9th r �uctvj'nvyi> „Vorwärts" BbonncmentS'Bedingungen; Monnemcnls- Preis pränumerando: «ierteljährl, SA» SM, monatl. 1,10 iDif., wSchentlich 2s Pfg, frei ins Haus. Emzelne Siummcr 6 Pfg. Comitags- »unlmer mir illustrierler Souutags. Lcäagc.Die Sicuc Welt" 10 Psa. Post- t'lbonnemenl: 1,10 Marl pro Monat. (rinaetragcu in, die Post-Zeiimigs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungar» 2 Mark, für das übrige Ausland s Marl pro Mannt. PostabonnementS uehwen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luremburg, Portugal. Siumänicn, Schweden und die Schweiz. ÜaUslf. 68.. � CrMllnt tsgli» auScr montags. Verliner Volksblatt. vie sniertions-Lebühr kelrägt für die fcchsgespaltenc iloloitel- zcile oder deren Raum M Psg, für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Bersantmlungs-Anzeigen A> Pig. „Wteine OZneeigen", das erste ssctl. gedruckte) Wort 20 Psg, jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlas- stellen-Anzeigen daS erste Wort w Psg, jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte. Jnscrete für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist diS 7 Uhr abends geofsnst, Telegramm-Adresse: „SozialilcmoHrat RcrliD1*, Zcntralorgan der lozialdcmokratifcbcn parte» Deutfcblands. Rcdahtion: SA. 68» Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonnabend, den 1. Jannar 1910. Expedition: 8«l. 68» Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. Rückblick- Ausblick. Als Jahr der Reichsfinanzreform wird das Jahr 1909 in die deutsche Geschichte übergehen. Die grosse Steuerplünderung des Schnapsblocks drückt ihm das Gepräge auf. Alle anderen Gc- schehnisse der verflossenen zwölf Monate treten an Bedeutung weit zurück vor diesem einen, das die politische Entwickelung in Deutsch- land auf längere Zeit nachhaltig beeinflussen wird. Ein Jena der bürgerlichen Politik steht so im Mittelpunkt des Jahres. Denn die neue Steuergesetzgebung, die schliesjlich vom Bund der Konservativen und des Zentrums vollendet wurde, hat alle bürgerlichen Parteien in fast demselben Matze mit Schmach und Schande bedeckt. Auch die Liberalen, die Geprellten bei der Affäre, sind Mitschuldige und tragen mit an den Folgen. Niemals vorher trat so unvcrhüllt, so augenfällig, so deutlich auch sür deir politisch weniger Erfahrenen und Urteilsfähigen die Tatsache zu- tage, datz alle bürgerlichen Parteien ohne Ausnahme Parteien der besitzenden Klasse sind, alle bereit, dem Proletariat neue Lasten auf- zubürden, alle überzeugt, datz den Besitzenden nicht zugemutet werden könne, einen größeren Teil der Lasten zu tragen, geschweige denn die ganzen. Niemals vorher loard dem deutschen Wähler eine so eindringliche und so leicht zu f«sl�i': Lektion über das Wesen der Parteien erteilt, als bei dieser Gelr.iheit, und wie sie genützt hat, das zeigen die Wahlen des Jahres. Keine bürgerliche Partei ist, die nicht als Leidtragende bei dem einen oder anderen Wahlergebnis gestanden hätte— von Fortschritt, Erfolg und Eroberung kann nur die Sozialdemokratie melden. Von Neustadt-Landau biSHalle zieht sicheine ununterbrochene Kette von starken Stimmensteigerungen und glänzenden Siegen der Sozialdemokratie. Wie bei den Rcichstagönachwahlen, 10 war's bei den Landtagswahlen diesseits und jenseits des Mains, bei den Gemeindewahlen in Nord und Süd. in Ost und West. Die Axe des politischen Willens des deutschen Volkes hat sich völlig der- schoben. Bor der Nation steht ein Reichstag, der nichl mehr der Ausdruck ihres politischen Willen? ist, und vor dem Reichstag ein Kanzler, der bei der Ungewißheit der politischei» Verhältnisse nicht einmal eine Mehrheit offen zu wählen wagt. Im Winter tiefsten Mißvergnügens starren die Gefilde der bürgerlichen Parteien. Bei den Konservativen, beim Zentrum ist die Revolte im eigenen Lager: mühsam niedergehalten, setzt sie sich um in die Fahnenflucht Tausender von ehemaligen Getreuen. Die Nationallibcralen sehen mit Erbitterung, datz ihnen ihre Oppofitions- slellung, in der sie sich höllisch ungemütlich suhlen, bei den Wählern sehr wenig nützt. Unsicher schwanken sie hin und her zwischen rechts und links, ohne zu einem Entschluß zu kommen. In derselben Lage ist der Freisinn, mir datz ihm der Anschluß nach rechts noch nicht einmal so ohne weiteres offen steht, wie seinem von den Konser- valiven umworbenen Rachbar zur Rechten. Er setzt jetzt seine Hoffnungen auf die Einigung seiner drei Gruppen, es wird eine Vereinigung dreier vom Unglück geschlagener Gesellen, die sich gegenseitig die Wunden verbinden, aber einander nicht neue Kraft geben können. Die„niedergerittene" Sozialdemokratie allein darf mit stolzer Genugtuung und im Gefühl wachsender, reckender Kraft aus das Ergebnis des Jahres blicken. Was schon 1908 offenbar wurde. 1999 hat eS wuchtig bestätigt. Die Riär vom Niederreiten ist ent- hüllt als Schaum und Schein, zerplatz! als Seifenblase am festen Gefüge der proletarischen Organisation. Wie sie den Gewalt- menschen Bismarck überdauert hat, der sie erdrosseln wollte, so hat sie den Diplomaten Bülow stürzen sehen, der sich unterfing, sie mit den Spinneweben seiner taktischen Kunststückchcn zu binden. Die Sozialdemokratie zu zersprengen, wird stärkeren und härteren Händen nicht gelingen, als die Bülows sind. Aber hat er die Partei der Arbeiterklasse nicht ruinieren können, so hat er doch den deutschen Liberalismus ruiniert. Im Dienste seiner Politik ist diese übel beratene Vertretung der deutschen Bourgeoisie von Sckmiach zu Schmach getrieben. Die Reform der deutschen Reichsverfaffung, die Bändigung des persönlichen Regiments wurde vertrödelt, versandete in der Stille einer Reichstagskommisfion, weil der Liberalismus seine Stellung als Regierungspartei nicht zu gefährden wagte. Justizgesetze, Sozialgesetze konnten eingebracht werden, die den liberalen Forde- rungen Hohn sprechen, ohne datz der Liberalismus ein lautes und unzweideutiges Wort gewagt hätte. Aber was er heimtrage» konnte für diese treuen Dienste, war das Bersprecheit einer Wahlreform in Preußen, die in einer organischen Entwickelung des bestehenden Wahlrechts bestehen sollte. Und selbst um diesen mageren, jammer- vollen Lohn soll er gebracht werden. Um dieses Versprechens willen haben die Junker einen Kanzler gestürzt. Und wenn sie es auch erst haben, nachdem sie wußten, datz der kaiserliche Herr den Fall des Dieners, dem er die Demütigung der Novembertage nicht vergeffen konnte, nicht ungern sehe, so ist doch kein Zweifel darüber, datz sie im Notsall auch kaiserlichem Zorn einer irgcndtvie nennenswerte» Aendcrung des preußischen Wahlrechts vorziehen werden. Schon haben die Oldenburg und Heydebrand die Fehde eröffnet mit Reden, denen nur das bekannte Zitat aus Götz v. Berlichingen fehlte, um sie zu würdigen Pendants der viel zitierten Diest-Daberschcn Zirkus Bliscb-Rede zu machen. Und vor den Scharen des Bundes der Landwirte kann der Hansabund. diese Herbstzeitlose der deutschen Bourgeoisie nicht bestehen. Seine einzige Tat ist bis jetzt die Bekämpfung einer sozial- demokratischen Kandidatur: zur Rechtfertigung seines stolzen Namens, der einst Ritter und Könige schreckte, in dem sich die Kraft und Blüte deutscher Städte sainmelte, hat er nichts geleistet und tvird er auch schwerlich ettvas leisten. Er kann die Gegensätze, die sich innerhalb seiner Glieder angesichts der Sozialpolitik auftun, nicht überbrücken und aus diesen Gegensätzen steigt die Lähmung. Die Scharfmacher trauen ihm trotz oder auch wegen der schönsten Neutralitätsversprechungen nicht. Sie wollen Wahlen gegen die Sozialpolitik machen und glauben in einem gefüllten Wahlfonds die Mittel zu haben, die die bürgerlichen Parteien oder wenigstens einzelne ihrer Glieder in ihre Botmäßigkeit bringen sollen. Sie wollen ihre Vertretung im Parlament kaufen, wie sie alles zu kaufen gewöhnt sind. Aufsichtsratspolitik soll getrieben werden. Aber die Herren verlassen sich nicht bloß auf die Macht ihres Geldes in den dürren Beuteln der bürgerlichen Parteien, sie spekulieren nicht bloß auf das Parlament, sie nützen auch, wie die Enthüllung über eine Geheimkonferenz der preußischen Gruben- besitzcr vor der Beratung der letzten Berggesetznovelle zeigt, die Macht, die ihnen ihre Beziehungen und ihre soziale Position in den Ministerstuben gibt. Den preußischen Bergarbeitern wird denn auch als Pflaster auf die Radbodkatastrophc ein schwäch- liches Ding von Schutzgesetz beschert. Dem Zwangsarbcitsnach- weis der Ruhrgrubenbcsitzcr wagt der neue Staatssekretär des Innern mit keinem Worte nahezutreten. Herr Delbrück tritt den brennenden Fragen der Sozialpolitik mit einer eisigen„Sachlich keit" entgegen, bei der der letzte dünne Strahl der deutschen Sozial- rcform in Bälde einfrieren mutz. Die internationale Stellung Deutschlands hat sich im Laufe des Jahres 1999 nicht verbessert. Zwar beseitigte ein Abkommen mit Frankreich über Marokko einige Konsliktsstoffc— das Verhältnis zu England aber war immer wieder bösen Schwankungen aus- geseht. Der vernünftige Weg eines Abkommens auf Bcschrän- kung der Fwttenrüstungcn wurde verschmäht, die deutlichsten Bc- kundungen der englischen Regierung, daß sie mit Freuden in die offene Hand einschlagen würde, wurden ignoriert und die bürger- liche' Mehrheit des Reichstages gab dieser unvernünftigen Politik ihren Segen, indem sie einen sozialdemokratischen Antrag, der ein solches Flottenabkommen forderte, in geschlossener Front nieder- trampelte. Nur der Schwäche der von der Revolution zerrütteten russischen Armee hat Deutschland es zu danken, datz es nicht im Gefolge Oesterreichs in eine» mörderischen Krieg verwickelt wurde, der sich auf dem Balkan am serbisch-österreichischen Konflikt zu entzünden drohte. Rcichsfinanznot und preußische Wahlrechtsfrage standen zu Anfang des Jahres 1999. Reichsfinanznot und preutzische Wahl- rechtsfrage stehen wieder zu Häuptcn des neuen Jahres. Die halbe Milliarde des Schnapsblocks genügt nicht, das Loch des Reichs- säckcls zu stopfen. Mit jeder neuen Ausgabe, die die Wcltpolitik nicht fehlen lassen wird, reißt es wieder weiter. Die preußische Wahlreform soll eingesargt werden und die Regierung Bethmann Hollwcgs will ihr aus einer Schcinreform das Grabtuch weben. Schwere Kämpfe wird das neue Jahr bringen. Die Sozialdemo- kratie wird ihren Mann stehen im neuen wie im alten. Zut»(Parteitag des Aahlrechts- kampfes. Am Montag tritt die Vertreterschaft der Sozialdemokratie Preußens zum dritten Male zu einem Parteitag zusammen. Der zweite Parteitag fand im Jahre 1L07 statt, der erste 1904. Die„Preußentage", tvie tnan diese Landesparteitage der preußischen Sozialdemokratie zwar knapp, aber nicht besonders glücklich genannt hat, sind also erst eine politische Erscheinung der jüngsten Zeit. Was sich ganz natürlich daraus erklärt, daß sür die Sozialdemokratie Preußens keinerlei Anlaß zu einem Sonderparteita-' vorlag, so lange sie sich nicht an den Landtagswahlen- Erst der Beschluß einer Beteiligung an den pret hlen, der den Parteigenossen Preußens eine ga inz neuer organisatorischer und politischer Aufgabe"e die Schaffung einer besonderen preußischen La und die Einberufung besonderer preußischer a, wendig. Man hat vielfach darüber geklagt, daß d\ sjch so spät zu einem aktiven Eingreifen in die p- Polst zu einer Beteiligung an den preußischen Lan cm schloffen habe. Man vergißt dabei nur. daß � n Dingen-i erst einmal die natürlichen Vorbed g�n silr eine wirksame Wahlbeteiligung gegeben sei'fen. Die erste Vorbedingung bestand aber in einc rechenden Stärke der Partei. Denn eine Wahlbetei auch nur eine erhebliche demonstrative Wii.. h. ohne Aufbringen einer starken Wählerzal ch�r niederschlagend und abschreckend als aufreizet anfeuernd gewirkt haben. Zur erfolgreichen Wahlbcteil. erfolg- reich selbst nur im Sinne einer Demonstrat- sichtbare Erfolge in Gestalt von Mandatgewini ,ch nicht beschieden zu sein brauchten— gehi)cr nicht nur ein vorgeschrittener Ausbau der P anisatioii, wie wir ihn ja noch keineswegs allzulange< sondern vor allen Dingen auch die Masse der Wä hst. Nun hatten aber die Reichstagswahlcn von 1893 zzialdemo- kratie erst 1 �4 Millionen Stimmen in g) e u t s ch- land gebracht, die dann 1898 auf 2.1 M 1903 auf rund 3 Millionen und 1907 auf 3'/« Mill anwuchsen, wobei in diesem letzten Wahljahre allein lreußon 1 816000 sozialdemokratische RdchütagSwähi cicn, also mehr, als 1893 die gesamte deutsche Sozialdemokratie aufgebracht hatte! Nach alledem ist es nur zu verständlich, daß der 1893 in Köln tagende Parteitag einmütig die Beteiligung an den Landtagswahlen als Utopie ablehnte, dagegen eine energische Agitation gegen die Drciklassenschmach forderte. Als sich dann freilich herausstellte, daß ein Volkssturm gegen das Drei- klassenwahlrecht nicht zu entfesseln ivar, ohne daß den Massen die Jnsaniion der preußischen Politik handgreiflich und shstc- malisch vor Augen geführt tvürden— was wiederum nur möglich war durch die konzentrierteste und allgemeinste Fori» der Agitation, die Wahlagitation— da bc» gann in der Partei die Ueberzeugung zu reifen, daß die wirksamste Form der Protestbewegung gegen das Dreiklassenwahlrecht die Beteiligung an den Wahlen selbst sei. Diese Ansicht kam bereits vier Jahre nach Köln, ans dem Hamburger Parteitag 1897, entschieden zum Durchbruch. Mit der getvaltigen Mehrheit von 145 gegen 64 Stimmen wurde damals die Wahlbeteiligung beschlossen— und für den Beschluß waren damals radikale Genossen wie Bebel, Geyer und Klara Zetkin mit aller Entschiedenheit eingetreten! Daß es dann erst sechs Jahre später, 1903, wirklich zu einer nmfangreichen Wahlbeteiligung kam, beweist gerade, daß die Verhältnisse stärker waren, als der gute Wille. Die Wahlen von 1903 und 1908 und der Wahl- rechtsstunn, der von der Wahlbeteilignng. ausging und umgekehrt ivieder in der Wahlbeteiligung seinen Ausdruck fand, haben dann belviesen, wie gut die Partei beraten war, als sie den kühnen Entschluß faßte, einer Welt von Hemm- nissen zum Trotz in die Wahlen selbst einzugreifen. Mit Stolz darf die Partei auf die Erfolge ihrer preußi- scheu Wahl- und Wahlrechtsagitation zurückblicken. Daß sie trotz der öffentlichen Stimmabgabe 1903 mehr als 300000, und 1908 gar rund 600000 Stimmen mustern würde— wer hätte das wohl vor einem Jahrzehnt geglaubt? Und wenn in Hamburg ein Delegierter sagte, die Sozialdemokratie könne ebenso gut einen Abgeordneten nach dem Monde»vie in das Dreiklasseiiparlament entsenden, so ist eS immerhin nicht vom Uebel, daß jetzt auch die Aufrüttelung der Massen und der Wahlrechtskampf von einem Häuflein Genossen im Junker- Parlament selbst geführt werden kann! Die Wablbeteilignng brachte auch den bereits 1893 ver- geblich beschlossenen Wahlrechtssturm, der seinen Höhepunkt in den g e>v a l t i g c n W a h l r c ch t s d e m 0 n st r a t i 0 n c ll erreichte. Und wiederholt sei hier»oicdcrum, was wir mehr als einmal schon betont haben: daß die Wahlrechts- frage in Fluß gekommen ist, nachdem sie trotz aller platonischen Anträge von Zentrum und Freisinn all die Jahr» zehnte hindurch nicht um Haaresbreite vom Fleck gekommen tvar, das ist einzig der Aktion des klaffe n- bewußten Proletariats zu danken! Der dritte preußische Parteitag soll freilich nicht dem Triumph über das Erreichte gewidmet sein, sondern er soll den Kampf für die Zukunft organisierenl Findet doch dieser Parteitag am Vorabend des neue n Wahlrcchtskampfes statt ,1 wenn nicht alles täuscht, wenige Tage vor Einbringung einer preußisch enWahlrechtsvorlagc! Einer Wahlrechts- Vorlage, die die Wahlrechtssordernngen des arbeitenden Volkes nicht erfüllt, sondern in schroffster Mißachtung ignoriert, die unter dem Vorwande einer kleinen Vcrbcsje- rung des Wahlrechts die empörenden Ungerechtigkeiten dieses schmachvollen Wahlsystems gegen den Volksunwillen erst recht sicher stellen will! Wenn je, so hat in dieser Situation die preußische Sozialdemokratie ihre Kräfte zusaminenzurafsen, Vorsorge zu treffen, daß die Massen auf den Plan gerufen werden, um das saubere Ucberrumpclungsplänchen der Re- gierung und der reaktionären Parteien zu durchkreuzen! Denn es wäre mehr als' seltsam, wenn nicht bereits die Führer mindestens der großen bürgerlichen Parteien von der Regie- rung ins Vertrauen gezogen worden wären! Tritt die Frage der Wahlresorm wirklich in das Stadium " EG t s ch c i d n II fl, so Hot die Arbeitertlasse alles daran 'etzen, diese Entscheidung in ihrem Sinne zu becinsluffen. die Partei bis jetzt an Agitation und Demonstration "ingung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts ge- t, darf nur das bescheidene Vorspiel zu den ent- ff Waffengängen sein! Das ist so selbstverständlich, datz'wber»veder große noch breite Redensarten zu mach:n. Für ebenso überflüssig halten wir es auch, uns 0 Stelle mit allerhand revisionistischen Pro- jekten a erzusetzen, die ja sehr verführerisch wären, wenn sie nicht den Grundfehler hätten, völlig un- realisierbar neu zu sein! Da der i außer der den Brennpunkt der Ve- ratungen bild. älrechtsfrage auch noch die wichtigen Fragen eines K> a l w a h l p r 0 g r a in m s und der preußischen� t u n g zu erörtern hat, bei deneü auch die Debatte> Anregungen geben wird, hoffer» wir, daß der Bericht ästssührenden Ausschusses nich- zu einer allzu auSgn iskussion über eine„Resorn* der preußischen_ Land.. Aion" Veranlassung geben wird, sür die sich in den... atsheftcn" einige Genossen lebhaft ins Zeug gelegt haö n was in diesen Artikeln an Bemängelung der jetzigen>-ganisation vorgebracht worden ist, läuft— von alle: inlichfc'' oder auch Seltsamkeiten,* B. dem Vorwn w C»sau- nicht mehr bei Hof erscheinen sollten, legten sie dem König ihre militärischen Chargen zu Füßen. Zweifellos haben sie den Streik glänzend gewonnen, denn sie blieben alle Offiziere und haben die höchsten Chargen erreicht. politilcbe CUberHcbt. Berlin, den 31, Dezember 1909 Die Eosinfärbnng. Die agrarischen Verfechter der Färbung der aus dem Auslande eingeführten Futtergerste mit Eosin haben sich wiederholt zum Beweis der Unschädlichkeit der Eosinfärbnng darauf berufen, daß bei den auf dem Versuchsgut Mochcln mit Eosingersto gefütterteil Schweinen nicht die geringste Gesundheitsschädigung der Schweine nachzuweisen gewesen ist. Wie sich jetzt herausstellt, haben diese Schweine nur geringe Mengen von Futtergerste erhalten. Von fachmännischer Seite wird darüber dem„Verl. Tagebl." geschrieben: Aus den jetzt vorliegenden ausführlichen Mitteilungen der „Nordd. Allg. Ztg." erklärt sich auf leichte Art und Weise die Differenz zwischen den Schlachtbefunden in Holstein und in Brom- berg. In Brombcrg hat man 30 Schweine mit einem Grund- futter von Kartoffeln und Fleischmehl gefüttert und gab dann in der ersten Reihe ungefärbte, in der zweiten Reihe mit S reipektive 10 Prozent gefärbte und in Reihe 3 vollständig gefärbt« Gerste alz Nebenfutler. Leider gibt man nicht an, welche Quantitäten Kartoffeln und Ivclche Quantitäten Gerste man pro Tag und Kopf gegeben hat. Da man aber von einem Grund- futter spricht, so ist anzunehmen, daß verhältnismäßig mehr Kartoffeln als Gerste verabreicht wurden. Rechnet „Neunzehnhundertneun" geht schlafen, „Neunzehnhundertzehn" erwacht, Guten Morgen, holder Knabe, Altes Lahr: gut Nacht! gut Nacht! Ohne Furcht vor Riff und Klippe, Vor Bedrängnis und Gefahr: Mit geblähtem Äoffnungssegel Steuem wir ins junge Lahr. Antrag stützt sich auf Artikel 76 der Verfassung de« Deutschen Reiches. Dieser lautet bekanntlich in seinem zweiten Absatz:„Ver< fassungsstreitigkeiten in solchen Bundesstaaten, in deren Berfassung nicht eine Behörde zur Entscheidung solcher Streitigkeiten bestimmt ist. hat auf Anrufen eines Teiles der Bundesrat gütlich auszugleichen oder, wenn das nicht gelingt, im Wege der Reichsgesetzgebung zur Erledigung zu bringen." Sittlich entrüstete Pfarrer. I» dem Theater der Fabrikstadt Düren(Rheinland) führen die Mitglieder des Düsseldorfer SchansplelhauseS hin und wieder kleine Dramen und Lustspiele auf, meist harmlose Stückchen, wie sie der Auffassungskraft und dem Verständnis der ehrsamen und frommen katholischen Spießbürgergesellschaft entsprechen, z. B.„Der Raub der Sabinerinnen".„Die wohltätige Frau" usw. Kürzlich hat sich das Düsseldorfer Ensembel aber doch einfallen lassen, der klerikalen Bürgerschaft eine etwas gehaltvollere Kost zuzumuten: es Hot Anzengrubers„Kreuzelichreiber" aufgeführt. Diese Heber- schntzung des Dürener Bildungsstandes hat jedoch bei den in ihren heiligste» Gefühlen verletzten Käse-, Butter- und Kolonial- Warenhändlern, vor allem aber bei den sämtlichen katholischen Pfarrern der Stadt einen wilden Sturm der Entrüstung entfeffelt. Nach einem unter sich abgehaltenen heiligen Konzil haben die Diener des Herrn am vorigen Sonntag folgende Erklärung von den Kanzeln verlesen: „Nach den Mitteilungen hiesiger Zeitungen und zahlreicher Privatpersonen sind in letzter Zeit'wiederholt und besonders am vorige» Sonntag im hiesigen Stadttheater Stücke zur Auf- führung gekommen, in denen Lehre» und Gebräuche unserer hl. Religion sowie Zucht und christliche Sitte verhöhnt worden sind. Dadurch hat man. und zwar in einer öffentlichen städtischen An- stalt, die Gefühle der katholischen Bevölkerung aufs tiefste verletzt. Wir als katholische Pfarrer legen entschieden Verwahrung ein gegen eine solche öffentliche Verspottung der Religion und der guten Sitte. Mit großem Bedauern sehen wir, wie«ine städtische Anstalt, die zur Pflege der Kunst und zur Bildung des Volkes gegründet worden ist, so bedenkliche Wege einschlägt. Wir fordern daher unsere Pfarrangehörigen auf, aus dem hiesigen Stadttheater fernzubleiben, so lange nicht Bürgschaft geboten ist, daß derartige in jeder Beziehung verletzende Auf- sührungen vermieden werden." Die Geschichte ist höchst komisch, zumal die protestierenden Gottesdiener sich durch ihre Erklärung selbst ein recht ungünstiges Zeugnis ausstellen. Bekanntlich ist Anzengrubers Stück„Die Kreuzelschreiber" eine Satire auf gewisse ländliche Zustände in Oester- reich, speziell aus die religiöse Dummheit und Stumpfsinnigkeir. Wenn die Herren in dieser Satire zugleich eine Verhöhnung der christlichen Zucht und Sitte in Düren sehen, so sprechen sie damit au», daß ihrer Ansicht nach die Zustände in ihrem Wirkungskreis den von Anzengruber geschilderten recht ähnlich sind. der LandcZkomilussion nicht selbst eine Statistik über die Landtagswahlen von 1908 veranlaßt habe, abgesehen— im wesentlichen darauf hinaus, daß die Organisationsleitung zu wenig zur Anfeuerung der Wahlrechtsbewcgung getan habe. Nun wird aber jedes Mitglied der vielköpfigen, aus allen Landesteilen Preußens zusammengesetzten Landes- kommissioit solchen Kritikern ohne weiteres die Versicherung geben, daß die Berliner Mitglieder, die den geschäftsführenden Ausschuß der Landeskommission bilden, an der vermißten Initiative ebensowenig die Schuld tragen, wie der Partei- vorstand, daß also auf keinen Fall die Form der Organisation für das vermeintlich Versäumte die Schuld trifft. Vollends wird jede Erörterung dessen, was vielleicht in der Vergangenheit hätte geschehen können oder sollen, überflüssig in dem Augenblick, wo eine neue Situation uns vor neue Aufgaben stellt. Und die bevorstehende Entscheidung über das Wahlrecht ist doch gewiß eine Situation, die der preußischen Sozialdemokratie genug der Aufgaben zuweist! Mögen also die Kritiker und alle, die ihre Ansicht teilen, an der Lösung dieser Aufgaben mitarbeiten! Mögen sie der Partei die Waffen schmieden helfen, durch die die wähl- rechtsfreundliche Reaktion niedergezwungen werden kann! Mögen sie helfen, die einheitliche Aktion des Prole- tariats, des entrechteten Volkes gegen die Nutznießer und Verteidiger der Trciklassenschmach und jedes Privilegien- Wahlrechts zu verschärfen! Mögen sie, statt die ver- kannten Besserwisser zu spielen, positive Arbeit für die Partei und damit den Wäblrechtskampf leisten! Denn der verantwortungsvolle Augenblick duldet keine Zcrsplitte- rung, kein schmollendes Beiseitestchen, keine Eigenbrödelei! Wir sind denn auch der freudigen Zuversicht, daß der dritte Parteitag der preußischen Sozialdemokratie des ge- schichtlichen Augenblicks eingedenk sein und für die Millionen- der erwartungsvoll aufhorchenden Wvhlrechtskämpfer die rechte Losung finden wird! Wiecker ei» rebellischer Oberst. In Bayern ist schon wieder ein pensionierter Offizier„wild" geworden und hat in diesem Zustand eine Broschüre loSgelaffen, obwohl erst im letzten Sommer der bayerische Rittmeister a. D. Negrioli sich die gleiche Sünde zuschulden kommen ließ. Diesesmal ist es der Oberst a. D. v. W a l l in e n i ch und seine Flugschrift heißt„Auf Nachsuchen".(Schwabinger Druckerei. 53 Seiten.) Genau so wie im Falle Negrioli ist auch hier der eigentliche Veranlasser der Beoschüre der bayerische Kriegsminister Freiherr v. Horn, freilich auch nur ein Vollstreckungsorgan des jetzigen preußisch-deutschen Militärsystems. Diesem System genügt eS bc- kaimtlich nicht. über alle Armeeangehörigen eine harte Fuchtel zu schwingen; es möchte auch noch die Zivilbevölkerung schulmeistern. Darum hat eS u. a. auch die Bestimmung getroffen, daß die m i t der Erlaubnis zum Tragen der Uniform pensionierten Offiziere den OffizierSehreugerichten unterstehen. Schreibt ein solcher Offizier etwas, was der hohen Behörde nicht paßt oder gar nach freiheitlichen Anschauungen schmeckt, so wird er dem Ehrengericht zur weiteren Behandlung überliefert. Was dann passiert, hat man schon öfter, z. B. an Oberst a. D. Gädke. gesehen. Diese Maulkorbwirtschast wird den Offizieren aber allmählich zu bunt, denn auch an ihnen geht der Drang der Zeit nicht spurlos vor- über. So kommt es, daß manchmal selbst pensionierte Offiziere auf die hohe Ehre, den Rock Sc. Majestät auch im Ruhestande tragen zu dürfen, verzichten, weil sie dann der Gewalt der Ehrengerichte entrückt sind und endlich einnial so reden dürfen, wie ihnen der Schnabel ge- wachsen ist. Selbstverständlich dürfen auch sie das ewig wache Ohr des Herrn Staatsanwalts nicht vergessen. Aber gerade deswegen liebt die hohe Obrigkeit die ohne die Erlaubnis zum Tragen der Uniform verabschiedeten Offiziere nicht. Und wenn ein mit dieser Erlaubnis verabschiedeter Offizier an den Kriegsminister das Ersuchen richtet, zu den ohne die bewußte Er- laubnis Abgegangenen versetzt zu werden, so macht der Kriegs- minister ein Gesicht, als ob er unvermutet in einen saueren Apfel gebissen hätte. In Bayern sucht man den pensionierten Offizieren solchen Schritt dadurch zu verleiden, daß man im„MilitärverordnungSblatt" nur die Tatsache, daß der betreffende Offizier aus den mit der Er- laubnis zum Tragen der Uniform zu jenen ohne diese Befugnis verabschiedeten Offizieren versetzt wurde, mitteilt, das andere Faktum aber, daß der Offizier selbst um diese Versetzung nach- gesucht hat, verschweigt. Dadurch erhält die Sache den Anschein, als ob dem Offizier wegen irgend einer unehrenhaften Handlung das Recht zum Tragen der Uniform entzogen worden sei. Weil aber die Offiziere einen solchen Anschein fürchten, so behalten die weitaus meisten von ihnen die Erlaubnis zum Tragen der Uniform bis an ihr seliges Ende und bleiben dadurch, so lange sie in diesem irdischen Jammertal verweilen, unter der Kompetenz der Ehrengerichte. Fro- batum est. Auch beim Oberst a. D. von Wallmenich hat man die Geschichte probiert. Er wollte die Bevormundung durch daS Ehrengericht abstreifen und bat daher«in seine Versetzung zu den ohne die Erlaubnis zum Tragen der Uniform verabschiedeten Offiziere». Herrn von WallmenichS Wunsch wurde zwar prompt erfüllt, aber auch bei ihm wurde im Militärverordnuilgsblatt„die Kleinigkeit", daß er selbst um seine Versetzung nachgesucht hatte, nicht bekannt- gegeben. Darauf bat er um nachträgliche Korrektur, erhielt aber vom bayerischen Kriegsminister nur eine hochnäsige abschlägige Ant- wort. Doch für was hat man denn das Schreiben gelernt und neun Jahre im Gymnasium gesessen? Und so setzte sich Herr v. Wall- menich hin und schrieb seine„sakrisch" grobe Broschüre, in der et dem Versuch, ihn zu mißkreditieren, scharf entgegentritt'MXiD manchen Stein von seinem Herzen wälzt. Freilich: �jeucö sagt er nicht. Daß zum Beispiel die Offizier� h�,,- gerichte eine unzeitgemäße Institution sind und der kjeaktion dienen, weiß man längst. In Bayern sind sie sogar Ve.yMung«- widrig, weil sie eine Kabinettsjustiz nicht nur zulassen, sondern so- gar vorschreiben— die ehrengerichtlichen Urteile werden nämlich vom obersten Kriegsherrn selbst gefällt—'die bayerische Verfassung aber dem Monarchen kein Strafrecht einräuint. Herr v. Wallmenich schreit auch nach ßüa- Organisation der pensionierten Offiziere, die die Rechte der Herren vertreten sollen. "t kann lange rufen. Und außerdem: im nämlichen Atem, wo er ine solche Auflehnung gegen die verehrliche Obrigkeit verlangt, telt er den bayerischen Staat um hundert neue Stellen ür pensionierte Offiziere an. Merkt denn der Herr Oberst nicht, daß . etwas nicht zusammenpaßt? Auch eine nicht üble historische Episode, die einen veritablcn Prinzen st rcik vorstellt, frischt Herr v. Wallmenich wieder auf. wz nämlich Ludwig II. dem Prinzen Luitpold(jetzigen R" und seineu Söhnen Ludwig und Leopold er ihm nicht genehmen Abstimmung de« Prinzen sitichSratSkammer sagen ließ, daß sie bis auf weiteres !lnsre Wunden sind vergessen, Llnfte Schmerzen sind gestillt, Wenn's zu kämpfen, wenn's zu siegen Für des Volkes Rechte gilt. Für des Volkes Menschenrechte: Für des Mannes Bürgerrecht, Für des Weibes Mutterrechte, Für des Kindes Kindesrecht. Eurer Feinde Äohn ertragt ihr, Ach, wie lang schon! in Geduld, Kingehalten und vertröstet, Von Betrügern eingelullt. Rafft euch auf, enterbte Brüder, Blast zum Sturm, zum WahlrechtSsturm, Rächt die Schlnach der sechs Jahrzehnte, Brecht ihn: den Dreiklassenturm! Koch das Banner! hoch die Fahnen! Kühn hinein ins neue Lahr! Festen Schritts dein Ziel entgegen! Vorwärts! vorwärts, Proletar! <3. D. matt das mutmaßliche Futter nach den Resultaten aus, so wären zur Erzielung einer Gewichtszunahme von 57l bis 576 Gramm pro Tag und Kopf etwa 15 bis 20 Pfund Kartoffeln oder 5 bis S Pfund Gerste nötig. Bielleicht wird amtlicherseits jetzt auch noch bekannt gegeben, wieviel Kartoffeln, Fleischmehl und Gerste man pro Kopf gegeben hat. Aber man geht wohl nicht fehl. wenn man annimmt, daß eS etwa 10 Pfund Kartoffeln und 2 bis Z Pfund Gerste gewesen sein werden. Die Zcllwände der.