Nr. 266. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Belt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich)- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebructe) Wort 20 Bfg., jebes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Um das gleiche Wahlrecht! Sonnabend, den 13. November 1909. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Das Ende des Mansfelder Streiks. täuschen lassen! Unsere Junker spielen eben va banque. Sie wissen, daß sie im ehrlichen politischen Stampfe nicht bestehen können, daß die Unterdrückung des Volkes und seiner politischen Ueberzeugung ihr einziges Rettungsmittel ist. Nicht Siegeszuversicht, unverwüstliches Selbstvertrauen spricht Die Streifleitung, Vertrauensmänner und Schachtdelegierte aus dem rücksichtslosen Widerstand der Junker, sondern ledig beschlossen in Klostermansfeld mit 79 gegen 2 Stimmen Die Abrechnung der Volksmassen mit den Volksaus- lich der durch die Furcht aufgeftachelte Wut der Verzweiflung. den Abbruch des Streits. Die meisten Delegierten plünderern ist unseren Reaktionären arg in die Knochen ge- Das Volt aber muß beweisen, daß es sich nicht sprachen aus, die Bergarbeiter würden nie. wieder in das alte fahren. All die großmäuligen Redensarten von der Ueber- länger unterdrüden, politisch tnebeln läßt! abhängige Verhältnis zurückkehren und treu zum Deutschen windung der Sozialdemokratie durch die Einmütigkeit des Fährt es fort, in eben so gewaltigen Stundgebungen seinen Bergarbeiterverbande, der einzigen wirklichen InteressenBürgertums sind jäh verstummt. Waren diese Redensarten unzweideutigen Willen zu bekunden, wie bei den letzten vertretung der Bergarbeiter, halten. schon damals, angesichts eines Stimmenwachstums der Sozial Wahlen und nicht nur Wahlen bieten ja dazu die demokratie um eine Viertelmillion, unsinnig, so erst recht in Gelegenheit!- so kann die Reaktion es gar nicht wagen, Gestern wurden die Beschlüsse der Konferenz den Streifenden Die Arbeit soll bedingungslos wieder aufgenommen werden. der gegenwärtigen Situation. Es ist auch lächerlich, wenn ihm statt einer Demokratisierung des preußischen Wahlrechts Gestern wurden die Beschlüsse der Konferenz den Streifenden Konservative und Zentrum den Liberalen vorwerfen, nur ihre eine Verewigung der schändlichen Klassenvorrechte zu bieten! in 14 Belegschaftsversammlungen unterbreitet. In allen Ver Kritik am Schnapsblock, nur die Selbstzerfleischung der Von den parlamentarischen Sachwaltern unserer herrschenden sammlungen mit Ausnahme von einer wurde folgende Refobürgerlichen Parteien" habe die Empörung der Massen einen lassen im preußischen Landtage hat die entrechtete Mehrheit lution einstimmig angenommen: Siedepunkt erreichen lassen, wie er bei den jüngsten Wahlen des Voltes, wir wiederholen es, nicht das geringste zu erin ganz Deutschland seinen Ausbruch gefunden hat. Die warten, wohl aber gilt gerade in Hinsicht auf die preußische bürgerlichen Parteien waren ja darin einig, daß bier Wahlreform das Wort Ferdinand Freiligraths:„ Wir sind Fünftel der neuen Steuern durch Verbrauchssteuern auf die Kraft, wir hämmern jung das alte morsche Ding, den gebracht werden müßten. Und gerade diese Einigkeit hat die Staat, die wir von Gottes Borne sind bis jetzt das Massen der Sozialdemokratie zugetrieben! Denn Proletariat". nicht nur Konservative und Zentrum erlitten ja schwere VerUnd sinnlos und kindisch wäre die Empörung der Massen luste, sondern auch Nationalliberale und Freifinnige! In gegen die Reaktion des Schnapsblocks, wenn diefelben Massen dieser Voltsabrechnung offenbarte sich eben nichts Geringeres, sich den festesten Rückhalt dieser Reaktion, ein reaktionäres, als die Erkenntnis der Massen, daß endlich mit dem ganzen fraft eines eines schmach voll plutokratischen System gebrochen werden muß, das das deutsche Volt immer Wahlrechts reaktionäres Preußen noch länger gefallen Alsdorf einstimmig angenommen. Die Stimmung tiefer in eine uferlose Schuldenwirtschaft und ein standalöses lassen wollten! Die beutige Belegichaftsversammlung schließt sich den Ausführungen des Referenten und dem Beschlusse der gestrigen Kon ferenz inhaltlich an. Nachdem die Streifleitung pflichtgemäß feine Mittel unversucht gelassen hatte, den Streit auf dem Wege friedlicher Verhandlungen beizulegen, ist die Versammlung der Meimung, daß die Weiterführung des Streits nicht mehr im Interesse der Streifenden liege. Die Versammlung ist ferner der Meinung, daß nicht Taufende von Familien länger unter den Folgen des Streifs leiden sollen. Die Resolution wurde, wie erwähnt, mit Ausnahme von in den Versammlungen war eine begeisterte. Sie wurden geDie reparierte Ebre des Reichsverbändlers. Ein unbegreifliches Urteil fällte am 3. November die Straf Steuerausplünderungssystem gestürzt hat. Und weil auch Wenn den Massen die Riefenlaften der neuen Steuern der Liberalismus einschließlich des Freisinns dies sinnlose auferlegt worden sind, so war es Preußen, das durch seine schlossen mit dem Stampfeslied:" Frisch auf, Kameraden, durch und verbrecherische System gestützt hatte, deshalb schnitt er politif diese Lasten in allererster Linie verschuldete. Der König Nacht zum Licht!" bei den letzten Wahlen nicht besser ab, als die verantwortlichen von Preußen war es, der die Losung ausgab:" Unsere Macher der Reichsfinanzreform. Bezeichnend für die unheilbare Kurzsichtigkeit, aber auch zukunft liegt auf dem Waffer", der Dreigad gehört in unsere Faust". Bon Preußen gingen alle militaristischen, die namenlose Frechheit unserer Junker und Junkergenossen marinistischen und weltpolitischen Forderungen aus, die dem ist es nun, daß sie der eindringlichen Warnung der letzten Reiche die ungeheure Schuldenlast aufgebürdet, ein so unWoche keine andere Lehre entnehmen als die, jede Wahlreform geheures Defizit im Reichsetat verursacht haben, daß in Preußen nur noch dreister und sfrupelloser zu bekämpfen. nur durch einen neuen Riesenaderlaß der Steuerzahler das fammer des Landgerichtes in Greiz unter Vorsiz des LandDie rüden Kriegserklärungen, die bei der letzten agrarischen Loch im Reichssäckel verstopft werden konnte. Preußen gerichtsdirektors Steihäußer in einer Berufungs- Privatklagefache des Parade im Zirkus Busch die Bundeshäuptlinge gegen eine war allezeit der Hort des Absolutismus, weil das in Gymnasialoberlehrers Dr. Müller gegen den verantwortlichen preußische Wahlreform ausstießen, werden jetzt tagtäglich in Preußen allmächtige Junkertum sich schützend vor die Krone Redakteur der Reußischen Voltszeitung", Genossen Ki B. der tonservativen Presse in noch unverschämterer Form stellte, die ihm ja wiederum allezeit den Willen tun mußte. Die Klage Dr. Müllers hat folgende Geschichte: wiederholt! Gerade weil das Volk sich empört, gegen die und Preußen, die Domäne der Agrarier, brachte ja die Bei der letzten Reichstagswahl gelang es den Trabanten bes neue unerhörte Steuerausplünderung sich aufbäumt, gerade Erbschaftssteuer zu Falle, leistete überhaupt den stärksten Reichsverbandes durch unerhörten Wahlschwindel dem Genoffen weil es durch seine Abstimmung beweist, daß ihm das reaf- Widerstand dagegen, daß die neuen Steuern in Gestalt von Hermann Förster das viele Jahre innegehabte Mandat des Wahltionäre Joch unerträglich geworden ist, sollen ihm die Reichseinkommen- und Reichsvermögenssteuern aufgebracht freises Reuß ä. 2. zu entreißen. Vor der Wahl hat der Water blutig ins Fleisch schneidenden Knebel des Dreiklassenwahl wurden. Sind es doch gerade die preußischen Finanzminister, ländische Verein von Reuß ä. A, dem der Privatkläger Müller als rechts erst recht nicht abgenommen werden! die den Standpunkt vertreten, daß die direkten Steuern Schriftführer angehört, ein Flugblatt veröffentlicht, in dem u. a. Die fleine Minderheit der Bevorrechteten von Geldfacs ben Vorbehalt der Einzelstaaten bilden und das Reich gefagt ist, Herr Amtsgerichtsrat Arnold( der Mischmaschkandidat der Gnaden soll auch fernerhin die gegen die schmachvolle Ent- in seinen Einnahmen auf Zölle und Verbrauchsbürgerlichen Parteien) hat versprochen, etwa nötige neue Mittel durch rechtung sich sträubende Masse des Volkes brutal vergewaltigen abga ben angewiesen sein müßte! Mit einem Wort: den Erweiterung der Erbschaftssteuer, nicht durch neue Massensteuern dürfen! stärksten Hort aller Wolfsfnebelung und Volksausplünderung aufzubringen." Nun haben sich freilich Krone und Regierung bereits auf bildete jederzeit Preußen! eine Wahlreform verpflichtet. Und daß sie dem Drängen der Sunter folgen und wortbrüchig werden würden, ist denn doch nicht anzunehmen. Zumal sie sich dem dreisten Heischen und Drohen der Junker ja dadurch gefügig zeigen fönnten, daß sie die Wahlreform zunächst einmal verschleppten und schließlich derart gestalteten, daß die Vorrechte des Groß grundbesiges und des städtischen Geldsacks nach wie vor völlig gesichert bleiben. 0 Preußen ist das Vorbild und der Inbegriff wirtschaftlicher und staatsbürgerlicher Rückständigkeit! Und dieser Hort der Reaktion, dies Hemmnis alles Stulturfortschritts kann nur dadurch hinweggeräumt werden, daß Preußen, demokratisiert wird, daß in Preußen das BoIf seine Bürgerrechte erobert! In der Nummier vom 28. März brachte dann die Durch diese Erklärung sind viele Wähler getäuscht worden. Arnold erklärte schon am Anfang dieses Jahres in einer öffentlichen nationalen Wählerversammlung, daß er für die geplanten Maffensteuern stimmen werde, was er denn auch getan hat. Ueber diesen Wortbruch herrschte im Wahlkreis allgemeine Empörung. Vermutlich um diese Empörung der getäuschten Wähler abzulenten, wurde am 23. März dieses Jahres vom Greizer Vaterländischen Der Oppositionssturm, der mit den Mißtrauensvoten für Verein eine Versammlung der nationalen Wähler abgehalten, in der die bürgerlichen Parteien in Bayern, Baden, Sachsen und Dr. Müller über die Raßlaßbesteuerung und die Finanzreform" Darin liegt denn auch die Gefahr! Daß die Drei- Preußen eingesetzt hat, muß deshalb naturgemäß ausmünden referierte. Dr. Müller legte der Versammlung eine Resolution vor, tlassenschmach unangetastet bleiben könnte, ist aus in den unwiderstehlichen Stampf um das allgemeine, in der unter anderem gesagt wird: Die Versammlung erwartet, geschlossen. Aber ebenso sicher ist, daß feine der bürgergleiche, direkte und geheime Wahlrecht in Preußen! daß die Parteien nunmehr endlich zu einer Verständigung gelangen lichen Parteien ernstlich daran denkt, das allgemeine und In den unwiderstehlichen Kampf! Das Volt muß und ohne weiteres Zögern dem Reiche das Notwendige( also auch gleiche Wahlrecht auch auf Preußen zu übertragen. Gestern auf dem Plane erscheinen, muß seinen unbeugsamen Willen die indirekten Steuern) bewilligen. Da Dr. Müller als Schrift erst gaben wir eine nationalliberale Aeußerung wieder, die befunden! Denn auf die bürgerlichen Parteien ist kein Verlaß. führer des Vaterländischen Vereins mitverantwortlich ist für den dem preußischen Ministerpräsidenten die anscheinend ge- Weder auf das Zentrum, noch die Nationalliberalen, noch Jnhalt des erwähnten Flugblattes, in dem gesagt ist, Arnold wird billigte Absicht zuschrieb, das Dreiklassenwahlrecht durch auch den Freisinn! Wiederholt ja haben wir es gebrand- nicht für Massensteuern stimmen, so war es natürlich, daß ihm von ein Vierklassenwahlrecht zu erseßen. Auch die Rat. 8tg." schreibt:„ Die Einführung des Reichstag smart, daß der Frelsinn von vornherein erklärte, daß er gern unferer Seite scharf auf die Finger respektive auf den Mund gewahlrechts ist eine Chimäre. Bildung, gereifte Lebens- bereit sei, sich auch mit einer fümmerlichen Abschlags- sehen wurde. erfahrung und Besi(!) sollen bei der Wahlreform mehr( 1) ahlung" zufrieden geben zu wollen. Heute müssen wir„ Reußische Volkszeitung" einen Artikel„ Einige Gloffen zur nationalen ( gar berücksichtigt werden, als es bisher der Fall ist. In praxi ar die Tatsache feststellen, daß sogar das" Berl. Tage- Wählerversammlung", in dem u. a. gefagt wurde:„ Welche unlautere blatt", das am weitesten Iints stehende Blatt Handlungsweise war es z. B. von Herrn Dr. Müller, daß er nur tommt eine solche Reform also auf ein abgestuftes Wahl des Freisinns, einem jämmerlichen Kompromiß die Nachlaßsteuer, Wehrsteuer und das Erbrecht des Staates be recht heraus, die Benennung selbst tut nichts zur Sache." das Wort redet! Erklärt es doch, daß es gern handelte und die Gefahren, die die Massensteuern für das ganze Also auch die Nationalliberalen sind von vornherein ab mit den Nationalliberalen zusammengehen Erwerbsleben mit sich bringen, vollständig ignoriert, obwohl, wie er gesagte Feinde des gleichen Wahlrechts. Sie denken wolle, wenn die Nationalliberalen wenigstens infofern bei felbft fagte, über die geplanten Steuern noch allgemeine Unkenntnis gar nicht an einen Stampf um Uebertragung des Reichstags- der Stange" blieben, daß sie wenigstens für eine geherrscht." Durch diesen Passus des Artikels fühlte sich Dr. Müller wahlrechts auf Preußen. Wenn es also den Parteien über heime, dirette Wahl und eine Neueinteilung beleidigt und strengte die Privatflage an. Die Eröffnung des laffen bleibt, die im preußischen Abgeordnetenhause die über der Wahlkreise einträten! Verfahrens ist gmächst vom Schöffengericht abgewiesen große Mehrheit bilden, so wird das entrechtete Bolt Preußens Selbst das unter diesen Bedingungen, reformierte" preu- worden. Der Beschwerde Müllers wurde aber stattgegeben, so daß mit einer„ Wahlreform" abgespeist, die zwar dem mobilen Bische Wahlrecht wäre noch um das Vielfache nieder die Verhandlung vor dem Schöffengericht stattfinden mußte; fie Kapital dem Agrariertum gegenüber erhöhte Rechte einräumt, trächtiger als das fächsische Pluralwahlendete mit glänzender Freisprechung. die aber an der Entrechtung der besiglosen Massen nicht das geringste ändert, furz bie brutalste Berhöhnung der recht! Und für ein so erbärmliches Kompromis erwärmt sich schon heute sogar das„ Berliner Tageblatt"! Das beweist proletarischen Wahlrechtsforderungen darstellt. Aber wenn auch die entrechteten Voltsmassen von den doch wahrhaftig schlagend, daß die Entrechteten sich auf nichts bürgerlichen Parteien nichts zu erwarten haben, als berlassen dürfen, als auf ihre eigene politische Reife, den perfidesten Verrat, den infamften Schacher der verschiedenen ihr eigenes staatsbürgerliches Rechtsgefühl, ihre eigene politische Zatkraft! Schichten der Bevorrechteten auf Kosten der Entrechteten, fo Die Massen, die mit so glänzendem Elan so imponierensind sie darum noch lange nicht ohnmächtig! Im den Protest eingelegt haben gegen die agrarische SteuerausGegenteil, die nichtbesitzende Masse des Volkes ist unwider plünderung, müssen ebenso wuchtigen Protest erheben gegen stehlich, wenn sie ihren Willen mit Konsequenz und das Klassenregiment der preußischen Junker und JunkerNachdruck befundet! Das Volk darf sich darüber durch genossen! das trotzige und provokatorische Gebaren unserer Junker nicht genoffen] In der Urteilsbegründung wird gesagt: Der Angeklagte wollte mit dem Artikel Stimmung gegen die Einführung der indirekten Steuern machen. Er sei also zur Wahr nehmung öffentlicher Interessen geschrieben. Der Angeklagte glaubte die Deffentlichkeit aufflären zu müssen, und sei hierzu als Steuerzahler, wie auch als Vorsitzender des Sozialdemokratischen Vereins berechtigt gewefen. Zur Wahrnehmung dieser Intereffen mußte er sich an die Deffentlichkeit wenden. Aus der Form ſei nicht die Abficht einer Beleidigung herzuleiten. Er habe im guten Glauben gehandelt und einen anderen Ausdruck nicht wählen können. Die Reußische Volts. zeitung" wende sich an die Arbeiterschaft und müsse mit Worten des alltäglichen Lebens sprechen." Gegen dieses Urteil legte Dr. Müller Berufung ein. Am 8. November fand die Berufuiigsverhandlung statt. Genosse K i h schilderte eingehend den Sachverhalt und lenn- zeichnete das Verhalten des Dr. Müller in der Versammlung als unlauter. Müller hätte als Mitverantwortlicher für Arnolds Wort« bruch in der Versammlung die Gefahren der geplanten indirekten Steuern behandeln und erklären müssen. Da er erst mit erklärt hatte, dah Arnold nicht für Massensteuern stimmen werde, so durfte er dieser Versammlung keine Resolution vorlegen, in der die Partei aufgefordert werde, das Notwendige, also auch die Massensteuern, zu bewilligen. Das Gericht stellte sich aber auf den Standpunkt, der Zweck der Versammlung sei gewesen, über die Nachlaststeuer Aufklärung zu bringen und für sie Stimmung zu machen. Der Referent Dr. Müller habe die indirekten Steuern mehrere Male mit erivähnt, jedoch nicht nötig gehabt, sie ausfübrlich zu be« handeln. Der Angeklagte.habe das gewußt und war deshalb wegen verleumderischer Beleidigung(!) zu bestrafen. Das Urteil lautete auf 200 M. Geldstrafe. Der Reichstagsabgeordnete Justizrat Arnold, dem der berechtigte Vorlvurf des Wortbruches gemacht worden ist, ist ein Kollege der Greizer Richter, der Gymnasialoberlehrer Dr. Müller der Re- prüfe utant der Greizer„Vaterländischen� und Reichsverbändler. Die Greizer Richter haben geglaubt, nach bestem Wissen Recht zu sprechen. Daß ihnen dabei unbewußt ihre Wertschätzung des JnstizratS Arnold und der„vaterländischen" und reichsverbändlerischen Bestrebungen den Gesichtspunkt verschob, ist für jeden, der das frei« sprechende Urteil des Schöffengerichts mit de», der Strafkammer vergleicht und die Unterlage des Prozesses prüft, nicht zweifelhaft Das erklärt auch, daß dem sozialdemokratilchen Redakteur ganz nnberechligterweise der ungeheuerliche Vorwurf der verleumderischen Beleidigung gemacht wird. Doch auch dieses Urteil nützt den Reichsverbändlern nichts, nicht der Unterlegene, sondern der Sieger ist der Wer» urteiltel,_ politifcbe Oeb er ficht. Berlin, den 12. November 1909 Ungesetjliches Verfahren bei der Neichstagsersatztvahl in Landsberg- Soldin. LnnbSberg, 12. November.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Bei der heutigen Reichstagsersatzwahl im hiesigen Wahlkreise wurde den Vertrauensmännern der Sozialdemokratie auf den Dörfern der Zutritt zu den Wahllokalen fast durchweg ver- boten! Militärpapiere wurden als genügende Legitima- tion nicht anerkannt. Eine ortspolizeiliche Be- scheinigung, aus der hervorgeht, daß der Betreffende wahlberechtigt fei, wurde als unbedingt notwen- diger Ausweis erklärt! Ein Amtsvorsteher in HeinerSdorf bei Landsberg erklärte unseren Genossen, daß eine Versamm- lung der Wahlvorsteher in Landsberg statt- gefunden habe, in der sie angewiesen worden seien, so zu verfahren! Gegen diese ungesetzliche Maßregel legte unser Wahl- komitee sofort beim Landrat und auch beim Regierungspräsidenten und Ministerium des Innern Beschwerde ein, wobei sie auf die bereits in dieser Hinsicht vorliegenden Reichstags-, Ministeral- und Kammergerichtsbeschlüsse hinwiesen. Auf diese Beschwerde er- folgte erst am Spätnachmittag, machdem der Herr Landrat Kenntnis von den Beschwerden durch seine vorgesetzten Behörden erhalten hätte, folgender Bescheid:■ U-r „Auf Ihre heute vormittag gegen 11 Uhr in meiner Abwesen- heit eingebrachte Beschwerde wegen Nichtzulassung von Per- tranensmännern Ihrer Partei in den Wahllokalen kann ich zu- nächst nichts veranlassen, da ich nicht weiß, gegen welche Wahl- Vorsteher sich Ihre Beschwerde richtet. Ich werde übrigens die Wahlvorsteher, von denen mir be- kannt geworden ist, daß sie den Zutritt verweigert haben, sofort mit entsprechender Anweisung versehen. Ich stelle anHeim, Ihre Angaben von heute vormittag dementsprechend zu � ergänzen. Dieser Bescheid erfolgt zugleich als Antwort auf die"an den Herrn Minister des Innern und den Herrn RegierungSpräsi- deuten gerichtete Beschwerde." ## Es ist bezeichnend für unsere preußischen Zustünde, daß sich solche ungesetzlichen Handlungen, solche groben Verstöße gegen die gehäuften unzweideutigen Entscheidungen des höchsten preußischen Gerichts, des Reichstags und des preu- ßischen Ministeriums sich immer wiederholen können! Es scheint, als ob diese Entscheidutzgen für die betreffenden Herren Wahlvorsteher einfach nicht vorhanden sind. Der Wahlkommissar, der die Herren zu instruieren hat, muß doch wissen, daß die Wahlakte durch den Ausschluß der Oeffentlich- keit ungültig werden und daß. wenn es notwendig sein sollte, dtos Wahlresultat anzufechten, der benachteiligten Partei damit ein durchschlagender Wahlprotest gesichert wird. Aber freilich, der Reichstag erledigt die Wahlprottste sehr langsam, und ein zu Unrecht Gewählter kann unter Umständen jähre- lang das Mandat ausüben! Was soll man aber dazu sagen, wenn einer der Herren Wahlvorsteher behauptet, daß er und seine Kollegen auf einer Versammlung der Wahlvorsteher zu Landsberg a n g e- wiesen worden seien, das Gesetz zu verletzen. Wer hat denn diese Anweisung gegeben? Der Landrat kann es wohl nicht gewesen sein, da er in seiner Antwort auf die Beschwerde unserer Genossen erklärt, daß er die Wahlvorsteher, von denen ihm bekannt geworden ist, daß sie den Zutritt verweigert haben, sofort mit entsprechender Anweisung verschen werd?. Wer ist es also, der die falsche Anweisung an die Wahl- Vorsteher ergehen ließ? Bezeichnend ist es auch, daß der Herr Landrat erst am Spätnachmittag auf die Beschwerde verfügen konnte. Man sollte meinen, daß an einem Wahltage der Herr Landrat dafür sorgen müßte, daß etwaige Beschwerden über das Wahlver- fahren sofort erledigt werden können! Der Streit um das Präsidium in Baden. Die Naiionalliberalen in Baden haben, obgleich sie bei den LandtagswaHlen von 23 aus 17 Sitze hernntergekonimen find und somit unter den Fraktionen erst an dritter Stelle rangieren, die Hoffnung noch nicht aufgegeben, trotzdem den ersten Präsidenten stellen zu dürfen. In einigen Blättern, so im demokratischen „Landesboten", in der„Neuen Konstanzer Abendzeitung' und in einer badischen Korrespondenz der„Münch. N. Nachrichten" wird direkt gefordert, daß der Stichwaht-Großblock auch während der Tagung deS Landtags erhalten bleibe. Als Grund, demZentrum als der stärksten Partei den Präsidentenposten vorzuenthalten, wird an- gegeben, daß das Volk sich vom Zentrum sbgewandt habe.