Nr. 124. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Biertels jährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 m, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Saus. Einzelne Nummer 6 fg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich. Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boft Beitungs Preisliste für 1898 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzetle ober deren Raum 40 fg., für Bereins- und Berfammlungs- Anzeigen 20 fg Snferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und fefttagen bis 9 Uhr Bor. mittags geöffnet. Cornfpre- Anschlus Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 30. Mai 1893. S Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Beglaubigte Abschrift. J. I D. 1057.92 5007. Jm Namen in der Berichterstattung der Gewerbe Inspektoren und in amtlich verfahren werden soll. In der Gewerbe- Ordnung des Königs! In der Straffache gegen den Buchhändler und Re- der Veröffentlichung derselben schäzen lernte. Weit ge- heißt es§ 139b Abs. 3: Die vorerwähnten Beamten haben dakteur Georg Heinrich Max Held hier, geboren zu Leipzig am fehlt! Die Berichte für Baden, Sachsen, Bayern, Württem- Jahresberichte über ihre amtliche Thätigkeit zu erstatten. 7. Juni 1867, Diffident, vorbestraft wegen Bettelns, wegen Ber- berg und Mecklenburg Schwerin sind erschienen die für diese Jahresberichte oder Auszüge aus denselben sind dem gehens gegen das Reichsgesetz vom 21. Oftober 1878 und wegen gebens gegen das Preßgeseh vom 7. Mai 1874 und das Gesez Preußen noch nicht. Und während man vergeblich auf die Bundesrath und dem Reichstag vorzulegen." Hier steht vom 21. Oftober 1875 hat die zweite Straftammer des Königl. felben wartet, liest man jezt im Organ der bekannten nichts von der Wohlfahrtskorrespondenz"; Herr v. BerLandgerichts I Berlin in der Sigung vom 7. Januar 1893, an Post'schen Zentralstelle für Wohlfahrtseinrichtungen, in der lepsch stellt diefelbe aber offenbar dem Bundesrath und welcher Theil genommen haben: 1. Brausewetter, Landgerichts- Wohlfahrtskorrespondenz" vom 19. Mai d. J. folgende dem Reichstag bezüglich der Vorlegung von Auszügen aus Direftor, 2. Grandfe, 3. Dr. von Kirchbach, 4. Stubenrauch, erstaunliche Mittheilung: den Inspektoratsberichten gleich. In der preußischen Dienst Landgerichts- Räthe, 5. Horwiz, Gerichtsaffessor, als Richter, Mit befonderem Danke ist die vor kurzem ertheilte Ersanweisung für die Gewerbe- Aufsichtsbeamten vom 23. März Staatsanwalt Dies als Beamter der Staatsanwaltschaft, Referens laubniß des Herrn Ministers für Handel und 1892 wird der Termin für die Erstattung des Jahres dar Dr. Brand, als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt, daß Gewerbe zu erwähnen, aus den Jahresberichten der Ge- berichts an den Handelsminister auf den 1. März fest1. der Angeklagte Held der Beleidigung durch die Presse in einem werbe Aufsichtsbeamten die die Wohlfahrtspflege betreffenden gefeßt, ein Termin, der in anderen Bundesstaaten viel Falle schuldig und deshalb mit einer Geldstrafe von zweihundert Mittheilungen, soweit fie für die Korrespondenz" Mart, der im Unvermögensfalle für je zehn Mark ein Tag Ges geeignet sind, in derselben vor dem Erscheinen der früher angesetzt ist, und das späte Erscheinen der preußischen fängniß zu substituiren, zu bestrafen; 2. dem Röniglichen Gericht Berichte felbst zum Abbrud bringen zu Berichte theilweise mit erklärt. Jedenfalls aber geht aus der fünften Division die Befugniß zuzusprechen, die Verurtheilung alledem hervor, daß es sich bei den Gewerbe- Inspektorendes Angeklagten auf Kosten desselben binnen vier Wochen nach Zustellung des rechtsträftigen Urtheilstenors je einmal durch die Zeitung Vorwärts": und zwar an der Spige des Hauptblatts öffentlich bekannt zu machen; 3. alle Exemplare der Hauptblätter der Nummer des Vorwärts" 194 vom 20. August 1892, sowie die zu ihrer Herstellung bestimmten Platten und Formen unbrauchbar zu machen; 4. dem Angeklagten auch die Koften des Verfahrens aufzuerlegen. Von Rechts Wegen. Mit der Urschrift gleichlautend. Berlin, den 26. Mai 1893. Kurpan, Sefretär. dürfen." So steht schwarz auf weiß in dem sich hoher amtlicher berichten um amtliche Schriftstücke handelt, die nicht dazu Huld erfreuenden Blatte zu lesen, das in 1200 Exemplaren da sind, daß sich irgend ein Offiziofus Stellen, die ihm verschickt wird, von denen 250 an preußische Verwaltungs- in seinen Wohlfahrtstram passen, zur vorzeitigen Ver behörden, 80 an nichtpreußische, 170 an Eisenbahndirektionen, öffentlichung heraussucht, während die Arbeiter und 100 an Bergbeamte, 40 an Vereine, 200 an Mitglieder der sonstige Interessenten ruhig warten müssen, bis der schwerZentralstelle, die übrigen 360 an Rorrespondenten( davon fällige bureaukratische Apparat die gesammten Berichte an 150 an Gewerbe- Aufsichtsbeamte)" gehen. die Deffentlichkeit bringt. Wir sagen nun: Seit wann ist es erlaubt, werden muß. Der Handelsminister hat nicht zu gunsten Hier liegt ein Verhalten vor, dem baldigft gesteuert daß aus amtlichen Berichten vor ihrer irgend einer von ihm protegirten Richtung und deren publis offiziellen Veröffentlichung durch UnterUnfug mit den preußischen stützung der Behörbe Mittheilungen heraus. iftischer Unternehmung über die vorzeitige Veröffentlichung Gewerbe- Inspektionsberichten.senommen und in beliebigen nichtamt einzelner Berichtsstellen zu verfügen; er hat vielmehr dafür Blättern noch vor Erscheinen zu sorgen, daß die beispiellose Langfamkeit, mit der gerade noch vor Erscheinen in Preußen die Gewerbe- Juspektionsberichte erstattet und Die Blamage, die sich Herr von Bötticher mit seiner der Berichte gebrudt werden dürfen? Die veröffentlicht werden, aufhört und der größte deutsche BundesAblengnung des Nothstandes im vorigen Winter zugezogen angezogene Nummer der Wohlfahrts- Korrespondenz", welche staat sich hierin nicht mehr durch die kleineren beschämen hat, scheint doch ein wenig gewirkt zu haben. Alle Fabrit bekanntlich die möglichste Verwässerung der Sozialpolitik lassen muß. Das Interesse der Allgemeinheit geht vor deminspektoren- Berichte, die über 1892 inzwischen erschienen find, pflegt, enthält in der That bereits eine Stelle aus dem noch jenigen einiger gut angeschriebenen Wassersozialpolitiker. haben die bekannten Worte des Ministers für Sozial- unveröffentlichten Gewerbe- Inspektionsbericht für Schleswig- Also, weg mit solchen Begünstigungen und zeitig heraus politik" bedenklich korrigirt und man fängt deshalb Holstein, die von einem tönigstreuen Arbeiterbund" in mit den Inspektionsberichten! " in den amtlichen Kreisen an, fich die Berichte Flensburg als beachtenswerthem Faktor zur Bekämpfung Berlin, den 29. Mai. der Gewerbe- Aufsichtsbeamten etwas aufmerksamer an der Sozialdemokratie" erzählt; ferner eine Mittheilung aus zusehen, ehe man etwas über Arbeiterzustände urtheilt. Man dem noch unveröffentlichten Berliner Bericht, die über die lieft die Referate jezt für Verwaltungszwecke doch wenigstens erfolgreiche Einführung des Achtstundentages bei Heinze u. einmal durch, ehe fie erscheinen, wie die kürzlichen Zitate Blankert sowie bei Freese handelt; ferner Notizen über ciniger Bundesrathsmitglieder aus denselben im Reichstag Wohlfahrtseinrichtungen" aus den noch unveröffentlichten Politische Webersicht. beweisen, und das ist ja auch bitter nothwendig, da der Berichten der schon genannten sowie des Kasseler Beamten. Druck derselben für gewöhnliche Sterbliche von Amtswegen Das Gemeinsame dieser aus dem Zusammenhang gerissenen in Preußen wenigstens so lange dauert, daß meist der Berichtsstellen liegt darin, daß die" Einsicht" und die Telegramm der Frankfurter Beitung" Deutsch ferbischer Handelsvertrag. Nach einem Hochsommer herankommt, ehe der Berichtsband über das Fürsorge" der Fabrikanten für ihre Arbeiter gepriesen Telegramm der Frankfurter Beitung" aus Belgrad ist der Abschluß eines provisorischen Meist Borjahr veröffentlicht wird. Sozialpolitiker und Arbeiter und die bodenlose Schlechtigkeit" der Sozialdemokratie bemüssen natürlich hübsch warten, bis es der preußischen Re- wiesen werden soll, die diese Wohlthaten" nicht anerkennt. Iand und Serbien erfolgt, und zwar bis zum Ende begünstigungs- Vertrages zwischen DeutschWie kommt ein preußischer Minister dazu, die einseitige der Jahres, vorbehaltlich einer etwaigen früheren Gegierung gefällig ist, die Berichte herauszugeben. Und hinterher wundert sich dann Herr von Bötticher mit töft Verwerthung amtlicher Berichte derartig zu gestatten, der Jahres, vorbehaltlich einer etwaigen früheren Genehmigung des neuen Vertrages durch den Reichstag, in ficher Naivität darüber, daß der an und für sich schon viel während er dieselben Berichte der übrigen Deffentlichkeit nehmigung des neuen Vertrages durch den Reichstag, in welchem Falle letterer Vertrag gleich in Kraft tritt. zu theure Band mit seinem meist so mageren Inhalt so vorenthält?? spät im Jahre sehr wenig gekauft wird. Es ist durch Gewerbe- Ordnung und preußische Aus- Die Novelle zum Militärpensions- Gesetz. Das Man hätte nun meinen können, daß die Regierung durchführungsbestimmungen ganz genau vorgeschrieben, wie mit Armee- Verordnungsblatt" veröffentlicht folgenden Erlaß die Affäre Bötticher auch den Werth eines rascheren Tempos der Veröffentlichung der Gewerbe Inspektoren Berichte des preußischen Kriegsministers vom 23. Mai: Feuilleton. Nadruk verboten.) Vom Stamm gerissen. Bon Elise Schweichel. ( 13 G ganz deutlich die Umrisse einer hellen Gestalt, die sich an eine dunkle schmiegte. Seine Sinne verwirrten sich. Eifersucht und gedemüthigter Stolz raubten ihm die Ueberlegung. Sein Inspektor, der plumpe Thäns, ihm, Herrn von Kries, von diesem entzückenden Wesen vorgezogen! Mit wenigen Schritten war er im Hause und an der Stubenthür. Mit gewaltigem Fußtritt stieß er sie auf. Aber wie gebannt stand er auf der Schwelle. Nicht Thäns, sondern jener Redner aus Neukirch, dessen gefähr lichen Einfluß er kennen gelernt hatte, stand mit Balesta ihm gegenüber. einen besonders guten Tropfen sorgen zu müssen, entfernte er sich. Als ihn draußen die kühlere Luft anwehte, blieb er einen Augenblick stehen, ohne zu wissen, was er eigentlich gewollt: Mechanisch schritt er auf die nach dem Hofe führende Thür zu und trat auf die Rampe hinaus. Da sah er eine helle Gestalt, in ein Zuch gehüllt, über den Hof huschen. Das war Valeska, kein Zweifel. Wohin eilte fie? Gespannt schaute er ihr nach. Wie, was, fie lenkte nach Ein Theil der Gesellschaft gruppirte sich mit den ge- dem Juspektorhause ein! Wäre es möglich? Könnte sie füllten Tellern um die kleinen Tische, ein anderer sah sich soweit vergessen, mit Thäns in einem heimlichen Liebesfich, aus dem Speisezimmer kommend, nach Plätzen um, verhältniß zu stehen? An diesem Plebejer Gefallen zu Dettinger, ber bei der unerwarteten Störung diese während ein britter eben erst nach der Quelle hinzog. In finden? Haha," lachte es bitter in ihm auf, da sieht sofort freigegeben, verlor nicht die Fassung; er wußte, was diesem Durcheinander näherte Valesta fich allmälig der man das bürgerliche Pack; das hält wie Kletten zusammen er zu thun hatte. Ausgangsthür und warf, als sie dieselbe bereits geöffnet, dem ist nur unter seines Gleichen wohl.-Aber pah Einen Schritt vortretend, verneigte er fich mit feinem noch einen Blick hinter sich, um sich zu vergewiffern, daß was ist mir das Mädchen eine Gesangslehrerin, was Anstand und sagte so ruhig als er vermochte: niemand auf ihre Entfernung achte. Bu ihrer Bestürzung geht sie mich an? Was ist denn überhaupt mit mir? Ich" Herr von Kries, wenn ich nicht irre. Mein Name ist begegnete aber ihr Blick gerade dem des Herrn von Kries, bin ja wie ausgetauscht. Ich, ein alter Knabe, Familien. Dettinger. Fräulein Valesta Stern ist meine Braut. Da der intensiv auf sie gerichtet war. Sie fühlte, daß sich pater, ich laufe diesem Lärochen nach? Es ist wahrlich zum ich in der Gegend bin, wünschte ich sie natürlich zu sehen. in ihren Mienen Betroffenheit kundgab, und um das Un- Lachen!" Ihr Haus, Herr von Kries, wollte ich aus politischen Rückgeschickte derselben zu verdecken, neigte sie im Hinausgehen Allein er lachte nicht, er preßte die geballte Fauft gegen fichten nicht belästigen." mit einem Lächeln erkünftelter Unbefangenheit den schönen die pochende Stirn. So stand er eine Weile. Dann fuhr" Sehr gütig, mein Herr," erwiderte Herr von Kries, Kopf gegen ihn. er auf. Er mußte sich überzeugen, was dort drüben vor der während dieser Worte die Thür hinter sich zugeschlagen Wie ein Blitz durchzuckte es Herrn von Kries. Was ging. Er mußte wissen, wen er in seinem Hause hatte, wen hatte. Außerordentlich gütig. Aber alles, was Sie da hatten dieser Blick, dieses Lächeln, dieses Neigen des Kopfes er seinen Töchtern zur Gesellschaft gab, er war es sich und sagen, ändert kein Jota an der mehr als zweideutigen zu bedeuten? In der aufgeregten Stimmung, in der er sich ihnen schuldig. Ohne weiter zu überlegen, eilte er die Situation, in welcher ich diese Dame hier finde," fügte er, befand, legte er der kleinen Szene eine Bedeutung unter, Kampe hinab und über den Hof dem Inspektorhause zu. Valeska einen wüthenden Blick zuschleudernd, hinzu. die seinen ihm selbst bisher unbewußten Wünschen entsprach. Die Läden von Herrn Thäns' Wohnstube waren ges Dettinger wollte auffahren. Allein Baleska, die Wie, wenn dieses anscheinend so charaktervolle Mädchen schlossen, die Hausthür, vor der ein Pferd angebunden stand, bleich und mit gesenkter Wimper, aber stolz erhobenen dennoch eine Kokette wäre, die seinen Zustand errathen war nur angelehnt. Herr von Kries schlich sich um die Hauptes dagestanden, trat vor und legte ihm die Hand auf hätte und ihn ermuthigen wollte? Sein Blut siedete, es Ecke des Hauses, wo sich ein drittes Fenster befand, das den Arm. buldete ihn nicht länger im Saale, und unter dem Vor- keinen Laden hatte. Eine dunkle Kattungardine war vor Ihre beleidigende Aeußerung, Herr von Kries," wandte wand gegen die in feiner Nähe befindlichen Herren, für demselben zusammengezogen. Durch dieselbe sah er jedoch sie sich voll Einfachheit und Würde an diesen, will ich auf " vom 27. Juni 1871 befinden; oder Für möglichste Verbreitung dieses Erlasses ist Sorge zu tragen und dabei ausdrücklich hervorzuheben, daß Anträge an das Kriegsministerium in dieser Angelegenheit seitens der betheiligten Personen zunächst nicht zu stellen sind." mus." Die Landwehr- Bezirkskommandos haben alsbald das Er- Militärvorlage eingetreten rem. Er hätte nach| Urtheil des letzteren Gerichtshofes führt aus: Die Guts forderliche zu veranlaffen, um diejenigen in ihren Bezirken an diesen Quellen erklärt, er betrachte sich hierin als herrschaften bestehen auch nach der neuen Gesetzgebung noch fäffigen invaliden Mannschaften vom Feldwebel zc. abwärts deutscher Bundesfürst" und mißbillige das Vorgehen der zu Recht. Es verbleibt deshalb auch bei den ihnen in festzustellen, welche auf grund des Militär- Pensions- Gesezes elfischen Partei, die gegen der Militärvorlage Front bezug auf Schulbauten zc. Landrechtlich auferlegten Pflichten. vom 27. Juni 1871 als Invaliden anerkannt sind und folgenden mache. Diese Mittheilung wird von den Reptilien und Aber hier handelt es sich nicht allein um ein solches geſetzBedingungen entsprechen: Don ihren Spießgesellen verbreitet, trotzdem 1. die Kriegszulage gemäß§ 71 des Gesetzes vom 27. Juni herein die unwahrscheinlichkeit einer solchen Neußerung auf Pflicht. Dieser Vertrag ist seinerzeit unter den Betheiligten vorn lich, sondern wesentlich auch um eine vertraglich bestimmte 1871 beziehen; oder 2. die Zulage für Nichtbenuhung des Bivilversorgungs- der Hand lag. In innigem Zusammenhang mit dieser mit Genehmigung der Schulaufsichts- Behörde für damals fcheins gemäß§ 76 des Gesetzes vom 27. Juni 1871 bez. Mogel- Taktit der Offiziösen steht es, daß der schon am und für die Zukunft geschlossen worden. Bweifelhaft § 12 des Gesetzes vom 4. April 1874 beziehen, am Kriege 14. Mai erschienene a hlaufruf der deutsch han fönnte wohl sein, ob die im Jahre 1857 vom flågerischen 1870/71 oder an einem Kriege vor 1870/71 theilgenommen haben no verschen( welfischen) Bartei von faft der ganzen Presse Vorbesitzer in der Schulverhandlung übernommene Leistung oder seit diesem Kriege durch eine militärische Aktion oder durch todtgeschwiegen wird, worin es u. a. heißt: fich nur auf den damaligen Neubau oder auf spätere Seereisen invalide geworden find( Marine) und sich nicht im Genuffe einer Verstümmelungszulage gemäß§ 72 des Gesetzes Armee in Europa muß alt geboten werben. aber der Vorderrichter darauf hin, daß der Generalbevoll Dem unseligen Wettstreit um die größte Schulbau- Beränderungen erstrecken sollte. Mit Recht weist 8. auf grund der§§ 84 und 85 des Gesetzes vom 27. Juni Dieser Wettstreit nach Molite die nothwendige Ronse mächtigte des Klägers die Verpflichtung desselben im 1871 einer Klaffeneinschränkung hinsichtlich des Pensionsbezuges quenz des Jahres 1866- hat uns im Laufe von zwei letzteren Sinne wiederholt, anerkannt, auch der Vertrag in unterliegen. Jahrzehnten 2000 Millionen Schulden gebracht, Landwirth- diesem Umfang immer gehandhabt worden ist. Die UeberBezüglich der vorgenannten Invaliden find die Invaliden- schaft, Handwerk und Gewerbe an den Rand des Abgrundes nahme der in Frage stehenden Pflicht ist auch leicht erklärs aften bereit zu halten bezw. zu beschaffen und besondere chargen- geführt. Wer auf diesem Wege weiter gehen will, der lich, da die Besucher der Missower Schule sich meist aus weise geordnete namentliche Listen anzulegen. Wegen der auf grund der neuen Stovelle zum Militär- wähle Nationalliberale oder andere zum Jasagen stets Be- den Kindern der zu den Gütern gehörigen Bächter, AnPensionsgesetz nothwendig werdenden Umanerkennungen ergeht reite. Diesen Weg gehen die Deutsch Han- gestellten und Dienstleute zusammensetzen. Der Mann, dem demnächst, nach Veröffentlichung des Gesetzes, besondere Ber: noveraner nicht mit! Unsere Partei, unsere Ab- Millionen in die ewig offene Hand gesteckt worden sind, der fügung, in welcher auch das Erforderliche enthalten sein wird geordneten find, getreu den seit 27 Jahren vertheidigten als Großgrundbesizer, als industrieller Unternehmer und betreffs der anderweiten Regelung des Pensionsbezuges für Grundsägen, auch jegt wieder einstimmig gedank seinem Bleichröder sich bereichert hat, der sich die im Zivildienst befindlichen invaliden Offiziere und Mann wesen in der Bekämpfung des