Nr. 22. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Marf pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 27. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett, gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf fiellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., fedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 1hr abends geöffnet. Zelegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Freifinniges aus EisenachDermbach. 3 Donnerstag, den 27. Januar 1910. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Aut IV, Nr. 1984. und Branntweinsteuererhöhung zu stimmen! Die das preu- hat bewiesen, daß sie es an„ Schneidigkeit" mit der preußischen Bische Schulverpfaffungsgeset hat mitmachen wollen, kurz, Sollegin aufnehmen kann. Sie hat den abgeschlagenen die sich allezeit als Hort aller Reaktion und Arm eines Knaben als Siegestrophäe vom WahlrechtsFeind alles wirklichen Kulturfortschritts schlachtfeld heimgebracht! erwiesen hat! Das sind die Wahlrechtsfanfaren des Herrn In Braunschweig, wo ein Klassenlandtag, der auf Während der Freifinn in Preußen, statt mit allen Mitteln Naumann! Das ist nach den pomphaften Worten des Grund eines dem preußischen Dreiflaffenunrecht gleichwertigen und dem erdenkbarsten Nachdruck einen Volkssturm für das Herrn Naumann die sozialpolitische Tat! Das ist der Wahlsystems gewählt wird, sich soeben des einzigen sozialallgemeine und gleiche Wahlrecht zu organisieren, mit ge- Freisinn, wie er leibt und lebt, der Freifinn, der demokratischen Vertreters durch ungültigkeitserklärung seines treuzten Armen der Vorlage harrt, mit der Major von Beth- damit seinen Dank abstattet für den Ordensegen, der als Mandats entledigt hat, haben die Arbeiter gewagt, eine mann Hollweg den Landtag beglücken wird, ist er in Anerkennung für die Verleugnung aller frei. Straßendemonstration zu veranstalten. Es ist dabei Eisenach Dermbach das Mandat bemüht, den sinnigen Prinzipien über seine Führer nieder- feiner Stage noch Fensterscheibe ein Leids geschehen, aber die Nationalliberalen auszuliefern! Einer Partei also, gegangen ist! heilige Straßenordnung ist verletzt worden. Die Dhren der die sich mit aller Bestimmtheit gegen die Uebertragung des Aus dem Wahlkreis Eisenach Dermbach wird Landtagsabgeordneten und des Ministers sind durch Hochrufe Reichstagswahlrechts auf Preußen ausgesprochen hat! Das auf das ihnen verhaßte gleiche Wahlrecht beleidigt worden! Tragikomische aber ist, das just der freisinnige Politiker, der uns vom 25. Januar geschrieben: im Jahre 1907 den Freisinn bestürmt hatte, doch Wahlhafter arbeiten die einzelnen Parteien um die Balme des Sieges. verletzte Rechtsgefühl des Je näher der Wahltag( 29. Januar) heranrückt, desto fieber- Was gilt all demgegenüber das durch das Wahlunrecht rechtsfanfaren durchs Land schmettern zu lassen, gerade unsere Parteigenossen haben in systematischer Arbeit ihre Schul- war gereizt, denn die Proletarier sind vor kurzem so frech geVolkes! Und die Polizei in dem Augenblick, wo auch für den schlappsten Freisigkeit getan. Am vergangenen Sonntag wurde das dritte Flugsinnigen der Wahlrechtskampf bitterfter Ernst werden blatt verbreitet, das sich in der Hauptsache mit den Landwirten wesen, gar den Hochzeitseinzug des Regenten zu einer Wahlsollte, diesen Ernst damit beweist, daß er in Eisenach- und Gewerbetreibenden beschäftigt. Die Nationallibe- rechtsdemonstration zu benußen. Und so hat denn die Polizei Dermbach gegen den sozialdemokratischen Kandidaten zu Felderalen sind in der Agitation nach viel gemeiner geworden als die ein blutiges Exempel statuiert". Viele Verwundete und ein zieht, um einem nationalliberalen Wahlrechts- Antisemiten. Wahrlich, niedriger kann keine Partei mehr sinten abgeschlagener Knabenarm bezeugen ihren Eifer! gegner zum Siege zu verhelfen! in der Agitation wider die Sozialdemokratie, als der nationalliberale Kandidat Appelius und seine Helfershelfer. Aber auch die Freisinnigen haben angefangen, den Kampf gegen die fehr gefürchteten Sozialdemokraten aufzunehmen. In der ersten Beit des Wahlkampfes verhielten sich die Herren passiv. Bei dem bekannten Kandidatenstreit wurden die Freisinnigen von den Nationalliberalen zu sehr angegriffen, und darum stellten sich die Freifinnigen in den Schmollwinkel. Die Eisenacher Nationalliberalen warfen den Freifinnigen folgende Liebenswürdigkeiten an den Kopf: Der Mann, der sich zum Hauptafteur in solcher tollen Farce hergibt, ist kein anderer als Herr Naumann! Erst bor ein paar Wochen hielt er bei der Erörterung des Zwangs arbeitsnachweises eine flammende Rede gegen die Brutalität des großindustriellen Unternehmertums. Und am letzten Sonntag forderte dieser unberechenbarste aller Politiker in ebenso flammender Rede die freisinnigen Wähler des Wahlkreises Eisenach- Dermbach auf, Mann für Mann für den Kandidaten der Partei zu stimmen, die eine festeste Stüge dieses brutalen Industriefeudalismus darstellt! So fämpft Herr Naumann, der Wahlrechtskämpfer, für die Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen! So hilft Herr Naumann die sozialpolitische Zelebrität des Freifinns, die Macht des rücksichtslosesten Schlotjunkertums brechen! " " Die Freifinnigen schäßen sich trotz ihrer tatsächlichen Bedeutungslosigkeit überall sehr hoch ein, in ihrer Bescheidenheit finden sie nur noch Zugkraft bei sich. Sie fordern für jede Unterstüßung eines anderen Kandidaten höchste Preise und bei jedem Zugeständnis fordern sie mehr, und wenn alle Forderun gen bewilligt sind, dann mäkeln sie an den Kandidaten und schließlich ist ihre Unterstützung doch nicht viel wert." aus Braunschweig vom 26. Januar: Ueber die Vorgänge meldet uns eine Privatdepesche Sturz vor 6 Uhr veranstaltete heute abend die Arbeiterschaft eine große Wahlrechtsdemonstration. Der Landtag ist Dienstag zusammengetreten und hat sich heute wieder vertagt. Am Nachmittag waren die Landtagsabgeordneten zu einem Festessen im Ministergebäude versammelt. Das wußten die Arbeiter und strömten plöglich direkt aus der Fabrit tommend von allen Seiten in dichten Scharen heran, die Marseillaise fingend, und im Nu war der Bohlweg an dem das Ministerium liegt, dicht gefüllt von Menschen. Es waren wohl 5-6000 rbeiter, die dort, vor dem Ministerium, ochrufe auf das freie Wahlrecht aus brachten. Schnell war die Polizei zur Stelle, besegte. die Straßenzugänge und auf einen Signalschuß flogen die Schuppenketten herunter und die Säbel aus der Scheide. Dann wurde blindlings darauf losgeschlagen, obgleich sich die Arbeiter absolut ruhig verhielten und durchaus keine Ausschreitungen begingen. Die Polizei haujte wie die Wilden und verlegte eine ganze Anzahl Personen, selbst Frauen und Kinder. Viele wurden verwundet und sofort in anliegende Häuser getragen. Einem Knaben wurde von einem Polizisten der Arm abgeschlagen! Selbst das Bürgertum verurteilt in scharfen Aeußerungen die Zaten der Drdnungswächter. Am Abend demonstrieren die Arbeiter in drei Versammlungen für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht! Die Bluttat der Braunschweiger Polizei reiht sich den Wahlrechtsschlachten des Jahres 1908 zu Berlin, des Jahres 1909 zu Hannover und Stettin an! Die Herrschenden wollen den Ruf des Proletariers nach dem gleichen Recht in Blut erstiden! Es wird ihnen nicht gelingen. Der abgeschlagene Arm des Proletarierkindes von Braunschweig wird neue Scharen zum Heer der Wahlrechtsfämpfer führen. Und kommenden Jahrhunderten noch wird er ein furchtbares Zeugnis der Barbarei einer Klasse sein, die sich lauten Mundes rühmte, die Kultur gegen die roten Barbaren zu verteidigen! Herr Naumann hat der überraschendsten Wandlungen so Nun scheint aber der Bruderstreit begraben zu sein. Denn viele vollzogen, daß er für jeden ernsthaften Politiker längst abgetan ist. Nur unheilvollste Verblendung kann noch den Freifinnigen ist nun erlaubt, auch als Freisinnige wähnen, daß hinter der bestechenden Phraseologie dieses nationalliberale Agitation zu treiben. Am Sonntag Schönredners und Stildrechslers sich noch etwas befinde, das hatten sich die Eisenacher Freifinnigen sogar Herrn Pfarrer Naupolitischem Charakter und politischer Konsequenz auch nur von mann als Redner verschrieben. Herr Naumann sprach in einer ferne ähnelt. Herr Naumann ist eben ein ins Pastorale gutbesuchten Versammlung, die allerdings zur Hälfte aus Sozialüberfester Maximilian Harden, ein Mann, dessen demokraten bestand. Und Herr Naumann, der bekannte Sozialhöchfter Ehrgeiz es zu sein scheint, sich in der Bewunderung politiker und glänzende Redner, so schreiben die Eisenacher bürgervon Aestheten und anderen politischen Kindern zu sonnen. lichen Blätter, hat sie alle bekehrt". Herr Naumann ist ja in Aber weil Herr Naumann gleichwohl im Freisinn selbst als Sachsen- Weimar kein Unbekannter. Im Jahre 1896 hielt Naugroßes politisches Licht gilt, als sein hervorragendfter Sozial- mann in der Universitätsstadt Jena sechs Vorträge über das politiker, offenbart das standalöse Auftreten dieses unsäg. Kapital" von Karl Mary. Im Jahre 1897 ließ sich derselbe lichen Politikers die ganze unfägliche Zerrüttung des Freisinns. Pfarrer Naumann im Wahlkreis Jena- Neustadt als national Wenn der Freisinn sich in Eisenach- Dermbach zu schwach sozialer Reichstagskandidat aufstellen. Von da aus wollte dieser fühlte, auf eigene Faust einen Waffengang zu wagen, und Phantast die ganze Welt erobern. Dem Liberalismus, der nach wenn er nicht die Courage aufbrachte, für den Sozialdemo- Herrn Naumanns damaliger Ansicht den Anschluß an die Arbeiter fraten einzutreten, weshalb übte er nicht wenigstens Neufchaft versäumt hatte, wurde die Ablösung durch die nationaltralität? Wäre es denn gar so schrecklich, wenn an Stelle fogiale Partei erklärt. Aber auch die Sozialdemokratie Schacks ein Sozialdemokrat in den Reichstag einzöge? Stann wollte er ablösen". Wem flingen nicht heute noch die Worte vom es denn einen zuverlässigeren Verfechter jedes demokratischen demokratischen Kaisertum" in die Ohren? Im Jahre 1898, fura und sozialpolitischen Fortschritts geben, als einen Sozial- vor der Reichstagswahl, erlitt Herr Naumann in Jena eine schöne demokraten? Aber nein, der Freifinn schlug sich auf die Niederlage. In einer Bersammlung, die bis nachts 2 Uhr sich Seite der Nationalliberalen, in der Hoffnung, daß vielleicht ausdehnte, mußte dieser mit gewaltigen Kriegsplänen" aus im Jahre 1912 dann die Nationalliberalen für eine frei- gezogene Herr vor einfachen Arbeitern seine Waffen streden. Herr sinnige" Kompromißkandidatur zu haben sein möchten. Als Naumann, der alles ablösen wollte, tam als nationalsozialer ob ein auf die Gnade der Nationalliberalen angewiesener Kandidat noch nicht mal in die Stichwahl! Freisinn nicht ein Jammergewächs wäre, das dem Block- Herr Naumann ist heute ein anderer geworden und doch der- Die Meldung, daß anläßlich der Wahlrechtsdemonstra. freifinn fchmachvollen Angedenkens ähnlich sähe wie ein Ei felbe geblieben. In Eisenach hat er gewaltig Propaganda gemacht tion in Essen im Segerothgürtel junge Burschen Steine auf die für den Liberalismus. Nach seiner jetzigen Ansicht gehört Polizei geschleudert, die Polizei blant gezogen und mehrere Leute Dabei warf sich Herr Naumann zum Schulmeister der dem geeinten Liberalismus" die Zukunft. Mit der Sozialdemo- verlegt habe, ist absolut unrichtig. Es ist weder den DeSozialdemokratie auf. Ein Naumann als politischer Lehrer! fratie setzte sich Herr Naumann in Eisenach auch auseinander. Er monstranten irgend etwas von diesem Vorkommnis bekannt, noch Die Sozialdemokratie müsse anständiger" werden. Sie hielt ihnen vor, daß sie den Kampf gegen die bürgerlichen Parteien erwähnt es der Polizeibericht. müsse einsehen lernen, daß wir alle in einer gebrochenen auf die Spike treiben und daß sie sich nicht wundern dürften, wenn Kultur leben, daß wir Bürgerlichen auch nicht für die die Bürgerlichen es ablehnten mit ihnen zu verhandeln, angesichts jezigen gesellschaftlichen Zustände können, in die wir genau der fortwährenden Beschimpfungen und unwahren Behauptungen fo, wie die Sozialdemokratie, hineingewachsen sind". Die des Vorwärts"."- Dies wagt Herr Naumann in einem Augenblic Aus dem Reichstag, 26. Januar. Nach Einem Sozialdemokratie müsse militärfromm werden, durch An- zu sagen, wo die Nationalliberalen mit den gemeinsten Mitteln Heeringen! Im Grunde ist es ja einerlei, wie der General passung an die„ gebrochene Kultur" ihre Regierungsfähigkeit und im rüdesten Ton die Partei der Arbeiter befämpft! Weiter an der Spize des Kriegsministeriums heißt. Es wird immer beweisen, und was dergleichen abgehaustes nationalsoziales herunter fann wohl kaum ein Politiker kommen als Herr Naumann. der nämliche Faden weiter gesponnen; es gibt nur eine neue Der Mann hat es fertig gebracht, den nationalliberalen Kandidaten Nummer. Nichts ist so beharrlich in der Welt des Zickzackdem andern! Geschwäß mehr war. Zur Effener Wahlrechtsdemonstration, Eine neue Tummer. Herr Naumann will durch einen Block von Bebel bis Appelius, der sich bei der letzten Landtagswahl mit den Anti- turses, als die Willensbefähigung des Militarismus. Ein Bassermann die Macht der Rechten brechen. Und da weder semiten und Borsigenden der Wirtschaftlichen geführt hatte sich der neue Striegsminister schon gelegentlich Bebel noch Bassermann von dieser Utopie etwas wissen wollen, Bereinigung in Eisenach v. Gichel- Streiber der Interpellation über den Streit in Mansfeld. Seine Formi führt Naumann wenigstens den braven Freifinn den National- gegen die Sozialdemokratie foalierte, den Frei- war also schon bekannt. Daß er dem Reichstag Ueberraschungen liberalen als Hilfstruppe zu, um- am Vorabend der preu- finnigen zur Wahl zu empfehlen! Ob's helfen wird? bereiten würde durch die Entwickelung neuer Gedanken und Bischen Wahlreform!- mit freisinniger Hilfe einen Sozial- Wir sehen dem Tag der Wahl mit der größten Zuversicht entgegen, Pläne, hatte wohl niemand erwartet. Originelle Köpfe wachsen demokraten durch einen Nationalliberalen zu verdrängen! obgleich unsere Gegner die größten Anstrengungen im Preußen Wilhelms II. nicht in hohe Militärposten hinein. Durch einen Anhänger der Partei, die zu den grimmigsten machen, uns die Säle abzutreiben, damit wir den Günstigstenfalls gibt's gute Durchschnittsware. Gegnern der politischen Gleichberechtigung der Arbeiter und Wählern die Wahrheit nicht sagen können. Die Debatte über den Militäretat wurde dieses Jahr ärmeren Volksschichten gehört, zu den erklärten Feinden des wieder eröffnet durch den Zentrumsabgeordneten Häusler, allgemeinen, gleichen Wahlrechts! Einer Partei, die in der bekanntlich ein bayerischer General a. D. ist. Für einen Sachsen, Hamburg, Lübeck usw. die niederträchtigsten WahlZentrumsmann in der Schnapsblodkära sprach er äußerst räubereien berübt hat. Die zu den eifrigsten Freunden und scharf und oppositionell. Eröffnete er doch seine AusUnterstüßern der indirekten Steuern und der Zölle auf führungen mit der Bemerkung, daß, das unerträgliche Bebensmittel gehört. Die für alle Sperrmaßregeln gegen Anschwellen der Militärlasten den Wunsch auffonimen lasse: Fleisch- und Lebensmitteleinfuhr eingetreten ist. Die 1905 Die abgeschlagene Hand von Breslau, das furchtbare lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne für die Erhöhung der Biersteuer, für die Bigarrensteuer ge- Wahrzeichen preußischer Polizeipraris, hat ein furchtbares Ende. Auch seine Kritik im einzelnen war derart. daß stimmt hat und auch 1908 gewillt war, für die Bier, Tabak-| Gegenstück erhalten. Die Braunschweiger Polizeilfie auf der Linken, auch bei den Sozialdemokraten, wiederDer Säbel gegen die Wahlrechtsdemonftration. Ein abgeschlagener Arm! doli Zustimmung crtoctfi?, während du Zenkrum derlcgencZ Schweigen herrschte. Er endigte indes in besänftigenden Molltönen, i>idcln er dem neuen Kriegsminister volles Ver- trauen cntgcgentrug. Der uationallibcrale Dr. O s a n n aus Hessen suchte dann durch eine patriotische Kriegervereinsfestrede den Beweis zu erbringen, das; die Nationalliberalen eigentlich doch die militärfroinnlste Partei sind. Es passierte ihm indes dabei das Mißgeschick, daß er mit der Behauptung, in Bayern seien die Militärmißhandlungen über das preußische Maß hinaus- geschwollen, dem Vertreter Bayerns auf die Hühneraugen trat. Erregt wies der bayerische Militärbevollniächtigte General v. G e b s a t t e l die Bayern angetane„Beleidigung" als den Tatsachen durchaus widersprechend zurück. Dann übte Genosse S t ü ck l e n in längerer Rede vom sozialdemorratischen Standpunkte ans scharfe Kritik an den militärischen Einrichtungen sa>vohl wie besonders an dessen vielen Auswüchsen. Wie schon oft, aber leider bisher immer vergeblich, wies er auf die üble Einwirkung des Militär- kabinettL hin, das im Hintergrund bliebe, aber doch buchstäblich eine viel größere Macht ausübe als das Ministerium. Sehr bedenklich sei es, daß Generale sich in die Politik mischen, wie der General V. D e i m l i n g, der bei einem Nckrntcnabschied den Ausspruch tat:„Das Gequassele vom ewigen Frieden ist Mumpitz." Es werde ja auch immer die Arbeiterschaft als der„innere Feind" dargestellt, gegen den die Armee einmal mobil zu machen sei. Eingehend erörterte Stücklcn dann, wie bei der Behandlung des Ueberfalls des Unteroffiziers Fcith in Bonn durch Ein- jährige vom KorPS„Borussia" sich die krasseste Klassenjustiz herausgestellt habe. Stückten schloß mit der Versicherung, daß die Sozialdemokratie gegen die kapitalistischen Kriegs- interessentcn den Kampf durchführen werde, bis der Weltfriede gesichert sei. Der neue Krieasminister v. Heeringen trat den Aus- führungen imscres Genossen mit den gewohnten Argumenten entgegen, doch ist anzukennen, daß er sich jeder bramar- basierenden Provokation enthielt. Schon der gemütliche Ton seines leicht mit thüringischem Dialekt gefärbten kräftigen Organs wirkt nicht aufreizend. Auch nicht mit einem Wort verfiel er in Sozialistcnfrcsscrei. Er verwahrte sogar ausdrücklich: Wir treiben keine Politik und ivollen nur Soldaten sein I Abwarten muß man indes, ob dieser löbliche Vorsatz nicht unter den Einflüssen, die zweifellos auf ihn geltend gemacht werden, bald in die Brüche geht. Mi der neuen ßerufsltatütil!. Mit dem Bande 205 der Statistik des Deutschen Reiches wird der Teil des Ouellenwcrkes der Berufsstatistik vom Jahre 1007 ab geschlossen, der die GesanNbevölkerung der Bundesstaaten nach Haupt- und Nebenberuf darstellt. In gleicher Weise wie der Band für den größten Bundesstaat Preußen, seine Provinze» und größeren Verwaltungsbezirke, behandelt der neue Band die GesanNbevölkerung der übrige» Bundesstaaten, ihrer LandeStcile und größeren Ver- waltungSbezirke, scheidet die Bevölkerung nach der Beziehung zum Hauptberuf in Erwerbstätige, berufslose Selbständige, bei der Herrschaft lebende Dienende und Angehörige(ohne eigenen Hauptberuf) und ordnet diese BevölkerungSgruppcn nach den Berufsarten, zu denen sie(unmittelbar oder mittelbar) gehören. Dabei werden die Beruföarten auch nach Berufsgruppen und-ab- teilungen zusammengefaßt und die Berufsftellungcn darin nach gewiesen, nämlich die Stellung im Beruf als Selbständige, An- gestellte oder Gehilfen(Arbeiter einschließlich auch der mithelfenden Familienangehörigen). Weiterhin wird dargestellt, wie viele der hauptberuflich Erwerbstätigen jedes Berufe« Nebenerwerb treiben unter Hervorhebung des Nebenberufs in der Landwirtschaft. Sodann werden die auf jeden Beruf entfallenden Fälle nebenberuflicher Tätigkeit aufgeführt und dabei die Anzahl der Fälle besonders be rücksichtigt, in denen hauptberuflich Beschäftigte noch im Nebenberuf tälig sind. Nach dem Hauptberuf gehörten 1907 zur Aeruföabteilung Land Wirtschaft, Gärtnerei und Forstwirtschaft Die Ziffern zeigen, in welche»: Maße Deutschland industrialisiert ist. Selbst in Bayern hat die Zahl der in der Industrie, im Berg bau, Handel und Verkehr tätigen Personen bereits die Zahl der in der Landwirtschaft, Gärtnerei und Forstwirtschaft Beschäftigten bald erreicht; und rechnet man zu den Erwerbstätigen deren Angehörige hinzu, dann überragt bereits die industrielle Bevölkerung Bayerns die landivirtschnftliche, denn während jene an der Gesamtbevölke- rung mit 44,9 Proz. beteiligt ist, beläuft sich diese nur aus 40,3 Proz. im Bundesstaat als Erwerbs- tätige als Berufsangehörige überhaupt(Erwerbs- tätige mit ihren Angeh. und Dienenden zus.) 2 059 127 490 962 882 421 672 045 841899 Bayern.... 1 097 948 Sachsen.... 261 902 Württemberg.. 506 061 Baden..... 426 796 Hessen..... 163 387 Das sind von 100 der in Erwerbstätigen Bayern........ 45,62 Sachsen....... 11,01 Württemberg...... 41,85 Baden........ 87,69 Hessen........ 29,21 im Vergleich dazu Preußen..... 32,58 28,59 Auf Industrie, einschließlich Bergbau, und Handel und Verkehr dagegen entfielen in Erwerbstätige Berufsangehörige Gesanitbebölkerung 40.30 10,71 87.74 82,71 27,67 Erwerbs« tätige in der Land- Wirtschaft Berufs- zugehörige der Land- Wirtschaft. Bayern Sachsen.. Württemberg. Baden... Hessen 1 378 384 1 525 683 582 223 520 861 285 833 dazu Preußen 8744 554 Bon 100 der Erwerbstätigen waren in Vayeni........ 37,03 Sachsen....... 69,63 Württemberg...... 43,48 Baden........ 45,87 Hessen........ 51,02 dazu: Preußen.... 48,48 DeutscheSReich insgesamt 48,74 Nebenberufliche Beschäftigungen kamen vor: 2 968 701 3 416 576 1 159 048 1 094 237 711222 21 248 730 Gesanitbebölkerung ErwerS- tätige in Industrie und Handel 44,92 74,51 49,53 53,18 57,55 55.93 56,16 Berufs- zugehörige der Industrie und des Handels Sie Wahlen in Lugland. Loildon, 26. Januar.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Bisher sind 397 Abgeordnete gewählt und zwar 253 Kon- servative, 233 Liberale, 72 Iren und 37 Mitglieder der Arbeiterpartei. Von diesen wurden gestern gewählt: I. Hodge in Gorton(Lancashire) mit 7807 Stimmen gegen<334, die auf den Konservativen entfielen. 1966 hatte Hodge 8566 St. gegen 4341 konservative, sodaß seine Majorität von 4223 auf 473 Stimmen herabging. Mit verminderter Majorität wurde Stephan Walsh in Juce gewählt. Die Bergarbeiter T. Richards siegten in Monmouth mit 16000 Stimmen, F. Hall in Normanton mit 6000 und W. B r a c e in Glamorgan(Süd) mit 4000 Stimmen Majorität gegen die Konservativen. Es sind noch 73 Wahlkreise zu besetzen, von denen im letzten Parlament 11 durch Konservative vertreten waren. Der letzte Wahltag ist Freitag. Einzelresultate. Premierminister Asquith wurde in Fiseshire wiedergewählt, und zwar mit 5242 Stimmen gegen 3183 des unionistischen Kandi- datcn, Kriegsminister H a l d a n e in Haddingtonfhire mit 3771 St. gegen 3026 des unionistischen Kandidaten. In Glamorgan wurde der Sollicitor-General Sir Samuel EvanS mit einer Mehrheit von 9793 Stimmen wiedergewählt. Die Anffassnug der englischen Radikalen. London, 23. Januar.(Eig. Ber.) Die soziallibcrale„Nation" veröffentlichte gestern einen bereits tclegraphisch kurz erwähnten Artikel unter dem Titel„Die Stärke von England", in der die erste Lehre der Wahlen folgendermaßen gezogen wird:.... Die bisher veröffentlichten Wahlergebnisse zeigen der Welt, wo die Stärke der Demokratie liegt und mit ihr die Garantte für Freiheit und die Hoffnung auf Fortschritt. Die Städte der Kathedralen und der Herrensitze, die Massen der Privatbeamtcn Wcst-Londons, werden wie vergilbte Blätter vom Winde einer leeren Doktrin dahin getrieben. Sie sind zum Toryismus zurückgekehrt, gleichgültig gegen ihre Rechte, unbekannt mit ihrer nationalen Geschichte und zufrieden mit der Herrschaft der Lords. Die verhältnismäßig unorganisierten Gewerbe Mittel-Englands sind mit ihnen Hand in Hand gegangen. In anderen Gegenden, im ganzen Norden und in den industriellen Gegenden des Südens und des Westens, steht die organisierte Arbeiterklasse fest wie ein Fels, den Angriffen der Reaktion trotzend. Wenn wir unsere Freiheiten retten, so werden wir dies den organisierten Arbeitern zu ver- danken haben. Wir verkennen nicht das Wirken vereinzelter Denker und Führer in den gelehrten und geschäftlichen Berufen, oder den Enthusiasmus, den der neue Liberalismus bei ihnen geweckt hat... Ebenso wenig verkennen wir die bedeutenden Verdienste des liberalen Dissidententums.... Aber wenn es aufs Zählen anlomnit, so würden diese Kräfte überwältigt worden sein, wenn der selbständige ArbeilSmann nicht seine Vernunft gebraucht und keinen selbständigen Entschluß über die konstitutionelle und Tarifrcfornifrage gefaßt hätte. ES ist diese Klasse, deren Stimmen Manchester, Salford, Bradford, Halifax, Newcastle, Hull eroberten und die, kurz gesagt, eine, feste Phalanx für eine freie Ver- fassung bildet. Noch nie haben die Kräfte, die die Parteien von einander unterscheiden, eine klarere Scheidungslinie gezeigt, als durch die geographische Verteilung der Siege und Niederlagen. Die Partei der LordS hängt in erster Linie von den oberen Klaffen und dem Reichtum ab. Diesen beiden Faktoren folgen die liberalen Berufe und die Massen der Privatbeantten wie Sckiafe, und durch wohlbekannte Wahlmanöver ziehen sie mich in ihr Netz die ärmeren und abhängigeren Arbeitsleute. Schließlich können sie durch das Pluralvotum ihre Stimmen verdoppeln und zuweilen verdreifachen oder vervierfachen. Gegen diese Mächte— gegen das Pluralvotum und dem unterwürfigen Klienten das Eigentum— steht der orgaui- sierte Arbeiter. Hier lebt daS demokratische Prinzip und hier hat eS sich als lebenskräftig enthüllt, hier ist es verankert in Intelligenz und Charakter, so daß wir nicht mehr um seine Zukunft besorgt sind." Der Artikel gibt sodann den auS der verschiedenen ökonomischen Lage entspringenden psychologischen Unterschied zwischen Arbeiter und Privatbcamten und zeigt, wie der letztere sich leicht von den Wünschen und Ansichten der oberen Klassen beeinflussen läßt. Tie Masse von Geschäfts- und Bankbeamten glauben an den Niedergang Englands, an die deutsche Gefahr und an die Notwendigkeit, zusammen mit ihren Herren daS Reich zu verteidigen und zu retten. Sie stimmten deshalb für die Tones. Die Arbeiter hingegen denken siir sich, sie lernen in der Gewerkschaft die demokratische Regierungsweise, Selbstverttauen und Solidarität, sie lassen sich deshalb nicht leicht von Schlagworten hinreißen.__ poUtifcbc deberltcbt Berlin, den 26. Januar 1910 Keine Kanzlerkrise. Die„Kölnische Zeitung" veröffentlicht an der Spitze ihrer zweiten heutigen Morgennummer unter der Ueber, schrift„Ter neue Kanzler und die öffentliche Meinung" einen längeren Artikel, dessen Inhalt allem Anschein nach dem Verfasser in der Wilhclmstraße inspiriert worden ist. Der Artikel nimmt auf die in einem Teil der„wohlgesinnten" Presse gegen Herrn v. Bethmann Hollweg betriebene Hetze Bezug und erklärt nach bekanntem alten Rezept, daß des Kanzlers Stellung zurzeit durchaus nicht gefährdet und der Kaiser noch keineswegs des neuen Leiters der Staatsgeschäfte überdrüssig sei: :„Ganz neuerdings hat man auch noch gelesen, daß dem Kaiser sein neuer Kanzler langweilig zu werden beginne, und man unterstützte diese Behauptung mit Anekdoten und Anekdöt- chcn, die sich ganz niedlich anhören, die wirkliche Sachlage aber recht falsch wiedergeben. Wie der Kaiser über Herrn v. Bethmann denkt, ist eine sehr persönliche Sache, und man kann annehmen, daß er darüber niemanden genaue Auskunft gegeben haben wird. Man muß also, wenn man nicht in das Gebiet des reinen RatenS geraten will, seine Schlüsse auS äußeren Erscheinungen ziehen, und diese widersprechen der Angabe einer Minderung dos kaiser- lichen Wohlwollens aufs bestimmteste. Noch in letzter Zeit hat Herr v. Bethmann Beweise des kaiserlichen Vertrauens erhalten, und wenn es wirklich politische Kreise gibt, die Herrn v. Bethmann stürzen wollen� so werden sie sich mit ihren Wünschen noch etwas gedulden müssen. Abgesehen von dieser Seile kommt noch eine sachliche Erwägung hinzu: Es widerspricht aller preußisch-deutschen lleberlieferung, daß ein hoher Beamter kurz nach seiner Berufung zur Aufgabe seiner Stellung veranlaßt wird, und man darf im allgemeinen getrost annehmen, daß diese Gefahr in den ersten zwei Jahren über einem Minister bei uns nicht schwebt. Vielleicht wird man sagen, dieser Brauch sei un- berechtigt, und man müsse einen Minister sobald als möglich entfernen, wenn man einmal erkannt habe, daß er für seine Stellung nicht geeignet sei. Mag sein; aber der Brauch ist da, und er bildet abgesehen von alle in anderen einenGrund, der dasGeschäft eiligen Minister st ürzens zurzeit sehr aussichtslos macht." Gin(je nicht aus anderen Sätzen hervor, daß die„Köl- nische Zeitung" tatsächlich noch an die Leistungsfähigkeit des Reichskanzlers glaubt, man könnte hinter dem letzten Satz eine Bosheit vermuten: denn man kann diesen Satz auch so deuten, daß eS eigentlich nicht die Fähigkeit des Herrn v. Beth- mann Hollweg ist, sondern lediglich der Brauch, Minister nicht schon in den ersten beiden Jahren nach ihrer Ernennung über die 51linge springen zu lassen, der ihn in seinem Amte hält. Zum Schluß erklärt das Kölner Blatt mit einer gewissen Bestimmtheit, daß auch von einem Stellvertreter für den Kanzler keine Rede sein könne, da Herr v. Bethniann noch in sich selbst die Kraft fühle, neben den Reichsangclegenheiten auch die preußischen Staatsgeschäfte zu führen: „In solchen Fällen, wo der Reichstag glauben sollte, daß das Wort der Stellvertreter nicht ausreicht, werden ihm immer auch ungeschriebene Mittel zur Verfügung stehen, um den Kanzler zu einer persönlichen Acußcrung zu veranlassen. Der Kanzler hat im Reichstag seine gesetzlichen Stellvertreter und im Landtag sind es die Minister, die in Vertretung ihrer Ressorts die Auf- fassung der Staatsregierung zur Geltung bringen können. Auf diese Weise ist eS bisher leidlich gegangen, und das Bedürfnis, für den Ministerpräsidenten im Landtage eine generell« Etellver» tretung zu schaffen, hat sich bisher nicht unabweislich fühlbar gemacht. Es ist auch nicht wahrscheinlich, daß Herr v. Bethmann das Bedürfnis einer solche>i Stellvertretung, wie sie von konservativer Seite angeregt wurde, empfindet, wir neigen vielmehr der Ansicht zu, daß er keineswegs gewillt ist, sich nur auf Reichsangclegenheiten zu beschränken und sich aus den preußi- schen Staatsgeschäften bis zu einem gewissen Grade ausschalten zu lassen. Bei der engen Verbindung, die zwischen preußischen und Reichsgeschäften besteht, ist das auch gar nicht möglich, und im übrigen dürfte es, wie gesagt, derNeigung desHerrn v. Bethmann auch nicht entspreche n." Danach scheint der Kanzler zurzeit noch cinigermoßen auf festen Füßen zu stehen; aber wie lange noch? Auch preußisch-deutsche Ueberlicfcrungen von der Art der oben genannten werden manchmal durchbrochen. Sozialdctnokratischer Wahlprotest. Gegen die Wahl des freisinnigen Abgeordneten Dr. Nunze im 12. Berliner Landtagswahlkreis(Moabit) ist von unseren Genossen Protest eingelegt worden. Runze wurde bei der Neuwahl im Dezember vorigen Jahres mit ganz geringer Mehrheit gegen den Genossen Adolf Hoff- mann gewählt. Die Herren Freisinnigen haben es diesmal unterlassen, gegen die Wahl der Genossen B o r g m a n n, H e i in a n v und Hirsch zu protestieren, obgleich ihre Presse schon am Tage nach der Wahl wieder über angeblichen sozialdemokratischen Terrorismus zeterte. Die Trauben scheinen doch zu hoch zu hängen._ Und abermals die Mansfelder Streikjustiz. Die klassenstaatliche Gerechtigkeit geht ihren Gang. Am 24. Januar wurde in Eisleben wiederum gegen neun Personen verhandelt, die sich bei den denkwürdige» Vorgängen im Streik- revier in die Maschen der Gesetze verfangen haben sollen. Immer mehr treten die besoldeten Schützer des Klassenstaatcs als Zeugen wider die Angeklagten in den Vordergrund. Einige Gendarmen sind an jedem Vcrhaiidlungstage wieder anzutreffen. Allerdings finden sich auch einige irregeleitete Arbeitswillige, die ihre Käme- radcn in schwerster Weise belasten. Zwei Monat Gefängnis erhielt ein Bergmann auS Eisleben, der mit einem arbeitswilligen Fördermann während des Streiks in Wortwechsel geraten war. Der Arbeitswillige verfolgte den Kameraden und beide gerieten aneinander. Dabei erhielt das „nützliche Element" einige Schläge, von denen es behauptet, sie seien mit einem scharfen Instrument geführt worden. Schaden ist je- doch nicht entstanden, auch ist der Geschlagene überhaupt nicht krank gewesen. Eine Aussage zugunsten des Angeklagten wurde ab- gelehnt, weil der Zeuge einmal— Fürsorgezögling gewesen ist! Mildernde Umstände wurden dem Angeklagten versagt. Ein 66 jähriger Invalide mußie auf der Anklagebank Platz nehmen, weil er in Hettstedt— die Kinder„aufgehetzt" haben soll, folgenden Vers zur Verspottung der Arbeitswilligen zu singen: „Alle Männer streiken, nur die Hampelmänner nicht!" Acht Schul- linder mußten gegen diesen Angeklagten zeugen, und sehr auf- fällig wirkte die Art, wie der Staatsanwalt Alsleben aus Halle die Kinder zu belastenden Aussagen zu bringen wußte. Er be- antragte wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbeordnung(siehe den obigen VerS!) und groben Unfugs 6 Wochen Haft gegen den alten Mann. Das Gericht erkannte jedoch auf Freisprechung. Von juristischem Interesse ist eine andere Freisprechung. Ein Bergmann aus Helfta war am 20. November vom Schöffengericht Eisleben zu 5 M. Geldstrafe verurteilt worden, weil er der Auf- forderung eines Soldaten, seinen Platz am Wege zu verlassen, nicht sofort nachgekommen sei. Der Verteidiger. Genosse Landsberg, wies darauf hin, daß die hier angezogene Ober» Präsidialverordnung vom 24. April 1907, welche die sofortige Be- folgung einer von Sicherheitsbeamten im ordnungspolizeilichen Interesse erteilten Weisung verlangt, nur auf tatsächliche Beamte, nicht ohne weiteres auf das Militär anzuwenden sei. Soldaten seien keine bestätigten Sicherheitsbeamten, deshalb brauche z. B. ein Streikposten der Weisung eines Militärpostens, sich zu ent- fernen, nicht zu folgen. Wohin solle es führen, wenn jeder einzelne junge Soldat Bürger, die ein Recht ausüben, von der Straße weisen könne. Das Gericht schloß sich diesen Ausführungen an und erkannte auf Freisprechung. Wie außerordentlich rigoros das Gericht vorgeht, dafür bietet der Fall des Bergmanns Weiß einen sprechenden Beweis. Ihm wird Landfriedensbruch. Beleidigung und Bedrohung eines Beamten vorgeworfen, und zwar auf Grund folgender Tatsachen. Der Angeklagte hatte am 21. Oktober von Hettstedt nach Molmeck gehen wollen. Unterwegs ist ihm eine Menschenmenge begegnet, die ihn wieder zurückdrängte. Die Gendarmen, so erklärt der Ange- klagte, hätten ihre Gewehre vorgehalten, so daß niemand aus der geschlossenen Masse hervor konnte(auch bei anderen Gelegen- Jm Kampfe mit der Kolonialverwaltung. Befehl! Der Wert der offiziellen Dementis heiten werden so 3ufammenrottungen" hervorgerufen). Hierbei ringerung des für diese Arbeiten erforderlichen Personals zu er- Und der Wunsch der Regierung ist den unabhängigen Richtern will nun ein Gendarm beschimpft und bedroht worden sein; es sei möglichen. gesagt worden:" Du Lump hast die längste 3eit ge Iebt!" Erst am 14. November, also 3% Woche später, hat der Gendarm den Angeklagten auf dem Nicwandschacht wiedergesehen Der in Hamburg wohnende Kaufmann Gottlieb Goerne und sogleich erkannt", vorher war gegen den Mann nichts unter- hat bis Ausbruch des Hereroaufstandes in Wüstwest gewohnt, wo ist felten besser illustriert worden als in folgendem Falle: Vor nommen. Ein gleichfalls geladener Gendarm kann die belastende er ein Vermögen von 178 000 m. verloren haben will, da ihm einigen Wochen meldeten freisinnige Blätter aus dem RiesenAussage seines Kollegen durchaus nicht unterstützen; allgemein seine Plantagen usw. durch die Aufständischen zerstört worden sein gebirge, daß eine Anzahl Tschechen, meist tschechische Arbeiter, au 3herrscht die Ansicht vor, daß der erste Gendarm sich geirrt haben fellen. In Verfolg seiner Interessen ist G. einige Male mit der gewiesen und über die böhmische Grenze abgeschoben seien. Kolonialverwaltung beziehungsweise der Schußtruppe in Kollision Prompt, wie immer, tam das Dementi. Diesmal war es die Remüsse, trotzdem erkennt das Gericht auf vier Monate Gefängnis! geraten. Im August 1908 ist er wegen Beleidigung der Schuß- gierung zu Lięgnik, die die ganze Meldung für falsch erklärte. Es Freilich können derartige Urteile nicht gerade verwundern, wenn truppe freigesprochen worden, weil das Gericht, Straffammer II feien nur einige ausländische Arbeiter zur Innehaltung der man die im folgenden Falle sich wiederspiegelnde Stimmung in Hamburg, ihm den Schuß des§ 193 zubilligte. Sturz nach dieser ministeriell vorgeschriebenen Starenzzeit, laut welcher vom 20. Dedes Gerichts in Anjas bringt. Zugleich mit dem Angeklagten Verhandlung richtete G. ein weiteres Schreiben an die Stolonial gember bis 1. Februar ausländische Arbeiter ihren Aufenthalt in Weiß wurde gegen die Ehefrau Jenderch verhandelt. Ihr ist es verwaltung, in dem er ironisch auf den Ausgang dieser Justiz- Deutschland unterbrechen müssen, über die Grenze abgeschoben ebenso ergangen, wie dem vorigen Angeklagten. Sie kam von aktion hinwies und mit Bezug auf den Oberleutnant v. Franten worden". Das war aber völlig unwahr, denn soeben stellt der einem Geschäftsgange und wurde von der durch Gendarmen zu berg, Stationschef in Okantwego, Behauptungen aufstellte, die Bote aus dem Riefengebirge" fest, daß die Ausgewiesenen übezfammengehaltenen Menge in einen Graben gedrängt. Um nicht beleidigender Natur sein sollen. Als Goerne infolge des Aufstandes haupt keine Saisonarbeiter gewesen find, auf die die Karenzzeit den Distrikt verlassen mußte, soll sein außerhalb der