interessanter Streit um ein Karikaturbild, in dessen Mittelpunkt die Schauspielerin Josefine Dorn steht, beschäftigte kürzlich die 16. Zivilkammer des Landgerichts I. Josefine Tora klagte gegen die Direktion des Vaffagecheaters auf Grund des folgenden Sachverhalts: Die Schauspielerin war in der Saison 1906/07 am Passagctheater engagiert gewesen und mehrere Mo- nate hindurch in dessen Bierkabarett aufgetreten. Am 22. Januar 1909 ließ die Klägerin die Direktion durch den Rechtsanwalt Dr. Hugo Marcuse auffordern, ein am Eingange des Theaters ficht- bares Brustbild mit der Unterschrift„Joscsine Dora", welches un- mittelbar in der Nähe einer Ankündigung der Kabarettvor- stellungen und Beifügung von Namen mehrerer noch im Kabarett auftretender Mitglieder hing, zu entfernen. Da hierauf keine Antwort erfolgte, beschritt Rechtsanwalt Dr. Marcuse den Klageweg und beantragte, die Direktion des Passagetheaters kosten- pflichtig zu verurteilen, die Ausstellung eines die Abbildung der Frau Dora und die Ankündigung derselben als Mitglied des Kaba- retts enthaltenden Plakats am Türeingang des Passagetheaters zu unterlassen. Die Klägerin werde durch dieses Plakat benachteiligt, denn da sie jetzt Mitglied des Berliner Theaters sei, könnten ihre Direktion, insbesondere aber das Publikum annehmen, daß sie nur nebenbei im Berliner Theater auftrete, nachts aber im Passage-Kabarett tätig sei.— Demgegenüber machte Rechtsanwalt Dr. Frankfurter geltend, daß sich ein solches Plakat, wie es Frau Dora beschreibe, niemals am Eingange des Passagetheaters be- funden habe. In der Zeit, als Frau Tora im Bierkabarett auf- getreten, habe der Zeichner Josef Steuer ein Bild für die„Lustigen Blätter" gezeichnet, welches neben den Karikaturen anderer Künstler auch eine Karikatur der Klägerin mit dargestellt habe. Dieses Bild sei ein künstlerisches Erzeugnis, welches nicht den Zweck der Reklame verfolge; es befinde sich seit 2 Jahren unter Glas und Rahmen im Vestibül. Die beklagte Direktion nehme das Recht für sich in Anspruch, Bildnisse der Künstler, wenn sie einem höheren Kunstinteresse dienen, in Form eines Ankündigungsplakats auszustellen, auch wenn der betreffende Künstler nicht mehr in dem Etablissement auftrete. Dies sei auch bei anderen Berliner Theatern gang und gäbe. Das Gericht entschied nach umfang- reicher Beweisaufnahme den Rechtsstreit dahin, daß der Direktion des Passagetheaters untersagt wurde, bei Vermeidung einer Geld- strafe für jeden Zuwiderhandlungssall, das Bild, auf dem die Klägerin als Karikatur dargestellt ist, im Eingange des Passage. theaters oder an anderer Stelle öffentlich auszustellen, sowie in Reklameankündigungen auf die ftiihere Tätigkeit der Klägerin im Kabarett Bezug zu nehmen. Nach Ansicht des Gerichts mußte durch das Bild mit Inschrift der Anschein erweckt werden, daß die Klägerin noch im Lindenkabarett austrete. Da sie aber jetzt einem angesehenen Berliner Theater als Schauspielerin angehöre, so leide ihr Ruf darunter. Wenn auch ein Kabarettdirektor berechtigt sei, das Bild eines früheren Mitgliedes in feinem Etablissement aus- zustellen, so sei dies Recht doch nur anzuerkennen, sofern das Mit- glied überhaupt noch in Kabaretts auftrete und durch die Aus- stellung Schaden nicht erleide. Das Recht verfalle aber, sobald das ausgeschiedene Mitglied die Tätigkeit als Kabaretttünstler aufgibt, zum mindesten aber dann, wenn der Betreffende sich einem höheren Kunstzweige zuwendet und durch die Ausstellung Nachteile in seinem Fortkommn hat. Ein„Dorfidyll" recht eigener Art lag einer Anklage wegen vorsätzlicher Stich» bcschädigung zugrunde, mit welcher sich die 4. Strafkammer des Landgerichts III unter Vorsitz des Lairdgerichtsdirektors Gockel zu beschäftigen hatte. Angeklagt war der Schmied Wilhelm Mittel- stödt. Zwischen dem Angeklagten, welcher in dem Oertchcn Lieben- thal wohnhaft ist, und seinem Nachbar, dem. Büdner� Rosenberg, war es aus irgendeinem geringfügigen Anlasse zu Differenzen ge- kommen, welche eine grimmige Feindschaft zwischen den beiden Nachbarn zur Folge hatte. Gegenseitige kleine Neibereieii� waren an der Tagesordnung und jeder suchte dem anderen einen Schaber- nack zu spielen. Eines Tages machte Rosenberg die Wahrnehmung, daß sich in einer seiner Fensterscheiben ein winziges Loch befand. welches anscheinend von einer Kugel herrührte. Er legte dieser Entdeckung anfänglich keine große Bedeutung bei. Kaum war der Schaden jedoch repariert, als die neue Scheibe wie von Geisterhand zertrümmert. wieder in Scherben ging. Auf der Straße und auf dem Nachbargrundstück war niemand zu sehen, einen Schutz hatte man auch nicht gehört. Am nächsten Tage saß die Frau R. in ihrer „guten Stühe", als plötzlich mit großem Geklirr eine neue Fenster- scheide in Scherben ging. Die aufs höchste Erschreckte holte den zu- fällig vorbeigehenden Postboten Zander herein; um von diesem eine Aufklärung dieser„Erscheinung" zu verlangen. Während die beiden ratlos in dem Zimmer standen, gab es plötzlich einen zweiten Krach und die Trümmer einer zweiten Fensterscheihe sausten dem nun ebenfalls erschreckten Stephansjünger um den Kopf herum. Kaum hatte er sich von seinem Schrecken erholt, als mit großem Getöse die dritte und letzte Scheibe in Trümmer ging. Beide hielten es für ratsam, sich schleunigst aus dem Schußbereich des unsichtbaren Schützen zu entfernen.— Rosenberg lenkte sofort den Verdacht auf den ihm feindlichen Nachbarn. Eine Haussuchung in seiner Wohnung förderte auch bald das corpus delicti in Gestalt eines Luftgewehrs zutage, zu welchem die in der R, scheu Wohnung aufgefundenen Kugeln genau paßten. Die auffällige Erscheinung, daß der Schütze selbst stets unsichtbar toar, klärte sich ebenfalls auf. denn es wurde festgestellt, daß sich auf dem Boden eine Art Schieß- stand befand und ein Dachziegel soweit hochgehoben werden konnte, um den Flintenlauf hindurchzustecken.— Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu 50 M. Geldstrafe. Hiergegen legte Nt. Berufung ein, und da er entschieden in Abrede stellte, der Schütze gewesen zu sein, mußte sogar ein Lokaltermin an Ort und Stelle abgehalten werden, bei welchem Schießversuche angestellt wurden. Vor der Strafkammer bekundete der als Sachverständiger geladene kgl. Hofbüchsenmacher Barrlla, daß es als ein großer Zufall an- zusehen wäre, wenn selbst ein geübter Schütze mit der bei dem Angeklagten beschlagnahmten Luftbüchse überhaupt treffen würde. " nd' der Verteidiger und auch der Staatsanwalt auf Grund eines non liguet die Freisprechung beantragten, hielt das Gericht es für nachgewiesen, daß der Angeklagte der Täter sei. Die Be- rufung wurde deshalb verworfen. Orts- Krankenkasse der Weber""VÄ"" Die Herren Delegierten, Arbeit- gebet und Arbeitnehmer, werden hier- durch zu einer vrelentl!«!»«!» General-Versammliing am Sonntag, den 7. November, vormittags 10'/, Uhr pünktlich, in Schmidts Lokal(„Freischütz-) Fruchlftr. 36-» eingeladen. 279/4 Tagesordnung: a) In getrennter Versammlung! Ergänzungswabl des Vorstandes von den Arbeitgebern nach KZ 37 und 38 des Statuts für mg und 1911. b) In getrennter Versammlung: 1. Nachwahl eines ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes der Mitglieder sür 1909 und Nachwahl eines aus- geschiedenen Vorstandsmitgliedes der Mitglieder sür 1909 und 1910. 2. Er- aänzungSwahl des Borstandes von den Mitgliedern nach KZ 37 und 33 deS Statuts für 1910 und 1911. 3. Er- aänzungswahl des Vorstandes von den Mitgliedern nach K 39 des Statuts für 1910. o) In gemeinschaftlicher Versamm- lungi 1. Wahl von 3 Revisoren zur Vor- prüsung der Iahresrechnung sür 1909. L. Bcschlutzsassuiig über GchaltS- und Anstellungsbedtngungen der Kassen- angestellten. 3. Abänderung des Eiaims K 61, Ziffer 2. 4. Ver- schiedenes. Sollte die Tagesordnung nicht er- ledigt werden können, so findet am Sonntag, den 14. November 1909 vor- mittags lOst, Uhr in demselben Lokale die Fortsetzung der Versammlung statt. Delegiertenkarte legitimiert. Berlin, den 31. Ottober 1909. ver Vorstand. Kar I Rethmann, Paul Liepelt- Vorfitzender. Schrtstsührer. >M- Sonntag, den B. Dezember, vormittags 11 Uhr in demselben Lokal: Ausstellung von 106 Kandidaten der Mitglieder zur Delegiertcnwahl sür das Jahr 1910. Nur Mitglieder über 21 Jahre sind eingeladen. Mtgliedsbuch legitimiert. Ter Vorstand. Bekanntmachung. Hierdurch zur gest. Nach. rtcht. daß ich von Berlin nach[ 1 Treptow, Baumschulenstr. 89,| I verzogen bin. Um regen Zuspruch in vor-| kommenden Fällen bittet Frau«allmann, Hebamme. Kimt KlöS Türk. Tabak-ft Clgaretten-Fabrlk„Kio»" o E. Robert Böhme, Dresden, -CIGARETTE Sipui. 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Kommunal Wahlbezirk: Habels Brauerei, Bergmannstr. 6/7. Referent: Stadtverordneter Wiüielm Pfannkuch. Ansprache des Kandidaten Stadtverordneten Paul Dupont. 18/14. Kommunalwahlbezirk: Lokal Südost, Waldemarstr. 76. Referent: Stadtverordneter dokannes Lassendaeli, I7./18. Kommunalwahlbezirk: Armin-Hallen, Kommandantenftr. 58/59. Referent: Landtagsabg. Stadtv. Dr. Karl LJedknedht. Ansprache der Kandidaten Willi, Boerner u. Emil Kerlin. 25. Kommunalwahlbezirk: Prachtfäle des Ostens, Frankftirter Allee 161/162. Referent: Stadtverordneter Karl Eeid. 28. Kommunalwahlbezirk: Altes Schützenhans, Linienstr. 6. Referent: Reichtstagsabg. Stadtverordneter Pritx Zubell, Ansprache des Kandidaten Eeontiard Zucht, 37. Kommunalwahlbezirk: Wilkes Festsäle, Brunnenstr. 188. Referent: LandtagSabg. Stadtv. Hermann Borxmann, 38. Kommunalwahlbezirk: Oranienburger Festsäle, Chausseestr. 16. Referent: Stadtverordneter �.dolf Ritter, 42. Kommunal Wahlbezirk: Brauerei PatzenHoser, Turmstr. 25/26. Referent: Reichstagsabg. Stadtverordneter Paul Binder, 43. Kommunalwahlbezirk: Kronen-Branerei, Alt-Moabit 47/49. Referent: Stadtverordneter Dr. Alfred Bernstein, 47. Kommunalwahlbezirk: Marienbad, Badstr. 35/36, Referent: der Kandidat Heinrich Metxke. Tagesordmg: 1. Vor der Entscheidung. 2. Freie Diskussion. Alle Wähler sind zum Erscheinen eingeladen. Die Genossinnen und Genossen bitten wir, für zahlreichen Besuch zu agitieren. Die Wahlkomitees. Seclister Wahlkreis. Sonntag, den 81. Oktober, abends 6 Uhr: tr il ff in den Prachtsälen Nordwest, Wiclefstr. 24. Tagesordnung- Vortrag des Genossen Idr. Kart Rosenfeld über: Jugendbewegung und Sozialdemokratie. der Versammlung!(Zemütliches Beisammensein mit Tanz» 232/1* Die Abteilungsführer. I. A.: Alfred Paersch, Alt-Moadit 43. fMals Berlin. Mittwoch, den 3, November 19(M>, abends 6 Uhr, im„Gewerkschaftshans", Engelufer 18(grosser Saal): AHerorMidis General-Versaitimlung. Tagesordnung: 1. Endgültige Beschluftfafsnng über die Tarifabändernngen. 2. Aufstellung der Kandidaten zur Delegation in der OrtZkraukenIaise. 3. Verschiedenes. Wir erwarlen, dah die Kollegen ebenso zählreich erscheinen wie in der letzten Teneralversammlung. damil sich jeder Kollege an der Abstimmung beleiligt.[193/5*] Der Vorstand. Bodenle�er. Montag, den l. November, nachmittags 5 Uhr, im GewertschaftS- hause(Saal»): Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit der Unternehmerorganisation. 2. Diskussion. Die Branchenkommisston. klläerrukmenmaclier. Am Montag, den 1. November, abenbS« Uhr, tm GcwerkschaftS- Hanse(Saal 3): Branchen- Versammlung. TageS-Ordnung: t. Vortrag de» Kollegen Onbllr«».Mehr Steuern, mehr Lohni* 2. DiSfujfion. S. Brenchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Die Kommission. Am Montag, den S. November, im Gewerkschaftshause: Außerordentliche Generalversammlung. Am Dienstag, den 83. November, im GewerkschaftShanse: Ordentliche Generalversammlung. Die Borversammlnngen der Bezirke und Branche» finden am Montag, de» IS. November, statt. Ol/S Die OrtaverwaltUDg. Sonutag. den 31. Oktober, abends 7 Uhr»* Jugend-Versaiiiiiiiuni} in den„Armlnhallen", Kommandantenftrahe 58. Vortrag dcS Herrn Dr. it. Weyl über: „Die Kunst, das Leben zu verlängern". Nach dem Vortrage- Gtstlligt UlitkrhaltliNg. Zu dieser Bersammlnng sind alle Lehrlinge. Wd jugendliche» Arbeiter und Arbeiterinnen freundlichst eingeladen. Vöib8iilIli°s83l!l8sVli?gitös8iiiIl8l. Ortsverivaltung Berlin. Mittwoch, den 3. November, abends 81/, Uhr, bei Granmann, Naunynstr. 27, Versanunlnng der ?flrtefeuiller- nnd jteiseartikel-Sranehe, Mittwoch, den 3. November, abends 6 Uhr, im Gnglischen Garten, Sllexanderstr. 27o, Versaiuiuineie der HiitHär-Sranche. Zahlreichen Besuch dieser Branchenversammlungen erwartet 158/11 Der Veratand. Deutsclisr Buchbinder-Verband. Zahlstolle Berlin. Achtung i Buchbinder-Branche! Achtung! Montag, den 1. November, abends 7 Uhr, in de« Arminhallen» Kommandantenftr. 38— SS: Oeffentliche Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Stellungnahme zu den am 23. Oktober in Leipzig getroffene« Ab» machungen 2. Brauch, nangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet 24/iö Die Ortsverwaltnng. Tarif- nnd AgitationStommissiom Zentral-Verband der Schuhmacher Zahlstelle Berlin. Bureau: Blankeiiseldestr. 10. Telephon: VU. Nr. SS20i Montag, den 1. November er., abends 8'/, Uhr, bei Becker. Wederstr. 17: General-Nerfammlung. TageS-Ordnung: 1. GeschSstS- und Kassenbericht. 2. Diskussion. 3. VerbandSangelegenhelti«. 170/4 Bio Ortavercaltnagr- HVoioeesee, K»lhostral)o£0, Tel. Weißensee 218, empfiehlt als Parteigenosse seinen Saal und Garten. Jeden Sonntag« Taaa-Buiualeii. 188L Hermann Papke. 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Ueber Zehntausend sind arbeitslos, die noch Arbeitenden arbeiten bei herabgesetzter Arbeitszeit und verdienen nicht das zum Leben Not- wendigste. Der Schnapsblock hat allerdings ein Pflaster auf die Wunden der Tabakarbeiter zu klebe:: versucht, indem er vier Millionen zu deren Unterstützung bewilligte. Aber wie werden die Bestimmungen durch die Behörden gehaudhabt? In Sachsen müssen die Arbeiter monatelang warten, bis ihre Unterstützungsgesuche erledigt werden; in Preußen sucht man sich die Arbeiter möglichst vom Halse zu schieben. In Altona hat man die schlaueste Methode eingeführt, um die Arbeiter der Unterstützung verlustig zu erklären. Man legt den Beschluß des Reichstages so aus, daß diejenigen, welche auf Unterstützung Anspruch machen, mehr als 14 Monate vor Inkrafttreten des Gesetzes ununterbrochen im Tabakgewerbe beschäftigt sein müssen. Wer in dem Vorjahr krank, arbeitslos oder beim Militär war. erhält keine Unter- stützung. Wäre es nicht für die armen Tabakarbeiter so tieftraurig, man könnte lachen über all die Tüfteleien preußischer Bureaukratenhirne, den Reichstagsbeschluß so auszulegen, daß bald kein Arbeiter mehr Unterstützung bekommen wird. Um seiner Schandtat die Krone aufzusetzen, hetzt jetzt der Schnapsblock in geradezu unverantwortlicher Weise gegen die Tabak- und Zigarrenindustrie, in welcher durch fem Ge- setzesmonstrum Tausende und Abertausende von Existenzen an den Bettelstab gebracht werden. Fabrikanten und Händler sollen zu hohe Preisaufschläge gemacht haben. Daß die schwarz- blauen Blockgesellen nichts von der Industrie verstehen, beweist schon ihr ludermäßig zu- sammeugeschusterteZ Gesetz; ihr jetziges Treiben aber ist mehr als Dummheit, es ist bewußter Schwindel.. Die 5 Pf.