Militaris. Rittergüter hat schenken lassen und Alles, Alles nimmt, schaften. hat wirklich Grund, solche Prozesse zu führen. Schäbigkeit Der Aufruf ist von den anerkannten welfischen Führern, ist auch eine Tugend- Bismarcks. die nachweislich Fühlung mit dem Cumberländer haben, unterschrieben. Ihr amtliches Drgan, die Deutsche Offiziöse Häkeleien. Die, Norddeutsche AllBolts Zeitung" erklärt denn auch( Nr. 6118 vom gemeine Beitung" hatte türzlich etwa folgendes aus geführt: Wenn die Militärvorlage nicht durchgehe, so sei Das freiheitsfeindliche Wesen des Zentrums bricht 28. Mai): offen durch, sobald der Besißstand bedroht ist. Kraze den Diefe aus zuverlässigster" Quelle geschöpfte Mittheilung die Erfüllbarkeit der Pflichten des Bundesfeldherrn im Ultramontanen und du wirst den Reaktionär sehen! Eine ist selbstverständlich in allen ihren Theilen un wahr, und Kriege in Frage gestellt. Darauf antworten die von der wir dementiren sie auch nur, weil sie die Runde durch die bayerischen Regierung inspirirten Münchener Neuesten nicht zur Klasse der Lokalblätter gehörende angesehene Blätter machen wird. Der Herzog hat so wenig bei früheren Nachrichten", bie Freunde der Militärvorlage müßten tleritale Provinzzeitung bespricht den Umstand, daß Wahlen wie jezt irgend welchen Einfluß auf die Aufstellung solche gefährliche Uebertreibungen der Offiziösen aufs höchste die Sozialdemokraten massenhaft an Sonn der Kandidaten ausgeübt, noch seiner Unzufriedenheit mit der bedauern. Nach der Norddeutschen Allgemeinen Beitung" tagen aufs Land gehen, um Propaganda zu Aufstellung einzelner Kandidaten Ausdruck gegeben." habe der Reichstag in militärischen Dingen kein Recht, als machen und bemerkt dazu: Hier und dort ist schon der Es handelt sich auch hier um ein plumpes Wahl- Ja zu sagen. Gedante erwogen worden, ob man nicht den Reichstag manöver ber betriebsam- tecken Werber der Regierung, denen auf Jahre hinaus wehrlos hin; dies müffe das Vertrauen Das offiziöse Blatt stelle Deutschland als ober Landtag um geseglichen Schuß gegen fein Mittel zu unfein ist, um für die Vorlage Stimmung zum Heere erschüttern. Die„ Neuesten Nachrichten" fragen, diesen gemeingefährlichen Mißbrauch der herrlichen Freizügigkeit angehen foll." zu machen. Die Kartellbrüder hofften durch ihre blöde ob der Artikel einen Konflikt androhe, oder ob der Kaiser Wenn die Erwäger dieses Gedankens nicht etwa ein allüge welfische Wähler zu födern, z. B. in Hannover- nach Ablehnung der Militärvorlage den Oberbefehl des Stadt. Sie täuschen sich. deutschen Heeres niederlegen wolle." Pindter ist wieder neues Ausnahmegeset gegen die Sozia Der Herr Baron Carl von Alten Binben, einmal aus Rand und Band und tölpelt von einer Unlisten einführen wollen, schreibt die Fankfurter ber indeß nicht zur Welfenpartei gehört, dürfte wohl in geschicklichkeit zur andern. Uebrigens jei daran erinnert, Beitung", dürfen fie doch nicht vergessen, daß dann auch der Lage sein, Näheres über diese Ente mitzutheilen. daß Wilhelm I. in der Konfliktszeit erklärt hat, er würde Die tleritalen Abgeordneten, Wanderredner und Geistlichen nicht außerhalb des Schattens ihres jeweiligen Kirch Ueber den Staatsstreich des jungen Rönigs von abbanken, wenn er die dreijährige Dienstzeit nicht durchsetzen thurms politisch thätig sein dürfen. Aus zwei nieder- Serbien sollte sich der deutsche Raiser Wilhelm II. tönnte. bayerischen Orten wird übrigens gemeldet, daß sozialistische nach einem Telegramm der„ Vossischen Zeitung" aus Belgrad Flugblattvertheiler von Bauernburschen geschlagen und bei Empfang des serbischen außerordentlichen Gesandten ihnen die Flugblätter entrissen wurden. Es sind das jedoch Obersten Pantelitsch wie folgt geäußert haben: nur vereinzelte Vorkommnisse. Unverkennbar haben die Sozialdemokraten auch auf dem Lande übrigens schon festen Boden gefaßt. Jedenfalls ist es gut, in der Wahlagitation die vorher festgestellten Thatsachen gut zu verwerthen und den demokratischen" Voltsmännern der Zentrumspartei so heimzuleuchten, wie sie es verdienen. D " g g „ Schneidiges Unternehmen des jungen Rönigs, dem meine vollen Sympathien gehören: Das hat alles geklappt, wie auf dem Exerzierfelde." Der Reichs- Anzeiger" vom 29. Mai erklärt an hervorragender Stelle feines nichtamtlichen Theils: Klownspäße. Die Rölnische Beitung" veröffentlicht folgende ihr aus China zugegangene Depesche: Rölnische Köln. Ranton, 27. Mai, Nachm. Heeres verstärkung erbitten dringend vierzehn Deutsche Kantons." Die Mehrzahl der 50 Millionen deutscher Staatsbürger wird bereit sein, den bescheidenen Wunsch der 14 Deutschen Rantons zu erfüllen. Die Unverfrorenheit ist eine hervorstechende Eigen schaft der Magdeburgischen Beitung, die Unverfrorenheit nämlich, fauftdicke Unrichtigkeiten über die Sozialdemokratie den hilflosen Lettern und der wehrlosen Druckers schwärze aufzunöthigen. In einer Rorrespondenz ihres Berliner Schmocks, die sich mit dem Falle Pren beschäftigt, erlaubt sich der Nachrichtenschnorrer des Organs der Zuckerund Ralibarone folgende B- lumpheit: " Herr Bebel hat schon in seiner berüchtigten Ens quete über die Lage des Bädergewerbes ges zeigt, wie er bei der Feststellung von hat= fachen zu Werke geht." Wir sind der zu der Erklärung ermächtigt, daß der Raiser Herrn Pantelitsch lediglich beauftragt hat, den jungen König der freundschaftlichen Gesinnungen des Raisers für ihn Großindustrielle Arbeiterfreunde. Die rheinischwestfälischen Wollgarnspinnereien beabsichtigen zu versichern, jedoch keines der ihm in den Mund gelegten Worte über den serbischen Staatsstreich gesprochen hat." die Gründung eines Verbandes zur Wahrung der Interessen ihrer Branche. Die Hauptaufgabe des Ver- Bismarck huldigt wie keiner sonst dem Grundsaße: bandes soll es sein ,,, Milderungen" der Vorschriften Adel verpflichtet. Er verfolgt arme Landarbeiter, die ihm, der Arbeiterschutz- Gesetzgebung zu erwirken. Den ausgepowert wie sie sind, die fällige Bins- Gans nicht liefern, Richter'schen, die den Arbeiter auf die Uebereinkunft mit er drückt sich um seine Verpflichtungen, so lange es nur dem Unternehmer verweisen, und den Kartell- Heuchlern, geht. Der Säkularmensch ist Eigenthümer eines der beiden die mit der christlichen Sozialreform hausiren gehen, sei im Kreise Rummelsburg belegenen gleichnamigen Güter der neue Fabrikanten Bund zur Beachtung dringend em- Missow. Durch Verfügung der fönigl. Regierung zu Röslin pfohlen. Die Wähler können daraus lernen, wie die wurden die durch den Neubau der Missower Großindustriellen mit aller Macht auch das Bischen von Schule nothwendig gewordenen Bautosten der Magdeburger Beitung" das Bebel'sche Schriftchen nur Schutzbestimmungen der Gewerbenovelle für überflüssig ausschließlich der Handdienste verhältnißmäßig den beiden vom Hörensagen kennt, da bekanntlich die sozialpolitische halten, weil sie ihren Profit ein weniges gefährdet glauben. Gutsherrschaften auferlegt. Fürst Bismard strengte Einsichtslosigkeit und Ignoranz eine Lebensbedingung der Schrankenlose Ausbeutung ist das Paßwort der jedoch wegen seiner Her anziehung Klage an und bürgerlichen Durchschnitts- Zeitungsschreiber ist, wir stellen tapitalistischen Sozialpolitik. bezeichnete die gleichzeitig mitverklagte Schulgemeinde Missow aber trotzdem fest, daß auch nicht eine einzige Angabe des als an seiner Stelle verpflichtet zur Tragung der Schulbautosten. Drudkheftes widerlegt worden ist, daß die Fachmänner einDer Herzog von Cumberland, der Sohn des ent- Sowohl der Kreisausschuß zu Rummelsburg als auch der Bezirks- stimmig die hohe Bedeutung der Bebel'schen Arbeit an thronten Königs Georg von Hannover, soll, wie die ausschuß zu Röslin, legterer auf eingelegte Berufung, er erkannt haben, und daß die Arbeit den Anstoß gegeben hat offiziösen Telegraphenbureaus in alle Welt telegraphirt und tannten auf Rlage Abweisung. Auch die zu den Erhebungen der Kommission für Arbeits- Statistit. zahllose bürgerliche Blätter gemeldet haben auch wir flägerische Revision wurde seitens des ersten Senats des Doch unser Schmock fabelt teck und sorglos, wie es ihm berichteten mit Vorbehalt darüber für die Ober- Verwaltungsgerichts am 5. April verworfen. Das ins Beug paßt. " Wir sind zwar fest davon überzeugt, daß der Schmock jungen Mädchen. Aber thue mir den Gefallen und hilf mir ein wenig, bis Bapa wiederkommt." H Ich will doch lieber nach ihm sehen Nein, nein, bitte; er tommt schon wieder. Wahrscheinlich eine Wirthschaftsangelegenheit." Rechnung Ihrer Ueberraschung seßen und darüber hinweg- lehnte, ergreifend, wollte er sich auf Dettinger stürzen, aber sehen. Die Erklärung meines Bräutigams muß Ihnen ge- im nämlichen Moment zog diefer einen Revolver aus der nügen, und das einzige, was ich hinzuzufügen habe, ist die Tasche und hielt ihm den blizenden Lauf entgegen. Was Bitte, Herrn Thäns seine Gefälligkeit gegen mich nicht ent- nun folgte, geschah so vollkommen gleichzeitig, wie Blig und gelten zu lassen." Donner. Während der Gutsherr mit der Linken die ihn Damit schritt sie wieder durch die Reihen der mit Herr von Kries hatte ihre ersten Worte mit einer bedrohende Waffe bei Seite zu drücken suchte und mit dem ironischen Verbeugung begleitet und dann die schöne blaffe Spaten in der Rechten zum Schlage auf Dettinger ausholte, schmausenden und plaudernden Gästen besetzten Tische, hier Sprecherin, die ihm in der gemeinen Umgebung der In- laumelte er auch schon von dessen Kugel getroffen zurück, und dort ein heiteres Wort wechselnd oder sich erkundigend, spektorstube doppelt reizend erschien, mit einem aus Born gerade in die Arme des Herrn Thäns, der auf den lauten ob für alle Bedürfnisse gesorgt sei. und Leidenschaft gemischten Blicke betrachtet. Geben Sie sich keine Mühe, mein sehr ehrenwerthes Fräulein, Ihren tupplerischen Komplicen der verdienten Strafe zu entziehen," sagte er, jetzt absichtlich die verlegendsten Ausdrücke wählend, um der in ihm kochenden Wuth Luft zu machen. Und was diesen Herrn, den Sie Ihren Bräutigam nennen, betrifft, so tenne ich ihn nur als einen Aufwiegler, als einen gemeingefährlichen Menschen, einen „ Genug, mein Herr," fiel ihm Dettinger, der sich bis. her nur mit Mühe zurückgehalten hatte, ins Wort. verschmähen den Weg einer vernünftigen Verständigung Als einen Schurken, den ich das Recht habe, mit Hunden von meinem Grund und Boden hetzen zu lassen," überschrie Herr von Kries seinen Gegner. " Sie Wortwechsel herbeigeeilt war. Baleska wußte nicht, wie es geschehen. Bitternd wie Espenlaub hing sie an Dettinger's Halfe. Sie war jedoch nicht weit gekommen, als vom Hofe her ein Geräusch, ein dumpfes, herzbeklemmendes Geräusch an ihr Ohr schlug. Es flang so unbestimmt und fern, daß sie einen Augenblick glaubte, sie müßte fich geirrt haben. Doch Im Herrenhause wurde mittlerweile das Abendessen in nein, wieder dasselbe Geräusch und diesmal deutlicher, wie heiterfter Stimmung eingenommen. Frau von Kries war wenn sich viele Menschentritte dem Hause näherten. Jetzt eine so aufmerksame Wirthin, die Dienerschaft so vorzüglich hörte sie auch Thüren gehen, sah, wie die Gäste aufmerks geschult, daß man die Abwesenheit des Hausherrn gar nicht fam wurden. Es ist Feuer ausgebrochen," war ihr erster bemerkte. Jedermann war mit sich selbst beschäftigt oder Gedanke, und" todtenblaß suchte sie die nächste Thür nach schwelgte noch in dem gehabten musikalischen Genusse. Es der Vorhalle zu gewinnen, um welche sich mehrere Herren währte sogar eine geraume Zeit, bis die Hausfrau die Ab- brängten. Der Kämmerer forderte den Herrn Lieutenant wesenheit ihres Gatten gewahr wurde. Sie suchte ihn zu sprechen. Er sollte die Gutsherrin vorbereiten. Diese wesenheit ihres Batten gewahr wurde. Sie suchte ihn zu sprechen. überall mit den Augen, allein vergeblich. Anfänglich stieg stand schon vor ihm. fein Argwohn in ihr auf. Sie war eine durchaus ver trauensvolle Natur und von der Ehrenhaftigkeit ihres stieß sie angstvoll hervor, indem sie den Kämmerer an der Was ist's, Hölting, brennt es? Wo ist mein Mann?" Mannes feft überzeugt. Plöglich aber fiel es ihr auf, daß Joppe padte. Dafür werden Sie mir Rechenschaft geben," erhob auch Valesta fehlte, daß sie auch diese lange nicht gesehen Ach nein, gnädige Frau," antwortete dieser, sich ver jetzt auch Dettinger, der furchtbar blaß geworden war, die batte. Wie eine heiße Lohe schlug es ihr ins Gesicht, wirrt in den dichten Haaren frauend, das nicht, das nicht. Stimme, während Valeska, Alles verloren gebend, auf als sie sich dessen bewußt ward. Es galt jedoch, ruhig zu was anders. Der guädige Herr find- find- sind drüben einen Holzschemel niedersant, das Gesicht an dessen Lehne bleiben, die Gäste keinen Verdacht schöpfen zu laffen. Dit beim Inspektor verunglückt- ein Schuß-" preffend. äußerster Selbstbeherrschung und lächelnder Miene schritt Sier meine Karte," hörte sie Dettinger sagen. Alle die erregte Frau durch die Geſellſchaftsräume, um Georg näheren Bestimmungen überlasse ich Ihnen." aufzusuchen, der mit seiner Braut mitten unter den jungen Damen saß. Mich schlagen? Mit Ihnen? Wer sind Sie, wer?" " Ich bin der Sohn eines Offiziers." " Desto schlimmer. So war Ihr Bater entweder ein schlechter Soldat, oder Sie sind eine sehr faule Frucht dieses Stammes." Ich bitte Dich, Georg, kümmere Dich um die Herren, mache ein wenig ben Wirth. Papa ist ganz verschwunden, ich weiß nicht, wo er ist," flüfterte fie ihm zu. Georg sprang dienstfertig auf. Bapa verschwunden?" fragte er. Ich denke, er war " Ja, was Du davon weißt! Du amüsirst Dich mit den Das letzte Wort war kaum gesprochen, als Herrn von Rries ein Schlag ins Gesicht traf, der ihn wie rasend auf- doch eben hier?" brüllen machte. Einen Spaten, der in der nächsten Ecke Weiter hörte Frau von Kries nicht. Den Kämmerer bei Seite schiebend, eilte sie durch die Halle nach dem Hof. Doch schon auf der Thürschwelle sah sie einen unheim lich dunklen Gegenstand dem Hause zutragen, mitten durch die versammelten Hofleute hindurch, deren vielstimmiges Geräusch beim Erscheinen der Gutsherrin einer lautlosen, Stille Platz machte. Ein für den verunglückten Holzknecht nach der Inspektorwohnung hinüber geschafftes Ruhebett diente jetzt dazu, den niedergestreckten Gutsherrn in sein Haus zurückzubringen. ( Fortsetzung folgt.) Hessisches. Die Angelegenheit Katzenstein— unser Genosse K war bekanntlich von der Fortsetzung seines Vorbereitungsakzesses ausgeschlossen worden, weil er Sozialdemokrat ist— hat ihren Abschluß gefunden. Nach dem mit 30 gegen 3 Stimmen zu gunsten Katzenstein's gefaßten Beschlüsse der zweiten Kammer entschied sich die erste Kammer in junkerlicher Schneidigkeit mit 19 gegen 2 Stimmen für den Uebergang zur Tages- o r d n u n g, während die»weite Kammer aus ihrem Be- schlusse beharrte und die Beschwerde der Regierung zur Be- rücksichtigung überwies. Auf Katzenstein's daraus ein- gereichtes Gesuch um endgiltige Entscheidung antwortete ihm die Regierung unterm 24. Mai, daß.das großherzog- liche Ministerium sich nicht veranlaßt gesehen hat, eine von den früher ergangenen Verfügungen abweichende Entschließung zu fassen, und daß es hierbei lediglich sein Bewenden zu behalten habe.* Damit ist Katzenstein die Anwaltschaft im Deutschen Reiche verschlossen, da der Vorbereitungsdienst in der Verwaltung nothwendige Voraussetzung des Staatsexamens bildet. So gilt in Hessen daS gleiche Recht fürAlle, so springt man mit Sozialdemokraten um, so züchtet man neue Anhänger der Arbeitersache. Oder kann es bessere Agitatoren für die Arbeiterbewegung geben, als die Finger und Genossen, deren Vorgehen auch dem Blödesten die Einsicht in die Herrlich- keilen des KlassenftaateS einpaukt?— Wirklich? Nach einer Meldung der.Badischen Korre- spondenz' hat die ständige Tarifkommisfron der deutschen Eisenbahn-Verwaltungen den An- trag Bayerns auf allgemeine Einführung der zehn- tägigenDauer derRückfahrkarten angenommen und wird einen dahingehenden Vorschlag der General- Versammlung der deutschen Eisenbahn-Verwaltungen unter- breiten. Ob dieser so kleine Schritt vorwärts wirklich ge- than worden ist? Herr Thielen möge es uns amtlich bestätigen!— Die Cholera In Hamburg. ffiolffS Tel.-Bureau meldet aus Hamburg unter'm 29. Mai: .Die Cholerakommission des Senats macht unter dem gestrigen Datum folgende Mittheilung: Ein in der Neustadt wohnhafter Komptowbot«, welcher feit S Tagen an leichten Durchfällen litt, hat sich am Sonnabend, den 27. Mai, Morgens, wegen Erscheinungen von Cholera, in ärztliche Behandlung gegeben und ist noch am Nachmittag desselben TagcS ge- storben. Die bakteriologisch« Untersuchung hat heute Cholera als Todesursache ergeben."— Die blutige Maiwoche. Die Pariser Arbeiter haben zum Andenken an die von den Versailler Schlächtern am 29. Mai niedergemetzelten Freiheitskämpfer auf dem Kirch- Hofe Pöre Lachaise eine würdige Massenfeicr begangen. Baudin und andere sozialistische Abgeordnete waren an- vesend. DaS Pariser Proletariat ist im Kamps der Kom- mune gegen die kapitalistische Verschwörerbande verblutet, aber fem Blut ist nicht umsonst geflossen.— Bourgeoisrepublikanische Schnüffeleien. Eine Pa- riser Zeitung stellt fest, daß am 1. Mai in Paris einige Unteroffiziere in Zivilkleidern zum Spionieren unter die Menge ausgeschickt worden sind.— Die italienische Mistwirthschaft, die der Bourgeoisie ungezählte Millionen zuschanzt, die Volksmasse aber nicht blos aussaugt, sondern auch unmittelbar bestiehlt, wird immer toller. Wie sieht eS in der Hauptstadt, in R o m aus? Die Tiberregulierung kostet bereits einige hundert Millionen. Vor einigen Tagen verbreitete sich nun plötzlich das Gerücht, daß die in das Flußbett eingelassenen und die Uferbauten tragenden Caissons nachgäben, also allem Auscheine nach nicht nach Vorschrift gefüllt worden seien. Thatsache ist, daß die Regierung eine Untersuchung ein- geleitet hat. Der Bau des Justizpalastes, der den Staat bereits 30 Millionen kostet, hat unterbrochen werden müssen, weil die Fundamente nachgeben. Die Errichtimg des Dcukmals für König Viktor Emannel erleidet fortwährende Unterbrechungen und giebt Anlaß zu ttimultuarischen Aus- tritten seitens der Arbeiter, veranlaßt durch den Mangel an Marmor und anderem Material, obgleich die noth- wendige Summe hierfür im Jahresbudget durch das Par- lamcnl eingestellt ist. Für das Monument sind bisher vierzig Millionen verausgabt worden, es sind aber noch nicht einmal die Funda- in e n t e fertig. Wie männiglich bekannt, verkauft Giolitti durch die Nationalbank Rententitel des Staates, welche er nirgends ander? als aus der„Cassa dei Depositi e Trostiti" entnommen haben kann, also auS der die Gelder der Postsparkasse enthaltenden Kasse und zwar thut er es ohne gesetzliche Genehmigung und trotz der Aussicht, daß der Senat sein Gcsetzesprojert, welches auf diese Kasse Bezug hat, verwerfen werde.