Ur. 123. Erscheint tagst« au» et Msntag». Stet« vtSnumerando: Qierteb jährltch a,so Start, monatlich 1,10 Sit, wöchmiltch 28 Sfg frei In'» Hau». Einzelne Summet 6 Psg. Sonntag»- Nummer mit iZultt. Sonntag»-Beilage»Neu« Welt" 10 Psg. Polt-Zldonnement: «�0 Mt.vro Quartal. Unter Kreuz« band: Teutschland u. Oesterreich» Ungarn l SU., für da» adrige llu»land» Sit. vi. Monat. Stngerr. in der Soft■ Zeitung«< Pie>«Iist« lür t»»» unter Nr.«70». 10. Jahrg. Ans«rtlon«-»ebadr beträgt für dt« fünsgespalten, Petitietle oder deren Raum«0 Psg.,>ür verein»- und Versammlung»- Anzeigen»0 Psg Inserate für die nächste Nummer müssen bt»» udr Nachmittag» in der«rvedttion abgegeben werden. Tie»rvevtrton ist an Wochen- tagen dt« 7 Udr Abend», an Sonn- und Keftiagen bt»• Uhr Bor« mittag» geössnet. tz,»»spr,ch.Zi»tcht«g »«» I.»». 41S«. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SV. 19. ZZeuth-Straße 2. Absmlemtllts-EiillaiiWg. Mit dem 1. Juni eröffnen wir ein neues Abonnement aus den „Korwarts" Vcvlinev Vollrsblntt mit der illustrirten Sonntagsbeilage „Neue Welt". Für Berlin nehmen sSmmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Srpedltion, Keuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark Iv PstNlge srei ins Saas, wöchentlich L8 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtlich« Postanstalten Abonnements zum Preise von 1,1l! Mark sar Den Monat Zani entgegen.(Eingetragen in der Post-Zeitungs-PreiSliste für 1S93 unter Nr. 6708.) Die Redaktion und Expedition des „Uorwärto" Krrliurr Uolksblatt. Von, SUztvindellrolosZ. Ebenso wie mit dem revanchedurstigen Chauvinismus der Franzosen sucht man auch mit den beutegierigen Welt- Herrschaftsplänen der Ruffen den deutschen Reichsbürger in die erforderliche Beivilligungsstimmung hineiiizuängsligen, die einen guten Wahlausgang im Sinne der Regierung und ihrer militärfrommen Bundesgenossen verbürgt. Und doch steckt hinter dem einen Popanz eben so wenig wie hinter dem andern. Die Chauvinisten sind schwach und einflußlos geworden. Kein ernsthafter Mensch jensetls der Bogesen denkt noch an einen Angriffskrieg auf Deutschland, und in Rußland giebt es zwar eine kleine aber einflußreiche Militärpartei, die gar zu gerne ihren Eroberungsgeiüsten freien Spielraum schaffen möchte, aber— der Knüppel ist an den Hund gebunden. So ungefüge das Zarenreich sich ausnimmt, so wenig thatsähig ist es wegen der fort- dauernden Kräftezerstörung durch innere Fäulnißprozesse. Ten deutschen Wahlmachern kommt zwar bei der Aus- malung der russischen Gefahren das Berluschungssyslem der Zarendlener trefflich zu stallen. Mit Argusaugen wachen die Zensoren darüber, daß nichts in die ruisischen Zeitungen hineinkommt, was der Regierung unbequem ist. Das ge- währt unseren offiziösen Zeichendeutern den'doppelten Bor- Jcuiflctcm. Ralttraa nertotn.) (12 Dom Stamm gerissen. Bon Elise Schweichel. Diese wußte ihr dafür Dank, trotzdem sie nicht die leiseste Gewißheit Halle, ob das Mädchen mit Bewußtsein handelte. Bateska's Felnfühligkeit war dieser instlilktartige Takt zuzutrauen. ButeSla hatte während der letzten acht Tage durch Herrn Thäns' Bermitletung mehrmals Briefe mit Oettinger gewechselt. Die beabsichligte Fahrt nach Neukirch ließ sich unter den obwaltenden Umsläuden nicht bewerkstelligen. Als sie eine soudlrende Bemerkung in betreff des Fuhr- werks machte, äußerte Herr von Krics, daß er selbst in den nächsten Tagen in die Stadt müßte, Baleska also nur be- stimmen sollte, wann sie zu fahren wünsche. Diese gab den Gedanken daran sofort aus. Sie halle jedoch mit Herrn Thäns ein Anskunsrsmittel vereinbart, dahin gehend, daß Oettinger am erste» Feiertag, zu welchem viele Gäste ge- laden waren, nach Tnberg kommen und Baleska bei dem Inspektor erwarten sollte. Oettinger war davon verständigl worden. Ter Sonnabend vor Ostern war herangekommen. Im Hause war alles mit den Vorbereitungen zum solgendeu Tage beschäftigt, Herr von Kries schon von Morgens an abwesend. Vateska athmete ans. Sie konnte sich endlich ihrem Gedanken an den räumlich so nahen Geliebten über- lassen, dem ihr Herz sehnsuchtsvoll entgegenklopfte. Der theil, daß sie einmal im Einklang mit ihren russischen Amtsbrüdern über die gräßlichen Zustände, unter denen das russische Volk verkommt, schweigen, und gleichzeitig immer das Vorhandensein bedrohlicher Rüstungen und Truppendislokationen behaupten können. Trotz des amtlichen TodlschweigesystemS sickern aber dennoch von Zeit zu Zeit Nachrichten durch die russischen Grenzen hindurch über die Weiterentwickelung deS Fäulniß Prozesses, und nicht minder liegen von der Hand un- abhängiger russischer Schriftsteller, die eine Zuflucht in Westeuropa gefunden haben, Schilderungen von den Zu- ständen im Innern des Reiches vor, aus denen man ein richtiges Urtheil über die Zarenmacht schöpfen kann. So verbreitete sich vor einiger Zeit das Gerücht von einem sonderbaren Eisenbahnunfall, der dem Zaren aus seiner Reise durch Südrußland zugestoßen sei. Nach der einen Auffassung sei der Zug durch aufgerissene Schienen zum Stehen gebracht, nach der anderen, die zuerst in dem englischen Blatt„Standard� veröffentlicht wurde, hätten hungernde Bauern in ihrer Verzweiflung den Schutzkordon der Soldaten durchbrochen und den Zug zum Halten ge- bracht, um dem Zaren ihre Roth zu klagen. Nach einer uns aus Rußland zugehenden zuverlässigen Mittheilung ist die letztere Darstellung die richtige. Nur wird sie noch durch einen besonders interessanten Zusatz er- gänzt. Als nämlich der Zar die Klagen der Bauern an- gehört und ihnen Hilfe versprochen halle, brach er in die Worte aus:„Man hat mich also wieder einmal deschwindelt!" Dieser Ausspruch ist charakteristisch für den Zaren und daS Zarenregiment. Der Zar ist ein zwar persönlich gut- müthtger Mensch, d. h. von jener selbstsüchtigen Gulmüthig- keit passiver Philisternaturen; seine Fähigkeiten reichen aber nicht über das niedrigste Maß hinaus und er ist sich seiner Unfähigkeit zur persönlichen Handhabung der Regierung bewußt. Gleichzeitig wird er von beständiger Furcht vor Attentaten verfolgt. Aus diesem Mangel an Selbstvertrauen und der Angst, die ihn in jedem Fremden einen persön- lichen Feind vermuthen läßt, rührt es her, daß er sich fast willenlos der Leitung einiger weniger Männer überläßt, in deren Händen er wenigstens seine persönliche Sicherheil nicht gefährdet glaubt, trotzdem er weiß, daß auch sie ihn be- schwindeln. Sein ehemaliger Erzieher, der Kultusminister Pobedonostzew, ist in Wirklichkeit der Selbstherrscher aller Reussen, nicht Alexander III. Pobedonostzew wird unter- stützt von einer Anzahl von Bureaukraten, die gleich ihm aus niederen Verhältnissen hervorgegangen sind. Neben ihnen, halb geduldet, halb beargwöhnt, besieht eine Militär- Partei, die sich auf den hohen Adel stützt, aber zur Be lhätigung ihrer panrussischen Neigungen nur freien Spiet räum in Bulgarien und Zentralasten hat, ohne daß aus den dortigen Zellelungen ein ernstlicher Konflikt entstehen darf. Pobedonostzew selbst ist ein engherziger, rechtgläubiger Fanatiker, dem als Ziel seiner gesummten Thätlgkeit nur selige Augenblick des Wiederfindens konnte nur zu kurz und flüchtig sem. Sie wollte sich im Voraus darein versenken; es sollte ihre Vorfeier des Äuferstehungsfestes sein. Frau von Kries ging still und in sich gekehrt ihren Geschäften nach. Abends überließ sie es ihrer Schwägerin, dem Brautpaar Gesellschaft zu leisten und zog sich früh mit Haus aus ihr Zimmer zurück, las dem Kleinen Märchen vor und half ihm schöne Schlösser mit seinen Bausteinen aus- führen. Nur in der Nacht schluchzte sie einmal laut auf, so daß Hans, der bei ihr schlief, erwachte und sich in seinem Bettchen aufrichtete. „Mama, was ist Dir?" fragte er ängstlich. „Nichts. Kind, schlafe. Mama schläft auch." „Daun hast Du garstige Tinge gelräumt." „Kann sein. Schlaf' nur, mach' die Augen fest zu. Morgen ist Ostern, da mußt Du früh munter lein." „Ach ja, und da ziehe ich meinen neuen Matrosenanzug an, den mir Papa aus Berlin mitgebracht hat. WaS hat er Dir mitgebracht, Atama?" „Jttzl ist nicht Zeit zu fragen. Lege Dich auf die Seite uns schlafe." „Aber wenn Tu wieder stöhnst?" „Ich werde mcht. Sei ruhig, mein Kind. Schlaf' m' V. Die hell erleuchteten Räume des Triberger Herrenhauses füllten sich allmätig mit Gästen. In großen Famitien- schtilten, die dieses Jahr wohl zum letzten Male zur An- Wendung kamen, denn der Schnee war durch Regen und laue Winde schon sehr morsch und wässerig geworden, fuhren sie vor der Rampe vor und wickelten sich in der Vor- halle aus Pelzen und Tüchern, um darauf in den oben wohl durchheizten Zimmern die etwa gedrückten Toiletten KTpedttion: SV. 19, ZZeuty-Straße 3. daS eine vorschwebt, die sämmtlichen Unterthanen de? Zaren gleichfalls zu gehorsamen Gliedern der rechtgläubigen russischen Kirche zu machen. Zur Erreichung dieseS Ziels dient ihm als echtem Tschinownik nur das Mittel der bru- talen Polizeimaßregeln. Mit dem Kerker und der Knute werden die Seelen für den russischen Himmel gewonnen. Die deutschen Protestanten der Ostseeprovinzen ebensowohl wie die polnischen und lirthauischen Katholiken sucht man deshalb aus ihrer Muttersprache und aus ihrem Glauben hinauszuschikaniren, um sie zu vollbürtigen Ruffen zu machen. Zur Schande des deutschen Namens muß es gesagt werden, daß für manche der angewandten Russifizirungs- mittel der ehemalige deutsche Reichskanzler Fürst Bismarck Herrn Pobedonostzew die Anleitung gegeben hat. Die deutschen Polenausweisungen der achtziger Jahre wurden in Rußland durch Deutschenaustreibungen und«Brotlos- machungen mit größerer Brutalität nachgeahmt, und den Polen, die man als russische Unterthanen aus Rußland nicht ausweisen kann, wird durch ein Svstem raffinirter Quälereien der UnterhaltSerwerb auf jede thunliche Art und Weise erschwert. Dieses Siistem BiSmarck-Pobedonostzew hat nawrgemäß die Unzufriedenheit in den westlichen Provinzen Rußlands ständig geschürt, so daß eS auch den Petersburger Militärs nicht unbekannt geblieben ist, wie sehr die Wehrkraft des Reiches dadurch geschwächt wird. Und was die politischen und religiösen Verfolgungen im Westen, daS bewirkt noch weit gründlicher das abscheuliche Ausbeutungssystem, welchem die russischen Bauern im Innern deS Landes unter der Bureaukralenherrschaft verfallen sind. Seit zwei Jahren grassirt vom Dnjepr bis zur Wolga die Hungersnoth. Anfangs durfte noch darüber geredet und sie privatim bekämpft werden in Rußland; jetzt ist Schweigen die Parole, und auch der Zar wird„be- schwindelt" mit schöngefärbten Berichten, hat aber nicht die Kraft, sich von dem Gängelbande der Pobedonostzew und Genossen zu emanzipiren. Doch die gänzliche Zerrüttung der Bauernschaft wird weder durch Vertuschen noch Be- schwindeln ausgehalten. Die von der Aufhebung der Leib- eigenschaft erhofften Wohtthaten sind fast alle zu nichte ge- macht worden durch die illoyale Ausführung der Emanzipationsgesetze und die Ausbeutung, welcher die Bauern nachher anheimgefallen sind. Bureaukraten, Guts- besitzer und Dorswucherer theiten sich redlich in die Arbeit, dem geduldigen russischen Mnschik jeden Pfennig abzupressen und ihn, der kaum der rechtlichen Leibeigenschaft entronnen ist, in eine künstliche durch erwucherte Arbeits- konlrakle hineinzupressen. Wer sich über diese Zustände unterrichten will, der lese die äußerst interessante Dar- ftellung deS russischen Bauernelends durch Stepniak, den bekannten russischen Revolutionär.*) Von den 60 Millionen russischen Bauern im eigentlichen *) D e r russisch« Bauer, von Stepniak. Ueber- setzt von Viktor Adler. Stuttgart bei I. H. W. D i e tz. 1898. und Frisuren zu ordnen und aufzurichten. Die drei Töchter deS Hauses, in blau, rosa und weiß gekleidet, sahen, um mit dem Major zu reden, der stark in trivialen Vergleichen war, wie Zuckererbsen auS. Für Valesta fand er jedoch keinen Vergleich. Man sagt, die Schönheit bedürfe keines Schmuckes, sie wirke durch sich selbst. Und doch kennt niemand den vollen Reiz der Schönheit, der sie nicht geschmückt gesehen. In einem mit Spitzen garnirten, gelblich weißen Kaschmirkleide und rothen lebenden Kamelien im Haar und an der Brust, erschien Valeska wie von einem neuen Zauber umflossen. Die Kamelien, die sie trug, halte Herr von KrieS mit einer Menge anderer Blumen eigenhändig ans dem Treibhaus gebracht, zur größten Ver- wunderung seiner Töchter, gegen die er sonst immer sehr karg mit seinen Blumen war. Indessen hatten sie, ohne viel zu denken, sich mit der duftigen Gabe ge« schmückt, diese mit Rosen, jene mit weißem Flieder. Die dunkeln Kamelien paßten nicht zu ihren Toiletten, sie steten Valeska zu. Frau von KrieS sah die Reste liegen, zerpflücktes Laub und abgefallene Blüthenblätter. Sie blieb sinnend davor stehen und ließ sie durch ihre Finger gleiten. „Wie ein Nachtwandler geht er dahin", murmelte sie. „Mag er seinen Traum austräumen— noch einmal glück- lich sein! Ich will ihn nicht wecken!" In dem Salon, dem Musik- und Wohnzimmer und den anstoßenden kleineren Gemächern, die eine Atmosphäre von feinem Thee- und Arrakdust durchzog, summte es von heiter plaudernden Menschenstimmen. Valeska mußte eine Menge Vorstellungen durchmachen. Man hatte in der Ab- Wesenheit des Hausherrn sehr still gelebt, so daß ihr die Familien der Umgegend noch meistens fremd waren. Herr nrfMrtrtrfit f BM b« Tmt« M Wz» WM str»e konservativ» antisemitischer Mischmasch- Kandidat). O st f r i e s l a n d: Hache(FV). Tübingen: Paver (FV). Rupp(N). Halle-Herford: Dclius(N).— In Mittelfranken Huben der Mittelfränkische Bauernverein und der Bund der Landwirthe für die mitlelfrSukischen Wahl- kreise folgende Kandidaten ausgestellt: l. Wahlkreis DinkelSbühl den bisherigen Abgeordneten Lutz in Haidenhcim a. H. 2. Er- langen-Fürth: Michael Horneber, Bürgermeister und Gutsbesitzer in Neuses. S. Ansbach: Friedrich Beckh, Gutsbesitzer und Land- tags-Abgeordneter in Rathsberg. 4. Eichstätt: Tobias Nißler. Bürgermeister und Landtags- Abgeordneter in Alfershausen. ö. Alidorf-Nürnberg: Herr Friedrich Alt, Architekt in Nürnberg. 6. Rolhenburg-Ilffenheim-Neustadt: Friedrich Beckh, Gutsbesitzer und Landtags-Abgeordneter in Rathsberg. Antisemitische Kandidaturen. Aus einer Uebersicht über antisemitische Kandidaturen ersehen wir, daß 63 Antisemiten verschiedener Richtungen sich um Reichstagsmandate bewerben. Außerdem treten 13 konfervativ-anlisemitische Kandidaten unter diesen Siöcker, ferner drei Kandidaten, die sich als Christlich- Soziale und einer, der sich als katholischer Antisemit be- zeichnet, auf. Die Wahlagitation der Dänen. Der in dänischer Sprache verfaßte Wahlausrus des„Wählervereins für Nordschleswig- ent- hält einen fcharsen Prolest gegen den Druck, dem die dänische Nationalität in Schleswig unierworfen ist und spricht sich gegen die Mililärvorlage aus. Johannsen wird eine Reihe Wähler- sammiungen abhalten. Huene soll nun doch in den Reichstag kommen, er ist be- kanntlich in Netsse gegen die Zenlrumspartei von den Kartell- Parteien aufgestellt worden. Wie man aus Neisse schreibt, hat Frhr. v. Huene erklärt, er wolle zwar nicht kandidiren, doch sei er bereit, eine aus ihn fallende Wahl anzunehmen. Bürgerliche Unwissenheit. In bürgerlichen Blättern ver- schiedencr Richtungen finden wir die Nachricht, daß dem Genossen Schnitze von sozialdemokratischer Seite ein Gegenkandidat ans. gestellt würde in der Person des Handwerksmelsters Carl Grigatis. Uns liegt das diesen Herrn empfehlende Flugblatt und sein Programm vor. Wir haben schon viel verworrenes Zeug wahrend der Wahlbewegung zu lesen gehabt, aber all dies reicht nicht an den Wahlaufruf und das Programm des Herrn Grigatis heran. Wir wollen dies durch einig« Zitat« beweisen: „Herbeiführung einer Volksabstimmung über die System- änderung der Vevölkerungsbeschräiikung resp. Verlegung derselben in die Familie." „Eiviger Frieden und Freundschaft sei mit der glorreichen französischen Nation!" „Den Wunsch dieses hochherzigen Volke?, mit Deutschland ein Volk von Brüdern unter Deutschlands Kaiser zu bilden, soll jeder redliche Deutsche theilen. Die Völker lieben und ehren sich untereinander. Nur jene Großen, die uns peinigen— Heyen zur Revanche—, Hetzen vom— Erbfeind."