-Zigarre, behaupten sie, um nur ein Beispiel zu wählen, könne aus reinem Pfälzer Tabak hergestellt werden, dann betrage die Verteuerung durch die Steuer nur Vio Pf- pro Stück. Wenn wir es vermöchten, würden wir alle Blockgesellcn dazu verurteilen, solche aus reinem„Lieb Vaterland" hergestellte Glimnistengel zu rauchen, weil wir dann sicher wären, daß sie aus jeder anständigen Gesellschaft herausgeworfen werden würden; der einzig gerechte Lohn für ihre Freveltaten! Die Blockgesellen werden sich hüten; das Rauchen solcher Stinkadores überlassen sie ihren Arbeitem, für die nach ihrer Meinung das schlechteste Zeug gerade gut genug ist. Raucher, Arbeiter, Genoffen! Das steht fest, daß infolge der Tabaksteuer in die 5 Pf.-Zigarren von den meisten Fabrikanten vorwiegend Pfälzer hineingearbeitet werden wird.„Lieb Vaterland" steigt des- halb kolossal im Preise. Der diesjährige Uckermärker ist. bevor er noch einmal vom Felde unter Dach und Fach gebracht worden ist, schon mit 10—20 Pf. pro Pfund Preisaufschlag gegenüber dem Vorjahr verkauft worden. Ein gleich gutes Geschäft machen die Tabakbauern in der feucht-fröhlichen Pfalz. Arbeiter! Ihr seht, die Freunde der Agrarier, die Tabakbauern, brauchen keine Tranen über das neue Gesetz zu vergießen; die einzigen Leidtragenden sind die Arbeiter, einerseits als Konsumenten, soweit sie die in privatkapitalistischen Betrieben hinfort größtenteils aus „Lieb Vaterland" hergestellten Zigarren kaufen und rauchen und andererseits als Produzenten, soweit sie namentlich die billigen, z. B. 5 Pf.-Zigarren. unter noch elenderen Löhnen als bis- her herstellen müssen. Arbeiter, Genoffen! Jetzt habt Ihr es in Eurer Hand— wenn Ihr wollt, könnt Ihr als Raucher den schwergetroffenen Tabakarbestern helfend beispringen— ja— Ihr allein könnt das l Kauft Eure Zigarren nur dort, wo die von der Ge- werkschaft beschlossenen Tarife der Arbeiter bewilligt sind! Eine Firma, die seit ihrer Gründung diese Tarife anerkannt hat, ist die Tabakarbeiter- Genossenschast in Hamburg Die Hamburger Tabakarveiter-Genoffenschaft, ein von ausgesperrten Arbeitern nach einem vier Monate andauernden Kampfe vor nunmehr 18 Jahren mit großen Opfern auf- gerichtetes Arbeiterunternehmen, wird ohne Lohnreduktiou auch in Zukunft eine gute S Pf.- Zigarre herstellen. Kann die Genossenschaft mehr leisten, als Privatfabrikanten? werdet Ihr fragen. Sie kann es allerdings nicht, wenn die Arbeiter sie nicht unterstützen. Im Vertrauen darauf aber, daß die einsichtigen Arbeiter dies tun werden, haben Geschäftslcitung und Verkaufs- stelleninhaber der Genossenschaft sich dahin verständigt, den Mehrbetrag durch den Wertzoll gemeinschaftlich zu tragen. Die Tabakarbeiter-Genossenschaft verdient an ihren 5 Pf.-Zigarren hinfort nur noch wenige Pfennige pro Mille; die Verkaufsstelleninhabcr haben sich ein- verstanden erklärt, daß der von ihnen bisher bezahlte Preis erhöht wurde, um zu verhindern, daß die 5 Pf.-Zigarren in Qualität verschlechtert werden. Vis 7absksrbeiter-0enossensobsft häH auch nach ßlnjührung des TahaUwertzolles streng an ihrem Grundsätze lest, dem Mancher eine gnte, qnalitätvoUe Zigarre zn tiejem. Mit diesem Grundsatz hat sich die Tabakarbeiter-Geuoffenschaft die Anerkennung aller Raucher erworben; auch in Berlin ist ihr Absatz von Jahr zu Jahr gestiegen. Selbst- verständlich mußte auch die Tabakarbeiter-Genossenschaft ihre bisherigen Sorten in den alten Packungen im Preise steigern. Für den Kleinverkauf bedeutet die Tabaksteuer für die bis- herigen Sorten eben eine Preissteigerung von 1— 2 Pf. pro Stück, je nach der Größe der Zigarre und der Qualität des dazu verwandten Tabaks. Um diese Tatsache kommt man nicht herum; wenn Agrarier und Zentrum dem Publikum vorzugaukeln suchen, eine solche Preissteigerung sei abnorm, so lügen sie. Durch ihre Hetze schädigen sie die Tabakarbeiter! Sie führt dazu, daß gewissenlose Fabrikanten den Arbeitern die Löhne reduzieren, um ihre Konkurrenten durch billigere Angebore aus dem Felde zu schlagen. Älrbeiter und Genossen! Tie deutsche Regierung fördert durch die rigorose Hand- habung der Uuterstützungsbcstimmungen die schlimmsten Ausbeuter in der Tabak- und Zigarrenindustrie, indem sie die Arbeiter durch den Hunger zivingt, zu niedrigeren Löhnen zu arbeiten. Genoffen! Schützt Eure Brüder, die armen Tabakarbeiter, vor der Hnngerpeitsche der Regierung und der Fabrikanten! Wenn Ihr eine Zigarre raucht, dann müßt Ihr Euch als Arbeiter fragen, unter welchen Lohn- und Arbeitsbedingungen wurde sie hergestellt? Haben die Arbeiter, die sie anfertigten, einen anständigen Lohn bekommen? Oder wurde die Zigarre im Zuchthaus oder unter den elendesten und zum Teil ekelerregendsten Umständen in der Heimindustrie angefertigt? Wurde sie von einem habgierigen Kapitalisten in den Handel gebracht, der seinen Arbeitern die erbärmlichsten Hungerlöhne zahlt? Arbeiter und Genossen! Hand auf's Herz— wie viele von Euch haben bislang danach gestagt I Ihr rauchtet gedankenlos in den Wind hinein und dachtet gar nicht daran, daß Ihr mit dem Preis, den Ihr für die Zigarre zahltet, einem brutalen Ausbeuter Tribut geleistet habt. Berliner Arbeiter! Die Zigarren, die in Berlin verraucht werden, stammen häufig entweder aus den Zuchthäusern Schlesiens und Sachsens oder sind von unorganisierten Arbeitern bei erbärmlichen Löhnen für einen Großfabrikanten im Osten oder Süden Deutschlands angefertigt. Arbeiter und Genoffen! Es ist««» Pflicht, w dieser schweren Zeit für die Tabakarbeiter, wo der brutale Kapitalismus rücksichtslos deren Interessen niederzutrampeln sucht, Solidarität zu übe»! Ihr dürft in dieser Krifenpcriode nur Zigarren ranchen, bei deren Herstellung die gewerkschaftlichen Lohn- und Arbeitsbedingungen erfüllt find! Die Tabakarbeiter- Genossenschaft zahlt ihren Arbeitern die mit den gewerkschaftlichen Organisationen vereinbarte» tariflichen Löhne»nd wird dieselben trotz Steuerdruck und trotz Lohnreduktionen in der Privatindustrie unverkürzt weiter zahlen! Die Tabakarbeiter-Genossenschaft beschäftigt nur organisierte Arbeiter! Arbeiter nnb Genoffen! Wer Zigarren von der Tabak, arbeiter-Genossenschaft raucht, unterstützt die gewerkschaftlichen und genoflenschaft- lichen Organisationen, die beiden wirtschaftlichen Machtfaktoren zum Schutze des Proletariats! Die Tabakarbeiter-Genossenschaft wahrt die Interessen der Konsumenten, der Raucher, indem sie nach streng reellen Grundsätzen ihre Zigarre» nur ans Tabaken bester Qualität herstellt. Die Tabakarbeiter-Genossenschaft wahrt die Interessen der Produzenten, der Arbeiter, indem sie ihnen anständige Löhne zahlt! Arbeiter und Genossen! Ihr habt als Konsumenten eine Macht in Händen— nützt dieselbe in Eurem Interesse und im Interesse der gewerkschaftlich und genossenschaftlich organisierten Arbeit! Berücksichtigt bei Eurem Kauf von Zigarren die Verkaufsstellen der Tabakarbeiter-Genoffenschaft in Berlin und Umgegend; in denselben werden ausschließlich Zigarren nur von der Ge- nossenschaft, keine Fabrikate aus der Privatindusttie geführt! Cteueralvertrisb und TabHklager: Udo Stangeuherg, Kopenicker Straße 20a. N. Kopenhagener Straße 2. tehmamstraße 8. Swinemünder Straße 80. Tranz 3uhh, Malplaquetstr. 14.' Otto Koring, Hennigsdorfer Str. 10. Georg Seifferf, Gr. Hamburger Str. 18/19. 0. Müller, Feldstr. 9, Luxemburger Str. 34. KdotJ Sordaseh, Choriner Str. 53. Kermann bischer, Veteranenstr. 6. Statt! Schröder, Pappel-Allee 48. Smil Öamasebhe, Korsörer Str. 8. Kerm. Kolzhüfter, Lychener Str. 123. 7h. Wegland, Koloniestr. 35. Spranz Wnrl, Malmöer Str. 8. NW. Otto Sehtnhet, Waldstr. 56. Theodor SHan, Beusselstr. 37. Trltz Semer, Rostocker Str. 40. Smst Lassig. Siemensstr. 5. S. Karl Sieleleid, Gräfestr. 35 SO. dem O. Berk aufsstellen: Trilz Tlseher, Manteuffelstr. 110. Smma Chmilewski, Franzstr. 7. Gustav Giebel, Engeluferl3(neben GetverkschaftsHaus). Emil Wurst, Eisenbahnstr. 48. Wilh. Zimmermann, Glogauer Str. 19. Thaersiraße 19. Statersburger Straße 5. Kopemihusstraße 11. Weidenweg 80. Gustav Lieheehe» Romintener Str. 18. Kixdor|: Conrad Weber, Hermannstr. 110. Wilh. Conrad, Hermannstr. 50. Otto Seeger, Knesebeckstr. 6. Valentin Schöfer, Knesebeckffr. 59. Kerm. Krause, Pannierstr. 8. Tranz Somfetd, Weichselplatz 4.! Walter, Böhmische Str. 8. 3. Kirseh, Biebrichstr. 14. St.-Wilmersdor|: Trltz SHeper, Berliner Str. 46. Soxhagen-Knmmeishnrg: Gustav Kielseher, Lenbachstr. 3. «tfrstt-ur; flm» anptt, Grunewald, stur den Inseratenteil verantw.: Tb. Gl»ck«. Berlin. Druck».verlaa: vorwärt» Lmbdruckerei n. Ber!aa»anitaU Paul Stngrr ck®», Berlin SVt, Sehöneherg: Gustav Kabbieh, Friedrichstr. i. Grünau: Soh. KoZUCh, Friedrichstr. i. Charloff enburg: Staul Senpold, Cauerstr. 29. Kdlershol: Karl Müller, Bismarckstr. 10. Sanmschulemveg: Leo Scharf, Baumschulen- straße 73. Spandau: Bahnhofstr. 7. Tathenhagen: Tranz Kührmundt. Küpenick: Smil Wißler, Kietzer Strasse 6; 8. Senach, Kietzer Strasse 14; Kngust Jfoaeh, Grünauer Str. 1. Srandenbnrg a. K.: Wilh. Müller, Neuen- dorfer Straße 21. Stettin: Aid. Kmphe, Lindenstr. 26; Alb. Sage- mihi, Warsower Str. 47; Wilh. Kein, Heinrichstr. 53; Kleb. Schulz, Wotffstr. 11; Alb. Müller, Chausseestr. 46. Leipzig; Kndotf Viermann, Tauchaer Str. 19/21. Görlitz: Otto Sckhardt, Breite Str. 5. Zirka achtzig Verhanfsstellen in Kambnrg, München, Köln. It. 255. 26. ZahtMg. 4. Mme Ks Jotniiirlf Znlim PcksM. Ssuntag, 31. Gktobtt 1909. Partei- Hngelcgenbciten« Verband sozialdemokratischer Wahlvereine Berlin? und Umgegend. Heute, Sonntag, den 31. Oktober, von 8 Uhr früh an: Flugblattverbreitung tu den 16 zur Wahl stehenden Kommunalbezirken. ?! iemand darf fehlen. » Morgen, Montag, den 1. November, 8 Uhr abends: Beginn der zweiten Serie der Vorträge des Ge nossen Max Grunwald über:„Theorie undGeschichte des modernen Sozialismus". Eintrittskarten für Mitglieder in den Kreiswahlvereins burcaus. bei den Abteilungs» und Bezirksführern sowie a m Abend vor Beginn der Vorträge im Lokal Kellers Feftfäle, Koppcostr. 23. » Montag, den I. und Dienstag, de« 2. November: Ocffeutliche Kommunalwählerversammlungen. sSiehe die heutige Annonce.) Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. » Für die zweite Klaffe der Gemeindewahlen, welche am 4. November stattfinden, ist der Genosse Stadtverordneter Paul Singer, Bri'ckenallee 26 gemeinsamer und alleiniger Kandidat der Pa'tei und sind sänitliche sozialdemokratische Stimmabgaben 1,i dieser Abteilung auf den Genannten zu vereinigen. Der Zentralvorstaud. Zur Lokalliste. Auf Wunsch der Parteigenoffen in Groß- Lichterfelde bringen wir nochmals in Erimieruug, daß das dortige Lokal von Außmann, Berliner Str. 133 der Arbeitersckaft nach wie vor verweigert wird; dasselbe ist der Fall in Mariendorf mit dem Lokal„Graßls Gesellsckaftshaus", Chaussee- straffe 305; desgleichen steht uns in Treptow das Lokal der Witwe Graffmann, Elsenstraffe, Ecke Köpenicker Landstraße noch nicht wieder zur Verfügung. Wir ersuchen daher die Parteigenoffen obiges genau zu beachten. Die Lokalkommission. Zweiter Wahlkreis. Heute Sonntag, nachmittags pünkt- lich um 2 Uhr, findet eine Urania-Borpcllung statt. Zur Aufführung gelangt der neu« Vortrag mit Lichtbildern:„In den Dolo» miten". Billetts find noch beim Kassierer G. Schmidt, Kirchbachstr. 14, und eine halbe Stunde vor Anfang der B o r st e l l u n g an der Kasse der.Urania' zu haben. Die Mit- glieder werden gebeten, für guten Besuch Sorge zu tragen. Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Die Genoffen werden ersucht, sich heute früh von 8 Uhr a» recht zahlreich in den bekannten Lokalen zur Flugblattverbreitung für den 17. und 18. Kommunalwahlbezirk ein- zufinden. Diejenigen Genossen, welche keinem bestimmten Bezirk zugeteilt find, werden ersucht, sich bei Stramm, Ritterstr. 123. Julius Mittag. Kürasfierstr. iOa, Heinze, Franzstr. 1 und Schröder, Sebastian- straffe 50, zu melden. Mittwoch, den 3. November, werden die Genoffen und Ge- nossinnen ersucht, sich von früh 9 Uhr an in folgenden Lokalen zur Verfügung zu stellen. Für den 17. Bezirk Prinzenstt. 23 bei Wolf und Dresdener Straffe 105 bei Wille. Für den 18. Bezirk Kürassier- straffe 10a bei Mittag und Alte Jakobstr. 90 bei Ring. Sechster Wahlkreis. Die Genoffen der 7. und 8. Abteilung werden auf die heute abend in den.Prachtsälen Nord-West', Wiclefftr. 24, stattfindende öffentliche Versammlung besonders auf- merksam gemacht. Gen. Dr. Kurt Rosenfeld spricht über»Jugend- bewegung und Sozialdemokratie'. Schöneberg. Heute Sonntag früh 3 Uhr findet für den 2.. 3.. 4.. 7.. 8. und 9. Kommunalbezirk eine Flugblattverbreitung statt. Die Mitglieder der übrigen Bezirke wollen sich lebhast daran be- teiligen, da die Gegner verzweifelte Anstrengungen machen, um die Bezirke an sich zu reißen. Die Genossen, die über ein Rad ver» fügen, treffen sich um die gleiche Zeit in der Spedition. Martin- Luther-Str. 5l. Die Parteigenossen, die am Wahltage mit tätig sein wollen, melden sich im Wahlbureau Meininger Str. 8. Der Vorstand. Charlottenburg. Achtung! Am kommenden Mittwoch findet wegen der Stadwerordnetenwahlen ein Extra-Zahlabend statt. Die sechste Gruppe hält einen gemeinsamen Zahlabend bei Schulz, Kaiser-Friedrich-Str. 24, ab. Der Vorstand. Lichtenberg. Anr Dienstagabend 8 Uhr von den bekannten Lokalen aus Flugblattverbreitung. Britz- Buckow. Montag, den 1. November, abends 8'/, Uhr, findet für Buckow ein Extrazahlabend bei Klein. Chauffeeftr. 