— Serbien. Milan und Natalie werden wieder ihren dauernden Aufenthalt im Lande nehmen, sofern die nächsten Stuplschinawahlcn eine regierungsfreundliche Mehrheit bringen. Die Wahlen finden am 30. Mai statt. Muß nicht jedermann sich schon deshalb über den Staatsstreich freuen, weil der weiland gekrönte Schuldenmacher und Wüstling Milan, Gras von Takova, wieder serbischen Boden betreten darf? Einen hübscheren Abschluß kann die Operette des serbischen Versassungskonfliktcs gar nicht finden, als durch die Rückkehr Milan's, der Arm in Arm mit Natalie, der„Geschiedenen", sein Jahrhundert, d. h. seiue Gläubiger, in die Schranken fordert.— „Russische Reformen". Bei„Väterchen* erlischt' niemals der heiße Drang nach edlen Thaten. Wird nicht irgendwo am Balkan revoluzzt oder attentätert, rollt nicht der Rubel auf Reisen, so leuchtet die Huld des Selbst- Herrschers aller Reußen den s i b i r i s ch e n Verbannten. Man staune! Für die sibirischen Sträflinge, deren grausiges Geschick Kennan mit urkundlicher Treue geschildert hat, sind, wie der„National- Zeitung" aus Petersburg geschrieben wird, zwei Gesetze erlassen worden. Das eine betrifft Ver- änderungen hinsichtlich der Auflösung von Ehen der Per- fönen, welche, sei es zur Zwangsarbeit, sei es blos zur Ansiedelung in Sibirien verurtheilt wurden, das andere Gesetz enthält die Aufhebung der Bestimmungen, welche Frauen unter Umständen einer körperlichen Züchtigung unter- zogen. Da» erstere Gesetz gewährt den verheiratheten sibi- rijchen Sträflingen daS Recht, die Auflösung der Ehe zu fordern, wenn die Fortsetzung derselben thatsächlich unmög- lich ist. Dieses Recht hatte bisher nur deriemg« Theil, welcher unschuldig war und, sei es freiwillig, sei es unter dem Druck von Umständen, dem anderen Ehegatten nicht in die Verbannung folgte. Der Sträfling konnte niemals die Scheidung von seinem in der Heimath zurückgebliebenen Ehegatten beantragen. Wer wagt jetzt noch gegen den Despotismus zu eifern, der solche„Reformen" durchführt, „Reformen*, die noch dazu aus dem Papier bleiben, denn wie in Ichtershausen wird auch trotz der Gesetze in Sibirien fortgeprügelt.— Die Reichstagswahlen. Offizielle sozialdemokratische ReichStagS-Kandidaturen. Coburg: Redakteur Karl Krüger in Halle a. S. Chemnitz: Mar Schippe! in Friedrichshagen bei Berlin. Bautzen: Friedrich Wilhelm Höppner in Dresden(Cchönfeld zog feine Kandidatur eines anderen Wahlkreises wegen zurück). Neu- Ruppin-Templin: Julius Apelt in Berlin. I e r i ch o w (3. Magdeburger): Expedient Theodor Glocke in Berlin. Delitzsch-Bitterfeld: Schneidermeister Adolf Albrecht in Hall« a. E. Großherzogthum Baden: 1. Konstanz- Radolfzell-Ueberlingen: Landwirth Baumgärtner in Gültingen. 2. Hornberg-Triberg-Villingen: Redakteur Zielowski in Offen- bürg. 3. Säckingen-Waldshut-Echopfheim: Schuhmacher Haugh in Freiburg. 4. Lörrach-Müllheim-Breisach: Dr. Rüdt in Heidel- berg. 5. Freiburg-Waldkirch: Dr. Köhler in Freiburg. H.Lahr- Kinziathal: Restaurateur Kalnbach in Karlsruhe. 7. Ossenburg- Kehl-Renchthal: Redakteur Adolf Geck in Offenburg. 3. Baden- Achern-Rastatt: Apotheker Lutz in Baden-Baden. S. Pforzheim- Durlach- Ettlingen: Dr. Rüdt in Heidelberg. 10. Karlsruhe- Bruchsal: Redakteur Adolf Geck in Offenburg. 11. Mannheim- Schwetzingen- Weinheim: Kaufmann Dreesbach in Mannheim. 12. Heidekberg-Mosbach: Dr. Rüdt in Heidelberg. 13. Bretten- Eppmgen: Restaurateur Kalnbach in Karlsruhe. 14. Werthheim» Odenwald: Köder in Mannheim. Waldeck-Pyrmont: Zigarrenhändler H. Garbe in Kassel. Bernburg: Buchdrucker Karl Schulze in Bernburg. Bürgerliche Kandidaturen. Kassel: Huepeden(Kartell der K, A.„Bd. d. Landw.). GerSfeld- Fulda: Fabrikant R. Müller(Z). Randow-Greifenhagen: v. d. Osten- Blumberg(K). G l a tz: Freiherr v. Huene, Gutsbesitzer Hart- mann(Z). Kosel-Groß-Streylitz: Amtegerichtsrath Berthold May in Kofel, ultramontaner auf Huene'S Seite stehender Gegenkandidat gegen Stephan(Z). GoSlar: Stadt- syndikuS Quansel zu Goslar(FB). K o b u r g: Rechtsanwalt Beckh in Nürnberg(FB), der Bajazzo des bayerischen Landtag?. Wiesbaden: Fabrikant Köpp, Handelskammer-Präsident(Vg), unterstützt von den N. Kelheim: Dr. Etgl, Kaufmann Aigner(Z). Kempten: Oekonom Schmid(Z). Schweinfurt! Oekonom Bürger(Z). Wasserburg: Ritterguts- besitzer von Poschinger(Z). Rofenhetm: Fabrikbesitzer Steininger(Z). Eigmaringen: Bumiller(Z), RegierungS- Präsident von Franck,„regierungstreuer" Kandidat. Saar- brücken: Göitz(Z), Rittner(31). Duisburg- Ober- Hausen: Dr. Hamniacher(Kartell der N und K). Friede« berg-Büdingen: Landwirth Belz(A). 12. württem- bergifcher Wahlkreis: Landwirth Zoller; S. württem- bergischer Wahlkreis: Staatsanwalt Rupp, beide Deutsch- patteiler. Essen: Kommerzienrath Krupp(Kartell der K und N). O ttw eiler: Graf Schulenburg(Z). Fürth i. B.: Lehrer Weiß in Nürnberg(deulschfreifinnig). Metz: Dr. Haas (Klerikaler). Metningen II: Kaufmann Crämer m Sonne- berg(deutschfreisinnig). Mühlhausen-Langensalza: v. Zedlitz(R.). Entsetzlich l„Achtzehn Herren, zum Theil vom ältesten und höchsten SIdel", schreibt die„Kreuz-Zeitung",.werden aus der Zenlrumspartei im neuen Reichstage nicht wieder er- scheinen: Aus Bayern: Freiherr v. Gagern. Freiherr v. Francken- stein, Graf Scbönborn, Graf Walderdorff, Gras Max Prevsing, Baron v. Psetten. Aus Württemberg: Gras Adelmann v. Adel- mannsfeldcn. Vom Rhein: Graf von und zu Hoensbroech, Frei- Herr v. Dalwigk-Lichtenfels, wahrscheinlich auch Prinz Urenberg. Aus Westfalen: Freiherr v. Wendt und Graf Droste zu Bische- ring. 3lus Schlesien: Graf Ballestrem, Freiherr v. Huene, Graf Chamarö, v. Glisczyneli, Freiherr v. Reitzenstein und wahr- schcinlich jauch Herr v. Schalscha." Wir weinen diesen junker- lichen Brotvertheurern und Volksfeinden keine Thräne nach. Die rheinische ZeutrumSpartei erläßt einen Wahlaufruf, der sich als eine kürzere und deshalb geschicktere Fassung des Lieber'schen Maniststs darstellt. Streckverse finden sich nicht darin, die Tendenz ist aber dieselbe, von uns schon ein- gehend gekennzeichnete. Elsaß- Lothringische Wahlfreiheit. Au» Ober. Ehnheim meldet die„Bürger- Zeitung* unterm LS. Mai: „Heute wurden sämmtltche Wirth« auf daS Bürger- m e i st e r a m t bestellt und ihnen verboten, ihr Lokal d en S oziali sten zur Abhaltung von Verfamm- lungen herzugeben, widrigenfalls könne K onzession»- entziehung eintreten." SluS Köln meldet da» Depeschenbureau Herold unterm 23. Mai:„Gestern Abend fand eine sozialistisch» Partei- Versammlung, heute Morgen ein« ultramontane Wähler- Versammlung statt. Beide Versammlungen, von je über 3000 Personen besucht, befaßten sich mit der endgiltigen Auf- ftellung ihrer Kandidaten, in beiden wurde die Bedeutung der Militärvorlage besprochen. In der sozialistischen Bersammlung referirte über diesen Punkt Singer- Berlin, der namentlich mit der ultramontanen Partei scharf inS Gericht ging, weil sie mit- geholfen, die Getreidezölle und die Brannlweinsteuer durch- zudrücken. Man will eifrigst für den Kandidaten Lücke«in- treten.— Die ulttamontane Wählerversammlung fand unter dem Vorsitze des Grafen Hompesch statt. Als Hauptredner figurirte Dr. Lieber, der sturmisch begrüßt, die Zentrumswähler zuthat- kräftigster Agitation aufforderte, damit das Zentrum in der alten Starke und noch geschlossener in den neuen Reichstag eintrete. 3luch später werde die Partei keinen Sonderinteressen dienen; sie danke dafür, daß man sie zu einem katholischen Taubenschlag degradire; wer ihr zugehöre, müsse in allen wichtigsten Punkten voll und ganz aus dem Boden des politischen Programms des Zentrums stehen. I« Elberfeld unterstützen die Nationalliberalen den antisemitischen Kandidaten, Gärtner D a h m. Der Dahm wird trotz deS Zuzugs der Männer von„Bildung und Besitz" von den Arbeitern deS Wupperthals jämmerlich in den Sand gesetzt werden, dennoch ist das liberal- judensreflerisch« Bündniß als Zeichen der Zeit sehr beachtenswerts. Für ei« antisozialistisches Kartell erhebt das amtliche Organ der nationalliberalen Börsianer und Schlotjunker, die „Nationalliberale Korrespondenz" ihre Stimme. Und ihr Ruf wird bei den Mischmasch- Tendenzen der bürgerlichen Parteien nicht»«gehört verhallen. Je offener diese Verbrüderung in die Erscheinung tritt, um so besser für unS. So liest man:„Die Sozialdemokratie geht mit großen Hoffnungen in den Wahlkampf, und diese könnten sich leicht verwirklichen, wenn ihr die Uneinigkeit der bürgerlichen Parteien zu Hilf« kommt, wenn sie in einer durch die Leidenschaften eines heftigen Wahlkampfes erhitzten Stimmung Unterstützung von feiten Solcher erhält, die sonst ihre entschiedensten Gegner zu seiu behaupten. Diese Versuchung wird namentlich bei Stichwahlen vielfach hervortreten. Wir haben aber die Hoffnung und das Vertrauen, daß in deni Entscheidungskamps zwischen einem Sozialdemokraten und einem Mitglied bürgerlicher Parteien die letzteren, ihrer sonstigen Gegensätze und ihre» ParteihaderS vergessend, in diesen hochernsten, gefahrerfüllten Zeiten zusammenhalten werden. Von unserm Gesinnungsgenossen allenthalben im Reich glauben wir dies versprechen zu können.'--- Haas Blum im Lied. Der Blum tritt als Durchfalls« landidat w Leipzig-Land auf. Der„Wähler* dichtet nuu: HanS dem Kühnen. Motto:„Unser Han» hat Hosen an Und die find blau. . HänSchen scheind der Jwermuhd zu plagen; Wördes Hänichen sonst ä Dänschen wagen Und mid Geyern an de Greide gehn? Leipzig-Land iS änne beefe Fläge, Denn de Rohden fiehd uff jeden Wäg« Massenhaft mer uff der Lauer schdehn. HänSchen, HSnschen, iewerleg dersch reiflich! §war bei Wunsch, der is soweit begreiflich, enn de hast je änne Masse Zeid, Doch in Leipzig-Land zu gandidieren, Wo de beesen Rohden dohminieren— DaS, mei liewer HanS, d a S gehd zu weid> Mei Gelist« wärd ich liewer dämfen Oder anderschwo'S Mandahd ergämfea Wo de Sache nich so aladrig schdehd. Wie hat Götz von Lindenau gequasseld Un wie scheißlich isser dorchgerasselo— Denkste«twan, dastersch besser gehd? Na, ich bin geschbannd uff daS Deahder k 'S greeßde Hindernis, daS iL dei Bader, Denn beganndlich war der felwer rohd; InS Gesichde wärd der jeder sagen: „HanS, wie bist« auS der Ard geschlagen!* Un dei eegner Bader schlägd dich dod. Sag mer nor, ob dersch nich felwer dämmerd, Daß dei Alan von vornerein belämmerd, Daß de mid Sn Schdeen an Halse schwimmst? Eiehste, Hans, je mehr ich'S iewerdenke, Deste mehr erscheind mersch als Mengenke, Taste dieses Wagniß undernimmst. Wärschde noch der„Menschenrechds-Schdudende*, Der de einstmals warschd, denn ging'S am Ende. Denn dei vader läbd im Volke ford; Awwer so, als EchbarigS Schbießgeselle, Gehd's mid dir in färchderlicher Schnelle 'N Drachenberg hinunder— uff mei Wardt Vierunvärzig Jahre sein verflossen, Daß dein'n Vader se in Wien erschossen, Wo de Schdern er Windischgrätzen bod— Seid du Bismarck eng dich angeschlossen, Bist ooch du ferS deudsche Volk erschossen Un seid edwan dreißig Jahren dod. Na, steh zu, waS der fer Rosen bliehent Wenn se straff der nich de Hosen ziehen, Taste liegen bleim mußd uffeu Bläh, Wenn de nich. waS de ooch uffgeboden, 'N Durchfall griechen duhst un zwar nach Noden, Denn, mei liewer Hans, denn heeß ich Matz! I« vraunschweig wurde die Wählerliste von ca. IS 000 Personen nachgesehen, zum größten Theil— soweit sich schätzen läßt— Anhängern unserer Partei. Die stark« Betheiligung läßt unsere Parteigenossen hoffen. daß Wilhelm BloS schon im ersten Wahlgange den Kartellkandidaten schlagen wird. Am Sonntag wurden in allen drei Wahlkreisen BraunschweigS 120 000 Crem- plare eineS wirksam geschriebenen Flugblattes zur Vertheilung gebracht, worin vi« Wahl deS sozialdemokratischen Kandidaten empfohlen wird. I» Dresden hielt Liebknecht unter rauschendem Beifall am Donnerstag im Trianon eine fast L'/estündige Rede über die Militärvorlage, die Sozialdemokratie und den Antisemitismus. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. An 3000 Per- fönen mochtm anwesend sein und zwar zum guten Theile Nicht- sozialisten, da die„Sächs. Arb.-Ztg.* die Genossen gebeten hatte, dem Vortrage fern zu bleiben, um vor allem den Gegnern die Möglichkeit zu geben, den Vortrag zu hören. AuS Hamburg schreibt man unS: Freude herrscht in Hamburgs Börsenhallen, denn„die bürgerlichen Parteien, anstatt sich der Sozialdemokratie gegenüber zu zerfleischen, gehen endlich, nach vielen Jahren bedauerlichen Jrrlhums, wieder brüderlich bei den Reichstagswahlen Arm in Arm" I So ungefähr lautet der Jubelhymnus des hiestgen FortschrittSorgans über die zustande ? gekommene Vereinigung der hiesigen.Nationalliberalen mit dem ogenannten Freisinn. Also auch hier wird die reaktionäre Olla potrida, die politische Sammelsurium- Suppe gekocht. Die ver- einigten bürgerlichen Parteien haben im 1. Hamburger Wahlkreis Karl Lae,sz(nationalliberal) gegen A u g u st B« b e l, und im 3. Wahlkreise hatte man Ferv. Nagel(freisinnig) gegen Wil h. Metzger aufgestellt. Herr Laeisz ist„Großkaufmann" und Herr Nagel„Spritfabrikant". Mit den„R N,"-(der Volkswitz sagt„kar nigger") Spriterzeugnissen, durch die Großkaufleute erportirt, werden meist unsere schwarzen LandSleute in Ost- und West- afrika zur Zivilisation erzogen, deshalb muß nach Ansicht deS be- häbigen Spießers Hamburg, die große HandelSsiadt im Reichstage durch solche Leute vertreten werden, klm dem kleinen Mittelstande, besonders dem Handwerkerstande entgegenzukommen, will man als Zählkandidaten der Mischmaschparteien, wie verlautet, im 2. Wahlkreise gegen I. H. W. D i e tz einen Drechsler namens Menzel aufstellen. Letztere Kandidatur ist total aussichtslos. Aber auch in den beiden anderen Hamburger Wahlkreisen werden die bisherigen sozialdemokratischen Reichstags-Abgeordneten jeden- falls im ersten Wahlgange glänzend siegen. Der freisinnige Herr Nagel hat übrigens die Kandidatur abgelehnt, weil sein Auf- flchtsrath(Epritwcrke, Aktiengesellschaft, vorm. H. Nagel) ihm für den 3. Hamburger Reichslags-Wnhlkreis das Kandidiren nicht gestattet. Der Oeffentlichkeit gegenüber werden wahrscheinlich Gesundheitsrückstchten vorgeschützt werden. Nun sitzt der Ham- burger Freisinn wieder verwaist da wie Israel, trauernd an den Weidenbächen BabylonS. Einer von den reaktionären Lehrern, die«S als Auf- «abe ihres„Standes" betrachten, die Sache de? arbeitenden tolkeS mit unterdrücken zu helfen, obwohl sie eS sehr gern sehen, wenn die Vertreter des Proletariats in den Landtagen die Er- höhung der Lehrergehälter fordern, einer von diesen Finsterlingen also hat in Eischleben in Thüringen eine Heldenthat verübt, die wrr nach dem Bericht des„Gothaischen Volksblatts" wieder» geben. Ein Sozialdemokrat aus Ichtershausen hatte in jenem Dorfe ein Versammlungslokal festgemacht. Der Wirth war mit der Versammlung einverstanden, ebenso auch für seine Person der Schultheiß. Zum Abend wurde aber«ine Gemeinde-3lusschuft- Sitzung einberufen, in der der Lehrer eine große Rede hielt, die mit der vollständigen Vernichtung der Sozialvemokratie endigte. Es wurde darauf protokollarisch festgelegt, daß die sozialdemo- kratische Versammlung nicht stattfinden dürfe! ZentrnmSkrach. AuS dem Wahlkreise Lippstadt- Brilon wird der I„Volks-Zto." geschrieben: In unserem ab« solut sicheren Wahlkreise des Zentrums ist arger Wirrwar ein- aetteten. Bis jetzt kandiren Landrath Federath-Brilon und Gastwirth Lohmann-Brilon, ersterer ist Schorlemmerianer, letzterer unverfälschter ZentrumSmann; ferner Amtsrichter Schwärze- Rüthen(Zentrum) und Oekonom Friedrich Löhers-Geseke. Der Name des letztgenannten Herrn steht unter beiden Ausrufen! Mein Liebchen, was willst Du noch mehr? Für den Inhalt der Inserate über. aimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 80. Mai Opernhaus. Bajazzi. Neues Theater. Basantasena. Berliner Theater. Die Waise von Lowood. Leffing- Theater. Brave Leut vom Grund. Residenz- Theater. Flattersucht( La Papillonne). Adolph Ernst- Theater. Goldlotte. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Kroll's Theater. Der Freischüh. Viktoria Theater. Frau Venus. National- Theater. Die Direktrice. Alexanderplat- Theater. Sie liebt. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor ftellung. Apollo Theater. 0 Borftellung. Spezialitäten Theater der Reichshallen. Spezia litäten- Borstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten- Borstellung. Adolph Ernst Theater. Letzte Woche. Goldlotte. Königl. Italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Heute, Dienstag, den 30. Mai 1893: Gr. Brillante Vorstellung. Besonders hervorzuheben: Miß Käthe Lee in ihren graziösen Trabtouren zu Pferde. Mr. Jules, ausgezeichneter Jockey reiter. Geschwister Chiarini, gen. die Südsterne, das Non plus ultra der Luftgymnaftit. Tandem, Doppelfahrschule, geritten vom Direktor Sign. E. Ernesto Ciniselli. Familie Picciani, die großartigften Parterre Gymnastiker der Jehtzeit. Auftreten der Original- Clowns Gebr. Weldemann, Gebr. Kulper, Gebr. Martinek, Carr 2c. Außerdem Vorführen und Reiten der bestdressirten Freiheits- u. Schulpferde. Alles Nähere die Abendprogramme. Ernesto Ciniselli, Direktor. Ostbahn- Park am Rüftriner Play, ( Hermann Jmbs) Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof. Konzert, Täglich: Theater u. Spezialitäten- Vorstellung. Pantomimisten- Truppe Garetton, urtom. Zarameter- Droschtenfahrt, Mr. De Dolfs, Neger- Erentric 2c. Voltsbeluftig. jeder Art. 4 Regelbahnen zur Verfügung. Gesangspoffe in 3 Aften v. Ed. Jacobson Moabiter und W. Mannstädt. Couplets theilweise v. G. Görss. Mujit von G. Steffens. In Szene gefett von Adolph Ernst. Anf. 7, Uhr. geöffnet. E Der Sommer- Garten in Schluss der Saison: Mittwoch, den 31. Mai. Castan's Panopticum. Neu: Der Tod als Erlöser. Neu: Die Schreden des Meeres. Bauern- Aufstand! Illusionist. Vorstellungen. Irrgarten.- Schreckenskammer. PassagePanopticum. Neu! Berlin bei Nagt. Colossal- Gruppe aus Gesellschaftshaus. Alt- Moabit 80 und 81. Täglich: Theater- und SpezialitätenVorstellung, sowie Concert. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf., refervirter Platz 50 Pf. 4127L* Helmuth Peters. Morit Play. Etablissement Buggenhagen. Morits Blaz. Täglich: Instrumental- Konzert. Großer Frühstücks- u. Mittagstid. Spezial- Ausschank von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. De An Sonn- und Feßtagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Bf. Sonnt. 