— «Wir werden siegen. Und dann sei Silber da? schlechteste Melall, um Eurer Pferde Hufe zu beschlagen." Und der Mann soll Sozialdemokrat sein! Zu dieser Be- Häuptling kann sich blos die Unwissenheit bürgerlicher Journalisten ausschiviiigen. Die Agitation»-Kommission der HandelsangesteUteu Deutschland» erläßt einen Ausruf, in dem es heißt:„Wir fordern alle Kollegen dringend auf, sich sofort den Bertrauens- Personen der sozialdemolratischen Partei zur Verfügung zu stellen und bei der Wahlarbeit mitzuhelfen. Jetzt ist uns Gelegenheit geboten, aufS glänzendste zu beweise», daß wir Schulter an Schulter mit den Arbeitern Teutschlands für die Erreichung unserer Ziele kämpfen wollen. Der Fall der Militärvorlage war der Anlaß zur Reichstags-Auflösnng; aber nicht nur über die Militärvorlage hat der neue Reichstag zu entscheiden, sondern die Neuwahlen sollen zeigen, welche Wege das deutsche Volk zu wandeln entschlossen ist. In der nächsten Zeit wird und muß über die Verkürzung der täglichen Arbeitszeit, über Kündigungsfristen, über die Ge- Werbegerichte im Handelsgewerbe berathen und beschlossen werden. Unsere wichtigsten Interessen stehen also auf dem Spiel. Wenn jetzt nicht die Stimmen, die Arbeit der Handlungsgehilfen für die sozialdemokratische Partei in die Waagschale geworfen werden, so würden die Handlungsgehilfen gegen ihre eigenen Interessen handeln! Aus Köpenick schreibt man«nZ: Unsere Wahrnehmungen bei der Agitationstour in Stadt und Land berechtigen zu den schönsten Hoffnungen. Der Empfang bei den ländlichen Leidens» und Kampsgenossen wird uns allen unvergeßlich sein. Di« wirth- schaftlichen Verhältnisse haben die Köpfe revolutionär gemacht, mehr als wir uns träumen ließen. Frohen Muthes sehe» wir daher dem Aussall der Reichstagswahl entgegen. Au» Weimar wird uns berichtet: Hier wurden in de» Pfingsitageu durch 30 Genossen 6000 Flugblätter auf dem Lande vertheilt. Ueberall fanden unsere Genoffen gute Aufnahme. Die Stimmung ist sehr günstig für uns. Niederträchtige» vom Gegner..3000 Lumpen' bestnden sich in dem IS. sächsischen Reichstags-Wahlkreise, die keine Steuern bezahlen, aber dennoch von ihrem Wahlrechte Gebrauch machen können. Diese Lumpen werden den Sozialdemokraten wählen. Dennoch wird derselbe— wir wetten 163 gegen 1— nicht wieder gewählt werden---" Also äußerten sich in Limbach in Sachsen Anhänger der Mischmasch-Partei über unsere dortigen armen Genossen. Es ist schwer solchen Gegnern, die ebenso arm an Geist und Anstand, als reich an Geld sind, ruhig zu antworten. Die Burgstädter„Bolksstimme" dringt das Kunststück fertig. AuS ihrer trefflichen Antwort geben wir folgende Stelle wieder: „Diese„3000 Lumpen" sind brave, ehrliche Arbeiter, die infolge der kapitalistischen Produktionsweise zum Theil Monate lang, Wochen lang arbeitslos gewesen sind und sich mit einem Lohne begnügen mußten, der nicht hinreichte, um Frau und Kind einigermaßen menschlich zu ernähren, nicht hin- reichte, um pünktlich den Hauszins zu entrichten, also auch nicht hinreichte, um die Abgaben an Staat und Gemeinde zu be- zahlen. Diese„3000 Lumpen" erzeugte die heutige herrschende Ge- sellschaft, dieselbe Gesellschaft, die diese„3000 Lumpen" wegen ihrer Armulh vom Wahlrecht ausschließen möchte, selber aber den Staat durch falsche Deklarirung des Einkommens detrügt. Diese 3000 Lumpen legen Zeugniß ab von dem Elend, das in Arbeiter- und Handwerkerkreisen herrscht und be- rechtigt die Sozialdemokratie um so mehr, auszuharren in dem Kampie gegen den Kapitalismus, der die Arbeitskraft des Proletariers mit Hungerlöhnen entschädigt und dafür das Proletariat physisch und geistig degenerirt; auszuharren in dem Kampfe gegen den Militarismus, der das noch mmmt, was der Kapitalismus übrig gelassen hat— Gut, Blut und Volks- jreiheit. Diese 3000 Lumpen find von der herrschenden Gesellschaft konsumnnfähig gemacht worden. Sie sind nicht im stände, dem Handwerker, dem Gewerbetreibenden, dem Landwirth Waaren, abzunehmen, und aus diesem Grunde geht der Handwerker, der Geschäftsmann, der kleine Landwirth zu Grunde, dieweil die Glieder der herrschenden Klasse üppig und in Freuden leben." Alle», wa» reaktionär ist, tritt für die Militärvorlage ein, da können die Innungen nicht zurückbleiben. Der Zentral- ausschuß der vereinigten Jnnungsverbände hat nun auch einen Wahlaufruf erlassen, in dem es heißt:„Wir vertrauen, daß die Kollegen des Handwerks an der Wahlurne für eine verstärkte Wehrkraft des Reiches ihre Stimmen abgeben werden." Die große Masse der Handwerker steht außerhalb der Innungen, eS geht ihnen viel zu schlecht, als daß sie sich für Uebernahme weiterer Lasten bereit erklären könnten. Die meisten Handwerker werden in ihrem wohlverstandenen Interesse trotz des Wahl- ausrufs der Jnnungsverbände, trotz der Anbiederung der Konser- vativen gegen die Militärvorlage ihre Stimme abgeben. Welchen Gefahren die Wähler sich««»setzen, wenn sie einen Geistlichen zu ihrem Abgeordneten ernennen, wird von der „Elsaß-Lothring.Volks-Zeitung" hübsch ausgeführt. Sie schreibt: „Das„Mülhauser Volksblatt" entschuldigt das Fernbleiben der Ävg Dellös und Mangos von der(bekanntlich Sonnabends erfolgten) Abstimmung über die Militärvorlag« damit, daß„beide terren dringende Gründe hatten, auf den S o n n t a g in ihre sarrei zurückzukehren". Herr Dellss, Pfarrer von Metz, hätte z. B. in seiner Pfarrei der Feier der ersten heiligen Kommunion vorstehen müssen. Das ist za recht nett, und wenn das„Mül- hauser Volksblatt" Recht hat, so haben die beiden Herren durch ihr Verhalten bewiesen, daß sie recht gute Pfarrer sind, die wissen, was sie als Pfarrer zu thun haben: sie haben aber damit auch bewiesen, daß sie sehr schlechte Abgeordnete sind, die nicht wissen, was sie als Abgeordnete zu thun haben."— Das- selbe ultramontane„Mülhauser Bolksdlalt" hetzt seine Leser zu den bekannten Brutalitäten gegen die agft«ren- den Sozialdemokraten auf, indem es sagt:„Für erhitzte Köpfe ist frische Luft äußerst nothwendig, und es empfiehlt sich sehr, derartige Wandervögel möglichst schnell ins Freie zu uesördern. Man muß ihnen das Hanstren mit Gotteslästerungen gründlich verlreiben und nicht erst warten, bis die Polizei er- scheint." Dafür bekommt das fromme Blatt ein Gehöriges aus den Kopf durch folgende Erwiderung unseres bereits genannten Mülhauser Parteiorgans:„Genau so dachten die Bauern und Kommunionkinder von Orschweier, als sie, den Dorfweibel, den Kirchenschweizcr und die Schulschwestern an der Spitze, seiner teit eine Anzahl friedlicher Ausflügler aus Gebweiler, Bühl und ulz ihrer sozialdemokratischen Gesinnung halber mit Steinen und Rebstöcken aus dem Dorfe hinaus verfolgten. Warum? Weil sie von feiten des Herrn Pfarrers gegen die-ss-J- Sozialdemokraten aufgehetzt worden waren! Daß es den Sozialdemo- kraten, welche zur Agitation ausziehen, nicht einfällt, Gottes- lästerungen auszusprechen, dafür sorgt schon ihre Kenntniß des Z 166 des Strafgesetzbuches. Aber die Prediger des Friedens brauchen diese Beschuldigung, um die stumpfgläubigen Land- leute gegen die sozialdemokratischen Verführer zu Gewaltthätig- keilen aufzustacheln, da sie sich mit anständigen Mitteln nicht mehr zu helfen wissen." Löblich! In G l ü ck st a d t haben sämmtliche Saalinhaber ihre Lokaliläten allen Parteien zur Verfügung gestellt. Die dentschen Arbeiter in Pari» und die Wahlen. Ein ans Anlaß der Wahlen herausgegebener Aufruf des deutschen sozialdemokratischen Leseklubs in Paris schließt mit folgenden Sätzen: Unser« allerheiligste Pflicht ist eS, nach Kräften zum Sieg der deutschen Sozialdenwkrarie beizutragen. Da uns, die wir im Älusiaude leben, die Entfernung daran hindert, persönlich am Kampfe theilzunehmen, so laßt uns wenigstens durch Geldsamm- lungen den im Feuer stehenden Genossen Waffen und Munition zur Schlacht liefern. Thue jeder seine Schuldigkeit! Nieder mit Militarismus und Absolutismus! Hoch die völkerbesreiende und völkereinigende Sozialdemokratie! Vorketnacktvicktfen. Bon der Agitation. Dr. Bruno Schoenlank hielt am Donnerstag Abend im größten Lokal Breslaus, dem Konzerthaussaal, seine Kaudidatenrede vor einer überaus stark besuchlen Wühlerversammlung. Gegen 1000 Personen mußten wegen Platzmangels wieder umkehren; der Saal war schon um 8 Uhr so überfüllt, daß er polizeilich gesperrt werden mußte. Ueber den Vortrag, der stürmischen Beifall fand, bemerkt die Breslau«„Volksmacht":„Schoenlank dürste durch seinen lehr- reichen wie zur Begeisterung hinreißenden Vortrag einen durch- schlagenden Erfolg erzielt haben." An» SiSlebe« wird dem„"Volksblatt für Halle" mitgetheilt: „daß seitens ein« Reihe hervorragender dortiger Bürger eine Bittschrift an das Ministerium gesandt worden ist, in welcher die Begnadigung der„reichstreuen" Knüppelhelden, welche am 31. Mai 1331 im„Gasthof zum Kronprinz" in Eisleben unsere Genosse» mißhandelten,«fleht wird. Wir wollen mit unserem Urtheu der Entscheidung des Ministers nicht vorgreifen; daß aber die Bourgeoisie sich ins Mittel legt, beweist jedenfalls, daß man sich in jenen Kreisen darüber klar ist, daß die Bergleute bei ihrem unvernünftigen Vorgehe» nur für die Satten, die aus der Dummheit der großen Masse ihren Profit schlagen, die Kastanien auS dem Feuer holten. Jetzt, wo sich die Bergleute bei diesem Beginnen die Finger verbrannt haben, ist jene Klasse auch noch in der angenehmen Lage, durch die Bittschrift sich das Mäntelchen der Nächstenliebe umhängen zu können. Wie es sonst mit dieser Eigenschaft aussieht, erfahren die Arbeiter genügend am eigenen abgerackerten Leibe. So wird es getrieben, bis dem Volle die Augen aufgehen trotz alledem�" Ueder da« Interesse, das die gewerkschaftlich organisirten Arbeit« an den Reichstagswahlen haben, schreibt die „Fachzeitung für Drechsler" u. a.:„Die gewerkschaftlichen Jnter- essen der Arbeiter finden ihre weitgehendste und beste Vertretung bei der sozialistischen Arbeiterpartei! Aus den Gewerkschaften rekrutiren sich die Vertreter der Sozialdemokratie; sie standen und stehen noch im gewerkschaftlichen Kampfe und sie allein sind im stände, die Nolhiage der Arbeiter richtig zu beurtheilen. Ihre Wahl zu sichern, ist daher die erste Pflicht jedes Gewerk- schafters, jedes Arbeiters, welcher an die Wahlurne herantritt. Für ihre Wahl zu agitiren, ist Ehrensache jedes Arbeiters, auch wenn« noch nicht das wahlberechtigende Alter erreicht hat. Für die Sozialdemokratie nach Kräften sein Scherflein bei- zutragen, ist das«sie Erforderniß des bevorstehenden Wahl- kampseS. Arbeit«! Kollegen! Wählt � nur Sozialdemokraten!" Blütheu österreichischer Preßzensur. Wiener„Arbeiter» Zeitung" vom 13. Mai:„Wie bald aber ist ein Ausdruck-- Konfiszirt I Konfiszirt!— ist das Pflaster, welches das Geschwür der Arbeitslosigkeit verdecken soll!" Wiener„Arbeiter-Zettung" vom 26. Mai:„Der böhmische Landtag war-- Konfiszirt! Konfiszirt!— Die Kopie ist sehr mangelhaft." „Wien. AuS dem k. k. Münzamte.— Konfiszirt I Konfiszirt! --------- und ein Beweis, daß nur die Ar- beiterschast durch ihre Organisation solche Uebelstände der heutigen modernen Einrichtung beseitigen kann." Todteuliste der Partei.'Gestorben w Würzburg der Maschinenarbeiter Georg Friede l.— In Langen- bielau verschied am 24. Mai nach einjähriger Krankheit der Maler S t« n z e l. Er hinterläßt eine kränkliche Frau und vier Kinder, wovon daS älteste erst 7 Jahre, in äußerst dürftigen Verhältnissen. Etenze! verschmähte es trotz seiner großen Roth, um Armenunterstütznng nachzusuchen, da er des Wahlrechts, das er diesmal noch ausüben zu können glaubte, nicht verlustig gehen wollte. »« Polizeiliche», Gerichtliche«»e. — Auf Antrag des Genossen Gladewitz i« Zwickau hat der Staatsanwalt die Untersuchung gegen drn im Be» leidigungS-Prozesse Miede kontra Gladewitz des Meineids ver- dächtige Bergarbeiter eröffnet, infolge deren Aussagen Gladewitz zu der exorbitanten Strafe von 12 Monaten Gesängniß ver- urtheilt worden war. Wegen der Wiederaufnahme des Prozesses ist die Verbüßung der Strafe aufgeschoben worden. Gladewitz ist bereit? neu abgehört worden. DernuMles. In Lübeck hat die wegen Unterschlagung öffentlicher Geld« erfolgte B«haftung d«S Kassirers und Steuerbeamten Spierina das üblich« große Aufsehen erregt. Spiering, der alsbald nach Entdeckung der Unterschlagung vor die Steuerbehörde geladen. aber nicht erschienen war, ward in einer Wirthschast verHaftel und zwar unter so«heblichem Widerstande, daß drei Schutz- leute erforderlich waren, um ihn zu transvortiren. Spiering lebte tn guten Verhällnissen, so daß die Unterschlagungen, die durch Fälschungen verdeckt sein sollen, nicht leicht erklärlich sind. Au« Hattingen wird folgender unglaubliche Borfall be- richtet: Der Gendarm Heloig in Niederbonsseld gerieth mit einem Bergmann in Streit. Als der letztere den Gendarmen am Halse fassen wollte(i), griff der Beamte nach dem Revolver und tödtet« seinen Gegner durch einen Schuß inS H«z. Die That vollzog sich in wenigen Augenblicken in Gegenwart zahlreich« Zuschau«. Ein« Wittw« und mehrere klein« Kinder betrauern ihren Ernährer.— Ob der Gendarm den Revolver auch so schnell abgedrückt hätte, wenn der An- greiser kein gewöhnlicher Bergmann, sondern ein Zechenbesitzer gewesen wäre? Schwerlich. Fürwahr, wenig wiegt heutzutage ein Menschenleben. Fürst Adolph von Schanmburg-Lippe, welch« jüngst starb, ist der Held folgender Anekdote: Als im Jahr« 1863 in Frankfurt a. M. der Fürsten-Kongreß tagte, fand eine von der „Freien Stadt Frankfurt" veranstalte große Festlichkeit statt, zu welcher auch die Honoratioren dn Bundcs-Metropole geladen waren. Da saßen nun die Fürsten des weiland Deutschen Bundes in einer abgesonderten Abtbeilung des Festraumcs an kleinen Tischen in lebhaftester Unterhaltung, als plötzlich unter den Herrschaften eine allgemeine Bewegung sich bemerkbar machte. Alle die gekrönten Häupler erhoben sich, um einen soeben in den Kreis«intretenden unscheinbaren, kleinen allen Herrn zu be- grüßen; nur Fürst Adolph von Schaumburg-Lipp« blieb zur Verwunderung Aller auf seinem Sessel sitzen. Da nahte sich ihm der Kurfürst von Hessen und flüsterte ihm die Worte in's Ohr: „Aber lieber Fürst! Wollen Sie denn den Herrn nicht auch be- grüßen? Wissen Sie denn nicht, wer der Herr ist?"—„Nein!" —„Das ist ja der Baron v. Rothschild!"—„Ach was! Geht mich nichts an! Bin dem Kerl nichts schuldig l" Dviefkalken Vev Expvdikimu In unserer Expedition gingen zum Wahlfonds fern« folgende Beiträge ein: S. G./K. Ch. Jll. d. Hd. 3,80. Gesangverein Lorbeerkranz I. vom Früh-Konzert bei Bötzow am I. Pfingstfeiertag 28,—. Rauch- klub Elvira 3.—. S. 10,-. P. T.. Moabit 1,-. T.. Lothringerstraße— ,80. Dr. B. 6,—. Bon Boy aus Potsdam d. Meyer 2,40. Von L. H. 3,30. B. C. 8,—. I. S., Adalbert- straße 22 4,—. Kaiser'scher Männerchor d. Opitz 10.—. L. C. 20,—. Kornblume, Müllerstraße 1,10. Rothe Pflanzer. Nasses Dreieck 2,08. Verein Titania 2,—. 2 Hutmach«, Roßstr. 23 1, 80. II. R., Arbeiter und Arbeiterinnen, Metallwaaren-Fabrik, Elisabeth-Ufer 2,30. Franz, für verbrauchte Seife—.20. F. S. II. R. 2,—. 3 Rothe. Zeughofstr. 28 3.—. Schristgießer der Schriftgießerei Gufch 10,—. Bildhauer d. I. C. Psaff'schen Möbelsabr. 4,28. B. u. L., Alte Jakobstr. l,—. Summa 123,60 M. Bereits qufttirt 4046,80 M.; in Summa 4176,10 M. Wir«suchen den»asfirer des BnbandeS der Konditmn k. um gest. Angabe fein« Adresse. Für de» Inhalt der Inserate über- nimmt die Redaktion dem Vublik«m gegenüber ketuerlet Verantwortung Theater. Sonntag, den 2S. Mai. Gprr.chau». Tannhäuser und dn Sängerkrieg auf der Wartburg. Montag: Carmen. Dlenro Theater. Die Schulreiterin. Eingeschlossen. Herrn Kaudels Gardinenpredigten. Montag: Des MeereS und der Liebe Wellen. berliner Theater. Die Waise von Lowood. Montag: Der Hllttenbesitzer. Zesstug-Theater. Brave Leut' vom Grund. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kestden�-Theater. Flattersucht(!.» kapillonos). Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Grntt-Theatrr. Goldlotte. Montag: Dieselbe Vorstellung. Lrirdrich-ZvtlbrtmNädt. Theater. Der Beltelstudent. Montag: Dieselbe Vorstellung. SroU'o Theater. Die ZnuberflZte. iKtoria-Theater. Frau Venus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Uational-Theatcr. Die Direktrice. Montag: Romeo und Julia. ZUeranderplah-Theater. Der Bajazzo und seine Leute. Montag: Zimmermann'? Lene. Freie UolKobühne.(Lesstngtheater.) IV. Abth. Nachmittag 2V, Uhr: Die Ehre. Winter-Karten. Spezialitälen-Vor. ftellung. Apollo- Theater. Spezialitäten. Vorstellung. Theater der Kleichohallen. Spezia- litäten-Borstellung. Kantmann'» Uarists. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter'» Paristt. Epe« zialitäten-Vorstellung. Lrn st-Ik ___ Letzte Woche.~WS Goldlotte. Cesangsposse in 3 Akten v. llä. Jacohson und W. llannst'adt. Couplets theilweise v. 0. VSrs». Musik von 0. Stetlsas. In Szene ge- fetzt von ääolxn Lrnet. Ans. 7V, Uhr. BW D?r Kammer» Garten ist geöffnet.-M® MT ächlnss den Zl. Mal. > der Saison: littvoch, Castaiis Fanopticum. Der Tod als Erlöser. Neu: Die Eßrelkea des Meeres. Bauern-Aufstand! Zllnstonist. Vorstellungen. Irrgarten.— Schrechenshammer. Passage- Panopticum. Neal Min bei NO. Colossal-Gruppe aus lebensgroßen Wachsfiguren. Lommer-Tdeater SV., Vempeldoker llerg. Täglich: Lustspiel— Posse— Ballet nnd Spezialitäten I. Ranges. Ans. Wochent. 6V, Uhr. Sonnt. SV, Uhr. cntnü» so pf. Refervirter Platz 1,—, Sperrsitz 1,50, Loge 2 und 3 M. Kanfmann's Variöte Am Stadtbahnhol Alexanderplatz. Z« prachto. Kommergarten täglich lZr.lZarten-Loucert und TßtMlititeii-SsrWli!!. Bei ungünstigem Welter findet die Vorstellung im Saale statt. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pk. Th. Boitz' Festsäle, Alto Jakobstrasse 75.[38d0b Gr. u. kl. Säle z. Kergn. u. Uers. a. Sonnab. u. Sonnt. Gr. schön. Garten. Zönlg!. italleniscber Clrcns Ernesto Ciniselli. Stadtbabnstation Zoologischer Garten. Heute. Sonnlag, den 28. Mai 1803: 2 große Vorstellungen. Nachm. um 4«. Abend» 7Vs Uhr. In beiden Vorstellungen Zlitvtrknng des gesammten Herren- and Damen- personals, sowie Reiten und Vorführen der bestdresstrten Schal- und Freiheitspferde. Während der Pausen Jnler- me,zos von lb Clowns. WHS Zu der Nachmittags-Vorstellung hat jeder Erwachsene das Recht ein Kind frei einzuführen.— Alles Nähere die Abendprogrammel!1 Morgen Montag: Grosse Brillant- Vorstellung. U>SM- Hocheleg. luftiger Sommrr-Zirkus,"SSO Ernesto Ciniselli, Direktor. Norddeutsche Brauerei. 58« Chaussee- Strassa 88. Täglich: Concert. Mochrntag» Kntr rr fr ei. Bei ungünstiger Witterung im Saal. EM" Die neu eingerichtete Rattee- kücbe ist den geehrten Gästen von 2 bis 6 Uhr geöffnet 1 41461-, �Ktlea- Brauerei Friedrichs- hain am Königsthor. Heute Sonntag: Le-ssses luslruillcllla!- Fvnrert, Rk. Bfihme, OV Anfang 4Vi Uhr."MWU Eintritt 36 Pf. Kinder frei. ?rogramm unentgeltlich. 4274L reitag: Militär- Frei-Konzert. Neu! Grosses Potpoarri. Neul Kerttner VotkamusiN. Moabiter Gesellschaf t&haus» Alt-Moadit 8o und 81, Täglich i Iljcntft« nnö SpezinlitSten- Vorstellnng, sowie Concert. Anlang 4 Uhr. Entret 80 Pf., reservirler Platz 50 Pf. 41271/ Helmuth Peters. �.Etablissement Woti6: w- ßuggenhagen. ¥la9- Täglich: Inllrumental-Konsert. Großer Frühltüchs-«. Mittags- tisch. Spezial-Ausschant von Uahrn- hofer Lagerbier, hell und dunkel. MST' An Sonn» und Festtagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Kommerse, _ Festlichkeiten:c. Fortuna-Säle 3. Straußberger-Ttraße 3. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Jeden Donnerstag: Grohe Gefell- schaflostunde. Empfehle meine Säle zu allen Privat- Festllchkeiten und Vcrsammmlungen; auch find einige schöne Veroinaziinmer zu haben._ 367oL* Gründers Fesisäle (frühep Mündt) Köpenickerstrasse 100. Jeden Sonnabend, Sonntag, Hontag nnd Donnerstag: Grosser Ball. KB. Meine 5 Vereins-Säle von 50 bis 200 Personen halte ich Bereinen, Gesell- schajlen k. bestens empfohlen. 41311/ Otto Walther's 123b* Restaurant und Garten Kchwedterstrah» 44. Empfehle allen Genossen meinen schaltlgen Garten mit Kafieeküche, zwei Sommer-Kegelbahuen n. Vereinszimmer. Täglich musikalische Unterhaltung. D. 0. Parteigenossen empfehle mein schön eingerichtetes Lokal zum gefälligen Be- such. Vereiuszimmer als Zahlstelle für 40 Personen. Edmano Rentor, 3652L* Swinemüuverstr. 45, Empfehle den Genossen und Freunden des Südostens meinen reichhaltigen Frlll, stück-. Mittag- u. Abeudtlsch. Vereinszimmer noch mehrere Tage frei. Franz Gittlrr(irüher Ander), 4I97L Mariannenstr. 43�_ Säle zu Privat-Festlichkeiten u.Ver- saminlungen Oranienstr. 180. 355lb Dem Maurer August Werschat zu seinem morgigen Geburtstag ein dreifach donnerndes Hoch! 42712 August, der vierte Manu fehlt. Die Verlobung unserer Tochter Martha mit Herrn August Wirth erklären wir hiermit für aufgehoben. 14Sbj August Thiele nebst Frau. verein der Van-Anschläger Berlins. Mittwoch, den 24. Mai. Abends 10 Uhr, starb unser Kollege Herr J. Leuschner im 83. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Sonntag. 23. Mai, Nachm. 