Ur. 113. Erscheint tSglich außer Montaa». PretZ pränumerando: Eterlel- jährlich 3,so Marl, monatlich I,iü Ml, wöchentlich 2S Psg frei in'! Hau«. Einzelne Nummer s Psg. EonnlagS- Nummer mit illustr. SonmagS-Beiiage„Neue Welt" lo Bsg. Poft-Adonnemcnt: 8,30 Mk. pro Quartal. Unter Kreuz- band: Deutichland u. Oesterreich- Ungarn 2 M!,, für da- übrige Ausland s Ml.pr.Monat, Etngerr. in der Poit- ZiltungS- Preis liste für isos unter Nr. ervs. 10. Iahrgl. AnfertlonS-Sedübr beträgt für die fünfgewaltene Veiitzeile oder deren Naum«o ivfg., für Berlins- und verlammlungS- Anzeigen 20 Bsg Jnierare für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der ErveMtion abgegeben werden. Die Ervedttton ist an Wochen- tagen bis? lldr Abends, an Tonn- und Festtagen bis» Uhr Bor- mittag» geöffnet. K,rn sprich- Zi«schl«tz Zimt I. vr. 418«. Verliner Volksblalt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. MedaKtio»: LV.!9, Meuth-Straße 2. Dienstag, den 16. Mai 1893. ßFpedition: LV.lg. Aeuty-Straße 3. An die Wähler! Es ist Pflicht jedes Wählers, sich durch Einsicht in die Wählerliste davon zu überzeugen, daß sein Name in der L i st e st e h t. Die Wählerlisten liegen vom IS. Mai ab in den noch bekannt zu machenden Lokalen zu jedermanns Prüfung aus. Wer bis zum Wahltage, dem IS. Juni, das LS. Lebens- jähr vollendet, also spätestens am lö. Juni 186S geboren ist, i st w a h l b e r e ch t i g t, hat aber schon während der Zeit, wo die Wählerliste ausliegt, dafür zu sorgen, daß er in die Wählerliste eingetragen werde. Dies geschieht am besten in der Weise, daß man gegen Vorweis einer Legitimation in d e m Lokal, wo die Wählerliste ausliegt, von dem zu diesem Zwecke dort stationirten Beamten seine Aufnahme in die Wähler liste protokollarisch feststellen läßt. Gewählt wird in dem Bc zirke des Wahlkreises, wo man zur Zeit der Aufstellung der Wählerliste wohnt. Damit der Sache der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit möglichst wenig Stimmen verloren gehen, ist es u n- umgänglich nöthig, daß aus den Fabriken, Werkstätten und sonstigen Betrieben Vertrauensmänner der Arbeiter sich der Mühe unterziehen, für alle verhinderten Kameraden nachzusehen, ob deren Namen in die Wählerlisten eingetragen sind. Versäume niemand, diesen Anforderungen pünktlich und g e- w i s s« n h a f t nachzukommen. Das Skvolzhältnchen hat allerhand Unheil angerichtet. Die„Kreuz- Zeitung", die inzwischen den„Adressaten" in ihrer Nähe entdeckt hat, guittirt den Schlag, den wir ihr durch Veröffentlichung des Prinzenbriefs versetzten, mit folgender Notiz, in der ohnmächtiger Grimm den letzten Rest von Verstand unterdrückt, und das„Opfer des Intellekts" mit einer Gründlichkeit vollbracht hat, die unser mitleidiges Staunen erregt: Berlin, IS. Mai. Noch einige Bemerkungen zu dem vom„Vorwärts" veröffentlichien Briefe des Prinzen Albrechl mögen wir nicht unterdrücken. Gilt es schon im privaten Leben mit Recht für unanständig, einen gefundenen Brief zu lesen, geschweige denn zu veröffentlichen, so ver- dient es eine noch ganz andere strenge Beurtbeilung, ivenn gestoblene, oder mindestens veruntreute Briefe veröffentlicht und zu politischen Zwecken gewiß- braucht werden. Jener Blankcnburger Brief vom 9. Mai kann nur durch einen schnöden Ver- trauensbruch in die Hände der Redaktion des„Vorwärts" gelangt sein. Wir wollen zu Ehren der Männer, die an der Spitze des Vlatt"� stehen, annehmen, daß sie den V e r t r a u e n s b r u ch nicht veranlaßt haben. Aber die politische D e m o r a l i- s a t i o n, die aus der Thatsache spricht, daß sie keinen Jamitlcfou. Nälddrua verboten.) [2 Uom Stamm gerissen. Von Elise Schweichel. Mit Genehmigung der Verfasserin abgedruckt.") Wenn sie durch das Zimmer schritt, so war es, als ob den bürgerlich schlichten Raum ein Hauch von Eleganz durch- wehte, so wie sie dem unscheinbarsten Kleide, welches sie trug, Chic und Anstand verlieh. Den schmalen kleinen Kopf mit dem edelgeschniltcnen Profil trug frei und leicht ein schlanker Hals. Dichtes, dunkles Haar umkräuselte die weiche Wölbung der Stirn, die kleinen, rosigen Ohrmuscheln und den stolzen Nacken. Das tiefblaue Auge leuchtete wunderbar unter seinem Schleier dunkler Wimpern; tief wie ein Alpsee, groß und feurig wie ein Demant, war dieses 'Auge das erste, was jedem bei der Begegnung mit Valeska ausfiel. So reich geschmückt an Körper und Geist, hatte sie nicht verfehlt, die Aufmerksamkeit ans sich zu ziehen, und Männer und Frauen aller Kreise, die Geist nn� Schönheit zu schätzen wußten, suchten ihren Umgang. Mit den Frauen, obgleich sie sie meist übersah, hielt sie gute Freundschaft, mit den Männern, jungen wie alten, bis- pntirte sie in Scherz und Ernst, gestaltete aber keinem von ihnen die geringste Annäherung. Die allgemeine Achtung, die sie genoß, wurde dadurch nicht verringert, daß inan die mißliche Lage ihrer Eltern kannte und wußte, daß Valeska ihnen durch Verwerthung ihrer Talente zu Hilfe kain. Gerade in den Häusern, in denen sie unterrichtete, herrschte ein wahrer Enthusiasmus siir das hochgebildete, Anstand nehmen, von der Niedertracht anderer ihren Vortheil zu ziehen, der. wie jede große Sensation für eine Zeitung, auch ein pekuniärer Vortheil ist. kann nicht scharf genug gegeißelt werden. Wir sehen zwischen Stehler und Hehler kaum irgend welchen moralischen Unterschied und möchten, ab- gesehen von allem anderen, darauf hinweisen, daß auch in diesem Falle die eigenthümlichen Freiheits- begriffe zum Ausdruck kommen, die in der Sozial- demokratie leben. Bisher galt das Briefgeheimniß als eine der Grundfesten bürgerlicher und persönlicher Freiheit. Die Sozialdemokratie scheut sich nicht. wo ihre Interessen mitspielen, darüber hinwegzugehen und die Postkontrolle der berüchtigten schwarzen Kabinette noch zu übertrumpfen. Die schwarzen Kammern begnügten sich wenigstens damit, das ge raubte Geheimniß nicht über die amtlich gesetzten Kreise hinansdringen zu lassen, die Sozialdemokratie schreit es in alle Welt hinaus. Nun involvirt aber jede Veröffent- lichung eines Privatbriefes— von historischen oder sonst wissenschaftlichen Zwecken abgesehen— eineFülschung, die um so größer ist. je vertrauter die Mittheilung war. Es ist, als werde das Recht der freien Rede in den eigenen vier Wänden in Frage gestellt und der schlimmsten aller Spionagen, der eines fanatischen Partei-Jnteresses, preis- gegeben. Dieses System zur Regel erhoben, führt zum Terrorismus der Jakobiner von 1792 und zur Vernichtung jeder politischen Freiheit. Die Verrohung der politisch en Moral, wie sie in dem Gebahren Ahlivardt's, dem seine geistige Impotenz noch als halber E-tschulvigungsgrund dienen mag. zum Ausdruck kam, findet ihre Wiederholung hier durch Männer, denen keine Milderungsgründe zu bewilligen sind. Ihre Freiheit ist Tyrannei und ihre Oesfentlichkcil A e r r a t h. Gut gebrüllt, Löwe(nicht Levy)-Hammerstein. Um die Komik dieses Roth- und Wuthschreis in ihrer ganzen überwältigenden Größe zu ermessen, muß man sich ins Gedächlniß zurückrufen, daß die Partei des Herrn von und ßu Hamnierstein in den 5vcr Jahren die Privat- Korrespondenz des damaligen Prinzen von Preußen(später König und Kaiser Wilhelm I.) überwachen, und Schrift- stücke beiseite schaffen ließ. � Und die sittliche Entrüstung der„Krenz-Zeitung" über das Schwarze Postkabinet! Ei, ei. Niemand thut sprichivört- lich tugendhafter als das Betschwester gewordene Mädchen für Alle. Man könnte fast vermuthen, diese grausame Sclbstgeißelung sei von der Hand des Ex-Eiscrnen voll- zogen, der in diesem Punkt eine größere Virtuosität ent- ivickelt, als die dickfelligsten Flagellanten(Gcißler) des Mittelalters. Was den„Mißbrauch von Privatbriefen" betrifft, so möge Herr von und ßu Hamnierstein sich an den General- Postmeister von Stephan wenden, der in den letzten Postdebattcn des Reichstags einen„ihm zufällig in die Hände gefallenen" Privatbrief eines Postassistcnten als Waffe gegen den Postassistenten-Verband amtlich benutzte. schöne Mädchen. Man war bezaubert von der Einfachheit, Natürlichkeit und wahren Herzensgüte eines Wesens, das so viel Grund gehabt hätte, stolz und selbstbewußt zu sein. Und dieses herrliche Geschöpf, der Stolz seiner Mutter, war dieser jetzt entrissen. Ihre Klagen waren nur zu be- rechtigt. Valcska war es geivesen, die ihr stets gegen den Vater beigestanden, sie vor gänzlicher Verbitterung bewahrt, und vermocht hatte, den unbelümmerten, lässigen Gatten, der trotzdem die volle hausherrliche und väterliche Autorität in Anspruch nahm, mit Geduld zu ertragen. Die Liebe zu ihm war schon lange in ihrem Herzen erstorben; allmätig, ganz allmälig, nachdem die Achtung dahin war, erlosch auch das letzte zuckende Flämnichen ihrer Liebe; denn es ist falsch, wenn man behauptet, daß das Weib ohne Achtung zu lieben vermag. Frau Stern konnte sich jetzt kaum noch vorstellen, daß sie für den Mann jemals wärmere Gefühle gehegt, nicht begreifen, daß sie um seinen Besitz alle äußeren Vortheile in die Schanze geschlagen hatte. Es ging ihr. wie lausenden ihrer Schwestern. Wie viele warme, schöne Liebe wird auf diese Art im Frauenherzen getödtet! Frau Stern war jetzt eine verhärmte, verkümmerte Ge- stall, und doch zeigte das blasse, längliche Gesicht, von leicht ergrautem, kastanienbraunem Haar umrahmt, noch Spuren einstiger Schönheit. Tie sanften braunen ?luge», die weiche Stirn, die feine Nase hatten selbst noch etwas Jugendliches bewahrt;. der Mund allein ,■ dieser Verräther so des wahren Alters wie der Scelenschmerzen eines Besitzers, ließ ahnen, wie viel schweres Leid diese Frau durchgemacht hatte. Ihre jüngere Tochter war von der Natur weniger reich als Valeska veranlagt. Zwar stand sie noch in den Entwickelungsjahren, so daß man nicht wllßte, was noch werden tonnte. Das kluge, runde Gesichtchen mit den miß- braunen Augen sah vorzeitig ernst und gesetzt in die Welt. Und„Fälschung" sollen wir begangen haben? Wohl weil wir den Brief mit allen— Stileigenthümlichkeiten veröffentlicht? Wir glauben allerdings, daß es diesem und und jenem ganz angenehm gewesen wäre, wenn wir den Brief etwas„gefälscht" oder— in Bismärckischer Sprache zu sprechen—„redigirt" hätten. käs si böte. So kindlich-naiv sind wir nicht. Von den mehr oder weniger staatsmännischen Kommen- taren der übrigen Blätter nehmen wir heute keine Notiz. Nur eines Intermezzos müssen wir noch erwähnen. Der Brief des Prinzen Albrecht von Preußen hat bereits ein Opfer ge- fordert— außerdem Opfer des„Kreuz-Zeitungs"-Jntellekts. Er hat auf die Hirnthäligkeit des bekannten klugmeierischen Korrespondenten eines oder vielmehr des„leitenden" süd- deutschen Blattes ebenso verhängnißvoll gewirkt, wie auf die des Herrn von und ßu Hammerstein. Besagter Sieben- gcscheidt telegraphirte brühheis an sein Blatt, der vom „Vorwärts" nicht genannte Adressat des Briefes sei ver- muthlich— Herr von Caprivi. Und das Blatt fiel elendiglich herein es verbesserte sogar die Genialität seines Korrespondenten, indem es das„vermuthlich" weg- ließ, und Caprivi zum Verschwörer gegen Caprivi machte. Seine scharfsinnige Vermnthung stützt der Pfiffikus darauf, daß der Adressat von dem Briefschreiber als eine sehr„be- schäftigte" Exzellenz bezeichnet werde, und es sei nicht be- kannt, daß andere Exzellenzen so stark beschäftigt seien, Au! Die vorjährige Bier-, Wein- und Scynapsreise der Friedrichsruher Unruhe war wohl eine Agitationsreise für Herrn v. Caprivi? Der nämliche Klugmeier ist erstatint, daß ein solches Schreiben in die Hände des„Vorwärts" gelangen konnte. Allerdings schwatzhaften Elstern pflegen solche„Strohhälmchen" nicht zuzufliegen— und auch kcinein Stein-Siebengescheidt. Bemerkt sei hier noch, daß es in„der alten Raketen- kiste" von Friedrichsruhe seit einigen Wochen unheimlich still gewesen ist. Wenn dieser redseligste aller Krakehler einmal den Mund hält und keinen Krakehl macht, kann man mit Sicherheit darauf rechnen, daß er irgendwo ans verbotenen Jagdgründen herumstreift. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Jntrigue, die durch den Brief des Prinzen Albrecht von Preußen enthüllt worden ist, von dem Exkanzler in eigener Person eingefädelt und geleitet ward. Wir sagen„ward", denn die Trauben sind inzwischen sauer geworden. Und zum Schlüsse noch ein Wort an die„Kreuz- Zeitung". Ihr Geheule ist uns die lieblichste Musik. Es stärkt uns nur in unserem heiteren Bewußtsein, durch die Ver- öffeutlichung dieses Prinzenbriefcs, ebenso wie vergangenes leahr durch die Veröffentlichung des Prinzen- Erlasses, dem aterlande und dem Volke einen Dienst geleistet zu haben. Jl V Hebet der niedrigen, sanft gemölbten Stirn war das reiche, alänzendschivarze Haar, ganz im Gegensatz zu der herrschenden Mode, wie mit einem Lineal gescheitelt, und, die Stirn ganz freilassend, im Nacken schlicht aufgesteckt. Wegen dieses spiegelglatten, ins bläuliche spielenden Haares hatten ihre Aiitschülerinnen ihr den Beinamen„Krähen- köpschen" gegeben. Gelernt hatte die Kleine fast eben so viel, wie ihre Schwester, mit der sie die Privatstnnden zusammen hatte nehmen müssen, weil diese für zwei ver- hältnißmäßig billiger waren, und weil sie Valeska auf ihren Gängen zur Stunde als Schutz und Duenna dienen mußte. Unverdrossen war Tussy in Schnee und Regen neben der Schwester einyergctrabt, wenn auch manchmal einige heimliche Thränen vergießend. Ihre Liebe und Hingebung für Valeska gingen bis zur völligen Selbstentäußerung. Sie und die Mutter beteten diese an. Kehren wir nun in das Hau» am Wasser und in die Stube/welche Herr Stern eben betreten, zurück. Nachdem dieser brummend sich seines defekten Pelzes der sein Ladcnkoftüm im Winter bildete, mit Hilfe seiner Tochter entledigt hatte, setzte er sich in eine Ecke des alt- modisch steifen Sophas zurecht, rieb sich die fco st- geschwollenen Hände und schaute Frau u.»d Tochter ab- wechselnd mit spähenden Blicken ttb�r seine Brille an Als indessen beide Frauen, ohne auf ihn zu achten, die jüngere zum Buch, die ältere zu einer Haudarbeil griffen fuhr er ungeduldig auf: „Na, könnt Ihr denn nicht reden? Sollen denn die Leichenbittermienen so fortdauern? Ich habe sie jetzt satt Die Geschichte ging nicht länger— aus dem Hause mußte sie— also basta! Und nun Kopf in die Höhe- hicr ist ern Brief von ihr.""' Das Wort wirkte wie ein Zauber. Die trüben Augen poUftf�c MevevNckzf. Berlin, den IS. Mai. Wie oft kann der Reichstag aufgelöst werden? So wird jetzt viel gefragt. Antwort: so oft es dem Bundesrath beliebt. Dem don plsisir— d. h. dem freien Ermessen— der verbündeten Regierungen ist durch die Verfassung des Deutschen Reiches keine andere Schranke gesetzt, als die Bestimmung, daß der Reichs- Haushalt alle Jahre vom Reichstag be- rathen und beschlossen sein muß. Darum war es«in so großer Fehler— oder vielmehr ein so unver- zeihlicher Akt schwächlichster Nachgiebigkeit—, daß der vorige Reichstag das Budget bewilligte, ehe er sich über die Militärvorlage schlüssig gemacht. Jetzt hat die Reichs- regierung die nöthigen Geldniittel bis zum 31. März des kommenden Jahres. Sie hat also blos dafür zu sorgen, daß der nächste Etat— für 1894/95— bis zum 31. März 1894 bewilligt ist. Inzwischen können noch drei Reichstage aufgelöst werden. Nun— wenn das deutsche Volk standhaft bleibt und sich nicht freiwillig zur Knechtschaft verurtheilt, wird jeder ausgelöste Reichstag einen besseren und härteren zum Nach- folger haben, der das Nein! mit noch größerer Wucht aus- spricht. Bis zum Frühjahr 1894 hat— dank der Bis- marck'schen Reichsverfassung— die Bundesregierung den Reichstag in der Gewalt— insofern sie ihn auflösen kann. Dann aber wendet sich das Blatt: Ter Reichstag hat die Regierung in der Gewalt, und er kann und muß ihr den Etat verweigern, falls sie nicht aus die Militär- Vorlage verzichtet. Wte's gemacht wird. Bei den diesjährigen Sommerübungen der Reserve und Land- w e h r l e u t e sollen, wie man der„Freisinnigen Zeitung* mittheilt, aus B r e s l a u Mannschaften gerade zum 12. Juni zu einer zehntägigen Nebung einberufen worden sein. Diese Mannschaften werden dadurch behindert, von oer Ausübung ihres Wahlrechts Gebrauch zu machen. Die Berufung könnte, wie die„Freisinnige Zeitung* mit Recht bemerkt, ebensowohl auf den 19. Juni verschoben werden. So werden die Glcichgiltigsten aufgerüttelt, die Militär- vorläge erscheint im richtigen Lichte, und die Sozialdemo- kratie zieht Nutzen daraus. Warum wird nicht, um auch den Verdacht einer Beeinflussung zu verhüten, der Termin der Nebungen so gelegt, daß die Wahlberechtigten zur Urne gehen können? Es ist etwas faul im Staate— der G ottes- furcht und frommen Sitte.