25 Bf. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. 5 4fund Albrecht's Brot für Bäckerei, 50 Pfennig liefert Wrangel- Strasse 8, Langestr. 26, Falkensteinstr. 28. Staare, 42782* junge 1 M. Schnelle, Staligerstr. 182. Größtes Lager Berlins Andreastr. 23.6p 27 27 27 27 27 Fran Schünemann zum heutigen Ge burtstag die herzlichste Gratulation. Knubbe. Neese. Platte. Länglich. 27 27 27 27 Allen Freunden und Kollegen die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, der Schankwirth Carl Seidel am 27. Mai, Abends 9 Uhr, im 66. Lebensjahre sanft entschlafen ift. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 1. Juni, Nach mittags 6 Uhr, vom Trauerhause, Soldinerftr. 27, nach dem Friedhof der St. Pauls- Gemeinde statt. Dies zeigt tiefbetrübt an Friederike Seidel geb. Biessel nebst Kindern. Danksagung. 27 Für die mir erwiesene Theilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau fage ich allen Berwandten, Freunden und Bekannten meinen herzlichen Dant. 199b A. Philipp. Empfehle mein Geschäft in friscaen Blumen und Kränzen. 3528 L Achtung! 1. Wahlkreis. Achtung! Am Dienstag, den 30. Mai d. J., Abends 8 Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstraße 10: Große öffentliche Wählerversammlung Zages Drdnung: Vortrag unseres Kandidaten, des Schneiders August Täterow. Diskussion. Verschiedenes. Alle Wähler des ersten Kreises find willtommen. Sämmtliche gegnerische Kandidaten sind hierzu brieflich eingeladen. Das Wahlkomitee. 2.Wahlkreis. 343/ 12* 2 öffentl. Wählerversammlungen. 1. Am Donnerstag, den 1. Junt, Abends 8 Uhr, im Saale Neues Gesellschaftshaus( Reinhard), Hafenhaide 57. 2. Am Sonntag, den 4. Sunt, Worm. 10% Uhr, im Saals der Viktoria- Braueret, güyowfraße 111-112. Zagesordnung: • I. Die bevorstehenden Reichstags Wahlen. Referenten: 1. Curt Baake. 2. Reichstags- Randidat Richard Fischer. IL Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen bittet Das Wahlkomitee. Robert Meyer, 345/ 9* Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu ver meiden, bitte ich meine Freunde und Genoffen, genau auf meine Adresse zu achten. Lesen Sie Zoreffe au 2 gr. die soeben erschienene Schrift: Der Völkermord. Preis 50 Pf. Ein fräftiges Wort gegen Militarismus und Chauvinismus. Wichtiges Material zur Bekämpfung der Militärvorlage. Bu beziehen durch alle Buchhands lungen und gegen Einsendung von 55 Pf. franto von der Verlagshandlung August Schupp in Neuwied a/ Rh. 4285L SALMETALL UNIVERSALN && Schutzmarks). PUTZ- POMAD ADALBERT VOGT& CO BERLIN FRIEDRICHSBERG. goldene u.silbe 6. Wahlkreis. 2 gr. öffentl. Wählerversammlungen. Dienstag, den 30. Mai 1893, Abends 8% Uhr. 1. in Schneider's Gesellschaftshaus, Belforterstr. 15. Zagesordnung: Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: 553/11 Otto Thierbach. 2. Hensel, Invalidenftr. 1, Ede Brunnenstraße. Tagesordnung: Die bevorstehenden Reichstagswahlen und ihre Bedeutung für die kleinen Gewerbetreibenden. Referent: Genoffe Mattutat. Bahlreiches Erscheinen erwünscht. Die Vertrauenspersonen. 6. Wahlkreis( Moabit). Große öffentliche Volksversammlung Dienstag, den 30. Mai, Abends 8 Uhr, in der Kronen- Brauerei, Alt- Moabit Nr. 47-49. Zagesordnung: 1. Die bevorstehende Reichstagswahl und die Sozialdema. kratie. Referent Jakobey. 2. Distussion. 3. Verschiedenes. 353/10 Die Vertrauensperson. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Versammlung Die in der ganzen Welt rühmlichst am Dienstag, den 30. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokale bekannte 4181L ,, Helm- Putzpomade" ist nur unser Erzeugniss. Dosen mit anderen Helmen und nicht mit unserer Firma weise man als werthlose Nachahmungen zurück. Lebensgroßen Kinderwagen. Größtes Lager Berlins unserer Firma weise man Wachsfiguren. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Im prachtv. Sommergarten täglich Gr. Garten- Concert und Spezialitäten- Borstellung. Bei ungünstigem Wetter findet die Borstellung im Saale statt. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf. Bockbrauerei Sommer- Theater SW., Tempelhofer Berg. Anf. Wochent. Uhr, Sonnt. 5½ Uhr. Schweizer- Garten am Königsthor. Täglich: Concert, Theater und " Feldschlößchen", Müllerstraße 142. Zages Ordnung: 1. Die bevorstehende Reichstagswahl. 2. Diskussion. 8. Bereins angelegenheiten, Berschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. NB. Die Genossen des Nieder- Barnimer Kreises werden ersucht, ihren Bedarf an Mannschaften zur Vertheilung von Flugblättern an die Adresse des Genossen Riesel, Swinemünderstr. 63, of Quergeb. 3 Tr., bis spätestens Donnerstag einzusenden. Ferner bitten wir die Genoffen, welche Mitglieder des Wahlvereins für den 6. Berliner Wahlkreis sind und bei der Agitation im obengenannten Kreise behilflich sein wollen, sich zu melden bei Gleinert, Fenn- und Müllerstraßen- Ece; Gnadt, Swinemünderstr. 120; Hermerschmidt, Berlebergerstr. 28, und bei Kiesel, Swinemünderstr. 63, bis spätestens zum Freitag Abend. 240/10 Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung beschäftigten Arbeiter: Spezialitäten- Borstellung. sämmtlicher in den Brauerei- Betrieben und Bier- Verlag Dorina, Böttcher, Brauer, Maschinisten, Schmiede, Fahrer, das Kanonen- Weib. Geschwister Rigoli, Familie Carlo, Mr. Famera, Max Grabow, Gebr. Dissenato, Emma Lucas, Troupe Columbia und Gebr. Vercroa. Jm Saale: S BALL.[ 4199L* Ant degente, Count 0%, die Uhren u. Goldwaaren Georg Wagner Lustspiel Täglich: Posse Ballet und Spezialitäten 1. Ranges. Entrée 50 Pf. Reserv. Platz 1,-, Num. Sperrfit 1,50, Seitenloge 1,50, Loge 2 und 3. Norddeutsche Oranienstr. 63, I. in bester Ausführung zu den billigsten Preisen. Silb. Cylinder- Remontoir 12,75 M. Massiv gold. Trauringe, 1 Dukaten 10,50 M., 1, Duk. 15,50 M., 2 Duk. 20 M. Zahnarzt Rob. Wolf, Emergent L.), Kistiche 23-71. Schmerzl.Zahnziehen zc.Theilzahlung.Sprft.8-7U. Achtung! Spandau. Achtung! Brauerei. Große öffentliche Boltsversammlung 58. Chaussee- Strasse 58. Täglich: Concert. Wochentags Entree frei. Bei ungünstiger Witterung im Saal. Ha Die neu eingerichtete Kaffee- 1975 küche ist den geehrten Gästen von 2 bis 6 Uhr geöffnet! 4146L In Deutschland find Soldaten knapp! Marschlied für eine Sing ftimme mit Klavierbegleitung. Preis 40 Pf. Zu haben bei Mayhofer, Weinbergsweg, Baake, City- Baffage und in der Buchhandlung des Vorwärts". " am Mittwoch, den 31. Mai, Abends 8 Uhr, Im neuen Saale der ,, Spandauer Berg-Brauerei". Tagesordnung: Die bevorstehende Reichstagswahl. Referent A. Massini, Um zahlreiches Erscheinen ersucht Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Adlershof und Umgegend. Große öffentl. Wählerversammlung Mittwoch, den 31. Mai, Abends 8 Uhr, # in Wöllstein's Lustgarten. E Referent Pritz Zubeil. Der Vertrauensmann. Mitfahrer, Sattler, Schlosser u. s. w. am Donnerstag, den 1. Juni, Abends 82 Uhr, in der Berliner Ressource, Kommandantenstraße 57. Tagesordnung: 1. Die bevorßehende Reichstagswahl. Referent Reichstags- Randidat Augustin. 2. Bericht des Delegirten der Berliner Gewerkschafts- Rommission. 3. Arbeitsnachweis. 4. Verschiedenes. Die Agitations- Kommission. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert es, daß jeder einzelne in dieser Bersammlung erscheint. 1035 Deutsch. Tischlerverband ( Bahlstelle Berlin). Ausserordentliche Generalversammlung am Mittwoch, den 31. Mat, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Bolt, Alte Jakobstraße Nr. 75. Lages Ordnung: 1. Wahl des Ausschusses des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. 2. Bortrag des Herrn Dr. Joël über: Die moderne Natur anschauung". 8. Distuffton. 4. Verbandsangelegenheiten. Rollegen! Indem der Ausschuß nothwendigerweise tonftituirt werden muß, find wir gezwungen, diefe Bersammlung während der Wahlbewegung abzuhalten. Der außerordentlichen Wichtigkeit wegen ersuchen wir um recht rege Betheiligung. Die Ortsverwaltung. 818/ 4* Charlottenburg. Große öffentl. Wählerversammlung am Donnerstag, den 1. Juni, Abends 8 Uhr, im Saale der Gambrinus- Brauerei", Wallstrasse 46. Zages- Ordnung: 1. Die bevorstehende Reichstagswahl. Referent: Genosse Timm Berlin. 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 418/14 Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Mag Babing in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Das Lokal- Wahlkomitee. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 124. Ueber die Dienstag, den 30. Mai 1893. 10. Jahrg. Nothwendigkeit der Ausnahmen fündiger Zeitraum, welcher bis zum Beginn der mit Rückſicht Gedächtnis des am 19. Mai an Altersschwäche in K3In vervon der Sonntagsruhe den handelsgewerblichen Betrieb, würden besonders zugelaffen Todtenlifte der Partei. der Partet. Gestorben Gestorben in 2eipzig werden müssen. Indessen erscheint für sie vorläufig ein drei Eutrisch der Schloffer Ferdinand Seltig. Zum auf den Hauptgottesdienst für die Beschäftigung im Handels- fchiedenen Parteigenossen Josef Heinrich Schob schreibt gewerbe festgesetten Unterbrechung zu reichen hätte, genügend. die Rheinische Zeitung": Schob wurde am 6. September 1829 Barbier und Friseurgewerbe. Es wird sich zu Köln geboren, trat 1865 dem Allgemeinen deutschen Arbeiterfragen, ob wegen der nicht zu verkennenden besonderen Schwierig verein bei und wurde eins der thätigsten Mitglieder, gleichzeitig hatte der preußische Handelsminister Erhebungen angeordnet. feiten, welche in fleineren Betrieben dieses Gewerbes der Durch war er Präsident des Allgemeinen deutschen Schneidervereins". Die darüber von den Regierungspräsidenten erstatteten Berichte führung der Vorschrift im§ 105c Absah 3 entgegenstehen, für A13 1866 der Gewerkschaftskongreß durch J. B. v. Schweizer gewähren, wie die National- Zeitung" erfuhr, nach dem Urtheil des Ministers meist noch keine ausreichende Uebersicht über die Betriebe, die nur einen Gehilfen beschäftigen, nachzulaffen sein nach Berlin berufen wurde, wirkte Schob in verschiedenen Städten in Betracht kommenden Gewerbe, über das Maß der für sie er möchte, daß diesem anstatt an jedem zweiten oder dritten Sonn- agitatorisch für diesen und wurde infolge deffen( er war als Zuforderlichen Sonntagsarbeit und über die Bedingungen, von denen tage die im§ 105 c Absah 3 vorgesehene Ruhezeit in jeder schneider in einem der ersten Geschäfte Kölns thätig) gemaßregelt. Ais Brace, Geib und v. Barmhorst veranlaßt durch die Mißwirthschaft die Zulassung der Ausnahmen abhängig zu machen sein wird. Woche ein halber Wochentag freizugeben ist. Bade- Anstalten. Bei der Verschiedenheit der Verhältnisse des damaligen Präsidenten von Schweizer, aus dem Vorstande Außerdem wünscht der Miniſter die betheiligten Kreiſe, ins- und mit Rücksicht darauf, daß es aus fulturellen und ſanitären des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" austraten, war, besondere die Unternehmer und Arbeiter derjenigen Ge- Rücksichten erwünscht ist, die Gelegenheit zum Baden nach Möglich- nebst York, Schob einer der ersten, die sich zu den sogenannten werbe, für welche die Zulassung von Ausnahmen in Frage feit zu fördern, wird es nicht wohl angängig sein, für den Be- Ehrlichen erklärten. Später vertrat Schob nebst Berg und tommt, in ausgiebigerer Weise gehört au feben, trieb der Badeanstalten allgemein eine weitere Beschränkung fest- Rittinghausen auf dem Eisenacher Kongreß die Kölner Genoffen. als es in den meisten Bezirken bisher geschehen ist. Der Minister zusehen als die, daß sie während der Zeit des Hauptgottesdienstes Seines Bleibens war aber in Köln, da er nirgends Arbeit fand, hat den Regierungspräsidenten diese Meinung in einem weiteren geschlossen sein und daß die Vorschriften des§ 105 e Abs. 3 nicht mehr, er war gezwungen zum Wanderftab zu greifen und Rundschreiben fundgegeben, deffen Text anscheinend den meisten Für Badeanstalten, die nur im hatte schwer mit materiellen Sorgen zu kämpfen. Zu allen bürgerlichen Blättern Berlins, selbstverständlich aber nicht dem beobachtet werden müssen. einzigen Arbeiterblatte der Reichshauptstadt, dem Zentralorgan Sommer betrieben werden, würde jedoch mit Rücksicht auf den Schicksalsschlägen tam noch der Tod seiner ersten Frau. Aber der deutschen Arbeiterpartei, zugänglich gemacht worden ist, was gewöhnlich besonders regen Sonntagsbesuch, der die Anwesenheit troy alledem blieb er ungebeugt, immer war er in den vordersten wir zwar nicht für geschmackvoll halten, aber von preußisch fällen erfordert, gestattet werden können, daß den Angestellten wir ihn in den 70er Jahren in Mülheim a. Rh., wo ihn die dortigen wir zwar nicht für geschmackvoll halten, aber von preußisch eines möglichst zahlreichen Personals zur Verhütung von Unglücks- Reihen der Kämpfer für die sozialistischen Ideen zu finden. So finden deutschen Behörden natürlich nicht anders erwarten können. Wir find bei der Erwähnung der Angelegenheit daher leider auf die anstatt an jedem zweiten oder dritten Sonntage die im§ 105 c Genoffen als Reichstagskandidaten aufstellten. Im Laufe der Abs. 3 vorgesehene Ruhezeit, wenn fie länger als bis 3 Uhr Zeit fehrte Schob nach Köln zurück, wo er mit einer Genossin bürgerliche Preſſe angewiesen. Von dieser reproduzirt die„ Bolls- Nachmittags beschäftigt werden, ein ganzer, andernfalls ein eine zweite Ghe einging. Schob tränkelte jedoch jetzt fast be zeitung" folgendes aus dem Rundschreiben: halber Wochentag freigegeben wird. ständig, wobei seine Frau sich als eine freue und liebevolle 1. Tas in§ 105 b ausgesprochene Gebot der Sonntagsruhe Buchdruckereien. Sonntagsarbeit wird für Beitungs- Pflegerin erwies. Auch die materielle Sorge pochte des österen gilt nicht für diejenigen Gewerbebetriebe, auf welche die Gewerbe- brudereien und für sogenannte Afzidenzbruckereien gewünscht. wieder an seine Thüre. Erlaubte es ihm aber seine Gesundheit, ordnung, sei es im Ganzen, sei es in den hier in Betracht Bezüglich der Zeitungsdruckereien wird mehrfach hervorgehoben, so war er am Blaze und feuerte manchesmal die jüngeren Getommenden Bestimmungen, feine Anwendung findet. Durch das daß gerade am Sonntag ein größeres Lesebedürfniß des Pu- nossen durch sein Beispiel an. Im Wahlkampfe 1890 stellte er Verbot werden also namentlich nicht betroffen die landwirth- blikums hervortrete, sodaß die Sonn- und Festtagsnummern sich noch, trohdem er sich nur langsam und mühsam fortbewegen schaftlichen Betriebe, die Ausübung der schönen Künste und der umfangreicher hergestellt werden müßten, und eine Arbeit auch fonnte, als Redner zur Verfügung, kurz, man kann von ihm Geschäftsbetrieb der Aerzte und Apotheker. Ferner sind kraft während der Nacht von Sonnabend auf Sonntag erforderten. fagen, daß er in allen Lebenslagen und Nöthen sich selbst und besonderer Vorschrift von dem Gebote der Sonntagsruhe aus Für die Vorbereitung der Sonn- und Festtags- Morgennummer der sozialistischen Jdee treu geblieben und jederzeit mannhaft für genommen Gast- und Schankwirthschafts- Gewerbe, usif- erscheint nach den vorliegenden Berichten eine höchstens fünf- fie eingetreten ist. Ehre seinem Andenken! ausführungen, theatralische Vorstellungen und andere Luftbar- stündige Sonntagsarbeit an allen Sonn- und Festtagen mit Ausfeiten, sowie die Verkehrsgewerbe. nahme der zweiten Feiertage der großen Fefte ausreichend. Da und Gewerbe. Im Auftrage gez.: Haase. Tokales. und Gewerbe. In Vertretung gez.: Lohmann. Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten. Im Auftrage gez.: Rügler. 2. Dagegen erstreckt sich das Gebot der Sonntagsruhe auf gegen fann ein besonderes Bedürfniß des Publikums nach einer alle übrigen gewerblichen Thätigkeiten, so weit im Betriebe von Montags- Morgenausgabe nicht anerkannt werden, wie Fabriken, Werkstätten 2c. vorkommen. Der Begriff der Wert denn auch ein großer Theil der Tageszeitungen eine solche fatte muß nach der Absicht der Gewerbeordnungsnovelle vom Ausgabe schon jetzt nicht herstellt. Es wird sich empfehlen, 1. Juni 1891 im weitesten Einne verstanden werden. Er ist nicht die Sonntagsarbeit zur Herstellung der Sonntagsausgabe von Das Ausstellen von Verkaufsgegenständen in Schaus auf die Gewerbe beschränkt, in denen gewerbliche Arbeiter die der Bedingung abhängig zu machen, daß die spätestens von fenstern während der Sonntagsruhe ist in manchen Städten geHerstellung von Erzeugnissen zum Verkauf vornehmen; er umfaßt Sonntag Bormittag 5 Uhr an zu gewährende Ruhe ununter- stattet und in anderen wieder verboten. In diesen wird ein vielmehr zweifellos auch die Geschäftsräume der Barbiere brochen mindestens 24 Stunden betragen muß. Für Aceidenz- Verhängen der Schaufenster auch außerhalb der Kirchzeit verund Friseure und, wie bis auf Weiteres anzunehmen ist, auch bruckereien wird zwar mehrfach die Zulassung der Beschäftigung langt. Auf eine Eingabe der Konfektions- Zeitung Der Geschäftsdie Badeanstalten, mögen sie Bäder zu Heil- oder zu Erwährend der ganzen Dauer der Sonn- und Festtage zur Her freund" ist folgender ministerieller Bescheid erfolgt: frischungszwecken verabfolgen. Das Gebot der Sonntagsruhe stellung von Familienanzeigen und anderen eiligen Anzeigen und Ministerium für Handel Berlin, den 19. Mai 1898. erfirect sich ferner nicht nur auf die Thätigkeit in den Werk- Bekanntmachungen gefordert. Für Berlin wird Sonntagsarbeit ftätten, sondern trifft auch diejenigen Arbeiten, welche im Benamentlich für die die öffentlichen Anschläge verfertigenden Buch- Auf die Eingabe vom 1. Mai d. J. erwidern wir der Retriebe" des Gewerbes außerhalb der Werkstätten verrichtet druckereien gewünscht. Indessen dürfte hier dem wirklichen Be- daktion, daß das Gesez vom 1. Juni 1891 Bestimmungen über werden. So dürfen z. B. Barbiergehilfen während der nicht frei- dürfnisse insoweit z. B. die Drudlegung von Bekanntmachungen das Ausstellen von Berkaufsgegenständen in Schaufenstern oder gegebenen Zeit auch außerhalb der Geschäftsräume zur Be- betreffend Hochwasser, Eisgang u. dergl., sowie von Todesanzeigen, Ladenthüren an Sonn- und Festtagen nicht enthält. Borschriften dienung der Kunden nicht verwendet werden. plöglichen Abänderungen von Theatervorstellungen und anderen hierüber, sowie über die äußere Heilighaltung der Sonn- und 3. Von der Erörterung sind auszuschließen: a) die auf Rustbarkeiten sowie von Versammlungen handelt, durch die Vor- Festtage überhaupt sind der landesrechtlichen Regelung vorden Bertrieb der Waaren gerichteten, als Ausfluß des schrift im 105c Absatz 1 Biffer 1 genügend Rechnung getragen sein. behalten geblieben. In Preußen gelten in den verschiedenen Sandelsgewerbes anzusehenden Arbeiten, für welche die Be Dagegen wird andererseits durch die Verweisung der Buch- Landestheilen über die äußere Heilighaltung der Sonn- und fiimmungen über die Sonntagsruhe bereits in Straft stehen, b) die- brudereien auf diese Vorschrift verhindert, daß der Begriff der Festtage 8. 