5 Uhr. von der Leichen- halle des städt. Krankenhauses am Friedrichshain aus nach dem Sankt Pius- Kirchhos(Wilhelmsverg) statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. I32'6 I Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß der Partei- genösse 183b Adolf Herzberg am 19. Mai 1893 verstorben ist. Die trauernden Verwandten. Allen Freunden und bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Erau Anna nach kurzem Leiden am indbettfieder sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Kra.iken- bauses am Friedrichshain aus nach dem Markus-Kirchhos statt. I63b Ter trauernde Gatte K. Zimpel. vauksagnug. Allen Freunden. Bekannten und Ver- wandten für die vielen Beweise der Liebe und Verehrung bei der Beerdi- gung meines lieben Mannes, unseres gulen Vaters 17Sb Christtau Gertcke, insbesondere den Herren Gedr. Bergas nedst Personal, sowie jämmtlich dabei Betheiligten sagen wir hierdurch unseren tiejgefühltesten Dank. Wiltwe Geriete nebst Kindern. Ostbahn-Park am K ü st r i n e r Platz, (Hermann Jmds) jjRädersdorierstr. 71, am Ostbahnhof f Täglich: T». Pantomimiften-Truppe Garettoo, urlom. Taxaineler-Droichtensahrt, Hv. De Dosts, Neger-Exenlric«. Volksdelusng. jeder Art. 4 Kegel- bahnen zur Verfügung. Märkischer Hof, A d m i r a l st r. 18c. Jeden Sonntag gr. Fest-Ball. Ans. 4 Uhr, Ende 2 Uhr. Meine beiden Säle sind noch Sonnabends u. Sonn- tags zu allen Jestlichkeiten zu vergeben. W. Noack's Concert- nnd Gesellschafts-Säle Brnnucnstrafie 16. In dem schöne» grobe» Garten heute sowie täglich: 180d Konzert, Theater und Spezialitäten-Vorstsiimig. Anfang 61/* Uhr. ffintrt* 30 Uf. BW Bei ungünstiger Witterung finden Konzert und Vorstellung im Saale statt. NoaCk. Genossen emvfehle meinen Früh- stuch»-, Mittag»- und Abendtisch. Vereinszimmer mit Piano. Für gute Getränke sorgt stets 86131/ Fritz Fröhlich,«%'«. Parteigenossen empfehle meine De- stillatlon zu gefälligem Besuch. lb*j H. Bobert, Rosenthalerstr. 13. 2rrtrtI u. Zimmer für Vereine. Arbeits- TIUll nachweiS, Telephon- Anschluß, schöner schattiger Garten, Gipsstr. 3. BereinSzimmer oder Zahlstelle(inS 40 Pitsonen, sep. Eing.) zu vergeh, beim Gen. Jacob, Boeckhftr. 5. 3467b' __ Potsdam."WS Restaurant Charlottenhof.| Den Berliner Parteigenossen emvlehle bei Ausflügen nach Potsdam mein am Bahnhof Eharlottenhos gelegenes Re- staurant. Schöner großer Garten, Billard. Kegelbahn. Um regen Besuch bittet Achtungsvoll F. Broseil, Uotodnm. Alte Louisenstr. 32, gegen- über dem Bahnhof Charlottenhos. Größere Gesellschasten bitte vorher anzumelden. 186 Itan I Marks* Klagen, Eingaben, Reklamationen, Rath im Zivil- und Strafprozeß. Ein- ziehung von Forderungen. PoIIah, je�tMumrnstr.lO II r.Aach Sonntags Schweizer-Carlen am KOniBSthor. Concert, Theater und Tffjiililila-Ltrßllmij. Dorina, da» Kauonru-Weib. Geschwister RlgeU, Familie Carlo, Mr. Famera, Max Grabow, Gebr. Olssenato, Emma Laeas, Tronpe Colambia und Gebr. Vereroa. Im Saale: BW BALL.[4I99L' KTono Wolf Hasenhaide, Bergschloss-Branerei. ItlcUc ff eil. Heute, Sonntag 4 Uhr: Finsterbusch-Konzert. Zm Ehsmpeti-e: Ball. Artisten- Vorstellung.— Gr. Fenerwerk. VoUlsbelusttgnnges oller Art.— llloffeeküche.— Irrgarten. Entree 25 Pf.— Kinder in Beglectung Erwachsener 5 Tb. Keller's Hofjäger, Basenhalde, Bergmannstrassen- Ecke. Heute, Sonntag, dsn 28. Mai 1892 1 51/13 Grosses Garten-Konzert, Ball. Marionetten-Theater. Grosse Vorstellung. Volksbelustigungen. Ansang 4 Uhr. Eutree 15 Ps., im Vorueilauf 10 Pf. A. Fröhlich. Mittwoch, 31. Mai ct.: Grosses Kinderlest mit OrsOsrerloosang. Donnerstag, 1. Juni er.: Erstes gr. Extra-Konzert.(Jed. Donnerstag.) Ostbahn-Park am Kustriner Platz. flr IW I I rft« Bonzen, Theater and Speztalttäten> Vorstellung. �»4» s 44�» Pantomimiften-Truppe Garstton, Urkomische Taxameter-Droschkenlaiirt. lAn. De Oolfs, Sieger-Excentrics 2C. Volksbelustigung jeder Art. 4 Kegeldahnen zur Verfügung. RnffeekQche geöffnet SonnlagS von 2—5, Wochentags von 2—6 Uhr. Jeimanns vollisgartcn, Doppel-Hlilitär-Kollzert Artisten-Uorstclln, ig:"KäriÄÄ Der Kerliner Kefangshumorist Herr Kühler»ad Andere. Zm gr. Ealile: Kavalier-Ball. vÄSSe«. Enlree 25 Pf. Montag: Konsert.— Vorstellung.— Ball. Äe. Zum Sterneeker. sÄ 1. Auftreten der preisgeh. H ahr PoVirwäll auf dem höh.\ O?»e Thurmseil-Künstler uCUl.IJClil W all Thurmseil /Konkurrenz. Doppel parademarfch. Dt, Kt«hlpro«,nad». Da» Kchulterftehe«, MSSMW Da» Kopf stehe». MMMBn Die Promenade im Sack.!Der Kautschuhman» am Kett. Concert. Bai champetre. Arena. See-Theater. Illumination. Dolhobclusttguuge». Fontaine Fumtneuse. Dampferfahrt. Lachkadinet. Elekt. Gisenbahu. Kallon-Eaptif-Mafch. Ansang des Concerls 4 Uhr.— Enlree 30 Pf., vorher 25 Pf. 4275L Bust. Sternecker» Jeden I Sonntag: Miütär-Eonzert, Voiksbel. Spandauer berg-Brauerei Westend bei Chariottenbarg. Beqnemste Verbindung mit der Stadtbahn. Beste KOche. Jeden Donneratag: Monstre» Fenerwerk. Kümpers Restaurant zum TroptoM.„Park-Schloss" Grüsster Garten. U Kegelbahnen. Tau. Volksbelnattgongea aller Art. Jeden Sonntag; Konzert— NB. Der neuerhaul« Enal. lOOv Personen sasiend, ist zu Fe lichkeilen ,c. an Verein» und Gesellschaften zu oergeben. lW ff. Lagerbier 0,4 Liter 15 Pf.. Pfungstadt», 0,4 Liter S5 Pf. IVpntlm Restaurant„Zum Karpfenteich" �Jr'"* Jede« Sonntag und Mittwoch:* Cr. tojtrt». sämmll. Spezialitäten 1. Ranges. Entree frei.«ermann Btto. A____ Park» Jeden Sonntag von Nach mittags 4 Uhr 8 B*C£BBOwVy Strasse. BV Konzert und Ball.-WPK Bade's Volksgarten.—.«°S. BW" Ausschank dar Be Restaurant W. Jacob KBpnloker Landstr., a. d. Verblndungah. UMM nuBvconn ucr- Dcpllner Bockbrauerei. ��881 ff. Lagerbier 0,4 Lil. 15 Pf., München er 0,4 Sit. 20 Pf. 6 Kegelbahn. Kafieekttcbe Roh-Tabak A. Goldschmidt,38061-*! am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie fttr sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel defindl. Rohtabake sind am Lager. A. Goldschmidt,. Oranienburg er str. 2.] Zunge StmeS�'®profTet9 551 • Sager. Andreasstr. 39. Kinderwagen. Größte« Lager im Norden Berlins. Theilzahl. gestattet. A. W. Lcbulz, Krnnnenstr. 145, Ecke Rheinsberger» slraße. Musterbücher gratis und franko. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck uno Verlag von Mar Badinr in Berlin. SW. Beuthftraße 2. Brauerei Wedding. 48 Ueinickrndorfrrstr. 48 empfiehlt feinstes Werdersch-, Weist-, Weizen- unv Malzbicr in Flaschen und Gebinden: Vre T. ä 1 Hk., Va T. i 2 Kk.[4331S* Bestellungen frei inS HauS. Cieein»wei Beilaaes. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 133. Sonntag, den 38. Mai 1893. 10. Jahrg. Dolmles� Ott die Mitglieder des soztaldemoeratischen Wahl- Vereins im 4. Berliner RrichStagS-Wahl kreise. Genossen! Wie Euch bekannt, ist laut Beschluß der Generalversammlung vom 25. v. MlS. unser Slatul geändert und tritt dasselbe in neuer Fassung mit dem I.Juli v.J. in Kraft. Da sich nun eine Neubestellung der Biicher noihwendig mactite, sind dieselben zu- gleich mit der Aenderung angeserligt worden und erhalten die Mitglieder daher neu« Bücher. Um nun das Umschreiben der- selben zu beschleunigen und möglichst reiche Mittel sür die Agitation in den ländlichen Kreisen zur Verfügung stellen zu können, werden die Genossen ersucht, die noch resurenden Monate baldigst zu begleichen und sich in den Zahlstellen neue Bücher ausschreiben zu lassen. Der Vorstand. Achtung. 5. Wahlkreis! Die nächsten Wähler-Versammlungen finden in folgenden Lokalen statt: Sonntag, den 23. Mai. Vormittags N/s Uhr. im Schützenhaus, Linienstr. 5; Montag, den 29. Mai. Abends S>/, Uhr, bei Müller, Johannis- strabe 29; Montag, den 29. Mai, Abends 81/» Uhr, in Bötzow's Brauerei, Prenzlauer Allee 242—247. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 0. Berliner ReichStagS-WahlkreiS. Den Genossen zur Nachricht, daß die nächste Versainminluiig im Feldschlößchen, Müllerstraß«, statt- findet. An welchem Tage, wird durch Inserat bekannt gegeben. Der Borstand. An die Mitglieder de» sozialdemokratischen Wahl- Vereins für den sechsten Berliner ReichsiagS-WahlkreiS. Da an uns von seilen der Parteigenossen des Nieder-Barnimer Kreises die Aufforderung ergangen ist, ihnen bei der Agitation in obengenanntem Kreise behilflich zu sein, so halten wir es sür unsere Pflicht, im Jnlercffe der Sache des arbeitenden Volkes diese Aufforderung an Euch ergehen zu lassen. Es gilt nicht nur diesen Kreis wieder neu zu er- obem, sondern auch eine möglichst große Anzahl von Stimmen aus den Kandidaten ders Sozialdemokratie zu ver- einigen. Parteigenossen! Wir find der festen Ueberzeugung, daß dieser Aufrus nicht vergebens an die Genossen des Wahl- Vereins sür den 6. Berliner Reichstags-Wahlkreis gerichtet sein wird. Genossen! Wir brauchen nicht erst des langen und breiten Euch klar zu machen, was für uns aus dem Sviele steht, wir wissen das alle. Es genügt nicht nur, das ganz Berlin für die Sache der Sozialdemokratie gewonnen wird, wir haben auch, soweit dies in unseren Krästcn steht, dafür zu sorgen, daß die angrenzenden Kreise durch Sozialdemokraten im Reichstag vertreten sind, um dem Heuligen System ein möglichst schnelles Ende zu bereiten. Alles Nähere wird durch Inserat bekannt ge- aeben. Alle Anfragen und Meldungen in dieser Angelegenheit sind zu richten an den Vorsitzenden des Vereins Max Kusel, Berlin N., Ewinemünderstr. 63, Hof, Querged. 3 Tr. Der Vorstand. ll.E. Am Wahltage ersuchen wir besonders diejenige» Genoffen, welche noch nicht wahlberechtigt sind, sich uns zur Versügung zu stellen(stehe heutiges Inserat). Tie Sammelliste für die ReichStagSwahleu Nr. 000961 ist verloren gegangen und bitten dieselbe rn der Expedition des „Vorwärts" oder an Genosse Petermann, Ritlerstraßr 49. abzugeben. � Verloren ist die Sammelliste Nr. 272 deS Niederbarnimer Kreises. Der Finder wird gebeten, sie in der Expedition des „Vorwärts" abzugeben. Tie ReichStagS-Wählerliste« von Berlin, welche 371 166 Wähler enthalten, sind von 83 899 Personen eingesehen worden. 1683 Einsprachen gegen die Listen sind angebracht worden, doch betrifft von denselben eine große Anzahl nur eine Berichtigung der Namen, des Allers und des Standes der Eingetragenen, während nur ein kleiner Theil sich aus die unterlassene Ein- tragung, die nachzuholen ist, bezieht. PreiöauSschreibe«. Zum Sommerfest der Freien Volks- bühne, das der Verein zur Feier seines dreijährigen Bestehens am 23. Juli in Schönholz bei Berlin veran stallet, wird ein Fest- spiel unter folgenden Bedingungen ausgeschrieben: 1. Das Fest. Somtkagsplcmderci. ß. C, Je näher wir dem Termine der Wahlen kommen, desto angenehmer wird die Situation. Rüsten sich die Par- teien in ihrer Allgemeinheit zur Wahlschlacht, so will auch der Einzelne nicht zurückbleiben, und wenn der Spießbürger nichts besseres thun kann, so schimpft er wenigstens am Biertische. Er thut recht daran, denn ihm gewährt es eine gewisse Erleichterung, und anderen Leuten macht das Zw- hören Freude. So ballen sich die Wolken zusammen, bis cndlich der Augenblick kommt, an welchem der Welterstrahl ans der Wolke herniederzuckt. Inzwischen hat sich Herr Ahlwardt mit seiner Busen- sreundin, der„Staatsbürger-Zeitung", vollständig verkracht. Er, der früher im blechernen Leitartikel den hölzernen Säbel schwang, ist hinten in den Annoncentheil geworfen, wo christlich-germanische Geschäftsleute ihre Waaren anpreisen, wo aber auch von Juden und Judengenossen Geld ge- nommen wird. Und nun heult und stöhnt er, daß es einen Stein rühren könnte, und was niemand bisher bezweifelt hat, das behauptet er immer wieder mit un- nachahmlicher Grazie. Daß er sich für den ersten Mann der Welt erklärt, ist eine liebenswüroige Schwäche, die ihm seine Zeitgenossen längst verziehen haben. Findet er nie- niand anders, den er verleumden kann, so fällt er über seine bisherigen Bundesbrüder her— er schmäht Liebermann von Sonnenberg und Slöcker gleichmäßig, und aus Dr. Edwin Bauer in Leipzig speit er Gift, weil dieser so vor- sichtig ist, den gesammelten Mammon zunächst für sich zu beyalten. Du lieber Himmel, als ob das elende Geld nicht auch in ganz anderen Kreisen, als es die antisemitischen sind, eine Hauptrolle spielte. Aber wird der Ahlwardt- Fonds nicht an denjenigen ausgeliefert, der seinen Namen dazu hergegeben hat, so hat die ganze Sammelei keinen Zweck— denn kein Geld, keine Antisemiten. So war es von'Alters her und so wird es wahrscheinlich sein, wenn von Herrn Ahlwardt nicht einmal mehr der glorreiche Ruf vorhanden sein wird. Natürlich läuft man in den traurigen Ueberresten, die vom Freisinn übrig geblieben sind, Sturm nach rechts und links hin, und Herr Richter hat alle Hände voll zu thun, spiel soll etwa 20—30 Minuten in Anspruch nehmen. 2. Die Zahl der darstellenden Personen soll sechs nicht überschreiten, indessen kann in dem Stück ein Chor mitwirken. 3. Das Stück ist mit einem Motto zu versehen und das Motto ist auf emem geschlossenen Kouvert, das den Namen des Verfassers enthält, zu wieverholen. 4. Die Stücke sind an das Bureau des Vereins, Berlin SW„ Solmsstr. 24, zu senden. 5. Das Preisrichteramt haben übernommen die Herren Schriftsteller Gustav Lichtenstein. Schriftsteller und Tonkünstler Ernst Otto Nodnagel. Schriftsteller Robert Schweichel. 6. Das von dem Preisrichter-Kollegimn zur Aufführung geeignet befundene Stück wird seitens des Vereins mit 100 M., das zwettbesle mit 50 M. prämiirt; ist keins der eingesandten Stücke zur Aufführung geeignet, so wird das beste mit 60 M., das zweitbeste mit 25 M. prämiirt. Der Ahlwardt ist jetzt selbst von der„Staatsbürger-Zeiwng" in den Annoncentheil verwiesen, und von diesem aus erbebt er seine Klage gegen die Behandlung, die ihm der Parteitag der deutsch-sozialen Partei(Antisemiten) in Hannover hat zu Theil werden lassen. „Das Lied von der deutschen Treue, gesungen am Hernianns- Denkmal von Leuten, die ihrem Mitkämpfer das Schwert in demselben Augenblick in den Rücken bohren, in welchem er mit dem gemeinsamen Gegner kämpft und nach einer anscheinenden Schlappe eben zum neuen Angriff vorgeht, klingt wie grausamer Hohn und muß den Mitfeiernden die Schamrölhe ins Gesicht treiben!..." So tönt der Jammer- und Wehruf Ahlwardt'S über Etöcker. Paul Förster, Liedermann von Sonnenberg und die anderen anti- semitischen Judengenossen, die an dem Ahlwardt zum Jscharioth geivorden sind. Vom Gewerbeaericht. Der Kellner Wegen» war von einem Kollegen bevollmächtigt worden, seine Klage gegen den Hotelbesitzer Schauertö vor dem Gewerbegericht zu vertreten. wchauerts prolesttrte dagegen, indem er Wegen» als einen Mann bezeichnete, der das gew»bsmäßig betreibe. D» amlirende Assessor ließ daraufhin Wegen» nicht als Vertreter zu. Dieser erhob Beschwerde. Die Antwort darauf war, daß, solange nicht festgestellt war, ob er das Verhandeln vor Gericht gewerbs- mäßig betreibe, seine Zulassung als Prozeßdeistand(der Kläger selbst war in jener Sitzung anwesend und verlrat seine Sache nach der Ablehnung W.'s allein) allerdings nicht hätte verweigert werden dürfen. Zukünftig würde demgemäß verfahren werden. Kurioser Weise ist der Unterzeichner der Beschwerdebeantwortung derselbe Assessor, welcher Wegen» damals nicht zuließ. Die Arbeitsvermittlung fiir entlassene Strafgefangene scheint, wie viele andere Wohlthätigkeitsunternehmen, von manchen Unteniehmern nur als Gelegenheit, recht billige Arbeiter zu erhalten, benutzt zu werden. So wurde durch erwähnte Vermittlung«in Landarbeiter dem Herrn Holzhausen in Königl. Reetz bei Wrieyen überwiesen. Der Lohn wurde nicht verein- dort. Der betreffende Arbeit» erhielt freie Kost und Logis und halte von Morgens 4 bis Abends>/z10 Uhr(bei etwa 20 Mi- nuten Mittagspause) zu arbeilen. Nach Adlaui einer Woche er- hielt er einen Wochcnlod» von 2 Mark. Solche Vorkommnisse inüssen unbedingt die„Wohlthat", die man den entlassenen Slrasgesangenen zuwendet, selbst wenn sie von wohlmeinend» Seile ausgehen, geradezu in üblen Geruch setzen. Grober Unfug wird jetzt vielfach mit den sogenannten Flaschenposten" getrieben. Nachdem erst vor zwei Monaten bei Grünau eine Flasche gefunden wurde, in welcher (ich ein Zettel befand, laut dessen Inhalt ein Selbstmord dort stattgefunden haben sollte, ist nach Pfingsten aus dem Rummels- burger See eine solche Flaschenpost ausgefischt worden. Der in dem Gesäß gefundene Zettel war mit der Unterschrist Max S. versehen und besagte, daß der Schreiber der Zeilen in der Nacht vom ersten zum zweite» Pfingstfeierlage sich in dem obengenannten See ertränkt habe! Er bitiet, seinen in Köpenick, Schloßstrabe wohnenden Eltern hiervon Mittheilung zu machen. Die Flasche mit dem Zettel ist am 22. d. M. von einem Berliner Schneid» gelegentlich ein» Gondelsahrt aufgefischt und der hiesigen Polizei abgeliesert worden. Die auf dem fraglichen Zettel verzeichneten Ellern sind alsbald von dem Inhalt in jieuntniß gesetzt worden, wobei sich ab» herausslellle, daß dieselben einen Sohn Max garnicht besitzen! um seinen Lesern zu versichern, daß alles Heil nur von ihm kommen könne, und daß er der Einzige ist, welcher unS von der Militärvorlage erlösen wird. Es soll noch einige Leute geben, die wirklich an Herrn Richter glauben und weit und breit wird seine Kandidatur gegen Herrn Hinze als die größte Wassenlhat dieses Jahrhunderts gepriesen. Es ist traurig und es muß als ein höchst bedeutsames Zeichen der Zeit aufgefaßt werden, daß die sreisinnigen Zeitungen aller Schaltirungen zu diesem Männerstreit ein höchst sauer-süßes — oder sollte es ein süß-saures sein?