— Die Schlotbarone an der Arbeit. Am 19. Mai wird in Berlin der Verein deutscher Eisen- und S t a h l i n d u st r i e l l e r im Restaurant Royal zusammen- treten. Tie Tagesordnung lautet: a) Eintritt in die Wahlagitation, d) Antrag des Vorstandes wegen Hilfsleistung der Eisenindustrie zur Be- schaffung der aus gesetzlichem Wege etwa nichtfauszubringenden Mittel für die Militärvorlage. Je nach Ausfall der Beschlüsse wird eine Generalversammlung einzuberufen, und sowohl der Zentralverband dentscher Industrieller als auch der Verein zur Wahrung der wirth- sch astlichen Interessen von Handel und Gewerbe„für diese Sache zu interessiren sein". Die Großindustrie macht mobil, und während die Politik für Arbeiter- Fachvereine ein Rührniichmchtan ist, berathen die Raubritter hinter den hohen Schlöten über das gemeinsame Vorgehen ihrer Berufsverbände in einer politischen Angelegenheit. Was diese Arbeiterfcinde planen, leuchtet ein. Eine Organisation der Wahlbeeinflussung der großindustriellen Arbeiterschaft. Die Arbeiter werden aus der Hut sein und den Gcwaltstreich der Industriellen mit Thatkraft pariren.— Um welchen Preis übrigens die Edlen ihre Unterstützung verkaufen wollen, zeigt die unverfroren-offene Ausführung eines Organs der Jndustrickartelle, der„B e r- l i n e r B ö r s e n z e i t u n g", worin es heißt:„Auf dem Bergwerks-Aktienmarkte machte sich die Ansicht geltend, die Regierung werde angesichts der ungünstigen Gesammtlage der Industrie im Hinblick aus die Reichstags- mahlen den Werken in bezug auf die Preise für Kohlen und Schienen mehr Entgegenkommen als bisher zeigen." DaS heißt also, die Regierung soll sich die der Frauen erhellten sich, die ernsten Züge lächelten, selbst die Lampe schien heller zu brennen. Tussy bemächtigte sich sogleich des Briefes, um ihn vorzulesen. Er enthielt eine Menge mit kleinen festen Zügen eng beschriebener Blätter und lautete wie folgt: Herzliebste Mutter! Gestern Abend gegen sieben Uhr bin ich so abenteuer- los, wie Du es nur wünschen kannst, hier angelangt; oder Du müßtest es für ein Abenteuer halten, daß Deine stolze Tochter statt in der Guts-Equipage auf einem simplen Stellwagen und statt in der Begleitung der Gutsfräulein, in der des Inspektors von der Bahnstation abfahren mußte. Das ging nämlich so zu: In W. angekommen, schwenkte ich, auf dem Perron auf- und abgehend, wie brieflich verabredet worden, mein Taschentuch nach Kräften, jedoch vergebens: weder ein Fräulein, noch sonst jemand nähme sich mir. Endlich fragte ich nach, ob kein Wagen von Adlig-Triberg da sei und erhielt zur Antwort, ein Wagen wohl, aber nur der des Inspektors. Die Gutskntsche sei auch da gewesen, aber bereits wieder fort. Was blieb da übrig, als mir ganz einfach den Herrn Inspektor rufen zu lassen? Der höfliche und, nebenbei gesagt, recht stattliche Mann war voll Bedauern über meine Lage; ich nahm dieselbe aber keines- wegs tragisch, das ist nicht meine Art, wie Ihr wißt, und war herzlich froh, auf seinem Wagen, mit dem er Spiritus zur Bahn gebracht hatte, Platz zu finden. Bald saß ich, die Füße in warmem Heu verpackt, neben ihm und flugs ging's in die Wuiterlandschaft hinaus. Ach, Mütterchen, Tussy, das'�ar eine Pracht! Wir armen Stadtmenschen bekommen so etwas gar zu selten zu sehen. Der mondlose, sternenfunkelnde Himmel droben und unten die weite, schneebedeckte Ebene! Alle meine geliebten Sternbilder, die Kassiopeja, der Orion und all die andern strahlten in ,onnenhastem Glänze; es war ein Glitzern und Schimmern, daß man die Augen schließen mußte. Manchmal ging es durch schneebeladenen Tannenwald oder an Häuschen mit traulich erleuchteten Fenstern vorüber, aber auch an man- chem stolzen Gehöft. Ich war ganz entzückt und hätte nur immer so weiter iahren mögen. Mein Gefährte erwies sich Geneigtheit der Montan-Jndustriellen erkaufen durch Ge- Währung übermäßig hoher Preise. Das ist offenherzig.— Die Bankjers im Reichskanzler-Palais. Caprivi erklärt durch die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung": „Die von mehreren Blättern gebrachte Nachricht, es habe in den letzten Tagen im Reichökanzler-Palais eine Versamm- lung hervorragender Berliner Bankdirektoren stattgefunden. entbehrt, ebenso wie die daran geknüpften Folgerungen, jeder Begründung." Daß die Börsenbarone den Klingelbeutel schwingen und füllen zu gunsten der Militärvorlage, steht fest. Wem zu Liebe sie dies thun, braucht nicht erst gesagt zu werden.— Ter Reichskanzler hat auf grund des Preßgesetzes der„K r e u z- Z e i t u n g" folgende Berichtigung zugeschickt: „Die„Nene Preußische Zeitung" enthält in der Nr. 220 vom 12. d. M. unter der Ueberschrist„Deutschland" einen von Berlin, den 12. Mai datirten Artikel, in dem sich folgende, aus anderen Zeitungen übernommene Mittheilung findet:„Man hoffte bis Montag die dissentirenden Freifinnigen zu bewegen, daß sie sich mit diesem(Vorschlag Carolath) begnügten. Sie hatten außerdem, was hier bemerkt sein mag, längst vom Grafen Caprivi gewisse Zusicherungen über den Gang der allgemeinen Politik und über die Steuern erhalten, durch welche in der nächsten Session die Kosten für die Militär- vorlag« gedeckt werden sollten." Die in dieser Mittheilung enthaltene Bemerkung über von mir ertheilte Zusicherungen entbehrt jeder thalsächlichen Begründung." Das Hammerstein-Organ bemerkt dazu: „Wir' freuen uns dieser bündigen Erklärung des Herrn Reichskanzlers. Ohne sie hätte die konservative Partei nicht mit rechter Freudigkeit in die Wahlagitation eintreten können." Den Mnth in der Brust werden nun die Junker ihr Rößlein satteln„mit rechter Freudigkeit".— „Die bedingt Tanglichen." Alles waS kriechen kann, ist bei der letzten Aushebung genommen worden. Der„Germania" wird vom Rhein geschrieben:„Bei dem diesjährigen Aushebungsgeschäft scheint man nicht überall hohe Anforderungen an die Tauglichkeit der zukünf- tigen Vaterlandsvertheidiger gestellt zu haben. Aus dem Kreise Cochem wird berichtet, daß ein junger Mann für tauglich befunden worden, der früher einen Bein- bruch erlitten hat und infolge dessen von e p i l e p- tischen Anfällen heimgesucht wurde, so daß ihm nach peinlichster Untersuchung eine Rente zugebilligt werden mußte. Kaum war der arme Mensch ein Jahr im Genüsse derselben, als er zum Militär angeschrieben wurde. Aus dem Kreise Adenau, Bürgermeisterei Virneburg, ist ein junger Mann für tauglich erklärt worden, der be- deutend hinkt. Die Bekannten desselben hielten die Geschichte zunächst für einen schlechten Scherz, bis an der Wirklichkeit der Thatsache nicht mehr zu zweifeln war. Schade, daß diese bedauernswerthen zukünftigen Rekruten dem Reichstage vor der Abstimmung über die Militär- vorläge nicht vorgestellt werden konnten. Wenn man aber halbe Krüppel für brauchbar erachtet, dann kann man die Präsenzziffer des Heeres getrost noch um einige Hundert- lausende von Soldaten vermehren."— Trotz alledem soll die Friedenspräsenzstärke erheblich vermehrt werden durch Einstellung solcher„Tauglicher".— Unterstützung der Familien des Beurlaubten- standes. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt offiziös: „Anläßlich der infolge der diesjährigen Uebungen der Mannschafie» des Beurlaubten standeS bevorstehenden Unter st ützun gen der Familien der letzteren wird in«inigen Blättern darauf hingewiesen, daß keine näheren Anordnungen über die Stellen getroffen sind, welche die Auszahlung der angewiesenen Unterslützangsbeträge zu be- wirken haben. Das ist richtig, soweit das Gesetz und die Älussührungsbestimmungen des Bundesraths in Betracht kommen. In Preußen jedoch haben die zuständigen Minister für die Landkreise empfohlen, daß die Unterstützungen durch die Kreiskassen den einzetnen Gemeinden ge- zahlt werden, und daß letztere dann ihrerseits die Beträge den Empfangsberechtigten gegen die vorgeschriebene Empfangs- bescheinigung überinitteln. Bei allgemeiner Befolgung dieser Empfehlung würde demnach für Preußen wohl eine überein- stiiiiniende Methode in der Auszahlung der Unterstützungen gesichert sein. Wir machen übrigens daraus auimerksam, daß zwar nur Ehefrauen und Kinder unter IS Jahren einen u n- bedingten Anspruch aus Unterstützung haben, daß jedoch auch Kinder über 15 Jahre, sowie Verwandte in aulsteigender als ein sehr intelligenter, gut unterrichteter Mann, der mir viel über die bäuerlichen Verhältnisse der Gegend zu er- zählen wußte. Der Schulmeister hätte hier, meinte er, noch viel zu thun. Es stünde um die Volksbildung noch schlimm genug. Die Triberg'schen Leute würden gut gehalten, be- sonders die Hofleute, dafür sorgte die gnädige Frau, was mich sehr für diese einnahm. Der Herr sei ein vorzüglicher, sehr eigener Wirth. Mehr bekam ich über diesen nicht zu hören. Doch wie alles Schöne im Leben, so hatte auch diese Fahrt ein Ende. Wir halten vor dem zweistöckigen Guts- hause, dessen Erdgeschoß glänzend erleuchtet ist, und indem ich die breite Treppe zur Veranda heraufsteige, zeigt sich mir durch die Glasthür ein gulsherrliches Familienbild, so lockend behaglich, wie es nur demjenigen erscheinen kann, der an einem froslklaren Winterabend auf offenem Wagen über Land gefahren ist. Aber nur unbesorgt, Mütterchen, ich war trotzdem so warm wie ein Pfaimkuchen. Im Kamin loderte ein mächtiges Feuer und auf einem Tischchen davor stand die Theemaschine; alles wie in einem englischen Roman. Um den Tisch herum saßen fünf Damen, von denen vier mit Handarbeiten beschäftigt waren, während die fünfte vorlas. Große Ver- wunderung, als ich eintrat, denn die beiden jüngsten Fräulein waren mit der Nachricht von der Station heim- gekehrt, daß niemand, der ihrer zukünftigen Peinigerin ähnlich sähe, mit dem Zuge angekommen wäre. Welches Ungeheuer mögen sich die jungen Dämchen wohl� in mir vorgestellt haben! Geiuig, ich war da und der Empfang ließ nichts zu wünschen übrig. Ich will Euch nun die Damen der Reihe nach vor- führen. Frau v. Kries ist eine kleine, schmächtige, noch jugend- lich aussehende Frau mit schüchternem, aber treuherzigem Wesen. Besonders gefallen hat mir ihr kräftiger Hände- druck; es lag darin: Du bist mir willkommen, wir werden Freunde sein. Ihre Schwägerin, Fräulein Adele v. Kries, ist das ganze Gegentheil, eine große, volle Gestalt mit auf. fallender Sicherheit im Austreten. Die Züge sind hübsch Linieund Geschwisterder Mnberufenen in dem Falle untersiützmigZ- berechtigt sind, wenn sie von letzteren vor dem Dienstantritt schon unterhalten wurden oder wenn ein Unterhaltungs- bedürfniß nach erfolgtem Dienstantritt entsteht. Unter den gleichen Voraussetzungen kann den Verwandten der Ehefrau in aufsteigender Linie und ihren Kindern aus früherer Ehe eine Unterstützung gewährt werden. Alle Ansprüche ans Unterstützung aber erlöschen. wenn sie nicht binnen einer Woche nach Beendigung der Uebung bei den Gemeindebehörden des Ortes angemeldet sind, an welchem die Familie. nicht der zur Uebung Einberufene, zur Zeit des Beginns des Unterstützungsanspruchs ihren gewöhnlichen Aufenthalls- ort hat.— Daß eine päpstliche Enzyklika über die Ab- r ü st u n g vorbereitet werde, wird jetzt bestritten. Der Papst, so meldet man, beabsichtige nur in einer zweiten Enzyklika über die soziale Frage seinem Bedauern über die fortgesetzte Vermehrung der Militärlasten Ausdruck zu geben. Aber wohl genau so wie in der ersten„sozialen" Enzyklika, worin das gesell- schaftliche Elend mit theologischen Trostreden abgefunden wird. D. h. der Papst wird die Lasten des Heerwesens „bedauern", aber sie für n o t h w e n d i g erklären und seine Gläubigen auffordern, die neue Bürde mit„christilcher Geduld" zu tragen.— Der Buudesrath ertheilte in der am 12. Mai ab- gehaltenen Plenarsitzung dem Entwurf eine? Gesetzes, betr. die Ersatzvertheilung, in der durch den Reichstag abgeänderten Fassung sowie dem Gesetzentwurf für Elsaß-Lothringen, be- treffend das Pfandrecht für die von Bodenkredit-Gesellschaften ausgegebenen Schuldverschreibungen, wie er sich nach den Beschlüssen des Landesausschuffes gestaltet hat, die Zu- stimmung und erklärte sich mit der vom Reichskanzler vor- geschlagenen Abänderung des Statuts für das kaiserliche Archäologische Institut einverstanden. Der Antrag Preußens mit dem Entwurf eines Gesetzes über die Gewährung von Bei- stand bei der Einziehung von Abgaben und Geldstrafen wurde den Ausschüssen für Zoll- und Steuerwesen und für Justiz- wesen überwiesen.— Die ländliche Arbeiterfrage soll jetzt von den Junkern, diesen so gar nicht interessirten, unparteiischen, sachlichen Männern,„gelöst" werden. Die„Pommers che ökonomische Gesellschaft", ein Fachverein der Großgrundbesitzer, hat zum„Studium" der ländlichen Arbeiterfrage eine Kommission, bestehend aus den Herren von Below(Saleske), von H e r tz b e r g(Lottin), von Knebel(Düberitz-Lübgust), W e n d o r f(Naulin), F l i e ß b a ch(Landechow) und Z i t e l m a n n(Jasenitz), gebildet. Auf Antrag des Herrn v. Hertzberg werden dieser Kommission als„besonders ins Auge zu fassende Maßnahmen zur Lösung der Arbeiterfrage" überwiesen: 1) die Errichtung von Arbeiter-Konsumvereinen. 2. Die Er- richtung von Volksbibliotheken. 3. Die Einführung der Akkordarbeit. 4. Die Verbesserungen der Arbeiterwohnungen, sowie eventuell 5. die Seßhaftmachung der ländlichen Ar- beiter und 6. die Begründung eines Arbeitgeberbundes. Die von Below, von Knebel und die anderen Vertreter des „alten und befestigten Grundbesitzes", welche die Land- arbeiter wieder in den Zustand der alten Hörigkeit zurückdrängen, die Arbeitskräfte nach Belieben zum niedrigsten Lohne ausnützen, sie als Stimmvieh gebrauchen und an die Scholle fesseln wollen, werden ihre Aufgabe glänzend lösen. Des Pudels Kern ist natürlich der„A r b e i t g e b e r b u n d", der sechste Gegenstand des„Studiums". Selbiger Bund wird nach berühmtem Muster— wir erinnern an die Unter- nehmervereinigung der Provinz Sachsen— die Agrarier zur Unterdrückung des Landvolks noch fester zusammen- schließen.— Bom Deutschfreisinn. Prinzipienfest ist er, der Dentschfreisinn. Die Vertrauensmänner der deutsch- freisinnigen Partei der Pfalz haben am 11. d. eine Resolution beschlossen, in der sie sich, falls die dauernde gesetzliche Festlegung der zweijährigen Dienstzeit gewährt und die Deckung der Kosten nicht auf die Schultern der ärmeren Klaffen gelegt wird, mit einem weiteren Entgegenkommen bezüglich der Friedens- präsenz st ärkeeinver st andenerklären. Merkt's Euch, Ihr Wähler!— Vom preußischen Volksschnllehrer. Der Unterrichts- minister hat die königlichen Regierungen veranlaßt, bei der aber hart, woran besonders die knöcherne Stirn und die pechschwarzen Haare und Augen schuld sind. Sie scheint die Intelligenz und Bildung der Familie zu vertreten. Die älteste Tochter, Agnes, ist, obgleich erst neunzehn Jahre alt, fast schon verblüht. Es ist ein nervöses, zartes Wesen. Wenn sie spricht, rötben sich ihr sofort die Augen und stehen voll Thränen. Rosa, die zweite, ein wirklich schönes Mädchen mit langen blonden Locken, ist mit einem Vetter verlobt und scheint in dieser Liebe ganz aufzugehen, wenig- stens sitzt sie immer schmachtend da und wird erst lebendig, wenn von ihm die Rede ist. Die jüngste, Elfriede, ist ein allerliebster Backfisch, munter, enthusiastisch, überschwenglich. Natürlich schwärmt sie schon für mich. Herr v. Kries be- findet sich gegenwärtig als Reichsbote in Berlin und seiner Abwesenheit habe ich auch nur mein Engagement zn ver- danken. Der äußerst musikalische Herr kann nämlich nur Meister singen und spielen hören. Die Uebungen seiner Töchter sind ihm fürchterlich, so daß sie nur heimlich betrieben werden dürfen. Wenn er vom Felde heimkommt, muß das Klavier sofort geschlossen werden. Nun, sollte sich die Gelegenheit dazu bieten, so würde ich diesen hyperempfindlichen Herrn doch etwas abzuhärten suchen. Der Respekt vor ihm scheint bei Frau und Töchtern enorm, die Schwester dagegen aus vertrautem Fuße mit ihm zu stehen. Ich sehe schon, daß es hier allerlei zu beobachten giebt. Frau v. Kries studirt eifrig die Zeitung resp. die Reichstags-Berhandlungen, wahrscheinlich in der Hoffnung, auf eine Rede ihres Gestrengen zu stoßen. Fräulein Adele belächelt diese„Zeitnngsleserei", als wolle sie sagen: Tu verstehst doch nichts davon; die Töchter halten das Zeitnngs- lesen sogar für unweiblich. Du wirst fragen, lieb Mütter- lein, und unsere kleine naseweise Tussy gleichfalls, wie ich mich unter diesen Leuten zurechtfinden werde? Seid un- besorgt, meine Lieben. Der Vater ist es, das weiß ich; der kennt seine Tochter: sie wird sich ihre Stellung schaffen und ihren Platz zn behaupten wissen. Doch da hätte ich fast vergessen, Euch den jüngeren Sprößling der Familie, den kleinen Nachkömmling Hans, vorzuführen. (Fortsetzung sofgt.) Wiederbesetzung von BolkSschullehrer-Ste l l e n eder bei der Neuregulirung von Lehrerbesoldungen darau Ledacht zu nehmen, daß die etroaigen niederen K i r ch e n d i e n st e, welche mit den Stellen verbunden sind, von diesen abgetrennt werden. Tie Herrlichkeit des GegenwartSstaateS ist offenkundig. Wie amtlich nachgewiesen wird, hat in P r e u ß e n die Zahl derjenigen verwahrlosten Kinder, welche im Jahre vom 1. April 1891/92 in Zwangserziehung untergebracht wurden, 1600 betragen. Seit dem Jnkraft- treten des Gesetzes vom 19. März 1878 waren 20 080 verivahrloste Kinder der Zwangserziehung übergeben, so dasl der Zuwachs im Jahre 1891/92 9 pCt betrug.