ffr. 890. RbonnementS'Bedlngungen: IkonnnnenlS- Preis pränumermid» i vierteliahrl. SL0 Mk, Monats 1,10 Tit., wöchenlUch 2ö Pfg, frei Inä ftauäl Einzelne Nummer 5 Pfg. EonnlagS. Eingetragen in die Post.Zeiiungs. Preisllsie. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Mark pro Monat. PostabonnementS nehmen-m: Belgien. Dänemark, Holland. Italien, Luremburg, Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. äfitttot tiflllch außer IDontags. S6. ZahrKi Vevlinev Volksblntk. vle Inlerttonz-Sedllh? Letrkigt für die sechsgespaltene KoloNtl« geile oder deren Raum w Pfg., fftt politische und gewerkschaftliche Verein-- und Versammlungs-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Hnieigcn", das erste(fett- gedruckte) Wort 20 Psg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengefuche und Schlafstellen-Anzeigen das erste Wort 10 Psg, jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Tie Expedilio» ist bis 7 Uhr abends geössnet, Telegramm> Adresse! „Sozlalilcmolim Btrliu* Zcntmlorgan der rozialdcmohratifcbcn partci Dcutfcblands. Redaktion: 8Ll. 68, Linden Strasse 69« Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Sonntag, den 12. Dezember 1909. Expedition: 8ÖL 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Das Gebot der Stunde Es scheint wirklich, als ob die Regierung beabsichtige, bereits in nächster Zeit die Frage der preußischen Wahl- reform anzuschneiden. Die statistischen Erhebungen und Untersuchungen der Regierung scheinen soweit gediehen zu sein, daß man ihre Ergebnisse demnächst den Mitgliedern der beiden Häuser des preußischen Landtages zu unter- breiten gedenkt. Im Laufe der Session, die im Januar be- ginnt, soll dem Landtag dann auch eine Wahlrefornivorlage der Regierung vorgelegt werden. So wenigstens melden Blätter, die von den Absichten der Regierung unterrichtet zu sein behaupten. Daß sich die konservative Presse entrüstet gegen diese „Hast" der Regierung wendet, ist begreiflich. Denn so wenig die Junker von einem Bethniann Holliveg zu befürchten brauchen, daß er eine Aenderung des Wahlrechts vorschlagen könnte, die die Uebermacht des Junkertums und des Kleritalismus ernstlich gefährden könnte, so ärgerlich ist es ihnen doch, daß an dem„bewährten" Dreiklassenwahlrecht überhaupt etwas geändert wird. Ihnen ist schon die geringste Aende- rung, die winzigste Konzession zu viel. Daß sich aber auch ein freifinuiges Blatt, die„Weser-Ztg.", gegen eine baldige Jnangriffnphme der Wahlreform wendet, ist un- glaublich I Wie lange soll denn das entrechtete Volk noch auf die Wahlreform warten? Ist seit der sie feierlich verheißenden Thronrede nicht schon mehr als Jahresfrist verstrichen? Ge- nügt es nicht, daß schon an die sechzig Jahre der Drei- klassenschmach ins Land gegangen sind? Ist es nicht aller- höchste Zeit, endlich mit den skandalösen Privilegien des Geldsacks, der Diktatur der Junker aufzuräumen? I Natürlich wird das Blatt des Hansaliberalismus die Unterstellung weit von sich weisen, daß ihm etwa selbst das Dreiklassenwahlrecht ans Herz gewachsen sei. Es wird sich vielmehr damit herausreden, dajj eine Ueberstürznng der Wahlreform bei dem Charakter der preußischen Pairskammer und der Zusanimensetzung des Abgeordnetenhauses wenig Aussicht biete, daß die Forderungen des Liberalismus und der Demokratie erfüllt werden würden. Nun, die Faden- scheinigkeit dieses Einwandes haben wir schon oft genug dar- getan I Wenn man warten wollte, bis die Zusanunensetzung des Abgeordnetenhauses minder reaktionär und wähl- rechtsfeindlich wäre. müßte man einfach bis zum Sankt Nimmerleinstag warten. Denn die Zusammensetzung der Junkerkammer ist ja gerade die unabwendbare Folge des elenden Wahlsystems und der skandalösen Wahlkreisgeometrie I In zehn Jahren würde der Landtag, falls das bisherige Wahlsystem bei- behalten bliebe, auch noch nicht anders aussehen. Statt des halben Dutzends Sozialdemokraten gäbe es dann zwar wahrscheinlich deren anderthalb— aber die konservativklerikale Mehrheit wäre dann noch ebenso gewaltig I Es wäre also der Gipfel des Unsinns, die Wahlreform so lange zu vertagen, bis der Landtag eine Wahlrechts- freundlichere Physiognomie zeige. Daraus kommt's bei der Wahlreform nicht an, vielmehr auf die Physiognomie der Massel Das Volk muß sich rühren! Die Entrechteten müssen energisch ihr Recht fordern I Und d i e Elemente des Bürgertums, die gleich dem Proletariat und dem ebenso ent- rechteten Kleinbürgertum ein demokratisches Wahlrecht für Preußen wünschen, müssen sich gleichfalls mit gewaltigen Kundgebungen den Demonstrationen des Volkes anschließen I Wenn je die Volkssümmung einer wuchtigen Bekundung deS Massenwillens günstig war, so gerade jetzt. Die Wahlen der letzten Monate beweisen das. Die Steueransplünderung hat selbst die träge Masse der Indifferenten aus ihrer Gleich- gültigkeit aufgepeitscht. Der neue Etat hat obendrein bewiesen. daß die neuen Steuern nicht einmal ausreichen, die un- geheuren Ausgaben flir Heer und Marine zu decken, daß im Hinlergrunde der nicht abreißenden Destzitwirtschaft und Schuldenmacherei also schon ein neuer Steuerraubzug droht. Dazu kommt für das Proletariat noch die Geißel der Aus- beunmg und Knechtung durch das iiberniütige Großkapital. Kaum daß die wirtschaftliche Konjunktur die ersten schüchternsten Anzeichen einer Besserung aufweist, und schon beginnt auch das industrielle Scharsmachertum sich zur waffenstarrenden Phalanx gegen die Arbeiterklasse zusammenzuschließen, um ihr die Ausnutzung der Konjunktur zur Verbesserung ihrer Wirt- schaftlichen Lage zu erschweren, um sie in bedingungslose Ab- hängigkeit vom Arbeitgebertum zu pressen l Und wenn dann der Uebermut des Scharfmachertunrs den Kampf entfesselt hat. so schickt die Regierung zum Schutze des Geldsackes Maschinengewehre! Und wenn die Vergherren die vielen Hunderttausende derer, die in der stickigen Nacht des Erd- innern, von Schlagwettern und Gesteiuslürzen bedroht, für das Grubenkapital Schätze schürfen, vollends zu Hörigen herabdrücken wollen, dann sind die Grubensklaven mit ihrem Appell an die Volksvertretung auf das Wohlwollen des Drei- klassenparlaments angewiesen I D e s Dreiklassenparlaments, wo sich letzten Endes Junker, Pfaffen und Schlotbarone noch immer in holder Jnteressenharmonie gegen die Arbeiter zu- sammengefunden haben I Die Empörung der Massen hat einen Siedegrad erreicht. wie seit langem nicht. Da sollte doch auch für jeden liberalen Wahlrechtsfreund nichts näher liegen, als sich dieser Empörung des Volkes gegen die Reaktion als Hebels der Wahlreform zu bedienen l Zumal das Drängen aller fortschrittlichen, freiheitlichen Elemente des Volkes ganz allein bei einer wirklich denwkrätischen Reform Geburts- helferdienste leisten kann. Denn worauf wollte sich wohl sonst der entschiedene Liberalismus verlassen? Auf die Konser- vativen? Oder das Zentrum? Oder die Nationalliberalen? Oder Herrn v. Bethmann Hollweg? Ist die Meldung richtig, daß die Regierung demnächst die einleitenden Schritte zur preußischen Wahlreform tun will, so ist es die unausweichliche Pflicht aller derer, die eine freiheit- liche Reform des preußischen Wahlrechts wünschen, die Wahlrechts- agitation ungesäumt ini größten Maßstabe einzuleiten. Denn wenn nicht alsbald das Volk auf dem Plane erscheint, hat es sich selbst die Schuld dafür zuzuschreiben, wenn die Wahl- reform noch kläglicher ausfällt, als die sächsische Wahlrechtsfarcel Kann doch die Regierung nur die Absicht haben, durch eine baldige Einlösung der Verheißungen ber Thronrede die ja nun doch einmal unvermeidliche Wahlreform so zu gestalten, wie es den Wünschen der reaktionären Parteien, den Interessen des Kraut- junkertums, des Klerikalismus und des Großkapitals ent- spricht. Es ist selbst für einen Freisinnigen nicht der leiseste Zweifel möglich, daß die Wahlreform nicht f ü r das Volk. sondern gegen das Volk gemacht werden solll Dieser Ab- ficht aber hat sich das Volk mit aller Tatkraft entgegen- zustemmen! Es ist Zeit, die Wahlrechtsfanfaren, die der Freisinn vor Jahr und Tag ankündigte, mit aller Lnngenkraft in das Land hinauszuschniettern I Eine Politik des Zauderns wäre feigster, sträflichster Volksverrat I Auch dann und gerade dann, wenn die Regierung sich durch die Junker wieder einmal zum Rückzug drängen lassen und die Wahlreform abermals zu verschleppen suchen sollte I Denn dann müßten Liberalismus und Sozial- demokratie alles ausbieten, um die Regierung vor- wärtszudrängen! Daß der Aufruf zum Sturm gegen die Dreiklassenschmach den lautesten Widerhall in den Massen finden wird, beweist der machtvolle Massenprotest der Wähler bei allen Wahlen der letzten Monate. Daß auch breite Schichten des Bürgertums endlich der Vergewaltigung durch Junker und Jnnkergenossen überdrüssig geworden sind, beweist die Masse der aus eine Wahlrechtsunifrage eingegangenen Unterschriften aus den Kreisen der Intellektuellen, Fabrikanten und Kanfleute, die ein freisinniges Blatt in den letzten Tagen veröffentlicht hat. Her mit dem allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht für Preuße nl Dieser Kampfruf muß in den nächsten Wochen und Monaten millionenstimmig erhoben werden. Es gilt einen Ver- sammlnngs- und Demonstrationssturm zu entfesseln, in dem das Fordern und Drängen der entrechteten Massen zu all- gewaltigem Ausdruck kommt. Der Regierung und den Wahl- rechtsfeinden muß es eindringlichst zum Bewußtsein gebracht werden, daß es ein aussichtsloses und gefährliches Beginnen ist, sich dem Willen der Volksinehrheit mit be- harrlichem, höhnischem Trotze zu widersetzen! Sie ultrsmontsne Ssmmelpoisune. Am dritten Tage der Etatsdebatte im Reichstag gönnte sich der amtierende Reichsoberbureaukrat völlige Ruhe. Offenbar hatten seine unerhörten Anstrengungen, in drei Reden nichts zu sagen, die kanzlerischen Geisteskräfte derart erschöpft, daß sich in seinem Gehirn erst neuer Vorrat an Mitteln zur Gedanken- Verschleierung ansammeln muß, ehe er das aushorchende Europa durch neue oratorische Krafileistungen verblüffen kann. Zwei Vertreter der unbedeutendsten Schnapsblockanhängsel, der beiden antisemitischen Fraktiönchen, die Herren Liebermann und Zimmermann, trugen einiges belangloses Gerede zur Ver« längcrung der Debatte bei. Den wesentlichsten Beitrag des bcutigen TageS lieferte aber Herr Gröber, der zweite Redner der Zentrumspartei. Ihm war jedenfalls die Aufgabe zugefallen, die programmaiischen Erklärungen deS Herrn v. Hertling durch eine Polemik nach allen Seiten zu Vervollständigen. Obgleich die Zentrumspartei Grund genug hat. gleich den Konservaiiven mit der Haltung des unterwürfigen Bethmann im ganzen zufrieden zu sein, hielt Herr Gröber eS doch für ebenso notwendig wie Herr v. Nicht- Hofen, den amtlichen Handlangern des SchnapsblockS einzuschärfen, daß sie dessen Politik, die sie sich zu eigen gemacht hätten, nunmehr auch durch Dick und Dünn verteidigen müßten. Er schrieb also in das Dienstbuch deS neuen Reichskanzlers die Zensur: Betragen: recht gut; Fleiß: mangelhast. Der Reichs- kanzler horchte ergeben zu und zog sich dann vom Schauplatz zurück. Vermutlich schüttelte er im stillen Kämmerlein betrübsam sein Haupt, wie schwierig es doch ist, den maßgebenden Parteien es vollkommen recht zu machen. Die milde Rüge an die Adresie der Regierung war aber nur daS Präludium zu dem nunmehr einzusetzenden Posaunengetute. Den Anlaß dazu entnahm Herr Gröber den Bemerkungen, die Genosse Scheidemann über die haßerfüllten Auslassungen der ultra- montanen Presse gegen Ferrer gemacht hatte. Zunächst suchte Gröber die Hinrichtung FerrerS als vollkommen gerechtfertigt hin- zustellen, da er im ordentlichen Gerichtsverfahren der Anstiftung zu scheußlichen Verbrechen überführt sei. Nebenbei stellte er den toten Mann alS ein moralisch anrüchiges Subjekt hin. Die Ferrer- bewegung in Deutschland sei künstlich angefacht von den Liberalen, die sich über die voraufgegangene Hinrichtung einfacher Ar- bester keineswegs aufgeregt hätten. Die Sozialdemokratie hätte sich in diese Bewegung mit hineinreißen laffen. Plötzlich ging nun aber der ultramontane Kämpe zu direkten Angriffen auf die Sozialdemokratie über, indem er ver- suchte, alles, was seiner Auffassung nach Ferrcr angeblich verbrochen hatte, der Sozialdemokratie an die Rockschöße zu Hüngen. So ver- las er ein von blutrünstigen Mordphantasien strotzendes Schrift- stück, dessen spanisches Original angeblich als Plakat in der freien Schule Ferrers ausgehängt worden sei. Die Sozialdemokratie machte er aber durch folgendes logische Kunststück für diese und ähnliche Dinge verantwortlich. Scheidemann habe am Schluß seiner Ausführungen als sozial- demokratisches Endziel den kommunistischen Zukunslsstaat enthüllt. Als ihm von sozialdemokratischer Seite zugerufen wurde: Das sei doch keine Enthüllung, denn dazu habe sich ja die Sozialdemokratie jederzeit unumwunden bekannt— sagte Gröber: Ja, Scheidemann habe aber auch Ferrer verleidigt, sich damit dessen Bestrebungen zu eigen gemacht, und da er in derselben Rede vom sozialdemokratischen Endziel gesprochen, seien Ferrers Bestrebungen— natürlich, wie sie sich in seiner, Gröbers, Phantasie darstellen— ein integrierender Bestandteil des sozialdemokratischen EndzielSl Mit unwürdigeren Verdrehungen ist wohl noch nie- mals gegen die Sozialdemokratie operiert worden. Zunächst hat Herr Gröber sorglich verschwiegen, weshalb die Sozialdemokratie gleichfalls gegen die Hinrichtung Ferrers Protest eingelegt hat. Nicht weil er zu diesen oder jenen Anschauungen sich bekannte, sonder» weil nach allem, was man über den Vorgang erfuhr, an den Mann ein schmählicher Justizmord begangen wurde, und zwar ein Justizmord ausGlaubenSfanatismusundRevolutions- a n g st. Die Beweise gegen ihn beliefen sich auf zusammen- getragene Gerüchte ans dritter Hand und unbewiesenen Klatsch. Kein objektives Gericht hätte daraufhin eine Verurteilung ausgesprochen. Auch was nachträglich von interessierter Seite über den Prozeß zusammengetragen ist. genügt nicht, um den Borwurf des Justizmordes zu entkräften. Das in der Uebersetzung verlesene Plakat ist ein so blödsinniges Machtverk, daß man un- möglich annehmen kann, es rühre von Ferrer selbst her. Entspricht die