-Kgltoffeln nehmen den Farbstoff leicht auf und d>\n fjimte in diesem Falle der Farbstoff sich nicht so ßnoitzsig Kn Därmen mitteilen. In Holstein dagegen füttert man �cove Schweine ausschließlich mit Gerste, und die tägliche Ration 'kann zwischen sechs bis neun Pfund schwanken. Daß in dem einen und dem anderen Falle ganz andere Resultate erzielt werden, litllt auf der Hand. Verückftchtigt man ferner noch, daß � eS sich iL den» einen Falle um Beimischung von gefärbten Körnern, in dem anderen Falle aber uni eine mittels Eofin- lvsung vorgenommene zollamtliche Färbung handelt, bei welcher selbstverständlich die Färbung nie eine so gleichmäßige sein kann, so erklären sich die verschiedenen Resultate aus sehr einfache Weise. Nach der Zunahme zu schließen, handelt eS sich in Bromberg auch um fünf bis sechs Monate alte Tiere, während neuerdings zum BeisV�l aus Glashütte Meldungen einlaufen, daß Ferkel krepieren. Jedenfalls ist eS bei neuen Versuchen nötig, die- selben mit Achweinen jeden Alters und ausschließlich mit ge- färbter Gerste vorzunehmen, denn die bisher veröffentlichten Ver- suche stimnle»? mit der hier üblichen Fütterungsmethode nicht übcrein. Tie»necklenbnrgische Verfassungsfrage. V. Wie das„L�VZ- Tageblatt" zu melden weiß, wird der BmtdeS» rat sich bald mit der mecklenburgischen VerfasiungSftage zu be- schäftig«» habe.�» denn die beiden mecklenburgischen Regierungen haben bereits Antrag aus Entscheidung deS Bundesrates in Sachen der««cklenburgischen Verfaffilngsfrage«ingebracht. Der Immer rückwärts! Die von einigen der führenden Blätter des NationalliberaliSmu- betriebene Opposition gegen den sogenannten„Linksabmarsch' und den Großblock begeistert die rechtSnationalliberalen„Hamburger Nachrichten", eines der widerlichsten Scharfmacherblätter. daS seit langem für die Wiederherstellung der alten klerikal'konservattven- naiionalliberalen Reichstagskoalition schwärmt, zu einem fulminanten Angriff auf Baffermann, dessen Kaltstellung gefordert wird. An« knüpfend an die gestern von uns wiedergegebenen Ausführungen der „Magdeburger Zeitung" schreibt das Blatt der Hamburger Reedcr und Exportcure: „Aber für Bassermann ist der Großblock diskutabel und darum trifft ihn die scharfe Kritik des nationalliberalen ParteiblattcS, auch wenn fein Name nicht ausdrücklich genannt wird. Dar, Bassermann das„törichte, höchst verwerfliche Wahngebitde" des Großblocks genährt hat. dafür wollen wir heute den Professor Delbiück als unverdächtigen Zeugen anführen." Die„Hamburger Nachrichten" zitieren dann einige Sätze ans den„Preuß. Jahrbüchern", in denen Bassermann vorgeworfen wird. daß er eine wahttaktische Verbindung der Nationalliberalen mit dcr Sozialdemokratie nicht mehr für unmöglich halte, und fügen ent- rüstet hinzu: „Wie lange noch soll der Widerspruch fortdauern, daß eine große Partei in direktem Gegensatz zu ihrer Ge- schichte, ihren Traditionen und ihren Zielen von ihrem Führer geleitet wird?" Tie Gemeiuderatöwnhlcn in Württemberg im Dezember 1500 brachten der Partei nach einer vorläufigen Zu- sammeustellung. die auf Vollständigkeit keineil Anspruch machen kann. in 7 3 Gemeinden 110 Mandate, davon 8 2 neue. Höher noch als dieser erfreuliche MandatSgewinn ist die Zunahme der Wählerzahl zu werten. Nur in ganz wenigen Orten ist aus lokalen Gründen ein Rückgang der sozialistischen Stimmen zu ver- zeichnen; im allgemeinen zeigte sich, daß unsere Ideen nicht nur in der ländlichen Bevölkerung mehr und mehr sich auL- breiten, sondern auch städtische Bevölkerungsschichten, die der Sozialdemokratie bisher kühl ablehnend, wenn nicht felnd- lich gegenüberstände», unsere Partei als die berufene Verlreierin ihrer Interessen anerkenne». Die Cliquen- und VetlerleS- wirtschaft bürgerlicher Parteien auf den Rathäusern tat ein ührige-, Gegner konnnunaler Korruption auch ans bürgerlichen Kreisen de: Sozialdemokratie zuzuführen. Die Reichsfinanzresorm hat ganz besonders dem Zentrum— so in Stuttgart und Schw.-Gmünd— schwere Wunden geschlagen. In Stuttgart behaupteten wir unser Mandat und eroberten zwei neue hinzu. Unsere Stimmenzahl stieg aus 41 Prozent der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen. Unsere Genossen in Heil- bronn holten sich zu ihrem alten Mandat auch zwei neue hinzu, in Ulm a. D. eroberten unsere Genossen gleichfalls zwei Mandate. in S ch w.- G m ii n d, der Hochburg des Zentrums, schlugen unsere Genossen den schwarze» Gegner aufs Haupt usw. Dem Gemeliiderat gehörten bisher 102 Parteigenoffen an. Alle zwei Jahre scheidet ein Drittel aus. Die Gesamtzahl der Geiiieindc- ratSmaiidate dürfte jetzt 250 übersteigen. Hinzu konunen 370 Ge- nassen in den Bürgerausschüssen, von denen allerdings einige nun- mehr dem Gemeinderat angehören. Immerhin ist die Sozial- demokratie in Wüntemberg in den gemeindlichen Kollegien durch mehr als 600 Genossen vertreten. Vor wenigen Jahren noch hätte man diese Entwickekung für unmöglich gehalten. Die Gemeinderesorm mit der Erleichterung der Erwerbung des Bürgerrechts und der Einführung der Proportional- tvahl in den Städten mit mehr als 10 000 Einwohnern hat gewiß ein gut Teil dazu beigetragen, der Sozialdemokratie den Weg auf� Rathaus zu ebnen. Das Hauptverdienst ist aber der nimmermüden AustlänrngSardeit der Genossen und der pflichtgctreuen Bertrewng der Interessen der arbeitenden Bevölkerung durch unsere Vertrauens- leute in den Gemeindeverwaltungen zuzuschreibe». Komtnunalwahle«. In Untergrombach(Baden) siegte am Mittwoch bei der BflrgerauSschußwahl zum ersten Male die sozial« demokratische Liste. Die Wahl ist insosern bedeutsam, als bis jetzt in dem rein katholischen Ort da« Zentrum dominierte. Untergrombach galt bis bor kurzer Zeit, tvölngsienS bei den Schwarzen, als uneinnehmbare Zentrumshochburg. Jetzt hat die Finanzreform anscheinend doch da? Pulver geliefert, um die Wälle dieser Burg in die Luft zu sprengen. rluch bei der Landtagsioahl hatte die Sozialdemokratie in diesein Orte bedeutende Stimmenzunahme zu verzeichnen. Schlesiens neuer Oberpräfident. Zum Oberpräsidenten von Schlesien ist, wie wir meldeten, der anhaltische StaatSminister v. Dallwitz ernannt worden. Bon diesem Würdenträger weih die„Preufe. Lehrerztg." ein recht anmutiges Stücklei» zu berichten. Die anhallischen Lehrer hatten beschlossen, der herzoglichen Negierung ihre Wünsche zur Gchaltsfrage in Form einer Petition zu überreichen. Die Negierung ließ eS aber dazu gar nicht erst kommen. Der Chef der Oberschulbehörde erteilte dein Borsitzeuden des Anhaltinischen Lehrervereins amtlich, im Einverständnis init dem StaatSminister v. Dallwitz, den guten Rat. die Petition nicht abzusenden. Wie zum Hohn soll dabei versichert worden sein, die Regierung lege Wert darauf, den Lehrern ihr Petitionsrecht nicht zu verkürzen. iveise aber zugleich auf die Folgen hin, die eS für den Vorsitzenden haben würde, wenn man dem Wunsch einer hohen Behörde nicht nachkommen sollte. Herr von Dallwitz ist also für seinen neuen Posten durchaus qualifiziert. Der Zwist im polnischen Lager. Wie die„Kattowitzer Zeitung" meldet, sollen die Abgeordneten Äorfanty und Dr. Seyda vor em polnisches Ehrengericht gefordert werden, weil sie sich durch ihr jüngstes Verhalten einer groben Disziplinwidrigkeit gegen die polnische Fraktion schuldig gemacht haben. Beide hatten in einer Versammlung das Verhalten ihrer Fraktionsgenossen NaPicralSli, Kapitza und Brandys einer abfälligen Kritik unterzogen. 0eftemicb. Die««garische Krise. Budapest, 3!. Dezember. In hiesigen politischen Kreisen ve- zweifelt man auf das entschiedenste, daß eS LukacS gelingen wird, eine Lösung der KrifiS herbeizuführen. Man hält eS vielmehr für wahrscheinlich, bo% GrafKhuen-Hedervary schon in kürzester Zeit mit der Mission der Kabinettsbildung betraut werden Wird. d. h. das; ein Kabinett ohne Mehrheit eingesetzt wird. DaS Organ der I u st h- P a r t e i kündigt den r ü ck s i ch t s- kosen Kampf an gegen jedes Be st reben, die Rechte der Nation anzugreifen. Das Land werde keine Steuern, kein Budget und keine Soldaten bewilligen. Budapest, 31. Dezember. Der Finanzminister hat mit Rücksicht auf das Fehlen eines verfafsungsmähigen Staatshaus. Haltsgesetzes angeordnet, daß die direkten Steuern nicht eingetrieben und im Falle der Nichtbezahlung dieser Steuern für die Dauer des Exlexzustandes Verzugs- zinsen nicht angerechnet werden sollen. Hingegen werden die notwendigen Ausgaben, Beamtengehälter und Zinsen der Staatsschulden weiterhin geleistet werden. Die Suspendierung der ZahlungSpflicht direkter Steuern schließt die freiwillige Zahlung nicht aus. Wie das Ungarische Telcgr..Korrespond«nzbureau dazu bemerlt, bilden die direkten Steuern einen verhält- «ismätzig geringen Teil der Staatseinnahmen. CngUmä. Aus dem Wahlkampf. Liudon, L3. Dezember.(Eig. Ber.) Die Feiertage sind eben vorüber und schon setzt der Kampf wieder mit erneuter Wucht ein. In den kommenden Wochen, so hieß es vor einigen Tagen in einem Londoner Blatt, wird kein Pardon verlangt und auch keiner ge- geben werden. Und in der Tat scheinen die bevorstehenden politischen Kämpfe«ine Wildheit und Heftigkeit annehmen zu wollen, wie man sie früher kaum gekannt hat. Allerdings sind die Einsätze, um die gespielt wird, sehr hoch. Für die Arbeiterschaft ist der Boden, auf dem sich der jetzig« Kampf abspielt, nicht gerade günstig zu nennen. Das Aufrollen der konstitutionellen Frage hat den Nachteil, daß' die Fragen der Sozialreform, die den Kandidaten der Sozialdcmo- kratie und der Arbeiterpartei am meisten am Herzen liegen, in den Hintergrund gedrängt werden und daß dadurch auch viele Arbeiter, die unter anderen Umständen sicher für den Arbeitrrkandidatcn ge- stimmt hätten, wieder zur liberalen Partei zurückkehren. Auch bietet sich den Liberalen in der Verfassungsfrage ein bequemes Mittel, um das Tempo der Sozialreform, das schon verschiedene der rechtsstehenden Liberalen kopfscheu gemacht hat, zu verlangsamen. Auf der anderen Seite ist die englische Arbeiterschaft natürlich ge- zwungen, sich mit aller Macht in den Kampf gegen dir Lords und gegen die Befürworter der LebrnSmittclzölle zu werfen. Rechnet man zu alledem, daß ein Stichwahlsystem, das den schwächeren Par- teien mehr Bewegungsfreiheit gibt, in England nicht existiert, so wird man die schwierige Lage unserer Genossen in England einiger- maßen verstehen können. Was uns jedoch berechtigt, der Zukunft mit Zuversicht entgegenzusehen, ist die wohlbegründete Aussicht, daß die Arbcitervertreter im nächsten Parlament das Zünglein an der Wage sein werden. Diese Aussicht ist um so wahrscheinlicher, als die irischen Nationalisten, die diese strategische Stellung lange Zeit innehatten und die jedermann als verkappte Schutzzöllner ansieht, bei dem neuen Kurse der liberalen Partei, den Gegner unter der Deckuno deS Budgets anzugreifen, nicht mittun können. Alles hängt natürlich davon ab, in welcher Stärke die liberale Partei zurück- kommt: die größwn Optimisten in der Regierungspartei glauben nicht, daß die Liberalen diesmal dieselbe gewaltige Majorität erhalten werden, die sie im Jahre 1906 erhielten. Was einem bei den jetzigen Parlamentswahlen besonders auf- fällt, sind die gewaltigen Geldsummen, die von den bürgerlichen Parteien fiir propagandistische Zwecke aufgebracht werden. Bor allem ist es die konservative Partei mit ihren Sonderorganisationen wie die steinreiche Tarifreformliga, die die Macht des Geldes bei diesen Wahlen erproben will. Z» diesem Ztvcck hat man amerika- nische Wahlkünstler importiert, di« ihr sauberes Metier mich allen Regeln der in Tammany Hall gedeihenden Kunst ausüben. Die scheußlichen Karikaturen, die in Hunderttausenden von Exemplaren an jeder Mauer zu sehen sind, liefern beredtes Zeugnis von der Anwesenheit dieses neuen Faktors in der englischen Politik. Dazu scheint es, als haben die Großgrundbesitzer und Großindustriellen der Tarifreformliga alle käuflichen Subjekte in ganz Großbritannien in ihren Dienst genommen, so groß ist das Heer der Wanderredner der Liga. Wenn etwas geeignet ist, die Auftnertsamkeit des Volkes auf die eigentlichen wirtschaftlichen Triebkräfte in diesem Kampfe zu lenken, so sind es die unerhörten Geldsummen, die sich der Kapitalismus den Wahlkampf kosten läßt. Kiißlam!. t■ Tke russische Geheimpolizei an der Arbeit. Aus russischen Kreisen wird uns geschrieben: Tie russische Regierung hat endlich ein probates Mittel ge- funden, den Enthüllungen über das Treiben der Geheimpolizei in dem Lockspitzelquartier an der Aftrachanstraße, die sogar zu einem Sinken der russischen Papiere an der Londoner Börse ge- führt häben, Einhalt zu gebieten. Wie aus Petersburg gemeldet wird, hat der Stadthauptmann, General Dratschewski, der Re- sidenzpresse das streng sie Verbot erteilt, über das „Attentat" gegen Oberst Karpow zu berichten.(In der Tat findet sich in den Petersburger Zeitungen dieser Tage kein Sterbens- wörtchen über die Karpow-Affäre.) Zu diesem Mittel hat die Regierung nicht einmal zur Zeit der Enthüllungen über Asew, Harting und Shutschenko gegriffen, ein Zeichen, wie sehr sie sich durch die Aufdeckung der provokatorischen Tätigkeit des EhefS der Petersburgers Geheimpolizei bloßgestellt fühlt. Indessen haben die bisherigen Veröffentlichungen gerade der konservativen Preß. organe so viel sorgsam gehütete Geheimnisse ans Licht gezerrt und das verbrecherische Treiben der Geheimpolizei so grell be- leuchtet, daß das Zensurverbot den Regierungsbanditcn an der Newa kaum etwas nützen wird. Besonders viel wertvolles Material hat auch diesmal, wie zur Zeit der Asew-Affärc, die„Nowoje Wremja" geliefert, die zu den Leitern'der Geheimpolizei die intimsten Beziehungen unter- hält und deren„Geschäststüchtigkeit" oft über den„Patriotismus" den Sieg davonträgt. Bor allem stellt das Blatt fest, daß für die „legendären Gerüchte" über den„selbstexplodiercnden Gendarmen" Gründe vorhanden find.„Die letzten Affären auf dem Gebiete der politischen Spionage haben für die unglaublichsten Voraus-, setzungen eine gewisse Grundlage geschaffen". Aber auch un- abhängig davon konstatiert das offiziöse Blatt, daß die Karpow- Affäre zum mindesten sonderbar erscheint. Im allgemeinen erkennt das Blatt an, daß solche Beziehungen, die zwischen Oberst Karpow und Woskrcssenski bestanden, für die politische Spionage als vollkommen normal angesehen werden und so wünschenswert erscheinen, daß z. B. in dem gegebenen Falle das Gerichtsurteil gegen WoSkressenSki auf administrativem Woge(!) aufgehoben und er aus der Deportation zurückgeholt wurde. Auch die Errichtung von„konspirativen Wohnungen", will sagen, von Lockspitzelquartieren, erscheint der in Spionageangelcgen- heiten gut eingeweihten Persönlichkeit, der die„Nowoje Wremja" ihre Kenntnis verdankt, als vollkommen normal, aber gewöhnlich tritt als Inhaber der Wohnung irgendein verheirateter Spitzel, in keinem Falle aber der„geheime Mitarbeiter" selbst auf. „Warum Oberst Karpow," bemerkt die eingeweihte Persönlichkeit, „einer solchen Situation bedurfte, ist mir vollkommen unbegreif- lich." Ebenso unbegreiflich erscheint es dem Blatte, warum Oberst Karpow von der geheiligten Tradition abwich, seinen„ge- Heimen Mitarbeiter" Woskressensli von anderen Spitzeln be- wachen zu lassen, und sogar Vorbereitungen traf, aus einige Tage nach dem Spitzelquartier in der Astrachan- straße zu ziehen.„Am folgenden Tage(8./21. Dezember) sagte Oberst Karpow seinem Diener, daß er sich mit ihm nach dem Wyborger Stadtteil in di« Wohnung von Woskressenski be- geben solle, und daß sie dort einige Tage verbringen würden. Zu welchem Zweck er das tat, hat Karpow seinem Diener nicht mitgeteilt." Es genügt, wenn hier noch hinzugefügt wird, daß Oberst Karpow. wie die„Nowoje Wremja" selbst mitteilte, das Spitzelquartier etwa eine Woche bor der Explosion mietete, zusammen mit Woskressenski den Möbelankauf besorgte und besonderes Interesse für die Anlage der elektrischen Leitungen, die in der Folge zur Explosion führten, an den Tag legte. Ferner ist es von Interesse, daß das Protokoll der kriminal-inedizinischen Untersuchung der Leiche des Obersten Karpow konstatiert, daß die Haupt- und Barthaare vollkommen versengt waren und die Gesichtshaut Spuren von Brandwunden zeigte. Alle diese Tatsachen haben in den politischen Kreisen Petersburgs die Ansicht gefestigt, daß Oberst Karpow nicht, wie offiziell dargestellt wird, in eine„Falle" ge- lockt wurde, sondern bei den Vorbereitungen zu irgendeinem' teuflischen Unternehmen infolge eines Zufalles in die Luft flog. Es wäre auch sonderbar, wenn Oberst Karpow, der auf seinen früheren Posten in Rostow und Baku die Lockspitzelei bis zur Virtuosität ausgebildet und der darum als die geeignetste Person- lichkcit betrachtet wurde, um die Petersburger Geheimpolizei zu leiten, sich in eine Falle hätte locken lassen. Als weiteres Argument dagegen wird angeführt, daß ein Attentat, wenn ein solches wirk- lich geplant worden wäre, mit weit einfacheren Mitteln lKtte bewerkstelligt werden können. Wie dem auch sei, die Einzelheiten der ganzen Affäre lassen die Frage über die Motive der Tat und die Person deS Täters als vollkommen nebensächlich erscheinen. Ob der„geheime Mit- arbeiter" Woskressenski. wie die„Nowoje Wremja" feststellt, identisch ist mit dem Michail Woskressenski, der im Sommer als �gent provocateur entlarvt wurde, oder ob er, wie Burzew jetzt behauptet, der Revolutionär Alexander Petrofsi.tst. per gegen Chef züchten stoß««, n aus- rlässig. r, das, t Eni- Karpow einen Racheakt ausübte,— in beiden der Petersburger Geheimpolizei einen neuen A gesucksi und zu diesem Zweck Gerichtsurteil Pässe gefälscht, StaatSgelder mit vo gestreut. Er fiel schließlich, im guten Glauben keit scincS Mitarbeiters, einem Unternehmen wenn es verwirklicht worden wäre, vielleicht dr setzen erfüllt hätte. Lockspitzelei und Gewerkschaften Die Ironie der Geschichte wollte cS, daß an H�.lselb!:» Tage, wo die Kadetten eine Interpellation über die Expwston in der Astrachanstraße in der Duma einbrachten, auch übex eine sozial- demokratische Interpellation Erhandelt wurde, dep ein offiziell bestätigter Fall von Provokation zugrunde gelegt wurde. Im Juli 1908 hatte die Behörde die Gewerkschaft der Arbeiter der Donez-Charkowschen Metallurgischen Werke geschloffen, weil die Polizei in der Wohnung des Vorstandsmitgliedes Tokarcff Spreng- stoffe und Bomben gefunden hatte. Am 13. Dezember d. I. fand die Sitzung deS temporären Kriegsgerichtes in Jekaterinislaw in dieser Angelegenheit statt. Das Kriegsgericht stellte fest, daß die genannten Sprengstoffe und Bomben von dem Agenten der Geheimpolizei, Chorolski, ohne Wissen und Willen deS Angeklagten, am 29. Juni 1908 in Hessen Woh- nung geschafft worden waren, wo sre nach zwei bis drei Stunden von der eingetroffenen Polizei offen auf dem Tische gefunden wurden. DaS Kriegsgericht sah sich bei dieser Sach- läge genötigt, den Angeklagten Tokareff freizusprechen— nachdem er vollkommen unschuldig anderthalb Jahre im Kerker geschnrachtet hatte und die Gewerkschaft infolge sein« S Prozesses aufgelöst worden war. Die sozialdemokratischen Redner geißelten bei ver Begründung der Interpellation die lügnerischen Behauptungen StolYpinS und seiner Gehilfelt Makarow und Kurloiv, wie die ganze von provo- katarischem Geiste erfüllte Politik der Regierung gegen die GeWerk- schaften. Besonders wirkungsvoll waren die Worte des Genossen Kusnctzow. daß die Mitglieder der Duma nicht sicher sein können, ob der Vertreter des Ministeriums des Innern, wenn er in der Duma erscheint, um Erklärungen abzugeben, nicht eine Bombe in der Tasche hat, die zufällig explodiert und so die Duma vernichten kann. Die Linkebcgrütztediese Worte mit donnerndem Applaus, während selb st die Skandalistev a la Panischkewitz sprachlos da- saßen. Cilrhd. Die Zustände in Mazedonien. Saloniki, 31. Dezember. Der Dragoman des griechischen Konsulats Papasogli wurde auf offener Straße er- mordet.' Es scheint sich um einen politischen Mord zu handeln.(?) Kreta. Neue Versuche zum Anschluß a» Griechenlaud. Cauea» 3t. Dezember. Laut Kammerbeschluß wird am 20. März 1910 die Wahl einer Nationalversammlung stattfinden, welche die Ausgabe hat. einen endgültigen poli- tischen Zustand auf der Insel zu schaffen. Die neue Regierung hat bereits den Treueid für den König der Hellenen geleistet.' Da die Türkei sich diesen Bestrebungen heftig widersetzen wird, so stehen neue Verwickelungen im Orient bevor. Huö der Partei. «n die Veranstalter vo» Jugendschriften-AuSstellunge« richtet der B i l d u n g S a u S s ch u ß die Bitte, möglichst bald einen Bericht über das Ergebnis der Ausstellung an ihn einzusenden. In dem Verzeichnis empfehlenswerter Jugend« schriften, das der BildungSauSschuß einige Wochen vor Weih- nachten allen Interessenten zugeschickt hat, befindet sich ein st a t i st i s ch e r Fragebogen, der für die Berichterstattung zu benutzen ist, soweit Material für die Beantwortung ber einzelne» Fragen gesammelt worden ist. Die Berichte werden an die Geschäftsstelle des BildungSauSschusseS(Heinrich Schulz, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3) erbeten. vom Fortschritt ber Presse. Unser AugSburger Parteiblatt, die„Schwäbische VolkSzeitung", wurde im April 1906 in Parteiregie über- geführt. Infolge der schweren wirtschaftlichen Krise ging aiifangs die Zahl der Abonnenten zurück. Seit Juni d. I. ist aber eine Wendung zum Besseren eingetreten. Der Abonnentenstand beginnt sich zwar langsam, aber ohne Unterbrechung zu heben, so daß jetzt eine Zunahme von über 20 Prozent zu verzeichnen ist, was bei der ganz geivaltigen Fluktuation der AugSburger Arbeiter- schaff schon etwas heißen will. polizcillchte, Gtruhtllchto ukw. Weder ekelhaft noch gemein. Das BreSlauer Schöffengericht verurteilte den Ge- nossen Schiller von der„V o l k s w a ch t" wegen angeblicher Beleidigung des ReichsverbandsredakteurS Sommerbura aus Berlin zu 200 M. Geldstrafe. Sommerburg war am 13. März in I a st r o w(Posen) mit dem dortigen Amtsrichter und dem Rechts- anioalt der Reichsverbandskolonne in einer sozialdemokratischen Ver« sammlmig erschienen, um deren Zweck zu vereiteln. In der bekannten Manier brachte er dann in der Dteknssion eine Menge Verleumdungen gegenüber sozialistischen Führern vor. ll. a. wies der ReichSver- bändler darauf hin, daß der Referent Genosse Crispin ja so rote Backen habe, woraus hervorgehe, wie sich Arbeiterführer zu mästen verständen. Durch die Kennzeichnung einer solchen Handlungsweise als ekelhaft und gemein, wie sie in der.Vvlksivacht' erfolgte, fühlte sich der Herr beleidigt, und er erreichte auch wirklich, daß die Breslauer Richter den Schaden an seiner ReichSverbaudsehre auf 200 M. bewertete». Jugendbewegung* DaS Jugeudorgan. Wie die Redaktion der„Arbe iter-Jugend" mitteilt, wird mit dem 2. Jahrgange, in den unser Jngendorgan jetzt eintritt, der Umfang deS Blattes um eine» halben Bogen ver» größert, so daß die Nummer künftig 16 statt>2 Seiten »i»fassen wird. Auch sollen von nun ab den Artikeln mehr Illustrationen beigegeben werden. Daß schon nach Jahresfrist zu dieser Vergrößerung und er- wetterten AuSgestalimig uusereö Jugendorgans geschritten werden tonnte, ist ein Beweis dafür, daß sich das Blatt bei der arbeitenden Jugend gut eingeführt bat. Diese erfreuliche Tatsache geht auch aus dem Umstände hervor, daß die A b o n n e n t e n z a h l des Blattes sich in Jahresfrist ungefähr verdoppelt hat und nunmehr nahezu 40 000 beträgt. Der ioeben erschienene» Nummer 1 deS zweiten Jahrgangs ist das Inhaltsverzeichnis des erste» Jahrgangs beigefügt, daö i» seinen einzelnen Rubriken eine leichte Orientierung darüber ermöglicht, in welchem Maße der Inhalt des BlatieS dem Bildungsprogramm, das uiiserer Jugendbewegung gestellt ist, gerecht wird. Durch zahl» reiche Aufsätze und Notizen sind die folgenden Gebiete vertreten: Geiwichie, Sozialis»i»s und WirtschaftSgesaiichte, Politik, Gewerk» schastsbewegung, BildimgSfragen, N-»urivisse»ichaften, Literatur, Tewiiik. Spiele und Geselligkeit, Wirtschaftliche Lage der Arbeiter» jugeiid, Kriegsichailplatz. Gegnerisches, Erzävlimgeit, Gedichte usw. Weiter ist aus dem Jnbalt zu ersehen, daß die einzelnen Wff'eiisgebiete nicht durch ivabllos aueiiiaiidergereibte Artikel be- artt.'et wurden, sondern daß überall eine systematische, vom All- genu nm zum Speziellen fonichreiieiide Anordnung des Stoffes an- gestrek' wurde.— Wir wollen darum die Gelegenbeit nicht vor- übergeben lassen,»nsere Leier und Leserinnen aufzufordern, ihre heranwachsenden Söhne und Töchter, soweit sie noch nicht Abonnenten der„Arbei.er-Jugend" sind, auf das Bildungsorgan unserer Jugend nachdrücklichst anfmertiam zu machen. Aus dem Inhalt der vorliegenden N u m m e r t ist hervor- zuHeben: Ei» Jahr des Kampfes und der Arbeit.— Aus meiner Kindheit. Von Otto Krille.— Die Bauernbefteiung. Bon Guitav Eckstein.— Der Dichter der„Räuber"(der junge Schiller. 3. Jlltistriert).— Die väterliche Gewalt des Lehrherrn.— lieber die Pflege der Unterhaltung und Geselligkeit. Von R. Weimann» Dresden.-- Jugendbeweguitg des Auslandes.-» Die hereingefallenen Jnnuiigsmeister.— Vom Kriegsschauplatz. DeS Lehr» liugS LeidenSchroiiik u!w. Beilage: Proletarischer Silvester(Bild).— Der Geiß-Chrisiel. Von Ernst Zahn.— Von Putz und Schmuck. Vo» Hulda Mauren- brechet'.— Zwei Gräber. Von Marie v. Ebner-Eschenbach.— Zum neuen Jahr. Gedicht von Klara Müller. Gewerkfcbaftlicbe� „CcndcnzwirrcnfcbaftUcbcs" oder„Cendetizhritifcbes". Wir brachte» vor einiger Zeit an dieser Stelle eine Entgcg- tumg des Herrn Dr. Heiß ans den Artikel„Dendenzwisseuschaft- liches" und kündigten darauf auch eine Erwiderung des Genossen Woldt an. Diese ist inzwischen im..Eorrespondcnzblatt" der Generalkommission erschienen, konnte jedoch ihres Umfanges wegen voit uns noch nicht wiedergegeben werden.