— Wenn die sozialen Zustände der Masse verbessert werden, wird die nicht von der Sozialdemokratie, wohl aber vom Kapitalismus zerstörte Familie kein leerer Schall mehr sein, und die„verwahrlosten Kinder" werden aufhören, eine soziale Massenerscheinung zu sein.— Frankreich. Der Pariser ManifestirungS- Ausschuß für den 1. Mai hielt am 14. Mai eine Versammlung ab, in welcher gegen das Verhalten der Polizei am 1. Mai protcstirt wurde. Dumay erklärte, die Polizei suche nach Material, um gegen die in Haft befindlichen Redner und gegen den Abgeordneten B a u d i n mit außerordentlicher Strenge vorgehen zu können.— Rochefort bringt eine Notiz im„Jntransigeant", in welcher er behauptet, daß der Panama-Mann Kornelius Herz geneigt sei, nach Frankreich zurückzukehren und Papiere auszuliefern, welche Deputirte und Senatoren sehr start kompromittiren würden. Herz stellt aber die Bedingung, daß die über seine Güter verhängte Beschlagnahme auf- gehoben werde!— Für die Geschichte der FranzSstschen Revolution wurde an der Pariser Universität in den 70er Jahren ein besonderer Lehrstuhl errichtet, den ein verdienstvoller Forscher, Herr Aulard, einnimmt. Da dieser der systema- tischen Geschichtsfälschung royalistisch- pfäffischer Tendenz- schreibe! scharf entgegentritt, so ist er die Zielscheibe mannigfacher Angriffe. Und neuerdings sind seine Vor lesungen wiederholt von reaktionären Studenten gestört worden. Dies hat nun schließlich den Zorn der republika- nisch gesinnten Jugend erregt, und vorige Woche wurden die frommen Herren Skandalmacher so kräftig durchs geprügelt und vor die Thüre gesetzt, daß ihnen das Wieder kommen vergangen ist. Leider hat Herr Aulard, der ganz in bürgerlichen An: schauungen steckt, sich auch zu Angriffen auf den Sozialis: mus verleiten lassen, die unser Pariser Organ, der „Sozialist", sehr energisch zurückgewiesen hat. Herr Aulard versteht etwas, ja viel von der Geschichte der französischen Revolution, und er versteht garnichts vom Sozialtsmus— der Schuster bleibe doch bei seinem Leisten!— Aus der Schweiz. Bei den Nachwahlen für den Züricher Kantonsrath wurde Genosse K o n z e t t mit 455 Stimmen gewählt. Sein Gegner, Gemeinde Präsident Slettbacher, erhielt 432 Stimmen. Die Oer- likouer Arbeiterschaft hat das in sie gesetzte Ver trauen gerechtfertigt; sie hat der Sozialdemokratie den e l s t e n Vertreter gegeben. Die sozialdemokratischen Ver- treter können nun im Kantonsrath eine Fraktion bilden, die das Zünglein der Waage zwischen Demokraten und Liberalen in der Hand hält. Die spanische Deputirtenkammer nahm mit 232 gegen 7 Stimmen die Vorlage, betreffend die Verschiebung der Munizipalwahlen, an. Die repuvlikanischen Deputirten hatten vor der Abstimmung den Saal verlassen. Im Volke herrscht große Gährung.— Zlmerikanischer Polizei- Anarchismus. AuS New- Jork telegraphirt man unterm 14. d. M.: Aus Buffalo wird gemeldet, daß die Polizei im Vereins- lokale der dortigen Anarchisten mehrere Schriitstücke beschlagnahmte, aus welchen hervorging, daß ein Plan beabsichtigt war, die Chicagoer Wasserwerke in die Luft zu sprengen und dann die Weltaus st ellung in Brand zu stecken. In da? Komplott waren die bekannten Anarchisten Wrombloski, Strauß und Carl verwickelt, die jetzt flüchtig sind. Die Chicagoer Polizei ist bekanntlich sehr geschickt in der Anfertigung„anarchistischer" Komplotte. Seit 1886 betreibt sie dies als Spezialität.—. Parfctnarfiridifctt; Urber die Maifeier am 7. und 14. Mai dringen wir noch folgende Mittheilungen und schließen damit zugleich die Berichterstattung hierüber. 7. Mai. Gera. Die Maifeier für das reußische Unterland war trotz des Schneefalls am Morgen und obwohl alle Wege aufgeweicht waren, von 4— 5000 Theilnehmer besucht. Alles verlief zur vollsten Zufriedenheit. Em a n u e l Wurm aus Hannover hielt die Festrede; er forderte darin zum festen Zusammenschluß aller Kräfte für die Neuwahl auf. Die Begeisterung war groß.— Mülheim. Am Ausflug nach der Tiezichrather Mühle betheiligten sich 600 Personen, vier Gesangvereine unterhielten die Versammelien aufs beste. Schöner Ver- lauf des Festes.— Itzehoe. Die Maifeier war von 600 Per- sonen besucht. Nachdem die Polizei gegen das Fest zuerst nichts einzuwenden gehabt hatte, erhielt der Vertrauensmann am 6. Mai folgendes Schreiben:„Nach öffentlichen Maueranschlägen sollen bei der sozialdemokratischen Maifeier in Peter's Tivoli am 7. d. Mts. Schaustellungen gegen Eintrittsgeld stattfinden. Mit Rücksicht auf die Bestimmungen im ß 33a der Gewerbe-Ordnung würde schon in der Erhebung von Eintrittsgeld seitens der Ver- anstalicr der Feier und der Schaustellungen ein tonzessions- bedürftiger, beim Mangel der Konzession strafbarer Betrieb zu erblicken sein. Auftragsgemäß eröffne ich Ihnen Vorstehendes und verbiete Ihnen die Veranstaltung der qu. Schaustellungen bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen. Die Polizeiverwallung. Steiubrück." Der Urheber dieses Verbots soll der Landrath sein. Voriges Jahr war zur Maiseier der Ball verboten, diesmal war die theatralische Aufführung nicht erlaubt. Trotzdem ließ sich niemand den Humor trüben— das Maisest verlies auch diesmal vortrefflich wie immer.— Heddernheim bei Frankfurt am Main. 4—460 Theilnehmer. Würdiger Verlauf. Die Polizei hatte der Feier sehr enge Grenzen gezogen und war außerordent- lich stark vertreten.— O st e r w i e k. Maffenbetheiligung. obwohl regnerisches Wetter herrschte. Vortrefflicher Verlauf.— Lech- Hausen. Die drei Säle des Gasthauses zum grünen Kranz erwiesen sich dem Massenandrang gegenüber als zu klein; dabei fanden am gleichen Tage zwei gegnerische Versammlungen statt. Die starke Betheiligung an der Maifeier ist ein gutes Zeusten für die bevorstehende Wabl.— Offenburg. 6—700 Fest- theilnehmer. Festredner Wille. Die vetheiligung war gegen- über der vorigen Maifeier bedeutend stärker, was auch hier für die Reichstagswahl als gutes Vorzeichen betrachtet wird. Die ganze Feier verlief ohne Störung. In Eisen berg i. Th. fand am 6. Mai eine Versammlung für Männer und Frauen statt, in der Julius Röthing aus Leipzig unter großem Beifall sprach. Die bekannte Resolution wurde einstimmig angenommen. Trotzdem die Polizei jedwede Maifestlichkeit, sogar eine mit Musikbegleitung geplante Landpartie zum nächsten Dorf verboten hatte, ließen es sich die Eisenberger Parteigenossen doch nicht nehmen, die Maifeier festlich zu begehen. Dies geschah in Form eines Ausflugs, an dem 250—300 Personen — Männlein und Weiblein— theilnahmen. Möglich, daß auch aus diesem harmlosen Epaziergang noch ein hochnothpeinlicher Prozeß konstruirt wird, unterm„neuen Kurs" ist, namentlich in Ländchen, die das Wort Sachsen im Namen führen, alles mög lich.-- Gelsentirchen. Nachdem am 1. Mai zwei Versamm lunaen abgehalten worden waren, wurde am 7. Mai ein Ausflug nach der Ruhr unternommen. In einer der Versammlungen tra auch der ä In Jhring-Mahlow berühmte Herr Panier auf, der augenblicklich stark in„Unabhängigkeit" macht. In Wermelskirchen war die Maifeier von zirka 400 Personen besucht. Die Stimmung war eine gute; alle? ver- lief nach Wunsch. Keinerlei Störung ist vorgekommen. In einigen Orten, wo das Wetter am 7. Mai zu ungünstig war, mußte das Maifest auf den 14. Mai verschoben werden. der denn auch, soweit wir erfahren konnten, überall ein echter und rechter, wundervoller Maitag war. Von den Parteigenossen. die den 14. Mai als Festtag erkoren, haben sich zur Stunde nur die Frankfurter(am Main) gemeldet. Ihr Waldfest verlief großartig. Gegen 20 000 Personen nahmen daran theil; der Zudrang war einfach ungeheuer. Trotzdem— würden die Bürgerlichen sagen—, selbstverständlich, sagen wir, ver- lief alles in bester Ordnung.— Die Münchener hatten ihre Maiseier gleichfalls auf den 14. Mai verschieben müssen. Was sie am 7. Mai an Amüsement nicht genießen konnten, werden sie am 14. Mai doppelt und dreifach»achgeholt haben. Wenigstens läßt es auf eine auhergewöhnlichselige Stimmung schließen, daß sie ganz vergaben, dem„Vorwärts" Nachricht zu geben darüber, wie denn das Fest ausgefallen sei. Nun, sie werden den Mai ge- s°iert haben so schön und begeistert, wie man im Süden überall Volksfeste feiert. Damit sei die Berichterstattung über die diesjährige Mai feier endgiltig geschloffen. Ob das Fest so ausgefallen ist oder nicht, wie es erivartet wurde, werden die Leser aus den Schtl- derungen des„Vorwärts" selbst ermessen. Unsere Meinung ist, daß trotz der auch diesmal recht ungünstig gewesenen Witterung Deutschland seine Maifeier so schön und unter so großer Be- theiligung der Masse» beging, daß es auch in dieser Beziehung wiederum bewiesen hat. was seine wohl disziplinirten, gut orga- nistrten, politisch und wirthschastlich aus einem Geiste heraus: handelnden Söhne und Töchter Großes zu leisten vermögen. Bon der Agitation. Gegen 1000 München« r Partesi genossen vertheillen am Himmelfahrtstag im Zeitraum von einer Stunde 100 000 Wahlflugblälter.— Am gleichen Tage ver- theilten 360 Parteigenossen aus Halle a. S., die sich in 65 verschiedene Trupps getheilt hatten, 15 000 Flugblätter auf dem Lande. Sie wurden von den Bauern mit wenig Ausnahmen gut aufgenommen. Die Leipziger Parteigenosse« ersuchen alle dortigen Radsahrer, die gewillt sind, ihnen zu schneller Be- sorgung der Wahlgeschäfte behilflich zu sein, um Mit theilung ihrer Adresse.— Den„Ordnungs"partelen sind die Rad: fahrer bei den Wahlen sehr nützlich gewesen. Der militärische Boykott ist in M a i nz über die Brauerei „Alte Krone" verhangt worden.— Der Reibnitz ging, die Reib- mtzerei ist geblieben. Parteikonferenzen werden' abgehalten am l. Pfingstfeiertag von Vormittag 11 Uhr an im Felsenkeller zu Calbe a. S. für die Sozialdemokratie des Wahlkreises Catbe-Aschersleben; am gleiche» Tage von Nachmittags 3 Uhr ab im Miehe'schen Lokale. Vorderer Brühl in Hildesheim für die Parleigeniffsen aus dem 10. hannöverschen Wahlkreise; am 2. Pfingst- leiertag von Nachmittags 2 Uhr ab im Weißen Roß zu r ä se» t h a l für die Parteigenossen aus dem 2. m e i n i n- genschen Wahlkreis. In Grabow bei Stettin' war das Resultat der am 16. November vorigen Jahres zu unseren Gunsten verlaufenen Stadlverordnetenwahl sür ungiltig erklärt worden. Es wurde deshalb am 9. Mai noch einmal gewählt. Das Resultat beider Wahlen ist nun folgendes: Am 16. November 1892 erhielten die sozialdemokratischen Kandidaten Borkmann, Schmidt, Heins- berg je 126 Stimmen, die Gegner 116 Stimmen; am 9. Mai 1893 erhielten die sozialdemolratischen Kandidaten je 246, die Gegner 86 Stimmen. Nun werden die„Ordnungsleute" wohl Ruhe haben. Die Deleairten der Sozialdemokratie der Provinz Sachsen and Anhalts tagten am 11. Mai auf einer Konserenz in H a l l e a. S. 16 Wahlkreise waren durch 21 Detegirle ver- treten. Es wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Delegrrter der rovinz Sachsen auf dem Züricher internationalen Kongreß ist ritz Kun er t- Friedrichshagen, Stellvertreter Adolf l b r e ch t- Halle. Der diesjährige Provinziat-Parteitag wird nur abgehalten, wenn die Nothwendigkeil hierzu vorliegt; die Entscheidung hierüber bleibt den Halle'schen Parteigenossen vor- behalten. Ei.urt, Magdeburg und Halle a. S. haben sür ihren Bezirk jeder ein Zenlral-Wahlkomitee zu wählen. Reichstags- kandidat für den Mansselder Kreis ist Hofmeister- Halle. ür Torgau-Liebenwerda Müller- Schkeuditz, für Sangerhausen Plorin-Halle. Bei Stichwahlen darf sür keinen Gegner ge- stimmt werden, möge er heißen, wie er wolle. Dodtenliste der Partei.'In M ü n ch e n ist am 14. Mai einer unserer ältesten und bewährtesten Genossen, der Schrerner Winterblum nach schweren Leiden gestorben. Winterblum war ein aufopfernder, zielbewußter und erfolgreicher Kämpfer der Arbeitersache, zu jeder Stunde bereit, das Schwerste ohne Klagen und Zögern für die Sozialdemokratie zu thun und zu dulden. In den langen schweren Jahren der Aera des Sozialistengesetzes hat er sich um die Münchener Partei große Verdienste erworben, im Stillen wirkend, treu wie Gold, selbstlos und unermüdlich. In Sturm und Drang hielt er ruhig aus. Zweimal schickten ihn die Münchener Gerichte in den Kerker. In den zwei ersten München er Geheimvunds- Prozessen, bei denen der schwur- gewandte berufene Polizelkommissar Michel G e h r e t die Sozial- demokraten ans Messer lieferte, wurde er zu Hohen Gefäugniß- trafen verurlheilt. Auch in den dritten GeheimbundS-Prozeß, der mit der Freisprechung aller Angellagten uno mit der Brand- marlung des Gehret und seiner Lockspitzet endete, war er verwickelt. Das erste Mal saß er im Nürnberger Zellengefängniß, das zweite Mal. unter den ungünstigsten Bed>ngnngeii— der damalige Gesängniß-Direkior behandetle die politischen Ge- angenen wie gemeine Verbrecher, ließ sie scheeren und sonst tribuliren— war er in Amberg inhaftirt. Als er aus Amberg zurückkam, brachte er den Keim des tödtlichen Leidens, das ihn nun hingerafft hat in der Blüthe seiner Jahre, mit in die bojuvarische„Freiheit". Aber geistig ungebrochen trotz Krankheit und Kümmerniß trat er in die Reihen der kämpfenden Partei, war Vorstand des Wahlvereins. Er wird chmerzlich vermißt werden. Ehre seinem Angedenken! Ferner sind aus dem Leben geschieden: In Wetter der älteste dortige Parteigenosse, Ferdinand Kleine,«« Jahn c m a n n»- alt. In Hannover-Linden Eduard Herl 3000 Genossen gaben ihm das Grabgeleite. Im 16. sächsischen Wahlkreise(Chemnitz) wurden im Verlauf von 4 Wochen vier wackere Parteigenossen der Erde .'14..___ ifvv.« ry; ty S n i f,„. �indeisen- Allendorf, übergeben, ihre Namen sind Karl Fi n__________„ Friedrich Haßlauer- und Karl Schmiedel- Chemnitz. Ernst Grünert-Gablenz. Allen erwiesen die Genossen die letzte Ehre. In Böhmen verstarben- Franz Pötzel in Dallwitz und Porzellandreher A n t o u B i l l in L a u n. Vertttilcllkes; Der„Oberlausilz er Volksbote" schreibt auS OlberSdorf: Ein in seinen Folgen unberechenbares Eisenbahn- Unglück wurde am 6. d M. durch die Geistesgegenwart des Gasthofsbesitzers Reinhold Steudtner hier auf Haltestelle Zeißig- schänke verhütet. Bei dem Nachmittags um 6 Uhr 20 Min. von Bahnhos Bertsdorf hier eintreffenden Zuge, welche durch einige mit Johnsdorfer Mühlsteinen beladene LowryS sehr schwer be- lastet ivar, hatte auf noch unaufgeklärte Weise die Äremsvor- richtung theilweise versagt und der Zug kam mit rasender Schnelligkeit auf das Dorf zu. Selbst durch anhaltendes Kontre- dampsgeden konnte der Maschtnenfllhrer den Zug nicht wieder in seine Gewalt bekommen und gab er infolge dessen schon von weitem durch ununterbrochenes Pfeifen Nothstgnale. Herr Steudtner, die Gefahr sofort erkennend, streute nun schnell Sand auf die Schienen, wodurch er bewirkte, daß die Bremsen der Lokomotive nunmehr griffen und der Zug bald darauf am Aus- gang« der Bahnhofsanlage zum Halten gebracht werden konnte. Wer weiß, wieviel Unheil hierdurch verhütet wurde. Aus LandSbera wird berichtet: In dem Prozeß um die Herrfchaft Steinbusch ist der Besitzer Herr von Gustedt vom hiesigen Landgericht zur Zahlung von 5»/, Millionen an das Bankhaus Anhalt u. Wagner Nachfolger in Berlin ver- urtheilt worden. In Bayreuth ist abermals ein Selbstmord im«. E h e- vauxleger- Regiment, der zweite innerhalb weniger Tage, vorgekommen. Der Eskadronschreiber der 1. Eskadron, Zillich, aus Hamuurg stammend, hat das seit vorigem Herbst von den Rekruten seiner Escadron ersparte und ihm anvertraute Geld im Betrage von 170 M., für das steh die Rckrulen photo- graphiren lassen wollten, für sich verbraucht. Als die Leute das tzeld zurückverlangten, schoß sich Zillich mit einem Revolver eine Kugel durch den 5topf und war sofort tobt, In einem Schreiben an den Wachtmeister bemerkte er, seine Eltern würben die unter- schlagene Summe ersetzen. Schiffsunglü». Nach einer Meldung des„Reuter'schen Bureaus" aus Swansea hat bei Lundy im Bristolkanal ein Zu- ammenstoß zwischen dem Dampfer„City os Hambourg" und dem Dampfer„Counteß Evelyn" aus Bilbao staltgesunden. Die „Counteß Evelyn" ist gesumen, acht Reisende und sechszehn Mann von der Bemannung fanden in den Wellen ihren Tod. In den Werkstätten der New-Aork-Central-Railway ist, wie die„Franks. Ztg." meldet, für die Ausstellung in Chikago eine Lokomotive gebaut worden, welche den Empire State Expreß mit einer Geschwindigkeit von 32 Sekunden per Meile(1,6 Kilometer) oder 112V, Meilen(l 30 Kilometerl) per Stunde gezogen haben soll. Der Zug habe am Tage vorher 102 Meilen per Stunde gemacht. Literarisches. Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinrich Braun(Carl Heymanns Verlag in Berlin, vierteljährlich 2,K0M.) Die soeben erschienene Nr. 33 hat folgenden Inhalt:'Ein Reformprogramm für die niedere gewerbliche Ausbildung von Dr. Karl von Mangold t. Zur Frage der Ge- winnbetheiligung. Anti-Pinkerton. Gesetze. Lohnverhältnisse in der Industrie der Feinmechanik der Stadt Be-clin im Jahre 189 l. Von Dr. E r n st H i r s ch b er g. Die Arbeits- ordnung der Mainzer Möbelindustrie vor dem Ausschuß. Die Maifeier. Streikbewegungen in Wien. Der Haniburger Verein für Handlungskomnüs. Ein französischer Gesetz- entwurf betreffend die in den Handlungshäusern beschäftigten Frauen und Kinder. Regelung der Arbeit der in de» französischen Bergwerken und Montananlagen beschäftigten Kinder und jungen Leute. Die Ausdehnung der Unfall- Versicherung in Oesterreich. Zur Statistik der Alters» und In- validenversicherung. Statistik des Allgemeinen Knappschafts- Vereins in Bochum. Arbeitslosenversicherung der niederöster- reichischen Buchdrucker.