12, statt. Der Vorstand. voxhagen- Rummelsburg. Am Mittwoch, den 3. November, abends 8 Uhr, findet für den ganzen Ort ein Extra-Zahl abend mit folgender Tagesordnung statt: 1. Beschluffsassung über Erhebung eines Extrabeilrages. 2. Aufnahme einer Wahlvereins statistik. Mitzubringen ist das WahlvereinSbuch wie das Mitglieds buch der Gewerlschaft und die BereinSquiltung. Entfpreckiend der Wichtigkeit der Tagesordnung wird das Erscheinen aller Mitglieder erwartet. Der Vorstand. KönigS-Wustcrhaiisei». Heute nachmittag Sl/2 Uhr: WahlvercinS- versammlung im Restaurant Lindenhof, in Niederlehme am Bahnhof. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Genossen G r o g e r- Nixdors über: Die politischen Ereignisse der letzten Zeit. 2. Bericht der Funktionäre Der Vorstand. Trebbin. Am Montag, den 1. November, abends 8'/2 Uhr, im Schützeuhause fW. Fromm): Wahlvereinsversammlung. Tages- ordnung: Stadtverordnetenwahl. Der Vorstand. Spandau. Den Genossen, welche sich am heutigen Sonntag an der Tour nach Cladow beteiligen, zur Kenntnisnahme, daß der Abmarsch nachmittags V/3 Uhr vom Hause des Genoffen Scior, Batoiver Str. I, erfolgt. Der Vorstand. berliner J�acbncbten* Förderung der Bildungsbestrebungen, unter der Parteigenossenschaft Berlins hat sich der Zentral- vorstand der Wahlvereine zur Aufgabe gemacht. Es war ein guter Gedanke, Vorträge halten zu lassen über die Theorie llnd die Geschichte des modernen Sozialismus. Seit Jahren ist in Berliner Partcikreisen öfter ausgesprochen worden, daß unsere Bewegung wohl sehr in die Breite gegangen sei, aber nicht in demselben Maße in die Tiefe. Dem soll abgeholfen werden. Die Genossen sollen mit dem wissenschaftlichen Sozialismus mehr vertraut gemacht werden. In Aussicht genommen sind sechs Vor- träge: als Vortragender ist Genosse Grunwald gewonnen worden. Der erste Vortrag fand am Freitag bei Ballschmieder auf dem Gesundbrunnen statt. In seinen Eröffnungsworten wies der Leiter der Versammlung, Genosse Ernst, auf die Bedeutung der Vorträge hin. Unsere Gegner schelten uns bildungsfeindlich. Nichts sei irriger als diese Behauptung. Das Gegenteil sei richtig. Keine Partei fördere die Bildungs- bestrcbungen mehr als die Sozialdemokratie. Die Beweise hierfür lägen klar zutage. Man brauche sich nur die Arbeiter- f Bildungsschule anzusehen, in welcher Tausende erwachsener ' Arbeiter ihr Wissen zu bereichern suchen. Und wieviel Intelligenzen unter der Arbeiterschaft sind durch die Sozial- demokratie entwickelt worden! Auch die Vorträge über Theorie und Geschichte des modernen Sozialismus bilden ein Teil dieser Bildungsbestrebungen. Wünschenswert ist nur. daß die Genossen recht regen Gebrauch von dieser Ver- anstaltung machen möchten. Auch wir schließen uns dieser Ausforderung an. Gerade das vom Genossen Grunwald behandelte Gebiet hat sicher für weite Kreise der Genossen großes Interesse. Für den täglichen Kampf, den wir zu führen haben, bedürfen wir Genossen, die sattelfest sind, Genossen, die theoretisch geschult sind. Und deswegen begrüßen wir die vom Zentralvorstande getroffenen Veranstaltungen. Möchten recht viel Genossen und Genossinnen die Gelegenheit benutzen, ihr Wissen zu bereichernl_ Der Streit nm die„Kirchenplcite" geht weiter. Die Zeitung „Reich" mrint, die Behauptung aufrechterhalte n zu dürfen, daß in der S t e p h a n u s I i r ch e(Prinzenallee) am 24. Oktober der Vormittagsgottesdienst wegen mangelhafter Beteiligung ausgefallen sei. Sie bleibt hierbei auch gegenüber der ihr vom Gcmeindekirchen- rat der Stephamisgemeinde übersandten Erwiderung, daß der an- goblich ausgefallene Gottesdienst tatsächlich gehalten worden sei. Diese Erwiderung des Gemeindckirchcnrats ist mitunterzcichnet vom Vorsitzenden Pfarrer Flöß, der nach Angabe der Zuschrift selber den fraglichen Gottesdienst gehalten hat. Das Blättchen be- ruft sich auf einen jetzt mit Name und Wohnung bezeichneten Ge- währsmann, der nach mündlicher Rücksprache seine eigenen An- gaben vollkommen aufrecht erhalten habe. Herr Hugo Wilhelm (Pankow. Wollankstr. 07) habe mit eigenen Augen und Ohren gesehen und gehört, wie in der Stephanuskirche am 24. Oktober zu der für den Vormittagsgottesdienst festgesetzten Zeit ein Mit- glied der Kirchenberwaltung zur Kanzel geschritten sei und mit vernehmbarer Stimme verkündigt habe, daß der Vormittagsgottes- dienst wegen mangelhafter Beteiligung ausfallen müsse. Wichtiger als dieser Streit, den die Strenggläubigen des„Reich" und die Minderstrengen der Stephamisgemeinde schliehlich unter sich aus- zumachen haben, erscheint uns der Umstand, dah das„Reich" auch den boshaften Witz von der„Kirchenpleite" wiederholt, den es mit Bezug auf den angeblich nicht zu-� standegekommenen Gottesdienst gemacht hatte. Das christlich fromme Blättchcn erklärt:„Wir glaubten mit Recht einen solchen erbärm- lichen Besuch mit dem Wörtchen„Pleite" am schärfsten gegeißelt zu haben." Zu solcher Geißelung durch das anrüchige Wörtchen „Pleite" hat selbstverständlich das„Reich" nur deshalb sich«nt- schloffen, weil in der Stcphanusgemeinde die Männer vom minder- strengen Glauben am Ruder sind. Immerhin war es lehrreich, bei dieser Gelegenheit einmal zu erfahren, wie. bei den Strenggläubigen selber die„Achtung vor der Kirche" aussieht. Der Berliner Lehrerverein beschäftigte sich am letzten Freitag mit der neuen„Dienstanweisung für die Lehrer und Lehrerinnen an den Gemeinoeschule n". Herr Lehrer Drange begründete eine dazu vorliegende Resolution. Der Redner wies darauf hin, daß man in Berlin gern mit den großen Zahlen Prunke, daß der Ruhm aber schnell verblaßt, sobald man auf Einzelheiten im Berliner Volksschulwesen eingehe. Was Berlin auf dem Gebiete des Volksschulwesens leistet, entspricht, so führte der Redner weiter aus, der Bedeutung einer Reichshaupt- stadt keineswegs. So ist auch diese Dienstanweisung nicht eine Schöpfung, mit der sich Berlin vor der Welt sehen lassen kann. Die Zweckbestimmung der Volksschule im ersten Paragraphen erinnert stark an die Zeit der Regulative. Sie ist aus der Instruktion für Rektoren vom Jahre 1895 einfach entnommen. Man hat in der Aufzählung der Aufgaben der Schule nur die Pflege der Vater- landsliebe hinzugefügt. Man sucht in der ganzen Anweisung ver- gcblich nach einer modernen pädagogischen Idee. Ebenso vergeblich sucht man darin etwas von den Rechten der Lehrer in ihrer Stel- lung zu den Schulbehördeu. Die Verpflichtung der Lehrer, nur in dringenden Ausnahmefällen in Vororten zu wohnen, entspricht mehr dem Interesse der Grundbesitzervereine als dem der Schule. Desgleichen sollte man nicht so ängstlich bemüht sein, der Oefsent- lichkeit den Blick ins Schulwesen zu verwehren, indem man den Lehrern verbietet, statistische Angaben über Schulverhältnisse zu machen. Der Redner konstatiert unter anderem, daß das Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern in Berlin im gmizen ein durchaus gutes ist. Bei llnzuträglichkeiten handelt es sich meist um die Kon- sequenzen von Dingen, für die weder Eltern noch Lehrer in erster Linie verantwortlich zu machen sind. Als ein Mittel, das Ver- hältnis der Bevölkerung zur Schule möglichst günstig zu gestalten, diene eine Ausgestaltung der realen Unterlagen der Schularbeit, so daß die Kinder von der Schule mit der bestmöglichen Bildung ins Leben entlassen werden können. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: „Der Berliner Lchrerverein ist mit der Städtischen Schul- deputation der Meinung, daß ein Bedürfnis zum Erlaß der neuen Dienstanweisung für Lehrer und Lehrerinnen nicht vor- lag. Die Dienstanweisung trägt dem Wesen der Volksschule als einer Bildungsanstalt für künftige Staatsbürger nicht Rech- nung; sie läßt eine Sicherstellung der Rechte des Lehrers und eine Fortentwickelung seines Anteils an der Schulleitung nach den Grundsätzen der Selbstverwaltung vermissen, ist vielmehr in fast allen Teilen mit Selbstverständlichkeiten überlastet, wcs- halb von ihr weder eine besondere Förderung der Berliner Ge- meindeschulen, noch eine Hobung ihres Ansehens in der Oefsent- lichkeit zu erwarten ist." Herr Rektor Kalb hielt dann einen Vortrag über„Das Heimatprinzip im Unterrichte der Großstadt". Dem Bortrage lagen folgende Leitsätze zugrunde: Das Heimatprinzip bedeutet: Der Unterricht soll nach seinem Inhalt mehr Heimatkunde und dadurch nach seinem Wesen mehr Erfahrungsunterricht werden. Dazu ist notwendig: 1. daß der Lehrer durch seine Vor- und Fortbildung in Heimat und Vaterland, im Kindes- und Volksleben heimisch gemacht werde, 2. daß der Lehrplan nur wirklich wertvolle Stoff« der Volks- btldung nach den Bedürfnissen der Kindesnatur auf die ganze Schulzeit verteile, 3. daß die Behörden durch alle ihre Organe und Maßnahmen vorhandene Kräfte nicht binden, sondern frc.. nachen und entgegenstehende Hindernisse nach Möglichkeit ans dem Wege räumen» Aus dem Magistrat. Der Magistrat hat, dem Beispiele verschiedener Städte folgend, beschloffen, die Talonstener für die städtischen Anleihen selbst zu tragen. Die Kosten der 2 vom Tausend des Nennwerts der Wert- Papiere betragenden Steuer werden sich insgesamt für die einmalige Erneuerung der Zinsbogen aller zurzeit im Vcrlebr befindlichen Anleihewerte unter Berücksichtigung der bis zur Ausgabe neuer Bogen zu tilgenden Beträge auf rund 823 000 M. belaufen. Der Beschluß bedarf der Zustimmung der Stadtverordnetenversaminluug. Verwendung von StiftungSgcldern der Bolle- Stiftung. Der Magistrat hielt am 30. Oktober zur Erledigung des vorbandenen Beratungsstoffes eine Sondersitzung ab. Er beschlob. die Ein- knufte der vom Rentner Friedrich Wilhelm Bolle als David August Bolle-Stisiuiig der Stadt Berlin hinterlassenen großen Stiftung (rund 050 000 M.) der Bestimmung des Sti'lerS entsprechend zu einem Drittel für Unterstützungen an verschämte Arme durch die Stisimigsdeputation verteilen zu lassen. Das zweite Drittel soll durch die Deputation für die Fach- und Fort- bildungSschulen für Zwecke verwendet werden, die geeignet erscheinen, daS Band zwischen Schülern und Fortbildungsschule auch aufferhalb des Unterrichts enger zu knüpfen.(Bibliothek, Pflege des Gesanges. Wanderungen. Elternabende mit Aufführungen u. a.) Das letzte Drittel soll zur Hälfte von der Deputation für das Turn- und Badewesen zur Herstellung von Spiel- und Turnplätzen auch in den Vororten für Berliner Schulen verwandt werden, zur anderen Hälfte der Parkdeputation überwiesen werden, um einen Schmuck- platz oder eine Anlage als»Bolleaulage" herzustellen und zu unterhalten. Die Untersuchung tuberkuliiseu Materials im städtischen Unter- suchungsamt soll nach einem Beschluß des Magistrats in Zukunft kostenfrei erfolgen. Diese Forderung ist bereits bei Gründung des Amtes von unseren Genossen im Rathause ausgestellt und wieder« holt vom Genossen Wehl in der Stadtverordueteiiversammlung ein- gehend begründet worden. Jetzt auf einmal, nachdem in der medizi« »ischen Fachpresse laute Klagen gegen den engherzigen Berliner Magistrat erhoben wurden, konnte der Magistrat den erwähnten Be- schluff fassen. Grade gewinnt den LanzpreiS. Ein sportliches Ereignis von hervorragender Bedeutung gelangte am gestrigen Sonnabend auf dem Flugplatz in Johannisthal zur Enlscheidung. Grade flog um den Lanzpreis und gewann denselben»nt Leichtigkeit. Die An« kündigung von der beabsichtigten Austragung des Lanzpreises ver- anlaßte eine förmliche Völkerwanderung nach Johannisthal und von 1 Uhr nachmittags ab waren die sämtlichen dorthin fahrenden Vor- ortzüge überfüllt. Gegen 2 Uhr mochten sich etwa 20 000 Personen auf dem Flugplatz eingefunden haben. Um 4 Uhr wurde der Apparat aus dem Hangar herausgebracht; der Propeller wurde an- geworfen und schnell ging die Maschine vom Start ab. Nach etwa 130 Metern hob sich der Apparat vom Boden und stieg sofort bis zu einer Höhe von neun Meter empor. Bei einer Windstärke von weniger als drei Sekundenmetern flog er sodann nach dem Pfosten 1, steuerte dort nach rechts und bewegte sich nun in gerader Linie bis zum Pfosten 2, bei dessen Umflicgung der Eindecker bedenklich schwankte. Grade gelang e§ jedoch, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Der Flieger beschrieb dann einen großen Bogen, in welchem er durch den Start nach dem Schuppen zurückkehrte und womit er die Bedingungen des Lanz-Preises erfüllt hatte. Die Fahrt dauerte 2 Minuten 43 Sekunde». Dann unternahm der Aviatiker noch zwei Probeflüge. Bei den, zweiten Fluge hielt sich Grade etwa 0 Meter über dem Erdboden, beschrieb mit seinem Apparat Boge» und Schleifen und bewies durch die außerordentlich kurzen Kurven, die er dabei nahm, die hervorragende Lenkbarleit seines Fliegers. Der Flug dauerte 0 Minuten. Dann unternahm der Magdeburger Ingenieur noch einen dritten Aufstieg und landete nach 3 Minuten mit außerordentlicher Leichtigkeit vor dem Schuppen. Mord? Gestern vormittag gegen 8 Uhr wurde in der Ober» sprce an der Viktoriamühle, Schlcsischestr. 38, der seit dem 20. Ok- tober vermißte, in Plan in Mecklenburg am 10. Mai 1885 geborene Schiffseigner Fritz Möller jr. an seinem Kahn als Leiche gelandet. Die Leiche zeigt im Gesicht unter beiden Augen anscheinend von Schlag herrührende geschwollene blaue Flecken. Um den Hals war ein Strick geschlungen, an dem ein 32 Pfund schwerer, eiserner Steuernagel befestigt war. Verdächtigt wird der Bootsmann Martin Bauer, am 10. September 1882 in Waren in Mecklenburg geboren und dort ansässig, der bis zum 20. d. M. bei Möller be- schäftigt und von ihm entlqffen war. Die ärztliche Untersuchung der Leiche konnte nicht feststellen, ob ein Selbstmord oder ein Ver» brechen vorliegt. Das starke Schiffertau, mit dem der 32 Pfund schwere Steuernagel um den Hals gebunden war, hat einen starken Eindruck hinterlassen,' ob jedoch hierdurch der Tod infolge.Er- Würgens herbeigeführt worden ist, kann erst die Obduktion fest- stellen. Sie wird zeigen, ob Möller noch lebend oder bereits tot in das Wasser hineingekommen ist. Die Auswaschungen der Haut lassen darauf schließen, daß er wohl schon seit Dienstag in der Spree gelegen hat.