3. noch verschiedene Polizeiverordnungen und auf jenigen gewerblichen Thätigkeiten, auf welche nach§ 105c die eiligen Drucksachen allzuweit ausgedehnt wird. diese verweist der Schlußsah in der Vorschrift zu V 2 unserer, Vorschriften über die Sonntagsruhe feine Anwendung finden, insPhotographische Anstalten. Es erscheint nicht die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe betreffenden Ausführungsbesondere die Arbeiten, welche in Rothfällen oder im zweifelhaft, daß auch im Photographengewerbe ohne Schädigung Anweisung vom 10. Juni v. J. Eine Revision dieser Voröffentlichen Intereffe unverzüglich vorgenommen werdes legteren durch entsprechende Gewöhnung des Publifums die schriften, die voraussichtlich zu einer größeren Gleichmäßigkeit den müssen, sowie Arbeiten, welche zur Verhütung des Verderbens Sonntagsarbeit erheblich eingeschränkt werden kann. Voraus- führen wird, steht bevor." von Rohstoffen oder des Mißlingens von Arbeitserzeugnissen er sichtlich wird daher die Freilassung von 5 Stunden für AnDer Minister des Der Minister für Handel Innern. forderlich sind und an Werktagen nicht vorgenommen werden fertigung von Portrait- Aufnahmen allen berechtigten Forderungen tönnen. Hierher gehören u. a. die Straßensprengung und Rechnung tragen, namentlich wenn die Vertheilung der Stunden Reinigung, sowie das Anzünden der Straßen nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse den höheren VerwaltungsLaternen, im Hufschmiedegewerbe das Beschlagen der behörden überlassen und nur die Forderung gestellt wird, daß Pferde und das Scharfmachen und Einfeßen der Stollen die Beschäftigung nicht während der Stunden des Hauptgottes in die Hufeisen bei Glatteis und wenn Gisen verloren ge- dienstes und nicht nach 5 Uhr Nachmittags stattfinden darf. gangen find, die Ausübung der Abdeckerei während der wärmeren Auch hier werden im Uebrigen die Vorschriften im§ 105c AbJahreszeit zur Verhütung von Fäulnißprozessen, die Ausübung der fah 3 zu beobachten sein. Fifa, räucherei aus dem gleichen Grunde 2c., c) die Gewerbebetriebe, Abgesehen von den vorerwähnten Gewerben wird mehrfachheit welche ausschließlich oder vorwiegend mit durch Wind oder un noch für die Moltereien( Meiereien) und für die Gi3- beit regelmäßige Wasserkraft bewegten Triebwerken arbeiten, fa britation, sowie vereinzelt auch für die Bereitung da für sie besondere Erhebungen vorbehalten bleiben, d) die Ge- tünstlichen Mineralwassers die Zulassung der Sonnwerbebetriebe, für die Ausnahmen auf grund des§ 105 d durch tagsarbeit nach§ 105e gewünscht. Soweit bis jetzt zu übersehen den Bundesrath in Aussicht genommen worden sind, auch wenn ist, fann indessen ein Bedürfniß nach Ausnahmen in diesen Geund soweit sie unter die Bestimmung des§ 105 e fallen, ins- werben nicht anerkannt werden. Was die Molkereien anlangt, besondere auch die Gasanstalten. Da auch für die elek- so müssen die in ihnen vorkommenden Arbeiten, für welche Austrischen Beleuchtungs- Anlagen, mehrfachen Vor- nahmen beantragt werden, insbesondere der Transport der schlägen entsprechend, vermuthlich eine Regelung durch den Bundes- Milch, das Entrahmen der Milch, die Herstellung der rath erfolgen wird, so sind auch sie einstweilen von der Erörte Butter und der Rücktransport der Magermilch zur Viehfütterung, rung auszuschließen; e) die Bäckerei, da für sie der Umfang als Thätigkeiten angesehen werden, die nach§ 105e Absatz 1 der zuzulassenden Sonntagsarbeit auf Antrag der Kommission für ohne weiteres zulässig sind. Das Gleiche trifft für die EisArbeiterstatistit zum Gegenstande besonderer Ermittelungen gemacht bereitung zu. Der Fortbetrieb der Eismaschinen in Schlacht häusern und Brauereien ist insoweit zulässig, als zur Verhütung des Verderbens von Rohstoffen oder des Miklingens von Arbeitserzeugnissen erforderlich ist. Von der eigentlichen Eisfabrikation Als eine Infamie der gemeinsten Art erklärt es Herr wird vereinzelt behauptet, daß ohne Sonntagsarbeit die Wieder M. Rose, ihn als einen in Polizeidiensten stehenden Menschen zu aufnahme des regelmäßigen Betriebes sich um wenigstens 12 bis bezeichnen. Er sei als einfacher Büreauarbeiter in dem Amts16 Stunden verzögern würde. In den Betrieben, für welche bureau des Bezirks Alt- Glinecke beschäftigt und habe diese diese Behauptung zutreffen sollte, erscheint die Fortsetzung des Stellung, nachdem er seine politische Gesinnung geändert, ohne Betriebes am Sonntage als eine Arbeit, von der die Wieder- irgend welche Verpflichtung zu übernehmen, lediglich in dem aufnahme des vollen werkthätigen Betriebes abhängig und die Sinne angetreten, wie der erste beste Arbeiter bei einem tonsomit nach§ 105c Absatz 1 Biffer 3 ohne weiteres gestattet ist. fervativen Arbeitgeber in Arbeit tritt.- Wir überlassen dem Die Nothwendigkeit der Sonntagsarbeit für Mineralwaffer- Leser die Kritik dieses Vergleichs. Bezeichnend ist es, daß Herr Fabrifen wird nur ganz vereinzelt behauptet. Hiernach muß Rofe die Mittheilung, daß er in Polizeidiensten stehe, eine angenommen werden, daß die letzteren sich im allgemeinen und Infamie der gemeinsten Art" nennt, als ob es nicht auch unter abgesehen von den nach§ 105f zu behandelnden Ausnahmen ohne ben Polizeibeamten höchst anständige Leute gebe. Es muß doch Sonntagsarbeit werden behelfen können. wohl auch nach dem eigenen Gefühl des Herrn Rose zwischen diesen und einem sozialdemokratischen Agitator, der nach Aenderung seiner Gesinnung in Polizeidienste, wenn auch nur als Büreauschreiber, tritt, ein Unterschied existiren. werden wird. Ueber die einzelnen Gewerbe wird ausgeführt( wir benutzen hier die Angaben der National- Zeitung"): 3 Kunst- und Handels- Gärtnerei. Eine Ausnahme nach§ 105e wird nur zuzulassen sein für die mit der Blumenbinderei beschäftigten Personen. Dabei wird es ausreichen, ihnen die Beschäftigung während der für den Verkauf mit Blumen freigegebenen Stunden zu gestatten. Bei der Beschäftigung von Arbeitern an Sonn- und Festtagen werden die Bestimmungen im§ 105c Abs. zu beobachten sein, wonach die Gewerbetreibenden verpflichtet find, wenn die Arbeiten länger als drei Stunden dauern oder die Arbeiter am Besuch des Gottesdienstes hindern, jeden Arbeiter entweder an jedem dritten Sonntage volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntage mindestens in der Zeit von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends von der Arbeit frei zu lassen. Wasserversorgungsanstalten. Die Zulassung der ( namentlich im Sommer nöthigen) Ausnahme wird hier von der Bedingung abhängig zu machen sein, daß die Ruhezeit der Arbeiter an jedem zweiten Sonntage mindestens 24 Stunden, für zwei aufeinanderfolgende Sonn- und Festtage ununterbrochen mindestens 30 Stunden betragen muß und daß die Dauer der Wechselschichten 18 Stunden nicht übersteigen darf.. Wir behalten uns die Besprechung dieses Rundschreibens des Handelsministers vor. Parteinachrichten. Bei der Gemeinderathswahl in Steinbeck( SchleswigHolstein) wurden in der dritten Klaffe die sozialdemokratischen Standidaten mit 19 und 20 Stimmen gewählt. Die Gegner er hielten 12 und 14 Stimmen. Der antisemitische ,, Reichsbote" tlagt über die Roh= seiner Gesinnungsgenossen. Er schreibt: Als eine Rohheit muß man es bezeichnen, wenn ein antisemitisches Blatt( die Oftwacht" in Breslau) von Emin Pascha sich zu schreiben erlaubt:„ Der Kolonialund Elfenbeinjude Schnißer, genannt Emin Pascha, der im Berliner Tagebl." schon mal gestorben ist, ist von diesem Blatte nochmals zum Leben erweckt worden." An der Wahrheit, daß diefer„ Kolonial- und Elfeinbeinjude" nach Wesen und Verdiensten mehr wiegt, als alle Ahlwardts, Bidenbachs, Schwennhagens und Böckels zusammen genommen, wird durch solche Geschmacklosigkeiten eines politischen Fanatismus nichts geändert." bote" nicht bestreiten. Warum soll nun gerade dieser Jude Emin Pascha ist doch ein Jude, das kann doch der Reichsnicht verbrannt werden? Kulturgeschichtliches. Uns geht nachstehendes Schreiben von glaubwürdiger Seite zu: Am 24. Mai war ich Zeuge einer ,, Iuftigen Soldatengeschichte", Konditoreien. Für die eigentliche Konditorei würden deren Schauplaß der südliche Theil der Bellealliancestraße war. voraussichtlich in Anlehnung an die für das Handelsgewerbe zuUm 73/4 Uhr etwa zog ein Garde- Artillerie- Regiment durch die gefa eae Beschäftigungsdauer fünf Stunden, welche ohne UnterYork- und Bellealliancestraße dem Tempelhofer Felde der Ehre brechung durch die für den Hauptgottesdienst festgesetzte Beit zu. Eine Dame, Lehrerin, wie ich erfuhr, die offenbar in großer zwisd en 6 Uhr Morgens und i Uhr Nachmittags zu legen wären, Eile war, versuchte den herrlichen Gesammteindruck des impoSozialdemokratische Presse. In Königsberg i. Pr. fanten Zuges zu stören, indem sie wieder einmal aus jener freizrgeben sein. Fleischerei. Es wird sich empfehlen, zwischen den Ar- erschien am 28. Mai Nummer 1 einer Arbeiter Wahl- Unkenntniß des Gesetzes, die nicht schützt", handelnd, die Reihen beiten, die in unmittelbarem Zusammenhange mit der Verkaufs- verein Beitung für Rönigsberg und die Proving" zum durchbrechen wollte. Dies staatsgefährliche Beginnen wäre ihr thätigkeit stehen, und von den vorwiegend im Handelsgewerbe Abonnementspreis von monatlich 15 Pf. Für Auswärtige wird fast gelungen. Zum Glück aber hatte einer der tapferen Kanobeschäftigten Personen vorgenommen zu werden pflegen, wie dem das Blatt unter Kreuzband versandt. Verantwortlicher Redakteur niere in des Königs Rock genug patriotisches Ghrgefühl, um Burechthacken und zurechtschneiden des Fleisches, und den eigent- und Verleger ist der Parteigenosse Karl Lorenz in Königsberg. diesen Angriff gegen die militärische Ehre gebührend zurückzulichen gewerblichen Arbeiten, wie der Anfertigung frischer Wurst, Die Rheinische Beitung" in Köln und die Nieder- weisen. Er gebrauchte die männliche Tugend des Muthes und der der Verarbeitung einzelner Theile des am Sonnabend geschlachteten rheinische Voltstribüne" in Düsseldorf haben sich Kraft in so durchaus rühmenswerther Weife, daß er sie dem„ Erb. Fleisches und dergleichen zu unterscheiden. Erstere tönnen zur Wahl eine Extrabeilage zugelegt, die den Titel führt:" Der feinde" gegenüber nicht schneidiger hätte zur Geltung bringen können. als Theil der handelsgewerblichen Thätigkeit angesehen wer- te i chstagswähler." Redakteur ist W. Gewehr, Drucker Wie recht und billig ward die Gegnerin überwältigt, ihr wurden den, lettere, d. b. alle selbständigen Vorbereitungsarbeiten für Grimpe in Elberfeld. die Kleider buchstäblich vom Leibe gerissen; der Inhalt einer Srtnppe, die sie unter dem Arme trug, wurde jenseits des Zuges auf die Straße geschleudert, und die zahlreichen Zuschauer fanden, nachdem der Zaustkampf vorüber, Gelegenheit, ihre vom Standpunkt einer höheren Kultur aus gewiß bedauernswerlhe Theilnahme für die Dame zu zeigen: sie sammelten— Alt und Jung— die auseinandergcschleuderten Sachen und brachten sie der Besitzerin zurück. Diese war vor Schreck und Empörunc halb ohnmächtig. Sie wurde von einem Herrn in die Konditore von Peschke gebracht, wo man ihr die freundlichste Hilfe zutheil werden ließ und wo sich ihre furchtbare Erregung in einem heftigen Weinkrampf zum Ausdruck brachte. Der Schutz- mann, der pflichtschuldigst nach der Affäre am Platz war. stellte den Vorgang fest, nachdem er seineu reichstreuen Gesinnungen in Ausdrücken zum Durchbruch verholfen hatte, die ich mir nur gemerkt habe, weil sie für den erziehlichen Einfluß der drei Dienstjahre ein glänzendes Zeug niß ablegen.„Ihnen hätte noch ganz was anderes gehört!" sagd er. Natürlich war der Schutz mann der öffentlichen Ord nung so gut im Recht, wie der brave Kanonier, der für seine ausgezeichnete Ruhmesthat, ein Weib bezwungen zu haben, gewiß alles Lob verdient. Zu bedauern bleibt desto mehr die thörichte Einfichtslosigkeit des unverständigen Publikums, das seine Partei� nähme deutlich durch die der Lehrerin geleistete Hilfe ausdrückte.— Man ersieht daraus— und die Fälle, die solche Erkenntniß fördern, häufen sich— man ersieht, wie dringend nöthig es ist, die Dekadenz durch Aus besserung des Militärbudgets in unserem lieben Vaterlande aus zuhalten. Wenn erst alles in Uniformen steckt, wird niemand mehr auf den Einfall kommen, gegen die genialen und zivilisatorischen Institutionen des Militärs mit Wort oder That Einwand zu erheben. Mittenwalde im Belagerungszustand in Friedend zelten. Am Sonntag, den 26. Mai. Nachmittags 3 Uhr, sollte in Mittenwalde eine Volksversammlung mit der Tagesordnung: „Die bevorstehenden Reichstagswahlen" stattfinden. Alle Vor bereitungen waren von feilen des Genoffen Bauchwitz aus Berlin, zur Zeit in Miltenwalde, getroffen. Am 22. Mai schloß derselbe einen Kontrakt mit dem Saalbesitzer Bendix ab und zahlte 3 M. Miethe, und wurde der Referent Genoffe Z u b e i l davon de uachrichtigt. Doch die Sozialdemokraten Miltenwalde's denken und der wohlbeleibte Bürgermeister Mittenwalde's lenkt. Als die Genoffen Zubeil und Tomalski per Wagen in Mitten- walde eintrafen, fiel sofort das kriegerische Aussehen des kleinen Landstädtchens auf. Neun Gendarmen, welche der Bürgermeister am Sonnabend Abend telephonisch zu seinem und der Spießbürger Schutz erberen hatte, sowie fämmt liche Polizisten und Nachtwächter in Gala-Uniform und bis an die Zähne bewaffnet, hatten vor dem Versammlungslokal, an der Spitze der joviale Bürgermeister, Posto gefaßt. Ideferent und hunderte von Genossen, welche aus der ganzen Umgegend von weit und breit erschienen waren, mußten unverrichteler Weise wieder umkehren, da der Wirth durch Einschüchterun g, trotz Kon- trakt und Unterschrift, unterstützt von der bewaffneten Macht, sich weigerte, den Saal zu öffnen. Diese Nachricht verbreitete sich mit Blitzesschnelle in dem sonst ruhigen spieß- bürgerlichen Städtchen und hunderte von Genossen zogen nach einem größeren Gartenlokal am Ende der Stadt, begleitet von der gefammten bewaffneten Macht, um unter deren Schutz und Obhut noch wenige Stunden froh und heiter unter einander zu verleben. Auch einige heitere Episoden bereiteten uns die Herren Gendarmen und Polizisten. Mit strenger Amtsmiene untersagten sie die Tischgespräche, wurden aber vom Genossen Zubeil energisch in ihre Schranken gewiesen. Die Entrüstung über dieses Schildbürgermeisterstückchen war unter allen Ein- wohnern groß und athmcte der Herr Bürgerinelster erst wieder auf, als Genossen Zubeil und Tomalski dem Städtchen per Omnibus den Rücken kehrten. Was der Herr Bürgermeister in blindem Eiser verhindern wollte, ist erst rcchl erfolgreich gewesen. Die Begeisterung der dortigen Arbeiterbcvölkerung für die Ideen der Sozialdemokratie ist eine große und wird dem Herrn Bürger- meister am IS. Juni wohl eine deutliche Antwort gegeben werden Gegen den Wirth Bendix wird Klage aus Schadenersatz er hoben. Au» Niederbarnim. In Lanke geben beide wesentlich von Berliner Arbeitern den Sommer hindurch besuchten Lokale ihre Säle zu Arbeiterversammlungen nicht her. Die Nieder- barnimer Genossen ersuchen die Gesangvereine u. s. w., welche im Sommer Ausflüge machen, bei dem Wirth, Teich er t, in Lanke ihren Durst zu löschen, der keinen Saal, aber vorzügliches Bier besitzt und, falls er einen Saal hätte, denselben gern hergeben würde.— Da an vielen Orten Lokale nicht zu haben sind, ist an mehreren Orten der �Versuch gemacht, Versamm- lungen unter freiem Himmel bezüglich unter ausgespannten Segeln abzuhalten, in W a i d m a n n s l u st, in Marien- werder, in Lieben walde: in den beiden erstgenannten Orten haben die Polizeibehörden die Abhaltung der Versamm lungen verboten, Beschwerde ist eingelegt.— Da mehrere B l u m b e r g e r bei der Verbreitung von Flugblättern mit Drohungen und Schimpfworten einzelne Flugblattvertheiler be- lästigten, auch mit Flinten zu schießen gedroht haben, ist Beschwerde beim Landrath eingelegt und er darauf aufmerk- sam gemacht, daß einige Blumberger infolge verschiedener Um- stände glauben zu Geivaltthätigkeiteu berechtigt zu sein, wiewohl der dortige AmtSvorsteher sie davon in Kennlniß gesetzt hat, daß auch sie den Gesetzen unterstehen. Sollten die brutalen Aus- schreitungen durch die Behörden nicht gehindert werden können, so besteht die Absicht, mit so viel Genossen zu erscheinen, daß die Feststellung der Ueberfallelustigen diesmal ermöglicht wird: bekanntlich ist das Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs des- halb vorläufig eingestellt, weil die Schuldigen nicht hattten mit Sicherheit rekognoszirt werden können. Um für die HeereSverstärkuug Propaganda zumachen und dem Volke Sand in die Augen zu streuen, scheinen alle Mittel recht zu sein. Nicht allein, daß die Konservativen die Mittler'sche Broschüre mit dem Titel:„Aufklärung über die Militärvorlage" durch Polizeidiener, Magistrats- und Gemeinde- beamten verbreiten lassen, gebrauchen sie jetzt den demagogischen Kniff, diese Broschüre durch Leute vertheilcn zu lassen, die rothe Blumen im Knopsloche tragen. So wurden am 2. Pfingst- seiertag in Rauen bei Fürstenwalde von einem rothbeblümten konservativen Bauernsänger eine ganze Anzahl der Ernst Mittler- fchen Broschüren an die Landarbeiter verbreitet. Unsere Genossen mögen bei Gelegenheit derartigen rothbeblümten Individuen auf den Zahn fühlen. Die absolute Unzulänglichkeit deS Berliner Kranken- Transportwesens trat wieder einmal in der Nacht zum Montag recht deutlich hervor. Ein ca. SSjähriger Mann hatte, nachdem er den Abend im Rathskeller zugebracht und dort für etwa 2 Mark Speisen und Getränke verzehrt, sich schließlich gegen »M2 Uhr ohne Bezahlung entfernt. Als er vor der Thür vom Kellner eingeholt und zur Rede gestellt wurde, zog er eine Pistole hervor und jagte sich eine Kugel in die Stirne. Ein herbe:- geholter Schutzmann benachrichtigte sofort das nur ca. 8 Minuten entfernte Krankenwagen-Justitut. Und nun blieb der Schwer- verwundete dreiviertel Stunde» laug an dem Orte der That auf dem Straßendamm liegen ohne kunstgerechten Verband und bis fast zuletzt ohne ärztlichen Beistand! Der Transport mittels Droschke wurde polizeilicherseits nicht gestattet, obwohl Paffanten sich erbeten, für alle Kosten aufzukommen. Endlich um>/ül Uhr erschien der Krankenwagen.