Uebersetzung wirklich dem Original, so ist es höchst wahr- scheinlich, daß cS in der Schule irgend welcher verrückter Terroristen ohne Zutun Ferrers oder noch wahrscheinlicher von Spitzeln angeklebt wurde. Es bedürfte doch mindestens deS Nachweises, daß wirklich Ferrer seinen Kindern ein solches Machwerk zugemutet hat, ehe man sich erlaubt, dem toten Manne so etwas aufs Schuldkonto zu schreiben. Aber mag nun Ferrer gewesen sein was immer, die Sozialdemokratie ist in keiner Weise für seine Anschauungen und Taten verantwortlich. ES ist stets von uns betont worden, daß Ferrcr mit unseren sozial- demokratischen Parteigenossen in Spanien im Mcinungskampfe ge- legen hat. Indem die Sozialdemokratie dennoch gegen den an ihm begangenen Justizmord protestiert hat, bewies sie nur, daß sie vorurteilslos gegen jede ungerechte Tat der herrschenden Gewalten ankämpft. Von unserer Seite ist auch stets gegen die bürgerlichen Protestler in der Ferterbewegung derVorwurf erhoben worden, daß sie geschwiegen haben bei den spanischen Justizmorden, die an un« bekannten Männern aus dem Volte begangen wurden, wie ja die Vertreter von Bildung und Besitz sich hier zu Lande niemals aufregen über did vielfachen Ungerechtigkeiten der herrschenden Machthaber gegen Sozialdemokraten oder auch minder mißliebige Elemente. Was der ganze Zweck des unwürdigen Manövers des Herrn Gröber war, trat ja auch sofort zutage,-als der ultramontane Wort« führer die Liberalen wanite, sich doch mit einer derartig kompro- mittiericn Gesellschaft, wie die Sozialdemokratie cS ist, ja nicht näher einzulassen. Die ganze Gröberei war weiter nichts als eine Vorarbeit für die kommenden Wahlkämpfe, vor denen das Zentrum eine Heidenangst in den Gliedern hat. Um Beistand gegen die Sozialdemokratie zu gewinnen, stellt eS sich im Glänze der staatSerhaltenden Ordnungspartei dar. Nutzen wird daS aber alles nichts. Zunächst wird Herrn Gröber die gebührende Antwort im Reichstage am Montag zu teil werden. Konsecvstiver Parteitag. Die Junker hatten sich am Sonnabend im Käisersaale deS Berliner Weinhaules„Rheingold" in hellen Hänfen zu einem„Dele- giertentag der deutschen konservativen Partei" eingefunden. Ihre Damen nahmen ans der Tribüne Platz. Nachdem Freiherr von Manteuffel die Konservativen als die treue st en Triarier bezeichnet, die in den Zeilen der Gefahr den Kaiser schützen werden und darauf das übliche Kaiserhoch ausgebracht hatte. wetterte er gegen die n e u g e b i l d c t e „Konservative Vereinigung", deren Programm sich nicht mit dem der deutsch- konservativen Partei decke, deshalb hat diese Vereinigung innerhalb der konservativen Partei keinen Platz. Obivohl diese Worte lebhasten Beifall fanden, und die Satzungen der Partei dementsprechend angenommen wurden, machte sich doch im Laufe der Verhandlung von einem Vertreter der Konservativen Vereinigung eine lebhaste Opposition geltend, die stürmische Szenen veranlaßte. Zunächst bezeichnete Freiherr v. Man- teuffei es als unwahr, daß die Konservativen den Block zertrümmert, ein Bündnis mit dein Zentrum und den Polen geschlossen und die Verteuerung aller Lebensmittel verursacht hätten. Die Konservativen ließen sich von keiner Partei ins Schlepptau nehmen, sie wollten die ausschlaggebende Partei im Reichstag bleiben und hätten stets eine Politik verfolgt, die den Jntereffen deS deutschen Vaterlandes und der Volkswohlfahrt entsprochen habe. Ob dazu auch die Verteuerung der Lebensmittel gehört, ging aus der Rede deS Freiherr,! nicht hervor Justizrnt Dr Dietrich- Prenzlau meinte: Die Konservativen seien dem Zentrum und den Polen„zufällig" aus dem Wege be- gegnet. Wären sie den Freisinnigen in derselben Weise begegnet, dann wären sie mit den Freisinnigen gegangen.— t'lbg. Graf Westarp: Man beschuldige die Konservativen de? Vaterlands- Verrats. Eine Partei, der Bismarck, Moltle und Rooii angehört haben, werde durch solchen Vorwurf nicht verletzt. Die Leven■Smittel wären nicht im mindesten billiger gewesen, wen» die Erbschafl-neuer angenommen worden wäre. JmJnteresse der„armen Wiiwrn und Waisen" mutzte die Erbschaftssteuer abgelehnt werden. Der Redner bedauerte, daß die Nationalliberalen mit den Freisinnigen sich ver- bunden haben. Die Nationalliberalen und Konservativen gehören notwendig zusammen.— Äbg. Gras Sckwerin-Löwitz: Er sei nicht prmzivieller Gegner der Erbschaftssteuer. Wenn er gewiitzl hätte, durch die Ablehnung wurde die Reichsfinanzresorm scheitern. dann bätle er für die Erbschaftssteuer gestimmt. 350 000 Bauern hätten sich für die Ablehnung der Erbichnslssteuer erklärt. Dieter Oberagrarier ritt alsdann den oftmals im Zirkus Busch vorgeführten Gaul: die Landbevölkerung liefere die lriegStüchtigsten Soldaten, folglich müsse sie am meisten geschützt werden. Die Sozial- demokraten Schippe! und Cnlwer hätten sich sogar für land- wirtschaftliche Schutzzölle erklärt. Calwer babe nachgewiesen, das; die Reallöhne um 12— tg Proz. gestiegen seien. Die Laudwirlschafl werde sehr bald imstande sein, nicht nur 60 Millionen, sondern 100 Millionen Menschen mit Fleisch zu versorgen. Er hoffe daher. dafe die Reichsregierung das amerikanische Fleisch schon au« Gesundheitsrücksichten nicht hereinlassen werde.— Abg. M a l k e w i tz behauptete, daß die konservative Partei stets für den Mittelstand einiietreleu sei. Es sei bedauerlich, dost Obermeister Rahardt, der mit Hilfe der Konservativen gewählt. sich mit Haut und Haaren dem grotzkapitalistischen Hausabunde ver- schrieben habe. Nach einigen weiteren Rednern erhielt daS Wort Rechtsanwalt Vredereck- Berlin: Ich stehe vollständig aus dem Bvden der konservativen Partei und deS Christcutum«, ich mutz es aber als eine Schmach bezeichnen, datz die Konservativen durch ihr Verhalten bei der Reichsfinanzreform znm mindesten den Anschein erweckt haben, dast sie lediglich die Interessen des Großgrundbesitzes vertreten.(Stürmisches Oho!) Die Konservativen haben den Block zersprengt und ein Bündnis mit dem Zentrum und den Polen ge- schloffen.(Stürmisches Oho l Rufe: Schlutz I Schluß I) Durch den Block ist eS gelungen, die Sozialdemokraten aus der Hälfte ihrer Wahlkreise zu vertreiben, das Zentrum hat dagegen den Sozialdeumkraten 20 Sitze im Reichstage verschafft.(Rufe: DaS haben die Frei- sinnigen und Nationallibexalen auch getan I) Brede re ck: Die Frei- finnigen sind durch daS Verhalten der Konservativen erbittert. (Stürmische Heiterkeit. Großer Lärm.) Meine Herren I Wenn Sie eine große Partei sein wollen, die Wellpolitik treiben und im Reichstag ausschlaggebend sein will, dann muß sie doch in ihre» Reihen eine Richtung dulden, die die Politik betreibt, die die Parteileilnng lange Zeit befolgt hat.(Stürmische Schlußrufe.) Justizra» Dr. K l a s i n g- Bielefeld. Rechtsanwalt Ulrich- Berlin, Abg. v. F r e g e- Altnaundorf u. a. treten dem Rechtsanwalt Bredereck lebhaft entgegen. Ulrich warf die Frage auf, ob die Konservativen bei den Stichwahlen auch für die Freisinnigen stimmen sollen, nachdem letztere die Konservativen mehrfach im Stich gelassen habe».— Von Ulrich und anderen Rednern ivurde die Begründung einer populär geschriebenen billigen konservativen Tageszeitung befürwortet. Es sprechen noch Graf M i r b a ch» Sorquitten, Major a. D. Strosser und Dr. Diederich Hahn. Letzterer sang selbstversiänolich ein Loblied auf den Bund der Landwirte.— Frbr. v. Heydebrand meinte: Die Konservativen haben ihre volle Pflicht getan, sie haben sich nicht zu entschuldigen, sondern nur zu lernen. Schließlich gelangte eine Resolution zur Annahme, in der das Verhalten der Konservativen bei der Reichs» finanzreform über den grünen Klee gelobt wurde, zumal lediglich den Konservativen daS Zustandekommen der Finanz« reform zu danken fei.»Der Delegierte»»«« erwartet, daß die konser- vative Partei auch in Zukunft ihre volle Selbständigkeit wahren werde." Die Junker behalten also in der Konservativen Partei da« Zepter fest in der Hand I_ ver Sahlkamps in England. Die Versannnlung in der Albert-Hall verlief sehr cindmckS- voll. ASquiths Rede war mit Spannung erwartet worden, da über die Absichten der liberalen Partei, falls sie wieder vom Volke mit der Macht bekleidet würde, noch erhebliche Unklarheit herrschte. Man mutz es Asquith lassen. datz er in dieser Beziehung volle Klarheit geschaffen hat. Der englische Ministerpräsident erklärte mit grotzem Nachdruck, datz der Anspruch der LordS, sich in die Steuergesetzgebung einzumischen, eine Gefahr für dieFreiheit sei und zurückgewiesen werden müsse. Er bitte die Wählerschaft um die Ermächtigung zur Einführung eines Gesetzes, das ausdrücklich bestimmt, datz dieLords keinRecht haben sollen, sich mit der F i n a n z g e b a r u n g zu befassen. ASquith ging aber noch weiter. indem er die Ab- schaffung deS absoluten Vetorechts der Lords überhaupt forderte und damit das Versprechen einer Wahl- reforn, verband. Die Abschaffung deS absoluten Vetorechts des Oberhauses müsse von einer Verkürzung der Legislaturperiode des Unterhauses begleitet sein. Die jetzige siebenjährige Maxi'maldauer müsse auf fünf oder sogar aus vier Jahre herabgesetzt werden. Was das Frauenstimmrecht betreffe, so sei sein Standpunkt hierzu unverändert. Die Regierung wünsche jedoch nicht, einer Frage auszuweichen, über die das neue Unterhaus seine An- ficht kundgeben solle. Mit den Worten: Zeigen Sie sich der Vergangenheit würdig und handeln Sie wie Sie können. schlotz unter riesigem Beifall der Ministerpräsident. Nach ihm sprachen noch kurz Lloyd George und Churchill. Da Asquith ausdrücklich erklärt hatte, die Minister ge- dächten kein Anlt mehr anzunehmen, wenn sie nicht die nötigen Sicherheiten hätten, die für die Ausrechterhaltung der Nützlichkeit und Ehre der Volksvertretung notivendig seien, so bilden Asquiths Erklärungen das offizielle Programm der liberalen Partei. Man wird an diesem Programm vor allem die Forde» rung nach völliger Beseitigung des Ober- Hauses vermissen, ein Mangel, der offenbar nur der Rück- ficht auf den rechten Flügel der Partei entspringt. ES ist doch wirklich nicht einzusehen, warum den Lords, die mit vollem Recht für unfähig erklärt werden, in Budgetfragen mitzuwirken, ein aufschiebendes Veto gegenüber den Be- fchlüffen des Volkshauses zuerkannt werden soll. Noch dürstiger scheint die versprochene Wahlreform zu sein. Die Verkürzung der Legislaturperiode ist von keiner allzu großen praktischen Bedeutung, da eS nur selten vor- kommt, datz ein Unterhaus nicht schon vor Ablauf der Legis- laturperiode aufgelöst wird. Dagegen wird nichts gc- sagt über die Notwendigkeit, daS Wahlrecht endlich wirklich gleich und allgemein zu machen und die Wahl selbst durch Einführung des Proporzes zum wirklichen AuS- druck des VolkSwillenS zu gestalten. Die Vertretung dieser demokratischen Forderungen bleibt also der Arbeiter- Partei allein überlassen. Für die Konservativen antwortet ihr Führer Bai- f o u r durch eine Flugschrift, in derer erklärt, der Angriff auf das Oberhaus sei der Gipfelpunkt einer von langer Hand vorbereiteten Verschwörung von Mitgliedern der Ne- gierung. um tatsächlich zu einer einzigen gesetz- gebenden Kammer zu gelangen. Die großen Macht- befugnisse des Unterhauses genügten diesen Verschwörern nicht, weil sie das Unterhaiis nicht nur von den Peers, sondern auch vom Volke unabhängig gemacht haben wollten. Im Interesse des Volkes müsse das Komplott zu- nichtc gemacht werden. Auf die Lage Englands zur See/ hinweisend, sagt Balfour: Die Öeffentlichkeit wird nicht so leicht die bedauernswerte Nachlässigkeit vergeben, durch welche die von den Liberalen so beklagte Rivalität im Flotteiibau in so gefährlicher Weise ermutigt ivurde. Sodann tritt Balfour mit Nachdruck für den Schutzzoll ein. Verglichen mit der Rührigkeit und Energie, mit der der Kampf gegen die Uebergriffe des Oberhauses geführt wird, niacht die konservative Wahlkanipagne einen schivächlichen Ein- druck. Die Konservativen sind durch die Frechheit der Lords. die das englische Volk nicht so geduldig trägt wie das deutsche, sichtlich in die Defensive gedrängt. Politische(lebersicbt. Berlin, den 11. Dezember 1909 Der Papst und die christlichen Gewerkschaften. Bekanntlich tobt zwischen den Leitern der sogenannten Berliner Richtung der katholische» Gewerkschaftsbewegung, daS heißt den Anhängern der katholischen Fachvereinsorganisation, und den klerikalen Führern der christlichen Gewerkschaften ein erbitterter Kampf, da die„Berliner" befiirchten, daß in den christlichen Gewerkschaften, die auch manche protestantischen Mitglieder haben, der katholische Glaube durch das Zusammen- wirken mit Andersgläubigen gefährdet werden könnte. In diesem Kampf der feindlichen Richtungen hat jede sich nach hohen Gönnern und Schiitzern im Episkopat umgesehen und diese auch gesunden. Die Anhänger der strengen Berliner Richtung finden Unterstützung beim Fürstbischof Kopp von Breslau und dem Erzbischof von Trier, während der Kardinal- Erzbischof Fischer von Köln, dem Zwange folgend, nicht dem eigenen Triebe, die christliche Gewerkschaftsbewegung be- günstigt, die vornehmlich im Rheinland und in Westfalen ihr Domizil hat. Auch die Autorität deS PapsteS ist verschiedentlich direkt und indirekt von den zwei feindlichen Brüdern angerufen worden, doch hat dieser eS bisher vermieden, offen in den Streit einzugreifen und sich für die eine oder andere Richtung zu entscheiden. Um so bedeutsamer ist, datz, wie die„Germania" berichtet, der Papst sich jetzt fiir die streng auf dem Boden der katholischen Kirche stehende gewerkschaftliche Organisation ausgesprochen und diese als allein berechtigt anerkannt hat. Im„Oekonomischsozialen Verein für die italienischen Katholiken", der seinen Sitz in Bergamo hat. war nämlich aus Anlaß der Errichtung eines Generalsekretariats für die dem Verein angeschlossenen Ge- werkschaften die Frage aufgetaucht, ob dieser neuen Zentrale auch solche beruflichen Verbände und Vereinigungen an-. gegliedert werden dürften, die zwar nicht ausgesprochen katholisch seien, aber an den Grundsätzen christlicher Gcrechtig- keit festhielten. Schließlich wurde die Autorität deS Papstes angerufen, der in einem Schreiben an den Präsidenten des Vereins, den Grafen Medolago Albani, folgendes