— Zur Lage der preußischen Volks- schulen. Verlängerte Besuchszeit der Berliner Museen.— Internationaler Kongreß für Gemeinnützigkeit in Chicago. Albert Dulk'S sämmtliche Dramen. Erste Gesammi-AuSgabe. Herausgegeben von E r n st Z t e l. Die Gesamml-Ausgabe wird drei Bände umfassen. Der erste Band ist erschienen. 433 und VIII Seiten. Preis drosch. 8,— M., gebd 4,— M. Verlag von I. H. W. D i e tz in Stuttgart. Inhalt: 1. Band. Albert D u l k, sein Leben und seine Werke. — Orla, dramatische Dichtung.— Lea, Drama in fünf Aufzügen.— 2. Band. Jesus der Christ,-in Stück für die Volksbühne in neun Handlungen.— Simson, ein Bühnenstück in fünf Handlungen.— 3. Band. K o n r a d der Zweite. Historisches Schauspiel in sechs Handlungen. Erster Theil: König Konrad der Zweite. Zweiter Theil: Kaiser Konrad der Zweite.— Willa, Schauspiel in drei Handlungen. Die Gesundheitspflege de« WeibeS. Von Dr. F. B. Simon Mit 34 Abbildungen und einer farbigen Taiel. 16. Band der Internationalen Bibliothek(kleine Ausgabe). 304 und VIII Seiten 3°. Preis drosch. 2 M.. gebd. 2.50 M. Vir- lag von I. H. W. Dietz in Stuttgart. Inhalt: Erstes Kapitel: Vom Bau und Leben des menschlichen Körpers.— Zweites Kapitel: Der Körper des Weibes.— Drittes Kapitel: Mädchen-Erziehung. Ernährung des Säuglings. Die Gesundheitspflege während der Schuljahre.— Viertes Kapitel: Die Gesundheitspflege der Jungfrau.— Fünftes Kapitel: Die Gesundheitspflege der Gattin. I. Schwanger- schaft. II. Geburt und Wochenbett. A. Das Kindbettfieber. B. Die Verhütung des Kindbettflebers. 0. Die Pflege der Wöchnerin und Stillenden.— Sechstes Kapitel: Dt» an- steckenden Geschlechtskrankheiten. Ein militärischer Justizmord. Von A. Th. Bihler, inval. ahlmeiiier und Intendantur- Aspirant. Stuttgart. Im »elbstverlage. Die Sklaven-Aufstände deS AlterthnmS. Von Ernst rank. München. Vertag der„Münchener Post"(Ed. cbnlid). Heiue-Allmanach. Herausgegeben von der Literarischen Gesell- schafc in Nürnberg. Nürnberg. Verlag von Karl Koch, Buchhandlung. Bon der„Neuen Zeit"(Stuttgart, I. H. W. Dietz' Verlag) ist soebe» das 33. Heft des 11. Jahrgangs er- schienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Fauvs qui peut! — Die jüngste„Verfassung" in Deutschland. Von E. Adler. — Die Rentengütergesetze in Preußen. Von Dr. Rudolf Meyer.— Werth und Preis. Eine Antwort an Herrn Hugo Lands von Conrad Schmidt.(Schluß.)— Literarische Rund« schau.— Nolizen: Arbeiterzustände in Japan.— Feuilleton: Lilith. Novelle von A. v. Perfall.(Schluß.) Für den Inhalt der Inserate über» nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den IS. Mai. Oprrnhan». Bajazzi. Die Rebe. Aeneo Theater. Vasantasena. Deutsches Theater. Der Talisman. Kerliner Theater. Der Freund des Fürsten. Kefftng-Theater. Ultimo. Wallner-Theater. Geschlossen. Kroll's Theater. A Santa Lucia. Kestdenz• Theater. Die Sirene. Vorher: Besuch nach der Hochzeit. Adolph Genlt-Theater. Goldlotte. Friedrich-WUKelmltädt. Theater. Der Zigeunerbaron. Diktoria-Theater. Die Reise um die Well in achtzig Tagen. National Theater. Die Waise aus Lowood. Aleranderplatz-Theater. Zimmer- mann's Lene. W inter-2. Ii 1} 1 1 U)» Spezialitäten-Vorstellung. Oorina, M Kanonen-Weib. Geschw. Rigoli, Familie Carlo etc. Am 1. u. 2. Feiertag: grölfonjctt und FruhvorsteUnng. Volhsbrluftigunorn. Im Saale: gOST BALL.(4199L* Norddeutsche Brauerei. 58. Chaussee- Strasse 58. Täglich: Concert. Wochentags Entere frei. Bei ungünstiger Witterung im Saal. VA?" Die nen eingerichtete Kaifee- k liehe ist den geehrten Gästen von 2 bis 6 Uhr geöffnet!_ 4146Lt Moabiter GeseE8schaftshaus> Alt-Moadit 80»nd 81. Täglich: Theater- miD Spezialitaten- Vorstellung, sowie Concert. Ansang 4 Uhr. Entree 30 Pf., reservirier Platz SO Pf. 4I27L' tkelrnuth Peters. RHtinlanbijlHer Tnnnel genannt: Die ffdele Nagelkilte. Berlln Ii, Elsasserstrasse 73. Neu! Neu I Die Möbel-Polonaise! oder: 4070L* Meber Hat'n Kcbrr, an de Lunge, an de Zunge, an de Leber! Vorträge der berühmt. Gesang- vereine„Balde Lunge" und „lieuchhusteu", Vorzügliche» Lagerbier der „Schöneberger Schlonbrauerei" ä Seidel 10 Pfennige. H. Schultzefmirn J). (Notiz: Mang uns mang is teener nich mang, der ntch mang uns mang jehörl.) Kinderwagen, grösstes Lager.billigsle von 9 M. an, auch Theiizahlung, Preise. Orani ranienstr. 3 im Korbgeschäft.[4204(1? Unserm Kollegen und Genossen Franz Loyack zu seinem heutigen Geburtstag ein drei Mal donnerndes Hoch, daß der Schwan in Rummelsburg Kreuzpolka tanzt und die Eier vom Dach kollern. Franz! Also, mein lieber Alter. 42088 Mehrere Kollege». Zentral- Krankenkasse der Zimmerer Ging. Silfs kaffe|lr. S Hamburg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Prava Grabowsky am 14. Mai verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. Mai, Nachmittags 4-/, Uhr, vom Städtischen Krankenhaus am Friedrichshain nach dem St. Pius-Kirch- hos in Wilhelmsberg statt. Der Vorstand. Charlottenburg. Den Mitgliedern des Sozialdemo- kratischen Wahlvereins zur Nachricht, dan unser treuer Milkämpser, das Mitglied 413/4 Hermann Engler am 14. d. M. an Hirnenlznndung ver- slorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, Nachmittags d Uhr, vom neuen Kirchhof Westend aus statt. Die Genossen, sowie die Mitglieder der Arbeiter- Gesangvereine werden er- sucht, zahlreich z» erscheinen. Sammel- platz beim Genossen H. Weruicke, Kruminestr. 19, Nachmittags 4 Uhr. Oer Vorstand. � Empfehle mein Geschäft in friscaen Blamen und Kränzen. 3528 L Robert iyieyepy Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Jrrthum zu ver- meiden, bitte ich meine Freunde und Genossen, genau auf meine Ndresse zu achten. Edmund Schulz, vorigen Herbst bei Herrn P o e t s ch, Brüderstraße, de- schnsligt, wird höfl. um baldige An- gäbe seiner Adresse ersucht. 42I2L Karl Schwedt, Reinickendorf: des Königlichen Amts- richters a.D. Alle Jakob- straße 130. Gewissenhafter Rath in allen Angelegenheiten. Unbemittelten unenl- geltlich. Auch Sonntags. 39818' Moritz- Etablissement Monh- *la5 Buggenhagen. Pa* Täglich: Inffrume»tal-ffon»ert. ©rofzer Lrühstüch»-«. Mittag»- tisch. Spezial-Ausschan! von Llaben- hoser Lagerbier, hell und dunkel. LA?" An Sonn» und Festtage» findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Ps. Sonnt. 25 Pf. Sät» für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten zc. WWW B Verlag bcs„Vmarts" Berliner ValkSblait Srrlin SW., Keuthstraste 2. Zur Reichstagsvahl! Ende dieser Woche erscheint in unserem Verlage: Die Thatigkeit des Deutschen Reichstags von >890—1892. ca. 12 Bogen Dmiang. Taschenformat. WMWWI» Preis 20 Pf.»WW»» In partiee»»nd für Wirderveriränfer Rabatt« AuS dem Inhalt dieser Broschüre heben wir hervor die Kapitel über Militarismus, indirekte Steuern, Sozialreform. (Gewerbegerichte. Gewerbeordnung, Krankenkassengesetz. Unfall- und Jnvaliditäts- und Altersversorgung), serner über die moderne Produktion und das Handwerk. In einem Anhange dazu werden die Verfassung des Deutschen Reiches, das Wahlgesetz nebst Reglement sowie die Entschei- düngen der Wahlprüfungskommission beigegeben werden. Das Schristchen wird ferner Winke für die Agitation, vor allem auch für die Flugblattvertheilung auf dem 8ande, enthalten, und somit jedem Reichstagswähler ein willkommenes Handbüchlein für den jetzigen Wahlkamps sein. Parteigenossen! Benutzt und verbreitet das oben ange- kündigte Schristchen fleißig, es wird in diesem Wahlkampse wesentlich dazu beizutragen, die Genossen unseren Gegnern gegen- über schlagfertig zu machen und die Arbeil der Agitation zu erleichtern. Mir ersuchen um sofortige Angabe de» Kedarte».~&S Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Aufteägen von außerhalb er- suchen wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages(Porto extra). 3. Mahlkreis. 2 ofeniliiie WWer-VechmbliW l. Dienstag, den 16. Mai, Abends 8 Uhr, bei Martens, Friedrichstraße 236. 2. Freitag, 19. Mai, Ab. 8 Uhr, in der Bochdranerei, Tempelhofer Serg. Tagesordnung in beide» Versammlung»«: 1. vis bevorstehende Reichstagsvahl. Referent Reichstagskandidat Richard Fischer. 2. Diskussion. 345/7 Um zahlreiches Erscheinen ersucht DI« Vertrauensperson. Sozialdemokratischer Wahlvereio für den 6. Berliner Reichstags-Wahlkreis. Dienstag, 16. Mai, Abends Sva Uhr, in Nagel s Talon, Tchwedterftrafte 23: nST* Vorfannnlung."�1 Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Reichslagswahl und die verschiedenen Parteien. L. Diskussion, Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 240/3 ver Vorstand, Die Genossen werden ersucht, die gelesenes Broschüren und Arbeiter- Zeitungen aus den Zahlstellen abzugeben. ItuHraus Friedenaus Grosse Wähler-Versammlung für Mcknau, Sieglitz Nil Umgegtllij am Mittwoch, den 17. Mai, Abends 8 Uhr. Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Reichstags- Wahl. Referent: Paul Singer. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. 413/3 Der Ginberufer. Charlottenliurq. TijMn. Wchlimi» str Mm-BttSlm-HMtMiirz. Gr. ösfeiitl. Wiiljler-TtrsmMg am Donnerstag, 18. Mai, Abends 3 Uhr, in Blsmarckshöhe, Bismarckstr. 80, Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen ff. ved-l, über: Die bevorstehende Reichs- tagswahl. 2. Dlskusston. 3. Wahl eines Lokal-Wahlkomitees. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Ächtung I Achtung! ZMnMal, WeWnUide, Treptm.Mrshoj n. MM. Donnerstag, den 18. Mai, Abends 8 Uhr: Große Wähler-Versammlung im großen Saale der Brauerei Borussia zu Niederschönweide. Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Neichstagswahl. Referent Reichstagskandidat Fritz Inbril-Berlin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Untoste» wird ein Eintrittsgeld von 10 Pf. erhoben. Um recht zahlreiches Erscheinen ersuchte 411/12 Der Vertrauensmann. G.Else. Bereinigung der Drechsler und verwandter Berufsgenossen Deutschlands. Grtoverwaltung Krrlin. Mittwoch Abend 8V2 Uhr, bei Ehrenberg, Annenftr. 16: ÜM" Versammlung.-WW Tagesordnung: 1. Ausschluß über den Zusammentritt des Holzarbeiter» Verbandes. 2. Wahl von zwei Ausschußmitgliedern. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. 136/13 Freie Voiksisühne. Der unterzeichnete Vorstand der„Freien Volksbühne" hat nach Be- rathung mit dem Ausschusse und mit zahlreichen Mitgliedern des Vereins eine Beschränkung der Vorstellungen beschlossen. Die für den Mai bereits an- gekündigten Vorstellungen müssen kontraktlicher Verbindlichkeiten halber statt- finden, dagegen sollen die Vorstellungen für den Juni erst am 13. dieses Monats beginnen. Die nächsten Vorfiellungen würden also wie folgt stattfinden: am 21. und 23. Mai für die 3. und 4. Ablheilung im Lessing-Theater. dann am 13. und 25. Juni für die 1. vnd 2.. am 2. und 9. Juli für die 3. und 4. Abtheilung im National-Theater. 104/9 Die Vorstellungen für den Monat Juli fallen auZ. Die Beiträge für diesen Monat zu zahlen oder nicht zu zahlen, steht den Mitgliedern frei, doch erwächst ihnen aus der Nichtzahlung keinerlei Rechts-Nachtheil. Der Vorstand hat diese Beschlüsse gesaßt, ohne eine Generalversammlung einzuberufen, deren Abhaltung ihm augenblicklich unthunlich erschien. Er wird bei der nächsten, statutenmäßigen Generalversammlung Indemnität für sein Vorgehen nachsuchen. Er beabsichligl gleichzeilig, dieser Generalversamm- l»ng vorzuschlagen, vom nächsten Spieljahre an— mit Rücksicht namentlich auch darauf, daß der September ein ungleich besserer Theatermonat ist. als der Juli— die Vorstellungen im September beginnen und im Juni schließen zu lassen. Das Kommerfrft findet— für die„Freie Volksbühne" allein— am Sonntag, den 23. Juli, in Schlosa Schönholz bei Berlin statt. 0er Vorstand der„Freien Volhsdiilme". Franz Mehring. Paul Dup-nt.|t»iiu» Tiirk.©It» Schneider. __ Krün» Dübelt._ Uhren u.Goldwaaren in bester Ansftthrung zu den billigsten Preisen. 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Die Reichstagswahlen. ___ Wir fordern die Vertrauensmänner sämmtlicher anderen Wahlkreise auf, uns sofort über die Aufstellung der Kandidaten zu unterrichten. Wir können nur die uns aus s olche Weise mitgetheilten Kandidaturen verzeichnen. Offizielle sozialdemokratische Kandidatnren. Drei- zehnter Hannoverscher Wahlkreis Goslar-Herzberg: F. Wille- Berlin. 1. Weimar: August B a u d e r t° Apolda. Duisburg- Mülheim: G. R'vhrlack- Düsseldors. 4. pfälzischer Wahlkreis Pirmasens-Zweibrücken-St. Ingbert: Karl H öltemann-Pirmasens. Reuß j. L.: Emanuel W u r m- Hannover. München l: Georg Birk, München II: Georg v. Voll mar, beide in München. Solingen: Georg Schumacher. Essen: Schröder- Dortmund. Hagen-Schwelm: Ernst Breil. Flens- bürg: H. Dcahlke- Flensburg. Laut Beschluß der Delegirten Konjerenz der badischcn Landeeorganisalion vom 11. Mai: Mannheim: A. Drees dach. Pforzheim: Dr. Rüdt. Freiburg i. B.: Dr. Köhler. Karls- r u he: A. G e ck.'. 1. badischer Wahlkreis(Konstanz): Landwirth Baumgärtner» Göltmgen. 2. Wahlkreis (Schwarzwald): Redakleur Z i e l o w s k i- Offendurg. Wahlkreis(Waldsdut- Säckingen): Schuhmacher H a u g- Freiburg. 4. Wahlkreis(Lörrach): Dr. Rüdt Heidelberg? 7. Wahltreis(Offen bürg): Kaufmann An- l o w ir t h- Ofscnburg. 6. Walkreis(Lahr): Gastwirth K a l n b a ch- Karleruhe. 8. Wahlkreis(Baden-Achern): Apotheker Lutz- Baden-Baden. 12. Wahlkreis(Heidelberg): Dr. Rüdt- Heidelberg. 13. Wahlkreis(Eppingsn- Brett en): Gastwirth K a l n b a ch- 5larlsruhe. 14. Wahlkreis(Oden w a l d) noch unbekannt. Saarbrücken: Leopold E m m e l- St. Johann. Ottweiler-St. Wendel: Jakob T h o m e» Altenwald. Saarburg-Saarlouis: Joseph W e g a n d- Neunkirchen. Saargemünd: Leopold E m m e l- St. Johann. Guben-Lübben: O- V ö l k e l- Berlin. B u n zl a u-Lüben und Löwenberg-Greisenderg: Bruno Geiser- Breslau. Eine Konferenz der nordbayerischen Ver» trauensleute der Sozialdemokratie in Nürnberg hat folgende Kandidaturen ausgestellt: Reg.- Bez. Oberfranken: 1. Hof: Löwenstein- Nüruberg. 2. Bayreuth: Frank- Nürnberg. 3. Förch- heim- Kulm dach: Wie m er- Nürnberg. 4. K r o n a ch Lichtenfels: Scherm- Nürnberg. 5. Bamberg: O e r t e l- Nürnberg. Reg.- Bez. Mittelfranken: 1. Nürnberg: Grillen berger- Nürnberg. 2. Fürth: Segitz- Fürth. 3. Ansbach-Schwabach: Pelz- Nürnberg. 4. E i ch slädt- Weißenburg: Großberger- Nürnberg. 5. Dinkels- bühl: Dehme- Nüruberg. 6. Rothenburg-Neustadt Zick-Farth. R e g.- B e z. Unter franken: l. Aschaffenburg: (bleibt außer Betracht, weil die Agitation dorlselbst von Frank- furt aus besorgt wird). 2. Kitzln gen: W ö r l e in- Nürn- berg. 3. Lohr: Fülle- Würzburg. 4. N e u st a d t a. d. S.: Klein- Würzburg. 5. Schweinfurt: Eitzinger- Nürn- berg. 6. Würzburg: Fülle- Würzburg. R e g.- B e z. O b e r p f a l z: I. Regensburg: Neu- w i r t h- Regensburg. 2. Amberg: Siebenbürge r-Nürn- berg. 3. Neumarkt:Grillenberger- Nürnberg. 4. Neun- bürg v. W.: Ehrhardt- Nürnberg. 5. Neustadt a. d. W.-N.: Siebenbürger- Nürnberg. Hamm-Soest: Wilhelm Gewehr- Elberfeld. M ü l- heim- Wippersürth: Karl Mi e i st- Köln am Rhein. Teltow-Beeskow-Storkow: Fritz Zubeil. Koburg Karl Krüger. Köln-Stadt: Lücke. Lennep- Remscheid: Karl Meist. Barmen-Elberseld: Harm. Düsseldorf: Grimpe. Duisburg: Rohr- lack. München-Gladbach: Frantzen. Neuß: Grimpe. D r es d e n« A l t sl a d t: Dr. G r a d n a u e r. tranksurt- Lebus: Stadtverordneter Schuhmachermeisler heodor M e tz n e r- Berlin. Guben-Lübben: Hulmachcr V ö l k e l- Berlin. Kottbus-Spremberg: Zigarrenhäudler Gottfried Schulz-Be�in. Sorau- Forst: Dr. H. Lux- Magdeburg. Slernberg: Zigarrenhänvlcr G u m p e l-Berlin. Landsberg-Soldin: Wilhelm P ä tz e l- Berlin. Königs berg(Neumark): Kaufmann Olto A n t r i ck- Berlin. A r n s walde-Friedeberg: Tiscbler R. Mi l larg- Berlin. Kalau- Luckau: Gustav Tempel- Berlin. Z a u ch B elzig. L uckenwalde: Stadtverordneter Fritz Genscher Luckenwalde. Äbkiirznnge«. S— Sozialdemokratie. FV—„Freisinnige Volkspartei." Bg �„Freisinnige Vereinigung." Z Zentrum. K— Konservative. R— Reichspartei. N= Nationalliberale W— Welsen. P--- Polen. D— Däne. A— Antisemiten. Vüraerlichr Kandidaturen. Lüneburg: Wangen« heim(W.). Hagelberg(91;). Berlin III: Justizrath W i n t e r f e l d(N.). Berlin I: Stadtrath Marggras(N.). Berlin IV und VI: von Bennigsen(N.). Berlin V Tr. K rause(N.). K ö s lin(Fürstenlh.): Reg.- u. Baurath a. D. Die graste Derliurr Kmistansstrllmlg 1893. — n.