— Wir lassen sie heute folgen. Genosse Woldt schreibt: »In seiner„Erwiderung" hat Herr Dr. Clemens Hciss zunächst die beide'» wichtigsten Vorwürfe, die ich ihm machte, nicht ableugnen können. Ich habe ihm zum Vorwurf gemacht, das; er 2 6» Druck- feiten seines Buches, d. i. mehr als die Hälfte seiner ganzen Arbeit, einer Unternehmerdir-.ktion vor der Drucklegung zur„Durch- ficht" unterbreitet hat. Darauf weiss Herr Dr. Heiß weiter nichts zu erwidern, als daß er in seinem Buche selbst davon eine Mit- teilung gemacht hat. Soll das eine Widerlegung sein? Nun ist mir wohlbekannt, dass die Unternehmer häufig die Be- dingung stellen, bei der Durchführung derartiger Monographien vorher den Wortlaut der Arbeit einzusehen. Aus Gründen der Sicherheit der Betriebsgeheimnisse soll diese Massregel gerechtfertigt erscheinen. Ich bin nun der Ansicht, dass ein unabhängiger Forscher sich überhaupt nicht auf solche Bedingungen einlassen darf. Eni- weder gestatten die Unternehmer für wissenschaftliche Forscherzwecke die Einsicht in ihre Betriebe oder sie lassen es überhaupt bleiben. Tann werden eben ein paar Bücher weniger geschrieben. Die Art, wie Dr. Heiss sich diesen Bedingungen gefügt hat, habe ich als Ehrenberg-Systein bezeichnet. Dafür kann ich aus Ehrenbergs Schriften selbst den Beivcis erbringen. Um nur ein Zitat aus dem Thünenarchiv herauszugreifen, so begründet dort Ehrenberg im Heft 5, 2. Jahrg., S. 600, seinen Standpunkt über die Frage, welches Interesse die Wissenschaft an dem in den Betriebsarchiven ge- sammelten Material hat. Er sagt:„Immerhin müssen die Ergeb- nisse einer solchen wissenschaftlichen Arbeit, wie cs an dieser Stelle bereits mit Entschiedenheit ausgesprochen ist, vor der Veröffent- lichung den Leitern der betr. Betriebe zur Durchsicht übermittelt werden." Was die Ehrenbcrg-Schule bei der Verwendung von Material aus den Betriebsarchiven zur Bedingung stellt, das fordert sie natürlich auch von dem Forscher, der in eine Untersuchung über rein fabrikorganisatorische Fragen eintritt. Wenn ich also ausge- führt habe, dass Herr Dr. Heiss durch sein Verhalten sich dem Ver- dacht ausgesetzt hat, ein Anhänger der Ehrenbergschule zu sein, so nehme ich davon kein Wort zurück. Ich habe serner Herrn Dr. Heiss den Vorwurf gemacht, dass er eine Ncklameschrift über die elektrische Industrie zur Grundlage seiner Studie über diesen Abschnitt gemacht hat. Der Herr Ver- fasser hat diesen Vorwurf in seiner„'Erwiderung" überhaupt nicht beachtet. Darauf mutz ich deshalb noch näher eingehen. Durch die Fussnote auf S. 114 seinerzeit aufmerksam geworden, habe ich zwischen dem Heissschen Buch und der Schrift von Dominik Ver- gleiche angestellt. Ich wollte untersuchen, welchen Einfluh die Neklamcschrift der Firma Siemens u. Halske auf die„Forschungen" des Herrn Dr. Heiss über die elektrische Industrie gehabt haben. Diese vergleichende Untersuchung hat mir ein paar lustige Stunden bereitet. Ich bin nämlich zu dem Resultat gekommen, daß der gelehrte Herr Doktor die Reklameschrift im wesentlichen wiedergegebeil hat. Das Buch von Dominik hat(allerdings mit Illustrationen) 200 Seiten. Die Disposition des Buches in seiner ganzen Gedankenorbnung«ist v o l l st ä n d i g unverändert geblieben. Nur hin und wieder hat sich Herr Dr. Heiss die Mühe genommen, den Satzbau zu ändern und einiges hinzuzufügen. Einige Absätze sind ausge- lassen worden, weil sie wahrscheinlich zu konstruktiv gehalten waren. Einige Zusätze sind einycflochten worden, die anscheinend die Di- rektiou bei der Durchsicht" angefügt hat. Jeder Leser, der beide Schriften zu Gesicht bekommt, ist imstande, sich selbst davon zu überzeugen. Von S. 110— 167, also beinahe 50 Seiten, lesen wir in Heiss eine nur mässig frisierte Dominik-Darstellung. Auf diese Art ist cs leicht, Bücher zu schreiben. Ergötzlich ist es, dass uns von dem ganzen Vokabelschatz, wie er zu einer solchen Re- klameschrift gehört, die katalogartig die Vorzüge der Sicm�nsfabri- kate anpreist, in der Heitz-Darstellung fast nichts geschenkt jmrd. Wie wird der unbefangene Leser bei der Lektüre dieser 50 Seiten die„Forscherarbeit" des Herrn Dr. Heiss bewundern. Hat denn Herr Dr. Heiss die Arbeitssäle, die er so anschaulich schildert, nicht selbst gesehen? Hätte er nicht wenigstens von eigener selb- ständiger Darstellung etwas mehr hinzugeben können? Neben dieser lustigen Seite hat die Geschichte aber doch seine ernsthafte Bedeutung. Herr Heiss schreibt eine wissenschaftliche Untersuchung über Entlöh nungsmcthoden, über Ar- bette r und Zlrbeiterbewegung. Man darf doch ver- langen, dass ein Forscher, der an eine derartige Aufgabe herangeht, dafür eine gewisse Sachkennersckiaft von vornherein mitbringt. Da- mit steht und fällt die Durchführung seiner Arbeit. Er soll ge- nügend Kenner sein, um mit kritischem Blick die inneren Vorgänge der Fabrikorganisation in sich aufzunehmen. Die Unter- nchmer geben ihm keine Zeit dazu, erst vorbereitende„Quellen- studien" treiben zu können. Ist er nicht sicher in der Beurteilung der Dinge, dann wird er zum Spielball von allen möglichen In- formationen. wie es bei Herrn Heiss geschehen ist.. Dann habe ich in Frage gestellt, ob die Methode, die Herr Dr. Heiss für seine statistischen Erhebungen anwendet, richtig ist. Ich habe bezweifelt, ob seine N o r m a l in e ch a n i k e r wirklich Durchschnittsthpen sind. Dort, wo Dr. Heiss auf Grund der bcrufsgenossenschaftlichen Lohnliste die Einkommensverhältnisse der gesamten Arbeiterschaft eines Betriebes angibt, hat er die Be- mcjsungsgrundlage wieder nur auf ein Jahr beschränkt. Von mir wurden seine eigenen Worte Seite 78 und 70 zitiert, dass auch für diesen dritten Fall„die Arbeiterzahl zu klein und der Beobachtungs- zcitraum zu kurz ist, um es zulässig erscheinen zu lassen, in dieser Beziehung irgendeine Tendenz aus den Zahlen herauszulesen. Hat Dr. Heiss in seiner„Erwiderung" meine Bedenken widerlegt? Tann macht mir Dr. Heiss den Vorwurf, dass ich über sein Buch eine T e n d e n z k r i t i k geschrieben habe. Der Verfasser führt Zitate an, die auch wirklich in dem Buche stehen. Es sind sogar mehr Aeusserungen ähnlicher Art darin enthalten. Aber cs handelt sich nicht um die Hälfte seines Buches, sondern um ctws 50 Seiten, in denen allerdings der Verfasser teilweise vernünftiAt Ansichten entwickelt. Wohlverstanden sind seine theoretischen Ans- führungen über die Wirkung der Arbeitsteilung im Mittel- und Großbetrieb, über Arbeitszeit und Akkordarbeit in rein sachlicher Beziehung teilweise recht anfechtbar; ich mutz es mir versagen. über das Thema der Verdrängung der gelernten Handarbeit, das er in seiner Erwiderung erwähnt, bei dieser Gelegenheit mit Herrn Dr. Hoiss zu polemisieren, dazu wird sich später noch� Gelegenheit finden, Was der Verfasser sich hier aber an freimütigen Ausführungen leistet, das wird ivieder ausgeglichen durch seine Darstellung in dem Kapitel Streik und Aussperrung. Wie ist da der Herr Tottor losgegangen! Er entschuldigt sich jetzt damit, dass ein grosser Arbeitskampf schwer nachher objektiv zu bewerten ist. Sehr richtig! Was in aller Welt veranlasst ihn dazu, in dieser Weise die Tatjache umdeuteln zu wollen. Herr Dr. Heiss behauptet nun, dass ich ihn deshalb angegriffen habe, weil er nicht ausscküiesslich die Lichtseiten der Arbeiter her- vorgchoben und unterstrichen und auch die Schattenseiten gesehen hat. Davon kann keine Rode sein. Wir haben nicht erwartet, dass der Herr Verfasser zum Verteidiger unserer Anschauungen werden soll. Dazu haben w ir Herrn Dr. Clemens Heiss nicht nötig. Wir haben aber das Recht, eine objektive Tatsachenfcststcllung zu erwarten. Nun hat sich der Herr Verfasser an die freien Gewerkschaften um Ueberlassnng von Material gewendet. Die Generalkouimission und der Hauptvorjtand dos Deutschen Metallarbeiterverbandes haben dieser Bitte entsprochen, weil für wissenschaftliche Zwecke jederzeit die Archive und Bibliotheken der Gewerischaften zur Verfügung stehen. Herr Dr. Heiss ist, ausgerüstet mit einer Empfehlung des Bevollmächtigten A. Cohen von der Berliner Orts- Verwaltung des Metallarbeiterverbandes, zu den Vertrauensleuten der Sicmcnsgruppen gegangen. Er bat hier Fragebogen aus- gegeben, die von den Mitgliedern des Metallarbeiterverbandes aus- gefüllt wurden. Nurr nennt Herr Dr. Hoiss sein Buch eine wisse n- schaftliche Untersuchung. Auf 400 Seiten sind vorwiegend tlnternehmeranschailnügen zu Worte gekommen, das statistische Zableninaterial ist ausschliesslich aus den Lohnbureaus der Unter- n e h m c r entnommen worden. Seine Informationen ans Ar- beiterkreisen, die sonst zum besten gegeben werden, sind Ansichten- äusserungen von sehr unkontrollierbaren Gewährsleuten. Wo bleibt da eine offizielle Gegenkundgebung der Zlrbeiter? Wo bleibt das Untersuchungsmaterial, das Herrn Dr. Heiss der Metallarbeiter- verband, als der wichtigsten Organisation seines Bearbeitungs- gcbietes, zur Verfügung gestellt hat? Als allerdings das Buch her- auskam und der Verfasser, anstatt sein Material vom Metallarbeiter- verband mit zu verwenden, gegen ihn in der einseitigsten Weise Stellung nahm, ist der Beschlutz gefaßt worden, mit Herrn Dr. Heiss jede Verbindung abzubrechen. Der Verfasser hätte die Pflicht gehabt, die Gegenäusserung der Arbeiter mit zu veröffent- l i ch e n. Er hat sich damit selbst den Vorwurf der Einseitig- keit zugezogen. Trotz der Berichtigung des Herrn Heiss kann ich von meiner Kritik nichts zurücknehmen, ich habe ihm nachgewiesen, dass cs ihm an der notwendigen Urteilsfähigkeit in der Durchführung seiner Arbeit gefehlt hat und dass er sich den Unternehmern gegenüber in Bedingungen eingelassen hat, wie sie allein nur von der Ehren- bergschule aufgestellt" werden. Auf seine übrigen Angriffe gehe ich nicht ein. Richard Woldt." ' Der Mctallarbeitervcrband hängt dieser Erklärung folgende Bemerkung an: Da Herr Tr. Heiss auch auf die Bemerkungen antwortet, die in der Buchbesprechung seinen Ausführungen über den Kampf im Jahre 1005 gewidmet sind, möchten wir ganz kurz erklären, dass Herr Dr. Heiss wirklich keinen Anlaß hatte, sich über diese Bemer- kungen zu ereifern, höchstens darüber hätte Dr. Heiss sich beschweren können, dass ihm lvegen seiner totalen Unkenntnis der Dinge nicht mildernde Umstände zugebilligt sind. Wenn am Sckluss Herr Dr. Heiss nun weiter schreibt:„Er- leichtert wird die Arbeit dadurch nicht, dass der Metallarbeiterver- band sein unfehlbares Wissen für sich bcbält und anständige Briefe nicht beantwortet", so gestatten wir uns hierzu die Bemerkung, dass häufig Akademiker uiw. zu uns kommen und schriftlich oder münd- lich Auskunft wünschen. Diese Auskunft wird stets und gen, ge- geben. Auch gehört cs zu unserer Gepflogenheit, anständige Briefe zu beantworten. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsvcrwaltung Berlin. Berlin und Umgegend. Die Bauunternehmer richte» fich auf einen große« Kampf ein! Der Vorstand des Verbandes der Baugeschäfte von Berlin hat a« die Mitglieder ein Rundschreiben gerichtet, in dem es heißt: „Wie sich die Verhältniffe nach dem 1. April 1010 gestalten werdgn, ist demnach noch gänzlich ungewiss. Wenn man berück- sichtigt, welche großen Schwierigkeiten der Verständigung über das Tarismuster noch entgegenstehen, wenn man die Unsicherheit hinsichtlich der Lohnfrage bedenkt, wird man vorsichtigerwelse immerhin mit einer Verschärfung der Situation im kommenden Frühjahr rechnen müssen.' Wir erachten es deugemäß für unsere Pflicht, darauf auf- merksam zu machen, dass sie in Ihrem eigenen Interesse in die Verträge die Streikklausel ausnehmen und bei Ihren geschäst- lichen Dispositionen die Möglichkeit des Scheiterns der Tarif- Verhandlungen nicht ausser acht lassen." Veutfebes Reid). Kriegsvorbereitnngen. Der Verbandsrat des Arbeitgeber-Schutzverbandes für dasdeutsche Holzgew erbe hat in seiner am 28. De- zember zu Berlin abgehaltenen Sitzung einstinimig den Beschluß gefatzt, für jeden von den Verbands Mitgliedern beschäftigten Arbeiter einen Extrabcitrag von Z Mark zu erheben!_ Die neuen Zechenstempel! „Der Bergknappe", das Organ des christlichen Berg- arbeiterverbandes, veröffentlicht folgendes Rundschreiben des Zechenverbandes: � Essen-Ruhr, den 8. Dezember}909. Zechenverband Essen-Ruhr. Tagebl.-Nr. 899. 1909. Rundschreiben Nr. 19, An die Verbandszechen! der nächsten Tage werden wir mit dem Versand itsnachwciö erforderlichen Drucksachen usw. be- lgang derselben bitten wir um gefl. Einsendung Empfangsbestätigung. ndelegung der Belegschaftsziffern und der An- Belcgschastswechsel haben wir den Bedarf jeder stanlage abgeschätzt. Damit bei den Zechen, deren nicht alle ein und derselben Nachweisstelle an- Verwechselungen der Drucksachen vorkommen. Verpackung für jede Schachtanlage getrennt vor- »en�für die Herren Betriebsführer bestimmten An- besonders zugestellt werden, ist zu entnehmen, in die verschiedenen Drucksachen usw. verwandt Wir�bitten das Material vertraulich zu behandeln(!) und die Bekanntmachungen, die Äestimmungen und die Orien- tierungspläne an den für die Anschläge bestimmten Stellen am 31. d. M. aushängen zu lassen. Sollten S,e mit den Ihnen gelieferten Zechenstempeln nicht auskommen und bis zum 20. d. M. noch nicht in den Besitz unserer Sendungen gelangt sein, so bitten wir um gefl. Mit- leilung. Unsere Pakete müssen enthalten: Bekanntmachungen, Bestimmungen über den Arbeitsnachweis, Kündigungsbuch, Kündigungsscheine, Annahmekarten, Ver- legungskarten"). Bedarfs-?lnmcldeformnlare, Zusammenstellungen über die Zugehörigkeil zu den verschiedenen Nachweisstellen, Orientierungiwläne. Briefumschläge mit den Adressen der zustän- digen Nachweisstellen, Zechenstempel, Holzkarten. Glück auf! Die Geschäftsführung des Zechenverbandes. gez.: v. Loewenstein. *) Die Verlcgungskarten werden nur den Zechen mit mehreren Schachtanlagen zugesandt. Der Zechenverband hat alle Veraitlassung, sich darüber auszulassen, warum er den Zechen für den Arbeitsnachweis neue(vermutlich runde, eckige, lange usw.) Stempel liefert, statt sich mit den bisherigen Privatstempeln der Zechen zu begnügen. Er hat auch alle Veranlassung, sich darüber aus- zulassen, warum das Material über die Verwendung von Äündigungsbuch. Kündigungsscheincn, Annahmekarten, Ver- legungskarten, Stempeln usw.„vertraulich" zu behandelu ist. Warum scheut der Zechenverband die Oefsentlichkcit? Die Tarifverhandlttngen für das Baugewerbe sind in D a n z i g gescheitert. Die Vertreter der Unternehmer er» klärten kategorisch, daß von einer Verkürzung der täglichen Arbeits- zeit unter 10 Stunden, sowie von einer Erhöhung des Stunden- lohnes in den nächsten 5 Jahren absolut keine Rede sein könne. Ueber einige nebensächliche Bestimumngen wurde eine Einigung erzielt. Räch S'/bstündiger Verhandlung wurden die weiteren Ver- Handlungen auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Arbeitgeberverband für das Baugewerbe in München kündigte aucki den Kunst- und Bauschlossern zum 31. März den Tarif. Von der Tariflündigung werden 800 Schlosser betroffen. Zckusland. Schadenersahurteil gegen eine dänische Gewerkschaft. _ Das dänische höchste Gericht hat dieser Tage ein Urteil des Hof- und Stadtgerichts bestätigt, wonach der Fackwerein der Piano- fnrtearöeiter Kopenhagens dem Fabrikanten Hnidsberg 3187 Kronen Schadenersatz zu zahlen samt 310 Kronen Gerichtskosten zu tragen hat. loeil der Fachverein nach Meinung des Gerichts zu Unrecht und ohne Anrufung des Tarifschiedsgerichts im Jahre 1906 bei jene» Fabrikanten eine Arbeitsniederlegung veranstaltete. DaS Urteil ist durchaus ungerecht. Tatsächlich hat der Fabrikant Hindsberg damals den für seine Werkstatt geltenden Spczial- tarifvertrag, der gar keine Bestimmung über Anrusung eines Schiedsgerichtes enthielt, gebrochen; die Arbeiter versuchten alles, um durch Verhandlungen zu ibrem Rechte zu kommen. H i n d s» be r g suchte, als bei ihm gestreikt wurde, Schub bei der Fabrikanten- Vereinigung, der er zuvor nicht angehört hatte. Sein Rechtsanwalt legte dem Gericht zum Beweise dafür, daß der Streik einen von den Arbeitern begangenen Tarifvertragsbruch darstellte, ein Ueber- einkommcn vor, das wohl der Arbeitgeber- wie der Arbeiterorganisation zur Begutachtung vorgelegen hat, aber noch keineswegs cnd- gültig anerkannt und auch nicht von den Parteien unterzeichnet ist. Dass das höchste Gericht auf so loser Grundlage zu einer Per- urteilung konimen konnte, ist ein Beweis dafür, wie notwendig zur Erledigung solcher Rechtsstrcitigkeiten«in wirklich sachverständiges Schiedsgericht ist. Partei und Gewerkschaften in den Bereinigten Staaten. Die Beziehungen zwischen der sozialistischen Partei und den Gewerkschaften in den Vereinigten Staaten sind oft Gegenstand ausgedehnter Auseinandersetzungen gewesen. Das in Chicago täglich erscheinende Parteiblatt„The Chicago Daily Socialist" fordert nun in einer Reihe besonderer Artikel dazu auf, die Ge, Werkschaftsbewegung nicht nur zu kritisieren, sondern auch, wie das in anderen Ländern gescheben sei, sich das Vertrauen der Ge- werkschaften durch praktische Mitarbeit zu erwerben. Nach dieser Richtung hin werden eine Anzahl von Vorschlägen gemacht, denen sich viele hervorragende Partei- und Gewerkschaftsführer ange- schlössen haben. Ganz besonders sollen die Parteimitglieder an» gehalten werden, ihren Gewerkschaften beizutreten und innerhalb derselben durch rege Betätigung auf dem gewerkschaitlichen Gebiete sich vor allen Dingen Vertrauen und damit dauernden Einfluß zu verschaffen. Ilm diesen Gedanken zu propagieren, bat die genannte Zeitung am 17. Dezember eine„Gewerkschaftliche Sonderausgabe" veranstaltet, die in mehreren Hunderttausend Exemplaren in Ge» werkschaftskrcisen verbreitet wurde, deren Inhalt die früher un- fruchtbaren Diskussionen auf ein besseres Gleise bringen soll. Legten, der Vorsibende der Deutschen Generattommission und Internationaler Sekretär der gewerkscbaftlichen Landes- zentralen, schildert im Hauptartikel die Beziehungen der sozial» demokratischen Partei zu den Gewerkschaften, sowie deren Eni» Wickelung und weist ausführlich die Notwendigkeit, wie auch den Nutzen des Zusammenwirkens der politischen und gewerkschaft- lichen Arbeiterbetvegung nach. Dasselbe befürwortet auf Grund der Erfahrungen in England der englische sozialistische Abgeordnete Clynes, der kürzlich dem amerikanischen Gewerkschaftskongreß beiwohnte und dort ähnliches schon mündlich ausführte. Morris Hillguit hat einen bemerkenswerten Beitrag: „Die gegenwärtige Aufgabe der sozialistischen Partei" geliefert, m dem er u. a. sagt: „Der Sozialismus in Amerika ist zurzeit eine Arbeitet- bewegung ohne die Arbeiterklasse, und diese Anomalie hinweg» zuschaffcn, sei unsere Hauptaufgabe." Das könne nur gesckehen, wenn das Verhältnis der Partei zu den Gewerkschaften anders werde, und zwar hauptsächlich durch kräftige und aufnekrtige Förderung der Gewerkschaftsbewegung selbst, wodurch dann das so dringend notwendige Zusammenarbeiten beider Gruppen bald ermöglicht sein würde. Auch Jos. P r o e b st l e, der Fübrer des amerikanischen Brauereiarbeiter- Verbandes, und andere schreiben in gleicher sachlicher Weise. Hoffen wir, dass die planmäßig gedachte Agitation der nächsten Zeit, welche die sozialistische Partei zu betreiben gedenkt, ein besseres Ver- hältnis in den Beziehungen zwischen Pc.rtei und Gewerkschaften herbeiführt. Letzte JVachncbten und Depcfchen. Ein Arbeiter von der Polizei erschossen. Beuthen, 31. Dez.(W. T. B.) In der vergangenen Nacht Ivurde bei einem Rencontre mit der Polizei ein Arbeiter er- schössen._ Ein verhängnisvoller Fund. Budapest, 31. Dezember.(B. H.) In der Nähe der Eisenbahn- station von Szamosujvar fanden zwei Bauern in der Nacht ein Paket. Sie öffneten es, und um zu sehen, was cs enthält, brannten sie einige Zündhölzer an. Das Paket, das Dynamit- Patronen enthielt, explodierte und die beiden Finder wurden buch« stäblich zerrissen. Zwei folgenschwere Eisenbahnunfälle. Rem Zjork, 31. Dezember.(B. H.) Spencer Trask, der Chef des hiesigen Bankhauses Trask u. Co. ist bei einem Eisenbahn, Unfall mit drei anderen Passagieren getötet worden. Trenton(Missouri), 31. Dezember.(W. T. B.) Der Cali, fornirn-ExPresszug ist in der Nähe der hiesigen Station entgleist und umgestürzt. Zwei Pullmannwagen gingen in Flammen auf. Dabei verbrannten fünf Personen: neun andere erlitten schwere Perleyungen. ' erantw. Redakt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw.:UH. Glocke. Berlin. Druck u.Berlgg: Vorwärts Bnchdr.u.BerlagSanstglt Paul Singer Le Co.» Berlin LV?. Hierzu 4 Beilagen».UnterhaltungSbl. IfJ. 27. ZahrMg. 1. Kilip des Jotniitfe" Jctlinct Zonncheud. 1. Januar 1910. tülnlfterkller OorftoB gegen Meiter- ichutzvorichriften. DaS neueste Ministerialblatt enthält in einem an einen Regierungspräsidenten gerichteten Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe zwei für die Frage der Sonntags- arbeit in Putzmachereien und anderen Be- trieben der Bekleidungsgewerbe irrige und die Rechte der Arbeiter und Arbeiterinnen schwer verletzende Kundgebungen des Handelsministers. Der Erlaß lautet: „Ihre Ausführungen über die SomUagsarbett in Putz- machereien und anderen Betrieben der Bekleidungsgewerbe geben zur Erörterung folgender Fragen Anlaß: I. Ist es zulässig, daß ein Arbeiter, der an den Werktagen in der Werkstatt(K lOSb Abs. 1 d. Ecw.-Ord.) seines Arbeitgebers tätig ist, Sonntags während der für das HandelSgewerbc frei- gegebenen Zeit(K lOob Absatz 2 a. a. O.) in dem HandelSgewerbc desselben Arbeitgebers beschäftigt wird? Diese Frage wird zu bejahen sein. Wenn auch nicht zu verkennen ist, daß infolgedessen die Sonntagsruhe des Arbeiters unter Umständen in unerwünsch- ter Weise beeinträchtigt werden kann, so muh doch andererseits beachtet werden, daß dieser Arbeiter hinsichtlich der Sonntags- ruhe nicht schlechter gestellt ist als die zählreichen Arbeiter, die im Schneider-, Schuhmacher-, Putzmacher-, Tischler-, Drechsler-, Buchbinder- usw. Sewerbe an Werktagen sowohl in der Werk- statt als auch im Ladeitgeschäft ihreS Arbeitgebers tätig sind und Sonntags von dem Arbeitgeber zwar nicht mit gewerblichen Arbeiten(§ Ivöb Absatz 1), aber doch— während der VerkaufS- stundcn— im Handelsgewerbe(Z 105b Absatz 2) beschäftigt werden. 2. In welchem Umfange dürfen in Putzmachereien usw., welche mit Ladengeschäften verbunden sind, an Tonn- und Fest- tagen Arbeiter mit den unter K 105b Absatz 1 fallenden gewerb- lichen Arbeiten während der für das Handelsgewerbe frcigegcbe- nen Stunden beschäftigt werden? Hierauf ist zu antworten, datz gemäß§ 105b Absatz 1 eine solche Beschäftigung an Sonn- und Festtagen überhaupt nicht zulässig ist, soweit nicht etwa durch 8 105c oder auf Grund des 8 1056, e und f Ausnahmen von dem Berbote der Sonntagsarbeit zugelassen sind. Nun ist es freilich in den Verkaufsläden der Putzmallzereien und anderer Gewerbe üblich und nicht gut zu vermeide», daß auch an Sonn- und Festtagen an den zu verkaufenden Gegenständou zur Be- sriedigung der Wünsche der Käufer gewisse geringfügige� Ab- änderungs- und Zurichtungsarbeiten auf der Stelle— womöglich noch im Verkaufsladen selbst— erledigt werden. Meist handelt cS sich dabei am Arbeiten, auf deren Erledigung der Käufer gleich wartet. Damit solche geringfügigen Arbeiten nicht beanstandet werden, ist unter Ziffer 112 der Ausführungsanweisung zur Gewerbeordnung den Behörden folgende Weisung erteilt: „In denjenigen Handelsgewerben, in welchen beim Ladenverkauf an den Waren Aenderungs- oder Zurichtungs- arbeiten vorgenommen werden(z. B. Gewerbe der Hut- uiacher, Blumenhändler, Uhrmacher, Fleischer), ist die Be- schäftigung mit diesen Arbeiten als Beschäftigung im Handelsgewerbe zu befrachten und deshalb an Sonn- und Festtagen während der für das betreffende Handelsgewerbe freigegebenen Zeit gestattet." Sollte in mißbräuchlicher Auslegung dieser Bestimmung ein Geschäftsinhaber während der sonntäglichen Verkaufszeit gewerb liche Arbeiten verrichten lassen, die nicht lediglich als unaufschieb bare„Aenderungö- oder Zurichtungsarbeiten an den Waren beim Ladenverkauf" zu betrachten sind, so würde er wegen Zu- Widerhandlung gegen die Borschriften des Z 105b Absatz 1 zur Rechensch-'ft zu ziehen s«in." Die Auffassung des Ministers in der ersten Frage tvider spricht dem Gesetz und den zum Schutz der gewerblichen Arbeiter gegebenen Sonntagsruhevorschriften.§ 105b der Gewerbeordnung schreibt klar vor:„im Betriebe von... Fabriken und Werkstätten... dürfen Arbeiter an Sonn- und Festtagen nicht beschäftigt werden".„Im Betriebe" heißt nicht nur in den Räumen, in welchen sich der Gewerbebetrieb regelmäßig abzuwickeln pflegt, sondern gleichviel wo sie verrichtet werden. Alle Arbeiten, welche kleines f emlkton. Der Mann, der seinen Namen sucht—- heißt der Titel der dies- jährigen Silvesterposse, die mit Unterstützung des Äaiser-Friedrich- Museunis in der„Voss. Zeitung" aufgeführt wird. Wir haben unseren Lesern bereits den geheimnisvollen Herrn vorgeführt, der extra von England herübergekonimen ist, um im.Vorwärts" mit Namen genannt zu werden— sich aber weigert, seinen Namen zu nennen. Wir hatten bisher angenommen, der Vertreter des Herr» Bode. Dr. Posie, sei an der Mummerei unbeteiligt: er reklamiert ober heute seinen Anteil(und er soll ihn hohen). Durch die „Bossische Zeitung" teilt uns das Kaiser- Friedrich- Museum mit, eS wolle unserer Aufforderung, sich über seinen Gewährsmann zu äußern, alsbald nachkommen, wenn wir den Namen des Herrn ge- »annt hätten.(Sollte es ihn vielleicht selber nicht wissen— oder hat der Herr verschiedene Namen?) Die Posse tritt also in Hie Phase des zweiten Aktes, wo die Verwickelungen und Verwechselunge» ihren Höhepunkt erreichen. Der Name ist verpönt, und doch soll er genannt werden. Wer aber darf das Kind beim rechten Namen nennen, wenn man nicht weiß, ivelches Kind gemeint ist. Wenn dem Kaiser- Friedrich- Museum soviel an dem Namen liegt, warum veröffentlicht es ihn denn nicht in der„Boss. Ztg."? Sie hat ihm doch schon zur Genüge bewiesen, daß sie den Annoncen- und Neklameteil auch ohne Bezahlung unter die StaalS- und ge- lehrten Sachen aufnimmt. Die ganze Stellungnahme der„Voss. Zeitung" in der Flora-Affäre war nichts als Bode-Neklame. Und sonst zahlen bevorzugte Reklamcartikel, die der nicht geschulte Leier für redaklionelle Arbeit halten kann, in der.Vossin" sogar höhere Tarife. Vielleicht kann der publizitätslüsterne Herr auch in unserem Annoncenteil sich billige Popularität verschaffen, wenn unsere Jnscralenzeiiiur nichts dagegen hat. Also, es gibt Möglichkeiten genug, genannt zu werden, wenn Herr X nur sein Inkognito lüftet. Wir fürchten nur, daß es dann heißen wird: Namen sind uns Dunst. _ Für heute schließen wir das Versteckspiel mit RmipachS paro- distischem Wort aus den„Schleichhändlern": O, Verstellung, dein Name ist Kiekebusch I Vielleicht heißt der Herr Kielebnsch. Neujahr in der italienischen Presse. Aus Rom wird nnS geschrieben: Wer in diesen Tagen des Dezember einen Blick in die italienischen Zeitungen wirst, dürfte mit einiger Ueberraschung die Art beobachten, wie die Propaganda für das nächste Jahr Spalten und sogar ganze Seiten füllt. Die italienische Presse ist sehr schlimm daran. Das Publikum liebt es cbeusolvcnig zu abomiieren, wie zu inserieren. Die Zeitungen sind daher auf den Straßenverkauf an- gewiesen. Aber der ist wechselnd, der Betrieb fordert Bar- mittel. Demnach muß das Publikum durch die aus- lallendstcn Kniffe zum Jahresabonnement geködert werden. damit wenigstens ein_ kleiner Fonds sich ansammelt, der das Weitererscheinen auf einige Monate im Voraus sichert. Jeder Abonnent, der sich auf ein Jahr verpflichtet, erhält darum einige oder: den Zwecken dieser Gewerbe dienen, mag es die eigentliche Produktionstätigkeit oder eine Hilfsarbeit für dieselben sein, fallen unter dies Verbot, wie die Motive zur Gewerbe- ordnnngsnovelle von 1891 ausdrücklich betonen. Der Zweck des Gesetzes ist, wie ja auch der Minister anerkennt, den gewerblichen Gehilfen eine Ruhepause von 24 Stunden zu gewähren.§ 19äd schreibt vor:„die deir Arbeitern zu ge- loährcnde Ruhe hat mindestens für jeden Sonn- und Festtag 24... Stunden zu d a u c r n". Diese Ruhe- zeit wird verletzt, wenn der Geschäftsinhaber innerhalb dieser Ruhezeit den getverblichen Arbeiter in seinem Handelsgewerbe beschäftigt. Ter Arbeitgeber, der dies tut. ist trotz des be- frcmdlichen Erlasses des Ministers st r a f b a r. Würde eine sozialdemokratische Zeitung eincni Gewerbetreibenden eine solche Antwort gegeben und veröffenlicht haben, wie der Minister hier unter Ziffer 1, so würde ihr verantwortlicher Redakteur mit Fug und Recht wegen Anstiftung zu einer strafbaren Zuwiderhandlung gegen§ lOob G.-O. angeklagt werden, weil er den Gewerbetreibenden„durch absichtliche Herbeiführung oder Beförderung eines Irrtums" zur Ueber- tretung der Sonntagsruhevorschriftcn bestimmt hätte. Ueber- dies sähe er einer Verurteilung wegen Aufforderung zum Ungehorsani gegen die Gefetze entgegen. Der Mmister hätte sich die Rechtslage klar niachen sollen, bevor er seine falsche Antwort veröffentlichte. 8 146a der Gewerbeordnung bedroht mit Geldstrafe bis zu 699 M.:„wer den 88 105b bis 105g zuwider Arbeitern an Sonn- und Festtagen B e f ch ä f t i- g u n g gibt". Das tut aber der Arbeitgeber, der im Ver- trauen auf des Handelsministcrs durchaus verkehrte Ansicht die 24 stündige Ruhezeit durch irgend eine Beschäftigung (gewerbliche oder handelsgewerbliche) kürzt. Wiederholt hat das Kammergericht Gewerbeunternehmer daher mit Recht bestraft, die Arbeiterinnen z. B. mit dem Garnieren von Damenhüten oder Herstellung der im Laden feilgebotenen Gegenstände beschäftigten. Es ist dringend zu wünschen, daß der Minister seinen Erlaß zu 1 zurücknimmt. Gewerbliche Arbeiterinnen aber sind keineswegs verpflichtet, Sonntags- beschäftigungeit, durch die ihre Ruhezeit verkürzt wird, zu übernehmen. Sie haben das Recht und die Pflicht, die Aus- führung von Sonntagsarbeit jeder Art zurückzuweisen. So- weit geht die Heuchelei iil der Gesetzgebung denn doch nicht, daß sie einmal feierlich bestimmt: der gewerblichen Arbeiterin ist eine Mindestruhezeit von 24 Stunden für Sonn- und Fest- tage zu gewähren, und dann hintenherum gestattet, die Ruhe- zeit 5 Stunden hindurch an Sonn- und Feiertagen zu durch- brechen. Die Zweite vom Handelsminister entschiedene Frage ist von ihm der Rechtsprechung entsprechend beantwortet. Die Praris nimmt an, daß beim Ladenverkauf Aenderungs- und Zurichtungsarbeiten von fertigen Kleidungsstücken(z. B. Ersatz einer weißen Feder eines Hutes durch eine schwarze) als Beschäftigung im Handels gewerbe zu betrachten ist. Dadurch ist aber keineswegs freigestellt, nun gewerbliche Arbeiterinnen mit solchen Aenderungen zu beschäftigen. Die Aenderung vorzunehmen ist Sache der Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen. Nachdem der preußische Handelsminister diesen Einbruch in die Sonntagsruhebestimmuugen unternommen hat, wird es Ausgabe des Reichstages sein, es beim Etat des Reichsamts des Innern, sei es bei der in Aussicht stehenden Gewerbe- ordnungsnovelle, derartigen Verletzungen der minimalen Arbeiterschutzvorschristcn einen Riegel varjmicksieben. Hue Induftnc und Ftendel Reingewinn und Tantiemen in der Metallindustrie. Die Melallindustrie gebört mit zu den Industrien, in denen die Fusionen inimer mehr znnebmen. Auck hier sitze» Bankenvcrtceter in den AufsichtSrätcn. In der folgenden Tabelle sind Reingewinne mehrere Prämien. Beginnen wir mit der„Tribuna" in Rom. Sie verspricht unter Abbildung der Geschenke folgende Prämien: Wer jährlich 20 Lire zahlt, bekommt die Zeitung und eine Azetylcnlampe, für 24 Lire bekommt er noch dazu das Wochenblatt, die illustrierte „Tribuna". für 36 Lire ferner eine Frauen- und eine Roinanzeitschrlft. Im ganzen biete» die„Tribuna" 96 Variationen, je nachdem man eine der vielen Zeitschriften oder einen Herren- oder Damenregen- schirm erster und zweiter Qualität wünscht, oder eine Reisetasche, einen Pelzkragen, eine Füllfeder, ein Plaid oder eine Taschenuhr. Das„Giornale d'Jtalia" beziffert sein Jahresabonnement auf 16 Lire; wer aber 20 Lire im voraus zahlt, empfängt«ine Remontoiruhr, die eigentlich 12 Lire koitet. Der„Mattino" iii Neapel bestimmt als Draufgabe eine elegante Parfümschachtel, sein städtischer Kollege, der„Pungolo", bietet ei» elegantes Service für Liköiflaschen und Gläser, und das gleichfalls in Neapel erscheinende Blatt der MatUde Serao, gibt ein silbernes Salatbestcck oder silbernen Knöpfer oder silbernes Schuhhorn. Gefällt das dem Abonnenten nicht. so kann er noch zwischen einem Opernaucker, einer Taschenuhr mit silbernen Uhrständer und einem Regenschirm wählen. Außerd-''" darf er für den gewöhnlichen AbonneinenlspreiS sich eimna� photographieren lassen und ebenso kostenfrei an dej). »ehnien, die Frau Serao von Zeit zu Zeit arra Vogel schießt aber der„Sccolo XIX." von Abonnenten, die den gewöhnlichen Jahresprei einen, Ausschlag von 5 Lire zahlen, können unter' 83 Prämien wählen, wie z. B. ein meterlange i/iwucu, JciuuiciülLi:|iir jpeiiüiien, eine'oiumcuouie,...