befestigten Anwendung findet, sondern Handwerker. Fünfzehn tschechizu stürzen, hielt sie sich an einem Baum fest und rief erregt: Aber Station belegenes Haus von Hereros start beschädigt worden sein. schen Handwerksgesellen ist vor Weihnachten in Hirschberg und da müßte man doch gleich dazwischen schmeißen! Ein Polizist aus Die Entschädigungskommission forderte ihn später auf, feinen Umgegend die Ausweisung zugegangen, und darunter befinden Burgörner hat diese Worte tragisch genommen. Der Staatsanwalt Schadenersatzanspruch anzugeben. Auf Grund von Mitteilungen sich mehrere Familienväter, die schon längere Zeit in Preußen beantragt gegen die 60 jährige Frau 5 Monate Gefängnis!! mehrerer Freunde und Soldaten gab er eine Entschädigungssumme wohnten und nie an die ominöse Karenzzeit" erinnert worden Das Urteil lautet zwar auf 2 Wochen, doch führt das Gericht von 1500 M. an. Die unter Führung des Oberleutnants v. Franken- sind. aus: Geldstrafe sei ausgeschlossen, es dürfe nicht au milde berg eingefeßte Unterkommission meinte, es sei überhaupt kein erjabpflichtiger Schaden entstanden. Ihr Bericht führte zur Ab- Wieder ein drakonisches Militärgerichtsurteil. geurteilt werden! lehnung des Anspruchs. Dem Leutnant v. F. wirft G. vor, flüchtig Das Militärgericht in Braunschweig berurteilte den als und gewiffenlos verfahren zu sein. Der Angeklagte, der sich am Montagnachmittag abermals vor unsicheren Heerespflichtigen eingestellten Musketier Meese au dem genannten Gericht zu verantworten hatte und gegen den noch 3 Jahren Gefängnis und Versegung in die zweite Staffe zwei weitere Beleidigungsklagen schweben, behauptete, er sei durch des Soldatenstandes, weil er in der Silvesternacht in voller Be die füdwestafrikanische Wirtschaft" schiver geschädigt worden. trunkenheit ohne Erlaubnis die Stadt besucht und nach seiner Statt der ihnt zustehenden 178 000 m. habe man ihm 488 M. ge- Arretierung auf der Wachtstube geschimpft, gelärmt und Vorgesezte boten, falls er teine weiteren Ansprüche erhöbe. Der Oberst bedroht hatte. b. Erstorff, habe ihm für die Einquartierung von zwölf Soldaten 8 Pf. pro Stopf und Tag geboten. Das pro Tag eine Mart. in Rede stehende Haus sei arg beschädigt gewesen, aber die Kommission, gegen die er jekt feine Angriffe richte, habe das nicht gesehen. Er werde zu geeigneter Zeit die ganze Wirtschaft" veröffentlichen. Wie das Militär bei den harmlosesten Vorfällen vorgegangen ift, erhellt aus der Erzählung eines Bizefeldwebels, der ebenfalls als Zeuge geladen ist. Um am Abend des Tages, als das Militär auf dem Kriegsschauplatze erschien, die Menge, die sich bei derartig befremdenden Ereignissen naturgemäß sammelte, zu beruhigen" ließ der Feldwebel mit aufgepflanztem Seitengewehr schwärmen! Hierbei stieß ein jetzt in Redlinghausen befindlicher Bergmann gegen einen Musketier. Dieser behauptet als Zeuge, geschlagen worden zu sein. Der Bergmann wurde arretiert und auf der Wache festgehalten, weil der Feldwebel vergessen hatte anzugeben, was mit dem Verhafteten geschehen solle. Heute erhält dieser einen Monat Gefängnis. Mehr und mehr zeigt die Justigaktion, die gegen die Klaffenfämpfer von Mansfeld betrieben wird, daß fie aur Rechtfertigung des Militäraufgebots dienen soll. Die harmlosen Vorfälle müffen streng bestraft werden, sonst wirkt die Auffahrt der Maschinengewehre gegen ruhige Leute gar zu lächerlich. Und das alles wagt der„ arbeiterfreundliche" Abgeordnete von Mansfeld, Herr Dr. Arendt, nebst seinen Geistesverwandten zu beschönigen und für gerechtfertigt zu erklären! Zum deutsch- amerikanischen Handelsvertrag. Wie der„ New York Herald" aus Washington meldet, hat das Staatsdepartement beschlossen, vorläufig Deutschland gegenüber auf feinen Forderungen in der Fleischfrage nicht zu bestehen in der Er. wägung, daß die hohen amerikanischen Fleischpreise noch weiter steigen würden, wenn Deutschland dem amerikanischen Fleisch geöffnet würde. Die Ablehnung des deutsch- portugiesischen Handelsvertrages. Der Handelsvertrag mit Portugal wurde heute in der Kommission mit 15 gegen 18 Stimmen abgelehnt. Für den Handelsvertrag stimmten Konservative, Freifinnige, Sozialdemokraten und vom Zentrum der Abg. Herold. Dagegen stimmten die übrigen Mit glieder des Zentrums, die Nationalliberalen und Antisemiten. Die Rationalliberalen erklärten, daß die Abstimmung in der Kommission nicht bindend sei für ihre Haltung im Plenum. Das Gericht erkannte an, daß der Angeklagte in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt habe. Aus dem Inhalt des Schreibens gehe aber die Absicht der Beleidigung hervor, weshalb er bestraft werden müsse. Das Urteil lautete auf 200 M. Gelde strafe oder 20 Tage Gefängnis. Sittlichkeitspetitionen. München, 23. Januar. Die Kammer der Abgeordneten erlebigte heute eine Reihe Petitionen, welche auf die Erhaltung und Förderung der öffentlichen Sittlichkeit abzielen. Gestreift wurde die öffentliche Auslegung von schamlosen, die Sinnlichkeit reizenden Bildern und Schriften, die unfittlichen Darstellungen durch Kinematographen und die scheußliche Unfitte" des Mädchenhandels. In die eigene Grube gefallen. In Annen( Kreis Hörde) errangen die Sozialdemokraten bei der Gemeinderatswahl über die vereinigten Gegrier zum ersten mal einen glänzenden Sieg. Sie eroberten in der dritten Abteilung drei Mandate. Nun sannen die Gegner darauf, wie sie den verhaßten Roten die Mandate wieder rauben könnten. Als Grund mußte das Haus befizer. privileg herhalten. Angeblich saßen in der britten Abteilung zu wenig Sausbesitzer. Bisher hatte man es mit dieser Bestimmung nicht so genau genommen, besonders nicht in der ersten Abteilung. Also drehten unsere Genossen den Spieß um und beantragten Ungültigkeitserklärung der Wahlen in der ersten Abteilung. Das Gemeindekollegium erklärte aber nur die Wahl der dritten Abteilung für ungültig. Nun klagten unsere Ge. nossen beim Kreisausschuß mit dem Erfolge, daß Die Wahl der sozialdemokratischen Vertreter für gültigerklärt, die Wahl der ersten Abteilung aber tassiert wurde. Die Sozialdemokraten erzielten also einen vollen Erfolg. Die Gegner mußten hereinfallen, weil in der ersten Abteilung tatsächlich kein Hausbefizer fikt, einer der gewählten Genossen aus der dritten Abteilung aber den Nachweis erbrachte, daß er Hausbesitzer ist. Oefterreich. Die Beziehungen zu Rußland. Den breitesten Raum in der Besprechung nahm die Frage der Prostitution ein. Die Prostitution ist nach Ansicht eines Zentrumsabgeordneten so alt als die Menschheit selbst. Das ist nun awar nicht ganz richtig, weil die freigeschlechtliche Hingabe der Frau in den Entwidelungsperioden der Wildheit und auch Barbarei durchaus feine Prostitution war. Aber er hat damit wenigstens zugegeben, daß nicht der moderne Unglaube die Wien, 26. Januar. Bon besonderer Seite erhält die Neue Ursache dieser schlimmen Erscheinung ist, und das will für einen Freie Presse" über die Meldungen von der Anbahnung freundlicherer Beziehungen zwischen Desterreich- Ungarn und Rußland Innern machte lange Ausführungen über die geheime und ungarische Botschafter Graf Berchtold wiederholt mit dem Bentrumsmann schon viel heißen. Der Minister des folgende Mitteilungen: In den Besprechungen, die der österreichisch öffentliche, d. i. staatlich geduldete oder fonzessionierte Prostitution, Minister des Aeußern Herrn Jswolsti hatte, wurde beiderseits Preußische Germanisation in Nordschleswig. über die Kasernierung und gesundheitliche Ueberwachung der anerkannt, daß die Spannung, die aus der Annegionskrise Zu den widerlichsten Zwangsmaßregeln in Nordschleswig ge- Dirnen. Nach seiner Ansicht haben die Bekämpfungsversuche in zurückgeblieben ist, mit Rücksicht auf die Verhältnisse auf dem Ballan hören die Fälle, in denen Lehrer, die weiter nichts verbrochen haben, den verschiedensten Kulturstaaten zu dem Ergebnis geführt, daß und in ganz Europa nicht unbedentliche Folgen haben als daß fie in von dänischen Nordschleswigern gebildeten Abstinenz überall dort, wo ein scharfes System der leberwachung herrschte, fönnte. In diefer Auffassung zeigt sich eine lebereinstimmung vereinen gesprochen haben, mit Frist von wenigen Tagen nach süd die Geschlechtskrankheiten nicht so zahlreich waren wie dort, wo awischen dem österreichisch- ungarischen Botschafter Graf Berchtold, lichen Gegenden versetzt worden sind. Die Regierung will jetzt noch die Polizei die Sache mehr gehen ließ. Er konnte für seine Auf- ber selbstverständlich die Meinungen des Ministeriums des Aeußern in Wien zum Ausdruck brachte, und dem russischen schneidiger vorgehen. Die Folge dieser Flensborg Avis melbet, daß sämtlichen Geistlichen in ftellung auch einiges statistisches Material beibringen: AIS 1862 Minifter des Aeußern Herrn Jewotsti. dürfte sein, daß bon russischer Scite Nordschleswig ein Schreiben vom Konsistorium in Stief zugegangen in Bayern die Bordelle aufgehoben wurden, stieg innerhalb einiger lebereinstimmung sei, worin ihnen verboten wird, in Vereinen zu sprechen, deren Mit- Jahre der Krankenstand gang außerordentlich. Auch weisen die dieser Faden weiter gesponnen wird und daß sich im Laufe der Zeit glieder in der Mehrzahl dänisch gesinnt sind. Besonders wird vor Garnisonstädte mit Bordellen die geringste Zahl geschlechtskranker diese allgemeine Stimmung zu einer Wendung in dem Soldaten auf, während München den hohen Sak bon 27 bon 1000 gegenseitigen Verhältnisse und zu einer politischen dem Sprechen in Abstinenzvereinen gewarnt. Außer den ausgesprochenen deutschtümlerischen Hezvereinen zu verzeichnen hat.( Die Abolitionisten, die Gegner der polizei- Auseinandersetzung verdichten könne.' Das muß jedoch der würden dadurch fast alle Vereine getroffen werden, weil die fiber- lichen und gesundheitlichen Kontrolle der Prostituierten, verfügen Bukunft vorbehalten bleiben, während es jetzt schon festzustellen ist, wiegende Mehrzahl der Bevölkerung in Nordschleswig dänisch ge- über statistische Zahlen, die das Gegenteil erweisen. Red. d. 2.".) daß beiderseits Geneigtheit zu einer solchen Auseinandersetzung fich zeigt. finnt ist. Genosse Segi protestierte gegen eine Aeußerung des Ministers, daß die Prostitution nicht mit den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen zusammenhänge. Er betonte, daß in guten wirtschaftlichen Zeiten bei reichlicher Arbeitsgelegenheit und genügendem Verdienst die Zahl der Prostituierten sich verringere, in schlechten Zeiten zunehme. Bündnis zwischen Bündlern und Zentrum in der Pfalz. Schweiz. Staatliche Arbeitslosenfürsorge. Jm Züricher Kantonsrat wurde bei der Budgetberatung ber Stredit für die Arbeitslosenunterstützung von 1800 auf 1400 Fr. erhöht, wovon die Stadt Zürich 1000 Fr. und der Typographenbund 400 Fr. erhalten. bewilligt zur Durchführung von Borstudien für eine fantonale Der Neuenburger Kantonsrat hat der Regierung einen Kredit Arbeitslosenversicherung. Die Regierung hat bereits ein bezügliches Fragenschema aufgestellt und veröffentlicht, das sechs Fragen enthält, bie fich auf das System( Genter oder Berner), obligatorische oder fakultative Versicherung, Kreis der Versicherten, Aufbringung ber Mittel, Höhe und Einheitlichkeit oder Abstufung der Beiträge sowie der Arbeitslofenunterstützung beziehen. England. Einmarsch in Persien. Württemberg und die Schiffahrtsabgaben. In der Frage der Schiffahrtsabgaben scheint es zu einer entscheidenden Wendung zu kommen. Bekanntlich sind die Stimmen Württembergs im Bundesrat ausschlaggebend dafür, ob die auf Wenderung der Reichsverfassung gerichteten Pläne Preußens AnDas Resultat der Besprechung ist ein negatives. Der Minister nahme finden oder nicht. An eine Zustimmung Württembergs zu wird sich die Frage weiter überlegen, wie das seine Vorgänger den Schiffahrtsabgaben wäre nicht zu denken, wenn nicht schon Jahrzehnte getan haben. Vielleicht kommt er schließlich zur die württembergische Regierung der Meinung wäre, durch Erkenntnis, daß die Frage in der heutigen Gesellschaftsordnung die Zustimmung und durch den Eintritt in den Wasser überhaupt nicht gelöst werden kann, weil die Prostitution, wie sie straßen- Zweckverband- wie Breußen in plant die Stanalisierung in der Feudalzeit eine Folgeerscheinung der wirtschaftlichen Verbes Nedars zu erreichen. Dies ist für die wirtschaftliche Enthältnisse, es auch in der kapitalistischen Ordnung ist. wickelung Württembergs geradezu eine Lebensfrage. Der Stand der Frage ist aber durch die wenig entgegenkommende Haltung der badischen Regierung, die am Neckar natürlich stark beteiligt ist, in den letzten Jahren nicht gefördert worden. Ju Württem Berg hatte daher bereits eine stark pessimistische Auffassung München, 25. Januar. Aufsehen erregt in politischen Kreisen Plaz gegriffen. Selbst politische Kreise, die noch vor zwei Bayerns die Tatsache, daß für die Nach wahl zum Landtage Jahren mit aller Entschiedenheit gegen die Schiffahrtsabgaben auf- in dem pfälzischen Wahlkreise Landau ein Bündnis traten, glaubten im Interesse des Landes jetzt keinen Widerspruch wischen dem Bund der Landwirte und dem Bentrum mehr erheben zu dürfen. Durch eine in letzter Stunde einfegende gefchloffen wurde. Das Bündnis richtet sich gegen die bisparlamentarische Aktion scheint aber doch noch eine entscheidende herigen Verbündeten der Bündler, die Nationalliberalen. Wendung herbeigeführt werden zu sollen. Montag abend wurde im badischen Landtage von den drei Parteien des Großblocks der Antrag eingebracht, daß die Regierung die Frage der Redarkanalisierung Das Reichsichaßamt hat an die Landesregierungen ein Rundschleunigst durch bundesfreundliches Bufammenwirken der Regierungen fchreiben gerichtet, in dem die Herabsetzung der zur Bereitung der bon Württemberg und Baden einer möglichst baldigen Lösung ent- Eosinlösung zu verwendenden Menge um die Hälfte, nämlich von gegenführen und zugleich ein Einverständnis in der Frage der Schiffahrts- 1 Kilogramm auf 0,5 Stilogramm für 50 Liter Flüffigkeit angeregt wird. Gleichzeitig ist die schon vor einigen Wochen für gewisse Fälle abgaben anstreben möge." empfohlene Berminderung der zu verwendenden Farbflüssigkeitsmenge Da hinter den Antragstellern die Mehrheit des Landtages steht, um 20 Broz. allgemein für ftatthaft erklärt worden. Weiter sollen so bedeutet das für die badische Regierung den svingenden Auftrag, auch Erörterungen darüber im Gange fein, wie ben gerade aus dem Lande Württemberg beim Bau des Neckarkanals so weit Müllerfreisen laut gewordenen Klagen ebenfalls abgeholfen werden hin gerichtet worden. entgegenzukommen, daß der Kanal auch ohne Württembergs Anschluß tann. an den preußischen Zweckverband unterhalten werden Geschieht dies, so fällt natürlich für Württemberg jeder Grund fort, in der Bundesratssigung, die, wie wir erfahren, bereits am nächsten Montag stattfinden soll, der Erhebung von Schiffahrtsabgaben zuzuftimmen. tann. Das schöne Eosin. Die Vorauswirkung der Strafgeseknovelle. Wegen Beleidigung eines Schumanns ist am Dienstag der Redakteur der Altenburger Boltszeitung", Genosse Paul Frölich, vom Altenburger Landgericht zu 150 M. Geldstrafe verurteilt worden. Eine Beugin bestätigte die in einer Notiz aufgestellte Behauptung, daß ihr der Kontrolle des Reichshaushalts. Schußmann unfittliche Anträge gestellt habe. Man glaubte ihr Dem Bundesrat ist der Entwurf eines Gesetzes über die Kon- nicht, obwohl der Schußmann selbst die Aussagen in ganz unsicherer trolle des Reichshaushalts zugegangen. Der Entwurf will Verein Weise bestritt und zugab, eine ähnliche Aeußerung scherzweise" fachungen auf dem Gebiete der Rechnungsprüfung bringen, wie sie getan zu haben. Der Staatsanwalt sah ein, daß die Sache aus von vielen Seiten, so auch im Reichstag, in lezter Zeit empfohlen sichtslos war, er beantragte nur 50 M. Geldstrafe. Das Gericht worden find. Sein Ziel ist, die Verwaltung und insbesondere den ging über den Antrag hinaus und der Richter berief sich dabei auf Rechnungshof, von Arbeiten, die ohne Schädigung des Prüfungs- bie Absicht ber Reichsregierung, bie Strafen für Beleidigung zu zweds unterbleiben können, zu befreien, und damit auch eine Ver- verschärfen! London, 25. Januar. Mit Bezug auf den bevorstehenden Abmarsch eines indischen Regiments nach dem Persischen Golf wird von dem Reuterschen Bureau darauf hingewiesen, daß die englischen Sonfulate, die Telegraphenstationen usw. an der Stüfte des Persischen Golfs des Schuzes wohl bedürfen könnten, falls die neuen borgeschlagenen Maßnahmen zur Verhinderung der Waffeneinfuhr zur See Erregung unter der Ein. geborenenbevölkerung hervorrufen sollten. Rußland. Hinrichtung Woskressenskis. Petersburg, 26. Januar. Der Mörder des Obersten Sarpom, ostressensti alias Petroff, ist heute früh Die Unruhen in Buchara. Nenbuchara, 25. Januar. Den Anlaß zu den hier ausgebrochenen Incuben gab die Beleidigung einiger Perfer, die religiöse Seremonien vollzogen, durch einen Mullah. Alle Geschwichtigungs verfuche durch den Statthalter von Buchara waren vergebens. Die Gefamtzahl der bisher getöteten Personen beträgt 50, die Bahl der Verwundeten ist unbekannt. Amerika. Gegen den Fleischtrust. Chicago, 26, Januar. Das oberste Bundesgericht hat die Untersuchung über die angeblichen Machenschaften des Fleischtrusts begonnen. Gewerkschaftliches. Die Einigung in den Antwerpener Gewerks fchaftsorganifationen. Jm Ruhrbeden haben die Grubenbefiger innerhalb 21 Mo- nach welchem Kündigung ausgeschlossen, und außerdem sei er zur naten die Löhne um mehr als 50 000 000 m. reduziert!! Soll sofortigen Entlassung berechtigt, da der Kläger fozialdemokratische das so weitergehen? Sollen die Bergarbeiter immer die Opfer Flugblätter für die Jugendorganisation verteilt habe. Der Kläger eines wahnwißigen Produktionsprozesses sein? Nein und dreimal legte das Flugblatt vor, welches er den Lehrlingen gegeben. Es nein! Die jetzt heranbrechende Hochkonjunktur muß ausgenugt ist dies ein vom Metallarbeiterverband für die gewerkschaftliche werden, um die Bergarbeiter gegen die Magimen der Herren- Jugendbetvegung herausgegebenes Flugblatt. Aber der Hinweis Brüssel, im Januar.( Eig. Ber.) Das auf dem lekten Ge- menschen wehrhaft zu machen." des Beklagten, daß es ein sozialdemokratisches Flugblatt fei, schien werkschaftstongreß bereits angekündigte Einigungswerk zwischen Der Vorstand fordert dann die Mitglieder auf, emsig zum den Vorsisenden, Magistratsassessor Kurts, ganz aus dem Häuschen den unabhängigen" und den sozialistischen" Gewerkschaften ist Kampffonds zu sammeln, sich nicht auf die Solidarität der Arbeiter gebracht zu haben, denn er verstieg sich ohne jede Veranlassung zu zustande gekommen. Mit ihm ist, hoffentlich für immer, der Bruder schaft zu verlassen, die zu einem großen Teil noch in schlechteren dem Ausspruch: so lange er Vorsitzender sei, werde die Mehrheit frieg innerhalb der Antwerpener Arbeiterschaft beseitigt, der die Verhältnissen lebt. Bevor sie ein Recht auf die Unterſtüßung anderer einem Richter der unparteiisch urteilen soll, jedenfalls ein sehr des Gewerbegerichts stets gegen die Sozialdemokraten sein". Bon Entwickelung der dortigen Organisationen so lange beeinträchtigt und die Bahn für eine wirkungsvolle gemeinsame Aktion der Ar- habe, müsse die Bergarbeiterschaft erst selbst das denkbar möglichste bemerkenswerter Ausspruch. Der erste Termin in dieser Sache, beiter versperrt hatte. Um sich einen Begriff von den organi- tun. Deshalb müsse der vom 1. Februar ab zu zahlende Extra- in welcher sich das vorstehend Angeführte abspielte, fand vor drei satorischen Verhältnissen zu machen, sei nur erwähnt, daß es in beitrag prompt bezahlt werden. Wochen statt. Es wurde in diesem Termin beschlossen, die Sache Antwerpen je zwei Gewerkschaften der Holzarbeiter, der Der Aufruf läßt feinen Zweifel darüber, daß die Situation zu vertagen und bei der Klempnerinnung anzufragen, ob ein Tarif Bekleidungsindustrie und der Metallarbeiter gab. Neben den beiden namentlich durch die Behandlung der Interpellationen in Sachen bestehe. Am Montag fand der zweite Verhandlungstermin statt. Tendenzen, die für die Sozialisten im Werker", für die„ Unab- des Zwangsarbeitsnachweises seitens der Regierung im Reichstage bestehe. Man sollte nun meinen, daß der Beklagte einfach zur Der Bescheid der Klempnerinnung lautete, daß ein Tarif nicht hängigen" in der„ Voltstribune" in der schärfsten Weise zum Aus- und im Landtage eine immer ernſtere wird. trag famen, liefen starke persönliche Differenzen, die den Zwist Zahlung der streitigen Summe verurteilt wurde. Aber iveit geinnerhalb der Arbeiterschaft selbstverständlich noch verschärften und fehlt. Der Beklagte wiederholte seinen Einwand bezüglich der erbitterter gestalteten. So ist denn das Einigungswerk in Ant- Eine Geschichte der Bäcker- und Konditoren- Bewegung sozialdemokratischen Flugblätter. Das Gericht faßte, zweifellos werpen aufs lebhafteste zu begrüßen. Möchte sein Beispiel fördernd hat der Zentralverband der Bäcker durch seinen Vorsitzenden gegen die Stimmen der Arbeitnehmer den sonderbaren Beschluß, auf die Organisationsverhältnisse in Mecheln und Verbiers D. Allmann herausgegeben. Das zwei Bände umfassende werk bei der Handwerkskammer anzufragen, ob der Metallarbeiterverband in denen dieselben Faftoren wie in Antwerpen einem einheitlichen dieses Jahres stattfindenden Verbandstage vorgelegt werden sollte; lässigsten darüber Auskunft geben können, daß der Metallarbeitereiner alten Wunde der belgischen Organisationen- einwirken, bildet zugleich eine Jubiläumsschrift, die eigentlich dem im Juni politische Tendenzen verfolge. Der eine der Arbeitnehmerbeisiber gehört selber dem Metallarbeiterverband an und er hätte am zuberorganisatorischen Wirken der Arbeiterschaft entgegenstehen. Das Werk war fein leichtes und es hat vieler Diplomatie, Werk ist mehr als eine bloße Geschichte des Verbandes; es kann. Er darf laut seiner Sabungen gar keine politische Tendenzen am 5. Juni 1910 besteht der Verband nämlich 25 Jahre. Doch das verband nur gewerkschaftliche Tendenzen verfolgt und verfolgen Delikatesse und Ausdauer bedurft, eine Formel für die Verein- ist im ersten Teil eine interessante fulturgeschichtliche Abbarungen zu finden, die den beiden Tendenzen gleichermaßen handlung über die Herstellung von Mehl und verfolgen, da er nur eine rein gewerkschaftliche Organisation ist. gerecht wird. Die Formulierung der Einigungspunkte war dem den ältesten Zeiten her bis zur Entstehung Aber der Herr Assessor und mit ihm die Arbeitgeberbeisiger wollten Präsidenten der Antwerpener Diamantarbeiter van 3utphen fonderen Bäckerhandwerfes. Writere Kapitel schildern wohl absolut etwas in Sozialistenfrefferei machen. Man darf geund Genossen C. Huysmans für die belgische Gewerkschafts- Bäckerhandwerk im Mittelalter mit seinen Zünften und vielen Bunft- spannt sein, welche Auskunft die Handwerkskammer geben wird; tommission anvertraut worden, die diese den aus den Del gebräuchen, dann die Geschichte des Handwerks in einigen Städten wenn dieselbe so ausfällt, wie in einer anderen Behrlingssache, gierten sämtlicher Gewerkschaften gebildeten Versammlungen des Reiches, später die Verordnungen der Behörden, die Arbeiter dann dürfte der Herr Assessor nicht allzu erfreut darüber sein. zur Diskussion und Beschlußfassung vorlegten. Die Puntte schutzgesetzgebung für Bäckereien und Konditoreien, die Technit Zweckmäßiger wäre es wohl gewesen, der Gewerberichter hätte fich wurden fast einstimmig angenommen und behalten ihre im Gewerbe Wirkungskraft bis zum Januar 1913. Dies Einigungsprojekt wird betrieben. Ist der erste Band der Entwickelung des Gewerbes ge- weiter machen können, als auf das Statut zu verweisen. Ganz und die fortschreitende Entwickelung zu Groß die Tendenzen angegeben. Die Handwerkskammer wird auch nichts ein Statut des Metallarbeiterverbandes vorlegen lassen, darin sind nunmehr noch den Gruppen vorgelegt und sodann in den General- widmet, so beschäftigt sich der zweite Band mit der Ges versammlungen zur Abstimmung gebracht, wo ihm eine zweifellose schichte der Organisation. Nur wenige Organisationen haben wohl die Länge gezogen werden, berechtigt das Verhalten des Vorabgesehen davon, daß durch solche Beschlüsse die Prozesse sehr in Annahme gesichert ist. Nach einer die Notwendigkeit des gemein- unter der Mißgunft der Verhältnisse so schwierig und hemmend sigenden Kläger, die einen objektiven Vorsitzenden erwarten, diesen famen Kampfes betonenden Feststellung der speziellen Antwerpener den Aufstieg bis zur heutigen Höhe der Entwickelung machen Vorsitzenden abzulehnen. Verhältnisse wurden in der Hauptsache folgende Punkte von den müssen, wie der Bäckerverband. Lange Zeit bestand bei den Bäckern verwaltung unmöglich sein, einen Vorsitzenden für das GewerbeSollte es der Spandauer GemeindeVertretern der beiden Tendenzen akzeptiert: balb zwedlos fei, weil die Gehilfenzeit doch nur als Uebergangs- gericht zu bestellen, der es ablehnt, politische Tendenzen in den Gerichtssaal hineinzutragen? stadium zur Meisterschaft zu betrachten ist. Dazu kam ein frühzeitig organisiertes Unternehmertum, das 1874 durch Gründung des Innungs Fortschritte der unentgeltlichen Geburtshilfe in der Schweiz. verbandes„ Germania" sich einen festen organisatorischen Rückhalt gab. Kein Wunder, wenn unter folchen Umständen Mißmut und mangelndes In der Kantonshauptstadt Zug ist in jüngster Zeit die EinSelbstvertrauen in den Reihen der Bäcker sich so stark geltend führung der unentgeltlichen Geburtshilfe beschlossen worden, so machte, daß die Berliner auf dem Verbandstage 1895 auf eine Auf- daß sie nun, soweit bekannt, in vier schweizerischen Gemeinden lösung der Organisationen abzielten. Mangelhafte Leitung und besteht bezw. eingeführt wird. Mit dem Gedanken der unentgeltIn einem weiteren Punkte wird ausgesprochen, daß die kleinliche Streitereien trugen noch ein übriges dazu bei, das Ver- lichen Geburtshilfe auf Kosten der Gemeinde und des Staates Gruppen ihre Etiquette ihrer Tendenz" unabhängig" oder" sozia- trauen auf die Entwickelung einer guten Organisation niederzuhalten. Hapert es in Deutschland, dessen führende Gesellschaftsklassen so listisch" behalten; wo zwei Gruppen einer Profession bestehen, wird Doch es war gut, daß dem Peffimismus teine Konzessionen gemacht gern von Sozialpolitik fabeln, noch recht sehr. ihre Verschmelzung erfolgen und zwar so, daß die Holzarbeiter, die wurden. Gerade von dem Tage an hat der Verband eine ständige Arbeiter der Bekleidungsindustrie und die Bauarbeiter sich den Aufwärtsentwickelung zu verzeichnen. Der Verband hat in den 25 Jahren 1. Die Anerkennung des Prinzips des Klassentampfes. 2. Die Anerkennung der Arbeiterpartei der Partei des Klassentampfes als politischer Vertreterin. 3. Betreffend die gewerkschaftliche Aktion: a) das Prinzip der gewerkschaftlichen Zentralisation; b) die Errichtung starter Widerstandskassen; c) das Prinzip hoher Beiträge. Gruppen der Unabhängigen anschließen; die Fabrik- und MetallBrot bon eines be= das manche schwierigen Klippen geschickt umfegelt; er repräsentiert jest mit Letzte Nachrichten und Depefchen. arbeiter den sozialistischen Gewerkschaften. Außerdem wurde nach feinen über 18 000 Mitgliedern eine ganz respektable Organisation. langwierigen Debatten die Verschmelzung des sozialistischen Ar- Seine Geschichte wird schon deshalb einen ehrenvollen Platz in der beiterfekretariats mit der die Organisationen der Unabhängigen Gewerkschaftsliteratur einnehmen, weil sie ein wertvolles geschichtumfassenden Gewerkschaftsföderation" zu einem gemeinsamen liches Dokument über die mühevolle Entwickelung und die Organisationsförper beschlossen, der den Namen„ Allgemeine Ge- ichwierigen Stämpfe unserer deutschen Gewerkschaften bildet. Der werkschaftsföderation"( Fédération générale des Syndicats) führen Borstand hat sich daher ein Verdienst erworben, als er dem Beispiel wird, dem alle Gewerkschaften angehören. Auch die Frage der anderer Gewerkschaften folgend, dieses Wert seinen Mitgliedern und Presse wurde mit Wahrung der Interessen der beiden Tendenzen der Deffentlichkeit vorlegte. gelöst. Auf der Basis dieser Konvention werden die Gewerkschaftsfomitees die Einigung vollziehen. Der schwerste, heikelte Schritt in der Antwerpener Frage ist getan und mag die äußere Form der Tendenzen: sozialistisch" unabhängig" auch weiter auf dem Schild bleiben: die formale und innere Einigkeit ist gleichwohl bollzogen; ob unabhängig" oder der Partei direkt angeschlossen: in Zukunft wird das Antwerpener Proletariat gemeinsam gegen den Feind marschieren. Berlin und Umgegend. Die Breslauer Holzarbeiter stehen vor einem folgenschweren Stampfe, so folgenschwer, wie er in Schlesien bisher noch nie da war. Auch in Breslau sind den Arbeitern durch die Unternehmer die Tarife gekündigt worden, und jeder Verständigungsversuch scheitert an der Hartnädigkeit der Holzindustriellen. Die Mitglieder des Holzarbeiterverbandes haben deshalb beschlossen, daß alle Bau- und Möbeltischler, die bis 1911 im Vertragsverhältnis stehen und keine Lohnbewegung zu besorgen haben, einen Beitrag von 90 Pf. pro Kopf, andere Branchen dagegen 80 Pf. vom 5. Februar zu zahlen haben. Für Januar hat die Lokaltasse bereits 850 M. für den Striegsfonds abgesandt. Knappschaftswahlen im Ruhrgebiet. Am 25. Januar fanden im Ruhrgebiet in 7 Sprengeln Aeltestenwahlen statt, bie folgendes Resultat zeitigten: Es erhielten Stimmen: Sprengel Dahlhausen Der Streit der Konfektionsschneider bei Adalbert Stier ist am Montag, wie er am Tage vorher beschlossen worden ist, mit voller Kraft durchgeführt worden. Sowohl die Werf statt wie die Heimarbeiter haben die Arbeit niedergelegt. Die Firma hatte dem Schneiderverband unter dem 24. Januar ein Schreiben gesandt, worin sie mitteilte, daß sic einen neuen Tarif nur dann abschließen werde, wenn die Zeit Sauer des alten abgelaufen sei. In dem Antwortschreiben des Verbandes, worin die Firma bon dem Streitbeschluß sowie gleichzeitig davon in Kenntnis gefeßt wird, daß die Arbeiter zu jeder Zeit zu Verhandlungen bereit sind, wird Herr Stier daran er- Annen innert, daß er am 8. Dezember 1908 dem Schneiderverbande Alteneffen schriftlich mitteilte: daß, im Falle auf der Erfüllung des bei der Alteneffen Tarifvereinbarung mündlich gegebenen Versprechens bestanden Rellinghausen werde, die Firma den Tarif für aufgehoben erkläre. Die Arbeiter Bövinghausen berlangten aber weiterhin, daß auch diese mündliche Vereinbarung in Kraft bleiben sollte, und damit ist nach Herrn Stiers eigener Erklärung der Tarif seit jener Zeit aufgehoben. Am Schlusse des Schreibens heißt es: In Konsequenz dieser Sachlage haben Ihre Arbeiter nun beschlossen, einen Vertrag zur Einführung zu bringen, aus dem sich die damals entstandenen Differenzen nicht mehr ergeben." Herr Stier wird schließlich um Rüdantwort gebeten. Seine Arbeiter sowie die Gesamtheit der Herrenfonfektionsschneider stehen der Firma solidarisch gegenüber und Herr Stier wird sich jedenfalls über kurz oder lang zu einer dauernden und annehmbaren Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse bequemen müssen. Achtung, Töpfer! Die Differenzen auf dem Bau Emserstr. 54, Rigdorf, sind erledigt. Die Arbeit kann nunmehr dort aufgenommen Die Verbandsleitung. werden. Deutfches Reich. Zur Situation im Ruhrgebiet. Der Vorstand des Bergarbeiterverbandes erläßt in der neuesten Nummer des Verbandsorgans einen flammenden Aufruf, in dem es u. a. heißt: Allem die Krone feßt auf der Bwvangsarbeitsnachweis, der den Zweck hat, die Arbeiter für immer in der Frage der Arbeitsbermittelung auszuschalten. Während die Bergarbeiter vieler der übrigen Bergbau treibenden Länder längst schon ein gewichtig Wort in den Fragen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse mitreden können, während auch in Deutschland Hundert und Aberhunderte partei Kandidaten des Verbandes Christlichen. der Polen Bechen 269 167 240 254 115 248 141 207 149. 196 140 24 一一 23 一一 125 Es fehlt nur das Resultat von Lünen, doch ist sicher anzunehmen, daß auch dort der Verband gefiegt hat. Demnach hätte der Verband sämtliche sieben Sprengel erobert. Es hat sich also auch bei dieser Wahl wie bei den früheren die siegende Kraft des Verbandes gezeigt. Der Bayerische Industriellenverband zur Arbeits nachweisfrage. Die belgische Arbeiterpartei beim französischen Ministerpräsidenten. Paris, 26. Januar.( W. Z. B.) Ministerpräsident Briand empfing heute eine von den belgischen Deputierten Vander. belde und Anseele geführte Abordnung der belgischen Arbeiterpartei, welche über die von der französischen Kammer bei der Zolltarifdebatte beschlossene, gegen die ausländischen Arbeiter gerichtete Steuer Beschwerde erhob. Minister Briand erklärte, daß die Negierung diese Steuer, die sie schon in der Kammer be kämpft habe, auch im Senat bekämpfen werde. Clemenceaus Austritt aus der radikalen Bartei. Paris, 26. Januar.( W. Z. B.) Da Clemenceau feinen Austritt aus der radikalen Partei aufrecht erhält, trotzdem ihm deren Leitung über ihr Zusammengehen mit den Sozialdemokraten bei den Touloner Gemeindewahlen ausführliche Aufklärungen gegeben hat, beschloß der Parteiausschuß, die Austrittserklärung an zunehmen. Die Unruhen im Osten. Saloniki, 26. Januar.( W. Z. B.) In Neftime( Bezirk Rastoria) bemächtigten sich Bulgaren der griechischen Kirche, vers nichteten einen Teil der Einrichtung und zerrissen die Kirchenbücher. Sie wurden durch Militär vertrieben, das elf Berhaftungen vornahm. An der türkisch- bulgarischen Grenze ist es wieder zu Blänkeleien gekommen, die bis gestern abend an. dauerten. Ueber die Zahl der Toten und Verwundeten vera lautet noch nichts Bestimmtes. Eine Explosion von Benzinfässern. stein a. d. Ruhr waren Arbeiter mit dem Aufladen von BenzinEffen, 26. Januar.( B. H.) Auf dem Bahnhofe in Blanken. fässern beschäftigt, wobei ein Arbeiter rauchte. Es erfolgte eine Explosion, bei der drei Arbeiter schwer verlegt wurden. Der Ur heber der Explosion ist flüchtig. Verurteilte Raubmörder. In der fürzlich stattgefundenen Sigung des Gesamtvorstandes Effen, 26. Januar.( W. T. B.) Nach sechstägiger Verhandlung des bayerischen Industriellenverbandes famen it. a. auch die sozial- wurde heute abend der 28jährige Erdarbeiter Emil Girleit und demokratischen Anträge Auer und Genossen zur Sprache, die im der 23jährige Handlanger Friedrich Storbed, beide aus Essen, bayerischen Landtage beraten worden sind und die fich gegen die wegen versuchten Raubmordes und Körperverlegung mit tödlichem einseitig vom bayerischen Metallindustriellenverband eingerichteten Ausgange in Strafeinheit zu je 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren und geführten Arbeitsnachweise richteten. Die Industriellen be- Ehrverlust verurteilt. Auch wurde auf die Zulässigkeit von Polizei. schlossen, gemeinsam mit dem Verbande bayerischer Metallindustrieller aufsicht erkannt. Die Kosten wurden den Angeklagten auferlegt. und dem Süddeutschen Textil- Arbeitgeberverband dem bayerischen Landtag und den Ministerien eine Dentschrift zu unterbreiten, welche sich entschieden gegen die Anträge wendet und die bisherige„ ersprießliche" und" gedeihliche" Tätigkeit der Arbeitsnachweise der Arbeitgeber und deren Zweckmäßigkeit" erörtert. " Es fällt also den bayerischen Industriellen nicht im Traum ein, die von ihnen ins Leben gesezten Maßregelungsbureaus aufzugeben, im Gegenteil, fie gedenten sie noch weiter auszubauen. Husland. Russische Gewaltmaßregeln gegen die finnischen Gewerkschaften. Tarife zwischen den Organisationen der Arbeiter und Unternehmer Aus Helsingfors wird gemeldet: Der Generalgouverneur Sehn der übrigen Berufe abgeschlossen werden, sollen die Bergarbeiter durch hat eine Untersuchung angeordnet über die Unterſtügung, die die brafonische Gewaltmaßregeln und schließlich auch durch den finnischen Gewerkschaften den schwedischen Arbeitern im allgemeinen Zwangsarbeitsnachweis zu Industrieklaven herabgedrückt werden... Massenstreit zukommen ließen. Offenbar ist diese Untersuchung nur Wir dürfen die fortgesezten Brutalitäten der Herrenmenschen so ein Vorwand, um den Gewerkschaften in Finnland Schwierigkeiten nicht lange mehr hinnehmen. Mit den Waffen der Solidarität zu bereiten. und des festen Willens wollen wir dem Herrenmenschentum ents gegentreten. Wir wollen uns nicht mehr länger wie Arbeitstiere Behandeln lassen. Und wenn nicht anders, dann muß zum letzten Mittel, zum Streit ausgeholt werden. Soziales. ( Siehe auch 1. Beilage.) Gestrandeter Dampfer. Bremen, 26. Januar.( W. T. B.) Die Rettungsstation Ho rumersiel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff brüchiger telegraphiert: Am 26. Januar wurden von der hollän dischen Tjalt Concurent, Kapitän Schulten, gestrandet bei Minsener Oldeoog, mit Mehl von Ottensen nach Oldenburg bestimmt, durch das Rettungsboot der Station vier Personen gerettet. Hochwasserschäden in Frankreich. Paris, 26. Januar.( W. T. B.) Gin Flügel des Ministeriums des Aeußern mußte heute nachmittag geräumt werden, da die Mauern infolge des Hochwassers bedenkliche Risse aufweisen, auch in den von der Seine entfernteren Straßen machen sich die Wirkungen des Hochwassers mehr und mehr geltend. In der von dem Boulevard nach der Place de la Concorde führenden Rue Royal wurde der Wagenverkehr eingestellt, da in den dort im Bau begriffenen Tunnel der Untergrundbahn Waffer eingedrungen und ein Sammelfanal geborsten ist, wodurch Senkungen hervor. gerufen wurden. Im Quai de Louvre sind gerade gegenüber dem Loubremuseum Senkungen eingetreten, so daß diese Gegend von dem Verkehr abgesperrt werden mußte. Eine menschliche Bestie. Da wir wissen, daß die Werksherren uns unsere Rechte verwehren werden, daß die Gesetzgebung uns im Stich läßt, Ein eigenartiger Gewerbegerichtsvorsitzender. müssen wir rüsten, um durch Selbsthilfe das zu erringen zu suchen, Vor dem Spandauer Gewerbegericht flagte der Klempner spielte sich eine blutige Familientragödie ab. Der Photograph AnBudapest, 26. Januar.