„Hat man, so heißt es in der genannten Korrespondenz der„Münch euer Neuesten Nachrichten",«deswegen den Kampf gegen die Reaktion geführt, damit man, nachdem die„brutale Gewalt" den verbündeten Konservativ-Klerikalen eine wesentliche Anzahl von Mandaten ausgeliefert hat, einem Zentrumsmann höflich in den Stuhl des ersten Präsidenten verhilft? Glaubt man, daß die überwiegende Mehrheit des badischen Volkes, das sich mit aller Deutlichkeit bei diesen Wahlen von der Reaktion ab- gewandt hat, einen Reaktionär als Präsidenten der Volksvertretung wüpscht? Wir sind der Meinung, daß als erste Tat des Großblocks die Wahl eines Nationalliberalen zum ersten Präsidenten zu erfolgen hat. Wie die beiden Vizepräsidentenämter zu besetzen sein werden, ist demgegenüber eine weniger bedeutende Frage." Wenn bei der Besetzung deS Präsidentenstuhls nicht die Stärke der Fraktionen, sondern die Zahl der hinter ihnen stehenden Wähler maßgebend sein soll, so würden nach dieser Theorie im Reichstag die Sozialdemokraten den ersten Präsidenten zu stellen haben. Selbstverständlich wollen die Nationalliberalen diese Konsequenz nicht ziehen, sondern wollen den neuen„Grundsatz" nur dort angewandt wissen, wo er ihnen nützt. Uebrigens haben Nationalliberale, Demokraten und Freisinnige zu- sammen weniger Stimmen bei der Wahl erhalten, als das Zentrum allein, obgleich dasselbe nickt in allen Kreisen Kandidaten aufgestellt, sondern verschiedentlich gleich für die konservativen Kaudidaten gestimmt hat. Will man sich in liberalen Kreisen auf die größere Stimmenzahl stützen, so muß man sich auch die sozialdemokratischen Stimmen zuzählen, womit denn der Präsidentenwahl der Stempel eines direkt gegen das Zentrum ge» richteten Aktes aufgedrückt würde. Die letzte Präsidentenwahl im Reichstag bietet übrigens ein Pendant hierzu, denn hier wurde auch die stärkste Partei, daS Zentrum, durch den liberalen Block ausgeschaltet. Unsere ReichStagssraktion hat damals das Recht des Zentrums, den ersten Präsidenten zu stellen, anerkannt und hat entsprechend geslimint. Auch in Baden werden unsere Genossen den liberalen Sirenengesängen keine Folge geben. Unser Bruder- orga», die„Monnh. Volks st imme", winkt recht kräftig ab. Sie anerkennt die Weiterexistenz des Großblockes nicht, indem sie schreibt: „Wir haben dieser Anffassung gegenüber bereits betont, daß auf den Großblock bei der Präsidentenwahl nicht zurück- gegriffen werden kann. Die erste und einzige Tat des Großblocks war die Verhinderung einer klerikal- konservative» Mehrheit bei den Stichwahlen. Mit der Beendigung dieser Wahlen hat der Großblock zu existieren aufgehört. Wie gerade die Nationalliberalen, deren Führer und Preßorgane stet» mit besonderem Nachdruck die Beschränkung der Grobblockfunktionen auf den Tag der Stichwahl betonen und den Angriffen der Zentrums- presse gegenüber— durchaus der Wahrheit entsprechend— immer und immer wieder betonen, daß über diesen Tag hinaus ihre Partei keinerlei Verbindungen mit der Sozialdemokratie mehr habe.— wie gerade diese Nationalliberalen den Großblock auch bei den Wahlen zum Kammerpräsidium noch in Anspruch ne hmen wollen, das ist uns gänzlich unverständlich." � Kraetkes letzte Tage. Die Tage deS Herrn Kraetke als Staatssekretär des Reichs- Postamtes sind gezählt. Daran ist nicht mehr zu zweifeln. Er selbst will zwar nicht gehen, aber daraus loinmt es nicht an. Selbst so regierungsfromme Blätter wie die„Münchener Neueste Nachrichten" geben den Herrn Kraetke auf. Das Münchener Blatt sagt mit Recht: „Die einst so beliebte und berühmte Reichspost, die unter Stephans genialer Führung die erste der Welt war, ist durch eine Reihe von Maßnohmen ins Hintertreffen geraten. Mancherlei alte Zöpfe in der Bestellung der Postsachen, werden sorglich als kostbare Güter gehütet, während andererseits die Beschränkung der Bestellung peinlich empfunden wird.;~, X-tZ.. 1 '"""Die einzige Reform, die Herr Kraetke eingeführt hat. ist die Verbilligung deS Briefportos im Verkehr mit den Vereinigten Staaten. Aber auch dazu konnte sich Herr Kraetke erst entschließen, nachdem er jahrelang von der Geschäftswelt gedrängt worden war. Sonst aber folgte ein Rückschritt auf den anderen. Als sein Nachfolger wird, wie wir schon mitteilten, mit großer Bestimmtheit der Unterstaatssekretär Twele vom Reichsschatzamte bezeichnet, dem eine wesentlich modernere Auffassung nachgesagt wird._ Vündlerische Gestütshengste. In Ostpreußen bekämpfen sich jetzt die Konservativen und die Liberalen und mit diesen der neue.Bauernbund" in der ruppigsten Weise. Jene aus Angst, daß ihnen im Bund der Landwirte die Bauern davon laufen; die anderen um die Unzufriedenheit der kleineren Besitzer mit der Politik der Großgrundbesitzer für sich aus- zunützen. Persönliche Beschimpfungen in der Presse und Sprengnngs- versrnve der in kleinen Städten und auf Dörfern stattfindenden Ver» sammlungen sind jetzt an der Tagesordnung. Eine solche, von dem„Bauernbund" arrangierte Radau-Ver- sammlung fand vor einigen Tagen auch in dem bei Osterode liegenden Städtchen L i e b e m ü H l statt. Unter Führung des Herrn Dr. Haupt-Berlin, eines Abgesandten des„BikndeS der Land- wirte", hatten sich eine Anzahl Mitglieder dieses BmrdeS, darunter Grafen, Barone und sonstige Blaubllltige eingefunden, um dem Redner deS, Bauer nbundes" Dr. Böhme tüchtig heim- zuleuckten. Es ging denn auch ziemlich turbnleiil zu. Der Biindler Dr. Haupt machte dabei in folgender sehr beachtenS- werter Aeußerung seinem Herzen Luft: „Die Erbansallsteuer sei zu Recht abgelehnt, der gemeine Mann könne und müsse die Steuern tragen, denn dazu erhält er vom Besitzer den höheren Lohn." Und ein Herr Professor Lech vom„Bund der Landwirte" meinte: „Nach statistischen Forschungen wäre die städtische und über- Haupt bürgerliche Bevölkerung schon in drei Generalionen fort- pflanzungsunfähig und nur von der Landwirtschaft allein käme alles Heil l' Demnach sind zur Rassenerhaltung die Zitzewitze, Jtzenplitze, Strackwitze, Kanitze und anderen-Jtze durchaus nötig. Haben sie auch sonst für die Nation keinen Zweck, so erfüllen sie doch wenigstens die Funktionen guter Gestütshengste. Kommunalwahlen. Bei den Stadtverordnetenwohlen in Schwelm (Westfalen, Wahlkreis Hagen) erhielten bei den regelmäßigen Er- g ä nzu n g s w a h le n drei Sozialdemokraten 84S bis 889, die ihnen gegenüberstehenden sechs bürgerlichen Kandidaten 130 bis 483 Stimmen. Die drei Sozialdemokraten würden somit gewählt sein; da aber einer Hausbesitzer sein muß, waS nicht der Fall ist, wurde die Wahl eines Sozialdemokraten für ungültig erklärt. Infolgedessen muß eine Stichwahl zwischen zwei bürgerlichen Kandidaten stattfinden. Bei derErsatzwahl wurde ein Sozial- demokrat gewählt. Von 24 Sitzen des Kollegiums haben die Sozialdemokraten jetzt fünf inne. In Haan(Rheinland, Wahlkreis Lennep-Remscheid-Mettmann) wurden bei den Gemeinderatswahlen in der 3. Klasse die drei sozialdemokratischen Kandidaten mit großer Mehrheit gewählt, trotzdem die Gegner sich pnter Führung der Klerisei vereinigt hatten. Die sozialdemokratischen Kandidaten erhielten 337 bis 343, die bereinigten Gegner je 180 Stimmen. Gegen die Vorwahl stieg die sozialdemokratische Stimmenzahl um 100, die der Gegner um 3S. In Leichlingen(unterer Kreis Solingen) endeten die Stadtverordnetenwahlen in der dritten Abteilung mit einem Siege der sozialdemokratischen Kandidaten, die 226 bezw. 225 Stimmen erhielten, während auf die bürgerlichen Kandidaten unter Führung einiger Großindustriellen 209 bezw. 214 Stimmen entfielen. Das kleine Landstädtchen hatte noch niemals eine so rege Wahlbeteiligung gesehen.— In Burscheid(Kreis Solingen) blieben unsere Genossen, die sich zum e r st e n m a l an der Ge- meinderatSwahl in der dritten Abteilung beteiligten, um nur wenige Stimmen in der Minderheit gegen die vereinigten Gegner. In Iserlohn sind die Sozialdemokraten bei den Stadt- verordnetenwahlen der dritten Abteilung bei äußerst schwacher Wahl- betcilignng diesmal noch unierlegen. Die durchschnittliche Stimmen- zahl, die ihre drei Kandidaten erzielten, betrug 775, während der „liberale" Zentrums- und Reichslügenverbandsblock aus seine drei Kandidaten durchschnittlich 1100 Stimmen vereinigte. Die Sozial- demokratie hatte im Vorjahre 83 Stimmen mehr, die Gegner, die auch damals ihren Block bildeten, 318 Stimmen mehr als dieses Jahr. Bei iniensiver Agitation dürfte eS der Sozialdemokratie nächsten Herbst doch gelingen, Bresche in das rein bürgerliche Stadt- Parlament zu legen. In Geschwenda(Schwarzburg-SonderShansen), wo die Sozialdemokratie bisher schon die Mehrheit im Gemeinderat hatte, behauptete sie trotz äußerster Krastaustreugung der Gegner je einen Sitz in der zweiten und dritten Wählerabteilung und ge- wann noch einen dazu in der zweiten Abteilung. In Langewiesen(Schwarzburg-SonderShansen) gewannen unsere Genosse» einen neuen Sitz zu dem sckion besessenen. In Kaltennordheim(Sachsen? Weimar) ziehen unsere Genossen drei Mann stark zum ersten Male in den Ge- meinderat ein._ Die Angst vor der Sozialdemokratie. In A r n st a d t(Schwarzburg- SonderShausen). wo kürzlich unsere Genossen zu den zwei Sitzen im Gemeinderat noch vier binzu eroberten, ist die Absicht auf Verschlechterung des Ge- meindewahlrechtes aufgetaucht. Im Finanz- und Ver- waltungsausschuß wurde am Montag eine Petition auf Abänderung der Genieindeordnung behandelt. Bei dieser Gelegenheit machte der Vorsitzende die Mitteilung, daß von anderer Seite geplant werde, das Wahlalter für die Gemeindewahlen herauf- zusetzen und sonstige Verschlechterungen einzuführen. Ein in der betreffenden Koininiision sitzender Genosse teilte in der„Thüringen", dem im Wahlkreise gelesenen Kopfblatt der Erfurter „Tribüne", der Oeffentlichkeit die geplante Ueberrumpelung mit und machte den am Mittwoch tagenden Gemeinderat darauf aufmerksam, daß sich die Wählerschaft nie und nimmer den reaklionären Auscvlag gefallen lassen werde. Die Nummer unseres Parteiblatts mit der Aufdeckung deS reaktionären Anschlages wurde den Herren Gemeinderäten am Mitt- woiti in der Sitzung ans ihre Plätze gelegt. Darob nun gewallige Entrüstung; die Herren faielten von„grobem Vertranensbrnch" usw., aber unser Genosse Heer zahlte ihnen kräftig heim. Er habe in der Verteidigung bestehender Rechte den reaktionäre» Anschlag abwehren müssen, daß sei seine Pflicht, und er werde es auch weiter so halten, wenn wieder ähnliche dunkle Pläne geschmiedet werden sollten._ Kommunale Arbeitslvsenfursorge. Im Hinblick auf die Arbeitslosigkeit im kommenden Winter beschloß die Stadtverordnetenversammlung in Köln, neben der Arbeitslosenversicherung Notstandsqrbeiten anzuordnen, für die zu- nächst 130090 M. ausgeworfen� wurden. Die Stadt K ö bn ver- pflichtete sich dafür zu sorgen, daß Arbeiterentlassungea M' ihren Betrieben im-Winter-betmiedeN würden. Die kommunale Arbeitslosenversicherung (Genter System) tritt nach einem Mittwoch nacht vom Gemeinderat in Mülhausen i. E. mit starker Mehrheit gefaßten Beschluß dort mit dem 1. Dezember d. I. in Kraft. Dank einiger Verbesserungs- anträge, die bei der Verhandlung im Plenum deS GeineinderatS angenommen wurden, geht die Regelung etwas weiter als das Stamt in Straßbnrg, dem die Vorlage wortgetreu nachgebildet war. So ist der Gemeindeziischuß pro Kopf und Jahr an die Gewerkschaslen von 50 Proz., die er im Entwurf betrug, auf 70 Proz. für die Ledigen und 80 Proz. für diejenigen Arbeiter erhöht worden, die jemand zu unterstützen haben. DaS Kartell der freien Gewerlichaflen hatte den Einheitssatz von 80 Proz. für alle beantragt. Ein eiustimmig angenommener liberaler Antrag spricht den Entschluß des Gemeinde» rates aus, die Einbeziehuna der Nichtorganisierten in die Versicherung tunlichst bald in die Wege zu leiten. Der Höchstsatz des GemeindezuschnsseS pro Kopf und Jahr beträgt wie in straßburg 1 M._ Arbeiterfchntz. Der Bundesrat hat sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Neu- regelung der Arbeitszeit in den Gemüsekonserveufabriken beschäftigt und Bestimmungen erlassen, die im wesentlichen den Wünschen der Konservenfabrikante» Rechnung tragen. Die Wünsche dieser Herren gingen dahin, daß sie während der Obst- und Gemüseerntezeit in der unbeschränktesten Weise über die Arbeitskräfte der in den Fabriken beschäftigten Frauen verfügen können. Auch eine Unterstützung. In Pirna wurde ein 73 Jahre alter Tabakarbeiter, der im letzten Jahre nur noch imstande war, einen DurivschnittSwochen- verdienst von 4,03 M. zu erarbeiten, durch die neue Tabaksteuer gänzlich erwerbslos. Aus dem Viermillionenfonds erhält er jetzt die Unterstützung von drei Vierteln des früheren Verdienstes, also wöchentlich 3,02 M. Wie nun die«Süddeutsche Tabakzeitung" be- richtet, ging dem Tabakarbeiler vor kurzem ein Schreiben des Haupt- Zollamtes zu, das folgenden Inhalt hat: „Von verschiedenen sächsischen Zigarrenfabriken werden Tabak- arbeiter und Tabakarbeiterinnen, und zwar vorzugsweise solche gesucht, die dem Deutschen Tobakarbeiterverband nicht angehören. Insbesondere kommen in Frage die Firma Ernst Lange u. Söhne und Panlisch in Bischofswerda und Gebrüder Jedicke in Dresden. Sie werden von diesen Arbeitsgelegenheiten mit dem Hinweise darauf in Kenntnis gesetzt, daß die Unterstützungspflicht als erfüllt gilt, wenn Ihnen eine geeignete Beschäftigung an anderer Arbeits- stelle nachgewiesen wird, durch die sie wöchentlich wenigstens drei Viertel deS im Durchschnitte des Borjahres im Tabakgewerbe bezogenen Wochenlohnes verdienen." Ans Grund der Ausführungsbestimmungen ist der Arbeiter ver- pflichtet, die ihm nachgewiesene Arbeitsgelegenheit anzunehmen, da er sonst der Unterstützung verlustig gehl. Ist es nicht ein starkes Stück, von einem Manne im Alter von 73 Jahren zu verlangen, daß er ohne weiteres seinen Wohnsitz ändern und in eine andere Stadt übersiedeln soll, noch dazu, wo er nicht einmal weiß, wie hier seine Arbeitskraft tiezahlt wird? Der Mut der M.-Glndbacher. Die„Westdeutsche Arbeiter-Zeitung"(M.-Glad- bach) hatte jüngst zum Kampf aufgerufen gegen die Sozialdemo- kratie, die„Partei der verfaulten Lehren, des niederkrachenden Programms, der verstiegenen auSsichlSlosen Taktik, der politischen Unfruchtbarkeit". Die Sozialdemokratie solle gezüchtigt und ver- nichtet werden wegen deS„VcrleumdungSfeldzugs", den sie gegen das biedere Zentrum wegen seiner Mitwirkung bei der Reichs- finanzreform eröffnet hatte. Und deshalb forderte das M.-Glad- bacher Blatt die katholischen Arbeiter auf:„Geht auf de« ganzen Linie zum Angriff-vor! Stellt dio Sozialdemokraten! Fast Sen Stiet bet ben Hörnern! Laßt Euch nicht verblüffen. 8wingt den sozialdemokratischen Phraseur, Nebe und Antwort zu stehen und ihr habt ihn überwunden!" " - frankreich. Die Altersversicherung. Verfolge und aussichtslos, ez berefelt uns den Kampf um die materielle Besserstellung der Arbeiter. Und nicht genug damit: man verdächtigt und bezichtigt ihn, die von ihm benutte Statistit in ihren Ergebnissen entstellt zu haben. Namentlich die amerikanische Lohnstatistit sollte nach seiner Zusammenstellung fichtliche Antwort ließ die Angreifer zwar verstummen, aber nur für kurze Rechenfehler enthalten, fritillos übernommen sein. Kautskys Beit, dann traten sie mit neuen„ Gegenbeweisen" hervor, die für Paris, 11. November. Senat. In der fortgesetzten Beratung Tros dieses Geschreis zogen es die tapferen Zentrumsfämpen des Arbeiterversorgungsgefeges bemängelte der Arbeitsminister vor, die Sozialdemokratie hinter den verschlossenen Türen ihrer Viviani an dem von der Kommission angenommenen Syſtem, schlecht besuchten Versammlungen oder in den Spalten ihrer daß es die Beiträge der Arbeitgeber zu sehr staffele und nicht zu Blätter, wo sie vor der Gegenrede geschützt sind, zu vernichten". lasse, daß die Beiträge der Arbeiter von den Arbeitgebern bei den fie allerdings eine moralische Niederlage bedeuten. Und so beschlossen denn unsere M.- Gladbacher Genossen, den Lohnzahlungen in Abzug gebracht würden. So sei jede wirksame Daß Kautsky die Lebenslage der amerikanischen Arbeiter Jesuiten des katholischen Volksvereins die Gelegenheit, uns zu Kontrolle ausgeschlossen, und es entstehe allmählich ein Defizit, das durchaus richtig geschildert hat, geht aus einer Schrift hervor, überwinden", recht leicht zu machen. Sie veranstalteten an die Steuerzahler decken müßten. Viviani erklärte sich für einen in der Robert Coit Chapin die Ergebnisse einer Umfrage mitteilt, Sonntag im größten Saale von M.- Gladbach eine Versammlung nhänger der 8wangsversicherung, des Kapital- die ein Komitee von Sachverständigen im Auftrage der Frau mit dem Thema: Wie das Zentrum seinen Volksverrat rechtdeckungsverfahrens und der dreifachen Beitragsleistung durch Staat. fertigt" und luden die klerikalen„ Vernichter" der Sozialdemo- Arbeitgeber und Arbeiter. kratie dazu ein. Die Versammlung war überfüllt. Genosse Erdmann- Köln referierte und erntete allgemeinen Beifall. Aber die Sozialistentöter vom Zentrum, die Herren Abgeordneten, Volksvereinsdirektoren, Arbeiter- und Gewerkschaftssekretäre hatten der Tapferfeit besseren Teil erwählt und waren daheim geblieben. Und auch sonst wagte sich keiner an die Aufgabe heran, unserem Redner gegenüberzutreten und die Sozialdemokratie zu überwinden". Die der Versammlung vorgelegte Resolution, worin das Verhalten des Zentrums bei der Reichsfinanzreform als Volksverrat und sein Rechtfertigungsversuch als Schwindel bezeichnet wurde, fand einstimmige Annahme. " " Laßt Euch nicht verblüffen!"- rufen die Herren vom Bolts. verein den katholischen Arbeitern zu, und dabei verkriechen sie sich selber, wenn die Sozialdemokratie sich ihnen zu Rede und Antwort stellt. Sie wissen aus dem schlechten Besuch ihrer jüngsten Verfammlungen, daß ihr eigenes Gefolge ihnen nicht mehr traut und daß, wenn sie sich dem Volksgericht stellen, nicht die Sozialdemo tratie, sondern das volksverräterische Zentrum überwunden ist! Ein opferwilliger Paftor. Gegen die Polizeispitzeleien. Ruffal Sage, der Witwe des alten kapitalistischen Räubers, über die Lebenslage der Arbeiter Groß- New Yorks erhoben hat. Aus der Preisstatistik der notwendigen Lebensbedürfnisse wird bewiesen, daß eine vierköpfige Arbeiterfamilie in Groß- New York Paris, 12. November. In der Deputiertenkammer interpellierten mit einem Einkommen von weniger als 800 Dollar im Jahre heute die Sozialisten Dejeante und Rouanet über das Zu- kann. Das Gesamtergebnis der Untersuchung ist: Unterernährung, ( etwa 15% Dollar die Woche) nicht mehr menschenwürdig eristieren fammenarbeiten franzöfifcher und spanischer Polizei, übermäßiges Anhäufen der Arbeiterfamilien in engen Wohnungen, besonders in Paris und den Ostpyrenäen, zur Ueberwachung und Krankheit, Verbrechen, Elend, Knechtschaft. Die amerikanische eventuellen Verhaftung spanischer Sozialisten. Ministerpräsident Rohnstatistik vom Jahre 1905 erstreckt sich auf 47 Broz. der Höchst= Briand erwiderte, es sei keine bestimmte Tatsache vorgebracht zahl der Arbeiter, die 1904 gleichzeitig beschäftigt wurden. Von worden, die ein solches Zusammenarbeiten beweise. Er habe die diesen verdiente ein Drittel nicht einmal 10 Dollar in der Woche, nötigen Maßregeln getroffen, damit feinerlei amtliches 8u ein Behntel sogar weniger als 6 Dollar in der Woche! sammenarbeiten der französischen Polizei mit ausländischen Polizeiagenten stattfinden tönne. Das Haus nahm hierauf mit 438 gegen 107 Stimmen die einfache Tagesordnung an, mit der die Regierung sich einverstanden erklärt hatte. Klerikaler Terrorismus gegen Kinder. • Die Ausfälle des Correspondenzblattes" geben der bürgera Lichen Presse die gewünschte Gelegenheit, Kautsky als Gewert unsere Pflicht, gegen dies Verhalten eines gewerkschaftlichen Arfchaftstheoretiker" zu verhöhnen. Wir hielten es deshalb für beiterblattes energisch Protest zu erheben." Ein Sozialdemokrat als staatlicher Strafrechtslehrer. Paris, 12. November. In Croisic bei Nantes hat sich die Nom, 8. November.( Eig. Ber.) Genosse Enrico Ferri Geistlichkeit geweigert, Schülerinnen und Schüler der städtischen ist soeben zum ordentlichen Professor des Straf Volksschule zur Beichte zuzulassen, weil diese die in rechts und der Strafprozeßordnung an der Universität dem Hirtenbrief des französischen Epiffopats verbotenen 2ehr- Rom ernannt worden. Diese Ernennung entspricht den wiederholt In einer großen Versammlung au Räb nit im Wahlfreise halb den Bürgermeister aufgefordert, er möge zu Bergeltungs- Italien ist ein„ wildes Land", werden unsere Staatsstüzen schaudernd bücher benutten. Die republikanische Vereinigung hat des- von der juristischen Fakultät ausgesprochenen Wünschen. Im frommen Deutschland wäre solch eine Ernennung unmöglich. Büllichau- kroffen, in der der sozialdemokratische Reichstagskandidat des Streifes, Genoffe Grauer, die Reichsfinanzreform maßregeln greifen und zunächst die Veranstaltung von unter dem lauten Beifall der Anwesenden behandelte, trat ein Bastor tirchlichen Prozessionen berbieten. Sartorius auf, der den konservativen Abgeordneten des Kreises, Bürgermeister Schlüter, wegen seiner Mitwirkung am Werk des Schitapsblockes in Schutz nahm. Belgien. Die Militärfrage. erklären. Aus der Frauenbewegung. Eine Bereinigung sozialistischer Rechtsanwälte bat fich, entsprechend den Beschlüssen des internationalen und des nationalen Kongresses, in Paris gebildet. Die Vereinigung, die Ihn, so sagte der Herr Pastor, drücken die paar Pfennige neuer Steuern nicht Patriotische Pflicht sei es, die gar nicht ins Ge- erklärte der Stabinettschef chollaert, die Regierung werde der für die Arbeiterklasse wichtigen Gesetzgebung und die VerBrüssel, 12. November. In der heutigen Sammerfibung allmonatliche Sibungen abhält, bezweckt bauptsächlich das Studium wicht fallenden Steuern zu tragen! 