„Die Kunst geht nach Brot" könnte man als Motto über die Thore einer jeten großen modernen Kunstausstellung schreiben. Viele, viele Bilder und Werke der Plastik, in der großen Mehrzahl mittelmäßig, des Vortrefflichen gar wenig. Einer verschwindend kleinen Minderzahl von Künstlern ist es nur ermöglicht, frei und unabhängig zu streben und zu schaffen; die grobe Mehrheit muß sich dem sehr zweifelhaslen Geschmack des kauikräsligen Publikums anbequemen, wenn sie nicht ver- hungern will— daher vor allem dies Elend. Das Künstlerproletanat ist groß und gewiß nicht minderen Leiden auegesetzt als die übrigen Proletarier. Und die schlechtesten sind es nicht, die dies Jahr wie alle Jahre verlacht und— nicht gekaust werden. weil sie den Muth fanden zu malen und zu meißeln, wie ihr Talent, und dieses allein, es ihnen anbefahl. Hohe Preise zahlt zwar das Bourgeois- pi.blilili» für manchen berühmten„Namen", wen» dessen Trager schon lange in dieser besten der Wellen dem Kamps uins Dasein unterlegen ist-- doch so wird es bleibe», so lange eben die bürgerliche Gesellschaft besteht, die ja jedem Talente die größtmögliche Freiheit gewährt, die Freiheit— zu verhungern. Doch nicht in dieser Hinsicht allein haben die sozialen Känipfe der Ausstellung ihr Gepräge ausdrückt. Auch in de» Vorwürfen einzelner Bilder inachen sie sich geltend. Tie so- genannte„A r m e L e u t'- M a l e r e i" ist der Mehrheil des bürgerlichen Publikums aus leimt begreiflichen Gründen ein Dorn iin Auge. Nur das„Schöne".„Süße". „Heitere" sollte womöglich dargestellt werden, was sollen i h m B enoit-Charlottenburg(Vg.). Berlin VI.: Eugen Richter (FB.). Königsberg i.Pr.: Papendiek(FB.). Stettin: General von H ey d e b r e ck(K.l. Meseritz: von Unruhe- Bomst(R.). Wittenberg: Kammerherr von Leipziger (K.). Naumburg: Gras F I e m m i n g(N.). Altona: Assessor von Gerlach(K.) Göttingen: von Olen- Husen(W.). Calw: von Güttlingen(R.) Breslau: Graf Douglas(K.). Worms: Marquardsen(N.) Braunschweig: von Schwartz(K.). Wolfenbülte l: Schrader(V.). Buge-Retzow(K.), H ugo Hermes(FB.): Brandenburg. Gotha: Rudolfs(N.). Teltow- B e e s k o w: Ring- Düppel(K.). statt Handjery. Jena: Walter(N.). Tübingen: Wendler(N.). Bochum: Bürgermeister Dr. Haarmann- Witten(N.). 2. Hannover: Dr. Kruse- Norderney. Gera: Kartellkandidal(N., K., Bund der Landwirthe) Dr. Stumm. 1. B r a u n s ch w e i g: Dr. Kulenmann(N.). Mainz-Oppenheim: Bürgermeister Kessel- Selzen(9i.). Bingen-Alzey: Fabrikant Ave- narius(N.). München I.: Zimmermeister Leib(Z.). Bam» berg- Stadt: Domvikar Wenzel(Z.) Die Welfenpartei hat folgende 17 Kandidaten zu den Reichstags-Wahlen ausgestellt: 3. Wahlkreis Amtsgerichtsrath Brandenvurg, 4. Kammerherr von Scheele, b. v. Arnswaldl- Böhme, 6. v. Arnswaldt-Hardenbostel, 7. v. d. Decken-Ringel- heim, 8. v. Dannenberg, 9. v. Münchhausen, 10. v. Hodenberg, 11. Graf v. d. Schuleuburg, 12. Götz v. Olenhusen, 13. v. Minnin- gerode, 14. v. d. Tecken-Rutenftein, 15. Graf Bernstorff, 16. v. Wangenheim, 17. Gras Grote, 18. v. Gruben, 19. Ritt- meister a. D. v. Plate. Für den I. und 2. Wahlkreis sind noch keine Kandidaten ernannt. Tie Vcrsammlang des nationalliberalen Zentral- Wahlkomitccs für Rheinland beschloß, in jedem Kreise einen selbständigen Kandidaten auszustellen, nicht aber von vorn- herein für einen dem Zentrum angehörenden Kandidaten, der für die Mllitärvorlage sei, zu stimmen. Bei Stichivahlen bleibt es jedem Kreise überlassen, was er den örtlichen Verhältnissen entsprechend thnn will. Demnächst soll ein besonderer Wahl- ausrus erscheinen. Herr Baumbach, der Säkularfest- Wadelstrumpf, ist mit Hüngen und Würgen nun doch in die„ F r e i s i n ir i g e Volks pari ei" eingesprungen. Und das nach seinem Eier- tanz, wie er ihn in seiner Erklärung aufgeiührt hat! Er ist aber Mandats lüstern und fürchtet, ohne die Richter'schen sammt Schuh und Wadelstrunips im Suinpse stecken zu bleiben. In einer am 14. Mai abgehaltenen deutschfreisinnigen Wähler- versaminlung des Wahlkreises Berlin V wies der Brave, wie das„Berl. Tgbl." meldet,„die gegen ihn von sozialdeniolratischer Seite geschleuderten Angriffe, daß er sich von de» Abstimmung habe„drücken" wollen, scharf zurück. Weil er hätte annehmen müssen, daß es am Sonnabend noch nicht zur Abstimmung käme, sei er nach Danzig zur Säkularseier gereist, wozu er verpflichtet gewesen sei, da ein Oberbürgermeister mit seiner Stadt verwachsen sein müsse." Mit solchen flauen Ausreden wäscht Herr Baumbach sich nicht weiß.„Wenn" und „Aber" gelten nicht bei einer Entscheidungsschlacht. Hier heißt es Farbe bekennen. Wer davongeht, ist und bleibt ein Drückeberger. Und eine Säkularfeier, die zivei Tage nach der Flucht des Helden stallfilidel, ist allerdings ein„zureichender Grund. um vor der Ab- stiinmung über den Antrag Hncne zu verduften. Wenn der „Overbürgerineister" wirklich„mit seiner Stadt verwachsen ist", so muß er eben dem Parlamentarismus fernbleiben und nicht kandidiren. W i r haben gegen diese Verwachsung gar nichts ein- zuwenden. Tie Wähler von Berlin V. mögen dafür sorgen, daß Herr Baumbach„voll und ganz" mit Danzig„verwachsen" kann, so fest wie das siamesische Zwillingspaar. Sonst könnten sie erleben, daß bei der Abstimmung über die Vor- läge im neuen Reichstage Herr Baumbach zwei Tage vorher abdampft, um etwa die hnndertundhalbjährige Säkular- feier Dauzigs zu begehen als„Ober-Bürgermeister", der„ver- wachsen" ist mit„seiner Stadt". Der„Demokratische Verein" in Verlin, ein im Ver- borgenen blühendes Veilchen, hat in der richtigen Erkeuntuiß seiner Bedeutungslosigkeit auf die Ausstellung eigeuer Kandidaten verzichtet, da die Zahl der Wähler und Kaudidalen offenbar sich decken wird. Aber„die tapseren bürgerlichen Demokraten" haben wenigstens den Diannesmulh gehabt, den Antrag, nur für Republikaner zu stimnien, niil allen gegen 4 Stimmen ab- zulchuen. Ein Bäckerdutzend Stimmen für die Monarchie ge- rettet, in der That ein Ereiguiß! Rrnommirbauer Lutz. Die klerikalen Blätter, schreibt man der„Franks. Ztg.", gehen mit dem bekannten„Renommir- bauer" Lutz schars in's Gericht, weil er sich an der Abstimmung über die Zstililärvorlage nicht belheiligte, sondern derweil anti- klerikale Bauernversammlungen abgehalten hat. Natürlich! Gegen die Vorlage konnte er als Konservativer, für dieselbe als Bauernagilator nicht stimmen. Da behielt er seine lieber- zeuguug in der Tasche und dachte:„Weil davon ist gut vor'm Schuß!" Den Klerikalen geschieht es mit Lutz ganz recht. Lutz ist auch bayerischer Landtags-Adgeordneler und hat mit drei Bilder, welche die Freuden oder aar Leiden der Proletarier, etwa noch mit verdauungsstörender Kraßheit dargestellt, behandeln? Das bedenken die Guten nicht, daß sie selbst gar so langweilig und unmalerisch sind, daß gerade die charakteristischen Gestallen, das abwechslungsreiche Thun und Treiben des arbeitenden Volkes dem Künstler vortreffliche Anregungen und einen unendlichen der Darstellung werthen Stoff liefern könne. Und einige treffliche Bilder aus dem Arbeiterlebe« finden wir auch im Ausstellnugs- Palaste. Da ist vor allein das große Gemälde des Antwerpners Henry Luyten„K a m p f ums Dasein" hervorzuheben, eine ungemein stürmische Versammlung belgischer Arbeitsloser, sehr lebendig aufgefaßt, ein Bild, das die Ausgabe, diese auss äußerste erbitterten und verzweifelten Proletarier wiederzugeben, bis auf einen E edler in der Lustperspeklive glänzend löst. Ferner des Karlsruher sser„Streik", eine glückliche Idee: die zum Kampfe ent- schioffenen Ausständigen stehen einer Militär-Abiheilung gegenüber.— Außer diesen Kampsesbildern ist»och eine ganze Reihe interessanter Darstellungen aus dem täglichen Leben der Arbeiter in Stadt und Land vorhanden. So des Berliner B i r k h o l m „Bei Schlasenszeil in derHerberge": Der Herbergs- vater ertheilt den um ihn versammelte» Pflcgebesohleneii bei dem Scheine einer Kerze die letzten Jnstruklione» vor Schlafengehen. Ter Beleuchtungeeffekt ist da sehr gelungen. Engel in München bringt eine schleswig'sche Fischerjamilie, ein sehr kräftig gemaltes Bild, das den Schein der unlergehenden Sonne meisterhasr zum Ausdrucke bringt. William Pape(„Heimgekehrt") piebl uns eine ergieifende Szene: ei» junges Mädchen, die Frucht seiner verbotenen, d. h. von der hohen Obrigkeit nickt bestätigten Liebe, im Arm, lieg: an der Pforte seines Eliernhauses in Schmerz und 9!oth zusammengebrochen und fleht seine Angehörigen um Ausnahme an. Einen wohl auch im Kamps mit der Roth gefallenen Arbeiter aus dem Krankenlager, anderen Konservativen die klerikalen Abstimmungen stützen helfen Gewählt wurde er lediglich durch die Hilse der Klerikalen, und nun ist er im klerikalen Dachsbau der Igel geworden und inucht den Klerikalen die Bauern abspenstig. Konservativ-liberaleS Kartell. Konservative und National- liberale verbrüdern sich im Wahlkampfe, und ihr Bund wird mi> dem üblichen Vorbehalt von den Heiligen der„Kreuz. Zeitung" eingesegnet. Die„Kreuz-Zeiluug" fordert, daß die Kandidaten sich nicht blos für den Antrag Huene, der das M i n d e st m a ß des Zulässigen sei, sondern auch gegen die zweijährige Dienstzeit verpflichten. Aber die Mischmasch- Kandidaten springen über den Stock; die ängstliche Sorge des Junkerblattes ist überflüssig. Und auch der Deutschsrei. sinn verbändet sich mit den angeblich so sehr gehaßten Junkern Die„Kreiz-Zeitung" schreibt:„In der That sind in Breslau wie in der Provinz Sachsen schon wieder Fälle vorgekommen. wo die Konservativen ohne ersichtlichen Grund„Kartell"-Verein; barungen eingegangen sind, zum Theil sogar mit Hinzuziehung der Freisinnigen, die die Militärvorlage doch grund- sätzlich bekämpfen. Hier wird allerdings die Fahne der „Ordnungsparlei" gehißt, als ob es sich in diese in Augenblicke vornehmlich um den Kamps gegen die Sozial- demokratie handeln könnte! Was ist der„Freisinn", der„männliche" wie der„weibliche", wie ihn Freiherr von Manteuffel sehr gut genannt hat— hier denn besser? Wir haben aber nicht gehört, daß von mitlclparteilicher oder national- liberaler Seite gegen diese Art des„Kartells" Verwahrung ein- gelegt worden wäre, woraus mit Recht geschlossen werden darf, daß es sich in der That darum handelt, den Antrag Huene später in dem Sinne zurecht zu stutzen, wie dies von dem Ab- geordneten Rickert und seinen Freunden ja schon versucht worden ist. Daß wir dem aber entgegentreten, versteht sich doch wohl von selbst; wir werden es yntcr allen Umständen thnn und sind darin völlig einig." Die 5io>nödie, welche der Deutsch- freisinn den Wählern vorspielt, wenn er sich als Gegner des Militarismus gebärdet, tritt hier offen zu Tage, wo die „Edelsten und Besten" mit ihm gemeinsam vorgehen.— Kartell und kein Ende. Das amtliche Organ der sächsischen Räckschriltler, der von Friesen und Genossen, das„Vater- laud", empfiehlt seinen Parteigenossen für die Reichstagswahl „enge Fühlung mit den Nationalliberalen und dem rechts stehenden Theile der Fortschritts- partei". Dieses Bündniß der Reaktionäre alter Schaltirungen ist unsres Beifalls werth. Der Ordnungsbrei wird munter in Einem Tops zusammengerührt. Ein Theil der poluische» Presse eifert gegen die Militär- fromme Fraktion, die nicht wiedergewählt werden dürfe. Aber Landrath, Kaplan und Gutsherr werden die Herren von Kos- cielski u. f. w. schon— befürworten. Die Ehristlich° Soziale» erlassen im Stöcker'schen„Voll" ein pomphaftes Wahl-„N!anifest", unterzeichnet von Graf R o o n, S t ö ck e r u. a. Da wird verlangt„gesetzliche Organisation der Fachgenossenschaftcn durch das ganze Reich", ein ständischer Humvug, bei dem die Arbeiter über den Löffel barbirt werden sollen. Natürlich treten diese„Arbeitersreunde" ein für die„Ver- stärkung der Wehrkraft�. Den'Antisemiten um B ö ck e l wird die Freundschaft gekündigt, weil Bockel gegen den Antrag Huene ge- stimint habe; natürlich aber soll der„Kamps gegen das Juden- thum" sortgesetzt werden. Aber wenn etwa ein Bleichrödcr wieder etliche Tausend für den Wahlfonds beisteuert, sind die Braven geschmeidig und entfernen unliebsame Kandidaten. Der Kompromist-Hinze ist von den„Freisinnigen" wieder in seinem bisherige Wahlkreise(I.Oldenburg) ausgestellt worden. Die Konservativen sind erbost darüber, daß die Na- tionalliberalen in Berlin II einen eigenen Kandidaten, den Kommerzienrath Henneberg aufgestellt haben, und sie klagen über diesen Verfloß wider die Abrede. Die konservative Kandidatur Wagner sei„stärker", der„Schwächere", Henneberg. müsse zurücktreten. Die Hoffnungen der„Kreuz-Zeirung" auf eine Stichwahl zwischen Wagner und Fischer, die sie angeblich in ihrem adligen Busen hegt, werden bitter enttäuscht werden mit und ohne die spaßhafte Kandidatur des Herrn Henneberg. Vom Deutschfreisinn. Althaus, der bisherige deutsch- freisinnige Abgeordnete sür 5. Potsdam, gehl zu den W a d e l- st rümpfe n der„Vereinigung", der freisinnige Wahlvorstand in Eberswalde hat ihn wieder ausgestellt. P f l ü g e r- Lörrach Vg. AnS Thüringen berichtet das„Gothaische Volksblatt" über eine außergewöhnliche Vergewaltigung unserer Partei:„Man theilt uns mit, daß der Landrath Dr. Ritz- Waltershansen durch die Schuliheißen seines Bezirks den S a a l- besitzern die Konzessions-Entziehung androht, sofern sie ihre Säle den Sozialdemokraten zur Verfügung st e l l e n. Schier unglaublich klingt diese Nach» richt und doch ist der Fall vor Zeugen festgestellt worden. Daraufhin verbot der Schultheiß zu Cabarz in a m t- l i ch e r Form den dortigen Saalbesitzern, in ihren Sälen sozial- demokratische Versammlungen abhalten zu lassen. Beschwerde beim Lanvrathsamt ist eingereicht. Die Handlungsweise des Herrn Landrath ist unvereinbar mit dem Reichslags-Wahlgesetze die schmerzbekiimmerle alte Mutter ihm zur Seite, malte Alex. Struys sehr überzeugend und wahr. Die ganze Poesie der Arbeit führt uns SzymanowSki in seinem grandios ausgesaßlen polnischen ,W e b e r" vor. R öseler in München stellt uns einen bäuerlichen Tanz» boden in Dachau urwüchsig und frisch vor Augen. In dieselbe Gruppe von Bildern gehören unter anderen des vorzüglichen Berliner Malers Skarbina„Kinder des I s l a n d s i s ch e r s", K o b i l c a' s„B ü g l e r i n n e n", Heil- m a n n' s„P r o l e t a r i e r m ä d ch e n", des 9!orwegers K r o g h treffliches Bild„Norwegischer L o o t s e".— Es seblt hier an Raum, uns über die verschiedenen käust- lerischen Richtungen, welche in dieser Ausstellung aufeinander- platzen und sich befehden, überall die„Jsten", als Jmpresflonisten. 91ar»ralisten. Jdcallsten, Vibristen jc. zu verbreiten, wie über den Kamps zwischen den„Allen" und„Jungen".— Alle diese Be- Zeichnungen haben weiter keine Bedeutung, sind Feldgeschrei und Losungsworte der Kunstverständigen und derer, die sich dafür hallen: am heilen thur allerwege, wer die Bilder in gute und schlechte eintheilt, welcher Schule immer sie angehören mögen. Jene Kämpfe aber sind ein Zeichen, daß die bildende Kunst in fortwährender Entwicklung begriffen, daß sie somit lebenskräftig ist trotz allem, was sie hindern und fesseln mag. Eines Kuriosnins sei noch erwähnt, daS zugleich als kleiner Beitrag zur soziale» Geschichte unseres Zeitalters dienen könnte. Unter vielen anderen von der Ausstellungskommisston zurückgewiesenen Bildern befand sich auch ein Kaiserbildniß der Malerin Parlaghy. Tag» vor Eröffnung der Ausstellung fanden wir dasselbe im Ehrensaale aufgestellt mit dem Bermerk:„Ausgestellt aus Befehl Majestät des Kaisers." Am Eröffnungstage war dies Taselchen wieder verschwunden.— Es lebe der Servilismus! sowie dem gothaischen EtaatZ-Grundgesetz. Hoffentlich bedarf ti nur bicfcS Hinweises, um Rcmedur, event. von feiten des Staats- Ministeriums, zu veranlassen, und sollte schon im Interesse des Ansehens unserer Landesbehörden der Herr Landralh schleunigst zurecht gewiesen werden." Zlns Stuttgart wird unter'm 13. Mai gemeldet: Eine Vertranensmäniier-Versanimlung der deutschen Partei Wärt- teinbergS stimmte dem Wahlausruf der nationalliberalen Partei zu; belonte aber, der Antrag Huene sei das weitgehendste Zu- gestcindniß, welches bezuglich der Militärvorlage gemacht werden dürfe.— Die gleichzeitig stattgehabte Vertrauensmänner-Ver- sammlung der demokratischen Partei Württem- bergs stimmte dem Wahlausruf Richter-Payer zu und bezeich- nete das abgeschlossene Wahlbündniß als„einen Akt politischer Einsicht und Tyatkrast".