( B. H.) In der Gemeinde Gleed was uns Unternehmerhochmut und sozialpolitische Rückständigkeit Bedmeier gegen den Klempnermeister Gärtner wegen 11 Tage berweigert zu geben. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als Lohn à 5,70 M. Er wurde am 15. November v. J. ohne gesetzliche dreas Bughe versuchte ein Sittlichkeitsattentat gegen seine eigene zum Stampfe auszuholen, das heißt zur Waffe des Streits zu Sündigung grundlos entlassen und war 11 Tage arbeitslos. Der Tochter auszuführen, welche in ihrer äußersten Not den Vater mit greifen, wenn man nichts anderes will. Beklagte hatte eingewendet, es bestehe für die Klempner ein Tarif, der Art niederschlug. Verantw. Redakt.: Richard Barth, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th.Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsb Nr. 22. 27. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 27. Janar 1910. 24. Sigung. Mittwoch, den 26. Januar, nachmittags 1 Uhr. Auch die Verträgen wird immer ausdrücklich unterschieden zwischen Bergrecht überhaupt das ganze Zulagewesen in der Armee. und Bergeigentum. Hätte Herr Stork recht, so würden ivir rettungs- Leutnantsstellen könnten, unbeschadet der Kriegstüchtigkeit, erheblich los der Monopolwirtschaft einer einzigen Gesellschaft in Südwestafrika eingeschränkt werden. Die Vermehrung unserer Volkszahl ausgeliefert.( Sehr richtig! im Zentrum.) Durch das Abkommen vom wird notwendig zu neuer Belastung des Militäretats führen; 17. februar 1908 find die Privilegien in bezug auf das Eigentum von um so notwendiger ist es, an Ersparnisse zu denken, vor allem durch Bergwerken, welche die deutsche Kolonialgesellschaft damals befaß, bes weitere Herabseßung der Dienstzeit. Den Anfang muß die Be Am Bundesratstische: Dernburg. feitigt worden. Ich hoffe, daß der Herr Staatssekretär mit gewohnter seitigung des dritten Dienstjahres bei der Kavallerie machen, die Auf der Tagesordnung steht zunächst die Fortsetzung der Energie den Vertrag vom 17. Februar 1908 finngemäß im Interesse bei dem nächsten Quinquenat brennend wird. Die Herabsetzung der zweiten Beratung des Nachtragsetats für das südwestafrikanische des Fiskus durchführen wird. Dienstzeit ohne eine Herabminderung der Qualität des Heeres iſt Abg. Arning( natl.) fonstatiert, daß die Kommission mit Aus- das wichtigste militärische Problem der Gegenwart; ihre Lösung Schuhgebiet. Abg. Dr. Arendt( Rp.): Es herrschte hier eine erfreuliche Ueber- nahme des Abg. Storz auf dem Standpunkt des Abg. Erzberger verlangt auch die Heranziehung der Jugend zu allen förperlichen einstimmung, die nur eine furze Unterbrechung durch Herrn Ledebour gestanden habe. Aufgaben, die sie in den Mannesjahren zu erfüllen hat. In Berlin erlitt. In der Geschichte unserer Kolonien sind diese Verhandlungen Damit schließt die Diskussion. hat ja jüngst unter Teilnahme des Kriegsministers eine Jugendparade von besonderer Bedeutung, sie bedeuten das Ende unserer kolonialen Der Nachtragsetat wird nach den Beschlüssen der Kommission stattgefunden, wobei die üblichen Ansprachen gehalten wurden. Die Kämpfe. Die Ausführungen des Herrn Ledebour gegen die Eisen- genehmigt. Die Depesche des Bürgermeisters Kreplin wird ge- Heeresverwaltung hat auch Vorsorge getroffen, die Schuljugend heranbahnen in den Kolonien waren auch nicht mehr von der mäß dem Antrag der Kommission durch die Beschlüsse des Neichs- zuziehen, um die Parade zu sehen. Aber derartige Maßnahmen kommen doch früheren Heftigkeit, sondern nur eine Art Rückzugsgefecht; tages für erledigt erklärt. nur auf die früher mit Recht zurückgewiesenen Soldatenspielereien in jenen Reihen hat auch man sich mit Ein weiterer Nachtragsetat wird debattelos bewilligt. hinaus.( Sehr richtig! bei den Soz.) Daß die Heeresverwaltung der Tatsache des Befizzes unserer Kolonien abgefunden, und für ihre wirtschaftEs folgen Rechnungsfachen. den Schulen Ererzierpläge zur Verfügung stellt, erkenne ich an, aber liche Entwickelung gibt es gar nichts Besseres, als den Ausbau der Bei der Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben das genügt nicht. Wir brauchen eine Organisation nach japanischem Eisenbahnen; die Erträge der Diamanten zur Abzahlung der Kriegs- der afrikanischen und polynesischen Schußgebiete Muster, welche schon in der Jugend den Körper stählt und den entfoften, wie Herr Ledebour will, statt zum Ausbau der Eisenbahnen für 1903 rügt nervenden Einflüssen unserer Zeit gegenüber den Geist friegerisch erzu verwenden, wäre das Allerverkehrteste und eine ganz falsche Abg. Dr. Görde( natl.), daß ein für Artillerie im südwest- hält. Ich erinnere an die Worte, die der Reichskanzler am Sparsamkeit. Herr Erzberger hat gestern den Staatssekretär beglüd 150 000 W2. nicht ausgegeben sei. Das sei um so bedenklicher, als steht und fällt, ob es gelingt, ein den Aufgaben der Zeit gewachsenes beglück- afrikanischen Schutzgebiete bewilligter Posten im Betrage von 6. April 1895 gesprochen, wonach die Zukunft des Reiches damit wünscht, daß er jetzt eine Diamantentiste statt der Dattelfiste in. Südwestafrifa hat. Im Schlußeffeft, glaube ich, wird sich die die Bewilligung furze Zeit vor dem großen Aufstande erfolgte. Geschlecht heranzuziehen, ein kriegerisches Geschlecht, das allen AnDattelfiste als wertvoller erweisen als die Diamanten; aber Redner rügt weiter die Wirtschaft aus dem Vollen" in den forderungen des modernen Strieges gewachsen ist. die Diamanten zeigen doch, tvie falsch es ist, Kolonien und gedenkt unter großer Heiterfeit des Hauses der große 300 000 Unterhosen und 500 000 Strümpfe, die der Staatssekretär Kolonialgebiete als wertlose Sandwüsten zu bezeichnen. Ein zu verkaufen habe. Ferner verlangt der Redner eine anderweitige großes Glück ist, daß die Diamanten nicht früher ge= funden find; es ist ein Verdienst des Staatssekretärs, diefen glück- Regelung der Reisekosten. Nur die wirklichen Auslagen sollten ersetzt lichen Zufall zum wirtschaftlichen Ausbau der Kolonien benutzt zu haben. Ueber den neuen Vertrag mit der Kolonialgesellschaft will ich nicht sprechen; aber die gesamte Diamantenpolitik des Staatssekretärs, die Art, wie er dem Reich einen Gewinnvorteil gesichert werden. worden. daß sie eine Reihe von Vereinfachungen getroffen hat. Ich begrüße Ich kann der Heeresverwaltung die Anerkennung nicht verfagen, den Fortschritt, der mit dem neuen Grerzierreglement gemacht ist; das Werbot des Stechschritts wird hoffentlich der Gesundheit unserer Infanterie zugute kommen. Vor drei Jahren pries man das ErerzierReichsschatzsekretär Wermuth stellt in Aussicht, daß„ baldtunlichst" reglement als Quintessenz der Einfachheit, jetzt greifen aber schon Abhilfe geschaffen werden soll. Abg. Erzberger( 8.) dankt dem Abg. Görde für seine Anregungen. fich die militärische Erkenntnis nur so allmählich und ruckweise durchwieder große Veränderungen Plaz. Da muß man doch fragen, warum und die Preise hoch gehalten hat, findet meine uneingeschränkte An- Die Berichte der Rechnungskommission sollten mit größerer Auf- bricht. Das Vertrauen in die maßgebenden Stellen kann dadurch erkennung.( Bravo! rechts.) merffamfeit gelesen werden.( Sehr wahr!) Was helfen alle Spar- nicht gestärkt werden. Der Oktober 1909 hat uns auch eine neue Abg. Storz( deutsche Vp.): Es gibt in Lüderitzbucht Leute, die famkeitsbeschlüsse der Budgetkommission, wenn sie nicht befolgt Schießvorschrift für die Infanterie gebracht. Warum Die baldtunlichste"( Große Seiterkeit.) Abhilfe, die daneben noch eine besondere Schießvorschrift für Jäger und Schüßen mit der Sperre der Diamantenfelder zugunsten der Deutschen Stolonial- werden? gesellschaft nicht einverstanden sind, wir haben Aeußerungen gehört, Solche Versprechungen find immer gemacht und nie gehalten Glitetruppen überhaupt. Der gewaltigste Posten des Etats ist die der Reichsschatzfekretär beripricht, fann auch wenig helfen. besteht, das ist nicht nur Laien unverständlich wie das Bestehen solcher die auf einen Diamantenkoller schließen liegen. Die Borgänge mit denen in Kattowig in Parallele zu stellen, Mit der Beschränkung der ersetzten Reisekosten auf die Summe für Naturalverpflegung. Wenn jest wiederum eine ist allerdings nicht angebracht, und Herr Ledebour hätte es fich wirklichen Ausgaben können in Reich, Staat, Gemeinden und Ko- Million mehr gefordert wird, so müssen wir diesen Posten mit Rückersparen fönnen, sich zum Verteidiger des Herrn Kreplin aufzuwerfen, lonien Dugende von Millionen geſpart werden. Man dente fich ficht auf die Finanzlage genau prüfen. Ebenso mache ich den Finanzum so mehr, als er die moralische Qualifikation des Herrn Kreplin 8. B., was für eine Summe herauskommt, wenn bei der Verſeßung minister auf die Bestimmung aufmerksam, daß sämtliche ausgegebene und seiner Hintermänner tiefer einschätzt als sonst jemand im Hause. natürlich im Interesse des Dienstes eines Beamten von Katto- Munition verschossen werden muß!- Das scheint im Interesse der Die Diamantenpolitit des Staatssekretäre billigen wir; wir meinen wit nach Südwestafrika( Schallende Heiterkeit) statt des bis- Sparsamkeit nicht angebracht. Anerkennung verdient auch die neue aber nicht, daß die Betätigung faufmännischen Geiftes durch den herigen üppigen Erseßungsmodus nur die wirklichen Aus- Schießvorschrift für die Kavallerie. Aber eine Vermehrung der Reichstag gehemmt wird, wie der Staatssekretär gestern Herrn Erz- mit Recht die Wirtschaft aus dem Vollen getadelt, die in Dienstzeit zu erreichen sein. gaben erstattet werden. Der Kollege Görde hat Stavallerie wird nur unter gleichzeitigem Uebergang zur zweijährigen berger gegenüber andeutete. Die Verwendung der aus den Unter diesem Gesichtspunkte muß Diamanten gewonnenen Gelder zu Bahnbauten findet ebenfalls den Kolonien herrscht. Da finden sich Hunderte von Mark für auch die Forderung von drei Neitschulen für Kavallerieoffiziere geunsere Zustimmung.( Bravo! bei den Freifinnigen.) Posten wie Papier, Tinte( Große Heiterkeit), Gummi Arabikum würdigt werden. Staatssekretär Dernburg: Ihre einstimmige Zustimmung zu( Schallende Heiterkeit) und sogar 450 m. für Papierbesichtigung Die Manöver find Hochschulen für die Führer; mehr als in jeder den Bahnvorlagen ist sehr erfreulich. Ihre Bebeutung liegt darin,( Stürmische Heiterkeit) in der einzigen Kolonie Stamerun.( Sört anderen Kunst gilt in der militärischen das Wort: Kritifieren ist daß fie das Land, das noch wenig von Bahnen durchzogen ist, hört!), Ich möchte wiffen, was das ist„ Papierbesichtigung“?( Sehr leicht, besser machen ist schwer!( Große Heiterkeit links. Zuruf: wirtschaftlich erschließen werden. Redner geht dann auf die wahr und erneute schallende Seiterkeit.) Es ist dringend nötig. Sehr richtig!) Was uns die großen Manöver mehr fosten, muß Finanzierung der Bahnen ein, die im ganzen 76 Millionen Mart baß mit der Sparsamkeit endlich Ernst gemacht wird.( Lebhafter durch Beseitigung der Divisions-, Brigade- und Regimentsmanöver foften sollen. In Südwestafrika wird hoffent.ich bald volle Beruhigung Beifall im Zentrum.) Die Manöver von Regiment zu Regiment, Brigade gegen Brigade und durch Wegfall der großen Paraden wieder hereingebracht werden. der aufgeregten Gemüter herbeigeführt werden tönnen. Es fehlt noch in den Kolonien vielfach die gegenseitige Anerkennung der jedem waren vielleicht eine der rückständigsten Einrichtungen unserer Armee. Teile zustehenden Rechte. Die dortigen Ansiedler müssen es einsehen Auch in der inneren Verwaltung der Armee wäre vieles zu vereinfachen. Interessant wäre eine Trennung nach persönlichen, fachlichen und politischen Ausgaben. fidert manchmal etwas durch, was an den Werftprozeß in Kiel er Auch aus der Heeresverwaltung innert. Den Rat eines tüchtigen Kaufmannes fönnte auch die Heeresverwaltung zuweilen recht gut brauchen. lernen, daß die deutschen Kolonien regiert werden von der Zentralstelle in Berlin, die dem Reichstage verantwortlich ist. Geschieht das, dann wird ihnen auch in allen lokalen Fragen die Bewegungsfreiheit gewährt werden, auf die sie Anspruch haben.( Bravo!) Abg. Lattmann( wirtsch. Vg.): Der Bahnvorlage bätte auch die Sozialdemokratie zustimmen müssen, denn die Möglichkeit der Er schließung des Landes liegt doch in allererster Linie im Interesse der Industrie und damit der Arbeiter. Die Berechtigung der Diamantenpolitik des Herrn Dernburg erkennen wir an. Abg. Erzberger( 8.): Herr Stork bat behauptet, daß die deutsche Kolonialgesellschaft in Südwestafrika heute noch im Besiz der fämtlichen Mineralborkommen in Südwestafrika sei. Dieser Rechtsauffaffung muß ich auf das entschiedenste entgegentreten. In allen Kleines feuilleton. 4 Reichsichagiefretär Wermuth stellt in Aussicht, daß an die Neuregelung der Reisekosten möglichst bald( Große Heiterkeit) und zwar noch vor dem 1. April( Stürmische Heiterkeit) herangetreten werden soll. Die Uebersicht bon 1908 wird genehmigt. Einige weitere Rechnungssachen werden bebattelos genehmigt. Es folgt die Hiermit schließt die Diskussion. zweite Beratung des Militäretats. Die Beratung beginnt beim Titel, Gehalt des Kriegsministers, 50 000." Abg. Hacusler( 8.): dabei von Soldaten abgestedt worden und ein Sanitätswagen zur Aufsehen erregt hat ein Duell in Halberstadt. Der Platz foll Aufnahme eventuell Verwundeter bereit gewesen sein!( hört! hört! im Zentrum und links.) Für ein derartiges Verfahren fehlt überDer Militäretat weist wiederum eine Reihe von Ausgabeposten haupt eine parlamentarische Bezeichnung( Sehr wahr! im Zentrum auf, die mit der Kriegstüchtigkeit gar nichts zu tun haben. Dahin und links); die grundsätzliche Unterdrückung des Zweikampfes durch gehören z. B. die Reitgebühren, die Summen für Dienstreifen, die die Militärverwaltung erscheint danach in recht eigenartigem Lichte. Sinekuren, wie z. B. Kommandantenstellen neben Gouverneuren,( Sehr richtig!) " " Notizen. e. k. dann noch heute mit Ehren genannt werden dürfte, wenn nicht Treibjagdsignal eine amüsante lustspielmäßige Handlung denken läßt, fein jüngerer Träger ihm Unsterblichkeit verliehen hätte. Von spricht jedenfalls für die ursprüngliche Absicht des Dichters, der ja besonderem Interesse sind die Sinfonien, die zumeist, einer Lieb- zudem selbst einem masurischen Försterhause entstamnit. Hernach haberei des 18. Jahrhunderts entsprechend, der( bekanntlich erst viel hat er allerdings ben etwas winzigen dramatischen Kern mit Bu Für und wider das Schach. Der Wettkampf Dr. Laster- Schlechter später durch Berlioz und Liszt zu einem höheren Kunstprinzip hilfenahme von ziemlich viel und ziemlich gutbewährten Tricks aus um die sogenannte Weltmeisterschaft im Schach wird viele Menschen erhobenen Brogrammufit angehören. Es findet sich darunter eine der älteren Lustspiel und deutschen Familienblatt- Literatur mehr interessieren, manche falt lassen. Ein richtiger Schachspieler wird ,, Sinfonia burlesca", eine Jagdsinfonie, eine Militärsinfonie, eine fchwants als lustspielartig ausgestaltet. Typisch Heimatständiges nicht faffen fönnen, daß es Leute gegeben hat, die das Schachspielen Bauernhochzeit" u. a., die alle eine frische, volkstümliche Melodik außer dem zufällig„ ostpreußischen" Dialekt hat das Stück sonst für überflüssig und geradezu verderblich angesehen haben. Daß und mancherlei originelle Einfälle aufweisen. aufweisen. Drollig genug nicht; aber die ganze Aufmachung kommt dem spießbürgerlichen chriame Kirchenväter wie St. Cyprianus und St. Chrysostomus wirken dabei oft die vom Komponisten gegebenen Vorschriften, Unterhaltungsbedürfnis bereitwillig entgegen, und so wird sich Gegner des Schachs gewesen sind, weil sie die Spiele insgesamt für so wenn zu der Jagdsinfonie bemerkt wird: Item fann Halali" wohl noch vorläufig einer dankbaren Aufnahme erfreuen ein Geschenk des Teufels hielten, will nicht viel besagen. Standen auch ein Hifthorn da beh sehn. Dann soll man etliche Hunde dürfen. Die Regie und die Darsteller haben hübsch einträchtig ihr sie doch auch auf dem sonderbaren Standpunkte, daß der Mensch haben die bellen, die übrigen aber schreyen zusammen ho ho etc.: bestes Können aufgewendet, un dem feudalagrar waidmännisch eigentlich nicht lachen dürfe, denn wie die heilige Schrift bes nur 6 Tact lang. Bey der Bost- sinfonia wirdt etliche mahl das angehauchten Lustspielschwank aus den preußischen Hinterwäldern wverse, hätten weder Christus, noch die anderen biblischen Per- Pofthorn angeblaßen und 2 bis 3 mahl mit der Beitschen geichaelt." eine flottfröhliche Wiedergabe zu sichern. Agnes Wernerfonen jemals gelacht, ausgenommen Sarah, die alsbald dafür in den Erklärungen zur Bauernhochzeit" heißt es: Bey dem Wagner( Frau Schettler), Paul Kaufmann( Förster Schnabel), bestraft worden sei. Bemerkenswerter ist ein Verbot wider Marche mag auch nach dem Jauchzen jedesmahl ein Pistolenschuß Karl Machold( Gutsbesitzer Hartung), Maximilian la deck die Beschäftigung mit dem Schachspiel, das um die Mitte des geschehen, wie es bey den Hochzeiten gebräuchlich ist, und wer recht( Referendar v. Streit), Heinz Sarnow( Student), Eugen Möbius 14. Jahrhunderts Ludwig der Heilige von Frankreich erließ und auf den Fingern pfeifen tann, mag auch unter dem Jauchzen darin( Berwalter Gramagle) und Toni Siebel( Gertrud) waren sehr das die Synode von Béziers billigte: als Grund des Verbots wurde pfeifen." Am wertvollsten vielleicht unter Leopold Mozarts Kom- gut. Das gleiche ließe sich auch von Gertrud Korn sagen, wenn angeführt, daß gerade dieses Spiel mit einer großen Beitbergeudung pofitionen sind seine Kammermusikiverte sowie feine Klavierfonaten, fie ihrer emanzipationssüchtigen Gutsbesitzerin etwas mehr Tempe verbunden fei. Zu einer ähnlichen Anficht gelangte später Johann in denen eine deutliche Verwandtschaft mit der Wesensart seines rament zutrauen wollte. Auch unter den Treibertypen wurde kreuzHuß, denn in einem während des Konstanzer Konzils geschriebenen Sohnes hervortritt. ,, berchnicht" im unverfälschten Dialekt genabert". Das gutbesetzte Briefe beflagt er, dem Schach, bevor er Priester geworden sei, viel Ein Wiener Zensurverbot. Man schreibt uns aus Wien: Haus war sehr beifallslustig. zu viele Zeit gewidmet zu haben. Dann die Leute, die es eine nugund brotlose Stunft nennen. König Jakob I. von England untersagte Montag nachts fand hier eine große Proteftversammlung statt, in denn auch seinem Sohne das Schachspiel. Groß und breit steht das der Schriftsteller, Schauspieler und Abgeordnete über die furiose geschrieben in den Lebensmagimen, die der fönigliche Vater für Unterdrückung der Militärschnurre Der Feldherrnhügel" feinen edlen Filius verfaßt hat und die als sogenanntes goldenes bon Roda Roda und Karl Rözler sich äußerten. Ungemein fein Buch" 1619 in London schön gedruckt erschienen sind. Und nun der und sarkastisch charakterisierte Hermann Bahr diese unterirdische geistvolle Montaigne, der mit seinen geistvollen Essais die französische Bensur" als ein echtes Stück Desterreich. Er betonte die Notwendig warte hat auf Grund von Beobachtungen, die in Algier gemacht Befreiungsliteratur eingeleitet hat freimütig gesteht er, das Schach keit, den Behörden und Theaterdirektoren eine Gegenmacht entgegen- wurden, die Bahn des neuen Kometen berechnet. Er hat danach am zu haffen, weil es für ein Spiel zu ernsthaft sei. So geht es weiter zustellen: die Organisation der Autoren, der Schauspieler und des 17. Januar feine größte Sonnennähe( Berihel) erreicht; seine Entim Tadel bis hinauf zu Moses Mendelssohn, der den Ausspruch Publikums. Roda Roda verlas einen Brief, der Enthüllungen entfernung von der Sonne betrug damals sechs Millionen Kilometer. getan hat:„ Schach ist für den Verstand zu viel Spiel, und als hielt über die Korruption der Verwaltungsstellen. Die sozialdemo- Seine Bahn ist nordwärts gerichtet. Die nächsten Tage wird der Spiel erfordert es zu viel Verstand." Doch alle diese moralisierenden, fratischen Abgeordneten wieſen auf die Wichtigkeit eines modernen Komet besser und länger sichtbar sein, da er sich weiter vom Horizont vernünftelnden, nörgelnden Gegner haben dem Schach feinen Abbruch Theatergesezes hin und auf die Schwäche des Militarismus, dem entfernt, falls er nicht zu lichtschwach wird. Am Mittwoch konnte er getan die Gunst von Millionen ist ihm geblieben. Durch alle schon eine harmlose Poffe gefährlich erscheine; der Kampf für die vom Dache unserer Redaktion aus mit bloßem Auge beobachtet Jahrhunderte bis auf den heurigen Tag sind die Lobredner des Freiheit der Kunſt ſei nur ein Teil des Kampfes für Geistesfreiheit werden. Man fab aber infolge des Großstadtdunstes nur einen Schachs den Tadlern überlegen gewesen. und dieser wieder nur ein Teil des großen Kampfes um die öfono- länglichen blaffen Schimmer. mische Freiheit der Arbeiterschaft. Die Autoren des verbotenen Vater Mozart.( Zur Wiederkehr von Mozarts Geburtstag, Stüdes werden übrigens den Slageweg betreten. 27. Januar.) War es sonst oft das Schicksal der Söhne berühmter Männer, von der Wucht des ererbten großen Namens erdrückt zu durch feine Schlamperei gemilderte Art verfemten Autoren ihren Auch in München, wo die beiden auf echt absolutistische, aber werden, so liegt der Fall bei despold Mozart( 1719-89) so, daß der Wohnsiz haben, ist eine Protestbewegung im Gange. Es wird uns Strahlenglanz feines Sohnes Wolfgang Amadeus ihn fast völlig in depeschiert: den Schatten der Vergessenheit geridt hat. Es entsprach darum einer Die Union dramatischer Autoren und Stomponisten in Wien hat-8oll auf ausländische Künstler. Seit dem VorPflicht er historischen Gerechtigkeit, wenn jetzt der Musikhistoriker Protest dagegen erhoben, daß die Schnurre" Der Feldherrnhügel" jahre ist analog der Steuer, die ausländische Handlungsreisende in Professor Dr. Mag Seiffert in Berlin die Ausgewählten auf Einwirkung der Wiener Polizeibehörde vom Nepertoire abgelegt Schweden zu entrichten haben, auch eine Abgabe eingeführt worden, Werke von Leopold Mozart" in einem starten Bande wurde. Diesem Vorgehen der Wiener Union schließt sich die Münchener der ausländische Künstler, die in Schweden gastieren, unterworfen der ,, Denkmäler. der Tonkunst in Bayern" mit einer Dramatische Gesellschaft an und legt Verwahrung ein gegen die find. Die Einnahmen aus diesem Zoll auf Künstler waren auf fritischen Einleitung herausgegeben hat( Leipzig, Verlag ihren Mitgliedern Roda Roda und Karl Rößler zugefügte schwere 300 000 Stronen veranschlagt. Aber schon jest zeigt es sich, daß Breitkopf u. Härtel). Eine Auswahl von Werken aus dem künstlerische und materielle Schädigung. diese Steuer viel größere Beträge abwerfen wird. Allein in Stod Gebiete der Klavier, Kammer- und Kirchenmusik samt einer Anzahl holm sind bis jetzt, wenige Monate nach Inkrafttreten des Gesezes, von Sinfonien, die der fleißige Salzburger Hoflomponist geschaffen, mehr als 60 000 Stronen eingekommen. Unter dem Zwange dieses wird damit zum erstenmal einer breiteren Deffentlichkeit zuGefeßes hat eine Reihe von ausländischen Künstlern, namentlich gänglich gemacht und liefert den Beweis, daß der Name Mozart auch Musiker, um das schwedische Bürgerrecht nachgesucht. " 1 Theater. Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus: Salali" von Nichard Skowronnet. Daß sich bei diesem Der neue Komet. Dr. Kobold von der Kieler Stern- Der Schach wettkampf zwischen Basfer gefeßt. Vom 29. Januar an werden die noch ausstehenden fünf schlechter, dessen erste Hälfte in Wien ausgefochten wurde und mit einem Vorsprung Schlechters endete, wird in Berlin fortgefeßt. Vom 29. Januar an werden die noch ausstehenden fünf Partien gespielt werden. Dem neuen Herrn Kriegsminister bringen wir unbedingtes Ver- trauen entgegen. Wir werden stetö bereit sein, die nationale Webr- traft auf der Höhe zu halten, müssen aber verlangen, daß in allen militärischen Forderungen große Selbstbeschränknng geübt wird und daß die auf dem Altar des Vaterlandes niedergelegten Opfer in sparsamer Weise verwendet werden. sBravo! im Zentrum.) Abg. Dr. Osann snatl.): Die notwendige Sparsamkeit ist im Militäretat leider nicht überall geübt worden. Aus den Reise- gebühren darf kein Profit herausgeschlagen werden. Eine Reihe von 'Kommandanturen könnten aufgehoben werden. Für die Komman- vuntur in Glogau zum Beispiel hat da» der Reichstag bereits wiederholt gefordert! Unverständlich ist es, daß reder kommandierende Genera! als solcher neben dem Gehalt von 13 000 M. eine Stellenzulage von 18 000 M. erhält.(Hört! hört! links.) Auch an Dienstwohnungen könnte erheblich gespart werden. Für einen kommandierenden General trägt das Reich 13 000 M. Wohnuugskoste»! Daß bei der M u n i t i o n große Verchivendung getrieben wird, hat schon der Vorredner betont. Unangenehm cinpfunden wird auf der Linken, daß auch heute noch eine große Bevorzugung deS Adels stattfindet; viele Regimenter bestehen aus- schließlich aus Adligen! lHört 1 hört I links, Unruhe rechts.) Nur bei der Artillerie in Berlin hat der jetzige Chef des Militärkabinetts «ine Aenderung eintreten lassen. Die Regimenter mit nur bürgerlichen Offizieren stehen merkwürdigerweise alle an der Grenze. (Zuruf rechts.) Wenn das eine„Bevorzugung- sein soll, so ist eS unverständlich, warum man diese„Bevorzugung- nicht auch Adligen zuteil werden läßt.(Sehr gut! links.) Dieses Vorgehen hat zur Folge, daß tüchtige bürgerliche Kräfte sich der Offiziers- laufbahn nicht widmen.(Sehr richtig I links.) Der Kriegsminister-sollte dahin wirken, daß die berechtigten Beschwerden der Handwerker und Zivilmusiker über Konkurrenz der Oekonomiehandwerker und Militärmusikcr Abhilfe finden. Ohne mich hier ausführlich über das Militärstrafverfahren verbreiten zu wollen, muß ich doch sagen, daß viele Urteile der Militärgerichte Kopfschülteln erregen.(Sehr wahr! links.) Aeußerst be- fremdend ist z.B. die weiteAusdehnung, die von Stnegsgerichten demBegriff des Aufruhrs gegeben worden ist. Der häufige Ausschluß der Oeffentlichkeit bei Kriegögerichtsverhandlunge», zumal gegen Offiziere, wirkt beunruhigend und dient nicht zur Stärkung der Autorität der Militärgerichtsbarkeit.(Sehr richtig! links.) Nach wie vor ver- urteilen wir aufs schärffte die Soldatenmißhandlunge». Wir müssen aber unterscheiden zwischen den Mißhandlungen aus Diensteifer und denen aus Böswilligkeit. Ganz besonders scharf sind Miß- Handlungen zu verurteilen, die von Offizieren ausgehen. Die Offiziere sollen doch den Unteroffizieren als M u st e r dienen! Gewiß legt unsere Rüstung dem deutschen Volke schwere Lasten auf. Es ist deshalb begreiflich, wenn der Vorredner Abrüstungs- wünsche äußert. Gewiß sind im Prinzip internationale Ab- rüsiungsvorschläge, wie sie aus dem Gebiete der Seerüstungen ja bereit« die Gestalt greifbarer Vorschläge angenommen haben, auch für die Landrüstungen zu wünschen. Aber wir sehen, wie in England die liberale Regierung ASquith, von der die Ab- rüstungsvorschläge ausgingen, empfindliche Wahlniederlagen erleidet. Es bereitet sich in England augenscheinlich ein Umschwung vor. Nicht die Frage des Freihandels, sondern Fragen der Wehrmacht beherrschen den englischen Wahlkampf. Wir haben ja gesehen, wie Herr Balfour, der frühere Führer der Liberalen(Zurufe: Verwechselung mit Chamberlain!) mir dem Gespenst der deutschen Kriegsgefahr operiert hat. Solche Vorgänge legen uns die Notwendigkeit auf, trotz aller schweren Lasten die deutsche Wehrkraft zu erhalten und zu stärken.(Lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen.) Bayerischer Generalleutnant v. Gcbsattel: Der Vorredner behauptete, daß Bayern in der Statistik der Militärkriminalität am ungünstigsten dasteht. Das gerade Gegenteil ist der Fall. Ich berufe mich auf einen unverdächtigen Zeugen, den Abg. v. Vellmar. Mit Entrüstung weise ich die Beleidigung des bayerischen Heeres zurück. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Stücklen(Doz.): In anderen Staaten ist es üblich, daß ein neuer KriegSmintster zunächst einmal im Parlament ein Programm entwickelt(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Bei uns ist es unmöglich, daß der KriegSministcr ein eigentliches Programm entwickelt, denn es wird ihm alles von einer anderen Stelle vorgeschrieben, die dem Reichstag in einer Weise unverantwortlich ist. die mit der Verfassung schwer in Einklang gebracht werden kann. Durch die Kabinetts« order vom 18. März 1883 wurden die persönlichen Angelegenheiten dem Kriegsministerium genommen und dem Militärkabinett über- geben, und in diesem haben wir eine Behörde, die dem Reichstage gegenüber keine Verantwortlichkeit hat, wohl aber Beschlüsse faßt, die dem Kriegsminister zur Ausführung überwiesen werden, er selbst aber hat aus die Beschlüsse keinen Einfluß. Tatsächlich ist der Ein- fluß des Kriegsministers auf das Mililärkabinett gleich Null. Er ist nur daS ausführende Organ. Ueber Versetzungen und Beförderungen von Offizieren, ebenso über Pensionierung bestimmt das Militärkabinett. Militärvorlagen werden dort ausgearbeitet, und der Kriegsminister, der sie hier vertritt, ist nur dem Reichstag gegenüber eine Art verantwortlicher Redakteur, der aber in die Redaktion nicht hinein« zureden hat.(Znrus bei den Sozialdemokraten: Sitzredakteur! Große Heilerkeil links.) Es ist ja sehr nett, wenn sich jemand für solche Stellung findet, aber ein erfreulicher Zustand ist es nicht, daß die eigentlich Verantwortlichen hier vor dem Reichstag nicht erscheinen. Deshalb ist es auch an sich ganz gleichgültig, wer gerade Kriegs- minister ist. Das System hängt von ihm in keiner Weise ab. Wir aber führen den Kampf gegen daS bestehende System. Wir sind Gegner des bestehenden Heerwesens.(Lebhaste Zu- stimmung bei den Sozialdemokraten.) 683 525 Man» stehen bei uns im Frieden unter den Massen I Die Kosten für diese Truppe betrage» annähernd 000 Millionen Mark! Was könnte für diese Summe auf kulturellem Gebiete geschasse» werden, denn man wird doch wahrlich nicht behaupten wollen, daß in Deutschland bereits alle Kulturaufgaben gelöst sind. Die Kosten für das Heerwesen sind beständig gewachsen. 1872 betrugen sie 3S0 Millionen Mark. 1878 bereits 375 Millionen, 1889 waren sie auf 095 Millionen an- gewachsen, 1908 aus 855 Millionen und 19t0 betragen sie annähernd 900 Millionen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) In ganz ähnlicher Weise ist auch der PensionSfoudö gewachsen. 1372 betrug er 21 Millionen Mark, in dem gegen- wältigen Etat beträgt er 108 Millionen Mark.(Hört! hörtl bei den Sozialdemokraten.) Daß der PenstonsfondS so anschwellen konnte. liegt an unserem System der Pensionierung. Ab und zu findet ja ein pensionierter Offizier den Mut. dagegen aufzutreten, und wir haben daraus mehr als einmal sehen können, daß nicht selten Offiziere in der Bollkraft ihrer Gesundheit penstuniert werden, sei es. daß sie einem anderen im Wege stehen, der befördert werden soll oder daß sie einem der Borgesetzten nicht gefallen. Daß sie im Vollbesitz ihrer Arbeitskrast sind, geht daraus hervor. Saß sie sich auf allen Gebieten betätigen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Unsere Militärverwaltung scheint selbst das Ge- fühl zu haben, daß lsierbei große Ungerechtigkeiten vorkommen, und deshalb ist fie bestrebt, Stellen im Etat zu halten, in denen solche pensionierten Offiziere untergebracht werden. Es findet sich eine ganze Reihe solcher Sinekuren im Etat. Mit diesem Pensionierungs- system belasten wir die Steuerzahler immer mehr. bai_ sollte die Militärverwaltung beachten.(Sehr richtig I bei den 1 Sozialdemokraten).. Die Schuldenlast des ReuheS ist auf mehr als 5000 Millionen angewachsen. Wir verdanken sie zuin größten Teil dem Militär- tveien, und es ist ein offenes Geheimnis, daß wir. wenn das Militärgesetz abgelaufen ist. wir eine neue Militärvorlage bekommen. Herr t». Einem, der verflossene Kriegsminister, hat im vorigen Jabre darauf hingewiesen und gesagt, diese Vorlage werde sich in bescheidenen Grenzen halten. Aber die Bescheidenheit beim Kriegsministerium kennen wir I(Sehr richtig I bei den Sozialdemo- kralcn.) Soviel man bisher gehört hat, besteht die Absicht, den Regimentern mit zwei Bataillonen ein drittes anzugliedern; ferner sollen ein oder zwei neue Generalkommandos errichtet werden; wir tverden also wieder mit gewaltigen Mehrausgaben zu rechnen haben. (Sehr richtig I bei den Sozialdemolraten.) Das ist ein merkwürdiger Beweis unserer Friedensliebe. Jeder Staat versichert ebenso wie wir beständig seine„Friedensliebe-; aber auf diesen sonderbaren Beweis unserer Friedensliebe antworten die benachbarten Staaten ebenfalls mit Vermehrungen ihrer Armeen, und dann stehen die Armeen sich wieder im selben prozentualen Stälkeverhältnis gegenüber, nur daß die Lasten überall gewachsen sind.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Wenn die Fürsten sich besuchen, so werden ihnen nicht die Errungenschaften der Kultur vorgeführt, sondern sie zeigen sich einander die Bajonette und führen sich ihre S o l d a t e n vor; sie scheinen zu glauben, die Stärke der Soldaten gebe ihnen einen Maßstab für die Höhe der erreichte» Kultur. Diese songeietzlen Rüstungen sind geradezu eine Gefahr für den Frieden. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Was bleibt denn schließlich dem Staat, der nicht mehr mitkann, übrig, als wie ein Glücksspieler alles auf eine Karte zu setzen und Krieg anzufangen I Auf diesen Zustand treiben wir hin.(Zustimmung 6. d. Soz.) Uebrigens ist es auch ein offenes Geheimnis, daß dos Oifizierkorps den dringenden Wunsch hat. das. was cS im Frieden gelernt bat. im Kriegsfall zu erproben. Es sind nicht gerade untergeordnete Offiziere, die sich io auslassen. Dieses Säbelrasseln geht vielmehr von recht hoch?>>. stellten Offizieren aus. General v. Deimling, dessen Auftreten auch hier im Reichstage das größte Mißfallen er- regte, hat in Mühlhausen bei der Entlassung der Landwehrleute zu diesen gesagt: „Aber ziehen Sie den militärischen Geist nicht mit dem mili- tärischcn Rock aus, denn das Gequassel von dem ewigen Weltfrieden ist Mumpitz!-(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das sieht dem General v. Deimling ähnlich. Er befindet sich aber nicht in Südwestafrika, sondern an der ftanzöfischen Grenze. Und wenn ein Mann in hervorragender militärischer Stellung eine solche Aeußerung tut, so ist das nichts anderes als eine Provokation. (Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Auch der General Keim hat in der Jenaer Ortsgruppe des Flottenverein» in einer Rede gesagt: „Unser politisches Ansehen und unsere Machtstellung hat in den letzten Jahren zweifellos gelitten. Während zu Bismarcks Zeit alle Welt aus Berlin hörte, find jetzt die Beschlüsse der Pariser, Londoner und Petersburger Diplomatie tonangebend. Es mutz endlich wieder ein energischer Ton angeschlagen werden, denn der Ton macht die Musik! Wenn jemand behauptet, in Zukunft wird eS keine Kriege mehr geben, so ist er reif für das Jrrenhaus.- lSehr richtig I rechts.) General Keim weist dann daraus hin, daß alle Kriege aus wirtschaftlichen Fragen entstanden seien. und weist dann aus der wirtschaftlichen Lage auf die nahe Möglich- keit eines Krieges hin. Das ist eine Kriegshetze schlimmster Art. (Lebhafter Widerspruch rechts, Zustimmung bei den Sozialdemo- lraten.) ES ist das eine ganz unverantwortliche Kriegshetze. (Unruhe rechts.) Der Wahlmacher des Fürsten Bülow hat ja schon im Wahlkamps bewiesen, daß er von Skrupeln nicht geplagt ist, und er wird auch nicht die Absicht haben, seine Seußerungen serner auf die Goldwage zu legen. Und deshalb ist eS von Wert, von dieser Stelle aus zu betonen, daß die große Masse des deutschen Volkes den Darlegungen des Generals Keim keinen Wert beilegt.(Lebh. Zust. bei den Sozialdemokraten.) In der letzten Zeil ist in London ebenfalls bei einem Bankett eine Kriegsrede gehalten worden. Das ist die Folge der maßlose» Hetze, die bei uns von den Alldeutschen getrieben wird.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten. Wider« ipruch rechts.) Ein Versechter der ManiieSmannintcressen hat es doch bei uns sogar fertig gebracht, in einer Broschüre die Frage auszu- werfen: Wozu haben wir denn die vier Millionen Bajonette?!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Sie sehen, welche Verwirrung der Militarismus in einzelnen Köpfen anrichtet. Wir hören doch immex, daß wir in der ganzen Welt im tiefften Frieden leben, daß niemand daran denke, den Frieden zu stören, und aus den bürger- licken Friedenskongressen werden die schönsten FriedcnSreden gehalten; aber dieselben Leute bewilligen dann im Reichstag alles, was von der Regierung zu Kriegszwecken verlangt wird.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Was als die eigentliche Aufgabe der Armee angesehen wird, hat das Organ der Kriegervereine, die»Parole', am 16. Januar 1910 geschrieben, wo eS hieß: .Es ist doch wichtig, von Zeit zu Zeit daran zu erinnern, daß wir trotz des Friedens nach außen gegen den inneren Feind aus der Wacht sein müssen.' (Hört I hört l bei den Sozialdemokraten.) Die bürgerlichen Parteien fürchten eben, daß der innere Feind Deutschland über den Haufen werfen wolle.(Sehr richtig I rechts.) DaS ist nicht.sehr nchtig-, sondern sehr falsch. Wir denken gar nicht daran I Der Kamps, den wir in Deutschland sühren, zielt dahin, daß in dem Hause, in dem wir alle wohnen, nickt nur die oberen Zehntausend sich wohl fühlen sollen, fondern das Volk in seiner Allgemein- h e i t.