— Gesicht machen, aber wo sich ein paar solche Kampfhähne in die Federn gerathen, da schweigen natürlich alle Flöten und das frei- sinnige Publikum kann nichts weiter thun, als dabei stehen und das geehrte Riaul aufsperren. Und damit erfüllt das freisinnige Publikum stets gewissenhaft seine politische Pflicht, und wenn Herr Richter, dem eine bedeutendere Lungenkraft zur Versügung steht, über Herrn Hinze gesiegt haben wird, so schreit man Hurrah, und alles bleibt beim Alten. So tobt dieser Hahnenkampf, und wäre er nicht, so wüßte man wirklich nicht, worüber man sich in dieser traurigen Zeit amüsiren sollte. Denn der Berliner Korso macht eS allein auch nicht. Wenn wir schon so weit sind, daß die reich gewordenen Berliner Bäcker- und Schlächtermeister mit der nothleidenden Landwirlhschaft siegreich konkurriren können, so fehlt nur noch, daß die armseligen Preßkohlen-Wagen, die von Hunden gezogen werden, ebenfalls mit Maiblumen und Marschall Niel-Rosen bekränzt werden, und dann ist unsere Zeit so illustrirt, daß sie keines besonderen Schilderers mehr bedarf. Aber unser Protzenlhum ist bereits so ge- funken, daß es kein anderes Vergnügen kennt, als der sogenannten Aristokratie nachzuäffen und sich von dieser verlachen zu lassen. Wohl ihnen, daß sie sich mit dieser schäbigen Rolle abfinden und wenn der Herr Bäcker- »uister im Thiergarten spazieren fährt und der Herr Schlächtermeister in Begleitung seiner umfangreichen Gattin seine feurigen Rosse zügelr, lösen sie von ihrem Standpunkte aus die soziale Frage, während ihre Gesellen in Höhlen hausen und im Schweiße ihres Angesichts sür das Brot ihrer Herren Arbeitgeber sorgen müssen. Und so ist denn andererseits für unsere Bourgeoisie wieder die Zeit angebrochen, wo an den Litfaßsäulen die An de» Knabenmörder Ernst Kappler erinnert ein Mensch, d» am Donnerstag Abend an der neuen Gasanstalt in Charlottenburg festgenommen worden ist. Mehrere Frauen hatten am Tegeler Wege hinln dem Gauert'schen Hause einen„Kinder- freund" bemerkt, der unl» die spielende Schaar Süßigkeiten ver- theilte. Er war sichtlich bemüht, kleine Mädchen in ein Gebüsch zu oerschleppen, Hai aber in anbetracht der infolge des Kappler- schen Geschehnisses bei den Kindern herrschenden Furcht nur in einem Falle Erfolg gehabt, indem er die sechsjährige Tochter Brunande des Arbeiters Selow zu sich in das Strauch- werk zu locken verstand. Jetzt hielten die argwöhnischen Stauen, die noch aus der Nachbarschaft Zuwachs er- alten hatten, nicht mehr an sich, umstellten den Ort und drangen bis zu dem Unhold von allen Seilen vor. Trotzdem gelang es dem Mann, vorläufig zu entwischen, durch das Ge- schrei der hinter ihm herlaufenden Weiber wurden Männ» auf den Davoneilenden aufmerksam, die ihn stellten und an die Polizei auslieferten. In ihm ist der obdachlose 35 Jahre alte Schiffer Ferdinand Wagner festgestellt worden, der noch die Reste d» Zuckerwaaren bei sich trug. Leid» haben die Frauen etwas zu lange mit ihrem Angriffe gewartet, denn die Kleine ist nicht ganz unverletzt geblieben, da an ihrem Körper kleine Haut- abschürfungen und rothe Flecke sichtbar sind. Der Verbrecher ist der Staatsanwaltschaft vorgeführt worden. Tie gerichtsärztliche Oestnuug deS am 17. d. M. infolge von Schlägen auf den Kopf gestorbenen Knaben Karl Lehmann hat ergeben, daß die unmittelbar« Todesursache in einer Gehirn- entzündung zusuchen ist. Dn sogleich nach dem Barsalle hinzu- gezogene Dr. Marluse hatte schon eine Gehirnerschütterung und damtt verbundene Entzündung festgestellt, so daß der Tod mit dem Kinderstreit in ursächlichem Zusammenhange steht. In bezug aus die Thäterschast hat sich die behördliche Untersuchung neuerdings auch auf andere Knaben ausgedehnt, so daß die An- nahm«, daß der Knabe Walt» Rüff» den Tod allein verursacht habe, mit aller Sicherheit nicht mehr ausrecht«rhaUn werden kann. Diebstahl. In d» Nacht vom 2V. bis 2«. wurde au» dem Lokal des SchankwirlhS F. Gl«inert, Müller- und Fenn» straßen-Ecke, bei welchem sich mehrere Zahlstellen von Verbänden befinden, solgenbes gestohlen: Vom Melallarbeilerverband 10,20 M. Geld und 153 Quiltungsmarken ii 20, verschiedene Karten mit und ohne Nummern und eine Mitgliedskarle auf den Namen Heinrich Endrikatis, Schlosser, Schulstraße 113, lautend. Die Arbeiter-Bildungss chule büßte 2,25 M. und 4 Billets zur Urania ein. Dem V»band der Geschäftsdiener, Pack» und Berufs- genossen wurden 2,40 M. und ein Stempel mit der Gravirung: „Bezahlt 24" gestohlen. Außerdem wurden dem Besitz» des Lokals 3 M. und für 4 M. 10 Ps.-Postmarken, welch« dem Wahl- verein des 6. Kreises angehörien, gestohlen. 2 Kisten Zigarren und diverse Eßwaaren halten die Diebe mitgenommen und dabei auch die Getränke nicht jgeschont. Die Genossen werden ersucht zur Wiedererlangung des Materials der Ardeiterinstitute beizutragen. Die Gerichtsverhandlung gegen de» frühere« Bah»- hofS-Juspettor Sachtler in Groß-Lickterselde wegen Unter» schlagung amtlicher Geld» findet in den ersten Tagen des kommenden Monats statt. Zu dem Termin sind verschiedene sein» früheren Untergebenen geladen worden, die zum Theil zur Sache selbst vernommen werden sollen, zum Theil Auskunst über die Lebensweise»hreS Vorgesetzten zu geben haben. Hiernach scheint es, als ob man feststellen wolle, ob vielleicht Sachtler in der Roth sich zu Unterschlagungen hat hinreißen lassen. Vergiftet mittels Salpetersäure hat sich am Freitag zwischen 12 und 1 Uhr Mittags der Zimmermann Sina- kewitsch in sein» Wohnung in Weißensee, Straßburgstr. 22, 3 Treppen. Anhaltende Arbeitslosigkeit ließ ihn zu der verzweiselten Thal schreiten. Er hinterläßt eine Frau und drei Kinder. Während so die Roth, die bitterste Noch Familienväter in den Tod treibt, weil sie es nicht»tragen können, ihre Fa- milie hungern zu sehen, prahlt das Protzenthum mit seinem „Patrioiismus", indem es das nothleidend« Boll mit immer neuen Millionen sür den Militarismus zu belasten sucht. Wege« Unterschiebung eine» KindeS in gewinnsüchtiger Absicht ist die unverehetichie Luise L. verhaftet worden. Sie unterhielt ein Liebesverhältniß und glaubte den Bräutigam da- Einladungen zu fröhlichen Strohwittwerbällen verzeichnet stehen. Wer sich von den Strapazen der Winter- kampagne gründlich erholen will, schickt die vielgeliebte Gallin ins Bad, und schließlich ist ja gerade Berlin der Ort, wo man' sich mit Leichtigkeit über die Qualen der Einsamkeit hinwegsetzen und hinwegtrösten kann. Daß hierbei die Sucht, Vereine zu bilden, nicht zu kurz kommt, beweist der Umstand, daß der Slrohwiltwer- Verein des Wedding bereits seine erste Landpartie vom Stapel gelassen hat. Aber„Wiedersehen macht Freude"— und schließlich haben die verheiratheten Leute'jener Stände nur zwei vergnügte Tage im Jahre, den einen, wenn die Gattin abreist, den anderen, wenn sie wiederkehrt— das heißt, wenn inzwischen nichts Unliebsames passirt ist. DaS ist das Gute, daß sich solche Leute die Politik vom Halse halten können. Was kümmert es sie, daß der Professor Mommsen den Ausruf der Freisinnigen Vereint- gung unterzeichnet hat? Sie sind glücklich, denn für ge- wöhnlich haben sie nicht einmal von der römischen Geschichte eine Ahnung. Aber auch weitere Volkskreise werden von dieser Thatsache kaum in Erregung versetzt werden, denn ein Sturm im Glase Wasser hat noch nie jemandem die Besinnung geraubt. Aber natürlich, wo junge Kräfte fehlen, da muß man die alten Scharteken hervorholen, und m der saurxn Gurkenzeit muß man mit allem vorlieb nehmen. Ist eS ein Spiet des Zufalls, daß sich gerade augenblicklich in Berlin ein Herr produzirt.der eine echte, veritable Flugmaschine erfunden haben will? Er will mit seiner Flugmaschine durch den großen Saal der Philharmonie schweben, und wer einige Mark übrig hat, der kann dem Schauspiel beiwohnen. Es gehört allerdings eine starke Einbildungskraft dazu— aber es giebt ja Leute, die eine so ausgebildete Phantasie be- sitzen, daß sie glauben, wenn man ihnen hinten eine Krähen- scder anbindet, sie wären ein Paradiesvogel. So schreitet der Geist der Zeit unaushaltsam vorwärts, bald werden wir uns in die Lüfte erheben können, um den Trubel dieser Welt von der Vogelperspektive aus zu ge- nießen. Es muß ein Anblick für Gölter sein, die Großen unter uns von oben beobachten zu können— wäre doch das Dichterwort erst Wahrheit: Wenn ich ein Vöglein wär'!* durch zu etnet H-irath zu bewegen, daß fi« eine bevorstehende Niederkunft heuchelte. Auf grund einer Zeitungsannonce sehte sie sich denn auch in den Besitz eines Kindes, das sie als das eigene ausgab und auch bei dem Standesamte eintragen ließ. Sie hat aber trotz deS Verstoßes gegen das Gesetz über die Beurkundung des Personenstandes ihren Zweck nicht erreicht; denn das Kmd fing nach einigen Tagen zu kränkeln an und starb bald darauf. Eine männliche Leiche ist, wie der AmtSvorsteher von Tegel mittheilt, im dortigen Forst gestern früh aufgefunden worden. Der etwa LS bis 30 Jahre alte Mann, der gut gekleidet war. ist erschossen worden bezw. hat sich erschossen. Bei ihm wurden eine silberne Remontoir-Uhr und 33 M. an baarem Gelbe gefunden. Auf einem bei ihm befindlichen Zettel standen die Worte „August Runge, Zahnow". Polizeibericht. Am 23. d. Mts. Vormittags wurde am Wehr der Mühlendammschleufe die Leiche eines neugeborenen Kindes angeschwemmt.— Bor dem Hause Jerusalemerstr. b0 fiel Nachmittags ein etwa bvjähriger Mann beim Absteigen vom Verdeck eines Omnibus herab und blieb besinnungslos liegen, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte, wo eine Ge- Hirnerschütterung festgestellt wurde.— Aus dem Boden des Fabrikgebäudes auf dem Grundstücke Grüner Weg IIS gerielh dort zum Trocknen ausgehängte Wüsche in Brand, das Feuer dehnte sich über den Dachstuhl aus und zerstörte diesen zur Hälfte. Im Lauf« des Tages fanden außerdem drei kleine Brände statt. Gerilljks-jäZeitmrg. Auf die mannigfachen Anzapfungen» welche das Organ der sogenannten„Unabhängigen" im vorigen Jahre gegen den „Vorwärts" brachte, im Besonderen auf einen im„Soziallst" vom IL. November erschienenen Artikel„Wem gehört der Vorwärts?" antwortete dieser am IS. November v. I. mit einer Ab» fertignng der Herren Teistler. Licsländer und Wilhelm Werner. welchem Letzteren vorgeworfen wurde, daß er vor seinem Aus- schluß aus der sozialdemokratischen Partei für den Druck des „Teltow-Beeskowcr Volksblattes" und anderer Austräge bedeutend höhere Preise berechnet habe, als irgend eine andere Druckerei für die gleichen Arbeiten forderte. Wegen dieses Artikels shat Werner gegen den damals verantwortlichen Redakteur des„Vor- wärts". Gnders, wegen Beleidigung Privatklage erhoben, worauf Enders wegen des oben genannten Artikels des„Sozialist" vom 12. November Widerklage angestrengt hat. Die Sache stand gestern vor dem Schöffengericht zur VerHand- lung. Der Richter empfahl Enders, sich mit Werner zu ver- gleichen, worauf Enders jedoch aus Rücksicht aus die Sache nicht eingehen zu können erklärte. So wurde denn i» die Verhandlung eingetreten. Enders erkannte auf Befragen seine strafrechtliche Verantwortlichkeit für den am 15. November 1892 im„Bor- wärls" erschienenen Artikel an, lehnte aber jedwede Auskunst über die Verfasserschaft ab. Seine Widerklage gegen Werner, der auf der betreffenden Nummer des„Sozialist" als Verleger, nicht als Re- dakteur genannt ist, stützt sich auf die Annahme, daß Werner zu dem Artikel:„Wem gehört der„Vorwärts"?" mindestens Materialien geliefert hat. Werner bestritt, Verfasser des Artikels zu sein, und meinte im übrigen, ob das darin Ausgesührte wahr sei oder nicht. gehe ihn nichts an. Er nannte den Schriftsteller Bruno Sommer zu Kossebaude in Sachsen als Verfasser des Artikels, was zur Folge hatte, daß die weitere Verhandlung vertagt wurde. Auf Antrag des Rechtsanwalls Heine, des Vertheidigcrs des Redak- teurs Endcrs, wird Sommer eidlich darüber vernommen werden, ob ihm die Materialien zu dem in Frage stehenden Artikel von Werner geliefert sind, oder ob er diese einer Rede entnommen hat, in welcher Werner einige Tage vor dem Erscheinen des Artikels b—>s dasselbe ausgeführt hat, was der Artikel„Wem gehört der Vorwärts?" enthält. Das Verhalte» eiueS früheren Hüter» der öffentliche« Ordnung, des pensionirten Gendarmen Friedrich, gelangte gestern vor der achten Berufungs-Slraskammer des Landgerichls l zur Er- örtcrung. F. war vom Schöffengerichte des groben Unfugs für schuldig befunden und zu 10 M. Geldstrafe verurtheilt worden. Er behauptete, daß er das Opfer einer Personenverwechselung geworden sei. Die Belastungszeugin, ein Fräulein V., blieb da- gegen dabei, daß sie sich in der Person des Angeklagten nicht irre. Am Nachmittage des 2. Noveinber sei sie durch die Golluow- straße gegangen, als ein ihr unbekannter Mann fich zu ihr ge- sellte und stch im Weitergehen dicht an ihrer Gelte hielt. Sie habe den Fahrdamm mehrmals überschritten, ohne sich des lästigen Begleiters entledigen zu können. Endlich sei sie stehen geblieben und habe den Fremden gefragt, was er denn eigentlich von ihr wolle. Anstatt einer'Antwort habe sie eine kräftige Ohrfeige erhalten. Der Angreifer sei dann davongelaufen. sie habe ihn verfolgt, bis er stch in einen Schankkeller flüchtete. Nun habe sie gewartet, bis sie einen Schutzmann erblickt«, der- selbe habe sie rn den Schankkeller begleitet und den dort sitzenden Angeklagten zur Wache geführt. Bei der bestimmten Aussage der Zeugin ließ der Gerichtshof es dahingestellt bleiben, wie das Ber- hallen des Sbjährigen, verheiratheten Angeklagten, der mit Aus- zeichnung gedient hätte, zu erklären sei, die Berufung wurde ver- werfen. „Unter«n» jesngt, Herr JerlchtShof, hat die janze Je- schichte ihren Herstainmungsursprung in dre M i l i t ä r v o r- läge; meiner" Ansicht nach dürfte mir det so hoch nich an- jerechnet wcr'n, indem ick doch für den Fiskus injetreten bin. Un ick bin mit mein jeflossenet Blut für meine Jeberzeijung in- jetreten, indem sie mir, unter uns jesagt, so derbe verhauen haben, det ick mit vie rechte Seite noch heite keene Brotrinden mehr beißen kann. Un denn noch obendrin zwanzig Mark wejen jroben Unfug? Det könnte mir höchstens zu'n Jegner von die Vorlage machen."— Der50jähr.KnopfarbeiterM.,der mit einem Strafmandat bedacht worden war, hatte richterliche Entscheidung beantragt und hielt von der Anklagebank des Schöffengerichts aus feine Verlheidigunasrede.— Vors.: Ich denke, Sie bleiben möglichst bei der Sache und halten hier keine politischen Reden, Ihr Standpunkt zu der Militärvorlage interessirt uns gar nicht.— Angekl.: Ick bin, unter uns jesagt, für die dreijährige Dienst- zeit un jeder der einijermaßen jesunde Jliedmaße» hat, sollte et sich für'ne Ehre anrechnen, Soldat jewesen zu stud und bei'n Kriegerverein einzutreten, wat wollte Frankreich un Rußland... — Vors.: Seien Sie still Angeklagter und antworten Sie mir kurz aus meine Fragen! Waren Sie am 22. April im B.'schen Lokale?— Angekl.: Det war ick. Meinen besten Freind, den Knlscher Willem Noack, habe ick et zu verdanken, det ick schwer mißhandelt worden bin. Det Morjens traf ick ihn mit seinen Bierwagen un da meente er, wenn ick jcrade keene Arbeet hätte, denn könnte ick mitfahren. Ick habe ihn denn nu ooch den janzen Dag bejleitet, bis wir det Nachmittags in die B.'sche Kneipe kamen.— Vors.: Waren Sie angetrunken?— Angekl.: Na, unter uns jesagt, wir hatten wohl so'n Stückener zwanzig Kunden besucht, un so brocken jeht et dabei nich ab. Ick war woll en bisken uf schiefe Stiebeln.— Vors.: Nun sollen Sie die dort anwesenden Gäste mit Ihren Ansichten über die Militär- vorläge gelangweilt haben, man hat Sie zur Ruhe verwiesen und als Sie nicht aufhörten, hat man Sie hinausgeworfen. Ist es nicht so?— Angekl.: Nee, nich in der jeringnen Ent- sernung. Als wir rinkamen, waren sie schon mitten in die Unterhaltung un sprachen von Richtern un die� Militärvorlage un det die Rejierung nich zu ville fordern müßte. Det konnte ick nich länger mit anhören un trete denn ran an den Disch und sage höflich, det die Herren von die höhere Politik so ville verständen wie meine Schwiegermutter, un stelle ihnen det vor, wie det woll«erden sollte, wenn von die eene Seite die TurkoS un Zuaven und von die andere Seite die Kosacken in Berlin einrückten, denn würden sie an mir denken. Un da sagten sie, ick wäre'ne Qualmtute un sollte mir uff mein System setzen un sie nich länger behellrigeln. Ick zog mir denn ooch zurück un sehe denn nu, det mein Freund Willem mir inzwischen versetzt hat. Er war stillschweigend rauSjejangen un wegjefahren. Ick lasse mir denn noch en Glas Bier bringen un höre zu, wat die Herren redeten. Als eener meente, an Krieg wäre jar nich zu denken, indem Ruß- land un Frankreich ooch jenug mit sich selbst zu dhun hätten, da konnte ick mir nich halten, ick lachte laut uff un jung an die Wirthin ran, die hinter'» Disch saß un strickte. Ick frage sie so in'n spaßhaften Ton: Nich wahr, Frau Wirthin, Sie haben doch jejen die Militärvorlage nicht inzuwenden?" Da springt sie uf wie'ne Hyäne un ruft mir an: Sie Unverschämter! Sie je- wöhnlicher Mensch Sie, lassen Sie mir in Ruh, oder ick jage Ihnen een Spiel Stricknadeln durch'» Leib Z Ick will mir noch verdiffendiren, aber, unter uns jesagt, fallen mit'n Mal sämmt- liche Jäst« über mir her un uss'n Kopp un in't Jesichte krieje ick Faustschläge, det ick denke, ick muß an't Leben verzagen un denn schmeißen Sie mir raus, wobei mir noch der eene Aermel raus- jerffsen wurde.— Vorsitzender: Nun sind Sie wohl fertig mit Ihrer Erzählung. Sie sollen nun draußen auf der Straße einen mächtigen Skandal und dadurch einen Auslauf verursacht haben. Warum gingen Sie denn nicht zur Wache und erstatteten Anzeige?— Angekl.: Wenn ick wirklich mit eenen Schutzmann retuhr jekommen wäre, denn wäre keen Mensch mehr dajewesen. Daß die Vorgänge im Lokal sich im Wesentlichen so abgespielt haben, wie sie vom Angeklagten geschildert wurden, wird von der als Zeugin vernommenen Wirthin bestätigt. Sie bekundet aber auch, daß der Angeklagte in stark angetrunkenem Zustande ge- wesen sei und alle Gäste durch seine Ansichten über das Schicksal der Militärvorlage gelangweilt habe.— Angekl.: Det muß ick bestreiten, die Frau kann det nich beurtheilen, sie hat unter uns jesagt janz hinten in'n hintersten Hinterjrund jesessen.—Vors.: Seien Sie jetzt ruhig! Unter Berücksichtigung des Umsiandes, daß dem An- geklagten in der Thal in dem Lokal übel mitgespielt wurde, er- mäßigt der Gerichtshof die Strafe auf fünf Mark. Der Angeklagte entfernt sich mit der Erklärung, daß er „unter uns gesagt" sich bei diesem Erkenntnisse beruhige. Hoffentlich erhält der tapfere Gefolgsmann Caprivi's und der Militärvorlage noch nachträglich«ine Belohnung und Aus- zeichnung! Würzburg, 2S. Mai. Folgende Militärgerichtsverhand- lungen, die eine schöne Jllustration des Lebens in den Ferien- kolonien liefern, entnehmen wir der„Volks-Zeitung": Heute fand vor dem hiesigen Militär unteraericht unter Vorsitz de? Obersten L e e b vom 9. Jnfanterie-Negiment Verhandlung gegen den Selon delieutenant Epp vom 9. Jnfanterie-Regimenl wegen Berufsbeleidigung slatl. Als Staatsanwalt figurirte Premierlientenant Mark. Den Grund zur Anklage gab folgender Vorfall: Am 20. April hielt der Beklagte in der Nähe des Klosters Himmelspforten mit einer Abtheilung Soldaten eine Vorpostendienstübung ab. Er schob nun eiinge Posten aus einen Weg vor. dessen Betreten verboten ist, was durch eine leicht sichtbare Warnungs- tafel bekannt gemacht ist. Es erschien daher der Feld- Hüter Joseph Rümpel und machte den Lieutenant Pflicht- gemäß aus die Warnungstafel aufmerksam. Dann bat er ihn um seinen Name», den Lieutenant Epp auch angab. Damit wäre die Sache erledigt gewesen. Aber plötzlich fand der Herr Lieutenant, daß er sich eigentlich von diesem Feldhüter zuviel habe gefallen lassen. Als daher der Feldhüter wieder vorüber- kam, herrschte er ihn an:„So, nun frage ich Sie, wie Sie heißen?" Der Feldhüter:„Ich heiße Joseph Rümpel." Liente» naitt Epp:„Wer ist Ihre vorgesetzte Behörde?" Der Feld- Hüter:„Der Magistrat in Würzburg." Lieutenannt Epp:„So, nun machen Sie, daß Sie weiterkon, men, Sie Kerl, sonit schlag' ich Ihnen meinen Säbel über den Kopf!" Der Feldhüter machte vorschriftsmäßig Anzeige und gegen den Lieutenannt Epp wurde Klage wegen Berufsbeleidigung erhoben. In der Verhandlung behauptete Lieutenant Epp, der Feldhüter habe ihn gleichfalls beleidigt, da er beim Hinweis auf die Warnungs- tafel gesagt haben soll:„Können Sie nicht lesen? Sie sind doch groß genug!" Feldhüter Rümpel erklärte, diese Worte gar- nicht gebraucht zu haben. Der staatsanwallsvertretende Premier- lientenant ermahnte hieraus den Feldhüter, die Wahrheit zu sagen, da die übrigen Zeuge» zu seinen Ungunsten aussagen würden und ihm sonst 15 Jahre Znchlhmis drohten. Die hierauf vernommenen Zeugen halten jedoch nichts von einer derartigen Aeußerung des Feldhüters gehört. Lieutenant Epp wurde von der Anklage dcs Feldfreveis freigesprochen, dagegen der Beleidigung für schuldig, aber für straffrei erklärt, weil er die von ihm behauptete Beleidigung des Feld- Hüters nur erwidert habe und somit Kompensation eintrete. Eine Soldatenschinderei kam heute vor dem hiesigen Militär- Bezirksgericht wieder einmal zur Verhandlung. Der Unteroffizier Paul D e ch o w aus Berlin, welcher beim dritten Chevaulegers- Regiment in Dieuze dient, ist ein Drillmeister, wie er im Buch steht. Die ihm zum Abcxerzircn übergebenen Gemeinen E i n f a t l und K o r n b u s ch werden wohl zeitlebens an die Tage denken, die sie unter der Fuchtel dieses Bor- gesetzten zubringen mußten. Dcchow war mit seinen Untergebenen natürlich nichts weniger als znfrwden, und diese seine Unzusrieden- heil drückte er in sehr drastischer Weise aus. So versetzte er einmal dem Gemeinen Einfalt einen Stoß auf die Brust, schlug ihn mit beiden Fäusten auf die Augen, daß sie anschwollen und warf ihn schließlich noch gegen einen Schrank, daß alles nur so krachte. In ganz ähnlicher roher Weise be- handelte er den Geineinen Kornbusch und noch verschiedene andere Soldaten. Durch einen Zufall wuroe die Mißhandlung bekannt und Dechow wurde vor das Mititärbczirksgerichl gestellt. Die mißhandelten Soldaten, die als Zeugen vorgeladen waren, ver- hielten sich angesichts der Thalsachen, daß sie noch längere Zeit zu dienen hatten, sehr zurückhaltend, gestanden aber zu, daß sie Techow etwa zwanzig Mal(!) mißhandelt habe. Unteroffizier Dechow leugnete den Sachverhalt und be- zichtigte die Zeugen, die ihm feindlich gesinnt seien, der Lüge. Gemeiner Obermaier wurde nun vom Vor- sitzenden gefragt, ob er dem Unteroffizier Freund oder Feind sei, woraus der Gefragte antwortete, er sei dem Unteroffizier seindlich gesinnt.