— Der Deutschfreistnn in Schleswig» Holstein folgt dem Helden der glattgekämmten Phrase, Professor Hänel, durch Dick und Dünn der Blamage. Der„freisinnige" Parteitag beschloß, das„Programm, den Namen und die Organisation der frei- sinnigen Partei in Schleswig- Holstein unverändert festzuhalten, die Haltung der schleswigschen Abgeordneten der freisinnigen Partei in der Militärvorlage als gerechtfertigt anzu- erkennen, aber die Erwartung auszusprechen, daß dieselben auf der gesetzlichen Festlegung der zweijährigen Dienstzeit beharren". Es wird kompro misselt. Lokales. Ueber die städtische DeSinfektions- Anstalt sagt der Magistrat in seinem Verwaltungsbericht für 1891/92, gegen das Vorjahr sei eine nenuenswerthe Steigerung des Betriebes nicht zu verzeichnen. Die Zahl der Desiniektioussälle sei nur mätzig gestiegen, von 7132 auf 7210, die Gesammtzahl der zur Des- infektion in die Anstalt eingelieferten Gegenstände sei sogar zurückgegangen, von 102 627 auf 133 349, dagegen habe sich die Zahl der gleich in den Wohnungen desinfizirten Gegenstände von 199 710 auf 263 843 vermehrt. Der Rückgang in den ein- gelieferten Gegenständen treffe aber fast ausschließlich die Rubrik„Verschiedene Gegenstände", ein Beweis, daß die Zahl der Desinfektion bei Aermeren nicht abgenommen hätten; denn eine größere Anzahl solcher einzeln nicht namhaft zu machender Gegen- stände finde sich nir� der Reicheren. Auch die vermehrte Ein- lieferung von Strohsacken beweise das. Diese Beweisführung steht jedoch, wie sich aus anderen Stellen des Berichtes ergiebt, auf sehr schwachen Füßen. So wird zur Erklärung der geringen Steigerung des Betriebes gesagt, der schon im Vorjahre erwähnte Uebelstand, daß über Wesen und Kosten der Desinfektion große Unklarheit und übertriebene Vorstellungen verbreitet seien, bestehe noch fort. Beschädigung der Sachen sei jedoch nicht zu befürchten, mit Ausnahme einzelner Fälle, z. B. bei schlecht gearbeiteten und schon stark beschädigten Sachen. Ja, die schlecht gearbeitete» und fchon stark beschädigten Möbel finden sich doch ivohl nicht in den Wohnungen der Reichen, und nicht die Reichen find es, für die die Zerstörung ihrer Möbel so empfindlich rst, daß sie lieber, bei Gefahr der Ansteckung, auf die Desinfektion verzichten. Der Bericht sagt selber:„Leider sind auch jetzt noch die Fälle nicht feiten, in denen Wohnungsinhaber Sachen, welche zweisel- los mit Kranken in Berührung gekommen, der Desinfektion ent- ziehen, sie in einem andern Raum, selbst zu Nachbarn, bringen, und so einer Verschleppung von Krankheitserregern direkt Vorschub leisten." Bedauerlich, aber begreiflich. Und die wahren Gründe sind auch dem Magistrat bekannt, welcher in seinem Berichte fortfährt:„Dies geschieht in den weitaus meisten Fällen, um an den Gebühren für die Desinfektion zu sparen, und aus Unkenntniß der Thatsache, daß Wenigbemittelte diese Gebühren überhaupt nicht zu zahlen haben, wenn sie sich vom Armen- kommissions- Vorsteher oder dem Bezirksvorsteher von Zahlung der Gebühren besreien lassen." Sehr schön.— wenn nur nicht der leidige Gang zum Armenkommissions« oder Bezirks- Vorsteher wäre, den sich jeder gern erspart, der noch etwas auf sich hält. Warum ist die Desinfektion nicht allgemein un- unentgeltlich? Die flüchtige Kürze, mit der dieser Punkt be- rührt wird, und der Eifer, mit dem an drei verschiedenen Stellen die„unklaren Vorstellungen", das„geringe Verständnib", das„Vorurtheil" des Publikums in den Vordergrund gerückt werden, müffen auch den nnbefangensten Leser stutzig machen. Nach Aufzählung der Krankheiten, die die Inanspruchnahme der Anstalt erforderten, heißt es:„Ueber die dringende Nothwendig- keit der Desinfektion in Fällen von Schwindsucht, namentlich auch während der Dauer der tückischen Krankheit, ist im großen Publikum wohl nur eine sehr unklare Vorstellung vorhanden, sonst müßte in Berlin die Zahl der Desinfektionen in Fällen von Schwindsucht eine außerordentlich große sein" Das trifft wieder die Armen, denn vorwiegend d i e sterben an Schwindsucht. Der Angabe, daß von den in Betracht kom- Menden Parteien 69t/z pCt. in Vorderhäusern, SOl/a pCt. in Hinterhäusern wohnten, wird hinzugefügt:„Das Verhältniß zwischen den Desinfektionen in Vorderhäusern und in Hinter- Häusern läßt noch viel zu wünschen, denn es ist kaum anzunehmen, daß die Wohnungen in Hinterhäusern in gesundheitlicher Be- ziehung besser sind, als die Wohnungen in den Vorderhäusern. Die hygienische Bedeutung einer gründlichen Desinfektion wird wohl immer noch nicht richtig erkannt und geschätzt." In der Tabelle der Berufsarten, denen die Parteien angehörten, kommen auf 1699 Arbeiter' und unselbständige Handwerker sowie 792 selbständige Handwerker an Offizieren, Beamten und Lehrern 774, an Kaufleuten und Bankiers 970, an Eigenthümern und Rentiers 308 u. s. w. Dieser Tabelle, deren unerhörtes Mißverhältniß beinahe die Vermuthung auskommen lassen könnte, daß Berlin mehr Offiziere. Bankiers und Rentiers als Arbeiter beherbergt, wird wieder die Bemerkung hinzugefügt:„Man muß hiernach annehmen, daß die, welche freiwillig und aus eigenem Antriebe die Anstaltsthätigkeil in Anfpruch nehmen, nur besser situirten Klassen der Bevölkerung angehören. Jedenfalls wäre es wünschenswerth, daß der hygienischen Bedeutung der Desinfektion und des in ihrer Begleitung befindlichen Reinigungsprozesses mehr Berständniß entgegengebracht würde." Noch wünfchens- werther wäre es jedenfalls, daß die„freisinnige" Gemeindever- tretung und Gemeindeverwaltung der Stadt Berlin der wirlh- schastlichen Lage der Berliner Arbeiterbevölkerung und den da- durch milbedingten mannigfachen sanitären Mißständen mehr Ver- ständniß entgegenbrächten, daß sie den Muth fänden, der Wahr- heit ins Gesicht zu sehen, sie offen auszusprechen und danach zu handeln. Die sozialdemokratischen Stadtverordnelen haben die Unentgeltlichkeit der Desinfektion gefordert, aber die„frei- sinnige" Mehrheit hat diese Forderung abgelehnt. Wäre sie be- willigt worden, dann würde sich das„Berständniß" für den Nutzen einer forgfälligen Desinfektion eher eingefunden haben. Gewiß liegt der Abneigung gegen die Desinsektions- Anstalt neben der Scheu vor den Kosten und der Furcht vor Beschädigung der Sachen auch ein gut Theil Unkenntniß mit zu Grunde. Aber im Munde von Leuten, die dem arbeitenden Proletariat alles, was zu einer menschenwürdigen Existenz nölhig ist, auch das Allernothwendigste, verweigern, wenn sie es nicht bezahlt bekommen, wirkt das fortwährende Geschwätz von„Mangel an Berständniß" wie eine absichtliche Verdrehung. Für diejenigen Dinge, die man sich nicht leisten kann, hat man selten ein Berständniß. Die Unsauberkeit, die Unsiltlichkeit und all' die anderen Dinge, in die die besitzende Klasse das Pro- letariat hineingezwungen hat, und über die sie sich nun so ent- rüstet,— sie sind nicht anders zu beurtheilen als die Einfalt des armen Schluckers, der sich mit Ekel von der Austernschüssel ab- wendet und sich mit Kohlrüben den Magen füllt, weil er es nicht anders„versteht". Aber gegen diesen„Mangel an Ver- ständniß" hat die Bourgeoisie nichts einzuwenden, sintemal und alldieweil er ihr nicht schadet, sondern nützt. Arbeiter- Sanitätökommission. Herr A. Weniger, Stallschreiberstr. 7, erklärt die Angaben der Arbeiter-Sanitäts- kommission für übertrieben. Die dunkele Kammer diene im allgemeinen nur dazu, um etwas aus der Hand zu stellen und sei derzeit von der Mietherin ohne Wissen des Hauswirths und zwar aus Mitleid gegen eine jüngere Person, abvermiethet wor- den. Herr F. Strohschänk, Tresckowstr. 34, richtet folgende Zuschrift an uns: Daß noch mehrere einzelne Zimmer an anständige Per- sonen vermiethet sind, ist richtig. 49 Wohnungen(Stube, Kammer, Küche) sind im Hause, während 60 M i e t h e r (nicht 110), d. h. ca. 200 Köpfe(nicht 400) dasselbe bewohnen. Sie können also daraus ersehen, daß nicht m e i st e n s einzelne Zimmer vermiethet sind. Dann hat sich der betreffende Herr noch gar nicht im Hause um- gefehen, denn 1. sind es acht Klosets, die täglich mehrmals gereinigt und nachgesehen werden, das Pissoir befindet sich nicht im Keller, sondern auf dem Hofe, neben den vier hinteren Klosets. Wasserleitungen befinden sich in jeder Küche, außerdem find noch mehrere auf halbem Flur w. angelegt, darunter eins im Keller, natürlich befindet sich unter jeder ein Ausguß! Der Aus- guß, den der betreffende Berichterstatter aber meint, befindet sich nicht im Keller, sondern aus dem Hose; 2. besitzt die siebenköpsige Familie des Kontrolleurs nicht einen, sondern zwei Räume (Stube, Kammer); ich bemerke, daß die Zimmer sehr groß sind und was soll denn schließlich eine solche Familie machen? 7 Köpfe heutzutage zu ernähren und dann die Miethe herbeischaffen als Älrbeiter. weiß der Herr vielleicht, was dazu gehört? Uebrigens ist es nur diese eine Familie, die in den zwei nicht in einem Raum wohnt, während in den anderen höchstens 3 Personen wohnen. Daß in meinem Hause keine Millionäre und Kommerzienräthe wohnen, ist allerdings richtig, aber es wohnen durchweg anständige Arbeiter, die sich durchweg recht» schaffen ernähren und die es sich ganz energisch verbitten, ebenso wie ich, daß der Spottname, den man einst vor 10 Jahren, als darin nichts weiter als Dirnen und Zuhälter wohnten, dem Hause gab, jetzt wieder in Gebrauch genommen wird, da kein einziger der jetzt bei mir wohnenden Miether zu den oben Ge- nannten gehört. Die große Berliner Kunstausstellung ist am Sonntag unter dem üblichen Zeremoniale eröffnet worden. Die königliche Bibliothek ist in der Zeit vom 20. bis einschließlich 23. Mai geschlossen. Der Magistrat hat in seiner letzten Sitzung nach den Vor- schlägen der städtischen Bau-Deputation die Genehmigung zur versuchsweisen Anlegung einer elektrischen Straßenbahn zwischen Berlin und Pankow ertheilt. Tie Arbeiter-BildungSschnle 80., Reichenbergerstr. 133, Abtheilung für GeseyeSkunde, beschloß im Einverständniß mit dem Lehrer, Herrn Sladthagen, die Stunden während der Wahlbewegung ausfallen zu lassen. Die nächste Unterrichts- stunde findet infolgedessen am 20. Juni, Abends �e9 Uhr, statt. Eine Sammelliste zum ReichStagS-WahlsondS, welche die Nummer 0436 trägt, ist am Sonnabend im Lokal Südost, Waldemarstraße, verloren gegangen. Der Finder wird ersucht, dieselbe bei Gezörke, Waldemarstraße 63a, Hos 2 Tr. l. bei Kölperling abzuliefern. Zugleich wird vor Mißbrauch gewarnt. — Auch die S a m m e l l i st e 33(3. Wahlkreis) ist verloren worden. Man wolle dieselbe event. anhalten und an die Ver- trauensperfon Fr. Krüger, Hirtenstr. 10, abliefern. Desgleichen ist die Liste 001 231 verloren gegangen. Abzuliefern ist dieselbe bei Gnadt, Swinemünderstr. 120. Einen„Scherz", für den der bei Staatsanwälten sonst vielbeliebte Unfugsparagraph des Strafgefetzbuches nicht aus- reichen dürfte, hat sich ein Unbekannter in bezug auf die Familie des Ingenieurs Louis Franz, Stendalerstr. 9, erlaubt. Am Frei- tage wurden zahllose lithographirte Einladungen durch Ver- mütelung der Post in Berlin vertheilt. Auf goldgerändertem Papier standen die Worte: „Louis Franz und Frau beehren sich, Herrn.... zu dem am Sonntag, den 14. Mai er., Nachmittags 2 Uhr, statlstndenden Diner mit nachfolgender großer Festlichkeit er- gebenst einzuladen. Bitte Gesellschastsanzug." Am Sonnabend wurden die Franz'fchen Eheleute in noch nie dagewefener Weise von Postboien überlaufen, die aus allen Rich- tungen„Absagebrie!e" von Bekannten brachten. Tie unbewußten Gastgeber wußten zunächst nicht, wie ihnen geschah, merkien aber bald, daß sie das Opfer eines bösartigen Streiches geworden waren. In der richtigen Voraussetzung, daß der Sonntag ihnen nichts An- genehmes bringen werde, begaben sie sich zu einem Bekannten. Kaum war die in den Einladungen jengesetzte Zeit erschienen, da rollte Wagen auf Wagen vor das Haus Stendalerstr. 9 und brachte Herren und Damen in den reichste» Toiletten herbei. Unter ihnen fehlten auch Vertreter ver bürgerlicheu Presse nicht, die zur Berichterstattung über die große Festlichkeit gleichfalls ge- laden waren. Zum Empfange war nur ein Dienstmädchen an- wesend, das immer wieder in die Worte ausbrach:„Da kommt schon wieder Einer!" Bevor sich die Sachlage aufklärte, war die geräumige Wohnung von Fefilheilnehmern über und über ange- füllt. Das Mädchen wußte nicht, wessen Fragen es zuerst beant- worten sollte, bis der erste Andrang nachgelassen hatte. Ja man fah, als sich langgewordene Feslgestchter die Treppe wieder hinabbewegten, immer noch fröhlich Hinausziehende, die zu den ersteren einen seltsamen Kontrast bildeten. Die Wohnungsthür mußte stundenlang geöffnet bleiben, um das fortdauernde Klingeln zu vermeiden. Die einzig halbwegs vergnügten Gesichter sah man bei den Vertretern ber Klatschpresse, die für den ihnen ent- gangenen Fraß wenigstens in ihrem Blatte Rache üben konnten, und bei den— Droschkenkutschern. Auf der Fahrt zum Ttandeöamt verstorben ist am Sonnabend Vormittag gegen 11 Uhr die 22jährige Putzmacherin Helene G. Das junge Mädchen, welches mit einem Kaufmann verlobt war. war Anfangs dieses Monats an der Influenza erkrankt, und wiewohl der behandelnde Arzt den Verwandten der Patientin, welche bei denselben lebte, anrielh, die Hochzeit vorläufig noch zu verschieben, hatte die Braut doch nicht darein willigen wollen und darauf bestanden, daß der aus Sonnabend festgesetzte Termin der standesamtlichen Trauung eingehalten werde. Gegen �/4l1 Uhr holte der Bräutigam die Braut aus der Wohnung in der Brunnenstraße mittels einer Droschke ab. In der Nähe der Anklamerstraße fiel die G. ihm plötzlich ohnmächtig in die Arme. Soiorl fuhr der Bräutigam nun nach der Be- hausung des Mädchens zurück, um ärztliche H»lfe zu holen: als er jedoch die nur noch leise Röchelnde aus dem Wagen heben wollte, fiel die G. in die Wagenkissen zurück und starb in den Armen des Bräutigams. Ein Lungenschlag hatte, wie ein sofort herbeigerufener Arzt erklärte, dem Leben der Braut ein jähes Ende bereitet. Der Prediger von Lichtenberg hat sich, wie die„Voff. Zeitung" berichtet, persönlich auf ihrer Redaktion vorgestellt. um so die auch von uns gebrachte Nachricht zu widerlegen, haß er sich im Grunewald erschossen habe. Abgestürzte Droschke. Ein schwecklicher Unglücksfall hat sich in der Nacht zum Sonntag in Weißensee zugetragen. Der in der Perlebergerstr. 12 wohnende Droschkenkutscher Tepper hatte gegen 2 Uhr zwei Sternträger nach der Gürlelstraße des erwähnten Vorortes gefahren und war dann, des Weges un- kundig, auf eine etwa 4 Meter hohe Böschung in der Stahe des Bötzow'schen Pfuhls gerathen. Plötzlich oernahmen Passanten ein Poltern und Krachen und gewahrten, als sie näher kamen. auf dem an die Böschung angrenzenden Felde die Droschke Tepper's, die aus der beträchtlichen Höhe herabgestürzt war. Das Pferd hatte das Genick gebrochen und war sofort todt, der Wagen war zertrümmert und unter demselben lag besinnungs- tos Tepper, der durch den furchtbaren Sturz schwere Ver- letzungen am Kopfe davongetragen hatte. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde der Verunglückte in ein Berliner Krankenhaus geschafft. Ein halb Verhungerter wurde gestern Abend auf dem Hofe Kommandantenstr. l2 liegend gefunden. Aus den Papieren, die man bei dem bewußtlos Gewordenen fand, ergab sich, daß er am 6. Mai aus dem Eisenacher Krankenhause entlassen war. Nachdem man den Armen zur Besinnung gebracht hatte, erzählte er, daß er sich seit diesem Tage auf der Wanderschaft befinde und seit zwei Tagen nichts genossen habe. Schließlich beförderle ein Schutzmann den Unglücklichen in das ortsübliche Quartier. Es steht doch herrlich um die heutige„Weltordnung". Einen Selbstmordversuch hat am Sonnabend Morgen ein Student der Medizin, Ewald F. aus Stettin, durch Herab- stürzen aus dem Fenster unternommen, weil ihm seine Geliebte, eine Kellnerin, untreu geworden war. Der Schwerverletzte wurde nach einem städtischen Krankenhause gebracht. Auf der Straße plötzlich verstorben ist vorgestern Nachmittag zwischen drei und vier Uhr der in dem Hause Zimmerstraße 86 »n Wohnung gewesene 43 Jahre alte Malermeister Paul Kauf- holdt. Auf einem Geschäftsgange fiel er vor dem Hause Köpe- Nickerstraße 63 um und war alsbald todt. Ein scheußlicher Lustmord ist vorgestern Mittag um 33/« Uhr in Charlottenburg an einem Knaben verübt worden. Hinter den Sandbergen unmittelbar hinler dem Schützenhause aus dem sogenannten Gardes du Korps-Reitplatze sah ein Arbeiter einen jungen Menschen, der sich mit einem Knaben zu schaffen machte und ihn hinter ein Gebüsch zog. Als der Zeuge sich näherte, sprang der ihm unbekannte junge Mann m großen Sätzen davon. Bei näherer Besichtigung fand der Arbeiter den Knaben als Leiche vor; er war erwürgt und durch Faustschläge in das Gesicht arg zugerichtet worden. Außerdem waren ihm die Genitalien in gräßlicher Weise verstümmelt worden. Der Polizei gelang es bald, den Mörder in der Person des am 23. September 1366 zu Belitz geborenen Barbiergehilsen Ernst Kappler dingjest zu machen. Er war bis zum 10. d. M. in Neu-Weißensee bei dem Barbier Hennig beschäftigt und scheint sich seitdem umhergetrieben zu haben. In dem Ermordeten ist der am 1. September 1387 geborene Knabe Erich Klinger. der in der Sophie-Charlotten- straße 94 bei seiner Mutter, die als Wittwe ihre beiden Kinder als Waschfrau ernährte, wohnte, festgestellt worden. Der Mörder gesteht die schaurige That zu, hat aber noch keine genauen Einzel- heilen ausgesagt. In seinem Besitz wurde eine Tüte mit Bonbons vorgefunden, mit deren Hilfe er sein Opfer um 12�/« Uhr Mittags von der mütterlichen Wohnung fortgelockt hatte. Ferner trug er das blutige Messer noch bei sich, womit er dem Kinde die ent- setzlichen Verletzungen beigebracht halte. Es handelt sich um einen sittlich vollständig entarteten Menschen, der auch noch bei seiner Festnahme kaltblütig die Worte äußerte:„Na nun ist die War- nung meiner Mutter doch in Erfüllung gegangen, der Scharfrichter Reindel wird jetzc an meinem Kopfe hundert Mark verdienen." Der Thatort ist gleich nach der Verübung des Verbrechens durch den Polizeidirektor Geheimrath v. Saldern, Kriminalkommissar Krause und Assessor Merzer als Vertreter der Staatsanwaltschaft besichtigt worden. Der Mörder, der nur 1,53 Meter groß und sehr schmächtig ist. hat sich schon um die Mittagszeit an der schwarzen Brücke aufgehalten und, wie bereits feststeht, versucht, auch kleine Mädchen an sich zu locken. So ist ein dreijähriges Mädchen er- nultelt worden, dem er einen Bonbon gab, das aber durch einen sechsjährigen Bruder rechtzeitig entfernt wurde; sonst wäre dieses vielleicht das Opfer des Unmenschen ge- worden. Kappler giebt zu, mit Vorsatz und Ueberlegung dw That vollführt zu haben. Bezüglich der Ver.