(Lebhaste Zustimmung bei ven Sozialdemokralen.) Was wäre denn Deutichland ohne den inneren Feind, ohne seme intelligente, fleißige. gutqeschulte Arbeiterschaft?(Lachen rechts.) Gerade der Tätigkeit der Massen, die als.innerer Feind- an- gesehen werden(Widerspruch rechts), verdanken wir den Wirtschaft- licken Ausschwung Deutschlands in erheblichem Maße. Es scheint übrigens, als ob die Armee neuerdings immer mehr gegen den „inneren Feind- benutzt wird. Ich erinnere an das Eingreifen des Militärs in ManSfeld und Rheinfelden in Baden, wo deutsche Soldaten das schweizerische Kapital gegen die Forde- rungen der Arbeiter schützen mußten.(Hört l hört! bei den Sozial- demokraten.) Das ist keine sehr vornehme Ausgabe für die Armee I Auch bei den letzten WahlrechlSkundgebungen in Preußen haben in den verschiedensten Städten einzelne Truppenteile Dienst gehabt. Glauben Sie, daß wir so dumm sein werden, aus der Straße Gewalt anzuwenden? DaS könnte de» Reaktionären so passen I Nein, daS machen wir nicht, und wir wollen einmal abwarten, ob man es in der Heeresverwaltung wagen wird, auf Massen zu schießen, die friedlich, wenn auch in ge- schlossenem Zuge, ihre Straße ziehen. Das Recht auf Straftendemonstration werden wir uns durchaus nicht nehmen lassen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Mit Gewaltmitteln wird man den Kampf gegen die Unterdrückung, den wir zu führen haben, nicht aufhalten. Es mehren sich die Anzeichen, daß auch in anderen Schichte» die Zu- friedcnheit mit dem Militarismus keineswegs eine überaus große ist. Ich habe schon daraus hingewiesen, daß inaktive Offiziere in der letzten Zeit immer mehr mit ihren Erfahrungen hervortreten. Zu dieser Unzufriedenheit mag auch beitragen. Zu dieser Unzu- friedcnheit mag auch beitragen die Bevorzugung dcS Adels im Heere. Wenn man in letzter Zeit in einzelne« Regimentern einen bürgerlichen Konzessionsschulzen aufgenommen hat. so bedeutet daS noch kein Brechen mit dem System. Es ist bezeichnend, daß in den technischen Truppen, wo ganz besondere Fähigkeiten verlangt werden, der Adel ain wenigsten vertreten ist! Für die Bevorzugung des Adels Neferi z. B. die Potsdamer Garnison den besten Beweis. Die sogenannten „Ersparnisse" im Militärctat sind merkwürdiger Art. Ich will auf die Frage der Rationen und Pfcrdegelder gar nicht näher eingehen, jedenfalls ist bezeichnend: die Budgelkommission beschließt, daß die überschüssigen Rationen beseitigt werden sollen, und die Heeresverwaltung führt diese Sparsanikeil im Etat durch, findet aber heraus, daß diese Sparsamkeit uns in diesem Jahre annähernd eine Million mehr kostet l(Hört I hört! bei den Sosialdemokralen.) Sie stellt sich auf den Standpunkt: die Offiziere müßten in irgendeiner Weise für die entgangenen Rationen e n t- s ch ä d i gt werden. Aber die Rationen sind doch nicht für die Offiziere bestimmt, sondern für die Pferde.(Heiterkeit.) Die ganzen Er- sparnissc sind bei den einmaligen Ausgaben vorhanden, m Wirklich- keit aber ist gar nicht gespart worden, sondern man hat einfach Forderungen. die man in diesem Jahre hatte stellen wollen, nur halb gestellt und die andere Hälfte auf das nächste Jahr hinausgeschoben, also die Summen nux verschoben. DaS bedeutet zum Beispiel bei Bauten, deren Bauzeil in die Länge gezogen wird, keine Ersparnis, sondern eine Verteuerung.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Wirklich gespart werden kann an den fortlaufenden Ausgaben, wie Herr Haeusler bereits nach- gelviesen hat. Radikal gespart werden könnte vor allein durch die Verkürzung der Dienstzeit! Die Heeresverwaltung hält aber mit großer Zähigkeit an der dreijährigen Dienstzeit für die Kavallerie fest. Es scheint. als ob die zweijährige Dienstzeit bei der Kavallerie das Handels- objekt bilden soll, das bei der nächsten Militärvorlage den bürgerlichen Parteien geboten werden soll. Die glänzenden Kavallerie- altacken, die im Manöver geritten werden, haben nach den Angaben von� Sachverständigen, z. B. des Generalmajors v. Bernhardt, der natürlich nicht mehr aktiv ist, nur den Werl eines schönen Schau« spicls, für den Ernstsall sind sie eine glatte Unmöglichkeit. sSehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn das Einjährigenprtvileg beseitigt würde und die Söhne der besitzenden Klassen auch zwei Jahre dienen müßten, dann würde sehr bald auch aus bürgerlichen Kreisen die Forderung der Verkürzung der Dienstzeit erhoben werden. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Daß die Dienstzeit heute zu lang ist. beweist die bekannte Tatsache, daß die Soldaten zu allen möglichen Dingen verwendet werden, die mit der kriegsmäßigen Ausbildung gar nichts zu tun haben, so die Verwendung al» Treiber bei der Jagd, als Landarbeiter usw. Soldaten als Streikbrecher. AIS in diesem Sommer im Ostseebad Zoppot 20 Kellner streikten, wurden dem Inhaber des Hotels von der Militärverwaltung zwanzig Leibgardehusarcn zur Verfügung gestellt. Diese preußischen Leib- Sardehutaren haben also dem polnftchen Adel, der vor allem sich in ,oppot aushält, als Kellner gedient.(Hörtl hört! bei den Sozial- demokraten.) Es ist nur gut, daß«s keine Schullehrer in Kattowitz waren.(Sehr gut I bei den Soz.) Nach unserer Meinung darf die Militärbehörde nicht dadurch in wirtschaftliche Kämpfe eingreifen, daß fie Streikbrecher aus den Reihen der Soldaten stellt. Die Soldaten können sich nicht wehren und müssen dem Befehl einfach Folge leisten, wenn es ihnen auch noch so sehr gegen das Gefühl geht. Ich möchte den Herrn Kriegsminister fragen, ob er eine solche Verwendung von Soldaten billigt. Ei» hübsches Stück hat man sich geleistet in der Verwendung von Soldaten, als der Kaiser von Rußland in Deutschland auf einem Gute zu Besuch war. Die.National-Zeitung- vom 26. Juli 1908 berichtet darüber:»So lang der Kaiser-Wilhelm-Kanal ist, so lang war eine doppelte Kette von Soldaten ausgestellt, zuerst Infanterie, dann Kavallerie.-(Hörtl hörtl links.) Was hat eS mit der kriegSinäßigen Ausbildung der Soldaten zu tun. wenn mau einen fremden Herrscher, nur well er ganz unbcgründeterweise in Deutschland für sein Leben fürchtet, von dem Militär bewachen läßt und den Soldaten die Ausgabe von Polizisten zuweist.(Sehr gut l bei den Sozialdemokraten.) Wir wollen auf dem Wege der Verkürzung der Dlenstzeit zum Milizheer kommen. Natürlich soll auch das Milizheer für den Gefecht�vienst vorzüglich wie möglich ausgebildet werden, aber aller überflüssige Firlefanz von heute kann erspart werden. In der Schweiz haben wir ja eine solche Miliz; dort bekommt der Soldat seine volle Aus« rüstung mit heim, auch fein Gewehr und er ist verpflichtet, einer Gemeinschaft beizutreten, die systematisch Schießunterricht pflegt. In der Schweiz hat man offenbar keine Angst davor, wenn jeder schweizer Bürger— und eS gibt dort auch sehr viel Sozial« demokraten— sein Gewehr hat. Wenn man a» unsere» Herrn Kriegsminister ein solches Verlangen stellen würde, würden ihm wohl die Haare zu Berge stehen.(Stürmische Heiterkeit im ganzen Hause wegen deS KriegSministerS ausgeprägter Glatze). General v. Bernhardi hat stch außerordentlich günstig über die schweizerischen Manöver ausgesprochen, und auch das„Deutsche Offiziersblatt- schrieb am 11. November 1908. daß die kriegerische Ausbildung der schweizerischen Soldaten sehr sorgfältig durchgeführt sei. Freilich, alle Urteile der Sachverständigen werden ja der Militärverwaltung nichts gelten, wem, sie sich aus den Standpunkt deS Herrn v. Einem stellt, der nur seine eigene Autorität an- erkammtt und allenfalls die Autorität der Leute, die feine Ansicht teilen. Ein ganz neues Argument gegen die Verminderung der Dienst- zeit bringt die schon erwähnte„Parole-, indem sie behauptet, daß ein großes Heer die Zahl der Arbeitslose» vermindere. DaS beweist, daß man wirkliche Gründe gegen die Verminderung der Dienstzeit nicht mehr hat. Viel gespart kann werden bei den fortlausenden Ausgaben. Der Gouverneur von Berlin könnte ohne weiteres ge« strichen werden, die Kommandanten an offenen Plätzen sind einfach stnnloS. Für Glogau zun, Beispiel mußte im vorigen Jahre Herr v. Einem zugeben, daß eS keine Festung sei und daß nur noch ein befestigter Brückenkopf da in Betracht komme. Aber auch in diesem Jahre ist der Kommandant von Glogau noch nicht beseitigt! Der Glogauer Brückenkopf ist dadurch wohl der teuerste im Lande.(Sehr gut! bei den Sozialdeinolralen.) Entbehrt werde» können auch Jmpetteure der Jäger und Schützen sowie eine große Zahl von Adjutanten Ich sehe z. B. nicht ei», was es mit der Schlagfertigkeit der Armee zu tu» haben soll, daß wir dem Kaiser vo» Rußland«inen Adjutanten stellen, der uns jährlich annähernd 34 000 M. kostet.(Sehrwahrl d.d. Sozialdemokr.) Ueberflüssig sind auch die teuren Paläste als Dienst« Wohnungen der einzelnen Gouverneure, die uuSlS-- 16000 M.koften. Das Gebäude des KriegSininisteriums erfordert in diesem Jahre allein a„ Kosten für Geräte, Möbel usw. 31 500 M., für Umbauten 62 200 M., für sonstige Ausgaben 86 900 M.— die sind garnicht näher spezifiziert—. sodah insgesamt für das Gebäude de« Kriegs« Ministeriums 100 732 M. verlangt werden I Dabei gibt sich die Miiitärverwaltuiig den Anschein, als ob sie furchtbar genau rechnet. So»st bestinimt, daß der Kriegsminister das Obst, das in seinem Garrel» wächst, zu bezahlen hat, soweit er eS nicht selbst zu eigenem Gebrauch benutzt. (Heiterkeit.) Das ist doch außerordentlich kleinlich.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Das Zulagenihstem der Offiziere muß beseitigt tverden. Es dürfte wenig Offiziere geben, die keine Zulage erhalte». Entweder sind sie also zu schlecht bezahlt, oder die Zulagen sind überflüssig. Die Reisekostenfrage, die Uniformfrage ist bereits erwähnt worden. In letzter Zeit sind feldgraue Uniformen angefertigt worden, aber sie sollen nur für den Ernstfall ver» wendet werden, weil man den Soldaten die Freude an den bunten Uniformen nicht nehmen wolle.(Hörtl hörtl b. d. Soz.) DaS ist ein überaus kostspieliges Vergnügen und hat mit der kriegsmäßigen Ausbildung nicht das allermiiideste zu tun.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Die Arbeit der Oberintcndanturräte»»üssen in den meisten Fällen die Jntendamurselretäre machen.(Hört! hörtl bei den Sozial- demokraten.) Wozu wir da überhangt Oberintendaiisiirräte haben, ist mir uicht recht ersichtlich und mau bat mir auch gesagt, daß sie gänzlich überflüssig sind. Weiter: In Bayern haben wir die Hartschiere, hier in Berlin haben wir die Schloßgarde und die und Dem Leibgarbe. Das find Truppen, die für die Armee felbst gar nicht| Verfügung stellen till, so flimmen foie dem gern zu. Man foll aber nicht gelingen.( Gehr richtig! links. Seiterfeit.) Es ist eine völlig in Frage lommen und die deshalb am besten auf die Bibilliste dann keinen Unterschied machen.( Sehr richtig! bei den Sozial falsche Vorstellung, wenn man den Kriegsminister als Bedienten des fibernommen werden.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir demokraten.) Aber ein Fußballklub ist durch den Kriegsminister Militärkabinetts hinstellt. bermissen im Etat eine Summe zur vom Tempelhofer Feld weggewiesen worden, weil ein einziges Mit- Die Frage der Dienstzeit der Kavallerie ist eine außerordentlich Aufbefferung der Soldatenlöhne! glied des Klubs Sozialdemokrat war!( hört! hört! bei den Sozial- fchwierige. Die Aufgaben, die die Kavallerie zu erfüllen hat, find ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Soldaten fönnten bemokraten.) Wenn die bürgerlichen Barteien jetzt der Jugenderziehung fehr große und mehren sich von Jahr zu Jahr. Jedenfalls aber ist heute schon die höhere Löhnung haben, wenn das Zentrum bei der größere Aufmerksamkeit schenken, so führen sie nur aus, was wir es eine völlige Verkennung des Kriegsministeriums, wenn man be Sozialdemokraten seit langem verlangt haben. Seit Jahren hauptet, daß es die Frage der Dienstzeit der Kavallerie zu einem Aufbefferung der Beamtengehälter nicht ausgerechnet die 14 Millionen hat Bebel hier schon ausgeführt, daß wir die Jugend förperlich Handelsobjeft zu machen gedenkt. für die Ausbesserung der Mannschaftslöhne gestrichen hätte.( Sehr besser ausbilden müssen, daß wir damit unserer Wehrkraft dienen. Die Anschauungen des Herrn Bebel über die Vortrefflichkeit der richtig! bei den Sozialdemokraten. Unruhe im Zentrum) Herr Damals wurde das von Ihnen als sozialdemokratische Utopie verlacht, schweizerischen Miliz werden von den militärischen Fachmännern der Sydow hat damals ausdrücklich erklärt, daß er feine Zusage machen könne und daß das Reich in einem der nächsten Jahre vermutlich beute stellen Sie sich selbst auf diesen Standpunkt! Wir freuen uns Schweiz selbst nicht geteilt.( Lachen links.) Uniere Rüstung ist schwer, Nichts liegt unserer Armee ebensowenig Geld haben werde wie damals. Inzwischen ist alles über diese Einkehr der Einsicht, wenn Sie auch etwas lange dazu aber sie muß getragen werden. teurer geworden, und die neue Mehrheit hat dem Soldaten sogar gebraucht haben. Der Handelsminister Sydow hat bereits Gorge ferner, als frivole Kriegsluft. In keiner Weise können die Ausnoch sein Glas Bier getragen, daß der Erlaß des Kriegsministers in weitesten Kreisen führungen aktiver Generäle in jenem Sinne gedeutet werden. Aktive ( Sehr die Zigarre verteuert. richtig! links. bekannt wird. Vielleicht glaubt er auf diese Weise die Lorbeeren Offiziere treiben teine Bolitik. Für die Ausführungen inaktiver Unruhe rechts und im Zentrum.) Da ist es nicht mehr als recht und billig, daß man auch die zu sammeln, die ihm in seiner Tätigkeit als Schatzsekretär versagt Generäle, wie des Generalmajors Keim usw., ist das Kriegs minifterium nicht verantwortlich. Die Hauptfache twird immer der Mannschaftslöhne erhöht. Seit Jahrzehnten ist die Löhnung die waren.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Herr Häusler hat die Berliner Jugendwehr- Barade erwähnt. Geist sein, der das Heer belebt. Seien Sie überzeugt, daß alle gleiche geblieben. Wir Sozialdemokraten waren es, die den Anstoß zu einer Erhöhung um 10 Pf. pro Tag gaben. Unser Antrag wurde Ich habe die Sache als eine große Komödie aufgefaßt. Sie glauben Stellen, ob hoch ob niedrig, diefen Geist zu erhalten und zu pflegen aber abgelehnt, und in einer Resolution forderte der Reichstag doch nicht, durch diese Sonntags- Jugendwehr die militärische Aus- nicht ermüden werden.( Lebhafter Beifall rechts.) Die Heeresverwaltung auf, der Aufbesserung der Mannschaftslöhne bildung zu fördern? Daß der Kriegsminister diefer Spielerei die Abg. v. Liebert([ 9p.] mit lauten Nufen nach Bertagung näherzutreten. Es follten 8 Pf. gegeben werden, aber auch diese Ehre seiner Anwesenheit gab, hat auch in anderen als fozial- empfangen): Wenn es nicht so spät wäre, würde ich die Rede des 8 Pf. haben die Soldaten nicht bekommen.( Hört! hört! bei den demokratischen Kreisen Kopfschütteln erregt.( Sehr richtig! bei den abg. Stücklen Stüd für Stüd zerpflücken.( Au- Rufe links, Lachen Der Abg. Stücklen sprach von der Sozialdemokraten.) Ich halte es für sehr zweifelhaft, ob Sozialdemokraten.). Benn Sie aber die Jugend zu begeistern bei den Sozialdemokraten.) die Heeresverwaltung fich jezt einer Erhöhung freundlich glauben, indem sie ihr das glänzende Aeußere des Militarismus gegenüberstellen wird. In der Zeit der Steuerkämpfe hätte das zeigen, so werden wir Sozialdemokraten dafür sorgen, daß die eventuellen Verwendung der Armee gegen den inneren Feind. sondern die verheßenden Agitatoren natürlich außerhalb Bentrum auf die Regierung einen Drud ausüben können. Lieber Jugend auch die Schattenseiten des Militarismus zu sehen Natürlich sind nicht die braben, tüchtigen Arbeiter der innere Feind, bekommt.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) ( Lachen dieses Hauses. bei den Sozialdemokraten.) hätte man die Gehälter der höheren Beamten überhaupt nicht erAufmerksamkeit hat die Verfügung des Striegsministers erregt, General Keim usw. muß es ebenso unverwehrt bleiben wie höhen und den Soldaten diese Summe geben sollen, denn die wonach die Artilleriedepots den Kriegervereinen Gewehre und anderen Leuten, ihre Weltanschauung darzulegen. Ich begreife nicht, Patronen aushändigen müssen, aber nur den Vereinen, die bom wie die Linke sich gegen die Wehrsteuer sträubt, die doch die geGeneral b. Spiz kommandiert werden. Im Rheinland existieren rechtefte aller Steuern und in Frankreich, Defterreich und der fatholische Kriegervereine, welche diesem Kommando nicht unterstehen, und diese sollen die Waffen und Patronen nicht be- Schweiz eingeführt ist. Wir hoffen, daß unser deutsches Heer allen unseren Gegnern immer so furchtbar erscheinen wird, wie es jetzt tommen! Wir müssen doch fragen, weshalb man überhaupt den im englischen Wahlkampf als german danger( beutsche Gefahr) hins Kriegervereinen Gewehre gibt? Es ist doch bedenklich, Staatseigentum in solcher Weise an private Vereine zu geben. Ich nehme gestellt wird. Wir wissen, daß wir Deutsche im Auslande nicht beliebt find.( Sehr wahr! links.) Dazu fehlen uns die liebensGroße Erwartungen hegen wir nicht, und es wird wohl dabei an, daß die Heeresverwaltung dieses staatliche Eigentum nicht an die würdigen Eigenschaften der Slawen und Romanen, wir sind ein bleiben, daß die Soldaten nach wie vor mit brafonischen Strafen Kriegervereine verschenkt. Aber auch wenn das nicht der Fall ist, arbeitsames Boll und daher gefährliche Konkurrenten. Wir müssen belegt werden können. Die heutige Militärgerichtsbarkeit wider- ist die Unterstützung der Kriegervereine durch die Heeresverwaltung also unser Bulver troden halten und immer auf dem Posten sein, spricht dem Volksempfinden. In Frankfurt a. Main wurde ein Herr zu bekämpfen, denn die Kriegervereine sind durchaus politische troßdem wir ernste Freunde der Erhaltung des Friedens find. bon Derzen, der im Duell einen Landwehrleutnant erschossen hatte, Vereine.( Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Man zu zwei Jahren Festung verurteilt. Nach einem Monat wurde er bestreitet das zwar, in Wirklichkeit sind sie aber nichts als Kampfbegnadigt und als Hauptmann und Kompagniechef nach Glatz ver- truppen für die reaktionären Parteien bei den Wahlen.( Lebhafte sept.( Lebhaftes Hört! hört! links und im Zentrum.) Der Mann Bustimmung, bei den Sozialdemokraten.) hatte also weiter nichts an Strafe erhalten als einen Monat an Man wird darauf hinweisen, daß der Militäretat die Hoffnung genehmen Zeitvertreib. Ein Sergeant des 46. Infanterieregiments ermede, daß die Militärlasten in Zukunft geringer werden. Es fann erhielt wegen 40 Soldatenmishandlungen zusammen 370 Tage aber gar keine Rede davon sein. Die Neuformation der Feldartillerie, Gefängnis, die zusammengezogen wurden in 28 Tage Mittelarrest! Vermehrung der Maschinengewehre, die Benutzung der lenkbaren ( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn das Soldatenfchinden Luftschiffe. Das find alles Dinge, die das Gegenteil beweisen. fo billig ist, wird der Mensch es bei der nächsten Gelegenheit Herr Diann hat einer Wehrsteuer das Wort geredet, wir bewieber probieren.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) In fämpfen fie, weil sie ungerecht ist, denn fie trifft auch die zum Sachsen wurde ein Soldat, der sich weigerte, sich operieren zu laffen, Striegsdienst förperlich Untauglichen.( Widerspruch rechts.) Wenn Ju 6 Wochen und 1 Tag Gefängnis verurteilt!( hört! hört! bei das nicht der Fall ist, kann sie überhaupt so gut wie gar nichts einSen Sozialdemokraten.) Keine Justiz der Welt fann einen Menschen bringen! Der Generalmajor 3. D. v. Blum hat jüngst eine Betrachtung awingen, fich gegen seinen Willen operieren zu lassen, aber der Militarismus nimmt sich auch solche Befehle heraus. über den fünftigen Strieg veröffentlicht. Er stellt dar, daß Deutich land 1870 eine halbe Million Soldaten ins Feld stellte. Jegt dagegen kann es 4 Millionen geschulter Soldaten stellen. In gleichem Maße haben sich die Armeen der anderen Staaten bermehrt. So wird ein fünftiger Krieg ein Krieg, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Die Kosten werden nach diesem Fachmann 17 Millionen Mark pro Tag Höheren Beamten wären auch ohne Zulage nicht verhungert.( Sehr zichtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Soldaten sollen gegen den inneren Feind kämpfen und rege für die bürgerlichen Parteien einteten, die ihnen nicht einmal 8 Pf. Löhnung mehr geben. Das ist och ein bißchen biel verlangt. Wie steht es mit der angekündigten Reform des Militärstrafgesetzbuches? Ich komme nun zu dem bekannten Vorfall in Linz a. Rh., wo 10 Einjährige, teilweise Angehörige der Bonner Boruffen, em Haufe des Unteroffiziers Feitb einen wahren Herenfabath berrichteten: fie stürmten in das Haus hinein, schlugen die Tür ein, drangen in das Zimmer des Unteroffiziers, bemolierten alles und mißhandelten den Unteroffizier.( Lebbaftes betragen.( Hört! bört! bei den Sozialdemokraten.) Der KriegsHört! hört!) Bfui- Rufe wurden laut," Du Wasserkopf" wurde gerufen, und dem Unteroffizier wurde vorgehalten, daß er ja nicht fatisfaktionsfähig fei! Als die Einjährigen ihren Mut gefühlt atten, trieben sie weiter auf der Straße Unfug und warfen mit Steinen.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Soweit es sich um Studenten handelte, die dem hochfeudalen Korps der Bonner Boruffen angehörten, wurden sie dadurch, beftraft", daß das Korps auf wegen Hausfriedensbruchs und . fchatz, den wir sonderbarerweise trot unferer Finanznot im Juliusturm aufbewahren, wird gerade eine Woche reichen! Dieser be waffnete Friede muß die Völker an den Rand des Ruins treiben und deshalb müffen wir der Frage näher treten, ob es nicht endlich Beit ist, Kriegsminister v. Heeringen: ( Bravo! rechts.) Hierauf vertagt sich das Haus. Abg. Ofann( natt.) nimmt in persönlicher Bemerkung die Aeuße rung zurück, daß die Militärmißhandlungen in Bayern zugenommen hätten. Er sei zu dieser Aeußerung durch einen falschen Bericht der " Frankfurter Zeitung" veranlaßt worden. Bayerischer Militärbevollmächtigter v. Gebfattel: Es tut mir leib, daß ich gerade Herrn Ofann gegenüber so heftig geworden bin, aber meine Erregung an fich bedauere ich nicht. Seit Jahrzehnten wird die Armee angegriffen wegen der Soldatenmißhandlungen, und wenn es eine Militärverwaltung auftande bringt, daß die Mißhandlungen zurüdgeben, so ist es in der Tat eine schwere Beleidigung, wenn man sagt, sie hätten sich bedeutend erhöht. Wenn Herr Osann sagt, er hätte nur wiedergegeben, was in der Frankfurter Beitung" gestanden hat meine Herren, was in der Beitung steht, glaube ich noch lange nicht.( Große Heiterfeit.) Nächste Sigung: Freitag 1 Uhr.( Fortsetzung der zweiten Lefung des Militäretats.) Schluß 7 Uhr. Parlamentarifches. Aus der Budgetkommission. Die Budgettommission erledigte am Mittwoch die einmaligen Die in der borlegten Ausgaben des Etats für Südwestafrika. Sigung beanstandete hohe Zahl von Bablmeistern bei der Schutztruppe wurde auf Antrag der Subkommission, der diese An gelegenheit zur Vorberatung überwiesen worden war, um neun internationale Abmachungen zum Zwecke der Abrüftung Stellen herabgefegt. Von den zwei Stellen für Bahlmeister wurde einige Zeit suspendiert wurde. Auf die Anklagebant mindestens au treffen.( Lachen rechts und bei den Nationalliberalen.) Wenn eine Stelle, und von den 34 für Wizefeldwebel wurden acht Stellen Sie auch darüber lachen, so bleibt es doch wahr, daß diese wahn- gestrichen. tamen die Leute nicht.( Lebhaftes Hört! finnigen Rüstungen geradezu zum Striege treiben.( Lebhafte Bu Von den angeforderten und bewilligten Posten find bemerkenss hört! links.) Die Staatsanwaltschaft in Bonn scheint überhaupt ftimmung bei den Sozialdemokraten.) Die fozialistischen Arbeiter wert 863 800 m. für Beamtenwohnungen( barunter 20 000 2. fir Son dem Vorfall amtlich nichts zu wissen. Aber die Militärbehörde in Bonn wollte offenbar beweisen, daß fie objektiver ist als aller ändertreten für den Frieben ein. Auf dem internationalen ein Gefängnis für Eingeborene), 556 000 2. für Wegebauten, Kongreß in Stuttgart haben wir eine Resolution beschlossen, die Brunnenbauten und Wasserleitung, 20 000 2. zur Entschädigung an „ die objektivste Behörde der Welt". Der Oberst des Bonner uns verpflichtet, überall für die Verminderung der Rüstungen zur Farmer für erlittene Viehverluste, 50 000 9. zur Unterſtüßung an Sufarenregiments gab durch Regimentsbefehl bekannt, daß er die Vermeidung der Kriege zu sorgen. Wenn es zum Kriege tommt, so Schulverbände, 186 000 m. für die Beschaffung von Pferden für die faft sämtlich Freiherren mit drei Tagen Mittelarrest bestrafe, weil sie fich Die Intereffen der Arbeiter aller Länder sind die gleichen. Südwestgrenze und 50 000 2. zur Erforschung der noch unbekannten Herren- mit drei Tagen Mittelarrest beftrafe, weil sie fich nur deshalb, weil die Interessen der befizenden Klaffen kollidieren. Landespolizei, 50 000 m. aur Berhitung des Schmuggels an der in Gemeinschaft mit Studenten vor und in der Wohnung die Arbeiter haben überall den Stampf zu führen gegen das Aus- Teile unserer Kolonie. des Unteroffiziers Feith an ruheftörendem Lärm beteiligt beutertum. Wenn einmal die Völker die Entscheidung über Krieg Eine lange Debatte wurde über den Vertrag geführt, den das haben.( Lebhaftes hört! hört! links.) Echließlich lam die Sache und Frieden in der Hand haben, wird der Strieg zweifellos der Reichstolonialamt mit der Deutschen Kolonialgesellschaft abzuschließen bor das Standgericht. Der Anklagevertreter erhob Anklage wegen Bergangenheit angehören. Und dieses Biel zu erreichen, ist die beabsichtigt. Die Verhandlungen hierüber wurden als vertrau Hausfriedensbruchs. Am Tage vor der Berhandlung fuhr ein EinAufgabe der Sozialdemokratie. Wir bekämpfen die Kriegsheßerei lich bezeichnet.. jähriger des Bonner Husarenregiments bei dem Zimmervermieter des und den Chauvinismus, und wir werden auch ferner den Kampf Herrn Feith vor, dessen Möbel man demoliert hatte, und am nächsten führen gegen die Auspowerung der Waffen, wir fämpfen für den Die Strafgefehbuchnovelle in der Kommission. Eage wußte diefer als Zeuge vernommene Mann von dem ganzen Frieden und gegen den tulturfeindlichen Militarismus.( Lebhafter Die Beratung der dem Reichstag vorgelegten StrafgesetzbuchBorkommnis nichts mehr!( Lebhaftes hört! hört! bei den Sozial Beifall bei den Sozialdemokraten.) novelle begann gestern in der Kommiffion. Die Novelle schlägt bebemokraten.) Jedenfalls war er durch die herablaffende Art fanntlich neben einer Meihe von Milderungen verschärfte Straf dieses Befuchs durch die hohe Ehre, einen Bonner Im Wunsche nach Vereinfachung und Ersparnissen begegnet sich und versucht außerdem die Beleidigungsvorschriften zu einer Leg bestimmungen wegen Tierquälereien und Kindermißhandlungen vor Qusaren als Befuch bei fich zu sehen, beeinflußt worden. Das Urteil lautete auf Freisprechung.( Lebhaftes Hört! die Militärverwaltung mit dem hohen Hause. Die Einführung einhört! links.) Der Anklager gehörte dem Korps der Boruffen an, und schneidender Ersparnisse bedarf jedoch sorgfältiger Vorbereitung. Gs Gulenburg umzugestalten, die den Wahrheitsbeweis fast ausschaltet auch unter den Richtern befand sich ein Boruffe: der Erbpring Adolf berührt auch die Militärverwaltung schmerzlich, daß den Soldaten und eine Stritif von Mißständen hierdurch sowie durch drakonische zu Schaumburg.( Erneutes lebhaftes Hört! hört! bei den Sozial zurzeit noch feine Solderhöhung geboten werden kann. Hoffentlich Strafandrohungen zu unterbinden sucht. Der Freispruch erfolgte, obwohl der Unteroffizier wird in nicht an später Zeit die Solderhöhung fich ermöglichen lassen. frieben86rnch wird zurzeit ausschließlich mit einer Gefängnis. Der gemeinschaftliche oder mit Waffen begangene HausFeith unter seinem Eid aussagte: die Eindringlinge hätten unter Die feldgraue Uniform wird hoffentlich schon bei den nächsten Kaiser- ftrafe von mindestens vier Wochen bedroht, er ist auch ohne Strafgroßem Lärm die Tür aufgebrochen, das Mobiliar durcheinander manövern, wenigstens bei der einen Partei, zur Verwendung geantrag zu verfolgen. Der Entwurf will die Möglichkeit geben, auf geworfen, Bettzeug und andere Sachen zum Fenster hinausgeworfen. Langen. ( Hört! hört!) Er hat die Sache nicht als Unfinn" aufgefaßt, eine geringere Gefängnisstrafe( von einem Tage an) sowie auf Es ist hier wieder von der Bevorzugung des Adels gesprochen Geldstrafe zu erkennen und will ferner die Verfolgung von einem sondern den Leuten die Tür gewiefen! Der Spektakel hat worden. Mir ist von einer solchen Bevorzugung nichts bekannt. mindestens eine halbe Stunde gedauert, und Feith hat mit einem( Widerspruch und Burufe links und im Zentrum. Zuruf bei den Antrag abhängig machen. Abg. Engelen( 3.) beantragte, die RüdStod einen Schlag auf den Rücken bekommen, der ihm erhebliche Sozialdemokraten: Nun hören Sie aber auf! Seiterfeit und Bu- nahme bes Strafantrages für zulässig zu erklären. Der RegierungsSchmerzen verursachte. Obwohl die Angeklagten geständig waren, ftimmung.) Wo ist denn die Bevorzugung des Abels?( Buruf und vorschlag und dieser Antrag wurden einstimmig angenommen. wurden sie freigesprochen.( Sört hört!) Ohne Zweifel mußte in Lachen links.) Und was soll ich machen, um dieser angeblichen Bediesem Falle der§ 106 des Militärftrafgesetzbuches angewendet vorzugung, die wie gesagt gar nicht existiert( Erneutes Lachen werden, der die Zusammenrottung zum Zweck der Mißhandlung links.) ein Ende zu machen? Soll ich etwa Versegungen im großen eines Borgelegten mit Gefängnisstrafe von nicht unter fünf Jahren Maßstabe vornehmen? Das eine habe ich allerdings zu erflären: belegt. Ich gebe zu: das wäre eine graufame Strafe gewesen, an der Homogenität( Gleichartigkeit) unferes Difiziertorps darf eine Strafe, die in gar keinem Verhältnis steht zu der Tot diefer nicht getastet werden.( Bravo! rechts, lautes Lachen links.) Leute. Aber wenn dieser Paragraph gegen Soldaten angewendet Es ist bemängelt worden, daß Soldaten zur Sicherung Seiner wird, die in der Erunten beit einen Unteroffizier anrempelten, Majestät des Kaisers von Rußland herangezogen find. Das geschah bann verlangen wir, daß Einjährige genau in derfelben nicht, weil der Kaiser von Rußland Furcht batte, sondern weil die Weise behandelt werden.( Lebhafte wiederholte Bustimmung bei den deutsche Regierung( Buruf bei den Sozialdemokraten:& urt Sozialdemokraten.) In diesem Falle ist hatte! Seiterkeit) die Pflicht hatte, für die Sicherheit ihres hohen militärische Klaffenjustiz in allerschärffter Form Gastes( Lachen bei den Sozialdemokraten) zu forgen. Der Fall Beith in Bonn ist mir geübt worden. Das Vertrauen in die militärische Rechtsprechung kann dadurch nicht gestärkt werden.( Sehr richtig! bei den Sozial bemokraten.) In leyter Zeit hat die Heeresverwaltung ihre Aufmerksam. Jugendorganisation teit der nicht attenmäßig bekannt. Einstimmige Annahme fanden auch die Vorschläge des Entwurfes, bei Arrest bruch, Siegelbruch und Bereitelung ber 8 wangsvollstreckung(§§ 136, 137, 288 St.- G.- 8.), bei denen zurzeit ausschließlich auf Gefängnisstrafe erkannt werden kann, denen zurzeit ausschließlich auf Gefängnisstrafe erkannt werden fann, Geldstrafe zuzulaffen. Eine längere Debatte riefen die Vorschläge wegen Bestrafung der Tierquälerei berbor. Das Strafgesetzbuch bedroht zurzeit mit Geldstrafe bis 150 M. oder Haft den, der öffentlich oder in ärgerniserregender Weise Tiere boshaft quält oder Deffentlichkeit und des Wergerniserregens, verfchärft die Strafees Der Entwurf beseitigt das Erfordernis der roh mißhandelt". Furcht foll, wer Tiere boshaft qualt oder roh mißhandelt, mit Ge fängnis bis zu drei Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 600 m." danach bestraft werden(§ 145b) und sieht in§ 360 Biffer 13 dieselbe Strafe, bie bislang für Tierquälerei besteht, für UeberIch bin allerdings auch der Meinung, daß, wenn die Sachen fo tretungen der zur Verhütung von Tierquälerei erlaffenen Vore liegen, wie sie dargestellt werden, das Urteil Bedenken erregt.( Hört! schriften vor. Ein Antrag des Abg. Schmidt Warburg( Zentrum) hört! links.) Aber es darf doch nicht vergessen werden, daß die Sache neben dem Gefängnis Haft zuzulassen, wurde gegen Zentrumim dunklen stattfand,( Lautes Lachen links) baß nach dem Zeugnis stimmen, die Stimmen der Freifinnigen und Sozialdemokraten abgewidmet. Seitdem die proletarische Jugend begonnen hat, sich zu bes gefchlagenen Unteroffiziers die Schläge nicht böswillig erfolgten, gelehnt. Festgestellt wurde von der Regierung und einstimmig in organifieren, hat sie das Intereffe aller Behörden erregt, und die( Stürmische Heiterfeit linte, Rufe bei den Sozialdemokraten: Da der Kommission, daß Vivisektionen und das Schächten an Heeresverwaltung will offenbar nicht zurückbleiben; der neue hört aber alles auf daß sich unter den Eindringlingen nur ein fich unter die neue Vorschrift über Tierquälerei nicht fallen. Der Striegsminister hat an die Generalfommandos eine Verfügung er einziger Richtunteroffizier befand, der sich an der Auffäre nur durch Befürchtung, daß fchifanöfe Polizeiverordnungen unter dem BorLaffen, daß die Jugend sich für alles begeistere, was das militärische Singen beteiligte.( Stürmische Heiterkeit links.) Wir müssen abgeben der Verhütung von Tierquälereien das Schächten verbieten Gebiet berühre; diefe Freude am Soldatentum folle gepflegt werden, warten, was bei der weiteren gerichtlichen Berfolgung der Sache könnten, suchten mehrere Anträge entgegenzutreten. und deshalb den Schülern und Fortbildungsschülern das Zuschauen herauskomunen wird.( Erneutes Lachen lints. Nufe: Biel sicher demokratischer Antrag verlangte, daß die Strafe des§ 860 Biffer 13 nur bei Baraden und Manövern gestattet werden! Hoffentlich behandelt nicht!) eintreten folle, vent ber Reichskanzler, Bundesrat Es ist auch hier wieder von dem Verhältnis des Kriegsministers ber aan die Jugend hierbei besier als die Striegervereinler, die auch oder eine Landeszentralbehörde bei der Parade zusehen durften und am nächsten Tage darüber zum Militärkabinett die Nede gewefen. Mein Vorgänger hat sich im ordnung erlafien habe. Ein im Laufe der Debatte zurüdgezogeuer lagten, daß sie nur in eine ungeheure Staubwolfe eingehüllt waren vorigen Jahre bemüht, die über dies Verhältnis geäußerten An- Antrag des Abg. Engelen( 3.) wollte dasselbe, jedoch das Ver Sub abfolut nichts gefehen haben.( Seiterkeit bei den Sozialdemokraten.) fchauungen zu widerlegen. Was der Beredsamkeit des Herrn ordnungsrecht unteren Behörden belegiert wiffen. Ein Antrag enn man der Jugend Exzerzierpläge und Schwimmanstalten aur b. Einem nicht gelungen ist, wird auch meiner Beredsamkeit Gröber( 8) fchlug folgende Faffung vor: Die Behandlung von die Ber Tieren nach rituellen Borfchriften gilt nicht als Tierquälerei." Ein] Antrag endlich des Abg. Mayer Kaufbeuren( 8.) verlangte die Aufnahme folgender Vorschrift:" Der Erlaß eines Schächtverbots ist unzulässig." Sämtliche Anträge wurden abgelehnt, die von den Zentrumsabgeordneten gestellten Anträge mit 19 gegen die 9 Stimmen des Zentrums und der Sozialdemokraten. Die beiden freifinnigen Kommissionsmitglieder stimmten gegen die Zentrumsanträge. Die nächste Sigung findet am Dienstag statt. Aus der Partei. Unsere Toten. Die Brandenburger Zeitung" meldet: Eine schmerzliche Trauerfunde kommt aus Amerika. Am 31. Dezember vorigen Jahres ist in Windsor, Conn., der Tischler Wilhelm Schwetendiet im Alter von 71 Jahren gestorben. Nach langwieriger Krankheit erlöste ihn der Tod von schwerem Leiden. Schwetendiek, dessen Name erst fürzlich bei der Einweihungsfeier unseres Boltshauses hier genannt worden ist, ist den Brandenburger Arbeitern tein Fremder, obwohl er den jüngeren Genossen weniger oder gar nicht bekannt ist. Schwefendiet war Anfang der 70er Jahre in der deutschen Arbeiterbewegung, vorwiegend in Berlin, aber auch in Brandenburg, hervorragend tätig. Besonders hat er in der ersten Jugendzeit der Holzarbeiterorganisation eine bedeutende Rolle gespielt. 1874 bekleidet. Jugendbewegung. Berfonalien. Genosse Mehlich tritt Ende dieses Monats aus der Redaktion des Stettiner Volts- Boten" aus, um in die Redaktion der Dortmunder Arbeiter Beitung" einzutreten. An seine Stelle in Stettin tritt Genosse Böttcher, der Die Handwerkskammern auf dem Kriegspfade. zurzeit an der Nordhäuser Volkszeitung" tätig ist. Vor kurzem veröffentlichten wir einen Fragebogen der HandIn der Redaktion der Fränkischen Tagespost" in werkskammer zu Ludwigshafen, durch den die HandNürnberg erfolgt eine weitere Veränderung. Die Stelle des werksmeister um Auskunft über Einzelheiten der proletarischen Genossen Staufer, der sich seit längerer Zeit in einer Heil- Jugendbewegung ersucht wurden. Derartige„ Erhebungen" werden anstalt befindet, ist noch unbesest. Genosse Barth, der am natürlich nicht der lieben Wissenschaft halber veranstaltet, sondern 27. Januar aus dem Gefängnis entlassen wird, tritt sofort die ihm sollen Material zu Denunziationen abgeben. Die Beschnüffelung übertragene Stelle in der Redaktion des„ Sachs. Volksblatt" in der Jugendbewegung scheint nun über das ganze Reich orZwidau an. In die Redaktion der Fränkischen Tagespost" tritt ganisiert zu sein. Die Berliner Handwerkskammer am 1. Februar der Genosse Landtagsabgeordneter Martin Segi bersandte ebenfalls ein Rundschreiben, in dem es heißt: ein, der auf journalistischem Gebiete fein Neuling ist. Er war schon in den achtziger Jahren Redakteur der Fürther Bürgerzeitung", dann einige Jahre der Fränkischen Tagespost", bis er im Herbst 1894 die Leitung des damals eben gegründeten ersten deutschen Arbeitersekretariats übernahm. Nun ist er dem an ihn ergangenen Rufe gefolgt und auf seinen alten Posten zurückgekehrt. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Sozialdemokraten dürfen nicht Feuer löschen. In dem etwa 2000 Einwohner zählenben Orte Nanis( Kreis Biegenrüd, zum Reichstagswahlkreis Erfurt gehörig) ist vor nicht langer Zeit ein Sozialdemokratischer Verein ge= gründet worden, der sich alsbald der liebevollsten Aufmerkſamfeit der Polizei erfreute. Als Ergebnis dieser Aufmerksamkeit ging dem Kassierer des Wahlvereins, der eine ganze Reihe von Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr gewesen ist, stets und gern feine Schuldigkeit im Dienste der Menschenpflicht getan hat, folgendes Schriftstück zu: Ranis, den 11. Januar 1909. Kommando Wir kommen heute dieser Aufforderung nach und machen Ihnen hiermit die Mitteilung, daß Sie vom heutigen Tage an als Mitglied des Korps ausgeschlossen sind. Die in Ihrem Besik befindlichen Feuerwehr- Utensilien wollen Sie unverzüglich an den Requisitenmeister Otto Krauße abliefern. Falls Sie den Beweis erbringen, daß Sie obigem Verein nicht mehr angehören, können Sie selbstverständlich Mitglied unseres forps bleiben. Der Schriftführer. 2. Unger. " Eine der wichtigsten Fragen für das deutsche Handwerk ist die von der sozialdemokratischen Partei angefachte und mit allen Mitteln be. triebene Jugendbewegung. Sie darf unter keinen Umständen außer Auge gelassen oder unterschätzt werden.... Bei der außerordentlichen Bedeutung und Tragweite, welche diese Vereinigungen für die Zukunft des Handwerks haben, erachten wir es als unsere Pflicht, nichts zu versäumen, was geeignet ist, unsere Lehrlinge vor dieser großen Gefahr zu bewahren und zu schüßen, und alle erlaubten Mittel anzuwenden zur Bekämpfung der sozialdemokratischen Jugendverführung." Soziales. '( Siehe auch Hauptblatt.) Auf dem ersten deutschen Tischlerfongreß, der vom 6.- 10. Of tober 1872 in Berlin tagte, gehörte Schwefendiek zu den Berliner Eine Treiberei gegen das Selbstverwaltungsrecht der Krankenkassen Delegierten. Er vertrat auf dem Kongreß mit viel umsicht einen Statutenentwurf, der im Gegensatz zu anderen vorliegenden Entveranstalteten im Sommer vorigen Jahres die Limanschen Leipwürfen eine Zentralorganisation fchaffen wollte. Schwetendiets ziger Neuesten Nachrichten", die Leipziger Abendzeitung" und die Ansicht drang durch; der Kongreß beschloß die Gründung des„ Al" Bittauer Morgenzeitung", indem diese Blätter Artikel gegen den gemeinen Tischler( Schreiner-) Berein", zu dessen erstem VorsitzenVorstand der Leipziger Ortskrankenkasse veröffentlichten, in denen den Schwekendiet gewählt wurde. Er hat dieses Amt bis zum Jahre der Freiw. Feuerwehr Ranis. behauptet wurde, der Vorsitzende Pollender habe lediglich aus dem Herrn. Grunde für die Ablehnung der Gehaltsverträge mit den Beamten Wie auf dem gewerkschaftlichen Gebiet, so betätigte sich Infolge Ihrer Zugehörigkeit als Vorstandsmitglied des hiesigen der Stasse gewirkt, weil die Mehrzahl der Beamten nicht Sozial. Schwefendiet auch in der sozialdemokratischen Bewegung, zuerst als Sozialdemokratischen Arbeitervereins sind wir von der demokraten seien; Pollender führe die Rasse im Interesse von Lassalleaner und später nach der Einigung auch in der geeinigten hiesigen Polizeiverwaltung wiederholt aufge- Parteibestrebungen. Die Urlaubserteilung, die Anstellung von Partei. Bei der Reichstagswahl 1874, wo Wilhelm Schwefendiek fordert worden, Sie von der Freiwilligen Feuer- Beamten werde nicht mit Rüdjicht auf das Kassenwohl gehandhabt. für unseren Wahlkreis Brandenburg- Westhavelland wehr auszuschließen. Bei den Beamtenprüfungen bestände keine Garantie dafür, daß kandidierte, kam die Partei zum ersten Male in die Stichwahl. Sozialdemokraten nicht bevorzugt würden. Unsere Partei erhielt 2900, die Fortschrittspartei 3342 Stimmen. stellungen spiele die Parteizugehörigkeit eine Rolle. Als KrankenDen Ausschlag gaben die Konservativen, die 2908 Stimmen erhalten fontrolleure würden nur Sozialdemokraten angestellt, und ein Vorhatten, die aber auf zwei Kandidaten zersplittert waren. In der standsmitglied soll sogar das Verbrechen begangen haben, für die Stichwahl siegte Stadtrat Hausmann- Brandenburg, der Kandidat Leipziger Boltszeitung" Abonnenten zu werben. Bereits am der Fortschrittspartei, mit 7225 Stimmen; Schwekendiek hatte 3914 Stimmen erhalten. 8. Oftober hatte sich auf Klagestellung Pollenders das Schöffengericht mit der Sache zu befassen. Damals wurde aber die Verhandlung vertagt. Am Dienstag stand fie abermals an. Dr. Grautoff von den Leipziger Neuesten Nachrichten" hing der Kaze die Schellen an, als er bemerkte, er habe im Interesse der Industrie gehandelt, die ein kolossales Interesse daran habe, daß die Ortskrantentasse nicht zu sozialdemokratischen Zweden ausgenutzt werde. Insbesondere dürften keine Streifführer als Beamte angestellt werden. Auch Redakteur Steinsdorf von dem Bittauer Blatt war jo offen, zuzugeben, daß er nur aus Sozialistenhaz gehandelt habe, während der dritte Angeklagte, Robolski, von der Leipziger Abendzeitung", mit Glüd den Harmlosen spielte. Am bedeutsamsten waren die Aussagen der beiden als Beugen vernommenen Arbeitgeberbeisiger im Vorstande, Die voll auf die Seite des Vorsitzenden traten und die Behauptungen der Gegner zurückwiesen. Aber auch die drei ordnungspolizeilich gesinnten Beamten der Kasse waren nicht in der Lage, Tatsachen für die Behauptungen der bürgerlichen Breßpiraten beizubringen. Das Urteil des Schöffengerichts fiel sehr gelinde aus. Es lautete für Dr. Grautoff auf 30 M., für Steinsdorf auf 10 M. Geldstrafe und für Robolski auf Freisprechung. Die Parteibewegung in Brandenburg gestaltete sich schon das mals außerordentlich lebhaft, was namentlich auch der tatkräftigen Agitation Schwefendieks zu danken war. Die Partei hatte damals ihr Heim in dem Lokal Elysium", wo Schwefendiek in Versammlungen zu seinen Wählern sprach. Die agitatorische Tätigkeit des jungen Kämpfers hatte bald das Augenmerk der Polizei auf ihn gelenkt, und als 1878 das Sozialistengesetz tam, wurde er aus Berlin ausgewiesen. Das gleiche Schicksal traf ihn auch in Hamburg, wohin er übergesiedelt war. Wie viele andere bewährte Genossen mußte er nach Amerika auswandern, um sich hier eine neue Gristenz zu gründen. Schwetendiek blieb auch in der neuen Heimat feinen Grundfäßen treu. Er trat sogleich feiner Berufsorganisation, der Möbelarbeiter- Union Nr. 7 in New York bei und be teiligte sich später an der Gründung der dortigen Arbeiterkrankenfaffe. Mit Schwefendiet ist wieder ein Kämpfer von der alten Garde dahingegangen. Sein Name ist mit der Parteigeschichte Brandenburgs aufs engste verknüpft. Die Arbeiterschaft des Kreises Brandenburg- Westhavelland wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Bom Fortschritt der Bresse. Der Brandmeister. ( Keine Unterschrift.) Das Wort wiederholt" in dem obigen Schriftstück ist auch im Original unterstrichen, das im übrigen in der Gile ein Jahr zu früh datiert ist. Ort Ranis gehört zu dem Wirkungskreis" des konservativen Landtagsabgeordneten Freiherrn von Erffa, der im preußischen Dreiklassenhause im Chor der Junter über" sozialdemokratischen Terrorismus" zetert. Die hoch wohllöbliche Polizei in Ranis aber wird sich über die Wirkung ihres so fein eingefädelten, von dem Kommando der Feuerwehr aber recht täppisch ausgeführten Streiches ganz gewaltig täuschen. Die Presse in der Revisionsinstanz. Wegen Beleidigung durch die Presse sind am 12. Oktober v. J. vom Landgerichte Breslau der Redakteur der Volkswacht", Genosse Gustav Wolff zu 50 und der Mitangeklagte, Genoffe Bohl, zu 30 M. Geldstrafe verurteilt worden. Bohl hat der Redaktion einen Artikel Unrechtmäßige Verhaftung" zugesandt und Wolff hat diesen abgedruckt. Die Sozialdemofraten in Gottesberg hatten das Hotel Glüdauf" boyfottiert, um es wieder für sich zu gewinnen, und hatten dann Bosten aufgestellt, um den Boykott durch zuführen. Einer dieser Bosten war berhaftet worden. Dies war in dem Artikel mitgeteilt und gleichzeitig behauptet worden, der betreffende Polizeibeamte habe den Genossen dreimal in den Rüden geschlagen. Das soll nach Ansicht des Gerichts nicht den Tatsachen entsprechen. Der Polizeibeamte ist daher beleidigt.- Die Revision des Genossen Wolff wurde am Dienstag vom Reichsgericht Urteil, soweit es ihn betrifft, aufgehoben und das Verfahren gegen ihn eingestellt. Wolff hatte Pohl als Verfasser erst angegeben, als die Straftat bereits berjährt war. In den Arbeiterorganisationen zu of i. B. wird eingehend die Frage erörtert, wie es zu ermöglichen sei, die Oberfr. Boltszeitung", die im politischen, gewerkschaftlichen, sozialen Teil usw. Kopfblatt der Leipziger Volkszeitung" ist, während das Lokale und Bayerische in einem Hofer Privatbetriebe hergestellt werden, vollständig in Hof selbst herzustellen. Auch das Gewerkschaftskartell befaßte sich mit der Angelegenheit und erklärte in einem Beschluß alle Gewerkschaftsmitglieder für verpflichtet, den Plan durch Zuwendung von Geldern tatkräftig zu unterstüben. berworfen. Auf die Revision des Genossen Pohl wurde das Soweit die einzelnen Gewerkschaften in der Lage find, sollen fie Anteile aus der Lokaltasse übernehmen. Der Kartellvorstand wurde beauftragt, zu erwägen, inwieweit das Kartell Anteile aus eigenen Mitteln übernehmen könne. Allen Berwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser herzensguter Mann und Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Dntel Karl Stief am Montag, den 24. Januar, im 29. Lebensjahre verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, ben 27. Januar, nachmittags 3 1hr, auf dem Friedhofe in Wilmersdorf, BerlinerStraße, statt. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bezirk 27. Den Berufsgenossen zur Nach richt, daß unser Mitglied Karl Stief am Montag, 24.Januar, im Kreisfrankenhaus Brig verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, 27. Januar, nach mittags 3 Uhr, von der Leichen. halle des Wilmersdorfer GemeindeFriedhofes, Berliner Straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 254/2 Der Borstand. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 18. Januar starb resp. wurde tot aufgefunden im Alter von 57 Jabren unser Mitglied, der Zimmerer H. Sommer. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet 27. b. Mts., nachmittags 3/4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde Friedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht 4075 Der Vorstand. Beutscher Transportarbeiter- Verband. Verwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Hausdiener Paul Freche am 24. Januar im Alter von 41 Jahren gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 27. b. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe des Andreas- und MarkusKirchhofs, Wilhelmsberg, aus statt. 65/14 Die Verwaltung. Billigerals Kaffee Besser als Surrogare Gesünderals Alkohol Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen und Kolleginnen zur Nachricht, daß unser Mitglied, die Arbeiterin Frau Auguste Purps am 22. b. M. gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 111/1 Die Ortsverwaltung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes, und Baters Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Baters, des Tischlers Berthold Geske fagen wir allen Berwandten und Befannten sowie dem Wahlverein zu Schöneberg, dem Holzarbeiter- Ver bande und dem Statflub Fortuna" unseren innigften Dant. Die trauerude Witwe nebst Tochter. Gehen die Verurteilten weiter mit den in der Gerichtsver handlung als unwahr erwiesenen Verdächtigungen frebsen, so dürften sie auch vor einem sozialistenfresserischen Gericht kaum einer Verurteilung wegen Verleumdung entgehen können. Vermischtes. Waffergefahr in der Schweiz. Nidam hat oberhalb des Bienner Sees zu spät die Schleusen bes Aus Bern wird gemeldet: Die Verwaltung der Dampferlinie Dammes geöffnet und es ist nunmehr unmöglich, diese Schleusen überhaupt noch zu öffnen. Das Niveau der Seen von Neuchatel, Bienne und Mora ist im schnellen Steigen begriffen und man befürchtet eine Katastrophe. 46 eigene Dampfer. 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Wir lassen die Berichte auZ den Einzelwahlkreisen folgen: Erster Wahlkreis. Den Bericht vom preußischen Parteitag erstattete Stalten- berg, der eine gedrängte Uebersicht von der Wahlrechtsbewegung insgesamt und von den Verhandlungen des Kongresses speziell gab. Daß die Delegierten der Landtagsfraktion den Dank der Genossen für ihre geleistete Arbeit ausgesprochen haben, entspreche zwar nicht den Gepflogenheiten unserer Partei, wo es als selbst- verständlich angesehen werde, daß jeder Genosse dort seine Pflicht und Schuldigkeit tue, wo die Partei ihn hinstelle. Immerhin sei die Situation, in der sich unsere kleine Fraktion befand, eine so eigenartige, schwierige und verantwortungsvolle gewesen, daß er, Redner, die dankbare Anerkennung des Parteitags ohne weiteres verstehen und billigen könne. Bei den Diskussionen über die Kommunalangelegenheiten habe er sich wundern müssen, mit welch überraschender und gründlicher Sachkenntnis unsere in der Kommunalarbeit tätigen Genossen diese überaus schwierige Materie beherrschen. Die Rede Ströbels bezeichnet der Redner als eine einzige wuchtige Anklage gegen das Dreiklassenwahlrecht, und bei Lieb- k n c ch t s Referate sei allgemein die Ruhe und Aufmerksamkeit aufgefallen, mit der die Delegierten sich dasselbe,»rotz seiner Länge, angehört hätten. Das beweise, daß die Rede ein reiches Tatsachen- Material enthalte, und es sei zu verstehen, daß das Referat den freudig aufgenommenen Wunsch ausgelöst habe, dieses Material in erweiterter Form durch eine Massenbroschüre in das Land hinausgehen zu lassen. Stoltenberg äusserte weiter, betreffs des Antrags, einen preußischen Parteivorstand ins Leben zu rufen, er begreife die Opposition nicht, die dieser Antrag gerade von Berlin aus entfesselt habe. Für ihn. Redner, bedeute die aufgeworfene Kostenfrage in Anbetracht der Wichtigkeit der Sache nichts, zumal ohnehin noch eine Kraft angestellt werden müsse, und ein Mann würde auch genügen. Die Berliner Angestellten hätten hier am Platze genug zu tun. Der Antrag hat nack> Redners Meinung in Zukunft doch Aussicht auf Annahme. In der Diskussion gab Wolderski seiner größten Befriedigung über den Verlauf des Parteitages Ausdruck. Es müsse in der Preußenfrage noch energischer gearbeitet werden. Die Fraktion habe in der kurzen Zeit ihre volle Schuldigkeit getan. Er schließe sich dem Wunsch des Referenten an, daß die Organisation sich immer mehr aus- bauen und an innerer Festigkeit gewinnen möge. Vorschläge zur Kräftigung der Organisation würden in nächster Zeit schon den Genossen zur Kenntnis gebracht. Wir betrachten, erklärte der Redner, den 1. Berliner Reichstagswahlkrcis durchaus nicht als eine uneinnehmbare Festung, sondern rechnen bei der näcksten Wahl mit ziemlicher Bestimmtheit damit, den Kreis zu gewinnen. So wie die Stimmung zurzeit bei den Wählern ist, sei diese Hoffnung nur zu begründet. Zum Beispiel hätten uns 1903 nur zirka 400 Stimmen gefehlt. Wenn wir auch immer mehr aus dem Znnern der Stadt hinausgedrängt würden, so sei doch im Hansa- mertel immer noch etwas mehr herauszuholen. Zum Punkt Partei- und Vereinsangelcgnhciten wandte sich Genosse Weihnacht in heftiger Weise gegen den Vorstand, dem- er vorwirft, nicht genügend Initiative in der Agi- tation und im Ausbau der Organisation entwickelt zu haben. Es sei die höchste Zeit, daß endlich einmal etwas unternommen würde. In zwei Jahren sei außer den von Grotz-Berlin einberufenen Demonstrationsversammlungen keine Versammlung vom 1. Wahl- kreis veranstaltet worden, die zu einer brennenden Tagesfrage Stellung genommen hätte. WolderSki: Er verspreche sich von den öffentlichen Ver. sammlungcn nicht so viel wie Weihnacht. Es sei vielmehr nötig, daß alle Mittel ausgenützt werden müßten, diejenigen für uns zu gewinnen, di« zwar bei den Wahlen ihre Stimme für uns abgäben, unserer Partei jedoch nicht angehörten. Woldt: Weihnacht habe eine Frage angeschnitten, die unS schon lange beschäftigt. In anderen Kreisen geschähe allerdings in dieser Hinsicht mehr; nur sei es im ersten Kreis infolge seiner ganzen Konstellation ungemein stbwer. das Richtige zu treffen. Er müsse den Vorstand darin in Schutz nehmem Wenn man das Resultat der letzten Versammlungen überblicke, so könne man es dem Vorstande nachfühlen, daß er über große Versammlungen kühler denke. Die Zahlabende seien geeignet, auf die Genossen intensiver einzuwirken. Auf die Kleinagitation müsse das Schwer- gewicht gelegt werden, dann erst würden die Versammlungen und unsere ganze Arbeit insgesamt bessere Erfolg« zeitigen. Weihnacht: Er sei mit dem Besuch anläßlich der letzten Feenpalast-Versammlung in Anbetracht der Größe des ersten Kreises zufrieden. Es lieg« viel an der Agitation, so wie bisher, könne es nicht mehr weitergehen. WolderSki: Er begreife nicht, daß Weihnacht gerade heute explodiert sei und nicht schon längst. Wenn es so dringend nötig gewesen wäre, war es doch seine Pflicht, schon eher einmal mit seinen Ratschlägen zu kommen. Er, Redner, stelle sich die zähe, stille Kleiimgitation auch wirksamer vor. M a n a s s e: Die gereizte Stimmung resultiert wohl aus dem Drange, die Agitation zu heben. Nach seiner Meinung bestehe zwischen den Ansichten Wcihnachts und den Wolderskis kein Gegen- satz. Auch er wundere sich, daß Weihnacht heute erst rede und nicht schon längst seine Meinung geäußert habe. Der Vorwurf treffe nicht den ersten KreiS, auch in anderen Kreisen sei die Anzahl der Versammlungen gering. Das liege an der Zentrali- sation, die auch auf die Initiative der einzelnen Krcisvorstände einwirke. Woldt: Die Rede Weihnachts sei als solche zu begrüßen, man lerne daraus die Stimmung der Genossen kennen. Bloß der Ucberschwang an Leidenschaftlichkeit in Wcihnachts Ausführungen berühre ihn eigentümlich. Er, Redner, sei nicht so zufrieden mit dem Versammlungsbesuch. Der Vorstand müsse von den Mitgliedern auch mehr Unterstützung erhalten, um allen Wünschen gerecht werden zu können. G u t t m a n n: Es mangele unter den Genossen des ersten Kreises an dem nötigen Zusammengehörigkeitsgefühl und an dem lirasscn Zielbewußtsein. Wir verlören immer mehr das Bewußt- sein, daß wir eine gemeinsame Weltanschauung vertreten. Die preußische Wahlrechtsbcwegung an sich sei nichts, wenn sie nicht von der Erkenntnis getragen werde, daß alles was getan wird, nur zum Endziel des Sozialismus zu führen habe. Redner tritt entschieden svr Fortführung der begonnenen theoretischen Abende ein, die sieb sehr gut bewährt hätten. Weihnacht: Er wolle es rund heraussagen, warum die Agitation nicht in der nötigen Weise gepflegt werde: die Vorstands- sitzungen seien regelmäßig ausgefüllt mit Berichterstattungen und einzig darunter litten die anderen Dinge und kämen zu kurz. Baum meint, Weihnacht wollte bloß die Dlskuffion anregen und das sei ihm auch gelungen. Er sei der Zuversicht, daß der Börstand ebenso fleißig weiterarbeiten werde, wie er es vorher vetan habe.> Weihnacht(persönlich): Er habe hier als Parteigenosse gesprochen und nicht als verärgerter Gastwirt. Nach einem anfeuernden Schlußwort des Genossen Wolderski schloß dieser die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie. Zweiter Wahlkreis. Die Generalversammlung fand im Saale von Habels Brauerei statt, der nicht ausreichte, so daß viele Genossen stehen mußten. Ein größerer Saal war im Kreise infolge der monarchischen Festlichkeir nicht zu haben gewesen. Die Versammlung ehrte zunächst das An- denken der im letzten Halbjahr verstorbenen Mitglieder. In der Berichterstattung vom Preußischen Parteitag teilten sich die drei Delegierten des Kreises. Genosse G r o s ch e berichtete über die drei ersten Punkte der Tagesordnung. Er beschränkte sich darauf, das Wichtigste kurz wiederzugeben und verwies im übrigen auf den ausführlichen Be- richt, den der„Vorwärts" über den Parteitag gebracht hat. Der Redner hob unter anderem hervor, daß der Wahlrechtskampf nun mit größerer Kraft und einmütiger als je aufzunehmen ist. Zum Kommunalprogramm bemerkte der Redner, daß hiermit für die Tätigkeit der Partei eine Waffe geschaffen ist, die nun von den Ge- nossen in vollem Matze ausgenutzt werden mutz. Schließlich er- wähnte der Redner noch die sonstigen Anträge, die auf dem Partei- tag ihre Erledigung gefunden haben. Uebcr die W ah l r e ch t s f r a g e berichtete die Genossin D ö h r i n g. Sie betont, daß diese Frage in dem Referat des Ge- Nossen Ströbel sehr gründlich und ausführlich behandelt worden ist, und daß es nun gelte, uns auf einen energischen Kampf vorzu- bereiten. Hier ist es Pflicht aller Genossinnen und Genossen, alle Kraft einzusetzen. Die Losung mutz sein: Nieder mit dem Drei- klassenunrecht! Vorwärts für das allgemeine, gleiche Wahlrecht der Männer wie der Frauen! Ueber den Punkt: die Verwaltung Preußens be- richtete Genosse T a n g e r m a n n. Er gibt in kurzen Worten die markantesten Stellen aus dem wieder, was über diese Angelegenheit auf dem Parteitag gesagt worden ist. Noch nie sei eine solche Fülle von Mißständen in der Verwaltung, von Mißgriffen der Behörden usw. auf einem Arbeiterparlament zur Sprache gebracht, wie hier auf dem Preutzentag. Mit allen diesen Nebeln könne eben auch erst mit der Erringung des allgemeinen, gleichen und direkten WahL rechts gründlich aufgeräumt werdciu Zur Diskussion nahm zunächst der Genosse Wendel das Work. Er begrüßt es mit Freuden, daß der Parteitag es abgelehnt hat, einen besonderen Parteivorstand für Preußen zu schaffen. Der Redner vermißte jedoch auf dem Parteitag eine umfassende Diskussion, und meinte. daß den Delegierten mehr Gelegenheit hätte geboten werden müssen, ihre Meinung zu sagen und ihre Erfahrungen auszu tauschen. In ähnlichem Sinne äußert sich der Genosse Häuser. Bei dem sonst so ausgezeichneten Referat Ströbels über die Wahl rechtsfrage habe er vergeblich gewartet, daß der Referent schließlich auf die Mittel und Wege des Wahlrechtskampfcs eingehen werde. Noch mehr sei er enttäuscht worden, als dann durch die Annahme des Antrags Adler die Diskussion unterbunden wurde. Der Redner wünscht zu wissen, wie die Delegierten des Kreises sich zu dem An trag Adler gestellt haben. Genosse G r u n w a l d bemerkt, wer mit solchem naiven Glauben auf den Parteitag blicke, daß er dort erst hören wolle, was in einer in den Kreisen der Parteigenossen schon längst gründlich erörterten Frage geschehen solle, der habe das Wesen der Parteiorganisation noch nicht recht begriffen. Das sei doch klar, daß, da die Massen bereits wußten, wie gekämpft werden soll, dies nicht erst noch auf dem Parteitag ausgebrüllt werden brauchte. Es sei einfach eine Klugheitsmaßrcgcl, daß darauf nicht eingegangen wurde. Dazu sei die Wahlrechtsfraae schon viel zu reif. Wir wüßten, daß wenn die Parole ausgegeben wird, sie von den Massen auch befolgt wird. Es sei kein Unheil, wenn weniger geredet und einmal mehr gehandelt wird. Genossin Döhring erklärt im Namen der drei Delegierten daß sie nicht für de» Antrag Adler gestimmt haben. Uebrigens sei ja in dem Referat über die Wahlrechtsfrage klar genug gesagt worden, daß alle uns zu Gebote stehenden Mittel angewandt werden sollen, und das genüge. Im selben Sinne äußert sich der Genosse Tangermann. Damit war die Diskussion erschöpft. Der Vorsitzende Schwemke erklärte zum Schluß, daß die Ver sammlung mit den Arbeiten des Parteitags vollauf zufrieden sein könne. Hierauf gab Genosse Schwemke den Bericht des BorstandrS. Der Bericht erstreckt sich auf das letzte Halbjahr. Der Vorstand ist durch das Vertrauen der Genossen berufen, noch ein weiteres halbes Jahr im Amte zu bleiben, damit dann das Geschäftsjahr des Wahlvereins, entsprechend dem Organisationsstatut der Gesamt- Partei, auf die Zeit vom 1. Juli bis zum 80. Juni verlegt wird. Das verflossene Halbjahr war vor allem der Agitation und dem weiteren Ausbau der Organisation gewidmet. Bei den Kommunal- Wahlen im S. und 8. Wablbezirk haben die Genossen vollauf ihre Pflicht getan, und mit dem Resultat können wir ganz zufrieden sein. Im 8. Bezirk war die Wählcrzahl in ihrer Gesamtheit seit dem Jahre 1903 von 027ö auf 5784 zurückgegangen, die sozialdcmo- kratische Stimmenzahl aber stieg von 1339 auf 1095, während die der Freisinnigen von 782 auf 600 fiel. Hier wurde bekanntlich Genosse D u p o n t gewählt. Im 5. Bezirk ist der Gegner sehr ins Wanken geraten, und Kütten wir nur eine halbe Stunde längere Wahlzeit gehabt, so hätten wir auch diesen Bezirk erobern können. Es fehlten uns hier schließlich nur noch etwa 50 Stimmen. Die sozialdemokratische Stimmcnzahl ist hier seit 1903 von 058 auf 1308 gestiegen, bei einem Rückgang der Gesamtzahl der Wähler von 0448 auf 0142. Die nach den Wählerlisten vorgenommene Agitation für den Wahlverein und für den„Vorwärts" hat ziemlich guten Erfolg gebracht. Die Genossen haben sich jedoch in einzelnen Be- zirken nicht mit dem Eifer an dieser Agitation beteiligt, wie es ihre Pflicht gewesen wäre. Uebcr den seinerzeit vom 2, Wahlkreis eingebrachten Antrag, die Agitation nach den Mitgliederlisten der Gewerkschaften betreffend, soll zwischen dem Zentralvorstand und dem Ausschuß der Gewerkschaftskommission nochmals beraten werden. Kommt die Sache in Fluß, dann ist es eben wiederum vor allem notwendig, daß die Genossen mit vollem Eifer sich an dieser Arbeit beteiligen. Flugblätter wurden im Kreise im Monak Juli 98 000, im August 90 000 verbreitet dazu kamen im Ottober und November die Flugblätter für die Kommunalwahlen und die Aufforderungen an die Wähler, sowie einige andere Flugblattver- breitungen. Der Redner forderte die Genossen auf, wenn der Ruf an sie ergeht, vollzählig und mit allem Eifer sich der Arbeit für die Partei zu widmen und vor den neuen Anforderungen, die im Wahlrechtskampf an sie gestellt' werden, nicht zurückzuweichen. Von der Agitationskommission berichtete Genosse Zinke. Er schilderte namentlich die Verhältnisse und Fortschritte in den dem 2. Wahlkreis zur Bearbeitung über- wiesenen beiden Landkreisen. Die Reichsfinanzrcform, die in zahl- reichen Versammlungen behandelt wurde, hat aufrüttelnd auf die Bevölkerung gewirkt. Es sind sehr gute Fortschritte gemackzt, aber es ist noch sehr viel Arbeit zu verrichten. Die„Märkische Volks- stimme"« die im Juli 11700 Abonnenten hatte, war zur selben Zeit im Kreise Kalau-Luckau in 1090 Exemplaren verssreikek, kk« „Brandenburger Zeitung", die 10 922 Abonnenten hatte, im Kreise Zauch-Jüterbog in 1522 Exemplaren. Von dem in 308 000 Exem- plaren verbreiteten Kalender kamen auf diesen Wahlkreis 18 150 Exemplare, auf jenen Kreis 20 400 Exemplare. Die Verbreiter des Kalenders sind diesmal im allgemeinen besser empfangen und be- handelt worden als im Jahre vorher. Die Behörden suchen die Partei immer noch mit kleinlichen Gewaltmaßregeln zu bekämpfen. So verbot der Landrat Manteuffel am 10. September, angeblich wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch die Gegner, eine Versammlung aus freiem Felde. Die Beschwerde dagegen hatte zwar Erfolg, aber inzwischen waren die Aecker besät worden, so daß aus diesem Grunde die Versammlung nicht mehr stattfinden konnte. Der Redner berichtete ferner über verschiedene Saal« abtreibereien durch die Behörden in Gemeinschaft mit den Gegnern und forderte die Genossen auf. bei ihren Ausflügen und namentlich auch bei Besuchen des Spreewaldes die gesperrten Lokale streng zu meiden. Er berichtete schließlich noch über die Gemeindewahlen. die in verschiedenen Orten zu guten Erfolgen geführt hadcx. Von der Prrßkommission berichtete Genosse Ewald. Es handelte sich hierbei nur um elne Sitzung, der die im Dezember neugewählten Pretzkommissionsver- trcter des Kreises beigewohnt haben, und um Angelegenheiten, über die der Redner kurz berichtete, die jedoch die breite Oeffentlichkeit nicht interessieren. Darauf gab die Genossin Wurm einen kurzen Bericht über den Leseabend der Frauen im Südwesten. Diese Leseabende waren durchschnittlich von 37 Ge- nossinnen besucht. Das Parteiprogramm, der Kinderschutz, die Landtagswahlen, die Wahlrechtsfrage usw. bildeten die Themata, über die gesprochen wurde. Die Diskussion war immer sehr leb- Haft. Die Rednerin forderte die Genossen auf, ihre Frauen und Anverwandten immer wieder auf diese Leseabende aufmerksam zu machen. Der Kassenbericht, den der Genosse Schmidt vorlegte, erstreckt sich auf die Zeit vom 1. Juli bis zum 31. Dezember. Die Einnahmen betrugen 13 274,10 Mark, die Ausgaben 12 432,07 M., so daß der Bestand am Jahres- schluß 841,43 M. war. Die Mitgliedcrzahl war am Jahresschluß 4585, die Zahl der organisierten Genossinnen 351. In der Diskussion über die Berichte sprach zunächst der Ge- nosse R o t t st o ck, der hauptsächlich die Schwierigkeiten der Agi- tation im Westen des Kreises darlegte; dann der Genosse Rennert, der verschiedene Ratschläge zu besserer Ausfüllung der Fragebogen gab, die den Bezirksführern obliegt. Die Versammlung beschäftigte sich schließlich noch mit An- trägen auf Entschädigung der Bezirksführer. Diese Angelegenheit, die schon öfter zur Diskussion stand und auch bereits den Zahl- abcnden vorgelegen hatte, rief eine längere Debatte hervor. Be- schlössen wurde, den Bezirksführern und Funktionären eine Ent- schädigung von 50 Pf. pro Monat zu gewähren. Zur Deckung dieser Unkosten einen Extrabeitrag zu erheben, wurde abgelehnt; ebenso ein Antrag, die Sache durch eine Urabstimmung entscheiden zu lassen.— Die von den verschiedenen Bezirken vorgeschlagenen Be- zirksführer wurden von der Versammlung bestätigt. Dritter Wahlkreis. Der Wahlverein für den dritten Wahlkreis tagte in tzen „A r m i n h a l l e n" in der Kommandantenstraße. Genosse Pohl gab in großen Umrissen ein Bild von einem Teil der VerHand- lungen und Beschlüsse des preußischen Parteitage», indem er sich im wesentlichen auf eine objektive Schilderung be- schränkte. Genosse Ast hatte den zweiten Teil der Berichterstattung übernommen. Er betonte, daß er in der Wahlrechts- frage im Gegensatz aur Meinung verschiedener Genossen an kein Zusammengehen mit dem Freisinn glaube. Er pflichte der Ströbelschen Ausführung bei, daß auch im Wahlrechtskampf der Klassenstandpunkt so scharf und präzis als möglich hervorgekehrt werden müsse. Eine Diskussion wurde nicht beliebt. Der Vorsitzende Genosse Pohl erstattete dann den Geschäftsbericht für die Zeit vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 1909. Er hob den guten Ausfall der Kommunalwahlen im 17. und 18. Kommunal» Wahlbezirk hervor. Dann berichtete er über die Vorgänge, die anknüpfen an das Verlangen der Rixdorfer Parteigenossen, ihnen die„Neue Welt" ab 1910 zur Maifeier zu sichern. Bei einer Aussprache des Vorstandes des Vereins mit dem Geschäfts- führenden Ausschuß habe der Vorstand beantragt, der Geschäfts- führende Ausschuß möge dahin wirken, daß Rixdorf mit Berlin gemeinschaftlich die Maifeier in der„Neuen Welt" abhält. Dieser Antrag sei dem Zentralvorstand unterbreitet worden. Ein Ver- treter aus dem zweiten Kreis habe im Zentralvorstand dann den Antrag gestellt, die Maifeier in Groß-Berlin zu zentralisieren und die Unkosten auf die Zentralkasse zu übernehmen, die auch den Ueberschuß erhalte. Im Zentralvorstand seien nun nicht der Reihe nach die Vertreter der einzelnen Kreise über deren Stellung dazu befragt worden, sondern man habe den Vertreter Teltow- Beeskows befragt, worauf Woller mann für den Kreis die Zustimmung abgelehnt habe, weil in den Landkreisen diese Zentralisation nicht durchführbar sei wegen der vielen kleinen Orte. Genosse E r n st habe darauf erklärt, das träfe auch für Nieder-Barnim zu. Dann sei ein Antrag zur Abstimmung gestellt worden, daß Klein-Berlin einheitliche Billetts herausgeben solle, jeder Kreis aber seine Maifeier selbst veranstalte und seine Unkosten selber trage. Gegen diese Abstimmung habe Redner Einspruch erhoben. Das habe aber nichts geholfen. Es sei der Antrag angenommen worden. Ein Beschluß übrigens, den die Vertrauensleute mal vor 18 Jahren gefaßt hätten und der nur ein Jahr bestanden habe, da er zu allerlei Unzuträglichkeiten ge» führt habe. Tie Zentralvorstandsmitglieder aus dem dritten Kreise hätten in der Kreis-Vorstandssitzuna über die ganze An- gelcgenheit Bericht erstattet und der Vorstand habe beschlossen. die Sache ruhig an sich herankommen zu lassen. Redner sei vom Vorstand beauftragt worden, in der nächsten Aktions-Ausschuß- sitzung gegen den, Beschluß des Zentralvorstandes Einspruch zu erheben. Darüber sei der Ausschuß aber zur Tagesordnung übergegangen. Den Kassenbericht für das zweite Halbjahr 1909 erstattete Genosse H a r n d t. Am 1. Juli war bei beiden Kassierern ein Bestand von 1508,17 M. Die Gesamteinnahme einschließlich dieses Bestandes betrug 8217, lO M. Ihr stand eine Gesamtausgabe von 0000,55 M. gegenüber. so daß bei den Kassierern ein Bestand von 1010,01 M. verblieb. Der Mitgliederbestand betrug buchmäßig am Schluß des Jahres 2421. In der Diskussion wurden zunächst eingehend die Gründe des Rücktritts eines Ab- teilungsführerK und mehrerer Bezirksführer besprochen. Daraus führte Genosse Kraler zur Angelegenheit„Aeue Welt'-Maifeier aus: Mitglieder des Zentralvorstandcs hätten Aeußerungen ge» braucht, die für den dritten Kreis nicht schmeichelhaft gewesen seien. Es sei gesagt worden, es läge nur an den leitenden Personen des Kreises, dah dieser in der Sache nicht nachgebe. Der Borwurf sei entschieden zurückzuweisen. Die leitenden Per- sonen gingen als Beauftragte des Kreises vor und nicht als selb- ständige Personen. Der Kreis stehe in seiner Gesamtheit hinter dem Vorstand. Wenn er ein größeres Lokal mit Garten hätte, würde sich die Sache übrigens einfach lösen. Etwa zwei Jahr- zehnte habe der dritte Kreis die„Neue Welt". Von den Rixdorfer Genossen, die genügend geeignete Lokale hätten, sei ihr Ber- langen eigentlich nur eine Pikantcrie. Genosse Gehrmann: Die Zentralisation der Maifeier für Grofc-Berlin in dem Sinne, daß die beiden Aorortskreise ganz einbezogen würden, sei allerdings kaum möglich. Möglich und gut durchführbar wäre aber die Zentralisation für Klein- Berlin mit Hinzuziehung der großen Vorortsgemeinden, die zu jenen Kreisen gehören, aber Berlin umgürten(Nixdorf. Schöne- berg, Eharlottenburg usw.). Das müsse angeregt werden. Dann wäre die Streitfrage damit ohne weiteres gelöst. Genosse Hirschfeld und weitere Redner sprachen tn gleichem Sinne und betonten, daß der Kreis hinter dem Vorstand stehe. Es wurde folgende Resolution gegen 3 Stimmen an- genommen: „Die Generalversammlung erklärt sich mit dem Verhalten de? Vorstandes in der Angelegenheit„Neue Welt"-Maifeier einverstanden und erwartet, daß die Zentralisation der Ma»- feier für Klein-Berlin einschließlich der größeren Vororte im Interesse der Partei durchgeführt werde." Zur Diskussion gelangte ferner ein Antrag: „Um eine bessere Wirkung und Durchführung deS Schnaps- bohkotts zu erzielen, beauftragt die Generalversammlung den Vorstand, unverzüglich entsprechende Flugblätter herauszugeben oder das Flugblatt des Parteivorstandes zur Verbreitung zu bringen." Nach kurzer Debatte wurde beschlossen, diesen Antrag erneut dem Aktionsausschutz zu überweise», um eine einheitliche Ver- breitung eines solchen Flugblattes in Berlin herbeizuführen. Vierter Wahlreiö. Die in den Andreasfestsälen tagende Generalversammlung erfreute sich eines zahlreichen Besuchs. Den Bericht vom preußischen Parteitag erstattete Genosse Bethge: Keine erregten Debattenl Keim heftiges Aufeinanderplatzcn der Meinungen! Ruhige, besonnene Beratungen, getragen von der größten Sachlichkeit I Das Emp- finden, auf allen Gebieten dem gemeinsamen Feinde gegenüber zu stehen, sei es in der Gesetzgebung oder in der Verwaltung, sei es im Staat oder in der Kommune I Das sei die Signatur des preußischen Parteitages geivesen. Erst einmal das allgemeine Wahlrecht erobert, dann wird auch überall die Fackel der Freiheit leuchten, das war die Ueberzcugung und der Wunsch der Dele- gierten. In eingehender Weise berichtet darauf Redner von den Ver- Handlungen des Parteitages. Die Kritik am Berichte der Landes» kcmmission, die noch den voraufgegangenen Aeußcrungen in der Parteipresse allgemein erwartet werden mußte, blieb eigentlich aus, und mit Recht konnte Genosse Ernst sagen, daß es gnädig zugegangen wäre. Die Mehrheit des Parteitages war er Ansicht, ooß die Landeskommission ihre Pflicht getan habe und deshalb sei auch fast schlankweg der Antrag Breslaus auf Wahl eines be- scnderen preußischen Parteivorstandes abgelehnt worden. Der Bericht der LandtagLfraktion, den Genosse H e i m a n n erstattete, habe so recht gezeigt, welche außerordentliche Leistungen diese kleine Fraktion vollbracht hat und cS sei ihr, was sonst nicht zu den Ge- pflogcnheiten in der Partei gehöre, ein Vertrauensvotum aus- gestellt. Allgemein bedauert worden sei. insbesondere von den Landkreisen, daß der Genosse Adolf H o f f m a n n nicht mehr dem Landtage angehört. Gerade er hätte in dieses Parlament, in dem man wissenschaftliche Gründe gar nicht hören will, hineingehört. Der verschiedenen Wünsche, die anläßlich dieses Berichts seitens der Delegierten vorgebracht wurden, wird sich die Frak- rion annehmen und im Landtage die Beschwerden der Arbeiter zur Sprache bringen. Es wurde sogar gewünscht, daß der Frak- tion mehr solche Anregungen gegeben werden als bisher. Das Referat des Genossen Hirsch über das Kommunalprogramm war ein durchaus instruktives und von der größten Sochlichkeit getragen. Das Kommunalprogramm ist das Ergebnis der Be ratungen einer Kommission, der die erfahrensten Gemeindever- treter angehört haben; der erste Teil wendet sich gegen die prcußt- schen Ddaehtfaktoren und der zweite Teil behanoelt die Fragen. die unter dem heute geltenden Gesetz bereits durchgeführt werden können. Damit soll auch gleichzeitig den Gemcindcvertretern eine Richtschnur gegeben werden, damit nicht in der einen Gemeinde sich unsere Vertreter mit allem Eifer für eine Einrichtung ins Zeug legen, während die gleiche Sache von unseren Genossen in der Nachbargemeinde mit"Heftigkeit bekämpft wird. Das vom Genossen S t r ö b e I zur Wahlrechtsfrage gehaltene Referat war ein großzügiges und zeichnete sich durch große Sachlichkeit und politischen Takt aus. Es fehlte ihm aber, deS Redners Ansicht nach, der große begeisternde Zug. der der Wahlrechtsfrag« einen ordentlichen Stoß nach vorwärts geben mutzte. Im übrigen muß man alles anerkennen, was in dem Referat gesagt wurde. Auch er, Redner, sei der Meinung, daß wir un» nur auf unsere eigene Kraft im Wahlrechtskampfe verlassen dürfen. Auch er sei überzeugt. daß das Proletariat in diesem Kampfe siegen muß. ivenn es seine ganze Kraft einsetzt. Der Antrag Adler hatte den Delegierten aus der Seele gesprochen. Das Proletariat müsse nach den gegebenen Situationen handeln. Vorher sich auf etwas festzulegen, gehe nicht an. Doch auf dem Parteitag war man noch ber Meinung. daß die Regierung bald eine Vorlage einbringen wird. Dies ist bislang nicht eingetroffen. Gefoppt und genarrt wird also das Pokl. Cb wir wollen oder nicht, den Kampf müssen wir propa- gieren. Die Massen des VoNeö müssen aufgeklärt werden, dann wird auch die preußische Regierung einlenken müssen, dem Volks» willen, der von der großen Masse getragen wird, kann sie nicht �'�Durch"lebhafte>, Beifall gab die Versammlung ihrer Zufrieden. iheit über den Bericht Ausdruck.