antwortete: Geehrter Herr Graf! Nachdem wir das neue Statut für den Zusammenschluß der gewerblichen Verbände und Ver- einig», igen gelesen und darüber nachgedacht haben, ist es uns, obwohl wir von den vorzüglichen Absichten der mit der Aen- derung betrauten Herren durchaus überzeugt sind, ganz und gar unmöglich, eS anzunehmen, und noch weit weniger, eS gutzuheißen. Die in dem Memorandum angeführten Gründe haben unS nicht nur überzeugt, daß der ange- strebte Zweck, den lauen und zweifelhasten Katholiken daS Statut tatsächlich annehmbar zu machen und für den Gesamt- verband eine Vertretung bei der Regierung zu erlangen, nicht erreicht wird, sondern eS ist auch weder loyal noch vornehm, d a S katholische Bekenntnis unter falscher Flagge segeln zn lassen, al» ob eS eine Ramsch- und Schmuggelware wäre. Es ist ferner nicht abzusehen, bis zu welchem Punkte mit dem Begriff„ch r i st l i ch e Gerechtigkeit", der genugsam weit und gefährlich ist, der Geist der angeschlossenen Verbände und folglich auch die Personen, die in den Vorstand gewählt werden, noch gelangen können. Möge die Umolis Economioo-Sociale also mutig die katholische Fahne hochhalten und an dem am 20. März diese» Jahres approbierten Statut fest- halten. Ob wir mit diesem den Zroeck deS Zusammenschlusses erreichen? Wir würden dem Herrn dafür Dank sagen. Soll unser Wunsch vereitelt werden? Dann bleiben unS unsere Einzel- verbände, unsere katholischen Einzelverbände, und sie werden den Geist Jesu Christi bewahren, der fie sicher segnen wird. Haben Sie die Güte, Herr Graf, diese Entscheidung den Mitgliedern der Kommission mitzuteilen, denen ich wie auch Ihnen von Herzen den apostolischen Segen erteile. Den 22. November 1909, Pius X. Papst. Der Brief spricht den gemischten christlichen Gewerkschaften jede Berechtigung ab; denn was für Italien gilt, das gilt auch für Deutschland. Trotzdem wird man in Deutschland vorläufig die christlichen Gewerkschaften weiter dulden, da die Durchführung der Forderung einer streng konfessionellen Sonderung die christliche Gewerkschaftsbewegung sprengen und den Einfluß des Zentrums auf die rheinisch-ivestfälische Arbeiterschaft beträchtlich vermindern würde. Trotzdem ist es interessant zu sehen, wie man in Rom über die christlichen Gewerkschaften denkt._ Interesse und Logik. Die mecklenburgischen Regierungen haben bisher, wenn im Reichstage die mecklenburgische Verfassungsfrage zur Sprache kam, stets durch ihre Vertreter erklären lasten, daß das Deutsche Reich nicht befugt sei, in die inneren Verhältnisse der mecklenburgischen Lande einzugreifen, und daß vor allem nicht der Bundesrat das Recht habe, die mecklenburgischen Regierungen und Stände zu einer Aenderung der Verfassung z» zwingen. Wie eS scheint, wollen die beiden Regierungen sich künftig ander? verhalten, wenigstens drohen fie beide, ihren bisher eingenommenen Standpunkt nicht länger auf- recht erhallen zu können. In der Antwort, die die Mecklenburg» schwerinsche Regierung auf die Ablehnung ihre» BerfassungSentwurfS durch den Landtag erteilr hat, heißt eS wörtlich: „Die Verantwortung für die damit geschaffenen Verhältniffe müssen wir allerdings der Ritterschaft überlassen, insbesondere auch dafür, daß wir bei einer etwaigen erneuten Erörterung der mecklenburgischen verfassungsfrage imReichStage, insbesondere auch gegenüber der Frage eineS Eingreifen« des Reiche» den durch die Erklärung unseres vundeSratSbevollmächtigten in der Sitzung des Reichstage? vom 1ö. Juni d.J. eingenommenen Standpunkt nicht werden aufrecht erhalten können." Aebnlich drückt sich die mecklenburg-strelitzsche Regierung au?, indem sie sagt: „Unserer Ritterschaft müssen wir die Verantwortung dafür überlasten, datz wir die Hoffnung, zu einer Verständigung zu ge- langen, zu unserem schmerzlichen Bedauern nicht aufrechierhalten können, und datz wir gezwungen sein werden, daraus die not- wendigen Konsequenzen zu ziehen, weil demnächst die Frage eine? Eingreifen» des Reiches in die mecklenburgischen Ver- fassungSvelhäitniste in Frage kommen, und weil erneute Er- örierungrn der mecklenburgischen Versastungsverhältiiisse im Reichslage stattfinden sollen. Wir sind von der Notwendigkei: der Einführung einer repräsentativen Verfassung für unser Land überzeugt, und wir werden keine Mittel unversucht lassen, um dieses Ziel zu erreichen. Wie merkwürdig doch daS eigene Interesse die Logik beeinflußt! Bisher haben die mecklenburgischen Regierungen jedes Eingreifen deS Reiches als gänzlich unberechtigt und der Reichsverfastung direkt widersprechend zurückgewiesen; kaum aber erscheint ihnen ein solches Eingreifen für ihre Pläne günstig, da ändert sich sofort ihre Logik und Rechtsanffasstmg. Für die künftige Behandlung der meckleiiburgischen Verfassungsfrage im Reichstage ist dieses Zugeständnis der beiden Regierungen recht wertvoll, denn wollen beide sich nicht vor aller Welt total lächerlich machen, können fie nun nicht mehr behaupten, das Reich sei nicht kompetent, sich in die inneren Verhältnisse der beiden meckleu- burgisch?» Großherzoglümer zu mischen. Mit dieser Drohung er- kennen sie selbst dem Reiche ausdrücklich das Recht zu, in der Ver- fastungsfrage ein energisches Wort mitzureden. Eine wahlrechtsfeindliche Stadtverordnetenversammlung. In Mülheim a. Rh. hatten unsere Parteigenossen den Antrag eingereicht, da» zum Wahlrecht für die Stadtverordneten- wählen erforderliche Einkommen von 900 M. auf 660 M. herab- zusetzen, wie eS im benachbarten Köln bereit» geschehen ist, ohne daß die veranlagte Steucrsumme erhoben wird. Jetzt hat nun die Stadtverordnetenversammlung den Antrag abgelehnt, leider in geheimer Sitzung, so daß man nicht weiß, wer den Antrag niedergcstimmt hat: ob e» einmütig von„Liberalen" und Zentrümlcrn geschah oder ob die letzteren, die in der Mehrheit find, die Wahlrechts- und volksfeindliche Tat allein auf dem Gewissen haben. Auf die Schuld der Klerikalen läßt die Vegründung in dem den An- tragstellern zugesandten Schreiben der städtischen Verwaltung schließen, denn es heißt darin, daß„grundsätzlich daran festgehalten werden muß, nur solchen Personen daS Wahlrecht zu gewähren, die zur Gemeindeeinkommensteuer herangezogen find". Diese Be- tründung entspricht dem Grundsatz, den der Zentrumsführer r i m b o r n in die rheinische Städteordnung hinein zu„inter- pretieren" versucht hat._ Kommunalwahleu. Guben, 11. Dezember.(Privatdepesche deS„Vorwärts".) In den Stadtverordneten-Stichwahlen wurden drei Sozialdemo» traten gewählt. Die Stimmenzunahme gegen die Hauptwahl be- trug 200. JnNetzschkaui.V. siegte bei der Stadtverord» netenwahl in der dritten Abteilung der sozialdemo- lratische Kandidat mit 328 Stimmen über den gegnerischen Kandidaten, der 179 Stimmen auf sich vereinigte. » Wahlen in Württemberg. In Ravensburg,.einer Zentrumsdomäne, gelang cZ mittels der Proportionalwahl neben vier Zentrumsleuten einen Liberalen und einenSozialdemokraten inden Gemeinde- rat zu wählen. In Ruit wurden bei einer Wahlbeteiligung von 90 Pro?.. zwei Sozialdemokraten und ein Bürgerlicher gewählt. In Botnang wurde neben drei Bürgerlichen e i n S o z i a l, demokrat gewählt. In Böckingen siegte der Zettel be« sozialdemokratischen Vereins, auf dem drei Sozialdemokraten und ein Bürgerlicher standen, mit großer Mehrheit. In L i n d a ch bei Gmünd hat die Sozialdemokratie sich zum ersten Male an der Gemeinderatswahl beteiligt. Sie gab einen Zettel aus, auf dem neben einem Sozialdemokraten drei bürgerliche Kandidaten standen. Dieser Zettel siegte mit 106 bis 68 Stimmen, während die Gegenkandidaten nur 38 bis 13 Stimmen erhielten. In Steingeim a. A. gelang es. ohne Abkommen mit anderen Parteigruppen den ersten So zialdemock raten in den Gemeinderat zu senden. In Backnang war ein Abkommen zwischen Sozialdemokratie, Volkspartei und Liberalen abgeschlossen worden. Gewählt wurden ein Sozialdemokrat, zwei Volksparteiler, ein Liberaler und ein Nationalliberaler. Die Fraktionen des Reichstages. Zu der Notiz vom Freitag ist berichtigend nachzutragen, daß die Nationalliberalen seit der letzten Wahl nicht zwei, sondern drei Sitze und zwar neben Koburg und Landau an die Sozialdemokraten a»ch den 6. hannoverschen Kreis an die Welsen verloren haben. Diesen drei Verlusten steht ein Gewin»s»> bettborüge Mtr,. M. I.WO Fertige Bettbezüge«m Eu«a>er B.tt«ton*n cutratur{• � 4.30 4.90 6.75 Ba Posen halbleinener Bettlaken, OrSOen 1S0/310 cm Stflck M. 195,% Dts. P« IL 11.45 Bn Poste« TlSChZSUge, Makoqual tat Qedeck mit Q Q r\ Ciedeck mjl C Q C Oedeck mttt r\ A C « Servietten 5'«-', 6 Servietten vJ.«3«»IZServietten• V/.<+5J Reinleinene Taschentücher, � Dt«....* 4.00, 5.00, 6.00, 7.60 Kindertaschentücher»» b««<««c«"-» ■od roten Buchstaben I Dtz. Im Karton......X 1.50 Gerstenkornhandtücher, Br««"ch«. 48/110 cm, geslnmt and gebindert........ Dtz, 4.90 Weisse Stubenhandtücher to®uus7�_ QrflBes 48/110 cm, gesäumt u. gebändert...... Dtz. 7.60 Eh. 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Mit dem„kümmclblättchen" arbeiteten zwei gewerbsmäßige Nepper, waren alle drei eifrig bei einem kleinen harmlosen Spielchen. Der biedere Prvvinziale gewann zu seiner Freude im Anfange des Spiels einen für seine Berhälmisse nicht unbeträchtlichen Betrag. Bald aber verlor er und hatte im Handumdrehen öl) M. verloren. Da er nicht mehr Geld bei sich hatte, wollte er sogar nach dem I Bahnhof gehen und sich aus seinem zur Aufbewahrung gegebenen Ge- päck noch mehr Geld holen. Auf dem Wege zum Bahnhof wurde er von Witowski angehalten und darauf aufmerksam gemacht, datz er einem Paar geriebcyer Bauernfänger in die Hände gefallen sei. Zum größten Erstaunen des Beamten erklärte jedoch der mehr als naive Provinzler mit überlegenem Tone, daß jene Spielkumpane seine Landsleute seien und ihm versprochen hätten, weiter zu spielen, damit er sein verlorenes Geld wieder zurückgewinnen könne.— Die Strafkammer erkannte gegen Bethge auf drei Jahre Zuchthaus und gegen Schuster auf neun Monate Ge» f ä n g n i S. i Bitte K8DiK»tr»ß# Renen enf Haasnummer 46 za Achten, da häufig Ve? wechslungon vorgekommen. In 30 m langer Auslage finden Sie Taasende öchmuck gegenstände mit deutlicher Pxeif Dotierung ausgestellt. \/ »ir» f-ü Kanfen Sie nnr noch Ingeniöse Traaringe Sfarke B. n. C. Wir haben die technisch vollkommenste mechanisch© Einrichtung lüi Fabrikation von fugenlosen Trauringen, — Früher wurden dieeelben eo hergestellt und zu- sammengelötet, wobei fut immer beim Tragen die Lötstelle mm Vorsohein kommt. 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SO Klosterstrafla 6-5, der Inserate übernimmt iie Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Kür de« Inhalt die 'Chcatcr, (Slclje Wochen• Spielplan.) Sonntag, den 12. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Freie Bolksbühne. Neues Schau- joielbaus; 6- Abteilung a, b, c, d: Maria Stuart. Herrnfeld- Theater. 10. Abteilung o, d, e und 11. Abteilung a: Bater und Sohn. Thalia-Thcater. 2. Abteilung b, c, d, e und 3. Abteilung a: Jugend. Residenz-Theater. 9. Adieilung a, e und 13. Abteilung b; Musotte. Montag, 13. Dezember, 8 Uhr: 1«.(HI.) Abendabteilung im Neuen Schauspielhaus: DaS Excmpel. Neue Kreie Volksbühne, nachm. 2'/, Uhr im: Deutichen Theater: Kabale und Liebe. KammerspielhauS: Clavigo. Nachm. 3 Uhr: tebbel-Theater: Revolutionshochzeil. erlincr Theater: Minna von Barn- Helm. Schiller-Theater O.: Die Welt, w der man sich langweilt. Schiller- Theater Charlotienburg: Macbeth. Kleinen Theater: 2 X 2-- S. Fricdr.-Withelmstädt. Schauspielhaus: Othello. Neuen Thealer: Ackermann. Neuen Operetten- Theater: Der Zigcunerbaron. Mctropol- Theater: Di« Kreuzel- schrciber. griedrichs-Gymnasium: Kinder-Nach- mitla g._ l.esnlnK-Theater. 8 Uhr: Die Weber. Abends L Uhr: Bor Souueiiaufgang. Montag, 7'l, Uhr: Die Kran vom Meere. BecHnef Theater. Nachm. 3 Uhr: Minna v. Barnhelm. » Jtohe Politik. 8 Uhr: Heues Theater. Zum ersten Male: Lm königlicher Spaß. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Tag«: Ein königlicher Spast. VMs-Oper. SW., Velle-Alliance-Stratze Nr. 7/8. Nachm.'I2i Uhr bei bedeutend et. mähigten Preisen: Der Postillion von Lonjumea«. Abends>/,9 Uhr: Die Afrikanerin. Theater des Westens. 8 Uhr: Die geschiedene Krau. Mittw., Sonnab.4 U.: 8iru««s!petgr. Sonntag 3'/. Uhr: Bin Aaleertraum. Schissbanerdamm 25, a. d. Luiienstr. Nachm. 3 Uhr: vor Zigeunerbaron. Heute und folgend« Tage 8 Uhr: 3Iiß Undelsack. Residenz-Theater Direktion: Richard Alexander. Abends 0 Uhr: Im Taubenschlag. Schwank in 3 Alten von Hennequin- und Vcber. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung._ Luisen-Theater. 8 Uhr zu ermäßigten Preisen: Heimat. Abends 8 Uhr: H M irei. S Schauspiel in 5 Akten nach einer Er- zänlung von H. CourthS-Mahler von Ernst Rilterseldt. Morgen und folgende Tag«: Gib wich frei._______ Lustspielhaus. Nachm. 3 Uhr: Familie Schimek. Abends 8 Uhr: Der dunkle Punkt. TriedriiZh-WiihsimstSdtischss Schauspielhaus. Eonntag, den 12. Dez. nachm. 3 Uhr; Othello. Abends 8 Uhr: Der Ehreurat. Montag 8 Uhr: Der Ehrenrat. DienSigg 8 Uhr: Die Haubenlerche. I0SE=THEATE1 [Große Franksurter Str. 132. Ans. 8 Uhr. End- ll Uhr. Kabale und Liebe. Bürgerliches Trauerspiel in S Akten von Fr. v. Schiller. Nachm. 3 Uhr halbe Preise: Maria Stuart. Montag: Kabale und Liebe. Trianon-Theater. Abend» 8 Uhr: Kurldans Esel. Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: In den Dolomiten. Montag 8 Uhr: Dr. B e r g e r: In Afrikas Wild- kammern. Hörsaal 8 Uhr: Ing. Ansb. Vorreiter: Dynamische _ Fingapparate. 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Schauspiel in 5 Auszügen von William Shakesveare. mm- Ende 5-/, Uhr.-WS so II„lag, abends 8 Uor: �VaUcnsteln, Tod. Trauerspiel in süns Auszügen von Friedrich Schiller. mmr Ende 11 Uhr. M o» l a g. abends 8 Ubr: Der Schwor der Trene. vicnStag, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. n 1 1 i/u üiiyjuwu wviui/iuuu Q U Sonntag, den 12. Dezember, abends 6 Uhr, In den w � Prachtsälen ,,Alt«Berlin", Blumenstr. 10: � ÖGeselliges Beisammensein D mit Tanz. i Eintritt 10 PI 57/16 3#l Garderobe 10 Pf. Der Vorstand. GAST AN's PAMOPTICCJH Frledrlchstr. 