28 er fi nicht Bier, sowohl die Herabsehung der Militärpflicht auf 12, als auch auf breitung von Rechtskenntnissen in den Parteiorganisationen. Bigarren usw. taufen könne, müsse ebenso wie er, 6 Monate ablehnen, dagegen nehme er die Mitwirkung der der Herr Pastor, es tue, darauf verzichten!! Kriegs: Opposition an, welche sich bereit erklärt, das Ersatzsystem abheer, Marine und die heutige Organisation in Staat und Gesellschaft zuschaffen, sowie die Herabjebung der aktiven Dienstzeit anzu mit der Vorherrschaft des Adels seien im Interesse des Ansehens des nehmen. Der Führer der Alttleritalen, Woeste, stellt fest, daß deutschen Namens notwendig und er erkläre:" Ich trage auch das angesichts dieser Erklärung in der Kammer wieder eine neue Mehr an Steuern gerne!" Die Hunderte von Bauern und Landleuten, Mehrheit sich befindet, zusammengesett aus den Liberalen bie die Berfammlung füllten, waren anderer gegenteiliger und Sozialisten und der Minderheit der Rechten, den Junge Suffrage Society( Bereinigung für das Wahlrecht aller Großjährigen) Meimmg! Der Vortragende hatte alle feine Autorität einzufegen, Leritalen. um den Unwillen der Landleute über diese christliche Provokation Stabinett sei über die Militärreform geteilter Ansicht. Im wurde folgende Resolution gefaßt:„ Die Taktik der Adult Suffrage Der Finanzminister Bibaert erklärt, das nicht in offenen Aufruhr ausarten zu lassen. Der Herr Reichstagsabgeordnete war zu dieser Versammlung weiteren Verlauf der Sitzung wurde ein Antrag eingebracht, ge- Society bei allgemeinen oder Ergänzungswahlen hat in der UnterDer Herr Reichstagsabgeordnete war zu dieser Versammlung zeichnet von Liberalen und Jungklerifalen, betr. die Herabfebung ftüßung ausschließlich solcher Kandidaten zu bestehen, die sich verwie auch zu einer ebenfalls sehr stark besuchten Versammlung in der aktiven Dienstpflicht auf 15 Monate. Die Abstimmung hierRütlich au schriftlich eingeladen worden, aber nicht erschienen. über ist auf nächsten Mittwoch vertagt worden. Die Annahme Er hat nach dem Verlauf der Versammlungen allen Grund dazu, denn sie zeigen, daß auch in rein ländlichen Kreisen die Herrschaft wohl die Oppositionspartei, als auch die Regierung sich formell als dieser Reform kann nunmehr als sicher betrachtet werden, da so der Konservativen nicht unerheblich erschüttert ist. Anhänger dieser Reform bekannt gegeben. ted in Die„ Germania" im Delirium. Niederlande. Eine Verbesserung. Der Fufel hat's der armen Germania" angetan. Bitterböse ift fie darüber, daß der Boykott über den Fufel der Schnapsbaronie verhängt und dadurch die Liebesgabe der fatholischen, protestantischen entwurf an, burch den die Bestimmung des Code Napoleon, die eine Sang, 12. November. Die erste Kammer nahm einen Gesetz und jüdischen Schnapsbarone arg gefährdet ist. Seit der Ver- Nachforschung nach der Waterschaft verbietet, abgeschafft hängung des Boykotts scheint sie in so energijcher Weise dem Liför und dafür die Bestimmung eingesetzt wird, daß es einem unehelichen als Sorgenbrecher zugesprochen zu haben, daß sie bereits die besinde erlaubt ist, gegen feinen Erzeuger die Alimentations rüchtigten schwarzen Männchen sieht. Sie behauptet, unser Artikel tlage anguftrengen. Sognat" stamme vom Parteivorstand. Durch ihn habe der Genosse Stadthagen getroffen werden sollen, der in Leipzig gerufen habe: Von jetzt ab trinken wir nur noch echten französischen Kognat". Weder stammt unser Artikel vom Parteivorstand, noch hat StadtHagen, der den Standpunkt vertritt, daß auch ausländischer Likör oder Rognak gemieden werden sollte, je einen Ausspruch getan, der auch nur entfernt dem gliche, den die Germania" im Delirium bernommen haben will. Cürkei. Ein junktürkischer Aufruf. Saloniki, 12. November. Das jungtürkische 8entralkomitee hat einen Aufruf an seine Mitglieder gerichtet, in dem diese an ihren Eid erinnert, wegen ihrer Gleichgültig teit und Nachlässigkeit getadelt und aufgefordert werden, das Komitee, dem Gefahr drohe, aufs kräftigste zu unterſtüßen. Amerika. Trustkorruption. Für und wider das Frauenstimmrecht. In einer fürzlich abgehaltenen Vorstandssigung der Adult pflichten, einzutreten und zu stimmen für eine Wablreform, die auf Grund des Nachweises eines dreimonatigen Aufenthalts an einem rechtigt; die Standidaten haben sich ferner zu verpflichten, eine an Orte alle großjährigen Männer und Frauen zur Stimmabgabe beden Nachweis des Besizes gebundene Wahlreform nicht zu unterstützen." Bei der neulichen Ergänzungswahl in Bermondsey, einem Stadtteil von London, wurde dem Arbeiterfandidaten Dr. Salter eine Abschrift. dieser Resolution über fandt. Da er fich in seiner Erwiderung zur Erfüllung Suffrage Society auch nicht für ihn. Die Erefutive der Adult der zweiten Forderung nicht bereit erklärte, agitierte die Adult Suffrage Societh hält es für notwendig, auf die praktische An erkennung gerade diefer Forderung zu bringen, da manche Ab geordnete der Arbeiterpartei gelegentlich wohl so obenhin von ihrem Interesse für das Wahlrecht aller Großjährigen sprechen, im Barlament aber ständig für Ausdehnung des Stimmrechts auf Grund der Befigqualifitation stimmen. Jm Es ist bedauerlich, daß unsere Genoffinnen von der Adult Suffrage Society zu so radikalen Maßnahmen genötigt werden. Noch befremdlicher aber ist es, daß es in England Genoffen gibt, die fich sogar direkt gegen ein Frauenwahlrecht erklären. Zu diesen gehört in erster Linie E. Belfort- Bag, der vor einigen demokratischen Partei, die Gewährung des Stimmrechts an die Monaten in The Socialdemocrat", dem Drgan der englischen sozial Ein gestrauchelter Zentrumsabgeordneter. Frauen für eine Ungerechtigkeit erklärte, weil die Frauen ohnehin In einem Beleidigungsprozeß, der am Mittwoch in Offens schon einen fast schrankenlos bevorzugten Teil der Gesellschaft(!) Burg gegen die Genossen Adolf Ged und Huberer vom eingegangenen Voltsblatt geführt ward, wurde festgestellt, daß der bildeten. Was würde männlichen Kämpfern für das allgemeine Kläger, der neugewählte Landtabgeordnete von Wolfach- Offenburg, der Wahlrecht geschehen, meint Bag, wenn sie es trieben wie die Suffra New York, 12. November. Sechs hohe Beamte des gettes. Worauf zu erwidern wäre, daß die englische Regierung Betriebssekretär Seubert, Mitglied der Bentrumspartei, im Laufe des 8 udertrusts wurden plötzlich entlassen. Die Erhebung selbst erklärt hat, die Behandlung der Stimmrechtstämpferinnen berfloffenen Sommers an der Rückseite des städtischen Frauen von Anklagen gegen die Direttoren steht in Aussicht. Neue unterscheide sich in nichts von anderen Verbrechern". schwimmbades zu Gengenbach durch ein in der abschließenden Enthüllungen zeigen, daß nicht allein Gewichtsfälschungen übrigen entnimmt Belfort- Bay Bretterwand befindliches Astloch wiederholt die badenden Belfort Bag feine Waffen gegen das uralter Donnerbüchsen und Frauen betrachtet und dadurch, wie das Gericht meint, als Mann im großen Maßstabe, sondern auch fraudulöse Prat- Frauenwahlrecht einem Arsenal von Bildung ein ungehöriges und nicht taftvolles Benehmen an den tifen bei Proben, die bei Festsetzung des Bolles notwendig krieg und Frieden mit zu entfcheiden, da sie den Militärdienst Feldschlangen. So spricht er den Frauen das Recht ab, über Tag gelegt habe. sind, vorkamen. Der Zuckertruſt wurde augenscheinlich von nicht leisten, und sie in England Körperstrafen nicht unterworfen Das Gericht verurteilte die beiden Angeklagten zu je 40 9. höheren Beamten im Schaamt gefchütt. In- find, wäre es ungerecht, wollten sie darüber mit beraten, ob diese Geldstrafe wegen formaler Beleidigung, dagegen wurde von der zwischen wird behauptet, daß auch gegen den a battrust für die Männer beibehalten werden sollen usw. usw. Antlage auf Bergeben gegen den§ 186 auf Freisprechung er eine Untersuchung schwebt, da vielfach Deckblätter als Ein- wahlrecht wäre erst dann einigermaßen gerecht, wenn die Frau Das Frauen kannt, da der Wahrheitsbeweis für die über Seubert begefeßlich verpflichtet wäre, für ihren eigenen Lebensunterhalt, für haupteten Dinge vom Gericht als vollständig erbracht an- lagen eingeführt worden seien. Sen ihres Mannes, wenn er arbeitsunfähig ist, und teilweise für gesehen wurde. den Lebensunterbalt ihrer Kinder zu sorgen, wenn die Frau ferner gleiche Strafen für gleiche Vergehen träfen und wenn sie schließlich allen Pflichten, die dem Manne auferlegt sind, ganz das Frauenwahlrecht einer besonders bevorrechteten Gruppe nur neue ebenso herangezogen werde. Jm anderen Falle würde Es wird sich sehr hübsch machen, wenn der also gekennzeichnete Zentrumsabgeordnete im Kampf wider die Unfittlichkeit vom Leder ziehen wird. Als Mitglied der fittenstrengen Zentrumspartei wird er doch jede Gelegenheit zu solchem Wert beim Schopf nehmen müssen! In des Königs Rock. " Ein Flottenstützpunkt im Stillen Ozean. Washington, 11. November. Präsident Taft stimmte der Empfehlung des Kriegs- und des Marineministeriums zu, den Pearlhafen auf Sawai zum Flottenstüb punkt im Stillen Ozean zu machen. Ferner entschied der Präsident, daß die beantragte Berbesserung des Hafens bon Manila aufgegeben werden und der Schutz der Philippinen dem Heere überlassen bleiben solle. Aus der Partei. Zur Polemik des„ Correspondenzblattes der Gewerkschaften" gegen Kautsky Grelle Streiflichter auf die Zustände in der Dresdener Militär Arbeiterabteilung wirft wieder einmal ein Prozeß, der jetzt vor dem Kriegsgericht daselbst verhandelt wurde. Wegen Beharrens im Ungehorsam vor versammelter Mannschaft war der Arbeitsfoldat Seifert an getlagt. Er war eines Tages mit dem Scheuern des Aborts beauftragt worden; er führte auch diese Arbeit aus, sie soll aber nach Ansicht eines Sergeanten nicht gut genug gewesen werden in einem Artikel, den dieser Tage unser Kasseler fein. Der Soldat erhielt den Befehl, das Scheuerzeug zu holen Parteiorgan, das" Voltsblatt", aus der Feder eines auswärtigen und die Arbeit noch mal zu machen. In schlapper Haltung" Genossen veröffentlichte, die folgenden zutreffenden Ausführungen und trägem Gang" soll dieser Befehl befolgt worden sein. Gs gemacht: wurde ihm vom Sergeanten befohlen, im Laufschritt zu ihm zu„ Es tann nicht wundernehmen, daß der gewaltige Eindruck, kommen. Der Laufschritt ist nun aber nach Ansicht des Borgesezten den Kautskys Schrift(„ Der Weg zur Macht") auf die weitesten nicht lebhaft genug" gewesen. Das bot dem Sergeanten Anlaß, Kreise ausübte, unsere Gegner in ohnmächtige Wut versette und eine Meldung zu erstatten; worauf der Soldat auch gleich in fie, je nach Charakter und Temperament, zu mehr oder weniger Haft genommen wurde. Vor dem Kriegsgericht erklärte der niedrigen Anwürfen veranlaßte. Höchst bedauerlich ist es aber, Angeklagte, daß er scharf her angenommen und schlecht daß ebensolche niedrigen Anwürfe gegen Kautsky in der Arbeiterbehandelt worden sei. Der Sergeant habe ihm schoa gedroht, preffe anzutreffen sind. Die Lorbeeren Reghäusers bom ihn noch dahin zu bringen, wohin er gehöre".( Jus Korrespondent" lassen den anonymen Verfasser der Artikel Feftungsgefängnis.)" Wenn ich jest dort hintomme und dann wieder gegen Kautsky im" Correspondenzblatt der Gewerkschaften" nicht in die Arbeiterabteilung zurück, so wird das mein größtes ruhen. Wir kennen aber den Verfasser und lassen uns fein& für Unglück", sagte der Angeklagte weinend. Ebenfalls im weiner- ein u machen. Wir kennen das U. Wenn darauf hingewiesen lichen Tone und vor innerer Erregung zitternd erklärte wird, daß die Gegner der Sozialdemokratie gegenüber nur noch Seifert, daß er gern arbeite; aber wenn man behandelt eine reaktionäre Masse sind, daß ihr Zusammenschluß den Sieges werde wie ein Slave und während der Arbeit nicht mal zug der flaffenbewußten Arbeiterschaft zeitweilig hemmt, wie aufsehen darf, da müffe man zur Verzweiflung fommen. 3. B. bei den Hottentottenwahlen 1907, dann stößt man nirgends Das Kriegsgericht verurteilte den Angeklagten mit Rücksicht auf mehr auf Widerspruch. Beigt aber Kautsky, daß auf wirtschaft die an den Tag gelegte Disziplinlosigkeit zu der lichem Gebiete die Verhältnisse ähnlich wie auf politischem liegen, enormen Strafe von awei Monaten Gefängnis! dann heißt es, Kautsky hält alle gewerkschaftliche Arbeit für Rechte verleihen. Eine ernsthafte Widerlegung dieser absurden und unhaltbaren Anschauungen erübrigt sich wohl. Wäre Bag nicht Sozialdemokrat, so brauchte man seine antisemitistischen Anschauungen nicht ernst zu nehmen. So aber hat die Tatsache unleugbar etwas Beschämendes an sich, daß ein Mitglied der internationalen Sozialdemokratie der Frage des Frauenstimmrechts, die anderwärts schon zur vollen Zu friedenheit großer Voltsgemeinschaften praktisch gelöst ist, so rüd. ständig und in frassen Vorurteilen befangen gegenübersteht. Das Frauenwahlrecht in Dänemark. Eine Deputation des Dänischen Frauenbundes hat am Sonnabend das neue Ministerium über seine Stellung zur Forde rung des politischen Frauenwahlrechts befragt. Der Ministerpräsident 3ahle erklärte, die radikale Linke habe einen Vors schlag zur Einführung des politischen Wahlrechts sowie der Wählbarkeit der Frauen eingebracht. Dieser Vorschlag solle baldigst zur Verhandlung kommen. Die Regierung stehe in dieser Frage durchaus auf demselben Standpunkt wie die radikale Linke. Die radikale Linke, aus der das neue Ministerium hervorgegangen ist, verlangt in ihrem 1905 in Odense auf dem Gründungskongreß der Partei beschlossenen Programm eine ent schiedene Demokratisierung von Staat und Gemeinden, und unter den verschiedenen damit zusammenhängenden Forderungen auch ausdrücklich das allgemeine, gleiche Frauenwahl. recht. Man darf wohl erwarten, daß die radikale Regierung nun auch in dieser Hinsicht ihren ganzen Einfluß geltend machen wird, um so mehr, als die dänischen Frauen mit den Männern das Gemeindewahlrecht schon befizen. Sie kann dabei selbst. verständlich, wie bei allen ernsthaft demokratischen Forderungen, der Unterstützung durch die Sozialdemokratie sicher sein. GewerfefcbaftUcbc� Cfmftlicbe Gewcrkrcbaftcn und Parteipolitik. Schwer kämpfen Leitung der christlichen Gewerkschaften und Zentrum gegen den Unwillen ihrer Arbeitcranhänger, die Tag für Tag abrechnen mit denen. die ihnen die traurige Finanzreform auf den Hals gehetzt haben. Die„Kölnische Volkszeitung" läßt sich in einer ihrer jüngsten Nummern durch den Generalsekretär S t e g e r w a l d, der als ein eifriger Neutralirätspolitiker bekannt ist, auf vier langen Spalten den Nachweis erbringen, daß einmal die christlichen Gewerkschaften als neutrale Organisationen mit der ganzen Finanzreform gar nichts zu tun haben, und zum andern, wenn die Reform schon gemacht sei, so habe es doch keinen Zweck mehr, nach träglich darüber zu räsonnieren; die Sozialdemokratie würde so nur zum lachenden Dritten. Es ist das alte Arsenal aewerkschafts-christlichcr Geistesblitze. Einmal die schöne Neutralität. Wenn die freien Gewerkschaften sich für die Sozialdemokratie erklären, wie es teilweise bei den letzten Reichstagswahlen geschah, dann gilt es als Verletzung der Neutralität, eifrig wird auch die kleinste Notiz dieser Art durch die christliche Presse gesammelt. Wenn aber die christlichen Gewerkschaften erklären, auf jeden Fall gegen die Sozialdemokratie zu kämpfen, so ist dies selbstverständlich keine Verletzung der Neutralität. jFm Not fall kann man sich ja auch noch so ausreden, wie es Steg er w a l d in seinem vierspaltigen Ungeheuer tut: wenn wirklich einmal ein Gewerkschaftssekretär B r e d e m a n n in einer Versammlung zum Festhalten an der Zentrumspartei auffordert, so hat er dies nicht in einer christlichen Gewerkschafts- Versammlung, sondern in einer Arbeiterwählerversammlung der Zentrumspartei getan. Welcher Unterschied zwischen den Besuchern dieser beiden Versammlungsarten besteht, teilt er nicht mit. Charakteristisch bleibt aber, daß er mit Ent rüstung darauf pocht, daß die christlichen Gewerkschafts bcamtcn auch vollberechtigte Staatsbürger sind, die ihre eigene, politische Meinung haben dürfen. Es scheint demnach so, als wenn die Beamten dieser Gewerkschaften ihre eigene Ueberzeugung erst anziehen, wenn sie mit dem Feierabend Glockenschlage das Gewerkschaftsbureau verlassen. Diese Redereien sind nstr Floskeln, die eine geheuchelte Behauptung zu einer wahren Tatsache machen wollen. Wie stand es denn mit der christlichen Neutralität während der Neichstagswahlen? Die christlichenGewerkschaftsführer kämpften in Lcnnep-Mettmann undHageii-Schwelm für denjFortschrittsmann, in Bochum für den Kandidaten des Grubenkapitals, in Bielefeld für eine scharfmacherische Exzellenz und in Elberfeld für einen Genossen der K a r d o r f f und Zedlitz. Wie weit diese klägliche Verdrehung klarer Klassenlage geht, zeigte ja danials das Stöckersche„Reich", welches die christlichen Gewerkschaften eifrig begönnert, mit großem Stolze. Schrieb das Blatt doch. daß in Bielefeld-Wiedenbrück die christlichen Gewerkschafts führer so tüchtig tätig gewesen seien, daß in der Stichwahl, wo sogar die katholischen Bauern für den Sozialdemokraten stimmten, die christlichen Arbeiter Bielefelds trotzdem gegen den Vertreter des Umsturzes votierten. Es hat ihnen aller- dings nichts genützt. Gegenüber solchen Tatsachen muß man sich verwundert fragen, warum dies alles? Seit Monaten ist in den Reihen der christlich organisierten Arbeiter noch nicht wieder Ruhe eingekehrt. So sehr man gewöhnt ist, derlei kleine Un Zufriedenheiten der Arbeiter als unausbleibliche Tatsachen hinzunehmen, diesnial wird man so nicht ganz fertig, die Erregung sitzt zu tief. Deswegen werden nun alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die ösientliche Meinung zu korrigieren. Daß man sich dazu den S t e g e r w a l d recht gelegen kommen läßt, ist verständlich, gehört er doch zu den eifrigsten Verfechtern des Neutralitätsprinzips der christlichen Gewerkschaften. Er war es ja auch, der ini Rechenschafts- verichte über das Jahr 1l>/7 die eifrige Tätigkeit seiner Gewerkschaftssreunde sanft tadelte. Ihm !var es wohl schon damals nicht gehener bei der starken politischen Erregung; deswegen schrieb er, daß sich einzelne Angestellte der christlichen Gewerkschaften parteipolitisch stärker ei» agieren ließen, als eS in ihrem Interesse lag. Er meint dü?ch eine ganz enge Umgrenzung des Tätigkeitsgebietes der Organisationen seiner Couleur am ehesten den dauernden Zusammenhalt schaffen zu können, der gegenüber den freien Getoerkschaften notwendig erscheint. Der Refrain ist ja immer derselbe: wie handeln wir. um der Sozialdemokratie nicht zu nützen? Und deswegen heißt es zum Schluß des Riesen- artikels:„Mit einem nachträglichen Räsonnieren über die Reichs- finanzreform. an der gegenlvärtig doch nichts mehr zu ändern ist. würde bei dem national gesinnten Teile der Arbeiterschaft lediglich eine Reichsverdrossenheit und schließlich nur eine Berekelung der Arbeiter hinsichtlich ihrer Mitarbeit in den bürgerlichen Parteien allgemein erreicht. DaS haben doch die politischen Vorgänge der jüngsten Zeit zur Genüge bewiesen." Damit aber, daß man jetzt eine Stellungnahme zur Reichsfinanzri'form als untunlich bezeichnet, weil es ja doch nichts mehr nütze, und so eine Abrechnung mit dem Zentruin verhüten will, ist nur ein neuer Beweis geliefert dafür, wie es in der Tat aussieht mit der angeblichen„Neutralität" der christlichen Gewerkschafteil._ ßerlin und Umgegend. Achtung, Metallarbeiter! Ein Beauftragter der Deutsch-ameri. kanischen Werkzeug- und Schreibmaschinenfabrik in Halle sucht in Berlin Arbeitskräfte anzuwerben. Da in diesem Betriebe Diffc- rcnzen bestehen, ersuchen wir jedes Arbeitsangebot dieser Firma abzulehnen. Deutscher Mctallarbcitcrverband. Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Metallarbeiter! Der Streik bei Schwartzkopff, Werk Wildau, ist beendet. Deutscher Metallarbciterverband. Ortsverwaltung Berlin. Die Verschmelzung des Maurerverbandes mit dem Banhilfsarbeiterverbande wird gegenwärtig in den beteiligten Kreisen eingehend erörtert. Die Verschmelzungsfrage ist schon seit Jahren in beiden Verbänden gelegentlich diskutiert worden. Auf dem letzten Vcrbandstage der Maurer hat sie dadurch praktische Bedeutung erlangt, daß -ein Antrag angenommen wurde, welcher sich für die Verschmelzung ausspricht. Auch der Verbandstag der Bauhilfs- a r b e i t e r hat einen dahingehenden Beschluß gefaßt. Die be- vorstehenden Verbandstage beider Verbände werden über die Ver- schmelzungsfrage endgültig beschließen, uird die Verschmelzung, falls beide Verbände ihr zustimmen, vollziehen.— Gegenwärtig jößt der Maurecverband unter seinen Mitgliedern eine Abstimmung über die Frage der Verschmelzung vornehmen. Zu diesem Zweck fanden am Donnerstag sechs Versammlungen in Verlin, Charlottenburg und Tegel statt. Die Referenten hielten Äerantw Vorträge, in denen sie an die jetzt eingeleiteten Tarisverhand- lungen anknüpften, die Situation im Baugewerbe schilderten und darauf hinwiesen, daß es aus Anlaß des Tarifablaufes mög- lichenfalls zu schweren Kämpfen kommen könne, auf die sich die Organisation vorzubereiten habe.— Einen besonderen Punkt der Tagesordnung bildete die Verschmelzungsfrage. Eingehend legten die Referenten die Gründe dar, welche für die Verschmelzung sprechen. Es wurde darauf hingewiesen, daß zur erfolgreichen Durchführung wirtschaftlicher Kämpfe eine organisatorische Zu- sammenfassung aller im Berufe beschäftigten Arbeiter notwendig ist, um so mehr, als ja auch die Unternehmer aller Bauberufe einen gemeinsamen Verband bilden, der eine scharfe Kampfes- slellung gegen die Forderungen der Arbeiter einnimmt. Auch die Organisationsarbeit wird vereinfacht und erleichtert, wenn für das Baugewerbe nur eine Organisation besteht. Wenn früher bei den Maurern keine Neigung für einen Zusammenschluß mit den Hilfsarbeitern herrschte, so ist in neuerer Zeit in dieser Hin- ficht ein Umschwung der Ausfassung eingetreten, der nicht nur verursacht ist durch die vorstehend angeführten Gründe, sondern zum großen Teil durch die neuen technischen Umwälzungen im Baugewerbe. Die nlte Methode des Steinbaues wird mehr und mehr zurückgedrängt durch die neue Technik des Betonbaues. Während beim Steinbau der Hilfsarbeiter nur ein Handlanger war, der dem Maurer das Material zutrug, macht der moderne Betonbau den gelernten Maurer fast überflüssig und läßt fast alle Arbeiten durch nicht handwerksmäßig ausgebildete Arbeiter verrichten, die sich zu Teilarbeitern in bestimmten Zweigen der neuen Bauweise heranbilden. So ist auch die rein berufliche Scheidung, welche früher zwischen Maurern und Hilfsarbeitern bestand, mehr und mehr aufgehoben worden. Durchschlagende Gründe für das Nebeneinanderbestehen gesonderter Organisationen der Maurer und der Hilfsarbeiter gibt es nicht mehr. Die Ver- schmelzung kann deshalb nur empfohlen werden. T-as war im allgemeinen die Ansicht, welche die Referenten vertraten. Zwar fanden sie in der Diskussion hier und da Wider- spruch, doch nur vereinzelte Redner sprachen sich grundsätzlich tzcgen die Verschmelzung aus, während andere Redner dieselbe als m mancher Hinsicht vorteilhaft, aber nicht unbedingt notwendig bezeichneten. Die in den sechs Versammlungen vorgenommene Abstimmung ergab eine Zweidrittelmehrheit für die Verschmelzung. Zurückhaltender war die Sektion der Putzer. In der Dis- kussion erklärte sich dort kein Redner unbedingt für die Ver- schmelzung; jeder hatte Bedenken dagegen, oder er wollte über- Haupt nichts davon wissen. Finanziell würden die Maurer die Leidtragenden sein; das Verhältnis zu den Trägern auf den Bauten müßte erst geregelt werden; man wollte warten,- bis auch die Stukkateure und Dachdecker sich bereit erklären, einem großen„Verbände der Bauarbeiter" beizutreten— diese und andere Gründe wurden erhoben. Eine Urabstimmung wurde der- langt, da aus dem Verbandstage nach dem jetzigen Delegierten- system nicht der Wille der Majorität zum Ausdruck käme. Die Versammlung der Putzer nahm einen Antrag an, nach welchem die Abstimmung der Sektion der Putzer über diese An- gclegenheit in den Bezirksversammlungen am 17. November statt- finden soll. In den nächsten Tagen finden noch einige Versammlungen in den Vororten statt. Der Streik in der Sport- und Wtbereinbteilung der Firma I. Elsbach(Inhaber Martin H i r s ch f c l d und Moritz Nagel), Görlitzer Straße&2, dauert fort. Obschon die Firma mit unseren Vertretern unterhandelte, ist es doch für uns zu keinem annehmbaren Schluß gekommen. Nun ist es gewiß interessant, zu erfahren, daß die Firma, ganz nach Unternehmer- inanier, die Polizei zu ihrem und der Streikbrecher Schutz in starkem Maße alarmiert hat. Besonders ist das Aufgebot von be- hclmten und unbehelmten Leuten des Abends zum Feierabend groß. Die Polizisten sind mit übergroßem Eifer tätig und es scheint manchesmal so, als würden die Herren einen Zusammenstoß mit den Streikenden herbeiführen. Allerdings sind die Streikenden dazu zu zurückhaltend. Jeden Abend gegen 6Va Uhr verläßt die Streikbrecherkolonnc unter Führung des sehr nervösen Werk- führers Böse die Fabrik und hierzu gesellt sich dann die Polizei unter Führung eines Leutnants, Publikum und Streikende. Dieser bunte Zug zieht dann nach dem Wendenplatz am Eörlitzer Bahnhof zu und per Elektrische geht es dann nach dem Quartier:„Gasthof zum Kastanienbaum", Möckcrn-Straße 146. Dort wurden die Arbeitswilligen— jedenfalls weil sie„nützliche" Elemente sind— die ersten Abende mit Gänsebraten und ähnlichen Delikatessen traktiert: jetzt bekommen sie nur noch Schrippen mit Wurst, wie wir in Erfahrung bringen konnten. Warum dies? Daß sich bei dem Streikbrechertransport manch interessantes Intermezzo abspielt, kann man sich wohl denken. Oucrfahrtcn mit Autos, Drohungen mit Verhaftungen usw. Doch schreckt das letz- tere die Streikenden nicht ab._ Die Ortsverwaltung. Achtung, Friscurgehilfen! Beigelegt sind die Differenzen bei Werth, Grünthaler Straße 12. Verband der Friseurgehilfcn. Oeutftbes Reich. Die Bewegung im Holzgewerbe. In Magdeburg dauert der Streik der Holzarbeiter fort. Herr Stadtrat Lu t t e r hat die Parteien zu sich gebeten und seine Vermittelung angeboten. Es haben dann längere Konferenzen unter seinem Vorsitz stattgefunden, in denen er Vermittelungs- Vorschläge unterbreitete. Jetzt hat er den Vertretern des Holz- arbeiterverbandes einen neuen Vorschlag unterbreitet, der, wie er hofft, bei den Unternehmern Annahme finden wird. Ob die Ar- beiter diesen Vorschlag akzeptieren können, ist sehr fraglich. Für alle Fälle ist Zuzug auch weiter fernzuhalten. In Luckenwalde dauert der Kampf der Tischler unver- ändert fort. Die Aiistrengimgen der Unternehmer, genügend Ar- beitswillige heranzuschaffen, sind erfolglos geblieben. Trotzdem ist noch mit einer recht langen Dauer des Kampfes