«... Genossin Köhler ergänzte daraufhin noch den Bericht in einzelnen Teilen. Sic kehrte insbesondere all das, was für die Frauen von besonderem Interesse ist. hervor, und forderte letztere auf, Jiir die Partei zu wirken, indem sie unter ihren Geschlechts- genossen rege agitieren und vor allem ihre Kinder im sozialisti- sckcn Sinne erziehen sollen. In deL v Diskussiin nahm zunächft Genosse Glag daS Wort. Er wurde mit Unruhe von der Versammlung empfangen. Er meinte, die Berichterstat» tung sei lückenhaft, da von dem Referat Liebknechts über die preußische Verwaltung und den diesbezüglichen Beratungen nichts erwähnt worden sei. Desgleichen auch nichts von dem vom vierte» Kreise gestellten Antrage betr. die Polenorganisation. Es sei aber erforderlich, daß von den Delegierten darüber, wie sie die ihnen gewordenen Aufträge ausgeführt haben, auch berichtet wird. Er warf den Delegierten vor. nicht alles getan zu haben, um diesen Antrag mindestens zur Besprechung gu bringen Markowski, gleichfalls Delegierter, und Bethge wiesen die Vorwürfe zurück. Die Anträge seien zunächst von den Dele- gierten Grotz-BerlinS beraten worden. Der Antrag betreffend die Polenfrage fand dort keine Unterstützung, ebensowenig auf dem Parteitage, weil»ran hierfür nicht den prcuy.ichen, sondern den deutschen Parteitag für kompetent hielt. D,e Delegierten des 4. Kreises haben dafür gestimmt. Neue Momente wurden m der Debatte, an der sich noch die Genossen G l a ß und WeselowSli beteiligte», nicht mehr hervorgehoben. Folgende Resolution gelangie darauf zur Annahme: Die heute, am LS. Januar, in BorgmannS Festsälen tagende Generalversammlung des 4. Kreises erklärt sich mit de» Ar- betten des preußischen Parteitages und der Haltung unserer Delegierten einverstanden und verpflichtet sich, alles daran zu setzen und zu kämpfen, bis das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht zum Preußischen Landtag errungen ist. Unter dem 3. Punkt der Tagesordnung: Partei- und Vereinsangelrgenheitrn, brachte Genosse Richter das Verhalten deS Genossen Dasener in der Stadtverordnetensitzuiig zu Sprache und verurteilte das- selbe. Genosse Bethge hält die Aeutzerung Baseners nicht für so schlimm. Dem widersprach Glaß. David söhn meinte, die Aeußerung sei deplaziert und töricht gewesen. Er würde Basener diese Entgleisung nicht übelgenommen haben, wenn B a s e n e r die Sache wieder einzurenken versucht hätte. Dies sei aber nicht geschehen. Ein fauler Witz, eine dumme Bemerkung sei bald ge- macht, aber sie müsse in einer persönlichen Bemerkung wieder aus» geglichen werden. Die Agitation leide aber darunter, wenn in solcher Weise die Grenzen überschritten lverden. Büchner be» dauerte, daß die Angelegenheit in Abwesenheit Bascners zur Erörterung gekommen sei, der durch eine Fraktionssitzung der Stadtverordneten ferngehalten sei. Hieraus wurde die Versammlung geschlossen. Fünfter Wahlkreis. Die gut besuchte Versammlung wurde im Alten Schützen- hause in der Linienstraße abgehalten. Den Bericht über den preußischen Parteitag erstattete Genosse Kitte. Nachdem er eine kurzgefaßte Uebcrsicht der Verhandlungen des Parteitages gegeben hatte, schloß er mit dem Ersuchen an die Parteigenossen, im Sinne der Parteitags» bcschlüsse zu wirken und nicht eher zu ruhen, als bis wir das allgemeine, gleiche, direkte, geheime Wahlrecht für Preußen haben. — In demselben Sinne sprach der einzige Diskussionsredner, Genosse Behls, der auch der Ansicht Ausdruck gab, daß Straßen- denionstrationen bei geeigneter Gelegenheit nicht ohne Wirkung sind.— Da sich sonst niemand zur Diskussion meldete, konstatierte der Vorsitzende Friedländer das Einverständnis der Ver- sammlung mit den Beschlüssen des Parteitages. Es folgte der Punkt BereinSanselegenheiten. Friedländer erstattete Bericht über die Arbeiten einer Kommission, welche eingesetzt worden ist. um diejenigen Mitglieder zur Rechenschaft zu ziehen, die sich nicht an der letzten Stadt- vcrordnetenwahl beteiligt haben. Die Kommission schlägt vor. den Gastwirt Robert Wege, den Tischler Karl Richter und den Arbeiter Otto Hille auszuschließen. Sie haben nicht gewählt. sind auch der Einladung der Kommission, sich vor ihr zu vcrant- warten, nickt gefolgt. Die Versammlung stimmte dem Borschlage der Kommission zu, die genannten drei Mitglieder sind also aus- geschlossen....„ Auf Antrag eines Mitgliedes wurde noch eine andere An- gelegenheit auf die Tagesordnung gesetzt. Es handelt sich um einen Antrag, der in einer früheren Versammlung gestellt und dann im Vorstände beraten worden ist. Der Antrag verlangt, daß bei Delegierten» und Vorstandswahlcn die von den einzelnen Ab- teilungen vorgeschlagenen Kandidaten auf eine Liste gesetzt werden, die den Teilnehmern der Generalversammlung als Stimmzettel zu übereichen ist.— Diese Angelegenheit rief eine lange und mit- unter etwas erregte Debatte hervor. Sie drehte sich in der Haupt- fache darum, ob auf dem Stimmzettel neben den Namen der Kandi- daten auch vermerkt werden soll, aus welcher Abteilung die be» treffenden vorgeschlagen sind. Vorlviegend wurden gewisse Ver- stimmungen besprochen, die zwischen der ersten und den anderen Abteilungen des Vereins bestehen. Der Grund der Verstimmung ist in der Hauptsache der, daß sich die Bezirksführer der an Mit- gliedern stärksten Abteilung durch die Be»irksführer der anderen wesentlich schwächeren Abteilungen in den Kreiskonferenzen majori- siert fühlen. Diese Ansicht wurde von anderen Seiten als unbc- gründet bezeichnet.— Nach l�stündiger Dauer der Debatte wurde der Antrag des Vorstandes mit SS gegen 89 Stimmen angenommen. Er besagt, daß auf den Stimmzetteln die Namen der von den Abteilungen vorgeschlagenen Kandidaten nebst Bezeichnung ihrer Abteilungen angegeben werden- Sechster Wahlkreis. Die außerordentliche Generalversammlung veS Wahlvereins für den S. Kreis wurde im Saal der Brauerei„Königstadt", Schönhauser Allee, abgehalten. Den Bericht über den preußischen Parteitag erstattete Genosse Leid. Da die Parteigenossen über die Ver- Handlungen auf dem Parteitag durch den„Vorwärts" genau unter» richtet worden sind, so glaubt der Referent, sich auf eine kritische Würdigung einiger besonderer Punkte beschränken zu können, um der Diskussion mehr Spielraum zu geben. Zum„Bericht der Land- tagsfraktion" bemerkte er, daß unsere Abgeordneten sicherlich alle Anerkennung verdienen und daß er ihnen ihre Verdienste gewiß nicht schmälern wolle; aber es habe ihn doch sonderbar angemutet, als Genosse Q u a r ck- Frankfurt a. M. eine„Dankresolution" an die Fraktion vorgelegt habe. Unsere Genossen im Landtag haben ihre Pflicht und Schuldigkeit getan, wie wir das von jedem in unseren Reihen erwarten, der an einen verantwortlichen, schweren Posten gestellt wird(Zustimmung): eine Danksagung ist zum mindesten überflüssig gewesen. Der Referent kam dann auf die Schaffung eines Kommunalprogramms, die auf dem Parteitag ausgiebig diskutiert wurde, zu sprechen. Er legte einer besonderen Programmaufstellung für Preußen keine so große Bedeutung bei, wie eS von vielen Seiten geschieht, und meinte, daß wir an Pro» grammen eigentlich keinen Mangel leiden. Er wandte sich scharf gegen die Ansicht, daß wir ein solches Programm dazu nötig haben, um mehr Erfolge zu erzielen. Leider werde in manchen Kommunen von den Genoffen eine Politik verfolgt, die um jeden Preis nach Erfolg streb», oft s-Mr auf Kosten unserer Grundsätze. Davor müsse er warnen. Wenn man streng auf sozialistischen Grundsätzen beharre, so könne man eine klare Politik verfolgen, ohne in Zweifel und Widersprüche zu geraten.— Uebergeheno zu dem Punkte der„VerwaltunaSresorm m Preußen", zollte der Redner der scharfen Kritik deS Genossen Karl Liebknecht Anerkennung und erläuterte, wie in der Verwaltung der Schwerpunkt aller „Regierungskunst" in Preußen liegt. Ueber die Leitsätze, die Liebknecht vorgelegt hatte, konnte der Parteitag allerdings nicht sogleich schlüssig werden; dazu wäre erst eine Vorberatung nötig gewesen und eine zeitige Veröffentlichung dieser Sätze. Daß wir eine demokratische Verwaltung fordern und uns sträuben gegen eine Verwaltung durch ministerielle Erlasse, die oft gegen Gesetz und Recht verstoßen, darüber seien wir uns einig, und wir wüßten auch alle, daß wir von einer demokratischen Verwaltung noch sehr weit entfernt seien.— Zu den OrganisationSfrazen. die den Partei- tag beschäftigten, lag der Antrag vom S. Kreis vor, der in der Generalversammlung vom 7. Dezember angenommen wurde. Der Parteitag gab seine Zustimmung zu diesem Antrage, der folgender- maßen lautete: „Zur Teilnahme am preußischen Parteitag sind berechtigt: ») die Delegierte» der Wahlkreisvereine. Die Wahl der Dele- gierten erfolgt nach Maßgabe der Mitglicderzahlen und können gewählt werde» in Wahlkreisen bis 1800 Mitglieder 1 Dele- gierter. bis 3000: 2, bis 0000: 8. bis 12 000: 4. bis 1S00Y: S und über 18 000 Mitglieder 6 Delegierte. Wo mehrere Delegierte zu wählen sind, soll unter den Delegierten möglichst eine Ge- nossin sein, d) Die sozialdemokratischen Reichstags- und Land- tagsabgcordneten Preußens, c) Die Landeskommission und der geschäftsführende Ausschuß. 6) Der Partcivorstand." Ein Parteivorstandsmitglied wollte den Antrag der Landes- kommission überweisen, daS wäre aber unzulässig gewesen; der Parteitag war zier allein zuständig. Genosse Leid wandte sich dann sehr energilch gegen einen Anirag von Breslau, der einen preußischen Parteivorstand forderte; man habe den Parteitag damit überrumpeln und revisionistische Zwecke fördern wollen. Ebenso- wenig gefiel es ihm, daß die Abstinenzler in der Partei ihre Sonderwünsche in den Vordergrund drängten und ihren Antrag, den Leipziger Beschluß betreffend den Schnapsboykott zu bekrästi- gen, mit„kulturellen Gründen" schmückten, während sie wissen mutzten, daß für den Beschlutz in Leipzig politische Gründe maßgebend waren.— Zum Schlüsse seines Referats behandelte Genosse Leid die Wahlrechtsfrage. Viele seien der Meinung, daß in dieser Beziehung der Parteitag etwas mehr hätte tun können.(Sehr richtigl) Man war gespannt, was er vorschlagen würde, welche Mittel zu ergreifen seien, um das Wahlrecht zu er- ringen. Man könne zweierlei Meinung darüber sein, ob und in- wieweit eine öffentliche Diskussion über die anzuwendenden Mittel am Platze sei. Er glaube, daß mit der Annahme der Resolution, die nach Ströbels Referat vorgelegt wurde, unserer Sache am besten gedient sei. Tarin sei alles niedergelegt, was wir wünschen können. auch dem Verlangen des ö. Kreises, den politischen Massenstreik ins Auge zu fassen, sei Rechnung getragen. Ueber diesen Antrag des g. Kreises konnte man keine bestimmte Entscheidung treffen, da dazu erst eine Reihe von Boraussetzungen erfüllt sein müßten und auch die Gewerkschaften dabei mitzureden hätten. Der Redner schließt unter dem lebhaften Beifall der Versammelten, indem er zu energischer Tätigkeit in der Wahlrechtsbewegung anfeuert. In ver Diskussion nahm zuerst Genosse P i ch l e r das Wort. Er erklärte sich gegen revisionistische Politik, veranschlagte aber die Gcgenwartserfolge, die gerade durch prinzipielle Politik erreicht würden, nicht gering und polemisierte damit gegen den Referenten— irrtümlicherweise, denn der Referent erklärte später diesem wie auch dem nächsten Diskussionsredner, daß er dieselbe Ansicht geäußert habe und ja als Stadtverordneter selbst bemüht sei, für die Arbeiter nach Mög- lichkeit das Beste herauszuschlagen. Genosse P i ch l e r äußerte zur Wahlrechtsfrage, daß er hoffe, den vielen Beschlüssen folgen endlich einmal Taten.(Zuruf: An wen liegt es denn?) Er be- schwerte sich, daß am letzten Wahlrechtssonntag ein Referent (Heine) in einer großen Versammlung sagen konnte, daß man darauf gefaßt sein müßte, daß es noch hundert Jahre dauert, biS wir das freie Wahlrecht haben.(Widerspruch.) Genosse Giebel wendet sich gegen Pichler und warnt davor, ohne weiteres zu glauben, daß Heine dies gesagt habe. Er erklärt sich auch für die grundsätzliche Politik in der Gemeinde, hält aber gerade in den Stadtparlamenten praktische Gegenwartspolitik für notwendig, eine Politik im Sinne des Erfolge». Leids abfällige Worte über den Breslauer Antrag bedauert er. weil eS im jetzigen Kampfe ein taktischer Fehler sei, Gegensätze in der Partei scharf zu betonen; wir auf der radikalen Seite vergäben uns durchaus nichts, wenn wir den Gegner mit mehr Loyalität behandelten. Wenn Genosse P i ch l e r mehr Taten wünsche, so sei er mit Recht vorhin gefragt worden, woran es denn liege, daß die Taten nicht geschehen, und man müsse daraus antworten, daß es an der Masse liege, die sich nicht rühre und ,n Gleichgültigkeit beharre. Wir können nicht an das Volt heran, wie es wünschenswert wäre. Wir müssen nach neuen Mitteln suchen, das Volk zu interessieren, und Redner regt an, Massenpetitionen in Umlauf zu setzen. nur um eine unmittelbare Agitation damit zu treiben. Genosse L u ck o w will von solchen Petitionen nichts wissen und appelliert an die Genossen, sich reger und mutiger an den Demonstrationen zu beteiligen. Genosse Leid betont in seinem Schlußwort, daß eS ihm fern lag, eine Verstimmung zu erzeugen, aber er habe sich verpflichtet gefühlt, die Dinge so darzulegen, wie er sie gefunden. In bezug auf die revisionistischen Absichten bezog er sich auf einen Artikel zum Parteitag in den„Soz. Monatsheften". Er hoffe mit den Diskussionsrednern, daß die Wahlrechtsbcwcgung immer schärfer und energischer einsetzen werde, wenn erst die großen Volksmassen in mehr Bewegung gebracht werden. Der Vorsitzende, Genosse H e n s ch e l. erklärte unter Zu- stimmung der Versammelten, daß der Wahlverein des 6. Kreise? mit den Beschlüssen des Parteitages einverstanden ist. ,, Die Wahl des zweiten Vorsitzenden, die daraus vorgenommen wurde, fiel auf den Genossen Otto Frank. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden H e n s ch e l, der zu reger Agitation für unsere große Sache ermahnte, wurde die stark besuchte Versammlung geschlossen. Eue Induftm und ftandd. Der Berliner Handel im Jahre 1909. J>n Zentralverband Berliner kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine wurde in der letzten Plenarsitzung die Berichterstattung der einzelnen Branchen über das Wirtschaftsjahr 1009 und die Aussichten für 1010 fortgesetzt und zum Abschluß ge- bracht. Als Gesamtbild ergab sich, daß in den meisten Branchen die erste Hälfte des abgelaufenen Jahres noch einen im ganzen ungünstigen Geschäftsgang zeigte, während in der zweiten Hälfte meistens eine Belebung deS Geschäfts und eine Vergrößerung der Umsätze eintrat. Nicht imnier aber haben die gesteigerten Umsätze auch höhere Preise zu bringen vermocht, so daß der erzielte Nutzen vielfach der Belebung des Geschäftes nicht entsprach. Für eine Reihe von Branchen, die entweder ihrer Natur nach von einer steigenden Konjunktur erst ziemlich spät profitieren oder die im vergangenen Jahre unter gesetzlichen Maßnahmen, besonder» unter den neuen Steuergesctzen, zu leiden hatten, ist das ganze Jahr 1000 noch nicht sehr erfreulich gewesen. So lauteten im w e s e n t» lichen ungünstig die Berichte der Herren Dr. W. F. Waldschmidt über die Werkzeugmaschinen. Ringel über daS Gast wirtSgewerbe, Schnürdreher wer das Buch- dr u cker et g e w ea: b e, Kaphun über den Zigarren» Handel, Sewiger über Zigaretten, WillerS über die Ob st blanche, Rosenbaum über den Grundstücks- und Hypotheken markt, Hansen über den Handel mit photographischen Artikeln, Blum über die Photo- graphie, Löwenthal über die Knabenkonfektion und Efrem über den Kohlenhandel. Günstiger dagegen im Gesamtbild lauteten die Berichte der Herren May über die Blusen- und Kostümfabrikation, Dr. Glier über den Exporthandel, Kerb über Fantasie-, Wirk-, Strick- und Webwaren, Dr. Zeitlin über die Spezial» geschäfte, Oskar Tietz über die Lage der Warenhäuser, Fischer über das Großschlächtereigewerbe, Levy über das Kunstgewerbe, Marschner über das Hotelgewerbe. Rosenberger über daS Agenturgewerbe. Bergmann über die Schirmbranche» Schröder über den Eisenhandel, Reichelt über den Buttergroßhandel, Pniower über den Papiergroßhandel und Moos über das Schuhdetail- g e s ch ä f t. Die Aussichten für das Jahr 1010 wurden von fast allen Branchen, auch von denjenigen, für die daS Jahr 1000 noch keinen Erfolg gebracht hat, als günstig bezeichnet. Nur wenige Gewerbezweige, denen unsere Steuergesetzgebung besonders übel mitgespielt hat und die im gegenwärtigen Jahre erst das Eintreten der vollen Wirksamkeit der neuen Steuern fürchten, blicken nicht allzu zuversichtlich in die Zukunft. Lose-Vertriebs-Gesellschaft. Der Zusammenschluß der Interessenten hat sich auch aus die Lose-Berkaufer erstreckt. Diese nutzen ebenfalls die Konjunktur aus und vertreten gemeinsame Intereffen. Das geschieht durch angriffnahme oder Weiterbebauung gerade aktuell sind und eine p Automobilfchwindel. pauschalierte Uebernahme ganzer Botterien und durch Regelung der Verständigung der tätigen Genossinnen dringend nötig erscheinen Um betrügerische Transaktionen handelte es sich in einem unt Aufschläge. Und hier herrscht auch die Bragis: wer sich nicht fügt, laffen. Hier sei darauf verwiesen und nur der einen großen, fangreichen Strafprozeß, der gestern und vorgestern vor der zweiten wird ausgeschaltet! So find in manchen Fällen die kleinen Händler Bukunft gestaltenden Aufgabe gedacht: Der weiteren politischen Straffammer des Landgerichts III unter Vorsiz des Landgerichtsdie Dummen. Einen Blick in die Geheimnisse der 2. B. G. erlaubt Mobilisierung und Organisation der weiblichen proletarischen direktors Dr. Reichhelm zur Verhandlung gelangte. Angeklagt nachfolgendes Schreiben, das uns auf den Redaktionstisch flatterte: Massen, deren Mütter, Kinder und Säuglinge so dringend ver wegen Betruges in fünf Fällen oder wegen Beihilfe sind der Kaufmehrten Schutzes bedürfen, wie die gesamten Arbeits- und Lebens. mann Siegfried Jacoby, der Kaufmann Dr. Hans Straßmann, der praktische Arzt Dr. med. Maximilian Wolfheim und der Kaufverhältnisse überhaupt weitere Hebung und Besserung nötig haben. mann Adolf Mittelshaus. Der Angeklagte Jacoby befindet sich Ein Stillstand, wenn nicht gar Rückschritt, würde es für die in Untersuchungshaft. Der Auflage liegt folgender Sachverhalt tämpfende Arbeiterinnenorganisation bedeuten, wenn ihr durch die zugrunde: Nichteinberufung der Frauenkonferenz auf ihrem zielsicheren Wege ein Kampfmittel verloren gehen und eine Hemmung entstehen follte. 22. Januar 1910. An den Syndikus des Verbandes Deutscher Rosgewerbetreibender, G. B., Herrn Leo Joseph, Berlin W. 30, Luitpoldstraße 32. Ihr w. Schreiben vom 7. Dezember vorigen Jahres beantworten wir erst heute. Der Inhalt desselben interessiert uns lebhaft, speziell der letzte Bassus an demselben wegen Bildung eines Syndikats zu dem 3wede, daß die Unterbietung bei Uebernahme von Lotterien da durch aufhören soll. Nach den letzten Vorkommnissen im vorigen Jahre fonnten wir es uns nicht recht denken, daß die Bildung eines derartigen Syndikats unter den Debiteuren der Losbranche möglich sei und wir wollten das Werhalten einiger Debiteure bei der Bewerbung um die Posener Geld- Lotterie abwarten. Wir können Ihnen heute mitteilen, daß eine bestimmte Firma alle anderen Bewerber bei dieser Lotterie dermaßen überboten hat, daß nach unserer Berechnung, wenn wir den Emissionspreis der Krieger- Heim- Lotterie mit 1,82 M. zugrunde legen und nur eine mäßige Summe für Reklame und Drucksachen gerechnet wird, so bleibt dem General- Debit kaum der Betrag von 20 000 M.- und Dies ist bei dem Objekt einer halben Million zu wenig... Im Prinzip stehen wir Ihren Vorschlägen sehr sympathisch gegenüber; nur fommt es darauf an, ob die ersten Emissionshäuser" nicht willens find, bei einem derartigen Syndikat den Löwenanteil zu nehmen, während die weiten Emissionshäuser" mit den Brosamen abgefertigt werden, die von der Herren Tische fallen. In der Schußversammlung, welche nach dem furchtbaren BerTuft bei der Berliner Kunstausstellungs- Lotterie in Neumanns Fest. sälen stattfand, wurde das eigenartige Vorgehen der Lose- VertriebsGesellschaft gekennzeichnet. Ein Fall insbesondere erregte große Erbitterung unter den anwesenden Brancheangehörigen. Die Hausangestellten rühren sich. Dr. Wolfheim befand sich Ende 1907 in sehr schwierigen finanziellen Verhältnissen, die ihn schon vorher gezwungen hatten, ein Darlehen aufzunehmen. Um sich aus dieser Geldnot zu retten, wandte er sich an den Angeklagten Dr. Straßmann, damit ihm dieser auf ein Blankoakzept Geld verschaffe, nötigenfalls durch Für die Sausangestellten gilt faft noch mehr als für andere sich an Jacoby, und beide erwarben gegen eine geringe Anzahlung An- und Verkauf eines Wertgegenstandes. Dr. Straßmann wandte Arbeiterinnenfategorien das Wort: Ohne festen Zusammenschluß und ein Akzept Dr. Wolfheims ein der Schauspielerin Johanna gibt es feinen wirtschaftlichen, geistigen und sozialen Aufstieg, gibt Balling gehöriges Automobil, das diese für 6000 m. verkaufen es feine hellere Gegenwart, teine sonnigere Zukunft! wollte. Sie beauftragte mit dem Verkauf den ihr bekannten Erklärlich genug: Durch Ausnahmegejebe( Gesindeordnungen) Angeklagten Karminsti, der sich an Jacoby wandte und mit diesem unter Androhung von Geld. oder Haftstrafen zum unbedingten einen Preis von 7000 m. für das Automobil vereinbarte. StarGehorsam den Herrschaften" gegenüber verpflichtet, bei diesen in Kost und Logis, im täglichen persönlichen Verkehr mit ihnen, wo- minsti soll nun nach der Behauptung der Anklage einerseits bei durch das Gefühl der Abhängigkeit noch vergrößert wird, in voll. Fr. Balling den Irrtum erregt haben, daß Wolfheim ein ganz ständiger sozialer Isolierung, ist die einzelne Hausangestellte voll. ficherer Mann sei, andererseits sollen sowohl Karminski als auch ständig wehr- und machtlos. Da ist es denn auch nicht weiter Jacoby bei Berechnung des Kaufpreises, der Provision und auch verwunderlich, daß diese modernen Haussflaben über schlechte Be- sonst bei Abwickelung dieses Geschäfts im trüben gefischt haben. handlung, Beköftigung und Behausung, über den Mangel an per- 8ur Belegung des Kaufpreises ließ sich Jacoby 2200 M. bar und bon Straßmann geben. Dieses fönlicher Freiheit und freier Beit, über tägliche Arbeitszeiten von wollte er über 4000 m. ausfüllen, soll es aber auf 5000 m. aus 14-18 Stunden und Stundenlöhne von 3, 4, 5, ja jogar von 2½ Pf. gefüllt und die Barsumme von 2200 M. um 200 m., angeblich als zu flagen haben. Die junge, fich fräftig entfaltende Bewegung der Haus. Provision für Starminsti, gefürzt haben. Der Wechsel Wolfheims angestellten hat ein weites, schier unübersehbares Arbeitsfelb vor ift mangels Zahlung au Proteft gegangen, und Fräulein Balling sich. Mit heller Begeisterung und frischem Mute, wie es jungen hat weber den Wagen noch die von ihr dazu mit überlieferten Bewegungen ziemt, geht sie aber auch ans Wert und hat trop Referbeteile wieder erlangt. Sie hat also für den Wagen, der ihrer Jugend schon recht Erfreuliches für ihre Mitglieder erzielt. 8000 m. wert war, nur 2000 m. erhalten, wovon sie noch ihrer Ein Arbeitsvertrag, der das Minimum an Forderungen für die feits eine Provision von 500 M. an Starminski zahlte, außerdem Hausangestellten enthält, wird überall, wo die Organisation Fuß eine Forderung von 6000 M. gegen den zahlungsunfähigen WolfBußheim. In gleicher oder doch ähnlicher Weise soll die Kontinen gefaßt bat, propagiert, und das trägt vor allem zur Erwedung tale Automobilgesellschaft in Berlin geschädigt sein. Gin dritter des Persönlichkeits- und des Klassenbewußtseins der Hausangestellten bei. Die durch die Bewegung geschulten Haus. Fall betrifft den von Jacoby und Straßmann vermittelten Verangestellten begnügen sich jedoch keineswegs damit, durch Verein auf eines Automobile von Dr. Ebers in Berlin an den jetzt barungen mit den Herrschaften" wirtschaftliche Vorteile zu er geiftestranten Oberleutnant Bingel in Strefeld gegen Zahlung in zielen, sie haben vielmehr erkannt, daß ihr Ringen um den Auf- Wechseln. In einem vierten Falle vermittelte Jacoby den Ankauf stieg erfolgreicher fein wird auf einem gesicherten Rechtsboden, zweier Mercedeswagen von der Firma Mathis in Straßburg i. G. wenn ihre Stampfestraft erhalten und gestärkt wird durch eine für den Angeklagten Brasch gegen 7000 M. Anzahlung und dessen Ber- Ataept über 9000 m. Der Wagen soll von Jacoby sofort mit durchgreifende Sozialgesetzgebung( Arbeiterinnenschuh und-Ber- Gewinn weiter verkauft sein. Die Wechsel gingen mangels Bah sicherung) und wenn ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gelung au Proteft. hoben wird durch eine bessere Allgemein- und Berufsbildung. Alle die dahin zielenden Forderungen, seit langem von der Sozial- mann Siegfried Jacoby 1½ Jahre Gefängnis, gegen den prakt. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeklagten Stauf demokratie erhoben, von ihren Vertretern im Parlament vertreten, Arzt Dr. Wolfheim 500 M. Geldstrafe, gegen den Kaufmann Dr. in den Massen des Voltes propagiert, die zum Teil im sozialdemo- Straßmann 9 Monate und gegen den Agenten Rudolf Mittelshaus fratischen Programm festgelegt find, finden deshalb nicht nur 4 Monate Gefängnis. Das Urteil, dem der Vorsitzende Landeinen fräftigen Widerhall bei den Hausangestellten, sondern werden auch ganz selbstständig jezt von ihnen diskutiert, gefördert gerichtsdirektor Reichhelm eine längere Begründung vorausschickte, und spezialisiert. Mit einem Wort: Die Hausangestellten sind in der er die Angeklagten als gemeingefährliche Schädlinge der anständigen Geschäftsmelt bezeichnete, ging weit über die Ane jett felbft die Träger dieser Forderungen geworden. So nehmen zum Beispiel die Hausangestellten erneut Stellung träge des Staatsanwalts hinaus. Es lautete: gegen Jacoby auf zur Beseitigung der Gesindeordnungen und zur Schaffung von 2 Jahre Gefängnis, gegen Dr. Wolfheim wegen Betruges auf Sondergerichten, ähnlich den Kaufmanns. und Gewerbegerichten 1000 M. Geldstrafe, gegen Dr. Straßmann auf 2 Jahre Gefängnis für die Handlungsgehilfinnen und gewerblichen Arbeiterinnen und gegen Mittelshaus auf 6 Monate Gefängnis. Auf Antrag Sie nehmen Stellung zur Reichsversicherungsordnung, fordern die des Staatsanwalts wurden die Angeklagten Jacoby und Dr. Strah Unterstellung der Hausangestellten unter die Unfallversicherung, mann sofort verhaftet, da bei der Höhe der erkannten Strafe desgleichen das Obligatorium für Krankenversicherung und die Fluchtverdacht als vorliegend erachtet wurde. Gleichstellung mit den gewerblichen Arbeiterinnen. Einen recht raffinierten Trid teftieren gegen die Einbeziehung in die Landfrankenkassen ohne Selbstverwaltungsrecht, wie es in der Reichsversicherungsordnung hatte die Frau Emma Albrecht aus Charlottenburg angewendet, geplant ist. Soweit die Fürsorge für Schwangere und Wöchne die sich gestern vor der Straftammer des Landgerichts III wegen rinnen durch die Krankenversicherung geregelt wird, decken sich die Betruges und schwerer Urkundenfälschung in 25 Fällen zu verant Im Oktober und November v. J. tauchte in Char Forderungen der Hausangestellten mit dem von den Genoffinnen worten hatte. in Mannheim aufgestellten Minimalprogramm für Mutterschutz. lottenburg und Schöneberg eine Schwindlerin auf, die in folgender Und schließlich fordern die Hausangestellten die obligatorische Aus- Weise operierte: An den Hinteraufgängen verschiedener Wohnungen dehnung des Fortbildungsunterrichts auf die Hausangestellten, erschien eine Frauensperson und erkundigte sich bei dem öffnenden Petitionen, in denen die Forderungen der Hausangestellten for Dienstmädchen, ob die Herrschaft zu Hause sei. Sobald dies verN. N. muliert und begründet sind, werden dem Reichstage zugehen, nach neint wurde, erzählte die Unbekannte, daß die Herrschaft unter dem die Hausangestellten selbst überall diese Forderungen diskutiert megs eine Bestellung gemacht habe, mit der Anweisung, die be treffenden Waren sofort mit einer quittierten Rechnung nach ihrer Demnach sind Pläne im Gange, die auf die Schaffung eines haben. Shnditats der Losehändler hingielen. Der Uebung 8wed ist der, Man sieht, ein überaus frisches geistiges Leben herrscht in der Wohnung zu schicken. Die Frauensperson gab dann ein recht um den Lotteriespielern höhere Preise aufzunötigen. Hoffentlich laffen jungen Bewegung. Die Beschäftigung mit all diesen Fragen trägt fangreiches und auch sehr schweres Batet ab und präsentierte eine sich diese die indirette Steuer nicht noch steigern, sondern becaur intelleftuellen Sebung und Entwickelung der Hausangestellten auf Beträge von 4 bis 7. ausgestellte Rechnung, die in den weigern in Zukunft deren Zahlung vollständig, indem sie auf das bei. In der Folge werden sie um so mehr befähigt, werbend meisten Fällen dann auch von den Dienstmädchen bezahlt wurde. Lotteriespiel verzichten. unter ihren Berufskolleginnen zu wirken, die Organisation au Erst als die Herrschaft dann nach Hause fam, ergab es sich, daß die stärken und mit Erfolg den Kampf für ihren wirtschaftlichen und Dienstmädchen einer abgefeimten Schwindlerin zum Opfer gefallen fozialen Aufstieg zu führen. Gleichfalls aber wird auch ihr Blick ge- waren. Die Bakete bestanden aus mit Sand oder Asche gefüllten weitet, ihre Erkenntnis wächst über ihre Berufsintereffen hinaus, es Pappschachteln. Troß öffentlicher Warnungen gelang es der Bes wird ihnen die Ueberzeugung vermittelt, daß ihre Interessen auf das engste verknüpft sind mit denen der gesamten Arbeiterschaft, fie nicht nur Berufsintereffen zu fördern, sondern in vollem Umfang am Klaffenkampf teilzunehmen haben. Wie allerseits bekannt, hatte Herr Heinrich Kron seinerzeit einen Bosten Kunstausstellungslose von der L. V. G. abzunehmen. Herr Seron bat die L. B. G., ihn aus seinen Verpflichtungen zu entlassen, worauf man ihm erwiderte, das sei nicht möglich, da die 2. B. G. selbst noch einen großen Posten dieser Lose hätte. Herr Heinrich Kron bertaufte von seinem sowieso noch großen Lager cinen größeren Posten dieser Lose an Herrn Silbermann für zirka 45-50 Bf. pro Los, nahm einige Tage darauf seinen Schluß bei der 2: 2. G. ab und erhielt zu seinem Erstaunen seine eigenen, an Herrn Silbermann verkauften Nummern von der L. B. G. geliefert. Er stellte fest, daß die 2. V. G. diese Lose von Herrn Silbermann für einige 50 Pf. pro Los gekauft hatte. Wir möchten Sie bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam machen, daß wir seitens der Staatsanwaltschaft aufgefordert worden sind, gegen die Lose- Vertriebs- Gesellschaft einen Strafantrag betr. der unerlaubten Angabe des Wortes Wohlfahrtslotterie" bei der Reklame der Tonkünstlerlotterie zu stellen. Ebenso ist die Firma Ludwig Müller u. Co. von derselben Behörde hierzu aufgefordert worden. " ... Eine unbekannte Privatperson hat uns inliegenden Brief der Staatsanwaltschaft übergeben, woraus Sie das gleiche Ersuchen Der Staatsanwaltschaft ersehen können, daß fie biefem Antrage Folge geben würde, da hier unbedingt unlauterer Wettbewerb vorläge. Troßdem wir durch die Manipulationen der 2. V. G. ganz enormen Schaden gehabt haben, haben wir sowohl wie die Firma Ludwig Müller u. Co. einen Strafantrag nicht gestellt, da dies unseren Anschauungen über die Würde des Kaufmannsstandes und des Anstandes widerspricht. Jedenfalls dürften derartige Manipulationen zufünftig niemals wieder vorkommen, wenn ein reguläres Syndikat mit gleichen Nechten und Pflichten zustande kommen foll. Wir bitten Sie, uns über das Fortschreiten dieser Angelegen. heit auf dem Laufenden erhalten zu wollen und begrüßen Sie mit vorzüglicher Hochachtung Sie pros trügerin, diesen Trid allein in Charlottenburg über zwanzigmal zur Anwendung zu bringen. In einem Falle war die Schwindlerin jedoch so unvorsichtig, einen Starton zu benußen, auf welchem sich ihre volle Adresse befand. Es mar die jetzige Angeklagte Albrecht, die auch von sämtlichen geschädigten Dienstmädchen sofort wieder. erkannt wurde. Der Staatsanwalt beantragte mit Rüdficht auf Stahltruft. Die Gesamteinnahme der United Staates Steel Corporation im 4. Quartal 1909 betrugen nach Abzug aller Betriebstoften 40 971 009 Dollar gegen 38 257 000 Dollar im 3. Quartal 1909 und 26 225 000 Dollar im 4. Quartal 1908. Die Rein einnahmen stellten sich auf 34 400 000 Dollar gegen 30 855 000 Dollar im 3. Quartal 1909 und 21 012 000 Dollar im 4. Quartal 1908. Das Quartalsfurplus nach Abzug der Zinsen und Dividenden beträgt 16 263 000 Dollar gegen 2 155 000 Dollar( nach Abzug von 10 000 000 Dollar, die für Berbesserungen und Neuanlagen zurück- sorgt, daß Gure Töchter, die sich in dienender Stellung befinden, das raffinierte Vorgehen der Angeklagten eine Gefängnisstrafe von der Organisation der Hausangestellten beitreten. Nur durch gestellt wurden), im 3. Quartal 1909 unb 5 142 000 Dollar im vereinte Kraft wird es den Hausangestellten gelingen, sich an einem Jahre. Das Urteil lautete auf vier Monate Gefängnis. erkennung und ihr Recht zu erobern. 4. Quartal 1908. Der Auftragsbestand am Ende des Monats Dezember 1909 belief sich auf 5 927 000 Tonnen gegen 4 797 000 Tonnen am Ende des Monats September und 3 604 000 Tonnen am Ende des Monats Dezember 1908. Es wurde für die Stammattien eine reguläre Quartalsdividende von 1 Prog. sowie eine Extradividende von 4 Proz., und eine Quartalsdividende für die Vorzugsaktion von 14 Proz. erklärt gegen 1 beztv. 14 Broz. im vorhergehenden Duartal. Arbeiterfrauen und Mütter! Gerichts- Zeitung. Betrugsanklage wegen 21 Pfennigen! Die Dienstmädchen wären der Schwindlerin nicht zum Opfer gefallen, wenn sie es stets ablehnen würden, ohne besonderen Auftrag irgendwelche Zahlungen zu leisten. Rorrigierte Streifurteile. Bei dem vorjährigen Bauarbeiterstreit in Samter( Bosen) fam Mit welcher Leichtigkeit in manchen Fällen die Staats- es zu zahlreichen Busammenstößen zwischen Streifenden und Arbeitswilligen, was zur Folge hatte, daß vierzig Perfonen natür. anwaltschaft Antlage wegen Lappalien erhebt, die bei näherem lich zumeist Streifende von dem dortigen Schöffengericht wegen Warenhausfirma Wertheim. Wie eine Korrespondenz meldet, wird Busehen sich als nicht strafbare Handlungen erweisen, zeigte Gewalttätigkeiten, Verrufserklärung, Nötigung usw. zu hohen Gesich Wolf Wertheim wieder mit der Firma A. Wertheim vereinigen. wieder einmal eine Verhandlung vor dem Schöffen- fängnisstrafen, und zwar von vier Wochen bis zu drei Monaten, Die beiden Warenhäuser von Wolf Wertheim in der Potsdamer gericht Berlin- Schöneberg. Angeflagt wegen fort- bestraft wurden. Sämtliche Berurteilten legten Berufung ein. Die Straße und das Baffage- Kaufhaus sollen von der Firma A. Wertheim gefeßten Betruges war der Kaufmann Karl V. aus Steglig. Straffammer in Bosen taffierte alle Urteile und erkannte in den weitergeführt werden. Eines Tages erschien bei dem Angeklagten, der ein meisten Fällen auf Freisprechung auch in den Fällen, wo das Delitateffengeschäft betreibt die Frau Intendantur- Schöffengericht mehrere Monate verhängt hatte und bedachte fetretär Rrainid in Begleitung ihres Ehemannes und einige andere mit niederen Freiheits- und Geldstrafen. faufte ein Stück Blutwurst zum Preise von 85 Pfennigen und Aus der Frauenbewegung. Frauenkonferenz 1910 in Magdeburg. Eine Genossin schreibt uns: Eingegangene Druckfchriften. " Deutsche Alpenzeitung". Bon Eduard Lankes. 