165(Pschornialast). tiroSe Weihnacht»- Auwstellung! Aschenbrödel X Dornröschen X Schneewittchen Eine Indische Wltwenverbrennanct Sensationelle Illusion in 8 Bildern. Täglich 7-/, Uhr abends X Sonntags 8 Vorstellungen. □ □ Heitere Künstler- Abende. □ □ V ollständig neues Programm. Grammophon-Vortrage: Caruso, AboH, Ancona, Jim. mophi Drohe Zauber-Soireen. BiQtbner->»-> Saal Sonntag, 12. 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Sonntag nachmittag 3-/, Uhr: _ Kleine Preis«.__ Unachts-|y| Hl 0resdenerStr.34;35|||i 31 Luisenhof III esse �älteste u. grillte) Täglich: KONZERT. Eröffnung: Wochentag» 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Entree Sonntags 20, wochentags 10Pf. igBliyi am Mortliplali Anf. 8 Uhr. Die Öitnianifdsf Wrtitu-Fumlie Silonesou Jaglo in ihren geheimnisvollen Künsten. Sonntag nachm. 3-/, Uhr: Grolle Vorstelle~ �"---«—•— ing Eil in Kind frei. ReicbshalieD-Tlieater. Stettlner 8iiager Zum Schluß, neu: Der Nachtwächter von Zerprnschleuse. Studentenbild v. F. Meysel. Ansang: Wochent. 8 Uhr. Sonntags 7 Ubr. BoIIInl-Truppe.— Eugen Mllardo.— iahnke u. Mary.— Takt? last?— Palast-Theater. Direktion: Robert Dill 4 Karl Birnau. Burgstraße 24, am vahnhcs Börse. Da. Bic.cn- De.eniber- Programm. — Euo — Ti Pawel-Comp. Fata Morgan a.— Ansang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. BorzugSkarten überall zu haben. Den p. t größeren Bereinen zur Keiininis, daß durch Zufall der 1. 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Dezember 1009. \ Soziales* Zur Ausführungsanweisung zur Gewerbeordnungsnovelle. Am 5. d. Mts., unmittelbar nach der Veröffentlichung der preußischen Ausführungsbestimmungen zur Gewerbeordnung, hatten wir als Vorzug der neuen Vorschriften hervorgehoben, daß an Stelle der Polizei fortan der Gewerbeinspektor als„untere Ver- 'waltungSbehörde" gelten soll, soweit es sich um die Erteilung von Ausnahmen der Arbeiterschutzvorschriften wegen außergewöhnlicher Häufung der Arbeit oder aus anderen Gründen handelt. Heute müssen wir einen nicht unerheblichen Nachteil hervorheben, den die neue Ausführungsanweisung enthält. In der unter dem 1. Mai 1904 erlassenen Ausführungsanwcisung zur Gewerbeordnung waren in den Nr. 232 bis 234 und 245, 246 als Grundsätze für die Handhabung der Genehmigungsbefugnis aufgestellt. Tiefe Grund- sähe sind in die neue Fassung der AusführungSanweisung nicht übernommen worden. Das kann zu erheblicher Benachteiligung der Arbeiter führen. So hieß es beispielsweise in der heute geltenden Ausführungsanweisung über die Voraussetzungen zur Gewährung von lieberarbeit ivegen außergewöhnlicher Häufung der Arbeit: „Boraussetzung für die Genehmigung der Ueberarbeit ist eine„außergewöhnliche Häufung der Arbeit". Diese tritt regel- mäßig ein bei den sogen. Saisonindustricn, d. h. Industrien, die zwar während des ganzen Jahres betrieben werden, aber zu regelmäßig wiederkehrenden Zeiten im Jahr einen verstärkten Betrieb haben. Zu ihnen gebören zunächst manche auf den Winter- oder Sommerbedarf arbeitenden Gewerbe, insbesondere verschiedene Zweige der Textilindustrie, Fabriken für Konfektion und Putzmacherei, Stickereien Färbereien, Druckereien. Stroh- Hutfabriken usw.. sodann die für den Bedarf an gewissen Festen (Weihnachten, Fastnacht. Ostern, Kirchweih- und Schützenfesten) arbeitenden Gewerbe. Einen verstärkten Betrieb können bei» spielsweise haben: Zuckcrwaren-, Schokolade-, Biskuit-, Kakes-, Luxuspapier-, Kartonnage-. Masken-, Spielwaren-, Parfümen«- und Bijouteeiesabriken, Buchdruckereien, Buchbinderelen und Fabriken für künstliche Blumen. Dieser vermehrte Bedarf zu gewissen Jahres- und Festzeiten rechtfertigt«ber die Genehmigung zur Ueberarbeit nur dann, wenn ihm nncht durch Herstellung auf Borrat oder Lager Rech- nung getragen werden kann. Dies trifft ohne weiteres zu für Waren, die dem Verderben ausgesetzt sind, wenn sie über eine gewisse Zebh hinaus lagern. Diese Voraussetzung kann ferner zutreffen für Waren, die nur auf Bestellung angefertigt werden, wenn diese nicht frühzeitig genug zu erlangen ist, oder für Waren, die"von der Mode abhängen, wenn deren Feststellung noch abgewartet werden mutz. Für die Saisonindustrien ist die Ueberarbeit also nur zu ge- statten, wenin und soweit eine verstärkte Nachfrage vorliegt, für deren Befriedigung nicht in der stillen Zeit des Jahres voraus- gearbeitet werden konnte. Bei der Behandlung der eingehenden Anträge ih't Fürsorge zu treffen, daß die gleichen Betriebe in demeslben. Absatzgebiet möglichst gleich behandelt werden. Wenn Mur einzelne Betriebe die Genehmigung zur Ueberarbeit nach- suchen, toährend die übrigen, unter gleichen Verhältnissen atbei- tenden Betriebe desselben Gewerbezweigs der Ueberarbeit nicht bedikfqn, so ist ersteren der Regel nach die Genehmigung nicht zu erteilen, da sie sich ebenso wie ihre Gewerbsgenossen ohne Ueber- arbeit werden einrichten können.... Nicht unter die Saisonindustrie fallen die sogen. Kampagne- induchrien� deren Betrieb auf bestimmte Jahreszeiten beschränkt ist und während des übrigen Jahres ganz ruht. Zu ihnen zählen beispielsweise Rübenzucker-, Zichorien-, Kraut- und Frucht- konservenfabriken, Fischräuchereien, Rascnblcichercieg, viele Ziegeleien, Tongräbereien und Torfstechereien. Sowohl in diesen Kampagneindustrien wie in allen übrigen nicht zu den Saisonindustrien gehörigen FsSrikationätweigen kann außergewöhnliche Arbeitshäufung zu unregelmäßig wieder- kehrenden Zeiten des Jahres oder in nicht vorherzusehenden Fällen vorkommen. In solchen Fällen kann wegen außer- gewöhnlicher unregelmäßiger Arbeitshäufung eine Verlängerung der Arbeitszeit auf Grund des§ l38a auch für diejenigen Be- trieb« gestattet werden, für welche der Bundesrat auf Grund des § 13ga Ziffer 2 Ausnahmen von den Bestimmungei de?§ 137 zugelassen hat. , Für alle diese Betriebe, die nicht zu den Saisonindustrien gehören, kann die Ueberarbeit nur gestattet werden, wenn die außergewöhnliche Arbeitshäufung nicht vorherzusehen war oder durch wichtige wirtschaftliche Gründe gerechtfertigt wird. � Durch diese Grundsätze war der Behörde insbesondere für die Fälle eine Rückenstärkung für ablehnende Bescheide gegeben, in denen Arbeitgeber durch schlechte Geschästsdispositionen ein Ueber- maß von Arbeit für einige Wochen herbeigeführt hatten. Das Fallenlassen dieser Voraussetzungen ist ein Entgegenkommen auf die Wünsche einiger Industrieller, eine Art Prämie für schlechte Geschästsdispositionen, und schafft die Möglichkeit der Bevorzugung großer Firmen. Freilich ist der Gewerbcinspektor und der Regierungspräsident nach wie vor berechtigt, in solchen Fällen die Genehmigung abzulehnen. Aber der Damm, der dem Drängen nach Ueberarbeit in den alten Vorschriften entgegenstand, ist ein- gerissen. Und Wohl eingerissen infolge der Beschwerden lässiger Arbeitgeber, denen die Genehmigung zur Ueberarbeit auf Grund der erwähnten Vorschriften versagt werden mußte. Der Handels, minister Sydow führt als Grund zu seinem Vorgehen an, die Fassung der heute geltenden Grundsätze„hat zu manchen Miß- Verständnissen Anlaß gegeben, und nach den bisherigen Erfahrungen erscheint es auch nicht Wohl möglickj, den mannigfachen Bedürfnissen des praktischen Lebens durch eine allgemein gültige Formel gerecht ; zu werden, während zu erwarten ist, daß auch ohne eine solche die Gcwerbeaufsichtsbcamten auf Grund ihrer besonderen Vorbildung und ihrer gesammelten dienstlichen Tätigkeit den billigen Aus- gleich zwischen den berechtigten Interessen der Arbeitgeber und Arbeiter finden werden". Das sind recht hohle, nichtssagende Gründe für das Fallenlassen einer Sicherung des Arbeitcrschutzes. Der neue Handelsminister entpuppt sich hier— ebenso wie durch die von uns besprochene Aufhebung der Möllerschen Anordnung, die den Innungen den Beitritt zu den grohindustricllen Kampf- vereinen dem Gesetz entsprechend verbot, und wie durch sein Eni- gegenkommen den Zechenbaronen gegenüber— als ein unberechtigten Wünschen von Arbeitgebern gegenüber so willfähriger Mi- nister des Handels, wie ihn selbst Preußen noch nicht gehabt hat. '/■>.? Knaben-Manchester-Anzüge ir M» w Blusenforai, hochgeschlossen, zweireihig, braun und rnode- Q CA färben........................ Größe 4 0.50 M. jede weitere GroQe bis Große 7|o xo Pf. mehr. Phantasie-Westen für Herren dunkel und farbig, in karierten und gestreiften Mustern. Q ii Verschiedenste schöne, elegante Dessins. In Hormalweiten t l. Herren-Stoffhosen kammgamartiger Stoff in modernen, schönen Streifen. w» Sehr haltbar................ In Normalgrößen aT.OU lvl. Rockbügel(tS' u. Hosenstrecker mattgelb lackiertes Holz. 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WäKrend der Versammlungen finden in den Nebcnsälen beider Lokale Vorlesungen und Unter» Haltungen für die Kinder statt. «1,9»_ Der Elnbernfer: Max Menzel- Lausitzer Str. Zt. 6. Wahlkreis. Sonntag, den 12. Dezember, abends 6 Uhr, bei Bernhard Raabs, Kolberger Strafte SS: Oeffentliehe politische Versammlung für Männer und Frauen. Tages-Ordnung: SSS/T Vortrag des Redakteurs Genossen Wermuth über„Ziehte und sein Svziehnngsproblem'*. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Elnbernfer: S. Ernst, Wöhlertstr. S. Nach der Versammlung: üemütlickes Uelsammsliseia mit lani. MMä der Ilm Zweigverein Berlin. SSSSS Sektion der Putzer. Mittwoch, den 15, Dezember 1900, abends 8 Uhr, in den bekannten Lokalen: Bezirks-Versammlungen für QroßsBerlin. Tagesordnung: Unsere Stellungnahm« zum Gesangverein der Putzer bei Beerdigungen verstorbener Mitglieder.— Jede» Mitglied ist verpflichtet, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Zur Beachtang k Für den Bezirk Osten finden von setzt ab die Arbeitslosenmeldungen sowie die vezirtsversammlungen Immer beim Restaurateur K. Ktenit». MSgliner Straße 1, statt. Für Bezirk Schttneberg soll daS Lokal sür Arbeitslosenmeldungen und BezlrkSversammlungen einheitlich geregelt werden. lSS/g_ sj_■»' ider Borstand. A. A.: E. Schulze� Vkiikvliösjlilikilös-Süiigöiliiiiiil Bontng. RS. Bezernber, abend.«>/, RJbr, in Graumann. Fezt.iUen, Naunynstraße 27: Oeffentl. Sänger-Versammlung. Vortrag des Beichstagsabg. Elchhorn über: „Was will der Deutsche Arbeiter-Sängerbund?" Um zahlreiches Erscheinen auch der dem Arbeiter-Sängerbund nicht angehörenden Sänger ersucht 17/17 1. A.; Panl Kupfer, Petersburger Str. 56. Deutscher Kürschner-Verband ---------- Filiale Berlin.■ Bureau und Arbeitsnachweis: Barnimstr. lt. Telephon: Amt 7, Nr. 6783. Mittwoch, den IS. Dezember 1005, abend« 8 Uhr, im»Alte« Schtinenhause", Linicnstr. S: M M i tgl i e<1 er vei'sa m in 1 u n Ks. � TageS-Ordnung: 1. Vortrag dcS Schriftstellers Herrn I. Lente über„Friede anf Erden". Diskussion 3. Gewerkschaftliches 4. Verschiedene«. DM- Ificbtmltglledcr als Gft.te willkommen."VSI Zahlreiches und pünktliche» Erscheinen erwartet �gg/1S Bi« Ortaverwaltnng. gebe ab: Enorme Posten - nicht abgeholter-- Diese Woche MaB-inzlige und Palelots in allen Größen IMF* räumungshalber bei kleinsten Wochen- oder Monatsraten kleinste Anzahlung zu SS /, Proz. anter d. Preiswert. Martin Katz, fS'tr: Dresdener Str. 76, vom III, nahe Thalia-Theater. T4LM0H- beste 3 Pffl.- Kronlencbter- Fabrik. Größte Auswahl. Verkaul zu billigsten Fabrikpreis a. Private. — Musterbuch— n. Außerhalb franko. Auf Wunsch kulante Zahlungtbedingungen ohne Preieerhöhung. Siegel&Co., FrluaenatraBe 88.—* m 2. Wahlkreis. Dienstag, den 14. Dezember 1909, abends 8V2 Uhr: Jortsetzung m General-Versammlung bt Berliner Bock-Brauerei, Fidicinstraße. TageS-Ordnung: i. Berichtlirstattnng der Preftkommisfions-Mitglieder, s. Neuwahl von zwei Mitgliedern zur Preftkommissiou. 3. BereinSangeiegmheiten. Es ist unbedingte Pflicht eines jeden Mitgliedes, tu dieser Bersammlung z« erscheine«! Mitgliedsbuch legitimiertl— 211/19* Der Vorstand. Miiiilg! Moabit. Alhlmig! Dienstag, den 14. DeMber, abends 8 Dhr. in den Drachtsalen„Nord-Mest", Wiclefstrafte 24: Große Volks-Bersammlung. Tagesordnung?»Die letzte Landtagswahl und welche Lehren ziehen wir daraus?* Ncserent: Stadtverordneter Adolf Hoffmann. Um zahlreiche« Erscheinen ersucht_ Da. Komitee. I. A.: Mae Richter, Dtelesstr. St. Deutscher Holzarbeiter-Verband. - Verwaltung Serlin.. Montag, de» 13. Dezember, abends 8 Uhr, im GewerkschäftShause, Engelnfer 14/1b(Saal 4): ss General-Versammlung.=s TageS-Ordnung: 1. Die Kündigung des Vertrages in der Berliner Holzindustrie. 2. Ersatzwahl des zweiten Schriftführers. 3. Anträge._ gajil 0(D- nitglledsbnch und Delegiertenkarte legltlnelert t"MU Montag, den 27. Dezember(dritter WeihnachtSfeiertag): sss Weihnachts-Vergnügen. VtlleltS sind in den Zahlstelle» und im Bureau zu habe«._ Ble OrtzTerwattoag. r U» UrbeitSnachweis: LerwalnmgSftelle verli«. Hauptbureau: Hos 1. SImt S. 1233. ChariUslraBe 3._ Hos III. Amt 3, 1987. Montag, den 13. Dezember: Bezirks- Versammlungen für die getarnte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: fTeeel, Wedding u. Oranienburger Vorstadt): uOrUcD Bockbranerel, Ehansseestr. 64, abend««>/, Uhr. Vortrag des Genossen O. Sillter über:»Diesseit« und Jenseits des OzeauS". Korden* FeSt8a,e- Schwedter Strafte SS, abends Vortrag des Äollegi» O. Handle über:»RetchSfinanzdalleS. Wirtschaftskrise und GcwerkschaftSkSmpse*. Nordell: Franke« FentziUe» Badstr. IS, abends SV, Uhr. iVlOOhil' PpBcht,,tt,lc Nöt�-West, Wiclefstrafte«4, abends Vortrag dcs'NcichStagSnbg. Dr. Eduard David über:»Die Bc- ziehungeu der Gewerkschaften zu den Genossenschaften�. Westen und ScIiMerg:'SÄÄ'K'- abends 8'/, Uhr. Vorttag des Kollegen K. W ü ck e über:»Die kommunale Arbeits- losenverficherung-. OSteD I Keller« Foats&le, Koppenftratze 29. abend« S'/, Uhr. Vortrag des Kollegen R. Bahn über:»Deutsche Pinkertons*. Lichtenberg I Ertelt» Lokal, Pfarrftr. 74, abends«'/, Uhr. Vortrag des Kollegen Hilpert über:»Jnternationalttiit und Nationalität*. Arslsi und aemmelsliurg:'SlSg��STgr abends 81/, Uhr. Vortrag des Kollegen Priesert:»Wesen des KapttattSmaS*. Ziidev mi SOdost: Porttag des Genossen Eugen Brückner. RlXliOrsl Hoppe, Hermauustr. 40, abends 81/, Uhr. Vortrag beä Genossen B ö S k e. Steglitz: seheliha««,«hornstrafte 15a, abend» 8'/, Uhr. Vortrag deS Genossen Schütte über:»Welterstehung und Welt. «utergang-. CbHriOttenbQrg: volksban«, Rosinenstr. 