— Das Vorkommniß zeigt wieder einmal klar, zu welchen unzulänglichen Zuständen das private sKrauken-TranSportwesen führt. Gerade bei derartmen Verletzungen ist bekanntlich sofortige gründliche ärztliche Hilfe, wie sie nur das Krankenhaus bieten kann, unerläßlich; es wäre gerade in diesem Falle vielleicht eine Rettung möglich gewesen, wenn der Verwundete, der biS zuletzt noch Lebenszeichen von sich gab, auf der Stelle nach d«r Heil- änstalt geschafft worden wäre. Man vergleiche damit nur das prompte Eingreifen der Feuerwehr bei Bränden, und man wird einsehen, wie berechtigt die sozialdemokratische Forderung der Uebernahme des Kranken-Transporles in städtische Regie ist. Möchte dieser letzte Vorfall an maßgebender Stelle die Anregung zu einer Aenderung der für Berlin ganz unwürdigen Verhältnisse geben. Kuriosität vom Gewerbegericht. Bei den Wahlen der Beisitzer zum Gewerbeaericht war am 20. Februar d. I. im 17. Wahlbezirk auch der Kiftenmacher Ernst T s ch e r n i g Fürstenstraße 17 wohnhaft, in der Liste der Arbeitnehmer gewählt worden. Als solcher ist er auch mit den übrigen im Gemeinde-Blatt Nr. 10 vom S. März d. I. proklamirt, woran er auch bald feine Bestallung und das nothwendige Material erhielt. Von den gewählten Arbeitgebern haben nun im zwischen vier aus stichhaltigen Gründen ihr Amt niedergelegt und treten laut Ortsstatut die mit nächst größter Stimmenzahl an ihre Stelle. Jetzt verkündet das Gemeinde-Blatt Nr. 22 vom 26. Mai d. I. wiederum unfern Genoffen Kistenmacher Ernst Tschernig als Beisitzer zum Gewerbegericht seitens der Arbeit g e b e r für den 17. Bezirk. Die Bestallung(ausgefertigt am 20. Mai) als solcher ist ihm ebenfalls bereits zugestellt. Es liegt hier also ein behördlicher Schnitzer vor. AlS ei» Anzeichen der allgemeine» verminderten Bau thätigkeit in Berlin kann die Thatsache gelten, daß die Zu- nähme an Grundstücken und Versicherungswerlhen bei der städtischen Feuersozietät sich in rückläufiger Bewegung befindet. Während 1889/00 noch S3S neue Grundstücke bei der Sozietät versichert wurden, ging diese Zahl 1890/91 auf 442, im Jahre 1391/92 au 388 herab. Am 1. Oktober 1892 waren im ganzen 22 171 Grund stücke mit einem Versicherungswerthe von 3 218 428 800 M. versichert. Die Stadtgemeinde Berlin ist daran mit 322 Grund- stücken und einem Versicherungswerth von 113 059300 M. be theiligt. Neber einen aufklärnnaSbediirftigen Fall wird das Nachstehende gemeldet: Die 22 Jahre alte Frau des Aichmeisters Meyer suchte Sonntag Nachmittag emen Arzt in der Weißen- burgerstraße auf, um wegen eines Frauenleidens Hilfe zu suchen. Der Arzt wandte eine Chlorzinklösung an und hatte das Unglück, daß dle Patientin unter setnen Händen starb. Die Staatsanwaltschaft hat nun die Leiche beschlagnahmt und die in Gebrauch gewesenen Instrumente, wie auch die chemische Lösung vorläufig au sich genommen. Ob dem Arzt ein Verschulden zur Last gelegt werden kann, läßt sich vorläufig nicht beurtheilen Eine Dynamit- Explosion in der Kaserne des Regiments Garde du Corps zu Potsdam wird vom Sonnabend Nach- mittag gemeldet. Alle Schauer des Anarchisteuschreckens knüpften sich bereits an diese Nachricht. Jetzt stellen sich die Thatsachen wie folgt heraus: Von dem Futtermeister der 5. Eskadron. Sergeant Witt, sollten am Sonnabend Vormittag nach Been digung des Reitens einige alte Helme, die beim Fechten ver« wendet wurden, von dem über den Stall belegenen Futterboden (nicht, wie gemeldet, von der Montirungskammer) herabgeholl werden. Witt begab sich deshalb in Gemeinschaft mit dem Quartiermeister R o g g e und einigen Soldaten nach dem Boden. Dort fiel ihm plötzlich beim Suchen nach den Helmen ein dicker Strick auf, den er, weil er ihn zum Binden von Heu verwertheu �u können glaubte, aus allerlei Gerumpel hervorziehen wollte. va dies aber nicht so leicht ging, so nahm Witt ein Messer, um den Strick durchzuschneiden. In diesem Augenblick erfolgte eine heftige Explosion, durch die dem Wilt ein Finger der linken Hand fortgerissen wurde, während der dabei stehende Quartiermeister Rogge eine Verletzung am Auge erhielt, die iu dessen nicht sehr erheblich ist. Ein Gefreiter, der in der Nähe war, klagte nach der Explosion über Taubheit, die sich aber wieder gehoben hat. Die Untersuchung soll nun ergeben haben, daß der vermeintliche Strick eine Zündschnur gewesen ist, die mit einer Dynamitpatrone in Verbindung stand. Diese Zündschnur war kabelarlig von dünnen Drähten durchzogen und die beim Durchschneiden derselben erzeugte Reibungl brachte das Dynamit zur Explosion. Es handelt sich um eine Patrone, wie solche zum Sprengen von Eisenbahnschienen verwendet wird. in welcher Fertigkeit alljährlich einzelne Abtheilungen der Kavallerie ausgebildet werden. Nach dem Ergebniß der Unter- suchung ist anzunehmen, daß die Patrone in sahrlässiger Weise. also nicht in schlimmer Absicht, wie zuerst vermuthet wurde, auf den Futterboden gelegt worden ist und dort schon längere Zeit gelagert haben muß. Von den Verletzten befindet sich nur der Sergeant Witt im Lazareth, Rogge wurde in der Kaserne ver bunden. Zwei Amerikaner sind hier ver hastet worden, die an- scheinend geriebene internationale Ladendiebe, vielleicht auch Einbrecher sind, denn bei einem wurden feingearbeitele Ein brecherwerkzeuge vorgefunden. Der eine will der Kürschner Glower aus San Francisco, der andere der Kommissionär Harden aus Washington sein. Beide haben in einem der ersten hiesigen Gasthöfe gewohnt, der Letztere unter dem Namen Harriuglon. Sie haben verschiedene Juwelierläden in der Friedrichsiraße aus efucht, soweit bisher festgestellt, u. a. auch den Laden von frankenberg, Friedrichstr. 82, wo vor einigen Tagen ein Paar jrillantohrringe im Werth« von 500 Mark gestohlen wuroen. Der Verkäufer hat einen von ihnen bestimml als den Thäter wiedererkannt. In den übrigen Fällen scheint die Ge- legenheit zur Ausführung von Diebstählen nicht günstig gewesen zu sein. Die Festgenommenen haben hier jede Aussage verweigert und sich gestellt. als ob sie kein Wort deutsch sprächen, aber auch aus Fragen in englischer Sprache nicht geantwortet, wie es die Gewohnheit amerikauijcher Gauner ist. Aufgefallen ist der Kriminalpolizei, daß sie am 21. d. M. Abends hier angekommen sind, ohne anzugeben, woher und daß an demselben Morgen vor 6 Uhr zwischen Verviers und Köln dem chilenischen Kriegsminister sein Portefeuille ge- kohlen wurde. Der Bestohlene hat allerdings nicht anzugeben vermocht, daß ihm unterwegs die beiden Personen ausgefallen eien. Glower hat ein glaltrasirtes Gesicht, ist blond und trägt auf dem ganzen Oberkörper merkwürdige Tätowirungen, so aus dem Rücken„Christus und die beiden Schächer am Kreuz", aus der Brust eine Frauenfigur, die in der erhobenen Rechten ein Schwert, in der Linken das Sternenbanner hält. Haiden hat einen dunkelbraunen Schnurrbart, abstehende Ohrmuscheln mil angeivachsenen Zipfeln, ein krankes linkes Auge, und daneben eine tiesliegende Narbe. Gekentert ist am Sonntag Nachmittag um drei Uhr auf dem Langen See das Scgelbool Else, in dem der Porzellan- Händler Jakobi und der Malermeister Frisch aus Berlin eine Wasserpartie unternahmen. Obgleich beide durchaus seegelkuudig md, so waren sie doch aus eine plötzlich eingesetzte Boe nicht vor- bereitet und konnten nicht verhindern, daß das Fahrzeug um- chlug. Während sie mit den Wellen um ihr Leben rangen, er- .chien ihnen ein Retter in einem zusällig vorbeifahrenden Dampfer. der beide an Bord nahm. Wegen versuchten MordeS ist am Sonnabend Nach. mittag die 45 Jahre alte Arbeiterfrau Pauline Gcrth in ihrer Wohnung, Hageisbergerstr. 37/38, durch die Polizei festgenommen worden. Ihr Ehemann war dem Trünke seit langer Zeit er- geben. Als er am Sonnabend Nachmittag gegen sechs Uhr iviederum betrunken nach Hause kam und zu Belle ging, goß sie ihm Schwefelsäure in die noch zumTheil gefüllte SchnapZflasche. Gerth erwachte etwa eine halbe Stunde später und griff nach der SchnapZflasche. Trotzdem er sich den Mund und innere Theile vollständig verbrannt hatte, schleppte er sich noch biS zu dem Polizeirevier in der Lichterfelderstraße, wo er Anzeige wurde. Die Frau giebt an, daß sie nur die Absicht gehabt habe, ihrem Manne daS Trinken abzugewöhnen, da er durch feine Neigung zum Schnaps die Familie an dm Bettelstab bringe. Von den vier Kindern ist ein 18jähriger Sohn in der Lehre, dcr zweite von Nachbarsleuten angenommen, und die beiden jüngsten Kinder sind im Waisenhause untergebracht worden. Der Vater ist in sehr schwerem Zustande dem Krankenhause am Urban zugeführt worden. Wegen vorsänlicher Brandstiftung ist der Kaufmann Schmidt, Calwmstraße 29, verhaftet worden. Sonntag Abend zwischm 9 und 10 Uhr wurde in seiner verschlossenen Wohnung Feuer bemerkt. Als die Feuerwehr eingedrungen war, fand sie als Herd des Feuers eium kleinen Holzkasten, der mit Holz und Papier gefüllt war und in dem ein brmnmdes Stearinlicht steckte. Zweifellos lag Brandstiftung vor. Der Verdacht lmlte fich um so eher auf Schmidt, als er nachweislich die Wohnung kurz vor- her unter Mitnahme seiner Feuerversicherungspolic« verlassen hatte. Ans der Straffe plötzlich zusammengebrochen ist am Sonnabend Nachmittag bald nach 6 Uhr eine bisher unbekannt gebliebene Frau in den vierziger Jahren. Dem Slnscheine nach hat sie sich auf einem Gange befunden, um Einkäufe zu machen; sie fiel vor dem Hause Jnvalidenstr. 85 plötzlich um und blieb hilflos auf dem Bürgersteige liegen. Von herbeigeeilten Personen auf den Flur des genannten Hauses(jetragen, starb sie nach wenigen Minuten. Als Anhalt zur Ermittelung der Persönlichkeit kann dienen, daß die Frau eine Handtasche mit sich führte, in ihrer Wäsche das Zeichen E. I. 2" hatte und mit einem grau und gelben Strohhut mit Kamillenblumen, einem schwarzen Kleide, einem Regenmantel mit Perlenbesatz und schwarzen Zengschuhen bekleidet war. Die Leiche ist aus Veranlassung des 7. Polizei- reviers nach dem Echauhause übergeführt und dort ausgestellt worden. Zu der Blutthat am Garnisonkirchhofe wird berichtet, daß der Diener Hermann Hampel noch am Leben ist. Wenn er auch meistens noch in Bewußtlosigkeit verharrt, so treten doch ab und zu kurze lichte Augenblicke ein, und die Ehefrau, die in auf- regender Ungewißheit oft, das Krankenhaus besucht, hat am Sonnabend die etwas tröstlichere Nachricht mitgenommen, daß in dem Befinden ihres Mannes eher eine geringe Wendung zum Besseren, als zum Schlechteren wahrnehmbar sei. Als ein günstiges Zeichen wird besonders der Umstand angesehen, daß der Puls des Kranken dauernd normal ist. Obgleich die Hoff- nung auf Genesung hiernach nicht gänzlich ausgeschlossen ist, so besteht doch immer noch große Lebensgefahr.— Die Leiche der jungen Schwägerin Hampels ist bereits beerdigt worden. Marktpreise in Berlin am 27. Mai, nach Ermitte- lungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von 1(3,60— 16,20 M., mittlerer von 16,10—15,30 M.. geringer von 15,70—15,40 M. Roggen per 100 Kg. guter von 14,80— 14,60 M., mittlerer von 14,50—14,30 M., geringerer von 14,20—14,00 M. Gerste per 100 Kg. gute von 17,50—16,40 M., mittlere von 16,30—15,20 M., geringe von 15,10—14,00 M. Hafer per 100 Kg. guter von 16,90—16,50 M.. mittlerer von 16,40—16,00 M, geringer von 15,90—15,50 M. Stroh. Nicht- per 100 Kg. von 6,50— 5,30 M. Heu per 100 Kilogr. von 9,30— 6,00 M. Erbsen, gelbe zum Kochen per 100 Kg. von 40,00—24,00 M. Speisebohnen, weiße per 100 Kg. von 50,00—20,00 M. Linsen per 100 Kg. von 80,00 biS 30,00 M. Kartoffeln per 100 Kg. von 6,00— 4,00 M. Rind- leisch von der Keule per 1 Kg. von 1,60—1,20 M. Bauchfleisch per 1 Kg. von 1,30—0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von 1,60—1,10 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60—0,80 M. Hammel- leisch per 1 Kq. von 1,50—0,90 M. Butter per 1 Kg. von 2,30 bis 1,80 M. Eier per 60 Stück von 4,00—2,20 M. Fische per 1 Kg.: Karpfen von 2,40—1,20 M. Aale von 3,00—1,00 M. Zander von 2,40—1,00 M. Hechte von 2,00—1,00 M. Barsche von 1,60—0,60 M. Schleie von 2,30—1,00 M. Bleie von 1,40 bis 0.70 M. Krebse per 60 Stück von t2,00— 1,75 M. Polizeibericht. Am 27. d. M. Vormittags wurde eine Frau in ihrer Wohnung in der Zoffenerstraße erhängt vor- gefunden.— Vor dem Hause Friedrichstr. 99 fiel eine etwa 6 Zentner schwere Kiste beim Abladen vom Wagen und traf den dabei beschäftigten Kutscher. Er erlitt eine schwere Quetschung am Bein und mußte nach der Universitätsklinik ge- bracht werden.— Nachmittags mischte eine Frau in ihrer Wohnung in derHagelsbergerstraße ihrem dem Trünke ergebenen Ehemann Schwesetsäure in den Branntwein, so daß er. als er gegen Abend davon trank, schwere Verletzungen erlitt, die seine Neber- ührung in das Krankenhaus am Urban erforderlich machten. Die Frau wurde verhaftet.— In der Nacht zum 28. d. Alls. entstand vor dem Hause Adolfstr. 15 eine Schlägerei, bei der der Arbeiter Ludwig von dem Arbeiter Schultze durch einen Messer- stich in den Unterleib schwer verletzt wurde. Ludwig wurde nach der Charitee gebracht und Schultze verhaftet.— Am 28. d. Mls. Vormittags versuchte auf der Wache des 69. Polizei-Reviers ein zu seiner Vernehmung dorthin bestellter Arbeiter sich durch mit- gebrachte Salzsäure zu vergiften. Er wurde schwer verletzt nach der Charitee gebracht.— In der Nacht zum 29. d. M. brachte ich vor dem Hause Jüdenstr. 59 ein etwa 40 Jahre alter Mann einen Revolverschuß in die Schläfe bei und verletzte sich so chwer, daß seine Ueberführung nach der Charitee erforderlich wurde.— Im Laufe des Tages fanden fünf Brände statt. Thenkev. Die Direktrice. Berliner Sittenbild in vier Aufzügen von Erich Steffen. Der Verfasser hat mit dem Stück, welches am Sonnabend im Nationaltheater aufgeführt wurde, ei"»n Griff in's volle Menschenleben hinein geihan. Aber da, wo er es packle, was es ergreisend, erzählte es uns von jenem verzweifelten, ausstchls- losen Kamvf, den der Besitzlose unter den heutigen Verhältnissen gegdn die Uedermacht des Kapitals kämpft. Erich Steffen, wie der Verfasser genannt sein will, hat ein scharfes Auge für die Schäden der heutigen Gesellschaft, er steht, wie alle?, was dem Menschen sonst heilig und theuer ist, unter der rücksichtslosen Faust des genußsüchtigen Kapitalisten zu Grunde geht, er hat ein warmes Herz für die Enteiblen und Rcchllosen— aber einen Ausweg aus der verzweifelten Lage, in welcher sich das Prolelariat befindet, weiß er nicht anzugeben. Als der Vor- hang zum letzten Male fiel, da sieht man eine Proletarierfamilie dumpfer Verzweiflung� untergehen. Der Besitzer einer Waschesadrik hat in seinem Geschäft eine Direktrice angestellt, die schließlich seinen Versührungslüiisten zum Opfer fällt. Sie ist mit einem ehrlichen und tüchtigen Arbeiter, ver außerhalb Berlins wohnt, verlobt und sie löst dieses Verhälwiß, weil sie es nicht über sich gewinnen kann, dem einen Mann preisgegeben zu sein und dem anderen Liebe und Treue zu heucheln. Von ihrem„Brotgeber" wird sie in den Strudel )er großstädtischen Vergnügungen gerissen, sie wird von ihm reich beschenkt und in den Stand gesetzt, für ihren alten, arbeits- unfähigen Vater und ihre Geschwister zu sorgen. Sie weiß, daß ie unter unwürdigen Verhältniffen lebt, aber der Gedanke an ihren Vater und ihre Geschwister hält sie aufrecht und läßt sie die Schmach ertragen. Der Fabrikant wird ihrer eine? Tages überdrüssig, sie„langweilt ihn mit ihrer ewigen Sentimentalität". und als er auf der Straße die Bekanntschaft eines jungen Kindes macht, sucht er sich seiner alten Liebe zu entledigen. Es gelingt ihm, das„neue Verhältniß" in feine Wohnung zu locken, bei Portwein und Apfelkuchen erfährt er, daß er es mit der jüngeren Schwester seiner Direktrice zu thun hat. Natürlich findet er das sehr pikant"— im enlscheidenden Augenblick wird er jedoch von seiner Direktrice überrascht, die ihre Schwester aus den gegen seine Ehefrau erstattete, die denn auch sofort verhaftet Klaueii des Wüstlings rettet. Auch der Vater und der früher« Bräutigam lommm hinzu, und ei kommt ,u sehr unliebsamen Auseinandersetzungen. DaS Facit. welches der Verfasser seine Heldin ziehen läßt, ist: daß es nicht möglich ist, unter den heutigen Verhältnissen„anständig- zu leben, aber ebenso unmöglich ist es,„unanständig- zu leben— folglich bleibt dem Armen und Besitzlosen nichts übrig, als freiwillig in den Tod zu gehen und durch Mord alle diejenigen, welche man liebt, der Unterdrückung und den Verführungen deS Kapitals zu entziehen. So fällt der Vorhang schließlich über eine Proletarierfamilie, die in Mord und Selbstmord untergeht. Abgesehen davon, daß der Verfasser sein Stück mit außer ordentlicher Lebenswahrheit ausgestattet hat, daß in dem Stück eine große Fülle sehr fein beobachteter Typen aus dem wirklichen Volksleben enthalten ist— offenbart sich gerade durch den gewaltsamen Schluß, wie sehr das Gefühl der Rathlosigkeit bürgerlich empfindende Gemüthcr beherrscht. Wenn alle Prole- tarier, denen durch das Uebergewicht des Kapitalismus die Möglichkeit genommen ist, Ehre und Leben zu retten, freiwillig in den Tod gehen sollten, so ist das ein soziales Rezept, welches eigentlich nur der berühmte Doktor Eisenbart ver- schreiben kann. Gespielt wurde mit sehr großer Verve und großem Geschick — namentlich spricht man im National- Theater den Berliner Dialekt in seiner ganzen unverfälschten Reinheit. Von den Künstlerinnen verdienen die Damen Samft, Zachow und Brehm, von den Künstlern besonders Herr Direktor Samst genannt zu werden. Die Regie war ansprechend und naturwahr. Gewerbegericht. Sitzung vom LS. Mai. Kammer Vlll Der Hausdiener Teuber klagte gegen den Buchbindermeister Hamann auf Zahlung einer Entschädigung, weil ihm beim Arbeit suchen Schwierigkeiten dadurch erwuchsen, daß ihm von H. sein Krankenkassenbuch bei seiner Entlassung nicht sofort ausgehandigt wurde. Ihm wurden S M. zugebilligt.— Der Arbeiter Jung. mann war in der Kartonfabrik von Wunderlich thätig. Eines Mittags um 12 Uhr machte er Feierabend, um zur Kontroch Versammlung zu gehen. Er wohnte in Adlershof und mußte sich deshalb in Köpenick stellen, infolge besten er am selben Tage nicht erst wieder auf sein« Arbeitsstelle nach Berlin kam. Als I nach beinahe 14 Tagen bei W. die Arbeit aufgab, wurde ihm der halb« Tag vom Lohn abgezogen. Er klagte auf Heraus- zahlung der betreffenden Summe. Der Gerichtshof erkannte dem- gemäß mit der Begründung, daß der Abzug unzulässig sei, weil I. für festen Wochenlohn gearbeitet habe.— Der Blumen- m a ch e r M e i ß n e r hat mit der Mutter seines Lehrmädchens einen Vertrag geschlossen, welcher eine sechsmonalliche Lehrzeit festlegte; die letzten drei Monate sollte das junge Mädchen mit je L— 10 Mark vergütet bekommen. Das junge Mädchen bekam jedoch nichts für den vierten und die Hälfte deS fünften Monats und klagte deshalb. Der Beklagte berief sich auf ein« Aeußerung der Mutter, daß ihr« Tochter etwas länger ohne Entschädigung arbeiten könne, weil sie in der Woche zwei Unterrichtsstunden nehme. Es sei, meinte er, dann abgemacht wordon, daß Fräulein T. einen Monat länger wie ursprünglich festgesetzt, nicht bezahlt werde. Klägerin bestritt solche Abmachung, verzichtete aber freiwillig auf die Bezahlun für einen halben Monat und beanspruchte nunmehr acht Mar! Das Gericht verurtheilte Beklagten zur Auszahlung der acht Mark, wobei berücksichtigt wurde, daß dieser geringe Monatslohn gewiß von der Klägerin verdient worden sei und die erste Abmachung betreffs der 3 Monate zu Recht bestehe. Kammer III. Der Malermeister Rühl wurde verurtheilt, an den Maler Steinhauser 26 M. Entschädigung zu zahlen. R. halte dem St., als dieser sein Arbeitsverhältniß bei ihm aufgab, die Jnvalidcnkarte nicht gegeben— sie war noch nicht in Ord- mmg— und dieselbe erst nach acht Tagen zu St.'s neuem Arbeitgeber gesandt. St. wurde von demselben, wie dieser erklärte, hauptsächlich entlasten, weil die Karte fehlte.— Der Bauwächter Braun klagt« wider die Firma Hartwig auf Zahlung eines rückständigen Lohnbetrages von lö.SS M. und des Geldes, welches ihm als Krankenkassen-Beitrag abgezogen wurde, ohne daß er in der Kasse angemeldet war. S Wochen hatte er im Dienst« der genannten Firma gestanden. Seinem Antrage gemäß wurde entschieden und oie genannte Firma ver- urtheilt, 17, KS M. zu zahlen. Lartwich und seine als Zeugin vorgeladene Frau waren nicht erschienen. Ihres unentschuldigten Ausbleibens wegen wurde letztere in eine Ordnungsstrafe von 30 M. event. 3 Tage Hast genommen.— Der Malermeister L i e ß i g a n g hatte sein Geschäft in Nauen aufgegeben und war nach Berlin übersiedelt. Seinen Lehrling ließ er in Nauen bei seinem Schwager, ohne letzterem feinen jetzigen Aufenthaltsort zu nennen. Als er nach einigen Monaten sich hier wieder selbständig machte, einigte er sich mit Herrn Hirschberg, dem Vater des Jungen, daß dieser als Lehrling wieder zu ihm komme, mit der Abmachung, ihn sin die Fachschule zu schicken. Bon einem län- geren Urlaub, den der Lehrling bei seinem Vater zubrachte, kam er nicht zurück. Dieser hatte ihn in eine andere Lehre gegeben. Ließigang klagt« nun gegen Hirschberg; dessen Sohn sollte in das Lehrverhältniß zurückkehren. Der Beklagte stützte sich darauf, daß die Bedingung betreffs des Schulbesuchs nicht inne gehalten sei, von der er ausdrücklich die Fortsetzung der Lehre abhängig gemacht habe. Der Gerichtshof wies den Kläger kostenpsiichtig ab. Er nahm an, daß das alte Lehrverhältniß durch die Auf- gäbe des Geschäfts und durch die Jmstichlassung des Lehrlings aufgehoben wurde. Der zweite Lehrvertrag aber sei eistens nicht vorschriftsmäßig schriftlich abgeschlossen worden und dann ganz von der Erfüllung der Bedingung, dm Jungm in die Schule zu schicken, abhängig gewesen. Gewerbegericht. Sitzung vom 26. Mai. Kammer VI. DerKonfituren-FabrtkantPötter wurde verurtheilt, dem Zuckerbäcker Tiesielski 60 M. als Entschädigung zu zahlen, weil er ihn unrechtmäßig mtlaflen hat. C. sollte nach vierzehn- tägiger Beschäftigung eine Hausordnung unterschreiben, nach welcher keine Kündigungsfrist im Geschäft besteht. Gr weigerte sich dessen, woraus ihn Herr Pötter sofort entlassen wollte. Auf. merksam gemacht auf die gesetzliche Kündigungssrist, kündigte er ihm. Vor Ablauf der 14 Tage liefen beim Fabrikanten Beschwerdm über Eiesielski ein. dahin, daß er zwei Mitarbeiterinnen gegen- über oft unsittliche Redensarten, das Geschlechtslebm angehend, gebrauche, was Pötter Anlaß gab, 6. sofort zu mtlassen. Während der Feststellung der gefallmen Redensartm wurde die Ocffenllichkeit ausgeschlossen. Der Gerichtsvorsitzende begründete das Urlheil damit, daß es sich in diesem Falle um streng zu verurlheilende. aber mehr leichtfertige und thorichte RedmSarten handele, aus die sich der Z 123 Abs. 7 nicht anwenden laste. Der gmannte Paragraph spricht von dm berechtigtm Gründen sofortiger Entlastung und setzt als solch« unter 7 die Verleitung oder den Versuch zur Verleitung von Mttarbettern zu Handlungen fest, welche wider das Gesetz oder die gut« Sitte ver« stoßm. Solche Handlungm lägen nicht vor. Gegen den Besitzer des Hotels Minerva. P f a f f, klagte der Kochvolontair Bötel auf Schadmersatz wegen widerrechtlicher Entlastung und Bruch deS Lehrvertrags. Pjaff hatte mit dem Kläger zwei andere junge Menschen sofort entlasten, alS er nicht herausbekam, wer von den dreien in den einem Gaste servirten Kaffee Spargelabfälle gethan hat. DaS Gericht verurtheilte Pfaff zur Zahlung von 216 M.. mit der Begründung, daß nicht erwiesen sei, wer der Uebelthäter gewesen, und daß der bloße Ver- dacht nicht zur Entlassung berechtige. Der ehe- malige Chef-Koch von Psaff sagte auS, daß Bötel bei demselben nichts lernen könne. Er sei als gebormer Kuchm- und Zucker- dScker dort angestellt, der für sein« Thättgkeit alS solcher, die ihm vertragsgemäß nicht bezahlt werde, daS Kochen erlernen solle. Seine Thätigkeit als Bäcker falle aber mit der der Köche zusammen. Ihm sei er seinerzeit mit dem Bemerken übergeben worden:„Nutzen Sie den jungen Mann aus-. Gewerbegericht. Sitzung der Kammer IV vom 27. Mai. Der Lehrling Günther klagte gegen seinen Lehr- meister Kuhrheberum Bezahlung von 11,25 M., die ihm von seinem Kostgelde abgezogen worden sind, das für den Monat 30 M. betrug. Die Abzüge haben wegen Zuspätkommens (50 Pfennig) und Fortbleiben aus ler Arbeit stattgefunden. Darunter befand sich auch ein« halbtäoig« A.rbeitsversäumniß, die erfolgte, weil der Junge krank war und den Arzt in Anspruch zu nehmen sich veranlaßt sah. Meister Kuhrheber wurde verurtheilt, die 11,25 M. zu zahlen. Der Kaufmann Mamlock wurde verurtheilt, dem Drechsler Tienermann eine für 14 Tage berechnete Lohn entschädigung von 60 M. zu zahlen. Folgende Umstände lagen der Klage zu Grunde. Tiener, nann war bei der Firma Neu meyer als Gehilfe thätig gewesen und hatte wie seine Mitarbeiter mit dem Chef vereinbart, daß keine Kündigungsfrist zwischen ihnen gelten solle. Am 1. Mai wurde den Arbeitern der Fabrik der Beklagte als neuer Chef vorgestellt und Tienermann wurde an diesem Tag« Werkführer. Der, wie Mamlock behauptete, noch nicht ganz perfekte Kauf des Neumeyer'schen Geschäfts ging nach ein paar Tagen wieder zurück, weil der Käufer krank wurde. Neumeycr gab aber nun- mehr die Werkstätte ganz auf, wodurch alle Arbeiter und auch Tienermann brotlos wurden. Derselbe, er ist noch arbeitslos, suchte auf dem Wege der Klage eine kleine Schadloshaltung dafür. Die 60 M. erhielt er mit der Begründung zuerkannt, daß die alte Arbeitsordnung, welche beiderseitige Kündigung ausschloß, für ihn mit dem I.Mai infolge seiner veränderten Stellung nicht mehr Geltung hatte. Der Maschinenfabrikant Dellschow hatte einen 19jährigen Lehrling mit einem Riemen geschlagen, und zwar auf Veranlassung zweier Werksührer, denen sich der junge Mann widersetzt haben soll, indem er ihm ertheilten Weisungen nicht nachkam. Derselbe blieb deshalb aus der Lehre fort. Dellschow klagte daraus um Rückkehr in das Lehrverhältniß. Der Vater des Beklagten verpflichtete sich freiwillig, seinen Sohn wieder zu Herrn Dellschow zu schicken, wenn dieser ihn nicht mehr, wie g« schehen, behandeln wolle. Der Gerichtsvorsitzende verabschiedete sowohl den Beklagten wie den Kläger mit einer Ermahnung, ihr gegenseitiges Verhalten betreffend. Jener erhebliche Eisenbahn-Ilufall, welcher sich in der Nacht zum 19. August v. I. bei der S t a t i o n A! e x a n d e r- platz ereignete, bildete die Grundlage einer gestern vor der vierten Strafkammer des Landgerichts I verhandelten Anklage wegen Gefährdung eines Eisenbahntransports. Angeklagt waren der Stationsassistent Karl Krüger, der Stationßnfsistent Franz S i e l a f f, der Weichensteller August G r ö g e r und der Weichen steller Gottlob T h o r ke. In der genamilen Nacht früh um 1 Uhr 25 Minuten ist der Abends zuvor aus Spandau ab- gelassene, mit zwei Lokomotiven beförderte letzte Vorortzug, welcher fahrplanmäßig um 1 Uhr 26 Minuten auf Bahnhof Alexanderplatz eintreffen soll, kurz hinter dem Bahnhofe Börse auf einen Train von 30 Güterwagen aufgefahren, welche dort zum Zwecke des Rangirens standen. Der Anprall war ein ganz gewaltiger. Von zwei Güterwagen wurden die Obergestelle vollständig zertrümmert, zwei andere Güterwagen und eine Loko- molive mehr oder weniger beschädigt. Die beiden Lokomotiv führer haben bei dem Zusammenstoße eine Erschütterung des Kreuzes bezw. des Kopses davon getragen, von den Fahrgästen des Vorortszuges erlitt ein Kellner eine Knieverstauchung und eine Muskel- zerrung des Kreuzes, ein anderer Fahrgast kam mit einer leichte» Verletzung davon. Nach den behördlichen Ermittelungen ist der Unfall dadurch veranlaßt worden, daß nach Ausfahrt eines ZugeS aus Bahnbof Alexanderplatz in der Richtung nach Jaiinowitzbrücke von der Station Alexanderplatz auS der Station Börse für den Vorortzug„freie Fahrt" gegeben war, obwohl das Einfahrtsgeleise über den Bahnhofs- Abschlußtelegraphen hinaus zum Rangiren der Marklhallm- Züge benutzt alle, in welchem e stattfand, das das so wurde. Wenn in diesem Ausnahme Rangiren auf dem Einfahrt- Gelei genannte Zählschloß in Anwendung gebracht worden wäre, so würde nach Ansicht der Eisenbahnbchörde ein Unfall ausgeschlossen ge- wesen sein, weil dann die Strecke Börse-Alexanderplatz nicht frei- gegeben und gleichzeitig dieser Vorgang rcgistrirt worden wäre. Den Angeklagten S i e l a f f und G r ö g e r wurde die instruktionswidrige Nichtanwendung dieses Zählschlosses zum Bor- wurs gemacht, weil ohne dessen Anwendung den Beamten aus der Station Börse das Zeichen gegeben wurde, daß alles in Ordnung sei. Den Angeklagten Krüger und T horke andererseits wurde vor- geworfen, daß sie es unterließen, sich durch den Augenschein zu unter- richten, obwohl sie ebenfalls wußten, daß auf dem qu. Geleise rangirt wurde. Nach den Ergebnissen der Beweisausnahme führte der Staatsanwalt den Unfall hauptsächlich auf die Fahrlässigkeit der Angeklagten Siel äff und Gröger zurück und beantragte gegen diese 3 und 6Monate Gefängntß, gegen Krüger und Thorke je 1 Monat Gefängniß. Die Vertheidiger Rechtsanwalt Lattermann und Dr. Greiling bestritten die Schuld der Angeklagten, namentlich gelang Herrn Dr. Grelling vollständig der Nachweis, daß sein Klient, der Angeklagte Krüger, für den Unfall absolut nicht verantwortlich gemacht werden könne. Der Gerichtshof sprach sowohl Krüger, als auch Thorke frei und verurtheilte nur Sielaff und Gröger zu je 1 Woche Gefängniß, wobei er berücksichtigte, daß es sich um zwei Beamte handelte, die sich bis dahin stets als pflichttreu bewiesen hatten und deren Fahrlässigkeit, die sie nach langem Tagesdienste bei dem allerletzten Zuge begangen, einigermaßen entschuldbar erscheint. Sozial» UebevNckik. Achtung Schneider und Schneiderinnen i Wir geben bekannt, daß während der Wahlbewegung, sofern nicht dringendes Bedürfniß vorliegt, keine Versammlungen stattfinden werden. Das Material über die Vorgänge in unserem Gewerbe wolle man an I. Timm, Schützenstr. 18/19, senden. Stellt während der Wahl- bewegung Eure ganze Kraft der Partei zur Verfügung! Eine Werkstatt- und Geschäftsdelegirten-Sitzung findet am Mittwoch, den 31. Mai, bei Freygang, Schützenstr. 13/19, statt. Es ist nothwendia, daß aus allen Werkstätten und Geschäften Kollegen und Kolleginnen vertreten sind. Wir fordern nochmals dazu auf. daß diejenigen, welche noch Sammellisten von unserem letzten Streik haben, diese innerhalb 14 Tagen an W. Schulze, Zimmer- straße 66. 2. Hof 3 Tr., abliefern. Die Namen derjenigen, welche ihre Listen bis dahin nicht abgeliefert haben, werden im„Vor- wärts" bekannt gegeben. DieAgitationSkommisfio» der Schneider und Schneiderinnen Berlins. An die Brauer«nd deren BernfSgeuossen in Berlin und Umgegend. Am Donnerstag, den 1. Juni. Abends 8Vz Uhr, findet in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. eine Sffentliche Versammlung statt, in welcher der Genosse Augustin über die bevorstehende Reichstagswahl sprechen wird. Ferner steht auf der Tagesordnung der Bericht des Delegirten der Berliner Gewerkschasls-Kommission, sowie die Erörterung des Arbeitsnachweises, der Krankenkasse und Verschiedenes. Indem wir namentlich in Rücksicht darauf, daß sonst keine Gewerkschafts- Versammlungen in dieser Zeit stattfinden, die Kollegen zum zahl- reichen Besuch auffordern, erivarten wir gleichzeitig, daß sie sich an der Agitation vor der Wahl wie am Wahltage selber mit Eiser betheiligen. Nur durch Zusammenschluß aller Kräfte ist ein glänzender Sieg der Sozialdemokratie möglich. Thue dahe jeder Kollege seine Pflicht. Die Agitationskommission der Brauer. I. A.: Steiner, Urbanstr. 119. An die Berliner Metallarbeiter. Uebertrittserklärungen, sowie Beitrittserklärungen zum Deutschen Metallarbeiter-Verband können täglich Abends von 7 bis 3 Uhr beim Bevollmächtigten Wilhelm Glück, Neander- straße 3, v. 3Tr. abgegeben werden. Der kostenlose Nebertritt kann nur noch bis zum 31. Mai erfolgen. Wir richten nunmehr an die Berliner Metallarbeiter, besonders an die nichtorganisirten die Aufforderung, sich dem Deutschen Metallarbeiter-Verband an- zuschließen. Dt e OrtSverwaltung. VcvlÄmmlmrseu. Eine öffeutliche Versammlung für den erste« Berliner Reichstags- Wahlkreis tagte am Sonntag in Kaufmann's Bariötä. Der Referent, Kaufmann Borchart, entwarf u. a. ein zutreffendes Bild von dem konsequent arbeiterfeindlichen Verhalten der freisinnigen Partei und wieS unter dem brausen- den Beifall der Anwesenden nach, daß nur die Sozialdemokratie den heutigen unheilvollen Zuständen ein Ende bereiten werde. In der Diskussion, welche sich dem Vortrage anschloß, erklärte ein Herr H u p f a t h sich mit dem Gehörten zwar einverstanden, doch läge außer den Sozialdemokraten auch noch anderen Männern das Wohl und Wehe der Menschheit am Herzen; ein solcher Mann sei z. B. der Herr v. Egidy. Der Genosse Reibedanz erwiderte hierauf, daß ein Mann, wie Herr von Egidy, der in bürgerlich- aristokratischen Vorurtheilen auf- gewachsen sei, kein' Verständmß für den Pulsschlag des arbeitenden Volkes habe und. wie sein„Programm" beweise, auch nicht den Muth besitze, gleich den Sozialdemokraten, die Uebel der heutigen Gesellschaft mit der Wurzel, d. h. mit dieser Gesellschaft selbst zu beseitigen. Herr v. Egidy entgegnete hierauf, daß auch nach seiner festen Ueber- zeugung andere Verhältnisse eintreten müßten; das deutsche Volk möge daher 397 thatkräftige, entschiedene Männer in den Reich?- tag senden. Der sozialdemokratischen Partei müsse er jedoch den Vorwurf machen, daß bei ihr das Volk da aufhöre, wo die Partei aufhöre. Roth, Kummer und Elend herrschten aber auch in anderen Schichten als denen, auf welche die Sozialdemokratie sich stütze! Auch außerhalb dieser Partei gebe es ehrliche Männer und er glaube kaum, daß ein solcher an dem schwer errungeuen allgemeinen Wahlrecht rütteln werde. Er sei daher dagegen, daß nur Sozialdemokraten in den Reichstag kämen; einer Besserung der Verhältniste könnten sich auch andere Leute angelegen sein lassen. Der Genosse Traube verwies dem Vorredner einige Ausdrücke und legte dann dar, daß ein Sozialdemokrat nicht mit ihm marschiren könne, da er auf dem Boden des Privatbesitzes und der Monarchie stehe. Der Redneu warf Herrn von Egidy weiter seine unbestimmte Stellung zur Militärvorlage vor. Genosse Blum erklärte, daß er keine Nr- fache habe, daran zu zweifeln, daß die schönen Worte, die Herr von Egidy gesprochen, ihm auch vom Herzen kämen, jedoch bei allem was er gesagt habe, vermisse er die Klarheit, die vor-allem in der Politik verlangt werden müsse. Es sei daher besser, Herr von Egidy bleibe in de» Konventikeln, wo er bis jetzt in seiner Weise gewirkt habe und überlasse die Vertretung der Volks- interesten den Männern, denen das Volk von Wahlschlacht zu Wahlschlacht in immer stärkerem Maße sein Vertrauen geschenkt habe, den Sozialdemokraten. Nach diesen unter brausendem Beifall gesprochenen Worten wurde die Debatte geschlossen. Bekanntgegeben wurde noch, daß Herr von Egidy am Dienstag abermals seine Anschauungen in öffentlicher Wählerversaminlung darlegen werde. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie gingen die Versammelten darauf auseinander. I« 8. Berliner ReichötagS-Wahlkreis«(Bürgersäle) sprach am Sonntag Kaufmann I. Türk in einer überaus gut besuchten öf f en tli ch e n Wählerversammlung übiw die bevor- stehenden Reichstagswahlen. Nach eingehender Schilderung des zunehmenden Volkselendes ging Redner mit dem Militarismus und dem Verhalten der bürgerlichen Parteien in dieser, wie in allen anderen politischen und wirthschaftlichen Fragen, scharf ins Gericht. Er schloß seine trefflichen Ausführungen mit dem Hinweis, daß unter den heutigen Zuständen jeder Besitzlose am 15. Juni nur einem sozialdemokratischen Kandidaten seine Stimme geben könne. Seinem sehr beifällig aufgenommenen Vortrage folgte eine rege Diskussion, an der sich Krause, Haupt, Frau Lange, Wagner und Schweizer bethciligten. Trotz wiederholter Aufforderung meldeten sich die anwesenden An- Hänger der freisinnigen und antisemitischen Partei nicht zum Wort. Unterm Ausnahmegesetz bedauerten speziell die Freisinnigen, mit uns nicht diskutiren zu können, da alle derartigen Bersamm- lungen der Auflösung verfielen; jetzt, wo sie die schönste Gelegen- heit dazu haben, fehlt ihnen der Muth. Folgende von Wagner unterbreitete Resolution fand einstimmige Annahme: „Die Versammlung ist mit den Ausführungen deS Refe- renten voll und ganz einverstanden und giebt ihrem Unwillen über das Verhalten der Regierung und der reaktionären Abge- ordneten hinsichtlich der Militärvorlage hiermit öffentlich Aus- druck. Die Versammlung ist davon überzeugt, daß durch deren Annahme der allgemeine Nothstand, welcher in Deutschland bereits in erschreckender Form Platz gegriffen hat, bis zur Un- erträglichkeit gesteigert wurde. Da wir im tiefsten Frieden leben und alles Kriegsgeschrei dieser Tage nur Zeitunasmache ist, um für die Militärvorlage Stimmung zu machen, so erklärt sich die Versammlung demgegenüber mit dem Verhalten der seitherigen sozialdemokratischen Reichstags- Fraktion vollständig in Ueber- einstimmung und verpflichtet sich, bei den bevorstehenden Wahlen am 15. Juni nur dem Kandidaten der sozialdemokratischen Partei, dem Stadtverordneten Kaufmann Ewald V o g t h e r r ihre Stimme zu geben und mit allen Kräften dahin zu agitiren, daß auch im 3. Berliner Reichstags-WahlkreiS der Sieg der sozialdemokratischen Partei zufällt." D i m m i ck richtete alsdann einen Appell an die jüngeren Genossen, am Sonntag den 11. Juni, Morgens 7 Uhr, weiter am Mittwoch, Abends 7 Uhr, sowie am Tage der Wahl sich an den im„Vorwärts" noch näher zu bezeichnenden Stellen zur Flugblattverbreitung«. dem Wahlkomitee zur Verfügung zu stellen. Darauf wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie, in welches die Anwesenden mit Begeisterung einstimmten, geschloffen. I« der von 300 Personen besuchten Volksversammlung, welche am 23. Mai in Britz stattfand, sprach der Reichs- tags-Kandidat des Kreises Genosse Fritz Z u b e i l- Berlin. In zweistündiger, mit großem Beifall aufgenommene Rede gab der Referent Aufklärung über die Militärvorlage, welche die Regie- rung dem bereits mit großen direkten und indirekten Steuerlasten bedrückten deutschen Volt präsentirt. Der Redner wies des ferneren nach, daß all« Parteien, mit Ausnahme der Sozialdemokratie. ein Interesse daran haben, den Militarismus aufrecht zu erhalten. Die einzige Partei, welche prinzipiell jeden Mann und jeden Groschen dem Militärmoloch verweigere, sei die sozialdemokratische, und jeder, der gegen die Neubelastung des Volkes sei, jeder, der nicht wolle, daß die Arbeiter wieder zu Staatsbürgern zweiter Klasse degradirt werden, müsse für die Sozialdemokratie eintreten. Die Versammlung war von der Gewißheit erfüllt, daß der sozial- demokratische Kandidat gewählt wird, wenn jeder Parteigenosse seiner Pflicht nachkommt. Die anwesenden Gegner hatten leider nicht den Muth, der Aufforderung des Vorsitzenden zur Betheiligung an der Diskussion nachzukommen. Gegen«ine Stimme wurde folgende Resolution angenommen;„Die beute, am 23. Mai. io Rudolfs Lotal" in Brit tagende öffentliche Bollsversammlung für Frauen und Männer erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und verwirft in Ueber einstimmung mit den sozialdemokratischen Vertretern des verfloffenen Reichstags nicht nur die jetzige Militärvorlage, sondern auch das ganze heute bestehende Militärsystem. Angesichts der am 15. Juni stattfindenden Reichstagswahl verpflichtet sie sich nicht nur ihre Stimme dem sozialdemokratischen Kandidaten zu geben, sondern auch in Freundes- und Bekanntenkreisen dafür zu agitiren, daß diefelben mit den sozialistischen Stimmzetteln Proteft gegen den kulturfeindlichen, ausbeutenden Kapitalismus und seine Stüzen einlegen." In das Lokal- Wahlkomitee wurden gewählt die Genoffen Gottwald, Köhler, Pröfte, B. Eberhardt, Heinze, Kaplit,. ille, Groß, Schönfisch und Boffe. Mit einem begeisternden Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die impofante Versammlung geschlossen. Unter dem Gefange der Marseillaise verließen die Anwesenden den Saal. Vergnügungskins Mephine. Jeden Dienstag, Abends& Uhr, thatte, zu stürmischen Szenen. Nach Ablehnung des Bertagung Restaurant Beteranenftr. 10. umgegend. Große öffentliche Bersammlung am Mittwoch, den 31. Bat, den Saal. Achtung, Gasanftaltearbeiter und Berufsgenoffen Berlins and antrags verließen Graf Tzichy und die katholischen Abgeordneten abends 8 Uhr, im Märkischen Hof", Admiralftr. 18c. Tagesordnung: Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: Genoffe Schwarze. Schule, Mariendorferstraße 5( bei Grube): Deutsch( mittel.). Gibost Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8-10% Uhr. Sad: Schule, Reichenbergerstraße 133: Gesegestunde und Deutsch( unt). Oft Schule, Martusstraße 31: Deutsch( unt.). Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Rechnen, Rorrespondenz und Geschichte( alte). In allen Fächern, mit aus nahme Mathematit und Buchführung, tönnen noch Schüler und Schülerinnen auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. Vermischtes: Paris, 29. Mai. Der Rappel" schreibt über das in Belgien wenn er glaube, daß dem Volte dieses Wahlrecht genüge: politische eingeführte einfache Stimmrecht, der König sei falsch berathen, Gleichheit sei das Verlangen des Volkes; der König möge bes denken, wie es Louis Philipp bei der Schmälerung der Voltsrechte gegangen fei. Briefkaffen der Redaktion. Näheres. Nicht druckreif. Im übrigen für Ihre freund Verurtheilung des" reichen, viele Ehrenamter be. Das übliche Aufsehen" erregt in Wiesbaden die lichen Glückwünsche zur Reichstagswahl besten Dant. F. 8., Markusstraße. Wir müssen Sie auf den Inseratens tleidenden Fabritbesizers Mögel wegen Betheil verweisen. trugs. Nözel fährt als Mitbesitzer der chemischen Fabrik A. N., Badftr. Auf Redensarten und Rneipftreitigkeiten Griesheim bei Frankfurt von Wiesbaden täglich zur Leitung der lohnt es sich nicht einzugehen. Fabrit nach Griesheim. Seine Eisenbahn Abonnementsfarte Kreuzband mit Ausschnitt ans der Staatsbürger. wurde irrthümlich statt für einen Monat für ein Jahr aus Beitung". Ueber die Verhandlung gegen den Wäschefabrikanten gestellt und von Nögel, obwohl er nur den Monatsbetrag gezahlt, Sternberg, welche die Staatsbürger- Zeitung" am 27. Mai unter fast das ganze Jahr benutt, bis die Karte konfiszirt wurde. Der der Ueberschrift Unchriftliche Ausbeutung" mittheilt, hatten wir Staatsanwalt beantragte wegen Betrugs neun Monate Ge- bereits in diesem Blatte am 16. Mai, also 11 Tage früher, befängniß. Das Urtheil lautete auf 1500 Mart Geldstrafe. Der richtet. Wir machen eben keinen Unterschied zwischen„ chrifts Fabrikant fann mit dem Urtheil zufrieden sein; man hat seine licher und„ unchriftlicher Ausbeutung, wie das genannte Blatt, fchäbige Handlungsweise sehr mild bestraft. das die Berichte über die Gewerbegerichts- Berhandlungen unter= Raiser 700 Lerchen. Ist denn in Deutschland Frühling ge Der König von Italien schenkt dem deutschen worden?" fragt hierbei die Züricher Post". " Robertus H. Nicht verwendbar. F. M. 6. Nein: ein Militärinvalide darf ftimmen und agitiren wie er will, ohne daß er deshalb auch nur im geringsten in seiner Penfion gekürzt werden tann: Die Pension ist ein Recht, nicht eine nade. Gr. Da müssen Sie bei der Polizei oder dem Thierschuhverein Anzeige machen. Ohne Beweis fönnen wir nicht die Mittheilung eines Einzelnen bringen, wenn wir sie auch für glaubwürdig halten. Die Maurer Berlins und Umgegend hielten am 28. Mai bei Lips eine öffentliche Bersammlung ab, in welcher die Stellung zur Lohnbewegung erörtert wurde. Blaurod referirte dazu und erinnerte an den schon drei Wochen vor Pfingsten gefaßten Beschluß, daß zur Vorbereitung der Lohnbewegung Material gesammelt werden solle. Das sei geschehen und in einem in der letzten Woche verbreiteten Flugblatte sei eine Anzahl Unter nehmer, welche weniger als 55 Pfennig Lohn zahlen, genannt worden. Weiteres Material werde von der Diskussion erwartet. Betreffs der Staats- und Kommunalbauten haben die im Gewerbegericht ſizenden Maurer ein Eintreten des Einigungsamtes des Ueber eine Benzin- Explosion berichtet das Bureau Herold drückt und nur den Einzelfall, der ihm in den Kram paßt, heraus. Gewerbegerichts beantragt; eine Sigung desselben foll bereits aus Röln unterm 29. Mai: Soeben, 3 Uhr Nachmittag, greift. Ueber ähnliche und noch schlimmere Fälle der Auss anberaumt sein. Es werde sich daher jegt nur darum handeln, explodirte in einer in der Hohestraße belegenen Apotheke ein beutung haben wir, seitdem das Gewerbegericht in Kraft getreten, zunächst über das Vorgehen gegen die Unternehmer der Privat: Benzinballon, welcher furchtbare Verwüstungen amichtete. Der berichtet, ohne daß die Staatsbürger- Zeitung" fie auch nur bauten Beschluß zu fassen, während bezüglich der öffentlichen Besitzer und dessen Frau sind, angeblich schwer verlegt, dem erwähnte. Bauten die Antwort des Einigungsamtes und der Behörden Hospital überwiesen worden. Die Scherben der großen Spiegeleinstweilen noch abgewartet werden solle. In der Diskussion scheiben bedecken die Straße. Das Unglück ist durch die Unwurde mitgetheilt, daß die Veröffentlichung der Lohndrücker schon vorsichtigkeit eines Laufburschen verursacht worden, der sich mit einen Erfolg gezeitigt hat. Bei dem Privat- Bauunternehmer dem brennenden Licht dem Ballon genähert hatte. Fritsche auf dem Bau Elifabethfirchstr. 2, haben nämlich die Kollegen am letzten Mittwoch die Arbeit niedergelegt und den Lohn von 55 Pf. gefordert; nur die Kollegen Jeschte und Bechlien arbeiteten weiter. Der Unternehmer bewilligte alsbald die 55 Pf. Einen neuen ,, kugelficheren Stoff will ein Herr Ddern Gleichfalls bewilligt habe in Friedenau der Bauunternehmer heimer in Nieder- Ingelheim erfunden haben. Nach der Frankf. Reinicke von Weißenfee. Borpahl rieth, am Montag beim Früh Beitung" hat er Proben davon angeblich dem Kriegsministerium stück bereits überall, auf Privat- wie auf öffentlichen Bauten, die vorgelegt, mit denen in der Schießschule in Spandau Verfuche Forderung an die Unternehmer zu stellen. Jänsch erzählte, angestellt werden sollen. Gleichzeitig fei ihm auferlegt worden, daß in Wilmersdorf auf einem Bau gar nur 45 Pf. gezahlt über seine Erfindung niemandem Wittheilung zu machen. werden. Fiedler führte aus, daß bank dem Submissionswesen Aus Belgrad wird gemeldet: Infolge starter Regengüsse die Staats- und Kommunalbauten die miserabelsten seien. Er ist das Nischawa- Thal überschwemmt. Die Eisenbahnlinie zwischen rieth, dort, wo nicht bewilligt wird, die Arbeit niederzulegen und Nisch und Grujaz ist zerstört. Sieben Menschen sind ums Leben anderswo anzufangen; den Nachfolgern werde ja in der Regel die Lohnerhöhung bewilligt. Es laufe die Arbeitsniederlegung also schließlich blos auf einen Arbeitswechsel hinaus. Die Versammlung stimmte schließlich mit überwältigender Majorität folgendem von Jänsch eingebrachten Antrage zu:„ Da, wo der Lohn von 55 Pf. nicht bewilligt wird, ist die Arbeit, wenn eine Einigung mit dem Unternehmer nicht zu stande kommt, fallirt. einmüthig niederzulegen; ferner ist in nächster Woche eine große Aus Chicago wird gemeldet: Die wegen der Preisver- Ackerstr. 2,10. Bei einer amerikanischen Auttion des Gesangöffentliche Versammlung einzuberufen." Blaurock machte hierauf theilung auf der Ausstellung entstandenen Schwierigkeiten haben vereins Glühlicht 3,-. M. u. E. B. 0,75. Von Mechaniker aus bekannt, daß am Montag Abend bei Joel eine Versammlung eine unerwartete Wendung genommen. Die Kommiffare der. Steglitz 2,50. Runstanstalt Reinicke 2,50. Rothe Taubstumme stattfinden soll. Ein Antrag, daß, so lange die Baufperre bejenigen Länder, welche wegen der beabsichtigten Art der Prä- 1,85. Gesammelt von der Firma H. Lübke 6,-. Bon 4 Tapestelt, die Kollegen, welche 55 Pf. erhalten, wöchentlich eine Mark miirung die Ausstellungsobjekte ihrer Staaten von der Preis- zierern gesammelt bei Thierbach 2,-. Ostrowsky'sche Buchzun Fonds steuern sollen, wurde zu dieser Versammlung vertagt. bewerbung zurückzogen, haben beschlossen, daß ihre Länder unter Druckerei 3,20. Löffler 1,50. Von der Tischlerwerkstatt Hoese, Zur Entgegennahme der über das Ergebniß der Lohnforderung fich fonfurriren, eine eigene von der amerikanischen Abtheilung Lindenstr. 93, 2. Rate, 4, J. in S. 5,-. Barth 1,90. Ge in Laufe des Montags einlaufenden Mittheilungen wird Legler unabhängige Jury ernennen und eigene Diplome austheilen sammelt am Sonntag von Graveuren und Bifeleuren 3,50. 6 Ge den Tag über im Lokale von Wilfe, Andreasstr. 26, anwesend sollen. noffen aus Moabit gesammelt beim Frühschoppen H. B. S. H. gekommen. Charles Pritchard, Professor der Aftronomie an der Universität Orford, ist gestorben. In London hat die hochangesehene Hopfenhandlung von Beemann u. Co., Borough, die seit 1858 bestand, mit 34 079 Pfund Sterling Passiven gegen 11 788 Pfund Sterling Attiven Briefkaffen der Expedition. In unserer Expedition gingen zum Wahlfonds ferner folgende Beiträge ein: den 5 pet. Verwaltungstofsten der Zentral- Kranten- und Sterbe faffe der Zimmerer( Dertliche Verwaltung Berlin) 100,-. Möbelfabrit J. C. Pfaff, Saal 3, 1 Ueberschuß 4,55. Tischler von Kottig, Rixdorf 2,50. Bau 5, Marburgerstraße, 5,70. Gesammelt bei Tiemann 4,50. Arbeiter der Osenberg'schen Maschinenfabrik, Prozente 6,10. Die Rothen der Pohlborn'schen Del- und Schmerfabrit 1,50. Gesammelt Friedrichstr. 158 2,-. Hochzeit in der Rosbahn's Maler 8,75. Hartrum'sche Tischlerei 8,50. Bon sein. Es wurde dann zum Abonnement auf den Bauhand- In Tunis wurde der neu angelegte Hafen in Anwesenheit J. 2. 4,50. Bau Jmmerroth 3,-. Puberkolonne Gleiß, Friedenau werker" und zum Eintritt in die Organisation aufgefordert und des Beys und des französischen Zustizminifters eingeweiht 4 Kolenez, London 2,10. 2 Gen. der Schönh. Borstadt 1,30. ferner bekannt gegeben, daß am nächsten Sonntag in Friedrichsberg Letterer hob in seiner Rede hervor, Frankreich sei nicht nach Rate von den Stuckmarer- Arbeitern der Firma Karlo Bay 5,-. eine öffentliche Versammlung stattfindet. Megger machte noch Mit- Tunis gekommen, um Krieg und Eroberungen zu suchen, sondern, Freund aus Saalfeldt d. Liedloff 3, Karl Schwabe 633 Bridgetheilung von folgendem Vorfall: Auf einem Bau in der Marburger um Frieden und Zivilisation zu verbreiten und um allen aus- ftraße Holyoke Maff. 206,10. 4. Rate. Personal der Herrmanns straße in Charlottenburg habe er an einem Sonnabend zum Wahlfonds ländischen und französischen Arbeitern und Kapitalisten die volle schen Druckerei 8,60. Bei einem Geburtstagsständchen der Königgesammelt und der Maurerpolier habe nichts dagegen gehabt. Sicherheit zu verschaffen. Schankwirth Schubert 1,-. Von 13 er aber am anderen Sonnabend zum Generalfonds der Republik wohl die Hauptfache sein. Letzteres wird der Bourgeois. städtischen Liedertafel 2,-. einigen Zimmerern des Westens, 2. Rate burch Frommelt 10,80. Maurer sammeln wollte, habe der Polier das mit den Worten Durch Bildhauer R., Bernauerstraße gesammelt 5,85. Buyer gewehrt, für die besoffenen Maurer auf der Straße laffe er nicht tolonne rother Linle Gravelotterstraße 6,-. Adolf Bauschte-, 50. fammeln. Der Aufforderung, Namen für die Beschuldigung zu Buchdruckerei G. 2,80. Gef. von A. G. troz Berbot und Unternennen, habe der Bolier nicht entsprochen, was ihn, Metzger, schriften 6,50. 2. St.-, 65. Cuba" 1,-. Rother Goldschmied veranlaßte, dem Manne eine Bezeichnung solches Verhaltens ins -50. Aus einer Seidenfärberei 7,40. Fabrit Groschtus, 2. Rate Geficht zu sagen. Darauf habe der Polier ihn sofort es war 16,20. Arbeiter der Messinglinien- Fabrit H. B., 2. Rate 18,10. Frühstück aufhören lassen. Uedert, der Verfasser des in Pianofortefabrif Frrgan 8,-. P. S. Lifte Nr. 8 8,25. Wrangel voriger Woche vertheilten Flugblattes, nahm die darin bezüglich ftraße 110 1,-. Von 2. B. und E. u. D. 4,-. Gesammelt von des Bau- Unternehmers Sprenger gemachten Angaben, die dies er den Malern der Firmá Vorraß u. Rowalsky 15,-. als unrichtig bezeichnet hat, bis zur Feststellung des Sachverhalts Summa 526,55 M. Bereits quittirt 4176,10 m.; in Summa einstweilen zurück, worauf die Versammlung geschlossen wurde. Depelthen. ( Depeschen des Burcan Herold.) Budapest, 29. Mai. In der heutigen Sigung des Oberhauses kam es gelegentlich der Berathung des Gesetzes, betreffend die Gehaltserhöhung der Volksschullehrer an Gemeinde- und tonfeffionellen Schulen, deren Bertagung Graf Ezichy beantragt 4702,65. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Für den Wahlkampf. Die Thätigkeit des Preis 20 Pig. Taschenformat, 176 Seiten elegant geheftet. Deutschen Reichstags Don 1890-1893. Mit einem Anhang, enthaltend: Die wichtigsten Beschlüsse der Wahlprüfungs- Kommission, die für die Agitation und die Wahlen wesentlichen Bestimmungen des Strafgesetzes und des Wahlgesetzes für den Reichstag nebst Reglement. In Particen und für Wiederverkäufer Rabatt. Der Kuhhandel. Möbl. Schlaffte für 1 od. 2 Herren Waldemarstr. 18, 1 Zr. I. Zur Wahl 1893. Preis 10 Bf. 32 Seiten illustrirt. Zu beziehen durch alle Spediteure u. Kolporteure, sowie vom Verlag: H. Baake, City- Passage.[ 42681 Volière m. Springbr. ist für 15 M. zu vert. Tobias, Gräfeftr. 78. 161b Roh- Tabat. Große öffentliche Versammlung aller in der Stockfabrikation besch. Arbeiter u. Arbeiterinnen am Mittwoch, den 31. Mai, Abends 8 Uhr, bei Boltz, Alte Jakobftraße 75. Tages Ordnung: 1. Der Streit bei Gebr. Ralinowsky. Berichterstatter Jul. Hildebrand. 2. Diskussion. 3. Bericht und Wahl der AgitationsRommiffion und Wahl des Delegirten 3. Gewerkschaftskommission. 4. Verschiedenes. Achtung! 288/9 Roh- Tabak A. Goldschmidt, 3806L am biesigen Plaze wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabake sind am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr.2. Presskohlen Bee anerkannt befte Heiz traft, wenig Asche gebd., Marke Centrum 3,80 m., beste Senftenberger Mariefohle 4,50 m. ab Play, frei Haus Keller 50 Pf., frei Boden 70 Pf. pro Tausend mehr. Probefohlen frei ins Haus. [ 107b Agitations- Verein der Frischeisen& Co., Kottb. Ufer 30. Wittenberger. Torgauer u. f. w. Varteigenofen. Mittwoch, Abends 8% Uhr, im Vereinslotal Neue Grünftraße 14: Deffentliche Versammlung. 888/11 Der Vorstand. Sophastoff- Res in Rips, Damast, Crêpe, Fantaste, Gobelin, Plüsch und bunten Mocquets spottbillig! Proben franko! S., des Königlichen Amts. Emil Lefèvre, orainrake Rechtsbureau des Königlichen Amt3richters a. D. Alte Jakobftraße 130. Gewissenhafter Rath in allen Angelegenheiten. Unbemittelten unents geltlich. Auch Sonntags. 39812* Brünkramgesch. mit Rolle ſof. wegen Verzug nach auswärts billig zu vertaufen Templinerstr. 10. 200b Arbeitsmarkt. Petermann, Stallschreiberstr. 1/2. Oranienstraße 158. 42569* Empfehle mein Zigarren. n. Tabak- Geschäft. Billets zu allen Konzerten in der Haide sind bei mir zu haben. H. Lindemann, Heinstr. 24. Kinderwagen, größtes Lager, bestes Fabritat, auch Theilzahlung, nur allein Mamfells auf Knaben- Hosen verlangt Oranienſtr. 3 im Korbgeschäft. Vereinszimmer: Flick, Simeonstr. 23. Alle in- und ausländischen Sorten, Möblirte Schlafstelle bei Mövius, ff. Sumatra pr. Mille 3 M. 202b Mamfells a. Knaben- Westen verlangt Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, 196b Rüdersdorferstr. 18, v. 3 Tr. 197b Max Jacoby, Streliterftr. 52. Petermann, Stallschreiberstr. 1/2.[ 196b Linienſtr. 149. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Frol. Schlafft. zu verm. Josefftr. 13, D. 4 Zr.