8weites Februar Briefkaften der Redaktion. ein Stück Leberwurst, welches 60 Pfennige tostete. Zu Hause angekommen, hielt es Herr St. für unumgänglich notR. wendig, die getaufte Wurst mit peinlicher Genauigkeit best" 1910. Preis vierteljährlich 4 M. Einzelheit 80 Bf. R. u. R. Hof Wie aus einem Artikel der Gleichheit", den der Vorwärts" auf der Briefwage nachzuwiegen. Er entdeckte, daß an buchhandlung Moris Perles, Wien I, Seilergasse 4. in Nr. 12 d. J. im Auszug veröffentlichte, ersichtlich ist, steht die der Blutwurst einige Gramm, die einen Wert bon Jahreskurse für ärztliche Fortbildung. In zwölf Monatsheften Einberufung einer Frauenkonferenz, die bisher alle awei Jahre 7 Pfennigen hatten, fehlten, während bei der Leberwurft Syftematisch angeordnete, illustrierte Lebrvorträge über den jährlichen Verlag dem Parteitag vorauszugehen pflegte, für dieses Jahr( Magdeburg) nach seiner Stechnung fogar ganze 14 Bfennige nach Biffenszuwachs der gesamten Helllunde. Breis halbjährlich 8 M. von 3. Lhmann, München. in Frage. Unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen seiner Ansicht fehlten. Wegen dieses ungeheuerlichen Die Petruslegende. Bon Prof. Dr. Artur Drews. Preis 1 M. Verhältnissen, die der Frauenarbeit in der Partei so viel Auf- Betruges" erstattete Herr St. unverzüglich Anzeige bei Neuer Frankfurter Berlag, Frankfurt a. M. gaben stellen, ist die Bedeutung der Konferenz nicht zu unter der Staatsanwaltschaft, die auch die vorliegende schätzen, und sollte sie aus irgendwelchen Gründen nicht zustande Anklage und zwar wegen fortgesetten Betruges erhob. tommen, so wäre das nicht nur im Interesse der proletarischen Der Angeklagte hatte schon in seiner ersten Vernehmung Frauenbewegung, sondern der gesamten Arbeiterbewegung über angegeben, daß er seine Wurst so teuer verkaufen tönne, wie britter Eingang, vier Treppen,& abritablwochentäglich Die furiftliche Sprechstunde findet inden ftraße 3, shelter 001. haupt sehr zu bedauern. Bedeuten doch die Beratungen der dele- es ihm passe. Es handele sich hier auch gar nicht um eine abends von 7% bis 9% Ubr ftatt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die gierten Genossinnen eine wertvolle Vorarbeit für den Parteitag, abgewogene Wurst, sondern um ein Stück Wurst, welches so sprechitunde am 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als durch welche sich zugleich nach außen hin das zielbewußte zu verfauft worden sei, wie es gerade dagelegen habe. Die an Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage vergeben. Elige Fragen trage Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Mertzeichen beizufügen. sammenarbeiten von Mann und Frau, wie es feine andere Partei den Waren befindlichen Preise hätten sich nur auf ganze man in der Sprechstunde vor. aufzuweisen hat, glänzend dokumentiert. Die junge traftvolle Würste bezogen, während er übriggebliebene Stücke zu einem sozialistische Frauenbewegung darf keine Gelegenheit vorübergehen nach dem Augenmaß angenommenen Preise verkaufe. Die laffen, die sich ihr zur Betätigung bietet. Bedeutet doch für sie jede felben Angaben machte der Angeklagte vor Gericht, welches Art der Betätigung Kraftzunahme, deren fie dringend bedarf, will auch nach furzer Beratung auf Freisprechung auf Kosten fie weiter so erfolgreich arbeiten wie bisher. Die„ Gleichheit" geht der Staatstaffe erkannte, da jeder Anhalt für einen ja des Näheren auf die verschiedenen Arbeitsgebiete ein, deren In Betrug fehle Bis zur M. C. 33. Die Strankenkaffe, aber nicht die Versicherungsanstalt ist zur Zahlung des Sterbegeldes verpflichtet.- G. B. 30. Nein. P. 2. ein; zunächst milßte die Aufnahme in das Statafter durch die Berufs genoffenschaft bewirkt werden. 2. J. Wenn der Borf a so nachgewiefen wird, wie Sie ihn schildern, fo hätte feiner von beiden zu zahlen.- 2. u. 77. 1. 50 M. 2. Belche Sie wollen. 3. In Berlin ist das Polizeipräsidium, fonft der Regierungspräsident guftändig. Ein Recht auf Naturalisation SONG lagen. Sch. 12. Eine Beschlagnahme wäre erst möglich, wenn gegen Sie eine Forderung besteht. Sie können das Geld auch bei einer anderen Sparkasse anlegen. W. G. 18. Nein. Kahlmann. Die Weigerung entspricht leider dem Gesetz. A. W. 87. Nein, weniger.. G. 49. Sie find wahlberechtigt. F. 14. 1. und 2. Ja. G.. 100. Leider bis zum 1. Ottober. E. B. 9. Der Anspruch ist nicht verjährt. Unseres Erachtens wäre auch die Klage nicht aussichtslos. 5.2. Nein. -WW bat ein Nichtdeutscher( Ausländer) nicht. M. M. 1000. Nein. I verwaltung). P. G. 37. 1. Ja, falls der schuldlose Ehegatte es nicht M. R. 365. Nein, der sogenannte Unfallzufchuß wird nicht vom verbietet. 2. Ja. 3. Ja, das Scheidungsurteil ist vorzulegen. 4. Ja. 50. In solchem B. A. 40. 1. Nur mit Genehmigung der Mutter. Sie fönnen es Arbeitgeber, sondern von der Krankenkasse gezahlt. Müller 46 a. Die aber darauf ankommen lassen. 2. Bis zum vollendeten 21. Lebensjahre ja. Falle braucht tein Eigentümer gewählt zu werden. Ihrem Sohne gegebene Auskunft ist zutreffend. Nur erfolgt die Bindung Otto Ernst 7. Wenden Sie sich an den Wirt und flagen Sie eventuell nicht bis zum 34., sondern bis zum 27. Jahre. A. B. 100. 1. Nein, auf Unterlassung der Ruhestörung. Der Ausgang des Prozesses ist aber M. H. 73. Nein. 2. W. 5455. 1. und 2. Ja. notarielle Duittung genügt. 2. Das hängt von Ihrer Vereinbarung und ein zweifelhafter. dem Wortlaut der Eintragung ab. E. M. 100. 1. Benden Sie sich 21. 60. 1. Bis zum zurüdgelegten 27. Lebensjahre. 2. Ein be immter an Riksdagsman Christiernsson, Skanste Socialdemokratens redaktion, Betrag ist nicht vorgeschrieben. Sie müssen eine hinreichende Unterstübung Helsingborg. 2. Garfberiarbetarenes factidning, Folkets hus. Stockholm. gewähren. R. G. 100. Ihre Frau müßte fich eine Karte für Selbst- Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über 3. Das ist möglich. 4. Sechs Wochen zum Ersten des Quartals. verficherer lösen. Sie kann dann Marken welcher Art Sie will fleben, muß den Großhandel in den Zentral- Marftballen. Marktlage: Fleisch: Fr. B. 30. 1. Nein. 2. Ja. 3. Der Mietsstempel für 360-400 m. aber dann innerhalb zweier Jahre mindestens 40 Marken fleben. Nachdem Zufuhr schwach, Geschäft still, Preise unverändert. Wild: Zufuhr beträgt, 50 Bf., für 400-500 R. 1 m., 500-666,66 m. 2 m. 4. Läden usw. 500 Marken geklebt find, erwirbt sie Anrechte. Würde Sie in Arbeit stehen, genügend, Geichäft ziemlich lebhaft, Breise unverändert. Geflügel: haben die Hälfte Mietsstempel, wenn aus dem Beitrage ihre Qualität so würden 200 Marten genügen. A. G. 1011. Ein notarieller oder Bujubr genügend, Geichäit ziemlich lebhaft, Breise befriedigend. Fische: hervorgeht. Martin, Opitstr. 19. Nur bis zum 1. Juli 1909. gerichtlicher Vertrag ist zu diesem Zwed erforderlich. Das Eigentum würden Zufuhr reichlicher, Geschäft lebhaft, Breise befriedigend. Butter und Allwissend. 1. Der Versuch fann gemacht werden. 2. In der Buchhand- Sie aber nie wieder zurückverlangen können. W. M. 1000. Nein. täie: Geschäft ruhig, Breije unverändert. Gemüse, Dbn und lung erhalten Sie alle Bücher. Benden Sie sich direkt an dieselbe. 3. Ja. Vergolder. Die Antwort war zutreffend. Ein persönliches Erscheinen Südfrüchte: Bufuhr reichlich, Geschäft sehr still, Preise wenig ver P. 6. 6. Sie müssen sich an die Gemeinde wenden( Friedhofs: ist nicht erforderlich. 5. S. 100. Sie fönnen Ihren Teil noch jetzt ein- ändert. Theater und Vergnügungen Donnerstag, den 27. Januar.| Nenes Operetten- Theater. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Nienzt.( Anf. 8 Uhr.) Königl. Schauspielhaus. deutsche König. Der Neues fönigl. Opern- Theater. Geschlossen. Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Sonnt. 3 Uhr: Der Zigeunerbaron. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theat.). Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Pfarrer v. St. Georgen. Schauspiel in 5 Aufzügen von Heinrich Welder. Ende 10 Uhr. Renes. Don Juans legtes Aben- Der dunkle Punkt. Freitag, abends 8 Uhr: teuer. Dentiches. Der Widerspenftigen Zähmung. Rammerspiele. Das Heim. ( Unf. 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Leffing. Das Konzert. Nenes Schauspielhaus. Ihr letter Brief. Komische Oper. Die Fledermaus. Berliner. Hohe Politit. Hebbel. Der Standal( Unfang 8 Uhr.) Westen. Die geschiedene Frau. Nenes Overetten. Der Graf von Luxemburg. Trianon. Buridans Efel. Kleines. Der große Name. Nefidenz. Im Taubenschlag. Thalia. Die Dollarprinzessin. Schiller 0. aine beater.) Der Pfarrer von St. Georgen. Sch he Charlottenburg. Geschäft ist Geschäft. = Friedrich Wilhelmstädt. Großstadtluft. Bolksoper. Cleopatra. Luisen. Heimat. Doie. Die Herren Söhne. Lustspielhaus. Der dunfle Bunkt. Volks- Oper. Viel Lärmen um nichts. Sonnabend, abends 8 Uhr: Miß Hobbs. Schiller- Theater( Charlottenburg). Donnerstag, abends 8 Uhr: Geschäft ist Geschäft. Schauspiel in 3 Aften von Octave Mirbeau. Deutsch v. Mar Schönau Ende 10% Uhr. Freitag, abends 8 Uhr: Der Meineidbauer. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Pfarrer v. St. Georgen. SW, Belle- Alliance- Straße Nr. 7/8. Brauerei Friedrichshain am Königstor. Zum ersten Male: Cleopatra. Oper in 3 Aufzügen nebft einem Boispiel von Aug. Enna. Anfang 8 Uhr. Luisen- Theater. Gastspiel Lucie Bierna Heimat. Schauspiel von Hermann Sudermann. Magda: Lucie Bièrna. Freitag: Heimat. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kinder vorstellung: Hänsel u. Gretel. 8 Uhr: Lolos Bater. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Reife um die Erde in 80 Tagen. 8 Uhr zum erstenmal: Der Beilchenfresser. Wietrovo. Halloh!!- Die große DOSE THEATED Revue. Folies Caprice. Sicher ist sicher. Bunter Teil. Der Mann meiner Frau.( Anj. 8 Uhr.) Cafino. Der Dbergauner. Gebr. Herrnfeld. So muß man's machen. Ein Rettungsmittel Gastspiel. Der Polizeihund.( Anf. 8 Ubr.) Noacks. Buschliest.( Anf. 8, Uhr.) Apollo. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Reichsballen. Stettiner Sänger. Palast. Spezialitäten. Vasage. Spezialitäten Buggenhagen. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenitraße 48/49. Abends 8 Uhr: Im Firnenglanz des Oberengadin. Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Berndt: Der prähistorische Mensch. Sternwarte, Juvalidenm. 57-62. Lessing- Theater. 8 Uhr: Das Konzert. Freitag, 8 Uhr: Tantris der Marr. Sonnabend, 8 Uhr: Das Konzert. Berliner Theater. Abends 8: Hohe Politik. Morgen: Hohe Politik. Große Frankfurter Str. 132. Anf. 8 Uhr. Ende 211 hr. Die Herren Söhne. Boltsstüd in 3 Aften von Walther und Stein. Freitag: Fauft.- Sonnabend und Sonntag: Die Herren Söhne. Metropol- Theater Hallo!!! Die große Revue! In 8 Bildern von Jul. Freund. Musik v. Paul Lincke. In Szene gesetzt vom Dir. Rich. Schultz. Anfang 8 Uhr Rauchen gestattet. Opollo Theater Letzte Woche! Anfang 8 Uhr. Henry Bender als Prinz Pinne. 9 Uhr 15: Lotte Sarrow i. ihr. Mimodrama ,, Die Ehebrecherin". 9 Uhr 45: Neues Theater. Schimpanse Abends 7, Uhr: Don Juans letztes Abenteuer. Freitag zum erstenmal: Der Philosoph von Sanssoucl. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: Die geschiedene Fran. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Donnerstag, den 27. Januar, 8 Uhr: Konsul James Great. WINE BARTEN Letzte Woche! Größte Sehenswürdigkeit Berlins. Heute Donnerstag: Kaiser Geburtstags- Feier. Gr. Festvorst. Kirmes a. d. Alm. Der berühmte Schorsch Ehrengruber Festwirt mit seiner Truppe( 60 Mitwirkende) aus München. Anfang 8 Uhr. Entree 20 Bf. Passiertarten haben volle Gültigkeit. Morgen Freitag: Gr. Schlachtefest sowie Prämiierung der drei längsten Damenzöpfe und der drei größten Herrenglazen( modernster Ausschnitt) 100 M. Geldpreise in bar. Arnold Scholz Neue Welt Hasenheide 108/114 Heute: Elitetag. Freie Boltsbühne Morgen Freitag, abends 8 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses: General= Versammlung. Lichtbilder- Vortrag von Hermann Hillig- Hamburg: Ein Stück praktischer Kunstpflege ( Die Arbeiterwohnung). Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes, Revisionsbericht, Diskussion. Die Mitgliedskarte gilt als Eintrittslegitimation. Die nächsten Stücke: Lessing- Theater: Hanneles Himmelfahrt. Thalia- Theater: Jugend. Großes Bockbier- Fest Der Dorftyrann. Prämiierung der größten ledernen Damenhandtäschchen. Preise M. 50.-, 30.-, 20.-. Anmeldungen bis 10 Uhr abends an der Kasse. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Ausstellung von Hunden aller Rassen Ausstellungshallen am Zoo 19-30 Januar 8-8Uhr Eintritt Annabund bis 2.Uhr Land 1Mark Sonntag 12-3 Uhr: Vorführung derprämiirtenfunde Urania. Passage- Panoptikum. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Im Firnenglanz des OberEngadin. Hörsaal 8 Uhr: Dr. W. Berndt: Der prähistorische Mensch. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Macara Rossi Olga Desmond Schneider Duncker Die Großstadtluft. die Berühmtheit der„ SchönheitsFreitag: Halali. Sonnabend: Jm bunten Rod. Sonntag: Halali. Abende" sowie die von Publikum und Presse glänzend beurteilten Residenz- Theater Januar- Attraktionen! Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Im Taubenschlag. Schwant in 3 Aften von Hennequin und Beber. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, den 30. Sanuar, 3 Uhr zu ermäßigten Preisen: Gretchen. Wa ValhallaVariete Theater Weinbergsweg 19-20, Rosenth. Tor. Anfang 8 Uhr: Vollständig neue Spezialitäten. Tunnel: Bockbierfest. Regimentstapelle, Schrammeln. Theaterbesuchern freier Eintritt! Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/48. Donnerstag, den 27. Januar 1910: Mile. Farfalla und das sensationelle Januar- Programm. gebr errnfeld Theater Kommandantenftr. 57... 4, 5083. Senegal in Berlin! 50 wilde Weiber Männer, Kinder. Drei Negerdör fer Ohne Extra- Entree! Palast- Theater. Direftion: Robert Dill& Karl Pirnau. Burgstraße 24, am Bahnhof Börse. Das sensationelle Januar- Programm. 11. a.: Kapit. Frahns dress. 240/5 Neues Schauspielhaus: Traumulus. Der große Tote. Residenz- Theater: Musotte. Der Vorstand. I. V.: G. Winkler. Zirkus Schumann Donnerstag, 27. Januar 1910, abends 7, Uhr: Gala- Fest- Vorstellung. Auftreten des Kommissionsrats Gustav Stensbeck als Gast mit seinen neuen hervor, ragenden Schulpferden. Original- Bagonghi, der kleinste tomische Weiter der Welt Sergeant Brennan, der anerkannt beste Diabolospieler. Dir. Albert Schumanns neue und moderne Dieffuren. de Marlow, der Froschmensch ganz hervorragend in seinen Leistungen. Um 9%, Uhr Ende 11 Uhr Die drei Rivalen Große Feerie in 3 Aften. Karl Haverland Anfang Theater. präz. 8 1. 77/79 Kommandantenstraße 77/79. Das glänzende erstklassige Januar- Programm. Schlager auf Schlager! Casino- Theater Lothringer Straße 37. Täglid 8 us: Sensationeller Lacherfolg! Der Obergauner. Lustspiel in drei Aften von Misti. Borher: Das erstklassige bunte Programm. Sonntag, nachm. 4 Uhr: Trudchens Sommerreife. Trianon- Theater. Abends 8 Uhr: Zirkus Busch. Heute Donnerst., den 27. Januar, abends 7, Uhr präz.: Große Gala- Fest- Vorst. Sisters Curtis! Luftserpentin- Akt. Hr. Heinrich Fillis, Schulreiter. Die Morandinis. Phänomenale Leiterakrobaten ? Frl. Krembser? Herr E. Schumann, Neudress. 9 Uhr ca. Ende ca. 11 Uhr Die russ. Sensations- Pantomime Marja. Die ber. span. Tänzerin Rosario. Voigt- Theater Gastspiel im Artushof, Moabit, Perleberger Straße 26. Donnerstag, den 27. Januar 1910: König Heinrich und Katharina Howard oder: Ein Opfer der Liebe. Schauspiel in 7 Bild. v. R. v. Gottschall. Staffeneröffnung 7, Anfang 8 Uhr. ORPHEUM SO. BRÜCKENSTR.2 an der Jannowitzbrücke. Deutschlands grösste und vornehmste Lichtbühne 650 Sitzplätze Feenhafte Ausstattung Beginn: Wochentags 4 Uhr. Sonntags 202 99 Buridans fel. Ruggenhagen Sanssouci, Kottbuser Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Seelöwen.eute Donnerstag: Neues Progr. Anfang 8 Uhr. Entree 50 f. bis 2.M. Vorzugskarten, zu halben Preifen gültig, überall. Durdfchlageudster Erfolg! Folies Caprice. ,, So muß Sicher ist sicher. Bunter Teil. man's machen" Der Mann meiner Fran. Burleste mit Gesang in 2 Aften, Mufit von 2. Jtal, mit den Autoren Unf. 8% Uhr. Vorverkauf 11-2. Anton und Donat Herrnfeld in ben W. Noacks Theater Hauptrollen. Hierzu: Ein Rettungsmittel Brunnenit 16, am Rosenthaler Tor. Abends 9 Uhr: Buschliesl. Boltsstud mit Gefang. Freitag: Die lustigen Weiber Tanz tranachen BUDD am Moritzplatz gen 3/8 Uhr. Im oberen Saale: Elite- Soiree anaben Die glänzenden Spezialitäten. bon Hoffmanns Hordd. Sängern Großer Erfolg des neuen Soiree Programms! Jubelnder Beifall Der Messerschmied. Burlesfe in 1 Aft. Beg. Sonnt. 5, wochent. 81. Reichshallen- Theater. StettinerSänger Der Nachtwächter von Zerpenschleuse. Heute 9%, Uhr ringen: Tuamista Finnland Gambier Frankreich Hess Baden Roepell Danzig Barkowski Berlin Buchheim Leichtgewichtsmeister bon Sachsen. Entscheidungskampf: Altmann Gebhardt Berlin Nirdorf Im unteren Saale: Alt- Germanisches Bou Serpenitente. Bockbier- Rellerfest b. F. Meysel Anfang: Bochent. mit Doppel- Konzert. Königstadt- Kasino. Holzmarktstraße 72. Täglich: Konzert, Theater u. Spezialitäten Vorstellung. Franz Sobanski, Ella Matthias, Ella Golz, Biktor Ritter, Milly ni. Dstar Tuol, Mstr. Boston, Mind, Neumann, Gregg und Scheffielu Stramer- Trio usw. Familie Knoppe Bollsstüd m. Gesang v. D.Richter. Anf. 8 Uhr. Sonntags 6, br. Berantwortlicher Redakteur Richard Barth, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Tb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Der Walzerkönig Große Gesangspoffe in 4 Aften von 2. Mannstädt. Mufit von G. Steffens. Stomödie v. 2. Huna. Anfang 8 Uhr. Borverkauf 11 bis 2 ubr. Sonntag nachmittag 4 Uhr: on indior. Die beiden Bindelbands. Sonnabend: Das grobe Hemd. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Billetts stets 8 Tage vorher. Für den Inhalt der Inserate #bernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Nr. 22. 27. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 27. Januar 1910. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Am 5. Februar er. veranstaltet in Schmargen dorf- Grunewald im Lokal Wald part", Hubertusbader Straße der Chauffeurverein einen Maskenball. Genanntes Lokal steht der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung und ersuchen wir daher, alle etwa angebotenen Billetts zu obigem Vergnügen entschieden zurückzuweisen. Die Lofalfommission. Reinickendorf- Weft. Die Wählerlisten zur Gemeindewahl liegen bon heute ab beim Genossen F. Bahr, Bigarrenhandlung, Kögelstraße 16, aus. Die Bezirksleitung Generation in möglichst getreuer Wiedergabe festzuhalten, ist meinenden Rat als Unsinn, so nimmt das Beitreibungsverfahren nunmehr beschloffen worden, jene Tätigkeit wieder energisch auf- feinen Gang, und Du kannst es erleben, daß schließlich der Vollzunehmen und systematisch im Bilde alles was unter stredungsbeamte Dir für die Kirche abfordert, was Du ihr nicht obigen Gesichtspunkten erhaltenswert erscheint, photographisch sowie schuldig bift. wo nötig, auch mittels besonderer technischer Aufmessungen zu sammeln. Es versteht sich von selbst, daß diefes bildliche Material In wie großer Zahl irrige Veranlagungen zur Kirchensteuer nicht nur auf Häuser und Architekuren im engeren Sinne beschränkt vorkommen, ist schwer zu sagen. Aber man fann sich eine ungefähre wird, sondern auch auf Straßen und über das Weichbild der Stadt Vorstellung davon machen, wenn man sieht, wie weit das Erhinausschreitend Landschaftsanfichten umfaffen wird. Sehr bankens gebnis der Einziehung von Kirchensteuern hinter wert und erwünscht wäre es, wenn auch das Publikum in dieser dem erwarteten Betrag zurückbleibt und aus welchen Gründen auf Richtung mitwirken würde, indem es dem Museum von dem bevor einen großen Teil davon verzichtet werden muß. Die Stadt ist stehenden Abbruch von Baulichkeiten irgendwelcher Art Kenntnis gibt gefeßlich gezwungen, durch ihre Steuerverwaltung die Stirchenoder zu gelegener Beit anderweit auf Gewinnung geeigneten bild steuern einzuziehen, die nicht freiwillig an die Kirchengemeinden lichen Materials aufmerksam macht. Gleichzeitig mit obigem wurde Bernau. Am Sonntag, den 30. Januar cr., findet beim Genoffen ferner beschloffen, auch die tagesgeschichtlichen Vorgänge in der abgeliefert werden. Im Steuerjahr 1908/09 waren von ihr einzuFranz Salzmann, Restaurant Bellevue", ein gemütliches Bei- felben fyftematischen Weife fortan bildlich für die Zukunft ziehen( mit Reſten aus dem Vorjahr) für die evangelische Kirche ziehen( mit Resten aus dem Vorjahr) für die evangelische Kirche fammenseien der Parteigenossen und Genoffinnen statt. Um 4 Uhr festzuhalten. ( Der Gesamtbetrag Es ist freilich schon bisher durch Sammlung von 235 973 W., für die katholische 172 548 M. nadmittags zunächst Versammlung. Vortrag über: Ferdinand Tageszeitungen, illustrierten Zeitschriften und anderen bildlichen der ausgeschriebenen Kirchensteuern ist sehr viel höher.) Es gingen Lassalle". Genoffen! Sorgt für guten Besuch der Veranstaltung. Darstellungen vieles geschehen. Es liegt aber auf der Hand, hiervon ein für die evangelische Kirche 117 373 M., nur 49% Proz., Die Bezirksleitung. daß ein fyftematisches Vorgehen unter Verwendung dafür bereits für die katholische 66 018 M., nur 38% Proz. Der Prozentanteil gestellter Mittel auf diesem Gebiete ohne nennenswerte Kosten ein noch ganz anders geartetes Material liefern muß, welches einer fünftigen Gefchichtsschreibung außerordentlich wertvolle Unter sweisungs- und Aufklärungsmittel zu liefern geeignet wird. Durchführung der beiden Pläne zu leiten und zu überwachen sind zwei fleinere Kommissionen gebildet worden, welche ihre Arbeit schon fofort begonnen haben. Hoffentlich ist das Museum bald in der Lage, von Ergebnissen zu berichten. " Berliner Nachrichten. Der Tag des Königs. In allen preußischen Schulen ist heute Feiertag. Die Berliner Schuljugend, die von Politit soviel versteht wie der Strautjunker von Bildung und alles mitmacht, was ihr der von Königstreue triefende Lehrer befiehlt, freut sich auf den und wissenschaftlich intereffante Mitteilung gemacht werden. Beim Zum Schluffe der Sigung fonnte noch eine andere allgemeine freien Tag. Freut sich nach Kinderart, daß sie herdenweise Bau des neuen Jrrenhauses auf dem Gelände des städtischen Gutes nach der Feststraße Unter den Linden strömen, die pracht in Buches wurde neulich eine altgermanische Wohnftätte aufgebedt. strogenden Marstallfutschen bewundern und verständnislos bei deren durch Museumsbeamte vorgenommener Untersuchung hurra schreien darf. Und sie schreit hurra, weil ihr das es u. a. gelang, an den vermoderten Spuren von in die Erde ein zusammen mit der vaterländischen Geschichte eingepautt gegrabenen Pfählen den regelrechten Grundriß der Hütte von sechs wird. Ganz gleich, ob ein befracter Minister, der bezopfte Meter Länge und drei Meter Breite festzustellen. Der deutlich erkennbare steinerne Herd mit Brandrosten macht die Kennzeichnung der Wohnchinesische Reichsvertreter oder ein Heil dir im Siegerfranzitätte als eine altgermanische zweifelsfrei. Es ist dies, nachdem Brinz vorüberzieht. Luftig ist es auch, wie die bei solchem vor kurzem in der Nähe von Potsdam die überhaupt erste derartige Gepränge niemals fehlenden erwachsenen Lindenbummler sich Sütte aufgedeckt worden ist, der zweite Fund diefer Art und die die Patriotenbeine in den Bauch stehen. Ihre Schaugier weitgehende Uebereinstimmung des an beiden Stellen Gefundenen ist müssen sie befriedigen, sonst fehlt ihnen etwas. Dafür nehmen wissenschaftlich unter diesen Umständen von nicht geringer Bedeutung. fie als echte Spießer, die es für ihre vornehmste Bürgerpflicht Die Untersuchung wird fortgesetzt. ansehen, das Maul zu halten und stramm zu stehen, den duftigsten Kafernenhofjargon der töniglich preußischen Schutzdes Einziehungsergebnisses ist in den letzten Jahren immer weiter heruntergegangen; er war noch in 1906/07 für die evangelische Stirche 62% Pro3., für die katholische 78% Pro3. Die nicht ein gegangenen Beträge werden teils wegen Nichtverpflichtung abgesett, teils als unbeitreiblich niedergeschlagen, teils als Rest ins nächste Jahr hinübergenommen. Aus 1908/09 mußten als Nest hinübergenommen werden für die evangslische Kirche etwa 3% und für die für die evangelische über 11% Proz. und für die katholische sogar tatholische über 9% Proz. der einzuziehenden Steuern, während etwa 20% Bros. als unbeitreiblich niedergeschlagen werden mußten. Außerdem mußten in 1908/09 wegen Nicht verpflichtung abgesetzt werden von den einzuziehenden Steuern der evange lischen Kirche 35 Proz.( 82 678 M.), bon denen der kathoisden 32 Broz.( 55 091 M.). dat Das sind ein paar recht fette Happen, die da dem Magen der Kirche enttissen worden sind. In den angegebenen Summen steden nicht nur Steuerbeträge, die überhaupt zu Unrecht ausgeschrieben waren, sondern auch solche, auf die verzichtet werden mußte, weil inzwischen der Austritt aus der Kirche seine die Steuerpflicht aufhebende Wirkung getan hatte. Das Steuerjahr läuft immer von April bis zum nächstjährigen März, aber die Pflicht, Kirchensteuer zu zahlen, erlischt mit dem 81. Dezember des auf den Austritt folgenden Kalenderjahres; in solchem Falle muß also für ein Quartal die Kirchensteuer zurückgewährt werden. Will einer aus den mitgeteilten Zahlen nicht schließen, daß die irrigen Ver. anlagungen sehr häufig waren, so wird er annehmen müssen, daß um so zahlreicher die jüngsten Kirchenaustritte und die dadurch notwendig gewordenen Rückgewährungen waren. Direkte Personen und Gepäckabfertigung von und nach Berliner Vorortstationen. -W Der Magen der Kirche mannschaft widerstandslos mit in den Kauf. Die Berliner ist zwar stets aufnahmebereit, aber er friegt nicht alles, was er bePolizei zeigt sich, wie immer an solchem Tage, in ihrer ganzen gehrt. Der Tribut, der den Mitgliedern der Kirchengemeinden in Glorie. Uniform erster Garnitur, die Heldenbruft besteckt mit Form einer Sirchensteuer abgefordert wird, geht alljährlich Dienstschnallen, Drden und Ehrenzeichen. Der Revolver ist sehr unvollständig ein, und selbst Mahnverfahren und Pfändungsausnahmsweise zu Hause gelaffen, Schuppentetten und Sabul versuch bleiben überaus häufig erfolglos. Auch Fromme oder solche, bleiben in beschaulicher Ruhe, weil man weiß, daß das die dafür gelten, sind eben mandymal frumm, wenn fie fich gehaßte Proletariat um den glanzvollen Zauber einen großen büden" und möchten die Segnungen der Kirche lieber mit Gottes Bogen macht und dem Landesvater" die Geburtstagsfreude Lohn als mit flingender Münze bezahlen. Aber wenn Gottes Lohn nicht im mindesten stört. Trotzdem ist massenhaft Bolizei auf- fich dazu eignet, mit der Aussicht auf ihn die Darbenden hinwegjeboten, so viel davon, daß die Wachen in den äußeren Stadt zutröften über alle irdische Trübsal, so kann man doch aus ihm Die Eisenbahnbertvaltung ist bekanntlich schon im Jahre 1908 teilen, wo die Sicherheit des Publikums gewährleistet werden teine Pfarrergehälter decken. einem lange gehegten Wunsche der Vororte dadurch entgegen soll, fast vollständig entblößt sind. Anfangs läßt man in die Der Ertrag der Kirchensteuern wird auch dadurch beeinträch- gekommen, daß sie den größeren Vorortstationen gestattet Feststraße so viel Gaffer hinein, als nur hinein wollen. Die tigt, daß bekanntlich von Jahr zu Jahr immer mehr die Zahl der heifiichen Staatsbahnen( unter Erhebung eines geringen Buschlages hat, im Fernverkehr Fahrkarten nach Stationen der preußischGemeindeschuljugend erhält auf hohen Befehl sogar die Ehren- jenigen wächst, die nicht länger als Gemeindemitglieder gelten zu den Berliner Fabrpreisen) auszustellen und Gepad nach Ferit pläge am Kinnstein, um Vergleiche anzustellen zwischen wollen und durch förmlichen Austritt aus der Kirchen- stationen direkt abzufertigen. Die Eisenbahnverwaltung beabsichtigt höfischem Millionenglanz und der Armseligkeit zu Hause. Ift gemeinschaft endlich auch äußerlich den Bruch mit der Kirche mumehr, auf Grund der Erfahrungen, welche mit dieser Einrichtung erst mal die Lindenbude voll, so wird der Kreis geschlossen vollziehen, von der sie innerlich sich längst losgesagt haben. Wer gemacht worden find, die dirette Abfertigung zwischen und rücksichtslos zurückgewiefen, was gerade in der die Austrittserklärung in rechtsgültiger Form abgegeben hat, wird den Berliner Vororts und Stationen bes Mittagsstunde den bequemsten Weg von Ost nach West, mit Schluß des darauffolgenden Kalenderjahres lebig feiner Wer- Fernberkehrs auf breiterer und einfacherer Grundlage von Nord nach Süd wählen will. Was fragt denn pflichtungen gegen die Kirche und hat von da ab nicht mehr nötig, neu zu ordnen und zwar unter erheblicher Erweite die Polizei nach Verkehrsinteressen, nach Rücksicht auf durch Entrichtung einer Stirchensteuer beizutragen zu den Kosten im imtreife von 20 Kilometer von Berlin ge rung des Verkehrsbereichs diefer Abfertigung: fast alle die Steuerzahler. Darauf wird mit bureaukratisch- reaktionärem einer Institution, die von der befizenden und darum herrschenden legenen Vorortstationen werden in Zukunft von der neuen Sohnlachen gepfiffen. Die Hauptsache ist, daß die patriotische Silaffe als ein Bollwerk gegen das arbeitende Bolt geschäßt wird. Einrichtung Gebrauch machen können, und zwar nicht nur im Verkehr Baungalerie stubenrein bleibt, damit sie in einem bestimmten Je zahlreicher die Mirchenaustritte werden, desto fühlbarer wird mit den preußisch- hessischen Staatsbahnstationen, sondern auch mit Augenblick zwischen Schloß und Zeughaus in Efstase gerät, der Verlust an Steuern, den die Kirche erleidet. Auch die allen deutfchen Stationen, nach benen Fahrpreise von Berlin bes als ob die bestellte Arbeit der paar tausend Schreihälse der Austritte folcher Personen, denen bisher wegen zu geringen Ein- stehen. Die Reisenden werden auf diesen Vorortstationen Fahrkarten Gradmesser wäre für die Stimmung der Berliner Millionen- fommens feine Kirchensteuer abgefordert wurde, brauchen doch nicht der deutschen Verkehre zu den Berliner Fahrpreisen erhalten fönnen, bevölkerung! ohne Wirkung auf die Einnahmen der Kirche zu bleiben. Es darf die zur Fahrt ab Berlin berechtigen. Indem bierbei abweichend Wenn die Provinzialen morgen die speichelleckende Groß hierbei nicht übersehen werden, daß man in absehbarer Zeit zu von dem bisherigen Verfahren von der Erhebung eines stadtpresse lesen, die trok aller Rückgratverkrümmungen dies dem Mittel wird greifen müssen, nicht nur die Kirchensteuer wieder trede abgefehen wird, bleibt es den Reifenden, die über 8uschlags für die Beförderung auf der Vororte mal nicht ein einziges Snopflochbändchen ergattern tonnte, noch zu erhöhen, sondern auch den Kreis derjenigen Gemeinde Berlin fahren müffen oder wollen, überlassen, für die Beförderung müssen sie glauben, daß ganz Berlin aus dem mitglieder, die zur Kirchensteuer herangezogen werden, weiter aus ihrer Berion auf der Vorortstrede selbst zu forgen. Eine wesentliche Häuschen war. In Wirklichkeit geht der Geburtstag der audehnen und selbst von den ganz kleinen Einkommen eine Steuer- und für die Reisenden besonders angenehme Neuerung besteht darin, Gottbegnadeten an der Masse des Volkes spurlos vorüber. leistung für die Kirche zu fordern. Die Ansprüche an den Kirchen- daß die Vorortstationen ermächtigt werden, auf die ab Berlin Schade, daß der König heute nicht eine Ausfahrt durch die fädel fteigen ja fort und fort: um immer noch mehr Gotteshäuser gültigen Fahrkarten fet es, daß sie von ihnen ausgegeben, sei Borstädte macht. Das Geburtstagsfind würde sehr erstaunt zu bauen, in denen den begehrlichen Menschenkindern die Ver- es, daß sie auf den Berliner Fernbahnhöfen selbst oder beim bas Gepäď sein, die Hohenzollernfahnen hier draußen an den Fingern achtung irdischer Güter gepredigt werden soll, werden immer neue amtlichen Reisebureau ufw. gelöst find zählen zu können. Und auch die übliche Festbeleuchtung am Aufwendungen nötig und auch die Bastoren tun's nicht mehrer Reifenden direkt von der Vorortstation nach und auch die Pastoren tun's nicht mehr der Bestimmungsstation der vorgelegten Fahrkarte a b Abend, die in den letzten Jahren immer dürftiger geworden für das frühere Gehalt, obwohl sie den Vorzug genießen, felber gufertigen. Die Gepädfracht wird in allen Fällen zu den Bere ist, beschränkt sich vollständig auf das Hoflieferantenviertel in nicht zur Kirchensteuer herangezogen zu werden. Wer so vorsichtig liner Sägen berechnet, zu denen für die Beförderung auf der Vorortder Innenstadt, auf alles das, was vom Hofe mehr oder ist, aus der Kirche auszuscheiden, ehe es zur Erweiterung des ftrede eine geringe Gebühr( 10 Pf. für angefangene 25 Kilogramm auf weniger petuniär abhängig ist oder Reklame machen will. Das Kreises der Kirchensteuerpflichtigen und zur eranziehung alle Entfernungen) und außerdem in den Fällen, in denen eine berühmte alte Vorstadtmütterchen, welches den legten Groschen auch der Mindestbemittelten fommt, wird dann ver- lleberführung zwischen zwei Berliner Bahnhöfen durch Fuhrwert oder für eine Illuminationsferze opfert, ist längst zu Grabe getragen schont bleiben. Die Stirche aber wird es noch nachträglich spüren, Bahnbedienstete auszuführen ist, die für den Durchgangsverkehr übliche worden. Und im Grabe ruht auch bei Neunzehntel des Voltes daß auch die Austritte der Mindestbemittelten nicht bedeutungslos Ueberführungsgebühr( bis 25 Kilogramm 50 Bf., bis 50 Stilo gramm 70 Pf., bis 75 Kilogramm 90 Pf., für je weitere angefangene aller Hohenzollernfultus. Defto untertäniger winselt, daß es für ihre Einnahmen waren. Aber selbst hiermit ist die Reihe der Enttäuschungen, die dem, für den Verkehr in umgekehrter Richtung getroffen werden: auf alle selbst dem König zum Efel werden muß. die handvoll Gößen25 Kilogromm 80 Pf.) hinzutritt. Die gleiche Einrichtung wird auch diener, die den kleinsten Widerschein vom strahlenden Thron ach! so geräumigen Magen der Kirche bereitet werden, noch nicht Fahrkarten des Fernverkehrs nach Berlin werben alle in Säcken auffängt. Die vielen offiziellen Festschmausereien, erschöpft. Nur zu oft stellt sich heraus, daß irrtümlich auch beutichen Stationen Gepäd nach den einbezogenen die heute abend veranstaltet werden, find Schaumigold, an solche Personen zur Kirchen steuer beranlagt wurden, die Vorortstationen zu den Berliner Gepäckfrachtsägen, auzfiglich denen der Gefeierte, wenn er in alle diefe brüchigen Marzipan- tatsächlich durch rechtzeitig vollzogene Austrittserklärung längst der zu erhebenden Zu- und Ueberführungsgebühren, abfertigen. herzen hineinfchen fönnte, wenig Freude haben würde. Man aller Verpflichtungen gegen die Stirche für immer ledig geworden macht für sein foscheres Geld den Festrummel mit, weil es find, ja fogar solche, die nie in ihrem Leben zu einer Stirchenmun mal fo Brauch ist, stopft sich den feisten Wanft noch gemeinde de 3 Bekenntnisses gehört haben, das ihnen in der irrigen boller, begießt sich mit Champagner und brüllt schablonen- Steuerveranlagung zugeschrieben wird. Unsere Leser wissen, tvie mäßig hurra, hurra, hurra! oft im„ Borwärts" über standalöseste Vorkommnisse dieser Art be richtet worden ist. Bei der Veranlagung zur Kirchensteuer werden Die Direktion des Märkischen Museums hat einen bemerkens bie Auskünfte anderer Verwaltungsbehörden benutt, gegenwärtig werten Beschluß gefaßt, der anknüpfend an bereits früher getroffene bie der Steuerverwaltung der Stadt Berlin, der die Verpflichtung Maßnahmen legten Eudes darauf hinausläuft, den tommenden auferlegt worden ist, auch die Konfession der Steuerpflichtigen Generationen ein möglichst vollständiges Archiv zur Bau- und Zeit nachzuweisen. Die Verantwortung für die immer wiederholten geschichte von Berlin zur Verfügung zu stellen. Bereits im Jabre Irrtümer fällt hiernach zum Teil auf die Steuerberwal1886 wurde mit der Arbeit systematisch begonnen. Es fand damals tung, die falsche Auskünfte gibt, zum größeren Teil im Rathause eine Ausstellung von Anfichten aus dem alten Berlin aber bleibt sie hängen auf den Stirchengemeinden felber, statt, an welcher sich außer dem Museum der Verein für bie nur eine sehr mangelhafte Kenntnis davon die Geschichte Berlins, die städtische Bibliothek und eine Reihe von Privatpersonen betettigten. Das Ergebnis der febr be haben, wer noch au ihnen gehört und wer nicht lehrenden Ausstellung war, daß die städtischen Behörden zur fyfte- mehr. Ohne hinreichend informiert au sein, schidt man diese unmatischen photographischen Aufnahme älterer Bauwerfe und Straßen berechtigten Steuerveranlagungen weg und wenn dann z. B. aufichten eine Reihe von Jahren hindurch namhafte Mittel zur einer, der mal der evangelischen Kirche angehört hat, aber aus ihr Verfügung stellten, welche das Museum in die Lage versezten, sich schon vor 10 oder mehr Jahren ausgeschieden ist, und nun plötzlich nach und nach eine sehr stattliche Sammlung von Ansichten unseer zu einer Steuer für die fatholische Kirche veranlagt wird, gegenStadt aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu beschaffen. über solchem tollen Irrtum ahnungslos eine Reklamation für une Andere für den Augenblic wichtigere neue Aufgaben haben zeit nötig hält, so wird er ohne Gnade zur Zahlung gezwungen. Wenu weise dieses Unternehmen in den Hintergrund gedrängt. Um aber ein Privatmann Geld von Dir fordert, muß er nachweisen, daß bei der stetig fortschreitenden Erneuerung von Berlin auch in seinen älteren Teilen, welche bekanntlich vielfach weder Neigung noch auch sein Anspruch berechtigt ist, wenn aber eine Kirche, der Du die Möglichkeit hat, vor baulichen Leistungen und Erinnerungen längst nicht mehr angehörst oder nie angehörtest, Dir die Leistung halt zu machen, folche vor dem gänzlichen Untergange zu bewahren eines Beitrages zu ihren Kosten zumutet, mußt Du nachweisen, fie aur Freude wie zur Belehrung einer fünftigen daß ihr Anspruch unberechtigt ist! Verlachst Du den wohl. und Berkehrsbeschränkungen. Der Polizeipräsident teilt mit: Am 27. d. Mts.