■' schale, eine Kiste Weinflaschen, ein 4 Kilogramm schwerc ein Halbdutzend Flaschen Mermuth, zwei elegante Nasi« s' H"D- Wer aber Natt 15 Lire 32 Lire zahlt, erhält noch cin�,. Damit ist die Zahl der Anerbictungcn noch nicht er � „Turiner Stampa" wird gar zum Lotterieburcau, denn II: o-jv'3' jedem sechste» Besteller, der vor dem 31. Dezember I�A- gezahlt hat, eine Obligation der Anleihe der Repuplit t®f öncwwi' die die Chance gewährt, nicht nur daö große Los' sondern auch kleinere Gewinne von 100 bis 10 000 zu i".- Das Neujahrsfest in China. Der Jahreswechsel nicht nur das größte, sondern eigentlich auch das etil, rl.° ganzen Jahres. Es wird nach Möglichkeit 14 Tax.�°uf* gedehnt. Das ist aber auch nicht einmal viel, weil d� und Tantiemen ausgewiesen. Vom Neingewinn werden die Tantieme» meist gezahlt, lvenigstenS die sichtbaren. Eine Gegenüber« stellung der beiden Ziffern zeigt, ivie viel Prozent vom Reingewinn ans Tantiemen entfallen. Allerdings ergibt dies noch kein genaues Bild.„Kontraktliche" und„vertragsgemäße" Tantiemen an Direktoren, Vorstandsmitglieder und sonst noch in Frage kommende Personen sind zumeist schon vor der Fest- als„Betriebsimkosten" verrechnet. selbstverständlich der Feststellung. Kapitalien Tantiemen Reingewinn stellung des Reingewinnes Sie entziehen sich damit Aktiengesellschaften- � Mannesman» Röhrenwerke.. 30,5 Düsseldorfer Röhrenindustrie.. 3,7 Marienhütte bei Kotzenau... 4,6 Ravenesche Stabeisenhandlung. 11,5 Hein, Lehmann u. Co..... 4,9 Fassoneffenwalzwert Mannstaedt u. Co......... 4,0 Böspede Neuwalzwerk.... 2,5 Schloßfabrik Schulte.... 1,2 Eisengießerei Velbert.... 1,0 Alunnnium-Jndustrie.... 10,4 Emaillierwerk Silesia.... 10.3 Emaillierwerk Olbrich.... 2,5 Nürnberger Melallwaren... 6,7 Metallwarenfabrik vorm. Wißncr 1,0 Hilgers Verzinkcrei..... 1,7 Hirich, Messiagwerle.... 8,0 Kupferwerke Deutschland... 2,2 I. Pintsch........ 24,5 M. Böhler........ 12,5 Balle, Tellering u. Co.... 6,5 Slnkcrwerke........ 2,0 F. Butzke it. Co....... 3,8 Dürener Metallwerke.... 3,0 Nürnberger Herkuleswer'e*« 1,0 Hugo Schneider...... 4,6 Deutsch-Ailant. Telegraphenges. 44,0 Deutsch-Niederl.„ 14,2 Dtsch. Kabelw. vorm. Hirschmann 4,5 Adler Fahrradwerke..... 5,0 Nähin aschlnenfabr. Frister u. Roß- mann........ 8,7 Kronprinz, Fabr. für Fahrrad teste 2,8 Swewer, Maschinen..... 3,5 Federstahlindustrie..... 2,0 Schriftgießerei Huck..... 1,2 Berthold... 3,4 Dtsch. Waffen« u. MunitionSfabr. 15,0 Ludwig Loewe u. Co..... 17,5 H. Gladenbeck u. Co., Gießerei. 0,6 Gebr. Krüger u.Co., Bierdruckapp. 1,5 Kellmar n. Jordan, Uhrkettenfabr. 2,5 Metalllvarensabr. Baer u. Sohn 1,4 Nähmaschinenfabrik Koch... 1,3 Kartonnagenindustrie Loschwitz. 3,6 in Mark 116 764 63 454 35 510 49166 94 564 73172 4 404 639 459 764 439 543 657 962 675 474 710 107 11 52t Verlust78 737 28 679 9 824 473 655 29 273 85 830 254 235 35 412 47116 25 386 30 000 116 934 59 360 69 594 13 352 30 974 29 185 31 750 95 770 95 336 17 871 43 411 358 746 23147 173 453 6 228 50 618 11615 83 484 210 436 56 925 10 348 16 083 82 137 58 399 37 435 128 997 3 334 658 199 313 III 687 8 841 902 621 801 180311 1 045 996 217 201 415 181 1 076 002 271 868 8 618 913 2 045 212 807 049 130 666 249 346 596 895 185 741 866 543 2 578 478 770 376 292 681 1870050 192677 2 885 897 247 636 233 533 84167 574 289 3 782 158 1 342 427 76 800 138582 813 936 552 987 322 487 581 696 In 43 metallindustriellen Gesellschaften sind im letzten Geschäfts« jähre 3334658 Marl an sichtbaren Tantiemen gezahlt worden. ES ist ungefähr lOProz. vom G e» samtrcin gewinn dieser Gesellschaften! ES zeigt sich, datz eS eine ganz beachtenswerte Anzahl von Betrieben sind, wo allein die Tantiemen mehr als 10 Proz. des Reingewinns verschlucken 1 1 Eine absolut genaue Ausstellung über die Tantiemen- summen würde selbstverständlich einen noch viel höheren Prozentsatz ergeben. Beim Emaillierwerk Olbrich erreichen die ficht- baren Tantiemen bald 20 Proz. deS Reingewinns, bei der Aktien- gesellschast für Federstahlindustrie sind es rund 22 Proz., bei der Aktiengesellichaft für Kartonnagenindustrie Loschwitz sogar 25 Proz. Am interessantesten ist aber, vaß die Tantiemen, die daS Böspede Neuwalzwerk zahlte, den Verlust deS Werkes um rund 10 Proz. er- höhen! Die StateiscnhSndlcr-Vereinigung deS Bezirks Dortmund be- schloß, die Preise um 10 M. pro Tonne zu erhöhen. Die Erhöhung, die sich auf Stabeisen, Bandeisen und Eisenbleche bezieht, soll sofort in Krast treten. sonst keine Feiertage und nicht einmal Sonntage ke" �' sieben Tage in der Woche arbeiten, was man sichs.�„" �£ Gewohnheiten eigentlich gar nicht vorstellen kann. Cp■" 6 ist einerseits ei« rcligiöics Fest, dessen Char bringung von Opfern zum Ausdruck kommt, and Bollsfest, bei dem die größte Ausgelassenheit her verübt wird. Unter de» dazu gehörigen Gewöhn' Abbrennen von Feuerwerk den ersten Rang ein Grunde hat sich die Herstellung von in China zu einer Industrie entwickelt, anderen Lande bekannt ist. Wurden doch der Dar- in wahres iel Unfug imt das diesen» Äkörpern keinem Stadt Kanton allein im letzten Jabre für ungefähr 6 Millionen Mark FeuerwerlSlörper ausgeführt. Zu den Opfern, die teils in den großen Tempeln, teils in den Fanulienheiligtümern gefeiert werden, dienen eigentümliche Geräte, die jedem China- reisenden unter dem Namen Joß bekannt sind, und man unterscheidet Joß-Papicr und Joß-Stöckc. Das Papier wird aus Bambus her- gestellt und in Gestalt von kleinen Booten gefaltet, auf den Altar gelegt und verbrannt. Die Verbrennung muß sehr schnell von statten gehen, und eS darf nur weiße Asche zurückbleiben, sonst nutzt das Opfer nichts. Die Industrie für die Verfertigung dieser Opferpapiere hat ihren Sitz»anientlich in den Provinzen Tschekiang und Fullen, die südlich von der Mündung des Uangtsekiang an das Meer grenzen. Die Herstellung der Joß- Stöcke bildet eine außerordentlich wichtige Industrie rn Kanton. Diese Fabrikation ist sehr merkwürdig. Es werden dazu ver- schiedene Holzarten durch Raspeln und Feilen mit der Hand bis zu feinem Staub zerkleinert, darunter namentlich wohlriechende Hölzer wie Sandelholz und Zeder. Außerdem dienen zur Zer- kleinerung auch Mühlsteine. Alles was für die Zusammensetzung in Frage kommt, wird dann in eine Urne gemischt, mit chinesischem ""ein angefeuchtet und durchgeknetet. Aus dieser Masse werden dann Stöcke gerollt, indem ein Bambusstock als Kern benutzt wird. Arbeiter erhallen für 10 000 Stöcke nur etwa 1,60 M. Im Durchschnitt verfertigen sie etwa 6000 täglich und nur sehr geschickte Leute bringen eS aus 8000. Die Länge wechselt zwischen 1 und 3 Fuß, auch werden manche Joß-Stöcke in der Form von Spirale» hergestellt. Man kann sich nach den Zahlen schon vorstellen, wieviel ungezählte Millionen dieser Stöcke während eines Neujahrsfestes uf den Allären der chinesischen Götter in Rauch aufgehen. Theater. tchiller-Theater.„Viel Lärm um Nichts". Von Shakespeare. Eine wohlgelungene Aufführung, der nicht zu- letzt das egsche Tempo der Szenenfolge und eine geschickte Kürzung des Textes gute kam. Ohne daß für den Zuschauer irgendwelche Geivallsamt.it spürbar hervortrat, hatte man den zeitraubende» Dekoralionswec�el nach Möglichkeit eingeschränkt. Mit Ausnahme des burleslen Ve-hürs der von Holzapfels Polizeiwache aufgegriffenen verleumderischen �»sitzbuben und der tragischen Kirchenszene, in der Heros verblcndc.?r Freier die Schuldlose vor dem Trau- altar öffentlich gemeiner Untreue bezichtigt, spielte daS Stück fi® von Anfang big zu Sude in einer stimmungsvollen Gartenland- fchaft vor dem Hause Leonardos ab. Daß infolge der Streichungen die Figur des Prinzen Don Juan, des schwarzen Intriganten, der aus purer Lust am Bösen den Anschlag gegen Hero anzettelt, noch mehr als sonst zurücktrat, war bei der Unbestimmtheit der Gestalt und der großen Untvahrscheinlichkeit der Intrige selbst Wetter kein Schabe. Der Dichter selbst behandelt das als Nebendinge, die nur den Zweck habe», irgendwie motivierend zu den beiden Haupt- Momenten der Märchenhandlung— zu der furchtbaren Anklage vor dem Traualtar und der Versöhnung der Liebenden nach Heros Scheintod überzuleiten. Doch auch nicht hierin, fondern in dein Witzig spottenden Wortgepsiinkcl der reizenden Beatrice mid Soziales. Risiko der Arbeit. 985K Tote, 133103 Echwerverwundete sind auf dem Schlachtfeld der Arbeit im Jahre 1908 geblieben. Das ergeben die jetzt dem Reichstag zugangenen Rechnungsergebnisse der Berusögenossenschaftcn für das Jahr 1908. Dre mit- geteilten Zahlen geben die Zahl der Unfälle an, für welche im Jahre 1908 zum ersten Male Entschädigungen gezahlt wurden. Es liegt gegen das Vorjahr eine Vermehrung der T o d e s f ü l l e(1907 waren 9815 Todesfälle zu der- zeichnen) und eine kleine Verminderung der sonstigen Unfälle (134 888 im Jahre 1907 gegen 133 109 im Jahre 1908) vor. Die leider außerordentlich geringe Abnahme der schweren Unfälle dürfte noch weniger ins Gewicht fallen, weil im Lirisenjahr eine erhebliche Anzahl Arbeiter weniger als im voraufgegangenen beschäftigt waren. Ob die kleine Ver- schiebimg zugunsten einer Minderung der Unfälle nicht nur eine scheinbare ist, läßt sich erst nach genauer Durch- arbeihing der Zahlen feststellen. Die Zahl der Opfer der Arbeit in dem einen Friedensjahre ist immerhin noch er- heblich größer als die Zahl der Opfer im deutsch-französifchen Llrieg. Auffallend ist, daß die Zahl sämtlicher im Jahre 1908 überhaupt zur Anmeldung gelangten Unfälle(ein- schließlich der innerhalb 13 Wochen geheilten) fast so groß ist wie die im Vorjahre. Sie beträgt 0 62 2 31 gegen 062 901 im Jahre 1907. Eine ausführlichere Würdigung der Rechnungsergebnisse behalten wir uns vor. Fortzahlung des Gehalts während der Krankheit. Die schwankende Rechtsprechung in liezug auf s G3 Abs. 2 des Handelsgesetzbuches wird am besten durch die Urteile des Berliner ZtanfmannsgerichtS illustriert. Während der Vorsitzende der 4. Kammer, Assessor Depene, den auf Gehalt während der Kran!- heitszeit Klagenden, die sich vorher mit Gehaltsausschluß einder- standen erklärten, leider fast immer zur Rücknahme der Klag: rat, da die Klage doch aussichtslos sei, haben erst kürzlich die 1. und die 5. klammer den GehaltSausschluh für ungültig erklärt. Ein Warenhaus, daS„aus Prinzip" alle diesbezüglichen Klagen zur «Entscheidung kommen läßt, hat bereits W) Proz. Urteile, dt.' den Gehaltsausfchluß für gültig und 40 Proz., die ihn für ungültig halten. Eine Fassung des§ 63 H.-G.-B., die jede» Zweifel über den zwingenden Charakter der Fortzahlung des Gehalts während der Krantheitszeit auSschlietzt und diese Vorschrift auch auf Gewerbe- gehilfen ausdehnt, ist eine dringende gesetzgeberische Notwendigkeit. Ehrvcrletmng nach der Entlassung. In der Regel kann eine Ehrverletzung, die nach der Entlassung erfolgte, nachträglich noch als Entlassungsgrund geltend gemacht werden. Daß diese Regel keine ausnahmslose ist, zeigte eine in der letzten Sitzung der 2. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts gefällte Entscheidung. Der Reisende einer Wagenfckbrik war mit dem Prinzipal in Streitigkeiten geraten, die zu seiner sofortigen Entlassung führten. Nach erfolgter Lösung des Dienstverhältnisses schrieb der Kläger an die beklagte Firma einen Brief beleidigenden Inhalts. Nachdem die übrigen von der Firma angeführten Ent- lassungsgründe sich als nicht stichhaltig erwiesen, griff die Beklagte aus den beleidigenden Brief als Entlassungsgrund zurück. Das KanfuiannSgericht sprach indessen dem Reisenden das geforderte Restgehalt z». Unzweifelhaft, hieß eS in den Gründen, enthalte der Brief eine EHrverlctzuug erheblichster Art. Wäre er während der Dauer des Dienstverhältnissez geschrieben, so würde er einen Grund zu dessen Aufhebung gebildet haben. Die Beklagte habe aber schon vorher das Vertragsverhältnis grundlos gelöst. Nachdem der Kläger i» sachgemäßer Weise auseinandergesetzt habe, daß er ihren Standpunkt nicht teile, habe sie nochmals ihr Beharren auf dem Standpunkt der sofortigen Entlassung bekundet. Unter diesen Um- ständen könne die Beklagte aus dem beleidigenden Brief einen selb- ständigen Entlassungsgrund nicht herleiten. GrSbliche Beleidigung? Der Kreissagenschneider Bielicke war bei den Inhabern einer Tischlerei Schmidt u. Brückmann beschäftigt. Er wurde am 4. De- zember fristlos entlassen und klagte deshalb gestern vor dem G e° werbegericht auf Zahlung 3 M. rückständigen Lohnes und 32,65 M. Entschädigung. Die Beklagten wandten ein, vom Kläger gröblich beleidigt worden zu sein. Dieser habe anläßlich eines Wortstreites unter Bezugnahme auf ihren Betrieb gesagt:„Er arbeite im Zuchthaus." Kläger will falsch verstanden worden sein; er habe gesagt, daß er lieber im Zuchthaus als in dem Betrieb arbeiten wolle. In der Beweisaufnahme bestätigt ein Zeuge die Angaben des Klägers, während ein anderer Zeuge dem Ausspruch noch eine andere Variation gibt. Das Gericht unter Vorsitz des Magistratsrats Dr. Gerth konnte mit Recht in dem Worte„Zuchthaus", selbst wenn es sich aus den Betrieb deS Beklagten bezogen haben sollte, eine gröbliche Bcleidi. gung des Beklagten nicht erblicken und verurteilte die Bellagten dem Klageanträge entsprechend. Genehmigung und Untersuchung der Dampfkessel. Anstelle der bisher gültigen Mtnisterialaniveisuny über die Ge- uehmigung und Untersuchung der Dampfkessel vom S. März 1900 tst eine neue Kessclanweisung getreten, die am 10. Januar 1910 in Kraft tritt. Sie ist als Beilage zu Nr. 25 des Ministerialblatts der Handels- und Gewerbeverwaltung veröffentlicht. ihres gleich lustigen Widerpart», des Ritters Benedickt, die— beide erst geschworene Ehefeinde— mit listiger Nachhilfe von guten Freunden dahinter kommen, daß sie nickt von einander lassen können, liegt der Hauptreiz de» Stückes. Der Ernst ist hier ein Nahmen für dies festlich heitere Spiel, das sich im Glänze seine« Frohsinns den schönsten Szene» aus»Was Ihr wollt" zur Seit« stellt. In dem fleißig durchgebildeten tüchtigen Ensemble der Gesamt- besetzung war Else M a s a s Beatrtce ein Treffer. Der spielerische Uebermut der Phantasie, die Lust am Wettkampfe der Neckerei und ebenso der Untersirom warmen Gefühls, in der Empörung über das Hero zugefügte Unrecht durchbrechend, kam überall zu lebensvollem frischem Ausdruck. Recht munter sah sich I w a l d» schlagfertiger Benedickt an, nur daß er hier und da die selbstgefällige Eitelkeit oeS flotten Burschen zu parodistisch unterstrich. Besondere» Beifalls er- freute sich die Einfaltspinielkoinik der von Werner-Kahle und K i r s ch n e r drastisch repräsentierten wohllvblichen GerichlSdicner: Holzapfel und Schlermeiir. dt. Humor und Satire. »Der gekitzelte AeSkulap" nennt sich eine Schnurreit-, Witz- und Anekdotensammluilg, die Felix Schloemp unter Mitwirkung Roda Rodas im Verlage von Georg Müller zu München soeben herausgebracht hat. Wir geben anS dem Bändchen(Preis geh. 2 M., geb. 3 M.) ein paar lustige Pröbchen wieder; Schmerzliche Erfahrung. Diener:»Es ist gar nicht anders möglich, Ihre» Ileverziehcr kann nur der Patient gestohler haben, der bei uns die EnlfeltungSknr durchmachte!"— Arzt:„Dieser Undankbare; so lange hat er sich also von mir behandeln lassen, b* er in den Ueberzieher hineinpaßte I" Das schlechte Rezept. Arzt:„Soweit sind Sie nun w�der hergestellt; Sie müssen sich aber noch sehr vor Aerger und Anlegung hüten I"— Patient:„Na, dann schicken Sie mir man nicht so bald die Rechnung l" Zeugnis und Empfehlung. Seit zwei Renaten litt meine Frau au großer Heiserkeit und Beschwerden keim Sprechen. Seitdem Sie Ihr Mittel genommen hat, kann sie fast gar nicht mehr spreche». Bitte, senden Sie umgehend noch zwei Imschen. Ihr dank- barer Alois Hintel huber.• S ch l a u. Mater und Kohn haben jeder«inen kranken Fuß und liegen im Spital nebeneinander. Beide werden täglich massiert. Wenn Kohn niasfiert wird, schreit er laut«us vor lauter Schmerzen, während Maier, wenn sein Fuß massiert wird, dabei lacht. Kohn: »Maier, ich kann das»ix verstehn. Wen» ich massiert werd'. kenn' ich mich vor Schmerzen nicht»ns und Du lachst, wenn Du massiert wirst".—„Esel"— sagt Ptoier—»ich werd' doch auch niz den kranken Fuß hinhalten!"_ Notizen. — B j ö r n s o n s Genesung. Aus Paris wird berichtet: Björnstjcme Björnson hat die Krise uberwunden! der Achwndfievzig- Gerichts-Zeitung. (Siehe auch 4. Beilage.) Auch ein„Opfer" der Schundliteratur. Die Kottbusrr Lehrerschaft hatte vor einiger Zeit die ihr an- vertrauten Kinder vor dem Lesen und Ankauf von Schundlektüre gewarnt, auch einen Aufruf an die Kottbuser Bürger im dortigen Anzeiger erscheinen lassen. Dies erbitterte den Agenten Rcinhold N., dessen Tochter in der Taubenstraße zu Kottb-us einen Buchhandel betreM, dermaßen, daß er in dem Schaufenster der genannten Buch- Handlung eine Druckschrist über:„Verbrechen und Vergehen von Lehrern' auslegte. Diese Schrift enthielt u. a. Notizen wie:„Ein Schuldirektor wegen Unterschlagung bestrast". Mit Blaustift und roter Tinte hatte Reinhold N. verschiedene Randbemerkungen ge- macht, z. B. daß Lehrer Thieme in Bautzen wegen Sittlichkcits« verbrechen zu 3 Jahren Zuchthaus und Lehrer Müller in Dörnburg wegen Doppelmord zum Tode verurteilt ist. Die betreffende Druck- schrift war so ausgelegt, daß sie jedem Vorübergehenden in die Augen fallen mußte. Auf die Frage eines Polizeibeamten, was N. damit bezwecke, erklärte dieser: die Lehrer verdürben ihm das Geschäft, weshalb er den Leuten über die Lehrerschaft die Augen öffnen wolle. Schließlich nahm sich die Negierung der Sache an und stellte gegen den Agenten Strafantrag wegen Beleidigung der Kottbuser Lehrer. Im gestrigen Dermin bestritt der Angeklagte, eine Beleidigung der Lehrerschaft beabsichtigt zu haben. Das Gericht war anderer Meinung und verurteilte ihn zu 106 M. Geld- strafe, eventuell 20 Tagen Gefängnis. Eisenbahnunfall in einem Tunnel. Als der Bauunternehmer Herzner mit dem Bahnmeister W. und dem Dauinspektor H. den Kammereck-Tunnrl von Oberwesel nach St. Goar durchschritt, um Arbeiten zu besichtigen, kam er zu einem tödlichen Unfall. ES erhoben seine Witwe nebst den Kindern Ersatzansprüche gegen den EtsenbahnftSkuS. Die Vorgänge des Un- falls sind nicht genau aufgeklärt worden. Es steht nur fest, daß alle drei Personen, als sie einen Zug sich nähern hörten, in drei verschiedene in der Tunnelwand angebrachte Nischen traten. Zur selben Zeit kam ein Materialzug durch den Tunnel. Als beide Züge vorüber waren, bemerkten die zwei Begleiter des H., daß dieser mit den Füßen auf dem einen Gleise und mit dem Kopf der Tunnelwand zugekehrt lag. Im Kopf befand sich eine taleraroße Wunde, der rechte Fuß war abgequetscht. Der Verletzte verstarb, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Der beklagte Fisku« machte gegenüber den Ansprüchen der Kläger eigenes Verschulden deS Verletzten geltend. Das Landgericht Koblenz und OberlandeSgericht Köln er- kannten die Ansprüche der Kläger dem Grunde nach als gerechtfertigt an. Beide Gerichte gehen davon aus, daß der beklagte FiSkuS das Verschulden des Verunglückten beweisen müsse. Wenn nun auch für eine gewisse Unvorsichtigkeit deS Verunglückten die Breite von zirka 2� Metern zwischen Gleis und Nische spreche, so zeuge doch die Wunde am Kopfe dagegen. ES sei die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß der Verunglückte von Gegenständen des Materialzuges getrosten wurde, die über die gewöhnliche Breite hervorragten oder heruntergefallen sind. Der Beweis des eigenen Verschuldens sei mithin nicht geführt und habe auch nach dieser Sachlage nicht geführt werden können. Die vom Eisenbahnfiskus gegen das Urteil des Oberlandes- gerichts Köln eingelegte Revision wurde vom S. Zivilsenat des Reichsgerichts zurückgewiesen. Der erkennende Senat legt dar, daß ter Fiskus in diesem Falle Beweise für die nähere Aufklärung deS Unfalles hätte erbringen müssen, falls seinen Darlegungen für daS eigene Verschulden des Verletzten nähergetreten werden sollte. jährige hat erfolgreich dem Tode getrotzt und ist jetzt auf dem Wege zu völliger Genesung. In seinem Zimmer in der Rue de Rivoli läßt sich der greise Dichter täglich die Zeitungen vorlesen, sein Interesse für die Zeitereignisse tst wieder frisch und lebendig. — Bühi»enchronit. Die Stellung SchlenrherS als Direktor des Wiener BurgtheaterS war seit längerem er« schüttelt und seine Ersetzung beschlossene Sache. Sein Nachfolger würde Herr v. Berger werden, der früher bereits als Sekretär am Burgrheater tätig war und seit 1899 das Hamburger Deuische Schauspielhaus leitet. B. hat den Vorzug, Sohn eines ölterreichische» Ministers und Gatte der Hofschauspielerin Stella Hohenfels zu sein, außerdem versteht er etwa» vom Thealer, was aber nicht ent« scheidend ist. Falls Berger auch unter der Kuratel des Obersthof- meisterS bleibt, wie Schleiither, wird er kaum viel leisten können. — Borträge. Hauptmann A. Hildebrands w!ro am Mittwoch, den 5. Januar, im Schiller-Sqsl, Charlotten- bürg, einen Vortrag über das Thrma»Lenkballons und Flug- Maschinen" halten. Der eSk.<3'n,ptierte Wagner. 1913 werden WagnerS Grund genug für die Spekulation, nun schleunigst bauen und die Koujnnktur auszunutzen. In alle Augenblicke neue Opernunternehmungen an- 'eint jetzt wirklich eins davon verwirklicht werden lirstendoinm wird eine„Große Oper" mit ert. Wenn alles gut geht, wird 1911 eröffnet. a ch r i ch t e n. Der Direktor der Dresdener ci>|1e Karl Woermann wird am 1. April 1910 von v-1"™? �„„„eöurücklreten. Hoffentlich wird die große Kunstgeschichte, v-» hat. nun zu Ende geführt werden können.— Wie t'5 r Nachrichten" melden, ist als Nachfolger Woermann» der A»WeNt,vom Berliner Kaiser. Friedrich. Museum Dr. Hans �» ur worden. Herr Posse hat in der Bode-Affäre be- «!.«.(. ein getreuer Schildknappe seine« Direktors ist; dem nach Dresden �rde er S auch zu danken haben, wenn er wicklich u 60■» — Kt remäldegaleö käme. Denn Herr Bode ist natürlich bestrebt, alle «umsposten mit ergebenen Anhängern zu ' e« 7.� haften die Nachricht indes für cincn Silvester- begreisen, warum Herr Posse nach Im achten scherz"und kT°" Dresden mufr""d" ni�t �ikingrrgrabin der Bretagne._ ,-„-.'angeii die meerbeherrichenden Wikinger weit nach Mittelmeer vor, wo sie ihre Spuren hinterlasse» R französischen Westen wurde nach dem„Globus" K� �tüMbegräbnls an der Südkiiste der Bretagne auf der Jei Port Maria geöffnet, wobei die Reste eines 'ite n Volks i-ind. Sonnabend: Der Meineidbauer. SomUagna-mnUtag Uhr: Der Herr Ministevialdireltor. Abends! Der Meineidbauer. ausgegraben zugerichtete' schmuck."" und 2'/t Jahrhunderts icht nur die Reste des alten Fahrzeuges sind sondern auch zahlreiche durch das Feuer übel srn, Schildbuckel. Schwerter. Beile, Pfeile. Gold- de« Schiffes zeigen, daß es etwa 11 Meter lang it war. Als Zeit wird der Schluß des neunten CR. Sonnabendnachittag 3 Uhr: Sonntagnachmittag 3 Uhr: Momag: Das Kälhchen von Mocken- Spielplan cler berliner Chcater. KSnigl. OpernlimiS. Sonnabend: Die Regimentstochter.(Anfanz 8 Uhr.) Sonnlag: Siegfried.(Anfang 7 Uhr.) Montag: Die Hugenotten. Dienstag: Der fliegende Holländer. Mittwoch: Joses in Aegypten. Donnerstag: Eleltra(Ansang 8 Uhr.) Freitag: Die Meistersinger von Nürnberg.(Ansang 7 Uhr.) Sonnabend: Ein Maskenball. Sonntag: Don Juan. Montag: Aida. Königl. Ichauspielhnu«. Sonnabend: Der deutsche König. Sonntag: Strandtinder. Montag: Wilhelm Tell. Dienstag: Sirandkinder. Mitt- woch: Der deuische König. Donnerstag: Strandtinder. Freitag: Der deutsche König. Sonnabend: nachmittag 21/, Uhr; Die OuitzowS. Abends: Die Jonnaiisten. Sonntag: Strandkinder. Montag: Der deutsche König. Neues königl. Lpcrn-Tiieatcr.'Sonnabend: Der Freischütz. Sonntag: Mignon. Von Montag bis Sonnabend: Geschlossen. Sonnlag: Die Regiincntsiochter. Deutsches Dbeater. Von Sonnabend bis Donnerstag: Der Wider- ipenstigcn Zähmung. Freitag: Don Carlos.(Ansang S'/a Uhr.) Sonnabend und Sonntag: Der Wideripcnsrigcn Zähmung. Montag: Hamlet. Deutsches Theater(K a nr m er f p i el e>. Sonnabend: Der Arzt am Scheidewege. Sonntag und Montag: DaS Heim. Dienstag: Der Arzt am Scheidewege. Mittwoch: Das Heim. Donnerstag: Der Arzt am Scheidewege. Freitag: Major Barbara. Sonnabend: DaS Heim. Sonntag: Was ihr wollt. Montag: DaS He in. Lessing- Theater. Sonnabend: TanmS der Narr. Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Die veriu.lkene Glocke. Abends; DaS Konzert. Montag und Dienstag: Das Konzert. Mittwoch: Tanlris der Narr. Donnerstag und Freilag: DaS Konzert. Sonnabend: TaniriS der Narr. Sonntag und Montag: DaS Konzert. Berliner Theater. Sonnabend- und Sonntagnachmittag 3 Uhr: Doktor Eisenbart. Abends: Hohe Politik. Von Montag bis Sonnabend: Hohe Politik. Sonnmgnachmitlag 3 Uhr: Einer von unsere Lcut.i Wcnds und Montag: Hohe Politik. Neues Theater. Sonnabend und Sonntag: Ein königlicher Spatz. Von Montag bis Donnerstag: Der Dieb. Von Freitag bis Montag: Don Juans letztes Abenteuer. Neues SchnnsPlelhanS. Sonnabend bis Montag: Ihr letzter Brief. Dienstag: Judith. Mittwochnachmitta« 3 Ubr- König Z'popek. Abends: Ihr letzter Brief. Donnerstag: Ihr letzter Brief. Freitag: Faust. I. Teil. (Ansang 7>/. Uhr.) Von Sonnabend bis Montag: Ihr letzter Brief. Hebbel- Theater. Allabendlich: Der Skandol. ltniniiche Oper. Sonnabendnachniittag 3 Uhr: HoffmannS Er- zählungen. AbendS: Das Tal der Liebe. Sonnlagnachmiltag 3 Uhr: Die FtcdermauS. Abends: DaS Tal Ott Liebe. Montag: Der polnische Jude. Dienstag: Das Tal der Liebe. Mittwoch: Tieslond. Donnerslaz: DaS Tal der Liebe. Freitag: ToSca. Sonn»bcnd: Das Tal der Liebe. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Tiesland. Abends: Das Tal der Liebe. Montag: HoffmannS Erzahlmigen. Kleines Theater. Sonnabendnachinittag und Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Moral. Abends bis Freilag: Der grotze Name. Sonnabend- und SonntagnachmNtag 3 Uhr: Moral. Abends: Der grotze Name. Thrawr des Westens. Sonn.'bcndnachmtltag 3'/, Uhr: Die lustige Witwe. Soimtagnachmitlllg 3'/, Uhr: Ein Walzerlraum. Abends: Die geschiedene Fram Montag und Dienstag: Die gejchieaene Frau. Mittwoch- nachmittag 3',', Uhr: Siruwwelpetcr Abends: Die geschiedene Frau. Donnerstag und Freitag: Die geschiedene Frau Sonnabendnachmillag 3'L Uhr: Struwwelpeter. Abends: Di« g-Ichiedeue Frau. Sonntag. nachmittag 3'/, Uhr: Der fidele Bauer. Abends: Die geschiedene Frau. Montag: Die geschiedene Frau. Schiller»tv«atrr O. Sonnabendnachmitt ag 3 Uhr: Der Herr Mintsteriatdirrltor. Abend«: Viel Lärm um Nichts. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Herr Ministerialdirektor. Abends: Die Well, in der man sich langweilt. Montag: Viel Länn um Nicht». Dienstag: Narzitz. Mittwoch: Kabale und Liebe. Donnerstag: Der Meineidbauer. Freitag: Ein MW» 3». W Montag: Mitz H'obbs. Schiller> Theater Charlottenburg. Macbcih. Abends: Der Meineidbauer. Macbeth. Abends: Tic von Hochjattel. WWWWW Hellbronn. Dienstag: Di« Ehre. Mittwoch: WallensteinS Lager. Die Piccoiomtni. Donnerstag: Viel Lärm um Nichts. Freitag: Wallenftews Tod. Sonnabend: Viel Lärm um nichts. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Macbeth. Abends: Viel Lärm um nichts. Momag: Gespenster. Friedrich- Wilhelmstädrische« Dchauipielhaus. Sonnabendnach» mittag 3 Uhr: Othello. AbendS: Im bunten Rock. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Othello. Abends: Im bunten Rock. Montag und Dienslaa: Die Haubenlerche. Mittwoch: Im bunien Rock. Donnerstag: Die Haubenlerche. Freitag und Sonnabend: Unbestimmt. Soimlaguachmittag 3 Uhr: Othello. AbendS: Unbestimmt. Montag: Unbestimmt. Lolksoper« Sonnabenduachinittag S'l, Uhr: Der Troubadour. AbendS: Der Kamps um Schneewittchen.