Nr. 265 Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland a Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raun: 50 Big., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( feitgedruckte) Wort 20 Big, jedes weitere Mort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Beiträge ein: Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Quittung. D Freitag, den 12. November 1909. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. bald aufdämmern. Bleibt nur noch die dritte Staatsstüße: 1 weis sogar mehr als die Hälfte. Von den zu Geldstrafen Verdie kriminalistische. Sie auszubauen und zu verstärken ist urteilten muß freilich ein großer Teil doch ins Gefängnis deshalb zurzeit eine Hauptbeschäftigung unserer herrschenden wandern, dank der infamen natürlich im neuen Entwurfe Klassen. aufrecht erhaltenen!- Bestimmung unseres Strafgesetzbuches, daß der Arme nur wegen seiner Armut eine Tat, die der Reiche mit ein paar Mark büßt, mit seiner Freiheit büßen muß. Diese Zahlen beweisen zur Genüge, was es mit dem heuchlerischen Gerede der Reaktionäre aller Richtungen von der Verrohung unserer Zeit auf sich hat. Daß es einen Menschen gäbe, der diese Zahlen etwa mit aunehmender Milde der deutschen Strafrichter erklären wollte, darf man wohl als ausgeschlossen betrachten. Bei diesem Zurückgehen der schweren Kriminalität wäre es wohl angebracht, an eine allgemeine Milderung der Strafen zu denken. Wie weit der neue Vorentwurf davon entfernt ist, wie er vielmehr dem seligen Drakon größte Freude bereiten würde, wird noch in den folgenden Auffäßen zu zeigen fein. Jm Monat Oktober gingen bei dem Unterzeichneten folgende Nun sind zwar unsere bisherigen Strafgefeße und die Machen- Stadt, sozialdemokrat. Verein, 3. Quart. 1909 70,- Art ihrer Handhabung im Kampfe gegen den Umsturz ganz Machen- Land- Eupen, sozialdemokrat. Verein, 3. Quart. 1909 45,20. schneidige Waffen. Aber einige Scharten haben sich doch Groß- Berlin, a konto feiner acht Wahlkreise 10 000,-( darunter gezeigt. Und vor allem das psychologische Moment: Sie amerikanische Auftion vom Stiftungsfest der luftigen 18 bei Sachfe, genießen kein rechtes Vertrauen mehr bei einem großen Teile Greifswalder Straße 37, zur Landtagswahl 3,-, Bezirk 653a, berer, die sich ihrer bedienen. Insbesondere unser geltendes Laß 10,-, Bezirk 661, Orbis 4,-, Monatsbeitrag Raichte 10,-, Gen. Kanone 3,-, A. B. Mister 1,-, Bezirk 358 I Strafgesetzbuch, das in den Jahren 1868-1870 geschaffen 4,-, S. Schöz 6,-, bon den Schuhmachern bei Mohr ist, wird von denen, die es schüßen soll, soweit sie etwas von u. Speier für Landtagswahl 6,-, D. K. R. 25,-) Berlin, diverse Kriminalistik verstehen, nur noch als mehr oder minder Beiträge: Dr. 2. A. 100,- Ginfeger der Fa. Mittag 8,28... ehrwürdige Mumie angestaunt. Ist es doch nichts als ein 2, Gutenberg 32,20. Machetes 5,-. Die Kontobucharbeiter vom Abklatsch des preußischen Strafgesetzbuchs von 1851, und Wedding 5, Zu den Landtagswahlen ges. v. den Maßschneidern dieses wiederum nichts als das napoleonische Strafgesetzbuch der Fa. Peek u. Cloppenburg 10,05.„ Ein Wegelagerer" 8,- Jule, von 1810, ins Preußische übersetzt. Allgemein in den Kreisen Ritterftr. 85 14,30.. S. 100,-. B. 100,-. Freiwilligen Beitrag der Kriminalisten ist deshalb der Wunsch nach einer durch für 1909 b. A. 2., Gipsstr. 3,60. C. D., Guhrau 3,-. May 3,-. Snabe 3,-. Breslau, sozialdem. Verein für Breslau- Dit und-West, 3. Quart. 09 greifenden Umgestaltung des Strafgesetzbuchs entstanden. Die elende Lügenbehauptung unserer Gegner, daß die, Selbst ein so konservativ gefinnter Mann wie der wie gezeigt, in Wirklichkeit gar nicht eristierende Verrohung Bahltr., 3. Quart. 09 411,12. Brandenburg- Westhavelland, sozial- Strafrechtsprofessor Kahl tann nicht umhin, in unseres Volkes dem rapiden Anwachsen der Sozialdemokratie demokr. Verein, 3. Quart. 09 300,-. Bergheim- Euskirchen, Wahl- seiner Schrift: Das neue Strafgesetzbuch"( Seite 19) zu und der Gewerkschaften zur Last zu legen sei, ist zwar einer freisbeitrag für 3. Quart. 09 20,20. Bern 50,-. Bonn, sozial- schreiben: Falls der Gesetzgeber nicht bloß Stückwerk, son- Widerlegung nicht wert. Wer nur einen Blick auf diejenigen demokr. Verein, 3. Quart. 09 15,-. Breslauer Agitationsbezirt, dern eine wirkliche Reform beabsichtigt, werden von den 370 Teile der Kriminalstatistik tut, die von der örtlichen Ver3. Quart. 09, Wahlkreise: Breslau- Land 252,50; Liegniß- Goldberg- Paragraphen des Strafgesetzbuchs wenige unverändert oder teilung der Verbrechen handeln, kann sich überzeugen, daß die Saynau 178,34; Brieg- Namslau 29,52; Oblau Strehlen an ihrer Stelle bleiben." Schlupfstätten der Reaktion regelmäßig auch die Nimptich 46,72; Militsch- Trebnig 12,10; Dels- Wartenberg 4,20; Das Strafgesetz ist aber schließlich nicht nur eine poli- Schlupfstätten der Verbrechen sind, und daß die Leobschütz 4,90; Neustadt 11,56; Reiße 4,-; für Flug tische Waffe, sondern auch eine solche gegen das Ver- Wahlkreise mit starker Sozialdemokratie auch regelmäßig blätter vom Kreise Liegnitz 31,50; Summa 575,34. Bugtehude, von den Alten durch Weber 2,-. Cannstatt, sozialdemokr. Berein des brechertum, und zwar, wie anerkannt werden mag, eine solche mit schwacher Kriminalität sind. 2. württemb. Wahlfr., 3. Quart. 09 361,28. Crefeld, fozialdemokr. im Gegenwartsstaat unentbehrliche. Freilich wird im Klassen- Noch elender zerfliegt die Züge der Reaktionäre, wenn Wolfsver., 3. Quart. 09 214,46. Caffel- Melsungen, fozialdemofr. ftaat der Kampf für die Ausrottung des Verbrechertums wir einen Blick auf die Ursachen des Verbrechens werfen, Verein, 3. Quart. 09 435,48. Dornheim( Hessen), J. G. F. 2,10. stets Sisyphusarbeit sein, da die Wurzel der Kriminalität, selbst wenn wir nur die Ansichten der bürgerlichen Kriminal Düffeldorf, fozialdemokr. Verein, 3. Quart. 09( darunter von Frauen die sozialen und politischen Verhältnisse, bestehen bleibt. politiker zugrunde legen. Die alte Lehre, welche die Schuld 80,82) 589,38. Essen, Beitrag der weiblichen Witgl. d. sozialdemokr. Alljährlich beim Erscheinen der Kriminalstatistik erhebt am Verbrechen stets nur dem Verbrecher selbst zu Lasten legte, Ber. für 3. Quart. 09 66,33. Eulenburg, fozialdemokr. sich in der bürgerlichen Preise ein gewaltiges Lamento über findet heute kaum noch ernsthafte Vertretung. Auch dieVer. d. Wahlkreises Delipsch Bitterfeld für das 2. Quart. 09 Die wachsende Verrohung unserer Zeit. Und es muß zu jenigen, die im Anschlusse an den jüngst verstorbenen Lom176,80. Eglingen, sozialdemoke. Verein fiir 3. Quart. 09 224,75. Erfurt Schleujingen Ziegenrüd, 3. Duart. 09 180,- gegeben werden, daß die Zahl der Gesamtkriminalität fich broso einen sogenannten Verbrechertypus konstruierten, der Frankfurt a. M., fozialdemokr. Ver., 3. Quart. 09 1100,-. Fallen im allgemeinen in aufsteigender Kurve bewegt. Das mit besonderen förperlichen Eigenschaften ausgestattet sei, berg( Oberscht.) 17,70. Görliger Agitationsbezirk. Wahlfreije: legte Jahr, für das die Statistik berichtet, 1907, zeigt eine haben ihre Lehre mehr oder minder zugunsten der sogen. Grünberg- Freistadt 55,- Sagan- Sprottau 50,60; Bunzlau- Lüben Abnahme der Zahl der Verurteilten und der Verur- kriminalsoziologischen Anficht aufgeben müssen, die den so. 78,-; Löwenberg 22,20; Görlig- Lauban 303,80; Rothenburg- teilungen. Im folgenden ist diese neueste Statistik, zialen Verhältnissen die Hauptschuld am BerHoyerswerda 81,30; Summa 590,90. Gebweiler i. Eli., soz. Verein, die erst nach der Veröffentlichung des Entwurfs erschienen brechen zuschreibt. Und alle anderen sozialen Faktore des 3. Quart. 09 10,14. Gr. Dttersleben, fozialdemokr. Verein für den ist, noch nicht berücksichtigt. Im Jahre 1822, dem ersten Verbrechens werden von einem einzigen überragt: der wirts Wahlkr. Wangleben, 3. Quart. 09 200,- Gera( Reuß), fozial Jahre der amtlichen Kriminalstatistik, betrug die Zahl der schaftlichen Not. Dafür ein paar Beispiele: demokratischer Verein für Reuß j. 2, 3, Quart. 09 600,-. Geldern, wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Reichsgeseze ver Wahltr. Clebe- Geldern, Die kapitalistische Wirtschaft zeichnet sich aus durch 2. Quart. 09 11,20. Harburg, 17. hannov. Wahltr., 3. Quart. 09 800,-. Sagen- Schwelm, urteilten Personen 315 849996 auf 100 000 Strafmündige ständigen Wechsel von Hochkonjunktur und fozialdemokr. Verein für 3. Quart. 09( darunter v. Frauen 33,79) der Zivilbevölkerung, 1907 war die Zahl der Verurteilten risen. Ein Blick in die Kriminalstatistik lehrt nun, daß 566,91. Köln a. N., Reg. W. 20,-. Kattowig, Beitrag d. P. 3. G. 530 723, die Verhältniszahl 1222. Die Kriminalität hat also dieser Wellenlinie fich genau die Entwickelung der Kriminalifür 3. Quart. 09 126,44( darunter Wahlfr. Kattowitz- Babrze 51,27; in dieser Zeit erheblich zugenommen und sogar um 22 Broz. tät anpaßt. Dem Krisenjahr folgt ein Anschwellen der VerBeuthen Tarnowit 24,50). Laupheim, 15. württemb. Wahltr., Orts die Zunahme der Gesamtbevölkerung überflügelt. Dennoch brechenszahl wie der Schatten dem Menschen. Der knappe, verein Laupheim, 3. Quart. 09 2,62. Lüneburg, fozialdemokr. Verein darf man sich durch diese Zahlen nicht zu Uebertreibungen mir zu Gebote stehende Raum hindert leider, an dieser Stelle des 16. hannov. Wahltr., 3. Quart. 09 100,- Magdeburg, sozial- hinreißen lassen, wie es unsere bürgerlichen Moralisten zu den Nachweis zahlenmäßig zu führen. Von größtem Einflusse demofr. Verein, a fonto der Beiträge für 3. Quart. 09 800,- fun pflegen. Zum Beweise einer angeblichen Demoralisation auf die Kriminalität, besonders auf die Eigentumsvergehen, Mülhausen i. Els., fozialdemokr. Kreisverein, 3. Quart. 09 69,24. unseres Volkes lassen sie sich nämlich nicht verwerten. Bu ist insbesondere der Stand der Getreidepreise. Sohe GeM.- Gladbach, sozialdemokr. Verein, 3. Quart. 09 60,84. Meerane, 17. fächs. Wahlkreis, 3. Quart. 09, 125,-. München, Gau Süd- nächst ist zu berücksichtigen, daß seit 1882 eine Anzahl neuer treidepreise= hohe Kriminalität ist eine bayern, 3. Quart. 09, Wahlkreise: München I und II 895,59; Strafbestimmungen hinzugekommen sind. Sodann schafft Gleichung, die schon der Begründer der Kriminalstatistik, Aichach 56,40; Ingolstadt 12,27; Wafferburg 3,09; Weilheim 30,48; unfer modernes Leben in jedem Jahre mehr Berührungs- Quetelet, aufgestellt hat. Neuerdings hat der Kriminalist Rosenheim 89,67; Traunstein 26,91; Landshut 13,53; Straubing punkte und damit mehr Reibungsflächen zwischen den ein- Berg für Deutschland die Richtigkeit jener Gleichung schlagend 7,08; Baffau 10,68; Pfarrkirchen 2,10; Deggendorf 8 ,; Augsburg zelnen Individuen und vergrößert schon dadurch die Krimi- zahlenmäßig dargetan und dadurch nachgewiesen, wie richtig 110,79; Donauwörth 4,29; Jertiffen 20,55; Staufbeuren 11,25; nalität. Und dann: Was segelt nicht alles in der amtlichen die Beobachtung des jetzigen Unterstaatssekretärs von Mayr Immenstadt 40,71; Summa 1338,39. Neuwied, fozialdemokratischer Kriminalstatistik unter der Flagge der Kriminalität! Ganz ist, der in seinem Buche: Die Gefeßmäßigkeit im GefellVerein für 3. Quartal 1909 6,28. Oldenburg, 1. oldenb. Wahlkreis, abgesehen soll in diesem Zusammenhange werden von den schaftsleben"( Seite 346) bei Besprechung der bayerischen 3. Quart. 1909 145,66. Oberlangenbielauer Agitationsbezirk, 3. Quart. 1909, Wahlkreise: Hirschberg- Schönau 47,07; Landeshut- Bolfenhain- politischen Verbrechern". Wer seinen lieben Mitmenschen Kriminalstatistik ausführt, daß so ziemlich jeder Sechser, Jauer 80,-; Reichenbach- Neurode 295,95; Schweidnig- Striegau 186,-; einen„ Esel" nennt oder wer widerrechtlich in das befriedete um den das Getreide im Preise gestiegen sei, auf je 100 000 Waldenburg 312,-; Summa 911,02. Prigwall, Beitrag des Wahl- Besitztum eines anderen eindringt", wird unweigerlich in der Einwohner einen Diebstahl mehr hervorgerufen habe, treises Ostprigniß für 3. Quartal 1909 10,50. Recklinghausen, amtlichen Kriminalstatistik als Verbrecher gezählt. Wer ernst- während andererseits das Fallen der Getreidepreise um einen Wahlkreisbeitrag für 3. Quartal 1909 147,-. Staßfurt, Wahlkreis haft Kriminalstatistik treiben will, der scheidet zunächst aus Sechser je einen Diebstahl bei der gleichen Zahl von EinQuedlinburg- Aschersleben- Calbe, 3. Quartal 1909 480,50. Stuttgart, der Zahl der Verbrecher diejenigen aus, die allein Gegen- wohnern verhütet hat. Charakteristisch ist ferner, daß die G. 1. 10, Stockelsdorf, Fürstentum Lübeck, Beitrag für das stand der Kriminalpolitik sind. Am besten läßt sich dies tun, falten Monate, also die Zeiten der Nahrungserschwerung, 2. Quartal 1909 123,42. Solingen, Wahlkreisbeitrag für 3. Quart. wenn man die Sonderung nach den erkannten Strafen vor- gleichzeitig die Zahlen der Eigentumsvergehen anschwellen 1909( darunter bon weiblichen Mitgliedern 28,84) 519,96. Schwenningen, 9. württembergischer Wahlfreis, 8. Quart. 1909 116,80. nimmt. Da ergibt sich denn, daß, um mit den schwersten Ver- lassen. Ihre Bahl ist im Winter mit seiner Not um mehr Salzwedel Gardelegen, Wahlfreisbeitrag für 3. Quartal 1909 49,62. brechern anzufangen, die Zahl der zum Tode Verals 30 Proz. größer als in den sonstigen Jahreszeiten. Bon Welten, Wahlkreis Potsdam- Dsthavelland, 3. Quartal 1909 288,57. urteilten sich seit 1882 von 85 auf 32 vermindert hat. den in die preußischen Zuchthäuser eingelieferten Gefangenen Borwärts"-Ueberschuß 3. Quartal 09 29 268,90. Wahrer Jakob", Dennoch will der neue Vorentwurf die barbarische Todes hatten ferner mehr als 34 ein Einkommen von unter Neue Beit", Gleichheit" 15 000,-. Weimar, 1. weimaricher ftra fe beibehalten. Die Zahl der zu Zuchthaus 900 Mart. Eng ist der Zusammenhang zwischen ArbeitsBahltr., 2. u. 3. Quartal 09 173,23.. 9. 3. 5000,-. Bittan, Verurteilten, also im allgemeinen der schweren Verbrecher, lohn und Kriminalität. Rechtsanwalt Dr. Weinberg hat jozialdemokr. Verein des 1. fächs. Reichstagswahlkreises, 3. Durt. 09 hat sich feit 1882 absolut um ein Drittel, im Verhältnis zur hierüber unter dem Pseudonym Dr. Siegfrieda in der„ Neuen strafmündigen Bevölkerung gar um die Hälfte gesenkt. Ins- Beit"( 24. Jahrg., Bd. 1 S. 636 ff.) eine kleine Untersuchung Berlin, den 9. November 1909. gesamt sind im Jahre 1906 nur 8010 Personen mit Zuchthaus angestellt, die beispielsweise ergab, daß diejenigen zehn Rebestraft worden gegen 13 417 im Jahre 1882. Sogar die Zahl gierungsbezirke, die in der allgemeinen Kriminalität am der zu Gefängnis Verurteilten hat unter Berücksichtigung günstigsten dastehen, mit einer einzigen Ausnahme relativ des Wachstums der Bevölkerung ftarf abgenommen, wenn- günstige Lohnverhältnisse haben, während sich unter den gleich noch immer mehr als 4 Million Menschen in ihnen 13 Bezirken, die in der allgemeinen Kriminalität am unfür die Sünden der kapitalistischen Gesellschaft büßen. Eine günstigsten dastehen, kein einziger befindet, der einen relativ starke Verminderung weist auch die Zahl der zum Verluste günstigen ortsüblichen Tagelohn aufweisen kann. Noch der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilten Per- charakteristischer ist vielleicht, daß genau dieselben 7 Prosonen auf, also diejenigen Bestraften, bei denen das Gericht vinzen, die den niedrigsten Durchschnittslohn haben, auch die eine besonders ehrlose Gesinnung vorausgesezt hat. Sie ist ungünstigste Diebstahlskriminalität aufweisen. Die Zahl der von 20 401 im Jahre 1882 auf 12 490 im Jahre 1906 gefallen. Beweise dafür, daß die wirtschaftliche Not es ist, die Bon den drei Grundstüßen unserer Staats- und Gesell- Aehnliches gilt für die Polizeiaufsicht, deren Zu unsere Zuchthäuser und Gefängnisse füllt, ließe sich noch ins schaftsordnung: 3uchthaus, Kirche und Kaserne lässigkeit im Jahre 1882 in 8238, im Jahre 1906 jedoch nur Ungemessene vermehren. Es genüge hier noch, auf die steht nur noch die erste ganz unerschüttert fest. Die Kirche hat in 3085 Fällen ausgesprochen ist. Hingegen ist die Zahl der schlechten Wohnungsverhältnisse hinzuweisen, die eine Hauptin großen Teilen Deutschlands fast ganz ausgespielt; in zu Geld ftra.fe Verurteilten start gestiegen. Auffie ursache der so viel beklagten Kriminalität der Jugendlichen anderen Teilen sind die Tage ihres Einflusses gezählt. Die allein entfällt das Wachstum der Krimi- sind und von denen der bedeutendste bürgerliche KriminalEinsicht, daß das Militär der allgemeinen Wehrpflicht in nalität. Bon 83 562 im Jahre 1882 ift fie auf 242 018 politiker von Liszt meint: Eine gründliche Beseitigung der einem Lande mit 34 Millionen fozialdemokratischer Wähler im Jahre 1908 gestiegen. Ihr Anteil an der Gesamtheit der Mißstände, die heute fast überall, nicht nur in den Großauf die Dauer keine ganz zuverlässige Waffe gegen den wegen Verbrechen und Bergehen erkannten Strafen beträgt städten, mit dem Wohnungswesen der arbeitenden Klassen inneren Feind ist, dürfte auch den berbohrtesten Militaristen annähernd die Hälfte aller Strafen, zusammen mit dem Ver. I verbunden sind, wird sich ganz zweifellos als ein wirksameres " 268,22. " " Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. Der Vorentwurf zum neuen Strafgesetzbuch. I. C Mittel zur Verminderung der Kriminalität ertvsisei«. als eine ganze Anzahl von neuen Paragraphen im Strafgeschbuch." Ferner ist auf den Alkoholismus hinzuweisen, der in dein neuen Strafgesetzentwiirfe so oft berücksichtigt ist und dem die Verfasser des Entwurfs doch so verständnislos gegen- überstehen, wie noch zu zeigen sein wird. Schon das Ange- führte lehrt, dast eine wirkliche Kriminalpolitik einzig und allein von den Sozialdemokraten und den Gewerkschaften ge- trieben wird. Nur sie gehen ernsthaft der wirtschaftlichen Not zu Leibe, nur sie kämpfen wirksam für höhere Löhne und niedrige Brotpreise, gegen Arbeitslosigkeit und Wohnungs- elend, für Bildung und Kultur. Nur ihrem Wirken ist es zuzuschreiben, daß die Kriminalität sich gebessert hat. Wie erbärmlich ist es da, daß der neue Entwurf, der angeblich das Verbrechen bekämpfen soll, ausgestaltet ist zu einem wahren Ausnahmegesetze gegen diejenigen, die einzig es wirk- sam bekämpfen: gegen dieSozialdeniokratie und die Gewerkschaften! Dies wird in den folgenden Aufsätzen näher zu zeigen sein. Zunächst soll jedoch kurz dar- gelegt werden, welche im kapitalistischen 5tlassenstaate erfüll- baren Forderungen wir an ein Strafgesetzbuch zu stellen haben. Wie viel wichtiger als ein Strafgesetzbuch ein wahr- Haft sozialpolitisches Gesetzbuch für die Verbrechens- bckämpfung wäre, geht aus den Zahlen, die wir hier über die Ursache der Verbrechen mitgeteilt haben, klar hervor. klli! dem ischMchen Landtage. Aus Dresden wird uns darüber noch geschrieben: Am Dienstag abend find die neugewählten 25 sozialdemokratischen Abgeordneten in die Zweite Kammer des sächsischen Landtags ein- gezogen und am Mittwoch gab es bereits den ersten Zusammenstoß mit den Gegnern. Als drittstärkste Fraktion hatten die Sozial- dcmokraten nach allem bisher beobachteten Herkommen Anspruch auf den zweiten Vizepräsidentenposten und einen Sekretär. Beide gehören zum Direktorium, das über die wichtigsten Dinge geschäftlicher Art gemeinsam zu beraten und mit Stimmenmehrheit zu entscheiden hat. Unsere Genossen machten ihren Anspruch auf beide Stellen iin Direktorium auch geltend. Bon den National- liberalen wurde ihnen auch die Lizepräsidentenstelle zugesagt, doch knüpften die Herreu daran die Bedingung, daß der sozialdemo» kratische Vizepräsident mindestens an der sogenannten feierlichen Er- iisinung des Landtages, die im königlichen Schloß stattfindet, teil- nehmen müsse. Sie begründeten ihr Verlangen mit der Behauptung. der erwähnte Eröffnungsakt, sowie die Schlußzeremonie seien durch die Verfassung vorgeschrieben. Nun heißt eS allerdings im§ 114 der sächsischen Verfassung: Der König eröffnet und entläßt die Stände- Versammlung entweder in eigener Person oder durch einen dazu bevollmächtigten Kommissar. Ohne diese Eröffnung darf der Landtag in Verhandlungen nicht «intreten. Insoweit handelt es sich allerdings um einen durch die Verfassung vorgeschriebenen Akt. ES steht aber kein Wort davon in der Verfassung, daß zu dieser Eröffnung die Vizepräsidenten zu erscheinen haben. Außerdem hat man diese Eröffnung zu einer höfischen Zeremonie verunstaltet, die im königlichen Schlosse stattfindet. Die Abgeordneten müssen sich in vorgeschriebener Weise aufstellen. Wenn der König kommt, wird ein Hoch auf ihn aus gebracht. Darauf wird die Thronrede verlesen und der Landtag für eröffnet erklärt. An dieser Zeremonie sollte der sozialdemokratische Vizepräsident teilnehmen, allerdings sollte es ihm freigestellt werden, ob er mit Höchen wolle oder nicht. Die sozialdemokratische Fraktion lehnte das Ansinnen namentlich unter dem Hinweise ab, daß in der Verfassung kein Wort davon stehe, daß der zweite V i z e p r ä s i d e n t bei der aller- dings durch die Verfassung vorgeschriebenen Eröffnung zugegen s e i n m ü s s e. Es wurde die bedingungslose Gewährung des zweiten Vizepräsidentenpostens gefordert. Darauf erklärten die Nationalliberalen und Freisinnigen, für einen sozialdemo« tratischen Vizepräsidenten nicht eintrete» zu können. So kam es dann auch. Ueber den Verlauf der Mittwochsitzung und der Präsidentenwahl ist schon berichtet worden. Die Sozialdemokraten stimmten für den Nationalliberalen Bogel als Präsidenten und den Konservativen Opitz als ersten Vizepräsidenten gemäß dem Grundsatz, daß die Direktoriums� Posten nach der Stärke der Fraktionen zu verteilen find. Um so unwürdiger war danach das Verhalten der Bürgerlichen. Die Frei sinnigen akzeptierten deir zweiten Vizepräsidenten trotz der schmäh lichen Umstände, unter denen er ihnen zufiel. Die Sozialdcinokraten zogen die selbstverständliche Konsequenz, indem sie nun auf den Sekretärpostcn verzichteten. Sie gaben bei dieser Wahl weiße Zettel ab. Indes wurde Genosse Fleißner mit 37 Stimmen gewählt, die von den Liberalen herrührten. Er lehnte natürlich die Wahl ab, so daß an seine Stelle der Konservative Dr. Schanz rückte. Daniit war der Streit erledigt, der den Nationallibcralen und Freisinnigen Gelegenheit gegeben hatte, gleich zu Ansang der Session zu zeigen, daß sie keine Spur von Liberalismus besitzen. Am Donnerstag eröffnete der König de» Landtag mit einer Thronrede. Sie erwähnt u. a. die Tatsache, daß sich die Zweite Kammer auf Grund eines neuen Wahlgesetzes versammelt habe,„das dem Frieden des Landes und der Wohlfahrt aller Schichten des Volkes dienen solle". Der Staatshaushaltsetat für die nächste Finanz Periode weise namhafte Ausgaben zugunsten der Beamten, Geist- lichen, Lehrer usw. und ihrer Hinterbliebenen auf. Da vermehrte und neue Staatsbedürfnisse zu berücksichtigen waren, habe die Her- stellung des Gleichgewichts zwischen den Einnahmen und Ausgaben diesmal besonder« Schwierigkeiten geboten, jedoch sei es gelungen. den Etat ohne erhöhte Anforderungen an die Steuerkraft des Lande? ins Gleichgewicht zu bringen. Von den vor einigen Monaten erlassenen Steuergesetzen des Reiches dürfe erwartet werden. daß sie der Reichskasse denjenigen Mehr- betrag an fortlaufenden DeckungSmitteln zuführen. der er- forderlich ist, um bei sparsamer Führung deS ReichShauShaltS- etats den Reichkbedarf aufzubringen und einem weiteren un- verhältnismäßigen Anwachsen der Reichsschuld wirksam vorzubeugen. Leider war es den Verbündeten Regierungen nicht gelungen, gleich- zeitig die seit langem angestrebte Regelung des finanziellen Verhältnisses der Bundesstaaten zum Reiche zu er- zielen. Ja dieser Beziehung bei sich darbietender Gelegenheit auf eine Aendcrung hinzuwirken, wird die Regierung fortgesetzt als ihre Aufgabe betrachten. Auf dem Gebiet der Berg- gesetzgebung kündigt die Thronrede einen Entwurf an. wonach die Sicherheit des Betriebes durch gewählte Berg- arbeiter mit überwacht werden soll. Ferner werde es die Regienmg nach wie vor als ihre ernsteste Aufgabe be- trachten, dem Volke die Religion zu erhalten. Auf dem Gebiete der UnierrichtSverwaltnng werden drei Gesetzentwurfs vorgelegt werden. Diese betreffen die künftige Gestaltung der höheren Mädchenschulbildung zwecks besserer Ausbildung deS weiblichen Geschlechts für seine späteren BenifsmögNchkeiten. ferner die Anstellungsverhältnisse der Fachkehr eri ttnen an den Volksschulen sowie die Abänderung des Gesetzes über die Schul st euer». Zum Schluß küudigt die Throurede Gesetzentwürfe über die Landes- brandversicherungsanstalt und über die Feuerver- s i ch e r u n g bei privaten Unternehmungen an. Sie belgische Mrife. ist im Jubi- zum Normal- In der Tat ausonst Krise Brüfftl, 9. November. sEig. Ber.) Die„Krise" läumsjahr der LS jäbrigen Herrschaft der Klerikalen zustand des belgiichen Parlamentarismus geworden. scheint das, was man im polilischen Sprachgebrauch nennt, sich unter dein glorreichen, alle parlamentarischen Normen mißachtenden klerikalen Regime zu einer ingeuiösen Reglern ngS- technik auszubilden. Zur Krise gehört eS sonst, daß sie ihren notwendigen, durch bestimmte politische Voraussetzungen vorgezeichneten Ausgang nimmt. Aber gerade dazu will es' jetzt nicht kommen und dies hauptsächlich darum, weil die klerikalen Minister auch ohne und eventuell gegen die Majorität regieren. Die Situation ist in Belgien nicht mehr neu und wenn statt deS Ministeriums S ch o l l o e r t ein anderes klerikales Ministerium auf den Plan tritt, muß sich die parlamentarische Situation noch lange nicht ändern. Der logische Abschluß der Krise wäre die DurÄsetzuiig einer Militärreform»r i l Hilfe der Linken oder der Appell an die Wählerschaft, d. h. Wahlen mit der Plattform der allgemeinen Person- lichen Dienstpflicht. Daß die Regierung nicht zu dem letzteren Mittel greift, begreift sich. Wird Herr Sckollaerr die Reform mit der Linken machen; ihr An- gebot, die persönliche Dienstpflicht in die Reform aufzunehme»— als„Lösegeld" für die Dienstbefrciungen der Geist- lichen— annehmen? Man weiß, Herr Schollaert hat kühn er- klärt, die Militärreform nur mit der Rechten zu machen. Auf dieser Rechten befindet sich jedoch der intransigeute altklerikale Woeste. der überhaupt von einer Reform nichts wissen will und höchstens einem Ausbau des Gesetzes vom Jahre 1902 über das Volon- t a r i a t zustimmt, von dem eben der K r i e g s m i n i st e r erklärt hat. daß eS unhaltbar und die Quelle all' der in ilitärischen Gebrechen ist, die eine Reform be- seitigen soll.