3, abend« 8'/, Uhr. Jahresbericht und Neuwahl der Bezirksleitung. WoiRanean- Boßkopta Festaiile, König> Chanstee 38, n eiueildvv. abends 8'/, Uhr. Vortrag des Genossen Kratzig über:»Die Bedeutung des Arbeits- Nachweises für die Arbeiter*. Köpenick u. Friedrichshagen: strafte 44, abends 8'/, Uhr. Jahresbericht und Neuwahl der Beztrttleitung. �naniisii- Restaurant Vorwärts, Schönwalde« strafte SS, SpallllaU. abends 8-/, Uhr. Jahresbericht und Neuwahl der Bezirksleitung. OhopcphriiiDiirairio* NN Lokal oen Warnicke, WIlhetmiueu, UUClEWUUlltWClUe. hofstrafte 18, abends 6'/, Uhr. Tages. Ordnung: Berichterstattung von der letzten Generalversammlung. MV Mckaliedsbmd Icaltimlert.""MS Zahlreicher Besuch wird erwartet. 181/6 Vereinigte Maurergesellen- Kranken- und Sterbekassa zu Charlottenburg. Sonntag, den 19. Dezember ct., vormittags 10 Uhr, im Volksban«, Rostneu str. 8 lgr. Saal): General-Versammlimg. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Vorstand», und AuZschuhwahi. 8. Beitragserhöhung. 4. Verschiedenes. 292/14©er Vorstand. SlnanaS! Feiner wie Grafenftetner. 5 Psd. 60 biS 75 Ps. Goldparmäne»:c. I#l, Obstkahn Hube,""gÄ?08' Brunnenstr.7 am RosenthalerTor. Auf Kredit Herten-, Damen- Kindergarderobe, Pelz- Ms, Beta. 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Kirch- hoseS in Rixdors, tzermannjuahe, auS statt. 22l/l0 Um rege Beleiligung ersucht Der Borstand. Deutscher Metallarbeiter-Verband Bermaltnugsstelle Berlin. Todes- Anzeigen. Den Kollege» zur Nachricht, das, unser Mitglied, der Mechaniker /VdoH Kossack am 9. Dezember an Gehirnschlag gestorben lst. Die Beerdigung findet am Sonnlag, den 12. Dezember, nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- balle deS Dankes-KirchhoseS in Reinilkendors« West, Blanlestrahe auS statt. Ferner starb der Rohrleger unser Mitglied, krnst Toiksdorf. Die Beerdigung findet am DicnStag, den 14. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jacobi- kirchboscS in Rixdors, Hennann- stragc auS statt. Ehre ihrem Andenke»! Rege Beteiligung erwartet 131/5 Die Ortsverwaltong. SozirddeinokratiseiierlllfaiilyerelD des 8. Herl. Hetchslags-WaMkrelses. Todes- Anzeige. Am 10. Dezember verstarb unser Mitglied, der Zimmerer Rlckard Gunzel Rügcner Straße 21. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 13. Dezember, nach. mittaas 2»/, Uhr, vom Moabiter Krankenhaiise auS aus dem städti- schen Friedhose, Müllerstraße, Ecke Seestraß«, statt. Um rege Beteili> 233/9 Oer' ersucht oratand. Zentral-Verband dar Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bezirk 14. Den BerusSgenossen zur Nach- licht, daß unser Mitglied Rlebard Güntzel am Freitag, den 10. Dezember, verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Di« Beerdigung findet am Montag, den 13. Dezember, nach- mittags 2'/, Uhr, von der Leichen- Halle deS GemeindesriedhoseS in der Seestraße. Ecke Müllcritraße ans statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutseber Transportarbeiter-ferlianl Ortsverwaltung GroS-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Arbeiter Karl Areberrnaun am Freitag, den 10. Dezember, >m Älter von 02 Jahren ver- starben ist. Ehre feinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 13. Dezember, nach. mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- Halle des Birchow- Krankenhauses aus nach dem Nazareth-Kirchhos«, Secftraße 74, statt. Um rege Beteiligung wird ge- beten. 71/00 Die Vertvaltnng. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters liudolk Haegser sagen wir allen Verwandten. Freunden Krau H arger nebst Kindern. Zentral-Men- n. SteMasse der deutschen Waphsuer. Berlin 3. Hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied Wilh. Frost am 9. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 13. Dezember, nach- mittags 2 Uhr. aus dem Friedhos in Friedrichsselde iiatt. 2852b Die Ortsverwaltung. Desangvereln Kalserscher Männerchor. Am Freitagabend tntschlief nach langem schweren Kranletilager unser Sangesbruder Zrvst Lehmann. Die Beerdigung findet am Dienslag, den 14. d. M., nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des Paiikower Kirchhofes, Schön- holz, aus statt. Der Vorstand. Am Montag, den 0. Dezember, I schied freiwillig aus dem Leben nach lOmonatllcherKrankhest meine s liebe Gattin ! Augusts RlemsebniHlt geb. Heller ! im 48. Lebensjahre. 135/19 Beerdigung: Montag, den ! 13. Dezember, 3'/, Uhr, vom alten | Jakobi» Kirchhose fehl. viel Aerzie u.Prof. gras, tuij E. vager, Gmnmivmeiifahriä ÖörÜD NW.. Friedrichstrasae 91/9 aei»r or/C'�en die�e nserai»-4«V nauati Melhnnchts-Curverhiiui sn Eop-Saisoo, nach beendeter ffiMeVOllMgZQlHiL Zeal-u. krtlh. m.«».«o. vs.so.i«» Velour«. 4a. so so, so m. Ineriilinfinmin ruvv- in allen ttad. is. so. ss, so,«og «nzlniieijeiiue stsisivts Längen j«,», ts, IS. IS.!«,!L»I, i/neiümn durchweg am Seide irllh.«o, so, so, so. inoy l'.ullJil!", mit langen Paletots, eul 25. jo, 40, So, sonl. schwarz und rCh.--0. 26. BQ. 40, 48M farbig letzt 12, 15, ta. 20, 26"1. und blau Irllh.>0. tS. tg. 24, S0| fraueiipalGtßts. Engiiulie hWi .3011 rriin. 1 Pasten liodieiesaotar Modelle letzt zu ledern«nnshmbarsn Preise. 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DicnSIag: Maria Stuart.(Anfang 7 Uhr.) Mittwoch: Der deutsche König. Donnerstag: Der eingebildete Kranke. Freitag: Die Jourmaliiten. Sonnabend: Der eingebildete Kranke. Sonn- tag: Der deutiche König. Montag: Der eingebildete Kr-anle. Neues königl. Oper»- Tbeater. Sonntag: Die Rabensteinerin. Montag bis Sonnabend: Geschlossen. Sonntag, den 19. Dez.: Mignon. Deutsches Theater. Sonntag: Hamlet. Montag: Don Carlos. Dienstag: Ein Iommernachtstraum. Mittwoch und Donnerstag: Der Widerspensttgen Zäbmmig.(Ans. 7 Uhr.) Freitag: Don Carlos. Sonn- abend und Sonntag- Ter Widerspenstigen Zähmung. Montag: Don Carlos. Deutsches Theater.(Kamm erspiele). Sonntag: Das Heim. Montag: Major Barbara. Dienstag. Mittwoch, Sonnabend und sonn- tag: Das Heim. Donnerstag: Der Arzt am Scheidewege. Freitag und Montag: Major Barbara. Lesfing-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Weber. AbendS: Vor Somu'nausgaug. Montag: Die Frau vom Meere.(Ansang 7'/, Uhr.) Dienstag: TaninS der Narr. Mittwoch: Vor Sonncnansgang. Donners- tag: Tantris der Narr. Sonnabend: Hedda Gabler. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Die Weber. Abends: Tantris der Narr. Montag: Vor Sonnen- ausgang. Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Minna von Barn- Helm. Allabendlich: Hohe Politik. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Minna von Barnhelm. Sonntag, den 13. Dez., nachmittags 3 Uhr: Doktor Eisenbart. Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Tiefland. Montag: HoffmannS Erzählungen. Dienstag: Der polnische Jude. Mltwoch: Tiefland. Donnerstag: Auserstehung. Freitag: Manon LeScaut. Sonnabend: Tiesland. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Tiesland. Slbends: HoffmannS Erzählungen. Montag: Tiefland. Neues Theater. Allabendlich: Ein königlicher Späh. Neues Schauspielhaus. Sonntag: blorel� Mary Ann. Montag: Das Er mpel. Dienstag: The rivals. Millwochnachmitta,, 3 Uhr: König Zipapck. AbendS: dtrs. Danes Defence. Donnerstag und Freitag: Ihr letzter Arles. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: König Zipapek. Abends und Sonntag: Ihr letzter Bries. Montag: Das Excmpel. Hedbcl-Thcater. Sonntag bis Freitag: Der Skandal. Sonnabend und Sonntag, 13. Dez.: Adam und Eva. Montag: Der Skandal.(An- sang 8 Uhr.) Kleines Theater. Sonntagnachmiltag 3 Uhr: 2X2= 5. Abends: Heuchler. Hieraus: Die Medaille. Montag: Moral. Die Medaille. Dienstag und M Itwoch: Heuchler. Die Medaille. Donnerstag: Moral. Die Medaille. Freitag und Sonnabend: Heuchler Die Medaille. Sonnlag- nachmittag 3 Uhr: 2X2— 5. Abends und Montag: Moral. DieM-daille. Theater des Westens. Sonntagnachmiitag 3l|4 Uhr: Ein Waizer- tranm Allabendlich: Die geschiedene Frau. Mittwochiiachmittag 3siz Uhr: Struwwelpeter. Sonnobeiidnachmittag 3'/, Uhr: Struwwelpeter. Sonntag- nachmittag 3'/, Uhr: Ein Wolzerttaum. Schillrr-Tbeater O. Sonntagnachmiitag 3 Uhr: Die Welt, in der man sich langweilt. Abends: Der Schwur der Treue. Montag: Der Mciiicidbaucr. Dienstag: Der Schwur der Treue. Mittwoch: Die erste Geige. Donnerstag: Der Meineidbauer. Freitag: Mih HobbS. Sonnabend: Der Mcincidbaner. Soimtagnaitiniittag 3 Uhr: Die' Welt, in der man sich langweilt. Abends: Mijz Hobbs. Montag: Der Schwur der Treue. Schiller- Theater Charlottcnburg. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Macbeth. Abends: WnllensteinS Tod. Montag: Der Schwur der Treue. Dienstag: WallensteinS Lager. Die Piccolomini. Mittwoch: Wallenste nS Tod. Donnerstag: Mijz Hobbs. Freitag: Narzih. Sunnabend: Misi HobbS. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Macbeth. Abends: Wilhelm Teil. Montag: Wallensleins Tod. Friedrieli-WilheknistädtischeS SchaulpielhanS. Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Othello. Abends und Montag: Der Ehrenrat. Dienstag: Die Haubenlerche. Mittwochnachmittag 3 Uhr: Die Nibelungen. I. und II. Teil. Abends: Flachsmann als Erzicber. Donnerstag: Die Haubenlerche. Freitag: Der Ebrenrnt. Sonnabcndiiachmittag 3 Uhr: Die Nibelungen. I. u. II. Teil. AbendS: Die Haubenlerche. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Othello. AbendS: Die Haubenlerche. Montag: Der Ehrcnrat. BolkSoper. Sonnlagnachmiitag 3'/, Uhr: Der Postillon von Lon- jumcau. AbendS: Die Afrikanerin. Montag: Zar und Zimmermann. Dienstag: Ter Troubadour. Mittwoch: Die Asritancrin. Donnerstag: Poltillon von Lonjumeau. Freitag: La Traviata. Sonnabendnachmittag 3'/, Uhr: Undinc. Abends: Stradella. Sonntagnachmittag 3'/, Ubr: Der Freischätz. Abends: Die Asrikanerin. Manag: Rigoietto.(Ans. 8'/, Mr.) Luisen-Thcater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Heimat. AbendS: Gib mich frei. Montag: Medea. Dienstag bis Sonnabend: Gib muh sret. Sonntag und Montag: Die Reise um die Erde in 83 Tagen. Rose-Thrater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. AbendS, Montag und Dienstag: Kabale und Liebe. Mittwoch: Die Grille. DonnerS« lag: Kabale und Liebe. Freitag bis Montag: Faust 1. Teil. NeueS Operetteu-Theatcr. Sonntag nachmittags S Uhr: Der Zigeunerbaron. AbendS und täglich: Mitz Dudelsack.(Ansang 8 Uhr.) Lnstlpielhaus. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Familie Schimek. Wends und täglich: Der dunkle Punkt. Residenz-Theater. Täglich: Im Taubenschlag. Thatia-Thearer. Allabendlich: Die süße Coro. Miltwochnachmlttag 3 Ubr: May und Moritz. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Sneewittchen. Kasino-Theater. Allabendlich: Der Obergauner.(Ansang 8 Uhr.) ?iv>'l>v-T!:en:cr. Sonntag nachmittags 3'/, Uhr: Spczlalitäten. Tlllabcndlich: Spezialitäten(Ansang 8 Uhr.) Wiut-rgarten. Sonntag»ackunittags 3Z, Uhr: Spezialitäten. All» abendlich: Spczialiiäteii.(Ansang 8 Uhr.) Paffage-Tbenter. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Spezialitäten. All« abendlich: Spezialitäten.(?l:isang 8 Uhr.) Walhalla-Tdeaicr. Sonnlag nachmittags 3'/. Uhr: Spezialitäten. Allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Palast-Tbeater."Allabendlich: Spezialitäten.(Anfang 8 Uhr.) Gebr. Herrnseld-Theater. Allabendlich: So muh man's machen. Ein Rettungsniittel.(Ansang 8 Uhr.) Folies Eapriec. Allabendlich: Sicher ist sicher. Der Mann mriner Frau.(Ansang ä'l, Uhr.) Buggenhage». Täglich Spezialitäten. Meiropol- Thearcr. Allabendlich: Hollah t Die große Revue 1 (Ansang 8 Uhr.) Reichsballen- Tbcater. Allabendlich: Slcttiner Sänger.(Ansang 3 Uhr. Sonntag 7 Uhr.) IIra»ta.T>>ea«er. Taubensttahe 48/43. AbendS 8 Uhr nn Wissen» schasllichen Theater: Sonntag und Dienstag: In den Dolomiten. Man» tag: In Afrikas Wildkamiiierii. Mittwoch: Physiologie der soz. Insekten. Donnerstag: In Äisrikas Wildkammern. Freitag: Trauerspiele im Tier- lcbcn. Sonnabend und Sonnlag: In den Dolomiten. Sternwarte. Jnvalidenitr. 57— 62. Praktische Weihnachts-Geschenke! Tischtücher und Servietten TiscM0clier1u55'oluJ5pi.1aix5l52"i»xiM2,. 1.50 ws so h. Wei3e Knah. u. iiä!ich.-Bei!iäeB>00.« b. 65 pi. W>:h.-Ke!ttkleid. q. önlerroeke mo,« b. 60 pt Weiße Hädehen-laehtjaekeB- 00. 1.75 bis 1.10 Taschentücher weiß Ä 1.S5 biB 60 m. 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Dezember, im großen Saale von Habel, Bergmannstr. 6/7: Familicnabend. Um 6 Uhr: Vorlrag der Genossin Wurm über:„Die Eiuwickelung des Handwerkerstandes im Mttelalter". Nachher Tanz. Um guten Besuch bittet Der Abteilungsführer. 2. Wahlkreis. sFriedricbstadt, 3. Abteilung.) Sonntag, den 12. Dezember, nachmittags 6 Uhr, bei Julius Meyer, Oranienstr. 1(>3: Schiller-Feier, unter freundlicher Mitwirkung des Friedrich- städtischen Männcrchores und des Musikvereins der Buchdruckcrei- Hilfsarbeiter. Das Referat hat Genosse Heinrich Ströbel über- nouimen. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwarten Die Bezirksführer. 2. Wahlkreis. Achtung! Am Dienstag, den 14. Dezember, abends 8)4 Uhr pünktlich, findet in der Berliner Bock- brauerei die Fortsetzung der Gcncralvcrsamuilung statt. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes zu erscheinen. Näheres siehe Inserat in heutiger Nummer. Der Borstand. Wahlverei» Friedenau. Mitgliederversammlung am Dienstag, den 14. Dezember, abends 9 Uhr, bei Mechclke, Handjerystr. 69. Vor- trag des Genossen Horlitz-Adlershos. Lichtenberg. Am Dienstag, den 14. d. Mts., 8Vz Uhr abends. findet im Lokal der Gebr. Arnhold, Frankfurter Chaussee 6/6, die Mugliederveriamuilung des sozialdemokratischen Wahlvereins statt Tagesordnung: Vortrag des Reichstagsabgeordneleii Genossen Brey über die„Politische Lage". Vereiusangelegenheitcn. Das Mitglieds- buch legitimiert. Der Vorstand. Trcptow-Baumschulcnweg. OrtSteil Baumschulenweg. Dienstag. -den 14. d. M., findet bei Speer eine Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Alfred Bernstein: „Das Volk der Denker in der Zwangsjacke." 2. Diskussion. 3. Ge- schäftliches. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Johannisthal. Dienstag, den 14. Dezember, abends 8 Uhr, findet bei A. Gobin. Roonstr. 2, eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: I.Aufnahme neuer Muglieder. 2. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 3. Vereinsangelegen- heilen. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Karlshorst. Die am Dienstag, den 14. Dezember, fällige Mit- gliederversammlung findet nicht statt. Der Vorstand. Tegel. Am Dienstag, den 14. Dezember, abends 8V2 Uhr, findet bei Jul. Klippenstein, Spandauer Straße 4, die Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins statt. Neuwahl eines Kassierers, sowie eines Bezirksleiters stehen unter anderem auf der Tages- ordnung. Die Bezirksleitung. Borsigwalde-Wittena«. Am Dienstag, den 14. Dezember, pünktlich SVt Uhr. findet in den„Borsigwaldcr Festsälen" die Mit- gliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung:„Der Ball Buch."— Bericht von der Kreis-Generalversammlung und ereinSangelegenheiten. « Schönwalde, Bez. Pankow. Heute, Sonntagnachmittag, g Uhr, s findet bei Schulz der Zahlabend statt. Spandau. Am DienStag, den 14. Dezember, abends 8� Uhr, ? findet im Lokal von Gottwald. Schönwalder Straße 89, die Mit- gliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Be- richt von der Kreis-Generalversammlung: 2. Bericht der Geschäfts- ) kommission und Neuwahl derselben; 3. Verschiedenes. Mitglieds- ' bsch legitimiert._______ Der Vorstand. Berliner JVachricbten» Städtische Bureankratie. Daß die Bureaukratie nicht nur in der staatlichen Ver> waltung, sondern auch bei den städtischen Behörden zu Hause ist, dafür liefert die städtische Verivaltung Berlins des öfteren Be- weise. Für heute folgenden Fall: Die Arbeiterausschußmitglieder der städtischen Gaswerke hatten in ihrer Sitzung vom 17. S e p- tember verschiedene Anträge zur Verbesserung der Arbeitsver- Hältnisse gestellt. Darauf ging unterm 8. Dezember der Be- scheid ein, wonach die Deputation rund und nett alle Forderungen der Arbeiter ablehnt. Interessant ist dabei nachstehendes Begleit- schreiben: .Herrn Revierinspektor N. N. Die beifolgende Entscheidung der Deputation betreffs die Erledigung der in der Ausschußsitzung vom 17. 9. 99 gestellten Anträge bringe ich Ihnen hiermit zur Kenntnis mit dem Er- suchen, dieselbe in Ihrem Bureauzimmer zwei Tage aus- zulegen zur Einsicht für das in Ihrem Revier beschäftigte Ausschußmitglied N. N. Es ist dem Ausschußmitglied zu gestatten, nach Schluß der A r b e i tsz e i t von der Entscheidung Abschrift zu nehmen. Die DeputationSentscheidung ist demnächst an mich zurück- zusenden. Berlin, den 8. Dezember 1909. (Unterschrift.)" Anstatt daß man also die Entscheidung, die nicht über den Um- fang einer Folioseite hinausgeht, kurz und bündig vervielfältigt und sie den wenigen Ausschußmitgliedern übermittelt, muh sie zwei Tage lang in jeder Revierinspektion für das einzige in der Revierinspektion beschäftigte Ausschußmitglied ausliegen. Diesem wird gnädigst gestattet, die Entscheidung abzuschreiben, beileibe aber nicht in der Arbeitszeit— es könnte sonst ja eine Viertel- stunde verloren gehen—, sondern nach Schluß des Dienstes! Reformen im Fürsorgewesen. Die von der Waisendeputation eingesetzte Kommission für Reformen bei der Ausführung der Für- sorgeerziehung hielt gestern unter Vorsitz des Stadtrats Düring ihre erste Sitzung ab. ES fand zunächst eine ausgedehnte Generaldebatte statt. In ihr trat allgemeines Einverständnis darüber zutage, daß die Gewinnung einer pädagogischen Kraft in leitender Stellung wünschenswert sei. Auch für die Errichtung einer eigenen städtischen FürsorgeerziehungSanstalt sprach sich die überwiegende Mehrheit auS. Verbreiterung eines Teiles der Friedrichstraße. Die Friedrichstratze hat zwischen der Stadtbahn u.>o der Weidendammer-Brücke gegenwärtig eine Breite von etwa 19 Me- tern. Der steigenden Verkehrsentwickelung wird diese Breite auf die Dauer nicht genügen, zumal einschneidende Veränderungen in jener Gegend bevorstehen, welche in naher Zukunft erheblichen VerkehrSzuwachs mit Sicherheit im Gefolge haben müssen. Die Errichtung des Admiralpalastes, die bevorstehende Neubebauung des zurzeit noch von der Kaiser-Wilhelm-Akademie benutzten großen fiskalischen Grundstücks, die Erweiterung deö Stadtbahnhofes und die städtische Unterpflasterbahn Nord-Süd lassen in ihrem Zu- sammentreffen eine Verbreiterung dieses Straßenabschnittes er- wünscht erscheinen. Eine entsprechende Vorlage ist jetzt der Stadt- verordnetenversammlung zugegangen. Die zukünftige Straßen- breite ist darin nach dem Entwurf der Tiefbaudeputation ent- sprechend der Breite der Weidendammer-Brücke auf 22 Meter bemessen. Die Verbreiterung soll auf der Westseite erfolgen. AuS der MagiftratSsitzung. Der Magistrat beschloß die Errichtung eine? Krankenhauses für weibliche Geschlechtskranke mit 169 Betten auf städtischem Gelände in Rnmmelsburg. In die Heimstätten Blankenburg, Upstall-Blanken- �„,. V_________________ bürg und Heinersdorf sollen bis auf weiteres auch Auswärtige Auf- �Amholz nach dem 26. November wird nun nach und nach wohl auf nähme finden. Dem Ersuchen der Stadtverordnetenversammlung um Ei höhung der Enddiälen der Diplomingenieure, Architekten und Ingenieure, Techniker I. und IL Klasse und der Vermessungstechniker ist der Magistrat beigetreten. Die Erhöhung der Diätensätze soll vom 21. Oktober 1999 in Wirksamkeit treten. Verkürzung einer Straßenbahnlinie. Die Straßenbahnlinie Z Kupfergraben— Ringbahnhof Wilmersdorf— Friedenau muß wegen Bauarbeiten vorübergehend verkürzt werden. Der Magistrat von Wilmersdorf will die Augustastraße regulieren. Um Störungen der Bauarbeiten zu vermeiden, soll während deren Dauer die Linie nur bis zur Wilhelmsaue in Wilmersdorf gehen. Den Fahrgästen wird aber auch von der Wilhelmsaue an Gelegenheit zum Weiter- fahren geboten, indem sie dort auf die Linie V übergehen können und so bis zum Ringbahnhof gelangen. Eine Erhöhung des Fahr- Preises findet deshalb nicht statt. Die Verkürzung und das Um- steigen beginnt am nächsten Montag, den 13. Dezember. Zum Frauenmord ist heute zu melden, daß die Ermittelungen ein wichtiges Ergebnis gehabt haben. Als Käuferin des Jacketts ist eine am 1. Juni 1872 zu Stettin geborene Anna Arnholz festgestellt worden, die sich der Prostitution widmete. Auf Grund der Zeitungsmitteilungen über die Funde und daö Ergebnis der kriminalpolizeilichen Nachforschungen erschien gestern spät abends bei der Mordkommission eine Schankwirts- frau aus dem Süden Berlins. Sie sagte, nach allem, was über die Person in der Zeitung stehe, müsse die ältere Frau, die für eine jüngere bei T. ein Jackett gekauft habe, eine Frau Elise Schreck gob. Ziethen aus der Grimmstraße sein. Von anderer Seite wurde bestätigt, daß Frau Schreck mit ihrem Mieter, einem Arbeiter Hahn, darüber gesprochen hatte, daß sie mit der Jackett- käuferin gemeint zu sein scheine, und daß sie vielleicht einmal zur Polizei gehen müßten. Um 12V2 Uhr gelang es der Kriminalpolizei, beide in verschiedenen Lokalen zu finden. Die Ermittelten wurden ohne Aufsehen herausgerufen und zur Vernehmung nach dem Polizei- Präsidium mitgenommen. Frau Schreck erkannt sofort das Jackett als das Eigentum der Arnholz, die vorübergehend bei ihr Unter- kunft gefunden hatte. Dagegen behauptete sie, daß die ihr ge- zeigte Hose, die auf dem Tempelhofer Felde gefunden wurde, nicht im Besitz der Arnholz gewesen sei, während diese bei ihr wohnte. Die auf dem Tempelhofer Felde gefundene Hose sei zwar auch geflickt, aber doch nicht so, wie die der Arnholz. Sie kenne die Sachen der Arnholz genau und erinnere sich einer zweiten Hose, die in der Wohnung gewesen sei und genau der anderen entspreche. Die ihr vorgelegte sei keine von beiden. Daß die Arnholz eine Schürze wie die gefundene getragen habe, dessen könne sie sich nicht entsinnen. Sie wisse wohl, daß ihre Schürze eine schadhafte Stelle gehabt habe, aber sie erinnere sich auch, daß diese besser genäht gewesen sei als die vorliegende. Frau Schreck teilte ferner mit. daß die Arnholz seit 3 Wochen nicht mehr bei ihr gewesen sei. An jenem Abend habe sie ihr, als sie weg- ging, noch gesagt, sie solle nicht so spät nach Hause kommen. Die Arnholz habe ihr darauf eine schnippische Antwort gegeben und sei überhaupt nicht wiedergekommen. Sie trug damals das Jackett, das Frau Schreck mit ihr und für sie gekauft hatte und einen grauen Rock, keine Kopfbekleidung. Nach diesen Bekundungen forschte die Kriminalpolizei unverzüglich nach hier wohnenden Angehörigen der Arnholz und ermittelte in Lichtenberg eine Schwägerin und zwei Brüder von ihr. Auch diese wurden sofort zur Besichtigung der Kleidungsstücke und zur Vernehmung nach dem Polizeipräsidium geholt. Es ergab sich, daß Anna Arnholz sich vom 23. bis zum 26. November bei ihnen aufgehalten und in der Laube der Brüder genächtigt hat. Die Schwägerin konnte auch Aufklärung über die Hose und die Schürze geben, die Frau Schreck nicht erkannte. Beides hatte sie der Anna geschenkt, als sie zum letztenmal bei ihr in Lichtenberg war, auch die Brüder er- kannten sie wieder. Hiernach erscheint jeder Zweifel an der Per sönlichkeit beseitigt. Jetzt handelt es sich darum, zu ermitteln, wo sie zuletzt gewesen ist. Als sie zuletzt bei ihrer Schwägerin war, trug sie ziemlich schmutzige Wäsche. Das veranlaßte die Schwägerin, ihre Sachen, auch ihre große Schürze, zum Waschen zurückzubehalten und ihr von ihren Sachen mitzugeben, die sie sofort anzog. Die Vermißte trug also bei ihrem Fortgang von ihrer Schwägerin das viel beschriebene schwarze Jackett, einen schwarzen Alpakkarock mit Fältchen und Samtblenden, darunter einen weiß- und rotkarierten Barchentunterrock, einen grauen leinenen Rock mit Stickereien und Spitzen, ein leinenes Hemd, das ringsherum oben mit Spitzen besetzt ist, vorn einen Flicken hat und auf der Schulter zugeknöpft wird, die auf dem Tempelhofer Felde gefundenen Beinkleider und Schürze, über dem Jackett ein weißes Cachenez, im Haar statt der Kopfbedeckung nur ein Samt- band, schwarze Strümpfe und gute schwarze Stiefel mit Lack- spitzen. Der größte Teil dieser Kleidungsstücke ist noch nicht ge- funden worden. Ihre Ermittelung ist für die Aufklärung des Frauenmordes von der größten Bedeutung. Zu der Personen- bcschreibung sei nochmals darauf hingewiesen, daß die Vermißte ein frisches blühendes Gesicht hatte. Als Anna Arnholz am Frei- tag, den 26. November abends ihre Schwägerin verließ, versprach sie. bald zurückkommen zu wollen. Ihre Schwägerin wollte zu ihrer Mutter reisen und sie sollte sie unterdessen im Haushalt und bei der Viehversorgung vertreten. Als die Arnholz sich am Sonnabend nicht sehen ließ, sprach die Schwägerin mit ihrem Manne über sie. Dieser erinnerte sich nun, daß sie auf Montag mit zwei Herren sich zu einem Gänsebratenessen in einer Kneipe verabredet hatte, und meinte, daß sie am Dienstag schon kommen werde. Sie ließ jedoch seitdem überhaupt nichts mehr von sich hören und die Reise der Schwägerin mußte unterbleiben. Ein Heer von Kriminalbeamten ist jetzt unterwegs, um alle Kneipen, die in Betracht kommen können, abzusuchen. Anna Arnholz war in jener Berlin-Rixdorfer Weichbildgegend als Prostituierte sehr bekannt, besonders auch in den Lokalen der Hasenheide, in der Kaiser-Friedrichstratze, am Kottbuser Damm und in der Mari- annenstraße. Jetzt kommt alles darauf an, daß die Straßen- mädchen jener Gegend, ihre Zuhälter und alles, was sonst mit ihnen zusammenhängt, der Kriminalpolizei sofort alles mitteilen, was sie über Anna Arnholz und ihren Aufenthalt wissen. Alle diese Leute sollen sich unverzüglich bei der Kriminalpolizei melden. Sie werden das schon deshalb tun, weil sie dann unter Umständen ein gut Teil der Belohnung erhalten. Melden sie sich aber nicht freiwillig, so werden sie trotzdem ermittelt und zur Vernehmung herangeholt werden. Daß sie sich ihrer Ermittelung und Per- nehmung auf die Dauer nicht entziehen können, dafür hat die Kriminalpolizei sofort ihre Maßregel» getroffen. Frau Schreck, eine Frau von 64 Jahren, die mit Salzbretzeln in Lokalen han- delt, kann über den Verbleib der Vermißten nichts weiter sagen, ebensowenig der 43 Jahre alte Arbeiter Hahn, der jetzt in der Schönleinstraße wohnt. Gestern wurden dem Bruder der Arnholz, für den die Kriminal- Polizei von seinem Arbeitgeber Urlaub erbeten hatte, und dessen Frau im Schauhause in Gegenwart der Gerichtsärzte die gefundenen Leichenteile gezeigt. Die Schwägerin halte vorher mitgeteilt, daß die Arnholz auf dem Rücken pustelartige Flecke gehabt habe. Das bestätigte sich. Diese Erscheinungen treten zwar jetzt nicht mehr deutlich hervor, aber die Aerzte konnten sie an den bezeichneten Stellen doch noch feststellen. Auch die Folgen der Handverletzung, die wir bereits erwähnten, fanden die Aerzte noch in den Fleisch- teilen und an Sehnenverändcrungen in ihrem Verlaufe voir der Maus nach dem Handrücken. Ueber die Persönlichkeit kann also jetzt irgend ein Zweifel nicht mehr bestehen. Auch der Verbleib der geklärt werden. Wenn die beteiligten Kreise de§ Publikums, deren bisher bekundetes Interesse an der Sache durchaus anerkennenswert ist, auch weiterhin so rege bleiben, so muß man annehmen, daß der Erfolg auf die Dauer nicht ausbleiben kann. Es ist aber durch- aus notwendig, daß jedermann, der irgendetwas weiß, auch die ge- ringste Wahrnehmung sofort der Kriminalpolizei mitteilt. Das Geschäft der Paletotmardcr blüht augeblicklich in hohem Maße. Die Diebesspezialisten treiben ihr Unwesen nicht allein in den Restaurants und Cafes der Stadt, sondern auch in den Schulen und höheren Lehranstalten. Tagtäglich laufen bei der Polizei- behörde Meldungen über derartige Diebstähle ein und nur in den seltensten Fällen will es gelingen, einmal einen der Täter in klsxrsnti zu ertappen und festzunehmen. Den Fuß abgefahren. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich bei den Verbreiterungsarbeiten des Odcr-Sprcckanals ereignet.