zu rechnen. In Frankfurt a. M. hat eS trotz des Vertragsabschlusses noch erhebliche Differenzen gegeben. Tie Firmen Schneider u. Hainau, Holzmann u. Cie., versuchten, bei Wiederaufnahme der Ar- beit unter den ausgesperrten Arbeitern Auslese zu halten, weshalb die Ausgesperrten die Aufnahme der Arbeit ablehnten. Auf Be- schwerde beim Gewerbegericht als EinigungSamt entschied dieses, daß eine derartige Auslese als Maßregelung zu betrachten sei. Nun erklärten sich die Firmen bereit, die Arbeiter einzustellen. Die Avbeit soll nunmehr am 12. November aufgenommen werden. Trotz- dem sind in Frankfurt, Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg noch eine ganze Anzahl Tischler und Maschinenarbeiter nicht wieder eingestellt, so daß dringend gebeten wird, den Zuzug noch fern- zuhalten. In Bautzen ist«S nunmehr in der Waggonfabrik zur Aussperrung aller Tischler, Stellmacher und Moschinenarbeitcr ge- kommen, da die Arbeiter einen erheblich verschlechterten Akkord- tarif nicht anerkennen wollten. Die Direktion versucht mit allen Mitteln, Arbeitswillige heranzuziehen, wobei die Gelben behilflich ein wollen. Doppelte Aufmerksamkeit ist darum notwendig. In Sommerfeld, Langenberg, Rathenow, Schwenningen und Beuel dauern die Differenzen weiter. In L i e g n i tz wurde jetzt die Bewegung in der Möbelfabrik Gentner mit Erfolg beendet. Die Akkordpreise werden um 6 bis 12 Proz. aufgebessert. Ueber die weitere Verkürzung der Ar- bcitSzeit unter SS Stunden soll später verhandelt werden. In Lauf wurde in der Holzwarensabrik Döring(266 Arbeiter) die Bewegung zugunsten der Arbeiter beendet. Erreicht wurde: Verkürzung der Arbeitszeit auf 57 Stunden und Lohn- crhöhung um 7 Proz. Die Breslauer Buchbinder und Buchbinbereiarbeiterinne» nahmen in einer gut besuchten Versammlung Stellung zu der Ant- wort der Unternehmer aus den eingereichten Lohntnrif. Von einer Verkürzung der Arbeitszeit wollen die Unternehmer nichts wissen; Lohnzulage wollen sie für 1916 überhaupt nicht geben, und erst vvm Jahre 1911 ab wollen sie 1 M. Zulage gewähren. Die Bres- lauer Buchbinder sind damit keineswegs zufrieden und wollen ihre Forderungen eventuell durch einen Streik durchführen. Zunächst soll die Tarifiommission noch einmal mit den Unternehmern ver- handeln und wenn diese Verbandlungen wieder ergebnislos ver- laufen, dann soll zum äußersten Mittel gegriffen werden. In» zwischen sollen der Organisation noch alle Fernstehenden zugeführt werden. Huskand. Der Maurerstreik in Winterthur dauert fort. Die von der Zürcher Regierung zur Beilegung des seit 1. Juni dauernden Streiks angebahnten Einigungsverhand- lungen sind abermals an der Protzenhaftigkeit des Schweizern- schen Baumeisterverbandes gescheitert. Die regicrnngsrätliche Delegation schlug bor, die Arbeitszeit von 59 aus 57 Stunden pro Woche zu reduzieren und die Löhno für Maurer, Handlanger und Pflasterbuben für dieses Jahr um 3, 2, 1 Rappen und für die nächsten 3 Jahre um je 2 und 1 Rappen zu erhöhen, so daß der Mindcstlohn im Jahre 1912: 64, 52, L9 Rappen betragen würde. Die Streikenden haben diesem Vorschlage, obwohl er für sie keineswegs günstig war, um des lieben Friedens willen zugestimmt, während die Delegiertenversammlung des Schweizerischen Bau- meisterverbaudes vom 16. dieses Monats denselben entgegen dem Willen der Winterthurer Baumeister ablehnten mit der Motivic- rung, eine kürzere Arbeitszeit gibt es nicht. Allseitig hat man erwartet, daß die Baumeister den für sie sehr günstigen Vertrag akzeptieren würden, da dies indessen nicht geschehen ist, sind sogar der Arbeiterschaft fernstehende Bevölke- rungskreise sehr entrüstet über dieses Gebaren. Was auch durch- aus begreiflich ist nach dem unberechenbaren großen Schaden, der dem gesamten Wirtschaftsleben von Winterthur und Umgebung durch die Halsstarrigkeit der Baumeister bereits zugefügt worden ist. Die Arbeiter werden nun den Kamps weiterführen. Zuzug von Bauarbeitern aus dem In- und Auslande ist mit aller Strenge von Winterthur fernzuhalten. Candsberd-Solckin! Soldin, 12. November.(28. T. B.) Bei der heutigen NeichstagSersatzwahl im Wahlkreise LandSberg-Soldi« wurden«ach dem bis abends 10 Uhr vorliegenden Ergebnis abgegeben für Holschke(kons.) N63S Stimme«, für Pätzel(Soz.) Stimmen und für Schöppe(Lib.)«377 Stimmen. G Nach dem vorliegenden Teilresultat hat der so- zialdemokratische Kandidat gegen 1907 bereits 1075 Stimmen gewonnen, während der Konservative noch bei weitem nicht seine alte Stimmenzahl erreicht hat. Sicher ist nur, daß Stichwahl zwischen dem Konservativen und dem Sozialdemokraten stattfindet. Und bei dieser Stich- wähl wird der Freisinn de» Ausschlag zu geben haben, ob ein Anhänger des Schnapsblocks, ein Wahlrechts, feind, oder ein Sozialdemokrat in den Reichstag entsandt wird! Daß die Sozialdemokratie in Landsberg-Soldin den Sieg davontragen würde, war ausgeschlossen. Dazu hätte sie ihre Stimmen gegen 1907 annähernd verdreifachen müssen! Entfielen doch 1907 auf die beiden bürgerlichen Kandi- baten, den Konservativen und den Freisinnigen. zusammen 20 004 Stimmen, während der sozialdemo» k r a t i s ch e Kandidat es nur auf 6477 Stimmen brachte. Im einzelnen erhielt 1907 der konservative Kandidat 13 828 Stimmen, der freisinnige Kandidat 6176 Stimmen. Diesmal erhielt der sozialdemokratische Kandidat 7354 Stimmen, während es das Bürgertum insgesamt nur auf 16 076 Stimmen brachte. Letzte l�admcbten und Depefcben. Eine Interpellation. Paris, 12. November.(W. T. B.) In der Deputiertenkammer interpellierten heute die Sozialisten D ej eante und Ronan et über das Zusammenarbeiten französischer und spanischer Polizei, besonders in Paris und den Ostpyrcnäen. zur Ueberwachung und eventuellen Verhaftung spanischer Sozialisten. Ministerpräsident Briand erwiderte, es sei keine bestimmte Tatsache vorgebracht worden, die ein solches Zusammenarbeiten beweise. Er habe die nötigen Maßregeln getroffen, damit keinerlei amtliches Zusammen. arbeiten der französischen Polizei mit ausländischen Polizei» agentcn stattfinden könne. Das Haus nahm hierauf mit 433 gegen 167 Stimmen die einfach« Tagesordnung an, mit der die Regierung sich einverstanden erklärt hatte. Im weiteren Verlause der Sitzung begann die Erörterung einer Interpellation über die militärischen Strafanstalten in Al- gier. Der Kriegsminister erklärte, er werde dafür sorgen, daß un- menschliche Behandlung der Strafgefangenen und Anwendung von Mar-terwerkzeugen nicht mehr vorkommen. Darauf wurd'e die Weiterverhandlung bis Montag vertagt. Freitag wird das HauS über die auf Marokko bezüglichen Kredite und Interpellationen verhandeln._ Aus der belgischen Deputiertcnkammer. Brüssel, 12. November.(W. T. B.l Heute begann die Spe- zialberatung des Militärgcsetzes. Die Liberalen ugd Sozialisten gaben zu Beginn der D.'batte die Erklärung ab, daß sie der Formel: ein Soldat pro Familie und Tienstbefreiung der Geistlichen zu» stimmen, wenn die persönliche Dienstpflicht und die Herabsetzung der Dienstzeit auf fünfzehn Monate angenommen werden. Der Ministerpräsident erklärte sich für seine Person mit der Michas. sung des Ersatzmännersystems einverstanden, was den Widerspruch Woestes hervorrief._ Das neue Duma-Präsidium. Petersburg. 12. November.(W. T. B.) In der heutigen Nbcndsitzung der Reichsduma standen die Neuwahlen zum Prä- sidium aus der Tagesordnung. Die Kadetten, die Arbeitsgruppe und die Sozialdemokraten erklärten, daß sie sich der Abstimmung enthalten würden, da das Präsidium die Interessen der Minori- tat nicht genügend gewahrt hätte. Zum Präsidenten der Duma für das neue Scssionsjahr wurde Chomsakow mit 212 gegen 93 Stimmen, zum ältesten Vizepräst�enten Fürst Wolkowsli wieder- gewählt. Zweiter Vizepräsident wurde für Baron Meyendorff der Oktobrist Schidlowski. Redakt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw.: AH. Glocke. Berlin. Druck«.Verlag: VorwärtSBuchdr.u.VerIagSanstalI Paul Singer Le Co.. Berlin L)V. Hierzu 3 Beilagen u.UaterhaltungSbl, i Nr. 266. 26. Jahrgang. Die 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 13. November 1909. 12. Wahlbezirk. 1268. Quibotstr. 109 und 115, Salzwvedelerstr. 1-9 und 285. 1176. Lüneburgerstr. 1-11, Paulstr. 20a- 20g, Stadt: 11-17, Stephanplak, Stephanstr. 27-31. Wahllofal: BirkenWahlmänner- Stichwahlen bahnbogen 329-390. Wahllokal: Alt Moabit 138, Restaurant straße 58 bei Lemke. zur Landtags- Ersatzwahl sowie einige Neuwahlen infolge Ablehnung der Wahl durch die gewählten Wahlmänner oder Ungültigkeitserklärung finden am Dienstag, den 16. November statt. Jm Nachfolgenden geben wir die Bezirke bekannt, in denen Wahlmänner unserer Partei mit gegnerischen Wahlmännern in Stichwahl stehen. Nicht einbegriffen in die Zusammenstellung sind die Urwahlbezirke, in denen die Gegner untereinander um das Wahlmannsmandat ringen, was besonders im 12. Wahlbezirk der Fall ist. 5. Wahlbezirk. 46a, Wienerstr. 12-15 und 63-67. Wahllokal: Wienerftr. 63 bei 94. 315. Saufiberstr. 1-6 und 47-52, Sfuckerstr. 46 und Ruben. 109. 878. Görligerstr. 75, Staligerstr. 47-54a.( Neuwahl.) Wahllotal: Staligerstr. 51/52 bei Dalg. Bring. 1177. Friedrich- Karlufer von Molttebrüde bis Alfenbrücke, Invalidenstr. 57-79. Alt Moabit 1-10 und 130-145, Stadtbahnhof Lehrter Bahnhof, Stadtbahnbogen 290-328, Wilhelmsufer. Wahllokal: Mt Moabit 130,„ Weihenstephan". 286. 1181. Flemmingstr. 3-14, Baulftr. 9-14 und 21-29. Wahllokal: Konferenzzimmer, Gerhardstr. 4. Baulstr. 15-20, Spenerstr. 19 und 20, Stadtbahnbogen 391-410. 1182. Lüneburgerstr. 14-30, Melanchthonstr. 1 und 28, Wahllotal: Melanchthonstr. 23 bei Jähnte. 287A. 1183. It Moabit 11-17 und 117-120, Rathenower. straße 79-83. Wahllokal: Alt Moabit 121, Bum alten Biethen". 1184. Melanchthonstr. 12 und 19, Epenerstr. 8-18, 21-24 und 27-28. Wahllokal: Spenerstr. 20 bei Selle. GRUNDAS bis 26. Wahllotal: Turnhalle, Gerhardstr. 5. 1186. Melanchthonstr. 2-11 und 20-27, Spenerstr. 25 287B. 1189. Calvinstr. 9-13a und 22-27, Melanchtonftr. 18 bis 15. Wahllokal: Calvinstr. 27 bei Salomon. 108. Wahllofal: Turnhalle, Alt- Moabit 23. 287C. 1191. Kirchstr. 1-10 und 17-25, Alt- Moabit 107 bis 288. 1192. Bundesratsufer von Stromstraße bis Crefelderstraße, Crefelderstr. 15 bis Ende, Effenerstraße von Stromstraße bis Crefelderstraße, Alt Moabit 84-106, Stromstr. 1-10a, Thusnelda- Allee, der kleine Tiergarten östlich der Thusnelda Crefelderstr. 18 bei Köpke. Allee, Turmstraße längs des fleinen Ziergartens. Wahllokal: 1193. Bochumerstr 14-27, Bundesratsufer von Crefelderstraße bis Bochumerstraße, Crefelderstr. 1-14, Eſſenerstraße zwischen Crefelderstraße und Bochumerstraße, Alt- Moabit 83 bis 83c. Wahllokal: Alt- Moabit 83b bei Schlemminger. 148. 495. Raubachstr. 5-11, Wallnertheaterstr. 1-12 und 3wingliftr. 14a- 14f. Wahllokal: Beuffelstr. 10a bei Mörede. 290A. 1199. Beuffelstr. 8-14, Gotowskystr. 8, Turmftr. 61, 35-45. Wahllokal: Wallnertheaterstr. 34 bei Janz. 166. 561. Breslauerstr. 15 und 16, Koppenstr. 1-3a und 96 290B. 1202. Beuffelstr. 1, Gozkowskystr. 19-22 und Brünnig6. Wahlbezirk. bis 101, Am Schlesischen Bahnhof, Stralauer Plak 18-23. Wahl- sches Haus, Levehowstr. 25, Alt- Moabit 50-72, Binzendorfstraße. Total: Koppenstr. 96 bei Paul. Wahllokal: Zinzendorfftr. 7 bei König. 167A. 563. Behmestr. 12-20 und 30/31, Ghrenbergstraße, Naglerstr. 1-12, Rotherstr. 4-11 und 20-26, Rudolfstr. 5-17, Stralauer Mee 3 und 37-43, Terrain der Ost- und Schlesischen Bahn von Warschauerstraße bis Rudolfplatz. Wahllokal: TurnHalle, Naglerstr. 3. 565. Behmestr. 1-10 und 21-29, Stralauer Allee 4 und 34a- 36.( Neuwahl.) Wahllotal: Aula, Naglerstr. 3. 566. Beymestr. 11, Caprivistr. 12-25, Rotherstr. 1-3 und 27-30, Stralauer Allee 34. Wahllokal: Beymestr. 11 bei Neumann. 167B. 568. Capriviste. 1, Hohenlohestr. 1-6 und 17-20, Stralauer Allee 5-9a und 29-33, Edgrundstücke der Schnüdertstraße an der Hohenlohestraße. Wahllokal: Hohenlohestr. 4 bei Burmester. 170. 583. Fruchtftr. 70 und 71, Münchebergerstr. 1-8 und 29-34. Wahllokal: Münchebergerstr. 34 bei Rippin. -584. Münchebergerstr. 9-13 und 22-28. Wahllokal: Münchebergerstr. 29 bei Fannrich. 585. Stoppenstr. 10-12 und 81-86, Münchebergerstr. 14 bis 17 und 19-21.( Neuwahl.) Wahllokal: Turnhalle, Koppenftraße 84. 174. 595. Fruchtstr. 35-38 und 51-55, Memelerstr. 38. WahlLokal: Fruchtstr. 36a bei Schmidt, kleiner Saal. 178B. 636. Warschauerstr. 8-14 und 75-81.( Neuwahl.) Wahllokal: Warschauerstr. 78 bei Strehmel. 179A. 638. Frankfurter Allee 75-80 und 117a- 121, 2it thauerstraße 1-2, Tilsiterstr. 1-6 und 85-91, Weidenweg 25. ( Neuwahl.) Wahllokal: Frankfurter Allee 78 bei Noad. 7. Wahlbezirkt. 179B. 642. Tilsiterstr. 12-18 und 77-80, Borndorferstr. 11 bis 14. Wahllokal: Tilsiterstr. 12 bei Galle. 180D. 662. Baltenplatz westlicher Teil, Edertstr. 1-10 und 13-22, Thaerstr. 50 und 51, Weidenweg 33-34 und 63-65. WahlTotal: Turnhalle, Eckertstr. 16. 1205. Alt Moabit 35-49 und 73-75, Ottoftr. 11, 1 Treppe. 3winglistr. 17-19. Wahllokal: Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47/48, 292B. 1223. Waldstr. 22-28 und 31-37. Wahllokal: Waldstraße 21 bei Dittmann. -1224. Waldstr. 16-21 und 38-41, Wiclefftr. 27-28 und 42 und 43. Wahllokal: Waldstr. 18 bei Holz. 1225. Wiclefftr. 29-34 und 37-41. Wahllokal: Waldftraße 40 bei Schulze. 292C. 1229. Beuffelstr. 16-19 und 66-76, Huttenstr. 1. Wahllokal: Beusselstr. 22 bei Küster. 293A. 1235. Emdenerstr. 39-43, Wiclefstr. 20-26 und 44. Wahllokal: Prachtsäle Nord- West, Wiclefstr. 24, Kleiner Saal. 293B. 1236. Wilhelmshavenerstr. 21-27 und 47-54. Wahllokal: Sorgenfrei, Wilhelmshaverneſtr. 24. 1237. Putligstr. 11, Quißowstr. 79-108, Wilhelmshavenerstraße 34-39. Wahllokal: Wilhelmshavenerstr. 35 bei Schulze. 1240. Birkenstr. 32-39, Bremerstr. 38-40, Wilhelmshavenerstr. 29-33 und 40-45. Wahllofal: Birkenstr. 33 bei Schinsky. 1242. Bredowftr. 30-35, Bremerstr. 20-26 und 49-57, Wiclefstr. 4-7 und 63-66. Wahllokal: Bremerstr. 48 bei Sühne. 293C. 1243. Emdenerstr. 31-32, Oldenburgerstr. 26 und 27, Siemensstr. 11-18 und 19-42, Straße 30( Abt. VIII), Unionplak, Unionstraße. Wahllokal: Aula, Siemensstr. 20. 1245. Emdenerstr. 24-30 und 33-38. Wahllokal: Turnhalle, Siemensstr. 20. 1269. Stendalerstr. 11, Stephanstr. 32-35 und 40-45. Wahllokal: Kinderhort, Stephanftr. 27. und 121-128, Rathenowerstr. 33-41, Stephanstr. 16 und 54–55. 299. 1272. Quibowstr. 33-78 und 110-114 und 116-118 Wahllokal: Quizowstr. 62 bei Heyder. 1273. Stephanftr. 17-23 u. 49-53. Wahllofal: Stephan. straße 17 bei Norbert. Berlebergerstr. 51. Wahllokal: Rathenowerstr. 41 bei Nichter. 300. 1276. Perlebergerstr. 20-31 und 43-50, StendalerStraße 24, Wilsnaderstr. 38. Wahllokal: Artushof". PerlebergerStraße 26, Garten links. 1274. Rathenowerstr. 28-32 und 42-49, Stenbalerstr. 1, 1277. Struppstr. 11 und 12. Wilsnaderstr. 29-37 und 89 bis 45. Wahllotal: Wilsnaderstr. 36 bei Stabow. -1278. Struppstr. 10 und 13, Rathenowerstr. 50-63. BahlTotal: Rathenowerstr. 60 bei Mosebach. 301. 1280. Bandelftr. 12-18 und 22-81. Wahllokal:„ Hohenzollernfäle", Bandelstr. 35, 2Wintergarten. 302. 1285. Drehsestr. 1/2 und 18-22, Prißwalferstr. 1-8, Rathenowerstr. 69-78, Turmstr. 1-5a und 88-93, Wilsnaderftraße 7/8. Wahllokal: Aula, Turmftr. 86. Rathenowerstr. 20-26. Wahllotal: Berlebergerstr. 14 bei Oestreich. 303B. 1292. Feldzeugmeisterstr. 1-4, Berlebergerstr. 52-55, 1295. Invalidenstr. 55a, Kruppstr. 1 und 16/17, Lehrter Straße 52-61. Seydligstr. 1-13 und Oberfeuerwerkerschule. WahlTotal: Rehrterstr. 52 bei Wähner. 1296. Schrterstr. 47-51, Perlebergerstr. 57-60. Wahllokal: Perlebergerstr. 52 bei Langner. Wahllofal: Struppstr. 5 bei Lampel. 1207. Struppstr. 5-9 und 14-15, afhenotverftr. 9-19. straße 5-8 und 32-35. Wahllotal: Sübufer 23 bei John. 304. 1298. Butliksteg, Bahnhof Putlikstraße, Südufer, TorfLadewig, Saal, Hofeingang. -1299. Lehrterstr. 7-32. Wahllokal: Lehrterftr. 34 bei 1300. Lehrterstr. 33-42. Wahllofal: Rehrterftr. 34 bei Ladewig, Vereinszimmer, Gingang vorn. 1302. Heideftr. 21-45, Lehrterstr. 43-46, Am Nordhafen füdwestliches Ufer, zwischen der Heidestraße und der Kieler Brüde, Perlebergerstr. 61-63. Wahllokal: Lehrterstr. 40a bei Ganer. Für den 12. Wahlbezirk geben wir in Nachstehendem noch eine Zusammenstellung der zur Wahl stehenden Bezirke, in denen wir beteiligt, sind unter Angabe der Abteilung in der wir in Stichwahl stehen und der Partei, mit der wir zu ringen haben, unter Mitteilung der Zahl der zu wählenden Wahlmänner. Urm. Bez. 1176 3. Kt. mit dem Freifinn( 1) 1252 1. RI. mit dem Freifinn*( 1) 1177 3. 1181 3. ( 2) 1273 2. 22 2 Urt. Bez. " " " T " ( 1) 1258 2. " 22 17 " " " " ( 2) 1258 2. 71 " " Nationall.( 1) Freifinn( 2) 1182 3. " 17 " " ( 1) 1259 2. " " ( 2) 1183 8. 1184 3. 1186 2. " " e ( 2) 1261 2. 27 " P " " H ( 2) 1265 2. National. " D " " 19 Nationall.( 2) 1268 2. # 7 1189 3. 1191 3. " " " Freifinn( 1) 1269 2. " " 17 11 " ( 2) 1272 2. " 糖 1192 3. " 1 か 17 " 17 " 1193 3. 1199 1. " " ( 2) 1274 2. " " 27 1274 1. " " " 19 " H Freifinn( 2) 1202 2. " " " ( 2) 1276 2. " M 1205 1. " 9 " " ( 2) 1277 2. " 1 Freis. u. 1 Konf.( 2) 1223 1. 12 " " Nationall.( 2) 1278 3. " 17 " " " Freifinn( 2) 1280 2. Nationall. " " 1225 1. " " " ( 2) 1285 3. V " " Freifinn( 2) 1229 1. " " " ( 2) 1292 2. " " " 1235 1. " " L Nationall.( 2) 1295 3. " " " 1236 2. 13 07 " P SP ( 2) 1296 2. ひ " " Nationall.( 2) 1237 2. " " " ( 2) 1297 3. " V " Konserv.( 2) 1240 2. " " " Freifinn( 1) 1298 2. Nationall. " " " 1242 1. " " " ( 1) 1299 3. " " " Freifinn( 2) 1243 1. Wilde B " " ( 2) 1300 2. National.( 2) " " " 1245 1. " " " Freifinn( 2) 1892 2. H D Freifinn( 1) 1248 2. " " " ( 2) 294A. 1248. Emdenerstr. 1-4 und 57-59, Turmstr. 47a 1224 2. bis 53.( Neuwahl.) Wahllokal: Turnhalle, Turmstr. 75. 294B. 1252. Emdenerstr. 11-17 und 45-50. Wahllokal: Turnhalle, Emdenerstr. 16. 1253. Oldenburgerstr. 7-14 und 38-44, Waldenserstraße 6 und 7/ 7a. Wahllotal: Oldenburgerstr. 15 bei Röder. 296. 1258. Lübeckerstr. 1-7, Turmstr. 21-23. Wahllokal: Turnhalle, Wilhelmshavenerstr. 2. 189D. 729. Esmarchstr. 1-4 und 24-27, Lippehnerstr. 2-7 und 32-36. Wahllokal: Am Friedrichshain 15 bei Müde. 1259. Birkenstr. 60/61, Lübeckerstr. 8-21, Perleberger192/193 E. u. F. 760. Danzigerstr. von 32-40 und Nord- straße 33, 34, 36 und 40-41. Wahllokal: Lübeckerstr. 16 bei Paul. seite von Diesterwegstraße bis Nr. 64, Diesterwegstraße West1261. Lübeckerstr. 33-46, Perlebergerstr. 38-39. Wahl. seite Fröbelstraße von Prenzlauer Allee bis Diestertvegstraße, lokal: Pazenhofer Brauereiausschant, Turmftr. 25/26, Gartensaal. Stargarderstraße von Prenzlauer Allee bis Diesterwegstraße. Wahl- 298. 1265. Butlipstr. 1-10 und 12-20, Salzwedelerstr. 10. Lotal: Fröbelstr. 17, Hauptgebäude, Zimmer III, parterre. Wahllotal: Butligffr. 10 bei Lamprecht. Kleines feuilleton. dem Freifinn( 1) *) Die Zahlen in den() bedeuten die Anzahl der Wahlmänner. Jm 1248 Bezirk findet in der ersten Klasse eine Erfahwahl für einen Wahlmann statt. an Seite in Lucas' Atelier sah, daß ich ihn an der Büste arbeiten ziemlich dunkel ist. Man könnte vielleicht annehmen, daß die Nes fah und daß er bestimmt weder damals noch später eine andere zepte eine für jene Tage ganz ungewöhnliche Beherrschung einer Wachsbüste hatte, die dem Gemälde glich." großen Menge von Ziffern erforderlich machten. J- em- Hetep erBobe Kunstdiktator. Die Frage, ob die vom Generaldirektor Aufenthalt der Büste betrifft) erweisbaren Tatsachen weiß Herr das sich am deutlichsten darin ausspricht, daß er mit fönig Auf alle diese egatten Behauptungen und( was den wechselnden freute sich bei feinen Zeitgenossen eines außerordentlichen Ansehens, der Berliner Museen, Bode, für 160 000 m. in London angekaufte Bode nichts anderes zu erwidern, als daß seine Kennerschaft es lichen Ehren, also in einer Pyramide, beigefett wurde. Wachsbüste von Lionardo( oder seiner Schule) oder von außer Zweifel setze, daß die Büste alt und lionardest sei. Dafür Man sieht in der bekannten Pyramide bei Sakkara in der dem englischen Bildhauer Lucas stammt, wird aus einer funft verkriecht er sich hinter Wilhelm II. und inputiert der englischen Nähe von Memphis ſein Grabmal. historisch kritischen von Tag zu Tag mehr zu einer allgemeinen Preffe, die den Fall aufs fachlichste und vornehmste und mit allem feinen dankbaren Mitbürgern, die ihn zu Lebzeiten als„ Bringer Gleichzeitig wurde er von und öffentlichen. In der Tat: läge ein Streit um rein stil Respekt vor Bode behandelt hat, chauvinistische Boreingenommenheit. des Friedens" schäßen gelernt hatten, zum Rang einer Gottheit er fritische Erwägungen vor, so fönnte man die Angelegenheit ruhig Will man den Unterschied zwischen einem Lande mit demo- hoben. Gleichwohl waren es seine menschlichen Eigenschaften, die den Fachzeitschriften überlassen. Aber die ganze Frage hat fratischen Gewohnheiten und einer pseudokonstituionellen Autokratie am stärksten in ihrem Gedächtnisse weiterlebten, denn die von ihm schon längst ein anderes Gesicht bekommen. Es handelt sich nicht mehr um gelehrte Streitereien, sondern darum, ob erfaffen, so betrachte man die Erörterung in der englischen und erhaltenen Bildnisse stellen ihn stets ohne jede Attribute dar, die Direktor Bode unbestritten eine Kunstbiftatur ausüben soll oder deutschen Presse. Dort volle Deffentlichkeit und Tatsachen, hier von den ägyptischen Künstlern zur Kennzeichnung der Gottheit verWie Bode bisher seinen übermäßigen Einfluß in Kunst- berstecktes Spiel in der Bode offiziöfen Preffe, gewagte Ab- wendet wurden. Er wird mit milden, edlen. Zügen abgebildet. lebte im Lande durch vier Jahrtausende angelegenheiten in Deutschland dazu benutzt hat, um jede andere lengmungen stattgehabter Interviews, Berweigerung der Photo- Sein Andenken Meinung zu unterdrüden, jeden Vertreter anderer Anschauungen als graphien zu Publikationszweden( das Berl. Tagebl." ist aus fort, und er blieb ber Schutzpatron aller Strankenhäuser. Unter der Meinung zu unterdrücken, jeden Vertreter anderer Anschauungen als unwissenschaftlich zu verlegern und unbequeme Kollegen nötigenfalls Stonkurrenzneid und außerdem mit Recht entzrüstet, daß Herr Bode Herrschaft der Ptolemäer ließ der griechische Einfluß dann sein Bild die ihm ergebene Scherlpresse damit ablohnt). mit dem des hellenischen Arztes Asklepias zusammenfließen, dessen abfägen zu lassen( vergl. den Fall Tschudi), ist Fachleuten und Sachfennern nur zu gut in Erinnerung. Herr Bode hat sich nachgerade schlecht ihre Schadenfreude( Kunsthändler und Museumsdirektoren sind die Gottheiten erhoben wurde. In der Folge gelangte die altägyptische Englische Kunsthändler triumphieren und deutsche verstellen Blüte in das Jahr 1200 verlegt wird, und der ja gleichfalls unter die Rolle eines abfoluten Monarchen in alter Kunst angewöhnt. naturgemäß, obwohl sie aufeinander angewiesen find, Gegenspieler), Seilfunft zu hoher Blüte und ihre Geschichte verzeichnet nach Das Gottesgnadentum, das in unserer ganzen Politik herumspukt, daß Herr Bode einmal so hübsch ins Garn gegangen ist. Und für 3- em- Hetep eine Reihe von Namen stolzen Klanges. hat er für sein Ressort getreulich adoptiert. den objektiven Zuschauer ist leider fein Zweifel mehr, daß ein so Stommen wir auf den vorliegenden Fall. gewiegier Kenner sich auch einmal geirrt hat. nicht. Es ist bisher nicht bestritten worden, daß Herr Bode ohne Befragung und Zuziehung weiterer Instangen 160 000. für eine ramponierte Büste ausgegeben hat, die einige Jahre zuvor für fünf Schilling verauftioniert wurde. er diese Lionardo- Büste entdeckt habe. D " wir an diesem ebenso flassischen wie blamablen Beispiel einmal Aber nicht darum handelte es sich für uns. Vielmehr wollten zeigen, wohin die Kunstdiktatur Bodes führt, diese Diktatur, die ein getreues Abbild der ganzen preußischen Wirtschaft im kleinen ist. Notizen. 