(Ist das etwa ein Wunder nach den voraus- gegangenen Mißhandlungen?) Di« Geschworenen verneinten die Schuldsrage i» bezug des Gemeinen Einfalt, während st« die bezüglich des Kornbusch bejahten, jedoch wurde das berühmte Schmerzgefühl als nicht vorhanden gewesen erklärt. Dem- entsprecheiid erhielt der Unterofsizier Dechow für' zwanzig rohe Mißhandlungen 42 Tage Mittelarrest.— Gleich daraus wurde gegen den Geineineii Georg Einfalt ivegen Desertion verhandelt. Durch die Mißhandlimgen zur Verzweiflung getrieben, floh der arme Mensch aus der Kaserne, nachdem er zuvor seine Taschenuhr zu Geld gemacht halte. Um nicht so leicht erkannt zu werden, nahm er den Kilzhul eines Kameraden mit. Einfall kehrte aber noch an demselben Tage von Reue erfaßt zum Regiment zurück. Er erhielt 3>/s Monate G e- f ä n g n i ß. Vevlckmtnlungen. Tie Rrbeiter-PildnngSschule(Nord) hielt am 2. Pfingst feiertag in Pape's Salon eine gut besuchte öffentliche Versamm- lung ab, in der Herr Dr. Lütgenau über die Entstehung de? Gottesglaubens referirte. Das Interesse der Versammlung für das behandelte Thema zeigte sich in einer außerordentlich leb- haften Diskussion. Den Beschluß des Abends bildete ein geselliges Beisammensein. Der Frauen,«nd Madchen- Bildungsverein deS ar- bettenden Volkes für Berlin und Umgegend hatte zum Donnerstag, Abends S>/s Uhr, im Lokale des Herrn Nagel, Schwedter'str. 24, eine Wanderversammlung einberufen. Bei ver Polizei war dieselbe gleichfalls zu SVe Uhr angemeldet worden. Das Referat hierzu hatte Herr Hübsch angenommen, da derselbe jedoch bis 9V4 Uhr nicht erschienen war, so eröffnete die Vor- sitzende die Versammlung 10 Minuten vor der gesetzlichen ab- gelaufenen Wartezeit, um dann eine Vertagung von fünfzehn Minuten eintreten zu lassen. In demselben Augen- blick, als die Vorsitzende aufstand, um nach den abgelaufenen 15 Minuten die Versammlung wieder zu eröffnen, erklärte der überwachende Beamte, daß er die Versammlung nicht tagen lasse, da dieselbe zu 8»/- Uhr einberufen sei und es jetzt bereits 5 Minuten nach 9Vs Uhr wäre. Alle gütttchen Vor- stellungen der Vorsitzenden waren umsonst, trotzdem sie bemerkte, daß ihrer Ansicht nach die Uhr präzise halb zehn sei und daß ferner die Versammlung schon 10 Minuten vorher eröffnet worden sei. Es läßt sich denken, daß dieser Vorfall eine be- trächlliche Aufregung unter den Versammelten hervorrief. Der Verband deutscher Korbmacher hielt am lg. Mai eine Filialversammlung ab. Von dem angekündigten Vortrag mußte Abstand genommen werden, da der Referent nicht er- schienen war. Darauf wurde die Revision der Streikabrechnung den Kollegen Hauschild, Bunzel und Hannich übertragen. Tie Wahl von Vertrauensmännern, welche angeregt war, wurde bis zu einer späteren Versammlung vertagt, nur der Kollege Schulz von der Kempke'schen Werkstatt wurde zu diesem Amt gewählt. Ein Antrag, in welchem die Ernennung von Werkstatl-Vertraucns- lenken empwhlen wurde, fand darauf Annahme. Auch beschloß die Versammlung, im Monat Juni ein Vergnügen staltfinden zu lassen; ins Vergnügungskomilee wurde Schulz zum ständigen Mit- glied und zu provisorischen Mitgliedern Sieverts, Westphalt und Hannich gewählt. Die Herberge befindet sich bei Stramm, Ritter- straße l23, der Arbeitsnachweis bei Jungnickel. Wienerstr. 11. National» kaiifmännirch» granl»»- und fterkthalT»(8. 6. 71). «ut-au: Olien, Holzmattlstr.»7. Montag, den Mal, Abend««V Uhr. im R-Nauranl P. Bodenburg. Nommandanlenftraß« to— U:«orftandestgung und Aufnahme neuer Milglieder. � �.... Btcrbthall« van Arbeitern d,» Nrrlinrr Mafchinindn». Adtirn- VetrUschaft. Heute, Sonnlag, den 29. Mat 19», Zahltag. Alkerstr. 128 bei Slümte, und Stallschrelberstr. 68 bei W tte. vrob»»ffrntlichr Perfaininlung der Schlachtergesellen mtt Damen am Sonulag. den 29. Mal. Nachmittag« 4* Uhr. bei Norbert, Beuth- straße 22, l Dr. Vortrag der Frau Palm- Berlin. Nach der Versammlung gemülhliche« Zusaminensetn mtt Tanz. Die Ladenmamsell« werden besonder« gebeten, tn dieser«ersamn.lung zu erscheinen. Nelfentlich» zirrsammlung der Bauardett»! Birlin»«nd Umgegend. Heute, Sonntag, den 29. d. M., Abend««jj Uhr, bei Schcsfer, Jnselslraße 10, 2 Tr. Tagesordnung I Dte Bauarbeiter und die Reichstag«- wählen. Referent: Retchstaas-Kandidal Fr. Wille. ttrrba»» der in Kuchblndrrrir», der Papier-«nd Leder-Aalanterte- waare»- Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbettertnnen. Montag, den Up. Mat, Abend»«z Uhr, Versammlung tn Boih' Feusilen iFeueislem), Alle galobstr, 78. Tagesordnung: l. Bortrag de« Genossen Willy Wach über „«leinbiirgerlhunt und Ärohbourgeorste". 8. Wahl einer RechlSschug- Kommission. �, Arbriter-Sängerdun» Berlin« und Umgegend. Sonntag, den 2». Mai. AuSschuß-Ttyung. Tag-Sordnung: l. Aufnahme von veretnen.«ränge- menl des Saug-rfesie«. z. Anlrag d-S Verein»„Kreuzberger Harmonie". DU Styung wird punlt lo Uhr Vormttlaz« eröffnet. Allarinrincr drutlchrr giapeiir-r- Uerrin(Filiale Berlin). Montag, den 29 Mai, Versammlung bei Volh. Alte Jalobstrahe 7«. Tagesordnung: Vonrag. Diskuisio». S-werlschasttrcheS. Freirrltgiöl'e vrnirindr. Sonnlag, den 29. Mal, vormittag« Uhr, Noseuihaleriir. 99. Herr E. Vogiherr: Glaube und Begehrltchlet». zlrrgttilgrrngbbrrein VlüMstern Ä, Slrelitzerftraße io bei Spielberg. Montag, den 29. Mai, Abend«z Uhr: Sitzung mil Damen. Vortrag des Herrn E. Käschner Uber Grundsätze einer GeschäflSorduuna. Theater» und zirrg»iigi>»a«»«r»iu zritiUaria bei Herrn Dreßler, Baniimflr. IS: Sitzung mil Damen. ziergu iiguirg» verein Kiariuärto. Sonntag, den 29. Mai, Nachmittags t Uhr bei Better, Koppenilraße«9. Sitzung mit Damen. Tagesordnung: Besprechung über eine Kremseipartie. Ter erste Tanz stndet am 4. Zun» slalt. Eäsie willlammen. zirina«■ KheatergelellschaN prerlosa. Nachmittag«»X Uhr, Andreas- strafte 9, im Restaurant„Zur Kornblume": Sitzung und Fidelita«. ttergnüguagaaerein Italia. Sonnlag, den 29. Mai, Abend« 7 Uhr, im Resmuranl Roiand.«lsasserstr. 2«. Fidelita«, San» und Vorträge. Bntree und Tan» frei, Depeftfrett. (Depeschen deö Bureau Herold.) Wien, 27. Mai. Der Streik der Zimmergesellen dürfte schon in den nächsten Tagen sein Ende finden. Eine große An- zahl Meister hat eine elfslündige Arbeitszeit und einen Minimal- lohn von 1 fl.«0 Kr. bewilligt. Heute Abend findet eine Ver- sammlung der Gehilfen statt, welche definitiv über die Annahme des Angebots der Bteister entscheiden soll. Cyristiauia, 27. Mai. Naiisen's Polarerpedition wird gegen den 20. Juni abgehen; alle Theilnedmer an dieser sind hier ein- geiroffen, die Ausrüstung des Expeditionsschiffes„Fram" wird eisrigst betrieben. (Wolff'S Telegraphen-Bureau.) Prag, 27. Mai. Anläßlich der gestern erfolgten Ankunft des für das Reichsrathsmandat kandidirenden jungczechischen Agitators Schamanek fanden vor dem Bahnhofe Straßenexzesse statt. Eine zumeist aus czechischen Studenten bestehende, große Menge zog mit lautem Zischen an dem deutschen Theater vorbei und versuchte, sich vor die Wohnung des ehemaligen Altezechcn- fllhrers Rieger zu begeben, wurde aber von der Polizei daran verhindert. Vor dem Hause des Jungczechenführers Herold und der„Narodni Listi" brach die Menge in stürmische Slaoarufe aus. Mit Mühe zerstreute die Polizei die aus mehr als 2000 Köpfen bestehende Menge. Einer stürmisch verlaufenen Wähler- Versammlung der Jungczechen, in welcher Schamanek. Gregr und Basaty sprachen, folgten erneute Straßendemonstrationen. Bier Studenten»nd drei Handwerker wurden verhaftet. Paris. 27. Man In dem heutigen Ministerrath theilte der Unterstaatssekretär Delcassee eine Depesche des Generalgouver- neurs von Jndo-China, Lanessan, mtt, wonach Khon« am 22. Mai durch eine französische Ablheilung fast ohne Kamps entsetzt worden wäre,«hone hatte mehrere Angriffe auszuhalten. Die Angreisenden, welche zum größten Theil aus Laosleuten be- standen und von siamesischen Mandarinen geführt waren, hatten mehrere Tobte und Verwundete, französischerseitS waren drei Tirailleure verwundet. Zur Zeit herrscht vollständige Ruhe; es sind Maßregeln getroffen, damit Khone in Zukunft vor einem Handstreiche gestchert sei. Die Regierung ttnrd heute der Kammer einen Tesehentniurf vorlegen, nach welchem die Erhebung deS Petroleumzolles um einen Monat verlängert werde» soll. London, 27. Mai. Das„Reuter'sche Bureau' meldet aus Durban von hente: Der Postdampser Conway-Castle straudete zwölf Meilen von Vatomandri auf dem Vandeuil-Riff. Das Schiff ist stark beschädigt und die Floltmachung höchst zweifel- hast. Die Fahrgäste und die Post sind gelandet worden. Die Ladung ist bis jetzt nicht erheblich beschädigt und wird aus einen Schooner umgeladen. Die Mannschaft bleibt an Bord. Madrid, 23. Mai. Aus Atarfe in der Provinz Granada werden Ruhestörungen gemeldet, welche ihren Grund in örtlichen Streitigkeiten haben. Eine größere Menschenmenge drang in die Bureaus der städtischen Behörden und des Friedensgerichts und steckte die Möbel in Brand. Gendarmerie zerstreute die Aus- rührer, jedoch dauert die Erregung fort. TifliS, 27. Mai. Der Kurafluß ist infolge der andauernden Regengüsse aus den Ufern getreten und hat einen Theil der Stadt überschwemmt. Mehrere Hänser wurden vom Hochwasser zerstört. Unweit der«tedt Sstzchet unterspülte die Fluth einen Chausfeedamm, so daß dieser einbrach. Ein Postwagen, welcher sich eben an der gefährdeten Stelle befand, stürzte mit den nn- oefähr 1V0 WO Rubel enthaltenden Postbeuteln in den Slrom. Kutscher und Schaffner retteten sich dadurch, daß sie die Wagen- stränge durchschnitten. VvtefKalkeu Vov Dedsktwn. W. Arndt. Von einem derartigen Bericht wiffen wir nichts. Wegen des Uebrigen müssen wir Sie auf den Inseraten» theil oerweisen. Nr. 4S Albert Friedrichsfelde. Deswegen kann Ihnen die Konzession nicht verweigert werden. P. S. Eisenbahnstrasie. Ohne Kenntniß deS gesammten Falles nicht zu beantworten. Schacht. Handlung ist strafbar und Sistirung wegen Fest- stellung der Persönlichkeit gerechtfertigt. H. R. Wir haben Ihr Schreiben einem unserer Stadt- verordneten überwiesen. P. S.. A. M.«ud andere. Wahlrecht. Di« von Ihnen erwähnte Antwort ist allerdings falsch; sie ist durch ein bedauer» llches Versehen ohne Wissen des juristischen Mitarbeiters in den Briefkasten gelangt. Die Rechtslage ist etwas komplizirt und liegt wie folgt: Nach Z 3 Nr. 3 des Wahlgesetzes sind Per- sonen, welche eine Armenunterstützung aus öffentlichen oder Gemeinden, itteln beziehen oder im letzten der Wahl vorher- gegangenen Jahre bezogen haben, nicht wahlberechtigt. Eine Krankenpflege, die jemandem als Armen geleistet wird, für die also von vornherein von keiner Seite Entgelt beabsichtigt wird, deren Kosten vielmehr sofort vom Armen-Etat getragen werden, ist eine solche Armenunterstützung. Wer diese Art Krankenpflege erhält, ist nicht wahlberechtigt. Ander? wenn, wie in den meisten Fällen, die Krankenpflege in der Ab- sicht, daß sie entgolten werde, geleistet wird. In solchen Fällen geht das Wahlrecht nicht eher verloren, als bis die fällige Schuld von der Armenverwaltung hat d e f i n i t i v ge- tragen werden müssen. Nicht die Krankenpflege, sondern die definitive Uebernahme der Kosten für die» selbe durch die Gemeinde ist eine Unterstützung im Sinne des Z 3 des Wahlgesetzes. Verlangt die Gemeinde, nachdem sie die Krankenkosten verauslagt har, Erstattung derselben und wird die Erstattung wegen Unvermögen nicht geleistet, vielmehr von der Gemeinde definitiv übernommen, so geht das Wahlrecht verloren. Gestattet die Gemeinde Theilzahlungen, stundet sie die Schuld, so liegt noch keine Armenunterstützung vor. Erst wenn die Ratenzahlungen nicht eingehalten werden und nunmehr die Armenverwaltung die Kosten definitiv über- nimmt(also falls nicht weitere Stundung erfolgt ist), geht der Betreffende seines Wahlrechts verlustig.— Den in dieser An- gelegenheit ergangenen vielfachen mündlichen Anfragen ist stets die zutteffende Antwort zu theil geworden.— Besten Dank für Uebersendung des Formulars. O. K. St. Versammlungen unter freiem Himmel find in Preußen von der obrigkeitlichen Erlaubniß abhängig. G. Dmrt. Wenn Sie nicht ausdrücklich ausgeschieden fin.a so find Sie noch jetzt Mitglied des Vereins und deshalb beitr�gZ. pklichtig. AuS dem betreffenden Verein schleunigst nunmehr'aurch schriftliche Erklärung auszutreten, wäre sehr rathsam. Wohl- berechtigte Klagen über die„Zukunft" sind uns zu Dutzenden vorgetragen. ■- ir WMT Central KeilHans-Ansverkauf 72 Iiigerstraße 72 jtä Institut fdr Gelegenheitskäufe, einzig in seiner Art in Berlin. 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Referent: Kaufmann n. Borebart. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 370/10* Sämmtlich« Wühler des 1. Wahlkreises sind zu dieser Versammlung eingeladen. Mitglieder werden ausgenommen und können ihre Beiträge in folgen- den Zahlstellen entrichten: Restauration Salzwedel. Klosternraße 83; Restauration Thierbach, Friedrichsgracht 16; Restauration Wernau. Rosenstr. 30; Restauration Mendt, Claudiusstr. 19.— Auch werden Mit- glieder in der Versammlung ausgenommen. Der Korstand. j! 1. WllMeis. Wnsg! Am vieuLtsg, den 30. Mai d. I., Abends 8'/, Uhr, in LcKsHer'B Salon, Jnselstraße 10: Aoie Wlliche Wiihlerversmmlmlg Tages-Ordnung: Vortrag unseres Kandidaten, des Schneiders August ?äterov. Diskussion. Verschiedenes. Alle Wähler des ersten Kreises sind will- kommen. Sämmtliche gegnerische Kandidaten sind hierzu brieflich eingeladen. 343/12* Das Wahlkomitee. 3« Wahlkreis. Zwei große öffentliche Uolks Uerjammlnngen I. Sonntag, San 23. Mai, Vormittags 10 Uhr, in den BBrgersälen, Dresdenerstraße 96, Referent: Reichstags-Kandidat Kaufmann Jnl. Türk; 2. Hontag, den 29. Mal, Abends 3'/- Uhr. im Saale von Bnggenhagon, am Moritzplatz, Referent: Reichstags-Kandidat kleb, kiseber. Tagesordnung in beiden Versammlungen: Die bevorstehende Reichs- tags-Wahl; Diskussion. 347/10* Die Wähler des 3. Kreises sind hierzu eingeladen. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Einberufer. 1?. Berliner Reichstags-Wahlkreis. Am Montag, den 20. Mai, Abends 8 Uhr: Grosse Wähler-Versammlung i-- im fokal«„Sansfouci", Kottbuferstratze Nr. 4«. Tagesordnung: 1. Die Keichstags- Auflösung. Referent Senofle vi-, Tn6ek. 2. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Um pünktliches Erscheinen ersucht 349/13 Da» sozialdemokratische Mahlkomltee. S.Wahlkreis. 3 große Wählerversammlunge». I. Sonntag»«Von SS. INai ISSS, Vormittags t0 U»,,-, im Lokal„Schützenhaus", Linienstr. 3. Referent: Reichstags-Kandidat ködert Sohmlät. 2. Montag, den 23. Mai 1893, Abends SVa Uhr, im Lokal der Bötzow-Brauerei, vor dem Prenzlauer Thor. Referent: Herr Lorgmann. 2. Montag, den 29. Mai 1893, Abends S'/2 UHp, im Lokale des Herrn Müller, Jobannisstraße Nr. 20. Referent: Herr Iiededour. Tagesordnung in diesen drei Versammlungen: 1. Die bevor- stehende Reichstagswahl. 2. Diskussion. Alle Wähler sind hierzu eingeladen. 413/2 van Vablkomitee. aar 6. Wahlkreis,-«j 2 gr. öffenll. Wählerversammlungen. (■Dienstag, den 30. M a i 1893, Abends SVa Uhr. in S ch n e i d e r's Gesellschaftshaus, Belforterstr. lb. Tagesordnung: Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Relerent: vtto Thierbach. 653/11* 2. Hensel, Jnvalidenstr. 1. Ecke Brunnenstraße. Tagesordnung: Die bevorstehenden Reichstagsivahlen und ihre Bedeutung für die kleinen Gewerbetreibenden. Referent: Genosse«attntat. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Die Vertranenspersonen. 6. Wahlkreis(Moabit). Grsje üfentfile �olksotrMickiig Dienstag, den 30. Mai, Abends 8 Uhr, in der Kronen-Brauereii Alt-Moabit Nr. 47— 49. Tagesordnung: 1. Dl« bevorfl-h-nde Keichotagswahl und die Kozialdemo- kratie. Referent Jakobe». 2. Diskussion. 3. Verschiedenes 323/10 Die Dertranenoperso«. Stralau."WD Konntag, den 28. Mai, Nachmittag» 12'/- Uhr: Oeffentl. Wähler-Versammlung im Saale des Herrn Schröder(Alte Taverne). Tages-Ordnung: 1. Die bevorstehende Reichstagswahl. Referent: Genosse I. Timm. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 337/11 Alle Wähler sind hierz« freundlichst eingeladen. Der Einbernfer. mm\ FUMlch-Arbnter. Sitml Große öffentliche Streik-Versammlung aller in der FDzschnh• Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Dienstag, de« 30. Mai. Abends 8 Uhr, im oberen Saale des Herr« Philipp, Rosenthalerstraße 38. TageS«Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Menzel:.Die Er- rungenschaslcn des Streiks und wie hallen wir dieselben fest?" 2. DiSlusston. 3. Bericht über den Streik bei Karl Willner. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. vie Lohn-Kommission der Filzschah-Krheiter and•Krholterinnon 166/3 Berlins and Umgegend. Achtung! Töpfer I Achtung! Oeffentliche Versammlung' am Mittwoch, den'it. Mai 1803, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Pex, Brunnenstrasse 184(früher 140). 326/10 Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu der diesjährigen Regelung der Lohnverhältnifle im Baufach. 2. Stellungnahme zum 8. deutschen Töpferkongreß, event. Wahl der Delegirten zu demselben. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, zu dieser Versammlung recht»ahlreich zu erscheinen. Der VertranenSmauu. Achtung! Töpfer! Charlottenbnrg: Oeffentliche Versammlung am Dienstag, den 30. Mai 1893, Abends 6 Uhr. In» Saals der Gambrinus-Brauerei, Wallstrassa 48a 326/11 TageS-Orbnung: 1. Vortrag. 2. Stellungnahme zum 8. deutschen Töpfer-Kongreß event. Wahl eines Delegirten zu demselben. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch der Versammlung bittet Ter Vertrauensmann. Verein anr Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Zahlstelle im Osten nach dem Restaurant P. Wilke, Andreasstraste 26, verlegt ist. ebenso befindet sich die Zahlstelle der Zcntral-Krankenkasse der Töpfer Deutschlands dort. Die übrigen Zahlstellen befinden sich: für den Süden: Skalitzerslr. öl bei Schwartz- kops; Norden: Brunnen.- und Rdeinsdergerstr.-Ecke bei Max Schayer; Westen: Ziethen- und Schwerinstr.-Ecke bei Grafunder; Moabit: Birken- straße 54 bei Müller; Wedding: Wiesenslr. 40 bei Schröder.— Kassirt wird im Osten Montags Abends von 7—9 Uhr, in den übrigen Zahlstellen Sonnabends Abends von 7—9 Uhr. Ferner in Steglitz: Ahornstr. I5a, Gasthaus Gambrinus; Friedrichs- Hagen: Wilhelmstr.-'und Lindeuallee-Ecke bei Bandekow; Friedrichsberg: Wartenbergstr. 67 bei Lange; Cöpenick: Grünitr. 50 bei Marian; Weisten- fce: Charlottenburger- und Wilhelmstr.- Ecke bei Damrath; Pankow: Mühlen- und Maxtinilianstr.- Ecke bei Tausendfreund; Charlottenburg: Wilmersdorfer- und Bismarckstr.-Ecke bei Pirau; Rixdorf: Berlinerstr. 136 bei Kummer. 324/12 Her Vorstand. Große öffentliche Versammlung ller 8luehsleiire Berlins u. Umgegend am Montag, den 29. Mai, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Delgmiiller, Alte Jakobstr. 48a. Tages-Ordnung: 1. Die Forderung für unsere Baukontrolle. 2. Abstimmung über die in der letzten öffentlichen Versammlung eingebrachten Resolutionen. 3. Die Lage unseres Berufs. 4. Das Verhalten unserer Vertrauensleute. Wir machen gleichzeitig alle Srnckateure aus den Aufruf in der heuttgen Nummer aufmerksam. 271/13 Di« Dertranrnsleut«. Große öffentliche Versammlung für kaufmännische Wähler am Montag, den 29. Mai, Abends 8'/- Uhr, im fUten Schützenhaus, Linienstraße Nr. 5. Tagesordnung: 1. Welchem Kandidaten hat der kausmännische Wähler seine Stimme zu geben? 2. Diskussion. 188/15 Um zahlreichen Besuch bittet D«? Vinbe««fer. Gthische Gesellschaft. Sonntag, den 23. ds. Hts., Abends 8 Uhr, Kommandanten-Strasse Ro. 20: Sortmßiicö�rn.Dr.ßernstcini�ifllctifrBfllffrnHggfraije" Nach dem Vortrag: GemQtbiicbes Beisammensein« Gäste sehr willkommen. 142/1 GoBdschmiede. Da der Gehilfenausschuß der Innung zum Montag, den 29. d. M.. eine Versammlung einberufen hat, findet die Derbandsoersammlung an diesem Tage MW nicht 1KB statt, und werden die Kollegen aufgefordert, sich recht zahlreich einzufinden. Die Versammlung findet bei Kchulthetfl, Alle Jakobstraße statt. 162/12 Die nächste Verbandsversammlung findet nach der Wahl statt. Di« Grt»o«rwaltung. I. A.: R. Brückner, Naunynstr. 65, n. Schönebergs Große öffentl. Wählerversammlung am Dienstag, den 80. Mal ct., Abend» 8 Uh«, im Saale der Schiassbrauerei, Hauptstrasse 60—63. Tages-Ordnung: 418/12 1. Vortrag des Genossen Wiedemann:.Die bevorstehenden Reichs- tagswahlen." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Untoste» wird«in Entree von 10 Pf. erhoben. Das Wahlkomilö. !! Roh-Tabak!! Sämmtl. in- u. ausländischen Sorten, gute Qualität, tadelloser Brand, in billigster Preislage, empfiehlt Heiin-. Franck, WU; Brunncnstr. 183. Hur für Wieder« Verkäufer Rauehrequisiten als Cigarreuspitzen, Cigarettenspitzen, Pfeifen etc. in allen Holzarten, Meer- schäum, Bernstein je., liefert billigst Gustav Klein jr., Heilbronn a/R. Spezialität: Bebte Welchselwaaren. Orts-Krankeakasse der Schahmaclier au Berlin. Montag, den 29. Mai ct., Anfang 7'/i Udr, findet Alte Jakobstr. 75 bei BoHx, ein« Antzeroedentlich« General- Versammlung der Vertreter der Arbeitgeber und Kassenmitglieder statt. Vertreterkarte für die Jahre 1893 und 1894 legitimirt. 105b Der Vorstand. I. A.: H. Piadeck, Vorsitzender. Allgemeiner Deutscher Tapezirer-Verein. (Filiale Berlin.) Montag, den 20. Mal 1803 bei Bsltz, Alte Jakobstr. 75. Nersammluug. Tages-Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Anfang pünktlich 6l/i Uhr. Die Ortsverwaltung. Lcffentl. CßlleidervtrssmililNg mit Fmeii. Montag, den 20. Mal 1803, Abends 8Vs Uhr, Hensei's Salon, Jnvalidenstr. 1. Tages-Ordnung: 1. Das geplante Organistren der Konfektions-Schneider. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes.— Alle Ko»sektions- Schneider müssen es sich zur Pflicht machen, in dieser Versammlung zu er- scheinen. Der Einbernfer. mamm je 40, Ecke Groß-Görschenstraße. 4t 167b Inr Hute mit Kontrollmarken. B Grosse Aaswahl in Schirmen.■ W. Wölfl. Möbel-Tischlerei H. Beyer, Tischlermstr., Naunynstr. 3. Lager vollständiger Wohnungs- Einrichtungen Hof part. links. 3365L* Schutzengel! Deutsch. Reichs-Pat. a. macht c» den Kindern tttt- möglich. das Fenster,» otfne«, und verhindert absolut da» Hinauosallen der Kinder aus offenstehenden Fenstern. 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Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. ■ Mr. 123. Sonntag, den 38. Mai 1893. 10. Jahrg. VolKsMzule und DolKsheev! u. Es liegt nicht im Wesen des herrschenden Systems und nicht im Interesse der herrschenden Männer, die Volksschule zu einer dem wachsenden Bildungsbedürsniß der breiten Volksinasse ent- gegenkommenden Kulturanstalt zu erheben. Einer Weltanschauung, deren Paradies in der Vergangenheit liegt, für die sich die ganze moderne Kulturentwicklung als ein immer tieferer Abfall von „Gott" darstellt, ist die Lehre von der menschheitlichen Fort- «ntwicklung aus eigener Kraft zu einer schöneren, glück- kicheren Ankunft ein Greuel. Die unbestochene Wissen- schafi, die diese Entwicklung auf allen Gebieten des körperlichen und geistigen Daseins nachweist, Heidt ihnen«ine „falsche", eine„unchristliche" Wissenschaft. Der Lehrer aber, der seinen Berus in der Einsenkung der fortschreitenden Wissenschaft- lichen Erkenntnib in den fruchlbaren Boden einer gesund auf« strebenden Volksseele findet, ist ihnen ein„Volksverderber". Sie erblicken in der fortschreitenden geistigen Ausklärung und Schulung der niederen Volksschichten eine Gefahr für den dauernden, ruhigen Genuß ihrer hergebrachten Standes- und Berufsvorrechte. Das Volk kann nicht gebildet werden, denn es ist zu dumm, rusen die„klugen" Bureaumenschen; das Volk darf nicht gebildet werden, denn das widerstreitet der„göttlichen Wcltordnung", predigen die„frommen" Kirchenmänner; das Volk soll nicht gebildet werden, sonst verliert es die ihm nötbige Dcmuth, fordern die hoffähigen und hoffärtigcn Junker. Die Thütigkeit der Schule gefährdet den Unterthanenverstand, den Unter- thanenglauben und den Unterthanengehorsam, und auf diesen „staatserhaltenden Imponderabilien"(zu deutsch: Vorurtheilen) beruht doch der Fortbestand unserer„gottgewollten" Staats- ordnung und damit unserer, der Juristen. Pfaffen und Junker „gottgewollte", privilegirte Stellung.„Wir glauben uns keiner Uebertreibung schuloig z» machen, wenn wir Staat und Gesell- schafr, die sich als Vollstrecker sogenannter liberaler Doktrinen die Ausklärung der Masse angelegen sein lassen, jenem Un- besonnenen vergleichen, der beschästigt ist, den Ast, aus dem er selber sitzt, in Sorglosigkeit abzusägen"— bekennt ganz offen eine jener schönen Seelen in den„Grenzboten"(1893. 1. Quartal. „Unsere Volksschulbildung". S. 384 ff.). Dieser„wahre Menschen- freund und Patriol" hat sich auch darum„nie dazu überreden laffen, in die Verherrlichung des deutschen Schulmeislers als an- geblichen Siegers von Sadowa und Sedan einzustimmen; wohl aber hat er längst in der Volksschule die Mitschuldige an der Entstehung und dem Umsichgreifen jener nüchternen, ge- müth- und religionslosen Halvdildung im deutsche» Vaterlande erblickt, die zunächst der Unzufriedenheit und dem Neid einen fruchtbaren Boden bereitet und in der Folge die Irrlehren der Sozialdemokratie zu üppigem Gedeihen besörderl hat und noch täglich för-ert". Das Bestreben,„die Volksschule in den Dienst der Volksausklärung guauä möms zu stelle»", ist somit eine „ernste öffentliche Gefahr", der gegenüber ein vidoanb consules am Plage ist. Um den„consules" aber den richtigen Weg zu zeigen, bemerkt der Brave noch, daß er seinerseits„ohne allzu großes Widerstreben" Verzicht leisten würde aus den bestehenden allgemeinen Schulzwang,„diese vielgepriesene Er- rung-.nschaft eines falschen Liberalismus".— Das ist doch deutlich!— Es ist fast unglaublich, daß es deßilngeachtet noch Lehrer giebt, die von dem„Wohlwollen" der Regierung etwas erwarten. Versprechungen und gelegentlich ein Trinkgeld, dazu versteht man sich vielleicht ans Klugheitsrnckiichten, aber an eine entschlossene Förderung der inneren und äußeren Verhältnisse unserer Volks- schulen im Sinne eines waschechten, kulturellen Fortschrittes, daran denkt niemand dort oben. Das zeigt sich vor allem auch in de» Fragen, die nicht eigentliche Geldsragen sind. Denkt die Regie- rung auch nur von serne daran, den wohlbegrnndeten Wünschen der Lehrerschaft betreffs Aeuderung der Lehrerbildung, Einfüh- rung der fachmännischen Schulaufsichl. Befreiung vom Kirchen- dienst, Herabsetzung der Maximal-Schülerzahlen zc. zu entsprechen? Der Jedlitz'sche Schulgesetz'Entwurf hat doch wohl in dieser Hin- ficht jeden Zweifel unmöglich gemacht. Und dieses schul- und kulturfeindliche Gesetz wurde unter dem„neuen Kours" ein- gebracht, und unter seinen überzeugten Vorkämpfern war der Reichskanzler v. Caprivi. Es ist unleugbar ein Verdienst der nationalliberalen und frei- sinnige» Parteien des preußischen Abgeordnetenhauses, durch ihre vereinigte, scharfe Stellungnahme gegen den Zedlitz'schen Schul- gesetz- Entwurf mit dazu beigetragen zu haben, daß dieser verhängnißaolle Versuch mißlang. Die heutige Schule ist zum guten Theil eine Schöpfung des liberalen Bürger- rhums. Es lag im Interesse des dritten Standes, seine durch die französische Revolution und ihre Nachwehen erlangte politische und soziale Anerkennung dauernd von innen heraus zu sichern. Dazu bedurfte man einer Schule, die aus den Grund- lehren des bürgerlichen Idealismus ruhte und die breite Schicht des drillen Standes mit denjenigen geiuigen Werken und Waffen ausrüstete, die man zu dem nachhaltigen Kampfe gegen die Herren des alten Regimes brauchte. Ganz ist es dein liberalen Bürger- thum nicht gelungen, die Schule den Händen ihrer früheren, klerikalen und feudalen Besitzer zu entreißen. Am wenigsten gelang dies für die Volksschule und am allerwenigsten für die ländliche Volksschule. Das lag in der Natur der Sache. Denn einerseits fällt die ländliche Volksschule vorzugsweise in den alten Machtbereich der schwarzen und blauen Herren. Andererseits aber kam dem zur Herrschaft gelangten Bürgerthnm bald eine neue Erkenntniß. Es fand heraus, daß es gar nicht in seinem eigenen Interesse läge, die ganze breite Masse des besitzlosen Volkes durch eine gediegene Bildungzur Theilnahme an dererrungenen Machtstellung heranzubilden. Immer deutlicher kam diese Er- kenntniß zum Bewußtsein und immer klarer trat sie auch in die praktische Erscheinung. Das besitzende Bürgerthum wurde salon- fähig, und rasch lernte es, sich als ein neuer Adel fühlen. Auf die Sache, auf den inneren Werth kommt es dem neuen Adel ebensowenig an, wie dein alten; die äußere Form, das Patent entscheidet über die Zugehörigkeit. Mag der Bolksschnllehrer an Wissen und geistigem Können weit überragen, es iehlt ihm die „höhere", auf fremde Sprachen gegründete„Bildung" und das darauf beruhende Einjährigen- und Reserveoffizier-Privilegium. Ebensowenig aber wie der Lehrer der Voltsschule gesellschasts- fähig ist sür die„höheren" Eltern, ebensowenig sind die Schüler der Volksschule ein passender Umgang sür die„höheren" Söhne und Töchter. Deutlich zeigt sich dies in der Errichtung der Vorschulen, einer Schöpfung des neuen Adels, der seine Sprößlinge von frühester Kindheit an abzusondern und zu Standesdünkel zu erzielen bestrebt ist.„Die Trennung der Kinder eines und desselben Volkes vom ersten Schultage an nach Ständen und Kon- fessionen ist eine künstlich gemachte, es fehlt ihrjedenatürlicheBegründung"— sagte der Schul- inspektor Herr S ch e r e r unter lebhaftem Beifall des deutschen Lehrertages tL92 in Halle a. S. Sehr gut, aber die Lehrerschaft «ersuche einmal die Anerkennung des„gebildeten",„liberalen" Lürgerthums sür diesen Satz zu gewinnen! Es wird ihr ebenso wenig gelingen wie für die auf Comenius zurückgehende, bei- gefügte Begründung:„Man muß sie alle gemeinsam bis dahin führen, bis wohin sie gemeinsam geführt werden können, damit sie sich gegenseitig anregen, beleben, anstacheln, und wie zu allen Tugenden, so auch zu der Tugend der Bescheiden- heit, der Eintracht, der gegenseitigen Dienst- b a r k e i t geführt werden." Noch deutlicher zeigen sich die Ansichten und Absichten des neuen Adels, in seiner entschiedenen Abneigung gegen die Idee einer Einheitsschule. Er fühlt sehr wohl, daß nichts seinem vornehmen Adsonderungsbestreben hinderlicher wäre, als die Einheitsschule. Und doch wäre erst durch diese die unerläß- liche Vorbedingung zu einer wirklichen, allgemeinen Volks- schule gegeben, und erst damit wäre auch ein wirkliches, allge- meines Interesse für die Volksschule geschaffen. Heute ist dieses Interesse seitens des alten wie des neuen Adels nicht vorhanden. Das„eigene Fleisch und Blut" hat besondere, bessere,„vor- nehmere" Schulen. Unsere heutige„Volksschule" ist bei Lichte besehen eine bloße Armenschule. Ihr seine Kinder zu überlassen. ist nur da allenfalls entschuldbar, wo gar keine andere Wahl bleibt; sonst»st es eine gesellschaftliche Schande, der sich niemand aus freien Stücken aussetzt, mag dem Herrn Jungen auch jegliche Beanlagung sür die„höhere" Bildung abgehen. Neben dem Besitz emer Standesschule zur Erhaltung der Standesvorurtheile und zur Wahrung der Standesvorrechte ist es aber noch ein anderer Grund, der den„liberalen" Reformwillen vor der Volksschule haltmachen läßt. Er liegt in der modernen Entwicklung des industriellen und kommerziellen Wirthschaftslebens. Tie frühere wirthschaftliche Einheit und Interessengemeinschaft des dritten Standes ist unter dem Einfluß der kapitalistischen, maschinellen Betriebsentwickelnng zerfallen. Die Juteressenscheidung zwischen Besitzenden und Nichtbesiyenden, zwischen Arbeilgebern und Arbeitnehmern hat sich immer schärfer vollzogen. Der ehemalige„dritte Stand" ist in zwei Stände, die Bourgeoisie und das Proletariat, auseinandergeborste». So viele auch heute noch im Erwerbsleben zwischen Jenseits und Diesseits hangen und bangen, die Scheidung wird inliner schroffer. die Entscheidung vollzieht sich immer rascher. Diese Entwicklung drängle aber der Bourgeoisie noch eine weitere Erkenntniß hin- sichtlich der„Volksschule" auf. Sie sieht in der Armenschule mehr und mehr eine Arbeiters chule. Dem A r in e n eine gediegene Bildung zu geben, erschien dem„liberalen" Bürger- thum überflüssig; dem Arbeiter eine gediegene Bildung zu geben, erscheint dem„arbeitgebenden" Bourgeois nicht nur überflüssig, sondern geradezu schädlich und gefährlich. Wie die heurige Slaatsordniing auf dem„beschränkten Unter- thanenverstan d", so beruht die heutige Wirlh- schastsordnung auf dem„beschränktenArbeiter» verstau d"! Leute mit tüchtigem Wissen und guter geistiger Schulung streben naturgemäß nach besserer Lebenshaltung und lreierer Ausgestaltung ihres höheren Menschen. Solche Leute aber wollen keine gefügigen Lohnsklaven mehr sein; sie wollen sich nicht als bloße Mittel zum Zweck behandeln lassen; sie machen Front gegen ihre wirthschaftliche Ausbeutung und politische Tyraniilsirung von seilen des kapitalkräftigen Arbeit- aeders. Das Gefühl ihrer schmachvollen, thierischen Lage, die Einsicht in das brutale Unrecht der zu recht bestehen- den wirthschastlichen Tyrannei, und der bewußte, entschlossene und geschlossene Kampf gegen dieselbe— das alles sind die Folgen einer „zu guten" Vollsschulbildung. Den oben zitirlen„wahren Menschenfreulid und Patrioten" aus den Grenzbolen hat es„mit aufrichtiger Geuuglhuung erfüllt", daß vor einiger Zeit (l7. März 1892)„ein hochangesehenes Organ der liberalen Presse, die„Hamburger Nachrichten"(das bekannte nationalliberale Bismarckorgan) sür eine„Vercinsachung des Volksschulunterrichts" eingelrelen ist, und zwar aus der„nicht genug zu beherzigenden sozialpolitischen Erwägung, daß ein Ucbermaß der Volksschnlbildnng den Angehörigen der unteren Stände Unzufriedenheit uiil ihrer Lage einflößt, sie der Sozial- demokralie zusührl und dadurch Gefahren heraufbeschwört, die dein Fortbestand der staatlichen Ordnung verhängnißvoll zu wer- den drohen". Freudig bewegt sagt er darum:„Das Odium einer Auflehnung gegen die moderne Volksbeglückung nehmen wir um so getroster auf uns, als uns vergönnt ist. es mit einem hervorragenden Organ des Liberalismus ungefähr zu gleichen Theilen zu tragen."— Schöne Seele» finden sich; sie sindcn sich bei der Bewilligung neuer Militär-Millionen, obgleich„jetzt in wahrhaft beschämender Weise Kulturausgaben wegen Steigerung der Militärlaften zurückgestellt werden!"*) Sie finden sich auch bei dem Angriff ans das allgemeine Wahlrecht. Warum sollten sie sich also nicht auch beim Angriff auf die all- gemeine Schulpflicht zusammenfinden? Wenn in den Reihen des links-liberalen Bürgerthums sich noch einzelne, überzeugte Kämpfer für die Volksschule fiuden. so sind dies die Vertreter vergangener Zeiten ihrer Partei. Sie kämpfen für ihre ererbten Ideale, weil ihre Väter dafür gekämpft haben. Die gegenwärtige Wirklichkeit ist dem Auge dieser schwächlichen Epigonen verschleiert. In dem Augenblick aber, wo der Schleier zerreißt, straft ihre reale Praxis ihre ideale Theorie Lügen. Es genügt auf das mehr als zweifelhafte Wohlwollen hinzuweisen, das der in den ländlichen und städtische» Kommunalverwaltnngen, Kreis- Vertretungen ec. oft maßgebende, kapitalkräftige„Freisinn" der Arbeilerschule entgegenbringt. Es genügt auch an die mehr als zweiselhaste Achtung zu erinnern, die das bäuerliche, gewerbliche und kaufmännische Geldproyenthum der Persönlichkeit des Arbeiter- lehrers zu Theil werden läßt. Der Geldsack hat seinen eigenen Jdeenhimmel. Der ist niedriger als alle anderen Himmel, wegen der irdischen Schwere des güldenen Gutes. Und darum ist keine Versöhnung möglich zwischen den Göllern der allen Demokratie und den Götzen der neuen Plutokratie. Es ist aber leickiter herabzuziehen als emporzuheben; und so zogen die neuen Götzen die alten Göller zu sich herab und erw, rgten sie mit ihren goldenen Krallen. Eine kapitalistische Demokratie— das ist die irrste aller Irrlehren, das ist aller Zukunslsstaaten zukünftigster. Sie lief zum Geldsack, dann schlich sie zum Altar und endlich kroch sie zum Thron; doch als sie sich hilfeflehend an ihn lehnte, da fiel der Thron um und begrub das feile Weib unter seinen Trümmern— das ist die traurige Geschichte von der bürgerlichen Demokratie; so wird sie von der Nachwell ausgezeichnet werden! Au? ihrem Grabstein aber wird man die Inschrift lesen: Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz!— In dem feudal-klerikalen Staate war der Volksschullehrer materiell und sozial dem Nachtwächter gleichgestellt. In dem bürgerlich-kapitaliftischen Staate wird er nach Einkommen und Ansehen dem Gendarmen zugesellt. Das ist das Höchste; darüber hinaus fehlt jedes Berständinß, jede Empfindung und jeder Wille innerhalb der herrschenden Gesellschaft. Es ist eine thörichte Hoffnung, dieser Sachlage gegenüber eine höhere Werlhung und Würdigung lediglich durch kollegialen Zusammenschluß und korporatives Vorgehen erringen zu können. Wohl können die gröbsten Mißstände dadurch aufgedeckt und theilweise beseitigt werden. Insofern haben die Lehrervereini- •) Bennigsen's Worte im preußischen Heerrenhaus, nachdem der Minister von Berlepsch mitgeiheilt halte, daß der Staats- zuschuß zu den gewerblichen Fortbildungsschulen um 10 pEt. vermindert werde» muffe, weil keine Mittel vorhanden seien. gungen ihren Werth durch Erfolge bewiesen; aber darüber hinaus versagen sie völlig. Zu einer Aenderung der Grund- Verhältnisse reichen sie allein nie und nimmer aus. Die Wurzeln der materiellen und ideellen Nothlage der Schule liegen in der herrschenden feudal-klerikal-juristisch-kapitalistischen Staats- und Lebensauffassung. Sie hat die politische Macht, und nur ein siegreicher Kampf um die politische Macht kann ihre Herrschast erschüttern und vernichten. Darum muß die berufliche Ver- einigung Anschluß an die große politische Klassenvereinigung gewinnen. GevitfiksrBeikunij: Reichögerichts-Entscheidung. L e i p z i g, LS. Mai.(Vom A rbeiters ch u tz- G es e tz.) Nach Z 137 der Gewerbe-Ordnung in der neuen Fassung des Arbeiterschutz- Gesetzes dürfen Ar- beiterinnen am Sonnabend sowie an den Vorabenden der Fest- tage nicht nach S>/g Uhr Abends in Fabriken beschäftigt werden. Gegen diese Bestimmung verstoßen zu haben, ist der Fabrikant Leo L ö w e n t h a l in Berlin beschuldigt. Das Landgericht Glatz hat ihn zwar am 24. Januar von der Anklage freigesprochen, aber auf die Revision der Staatsanwaltschaft ist das Urtheil vom 4. Strafsenate des Reichsgerichts dieser Tage aufgehoben worden, und so wird er voraussichtlich noch in Strafe genommen werden. Es handelt sich um folgenden Tharbestand. Der Angeklagte besitzt in Neurode eine Putzsedersabrik, in welcher 2S Arbeiter thätig sind; außerdem werden 80 Hausarbeiterinnen von ihm beschäftigt. Am 3. September 1892, einem Sonnabend, bemerkte der Fabrik- inspektor bei einer Revision, daß die Arbeiterin B., welche mit der Ausgabe des Rohmatcrials:c. betraut war, solches noch an Hausarbeiterinnen abwiegen wollte. Die Direktrice hatte pünkt- lich um S'/s Uhr Schluß geboten. Da der Angeklagte gerade in der Fabrik anwesend war, erklärte er dem Fabrikinspektor, als derselbe um b3/i Uhr die Uebertretung wahrnahm, er übernehme selbst die Verantwortung. Aus diesem Grunde war nur er allein, nicht auch sein Stellvertreter resp. seine Stellvertreterin unter Anklage gestellt worden. Herr Löwenthal vertheidigt sich vor Gericht in der We.se, daß er behauptete, die B. sei gar nicht als Fabrikarbeiterin thätig gewesen, sondern gewissermaßen als Expedienlin; sie sei also als kaufmännische Gehilfin anzusehen. Das Landgericht Glatz erachtele in der That dieses Vorbringen als geeignet, die Anklage zu entkräften. Es sprach den An- geklagten frei mit der Begründung, daß die Gewerbe- Ordnung nur Geltung habe für Fabrikarbeiterinnen, d. h. solche, die wirklich in der Fabrik arbeiten, die Thätigkeit aber, welche die B. entfaltet habe, stehe in keinem Zusammen- hange mit der Fabrikation in den Räumen der Fabrik. Wenn überhaupt ein Verschulden angenommen werden solle, so meinte das Gericht, dann falle dasselbe nicht dem Angeklagten, sondern der Direktrice zur Last.— Die Revision des Staatsauwalts wurde vom Herrn Reichsanwalt Treplin unter folgenden Ausführungen für begründet erklärt: das, was die B. that, diente wesentlich technischen Zwecken das Fabrikbetriebes. Es kam dabei gar nicht darauf an, ob diejenigen, die die Beschäftigung der B. in der Fabrik veranlaßten, nämlich die Hausarbeitermnen, Fabrikarbeiterinnen waren oder nicht. Was die B. that, das muß auf alle Fälle als eine Beschäftigung in der Fabrik angesehen werden. Was die Bernntwortluhkeit betrifft, so hat das Gericht unterlassen, die neue Fassung des§ 151 der Gewerbe-Ordnung zu berücksichtigen, nach welcher der Gewerbe- treibende auch sür Ueberlrctungen seiner Stellvertreter bestrast werden kann, wenn er bei der Auswahl oder Beauf- sichligung derselben es an der erforderlichen Sorgfalt hat fehlen lassen.— Dem gestellten Antrage entsprechend erkannte das Reichsgericht aus Aushebung des Urtheils und Zurück- Verweisung der Sache an das Landgericht. Die Urtheilsgründe lauteten: Die Frage, ob das in Rede stehende gewerbliche Unter- nehmen eine Fabrik ist, bedarf noch der näheren Erörterung. Nimmt man aber an, es sei eine Fabrik, so ist die B. unbedenk- lich als Fabrikarbeiterin anzusehen. Das entscheidende Kriterium ist darin zu suchen. daß als Fabrik- arbeiter derjenige anzusehen ist, der in festem Ver- tragsverhälzniß zu dem selbständigen Gewerbetreibenden und In- Haber der Fabrik steht und infolge dieses Verhältnisses seine Arbeitskraft zur Leistung von Arbeit für den Fabrilbetrieb zur Verfügung stellt. Gleichgiltig ist es hierbei, ob die Arbeit des Ein zeinen dieser technischen Herstellung unmittelbar oder mittel» bar dient. Ausgeschlossen ist sür den Begriff des Fabrikarbeiters nur die Thätigkeit der aufsichtführenden Personen und die kauf- männifche Thätigkeit. Die Arbeiterin B. hat die ganz oder halb fertigen Fabrikats zugewogen, abgewogen und kontrollirt, es ist demnach nicht zu bezweifeln, daß ihre Thätigkeit mittelbar der Herstellung der technischen Produkte der Fabrik gedient hat. Die B. war also als Fabrikarbeiterin anzusehen. Endlich ist auch noch zu beanstanden die Art, wie die Verantwortlichkeit des Angeklagten verneinl worden ist. Das Landgericht hat über- sehen, daß nach tz 151 in der neuen Fasjung auch die Fahr- lässigkeil bei der Auswahl oder Beaufsichtigung der Stellvertreter als strafbare Uebertretung gilt. Soziale llelrevstlkIk. An die Stuckateure Berlins und Umgegend. Kollegen! Wieder treten wir an Euch heran und ersuchen Euch, recht zahlreich in der am Montag stattfindenden öffentlichen Versammlung zu erscheinen. Von vielen Kollegen wird der Ein- wand erhoben werden, warum ist die Versammlung gerade jetzt während der Wahlperiode, an der doch Alle mtt größtem Interesse betheiligl sind? Mag dieser Einwand bei Einzelnen berechtigt sein, so entschuldigt er noch lange nicht die Theilnahmlosigkeit, welche sich nicht nur jetzt, sondern schon länger bei uns bemerkbar macht. Es muß doch aber einem jeden denkenden Kollegen klar sein, daß es jetzt gerade bei uns nicht besonders gut bestellt ist und daß wir wohl nöthig hätten, wenigstens das Bestehende hochzuhalten. Im ferneren, Kollegen, iverdcn Euch die nachstehenden Resolutionen zur Abstimmung unterbreitet werden: 1. Die heutige öffentliche Versammlung erklärt sich mit der bisherigen Leitung unserer Organisation einverstanden und er- klärt die lose, aus Vertrauensmänner beruhende Organisation sür die beste in unserem Beruf. 2. Die heulige öffentliche Versaminlung erklärt sich mit der bisherigen Leitung in unserer Organisalion nicht einverstanden und ersucht die Kollegen, das System der Organisation zu ver- einfachen, indem wir uns der in Deutschland bestehenden Zentralisation anschließen, umsomit dazu beizutragen, daß in unserem Gewerbe eine einheitliche und für die Mitglieder nutzbringende Emrichlung geschaffen werde. Beide Resolutionen stehen sich ja gegenüber und die Berliner Kollegen sollen durch ihre Abstimmung zeigen, ob sie gewillt sind. mit den anderen deutschen Kollegen etwas- Größeres und Einheit- licheres zu schaffen. Somit fordern wir Euch auf Kollegen, zahlreich in der öffentlichen Versammlung zu erscheinen und zu zeigen, daß ihr als denkende Arbeiter in erster Linie Eurer Fachorganisation an- gehören müßt! Die Vertrauensleute. Achtung, Ttorkarbeiter! In der Siockfabrik der Gebrüder Kalru oivski, Wollinerstr. S'?. ist gestern infolge von Lohn- differenzen ein Streik ausgebrochen. Wir bitten, den Z» Z» g f e r n z u halten. Näheres wird in einer demnächst stattfindenden Versammlung bekannt gegeben. Der Vor st and des Fachvereins derStockarbeiter. Achtiina! Handschuhmacher! Wegen Lohnreduktion streiken 12 Berbanosmitalieder bei der Firma Dvrtsen u. Komp., Alexanderstr. L7d. Wollen sich die Nicht- Verbandsmitalieder solidarisch mit den obengenannten erklären, dann mögen sie sich melden bei Hermann Hinz, Buttmannstr. 4, IV. oder bei Robert Sternkopf, Pankslr. 32a. Ter Zuzug von auswärts wird strengstens verbeten. Alle arbeitersreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. F ü r den Ortsverein I. A.: R o b. S t e r u k o p f. Herm. Hinz. Achtung! Verein deutscher Schuhmacher. Filiale Verlin. Den Mitgliedern diene zur Kenntniß, daß die Ver- samnilttngei, beider hiesigen Filialen am Montag, den 29. Mai, ausfallen. Die Beitrüge werden von den Kassirern am genannten Tage in der Versammlnng der Zuschneider, Stepper zc., welche bei Scheffer, Jnselstr. 10, stattfindet, entgegen genommen. Zahl- reiches Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ist von großer Wichtig- keit. Die Versammlung der Filiale II findet am Montag, den S. Juni, bei Keller, Bergstr. 63, statt. I. A.: H. Sperber, I. Bevollmächtigter der Filiale I. An die Vertreter der OrtS-Krankenkasse der Schuhmacher! Da morgen in der Versammlung bei Boltz, Alte Jakob- straße 75, die Ergänzungswahl des Vorstandes stattfindet, und ,vir hierzu unsere eigenen Kandidaten ausgestellt haben, so ist es dri n g e n d nothwendig, daß sämmlliche Vertreter aus den Reihen der Arbeitnehmer morgen Abend am Platze sind, um unsere Kandidalenliste durchzubringen. I. A.: B. S ch u n k e, Zionskirchslr. II. Streik» in Oesterreich. Der Streik der Zimmerer Wiens dauert unverändert fort; ebenso der der P h o t o- graphen«Tischler. Ferner streiken in Wien die Arbeiterinnen der Wattefabrik des Stefan Kostrick wegen gesetzwidrig langer Arbeitszeit, die Arbeiter und Arbeiterinnen der Weberei und Färberei von Brüder Bacher wegen niedrigen Lohns tc., dir Möbeltischler der Firma Wenzel B e l I a n, dir E p ä n g l e r der Firma Fr. M a n o sch ek, die Arbeiter der T i sch l e r e i von Stefan Kik o. Letztere fordern ». a., daß man sie human behandelt und nicht mehr mit pöbel- haften Schimpfworlen wie: Lausbube, R-�-blibe und Tagedieb regalirt. In Brün n streiken 1l Arbeiter des F e i l e n h a u e r- .neisters Faber. Der Streik der Bau-Arbeiter in Graz hat wieder au Ausdehnung gewonnen, da sich «hm die meisten Streikbrecher anschlössen, als sie sahen, daß sie von den Bau-Nnternehmern betrogen morde» waren. Die Kapitalsprotzen zahlten den nach Graz gelockren Arbeitern statt der versprochenen 2—3 fl. blos 1,30 fl., höchstens l.Sv fl. Sie rechneten dabei auf die Nnterslütznug der Polizei, welche„arbeits- und subflstenzlose Fremde" einfach..abschubirl". Und sie ver- rechneten sich nicht. Streikende Arbeiter wurden partieweise zu- fammengesangen und ohne erst einem Richter vorgeführt zu werden in ihre Heimath befördert. Damit wurde aber gerade das Gegen- theil dessen erreicht, was man erreichen wollte. Pfingstmontag und den darauffolgenden Dienstag fanden zwei Versammlungen der Streikenden statt, deren Besuch selbst von der ersten Versammlung, in welcher der Streik beschlossen, nicht übertroffen wurde. Auch ote italienischen und czechischen Arbeiter waren zugegen. Leider ourfte nur deutsch gesprochen werden, da nur diese und die slo- «Nische Sprache in Steiermark„landesüblich" ist. Die Italiener and Ezrchen erkannten jedoch, auch ohne daß man eS ihnen in v. zu sprechen und weift nach, daß der Kleinhändler nicht in der Lage sei, mit diesen zu konkurriren. Die große Zahl der Konkurse iniierhalb der kleinen Haudelstreibenden beweise dies. In allen Geschäftsstraßen fände man i» den Schaufenstern der kleinen Geschäftsleute jene verhängniß- vollen Plakate, welche den Ausverlauf infolge Konkurses oder wegen Ausgabe des Geschäfts anzeigten. Zu dem Verhallen der ein- zelnen Parteien übergehend, zeigt Redner, wie die Konservativen bestrebt sind, den Kleinhandel lahm zu legen; und vor allemZden Hausirhandel einzuschränken. Die Konservativen betonten immer, der Hauflrer treibe unreelle Geschäfte, und deshalb müsse dieser Handel verboten werden. Der Großhandel und dies Groß- industrie seien jedoch die eigentlichen Schuldigen. Sie brächten es sogar fertig, den Staat über das Ohr zu hauen, wie das Bei- spiel der rheinisch-westfälischen Kohlen- und Schienensyndikate gezeigt habe. Die Konservativen förderten auch den Antisemitis- ums, um den Kleingewerbetreibenden, den Kleinmeister, von seinen wahren Interessen abzubringen, denn sie benutzten den Antisemi- tismus nur sür sich als Rellamelchild, um! die große Masse der Kleinaewerbelreibenden bei den Wahlen auf ihrer Seite zu haben; denselben würde jedoch verschwiegen, daß es unmöglich sei, unter der heutigen GeseUschaftsordnung eine Besserung ihrer Lage herbeizuführen; der Großbetrieb werde dem Kleinbetrieb auch dann noch überlegen sein, wenn alle Juden und jüdischen Ge- schäftsleute Deutschland verlassen hätten. Es werde von den Konservativen immer auf die jüdischen Großbazare hin- gewiesen. Daß jedoch auch christliche Bazare, wie Hertzog, den kleinen Geschäftsmann zu Grunde richteten, davon sagten die Konservativen kein Wort. Genau so sei es mit dem Großgrundbesitz und dem Kleinbauern. In den Rein- gewinn der Aktiengesellschasten hätten sich christliche und jüdische Aktionäre getheilt, ohne daß die Christen konservative und antisemitische Gewissensbisse gesuhlt hätten. Daß die Kohlen- syndikate von Rheinland-Westsalen von Christen und Juden ge- bildet worden seien zur Auspowerung der Arbeiter und Kon- sumenten, sei auch bekannt. Man solle sich also von den Schlag- worten der Antisemiten nicht irre führen lassen, welche die kleinen Gewerbetreibenden nur an der Erkennung der wahren wirthschaftlichen Verhältnisse hindern wollten. Aehnlich verfahre der heutige Staat, der doch aus eminent christlicher Grundlage aufgebaut sein solle. Aus den staatlichen Saarbrücker Koble»- gruben seien in den letzten 20 Jahren 85 Millionen Mark Ueberscbüsse erzielt worden und zwar auf Kosten der dort de- schästigten Arveiter und der Konsumenten. Zur Kritik des Verhaltens der freisinnigen Partei übergehend, führte der Referent aus, daß die Forderung derselben— die un- beschränkteste Gewerbefreiheit, die freie Konkurrenz— nichts weiter sür den kleinen, weniger kapitalkräftigen Geschäfts» mann bedeute, als den Untergang. Vorschuß« und Kreditvereiue sollten schon seit Schulze-Delitzsch's Zeiten den Verfall des Klein- gewerbes verhindern; aber ist der Verfall verhindert morden- (Zuruf: Nein!) Haben sie den Zurückgang des Kleingewerbes aufgehallen? Nachdem der Referent noch die Wirkungen der Börse und der Abzahlungsgeschäfte auf den Kleingewerbe- treibenden genügend erläutert hatte, kam er auf den bisherigen Abgeordneten Dr. Baumbach zu sprechen und kritisirte vi- sonders dessen Verhalten im Reichstage bei den VerHand- lungen über die Kinderarbeit. Gerade Herr Dr. Baum- bach hätte sich gegen eine Einschränkung der Kinder- arbeit mit den unmöglichsten Gegengründen ausgesprochen; dies Verhalten müsse um so schärfer gerügl werden, als Herr Baumbach Landrath des durch seine Kinderarbeit de- kannten Sonneberger Kreises gewesen. Zur Kritik des Militaris- mus übergehend, wies der Referent nach, daß derselbe zur Aufrecht- erhaltung der Klassenherrschaft dient. Des weiteren erläuterte Schmidt die Wirkungen des direkten und indirekten BesleuerungZ- systems und sprach am Schluß seines mit grobem Beifall auf- genommenen Vortrages die Ueberzeugung aus, Berlin werde am >5. Juni zeigen, daß es nicht mehr die Hochburg des Freisinns, sondern die der Sozialdemokratie sei. In der Diskussion nahm Herr F l a t o w(Händler) besonders Herrn Baumbach in Schutz und meinte, es zeuge von großem Much, wenn Herr Baumbach beim Reichskanzler gesagt habe, er werde gegen die Militärvorlage fein. Redner komm? ferner auf die ollen Kamellen von Liebknecht's Redakleurgehalt zu sprechen. Herr Färber(Händler) meinte, es müsse dahin ge- wirkt werden, daß die Wähler nicht im Hausirer und Händler einen unreellen Geschäftsmann sehen. Der Redner befolgte nun die von Eugen Richter vorgeschlagene Taktik und wünschte vom Referenten zu hören, wie sich derselbe einen Krupp'schen Betrieb im Zukunstsstaat denke.(!) Es gäbe ferner im Hausirgewerbe in Deutschland nur 2l/i pCt. Juden. Die freisinnige Partei würde auch niemals das Wahlrecht beschränken. Der Redner wurde bald sehr unklar in seinen Ausführungen und widersprach sich häufig; er meinte zum Schluß, man solle jedem daS Seine geben in polilifcher, religiöser und wirlhschafllicher Beziehung, dann würde es den Fürsten und auch den Völkern besser gehen! Dem gegenüber führte der Referent an, daß die freisinnige Partei sich im Reichstage bei der Verlängerung des Sozialistengesetzes, sowie im Landtage bei Berathung der Wahlrelorm derart benommen habe, daß ihr auch bei emem Attentat auf das allgemeine Wahlrecht nicht zu trauen sei. Sie predige immerwährend die äußerste bürgerliche Freiheit; wo es jedoch auch auf ein analoges Handeln ankomme, drücke sie sich. Sie habe im Landtage keine Stellung zur Einführung des all- gemeinen Wahlrechts genommen, weil sie wisse, daß das allge- meine Wahlrecht ihren Besitzstand an Abgeordneten nur gefährden könne. B o r ch a r d(Kaufmann) kam ebenfalls auf den Schuh der bürgerlichen Freiheit durch die freisinnige Partei zn sprechen und führte die Abkommandirung der 27 Freisinnigen bei der Verlängerung des Sozialistengesetzes 1SS4 an. So befolge dir freisinnige Partei ihre eigenen Ideale von Preß- und Versamm- lungSfreiheit. Weiter brachte der Redner Stellen aus den Eugen Richter'schen„Zukunftsbildern" zur Verlesung und nagelte ihn fest als eifrigen Anhänger des jetzigen Militaris- mus sowie als Gegner jeder Selbständigkeit des Volkes an. Auch ging Borchard mit Herrn Dr. Baumbach eifrig ins Geber. indem er an der Hand der Broschüre von Dr. Emanuel Sax über die Sonneberger Industrie die Verhältnisse in der früheren Domäne Baumbachs darlegte. Der Redner forderte die Ver- sammelten auf, nur sozialdemokratisch zu wählen, wenn sie ihre Geschicke selbst lenken wollten.