— Die Fundstelle und die Leiche des Schiffs» eigners Möller wurden gestern mittag auch noch von der Staats» anwaltschaft besichtigt. Die Leiche wurde darauf nach dem Schau» hause gebracht, wo sie so bald als möglich von den Gerichtsärzten untersucht werden soll. Der Bootsmann Bauer ist noch nicht er- mittelt. Eine spätere Nachricht besagt: Der Leichenfund an der Falckensteinstraße ist bereits auf- geklärt. Es liegt kein Mord vor. Die Obduktion der Leiche, die gestern nachmittag zwei' Gerichtsärzte in Gegenwart der Kriminal- kommission im Schauhause vornahmen, ergab, daß der Schiffs- eigner Möller seinen Tod durch Ertrinken gefunden hat. Die Strangmarke am Halse, die von dem mit dem Steuernagel be- schwerten Schiffstau herrührt, zeigt sich nur am Genick, umfaßt nicht den ganzen Hals. Der Kehlkopf ist durch den Strang nicht in Mitleidenschaft gezogen und ganz unverletzt geblieben. Möller hat also ohne Zweifel Selbstmord begangen und sich den Steuer» nagel an den Hals gebunden, um sicher unterzugehen. Die Ob- duktion hat auch die bisher nicht ersichtliche Veranlassung zu dem Selbstmord klargelegt. Der junge Schiffseigner war schwer ge» schlechtskrank und ist wahrscheinlich in einem Anfall einer tiefen Gemütsdeprcssion ins Waffer gegangen. Das Opfer einer Lcuchtgnsvcrgiftuiig ist der 54 Jahre alte Luxuspapierfabrikant Julius Haberechl aus der Georgenkirchstr. 37 gelvorden. Der ledige Mann wohnte bei der Familie seines Ge« sibäftsteilhaberS. Gestern morgen uni 7 Uhr fand man ihn tot im Bett liegen. Von einer GaSlampe hatte sich der Schlauch gelöst und Haberecht war an dem ausströmenden Gase erstickt. Beide Augen durch einen Schuß verloren. In der Kochstr. 38 spielte sich gestern ein bedauernswerter Vorgang ab. Der dort in Scklafstelle wohnende achtzehnjährige Schneider Fritz Grünbaum zeigte schon seit einige» Tagen ein gedrücktes Wesen. Als seine Wirtin gestern früh den Kaffee bringen wollte, war die Tür ver- schloffen und Grünbaum erklärte, daß er den Tag über nicht gestört sein wolle. Nachmittags fiel plötzlich in seinem Zimmer ein Scbuff. Als die Tür gesprengt wurde, fand man den Mieter blutüberströmt bewußtlos vor. Er hatte sich eine Rcvolverkugel in die Schläfe ge- jagt, die zugleich beide Augen getroffen hatte. In hoffnungslosem Zustande wurde er nach dem llrbaukrankcnhause gebracht. Ueber den Beweggrund zu der Tat ist nichts ermittelt. Wn großer D-ichstuhlbrand beschäftigte tn der letzten Nacht die Ne.liuer Feuerwehr in der Sieuiensstr. 19 gegenüber dem Moabiler Güterbahnhof. Die Gefahr wurde erst um Mitternacht, als die Flammen schon hell aus de» Dachluken emporloderten, bemerkt. Di« 4. Kompagnie war bald mit den Zügen aus der Turm- straße, Pank- und Linienstrahe zur Stelle. Ueber die schon verqualmten Treppen des Vorderhauses und Seiten- flügels wurde mit mehreren Schlauchleitungen vorgegangen. Die Flammen hatten vom Vorderhause aus sich nach dem Seiten- flügel fortgepflanzt und eine solche Ausdehnung erlangt, daß mehrere Stunden tüchtig Wasser gegeben werden mutzte, um eine weitere Ausdehnung zu verhüten. Gegen 3 Uhr nachts konnte die Feuer- wehr wieder abrücken. Der Dachstuhl des Vorderhauses und Seiten- flügels ist vernichtet und zahlreiche Mieter, denen Vorräte und eine Menge Hausrat in den Bodenverschlägen verbrannt sind, sind sehr geschädigt. Die Entstehung des Feuers war nicht zu ermitteln. Durch Eindringen von Wasser haben die oberen Stockwerke etwas gelitten. Die Berliner Arbeiter-Bildungsschule macht darauf auf- merkiam, daß der Kursus des Genossen G r u n w a l d über Finanzwissenschaft nach Rücksprache mit den Schülern nicht weiter Freitag abends, sondern Sonntags, vor- mittags um 9 Uhr stattfindet. Im Thalia-Thcater ist die Komödie»Prinz Bussi" von der Posse »Die ewige Lampe" abgelöst worden. Verfasser ist der Direktor und Hansdichter deS Thalia-Theater« Jean Kren. DaS Ganze ist eine Zusammenstellung von tollen Einfällen, in deren Mitte der Sohn eines Hotelbesitzers steht, der deshalb den Doktor machen soll, um das Hotel„Zur ewigen Lampe" einst erben zu können, der aber in Berlin»Pastctendoktor" geworden ist, ohne datz der Vater eine Ahnung davon hat. Die Würze des Stückes liegt. wie immer, in den zahlreichen Eouplets, Duetten und einem Quintett, zu welchem Alfred Schönfeld die Gesangstexte und Max Schmidt die Musik geschrieben hat. Ganz besonders schlugen das von Fräu- lein Ballol und Herrn Riet vorgetragene Biedermeierduelt: „Huppchen— Puppchen" und das von Sondermann und Riek ge- simgene Duett:„Nur schnell zum Nordpol hin" ein. Lange wird es nicht dauern und wir hören die neuen Melodien auf allen Leier- kästen. Da? Polizeipräsidium teilt mit: Am 2». d. M. nachmittags gegen 7 Uhr wurde der Knabe Karl Waldhelm, 27. Oktober 1901 m Berlin geboren, Pritzwalker Stratze 4 wohnhaft, in der Turmstratze vor dein Hause 91 von dem Pferde einer Droschke I. Klasse Id. 9, welche die Turmstratze in der£/ htung nach der Rathenower Stratze zu entlang fuhr und mit zwei Herren besetzt war. getreten. Der Knabe, der zunächst davon lief, brach bereits nach einigen Schritten zusammen und verstarb später im Krankenhause Moabit infolge schwerer innerer Verletzungen. Der in Frage kommende Droschken- kurschcr, dem an dem Unfälle keine Schuld beizumessen sein soll, so- wie die Insassen der Droschke werden ersucht, sich auf dem Polizei- Präsidium Zimmer 346 zu 4421 IV 46 99 zu melden. Das Gchleswiger Ufer von der Lessingbrücke bis zum Borflgsteg wird behufs UmPflasterung vom 8. n. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Arbeiter- Samariter- Kolonne. Montag abend 9 Uhr: L.«V- teiluug. Brunnenstr. 154. Fortsetzung des Bortrages über Ber- letzungen. Wundbehandlung und Blutstillung mit nachfolgenden praktischen Uebungen. Am Mittwoch in der 5. und am Donnerstag in der 3. und 4. Abteilung derselbe Bortrag. Vorort- ZVadmdrten. Vchöneberg. Zu den Gtadtverorbnetenwahlen. Am kommenden Sonnabend, den 6. November, finden die Stadtverordnetenwahlen der dritten Abteilung in Schöneberg statt. Dem Beschluh der Stadtverordnetenversammlung, diese Wahlen an einem Sonntag vorzunehmen, ist der Magistrat bekannt- sich nicht beigetreten. Der Magistrat hat cS auch nicht für nötig gehalten, der von der Sozialdemokratie in der Stadtverordneten- Versammlung angeregten Ausdehnung der Wahlzeit bis 9 Uhr abends zuzustimmen. Eine Aenderung hat allerdings der Ma- gistrat vorgenommen: er hat den Beginn der Wahlhandlung vor- mittags um 2 Stunden früher angesetzt; statt wie bisher um 11 Uhr soll jetzt bereits vormittags um 9 Uhr begonnen werden. Diese Aenderung entspricht einem Antrage der liberalen Fraktion. Der Magistrat hat also wieder einmal gezeigt, datz er für die Wünsche der liberalen Fraktion ein geneigtes Ohr hat. Die liberale Frak- tion hat sich auch niemals ernstlich für die Verlegung der Wahlzeit auf einen Sonntag bereit erklärt, sonst hätte der Magistrat den Wünschen der Stadtverordnetenversammlung Rechnung tragen müssen. Wie ganz anders hat sich die liberale Fraktion ins Zeug gelegt, als es sich darum handelte, an den Landtag um Abänderung des Kommunalwahlrechts zu petitionieren. Damals konnte der Mund gar nicht voll genug genommen werden. DaS läßt sich aller- dingS auch sehr leicht machen, wenn man bedenkt, datz nicht einmal die eigenen Parteifreunde der liberalen Fraktion für die Bcseiti- gung des jetzigen KommnnalwahlrechtS zu haben find, ganz abge- sehen von den anderen Parteien, die ja doch immer die Mehrheit im preutzischen Abgeordnetenhaus haben. Di« dritte Abteilung hat in diesem Jahre 8 Stadtverordnete zu wählen, wovon 4 Hausbesitzer sein müssen. Die vom Magistrat vorgenommene Auslosung hat ergeben, datz der 3., 4., 7. und 8. Be- zirk je einen Hausbesitzer zu wählen haben, während der 9. Bezirk 2 Mieter und der 2. und 4. Bezirk je 1 Mieter wählen sollen. Merkwürdig dabei ist. datz gerade die für die Sozialdemokratie aus» sichtsreichstcn Bezirke mit Hausbesitzern zu besetzen sind. In der zweiten Abteilung hat der Magistrat eine Auslosung für die HauS- besttzermandate nicht für nötig gehalten, sondern die Verteilung der Hausbesitzermandate auf die zur Wahl stehenden Bezirke so vor- genommen. Als im Jahre 1961 die Neueinteilung der Stadtverordneten- Wahlbezirke erfolgte, wurde die Bestimmung getroffen, jedem Wahlbezirk zwei Mandate zuzuweisen, um dessen Vertretung durch einen Hausbesitzer und einen Mieter zu ermöglichen. Die Wähler des 2. Bezirks setzten sich seinerzeit darüber hinweg und wählten einfach zwei Hausbesitzer. Jetzt nimmt der Magistrat diesen Vor- gang als Grund für die Auslosung und macht dadurch die Be- stimmung vom Jahre 1961 völlig illusorisch. Während außer dem 2. Bezirk die übrigen zur Wahl stehenden Bezirke durch je einen Hausbesitzer und einen Mieter vertreten waren, bringt es die Aus- losung des Magistrats dahin, datz jetzt wohl im 2. Bezirk das richtige Verhältnis hergestellt ist, dafür aber der 3. und 7. Bezirk durch je 2 Hausbesitzer und der 9. Bezirk durch 2 Mieter besetzt werden sollen. Am übelsten sind die Wähler des 8. Bezirks daran, deren Stimmen man bei der vorigen Wahl in der großen Mehrzahl für ungültig erklärte, weil sie nicht auf einen Hausbesitzer fielen; und jetzt verlangt man von diesen Wählern, daß sie wiederum einen Hausbesitzer wählen sollen. DaS Wahlrecht wird also durch diesen Zustand noch mehr verschlechtert. Für die dritte Abteilung handelt eS sich bei den diesmaligen Wahlen in der Hauptsache nur um einen Kampf zwischen der liberalen Fraktion und der Sozialdemokratie. Die Unabhängige Vereinigung hat in dieser Abteilung gleich von vornherein die Flinte ins Korn geworfen. Nur die Liberale Ber- einigung hat es noch gewagt, im 2. und 3. Bezirk mit einem eigenen Kandidaten zu kommen. Im 4., 7., 8. und S. Bezirk werden sich also aller Voraussicht nach die Kandidaten der Sozialdemo- kratie und der liberalen Fraktion gegenüberstehen. Unsere Parteigenossen dürfen nun allerdings daraus nicht etwa den Schluß ziehen, datz in den letzteren vier Bezirken die Anhänger der Unabhängigen Vereinigung und der Liberalen Vereinigung dem Wahlkampfe mit geschlossenen Armen gegenüberstehen. Davon kann absolut nicht die Rede sein. Die Anhänger dieser beiden Fraktionen werden genau so wie in den früheren Jahren geschlossen für den Kandidaten der Liberalen Fraktion eintreten. Für unsere Parteigenossen erwächst daraus die Pflicht, in den wenigen Tagen, die uns noch zur Verfügung stehen, die ganze Kraft einzusetzen, damit die Sozialdemokratie in der dritten Abteilung einen ehrenvollen Sieg davonträgt. Der 6. No- vembcr mutz die Entscheidung bringen. Alle für uns in Betracht kommenden Wähler müssen veranlaßt werden, am nächsten Sonn« abend ihr Wahlrecht auszuüben und für die sozialdemokratischen Kandidaten zu stimmen. Nur 46 Proz. der Wähler haben bei den letzten allgemeinen Stadtverordnetenwahlen in Schöneberg von der Ausübung ihres Wahlrechts Gebrauch gemacht. Daraus ergibt sich, datz alles aufgeboten werden mutz, um die bisherigen Mandate in unserem Besitz zu erhalten und neue Mandate der Sozialdemokratie zuzuführen. Lichtenberg. Di« freisinnigen ManneSseelen am Orte unterhalten mit Unterstützung der städtischen und Polizeibehörden eines jener Blättchen, die ihren Lesestoff aus einer gemeinschaftlichen Zei» tungSfabrik beziehen, um die geringe Zahl von Spalten alsdann mit dem„amtlichen" Material auszufüllen. Selbstverständlich ist der Besitzer einer solchen Zeitung Stadtrat. Von der komischen Seite einer solchen Afterzeitung wollen wir heute nicht reden, wirkt es doch immer zwerchfellerschütternd, wenn die„Berliner Plattenfabrik" und der„Lichtenberger Redakteur" ein und das- selbe Vorkommnis— jeder auf eigene Faust, je nach eigener In- dividualität in derselben Nummer vorsetzen. Reden wollen wir davon, wie es die„Macher" dieses Blättchens, das ja wohl autzer dem Bereiche deS Stammtisches derer von Koch nicht gelesen wird— über die Bürger und Wähler schreiben, die politisch nicht zum Freisinn gehören. Datz eine Anzahl Genossen bereits in die Agitation eingetreten sind, regt den Herrn Stadtrat und seinen Redakteur naturgemäß sehr auf. Entsprechend dem Grundsatz: „Besitz und Bildung" sind ein und dasselbe, machen die Herren „Freisinnigen" bei dem ehemaligen Blockbruder„Knuten-Oertel" eine Anleihe und schreiben in der Freitagsnummer unter anderem: „Mit welcher unverschämten Dreistigkeit die Herren„Ge- Nossen" vorgehen, wenn eS gilt, die Bürgerschaft für die Zwecke der allein seligmachenden Sozialdemokratie gefügig zu machen, zeigt sich jetzt wieder in Lichtenberg. Wie uns von verschiedenen Seiten übereinstimmend gemeldet wird, gehen Sendlinge der Sozialdemokraten Hierselbst von Haus zu Haus, um bei den einzelnen Mietern Erkundigungen über deren Familienverhält- nisse und ZeitungSlektüre einzuziehen. Verschiedentlich sind die sozialdemokratischen Spione an die Unrechten gekommen und wurde ihnen in energischer Weise die Tür gewiesen. Wir können nur allen Bürgern raten, ein gleiches zu tun und die dreisten Bursdhen ohne viele Umstände an die frische Luft zu befördern. Nur so kann man solchen Leuten das Erbärmliche ihres Treibens vor Augen führen." Datz solche Herzensergüsse freisinniger Mannesseelen selbst bei dem rückständigsten Wähler nur die Wirkung haben kann, ihn tn die Reihen der Sozialdemokratie zu treiben, braucht nicht erst extra betont zu werden. Eine solche Kampfesweise richtet sich selbst. Uns kam es nur darauf an, sie an dieser Stelle niedriger zu hängen. Treptow-Bäumschulenweg. Neber Fürsorgeerziehung referierte in der kürzlich in Treptow abgehaltenen öffentlichen Veisammlung Genosse Dr. Alfred Bernstein. Der Referent beleuchteie da« Fürsorgeerziehungs- wesen im allgemeinen und besprach dann«ingehend die Vorgänge in Mielczyn. Er kam zu dem Schlüsse, datz in der heutigen Ge- sellschaftSordnung trotz aller Versprechungen so empörende Vor- kommnisse sich immer wiederholen werden. Die radikale Beseitigung derartiger Greuel und Mitzstände könne nur erfolgen, wenn die sozialistische Weltanschauung zum Siege gelangt sein wird. Der Referent forderte deshalb auf, unermüdlich für unsere Ideen zu wirken und so dem Sozialismus immer weitere Ausbreitung zu verschaffen.— In der Diskussion sprachen im Sinne de« Referate« Genosse Fränkler und Genossin Ehm. Letztere beleuchtete die Nr- fachen und Wirkungen der ZwangS- und Fürsorgeerziehung und wieS darauf hin. datz die Arbeiter in erster Reihe an der Besserung der Verbältnisse ein Interesse haben müßten, find eS doch nur Kinder derselben, die in den Anstalten so empörend behandelt werden. Sie forderte vor allem die anwesenden Frauen auf. durch Eintritt in die politische Organisation die Reihen der Sozialdemo- kratie stärken zu helfen. Boxhagen- Rummelsburg. Heute Sonntag, den 31. Oktober, abends 6 Uhr, veranstaltet der JugendouSschutz im Eafö Bellevne, Hauptstr. 