� Der Erdarbeiter Hermann Wagner aus Berlin geriet unter eine in der Fahrt befindliche Kipplowry und wurde überfahren. Der rechte Fuß wurde dem Unglücklichen glatt abgefahren. W. fand im Krankenhaus in Fürstenwalde Aufnahme. In der Havel ertrunken ist der Bootsmann Ernst Sdiröder. Sch. hatte mit seinem Fahrzeug auf der Oberhavel vor Anker ge- legen. Er wurde seit einiger Zeit vermißt und gestern wurde die Leiche des Sch. angeschwemmt. Scbröder ist anscheinend in der Dunkelheit vom Laufbrett, das zwischen dem Uferrand und dem Kahn liegt, abgestürzt. Der Flugplatz Johannisthnl-Adlcrshof zur Besichtigung ge- öffnet. Die deutsche Flugplatzgesellschaft teilt mit, daß sie den Flugplatz zur Besichtigung für das Publikum an den Sonntagen freigegeben hat. Die Besichtigung ist gestattet von 11 Uhr vor- mittags an und zwar schon am heutigen Sonntag. Der Zugang ist nur von der Johannisthaler Seite möglich. Auch die Aviatiker, soweit sie auf dem Platze anwesend sind, werden voraussichtlich die Besichtigung ihrer Apparate gestatten. Zeugen eines euipörendeu Vorganges wurden, so schreibt man unS, die Passanten, weiche Donnerstag vormittag gegen 19 Uhr am Hanptportal des Görliyer Bahnhofes vorüber kamen. Ein einem ankommenden Zuge entstiegener älterer Mann, der mit einer starken eisernen Handkette und Schloß gefesselt war, wurde von zwei Kriminalbeamten der auf dem Bahnhofe befindlichen Polizeistalion zugeführt. Nach kurzer Zeit verUeßen die beiden Beamten die Polizeistation, um mit dem Gefangenen eine Droichke zu besteigen. Diesem waren anscheinend die Knöpfe bzw. die Hosenträger entfernt worden, denn die Beinkleider fielen plötzlich herab und Hemd und Körperteile des Mannes kamen zum Borschein. Ein in der Nähe befindlicher Schutzmann rief:„Der verliert ja die Hosen", worauf der eine Begleiter die Beinkleider hochzog und das Hemd hinein« stopfte. Bei den nächsten Schritten bis zur Droschke wiederholte sich das skandalöse Schauspiel. Da redet nian immer von Verrohung der untersten Volks- schichten. Sittlichkeitsvereine wissen nicht genug von zunehmender Schamlosigkeit zu zetern, hier aber geht die Polizei als oberste Hüterin von Ordnung und Sitte mit schlechtem Beispiel voran. Unfall des Kapitäns Engelhardt mit der Wrightschen Flugmaschine. Kapitän Engelhardt ist gestern bei der Landung mit der Wrightschen Flugmaschine etwas heftig und steil von oben hcruttlergekommen. Es ist dies, wie Kapicän Engelhardt selbst mitteilt, aus das nicht richtige Arbeiten der Höhensteuerung zurückzuführen. Kapitän Engel- Hardt Hai dabei einige ungefährliche Verletzungen im Gesicht erhallen. An der Maschine selbst sind die Hauptleile unverletzt geblieben. Am mittleren Teil sind verschiedene Holzverbindungsstangen und Spiere gebrochen. Der Motor selbst ist nicht beschädigt. Die Ausbesserung dürste nur kurze Zeit in Anspruch nehmen. Ein schwerer Straßcnbahnunfall ereignete sich am Sonnabend- vormittag gegen 19 Uhr in der Brunnenstraßo. Dort spielten vor dem Hause Nr. 195 mehrere Kinder, unter ihnen die siebenjährige Tochter Herta des Brunnenstr. 6 wohnhaften Arbeiters Willinann. Plötzlich erblickte die kleine W. auf dem gegenüberliegenden Bürger- steige ihre Großmutter und versuchte über den Fabrdamm zu laufen. Dabei geriet sie vor einen heraniiahenden Straßenbahnwagen der Linie 68 und wurde, obivohl der Führer des Bahnwagens sofort Gegenstrom gab, umgerissen. Das Mädchen erlitt eine blutende Wunde an der rechten Stirnseite und eine schwere Quetschung des rechten Knies. Die Verunglückte wurde nach dem Lazarus-Kranken- Hause übergeführt. Der Vater des dieser Tage in der Landsberger Allee über- fahrenen jungen Mannes, Beyer, Heidenfeldstr. 9, bittet unS mit- zuteilen, daß sein Sohn nicht Geschäflsdiener, sondern Schüler der höheren Webeschule war. Eingebrochen wurde in der Nacht voin Freitag zu Sonnabend beim Malermeister Eickstädt, Kaiser-Franz-Grenadier-Platz 3. Samt- liche Möbel wurden erbrochen und ihres Inhalts beraubt. Die ge- stohlene Wäsche ist A. L. gezeichnet. Die Große Berliner Straßenbahn weist darauf hin, daß die Zeitkarteninhaber in ihrem eigenen Interesse, zur Ver- meidung des übergroßen Andranges an den Schaltern beim Jahreswechsel, gut daran tun, die Vorbestellungen auf Zeit. karten für 1919 tunlichst schon jetzt in den bekannten Ausgabe- stellen zu bewirken. Kosten oder Verbindlichkeiten entstehen durch die Vorbestellung nicht. Die Jugendschriften-Ausstellung im Gewerkschaftshause ist noch hellte von 3 bis 10 Uhr geöffnet. Der Zutritt ist unentgeltlich. Jugendschriften-Verzeichnisse sind an Ort und Stelle der Ausstellung, in den Parteispeditionen und in der Vorwärts- buchhandlung unentgeltlich zu haben. Ein Festgeschenke- Verzeichnis hat die Buchhandlung Vor« wärts der Heuligen Auflage unseres Blattes beigelegt. Der In» balt ist reichhaltig und bietet Gelegenheit genug zur Auswahl guter Bücher zu Festgeschenken. Der Jugcnd-Ausschiiß für Groß- Berlin teilt mit, daß die zu heute angesagte Versammlung nicht stattfinden kann. Die nächste Versammlung(Weihimchlsfeier) ist am Soimtag, den 19. Dezember. abends 7 Uhr, im Gewerkschafishause, nicht, wie gestem irrtümlich mugeteilt, in den Arminhallen. Arbeiter-BildungSschule. Heute Sonntag, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung im Schullokal, Grena» dierstraße 37. Vortrag des Genossen E. Dittmer über:„Die E n t w i ck e l n n g s t e n d e n z e n in der deutschen Gewerkschaftsbewegung." Mitgliedsbuch legiti« miert. Der Vorstand. Arbeiter-Bildungsschule Berlin. Genosse G r u n w a l d bittet unS mitzuteilen: Der Unterricht in Finanzwissenschaft muß heute(Sonntag) wegen Erkrankung des Lehrers ausfallen. Die nächste Zusammenkunft wird hier bekanntgegeben. Zengengesuch. Der Arbeiter, der am Donnerstag abend gegen 7 Uhr am Bahnhof Franlfurler Allee die Auseinandersetzung eines Arbeiters mit einem Bahnbeamten wegen Fortjagens der ihren Vater erwartenden Kinder aus der Bahnhofshalle angehört und angesehen hat, wird um Abgabe seiner Adresse an Unrat, Lichten- berg, Bürgerheimstr. 9 geboten. Der Jiigendkursils für Fortgeschrittene muß heute(Sonntag) wegen Erkrankung des Lehrers ausfallen. Die nächste Zusammen- kunft wird den Teilnehmern direkt mitgeteilt werden. Arieittr-Tamarttkr-Kolonne. Montag abend 0 Uhr: 2. Abteilung, Vrunnenstr. 154: Bortrag über Berbrennungen und Erfrierungen mit praktischen Uebungen. Am Mittwoch Uebimgsstunde der 4. und ö. Abteilung, am Donnerstag der 3. Abteilung. Vorort- r*admd)ten. Rixdors. Auf zur Stadtvrrordnrtenwahl. Rixdorf. Morgen, Montag, den 13. Dezember, von 11 Uhr Vormittags bis 8 Uhr abends finden im 22. und 24. Kommunal» Wahlbezirk für die dritte Abteilung die Stadtverordneten» Ersatzwahlen statt. Der 22. Wahlbezirk umfaßt: Boddinstr. 23—41, Fontane- straße 10—24. Hermannstr. 85—38 und 223—227, Lichlenrader Straße 1—11 und 50— 62, Mahlower Straße, Sctiillerpromenade 1— 6 und 37—42, Selchower Straße, Wanzlilstraße, Weisestr. 1—7 und 60—66. Wahllokal: bei Just, Hermannstr. 87/33, Ecke Mahlower Straße 1. Kandidat: Hermann Jaeck, GcwerkschaftSbeamtcr, Aller- straße ö. Der 24. Wahlbezirk umfaßt die Fontanestr. 1— S und 25—32, Hasenheide, Hermanuplatz, Hermannstr. 1—34 und 223—258, Karls- gartenstraße, Wißmannstraße, Straßen 151, 152. Wahllokal:.Neue Welt", Hasenheide 108/114. Kandidat: Paul Keil, Eigentümer, Zietenstr. 20. Diejenigen Eenosien, welche bei der Wahl tätig sein wollen, ersuchen wir, für den 22. Bezirk sich bei Schreiter. Mahlower Straße 7/8, und für den 24. Bezirk bei Zehrendt, Hasenheide S, vormittags 10 Uhr einzufinden. Versehe sich jeder neben der Wahleinladung mit einer genügenden Legitimation. Im Nordbezirk findet am Dienstag, den 14. Dezember, von 1 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends für die zweite Abteilung die Ersatz- und ErgänznngSwahl statt. Der Nordbezirk umfaßt die: Berliner Str. 18—40 und 71— S2, Bouchsstraße, Donaustr. 1— 23 und 111—131, Elbestraße, Erlanger Straße, Friedclstraße. Fulda- straße, Harzerstr. 1—25, Hobrechtstraße, Jansastraße, Kaiser-Friedrich- Straße 1—55 und 195—243, Köllnisches User 50— 74, Kottbuser Damm, Laubestraße. Lenoustraße, Liberdastraße, Lohmühlenplatz, Lohniühlensw. 25—36, Manitiusstraße, Maybachufer, Münchener Straße 1—13 und 42—55», Nansenstraße, Pannierstraße,.Pflüger« straße, Reuterplatz. Renterstr. 27—65, Rütlistraße, Sanderstraße, Schandauer Straße, Schinkestraße, Tellstraße, Weichselplatz. Weichsel- straße, Weigandufer 1—16, Weserstr. 1—58 imd 164— 2l7, Wiesenufer, öürknerstraße, Ossastraßc. Wahllokal: Mayerhof, Kaiser-Friedrich-Straße 212. Kandidaten: 1. Wilhelm Lennig, Kaufmann, Steinmetzstr. 39. 2. Wilhelm Ziechmaun, Eigentümer, Weichselstr. 59. Die Wähler werden hier ersucht, die Namen der Kandidaten in der Reihenfolge wie angegeben zu nennen. Hier treffen sich die Genossen am Dienstag, mittags 12 Uhr, bei Anger, Kaiser-Friedrich-Str. 32, zur Mitarbeit. Wähler, Parteigenossen! Agitiert mit ganzer Kraft für die kahl unserer Kandidaten. Besonder? im Nordbezirk in der zweiten Abteilung werden die Gegner alles aufbieten, um den Bezirk zu irobern, deshalb ist es notwendig, daß sich alle Genossen in den Dienst der Sache stellen und sich frühzeitig einfinden, um die säumigen Wähler heranzuholen'— Wer mit der Jnteressenwirtschaft der Mehrheit aufräumen will, der gebe nur dem Kandidaten der sozialdemokratischen Partei seine Stimme, welche ohne Rückficht auf Privat- und Sonderintereffen nur für das Wohl der Allgemein- heit eintritt. Das Wahllomitee. Ter Stadtverordnetenversammlung waren am Donnerstag neben den schon gestern besprochenen Borlagen noch einige weitere von Be- deutung unterbreitet worden.— Die Anfrage über den gegen- wältigen Stand der Schnellbahnfrage für Rixdorf wurde leider nicht behandelt, da Oberbürgermeister Kaiser erst für die nächste Sitzung fich zur Beantwortung bereit erklärte.— Der MagistralSantrag, in Rixdorf ein städtisches Leihamt zu errichten, rief den Widerspruch des Stadtverordneten Stolle hervor, der verlangte, daß in Rücksicht aus die Privatpfandleiher al« gute Steuerkräfte die Ablehnung erfolgen müsse. Genosse Conrad erwiderte darauf sehr treffend, daß Stolle als Angestellter der Genossenschaftsbank da eine merkwürdige Logik gezeigt habe; danach müßte ja diese Bank auch aufgelöst werden, um die Privat- danken von deren Konkurrenz zu befreien. Der also Apostrophierte schaute darob verdutzt drein und schwieg. Sehr richtig hob der sozialdemokratische Redner hervor, wie wünschenswert die Er- richtung eines städtischen Leihamtes ist, um die Aermsten der Armen vor der Auspowerung durch private Unternehmer zu schützen. Die Feststellungen des Magistrats in seiner Begründung, nach welchen den Psandgebern 24 bis 48 Prozent Zinsen ab- genommen werden können, beweisen dieS. Im städtischen Leihamt sollen bis auf weitere? für jeden Monat und jede Mark l'/z Pf. von Darlehen bis zu 30 M. und 1 Pf. von Darlehen über 30 M. erhoben werden. Die Berwalmng wird einer Deputation von zwei MagistratSmitgliedern. drei Stadtverordneten und zwei Bürger- deputierten übertragen. Die Vorlage wurde von der Ber- fammlung genehmigt.— DaS vorgelegte Ortsstatut, welches die Verunstaltung des Stadtbild eS durch häßliche Fassaden oder Reklameschilder hintanzuhalten bestimmt ist, rief eine lebhafte Debatte hervor. Während Stadtv. Zernikow die Sache vom Standpunkt der Hausbesitzer betrachtete, denen nach seiner Meinung neue.Lasten" aufgebürdet würden, begrüßte der Genoffe Schuch die Borloge. Er verlangte aber— und das mit Recht— die Ausdehnung des OrtSftatulS. das nur bestimmte Stratzenzüae vor der Verhunzung schützen will und damit exklusive Stadtviertel schafft, auf das ganze Stadtgebiet. In den Arbeitervierteln müßte ebenso dem SchönheitSsimu-Rechnung getragen werden. Der Bürgermeister Dr. Weinreich wollte davon nichts wissen; er verschanzte sich ganz unberechtigterweise hinter die Bestimmungen des hier in Frage kommenden Gesetzes vom 15. Juli 1907, fand aber mit seiner Auslegung desselben energischen Widerspruch durch de» Stadtv. Wutzky(Soz.), der erklärte, nur einem Statut zustlnimen zu können, welches das gesamte Stadtgebiet gegen die leider schon genug vorhandenen Geschmacklosigkeiten schützt. Der Entwurf des Magistrats ging schließlich an eine Kommission, der unter anderen auch die Genoffen Conrad, Iben und Schuch an- angehören.— Der Magistratsantrag über die Auftechterhaltung des bisherigen MarktftandgeldeS forderte den Stadtv. Lehmann zu einer mittelstandsretterischen Rede gegen die bösen Märkte heraus. welche erneut bewies, wie weltfremd er und seine Hinterinänner dem frisch pulsierenden Leben gegenüberstehen.— Der Einrichtung des ebemaligen KrankenhauSgrundstückL in der Canncrstratze als städtisches Waisenhaus wurde debattelos zugestimmt. — Eine Vorlage, die auf demselben Grundstücke eine städtische Rettungswache für erste Hilfeleistungen errichten will, fand im Stadtv. Beiß einen heftigen Widersacher. Stadt- rat Dr. Mann sowohl wie Stadtv. Dr. Silber stein(Soz.) wiesen die Ausstellungen zurück und besonders der letztere betonte, daß schnellstens vorgegangen werden muß, da die eine Unfallstation in der Steinmetzstraße keineswegs genügt. Dem Antrage Beer- mann auf Kommissionsberatung wurde schsießlich zugestimmt; der Kommission gehören auch die sozialdemokratischen Stadtverordneten Heller. PagelS und Dr. Silberstein an. Die AnSfiellung von Jugendschriften usw. in der Parteispedition ist auch am heutigen Sonntag nachmittags von 8—7 Uhr geöffnet. Tchöneberg. Die Gewährung warmer alkoholfteier Getränke bei Schneebeseiii« gung an die ständigen und nichtständigen Arbeiter wurde kürzlich in der VerkehrSdeputation erwogen. ES wurde zum Ausdruck ge- bracht, daß die oft mit leichtem Schuhzeug im Schnee herum- watenden L>ut« in Gefahr sind, krank zu werden, wo- durch der Stadt erhebliche Kosten erwachsen können. Daher sei eS am Platze, die Leute mit warmen Getränken zu unterstützen. Einige Herren plädierten für strikte Ab- lehnimg, andere dagegen wünschten, daß die Sache einem gemein« nützigeii Verein überwiesen werden solle. Der Antrag wurde, wie nicht anders zu erwarten, denn auch abgelehnt. Beinabe dasselbe Schicksal wäre einer anderen Anregung beschieden gewesen. Dem Beispiele anderer Städte folgend soll der arbeitenden Bevölkerung Schönebergs Gelegenheit gegeben loerden, durch Einführung eines Hochseefiichniarktes flir niedrige Preise Seefische zu bekommen. Zu- gleich soll, um die Zubereitung der Fffche allen Hansftanen der- 'tändlich zu machen, eine Kochküche eingerichtet werden. Beide An- träge wurden einer Kommission überwiesen, die geeignete Vorschläge inachen soll. Heute, Sonntag findet von nachmittags 4 Uhr bis abends 8 Uhr die Jugendschriften- Ausstellung im Tunnel der Neuen Rnthausiäle, Meiningerftr. 8 statt. ES ist eine große Auswahl vor- züglicher Literatur für Erwachsene und Kinder vorhanden. In der Urania, Taubenstr. 48, findet nachmittags 2 Uhr eine Sondervorstellung statt. Gegeben wird.Der Kampf um den Nord- und Südpol". Die Physiksäle sind von 1 Uhr ab ge- öffnet. Am Mittwoch, den 15. d. MIS., abend» 8 Uhr, wird in den Neuen RathauSfälen, Meininger Str. 8. der zweite Lichtbildervortrag über„Vom Urtier zum Menschen" geHallen. Eintrittskarten zum Preise von 60 Pf. sind in der Spedition, MarlineLutherstr. 51, zu haben. Steglitz. Wegen Ueherfüllung polizeilich gesperrt wurde am Freitag- abend die Tribüne unseres Rathauses. Dem Uneingeweihten mußte dieser Andrang um so rätselhafter erscheinen, als lein einziger der 13 Tagesordnungspunkte der G e m e i n d e ve r» tretersitzung einen sogenannten„großen Tag" erwarten liß. Die„Wissenden" allerdings, und das war die überwältigende Mehrheit, sah mit Spannung den» Beginn der Vorstellung ent- gegen, die eine energische Kopfwäsche des Herrn Gemeindevor- stehers B u h r o w bringen sollte. Es sei gleich vorweggenommen, daß das Publikum auf seine Kosten kam, denn wohl selten ist einem Gemeindevorsteher von bürgerlichen Gemeindevertretern der Standpunkt so klar gemacht worden, wie es hier in berechtigter Weise geschah. Am 22. und 23. November diese? Jahres fanden Ersatzwahlen zur Gemeindevertretung in der ersten und zweiten Abteilung statt, in denen die Kandidaten des Haus, und Grund- besitzervereins siegten. Die hiesige Arbeiterschaft konnte diese Wahlen völlig ignorieren, weil für sie in diesen bevorzugten Ab- teilungen keine Wähler in Frage kommen. Einige bürgerliche Vcr. eine hatten jedoch gemeinsam eine Kandidatenliste aufgestellt. Uebcr die Gültigkeit dieser Wahlen sollte nun die Gemeindever- tretung beschließen. Zwei eingegangene Proteste verlangten ohne Angabe von Gründen die Ungültigkeitserklärung der Wahlen beider Abteilungen. Der Gemeindevorsteher als Referent bean» tragte wegen formaler Vorstöße gegen daS Gesetz bei der Wahl selbst Ungültigkeitserklärung der Wahlen der zweiten Abteilung, während er diejenigen der ersten Abteilung für gültig erklärt wissen wollte. In der Diskussion wurden jedoch auch für die Wahlen der ersten Abteilung Verstöße gegen die Wahlvorschristen geltend gemacht. Außerdem wurde die so plötzlich und völlig un- erwartete Ausschreibung der Wahlen durch den Gemeindevorsteher scharf kritisiert. Der Herr hatte es nicht für nötig gehalten, die Gemeindeverordneten zu befragen oder auch nur zu unterrichten. Zwischen der Ausschreibung und der Wahl lag nur eine Frist von neun Tagen, so daß die interessierten kommunalpolitischen Par- teien kaum Zeit zur Aufstellung der Kandidaten, geschweige denn zur Agitation hatten. Nur ein Verein war gerüstet: der HauS- und Grundbesitzerverein. Am 6. November abends erschien in der OrtSpresse die Ausschreibung und schon a m s e l b e n Nachmittag wurden von dem Gemeindeverordneten und Vor- standsmitgliede des HauSbesitzervercins, Herrn v. Hagen, Wahl- zirkuläre zur Post gegeben. Aus dieser Fixigkeit zogen die Redner den Schluß, daß der Verein aus der Mitte des Gemeindevorstandes informiert worden sei, mit der Absicht, seine Kandidaten zu be- günstigen. Der Gemeindevorsteher pochte auf sein Recht, die Wahlen selbständig auszuschreiben und begründete die kurze Frist damit, daß er die Bürgerschaft vor unnützer Aufregung, die eine lange Agitation stets mit sich bringe, habe bewahren wollen. Der Herr wunderte sich, daß er ob dieser zarten Rücksichtnahme aus- gelacht wurde und verlangte energisch, ernst genommen zu werden. Daß er noch obendrein die Unvorsichtigkeit beging, sich an den Ge- meindeverordneten Oberst a. D. Gädtke zu reiben, bekam ihm schlecht, denn dieser führte ihn so schneidig ab, daß er nichts mehr zu erwidern wußte. Die Wahlmache fand den verdienten Abschluß: sämtliche Wahlen wurden für ungültig erklärt. Weiter wurde eine Kommission zur Untersuchung der begangenen Indiskretionen innerhalb dcS GemeindevorftandeS eingesetzt und ferner der Gemeindevorsteher durch Beschluß ersucht» die Ersatz- wählen erst im März nächsten JahrcS mit den dann stattfindenden Neuwahlen vorzunehmen.— Hiermit war das Schauspiel zu Ende, die„Galerie" leerte sich langsam. Auch im Saal war das Interesse bald erschöpft. Um 9 Uhr wurde ein Vertagungsantrag ange- nommen, nachdem man zwecks Sanierung der Gemeindefinanzen eine„Steuersuchekommisjion" gewählt hatte. Eharlottenburg. Elternvrreine für freie Erziehung. Mittwoch, den 15. Dezem» ber. findet im„VolkshauS". Rosinenstrahe 3.(großer Saal) eine Märchenaufführung mit nachfolgenden Reigenspielen statt. Zur Aufführung gelangt„Die Zwergenpost" ge- spielt von 30 Kindern des Vereins. Anfang 4 Uhr. Der Ein- trittspreis für Kinder beträgt 10 Pf., für Erwachsene 20 Pf. Auf die am heutigen Sonntag im„Volkshause" stattfindende BücherauSstellung wird die werktätige Bevölkerung aufmerksam gemacht. Dieselbe ist geöffnet von 3— 8 Uhr nachmittags. Neben einer großen Anzahl wirklich guter Jugendschriften gelangen auch künstlerischer Wandschmuck, Klassikerausgaben und Parteiliteratur zur Ausstellung. Wir bitten, den eventuellen Bedarf dort decken zu wollen. Der Sozialdem. Wahlverein Charlottendurg. Friedenau. Die Beerdigung unseres am Sonntag, den 5. Dezember, ber- storbenen Genossen Adolf Schilling findet nunmehr am heutigen Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des hiesigen Gemeindefriedhofs auS statt. Wir bitten alle Genossen und Freunde des Vorftorbencn, sich an der Beisetzung zu be- teilige». Groft-Lichterfelde. Der BildungSauSschnß teilt mit: Donnerstag, den IS. De- zember, abends 8)4 Uhr, findet bei Wahrendorf, Bökestr. 22, eine Volksversammlung statt. Referent: Schriftsteller Friedrich Stampfer. � Bezugnehmend auf die Notiz in der Mittwochnummer de? „Vorwärts", die von den polizeilichen Uebergriffen gegen den Ge» nossen PintS handelte, wird unS mitgeteilt, daß der Nachtwächter sich nicht freiwillig als Zeuge gemeldet habe; dieser sei vielmehr nur dem Genossen Pints bekannt. Tempelhof. Die Genossinnen und Genossen werden aufmerksam gemacht, daß die WeihnachtSauSstellung von Büchern für Kinder jeden Alters sowie auch für Erwachsene von Sonntag, den 12. Dezembee ab in der Parteispedition. Friedrich-Wilhelmstr. 20(Laden) statt- findet. Friedenau-Steglitz. Die Jugendschriftcn-AuSstellung, verbunden mit einer AuSstessung von künstlerisllicni Wandschmuck wird heute nachmittag 8 Uhr eröffnet. Die Arbeitcrichaft von Steglitz und Friedenau wird gleich- zeitig darauf aufmerksam gemacht, daß die Steglitzer Lehrerschaft zu gleicher Zeit auch eine Jugeudschriften- Ausstellung veranstaltet. Es sei darauf hingewiesen, daß diese Veranstaltung mit jener des BildungSausschnsses nichts zu tun hat. Die Ausstellung, welche letzlerer veranstaltet, befindet sich Schloßstr. 102(Ecke FlenSburgcr Straße). Lichtcnberg-Nummelsburg. Arbeiter- Bildungsschule. Der wegen der Stadtverordneten« Wahlen ausgefallene UnierrichtSabend wird am Montag, den 13. De- zember, im selben Lokal und zu derselben Zeit nachgeholt. Die folgenden Unterrichtsabende finden dann wieder wie vordem am Donnerstag statt. Treptotv-Baumschnlenweg. Eine im vorigen Jahre viel Anerkennung und Berücksichtigung gefundene Jugendschriftenausstellung findet auch in diesem Jahre wieder statt. Die Ausstellung ist täglich bis 9 Uhr abends beim Zeitungsspediteur. Genosten Hornig, in Baumschulenweg. Marienthaler Straße 13 l, geöffnet. Da die Auswahl der Bücher und Werke diesmal besonders reichhaltig ist, ersuchen wir die Arbeiterschaft, beim Einkauf für den Weihnachtstisch diese Ausstellung zu berücksichtigen. Oder-Schönetveide. Da» Ortsftatnt für daS Kaufmanns- und Gewerbrgericht ist nun endlich von der zuständigen Behörde genehmigt worden. Nach dem Stande der Vorarbeiten für Aufstellung der Wähler- liste dürsten die Wahlen für die Beisitzer Ende Januar 1910 statt- finden. Den Organisationen erwächst nun die Pflicht, mit der Aus- ivahl der Kandidaten zu beginnen.— Ebenfall« perfekt geworden ist die E i n g e m e i n d u n g der zum Krankenhause führenden Teil- strecke der Kreischaussee. Adlershof und Umgegend. Der Arbeiterbildungsausschuß verweist darauf. daß in der Zelt vom 12. bis 19. Dezember 1909 eine Ausstellung empfehlenswerter Jugendschriften und lünstleriichen Wandschmucks in den Räumen des Jugendheims. BiSmarckstr. 11, stallfindet. Die Ausstellung ist ge- öffnet Sonntags vormittags von 10— 12 und nachmittags von 4 bis 7 Uhr und an den Wochentagen abends von 8—10 Uhr. Boxhagen- Rummelsdnrg. Die Einweihungsseier deS neue« Jugendheims findet henke, Sonntag, den 12. Dezember, abends 6 Uhr. im Cafä Bellevue, Hauptstr. 2, unter Mitwirkung deS Gesangvereins„Einigkeit" statt. Festredner ist Reichstagsabgeordneter Eichhorn. Der Zuttitt ist nur den Mitgliedern des Kreiswahlvereins und deren Angehörigen gestattet. Mitgliedsbuch legitimiert. Ein Entree wird nicht erhoben. Die Eröffnung des Jugendheims selbst, welches Alt-Boxhagen Nr. 56, vorn 1 Treppe, eingerichtet ist, findet nach« mittags 4 Uhr statt. Die Besichtigung ist von 5—7 Uhr gestattet- Geöffnet ist daS Jugendheim an den Wochentagen außer Dienstags und Freitags von 7—10 Uhr abends und an den Sonntagen von 4—10 Uhr. Tegel-Borfigwalde. Die Ausstellung empfehlenswerter Jugendschriften im Lokal von Sorrer, Schlieperstr. 80, ist nur noch heute. Sonntag, nach- mittags von 2— 7 Uhr. geöffnet. Die Arbeiterschaft beider Orte wird ersucht» soweit es nicht geschehen ist, die Ausstellung ,u be- suchen. Pankow. Die Parteigenossen mrd-genosfinnen werden darauf aufmerksam gemacht, daß in der Patteispedition beim Genoffen R i tz m ann, Mühlen straße 30, sich eine Ausstellung empfehlenswerter Jugendschristen sowie anderer Literatur befindet. Es wird ersucht, die Arbeiterschaft auf diese Ausstellung aufmerffam zu machen, da- mit dieselbe dott eventuell auch den Bedarf an guten WeihnachiS« büchern für die Kinder sowohl wie für Erwachsene decken kann. Potsdam. Die Stadtverordnetenstichwahlen finden für die Wähler«it dem Anfangsbuchstaben A bis L(einschließlich) am Dienstag, den 14. Dezember, und für die Wähler von �l bis Z am Mittwoch, den 15. Dezember, statt. Die Wahlzeit ist von vormittags 11 bis 8 Uhr abends. Wahllokal: Stadtverordneten. Stzungssaal im Rathause. Unsere Genossen, Schuhmacher S t a a b, Zimmerer S t o o f und Rcstaurateur L in bemann, müssen gewählt werden, wenn die Arbeiterschaft des ersten Wahlbezirks (Teltower Vorstadt, Brandenburger Vorstadt und Südhälfte der inneren Stadt) Mann für Mann zur Wahl geht. Die letzten Vor« gänge im Stadtparlament haben wieder gezeigt, wie dringend notwendig die Vertretung der Arbeiterschaft ist. Amtliwer Marktbertcht der ftädtilchen Martlballen-DIreMon über den Großbandel in den ZenNal-Mcrrktdallcn'lltarktlage: Fleisch: Zulubr fchwcich, Nelchäst ruhig, Preise unveränderte Wild: Zusribr nicht ganz genügend. Geschalt schleppend, Preise befriedigend. Geflügel: Zujudr über Bedarf, Gelchäjt still, Presse nachgebend. F if ch e: Zufuhr reich» lich, Geschäft ruhig, Preüe wenig verändert, für Hechte nachgebend. Butter und Kafe: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Ob fr und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft wenig besttedtgend, Preife fast unverändert. Wttterungsnberlllb» vom 1l. Dezember morgen» 8 Nbr. Wetterprognose für Sonntag, den 12. Dezember 190!). Zunächst aufllarend, etwas lühler bei ziemlich frischen südöstlichen Winden: dann wieder langsame Erwärmung und Zunahme der Bewöllung ohne erhebliche Niederschläge. Berliner vetterbur»«» WallerstaudS.'lta-tirtchten Sa LandeSaustolt für«ewästerkunde. mitgeteM vom Berliner Wetterbureau. »j+ bedeutet Wuchs.— Fall.? Unterpegel.*) EiSstand.*) eisfrei. Schuhwarenfabrlk Burg d. Magdebg. Erstes Unternehmen der Schuhbranche auf dem Kontinent! Größte Leistungsfähigkeit durch direkten Verkauf! efriedipo Ihrer Ansprüche beim Einkauf von Schuhwaren können Sie nur bei uns finden, weil wir das Sortimentsgeschäft pflegen und nicht auf eine Preislage allein angewiesen sind. 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Dezember ein- gebrachten Antrag auf Berschle.hterung des Schutzes für die Arbeiterinnen in Molkereien zurückgezogen. DaS geschah aber nicht, weil sie eingesehen haben, dah ihre Bestrebungen den Arbeiterinnen ein himmelschreiendes Unrecht zufügen würde, sondern nur darum, weil ihnen von gmen Freunden,— vielleicht war'S die Regierung selbst— nahe gelegt worden ist, eine Form zu wählen, die schneller zu dem gewünschten Ziele führt. Die selbstsüchtigen Gegner des Arbeiter innenschntzcS haben nämlich an Stelle des zurückgezogenen Antrages einen Gesetzentwurf eingebracht, der im wesentlichen dasselbe besagt, wie der zurückgezogene Antrag. Eine Verbesserung ist jedoch darin enthalten: Während der Antrag für die Arbeiterinnen eine ununterbrochene Ruhezeit von nur sieben Stunden festgesetzt wissen wollte, soll sie nach dein Gesetzentwurf auf acht Stunden erhöht werden. Nach dem beschlossenen Gesetz, das mit den: 1. Januar in Kraft tritt, kann in Gewerbebetrieben, in denen die Verrichtung der Nachtarbeit zwecks Verhütung dcS Verderbens von Rohstoffen erforderlich er- scheint, bestimmt werden, daß die ununterbrochene Ruhezeit a n höchstens 60 Tagen in, Kalenderjahre bis auf 8>/z Stunden täglich herabgesetzt werden darf. Der konservative Gesetzesvorschlag will also die Ruhezeit um eine halbe Stunde täglich verkürze» und die bisher nur für 60 Tage im Jahre gestattete Ausnahme für das ganze Jahr einführen. Die geringe. Abschwüchung, die der Gesetzentwurf gegenüber dem zurückgezogenen Antrag enthält, dürfte die Konzession sein, welche die Konservativen dem Zentrum für seine Zustimmung machen mutzten. Der schwarzblaue Block setzt seine arbeiterfeindliche Tätigkeit munter fort: Zuerst der Verrat an den Witwen und Waisen und jetzt die Verschlechterung des Schutzes gegen grenzenlose Ausbeutung der Arbeiterinnen. �Versammlungen— Veranstaltnnge». Groß- Lichterfelde. 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