(Beifall.) L ü d d e ck e(Händler) benierkte, überall, wo die Freisinnigen in der Minorität sind, da wollen sie sür die äußerste bürgerliche Freiheit eintreten, haben sie jedoch die Majorität, so ist es mit ihren Idealen vorbei. Sie werden Wadelstrümpfler. Redner ist für die Wahl ehies Sozialdemokralen. Schulz(Händler) wendet sich gegen Flalow und Färber und empfiehlt ebenfalls die Wahl Rodert Schnndt's den kleinen Händlern und Gewerbetreibenden. Nachstehende Resolution wurde hierauf gegen drei Stimmen angenommen: Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenlen vollständig einverstanden. Sie erkennt an, daß mit dem Militarismus, der den Volkswohlstand untergräbt, gebrochen werden muß. Dies kann aber nur geschehen, wenn wirklich demokratische volkssreundliche Vertreter in den Reichstag kommen. Deshalb erklärt die Versammlung, nur einem Sozialdemokraten bei den Wahlen ihre Stimme zu geben. Mit einem brausenden Hoch auf die internationale Sozial- deinokratie schloß die imposante Versammlung. Im S. Wahlkreise fand am Freitag Abend, Kolberger« straße 23, eine außerordentlich gut besuchte Versammlung statt. Das Referat über das auf der Tagesordnung stehende Thema: Die bevorstehende Reichstagswahl, hielt unter lebhaftem Beifall der Genosse B org mann. In der Debatte, an welcher Kaus- mann Schulz, Martini, Bilk« und Näther theilnahmen, erging die Aufforderung an die Versammelten, mehr als bisher stch an den Wahlarbeiten zu betheiligen, vorerst sei es erforderlich, daß sich die Parteigenossen zahlreich an der am Sonnlag vor sich gehenden Flugblattverbreitung betheiligten. Die folgend« Reso- lulion wurde einstimima von der Versammlung angenommen: „Die Versammlung erklärt stch mit den Ausführungen des Re- serenten voll und ganz einverstanden und verpflichtet stch, am 15. Juni der Regierung aus die Militärvorlage die einzig richtige Antwort zu geben, indem st« Mann sür Mann dem Kan- didaten der Sozialdemokratie, Genossen W. Liebknecht ihre Stimmen giebt." Mit einem begeisterten Hoch aus die internationale. revolutionäre Sozialdemokratie schloß die imposante Versammlung. In Rixdorf sprach am 26. Mai Wilhelm Liebknecht vor einer von etwa 1800 Personen besuchten Wählerversammlung. Der zweistündige zündende Vortrag des Redners, welcher m>t brausendem Beifall aufgenommen wurde, schloß mit der Auf- forderung an die Parteigenossen, in der Wahlschlacht am 15. Juni den Gegner mit elementarer Macht zu erdrücken und das Banner der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit weiteren Siegen«nt- gegen zu führen. Nachdem die an etwa in der Versammlung anwesende Gegner ergangene Aufforderung, stch zum Wort zu melden, erfolglos geblieben war, theilte Schall mit, daß er in der Stacht vom Donnerstag zum Freitag gesehen habe, wie zwei Männer in der Nähe der Siegessäule die Bersammlungs- plakate von den Ecken abzureißen versucht hätten. Als er den Leuten, die er beim Näherkommen als zwei Gendarmen erkannte, die Ungehörigkeit untersagt habe, hätten sie noch wunder wie be- leidigt gelhan. Diese Affäre, die von einer Reihe Zeugen be- obachtet'sei, werde noch, wie es sich gehöre, die Rixdorser Gemeinde- Verwaltung, sowie den Minister des Innern beschäfttgen. Köppen und Köster wiesen bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß die niederen Beamten bei ihren durchaus nicht glänzenden Verhältnissen alle Ursache hätten, ein wenig über ihre soziale Lage nachzudenken. R e tz e r a u berichtete dann über eine am Sonntag stattgefunden« Agitationstour nach Beeskow und konstatirte günstige Erfolge. Nachdem noch Fi sch öder seine üblen Erfahrungen bei Gin- stcht der Wählerlisten zum besten gegeben und deren Ungenauig- keit bemängelt hatte, wurde die Versammlung mit einem be- geisternden Hoch aus die internationale Sozialdemokratte geschlossen. Unter dem Gesänge der Marseillaise trennten sich die Theil- nehmer. Nebersiüsstgerweise waren zahlreiche Polizeimannschaften vor der Thür des versammlungslokaleS postirt. In FriedrichSberg hielt Borgmann am Donnerstag einen Vortrag über die bevorstehende Wahl. Die zahlreich be- suchte Versammlung folgte dem interessante« Referat mit Auf» merksamkeit und nahm vor allem den Appell zur regen Agitation für die Wiederwahl Stadthagen'» mit brausendem Brisall aus. An d» Diskus,-on kamen auch verschiedentlich Auswüchse des Mil,tarrsmus zur Sprache, u. a. erzählte der Referent einige bezeichnende Vorfälle aus seiner eigenen Militärzeit. Unter Ver. sch, ebenem wurden die Parteigenossen aufgefordert, ihr Wahlrecht konsequent auszuüben. Die Wähler sollten sich nicht etwa dadurch zuriickschrecten lassen, daß sie in dem Wahlbezirk, dem sie ver- muthlich angehörten, nicht eingetragen seien. In solchem Falle möge man konsequent in anderen Wahlbureaus nachforschen. Ferner beichloß die Versammlung. Stadlhagen, den bisherigen Abgeordneten, zu ersuchen, die Auslegung der Wählerlisten auf »wer weitere Tage zu veranlassen, da das Bureau, in welchem vi» Listen auslagen, während der Feiertage geschlossen war. Zum Schluß wurde bekannt gegeben, daß am 2. Ji»li wieder ein Flug- blatt erscheint, an dessen Verbreitung sich jeder Parteigenosse be- theiligen sollte. Mit einem brausenden Hoch aus die Sozial- demvkratie gingen die Versammelten auseinander. <» et/le Kongreß aller Arbeiter der Nahrungsmittel- Industrie fand während der Pfingstfeierlage in Hannover statt. Vertreten waren die Bäcker durch 12. die Müller durch S die Brauer durch 3 und die Konditoren, Schlächter, und Kellner durch je I Delegirten. Zweck des Kongresses war die eventuelle (Srundling eines Jndustrieverbandes für genannt» Gewerkschaften «nd die Beraihun� von Kartellverträgen zur gegenseitigen Unter- stuhung und gemeinsamen Agitation. Der Kongreß entschied sich mit!6 Stinimen für die Bildung eines Jnduilrieverbandes für alle in der Rahrungdmitlelbranche deschäftiglen Berufe. Zum Eitz des Vorstandes wurde Berlin bestimmt. Der Ausschuß soll in Lübeck, die Preßkommission in Hamburg zusainme»- qesetzt werden; in letzterem Orte wird auch das Fachorgan er- leinen. Literarisches. Der Kuhhandel. Zur Reichstagswahl lS»3. 32 Seite», illustrirt. Preis 10 Pf. Verlag von Hans Vaake, Berlin 8., City- Passage.— In lustigen Versen wird in dein Büchelchen die Haltung geschildert, die der letzte Reichstag zur Militär- vorlag» einnahm. Zum Schluß heißt es:«Auf, deutsches Volk denn, den Zettel zur Hand, wähl' jene nur, die Du als Freunde erkannt, die Dich verrathen nimmer und nie: Die Männer der deutschen Sozialdemokratie.' Eine Welt- und LebeuSanschauuna für das Volk, mit besonderer Berücksichtigung der wirthschasllichcn und gesell- schastlichen Fragen. Von I. G. Bogt. 2. Buch, 39. Liefe- rung. Leipzig, Verlag von Ernst Wiest. Preis des Einzel- bandcs broschirt 2,S0 M. Fontane'S Führer durch die Umgegeud Berlin». Zweiter Theil, Norden. Berlin Verlag vor PrelS S0 Pf. Gedichte für von F. Fontane u. Co. Die .... jüdisch« Christen und christliche Jude«, von Otto WicherS v. Gogh. ,ehn Gebote und die besitzende Klasse. S. Auflage. vertag von Ad als Hoffmann. Zeitz. Preis 30 Pf. Koufesstonelle Bilanz, oder: Wie urlheilt der Jesuilenpater v. Hammerstein über die Unsittlichleit unter den Kon- fessioncn?— Marburg, Verlag von Oskar Ehrhardt, Buch- Handlung. von der„Neuen Zeit"(Stuttgart. I. H. W. Dieh' Verlag) ist soeben das 3S. Heft des II. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Der ganze Apfel.— Das Schlagwort und der Antisemitismus. Von Eduard Bernstein.— Die Nentengüter- Gesetze in Preußen. Von Dr. Rudolf Meyer.(Fortsetzung.)— Die Ergebnisse der Gewerbe-Aufstcht in Bayern und Württemberg für 1892. Von Dr. Max Quarck.(Schluß.)— Literarische Rundschau. — Notizen: Die Verschuldung des Grundbesitzes in Baden. — Feuilleton: Die sozialen Zustände im römischen Reiche vor dem Einsall der Barbaren. Von Dr. Paul Ernst.(Fort- setzung.) Vriefstaplen der läcfcafifimt. H. I. Ihnen muß der Keller, der Ihnen verträglich ver- miethet ist, eingeräumt werden. Haben Sie sich mit dem anderen zufrieden gegeben, so können Sie jetzt nicht mehr den vermietheten Keller verlangen. Wegen Vorenthaltung des Kellers können Sie angemessene Entschädigung beanspruchen. Angemessen dürfte eine Mark pro Monat sein. N. 91. 1000. Sie müssen zunächst bei dem Amtsgericht zu Rixdorf einen Rückkehrbefehl beantragen: erst nach fruchtlosem Ablauf desselben ist Scheidungsgrund vorhanden. Sodann ist Sühneternrin zu beantragen. Erst dann kann die Klage, die von eine», Anwalt angestellt werden muß, eingereicht werden. F. P, Adalbertstrahe. Es kommt daraus an, welche Art Operation vorgenommen rst; die Herren Dr. Zadek, Annen- straße 44. Dr. Christeller, Alexanderplatz 3, Dr. Blaschko. Friedrichslr. 104, werde» Ihnen gewiß richtig» Aufklärung gebe». Auch uns scheint die Forderung hoch. Fragen Sie bei einem der Herren mündlich uuter Darlegung des Falles nach. Genosse Karl, NuminelSburg. Die Stelle, bei der Sie Einspruch einzulegen haben, muß in Ihrem Strafbefehl an- gegeben sein: Amtsgericht Berlin U, Alt-Moabit 1/2. Die Frage, od Barbiere aus dem Lande Sonntags Vormittags zu.schließen haben, hat wiederholt das Gericht beschäftigt, ist unseres Wissens aber noch nicht rechtskräftig entschieden. Es wird Ihnen ein Friedrichshagener Barbier wohl am besten Anskunft geben können. Unseres Erachlens ist das Verbot des Rastrins u. s. w. nicht berechtigt. A. S. Lobberich. Sie sind dort wahlberechtigt: braucht nicht längere Zeit vorher im Wahlbezirk» ge haben, vielmehr nur späleitens am 23. Mai 1893. W. M., Mörlitzerstraße. Sie sind für die Folgen des allerdings recht thörichten Leihvertrages Ihres Sohnes nicht verantwortlich. Ihr Sohn haftet aus dem Vertrage auch nicht, da er bei Abschluß desselben minderjährig war— es sei denn. daß er nach seinem vollendeten 21. Lebensjahre durch Raten- zahlnngen oder dergleichen den Kontrakt genehmigt hat. Leih- vertrüge über Konversationslexika ziehen leider recht häufig Ar- beitern nur das sauer verdiente Geld aus der Tasche. Agenten solcher Buchhandlungen weise man vernünftigerweise die Thür». Wie soll denn ein Arbeiter 180 M. für solch' Zeug abstoßen! T. 11. Die in Betracht kommende Gesetzesstelle ist Z 133». Nach dieser Bestimmung kann das Dienstverhältniß der von Ge- werbe- Unternehmern gegen feste Bezüge beschäftigten Personen, welche nicht lediglich vorubergeheno mit der Leitung oder Beaufsichtigung des Betriebes oder einer Ab- theilung desselben betraut sind, von jedem Theil» nach 0 Wochen vorher erklärler Auskündigung aufgehoben werden, falls nichts anderes vereinbart war. Die sechswöchentliche Kündigung müßte also eventuell ausdrücklich ausgeschlossen sein. Daß der Lohn in Wochenraten gezahlt wurde, ist unerheblich. R. T. Die Antwort war zutreffend. Schuldet jemand nicht der Gemeinde, sondern dem Krankenhause(z. B. der Charilee), so ist er nicht Schuldner der Gemeinde geworden. In Berlin besieht die Praxis, daß auch bei Stundungen seitens der Armendirektion der von Ihnen erwähnt» Paffus aus man gewohnt genommen wird, daß erst bei nicht pünktlicher Einhaltung der Theilzahlungen das Wahlrecht verloren gehen soll. S. 91., Schöneberg. An das Poltzeipräsidium zu Berlin. . A. 101. Auslieferung und Ausweisung ist zulässig. 17. Ziehuuz der 4. Klaffe 188. KSnigl. Preuß. Lotterie. S'tljuiij Dorn 27. Mai 1895, echwz. Km bit««Winne über ijlO Mark sind den barenenden Nummern in Barenlbele belgefügl. (Ohne Gewähr.) 126 445 500 22 24 59 tlfiOO) 818(15)01 84 926 1095 166 72 548 663 781 8j2 71 94 2123 213 23 130 0 00) 334 619 744 3146 271 81 654 4390 410 682 73 88 916 6142 462 63 527 674 78 973 0173 253 628 70'2 260 479 625 692 94 8119 340 13001 493 679 702 877 988 0324 91 619 864 1300) 1«K8U 314 482 130001 684 670 96 736 80 804 63(30001 919 11062 132 83 717 50 98 924 83>«020 338 15001 495 62» 971 13300 l>5001 83 I30ÜÜ] 478 731 85 48 990 1 4123 84 357 79(30001 768 856 62 978 15312 4 5 71 965 16041 142 391 17019 1600} 610 18296 349 60 976 10109 11500) 375 422 643 619 32» 51 972 «0124(5001 624 70 755 366 990 21)80[3001 205 484 679 811(5001 43 22085 607 719 20 237/3 818«-4004 25063 185 412 799 26167 263 307 138001 2700» 253(3001 323 708 818 9.3 28228 30 401(5001 500 2 55 705(50001 22 52 8)9 910»»056 199 480 613 789 876 9(5 80 NO-'83 741 8.32 70 81036 207 683 82300 681 744 808 88146 66 420 664 700»70 94(300) 84062 13'.' 418 85ol9 863 680 845 81 86123 64 599 720 87196 464 91 583 673 817 8-8096 301 630 840«18»»02» 848 405 622 1 21 40022 154 620 46 844 61271 43039 153[80001 607 4 3 29 110 95 431 93 6l4 15 718 41427 6.39 68 728 872 4 50>8 91 296 322»4 6o» 98 67- 828 30 4 6559 709 13 914 47352 61 72«(8001»77 4 8229 62 403 9. 3 401-3 266 401 546 705 96 902 50181 320 70 553 665 739 61439 6>9 68201 58 388 458 87 782 Sil 5)»1 48 91 5.10:0 274 605 21 51154 372 52« 68 866(15001 55.308 5.9 Uli 701 947 5 0.373 607 639 70 67040 166 386 508 657 13001 810 58188 53» 776 5U.366 91 408 666 776 683»38 OoO.to 0500 102 61 351 621 727 98 61261««131 67 817 29 34 4SI 58»(500) 657 08032 266 338 726«4146 249 611 972«5066 272 3.31 535 947«'.304 60 548 921 26«7100 18 448«12 797«8130»1 819 21 832 49«U532 15001 667 70383 432 602 948 68 7lu88 163 313 88 93 4 1 686(5001 860 975 7S109 353 433 536 74 780>8 21 142 331 417 56 97 571 1300) So? 24 74033 127 45 264 803 85 7 5 755 872 70049 62 272 717 89 836 903 77051 171 249 501 683 778 866»17 78112 26 61 231 70021 469 79 920 41 76 80 67 136 234 325 42 93 452 Sil 787 801[3001 920 81040 2X5 49 61 82270 307 551 627 805 64 954[8001 83230 64 M6 6i5 95 817 28 84.88 825 85259 811 551 80156 583 751 90 855 982 94 87528 636-55 h82ll 413 74 876 903(5001 8Ö721 848 00-03 458[30001 765 860 tfl 1 14 229 838 68 922»»272 753[600] 069 03430)6001 709«4013 152 238 45 640(50>1 48 801 902»5506 704 82««132 330 1300) 64« 717 804 992«7031 104 54 286 386 665 746«837!» 375 616 30 773 74 916«003» 298 439 542 689 733 929 87 1O0128 867 1«! 198(6001 838 60 969 70 Ii« 103 224 55 611 61 73! 66 907 73 78 l«313t 74 88 409 593 603 1U4107 653 734 105000 138.26 39 678(15001 980 lOSISS 4o2[3000173 546 869 1 07 070 471 510 108110 89 224 349 435 63 661 96 72»»02 lO»044 863 78 »47 72 74 110373 672 834 86 111007 105 237 686 686(8001 846 11S247 834 49 66 69 489 636 74» 113146 270 6)4 114351 67 446 653 115805 10 969 110015 375(500) 912 117076 166 398 490 591 118024 255 496(SOjOJ 708»80(15001 11»027 164>6« 837 426 766 605 130001 l«0rl2 64 80 317 615 706 966 1«1U7 48 304 437 608 714»12 1««373 676 821 54 l«a296 821 815 1«4031(1500) 71 15001 188 363 125191 263 358 781 874 1««111 85 389 952 I«714S 299 338 467 813 915 1«81 16 461 74 93 817 85 967 l«!>610 913 . 180013 108 220 407 603 769 93 826 985 181554 615(40 0 001 182176 340 647 7 7 784 857 188026(30001*4 132 326 69 930 1 340S7 216 384 400 73 708 94 1 85129 90 829 947 180099 497 679 898 mono 74 576 8.56 61 188239 667 773 84 18»1&8 70 282 310 888 140025 74 185 654 7So 69 141277 822 870 71 694 711 r----"" 61 8«- 14«074 126 819 2l«1 421 66 666 148309 1443« � 37 717 948 145361 148)73 95 602(30001 767 147iX2 66? 7 5 818 935 1 48181 78t 148010 251 437 510 690 91 160119<0 414 581 7.57 896 965 151020 86 619«04 728 846 152213 334 439 861 158057 455«07 722 23 941 61 154014(600) 107 854 971 155-16 623 o23 712 77 156124[SüOl 276 400 640 753 897 157286(16001 674«öl 158370 449«60«60 727«0« 49(6001 15» 138 (8001 319 22 4 70 8 4 1150JJ 166383 630 50 86 1300] 728 1 01030 175 273 450 73 998 102084 157(3501 233 34 1 6824t 623 776(»OOOJ 930 161208 75 H37 918 165029 231 92 368 472 78 698 605 736[XuOJ] 41 922 51 166096 312 422 693 999 1 07045 167 306 668 733 108339 666 86 160049 498 680 666 116001 921 46 170117 245 481 781 942(3001 83 1 71029(3001 245 91 391 681 921 I 7*487 723 35 178143 287 304 458 575[15001 693 813 977 174045 131 234 607 1 75229 67 447 512 626«9 16001 761 966 96 17u30t 73 643 3»Ol 17730« 686 866 1 78042 380 442 626 843 130001 »11 1 7«090 197 503 909 1800.85 212 394 464 637 181012 266 87 802 449 1S«900 182 441 631 801 56 94 907 1836.6 7« 772[6001 944 18,008 893[»uOJ 938 185020 132 62» 901 80 77 I8«H9 258 409 610 fc» 6» 96 187092 33' 475 74» 66 97« 188164&«0«3 827 115001 1M02» 601 64 732 Der Kuhhandel. Zur Wahl 1893. Preis 10 Pf. 32 Seiten illustrirt. Zu beziehen durch alle Spediteure».Kolporteure, sowie vom Verlag: EL Baake, City-Passage.[42681* ein Feilsche). |1ein Handeln. lionbem streng feste, sehr illige Preise.! Alle Preise sind in �Zahlen an de>� Waaren ausgezeichnet.! I Leder-l 6.-, 4M 3,-, a,35 M. 8 Mark. KiUigster Detailverkauf für deutsche u. engl, eiserne Kettstellen u. Watratze«. Fabrik mit Dampfbetrled. ECnva Detailverkauf nur Kope- . Maad» nickerstr. Iii?, fiof pt. Jllustr. Preiskourant gratis und franko. »tarr ic.) in Clcarrenapitzen. neuen, orocunu, auopfen, Stöcken, Jarnaalemeratr. 42 u. Brannenatr. 6. Großartig Auswahl jeder Art, billigste Preise. Viele Auer- kennungen. Musterbuch grat. u. franko. (Auch Theilzahlung.) 8691L* Karol Weil's Seifen-Extract ist leicht löslich— wäscht Alles spart Zeit, Geldy Arbeit sehont die Wäsche. ÜT Verkäuflich überall."HW' zu den denkbar billigsten Preisen. MaaUmorke. Reparaturen streng reell unter Garantie 35011. 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Privatmonopol und Staatsmonopol, die Erhebung des Proletariats, der Sozialismus — sind die grundlegenden sozialdemokratischen Lehrsätze populär- wissenschaftlich niedergelegt, während im zweiten Theil unsere Programm-Forderungen, die von dem klassenbewußten Proletariat als Mittel au'gefaßt werden, um das schließliche Ziel, die sozialistisch organisirte Gesellschaft, zu erreichen, er- läutert find. Es handelt sich bei dieser Broschüre darum, allen Parteigenossen, die sich in den Dienst der Partei-Organisation gestellt haben, den„Mafsen-Bertrieb" besonders zu empfehlen, da mit dieser Schrift die Möglichkeit gegeben ist, immer neue, ungezählte Anhänger für unsere gemeinsame Sache zu gewinnen. Der Preis ist aus dem Grunde so niedrig ge- stellt worden. Sozialpolitisches Handbuch. Von Dr. H. Lux-Magdeburg. Groß Oktav, XX und 336 Seiten mit einer Tabelle: Vergleichende Zusammenstellung der Arbeiterschutz-Bestimmungen in den einzelnen Ländern. 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