2, einen Familien- abend. Vortrag des Herrn Redakteurs G. Davidson über:„Heinrich Heine und die Jugend. Nach dem Vortrage: Gesang und detlama- torische Borträge. Alle Jugendlichen wie die Parteigenossen sind zu dieser Veranstaltung freundlichst eingeladen. Eintritt ftet i Tegel. Der JugenbauSschuß veranstaltet am heutigen Sonntag einen Besuch deS Museums für Meereskunde. Treffpunkt: Endstation der Straßenbahn um I Uhr. Die Eltern werden gebeten, ihre Jugend- lichen hierauf aufmerksam zu machen. Reinickendorf. In der gut besuchten Mitgliederversammlung des MahlvereinS referierte Genosse Dittmer über:»Der Darwinismus und die Arbeiter". Reicher Beifall lohnte den Redner für seinen vorzüglichen Vortrag. Unter Partei- und BereinSangelegenheiten wies der Vorsitzende auf daS reichhaltige Arbeitsprogramm für den Monat November hin. Danach finden zwei öffentliche Ver- sammlungen(eine Protestversammluna zugunsten der Gemeinde- arbeiter am 8. November und eine öffentliche Fraucnversammlung am 16. November) statt, ferner vom 21. bis 28. November eine Hausagitation zur Gewinnung neuer.VorwärtS"leser und WablvereinSmitglieder. Auf dem Novemberzahlabenv soll eine Erhebung veranstaltet werden, die sich erstreckt auf die Frage der Zugehörigkeit zu einer gewerkschaftlichen Organisation, der Erwerbung der preutzischen Staats- angehörigkeit, des Austritts aus der Landeskirche und das„Vor- wärts"-Aboiinement. Da außerdem zu den öffentlichen Versamm- lungen am 7. und 14. November Flugblattverbreitungen statlfinden, ist die Mitarbeit aller Genossen und Genossinnen erforderlich. Datz diese Mitarbeit erforderlich, aber auch nützlich ist, beweist eine am vergangenen Sonntag in einem Teile des zioeite» Bezirks von Mit- gliedern desselben vorgenommene HauSagitation, die unS achtzehn Neuaufnahmen und zwanzig neue„VorwärtS'leser brachte. Die von den Bezirken vorgeschlagenen Genossinnen Wagener, Andreas und Zepernick wurden als Mitglieder der Kinderschutzkommission bestätigt. Zum Schluß wies der Vor- sitzende noch auf die Vorträge des Genossen Grunwald bei Ballschmieder, und auf die Frauenleseabende hin, die Genossinnen ermahnend, sich recht rege daran zu beteiligen und sich nicht von der Jugend beschämen zu lassen, die in stets wachsender Zahl mit sichtlichem Ernst und Verständnis auf ihren Versammlungen den Borträgen der Redner mit regem Interesse folgt, so daß nur allen proletarischen Eltern empfohlen werden kann, ihre erwachsenen Kinder zu diesen Veranstaltungen zu schicken. Potsdam. Einen mysteriösen Fund machten gestern vormittag Polizeibeamte am Ufer des RcptunteicheS. Sie fanden ein paar Gummischuhe, einen schwarzen steifen Hut der Firma Schieber zu Potsdam und eine halb geleerte Flasche mit Gist. Man nahm sofort Veranlassung, durch die Feuerwehr den Teich absuchen zu lassen; die unter- nommenen Nachforschungen blieben jedoch erfolglos. Verschiedene Zeugen, die abends ihren Weg durch den Lustgarten nahmen, be- kündeten, datz sie gestern abend auf einer Bank einen elegant gekleideten älleren Herrn gesehen haben, der den besten Kreisen an- zugehören schien. Der Herr stöbnte, erhob sich dann von der Bank und schritt u>n den Teich und verschwand dann plötzlich. Man glaubt in den Wahrnehmungen der Beobachter eine Erklärung sür den rätselhasten Fund zu haben. Die am Nachmittag« angestellten Nach- suchungen blieben ebenso erfolglos und wurden eingestellt. Notvaives. Der Entwurf über den Erlaß eine? OrtSstatutS gegen die Verunstaltung von Straßen und Plätzen wurde der letzten Gemeinde- vcrtretersitzung zur Beratung vorgelegt. Im Z 1 desselben wird bestimmt, daß die Genehmigung zur Ausführung von Bauten oder baulichen Veränderungen in der Umgebung der hiesigen öffent- lichen Gebäude zu versagen ist, wenn die Eigenart dieser Gebäude oder der Eindruck, den sie hervorrufen, durch die Bauausführung beeinträchtigt werden würde. Hierzu stellte Genosse Gruhl den Antrag, den Paragraphen mehr zu verallgemeinern, um auch in den Straßen, wo sich keine öffentlichen Gebäude befinden, das Aus- sehen des StratzenbildeS zu heben, da es in letzter Zeit verschiedent- lich vorgekommen sei, daß durch Aufführung von Privatbauten das Aussehen der Stratze wesentlich verschlechtert worden sei. Während der Bürgermeister den Antrag Gruhl unterstützte, erhoben die Vertreter Reiff und Ruß Bedenken gegen denselben, die aber vom Genossen�Neumann widerlegt wurden. Um eine Klärung der Meinungen herbeizuführen, beantragte Herr Bobach, die Ab« stimmung über das Statut zu vertagen. In der Debatte über die folgenden Paragraphen, welche von der architektonischen AuS- schmiickung der Giebel, Bemalen derselben mit Reklameschildern und so weiter handeln, wurden vom Genossen Gruhl und anderen verschiedene Einwendungen gegen die Fassung des Entwurfs er- hoben und schlietzlich die Baukommission beauftragt, die Vorlage einer nochmaligen Revision zu unterziehen und dabei die vor- gebrachten Anregungen zu berücksichtigen.— Die Umwandlung der nunmehr frei gewordenen Wohnräum« des Rathauses zu Bureau- zwecken erfordert wesentliche bauliche Veränderungen, die zirka 3566 M, kosten werden. Di« Mittel wurden von der Vertretung bewilligt.— Hierauf erfolgte die Fortsetzung der Beratung über die Wertzuwachssteuer-Ordnung. Eine ausgedehnte Debatte ent« spann sich hierbei über den§ 3, welcher festsetzt, welche Summen und Aufwendungen dem Erwerbswert der Grundstücke hinzu- gerechnet werden können und somit nicht der Besteuerung unter- liegen. Herr Reiff stellt« den Antrag, die Grundwertsteuer bei Grundstücken, welche keinen Ertrag haben, ebenfalls dem Erwerbs- lvcrt hinzuzurechnen, da es vorkommen könne, datz manche Grund- stücksbesitzer sonst mit Verlust verkaufen müssen. Diesem Antrage wurde von verschiedenen Seiten lebhaft widersprochen. Der Bürgermeister erllärt«. datz damit nur die Geschäfte der Terrain- gesellschaften besorgt würden, die mit dieser Steuer am meisten getroffen werden sollen. Auch Herr Nathan wandte sich in scharfer Weise gegen den Antrag, der nur im Interesse der Hausagrarier liege, deren Politik die Vertretung nicht unterstützen dürfe. Nach einer vorgenommenen Berechnung hätte die Wertzuwachssteuer im vorigen Jahre, wenn sie nach dem vorliegenden Entwurf erhoben worden wäre, nur 21 666 M. Ertrag geliefert. Genosse Gruhl führte aus, daß der Antrag Reiff die Steuer zum großen Teil wertlos mache, da dann die Terraingesellschaften ihre Ländercien in der nächsten Zukunft überhaupt nicht verkaufen würden. Da- durch, daß jährlich 4 Proz. Zinsen zum ErwcrbSwert hinzugerechnet werden können, habe die Kommission schon eine weit- gehende Kulanz gegen die Grundstücksbesitzer bewiesen. Nach einigen weiteren Ausführungen, in denen auch Genosse Neumann für Ablehnung des Antrages Reiff plädierte, wurde derselbe gegen wenige Stimmen verworfen und der§ 3 nach dem Antrage der Kommission genehmigt. Zum Z 5, in welchem vorgeschlagen wurde. datz be, einem Wertzuwachs von mehr als 3 bis 6 Proz. eine Steuer von 5 Proz. erhoben werden soll und ber eine Staffelung der Steuer bis zu 25 Proz. bei 166 Proz. des Wertzuwachses vor» sieht, erklärten die Vertreter Reiff und Quappe die unteren Staffeln für zu hoch gegriffen und beantragten, im Interesse de? kleinen Grundbesitzers die unteren Staffeln zu ermähigen und die Besteuerung erst bei einem Wertzuwachs von 5 Proz. eintreten zu lassen. Auch diesem Antrage wurde von den Sozialdemokraten und einigen bürgerlichen Vertretern lebhaft widersprochen. Genosse Gruhl führte hierzu aus, datz die kleinen Grundbesitzer nur sehr wenig von der Steuer betroffen werden; dagegen würde die An- „ahme der Vorschläge von Reiff für die größeren Grundbesitzer von Vorteil, aber für die Gemeinde von bedeutendem Schaden sein. So sei beispielsweise im Jahre 1968 von einem Unternehmer in Nowawes ein Grundstück für 77 666 M. erworben und im selben Jahre für 92 660 M. verkauft worden. Bei Bestehen der Wert- zuwachssteuer hätte dieser Unternehmer von seinem Gewinn von 15 666 M. 1656 M. an die Gemeinde zahlen müssen, die bei An- nähme der von Reiff und Quappe gemachten Vorschläge aber nicht zur Erhebung gekommen wären. Angesichts solcher Verhältnisse Seien die gemachten Vorschläge nicht zu akzeptieren. Nachdem die lntragsteller nochmals für ihren Standpunkt eingetreten, wurde der Tarif unter Ablehnung der anderweitigen Anträge nach den» Vorschlag« der Kommisston angenommen. Die Beratung der übrigen Paragraphen wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt, Vermischtes. Dle Ehokera in Ostpreußen greift trotz aller behördlichen Matz» nahmen immer weiter um sich. Ein Telegramm aus Königsberg meldet: Albert Pätzel und Ida Schänkat in Sköpen im Kreis Riede- rung und Katharina Mathee in der Kolonie Bismark bei Ruß sind an Cholera erkrankt. Ferner sind in Nemonien im KreiS Labiau drei Angehörige der Arbeiterfamilie Glaubitz an Cholera erkrankt. Im Automobil vom Eisenbahnzug überfahren. Einer Mel- dung au» Schollen zufolge überfuhr vorgestern abend gegen 9 Uhr der Eisenbahnzug von Schokken nach OwinSk ein dreirädriges Automobil, in welchem ein Berliner und ein Posener Kaufmann sahen. Beide wurden schwer verletzt; einer von ihnen starb nach einer halben Stunde. Nach dem„Posener Tageblatt" heißt der bei dem Automobilunglück schwerverletzte Berliner KaufH mann Alfred Szybalekh und ist Geschäftsreisender aus Waid, mannslust._ Springfluten und Wirbelstürme. Paris, 30. Oktober. An verschiedenen Punkten Frankreichs namentlich in der Bendöe, Bretagne und Nonnandie haben Spring« fluten und Wirbelstür», e beträchtliche Verheerungen angerichtet. An» SableS-d'Olonne. St. Mala, Grandchamp, Cherbourg und Boulogne wird gemeldet, datz große Landstriche überschwemmt und zahlreiche Baulichkeiten zerstört worden seien. Htlfskaffe der Graveure, Ziseleure und verwandten BerufSzenossm w Berlin lagt jeden 1. Monlag im Monat Restaurant Stehmam», Lutjen- ufer 1. abends 3-16 Uhr. f Unserm Genossen 1 Oskar Kurth$ nebst Frau , die herzlichsten Glückwünsche V zur Silberhochzeit. 03. Der 723. Bezirk. c ie| «l Verband der Schneider und Schukideriunen. Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, daß der Kollege Wilhelm Xa;ya am 27. Oktober im Alter von 60 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Friedhoss der Jerusalemer Kirchengemeinde, | Bergmannstraße, aus statt. 163110 Die Ortsverwaltung I Deutseber Holzarbeiter-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Ferclinsiid Nagel am 28. Oktober gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 31. Oktober, nach- mittaas 3'/, Uhr, von der Halle des MarkuskirchhoseS in Wilhelms- berg aus statt. Um rege Bcieillgung ersucht 91/6 Die Ortsverwaltung IZentral-Verband der Lederarbeiter (Filiale I Berlin). Tode«- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nach- l richt, daß unser langjähriges Mit- j glied, der Weißgerber Max Lorenz J aus Berlin am 28. Oktober an der J Prolctarterkrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet am ! Montag, nachmittags 3 Uhr, vom ! Trauerhause, Kolontestr. 39, nach dem neuen Pauli« Ktrchhose w j Plötzense« statt. ZahlretcheS Geleit erwartet � U4/14 Der Borstand. Am 23. d. M.. abend« 7'/« Uhr. l ist unsere liebe Tochter und 1 Schwester Gertrud Runge ! im Alter von 24 Jahren ganz j plötzlich gestorben. 2239b Die Beerdigung findet am | Montag, den t November, noch- ! mittags 8 Uhr, von der Bremer I Straße 47 aus statt. Die tfaueriiilen HiBterbDebenen. F. Runge nebst Frau und Kindern. Danksagung. Für die vielen wohlwenden Be- weile herzlicher Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Be« erdigimg meines lieben Mannes, unseres unvergeßlichen Vaters, des Werks ührer« k>svu Ligat sprechen wir allen Verwandten, Freunden, Kollegen und Bekannten, insbelondere dem Herrn Ches und dem Personal der Firma Neumann, Hennig u. Co., sowie dem Gesang- verein Berliner Männer- Ouartett .Orpheus' unsern innigsten Dank aui. Im Namen der traueinden Hinterbliebenen: Alarle Ligat geb. Wendtland. Allen Verwandten, Freunden und Genossen die traurige I Nachricht, daß am Sonnabend meine liebe, gute Frau und Mutter| Martha Kieburg geb. Kernten nach langem, schwerem Leiden im Alter von 42 Jahren sanst ent- schlase» ist. Um stille Teilnahme bitten 2255b Georg Klebnrg nebst Tochter, Gubener Str. 9. Die Beerdigung findet am Dienstag, nachmittags 3ll, Uhr,) von der Leichenhalle des Zentral-Friedhoses in Friedrtchsselde aus statt. Ikanlisngnng. Für die mir beim Hinscheiden meines lieben Mannes Karl Pohl bewiesene Teilnahme, spreche ich allen Bekannten, insbesondere Herrn Ab- geordneten Zubeil siir die trostreichen Worte am Sarge des teuren Cnt- schlasencn meinen innigsten Dank aus. 2244b_ Frau Marie Pohl. Orts- Krankenkasse der Uhrmacher zu Berlin. DienStag, den 9. November er.. abends 81/. Uhr, Im Schultheis, Neue Jarobstr.24: vrdenll. lZeeerai-'�sainmlung Tagesordn� n g: 1. Wahl der Vertreter Arbeit- nehmer, 16 Arbeitgeber). 2 Wahl des Vorstandes(6 Arbeit- nehmer, 3 Arbeitgeber). 3. Wahl des PrüsangsauSschusseS zur Prüfung der Rechnung des Jahres 1909(3 Mitglieder). 4. Festsetzung des Tagelohns und Einteilung der Mitglieder nach Lohnllassen. 5. Verschiedenes. 22416 Hierzu ladet ein Der Vorstand: G. L ü t I ch. Vorsitzender. Orts- Krankenkasse des Korbmacher-Gewerbes U«»erlin. Montag, den 8. November, abendS 8'/, Uhr. im GewrrkschastShansc, Engel- user 15(Saal 10): Ordentliche General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Wahl von drei Vorstands-Mit- gliedern(1 Arbeitgeber, 2 Arbeit- nehmer), Ersatzwahl eines Vorstands- Mitgliedes(Arbeitnehmer). 2. Wahl einer Ztommissto» zur Prüsung der JahreSrechnung. 3. Abänderung des Etawt»,§ 80 (Erhöhung der Beiträge). 4. Verschiedenes. Die Wahlen finden in getrennter Wah!ver>ammlung statt, die der Herren Arbeitgeber.von 8— 81/, Uhr. Zahlreiches und pünktliche» Er- scheinen erwartet 279/9 Der Vorstand. I. A.: Karl Sohwedler, Vorsitzender, Rixdors, Reuterstr. 3. l lZÜIignt« BezngsqneUe| gedieg.Trauerganierohe iVestmanns! Trauer-Magazin 1 Berlin W., Mohrenstr. 