— Auf dieser Rechten befindet sich aber audj der Flügel der Juugklcrikaleu, von denen ein Teil wenigstens, ent- schlössen ist, nur für eine Militärreform zu stimmen, die das„Krebs- geschwnr" am Leib der Armee, wie der klerikale Minister H elleputte einmal das StcllvertretungSsystem genannt hat, b e- seitigt. Ein solcher Paragraph fehlt der Regierungsvorlage, trotzdem sich seinerzeit der Kriegsminister in seinen Vorschlägen sehr energisch für die persönliche Dienstpflicht eingesetzt hat. Die seinerzeitigen Abstimmungen in den Sektionen über da? Regierungsprojekt wie über das Amendement Bertrand über die persönliche Dienstpflicht haben zudem gezeigt, daß das Haus über eine Majorität für die persönliche Dienstpflicht ver fügt. Und nun hat in diesen Tagen ein Mitglied der Rechten, Herr Levis, in einer Rede, die voll scharfer feind licher Spitzen gegen Woeste war, an die Regierung appelliert, die von der Linken angebotene Eini- gung zu akzeptieren und mit Hilfe dieser und gegen die Woeste-Clique die Militärreform auf der Basis der persönlichen Dien st Pflicht zu machen. Herr Levie wird seither von den Woeste-Blättern als Parteiverräter und Annpatriot angeflegelt und der Regierung gedroht, falls sie auf eine Einigung mit der Linken eingeht, daß ihr durch Amendements das Gesetz von der Woeste-Clique in Grund und Boden verpfuscht werden würde. Also:„Sabotage"! Und Herr Woeste selbst läßt sogar mit einer Ministerkrise drohen! So liegt denn die Situation so, daß die Regierung mit der Linken keine Militärreform machen darf und mit der Rechten keine machen kann. Herr Schollaert hätte eine Majorität, aber er darf nur mit der Minorität regieren— vorausgesetzt, daß der allerdings unheimlich zähe und starrsinnige Fanatiker Woeste siegt. Ob das„Lösegeld" für die persönliche Dienstpflicht im Rahmen der Regierungsvorlage vom s o z i a l i st i s ch e n Standpunkt aus besehen, nicht zu teuer bezahlt wäre, ist eine andere Frage. Neben dem Liberalen H h m a n S und dem Demokraten Jans o n, hat auch Band ervelde für die sozialistische Gruppe der Regie rung ihre Hilfe zugesagt, d. h. erklärt, daß die Sozialisten für die Regierungsvorlage stimmen würden, wenn sie die Aufhebung der Stell Vertretung zusagt. Nun hat der letzte Parteikongreß bezüglich der Haltung der Sozialisten in der Militärfrage sein Votum dahin abgegeben, daß unsere Genossen in der Kammer nur für ein Gesetz stimmen dürfen, das keine Erhöhung der militärischen Lasten zur Folge hat. In diesem Punkte gibt die Formel Schollaert aber durchaus keine Berubigung. Sie läßt die Frage des Kontingents und der Dienstzeit offen und die Formel: ein„Sohn per Familie" im Verein mit den von den Klerikalen geheischten Befreiungen gibt keinerlei Gewißheit darüber. ob nach der Durchführung der Schollaertschen Reform das Proletariat nicht mit erneuten militärischen Lasten würde beschwert werden. Diesem Zweifel oder vielmehr dieser Befürchtung hat auch die sozialistische Presse bereits Ausdruck gegeben. Will die Regierung eine Einigung mit der Linken, eine Unterstützung der Sozialisten in der Militärreform, so wird es notwendig sein, daß sie in ihrem Projekt auch Garantien bietet, daß das Proletariat nicht die Auf Hebung der einen Ungerechtigkeit mit neuen Opfern bezahlt. Aber soweit ist die Situation noch lange nicht gediehen. und es ist Tausend gegen Eins zu Ivetten, daß eine Kombination nach rechts mit Intrigen und unredlichem Schacher einer Kombination nach links mit Konzessionen in demokratischer Richtung von der Re- gierimg vorgezogen wird— wenn sie die Möglichkeit dazu hat... poUtifebe debcrHcbt. Berlin, den 11. November 1909 Ttatt des Treiklafsentvahlrechts ein Vierklassenwahlrecht! Eine Korrespondenz erzählt: „Ein maßgebender Abgeordneter der nationalliberalen Partei spricht sich auf Grund von Jnfonnationen, die er von unterrichteter Seite erhalten hat, dahm au?, daß nach den Er- fahrungen, die mit dem Plural Wahlrecht in Sachsen gemacht worden sind, eine Einführung desselben für Preußen überhaupt nicht mehr in Frage kommt, nach- den» sich herausgestellt hat, daß das Plural Wahlrecht einen genügenden Schutz gegen sozialdemokratische Ueber- slutung nicht bildet. Nach Ansicht deS Abgeordneten dürste die Lösung der preußischen Wahlreformsrage vielleicht in der Weise gefunden werden, daß man vom Dreiklassenwahlrecht zum Vier- klas sen w a h lrecht übergeht und die Zugehörigkeit zu einer dieser vier Klassen von der Sreuerleistung, der Bildung und dem Alter abhängig macht. Ein derartiges Wahlrecht böte einen sicheren Schutz gegen die sozialdemokratische Hochflut. Es würde dann auch der Durchführung der geheimen Ab- st i m m u» g ein wesentliches Hindernis nicht mehr entgegenstehen." Da auch das sächsische Wahlrecht ja eine Art Vierklassen- Wahlrecht ist, aber nach der ttationalliberalen Information Herrn v. Bethmann Hollweg noch zu radikal sein soll, so würde also das für Preußen in Aussicht genommene Vier- klassenwahlrecht noch viel elender sein, als das sächsische! Ob die Meldung nun richtig ist oder nicht, so viel ist ohne weiteres klar, daß sowohl die Regierung als auch die Parteien der Rechten alles aufbieten werden, um die Wahlreform derart zu gestalten, d. h. zu verhunzen, daß die preußische Duma vor einer sozialdemokratischen„Ueberflutung" zeschützt ist. ES fragt sich nur, ob die entrechteten Massen sich derartig prellen lassen werden. Und da scheint uns denn doch das Resultat der letzten Wahlen im ganzen Reiche ein Beweis dafür zu sein, daß die breiten Volksmasscn es endlich gründlich satt sind, sich von Junkern, Pfaffen und Schlotbaronen als Unmündige behandeln zu lassen. Das Volk wird bei der Wahlreform auch ein kräftiges Wörtlein mitzusprechen haben! Budgetberatung in der Hamburger Bürgerschaft. Hamburg, den 11. November. Am Mittwochabend gelangte in Hamburgs Parlament das Budget für 1919 zur Beratung. Senats- komniisiar Dr. Diestel, der seit dem Tode des Bürgermeisters Dr. Mönckeberg die wichtigen Senatsvorlagen vertritt, gab sich einen modernen Anstrich. Er hob hervor, daß ein Drittel der Staats- einnähme für die Besoldung des Beamtenheeres draufgehe. Senator Dr. Diestel scheint seine Beamten zu kennen, denn er hält diese nicht für befähigt zur Leitung der Hamburger Staats- und Vorortbahn: „lieber ein Kaufmann, als ein Beamter, der nicht das ErwerbSinterei'e hat, das jenen beseelt," bemerlte er, hinzufügend, daß der Beamte nur eben seine Bureauzeit ausfülle, womit für ihn die Sache abgetan sei. Im nächsten Jahre wird, eine Folge des KöhlbrandvertragcS, das Budget die Höhe von 200 Millionen erreichen.— Genosse Stalten hob hervor, daß die traurigen Finanzverhältnisse im Reiche auch auf die Hamburger Finanzen hiiinberfpielen, so daß die Steuersckraube auch hier stärker angezogen werden müsse- Er ersuchte den SenatSkommisiar, bei der Borberatung der ReichSwertzuwachssteuer darauf hinzuwirken, daß diese den lokalen Verhältnissen Rechnung trage. Die Klage über die Beamtenwirtschast griff Genosse Stollen auf, indem er darauf hin- wies, daß eö in dieser Hinsicht beinahe ebenso schlimm aussehe, wie auf den Reichswerften. Das Beamtenheer zähle jetzt rund IS 000 Köpfe, auf j e zwanzig erwachsene Männer kommt in Hamburg ein Beamter! Auf diesem Gebiete könnte viel gespart werden, wie auf der anderen Seite die Hafenanlagen. Kaibctriebe usw,, vor allem die an der Amerika- Linie ver- pachteten, als ergiebige Einnahmequellen herangezogen werden könnten. Der BudgetauSschuß werde daS trübe Bild in dcr angedeuteten Richtung retouchieren können. Einen Zuruf, daß an der Unrentabitilät der StaatSanlagen die hohen Arbeitslöhne schuld seien, tat Stötten mit der Bemerkung ab, daß die Lohn- erhöhung bei weitem nicht Schritt gehalten habe mit der durch die agrarische Schandwirtschaft hervorgerufenen Verteuerung der wich- tigsten Lebensmittel. In der weiteren Aussprache wurde vor allein den kostspielig arbeitenden Staatsbehörden Sparsamkeit empfohlen und eine scharfe Kontrolle verlangt. M.- Gladbacher Steuerpolitik. Im September 1905 veröffentlichte die„Soziale Kultur". eine im Verlage der Zentralstelle des katholischen Volksvereins erscheinende Monatsschrift einen Artikel über Steuerwesen und Steuerpolitik, worin festgestellt wurde, daß die Lasten deS Reiches«nicht von den Besitzenden, von den Millionären und Korn- merzienräten, nicht von den Großgrundbesitzern und Großindustriellen aufgebracht werden, fondern von der breiten Masse des arbeitenden um seine Existenz im harten Kampfe ringenden BolkeL." Wo.ter wurde bezüglich des Verhälinsics der direkten und indiretten Steuerbelastuiig festgestellt, daß an Reichs- steuern auf den Kopf der Bevölkerung entfallen 18,56 M., an Landes- steuern 11,22, worunter noch 3,10 M. indirekte Steuer, an Gesamt- stcuer also 29,73 M.„Die indirekten Steuern in Reich und Bundesstaat." hieß es wörtlich,„betragen ins- gesamt pro Kopf 21,66 M., während die direkte» Steuern nur 8,12 M. ausmachen, d. h. die indirekten Steuern betragen etwa 250 Prozent der Staats- steuern." Der Artikel zog dann noch die direkten Gemeinde-, Bezirks-, Provinzialsteuern sowie die Kirchen- und Schulsteuern in Betrackt und kam zu folgendem Ergebnis: direkte Steuern 17,52 M., indirekte Steuern 24.66 M. p r o K o p f.„Mag man— so hieß es am Schluß— über unsere Schätzungen bezüglich der Kommunallasten streiten, aber soviel steht unleugbar fest:„Die Gesamtbelastung durch indirekte Steuern ist höher als die durch die direkten Steuer»". Heute, nachdem da? Zentrum den großen 2.»lksbetrug dcr Reichs- finanzreform auf dem Gewissen hat. beweisen die M.-Gladbacher das Gegenteil. Sie haben das Land mit einem Flugblatt überschwemmr, dessen erste Seite mit drei Säcken geziert ist: einem ganz großen, der die Summe der direkten und Besitzsteuenl(2063 Millionen), einem kleinen, der die Summe der indirekten Steuern auf notwendigen Massengebrauch s773 Millionen), und einem noch kleineren, der die Summe der indirekten Steuern auf entbehrliche Genußmittel (622 Millionen) darstellt. Und nun wird angegeben, daß die„Besser- bemittelten" von den direkten Steuern"/,», von den indirekten Steuern Vz resp. Vo des Gesamtbetrags zahlen. Bon den 31/, Milliarden direkten und indirekten Steuern in Reich. Staat und Gemeinde sollen demnach auf die„Minderbemittelten" rund 1000 Millionen, auf die„Besserbcmittelten" rund 2500 Millionen Mark entfallen. Die Steuergelchrten aus M.-Gladbach behaupten, damit be- wiesen zu haben, daß die Sozialdemokratie„bei ihrem Steuergeschrei aufs gröblichste die Wahrheit fälscht," wenn sie behauptet, daß der Arme im Verhältnis zum Reichen viel zu hoch besteuert sei. Nach der Darstellung der M.-Gladbacher sind im Gegenteil die Arbeiter und kleinen Leute viel zu wenig belastet gegenüber den armen Reichen, die fünf Siebentel der gesamten Steuerlast tragen. Diese meine Euldeckung komnit dadurch zustande, daß die Bevölkerung eingeteilt wird in„Besserbemiltelte" und„Minderbemittelte". U n b e- mittelte gibts nach der M.- Gladbacher An- schauung in Deutschland überhaupt nicht. Minderbemittelte" sind die Leute mit einem Einkommen unter 1500 Mark. Wer mindestens 1500 M. JahreSbcrdienst, also.einen Tagelohn von 4,11 M. hat, der zählt zu den.Besserbemittelten" und kommt nlit dem Millionär in einen Sack! Man sieht: bei den M.-Gladbachern ist kein Ding unmöglich. Sie können den Steuersack der„Besierbemittetten" beliebig groß machen, je nachdem sie das Einkommen fixieren. daS nötig isC um den Staatsbürger in den Stand der„Bester- bemittelten" zu befördern. Bei der nächsten Finanzrefornl, die mit Hilfe des Zentrums zustande kommt, werden sie vielleicht die Eigen- slbas: des„BesserbemilteltseinS" schon mit einem Einkommen von 900 Mark beginnen lassen und nachweisen, daß die„Minder- bemittelten" in Deutschland überhaupt keine Steuern zahle lt„_ Staatsgefahrlicho Windmühlenflügel I Der edle Ritter von la Mancha focht zwar auch gegen Wind- mühlenflügel, aber doch nur deshalb, weil er sie für Riefen hielt. Unsere Polizei und Justiz ober kämpft gegen Wiudmühlenflllgcl. trotzdem sie weiß, daß sie nichts sind, als simple und verttable Windmühlenflügel! Diese Windmühlenflügel hatten es unseren staatSerhaltenden Organen dadurch angetan. daß sie weiß und rot an- gestrichen waren. Weiß und rot ist nun zwar die Landes- Kommunalwahlstege. In Hanau eroberten die Sozialdemokraten am farbe der Hanfastädte und Geffens, aber auch die des alten volnischen Reiches. Deshalb bedeutet dieser in anderen Teilen des Reiches harmlose, ja" patriotische" Anstrich für Pofen Mittwoch die zur Wahl stehenden vier Mandate der dritten Abeine Rundgebung, die die öffentliche Ruhe und Sicherheit" zu teilung mit 2070 gegen 1945 bürgerliche Stimmen. gefährden" geeignet sein soll! So hat wenigstens ein Gericht erkannt und das Kammergericht hat das Urteil bestätigt! Es will uns scheinen, als ob diefer Kampf wirklich im eigentlichsten Sinne ein Kampf gegen Windmühlenflügel fei! Der Schnaps in der Armee. Ein Leser des„ Vorwärts" schreibt uns: Im Anschluß an den Artikel in Nr. 244 des Vorwärts" möchte ich folgende Erfahrung mitteilen: Schweden. Vergleichsvorschläge. Gewählt sind Der Schlichtungsbeamte Cederborg hat der Arbeitdie Genossen och, Dr. Wagner, Craß und Schreiber. gebervereinigung sowie der Landesorganisation der Gewerkschaften am Dienstag seine Vermittelungsvorschläge vorgelegt. In Eisenach wurden neben 13 liberalen drei sozial. Sie beziehen sich teils auf die noch ungelösten Konflikte in demokratische Kandidaten gewählt. Die Sozial- den einzelnen Berufen und Betrieben, teils auf die von den demokratie gewann einen Sig. Unternehmern geforderte Verhandlungsordnung, die dem Ausbruch neuer Kämpfe vorbeugen soll. Der Schlichtungsbeamte hat jedoch keinen neuen Entwurf zu einer Verhandlungsordnung vorgelegt, sondern empfiehlt den Parteien, sich darin einig Wegen militärischen Aufruhrs verurteilt. Die Wirkung des Schnapsboykotts. In der„ Breslauer Vollswacht" lesen wir: Auch in Breslau ist der Schnapskonium in einzelnen zu erklären, daß eine solche wünschenswert ist, um für die ZuAls ich im Sommer 1908 in einem preußischen Infanterie- Gastwirtschaften um 50 Prozent zurüdgegangen, funft Arbeitseinstellungen, soweit es möglich ist, vorzubeugen. regiment eine mehrwöchige Uebung machte, war ich nicht wenig er doch folgen wir einem Hinweis der betroffenen Gastwirte, wenn Er schlägt weiter vor, daß über diese Angelegenheit Verstaunt, daß in den Kantinen genau wie in jeder Schnapsdestille wir darauf aufmerksam machen, daß natürlich auch der Schnaps handlungen unter einem unparteiischen Leiter stattfinden und Schnaps zu haben war. Wenn es auch dem Kantinenwirt verboten genuß im eigenen Hause unter den Boykott fällt. Man will am 15. Dezember beginnen, spätestens am 31. Dezember ist, vor dem Vormittagsdienst Schnaps an die Soldaten zu berab- die Beobachtung gemacht haben, daß einzelne Familien stärkere reichen, so wird das nach dem Dienst reichlich nachgeholt. Im übrigen Quantitäten Schnaps im Konsumverein einfaufen. Wenn auch der beendet sein sollen. So lange diese Verhandlungen wird das Verbot wohl in den seltensten Fällen gehalten. Außerdem ist der Hausverbrauch an Branntwein nie so stark werden wird als der nicht endgültig abgeschlossen sind, soll fein Streif und keine Fusel eine gute Einnahmequelle des Kantinenwirts und die Regi- Sneipentrunt, so ist doch die Anschaffung jeder Quantität Brannt- Aussperrung stattfinden, ohne daß die betreffenden Zwiftigkeiten menter verstehen das wohl auszumuzen, indem sie hohe Bachtsummen wein auf das schärfste zu verdammen. Gegenstand von Verhandlungen zwischen der Arbeitgeberfordern und so den Schnapsgenuß indirekt fördern. Es wäre auch bereinigung und der Landesorganisation waren. Ferner sollen zuviel verlangt, sollten die Offiziere gegen den Fusel Front beide Parteien schon jetzt erklären, daß sie prinzipiell die machen, sie würden ja die Einnahmen ihrer Väter schädigen! In den Kantinen der bayerischen Regimenter iſt nicht Zum vierten Male hatten fich gestern die Kriegsgerichte mit der Grundfäße über das Recht der Arbeitgeber, die Arbeit zu nur fein Schnaps zu haben, sondern die Mannschaften werden der schweren Auflage des Aufruhrs, des tätlichen Angriffs und anerkennen, und ebenso sollen sie gegenseitig versprechen, nur fein Schnaps zu haben, sondern die Mannschaften werden Aufruhraffäre Knochenhauer und Genossen zu beschäftigen. Unter leiten und zu verteilen, Arbeiter anzustellen und zu entlassen, auch bor dem Schnapsgenuß im Manöver gewarnt. Ich wunderte mich deshalb um fo mehr, als bei den Verhaltungs- anderer militärischer Verbrechen standen vor den Gerichtsschranken das Koalitionsrecht zu respektieren, wie dies ja schon durch maßregeln fürs Manöver vor dem Schnapsgenuß überhaupt nicht die Kanoniere Knochenhauer, Bleckriede und Kraut, sämtlich vom Lehr- die während der letzten Jahre abgeschlossenen Stollektivverträge gewarnt wurde. Während wir in Bayern die Feldflaschen mit regiment der Artillerieſchießschule. Fast dreiviertel Jahr fizzen die zum Ausdruck gekommen ist. Nehmen beide Parteien die fchwarzem Staffee füllten, zogen es die preußischen Kameraden teil- drei Soldaten bereits in Haft. Am 3. April hatten die Stanoniere auf Vergleichsvorschläge an, so foll unmittelbar darauf über die weise vor, ihre Flaschen mit dem minderwertigsten Fufel zu füllen. dem Jüterboger Schießplaz geübt. Nach beendeter Uebung wurden die Wiederaufnahme der Arbeit und was sonst damit zusammenGerade weil das Bier in Norddeutschland teurer ist und der Soldat Mannschaften auf Strümperwagen des ausgedehnten Weges halber hängt, beraten werden. Ob sie Annahme finden werden, ist an chronischem Geldmangel leidet, unterliegt er auch eher der Ver- nach den Kasernements zurüdtransportiert. Da die Pferde etwas allerdings noch zweifelhaft. suchung, Schnaps zu trinken, Es wäre viel vernünftiger, die Das Landessekretariat der Unterricht erteilenden Offiziere würden angewiefen, die Mannschaften erichöpft waren, so ließ der überwachende Unteroffizier Krüger Gewerkschaften hat sofort die Repräsentantschaft der Landesvor dem Schnaps als vor den bösen Sozis" zu warnen! öfter absteigen. Hierüber murrten einige der Leute. Bald wurde organisation zur Beratung zusammenberufen. laut gesungen und auch beleidigende Aeußerungen fielen aus der Reihe der Mannschaften. Mehrere der Kanoniere verübten anderen Perfien. Unfug, und als Krüger die Leute seiner eigenen Abteilung vor30g und ihnen erlaubte, auf die Wagen zu steigen, wurde Die persische Frage ist über Nacht wieder aktuell geworden. von den anderen Leuten geschimpft und gejohlt. Der Unteroffizier Die Schafale in der russischen reaktionären Presse wittern Beute bersuchte die Ruhe wieder herzustellen, was ihm aber nicht gelang. und benußen die jüngsten Ereignisse in Ardebil, das von dem Das„ Berliner Tageblatt" läßt sich aus München melden, daß Da fiel eine Aeußerung, die äußerst beleidigend für den Vorgesetzten wilden Schahsewenenstamm unter Rachim Khan belagert wird, zu einer neuen Hebe gegen Persien. Die europäischen Vordie Firma Krupp- Effen Vorbereitungen zur Errichtung einer Filiale var. Der Kanonier Bleckriede rief ihm zu: Lassen Sie sich morgen stellungen über die nationale Souveränität schreibt die„ Nowoje in Ingolstadt trifft. Das soll damit zusammenhängen, daß der früh im Revier die Ohren versetzen, damit Sie das Maul noch weiter Wremja – haben keine Anwendung zu den Bedingungen des preußische Kriegsminister beabsichtigt, die staatlichen Waffenfabriten aufreißen können!" asiatischen Lebens. Die nominelle persische Regierung ist nur K. wollte daraufhin Bleckriede festnehmen, diefer rüdte aber aus, tauglich in der Eigenschaft eines bequemen Adressaten für an die Privatindustrie zu verkaufen, weil diese billiger und rentabler arbeite. Diese Absicht soll auch der bayerische Staat verfolgen, sprang über den Chauffeegraben und rief dem auf dem Pferde diplomatische Vorstellungen. Sie ist aber nicht imstande, die daher die Vorbereitungen, die Strupp in Ingolstadt trifft. Benn fizenden Unteroffizier zu: Buckel faktische Verantwortung zu tragen, und darunt müssen wir uns im preußischen Kriegsministerium eine solche Absicht besteht, runterutschen!" Obendrein lachte B. den Vorgesetzten auch noch aus. notgedrungen mit Mitteln verteidigen, die den russischen und so tann sie nicht erfüllt werden ohne 8u währenddes wurde Krüger von einem anderen Kanonier, dem anderen ausländischen Untertanen die Gefahrlosigkeit sichern stimmung des Reichstages, für Bayern ist die Knochenhauer, von hinten mit Sand beworfen. Verschiedene der können." Am interessantesten ist es, daß die Nachricht von den Unruhen Zustimmung des Landtages erforderlich. Richtig Sechs der Erzedenten konnten von Krüger ermittelt werden. Kanoniere verweigerten dem Unteroffizier gegenüber den Gehorsam. in Ardebil und der Entsendung russischer Truppen dorthin am ist es, daß die Privatindustrie billiger produziert als die staatlichen hatten sich seinerzeit wegen militärischen Aufruhrs usw. vor dem die Abberufung der russischen Truppen aus Berfien eintraf. Die Sechs der Erzedenten konnten von Krüger ermittelt werden. Sie Werkstätten. Die Ursache liegt in einem ganz unhaltbar gewordenen hatten sich seinerzeit wegen militärischen Aufruhrs usw. vor dem Tage nach der Veröffentlichung des offiziellen Communiqués über System. Man beseitige die in den staatlichen Werkstätten herrschende Striegsgericht zu verantworten. Das Gericht gelangte jedoch nicht zu Antwort auf diese Rätsel findet man im Telegramm des Teheraner der Ueberzeugung, daß Aufruhr vorliege, und erkannte nur wegen Times"-Korrespondenten, wonach die Ansicht in Persien allBureaukratie und stelle zur Leitung Fachleute an, denen nach Möglichkeit freie Hand gelaffen wird, und sofort wird man bessere tätlichen Angriffs usw. auf empfindliche Strafen. Das Oberkriegs- gemein berbreitet ist, daß die Russen im Geheimen Inordnung Resultate erzielen. Die Militärverwaltung betrachtet aber gericht, bei dem der Gerichtsherr Berufung einlegte, erhöhte die in serbeidschan schaffen, um einen Vorwand für ihre Betriebe heute, wenigstens teilweise, als Versorgungs- Strafen für die drei Hauptangeklagten Knochenhauer, Bleckriede eine bewaffnete Intervention zu haben. anstalten für Offiziere, die man aus irgend einem Grunde Kraut. Es erkannte gegen Knochenhauer auf 3 Jahre 6 Monate, in der Front nicht mehr haben will. Welchen praktischen gegen Bledriede auf 4 Jahre und gegen Straut anf 2 Jahre Ge Sinn soll es denn haben, wenn an die Spitze eines Bekleidungs- fängnis. Wenn die preußische Heeresverwaltung wirklich Soldatenmißhandlungen beseitigen und die Mannschaften vor unüberlegten Schritten bewahren will, so verfüge sie, daß der Fusel in den Kasernen verschwindet. Die Vorgesetzten müßten dann freilich mit gutem Beispiel vorangehen. Aufgabe der staatlichen Waffenfabriken. amtes, in dem Zivilschneider die Uniformen herstellen, als Leiter ein Oberstleutnant, als Abteilungsleiter Hauptleute gestellt werden, wenn ferner als Aufseher refp. Wertmeister Feldwebel fungieren? Wie ein staatlicher Betrieb nicht geleitet werden darf, das zeigt ber jetzt in Kiel fich abspielende Prozeß. Man soll also vernunft gemäß reformieren; nicht aber dem Privatkapital weitere Gewinne auf Kosten der Steuerzahler zuschanzen. Reichsfinanzreform im bayerischen Landtage. München, 10. November. „ Du kannst mir den " Die russische Hehe. Amerika. Die Korruption. Die Angeklagten legten Revision beim Reichsmilitärgericht ein New York, 11. November. Die„ Sun" veröffentlicht feitenlange und dieses verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung aus Enthüllungen über die Machenschaften beim 8uderOberkriegsgericht des Gardekorps. Dieses nahm jest mili- trust. Das Blatt behauptet, der Zuckertrust habe 30 Millionen tärischen Aufruhr an, doch vermochte es die Strafen nicht 8ollgefälle hinterzogen und Beamten bestehungen im zu erhöhen, da der Gerichtsherr teine Berufung eingelegt hatte. großen betrieben. Es bleibt also bei den erwähnten Strafen. Die Bündlerparade in Gnesen. Aus der Partei. Parteiliteratur. Die unter Ausschluß der Deffentlichkeit tagende außerordentliche Generalversammlung des Bundes der Landwirte" wird nicht in Die Boltsbühne. Die vom Bildungsausschus herausBerlin, sondern in Gnesen tagen. In der Hauptsache wird es sich gegebenen Einführungen in Dramen und Opern sind Es wetterleuchtet in der Bayerischen Kammer. Schon mehrmals darum handeln, Maßregeln gegen den neuen Bauernbund zu beschließen. foeben um 8 Hefte vermehrt worden, die wir bereits in einer Vorfam es in den Beratungen zu Borpostengefechten wegen der Weshalb die Junker die Führerschaft im Bund der Landwirte ankündigung erwähnt haben. Es sind jetzt schon 24 verschiedene Reichsfinanzreform. Heute tam es zu einem recht ernsten haben, das hat der Wanderredner des Bundes, ein gewiffer Dr. Bötticher Einführungen erschienen. Die Arbeiterorganisationen sollten bei der Scharmütel und nur die Aussicht auf eine nahe umfassende Be- aus Berlin, in einer nationalliberalen Bersammlung in Gisleben Veranstaltung von Theatervorstellungen nicht versäumen, für die sprechung verhinderte den Ausbruch einer großen Schlacht. Der Bauernbündler Hilpert ruft in feiner eigenen Hilfe der Bauern nicht zu entbehren, weil bei ihnen eine ererbte foftet 10 f. mitteilt, die Großgrundbesitzer feien aus dem Grunde als Führer Besucher diese Einführungen zu beschaffen. Das einzelne Eremplar Bei Massenbezug wird hoher Rabatt gewährt. Tofigkeit die Regierung auf, den Staatsbeamten bie politische Klugheit" in Betracht zu ziehen fei. Bezugsbedingungen sowie alles Nähere teilt auf Verlangen der Agitation gegen die Reichsfinanzreform zu Daß die bäuerlichen Mitglieder des Bundes der Landwirte von Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, mit. untersagen, sonst tönnte man glauben, daß die ihren Führern selbst als dumm eingeschäßt werden, das hat vor Revolution von oben begünstigt würde. einiger Zeit auch der bekannte Liman bestätigt, als er vor Gericht Aus den Organisationen. Dr. Heim verteidigt die Haltung des Zentrums in der Reichs- die Lefer der Deutschen Tageszeitung" als geistig schwer. finanzreform und wendet sich entschieden gegen die unehrliche fällig" bezeichnete. 