5 Theaterchronit. Im Friedrich Wilhelmstädtischen Schauspielhause wird am Montag, den 15., Herr Bode ließ sich durch die ihm ergebene Presse rühmen, daß Der älteste Arzt. Der Anfang der Heilkunde verliert sich ohne bei bedeutend ermäßigten Preisen, Maria Stuart" aufgeführt. Es hat sich aber herausgestellt, daß er die Vorgeschichte diefer Zweifel in die vorgefchichtlichen Zeiten der Menschheit, wo Jagd Musikchronit. Die für Sonntag, den 14. Nov. anBüfte nicht im mindesten kannte, als er fie faufte, und daß das und Kampf vor allem anderen den Anstoß zu Hilfeleistungen ge- gesezte la ffiter Novitäten Matinee von Fritz JakobVerdienst, ihren Staufs, Wert" entdeckt zu haben, dem findigen Händler geben haben müssen. Im weiteren Verlauf der menschlichen Ente sohn muß wegen Indisposition einer Mitwirkenden auf den 28. Nov. zukommt, dem Bode zum Opfer gefallen ist. wickelung bildete Aberglaube und religiöses Empfinden dann das verlegt werden. Die bis ins kleinste in der englischen Bresse flargestellte Bor- Bindeglied zwischen Priestertum und Heilkunst. Aerzte in einem Das Kainz Gastspiel und die Preffe. Josef geschichte der Büste ergibt, daß sie zunächst im Besiz des Künstlers dem heutigen vergleichbaren Sinne zeigen uns die gefchicht- Rainz begann am Donnerstag fein Gastspiel im! g L. Schaus Lucas nachzuweisen ist, daß diefer auf Bestellung eine solche Büfte lichen Quellen zum ersten Male im im alten Aegypten. Der spielhause als Franz Moor in den Räubern". Leider können nach einem noch vorhandenen Lionardoschen Gemälde anfertigte, dem älteste Arzt, den die ägyptischen Ueberlieferungen nennen, wir über dieses und die weiteren Gastspiele nicht berichten, da das fie aufs Haar nachgebildet ist. Weiter: niemand( auch Lucas' Sohn war J- em- Hetep, ein Name, der feinem Sinne nach den aus allgemeinen Staatsmitteln subventionierte, aber traditions nicht) hat jemals im Besiz von Lucas eine zweite derartige Büfte Bringer des Friedens" bedeutet. Er führte noch zwei andere mäßig von gänzlich unfähigen, aber entsprechend hochmäßigen gesehen und alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß es nur diefe Beinamen, nämlich„ Meister der Geheimniffe" und Schreiber der Junfern verwaltete Institut sich nicht dazu herbeiläßt, uns Starten eine von Lucas angefertigte gegeben hat. Lucas' Sohn gibt sogar Bahlen". J- em- Hetep lebte unter dem König Tchser, einem Herrscher für unser gutes Geld zu refervieren. Wir hatten uns dann für die die Art des Wachses und der von ihm herrührenden Malerei an der dritten Dynastie, dessen Regierungszeit nicht genau feststeht, allgemeine Startenlotterie vormerken laffen, sind aber mit einer Niete beibes Dinge, die täglich chemisch nachgeprüft werden können. jedoch ohne Zweifel nicht fpäter als 4500 anzufezen ist. Der erste herausgekommen. Wie die übrige Berliner Breffe sich mit dieser Thomas Witburn, der einzige noch lebende Zeuge, der außer und hauptsächlichste feiner Beinamen ist ohne weiteres verständlich, skandalösen Behandlung abfindet, wissen wir nicht. Lucas' Sohn noch aus direkter Erfahrung sprechen fann, schreibt in da der beruhigende Einfluß des Arztes die Erklärung bietet. Auch der langt sie durch Wohlverhalten und Antichambrieren zu den benötigten den Times" vom Donnerstag, den 11. November: Titel„ Meister der Geheimnisse" ist aus der wohlweislich als Monopol Karten. In jedem zivilisierten Lande würde natürlich die gesamte " Ich bestätige ausdrücklich, daß ich bei verschiedenen Gelegen behandelten Kenntnis der Arzneimittel für die verschiedenen Uebel Bresse derartige Junkerallüren mit einem wirksamen Boykott beheiten das Gemälde( nach dem Lucas kopierte) und die Büste Seite mühelos abzuleiten, während der dritte Name Schreiber der Bahlen" antworten. " Vielleicht ges des yeu Aus der Kriminalitatiitik des Deutschen antige Erscheinung, wie sie ähnlich nur im Jahre 1888 beobachtet niffe weiteren Fortgang nahm, fand eine Besserung statt. Während 001 Reiches. I. der anhängig gefordenen Straffachen einher; eine soziale Jahre 1903, in dem der Umschtung der wirtschaftlichen Verhält günstige werden konnte. Die Abnahme ist eine absolute und relative. unter Berücksichtigung der Bevölkerungsvermehrung im Vergleiche In der Statistik ist zum Vergleich für die früheren Jahre die zum Ausgangsjahr 1882 das Jahr 1904 eine Erhöhung der Verborläufig für den 1. Dezember 1906 auf Grund der Volkszählung urteiltengiffer um 22,3 Prog. erreicht hatte, zeigen das Jahr 1905 vom 1. Dezember 1905 berechnete strafmündige Bevölkerung auf einen Rüdgang auf um 21 Proz., das Jahr 1906 jedoch eine SteigeDie im Reichsjustizamt und dem Kaiserlichen Statistischen Amt 43 414 650, die jugendliche im Alter von 12-18 Jahren stehende rung auf 23,4 Proz., dagegen das Berichtsjahr 1907 wiederum ausgearbeitete Kriminalstatistik für das Jahr 1907 ist vor kurzem Bibilbevölkerung auf 7 368 342 Personen angenommen worden. Bei einen Rückgang auf 20,5 Proz. erfchienen. Sie umfaßt die im Jahre 1907 erfolgten Aburteilun- den deutschen Gerichten, einschließlich des Reichsgerichts und der Noch weit stärker als der Rüdgang der Aburteilungen und Vergen. Die Straftaten selbst liegen wohl zumeist im Jahre 1906. Konsulargerichte, erfolgten im Jahre 1907 insgesamt 779 407 Ab- urteilungen im allgemeinen, zeigt sich in dem Berichtsjahre 1907 Ein genaueres Datum ist aus der Statistik nicht zu ersehen. Gine urteilungen gegenüber 674 674 Personen. Die entsprechenden eine Abnahme der gegen Jugendliche anhängig ges Ergänzung der Fragebogen nach dieser Richtung wie nach manchen Zahlen für 1906 betragen: 783 647 Aburteilungen und 676 799 m a chten Verfahren und der gegen fie ausge anderen Nichtungen hin wäre zur Erkenntnis des Busammenhangs Personen. Es sind also 4240( gleich 0,5 Proz.) Aburteilungen sprochenen Verurteilungen. Die Zahl der Verurtei der Straftaten mit den sozialen und politischen Verhältnissen weniger als im Vorjahr erfolgt und 2125 Personen( 0,3) weniger lungen der Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren wegen Deutschlands dringend zu wünschen. Soll die Statistik in weiterem als im Vorjahre abgeurteilt. Der Prozentsatz der im Jahre 1907 Verbrechen und Vergehen ist seit 1882 im allgemeinen gestiegen. Umfange als die feit 1882 geführte Reichsstatistik der Erforschung anhängig gemachten Sachen ist um 0,7 Broz. gesunken. Noch stärker Während die Zahl der Verurteilungen im Jahre 1906 mit 55 270 der Gründe, die zu den Straftaten geführt haben, und dadurch erscheint der Rückgang, wenn man die früheren Jahrgänge be- den höchsten Stand einnahm, zeigt sie im Berichtsjahr mit 54 110 einer Vorbeugung dienen, so wäre ferner bringend erforderlich, trachtet und lediglich die Verurteilungen, die ja für die Beurteis eine Abnahme oder mit 2,1 Broz. Bon je 100 000 Jugendlichen wurden daß die Strafprozeßordnung zwingt, im Urteil unter Anführung lung der Kriminalität viel wesentlicher find, als die Gesamt- berurteilt: im Jahre 1906 764, im Jahre 1907 734. Allerdings der Beweismomente festzustellen, welche Ursachen die Straftat ge- ab urteilungen( einschließlich Freisprechung und Einstellung) in hatte das Berichtsjahr 1906 die höchste Kriminalität aufzu zeitigt hat. Den heutigen Strafurteilen, auch den gegen Jugend- Betracht ziehen. Es entfielen im Jahre 1882 auf 100 000 Berfonen weisen. liche ergangenen, fehlt es durchweg an einer ernsten Erforschung der strafmündigen Zivilbevölkerung 996, im Jahre 1902: 1246, im Der Hauptanteil aller gegen Jugendliche ausgesprochenen des Grundes der Straftat. Hochmütige schülerhafte Behauptungen, Jahre 1903: 1208, im Jahre 1904: 1218, im Jahre 1905: 1205, im Verurteilungen fiel mit 49,8 Proz. auf Diebstahl. Auf andere Verwie die, der Täter sei leichtsinnig, unverbesserlich, verbrecherisch Jahre 1906: 1229 Berurteilungen. Diese 3ahl fällt im mögensdelikte entfielen 14,0 Proz., auf Körperverlegungen 16,1 und dergleichen, bermögen den Mangel der Anführung wirklicher Jahre 1907 auf 1200. Es ist also ein Sinten um Prozent, auf Sachbeschädigung 5,9 Proz., auf Beleidigung 2,7 Proz., Gründe nicht zu erfeben. Diese erfordern freilich eine unbefangene 2,4 roz. gegen das Vorjahr eingetreten. Bei der auf Sittlichkeitsdelikte und Hausfriedensbruch je 2,5 Proz. Hierbei Erforschung der sozialen Umstände und der psychologischen Trieb- rückblickenden Betrachtung zeigt die bei weitem stärkste Bunahme müssen wir leider völlig außer acht lassen, wegen welcher Cappalien febern. der Verurteilungen das Jahr 1892. Es ist bemerkenswert, daß das Verurteilungen erfolgten: die Statistik läßt uns hier im Stich. Aber auch aus der mangelhaften Kriminalstatistit, wie sie nun Vorjahr, in das die meisten Straftaten, die im folgenden Jahr Bei der Betrachtung der Strafarten und Strafhöhen läßt sich ein Heute einmal besteht, läßt sich, wie im Leitartikel vom Freitag dar- abgeurteilt wurden, fielen, besonders hohe Getreidepreise Rückschluß darauf ziehen, daß die Art der Straftaten wesentlich getan ist, eine Reihe wichtiger Schlüsse auf die Ursachen der Ver- hatte und den Beginn eines wirtschaftlichen Niederganges bezeich- geringfügiger geworden ist. brechen und Bergehen ziehen. Diese werden um so richtiger sein, net, dem erst seit dem Jahre 1896 wieder ein Aufschwung folgte. auf je längere Zeiträume die Statistik sich erstreckt. In den Jahren wirtschaftlichen Aufschwungs bon 1896 Das Jahr 1906, in denen die meisten im Jahre 1907 abge- bis 1900 hat die 3ahl der Verurteilten um 2,8 Proz. urteilten Straftaten begangen find, fiel in die Periode der Hoch- abgenommen. Jm Laufe des Jahres 1900 trat von neuem fonjunktur und billiger Kartoffelpreise. Haben die wirtschaftlichen ein ungünstiger Umschwung im Erwerbsleben ein, der erst im Verhältnisse einen bestimmenden Einfluß auf die Anzahl der Jahre 1902 sich zum Besseren zu wenden begann. In der Bewe Delitte, so muß der vorliegende Bericht uns ein günstiges Ergebnis gung der Verurteiltenziffer zeigt sich der Umschlag erst im Jahre darbieten. Und dem ist in der Tat so. Die Gesamtzahl der Ver- 1901, das nächst dem Jahre 1892 die stärkste Verschlechterung der urteilungen, wenn man diese zunächst ohne Rücksicht auf die Art Striminalität aufweist, die seit dem Beginn der Statistik( 1882) und Höhe der erkannten Strafen betrachtet hat vom Jahre 1882 beobachtet ist. Auch im Jahre 1902 steigt die Berurteiltenziffer bis 1906, abgesehen von den Jahren 1888, 1900 und 1903 ständig noch weiter, nämlich um 1,9 Proz. Nachdem in diesem Jahre die zugenommen. Die Statistik für 1907 weist einen Rüd wirtschaftliche Lage eine bessere geworden war, sinkt im Jahre gang auf, und zwar geht in diesem Jahre neben der Abnahme 1903 die Gesamtzahl der Verurteilten um 1,3 Proz. und unter Beder abgeurteilten Handlungen und Personen gleichzeitig eine Ab- rücksichtigung der Bevölkerungszunahme sogar um 3 Proz. Im Für den Inhalt der Inserate sibernimmt die Debattion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Theater. Sonnabend, ben 13. November. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Die Huge notten. Königl. Schauspielhaus. Nichard II. König Neues tönigl. Opern- Theater. Geschlossen. Deutsches. Don Carlos.( Anfang 7 Uhr.) Rammerspiele. Major Bar. bara.( nf. 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. lateinische Csel. Der Neues Operetten. Miß Dudelsac. Anfang 8 Uhr. Berliner. Hohe Bolitik. Nachm. 3 Uhr: Minna von Barnhelm. Leffing. Tantris der Narr. Komische Oper. Der polnische Jube. Neues. Der Dieb. Kleines. Hinterm Zat. Residenz. Gretchen. Sebbel. Der Standal. • Schiller 0. auner Theater.) Der Schwur der Treue. Schiller Charlottenburg. Wallenfteins Lager. Piccolomini. 9 Friedrich Wilhelmstädt. Schaus spielhaus. Flachsmann als Er aieher. Weften. Die geschiedene Frau Thalia. Die ewige Lampe. Nachm. 4 Uhr: Sneewittchen. Quisen. Robert und Bertram. Nachm. 4 Uhr: Der Struwelpeter. Volksoper. Troubadour.( Anfang .8% Uhr.) Nachm. 3, Uhr: Der Freischüz. Roie. Die Rechtlofen. Nachm. 4 1hr: Frau Holle. Trianon. Pariser Witwen. Luftspielhaus. Der dunfle Buntt. Metrovot. Halloh!!- Die große Revue. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Schwur der Treue. Lustspiel in 3 Alten v. D. Blumenthal. Ende 10% Uhr. Sonntag, nadm. 3 u br: Die Welt, in der man sich langweilt. Sonntag, abenb8 8 11 br: Die von Hochsattel. Montag, abends 8 U br: Der Schwur der Treue. CASTAN's Neu! Schiller- Theater Charlottenburg. Sonnabend, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Hierauf: Die Piccolomini von Friedrich Schiller. Ende 11 Uhr. Sonntag, nadm. 3 Uhr: Macbeth. Sonntag, abends 8 Uhr: Gespenster. Montag, abends 8 11 5r: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. PANOPTICUM Friedrichstr. 165( Pschorrpalast). Größte Sensation! Eine indische Witwenverbrennung Täglich 7, Uhr abends XHeute Vorstellungen. Heitere Künstler- Abende Erstklassige Brettlkünstler XX Ganz neues Programm Ohne Extra- Entree! Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der Dieb. Morgen: Wahrheit. Montag: Der Dieb. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: Die geschiedene Frau. Sonntag nachm. 3%, Uhr: Ein Walzertraum. Urania. Wissenschaftliches Theater. Nachmittags 4 Uhr: Die Insel Rügen. Abends 8 Uhr: In den Dolomiten Hörsaal 8 Uhr: Dr. Gehlhott: Versuche am eigenen Auge. Nenes Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luijenstr. Anfang 7, 11hr. MiB Dudelsack. Operette in 3 Aten von Rudolf Nelson. Die Berkehrtheit des Strafsystems fällt bei den Vorbestrafungen bereits bei den Jugendlichen start ins Auge. Noch nicht vorbestraft waren 82,3 Proz., die Zahl der Vorbestraften mit 17,7 Bros. hat auch im Berichtsjahr zugenommen. Die für 1907 beobachtete Abnahme der Krimiinalität der Jugendlichen ist also lediglich auf da 3 Verhalten der Unbestraften zurückzuführen. Eine ähnliche noch stärkere Erscheinung werden wir bei der Betrachtung der Rüdfallziffern für Erwachsene wiederfinden. Die Bahl der wegen mangelnder Einsicht freige prochenen Jugendlichen ist seit 1894 im allgemeinen, seit 1903 ständig gestiegen. Sie betrug für das Jahr 1907 2353 oder 4,2 Proz., und erreichte damit absolut wie relativ den höchsten Stand. Sozialdemokratischer Wahlverein des IV.Berliner Reichstags- Wahlkreises Sonntag, den 14. November: Stiftungs- Fest in den Lokalen: ,, Kellers Festsäle", Koppenstr. 29 unter Mitwirkung des Berliner Ulk- Trio und Mitgliedern des Turnvereins ,, Fichte". ,, Boekers Festsäle", Weberstr. 17 unter Mitwirkung der Frau Margarete Walkotte und des Humoristen Herrn M. Ree. ,, Gewerkschaftshaus", Engelufer 15 unter Mitwirkung der Konzertsängerin Fräulein Hedwig Geißler und des DialektHumoristen Herrn Otto Wiemer. In allen Lokalen: Konzert und Tanz. Billett a 25 Pf., an der Kasse 30 Pt. [ 220/ 15*] Kasseneröffnung 3 Uhr. Zirkus Schumann Sonnabend, den 13. November, abends 7 Uhr: A Gala Abend mit neuem Programm. Die große Feerie Lustspielhaus. DOSE THEATED Die drei Rivalen Abends 8 Uhr: Der dunkle Punkt. Folies Caprice. Mobilifierung. Der Friedrich- Wilhelmstädtisches gewiffe Augenblid. Anf. 8 Uhr. Apollo. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Casino. Onkel Cohn. Gebr. Herrnfeld Theater. 9 So Schauspielhaus. Große Frankfurter Str. 132. Bei aufgehoben. Abonnem. Die Rechtlosen Anfang 8 Uhr. Ende 1,11 Uhr. Nachm. 4 Uhr fleine Preise: Frau Sonntag nachm. 8 Uhr: Der Sonnabend, 13. Novbr., Anf. 8 Uhr. Holle. muß man's machen. Ein Rettungs. Flachsmanu als Erzieher. mittel. 9 Sonntag nachm. 3 Uhr: Dihello. Karl Haberland Theater. Spe Abends 8 Uhr: Flachsmann als Erzialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Gastspiel. Die gute Partie.( Anf. 8 Uhr.) Vaiiage. Spezialitäten. Noacks Theater. Wallensteins Lager. Die Glode. Balait. Liebchens Tric? Speziali. täten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Irania. Taubenstraße 48/49. Nachm. 4 Uhr: Die Insel Rügen. Abends 8 Uhr: In den Dolomiten. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Lessing- Theater. 8 Uhr: Tantris der Marr. Sonntag, 3 Uhr: Der König. 3 Uhr: Tantris der Narr. Montag, 8 Uhr: Tantris d. Narr. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Hohe Politik. Morgen: Hohe Politik. Residenz- Theater Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Gretchen. Broteste in 3 2tten von Davis und Lipschütz. zieher. Volks- Oper. SW, Belle- Alliance- Straße Nr. 7/8. Borstellung für Schüler aller Berliner Lehranstalten. Nachm. 3%, Uhr: Der Freischütz. Abends 29 Uhr: Gastspiel Werner Alberti. Der Troubadour. Luisen- Theater. Nachmittags 4 Uhr: Große Kinder- Vorstellung. Der Struvelpeter. Mardenpoffe mit Gefang und Zanz. Abends 8 Uhr: Robert und Bertram. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Herren Söhne. 8 Uhr: Heimat. Montag: Heimat. Gastspiel- Theater Stopenider Straße 67/68. Täglich abends 8 Uhr: Gastspiel von Fritz Beckmann. Morgen und folgende Lage: Die gute Partie. Dieselbe Vorstellung. Süttenbetter. Abends 8 Uhr: Die Rechtlosen. Metropol- Theater Hallo!!! Die große Revue! In 8 Bildern von Jul. Freund. Musik v. Paul Lincke. In Szene gesetzt vom Dir. Rich. Schultz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Sonntag, 14. November, nachm. 3 Uhr: Lumpacivagabundus. Palast- Theater. Direktion: Robert Dill& Karl Pirnau. Burgstraße 24, am Bahnhof Börse. Täglich durchschlagender Erfolg der November- Spezialitäten. Liebehens Trie? mit Dir. Rob. Dill und die Hauptgesangspartie. Borzugskarten, wochentags zu halben Sassenpreis. gültig, überall zu haben. Königstadt- Kasino. Holzmarktstraße 72. Täglich: Franz Sobanski. The Orloffs, Arras Duo, Mstr. Reichardo, Fifi Morro, The Carnals, G. Eulenburg, John Ilket und Mid Jenny, Equilibristischer Aft. Novität! Vor der Schmiede. Singspiel in 1 ft v. Otto Richter. oder Das mysteriöse Schloß in der Normandie Romantische Feerie in 5 Aften. Jm 5. Aft: Das Hochzeitsfeft und die noch nie gesehene Schluß- Apotheose. Sonntag: 2 Borstellungen. Nachm. 3 Uhr: Auftreten des berühmten Schimpansen als Radfahrkünstler. Nachin. ein Kind frei, weitere Kinder zahlen halbe Breise. Casino- Theater Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Trop des folossalen Andranges: Nur noch bis Freitag, 3. Dezember: Onkel Cohn. Sonnabend, 4. Dez. Premierenabend. Sonntag 4 Uhr: Familie Klinkert. Folies Caprice. Mobilisierung. Bunter Teil. Der gewisse Augenblick. Vorverk. 11-2. Anfang 8%, Uhr. Volks- Theater Rixdorf, Hermannstraße 20. Sonntag, den 14. November 1909: Sherlock Holmes. Detektivkomödie in 4 Aften von Alb. Sachse. Anfang 7 Uhr. Montag, den 15. November 1909: Durch Nacht zum Licht. Schauspiel in 4 Atten bon E. Menzel. Anfang 8 Uhr. Zirkus Busch. Sonnabend, 13. November 1909, abends 7, Uhr präzise: Gala- Abend. Die Clevelands! Patty Frank- Truppe! Zwergclown François, Kunstreiter. Herr E. Schumann, Meisterdressuren. Um 9% Uhr: Farmerleben! Besonders hervorzuheben: Die 10 Meter hohe Sturzwelle! Der Ueberfall und Rettung aus dem brennenden Blockhause. Sonntag, 14. Novbr., nachm. 32 Uhr: Farmerleben ohne Kürzung. W. Noacks Theater Brummenitr. 16, am Rosenthaler Tor. 3 1hr Kindervorstellung! Rotkäppchen! Gratisverlosung. 19: Schillerfeler, Prolog: Bum letzten Male: Rabale und Liebe. Sonntag: Prolog. Die Räuber. Stadt- Theater Moabit. Alt- Moabit 47/48. Sonntag, den 14. November 1909: Die zärtlichen Verwandten. Lustspiel in 3 Aufzügen v. N. Benedig. Dswald Barnau: Hans Reiz. Kassenöffnung 6 Uhr. Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Kottbuser Anfang 5 Uhr. pollo Theater 8 Uhr 8 Uhr Die grandiosen Spezialitäten. 1. ak Dorothy Kenton X Yvonne de Forge, Das Wunder der Ankleidekunst Consuelo Fornarina. 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Jedermann herzlich willkommen! 291/6 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Qof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3. 1987. Montag, den 15. November 1909, abends 8%, Uhr: Bezirksverfammlung für den Süden und Südost in ber ,, Urania", Wrangelstr. 10/11. Tages- Ordnung: Fortsetzung der Diskussion der Bezirksversammlung vom 8. November über die Tagesordnung der nächsten Generalversammlung. Montag, den 15. November 1909, abends 6 Uhr, Für Ble ptelen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Strang spenden bei der Beerdigung unseres lieben Baters 24076 Julius Michaelsen sagen wir allen Verwandten, Freunden und Betannten unseren aufrichtigen Dant. Geschwister Michaelsen. Orts- Krankenkasse Weißensee. General- Versammlung der Vertreter am Montag, 29. November cr., abends 8 1hr, im Restaurant " Prälaten", hier, Lehderstr. 122. Tagesordnung: 1. Berichterstattungen. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes ( 2 Arbeitnehmer, 1 Arbeitgeber). 3. Wahl der Rechnungs- PrüfungsKommission Arbeitnehmer, 1 Arbeitgeber). ( 2 4. Gewährung von Teuerungszulagen an die Kassenbeamten. 5. Verschiedenes. 295/10 Bemerkung. Eventuelle Beschwerden gegen die Geschäftsführung werden in der Generalversammlung nur be antwortet, wenn dieselben mindestens drei Tage vor der Versammlung im Kaffenlokal schriftlich abgegeben werden. Weißensee, 11. November 1909. Der Vorstand der Orts Krankenkasse für den Gemeindebezirk Weißenfee. Fuhrmann, Borsitzender. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am Donnerstag, den 11. Nov., verstarb unser Mitglied, der Bigarrenmacher Theodor Gottschald Gartenstraße 47. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Golgatha- Kirch hofes, Barfusstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Wilhelm Schröder am 8. d. M. an Betriebsunfall geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, ben 13. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des neuen Pauls- Kirchhofes in Plögensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet Konsum-, Produktiv- u. Sparverein 125/11 Die Ortsverwaltung. Zehlendorf und Umgegend. Allgemeine Versammlung eingetragene Genoffentiaali mit be aller in der Zinn-, Zink- u. Bleigußwaren- Industrie beschäftigten Kollegen und Kolleginnen in den ,, Rittersälen", Ritterstr. 75. Tages Drdnung: 1. Bortrag des Roll. R. Bahn: Nationale Ehre Standesebre". 2. Diskussion. 8. Welche Aufgaben find in den Werkstätten der Weiß. metallindustrie noch zu erfüllen? 4. Verschiedenes. Die wichtige Tagesordnung macht es allen Stollegen und Kolleginnen zur Pflicht, diese Versammlung pünktlich zu besuchen. Ganz besonders sind die Kollegen und Stolleginnen der Firmen Baer& Stein, Langer, Lunitz, Heldheim und Feder eingeladen. Achtung! Arbeitsnachweis. Achtung! Begen des auf den 17. d. Mis. fallenden Feiertages( Bußtag) erhalten die Kollegen, beren Woche mit dem 16. endet, bereits am Dienstag, den 16. die fällige Unterstügung. Die Bücher dieser Stollegen müssen bereits am Montag, 15. b. Wt. abgegeben werden. 125/12 Metallarbeiter- Notizkalender von 1910 a 60 Pf. find erschienen und im Bureau und bei den Raffierern zu haben. 00 100 850 1966 für A. u. D. Herrnfeld. Mufit von 2. Ital Sehr große Auswahl in Pelzstolas als Schinkenfönig Anton Herrnfeld indentung von 75 Pf. an bis zu den feinsten Wenzel Nowotny, Donat Herrnfeld als ein Gozius Pelzarten. Muffen, Pelzmützen und die Besichtigung ohne Kaufzwang!! Moritz Appetitlich, und Ein Rettungsmittel Komödie in- 1 Att von Ludwig Huna. Borverkauf 11-2 Uht. Anfang 8 Uhr. 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November 1909, nachmittags 4 Uhr, im Lokale von General- Versammlung. W. Mick, Karlstr. 12: Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Beschlußfassung 3. Wahlen: a) zum Vorstand, b) zum fiber Berteilung des Reingewinns. 108/16 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Aufsichtsrat. Otto Jäkel. Otto Steinhorn. Aufsichtsrat. Orts- Krankenkasse der Handschuhmacher und verw. Gewerbe zu Berlin. Allgemeine Mitglieder- Versammlung • am Sonnabend, den 20. Novbr., abends 9 Uhr, bei Selle, Brunnenstraße 41. Tagesordnung: 1. Wahl von 22 Delegierten für 1910. 2. Verschiedenes, Zu dieser Versammlung sind die wahlberechtigten Mitglieder und deren Arbeitgeber hierdurch eingeladen. Hieran anschließend und in demfelben Lokale: Ordentl. General- Versammlung der Delegierten. Tagesordnung: 1. Wahl des Borstandes: 2 Arbeit. geber, 2 Arbeitnehmer. 2. Wahl der Revisoren pro 1909. 8. Statuten abänderung. 4. Verschiedenes. Berlin, den 13. November 1909. 295/8 Der Vorstand. 3. A.: Herm. Hinz, Borsitzender. rts- Krankenkasse der Möbelpolierer. Dienstag, den 16. November, abends 8 Uhr, Blumenstr. 38: Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Stod arbeiter Paul Kuhnt am 9. November gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 13. November, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des Auferstehungs- Kirchhofes in Weißensee, Lichtenberger Straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 92/3 Die Ortsverwaltung. Verband der haugewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. ( Bezirk Dften.) Todes- Anzeige. Am 10. November verstarb unfer Mitglied, der Kollege. Gustav Krause. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 13. November, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht," 31/5 Der Zweigvereinsvorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener Karl Ziebart am 11. d. Mts. im Alter von Anfragen, zu deren Beantwortung Einsicht in die Geschäftsbücher not General- Versammlung. 33 Jahren gestorben ist. wendig ist, find bis zum 26. d. M. schriftlich bei der Kaffe einzureichen. Eintritt zur Generalversammlung haben nur die für 1908/1910 ge wählten Bertreter. Dieselben erhalten besondere Einlaßkarten, welche bei der Bersammlung gleichzeitig als Ausweis dienen. Berlin, den 2. November 1909. Der Borstand der Ortsfrankenkaffe für die Wäschefabrikation. Emil Sternberg, Borsigender, Klosterstr. 86. Zages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Ersatzwahl des Vorstandes. 3. Wahl der Revisoren. 4. Wahl der Beamten. 5. Bericht des Kollegen Neuter. 6. Anträge und Verschiedenes. 295/7 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Kohleupreise von an Platz: 31682 Moden Am 14. November findet eine Uraniavorstellung ftatt. Ferdinand Salon Ersatz für Mass. Massanfertigung. 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M., nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Bauls- Stirchhofes, See straße, aus statt. 71/6 Die Verwaltung. Todesanzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser ältester Sohn und Bruder Paul am 9. November nach geduldig ertragenen Leiden im Krankenhause Am Friedrichshain gestorben ift. 31702 Dies zeigen tiefbetrübt an Familie G. Knhnt. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 13. November, nachmittags 2, Uhr, von der Salle des Auferstehungs Friedhofes in Weißensee, Lichtenbergerstraße aus statt. 10 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz Spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und unserer lieben Mutter, Schwieger- und Großmutter ſagen wir allen Verwandten und Bekannten, insbesondere dem Adlershofer Quartett", dem Laubenverein„ Neu Transvaal", den Mitgliedern des chemaligen Frauenvereins sowie dem Adlershofer Ballspielklub unseren Julius Nitsche nebst Kindern. 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Verantwortlicher Redakteur Richard Barth, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, »»»-»»» 2. Knlize!>», Amiirls" Wim ZicksdiM Sonnabend, IB. November 1909. partei- Hngelegenbeiten. Zweiter Wahlkreis. Am Sonntag, den 14. November findet in der„Urania" ein Vortrag mit Lichtbildern statt. Zur Aufführung gelangt:„In den Dolomiten". Der Bortrag beginnt pünktlich 2 Uhr. Billetts a 60 Pf. sind noch bei den Abteilungs- und Bezirksführern und beim Kassierer Gustav Schmidt, Kirchbach stratze 14, zu haben. Der Borstand. Rixdorf. Die Mitgliederversammlung des Wahlvercins findet am Dienstag, den l6. Noveniber. abends 8>/z Uhr, in Hoppes Fest- fälen, Hermannstr. 49 statt. Auf der Tagesordnung steht: 1.„Der preußische Parteitag." Referent: Genosse Paul Hirsch. 2. Dis- kussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes.— Mit- gliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Charlottenburg. Aus Anlaß des zwanzigjährigen Bestehens des Wahlvereins findet heute in den Gesamtränmen des Volkshauscs, Rosinenstraße 3 ein großes Fest statt. Auf dem Programm stehen Vorführungen des Mandoltnenklubs„Voran", der„Charlottenburger Liedertafel", des„Ulk-Trio" und der„Freien Turnerschaft", außer- dem Tanz, Verlosung uiw. Eintritt 2ö Pf., Beginn 8 Uhr. Zu zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein Das Vergnügungskomitee. Treptow-Baumschulenweg. Morgen Sonntag, früh 8 Uhr: Handzettelverbreitung von allen Bezirkslokalen aus. Der Vorstand. Rudow. Sonntag, den 14. d. M.. findet bei Rolle, Köpenicker Straße, eine Versammlung des Wahlvereins statt. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Vortrag. Anfang Z'/z Uhr. Lichtenrade. Am heutigen Sonnabend, abends 81/n Uhr findet im Lokal von Rudolf Deter, Bahnhofstraße der regelmäßige Zahl- abend statt. Tegel. Heute Sonnabend, 7 Uhr abends, findet von den be- kannten Bezirkslokalen aus eine Flugblattverbreitung statt. An, morgigen Sonniag, nachmittags 4>/z Uhr, m Jul. Klippen- steins Seeschlößchen: Oeffentliche Versaminlung. Tagesordnung: Die neuen Steuern und die Stellung der Frauen dazu. Referentin: Genossin Lungwitz, Berlin. Trage jeder für zahlreichen Besuch, hauprsächlich der Frauen und Mädchen Sorge. Nach der Vcrsanun- lung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Die Bezirksleitung. Reinickcndorf-Ost. Zu der am Dienstag, den 16. November, abends 8 Uhr, bei Ramlow, Schönholz 14, stattfindenden öffentlichen Frauenversammlung findet morgen Sonntag früh von den be- kannten Stellen auS eine Flugblattverbreitung statt. Die Bezirksleitung. Borfigwalde-Wittenau. Am Sonntag, den 14. d. M., nachmittags 4 Uhr, findet in Wittenau, Hauptstraße, bei Schulze die Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins statt. Vortrag des Genossen Horlitz- AdlerShof über:„Unsere Jugendorganisation". Spandau. Die ordentliche Generalversammlung des Wahl- Vereins findet am Dienstag, den 16. November, abends 8'/z Uhr im Lokal von Emil Köpnick, Pichelsdorfer Straße 39 statt. Tages- ordnung: 1. Bericht des Vorstands und Kassierers vom 3. Quartal. 2. Stellungnahme zu der am 28. November in Spandau statt- findenden Kreisgenerawersammlung. 3. Wahl von drei Delegierten. 4. Stellungnahme zum preußischen Parteitag. 6. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Vorstand. Oranienburg. Sonntag, den 14. d. M., nachmittags 4 Uhr. findet im Lokal Waldhaus Sandhausen, Schützenstr. 34. eine öffentliche Wählerversammlung statt. Referent: Stadtverordneter P. D u p o n t- Berlin.— Vormittags 7'/, Uhr: Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen aus.— Am Bußtag 6>/z Uhr früh für sämtliche Orte Kalenderverbreitung vom Lokale des Genossen Schumann, Schützenstraße 34, auS. Die Bezirksleitung. LerUner JVachnchtcn. Eisenbahnmisfstiinde in den Berliner Bororten. Die Katastrophe auf der Kleinbahn Retnickendorf-Liebenwalde, bei der am 12. Oktober fünf Menschen ums Leben kamen, hat die Aufmerksamkeit weiter Kreise aus die unzulänglichen Sicherheits- Vorkehrungen an den Niveaullbergängen gelenkt. Ueber die Be- lastung der Strecke Berlin— Strausberg lesen wir im„Weckruf für Eisenbahner": „Man vergegenwärtige sich: Diese zweigleisige Strecke wird täglich befahren von 45 Vorortzügen, 34 Fernzügen, welche letztere, um den Vorortzügen Platz und Zeit zu lassen, die Bahnüber- gänge bis Strausberg alle ohne Ausnahme mit Schnellzugs- geschwindigkeit passieren. Dazu kommen die reichliche Zahl von Güterzügen, die bei dem ungeheuren Güterverkehr der Ostbahn fortwährend steigen, und das ist der normale Tagesverkehr. Dazu kommt Sonntags der ungeheure Extraverkehr, an den Renn- tagen in Hoppegarten eine riesige Anzahl Extrazüge, die als leere Züge meist bis Strausbergs durchgeführt werden müssen, da es unterwegs an Platz mangelt; dann der Masscnverkehr nach Strausberg an Renntagen auf der dortigen Rennbahn. Wer nun jemals an Sommertagen und vor allem an Sonn- tagen den Strom der Ausflügler kennt, den allein der dicht- bevölkerte Osten Berlins stellt, wer den von Sommer zu Sommer sich steigernden Verkehr der sich bei den Orten Mahlsdorf, Hoppe- garten, Neuenhagen. Fredersdorf und Strausberg ansiedelnden Kolonisten dazu rechnet, der wird dem Recht geben, der behauptet, einen solchen Verkehr auf einer zweigleisigen Niveaubahn über verkehrsreiche Wege, Straßen und Chauffeen leiten, heißt Menschenleben gefährden, heißt den Bahnbeamtcn, vom Stationsvorsteher über Zug- und Lokomotivführer bis zum Bahn- und Streckenwärter, eine Verantwortung aufhalsen, die man mit gutem Gewissen zu tragen auf die Dauer keinem Menschen zumuten kann. Folgen doch die Züge bei solchem Ver- kehr oft so schnell aufeinander, daß es ein wirkliches technisches Kunststück ist, schadhafte Gleise oder schadhafte Schienen aus- zubessern. Den Höhepunkt der Gefahren erreicht diese Strecke an dem Bahnübergang bei Petershagen(Bahnhof Fredersdorf). Hier kommt zu dem oben gekennzeichneten Verkehr noch der Verkehr der Fredcrsdorf-Rüdersdorfer Sekundärbahn hinzu, so daß also über diese Straße drei Gleise gehen, auf denen täglich, ohne Güter-, Sonntags- oder Rennzügen— 104 Züge fahren. Wer sich nun den großen Lastwagen-, Personcnfuhrwerks- und Kolonistenverkehr nach zwei Riesenkolonien, die erst noch im Auf- blühen begriffen sind, vergegenwärtigt, und dazu rechnet, daß es die Straße nach Tasdorf und Rüdersdorf mit seinen Kalkbrüchen und Zementfabriken ist, der muß sich sagen, daß an dieser Stelle. besonders von der Bahnverwaltung, den Uebergangswärtern eme Verantwortung auferlegt ist, die über die menschliche Ausdauer geht, und ein Unglück, das hier sich ereignete, fiele weit mehr einer Verwaltung zur Last, die solche Zustände duldet, als dem verantwortlichen Beamten, der dann unter Umständen mit jähre- langer Gefängnisstrafe, Verlust seiner Stellung, die Einsichts- losigkeit der Herren vom grünen Tisch büßen muß. Als vor einiger Zeit endlich wenigstens auf dem Bahnhof Fredersdorf der un- glückliche Zustand abgeschafft wurde, daß bei dem geschilderten Verkehr das Publikum zu den Zügen nach Strausberg ein Ver- kehrSgleise, nach und von Rüdersdorf sogar zwei Verkehrsgleise überschreiten mußte, wurde zu diesem Zweck ein sogenannter Galgen gebaut, eine Vcrkchrsvermittelung, die sich die Direktion Wohl aus der Zeit des seligen Stephenson(1825) abgeguckt hat. Statt nun aber das Monstrum von Galgen bis zu der anderen Seite der Gleise, an welcher Fredersdorf und Petershagen mit seinen größten Kolonien und die Kolonien von Vogelsdorf liegen, zu verlängern, lehnte man das ab, obwohl ein dort anliegender Gärtner gern einen größeren Geldbetrag zugezahlt hätte. Durch diese kleinere Verlängerung des sogenannten Galgen wären zwei Uebcrgänge bei Fredersdorf und Petershagen ganz bedeutend ent- lastet und jährlich Tansende von Menschen der Gefahr entzogen, durch die Sparsamkeit an falscher Stelle gerädert zu werden, aber— es hätte einen Bahnsteigschaffner gekostet." Es wird wohl erst auch auf dieser Strecke ein größeres Un- glück passieren müssen, ehe an Abhilfe gedacht wird. Schlecht auf uns zu sprechen ist die„Germania" wegen unserer „Angriffe auf die Religion und durch unsere Propaganda für den Austritt aus der Kirche", welche schweren Vergehen wir uns wieder- holt und zuletzt durch unsere gestrige Notiz über„Die Kirche in Nöten" hätten zuschulden kommen lassen. Sie schreibt: „Wir haben schon vor einiger Zeit darauf hingewiesen, daß der„Vorwärts" als das offizielle Organ der sozialdemokratischen Partei sich durch seine Angriffe auf die Religion und durch seine Propaganda für den Austritt aus der Kirche um das Programm und die Verhandlungen des Parteitages gar nicht kümmere, ob- schon die Satzungen einen solchen Verstoß gegen das Programm und eine Schädigung der Partei— die Genossen in Bayern, im Rheinland und Westfalen haben sich bitter darüber beklagt, daß ihnen durch die Angriffe auf die Religion ihre Agitation sehr erschwert werde— mit dem Ausschluß aus der Partei bedrohen. Der sonst so redselige„Vorwärts" hat auf diese unsere Vorhaltungen bisher geschwiegen. Heute aber setzt er in Nummer 265 vom 12. November, zweite Beilage, feine Propaganda für den Austritt aus der Kirche unter gehässigen Angriffen auf die Kirche fort. So pfeift der„Vorwärts" auf das Programm der Sozial- demokratie und auf die sozialdemokratischen Parteitage. Und der Parteiborstand? Er schweigt dazu." Es ist schon der Gipfel der Komik, wenn die„Germania" uns auf unser Programm verweist. Die„Germania" beweist mit ihrer Aeußerung, daß sie bis heute unseren Programmsatz:„Erklärung der Religion zur Privatsache" nicht begriffen hat, der die Trennung der Kirche vom Staate in sich schließt. Eine winterliche Ueberraschung brachte uns der gestrige Tag mit einem kräftigen Schneefall, der nach einem vorhergegangenen mehrstündigen Regen um 9 Uhr früh plötzlich einsetzte. Allerdings waren die weißen Flocken auf dem feuchten Großstadtpflastcr nicht von Bestand, dagegen wurden in der Umgebung Berlins die Felder mit einer leichten Schneedecke überzogen. Erhöhung der Kanalisationsgebühr. Entsprechend einer Resolution der Stadtverordnetenversamm- lung gelegentlich der vorjährigen Etatsberatung wurde vom Magistrat eine Erhöhung der Kanalisationsgebühr von Ish auf 2 Proz. des Grundstücksnutzungswertes vom 1. April 1910 ab be- schlössen. Die Erhöhung bedarf der Zustimmung der Stadtlzerord- netenversammlung und der staatlichen Genehmigung. Der Feenpalast ist für 1500000 M. an die Mitteldeutsche Kreditbank verkauft worden. Er wird in seiner Eigenschaft als Variete und Versammlungslokal am 4. Mai nächsten Jahres seine Pforten schließen. Welchen Zwecken das Gebäude später dienen soll, ist noch nicht endgültig festgesetzt. Straßensperrung im Privatinteresse? UnS wird geschrieben: In der Straße Neu-Kölln am Wasser, Ecke Jnsclstraße, hat die Unter- grundbahn einige Häuser angekauft und läßt dieselben durch einen Abrißunternehmer niederlegen. Um nun dem Unternehmer das Ab- fahren des Schuttes und der Baumaterialien, die teilweise auf Kähne verladen werden, möglichst bequem zu machen, hat man schon vor einigen Tagen ganz keck Schienen über die Straße gelegt und auf diesen die Materialien nach den Kähnen geschafft. Wer glaubte, daß mit dem Ueberklettern der Schienen, die bedeutend höher liegen als das Pflaster und mit Brettern verkleidet find, die Unanuehmlich- leiten für das Publikum beseitigt sind, irrt sich. Seit zwei Tagen hat man ganz einfach wie in Krähwinkel einen Bretterzaun über die Straße gezogen und die ganze Straße abgesperrt. Wenn es jetzt in Berlin Brauch werden sollte, bei jedem Abriß die ganze Straße zu sperren, können sich die„lieben Berliner" ja fteuen. Wir meinen aber, daß die Polizei gar nicht berechtigt ist, ganze Straßen im Privatinteresse abzusperren. Zum Direktor der städtischen Kanalisationswerke hat der Magistrat den Baurat Karl Meier gewählt. Zum Schutze der Gcldbriefträgcr gegen Ueberfälle ist das Reichspostamt auf die großartige Idee verfallen, die gefährdeten Beamten ohne die umzuhängende Geldtasche ihren Dienst tun zu lassen. Das Geld wird jetzt in der umzuschnallenden großen Leder- tasche, wie solche alle Briefträger haben, aufbewahrt. Nennens- werte Erfolge von dieser bureaukratischen Versuchsmaßnahme konnte man sich doch von vornherein nicht versprechen. Jedenfalls hat die Postbehörde zu den zahlreichen Vorschlägen zum Schutze der Geldbriefträger ein neues Mittelchen herausgefunden, das nicht bloß keine Kosten verursacht, sondern noch zu Ersparnissen geeignet ist. Herr Kraetke, dessen postalische Laufbahn ihrem glücklichen Ende naht, sollte— Kriegsminrster werden. In diesem Ressort sind sparsame Obermimen zu brauchen. Fromme unter sich. Anläßlich der stattfindenden Kirchenwahlen liegen sich Anhänger der positiven Richtung mit Liberalen in den Haaren. In einer dieser Tage van positiver Seite einberufenen Kirchenwählerversammlung im„Böhmischen Brauhaus" meldete sich nach Ansprache eines der positiven Richtung angehörigen Geist- lichen, der von dem geistlichen Redner angegriffene Verfasser eines liberalen Flugblattes, Dr. Falkenberg, Vorsitzender des liberalen Parochialvereins der Auferstehungsgemeinde, zum Wort. Der Ver- sammlungsleiter, Herr Pastor Baethke, erteilte ihm das Wort aber nicht, ließ vielmehr in aller Eile noch einen Kirchenliedvers singen und schloß unmittelbar darauf die Versammlung. Dr. Falkenberg versuchte nun, indem er einen dicht an der Vorstandstribüne stehen- den Stuhl bestieg, sich für seine und die von den geistlichen Rednern des Abends angegriffenen Liberalen Verteidigung Gehör zu ver- schaffen, was ihm aber durch anhaltendes Zwischenrufen und Händeklatschen, an dem sich kräftigst auch die Pfarrer beteiligten, seitens der Positiven unmöglich gemacht wurde. Plötzlich stürzte Dr. Falkenberg mit voller Wucht zur Erde— man hatte den Stuhl, auf dem er stand, unter ihm fortgezogen, bezw. fortgestoßen. Als er sich, unterstützt von den Umstehenden, müh- sam erhoben, erklärte er, daß ihm bei dem Sturz der rechte Arm gebrochen sei. Dr Falkenberg wurde, nachdem er einen Schwächeanfall überwunden, von seinen Freunden nach dem nahen Krankenhaus Am Friedrichshain gebracht. Die hier sofort vor- genommene Durchleuchtung des Armes mittels Röntgenstrahlen bestätigte leider nur zu sehr die Richtigkeit seiner sofort nach dem tückischen Ueberfall gestellten Eigendiagnose: beide Knochen des rechten Vorderarmes erwiesen sich als gebrochen. Nach sachgemäßer Schicnung des Armes wurde Dr. Falkenbcrg mittels Droschke in seine Wohnung übergeführt. Christliche Duldsamkeit! Lebensgefährliche Beförderungsbedingungen herxfchen auf der Strecke Jungfernheidc— Fürstenbrunn. Morgens von 7 bis 8 Uhr müssen viele Tausende Siemensschcr Arbeiter diese Züge benutzen, aber die Bahnverwaltung macht keine Anstalten, obgleich sich an jedem Tage dasselbe Bild zeigt, menschenwürdige Zustände zu schaffen.� Die Wagen 3. Klasse sind vollständig überfüllt, auf den Plattformen der Wagen 4. Klasse stehen nicht selten 15 bis 20 Menschen, die Wagen 2. Klasse sind völlig leer. Am Donnerstag war der Andrang besonders stark und mch- rere Züge waren so vollgepfropft, daß drei bis fünf Wagentüren nicht geschlossen werden konnten. Die Züge fuhren ab mit sperr- angelweit gcöffn-ten Türen und gefährdeten das fahrende Publikum, das bei einer Wegbiegung aus dem Zuge geschleudert werden konnte, andererseits hätte auch großer Materialschaden ent- stehen können, wenn ein entgegengesetzt fahrender Zug die Türen erfaßt und zerschmettert hätte. Steigt unter solchen Umständen aber ein Arbeiter, der durch» aus keinen Platz mehr erhalten kann, in die 2. Klasse ein, so kann er bestimmt darauf rechnen, festgestellt und mit einem Strafmandat über 6 M. bedacht zu werden, was in den letzten Tagen vielfach vorkam. So spart man in Preußen? In den Fahrstuhlschacht gestürzt sind gestern zwei Arbeiter der Firma Sicbenlist und Knothe, Friedrichstraße 123, die ein Faß Wein nach dem Keller transportieren wollten. Beide erlitten schwere Verletzungen und mußten nach einem Krankenhause gebracht werden. Eine grobe Ausschreitung haben sich gestern einige Meister der Sentkerschen Maschinenfabrik gegen einen Arbeiter zuschulden kommen lassen. Ein Arbeiter war mit den Meistern in Streit gekommen, weshalb er Feierabend bekam. Das genügte den Meistern aber nicht. Sie zogen den Arbeiter in einen Raum, wo eS zu einem Handgemenge kam. Dabei stach der zweite Meister Peter Hartmann den Arbeiter mit einem dolchartigen Messer und verletzte ihn ffo stark, daß der so Mißhandelte nach dem Gerhardtstist gebracht werden mußte. Meister Hartmann ist erst einige Monate im Be- triebe und hat sich als Obcrgelber betätigt. Es muß verwundern, daß ein Meister im Betriebe mit einem Dolche bewaffnet umhergeht- Unter den Arbeitern des Betriebes herrscht ob der Roheit des Meisters Hartmann große Empörung. Treptower Sternwarte. In diesen Tagen läuft die Erde durch einen Punkt ihrer Bahn, welchen auch die Reste eines früheren Kometen kreuzen. Die hierdurch entstehenden Sternschnuppen sind in diesem Jahr besonders günstig zu beobachten, da das Mondlicht nicht stört. Die Treptower Sternwarte wird aus diesem Grunde bei klarem Wetter bis 12 Uhr nachts geöffnet sein. Es werden mit dem großen Fernrohr Mars und Saturn beobachtet, auf welchem letzteren jetzt eigenartige Veränderungen vor sich gehen. Es ist ein heller, weißer Fleck in 50 Grad südlicher Breite sichtbar geworden und im Acquator des Saturn selbst helle Banden. Am Sonntag, den 14. November, nachmittags 5 Uhr wird im neuen Hörsaal der Treptow-Stcrnwarte Direktor Dr. Archenhold in einem Vortrag:„Eine Wanderung durch die Sternenwelt" und abends 7 Uhr über„Neues vom Mars und Saturn" auf diese interessanten Beobachtungen eingehen. Montag, den 15. November, lautet das Thema:„Unser Wissen von den Sternen". Die Be- sucher werden gebeten, zur Verfolgung der Schweife der Stern- schnuppen Operngläser mitzubringen. Zeugengesuch. Personen, welche gesehen haben, wie eine Frau am Stralauer Platz am 13. Oktober, abends zwischen 6 und 7 Uhr, von einem Postwagen überfahren wurde, werden gebeten, ihre Adresse abzugeben bei Prause, Neichenberger Straße 32, Hof 3 Tr. Feuerwehrnachrichten. Wegen eines großen Brandes wurde gestern vormittag die Berliner Wehr nach der Ruppincr Straße 29' alarmiert. Dort stand gegen 9 Uhr der Dachstuhl des Hauses un- mittelbar neben der Friedcnskirche in großer Ausdehnung in Flammen. Diese hatten an dem Inhalt der Bodenverschläge reiche Nahrung gefunden und schlugen bei Ankunft der Wehr schon an mehreren Stellen aus dem Dache mächtig empor. Dichter Qualm füllte die Bodenräume und Aufgänge. Der 3. Löschzug, der als erster zur Stelle war, Nahm gleich drei Schlauchleitungen einer Dampfspritze vor und griff kräftig über eine große mechanische Leiter und vom Nachbargrundstück an. Es gelang, eine weitere Zlusdehnung des Brandes zu verhüten. Die vollständige'Löschung nahm längere Zeit in Anspruch. Der Dachstuhl ist zum größten Teil vernichtet. Die Entstehungsursachc konnte noch nicht ermittelt werden. Zahlreiche Mieter, die auf dem Boden eine Menge Haus» gerät und Brennmaterial aufbewahrt hatten, sind erheblich ge- schädigt, auch haben die oberen Wohnungen durch Wasser etwas gelitten. In der letzten Nacht wurde die Feuerwehr zweimal nach der Krausenstraße 40 und 9/10 gerufen. Hier brannte die Holz- Verkleidung in einem Fahrstuhlschacht und dort im einem Fabrik- räum Kleider u. a. Möbel, Betten u. a. wurden in der Prinzen- straße 58 ein Raub der Flammen. Ein Schaufensterbrand mußt« in der Jägerstraße 23 gelöscht werden. In der Schlesischcnstr. 2S brannten Kartons mit Kleidern, der Fußboden mit dem Zwischen. gebälk u. a. Ferner hatte die Feuerwehr in der Liesenstr. 18 und anderen Stellen zu tun. Vorort- I�admebten. Charlokkenburg.' Im Kampf gegen die Tierquälerei. In der Erkenntnis, daß die schlechte Behandlung der Zugpferde vielfach auf Unkenntnis der Kutscher in der Behandlung und Pflege der Tiere zurückzuführen ist, plant die Stadt die Einrichtung von Fachkursen für Kutscher, die an die Handwerkerschule angegliedert werden sollen. Lehrgegenstände sind die Ernährung, Pflege und Behandlung des Pferdes. Der Unterricht wird von Sachverständigen erteilt. Steglitz. Sonntagnachmittag 5 Uhr: UnterhaltnngSabend der Jugendliche» bei Rohmann, Schloßstr. 117. Am 17. November«Bußtag) findet ein Ausflug der Jugendlichen nach Pichelswerder zum alten Freund statt, an dem auch Erwachsene teilnehmen können. Treffpunkt morgens 8 Uhr am Bahnhof Steglitz. Der Jugendausschuß. Grünau. Heute Sonnabend begeht der hiesige Arbeiter- Gesangverein „Sangeslust" im Restaurant Jägerhaus, Bahnhofstr. 1, sein sttnfteS Stiftungsfest. Die Arbeiterschaft wird ersucht, das Fest zu beiuchen. Ein sehr gewählte« Programm verspricht einen genußreichen Abend. Der gemeinsame Besuch der Sternwarte in Treptow findet am Sonntag den 6. Dezember statt. Näheres wird noch bekanntgegeben. Billetts sind zu haben beim Genossen Mitzner. Königs-Wusterhausen. Ein Einbrechergastspiel im Polizeibureau. Gestern früh ist in dem Bahnhofstr. 5 gelegenen Bureau der Polizeibehörde ein Ein- bruch verübt worden. Anscheinend sind die Täter drei Personen im Alter von etwa 25 Jahren, von denen der eine„Schmiere" ge- standen hat. Sie gelangten durch ein Fenster in die Registratur des Erdgeschosses und erbrachen von dort aus mit einem Brecheisen alle Zimmer der Amtsverwaltung. In den verschiedenen Räumen wurden alle Kästen und Schränke erbrochen. Den Verbrechern fielen u. o. zwei Revolver, von denen der eine mit sechs Kugeln geladen war. in die Hände. Die ungebetenen Gäste versuchten auch den Geld- schrank aufzubrechen, der ihren Bemühungen jedoch widerstand. Dann gelang es den Einbrechern, obgleich sie einem Nachtwächter begegneten und bei einem Gastwirt noch keck ein GlaS Bier tranken. unerkannt zu entkommen. Karlshorst. Sonntag, den 14. November, nachmittags 4 1hr, findet im Lokale von Sabrowski, Trestow- Allee 66, eine öffentliche Jugendversamm Tung statt. Es wird ein Vortrag über das Thema: Das Recht der Jugend" gehalten. Die Einwohner, insbesondere die Arbeiter bon Karlshorst werden gebeten, ihre Söhne und Töchter auf diese Versammlung hinzuweisen. Reinickendorf. Eine umfangreiche Tagesordnung nötigte die Gemeindevertreter, ihre letzte Sikung bis in die Mitternachtsstunde hinein auszudehnen. Schon die außerordentlich starke Besehung des Zuhörerburde ferner, das an der Justusstraße belegene Grundstüc des Solahändlers Löwy zum Preise von 83 000 M. zu erwerben, Reinickendorf- Ost. noffe Adam nagelte die Ausführungen des Vorsteh, die er in bezug auf die Firma Boswau u. Knauer gemacht hatte, gebührend fest. Was die Fürsorge für die hiesigen Arbeiter anlange, brauche er, Redner, nur an die Ausführung der Kanalisation erinnern, Gerichts- Zeitung. " Schutz den Kindern! Vermischtes. " Unfall eines Bodenseedampfers. Der Badische Dampfer Kaifer Wilhelm" erlitt, wie aus Friedrichshafen gemeldet wird, vorgestern bei der Fahrt nach Konstanz einen Maschinendefekt und wurde vom Sturm nach Eriskirch abgetrieben, wo er auflief. 10 Personen wurden von zwei Motorbooten der Zeppelingesellschaft an Bord ge nommen, 20 Baffagiere mußten die Nacht auf dem See zubringen. Der Sturm verhinderte auch gestern früh noch die Hebungsarbeiten an dem festsigenden Dampfer. Mord und Selbstmordversuch. 8u ber gestern gemeldeten Liebesa affäre in Worms ist noch zu berichten, daß die ganze Situation dafür zu sprechen scheint, daß die Frau Scheit den Lehrer Grüger ermordet und dann sich selbst zu töten versucht hat. Heute, Sonnabend, abends 8 1hr, findet beim Genossen Gründer, wo zum größten Teil Russen und Polen bei einem Stundenlohn Hoppestraße 24, der dritte Vortrag des vom Jugendausschuß für von 35-38 Pf. beschäftigt wurden. Die hiesigen Arbeiter könnten die jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen veranstalteten Zyklus bei einer solchen Bezahlung Frau und Kinder nicht ernähren. des Genossen Schütte über die„ Entwickelungsgeschichte der Hoffentlich geht es mit dem Rathausbau nicht so wie mit dem Menschheit" statt. Wir ersuchen alle proletarischen Eltern, die er Feuerwehrdepot. Zwar seien bereits seit dem Frühjahr dafür 30 000 M. bewilligt worden, bis jetzt aber sei noch kein Anfang wachsene Jugend zum Besuch dieser Vorträge zu veranlassen. Der Jugendausschuß. damit gemacht. Alsdann empfahl der Gemeindevorsteher die Annahme einer August Schulgestiftung" mit einem Stammkapital Nieder- Schönhausen. raums zeigte, daß wichtige Gegenstände zur Verhandlung tommen Aus der Gemeindevertretung. Die Straße 35 erhielt die Be- bon 20 000 M., welches jährlich 800 M. Zinsen bringt. Bon sollten. Zunächst teilte der Bürgermeister mit, daß seine Wieder- zeichnung Wodanstraße, die Straße 50 den Namen Donarstraße; hier am Orte hingewiesen; man sollte diese doch in erster Linie beunseren Genossen wurde auf die Dürftigkeit der nahen Verwandten wahl am 12. Oftober die Bestätigung der Aufsichtsbehörde gefunden beide Straßen liegen an der Platanenstraße. Für den Hauswart benten und dann die Annahme der Stiftung befürworten. Die habe. Er machte ferner die Mitteilung, daß der Gemeindevertreter am Rathausgebäude wurde ein Gehalt von 1200 m. jährlich fest- Stiftung wurde mit 6 gegen 4 Stimmen angenommen. Maleika( Soz.) wegen Verzugs sein Amt niedergelegt hat. Die gesetzt, ferner foll ihm eine Dienstwohnung im Stellergeschoß, Feue- Stiftung wurde mit 6 gegen 4 Stimmen angenommen. Ersazwahl soll mit den allgemeinen Wahlen im März n. 3. bor rungsmaterial und Reinigungsgeräte zur Verfügung gestellt werden. genommen werden. Lebhafte, von den im Zuhörerraum zahlreich( allzu große Reichtümer wird sich der Hauswart bei diesem fürſtanwesenden Lehrern mit großem Interesse verfolgte Debatten lichen Gehalt nicht fammeln fönnen. Da er die Reinigungsarbeit zeitigte der 2. Punkt der Tagesordnung:" Beschlußfassung über den nicht allein machen kann, so muß er die dazu notwendigen Frauen Erlaß einer neuen Besoldungsordnung für Gemeindeschullehrer von seinem Gehalt entschädigen. D. B.) Die Pflasterung der und Lehrerinnen." Blücherstraße vor dem Rathause wurde der Firma Bielefeldt Der Gemeindeschullehrer Richard Lindner hatte sich gestern Der Gemeindevorstand hatte der Finanzkommission borge zu dem Preise von 1894 Mart übertragen. Die Benutzung vor dem Strafrichter zu verantworten. Wegen wiederholten Verfchlagen, eine Ortszulage von 450 M. zu gewähren. Diese erhöhte des Rathauses ist spätestens für den 15. Februar vorgefehen. brechens gegen die Sittlichkeit im Sinne des§ 176, 3 St. G. B. den Sah auf 550 M. Der hiesige Lehrerverein hatte den Antrag Bei der Vergebung der Klempner- und Dachdeckerarbeiten am war 2. vor der 10. Strafkammer des Landgerichts I angeklagt. gestellt, die Ortszulage wie Berlin und viele andere Orte auf Schulhausneubau erhielt den Zuschlag für die Klempnerarbeiten die Die Beweisaufnahme, welche unter völligem Ausschluß der Deffentmindestens 750 M. zu bemessen. Dieser lettere Antrag wurde von Firma Paul Schmieder zum Preise von 5250 M., die Dachdecker- lichkeit stattfand und bis in die späten Abendstunden dauerte, erunserem Genossen Ohl aufgenommen und sehr nachdrücklich mit arbeiten wurden der Firma Hartleib u. Schwarz zum Preise von gab, daß der Angeklagte mehrere Schulmädchen in seine Wohnung Zahlen und Hinweis auf die Ortszulagen anderer Gemeinden 9740 W. übertragen. Die Schulbeputation hatte beantragt, für die gelockt und gegen Geldgeschenke von 1-3 m. seinen Wünschen unterstützt. Am lebhaftesten für die Beschlüsse der Kommission beiden Gemeindeschulen fünf neue Lehrerstellen zu schaffen. An der willfährig gemacht hatte. Der Staatsanwalt beantragte mit Rücklegte fich der Bürgermeister ins Beug, eigentlich gingen ihm ja einen Schule müssen zum 1. Ottober 1910 ein Lehrer nnd eine ficht auf die hohe Gemeingefährlichkeit des Treibens des Angeschon diese zu weit. Die Mehraufwendungen betragen bei 550 W. Lehrerin angestellt werden, an der anderen Schule zum 1. April 1910 flagten eine Suchthausstrafe von 4 Jahren. Das Gericht billigte Ortszulage bereits 39 000 m. pro Jahr, und er wisse nicht, woher ein Lehrer und zum 1. Oftober 1910 ein Lehrer und eine Lehrerin. dem Angeklagten mildernde Umstände zu und erkannte auf drei Diese Summe beschafft werden soll. Treffend erwiderte ihm Genoffe Dem Antrage der Schuldeputation wurde zugestimmt. In der hierauf Jahre Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Ohl, daß bei der Gehaltsaufbefferung der beiden ersten" Ge- folgenden nichtöffentlichen Sigung stand unter anderem auch der Dauer von fünf Jahren. meindebeamten in der vorigen Sitzung diese Bedenken von keiner Punft: Aufnahme einer Anleihe zur Bestreitung der Restkosten für Seite erhoben wurden, daß aber diese Bedenken stets dann auf den Erwerb des zum Bau der Industriebahn Tegel- Friedrichsfelde tauchen, wenn es sich um die Arbeiter und Lehrer, wie auch die erforderlichen Grund und Bodens zur Beratung. niederen Bureaubeamten handle. Pitiert antwortete ihm der Bürgermeister, daß er sich auf diese persönliche" Diskussion nicht Spandau. Der Luftschiffer de Beauclair ins Meer gestürzt. einlassen werde. Bon Herrn Müller wurde dann die Herauffezung Stadtverordnetenversammlung. Nach kurzer geheimer BeAus Genua wird gemeldet: Der von dem Luftschiffer de Beauclair auf 600 M. vorgeschlagen, was schließlich nach heißem Kampfe von sprechung wurde der Oberbürgermeister Koelbe, dessen Wahlder Gemeindevertretung akzeptiert wurde. Die Lehrerinnen sollen periode demnächst abgelaufen ist, mit 32 von 41 abgegebenen geführte Ballon Cognac", der Dienstag die Alpen überflog und eine solche von 200 M. erhalten. Das Grundgehalt für technische Stimmzetteln auf Lebenszeit zum 1. Bürgermeister wiedergewählt. vorgestern früh in Caffine wieder aufgestiegen war, wurde, als Behrer wird auf 1100 M., das für technische Lehrerinnen auf 1000 9 Stimmzettel waren unbeschrieben. Auch ein bedeutsames Zeichen. de Beauclair wegen ungünstigen Windes bei Sestri Ponente auf Mart festgesetzt. Den Lehrern an Hilfsschulen wurde eine nicht- Die Arbeiter Spandaus, namentlich aber soweit fie Sozialdemo- dem Meere niedergehen wollte, von einem starken Windstoß erfaßt, pensionsfähige Funktionszulage von 300 W., den Behrerinnen eine fraten oder in freien Gewerkschaften organisiert sind, werden ein der den etwa 30 Kilometer vom Lande durch einen Hilfe leistenden folche von 200 m. bewilligt. Die Schulleiter erhalten je nach der allzu großes Interesse an dieser Wiederwahl und noch dazu auf Dampfer bereits gefesselten Ballon wieder losriß. De Beauclair Größe der Schule eine pensionsfähige Funktionszulage bon 300 bis Lebenszeit wohl kaum haben, nach dem sozialpolitischen Verständnis, wurde dabei ins Meer geschleudert, fonnte aber sofort gerettet werden. 1200 M. jährlich. Das Anfangsgehalt der Lehrer beträgt demnach welches der Oberbürgermeister den Arbeitslosenzählungen und Eine Meldung aus Bern besagt: Nach einer Depesche aus Fiume 1480 M., das Endgehalt 4530 M. pro Jahr. Zur Dedung bereits Notstandsfragen der Arbeiter bisher entgegengebracht hat. bewilligter Ausgaben wurde eine bei der Neu- und Kurmärkischen Inzwischen waren zwei Interpellationen eingelaufen, welche ist der schweizerische Ballon Cognac", der gestern unweit Genua ritterschaftlichen Darlehenstaffe aufzunehmende mit 4 Proz. zu Anfragen an den Magistrat richten dahingehend, welche Maßnahmen bom turme entführt worden war, zwischen den dalmatinischen berzinsende Anleihe bewilligt. Die Submission der Tischlerarbeiten derselbe zu ergreifen gedenkt, um denjenigen Wählern der zweiten Inseln Arbe und Pago ins Meer gefallen und nach Arbe eingebracht für die IV. Gemeindeschule hat wieder einmal die sonderbarsten Abteilung, denen es auf Grund der mangelhaften Lokal- und Zeit- worden. Blüten getrieben. Die Differenz zwischen dem Höchst und Mindest- berhältnisse nicht möglich war, bon ihrem Wahlrecht Gebrauch zu fordernden beträgt 3073,30., bei einer Höchstforderung von machen, zu ihrem Wahlrecht zu verhelfen. Groß waren die Klagen 9853,30 M., und sonderbarerweise ist es diesmal der ganz beson- der bürgerlichen Stadtverordneten Lüdede, Hannemann, Weber, ders vorlaute„ Retter des Handwerks", der Herr Reichstagsabge- Grätschel, Dr. Baumert und Neusch über die völlig unzureichende ordnete Tischlermeister Pauli aus Potsdam, der seine Kol- Vorsorge, welche der Magistrat getroffen, um allen Wählern der Tegen so start unterboten hatte. Bei diesen starken Preisdifferenzen 2. Abteilung Gelegenheit zu geben, ihr Wahlrecht auszuüben. Man glaubte die Finanzkommission die Entscheidung dem Kollegium schätzt die Anzahl derjenigen Personen, die ihr Wahlrecht in dem überlassen zu müssen. Der Bürgermeister empfahl, den Zuschlag einen zur Verfügung stehenden Lokal nicht ausüben fonnten, auf der 867 M. mehr fordernden Firma Grundner u. Löschner in 300-400. Genosse Schmidt I schlug vor, für die 2. Abteilung Reinickendorf zu erteilen. Dies wurde angenommen. Zur Be- ebenfalls Bezirkswahlen wie bei der 3. Abteilung einzuführen. Dahebung der chronischen Verkehrskalamität soll eine Verkehrstom- von scheint man aber nichts wissen zu wollen. Vielleicht sind den mission gewählt werden. Dieselbe wurde auf 6, Köpfe normiert. Herren die 119 sozialdemokratischen Stimmen, die in der zweiten Von unseren Genossen wurde Gen. Köhn in diese gewählt. Das Abteilung abgegeben wurden, schon in die Glieder gefahren. Stadtv. größte Intereffe der Gemeindebertreter, wie auch der Zuhörer kon- Dr. Baumert stellte zum Erstaunen sämtlicher Stadtväter den zentrierte sich auf den an das Ende der Tagesordnung berschobenen Antrag, die Stadtverordnetenversammlung solle die Wahlen der Punkt 3 derselben:" Erwerb der Grundstücke der Hechelschen zweiten Abteilung für ungültig erklären. Er mußte sich von seinem Erben". Dieses Projett hat wochenlang bereits die Oeffentlichkeit Kollegen Lübide, vom Oberbürgermeister und vom Stadtverord beschäftigt. Die Spekulanten und mit ihnen im Bunde die Haus- netenvorsteher die Belehrung erteilen lassen, daß sein Antrag völlig agrarier hatten in ihren Vereinen das Projekt nach allen Regeln ungefeßmäßig sei. Für einen Justizrat und Rechtsanwalt eine der Kunst tot zu schreien versucht. Der Landrat und der Kreis- recht bittere Bille. Der Oberbürgermeister erklärte auf die Interausschuß sind deswegen mobil gemacht worden, ja von einem Inter- pellationen, daß die Wahlen der zweiten Abteilung bisher immer ventionsversuch des Ministers wurde erzählt. Von der Tages sehr ruhig abgelaufen seien. Der Magistrat konnte deshalb einen ordnung der Sibung vom 30. September mußte die Sache dieserhalb solchen Andrang nicht voraussehen. Bei der Stichwahl sei deshalb gearbeitet worden zu sein, denn 2 Gemeindevertreter, die in der man die zweite Abteilung dann in mehreren Lokalen wählen lassen. gesucht worden. Finanzkommission für den Ankauf gestimmt hatten, fielen um, be- Eine Vorlage, welche 12 500 Mt. zur Erbauung eines Wohntamen Bedenken". So war alles vorbereitet zur lebten, ent- hauses für einen Gaswärter auf dem Nonnendamm fordert, wurde scheidenden Schlacht. Der Bürgermeister leitete die Verhandlungen mit großer Majorität abgelehnt. Namentlich sprechen sich dagegen über diesen Bunft ein mit einer Jeremiade über den schlechten die Stadtverordneten Schob, Kurt, Siefert, Schmidt III und Kirch Stand der Finanzen unserer Gemeinde. Reinickendorf hat, seinen aus. Dagegen wurden gegen die Stimmen unserer Genossen aur Ausführungen nach, bereits eine Schuld von 12 265 250 M. zu ver- Beschaffung eines Ausstattungsgegenstandes für die neue katholische zinsen und zu amortisieren, rechnet man die für das Riefelgut Pfarrkirche 1200 mt. betvilligt. .Schönerlinde" aufgenommenen Beträge dazu, so beträgt die Schuld 16 368 000 m., oder pro Kopf der Bevölkerung im ersteren Falle 400 M., im letzteren 532 M. Das neu zu erwerbende Grundstück foll 3 270 000 M. fosten, d. h. Reinickendorf hätte dann 19 638 000 Mark Schulden, dem werbende Werte von erheblichem Umfange nicht gegenüber stehen. Die zu laufenden Grundstüde umfassen ein Areal von zirka 160 Morgen, 68 Quadratruten, der Preis betrage mithin zirka 114 Mapro Rute. Die Grundstücke könnten vorläufig nicht verwertet werden und er fürchte, daß die Kommunallasten durch den Ankauf erheblich gesteigert werden. Er habe den Auftrag vom Landrat, die Gemeindevertretung auf den Ernst der Situation aufmerksam zu machen. Demgegenüber führte der Schöffe, Stadtrat a. D. Reichhelm aus: Die Grundstüde sind mit 114 M. pro Quadratrute sehr billig. Nie wieder werde die Gemeinde eine gleich günstige Gelegenheit zur Vergrößerung ihres Grundbesiges vorfinden. Andere Gemeinden, die nicht so vorsichtig Aus der Gemeindevertretersizung. Eine längere Debatte ent waren, beizeiten ihren Bedarf zu decken, müssen jest außerordent spann sich bei der Ordnung betreffend die Erhebung von Beiträgen liche Aufwendungen dafür machen und unerhörte Preise bezahlen. zur Deckung der durch die Herstellung der unterirdischen Entwäffe Reinickendorf sei arm an Naturschönheiten, die Anlage eines Parts rungskanalisationsanlage der Gemeinde Wittenau entstehenden fönne schon in den nächsten Jahren die Forderung der Gemeinde- Kosten. Nach§ 3 werden die Beiträge auf 35 M. für jeden angehörigen sein und soll Reinickendorf dann kaufen, wenn es laufenden Meter der Grundstücksstraßenfront festgefeßt. Für die muß? Der jebige Grundbesitz werde durch den Ankauf vorteil- jenigen Straßen, in welche die Kanalisationsrohrleitungen bereits haft abgerundet, brachliegendes Hinterland fönne dann viel besser verlegt find, wird der Beitrag auf 15 M. für jeden laufenden Meter B. 113. Wie wir seinerzeit ausführlich dargelegt haben, ist der Mietsberwertet werden. Der Umstand, daß die Privatspekulation bereits der Grundstücksstraßenfront festgelegt. Dieser Beitrag soll für die stempel durch den Landtag erhöht worden. Der Mietsstempel beträgt seit auf das Objekt reflektiert, beweist, daß der Preis angemessen und Kosten des Druckrohres sowie der Bumpstationen erhoben werden. bem 1. Juli bei Jahresmieten von mehr als 340-400 m. 50 B., boi mehr der Ankauf für die Gemeinde vorteilhaft sei. Unsere Genoffen Bei§ 8 wurde von unseren Genossen die Abänderung einiger Be- als 400-500 m. 1 m., bei mehr als 500-666,66 2 M., bet mehr als Ohl und Kohn stimmten dem boll zu. Genoffe Ohl wies stimmungen beantragt, durch die gerade den kleinen Anliegern 666,66-833,33 m. 2,50 m., bei mehr als 833,33-1000 M. 3 M., bei mehr gegenüber dem Bürgermeister darauf hin, daß den Schulden doch hätten Schwierigkeiten bereitet werden können. Sie wurden vom als 1000-1125 m. 4,50 m., bet 1125-1250 M. 5 W., bei 1250-1375 M. erhebliche Werte gegenüberstehen. So sei die Gemeinde jezt schon Genossen Adam begründet. Herr Kommerzienrat v. Borsig sowie 5,50 M., bei mehr als 1875-1500 W. 6 M., bei mehr als 1500-1625 M. Besizerin von über 800 Morgen Grund und Boden, d. h. zirka ein Herr Hempel stellten ebenfalls Abänderungsanträge; sämtliche An- 6,50 M. usw. bis 2000 W. 10 bis 3000. 10 bis 4000. 10 bis Bei der Abstim5000 M. usw., bei mehr als 20 000 M. 2 Broz. der Jahresmiete. Betrifft Behntel der gesamten Grundfläche des Ortes, nach Ankauf des träge wurden vom Gemeindevorsteher bekämpft. neuen Grundstücks sogar bon zirka 460 Morgen. Einen weiteren mung wurde der Antrag unserer Genossen mit 8 gegen 2 Stimmen das Mietsverhältnis Räume, die für gewerbliche oder berufliche Zwecke be ftimmt find, so bleibt die Hälfte der Stempelabgaben unerhoben. ansehnlichen Wert repräsentiert bereits das Riefelgut Schöner angenommen. Der Kostenanschlag für die gesamte Kanalisation Mein 3. Sch. 100. In dem Prozeß fame es einmal auf die von linde", dazu kommt der Wert der Schulgrundstücke und Gebäude, wurde auf 4 900 000. festgelegt. Die Asphaltierung der Haupt- Sonen behauptete Zustimmung des Schneiders an. Beweispflichtig würden des Krankenhauses, Gymnasiums, Rathauses, der Kirchhöfe, des straße( vom Niederschen Grundstück bis zum Tegeler Weg) wurde sie sein. Ferner würde die Entscheidung von dem Gutachten der Sach 2. M. Nein. Industriegleises, der Kanalisations- und Wasserwerke, Gemeinde- mit 6 gegen 4 Stimmen beschlossen. Bei der Vergebung der verständigen, ob das Kleidungsstüd fitt, abhängig fein. Das vom Reichstag beschlossene Gesetz für die Kriegss und Armenhäuser, der Straßen, Bläße und Schmudanlagen. Eigen- Maurerarbeiten für den Rathausbau waren von 6 Firmen Kosten T. Greifswald. tümlich sei es auch, sagte Genoffe Ohl, daß gerade dieselben anschläge eingefordert worden. Die höchste Forderung stellte die teilnehmer ist vom Bundesrat nicht genehmigt, ist auch so flüchtig zustande Herren sich so lebhaft gegen den Ankauf sträubten, die selbst zu Firma Gustab Müller- Tegel, 146 758 M., bie niedrigste Held u. gekommen, daß ein Termin, wann es in Straft treten soll, fehlt. 5. W. 33. 1. Nein. 2. Ja. P. 6. Die Sachen dürften als Spekulationszwecken soviel Land als nur möglich erwerben. Kaufen Franke- Berlin, 114 500 M.; die Firma Boswau u. Knauer erhielt unpfändbar anerkannt werden. R. S. 25. Leider ja. 23. Nein. diese es denn, um daran zu verlieren? Er sei auch nicht dafür, den Buschlag mit 116 250 M. Das Bauamt hatte den Bau mit 2. P. 21. 1. Nein. 2. Nur der Arbeitsverdienst bis zur Jahreshöhe 5. K. daß die Gemeinde das Land später wieder bertauft, fie tönne es 128 000 22. veranschlagt. Der Gemeindevorsteher betonte hierbei: von 1500 M ist der Pfändung und Lohnbeschlagnahme entzogen. ebenso gut bebauen, wie der Privatunternehmer. Nachdem noch Die Gemeinde wäre aus moralischen Rücksichten verpflichtet, der Rein. S. 2. 50. Die Ehe wird schwerlich vor Mitte des nächsten die Herren Becker, Schwarzkopff, La Barré, Thater und Henschke Firma Boswau u. Knauer den Zuschlag zu geben, da diese Firma Sabres getrennt werden können. Erst wenn die Ehe rechtskräftig getrennt dagegen, Herr Kühnemann und Herr Reichhelm mehrere Male da- größere Ländereien am Orte besite und dafür auch Steuern an die iſt, tann nach einer zehnmonatlichen Wartezeit, die aber auf Antrag vom für gesprochen hatten, wurde der Ankauf des Grundstücs in Gemeinde zu entrichten habe." Auf die Frage, wann denn mit dem Amtsgericht abgekürzt werden kann, die zweite Ehe eingegangen werden. St. 33. Da Sie im Jahre 1908 aus der Kirche ausgetreten find, namentlicher Abstimmung mit 10 gegen 8 Stimmen beschlossen, Bau begonnen werde, versprach der Herr Vorsteher, daß mit Rück haben Sie nur bis zum Schluß des Jahres 1909 Kirchensteuern zu zahlen. unter der Bedingung, daß die Aufsichtsbehörde gestattet, die Zinsen sicht auf den kommenden Winter und um die hiesigen Bauarbeiter Ihre Frau hat später die Hälfte der Steuer zu entrichten. Für diese find für die ersten 6 Jahre durch eine Anleihe aufzubringen. Beschlossen vor Arbeitslosigkeit zu schützen, der Bau sofort beginnen soll. Gel Sie aber hajtbar. " Flüchtig geworden. Aus der Pfalz wird gemeldet: Der Notar Reiß in Hunzloch ist, wie aus einem Steckbrief des Staatsanwalts zu Frankenthal zu ersehen ist, flüchtig geworden. Er wurde kürzlich schon wegen falscher Beurkundung zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Jetzt haben sich noch mehrere Berfehlungen ergeben. Eine Sturmkatastrophe in Westindien. Die Westindischen Inseln sind, wie aus einer Reihe Nachrichten hervorgeht, von einem verheerenden Unwetter heimNach Meldungen aus New York sind die Verbindungen mit Jamaika unterbrochen. Auch das Westindien- Panama Stabel zwischen Jamaika und Porto Rico funktioniert nicht mehr. Zwischen Haiti und Stuba ist teine Verständigung möglich. Man erwartet, daß erst die Schiffe aus den Antillen nähere Nachrichten über die Katastrophe bringen werden. Eine weitere Meldung aus New York besagt: Der Sturm Ein Antrag der Stadtverordneten Lüdecke und Genoffen, be war von einem heftigen, wolfenbruchartigen Regen begleitet, treffend Festsetzung einer Geschäftsordnung für die städtischen burch den die meisten Flüsse auf der Insel start anschwollen. Deputationen und Kommissionen, zeitigt eine längere Debatte. Die durch den die meisten Flüsse auf der Insel start anschwollen. Vorlage foll einer gemischten Kommission überwiesen werden. Sämtliche Eisenbahnen auf der Insel find durch den Drtan Stadtv. Genosse Schmidt I hielt mit recht den bürgerlichen fast vollständig zerstört worden. Aus den bisher vorliegenden Stadtverordneten, die sich über zu große Belastung durch Deputa- Nachrichten ergibt sich zweifellos, daß sich der Orkan nicht tions- und Kommissionsämter beklagten, bor, weshalb sie denn die allein auf die Insel Jamaika beschränkt hat, sondern daß Sozialdemokraten von diesen Deputationen und Kommissionen aus- auch viele andere Inseln in Mitleidenschaft gezogen sind. schließen. Diese würden jedenfalls arbeitsfreudiger sein. Zur Beratung der Angelegenheit betreffs Neubau eines Schul. Hauses für die höhere Mädchenschule wurde eine fünfgliedrige gemischte Kommission gewählt. Ein sozialdemokratischer Stadtverordneter wurde auch in diese Kommission nicht gewählt. Borsigwalde- Wittenau. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 14. November, bormittags 9 Uhr, Bappel- Allee 15/17: Freireligiöse Borlesung. Bormittags 11 Uhr, Kleine Frankfurter Str. 6: Bortrag des Herrn Dr. Bruno Bille: Sur Schillerfeier. Herren und Damen sind als Gäste sehr willkommen. Briefkaften der Redaktion. Die furistische Sprechstunde findet 2inbenstraße 3, swelter Sof, dritter Eingang, vier Treppen, Sarkublwochentäglich abends von 7% bis 9% Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde uni 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Bahl als Mertzeichen beizufügen. Beantwortung im Briefkasten tönnen 14 Tage vergeben. Eilige Fragen trage man in ber Sprechstunde vor. 1 -Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur R. 7. i Erscheint 2 mal wöchentlich. Abzahlungsgeschäfte Credit- Haus Moabit Turmstraße 55, Ecke Waldstraße gewährt jedem bei spielend leichter An- und Abzahlung mehrjährigen Kredit auf Waren und Möbel. Credithaus A Gebr. Weber, Neue Königstr. 58. Spandau, Potsdamerstr. 23 I. Lubascher, S. Rosenheimer M. Schöneberg, Coloniekoulantestes a. Pl. ., str. 9 am Ringbahnh. 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Pfund 1.15 Pfund 1.15 ..... Pfund 1.15 Schinkenwurst................ Pfund 1.15 Knoblauchwurst............. Pfund 1.15 Leberwurst Hallesche Art....... Pfand 1.10 ff. Leberwurst.............. Pfund 1.05 Landleberwurst.............. Pfund 95PL. Zwiebelleberwurst........ Pfund 48Pf. Rotwurst I! Rotwurst I Schinkenspeck Schweizer- Käse in Stücken Tilsiter- Käse Brie- Käse Ramadour Pfund 48Pt. Pfund 75Pt. 1 Dose 1 Dose Stangen- Spargel III 1.10 Stangen- Spargel.... 70 1.30 Sfangen- Spargel......... 75 1.40 Bruch- Spargel.. 38 65 PL Bruch- Spargel mit Kopf..... 48 85 Pf. Bruch- Spargel prima........ 58 1.05 Gemischtes Gemüse, Dose 45 u. 65 Pf. Pfund ........... Pfund 13, 15, 18Pt. Viktoria- Erbsen....... Kohlrabl Spinat.... 1 Dose 28 Pt. 42 PL. Linsen Bohnen Suppenschoten 38 PL. Junge Schoten Feine junge Schoten........... Karotten in Streifen Brech- und Schnittbohnen 45 PL Erbsen geschalt 55Pt. 25 PL. ...... 28 PL Gänse.... Pfund 60, 64 Pf. 1.45, 1.85 Pfund 1.10 Hühner Prund 78Pf. in Stok. 58 Pf. Pfund in Stack. Pfd. 58 Pf. . Stück 28 Pf. Enten ...... 2.10, 2.45 Pfand 17, 20Pt. Pfund 18Pt. ............ Pfand 23 Pf. Reis..................... Pfund 16, 19, 23PL. Weizenmehl 000............. 5 Pfund 95PT. Kaiser- Auszug- Mehl. 5 Pfund 1.05 1000000 Viktoria- Auszug- Mehl.... 5 Pfund 1.15 Marmelade.............. 5 Pfund- Eimer 1.15 Marmelade ......... ausgewogen Pfund 25 PL Kunsthonig in Bienenkorben Bienen- Honig garantiert rein" ........... ca. 2 Pfund- Dose 1 Pfund- Glas Mischung I II III 75PL. 95 PL .... Pfund 80 PL. Kaffee Pfund 88, 95, 1.15 Kakao Ananas Bananen ..Pfand 70 .Pfund 19 PL 6. Ziehung 5. Kl. 221. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 12. November vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 106[ 500] 57 420 505 29 670 77 854[ 500] 1219 420 636 784 90 2023 230 338 711 25 26[ 1000] 869 99 3018 67 298 301 486 521 69 821 21 986 4230 32 353 516 74 76 790 950[ 3000] 5073 189 307 451[ 500] 710 30 6104 832 86 486 550 616 7347 405 38 52 82 522 725 871 8057 [ 8000] 164 78 637 944 45 92 9119 277 835 10002 549 861 11245 56 331 558[ 500] 765 12042 81 181 240 451 99 641 734[ 500] 803 93 927 13411 539 1 240 4 50 693 978 14038 415 42 75 678[ 500] 716 24 37 911 17 62[ 500] 15637 746 16121 605[ 500] 797 17072 117 29 312 438 44 715 863 18044 137 284 492 797 19418 20039 184 657 891[ 500] 21855 70 956 22006 305 90 555 809 23108 23 58 281 431 85 539 779 828[ 1000] 50 66 951 24001 367 406 54 605 33 81 712 810 950 25055 [ 1000] 217[ 1000] 91 332 660 706 48 860[ 500] 916 26131 46 76 466 541 716[ 500] 27081 435 591 987 28024 358 86 953 29050 263 371 507 38 42[ 1000] 626 711 914 30638[ 500] 89[ 3000] 795 31176 323 96 644[ 1000] 75 819[ 1000] 925 75 32037 147 62[ 3000] 295 628 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Ziehung 5. Kl. 221. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 12. November nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffen den Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 80 119 408 601 34 49 1000 26 242 736 842[ 1000] 57 88 2151 203 531 3031 362 64 66 558 927 4003 384 672 771 610 85 997 5013 77 310 11 614 17 711 89 891 977 6150 55 266 365 776 90 948 7309 457 687 825[ 500] 8181 271 349 437[ 500] 708 903 47 77 9120 94 829 979 10159[ 1000] 520 672 91[ 3000] 743 885 906 11106 549 752[ 3000] 844 175249 1948 178136 507 42 679 232 71 572 914 352[ 300] 506.673 559 670[ 5001 13011 44 181 485 884 14052 167 300 471 752 SC7[ 500] 16266[ 500] 404 72 558 659 70 852 54 17454 565 18051 214 574 902 4[ 500] 19304 588 667 940 743 74 876 177147 51 336 473 930 73 91 179190[ 500] 435 500 889 905 180182 90 43 90 434 74 695 910 181112 21[ 500] 62 274 399 496 569 648 814 43 54 907 21 182311 50 475 590 183113 200 3 7 72 726 45 879 915 72 184232 85 523 700 18 819 31 981 185081 450 500 601 834 186171 222 356 557 76 830 45 187006 28 279 360 614 823[ 1000] 64 945 188167 822 189077 79 477[ 500] 571 88 643 733 [ 500] 78 812[ 500] 48 980 190090 332 482 717 841 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65 256 68 378 434 65 683 785 299145 267 461 652 82 963 300390 434 52 500 17 301324 79 84 507 51 774 913 302030 40 167[ 500] 354[ 8000] 539 49 871 303002 141 51 79 261 88 804[ 8000] 408 58 72 757 876 i Nr. 266. 26. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sounabend. 13 Nouember 1909. Aus Induftrie und Dandel. Schultheiß- Brauerei. Dito ber 1907 1908 1909 Berlin Hamburg 118,25 125,78 144,44 • 119,06 130,75 127,80 142,48 133,75 München 152,75 Die Klagen der Brauer über die bedrohte Existenzfähigkeit durch Steuern, foziale Lasten, gesteigerte Löhne usw., erhalten eigenartige Gegenüber 1907 find die legten Preise in Berlin um 21,3 Proz.. Beleuchtung durch den jetzt vorliegenden Geschäftsbericht der in Hamburg um 19,6 Proz. und in München um 16,8 Proz. höher. Schultheiß- Brauerei. Jm lezten Jahre hat sich nämlich das Un- Und die Preisschraube wird noch immer weiter angezogen. oftenfonto um über 1/2 Million Mark verringert, sodaß, trotz der um 243 675,24 M. zurückgegangenen Einnahme, ein höherer Ueberschuß verbleibt. Für die beiden legten Geschäftsjahre ergeben sich folgende Bahlen: • • 1907/08 1908/09 25 936 229,42 M. 26 179 904,66 M. • 13 035 015,41 12 486 513.98 1 680 117,00 2060 375,00 1 561 514.23 " D " 2 266 685,88 " 9 " Gesamtumfat Unfostenkonto Abschreibungen Reingewinn Von dem Reingewinn, der sich durch Vortrag auf 2 312 709,83 9. erhöht, werden 126 334,72 m. dem Wohlfahrtsfonds, 50 000 m. der Beamtenpensionstaffe zugeführt, 1960 000 m. gelangen als 14prozentige Dividende zur Verteilung an die Aktionäre, 114 776,34 14prozentige Dividende zur Verteilung an die Aktionäre, 114 776,34 Mart erhält der Aufsichtsrat als Tantieme und 61 598,83 M. bilden den Vortrag für nächstjährige Rechnung. Wohl nicht ohne Absicht ist der Geschäftsbericht mit feiner Angabe über Produktion, Malzverbrauch, Arbeiterlöhne usw. beTastet worden. Man will wohl verhindern, daß Berechnungen über die tatsächliche Belastung durch die Brausteuererhöhung und die voraussichtliche Wirkung der Bierpreiserhöhung angestellt werden. Die Konsumenten könnten sonst merken, daß das Braukapital die Steuererhöhung zu einem guten Geschäft benutzt hat. Gerichts- Zeitung. Der Reserveoffizier als Einbrecher. Unter dem Rubrum Hoße und Genossen begann heute ein um fangreicher Strafprozeß, welcher durch die Persönlichkeit der Angeklagten, ihre Vergangenheit und durch das ganze Milieu, in welches die Verhandlung hineinleuchten wird, großes Interesse hervorrufen dürftc. Es handelt sich um jene Einbrecher, die in Lacks stiefeln und im elegantesten Habit Diebstähle berübt haben und auf beren Konto auch jener räuberische Neberfall auf die Juweliers witwe Richter in der Potsdamerstraße fällt. Während diese Sache demnächst das Schwurgericht des Landgerichts II beschäftigen wird, handelt es sich jetzt um eine Anzahl schwerer Einbrüche, die noch vor der Schwurgerichtssache zur Aburteilung gelangen sollen. Aus der Untersuchungshaft wurden der 4. Straftammer des Landgerichts II folgende Personen vorgeführt: Der Kaufmann Willi Hose, vorbestraft mit 14 und 1½ Jahren Gefängnis, der Kaufmann Georg Kühne, der frühere Leutnant Hubert Kuehnel, vorbestraft wegen Mißhandlung Untergebener und fahrlässiger Brandstiftung, der Schlosser Otto Stache, der Kellner Karl Lampe, der Kaufmann Jaques Syz, vorbestraft wegen Betruges mit 14 Jahren Gefängnis, und die Kontoristin Marta Werner, vorbestraft wegen Gewerbsunzucht. Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen versuchten und vollendeten schweren Diebstahl bezw. Anstiftung und Beihilfe zu diesem Verbrechen, gegen Shz auch wegen Betruges. Kuehnel war bis zum Jahre 1907 attiver Offizier im 52. Infanterie- Regiment in Rottbus, in welchem er jetzt noch die Charge eines Reserveoffiziers bekleidet. In demselben Regiment stand der jetzige Mitangeklagte Stache als Unteroffizier. Der Angeflagte Kühne ftand lange Zeit in Diensten eines Prinzen von Sachsen- Weimar. Der Angeklagte Syz ist in der Schweiz geboren, wo sein Vater ein großes Gut besaß. Nach Ansicht der Antlage ist er die treibende Straft bei allen zur Anklage stehenden Bero Demnach liefert das laufende Jahr eine ungewöhnlich hohe brechen und Bergehen gewesen. Die Angeklagten treiben sich fett längerer Zeit beschäftigungslos umher. Sie führten ein Beben in Saus und Braus, traten überall sehr nobel und als elegante Kabaliere auf, ohne daß man wußte, woher die zu diesem loftspies ligen Lebenswandel erforderlichen Geldmittel kamen. Erst später ergab es sich, daß man es mit einer recht gefährlichen Verbrecher bande zu tun hatte. Jm einzelnen werden den Angeklagten folDie Weltweizenernte. Nach einer Zusammenstellung des Fachblattes Corn Trade Netve" wird die diesjährige Welternte auf fast 91 Millionen Tonnen geschäzt. Im Vergleich mit den Vorjahren ergibt sich dieses Bild: Ernte in 1000 Tonnen 1909 Ernte. 1906 87 684 1907 79 301 1908 83 241 Schweinepreise. 90 950 Wie die Schweinepreise in den letzten Jahren sich entwidelt haben, zeigt die folgende Zusammenstellung über die Notierungen an drei Hauptmärkten. Es lofteten 50 Kilogramm in Mark: gende Straftaten zur Last gelegt. Auf Veranlassung des Sha knüpfte Lampe mit der Angeklagten Werner, die in dem Filialgeschäft der Juwelierswitwe Richter in der Stegliterstraße 58 als Verkäuferin angestellt war, ein Liebesverhältnis an. Er überredete dann die W., die Schlüssel zu dem unter dem Laden liegenden Keller zu entwenden und ihm auszuhändigen. Lampe wollte dann zur Nachtzeit mit seinen Komplizen von dem Keller aus in das Juweliergeschäft eindringen und vollständig ausplündern. Shz äußerte hierbei, daß die in den Nebenräumen schlafende Frau Richter und der Buchhalter Schölzke, sehr schwächliche und leicht zu überwältigende Personen seien, die man leicht unschädlich machen und fesseln könne. Der geplante Einbruch wurde auch aus. geführt, die Diebe zogen sich jedoch ohne etwas mitzunehmen, zurück, als die Frau Richter erwachte und Lärm schung. In der Nacht zum 21. Januar drangen die Angeklagten Hoze, Kühne und Stache, nachdem sie vorher von dem Angeklagten Sha im Café Minerva" zu diesem Plan angestiftet worden waren, in das Kontor der Bers liner Automobilreifenfabrik G. m. b.. in der Potsdamerstraße ein, nachdem Stache das Schloß mittels eines Zentrumbohrers entfernt hatte. Gestohlen wurde eine Schreibmaschine, eine Kassette mit 146 M., ein Scheckbuch, ein Sparkassenbuch im Gesamtwerte von 8200 M. und verschiedene Legitimationspapiere. Einige Tage später planten die Angeklagten einen Einbruch bei dem Rentier Kahlenberg in der Wilhelmstraße. Sie mußten aber auch hier uns verrichteter Sache abziehen, da sie durch einen wachsamen Hund gestört wurden. Am 28. Januar d. J. verübten dann die Angeflagten jenen schweren Raubanfall auf die Witwe Richter, der zu ihrer Berhaftung führte. Gegen 4 Uhr nachmittags erschienen die Angeklagten Hoße, Kühne und Kuehnel in dem Potsdamerstraße 35 gelegenen Richterschen Geschäft und ließen sich zum Schein silberne Armbänder vorlegen. Plötzlich stürzte sich Hoße auf die allein anwesende Frau Richter, würgte sie am Halse und schlug sie mehrmals mit dem Kopf auf den Fußboden auf. Kuehnel versetzte der Wehrlofen ein paar Fußtritte. Als die Ueberfallene laute Hilfe. rufe ausstieß ergriffen die Räuber die Flucht. Das Gericht verurteilte Hoge zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, Kühne zu 5 Monaten Gefängnis, Stuehnel zu 3 Monaten Gefängnis, Stache zu 1 Jahr Gefängnis, Shz zu 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, Lampe zu 2 Monaten und die Werner zu 1 Woche Gefängnis. Den verhaf teten Angeklagten wurden einige Monate der Untersuchungshaft angerechnet. Der Kommerzienrat vor dem Schwurgericht. Wie uns telegraphisch gemeldet wird, wurde gestern in Dessau nach viertägigen Schwurgerichtsverhandlungen der herzoglich anhaltische Kommerzienrat Graul, Juhaber der gleichnamigen falliten Getreidefirma wegen Betrugs und betrügerischen Bankrotis zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. AWERTHEIM LEIPZIGER STRASSE ROSENTHALER STRASSE. Heute Sonnabend besonders billige G.M. B.H. 3309301 3( DIN YOON IS1963 ito& soildisida ona ain ORANIEN STRASSE. LEBENSMITTEL Gänse......... Pfund 60 und 65 Pt. Puten Pfund 83 Pf. Suppenhühner 1.65, 1.85, 2.10 Jg. Brathühner 75 Pt. 1.10, 1.35 Enten 2.35, 2.65 Hirschfleisch Rücken und Keule Pfund 80, Blatt 45, Ragout 25 Pf. 9 Pfund Mk. Gänsebrust.......... Pfund 1.45 Salami- u. Teewurst..Pfund 1.15 Zervelatwurst Pfund 1.10 Schinkenspeck..... Hallesche Leberwurst Pfd. 1 Mk. Feine Leberwurst... Pfund 95 Pf. Landleberwurst..... 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Wir registrieren einen Teil der angeführten Serie: tältet. --W Ich hatte zu tun. Es war mir nicht wohl. Ich hatte eine Verabredung. Jch irrte mich im Datum. Ich ging borbei, glaubte aber, es sei noch niemand da. Ich war zu einer Gesellschaft geladen. Brachte einen Verwandten zur Bahn. Jch hatte noch Besorgungen zu erledigen. Ich wollte meinen kranten Freund besuchen. Ich habe einen Kollegen im Geschäft vertreten. Ich war bei einer Hochzeit. Meine Hühneraugen schmerzten so sehr; meine Füße brauchten Ruhe. Ich konnte mein Mitgliedsbuch nicht finden. Solange Müller den Vorsitz führt, komme ich nicht. Ich finde keinen Gefallen daran, wie die Geschäfte jett geführt werden. Es hat ja keinen Zweck; es sind ja doch immer dieselben Leute da.- Meine Frau ärgert sich immer, wenn ich zur Versammlung gehen will. Ich war mächtig erEs war teine richtige Fahrverbindung zu erreichen, und au Fuß geh ich nicht mehr. Ich war im Theater. In der Verfammlung herrscht ja doch nur eine Clique. Es war zu kalt an dem Abend. Ich habe meine Beiträge bezahlt; genügt das nicht? Es hat ja alles keinen Zweck. Das Versammlungslokal paßt mir nicht; es ist viel zu heiß darin. Es wird immer zu viel Ueberflüssiges geredet. Die Versammlungen dauern mir zu lange. Es geht ja auch ohne mich. Das ist unser" Feuer! Wir lesen in der„ Chemnizer Bolts. stimme": Aus Falkenstein i. V. wird berichtet: Am Sonnabend brannte ein Gutshof am sogenannten Winn. Die Falkensteiner und die Neustädter Feuerwehr famen zu gleicher Zeit an der Brandstelle an. Die Neustädter wollten aber die Falkensteiner nicht mitLöschen lassen. Es entstand hierüber ein Streit zwischen beiden, welcher zu Tätlichkeiten auszuarten drohte. Der Schlauchführer der Neustädter Feuerwehr ließ auch schon den kalten Wasserstrahl, anstatt aufs Fener, auf die Falkensteiner wirken. Mit den Worten:" Das ist unser Feuer!" ließen sich die Neustädter von ihrem Standpunkt nicht abbringen, bis der Grünbacher Gemeindeborstand tam und ihnen tlarmachte, daß es nicht ihr Feuer, sondern das der Grünbacher sei, weil Winn nämlich zu Grünbach gehört. Museen, Sammlungen, Sehenswürdigkeiten. Am ( Zutritt ist unentgeltlich, wenn nichts anderes vermerkt ist.) Altes und Neues Museum. Am Luftgarten. Wochentags( außer Montags): April bis September 10-4, Dftober bis März 10-3. Sonntag und an den zweiten Weihnachts, Oster-, Pfingstfeiertagen: April bis September 12-6, Ottober und März 12-5, November und Februar 12-4, Dezember und Januar 12-3. Am Montag und an Feiertagen( außer den zweiten Feiertagen): geschlossen. Aquarium. Unter den Linden 68 a. Im Sommer: täglich 9-7, im Winter: an Sonn- und Feiertagen 9-7, an Wochentagen 9-6. Eintrittsgeld: 1,00 M., an Sonn- und Feiertagen 50 Pf.; Kinder die Hälfte. Am letzten Sonntag jedes Monats 25 Bf. Architektur- Museum. 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Zutritt nur gegen Erwerbung des" Führers"( beim Pförtner).[ Nur im Außerdem befinden sich wie in allen Heften turze populärwissenschaftliche Sommer geöffnet.] Abhandlungen und humoristische Szenen. In Freien Stunden" erscheint Botanisches Museum. Dahlem. Montag und Donnerstag 3-6, wöchentlich und ist zum Preise von 10 Pf. pro Heft zu beziehen. Mittwoch 9-6. " Kommunale Praris". Wochenschrift für Kommunalpolitik und Eisenbahnmuseum. Siehe Verkehrsmuseum. Kaiser Friedrich- Museum. Monbijoustaße. Eröffnung: an den Gemeinde- Sozialismus. Heft 44 und 45. Wöchentlich ein Heft. Abonnements Wochentagen( außer Montag) um 10, am Montag um 1, am Sonntag und zum Preise von 3 M. pro Quartal nehmen alle Buchhandlungen und Postan den zweiten Beihnachts-, Oster- und Pfingstfeiertagen um 12. Schluß anstalten entgegen. Probenummern gratis vom Verlag der Buchhandlung an allen Tagen: April bis September um 6, Oktober und März um 5, Vorwärts, Berlin SW. 68. Eintritts Roman von A. Wittmaad. 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Märkisches Provinzial- Museum. Wallstr. 50/54. Besuchszeit täglich Bufuhr genügend, Geichäft nicht lebhaft genug, Preise wenig verändert. ( mit Ausnahme von Sonnabend) 10-3 Uhr. Eintritt frei. Gedruckte Führerische: Zufuhr genügend, Geschäft ruhig, Preife wenig 10 Pf. Butter und Kaie: Geschäft ruhig, Breije unverändert. Gemüse, Meereskundemusenm. Georgenftr. 34-36. Sonnabend und Montag bh und Südfrüchte: Bufuhr reichlich, Geschäft anhaltend stin, 11-4, Sonntag 12-3. Blumenkohl fast unverkäuflich, die notierten Breise sind kaum zu behaupten. Witterungsübersicht vom 12. November 1909, morgens 8 Uhr. Alten Museum. National Galerie. Museumsinsel, an der Friedrichsbrüde. Eröffnung: an den Wochentagen( außer Donnerstag) um 10, am Donnerstag um 1, am Sonntag und an den zweiten Weihnachts, Oster- und Pfingstfeiertagen März um 5, November und Februar um 4, Dezember und Januar um 3. um 12. Schluß, an allen Tagen: April bis September um 6, Oktober und Eintrittsgeld: Donnerstag 1 M., Freitag und Sonnabend 50 Pf. Eintritt an allen übrigen Tagen frei. Invalidenstraße 43. Montag, Mittwoch, Donnerstag, Sonnabend: April bis September 10-4, Oftober bis März 10-3. Am Sonntag und an zweiten Feiertagen: wie beim Alten Museum. Pergamon- Museum. Museumsinsel, hinter der National- Galerie. Besuchszeit wie beim Alten Museum. Naturkunde- Museum. Post- Museum. Leipzigerstr. 16/18. Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 10-2. Am Sonntag und an den zweiten Feiertagen: 12-2. Rauch- Museum.( Werfe von Christ. Rauch.) Klosterstr. 76. Wochens tags: April bis September 10-4, Oftober bis März 10-3. Rathaus. Königstraße. Täglich( außer Donnerstag und Freitag) 10-3, unentgeltlich. Zurmbefteigung: April bis September, täglich( auch Donnerstag und Freitag) 10-3, Gintrittsgeld 20 Pf. Reichstagsgebäude. Königsplatz. An Wochentagen 8-9% bormittags, am Sonntag 2-4. Eintrittsgeld 50 Pf. Sternwarte. 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Nedar, Heilbronn 36 47 +1 Main, Wertheim 100+1 57 +-1 Mojel, Trier 55 9) Unterbegel. Strossen Franfiurt Barthe, Schrimm Landsberg Neze, Bordamm Elbe, Leitmeriz 1117 + 1++ 1)+ bedeutet Wuchs. Fall. An der preußischen Weichsel ist ein Steigen von ungefähr 1 Meter zu ertvarten, das inzwischen wahrscheinlich schon begonnen hat. 17 it Tit der Schulfrage beschäftigten sich folgende Schriften, die wir zur Anschaffung empfehlen: P. Göhre, P. Göhre, Schule, Kirche, Arbeiter Ein Vortrag Preis 15 Pf. Dr. M. Quarck, Kommunale Schulpolitik Ein Führer durch die Gemeindetätigkeit auf dem Gebiete der Volksschule Preis 1 M., Vereinsausgabe 50 f. 0. Rühle, Die Volksschule, 0. Rühle, Die Volksschule, follte wie fle iſt Preis 30 Pf. wie sie sein Preis 30 Pf. Der Verfasser, ein früherer Lehrer, tadelt in seiner ersten Broschüre die Bustände unserer Boltsschule und schildert sie als eine Anstalt zur Erziehung möglichst williger und billiger Lohnsflaven für das Kapital. Der Klaffen. staat, sagt er, hat Klassenschulen geschaffen, wer Geld hat, kann sich Bildung faufen. Die zweite Broschüre ist eine Erläuterung unserer Programm forderungen, die wir in bezug auf die Schule erheben und im Interesse des Kulturfortschritts erheben müssen. Heinrich Schulz, Sozialdemokratie und Schule Breis 75 Pf., Vereinsausgabe 30 Pf. Clara Zetkin, Die Schulfrage Referat, gehalten auf der dritten Frauenkonferenz in Bremen Preis 15 Pf. Ein temperamentvoller Vortrag, in dem namentlich auf die Stellung der Frau zur Schulfrage Bezug genommen wird. Dr. R. Silberstein, Das Schulkind Preis 20 Pf. Der Verfasser berfolgt im vorliegenden Heft die Entwickelung des Kindes während der Schulzeit. Berliner Ik- Trio. xpedition des„ Vorwärts" Felix Scheuer Stralsunderstr.1. Beste Bettenfüllung find die vorzüglich füllenden, fehr elastischen, echt chinesischen Monopoldaunen ( gefeßl. gefchitzt) fund mr. 2,85. 3-4 Pfund genitgen 3. gr. Oberbett. Derf. geg. Nachnahme. Berpadung frei. 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