37a I NO., Gr. Frankl. Str. IIS.) 1 Genaue Beachtung | meiner Firma u. Hausnummer geboten! Bauzeietanp alier Art Kostenanschläge, Nachprüfungen, billig, schnell. Dechnisches Bureau, Nazarrthkirchstr. 53. Unterricht für Handwerker I 121/10 Orts-Krankenkasse für das TopkerxeTverbe zu Berliu. Einladung zu der am D i e n S t a g, den 9. No- vember d. I., stattsindenden Wahl der Vertreter der Kafsenmitgiieder wie der Vertreter der Arbeitgeber sür die Wahlperiode 1910 und 1911. Die Kassenmitglieder wäblen abends 6 Uhr im GewerkschaftShause, Engel- user IS, Saal 3, und zwar 30 Ber- kreier und 30 Ersatzvertteter. Die Arbeitgeber wählen abends 8 Uhr im Konigstadt-Kafino, Holz- marklstr. 72, und zwar 15 Vertreter. Die Wahl ist geheim und wird durch Stimmzettel in einem Wahl- gange in der Weise vorgenommen, daß jeder Stimmberechtigte so viele Namen aus einen Stimmzettel schreibt, wie Vertreter zu wählen sind. Stimm- zettel mit mehr Namen, als Vertreter zu wäblen sind, sind ungültig. Wahlberechtigt und wählbar find nur diejenigen Mitglieder und Arbeit- geber, welche großjährig sind. AIS Legitimation gilt Mitglieds. buch oder eine Bescheinigung des derzeitigen Arbeitgebers. Gleichzeitig laden wir hiermit die Vertreter der Kassenmitglieder wie die Vertreter der Arbeitgeber zu der am DienStag, den 1«. November. abends 8 Uhr, im Königstadt-Kasino, Holzmarkt- straße 72, stattfindenden Ordentlichen General-Versammlung ein. 279/6 Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Neuwahlen zum Vorstand(4 Ar- beitnehmer und 2 Arbeitgeber). 3. Wahl deS Prüfungsausschusses. 4. Verschiedenes. Die VorstandSwahIen finden in ge- trennter Wahlversammlung statt. Als Legitimation dient die schrtst- liche Stnlahung. II..loh», II. itlarkmann, Vorsitzender. EchristsüHrer. Arbeiter-Radfahrer- bund„Solidarität" Gau 9. Mitglieder, welche sich am Mittwoch, den 3. November, den ganzen Tag zu Wahlarbeiten zur Verfugung stellen wollen, sowie solche, welche von abends 8 Uhr an Zeil haben, werden gebeten sich spätestens bis Dienstag im FahrradhauS.Frisch aus", Brun- nenstr. 35 und Kottbuser Str. 9 zu melden. 12/ U Der Ganvorstanv. Reste Daraenlucbe, achwars and farbig, GoKtnmoa-Hiotfe.neaeflU) Muster. TriootrStofftt. Beiden- Plfttch, H&mmete, 8cld« etc. Contec�B —■ JaoUefs, Bt&ub- mintel. Cosmmea fen<1 Coatuin- röcke in �roaaar Anawahl. C.Pelz, Kottbuserstr. 5. Proz. bei Einkauf von Modellen im ■von 11. Ä.— bl» M. 850,- 8ie sparen jetzt BW d!« G W Konfektlo-skause IVSStlASNN i. Geschäft; Berlin W., Mohren Strasse 37a kein Eckhaus, zweites Haus von der Jerusalemerstrasse n. Oeschätt: Berlin NO«, Gr. 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Nuguststr. 50. Eingang Joachimstrabe L. IVahllircIg, SS c jt c n: Gustav Schmidl. Kirchbachslr. 1t, Hoch parterre. �_ , Süden inid Südwesten: Hermann Werner, Gneisenanstr. 72, Laden. ». St. Fritz. Prinzenstr. 31. Hos rechts pari. 4. tW'nhllti-efsi: Dft e n: Robert Weng eis, AndreaZstraße 17.— Wilhelm Mann, Petersburgerplatz t(Laden). 4. Südosten: Paul Böhm, Laufitzerplatz 14/15 (Laden). 6. Wnftlkrcls: Leo Zucht, Jmmanuelfirchsfr. 12(Hos). O. TVahlkt-els(Hoohit und Hangavlcrtel): Karl Ander«, Safzwedelerstr. v, im Laden. '«'raafax: Karl Weihe, Nazarethlirchsfrabe 43. UagrntNaIrr und Oi-anfrnhnrxrr VarWtaaT! Hermann Raschle, Bernauerstr. 9. vorn Part. Gesnmlbrnanrn: F. Trapp. Stettin erftr. 10. MchiinhauHer Vorntailt: Karl Mars, Lhchenerstr. 123. AillrrMhof: Karl Schwarzlose. Hoffmannstr. 9. Alt-Gllrnielcr: Wilhelm Dürre, Rudowerstr. 83 II. Naaaigchalrawrx: H. Hornig, Marienthal erstr. 13, I. Wri'naii. Könfxrnfal. Keprrnlck, Schünow und Schan- brUck: Heinrich»rose, Hohesteinstr. 74, park »ohn>«a»i-r und»'alkcnbcrsi Alois Laus, BohnSdors, Se. noisenschastshaus.Paradies". Chni-Iottrnbnrg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstraße 1, Ecke Moethestrabe, Laden.... Dfcbwaiar, Knithen, Allersdorf und Ifankela Abläse: Fritz Oldenburg, Eichwalde. Kronvrinzeiistr. 81. Erkner: Ernst H o s j m a n», Friedrichshagener Chaussee. W'rlrar na»- hitexlltz» täniicnar: H. Bernsee. Schlobstr. 119, tos I. in Sieglitz. Bestellungen nehmen entgegen in«tcsIltN: . Moh r, Düppelstr. 32. und Fr. S ch e l I h a s e. Ahonistr. Iba. K'rtcarlchshaxrn: Ernst W e r lm a n n, Frledrichstr. 67. Grünau: Franz Klein, BabnHosstr. 6 III. Hohca-hlcncnaort: Wilhelm T e n t s ch e r, Stvlperslr. 50 l. doliannietbal: P i e I! ck e, Kaiier-Wilhelm-PIatz 4. liarlshorst: Richard Küter, Rvdelstr. 9, II.„,.. libnlss-Vt' asterbaasca: Friedrich Baumann, BaHnHosstr. 13. KUpeiulck: Emil W i b l e r. Kietzerstr. 6, Laden. lAcutenbcrs, Friedrichsfelde, Wilhelmsbcrs: Otto S e i t e l, Krouprinzetistrasie 4, I. nahlsdorf und Kanlsdorf: Hugo Scheibe, MahlSdors, Walderseeflr. 14. Ilarlendorf: August Leip, Ebausseestr. 296. Hos. Xen-WclUcnsec: Kurt Fuhrmann, Sedanstr. 105, parterre. Xlcder-Schüneweide: Mar P r i e b l e', Britzerstr. 14 II. Alowawes: Wilhelm I ap p e, Frledrichstr. 7. Ober-Hchöneweide: August H e n j e s, Lausenerftr. 2, I. Fankow-hiledcrschdnhauscn: Dtto Rist mann, Mühlen» slratze 30. Reinickendorf- Ost, Wllhclmsrnh und Schbnholz: P. G u r s ch, ßamefcjtr. 12, L Mixdorf: M. Heinrich, Reckaistrabe 2, im Laden. Runinielsbarx, Itoxhaxrn: A. Rosenkranz. Ali-Borhageil 56. Hlehniarxendbrf: Gustav K a m i n s f y, Eunvstrabc 2. ««chÄneberx: Wilhelm Bau ml er, Marti» Lulherjtr. 51, im Laden. hlpandau: Koppen, Jagowstr. 9. Tegel, Borslgcwaldc, Wittenan,« aidmannslust, llermsdorf und Ucinlckeudorf-«est: Paul Kienast, Borsigwalde, Räoichstrabe 10. Teltoro-: Wilhelm B o n o w, Teltow, Zehlendorfer Str. 4. Ten>i>elb»»f: Albert Tbiel, Friedrich Wiihelnistr. 20 Treptow: Rob. Gramenz, iriesholzstrabe 412, Laden. Wllmersdorf-Haleasce: W 1 1 1 n e b e l, Gasteiner Sir. 4. Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschastlichen Werte werden geliefert Annahme von Inseraten für dkll„Norwärt»". RfriOpf«: 100 mal shahänd Mankt- cfitifaC macAt cUm &&i(tyuifejnüfc£ lirdin In Dosen zu 10, 20 und 25 Pf. überall erhältlich. Fabrik: Urban& Uemm, Charlottenbarg. S. RalisKi-Baby Spezial- Geschäft für Nähmaschinen Metall- Bettstellen Kinderwag© n 1. Kleiststrasse 21 2. Brunnenstrasse 173 3. Chausseestrasse 80 4. Brunnenstrasse 92 5. Frankfurterstrasse 115 6. Frankfurter Allee 72 7. Oranienstrasse 2a 8. Beile- Alliancestr. 107 9. Beusselstrasse 18 10. Charlottenburg; Scharrenstrasse 2 11. Rixdorf, Reuterefrasse 56 u, Neue Dotaustrasse 83 12. 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Kommunal- Wahlbezirl ist zerlegt in zwei Teile mit zwei Wahllokalen. Der e r st e Zeil enthält die S t a d t b e z i r k e tt, 12, tü, 16, 17, 24. nämlich; Bauhosslraße, Bchrcnstr. 26a— 49, Tbarlottenstr. 22a— 72, Dönhoff- Platz, Dorotdceiiflr. 1—17 und 88—97, Französische Str. 20— 33a und 34 bis 49a tobne 33b bis 3Sal, Fnedrichftr. 56-104«, 137—142. 151-162, 166—199, Kcndaimeniizarkt, Gcorgeuslr. 1—17« und 28—43, Hedwigs- ktrchgafse, Hegclplatz, Jägcrilr. 15— 31 und 45— 62a, An der Jerusa- lemer Kiichc, Icrusalemer Str. 1—22 und 25—58. Kleine Kirch- r4, Hinter der tatholischcn Kirche, Koinmandantenstr 1—4 und 89, Kraufenflr 4— 71, Kronenslr. 14—60, 9lm Kupfergraben, Leipziger Str. 27— 55 und 69—103. Unter den Linden 25— 47, Linoengaffe, Linden- ftiatze 38—68, Markgrafen str. 31— 65, Mittelstr. 1—25 und 43— 66, An der Mohrenbrücke, Mohrensir. 17—37 und 41—51, Oranienstr. OZa, Platz am Opernhaus, Prinz-Friedrich-Karl-Straße, Prinz-Louis-Ferdinaiid-Slratzc, RcichslagSufei 17—19, RosmarienUrahe, Schützenftr. 25—51, Sladtbahn- oogrii 177—205, Stadldahnhos Fiiedrichslrahe. Taubenstr. 11— 23a und 24— 40 söhne 23b), Unwersilätsslrahe, Am Weidendamm, Zimmcrftr. 42 bis 54, Wahllokal! Gendarmcnniarkt,»Deutscher Dom«. Eingang von Mohrenjirafte. Der zweite Teil enthält die Stadtbezirke 13,14.18,19,20, nämlich:»edrenstr, 1—26 und 50— 72, Bunsenstrahe, Dorolheenstr 18 bis 87, Französische Str. 1—19 und 50— 67, Friednchstr. 143—150 und 163 bis 165, Aeorgenstr. 19—27, Jägerstr, t— 14 und 63-76, Kaisergalerie, Kaiser- hosftrahe, Kanonierstrasic, Kleine Kirchgasse 1—3 und 5—6, Käniggrätzer Str. 126—141, Krauscnstr. 2—3 und 72—77, Kronenslr. 1—13 und 61—76, Leipziger Platz, Leipziger Str. 1—26 und 104— 137, Unter den Linden 1—24 und 48-73, Mauerstr. 8—77, Kleine Mauerstraße, Milleistr 26—42, Mohrenstr. 1—16 und 52- 66, Reuslädlischc Kirchstrahe, Pariser Platz, Play vor dem Brniideiibnrgcr Tor, Reichstagsplatz, ReichslagSuser 4—16,«chadowstrahe, Sommcrftrasc. Tauben. strahc 1—10 und 41—54, Vohftruhe, Wilhelniplatz, Wilqelmstr. 57—81, Neue WUHclmstrahe, Wahllokal: Bchrenstr. I« bei Wittenbecher. 8. Kommunal-Wahlbezirk. (Gehört z» dem Reichstags. Wahlkreis II.) Kandidat der Sozialdemokratie t Schriftsteller Max Grunwald, Landgrasenftr. 3a. Der ö. Kommunal-Wahlbezirk ist zerlegt in drei Teile mit bkei Wahllokalen. Der erste Teil enthält die Stadtbezirke 43 und 49, nämlich: illoenslcbcnstr. l2a und 13, Blumeiithalftr. 1—19, Bülowstr. 44—75, Sülm- strahe, Dennewitzplatz, Dennewitzstr. 10—32, Köbenstr. l l— 18, Grvhgörjchen- strahe 30—44, Mansteinstrahe, Aorkstr. 43— 48. Wahllokal: Dennewitzstr. 13.»Stttzles Festfäle«. Der zweite Teil enthält die Stadtbezirke 44, 47A, 47B, nämlich: Alocnslcbcnstr. 1 und 26 und 26a, Bülowstr. 26-43 und 76 bis 83. Elhholzstrahe, Frobenstr. tt und 12, Glediifchilr. 22—53, titöben- strahe 31, Gruiicwaldstr. 1—7 und 9—11, PallaSjlr. l— 17 und 24—26, Polsdamer Sir. 68—88. Sleinmctzslr. 1— 17 und 62-79, Winierseldlplatz, vslllche Seile, Winicrseldlstr. 1—17 und 22—37, Zielenstr. 17. Wahllokal: Winterfeldtstr. lt». Gemeindcschnle. Der dritte Teil enthält die Stadtbezirke 48A und 48B, Nämlich: AivenSlcbcnstr. 2—12 und 14-26, Gobcnstr. 1— 10a und 19—30, Grosigärschenstr. 35—42, Kirchbachstrane, Steinmetzstr. 18—61. Wahllokal: Bülowstr. 37.»Königshof«. 8. Kommunal-Wahlbezirk. (Gehört zu drm ReichSlagS-WahlkreiS II.) Kandidat der Sozialdemokratie: Stadtverordneter Paul Dupont. Eylauer Str. 12. Der 8. Kommunal-Wahlbezirk ist zerlegt in vier Test« mit vier Wahllokalen. Der e r st e Teil enthält die Stadtbezirke 67 und 68, nämlich: Daruther Str. 1— IIa, Gneisenaustr, 2—10 und 103—116. Marlendorser Slrahc. Noslizslr. 1—25 und 37— 63, SolmSstr. 17—27 und 30— 10, Zossener Str. 20 und 21. Wahllokal: Gneisenaustr. 7, Gemelndeschule. Der zweite Teil enthält die S ta d t b e z t r l e 69 und 70, nämNch: Baruther Str. 12— 21, Fürbringer Str. 1—6 und 31—36, Gneisenaustr. 11 bis 34 und 81—102, Mitleiiwalder Str. 13-22 und 41—49, SolmSstr. 1 biS 16 uich 41—62, Zossener Str. 6— 15 und 37—45. Wahllokal: Mittenwaldcr Str. 34/37, Realgymnasium. Der dritte TeU enthält die Stadtbezirke 7l und 72. nämlich: Alexandrlnenstr. 133, Baruther Str. 22, Blüchcrplatz 3, Blücherstr. l— 12, Fürbniigerstr. 7—17 und 20- 30, Mittenwaldcr Str. 1—12 und 50—62, Planuser 1— 24a, Waterloouscr, Zossener Str, t— 5 und 46— 60a. Wahllokal: ktzürbringerftr. 33/34, Mädchenrealgymnafinm. Der vierte Teil enthält die Stadtbezirke 73 und 74. nämlich: Bärwaldstr. 1— II und 63—69. Dlacherstr. 13—24 und 61—69, Geibclstrahe, IohanntSlisch, Johanniterslrahe, Pianuser 25— 74, Strahe 14b(Abt. II des BebaunngSpianS), Tcmpelherrenstr. 1— 12 und 15— 24, Urbanhasen, Urbanstrahe 185— 188, Wilmsstrahe.. Wahllokal: Blücherstr. Sl,»Dhtemö Festsäle«. IZ. Kommunal-Wahlbezirk. (Gehört zu dem ReichStagS-WahlkreiS IV.) Kandidat der Sozialdemokratie: Stadtverordneter Paul Singer, Brückenallee 26. Der 18. Kommnnal-Wahlbezlrk ist zerlegt in drei Tel!« mit drei Wahllokalen. Der erste Teil enthält die S t a d t b e z i r k e 95, 97. 98, nämlich: Manteuffclstr. 20—31, 34-43, 85-98, 101—111, Mnriannenplatz 6a— 17, Marianncnstr. 51—53, MuSkauer Str. 15—28 und 30—41, Naunynstr. 1—15 und 91, Oranienstr. 1, Skalitzer Str. 41—45 und 97— 107, Waldemarstr. 10 bis 22 und 62-70. Wahllokal: Mantensfelstr. 95,»MuhS' Festfäle«. Der zweit« Teil enthüll die S t a d t b e z I r k« 99, 100, 101, nämlich: vrommyitrahc Wcslsclle von Köpenickcr Strahe bis Spree, Eisenbahnstr. 24 bt» 25, Köpenicker Str. 16—29 und>43—172, Manleuffelstr. 1—19 und 112-130, Mariannciiplatz 18—28, Mariannenuscr, MuSkauer Str. 29, Pücklerslr. l— 15 und 33—61, Wranaelstr. 1—18 und 121—137. Wahllokal: Mautriisselstr. 7, Gemeindeschule. Der dritte Teil enthält die S t a d t b e z i r k e 96, 102,103,104, nämlich: Eilcnbahnstr. 1-23 und 26—48, Lausitzer Platz, Manteusselstr 32 hi» 33 und 99—100, MuSkauer Str. 1—15 und 42—55, Pücklerslr. 16—37, Stalitzer Str. 84- 93, Waldemarstr. 1—9 und 71—7?, Wrangelslr, 19—38 ynd 100-120, Zeughosslr. 11-23, Wahllokal: Waldemarstr. 77. Gemeindeschule. 14. Kommunal-Wahlbezirk« (Gehört zum ReichStagS-WahlkreiS IV.) Kandidat der Sozialdemokratie: Stadtverordneter Artur Stadthage», Friedrich-Wllhelm-Strahe 13. Der 14. K o m m u n a I- W a h l b e z t r k ist zerlegt in vier Teile mit vier Wahllokalen. Der e r st e Teil enthält die S t a d t 5« z i r k e 105 u. 108A, nämlich: vevernftrahe, Brommhstrahe, Ostselte von Köpenicker Strahe bis Spree, Görlitzer Str. 59—61, Gröbenuser 5— 8. Köpcnicker Str. 1—15 u. 173—195, Oberbaumstr. 7, Oppelner Str. 10-23 und 25-37, Pfuclftcahe, Stalitzer Str. 73-83, Sovaitet Str. 2—16 und 18—30, Wrangelstr. 97—99, Zeughos. strahe 1—10 und 24— 26. Wahllokal: Köpenickcr Str. L, Gemeindeschule. Der zweite Teil enthält den Stadtbezirk 106, nämlich: Falckenstcinstr. l— 11 und 35— 19. Gröbenuser 1—4, Oberbaumstr. 1—6 und 8—13, Oppelner Str. 1—9 und 38—49, Schlesische Str. 1—9 und 39—46, Hochbahnhos Schlesisches Tor, Slalitzer Str. 63—72, Soraner Str. 1 und 31, Wrangelstr. 40—54 und 81— 98. Wahllokal: Gröbenufer 1 bei Peter. Der dritte Teil enthält die Stadtbezirke 107 A und 108 B, nämlich: Cuvrystr. 17—41. Falckenstcinstr. 12—34, Görlitzer Str. 31—58. Görlitzei User 7—16 und 27—31, Heckmannuser 10, Oppelner Str. 23— 24, Platz H. Sorauer Str. 17, Wrangelstr. 55— 80. Wahllokal: Görlitzer Str. 51, Gemcindeschule. Der vierte Teil einhält den Stadtbezirk 107B, nämlich- Cliorystr. l— 16 und 42—52, Cuvryascr, Görlitzcr Ufer 1—6 und 32—38, aeckniannuser 1—9, Lohmüblcnstr. 1—6. Schlesische Str. 10— 38, Bor dem chkfi'chcn Tor, Schleus enuf er. Wahllokal: Bor dem Schlcsischen Tor I,»Drachcnburg«. 17. Kommunal-Wahlbezirk. (Gehört zu dem Reichstags-WahlkrelS III.) Kandidat der Sozialdemokratie: Zigarrenhiindlcr Wilhelm Börner, Ritterftr. 