( Saifers Geburtstag) werden folgende Verkehrsbeschränkungen erforderlich: wird der gefamte Verkehr über die Kaifer- Wilhelm- Brücke, den LuftI. Von 9 Uhr vormittags ab bis gegen 12 Uhr nachmittags garten, die Schloßfreiheit, die Schloßbrücke, die Plätze am Opernhause und am Zeughause nach Bedarf abgelenkt werden. II. Von 5 Uhr nachmittags ab erleidet der Fahrverkehr folgende Einschränkungen: 1. Das Befahren der Straße Unter den Linden" wird auf ber Südseite nur in der Richtung nach Osten, auf der Nordseite nur in der Richtung nach Westen gestattet. 2. Soweit die Breitestraße frei gegeben werden kann, wird ihr Befahren in der Richtung nach der Gertraudtenstraße und bem Mühlendamm gestattet. 3. Die Schloßfreiheit darf mur von der Schloßbrücke her nach dem Schloßplage hin, nicht aber entgegengesetzt befahren werden. 4. Die Kurfürstenbride und die Königstraße bon ber ersteren bis zur Jübenstraße werden nur für Wagen in der Richtung nach bem Alexanderplag hin freigegeben. Entgegengesett fahrende Wagen werden nach Bedarf an der Kloster, spätestens aber an der Jüdenstraße und dem Hohenstein weg abgelenkt. 5. Nur einseitig dürfen ferner befahren werden: Die Spandauer Straße zwischen Moltenmarkt und Königstraße nach der Königstraße hin, die Rathausstraße von der Spandauer nach der Jüdenstraße hin, die Heiligegeiststraße zwischen Kaiser- Wilhelm und Königstraße nach der Kaiser Wilhelm- Straße hin und die Boftstraße von der Königstraße nach dem Mühlendanum hin. 6. Die Burgstraße vom Mühlendamm bis zur Kaiser- WilhelmStraße wird nach Bedarf gesperrt werden. 7. Die von Norden und Süden die Königgräger Straße in der Richtung nach dem Potsdamer Platz befahrenden Wagen werden nach Bedarf am Brandenburger Tor, an der Prinz- Albrecht- und Dessauer Straße nach Osten und Westen abgelenkt werden. „ Eheschen" in Notstandszeiten. Diefer Umstand hat bereits einige Genossen in den mit solchen[ nommen. Ebenso wirken die Soliften des neuen Zonfünftler. Forensenstimmen besonders zahlreich bedachten Gemeinden veranlaßt, Orchesters mit. Slavier: Herr Ostar Kupfernagel. Bioline: gegen die Wählerliste Protest zu erheben. Herr Beter Uschmann. Cello: Herr Franz Hollfelder. Töchter auf, sich der guten Darbietungen wegen an dieser Feier zu Parteigenoffen und Genossinnen! Fordert Eure Söhne und beteiligen. Das Billett kostet 10 Pf. Da die Listen nur noch bis zum 30. Januar ausliegen, möchten wir besonders darauf aufmerksam machen, die Wählerliste einer genauen Durchsicht zu unterziehen. Charlottenburg. Ober- Schöneweide. durch mehr Zuzüge von außerhalb wieder etwas beichleunigt worden schließen insgesamt mit 29 435 410 M. in Einnahme und Aus- räumen, die 37 bis 44 Pf. entlohnen das Nachdem sowohl sämtliche Lehrpersonen sowie Gemeindebeamten 661 Millionenetat Charlottenburgs. des Ortes eine Gehaltsaufbesserung erfahren haben, soll nach den Die Heiratslust war in Berlin schon im Jahre 1908 uns Der Etat für das neue Geschäftsjahr ist gestern festgestellt Beratungen der Baufommission der Gemeindevertretung eine Ergewöhnlich gering gewesen, im Jahre 1909 aber hat sie sich worden. Er balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 66 666 410 m. böbung der Löhne der Gemeindearbeiter vorgeschlagen werden. Der noch weiter abgeschwäch t. Während hier im Jahre 1907 Der Hauptetat schließt mit 37 231.000. ab; hiervon entfallen auf Antrag des Genossen Grunow, den Arbeitern gleichfalls eine Zulage noch 23 245 Chen geschlossen worden waren, brachte das Jahr 1908 das Ordinarium 29 317 000 m. gegen 27.068 000 m. im Vorjahre, von jährlich 100 m., mindestens aber 3 Pf. pro Stunde mehr zu nur 21 799 Eheschließungen. Das Jahr 1909 aber hat gar nur also etwa 2 Millionen Mark mehr als im vorigen Jahre, gewähren, wurde abgelehnt. Es wurde beschlossen, 2 Pf. mehr zu 21 209 Eheschließungen gebracht, obwohl die Bevölkerungs- und 7914 000 9. auf das Extraordinarium mit einer Erhöhung zahlen und im übrigen die Staffelung fortfallen zu lassen, aber der Die zehn Sonderetats dafür der Gemeindeverwaltung Sormehrung, die in 1908 zum Stillstand gekommen war, inzwischen von 1 056 200 M. gegen das Vorjahr. Recht einzus Arbeiter je nach Qualifikation oder Leistung fönnen. zu Vorarbeiter ist. Vergleicht man die Zahl der eheschließenden Perionen mit dem gabe ab, wovon auf die Ordinarien insgesamt 21 181 707 W., mit Jahresdurchschnitt der Bevölkerungszahl, so ergeben sich pro Taufend auf die Extraordinarien zusammen 5 253 703 Mart entfallen. sollen 5 Bf. pro Stunde mebr erhalten. An und für sich erscheint der Bevölkerung Berlins für 1907 noch über 22 Ghe- Der Steueretat schließt mit einer Gesamteinnahme von der Fortfall der starren Staffelung sehr erwünscht; es wird jedoch schließende, für 1908 nicht mehr ganz 21 Eheschließende, für 1909 15 262 850 m. ab, das Mehr gegen das Vorjahr beträgt 751 900 m. abzuwarten sein, in welcher Weise die maßgebenden Stellen von der nur noch 20 Eheschließende. Schon seit mehr als drei Jm einzelnen sind an den Einnahmen beteiligt: die Gemeindes neuen Befugnis nach ihrer Geltung Gebrauch machen werden. Daß Jahrzehnten ist die Heiratsziffer im Rückgang( abgesehen von vor einkommensteuer mit 7 768 800 M., die Gemeindegrundsteuer mit fich nur nicht ein Spargenie findet, welches immer die niedrigste Zu erieben ist auch bei dieser übergehenden Schwanfungen), aber besonders start schwächt die 4 884 500 M., Umsatzsteuer mit 1450 000 m., Gewerbesteuer mit Grenze für angemessen erachtet. Heiratsluft sich allemal dann ab, wenn durch eine ungünstige 842 500 m. und die Warenhaussteuer mit 120 000. Die Lohnregelung, daß die schledtest Entlohnten bei Aufbefferungen immer Gestaltung der Wirtschaftslage die Arbeitsgelegenheit Gemeindeeinkommensteuer bleibt bei dem Zuschlag von 100 Prozent. am geringsten bedacht werden. verringert und der Erwerb des Lebensunterhaltes erschwert wird Das Collaufkommen aus der Gemeindegrundsteuer und der Die Vorteile, welche sich beim Bau der 4. Gemeindeschule für welche Nicht eigentlich die Heirats lust ist es, die in solchen Gewerbesteuerzuschlag entspricht einem Sage von 181,26 Prozent die Gemeinde dadurch ergeben haben, daß die Arbeiten in EinzelZeiten des Notstandes nachläßt, nein, die Heirats möglich der staatlichen Realsteuern. Die Gemeindegewerbesteuer wird losen vergeben und unter Aufsicht eines von der Gemeinde ans feit wird zahlreichen jungen Arbeitern durch die Unsicher in Höhe von 132,68 Prozent der staatlich veranlagten Gewerbe- gestellten Bauführers ausgeführt wurden und die hauptsächlich in heit der Erwerbsverhältnisse genommen. Wenig Arbeit und steuer erhoben und zwar mit 150 Prozent in Selaffe I und II, einer wesentlichen Verringerung der Baukosten sowie pünktlicher geringer Verdienst, dazu eine immer schärfere Besteuerung während die kleinen Gewerbetreibenden der Klasse III und IV nur Fertigstellung und prompter Abrechnung mit den Ausführenden zu wichtigster Nahrungsmittel und Gebrauchsartikel, eine fortschreitende mit 100 Prozent herangezogen werden. Der Ertrag der Warenhaus- suchen sind, haben ermutigend gewirkt. Der in Kürze beginnende Steigerung der Breise von allem Möglichen, obenein die un- steuer im Jahre 1909 wird der III. und IV. Gewerbesteuerklasse Bau des Realgymnasiums auf dem eben erschlossenen Terrain vermindert andauernde Teuerung der Wohnungen da haben wir angerechnet, so daß die Gewerbesteuer in Stlaffe IV überhaupt nicht an der Rathausstraße soll nach dem Vorschlage der Baukommiffion die Ursachen, die auch in der Arbeiterklasse eine Zunahme der erhoben wird, in Klasse III nur insoweit, als das Warenhaussteuer unter ebensolchen Bedingungen vor sich gehen. Die Kosten des fogenannten„ Ehe ich eu" bewirken. Wer soll heiraten, wenn er auffommen des Vorjahres zur Deckung des Gewerbesteuersoas der Baues ohne innere Ausstattung, Hofbefestigung und Umwährung find zum Heiraten tein Geld hat! Jede Wirtschaftskrisis ist be- III. Klasse nicht ausreicht. Die Gemeindegrundsteuer wird mit auf 428 000 m. veranschlagt. Die Arbeiten sollen derart gefördert gleitet von einer außerordentlichen Minderung der Eheschließungen; 2,75 Prozent des gemeinen Wertes der bebauten und 5,5 Prozent werden, daß im Oktober 1911 die Benutzung erfolgen fann. bieier alte Erfahrungefaß ist auch durch die Rotstandsjabre 1908 und des gemeinen Wertes der unbebauten Grundstücke erhoben. Die 1909 wieder nur bestätigt worden. Warten wir ab, ob's im Jahre Umfagiteuer beträgt 1 Prozent des Umfagwertes der bebauten und Königs- Wusterhausen. 1910 besser werden wird. 2 Prozent des Umsatzwertes der unbebauten Grundstücke. V Die im Wedhornschen Lokale tagende Generalversammlung des Wahlvereins für Königs Wusterhausen und Umgegend ehrte zunächst Besichtigung in der 6. Pflichtfortbildungsschule. Die bereits in das Andenken des verstorbenen Genossen Wilhelm Eberhardt in der vorigen Woche angefeßte efichtigung hat an diesem Dienstag Rigdorf. stattgefunden. Sie erstreckte sich auf die Metallarbeiter- und Den Bericht vom preußischen Parteitag erstattete in der am üblicher Weise. Laut Jahresbericht, den Genosse Pleifies gab, haben Zeichnungen und von praktischen Arbeiten der an der Schule des Wahlvereins Genoffe Dr. Silberstein. Der Referent erzahl betrug am Schlusse des Jahres 170, darunter 20 weibliche. Schneiderklassen der Austalt und war mit einer Ausstellung der Dienstag im Lofal von Hoppe stattgefundenen Generalversammlung im letzten Jahre stattgefunden: 2 Generalversammlungen, 8 Mitgliederversammlungen und 3 Volksveriammlungen. Die Mitglieder unterrichtenden Lehrer, die diese in dem Gewerbefaale angefertigt örterte in ausführlicher Weise die Verhandlungen des Parteitages. Nach dem Kassenbericht des Genossen Dieze betrug die Jahreshaben, begleitet. Insbesondere bezeichnete er es als dringend notwendig, daß ein ein einnahme 833,82 M., die Ausgabe 352,66 M., an den ZentralUnvernünftige Hausverwalter. Zu dem Artikel„ Beneidenswerte beitliches Stommunalprogramm für Breußen geschaffen worden fei. einnahme 833,82 m., die Ausgabe 352,66 W., an den ZentralUnvernünftige Hausverwalter. Zu dem Artikel„ Beneidenswerte Damit wäre jezt für die sozialdemokratiiche Partei in den Kommunen vorstand wurden 555,85 M. abgeführt. Die Neuwahlen hatten Portiers" in unserer Sonntagsnummer erhalten wir verschiedene eine einheitliche Richtichnur vorhanden. Nachdem Silberstein die Ve- folgendes Resultat: 1. Vorsigender: Wilhelm Bleikies; 2. VorZuschriften über pafchamäßiges Verfahren mancher Hausverwalter, ratungen über diefes Programm ausführlich und dabei fritisch er- figender: Andreas Hang; Kassierer: Heinrich Dieze; Schriftführer: das sich in Schlagen, Beschimpfen von Kindern der Mieter oder in örtert hatte, streifte er die von Ströbel behandelte preußische Wahl- Buchwalder und Lobse; Beisiger: Genoffin Kroll und Genosse schikanöser Behandlung von Mietern äußert. Wir werden gebeten, rechtsfrage. Es könne nach Hervorhebung der schreienden Ungerech- Fahrenholz; Bezirksführer: Krause, Deutschmann, Teanzer, Freitag bestimmte Hausverwalter in unserem Blatt an den Pranger zu tigkeit des preußischen Wahlrechts nur eins geben: einen energischen und Ludwig; Revisoren: Franz, Kraft und Kodaned; Lokalstellen. Diese Wünsche können wir nur in den seltensten Fällen er Stampf mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für das freie Wahl- kommission: die Genossen Harnau, Fritsche und Hensel. füllen, weil ihre Zahl keine kleine ist. Dazu kommen auch Haus recht zu führen. Eine Diskussion über das Referat Ströbels hätte Weißenfee. besiger, die in gleich niederträchtiger Weise gegen Mieter oder deren die Wirkung nur abschwächen fönnen. Kinder vorgehen und es ist nur erfreulich, daß die Wohnungsnot in Die Arbeiten zum Säuglingsfrankenhause find im vollen Gange. Der Bericht des Genossen Heinemann über die Tätigkeit der Berlin nicht mehr so vorhanden ist, wie vor Jahren, wo mancher preußischen Landtagsfraktion wie das Referat des Genossen Liebknecht zu diesem Zweck hat die Gemeinde eine Anleihe von 450 000 M. zu froh sein mußte, nur ein Unterkommen zu finden. Mancher Haus über die preußische Verwaltung, so betonte der Redner, waren der einem ginsfuß von 4 Proz. bei der Niederbarnimer Streissparkasse wirt ist infolgedeffen gegen die Mieter auch artiger geworden, weil befte Beweis dafür, wie notwendig der Kampf für die Wahlreform ist. aufgenommen. Von der Summe find jährlich 1 Proz. wieder aber befürchten muß, daß seine Wohnungen leer stehen. Hoffentlich Auf dem Parteitag habe man den Eindrud gewonnen, daß alle Ber- zutragen, so daß die ganze Schuld in 37 Jahren getilgt sein soll. wird auch noch mancher Hausverwalter von seinen Baschagelüften treter von dem Gedanken durchdrungen waren, daß wir uns nicht Die erste Abtragung hat am 31. Dezember 1918 zn erfolgen. furiert. Ein Bild des Jammers. In der Griebenowftraße 13 bat fich vorgestern der 56 Jahre alte Weber Franz Feder das Leben genommen. Der Mann war 23 Jahre finderlos verheiratet. Die Eheleute waren feit längerer Zeit beide frant und lebten von einer Juvalidenrente. Die Frau liegt seit drei Wochen im Krankenhaus am Urban. Dort befand sich seit acht Tagen auch der Mann, bis er gestern auf seinen eigenen Wunsch entlaffen wurde. Kaum nach Hause gekommen, schnitt er fich auf einem Stuhle sizend die Pulsader der linken Hand durch und starb an Verblutung. auf andere Parteien berlassen fönnen, sondern auf uns allein an gewiefen find. Es sei zu hoffen, daß der Parteitag eine Etappe auf dem Wege ist, der uns weiter führt zur Erringung menichenwürdiger Bustände in Preußen. Nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Bericht wandte sich in der Diskussion Genosse Hildenbrandt gegen den Referenten, der es am Anfang seines Berichts bemängelt habe, daß die Sozialdemokratie nicht schon früher in den Kampf für die freie Entwickelung Preußens eingetreten fei. Wenn das nicht geschehen sei, so lag das an den damaligen wirtschaftlichen Verhältnissen. Genosse Reth forderte zur Unterstüßung der ArbeiterAus dem Eisenbahnzug gefallen ist vorgestern abend furz nach baugenossenschaften auf. Ein anderer Diskussionsrebner trat für 9 Uhr die zehn Jahre alte Tochter Wanda des Blättereibesizers die Forderungen der Arbeiterabſtinenten ein. In seinem Schlußwort Radhte aus der Bergstr. 64. Die Kleine hatte mit ihrer Mutter bemerkt der Referent, daß der Parteitag sogar die Uebernahme von und einer Tante ihre Großmutter in Wesenberg an der Stettiner Speisebäufern durch die Gemeinde fordert. Die Sozialdemokratie Bahn besucht. Von dort fuhr man abends in einem Wagen vierter trete überall in den Gemeinden für besondere Unterfunftsräume für Selaffe zurüd. Sturz vor dem Bahnhof Granfee wollte die Kleine den Abort im Wagen auffuchen. Nach der Darstellung der Mutter irrte sie sich hierbei in der Tür, öffnete statt der Abort eine Abteiltür, fiel auf den Bahnförper hinaus und blieb mit Verlegungen am Hinterkopf und an beiden Beinen liegen. Mitreisende zogen sofort die Nofleine und der Zug kam bald zum Stehen. Auf einer Tragbahre wurde das Kind im Packwagen mitgenommen, auf dem Bahnhof Granfee von einem Arzt berbunden und vom Stettiner Bahnhof mit einem Koppichen Wagen nach der Charité gebracht. Die Verlegungen find schwer. Ein Unglücksfall ereignete fich gestern nachmittag in der Geldfchrantfabrik von Adé in der Demminer Straße 7. Tort fiel dem Arbeiter Friedrich Warrzecha ein Gewinde auf den Rücken und verletzte W. so schwer, daß er mit einem Koppichen Krankenwagen nach dem Lazarusfrankenhause gebracht werden mußte. machen. Verfammlungen. Deutscher Metallarbeiterverband. Am Donnerstag fand eine allgemeine Versammlung aller in den Eisengießereien Berlins beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen statt. Der Abend war ganz der Frage des Ausschusses gewidmet, die für den Formerberuf von außerordentlicher Wichtigkeit ist. Gauleiter Bernide referierte über das Thema:" Die Ausschußgefahr im Gießerei gewerbe und ihr Einfluß auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen". Die Ausschußgefahr( Ausschuß ist fehlerhafter Guß) ist so alt, wie das Gießereigewerbe überhaupt, wie es auch tein Mittel gibt, diese Gefahr zu beseitigen. Selbst bei größter Geschicklichkeit und städtische Arbeiter uiw. ein. Daraus, daß er sich gefreut hätte, wenn unter Beobachtung aller Vorsichtsmaßregeln ist die Möglichkeit, die Sozialdemokratie im Kampf gegen das Wahlunrecht schon früher daß das geformte Stüd Ausschuß, das heißt unbrauchbar wird, auf den Plan getreten wäre, tönne man ihm doch keinen Vorwurf vorhanden. Auch die fortschreitende Technit hat nicht vermocht, Hierauf wurde folgende Resolution angenommen: die Ausschußgefahr im Gießereigewerbe auszuschalten. Leider Die beutige Generalversammlung des Wahlvereins Rigdorf fehlt es auch an jeglicher statistischer Grundlage, ob und wieweit erklärt sich mit den Beschlüssen des preußischen Parteitages ein eine Einschränkung der Ausschußgefahr möglich gewesen ist. Die verstanden und verpflichtet sich, mit unveränderter Energie den Ausschußgefahr besteht nun einmal und damit muß man sich abWahlrechtstampf fortzuführen, bis das Dreiklassenwahlrecht zu finden. Könnte man die Frage nach der Ursache des Ausschusses Gunsten des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahl- beantworten, so wäre damit auch der Weg vorgezeichnet, die Ge rechts für alle, über 20 Jahre alten Angehörigen fahr beim Guß auf ein Minimum zurückzudämmen, vielleicht beiderlei Geschlechts beseitigt ist." jogar ganz zu beseitigen. Der Ausschußgefahr liegen vielerlei Der Borsigende teilt hierauf mit, daß der Lichtbilderabend Ursachen zugrunde. Es ist deshalb auch nicht möglich, bei einem Ausnicht am Donnerstag, sondern erst am Montag stattfindet. schußstück die jeweilige Ursache glattiveg festzustellen. Nun hängt Die nächste Generalversammlung tagt am Dienstag. In dieser jedoch von dem Gelingen des Gusses der Verdienst des formers wird auch der Wahlrechtsraub in Rigdorf und die durch die lin- und zum großen Teil auch der des Kernmachers, des Buzers, gültigkeitserklärung der 1908 aufgestellten Wählerlisten geschaffene Schmelzers, des Hilfsarbeiters ab. Um so mehr ist es angebracht, Feuer in einer Bilderrahmenfabrik. Gestern früh 7 Uhr fam in Situation zur Sprache kommen. die Ausschußgefahr gründlich zu besprechen. Die Unternehmer der Bilderrahmenfabrik von Albert Sudow in der Courbièrestr. 12 Steglit. selbst rechnen mit der Tatsache, daß der Ausschußguß nicht zu zu Charlottenburg ein Brand aus, der die Wehr zwei Stunden lang beschäftigte. Er wütete in den Keller und Parterreräumen des 10 389 Wähler weist die diesjährige Wählerliste unferes Dorfes bermeiden ist und berechnen auf diese Gefahr hin bei der Kalkula tion schon einen bestimmten Prozentjat. Aber auch die Former Seitenflügels und Quergebäudes, wo Rohmaterialien, fertige Leisten auf, gegen diejenige bon 1908 ein Mehr von rund 1900 Wählern. und Gießereiarbeiter müssen bei der Festsetzung der Affordpreise und anderes lagerte. Als ein zur Arbeit kommender Lehrling in Auf die einzelnen Klassen entfallen: 1. Klasse 178, 2. Selaffe 1123, mit dieser Tatsache rechnen und demgemäß kalkulieren. Wenn der Frühe einen Fabrikraum öffnete, drang ihm dicker Rauch ent- 3. Klaffe 8993 Wähler. Der höchfte Steuerzahler, eine Bau- und nun die Ausschußgefahr ebenso alt ist wie das Gießereigewerbe gegen. Schleunigft alarmierte er die Charlottenburger Feuerwehr, Terraingesellschaft, zahlt 61 794,45 M. Steuern. Mit einer jährlichen überhaupt, warum haben da die in Betracht kommenden Arbeiter Sie unter Leitung des Branddirektors Bahrdt mit zwei Rügen an Steuerleistung von 1503,40 M. rutscht man bei uns schon in die nicht schon viel früher an der Regelung dieser Frage gearbeitet? rüdte und dann mit drei Rohren gegen das Feuer vorbrang. Nach zweite Abteilung und wählt dort in Geſellſchaft aller derjenigen, Es fehlt aber, wie gesagt, am allernotwendigsten statistischen einstündiger Zöscharbeit fonnte die Gefahr beseitigt werden, boch die über 287 2. bezahlen können. Alles was 287 M. und darunter Material, inwieweit eine Einschränkung oder Steigerung der Ausnahmen die Aufräumungsarbeiten dann noch längere Zeit in An- jährliche Steuer bezahlt, wählt in der dritten Abteilung. Daß es schußgefahr durch die moderne Technik möglich gewesen ist. Man spruch. Die Entstehungsurfache des Brandes fonnte nicht ermittelt Skandidaten durchzubringen, dürfte jedem einleuchten. Daß es jedoch itüßen. Ein Umstand aber muß hervorgehoben werden: die Gußunter dieſen Umständen für die Arbeiterschaft schwer ist, ihre muß sich hierbei in der Hauptsache auf persönliche Erfahrungen werden. Eine Betriebsstörung erfolgt nicht. nicht unmöglich ist, das haben die Wahlresultate der ver- waren find infolge der Entwickelung der Technik äußerst komgangenen Jahre bewiesen. Mit nur wenigen Stimmen sind wir immer in der Minderheit geblieben. Bei emfiger Agitation wird pliziert geworden. Dadurch und auch durch die gesteigerten Anforderungen an die Intelligenz der Former und Gießereiarbeiter es uns endlich gelingen, wieder in den Karpfenteich zu gelangen. nimmt die Ausschußgefahr immer mehr zu. Je komplizierter das Die gestrige Wahlvereinsversammlung fonnte wieder 11 Neu- Stüd, um so größer die Gefahr, Ausschuß zu gießen. Desgleichen Die Forensen in der Gemeindewählerliste. aufnahmen vollziehen. In der Generalversammlung konnte bekannt dürfen die alten Traditionen des Gewerbes, die ganze Eigenart In einer Anzahl Gemeinden sind in der Gemeindewählerlifte lich der Bosten des ersten Vorsitzenden nicht besetzt werden, weshalb des Berufes nicht außer acht gelassen werden. Redner entwirft auch diejenigen Personen als Wähler aufgeführt, die zwar nicht im sich die Versammlung nochmals damit beschäftigen mußte. Genosse ein anschauliches Bild von der Entwickelung des Gießereigewerbes Gemeindebezirk wohnen, aber in demselben ein Grundstück befizen. Se rause erklärte sich bereit, nochmals das Amt zu übernehmen, und den Gepflogenheiten in den Gießereibetrieben. Die gemischten Bei genauer Durchsicht der Liste dürfte fich des öfteren herausstellen, worauf Genoffe Alfermann zum zweiten Vorfizenden gewählt Betriebe kennt man erst sei neuerer Zeit. In den reinen Eisendaß die in der Liste verzeichneten stimmberechtigten, außerhalb wurde. Ueber die bevorstehenden Gemeindewahlen entspann gießereien hatte ehemals der Meister zu bestimmen, der auf wohnenden Befizer oft zu Unrecht in der Liste verzeichnet sind. Um sich eine lebhafte Diskussion, aus der hier nur erwähnt sei, daß nach Beninergeld angewiesen war. Wem er wohl wollte, den konnte er im Gemeindebezirk ſein Wahlrecht ausüben zu können, muß laut der Erfahrung mehrerer Parteigenossen die Wählerlisten sehr auf sein Geld kommen lassen. Er mußte aber auch den Gußmangelhaft aufgestellt sind. Es empfiehlt sich deshalb fchaden mittragen, hatte also ein persönliches Interesse an dieser § 45 der Landgemeindeordnung der in der Wählerliste aufgeführte, dingend, daß jeder Wähler die Listen einsteht, die auch in den Abend- Sache. Heute hat der Meister weder zu bestimmen über das außerhalb des Ortes wohnende Wähler in der Gemeinde ein Grundstück stunden von 5-7 1hr und außerdem noch am kommenden Sonntag Arbeitsmaterial, noch trägt er die Verantwortung für den Guß. befizen, welches wenigstens den Umfang einer die Haltung von Bug von 12-1 Uhr aufliegen. Zur Vorbereitung und Leitung der Ge- Die Gießereien find den Maschinenfabriken angeschlossen, der bieh zur Bewirtschaftung erfordernden, Ackernahrung hat oder auf meindewahlagitation wurde eine fünfgliedrige Kommission gewählt. Meister steht nun unter dem Ingenieur, dieser ist maßgebend. Neben diesen gibt es noch Kaltulationsbureaus, welche die Preise welchem sich ein Wohnhaus, eine Fabrik oder eine andere gewerbs Lichtenberg- Friedrichsfelde. falfulieren. 1897 wurden vor dem Berliner Gewerbegericht Vers liche Anlage befindet, die dem Werte einer solchen Ackernahrung Die Bereinigung Jugendheim" hat für Sonntag, den 30. d. M., einbarungen mit den Unternehmern getroffen, die die Regelung der nachmittags pünktlich 2 1hr, eine Jugendfeier in Bubes Festsaal, Affordlöhne betrafen und auch bestimmten, daß solcher Guß, der Diefe Bestimmung wird von den Gemeindebehörden oft völlig Friedrichsfelde, Prinzenallee 30, geplant. Außer einem Vortrag des nachweislich ohne Verschulden des Formers zu Ausschuß außer acht gelassen; es werden oft Personen mit in der Liste ge- Reichstagsabgeordneten Genossen Eichhorn über: Zur Geschichte wird, bezahlt werden soll. Dadurch entsteht nun die Preisfrage: führt, deren Eigentum in der Gemeinde nicht dem angezogenen des Bürgertums und der Arbeiterklaffe in Deutschland" hat Herr Was ist nachweislich verschuldet? Wie gesagt, ist dies so gut wie Paragraphen entspricht. Emil Kühne( Mitglied des Residenz- Theaters) die Rezitation über- niemals festzustellen. Wie verschiedenartig die Ausschußfrage in gleichkommen. Vorort- Nachrichten. den 1283 Affordbetrieben geregelt wird, zeigt eine aufgenommene| das Elend ist groß. aller Handel und Wandel stodt. Im Aron-| Bon einer Lawine überrascht. Einer Meldung aus Bellinzona Statistit. In 189 Betrieben wird Ausschußguß nicht abgezogen; diffement Epernay ist die Lage sehr ernst, in Conflans find vierzehn zufolge wurden am Forcolapaß zwischen dem Mijogtal und Chiavenna von 671 Betrieben wird der Schaden auch dann abgezogen, wenn Häuser eingestürzt. In St.- Just im Departement Aube hat der neben italienische Schmuggler von einer Lawine überrascht, die sechs den Former kein Verschulden trifft; in 560 ganz; in 111 teil- Sanal von Troyes die Dämme durchbrochen, nähere Nachrichten von ihnen fortriß. Nur einer konnte sich retten. weise; von 1094 Betrieben, wenn den Former ein Verschulden Der Expreßzug New York- Chicago entgleist. trifft, in 896 ganz, in 198 teilweise, und in 137 Betrieben werden fehlen; mehrere Familien von Gutspächtern sind von den Fluten bei Fehlgüssen auch die Löhne anderer Arbeiter mit abgezogen. überrascht worden. In Charenton hält das Steigen der Marne an, Die Mehrzahl der Betriebe macht also Abzüge, auch wenn den 4000 Personen müssen noch ihre Wohnungen räumen. Aus Bor- Ein Telegramm aus New York meldet: Der amerikanische Arbeiter kein Verschulden trifft. Die Unternehmer genieren sich deaur wird ein Anwachsen der Flüsse Gers, Charente, Adour und Expreßzug zwischen New York und Chicago entgleiste gestern morgen also nicht nur ungefeßliche Abzüge zu machen, sondern ziehen auch Dordogne gemeldet; mehrere Dächer sind vom Sturm abgehoben in der Nähe von Lowville im Staate New York und wurde noch Löhne anderer Betriebsarbeiter als Schadenersaz mit heran. worden. m Sturm vollständig zertrümmert. Glücklicherweise wurden nur zwei Die start vorherrschende Akkordarbeit bewirkt aber, daß die Arbeiter Personen getötet. Die Baffagiere in den sechs Schlafwagen an die Grenze der Leistungsfähigkeit getrieben werden, besagt: Nach falter Nacht begann es heute früh 61%, Uhr zu schneien; jedoch schwer verletzt. Eine weitere, gestern abend aus Paris eingetroffene Meldung wurden durch den Unfall start hin und her geworfen, niemand worunter die Aufmerksamkeit naturgemäß leiden muß. Es kommt Der Expreßzug hält nicht zwischen den häufig vor, daß Arbeiter stunden- und tagelang an einem defekten am Vormittag fiel der Schnee in dienen Flocken, blieb aber nicht Stations Syrakus und Albani. 218 dieser gestern morgen Stüd gearbeitet haben, ohne nachher einen Pfennig Lohn zu er- lange liegen. Das Wasser steigt immer noch und richtet besonders 4 Uhr tus verließ. hatte er eine Verspätung von 7 Minuten, halten, obgleich sie den Schaden vorher gar nicht sehen konnten. im zwölften und dreizehnten Arrondissement, sowie auf der Place die der Jugenieur bis Albani wieder einholen wollte. Durch die Die ganze Gefahr für den Erfolg wird somit den Arbeitern auf- Maubert, am Pont Neuf, auf der Place de la Concorde und in schluchtenreiche Gegend, in der der Zug zahlreiche Kurven zu paisieren gehalst. Die Kontrolle des Materials, der Zutaten untersteht den Bassy großen Schaden an. Der Jnvaliden- Bahnhof ist über- batte, raste er mit einer Geschwindigkeit von 140 Kilometern die männischen Rat erteilen wollte, wäre er beim Ingenieur ab- de la Concorde. Nach einer Mitteilung der Orleans- EisenbahnIngenieuren; der Arbeiter hat nichts zu sagen; wenn er fach- schwemmit, ebenso die Strecke der Untergrundbahn unter der Place gemeldet. Eine Aenderung dieser Zustände herbeizuführen ist Gesellschaft ist der Betrieb infolge des Hochwassers vollständig einnur auf zwei Wegen möglich: durch die Gesetzgebung und durch Selbsthilfe. Der letztere ist noch der sich erste. Die Organisation gestellt.ldbase nshk davonkommen. Graben. Starfe Eisen- und Stahlbänder bogen sich wie dünner Stunde durch den Morgennebel dahin. Dazu erhob sich ein furchts barer Schneesturm. Der Zug fuhr bei seiner Entgleisung in einen Draht. Der Ingenieur flog durch das Fenster der Maschine gegen eine Telegraphenstange und war sofort tot. Der Heizer wurde vollmuß ausgebaut werden, die Zahl der Fordernden muß weit Nach den neuesten Meldungen aus Paris steigt das Waffer ständig verbrübt. Sieben von den Passagieren aus den zer größer werden. Erfolge können nur erzielt werden, wenn Ar- der Seine immer noch. Ein Teil des Ministeriums des Auswärtigen trümmerten Schlafwagen, die stundenlang völlig unbekleidet dem beiter sich nicht mehr durch Drohungen mit Entlassung ist geräumt worden, insbesondere gefährdet ist das Javelviertel. Schneesturm preisgegeben waren, dürften mit schweren Erkältungen dazu bewegen lassen, den Ausschußschaden selbst zu tragen. G3 120 Seeleute und 74 Boote sind aus den Häfen eingetroffen und muß auch dahin kommen, daß jedem Former der Stundenlohn für nach Alfort befördert worden, wo infolgedessen jede Lebensgefahr die Zeit, die er für Ausschußarbeit aufgewendet hat, erstattet für die Bevölkerung beseitigt ist. 4177 Telephonabonnenten sind wird. Die Fabrikanten erklären diese Forderung für eine Prämie vom telephonischen Verkehr abgeschnitten. Man erwartet für morgen auf die Faulheit. Das ist aber nur eine Scheinbegründung, denn, ein weiteres Steigen des Wassers um 80 Zentimeter. sollten nur die Meister und übrigen in festem Rohn stehenden Angestellten das nötige Pflichtbewußtsein besißen? Aus alledem Das Journal Officiel" ist heute vormittag nicht erschienen, es wird sollen die Arbeiter lernen, die Organisation zu stärken, dann am Abend im abgeändertem Format erscheinen. Nach Meldungen werden sie auch andere Verhältnisse schaffen. aus der Provinz steigt auch die Marne noch immer. Der Doubs und tie Saône scheinen jedoch zu fallen. Dem mit Beifall aufgenommenen Referate folgte eine ausgedehnte Diskussion, in der die Ausführungen des Referenten noch nach mancher Seite hin ergänzt wurden. Wesentliche Einwände wurden nicht erhoben. Eine weitere Versammluna soll noch dieser Frage gewidmet werden. Vermischtes. Die Hochwasserkatastrophe in Frankreich. Aus Paris wird vom gestrigen Tage folgendes gemeldet: Nach Meldungen vom Oberlauf der Seine dürfte der kritische Zeitpunkt heute nacht eintreten. Voraussichtlich wird das gegenwärtige Hochwasser das von 1802 um 25 Zentimeter übertreffen. Das in der Pariser Chronik verzeichnete Hochwasser von 1658 scheint größer gewesen zu sein. Aus St.- Just bei Epernay wird gemeldet, daß der Deich des Marne- Rheinlanals geborsten ist; die Lage ist sehr bedenklich. In Ruelle- sur- Touvre( Dep. Charente) wurde eine starke Erderschütterung verspürt, die drei Sekunden dauerte. Aus der Provinz laufen weitere Hiobspoften eiu. In Macon hat die Bevölkerung vor dem Hochwasser der Saône die Häuser räumen müssen, die Umgegend von la Bresse ist von jedem Verkehr abgeschnitten, in Verdun sind elf Häuser eingestürzt. Witterungsübersicht vom 26. Januar 1910. morgens 8 Ubr. Stationen Barometer stand mm Bind Smmembe. 734 gamburg 733 SS Berlin 736 Franfi.a. M. 741 23 Münden 1744 528 Bien Bunz Windstärke Better Temp. n. Il Stationen of 09 Barometer fland mm Bind. richtung Windstärke Wetter Temp. n. T. 5° C.= 4°. 2 heiter-22 741 NN 1743 N 3 moltig 4 woltig 16 1 beiter 12 742 SSD 1Schnee 1 3 wolfig-1 Haparanda 750 SD 5 bedeckt-0 Petersburg 754 SD 3 bedeckt 1 Scilly 5 wolfig-1 berbeen 6 heiter-4 Baris 743 1 bedeckt 0 Wetterprognose für Donnerstag, den 27. Januar 1910. Ein wenig fühler, vielf ch heiter, aber sehr veränderlich mit leichten Schneefällen und mäßigen südlichen Binden. Der Mord in dem Dorfe Hohenbruch an der Kremmener Bahn dem, wie wir meldeten, der Heizer Emil Leonhardt aus Berlin zum Opfer gefallen ist, hat noch immer nicht aufgeklärt werden können. Auch die vorgestern vorgenommene Obduktion der Leiche des Ges töteten hat einen sicheren Anhalt über die Todesursache nicht gegeben. Der verhaftete Monteur Augustin ist in das Neu- Ruppiner Landgericht eingeliefert worden, von dem die Untersuchung geführt wird. A. bestreitet, den Mord begangen zu haben. Er will an dem fraglichen Abend total betrunken gewesen sein und behauptet, daß auch der Verstorbene start dem Alkohol zugesprochen hatte und wahr fcheinlich in der Dunkelheit in den Wassergraben gefallen fei. Er fei zwar mit Leonhardt gemeinsam aus dem Hohenbrucher Gasthause fortgegangen, habe sich aber bald von dem Verstorbenen getrennt und sich um diesen nicht weiter gefümmert. Durch Zeugen soll jezt festgestellt worden sein, daß Augustin vor längerer Zeit von Leonhardt eine größere Summe entlieben hatte und daß letzterer wieder- regel. Insterburg holt vergeblich um Rückgabe des Darlehns ersucht hat. Die vor Beiiel, Thorn gestern erfolgte Besichtigung des Tatortes durch eine Gerichtss Dber, Ratibor fommiffion, zu der auch der Verdächtigte hinzugezogen worden war, hat neue Momente nicht erbracht. Berliner Betterbureau. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Bewäffertunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Basserstand Memel, Tilfit . am feit 25. 1. 24. 1. cm Ci Havel, Spandau) 132+2 Rathenom³) 1507)+2 Spree, Spremberg³) 92 Beeskow 23 eser, Münden Minden am feit Basserstand 25. 1. 24. 1. cm cm²) 5063)-20 34)-61 1343) 4 136)+3 243 14 Saale, Grochlik 209-13 -2 172 241+2 38-16 1467)-2 164 -6 124 -1 Rhein, Marimiliansau 730 +8 46 -6 Kaub 560+17 68 -15 Köln 615 -25 -41 -18 Redar, ar, Heilbronn 200 -10 310 -14 Main, Bertheim 266 21 -10 Mojel, Trier 281-10 Krossen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg ege, Bordamm 15e, Leitmeriz Dresden Barba Magdeburg 259 Auf der Suche nach den Bermißten. Wie aus Bern gemeldet wird, ist gestern früh von Amsteg in Uti eine Rettungstolonne zum Aufsuchen der beiden vermißten Stifahrer aus Zürich entfandt In Meaux find mehrere Straßen sowie die Husarentaserne überflutet, worden. Die gestern von Linthtal abgegangene Rettungstolonne ist am Nachmittag zurüdgelehrt; sie ist bis zur Claridenhütte gelangt auch die Nachbarorte stehen unter Wasser. In Lille Herrichten am Nachmittag zurückgekehrt; sie ist bis zur Claridenhütte gelangt heftige Stürme. Im Arondissement Hazebroud find die Kanäle Bermißten dort über Nacht gewesen sind und sich dann weiter geund hat im Hüttenbuch eine Eintragung gefunden, wonach die beiden und Flüsse über ihre Ufer getreten, im Norden von Pas de wandt haben. Gestern wurde unterhalb der Huefihütte im halb ber Angerappbrüde Gisstand.) Eistreiben.) Schwaches Grundeis. Calais ist jeder Verkehr unterbrochen. In Soubigny fur Drge Maderanertal ein Notfeuer beobachtet. In Souvigny sur Drge Maderanertal ein Notfeuer beobachtet. Man vermutet, daß dieses) Grundeisgang. nimmt das Hochwasser noch immer in beängstigendem Maße zu; Signal von den beiden vermißten Touristen gegeben wurde. + bedeutet Buchs. Fall. Unterbegel.) Eisstand. Dber Auf der Elbe bei Hohnstorf schwaches Eistreiben. 000000000000000 Nur bis 5. 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Alle Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen find zu dieser Bersammlung freundlichst eingeladen. 282/ 8* Arbeiter- Bildungsfchule. Sonntag, den 30. Jaunar 1910, abends 7 Uhr, in den Prachtsälen NW., Wiclefstraße 24: Lichtbilder- Vortrag des Herrn Hillig- Hamburg ber: ,, Kunftpflege- ein Ifaffenproblem". Nachbem: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Eintritt 30 Pfennig. 6/6 Garderobe fret. Achtung! Militärsattler! Freitag, den 28. Januar 1910, abends 6 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: Außerordentl. Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die Lage in unserem Beruf und endgültige Beschlußfaffung über unsere Forderungen. 2. Diskussion. 3 Berschiedenes. 156/4 In Anbetracht der hochwichtigen Zagesordnung erwartet vollzähligen Besuch Die Branchenleitung. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Zahlstelle Berlin. Branche der Möbelpolierer. Donnerstag, den 27. Januar, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27c: Branchen- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Die gegenwärtige Tarifbewegung in der Holzindustrie und unsere Forderungen. 2. Diskussion. 3. Jahresbericht der Branchenleitung und Neuwahl derselben. 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! 78/8 Die Branchenleitung. An diesem ORIGINAL Schild sind die Läden erkennbar, SINGER MAHMASCHINE in denen SINGER Nähmaschinen verkauft werden. Mustergültig in Konstruktion und Ausführung, gleich vorzüglich für Hausgebrauch u.Industrie. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. BERLIN, Leipziger Straße 92. Läden in den verschiedenen Stadtteilen. Hat jemand Rheumatismus, Gicht, Gliederreißen, Nervenschmerzen, Hüftteh( Ischias), Herenschuß, Geschwulst ec. gebrauche force ,, Electricum"( ether. StiefernadelWaldwollöl), 99 99 ein einfaches und unschädliches Naturproduft von starter, durchgreifender Wirkung. 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