ümmelung erklärt er, einmal gelesen zu haben, daß der ein langes Lebe» vor sich habe, der einen solchen Körperlheil von einer Leiche loS- trenne und verzehre. Dieser Gedanke sei ihm erst nach dem Tode des Knaben gekommen. Der Mörder giebt auch zu, mit dem Kinde unlautere Absichten vorgehabt zu haben, will aber dazu nicht gekommen fem. Ob dies zutrifft, kann erst die ärzt- liche Leichenöffnung nachweisen. Unerwähnt mag nicht bleiben, daß der erdrosselte Knabe die mütterliche Wohnung verlassen hatte, um Blumen zu suchen für das Grab seines Valers, der vor drei Jahren in einer Fabrik tödtlich verunglückt ist. Das Adolf Ernst-Theater ist um den Preis von 903 000 M. an die Firma I. Koppel u. Co. verkaust worden. Polizeibericht. Am 13. d. Mts. früh wurde ein nn- bekannter, etwa 33 Jahre alter Mann im Park der Nazareth» Kirche, Müllerstr. 27/23, anscheinend schwer krank, bewußtlos auf- gefunden, zunächst nach der Wache des 37. Polizeireviers und von dort mittels Krankenwagens nach der Charitee gebracht.— Vormittags fiel ein zwei Jahre alter Knabe aus dem Fenster der im dritten Stock des Hauses Greifswalderstr. 29 belegenen Wohnung seiner Eltern auf den Hos hinab und erlitt einen Schädel- druch, so daß der Tod auf der Stelle eintrat.— Auf der Teinpelhofer Chaussee stürzte Vormittags ein Schutzmann mit dem Pferde und zog sich hierbei eine Quetschung des Knies, sowie bedeutende Verletzungen im Gesicht z». Nach Anlegung eines Nothverbandes konnte er sich nach seiner Wohnung begeben.— Mittags lies ein zwölfjähriger Knabe beim Spielen mir einem anderen Knaben vor dem Hause Joachim- straße IIb gegen einen vorbeikommenden Geschäftswagen, wurde überfahren und erlitt einen Bruch des rechten Oberschenkels. Er wurde nach dem St. Hedwigs-Krankenhause gebracht.— Als ein Kutscher Nachmittags mit seinem Vierwagen m die Simeon- straße einbiegen wollte, sprang das Pferd plötzlich zur Seite, so daß er vom Bock geschleudert wurde und einen Bruch des Armes erlitt. Nach Anlegung eines Verbandes begab er sich nach ferner Wohnung. Am 13. d. Mts. Nachmittags wurde ein Marmorwaaren- Fabrikant aus dem Boden seiner Werkstatt, in der Memelerstraße, und Abends ein Tischler in seiner Wohnung, in der Wrangelstraße, erhängt ausgeiunden. Am 14. d. M. Vormittags wurde in der Spree, an der Paul- straßen-Brücke, die Leiche eines unbekannten, etwa 40jährigen ManneS und im Landwehrkanal, vor der unleren Frei-Arche, die Leiche einer etwa 30 Jahre alten Frauensperson angeschwemmt. — An der Ecke der Bernauer- und Ruppinerftraße entstand eine Schlägerei, bei der der Rohrleger Braun einem Maurerlehrling zwei Messerstiche in den Arm beibrachte. Der Verletzie begab sich nach Anlegung eines Verbandes nach dem Lazarus-Krauken- Haufe, der Thaler wurde verhaftet.— N«chmillags wurde ein Kaufmann in seiner Wohnung, am Kollbuserbamm, erhängt vorgefunden.— Im Lause des Tages fanden sieben kleine Brände statt. Gevickks-�eikung. Wegen Beleidigung des Polizeilieutenauts Dom- browöki standen gestern die Schulpachergesellen Gerlach und Brügge vor dem hiesigen Schöffengericht. Im Herbst vorigen Jahres war in der Mauff'schen Schuhwaaren-Fabrik ein Streik ausgebrochen, welcher die Gemüther ziemlich heftig erregte. Es Süden mehrfach Zusammenstöße der feiernden Arbeiter mit den rbeitenden statt. Polizeilieutenant Dombrowski schritt wiederholt ein und hatte namentlich einen Schuhmacher- gehilfen Koch mehrmals zur Wache sifttrt. Letzterer hatte nun(n einer Versammlung Streikender sich dahin a»?gelasscn. daß man das strenge Austreten des Polizei- lieuicnailts den Streikenden gegenüber ja leicht erklären könne, da derselbe aus der Mauff'schen Fabrik ein Paar Stiesel ohne Bc- zahlung bezogen habe. Aus diese Geschichte des Gesellen Koch miesen die beiden Angeklagten in einer bei Gratweil abgehaltenen Aersaniinlung von Schuhmachern hin. Dieser Versammlung nohnte Polizeilieutenant Dombrowski als überwachender Beamter bei. Speziell der Angeklagte Brügge soll pirckt mit dem Finger nach dem Polizeilieutenant gewiesen und geäußert haben: Auf die Polizei könne man in dem Streite mit den Arbeitgebern nicht rechnen, wenn der Polizeileutenant Stiefel ohne Bezahlung beziehe." Die Angeklagten bestritten nicht nur. daß ihre Aeuße- rungen richtig wiedergegeben seien, sie traten auch den Wahr- Heilsbeweis an und beriefen sich im besonderen auf den Gesellen Koch. Dieser bekundete unter seinem Eide: Als er nock bei Mauff gearbeitet, habe er dort ein Paar neuer Stiefel gesehen, welche nach der Mitthejlung des J�errn Mauff sen. für den Polizeilieutenant Dombrowski bestimmt gewesen seien. Er habe gefragt, ob dieselben nicht viel Geld kosten, worauf ihm Mauff sen. geantwortet habe:„Dieselben kosten gar nichts. Man müsse sich solche Leute zu Freunden hallen, denn dieselben könnten unter Umständen sehen oder auch nicht sehen."— Herr Mauff son. erklärte dagegen unter seinem Eide, daß er sich nicht erinnern könne, jemals mit dem Zeugen Koch eine solche Unterredung gehabt zu haben. Er sowohl wie sein Sohn bestätigten vielmehr unter Berufung auf ihre Bücher durchaus die Versicherung des Pilizeilieutenants, daß dieser das ihm gelieferte Paar Stiefel sofort baar bezahlt habe.— Der Staatsanwalt hielt den Wahrheitsbeweis für mißglückt und die Beleidigung für eine so schwere, daß er gegen G e r l a ch drei Wochen, gegen Brügge drei Monate Gesängniß beantragte. Ter Gerichtshof erkannte auf eine Woche bezw. vier Wochen Gesängniß.'- Der Fabrikbesitzer Rengert zu Stralau» sowie dessen Privatsekretär Wagner waren derzeit von der Strafkammer des Landgerichts II der Urkundenfälschung in vier Fällen, bezw. der Beihilfe dazu für schuldig befunden und elfterer zu drei. letzlerer zu zwei Monaten Gesängniß verurtheilt wor- den. Der Angeklagte Renzert war im Jahre 1890 zum Standes- beamten in Stralau ernannt worden. Die Aufnahme von standes- amtlichen Anzeigen wurde zumeist vom Sekretär Wagner bewirkt und sodann vom Standesbeamten Rengert unterzeichnet. Schließlich kam es vor, daß Rengert die Urkunden unterzeichnete. obgleich er bei der betreffenden Anmeldung garnicht zugegen ge- wesen war. Dies wurde seitens des Gerichts als Urkundenfälschung aufgefaßt. In der Revisionsschrift wies der Angeklagte Rengert daraus hin, daß er selbst zuerst aus den Gedanken gekommen sei, die nachträglich von ihm vollzogenen Unterschristen könnten beanstandet werden. Er habe sich beim Kreissekrelär erkundigt und die Bestätigung erhalten, daß die betreffenden Unterschriften ungiltig seien. Nun habe er die standesamtlichen Handlungen noch einmal vorgenommen. Wenn er gefehlt habe, so fei dies aus Unkenntniß der ihm obliegenden standesamtlichen Pstichten geschehen. Das Reichsgericht hob daraus das verurtheilende Er» kenntniß aus und verwies die Sache zur nochmaligen VerHand- lung an du siebente Strafkammer des Landgerichts 1. In der gestrigen Verhandlung erzielten die Angeklagten unter Aufhebung des ersten Urtheils ein freisprechendes Erkenntniß. Ein frecher Heiratsschwindler wurde am Montag vom Schöffengericht am Amtsgericht II in eine sofort zu vollstreckende Ungebührstrafe genommen. Der Schuhmachermeister Her- mann Wilde aus Weißensee hatte die unverehelichte Minna Krause kennen gelernt, mit dieser ein Liebesverhältniß ange- knüpft, nachdem er ihr erzählte, daß seine erste Frau im Kranken- Hause gestorben sei, und hatte ihr endlich die Heiralh versprochen. Dadurch bewog er die.Braut", sich von den Eltern ihre Betten fchickcu zu lassen und nach seiner Wohnung zu bringen. Als ipäter einmal die Braut in seiner Behausung erschien, um die Vorbereitungen zur Hochzeit zu besprechen, traf sie des Ange- klagten Gattin an, du sie höflichst hinauskomplimentirte. Die Betten waren längst verkaust. Das Gericht nahm nicbt Betrug. sondern nur Unterschlagung an, und erkannte aus eine Woche Ge- fängniß. Als Wilde die Anklagebank verließ, stülpte er im Sitzungssaale den Hut aus den Kops und schrie:«Die S.. mache ich meineidig!" Er wurde sofort angehalten und auf sechs Stunden in Haft genommen. Der Staatsanwalt hatte 24 Stunden beantragt. Ob die Schankwirthe an Sonntage« noch nach Eintritt der Sonntagsruhe Bier über die Straße verkaufen dürfen, ist nunmehr vom Kammergericht entschieden. An einem Sonntage im August 1392 hatte der Schankwirth T. Nachmittags Bier in Gläsern und Krügen aus seiner Wirthschaft über die Straße ver- kauft. Aus dieser Veranlassung erging auf Antrag der Staats- anwaltschaft ein amtsrichterlicher Strafbefehl gegen T. Als dieser dagegen Einspruch erhob, wurde er in der Berufungs- i»' anz von der Strafkammer freigesprochen. Gegen dieses Urtheil legte die Staatsanwaltschaft Revision ein. Die Ober- Staatsanwaltschaft beantragte in der heutigen Sitzung des Strafsenats des Kammergerichts die Zurückweisung des Rechts- mittels. Sie stellte sich aus den auch von dem hiesigen Polizei- Präsidium eingenommenen, den Schankwirthen günstigen Stand- punkt, wonach hier nur ein Ausfluß des Schankgewerbes vorliege. Der Senat hob jedoch die Vorentscheidung auf und wies die Sache zur anderiveiten Verhandlung in die Instanz zurück. Er bezeichnete zwar die Annahme des Vorderrichters, daß das Schankgewerbe von den allgemeinen Bestimmungen über die Sonntagsruhe des Handelsgeweroes aus- genommen sei, als richtig, erachtet jedoch die Auffassung, daß der Verkauf von geistigen Getränken in geringeren Mengen zum als- baldigen Genuß gemeinhin sich als ein Ausfluß des Schank- gewerbes darstelle, für rechtsirrthümlich. Der Senat sprach aus, daß der Verkauf von Bier nur soweit Gegenstand des Schank- gewerbes sei, als er zum Genuß an Ort und Stelle erfolge. Finde hingegen dieser Verkauf über die Straße statt, so fei er Gegenstand des Handelsgewerbes und unterliege den für dieses hinsichtlich der Sonntagsruhe geltenden Bestimmungen. Dabei verwies der Gerichtshof darauf, wie für den Begriff des Schank- gewerbes nicht die Sprache des gewöhnlichen Lebens entscheidend sei, sondern die Gewerbe-Ordnung, die im§ 89 Gast- und Schankwirihschaften aus der einen und den Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus aus der anderen Seite unter- scheide. VerlÄ»tttt«lu»rae»r. vro»« SN-n«ltch» P-rtamnllung sammt>ich«r Kchmt»»« Aerttn». Dtcnfiag, den 16. Wal, SlbendS s Uhr In Hensel'S Salon, Jnvaltd-nstr. la, Bninnenstraben Ecks. Tagesordnung: I. vorl, ag des TllchterinetlierS Herrn ». B�rnd, über:„Soziale Zustände".». Bericht der Deleglrten zur Streik- Nonlrolltommisston., «auo.r.i»£mlung und«orstandssteung. Serliner Htaturh-iloer-in„Zukunft." Vortrag de» Herrn Canitz über: Zulkrtrar.khett, ihr« Ursachen und naturgemäße Heilung. YorlragS- lotal: Leipziger-Sarten. Lctpzigerstr. i»i. Ansang Uhr. Arbriier-Kildungaschul». Dienstag Abend von»X— iah Uhr. Süd» Schuir, Martendorserstraße t(bei ltzrube): Deutsch(mittel.). Südost» Schule, Relchenbergerstraße l?»:«esetzeSkunde und Deutsch sunt). Ost- Schule, Markusstraß«»I; Deutsch sunt.). Nord.Echule, Müllerstraß« l?«-: Rechnen. Korrespondenz und Beschichte(alte). In allen Fächern, mit vu» nahm« Mathematik und«uehsühruna, können noch Schüler UN» Schülerinnen au« t«»i im Laufe de« Semester», eintreten. re- und HieKutirKIuba. Dienstag. Behrend, Blumenthalstr. 5. , Smpor", Abend»«ü Uhr, Arbeiter-Sängerbund Berlin» und Umgegend. Alle Aenderungen im Bereinelalender sind zu richten an Friedr. Kortum, Wanleusselstr. 70. Zlienstag, Abds. s Uhr, UebungSstunde. Ausnahme neuerMttglieder.— Freund schaft l, bei Oswald Berliner, Brunnenstraße rn.— Olympia, Adalbertstr. 8. — Sch ildhorn, Usedomstr. 33 bei Miete.— A ll egro, Wrangelttr. Ul, bei Schmidt.— Alpenglocke, Brüner Weg 29, bei Saeger.— Bruder- herz, Olympia, Andreasstr. 20 bei Milte— Jhn'scher Humor, Strauß- bergersiraße s bei Birk.— Unverzagt 2, Moabit, Kronen-Brauerei.— Hoffnung 2, Deulsch- Wilmersdors, Brandenburgstraße bei Brätz.— Waldlapelle, Reichenbergerstr. 19 bei Roscher.— Ardetier-Mat- d u n d, Noivaives, Wallsiraße bei Gärtner.— Sängerkette, Bräfestr. St bei Plötz.— Kreuzdera, Lichlerselderstraße Nr. 7—8 bei Winter.— Alte Linde, Metchenbergerstraße S9 bei Fürstenau.— Vorwärt« t, Rathenow, Restaurant Zur Erholung bei W. Frteseike.— Sintglett 2, Landsderger- straße St bei Musehold.— Gesangverein der Böllcher Stein- eiche. Iüdenstr. sz bei Drieschmann.— Vorwärts», Marwitz, bei Wilhelm Rölte.— Htlaria, Blumenstraße t» bei Wenk. Sänger-Ehor der Töpser, Neue Friedrtchlrr.«t, betRöllig.— Wiederhall, Eisenbahnslr. 20 bei Sicgmund.— Johannt, Ostbahnhos 7 bei Schulz.— vorwärts s, Frtedrtchsfelde, Wilhelmstr. lo bei Momber.— Eesangverein Rothe R elte 2, bei Rabe, Rupptner- und Schönholzerstraßen- Elle.— Echneeglörkchen l, Rixdors, Berliner- siratze I so bei Kummer.— Gesangverein Eintracht, Nteder-Schönwetde. Restaurant Hinz.— Mohr'sches Doppelquartett, FriedrichSbergerstr. IS. — Besangverein Frohsinn in Stralau bei Gaster.— Deutsche Liederlasel, Grüner Weg 29 bei Säger.— Sängergrub, Friedrichshagen, BlanUS Restaurant.— Vorwärts 7, Rummelsburg, bei Borgmann.— Gpheu, Ackerstr. I2Z bei Slümke.— Besangvercin „Freiheit 1", Bülowstr. 65 bei Richter.— Eesangverein„Bchv a" 9 Uhr Abends Uebungsstunde bei Reimann, Alle Schönhauserstr. 42.— Gesangverein Berechttgtett Westen, Bülowstraße 56 bei Werner.— Arbeiter- Männergesangveretn„S ä n g e r t r e t«" Weißensee, Königs-Bhaufsee««, bei Brcnnerl.— Besang- und Thealerverem„Acacte" saemisch. Chor). Stal-yerftr. 6«, bei A. Henke.— Arbetler-Besangverein Freihetl 2, Adlers- dos, Restaurant Kuhle.— Freies Lied l, Friedrichsberg, Frtedrich-Karl- straße n bei Hei- ecke.— Wacht auf Wörther- und Rykestraßen- Ecke bei Schmidt.—„Lustige Sänger" tu Polsbam, Brandenburger Kommuni- lalton lo.— ,.B l u m e n l e s e", Eebastianftr. s, bei Meier.— Freiheit 8 Bernau, im Schützen haus.— Freie Glocken, Martannenstraße 81— 82 bei Toberstem.— Senefelder, Landsbergerstr. si bei Seehausen.— „Bergtßineinnichl" bei fflörike. Schul- und Brerzterstraßen-Ecke. Snnd der grsrUigc» Arbeitervereine Kerlin« und Dlmgegend, All« Zuschriften, den Bund betrestend, sind zu richten an P.Henkel, Bergmannstraße 2l, Hof 8 Tr. Hienftag. Skatklub Kreuz- Solo bel Ralke. Andreasstr. 18.- Thealerverein Blumen lese bei Sommer, Stall- lchreibirstr. 68.— Geselliger Verein Hoffnung bei Fröhlich, Raunynstr.«ä, alle 14 Tage.— Tambourveretn Wirbel, bei Müller, Barienftraße 62.— Loutsenstädtischer Theaserverein F r 0 h s t n n bei Möhring, Admiralsrr. 16c.— Tambourveretn D eu 1 sch e Eiche bei Niederschuh, Furdringerftraße 7.— Tambour- Verein B oru ss i a bei Scholz, Weidenweg, Ecke Möglinerstraße. — BergnügungSveretn Klimbim bei Bredlow, Bülowstr. 6».— Tambour- verein R u s bei Sperling, Jnselstr. I.— VergnügungSvereln Amor II bei Bergemann, Prinzen-Allee 10.— Mustkveretn Hoffnung, bei Dreßler, Stienbahnstr. 6.— Geselliger Verein M e h r L i ch t bei Goltz, Gr. Frank- furlerstraße 188.— Geselliger Muslkdtlettanten-Veretn Mün st ermann, bei Wille, Hochstr. S2a. Uebungsstunde und Aufnahme neuer Wilglteder. tSesang-, Surn- und gesellig« hierein«. Dienstag. Gesangverein Anakreon, Abends«— 11 Uhr, bei Keßner, Annenstraße lS.— Mustkveretn Nord ssf— 11 Uhr, Wrtezenersrr.«, bei Sendke. Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer-Abthetluna wrnt von sss— loh Uhr in der Turnhalle des Lesstng-Bymnastums, Pankilraße 9—1«.— Berliner Turngenossenschaf 1. Die 9. Männerabihetlung turnt jeden Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenftr. 68 a. Thrater-Verein Othell 0 2 Abends 9 Uhr, bei Tägers, Garienstr. ls— 14. — Prival-Thealer-Gesellschast BerltnerHumor, Abends 9 Uhr, Köpntcker- straße 168 bei Buchs.— Privallhealerveretn Crescendo. Abends, bei Rtcolay, Eltsabelhlirchstr. 1«.— Thealerverein Bulkanta bei Täaer, Garienstraße is— 14.— Thealerveretn Bulkanta 2 Abend» dsj Uhr Acker- straße 14« Borstädlisches Kastno. BergnügungSveretn Amicttta,«J( Uhr, bei Schönnagel, Barnimfw. 47. — BergnügungSveretn Retchskrone, AdendS 9 Uhr, in Reichert's Fest sälen, Müllerftr. 7.— Geselliger verein Brüderschast, im Nestau, an! Deuischer Reichsadler, Beusselftr.».— BergnügungSveretn Saturn alta, heule Abend 9 Uhr, Ranpachslr. 6.— Vergnügungsverein F idelto. Alle Dienstag Abends> Uhr Sitzung mit Damen bei Seifert, Oranien- straße 21.— Geselliger Verein„Mehr Licht"' Abend» g Uhr, Grob« Franksurterstr. 183 bei Gold».— Tourlstentlub„Man der lust", Abend» 9 Uhr, Franiecktsir. und Schönhauser- Allee-Ecke.— Geselliger Arbeiterverein H 0 s s n u n g veretnSlotal fSüdbeulscher Braueret- AuSichank) Reichenbergerstr. 21. Jeden Dienstag, alle>4 Tage, Abend«« Uhr. Geselliger Berein Regina Sitzung mil Damen Orantenstr. 168 bei Schön- walder.-, BergnügungSveretn L u n a. Jeden Dienstag Sitzung bei Haberccht, Große Frantfurlerslr. 86, FideltiaS. Alustl-Tileuanlenveretn„Preztosa", jeden Dienstag, AbendS sh Uhr, Uebungsstunde in Echestler'S Restaurant, Reintckendorferflr. 26. Ausnahme.— ätiherllub„FrethettStlänge" jeden Dienstag Abend bei E. Franke, postellirche 7 b. Ztiherverein„Einigkeit". Dienstag Abends 8 Uhr bei Poll, Adalbert- straße 21: Uebungsstunde. Orientalischer Rauchllub Spar- und Kredttoeretn, AbendS 8 Uhr, Relchenbergerstraße 24, bei Schröder.— Rauchtlub Dämme rwolke, Böckhstr. 61.— Rauchtlub Bruderbund. Abend« 9 Uhr, Laufttzerstr. 60, bei Grande.— Rauchtlub Zeitgeist, Abend«« Uhr bei Kaspar, Restaurant zum' Zeitgeist, Bernauerftr. 72.— Rauchtlub Unverzagt bei S. Rupptn, Blumenstraße 49.— Rauchtlub Porlortco, Abends 9 Uhr, bei Kohn, Wrangelstraße Nr. 186.— Rauchtlub«emüthlichlett 2, Abends 9 Uhr bei Achsel, Köpentckerftraße 161.— Rauchllub Blaue Lust, Abend« 9 Uhr bei Bredlow, Bülowstr. 6«.— Rauchllub Abguß,«X Uhr, bei Schulze, Wederstr. 10.— Altdeutscher Rauchllub. Jeden Dienstag bei Wulite, Graudenzerstr.».— Rauchklub Abguß 1. Abends sX Uhr bei Nawrod Markusstr. 23. Tambourderein Rothe Nelke, Dienstag und Freitag, Abends 9 Uhr, bei Thiele, Brandenburastr. 66.— Tambourveretn Btttor ta. Uebungsstunde Dienstag und Freitag, Ausnahme nur geübler Mitglieder. Slümke's Nestau- ranl. Ackerstr. 12s.-«egelllub Fidelto 1, Klubhaus Süd-Ost, Falckenstein- straße«1, jeden Dienstag 8jj Uhr. Schützenveretn„ F r e t l n g e l«. Jeden Dienstag vor dem l. und lg. jeden MonalS. Admtralftiäße bei Lalow. Driefkalten Vvv Modal, kion. WahlrechtSfragen. Können Druckschristen an Sonntagen während der Kirckenzeit verbreitet werden? Während der Zeit vom 6. Mm bis IS. Juni 1893 können nach§ 43 der Gewerbe-Ordnung Druckschriften zu Wahlzwecken(Slimmzettel, Flugblätter, Zeitungen u. s. w.) sowohl in geschlossenen Räumen wie auf Straßen. Plätzen und an öffentlichen Orten(also überall) ohne polizeiliche Erlaubniß verbreitel werden. Auch die Verbreitung während der Kirchenzeit ist zulässig. Die Verbreitung kann sowohl geschehen von Haus zu Haus, in die Wohnungen hinein wie auf öffentlichen Straßen u. s. w. W. A. Eine Milliarde hat Tausend Millionen. G. Arnstadt. Jeder Deutsche darf wählen, sobald er die angegebenen Bedingungen erfüllt. Da Sie naturalisirt sind, steht Ihnen natürlich auch das Wahlrecht zu. W. B. 100. Sie können Material bekommen. I. K.» Griinbera. War schon veröffentlicht. X. 13. An die Reichstags-Baulomnnssion oder schriftlich oder mündlich an das Bureau auf dem Königsplatz. A. L.» Weinberge. 1. Der Inhalt geht dahin, durch das Feigenblatt(der Errichtung von Bordellen) die Prostitutions« Erscheinung zu verhüllen und heuchlerischer Prüderie auf jedem Gebiet Vorschub zu leisten. Der gesummte Inhalt ist wiederholt ausführlich im„Vorwärts" mitgelheilt. 2. Z. B. die im Verlag des„Vorwärts" erhältliche Broschüre aus der Arbeiterbibliothek Zur Naturgeschichte des Antisemitismus", serner die Artikel in der„Neuen Zeit" und insbesondere die Resolution, die im Protokoll über den Berliner Parteitag abgedruckt ist. Das Protokoll beziehen Sie durch den Verlag des„Vorwärts". Zulu. Ja. W. O. Durch Heirath erlischt das Recht auf die Unfall- renke nicht. R. S. 34. Ja. Sonntagsruhe. 1. Liegt ein Gewerbefletrieb im Sinne der Gewerbe-Ordnung vor, so kann die Gehilfin so wenig wie ein anderer Arbeiter zur Arbeit am Sonntag— dazu gehört die Ueberwachung— gezwungen werben. Liegt ein Handelsgeschäft vor, so iü die Verläuserin zu der Beschästlgung zwischen 10 und 12 verpflichtet. Albert P. Allerdings sind wiederholt Verurtheilungen wegen Majestälsbeleidigung erfolgt, weil die Angeklagten sich bei einem Hoch auf den Kaiser nicht erhoben hatten. Wann duse Fälle sich ereignet haben, bezüglich in welchen Nummern des„Vorwärts" über dieselben berichtet ist. ist uns nicht erinnerlich. Veranlaffen Sie doch Ihre Gegner, eine Anfrage an deren Zeitungen zu richten; die Thal- fachen müssen auch denen bekannt sein. B. 1000. Das Eigenthum Ihrer Frau hattet für Ihre» Schulden nicht. E. F. in Görlitz. 1. Wenden Sie sich an Kaiser. Acker" straße 31, den Kassirer des Berliner Arbeiter- Sängerbundes. 2. Tos Stimmenverhältniß der Parteien bei den ordentlichen (ersten) Wahlen von 1890 war folgendes: Sozialdemokraten: I 427 293, Konservativ: 895 103, Neichspartei 482 314, National- liberal: 1 177 807, Freisinnige Partei: 1 159 915, Zentrum: 1342113, Polen: 246 713, Dänen: 13 672, Welsen: 112 675, Volkspartei: 147 570; die Zahl der nach Abschluß der Stich- wählen gewählten Abgeordneten betrug in derselben Reihenfolge der Parteien: 35. 73. 20, 42, 66, 106, 16, l. 11, 10. Die Elsässer gaben 101156 Stimmen ab und wählten zehn Ab- geordnete. 4 91. K. Durch den Akkord ist, falls anderes nicht auSdrück- lich bedungen ist, auch die Wechselforderung beseitigt. H. H. Nach§§ 134a, 134b, 134c, 148 der Gewerbe-Ordnung muß für Fabriken, die in der Regel mindestens 20 Arbeiter de- fchäftigen, eine Fabrikordnung bestehen. Dieselbe muß Be-- stimmungen über Art und Höhe etwaiger Strafen sowie darüber enthalten, zu welchem Zweck die Gelder verwendet werden sollen. Alle Strafgelder müssen zum Besten der Arbeiter der Fabrik verwendet werden. Zuwiderhandlungen sind mit Geldstrafe bis 150 Mark oder 4 Wochen Haft strafbar. Legen Sie eventuell Ihren Fall in der Sprechstunde zwischen 12 und 1 Uhr klar. Oskar Jahuke. Ist am 20., vielleicht auch am 23. v 0 r 9 Uhr Vormittags, Enke-Plah 2, zu sprechen. P. B. 100. Die Bestimmung des§ 137 G.-O.:„Ar- beiterinnen dürfen in Fabriken nicht in der Nachtzeit von SVs Uhr Abends bis 5»/, Uhx Morgens und Sonnabends, sowie am Vorabende der Festtage, nicht nach 5lJa Uhr Nachmittags be- schäsligt werden", gilt für ganz Deutschland, also natürlich auch für die Vororte Berlins. H. H. C. Der W ä h l e r braucht nur Deutscher zu sein, es ist für ihn kein Zeitraum vorgeschrieben, den hindurch er in Deutschland gelebt haben müßte; der z u wählende Kandidat muß ein Jahr in Deutschland gelebt haben. Zur Wählbarkeit also, nicht aber zur W a h l s ä h i g t e i t ist einjähriger Aufenthalt in Deutschland notwendig. A. Sch. 100. Ein Dispositionsurlanber ist wahlberechtigt, da er nicht mehr„unter der Fahne" ist. Ob er Steuern zahlt oder nicht, ist unerheblich. C. 2. Ohne Einsicht in den Vertrag selbst nicht zu beant- worten. R. W. 50, So wie Sie sind Tausende, insbesondere aus Landkreisen, für die Zeit vom 2. bis 15. Juni einberufen. Daß der letzte Tag der Uedungszeit mit dem Wahltag zusammenfällt, ist allerdings„sonderbar, sehr sonderbar". G. K. Uns unbekannt. E. B. 1000. Sie müssen zunächst beim Amtsgericht An- beraumung eines Sühnetermins beantragen und dann sich an den Armenkommissionsvorsuher Ihres Bezirks wenden. VriefliKsken ver Gsepevikimt« In unserer Expedition gingen zum Wahl sonds ferner folgende Beträge ein: Rothe Hochzeit, Rostockerstr. 48, gesammelt durch C. H. 3,40. Von den Arbeitern und Arbeiterinnen der Schriftgießerei von Wöllmer, Friedrichstr. 226 33,70. G. Fischler, Krautsftr. 48 bei Ehrlich 4,50. Personal der H. S. Hermann'schen Buchdruckerei, 2. Rate 49,60. Arbeiter von Ferd. Maurer u. Comp. 5,05. Gesammelt von den Arbeitern in der Werkstatt Demminerstr. 5, auf baß es besser werde 4,—. Vom ausgelösten Skatklub, Biilow- straße 7,65. Die Gürtler von Gebr. L., Brandenburgstraße 10,—. Pommer, Alexandrinenstraße 2,60. Lampenfabrik von Schuster und Baer, 1. Rate 60,45. Ritter Cunow 1,—. Tapezierwerkstatt Lindenstraße 12 7,—. Zffzarrensabrik Wienert 11,—. Tischlerei Feldmann 7,70. Von Steinmetzen bei Holzmann und Co.. Dorkstraße 6,—. Otto, Brandenburg-Straße 4,50. Ge- sammelt bei Frister und Roßmann, Saal, 87 � �50, Bau Marburgerstr 5, 6,75. Maler und Anstreicher der Hin..�5 u. Slüber'schen Werkst. 7,55. Die Provinzialen 5,50. Arb. d. Möbelsabr. Szunanzig 15,70. Für freies Wahlrecht, Schoning'sche Arb. 10,75. Heinrichspl. 3.20. Einige Arb. d. chemischen Fabrik (Schering) 20,—. O. S. 10,—. Tischlerei Jastus, Höchstestr. 17, 3,50. 4 rothe Tapezirer 2,—. Mehrere Genossen, Uorkstr., 3,—. 9 Tischler, Boppstr. 4, bei R. B. 4,30. Arb. Dresdeners«. 50, 5,85. Arbeiter, Kanonirstr. 80, 15,80. Ges. Herrenparthie Gesangv. Kornblnme 7,—. Arbeiter S. Markus, Strelitzerstr. 10, 6,80. Richter, Neuenburgerstr. 1,50. Zeidler 2,—.„Studentische Bier- steuer" 5,10. Ans Firma Bommer's Sparbüchse, Neumanus- gaffe 1,—. H. K.—,50. Ges. v. d. Pianofortefabrik Adolf Irr- gang u. Co., Alle Jakobs«. 132, 10,—. Buchbinderei H. S. Hermann 12,65. Julius Böttcher 3,—. Ges. b. Frühstück in der Rahmenfabrik G. Brückner Nachs. durch Bendt 3,10. Rothes Ehepaar 1,—. Von der Tischlerwerkstatt Höse, Lindeustr. 93 (l. Rate), 4,85. Ueberschuß der öffentl. Bürstenmachervers, am 14. 5. 93 zu Berlin 2,30. Ges. von den Ardeitern der Carl Schultz'schen Eisenmöbel- Fabrik, Hasenhaide, 36,—. Ungenannt 1,—. Ges. auf dem Bau Neue Hochstr. 37/33 durch Noat 10,55. Zigarrensabrikant R. Schulze und Arbeiter, Friedrichsielders«. 21 8,—. Putzerkolomu Deumig, Kleiber, Saeger und Fürstenau 25,—. A. G. 1,—. G. Sabor 10,—. 12„Grüne Jungens" aus der Chauffeestr.(1. Rate) 6,—. Ertrag einer amerik. Auktion bei einer Feierlichkeit der Möbelfabrik von W. Hartwig. Pallifadenstr. 70 11,10. Arbeiter der Möbelfabrik Roggensack 7,45. Von den Maurern, Usedomstr. 26a 7,—. Putzer vom Bau Bellcrmannstr.- und Grünthalerstt.-Ecke durch Daehne 6,50. Bierprozente Müllerstraße durch Patzig 15,15. Lubus 1,—. E. F. 14 10,-. Gotlhils Rauke(I.Rate) 11—. Die Arbeiter der Fabrik von Werner u. Schumann mit Ausnahme einiger 7,25. Putzer in Rixdorf, Kirchhofstraße 60(Kolonne Arndt 4,50. Ein Auslernen bei H. S. Herrmann 2,25. L. Petersen 1,75. Eintracht 6,—. Löffler 1,50. Gesammelt Boppstraße 2,—. M. 1,—. Rixdorf, die Böttcher von Lindner 4,80. Schraubenfabrik H. Groß Nachf., Blücherstr. 35. 6.50. Von den Arbeitern der Wille'schen Maschinenfabrik 4,85. Müller'sche Werkstelle. Koppenstraße 77, 3,—. Fabrikzahn 7,85. Von einem Republikaner 1,—. Buchdruckerei Bajanz u. Studer 4,—. Durch Borsutzky von den Arbeitern der I. C. Pfaff'fchen Fabrik von 2 Treppen 9,55, dito von 1 Treppe 8,20, dito von den Maschinen- arbeitern 5,25, dito aus dem Komptoir—.50. Schwimmklub „Seebär" 6,50. Glückauf zum Wahlsieg G. G. 2,50. Max und Moritz 1,50. Die Arbeiter der Werkstatt I. Fischer 3,—. E. L. 48 3,—. Stuck, muck. 3,—. Justiz durch Freudenthal 120,—. Drei solche und so heester 3,—. A. K. 30,—. Ges. auf der Exkursion nach Gladenbeck, darunter 2 M. von 3 rothen Stechersrauen 9.—. Pianosabrik von Möhler, Lands- bergerstr. 16 15,30. Im Siege der Sozialdemokratie kommt die Ge- rechligkeit und Wahrheit zur Gellung von einem aus dem ringenden Mittelstand 20,—. Ueberschuß von Zigarren durch Grau 20,—. Schmiede an der J.-Brücke 3,50. Wäschezuschneider der Firma W. G. 7,25. Aus der Herrmannshöhle in der Hermannstraße 4,—. l Oelsaroine verauktionirt vom Verein„Grüne Tonne" 3.50. Bilbhauer-Atelier in Wilmersdorf und noch Einer 6,50, Die Arbeiter der Messinglinien-Fabr. H. B. 19,50. Von der verblühten Lotosblume 7,20. Kollegen von Esdorf d. F. Schulze 2,—. Ges. von den Malern der Firma Buchmann u. Uleer aus dem Bau Charlottenburg 7,75. Summa 952,85 M. Bereits quittirt 930,75 M., in Summa 1383,60 M. Schmidt, Ichtershausen. 0,2s fehlen am Hqiblflynats- Abonnement. W»tW Sttfimmlniiii der Barbiere, Friseure und Perrückenmacher Berlins Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer am visustsg, den 16. Mai, Ab. 10 Uhr, in Vratvoll's Bierhallen, Kommandanten, traße Nr. 77/79. Tages-Ordnuny: Bericht der Agitationskoinnnssion über die Verhandlungen mit den Innungen, betreffs Schließung der Geschäfte an Sonn- und Feierlagen, und wie ver- halten wir uns hierzu?— Diskussion. Bericht der Revisoren.— Bericht der Agitationskommission der Gehilfen, so wie der Selbständigen und Neuwahl derselben.— Bericht des Delegirten der Streik-Kontrollkonunission und Neuwahl desselben.— Um zahlreiches und pünkt- liches Erscheinen ersucht 4207L Die Aaitationstommissiou. I. A.: P. L ierc, Schlegelstraße 10. E. Wegener, Bernauerstr. 4ö. Ltssentlilhe Vtrsllmmlllug für die auS den Kreise» Wittenberg «. s. w. in Berlin arbeitenden Laudslente am Mittwoch, Abends SV, Uhr, im Lokale Neue Grünslr. 14. Tages-Ordnung: I. Berichterstattung vom Hallenser Parteitag. 2. Besprechung über die Reichstags- Wahl. Die Genossen aus den Kreisen Witten- berg, Schweinitz werden dringend er- sucht, in dieser Versammlung zu er- scheinen. I. A.: Otto Gresse, 388/0 Arndtstr. 17, 3 Tr. Achtung I 110/13 AMttvtteivs.RWMtlswg und Umgegend. Ten Mitgliedern zur Kenntniß, daß während der Wahlbewegung keine Vercinsversammlungen stattfinden. Wir bitten die Mitglieder, sich recht rege an der Wahlbewegung bctheiligen zu wollen. Der Borftaud. Bitte lese« Sie! Jedem Genossen, der billig und gut kaufen will, empfehle mein sehr reichh. Lager von ca. 1000 Zommer ipale- tots, S000 Anzüge, sowie einzelne ZZücke, Iaqnet», Hofen, Mellen:c. Ferner Uhren, Ketten» Ringe, Ketten, Masche. Stiefel, Hüte, Krise» u. Kotzüoffer, Maschkrssel:c. Sämmtliche Hachen in alt und neu, auch werden verfallene Pfänder verkaust. A. WeE*s|ien, Schneidermeister und Parthiewaaren- Händler, 8768L* 127Skalitzerstraße127. Zestellnngen nach Maaß werden gut und billig ausgeführt. 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Knaben Anzüge in Iwirnsbuckoki»... sonst. Detail-Preis M. 4,—, bei uns von M. 8 an. n II puckslri»..••.«« n n n n n 8Va n „„ Cheviot»».».»« /»» O.OO, nnnn 3„ ""-....» n n n 6,, nnnn 3>/a„ n n Diagonal.....«««?«»«« 4„ „ n Nouveaute.„»»10,—,„„„„ 5„ Haute Nouveaut�-Anntg», wie solch« nur Spezialgeschäfte führen. b. Kurfchrn-Aiiziige in Zwirnbnckski»... sonst. Derail-Preis M. 0, bei uns von M. 5 an. n n pnckslu»»•'••.« ii n 1' �/« n n n 5�/2„ 11 n Cheviot..... n n n 1 6, nnnn 5*J4„ n« Satin n n« 18.«««« 6 n 11 n Diagonal.....»«» 14«» ,»« 7„ n n hochfeine,...««« 18, m„„„ 8„ v. Junglings Anzüge in Iwirnbuckslri».. sonst. Detail-Preis M. 1», bei uns von M. 7 an. II n Hnckslti».... n n n 18, a a n n'f1/� n Cheviot.....««„ l«,»„,„ 8„ n n Diagonal....««« 80, nnnn 11 n n Kammgarn....,»« 84,»„..14, n n hochelegante,•••»»» 30,„ man 18„ Knaben-Paletots mit nnd ohne PeHenne von 3 Mk. an. Bei den von uns nolirten Preisen ist jede Uebervortheilung ansgefchlosse», nnd bemerken wir ausdrücklich, daß unsere Maaren nach neuestem Schnitt aus nur gediegene» Stoffe« an- gefertigt sind und jeden Vergleich mit usck Maass gefertigten Kleidern aushalten können, und ersuchen wir Jedermann, unser Riesen-Etablrssement in Augenschein zu nehmen und sich durch Einkauf persönlich davon zu überzeugen. Es mutz von Jedem mit Freuden begrützt werden, datz ein Derüaufshau» hier rriftirt, dessen Zweck einzig und allein darin besteht, dem großen Publikum Bekleidungsstücke nach neuestem Schnitt dauerhaft und gut und für wenig Geld zu geben. Diese schwierige Aufgav« haben wir un» gestellt, ttttd werde»«tr jederzeit diesem Prinzip treu bleibe«. Wer bei uns nicht seinen Bedarf deckt, thut Unrecht a» stck selbst und schadet seinem Geldbeutel, denn„Geld gespart, ist Geld verdient". „Zum Prophet", Welthaus fertiger Herren- und Knaben-Garderoben, l. Etage, am Dönhoffplatz, 1. Etage, Ecke Leipziger- u. Kommandantenstraße. P. S. Die Rayon-Chefs und Inspektoren sind angewiesen, darauf zu achten, daß Jeder- mann aui's Belle und Billigste bedient wird und erwähnen wir noch, daß wir für die englische fran- zösische, italienische, spanische, russische, schwedische, dänische, sowie für die verschiedenen czechischen Sprachen je einen Verkäufer in unserem Etablissement haben. WE?" Für das Verleihell von Fracks, sowie ganzer schwarzer Anzüge haben wir eine besondere Abtheilung eingerichtet. Für das auswärtige Publikum ist ein eigenes Vcrsauddureau eingerichtet, unll wolle man bei Bestellungen, um unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, unserer Adresse die Aufschrist„Der- sandtbnreau" beifügen. Sendungen nach Auswärts können bei dem Umfange unserer Etablissements nur gegen Nachnahme oder Vorhereinsenduug des Betrages ausgeführt werde» und wird nicht Konvenirendes anstandslos umgetauscht. 1. Etage, am Döuhoffplatz, 1. Etage, Ecke Leipziger- u. Kommandanteustraße. _ Versand nach Auswärts. SQr Sonntags und Feiertags geöffnet vo» 7—10 nnd 18—3 Uhr. Teleph. Amt I 7641. UfiM" 14 helle Schanfeuster. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Tn-cl auo V-cl«a von Max Babing in Berlin SW», Beuthstraße 2.