15. Der 17. Kommunal-Wahlbezirk ist zerlegt in zwei Teile mit zwei Wahllokalen. Der erste Teil enthält die Stadtbezirke 123, 124, 125, 126, nämlich: vrandenburgftr. 37— 46, Fürstenstr 2—23, Luckauer Str. 17, Luifenuser 23—46, Moritzplatz, Oranienplatz westlicher Teil, Oranienstr. 42 bis 69 und 137-165. Prinzenstr 17—38 und 82-102, Priniksfiniienslrahe, Ritterftr. l 29 und 96- 126. Stallfchreiberstr. 3— 15 und 52—64. Wahllokal: Prinzenstr. 94,»Kr-stallpalast«. Der zweite TeU enthält die Stadtbezirke 131, 132, 133, 134, nämlich i Alcxandrinenslr. 44—86, Aimenstr. l— 10 und 41—63, Buckower Strahe, Dresdener Str. 21—54 und 93—>l8. Kaisei Franz- Grenadier.Platz. Luckauer Str. 1— 16, Luiscuuscr 1—22, Neanderstr. 17 und 18, Prinzen- strahe 39—81, Sebaslianstr. 1—24 und 63—88, Stallschreiberstr. 1—2, 16, 43-51. Wahllokal: Dresdener Str. 45,»Dresdener Garten«. 18. Kommunal-Wahlbezirk. (Gehört zu dem ReichStagS-WahlkreiS III.) Kandidat der Sozialdemokratie: Restant ateur Emil Kerfin, Panlstr. 60. Der 18. Kommunal-Wahlbezirk ist zerlegt in zwei Teile mit zwei Wahllokalen. Der erste TeU enthält die Stadtbezirke 122, 127, 128, 129 nämlich: Alexaiidrinenstr. 38- 43 und 87-91, Bcuthstr. 1—8 und 17—22, Brandenburgstr. 17a— 36 und 47— 63, Nene Grünstr. 1—14 und 29—41 Aakobikirchslrahe. Alte Jakubstr. 27-45 und 103-116, Kommandautenstr bis 79. Kürassterstrahe, Mathicustr. t— 9 und>2—19, Oranienstr. 70—93 und 100— 136', Ritterslr. 30— 36 und 85—95, Seydelstr. 4—16 und 19— 30a, Wahllokal: Oranienstr. 120 bei Laege. Der zweite Teil enthält die S t a d t b e z i r k e 130, 135. 143, 144, nämlich: Annenstr. 11—40, Bculhstr. 9—16, Dresdeuer Str. 55—92. Ger- traudlensteg. Neue Grünstr. 15—28, Alte Iakobstr. 46-102, Neue Jakob. strahe l5 und>6, Jnsrlslr. 2— 9a. Ncu-Kölln am Wasser, Kurstr. 26a— 29, Kleine Kurstr, 9 und 13— 18, Leipziger Str. 56—68, Luisenkirchhos, Mär- fischet Platz, Niedcrwallslr. 24 und 25, Oberwassrrstr. 15—16, Neue Roh. strahe. Schäsccstr. 1, Sebastiaiislr. 25—62. Selidelftr. 1—3. 17— 18, 31— P Am Spillelmarft, Svlittgerbci gaffe, Stallfchreloerslr. 17—47, Wallstrahe, Wahllokal: Alte Jakobsir. KV bei Ziehmann. 24. Kommunal-Wahlbezirk. (Gehört zu dem Reichstags- Wahlkreis IV). Kandidat der Sozialdemokratie: Stadtverordneter Paul Schneider, KopcrnikuSstr. 23. Der 24. Kommunal. Wahlbezirk ist zerlegt in neun Teile mit neun Wahllokalen. Der erste Teil enthält den Stadtbezirk 167 A, nämlich Bevmeftrahe. Capnoistr. 12—25, Ebrcnbergftrahc, Mühlenstr. 1, Naglet- strahe, Am Oberbaum 1—2, Rotherstrahe, Rudolfftraxe, Gelände der Ost- und der Schlefifchen Bahn von Warichauer Strahe blS Rudolfplatz, Stra> lauer Allee i— 4 und 34 bis ttndc, Warschauer Platz, Am Waischaucr Platz, Warschauer Str. 34—51, Hochbahnhoj Waichauer Brücke und Stralauer Tor, Wahllokal: Naglcriir. 3. Gcmeindeschnle. Der zweite Teil enthält die Stadtbezirke 167B und 167 v, nämlich: Bolsestr. 6— 11. Caprivistr, 1— ll, Gohlerstrahe von Hohenlohe. strahe bt» Bosseslrahe, tzohenlohesirohe von Strulauer Allee bi« Ringbahn, Persiusstr. 7— 8, Siochowftratze, Rudolfplatz, Am Rudolsplatz, Ktralauer Allee 5— 9a»nd 22a— 33, Strahe 39 von Hohenlohe- bis Bosseslrahe, Palisadcnstr. 51-52, Weldenweg 1—14 lind 81—88, Zorndorser Etr. 1-« und 59—62. Wahllokal: Grohe Frankfurter Str. 1».»Ostend-Restaurant«. Der zweite Teil enthält die Stadtbezirke l79A und 180B, nämlich: Frankfurter Allee 75-121, Komturciplatz, Käulgsberger Str. 21a. Lillhaucr Str. 1-2, Mögliner Str. 1 und 3, Petersburger Str. 2-10 und 82-90, Rigaer Str. 1-10 und 98-107, Thaerstr. 2-13 und 52-61 (neue Nummern I), Tilsiter Str. l-6 und 85-91, Weidenweg 15 und 25. Wahllokal: Titlitcr Str. 4/5, Gemeindeschule. Der dritte Teil enthält den S t a d t b c z i r k 179B. nämllch: Löwe. strahe 1-15 und 18-30, Tilsiter Str. 7-18 und 77—84, Weldenweg 13 bis 24 und 73— 80. Zorndorser Str. 7—14 und 53—53. Wahllokal: Weldenweg 77 bei Lade. Der vierte Teil enthält die Stadtbezirke 180A und 180D, nämlich: Baltenplatz, Eckertstr. 1— 10 und 13—22, Gubener Str. 1—6 und 9—15, Licbigslr. 27, PclciSburger Str. 11—18 und 72a— 81, Thaerstr. 14 bi» 25 und 37— 51(n e u e Nummern l), Wcideuiveg 26— 48 und 50—72, Zorndorser Str. 31-32. Wahllokal: Eckertstr. 1K, Gemelndeschule. Der lllnste Teil enthält die Stadtbezirke 1800 und 181 A, nämlich: Eldcnäer Str. 12, Frankfurter Allee 30— 74 und 122— 150, GabcIS« bergerstr. 1—8 und 10-16, Liebigstr. 1-26 und 28—47, Mirbachsw l, Peter». burger Str. I>md 91, Proslauer Str. 1—2 und 40, Rigaer str. 11—12, 31, 96— 97, Samarilerstr. 42, Thaerstr. 1, Warschauer Str. 1 und 88, Weldenweg 49. Wahllokal: Frankfurter Allee 53.„Brauerei Germania«. Der sechste Teil enthält die Stadtbezirks l8>B, 181D, 181H, nämlich: Dolziger Str. 1 und 51. Ebcrlystr 26. Eldenacr Str. 1—11 und 13— 38 (neue Nummern!), Forckcnbcckplatz, Hausburgslr. 31, Hllbnerstr. 7—8, Landsberger Allee 59—75, Mirbachstr. 2— l4 und 74(neue Nummern I), Pcltcnloferstr. 29, Proskauer Str. 3—39. Rigacr Str. 13—24 und 84— 95, Samarilerstr. 21 und 22, Schlachthof, Schrcinei tlr. 1 und 63— 64, Thaer- strahc 26—36«neue Nummern!), Votgtstr. 21, Zellcstrahe. Wahllokal: Eldenacr Str. 9 bei Zander. Der siebente Teil enthält die Stadtbezirke>810, 181E, 181J, nämlich: Frankfurter Allee 1—35, Gabelsbergerstr. 9, Pettenkoserstr. 1— 14 . und 42— 46, Rigaer Str. 25— 30 und 32—83, Samarilerstr. 1— 12 und 31 ' bis 41, Gibleidenplatz, Schreinerstr. 2—62, Boigtur. 1— 10 und 34—44, Waldeyeistrahe. Wahllokal; Rigaer Str. 81/82, Gemeindeschule. Der achte Teil enthält die Stadtbezirke 181? und 181(7, nämlich: Dolziger Sir. 2—50, Mirbachstr. 15—73(neue Nummern l), Pettenkoserstr. 15—28 und 30— 41, Samarilerplatz, Samariterslr. 13—20 und 23-30, Voigtslr. 11-20 und 22- 33. Wahllokal: Samariterstr. 19/20, Gemetudcschule. 29. Kommunal-Wahlbezirk. (Gehört zu den Reichstags- Wahlkreisen IV und V.) Kandidat der Sozialdemokratie: Zeitungsspediteur Leonhard Zucht, Jinmanuelkirchstr. 18. Der 28. Kommunal-Wahlbezirl ist zerlegt in drei Teile mit drei Wahllokalen. Der erste Teil enthält die Stadtbezirke 182 und 133, nämlich: Büschingplay, Bülchingstr. 17, Elisabcthstr. 2—64, Fliederslr, 2—16, Kleine Frankfurter Str. 10—12 und 14—19, Gollnowslr. 9—38, Landsberger eT 4» On 04 Schmückertstrahe. Wahllokal: Der dritte Hohenlohcstr. 4 bei Burmester. Teil enthält die Stadtbezirke 1670 und 167 E, nämlich: Bödikcrstrahe, Bossestr. 1—5, Gohlerstrahe von Bosscstrahe bis Markgrafcndnmm, Markgrascndamm 24— 36, Persiusstr. 1—6 und 9—15, Stralauer Allee 10—22, Strahe 39 von Bosseslrahe bis Markgrascndamm, Gelände der Ost- und der Swlesischcn Bahn von Hohenlohestrahe bis Weich- bildgrenze. Bahnhos Stralau-Rummelsburg. Wahllokal: Martgrafendamin 34-»Markgrafensäle«. Der vierte Teil enthält die Stadtbezirke 175A und 176B, nämlich: Kraudenzer Str. 1, Gubener Str. 2—15 und 53—62(neue Nummern l). KönigSbcrger Str. 2—21 und 22—38(ohne 21a), Memeler Strahe 24—37 und 39—55, Wahllokal: Gubener Str. 53, Gemeindeschule. Der fünfte Teil enthält die S t a d t b e z i r k e 176 und 177A. nämlich: ComcniuSplatz, Am ComcniiiSplatz, Gubener Str. 16—20 und 42—52(neue Nummern!) KopcrnikuSstr. 2—» und 31—37, Memeler Strahe 16—23 und 56—65, Poscner Strahe, Romintener Str. 1 und 15, Rüdersdorscr Str. 52—53, Torcllstr. 2— 6, Warschauer Str. 16—25. Wahllokal: Memeler Str. 24/25, Gemeindrschule. Der sechste Teil enthält die S t a d l b e z t r k c 177B. 177E. 177P. nämlich: Dirschaucr Slrahc. Hohenlohestrahe von Ringbahn bi» Weichbild- grenze, KopcrnikuSstr. 7—30, Libaaer Strahe, Platz K, Revaicr Strahe (mit Ausnahme der Strecke von Memeler bis Warschauer Strahe), Simon- Dach-Str. 8—34, Simplonstrahe Westseite, strähn: 13, 18, 20, 21, 22, 23, 24, 25, Warschauer Str. 52— 72, Werkstätten der Oftbahn. Wahllokal: Vromberger Str. 13114, Gemeindeschule. Der siebente Teil enthält die S t a d t b e z i r k e 1770 und 177I>, nämlich: Brombergcr Strahe, Gubener Str 21— 41(neue Nummern 1), telsingsorser Platz, KopcrnikuSstr. 1, Memeler Str. 1—15 und 66— 85, illauer Strahe, Revaler Strahe von Memeler bis Warschauer Strahe, Rüdersdorser str. 54— 71, Torcllstr. 1 und 7, Warschauer Str. 26— 33. Wahllokal: Memeler Str.«7.„Lltfins Fcstsäle«. Der achte Teil enthält den S> a d t b e z i r k l78A. nämlich: Box- Hagener Str. 1— 11 und 37— 47, Gadincv Slragc, Graudenzcr Str. 2— 16, Litthauer Str. 3—27(n e u e Nummern I), Romintener Str. 2—14 und 43 bis 54(neue Nummern!) Wahllokal: Cadiner Str. 19 bei Lischke. Der neunte Teil enthält den S t a d tb e z i rk l78B, Nämlich: Boxhagener Str. 12—24 und 25—36(ohne 24a, 24b, 24o), Romintener Str. 16—26 und 31—42(neue Nummern I),IWarIchauer Str. 2—15 und 73-87. Wahllokal: Warschauer Str. 9 bei Struck. 25. Kommunal-Wahlbezirk.„ (Gehört zu. dem ReichStagS-WahlkreiS IV.) Kandidat der Sozialdemokratie: Stadtverordneter Bernhard Brnnö, Görlitzer Str. 75. Der 25. K o m m u n a l« W a h l b e z i r k ist zerlegt in acht Teile mit acht Wahllokalen. Der erste Teil enthält die Stadtbezirke 16l und 1790, nämlich: Grohe Frankfurter Str. 1— 18 und 128—146, Friedenstr. 74—82, Frucht- strahe 39—50, Lnsterburger Str. 1—11 und 13—20, Mögliner str 2, Mehnirstrahe, Palifaden- Wcberftr. 36— 37, Sil ein- str. 20— 34 und 89—100, Laudwehrstr. 1 und 44, strahe 104—106, Wahinainiftr. 1—6 und 9— 9a, strahe 20—21. Wahllokal: Landsberger Str. 31,»Refidenzfäle«. Der zweite Teil enthält die Stadtbezirke 196, 197, 198, nämlich: Kleine Frankfurter Str, 13, Georgcnkirchplatz 1—15 und 18—32, Georgenlirchstr. 10—58, Gollnowftr. 2—8 und 39— 15, Katharineiistrahc, Rene Künigstr. 20 43 und 50—75. Kurze Sir. 20, Landsberger Str. 35—59 und 68—83, Landwehrftr. 2—43, Lietzmamistrahe, Linienftr. 250, Alle Schützenstr. 1 und 2, Wadzeckftr. 9—14. Wahllokal: Landsberger Str. 85,»PachuraS Klubhaus«. Der dritte Teil enthält die Stadtbezirke 199 u. 200, nämllch t Friedenstr. 103— 112, Hlrtcnftr. 1—2 und 20—23, Jostystrahe, Keidelstrahe, Linienftr. l— 12 und 240—249, Lothringer Str. IN— 112, MendelSsohnslrahe, Pteycrbeerftr. S— 13, Prenzlauer Allee 1, Prenzlauer Str. 1—29 und 33 bis 62, Alte Schützenstr. 3—7, Wadzeckstr. 1-8 und 15-23. Wahllokal; Kcibelstr. 33, Gemeindeschule« 81. Kommunal-Wahlbezirk. (Gehört zu dem ReichStagS-WahlkreiS VI.) Kandidat der Tozialdemokratle: Rechtsanwalt Dr. Kurt Siofenfeid, Paulstr. ll. Der 31. Kommunal-Wahlbezirk ist zerlegt in drei Teste Mit drei Wahllokalen. Der erste Teil enthält die S t a d t b e, i r k e 218, 219, 222, nämllch: Choriner Str. 2la, GHAsttnenstr. 14—30, Lothringer Str. 1—12, Metzcr Strahe, Prenzlauer Allee 2—16 und 239—249, Saarbrllckcr Str. 1—9 und 26—35, Schönhauser Allee 173— 176, Schwcdter Str. 1—17 und 255—268, Sencsclderplatz, Strahburger Str. 22—23 und 36—37, Templiner Str. 1 bis 13 und 15—19, Teutoburger Platz, Wcihenburger Str. 2—7, ZionSkirch- strahe 26— 31. Wahllokal: Schönhauser Allee 179,»Brauerei Pfefferberg«. Der zweite Teil enlhält die Stadtbezirke 220 und 221, nöm- lich: Angennündcr Strohe, Choriner Str. 2—3, Ghristinenstr. 1— 13 und 31—39, gehrbclltncr Str. 1—9 und 04—100, Lothringer Str. 13—27, Lotiumstr. 1— 29, Saarbrücker Str. 10— 25, Schönhauser Allee 1— U und 177— 188, Strahburacc Str. 1— 21 und 38—60, Wcihenburger Str. 1. Wahllokal: Schönhauser Allee 10/11,»Brauerei Köntgftadt«. Der dritte Teil enthält die Stadtbezirke 223, 224, 225, nöm» lich: Choriner Str. 4— 20a und 65— 86, Fchrbelliner Str. 10—24 und 63—93, Kostanlenallee 36a— 69, Schwcdter Str. 18— 28»nd 245—2540, Templiner Str. 14, WeinbergSwcg 14, Zchdenicker Str. 9, ZionKkirchplatz 4, iskirchstr. 12-25 und 32—45. Wahllokal: Schwcdter Str. 83/34 bei Obiglo. 37. Kommunal-Wahlbezirk. (GeHirt zu dem ReichStagS-WahlkreiS VI.) Kandidat der Sozialdemokratie: Stadtverordneter Hermann Borgmanu, Lychener Str. 182. Der 37. Kommunal-Wahlbezirk ist zerlegt in drei Teile mlt drei Wahllokalen. Der erste Teil enthält die Stadtbezirke 227, 228, 257. nämlich: Ackerstr. lb, 27—36, 143, Anklamer Str. 1—9 und 49—60, Bergstr. 28, Biunncnstr. 1—31 und 161—198, Elisabethlirchstrahe, Elsasscr Str. 1— 10a, Jnvalidcnstr. 1—5, 148—157, 159— l64, Pappclplatz, Slrciitzerstr. 1—8 und 68—74, Veteranenstr. 1—14 und 16—28. Wahllokal: Brunnenstr. 11,»Zum BcrsuchSschoPpeu«. Der zweite Teil enthält die Stadtbezirke 258 und 259, näm- lich: Bcrnauer Str. 1—24 und 84—109, Hufsitcnstr. 1—12 und 61—79, Rheinsbcigcr Str. 1, Strclitzcr Str. 9—36 und 39—67. Wahllokal: Bernauer Str. 89/90, Gemelndeschule. Der dritte Teil enthält die Stadtbezirke 265, 266, 267. nämlich: Ackerstr. 37—70 mid 117—142, Bcrgstr. 29—64, Bernauer Strahe 110—121 sowie Strecke von Garten- bis Bcrgstrahe und Südost» feite von Berg- bis Ackerstrahe, Feldstr. l— 9, Gartcnstr. 33—51 Wahllokal! Ackerstr. 67, Gemeindeschule. 39. Kommunal-Wahlbezirk. (Gehört zu dem R ei ch s t a g S-W a h lkre iS VI.) Kandidat der Sozialdemokratie: Stadtverordneter Adolf Ritter, Engelufer 15.? Der 39. Kommunal-Wahlbezirk ist zerlegt in vier Teste mlt vier Wahllokalen. Der erste Teil enlhält die Stadtbezirke 268 und 272, nämlich: Bergstr. 65, Chaufseestr. 16—32 und 100—122. Eichendorllslr. 7— 15, Gartea- strahe 21—32 und 84—93, tzeringSdoifcr Strohe von Zinnowitzer Strahe bis Schiller-Theater, Jnvalidenstr. 6—37 und>11—147, Zinnowitzer Strahe. Wahllokal: Chaufseestr. 10,»Oraulrndnrgcr Festsale«. Der zweite Teil enthält die Stadtbezirke 26? Mb 270, ItBnilich: Borst gstr, 1—27, Elsasser Str, iL— 30, Gartenstr, 1—20 und 91 bis IIS, Schlegelsir. 16 und 17, Schröderstr. 1—7 und 9— Ib. Tieck- strotze 11—27. Wahllokal: Gartenstr. 6 bei Schmidt. Der dritte Teil enthält den Stadtbezirk 271, nämlich: Borfig- stratze 23—34, Chaussceslr. 1—15 und 123—131, Eichendorssslr. 1— 6a und 16—22, Elsasjer Str. 31—40, Hannoversche Str. 1—8, NovaliSstratze, Cchleaelftr. 1—15 und 18— 33. Tieckilr. 1—13 und 28—41. Wahllokal; Chausseeftr. ISS.«KliPpensteinS Festsäle�. Der vierte Teil enthält die Stadtbezirke 274� und 27413, Nämlich: EKausseeilr. 33—62 und 83—99, Heringsdorser Stratze von Schwarhtopssstratzc bis Schiller-Theatcr, Kesselstratze, Pslrlgstratze, Schwartz» lopfssiratze 1—20, Wöblei Istratze. Wahllokal: Pflngstr. 9,10,„Wöhlert-Garten«. 4Ä. Komninnal-Wahlbezirk. (Gehört zu den ReichstagS-Wahltreisen l und VI.) Kandidat der Sozialdemokratie: Nechtsanwalt Dr. Oskar Cohn. Fiotowstr. 