22 Agitation der Liberalen, die im Lande den Anschein erweden wollten, Berichtigung. In die Notiz der gestrigen Nummer, Der neue als ob sie gegen die indirekten Steuern gewesen wären. Er er Berfassungsentwurf für die Schildaer Lande" tlärt sich als prinzipieller Freund der Reichs-( zweite Seite des Hauptblatts) haben sich einige Druckfehler einerbschaftssteuer und hat keinen Augenblick an geschlichen. Es muß heißen: die Geschichte von dem Familiensinn geglaubt." der Beile 14 statt Medlenburg- Schwerin Medlenburg- Strelit. Beile 21 statt 22 Bertretern der Ritterschaft 25 Bertretern der Ritterschaft. " Beile 39 muß hinter den Worten 40 Wolfsvertretern die nähere Bezeichnung Med lenburg- Schwerins" hinzugefügt werden. " Oefterreich. Gegen den Verfassungsbruch. Wien, 11. November. Der Verfassungsausschuß nahm eintragen. Jm Wahlkreis Darmstadt- Großgerau hat die Organis sation nach dem foeben erstatteten Geschäftsbericht des Sekretärs für das am 30. September beendete Geschäftsjahr 2794 männliche und 126 weibliche Mitglieder. Die 36 örtlichen Barteimitgliedschaften batten eine Gesamteinnahme von 16 756,16 M. und eine Ausgabe bon 14 961,86 M. Die Streistasse hatte eine Einnahme von 10134,45 9.( einschließlich 8309,63 Vermögen am 1. Dltober 1908) und eine Ausgabe von 7988,43 M., worunter 2100 M. an den Landesvorstand und 1245,53 M. zur Deckung des Defizits der Genossenschaftsdruckerei. In dieser Druckerei erscheint der„ Hessische Der Krisenzeit sich noch feine wirtschaftlich gefestigte Position erVolksfreund", das junge Parteiblatt des Wahlkreises. Es hat in werben können, so daß außer dem Beitrag der Organisation der Parteivorstand noch 2000 M. zur Deckung des Defigits beisteuern mußte. Von der schweizerischen Sozialdemokratie. Die Geschäftsleitung Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Genosse Dr. Haller will sich des näheren Eingehens auf die Reichsfinanzreform enthalten, weil in dieser Hinsicht eine gründliche zusammenhängende Besprechung notwendig sei. Er spricht in der Hauptsache zu der zur Diskussion stehenden Besig beränderungsgebühr für Bayern: Die Befißveränderungsgebühr erfreue sich als indirekte Steuer einer besonderen Beliebtheit bei den Regierungen. Jetzt wollen in Bayern das Reich, Staat und dje Gemeinde den Ertrag teilen. stimmig einen Antrag Adler an, wonach die Bewilligung der sozialdemokratischen Partei des Kantons Der bayerische Staat foll 2 Broz, das Reich/ Broz. und des Budgetprovisoriums nur mit Zustimmung 8ürich veröffentlicht foeben ihren Tätigkeitsbericht für die Zeit die Gemeinde ein Prozent erhalten. Die Besitzveränderungsgebühr des Parlaments erfolgen darf und die Anwendung vom 1. Oftober 1907 bis 1. Oktober 1909, aus dem wir hervorder Leistungsfähigkeit des Käufers entspreche und weil namentlich in und wonach ferner die Regierung, die als Ausweg aus den politi mebrere Agitationsbroschüren. Es herrschte also reges Leben in der sei eine durchaus ungerechte, unfoziale Steuer, weil sie vielfach nicht des§ 14 darauf verfassungsmäßig unbedingt ausgeschlossen wird, heben, daß der Partei zirka 20 000 Mitglieder angehören. Drei den Städten diese Steuer auf die Mieter abgewälzt werden würde. und wonach ferner die Regierung, die als Ausweg aus den politi- Flugblätter in je 100 000 Exemplaren wurden verbreitet, ebenso schen Schwierigkeiten zum§ 14 greift, und die Parteien, die das Die Erhebung einer Reichsbesigveränderungsgebühr und einer geschehen lassen, oder durch ihre Politik dahin drängen, die Berichtsperiode. Reichswertzuwachssteuer sei ein durchaus ungerechtfertigter Eingriff volle Verantwortung für den Verfassungsbruch in das Steuerrecht der Gemeinden. Dr. Jäger vom Zentrum spricht gegen die von Dr. MüllerHof und Dr. aller aufgestellte Behauptung, daß die Besitzveränderungsgebühr abgewälzt würde. Der Preis der Wohnungen würde durch Angebot und Nachfrage geregelt, eine Gebühr von unterm 6. November dem Polizeidirektor in Kopenhagen sowie fämtDer neue Justizminister und Ministerpräsident 3ahle hat 8 Proz. hätte hierauf im allgemeinen teinen Einfluß. Es folgt noch eine sehr lebhafte Auseinandersetzung zwischen Lichen Amtmännern im Lande ein Rundschreiben gesandt, worin fie Dr. Müller- Meiningen und Dr. Heim über Bülow, Finanzreform aufgefordert werden, bevor eine Berurteilung zur Prügelstrafe bollzogen, dem Justizministerium die Kulturkampf, Kampf gegen Nom usw. Aften der betreffenden Straffache zu über Interessant noch war die Konstatierung des Ministers des senden und sich zugleich darüber zu äußeru, inwieweit Gründe Die Nummer hat folgenden Inhalt: Ein Wort an die ArbeiterInnern, daß der Bauernbundsabgeordnete Hilpert sich bei ihm vorliegen, dem Berurteilten auf dem Begnadigungswege jugend. Von Viktor Adler. Der junge Schiller. Wie ich beschwerte über einen Beamten, der als Versammlungsbesucher gegen die Brügelstrafe zu erlassen. Schreiner wurde. Die Beweise der Abstammungslehre.( Illustriert). ihn hegte" und mithalf eine Versammlung au sprengen. Der Man darf wohl annehmen, daß hiermit die im Jahre 1905 durch Bon M. H. Baege. Wahlen und Nachwahlen. Internationale Minister ist der Ansicht, daß der Versammlungsleiter den großen Gauner und Justizminister Alberti eingeführte Verbindungen der Gewerkschaften. Von W. Jansson.- Aus für die Ruhe und die Ordnung zu sorgen habe Prügelstrafe in der Braris beseitigt ist. Aus dem Strafgesetz der Jugendbewegung des In- und Auslandes.- Ist die Berliner und der Ueberwachungsbeamte nur unter ebenfalls wird die radikale Regierung auch in dieser Hinsicht das Jugendorganisation vernichtet? Beilage: Die Fahrt ins stützend eingreifen könne. Ihre tun, um Dänemark endgültig von jenem Schandfled einer Blaue. Erzählung von Julius Stinde. Aus der Jugendzeit. Die Bejizveränderungsgebühr ging schließlich in barbarischen Strafmethode zu befreien, die mit den Grundfägen jeder Bon G. Niendorf. Bitt und Wilm. Bon Thea Blistain. I humanen und vernünftigen Rechtspflege in fchärfftem Widerspruch steht. Ich fuche meine Mutter" usto. der Polemik vollständig unter. Dänemark. Zur Aufhebung der Prügelstrafe. Straftonto der Breffe. Am Mittwoch wurde Genosse Witterisch von der Voltsstimme" in Frankfurt a. M. in Ober. stein zu einer Woche Gefängnis und 30 M. Strafe berurteilt wegen eines Artikels, in dem er die ungenügende Beköstigung der Soldaten im Manöver gerügt hatte. Jugendbewegung. Arbeiterjugend Nr. 21. Gewerkschaftliches. Ein aufreizender Vertragsentwurf. werden. Der Vorstand des Arbeitgeberschutzverbandes hat jedoch| Arbeiterbund als seine Feinde bezeichnen würde, verhallte wirkungs. Anweisung gegeben, daß diese Verträge von den Unter- los. Die Arbeiter waren nicht politisch geschult genug, sie hatten nehmern gekündigt werden sollen. feine eigenen politischen Ideale, fie bildeten keine politische Partei, um politische Wirkungen auslösen zu können. gekündigt. Am 11. November haben in Berlin die zentralen Ver- nicht nur in Berlin, sondern auch in Bernau, Potsdam und Nowawes Inzwischen haben denn auch die Unternehmer den Bertrag handlungen über ein Vertragsmuster für das Baugewerbe begonnen. Verhandelt wird in dem Bureau des Berliner Damit ist die Tarifbewegung im Holzgewerbe eingeleitet. Unternehmerverbandes für das Baugewerbe. Verhandlungsfontrahenten sind die Vertreter der Zentralverbände der Maurer, Zimmerer, Bauhilfsarbeiter und christlicher Bauhandwerfer einerseits und der Gesamtvorstand des deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe andererseits. Die Scharfmacherorganisation. Der Gesellschaft des Verbandes sächsischer Industrieller zur Entschädigung bei Arbeitseinstellungen hat sich der Arbeitgeberverband deutscher Glasfabriken mit einer Jahreslohnfumme von über 13 Min. Mark angeschlossen. Der Anschluß österreichischer Industrieller wurde vorläufig zurückgestellt. Hirsch Dunckersche Tapferkeit. seiner endgültigen Berurteilung erwartet, so wird er sich wiederum Und wenn jetzt Gompers eine große Volksbewegung im Falle täuschen, denn es fehlt wieder die politische Geschlossenheit in der Arbeiterklasse, die notwendig wäre, um die bedrohten Rechte so zu verteidigen, daß die herrschende Klaffe ihre Angriffe aufgibt. Uebrigens wird man schon schlau genug sein, um einer eventuell drohenden Bewegung den Boden zu entziehen durch eine Begnadigung oder eine Herabfegung der Strafe( wovon jetzt schon gesprochen wird) oder durch ein endlofes Hinausziehen einer Enticheidung für den Fall, daß man etwas zu fürchten hat. Dem einen Angriff auf die Rechte der Arbeiter werden dann weitere folgen, so lange, bis die herrschende Klasse eine politische Arbeiterpartei zu fürchten beginnt. Aus der Frauenbewegung. Der Unternehmerbund will fast alle Paragraphen des bisherigen Vertragsmusters gegen die Arbeiter verschärfen und die materiellen Bestimmungen verschlechtern. Für die Bemessung der Löhne soll wiederum das Wort Ueber einen Soalitionsrechtstonflitt, den der Hirsch ,, tüchtig" in die Verträge eingeführt werden. Je nach dem Dundersche Gewerkverein der Gärtner in Quedlinburg, dem Verlangen der Unternehmer sollen Einheits-, Durchschnitts- einzigen Plaze, in dem dieser Gewerkverein Mitglieder hat, führte, oder Staffellöhne festgesetzt werden. Die große Kategorie haben wir schon früher berichtet. Die Sache stand anfangs für die der Hilfsarbeiter im Tiefbau will der Unternehmerbund Gärtnergehilfen nicht ungünstig, wurde aber sehr bald dadurch verüberhaupt von der tariflichen Lohnfestsetzung ausschalten, fahren, daß die Leitung, die diese Abwehrbewegung zu führen hatte Der weiße" Sklavenhandel in New York. indem sie insgesamt als Erdarbeiter klassifiziert und als Im Wahlkampf um die Stadtverwaltung New Yorks hat ein die Leitung lag wesentlich in den Händen des Berliner bürgerlicher Schriftsteller in einer der angesehensten Monatssolche außerhalb des Tarifs gestellt werden. Zentralrates, Herr Goldschmidt selbst führte diese Sache schriften des Landes eine papierne Bombe zum Plazen gebracht, Arbeitszeit soll nach dem Antrag des Unternehmer- und ist in der Zeit mehrere Male am Plaze gewesen bie seiner Meinung nach die gegenwärtig in der Macht sitzende bundes auch fernerhin nicht unter zehn Stunden die Situationen nicht für die verkürzt oder, wo sie schon fürzer ist, nicht weiter ver- Die Maßregelungen Angegriffenen ausnüzte. städtische Räuber- und Kupplerbande von der Tammany Hallfürzt werden. Dagegen wollen die Unternehmer das Recht beantworten, mit fofortiger Arbeitsniederlegung zu Demokratie in die Luft sprengen sollte, aber tatsächlich ein furchtdie Gehilfen bereit waren, wäre ja barer Schlag gegen die ganze kapitalistische Zivilisation ist, haben, die Arbeitszeit in den Wintermonaten und auch ungefeßlicher Kontraftbruch" gewesen, und außerdem hätte man sich teien trifft. In der Novembernummer von McClures Magader die sauberen Heiligtumswächter aller bürgerlichen Parsonst durch gelegentliche Ueberstunden einseitig zu ver- dadurch das gute Einvernehmen mit den Unternehmern verscherzt. zinino" erschien ein Artikel von George Kibbe Turner, betitelt: längern. Den Afford paragraphen, der den Arbeiter- Die Arbeitsniederlegung sollte in voller Ordnung erst nach der ab-" The Daughters of the Poor"( Die Töchter der Armen"), der in organisationen ſo überaus verhaßt ist, will der gelaufenen Kündigungsfrist, am 15. Oktober, erfolgen. Sie erfolgte feinem Untertitel eine schlichte Geschichte New Yorts als Zentrum Unternehmerbund noch dahin verschärfen, daß die an diesem Tage mit ganzen 4 Mann, die anderen hatten die Unter- des„ weißen" Sklavenhandels der Welt unter der Herrschaft TamArbeiterorganisationen( allerdings auch die Unternehmer- nehmer inzwischen firre gemacht. Am 20. Oftober erflärte darum many Halls verspricht. Was Turner in Wahrheit liefert, ist eine organisationen) sich jeder hindernden Einflußnahme zu enthalten Herr Goldschmidt, der sich wieder persönlich nach dem Kampf- Geschichte der Entwidelung des Mädchenhandels und der Prostitue haben. Danach dürften also in Zukunft die Arbeiterorgani- plage begeben hatte, den Streit für beendet; für die verbleibenden tion zu einer national und international organisierten kapitalistisationen keines ihrer Mitglieder ausschließen, wenn es sich 17 Gemaßregelten bezwv. Ausständigen werde er anderweit Unter- bifat, das seinen Sitz in der Hauptstadt der neuen Welt hat und schen Industrie, zu einer Art internationalem Weiberfleisch- Syngegen Beschlüsse der Organisation in Sachen Affordarbeit funft zu beschaffen suchen. Der ursprüngliche Kampfesmut und die von hier aus einen jeden Kontinent des Globus versorgt. Und das vergangen hätte. Auch auf den. Affordpreis soll die Organi- bewährte Taktik" der Hirsche- Zeitung war dahin. Trotzdem wurde Fleisch", das dieses Syndikat nach Südafrika, nach Shanghai und sation teinen Einfluß ausüben dürfen. Nicht einmal die in allen Blättern der Hirsche bis auf den heutigen Tag berichtet: Australien verschifft, womit es in Bentral- und Südamerika Ge14 tägigen oder halbmonatlichen Lohnzahlungsfristen will der Der Kampf dauert fort; fammelt fleißig Unterstützungsgelder für schäfte macht und das es in Dußenden und Hunderten von NiederBund beseitigen, sondern nach wie vor konservieren. unsere Quedlinburger Kämpen!" Der ganze Organisationsapparat lassungen an den Bänken des neuen Panamatanals feilhält- es Die Verantwortlichkeit für die Durchführung der Ver- des Verbandes der deutschen Gewerkvereine ist bis jetzt für diese ist das frische Fleisch der„ Töchter der Armen", rekrutiert aus jeder träge foll in erster Linie und in verschärftem Maße den Sammlungen in Bewegung gehalten worden. Außerdem wurde bei den größeren Stadt der Union, hauptsächlich aber aus den Elends= Zentralborständen zugeschoben werden, wie auch die Quedlinburger Bürgern, und Geschäftsleuten mit Liſten gesammelt und Distrikten der unteren Oststadt New Yorks, und es ist wieder vorZentral vorst än de( nicht die Verbände oder Zweigvereine) figurieren in diesen auch Stadträte mit Opfergaben. Vorige Woche hat rung hergibt. Zu der Ausfuhr kommt aber auch eine Einfuhr von Bertragskontrahenten sein sollen. Nachdem der Unternehmer- man ferner ein am Blaze domilizierendes Stinematographentheater Mädchen, die nach Turner in den letzten Jahren ein Spezialgeschäft bund solche unmöglichen Dinge fordert, wird es nicht zu bestimmen gewußt, eine Wahltätigkeitsvorstellung für die arbeitslos nur weniger italienischen Importeure geworden ist, da diese besonmehr überraschen, daß den Arbeiterorganisationen zu Berbliebenen zu veranstalten, und diese Arbeitslosen selbst mußten ders begehrte Menschenware von den italienischen Müttern in New gemutet wird, durch Tarif die Maßregelungsbureaus( Arbeits- den guten Bürgern hausierend die Billetts zu dieser Vorstellung auf- York selber zu sorgsam gehütet wird, um den Agenten der Prostitunachweise) der Unternehmerverbände nicht nur förmlich anzu- drängen. Wan beachte wohl: Dies alles für( fage und schreibe) 17 tionsunternehmer zugängig zu fein. Als düsteres Beispiel tapita. erkennen, sondern sich auch zu verpflichten, diese Arbeitsnach-( siebzehn) Arbeitslose, für 17 Mann; mehr waren es vom liftischer Hochkultur beschreibt Turner den Washington- Friedhof in weise" ausschließlich zu benüßen. Die Unternehmer- ersten Tage an nicht. Da tann man es begreifen, daß das schon der Kirchenstadt Brooklyn, errichtet durch das im Jahre 1896 als verbände wollen dann so gütig sein, die Kosten der Arbeits- vor dem 15. Oftober schüchtern hervortretende Gerücht, ,, New York Independent Benevolent Association" unter den Genachweise zu tragen. setzen des Staates forporierte Unzuchtssyndikat. Dieser KirchhofLeitung habe einen größeren Streikausbruch mit Absicht hinter die gleiche Institution besteht in Buenos Ayres- beherbergt heute Die Vertragsdauer ist in der Vorlage des Unternehmer trieben, bei den Quedlinburger Gärtnergehilfen täglich wachsenden etwa 40 Tote, einschließlich 10 Kinder. Von den Erwachsenen, die bundes" nur" auf 5 Jahre bemessen. Alle Verträge, Glauben findet. Wenn die Hirsche für 17 Arbeitslose schon der- hier ruhen, ist ungefähr ein Drittel eines gewaltsamen Todes ge die etwa im Frühjahr oder zu einer späteren Zeit vereinbart maßen mit dem Klingelbeutel umherlaufen und ihren ganzen Verstorben. Die J. B. Association umfaßt heute, troß ihrer ursprüng werden, sollen am 31. März 1915 ihr Ende erreichen.- band in Bewegung feßen und Bürger und Stadträte um milde Ueber den Verlauf und das Ergebnis der Verhandlung Gaben bitten müssen, was hätte da wohl werden sollen, wenn einige läßt sich vorläufig so gut wie gar nichts sagen. Soviel ist hundert Mann in den Streit getreten wären! Und die hätten es aber als gewiß anzunehmen, daß auf Grund der Vorlage des schon werden können, denn es sind in Quedlinburg allein 450 GärtnerUnternehmerbundes kein Vertrag zustande kommt. Das hätte gehilfen tätig, und das gesamte Gärtnereipersonal beträgt rund sich übrigens auch der Bundesvorstand sagen können und wird er 3000 Köpfe. sich auch gesagt haben. Hat er troßdem seine unverfrorenen Anträge eingebracht, so wird er sich auch die Schuld beizumessen haben, wenn die Verhandlungen keinen schnellen und friedlichen Verlauf nehmen. Berlin und Umgegend. Achtung! Schlosser, Dreher, Sattler, Hilfsarbeiter! Bei der Firma Bedag in Halensee stehen sämtliche Handwerker und Arbeiter im Streit. Der Zuzug ist von diesem Betrieb streng fernzuhalten. Da die Firma versucht, auf dem Umtveg über ihren Berliner Betrieb in der Chausseestraße Arbeitswillige zu erhalten, ist der Betrieb in der Chausseestraße ebenso wie in Halensee streng gesperrt. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Dentfches Reich. " die In seinem Gewerkverein" läßt Herr Goldschmidt den Quedlinburger Kampf( man falle nicht auf den Rücken) in Parallele stellen mit dem Kampf der Mansfelder Bergknappen. Gewiß wird einst auch in Quedlinburg ein dem Mansfelder ähnlicher Ausbruch zu erwarten sein, denn die Verhältnisse sind hier ja mehr als traurig. Von den Hirschen dürften die Quedlinburger Gärtnerei arbeiter dann aber kaum noch mit irgendwelcher Achtung sprechen. Das Drama, das die Hirschtaktik zuerst in ein Trauerspiel verwandelte, hat diese Lattik am Ende noch zu einem jämmerlichen Gespött herabgewürdigt. . Bernheim in Burgweiler bei Mülhausen i. E. hat schon Der Streit der Weber und Weberinnen in der Fabrik von nach wenigen Tagen dazu geführt, daß die Firma für den Artikel Croisée, um dessentivillen der Streit ausgebrochen war, eine Lohn erhöhung von 10 Pf. pro Stüd hat eintreten laffen. Für die anderen Webstoffe, bei denen die Arbeiter ebenfalls eine Lohnerhöhung fordern, wurde die Lohnaufbesserung im Prinzip bewilligt, die genaue eftfegung ist für den ersten Löhnungstag augefagt. Die Arbeit ist bereits wieder aufgenommen worden. Husland. wiegend das billige Mädchenfleisch, das die europäische Einwandelichen Exklusivität, 200 Mitglieder, die wohl prosperieren und einen dauernden politischen Einfluß ausüben, der sie gegen Polizei und Gerichte immunisiert. Sie beraten ihre Syndikatsangelegenheiten gemeinsam und bersammeln sich, feit die größeren Unternehmer in arbeiten", gelegentlich zu einer Art Börse. Die Unabhängigkeit der Einzelunternehmer wird im Syndikat nicht angetastet, und so fehlte schließlich auch nicht der gewöhnliche Unterschied zwischen. fleinen und großen Händlern, deren größte fich zu einer engen Sonderverbindung zusammengeschlossen haben. Turner beschreibt dann in der zusammenhanglosen Weise amerikanischer Literaten, aber anscheinend auf gute Beweise gestützt, die Akkumulation des größeren Pläßen der Vereinigten Staaten niedergezwungen hat, New Yorker Unzuchtstapitals ,, das die Konkurrenz an allen Die Entstehung einiger Riesenbermögen mit einem Concern von Spielerlokalen, unsauberen Hotels usw. Die politische Moral von der Geschichte ist für diesen bürgerlichen Schriftsteller die Identität oder Intimität der Interessenten dieses Gewerbes. mit den kleinen oder großen Tammany Hallpolitikern, der Tribut, den die Distriktss nannte Polizei von dem weißen" Stlavenhandel erpressen, der führer diefer politischen Organisation und die von Tammany erpolitische Charakter der New Yorker Kadetten"( der jungen Burschen, die den Bordellbefizern oder Exporteuren stets frische Ware zuzuführen haben) als Wahlfälscherbanden im Dienste Tammanys. Das alles ist notorisch wahr, es find für den New Yorker Die Tariffündigung im Holzgewerbe. sogar größtenteils olle Kamellen, nur befinden sich sämtliche Bei der großen Tarifbewegung im Holzgewerbe im Jahre 1907 bürgerliche Parteien in der gleichen Verdammnis. Turner erwurden gemeinsam mit Berlin für 33 Städte Berträge abgefchloffen, bringt dafür den Beweis, indem er außer New York noch andere amerikanische Städte in Betracht zieht und überall dieselbe die als einheitlichen Ablaufstermin den 12. Februar 1910 erhielten. stintende Korruption feststellt, ohne Unterschied des ParteiregiDie Verträge müffen drei Monate vorher gekündigt werden, falls fie Ein Lohnkampf der Straßenbahnangestellten in Kopenhagen ments, und zudem ist in New York felber die Tammanyherrschaft zum Ablauf kommen sollen. In den einzelnen Städten haben sich scheint bevorzustehen. Sie haben ihren Tarifvertrag, der nach dem in den letzten 25 Jahren viermal von den Republikanern oder sogedie Mitglieder des Holzarbeiterverbandes nun seit längerer Zeit mit Streit von 1906 zustande gekommen ist, auf den 1. Januar 1910 nannten„ Reformern" abgelöst worden, ohne daß darum die weiße der Kündigungsfrage beschäftigt. Auch zwischen den Zentral- gekündigt und fordern Lohnerhöhung. Sie verlangen in dieser Sklaverei das Feld jemals geräumt hätte. Daß dies durch einen vorständen wurde über event. neue Vertragsverhandlungen ver- Hinsicht mit den in Gemeindebetrieben tätigen Angestellten der Wechsel in der bürgerlichen Rathausmajorität auch nicht erreicht handelt, die indes bisher ein Resultat nicht ergeben haben. In den dritten und vierten Lohnklasse gleichgestellt zu werden, was ihnen werden kann, gesteht Turner ein, indem er im Widerspruch mit letzten Tagen haben nun die beschließenden Versammlungen des sicherlich schon längst gewährt worden wäre, wenn die Straßen- feiner eigenen Schlußmoral schreibt: bahnen städtisch und nicht Privatunternehmen wären. Die StraßenHolzarbeiterverbandes stattgefunden. " Durchschnittlich ist die Frau in diesem Gewerbe nach fünf Die Holzarbeiter Rigdorfs besprachen das Vertragsverhältnis über einige ihnen nützlich erscheinende Aenderungen des alten Ver- werden. Dieses Material stellten bisher die durch grausame soziale bahngesellschaften lehnen jede Lohnerhöhung ab und wollen nur Jahren ruiniert, und das Material" muß daher ständig erneuert mit der Arbeitgeberorganisation in einer Generalversammlung am trages verhandeln. Merkwürdig ist, daß am Tage, nachdem die Bebrüdung moralisch gebrochenen jungen Mädchen und sie werden 9. November. Ein großer Teil der Anwesenden war für Kündigung Straßenbahner die Tarifkündigung beschlossen hatten, Rigaus Bureau es fünftig stellen.... Es ist die arme und unwissende Frau, die sich des Vertrages, denn der Vertrag hätte nur für die Arbeitgeber der Welt verkündete, eine Organisation der Arbeitslosen" habe sich umgarnen läßt dieselbe Klasse, die jederzeit die weißen Sklaven den Straßenbahngesellschaften angeboten, die Arbeit im selben der Welt geliefert hat." Also nicht Tammany oder eine andere, Die Möbeltischler sollten nach Abschluß des Vertrages 5 Broz. Augenblick aufzunehmen, wo sie von den Angestellten niedergelegt noch so verworfene Parteiorganisation des wohlanständigen Lohnerhöhung bekommen. Ihr Verdienst sei jedoch bis zu werde. Nachforschungen haben ergeben, daß diese" Organisation" Bürgertums, sondern das Elend der Lohnsklaverei und die natürliche Bestialität des Kapitals ist die eigentliche Ursache dieser 20 Broz. Heruntergegangen. In der Baubranche sei es nicht aus knapp vier Mann besteht. fozialen Best. ganz so schlecht, aber auch hier hätte ein großer Teil der Arbeitgeber den Vertrag gebrochen und die Tarifpreise nicht eingehalten. Die Befürworter eines Vertrages hielten dem entgegen, Jahre Gefängnis, die vom Appellgericht aufrechterhalten wurde, in Samuel Gompers hat sich über seine Verurteilung zu einem bak in einer vertragslosen Zeit während der schlechten Konjunktur dem Organ des Amerikanischen Arbeiterbundes dahin ausgesprochen, die Löhne noch ganz erheblich niedriger gesunken sein würden. Das daß er nicht nur das Oberbundesgericht, den höchsten Gerichtshof Grundprinzip sei jedoch hochgehalten worden. Zum Teil hätten auch des Landes, in seiner Sache anrufen werde, sondern daß er in dem die Arbeiter selbst an den Verhältnissen Schuld, weil sie den Arbeit Falle einer ungünstigen Entscheidung durch das höchste Gericht sich gebern nicht den nötigen Widerstand entgegensetzen. Zum Schluß an eine noch höhere Instanz wenden werde, und diese Instanz erklärte die Versammlung, ebenso wie die Berliner, zugunsten der sei das Bolt selbst. Durch den Appell an das Volf, an die öffentzurückgebliebenen Provinzialstädte von einer Kündigung abzu- liche Meinung würde eine gewaltige Bewegung entstehen; das Volk würde das Recht der freien Rede und der freien Presse in Amerika, fehen und eine abwartende Stellung einnehmen zu wollen. denn darum handele es sich, verteidigen und der Sieg der Arbeiter um ihre Rechte könne nicht ausbleiben. Gompers vergift, daß es ſchaut ein sehr bedenkliches Zeichen Letzte Nachrichten und Depeschen. schon Vorteile. Gompers über seine Verurteilung. Mariendorf. Montag, den 15. November, 8 Uhr, bei Löwenhagen: Versammlungen Veranstaltungen. Stralau. Die für Montag, den 15. November, geplante öffentliche Vortrag der Genossin Ehm. Frauenversammlung findet Umstände halber erst am Donnerstag, den 25. November, abends 8½ Uhr, in den Markgrafenfälen", Markgrafendamm 34, statt. Genossin Luise Zieß wird sprechen über:" Die Stellung der Frauen zu den neuen Steuern." Die Bezirksleitung. " In Kiel und Lübeck haben die Holzarbeiter mit großer Majorität Beschlossen, den Vorstand des Holzarbeiterverbandes zu ersuchen, den für diese Orte bestehenden Vertrag zu kündigen. Beide Ber- ist, daß ein solcher Appell an das Volt notwendig werden könnte träge fönnen nur durch den Zentralvorstand gekündigt werden. und daß die herrschende Klasse sich sehr mächtig fühlen muß, wenn Ausdehnung des Streiks. In Burg, Düsseldorf, Barmen, Görlik, Halle, Beuthen, Kattowik, fie es wagen kann, die Rechte der Arbeiter in diefer Weise an- Sydneh, 11. November.( W. T. B.). Heute waren weder Königshütte, Köln, Leipzig, Oldenburg, Braunschweig, Stettin und zugreifen. Gompers müßte wissen, daß die amerikanischen Kohlen noch Koks zum Verkauf angeboten, Brennholz wurde zu Zuffenhausen haben start besuchte Mitgliederversammlungen des Politiker nichts respektieren als die reale Macht in den Arbeiter hohen Preisen verkauft. Aermere Haushaltungen tochen ihre Holzarbeiterverbandes den Beschluß gefaßt, die Kündigung der massen, die bei den Wahlen sich längst hätte zeigen müssen, wenn Mahlzeiten auf gemeinsamem Feuer. Die Frachtsätze sowie das sie zu fürchten wäre. Und Gompers hat alles Ansehen bei den Fahrgeld für den Personenverkehr an der Küste sind erhöht worden. Politikern eingebüßt, als bei den letzten Präsidenten- und Kongreß- Die Vereinigung der Lagerarbeiter hat ihre Bereitwilligkeit, sich Die Berträge in Bernau, Brandenburg, Potsdam, Nowawes, wahlen die Ohnmacht des Amerikanischen Arbeiterbundes offenbar dem Streit anzuschließen, zu verstehen gegeben. Die Vereinigung Spandau, Guben, Dresden, Bromberg und Thorn sollen laut Bes wurde. Die Parole, die Gompers ausgab, daß diejenigen nicht zählt etwa 1750 Mitglieder, die zum großen Teile in den Woll schluß der Zahlsteller: des Holzarbeiterverbandes nicht gekündigt als Volksvertreter in den Kongreß gewählt werden dürften, die der magazinen beschäftigt sind. Verträge auszusprechen. Berantw. Rebatt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw.: Tb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbr. |t. 265. 26. Jahrgang. 1. WM dkg Lmiirls" Kkllim MüisdlÄ Freitag, 12. Dwmbn 1909. Stadtverordneten-Versammlung. EO. Sitzung vom Donnerstag, den 11. November. nachmittags 5 Uhr. Der Vorsteher-Stellvertreter Cassel eröffnet die Sitzung nach S'/z Uhr. Als Nachtrag ist auf die Tagesordnung gesetzt ein Antrag Cassel-Singer-Mommsen-Rosenow-Deutsch betreffend die in der Prcsie und in verschiedenen Vereinen auf gestellte Behauptung über Vegunstigungen von Privatpersonen beim irrwerb des Spartassrugebäudes in der Lintstraßc und bei dem Turchebruchsprojckt in der Zossener Strasse, die irr Beziehungen zum Stadtverordnetcnvorstchcr stehen I Nach dem Wortlaut des Antrages soll der Magistrat um Auslunst über diese Behauptung ersucht werden. Widerspruch gegen die Dringlichkeit und gegen die sofortige Verhandlung des Antrages erhebt sich nicht. Der Vorsitz wird von dem ältesten Beisitzer Stadtv. Gericke sFr. Fr.) übernommen. Stadv. Cassel(A. L.): Die Antragsteller, obwohl mit den in Betracht kommenden Tatsachen genau vertraut, haben es der Würde der Versammlung für entsprechend gehalten, den Magistrat � um Auskunft zu ersuchen, damit diese Verhältnisse im Lichte der Oeffent- iichkeit klargestellt werden.(Zustimmung.) Oberbürgermeister Kirschncr: Auf Grund eine? Magistrats- beschlusses kann ich sofort die gewünschte Aufklärung geben. Die erste aintliche Kenntnis von den erhobenen Anschuldigungen hat der Ma- gistrat erhalten durch eine Beschwerde vom 11. Mai d. I. an den Oberpräsidenten, eingereicht vom Hansbesitzerverein„Süden". Da ist von dem Erstaunen über die neue Zickzacklinie für den Durchbruch gesprochen, das noch gewachsen sei, als bekannt geworden, daß die Häuser Watcrlooufer 11 und Plauufer 15 nahen Berwandteu des Herrn Michclet gehörten, über den Verkaufspreis sei schon vor der Vorlage an die Versammlung eine Verständigung erfolgt I— Weiter wird da erwähnt, das; schon ISVI die Stadt das Grundstück Link- straße 7/8 von einer Schwägerin des Herrn Michelet gekaust habe, obwohl es für Sparkassenzwecke wenig geeignet sei. In unserer Antwort an den Oberpräsidenten haben wir festgestellt, dast dem Stadtbaurat Krause bei der Projektaufstellung von solchen Be- zichungcn nichts bekannt gewesen sei, dag aber diese eventuell kein Grund gewesen wären, ein für zweckmäßig erkanntes Projekt nicht auszuführen I Das Grundstück P l a n u f e r gehöre dem Land- schaftsmaler Bombach, einem Schwiegersohn des Vorstehers, das andere einer Schwester des Malers; Herr Bombach sei an dem Verkauf nicht interessiert. Die Behauptung von dem vorher vereinbarten Kaufpreise sei hinfällig, sie gründe sich auf eine mißverstandene Aeußerung des Berichterstatters Liebenow. Das Sparkassengrundstück in der Linkstraße haben wir von einer Baufirma Fehring u. Wächter gekauft, während die Vorbesttzerin eine Frau Michelet war. Eine Nachtragsbeschwerde besagt, daß die Stadt 85 000 M. mehr bezahlt habe als Frau Michelet erholten hatte. Wir haben die Vorgänge gelegentlich des Ankaufs dieses Grund- stücks dem Oberpräsidenten dargelegt. Stadtrat Mamroth hat dein Kuratorium damals erklärt, daß. wenn auch die Frau Witive Michelet in einer Regung des Unmutes das Haus sehr billig verkauft haben sollte, dieser Vorgang auf den wirklichen Wert des Grund- stücks nicht influiere. Unterm 30. Juli 1909 hat der Ober- Präsident dann die Beschwerde als unbegründet zurückgewiesen: Das Durchbruchsprojekt sei aus rein sachlichen Erwägungen hervor- gegangen, und auch die Unterstellung, daß bereits vor der Vorlage au die Versammlung eine Vereinbarung über den Preis der Grund- stücke getroffen sei, falle hin, da Herr Michelet gerade erklärt habe, die beiden Genannten seien nicht geneigt, ihre Grundstücke zu verkaufen. Bei diesem Bescheide hat sich der Verein nicht beruhigt(Heiterkeit), sondern seine Beschwerde nunmehr an den Mini st er des Innern gerichtet; er bleibt dabei, daß Privat- iuteresien mitgesprochen haben und mitgesprochen haben müssen. Man beruft sich auf die Stadtvv. B e r g e r und Imberg als Zeugen, außerdem wird Aufklärung verlangt über die Verwendung der 85 900 Mark, die die Stadt mehr bezahlt hat. Tie Stadtvv Berger und Imberg sowie die Baufirma sind von uns befragt worden; von keiner Seite haben die betreffenden Beschul- digungen Unterstützung gefunden; die Baufirma erklärt, daß sie das Grundstück für ihre Zwecke— allerdings sehr billig— erworben und den späteren Verkaufsgewinn auf Kosten der Vorbesitzerin ge- macht habe. Der Stadtverordnete Körte hat das Geschäft, welches die Stadt niit dem Ankauf machte, als ein sehr günstiges bezeichnet. Nach Kleines feuillcton. Theater. Deutsches Theater:„Don Carlos� von Schiller. Die Darstellung des„Ton Carlos", mit der daS Deutsche Theater die Schillergedenkieier beging, bot. wenn auch nicht durchgängig gleichmäßig abgerundet, doch eine Fülle des Guten und Vorlreff- lichen. Das Strebe» der Direktion, in ihren Klassikerpremieren die Dramen ohne oder doch wenigstens annähernd ohne Streichungen aufzuführen, dehnte die Dauer der Vorstellung diesinal noch ein gut Teil über das sonst erreichte Maß rniS. Das Spiel begann um 0 Uhr und endigte um Mitternacht. Die Wirkungskraft des Stückes mußte bei einer solchen Ueberspannung der an die Aufnahmefähigkeit der Zuschauer gestellten Anforderungen notwendig leiden; um so mehr, da die Lockerheit des dramatischen Gefüges bei solcher Breite um so schärfer hervortritt. Die Ausarbeitung des Werkes, daS die Jugendperiode von Schillers dramatischem Schaffen abschließt, zog sich über einen längeren Zeitraum hin, währenddessen sich der Schwerpunkt des Interesses für den Dichter verschob. Urspiünglich konzipiert als eine Familientragödie im spanischen Königshause, bei der Carlos' Liebe zu seines Baters Philipp junger Gattin den Angelpunkt der Hand- lung bildet, rückt in dem Schauspiel dann Carlos' Freund, der Marquis Posa mehr und mehr in den Vordergrund. Dies Gemälde der Leidenschaften wird zum Relief für eine Idealfigur, in der der �unge Schiller seine freiheitlichen Ueberzcugungen ve> herrlicht. Als „Bürger eines kommenden Jahrhundert" verkündet Posa das Kommen eines Reichs des Friedens, des Völkerglücks, der Gerechtigkeit und träumt— auch hierin die Auffassung jenes Zeitalters widerspiegelnd— durch Aufklärung der Könige und Gesetzgeber, durch den Appell an ihre Menschlichkeit die große Aufgabe am sichersten zu fö>'dern. In diesem Glauben hat er Carlos Geist zu bilden gesucht, in diesen, Glauben tritt er. ein kühner Mahner, dem ergrauten Despoten Philipp gegenüber. Und der Held der Freiheit soll zugleich ein Held der Freundschaft sein, der für den Prinzen, um ihn im Dienst der Aufgabe zu retten, freiwillig in de» Tod geht l DaS ist das Ziel, dem da« Drama weit über den zuerst ent- worfenen Plan hinaus schließlich zustrebt, der Gedanke, dem eS shmbolisck Ausdruck geben will. Aber zu einer einheitlich organisierenden Ilmbildung der Handlung unter diesem Gesichtspunkte ist eS nicht ge- kommen. Die Fäden, durch die Posa« Opfertat mit dem Ablauf der Familientragödie drainatisch verknüpft sind, laufen vielfach in krauser Willkür durcheinander. Es fehlt der Zwang durchsichtiger, unaus- Iveichlicher Notwendigkeit. Das Ganze gleicht eiitem Marmorblock, in dem der Künstler einzelnes genial herausgemeißelt hat, ohne den Zusammenhang deS Bildwerks mehr als andeutend markiert-ul haben. I meiner gewissenhaften Prüfung ist in diesen Dingen nichts ge- Ischehen, was einen Schatten oder Makel auf die Stadtbehörden oder den Stadtverordnetenvorsteher Michelet würfe.(Beifall.) Die Antragsteller haben sich mit dem Antrage ein Verdienst erworben, denn es ist wünschenswert, daß auch in der ganzen Bürgerschaft die Auffassung Platz greift, daß diese Beschuldigungen leichtfertige Ver- dächtigungcn ohne jeden tatsächlichen Hintergrund sind.(Beifall.) Stadtv.-Vorsteher Michelet: Bisher hatte ich ein Eingehen au diese Verdächtigungen als unwürdig der Stellung angesehen, die Sie mir verliehen haben. Jetzt aber halte ich mich für verpflichtet, mich auch persönlich zu erklären. Als ich von dem Durchbruchsprojekt aus den Zeitungen vernahm, das mir zuerst, nicht recht ein- leuchtete. besprach ich mich mit dem Stadtbaurat Krause und verhehlte ihm auch nicht, daß ein Haus dabei in Frage käme, das einem meiner Schwiegersöhne gehört, der damit nicht zufrieden sein würde. Der Baurat überzeugte mich aber durchaus von der Notwendigkeit des Durchbruchs. Seitdem habe ich keinerlei Be- sprcchung darüber gehabt, auch die Verhandlungen möglichst gemieden, um nicht in Kollision zu kommen. Ich habe absolut auch nicht das geringste pekuniäre Interesse an dem Grundstück Planufer 15, dem schuldenfreien Besitz meines Schwiegersohnes. Von den Kaufverhandlungen über daS Grundstück in der Linkstraße habe ich nichts gewußt, auch keinen Rat ge- geben, weil keiner gefordert worden ist: auch an diesem Grundstück hatte ich absolut kein pekuniäres Interesse.— 40 Jahre habe ich treu und redlich im Dienste meiner Vaterstadt gestanden, um schließlich solche bitteren Erfahrungen zu machen. Ich vergebe allen, die sich dazu hergegeben haben, diese traurige Rolle zu spielen: sie haben nicht gewußt, was sie taten. Aber Ihnen allen, die Sie keinen Augenblick im Vertrauen zu Ihrem Vorsteher geschwankt haben, spreche ich meinen tiefempfundenen Dank ans.(Beifall.) Stadtv. Cassel: Nach den gegebenen erschöpfenden(Er< klärungen gereicht es mir zur lebhaften Genugtuung. fest- zustellen, daß die Beschwerdebehauptuugen teils belanglos, teils unwahr sind. Ich halte für tief bedauerlich, daß aus solchem Material Borwürfe teils in den Zeilen, teils und noch mehr zwischen den Zeilen erhoben sind gegen einen Mann, dessen Integrität so vollauf klar liegt. Wir haben heute und in Zukunft keine Veranlassung, in seine Integrität irgend einen Zweifel zu setzen.(Beifall.) Stadtv. Singer(Soz.): Nach den Darlegungen deS Ober- bürgermeisters ist für uns die Angelegenheit klargestellt und erledigt. linser Vertrauen in die Integrität des Herrn Vorstehers kann durch diese Beschwerden nicht im geringsten beeinträchtigt werden.(Beifall.) Stadtv. Mommscn(Fr. Fr.): Als die betreffenden Angelegenheiten an uns kamen, hat der Vorsteher uns sofort von dem bestehenden verwandtschaftlichen Verhältnis Mitteilung gemacht. Die hier uns gegebene Erklärung war für uns nicht notwendig, aber sie war es für die breite Oeffentlichkeit. Das Gefühl der Bitterkeit, dem der Vorsteher Ausdruck gab. können wir wohl verstehen, wir rufen aus dem gleichen Gefühl den Mit- bürgern draußen zu, eingedenk zu sein der Gefahren, welche sie durch derartige Augriffe gegen die ehrenamtlichen Vertreter der Bürgerschaft heraufbeschwören.(Zurufe bei den Sozialdemokraten: Häusagrarier!") Die Herren vom Hausbesitzerverein ..Süden" sollten die Beschwerde an den Minister schleunigst wieder zurückziehen; das wäre das Gescheiteste, was sie tun könnten. Stadtv. Rosenow schwerde zu setzen. Der Antrag wird hierauf einstinmiig für erledigt erklärt, vor- steher Michelet übernimmt wieder den Vorsitz. Mit der vom Magistrat vorgeschlagenen Neugestaltung deS Bebauungsplanes für das Stadtgebiet zwischen der See- und Müller straße einerseits und der N e i n i ck e n- dorfer Grenze anderseits hat sich der eingesetzte Ausschuß nur teilweise einverstanden erklärt. Referent ist Stadtv. Stapf(A. L.) Die Versammlung beschließt ohne Debatte nach den AnSscbußanträgen. Nachdem der Oberpräsident in Gemäßheit deSKrankenverfichemngS> gesetzes eine Revision der Ein prachtvoller Interpret Schillerschen JugendgeisteS war M o i s s i S schlanker Posa mit dem durchgeistigten Antlitz, dem schwärmerische» Blick, der wunderbar geschmeidigen, in den Momenten der Begeisterung zu schmetternden Fanfarentönen anschwellenden Stimme. Festtäglicher Glanz ging von ihm aus. In steigender Spaiinung lauschte das Publikum der berühmten Rede vor dem König, und als sich Moissi-Posa mit dem Rufe„geben Sie Gedanken- sreiheit" beschlvörend auf die Knie warf, brach die lang zurück- gehaltene Erregung bei offener Szene in tosenden endlosen Beifalls- stürmen aus. Das andere schauspielerische Ereignis des Abends war Tilla Durieux als Fürstin Eboli. I» die bis zum Grotesken un- wahrscheinliche Liebesszene des zweiten Aktes legte sie eine Wahr- heit der Leidenschaft, in die jäh auslodernde Rachsucht Akzente von so elementarer Wucht, daß vor dem glutvoll ergreifenden Bilde alle hemmende Erinnerung an die Unmöglichkeit der Situation entschwand. Und ähnlich überzeugend wirkte später ihr zerknirschtes Schuldbekenntnis. Sehr sympathisch anmutig repräsentierte Else Heims die sanfte Güte der Königin. Harry Walden war in seiner Mischung von Weichheit, hingebendem Vertrauen und trotzig aufbrausender Exaltation ein interessanter Carlos mit eigenartiger Physiognomie. Mit Basser manns stark applaudiertem Philipp vermochte ich nicht mitzugehen. Der ausgezeichnete Darsteller spielte den furcht- baren, in seiner einsam finsteren Größe imponierenden Despoten nach naturalistischem Stil als eine Art pathologischen Sonderling. der mehr Mitleid als Furcht eriveckt. Die Feinheit in Details der Nuancierung half über dieses Mißverhältnis nicht hinweg. Er nahm der Schillerschen Sprache ganz ihren Klang und zerstückelte noch obendrein ihren Fluß durch gehäufte Pausen. Unter den kleineren Rollen ragte Wegeners höchst eindrucksvoller, wirklich gefährlich drein- schauender Alba hervor. Die Ausstattung war einfacher als sonst, doch stimmungsvoll. ät. Notizen. — Eine Schiller-Feier, die die Stadt Charlottcnburg im Schiller- Theater- C harlottenburg veranstaltet, findet am Freitag, de» 12. und 26. November 1909, nachmittags 3 Uhr, statt. Zur Aufführung kommt die Wallenstein-Trilogie. — Theater chronik. Die Gastspielvorstellungen der Münchener Märchenspiele beginnen am 22. November im Gastspiel- Theater. Zur Aufführung gelangt„Der Zauberkessel", ein lustiges Märchenspiel von D. Kühner, Musik von Edgar Jstel. — Borträge. Ingenieur Vorreiter beginnt am Montag, den 16., abends 8 Uhr, im Hörsaal der Uraiua(Taubcnstraße) einen Zyklus von fünf Vorträgen über die modernen Luft- fahrzeuge. über die Motorluftschiffahrt, Luftschiffe und Flug- Maschinen(mit Lichtbildern und Demonstrationen). Abonnements- karten und ausführliche Prospekte an der Kafse der Urania. Festsetzung des ortsüblichen Tagelohns gewöhnlicher Tagearbeiter für Berlin vorgenommen hat und die Lohnsätze für erwachsene(über 16 Jahre alte) männliche Arbeiter von 2,90 auf 3,60 Mark, für die weiblichen von 1,60 aus 2,20 Marl, für jugendliche mann- liche Arbeiter einschließlich der Lehrlinge von 1,40 auf t,80 M. und für die weiblichen von 1,10 ans 1,40 M. erhöht worden sind, muß das Regulativ für die Berliner Gemeinde- krankenversicherung hinsichtlich der Sätze für die Kranken- gelder und Kassenbeiträge entsprechend geändert werden. Die Ab« anderung soll mit dem 1. April 1910 in Kraft treten. Die" Versammlung erteilt die Zustimmung ohne Diskussion. Die Frage der Uebernahme des gesamten Jnselspeicher« grundstücks durch die Stadt ist in dem bezüglich einzelner Teile schwebenden Enteignungsversahren infolge Antrags der Eigentümer wieder aufgerollt worden. Der Magistrat stellt der Versammlung die Entscheidung darüber, ob in dem Enteignungs- verfahren die Stadt das ganze Grundstück freiwillig übernehmen soll, anHeim. Nach ganz unwesentlicher Debatte wird die Vorlage ty einen Ausschuß verwiesen. Die Sozial-Fortschrittlichen(Stadtvv. Nathan u. Gen.) haben am 27. Oktober folgende Anfrage an den Magistrat gerichtet: „Sind seitens des Magistrats die erforderlichen Bor» kehrungen getroffen zur Beschaffung entsprechender, aus- giebiger Arbeitsgelegenheit für den Fall, daß im kommenden Winter wiederum breitere Schichten der Berliner Bevölkerung von Arbeitslosigkeit heimgesucht werden sollten?" Unterm 4. d. M. hat der Magistrat der Versammlung darauf- hin von folgender am 20. Oktober an alle Verwaltungsstellen er- lassenen Verfügung Kenntnis gegeben: „Die noch immer nicht normalen Verhältnisse des Arbeits Marktes legen sämtlichen städtischen Verwaltungen die Pflicht auf, im kommenden Winter nach Möglichkeit für die Beschäftigung von Arbeitskräften zu sorgen. Wir ersuchen daher, unverzüglich festzustellen, welche Arbeiten auf Grund bereits bewilligter Kredite während des Winters fortzusetzen oder demnächst in Angriff zu nehmen sind und uns über das Veranlaßte zu berichten. Weiterhin ersuchen wir um Vor- schlüge für die etwaige Anforderung von Mitteln für solche Arbeiten, welche zwar von den Gemeindebehörden noch nicht ge- nehmigt sind, weiche aber in der Folgezeit dringlich werden und ihrer Natur nach bereits im kommenden Winter ausgeführt werden können, Endlich wiederholen wir unsere Anweisung, bei Einstellung von Arbeitskräfte» ortsangehörige Personen zu berück- sichtigen." Weitere Mitteilungen waren vorbehalten. Für die Weiterführung der Arbeiten auf dem Schillerparkgelände ersucht der Magistrat, auch um weitere Arbciterentlasiungen zu vermeiden, um Bereitstellung der für die Anlage noch verfügbaren Anleihemittel im Betrage von 250 000 M. Stadtv. Dr. Nathan: Die Arbeitslosigkeit hält in der Berliner Bevölkerung noch immer an. wie auch der Magistrat selbst anerkannt hat. In diesem Punkte besteht also zwischen uns und ihm Ueber- einstimmung. Auch zeugt ja die Borlage wegen Heranziehung des Anleiherestes von 250 000 M. für die Arbeiten am Schiller-Park für daS Bestreben des Magistrats, der Arbeitslosigkeit zu steuern. Mit dem Rundschreiben allein kann es aber nicht getan sein. Dieses Rundschreiben hätte schon im Frühjahr erlassen und eventuell Sommerarbeit auf den Winter verschoben werden müssen. Unter der Arbeitslosigkeit haben nicht nur die Arbeiter, sondern eS hat die Gesamtheit der Bürgerschaft zu leiden. Redner bemängelt dann, daß die Lösung der Frage der Arbeitslosen» Versicherung in der gemischten Deputation nicht vorwärts kommt. Stadtv. G o l d s ch m i d t(N. L.): Es ist ja erfreulich, daß der Magistrat der Anfrage zuvorgekommen ist. Den Ausweg, den der Vorredner vorschlägt, kann ich nicht empfehlen. Ich wünschte nur, daß der Magistrat etwas mehr Dampf gäbe, um seinem Willen die Durchführung zu sichern. Stadtrat Fischbeck: Ueber die Frage der Arbeitslosenversicherung wird ja noch in einer gemischten Deputation verhandelt. ES ist dort der Wunsch nach Mitteilimg deS vorhandenen Materials in der Frage ausgesprochen worden; dieses wird beschafft und der Ausschuß wird demnächst wieder zusamnientreten. Bezüglich der Beschaffung von Arbeit sind wir in diesem Jahre genau so vorgegangen wie im vorigen, und wie damals werden auch jetzt aus diesem Anlaß verschiedene SpezialVorlagen an Sie gebracht werden. Eine besondere Magistratskommission prüft die --„Der Kaiser hat gesprochen". Der Streit u» die angebliche Lionardo-WachSbüste ist zu Ende(ehe er auf wissenschaftlicher Basis überhaupt angefangen hat). Der Kaiser hat gesprochen. Die loyale Kritik hat also alleruntertänigst zu schweigen und Direktor Bode Abbitte zu leisten. Denn Wilhelm IL ließ sich von ihm die Büste demonstrieren und erklärte dann nach den offi- ziösen Hoforganen, er habe nicht die geringsten Zweifel an der Echtheit und finde auch den Preis nicht zu hoch(usw.).— Na also. Direktor Bode rechnet aber offenbar auch mit solchen boshaften Nörglern, die auf Wilhelms II. Kunsturteile nicht daS geringste geben. Er versucht in verschiedenen Blättern die Echtheit weiter zu behaupten und die sehr exakten englischen An- qriffe zu ignorieren. Sein englischer Angreifer, Mr. Cooksey, äbrt inzwischen_ fort, die Geschichte der Büste weiter zu verfolgen. Dabei hat er festgestellt, daß die Büste, für die Bode 160 000 M. zahlte, 1904 für 5 Schilling verkauft wurde. Da Herr Bode, der jetzt immerhin eine genaue Untersuchung der Büste in. Aussicht stellt, die Diskussion rein auf das Gebiet der Kunstkenner»' chaft zu verlegen versucht, muß denn doch ein für alle mal gesagt werden, daß die englischen exakten Behauptungen durch Stilkriterien unmöglich widerlegt werden können. — Schillers Kollegen von heute, Herr Holzvock berichtet in seinem angestammten Organe, dem„Lokal-Auzeiger", über die Schillerseier im kgl. Schauspielhause: „Die Vorstellung, die dem Andenken Friedrich Schillers geweiht war, gestaltete sich nicht nur zu einer bedeutsamen künstlerischen Ehrung für die Manen des Dichters, sondern zu einem auch durch seine Aeußerlichkeiten bochintcressanten Ereignis. Jenes Gemisch von höfischem und bürgerlichem Glänze, das in den königlichen Theatern bei den meisten Vorstellungen, die einen besonderen Charakter tragen, beobachtet werden kann, ist vielleicht selten so in die Er- scheiining getreten wie am gestrigen Abend." Mit jener Anmut, man möchte sogen: relativischer und gedrängter Anmut, die unserem Klassiker der Festseieru-Reportage eigen ist. nennt er die Namen, die gern genannt sein wollen:„Mitten unter ihnen sitzt Paul Lindau, als Regisseur und Autor des Schauspielhauses, in dem man gar viele, auch Kollegen des großen Drama- tikers Schiller, sehen konnte, so Oskar Blumenthal, Felix Philippi, Hugo Lubliner. Fedor v. Zobeltitz. Max Bernstein usw. Ueberall iulercssante Persönlichkeiten." Herr Holzbock wollte natürlich schreiben:„viele Auchkollegen". — Das Honorar des Dr. Cook. Alls New Jork wird berichtet: Dr. Cook bat zwar seine Bortragstournee aufgegeben. allein die goldenen Früchte seiner Entdeckerarbeiten sind damit nicht verloren. Eine phonographische Aufnahme der Schilderung seiner Polarabenteuer ist vervielfältigt worden und erzählt jetzt in allen Städten der Union mit Dr. Cooks Stimme von Dr. Cooks Taten. Der Polarforscher hat von der Phonographengesellschaft für diesen Vortrag 24 000 M. erhalten und zwar 6000 M. für die gesprochene Minute. Bezahlung der Sonntagsarbeit. Aus Industrie und Handel. Warenbestände in Großbetrieben. Wie hoch die Lagerbestände in den einzelnen Großbetrieben oft Einzelheiten. Bereits reif zur Vorlage war die Schillerparksache. Der Vorschlag, schon im Frühjahr zu verfügen, daß eventuell gewisse Mit Rechtsstreitigkeiten wegen Entlohnung der Sonntagsarbeit Arbeiten auf den Winter verschoben werden sollen, hat doch sehr hat sich das Berliner Raufmannsgericht in letzter Zeit häufig feine zwei Seiten; ist ein Notstand vorhanden, so ist er auch zu beschäftigen. Die Kläger stützen sich meistens auf ein Urteil der im Sommer vorhanden. Wir halten daher für richtig. 5. Kammer, mit welchem einem diätarisch angestellten Handlungs- find, das ersieht man an einem Beispiel. Die Ver. Königs. bei Beginn des Herbstes mit unseren Maßregeln vorzugehilfen Entschädigung für Sonntagsarbeit bewilligt wurde. Vors gehen. Der letzte Bericht der Arbeitsnachweisſtatiſtit bestätigt ja, ausfezung für eine derartige Bewilligung ist aber vor allem, daß und Laurahütte bucht in ihrer legten Bilanz für nicht weniger daß auf dem Arbeitsmarkt eine gewisse Besserung eingetreten ist, der Angestellte auch Sonntags gearbeitet hatte. So mußte ein als 10,31 Millionen Mark Produkten- und für 3,43 Millionen Mark daß bei den ungelernten Arbeitern fogar die Nachfrage das Angebot Expedient seitens der 5. Kammer des Kaufmannsgerichts abgewiesen Materialienbestände. Es betrug der Wert der Warenbestände am überſtieg. Dennoch hält der Magistrat normale Verhältnisse noch werden, weil er Diäten für die Sonntage verlangte, obgleich er an Ende des Geschäftsjahres auf den Anlagen der Ver. Königs- und feineswegs für zurückgekehrt. Stadtv. Dupont( Soz.): Daß wir in absehbarer Zeit zu bäckerei wurde vor der 2. Kammer mit ihrem Anspruch auf 550 W. den Sonntagen gar nicht tätig war. Auch die Filialistin einer Groß- Laurahütte in Mark: wirklich normalen Arbeitsverhältnissen kommen, möchte ich bestreiten; Entschädigung für Sonntagsarbeit zurückgewiefen. Sie hatte zwar Produktenaber ohne weiteres gebe ich zu, daß sich im letzten alle Sonntage gearbeitet, aber fünf Jahre lang keine Forderung halben Jahre eine wesentliche Besserung auf dem Arbeitsmarkt gezeigt wegen einer Extraentschädigung erhoben. Auch hier fah das Gericht Material hat. Es ist jedoch in den Berichten von einer fieberhaften", als Voraussetzung an, daß eventuelle Ansprüche sofort, nicht erst bestände 1 692 235 2025 841 1966 920 3 247 388 8 435 150 also von einer nicht gefunden Besserung die Rede. Der Winter steht nach Jahren gestellt werden. jett bebor; er bringt ohnehin größere Arbeitslosigkeit mit sich. Wie Berlin haben auch andere Kommunen solche Verfügungen er lassen; dafür verdient unser Magistrat kein besonderes Lob, das war vielmehr seine Pflicht. Die zuletzt ergangene Entscheidung widerspricht dem Gefeß. Die Verjährungsfrist für Forderungen aus dem Arbeitsvertrage beträgt zwei Jahre. Die Forderung der Filialistin für diese Zeit war berechtigt. Eine Tilgung ist nicht eingetreten. Von einem Verzicht fann teine Rede sein: einen Verzicht durch Zeitablauf kennt das Gesetz nur rücksichtlich der verjährten Forderungen. Anwaltsangestellte. bestände 1901/02 1903/04 1905/06 1907/08 1908/09 4578 920 6 042 880 5 620 743 8 786 546 10 309 016 Ganz naturgemäß haben bei dem schlechten Geschäftsgange bie Materialbestände weniger stark zugenommen als die Bestände an Produkten, die im letzten Jahre gegen 1907/08 eine Zunahme um 1,52 Millionen Mart aufweisen. Bayern auf dem Wege zum Industrieftant. Die Verfügung nimmt u. a. Bezug auf noch nicht genehmigte" Arbeiten. Was tönnen das für Arbeiten sein? Andererseits ist das Wasserwert in Heiligensee genehmigt, aber die Arbeit dort noch nicht Die in Angriff genommene industrielle Ausbeutung der Bayerischen besonders gefördert. Ferner könnte man bei dem projektierten Waffer= Wafferfräfte hat dort die Aussichten für eine industrielle Entwickelung werk Wuhlheide energischer hinterher sein. Neben diefen Maßaußerordentlich verbessert. Nach derselben Richtung wirken die vor regeln fäme ganz besonders in Betracht die Verkürzung der Der Verband der Bureauangestellten Deutschlands, der Ver- einiger Zeit gemeldeten Erzfunde. Destlich von Bamberg sind riesige Arbeitszeit, und zwar generell für sämtliche städtischen band deutscher Bureaubeamten, der Verband deutscher Rechtsanwalts- Brauneifensteinlager gefunden worden. Vor einigen Monaten hat Betriebe. Das wäre eine Maßnahme von großer fozial- und Notariats- Bureaubeamten, der Verein der Bureaubeamten der sich in München eine Aktiengesellschaft gebildet, die die Mineralien politischer Bedeutung. Der Achtstundentag müßte für ganz Berlin Berliner Rechtsanwälte und Notare und der Verein der Bureau- verwerten will; vorläufig ist ein Kapital von einer Million Mart durchgesezt werden können, schon angesichts des Umstandes, daß vorsteher der Berliner Rechtsanwälte und Notare streben die vorgesehen. Neuerdings beteiligt sich auch der Staai an dem Wettdie Arbeiter immer mehr in die Vororte hinausgedrängt werden. Besserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage ihrer Berufs- laufen nach Erdfchäßen. Im bayerischen Staatshaushalt für 1910/11 Allerdings eine Verkürzung der Arbeitszeit ohne gleichzeitige angehörigen an. Admählich hat sich die Erkenntnis durchgerungen, fordert die Regierung unter den außerordentlichen Ausgaben Mehrbeschäftigung von Arbeitskräften ist nicht dasjenige, was daß diese Zersplitterung eine Schädigung des gemeinsamen Bieles 600 000 M., um auf Stohle, Erze und Salz weitere Bohrungen und ich erstrebe. Die Dunkelfammer" für die Arbeitslosenversicherung ist. Im Jahre 1904 tam vorübergehend eine Art Zweckverband zur Schürfungen vornehmen zu können. Wenn nur nicht schon die besten hat bis jetzt drei Sibungen gehabt; alles, was wir dort be- Schaffung gemeinsamer Arbeit, der Ausarbeitung eines Tarif- Happen längst durch die Privatindustrie verspeist worden sind und antragt haben, ist abgelehnt worden, und hätten wir nicht das vertrages für Anwaltsangestellte, zustande. Seitdem hat die die Regierung das Nachsehen hat, wie üblich I' statistische Material verlangt, so hätte die Mehrheit mit dieser Ueberzeugung davon, daß nur durch gemeinsame Arbeit Frage schon ein Ende gemacht. Auf diese Mehrheit ist nicht recht etwas zu erreichen ist, inmer breiteren Boden gewonnen. Aus den Die Neberlandbahnen im Rheinlande. Der Minister der öffentzu rechnen; aus dieser Deputation wird nicht viel herauskommen. fünf Vereinen hat sich ein sozialer Ausschuß" gebildet. Diefer läßt lichen Arbeiten hat sich dahin ausgesprochen, daß der Bau und der Das bedaure ich deshalb, weil die Frage inzwischen bedeutsame eine Sorrespondenz des sozialen Ausschusses der Berliner Anwalts- Betrieb der geplanten elektrischen Städtebahn Köln- Düsseldorf nicht Fortschritte gemacht hat. Die bayerische wie die badische Re- angestelltenvereine" erscheinen. Die Aufgaben und Ziele des der staatlichen Eisenbahnverwaltung vorbehalten bleiben soll, sondern gierung haben Schriften erlassen, die hochinteressant werden durch sozialen Ausschusses" sollen in einer von den 5 Vereinen auf privaten Unternehmern zu überlassen sei. Als Bewerber sind die den Bassus, daß, solange teine Reichsarbeits: Montag, den 15. d. M., abends 8 Uhr, nach den Musikerfälen, Städte Köln und Düsseldorf sowie die in dieser Frage gemeinsam losenversicherung besteht, die Kommunen zu Kaiser Wilhelm Straße 18 m, einberufenen Versammlung er vorgehenden Elektrizitätsfirmen Siemens Schuckert- Werte und Allgrößerer Tätigkeit auf diefem Gebiete berörtert werden. Die Schaffung einer allgemeinen, ganz Deutsch gemeine Elektrizitätsgesellschaft aufgetreten. Diefer Umstand wird anlaßt sind. Das ist es, was auch wir fordern; wir können land umfassenden Berufsstatistik ist bom sozialen Ausschuß die Ausführung des Projekts naturgemäß nur verzögern, und uns nicht auf die Reichsgesetzgebung bertrösten lassen. Die ins Auge gefaßt. Der soziale Ausschuß geht von der Auf- man wird neugierig sein, in welchem Maße wieder eine Bevorrheinischen Kommunen, veranlaßt durch den Oberbürgermeister faffung aus, daß eine Einheitlichkeit der Anffassungen und Ueber zugung des Privatkapitals erfolgen wird. Den Großgesellschaften von Köln, ebenjo der oberbayerische Städtetag haben sich mit der zeugungen der Einheitlichkeit der Organisation vorangehen müsse. Mag genügt es nicht, die Profite einzuheimfen, die ihnen der Bau verFrage befaßt. Sollte nicht Berlin, das bisher auf diesem Gebiete fein, daß der von ihnen beschrittene Weg als erster Schritt für eine spricht, der ihnen ja doch zufällt, sie wollen auch noch die Einnahmen noch gar nichts getan hat, borangehen und tun, was möglich ist? Propagierung der Einigkeit der Anwaltsangestellten etwas für sich aus dieser erfolgversprechenden Strecke in ihre Kassen leiten. Warum Dies alles aber läßt sich nur in Angriff nehmen, wenn die Mehr- hat. Uns dünft aber, der schnellste Weg ist der beste. Und das übrigens der Staat nicht selbst die Initiative ergreift, eine großheit der Deputation der Sache mehr Interesse zuwendet; man wäre Buſammenschluß in den Verband der Bureauangestellten zügige Versuchsstrecke auszuführen, die einer späteren Elektrisierung besetze sie mit Kollegen, die dieses größere sozialpolitische Inter- Deutschlands. Das wäre die beste Pionierarbeit. des gesamten Staatsbahnbetriebes als Muster dienen könnte, ist effe für die Frage hegen. Immerhin ist die Einführung und das Vorgehen des fozialen nicht ersichtlich. Mit den Vorarbeiten für die vom VerkehrsAusschusses ein Zeichen von der wachsenden Einficht von der Not- ministerium genehmigte Ueberlandbahn von Düsseldorf nach Münchenwendigkeit eines gewerkschaftlichen Zusammenschlusses an Stelle zer. Gladbach ist bereits begonnen worden. splitterter Organisationen. Stadtv. Dr. Nathan: Der gemischten Deputation habe ich einen Vorwurf nicht gemacht und nicht machen wollen. Ist ein Notstand vorhanden, so ist er auch im Sommer vorhanden, mcinte Stadtrat Fischbeck. Diese Auffassung ist irrig; ein Notstand kann auch im Winter eintreten. Das Bwedmäßige ist jedenfalls, auch in normalen Jahren sogenannte Winterarbeiten in der Hand zu behalten. Nach Verabschiedung der Etats follten Deputationen und Berwaltungsausschüsse darauf hingewiesen werden; man soll zwischen Winterarbeiten und Rotstandsarbeiten unterfcheiden. Stadtb. Rettig( A. 2.) spricht seine Befriedigung über den Runderlag des Magistrats aus und nimmt im übrigen die gemischte Deputation in Schutz; ein Mitglied derselben habe sogar weite Reisen im Interesse der Sache gemacht. Stadtv. Goldschmidt: Einen Vorwurf tann man mir doch aus meinen anerkennenden Worten für den Magistrat nicht machen. Mit der Idee der Verkürzung der Arbeitszeit, die Kollege Dupont so unvermittelt in die Debatte warf, hat er doch bloß agitatorisch wirken wollen. Wie kann man sagen, daß Arbeitszeitverkürzung ohne Mehrbedarf an Arbeitskräften wertlos sei? Stadtv. Dupont: Herr Goldschmidt nötigt mich, nochmals das Wort zu nehmen. Er hat sich ein wenig sophistisch ausgelassen. Ich soll geäußert haben, eine Verkürzung der Arbeitszeit ohne Mehreinstellung von Arbeitskräften sei wertlos. Das habe ich nicht gefagt; Herr Goldschmidt hat sich aus dem, was ich sagte, etwas herausdestilliert, woran er seine Floskeln anbringt. Er verlangt ferner, das Gute, was geschaffen sei, solle anerkannt werden. Das Gute lobt sich selbst. Die Versammlung sollte im Gegenteil Arbeitslosigkeit in Großbritannien. Maßnahmen zur Linderung der Arbeitslosigkeit in Frankfurt a. M. Obgleich die offizielle Statistit Großbritanniens versichert, daß fich Handel und Industrie wieder heben und Das Stadtverordnetenkollegium in Frantfurt a. M. ersuchte Beiten entgegengehe, ist von einer merklichen Besserung des man besseren in seiner Sigung vom 21. September dieses Jahres den Magistrat, Arbeitsmarktes wenig zu spüren. Tie Berichte der verhältnismäßig alsbald Borlage über die im tommenden Winter zu treffenden Maß- geringen Anzahl Gewerkschaften qualifizierter Arbeiter, die an nahmen zu machen. Der Stadtverordnetenversammlung vom bas Handelsministerium gelangen, weisen zwar eine Abnahme dieser wird einleitend gefagt, trotzdem es den Anschein babe, feit dieser Aufstellungen und die gänzliche Außerachtlassung des 9. November unterbreitete nun der Magistrat eine Vorlage. In der Arbeitslosigkeit gegen das Vorjahr auf, aber die Unvollständigbaß in diesem Jahre Arbeitsgelegenheit reichlicher vorhanden sei, als großen Heeres der ungelernten Arbeiter machen die Angaben des um die gleiche Zeit des Vorjahres, beabsichtige der Magiftrat, für Handelsministeriums zu einem schlechten Maßstab der wirklichen unter normalen wirtschaftlichen Verhältnissen im wesentlichen auf erschreckenden Umfang anzunehmen. In Glasgow allein schätzt den kommenden Winter eine Reihe von Arbeiten vorzusehen, die Verhältnisse. Die Arbeitslosigkeit droht im nächsten Winter wieder den Sommer zu verweisen wären. bewirkt werden, daß anderenfalls während der Winterzeit zu entlassende besser sieht es in London aus. Die Regierung scheint die Es soll hierdurch vorwiegend man heute die Zahl der Arbeitslosen auf 25 000; nicht Arbeiter weiterbeschäftigt werden können. Ergänzend follen, wie in den Arbeitslosen in ihrem Streite mit der konservativen Oppofition Vorjahren, eigentliche Notstandsarbeiten hinzutreten, ganz vergessen zu haben. Das einzige, was sie auf Betreiben der fezte der Magistrat für die im Winter in Angriff zu nehmenden loiengesezes, das mit seiner durchaus ungenügenden finanziellen sobald sich hierzu die Notwendigkeit herausstellt. Insgesamt Arbeiterpartei unternommen hat, ist die Verlängerung des Arbeitsarbeiten 1%, Millionen Mark für Arbeitslöhne und Material Unterstügung wie ein Tropfen Wasser auf einem heißen fest. Auf Arbeitslöhne allein entfallen rund 826 000 M., Stein doch muß in Betracht gezogen werden, daß durch Materiallieferungen damit, den Arbeitern zu versprechen, im nächsten Jahre eine wirkt. Im übrigen begnügt sich die Regierung auch in der Privatindustrie erhöhte Arbeitsgelegenheit geschaffen Arbeitslosenversicherung für gewisse Berufe, in denen die Arbeitswird und diese Löhne nicht mit einbegriffen find. lofigfeit am fchärfsten auftritt, einzuführen. Damit ist den Arbeitss Im Vorjahr war die angesetzte Summe für Arbeiten, die zur lofen aber jezt nicht gedient und schon baben die Demonstrationen noch viel mehr Wert als bisher auf die Kritik legen. In Wirt- inderung der winterlichen Arbeitslosigkeit ausgeführt werden sollten, wieder angefangen, mit denen im vorigen Winter der Deffentlichkeit liegt es ja auch bei Lohnstreitigkeiten nicht immer so, daß löhne, Anschaffungen und Materialien bewilligt. Sind auch von ftändig vor Augen gehalten wurde. Unter den Arbeitslosen befindet bedeutend höher. Da wurden insgesamt 3672 100 m. für Arbeits- lichkeit und der Regierung die erschreckende Ausdehnung des Uebels der Unfriede auf seiten der Arbeiterschaft bekundet wird. Jetzt diesen vorgesehenen Arbeiten nicht alle zur Ausführung gekommen, fich eine große Anzahl alter ausgedienter Soldaten, die jetzt dazu wird in der Holzindustrie ein Streit gerade von der Arbeitgeber fo war doch die dadurch geschaffene Arbeitsgelegenheit weit reicher verurteilt find, auf der Straße zu verkommen. In London gibt es schaft heraufbeschworen. Diese Kämpfe aber haben mit der vor- als die, die durch die Ausführung der für diesen Winter geplanten allein 5000 folcher arbeitsloser Berufsfoldaten. Der Gen. Edmonson, diegenden Frage nichts zu tun, und auch in der gemischten Depu- Arbeiten eintreten wird. tation sollten sie aus dem Spiele gelassen werden. Von den für 1909/10 borgesehenen Ausgaben für Arbeitslöhne, fieren. 800 von ihnen marschierten vor einigen Tagen vor das Kriegsder früher Feldwebel im 21. Ulanenregiment war, sucht sie zu organiAnschaffungen und Materialien von 1 Millionen Mart find ministerium, um zu demonstrieren. Dem militärisch geordneten Zuge 1000 000 M. bereits zur Berausgabung bewilligt, um die eben wurde eine Fahne vorausgetragen, die die Inschrift frug: Niemands uelle Jnangriffnahme der Arbeiten zu ermöglichen", beantragt Regiment: im Kriege wertvoll, im Frieden untauglich! der Magistrat, 400 000 M. vorschußzweise zu Lasten des Etats für audienz, die die Führer der arbeitslosen Soldaten bei dem Striegs1910 zu bewilligen. Er betont noch besouders, daß ein Teil der minister hatten, tam es zu erregten Auseinanderſegungen. In Anvorstehenden Arbeiten nicht mit einem Male begonnen und betracht des wachsenden Interesses, das die arbeitslosen Londoner ferner nicht in jedem Falle zur Ausführung ausgedienten Soldaten dieser Bewegung entgegenbringen, ist es dafommen sollen, fondern nur wenn die Notwendigkeit her mehr als wahrscheinlich, daß es im kommenden Winter in London bazu nach Lage bes Arbeitsmarktes 34 Stadtb. Goldschmidt verwahrt sich dagegen, die Darlegungen des Kollegen Dupont entstellt zu haben. Stadtv. Brunzlow( A. 2.) ist sehr verwundert über die Gr. wähnung der Tarifftreitigkeit in der Holzindustrie, worüber Herr Dupont gar nicht orientiert sei. Aus der Schule dürfe er nicht plaubern, aber soviel fönne er sagen, daß Aussicht bestehe, daß die Differenz beigelegt werde. Stadtv. Werner( N. L.) behält sich die Abrechnung mit Herrn Dupont betr. der Verkürzung der Arbeitszeit für später bor. Damit ist die Angelegenheit für heute erledigt.( Dem Stadtb. Glode( Soz.), der sich noch äußern will, wird nicht mehr das Wort verstattet.) Die Vorlage betreffend die Verwendung weiterer 250 000 m. aus Anleihemitteln für den Schillerpart wird angenommen. Schluß der öffentlichen Sigung 49 Uhr, Soziales. Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. wird die Auswahl unter den vorgesehenen Arbeiten je nach der Not- 3 recht lebhaften Straßenszenen tommen wird. wendigkeit der betreffenden Arbeit an sich und je nach dem Grade der Möglichkeit, dem fich zeigenden Arbeitsbedürfnis zu genügen, von Fall zu Fall getroffen werden. Bei der Beratung der Vorlage wurden diese Ausführungen von bem sozialdemokratischen Redner, der sich für seine Fraktion weiter gehende Anträge für später vorbehielt, kritisch beleuchtet. Gegen die angefeßten Bosten selbst wurden von keinem Redner Einwendungen gemacht und die 400 000 m. für 1910 auch einstimmig gebilligt. Gerichts- Zeitung. Gegen Lebins In einer richtete sich eine Beleidigungsklage, die am Donnerstag vor dem Schöffengericht Charlottenburg verhandelt wurde. Den Hinter grund der Klage bildet der Meineidsprozeß, welcher vor einiger Zeit gegen den Sprechmeister Vogel verhandelt wurde. Bekanntlich haben die Geschworenen den Sprechmeister Vogel von der Begriff des doppelten Wohnsites im steuerrechtlichen Sinne. Anklage des Meineides freigesprochen, obgleich ihn zwölf Zeugen Gegenüber der von uns wiedergegebenen offigiösen Be- Der Graf v. Tiele Winkler zu Moschen( Schleften) positiv belastet hatten. Diesen Ausgang des Prozesses Vogel nahm hauptung, daß die von der Regierung angestellten, aber war auch in Berlin zur Sirchensteuer herangezogen worden, Lebius zum Anlaß, um in seinem gelben Blatte„ Der Bund" roch nicht veröffentlichten Enqueten ein Bedürfnis für ein weil er hier einen zweiten Wohnsitz habe. Er bestritt dies und Beleidigungen und Verdächtigungen gegen die Leiter des BäckerVerbot der Sonntagsarbeit nicht ergeben hätten, fei daran beantragte im Rechtswege feine Freistellung von der Steuer in verbandes zu schleudern. Die Tendenz des beleidigenden Artikels erinnert, day die im Frühjahr dieses Jahres bom Berlin. Das Oberverwaltungsgericht als legte Instanz erkannte ging dahin, die Leser glauben zu machen, der Bäckerverband habe Bentralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen vor- jedoch auf Abweisung. Begründend wurde ausgeführt: Die Vorinstanz eine Reihe von Beugen zum Meineid verleitet, um eine Vergenommene Erhebung ergeben habe, daß sich 535 Gewert( Berliner Polizeipräsident) habe den Wohnfißbegriff richtig aufgefaßt. urteilung Vogels zu erzielen. Das war zwar nicht deutlich ausfchaftstartelle im Namen von mehr als anderthal6 Jemand habe einen mehrfachen Wohnsitz, wenn er an verschiedenen gesprochen, aber um so deutlicher zwischen den Zeilen zu lesen. Millionen Arbeitern vom Standpunkt der skonsumenten Orten eine angemessene ständige Wohnung habe und wenn er zu- Der Artikel trug die Ueberschrift:" Meineid als Kampfesmittel dahin ausgesprochen haben: gleich in jedem dieser Orte einen Mittelpunkt seiner ganzen Lebens- gegen die Gelben". Er sagte unter anderem, die Leitung des Die in der Gewerbeordnung an Sonntagen zugelaffene regels| berhältnisse babe, beziehungsweise wenn diese in ihrer Totalität von Bäckerverbandes übe Berrat, Hinterlift, Lüge, Betrug und rühme mäßige fünf stündige Verkaufszeit ist nach den Erfahrungen am hier ass bestimmt würden. Das sei nach den Feststellungen der sich dessen sogar; sie sei zu allen Gemeinheiten fähig. Auch von hiesigen Orte durchaus nicht notwendig; das Publikum hat kein Vorinstanz bezüglich des Klägers in Berlin der Fall. Erstlich habe einem roten Verleumder" sprach der Artikel, und schließlich hieß Interesse an der Aufrechterhaltung der gegenwärtig zulässigen er in seinem Hause in der Tiergartenstraße nach jenen Fest es, da die Geschworenen Vogel freigesprochen haben, so müßten Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe. Wenn an Sonn- und Feststellungen eine standesgemäß eingerichtete Wohnung, die von sie zu der Ueberzeugung gekommen sein, daß die zwölf Zeugen tagen für den Kleinhandel von Milch, Backwaren, ihm und seiner Familie aus verschiedenen Anlässen vorüber- des Bäckerverbandes zwölf Meineide geschworen haben. Fleisch und Gis eine zweistündige Verkaufszeit gehend benutzt werde.( Tagung des Herrenhauses, Hof- und sonstige der gegen die Leitung des Bäckerverbandes gerichteten BeleidiWegen in den frühen Vormittagsstunden zugelassen wird, so festlichkeiten, Durchreisen usw.). Dann stehe aber auch der Graf zu gungen flagten Schneider und Hesschold; wegen der Bemerkung, ist allen berechtigten Ansprüchen der Konsumenten vollauf Genüge feiner Hauptverwaltung in steter Beziehung; auch während seines es müßten im Prozeß Vogel zwölf Meineide geschworen sem, getan; im übrigen fann jegliche Arbeits- und Verlaufszeit im Handels- Berliner Aufenthaltes finde zwischen ihm und seiner Hauptverwaltung flagte einer der Zeugen aus dem Vogel- Prozeß, der Bäcker Steingewerbe verboten werden. ein täglicher geschäftlicher Verkehr statt. Somit tomme auch Berlin fopf, gegen Lebius. Wir haben neulich bereits darauf hingewiesen, daß ein völliges als Wobufitz mit in Frage, so daß ihn der gefchäftsführende AusSonntagsverbot unter Bulassung einer dreistündigen vor 10 Uhr schuß der Berliner Stadtiynode zur Steuer heranziehen konnte. bormittags liegenden Beschäftigungszeit für die Nahrungsmittel- Will der Graf die Kirchensteuer los werden, so bleibt ihm nichts branche alle Interessen befriedigt und durchaus durchführbar ist. übrig als aus der Landeskirche auszutreten. Seiner Gewohnheit gemäß.suchte Lebius das Gericht dadurch für sich zu stimmen, daß er einzelne Vorgänge aus dem Kampfe, den der Bäckerverband gegen die Gelben zu führen gezwungen ist, in einseitiger Weise darstellte und so sich selbst als verfolgten nicht für erwiesen. Nochmals die Messengerboys als Privatpost. Darmonieapostel in bengalischer Beleuchtung hinstellte. Im gewöhnlich Sann nichts mehr von sich hören. Wenn die Darlehns-, 713,40 m., fonftige Beiträge 43,70 M., diverse 28 M., zusammen übrigen wollte er die Kläger, die ihm persönlich gar nicht bekannt fucher dann auf Erfüllung seines Versprechens drangen, übersandte 14 193,30 M. Ausgaben an Krankengeld 2564,50 M., Stellenlosen seien, mit seinen Beleidigungen nicht haben treffen wollen. Sein er ihnen die Auskünfte, die stets ungünstig lauteten. Auf diese unterstüßung 928,40 M., Sterbegeld 200 M., Notfall 70 M., diverses Verteidiger, Rechtsanwalt Löwe, bestritt sogar, daß Schneider und Weise prellte der Angeklagte mehrere Personen. In einem 19,80 m., an den Hauptvorstand abgeliefert 10 410,60., zu Hetzschold sich als Leiter des Bäckerverbandes betrachten dürften. anderen Falle schädigte er einen Eigentümer 2., der für sein sammen 14 193,300. Lokaltasse: Einnahmen an Kassenbestand Rechtsanwalt Dr. Heinemann, der die Kläger vertrat, iies Grundstück in Biesdorf eine Hypothet von 35 000 bezi. 40 000 m. 1. Juli 1908: 2079,70 M., Gruppenanteile 2360,49 M., Extrabeiträge dagegen nach, daß sich die beleidigenden Aeußerungen nur auf suchte, um einen größeren Betrag, nachdem er sich fälschlich als a 50 und 20 f. 100,90 m., Ueberschuß von zwei Vergnügen die Kläger beziehen könnten und daß es eine schwere Beleidigung Makler der Karlsruher Lebensversicherungsgesellschaft ausgegeben 486,65 M., Einnahme für die Kurse 505 M., diverse 131,80 M., ist, wenn die Zeugen aus dem Bogel- Prozeß des Meineides ver- hatte. Schließlich eignete sich der Angeklagte noch Mietsbeträge zusammen 5664,54 0. Ausgaben an Agitation: Drucksachen dächtigt würden, da doch jeder wissen müsse, daß die Geschworenen an, die er als Verwalter eines Hauses eingezogen hatte. Der 755,90 M., Porto 343,90 M., Stellennachweis 84.22 M., Beiträge aus verschiedenen Gründen zur Freisprechung gelangt sein können, Staatsanwalt beantragte 2½ Jahre Gefängnis. Das Gericht zur Gewerkschaftskommission 394,41 M., Verwaltungskosten: Pers ohne daß sie annehmen brauchten, die Belastungszeugen hätten erkannte auf 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis und 3 Jahre fönliche 987 M., sächliche 675,18 M., Kurse 284,30 M., Delegation falsch geschworen. Ehrberlust. 8 M., sonstige 930.35 M., zusammen 4463,26 M. Kassenbestand am Das Gericht hielt nur die Kläger Schneider und Hebschold 1. Juli 1908: 2079,70., Einnahmen 3584,84 M., zusammen für beleidigt, und zwar nur durch die Ausdrücke, rote Berleumder" 5664,54 M., Ausgaben 4463,26 M., mithin Kassenbestand am und die zu allen Gemeinheiten fähig sind". Deswegen wurde Lebius zu einer Geldstrafe von 30 M. verurteilt. Daß die Be- vor dem Landgericht III in Berlin der Geschäftsführer der Stellennachweises vom 1. Juli 1908 bis 30. Juni 1909. Lehmann gab den Bericht des Wegen Uebertretung des Postgesetzes hatten sich am 5. März 30. Juni 1909: 1201,28. Die merkung, zwölf Beugen im Vogel- Prozeß müßten Meineide geleistet Messengerboys- Company, Dr. Horst Hoffmann, der Stationsleiter offenen Stellen bei den Anwälten betragen: Vorsteher 46, Registra haben, sich auf den Kläger Steinkopf beziehe, hielt das Gericht dieser Gesellschaft, Maximilian Guichard in Berlin, die königliche toren 54, Maschinenschreiber 121, Stanglisten 49, Lehrlinge 19 und Solotänzerin Fri. Lösche in Charlottenburg und der Kaufmann Aushilfen 18, zusammen 369. Stellensuchende meldeten sich: Wie verschieden doch Beleidigungen vor Gericht gewertet Kurt Rosenthal in Schöneberg zu verantworten. Die Bost hatte 120 Worsteher, 94 Registratoren, 342 Maschinenschreiber, 154 Kanzwerden. Kürzlich ist ein Redakteur der Hilfe" zu 150 M. ber- jedem der Angeklagten einen Strafbefehl übersandt. Auf erhobene listen, 12 Lehrlinge, zusammen 575. Besetzt wurden 194 Stellen. urteilt worden, weil er Lebius einen Mann mit gerichtlich fest- Beschwerde erkannte das Schöffengericht auf Freisprechung. Die Die offenen Stellen bei den Kaffenangestellten betragen 21, gestellten Qualitäten nannte. Lebius aber, der in einem einzigen Berufung der Amtsanwaltschaft wurde vom Landgericht III am Stellensuchende 23, besetzt wurden 11 Stellen. Insgesamt wurden Artikel eine ganze Flut von Beleidigungen gegen seine Gegner 5. März verworfen. Gegen das Landgerichtliche Urteil hatte die 205 Stellen befeht. Die Delegierten der Gewerkschaftskommission ausschüttet, braucht nur 30 M. Strafe zu zahlen. Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. In der vorliegenden Sache gaben ihren Bericht. Zum Vorfizenden der Ortsgruppe wurde handelte es sich im Gegensatz zu der Breslauer, die fürzlich das Battloch, als Staffierer Schiemann, zum Schriftführer Reichsgericht beschäftigte, nur um die Besorgung einzelner ver- Aman gewählt, als Delegierte zur Gewerkschaftskommission schloffener Briefe, d. H. um Besorgungen, wie sie Dienstmänner aus-& ürstenberg und Julius Cohn. Die übrigen Funktionäre zuführen pflegen. Frl. Lösche wollte jemandem einige Theater- sind bereits in den Branchenversammlungen gewählt. billetts zusenden und telephonierte an die Charlottenburger Filiale der Messengerboys Co., sie möge ihr einen Boten schicken. Dieser tam und schaffte den verschlossenen Brief nach einem Hause, dias zwar zu demselben Postbezirk wie das der Absenderin in Charlottenburg gehört, aber zu Berlin im politischen Sinne zu rechnen ist. Der Angeklagte Rosenthal hat unter ähnlichen Verhältnissen einen Brief befördern lassen. In einem dritten Fall, der nur die beiden Hauptangeklagten betrifft, lag die Sache ähnlich. Auf die Revision des Staatsanwalts hob am Dienstag das Reichsgericht das Urteil gegen Dr. H. und G. auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. Aus der Begründung ist zu entnehmen, daß nach der Postgeseknovelle alle Privatanstalten verboten sind, welche gewerbsmäßig das Einsammeln, Befördern und Verteilen geschlosse ner Briefe besorgen. Es hätte geprüft werden müssen, ob die Messengerboys Co. nicht eine poftähnliche Einrichtung ist. Verfannt sei ferner der Begriff der Beförderungsanstalt im Art. 3 der Novelle von 1899. Auch wenn die Messengerboys Co. sich ge= werbsmäßig gar nicht mit Briefbeförderung beschäftige, sondern der Zweck der Gesellschaft lediglich in der Spedition bestehe, falle sie unter den Begriff Privatpost. Der Zweck der Novelle sei die Erbroffelung der Privatbriefbeförderungsanstalten; der Gesetzgeber habe sich hierzu rigoroser Mittel bedient. Er habe solchen Gefellschaften zwar die Beförderung ihrer eigenen Briefe gestattet, nicht aber die Beförderung fremder Briefe durch ihre Boten. Streifjustiz. Als die Arbeiter einer Fabrik in Reinickendorf streiften, kontrollierten die Genoffen Behrend vom Metallarbeiterverband und Siering vom Schmiedeverband die dort aufgestellten Streitposten. Sie tamen gerade hinzu, als die Streikposten von SchutzLeuten aufgefordert wurden, sich zu entfernen. Behrend sagte zu den Beamten:„ Die Leute stehen Streifposten und dürfen hier stehen." Zu den Streifposten sagte Behrend, fie follten keine Hafenfüße sein, fie dürften dort stehen, die Beamten hätten ihnen gar nichts zu sagen. Durch diese Aeußerung soll Behrend die Beamten beleidigt haben. Er hatte sich deshalb am Mittwoch vor dem Schöffengericht Berlin- Wedding zu verantworten. Die als Zeugen vernommenen Schuhleute sagten, die Um gebung der Fabrit sei für Streifposten gesperrt gewesen- angeblich weil Arbeitswillige belästigt worden sein sollen, als sie die Streitposten fortwiesen, habe Behrend ihnen die angeführte Bemerkung zugeschrien. Siering befundete dagegen, daß Behrend in durchaus ruhigem Zone gesprochen habe. Der Amtsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 100 m. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Heinemann, wies nach, daß weder objektiv noch subjektiv eine Beleidigung vorliege. Uebrigens stehe dem Angeklagten der Schutz des§ 193 zur Seite, denn als Vorstandsmitglied des Metallarbeiterverbandes habe er das Recht und die Pflicht, die Interessen der Streifenden wahrzunehmen. Diese Interessen seien durch das Verbot des Streitpostenjtehens verlekt worden. Der Angeklagte wisse aus jahrelanger Erfahrung, daß die Verwaltungsbehörden durch Verbot des Streitposten stehens und andere Maßnahmen das Koalitionsrecht der Arbeiter illusorisch machen. Das sei auch im vorliegenden Falle geschehen. Der Angeklagte habe das Recht, darüber zu wachen, daß das nicht geschehe, zum mindesten glaubte er, ein solches Recht zu haben. Er habe also durchaus in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt und müsse deshalb freigesprochen werden. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 50 M. Die sehr eingehenden rechtlichen Ausführungen des Verteidigers wurden in der Urteilsbegründung mit dem einen Saz erledigt: Daß einem Streitleiter der Schutz des§ 198 zur Seite stehe, davon fann gar teine Rede sein. Die zu den Streifenden gemachte Bemerkung: Die Beamten haben Euch nichts zu sagen", erklärte das Gericht als beleidigend, denn darin liege die Behauptung, die Beamten hätten ihre Befugnis überschritten. Sela. Gegen das Urteil hat Behrend Berufung eingelegt. Anspruch auf Erhöhung der Unfallpenfionen. In einer jüngst ergangenen Entscheidung spricht das Reichsgericht aus, daß nach§ 7 Absatz 2 des Haftpflichtgefeßes bom 7. Juni 1871 ein Anspruch auf entsprechende Erhöhung der Pension für den Beamten entsteht, wenn die betreffende Beamtenkategorie| nach der Pensionierung des Anspruchsberechtigten eine Aufbefferung erfahren hat. Dabei kommt aber zugunsten des Inanspruchgenommenen in Betracht, daß der Berechtigte, wenn er im Dienste verblieben wäre, gemäß des Pensionsgesetzes in der Fassung des Gesetzes vom 31. März 1882 auch auf seinen Antrag in den Ruhestand versetzt worden wäre. Es handelt sich also um die Zurüdlegung des Pensionsalters als Voraussetzung. Eine Berjährung des Anspruches tritt gewöhnlich nach zwei Jahren ein. Verfammlungen. Die Geschäftspraktiken eines gewerbsmäßigen Geldverleihers beschäftigten gestern Sen Strafrichter. Vor der 2. Straftammer des Landgerichts I mußte fich der Makler Karl Kaselowski wegen wiederhollen Betruges, schwerer Urkundenfälschung und Unterschlagung verantworten. Der Angeklagte erließ in einer großen Die Ortsgruppe Groß- Berlin des Verbandes der BureauAnzahl von bürgerlichen Zeitungen, hauptsächlich in Provinz- angestellten und der Verwaltungsbeamten usw. hielt in den Musiker blättern, Inserate, in denen er sich zur Vermittelung von Dar- sälen ihre Generalversammlung ab. Zuerst referierte Herr Rechtslehen gegen mäßige Zinsen anbot. Er erhielt eine Unmenge Auf- anwalt Dr. Alsberg über Die Verteidigung nach dem träge von Darlehnssuchern, denen er dann mitteilte, daß er erst Entwurf der neuen Strafprozeßordnung". In durch die Auskunftei„ Cito" eine Auskunft über sie einziehen müsse 1½stündigen Ausführungen führte der Referent den Anwesenden und hierfür die Gebühren im voraus zu zahlen seien. Bald in packender Weise die Mängel und die notwendigen Verbessedarauf erhielten die Geldsuchenden dann eine Mitteilung, welche rungen des neuen Entwurfs der Strafprozeßordnung vor Augen. mit einer Nachnahme von 7-12 m. belastet war und einen absolut Der Kaffierer Schiemann erstattete dann den Kassenbericht gleichgültigen Inhalt hatte. In den meisten Fällen lösten die vom 1. Juli 1908 bis 30. Juni 1909. Hauptkasse: Einnahmen an Betreffenden diese Nachnahmen auch ein. Der Angeklagte ließ Beiträgen a 1,20 m. 12 868,20 m., a 1 m. 540 M., a 60 Pf. Für den Inhalt der Inferate| Gebr. Herrnfeld Theater. So #bernimmt die Nedaktion dem muß man's machen. Ein RettungsPublikum gegenüber feinerlei mittel. Verantwortung. Theater. Freitag, den 12. November. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Bar und Bimmermann. Königl. Schauspielhaus. Der deutsche König. Neues fönigl. Opern Theater. Geschlossen. Deutiches. Don Carlos.( Anfang 7 Uhr.) Rammerspiele. Frühlings Erwachen.( Anf. 8 Uhr.) infang 8 Ubr. Berliner. Hohe Politik. Leffing. Die Gefährtin. Hanneles Himmelfahrt. Komische Oper. Auferstehung. Neues Schauspielhaus. Exempel. Nenes. Wahrheit. Kleined. Moral. Nesidenz. Gretchen. Hebbel. Der Standal. Schiller 0. Das sauner Theater.) • Die erste Geige. Sch_ Charlottenburg. spenster. Ge Friedrich Wilhelmstädt. Schau: spielhaus. Flachsmann als Er zieher. Westen. Die geschiedene Frau. Nenes Overetten. Die Dollar prinzessin. Thalia. Die ewige Lampe. Volksoper. Bar und Zimmermann.( Anfang 8 Uhr.) Luisen. Inspektor Bräfig. Roie. Maria Stuart. Trianon. Pariser Witwen. Lustspielhaus. Der dunkle Bunft. Karl Haverland Theater. Spe zialitäten. Walballa. Svezialitäten. Gastspiel. Die gute Partie.( Anf. 8 Uhr.) Vange. Spezialitäten Noacks Theater. Ballensteins Lager. Die Glode. Palait. Liebchens Tric? Speziali täten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenuraße 48 49. Abends 8 Uhr: In den Dolomiten. Stecuwarte, Invalidenm 57/62. Lessing- Theater. 8 Uhr: Die Gefährtin. Hierauf: Hanneles Himmelfahrt. Sonnabend, 8 Uhr: Tantris der Narr. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Hohe Politik. Morgen Hohe Politik. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- beater.) Freitag, abends 8 Ubr: Die erste Geige. Luftspiel in 4 Aften v. Gustav Wied und Jens Petersen. Ende 10%, Uhr. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Schwur der Treue. Sonntag, namm. 3 ubr: Die Welt, in der man sich langweilt. Sonntag, abends 8 U br: Die von Hochsattel. Schiller- Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Uhr: Gespenster. Ein Familiendrama in 3 Aufzügen von Henrik Ibsen. Ende 10%, Uhr. Sonnabend, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag. nad m. 3 u br: Macbeth. Sonntag, abends 8 Uhr: Gespenster. Eingegangene Druckfchriften. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist foeben das 7. Seft des 28. Jahrgangs erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Die öffentliche Meinung. Die Wahlen in Baden. Von G. A. Lehmann. Situation in den Bereinigten Staaten und die Sozialistische Partei. Bon Die Landtagswahlen in Sachsen. Von Hermann Fleißner. Die politische . B. Boudin( New York). Boldt Technisch- wirtschaftliche Rundschau, Von Rich. Literarische Rundschau: Nauticus, Jahrbuch für Deutschlands Seeintereffen. Von Starl Radek. Notizen: Nochmals die Civic Federation.- Zeitschriftenschau. bandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Breise von 3.25 M. pro Quartal gu beziehen; jedoch kann sie bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft foftet 23 Pf. Die Neue Beit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch Brobenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Briefkaften der Redaktion. britter Eingang, vier Trevven, Fahrstuhl wochentäglich abends von 7% bis 9% Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde am 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als wertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften tönnen 14 Sage vergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Die Juristische Sprechstunde findet inden ftraße 3, swelter 07, E. S. 3. 4. Es genügt die Darstellung des Falles und die Einsendung der letzten Starte an die Versicherungsanstalt. Die Versicherungsanstalt ebenso wie die Krantenfasse ist in Ihrem Falle berechtigt, aber nicht ver pflichtet, für Bahnersatz ganz oder teilweise Sorge zu tragen. E. R. 100. baltsbeiträge hat in Ihrem Falle das Bericht festzusetzen. Etwa 100 Mart F. W. 37. Die Höhe der UnterFriedrichshagen. 1. und 2. Nein. würden voraussichtlich als angemessen erachtet werden. A. B. 69. 1. bis 3. Ein Offenbarungseid verjährt nicht. Er hindert auch keineswegs Offenbarungseid nicht hat leiſten lassen, jederzeit zu Pfändungsversuchen ben Erwerb von Besiz. Der Gläubiger ist ebenso wie derjenige, der den 4. Staatsanwaltschaft beim Landgericht 1, Alt- Moabit. ia. 2. Nein. 6. S. 100. 1. Mit Bewilligung des Eigentümers des Friedhofes 8. 3. 18. 1. Die Ehefrau farin ihr Pflichtteil verlangen; sie würde, wenn es sich um einen Erbteil im Gebiete des Märkischen Rechts handelt, bie Hälite des Nachlasses unter Einwerfung ihres Ver mögens verlangen tönnen. Auf das Pflichtteil würde sie innerhalb eines Jabres lagen tönnen. 2. Das ist der Vereinbarung der Parteien über. laffen. F. B. 1000. Die Klage hätte feine Aussicht auf Erfolg, weil die Schuldner minderjährig sind. R. Sp. 731. 1. Ja. 2. Nein. O.. 107. 1. Der Mann ist zum Unterhalt der Ehefrau, die sich außer halb der Chewohnung aufhält, nur verpflichtet, wenn die Trennung mit Einverständnis des Ehemannes geschah oder die Frau zu derselben einen berechtigten Grund hatte. 2. Sie fönnen auf Stückgabe des Eigentums flagen. zwischen Eheleuten ist nicht strafbar. Eine Strafanzeige hätte teine Aussicht auf Erfolg! Diebstahl Amtlicher Marktbericht der städtlichen Markthallen- Direktion über den Großbandel in den Zentral- Marftballen. Marktlage: Fleisch: Butube start, Geschäft flau, Preise für Schweinefleisch anziehend, sonst un berändert. Bild: Bufuhr reichlich, Geschäft ziemlich rege, Preise un verändert fest. Geflügel: Bujuor genügend, Beichäft rege, Breije gut. Butter und Staje: Geschäft ruhig, Breise fast unverändert. Fische: Zufuhr genügend, Geschäft ruhig, Preise wenig verändert. Ges mife, Obn und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft sehr rubig, Breise fest. Gastspiel- Theater W. Noacks Theater Köpenider Straße 67/68. Zaglich abends 8 Uhr: Gastspiel von Fritz Beckmann. Die gute Partie. Metropol- Theater Hallo!!! Brumienitr. 10, am Rosenthaler Tor. Schillerfeier. Prolog. Wallensteins Lager. Die Glocke. 10 lebenbe Bilder. Rezitation: Franz Merker. Anfang 9 Uhr. Entree 30 Bf. Theater des Westens. Urania. Die große Revue! Walhalla Die geschiedene Frau. Sonntag nachm. 3 Uhr: Ein Walzertraum. Lustspielhaus. Abends 8 Ubr: Der dunkle Punkt. Volks- Oper. SW., Belle- Alliance- Straße Nr. 7/8. Abends 29 Uhr: Wahrheit.ar und Zimmermann Morgen: Der Dieb. Sonntag: Wahrheit. Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Quisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Morgen zum erstenmal: Mis Dudelsack. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Freitag, den 12. Novbr., Anf. 8 Uhr. Met vol. Halloh!! Die große Flachsmann als Erzieher. Revue. Folies Caprice. Mobilisierung. Der gewisse Augenblic. Anf. 8 Uhr. Apono. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Cafino. Onkel Cohn. Sonnabend: Flachsmann als Erzicher. Sonntag nachm. 3 Uhr: Othello. Abends 8 Uhr: Flachsmann als Er. zieher In 8 Bildern von Jul. Freund. Musik v. Paul Lincke. In Szene Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Wissenschaftliches Theater. gesetzt vom Dir. Rich. Schultz. Abends 8 Uhr: In den Dolomiten. Residenz- Theater Stadt- Theater Moabit. Alt- Moabit 47/48. Variete Theater Weinbergsweg 19-20, Rosenth. Tor. Ani. 8 Uhr. Die großartigen November: Spezialitäten. Im Tunnel: Negimentskapelle. Theaterbesuchern freier Eintritt. Sonntag, den 14. November 1909: Sanssouci, Strade 6. Direttion: Richard Alexander. Die zärtlichen Verwandten, Abends 8 Uhr: Gretchen. Groteste in 3 Atten von Davis und Lipschüß. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Luftspiel in 3 Aufzügen v. N. Benedig. Oswald Barnau: Hans Reig. Kaffenöffnung 6 Uhr. Anfang der Borstellung 7 Uhr. DOSE THEATER Luisen- Theater. Folies Caprice. Große Frantfurter Str. 132. Anf. 8 Uhr. Ende 11 Uhr. Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Aften v. Fr. v. Schiller. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Frau Holle. 8 Uhr: Die Rechtlosen. Königstadt- Kasino. Holzmarktstraße 72. Täglich: Franz Sobanski. The Orloffs, Arras Duo, Mstr. Reichardo, Fifi Morro, The Carnals, G. Eulenburg, John Ilket und MiB Jenny, Equilibristischer Aft. Novität! Vor der Schmiede. Singspiel in 1 Att v. Dtto Richter. Abends 8 Uhr: Inspektor Bräsig. Lebensbild in 6 Bildern v. Gasmann. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Große Kindervorstellung: Der Struwelpeter. Märchenposse mit Gesang und Tanz. 8 Uhr: Robert und Bertram. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Herren Söhne. 8 Uhr: Heimat. Trianon- Theater. Abends 8 Uhr: Pariser Witwen. Mobilisierung. Bunter Teil. Der gewisse Augenblick. Vorverk. 11-2. Anfang 8%, Uhr. Karl Haverland Theater 77/79 Kommandantenstraße 77/79. Anjang präzije 8 Uhr. Schlager auf Schlager bringt das November- Programm. Direktion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsch. Sänger und Tanzkränzchen. Stets nenes hochaktuelles Progr. Beg. Sonnt. 5, woajent. 8. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger Meysel, Britton, Schrader usw. Anfang: Bochent. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Zirkus Busch. Freitag, den 12. November 1909, abends 7, Uhr präzise: Komischer Gala- Abend. Patty Frank- Truppe! Die Clevelands! Ferner: Frl. Wardia Beketow, Schulreiterin. Herr Ernst Schumann, Meisterdressuren. Um 9% Uhr: Farmerleben! Besonders hervorzuheben: Die Springflut! Der Ueberfall und Rettung aus dem brennenden Blockhause. Sonntag, 14. Novbr., nachm. 31 hr: Farmerleben ohne Kürzung 8 Uhr pollo Theater 8 Uhr Die grandiosen Spezialitäten. 1. a.: Dorothy Kenton X Yvonne de Forge, Das Wunder der Ankleidekunst Consuelo Fornarina. Die Phänomene: Wynne Brothers. 10 Uhr: Eine Haremsnacht. Grotesker Scherz in 1 Aft. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Das großartige Varieté- Programm des neuen großen Varieté- Teils. Ferner 10 neue Debuts. Ferner: Zirkus Schumann Deutfcher Transportarbeiter- Verband Freitag, den 12. November, abends 7 Uhr: Gala Vorstellung 3 mit großem Programm. Um 9 Uhr Ende ca. 11 Uhr Bum 14. Male: Die große Feerie Die drei Rivalen oder Das mysteriöse Schloß in der Normandie Feerie in 5 Aften. I. Aft: In der Normandie. II. Aft: Auf dem Schlosse des Ritters de la Champagne. III. Aft: Das mysteriöse Schloß. IV. Aft: Die drei Rivalen. V. Att: Das Hochzeitsfeft mit der noch nie gesehenen Schluß- Apotheose. Sonntag: 2 Borstellungen. Nachm. der berühmt. Schimpanse. Gebi Herrnfeld Theater Kommandantenstr. 57... 4, 5083. Der Höhepunkt aller Erfolge find die beiden Novitäten: „ So muß man's machen" Burleske m. Gesang in 2 Aften von A. u. D. Herrnfeld. Musik von 2. Ital Anton Herrnfeld als Schinkentonig Wenzel Nowotny, als fein Sozius Moris Appetitlich, Henry Bender Donat Herrnfeld ist, is in der tollen Burleske Der süße Doktor. und Ein Rettungsmittel Romödie in 1 Aft von Ludwig Huna. Borverkauf 11-2 Uhr. Anfang 8 Uhr. Sektion I. Handelsarbeiter. Montag, den 15. November 1909, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 4 ( großer Saal), Engelufer 15: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Robert Schmidt über: ,, Arbeiterschutz im Handels- und Transportgewerbe." 2. Diskussion. 8. Geschäfts- und Kassenbericht pro 3. Quartal. 71/5 Mitgliedsbuch ist mitzubringen und am Eingang des Saales vorzuzeigen. Wer mit seinen Beiträgen 10 Wochen im Rückstande ist, hat keinen Zutritt. Der Sektionsleiter: Frizz Wappler. WINGARTEN Deutscher Metallarheiter- Verband. 765 Hauptbureau: Für die uns aus Anlaß unserer Silbernen Hochzeit ers wiesenen Aufmerkjamtetten fagen herzlichsten Dant. 3161 Anna und Hermann Schruut. Todes- Anzeige. Am Montag, den 8. November, verschied nach langem, schwerem Leiden die Goldpollererin Karoline Zimmermann geb. Müller. Die Beerdigung findet Sonn abend, den 13. d. M., nachmittags 2 Uhr, auf dem Charitéfirchhof, Müllerstraße, statt. 23896 Der hinterbliebene Ehemann Schloffer Louis Zimmermann nebst Tochter, Mittelstr. 44. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kanzspende bet der Sof III. Amt 3. 1987. Mannes fage der Hofbuchdruderet, Beerdigung meines lieben Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Das neue Programm Achtung! Bauanschläger! Achtung! im Frauen- Schönheit! Anne Dancrey Lalla Selbini Jeanne Fransioli Käte Sandwinas Sisters Harreys Firma Julius Sittenfeld, dem Ges Achtung! aftsführer, den Kollegen, dem Gefangverein, den Genossen des 521. Bezirks, sowie allen Berwandten, herzlichsten Dant Sonntag, den 14. November 1909, vormittags 10 Uhr, Freunden und Bekannten unferen im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 1: Monats- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Eugen Brückner über: ,, Hat der sowie die übrigen Attraktionen, Arbeiter im heutigen Staat Gleichberechtigung 2. Disfuffion. 3. Berbands- und Branchenangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. u. 8.: Bernhard Mörbitz Horace Goldin. Quggenhagen Anf. 8 Uhr. Bugge am Moritzplatz Täglich: Spezialitäten. Täglich: Militärkonzert. Palast- Theater. Passage- Panoptikum Sonntag nachm. 3½ Uhr: Direttion: Robert Dill& Karl Pirnau. Burgstraße 24, am Bahnhof Börse. Täglich durchschlagender Erfolg der November- Spezialitäten. Liebehens Tric? mit Dir. Rob. Dill und die Hauptgesangspartie. Borzugskarten, wochentags zu halben Staffenpreis. gültig, überall zu haben. Voigt- Theater Gesundbrunnen. Babftr. 58 Feftvorstellung zur Feier d. 150 jahr. Geburtstages Friedrich v. Schillers. Freitag, den 12. November 1909: Die Räuber. Trauerspiel in 10 Bildern v. Friedrich b. Schiller. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. 35 Kein Laden! Lebend! Der Skelettmensch AGA, die schweb. Jungfrau Die Traummalerin. Colsinis Experimente d. IV.Dimens. Tamburliza- Briganten- Truppe. Vitascop- Theater, Dauervorstg. Panophon- Konzerte all. Weltgröß. Alles ohne Extra- Entree! Große Vorstellung bei kleinen Preisen ein Kind frei. 31602 Frau Fiddike nebst Kindern. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Kollegen, Freunden und Bekannten meinen herzlichsten Dant. Witwe Laura Päper. Danksagung. 23965 Für die zahlreiche Beteiligung bei Sonntag, den 14. November 1909, abends 5 Uhr, der Beifehung unseres lieben Sohnes im Luisenstadt- Rafino, Dranienstr. 180: Versammlung aller in der Schraubenbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wuschick über:„ Die englische Revolution und Olivier Cromwell". 2. Diskussion. 3. Ber bandsangelegenheiten. 4. Branchenangelegenheiten. Zahlreicher Besuch wird erwartet. 125/10 Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Entree mit Tanz 15 Pf. Metallarbeiter- Notizkalender von 1910, a 60 Pf., find erschienen und im Bureau und bei den Die Ortsverwaltung. Orts- Krankenkasse Kassierern zu haben. der Schmiede. Sonnabend, den 20. November 1909, abends 811, Uhr, bei Tabbert, Verband der baugewerbl. Hilfsarbeiter Deutschl. Zweigverein Berlin und Umgegend. Sektion der Rohrer. Martusftr. 14, Eingang Grünerweg: Achtung! Ordentliche Casino- Theater General- Versammlung. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Trot des foloffalen Andranges: Nur noch bis Freitag, 3. 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Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und zahlreichen Kranz penden bei der Beerdigung meines unvergeßlichen lieben Mannes, unseres guten Vaters, Schwieger und Großbaters, des Tischlers 23925 Wilhelm Mochert fagen wir allen Verwandten, Freunden als auch Bekannten, besonders dem Genossen Manaffe für seine eindruds volle Rede am Grabe des Entschlafenen, wie auch den Sängern für den er. bebenden Gesang und den Genoffen des 744. Bezirk des 6. Berliner Reichstagswahlkreises auf diesem Wege berzlichften Dant Achtung! ime Mochert nebft Rindern. Sonntag, den 14. November, vormittags 10 Uhr: ſcheidenden Borstandsmitglieder Mitglieder- Versammlung a) 1 Arbeitgeber auf 8 Jahre, b) 2 Arbeitnehmer auf 3 Jahre. 2. Wahl der Revisoren zur Prüfung der Jahresrechnung 1909. 3. Alenderung der durchschnittlichen Lagelöhne. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. 295/6 3. A.: Ad. Pilgrim, Borsigender. Orts Krankenkasse Pankow. Die statutarische General- Versammlung findet am Freitag, den 26. November, abends 8 Uhr, im Restaurant Roczycky, Bankow, Kreuzftr. 3/4, statt. Zages Ordnung: 1. Protokoll. 2. Wahl dreier Revisoren zur Brit fung der Jahresrechnung pro 1909. 3. Neuwahl breier Borstandsmit glieder( ein Arbeitgeber und zwei Arbeitnehmer). Es scheiden Hoffrichter, Hankel und Götte. aus: im Lofale von Gustav Keßner, Naunynstr. 70. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Hermann Caro über: Was fehrt und die letzte Lohnbewegung?" 2. Diskussion. 3. Verbands. angelegenheiten. 31/4 Es ist Pflicht eines jeden Rohrers, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Zweigvereinsvorstand. für Gemeinsame Orts- Krankenkasse Nowawes und Umgegend. Am Montag, den 29. November, abends 7, Uhr, findet im Restaurant von Singer, Nowawes, Priesterstr. 31, 295/4 eine Deutscher Holzarbeiter- Verband. General- Versammlung Heute Freitag, abds. 81%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 14/15, statt, zu welcher die Mitglieder der. Saal 4( Arbeitslosensaal): felben ergebenft eingeladen werden. Bon 7-8 Uhr finden die Sitzung der Ortsverwaltung. Bablen aum Borftande, Arbeitgeber Einsetzer. Sonntag, den 14. b. Mts., um 10 Uhr vormittags, finden die Bezirks- Versammlungen in den bekannten Lokalen statt. Die Kollegen in Rigdorf werden besonders darauf aufmerksam gemacht, da dort der Beschluß gefaßt werden soll wegen Auflösung des Bezirks. Die Branchenfommiffion. 4. Definitive Genebmigung der mit 92/1 den Beamten abzuschließenden resp. zu ergänzenden Engagementsvert äge. 5. Bericht vom Drtstrantenlaffen. Am 14. November findet eine Uraniavorstellung statt. Tag in Bremen. 6. Anträge, welche mindestens fünf Tage vor der Versammlung bei dem Unterzeichneten schriftlich eingereicht fein müssen. 7. Berschiedenes. Bantow, den 4. Rovember 1909. Der Vorstand ber Ortstrautenfajje Pankow, Paul Seifert, Borsigender. NB. In dieser Versammlung find nur die gewählten Delegierten ein tritts- und stimmberechtigt. 295/2 „ Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter Radfahrer- Bundes .Solidarität“. Mittwoch, 17. Novor.( Buntag), abends 7 Uhr: Gr. Lichtbilder- Vortrag Kinematograph u. Tanz in Freyers Festfälen( großer Saal), Koppenstraße 29. 12/12 Eröffnung 9 Uhr. Eintritt 20 Pf. Bunge Gänse nur erste Dualitäten von 7 bis 14 Pfund a Pfund 65 Pf., Gänserümpfe,, Gänse. Junge Enten M. 2,50. Hühner, fette Suppenhühner, ige. Brathühner in besonders schöner Auswahl. Wegner, S0. Mariannenstr. 34. Eröffnung nachmittag um 4 Uhr, Borstellung um 5 Uhr: In den Dolomiten. Billetts a 65 Pf. infl. Garderobe sind noch auf dem Bureau zu haben. Dr. Lohmann's Chem. Edelseife Fix and Fertig ohne Arbeit schneeweiße Wäsche Chem. Fabrik Schöneberg G. m. b. H. Berlin W. haber Arbeiter= Bekleidung Berufskleidung. Größtes Spezialgeschäft. Kohnen& Jöring, efchäft Haupt Alexanderstr. 12. gilialen: Landsberger Allee 148. Rixdorf: Bergstraße 66 am Ringbahnhof. und Arbeitnehmer getrennt, statt. Bu wählen sind ein Arbeitgeber und drei Arbeitnehmer. Um 8, Uhr: Gemeinsame Sihung. Zagesordnung: 1. Bahl von drei Mitgliedern zur Prüfung des Jahresabschlusses 1909. 2. Statutenänderung. 8. Ber schiedenes. Anträge zu der General- Verfamm lung find bis zum 18. d. Mts. bei dem Vorsitzenden einzureichen. Der Vorstand. gez. Otto Hoffmann. Bekanntmachung der gemeinsamen Orts- Krankenkasse für Mariendorf und Umgegend. Am Montag, den 22. Novem ber, nachmittags 6, Uhr, findet im Saale des Restaurants Löwen hagen zu Mariendorf, Chauffeestr. 27, bie ordentliche General- Versammlung statt, zu der die Herren Delegierten hierdurch ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Neuwahl eines Arbeitgeber- und zweier Arbeitnehmerdelegterten und Ersazwahl eines Arbeits geberdelegierten in den Borstand. 2. Wahl dreier Revisoren zur Prüs fung der Jahresrechnung für 1909. 8. Gewährung von Teuerungs. zulagen an die Kassenbeamten. 4. Berschiedenes. Etwaige Beschwerden oder dergl, su denen die Einsichtnahme der Ge schäftsbücher erforderlich ist, sind dem Borstand mindestens drei Tage vor her schriftlich einzureichen. Mariendorf, den 8. November 1909. Der Vorstand. 295/5 3. A.:( gez.) K. Baechler, Bors. P. Saedler, Schriftführer. Verantwortlicher Redakteur Richard Barth, Berlin. Für den Inseratenteil verantw: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Mr. 265. 26. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. rito, 12. Bovember 1909. Partei- Angelegenheiten. 群 V Dritter Wahlkreis. Am Sonntag den 14. November, abends 6 Uhr, findet in den Rittersälen", Ritterstr. 75, eine Versammlung ſtatt. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag der Genossin Wilhelmine Kähler. Nach der Versammlung: Gemütliches Beijammensein. Der Vorstand. Ein von der Samaratergemeinde ausgehendes Birkular glaubt einen besonderen Trumpf ausspielen zu sollen, indem es sich auf die Liebestätigkeit der Kirche beruft und folgende Säge schreibt: Freitag, Von Interesse ist, daß die Kirche durch die vielen Aus- Die Tagelohnarbeiter refrutieren sich aus den Saisonarbeitern. Die trittserklärungen sich auf einmal ihrer Angehörigen erinnert. Saisonarbeiter haben natürlich das Bestreben in die festere und auch In letter Zeit haben zahlreiche Stirchengemeinden gedruckte etwas besser entlohnte Position der Tagelohnarbeiter zu fommen. Zur Lokallifte. Das Lokal Moabiter Casino", Wilenader Birkulare versandt an Personen, die entweder ihren Kirchen- Man wird dies Bestreben verständlich finden, wenn man berücksichtigt, daß seinerzeit die Gaisonarbeiter täglich für 8 Stunden entlohnt Straße 63, Jnh. Peters, wird der Arbeiterschaft zur Abhaltung von austritt angemeldet haben oder aber schon aus der Kirche werden. Ihr Wochenverdienst beträgt jetzt nach Abzug der Beiträge Versammlungen verweigert. Wir ersuchen daher, genanntes ausgetreten sind, und setzen in beweglichen Worten die Folgen für Krantentasse usw. zirka 16 M., in der Bußtagswoche sogar nur Lokal streng zu meiden. Die Lokalfommission. des Kirchenaustritts aueinander. Auch Personen, die bereits etwas über 13 M. Mit der frohen Genugtung im Dienste der Residenz Zweiter Wahlkreis( Friedrichstadt). Druckerei Nachtarbeiter. aus der Kirche ausgeschieden sind, erhalten gedruckte Hin- stadt zu stehen, können diese Leute den Hungerriemen etwas enger Sonntag, den 14. November: Zahlmorgen bei Julius Meyer, weise, im Fall sie ihren Austritt bereuen sollten, sich ver- ziehen. Als felbstverständlich mußte man es betrachten, daß beim Dranienstr. 103. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag trauensvoll an die Geistlichen zu wenden. Aufrücken zum Tagelohnarbeiter neben der Leistungsfähigkeit auch skollegen Heinr. Kunert: Christentum und Sozialdemokratie". die Dauer der Beschäftigung maßgebend sei. Dem ist leider nicht Der Vorstand. so. Arbeiter mit jahrelanger Beschäftigung werden nicht berücksichtigt, fördert werden. Hat der betreffende Arbeiter die Fürsprache irgend während Leute mit ganz furzer Dienstzeit zum Tagelohnarbeiter beeines hochmögenden Herrn, dann überspringt er sehr schnell eine Dieser Zustand ist ungerecht, ganze Reihe von Vordermännern. aber nur dadurch möglich, daß den Revierleitern freie Hand gelaffen wird. In der Frage der Entlassungen spielen sich die Dinge ebenjo ab. Dasselbe ist bei der Besetzung der Wächterposten der Fall. Arbeiter mit langer Dienstzeit werden zugunsten junger Anfänger, die sich auf irgend welche Weise das Vertrauen der Revierleiter erworben, zurückgesetzt. Besonders bedauerlich ist es, daß Arbeiter unter den persönlichen Reibereien der Revierleiter zu leiden haben. So werden die Arbeiter eines Reviers, die in ihrem Revier überflüssig geworden find, nicht im Schillerpark befchäftigt, weil zwischen den in Frage fommenden Revierleitern Differenzen bestehen. Schon im Vorjahre war das gleiche zu verzeichnen. Da sich der Vorgang auch jetzt wiederholt, sind die Arbeiter gezwungen, an die Oeffentlichkeit zu treten. Es wäre für die Verwaltung ein leichtes, diese Erbitterung erzeugenden Zustände zu beseitigen, wenn fie nur den Willen dazu hätte, die Arbeiterangelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen. Hochbahn oder Untergrundbahn in der Schönhauser Allee. Der Charlottenburg. Der Wahlberein blickt in diesem Jahre auf sein zwanzigjähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß findet am Sonnabend, den 13. d. M., in den gesamten Näumen des Volkshauses ein Fest statt. Auf dem Programm stehen Vorführungen des Mandolinenklubs" Voran", des„ Ulf Trios", der„ Charlottenburger Liedertafel" und der Freien Turnerschaft", außerdem Tanz, VerLosung usw. Reichstagsabgeordneter Genoffe 8ubeil wird die Feftrede halten. Eintritt 25 Pf., Beginn 8 Uhr. Um zahlreichen Besuch bittet Das Vergnügungsfomitee. Eichwalde. Sonnabend, den 13. b. M., abends 8 Uhr, hält der Wahlverein Eichwalde sein siebentes Stiftungsfest in Liers Restaurant " Zur Mühle" in Miersdorf ab. Zum Vortrag kommen Gesangs vorträge des Adlershofer Sänger- Quartetts, Konzert und Akrobatik, sowie humoristische Veranstaltungen. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Buch und Umgegend. Am Sonntagnachmittag 2 Uhr findet in Buch bei Albrecht am Bahnhof eine Voltsversammlung statt. Tagesordnung:„ Kirche und Schule". Referent Joseph Lente, ehemaliger fatholischer Geistlicher. Es wird um rege Agitation zu dieser Verfammlung ersucht. Die Buchholzer Genossen werden ersucht, sich zahlreich daran zu beteiligen. Abfahrt von Blankenburg 1,49 Die Bezirksleitung. Berliner Nachrichten. Die Stadtverordneten Wer steuert der Not, wer nimmt sich der Unterdrückten an, wer pflegt die Kranken, wer handelt, statt Worte zu machen? Klopfen Sie an den Türen derer an, die den Austritt aus der Kirche predigen! Geben sie Ihnen Brot, wenn Sie arbeitslos find? Gewähren sie Ihnen Hilfe in Krankheit? Was hat man für Sie übrig? Worte, die eine schöne Zukunft verheißen, und zuletzt einen Kranz für den toten Genossen, der am Wege des Lebens starb, ohne den fozialen Himmel irdischer Glückseligkeit zu sehen!" Die Aeußerung ist echt jesuitisch und muß die Gegenfrage aufwerfen lassen: Was tut die Kirche, um der fozialen Not zu begegnen? Šie predigt dem arbeitenden, notleidenden Volke Entsagung und vertröstet es auf das Jenseits, wo alles gut belohnt wird". Sie bekämpft die Emanzipationsbestrebungen des Proletariats, die auf eine Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen und auf eine schließliche Beseitigung der Stadtverordnetenausschuß zur Vorberatung des Antrages über den Klassenunterschiede hinauslaufen. Die Kirche stellt sich in den Bau einer Untergrundbahn an Stelle der geplanten Hochbahn in Dienst des heutigen Klassenstaates und sagt den Armen und der Schönhauser Allee als Fortsetzung der Untergrundbahn LeipzigerElenden, daß die heutigen Zustände, in denen eine Handboll play- Alexanderplatz- Schönhauser Allee hat mit 7 gegen 5 StinumenMenschen in Ueberfluß schwelgt, während Hunderttausende drei Mitglieder des Ausschusses fehlten folgenden Antrag an am Hungertuch nagen, von„ Gott gewollte" und unabänder- genommen: Die Unterzeichneten beantragen: Der Magistrat wolle lich seien. mit der Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen in Berlin erneut wegen des Baues einer Untergrundbahn an Stelle der geplanten Hochbahn durch die Endstrecke der Schönhauser Allee so verhandeln, daß eine Vorlage geschaffen wird, die diese Vers änderung des§ 8 des Vertrages vom 19. April 1906 mit obiger Gesellschaft in dem Sinne vorsieht, daß auch die Endstrecke als Untergrundbahn zur Ausführung kommt und die dazu nötigen Mittel in sich schließt. Immer größere Kreise erkennen das Wesen der Kirche und brechen deshalb mit der Kirchengemeinschaft. Wer aus der Kirche ausscheiden will, richtet an das zuständige Amtsgericht ein Schreiben, in dem er mitteilt, daß er aus der Kirche ob katholische oder evangelische muß angegeben werden ausscheiden will und seinen Austritt anmeldet. -OCOG Innerhalb vier bis sechs Wochen muß dann der Antragfteller in einer vom Gericht festgesetzten Zeit persönlich auf dem Amtsgericht seine Erklärung zu Protokoll geben. Wer jetzt seinen Austritt anmeldet, braucht nur bis Ende nächsten Jahres- 31. Dezember 1910 Kirchensteuern zu Der Armenetat für das Jahr 1910. Der Magistrat war durch den Stadtbaurat Geh. Baurat Krause und den Stadtrat Alberti vertreten. Wie aus den Erklärungen der Magistratsvertreter Herborging, würden die Mehrkosten, die durch diese Veränderung des Vertrages und die dadurch bedingte Verlegung von Kanalisationsröhren usw. entstehen, etwa rund sechs millionen Mark betragen. Da ein bereits gültiger Vertrag mit der Hoch- und Untergrundbahn geschlossen worden ist, so müßte voraussichtlich die Stadt Berlin diese sechs Millionen Mark auf sich nehmen. vollzogen zu Beginn ihrer gestrigen Sigung eine Ehren rettung des Vorstehers Michelet, an der alle Fraktionen sich beteiligten. Aus Anlaß eines Straßendurchbruchprojektes, das etliche Hoffnungen gefnickt hatte, war von einem Hausagrarierverein Herr Michelet hinter dem Busch gesucht worden, hinter dem schon mancher Hausagrarier gesteckt haben soll. Daß Herrn Michelet Unrecht widerfahren sei, wurde von zahlen. Herrn Oberbürgermeister Kirschner und dann auch noch von ihm selber dargelegt. Die fünf Fraktionen der Versammlung schlossen sich dem an. Für die sozialdemokratische Wie bei den ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen nicht Eröffnung einer neuen Straßenbahnlinie. Eine neue StraßenFraktion gab Genosse Ginger mit kurzen Worten eine be anders zu erwarten, weist der Etat die erhebliche Steigerung von bahnlinie eröffnet die Große Berliner Straßenbahn am nächsten zügliche Erklärung ab, ein paar Freisinnsführer aber hielten fast 1 Million Mart auf. Auch im laufenden Statsjahre ist eine Sonnabend, den 18. November. Sie erhält die Bezeichnung 21 Moabites für nötig, in ihre Lobeshymnen auf die Zugend und Un- Ueberschreitung von 4 Millionen zu erwarten. Die Zahl der laufend Rigdorf. Sie macht folgenden Weg: Kriminalgericht, Lehrter eigennütigkeit ausdrücklich alle Ihrigen einzubeziehen. unterstützten Berfonen( Almosenempfänger) betrug im Jahre 1905 Bahnhof, Königsplatz, Brandenburger Tor, Potsdamer Platz, 33 944, ging dann im Jahre 1907 auf 33 371 Perfonen zurück, um Astanischer Platz, Hallesches Tor, Blücherplag, Kaiser- Friedrich- Play, Sodann kam es wieder mal zu einer Debatte über im legten Jahre die höchste Zahl von 34336 Unterstützungs Safenheide, Wissmannstraße, Karlsgartenstraße, Hermannstraße. Auf die Arbeitslosigkeit. Diesmal war sie angeregt bedürftigen zu erreichen. Im Etat wurden hierfür 7 100 000. dem Rüdiveg verkehren die Wagen durch die ganze Hermannstraße. m. worden von den" Sozialfortschrittlern", die vom Magistrat oder 200 000 m. mehr wie 1909 eingestellt. Der Durchschnittssat Werktags beginnt der Betrieb 5.03 und dauert bis 10.48. Jn Rig hören wollten, wie es zurzeit um die Arbeitslosenfürsorge stehe. Da der Unterstützung beträgt 200 W. pro Kopf und Jahr dorf geht der erste Wagen 6.00, der letzte 11.45, an Sonn- und die Bewegung, die bekanntermaßen von der sozialdemokratischen gegen 197 im Jahre 1906. Diese minimale Erhöhung entspricht Feiertagen in Moabit 6.03, der letzte 10.48, in Rigdorf von 7.00 Frattion ausgegangen ist, nicht im Sande verlaufen darf, durchaus nicht den außerordentlich gestiegenen Lebensbedürfnissen bis 11.45. Die Wagen der Linien 7 und 15 Moabit- Rigdorf zeigte Stadtv. Nathan in seiner Begründung der Anfrage. und tragen die Armenkommissionen diesen Verhältnissen nur in ergänzen sich mit der neuen Linie 21 zwischen der Ecke der Rathenower und der Turmstraße und dem Hermannplatz in Rigs Dabei vergaß er nicht hervorzuheben, daß auch die bürgerliche geringem Maße Rechnung. Auch die Zahl der Pflegefinder zeigt eine bedeutende Zunahme; dorf zu einem Betriebe bis zu 33 Minuten. Die Fahrzeit der Stlasse ein sehr materielles Interesse daran habe, die Arbeiter von 11 400 im Jahre 1907 stieg die Babl auf 12 057 im letzten neuen Linie 21 beträgt 50 Minuten, der Fahrpreis 10, Pfennig. nicht der Arbeitslosigkeit überliefert zu sehen. Geantwortet Jahre. Jm Etat sind hierfür 1320 000 m. oder 160 000 m. mehr wurde ihm zunächst nicht vom Magistrat, sondern vom wie im verflossenen Etatsjahr eingestellt. Der Durchschnittssay Für die kleinen Weihnachtshändler ist folgende Bekanntmachung Stadtv. Goldschmidt, der sich zum freiwilligen Beschützer beträgt 100 W. pro Kind und Jahr gegen 95 M. im Jahre 1906. des Polizeipräsidenten von Wichtigkeit: Durch die diesseitige Bekannt des Magistrats aufwerfen zu sollen glaubte. Dann erst Auch hier muß gesagt werden, daß 8 M. pro Kind und Monat machung vom 20. Oftober 1908 war für die vorjährige Weihnachts ergriff für den Magistrat der Stadtrat Fischbeck das bei weitem nicht zur Erhaltung ausreicht. In Betracht kommt zeit( vom 11. bis einschließlich 24. Dezember) auf Grund des§ 42b Wort, der in Arbeitslosendebatten Unvermeidliche, und sagte hierbei noch, daß für eine große Bahl der Kinder nur 6-7 m. ge- Schlußfatz der Gewerbeordnung das Feilbieten von Gegenständen fein gewohntes Beruhigungssprüchlein her. Die zahlt wird. Die Armendirektion wird von den Kommiffionen ganz auf öffentlichen Wegen, Straßen, Pläßen usw. durch Kinder über größeren Gesichtspunkte, von denen aus die Frage der energisch zu fordern haben, daß auch hier den wirtschaftlichen Ber- 12 Jahre an den Werktagsnachmittagen zwischen 5 und 8 Uhr noch hältnissen Rechnung getragen wird. einmal ausnahmsweise gestattet worden. Nach den dabei gemachten Arbeitslosenfürsorge zu behandeln ist, wurden von unserem Gine wesentliche Steigerung zeigt auch der Betrag für außer Erfahrungen erscheint es nicht tunlich, auch noch fernerhin eine AusGenossen Dupont betont. Dupont goß auch einiges ordentliche Unterstüßungen. Während im Jahre 1906 noch nahme von dem im§ 42 Abfaz 5 Sazz 1 der Gewerbeordnung Wasser in den Wein der Goldschmidtschen Begeisterung für 920 296. zur Dedung ausreichten, wurden im Jahre 1908/9 enthaltenen völligen Berbote des Straßenhandels durch Kinder unter Fischbeckschen Fürsorgeeifer. Das war natürlich Herrn 1487 752 M. oder 35 Broz. mehr verbraucht. Es wurden nur 14 Jahren zuzulassen. Unter diesen Umständen habe ich durch VerGoldschmidt ein erwünschter Anlaß, durch Anrempelung 1400 000 M. in den Etat eingestellt, da eine Besserung der wirt- fügung vom heutigen Tage die Exekutivbeamten angewiesen, zufünftig auch während der Weihnachtszeit den Straßenhandel durch der Sozialdemokratie sich wieder mal wichtig zu machen. fchaftlichen Lage erwartet wird. Er hatte es nötig nach dem Schmerz, den die Landtags wie im Jahre 1909 erfordern die Kur- und Verpflegungskosten in Den erheblichen Betrag von 1 186 000. ober 279 000 m. mehr Kinder unter 14 Jahren nicht mehr zu dulden. Von der Gaunerbande, die im Richtertalar arbeitete, ist gestern Ersagwahl in Berlin ihm bereitet hat. Als Genosse ben Krantenanstalten. Die Steigerung ist auf die Erhöhung der von der hiesigen Kriminalpolizei ein vierter Mann festgenommen Dupont in seiner Antwort die Neuregelung des Tarifs Verpflegungskosten von 2,50 W. auf 3 M. pro Kopf zurückzuführen. worden, ein gewisser Heinrich Homburg aus Elberfeld, der in bertrages für die Holzindustrie berührte und auf Die Entschädigung für die Armenärzte zeigt ein Mehr von perversen Kreisen zu verkehren pflegte. Homburg war der, der zu die von den Unternehmern vollzogene Kündigung hinwies, 36 000 m., da das Gehalt der Aerzte- einem Beschlüsse der Stadt- legt einkaffierte. Er fuhr dann mit Lüdtke nach Leipzig und dann erlebten wir auch noch die übliche Rede des Stadtverordneten verordnetenversammlung entsprechend, von 1500 auf 1800 M. er nach Prag. Dort bersegte ihn Lüdtke. Ganz mittellos fehrte HomBrunzlow, des Führers der Holzindustriellen. Durch die höht werden soll. burg vor zwei Tagen nach Berlin zurück und verband sich sofort Eile des Vorstehers, der allzuschnell die Debatte für geschlossen mitteln für die Entsendung von bedürftigen Kindern in Heil- und bereits an mehreren Stellen größere Beute gemacht hatten, nahm Eine lange Debatte entspann sich bei der Bewilligung von mit einem Koch Ernst Neumann zu Ladendiebstählen. Nachdem sie erklärte, wurde unserem Genossen Glocke die Erwiderung abgeschnitten. Werden nach dieser Aussprache die Arbeiter der welche die Lungenfürsorgestelle und die Armenärzte die Aufnahme der Friedrichstadt fest. Lüdtle war in Wien zunächst als unsicherer Erholungsstätten. Im letzten Jahre mußten 2600 Kinder, für die Kriminalpolizei vorgestern spät abends diese beiden Diebe in Meinung sein, daß die Frage, wie es um die Arbeitslosen- für notwendig erklärt hatten, entsandt werden. Der hierfür ver- Heerestantonist angehalten worden. Auf Nachfrage in Berlin wurde fürsorge steht, befriedigend beantwortet worden sei? ausgabte Betrag von 350 000 m. erregte bei der Mehrheit der er dann wegen seiner Schwindeleien und Fälschungen festgenommen. Direktion erhebliche Bedenken, ob man auf diesem Wege der Kranken- Es muß der Baude gelungen sein, auch in dem Land- und Amtsgericht II fürsorge weiter gehen solle. Es wurden wie vor zwei Jahren ber- am Halleschen Ufer Kostenrechnungsformulare zu stehlen. Bis jetzt hat Die Kirchenaustrittsbewegung macht unseren Frommen fchiedene Mittel empfohlen; so folle an Stelle des Armenarztes ein sich ein Mann gemeldet, dem eine weiße Stostenrechnung- die aus arge Kopfschmerzen. Die Kirchenbehörden beschäftigen sich in besonderer Bertrauensarat die Notwendigkeit der Aufnahme be- ber Grunerstraße sind blau- vorgelegt wurde und der darauf scheinigen; ferner wurde empfohlen, weibliche Gemeindepflegerinnen bezahlte. Auch in Leipzig haben Lidtke und Homburg Geld einden letzten Jahren in ihren Zusammenfünften, mögen sie nun einzustellen, um die Kinder nach ihrer Entlaffung zu überwachen; tassiert. Man weiß aber noch nicht, ob es sich da um Prozesse handelt, Kreis oder Stadtfynoden, Provinzial- oder Generalsynoden endlich soll der Erfolg der Kur nach längerer Frist festgestellt die von hier nach dort hinüberspielen, oder ob die Bande auch in heißen, ernstlich mit der Frage, wie dem Kirchenmitglieder- werden usw., Maßnahmen, darauf berechnet, eine Einschränkung Leipzig Formulare gestohlen und gefälscht hat. schwund entgegenzuarbeiten sei. Als einziges Mittel, das sie diefer so notwendigen Fürsorge herbeizuführen, troßdem Tausende entdeckt haben, betrachten sie eine Verordnung des Non- von Kindern, für welche der Arzt zwar die Entsendung für fiftoriums, die die Folgen des Kirchenaustritts aufzählt. wünschenswert hält, schon jest zurüdgewiefen werden. Es soll im Diese Folgen sind schreckliche. Das der Kirche Valet fagende Etat 49 wieder ein größerer Betrag eingestellt werden. Der gesamte Etat schließt ab mit einer Einnahme von Mitglied verliert das Recht, Pate zu stehen, am heiligen 882 700 M. und einer Ausgabe von 12 971 000 m., sodaß die Stadt Abendmahl teilzunehmen, an den kirchlichen Wahlen sich zu be- einen Bufchuß von 12 088 700 M. zu leisten hat. teiligen, den Anspruch auf kirchliche Trauung, Anspruch auf Taufe und Konfirmation der Kinder, den Anspruch auf eine Grabstelle auf den den Kirchengemeinden gehörigen Friedhöfen. Die Kirche in Nöten. Aus der Berliner Parkverwaltung. Das Medium" Anna Abend und ihr Ehemann haben bisher ihre Haftentlassung noch nicht durchzufeßen vermocht. Die Straf tammer hat die gegen den Haftbefehl des Amtsgerichts Berlin- Mitte eingelegte Beschwerde der Verteidigung verworfen. Sie hält die Haft insbesondere wegen Verdunkelungsgefahr für gerechtfertigt, da noch viele Zeugen zu vernehmen sind, von denen nicht feststehe, in welchen Beziehungen sie zu den Eheleuten Abend stehen oder gestanden haben. Soweit hierbei Personen aus spiritistischen Kreisen Die Arbeitsverhältnisse der städtischen Arbeiter Berlins leiden in Frage kämen, sei der starke Einfluß der Frau Abend auf diese unter dem Mangel einer generellen Regelung. Während in anderen weifellos geeignet, den Verdacht einer Verdunkelung und Beein Es ist eine lange Liste, die die Kirche aufgestellt hat, Gemeinden Arbeitszeit und Löhne nach einheitlichen Gesichtspunkten flussung zu rechtfertigen. Der Rechtsanwalt der Verhafteten hat aber geschreckt wird niemand damit. Auch ohne die ge- geregelt find, besteht in Berlin in dieser Beziehung ein wahres über die nunmehr das Kammergericht zu entscheiden haben wird. auch gegen diesen Beschluß der Strafkammer Beschwerde eingelegt, nannten firchlichen Rechte fann man existieren und, wenn Tohuwabohu. Ganz besonders trifft dies auf die Barkverwaltung über die nunmehr das Kammergericht zu entscheiden haben wird. Ueberfahren und getötet wurde gestern morgen um 8 Uhr auf man stirbt, auch unter die Erde kommen. In Friedrichsfelde au. Abgesehen davon, daß die Berwaltung in der Lohnfrage am rückständigsten ist, schalten und dem Anhalter Güterbahnhof der 57 Jahre alte Vorarbeiter Albert auf dem städtischen Friedhof ruht es sich ebenso gut wie auf wie in der Arbeitszeit am rückständigsten ist, walten die unteren Berwaltungsorgane ganz einem der Kirche gehörigen Friedhof, und die Angehörigen lieben. nach Be Bratsch aus der Kolonnenstraße zu Schöneberg. Bratsch stand schon Die Selbständigkeit der Revierleiter in der Frage 84 Jahre lang im Dienste der Eisenbahn. Gestern morgen wollte er eines Verstorbenen haben nicht mit der Intoleranz der Geist der Entlohnung und vor allen Dingen der Entlassung von vom Güterspeicher nach dem Zollspeicher gehen, um Papiere in Ordlichen oder der Kirchhofsinspektoren gegen die Hinterbliebenen Arbeitern gibt zu fortlaufenden Beschwerden Anlaß. Die Ver- nung bringen zu lassen. Einem ausdrücklichen Verbot zuwider lief oder Leidtragenden zu rechnen, wie das auf vielen Kirchhöfen, waltung unterscheidet Tagelohnarbeiter und Saisonarbeiter. Grstere er quer über die Gleise, um den Weg abzukürzen. Dabei übersah er heute noch geschieht. erhalten pro Tag 3,75 M. bis 4,25 M., lettere 35 Pf. pro Stunde. zivei Güterwagen, die rangiert wurden und geriet unter die Räder, 6le fljm C6et den 3eiB tmb Beide Anne hinweggingen. Ein Weichen steller fand den Verunglückten schwer verstümmelt daliegen und ein Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Unfall oder Doppclselbstmord? In dem Hause Schivelbeiner Straße 22 wurden gestern morgen um 8 Uhr der 66 Jahre alte Schneidermeister Karl Meier und seine 66 Jahre alte Ehefrau Marie geb. Kalisch mit Leuchtgas vergiftet in ihrem Schlafzimmer tot aufgefunden. Das Ehepaar wohnte seit l'/s Jahren im ersten Stack. Seit einem Jahre teilten auch der Schwiegersohn, ein Arbeiter Redlich, nach dem Tode seiner Frau und ein Schlafbursche die Wohnung mit ihm. Meier arbeitete für ein großes Geschäft, das besonders Droschkenkulscherkleidiing herstellte. Die Arbeit hatte in der letzten Zeit nachgelassen, die Leute litten aber keineswegs Not oder Nahrungssorgen. Ihr Wesen war allerdings seit einigen Tagen gedrückt. Als Redlich feine Schwiegereltern gestern abend um 9 Uhr zum letztenmal sah, fiel ihm nicvts an ihnen auf. Sie waren eher etwas besser gestimmt als sonst. Gester» morgen um 8 Uhr fiel Redlich ein starker Gasgeruch auf, der von dem Schlafzimmer des Paares, das auf der anderen Seite des FlureS liegt, ausging. Man öffnete die Tür und fand nun Meier auf dem Fußboden und seine Frau im Bette tot liegen. Das ganze Zinnner war mit GaS an- gefüllt, der Hahn der Ampel stand auf. Zwei Aerzte und ein Samariter der Feuerwehr machten mit dem Sauerstoffapparat Wiederbelebungsversuche, die aber keinen Erfolg hatten. Nachdem die Kriminalpolizei den Befund aufgenommen hatte, wurden die Leichen, die beide nur mit dem Hemd bekleidet waren, nach dem Schauhause gebracht. Warnung vor einem AnSwandernngSunternehmen. Ein Franz HeckerS, der am 6. Februar 1879 in Düsseldorf geboren ist. sich als Diplomingenieur bezeichnet und zusammen mit seinem Komplizen Verding sich jetzt in Antwerpen aufhält, versucht durch Prospekte mit glänzenden Ankündigungen Leute für ein angeblich von ihm ge griindetes Kolonisationsunternehmen zu gewinnen. Wer Mitglied dieses Unternehmens werden will, muß an HeckerS 6 M. einsenden. Wo die Gründung der Kolonie stattfinden soll, ist nicht angegeben. Nach den Feststellungen hat man eS mit einem Schwindel- unternehmen größeren Stils zu tun. vor dem dringend gewarnt werden muß., Ausnahmetage für offene Geschäfte. Es wird hiermit erneut zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß gemäß der Bekanntmachung vom 20. Dezember 1908 für den Rest des Jahres 1909 im Orts- polizeibezirk Berlin die Bestimmungen des§ 139c der Gewerbeordnung über die den-Gehilsen, Lehrlingen und Ai beitern in offenen Berkaufsstellen und den dazu gehörigen Schreibstuben (Kontoren) und Lagerräumen zu gewährende Min de st- ruhezeit und Mittagspause für folgende Tage außer Anwendung gesetzt sind: 1. Ber den Blumenhandlungen für den 19.. 20., 27. November, 4., 11., 18. und 31. Dezember 1909. 2. Bei den Spielwaren Handlungen für den 30. No- vembcr, 1. bis 4., 6. bis 11., 13. bis 18. und 20. bis 23. Dezember 1909. 8. Bei den Buchhandlungen für den 7. bis 11., 13. bis 18. und 20. bis 23. Dezember 1909. 4. Bei allen übrigen offenen Verkaufsstellen für den 20. November, 14. bis 18., 20. bis 23. und 31. De« zember 1909. An den unter Nr. 4. genannten Tagen dürfen im Ortspolizei- bezirk Berlin alle offenen Verkaufs st ellen(einschließlich der oben zu 1—3 genannten Geschäfte) für den geschäftlichen Verkehr bis 10 Uhr abends geöffnet sein. Vorort- JSadmchtcm Charlottenburg. Die CharlottenSurger Stadtverordnetenversammlung genehmigte am Mittwoch u. a. den Auseinandersetzungsvertrag zwischen der Pächterin des städtischen Elektrizitätswerkes und dem Magistrat über die Uebernahme des Elektrizitätswerkes in städtische Verwaltung. Die Uebernahme soll am 1. August 1910 erfolgen. Gleichfalls ge- »iehinigt wurde die Vorlage betr. Vergrößerung der Kraftanlagen des Elektrizitätswerkes; die Kosten hierfür belaufen sich auf eine Million Mark. Weiter gelangten zur Annahme die Vorlagen betr. Aenderung deS Normalbesoldungsetats für Oberlehrerinnen, für Leiter. Lehrer und Lehrerinnen an den städtischen Schulen, sowie die Vorlage betr. Nachbewilligungen im Armenetat. Die Nachbewilli- gunge», die sich auf 80 000 M. belaufen, sind hauptsächlich bedingt durch die hohen Preise für Bedarfsgegenständen für Mieten und durch die Arbeitslosigkeit. Aller Voraussicht nach werden noch weitere Er- höhungen im Laufe des Eiatsjahres notwendig Iverden. Eine längere Debatte knüpfte sich an den Bericht des Ausschusses über die Magistratsvarlage betr. Versicherung der städtischen Gsbäude, An- lagen und Mobilien gegen Brandschaden. Während der Magistrat die Verteilung der Versicherung auf verschiedene Gesellschaften be- antragt hatte, hatte der Ausschuß sich dahin verständigt, daß die Stadt einen Teil der Versicherung selbst übernehinen solle. Die Versammlung lehnte jedoch den auch von unserem Genossen Wilk befürworteten Ausschußantrag qb und stimmte der unveränderten Magistratsvorlage zu. Gegen Schluß beschäftigte sich die Versammlung noch mit zwei von liberaler und nationalliberaler Seite eingebrachten Juter- pellationen über die Wertzuwachs st euer. Irgendein Resultat zeitigte die Debatte nicht und konnte sie auch nichl zeitigen, da den Mirgliedern der gemischten Deputation zur Vorberatung der Wert- zuwachssteuer Amtsverschwiegenheit zur Pflicht gemacht ist. Wie sieht die englische Verfassung auS? liebet dieses Thema spricht der Schriftsteller Eduard Bern st ein in der Bersamm- lung der Freien Jugendorganisation am Sonntag, den 14. November, nachmittags 2 Uhr(Vortrag 3 Uhr), im kleinen Saale des Volkshauses. Rosinenstr. 3. Außer Jugendlichen sind auch Er- wachfene zu dieser Versammlung eingeladen. Elteniverein für freie Erziehung. Montag, den 16. November, abends 8 Uhr, findet im Vollshause, Charlottenburg. Rosinenstr. 3, ein öffentlicher musikalischer Vortrag mit Demonstrationen auf dem Klavier statt. Vortragender: Herr Arno Nadel. Tagesordnung: 1. Die Musik und das Kind. 2. Diskussion. Des lehrreichen Vor- trageS wegen wird zahlreicher Besuch erwartet. Der Vorstand. Wilmersdorf. AuS der Stadtverorduetcuversammlung. ES ist immer ein Gaudium, in der Wilmersdorfer Stadt- Verordnetenversammlung einer Verhandlung über s o z i a l- politische Angelegenheiten beizuwohnen. Man mag von der fossilen Weltanschauung obotritischcr Granden und hinter- pommerscher Lnndräte reden; aber wir glauben kaum, daß die in den abgelegensten Satrapien zutage geförderte AltvorderuweiSbeit strammer den Selbstverständlichkeiten der Gegenwart trotzt als die Anschauungen, mit denen etliche Wilniersdorfer Stadtverordnete das Publikum zu ergötzen wissen. Hatte da der Magistrat der jüngsten Großstadt sich unterstanden, in einer Vorlage die Einstellung von Waisenpflegerinnen zu fordern. E? ist ja bekannt, daß die Berliner Kommunalsreisinnigen der Mitwirkung von Frauen einen hartnäckigen und bis dahin durchaus erfolgreich gewesenen passiven Widerstand entgegensetzen; immerhin hat hier wie anderswo eine prinzipielle Gegner- schast gegen die Beteitignng der Frauen am loniiiumalen Leben sich seit langem nicht mehr ans Licht gewagt. Anders in Wilmersdorf. Referent in der Angelegenheit war hier ein strebsamer Volksschnllehrer, der Stadtverordnete B» s ch. Dieser Herr, der sich sonst im WilmerSdorfer Kommunalleben durch reichs- verbändlerische Bekämpfung der Sozialdemokratie beliebt zu machen weiß, verwahrte sich dagegen, daß er die Anschauungen, die er in der vorliegenden Angelegenheit als Referent vortrage, auch für seme P e r, o n hege. Ihm personlich sei eS nicht angenehm, daß die Wellen der modernen Frauenbewegung jetzt zum erstenmal auch an die Wilniersdorfer Stadtverordnetenversammlung Herauschlügen. und wenn er für seine Person sprechen könnte, so würde er die Ablehnung der Magistratsvorlage empfehlen. Da der Stadtverordnetenausschuß aber mit Mehrheit der Magistrats Vorlage zugestimmt habe, so möge man dem Verlangen auf versuchsweise Anstellung der Waisenpflegeriimcn folgen, jedoch den Magistrat auffordern, daß er sich nach Jahresfrist gutachtlich über die Wirkung dieser Neuerung äußere. Als Referent gab er noch zu bedenken, daß die Warfen- röte sich gegen die Eiiistellung von Frauen gewendet und auch erklärt hätten, keine' geeigneten weiblichen Kräfte finden zu können. Sehr kräitig unterstrich der Stadtv. Lehmann die Haltung des Referenlen, indem er Worte wie.Hnmaniiätsdufelei",„Verfall der Gesellschaft" und ähnliche WarimngSrufe der verdächtig revolutionären Magiftraisvorlage gegenüber an den Mann brachte. Eine tüchtige Hausfrau habe keine Zeit für Politik; und wenn nian etwas wolle, so möge man den Waiienpflegern kirchliche G e- m ein desch western zur Seile stellen. Auch Siadtverordneter Dr. Vogeler trat für die Ablehnung der Magisiratsvorlage ein. Es ist dies derselbe Herr, der vor Jahresfrist zur Bekämpfung der Sozialdemokratie empfahl, jedem Wilniersdorfer Säugling von Gemeinde wegen ein auf eine Mark lautendes Sparkassenbuch zu stiften. Mit der Rückständigkeit der in der Franenfrage zum besten ge- gegebenen Anschauungen war eS allmählich so arg geworden, daß der als Vorsteher fungierende Scharfmachcr-Profeffor Dr. Leidig, also ein gewiß nicht resormfreundlicher Herr, seinen Sitz verließ und zugunsten der Vorlage, die dann schließlich angenommen wurde, einige empfehlende Worte sprach. So weltfrenid die Frauenfeindschaft der WilmerSdorfer Rüch schriltler auch anmutet, so muß doch ein Umstand zu ihren Gunsten in Betracht gezogen werden. In Wilmersdorf ist es strenger Brauch, Sozialdemokraten von städtischen Ehrenämtern auszuschließen. So mag es denn zum Teil kommen, daß es auch den W ai sen p f le g ern nicht möglich ist, geeignete Hilssl kiäfte zu finden. Alles in allem /sieht die Wilmersdorfer Be� völkerung aber von neuem auch an den bei dieser Gelegen- heil verkündeten Anschauungen, wie nolwendig es allein im Hinblick- auf das öffentliche Ansehen der Stadt ist, daß Sozialdeinokraten ins OrtSparlauient gewählt werden. Im Durchschnitt bürgt allein schon die Anwesenheit unserer Parlei- genossen in einer Stadtverordnetenversaiilinlung dafür, daß kompro miitierende Ansichten, wie die hier skizzierten, sich gar nicht erst ans Licht wagen. Vor dem Eintritt in die Tagesordnung setzte Stadtbaurat Müller auseinander. warum der Magistrat nicht dem am 28. Oktober in der Schnellbahn aligelegenhett aus- gestellten Eiiiiguligsprojekt zustimme» könne. Für Wilmersdorf er- gebe sich der Nachleik, daß die von hier kommenden Reisenden am Wittenbergplatz uinsteigen müßten. Auch sei nichts darüber bekannt wie die vom Wiltenbergplatz nach der Uhlandstraße projektierte Linie später weitergeführt werden solle. Solange hierüber keine Klarheit herrsche, müsse Wilmersdorf auf feinem ablehnenden Standpunkt beharren. Die Angelegenheit wird nächstens in der Stadtverordneten Versammlung weiler erörtert werden. Am Schluß der öffenllichen Verhandlungen teilte der Vorsteher mit, daß die Stadtverordlietenversammlung sich vorab in geheimer Sitzung darüber klar werden wolle, ob eS angäiigig sei, die An> gelegenheit der Wahl von vier Stadträten nicht wie ursprünglich beabsichtigt, in geheimer, sondern in öffentlicher Sitziiilg zu erörtern. Nach einer Weile wurde aber das aus dem Korridor barrende Publikum mir dem Bedeuten nach Hause geschickt. daß man sich für geheime Beratung entschieden habe. Der Wahlausschntz hat in dieser Frage beschlossen, die vier neu- einzustellenden MagistratSmitglieder aus den Reihen der Stadt- verordneten zu entnehmen. Dringt dieser Vorschlag durch. dann werden sieben Stadtverordnetensitze unbesetzt fein. Trotz der Proteste in der Bevölkerung haben Magistrat und Stadtverordnetenversammlung vor kurzem, als drei Stadtverordneten- ätze neu leergeworden waren, den Beschluß gefaßt, daß mit den Ersatzwahle»"bis zu den allgemeinen Neuwahlen im November 19l0 gewartet werden solle. Wenn die städtischen Körperschaften auch jetzt noch auf solchem BegueinlichkeitSstandpunkt beharren, kann es kommen, daß der Gang der Gemeindegeschäfte den ärgsten Schaden erleidet.____ Lichtenberg. Anstatt die Beschimpfung und Verleumdung streikender Arbeiter zurückzunehmen, beliebt eS unserem OnSblättchen, erneut von Rowdys und Rowdytum zu reden. Sein Metier I Anscheinend hat es seinen Wortschatz durcb eine neue Anleihe beim ReichSverband bereichert. Bor einigen Tagen war es auch so pfiffig, die Locper- Affäre nochmals anzuschneiden. Das Blättchen unierstellte dabei, unsere Genossen hätten gegen Annahme einer Schenkung gestimmt, auS der die Aermsten etwas zu erwarte» hätten. Tie Wahrheit ist, daß von der.berühmten* Schenkung für die Armen jedenfalls nichl ein Pfennig übrig bleibt, daß vielmehr kaum die Rosten der Anlage in der Dorfstraße gedeckt werden, zu der die Stadt durch Annahme der Schenkung verpflichtet worden ist. Bisher sind der Gemeinde aus dieser Schenkung schon ganz bedeutende Ausgaben erwachsen und man muß damit rechnen, daß dauernde Ausgaben notwendig werden. Es hat aber trotzdem kein Sozialdemokrat gegen die Schenkung ge- stimmt oder auch nur dagegen geredet. Vielmehr erklärten sie schon in der Kommissioiissitzung. in der die Sache zuerst beraten wurde, die Schenkung abzulehnen habe niemand ein Recht I— Wahrscheinlich hat Herr Stadtrat Koch, der Verleger des Ortsblättchens, daS ver- gessen.— In der Stadiverordnetenvenammlung war es aber der Stadtverordnetenvorsteher Plonz, der sachliche Bedenken gegen die An- nähme der Schenkung nach dem vorliegenden Vertrage geltend machte. Unsere Genossen beschränkten sich aus einen Prolest gegen die Forderung, dem Herrn Loeper ein Denkmal zu setzen und ihn zum Ehrenbürger der Stadt zu erheben. Und dazu hatten sie ganz besondere Gründe. Das der Stadt geschenkte Grundstück gehörte früher einem Herrn Müller. Unter welchen Umständen Loeper das Grundstück von Müller er—.warb", darüber gibt unS ein vorliegender.Stenographischer Bericht über die SchöffengerichtSverbandlung vom 21. und 22. März 1890 in Privatklagesachen der Herren Schott. Plonz. Karl und Julius Loeper gegen Roeder(damaliger Amtsvorsteher) und Spitzig" interessanten Aufschluß. Wir zitieren daraus: Zeuge(Müller):... Und Julius Loeper sagte, wir müssen für'n Kirchhof sorgen, und es soll auch dazu gekauft werden.... Vorsitzender: Hätten Sie, oder wenn Loepers gesagt hätten, sie sich haben,— hätten Sie dann auch verkauft? Zeuge: Nein, dann hätte ich eS nicht verkauft, wenn er mir diese« nicht gesagt hätte: es soll für den Kirchhos sein, und wir müssen für sorgen,— und hätte er für seine Person kaufen wollen, dann hätte ich es nicht verkauft... Zeuge(Müller): Loeper bot 660 Taler und hat mir erklärt, er wollte für die Gemeinde kaufen; er hat mir gesagt, es soll für den Kirchhof gekaust werden, und wir müssen für den Kirchhof sorgen... Als die Gemeinde das auf solche Weise erworbene Terrain übernehmen wollte, erklärte Herr Loeper. er habe es für sich ge- kauft. Und dieser Herr war damals Gcmeindeschöffe! Das Grundstück, das die.hochherzige Schenkung" darstellt, hat Herr Loeper demnach unter sehr eigenartigen Uniständen für etwas über 30 000 M. er—„worden". Die Art der Erwerbung mag ihm bei Grnndsti'lcksspekulanten wohl den Ruf eines— weitherzigen Geschäftsmannes eintragen, und das Denkmal, das ihm unser Reichs- verbandsblältchen setzt, hat er ehrlich verdient, aber zum Ehrenbüiger reicht'S denn doch nicht. wenn Sie gewußt hätten. wollten das' Grundstück für den Morgen für 650 Taler Schöneberg. Der Jugendhildungsausschiiß teilt mit: Am heutigen Freitag findet unier 6. Vortragsabend bei Pösckmann, Vorbergstr. 9 statt. Genosse Küter referiert über„Kraukenkassenwesen". Wir bitten um recht rege Beteiligung. �-riedrichshagen. Am Sonnabend, den 13. November, feiert der Gesangverein „Friedrichshagener Männerchor" sein zweites StiftungS- fest in Lercbes Büigeriülen. Da der Verein bei allen Parteifest- lichkeiten sich bereitwillig zur Verfügung stellt, so wird um rege Be- teitigung der Parteigenossen gebeten. Potsdam. Lebendig verbrannt. Vorgestern abend wurde die städtische Feuerwehr nach dem Hause Marienstr. 16 gerufen. Die dort bei den Jobanniterschwestern bedieustete Anna Dummer war mit dem Nachfüllen eines Petroleumkochers beschäitigt und berücksichtigte dabei eine Flamme nicht, der sie mit einer Petroleumkanne zu nähe kam. Sofort explodierte das Erdöl und die brennende Flut ergoß sich über das Mädchen, das einer Feuersäule gleich auf die Straße stürzte. Nachbarelente und Hausbewohner eilten der Unglücklichen zu Hilfe, deren Kleider wie Zunder vom Leibe fielen. Die Feuer- wehr schaffte die Schwerveriinglückte iuS städtische Kraukenhaus, wo sie an den erlittenen Brandwunden verstarb. Weihensee. Beim Verkauf des alten RiefellandeS müssen doch eigenartige Zustände obwalten, wie aus folgeuoer von Herrn Paul Köbler, Greifswalder Straße 100, im„Weißenfeer Tageblatt" veröffentlichten Warnung hervorgeht: „Ich warne hiermit jedermann, sich beim Kauf deS sogenannten Riesellerrains vorzusehen, da ich von Herrn H. Allers sen. in Schöne- berg mehrere Terrains gekauft habe und notarieller Besitzer eines Teiles des RiefellandeS bin. Da Herr AllerS auf Grund meiner Käufe keine Auflassung geben kann, die Gemeinde Weißensee noch eingetragener Besitzer des Terrains ist, so ist es mir nicht möglich, durch Vormerkungen im Grundbuch meine Rechte zu sichern. Der eventuelle Käufer kann also etwas verkauft bekommen, worauf ich nachweisliche Rechte habe. Ich werde jeden, der zu kaufen wünscht, genaue Auskunft geben, um ihn vor Schaden zu bewahren." Wenn die Gemeinde oder deren Verwaltung nicht kompromittiert werden will, hat sie Vorsorge zu treffen, daß solche öffentliche Warnungen unmöglich werden. Ist an Herrn Aller? daS Terrain noch nicht aufgelassen, so darf er sich nicht als Besitzer stempeln und Weiterverkäufe vornehmen. Tegel. Eine Mutter mit zwei Kindern in den Tod gegangen. Gestern früh wurden aus dem Tegeler See, unweit der Gerinauiawerst, die Leichen zweier Kinder gelandet. Sie wurden als die Kinder des Arbeiters Niete aus der Schillnigstr. 20 in Reinickendorf ermittelt. Ihre Mutter, die 2öjährige Emma Niete, hat sich vorgestern nach- mittag mit den Kindern, dem 3>/ijährigen Ewald und der Vjs- jährigen Lucie. aus der Wohnung entfernt. Die Unglückliche, die an einem schweren Nierenleiden litt, hat ohne Frage gleichfalls den Tod in den Wellen gesucht. Ihre Leiche ist noch nicht aufgefunden worden. Vermischtes. Berdranut. Aus Leipzig wird vom gestrigen Tage gemeldet: Gegen 2 Uhr nachts sind heule zwischen dem Thüringer und dem Berliner Bahnhofe zwei der Bertiner Firma A. Druckenmüller ge- hörende Baubuden niedergebrannt. Zwei Personen namenS Schmidt und Lorenz, die dort nächtigten, sind in den Flammen umgekommen. Beide haben uncrlaubterweise in der Baubude genächtigt und den eisernen Ofen angezündet, wodurch der Brand verursacht wurde. Arbeiterrisiko. Aus Magdeburg wird gemeldet: Im benach- borten Westerhusen stürzte ein im Bau befindlicher 22 Meter tiefer Brunnen ein. Ein Arbeiter wurde verschüttet. Ein Detachement Magdeburger Pioniere mußte die begonnenen Rettnngsarbeiten ihrer Gefährlichkeit wegen einstellen. Die Leiche ist noch nicht geborgen. Mord«der Selbstmord? Wie aus Worms gemeldet wird, wurde im Hause Nolzestr. 4 die Witwe Scheit und ihr vierjähriges Söbnchen bewußtlos aufgefunden. Die Frau hatte sich durch GaS vergiften wollen. In einem anderen Zimmer lag im Bette ein Mann mit durchschnittener Kehle. Der Gelötete ist der Lehrer Grüger an§ Wachenheim. Es gelang, die Frau sowie da? Kind wieder ins Leben zurückzurufen. Ob Mord oder Selbstmord vor« liegt, konnte noch nicht sesigestelll werden. Zwischen der Witwe Scheit und dem Lehrer Grüger bestanden intime Beziehungen. Eine Eisenbahnkatastrophe. Wie auS Rom gemeldet wird, entgleiste gestern vormittag«in von Tivoli nach Rom abgegangener Zug bei dem Bahnhof Monte Celio. Fünf Wagen stürzten die Böschung hinab. Dreißig Personen wurden verletzt» davon sechs tödlich. Acht Personen ertrunken. Einer telegraphischen Meldung aus El Ferro! zufolge kenterte bei der Einfahrt in den Hafen ein Fischer- boot; alle acht Insassen ertranken. Ein Orkan auf Jamaika. Einer Meldung aus Kingston(Jamaika) zufolge hat ein Orkan, der große andauernde Ueberschwenrmungen im Gefolge hatte, die Verbindung im Innern und mit den benachbarten Inseln unterbrochen._ ?Ktt»ernnqSM>erKch» vom 1 1. November moraens» Illir. vtattonev L- s° Setter ttomernde Hamburg Petlir Krcmtt.a M München Wen 754 WSW 4 wolkig 757 WSW 5 Regen 756 W '62 SW �g4W 760 W 3 bedeckt 3 Dunst 4 bedeckt «bedeckt Wetterprognose für Freitag, den 1«. November IVOS. Etwas kühler, teilweise aufklarend, vorwiegend heiter mit leichten Regen» oder Graupelsäüen und ziemlich frischen nordwestlichen Winden. Berliner Letterburea» Wasserftands-Nachrtctiteu ber LandeSanslall iär(Sewässerkimde, mitgeteilt von» Berliner Wetlerbureau. Wasserstand e m« l. Tilflt B r e g e l, Jnsterdmg W« i ch t e l. Tdorn Oder, Ratibor , Krosse» , Frmitwrt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, vordamm Elbe, Leitmcritz , Dresden # Carba » Magdeburg 0 4- bedeutet Such».— Fall.—*) Unterpegel. Wellendor" 99 Zwei Eigenschaften sind es vornehmlich, die unseren JOSETTI VERA CIGARETTEN. fhren Ruf als beste 3 Pfg.- Marke geschaffen haben. Lediglich ihre immer gleichbleibende vornehme Qualität, die wirklichen und stetigen Genuss gewährleistet, sowie ihr äusserst wohlfeiler Preis, der ihren Konsum Jedermann gestattet, sind die ausschlaggebenden Gründe für den hohen Grad der Wertschätzung, den sie bei allen sachverständigen Rauchern geniessen. Josetti Vera m. u. o. M. 10 St. 30 Pfg. 5. Ziehung 5. KI. 221. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 11. November vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 156 80 360 73 463 1071 265 357 438 66 63 587 706 859 2015 110 706 14 61 3201 354 625 4043 117 60 78 69 272 452 716[ 500] 63 947 77 5002 29 187 669 753 83 808 988 6312[ 500] 465 543 7832 506 748[ 1000] 888 927 8049 148 552 650[ 500] 709 975 9168 823 10455 95 703 934 40 11089 298 996[ 500] 12139 216 24 58 754 961 13251 438[ 500] 525 69[ 500] 14107 293 473 659 67 15896 431 54 689 798 815 944 85 16030 37 299 514 683 743 609 22 928 83 17104 525 729[ 800] 18322 33[ 3000] 424 789 19200 378 581[ 3000] 98 693 760 71 87 861 921 20047[ 500] 320 536 69 646 86 170 83 21139[ 1000] 444 213( 500] 46[ 500] 491[ 1000] 773 636 39 44 22012 55 831[ 500] 739 91 881 987 23494 24176 383 405 617 716 25039 188 268 647 752 26010 651 57 886 991 27004 216 613 906 70 28028 123 60 616 715 29360[ 600] 81 99 448[ 600] 725 972 30103 233 625 900 31007 28 210 378 728 814 84 32124[ 1000] 223 495 573 612 737[ 3000] 33358 89 485 619[ 600] 66 79 820 73 34017 117 66 89 385 463 918 35095 143[ 8000] 234 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Fabrikanten: Lubszynski& Co., Berlin NO. 5. Ziehung 5. Kl. 221. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 11. November nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 376 598 853 1005 95 222 52 330 409 638[ 500] 917 99 2011[ 500] 201 36 367 828 3314 714 82 934 4216 453 524 666 836 982 5075 283 41 312 469 611 47 850 942 84 6036 79[ 3000] 288 99 410 650 765 7063 310[ 300] 416 505 655 159 8096 115 233 771 93 9620 715 858 10298 370 508 942 11036 90 117 35 297 423 579 715 29 817 91[ 500] 909 17 23[ 1000] 12026[ 500] 809 601 27 28 13007 67 14630 708 14 61 971 15083 121 824 16120 201 37 338 492 541 765 90[ 1000] 861 924 17175 [ 3000] 291 597 604 763 85 993 18100 276 347 531 690 798 923 19272 79 337 569 83 20149 221 26 875 974 78 21169 258 360 464 621 69 877 967[ 3000] 22003 357 750 23038 51 141 654 88 97 819 94 95 934[ 500] 24083[ 500] 173 464 654 903 25078 541 714 803 28[ 1000] 55 26083 158 575 710 79 907 51 [ 500] 27065[ 5000] 309 27 659 823[ 3000] 74 84 28313 482 87 903 54 77 29119 45 583 53 622 712 27 72 996 30074 172 813[ 300] 64 473[ 500] 532 658[ 500] 848 944[ 500] 31150 432 831 927 32031 96 201 421 40 551 677 33221 827 46[ 1000] 34008[ 500] 39 123 95 304 476 571 35109 412 501[ 500] 41 651 700 914[ 15000] 36019 108 24 249 318 945 37071 112 299 378[ 500] 715 903 53 85 38064 334 93 473 522 839 58 988 39197 287[ 500] 399 541 791 990[ 500] 40123 482 516 667 797 841 41067 255 808 74 639 91 808 75 42019 89 113 60 501 91 739[ 1000] 836 971 43031 470 786 949[ 500] 44010 102 818 55[ 500] 443 678 747 644 902[ 500] 80 83 45144[ 1000] 66 77[ 1000] 85 259 08[ 3000] 445 547 657 98 715 832 72 901 15 86[ 1000] 46149[ 500] 296 322 462 47019 54[ 1000] 303 83 54 848 58 87[ 500] 48059 305 545 738 89 49069 111 219 693 748 50192 803 59 993 51058 90 135[ 1000] 373 503[ 500] 635 869-91 931 52043 137 495 570 619 868[ 1000] 956 53109 383 88 704 830 54323[ 500] 78 426 44 87 548 [ 500] 718[ 300] 38[ 500] 55022 36 505 46 56076 77 212 72 415 699 798 830 926 57268[ 1000] 660 785 825 978 58371 77 452 594[ 500] 59120 57 419 60184 365 571 75 97 789 922[ 500] 61091 324 77 443 505 878 788 925 62 493 619 41 63006 159 60 201 19 87 380 413 670 775 78 64080 250 55 97 310 433 53 573 609 762[ 1000] 944 65118 486[ 500] 578 632 737 81 66273 600 67044 135[ 500] 518 857 68009 30 149 364 79 692 633 44 989 69067 390 96 406 631[ 500] 88[ 1000] 845 70127 241 456 545 720 94 830 71048 108 35 456 597 [ 1000] 680 939 72170 855 73138 61 207[ 1000] 82 66[ 300] 384[ 1000] 85 439 533 59 639 743 637 74006 117 475 514 75222 427 539 675 722 76082 148 298 350 415[ 500] 676 736 58 849 908 77162 292 439 62[ 500] 642 89 759 915 78034[ 3000] 105 253 718 903 79005 346 99 649[ 500] 737 38 80324 47 707 999 81033 147 56 269 78 478 804 24 82003 96 314[ 500] 80 682 959 83027 118[ 500] 202 487 645 701 942 99 84302 740 93 863 85175 393 475[ 1000] 957 86041 154 231 415 562 670 828 35 992 87012 154 56 59 351 703[ 1000] 833 910 88038[ 500] 117 77 449 80 574 89177 453[ 3000] 875[ 500] 963 90212 583 91151 409 577[ 500] 608 734 61 79 92097 $ 14 38 82 500 882 93008 430 714[ 300] 94207 29 55 58 793 854 95307 45 498 556 744 61 951 96145 63 65 69 208 16 821 85 498 781 97161[ 1000] 99 434[ 3000] 546 927 98012 170 270 335 49 503 906 83 99077 826 63 935 100073[ 500) 105 89 244 62 387 872 964[ 500] 101034 195 410 59[ 1000] 58% 735 839 102010 638 [ 1009] 52 70 877 103114 69 204 104246 540 613 756 96 105061 157 82 268 493 591[ 500] 670 803 68 998 [ 500] 106774 107273 82 694 827 108253 381 416 670 723 801[ 300] 109141 53 368 771 92 110102 3 213 28 389 63 602 713[ 3000] 95 895 111385 426 54 112189 302 906 33 113013 265 655 79 757 822 114000 88 188 205 70 459 529 711 28 115490 [ 500] 505 674 924 116024 114 35 212 356 954 117126 239[ 500] 387 68 74 768 7 855 118117 251 685 818 50 119026 289 455 88 795 828 120045 89[ 5001 101 472 510[ 1000] 780 829 946 121078 97 184 250 366 33 48 897 122180 203 78 481 503 74 123003 220 S17 637 936 124018 153 305 500 38 738[ 1000] 878 125127 313 578 664 739 126043 88 [ 500] 125 69 320 496 630 752[ 1000] 828 30 127009 25 103 19 67 493 789 128032 06 172 91 253 320 25 466 96 517 86 602 907[ 500] 71 81 129221 427 741 66 905[ 500] 130022[ 1000] 371 82 571 981 131190 243 831 44[ 300] 529 73 661 707 9 42 57 67 927 51[ 500] 64 132167 428 525[ 500] 26 59[ 1000] 685 711 71 956 58 133010 13 182 325[ 1000] 506 644 760[ 3000] 952 134147 56 82 204[ 300] 74 81 381 135067 129 566 642 802 136405 19 591 646 775[ 1000] 99 975 76 137306 631 868 138004 23 109 73[ 1000] 300 556 86 604 11 51 55 871 957 139186 544 774 140410 665 713 800 141117 944 78 142029 194 457 580 603 22[ 3000] 826[ 3000] 143060[ 500] 600 1 16 74 780 829 992 144027 52 194 259 73 352 90 508 639 145298 470 146688 739 869 996 147638 148307 404 6[ 3000] 503 31 61 83 764 149031 282 475 513 601 710 21 150006 425 567 703[ 3000] 24 T1000] 901 151359 93 756 821 152298[ 3000] 510 77 622 80 964 153162 574 815 988 154034 63 342 61 99 321 91 595 829 959 geht allen vor! 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