(Anlang 8 Uhr.) Sonntag- nachmittag S'l, Uhr: Der Barbier von Sevilla. Abends: Die«srilaneuii. Montag: Stradella. Dienstag: Der Trompeter von Säcklngen. Mittwoch: Der Kamps um Schneewittchen. Donnerstag: Der Posttllon von Lonjumeau. Freitag: La lraviata. Sonnabend: Der Kamps um Schneewittwen. Sonnlagnachmittag H1/, Uhr: Die stisttgen Weiber von Windjor. AbendS: Der Troubadour. Aiontag: Zar und Zimmermann. Luisen-Theater. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Gib mich frei. AbendS: Vergnügte Kindtauje. Sonnlagiiachmtttag 3 Uhr: Di« Geyer- Wally. Abeiidü: Die Reise um die Erde in 80 Tage». Montag und Dienstag: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Mittwoch: Mt-Heidelberg. Von Donnerstag bis Sonntag: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Montag: Lolo« Vater. Rose- Theater. Sonnabendnachmiltag 3 Uhr: Die relegierten Studenten.'AbendS: Faust. Sonntaanachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. AbendS: Faust. Montag: Faust Dienstag: Der Dize-Papa. Mittwoch und Donnerstag: Faust. Freitag: Der Vize-Papa. Soimabend und Somitag: Faust. Montag: Der Bize-Papa. Neues Operetten> Theater. Sonnabend« und Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Ztgeuncrbaron. Abends: Der Gras von Luxemburg. Montag und Dienstag: Der Graf von Luxemburg. Mittwochnachmsttag 3'/, Uhr: Die goldene Märchcnivclt. Abends: Der Gras von Luxemburg. Donnerstag und Fleitag: Der Gras von Luxemburg. Sonnabend- nachmittag 3 Uhr: Die goldene Märchenwelt. Abends: Der Graj von Luxemburg. Sonniagnachmittag 3 Uhr: Der Zigeunerbaron. AbendS: und Momag: Der Gras von Luxemburg. LustspiclhnuS. Sonnabend- und Sonntagnachmittag 3 Uhr: Man soll keine Briese schreiben. AbendS und täglich: Der dunkle Punkt. Thalia- Theater. Von Sonnabend bis Dienstag; Die sähe Coro. Mlttwochvachmittag 3 Uhr: Mar und Moritz. Abends: Die sütz« Tora. Donnerstag und Freitag: Die sütze Cora. Sonnabendnachmlttag 3 Uhr: Slieewstlchen. Abends und Montag: Die sütze Cora. t v Resisenz- Theater. Sonntagnachmtttog 3 Uhr: Musotte. Allabend- lich: Im Taubenschlag.. Trianon-Theater. Sonnabend- und Sotmtagnachminag 3 Uhr: Pariser Witwen. Allabendlich: Bmidans Esel. Kasino- Theater. Sonnabend, und Sonntagnachmittag 4 Uhr: Trudchens Sommerreise. Allabendlich: Der Obergauner.(Ans. 8 Uhr.) Apoüo- Tbearer. Sonnabenv- und Sonntagnachmittag 3'i, Uhr: Spezialitäten. Allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Wintergarten. Sonnabend und Sonntag nachmittags 8'l, Uhr: Spezialitäten. Allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Paflage-Tlieater. Sonnabend und Sonntag nachmittag» 3 Uhr: Spezialitäten. Allubcndllch: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Walhalla-Thcater. Sonnabeuo und Sonntag nachmittag« 3'/, Uhr: Spezialitäten. Allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Palast-Theater. Allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr) Gebr. Herrnfcid-Tbcater. Sonnabend und Sonntag nachmittags 4 Uhr- Die beiden BindelbandS. Allabendlicht So mutz mau'» machen. Ein Retiungsmittel.(Ansang 8 Uhr.) Falles Capriee. Allabendlich: Sicher ist sicher. Der Mann metncr Frau.(Anfang 8'/, Uhr.) Buggenhagen. Täglich SpeziaNtSien.(Ansang 8 Uhr.). Metrvpoi> Theater. Allabendlich: Hallohl Die groß« Revue! (Ansang 8 Uhr.) Reichsballcn-Theater. Allabendlich: Stettincr Sänger.(Anfang 3 Uhr. Sonntag» 7 Uhr.) Karl Haberlaud- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. lIrauia-Tbra:rr. Taubenttratze 48/49. AbendS 3 Uhr Im Wissen- schastlichcn Theater: In den Dolomiten. Montag nachmittag 4 Uhr: Die Erdbedenlataiirophe von Messina. Sternwarte. Jnvalidenstr. S7— 02. Hilfskasse der Graveure, Ziseleure und verwandten BcrusSgenossen ln Bertin lagt jeden 1. Montag im Monat Restaurant Slehmann, Luisen» uscr 1, abenoS 8— 10 Uhr.________ Amtlicher Marktbericht der städttlchen MarNhallen-Dlrektton über den Grotzbandel w den Zemral-Marltballen. Marktlage: Fleisch: Zitludr genügend, Geschüst lebhast, Preise unverändert. Wild: Zufuhr genügend, Seichast ruhig, Preite nachgebend. Geflügel: Zusub: über Bedarf, Geschält malt, Preis« schlecht. Fische: Zufuhr genügend, 01 es ch äst rege, Preise besrtedigend, sür Karpfen hoch. Butter und Kose: Kdchäst ruhig, Preise sür Butter niedriger. Gemüse, Obst und S ü d fr ü ch t e: Zufuhr genügend, GeschSst etwas reger. Preise wenig verändert. Arbeiter- Bildunosschule Berlin. Schallokal: Grenadierstr. 37, Hol geradezu I. Lehrplan für das I. Quartal 1910. Montag: STatnrerkenntnl«.(Zweiter Teil.) Die Entstehung der Erde. Die Erdzeitalter. Die Entwiokelnng des Lebens und die Urzeugung. DätMjn und der Darwinismus. Die Entstehung der Arten. Die Beweise für die Abstammungslehre. Die Entwich elung des Menschen. Vortragender: EmanuelWurm. Mittwoch; Oesetzesknnde(Strafrecht, Strafprozeß und die jetzigen Keformbestrebungen). 1. Aufgabe des Strafreohts. Strafreohtsthoorien.— 2. Aus der et,— O—— � � Ox � � g yer. gemeinen.— i. ioua.0. uuu.cau.su.______________„.. jllziehung der Strafe.— 5. Staatsanwalt.— Verteidiger— Volksgerichte.— Gelehrte Richter.— Klassenjustiz.— 6. Straftaten des politischen und wirtsohaftlichen Kampfes. Vortragender: Dr. Oskar Cohn. Donnerstag: Rodncrüclmlo. 1. Die Bedeutung und Notwendigkeit der freien Rede. Die Grenzen der natürlichen Beredsamkeit._ Die Redekunst. Die Hede nach Form und Inhalt Dispositionslehre.— 2. Technische Hilfsmittel: Das Manuskript. Die Registratur. Die Nachsohlago-Bibliothek.— 3. Das Vereins- und Vorsammlungswesen. Die Geschäftsordnung.— 4. Praktische Hebungen im Beden und Diskutieren. Vortragender: MasGrunwald. Freitag: Gewerkschaftswesen.(Ans Theorie und Praxis der Gewerkschaftsbewegung.) 1. Geschichtlicher Rückblick auf die Gewerkschaftsbewegung in Deutschland. 2. Grundsätze der modernen Gewerkschafts- Organisation.— 3. Demokratie und Disziplin im Gewerkschafts- leben.— 4. Taktik.— 5. Kartelle und Unternehmerverbände.— 6. Tarifverträge.— 7. Die Geworkschafts-Intemationale.— 8. Gewerksohafts-Ldteratur. Vortragender: Emil Dittmer. Sonnabend; Geschichte.(Geschichte des 16. Jahrhunderts.) X. Der politische und wirtschaftliche Zustand Deutschlands zu Ausgang des 15. Jahrhunderts.— 2. Die Städte.— 3. Die Kirche und die geistigen Strömungen.— 4. Die Anfänge der Reformation. Luther, Zwingli.— 5. Sickingen und Hutten.— C. Thomas Münzer.— 7. Oalwin. Beginn der Gegenreformation. — 8. Spanien und die Niederlande. Frankreich Italien.— 9. England.— 10. Deutschland am Ausgang des 16. Jahrhunderts. Vortragender: Hans Block. Sonntag: KationalOkonomle.(Die GrondbegriSe der theoretischen Nationalökonomie. I. Teil.) Die Nationalökonomie als selbständige Wissenschaft, ihre Einteilung und Objekt.— Die Entwiokelung zur kapitalistischen Weltwirtschaft; Entstehung und Wesen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung.— Die Ware als Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise.— Der Gebrauchswert und der Tauschwert der Ware.— Geld. Preis.— Die Verwandlung von Geld in Kapital— Die Ersohoinungsfonnen des Kapitals.— Die Grundrente. Vortragender: Max Grnnwald. Fortschrittskursus. Dwnnerstag: N»tlonaIOkonoinie.(Gemeinsame Lektüre von Marx':„Theorien über den Mehrwert.") Vortragender; Julian Borcbardt. LichfenbergsRummelsburg. Donnerstag: Getichlctate.(Geschichte der Beichsgesetz- gehung und der Sozialpolitik.) 1. Die Verfassungen von 1867 und 1871. Die Gewalten— 2. BürgerUche Eeohte. Staatsans, zügigkeit.— 3. Gewerbegesetzgebung. Qewert fesotzgebung.— 4. Bürgerliches Recht. Arbeitsvertrag.— und 6. Ardeiterschutz. Koalitionsreoht.— 7. und 8. Arbeiter- Versicherung.— 9. Vereins- mxd Versammlungsrecht. Presse- recht.— 10. 3 trafrecht. Vortragender: Simon Katzenstein. Der Unterricht beginnt in Kattonalttkonomlet am Sonntag, den 9. Januar; Natnrerkenntnio: Montag, den 10. Januar; Geaetzoakiinde: Mittwoch, den 12. Januar; Redneriiclhuie: Donnerstag, den 13. Januar; Gewerkschaf(sweseu: Freitag, den 14 Januar; Geschichte: Sonnabend, den 15. Januar. Fortschrlttskarsus: Donnerstag, den 27. Januar; 2. Abend: Montag, den 31. Januar. Dieser Kursus findet bei D. liier, Grenadlerstr. 85, statt. Jeder neue Teilnehmer muß eine eob rittliebe Arbeit über die Mehrwerttheorie bis zum 8- Janaar an den Vorsltxenden eingereicht haben. Der Unterricht in Riimmelsbars-lilohtenberc findet statt im Lokal von GcbrUder Arnhold, Frankfurter Chansseo 5/6. Beginn: Donnere tag, den 13. Januar. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt p&nktlicb um 8'/: Dhr und endet pünktlich nm 10 Uhr. Der Sonntagaknrsns beginnt pünktlich um 10 Uhr und endet pünktlich um ll'/> tlhr. In Lichtenberg-Rummelsburg beginnt er Punkt 9 Uhr.' Die reichhaltige Ribliothck ist an diesen Abenden von 7'/,— 8'/, Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 PI; das Unterrichtsgeld für jedes Fach pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadlerstr 87, Hol geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gott fr. Schnlz, Admirolstr. 40a; Real, Bamimstr. 42; Vogel, Leitzings tr. 37; W. Kaczorowakl, Ravonistr. 6; Uorgch, Engolufer 15._ 6/1 Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann DainniA, Berlin-Rixdorf, 8telnmetx«traBe 31 III, Geldsendungen an den Kassierer U. UUnlga, Berlin S. 50. Hasen- beide 56. zu senden. Der Vorstand. spielt der Appetit eine wichtige Hauptrolle. Professor Dr. von Leyden legt bei einer rationellen Ernährung großen Wert auf den Appetit. ergibt durch einfaches Aufgießen von kochendem Wasser eine vorzügliche Bouillon, die von Aerzten bekanntlich stets als appetitanregend verordnet wird. Alleinige Fabrikanten. Alipmeine Käbrmiüel-Ges. Brühl& Cie. AerzMche Empfehlung. Im Geschmack ist zwischen Ihrem Coffein- freien Kaffee und anderem Kaffee kein Unter- schied zu bemerken, die Erregung, die nach dem Kaffeegenuß sonst einzutreten pflegt, fehlt voll- konimen. Ich werde Ihren coffelnfreien„Kaffee Hag" weiter enipfehlen. Magdeburg. Dr. well. K. Auf Ihre Anfrage erwidere ich ergebenst, daß ich Ihren coffelnfeien„Kaffee Hag" sowohl in der Privutpraxis, als auch in meiner Klinik häufig verwenden lasse und mit demselben sehr zufrieden bin. Breslau, 11. Juni 1909. Professor Dr. M. 115/12 Partei-Speditionen: Zentrum: Altert Höhnisch, Auguslslr. 56, Eingang Ioachtmstrake 2. Wahlkreis. W e ll« n: Äuslav Schmidl, Kirchbachstr. 14. Hoch> parterre. , Süden und Südwesten: Hermann Werner, Gneisenauftr. 72. Laden. 8. Wablkrels: El. Fritz. Prwzeiislr. 31, Hos recht» pari. ck. tVablkrels: Cm- n: Robert Wen gel». AndreaSftraße 17.— Vllbelin Man«. PeterSbnrgerplatz 4(Laden). ck. Wablkreltt, Südosten: Paul Böhm. Lausttzerplatz 14/15 (Laden). 5. tzVablkrels: Leo Zucht, Jnimamielklrchstr. 12(Hos). (1. n Iii kreis(IMoabtt und Hansavlertel): flari n n b e 1 1, SaHwcdclerstr. 8, im Laden. W cddinjsr: Karl Meitze. Nazarelhkirchstratze 49. Rosentbaler und Oranlenburser Vorstadt: Hermann R a I ch k e. Bernauerstr. 0. vorn Part. GeHnndbriiaaeu: F. Trapp, Stettlnerstr. 16. hiebttubnuaer Vorstadt: Karl Mar», Lhchenerstr. 123. AdlerNhof: Karl Schwarzlose, Hossmannslr. 9. All-GIlenlcke: Wilhelm Dürre, Rudoiverstr. 83 IL »aiiinNcbiilciiucg: H. Hornig, Marienthalerstr. 13, I. Rei'unu. Rttutgental, Sficpernlck, Schönow und Schön- brück; Heinrich Bros«, Hohestelinir. 74, pari. Robnsdorf und Falkcnbcrg: Alois Laus, Bohnsdorf, Ge» nossenlchastshau».Parodie»'. Obarlottcnbur«: Gustav Scharnberg, Sesenhelmerstratz« 1. Eck« Goelbestratze, Laden. Rlcbnalde, Xentben, Mlersdorr und Ranbel» Abläse: Fritz Oldenburg, Eichwalde. Kronprinzenstr. 81. F,rkner: Emst H 0 s s m a n n, Friedrichshagener Chaussee. Friedenau»SteglttIi-SödcndQ: H. Bernjee, Schlotzstr. 110, Sos I, in Eleglitz. BeftrUmigen nebmen entgegen in Stogtllt»: . Mohr, Düppelstr. 82, und Fr. S ch e l l h a s e, Ahomstr. Iba. Frledrlcbabagen: Emst W e r! m a n n, Frtedrichstr. 67. Grilnan: Franz Klein, Bahnhosstr. 6 IN. Iloben-Neuendort: Wilhelm T e n t s ch« r, Slolperstr. 56 L dobnunistbal: P 1« l 1 ck e, Kalser-Wilhekm-Platz 4. Rarlsborst: Richard Küter. Rödelstr. 9, Ii. Röulgs-Vt nsterbausen: Friedrich B a u rn a n n, Bahnhosstr. 13. Rönenlck: Emil Witzler. Kietzerstr. 6. Laden. LJcnteiibcrg, Fried rlch-,feldc, Wllhelmsbers: Otto Seilet, Kronprinzenstratze 4, L Rahlsdorf und Kanladorf: Hugo S chtlbe, MahlSdors, Walderseestr. 14. Harle,, dorf: August Leip. Cbausseeftr. 296. Hos. Kea-HVelttenoee: Kurt F u bemann, Seoanstr. 165, parterre. Kleder-Scbönc weide: Max P riebt«, Britzerstr. 14 IL Komawes: Wilhelm Joppe. Frtedrichstr. 7. Ober-ScbÖne« elde: August H« n j e», Lausenerstr. 2, L Fankon-Viederacbönhaiison: Otto R i tz mann, Msthlen- stratze 36. Relnickendorr- Ost, Wilhelmsruh und Schönhola: P. G u rs ch. Kamelestr. l2, L Klxdorf: 311. Heinrich, Neckarstratze 2, im Laden. Kumnieluburg, Roxhagen:A. Rosenkranz, M-Boxhagen 56. Schniargendorf: Gustav K a m i n» l y, Cunostratze 2. Scböneberg: Wilhelm BS um! er, Martin Lulherstr. 61, im Laden. Spandau: Koppen, Jagowstr. 9. Tegel, Rorsigwalde, Wittenau, Waidmannslnst, Hernttidorf und Reinickendorf- West: Paul ttienast, Borsigwalde. Räulchstratz« 16. feltov,: Wilhelm B 0 n 0 w, Teltow, Zehlendorfer Str. 4. T'empelkof: Alberi Thiel, Friedrich Wilheliustr. 26 Treptow: Rod. Gramenz, Kieshoizstratze 412, Laven. Wilniersdorf-Raiensee: Wittnebel, Gasteiner Str. 4. S ämtltche Parteiliteratur sowie alle wissenschastlichen Wert« werden geliesert Annahme von Inseraten für dea„Normarts". Ritte ausschneiden. 245/1 ?=i5t=e-fm a J�Q Mark mit echtso Pialin- m,\ Da ich nur Zähne mit echten Platin-Stiften ver arbeite, ergeben sieh für Sie folgende , Vorteiles-------------- 1. Haben Sie sieh keine Schulden aufgebürdet; 2. Vormeiden Sie die Unannehmliohkeiten der Teilzahlung j (kassiert zu worden); 3. Haben Sie ein Gebiß mit echten Stiften; 4. Haben Sie noch ein schönes Stück Geld gespart. DM"(JeberKengans macht wahr!'MD 30© HSark Belohnung daß ich keine Zähne mit echten Platin-Stiften verarbeite. „larisEs ZaiiSea zT rss: " ixis llph. rtes. T106, I. 65, II. "Brst.117 1 Zentner Settfedern und Daunen im Jahre 1909 also 409 Zentnef mähr als imlalirelSOS hat umgesetzt die Erste Bettfedern- Fabrik mit•lelctrlachem Betriaba Zi Gi BerUn SO. 16. Unter Oberleitung eines praktische« (.Praxis N. Elsasserstr.14,1 1>V. Praxis Nö. Palls II.„ SW.l-riodrlchslr.SB.t V._ Moabit,) Iii.„ S. Oraniensir. VI, II I VI.„ Charltlb ,« Bequeme Zahlnngswe Berlin 8, Piinzen- Skassa 46 und 47. Die Firma fflhrt nui* Dettfrdern zu 0�3, 1,00 1,25, 1,30, 1,75,2,00,2,25,2,50,3,00, 3,50 bis 6,00 Mk. per Pfund Dunnrn zu 2,85, 3,50, 4.50, 5,00, 6,50 bis 9,00 Mk. E I e I •a s I I s » s «s Fertige Dettrn, bestehend aus Oberbett, Unterbett 2 Kissen zu 12, 19, 19. 20, 23.50, 28, 38. 45, 54. 61, 75. 90 bis 105 Mark. Aeitiulette«»d tdm Sriiartikel. 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Der Verfasser kommt zu seinem Urteil, indem er den„Maßstab" benutzt, den er„nach der Vernunft und dem Evangelium" aufgestellt hat. Er sagt:„Der letzte und aus- schlaggebende Grund für die Ausschließung der Frau von der direkten Teilnahme am politischen Leben ist in der natürlichen Bestimmung des Mannes gelegen, die Autorität in der Familie wie in jedem aus der Familie herausgewachsenen gesellschaftlichen Organismus an erster Stelle zu vertreten und demgemäß als geborener Führer aufzutreten." Die Frau hat aber, so will es das.Staatslexikon",„ein Recht, eine Garantie dafür zu fordern, daß der Mann als Gesetzgeber sein Recht nicht mißbraucht". Und diese„Garantie"— so sagt das„Staatslexikon"— liegt„in der das Gewissen des Mannes bindenden, unveränderlichen Norm der göttlichen Gerechtigkeit". In jeder vom Christentum durch- drungenen Staatsform sei der Frau diese Garantie gegeben. Bündiger als es hier geschieht, kann man sich wohl nicht gegen das Frauenstimmrecht aussprechen: Die politische Gleichberechtigung ist„unheilbringend für die Gesellschaft"! An einer noch nicht crwäbnten Stelle sagt das katholische„Staatslexikon" weiter: „Daß der gesunde gesellschaftliche Organismus die völlige politische Gleichberechtigung der Frau ausschließt, ist unschwer ein- zusehe n." Die Aushängung dieser sehr bestimmten an autoritativer Stelle verkündeten Thesen wirkt außerordentlich drollig, wenn man die Bewegung beobachtet, die sich seit einiger Zeit im W i n d t- h o r st b u n d Geltung verschafft. Was das katholische .Staatslexikon" als staatsverderblich, als vernunftwidrig und den Evangelien widersprechend nachweist, das e r st r e b t heute der katholische Windthor st bund. Der Ib. Mai lSW, der Tag, an dem die Frauen aus dem„Segment" herausgelassen und vollberechtigte Mitglieder der politischen Vereine wurden, ist der Geburtstag der Erkenntnis im Windthorstbunde, daß man sich fürderhin nicht mehr prinzipiell ablehnend dem Frauenstimmrecht gegenüber verhalten dürfe. In einem Leitartikel schrieb die klerikale Bonner„Reichszeitung vor mehr als Jahresfrist, daß „auch hervorragende Vertreterinnen auf latho- l i s ch e r Seite" in der Erteilung des Rechts der Mitgliedschaft in politischen Vereinen an die Frauen„wohl nicht ganz mit Un- recht einen ersten, wenn auch vielleicht nicht bewußten techritt zu dem mehr oder minder ersehnten Ziel des weiblichen Stimmrechts" sehen. Die sozialdemokratische und die libe- ralen Parteien seien daran gegangen, die Frauen für die dunkle Zukunft in ihrem Sinne parteipolitisch zu schulen.„Mit alt- bewährter Vorsicht," so heißt es dann weiter,„macht sich all- mählich auch die Zentrumspartci an die Er- örterung der Frag c." Daher müsse Klarheit darüber herbeigeführt werden,„ob nicht all das, was einer etwaigen Er- teilung des Stimmrechts an die Frauen widerspricht, vielleicht doch nur Vorurteile sind". Man dürfe„nicht stets nur die etwaigen Gefahren und den vorkommenden Miß- brauch ins Auge fassen", sondern eS müsse in den Vordergrund der Diskussion der Gedanke gestellt werden,„daß bei entschiedener Mitarbeit auf gegebenem Felde die Politik für Wahrheit, Freiheit und Recht, bisher das Privileg der Männer, eine Heimstätte in der Familie erhält". Ter offenbar von einem Windthorstbündler herrührende Artikel gibt sich nur wenig Mühe, den Pferdefuß des Ver- fassers zu verhüllen: er sagt es deutlich genug, daß nicht aus dem Grundsatz der sozialen und politischen Gleichberechtigung der Frau heraus, sondern aus platten parteitaktischen Erwägungen das Zentrum der Frage des Frauenstimmrcchts gegenüber eine der- änderte Stellung einnehmen soll. In einer vier Wochen nach Erscheinen des Artikels in dem Bonner Zentrumsblatt in Köln abgehaltenen Versammlung des Windthorstbundes hat der Hauptredner, Herr F. Krüger aus Bonn, nach dem Berichte des Kölner„Lokalanzeiger" erklärt,„daß das Frauenstimmrecht als berechtigt anzuerkennen sei und in der Zukunft auch zur Durchführung gelangen werde". Das Frauenstimmrecht widerspreche jedenfalls nicht der christlichen Moral. An der politischen Schulung des weiblichen Geschlechts „m üssen wir schon mit Rücksicht auf den Gegner arbeiten". Neben der neutralen Frauenbewegung müsse die parteipolitische Beeinflussung der Frauen beginnen, und hier habe besondere Arbeit„die Parteischule des Zentrums, der Windthorstbund", zu leisten. Der Redner schloß mit der Mahnung. nicht unnötig abzuwarten, bis die Zukunft zur E n t s ch ei- dung dränge, sondern mit Besonnenheit„auch die politische Emanzipation der Frau mit dem Ziel des Frauenstimmrechts'' zu fördern. Justizrat Bachem wird sich angesichts der neuen politischen Ver. Hältnisse und angesichts der neuen Richtung, die der Windthorst- bund vertritt, wohl nach einem anderen Mitarbeiter für das Kapitel„Frauenfrage" in der nächsten Auflage seines„Staats- lexikons" umschauen müssen. Wir werden nicht versäumen, die Artikel der oben verwendeten und der künftigen neuen Auflage einer Beleuchtung zu unterziehen, die vermutlich nicht weniger belustigend wirken wird wie die Gegenüberstellung in unserem heutigen Artikel. Der englische Wahlkampf und die Frauen. Die Mult Suffrage Society(Bereinigung für das Wahlrecht aller Großjährigen) beabsichtigt, allen Kandidaten der Liberalen und der Arbeiter folgenden Beschluß zur Wahlpolitik vorzulegen: „Die Taktik der Adult Sufsrage Society bei allgemeinen oder Ergänzungswahlen wird in der Unterstützung ausschließlich solcher Kandidaten bestehen, die sich verpflichten, für eine Wahlreform zu wirken und zu stimmen, die auf dem Nachweis eines drei. monatigcn Aufenthaltes an einem Orte basiert; sie müssen sich ferner verpflichten, keine auf den Nachweis des Besitzes gegründete Wahlrcform zu unterstützen." Unsere Genossinnen wollen ferner aufklärend und warnend an die Wähler herantreten, die von der National Suffrage Society (Nationale Stimmrecht-Vereinigung) zugunsten des beschränkten Wahlrechts bearbeitet werden. Nicht weniger als 100 000 M. wollen die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen der Agitation für dieses im Grunde reaktionäre Ziel widmen. Das spornt die Adult Suffrage Society zu den größten Anstrengungen an, um die An» Hänger der Limited Bill zu bekämpfen. Abend für Abend werden Versammlungen zugunsten des allgemeinen Wahlrechts abgehalten. Wo immer den Massen der undemokratischc Charakter des geltenden Stimmrechts klargemacht wird, findet auch die Resolution der A. S. S. Annahme. Sie wird dem Premierminister übersandi. um ihn daran zu erinnern, daß das Volk aufmerksam den Kampf zwischen den Klassen verfolgt, der auf der einen Seite für eine Vermehrung der politischen Macht und der Rechte des Besitzes, auf der anderen Seite für eine wahrhaft demokratische Aus«. dehnung des Wahlrechts geführt wird. •< Die uberragenden Vorteile unserer fertigen Anzöge: 1. Umfangreiche Annroh! in den CröQen, in modernen Formen der Schnitte and geschmackvollen Mustern. Die heim Mall- Anzug vielfach erforderlichen Verinderongea und die zur Vornahme derselben erfordetiicfae Zeitver» schwendang kommen beim fertigen Anzug ganz in Wegfall. 2. 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Kleinen Theater: Moral. Neuen Theater: Ackermann. Neuen Operetten- Theater: Der Zigeunerbaron. Stetrovol- Theater: Lumpacivaga- bunbuS. Fricdr.-WilhelmftSdt. Schauspielhaus: Othello. Sckiller- Theater 0.: Der Herr Mtnisterialdircklor. Schiller- Theater Eharlotlcnburg: Macbeth. ntr-VI,«-»!«!-. S Uhr: TantriS der Narr. Sonntag, 8 Uhr: Die versunkene GUlte. 8 Uhr: Das Konzert. Montag, 8 Uhr: Das Kvnzert. kerlinee Tbester. Heute und Margen nachm. 3 Uhr: Doktor Eisenbart. Heues Tilesler. WenbZ 8 Uhr: Ein königlicher Spaß. Sonntag: Ein königlicher Spast. Montag— Dienstag: Der Dieb. Idealer des Westens. Abends 8 Uhr: Die geschiedene Fra». Heute 3'/. Uhr: Dia lustige Wllws. Sonntag 3'lt U.: Ein Walzertraum Montag, Dienstag, Mittwoch i Uhr: Struwwelpeter.___ Friedricti-Wilhslmstädtisches Schauspielhaus. Sonnabend, 1. Jan., nachm. 3 Uhr: Othello. Abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Sonntag nachm. 3 Uhr: Othello. Wbends 8 Uhr: Im bunten Rock. Montag: Dle Haubenlerche. Dienstag: Die Haubenlerche. IFciice Öperotten-Theatep, Erbissbauerdanim 25, o. d. Luiienstr. Heute und solgende Tage 8 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Sonnabend und Somtiag 3 Uhr: Der 2Igeunrrdar»n._ Lusispeelhaus. Sonnabend u. Sonntag nachm. 3 Uhr: Man soll keine Briefe schreiben. Sonnabend u. Sonntag ab. 8 Uhr: Der dunkle Punkt. Residenz-Theater Diveltion: Richard Alexander. Abends 3 Uhr: Im Taubenschlag. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Sonntag. 2 Jan., 3 U.: Musotte. Sonntag, den 9. Januar, nachm.: Kümmere Dich um Amelte. Tolks-Oper. 8W., Bellc-Alliance-Stratze Nr. 7/8. Nachm.'/ß Uhr bei bedeutend er- mätzigten Preisen: Oer Trotibaäour. Abends 8 Uhr: Der Kamp! um Seimeewittelien. Sonntag 3'/z Uhr bed. ermäßigte Preise: Der Dorbior von Sevilla. Llbcnds 8 Uhr: Die Airitanerin. Mozart-Oper. (Uttspiet-Theat., Köpenicker Str.67/68 Anfang 3 Uhr: H-ui«: Fra Diavolo. Senntag, den 2. Januar: Die lustigen Weiher von Windsor. Bedeutend ermäftigte Preise. 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IMT* Ende 10'/!1 Uhr. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Herr Ministerialdirektor. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Welt, in der man sieb langweilt. Montag, abenvS 8 Udt: Viel Liii'in am nichts. Schiller-Theater(Charlottenburg). Sonnabend, nachm. 3 Uhr: Hncheth. Trauerspiel in ffmj Auszügen von William Shakcsvcare. BW Ende 5'L Ubr.-WffI Sonnabend, abends 8 Uhr: Den Ileineidhaaei-. Volksstnck m 3 Akten von Ludwig Anzengruber. sw Ende 11 Uhr."BH Sonntag, nachm. 3 Uh lslacheth. Sonntag, abends 8 Uhr: Die von Dochsattei. M u ii l a g, abends« Uhr; Das Klithchcn v.üeilhronn I r: OSE=THEATE (Scojje sfrauksurter Str. 132. Nachm 3 Uhr halbe Preise: Die relcsiei-ten Sitndenten. Lustspiel in 4 Akten von Benedix. 8 Ubrk Ü'aast. Tragödie von Goethe. I. Teck. Sonniaa nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Abends 8 Uhr: Faust. Moniag: Faust. Metropol-Theater Heute u. morgen nachm. 3 Uhr: Luoipamagabundus. Abends 8 Uhr: Malloü! Die große Revue! Rauchen ilberall gestattet. Premiere! 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BIrch.Pseiffer Abends 7 Uhr; Je toller, je beffer. Burleske mit Gesang in 5 Bildern von Rosen. steiedsliallen-lbeater. r Zum Schlug: Der Nachtwächter von Zerpenschleuse. Studentenbild v. Meysei. Ansang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Ubr. Vonis-Thealer Rlxdorf, Hermannstraste 20. Sonnabend, den l. Januar: Wach-»»d Schlieft- Gesellschaft. Schausviel in 5 Akten von R. Manz. Sonntag, den 2. Januar: Die gtäuber. Trauersp. in 5 Akt. v. Fried. Schiller. Ansang 7 Uhr._ Sanssouci, ton Wilhi Heufi Elite Zottbuser S trade 6. Direktion Wilholm Reimer. eute, Neujahr: e-Loiree v. ttoilmanns Nordd. Sang. Anf. d. Konz. 5, d. Vorst. 7 U. Grotzer Lachersolg I Kleinstädters Silvester-Erlebniffe Neujahrs- Kranzehen. Total neues Programm Morg. Sonntag u. Montag: Roflju. Xordd. 8ätig. Tanz Mittwoch, 5. Jan.: Dheater.Zlbend: Gespenster._ Königsitadt-KaHlno. Hotzmarktitratze 72. Gänzlich neiieS Programm mit k'ranz 8ohan!«k». 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Sergeant Ii renn an, der beste Diabolospieler. Ringkampf zwischen den Nowns Jim-Jam und Eotirell. Die Zirkustaste ist von 19 Uhr ununterbrochen geöffnet. hen 'elmbst I. Platz(hkMnimJ Sperrsifz(nüm) Fremdenlogensilz•. Zj- Sonn- und FesHtzqs; Gallcrle lZleHM Sitz-Cllieri?,... 79 III. Platz.,-80 ■i hl i' II. Plafz..1,30 I. Platz(nithlnafri) �-J go Sperrsilz(nüm.)..• 260 Fremdenlogensilz \Ihambra Vallner-Theaterstratze 15. ?r.:r Großer Ball GroheS Orchester. Anfang Sonntags 5 Uhr. A. Zamettat, Heute Sonnabend, 1. Januar 1810 (Neujahrstag): 2 große Gala-Vorstellungen nachm. 3'/, Uhr u. abends 7'/, U Um 3'/, Uhr zahlen Kinder u zehn Jahren auf allen S plätzenhalbe Preise.(G- volle Preise.) Debüt 1 Debüt! 0 SV James Fillis Debüt I Debüt I 0 Die Morandini Machmittags 3'/, Uhr: Farmerlebe In beiden Verstellungen: Vorführen nnd Reiten best dressierten Schnl-, l heite- und Springpferde. Sämtliche Clowns mit n Witzen nnd Dntrees. 7'/, Uhr, die neue rust. Pento „Marja". Sonntag, 2. Januar 1910: 2 große Qala-Voretellnngen Nachm. 31/, n. abends 71/i t*. in beiden Vorstellungen: Au treten samtlicher neuengaglertr KOnstler und Künstlerinnen. Irrlinft Nraftr-Ttieaw Kastanienallee 7—9. Heute und morgen: GroBe Soiree der ipoIlo-Singer. Anfang 7 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanzkranzohen, Polles Caprice.l Sicher ist sicher. Bunter Teil. Der Ittann meiner Tran. Ans. 8'/, Uhr. Vorverkaus 11—2 Trianon-Theater. Abend» 8 Uhr; Kuridlms Gfel. Markgrafen-Säle 34. nai-kgrafen-Damm 34. An der Stralauer Allee. Jeden Sonntag: GroBcr Ball. Im Restaurant täglich musikalische Unterhaltung. Vorzüaliche Küche, st.Bierr».Deine, Billard».Kegelbahn. Anton Boekers Festsäle «eberstr. 17.(Tel. Amt 7 13414.) Mein kleiner Saal mit Neben- räumen, 150 Pe> Ionen fassend, ist Sonnabends und Montags noch zu vergeben. 3737 ä* Anton Bockcr, Deberstr. 17. Kur deu Jniiatt der Jnieraee äberuimui« die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Berliner Tolks-Chor Dirigent: Or. E. Zander. Montag, den 10. Januar 1910, abends 8'/, Uhr, Joderl Sehn Mitwirkende: FrL Anni Bremer(Gesang), HerrKgl. Kammervirtuos Franz BundfuB(Oboe), Herr Kgl. Kaminer- musikns Mar Wiek(Horn), Herr Alfred Simon(Klavier). Oer Berliner Volks- Chor. Einlaßkarten i 40 Pf. inkl. Garderobe sind an haben bei; Morsch, Engelufer 15, Gotlfr. Schulz, Admiralstr. 40a, Heinrich, Müncbener Str. 19, Zehrend, Hasenheide 9, Kuhring, Jahnstr. 1, Bielefeld, Gräfestr. 35, Grassel, Grimmstr. 30, Richard Rühle (Musikaüenhdlg.), Moritzplatz, Bobsien. Kommandantenstr. 62, Böttgcr, Skalitzer Str. 107, Teichert, Reichenberger Str. 98, Heinrich, Wrangolstr. 107, Gähn, Petersburger Str. 32, Fischer, Veteranenstr. 6, Beyer, Veteranenstr. 11, Sommerfeld& Co., Rosenthaler Str. 51, Niemeyer, Weberatr. 19, Vogel, Koppen- straüe 87 n. Lortzingstr. 37, Schrolle, Landwebrstr. 3, Wedemeyer, Wefdenweg 80, Thomas. 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Der werten Kundschaft zum Jahres- Wechsel die besten Glückwünsche ßnieliksgi„Süd-Ost", S"!«: Ell! ftohtS llfiifa Jahr! wünscht seinen Gästen, Fccunden und Betann'.en Knrl Scbulte, am Treptower Park 37, E.Puderstr. früher Ober-Schöueweide._ Ein frohru Uturs Jahr! wünscht allen Gästen, Freunden und Bekannten der nebe GUStRV SCllUlZ, Elsenstr. 92. Ein frohes Neues Jahr wünscht allen Kunden und Bekannten Arnold Wieske, Mineralwasser- unb alkoholfrei« Getränke-Fabrik, O., Memeler Str. 4. 916 Die herzlichsten Glückwünsche zum Neuen Jahr allen meinen Fremiden und Genossen. Huxo Volkmann, Kipenlcker Str. 192, Grünkramhändler. Fröhliches Neujahr wünscht allen Freunden und Genossen Richard Ulrich� Rixdorf, Hermannsfrafte 65. Fröhlichro Nkujahr wünscht allen seinen lieben Gästen V.»»«nuunu(Engl. Garten). k!» Wl Wck allen Gästen, Freunden und Gönnern Ernst KruttkemRudolt Schmidt Kirfholzstr. 33/34(Ecke Elsenstr.) Ludwig Hormann Treptow Am Treptower Park Nr. 51 Ecke Karpfenteich strahe wünscht seinen lieben Gästen, Freunden und Bekannten ein ftöhtichts Neues Jahr! Reslanl zur»MM Treptow wünscht allen Freunden und Gönnern °in ftöhtiches Nkues Jahr! Ew ftohrs Neujahr wünM seinen werten Gästen, Freunden und Bcfamitc» Pnul FIkcIicp, Restaurateur, A!te Jafodftr. 13»—».3. d Wünsche allen weiten Gästen,� i Freunden und Bekannten ein frohes Neues Jahr! 1 Felix Halm,'Ä�'T Meiner werten Kuiidschast wünsche ich ei» fröhliches NeueS Jahr! Psul 8elllelmsun, Alfter. Obor-Sehöiiewoide, Tabbartstr. 35. Allen Freunden und Partei- genossen wünscht ein iröhlichcS Neue» Jahrl Franz Lange, GroBdestiliation u. Likdr- Fabrik, Ncinickettdorf-West, gm Bahnhoi Eichboniüraße. Wünsche Genossen, Freunden und Gästen ein gesundes, fröhliches s�eues Jahr! 1155 Aihet Klüro», VellastraHe S. vwvww. Ein siodes Neues Jahr allen meinen Gästen, Freunde» Bekannten Serrmsnn 8eholie, Treptow, Graehftr. 4S. und Hof Adiliirafftr. 18c. Amt IV 4594. I. Osterftiertag»nd Sonn» abrnd, 5. März � frei geworden. Kleiner Saal iwch inehrere Sonnabende frei. sowie jede» Sonntag sennabende frei. Heute(Neujahr) : Or. BÄK, L. Eine Mark «»chentlicki, Tetlzahluna Udtte elegante fertige Herren-GariMen ttrfnh Mir Mast. Autertlgnng nneta Mass« Tedelwse 7iu5fuiirun(i. •Vulius Fabian, Cdmeibermtifter. flr. Frankfurlcrstr. 37," Ittngami«ttauSPtrECi Plötz. II.«ekwötu Turmsip. 18, l. tftaie lern eaden. Kronleuchter- Fabrik. ' Größte Auswahl. Verkauf zu billigsten Fabrikpreis a. Private. — Musterbuch— n. Außerhalb franko. Auf Wunsch kulante Zahlungsbedingungen ohne Preiserhöhung. Siegel&Co., PrluKenstraBe 83.* Sonntag» de« S Januar, abends 7 Uhr. in den Sophlcn-SSUeo, S o p h i e n st r. 17—18: Jugend»Versammlung. Vortrag des Schriftstellers JEsiltl JBiellllOm über:„Jcgentlbeweguiig einst und jetzt". Nach dem Vortrage:(ieSelll�L UllteHlSlttinx. Zu dieser Versammlung sind alle Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen freundlichst eingeladen. 293J3* Oeutsciier Holzarbeiter-Verband. Verwaltung Berlin. Einsetzen. Sonntag» den S. Januar, vormittags 10 Uhr» Branchen» Versammlung im GewerkschaftShause, Engelnfer 11/15, Ging. B.» Part.» Zimmer 5. TageS-Ordnung: 1. Tätigkeitsbericht der Kommijficn iür das Jahr 1909. 2. Neuwahl der Kcmntijsion 3. Ausstellung der Kandidatenliste zur Wahl der General» verjammlungs-Delegierien. .. Mitgliedsbuch legitimiert. Montag, Bodenleger. de« B. Januar, abends 5 Uhr, im GewerkschaftShause» Engeluser 14/15, Saal 1: Branchen- Versammlung. TageS-Ordnung: Bericht über den Stand der Lohnbetvegnng. Branchenangelegenheiteu. Mittwoch, den 5. Janaar. finden die Urrtraurnsmaniirr-Vtrsammliingen d. Sranche» v. Ktzirke stall. Noch ausstehende Boi schläge zur Kandidatenliste der Generalveisnmm- lungS-Delegiei ten müssen bis zum 5. Januar beim Obmann eingereicht fein. Die Werlstätien, die noch keine Vorschläge gemacht haben, sollen noch am Dienstag, den 4. Ja-.uar, Werksiattsihungen abhalten und sich über Kmididaten aus ihren Betrieben schlüssig werden. 77/1_ Bio OrtsTerwnltnn g, Verband der Sattler und Portefeuiller. -------------- Orfsvenvaltung Serlin.---------- Brauch env ersammlungen finden an«achsolgende» Die nächsten Tagen statt: Gtschirr-Kranche: Mittwoch, den S. Januar, abends s-/, Uhr, im Englischen Hof, Neue Rotzstr. 3. Norttftiiillkr- a. Reisrariikridranlht: bei Gramnann, Naunynstr. 27. PititÖr�randlC Mittwoch, den 5. Januar, abends 6 Uhr, im Englischen Garten. Sllexanderstr. 27 c. Liuotrmnteger u. Teppichnährr: �aV-'s�uhr?�' bei Wcihuuchk, Grünstr. 21. MagkN-Krailltje: Mittwoch, den 5. Januar, abend» 8'/, UHe, im GewerkschaftShause, Engelnfer 14/lb. Eisenmäbtl- n. Ftderkiihlpotstkrtr: bei Paul Waltor, Adalberlstr. 63. Stdüan Chartaürnliurg: Mittwoch, S. Januar, abends 8-/, Uhr. im Bolkshaufe, Rosinenilr. 3. In allen Versammlungen steht zur Tagesordnung: Bericht der Branchenleitung und AgitationSkomniisston sowie Neuwahl derselben. Zahlreichen Besuch dieser Versammlungen erwarie» 166/1_ Die Branchenleltnngen. ■ Hygienische Dedansirtlkol. Neuest. Katalog BuEiapfehl. viel Aörzte u.Prof. grat. U4I H. Onger, OanunlurtreBtabrÄ tftrllB NW- Priedhcbatrate e ul/9 f gjduütheiss ßier verdankt sein Renommee verdankt sein seiner hervorragenden Qualität Ä '.Qkdmm/ichkelt Magerkeit schwindet durch Haufes Nähr- pnlver„Thilossla". Preisgekrönt Berlin 1904. In 6 Wochen 21 Pfund ärztl. kontrollierte Zunahme. Gär. unsohädl Viele Anerk. Karton 2 M., bei Postvorsand Porto und Nachnahmespesen extra. H. Haule, Berlin N., Greifenhagenerstr. 70. Depots in folgenden Apotheken: Leipzigerstr. 74(DönhoSplatz), Potsdamerstr. 20, Köpemoker- straße 1 19, Bornburgers tr. 3, Frankfurter Allee 74, Rosenthalerstr. 61, Keiniokemlorforstr. 1. Spandau; Adler-Apotheke, Potsdamerstr. 40. Bestandteile: Pflanz. Eiw.Haemogl. Lecith. Banro. Natronclh. Cac. Zucker. 3t31L* Poliklinische Sprechstunde fOr Frauenkrankheiten halte ich gemeinsam mit Horm Privatdozent Dr. Ldenroann wochentäglich'/alO— 11 Uhr Karl- straßa 20A I ab. 180/3 Professor Dr. /Spezialärztt.Iflstlto( für \ej, *2 9-12,94. Sonntag u. Mlttw nur 9-12 Dr. med. Fsckelmann, Zimmerst* 78. Dr. Simmel Spczial-Arzt* für Haut- und Harnleiden. Prlnzenstr. 41, 10—3, 5— 7. Sonntags 10— 12, 2—4. Tericih-Institut: Frledrichst.llS/l, a.Cvabo. -'Tor. Sieg. Frack,(LeHrock 1.50,Hole 1,00, Weste bOPj. Unseren lieben Kunden, Freunden und Gönnern die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Kaufhaus Gebr. PreuS Beussel-, Ecke Huttenstraße. Allen meinen werten Kästen und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Neuen Jahre. köLtgvssnt Kernchsn, 101B_ Noftizstr. 5._ Die herzlichsten Glückwünsche zum Reuen Jahre sende meiner Kundschaft sowie allen Bekannten. Eeopolä Fenster, Wrangelstr. 83, früher Stalitter Strafte tv3. k Zum Jahreswechsel die besten Glück« wünlche allen meinen Gästen. /l. WiSlMS, Bülowstras-e 58. Fröhliches Neujahr! wünscht seinen werten Gästen und Freunden!>7b Georg EI wer«, Gastwirt, Wisfmannstr. 6.__ Prosit Neujahr! allen werten Kunden. UIlI»eIk»I»rlIt l». vwln»t»lrl, SIndrcasftr. 30. Meiner werten Kundschasi, Freunden und Bekannten ein krölilickes neues G. Kunscli, Selterwasser- und Limonaden-Fabrik, _ Adlcrsbof. Helbigstr. 5. Meiner werten Kundschast sowie allen Freunden und Bekannten ein frohe? Neues Jahr wünscht Hugo BorrtertSSSarg gsllen ihren werten Vereinen, Gästen, Freunden und Bekannten wünschen tin kritkltelro« Heues Jahr! Berlin, den 1. Januar 1910. Gebr. liiielitz „Arinlnlinllen" KomwandanlengtraBe SB/SB. »Der liebe Onkel Ernst aus Treptow, Neue Krug-Allee SI, wünscht seinen lieben Gästen, Freunden und Bekannten ein frohes Neues Jahr!" Ein frohes Neues Jahr ollen Vereinen und Gewerkschaften. Kart Sudwig Treptow. Prosit Neujahr! allen meinen Gästen, Freunden und Bekannten. Zolzsnnvs Ilosh Rlndort- Treptow, ElsenslraBe 86/86. Wen Freunden und Bekannten Sin Prosit Kenjahrl A. Bartsch, Ockonom des BolkshausrO 3841L Charlottenburg. Fröhliches Neujahr! wünscht allen Freunde» und Bekannten Wirtshaus Moritz Ohle, Bärwatdsfr. 12. Neu eröffnet! Täglich srische» Gänsebraten, Hasen- braten, Karpfen in Bier, Ochsenscl.avanz- suppc, Eisbein m. Sauerkohl tSpez.). Kleine Pr-ise. Vorzug!. Biere. Fröhliches Neujahr! wünscht seinen Gästen, Freunden und Bekannten Wilhelm Schnorre, l'reptov, Etsenstr. t06. Profit Neujahr! allen meinen lieben Gästen, Freunden und Bekannten Hivronpus Redlich, am Treptower Park Nr. ii?. ftöhliehes Steujahr! Margarete Walkotte, das Walkotte-Qoartett und 125b meine Kfinstler-Verelnigong. Frohes Neujahr! wünsche ich allen meinen Gästen und Freunden. Frlta Kienitz, Mögliner Str. 1, Ecke Meidenweg 15. " Meiner werten Kundschaft ein fröhliches neues Jahr wünscht Fritz Xenmann, Bäckermeister, Reinickendorf, Hoppcstr. 26. ff Zum Jahreswechsel allen Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch Familie Erde, Baumschulenwez. »»»»»»IXCCBC Meiner werten Kundschast und meinen Bekannten beim Jahreswechsel die besten Wünsche. IS. Gtlück, Bftekcrcl und Konditorei, WtlhelmShavcner Slrahe 51, Allen Freunden, Bekannten und Parteigenossen ein 107b iröhliches Neujahr! Pelcmann Grsst-Deftillation, rclalllallll, Mit, erstrafte I. Zum Jahreswechsel J[ allen meinen werten Gästen<» und Bekannten<, herzlichen Glückwunsch JJ Familie Sühr, i» Bamnschulcnweg, Köpenicker Landstrahe 142. s s Fröhliches R eujahr wünscht allen verehrten Gönnern ürnllsodea Ziabn- atoiisr, Dresdener Str. 105._ 4/14 Meinen lieben Gästen, Freunden und Genossen wünsche eiö Iröiiiiclies neues Jaiir 1910! Au gast Pnlg, Skalitzer St. 51/2. DSsuZski-Z m l-ioiteiiliW". PiOtzonsee, 38408 Julius Werner. I Allen Genossen. Freunden und Bekannten wünscht ein fröhliches Nteues Jahr! Gottfried Schäfer, Restaurateur, ---------- Köpenicker Str. i.----------- �in krohes Nteues Jahr! wUnecht allen seinen Patienten, Freunden und Bekannten Muskauer Str. 16. Max Witte, ZahnkDastler. ® Ein frohes Neues Jahr wünscht seinen werten Kunden 114b 5 Fritz Koslowski, Prinzenallee 36, Zigarren- und Tabakfabrik. Max SelimeUzer, UtVmnlt�r wünscht allen werten Vereinen llZb _ Fröhliches Neues Jahr. Fröhliches Neues Jahr wünscht allen Vereinen, Gästen, Freunden und Bekannte» 1116 Alfred Fieker«eist Frau, Erkner,„Restaurant zur Eisenbahn". % --Noigts Kmipritburg O sende allen Freunden, Gönnern und werten(Sästen einen frohen NeujahrS- grüß!», verbunden mit dem Wunsche: Aus Wiedersehen l Hochachtungsvoll Robert Voigt, früher Uerlin,„Rittersäle". Fernsprecher: Amt Köpenick Nr. 227. Das Warenhaus „FQralleWelf In dem Kredit man stets erhält, Bringt seiner werten Kunden-Schar Die besten NeujahrSgf&SSe dar! Will alle froh und glücklich seh'n, Wünscht Jedem bestes Wohlergeh'n! Nur das allein sei bent' der Zweck, Im übrigen heisst's„Feder WCgl" Und wenn Ihr selbst Euch dienen wollt, Annoncen stets Ihr sammeln sollt, Die sich auf unser Haus bezleh'n, Viel Vorteil wird daraus Euch blüh'n! Annoncen, ob sie klein, ob gross, Ob illnstiiert, ob Worte bloss, Ob es dieselben, sammelt nur! Verraten sei noch nicht die Spurt Werd't Kunden! Sammelt ohne Ruh! Wir lassen gern Euch Zeit dazu, Und alle sorgsam aufbewahrt, Dann blüht Euch Vorteil seltner Art. Prosit Ne Für alle Weif' Allen Parteigenossen, Freunden und Bekannten g ; zur Jahreswende die herzlichsten Glückwuusche sendet A Robert 8cfnilzt ObersSchönewelde, Tabbert-Straße 5. i&Sdfäoiukfim -adiokflifpeu#&%fruHhiing*ip4rawk, Zum Jaiiresweciisel allen lieben Freunden und Goldblondchen- Konsumenten ein »K fröhliches Ueufuhr«» Kröxer.«.m.d.n SO. 18, Höchste Straße 28. allen meinen Patienten Prosit Neujahr!« Prosit Neujahr! 4/2 Willy Reinhard£££& i. d. hies. Kgl. Universitätsklinik als Technik, tätig gewes GoMe�odaüfen, I89»- VieÄrkZmng. Zäüne □ Plomben □ Zahnziehen eIä1;3, Speziefl liir tnoilEnien 2.®!?"?„■* s® �* r festsitzend, haltbar, naturgetreu in jed. Methode, in jed. Preist. Spreohst. 8-1, 3-7, Sonnt. 9-12. Berlin S., Prinzenstr. 103 wa.,e�4tr.B.. ........... m Prosic Schöneberg, Hauptstr, 19 fej Dagobert Rand, direkt am Katser-Wllhelm-Platz, dem alten Rathaus gegenüber .Ifen Rauchern Fritz Schmidt Ritterstr. 47 wünscht werten Gästen, Freunden und Bekannten ein frohes Neues Jahri meiner beliebten A Malinda-Zigarren und Lenkester-Zigaretten ein glückliches neues Jahr! 8. RUND iburger Str. 4, Amt m, 4212. «- llgarren and Iienkcster-ZtsarctteB Herten Zigarrengesohäftcn Groß- Berlins zu haben. Mg Meinen werten Gästen, Freunden und VerbandSkollegt» wünsche ein frohes Keuos 3ahr Pauk Litfin« Unseren werten Kunden und Genossen senden wir zum Jahreswechsel ein ftölslilhes Vriifit Nkchhr! Uainbne'tr, Besenbindrrhof 70, neb?» dem GewerlschajIShause. Jean Bolze& Co., Klebemarken« und Stempelsabril. Keranttyortlicher Redakteur Richard Barth, Berlin. Für den Inserate Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: BorwärtSBuchdruckerei it. Verlagsanstalt Paul Singer& Up« Zerliu&W. ilr.!. 27. Jahrgang. 3. KtilW des Jomiitls" Setliiiet KIKsdlM SdumM, 1. Immi 1910. Freifteüe» an höheren Echranflalten filtb eine N?tlvendigkeit, solange nicht der Besuch auch dieser Schulen allgemein unentgeltlich gewährt wird. Die Gstadt Berlin hält eine Anzahl solcher Freistellen bereit: ihren G v'u n a s i e n. Realgymnasien, O b e r r e o l- schulen und auch in den Realschulen(die eigentlich nicht als hithere. sondern als mittlere Schulen gelten) darf Schulgeld- crlah bewilligt werden für im Maximum 10 Proz. aller Schüler. In den Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen bleiben von dieser Vergünstigung die Schüler der Borschulklassen ausgeschlossen, weil den Kindern zahlungsunfähiger Eltern die all- gemein unentgeltiche Gemeindeschule den notwendigen Elementar- Unterricht als Vorbildung für den Besuch höherer Lehranstalten vermitteln müsse. In den Realschulen(denen man erfreulicherweise keine Vorschtulklassen gegeben hat) bleiben noch die Schüler der beiden untersten Klassen Sexta und Quinta ausgeschlossen vom Ge- uusi der Freistellen, weil die Realschulen Berlins erst in Quarta mit dem fremdsprachlichen Unterricht beginnen, so dah die Kinder Kahlungsunfäliger Eltern sogar bis zur Reife für Realschulquarta die Gemeindeschule besuchen können. Auch für die Berechnung der 10 Proz. Freischüler wird in den Gymnasien, Realgymnasien, Qberrealschulon die Gesamtzahl nur der Schüler von Sexta auf- wärts, in den Realschulen die Gesamtzahl nur der Schüler von Quarta aufwärts zugrunde gelegt. Im übrigen aber wird die Be- rechnung nicht innerhalb der einzelnen Klassen und nicht einmal innerhalb der C-inzelnen Anstalten vorgenommen, sondern es loerden olle Gymnasien, Realgymnasien. Oberrealschulen als ein Ganzes und ebenso alle Realschulen als ein Ganzes behandelt. Durch dieses Verfahren wird ermöglicht, daß aus Schulen, in denen etwa das Verlangen nach Freistellen nur gering ist, die nicht verwendeten Freistellen an andere Schulen übertragen werden können, die dem bort vielleicht sehr starken Bedürfnis nach Freistellen sonst nicht zu genügen vermöchten. Es gibt Lehranstalten, an denen die Frei- siellenzahl unter 5 Proz. der Schülerzahl bleibt, es gibt andere, ein denen sie über 10 Proz. hinausgeht, ja bis an 15 Proz. heran- reicht. In den Realschulen sind die Unterschiede minder beträchtlich, weil diese Anstalten eine größere Zahl von Schülern auch aus wenig bemritelten Familien haben, so daß hier das Verlangen nach Freistellen fast überall recht stark ist. Bisher haben in den Real- schulen die 10 Proz. Freistellen sogar so wenig gereicht, daß in zedem Halbjahr nur aus Mangel an noch verfügbaren Freistellen eine erhebliche Anzahl Gesuche zu- rückgewiesen werden mußten. Nach einem Beschlutz des Magi- strats, der kürzlich die Zustimmung der Stadtverordnetenversamm- lung gesunden hat, soll diesem Mangel dadurch einigermaßen be- gegnet werden, daß die in den höheren Lehranstalten etwa nicht vergebenen Freistellen fortan auch auf Realschulen übertragen werden können. Ob das schon genügen wird, erscheint sehr fraglich, aber es ist freilich immer besser als nichts. Auch in den Lehranstalten für Mädchen gibt eS Freistellen. Dem Mädchen-Realgymnasium, das Berlin seit einigen Jahren hat, stehen die üblichen 10 Proz. Freistellen zu, wobei für die Berechnung und Verteilung diese Anstalt zusammen mit den höheren Lehranstalten für.Knaben als. ein Ganzes behandelt wird. Auch auf dem Mädchen-RealgymnäsilUir bleibt die Nachfrage nach Freistellen zurück hinter dem Angebot; dagegen sehen wir bei den höheren Mädchenschulen die umgekehrte Erscheinung. Das ist allerdings begreiflich, denn bisher standen den höheren Mädchenschulen nur 5 Proz. Freistellen zu. Der Mangel an Freisteller. war hier stets ganz besonders fühlbar; zu Michaelis 1000 konnten. für alle sieben höheren Mädchenschulen der Stadt sogar nur.2 ganze und 4 halbe Freistellen neu vergeben werden, die durch Abgang von Freischülerinnen verfügbar geworden waren. Durch den erwähnten Beschluß ist nunmehr auch für die höheren Mädchenschulen die Freistellenzahl endlich aus 10 Proz. er- höht worden. Der Magistrat hat für sie, wie für die Realschulen, seinen Vorschlag damit begründet, daß»sich unter den Zu- r ü ck g e w i e s e n e n viele begabte und v d it d e n D i- rektoren warm empfohlene Kinder befanden". Für die Mädchenschulen hob er noch hervor, daß.».sechst von diesen bedürftigsten Schülerinnen bei vorzugsweiser Berücksichtigung nur ein sehr geringer Teil freien Unterricht erhalten konnte". Auch für die Mädchenschulen gilt weiter die bisherige Vorschrift, daß für Berechnung und Verteilung der Freistellen.alle.Schulen zu- sammengenommen werden, so daß Uebertragung von Freistellen auf Schulen mit stärkerem Bedürfnis möglich wird. Ebenso wird daran festgehalten, daß die untersten Klassen, die noch keinen fremdsprach- lichen Unterricht haben und als Vorschulklassen der Mädchenschulen anzusehen sind, von der Freistellenbswilligung ausgeschlossen bleiben. Die Vermehrung der Freistellen wird mancher, wonigbemittelten Familie erwünscht sein und noch manchem begabten Kind den Weg zu besserer Schulbildung erschließen. Hierbei darf, indes nicht übersehen werden, daß für die Möglichkeit eines Besuches höherer Schulen das Schulgeld nicht als w i ch t i g st e- A ws g a b e in Frage kommt. Wer für sein 51ind nicht auch die Kosten des Lebensunterhaltes noch für eine Reihe von Jahren drangeben kann, der mutz sich genügen lassen an der bitteren Erkenntnis, daß in einer nicht nach sozialistischen Grundsätzen geordneieir Gesellschaft der Besuch höherer Schulen trotz alfer � Unent'geltlichkeit des Unterrichts in der Hauptsache ein Privileg des Nachwuchses der besitzenden Klaffe bleibt. Jiiie der Frauenbewegung. Neujahrswunsch. Das alte Jahr ging zur Neige. Verflogen ist der FesteSraufch, der immer wieder alljährlich die Menschheit für kurze Frist einlullt in Friedensgefasel. Eigentlich sollte da? Leben nur Freude und Fest sein, die Arbeit freudiges Schaffen lind Genießen, nicht Frondienst, der die besten Lebenskräfte aufsaugt, nicht Kampf um den notdürftigsten Lebens- unterhalt I Die gesamte Menschheit hat gleiches Anrecht auf alle Erzeugnisse der Natur und Kultur! Aber, die da gottgewollte Ord- nung predigen, sitzen an der gedeckten Tafel und gönnen der Masse, die für sie frondet und ihnen erst die Güter schafft, nicht einmal die Brosamen, die von überfüllter Tafel fallen I In schmachvollster Weise verteuern die Genießer den Ausgebeutete» durch Steuerbelastung den notwendigsten Lebensunterhalt. Aber wehe dem, der an die voll- gefüllten Taschen rührt! Ans der Arbeitskraft von Männern, Frauen und Kinder saugen jene ihre Reichtümer, ans der ungeschützten Kraft der Mütter, den. Trägerinnen künftiger Lohnfklaven.„Lkampf" heißt für die Frauen die Losimg des neuen Jahres! Kampf um ihre Menschenrechte I Stetig mehren sich die Scharen derer, die erkennen, daß einzig und allein ein gemeinsam geführter Kampf sie aus der Knechtschaft des Kapitals, ans der Entrechtung als Mensch erheben kann.' Aber noch Tausende Indifferente gilt es aufzuklären, Taufende, die bei jeder Jahreswende hoffnungsvoll den Blick zum Himmel richten, von wo ihnen Erlösung kommen soll. Die aufgeklärten Frauen- jedoch stehen stolz und mutig zusammen. Ihr Blick hat-sich geschärft für die ge- schichtliche Enttvickelung ihrer Lage, sie»viffen, daß nur aus den eigenen Reiben des Proletariats,, aus gemeinsamem Kampfe Er« lösung aus Knechtschaft kommen kann. Soeben sehen wir einen imposanten Kampf jenseits deS Ozeans: 40 000 streikende Blusen- macherinnen in New Dork. iJn kurzer Zeit stieg die Zahl der Organisierten um Tausende.' Ileberall, wohin wir den Blick senden, kämpfen die Frauen einen schweren Kamsff mit ihren Ausbeutern. Winzig sind die Konzessionen, die man ihnen bisher hier und dort»nachte. In Preußen-Deutsthland jedoch sind die Reaktionäre, sind die Scharfmacher wieder eifrig an der Arbeit. Rastlos und unemwegt müssen die aufgeklärten Frauen im Kampfe stehen, die Stumpfsinnigen aufrütteln, die Zagenden mit Mut erfüllen. Kamps um Menschenrechle, Kampf mix das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wählrecht I das sei die Parole; Erfolg im Kampf, das ist unser Neujahrswunsch I Der Streik der Alusemnacherinnen in Slow Dork hat sich auch ans Philadelphia ausgedehnt. Dort sind bereits einige Er- folge erzielt. Eine Firma, die 400 Angestellte beschäftigt,' schloß am ersten Tage schon Frieden mit der Gewerkschaft. Am zweiten Tage halten fünf Firmen die Fordermigeii der Streikenden bewilligt. Die Gewerlschaft bat Lohntabellen veröffentlicht, nach welchen vor fünf Jahren der Wochenlohn der Bluseimiacherinnen noch 10 Dollar (42 M.) wöchentlich betrug, während gegenwärtig nur noch 7 Dollar (30 M.) erzielt werden. Zugleich aber lvird darauf aufmerksam gemacht, daß die Preise für Lebensmittel und die WobnüngSmicteu sehr in dieHöhe gegängelt seien. Gearbeitet wird von»l/zlihr morgens bis 0 Ilhr abends, bei einer nur balbstündigen Mittagspause. Allerlei kleine Abzüge müssen sich die Mädch�p noch gefallen lassen, z. B. für Trinkwasser, für Nadeln, für das Aufbeivahren der Garderobe und dergleichen. In Philadelphia kommen etwa 40 Unternehmer in Betracht, voll denen viele sich zum Frieden bereit erklärten, wenn ihnen eine Be- dinguiig erlassen lvürde, nämlich die Anerkennung der Ge» lo e r k s ch a f t.. Die Streikerinnen bestehen aber darauf, daß nur noch Mitglieder der Gewerkschaft beschäftigt werden dürfen. Hoffent- lich babeu sie vollen Erfolg. Wegen vorteilhafter Uebernahme des Warenbestandes der Firma Otto Belwe Nachf., Berlin, Turmstrasse 50, veranstalten wir am Montag, den 3. Januar 1910, vormittags 9 Uhr einen grossen Eröffnungs-Verkauf r Zur Erinnerung an unseren Eröffnungstag erlauben xuü uns jedem Käufer ein hübsches Präsent zu überreichen} J za überraschend billigen Preisen. 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STW.: Alt-Moabit 129(Eoko Worftatiaße). lurmstraße 81......... SW.: Jernsaleraer Straße 41(Böahoffplatz) BeUe-Älliance-Plate 3...... JUtterstraßa 48......... BeUe-Alliance-Straßo 81..... Fnednohatraße 209(Ecke Kochstr.) C CD P M K FG» n o EP H.T»' pa Onmienstraßo 140 Chni'loltcnbnrg; Berliner Straße 06....... Sovignyplatz 6........ Rankeatraße 36........ Kurftlrstendamm 188—189.... Tanentzienstraße 21—24..... Bismarckstraße 84....... SchfincbefK: Kaiser-Wühelm-Platz 2..... Martin-Lnther-Straße 3..... Bayerischer Platz 1...... Sohloßatraße 83. SteglUz: Chansseestraße 17 Schönhauser Alle 9—9»..... Reinickendorfer Straße 2..... Bmnnenstraßa 24........ Bad-Straße 56......... 1VO.J Londsberffer Straße 89...... Greifswalder Straße 3...... O.? An der Jannowitzbrüeke 4..... Frankfurter Allee 89....... SO.; Dresdener Straße 3(Kottbuser Tor) Köpenioker Straße 30...... C.: Königstraßa 41—43....... Am Spittalmarkt 8—10..... Hackescher Markt 1....... Depositenkassen in den Vororten: Wllmcrsidorf: UhlandstTaBo 57........ Sobaporstraße 1......... Friedonaa: Rheinstraße 17......... V Rixdorf: Berliner Straße 107....... WelBcnsee: Königchaussee 34........ liichtenbcrg: Frankfurter Chaussee 152a(E. Dorfstr.) Spandau: Markt 4.. Kasse J* 4 Q* n R n KL* . NO* , OP» « u* „ AB* a 81* GH* Kasse L :? I JK e K* n MN* „ F » DE* . T » QR* p O n E . v Kasse W* » BC* . y* * S » LM* , RS* « SP» Die mit einem* bezeichneten Kafsen besitzen Stahlkammerelnrlehtnng. Die Deppsitenkassen eröflnen Geschfiftstreibenden, Industriellen und Privaten laufende Konten für den Depositen- and Scheeh-Terfcelir und besorgen den An- und Verkauf von Wertpapieren, fremden Geldsorten, Schecks und Wechseln anf das Ausland,- die Ausschreibung von Kreditbriefen, die Ausgabe von Welt-Zirkular-Kreditb riefen, zahlbar an allen HauptplStzen der Welt, etwa 1800 Stellen, die Diskontierung sowie Einziehung von Wochsein, die Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren, die Versicherung von Wertpapieren gegen Kursverlust im Falle der Auslosung, die Einziehung der abzutrennenden Coupons. Beschaffung und Unterbringung von Hypoihekengeldern. Nachlaß- une Vermögens- Verwaltung, Uebernahme von Testamontsvollotrockungen. Sonderabteilung für Diskontierung von Buchforderungon. Gi9areffe5-30�etti 6i9arcffc$ Stahlkammern. Die Stahlkammern der Depositenkassen stehen unter eigenem Vorschluß der Mieter und eignen sich zur Mnewalirüiig von Wertpapieren, HypotMen-Dokomenlen, Urkunden, tfertgegenständen nnd Seiunaeksacben. Die Vermietung dieser Schrankfächer erfolgt je nach Wunsch aui beliebige Zeit; Bedingungen für den Depositenverkehr und die Benutzung der Stahlkammern nebst Beschreibung der letzteren werden an den Schaltern der Kossen ausgenändigt. Die Deutsche Bank ist mit ihren sämtlichen Zweignlederlassnngen and Depositenkassen amtliche Annabmesttelle von Zahlungen für Inhaber von Scheck-Konten bei dem Kaiscrl. König). Oesterreichischen Postsparkassen-Amte in Wien._ prima QualltBi(kein Axminster!) wundervolle Muster-Autwahl Größe ca. Mk. Wert 180/200 cm 1476(20.00) 160/230 cm 21E0(ao.oo) 200/300 cm 84 50(44.00) 250/860 cm 58 30(to.oo) Nach auswärts parNachnabma. Teppich-Spezial-Haus Berlin Süd. Seit 1882 ■di Oranienstf, 158. Onterhalte nirgends Filialen! Katalog u. 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Januar, abends 8 Uhr, findet in Hoppes FestsÄen, Hermnnstr. 49, der erste Vortragsabend über: „Die Geschichte unserer trde" statt. Das Thema des ersten Abends lautet: Historischer Abris— Die Bildung und Eittwickelung unseres Planetensystems. Eintrittskarten a S( Pf., welche für fünf Abende berechtigen, find noch bei den Funktiliäre» und im Hoppeschen Lokal erhältlich. Die nicht verkauften EiniittSkarten ersuchen wir beizeiten bei Hoppe niederzulegen. Der Bildungsausschuß. ßerllna* JVacbncbtcn. Freut uch deS Lebens... Heute früh, wenn tr erste Tag des neuen Jahres graut, werden in bitterer Jraie wieder ein paar Hundert Aus- erwählter jenes Stande! der als gefräßigster Bazillus des unvergleichlich schönen Zreußentums gilt, mit Trommeln, Pfeifen und Trompeten n die Berliner Welt hineinschmettern: „Freut euch des Lebens, o lang' noch das Lämpchen glüht..!" Auch so eine neue Modeist's, die vom Königsschlotz nach dem Volksherzen keine Brücke iaut.. In der Straße Uwr den Linden, wo die militärische Neujahrsmusik verzapft rrd, ist man soeben erst in bleiernen Schlaf gesunken. Die be Wein, Weib und Gesang durchtobte Silvernacht fordert ihre:— Katzenjammer. Uebernächtigte Hotelbedienstete trotten geiächlich aus den eleganten Portalen. hier und da wird hinterFenstervorhängen eine Spitzennacht jacke sichtbar, neugierig sitzen ein paar Droschkengäule die Ohren, am Laternenpfahl gähnt der öffentliche Hüter des Schutzes... und freut sie feines Heldenlebens. Schwerfällig. wie Trauermusik, die da! zur Rüste gegangene Jahr noch einmal zu Grabe tragen oill, wälzt sich das Bataillon der Schwalbennester über die Bttelpromenade. Vorn und nebenher die unvermeidlichen Pickelauben, dann ein paar Dutzend mitgröhlende Nachtschwärm:, die den Weg nach den heimischen Penaten noch immer nich finden konnten, und mehr als hundert Obdachlose, die toter nichts zu versäumen haben und sich berauschen am feußisch-militärischen Neujahrsgruß: »Freut euch deS Lebens..[" Eine Stunde später kllt es von den Kirchtürmen in der Lindenumgebung mit schalfiden Posannentönen:„Nun danket alle Gott... Ja, wcfr denn eigentlich? Für die hohe Ehre, daß wir Preußen si> und uns des Schlaraffenlebens im Preußenlande freuen ollen? Wunderliche Schwärmer sind es doch, die den Name ihres Gottes stets auf den schein heiligen Lippen fiihren und, och öfter ihre gierigen Hände in unsere Taschen versenken. Vielleicht bald schon werden die wimmernden Neujahrsgloä, kein menschliches Denkwesen mehr in die Kirche locken, nd in anderer Melodie klingt es volksbefreiend weit über)ie Lande: Freut euch des Lebens.... Das Straßenbild hat ich inzwischen belebt. Linden bummler dritter Garnitur, hmilose Provinzonkels mit Familie und gewohnheitsmäßige Vliner Maulaffen staunen den Neujahrsempfang bei Hofe c. Mit Tschingbum zieht aber mals unsere kostbare SoldaZka auf, in blitzenden Parade uniformen, an denen der Smeiß des Volkes klebt, an der Spitze ein leibhaftiger Prinz. Die Menge reckt die Hälse und brüllt sinnlos Hurra.„Hei dir im Iiegerkranz" beginnt irgend ein Halbidiot, dem no> die Silvcsterbowle im Schädel spukt, zu krähen. Ein paar te Weiber führen gerührt die Naslappen an die tränenfeuren Patriotcnaugen. Dutzende tlänzender Staatskarossen nf bezopften und bepuderten steuern rollen auf Gummi utlos vorüber. Klapperdürre Generale und Geheiniräte stein gravitätisch über das blitz blanke, heute durch magistrqche Fürsorge vom kleinsten Pferdeäpfelchen befreite Lindetflaster... und freuen sich ihres prunkreichen Lebens. Schutzleute mahnen in echt preußischem Kaferncnhofton dk Neugierigen, an der Bord schwelle Richtung zu nehmen, erittene Polizeioffiziere lassen ihre Gäule tänzeln und überbien sich in meist höchst über flüssigen Anordnungen. Und vnn endlich zwischen Schloß und Zeughaus das bekannte Rijahrsschauspiel anhebt, bei dem die bürgerliche Staffage so»rn gesehen wird, schreit sich die patriotische LindenzaungaleriHie Kehlen heiser. Wie dankbar muß doch dasgolk dem Gottcsgnadentum sein, daß es zum letzten Ende zfischer Neujahrsfeicr über- Haupt zugelassen wird. Ob wo> der eine oder der andere daran denkt, doß all dieser au�ingliche Glanz aus den Taschen des vei'chteten, rechtlos, Volkes reflektiert? Da hinten an der Abfperrungslinie Utfen Tausende, die allen militärischen und höfischen Zaub zwar aus dem Wege gehen, auf die Freigabe des zwecklcunlerbundenen Feiertags- Verkehrs. Barsch zeigt ihnen derZchutzmann, dag er das Schnauzen auch im neuen Jahrenoch nicht verlernt hat. Und irgendwo pfeift dazu im afig eine Spottdrossel: Freut euch des Lebens, so lang ihr ieuß'sche Michels seid! Die Zugüberfüllung auf Stadt-, R«nd Vorortbahnen ist«in Mißstand, über den immer wiedageklagt wird. Die Eisen« bahnverwaltiing könnte Abhilfe schaffen, ton sie zu den Zeiten des stärksten Verkehrs noch mehr Züge lauü ließe. Aber es scheint, daß sie selber den beklagten Mißstand nichdis solchen empfindet. Mancher meint vielleicht, daß Ueberstung der Eisenbahnziige NM an schönen Sommertagen vorkomme, Denn ganz Berlin ins Freie ausfliegt und dai"- das gelualiigev« der Ausflügler in wenigen Abendstunden zurückbefördert werfe, will. Ach nein, der bekannte Kampf um das Mitkomme, ist nicht nur die„un- entbehrliche' Zugabe zum Sonntagsausflug es Berliners, sondern spielt sich in ähnlicher Weise eigentlich Tag r Tag in Berlin und Vororten ab, nämlich zu den Stunden, wodie Arbeiter und Ar- beiterinnen am frühen Morgen oder am Spifeachmittag und Abend ihre Fahrt nach oder von den LbeitSstätten zu überstehen haben. Man muß so etwas selber gehen oder noch besser selber durchgemacht haben, um daS SkandalösHieseS ZustandeS voll würdigen zu können. Eine Zuschrift an uns, die wieder mal über die Zugüberfüllung klagt, schildert besonders, wie es bei starkem Verkehr auf dem Bahnhof Warschauer Straße zugeht. Es wird da gesagt. man könne morgens von hier aus die Fahrt nach der Stadt manchmal nur mit Lebensgefahr antreten. Daß Züge mit knapp geschlossenen oder gar noch offenen Türen abfahren, sei keine Seltenheit. Für Fahrgäste, die hier in die voll ankommenden Züge ein- steigen, sei selbstverständlich keine Rede mehr von der Möglichkeit, noch einen Sitzplatz zu finden. Eingepackt, wie in ein HeringSfaß, fahre man ab. In derselben Zuschrift wird auch erwähnt, daß eS morgens auf Bahnhof Warschauer Straße manchmal fast unmöglich sei, an die abfahrtsbereiten Züge heranzugelaugen, weil zu der- selben Zeit aus den angekommenen Zügen ein Strom von Arbeitern und Arbeiterinnen der benachbarten Fabriken sich über den Perron ergießt und dem Ausgang zuflutet, der zugleich als Eingang von der Straße her dient. Diesem Uebclstand wird indes nächstens ab- geholfen werden durch Anlegung eines besonderen Ausganges, der längst notwendig war und jetzt im Bau ist. Eine andere Zuschrift schildert die Zustände auf Bahnhof R i x d o r f. Morgens, wenn unser Gewährsmann seine Fahrt nach Bahnhof Papestraße antritt, seien die Züge fast regelmäßig so über- füllt, daß beim Schließen der Türen die wie Schiffsware verstauten Menschenknäuel zusammengedrückt werden müssen. Und abends auf der Heimfahrt könne man Aehnliches erleben. Da man den Wochen- karten wohlweislich den Vermerk„4. Klasse' aufgedruckt hat, so kann kein Arbeiter versuchen, sich darüber zu beschweren, daß für ihn kein Sitzplatz da ist. Die Wagen der 2. Klasse sausen sclbsivcrstäiidlich fast ganz leer mit. aber wehe dem, der hier einsteigen wollte, wenn die 3. Klasse überfüllt ist. In deiner Ratlosigkeit willst du beim Zugführer im Dienstcoupö Platz nehmen. Doch hier kann dir'S passieren, daß du entweder die gnädigst gewährte Erlaubnis wie einen Akt ganz besonderen Wohlwollens empfinden mußt oder-—abgewiesen wirst. Dem Verfasser der Zuschrift aus Rixdorf wurde einmal auf Bahnhof Rixdorf der Zutritt zum Dienstcoups verweigert, obwohl außer dem Zugführer nur noch zwei Beamte darin saßen. An einem Novembermorgen, wo es dort wieder toll herging, trat er an den Zugführer heran:.Ach, bitte, ich darf wohl hier mit einsteigen. Es ist überall voll, bei Ihnen ist ja noch Platz.' Der Zugführer, breit vor der zugeschlagenen Tür stehend, wehrte ab:«Hier giebt'S nichts einzusteigen!' Da half kein Parlamenlieren, dem ab- gewiesenen Arbeiter blieb nur übrig, sich schnell ncch in ein benach- barteS, längst überfüllteS Conpö hineinzuzwängen. Am Bahn- Hof Papestraße ersuchte er den'Zugführer:„Sie sind wohl so freundlich und sagen mir Ihren Namen, ich will mich über Sie beschweren. Ich will doch mal sehen, ob Sie nicht verpflichtet sind, mich mitzunehmen.'„Was wollen Sie von mir!? Da könnte ja jeder kommen! Sie sind doch nicht mein Vorgesetzter. Sie gehen mich gar nichts an.' Der Zugführer verweigerte Nennung des Namens und fuhr ab. Der Arbeiter wandte sich an den Stations- Vorsteher und bat um Angabe der Nummer des ZugeS, damit er sich über den Zugführer beschweren könne, weil der nicht den Zutritt zum Dienstcoupö gestattet habe. Der Vorsteher meinte, nötig habe der Zugführer daS nicht, es sei nur guter Wille, wenn er es tue. Doch der Arbeiter verließ sich weder auf den Zugführer noch auf den Stationsvorsteher, sondern beschwerte sich bei der B e- triebsinspektion l(Jnvalidenstr. 61). Nach längerer Wartezeit kam die folgende Antwort: „Auf Ihre Beschwerde vom 10. vorigen Monat« teile ich Ihnen ergebenst mit, daß Ihnen nach Lage der Sache der be- treffende Zugsübrer die Mitfahrt in dem Dienstabteil hätte gestatten müssen. Derselbe ist wegen seines Wer« Haltens bestraft worden.' Wir sind gewiß nicht Freund davon, bei jedem Mißgriff sogleich auf den Beschwerdeweg hinzuweisen. Hier aber kann man es nur billigen, daß einmal einer das Recht des Publikums auf das Dienstcoups feststellte. Jetzt weiß wenigstens jeder, was er gegebenenfalls zu beanspruchen hat. Beamte, denen bei Streitigkeiten mit dem Publikum von ihren vorgesetzten Behörden und von etwa angerufenen Gerichten ein be' anderer Schutz gewährt wird, sollten gerade deshalb es für ihre Pflicht halten, jeden un- nötigen Streit zu vermeioen, der für einen Nichtbeamten nur zu leicht sehr böse Folgen haben kann. ES ist schlinim, daß ein Zug- sührer erst durch Beschwerde darüber belehrt werden muß. was er zu tun gehabt hätte. Hoffentlich hat die Betriebsinspektion nicht Unterlasten, jetzt den Zugführern und auch Stationsvorstehern die Bestimmung über Zulastung zum Dienstcoupö erneut einzuschärfen. Zu wünschen bleibt aber auch so noch, daß für Einstellung von mehr Zügen gesorgt wird. Denn selbstverständlich reicht schließlich auch kein Dienstcoupö aus. Hundert« von Ueberzähligen aufzunehmen._ Die nettt Straßenbahnlinie Warschauer Brücke— Lichtenberg wird von der Hochbahngesellschaft am Neujahrstage 5,40 früh dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Diese Bahn führt vom Hochbahnhos„Warschauer Brücke' durch die Warschauer, Revaler, Libaucr, Wühlisch-, Weichsel- und Scharnweberstraße bis zum vor- läufigen Endpunkt an der Ecke der G ü r t e l st r a ß e. Nach Fertig- stellung der im Bau befindlichen neuen Ueberführnng der Ring- bahn über die Gürtelstraße(die voraussichtlich im April 1910 er- folgen wird), soll die Straßenbahnlinie durch die Gürtelstraße bis zur Frankfurter Chaussee durchgeführt werden. dem vorläufig aufgestellten Fahrplan wird der Betrieb in Richtungen mit einer Wagenfolge von zehn Minut 12 Uhr 28 Min. abends ab Hochbahnhof„Warschauer Bru� 12 Uhr 40 Min. abends ab Lichtenberg) eingerichtet werdery je nach Bedürfnis, weitere Wagenzüge eingelegt werden sol daß sich für die Stunden des stärkeren Verkehrs, morgenS i| mittags bis abends, eine Wagenfolge von fünf Minute geben wird; außerdem wird der Anschluß nach und voj. letzten Hochbahnzügen Berücksichtigung finden. Der Tarif ist'... gleiche wie auf der anderen Zubringerlinie vom Zentralvieh�of zur Warschauer Brücke; cS werden demgemäß für beide Linien Heber- angS karten für eine Hochbahnfahrt ausgegeben, wohei die -traßenbahnfahrt mit 5 Pf. berechnet wird. „Müttcrkonferenzen" für Groß-Bcrlin. DaS bekannte„Zeller- Haus" in der Quitzowstraße 121, Rettungshcim für verlassene und gefährdete Trinkerkinder, tritt zum Jahreswechsel mit einer neuen sozialen Einrichtung von weittragender praktischer Bedeutung vor die Oeffentlichkeit. Unzählige Klagen, welche die Gründern deS Zellerhauses, Oberin Anna Zeller. im Laufe ihres 32jährigen pädagogischen Wirkens in Deutschland und England über Er- ziehungsresultate immer wieder hörte, veranlaßten f;-— kleine Mütterversammlungen zu veranstalten, in dei praktische Fragen der Kindercrzichung behandelt w: diesen Besprechungen blieb jede religiöse oder politifi streng ausgeschlossen. Es sind nun seitens des genannten� Heimes die einleitenden Vorkehrungen getroffen worden, Mütterkonferenzen auf die verschiedensten Stadtviertel später auch auf die Vororte auszudehnen, und zwar daß eine vom Zellerhause bestimmte Leiterin eine am schränkte Zahl von Müttern in Klaffenzimmern von Schi anderen geeigneten Räumen um sich sammelt. In bestimmten größeren Zeitabständen werden diese Leiterinnen unter dem Vorsitz einer älteren, in Fragen der Kindererziehung sehr er- sahrenen Dame in einem im Berliner Rathause bereits zur Ver- fügung gestellten Sitzungszimmer zu einer Hauptkonferenz zu- sammentreten. Diese Konferenz soll den Zusammenhang der Einzelbezirkc, die Sammlung der gemachten Erfahrungen und ein planmäßiges gedeihliches Weiterwirken ermöglichen. Da namentlich auch Gcsundheitsfragen zur Diskussion stehen werden, so haben die Aerzte und Zahnärzte des Zellerhauses auch bei dieser Neuerung, welche übrigens den so lebhaften Wunsch des Zu- sammenwirkens von Schule und Haus seiner Erfüllung einen tüchtigen Schritt näher bringen dürfte, ihre unentgeltliche Mit- Hilfe zugesagt. Wir fürchten, daß das Zellerhaus, gegen dessen Ziele und Ver- waltung im allgemeinen nichts einzuwenden ist, der großen und dankbaren Aufgabe, an die es sich da heranwagt, in seinem gegen- wältigen Entwickelungsstadium noch wenig gewachsen ist. Die anerkennenswerte Kraft, welche dieses neuartige RettungSheim bisher für etwa vierzig Trinkerkinder eingesetzt hat, sollte doch nicht verzettelt werden. Auch in kleinem Kreise kann man Großes leisten. Nicht gefallen will uns serner, daß die Heimzöglinge, darunter noch nicht schulpflichtige, etwas sehr oft durch Heran- ziehung zum Chorsingen zu Reklamczwecken benutzt werden. Das Heim mag sich, wie wir ganz gern glauben, in finanziellen Nöten befinden. Um diese zu beheben, gibt es aber doch wohl noch andere Mittel, als alle Augenblicke durch die Zurschaustellung der Trinker- kinder auf das Mitleid des Publikums zu spekulieren. In der Säuglingsfürsorgestelle I, Blumeustr. 73, findet im Januar je einmal wöchentlich Unterricht in der Säuglingspflege mit praktischen Uebungcn statt. Meldungen hierzu ichriftlich oder iniind- lich an das Bureau des KinderhanseS. Blumeustr. 78, vorn links parterre von 2—4 Uhr. Eine nllgeineine Städtcdau-AuSstrllung wird im Mai und Juni 1910 in Berlin stattfinden. Die Ausstellung soll mustergültige Leistungen des In- und Auslandes auf dem Gebiete des Städte- baueS im weiteren Sinne vereinigen, im besonderen glückliche Lösungen von Fragen vorführen, die in der EntWickelung der großen Städte brennend sind. Die Fülle von Bilden, und Plänen, Modellen und veranschaulichender Statistik wird dem Laien wie dem Fachmann eine Grundlage geben für die Beurteilung der künstigen Bebauungö- Pläne der Großstädte. Der Geschäftsplan des Landgerichts I für das Jahr 1910 ist er- schienen und zeigt mancherlei Veränderungen in der Besetzung der Zivil- und Strafkammern. Am Landgericht I wirken außer dem Präsidenten, Geh. Oberjustizrat Fabricius, 51 Direktoren und 150 Richter, außerdem 84 Handelsrichter und 84 Stellvertreter der- selben. Die Präsidialgeschäfte führt der Präsident unter Beistand des Geh. Justizrats Landgerichtsdirektor O u a st für die Kriminal- abteilung und des Landgerichtsdirektors Kanzow für die Zivil- abteilung. Es gibt 43 Zivilkammern, an denen außer dem Präsi- denken 41 Direktoren und 88 Richter wirken.— In Moabit sind für daS nächste Jahr wieder 10 Strafkammern eingesetzt, die nach dem� GcschäftSplan folgende Besetzung haben: Strafkammer I: Vorsitzender: Direktor Blanckmeisier; Beisitzer: Landgerichts- rätc Regcnberg, Lampe. Grodke und Foth.— Strafkammern: Vorsitzender: Direktor West ermann; Beisitzer: Landgerichts- räte: Wagner, Rimbach. Landrichter Lieder. Für den Beisitzer Landgerichtsrat Busch, der inzwischen in Pension gegangen ist, muß ein Ersatzmann ernannt werden.— Strafkammer III: Vorsitzender: Direktor Lieber; Beisitzer: Landgcrichtsräte Neumann, Kcsseler, Roedelius und Musiol.— Strafkammer IV: Als Vorsitzender tritt für den erkrankten Direktor I ä n i s ch der Di- rektor Gay er ein; Beisitzer: Landgerichtsräte Geheimer Justizrat Peltasohn, Dr. Fritzschen, Simonson und Methner.— Strafkammer V: Vorsitzender: Direktor Dr. Röchling; Beisitzer: Landgerichtsräte Geh. Justizrat v. Strombeck, Levinsohn, Pauli und Voelker.— Strafkammer VI: Borsitzender' Direktor Dr. Goebel; Beisitzer: Landgerichtsräte Mewes und Gohr und Land- lichter Griebel und Windaus.— Strafkammer VII: Vorsitzender: Direktor Splettstoeßer; Beisitzer: Landgcrichtsräte Dr. Wilcke, Kämpfer, Goldstandt und Landrichter Dr. Cohn.— Strafkammer VIII: Vorsitzender: Direktor Geh. Justizrat Quast; Beisitzer: Landgerichtsräte Haberstroh. Ulbrich, Tesche«- darf und Landrichter Dr. Peisker.— Strafkammer IX(Berufungskammer für Privatklagen): Borsitzender: Direktor Neuen» f e l d; Beisitzer: Landgcrichtsrat Thienel und Landrichter Schirmer. — Strafkammer X: Vorsitzender: Direktor U n g e r; Bei- sitzer: LandgerichtSräte Kade und E rn st und Landrichter Elsncr und Loeffler.— Als Stellvertreter für die Strafkammern sind be- stimmt die Landgcrichtsräte Heilbrun, Schilling und Arnold und Landrichter Dr. Kriener.— Als Untersuchungsrichter fungieren für nächstes Jahr die Landgerichtsräte Brandt, G r u n o w und Friedr. Schmidt, sowie die Landrichter S p r o ck- hoff, Dr. D r e i st, Dr. S e n ck p i e h l und Bombe.— Bein, Schwurgericht sind zehn Tagungen in Aussicht ge- nommen, die am 10. Januar, 7. Februar, 7. März, 18. AprU. 23. Mai, 27. Juni, 10. September, 17. Oktober, 7. November und 5. Dezember ihren Anfang nehmen sollen. � Ick dementiere mir! Herr v. Jagolv, der neue Polizei- Präsident, sollte nach einem Korrespondenzbericht, aus den zahl- reiche Redaktionen hineinfielen, sich als Harun al Raschid betätigt haben und beim unerwarteten Besuch von Polizeiwachen auf be- denkliche Mißstände gestoßen sein. Wir hatten die Aeußerung, soweit es sich lediglich um den hohen Besuch handelt, von vorn- herein als WeihnachtLente bezeichnet. Nach unserer Erinnerung ist ein solcher Schwindelbericht, der in plumpester Manier schmeicheln will, noch fast bei jedem Präsidentenwechscl aufgeflogen. Herr v. Jagow läßt jetzt ernstlich feststellen, daß er heimlich keine Berliner Polizeiwachen inspiziert habe. Ein Orden für Bratenspickcn. Wie der amtliche Ordensbericht meldet, ist einem königlich preußischen Bratenspicker ein königlich Jreußi scher Orden verliehen worden. Wir finden diese Verdienst. mrdigung auch durchaus in der Ordnung. Nichts ist geeigneter, inem Staatsoberhaupt die gute Laune zu erhalten und d«e Re» 'Ijierungsgeschäfte zu erleichtern, als ein gut gespickter Braten. t- Das Opfer eines Streites zwischen ihren Söhnen ist die 55 Favre alte Malerfrau Wilhelmine Noack geb. Krümmel aus der Krausnick- straffe 14 geworden. Die Frau, die zum zweitenmal mit einem Malermeister verheiratet war. besaß au« ihrer ersten Ehe einen 34 Jahre alten Sohn Albert Nehler, der Maler ist. Dieser ist den, Trunk ergeben und befand sich ein Jahr lang in der Irrenanstalt Dalldorf, vis ihn vor B/. Jahren seine Mutter auf seine Bitten her- ausnahm. Seitdem arbeitete Nehler hin und wieder bei seinen, Stiefvater. Hier geriet er mit seinem Stiefbruder in Streit. Als er endlich gegen diesen das Messer zog. drang leine Mutter ein, um den Streit zu schlichten. Jetzt stieß er der Mutter da« Messer in den Rücken und verletzte sie so schwer, daß sie gestern in, St. HedwigSkrankenhauie starb. Nehler wurde nach feiner Untat am nächsten Tage in einer Schankwirtschaft in der Großen Hamburger Straße ergriffen und wieder nach der Irrenanstalt gebracht. Der Oekonom der Brauerei Friedrichshain sendet uns zu unserer in der DonnerStagsnummer enthaltenen Notiz: Weihnacht?- Rücksichtslosigkeit, ein längeres Schreiben, in dem er zunächst festzustellen bittet, daß das Entree am Sonntag 80 Pf. pro Pcrsou betragen habe. Dann heißt es in der Zuschrift: „Die Herrschaften, die sich beschwerten, daß sie nicht gleich latz fanden und zu denen ich die Aeußerung getan haben soll. aren mehrere Personen und wollten einen Tisch für sich haben. Die» ist WM am 2. Feiertage sehr schlecht zu machen, und wenn fchon größere Gesellschaften kommen, dse zusammensitzcn wollen. o müssen sich dieselben schon etwas früher einfinden. Tatsächlich war um diese Zeit, als der Vorgang sich hier abspielte, der Besuch um SM Personen weniger als am 1. Feiertage, die um diese Zeit ohne jede Klage placiert waren. Von„Stehplätzen" habe ich über- Haupt gar nicht gesprochen. Es werden grundsätzlich nur soviel Billetts an der Kasse verkaust, als auch Sitzplätze vorhanden sind und auch die polizeilich vorgeschriebene Bcsuchszahl lautet. An allen Tischen waren um die betreffende Zeit noch vielfach Plätze frei, die Herrschaften bestanden aber wie gesagt darauf, einen ganzen Tisch für sich zu haben. Außer mir waren 5 Placeure im Saale anwesend, welche für sofortige Unterkunft der Gäste sorgten und Platz anwiesen." Die Berichtigung des Herrn Liebing bezieht sich nur ans einen speziellen Fall, in welchem eine Anzahl Personen hätten zusammen- sitzen wollen. Wir können verraten, daß auch noch zahlreiche andere Leute am Sonntag schlechte Erfahrungen gemacht haben und daß es diesen gar nicht erst gelungen ist, den Oekonomen überhaupt sprechen und ihn ihre Beschwerden vortragen zu können. ES haben Leute, die 3,20 M. für Entree erlegt hatten, ohne daö geringste Llcguioalent dafür zu erhalten, ihr Geld auch nicht zurück bekamen, daL Lokal verlassen müssen. Es ist daS um so bedauerlicher, als im ollgemeinen das Lokal Friedrichshain zu denen gehört, die sich den Ruf eines soliden Geschäftsunternchmens erworben haben. Als Heiratsschwindler wurde ein gewisser Otto Heß auS der Dessaucr Straße festgenommen. Der Schwindler, der keine Lust zu ehrlicher Arbeit hatte, verschaffte sich-durch Zeitungsanzeigen die Bekanntschaft heiratslustiger junger Mädchen und plünderte diejenigen, die etwas Geld besaßen, nach Kräften aus. Am schlimmsten erging es einem Dienstmädchen, das 3000 M. und außerdem Gold- und Silbersachen, Geschenke von Dienstherrschaften von beträchtlichem Werte besaß. Hetz versprach dem Mädchen die Ehe und machte sie so sicher, daß sie ihm alles anvertraute. Unter der Vorspiegelung, daß er Mittel zur Einrichtung einer Schank- Wirtschaft brauche, lockte er der Vertrauensseligen nach und nach nicht nur das Geld, sondern auch noch die Wertsachen ab. Als sie endlich auf die Eheschließung, die der Schwindler unter allerlei Einwänden immer wieder hinausgeschoben hatte, drängte, setzte er sie kurzerhand vor die Tür. Die Betrogene machte jetzt Anzeige. Unterdessen hatte er einen» anderen Mädchen zuin„Möbelankauf" 500 M. abgenommen, ein drittes aber durch einen Freund aus- beuten lassen. Bevor die Kriminalpolizei ihn festnchinen konnte, verließ der Schivindler eiligst Berlin und begab sich nach Wien. Als er sich auch dort nicht mehr sicher fühlte, kehrte er jetzt nach Berlin zurück und legte sich einen falschen Namen bei. Das nützte ih-n aber nichts. Die Kriminalpolizei erkannte ihn bald und nahm ihn fest. Bon einem Rangierzug überfahren wurde vorgestern der 22 Jahre alte Eisenbahimrbeiter Albert Jachminat aus der Dennc- witzstraße 19 auf dem Potsdamer Güterbahnhof. Er erlag auf der Stelle seinen Verletzungen. Die Leiche eines ertrunkenen Bootsmannes wurde gestern nach- mittag iin Tegeler See geborgen. An der Borsigichen Ablage hatte der ÄoolSinann Albert Block mit seinem Fahrzeug vor Anker ge- legen, um das Schiff zu entladen. Er hatte dabei das Unglück, von dem Ladebrett abzustürzen. Auf einen Selbstmord läßt ein Kleiderfund am Landwehrkanal schließen. Auf der Uferböschung gegenüber dem Hause Kottbuser Ufer 7 fand man eine braune seidene Bluse mit weißem Einsatz und Aermclaufschlägen, einen grün gesprenkelten Rock, zwei schwarze Röcke, die als Unterröcke getragen worden zu sein scheinen, und ein graues Jackett mit Samtkragen. Es wird vcrinutet, daß eine Selbstmörderin diese Sachen am Ufer zurückgelassen habe. Ein Zusammenstoß dreier Gefährte ereignete sich vorgestern abend gegen S Uhr an der Ecke der Hohenstanfen- und Bamberger Straße. Die Autoinobildroschke Nr. 3949 fuhr mit einem Znge der Sirahenbatmlinie 90 in gleicher Fahrthöhe die Hohenstanfen-Straße entlang und versuchte an der Ecke der Bamberger Straße den Bahn- wagen zu überholen. Dabei stieß das Auto gegen den Hinter- Perron des Motorwaggons und wurde gegen einen an jener Stelle hallenden Lastwagen der Firma Ludwig Lieh, Kottbuser Ufer 20/22 geschleudert. Dabei wurde die Kraftdroschke vollständig zertrümmert. Luch der Straßenbahnioagen wurde erheblich beschädigt, während der Lastlvagen glimpflich davonkain. Nur einem glücklichen Zufall ist es zu danken, daß Personen bei diesem dreifachen Zusammenstoß nicht verletzt worden sind. Das Auto war unbesetzt und der Cbaiiffeur war in dem kritischen Augenblick von seinem Sitz herabgesprungen. Die Fahrgäste des Straßenbahnzuges wurden zwar von ihren Slätzen geschleudert, kamen aber mit dem Schrecken davon. Die chöneberger Feuerwehr übernahin die AnfräumnngSarbeiten; die Störung dauerte zehn Minuten. Die Jugendbewegung einst und jetzt, über dieses Thema spricht Reichstagsabgeordneter Genosse Eichhorn w einer öffentlichen Jugendversammlung, die am Sonntag, den I.Januar, abends 7 Uhr. in den»Sophien-Sälen", Sophienslraße, stattfindet. Nach der Versammlung findet gesellige Unterhaltung statt. Der Berliner Jugendausschuß ladet alle Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen zu dieser Versammlung freundlichst ein und erwartet wegen des die Jugend besonders interessierenden Bortrages zahlreichen Besuch._ Deutscher Arbeiter-Sängerbund, fficm Berlin und Umgegend. Am DienSlag, den 4. Januar, abends 8 Uhr. findet im Restaurant Küster, Beusselstr. 22, die beschließende Versammlung der Vereine Liederluit und Sängervereinigung Nordwest betreffs Bildung eines Stoßen ChoreS statt. Der Bund ersucht um Erscheinen aller Sänger die außer den beiden genannten Vereinen gewillt find, dem Chor bei- zutreten. „Die Abendburg". Der von einem literarischen Komitee mit dem Ehrenpreis von 30 000 M. ausgezeichnete Roinan von Dr. Bruno Wille beginnt soeben in der Wochenschrift»In Freien! Stunden" zu erscheinen. Der Roman wurde am 2l. Dezember» vorigen Jahres von uns einer eingehenden lobenden Besprechnn« unterzogen und es ist zu begrüßen,. daß die Buchhandlung Vorwärt« unsere»» Lesern die Möglichkeit gibt, sich den Roman aus billige unA» angenehine Weise zu verschaffen..In Freien Stunden" ericheiro»! wöchentlich zum Preise von 10 Pf. pro Heft. Alles Nähere ist«WM dem heute beiliegenden Prospekt zu ersehen, auf den wir unsere Lasers ganz besonders aufmerksam machen., Ein Riesenwal ist in dem Germania-AuSschanI in der Frankfurter Allee ausgestellt. Zeugengesnch. Derjenige Herr, welcher nach der Feuer- Versammlung am 10. Oktober d. I.. abends'/z 10 Uhr, mit einem jungen Manne an der Köpenicker, Ecke Neanderstraße einige Worte wechselte und dann der Anffoiderung der Polizei, weiterzugehen, «achkam. wird gebeten, setne Adresse an Böhm, Rixdorf, Jonas- straße 2 III, gelangen zu lassen. Unkosten werden gern vergütet. Betreffender Herr war etwa? stark und trug einen mit kleinen Knöpfen garnierten schwarzen steifen Hut. Arbeiter-Samnriter-Koloinik. Montag, den 8. Januar, abends v Uhr, Fortsetzung deS KnrsnS in der 1. Abteilung Dresdener Straße 45. Vortrag über Verbrennungen und Erfrierungen mit nachfolgendcn praklischen Urbuiigen. Die nächsten Lehrabende siiid: 5. Abteilung am 5. Jannar und 8. wld 4. Avteilung am(3. Januar. Vorort- JVadmcbtem Charlottenbnrg. DaS Anwachsen der Bevölkerungszahl Charlottenbnrgs vollzog silh— wie sich das bei den meister Berliner Vororten verfolgen läßt— in verhältnismäßig kurzer Zeit. Im Jahre 187S, also vor 34 Jahren zählte Charlottcnburg rund 25 000 Einwohner, 1880: 30 050, 1890: 71 300, 1900: 184 090, 1905: 230 600,, 1908: 267 600, lvährend die fortgeschricbcne Zählung für Ende Oktober 1909 be- teils 282 116 Einwohner ergibt. In den Jahren 1876 bis 1885 war die Zunahme der Bevölkerung ziemlich gering, sie überschritt kaum 6 Proz. der Einwohnerzahl. Erst von 1886 bis 1897 fand eine starke jährliche Zunahme der Einwohnerzisfern statt, besonders 1889, 1899, 1894 und 1895, in denen die Einwohnerzahlen um 14,59, 15,71, 13,15 respektive um 14,92 Proz. in die Höhe schnellten. Aber immer übertrumpfte das„schwache" Geschlecht in Charlotten- bürg das„starke" Geschlecht. So kamen schon im Jahre 1875 auf 100 Charlottenburger männliche Einwohner 107 weiblichen Gc- fchlcchts, und zeitweise stieg dieses Uebergewicht der Frauen und Mädchen über die Männer und Jungen auf 121 weibliche Ein- lvohner gegen 100 männliche. Von 1891 an war das weibliche Gc- schlecht dem männlichen in fortgesetztem Maße in der Zahl über- legen. Und auch am Anfang Oktober 1909 wurden auf 124 827 männliche Einwohner 159 037 weibliche gezählt. Von ferncrem Interesse ist das Anwachsen der Bevölkernngs- zahl Charlottenbnrgs auch insofern, als die vergleichenden Zahlen über die Einwobnerbeweguug von 41 deutschen Großstädten er- kennen läßt, daß Charlottenburg von der 15. Stelle, die es im Jahre 1906 mit 240 260 Einwohnern einnahm, 1907 mit 253 050 und 1908 »nit 265 950 Einwohnern an die 14. Stelle rückte, während es für 1909 mit 273 799 Einwohnern bereits die 13. Stelle erreicht hat. Es überflügelte in diesen Jahren Magdeburg und Chemnitz. WaS die prozentuale Zunahme der Bevölkerung anbetrifft, so stand Char- lottenbnrg 1906 mit 5,33 Proz. an achter, 1907 mit 5,10 Proz. an neunter und 1908 mit 2.95 Proz. an dreizehnter Stelle unter den 41 deutschen Großstädten. Voraussichtlich wird diese EntWickelung auch in den nächsten Jahren anhalten. Ein großer Teil des Charlottenburger Gebietes ist der Bebauung noch nicht erschlossen. Doch auch hier werden die nächsten Jahre schon Wandel schassen. Vor den Toren des Nord- »vestend-Viertels stehen bereits die Grundstücksspekulanten, die erst kürzlich wieder durch irgcndwcn an den Magistrat und die Stadt- verordnetenversainmlung wegen baldiger Erschließung jener Gegend petitionieren ließen. Und auf hartes Drängen von„liberaler" Seite ließ sich denn auch der Magistrat bereit finden, die Schutz- frist für das Nordwestend-Viertel nur noch für zwei Jahre be- stehen zu lassen.— Viel notwendiger aber als die baldige Er- schließung der Gegend von Nordwestend scheint uns die Fertig- machung der Gegend am N o n n« n d a m n» zu sein. Dort wird in verhältnismäßig kurzer Zeit ein starkes Bedürfnis nach Arbeiter- Wohnungen entstehen. Hier sollte die Tiefbau-Verwaltung zu- greifen. In erster Linie, um den Nonnendamm auszubauen. Denn schließlich braucht man ja nicht nur dem lauten Geschrei der Grund- stücksspekulanten nachzuhorchen. An die Hochbau-Deputation richtete die Malerorganisation vor einiger Zeit eine Petition. In dieser wurde die städtische Bau- Verwaltung ersucht, darauf hinzuwirken, daß bei. den Malerarbeiten an oder in stäotischen Gebäuden oder Bauwerken eine Verwendung von Bleiweiß nicht mehr stattfinden soll.— Schon seit langer Zeit und zu wiederholten Malen haben die sozialdemokratischen Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung in der Hochbau- Deputation und an anderer Stelle diesen nur zu berechtigten Wunsch der Maler vertreten. Bisher leider ohne jeden größeren Erfolg. Wohl beinühte sich die städtische Hochbauleitung, der Frage prüfend näher zu treten. Man wandte sich an Fachleute— natürlich zumeist an Malermeister— und erfuhr nun aus den Gut- achten, daß einmal das Bleiweiß in Qualität und Haltbarkeit noch durch keinen anderen Farbstoff ersetzt werden konnte, zum anderen sei die Gefahr der Bleiwcitzvergiftung am ehesten durch das An- rühren des trockenen Bleiweiß zur flüssigen Masse gegeben, und zuguterletzt sind die Arbeiter, die nicht die genügende Aufmerksam- keit auf die Jnnehaltung der bestehenden Borschriften verwendeten. zumeist selbst schuld an den häufigen Erkrankungen. Das Schluß- ergebnis war dann, daß die Hochbau-Deputation sich überzeugen ließ, daß, weil noch kein Ersatz für Bleiweiß gegeben ist, das Blei- weiß nicht entbehrt werden könne. Um aber die Bergiftungs- gefahren einzuschränken, wurde beschlossen, die für die Stadt tätigen Malermeister zu verpflichten, das Bleiweiß in gebundenem Zu- stand, strcichfertig von den Fabriken zu beziehen. Dabei blieb es bisher. In der Zukunft wird wohl auch die städtische Hochbauleitung Charlottenbnrgs darin weiter gehen müssen. Uin so mehr, als die Annahme, daß für Bleiweiß kein vollwertiger Ersatz vorhanden ist, eine irrtümliche ist. So hat nicht nur die Berliner Baudeputation beschlossen, den Verbrauch von Bleiweiß für alle städtischen Bauten auszuschließen, sondern die städtische Bauleitung in Dessau besteht seit Jahren auf den Ausschluß der Verwendung von Bleiweiß bei den Maler- arbeiten für die Stadt. In Oesterreich und Frankreich, in Belgien und in der Schweiz bestehen ebenfalls nicht allein Bestimmungen gegen die Verwendung von Bleiweiß, sondern von Behörden dort- selbst wird bei Vergebung von Malerarbeiten aufs energischste das Verbot der Verwendung von Bleiweiß aufgestellt und— durch- geführt.— Daß serner für Bleiweih ein genügender Ersatz ge- funden ist, bestätigten auch die Berichte der Gesellschaft für inter- nationalen Arbeitcrschutz und der Gesellschaft für soziale Medizin. Man darf nun wohl erwarten, daß auch die Hochbauverwaltung Charlottenbnrgs, einer Stadt, die sich bei jeder passenden oder nicht passenden Gelegenheit gern an die Spitze der sozialfürsorgenden Gemeinden gestellt sieht, aus diesem Gebiete wirklich praktischen Arbeiterschutzcs einige Fortschritte macht. Zwei Betriebsstörungen im Straßenbahnverkehr ereigneten sich vorgestern in Charlottenburg. In der Berliner Straße war ein Wagen der Linie Ii entgleist und mutzte durch Mannschaften des herbeigerufenen Rettungswagen wieder in die Schienen zurück- gebracht werden. Während der Ze.it von 4,05 Uhr bis 4,45 Uhr WDni�tags war der Straßenbahnverkehr an jener Stelle unter- Die Wagen der Linie 64 wurden durch die Bismarck- und WimerSdorfer Straße, die Wagen der Linien Q, QE und V durch jflSBbitttz- und Kantstraße abgelenkt.— Eine zweite ganz gleich- B��KStörung fand am Wilhelmsplatz statt. Sie dauerte eine DWMStunde und erstreckte sich ebenfalls auf die obengenannten �MMenbahnlinien. Lichttudcrg. Siadtvcrordnetcnsitznng. Die letzte Stadtverorbnetenfitzlmg schlug den bcreits in voriger Sitzung aiifgrstelllen Rekord der Dauer- sitziingcn um eine Siunde; die Sitzung währte von 5 Uhr bis zirka '/äl llbr nackits und mußte schließlich wegen Beschlußunsähigkeit auf- gebobe» werden. Unter geschäftlichen Mitteilungen verkündete der Stadtverordneten- vorstehcr, daß die bereils vor längerer Zeit beschlossene Anleihe in Höhe ton 12 Millionen Mark von der Regierung genebmigl worden sei. Wie wir bereits in der Dien«tagnum>ner deS„BorwänZ" mitgeteilt haben, ist der Magistrot der von der vorigen Stadt- verordnNensiyung beschlossenen Besoldung der hiesigen Lehrpersonen loinie�jei Dienst- und BesoldungSordnnng für die mirileren mtKgHtBfbeamten in einigen Punklen nickt beigetreien. stet» nun eine lebhafte Debatte darüber, cMvtill ftnente Beratung über diese Borlagen in öffent- liöMiÄ« geheimer Sitzllug vorgenommen werden solle. Während vMMktrcr Seite die Oeffentlickkeit verlangt lvnrde, beschlossen die in namentlicher Abstiinimmg, geHein» zu verhandeln. hierbei ist, daß auch der Führer der hiesigen Beamte»». LWDwldtv Frenche, für die geheime Sitzung stüninie; mit Recht ÄMflp.rft seinen Einfluß bei den Beainten zn verlieren, wenn die» selben Gelegenheit hätten, sein geradezu beamicnfeindlicheZ Vor» gehen zu beobachten. In der geheiincn Sitzung wnrde beichlosscn, die Vorlage in der vom Magistrat gewüiischten Weise abzuändern. In der nun folgenden öffentlichen Sitzung wurde für den Bc- zirk 26, umfassend Frankfurter Allee 164— 171s, Blumenthalstr. 1—10 und 34 bis Ende Herr M. Bläske, Friedrich-Karl- Straße 31 I als Arinenkommisiar geivählt, desgleichen als solcher Herr Jul. Krämer, Mainzer Str. 5, für de» Bezirk 39, hlmfassciid Frankfurter Allee 151—163 undMainzcrStraße Ferner wurde beschlossen, drei neue Lehrerstcllen für die evangeliicken Schulen zu errichte»». Die von der Kominissiol» beantragte Anstellung emer Lehrerin und eines Lehrers und eitzer Lehrerin für die Hilfsschule wurde jedoch g«gen unsere Stiininen ab- gelehnt. Auf eine von uns an den Magistiat gerichtete Anfrage, ob es wahr sei, daß in der Pfarrstraße noch Klassen der Volksschule für das Realprogymnasium eingerichtet weiden sollen trotz der großen Schulnot und Ueversiüllung der Schülllassct, antwortete der Bürger- meister Ziethen, daß dies allerdings ziltrcffe, jedoch»nüffe man sich so lange damit behelfen, bis die beiden höheren Schulen eigene Heime besitzen würden, was voraussichtlich für die höhere Mädchen« schule am 1. Okiober 1910 der Fall sei. Die von der vorigen Sitzung an eire Kommission verwiesene neue Umsatzsteuerordnnng wurde nach lanxer Debatte angenommen. Hervorgehoben zu werden verdient, daß kau die Magistratsvorlage bereits in der Koimnission»md später auh im Plenum derartig ver- schlechterte, daß man mit Recht sagen kam, sie ist von den Herren um Plonz und Schachtel(der sogenannt:»» Vorschiißbankgruppe) so zligestntzt worden, daß sie niemals di» Geldbeutel dieser Herren trifft. Charakteristisch war die Gcschcstsführung. Nachdem der ziveite Bürgermeister Unger die Magistrasvorlage wiederholt gegen die Angriffe derer um Plonz verteidigt hnte, brachte man eS fertig, dem Bürgermeister Dr. Unger auf seine Wortmeldung zu erklären, er hätte sich zu spät gemeldet und löme das Wort nicht erhallen. ja man ging in der Unparteilichkeit so weit, sich erst noch bei Herrn Schachtel zu befragen, was er dau meine. Mit Recht wurde von unserer Seite daraufhin erklärt, da; wir zu einer solchen un- sicheren und.unparteiischen" Geschättösihrung da? Vertrauen verloren hätten.— Bei dem nächsten Punte der Tagesordnung sollte es noch besser koimiten. Es stand nämlch die bei allen Grundstücks- spekulanten so„beliebte" Wertzuivachöstuer auf der Tagesordnung. Die vom Magistrat vorgelegte Vorlage sieht eine Besteuerung des Wertznivachses vor von 4 Proz., wenn dieser mehr als S Proz. beträgt; bei einem Werlzuivachs von melr als 10 Proz. bis 15 Proz. soll die Steuer 5 Proz. betragen nnd so steigeno bis 25 Proz. bei einem WcrtzmvachS von mehr als 100 Proz. deS früheren Erwerbs- wertes. Anders jedoch der von Herrn Kchachlel und seinen Freunden gcwün'chte Entwurf, den man mit Fiz und Recht eine Spottgeburt einer Wertznwachssteuer nennen kann Er sieht bei einem Wert- Zuwachs von mehr als lO Proz. und bs zu 20 Proz. eine Steuer von 3Ploz, bei einem Werlznivachs von nehr als 20 Proz. bis 30 Proz, eine Steuer vvn4Proz, vor und so steigiid bis löProz, Besteuern, lg deS Wertzuwachses, wenn dieser mehr»ie 80 Proz. deS früheren Er- werbsivertes beträgt In nainentlichr Abstimmung wurde dann auch die von Schachtel vorgeschlagene Skala angenominen. Bei der nun folgenden Weiterberaiung der einzelnen Paragraphen wurde die Maglstratsvorlage durch Anträge deS Herrn Schachtel noch der- artig verschlechtert, daß unsere Genifsen es ablehnen mußten, eins derartige Verhöbnung noch weiter mitzumachen. So verließen sie geschloffen den Saal, so daß eine weite L.sung wegen Beschluß- unfähigleit nicht vorgenonuiten wcrdzr konnte. Boxhage«- Rnmmelsdurg. Auf die Bekämpfung der Kindersttzblichkeit bezieht sich folgende Veröffentlichung des GcineindevorstoiteS:„Zur Bekämpfung der Kindersterblichkeit sin? die in unserem Gemeinde- bezirke unentgeltlich untergebrachten Pflegekinder, die unehelichen Kinder und die von unserer Armenvrivaltung ausgegebenen Kinder einer unentgeltlichen, regelmäßig witzerkehrenden ärztlichen Kontrolle bis zu ihrer Einschulung unterstellt, md ztvar gelangen: 1. Kinder unter einem Jahre jeden Monat, 2. Kinder von 1—2 Jahren jeden zlveiten Monat. 3. Kinder über 2ßahre bis zur Einschulung alle 6 Monate bei unseren Bezirksärzte», zur Vorstellung. Die Vorstellungen erfolgen: fir den Orrsteil Rummelsburg: bei dem Bezirksarzte Herrn Dr. med. V a n s e l o w, bier, Schillerstr. 32, nachmitlogs 5 Uhr,» und für den OrtSteil B o x- bogen: bei dem Bezirksarzte Hirn Dr. med. Schäfer, hier, Gabriel-Maxstr. 15, nachiniltags 5 Ihr. Die nächste Vorstellung findet statt am Dienstag, den 4. Januar 1910, für Kinder unter eilem Jahre und für Kinder von 1—2 Jahren. Die Pflegebefohlenen haben dt Kinder pünktlich vorzustellen. Als Armenunterstützung ist dUe ärztliche Kontrolle nicht anzu- sehen. Pankow. Eine Bersamwlnng der freien Jugendorganisation findet morgen, Sonniagnachinitlag 4>/z Uhr bei Clemen, Wollankstraße 122 statt. Vortrag des Genossen Kubig üb«:„Die Bedeutung der Jugend heute und vor hundert Jahrenl Die Arbeiterschaft wird gebeten, die schulentlassene Jugend auf tiefe Versammlung aufmerlsam zu machen bezw. dieselbe selbst zu bisuchen. Tempelhof. AuS der Gemeindrvertrewng Nachdem die Gebälter der in der Gemeinde täligen Beamten und Lehrer eine Anfbefferung er- fahren haben, beantragten die Oberlehrer an den hiesigen höheren Lehranstalten Gleichstellung mit den Oberlehrern Friedenaus, welche ein Anfangsgebalt von 3900 M. und ein Endgehall von 8400 M. beziehen. DaS Gesuch wurde«gelehnt mit der Begründung, daß sich die Gehälter im Vergleich U den Nachbargemeindcn in der Milte bewegen und eS soll abgeivartt werden, ob unser Ort bei der Regelung der Servisverhältnisli für Premzen in eine höhere Siuse kommt. Vier Name» der neu tngelegten Straßen sind beanstandet worden, da andere Gemeinden bereits die gleichen Namen g.wuhlt haben. Es wurden dieStraße l tsKönigSmark-) Rodrbeck-, die Straße 62 »Eckebardt-j Arnulf- und die Slkße 79 fEyel-t Tankbrechstraße benannt. Mitgeteilt wurde, daß der Virtrag ziviichen der Gemeinde»md der Großen Berliner Straßcnbabt bezüglich der VerlebrSveränderungen perfekt geworden ist. ES kon nun der Antrag des Vaterländischen Frauenvereins zu Tempelhos zur Beratung. Er verlangt wie all- jährlich 500 M. Uiiterstiitz»"g. Gleichzeitig teilte der Verein mir, daß. wenn ihm nicht gröstre Summen ans öffentlichen Mitteln belvilligt werden, er seine Btigkeit nur auf die Pflege von Kranken beschränken könne und den. Kinderbort" in der Kaiserin-Augusta- Straße am 1. April 1910 eingehen lassen müsse. Die 500 M. wurden bewilligt; die Erörterung über die Frage des„Kinderhort" wurde einer Kommiifion übertragen. Es wäre Zeit, daß die Gemeiude ailS eigenen Mitteln den Kinderhort erhält und betreibt. Spandau. Stadwerordnetenversauwlung. Zwei Vorlagen waren eS, welche bei der Sitzung am Doiuerstag im Vordergrunde der Erörterungen standen und die Versamulung bis in die neunte Stunde zusammen- hielten. In erster Linie war es die Vorlage betreffend die Gültigkeit der Stichivahlen der iweiten Abteilung, bei welchen der Arzt Dr, Kamorowiez und d»c Oberposlasfistent Schreiber gewählt waren. Infolge eines eingegangenen Protestes war von der Stadt- verordnetenveriommlunz ein Ausschuß eingesetzt. Dieser Ausschuß empfahl der Veriammlzng, die Ungültigkeitserklärung zu beschließen. Die Stadrverordnetenvtriammluitg schloß sich nach längerer Dis- luision dem AuSschußvvrschlnge an und stiminte mit großer Majorität für die Gültigkeit der Wahlen und vereitelte so den Schachzug der konservativ-antisemiti'chen Mehrheit der Kommisston. Die zweite wicktne Vorlage betraf die Beschlußsasimtg über di« Einführung einer llnissitz- und Wenzuwachsstener. Die Beratung der Vorlage war ziemlich am Schluß der Tagesordnung angesetzt und man glaubte schon, sie wifcde wegen vorgeschrittener Zeit gar nicht niehr zur Erörterung gelange«, da in der geheiincn Sitzung noch wichtige Borlagen zu erledige» waren. Dian verhandelte schon darüber, ob man itUJi Me öffenMch« Sitzung abbrechen wollte, als urplötzlich Stadtv. Genosse Pieck den Antrag stellte, doch noch in eine Generaldiskussion über die Steuervorlagen einzutreten. Der Antrag gelangte zur Annahme und nun entspann sich ein heißer Kampf. Auf der einen Seite standen die Vertreter der Spekulanten und Grundstücksbesitzer resp. Grundstückshändler, die Stadtverordneten Justizrat Dr. Baumert, Rechtsanwalt L ü d i ck e, Vorsitzender des Grundbesttzervereins Siefert und Maurermeister Die brich als Gegner der Steuern, aus der anderen Seite die Magistralsvertreter, unsere Genossen die Stadtverordneten Schmidt I und Pieck so- wie noch andere Stadtverordnete als Freunde der Vorlage. Am meisten legte sich der Justizrat Dr. Baumert gegen die Steuer inS Zeug. Als die Gegner schließlich sahen, daß sie nichts retten konnten, versuchten sie die Sache zu verschleppen, indem sie beantragten, die Vorlage nochmals in einem Ausschuß vorberaten zu lassen. Aber auch hier- mit fielen sie ab. Als die GeneraldiSkussion beendet war, wollte man mit aller Gewalt Schluß machen, aber die Mehrheit der Stadt- verordneten hielt Stange. ES wurde auch noch in die Spezial- diskussion eingetreten und schließlich gelangte die Magistratsvorlage mit ziemlich erheblicher Majorität zur Annahme. Ueber die Steuer ist zu bemerken, daß die Kommiifion die Schöneberger Wertzuwachs- steuerordnung zugrunde gelegt hatte. Der Magistrat halte diese aber erheblich gemildert und die Weißenseer Sätze, die erheblich niedriger waren, zum Vorbilde genommen. Seridns-Teltimg. (Siehe auch 1. Beilage.) Beleidigung einer Lehrerin. Ter Maschinenarbeiter Binzent Strubel aus Reinickendorf hatte sich gestern vor dem Schöffengericht Bcrlin-Wedding wegen öffent- licher Beleidigung zu verantworten.— Der Angeklagte hat eine 13jährige Tochter, welche die Gemeindeschule in Reinickendorf be- sucht. Am 22. Oktober 1909 hatte das Mädchen entgegen der aus- drücklichen Anordnung der Lehrerin Sprengel ihre Handarbeiten nicht angefertigt. Die Lehrerin �eß das Mädchen deshalb eine Stunde nachsitzen und ließ dies dem Vater durch ein anderes Schul- mädchen mitteilen. Während des Turnunterrichts erschien Plötzlich der Angeklagte in der Turnhalle, soll dort die Lehrerin vor vcr- sammelter Klasse beschimpft und sich auch trotz wiederholter Auf- sorderung nicht entfernt haben. Ter Amtsanwalt Schumann de- antragte mit Rücksicht darauf, daß durch derartige Szenen vor versammelter Klasse die Autorität des Lehrers und die ganze Slbuldis�iplin in der schlimmsten Weise gefährdet werde, eine Gesängnisstrafe von 3 Tagen. Auf diese harte Strafe erkannte auch das Gericht._ Nochmals Graf Kwilecki. AuS Breslauer Zeitungen ist ersichtlich, daß der Prozeß der Bahnwärterfrau Cäcilie Meyer lediglich gegen den alten Grafen libigniew Kwielecki und dessen inzwischen verstorbene Frau, nicht aber gegen den kleinen Joseph Kwielecki gerichtet war. Daraus würde folgen, daß es zum mindesten zweifelhaft ist. ob das Urteil irgendeinen Recküseffekt rücksichtlich des kleinen Grafen haben kann, den seine Mutter gegen Geld verschenkt haben will und dessen Herausgabe sie verlangte, weil ihr durch Verschlechterung der pekuniären Lage ihres Kindes Vorteile winkten. Soll' gerichtlich festgestellt werden, daß der Knabe vorehelicher Sohn der Bahn- Wärterfrau Eäcilie Meyer und nicht ehelicher Sohn des Grafen Kwilecki ist, so ist dies nur durch eine Klage möglich, die sich auch gegen ihn richtet. Der Ausspruch des Gerichts in dem Rechts- streit zwischen den um ihre Elternrechte streitenden Parteien ist keine Feststellungsklage, die den Stand des nicht mitverklagten tünftigen Majoratsherrn ändern könnte. Dieser ist ausweislich der vom Standesbeamten aufgenommenen Urkunde Sohn des Grafen Kwilecki. Nach§ 15 des PersonenstandSgesetzeS ist die Standesamtsurkunde voll beweisend für die in ihr eingetragenen Tatsachen,„bis der Nachweis der Fälschung, der unrichtigen Ein- trogung oder der Unrichtigkeit der Anzeigen und Feststellungen er- bracht ist, auf Grund deren die Eintragung stattgefunden hat". Das Urteil des Oberlandesgerichts schafft hierfür noch keineswegs die erforderlichen Grundlagen, zumal ihm das des Landgerichts und des Schwurgerichts entgegensteht. Gegen das oberlandesgerichtliche Urteil soll der alte Graf Kwielecki, der zurzeit übrigens in Karlshorst wohnt, Revision nicht einlegen wollen. Ihm ist ja das Majorat für seine Lebenszeit ge- sichert und was aus dem untergeschobenen oder wirklichen Grafen wird, soll ihm seihr gleichgültig fein, nachdem seine Frau vor ihm gestorben ist. Wäre er vor seiner Frau gestorben, so wäre diese nur dann Nutznießerin des Fideikommisses geworden, wenn sie einen ehelichen Sohn aufweisen konnte. Wie die Rauferei um das Fideikommiß enden wird, ist mithin noch nicht abzusehen. Am besten wäre es, der Staat zöge es ein. Vermischtes. Ein Zugzusammenstoß wird aus Kassel vom 3t. Dezember ge meldet: Der gestern abend von hier abgegangene Eilgüierzug 0347 fuhr auf der Station Willebadessen der Strecke Warburg— Altenbeken mit dem Güterzuge 6363 zusammen. Der Zugführer des Eilgüter zugeS wurde auf der Stelle getötet; mehrere Leute vom Personal der Güterzüge wurden schwer verletzt. Der Materialschaden ist bfr deutend; etwa IS Güterwagen wurden zertrümmert. Die beiden Gleise der Strecke sind gesperrt. Von Kassel, Warburg und Alten- beken sind Hilfszüge nach der Unfallstelle abgegangen. Die Auf- räunrungsarbeiten werden voraussichtlich den ganzen Tag dauern. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht aufgeklärt. Rettung aus Seenot. Bremen, 31. Dezember. Die Retwngs- stcttion„Helgoland" der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff- brüchiger telegraphiert: Arn 29. Dezember wurden von dem auf den Südostklippe» gestrandeten englischen Dampfer„Shuanon" Kapitän Sholten. mit einer Ladung Weizen von Odessa nach Bremen be- stimmt, 26 Perionen durch die Rettungsboote.Claus Dreyer" und .Dora" der Station gerettet. Schnee im Hochgebirge. Bern. 31. Dezember.(Eig. Drahtbcr.) Gewaltige Schneeanhänfungen werden von den Hochgebirgsstationen gemeldet. Auf dem Saentisgipfel beträgt die Schneehöhe 3,18, aus dem Gotthard 2 Meter. Auch vom Riesengebirge wird Schneefall berichtet. Doppelselbftmord. Lindau. 31. Dezember. Heute vormittag erschassen sich in einem hiesigen Hotel der 20 Jabre alte Techniker Otto Fischer aus Kyritz in Pommern und die 18 Jahre alle Anny Fürstenau aus Berlin. Aus hinterlassenen Briefen geht hervor, daß beide freiwillig in den Tod gegangen sind, weil ihre Heirat für sie nicht zu erreichen war. Ein Familiendrama. In KiSbeeSkerek(Ungarn) traf der GntSbesttzer MatlhieS Wallet auf der Straße seine Frau, die ihn kürzlich verlassen, weil er sie ichlecht behandelt. Er forderte sie aus, zu ihm zurückzukehren. Aus ihre ablehnende Antwort bin zog er einen Revolver hervor und tötete zuerst sie, dann sich selbst. Ein, Schlacht ans dem Biehmarkt wird aus Budapest ge- meldet: Ani dem Wochenviehinarkl zu Dengeleg bei Szamos-ujvar in Siebenbürgen verkaufte der rumänische Viehhändler Andren Jnon dem ungarischen Viehhändler Joszef Marosan eine Kuh. die der Ungar noch vor den Augen des Rumänen mit einem Profit von IS Kronen weiter verkaufte. Vor Wut darüber stach der Juan den Marosan auf der Stelle nieder. Nun kamen Brüder, Söhne und Vettern des Ungarn und erstachen den Rumänen. Seinen Tod rächten sogleich sein Vater und seine Söhne. Zwei Tote und vier lebensgefährlich Verletzte blieben auf dem Schlachtfeld. Eingegangene DrucKItfmften. Von der„Neuen Zett�re»ord»uiig. Von Richard Wagner.— Literarische Rundschau: Käte Schirm, rcher. Die moderne Frauenbewegung. Kamill« Theimer, Frauenarbeit in Oesterreich. Von Tb Lob.— Notizen: Arbciterbildungs- vereine aus dem Lande. Von Ludwig Andrese».— Zeitschrijtenschan.— Dem Hest liegt ferner Ergänz» ngShcst Nr. 7 bei, enthaltend: Klassen kämpfe in der Geschichte Amerikas. Von A. M. Simons. Aus dem Englischen übersetzt von Ei. L. Die»Neue Zeil" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- bandlimgen. Poslanstaltcn und Kolporteure zum Preise von 3.23 M. pra Quartal zu beziehen; jedoch kanii dieselbe ve! der Post nur pro Ouarlal abonniert werden. Das einzelne Hesi tostet 23 Ps. Probeniimmern stehen jederzeit zur Versügung. Deurschla, dö ttukähigkeit. das Elsaß zu entwelschen. Von E. T. Ehrlich. 50 Ps. E. Speidel, Zürich. Die bedingte Berrirteilung. Von I. Heußer.(Soz. Zeitst. der Schweiz, Hest 7.) Grütlivereln, Zürich. Bnefhaften der Redahtion. Sie luristische Sprechstunde finde« Linden st ratze 3, zweiter Hos, drlttrr Eingang, vier Treppe», WM- Fahrstuhl wochentaglich abends von 7H bis 9 Vi Uhr statt, Gröfsnct 7 Uhr. Sonnabcuds beginnt die Sprechstunde um S Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen bciznstigen. Briefliche Anlwort wird nicht erteilt. Bis zu« Beantwortung im Brtrflafte» lönntn 14 Tage vergehen. Ellige Frage» trage man in dcr Sprechstunde»or. P. S. 20. Nein. Der Erzeuger des unehelichen Kindes hat kein Recht aus dessen Erziehung.— Kniser. tis nicht bekannt.— 31. B. 47. Sind Sie großjährig(über 21 Jahre alt), so sind Sie leider an den Ver« trag gebmiden, nicht aber Ihr Mann.— Lieschen vv. Dem vorehe- lichen, von Jtmen nicht erzeugten Kinde Ihrer Frau rönnen Sie Ihren Namen beilegen. Erforderlich ist hierzu die Zustimmung Ihrer Frau nnd des Vormundes. Die Nanicnsbeilcguiig ersolgt in der Weise, daß dcr Vor« inlind, Ihre Frau und Sic ciltweder bei dem Standesbeamten, be! dem die Geburt des Kindes gemeldet ist, Ihre Erklärungen zu Protokoll geben. oder daß diese Erklärungen vor einem Notar oder bei dem ülmtsgericht zu Protokoll erklärt werden. In letztcrem Falle müßte dann dir notarielle oder gerichtliche Urkunde mit dem Antrage aus Um« schreibung des Namens dem Standesbeamten eingereicht werden. Die Kosten sind unerbebtich. Durch die Namensgebung'wird der außereheliche Erzeuger keineswegs von seiner Verpstichtung zur Alimenteiizahluiig befreit. — 44. 1. und 2. Melden Sie möglichst bald das Ansgebot aus dem«taiideS.imI an. ES muß mwdestcns 14 Tage lang aushängen. Vor» langt werden die Geburtsurkunde» der beiden Brautleule und die Militär- Papiere des Bräutigams. Ist die Braut minderjährig, so ist auch die Ein« willigung des Vaters(oder der Mutter) erforderlich. Die Einwilligung ist schristlich zu erteilen und muß beglaubigt sein. Pollzcilichc Beglaubigung genügt. 3. und 4. Ohne Kenntnis der Statuten nicht zu beantworten.— Wilmersdorf, Auguststr. 54. Die Besichtigung der Wohnung muß vom Tage der KUirdiguiig ab gestattet werden. Ist über die Zell der Besichtigung im Vertrag nichts best, mint, so mug die Besichtigung zu angemessener Zeit gestattet werden. Kommt eine Einigung über die Frage, was angemessen ist. nicht zustande, so enticheidet aus Anrufen das Gericht. ES liegen Gc- richtsUlteiie vor, die die Zeit von 9—5 Nor am Wochentag und des Sonn» tags von 9—12 Uhr vo> mittags für angemessen erachten.— 31. Z. Nein. — B. 10. Leider hätte eine Klage ivcnig Aussicht aus Ersolg, weil dcr Beweis unter den von Ihnen geschilderten Uinständen höchstens durch einen der Arbcitaeberin zuzuschiebenden Eid zu führen wäre. — E. B. 1V00. Nein. Teilen Sie der Behörde mit, daß Sie selbst rechtzeitig die Meldung vorgenommen haben.— Karl Sch. 01. Nein.. pozialdeniokratiselierWaiiivereln für den Ii. Berliner Reichstags-Wahlkrels. Den Mitgliedern zur Nachricht, j daß der Genosse i�doli Goldlust I am 2. WeihnachlSsetertag frei. willig au» dem Leben geschie- j den ist. Ehre seinem Andenken! Die. Beerdigung findet am > Montag, den 3. Januar, nach- ! mittags VL Uhr. von der Leichen, I Halle des städtischen Fricdhoses tri | Friedrichsselde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht I 318/1 Der Boritand. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle OroB-Berlln. Am Sonntag, den 26. De, zember«zweiter Feiertag) ist unser Mitglied Moll Goldlust freiwillig aus dem Leben geschieden. Ehre seinem Andenken 1 Die Beerdigung findet aus Veranlassung des Ver» b a n d c s am Montag. 3. Janunr >910, nachmitt.igs Ist. Uhr, von der Halle des Slüdlischen Fried. hoseS in Friedrichsselde auS statt. Rege Beteiligung erwartet Sg/i vis 0rtsvsrr»sltnntz. Soziaidemckratiseher Wahlverein Bezirk Weißeusee. Den Genossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Steinsetzer Otto Hackelbusch am 28. Dezember verstorben ist. Ehre setnrm Andenken: Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2 Januar 1919, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- balle de» Gcmeinde-Fricd HoseS in Weißens«, Rocltcstraße. aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 18/1 Der Vorstand. Allen Freunden, Verwandten und Bekannten sür die vielen Beweise auf- richtiger Teilnahme sowie dem Gesang- verein„Concordia* sür seine trostreichen Gesänge bei der Beerdigung unseres lieben VatcrS, Onkels, Schwieg«-, Groß- und Urgroßvaters Qustsv sogen ihren innigsten Dank 4/7 Die trauernden Hinterbliebene«. | Allen Verwandten, Freunden und Kollegen die traurige Nach. richt, daß unser lieber Sohn, Bruder. Schwager und Onkel Wilhelm Wall im Alter von 43 Jahren am 29. Dezember, abends 8 Uhr, plöslich am Herzschlag»er- storben ist. Die Beerdigung findet am 2. Januar. nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Andreas- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Oio trauernden Hinterbliebenen. Familie Wall, Weidenweg 6. Sozialdemokratischer Wablverein für den 4. Herl. Reiebslags-ValiH. Landsberger Viertel. Bezirk Nr. 359. Den Mitgliedern zur Nachricht daß unser Genosse, der Schuh- macher Wilhelm Wall Weidenweg« gestorben ist. Ehre seine« Andenke«: Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. Januar, nach- mittags 3 Uhr. von der Leichen- halle dcS Markus- Kiichhoses in Wi helmsbera ans statt. Um rege Beteiligung ersucht 215/1 Der Borstand. !onlraivorband der Schuhmacher Deutschlands. GeschSftsstelle Berlin. Unfern Mitgliedern zur Nach. richt, daß unser Kollege, Zwicker WHh. Wall am 29. Dezember plötzlich ver. starben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. Januar, nach- mittags 3 Uhr, in Wilhelmsberg. von der Leichenhalle deS Marius- lirchhoseS auS statt. Um rege Beteiligung, auch dcr GesangSabteilungsmit- g l t e d e r, ersucht 169/1 Der Vorstand. Bücher, Meyer-, Brockhans- Lexikon kauft Hannemanns Buchhandlung• Berlin BW., WS Friedrichsiratze AS. SoziiddeiDokratlseiiJaiilfereiii des 6. Bert. Beiehstapahlkreises. Tadeii- A tuselge. Am 30. Dezember verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Alfred Kaufmann Turiner Siratze 25. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. Januar, nach- mittags 1 Uhr, von der Leichen- halle des Nazareth-KirchhofeS in Retnickendorf, Kögelstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Voretand. Ortsverwaltung GroS-Bertin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglted, der Arbeiter Alfred Kaufmann UM Mittwoch, den 29. Dezember im Alter von 49 Jahren an Herz- schwäche gestorben ist. ' Ehre seine« Andenken: Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. Jannar, nach. mittags 1 Uhr, von der Leichen- balle des neuen Nazareth-K rch> Hofes in Reinickendorf, Berliner Straße 17, aus statt. Um rege Beteiligung wird ge- beten. 65/1 Die Verwaltung blendend schönen Teint, weiße, sammetweiche Haut, ein zartes reines Gesicht und rosiges jugendsrischeS Aussehen erhält man bei täglichen Gebrauch der allein echten Steckeupsera- Lilienmilch- Seile von LergMSNN�eo..KaaedtU>. äSt.SOPfg. überall zu haben. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzetire. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Rudolf Fink am 30. Dezember au Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. Januar, nach. mittags 3 Uhr. von der Leichen- halle des Gethscinane-KirchhoscS in Nordend aus statt. 110/1 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsveruialtnn«. Konstgeigenbausr E. Toossain BERLIN 0. Joachimstraße HC, liefert Reparaturen, aus Wunsch zugleich mit vorzgl. Tonverbesserung Spezialität: Erzeugung des alt italienische» Timbres sür große Säle an alten :: und neuen Gelgen. Mäßiges Honorar.' 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Vollssänger- Gesellschaft.Anke", Swinemunderstraße 17.-f-gl Meinen werten Gästen, Freunden und Bekannten wünscht ein glück- licheS neue« Jahr Georg KarsowSki, Gastwirt. Bertiauerstraße 82. fei Wünsche allen meinen werten Kunden ein sroheS neues Jahr. Gustav Adler, Zigarrengeschäst, Jnster- burgerstraße l._____+28 Bolksduett Bogdanowttz. Star- garderstraße 4.__+73* Bolksstinger< Gesellschaft, Duett und Solo. Schummm. Ramier- straße 14._ 999.(1* Kunststopseret von grau KotoStp Schlachteniee, Kurstraß« 8, HI. Englische« Unterricht für. Anfänger und Voraeichrittene. Tinzelliunden und im Zirkel erteilt G. Swienlh, Schöneberg, Sedanstraße 57, III. Wer Stoff hat? Fertige Herrenanzüge 15.00. Wagner, Schneidermeister, Llchtenbergerstraße 9.» Pareniaowai» Wehet. Gttichtner» sti ane 94». Vtatina. alle Goldsachen. Bruch. gold, Silber. Gebisse, Kehrgold, Goldwatten, Ouecksilber, Tressen sowie iämtliche gold- und silberhaltigen Rückstände kauft Broh, Koldschmelze, Küpeiückerftraße 29. 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