8. Der 42. K o in m u n a l« W a h l b e z i r t ist zerlegt in vier Teile mit Hier Wahllokalen. Der erste Teil enthält die Stadtbezirke 281Ä und 284B, Nämlich: Alionaer Strohe, Bachstratze, Belleoue sSchlotz und Park), Belle- vueuser, Brnckenallce l— 36, ClaudiuSstratze, Cnxhavener Stratze, Flensburger Stratze, Fiotowslratze. Händelstratze, Hansaplatz, Holsteiner User, Joseph Haydnslraiie, Klopstockilratze, Lessingslrntzc, SchleSwiger User, Sieginnndshos, Sladtbnhnbogcn Iii— 487, Stadibahnlios Bcllcvue, Tiergarten nördlich der Charloilei l'urger Chaussee zwischen Grotzer Stern und Weichbildgrenze. Wcaelystratzc Wahllokal: FlcnSburger Strafte, Stadtbahubogen 411, Restaurant Bcllevue. Der zweite Teil enthält die Stadtbezirke 287� und 2S7B, nämlich: Calvinslratze, Helgoländer User, Kirchktr. 11— 16, Melanchthon- stratze 2—27, Zllt-Moabit 11—17 und 112—120, Rathenower Str. 79—83, Epcnerslr. 1—18 und 21—35, Tbomasnisstr. 11—16. Wahllokal: Zllt-Moabit 83, Gemeindcschule. Der dritte Teil enthüll die Stadtbezirke 287(Z und 302, nämlich: Bandelslr. 1—11 und 32—46. Dreysestratze. Kirchstr. 1—10 und 17—25. ZUt-Monbit 18—25 und 107—111, Pritzwalker Stratze. Rathenowcr Str. 69—78, Thomasiusstr. 1— 10 und 17—27, Turmstr. 1—20 und 85a bis 93, Wilsnacker Str. 1—17 und 57—66. Wahllokal: Turmstr. 86, Gemeindeschule. Der vierte Teil enihält die S t a d l b e z i r k e 288 und 289, nämlich: Bochinncr Siratze, BundeSratSuser 1—13, Crcselder Stratze, Dortmunder Stratze, Eibcrseidcr Str. 1—49, Essener St, atze, Eyie-Von-Rcpkow-Platz, Hausauser, Jagowstr. 1—8 und 37—46. Levetzowstr. 1—24 und 26, AU- Moabit 80—108, Lttostr. 17, Solinger Stratze, Stromstr. 1— 10a, Kleiner Tiergarten mit ThuZneldaallee, Tiie-Wardenberg-Stratze, Wullenweber- stratze. Witfingeruscr. Wahllokal: Leveftowstr. 86, Gemciudeschule. 43. Kommunal-Wahlbezirk. (Gehört zu dem ReichStagS-WahlkreiS VT). Kandidat der Sozialdemokratie: Stadtverordneter Ferdinand Ewald, Schönleinstr. 6. Der 43. Kommunal-Wahlbezirk ist zerlegt w sechs Teile mit sechs Wahllokalen. Der erste Teil enthält den Stadtbezirk 290A, nämlich: Beusfel- stratze 2—14, Gotzkowslystr. 1—18 und 23—39, Ottostr, 4—10 und 18—19, Turmstr. 61 und 66, Zivinglistr. 1—16 und 20-27. Wahllokal: Bciisiclstr. 9,»Moabtter Biirgersäle«. Der zweite Teil enthält den Stadtbezirk 290B, nämlich veussclstr. 1, Gotzkowskystr. 19-22, Jagowstr, 9-36, Levetzowstr. 25, Mb Moabit 35-79, Ollostr. 11, Jinzcndorsstratze. gwtngliNr. 17—19. Wahllokal: Alt-Moabit 48,.Kronen.Brauerei«. Der dritte Teil enthält die Stadtbezirke 231 A. und 2910, nämlich: verllchiiigenstr. 1—16 und Westseite von Huttenstratze bis Wtttstocker Stratze, Huttenslr. 2—20. Noslocker Str. 1— 19 und 36—52. Wahllokal: Huttrnstr. 3,»Zum Hochmeister«. Der vierte Teil enthält den Stadtbezirk 291 B, nämlich: Ber> llchingenstr. 17—24, Rostocker Str. 20-35. Sickmgenstr. 1-2« und 62—79, Biltstocker Str. 2-26..», Wahllokal: Rostocker Str. 32, Gemeindeschule. Der fünfte Teil enthält die Stadtbezirke 292A und 2920. nämlich: Bcusselstr 15-33 und 5Sa— 76. Huttenstr. 1. Turmstr. SS— 60 und 62—65, Waldcnsei Sir, 13 und 19, Waldstr. 1— 15 und 42— 60. Wahllokal: Bcusselstr. 38 bei Volkmann. Der sechste Teil enthält den Stadtbezirk 292B, nämlich: veussetstr, 34—55, Bahnhos Beusselstratze, Sickingenstr. 80, SiemenSstr. 1—10 und 43-50, Waldstr. 16-41, Wiclesstr. 27—43, Wittstocker Str. 1 und 27 und das JohanncSstist. Wahllokal: Bensselstr. 44» bei Wurst. 47. Kommunal-Wahlbezirk. (Gehört zu dem ReichStagS-WahIkret» VI.) Kandidat der Sozialdemokratie: Maurer Heinrich Meftte, EberSwalder Str. 1?. Der 47. Kommunal-Wahlbezirk ist zerlegt in acht Teile mit achtWabllokalen. Der erste Teck enthält den S t a d t b e z i r k 309, nämlich- Amrumer Stratze, Augusteubnrgcr Platz. Buchstratze. Eckcmsörder Platz, Fehmarn- stratze. Föhrer Stratze, Nordufcr von Seesiratze bis Torfstratze, Scesiratze 1 biS 3 und von Norduser bis Weichbildgrcnzc, Syller Stratze, Torsstr. 17—29, Wahllokal: Föhrer Str. 7 bei Ricdigcr. Der zweite Teil enthält die Stadtbezirke 310A, 310B, 3100, 3101), nämlich: Amsterdamer Strotze von Mällerslrotze bis Snriuer Stratze, Anlwcrpencr Stratze von Luxemburger Siratze bis Scestiatze, Brüsseler Stratze. Gent« Stratze von Luxemburger Stratze bis Seesiratze, Luxemburger Sn atze, Limburg« stratze. Lütticher Stratze, Müllrrstr. 26— 41a und 137—152, Razaretbkirchstratze von Müllcritratze bis Turiner Stratze, Ostend« Stratze, Platz O, Schulstr. 1—12 und 125—127, Turin« Str. 2 bis Ende, Utrecht« Str 1 bis 10 und 32 bis Ende. Wahllokal: Miitlerstr. 148.»Pharuösäle«. Der dritte Teil entbält die Stadtbezirke 3l1A, 311B, 3110, 3!1I>, 312, nämlich: Afrikanische Stratze. Barsnsstratze, Guineastratze, Hennigsdolser Sir. 23 und von Seesiratze bis Weichbildgrenze, Kamuiciuner stratze, Lüderitzstratze, Malplaguclslr. 21—22, Müllerstr. 42— 136, Oscner Stratze, Plätze Ö, 0. X, Z, Schöningstratze, Seestr. 4— 71, Straßen 21a, 22a, 24, 29, 30. 31, 32, 35, 37, 38, 40, 40a, 41, 86, Togostratze. Transvaal- stratze. Türkenstratze, Unganistratze. Wahllokal: Müllerstr. 136,»Sachons Restaurant». Der vierte Teil enthält die Stadtbezirke 3I4A und 3140, nämlich: Hennigsdois« Str. 1—22 und 24— 36, Liebcnwald« Str. 1—34. 37—58, 60, Reinickendorfer Str, 70, Oudenarder Stratze, Utrecht« Str. 21. Wahllokal: Oudenarder Str. 43 bei Fietiug. Der fünfte Teil enthält die S t a d t b e z i r k e 31 1B und 3141), nämlich: Amsterdamer Stratze von Turiner Stratze bis Malplaquclstratze, Hochstädler Stratze, Lcopoldplatz. Liebcinvalder Str. 34a— 36 und 59, Malplaquetstr. 1—20 und 2.3— 12, Maxitr. 13—14, Nazarelhstratze von Turin« Stratze bis Maxsrratze, Prinz-Eilgen-Str. ll und 15, Schul- stratze 14—39 und 103— 124, Turin« Str. 1, Utrechter Str. 11— 20 und 22-31. Wahllokal: Schulstr. 18,»Zur weiften Taube». Der sechste Teil enthält die Stadtbezirke 313. 32SA. 325B, nämlich: Christianiaftr. 43—84, Exerzierst, atze, Gottsched snatze, Martin« Opitz-Slratze, Oskarplatz, Rcinickeudorser Ltr. 55—69 und 71—73, Schul- slraße 40a— 102, Schwedenstr. 19, Stratze 60o. Userstratze, Zumptstratze. Wahllokal: Schulstr. 39�60 bei Schwichtcuberg. Der siebente TeU entbält die Stadtbezirke 326A und 3260, nämlich: Koloniestr. IS— 142, Soldinerslr. 35—76, Stockholmer Stratze Westseite, Zechtin« Stratze. Wahllokal: Koloniestr. 143,»Zum Lindcnwäldchen». Der achte Teil enthält die Stadtbezirke 326B und 32611. nämlich: Christianiastr. 23—42 und 85—102, Dronthcim« Stratze, Koloniestr. 1 bis 14 und 143— 153, Schwedenstr. 1— 18o. Wahllokal: Schwedenstr. 10»Zum Sängerhekm». Charlottcnburg. Die Wahlen der Hl. Abteilung finden statt am Montag, den 8. November, von vormittags 9 Uhr bis abends 8 Uhr. Wahllokale sind in der Hl. Ableiliing für den I. Wahlbezirk: AbstimmungSbezirk A< Stadtbezirke Westend und Spandauer Berg), Restaurant Moritz, Ahornallee 1; Ab> st i in m u n g S b e z i r k B,(Stadtbezirke Schlotzviertel 4 und 5), Pots- damer Stratze 6, Ecke Nehringstratze, Restaurant Haselosf; Ab- stimmungSbezirk 0(Stadtbezirke Schlotzviertel 6, 8 und 9), Trtes ethauS Salon, Sopbic-Ebarlolten-Str. 94. Kandidat: Emil Lehman». 8. Wahlbezirk: AbstimmungSbezirk A(Stadtbezirke Schlotzviertel 1 und Innere Stadt 8), Schlotzstr. 45, R e st a u r a n t W i n t e r; Abstimmungsbezirk B(Stadtbezirke Schlotzviertel 2 und 3), Schlotzstr. 27, Turnhalle der Oberrealschul«: Ab- stimmungSbezirk O(Stadtbezirk Schlotzviertel 7), Sophie-Char- lotten-Str. 83, Ecke Potsdamer Stratze, Restaurant Trageheim. Kandidat: Otto Ewald(Hausbesitzer). 3. Wahlbezirk: Abstimmungsb ezirk A(Stadtbezirke Kalows- werder, Nonnendamm, Königsdamm nördlich und Königs dämm südlich), Kaiserin-Augusta-Allee 4a, Turnhalle der Ge mein deich uleV; Ab st immun gsbeztrk B(Stadtbezirk Martinikenseldc), Reuchlinstr. 6, Restaurant Olm; AbstimmungSbezirk 0(Stadtbezirke Halb- tiisel 1 und 2), Hclmholtzstr. 2t, Restaurant zur Helmholtz- Quelle; AbstxmmungSbeztrk D(Stadtbezirke Lützow 3 und 4), L o g e n- R e st a ii r a n t, Berlin« Str. 61, Eingang Kirchhosstratze. Kandidaten: Paul Hirsch(Hausbesitzer) und Zlugust Gebert. 4. Wahlbezirk: AbstimmungSbezirk A(Stadtbezirk Liehen- see l), Kaiscr-Friedrich-Str. 45d, Restaurant Theien; Ab- stimmungSbezirk B(Stadtbezirk Lictzcnsee 2), Leonhardtstr. 22, Ecke Fricdbergstr. 1, Restaurant zum Landsknecht; Ab st im- mungsbezirk 0(Stadtbezirk Lietzcnsee 3), Witzlebenstr. 35, Turn- hasle der Gemeindeschule XXI; A b st i m m u n (Stadtbezirke Innere Stadt 12 und 13), Kantstr. 53, Schmidt. Kandidat: Isidor Rosenthal. S. Wahlbezirk: Abstimmungsbezirk A Lüchow 1 u. 2), Berliner Str. 46, R e st a u r a n t Prinz AbstimmungSbezirk B(Stadtbezirke Jnncre Stadt 2, Z und Hoch schulviertei 7), Berliner Str, 169, Restaurant»Am Knie», Eingang BiSmarckstr. 1; AbstimmungSbezirk 0(Stadtbezirke Innere Stadt 4 u. b), Spreestr. 13, W o d r i ch s Salon. Kandidat: Heinrich Bogel(Hausbestcher). 0. Wahlbezirk: AbstimmungSbezirk A(Stadtbezirke Innere Stadt 1 und ll) Pestalozzistr. 25, Ecke Kruuunestr. 40, R e st ag» r a n t > S b e z ir k D i e st a u r a n t (Stadtbezirke Luitpold. Dräger; AbstimmungSbezirk B(Stadtbezirke Innere Stadt 6 u. 7), Kais« Fricdrichstr. 87, Restaurant zur Kaiser Friedrich» Loge; Ab st im mungsbezirk 0(StadGezirke Juucre Stadt 9 u. 10), K a i j e r s ä l e, BiSmarckitr. 84. Kandidat: Alfred Will. 7. Wahlbezirk: Abstimmungsbezirk A(Stadtbezirke Hoch- schulviertei 3, 4 u. 6), Leibnizstr. 32, L e i b n i z s ä l e;?I b st i in m u n g s« bezirk B(Stadtbezirke Hochschulviertel 5, Kursürsteudamm 3 u. 4), Btcib» treust,. 41, Ecke Mommicustratze, Restaurant H c l l iv i g; Ab» st i m m u u g S b e z i r k 0(Stadtbezirke Kursürstendaumi 5 u. 6), WilurekS» dorj« Str. 106, R e st a u r a u t R. Stahl. Kandidat: August Weisheit. 8. Wahlbezirk: Abstimmungsbezirk A(Stadtbezirke Ost- viertel 1, 2 u. 3), Luthcrstr. 11, Restaurant Fischer; A b st i m» mungsbezirk B(Stadtbezirke Ostvicrtel 4, 5. 6 u. 7). Augsbarger Sir. 28. Restaurant G e r d e s; A b st i m»i n n g S b e z i r l 0(sladt» bezirke Ostviertel 8, Kurfürstendamm 1 u. 2, Hochschulviertel 1 u. 2), Fa- sanenstr. 21, Ecke Kursürsteudamm. sli e st a u r a n t zum F a s a n. Kandidat: Siegfried Noscufcld. II. Abtciliiiig: Die Wahlen für die 4 Wahlbezirke der H. Abteilung finden am DicuStag, den S. November, von vormittags 9 Uhr bis nach« mittags 6 Uhr statt. Wahllokale sind für den I. Wahlbezirk(Stadlbezirke Westend, Am Spandan« Berg, Schlotz» viertel. Am Lietzcnsee. KalvwSwerder. Am Norniendamm, Am KöuigSdauim, Martiiiikenseide, Lützow 3 und 4. Jiuiere Stadt 4, 5, 6 und 7): Berlin« Slrage 88. Restaurant Na ck. 8. Wahlbezirk(Stadtbezirke Lützow t und 2. Halbinsel t und 2, Jnncre Stadl l, 2. 3, 8. 9, 10. ll, 12 und 13, Hochschulviertel 2, 3, 4, 5, 6 und 7); Leibuizstratze 33, L e i b n i z I ü l e. 3. Wahlbezirk.(Slqdtbczule Am Kursürstendamln): Blcibtreustr. 41, Ecke Momnisenstratz«, R c st a u r a n t H e l I w i g. 4. Wahlbezirk(Stadlbezirke Hochichulvicrtcl 1 und Ostvi«tel): Kleist- stratze l3. Restaurant zum N e t t e l b e ck. Sozialdemokratischer Kandidat für sämtliche Wahlbezirke ist Genosse Paul Hirsch. Scböiieberg. Die Wahlen der HI. Abteilmig finden statt am Sonnabend, den 6. November von vormittags 9 Uhr biS abendö 8 Uhr. Der 8. Wahlbezirk umjatzt: Aschassenburg« Str. 6—19, Bamberger Str. 22—37, Barbarojsaplatz, Barbarossastr. 1— 32 und 35—70, Bayrischer Platz, Eiscuacher Str. 9-— 11 und 83— 113, Gruncwaidstr. 17— 105, Güntzcl» stratze 1, 67 und 68, Haberlandstratze, Habsburger Stratze, Heilbronner Stratze, Hohcnstausenswatze, Kysibäuserstratze, LandShuter Stratze, Lindauer Siratze, Luitpoldslratze, Martin-Luther-Siratze 1—24 lmd 63-89, München« Siratze, Sckiwäbijche Stratze, Speyer« Stratze, Slübbenstratze, Trauiisteiner, Weslarpslrntze. Wahllokal: Turnhalle der 12.113. Gcmeiudeschnle, Hoheu- staufcnstr. 49. Kandidat: Graveur Eduard Peterson, Mieter. T�r 8. Wablbezirk umfaßt: Akazienstratze, Glcditichstr. 1—21, Goltz» stratze, Grunewaldstr. 12—16 und 78—102, verlängerte Pelziger Stratze, verlängerte Gleditschstratze und Vorbeigstratze. Wahllokal: R e sta u r a n t. L i n d c n p a r k», Hauplstr. 12. Kandidat: Gastwirt Ernst Obst, Martin-Luther-Str. 51. Der 4. Wahlbezirk umsatzt: Apoftel-PauIiiS- Stratze, Pelziger Str. I bis 24, Bozen« Straße, Eiienacher Str. 42— 82. Gotha« Stratze, Inns» brucker Stratze. Kusstelner Stratze— zwischen Grunewald- und Erfurter Straße—, Klixstratze, Marlin-Luther- Str. 25—62, Mcininzer Stratze, Mecraner Siratze, Pterseburger Straße, Rathausplatz, Salzburger Stratze, Wartburgplatz, Wartburgslratz«. Wahllokal: Turnhalle der 6. und?. Gemeindeschulch Apostel-Paulus-Slr. 10/11. Kandidaten: Schiiststcller Eduard lvernstein, Mieter. Gastlvirt Ernst Obst, Martin-Luther-SIr. 51. Der 7. Wahlbezirk umsatzt: Mter Zwöls-Apostel-Kirchhos(Kolonnen» stratze), Bahnhos Schöneberg, Brunhlldstratze, Getzlcrstratz«,.Hohensriedberg» siratze, Kasernen, Kolonncnslr. 32— 66, Kriemhildstratze, Militärbahnhos, MilitärsiSkalische Privaistratze, MonumeiUenstr. 1—14 und 31—39, Siegiried» stratze und Stratze 20a. Wahllokal: Restaurant.Zur Hlltte«, Monumentenstr. 29. Kandidat: Buchdrucker Paul Magiian. Der 8. Wahlbezirk umsatzt: Gotenstratze und Sedanstratze. Wahllokal: Restaurant.Zum Goten», Gotcnstr. 1. Kandldat: Maurer Albert Woisromm, Hausbesitzer. D« 9. Wahlbezirk: 1. AdstimmungSbezirk umsaht: CheruSl«. sttatze, General-Pape-Slrahe, Gustav Müller-PIatz, Gustav-Müller-Slratze, Königswcg, ikolonnenstr. 11—31, Leulhenstratze, Rotzbachstratze, Torgauer Stratze. Wahllokal: Turnhall« der 2. Realschule. Kolonnenstr. Sl/23. Kandidaten: Buchdrucker Karl Wollcrmaun und Tischlermstr. Gustav Hoffmau», Mieter. Der 9. Wahlbezirk: 8. AbstimmungSbezirk umsatzt: EberSstr. 4 biS 13, Feurigstr. 1—24 und 58—68, Herbeilstratze, Kaiser-Wilhelmplatz, Kolonueiistr. t— 10, Wahllokal: Turnhalle der 10. und 11. Gemeindeschule« EberSstr. 9. Kaudidate»: Buchdrucker Karl Wollcrmaun und Tischlermeister Gustav Hossmann, Mieter. Gegründet 1064' 13 waren. Engros— Export S, Schlesinger Nene KSnlgstr.»I (Ordonnanzhaus) Kein l,uden! H. Etage. 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Grunewald. Für denJnseratenteilverantw.: kh. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag:«orwärUBuchdruckerei u. VerlagSanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW.