Nr. 40. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando! Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., möchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. lete Vorwärts Berliner Volksblatt. 27. Jahrg. Die Insertions- Gebühr Geträgt für die sechsgespaltene Kolonter geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Das österreichische Exempel. I. Donnerstag, den 17. Februar 1910. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Genosse Severing teilte hierzu folgende drastischen Fälle mit: Stieler Werft forderten für das Stüc: Bei der Lieferung langer hölzerner Wische sta ngen für die Der 1. Lieferant 4,25 M. " 2. 3. " " " 2,75 2,10 " " 6,10 M. 4,00 3,45 10,70 m. " " P 4,50 4,40 Die Lieferung erhielt der erste Lieferant mit dem mehr Weiter tadelte Genosse Severing, daß die Werftverwaltungen löslich geknüpft ist, bezeugt unwiderleglich die Einbringung dienststellung weiterer großer Schiffe der Naffau- Klasse der Kohlender Taaffeschen Wahlreform, die in einer Zeit, im Jahre und sonstige Materialienverbrauch erheblich gestiegen sei. Erz. 1893, geschah, da das Kurienparlament noch in voller Rüftig- berger beklagt, daß die Zuschläge zu den feit waltete und die Bewegung der Massen noch lange nicht Submissionen jenen unwiderstehlichen Grad erreicht hatte, der sie in den nicht öffentlich erteilt werden und die Konkurrenten fomit gar nicht Alle politische Entwickelung drängt zur Rechtsgleichheit, entscheidungsschweren Jahren 1905 und 1906 auszeichnete. und die Gleichheit der Bürger vor dem Gesetze ist politische Kurien des Großgrundbesizes und des Großhandels die Fall bekannt, daß eine Leistungsfähige Firma, die Diese Wahlreform, welche neben der Forterhaltung der erfahren, wer den Zuschlag erhalten hat und ob sie selber mit ihrem Angebot zu oberst oder zu unterst gestanden haben. Ihm fei ein Kultur. Von dem tragenden Gedanken der bürgerlichen Rechtsgleichheit wird auch die Entwickelung des Wahlrechtes Wahl der übrigen zwei Drittel des Hauses aus allgemeinem immer abgewiesen wurde, schließlich überhaupt hineinzukommen, beherrscht, und überall strebt dieses zur Allgemeinheit und und gleichem Wahlrecht zum Inhalt hatte, war beinahe ein eine Offerte weit unter dem Selbstkostenpreis machte. Gleichheit des Wählens. Das Wahlrecht, welches für die freiwilliger Entschluß der Krone, und von welchen Auf- Aber auch hier erhielt sie das bekannte heltographierte Schreiben, bürgerliche Auffassung vom Staate das Recht des Staats- fassungen sie sich hatte dabei leiten laffen, legte der Minister: wonach das Reichsmarineamt von dem Angebot feinen bürgers ist, seinen Willen zu einer das Staatsleben beein- präsident im Abgeordnetenhause am 23. Oktober 1893 Gebrauch machen könne flussenden Kraft umzuseßen, beginnt in den modernen Ber- folgendermaßen dar: fassungen immer als Privileg, endet aber überall als des öffentlichen Lebens während der letzten Jahre, innerhalb " Die sorgfältige Beobachtung mannigfacher Vorgänge gleichsam angeborenes Staatsbürgerrecht. So unaushaltsam ist der Drang, mit den„ Standesvorrechten" auch des Staates wie im Auslande, ließen es der Regierung als auf dem Gebiete des Wahlrechtes aufzuräumen, daß wir die Pflicht erscheinen, in dieser ernsten und wichtigen Frage selbst Entwidelung des Wahlrechtes solange nicht als vollendet die Initiative zu ergreifen.... Der Grundgedanke des Geempfinden, solange die Allgemeinheit und Gleichheit nicht er- der Regierung als ein Postulat der Staatsräfon, als doppelt hohen Preise! sebentwurfes( das allgemeine und gleiche Wahlrecht) erscheint reicht ist. Dem geläuterten Sinn der Demokratie erscheint indem nur durch eine rechtzeitige und ausreichende Erweitejede Ungleichheit im Wahlrecht als Verlegung der bürgerlichen Rechtsgleichheit. Deshalb bemißt sich in Wahrheit die rung des Wahlrechtes je ne großen und schweren Ge der Resolution des Reichstages, wonach bei Bestellungen in erster Höhe der politischen Kultur des Staates nach dem in seiner fahren wirksam und dauernd abgewendet Linie solche Firmen berücksichtigt werden sollen, die den zwischen Entwidelung verförperten Grundjag der Rechtsgleich werden können, welche der bürgerlichen Ge- Arbeitern und Unternehmern vereinbarten Arbeitstarif anerkennen heit- denn die platonische Verkündigung, daß vor dem Ge- Ordnung von den bisher rechtlosen Bolts- ausschuß der betreffenden Werft gehört werden solle, nicht die er und damit der gesamten staatlichen und daß über geplante Wenderungen der Affordsätze der Arbeitersetz alle Bürger gleich sind, wird keine geschriebene Verfassung elementen drohen." unterlassen; findet sie sich doch sogar in jener Verfassungsurkunde, die An dynastischem Selbstbewußtsein hat es den Habs- Endlich machte Sebering die sensationelle Mitteilung, daß lung" der Klassen ummünzt. Wie ist es nun zu erklären, daß burgern sicherlich nie gefehlt; und die Idee von der mon von einem Torpedoboot in Wilhelmshaven Messingstangen, Kupfer fich Preußen, welches bekanntlich in der Welt voran und lenkende Kraft zu beherrschen hat, ist bei ihnen vielleicht geworfen worden seien. Das gleiche sei vorgekommen auf der archischen Sendung, die den Staat als unerschütterbare platten, Asbest usw. im Werte von mindestens 500 w. über Bord unerschütterbare ist" und welches in allem Zivilisatorischen und Technischen ficherlich nicht an letter Stelle steht, in der politischen Kultur nicht minder ausgebildet wie bei den Hohenzollern; aber in artillerieabteilung der Werft in Wilhelmshaven, die so tief unten, fast schon an allerletzter Stelle befindet? In der gesamten Entwickelung des Wahlrechtes hat sich die Krone immer so sehr gelobt werde. Desterreich, dem einstmaligen Hort der Reaktion, dem Staate in Desterreich doch davon freigehalten, sich mit den Inter- Als im November 1909 auf der Kaiserlichen Werft zu Danzig wo vor noch nicht langer Zeit der Absolutismus nur durch die eſſen bestimmter reaktionärer Schichten, mit den Macht die Revision stattfand, habe ein Mitglied des Werftvorstandes anSchlamperei gemildert erschien, in dem halbbarischen Dester- instinkten bestimmter Klassen zu identifizieren; biel- geordnet: der Fische wegen 25ther ins Gis zu hauen. reich, auf das jeder Preuße mit einer gewissen Dofis bon poli- mehr hat sie den monarchiſchen Gedanken als die Verpflich. Bei Nacht seien dann in diese Löcher wertvolle Materialien verſentt tischem Prozentum herabzublicken sich gewöhnt hatte, ist vor tung erkannt, den Entwickelungsnotwendigkeiten des Volks worden, die bei gelegener Zeit herausgeholt und verkauft werden drei Jahren das allgemeine, gleiche und direkte ganzen Rechnung zu tragen. Auch für die Wiener Hofburg würden. Wahlrecht eingeführt worden. Und in dem ganz haben die Feudalen als die geborenen Stüßen von mitzuteilen, wo das Material geborgen sei! Wenn sofort die ist der Adel die brauchbarste Schichte, und auch in Oesterreich Genosse Severing erbot sich, dem Staatssekretär die Stellen barbarischen Ungarn, das schon hart an den Orient grenzt, Thron und Altar gegolten. Aus dieser Auffassung erforderlichen telegraphischen Anordnungen gegeben würden, so wird es binnen Jahr und Tag unzweifelhaft Gesez werden. Der„ In der Welt voran"-Staat befindet sich aber noch immer ist man ja zu der berühmten Kurie des Großgrundbesites ge- tönne man sich noch im Laufe des Tages von der Richtigkeit seiner in der Unkultur der Dreiklassenschmach; und die Reform", tommen, durch die in das Haus der Volksvertretung die Angaben überzeugen. Severing hat denn auch sofort dem Admiral womit die preußische Staatsregierung den deutschen Namen 85 Gaugrafen kamen, jene Partei der Staatsnotwendig arms eine genaue Beschreibung und Zeichnung ber schändet, will das elendeste aller Wahlrechte als die von einer feiten", die keiner Regierung ihre Unterſtügung verfagen Dertlichkeit, wo die Schäße versteckt sind, gegeben. unerforschlichen Vorsehung dem Preußenvolfe vorbestimmte durfte und keiner sie versagte, weil doch jede Regierung eine Verfassung für alle Ewigkeit erhalten. Wie soll es nun be- Regierung des Kaisers war. forderliche Beachtung schenken. Am Donnerstag dürfte weiteres in der Sache bekannt werden Die Wahl im Kreise Mülheim- Wipperfürth- Gummersbach. griffen werden, daß sich in Desterreich das allgemeine und Als die Wahlreformbewegung im Jahre 1905 einen gleiche Wahlrecht gegen alle Mächte des Rückschrittes durch- Sturmlauf nahm, da wurden denn auch die österreichischen gesetzt hat, wogegen in Preußen die Gewalten, die sich nicht Sozialdemokraten von den Wahlreformfeinden verhöhnt, daß vom Flecke rühren wollen, die stärksten zu sein scheinen? Wohl die Forderung nach dem allgemeinen und gleichen Wahlrecht die Forderung nach dem allgemeinen und gleichen Wahlrecht der entscheidende Grund dieses Unterschiedes, der dem preußi- doch keine Aussicht auf Verwirklichung habe, weil ja der Einen neuen erheblichen Erfolg kann die Sozialdemokratie zu schen Staate das Brandmal der Inferiorität aufdrückt, ist die Kaiser seine Zustimmung zur Aufhebung der GroßgrundEinsichtslosigkeit und Volksfeindlichkeit befizerfurie, die seine zuverlässigste Schußtruppe fei, niemals ben vielen der Reichstagsnachwahlen der letzten Monate buchen. der Faktoren, die man die maßgebenden be- geben werde. Der Kaiser Franz Josef, spottete man, werde auf den ersten Anblick freilich kann er sich mit den glänzenden nennt, also vor allem der Regierung, die dem Volke doch kein Narr sein und die Großgrundbefizer aus dem Siegen und gewaltigen Stimmenſteigerungen der Vorwahlen nicht Parlament hinauswerfen, damit sich die Sozialdemokraten messen aber bei eingehender Würdigung der Verhältnisse kann weigert, was dem Volfe gehört, weil sie sich ganz und gar Sarin breitmachen könnten. Der Kaiser Franz Josef, sicher- er sich sehr wohl neben ihnen sehen lassen. Der Wahlkreis hut als Erefutiborgander herrschenden Junkerfaste fühlt. Deshalb ist die Geschichte der österreichi- lich kein Schwärmer für Neuerungen, was ja überhaupt nicht mit Ausnahme des Stadtkreises Mülheim fast ausschließlich bäuer schen Wahlreform, die mit der Einführung des redlich die Eigenschaft des Erzhauses" ist, dessen Psyche der liche Bevölkerung. Die Agitation der Sozialdemokratie stößt auf demokratischen Wahlrechtes im Jahre 1907 geendet hat, für österreichische Dichter Franz Grillparzer dahin umschrieben ungeheure Schwierigkeiten. Säle stehen ihr in den Landgebieten die richtige Beurteilung der Dinge in Preußen so ungemein hat, daß es mit eitler Menschenflugheit nicht dem Neuen nur in ganz geringer Zahl zur Verfügung und im Landkreis wichtig. Aus dem österreichischen Exempel können Regierende borgeht oder es hervorruft, und in dem Mittelpunkt der Wipperfürth, wo das Zentrum dominiert, ist die Flugblattverbreieigenen Schwerkraft der Rückkehr harrt der Geister, welche tung für unsere Parteigenossen direkt mit Gefahr für Leben und und Regierte in Preußen manches lernen. schweifen." Als aber seinem durch üble Erfahrung ge- Gesundheit verknüpft. Unsere Berichte über den Wahlkampf haben schärften Blicke die Erkenntnis ward, daß die Notwendigkeit des öfteren Mihhandlungen sozialdemokratischer Die stärkste Förderung hat die Wahlreform in Defter der Zeit die Erfüllung der politischen Rechts- Flugblattverbreiter gemeldet, haben mehrfach festgestellt, reich von der Krone empfangen, und in Ungarn ist die nun gleichheit unbedingt erfordere, da warf er die ererbten bak die örtliche Zentrumspresse solche Ausbrüche des rüdesten Fanatisganz allgemeine Ueberzeugung von der Unerläßlichkeit, mit und anerzogenen Vorurteile über Bord, und aus dem, dessen mus nicht nur nicht gemißbilligt, sondern vielmehr stets lobend dem Wahlrecht der Privilegien aufzuräumen, geradezu das Regieren mit dem Ausjäten der Errungenschaften der revolu- erwähnt hat, ja dirett bazu angereist hat. Alles unter Werk des alten Kaisers. Nun ist es natürlich nur eine tionären Erhebung anhob, ward am Spätabend feines Lebens der stillschweigenden Billigung der Zentrumsleitung und der leidynastische Legende, zum Ruhme des„ väterlichen" Mon- ein Verfechter des gleichen Wahlrechts. Das Klügste, was er tenden Zentrumsblätter, die nie auch nur ein leisestes Wort der archen ersonnen, daß die Krone die Demokratisierung des tun konnte; ist es doch die schwerste Erschütterung der mon- Mißbilligung für diese Dreschflegeltaktik gefunden haben. Wenn Wahlrechtes aus purer Gerechtigkeitsliebe angestrebt hätte, archistischen Idee, wenn das Volf mit erbitternder Deutlich es troballedem unseren Genossen gelungen ist, die Stimmenzahl der aus dem leidenschaftlichen Triebe etwa, den breiten Massen feit die Klarheit gewinnt, daß die Lebensbedürfnisse der Sozialdemokratie um mehr als 2300 Stimmen zu steigern, so ist den berechtigten Anspruch zu erfüllen. Vielmehr ist es selbst- breiten Masse bei der Krone weder auf Verständnis noch auf das sicherlich ein erfreulicher Erfolg und ein Zeugnis der eifrigen verständlich, daß die Krone bei ihrer Stellungnahme von Förderung hoffen dürfen. und unerschrockenen Arbeit der Genossen. ihrem eigenen Interesse bestimmt ward, daß der cäsaristische Zweifellos haben an der. Durchsetzung des allgemeinen Um so mehr, als das Zentrum trop der gewaltigsten AnstrenGedanke mitgewirkt hat, den zentrifugalen Tendenzen, die in Wahlrechtes in Desterreich viele andere Kräfte mitgewirkt. gungen nur wenig über 400 Stimmen zugenommen hat. Es hatte den nationalen Bewegungen am Bestand des Reiches zerren, In erster und entscheidender Hinsicht die unwider fich das Ziel gefeßt, wie 1907 im ersten Wahlgang zu siegen. Aber in der Einheit und Gleichheit des Wählens, dem das gemein- tehlich gewordene Erhebung der Bolts- auch in dieser seiner Domäne ist seine verräterische Haltung ber fame Barlament entstammt, ein Gegengewicht zu bieten. Aber massen, dann auch der Zusammenbruch des Kurienparla- der Reichsfinanzreform nicht ohne Eindruck geblieben, der Zuwachs daneben hat unzweifelhaft auch die, um es so auszudrücken, ments, also gleichsam die innere Notwendigkeit der Reform des Kreises an Wählern ist fast ausschließlich der Sozialdemokratie monarchische Auffassung mitgewirkt, daß sich die selbst. Aber daß der Weg zum Ziele abgekürzt werden konnte, augefallen und das Zentrum muß in der Stichwahl um das ManKrone, die die Zustimmung der Gesamtheit als Besitztum für die Reform in friedlicher Weise zur Durchführung kam, daran sich beansprucht, von der Dienstbarkeit für das Sonder- und hat immerhin auch die soziale Einsicht der Wiener Hofburg Klasseninteresse bevorrechteter Schichten zu befreien habe und einen bestimmten Anteil. fähig und willens sein müsse, die Allgemeininteressen, die Notwendigkeiten der Entwickelung des Gesamtvolkes zu begreifen und zu erfüllen. Auch die Erkenntnis hat mitgewirkt, daß die Lebensfähigkeit des Kurienparlaments unwiderbringlich verloren war; aber daß die Haltung der Krone auch von jenen Am Mittwoch fegte die Budgetfommission des Reichstage die Grundgedanken aller Wahlreformen bestimmt war, daß näm- Beratung des Marine Etats fort. Für Betriebs- und Beleuch lich eine ungestörte und friedliche Entwickelung eines Staates tungsmaterialien werden 28 685 000.( 2 712 000 m. mehr als im an die Erfüllung der großen Notwendigkeiten der Zeit unguf- Borjahr) gefordert. Als Grund wird angegeben, daß durch die InMarinefchlampereien. dat kämpfen. Der Liberalismus ist wieder an die dritte Stelle gerüdt, bie er schon 1903 einnahm und aus der ihm nur noch einmal die nationale Begeisterung" der Hottentottenwahlen herausgeholfen hat. Von ihm hängt jetzt der Ausgang der Stichwahl ab. Die Sozialdemokratie kann seine Entscheidung in fühler Ruhe abwarten. Für den Liberalismus hängt davon weit mehr ab als für die Sozialdemokratie! 48e * * Mülheim a. Nhein, 16. Februar. Das Ergebnis der Reichstagswahl im Wahlkreise Mülheim- Wipperfürth- Gummersbach ist nach a milicher Mitteilung folgendes: Abgegeben wurden 40 918 Stimmen, davon 20 375 für Oberlandesgerichtsrat Marr- Düffeldorf( Zentrum), 10 922 für Schriftsteller Dr. Erdmann- Köln( Sozialdemokrat), 8462 für Rechtsanwalt Falf- Köln( Nationalliberal) und 1135 für Pfarrer Holmann- Gummersbach( christlich- sozial). Zersplittert waren 24 Stimmen. Die Stichwahl ist auf den 26. Februar festgesetzt. Der Protest Teumünsters. Maffenberanstaltungen und die Straßentumulte, die dabei vor- ist durch ein Versehen die Zahl der Teilnehmer mit 6000 an gekommen find, allenthalben lediglich die praktischen Wirkungen gegeben worden die richtige Zahl ist 10 000. der demagogischen Regie hinter der Bühne, der revolutionären Eine Kundgebung bürgerlicher Frauen Berlins. Hehmethode, nach der auf die Order der Parteileitung der Bürgerliche Frauen hatten zu Dienstagabend eine ProtestverKampf gegen das preußische Wahlrecht organisiert worden ist. Die Absicht und der Zwed bleiben bei den Führern und Agita sammlung gegen die Bethmann, Hollwegsche Wahlrechtsreformtoren der Umsturzpartei immer die gleichen: alles wird sorgsam vorlage einberufen, die von Männern und Frauen start besucht darauf angelegt, daß es dant dem in Großstädten immer hilfs- war. Der Freifinn war durch Dr. Heinz Potthoff vertreten, bereiten Mob zu Ausschreitungen kommt, so daß mit Waffen- der allerdings nicht im Sinne seiner Bartei geredet hat, als wie gewalt dagegen eingeschriften und Blut vergossen werden muß... der Rebner der Demokraten, Dr. Breitscheid, für das allSo werden die Massen für fünftige revolutionäre Machtproben gemeine, gleiche und geheime Wahlrecht für Männer und Frauen im großen Stile trainiert. Es bleibt immer wieder bedauerlich, eintrat. Frau Toni Breitscheid betonte unter stürmischen daß nicht endlich ernstlich auf gesetzgeberischem Wege Anstalten Beifall, das Bürgertum müsse mit dem Proletariat zusammengehen getroffen werden, die ermöglichen, die Rädelsführer, die Ne- und ihm auch folgen, wenn es stärkere Töne anschlage. giffeure hinter der Bühne zu fassen und als die intellektuellen Nach Schluß der Versammlung bildete sich ein DemonUrheber der Ruheftörungen, zu denen die Demonstrationen des strationszug, der nach dem Reichskanzlerpalais zu gelangen Rechts auf die Straße führen müssen, exemplartsch zur bersuchte. Am kaiserhof" wurde er von der Polizei auseinander Verantwortung zu ziehen." gesprengt. Bemerkenswert war, daß sich in dem Zug, obwohl mur wenig Arbeiter zu sehen waren, die Kampfeslieder der Arbeiterflaffe großer Beliebtheit erfreuten. Die Marseillaise wurde immer wieder gesungen. 3wei riefige Protestversammlungen, Die von 3500 Personen besucht waren, tagten am Dienstag abend in Neumünster. Eine grenzenlose Empörung über das finnlos- brutale Vorgehen der Polizei am Sonntag erfüllte die Teilnehmer. Es wurde festgestellt, daß der Polizeifommiffar Gutsmann, der die Polizeibeamten kont Die Städte und die Wahlrechtsreform. mandierte, der erste gewesen sei, der mit der Waffe geschlagen habe. Ferner wurde festgestellt, daß der Die sozialdemokratische Frattion der Stadtverord Leiter des Polizeiwefens, Statdrat Nissen, von seinem netenversammlung in Magdeburg hat einen DringlichkeitsBalfon aus der Demonstration zugeschaut habe, sich aber antrag eingebracht, der die Stadtverordnetenversammlung im zurüdzog, als das Dreihauen der Beamten begann; jedoch Interesse der Stadt Magdeburg erfucht, bei dem Abgeordnetenhause nicht, um das Gemezel zu verhindern, sondern um nicht zum Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten fchauer zu fein. Die Versammlungen nahmen scharfe Wahlrechts zum preußischen Landtage zu petitionieren. Refolutionen gegen die Polizei an, in denen Die Frankfurter Wahlrechtsschlacht aum Ausdruck gebracht wurde, daß die Polizei der Stadt Neumünster nicht beanspruchen könne, als Schuß und Schirm für die Einwohner der Stadt zu gelten; sowohl die Leitung als auch die Beamten hätten sich unfähig erwiesen, die nötige Ruhe und Gemessenheit zu wahren. Die Versamm Tungsbesucher sprechen der Polizei ihre grenzenlose Berachtung aus und fordern insbesondere die Beseitigung der Beamten, die sich gegen friebliche Bürger wie russische Rosaken benommen haben. Zum Schluß heißt es: ,, Keine Polizeitat und fei fie noch so grausam wird die Arbeiterschaft verhindern, das Recht der Straße für sich in Anspruch zu nehmen. Nun erst recht muß die Parole sein: Nieder mit dem Dreiflassenwahlrecht!" Zur politischen Cage in England. London, 14. Februar.( Eig. Ber.) Seit dem Jahre 1886 war die Lage der liberalen Bartei nicht so ernst wie int gegenwärtigen Augenblic Wir stehen vor einer Abvor den Stadtverordneten. tenn Die iplitterung der Lintsliberalen, Die fozialdemokratische Stadtverordneten- Regierung den Einflüsterungen der Konservativen nachgibt fraktion zu Frantfurt a. M. brachte, wie fchon telegraphisch und den Etat dem Vetorecht der Lords voransezt. Die große gemeldet wurde, am Dienstag eine Interpellation ein, in Frage ist:„ Budget first or Veto first?" Soll die Regierung ber der Magistrat um Auskunft ersucht wird über die Benutzung beim Zusammentritt des Parlaments die gewöhnlichen Staatsber städtischen Straßenbahnwagen durch die Susgeschäfte, darunter den Etat, vornehmen, oder soll sie ihrem Leute am letzten Somitag. Der Oberbürgermeister setzte geschäfte, darunter den Etat, vornehmen, oder soll sie ihrem es aber durch, daß die Interpellation vorläufig nicht Versprechen gemäß das Land vor die Alternative stellen: das zur Verhandlung fam, vielmehr vertagt wurde, weil Vetorecht der Lords einschränken oder abdanken? ber Magistrat angeblich nichts davon weiß", daß alle Bert. Die gemäßigteren Elemente der liberalen Partei sind der stätten der städtischen Straßenbahn am Sonntag mit Ansicht, daß die Regierung vorerst den Etat erledigen müßte, husleuten befegt waren. ehe sie an die Oberhausreform herangehen könnte. In Wahrheit würde dies eine Vertagung der Oberhausfrage be beuten. Gegen diese Politik des Scheins, der Schwäche und der Unehrlichkeit wenden sich die Radikalen und die Jren. Die Justiz gegen den Wahlrechtskampf. Sie haben der Regierung mit aller Deutlichkeit erklärt, daß Die Montagsnummer der Dortmunder Arbeiter. fie einer derartigen Politik nicht folgen könnten und deshalb eitung" wurde wegen eines Artikels über die Wahlrechts- den Etat ablehnen müßten. Die Regierung würde in einem demonstration on fissiert. 200 Exemplare wurden beschlag- solchen Falle gezwungen sein, entweder die Hilfe einer_entnahmt. In der Redaktion wurde aussuchung nach dem sprechenden Anzahl von Konservativen in Anspruch zu nehmen manuskript gehalten, um den Verfasser festzustellen. Sie war oder zurückzutreten. Die erstere Alternative wäre in einem ergebnislos. Demonftrationen. Die Duisburger Polizeiattacken. Aus Duisburg wird uns geschrieben: Lande der Parteiregierung offenbar absurd. Die andere Alternative würde entweder zu Neuwahlen führen oder zur lebernahme der Regierung durch die Konservativen, wenn diese die Mitarbeit der Jren erhalten könnten. Bei der Gelegenheit erklärte der freisinnige Stadtverordnete Goll, daß in Frankfurt wohl die gesamte Bürgerschaft ohne Unterschied der Parteirichtung empört fei über die unerhörten Bru Nach den Versammlungen ist es wieder zu 3utalitäten der Frankfurter Schuhleute am vorigen Sonntag. fammenstößen mit der Polizei gefommen. Die Versammlungsleiter hatten die Besucher aufgefordert, ruhig nach Hause zu gehen, was auch befolgt wurde. Ein Trupp junger Leute ist indes vor das Rathaus gezogen und hat der Erbitterung der Bevölkerung gegen die Polizei durch laute Pfuirufe Ausdruck gegeben. Sie haben auch mit Steinen auf Polizeibeamte geworfen. Besonders als der Kommissar Gutsmann aus dem Rathause trat, ist mit Steinen und Kaffeeflaschen geworfen worden. Gleichgeitig fiel ein Schuß, von dem nicht festgestellt ist, woher er fam. Jegt stürzten die Polizeibeamten aus dem Rathause In der Frage, ob eine Anzahl von Konservativen sich und vertrieben die Menge vom Großfleden( Rathausgestatten dürften, der liberalen Regierung aus der Verlegenplat) mit blanker Waffe in eine der nächsten Straßen. Dabei heit zu helfen und ihr die Annahme des Etats zu ermögwurde der dreiundzwanzigjährige Arbeiter Ahrens an einem lichen, herrscht in der konservativen Partei teine UebereinArm so schwer verletzt, daß nach ärztlicher Angabe der Von der Polizeiattade bei der hiesigen Sonntagsdemonstration ftimmung. Die entschiedenen Tarifreformer erklären, die Arm womöglich amputiert werden muß. Ein Polizist wurde entwirft die bürgerliche Preffe ein total falsches Bild, um den konservative Partei dürfe- nach allem, was bis jetzt geschehen durch einen Steinwurf berlebt. Nach neun Uhr durch nichts gerechtfertigten Angriff eines einzelnen ist für den Etat nicht stimmen. Sollen die Liberalen die rüdte eine Kompagnie des Infanterie- Bolizeiaufgebots zu rechtfertigen. Diese Berichte tragen so sehr Regierung niederlegen und Neuwahlen veranlassen! Worauf diese regiments mit aufgepflanzten Bajonetten den Polizeiftempel an der Stirn, daß ihre Verfasser nicht schwer Leute rechnen, ist etwa folgendes: Wahlen sind kostspielig und an. Nach dreimaliger Aufforderung und Trommelwirbel, den zu erraten find. Da die entstellten Berichte aber auch über erschöpfend. Kommt es jetzt wieder zu Neuwahlen, so werden Platz zu räumen, verteilte sich das Militär in Gruppen in die Duisburg hinaus den Weg in die breitere Oeffentlichkeit gefunden nur die Reichen imftande sein, den Wahlkampf im großen am Blaze liegenden Straßen. Ernstere Zusammenstöße haben, so fei dem hier durch sachgemäße Darstellung entgegen Stile zu führen und zu siegen, während die Radikalen und haben sich dann jedoch nicht mehr ereignet. getreten. Wie der Vorwärts" schon tura berichtete, ist die die Arbeiter nicht die Mittel besigen, den Wahlkampf fo ener Das Wolfffche Bureau verschweigt, offenbar nicht ohne Demonstration an fich in Duisburg in glänzender Weise gisch zu führen wie im Januar. Absicht, daß die Menge vor dem Rathaus aus jüngeren verlaufen. Weit über 5000 Personen bewegten sich unter HochDie Lage ist spannend. Man erwartet mit Ungedu's den Leuten bestand. Es ist deshalb notwendig zu betonen, rufen auf das freie Wahlrecht und die Arbeiter- Marseillaise Busammentritt des Parlaments und die Verlefung der Throndaß der Tumult auf dem Marktplatz teine Demon fingend durch die Straßen. Ein Aufaug, wie ihn Duis- rebe am nächsten Montag. stration der Arbeiterschaft war. In ihrer ge- burg noch nicht erlebt hat. Die Polizei verhielt sich wiß nicht unverständlichen Erregung ob der Polizeigreuel trok großen Aufgebots, bas aus dem ganzen Kreise zusammenhaben sich fingere Leute, denen die Disziplin der Arbeiter- gezogen tvar, verhältnismäßig tattvoll. Wohl hatte sie die Hauptbewegung noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist, zu straße durch starke Polizeikommandos an allen Nebenstraßen abHandlungen hinreißen laffen, die gewiß nicht halb so schlimm gesperrt, aber sie ging doch nicht aggressiv vor und suchte nur dre find wie die Polizeiuntaten vom Sonntag, die aber doch sehr Demonstranten in die Nebenstraßen abzuschieben. Nach etwa einbedauerlich find. Die Polizei von Neumünster und ihre Ver- stündigem Durchzuge durch die verschiedensten Straßen waren die Luft wahrscheinlich voller Gerüchte sein. teidiger find freilich die letzten, die sich darüber zu beklagen Demonstranten schließlich im Mittelpunkte der Stadt, auf dem haben, fie find in letzter Linie die Schuldigen an den Vor- Friedrich- Wilhelm- Blake, angelangt. Hier erfolgte langsame kommnissen des Dienstagabends. Die Der Wahlrechtskampf.m bes Wahlrechtsinterpellation. fozialdemokratische Frattion Reichstages hat, wie bereits berichtet, eine Interpellation eingebracht. Diefelbe hat folgenden Wortlaut: Was hat den Herrn teichsfangler veranlaßt, in der Sigung des preußischen Abgeordnetenhauses bom 10. Februar d. 3. Ausführungen zu machen, welche das in der Verfassung des Reiches und mehrerer Bundesstaaten gewährleistete allgemeine, gleie, geheime Wahlrecht herab aufezen und zu bedrohen geeignet sind? Die Wut der Bismarckheringe. Innerhalb des Kabinetts scheint biel Unsicherheit über die tommende parlamentarische Tagesordnung zu herrschen. Das Daily Chronicle", das vor einigen Zagen für„ Budget first" plädierte, gibt heute die Möglichkeit zu, daß die Regierung Veto first" bornehmen werde. 21 Bis zur Veröffentlichung der Thronrede wird die politische Politifche Ueberficht. Auflösung der Massen. Teilweise gingen die Leute selbst in fleineren Trupps, teilweise wurden sie von den zahlreichen Polizeibeamten in die Seitenstraßen gedrängt. So geschah es auch mit einem Trupp von etwa 150 Personen, die durch die Nasinoftraße Berlin, den 16. Februar 1910. zur Bedstraße, eine enge, aber lebhafte Geschäftsstraße, ab- Arbeitskammergesetz und Hausarbeitergesetz. geschoben wurden. In der Bedstraße stellte sich ihnen plößlich eine Ein Reihe Aus dem Reichstag, 16. Februar. Polizeiabteilung von 8 Mann unter Leitung eines Wachtmeisters sozialpolitischer Gesezentwürfe, die in der vorigen Seffion entgegen, die den Abziehenden den Weg versperrte! Das gab bereits die Kommissionsberatung passiert hatten, infolge des natürlich eine plöhliche Stauung. Die vorderen Reihen drehten Sessionsschlusses unerledigt unter den Tisch gefallen waren, find sich um und wollten zurüd, konnten aber in der engen Straße von der Regierung mit geringfügigen Aenderungen wieder nicht, weil die Masse auf der lebhaften Verkehrsstraße sofort an- vorgelegt worden und kamen nun nacheinander wieder zur schwoll und nach vorne drängte. Wären nun die Polizeibeamten borgelegt worden und kamen nun nacheinander wieder zur auch nur ein flein wenig besonnen gewesen, so hätten sie die Leute ersten Lesung. ruhig gehen lassen. Statt dessen ertönte plötzlich ein Pfiff, und Zunächst das Arbeitskammergesetz. Die Regierung hatte nun flogen die Säbel aus der Scheibe und drauf ging es! Ein es für angebracht gehalten, sogar Bestimmungen wieder in das Gesetz plöbliches Geschrei von Geschlagenen und Empörten durchzitterte hineinzubringen, die nicht nur von der Sozialdemokratie, sondern Wir haben gestern die Aeußerungen verschiedener bürgerlicher die Buft. Ginige aus den vorderen Reihen, die sich nicht wie auch von halbwegs fozialreformerisch gerichteten bürgerlichen Blätter über die Maffenfundgebungen des letzten Sonntags mit- tolle Sunde niederprügeln lassen wollten, sprangen durch die Parteien verworfen werden. Die Debatte drehte sich hauptsächlich geteilt. Heute liegt eine Reihe weiterer Auslassungen liberaler, Polizeifette und liefen fort, die Polizei mit gezogenen Säbeln um diese Punkte, so vor allem um die Fragen, ob die Verhandlungen fleritaler und konservativer Breßorgane vor. Sie sämtlich im hinterher. Und nun gab es hiebe nach allen Seiten. Ein Re- der Arbeitskammern öffentlich sein und ob die Arbeiter Auszuge wiederzugeben, fehlt der Raum. Nur eine dieser Stim- batteur unsers Duisburger Parteiorgans wurde von drei Mann freie Auswahl für ihre Vertreter haben oder ob Armen möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten: die Aeuße- etwa 30 Schritt weit verfolgt, wobei er mehrere Siebe über den beiterfetretäre von der Vertretung aus. rung ber Hamburger Nachrichten", des Organs der Hamburger Rüden und einen Säbelhieb über den Kopf erhielt, ber eine geschlossen fein follen. Schon der Vertreter des Scharfmacher und begenerierten Bismarckheringe, da sie außer tlaffende Wunde hinterließ und ärztliche Hilfe notwendig machte. Bentrums, der Elsässer Dr. Will, ging ziemlich scharf ordentlich charakteristisch dafür ist, wie diese niedliche Tierspezies Ein altes 67jähriges( 1) Mütterchen, bas mit einem Storbe im gegen die Engherzigkeit der Regierung vor, ebenso Herr über das arbeitende Bolt denkt. Das Blatt schreibt nämlich: Arm über die Straße ging, wurbe in roher Weise zur Seite ge- Naumann für die Freifinnigen, worauf der Staatssekretär " Die maßlose systematische Wühlerei, deren fich Tag aus stoßen, so daß die Greifin hinfiel und eine erhebliche Berlegung Delbrüd den Versuch machte, die bureaukratische Abneigung Tag ein die sozialdemokratische Presse und nicht minder die an der Stirn erlitt. Einige Schulkinder( 1) erhielten Gäbel- gegen Arbeiterfefretäre als einen besonderen Ausfluß des führenden Genoffen in den Barlamenten gegen die preußische hiebe, ebenfalls mehrere Frauen, die sich vor den wütenden Wohlwollens für die Freiheit" der Arbeitervertreter in der BeWahlrechtsvorlage befleißigt haben, hat gestern hier und da ihre Polizisten nicht zu retten vermochten. Ein alter Invalide, Krüppel tätigung ihrer inneren Ueberzeugungen auszumalen. Er deduzierte Früchte gezeitigt. In Berlin und in anderen größeren Städten und halber Idiot, der zufällig in die Nähe der Polizisten geraten nämlich ein Arbeiterfekretär sei durch irgend ein Programm der preußischen Monarchie ist es zu Straßendemonstrationen war, wurde so verlegt, daß er ins Krankenhaus geschafft werden oder durch die Zugehörigkeit zu einer Organisation gebunden, gekommen, bie, wie nicht anders zu erwarten war, zu Ruhestörungen und infolgedessen auch ber mußte. Ein Passant erhielt einen Stich in den Rüden. Ueber- also unfret in feinem Urteil, während ein noch im als Arbeitskammervertreter einzelt au blutigen 8usammenstoßen zwischen haupt find die meisten Verlegungen durch Schläge auf Fliehende Betriebe stehender Arbeiter als dem Janbagel und der Polizei geführt haben. erfolgt. Bis in die Häuser wurden die Fliehenden verfolgt. An böllig frei" der inneren Stimme seiner Ueberzeugung ... Dabei handelt es sich durchweg um eine fünstliche Bebe. Ohne Gegenwehr war natürlich fein Gebante. Es wäre das auch folgen fönne. Dieser Gedankengang steht auf dem die voraufgegangene revolutionäre Schür und Wühlarbeit wäre geradezu Wahnsinn gewesen. Und trotzdem berichtet das bürger- nämlichen Niveau wie der Philosophatsch des Herrn ber Böbel selbstverständlich niemals auf den Gedanken verfallen, Breßgefindel im Bedientenstil von einem Sturm der Demon b. Bethmann Hollweg über das System von Abhängig gestern gleichzeitig in den größeren Städten plöglich und un- ftranten auf die Polizei" und ähnlichen, für die Nerven bes feiten", in denen die Menschen leben. Beide logischen Burzelbermutet", überall aus vollkommen freiem Entschluß, auf die honetten Bürgers berechneten Gruselgeschichten. Da eine solche bäume der Herren Minister dienen ja auch dem nämlichen Straßen zu ziehen, um so die Machthaber einzuschüchtern und ihnen durch Drohungen ihren Willen aufzuzwingen. Auch die Polizeiattade nur an diefer einen Stelle erfolgte, so muß an reaktionären 8wed: die Arbeiterrechte zu verhungen. Rüpelfaene, die am Donnerstag die sechs Genossen im genommen werden, daß es fich um einen in vollständiger Kopfpreußischen Abgeordnetenhause zum Empfang des Herrn v. Beth. losigkeit begangenen Angriff durch untergeordnete Beamte handelte, mann sollweg aufgeführt hatten, sollte nach der Darstellung die in keiner Weise der Situation gewachsen waren. der sozialdemokratischen Blätter ein Aft der Spontanität gewesen fein, während sie in Wirklichkeit nichts anderes als einen wohlDie Kundgebung in Königsberg. borbereiteten Theatercoup, einen forgfältig einstudierten ko- In unserem Bericht über die Demonstration der Königs mödienhaften Auftritt bedeutete. Und so sind auch die gestrigen berger Arbeiterschaft, den wir im Extrablatt vom Montag brachten, Genosse Begien unterzog den Gefeßentwurf sowie die Rebe des Ministers einer scharfen Stritit. Er bezeichnete den Entwurf als ein Machwert des Zentralverbandes deutscher Industrieller. Die Minister hätten sich schon völlig in dic Auffassung der Unternehmer hineingelebt. Habe doch der neugebackene Handelsminister Sydow einige Monate nach) feinem Amtsantritt bereits die überraschende Entdeckung Eine Erklärung Heines. Genoffe eine schreibt uns: die Straßen verkündet, daß die Unternehmerorganisationen Disziplin, die unter ihren Anhängern herrscht, stehen ihr für die feine ampforganisationen feien! Regien Berbreitung von Flugblättern zu jeder Stunde große Massen von erklärte: Ohne das Recht der Arbeiter, sich ihre Vertreter frei Ich bitte Sie, folgende Entgegnung auf Ihre Notiz in der Nummer Hilfskräften zur Verfügung, die gerne bereit sind, treppauf, treppab auszuwählen, also auch Arbeiterfekretäre zu wählen, sei der vom 15. Februar aufzunehmen: zu laufen, um die Flugblätter in jedes Haus, jede Hütte zu tragen. Geschentwurf für die Sozialdemokratie unanDie Redaktion des Vorwärts" hätte sich denken können, daß Die staatserhaltenden Parteien und nationalen Vereine, wie auch nehmbar. Aber wir verlangen auch, daß die Handlungs- der Bericht des Berl. Tagebl." nur einen sehr knappen Auszug der Reichsverband, sind in den meisten Fällen genötigt, für ihre gehilfen und technischen Beamten den Arbeitskammern ein- einiger Teile meiner einstündigen Rede geben konnte und hätte des Tätigkeit bei der Flugblattverbreitung bezahlte Hilfskräfte anzugehilfen und technischen Beamten den Arbeitskammern ein halb gut getan, vor Beginn feiner Polemit zunächst einmal mich werben, die oft genug, zu einem Teil wenigstens, im Herzen sogegliedert würden und daß die Verhandlungen öffentlich felbst um Erklärung über den Zusammenhang meiner Aeußerung zu zialdemokratisch gesinnt sind und derer man infolgedeffen in keiner fein müßten. ersuchen. Ganz auf den Regierungsstandpunkt stellte sich eigentlich Nachdem ich die Wahlrechtsvorlage fritisiert und unsere Forde- Weise bei dieser Arbeit sicher ist. Es hat bei den Wahlen wiedernur der Vertreter der konservativen Partei, Herr Regierungs- rung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts holt festgestellt werden können, daß die Flugblattverteiler der bürrat und Rittergutsbefizer v. Winterfeld- Menkin, ohne Unterschied des Geschlechts begründet hatte, ging ich zur Er- gerlichen Parteien die ihnen zum Austragen übergebenen Flugdeffen Gedankengänge sich ganz in der bureaukratischen Scha- örterung der politischen Lage über. blätter in großen Massen beseitigt und vernichtet haben, ohne sie blone bewegten. Schließlich wurde der Entwurf einer Kom früheren Versammlung des Kreises an und bedauerte, daß sich eine Ich fnüpfte an gewiffe Aeußerungen von Rednern in einer auftragsgemäß zu verteilen." mission von 28 Mitgliedern überwiesen. Auch der Weg, die Flugblätter durch die Arbeitgeber, die an Der Gefeßentwurf betreffs Regelung der Saus- gewiffe Enttäuschung und Mutlosigkeit gezeigt hätte, weil unser der„ zielbewußten Aufklärung ihrer Arbeiter selbst ein Intereffe für die Wahlreform arbeit", wie die Heimarbeit hier wenig glücklich genannt demonstrationen nicht schon zu einem Erfolge geführt hätten. haben, verteilen zu lassen," habe sich nicht bewährt, weil nun wird, ist weniger anfechtbar. Seine Hauptmängel be- Jch fegte auseinander, daß dies ein falscher Standpunkt wäre, daß einmal die meisten der von der Sozialdemokratie aufgehezten Arstehen darin, daß er nicht durchgreifend genug ist ein solcher Stampf nicht von heut auf morgen gewonnen werden beiter von starkem Mißtrauen beseelt sind gegen alles, was ihnen und den Behörden für die Einzelregelung einen zu könnte, daß die Politik Geduld und einen langen Atem erforderte von seiten der Arbeitgeber in die Hand gegeben wird. Infolge weiten Spielraum fäßt. Genosse Robert Schmidt und zeigte dies an der Geschichte der englischen Wahlrechts- dessen sind auch die von den Arbeitgebern an ihre Arbeiter verführte aus, daß von der Regierung nach den bisherigen Er- reformen. In diesem Zusammenhang sagte ich, daß auch gegen teilten Flugblätter meist nicht gelesen worden, wo es geschah, folgen nicht zu erwarten sei, daß sie den Rahmen, den das wärtig man sich auf lange und bielgestaltige geistige Stämpfe waren die Wirkungen eines derartigen Flugblattes meist recht Gesetz bilde, durch zweckentsprechende Verordnungen in be- mit einem Schlage biel zu erreichen. Eigentlich revolutionäre zweifelhaft." gefaßt machen müsse. Man dürfe auch jetzt nicht glauben, friedigender Weise ausfüllen werde. Die Sozialdemokratie attionen verböten sich durch die Machtverhältnisse und würden nur sei grundsäglich Gegnerin der Heimarbeit, weil sie gesundheits- ben Gegnern nügen. Der Massenstreit sei durch die wirtschaftliche schädlich sei und den Arbeiter weniger widerstandsfähig gegen Lage ausgefchloffen. Straßendemonstrationen blieben eben bloße Ausbeutung mache. 8unächst müsse jedenfalls die Heimarbeit Demonstrationen", folange feine revolutionäre Macht hinter ihnen bei der Herstellung von Nahrungs- und Genußstünde. Ihre Bedeutung hätten sie einerseits auf innerlichem Gebiet mitteln überhaupt verboten werden. Es sei auch not- als eine Befriedigung des Bedürfnisses der Massen nach Kundgebung wendig, im Interesse der Heimarbeiter 3wangs bejtimber Gleichgültigen. Dagegen folle man nicht glauben, daß fie auf die ihrer Entrüstung und andererfeits als Agitationsmittel, zur Aufrüttelung mungen für Mindestlohnsäge zu treffen. Sei das Regierung und die reaktionären Parteien von Einfluß fein, fie bebeim Saligesetz für Millionäre und in der Reichsver- lehren oder einschüchtern würden. ficherungsgeeßgebung für Aerzte möglich, so müsse sich das doch auch für Heimarbeiter bewerkstelligen lassen. Nach weiterer kurzer Diskussion wurde auch dieser Entwurf einer Kommission überwiesen. Justizfragen. Das Abgeordnetenhaus feste am Mittwoch die zweite Lesung des Etats der Juftigberwaltung, die durch die Besprechung der Wahlrechtsvorlage und der nationalliberalen Interpellation über die Beamtenmaßregelungen unterbrochen war, fort. Die Zahl der Redner war unendlich, aber es wurden fast nur Wünsche lokaler Natur borgebracht. Auch unser Genosse Leinert griff in die Debatte ein, um wie im Vorjahre die Errichtung eines Antts gerichts für Linden bei Hannover zu fordern. Wenn der Minister auch keine sofortige Erfüllung des Wunsches zusagte, fo war doch seine Antwort schon weit entgegenkommender als vor einent Jahre. Das Wesen der notwendigen politischen Arbeit sei in dem Aufruf des preußischen Landesausschusses, des Parteivorstandes und der Landtagsfrattion richtig gekennzeichnet. Ich gab aus diesem einige Säge wieder. Das Wesentliche sei, dem ganzen politisch intereffierten Volte zum Bewußtsein zu bringen, daß die Sozialdemo tratie im Kampf für die Rechte und die Kultur des Volkes an erster Stelle stünde, und daß jetzt die Erringung des gleichen und alle teilnehmen müßten, die überhaupt Interesse für Kultur hätten, geheimen Wahlrechts für Preußen die Hauptaufgabe wäre, an der ohne Unterschieb der Parteistellung. Dann folgte bie Mahnung, fich nicht provozieren zu lassen, und ich schloß mit Berlesung der Resolution. " Dies dürfte jeder, der meine Rede aufmerksam angehört hat, der Redaktion bestätigen. Ich bedauere, daß ich den Raum des Vorwärts" in Anspruch nehmen muß, um diese Selbstverständlichkeiten wiederzugeben. Nachdem aber die Polemit einmal begonnen worden eigentlich halten fönnen, daß ich nicht, gegen eine Aktion reden ist, bleibt mir nichts anderes übrig. Für so gescheut hätte man mich würde, von der ich hörte, daß fie im Moment stattfinden würde. Aber bei der Erörterung der Aussichten des Kampfes war es una Bon Anregungen allgemeiner Natur sei hervorgehoben die erläglich, jedes Kampfmittel auf feine wirkliche Bedeutung zu Forderung der gefeßlichen Regelung der Berufsvormundschaft, wie prüfen, um so mehr als ich den ungünstigen Einfluß übertriebener sie sich in den Großstädten besonders für uneheliche Kinder ent- Hoffnungen, die sich an solche Schritte fnüpfen, beobachtet hatte. wickelt hat und wie sie bekanntlich auch die Sozialdemokraten erst Eine Teilnahme an dem Umzuge fam für mich nicht in Frage, wieder auf dem letzten preußischen Parteitage befürwortet haben. weil ich unmittelbar nach der Versammlung zum Bahnhof gehen Auch die Frage der Zeugniszwanghaft wurde an einem Beispiele und nach Halle reisen mußte, wo Montag früh eine umfangreiche gestreift und das Verlangen erhoben, dieses Mittel nur bei groben Gerichtsverhandlung begann und wo ich dringendes zu tun hatte. Halle a. S., den 15. Februar 1910. Straffällen anzuordnen. Der Minister stellte sich auf den gleichen Wolfgang Heine. Standpunkt. Allgemeines Befremden dürfte die Rede des Abgeordneten b. Dirksen hervorrufen, der sich darüber beklagte, daß amtliche Schreiben manchmal zu höflich abgefaßt find. Wir haben davon noch nichts gemerkt, eher ließe sich das Gegen teil feststellen. Aber es ist ja möglich, daß für die Standesgenossen des Herrn v. Dirksen ein besonderer Amtsstil eingeführt ift.... gegen Weiter sei erwähnt, daß von nationalliberaler Seite das Ueberhandnehmen der Berufung von Amtsanwälten Schöffengerichtsurteile und die Zunahme der Revisionen von Staatsanwälten gerügt wurde eine nur allzu berechtigte Klage, die leider erst dann aus der Welt geschafft sein dürfte, wenn die Amtsanwälte und Staatsanwälte nicht mehr ihren Ehrgeiz darin erblicken, um jeden Preis Verurteilungen zu erzielen. Auf Grund dieser trüben Erfahrungen hat deshalb der Neichsverband sich entschlossen, es einmal mit neuen Wegen" zu versuchen, das kann er aber nur, wenn er von den Arbeitgebern in feinem Vorgehen nach Kräften unterstützt wird". Es wird dann entwidelt, wie sich diese Unterstützung zu be tätigen hätte, und zwar in zweierlei Form: " Die Herren Arbeitgeber übersenden der Berliner Hauptstelle des Reichsverbandes eine genaue Liste der bei ihnen beschäftigten Arbeiter mit voller Adresse... Auf Grund dieser Listen werden dann von der Hauptstelle aus alljährlich brei- bis biermal, also im Durchschnitt etwa alle Vierteljahre, an sämtliche in diesem Verzeichnis aufgeführten Arbeiter ein oder mehrere Flugblätter durch die Post versandt. Auf diese Weise würbe also jeder der in den Verzeichnissen aufgeführten Arbeiter mehrmals im Jahre durch die Bost int besonderen Umschlag belehrende Flugblätter erhalten. Da die Arbeiter teine allzugroße Briefforrespondenz zu haben pflegen, wird jede derartige Sendung bon ihnen sicherlich mit Aufmerksamkeit entgegengenommen und ihr Inhalt auch beachtet werden und zwar vermutlich nicht nur von den Arbeitern selbst, sondern auch von der Frau und der Familie. Um diese Flugblattverbreitung möglichst mannigfaltig au gestalten, wird von uns beabsichtigt, nicht auf einmal ein und Dasselbe Flugblatt an alle Arbeiter durch eine Sendung zu übermitteln, sondern es soll dies in einem fortdauernden Wechsel geschehen. Hierfür ein Beispiel: Ein Arbeitgeber beschäftigt 90 Arbeiter; alsdann erhalten im Monat Januar 80 dieser Arbeiter das Flugblatt Nr. 65 des Reichsverbandes, im Februar 80 Arbeiter das Flugblatt Nr. 70, die letzten 30 Arbeiter endlich im März das Flugblatt Nr. 103. Jm Monat April bekommen diese drei verschiedenen Schichten abermals brei verschiedene Flugblätter und sofort, so daß auf diese Weise die in einem Betriebe beschäftigten Arbeiter nicht nur alle drei Monate einmal ein Flugblatt bekommen, sondern in Wirklichkeit alle Monate eins. Denn es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die ersten 30 Arbeiter, die das Flugblatt Nr. 65 bekommen haben, dieses auch an die anderen 60 Arbeiter zum Lesen weitergeben werden, bie die Flugblätter Nr. 70 und 103 erhalten sollen und umgekehrt, so daß also auf diese Weise eine fortdauernde Bearbeitung der gesamten Arbeiterschaft durch aufklärende Flugschriften erzielt wird." iGenosse eine meint, wir hätten uns benken sollen, daß bas Berl. Tagebl" nur einen sehr furzen Auszug feiner Rede geben fonnte. Wir haben aber bereits in unserer Notiz darauf hingewiesen, bewußt und großzügig" charakterisieren, kostet natürlich schweres Diese neue Einrichtung, die ihre Erfinder selbst als„ aieldaß wir uns bei Genoffen, die an der Bersammlung teilnahmen, Geld, und in diesem Punkte scheint es beim erkundigten und die Auskunft erhielten, der Bericht bes B. T." fei Reichsverband zu hapern. Er ist, wie er flagt, I ei vollständig finngemäß. Die Mahnungen des Genoffen eine find ber finanziell nicht so gestellt wie die Sosial. also ganz fiberflüffig. Genosse eine bestreitet die Richtigkeit des Berichts; leider de motratie, bie alljährlich über millionen Auszug" feiner Rede spricht; wir hätten gewünscht, daß er diesen Kosten für seine neueste Erfindung nicht aus eigenen Mitteln benicht mit der genügenden Schärfe, da er nur von einem sehr knappen von Einnahmen verfügt". Er fann daher auch die Bericht doch als wesentlich unrichtig und entstellend streiten, deshalb sollen die Unternehmer, bei denen er ein großes bezeichnet hätte. Läßt ihn doch der Bericht sagen: Mit Straßen Interesse für die Förderung einer staatserhaltenden Gesinnung demonftrationen ist nichts zu erreichen, denn politisches Gewicht ihrer Arbeiter vorausscht, in den Beutel greifen und dem Reichshaben sie nicht"; also fast das Gegenteil von dem behaupten, was Richt gerade schmeichelhaft für die Justig war der Nachweis Genoffe Heine als Inhalt seiner Rede sfizziert. Aber auch die verband wenigstens die baren Portoauslagen ersetzen; denn sonst des Abgeordneten Büchtemann( frs. Wp.), daß in Hirschberg seit Aeußerungen, die Genoffe Heine gegen die Erfolgsmöglichkeiten müßte der Reichsverband jährlich Hunderttausende bloß für Porto 1906 nicht weniger als sieben Morde unentdeckt geblieben sind. der Straßendemonstrationen getan zu haben zugibt, waren unseres aufbringen", während für den einzelnen Arbeitgeber die in Frage Natürlich, wenn die Polizei und die Staatsanwaltschaft ihre ganze Erachtens in dieser Situation durchaus nicht am Plaze. kommende Summe sehr gering sein würde. Auch hierfür wire Aufmerksamkeit der Sozialdemokratie widmen, dann bleibt für ihre ein Beispiel angeführt: eigentlichen Aufgaben nichts übrig. Endlich sei noch erwähnt, daß Abgeordneter Gaffel( frs. Bp.) die unhaltbaren Zustände der Berliner Gerichtseinteilung, die fowohl für das Publikum als auch für die Anwälte biel Unbe quemlichkeiten zeitigt, zur Sprache brachte. Die Beratung wird am Freitag fortgefekt. Am Donnerstag fällt die Plenarsizung mit Rücksicht auf die Arbeiten der Wahlrechtskommiffion aus. Der Arbeitsplan des Reichstags. Der Seniorentonvent beriet abermals über die Einteilung der Geschäfte des Reichstags vor Ostern. Es bleiben dem Reichstag 17 Tage für die zweite Beratung des Etats. Vorgesehen sind vier Schwerinstage und für die ersten Beratungen vier Tage. Die sigungsfreien Tage werden sich bom 26. bis 28. Februar erstrecken. Es ist aber möglich, daß Ein ebler Antrag der Edelsten. hat folgenden Antrag eingebracht: Die tonfervative Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses Das Haus wolle beschließen, seine Geschäftsordnung dahin abzuändern, daß wirksame Bestimmungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung des Hauses und zur Einschränkung von Reden, welche Die Zeit des Hauses ungebührlich in Anspruch nehmen, getroffen werden." Das Pfui!" für Bethmann Hollveg hat die sonst so start nervigen Junker also doch nervös gemacht! Und daß sie längere Reden nicht hören mögen, das versteht sich auch; denn die Zeit viel besser verwenden. Sie felber aber haben nicht nötig, lange fönnen fie für Schlafen, Essen, Trinken, Jagen u. dergl. natürlich Reben zu halten. Sie pfeifen nur, und die preußische Re gierung tanzt! „ Ein Arbeitgeber beschäftigt 100 Arbeiter. Da der Reichsberband nicht bloß Flugblätter, sondern auch Flugschriften, und auch nicht immer nur ein Flugblatt, sondern in einzelnen Sen= dungen auch mehrere Flugblätter an die Arbeiter versenden will, muß er bamit rechnen, daß in den meisten Fällen jede Sendung 5 f. Kosten verursachen wird. Diese 5 Pf. will der Reichsverband von den beteiligten Arbeitgebern getragen sehen. Ein Unternehmer, der 100 Arbeiter beschäftigt, würde also dem Reichsberband zu zahlen haben 100 mal 4 mal 5 ist gleich 20 m. jährlich, eine gewiß recht bescheidene Summe, die in Anbetracht des großen und guten Zwedes die Herren sicherlich gern tragen werden." fich in nächster Zeit aus der großen Reichsverbandsfloate in Berlin Die deutschen Arbeiter können sich also darauf einrichten, daß eine Sintflut von journalistischen Schmutzleistungen über sie er. gießen wird. Altes Eisen! Die Schiffahrtsabgaben und das Ausland. ein Schwerinstag ausfällt, weil die sozialbemo Desterreichs, gegen die geplanten Schiffahrtsabgaben auf deut dem Bodensee verankerte schwimmende Ballonhalle des Die heftige Opposition des Auslands, vornehmlich Bekanntlich erwarb bas Reich im Herbst 1907 bie auf tratische Interpellation über die Aeuße fchen Strömen haben die Regierung bestimmt, an der Spike Grafen Zeppelin, die in der Folge dann als„ Reichs. rungen des Reichstanzlers im preußischen der legten Nummer der Nordd. Allgem. 8tg." folgende Er ballonhalle" bezeichnet wurde. Abgeordnetenhause gegen das Reichstags- flärung zu veröffentlichen: Graf Zeppelin erhielt die wahlrecht auf die Tagesordnung kommen wird. Für flärung zu veröffentlichen: Halle vont Retche mit 600 000 m2. bezahlt. Jetzt hat die Nachdem der Bundesrat zur Frage der Schiffahrtsabgaben Erbauerin derselben, die Firma Albert Buß in Wyhlen, das Reichsamt des Innern, dessen Etat am FretStellung genommen hat, wird der voraussichtliche weitere Verlauf die Halle zurückgekauft, angeblich auf Abbruch". Die Halle tug zur Beratung kommen soll, sind fünf Tage vorgesehen. dieser Angelegenheit in einem Teil der ausländischen Breffe lebhaft wurde nach Ludwigshafen geschleppt und dort demontiert. Die Zahl der Beratungstage ist beschränkt worden, weil jetzt erörtert. Dabei begegnen wir Ausführungen, die von der Vorstellung Wer sich wundert, daß sie in die sozialpolitischen Geseze Arbeitskammergeset, den wenigen Jahren ausgehen, daß die Reichsregierung zu einer einseitigen Lösung der schon unbrauchbar geworden sein sollte, dem sei gesagt, daß Hausarbeitsgefeß. Gewerbenobelle- einen Frage ohne Rüdficht auf bestehende Berträge mit ausländischen dies teineswegs der Fall ist. Die Firma Buß will Teil des Beratungsstoffes für das Reichsamt des Innern Staaten greifen fönnte. Derartige Vorstellungen find irrig. Bei die Halle nämlich in Frankfurt a. M. oder Baden- Baden fortnehmen. Außerdem wurde darauf hingewiesen, daß das der weiteren Behandlung der Schiffahrtsabgabenfrage ist nur der wieder aufbauen! Reichsversicherungsgefet noch eingebracht würde, Weg freundschaftlicher Verständigung gangbar." und daß darum beim Reichsamt des Innern über diese Ist es schon merkwürdig, daß das Reich, das immerMaterie eine Debatte nicht stattfinden werde. Ferner ist das während neue Ballonhallen aufrichtet, für eine noch brauchbare Neue Wege des Reichsverbandes. Rontroll gesetz auf die Tagesordnung zu setzen, so daß Halle teine Verwendung mehr haben sollte, so wird die Sache die Zeit im allgemeinen knapp bemessen ist und eventuell gialdemokratie scheinen nicht mehr den gewünschten Erfolg au man hört, was die Firma Buß beim Zurückkauf für die Die bisherigen Methoden des Reichsverbandes gegen die Go noch interessanter( namentlich für den Steuerzahler), wenn Abendsigungen vorgenommen werden. Bei dieser umfangreichen Geschäftstätigkeit wurde die Not- baben; denn er hat eine ganz neue umfassende Attion eingeleitet, Ballonhalle zahlte. Während sie dem Reiche nämlich 600000 wendigkeit eines provisorischen Ersages für um die Arbeiterschaft mit den journalistischen Fabrikaten der Mart tostete, erhielt die Baufirma diefelbe für 60 000 Mark den tranten 1. Präsidenten besprochen und geLiebertgarde zu überschwenimen. An die politisch zuverlässigen" zurück! Ueber eine halbe Million Mark hat das Reich bei wünscht, daß die konservativen für ihren erkrankten Bräst Unternehmer in ganz Deutschland ist, datiert Berlin, 11. Februar, biefem Geschäft also gewissermaßen in das Wasser des BodenPräfte und unterzeichnet: W. Liebert, M. d. N., und Dr. Bovenschen, ein fees geworfen! denten einen Ersatzvertreter stellen sollen. Wenn die Arbeiten Der aus dem Kieler Werftprozeß bekannte der Budgetkommission erfolgreicher find, dann wird nach dem Mundschreiben ergangen, worin der neue Plan auseinandergefeßt Herr Frankenthal wird vor Neib bersten, wenn er von dem der Budgetkommission erfolgreicher sind, dann wird nach dem wird. Es soll nämlich eine neue systematische Aufklärung der Geschäft hört, das ihm da aus der Nafe gegangen ist. Neben Neichsamt des Innern der Etat ber Marine beraten, darauf wählermassen im staatserhaltenden Sinne durch Flugblätter" ins den beiden älteren fostspieligen Geschwistern Militarismus" der Etat des Reichskanzlers und des Auswärtigen Amtes, Bert gesetzt werden. Mit unverhülltem Neid wird darauf hinge und Marinismus" kann sich anscheinend das jüngste reichsferner die Boft- und Reichsdruckerei, und schließlich die weiteren wiesen, in welch vorteilhafter Lage sich die Sozialbemokratie bei beutsche Produkt, der„ Aerismus", schon recht hübsch sehen der Verteilung von Flugblättern" befindet. Bei der großartigen lassen! Ob aber die deutschen Steuerzahler so ohne weiteres Heinen Etats. " damit einverstanden sind, ihr Geld auf diese Weise fliegen zu sehen, erscheint uns doch recht fraglich! Braustcuertarif und Kommunbrauereien. München, IS. Die SpezialdiSkuision über daZ Malzaufscdlaggesetz beschäftigte sich in der Hauptsache mit dem Steuertaris und den K o m m u n- brauereien. Bei der Gestaltung des Steuertarifs stand die Frage der Ab- w ä l z u n g im Vordergrund. Die Verteidiger der kapitalkräftigen Brauereien beurteilen die verschiedenen vorliegenden Sleuerlarife ganz besonders von dem Gedanken aus, ob sie geeignet sind, alle Brauereien zur Abwälzung zu zwingen. Es besteht näinlich in den Kreisen der Grosibraucr die Befürchtung, daß möglicherweise die Mittelbrauer und Kleinbrauer die Bierpreis- erhöhniig nicht mitmachen, die Abwälzung der Steuer auf die Konsumenten also vereiteln werden. AuS dieser Befürchtung heraus wurde auch der Antrag eines Zentrums- abgeordneten abgelehnt, der zirka 8000 Kleinbrauereien seine weitere Steuervergünstigung gewähren sollte. Es war nicht uninteressant, dag die bürgerlichen Parteien in ihrer großen Mehrheit gegen den Schutz der Kleinen stimmten, trotzdem die Freunde jenes Antrages besonders betonten, daß bei Nichtannahme Tausende von Kleinbauern zugrunde gehen müßten. Die sozial- demokratische Fraktion trat für denselben ein auch aus dem Grunde. weil sie jede Maßnahme unterstützt, welche die Erhaltung der alten Bierpreise ermöglicht.— Eine b»sondere Erscheinung im Braugewerbe Bayerns sind die K o m m u n b r a u e r e i e n in der Oberpfalz und den Franken- kreisen. Sie gehen auf alte Brau- und Schankrechte zurück. die auf bestimmten Häusern in der Gemeinde ruhen. Solche Brauberechtigte einer Gemeinde besitzen eine gemeinsame Braustätle, die von allen der Reihe nach benutzt wird. Ein Teil derselben schenkt das Produkt selbst aus, ein anderer Teil verkauft es an Schankwirte und ein dritter Teil konsumiert es in der eigenen Haushaltung. Solcher Braui echte werden in Bayern noch weil über tausend talsächlich ausgeübt; mehr als 3000 ruhen zurzeit. Die Kommunbrauereien oder Geuossenichaftsbrauereien befinden sich nicht nur auf dem Laude, sondern auch i» den Städten und besitzen hier vollständig modern eingerichtete Brauhäuser. Es galt nun. diesen Genossenschastsbrauereien eine kleine Ver- aklnstigung im Gesetze zuteil werden lassen. Wiederum erklärten sich die Beschützer der Großbrauereien gegen den vorliegenden Antrag, weil sie befürchten, daß auch die Genossenschafts- oder Komm»»- braver mit dem Bierpreis, der heut? noch vielfach pro Liier 20 Pf. beträgt, nicht in die Höhe gehen und fo die Abwälzung der Steuer erschweren oder unmöglich machen. Ein scharfer Koukurrenzkanips zwischen den Brauereien steht schon beute in sicherer Aussicht. München, 16. Februar. Die Kammer der Abgeordneten nahm mit 82 gegen 42 Stimmen das Malzaufschlaggesctz an. Protest der Schiffer gegen Stromzölle. Am Dienstag tagte in Kellers Saal in der Köpenicker Straße zu Berlin eine sehr stark besuchte Versammlung von Schiffseignern. Den einleitenden Vortrag hielt Rechtsanwalt OSkar Cohn. Der Referent setzte auseinander, daß die beabsichtigte Einführung von Schiffahrtsabgaben auf den natürlichen Wasserstraßen eine neue unerträgliche Belastung des kleinen Schiffsbesitzers bedeutet. Diese neue Abgabe würde für die Strecke Hainburg— Havelorh— Berlin für einen Kahn von 600 Tonnen mit 450 Tonnen Nutzlast 67,68 Mark betragen. Dazu kommen die bisherigen Lasten: 67,50 M. Schleusengeld und 10 M. bei leerer Rückfahrt. In Zukunft soll auch noch an zwei anderen Schleusen Gebühr erhoben lvcrden, so daß die Abgaben für einmalige Hin- und Rückfahrt zwischen Ham- bürg und Berlin insgesamt 200 M. betragen. Ein Schiffer, der diese Strecke jährlich 8— 9 mal zurücklegt, hat also 1600 bis 1800 Mark Abgaben zu entrichten. Daß der kleine Schiffer durch die Mehrbelastung, welche ihm jetzt auferlegt werden soll, ruiniert werden muß, ist klar. In anschaulicher Weise zeigte der Referent, daß eS die Agrarier sind, durch deren Politik und durch deren Ein- fluß auf die Regierung die Interessen der Arbeiter, der kleinen Gewerbetreibenden und auch der Schiffer auf das schwerste ge- schädigt werden. Der Sozialdemokratie müssen sich die Schiffer anschließen, wenn sie in politischer Hinsicht ihre Interessen gewahrt wissen wollen, und durch den Zusammenschluß in der Organi- sation der Kleinschiffcr können sie ihre besonderen Berufsinteresscn wahrnehmen. Daß die Ausführungen des Referenten volles Verständnis bei den Versammelten fanden, bewies der lebhafte Beifall, welcher ihm gespendet wurde.— Einstimmig wurde die nachstehende Resolution angenommen: „Die Versammlung erhebt den schärfsten Protest gegen die von der preußischen Regierung vorgeschlagenen und vom Bundes- rat angenommenen Schiffahrtsabgabcn auf den natürlichen Wasserstraßen. Die kleinen Schiffseigner, die sich ohnehin schon durch die hohen Kanal- und Schlcusenabgaben und dem in den kanalisierten Wasserstraßen bestehenden ungerechten Vorschleusen- recht in ihrer Existenz bedroht sehen, erblicken in dem jetzigen Vorgehen der preußischen Regierung, die alten, in den 60er Jahren als zu vakehrsfeindlich abgeschafften Stromzölle wieder neu einzuführen und auf ihr Gewerbe zu legen, den vollständigen Zusaminenbruch ihres ganzen Standes. Die Versammelten ver- kennen nicht, daß die Wasserstraßen zwecks ihrer Erhaltung und Verbesserung Opfer an Geld und Arbeit fordern, sie sind sich aber auch bewußt, daß nicht nur die Schiffahrt, sondern die gesamte Nation der Wasserstraßen bedarf, weshalb diese verpflichtet ist, für die Erhaltung und Verbesserung der Wasser- strahen wie anderer Kulturarbeiten zu sorgen. Die Versam- meltcn richten daher an die Mitglieder der gesetzgebenden Körperschaften das dringende Ersuchen, den Gesetzcutwurf zur Elnführung neuer Schiffahrtsabgaben abzulehnen." Polizeihauptmann Stephan beurlaubt. Polizeihauptmann Stephan, der Held der Polizeiattäcke an der Friedrichsgracht bei der Wahlrechtsdemonstration des Jahres 1908, neuerdings wieder viel in der Oeffentlichheit genannt wegen seines Auftretens nach der Ferrcrversammlung, ist bis zum 4. März beurlaubt worden. Am letzten Sonntag war er schon vom Dienst befreit. Gegen die F r e i s p r e ch u n g c n der anläßlich der Ferrer- Demonstration Angeklagten hat die Staatsantoaltschaft Berufung eingelegt. Gegen Polizcihauptmann Stephan und Polizeileute- nant A l t r o g g e hat Rechtsanwalt Dr. Rosenseld eine Straf- anzeige wegen Freiheitsberaubung und Be- k e i d i g u n g gestellt, es schwebt gegenwärtig gegen beide ein E r- mittclungsverfahren. Echt preuszisch. Der Regierungspräsident zu Potsdam hat unterm 30. Januar an die Kreisschulinspektoren folgende für die Lehrer bestimmte Verfügung erlassen, in der eS heißt: „Wenn es auch zu verstehen ist, daß die Regelung der Ge- Haltsfragen eine lebhafte Anteilnahme beanspruchte, so kann eS nicht die Billigung außerhalb der Lehrerschaft stehender Kreise finden, wenn zur Erreichung höherer Gehaltssätze die Mit- Hilfe solcher Gemeindevertrcter erbeten und zugesagt wurde, deren politische Stellung zu den erzieh- l i ch e n und st a a t l i ch e n Grundsätzen, wie sie ein Lehrer zu vertreten berufen ist, in direktem Gegensatz steht. Auch ist hier und da den Gemeindevertretern, die ab- Vcrantw. Redakt.: Richard Larth, Berlin. Inseratenteil verantM.�; weichend von der Mehrheit für höhere Ortszulagen gestimmt haben, der besondere Dank von Lehrervereinen ausgesprochen worden. Das ist namentlich in einer Gemeinde vorgekommen, in welcher eine sozialdemokratische Min- d e r h e i t für höhere Gehälter gestimmt hatte, als sie von der Gemeindevertretung bewilligt wurden. Dem Ansehen und der Würde der Lehrerschaft kann mit einem derartigen Verhalten nicht gedient sein. Schließlich müssen wir es entschieden mißbilligen, wenn die auf Erhöhung der Gehaltssätze zielenden Bestrebungen in der Presse der Oeffentlichkcit unterbreitet worden sind und zu einer abfälligen Beurteilung der Hallung der Gemeindelörperschasten geführt haben." Demnach dürfen die Lehrer nur auf dem sogenannten Dienst- Wege untertänigst um Gehaltserhöhungen nachsuchen. Dagegen widerspricht es nach den eigenartigen Begriffen des Potsdamer Regierungspräsidenten� ihrer Würde, wenn sie in der Presse ihre Forderungen öffentlich' vertreten, die Gemeinderäte dafür zu inter- essieren suchen und sogar solchen Gemeindevertretern, die für Ge- Haltserhöhungen der Lehrer stimmen, besonders wenn diese Ge- meindevertreter sozialdemokratisch gesinnt sind, nachträglich ihren Dank aussprechen. Gar sonderbar malt sich doch in den Kopsen mancher preußischer Bureaukraten die Welt. Bethmanns Aufwartung bei den Agrariern. Herr v. Bethmann, der im Reichstag so schweigsame, empfahl sich heute in einer längeren Rede, die er beim Festbankett des Deutschen Landwirtschaftsrats hielt, der Gunst der Agrarier. Er pries die agrarische Wirtschaftspolitik und versprach, an ihr fest- zuhalten. Dann benutzte er die Wohlgeneigtheit seiner Gönner, um eine Verteidigungsrede gegen die Kritik zu halten, die alle nicht hochagrarischen und konservativen Kreise an seiner Politik üben. Er versicherte, daß auch er wie der Landwirt Unverdrossen- heit, Ausdauer und Geduld dringend nötig habe. Etwas groß- sprecherisch meinte er: „All die Hagelschauer der Kritik, die auf mich niedersausen, machen mich nicht irre, wobei mir als Wetterschutz nicht so sehr der schon etwas abgetragene Mantel des Philosophen dient, den mir freundliche Mitmenschen immer � wieder um die Schultern hängen, als die Ueberzeugung, daß � mir die Pflicht gegen Kaiser und Reich zu handeln gebietet, wie ich handle." Tann versicherte er, daß er süddeutsches Wesen nicht miß- achte, daß aber Preußen stark bleiben müsse, um seine Stärke tn den Dienst des Reiches stellen zu können. Die Agrarier nahmen die Versicherungen ihres Funktionärs mit Freundlichkeit entgegen.— Die Handelsbeziehungen mit Kanada Wie aus Ottawa telegraphiert wird, hat der Finanzminister gestern im Parlament angekündigt, daß eine provisorische Regelung des Handelsverhältnisses zum Deutschen Reich bevorstehe. Ein allgemeiner Handelsvertrag werde wahrscheinlich folgen. *•# Montreal, den 16. Februar. Das handelspolitische Abkommen zwischen dem Deutschen Reich und Kanada ist gestern unterzeich- net worden./ Der mährische Landtag gegen die Schiffahrtsabgaben. Brünn, 15. Februar. Der Landtag nahm eine Resolution an, in welcher die Regierung aufgefordert wird, unter keiner Bedingung die Aufhebung der freien, durch inter- nationale Verträge garantierten Elbschiffahrt zuzulassen und unter keinem Vorwande der Erhebung von Abgaben auf derElbe, deren Einführung Deutschland zum Schaden der Industrie und des Handels von Oesterreich bcab- sichtige, z u z u st i m m e n. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Kassel wurden fünf bürgerliche Kandidaten mit einer Mehrheit von zirka 900 Stimmen gegen die Sozialdemokraten gewählt. Der Reichs- verband trieb ungeheuren Terrorismus und brachte damit das ganze Beamtenheer an den Wahltisch. So siegte denn auch die reichsverbändlerische Liste mit 5360 Stimmen über die sozialdemokratische, die 4480 Stimmen aufbrachte. frankmck. Eine Niederlage französischer Truppen in Zentralafrika. Paris, 16. Februar. Eine Depesche aus Dakar meldet dem Marineminister, daß am 4. Januar im Wadailand, drei Tage- Märsche von A b e ch e r entfernt, eine Abteilung französischer Truppen von dem Sultan von Massalat in einen Hinterhalt gelockt wurde und sehr beträchtliche Verluste erlitten hat. Nähere Mitteilungen sind sofort verlangt worden.— Nach einer Privatmeldung haben die französischen Truppen bei dem Kampfe im Wadailande drei Offiziere, darünter den Hauptmann Fiegenschuh, zwei europäische und acht schwarze Unteroffiziere sowie 102 Senegalschützen verloren. Die offizielle Darstellung. Paris, 16. Februar. Der Kolonialminister teilt mit: Hauptmann Fiegenschuh, der in Abecher, der Hauptstadt von Wadai, stationiert war, unternahm Anfang Januar einen E r- kundungsmarsch nach Massalat; er hatte 109 Senegalschützen und eine Anzahl anderer Leute unter zwei Leutnants und einem Sergeanten bei sich. Der Hauptmann war im Vertrauen auf einen Brief, den er vom Sultan von Tagedin erhalten hatte, der Ansicht, daß der Zug friedlich verlaufen würde. Die Kolonne wurde jedoch am 4. Januar unversehens in einem Hohlweg bei Abir Tauil drei Tagemärsche südöstlich von Abecher am Ued Kadja angegriffen. Der Feind, der hinter Felsen und Buschwerk ver- steckt war, vernichtete die Kolonne beinahe, da sie sich nicht wirksam verteidigen konnte. Nur acht Schützen und einige anders Leute konnten entfliehen. Es sind sofort Maßnahmen zur Verstärkung der Truppe in Abecher getroffen worden, um die Sicherheit der Posten zu gewährleisten und einer Wiederholung ähnlicher Vorkommnisse irt Wadai zuvorzukommen. Cnglancl. Der Sieger. London, 16. Februar. Im Unterhause erschien heute auch Josef C h a m b« r l a i n, um den Huldigungseid abzulegen. Chambcrlain war offensichtlich sehr schwach und das Gehen wurde ihm schwer. Sein Sohn Austen Chambcrlain und Viscount Mor- pcth stützten ihn. Der Sprecher beglückwiinschk Chamberlain zu seiner Rückkehr in das Unterhaus. K-iilUaticl. Sozialdemokratische Tumaabgeordnrte im Gefängnis. Am 1. Februar wurden die Abgeordneten der zweiten Duma, die Genossen Judin, Tschaschin.Petroff, Mironoff, Poliwanoff und Wagshanoff, die im Hocherratsprozeß gegen die sozialdemokratische Fraktion zur Zwangsarbeit ver- urteilt, aber bisher in den Petersburger Gefängnissen inter- n i e r t waren, vollkommen unerwartet mit dem Nachtzuge nach Wo- logda transportiert, von wo sie nach dem Katorgagefängnis Uh. Glocke, Berlin. Drück u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. BerlagSanstalt in Alexand'rowsk(in der Nähe von Jrkutsk) und von dort nach Screntin geschafft werden sollen. Den Dumaabgeordneten, Ge- nossen Tscheid sc, Belaus soff und Kusnotzoff wurde weder im Transportgefängnis noch am Bahnhof gestattet, von den Verbannten Abschied zu nehmen oder ihnen Geld zu überreichen. Der Konvoioffizier erklärte sich bloß bereit, ein„Almosen" für die ganze Gefangenenabteilung anzunehmen. So wurden die Er- wählten des Volkes in Nacht und Nebel, mit Ketten beladen, nach den sibirischen Marterhöhlen geschafft. Am 8. Februar wurden die Abgeordneten der zweiten Duma, Genossen Sesoff, Anissimoff, Kirienko, Beloussoff und B a t a n o f f nach Sibirien geschafft. fSrniland. Das Wahlergebnis. Helsingfors, 12. Februar.(Eig. Ber.) Die Wahlen liegen schon fast abgeschlossen vor; zwar bleiben noch etwa paar Tansend Stimmen aus, aber die kölinen das End- resultat nicht mehr ändern. Bis gester» nacht waren gezählt: für die sozialdeinokratische Arbeiterpartei 314 815 Stimmen, für die Alt« sinnen 173 056, für die Jungfinnen 113 000, für die Schweden 107 065, für die„Agrarer"(radikale Kleiiibauern) 53 291, für die christlichen Arbeiter 17 149. Es sind gewählt 86 Sozialdemokraten(im vorigen Landtage 84) 42(43) Altfinnen. 23(28) Jungfinnen, 26(25) Schweden, 18(14) Agrarer. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei hat alle ihre bisherigen Mandate behalten und zwei von neuem erobert. die Agrarer haben 4 und die Schweden 1 Mandat gewonnen; ver- loren haben die Alifinnen 6 Sitze und die christlichen Arbeiter einen. Das Fazit der Wahlen: Stärkung der Opposition gegen Rußland und erhebliche Schwächung der Altstnnen, der einzigen Partei im Lande, die zu eventuellen Kompromissen mit der russischen Regierung bereit ist. Symptomatisch für die Stimmung der Volksmassen ist der langsame, doch stete Niedergang der alt« finnischen Partei: sie hat starke Wurzeln. in der finnischen Bauern- schaft, und bei den herrschenden Gegensätzen hält sich zu ihr auch ein großer Teil der finnischen Bourgeoisie, sie ist vortrefflich organisiert und verfügt über eine bedeutende Preffe; sie führt eine rücksichtslose Agitation hauptsächlich gegen die Sozialdemokratie—, und doch wegen ihrer schwächlichen Haltung der russischen Reaktion gegenüber zerrinnt ihre Anhängerschaft mit jedem Jahre. In den ersten Landtag lMärz 1907) zogen die Altfinnen ein mit 59 Deputierten und 243 000 für sie abgegebenen Stimmen, in den vierten Landtag kehren sie zurück mit 42 Mandaten und 173 000 Stimmen. Dagegen sehen wir, daß die Jungfinnen trotz ihres verschwommenen sozial- politischen Programms sich behaupten und daß— neben der Sozialdemokratie— die Gruppe der radikalen Kleinbauern(«Agrarer") beständig an Einfluß gewinnt. Die Sozialdemokratie hat bei den jetzigen Wahlen recht gut ab- geschnitten. Der Kampfplatz war ja klar zu überschauen, für die sozialdemokratische Arbeiterpartei galt es nur, ihre Machtpositionen zu verteidigen, und um so mehr kann sie sich freuen, daß die Wahlen ihr noch neue Siege gebracht haben. Es ist wohl zu bedauern, daß die jetzt abgegebene Stimmenzahl— 315 000— nicht die Höhe der letzten Wahlen(337 685) erreicht hat, doch eine gewisse Müdigkeit hat sich doch bei den Wahlen in allen Teilen des Landes gezeigt. Es ist ja auch wirflich nicht zu verwundern, wo man in Finnland nach jeden 8— lO Monaten neue Wahlen vornehmen muß. Dabei finden die Wahlen im Winter statt, wo in unserem un- dicht bewohnten Lande die Wahllokale zuweilen nur mit großen Schwierigkeiten zu erreichen sind und wo ein bedeutender Teil der Arbeiterschaft fern von seinen Wahlbezirken bei den Waldarbeiten beschäftigt ist. Eine Stimmenabnahme haben diesmal alle Parteien zu verzeichnen und die Sozialdemokratie hat relativ am wenigsten verloren, so daß sie 40 P r o z. aller im Lande ab- gegebenen Stimmen für sich zählen kann. Und wenn wir die ein- zelnen Wahlbezirke vergleichen, so sehen wir. daß da keine Schwankungen vorliegen: die proletarischen Massen in Stadt und Land halten treu zur roten Fahne, die Partei hat in den letzten Jahren wirklich eine tüchtige AufklärungS« und Organisationsarbeit geleistet und die finnische Arbeiterschaft dem Sozialismus bleibend zugeführt. In fester Entschlosienheit wird die sozialdemokratische Fraktion den parlamentarischen Kamps für die Volksrechte auf- nehmen. Zu bedauern ist nur, daß einige der tüchtigsten Partei- genossen— so z. B. der frühere Vizepräsident Sirola. Kuusinen, W. Wuslyoki, Gylling— teils aus sachlichen, teils aus persönlichen Gründen ihre Kandidatur nicht wiederaufftellten und in dieser Session vom Landtag fernbleiben. Der neugewählte finnische Landtag ist jetzt wohl da» radikalste Parlament in der Welt, denn nirgends hat man eine so starke sozialdemokratische Fraktion. Dabei ist noch zu be- merken, daß die Gruppe der„Agrarer" beinahe in allen wichtigsten politischen Fragen mit der Sozialdemokratie stimmt und daß nach den jetzigen Wahlen die 86 Sozialdemokraten zusammen mit de» 18 radikalen Kleinbauern die Vi a j o r i t ä t im Landtage bilden. Hatte Stolypin mit seinem AuflösungSdekret im November wirk- lich das bezweckt, eine so entschieden oppositionelle finnische Volks- Vertretung aus den Wahlen hervorgehen zu lassen?.., Letzte Nachrichten und Depeschen. Beendigung des BergardeiterstreikS. London, 16. Februar. Nach einer W.-T.-B.-Depesche hat das Streikkomitee der Bergleute in Northumberland heute ein Rund- schreiben ergehen lassen, in dem der Streik für beendet erklärt wird, und alle diejenigen, die die Arbeit noch nicht wieder aufge» nommen haben, aufgefordert werden, in Unterhandlungen einzutreten, um eine Beilegung der Streitigkeiten zu erzielen. Das russische Reichsbudgct ohne Defizit. Petersburg, 16. Februar.(W. T. B.) Entgegen dem Voran- 'chlage des Finanzministers, der das Budegetdefizit auf 84 Mil- lionen Rubel berechnet, hat die Budgetkommission der Reichsduma die Bilanz des Reichsbudgets ohne Defizit mit 2 578 927 362 Rubel festgestellt._ Eröffnung des neuen Landtags. Petersburg, 16. Februar. Der finnische Landtag wird am 1. März eröffnet werden._ Ein Drama auf dem Meere. Lorient(Dep. Morbihan), 16. Februar.(B. H.) Das Sturmwetter dauert an. Ein unbekanntes Fahrzeug ist an der Mündung des Trinite-Flusses gesunken. Die Besatzung ist um- gekommen. Mordende Staatsgewalt. Saloniki, 16. Febr.(W. T. B.) Der zum Tode verurteilte b u I- g a r i s ch e Bandenführer D i n g a ist in Seres öffentlich durch den Strang hingerichtet worden, zwölf zu lebenslänglicher Straf, arbeit verurteilt« Bulgaren wurden noch Kleinasien verschickt. Maul Singer L- Co.. Berlin L W, Hierzu 3 Beilagen v.Unterhaltungsbl, Nr. 40. 27. Jahrgang. 1. Irilijf Ks JotiMrts" Inlinn Jlollisliliitt. Nonnerstag. 17. Febrnar 1910. Kcichstag. 37. Sitzung. Mittwoch, den 16. Februar, nachmittags 1 Uhr. Am BundesratStiicke: Dr. Delbrück. Ein schleuniger Antrag Dr. Ablag und Genossen(frs. Vp.s auf Einstellung eines gegen den Abg. Spethmann(frs. Vp.) schwebenden StrasverfahrenS für die Dauer der Session wird debattelos angenommen. Es folgt die erste ßeratutig des Entwurfes eines Zrbeitskammergefet-es. Abg. Dr. Will) Ich beschwöre alle Parteien der Rechten und der Linken, eine Einigung über diesen Punkt herbeizuführen. Leider ist der Einfluß des ZcntralvcrbandeS der Industriellen übermächtig bei National- liberalen, Rcichspartei und selbst bei den Dculschkonservativen. (Sehr wahrl bei der Wirtschaftlichen Bereinigung, den Freisinnigen, beim Zentrum und den Sozialdemokraten.) Wenn diese Parteien nachgeben, wird auch die Regierung nachgeben. Daher tragen die genannten drei Parteien die Verantwortung für da« etwaige Scheitern der Borlage.(Sehr wahr!) Die Arbeitskammern werden nicht bloß in den radikalen Kreisen der Arbeiterbewegun g gefordert. Wenn jetzt, 20 Jahre nach den Felmiarerlast'en von 1890, wiederum das Zustandekommen dieser Kämmern scheitert, so wird das in den Arbenerlreisen, die zu Kaiser und Reich halten, weit böiereS Blut machen als alle die Stenern, mit denen die Linke im Lande herum- krebst.(Lachen links.) Mögen Regierung und PaNeien der schönen Worte gedenken, die der Reichskanzler gesprochen hat: daß die Ein- ordnung der Arbeiterbewegung in die beutige Staatsordnung die größte und schönste Aufgabe der Gegenwart lei.(Lebhafter Beifall bei der Wirtschaftlichen Vereinigung und im Zentrum.) Die Diskussion schließt und die Vorlage wird an eine Koni- Mission von 28 Mitglieder» verwiesen. Es folgt die ertte Qeftmg des RauGarbeitogefctzco. Staatssekretär Dr. Delbrück: Das HauSarbeitSgesetz bildet einen Teil der Gewcrbeordnungsnovelle, die im vergaiigenen Jabre einer Kommisston vorgelegen hat. Es erschien zweckmäßig, diese Materie aus der Novelle herauszunehmen und zu einem besonderen Gesetz zu gestalten. Wir wäre» bestrebt, nach Möglichkeit den in der Kominission laut gewordenen Wünschen gerecht zu werden und haben auch in einer Reihe von Kragen unS in völliger llebereinstimmung mit den Anfichten der Kommiisio» bestmden. Die Kommisfion hat anerkannt, daß man auf diesem Grbiete nur schrittweise und vorsichtig vorwärts kommen kann und daß es erforderlich ist. gewiffe allgenieine Vollmachten zu geben, ohne zu westgehende Einzelbestimmungen zu treffen. Die Kommission ist nun der Meinung gewesen, daß der Entwurf den be- sonderen wirtschaftlichen Bedürfnissen der Heimarbeit nicht in hin- reichendem Maße gerecht wird und daß speziell die L o h n v c r h ä l t- nisse einer Regelung bedürfen. ES wurden Minimalköhne in der Heimarbeit verlangt und eS wurde gefordert, daß den Tarifverstägen zwingende Geltung gegeben würde. Würden die Verbündeten Regierungen diesen Wünschen entsprechen, so würden sie damir gleichsam in aller Stille eines der vielumstrittensten Prinzipien akzeptieren, nämlich die Frage bejahen, ob der Staat befugt sein soll, in den Arbeitsvertrag insoweit einzu- greifen, als es sich um seine Mitwirkung bei der Festsetzung der Löhne handelt. Dem stellen sich schwerwiegende prinzipielle Be- denken entgegen und auch außerordentliche praktische Schwierig- leiten. Wenn auf die englische Gesetzgebung hingewiesen wird. die im Vorjahre ein Gesetz über die Einseymig staatlicher Lohnlisten gezeitigt hat, so halte ich es für bedenklich. Einrichtungen, die in einem Staate nützlich sind, ohne weiteres aus die Verhältnisse eines anders organisierten Staates zu übertragen. Waö nun die Frage der Tarifverträge anbetrifft, so stehe ich denselben durchaus nicht unfreundlich gegen- über. Allerdings bin ich der Meinung, daß Tarifverträge keines- wegS ausschließlich ein Instrument des ewigen Friedens bilden, sondern sie stellen einen bewaffneten Frieden dar. Der Hauplwert der Tarifverträge liegt für mich darin, daß wir in der Lage find, eine Unmenge von Fragen für alle Teile nützlicher und zweck- mäßiger zu regeln als ohne sie. Ick erkenne also an, daß die Förderung der Tarifverträge wünschenswert ist, gebe aber zu, daß gerade auf dem Gebiete der Heimarbeit es schwer ist, zu Tarifen zu gelangen. Ich habe im Laufe des Winters eingehend erwogen, ob man etwa durch eine spezielle Gesetzgebung für die Heimarbeit die Gundlage sür eine behördliche Förderung des Tarifvertrages schaffen könnte, bin aber zu dem Ergebnis gekommen, daß eine solche Möglichkeit heute nicht vorliegt. Die Materie der Tarifverträge ist so schwierig, daß ich Bedenken tragen würde, sie bei dieser Gelegenheit zu regeln. Ich sehe aber in dieser zweckentsprechenden Entw-ckelung eine Reihe er- beblicher Vorzüge gegen den augenblicklichen Zustand und hoffe, daß Sie zu mir das Vertrauen haben werden, daß icv vor abem bestrebt sein werde, dein Torisvertrag für die Hausarbeit bald die Wege zu ebnen. Ich möchle Sie aber bitten, mit dieser Frage nicht diesen Gesetz- entwurf zu belasten, sondern ihn so zu verabschieden, wie er Jbnen jetzt im wesentlichen in Uebereinstimmung mit den Wünschen Ihrer Kommission vorgelegt worden ist. Ich bin der Ansicht, daß die Heimarbeiter ein dringendes Interesse an einer baldigen Verab- schiedung wenigstens dieses Gesetzes haben, das geeignet sein wird, eine erhebliche Reihe von Mißständen zu mildern, die in der Heimarbeit mit Recht zu beklagen find.(Bravo!) Abg. Dr. Pieper(Z.): Zwei Dinge bietet der Entwurf den HauSarbeitern. Einmal wird da?, was für Fabriken und gleich- artige Betriebe schon geschehen ist zum Schutze der Gesundheit der Arbeiter einschließlich der Beschränkung der gesundheitsschädlichen Dauer der Arbeitszeit, nun auch aus die Hausarbeit ausgedehnt. Noch mehr Wert legen wir auf die zweite Gruppe von Be- stimmungcn, welche den Versuch macht, die niedrigen Löhne in der Hausarbeit zu heben, wenigstens auf die Höhe, welche ein Existenz- Minimum garantiert. In der Frage, ob eine behördliche Festsetzung der Löhne zu billigen ist, stimme ich den grundsätzlichen Ausführungen des Staats- sekretärS zu, bemerke aber, daß in der Hausarbeit Elendslöhue herrscven, so daß eine behördliche Regelung hier eine NotstandSaklion ist, ohne welche eine Besserung der Lage der Heimarbeiter nicht möglich ist. Deshalb treffen die Einwendungen nicht zu. Wäre eine Hausarbeiterorganisation von innen heraus möglich, so könnten wir uns mit der Verrröstung deS Staatssekretärs, als er uns von den Lohnämiern ablenken wollte, zufrieden geben. Da das aber nicht der Fall ist. müssen wir auf der behördlichen Lohnregelung bestehen, und wir wiffen unS darin eins mit allen Sozialpolitilern.(Bravo! im Zentrum.) Abg. Henning(k.)(im Zusammenhang schwerverständlich, scheint die Vorlage zu empfehlen): In der vom_ Vorredner angeregten Frage der Lohnämter teilen meine Freunde die Anficht des Staats- lekretarS, doch bitten wir die Regierung, die Borlage an dieser Frage nicht scheitern zu lasten. Abg. Manz(frs. Dp.): Meine Freunde haben die Vorlage seiner- zeit freudig begrüßt, weil sie die Mißstände in der Hausindustrie anerkennen. Aber über die Art der Hilfe war man in der Kommission sehr geteilter Meinung. Die Gesetzgebung tan» auf diesem Gebiete leicht mehr schaden alS nützen.(Sehr richtig I bei den Freifinnigen.) Der Registrierzwang wird bekäinpit mit dem Hinweis auf die Damen aus befferen Ständen, die sich ihm nicht unterwerfen wollen. Diese Damen haben die Hausarbeit oft sehr nötig,(Sehr richtig! bei den Freisinnigen.) und in ihrem Interesse wird man mindestens verlangen muffen, daß die Polizei die Listen geheim hält.(Zustimmung bei den Freisinnigen.) Abg. Everling(natl.): Bei der Darstellung der Notstände in der Heimindustrie sind manche Uebertreibimgen mit unterlaufen. Immer- hin bedürfen die Mißstände der Einschränkung. Die Sozialdemo- kraten verlangen radikal das Verbot der Heimarbeit in der NahrungS- und Genußmittelbranche. Solchen starken Eingriff wird wohl keine andere Partei dieses HanseS befürworten. Wir alle scheuen polizeiliche Eingriffe in die Häuslichkeit; keineswegs darf man so weit gehen, lvie die Sozialdemokraten eS bei den Verhandlungen in der Kommission wünschten. man kann das auch gar nicht, wenn man nicht hinter jeden Heimarbeiter einen Scbutzmann stellen will. (Zustimmung bei den Nationalliberalen.) Alles in allein erscheint uns der Entwurf als eine geeignete Grundlage zu emeuter Kom- missionSberauing.(Bravo I bei den Rationalliberalen.) Abg. Schmidt-Berlin(Soz.): ES ist kein erfreulicher Zustand, wenn Heim und Arbeit der- Kunden werden. Die Heimstätte und die Arbeitstätte sollen ge- trennt sein.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Ein Heim, in dem die Arbeitsstätte aufgeschlagen ist, zeigt stets große Gefahren für die Gesundheit und die Entwicklung der Jugend. Da, wo die Arbeitsstätte ihren Unrat. Schmutz und Staub ablagert. kann ein schönes Heim sich nicht gestalten.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Vorredner polemisierte gegen unfern Standpunkt, in der j�aknmgsrnittettnduftm die Heimarbeit völlig zu verbieten. Wer gerade diese« Verbot halte ich für außerordentlich notwendig, und in seinem Fehlen sehe ich einen großen Mangel des vor- liegenden Gesetzentwurfes. Freilich ist dem Bundesrat ein Ausspreche» eines solches Verbotes überlassen, da er die Heimarbeit g a» z verbieten kann, wo erhebliche Gefahren für Leben und Gesundheit damit verbunden sind. ES kann kein erfreulicher und auch kein appetitliche Zustand sein, daß gewiffe Nahrungsmittel in der Heimarbeit hergestellt werden, wo jede Kontrolle fehlt. Das bedingt Gefahren nicht nur für den Heimarbeiter, sondern auch für den Konsumenten.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Sehen wir mtS die HeimarbcitSstätte eineS TabatarbeiterS an mit ihrer Staub- und Dunstentwickelung. so wird auch das kein Mensch kür einen erfreulichen Zustand weder in wirtschaftlicher noch in familiärer Hinsicht halten können. Diese Zustände haben sich erst allmählich entwickelt in oer Tabak- industrie und zwar gleichzeitig mit dein Herabfinken der Löhne. Noch in den 70er Jahren standen die Tabakarbeiter bezüglich ihrer Einkommeiisverhältnisse mit in erster Reihe, heute stehen sie auf der t i e f st e n Stufe, und die Erklärung dafür ist lediglich die ungesunde Entwickelung zur Heimarbeit, für die eine wirtschaftliche Rotwendig- teit nicht vorlag.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Eine derartige ungesunde Entwickelung müssen wir zu hemmen suchen. Unsere Hcimarbcitrrgrschgebung ist noch weit zurück hinter der miocrcr Lander. Frankreich, die Schweiz. England siitd uns weit voraus- gegangen. Das französische Gesetz geht sogar darauf auS, da» Zwifchenmeistertum auszuschalten! Würden wir hier 9 etwas Aehnliches beantragen, fo würden die bürgerlichen Parteien Auch das Mandat des fonservativen Abgeordneten v. Rap in lebhafte Entrüftung geraten.( Sehr tvahr! bei den Sozialdemo- hengst( Ost- und West- Sternberg) wurde von der Kommission fraten.) Die ungefunde Entwickelung der Heimarbeit ist darauf für ungültig ertlärt! zurückzuführen, daß die Arbeiterschutzgesetzgebung sehr schwer an fie herankann, weil jede Kontrolle in ihr unmöglich ist. Eine schöne Sauwirtschaft in den konservativen Kreisen! Zöllnerei und Agrarisches aus der Petitionskommission des Reichstags. Das vorliegende Gesetz ist nur ein Rahmengeset, das durch Bundesratsverordnungen und Polizeiverordnungen ausgefüllt werden soll. Und wenn ich das genügende Vertrauen zum Bundesrat hätte, so tönnte ich wohl sagen, daß mit der Ausfüllung dieses Von den Blockleuten wird jede Gelegenheit beim Schopfe geRahmens alles geschehen kann, was notwendig ist.( Sehr nommen, die eine Erweiterung der zolltariflichen Sperre und Fangs richtig! bei den Sozialdemokraten.) Aber an diesem Bertrauen fehlt taftif gewährleisten könnte. Man schonte bei dem großen Zolltarif es uns nach den bisherigen Erfahrungen. Schon in der jeßigen fifchaug entgegen dem Vorschlage des RegierungsentwurfsGewerbeordnung ist dem Bundesrat die Möglichkeit gegeben, für die die fleinen Fischer, indem man den Zoll auf ihr notHeimarbeiter weitergehende Verordnungen zu erlaffen. Aber er hat wendigstes Gerät auf 3 Mart herunterdrückte. bisher, obgleich die Bestimmungen schon eine ganz geraume Zeit einige deutsche Nefabrikanten, die eine Gr bestehen, nur in zwei Fällen davon Gebrauch gemacht: bei der höhung des Bolles auf Baumwoll- Fischnete erzwingen Konfektionsverordnung und der Tabaffabrikationsverordnung. Daher wollen! Schon im Sommer des vorigen Jahres find diese paar haben wir auch feinen Grund, in Zukunft von ihm umfaffende Fabrikanten mit ihren Argumenten vor der Petitionskommission Maßnahmen im Sinne dieses Gesetzes zu erwarten, und haben allen abgefahren, deren einstimmiges Votum auf Uebergang zur Anlaß vorzuschreiben, daß der Bundesrat solche Verordnungen Tagesordnung im Juli 1909 vom Plenum des Reichstags bes erlassen muß.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wie notwendig ein vollständiges Verbot der Heimarbeit ist, be weist die Tatsache, daß die Heimarbeit sich jetzt sehr stark der Zelluloidfabrikation annimmt, die bekanntlich außerordentlich feuergefähr lich ist. In dem Augenblick, wo das in der Wohnung vorhandene Zelluloidmaterial in Brand gerät, würde der ganze Raum mit explosiver Schnelligkeit in Flammen stehen. Wir haben ja schon große Brände in Belluloidfabriken gehabt. Also diese Heimarbeit muß verboten werden. Ebenso notwendig ist ein Verbot des Trudsystems, die Regelung der Lohnfrage. der Hausschlachtungen nur 1 242 462 Kilogramm tonfumiert worden gegen 1818 675 Kilogramm im Jahre 1908. Aus dem Aus land wurde zwar etwas mehr bezogen, aber unsere Fleischeinfuhr ist infolge der Zölle an und für sich nicht erheblich. Der Konium an Schweinefleisch, sowohl inländischem als ausländischem, belief sich im Jahre 1909 auf 1 254 529 Tonnen, während er 1908 1324 667 Tonnen betragen hatte. Jufolge des Bevölkerungszuwachies ging der Konsum aber auch von 1907 auf 1908 zurück, so daß sich für die legten drei Jahre ein fortlaufender Rüdgang ergibt. Kleinhandelspreise. Nach dem Durchschnitt von 50 Marftorten ergeben sich nach amt Das wurmte lichen Feststellungen folgende Kleinhandelspreise! ftätigt worden ist. Jezt erscheinen sie schon wieder mit dem uniche auf die enorme Bollerhöhung bon 8 auf 40 Mart. Januar 1909 1910 Steigerung 1 Kilogramm in Proz. Pfennig Weizenmehl Roggenmehl. 35 39 11,4 31 30 Weißbrot( Semmel) 50 54 8,0 Roggen- Graubrot. 30 33 10,0 Buder( harter) 50 53 6,0 Schweineschmalz( inländ.) 167 192 87,8 163 22,6 " ( ausländ.) 133 Der konservative Referent beabsichtigte, das letzte Votum des Reichstags unter Zuziebung eines Regierungsvertreters zu erschüttern. Der Vorsigende behütete jedoch den kaum erkalteten Beschluß des Reichstags und sicherte so bem Uebergang aur ages nicht bezahlen. Aber so lange es in Preußen fein besseres Wahlordnung eine große Mehrheit. Wenn das Volk die Wahl hätte, würde es solche Preise sicher Das gleiche Los war bedauerlicherweise einer Petition der recht gibt, und Wähler sich zu Hauf von den Liebesgabenpolitikern Berliner Fleischer- Jnnung beschieden, die ebenfalls einfangen lassen, werden sie auch die Geißel des Lebensmittelwuchers zum zweitenmal innerhalb 4 Jahren dem Reichstag die Not- verspüren. wendigkeit darlegt, die Grenzen für die Einführung des Schlachtviebes zu öffnen und die Hölle auf das den Heimarbeiter in wirtschaftliche Abhängigkeit von dem Arbeit lebendes Bieh herabzuseßen oder zu inhibieren. berichtet, hat sich am 11. d. M. in Frankfurt eine Elektro- Groß Der Effekt ist- Preiserhöhung. Wie die Frankfurter 8tg." geber bringt. Außerordentlich wichtig ist dann Es ist aus der Statistit der letzten 3 Jahre wiederum die Tatsache nach händler- Bereinigung tonstituiert. Diese Vereinigung, zu der bei der gewiesen, daß die deutsche Viehproduktion der Nachfrage nicht gewachsen Gründungsversammlung bereits eine Reihe erster Firmen ihren Die Regierung hat sich leider nicht dazu verstanden, Lohnämter ein- ft. Tatsächlich weist die Schaf und Rindbiehzucht( insbesondere Beitritt erklärt haben, soll die Wahrung der gemeinsamen Inter zuführen. Es sollen lediglich ohntafeln ausgehängt werden, die Kälberzucht) auch nach dem außerordentlichen Jahre 1906 wieder effen der selbständigen Großhändler in der elektrotechnischen Branche auf denen die Preise verzeichnet werden, die für bestimmte Arbeiten eine bedenkliche Abnahme auf. Darüber entstand nun in bezwecken. gezahlt werden! Wie soll aber fontrolliert werden, ob die Lohn- der Petitionskommiffion die übliche Auseinandersetzung mit dem Belebung im Außenhandel. Der Wert der deutschen. Einfuhr tafeln von den Unternehmern richtig geführt werden? Sehr bedauer- agrarischen Zöllnerblod. Als Korreferent malte der freitonservative lich ist, daß nicht die Bestimmung aufgenommen worden ist, wonach Siebenbürger die Seuchengefahr aus; er meinte naiv, es belief fich im Januar 1910 auf 681,09 Millionen Mart, der Wert für die Heimarbeit obligatorisch Lohnzettel und Lohnbücher ein- fönnte bei den Handelsabkommen nicht unter die jetzige Vereinbarung der deutschen Ausfuhr auf 542,8 Millionen Mart. Im Vorjahre be geführt werden müssen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) herabgegangen werden. Referent Sommer( frf.) beantragte die Ueber- trug die Einfuhr 616,2, die Ausfuhr 466 Millionen Mart. AußerGegen die Lohnfommissionen hat sich auch Herr Manz gewandt. weifung der Petition an den Reichskanzler zur Berücksichtigung, dem wurden für 13,9 Millionen Mark Edelmetalle ein, für Die 6.6 Millionen Mark ausgeführt gegen 14,8 und 22,5 Millionen Mart Wenn man sagt, das englische Beispiel beweise nichts, man müsse wobei er von sozialdemokratischer Seite unterſtügt wurde. erft die Erfahrungen mit dem neuen Gefez abwarten, so verweise ich agrarische Richtung bestritt überhaupt das Vorhandensein eines im Vorjahre. darauf, daß in Australien und Neuseeland sich die Lohnkommissionen, Fleischmangels und schob die Schuld an der Verteuerung des Fleisches Zollkonflikt mit Ranada erledigt. Besprechungen wegen Bei die feit 1890 und 1895 bestehen, als außerordentlich segensreich für auf die Zwischenhändler und auf die Fleischer. Das Zentrum redete legung des deutsch- kanadischen Bollfonflifts haben zu einer Ber die Heimarbeiter erwiesen haben.( Sehr richtig! bei den Sozial fich heraus mit dem Hinweise auf den Vieh über schuß, den die ständigung dahin geführt, daß Kanada vom 1. März d. J. ab gegen demokraten.) Es wäre ein wirklich bedeutsamer Schritt nach vorwärts, bayerischen Werkaufsgenossenschaften feststellen können. Ein national- Gewährung von 25 Säßen des deutschen Konventionaltarifs die wenn in der Frage der Lohnregulierung die Regierung den Wünschen liberaler Abgeordneter teilte die Seuchenfurcht. seit dem Jahre 1903 bon den deutschen Erzeugnissen in Kanada er entgegenkäme, die heute in Heimarbeitertreifen fast allgemein geltend demokraten und liberale Linke). Mit 14 gegen 11 Stimmen wurde provisorische und dazu bestimmt, das Zustandekommen eines Handels Der Antrag des Referenten erhielt nur 7 Stimmen( Sozial- hobene Surtag von 331/ Broz. aufhebt. Diese Verständigung ist eine Man hat nun gefagt, die Heimarbeiter sollten Tarifverträge der junkerliche Antrag( lebergang zur Tagesordnung) angenommen. vertrages anzubahnen. Dementsprechend ist in der Vereinbarung beiden in freier Vereinbarung herbeiführen. In der Tat aber Teilen das Recht borbehalten, von derselben zurückzutreten, falls nicht in kommen insbesondere die Heimarbeiter, die zu den niedrigsten angemessener Zeit dieser provisorischen Verständigung ein definitiver Löhnen arbeiten, für die gewerkschaftliche Organisation fast gar nicht Vertrag folgt. Die deutscherseits Kanada eingeräumten Vertragsund Grassaat, Obst, Holz, Pferde, Rindvieh, Schafe, Fleisch aus fäge betreffen folgende Gegenstände: Getreide außer Roggen, Klee genommen Speck, Hummer, Schmalz, Mehl, kondensierte Milch, Kalzium- Karbid, Holzgeist, Leder, Schuhe, Holzmasse, Pappen. Die bestehenden veterinär- und sanitätspolizeilichen Bestimmungen werden durch die Ermäßigung der Bollsäge felbstverständlich in keiner Weise berührt. gemacht werden. Beamtenreisegelder. An Tagegeldern sollen erhalten: 1. Attive Staatsminister 35 M. 2. Beamte der ersten Nangklaffe 28 M. 3. Beamte der zweiten und britten Rangflaffe 22 M. in Frage. Wir müssen also darauf bestehen, daß auch jetzt wieder foften der Staatsbeamten zugegangen. Der Entwurf sieht folgende Dem Abgeordnetenhause ist jetzt der Entwurf über die Reisein der Kommission der Versuch gemacht wird, die Regelung der Lohnverhältnisse in der Heimarbeit durch Lohnämter oder Säge vor: paritätische Kommissionen durchzuführen. Wo Akkordtarife nicht möglich find, müssen Minimallöhne festgelegt werden. Die Heims arbeit hat doch jedenfalls größeren Anspruch auf Lohnfestsetzung durch Zwangstarife als die Millionäre der Kaliindustrie, denen gegenüber man dieses Prinzip anerkannt hat.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Auch in dem Entwurf der Reichsversicherungsordnung ist das Prinzip der Lohntarife auf Zwangsgrundlage anerfannt. Allerdings nicht für Arbeiter, sondern für die Aerzte. ( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn das dort keine Schwierigkeiten macht, warum folle es für eine in fo elenden Erwerbsverhältniffen lebende Arbeiterschicht wie die Heimarbeiter 4. Beamte der vierten und fünften Rangklasse 15 M. 5. Beamte, die nicht zu diesen Kategorien gehören, soweit sie bisher zu diefem Satz berechtigt waren, 12 M. 6. Subalternbeamte 8 M. Der Schiffsbau der Welt. Das Lloyds Register of British and Foreign Shipping" ver 7. Andere Beamte, soweit sie bisher zu diefem Satz berechtigt welt neu zu Wasser gelassenen Tonnage. Die Busammenstellung ist öffentlicht alljährlich die Ziffern der im lezte Jahre auf der ganzen waren, 6 W. nach Bruttoregistertonnen erfolgt( englische Registerton 2,8829 Rubikmeter). Bu Waffer gelaffene Tonnage in der ganzen Welt 8. Jm übrigen 4. Bu Waffer gelaffene Tonnage in der ganzen Welt 1892. 1898 1895 1904 1 358 045 1901. 2 617 539 1 026 741 1902. 2502 755 1894. 1 323 588 1908 2 145 631 1 218 160 1 987 985 1896. 1 567 882 1 331 924 1898. 1 898 848 2 121 738 1897 1899. 1900.. 2 304 163 1905.. 2514 922 1906 1907. 1908 2 919 763 2778 088 1 888 286 1909.. 1602 057 nicht möglich sein? Diefer wichtigste Bunkt des Heimarbeiter so werden ermäßigte Tagegelder gewährt und zwar für die Kate Wird die Dienstreise an demselben Tage angetreten und beendet, fchutzes muß auf jeden Fall in der Kommission hinzugefügt werden. fo werden ermäßigte Tagegelder gewährt und zwar für die Kategorie 1: 23 M., für 2: 18 M., für 3: 14 M., für 4: 10 M., für 5: ( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) 8 m., für 6: 6 M., für 7: 4,50 M. und für 8: 8 M. Abg. Kulerski( Bole): Das Leben des Heimarbeiters ist die Etatsmäßig angestellte Beamte, die vorübergehend außerhalb Hölle auf Erden.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Um ihres Wohnortes bei einer Behörde beschäftigt werden, sollen neben so mehr hoffen wir, daß endlich etwas Durchgreifendes zum Schutz der Besoldung die angegebenen Tagegelder erhalten; bei längerer und Nußen der Heimarbeiter zustande tommen möge. Aber, so sehr Beschäftigung bestimmt die vorgefeßte Behörde die Höhe der wir auch wünschen, daß Licht und Luft in die dumpfen Stuben der Tagegelder. Bei Dienstreifen erhalten an Fahrkosten für den StiloHeimarbeiter fommen möge, fo fönnen wir uns mit den erweiterten meter einschließlich der Kosten für Gepäckbeförderung der EisenbahnBolizeibefugnissen doch nicht ohne weiteres einverstanden erklären. und Schiffsstrecken die unter Biffer 1 bis 4 genannten Beamten Gerade wir Polen haben allen Grund, gegen alle Macht 9 Bf., wenn der Fahrpreis für die erste Klasse bezahlt ist, fonst erweiterung der Polizei mißtrauisch zu sein. Dem Verlangen, Lohn- 7 Pf.; die unter 5 und 6 angeführten Beamten 7 Pf., wenn der Die höchste jemals erreichte Rekordgiffer im Weltschiffsbau weift ämter einzuführen, fann ich nur zustimmen, denn die Hungerlöhne, Fahrpreis für die erste Klasse bezahlt ist, sonst 5 Pf., die übrigen 1906 auf. Es ergibt sich bei einem Vergleich mit 1892, daß der Schiffs. die das Licht scheuen, müssen an die Deffentlichkeit gezogen werden. 5 Bf. bau der ganzen Welt damals nur 46 Hundertteile von dem des ( Bravo! bei den Polen.) Für Fuhrwerksstreden werden bezahlt pro Kilometer 60 Bf. für Jahres 1906 darstellte. Die vorletzte Hochtonjunktur schloß 1901 mit Abg. Behrens( Wirtsch. Vgg.): Die Vorlage entspricht nicht die Beamten unter 1 bis 4, 40 Bf. für die Beamten unter 5 bis 6, einer Biffer von 96 Hundertteilen gegenüber 1906. In den fünf unferem Jdeal, aber sie bietet immerhin einen geeigneten Rahmen, 30 f. für die übrigen Beamten. Für Uebernachtungsorte werden Jahren ist der Weltschiffsbau also nur verhältnismäßig lang. innerhalb dessen hoffentlich etwas Brauchbares zustande kommt. außerdem an Tagegeldern gezahlt 1,50 m., 1 m. und 50 Pf. nach fam gestiegen. Seit 1906 ist die Biffer fortgesett gea Das Wünschenswerte ist sicher die radikale Trennung von Wohn- und derselben Klaffenabstufung. Haben die Beamten unter 1 bis 4 einen fallen. Der gesamte deutsche und der japanische Schiffs Arbeitsräumen. Es fragt sich aber, ob sie sich zurzeit durchführen Diener mitgeführt, fo erhalten sie für ihn pro Kilometer 5 Bf. bau des Jahres 1909 zufammen ergibt nur rund 180 000 läßt. Es wird wohl möglich fein, in der Kominission wesentliche Bei gemeinsamen Reifen im Fuhrwert erhält der einzelne Beamte Tonnen. Die Ursachen des Ridganges liegen einmal in Verbesserungen in das Gesetz zu bringen; auch wir wünschen Lohn- für den Kilometer 30 Pf. dem Spekulationsbau an Schiffen während der letzten Hochkonjunktur. ämter, tverden aber unsere endgültige Stellung zum Geseze nicht Die Fahrkosten werden für Hin und Rückreise besonders be- 8um anderen hat der außerordentlich große Waren- und Baffagiervon deren Einführung abhängig machen.( Beifall rechts.) rechnet. Für Geschäfte am Wohnorte werden Beamten verkehr einschließlich Auswandererverkehr mit zum Bau neuer Schiffe Der Gefeßentwurf wird an eine Kommission von 28 Mitgliedern feine Tagegelder gezahlt, auch dann nicht, wenn die Ge- beigetragen. Dann waren es die überfeeischen Kriege Buren berwiesen. schäfte im Umkreise bon ztvei Kilometern vom Wohnorte frieg, russisch- japanischer Strieg, Aufstand in Südwestafrika- die den vorgenommen werden. Beamten, die für ihre Dienstreifen Reedereien reichlich Beschäftigung und Gewinn aus TruppenPauschalbeträge erhalten, werden Tagegelder und Fahrkosten nur transporten, Kohlen- und Materialienbeförderung brachten. Auch gewährt, wenn sie Dienstgeschäfte außerhalb ihres Amtsbezirkes er- Dampferberfäufe an die friegführenden Mächte brachten neue Be Ledigen. Für häufig reisende Beamte fann die vorgesetzte Behörde dürfnisse an Schiffsraum. Der Rückschlag tam mit aller Macht erst Bauschalbeträge festießen. Beamte im Vorbereitungsdienst erhalten 1908 weil im Moment des Konjunkturumschlages der AuslandsTagegelder und Reisekosten nur dann gewährt, wenn sie die Reisen verkehr zunächst noch zunahm. nicht lediglich zum Zwede ihrer Ausbildung unternehmen. Die Bestimmungen sollen mit dem 1. April 1910 in Kraft Hierauf vertagt sich das Haus auf Donnerstag 1 hr ( Toleranzantrag des Zentrums, eventuell noch No belle zur Gewerbeordnung). Schluß 7 Uhr. Parlamentarifches. Zwei konservative Reichstagsmandate kassiert! treten. Die Wahlprüfungskommission des Reichstags beschäftigte sich ant Mittwoch mit der Nachprüfung der Wahl in Mühlhausen- Langenfalza. Die vorgenommenen Erhebungen ergaben in den meisten Aus Industrie und Handel. Fällen die Bestätigung der im Wahlproteft gerügten ungefeßlichen VorRückgang des Fleischkonsums. tommnisse. Hauptsächlich find die gesetzlichen Bestimmungen über die Geheimhaltung der Stimmabgabe in mehreren Orten nicht innegehalten Verfolgen wir die Bewegung des Fleischkonsums auf Grund der worden. In einzelnen Orten haben die Wähler den Statistik der Schlachtvieh- und Fleischbeschau im Deutschen Reiche Isolierraum nicht betreten oder der Jiotierraum feit 1908, feit welchem Jahre zum erstenmal der Jahreskonium to ar ungenügend. Ferner haben in mehreren Wahllokalen resp. erfaßt werden konnte, rechnen auf Grund von Durchschnittsgewichten Isolierräumen Stimmzettel für den konservativen Kandidaten aus um und reduzieren den Koufum auf den Kopf der Bevölkerung die Stückzahl der gewerblich geschlachteten Tiere in Fleischgewicht gelegen. Die Kommission mußte daher in diesen Orten den Wahl- unter Berücksichtigung des monatlichen Bevölkerungszuwachſes, aft faffieren resp. die für den konfervativen Kandidaten abgegebenen fo erhalten wir folgendes Bild. Der Fleischverbrauch betrug im Stimmen von beffen Stimmenzahl abziehen. Die Berechnung Jahre: ergab aber, daß der konservative Abgeordnete Arnstadt dann nicht mehr die absolute Mehrheit der Stimmen befigt. Die Kommission erklärte daher die Wahl Arnstadt mit acht gegen fünf Stimmen für ungültig. 1905 1906 1907 1908 1909 Menge in Tonnen pro Kopf kg 2 299 594 2 259 342 2457 278 87,95 36,91 39,68 40,41 40,20 2 538 619 2561 783 In welchem Umfange die einzelnen Länder an der Gesamt produktion beteiligt find, veranschaulicht die folgende Tabelle: Großbritannien Deutschland von Amerila Japan Ver. Staaten Registertonnen 1892 1893 1 109 950 64 888 62 588 9 1894 NO . 1895 9 1896 W 836 383 1046 508 950 967 1 159 751 60 167 27 174 1 182 119 702 66 894 1897 952 486 87 786 103 295 139 728 84 877 184 175 3175 2 296 7.849 86 838 6 740 1898 1 367 570 153 147 178 250 11 424 1899. 1900 1416 791 211 648 224 278 6775 1 442 471 204 731 388 527 4543 . 1901 1 524 789 217 598 488 285 87 208 1902 1427 558 213 961 379 174 27 181 1903 1 190 618 184 494 381 820 84 514 1904 1 205 162 202 197 288 518 32 969 1905 1 623 168 255 423 302 827 31 725 1906 1 828 343 318 280 441 087 42 489 1907 1 607 890 275 003 474 675 66 254 1908 1909 207 777 128 696 304 543 209 604 59.724 52 319 929 669 Im Wahlkreise Mühlhausen Langenfalza hatte be991 066 fanntlich 1907 der zweimal gewählte freisinnige Abgeordnete EidDie Schiffsbauindustrie Großbritanniens, die in dem hoff die Wahl abgelehnt. In der Nachwahl war dann der Kon- Ganz besonders unerfreulich an der Entwickelung im Rekordjahr 1906 1828 848 Zonnen Schiffsraum baute( hier wie in fervative Arnstadt gewählt worden. Das Stimmenverhältnis Jahre 1909 ist der Umstand, daß die Abnahme ausschließlich auf allen Zahlen sind die Striegsschiffsbauten und die Schiffsbauten war in der Hauptwahl folgendes: Reichspartei 10 541, Frei- die Gestaltung des Schweinefleischkonsums zurückzuführen ist, der unter 100 Tonnen nicht mitgerechnet) stellte 1909 nur 991 066 finn 6117, Sozialdemokratie 6016 Stimmen. Bei der Stichwahl infolge der empfindlichen Preissteigerung auch in den minder günstiger! Der Rüdgang beträgt hier 60 Bros. In Deutschland ist außerordentlich scharf faut. Allmählich hat Schweinefleisch Tonnen fertig. Für Deutschland ist das Verhältnis noch uns erhielt der Freifinnige 14 112, der Reichsparteiler 11 118 Stimmen. bemittelten Haushaltungen dem Berbrauch anderer Fleischjorten auch der Spekulationsschiffsbau am meisten ausgebildet worden. Die - Bei der Nahwahl am 1. März 1907 erhielten: Ston- weichen müssen, aber immerhin spielt es doch eine sehr wichtige Bereinigten Staaten fahen erst 1907 ihren Höhepunkt im fervative 11 909, Freisiun 5990. Sozialdemokratie 5610. Rolle im Haushalt der arbeitenden Bevölkerung. Nun find aber Schiffsbau. 3 a pan zeigt das typische Bild des sich im kapitalisti im Jahre 1909 an inländischem Schweinefleisch ohne Berüidfichtigung fchen Frühling befindlichen Staates. Arnstadt war somit im ersten Wahlgange gewählt! A.WERTHEIM G. m. b. H. LEIPZIGER STR ROSENTHALER STRASSE ORANIEN- STRASSE Extra- Preise Donnerstag und Freitag WIRTSCHAFTS- ARTIKEL Schmortöpfe ohne Ring Kasserollen ohne Ring Emaillierte Geschirre 6 Grössen 40 Pf. bis 1.10 10 Grössen 20 Pf. bis 1.40 Kasserollen extra schwer 4 Grössen 60 Pf. bis 1.25 Wasserkessel für Gaskocher 5 Gr. 70 Pf. bis 1.40 Wasserkessel aus einem Stück Pfannen rund, mit Stie! Topfdeckel Fischkocher oval 6 Grössen 80 Pf, bis 1.80 5 Grössen 50 Pf. bis 1.10 6 Grössen 12 bis 50 Pf. Länge 45 cm 4.50 3 Grössen 1.20 bis 1.60 3 Grössen 60 Pf. bis 1.20 6 Grössen 40 bis 90 P! Reiskocher Milchkocher Kaffeekannen gerade Fleischschüsseln rund oder oval Gemüseschüsseln vierkantig 25 bis 45 Pf. 3 Grössen Küchenschüsseln flache, 6 Grössen 20 bis 50 PE Teller flach oder tier Mehlschaufeln Essenträger Löffelbleche Scheuergarnituren Metallwaren Teemaschinen 4 Sorten 6.00 bis 9.50 2 Sorten 2.60 und 4.00 Teekannen Tantalusflaschen mit Schlüssel Weinkühler mit 2 Reifen Biskuitdosen 2.60 4.00 2 Sorten 1.75, 2.60 2.00 2.00 2,50 Salatschüsseln mit vernickeltem Rand Aschschalen mit Feuerzeug Tortenplatten mit vernickeltem Rand Eierservice Eierbecher innen vergoldet 4 Sorten 2.25 bis 4.00 45 Pf. Spirituskocher diverse Sorten 45 Pf. bis 1.20 Ascheimer Wannen oval 6 Grössen 90 Pf, bis 4.00 Wannen rund 4 Grössen 1.00 bis 2.25 Toiletteneimer m. Deckel 4 Grössen 1.75 bis 3.00 Wassereimer Burchm 28 cm hellblau 75 Pf. 63, 28 cm 4 Grössen 10 bis 18 Pf. 4 Grössen 15 bis 30 Pf. 10 Grössen 25 bis 90 Pf. 4 Grössen 1.00 bis 1.75 2 Grössen 1.60 und 2.00 4 Grössen 90 Pf. bis 1.40 Dekoriert 6 Grössen 60 Pf. bis 1.60 4 Grössen 30 Pf. bis 1.10 Wasserkrüge zur Garnitur Ein Posten 1.90 3.90 4 Grössen 55 Pf. bis 1.25 4 Grössen 30 bis 60 Pf. Schüsseln flach 9 Grössen 40 PL. bis 1.10 4 Grössen 30 Pf. bis 1.00 Wassereimer mit Deckel Waschschüsseln gross 2 Grössen 2.10 bis 2.40 Kaffeekannen Milchtöpfe gebaucht] Milchtöpfe gerade Sahnengiesser Maschinentöpfe 30 Pf. Toiletteneimer mit Deckel und Rohrbügel Waschgarnituren feil. 8.50, 10.00, 13.00 1.75, 2.25, 2.50 Hill- Glühkörper für stehend Licht, grosse Haltbarkeit 40 Pf. Gaskocher viereckig, 3 Brenner Tabletts diverse Sorten, 6.50 6 Preislagen 2.00 bis 6.00 Bürsten Kleiderbürsten Kopfbürsten Hutbürsten Möbelbürsten Schneehühner LEBENSMITTEL 85 Pf. Junge Schoten extrafein Junge Schoten IV Schoten u. Karotten Karotten 1 Dose 90 Pf. / Dose 36 Pf. 1, Dose 58 Pf. 1/ Dose 45 Pf. Dose 1.45 Dose 1.10 Dose 1.05 % Dose 70 Pl. 12 Sorten 60 Pf. bis 4.00 3 Sorten 60 Pf. bis 2.50 3 Sorten 30 Pf. bis 1.00 Sorten 90 Pf. bis 2.50 Haselhühner 1.25 Fleischwaren Feine Leberwurst Landleberwurst Pfund 95 Pf. Pfund 80 Pf. Pfund 90 PL Pfund 50, 70 Pr. Pommersche Gänsebrust Rollschinken 7 bis 9 Pfund schwer Zervelatwurst in Fettdarm Pfund 2.00 Pfund 1.30 Pfund 1.30 Salamiwurst nach italienischer Art Pfund 1.90 Pfund 1.00 Pfund 90 Pf., fett Pfund 85 Pf. Traubenrosinen Pfund 65 Pf. Knackmandeln Pfund 75 Pf. Karotten in Streifen Gemischt. Gemüse I Gemischt. Gemüse II Gemischt. Gemüse Konserven % Dose 26 Pf. Dose 90 Pf. Dose 60 Pf. 1 Dose 45 Pf. Stangenspargel I Stangenspargel III Bruchspargel I Bruchspargel ohne Köpfe Grünkohl Wirsingkohl Spinat Kohlrabi Reineclauden.../ Dose Essäpfel graue Reinetten.. Pfund 18 Pf. Mandarinen.. Kiste 25 Stück 68 Pf. Mandarinen .. Pfund 22 Pf. Kartoffeln neue französische Pfd. 18 Pf. Nur Leipziger u. 1/ Dose 65 Pf. Hirschfleisch Pfd. Dose % Dose 32 Pf. 32 Pf. 1/ Dose 38 Pf. Dose 28 Pf. Rücken 90, Keule 85, Blatt 55, Ragout 25 Pf. Renntierfleisch Rücken Pfd.85, Keule 75, Blatt 55, Ragout 30 Pf. Fleischrotwurst Rotwurst Schinkenspeck Speck mager Hühner..... 1.65, 1.80, 2.00 Poulets Rosenthaler Str.: FLEISCH U. FISCHE 1 MK. Pa. Ochsenfleisch Pid. 90 Pf., Knochen Roastbeef...... Pid. 95 Pf., Knochen 1.30 Rinderfilet.... Pfd. 1 Mk., ausgeschält 1.60 Gulasch Pfund 65 Pf. Frischer Talg 50 Pl. Gehacktes Fleisch...... Pfund 65 Pf. Kalbskeule u. Rücken 1.00, 1.20 Kalbsbrust..... Pfund 90 Pf. bis 1.00 Kalbskamm u. Bug Pfund 80 bis 90 Pf. geteilt Hammelkeule u. Rücken Pfund 80, 85 P ge- Pt. Dicke Rippe.... Pfund 70 Pf. Hammel- Dünnung...... Pfund 60 Pf. Schinken Pfund 80, Pökelkamm 85 Pf. Schweine- Kotelettes..... Pfund 1.00 Kamm und Schuft...... Pfund 85 Pf. Liesen und Rückenfett ´. Pfund 75 Pf. Kasseler Rippespeer Pid. 80, 85, 90 Pt. 1.95 Pfund 90 Pl Pl., Im Anschnitt 1,20 Lachs....... Pfund Schellfische.... Pfund 25 und 35 Pf. Kabeljau.... Pfund 20 Pf., im Anschnitt 25 Pf. Seelachs.... Pfund 20 Pf., im Anschnitt 25 Pf. Rotzungen Heilbutten..... Tafelzander..... . Pfund 70 Pf. Pfund 1.00 ... Pfund 90 Pf. Lebende Hummern und Forellen, Holländische Austern. Verantwortlicher Redakteur Richard Barth, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u, Verlageanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 40. 27. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 17. februar 1910. Gewerkschaftliches. guthaben ihrer Mitglieder zu erreichen, stellte die Gewerkschaft Bürgschaft in Höhe von 180 000 Dollars. = Streit im Kruppschen Betriebe. Die Kapitalisten sind sich denn auch ihres Sieges stolz bewußt, au Rheinhausen, wo in letzter Zeit mehrfach Lohnreduzierun Jm Betriebe der Kruppschen Friedrich Alfred Hütte wie schon dem Schlußplaidoyer des Anwalts der Firma Loewe 11. gen vorgenommen wurden, sollten am Montag abermals in einer Der amerikanische Butmacherverband zu Co. zu entnehmen war. Dieser meinte:" Die beiden Entscheidungen Abteilung, dem Hochofenwerke, Rohnabzüge vorgenommen 222 000 Dollar Boykottbuẞe verurteilt!( das Urteil im Prozeß gegen Gompers und die Entscheidung des werden. Dagegen erhoben die Arbeiter Widerspruch. Die Direk. Während die Schildbürgerei des amerikanischen Fleischboykotts, Bundes- Obergerichts im gegenwärtigen Prozeß) gewähren zu- tion ließ sich froß der Vorstellungen der Arbeiter auf nichts ein, der nur die kleinen Händler und Schlächter aus dem Geschäft sammen sowohl den Fabrikanten wie den unabhängigen(!) Ar- wie sie auch die Vorstellungen anderer Abteilungen, in denen Lohn beitern wirksamen Schutz; sie werden voraussichtlich in der sozialen abzüge borgenommen waren, ignoriert hatte. Die gewerkschaftlichen treibt und dadurch die Uebermacht des Großkapitals noch stärkt, und politischen Geschichte der Vereinigten Staaten dieselbe Rolle Organisationen sind so schwach im Kruppschen Betriebe, daß sie ohne von der Kapitalistenpreffe applaudiert wird und eine Gruppe spielen wie das im Taff- able- Falle ergangene Urteil des bri- glaubte die Direktion auch wohl, sich um die Vorstellungen nicht Einfluß auf die Gestaltung der Lohnverhältnisse bleiben. Deshalb mittelständlerischer Reformer in Washington gerade dabei ist, eine tischen Lordgerichtshofes seinerzeit in England." In dem letzten fümmern zu brauchen. Etwa 500 Sochofenarbeiter stellten darauf Organisation zur Boykottierung der Trusts im ganzen Lande zu Punkte wünschten wir von Herzen, der Kapitalsadvokat behielte die Arbeit ein. Die Arbeiter in der Kokereiabteilung, die erst vor etablieren, hat die schuftige amerikanische Klassenjustig ein Urteil Recht. Denn die geschichtliche Rolle der Taff- Bale- Entscheidung 14 Tagen mit Abzügen am Lohn beglückt waren, lehnten es ab, Aus produziert, das den Boykott als wirksame Waffe im Klaffenkampf bestand nicht zuletzt darin, daß sie ein politisches Erwachen der hilfsarbeit zu leisten, ebenso die Abteilung Brikettfabrik. Da indes der Arbeiter tatsächlich unmöglich macht und sogar das Streifrecht englischen Arbeiterklasse herbeiführte und ein Eingreifen der Ge- der Streit nur als ein sogenannter" wilder" bezeichnet werden in Frage stellt. Das Bundeskreisgericht in Hartford, Connecticut, sekgebung zugunsten der Arbeiter zur unmittelbaren Folge hatte. kann, so werden weitere Unterhandlungen wohl kaum etwas üben verurteilte am 4. Februar den Sekretär des Landesverbandes der Sutmacher, Martin Lawler, sowie 204 Verbandsmitglieder zur Bahlung von 222 000 Dollar( zirka 900 000 M.!) Schadenersatz an die Hutfabrikanten Loewe u. Co. in Danbury. Das Verdikt der Geschworenen hatte den der Firma durch den Boykott zugefügten Schaden auf 74 000 Dollar beziffert, aber der Richter machte flotten Gebrauch von einer gefeßlichen Bestimmung, die ihm erlaubt, die Berlin und Umgegend. Die Gewerbeordnungsnovelle und die Lohnbücher in der Kostümschneiderei. " 1 und die Bewegung wird im Sande verlaufen, wenn es nicht den Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaftlern, die zu vermitteln suchen, ge Tingen follte, ein fleines Bugeständnis zu erlangen und dadurch Wiederaufnahme der Arbeit zu erreichen. Ju der Schuhfabrik von Dregler u. Co. su Pirmasens haben wegen Lohndifferenzen sämtliche Zwider der Maschinenist fernzuhalten. von der Jurh ermittelte Summe zu verdreifachen. Die Verurteilung vor einiger Zeit zwischen den Vertretern der Arbeitnehmer und der abteilung und auch die Handzwider die Arbeit niedergelegt. Zuzug erfolgte auf Grund des famosen wendung auf die Gewerkschaften sich bei seinem Erlaß die per berfeste kapitalistische Phantasie nichts träumen ließ. Wie wir schon in Nr. 29 des Vorwärts" mitteilten, haben Arbeitgeber in der Kostümschneiderei Verhandlungen stattgefunden über die Durchführung des durch die Gewerbeordnungsnovelle notwendig gewordenen Fünfuhrfeierabends an den Sonnabenden und Der Prozeß zog sich seit sechs Jahren hin. Zuerst waren Vorabenden der Festtage. Eine Einigung war und ist in dieser Loewe u. Co. mit dem Bescheid, daß das Shermansche Anti- Trust Frage auch jezt noch nicht zustandegekommen. In einem Teil der gesez sich auf den Boykott nicht anwenden lasse, abgewiesen worden. Geschäfte ist allerdings die halbstündige Verkürzung der wöchent Darauf erwirkte die Firma eine Entscheidung des Ober- Bundes- lichen Arbeitszeit ohne Lohnabzug durchgeführt, wie es dem Sinne gerichts in Washington, die noch über das gegen Gompers gegerichts in Washington, die noch über das gegen Gompers ge- der Gewerbeordnungsnovelle entspricht. Aber der Arbeitgeberber fällte Urteil hinausgeht und das Boykottrecht der Arbeiter direkt band der Kostümschneiderei besteht darauf, daß die halbe Stunde durch Einschränkung der Baufen wettgemacht werde. Am Dienstag aufhebt. Es heißt da:" Tun fich Mitglieder von Arbeiterorganis beschäftigte fich nun eine außerordentlich zahlreich besuchte Ver. fationen zusammen, um Hutfabriken das vorhandene Absatzgebiet sammlung der Kostümschneider und Schneiderinnen, die den großen wegzunehmen, indem sie die Fabrikanten durch den Boykott an der Saal der Arminhallen füllte, mit dieser Angelegenheit. Der ReHerstellung von Hüten, die zum Versand nach anderen Staaten ferent Runze wies nach, daß gemäß den Bestimmungen des bestimmt sind, verhindern, oder indem sie den in anderen Staaten Tarif- und Arbeitsvertrages die Gewerbeordnungsnovelle ohne wohnenden Kunden der fraglichen Fabrik den Weiterverkauf der weiteres eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 52% Hüte unmöglich machen oder die Lust, mit den Fabrikanten in auf 52 Stunden ohne Lohnabzug mit sich bringen muß. Der Redner empfahl nun, zunächst einmal das Gewerbegericht als EiniGeschäftsbeziehungen zu bleiben, vergällen wollen, so bilden fie gungsamt anzurufen. Die Arbeitgeber hatten jedoch erklärt, daß sie eine Vereinigung zur Beschränkung des zwischenstaatlichen Han- einen ihnen nicht günstigen Schiedsspruch des Einigungsamtes nicht dels im Sinne des Anti- Trustgesetzes vom 2. Juli 1899. Nach annehmen würden. Unter diesen Umständen liege auch für die Sektion 7 des Gesezes sind die Mitglieder einer solchen Vereini- Arbeitnehmer gar kein Grund vor, für sich von vornherein den gung einer Verurteilung zum dreifachen Schadenersatz unterworfen. Schiedsspruch als bindend anzuerkennen. Der Redner führte ferner Der Schadenersaz kann von den durch die Verlegung des Ge- aus, daß mit den Arbeitgebern wiederholt über die Einführung sezes in ihrem Geschäft oder ihrem Eigentum geschädigten Per- der 2ohnbücher verhandelt worden ist. Aber den Arbeitgebern sonen auch dann eingeklagt werden, wenn das Geschäft der Ge- gefällt das Lohnbuch, wie es ausgearbeitet worden ist, nicht. Sie schädigten nur zu einem unwesentlichen Teil in dem Staate, in hatten offenbar gedacht, daß es eine Art Arbeitsbuch werden sollte, bas mißliebigen Arbeitnehmern gegenüber gleichfam als Steckbrief dem seine Firma ihren Sitz hat, durch das Vorgehen der Arbeiter bienen könnte. Das fertige Lohnbuch ist jedoch so beschaffen, daß es vereinigung beeinträchtigt wurde, oder wenn die Arbeiter, die sich eine Kontrolle über die Durchführung des Tarifvertrages bietet, zur Schädigung des Fabrikanten zusammentaten, selbst nicht im und das ist es, was denjenigen Arbeitgebern, die den Tarif nicht zwischenstaatlichen Handel tätig sind." Das Oberbundesgericht genau befolgen, nicht gefällt. Die Arbeitgeber haben gegen das wies die Sache an das Bundesgericht in Hartford zurück mit der Lohnbuch die Einwendung erhoben, daß ihnen die Ausfüllung allzu Anweisung, sich an obige Entscheidung zu halten. Die Folge war biel Arbeit mache, aber ihnen soll diese Arbeit gar nicht zugemutet das sensationelle Urteil vom 4. Februar. Bezeichnend ist die werden, sondern jeder Arbeiter und jede Arbeiterin soll diese EinArt und Weise, wie das Urteil in Hartford zustandekam. Der prüfen hat, ob alles stimmt. Die Arbeitnehmer werden beim Ginitragungen regelmäßig machen, so daß der Arbeitgeber nur nachzu Richter, Watt heißt der Mann, gab den Geschworenen eine ge- gungsamt auch darauf dringen, daß dem Tarifvertrag hinsichtlich bundene Marschroute. Er sagte ihnen, daß eine Verbindung der Lohnbücher volle Geltung verschafft wird. Mit der Einführung zur Beschränkung des zwischenstaatlichen Handels" ohne Frage be- der Lohnbücher wird bei mehreren Firmen eine Lohnerhöhung einstanden habe, und fuhr dann fröhlich fort:„ Sie( die Geschworenen) treten müssen, weil sie bisher die tarifmäßigen Löhne nicht zahlten. haben aber die unabweisbare Pflicht, die von mir ausgesprochene Deshalb wird es wohl hier und da zu Differenzen kommen. AußerUeberzeugung als Gesetz hinzunehmen und im vorliegenden Falle dem soll dafür gesorgt werden, daß der Tarifvertrag weiterlin bei einer Anzahl von Firmen durchgeführt wird, die ihn bisher anzuwenden." Der weise und gerechte Richter erlaubte den Ge- noch nicht anerkannt haben. Bei der Einmütigkeit der Kostüm schworenen nur, über die Höhe des Schadenersatzes zu bestimmen, schneider und Schneiderinnen wird es gelingen, dem Tarifvertrag in jeder Hinsicht volle Geltung zu verschaffen. die er dann verdreifachte! Natürlich werden die Hutmacher das Urteil anfechten, aber leider läßt bas bereits wiedergegebene Gutachten des Ober- Bundesgerichts ihnen wenig Aussichten. Auf Antrag der Verteidigung wurde die Vollstreckung des Rauburteils um 60 Tage verschoben. ,, Wenn die Entscheidung aufrecht erhalten wird," so führte der Hutmacherdelegierte in seinem Bericht in der Central Federated Union, dem gewerkschaftlichen Zentralförper New Yorks, aus, so wird sie aller zwischenstaatlichen( über einen einzelnen Staat der Union hinausgreifenden) Tätigkeit der Gewerkschaften ein Ende machen. Unsere Lage erscheint ziemlich dunkel, aber selbstredend werden wir Berufung einlegen und die Sache, wenn nötig, vor das oberste Bundestribunal bringen." Vorerst wird am 7. März ein Berhör vor Richter Platt erfolgen, wobei die Berteidigung einen Antrag auf Auckraftsehung des Verdikts„ wegen übertrieben hoher Schadenfestsezung" begründen werde. Ueberflüssig zu sagen, daß die Hutmacher hierbei einen gegen alle organisierten Arbeiter des Landes geführten Schles abzuwehren suchen, der, wie schon bemerkt, sogar das Streifrecht gefährdet und offenbar auf vollständige Wehrlosmachung der Gewerkschafte abzielt.„ Einst weilen," meint die" New Yorker Volkszeitung", sann noch nicht verboten werden, daß jemand die Arbeit einstellt. Aber ein Streifbeschluß ist auf Grund des Shermangesetes wahrscheinlich schon an sich eine Verschwörung zur Einschränkung des Handels", ist es aber ganz sicher, wenn etwas anderes verlangt wird, als was die Streifer ganz direkt betrifft, als beispielsweise die Entlassung von Nichtgewerkschaftlern, Beschränkung der Zahl der Lehrlinge usw. Ferner wird der Streit ungefeßlich, wenn in seinem Berlaufe etwas ungesetzliches geschieht, was auf Zusammenwirken von Streifern zurüdgeführt werden kann. Auch dann tritt das Shermangefeh ein." " Die Distusfion, die dem Referat folgte, bewies, daß die Anwesenden mit den Ausführungen durchaus einverstanden ware: 1. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Resolution an: Im Münchener Schuhmachergewerbe besteht seit 1907 eln Tarifvertrag, der bis 1909 Geltung hatte, dann ein Jahr weiter. lief, weil keine der Parteien ihn fündigte. Die Gehilfen haben jetzt den Tarif gekündigt und verlangen eine Rohnerhöhung, da der Verdienst äußerst gering ist. Nach Angaben der Innungsder Berdienst äußerst gering ist. Nach Angaben der Innungsfrankenkasse haben nur wenige Schuhmacher in München einen Tagesverdienst von über 3,50 M., der Durchschnittsverdienst beträgt 18,54 m. wöchentlich. Dazu kommt, daß die übergroße AnGehilfen verlangen 15 Bros. Lohnerhöhung; sie erklären sich zu zahl der Arbeiter auch die Furnituren ſelbſt ſtellen muß.. Die Unterhandlungen mit den Unternehmern unter Mitwirkung des Gewerbegerichts bereit. Ausland. Arbeitskonflikte in Desterreich. Das arbeitsstatistische Amt des österreichischen Handelsministe riums hat foeben die Statistik der Arbeitskonflikte im Jahre 1909 herausgegeben. Wir entnehmen die hauptsächlichsten Daten. Von den 617 Konflikten, die dem Amt zur Kenntnis kamen, liegen Daten über 515 vor. Davon waren 495 Arbeitseinstellungen und 20 Aussperrungen. Die von den Ausständen betroffe nen 1307 Betriebe beschäftigten 102 810 Arbeiter, von denen 59,1 Prozent die Arbeit einstellten. In 61 Proz. aller Streits war Unzufriedenheit mit den Löhnen die Ursache, in 13,7 Proz. Entlassung von Arbeitern, in 10,9 Proz. der Wunsch nach Berkürzung der Arbeitszeit. Ueber die Erfolge der Streits wird berichtet, daß 17,8 Proz. aller Streits mit vollem Erfolg endeten, 42,8 Proz. mit teilweisem, 35,4 Proz. ohne Erfolg, bei den restlichen 4 Proz. war der Ausgang unbekannt. Insgesamt stellen die erfolgreichen Streifs 60,6 Proz. mit 60,8 Proz. der Streifenden dar. Von den 495 Streiks kennzeichnen fich drei Viertel als Angriffsstreiks, 9 Proz. als Abwehrstreifs. Wenn die offizielle Statistik schon von Abwehrstreiks spricht, muß kann sich denken, daß in der Zeit der furchtbarsten Krise gewiß der Charakter des Kampfes schon äußerst unzweifelhaft sein. Man der größte Teil der opferreichen Streits die Folge von Provokationen der Unternehmer war, die selbstverständlich überall die Zeit des größten Standes der industriellen Reservearmee zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen auszunutzen bestrebt sind. Ueber die Aussperrungen wäre zu sagen, daß sie 588 Betriebe betrafen, die 16 216 Arbeiter beschäftigten und 12 813 babon aussperrten. Als Veranlassung der Aussperrungen wurden ange geben in 6 Fällen Streiks in einzelnen Betrieben, unzufriedenheit mit der Arbeitsordnung seitens der Arbeiterschaft in 2 Fällen, Bohnbifferenzen 6mal, Unzufriedenheit mit der Arbeitsdauer zwei. mal, eigenmächtiges Feiern am Weltfeiertag des Proletariats zweimal, passive Resistenz einmal. Bon den Streiks dauerten fast die Hälfte 1-5 Tage, 14,5 Prog. 6-10 Tage, 10,3 Proz. 11-15 Tage, 5,3 Prog. 21-30 Lage, " Die heute den 15. Februar cr. in den Arminhallen versammelten Kostümschneider und-Schneiderinnen nehmen von den wegen der Durchführung der Gewerbeordnungsnovelle durch den 5,5 Proz. dauerten 51-100 Tage. Unter den Aussperrungen finden Verband der Schneider und Schneiderinnen mit dem Verband wir je eine von 124 Tagen, von 150 und selbst 163 Tagen. Berliner Gewerbetreibender der Damenmaßschneiderei geführten Verhandlungen Kenntnis und erklären, daß sie dem von den Arbeitgebern gemachten Vorschlag, die Bausen am Sonnabend zu expeditionsarbeiter Wiens durch eine Reihe von Tarifverträgen, die türzen oder tvegfallen zu lassen, nicht zustimmen fönnen. Sie beauftragen daher die Ortsverwaltung, gemäß den Bestimmungen des Tarifvertrages, das Gewerbegericht als Ginigungsamt anzurufen. Weiter berurteilt die Versammlung das Verhalten der Arbeitgeber den Lohnbüchern gegenüber. Die Einführung der Lohnbücher ist durch den Vertrag zwischen den Parteien vereinbart und die Weigerung der Arbeitgeber, dieser Verpflichtung nachzukommen, muß als ein Verstoß gegen den Vertrag bezeichnet werden. Die Versammelten fordern daher die Einführung der bereits fertigen Lohnbücher und beauftragen die Ortsverwaltung, die hierzu erforderlichen Schritte zu unternehmen. Sollten die Arbeitgeber sich dennoch weigern, so lassen die Versammelten darüber feinen Zweifel, daß sie auch bereit sind, in derselben Weise wie der Vertrag erobert wurde, demselben Achtung und Geltung zu verschaffen." Achtung, Kleber! Die Sperre über den Bau Innsbrucker Straße 8, Unternehmer Gilberg, Bau Lorenz, ist hiermit aufgehoben. Der Tarif ist anerkannt. Es wird in Lohn gearbeitet. Die Ortsverwaltung. Deutfches Reich. Lohnbewegungen in der Steinindustrie. Erhebliche gewerkschaftliche Erfolge erzielten die Zeitungss ihre noch junge Organisation mit den Verlagen abschließen konnte. Als für die österreichischen Preßverhältnisse bezeichnend sei eine Vertragsbestimmung hervorgehoben, die eine bestimmte Entschädi gung für die Arbeit bei den zweiten Auflagen infolge Konfistation der ersten festsetzt. Die besten Arbeitsbedingungen bestanden schon vor der Tariffampagne der Arbeiter bei unserm Bruderblatt, der Arbeiterzeitung". " Die außerordentliche Gemeindehilfe für die Arbeitslosen in Kopenhagen. Die Stadtverordnetenversammlung von Kopenhagen hat am Montag mit allen gegen die Stimmen der Antisozialisten weitere 100 000 Stronen zur Unterstübung der Arbeitslosen bewilligt. Dies ist ein außerordentlicher Beitrag zur Unterstüßungsvereinigung, die, wie in anderen Gegenden Dänemarks die Freien Hilfs kassen, Leuten in bedrängter Lage Unterstützung gewährt, welche nicht die Folgen der Armenunterstützung nach sich zieht. Ais ordentlicher Beitrag sind für jene Vereinigung bereits 180 000 Kronen bewilligt und dazu kommt noch ein weiterer ordentlicher Beitrag von 120 000 kronen. Ferner hat die Stadt schon auf Grund des Notgefeßes vom 8. Mai 1909 ungefähr 250 000 kronen für die weitere Unterstützung der ausgesteuerten arbeitslosen Mitglieder der Gewerkschaften ausgegeben. Es kommt also eine Summe von 600 000 Stronen fommunaler Mittel zur Linderung des Notstandes heraus. Seinen Sinn erhält das Urteil von Hartford aber nicht nur durch die ungeheuerliche Höhe der verhängten" Buße" und die Be In den schlesischen Orten Bunzlau, Alt- Warthau, gründung, sondern auch durch den Umstand, daß es sich als die Rackwik und 2öwenberg haben etwa 400 Sandsteinarbeiter Der Bewilligung jener 100 000 Kronen, die der Magistrat vor Strönung eines organisierten tapitalistischen Komplotis gegen die den Bezirkstarif gekündigt. Die Steinmeßmeister verlangen nun, geschlagen hatte, ging eine scharfe Debatte voraus. Ein WortArbeiterklasse erweist. Wie die Verhandlung ergab, stedte die über daß die Tariffündigung zurüdgezogen werden soll, weil die Stein- führer der Antisozialisten meinte, daß es in keiner Weise Aufgabe das ganze Land verbreitete Anti- Boykott- Association dahinter, die industrie Rohnerhöhungen nicht mehr bertragen könne. Um die der Kommune sein könne, die Folgen der Arbeitslosigkeit zu be einen Prozeßfonds von Millionen Dollars angesammelt und auch Steinmeßen gefügig zu machen, find in Bunzlau Maffen- feitigen. Die dänischen Arbeiter hätten Geld genug gehabt, den Bemerkt sei, daß der" dummen und sinnlosen" Streit in Schweden zu unterstüßen. Nun diesen Prozeß bezahlt hat, bei dem die Kapitalisten sicher waren, entlassungen vorgenommen worden. auf ihre Kosten zu kommen. Denn es ist ja der Kapitalismus, der schlesische Sandstein beim Arbeiten sehr viel Staub entwickelt; sollten sie nicht kommen und Anspruch auf unser" Geld erheben. in demselben Sinne wie die Hutfabriken auch die amerikanischen 87 roz. der verstorbenen Steinmeßen im schlesischen Distrikt Die fozialdemokratischen Stadtverordneten blieben selbstverständ Gerichte betreibt". Weshalb 3. B. fein bürgerlicher Hahn danach fallen der sogenannten Berufskrankheit"( der Lungenschwindsucht) lich die Antwort darauf nicht schuldig und machten auch die Antifrähte, als der sozialistische Appeal to Reason" dem Chicagoer zum Opfer. Es ist somit ganz erklärlich, wenn die Steinarbeiter sozialisten darauf aufmerksam, daß es doch nicht ihr Geld, sondern höhere Löhne verlangen. das der Steuerzahler im allgemeinen war, das hier bewilligt Appellationsrichter Großcup, demselben, dessen Milde dem Deltruit Die Pflastersteinarbeiter und Kleinschlagschläger der Firma werden sollte. Wie der sozialdemokratische Bürgermeister Jensen die berühmte 29 000 000 Dollarbuße erließ, jüngst durch facsimilierte Siegheim in Wildemann stehen seit acht Wochen im bemerkte, war die Frage einfach die, ob einer großen Anzahl von Wiedergabe von Bettelbriefen an Eisenbahnverwaltungen ufw. ge. Streit. Die Arbeiter wollen eine 10prozentige Lohnreduktion ab- Notleidenden durch die Armenpflege geholfen werden, und meine Bestechlichkeit nachwies. Zum Programm gehörte es übri- wehren; desgleichen erstreben sie die Anerkennung des Koalitions- sie damit ihre Wahlrecht verlieren sollten, oder, ohne diese Folge, gens, daß bereits im Jahre 1904, als die Klage eingeleitet wurde, rechtes, denn Siegheim verlangt von den Arbeitern den Austritt durch die Unterstüßungsvereinigung. llebrigens kommen in diesem nicht nur das Verbandsvermögen, sondern in zahlreichen Fällen aus dem Steinarbeiterverband. Die Firma bietet alles auf, um Fall die bewilligten Gelder vor allem armen Witwen und uns Streifbrecher anzuwerben. organisierten Leuten zugute, nicht den organisierten Arbeitslosen, auch das pfändbare Privatvermögen der Hutmacher beschlagnahmt In Balduinstein( Bahn) stehen 32 Marmorarbeiter im so daß die Aufregung der Antifozialisten über das viele Geld, das murde, so daß die kapitalistischen Raubfrallen ihres Objekts voll- Streit. Die Firma Krebs maßregelte die ganze Vorstandschaft, die dänische Arbeiterschaft für den schwedischen Generalstreit auf tommen sicher sein dürfen. Um Freigabe der tonfiszierten Bantum die Arbeiterorganisation loszuwerden. gebracht hat, um so weniger am Blake war, Der große Mansfelder Streikprozeß. Das Urteil. Salle, 16. Februar.( Telegr. Bericht.) " Positive Arbeit für das Wohl der Stadt im besten Sinne| tigten Dachbeder allesamt zu dem Lohn von 80 Pf. für die Stunde war auch der unerbittliche Kampf der sozialistischen Stadträte gegen ein und sagt jedem von ihnen, daß die 2% Pf., die noch an dent die kapitalistischen Beutemacher, die vordem gute Tage hatten. Tariflohn fehlen, bei Lösung des Arbeitsverhältnisses ausbezahlt Demokraten und Republikaner, die Parteien, die in Amerika werden, vorausgesetzt, daß er fein Stümper ist. Bei dem Dachdecker die Intereffen der reichen Näuber"( ein von Roosevelt geprägtes. hatte sich im Laufe der Zeit bis zu seiner Entlassung am 29. JaDer Mansfelder Prozeß ist heute abend nach dreitägiger Dauer Wort) vertreten, hatten beantragt, der Eisenbahngesellschaft Chicago- nuar dadurch die Summe von 23,47 M. aufgesammelt. Diese zu zu Ende gegangen. Staatsanwaltschaftsrat Isleben hielt auf Milwaukee aus Steuerzahlertaschen einen neuen Tunnel zu bauen, zahlen, weigert sich die Firma. K. klagte darauf beim InnungsGrund der eingehenden Beweisaufnahme die Anklage wegen quali- der die Kleinigkeit von 400 000 Dollar foften sollte. Zu einer solchen schiedsgericht. Der Buchhalter der Beklagten hatte ihm, weil ec fizierten Landfriedensbruchs gegen zehn Angeklagte und wegen ein- Bewilligung ist nach dem Gesez eine Dreiviertelmehrheit der Stadt- jede Woche 82% Pf. Stundenlohn forderte und auf den Wochenfachen Landfriedensbruchs gegen zwei Angeklagte in vollem Um räte erforderlich. Da die sozialistischen Stadträte über mehr als zetteln auch verrechnete, auf eine Lohntüte die Notiz gemacht:" Die fange aufrecht, beantragte aber für sämtliche Angeklagte ein Viertel der Stimmen verfügen, waren sie start genug, den restlichen 2½ Pf. werden bei Lösung des Arbeitsverhältnisses ausdie zubilligung milberner Umstände. Gr wies in der Begründung seiner Anträge darauf hin, daß die Angeklagten Raubzug auf die Stadt abzuschlagen, so daß die Bahnmagnaten gezahlt." Das Schiedsgericht legte dem Beklagten dar, daß danach der Begründung seiner Anträge darauf hin, daß die Angeklagten ihren Biaduft felber bezahlen mußten. Die städtische Straßen- eine durchaus rechtsgültige Vereinbarung vorliegt und riet ihm, entweder gar nicht oder nur wenig vorbestraft feien, ferner aber beleuchtung stellte eine private Elektrizitätsgesellschaft, die un- die Forderung anzuerkennen. Dem tam Beklagter nach. darauf, daß es zu den schlimmsten Ausschreitungen noch nicht ge- geheuere Profite machte. Die Sozialisten beantragten die Errichtung temmen und daß Blut noch nicht geflossen sei. eines städtischen Elektrizitätswertes und erzielten wenigstens, Eine merkwürdige Lehrvertragsklausel. daß die Stadt nunmehr für die Straßenlampe nur noch 65 Cts. zu Der Vater des Maschinenbauerlehrlings B. Hagte gegen den zahlen hat, anstatt wie früher 1,10 Dollar. Auch dem„ Gehälter- Ingenieur Stortüm auf zahlung von 34,21 M. rückständiges Koſt grabsch" der höheren Beamten traten die Sozialisten mit Erfolg geld. Der Beklagte bestritt, etwas schuldig geblieben zu sein. Nach entgegen. Der Bürgermeister Rose befümmerte sich wenig um die dem abgeschlossenen und noch laufenden Bertrage sei er berechtigt, Stadt; er reiste statt dessen fortwährend im Staate umber, um für Feiertage und versäumte tunden Abzüge vom Koftgeld zu Reden für die Interessen der Brauereien gegen die Abstinenz- machen. Wenn der Kläger mit den Abzügen nicht einverstanden bewegung zu halten, die den Wirtshäusern fogar schon vor den war, so hätte er sie sofort monieren und nicht erst zwei Jahre lang Toren des amerikanischen Bier- Athens mit Hilfe der Gesetzgebung anstehen lassen sollen. Der Beklagte gab auf Befragen zu, daß der den Garaus zu machen sucht. Unsere Genossen bestanden darauf, Sohn des Klägers aus eigenem Verschulden Arbeitsstunden daß die Stadt dem Bürgermeister kein Gehalt zahle und für das nicht versäumt hat. Die Bersäumnisse sind hauptsächlich aus Geld Spielpläge angelauft würden. Troßdem sich eine Bewilligungs- Verkürzung der Arbeitszeit und der wegen des Fortbildungsschulmehrheit für den Bürgermeister fand, fab sich dieser doch moralisch unterrichts versäumten Arbeitsstunden entstanden. so schwer mitgenommen, daß er auf sein Gehalt verzichtete. So Das Gewerbegericht bezeichnete die Vertragsklausel als Es sprach dem Kläger bitter wie die fozialistischen Stadträte den Gehälterraub der höheren eine recht merkwürdige und ungültige. Beamten befämpften, haben sie aber andererseits für bessere Be- die geforderte Summe zu, weil derartige Abzüge vom Koſtgeld feineswegs zulässig sind. soldung der Arbeiter und unteren Beamten der Stadt gesorgt. der Arbeit der sozialistischen Minderheit im Rathause von Milwaukee Dies mag genügen, um Freunden und Feinden ein Bild von zu geben. Ihrem Wirken hat Milwaukee es zu danken, daß es heute den Ruf der bestverwalteten amerikanischen Stadt genießt." Berteidiger Rechtsanwalt Landsberg( Magdeburg) gab namens der Verteidigung gleichfalls seinem Bedauern über die Hettstedter Vorkommnisse Ausdruck, sprach aber auch sein Bedauern darüber aus, daß es zu dem Mansfelder Streif mangels jeden fozialen Gerechtigkeitsgefühls auf feiten der Mansfelder Gewert: schaft überhaupt kommen konnte. Die Verteidiger N.-A. Landsberg fowie R.-A. Wolfgang eine( Berlin) und R.-A. Dr. Müller ( Salle) leugneten die Tatbestandsmerkmale des Landfriedensbruches. für die Vorgänge vom Gewerkschaftsbahnhof bis zum Markte in Hettstedt. Bei den Vorgängen auf dem Markte in Hettstedt selbst hätten sich die Angeklagten aber nicht strafbar gemacht. Den Geschworenen lagen fast hundert Schuldfragen zur Beantwortung vor. Sie verneinten sämtliche Schuldfragen bei den angeklagten Bergleuten Schneider, Schröder, Süße und Fingel, bejahten aber bei den anderen Angeflagten die gestellten Schuldfragen: als Gewalttäter am Landfriedensbruch sich beteiligt zu haben. Das Gericht verurteilte daraufhin wegen schweren Landfriedensbruchs unter Bubilligung mildernder Umstände und wegen zahlreicher Nebenbergehen die Hauptangeklagten Lohse au einem Jahr Gefängnis und Regel zu einem Jahr einen Monat Ge. fängnis. Von den übrigen Angeklagten erhielten Bergmann Marczet neun Monate Gefängnis, Schäfer gleichfalls neun Monate Gefängnis, Häuer Kaczmaret acht Monate Gefängnis, Bergmann Bielert zehn Monate Gefängnis, Bergmann Bruhahn sieben Monate Gefängnis und Fabritarbeiter. frau Müller sechs Monate Gefängnis. Die Bergleute Schneider, Schröder, Schütze und Finzel wurden freigesprochen. Die erlittene Untersuchungshaft wurde den Angeklagten voll in Anrechnung gebracht. Das Gericht folgte bei allen Angeklagten den Anträgen des Staatsanwalts. Bei der Abmeffung der Strafe berücksichtigte das Gericht, daß die Angeklagten fehrerregt und gereizt waren und daß fie nach Ansicht des Gerichtshofs die Verführten waren! Sie waren aufgehetzt" gegen die Arbeitswilligen und müssen leider dafür büßen, daß fie sich zu strafbaren Handlungen haben verleiten lassen. Die bestehenden Haftbefehle wurden aufgehoben. Aus der Hochburg des amerikanischen Sozialismus. Aus der Partei. Parteiliteratur. Soeben erschien im Verlag der Wiener Wolfsbuchhand. Tung( Ignaz Brand u. Co.), Wien IV, Gumpendorferstr. 18: Dr. Otto Bauer, Die Teuerung. Eine Einführung in die Wirtschaftspolitik der Sozialdemokratie. Preis 80 Heller. Der Verfasser sagt in feinem Vorwort: In schweren Stämpfen hat sich die Arbeiterklaffe höhere Löhne erftritten. Ein großer Teil der Errungenschaften dieser Kämpfe ist aber heute durch die von Jahr zu Jahr fortschreitende Berteuerung der Lebensmittel gefährdet. Die Arbeiterschaft sieht die Lebenshaltung, die sie sich im gewerkschaftlichen Kampf erobert hat, bedroht. Keine andere wirtschaftliche Frage wird heute von Arbeitern und Arbeiterinnen so viel, so ernst, so lebhaft erörtert wie die Frage der Teuerung. Die Teuerung lenkt die Aufmerksamkeit der Arbeiter zunächst auf die Fragen der Wirtschaftspolitit. Eine Einführung in die Probleme der Wirtschaftspolitit, insbesondere der Bollpolitik, wird darum heute bielen Arbeitern willkommen sein. Berlegung des Lehrvertrages. Der Vater des Lehrlings W. flagte gegen die Firma Schüler u. Co., Fabrik elektrischer Apparate auf Bahlung von 9,17 m. rüdständigen Kostgeldes und 25 M. Kostgeldentschädigung. Das Lehrberhältnis ist von seiner Seite am 4. Dezember aufgehoben, weil die Beklagte sich um die vier allein arbeitenden Lehrlinge nicht befümmerte. Am 8. Januar hat er aber erst die Papiere erhalten. Behrlingen andere Arbeitsträfte nicht beschäf Die Beweisaufnahme ergab, daß die Beklagte neben den vier figte. Der Inhaber der Firma ließ sich selbst auch äußerst felten im Betriebe sehen, so daß es an jeder Anleitung und Aufsicht mangelte. Das Gewerbegericht erachtete dem Gesez entsprechend die AufLösung des Lehrverhältnisses für durchaus berechtigt und berurteilte die Beklagte bem Klageantrag entsprechend. Ausbeutung eines Ausgelernten. Beim Innungsschiedsgericht klagte am Dienstag der Klempner V. gegen den Klempnermeister Josef Schneider. Der Kläger hat 3½ Jahre beim Beklagten gelernt. Die Lehrzeit war am 15. Ja nuar 1910 abgelaufen.. Da es aber der Beklagte verfäumt hatte, ihn zur Anfertigung eines Gesellenstüdes anguhalten, verweigerte er ihm den für Junggesellen üblichen Lohn von 45 Pf. die Stunde, sondern zahlte ihm nur 18 M. Wochenlohn. Der Kläger lagte die Doch kann sich unsere Aufgabe nicht darauf beschränken, den Lohndifferenz von 6 M. pro Woche ein. Im Termin gab der BeEinfluß der Zollgesetzgebung, der Tierseuchengesetzgebung, der Ver- flagte zu, daß er mit den Beistungen des Klägers durchaus zufrieden war. Trotzdem wies das Innungsschiedsgericht die Klage ab, Wenn wir zeigen, tehrspolitik auf die Warenpreise darzustellen. wie der Staat die Warenpreise beeinflußt, so dürfen wir auch weil Kläger auf den Lohn von 24 M. feinen Anspruch machen die Grenzen dieses Einflusses nicht vergessen. So sehr auch die könne, da der Tarif, der diesen Lohnfah vorsah, erloschen ist und Teuerung durch Geseze und Berwaltungsmaßregeln verschärft ein neuer an feine Stelle nicht getreten ist. Die Entscheidung ist durchaus verfehlt. Nach dem Gesetz hatte In der„ New Yorter Boltszeitung" erstattet Genoffe wird, so liegen doch ihre lezten Ursachen in der Organisation der der Kläger Anspruch auf angemessene Bezahlung(§§ 612, 316 Rabberts Birken ber sozialistischen Stadträte von Mil- apitaliſtiſchen Geſellſchaft überhaupt. So tritt die Darstellung B. G. B.). Der Beklagte hätte eventuell darzulegen, daß der gewantee, Wisconsin, einen Bericht, der auch für die Arbeiter der Wirtschaftspolitik in einen breiteren Rahmen: in den Rahmen forderte Rohn ein unbilliger gewesen sei. Davon konnte schon mit anderer Länder von Intereffe ist, da er zeigt, daß der Sozialismus der Stritit der kapitalistischen Produktionsweise. Die Einführung Rücksicht darauf keine Rede sein, daß bereits für die frühere Zeit auch unter der troftlofesten Storruptionsherrschaft, die das bürgerliche in die wirtschaftspolitik der Sozialdemokratie wird auf diese Weise der geforderte Lohn tariflich als Mindestlohn festgelegt war. Parteiwefen hervorbringen fann, feine reinigende und gefundende einer Ginführung in einige wichtige Kapitel der Wirtschaftslehre Kraft bewährt. Der Bericht verdient um so mehr beachtet zu werden, des wissenschaftlichen Sozialismus eingegliedert. Gerade an der als Wisconsin der einzige Staat der Union ist, in dem die sozia- Tatsache der Teuerung, die heute von der ganzen Arbeiterklasse listische Partei über das rein agitatorische Stadium hinaus zur so schwer empfunden wird, können wir die Grundlehren der soziaJm nächsten Jahre findet in Dresden ein internationaler Kon Mitarbeit" in den geseggebenden Körperschaften gelangt ist, und liftischen Wirtschaftslehre am wirksamsten anschaulich machen. So hat unsere Darstellung zwei Aufgaben zu erfüllen: fie greß für Wohnungshygiene statt, der die Wohnungshygiene nach soll den Arbeitern das Verständnis der wirtschaftspolitischen der wissenschaftlichen und der praktischen Seite zu fördern sich zur kämpfe der Gegenwart erleichtern, aber auch die Erkenntnis der Aufgabe gesetzt hat. Der Kongreß wird, da er neben zahlreichen großen Aufgaben der Zukunft fördern. Sie will einerseits unserer anderen Songreffen im Anschluß an die in gleicher Zeit in Dres politischen Agitation, andererseits unserer Bildungsarbeit, der Pro- den stattfindende Internationale Hygiene- Ausstellung abgehalten wird, auf eine zahlreiche Teilnahme von Vertretern sowohl Deutschpaganda des wissenschaftlichen Sozialismus, dienen. lands wie des Auslandes rechnen dürfen. Den Vorsiz des Ars beitsausschusses hat Bürgermeister Dr. Mah( Dresden) übernommen. wenn die Mitarbeit unserer Genossen den alten Parteien noch wenig praktisch" erscheint, so hat doch noch feiner gewagt, fie mit den bürgerlichen Geschäftspolitikern und Spigbuben in einen Topf zu werfen. Genoffe Kahn führt folgende Bugeständnisse erzkapitalistischer Blätter an: Die Sozialisten haben mit der Durchführung ihrer Prinzipien, dadurch, daß fie ihre Parteiverfprechungen nie ber legten, die Politik in dieser Stadt verebelt."( Milwaukee Daily News.") Die reinliche Kampagne der sozialistischen Partei unferer Stadt hat ben anderen Barteien ein Muster gegeben, bas nachahmenswert ift."( Evening Wisconsing.") Die Sozialisten haben in den Gemeinderat einen Geist der Ehrlichkeit und Unabhängigkeit gebracht, der unbedingt notwendig war und der dazu half, dieser Körperschaft mehr Ansehen zu ver schaffen."( Freie Breß.") Und so weiter. Die Sozialisten Milwaukees erhielten Meine Darstellung ist aus Borträgen hervorgegangen, die ich im Auftrage des Wiener Unterrichtsausschusses in verschiedenen Arbeiterorganisationen gehalten habe. Ich habe mich bemüht, so gemeinverständlich zu schreiben, als es der schwierige Gegenstand erlaubt. Von wenigen Anmerkungen und Erkursen abgesehen, wird meine, Darstellung hoffentlich auch dem an ökonomische Unterfuchungen noch wenig gewöhnten Arbeiter verständlich sein. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. ,, unzüchtig". Dritter Internationaler Wohnungs- Hygiene- Kongres Dresden 1911. Aus der Frauenbewegung. Der Niederländische Dienstbotenverband, der am Sonntag zu Der Kampf ums gleiche Recht in Elberfeld. Leiden seinen Jahreskongreß abhielt, entfaltet mit seinen noch Die Glberfelder Stadtverordnetenversammlung hatte am aiemlich geringen Mitteln eine eifrige Propaganda für die Organi Dienstag nochmals zu entscheiden über die Frage, ob der sozial- lungen in Amsterdam, Rotterdam, Saag, Leiden und Schiedam. fierung der Dienstmädchen Hollands. Der Verband hat Ortsabtei bei den Stadtratswahlen bor sechs Jahren 8000 Stimmen, demokratischen Partei die Stadthalle zu Versammlungen zur Ber- lungen in Amsterdam, Rotterdam, Haag, Leiden und Schiedam. Das Verbandsorgan Ons Streven" erscheint allmonatlich. Auf bei den folgenden Wahlen waren es 15 000, und zehn von fügung gestellt werden soll, da der Oberbürgermeister Einspruch dem Kongreß wurde beschlossen, das Blatt zu. vergrößern, soweit fünfunddreißig gewählten Stadträten waren Einen Teil des Berbienstes an diesem Fortschritt wird dem Mit allen gegen 5 Stimmen hielt die Stadtverordnetenverfamm- beschlossen, eine Agitationsbroschüre herauszugeben, die mit einem fatholischen Kirchenfürsten von Milwaukee, dem Erzbischof Meßmer, lung ihren ersten Beschluß aufrecht. Nun soll die Entscheidung Umschlagbilde aus dem Dienstbotenleben geschmückt sein soll. Der der gerade rechtzeitig nach dieser Stadt kam und sich mit fromnem des Bezirksausschusses und eventuell des Oberverwaltungsgerichts Kongreß befaßt sich ferner mit der Frage der Sonntagsruhe für Gezeter über den Sozialismus einführte, zuerkannt. Genosse Bittor herbeigeführt werden. Der Oberbürgermeister berief sich auf den die Dienstmädchen. Die holländische Regierung beschäftigt sich Berger trat dem Manne Gottes entgegen, und dieser war in seiner Fall Summer in Stolberg, in dem das Oberverwaltungsgericht gegenwärtig mit einem Gesetzentwurf betreffend Verbot oder starke heiligen Einfalt unvorsichtig genug, sich in ein öffentliches Nededuell schon entschieden habe. Es wurde ihm von unserm Genossen Beschränkung der Sonntagsarbeit in den verschiedenen Berufen, Die Debatte, über die andé erwidert, daß in dem Kolberger Fall es sich um ein Dis- wobei die Dienstmädchen ausgeschlossen sein sollen. Auf dem Konmit dem sozialistischen Führer einzulassen. fämtliche Tageszeitungen Wisconsins berichteten, erregte die Auf- ziplinarberfahren gehandelt habe. Der Fall habe sich in Pommern greß war selbstverständlich nur eine Meinung darüber vorhanden, und zeitigte einen Einfluß zugetragen und sei schon alt; er könne nicht als maßgebend für den baß den vom frühen Morgen bis zum späten Abend ausgebeuteten merksamkeit des ganzes Staates auf die nächsten Wahlen, der Sr. Eminenz nicht gefiel. Elberfelder Fall erachtet werden. Dienstmädchen wenigstens ein Stüdchen Sonntagsruhe durch die Wie unsere Genossen ihre ersten Gemeinderäte wählten und Gefeßgebung garantiert werden muß. Man beschloß, in diesem wie diefe ihre Versprechungen einlösten, darüber erzählt Genosse Sinne eine fräftige Propaganda zu entfalten. Kahn: Als die Partei mit ihrem Programm vor die Wähler trat, wurde allenthalben gefagt: Ja, das ist ja alles ganz schön, Eine unzüchtige Schrift sollte nach staatsanwaltlicher Meinung aber two wollt Ihr das nötige Geld für die Reformen hernehmen? der Genosse Franz Feldmann bom proletarier aus Unsere Genoffen antworteten: Wir zwingen die reichen Leute, ihre dem Gulengebirge" zu 2angenbielau berbreitet haben. Steuern zu zahlen und verhindern Grabicherereien. Und die Wähler Das Landgericht Schweibniz hat ihn jedoch am 19. Oftober fchüttelten ungläubig den Kopf.- Staum hatten die erwählten v. 3. freigesprochen. Genosse Feldmann hatte einen Artikel Sozialisten aber ihre Bläge eingenommen, so hatten sie schon heraus über eine Frau in Bahern nachgedruckt, die in Manneskleidern gefunden, daß z. B. die Milwaukee Electric Railway u. Light Comp., geht. Es heißt darin: Was die Natur ihr versagt hat, hat sie sich Sie Milwaukees elektrische Straßenbahnen besitzt, feine Steuern an burch eine Gummiwarenfabrik herstellen lassen." Diese Stelle ist die Stadt zahlt, fondern einfach eine runde Summe Geldes hinter nach Ansicht der Staatsanwaltschaft unzüchtig(!). Genosse legt. Die Sozialisten begannen ihre Attacke. Das Resultat war, Feldmann erklärte, daß er darin den Charakter Unzüchtig nicht er daß die Korporation das erste Jahr 40 000 Dollar mehr als früher, blickt habe. Der Artifel sei nur wegen der darin zum Ausdruck das zweite Jahr 60 000 Dollar mehr ufw. berappen mußte, fommenden Komit aufgenommen worden. Der Artikel ist, wie es Ebenso erging es den Brauherren und den anderen Großindustriellen. im Urteile heißt, in derbkomischem Tone gehalten. Es sei wohl Auf diese Art tamen Millionen Dollar in die Stadtkaffe, anstatt möglich, daß der Angeklagte nur auf den fomischen Charakter geTaufende in die Taschen der kapitalistischen Raubpolitifer." Die achtet und die unzüchtige Stelle übersehen habe. Gegen das freis fozialistischen Stadträte sorgten natürlich auch nach Kräften dafür, sprechende Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Revision ein daß das Geld zum Wohle der Bevölkerung verwandt wurde und gelegt. Der Reichsanwalt erkannte an, daß der Mangel des Venicht wieder den Kapitalisten zum Raube fiel. Sie festen z. B. den wußtseins des strafbaren Charakters des Artikels einwandfrei festAnfauf einer großen Anzahl Parke durch, in denen Spiel- und Turns gestellt ist, er erblickte aber einen Mangel des Urteils darin, daß gelegenheit für die Kinder geschaffen wurde, und trugen auch durch nicht geprüft worden ist, ob nicht der Tatbestand der Fahrlässigkeit Errichtung einer großen Anzahl Badeballen mit heißen und falten nach§ 21 des Breßgesetzes vorliegt. Auch auf Unbrauchbarmachung Douchen und bequemen Schwimmbafsins, die start benutzt wurden, hätte erkannt werden dürfen. Das Reichsgericht war derselben dazu bei, daß Milwauke heute die kleinste Sterblichkeitsrate unter Ansicht, hob das Urteil auf und verwies die Sache an das Landallen amerikanischen Städten aufweist. gericht zurüd, Auch manche Verbesserungen für die öffentliche Schule haben die sozialistischen Stadtbäter erkämpft. Ein Antrag auf Verabreichung freier Mahlzeiten an die Elementarschüler wurde von der bürgerlichen Mehrheit niedergestimmt, deren einziges Argument die Besorgnis war, daß die proletarischen Mütter herumfaulenzen würden, wenn fie feine Mittagsmahlzeiten für ihre Kinder zu be reiten hätten". Soziales. Zariftreue. Einen Weg, tarifliche Abmachungen au umgehen, hat bie Firma Bartleib u. Schwarz verfucht. Sie stellt die bei ihr beschäf. Im Staate New York beträgt die Zahl der organisierten büt gerlichen Frauenrechtlerinnen 55 000, die Mitglieder einer großen Anzahl von Klubs find. Diese Klubs haben sich seit 1905 um 57 vermehrt. Die Mitgliederzahl betrug 1905 nur 3403. Die Präfidentin der Vereinigung für das Frauenwahlrecht im Staate News York machte diese Angaben und fügte hinzu, daß eine große Reihe von bürgerlichen Vereinigungen und Arbeiterverbänden, die insgesamt 580 000 Mitglieder zählen, sich für das Frauenwahlrecht in New York ausgesprochen haben. Die Frauen wollen am 9. März erneut bei der Staatslegislatur dahin vorstellig werden, daß das Wort„ männlich" aus der Verfassung für den Staat New York geEin Senator hat einen Gesetzesvorschlag eingestrichen werde. bracht, nach welchem vor den nächsten Staatswahlen im Herbst eine Spezialwahl für die Frauen vorgenommen werden soll, damit die & rauen selbst entscheiden, ob sie in ihrer Mehrzahl das Wahlrecht wünschen. Dieser Vorschlag wurde von den Frauenrechtlerinnen aber nicht sympathisch aufgenommen. Gerichts- Zeitung. Wie es auf einer Polizeiwache zugeht. Der Kriminalwachtmeister Gleisenring hatte sich gestern wegen Mißhandlung im Amte vor der 8. Straffammer des Landgerichts I zu verantworten. marca 11 chre alter Jangeners Strobolla hatte Vater und Mutter verloren und war von seinem Vormund, dem Schußmann Gustav Schulz bei einer Frau Frante in Pflege gegeben worden. Er betrug sich dort so, daß über ihn nicht zu flagen war. Da wurde der Frau Frante eines Tages eine Uhr gestohlen und die Bestohlene hatte den Jungen in Berdacht, der Dieb zu sein. Es sei hier gleich bemerkt, daß dieser Werdacht völlig haltlos war. Denn der wirkliche Dieb ist später ermittelt, Brausteuervorlage im Reichstage brach fast überall in Norddeutsch- faßte mich eine Welle. Ich empfand einen furchtbaren Stoß. und festgestellt worden, daß der Junge mit der Diebstahlsaffäre land ein Kampf zwischen dem konsumierenden Publikum und den Nach einigen Sekunden der Betäubung öffnete ich die Augen und nicht das geringste zu tun hatte. Als er aber von der Bestohlenen Brauereien, die den Bierpreis erhöhten, aus. In Berlin und befand mich in einer Art von Grotte an einem 30 Meter hohen, crnsthaft in das Gebet genommen wurde und auch der Vormund Umgegend beschränkte sich der Kampf in der Hauptsache auf steil abfallenden Felsen. Bei Tagesanbruch konnte ich die Grotte Echulz auf ihn einredete, gestand er unter Tränen ein, den Dieb- Flaschenbier. Die Arbeiter in den Brauereien hatten viel barstahl begangen zu haben und bezeichnete in einer Straße ein be- unter zu leiden, wenn es auch durch Abmachungen zwischen dem berlassen. Meine Verlegung schmerzte mich furchtbar. Ich hatte stimmtes Haus, in dessen Stellerfenster er die Uhr verborgen habe. Brauereiarbeiterverband und den Brauereten gelang. Ent- Hunger und Durst. Das Meer warf gerade zu meinen Füßen einen Der Vormund machte sich sofort mit ihm dorthin auf den Weg, man lassungen wegen Konsumrüdganges ber: Sad Kartoffeln aus. Nach zweistündigem Klettern gelangte ich auf suchte aber vergeblich nach der Uhr. Zu Hause gestand der Junge, hüten. Berschiedene Tarife wurden abgeschlossen und manche die Spize des Felsens, fchleppte mich nach einem im Tale liegenden Daß seine Angaben falsch gewesen seien, blieb aber bei seinem zu erbesserungen erzielt. 186 mündliche Berhand. Bauerngehöft und erklärte den Leuten durch Laut und Geberde, was geständnis, der Dieb zu sein. Das Geständnis widerrief er dann lungen mit den Unternehmern machten sich notwendig; tele- geschehen sei. wieder. Der Vormund walkte ihn durch und brachte ihn in Be- phonisch wurden mehrmals so viel Verhandlungen geführt, Die gleitung der Frau Frante nach dem zuständigen Bolizeibureau, Unternehmer waren bestrebt, die Zahl der Arbeiter zu beschränken Grubenunglück. Einer Meldung aus Kattowig zufolge stürzten wo er durch den jebigen Angeklagten einem Berhör unterworfen und benusten jede Gelegenheit, Entlassungen vorzunehmen oder die auf dem Ludwigsschacht der Ferdinandgrube Stohlenmassen ein und wurde. Hier widerrief er plöslich sein unwahres Geständnis und einzelnen Tarifpofitionen zu umgehen, daher die große Anzahl begruben unter sich mehrere Bergleute. Einer derselben wurde so sehr der Wachtmeister Gleisenring auch ihn zur Wahrheit er- der Berhandlungen, die zum größten Teil eine befriedigende Er- als Leiche geborgen, die anderen wurden zum Teil schwer, zum Teil mahnte es war mit dem Jungen nichts anzufangen. Der Wacht- ledigung fanden. leichter verlegt. meister glaubte, daß die Anwesenheit des Vormundes und der Die Tarifbewegung in den Berliner Lagerbierbrauereien Pflegemutter den Knaben einschüchtere und er schickte diese zunächst wird in einem Kapitel des Berichtes besonders behandelt. Schneesturm in der Eifel. Eine Meldung aus Trier besagt: nach Hause mit dem Anheimgeben, in 1½ Stunden wieder zu Schuldt machte der Versammlung in seinem Bericht über das Im Eifel- und Mofeltal herrschte gestern den ganzen Tag über Tommen. Dann beschäftigte er sich nochmals ernstlich mit dem lehte Vierteljahr noch bekannt, daß der Verein der Brauereien gewaltiges Schneetreiben. Der Verkehr nach vielen Gebirgsdörfern Jungen, der schließlich wieder ein Geständnis dahin ablegte: er ablehnend auf die eingereichte Tarifvorlage geantwortet habe, ist vollständig abgeschnitten, auch der Bahnverkehr ist sehr erschwert. habe die Uhr gestohlen und für 13 M. verkauft; von dem Erlös daß er aber zu Verhandlungen darüber bereit sei.. Zum Untergang der Lima" wird noch aus New York gemeldet: habe er 1 M. bernascht, die übrigen 12 M. habe er auf einem Blazz Ueber die Agitation im Berichtsjahre wird angeführt, Man ist bisher noch ohne Nachricht von den Schiffen, die der„ Lima" in der Nähe der Gleimstraße vergraben. Wachtmeister Gleisen- daß 4 Generalversammlungen, 4 gemeinsame Mitgliederversamm ring war nun erfreut, endlich ein volles Geständnis des Knaben Jungen, 20 Gruppenversammlungen, 21 Sigungen der Orts- zu Hilfe gefandt worden sind, da fie bisher bei der Jufel Huamblin zu haben und beauftragte den Kriminalschutzmann Gent, den verwaltung, 10 Vertrauensmännerbersammlungen, 61 sonstige noch nicht haben eintreffen können. Die Pasific Steam Navigation Jungen nach dem Platz zu begleiten und sich das Verstec des Sigungen( Einigungsamt, Rommissionen usw.) und 225 Betriebs- Company hat noch den Dampfer Quillue" nach dem Schauplatz der Geldes zeigen zu lassen. Herr Gent glaubte aber die Geschichte bersammlungen stattfanden. Die Agitation unter den Arbeitern Ratastrophe mit Rettungsapparaten abgefandt. Die Erklärung des von dem Bergraben des Geldes nicht und als er dem Knaben das in Weißbierbrauereien hat auch im Berichtsjahre lang- Stapitans der Hathuinet" läßt wenig Hoffnung. Es sind nunmehr Unwahrscheinliche seiner Angaben vorhielt, zog diefer wieder sein famen, doch stetigen Erfolg genommen. Das Ginigungsamt bereits fünf Tage verstrichen, feit der Dampfer die„ Lima" verlassen Geständnis zurück und bestritt den Diebstahl überhaupt. Als dann mußte in 10 Fällen auf Antrag der Ortsverwaltung zusammen hat und es erscheint faum möglich, daß das gestrandete Fahrzeug der Schuhmann Genz den Knaben nochmals vor den Wachtmeister Die Stellung des Brauereiarbeiterverbandes zu dem gegen die Wellen so lange hat ankämpfen fönnen. Alle Frauen und führte und ihm sagte, daß der Junge seine Aussage wieder geartellvertrag derjenigen Organisationen, welche in den Kinder, bie fich auf der„ Lima" befanden, find gerettet. wechselt habe, berließ den Angeklagten Gleisenring die Geduld. Brauereien Mitglieder führen, wird eingehend dargestellt und Er soll auf den Jungen zugesprungen sein, ihn geschüttelt und ihm das Verhältnis zu den Konkurrenzorganisationen noch besonders ein Paar Ohrfeigen verseht haben. Der Knabe tam mit geröteter, Von dem Arbeitsnachweis der Organisation ein wenig angeschwollener Bade nach Hause und erzählte seinem werden zurzeit 23 Betriebe bedient. 351 Stellen wurden im Bormund, dem Schuhmann Schulz, auf Befragen, daß ihn der Berichtsjahre vermittelt. Die Prozentsaseinstellungen" im ArWachtmeister geohrfeigt habe. Schuhmann Schulz fand dies un beitsnachweis des Vereins der Brauereien betrafen 11 Brauer erhört; er stellte zwar feinen Strafantrag, wandte sich aber an den und 34 andere Urbeiter, gegenüber 17 Brauern und 49 anderen befindliche italienische Dampfer„ Niggero" ist, wie aus Fiume ge Polizeihauptmann v. Arnoldi mit der Bitte, den Wachtmeister auf Arbeitern im Vorjahre. Die Verhandlungen zum Zwecke der Abmeldet wird, beim Leuchtturm Adria aufgefahren. Die Schiffsmann das Unzulässige seines Verfahrens aufmerksam zu machen. Haupt. schaffung des Prozentsabes sind nicht weiter gediehen. Rechtsschaft wurde in Sicherheit gebracht. mann v. Arnoldi hielt sich für verpflichtet, da hier ein Amtsver- chutz wurde vom Verband in 26 Fällen gewährt. gehen vorlag, die Sache weiter zu geben. So ist es denn zu dem nuhung der Bibliothek, die im Berichtsjahr 689 Bände auslieh, wird ben Mitgliedern warm empfohlen. Strafverfahren gekommen. Der Angeklagte, ein Mann, der eine 33jährige völlig makelloje dienstliche Vergangenheit hinter sich hat und dem von seinem Vorgefekten, dem Kriminalfommissar Schmidt, das denkbar beste 8eug nis gegeben wurde, bestritt entschieden, den Knaben geohrfeigt zu baben und behauptete, daß er ihn infolge des fortgefeßten Wechsels seiner Aussagen nur am Rodfragen gefaßt und geschüttelt habe. Der Anabe verblieb dagegen bei feiner Aussage und auch bez Striminalschuhmann Gent mußte zugeben, daß der Wachtmeister dem Jungen einen leichten Badenstreich verjetzt habe. Der Hausarzt des Angeflagten befundete, daß dieser ein herztranter Mann und Diabetiker sei, der infolge seines Zustandes eher wie ein enderer erregt werde.. Staatsanwalt Ludwig beantragte 150 M. Geldstrafe. Das Gericht verkündete durch Landgerichtsdirektor Lieber: Das Gericht hat den Angeklagten verurteilen müssen. Wildernd hat das Gericht seine tadellose dienstliche Bergangenheit, seine Herzfrankheit und seine Ueberlastung mit Arbeit an dem fritischen Tage erwogen. Andrerseits darf nicht berkannt werden, daß die Ermittelungen der Polizei im Vorverfahren die Grundlage Des weiteren Berfahrens oft bilden und es muß unbedingt verlangt werden, daß die Angaben der vernehmenden Polizeibeamten zu rerlässig sind und jeder Schein des Verdachts einer expreßten Aus sage vermieden werde. Das Amt eines Vollstreckungsbeamten ver angt Staltblütigkeit und Nuhe, und wenn die Gerichte stets bereit inb, die Vollstreckungsbeamten gegen Unbill zu schüßen, so muß auf ser anderen Seite auch demjenigen, der ein Polizeibureau zu betreten hat, nachdrücklich Schuß gegen unzulige Maßregeln gewährt werden. Der Angeklagte wurde zu 200 M. Geldstrafe event. 20 Tagen Gefängnis verurteilt. treten. erörtert. für Rranten. und Mart. Die BeErnente Ueberschwemmungsgefahr. Wie aus Paris gemeldet wird, find einige Straßen des Stadtteils Baffy von neuem überschwemmt. Mehrere Brücken in Varenne, Champigny und anderen Vororten drohen ebenfalls überflutet zu werden. Dampferunglück. Der von Gebenico nach Valencia unterwegs Ein Dampfer gefunken. Nach einer Meldung aus Grimstad ( Norwegen) ist der dänische Dampfer Cambodja, mit Stüdgut und olalabung von Frederikstad nach Südafrika, nachts bei Hesnaes der Besaßung. Ein Boot mit sechzehn der Schiffbrüchia untergegangen. Der Dampfer Activ rettete dreizehn Mann gen wird bermißt. Eine gefährliche Landung. Sie waren die Bahl von 4151, gegenüber 3899 Ende des Jahres 1908. Der Mitgliederbestand Ende des Jahres 1909 erreichte Bugang von Mitgliedern betrug im Berichtsjahre 944, der Abgang Der 687. Ueber die Kassenberhältnisse liegt eine genaue Abrechnung vor. Einnahmen und Ausgaben der Verbands= tasse bilanzieren mit 91 743,68 m. Unter den Ausgaben stehen 26 947,20 m. verzeichnet, für Unterstübung in Sterbefällen reicher Fahrt über die See find hier im Walde zwei Dresdener Arbeitslofsenunterstübung Aus Grangedal( Norwegen) wird gemeldet: Nach gefahren1370 m., für die Agitation und Lohnbewegung 1785,20 m. Luftschiffer unter großen Schwierigkeiten gelandet. Die Lokaltaise hatte eine Einnahme von 47 838,89 M., eine gestern morgen gegen 7 Uhr bei Dresden aufgestiegen, hatten Ausgabe von 7912,76 M. Es bleibt somit ein Bestand von 39 926,13 Berlin um 8 Uhr vormittags, Rügen um 5% Uhr nachmittags passiert und waren um 10 Uhr abends nach Kopenhagen gekommen. Nachdem Hodopp und Schuldt den Jahresbericht in ein- Von einem furchtbaren Schneesturm wurden sie dann über das zelnen Bunkien noch erläutert hatten, fand nur eine furze Dis- Stager Rag und das Kattegat getrieben. Um 4 Uhr morgens befuffion darüber statt. od app konstatierte, daß teine ungün- fanden sie sich wieder über Festland in Norwegen. Sie brachten ſtige Kritik an dem Bericht geübt worden sei; er mahnte au recht den Ballon sofort zum Falen. Die Landung erfolgte mit großer energischer Organisationsarbeit, die gerade für die nächste Zeit sehr Heftigkeit. Der Ballonführer soll eine Rippe gebrochen haben, sein wichtig sei. Begleiter soll am Rüden und an den Hüften schwer verletzt sein. das folgende Resultat ergab. Borfißender ob app, Kassierer Die Versammlung schritt dann zur Vorstandswahl, die Kastner, stellvertretender Vorsitzender Schuldt, stellvertr. ist der zerstreuteste Menich der Welt. Edisons Bergeßlichkeit. Aus New York wird geschrieben: Edison Kassierer Schwedler, Schriftführer Großfuß, stellvertreten bei seiner Verheiratung seine Frau auf dem Bahnhofe stehen ließ, Man erinnert sich, daß er der Schriftführer Person, Beifizer: Wilh. Richter, Frib wohin sie vorausgegangen war, so daß diefe gezwungen war, ihn Jurisch, Willy Schmidt, Julius Meerfeld, Wilh. in seinem Laboratorium aufzusuchen. Der große Gelehrte gab Schulze( Pfefferberg). Revisoren: Josef Thaler, Stari in ben legten Tagen wieder einmal Gelegenheit, über feine Müller, Eduard Frante. Berstreutheit au sprechen. Er follte an dem Jahresbankett Darüber entscheiden, ob der Brauereiarbeiterverband sich mit dem Der Direktor diefes Bureaus fagte ihm am Tage des Banketts Am 20. Februar follen die Mitglieder in einer Urabstimmung der Gesellschaft, die feine Batente verwertet, teilnehmen. Berband der Müllereiarbeiter vereinigen foll. In wenigstens 10 mal, das Bankett beginnt um 5 Uhr, Sie werden fich der Verwaltung wie auch bei den Vertrauensmännern fand sich rafieren, einen anderen Anzug anziehen und ich fomme um 4½ Uhr, fchlag wurde von den meisten ungünstig aufgenommen, aber die das Bantett nicht vergeffen tonnte. Dennoch, als bas Automobil für diesen Vorschlag keine Mehrheit. Sodapp erklärte, der Bor- Sie abzuholen. Es war gewiß, daß diesmal der große Erfinder Mitglieder sollten selbständig ihre Entscheidung treffen. In der des Direktors vor der Wohnung Edisons im Menfopart hielt, faß Diskussion darüber erhob sich manche Stimme für eine Ber- Edison ruhig in seinem Atelier in einer sehr schmuzigen Bluse. Der schmelzung. Direktor war entschloffen und nahm ihn ohne weiteres in seinem Automobil in diefer Kleidung mit zum Bantett, wo sein Erscheinen das Lachen aller Anwesenden erregte. Unter verschiedenen Mitteilungen, die Schuldt der Berfammlung zum Schluß machte, wies er auf einige Betriebe hin, wo die Crganisation noch nicht eindringen fonnte und wo infolge bessen sehr schlechte Verhältnisse herrschen. Auch besprach er eine wurde den Arbeitern im Flaschenkeller bei Ueberstunden der bisher. fleine Differenz, die jüngst bei Bößow ausgebrochen ist. Dort gewährte halbe Liter Freibier entzogen. Der Verband wurde des wegen bei dem Direktor vorstellig. Schuldt machte ferner darauf aufmerksam, daß im Januar in zwei Brauereien in der Umgegend von Berlin wilde Streits ausgebrochen seien, und erklärte, daß ein selbständiges Vorgehen der Arbeiter ohne Zustimmung der Verwaltung durchaus unstatthaft sei und im Interesse aller Mitglieder nicht geduldet werden könne. Die Mitglieder müßten sich streng baran halten, alle Differenzen zuerst bei ihrer Crganisation au melden. Widerwärtige Schmußereien in einer Molkerei Tagen einer Anflage wegen Bergehens gegen das Nahrungsmittelgefeß zugrunde, welche gestern den Molkereibesiger Friedrich Munder und dessen Ehefrau Marie Munder aus Mariendorf vor das Schöffengericht Berlin- Tempelhof führte. Die beiden Angeflagten betreiben seit längerer Zeit in der Chausseestraße in Mariendorf eine Molkerei, in welcher es, wie Hausbewohner beobachtet hatten, zu den ekelhaftesten Schmutzereien gekommen war. Vor Gericht bekundete der in demselben Hause wohnhafte Bäcker Meißner u. a. folgendes: Die Tür zu dem Kühlraum, der von den Angeklagten auch als Waschküche benutzt wurde, habe ständig offengestanden, sodaß wiederholt Hunde, Kahen und Schweine hineinTiefen und von der dort aufbewahrten Milch tranten. Eines Tages habe er sogar bemerkt, wie ein Hund mit den Pfoten in der Milchfatte gestanden habe. Diese Milch sei trotzdem aber verkauft worden. Das dreijährige Kind der Angeklagten habe wiederholt mit den Milchkannen gespielt, Waffer hineingegossen, dann damit den Hausflur aufgewischt und den schmutzigen und schmierigen Rappen wieder in die Kannen hineingesteckt, die dann am nächsten Morgen, ohne ausgespült zu werden, wieder für die Milch benutt worden wären. Der Zeuge hat auch einmal gesehen, wie der Knaben eine Milchkanne als Nachtgeschirr benutzt habe. Als der Vater den Jungen deshalb züchtigte, habe ihm die Frau zugerufen, er folle dem Kinde wegen dieser Kleinigkeit nicht das Kreuz zerschlagen. Diese Angaben wurden von mehreren anderen einwandfreien Zeugen bestätigt. Ein Zeuge bekundete sogar, daß er gesehen habe, wie ein älterer Sohn des Angeklagten Blut in die Milch gefpieen hab. Vor Gericht behaupteten die Angeklagten, daß sie von diesen Unfauberteiten Teinerlei Renntnis gehabt hätten. Das Gericht nahm nur ein fahrlässiges Vergehen an und erkannte mit Rücksicht auf die bisherige Unbefcholtenheit der Angeklagten auf nur je 200 Mark Geldstrafe. Unsurechnungsfähig. Lefe: nnd Diskutierklub Wilhelm Liebknecht". Heute Donners. abends 9 Uhr, Sigung bei R. Eichhorn, Danziger Straße 93. Gäste willkommen. Lese- und Diskutierklub Johann Jacoby". Heute abend 8%, Uhr bei Bugge, Staftanien- Allee 95/96: Generaliigung. Eingegangene Druckfchriften. Bildungsarbeit". Die Nummer 5 ist foeben erschienen und hat fol genden Inhalt: Märzfeier von O. B. Eine Parteischule für Deutsch- Desterreich. Achter Vortrag: Die Kampfmethode des Proletariats. Unser Parteiprogramm, Dispofition eines Zyklus von zehn Vorträgen! Die Arbeiterinnen und die Gewertschaften. Eine Vortragsdisposition von Ad. Be. Koms munalpolitik. Svet Bibliotheken um 25 und 80 Stronen. Wandbilder ausstellungen. Die Biener Jugendorganisation. Die erste Jugend bibliothek in Wien. Bildungsarbeit in Tirol. Bücherschaut.. verzeichnis des Wiener Unterrichtsausschusses. Buschriften find an die Bortrags. Verwaltung, Bien VI, Mariabilfer Str. 89 a, zu richten. Das gewerbliche Musizieren der Staats- und Kommunalbeamten in feiner Wirkung auf den Berliner Zivilberufsmusikerstand. 28 Seiten. Schußkommission des Vereins Berliner Diufifer, Berlin, KaiserBilbelm- Str. 18m. Aus dem Leben eines Kaiserpaares. Nenes vom Petersburger Hofe. Bon Bresnik b. Shdacoff. 2 M. B. Elischer Nachf., Leipzig. Handel und Wandel in Altbabylonien. Von F. Delitzsch. Geh. Freitag, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Bortvag: 3 M., tart. 2,50 M. Stuttgart, Deutsche Berlags- Anstalt. Deutscher Arbeiter Abstinenten.Bund. Drtsgruppe Berlin. hygiene der Frauenkleidung". Referent; Herr Dr. Gruft Bollad vom Verein für Berbesserung der Frauenfleidung. Gäfte fehr willkommen. Vermischtes. Was der Gerettete des untergegangenen ,, General Chanzy" fagt. Briefkaften der Redaktion. Die Juristische Sprechstunde findet Binbenstraße 3, sivelter of. britter Eingang, vier Treppen,& ahrahl wochentäglich abends von 7% bis 9% Uhr ftatt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeber Anfrage ist ein Buchstabe und eine Sahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur man in der Sprechstunde vor. Beantwortung im Brieftaften tönnen 14 Tage vergehen. Ellige Fragen trage Der Steuerbeamte Marcel Bodes, der Ueberlebende des General Chanzy", gab einem Berichterstatter des Matin" folgende Schilde. Der am 20. Juli 1909 in Chemnitz wegen Sittlichkeitsver- rung der Katastrophe:„ Ich erwachte plötzlich morgens um 4 Uhr. Breußen, Schwierigkeiten entstehen. 3. Die Spielregeln find verschieden. Berber. 1. Nein. 2. Gefeßlich nicht; trobbem fönnen, namentlich in brechen berhaftete Kaufmann Emil Schulze wurde vom Chemnitzer Jm selben Augenblid erwachte auch mein Stajütengenoffe und sagte: 4. Das ist Bertrauenssache. Swedmäßig ist es, sich durch einen schriftlichen Schwurgericht freigesprochen. Vertrag zu sichern. 5. Ja, ist aber nicht zwedmäßig. 6. Nein. 7. und 8. Der 38 Jahre alte, vermögende Angeklagte, der verheiratet Das Schiff ist auf Grund gefahren. Ich faßte einen Rettungsgürtel 20 M., Die vor oder bei der Unmeldung zu zahlen find, andernfalls das und Vater von zwei Kindern ist, hatte sich in verschiedenen Stadt- und stürzte auf das Deck. Etwa hundert Meter vom Schiffe befand Berfahren nicht eingeleitet wird. 9. und 10. Je 30 r., bei Patenten teilen„ Absteigequartiere" gemietet, schleppte feine Opfe dahin und sich eine schwarze steile Felswand. Nach mir stürzten an 30 Bassagiere werden noch Jahresgebühren erhoben. 11. Geschäftliche Unternehmungen mishandelte und mißbrauchte sie in sadistischer Weise. Waren die herauf und fragten, was vorgehe. Ich erwiderte: Ich glaube, wir empfehlen wir nicht. Vielleicht sehen Sie sich mit D. 2. Banino, München, Mädchen ihm nicht so zu Willen, wie er es wünschte, bedrohte und find in Gefahr und werden vielleicht gut tun, ein Rettungsboot ins fahrungen", in Verbindung. Barerstr. 31, Herausgeber der Zeitschrift Neueste Erfindungen und Er 3. 100. Das ist leider nicht der Fall. mißhandelte er sie mit der Reitpeitsche. Dr. Siemens nannte er Meer hinabzulassen. Ein Reisender bemerkte: Das Meer ist zu B. S. 47. Der Anspruch ist berjährt. 2. 23. 7. Es kommt nur fich, auch andere falsche Namen legte er sich bei. Die Freisprechung stürmisch, wir sind in der Kajüte sicherer. Fast alle ellten, von eine Anfechtungsflage aus§§ 1333, 1334 B. G.-B. in Frage. Die Klage crfolgte auf Grund eines Gutachtens des Dr. Flechjig aus Leipzig einer furchtbaren Banik erfaßt, wieder hinab. Kein Matrose war muß binnen 6 Monaten, von dem Zeitpunkt der Entdeckung an gerechnet, über den Geisteszustand des Angeklagten. durch einen Rechtsanwalt bei dem zuständigen Landgericht erhoben werden. Merkwürdig, daß gerade vermögende Angeklagte verrüdt find zu sehen. Auch von der Kommandobrücke war nichts zu sehen. Ich M. B. Der Vertreter fann früher verhandeln. Ein Antrag auf Be und daß ihre Unzurechnungsfähigkeit erst just kurz vor ihrer Ver- bermute, daß die Kommandobrücke mit dem wachhabenden stellung eines anderen Anwalts ist unter Darlegung der Gründe an das urteilung entdeckt wird. Offizier und dem Steuermann von den Bogen Prozeßgericht au richten. 8. G. 58. Es wählen die alten Wahlmänner. bereits in das Meer geschleudert worden war. Staates, daß der Behörde ein nach den österreichischen Gesezen bestehendes Oesterreich K. Eine Bescheinigung der zuständigen Behörde Thres Zwei riesige Wellen stürzten jetzt auf das Deck. Ich hielt mich mit behindernis night befannt ist. Sind Sie in Salzburg oder Tirol oder berzweifelter Anstrengung an dem Seil eines Rettungsbootes fest. Vorarlberg oder Strain beimatberechtigt, so müffen Sie noch eine BeAls ich die Augen öffnete, befand ich mich allein auf Deck und scheinigung derselben Behörde darüber beibringen, daß Sie nach den dortigen Gelegen durch die Eheschließung nicht Ihre Staatsangehörigkeit fühlte, wie das Schiff sant. Ohne Zögern sprang ich ins Meer, um perlteven, sondern auf Ihre Frau und Kinder übertragen. Von den Bor. schwimmend das Land zu erreichen. Von ungeheueren Wellen gepeitscht, fchriften fann feitens des Ministers des Innern Befreiung bewilligt hörte ich einen starken Stnan; ein Hagel von allen möglichen Dingen, werden. Anträge auf Befreiung sind bei dem für den Erlaz des Aufs gebotes zuständigen Standesbeamten anzubringen. 23. 23. 70. Brettern und Fässern, fiel rings um mich ins Meer. Wie ich und 2. Nur ber 28,85 m. wöchentlich übersteigende Lohn mich umblidte, war das Schiff verschwunden. Blöglich ist wegen berartigen Schulden pfändbar. 8. 2. 28. Benden Ste Verfammlungen. Der Zentralverband der Brauereiarbeiter hielt feine Generalversammlung am Dienstagabend im Gewerkschaftshause ab. Der Tätigkeitsbericht der Ortsverwaltung lag gebrudt vor. Das Jahr 1909 wird darin als ebenso ungünstig für das Braugewerbe wie das Jahr 1908 bezeichnet. Die feit 1907 andauernde Arbeitslosigkeit nahm im Berichtsjahre noch zu. Durch die Annahme der Wasserstands- Nachrichten erfahren nach§ 580 wt. 23. 13. Nein. der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. fich an die Zentralstelle für Auswanderer, Schellingstraße 4.1- Kroße 23. 1. Ja, fofern die sonstigen gefeßlichen Borausjekungen vor- tegen Meineid, fo fann das rechtskräftig beendigte Fuhrmann. 1. Wir empfehlen eine Besprechung im Bureau der liegen. 2. Wenn die frühere Strafe verbüßt ist, liegen feine Bedenten vor. 3.-P.-D. durch Klage wieder aufgenommen werden. Transportarbeiter, Engelujer 14/15. Lassen Sie sich einige Nummern des 3. Sie müßten die Frage bejahen, tönnten aber das Gericht vor dem Termin Fachorgans zur Prüfung geben. 2. Das sind Gebühren, die der Kirchen ersuchen, von einer solchen Frage Abstand zu nehmen. 4. Das Zeugnis gemeinde zustehen. M. M. 18. Zunächst ist ein Meldeschein bei würden Sie erhalten. Der Inhalt hängt vom Ermessen der Behörde ab. dem Zivilvorfizenden der Ersakkommission unter Ueberreichung eines Es ist nicht anzunehmen, daß die Strafe vermerkt wird. 5. Für Berlin ist Geburtsscheins, einer Einwilligungserklärung des Vaters oder Vormundes ein solcher Schein nicht erforderlich. 6. Die Gerichtskosten sind bereits fällig. F. N. 28. 1. Das ist Geschmadund eines polizeilichen Attestes zu beantragen. Der Meldeschein ist mit Warten Sie doch die Einforderung ab. Basserstand einem furzen Lebenslauf, den Schul- und etwaigen Lehrzeugnissen an das sache. Besprechen Sie die Angelegenheit mit den dortigen Genossen bezw. Staiferl. Stommando der I. Matrosendivision in Kiel oder der II. Matrofen der örtlichen Leitung Ihrer Gewerkschaft. 2. Sie sind zur Steuerzahlung division in Wilhelmshaven mit dem Ersuchen um Einstellung einzureichen. verpflichtet. 3. Antrag an den Regierungspräsidenten; die Kosten betragen Memel, Tilsit Die Behörde entscheidet nach eigenem Ermessen, 2. B. 38. Sie können nur auf Zahlung flagen und vollstreden etwa 50 m. Die Bregel, Insterburg laffen. Die Pension ist nur dann bfändbar, wenn sie 1500 m. jährlich Uebungspflicht wird nicht hindernd sein.- 2. M. Es ist nicht richtig. eichiel, Thorn Emilie 12. Sie haften für die Raten, Ihr Mann jedoch nicht, wenn der, Ratibor übersteigt; für diesen Fall in Höhe eines Drittels des die angegebene Summe übersteigenden Betrages. R. 2. 97. 1. Nein. 2. Ja. er den Kauf nicht genehmigt hat.- R. 2. 39. 1912, wenn nicht vorher Krossen 2. S. 82. 1. Jn 30 Jahren. 2. Ja. D. G. 302. 1. Ja. 2., 4. und 5. Nein. Klage auf Wiederherstellung Auflösung erfolgt. 5. 79. Frantiurt der häuslichen Gemeinschaft und, falls binnen Jahresfrist nach Rechtskraft Durch Pfändung, wenn Sie der Pfändung unterworfene Sachen befizen. Barthe, Schrimm Landsberg dem Urteil von der Frau nicht nachgekommen wird: Scheidungsklage. Lankwitz 15. 1. Nein. 2. und 3. Sechs Wochen. 4. Nein. 5. Die gesez3. Borherige Aufforderung durch Einschreibebrief genügt. Die Dauer des liche Frist beträgt vor Ablauf des Vertrags-( nicht Kalender) Vierteljahres. Nee, Bordamm Brozesses bängt von dem vorgebrachten Material ab. 6. Gesuch bei dem Handelt es sich um einen monatweise gemieteten Dienstboten, so fann Elbe, Zeitmerit Armenfommissionsvorsteher. Ein Rechtsanwalt ist nötig; ein solcher wird 14 Tage vorher gekündigt werden. Ist der Dienst am Ersten eines Monats Ihnen, nachdem Sie das Armenattest besorgt haben und falls die Klage angetreten, so fann nur vom Fünfzehnten zum Ersten gekündigt werden. Aussicht auf Erfolg hat, auf Antrag vom Gericht beigeordnet. Zuständig Auf die Verpflichtung der„ Herrschaft" zur Krankenfürsorge hat in diesem ift das Landgericht Ihres Wohnfizes, nicht dasjenige des Wohnsizes Fall die Kündigung feinen Einfluß. N. P. 114. Gegen das Urteil ist der Frau. G. 40. Deutscher Arbeiter Abstinenten- Bund, Wilh. Böhm, ein Rechtsmittel nicht mehr gegeben. Die Anzeige steht Ihnen offen, hat Berlin, Hohenstaufenstr. 51. M. P., Charlottenburg, 2. T. 9. Ja. aber faum Aussicht auf Erfolg. Erfolgt eine rechtsfräftige Berurteilung Donnerstag, 17. februar. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Mignon. Königl. Schauspielhaus. Strandfinder. Neues fönigl. Opern- Theater. Geschlossen. Deutsches. Cristinas Heimreise. Der gute Rammerspiele. ( Anf. 8 Uhr.) König Dagobert. Anfang 8 Ubr. Berliner. Pension Schöller. Leffing. Das Konzert. Neues Schauspielhaus. Der Herr Verteidiger. Neues. Der Philosoph von Sans: souci. Westen. Die geschiedene Frau. Komische Oper. Zigeunerliebe. Nenes Operetten. Der Graf von Luxemburg. Trianon. Theodore u. Cie. Kleines. Der große Name. Residenz. Im Taubenschlag. Thalia. Die Dollarprinzessin. Schiller 0. saline beater.) Biel Lärmen um nichts. 4 Schiller Charlottenburg. 4 Der Pfarrer von St. Georgen. Friedrich Wilhelmstädt. Halali. Bolksoper. Cleopatra. Quisen. Gib mich frei. Mose. Der Eisenbahnräuber. Lustspielhaus. Der dunkle Punkt. Metrovol. Halloh!! Die große Revue. Folies Caprice. Der Luftturner. Neuer bunter Teil. Herr Wassertropf.( Anf. 8 Uhr.) Casino. Der Obergauner. Urania. am feit am feit 15. 2. 14. 2. cm cm ¹) 4873) -10 61-18 2144)+22 175-15 223+25 195 164+4 122+5 54-5 Basserstand Saale, Grochlit Havel, Spandau) 15. 2. 14. 2. cm cm³) 190 -6 127 -1 Rathenow) 154 0 Spree, Spremberg) 92 -10 Beeskow 163 +15 ejer, Münden 52 -17 Minden 182 -17 Rhein, Marimiliansau 518 Kaub 424 48-10 Köln 514 . Dresden Barbn Magdeburg <-64-15 Redar, Heilbronn 153 263 222 -13 Main, Wertheim 255 Mosel, Trier 212 Fall. Eisstand. 1)+ bedeutet Buchs, Grundeistreiben. Theater und Vergnügungen Wissenschaftliches Theater. Donnerstag 8 Uhr: Im Firnenglanz des OberEngadin. Hörsaal 8 Uhr: Dr. W. Berndt: und " Die Fortpflanzung die des individuelle Entwickelung Menschen." Passage- Panoptikum Senegal in Berlin! 50 wilde Weiber Männer, Kinder. Drei Negerdörfer Ohne Extra- Entree! Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theat.). Donnerstag, abends 8 Uhr: Viel Lärmen um nichts. Lustspiel in 5 Aften v. W. Shakespeare. Ende 10%, Uhr. Freitag, abends 8 Uhr: Der Pfarrer v. St. Georgen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Bum erstenmal: Neue Jugend. Trianon- Theater. Schiller- Theater( Charlottenburg). Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Pfarrer v. St. Georgen. Schauspiel in 5 Aufzügen von Heinrich Welder. Ende 10% Uhr. Freitag, abends 8 Uhr: Geschäft ist Geschäft. Sonnabend, abends 8Uhr: Der Meineidbauer. Trianon- Theater. Metropol- Theater Heute und folgende Tage, 8 Uhr: Theodore& Cie. Sonntag nachm.: Pariser Witwen. pollo Theater 8 Uhr: Die neuen Spezialitäten. 812 Uhr: Passage- Theater. Der Liebeswalzer. Abends 8 Uhr. Gussy Holl Lamborg Schneider Duncker ( prolongiert) Seber og mere Februar- Programm. Herrnfeld. So muß man's machen. Eine Uebergangs- Ehe. Hebbel. Kavaliere.( Anf. 84 Uhr.) Noacks. Dorf und Stadt. Stadttheater Moabit. Charleys Tante. Parodie. Lohengrün.( Anf. 8 Uhr.) Apollo. Der Liebeswalzer. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. 14 Varieté- Attraktionen. Operette in 3 Aften. Mufi! von C. M. Ziehrer. Konrad Dreher a. G. Herrnfeld Theater Kommandantenstr. 57... 4, 5083. Bum 9. Male: Hallo!!! Die große Revue! In 8 Bildern von Jul. Freund. Musik v. Paul Lincke. In Szene gesetzt vom Dir. Rich. Schultz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Reichshallen- Theater. StettinerSänger Der Nachtwächter von Zerpenschleuse. b. F. Meysel Anfang: Wochent. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Billetts stets 8 Tage vorher. Unterpegel. Freie Boltsbühne Die nächsten Stücke: Lessing- Theater: Neues Schauspielhaus: Hanneles Himmelfahrt. Thalia- Theater: Jugend. Der Dorftyrann. Traumulus. Der große Tote. Residenz- Theater: Musotte. Einige Karten zu den Nachmittags- Abteilungen können noch in den Zahlstellen bestellt werden. Der Vorstand. I. V.: G. Winkler. 240/8 Zirkus Schumann Donnerstag, den 17. Februar, abends 72 Uhr: Gala- Vorstellung. 11. a.: Eine Uebergangs- Ehe. Folies Caprice Mons. Romanoff Zum 108. Male: Residenz- Theater So muß man's machen Direktion: Nichard Alexander. Abends 8 Uhr: Reichshallen. Stetiner Sänger. Im Taubenschlag. Palast. Spezialitäten. Vanage. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Buggenhagen. Spezialitäten. Urania. Taubenuraße 48/49. Abends 8 Uhr: Jm Firnenglanz des Ober- Engadin. Hörsaal 8 Uhr: Dr. W. Berndt: Die Fortpflanzung und die individuelle Entwickelung des Menschen." Sternwarte, Invalidenftr. 57-62. Lessing- Theater. Donnerstag, 8 Uhr: Das Konzert. Freitag, 8 Uhr: Tantris der Marr. Sonnabend, 8 Uhr: Das Konzert. Berliner Theater. Seute: Pension Schöller. 8 uhr. Morgen: Pension Schöller. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der Philosoph von Sanssouci. Morgen und folgende Tage: Der Philosoph von Sanssouci. Volksoper. SW., Belle- Alliance- Straße Nr. 7/8. Abends 29 Uhr: Schwant in 3 Aften von Hennequin und Beber. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. DOSE THEATED Große Frankfurter Str. 132. Anf. 8 Uhr. Ende nach 10. Der Eisenbahnräuber. Schwank in 3 Alten von F. Gräbert. Freitag und Sonntag: Der Eisenbahnräuber. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Donnerstag, 17. Februar, 8 Uhr: Halali. Freitag: Der Hypochonder. Sonnabend 3%, Uhr: Die Junge frau von Orleans. 84 Uhr: Im bunten Rod. Lustspielhaus. Gesellschaftsabend. Abends 8 Uhr: Der dunkle Punkt. Anschließend Kabaretteil. WINGARTEN Das Cleopatra. Faschings- Programm Theater des Westens. großer Erfolg! Abends 8 Uhr: Die geschiedene Frau. Sonnt. 3 Uhr: Der fidele Bauer. Neues Operetten- Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Robert Steid!! Der Vampir- Tanz! mit Anton und Donat Herrnfeld. Anfang 8 Uhr. Borverkauf 11 bis 2 Uhr. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Meine- Deine Tochter. Buggenhage am Moritzplatz 48 Uhr. Heute 9, Uhr ringen: Illa- Kuba gegen Altmann- Berlin. Entscheidungskampf: Sturm- Charlottenburg gegen Tuomisto- Finnland. Entscheidungskampf: 2. de Wolf- Belgien gegen Ban- Elberfeld. Im unteren Saale: Großes Bockbier Kellerfest = mit Doppel- Konzert. Walhalla Variete- Theater Weinbergsweg 19-20, Rosenth.Tor. Anfang 8 Uhr. Die eigenartigen Februar Spezialitäten. Tunnel: Bockbierfest. Regimentskapelle. Schlierseer. Theaterbesuchern freier Eintritt! Der Luftturner. Nener bunter Teil. Herr Wasserkropf. Anfang 8 Uhr. Borbert. 11-2 Uhr. Tonbild- Theater Reinickendorfer Str. 26-27. ReformKino Heute neues Programm. Hervorragende Darbietungen. 3. Platz 30 Pf. Kind. 10 Pf. ohn. Nachzahlung. Dauervorstell. b. 4-11 Uhr. Ecke Weddingstraße. Stadt- Theater Moabit Alt- Hoabit 47/48. der phänomenale Kopf. Debüt The Franklins Debüt fliegende Akrobaten. Kommissionsrat Gustav Stensbeck als Gast mit seinen hervorrag. Schulpferden. Bagonghi, der fleine komische Zirkus Busch. Heute Donnerstag, d. 17. Februar, abends 7, Uhr präz.: Große Galavorstellung. Mc Danell Co. W Skandinavischer Sport- Akt. Ski, Rodel und Rollschuhe. Mr. Jacob, Foxterrier- Dress. Therese Fillis, James Leon Fillis junior, Heinrich Fillis in ihren Produktion. der hohen Schule. Herr E. Schumann, Meisterdress. Zwergclown François, Kunstr. Reiterfamilie Proserpi usw. Uhr ca. Ende ca. 11 Uhr. Die russ. Sensationspantom.me Marja! Reitfünstler der Welt, 20 Jahre alt, Casino- Theater 18 Stilo schwer. Um 91, Uhr: Ende 11 Uhr: Die drei Rivalen. Große Feerie in 5 Aften aus der Hugenottenzeit. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr: Nur noch bis 25. februar: Der Obergauner. Sonnabend, den 26. Februar: Zum 1. Male: Berlin bei Nacht. Sonnt. 4 Uhr: Mutter Gräbert. CIRCUS ORPHEU SARRASANI Alter Botan Garten Eingang Grunewaldstr. Täglich abends 8 Uhr: Galavorstellung. Mittw. u. Sonnabend, Sonntag und Festtage: 2 Vorstellungen mit durchaus gleich reichhaltig. Programm Donnerstag, den 17. Februar 1910: nachm. 4 Uhr u. abends 8 Uhr. Zum 1. Male: Größter Schlager! Zu den Nachm.- Vorstell. zahlen Kinder unter 14 Jahr. u. Militär b. z. Feldwe bel halbe Preise. Charleys Tante. Sanssouci, Passepartouts haben zu dieser Vorstellung keine Gültigkeit. Brauerei Friedrichshain am Königstor. Größte Sehenswürdigkeit Berlins! Donnerstag: ,, Kirmes auf der Alm". Größter Bock- Jubel und Trubel. Der berühmteste Festwirt Operette in 3 Atten v. Franz Lebar. Marionetten- Theater! 0000000 Sonntag 3 Uhr: Der Zigeunerbaron. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Gib mich frei. Schauspiel in 5 Aften nach einer Erzählung von Courths Mahler von Ernst Ritterfeldt. ( Schichtl) sowie die Februar- Attraktionen! Schorsch Ehrengruber mit feiner Truppe( 60 Mitwirkende) aus München. Anfang 8 Uhr. Entree 20 Pf. Baffierkarten haben volle Gültigkeit. Arnold Scholz Neue Welt Hasenheide 108/114 Heute Donnerstag, den 17. Februar: Elitetag! Elitetag! Großes Bockbier- Fest in den bayerischen Alpen. Prämiierung der Damen mit den längsten Haaren. Kottbuser Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Heute Donnerstag: Neues Programm. Elite- Soiree an fränzchen SO. BRUCKENSTR.2 an der Jannowitzbrücke. Deutschlands grösste und vornehmste Lichtbühne 650 Sitzplätze Feenhafte Ausstattung Beginn: Wochentags 4 Uhr. Sonntags 2 99 Karl Haverland Anfang Theater. präz. 8 1. 77/79 Kommandantenstraße 77/79. Das Neueste vom Neuften bietet das Februar- Programm. V. Hoffm. Nordd. Sängern. Voigt- Theater Großer Erfolg des neuen Soiree Programms! Jubelnder Beifall: Kamerad Schruppke Bosse in 1 ft. Beg. Sount. 5, wochent. 8u. Palast- Theater. Gastspiel im Artushof, Moabit, Perleberger Straße 26. Donnerstag, den 17. Februar 1910: Sherlock Holmes. Detektivkomödie in 4 Aften. Kaffeneröffnung 7, Anfang 8 Uhr. Direktion: Robert Dill& Karl Pirnau. W. Noacks Theater Burgstraße 24, am Bahnhof Börse. Das brillante Februar- Programm! 14 Attraktionen Brunnenitr. 16, am Rosenthaler Tor. Große Extra- Vorstellung. Dorf und Stadt oder: Das Lorle. Schauspiel in 2 Abt. und 5 Bildern ersten Ranges. Freitag: Dieselbe Borstellung. Der Ehemann vor der Tür, oder: Königstadt- Kasino. Holzmarktstraße 72. Täglich Franz Sobanski. Neu: Gescht. Tros elli, Handstandaft. The Frankoni, Erzentrit- Duo. Little Julius, Stunstdiabolospieler. Prolongiert: Biltor Ritter, William Watson und Son, Kitty Whest usw. Kamerad Schruppke. Bosse in einem Att v. M. Reichardt. Verantwortlicher Redakteur Richard Barth, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th Glode, Berlin, Drud u, Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Freitag: Vater und Sohn. In Vorbereitung: Was Gott an fammenfügt. Preise 50, 30, 20 Mark. DF Anmeldung bis 10 Uhr abends an der Kasse. Anfang Uhr. 000000000 Entree 30 Pf. Für den Inhalt der Juferate Die überlistete Xantippe. übernimmt die Redaktion dem Anfang 8 16r. Entree: 50 Pf. bis 2 Mark. Publikum gegenüber keinerlei Vorzugskarten überall zu haben. Verantwortung. Nr. 40. 27. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Demerstag, 17. Februar 1910. Partei- Angelegenheiten. Zweiter Wahlkreis. Am Sonntag, den 20. Februar, findet eine Urania- Borstellung statt. Zur Aufführung gelangt:" Frühlingstage an der Riviera." Anfang pünktlich 2 Uhr. Der Physikiaal wird eine Stunde früher eröffnet. Billetts a 60 Pf. inkl. Garderobe find noch in beschränkter Anzahl beim Kassierer G. Schmidt, Kirchs bachstr. 14, zu haben. Am Montag, den 21. Februar, findet bei Nissle, Dennewigstr. 13, ein Lichtbildervortrag statt über:" Die badische Revolution." Vortragender: Reichstagsabgeordneter Ged. Die bisher gelösten Eintrittskarten haben für diesen Vortrag Gültigkeit. Weitere Eintrittskarten sind ebenfalls beim Raffierer G. Schmidt, Kirchbachstr. 14, zu haben. Der Vorstand. Dr. Brühl. Dieser soll nichts Bestimmtes ermittelt Feuers gebrochen. Ein Teil der Feuerwehr wurde nun durch die haben, so sagte später der Schularat, dem ein schriftlicher Bericht Büge 9 und 19 abgelöst, die gestern noch bis Mittag zu tun hatten über das Untersuchungsergebnis übersandt worden war. Inzwischen und dann von anderen Zügen abgelöst wurden. Das dreistöckige haben die Störungen fich verloren, und das Kind besucht jest Quergebäude ist mit allem Inhalt total ausgebrannt, nur im Erdwieder die Schule. geschoß fonnten einige Räume gehalten werden. Der Schaden ist ganz bedeutend, aber durch Versicherung gedeckt. Herr Lehrer Kropp wird vermutlich mit einem triumphierenden Na also!" antworten. Aber vielleicht wird ihm, als er von dem Ergebnis der Untersuchung erfuhr, doch auch ein Stein vom HerUeber das Verfahren bei Massenunfällen erläßt Bürgermeister zen" gefallen fein. Wir veröffentlichen diese Angelegenheit keines Dr. Reide als Magistratskommissar für das Berliner Rettungswesen wegs zu dem zwed, ihm nachzusagen, daß die von ihm verabreichte jetzt eine eingehende Anweisung. Ein Waffenunfall foll danach fofort Badpfeife jene Störungen des Befindens verursacht habe. Es ist im Rathause( Fernsprechanruf:„ Magiftrat Berlin") gemeldet werden. der mit dem städtischen Fernsprechamt vereinigten Zentralmeldestelle sehr wohl möglich, daß diese rein zufällig kurz nachher aus an- Diese Zentralstelle benachrichtigt fofort unter anderem die zwei der derer Ursache entstanden sind. Wir halten es aber für unsere Unfallstelle nächstgelegenen Hilfswachen des Berliner Rettungswefens, Pflicht, über solche Vorkommnisse immer wieder zu berichten, da den Verband für erste Hilfe( Abteilung für Krankentransport), mit sie zur Kenntnis auch weiterer Kreise der die zwei der Unfallstelle nächst gelegenen Hauptwachen, die ehrerschaft gelangen und eine Warnung werden für Geschäftsstelle des Aerztevereins des Berliner Rettungswesens, jeden, den es angeht. Eigentlich sollte die Lehrerpresse uns diese das Kuratorium der Unfallstationen, die Feuerwehr und das PolizeiMühe abnehmen, wozu sie schon im Interesse der Lehrerschaft präsidium. allen Anlaß hätte. Für Lehrende, die durch ihre Persönlichkeit sich mit dem Rettungskasten auf dem schnellsten Wege zur UnfallDer diensttuende Arzt der benachrichtigten Hilfswachen begibt wirken, sind ja diese warnenden Beispiele nicht nötig. Aber nur stelle. Der Verband für die erste Hilfe entfendet in jedem Falle zu groß noch ist die Zahl derjenigen, die durch Ohrfeigen und Stock zunächst zwei Strantenwagen und erwartet weitere Nachricht von der Treptow- Baumschulenweg. Die Mitglieder des Wahlvereins werden hiebe wirken wollen. Nicht oft genug fann prügelnden Pädagogen Unfallstelle. Die Hauptwachen endlich stellen Betten bereit und entauf die heute abend 81/2 Uhr bei Wanzlick( Kontordia) Köpenider Land- die Mahnung Du sollst nicht prügeln!" vor Augen senden, falls erforderlich und soweit möglich, Aerzte und wärter nach straße 257 stattfindende außerordentliche Generalber- gerückt werden. Auch die Schuldeputation sollte sich einmal die der Unfallſtelle. iammlung hingewiesen. Nachstehende wichtige Tagesordnung Frage vorlegen, ob es nicht Erfolg verspricht, der Lehrerschaft durch übernimmt der dienstälteste Arzt. Er hat sich, wenn die Feuerwehr Die Leitung des ärztlichen Rettungsdienstes an der Unfallstelle steht zur Verhandlung: Gemeindewahlen. Referent: Stadtverordneter Rundschreiben alle Brügelaffären mitzuteilen, die den Brüglern übernimmt der dienstälteste Arzt. Er hat sich, wenn die Feuerwehr wahlen zur Streisgeneralversammlung und Groß- Berlin. Ergänzungs- drohten. Das wäre eine Ergänzung zu dem Merkblatt, die den erforderlichen Anordnungen unverzüglich getroffen werden können. Genosse 6 st Schöneberg. Aufstellung der Kandidaten. Delegiertens mehr oder weniger unangenehm geworden sind oder zu werden anwesend ist, sofort mit dem Kommando der Feuerwehr, sonst mit dem leitenden Polizeibeamten in Verbindung zu setzen, damit die wahlen zum Vorstand. Verschiedenes. darin gegebenen Lehren erst die rechte Beachtung verschaffen würde. Rigdorf. Die Funktionäre werden darauf aufmerksam gemacht, daß der angekündigte Unterrichtsfurius des Genoffen Julian Borchardt über„ Der historische Materialismus" nicht in Hoppes Lokal, sondern umständehalber am Freitag, den 18. Februar, präzije 81%, Uhr abends, im Starlsgarten", Starlsgartenstr. 6-10, feinen Anfang nimmt. Die Eintrittsfarten zu der am Sonntag stattfindenden Theaterborstellung„ Vater und Sohn", welche bis Freitag nicht zurüd gegeben werden, gelten als verkauft, Der Bildungsausschuß. = Der Borstand. Stralau. Am Sonntag, den 20. Februar, vormittags 91 Uhr, findet im Lokale Alt- Stralau Nr. 5 die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Wuschick über: Cromwell und die englische Revolution". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Berichiedenes. Am Sonntag, den 20. März, nachmittags 5 Uhr, findet ein Besuch der Urania, Tauben ftraße, statt. Billetts sind zum Preise von 65 Pf. bei den BezirksDie Bezirksleitung. führern zu haben. Trebbin. Am Sonnabend, den 19. Februar, abends 81%, Uhr Het Wolf, Wahlvereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Kasse und Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bericht des preußischen Parteitages. Referent: May Groger- Rigdorf. 3. Parteiangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Bankow. Heute Donnerstag, abends 8%, Uhr, findet bei Großfurt, Berliner Straße 27, die Mitglieder Berliner Straße 27, die Mitglieder versammlung statt. Tagesordnung: 1. Aufstellung der Kandidaten für die Gemeindevertreterwahlen. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Bezirksleitung. " Berliner Nachrichten. " Geht der Zentralmeldestelle eine Feuermeldung zu, so hat sie ohne weiteres bei Mittelfeuer die der Feuerstelle nächstgelegene Hilfswache und den Verband für erste Hilfe, welcher einen Krankenwagen zu entfenden hat, bei Großfeuer und bei„ Menschenleben in Gefabr" alle obengenannten Stellen zu benachrichtigen. Zum ungehinderten Zutritt zur Unfallstelle sind die Aerzte mit ausreichender Legitimation zu verfehen; außer den allgemein auss gestellten Erkennungskarten find in jedem Rettungskasten drei Arm binden für die Aerzte bereit zu halten. Ueber die Behandlung von anscheinend Betrunkenen, die auf der Straße aufgegriffen werden und bei denen aus irgend einem Grunde, sei es im Interesse ihrer selbst, sei es im Intereffe der öffentlichen Ordnung. polizeiliches Einschreiten erforderlich wird, hat der Magistratskommissar für das Rettungswefen mit dem Polizei präsidenten vereinbart, alle daß folche Personen durch den Schußmann ausnahmslos fofort der nächsten Hilfs wache des Berliner Rettungswefens zugeführt werden. Der Die erste Wasserleitung Berlins ist bereits vor fast 850 Jahren diensttuende Arzt untersucht die zugeführte Perfon darauf angelegt worden. Ihr Erbauer war Jobann v. Blankenfelde aus hin, ob die Ueberführung nach einem Krankenhause zur dem bekannten Patriziergeschlecht Berlins, der bis 1572 Bürgerstationären Behandlung erforderlich ist, ob borübergehende meister der Stadt war. Im gleichen Jahre schloß der Berliner Rat ärztliche Beobachtung in der Wache notwendig erscheint, oder ob mit den Gewerken einen Vertrag wegen der Wasserkunst", die irgendwelche ärztliche Hilfe sich erübrigt. Im letzten Falle hat der Berlin durch Rohre mit Wasser versorgte. Die Anlage war städtisch wenn diese nicht zu ermitteln ist, nach dem Bolizeigewahrsam zu bringen. Waffer von Bankow aus, wo Blankenfelde anfäffig war, hergeleitet, Schußmann den Betrunkenen alsbald nach seiner Wohnung oder, und bestand neben den Straßenbrunnen. Wahrscheinlich wurde das ft nach der ärztlichen Entscheidung Ueberführung in ein Krankenhaus und zwar auf oberirdischen Aquaduften, die von Pfeilern getragen zur stationären Behandlung erforderlich, so ist durch die Hilfswache wurden. Leider hat sich die fegensreiche Einrichtung der ersten bei der städtischen Zentralmeldestelle anzufragen, in welchem Wasserleitung nicht lange gehalten. Sie muß bereits Ende des Krankenhause ein geeigneter Blazz frei ist; die Ueberführung hat 16. Jahrhunderts verfallen gewesen sein. Im Jahre 1618 forderte dann der Schutzmann zu besorgen. Erscheint vorübergehende ärzt zwar der Kurfürst aus feuerpolizeilichen Gründen die Wiederliche Beobachtung notwendig, so ist der Betrunkene einstweilen in herstellung der alten Wassertunst" und erbot auch Hilfeleistung dazu, einem dazu geeigneten Raume auf der Hilfs- bezw. Hauptwache zu aber es kam nicht dazu, weil es vermutlich an temperamentvollen behalten und nach Beendigung der Beobachtung zu entlaffen, oder Stadtvätern im Geiste Blankenfeldes fehlte. Der 30jährige Strieg aber es ist, wenn sich während des Aufenthalts auf der Wache die vertilgte dann wohl die letzten Spuren des Wertes, denn es hat sich Rotwendigkeit einer Krankenhausbehandlung herausstellt, alsdann von der ersten Berliner Wafferleitung nichts mehr erhalten als bie historische Erinnerung. feine Ueberführung nach einem Krankenhause zu veranlassen. Die Selbstverleugnungswoche der Heilsarmee. Bergangenen Dienstag hat bei der Heilsarmee die große Schnorr- und Bettel Sette wird, wie man uns mitteilt, vorgeschrieben, ein bestimmtes woche in ganz Deutschland begonnen. Jedem Angehörigen diefer Benfum zusammenzuschnorren. 糖 durch. Die fofort benachrichtigte Feuerwehr Du follit nicht prügeln! Denjenigen Lehrern und Lehrerinnen, die ohne Prügel nicht mit ihren Böglingen fertig zu werden vermögen, wurde bor jest drei Jahren vom Stadtschulrat Fischer ein Merkblatt über die Gefahren der körperlichen Züchtigung gewidmet. Zu einem Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahn- und einem Nur auf die Gefahren für die Gefundheit hinzuweisen, hatte der Möbelwagen tam es vorgestern abend gegen 9 Uhr in der Neuen AnsHerr Stadtschulrat fich erlaubt. Dagegen fand sich in dem Mert der Speditionsfirma Julius Schuhmacher unmittelbar vor einem bacher Straße. Dort bog an der Ecke der Mosstraße ein Fuhrwerk blatt tein Wort darüber, daß auch der Erziehungserfolg schon Wagen der Straßenbahnlinie 91 E auf das Gleis und wurde an durch manchen prügelnden Pädagogen schwer geschädigt worden ist. Angehörige der Heilsarmee wollen wiffen, daß von den zu gefahren. Der Anprall erfolgte mit folcher Gewalt, daß der Kutscher Der Erziehungsschaden, den ein solcher Pädagoge anrichtet, trifft fammengengefochtenen Geldern oft beträchtliche Summen zu Privat- des Möbelwagens Karl Boed, Gneifenauftr. 15 wohnhaft, in weitem nur die Kinder. Der Gesundheitsschaden aber, den ein Kind zwecken verwendet werden. Bogen auf das Straßenpflaster geschleudert wurde. Er erlitt eine erleidet, bereitet mitunter auch dem Prügler einiges Ungemach So soll der Staatsanwaltschaft in Berlin aus Kreifen schwere Verlegung des rechten Stuies sowie erhebliche Hautabschürfungen und kann ihn vielleicht gar auf die Anklagebank bringen. Hiervor ber heilsarmee eine Strafanzeige vegen Unterfchlagung an den Beinen und der linken Hand. Auf der Unfallstation am die Lehrenden zu bewahren, war Hauptzweck des Merkblattes. und Verwendung dieser Gelder zu Privatzweden ge- Surfürstendamm erhielt B. die erste Hilfe und wurde auf seinen Ausdrücklich wurde darin hervorgehoben, daß die Schulverwaltung wiffer Borgesetzten in der Heilsarmee zugegangen fein, die bereits Wunsch nach seiner Wohnung gebracht. An dem Bahnwagen wurde zu im Interesse der in den Schuldienst eintre u Bernehmungen von Zeugen durch das Berliner Bolizeipräsidium der Vorderperron und der Dachschirm beschädigt. geführt haben. Ein ehemaliger Unteroffizier der Heilsarmee hat tenden jungen Lehrer und Lehrerinnen" fich für fich als Urheber der Anzeige bekannt, aber auf dem Polizeipräsidium der 18. Zug aus der Lindenstraße nach der Görliger Str. 68 geFünf Personen an Gasvergiftung erkrankt. Gestern nacht wurde verpflichtet halte, auf die Gefahren der förperlichen Büchtigung feine Aussage mit der Begründung verweigert, daß er bereit ist, rufen. Dort waren fünf Berfonen im ersten Stod an Gasvergiftung hinzuweisen. An einer einzigen Stelle wurde mit einem kurzen jeden Augenblick dem Untersuchungsrichter fein überreich erkrankt. Nur einem Zufall ist es zuzuschreiben, daß alle fünf BerSatz angedeutet, daß man auch aus Gründen der Pädagogik ee liches Beweismaterial vorzulegen und über feine Erfahrungen in fonen gerettet werden fonnten. Sie schliefen in einem Zimmer, in als ratsam ansehe, sich des Prügelns möglichst zu der Heilsarmee Aussagen zu machen. bem fein Gas gebrannt wird. Die Gasleitung war an der Zimmerenthalten. Es hieß da:„ Nach dem Urteil namhafter BädaDerselbe behauptet unter anderm, daß erhebliche zusammen bede mit einem Pfropfen gefchloffen, der sich gelöst hatte und wo gogen unterbleiben in Mädchenschulen förperliche Strafen am gebettelte Summen unterschlagen und von Vorgefeßten auf der durch nun Gas ausströmte. Ein Sohn des Hauses, der spät abends gogen unterbleiben in Mädchenschulen förperliche Strafen am besten vollständig." Indes, durch diese Berufung auf die namhaften Sparkasse für sich angelegt sind und daß sogar ein Borgefegter mit nach Hause kam, bemerkte den Gasgeruch und schlug, als er die Gefolcher Summe die Heilsarmee verlassen und in einer Provinz fahr bemerkte, gleich Lärm. Pädagogen, die so urteilen, laffen die mit Berlaub, zu sagenbauptstadt mit dem Gelde ein Kinematographen Theater Flößte allen fünf Personen Sauerstoff ein und rettete fie da minder namhaften Bädagogen sich nicht imponieren. Nach wie eingerichtet hat. Kurzum, es soll mehr denn foll in dieser Gesellschaft fößte allen fünf Bersonen Sauerstoff ein und rettete sie das vor wird auch in Mädchenschulen geprügelt. aussehen. Auch ein hiesiger General" der Heilsarmee ist Aus der 147. Mädchen Gemeindeschule( Grenzbereits in der Sache vernommen. Ein schwerer Straßenbahnunfall ereignete fich gestern mittag Die Untersuchung wird Dort betrat vor dem Hause Nr. 32 die straße) hatten wir vor mehreren Monaten über eine Badpfeife ergeben, in wieweit die hier gemachten Angaben zutreffen. in der Lützowstraße. zu berichten, die einem Mädchen von einer Lehrerin mit so träf- Im übrigen haben alle Bürger und Bürgerinnen ohne Unterschied 33 jährige Frau Meta Bolzin, Genthiner Straße 11 wohnhaft, untiger Hand verabreicht worden war, daß die Spuren davon Tage des religiösen und politischen Bekenntnisses alle Ursache, die Taschen mittelbar vor einem herannahenden Zuge der Straßenbahnlinie 81 tiger Hand verabreicht worden war, daß die Spuren davon Tage zu hindurch sichtbar blieben. In derselben Schule hat fürzlich ein 6u und die Augen auf zu halten. Die Stadtverordneten von Berlin das Gleis, wurde umgestoßen und geriet unter den Vorderperron und der Magistrat aber sollten der Sozialdemokratie dankbar sein, des Anhängewagens. Lehrer Kropp einem Mädchen eine Badpfeife gegeben, die zur daß fie beide vor der Blamage bewahrt hat, der Gesellschaft aus wunde, sowie einen Schädelbruch. In bewußtlofem Zustande wurde Die Verunglückte erlitt eine klaffende KopfFolge hatte, daß die Mutter, eine Gesundheitsschädigung befürch dem Stadtfäckel jährlich 3000 Mart zu geben und ihr dadurch für tend, sich an den Rektor wandte, worauf das Kind dem Schulargt ihre Betteleien einen Empfehlungsbrief zur Ausplünderung der Be- Frau P. in das Elisabeth- Krankenhaus in der Lüzowstraße eingeliefert, wo sie bedenklich daniederliegt. zugeführt und einem Spezialisten für Ohrenleiden zur Unter- völkerung in die Hände zu drücken. suchung überwiesen wurde. Herr Kropp, der eine Klasse VII als Auf der Suche nach Arbeit schwer verunglückt ist der 68jährige Ordinarius leitet, hatte in der Pause die Klasse II M inspiziert Bauwächter Baul Jordan aus der Soldiner Str. 9. Er war nach und die lärmenden Mädchen zur Ruhe verwiesen. Einer Schülerin in der Köpenicker Straße 175, gegenüber der Garde- ßionier- Raferne, vielen vergeblichen Gängen auch nach Bankow gekommen, wo er Marta B., die er noch lächeln sah, gab er anscheinend von oben hat in der geftrigen Nacht der Berliner Feuerwehr viel Arbeit ver- dammes der Wollantstraße tam der alte Mann, als er einem Fuhreine Stellung zu erhalten hoffte. Beim Ueberschreiten des FahrHerunter einen Schlag ins Gesicht, der über das Auge ursacht. Leider sind bei dem Brande ein Feuerwehrmann wert ausweichen wollte, fo unglücklich zu Fall, daß er besinnungslos hinweg die Bade traf. War diese Badpfeife so unbedingt Drechsler vom 5. Zuge schwer und mehrere Feuerwehrmmänner liegen blieb. Der Berunglückte wurde durch Baffanten nach der nötig? Wir wollen hier einschalten, daß Marta von ihrem leicht verletzt worden. Ueber den Brand wird folgendes berichtet: Unfallstation in der Badstraße gebracht, wo ein komplizierter Bruch Alaffenlehrer S., den sie selber verehrt und für den die Eltern Kurz nach 1 Uhr wurde die Gefahr von einem Wächter, als die des rechten Unterschenfels und anscheinend auch schwere innere Vernur die Empfindung vollster Hochachtung haben, zu den guten Flammen schon hell aus dem 2. Quergebäude auf dem Hofe des letzungen festgestellt wurden. Nach Anlegung von Notverbänden Schülerinnen gezählt wird. Das ersahen wir aus den uns vor großen Grundstüds Köpenider Straße 175 herausschlugen, bemerkt. wurde 3. nach dem Rudolf- Virchow- Krankenhause übergeführt. gelegten Zensuren, und es war da im besonderen auch das Betragen Sofort wurde die Feuerwehr alarmiert. Inzwischen hatten auch als ein sehr gutes bezeichnet. Nach jener Backpfeife war zunächst Hausbewohner, durch den Feuerschein aufmerksam gemacht, die Wehr nur eine Schmergerregung normaler Art zu spüren, am Abend alarmiert. Bon allen Seiten rückten Löschzüge an. Es waren bald aber machte sich eine Benommenheit im Kopfe bemert- die Züge 5, 6, 7, 8, 17 und 20 zur Stelle. Da das ganze Quer bar, ein lästiges Gummen", bas auch in der Nacht nicht schwand gebäude vom ersten Stock bis zum Dache brannte, ordnete der und den Schlaf beeinträchtigte. Am anderen Morgen ging das Branddirektor einen Angriff von allen Seiten an. Von 6 Dampf Mädchen zur Schule, aber die Störung des Befindens dauerte den sprigen wurden vier B- Bohre und acht C- Rohre, insgesamt Tag über fort. Sie dauerte fort auch am dritten Tage, einem 12 Schlauchleitungen vorgenommen und damit Wasser gegeben. Sonntag, und war selbst am vierten Tage noch nicht behoben. Am Der Brandherd lag im ersten Stock der Küchenmöbelfabrik von Vereine, die gewillt sind, sich diesen, beiden Chören anzuschließen, vierten Tage behielt die Mutter das Kind zu Hause und machte F. Linke. Dort soll auch das Feuer auf noch nicht aufgeklärte werden ersucht, zur Uebungsstunde resp. Bersammlung zu erscheinen. Dem Rektor Wulf mündlich die Mitteilung, daß Marta geschla- Weise ausgefommen sein. Die Flammen hatten an den Holz- Band 2 des 13. Jahrgangs der Zeitschrift In Freien Stunden" gen worden sei und die Störung des Befindens wohl und Küchenmöbel- Vorräten, an den Einrichtungsgegenständen usw. ist soeben erschienen. Der Inhalt des zuletzt erschienenen Bandes ist hierauf zurüdgeführt werden müsse. Der Herr Rektor reiche Nahrung gefunden. Die Hiße, vermischt mit dichtem Qualm, wieder außerordentlich reichhaltig. Als Hauptroman ist Stefan vom suchte ihr das auszureden, auch bemühte er sich, sie zu bewegen, war so enorm, daß man sich ungeschützt dem Brandherd nicht nähern Grillenhof von Minna Kautsky abgedruckt. Außerdem find die No die Sache nicht weiter zu verfolgen. Erst nach längerem Hin und konnte. Um von den Nachbargrundstücken, die gefährdet waren, an- bellen, Es lebe die Gerechtigkeit von Theodor Mügge, die Stizze, Her gab er zum 3wed einer Untersuchung durch den Schularzt, zugreifen, benutzte die Feuerwehr fünf Haken- und drei Steckleiter- Eine Stunde im Leuchtturm von Moris Hartmann, sowie viele die der Mutter wünschenswert erschien, den erforderlichen Schein. gänge. Ueber diese wurde vorgegangen und das Dach erstiegen. Eleine Episoden und kurze Aufsäge popular wissenschaftlicher Natur veröffentlicht. Der Schularzt Dr. Pagel, dem das Kind am Nachmittag Drechsler, ein Feuermann von der 2. Kompagnie, der erst einige vorgestellt wurde, bestimmte ohne weiteres, daß Marta für eine Jahre dient, fiel vor Size um und mußte fortgetragen 4,-Mart. Der Preis ist, in Leinen gebunden 3,50 Mart, in Halbfranz Alle Buchhandlungen, Spediteure und Kolporteure Woche dem Unterricht fernbleiben solle. Nach den Ursachen ihres werden. Andere Feuerwehrmänner erlitten Verlegungen nehmen Bestellungen entgegen. Wegen eines Verzeichnisses der Unbehagens und vor allem des" Summens", über das sie geflagt an den Händen usw., blieben aber im Dienst. Gegen früher erschienenen und noch vorrätigen Halbjahrsbände wende man hatte, fuchte auf Bagels Veranlassung der Ohrenarzt 8 Uhr, nach angestrengtester Löscharbeit, war die Macht des fich an den Verlag der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68. Ein gewaltiger Fabrikbrand Deutscher Arbeiter- Sängerbund( Gau Berlin). Die Vereine Ver einigter Sängerchor Wedding"," Freiheit Nord" und" Bruderherz" haben sich zu einem Chor unter dem Namen Sängerchor Wedding" zufammengeschlossen. Die erste Uebungsstunde findet Donnerstag, ben 17. Februar, abends 9 Uhr, bei Funke, Triftstr. 65, statt. Desgleichen findet für die Schönhauser Vorstadt am Montag, den 21. Februar, abends 8 Uhr, bei Obiglo, Schwedter Str. 23-24, die beschließende Versammlung der Vereine Freier Männerchor", Norb"," Rote Relfe" und" Zimmerer" statt. Feuerwehrbericht. Die Berliner Feuerwehr hatte gestern u. a. tert I geliefert wird, wodurch die Errichtung eines besonderen I meter festgefekt unter Fortfall der früher für großen Bedarf fret in der Großen Frankfurter Str. 187 zu tun. Dort brannten Stoffe, Kesselhauses erübrigt ist. Es fehlen auch nicht Speicherräume zur gelassenen Vergünstigungen. Der Neid der übrigen Hausbefizer, Kontormöbel, Papier u. a. Die Flammen schlugen schon hell aus Aufnahme der den Obdachlosen gehörigen Möbel usw. Die Eltern welche ihr Wasser auf Grund eines Monopolvertrages aus dem den Fenstern heraus, als die von drei Seiten alarmierte Feuerwehr der ins Obdach aufgenommenen Familien, die eine Beschäftigung Rummelsburger Werk beziehen, hat damit einen Triumph gefeiert. erschien. Ueber einen Steckleitergang und die Treppen griff die Feuer- haben, sind gehalten, etwa die Hälfte ihres Lohnes für die Gewäh- Gegen die Gemeindewählerliste sind 15 Einsprüche e: wehr an und es gelang ihr den Brand zu lokalisieren. Die Ent- rung von Unterkunft und Verpflegung an die Verwaltung abzu- hoben, von denen 10 ohne weiteres anerkannt wurden. Die übrigen stehung konnte nicht aufgeflärt werden. Ein zweiter Alarm aus geben, andernfalls laufen sie Gefahr, sofort entlassen zu werden. mußten auf Grund der veralteten Bestimmungen darüber abgeder Großen Frankfurter Straße 70 war durch das Umfahren Anfang Februar dieses Jahres ist dieses Obdachlosen- wiesen werden. Ein vom Genossen Grunow gestellter Dringlicheines Feuermelders entstanden. Nicht weit davon in der Palisaden- asyl und das neue Familienhaus eröffnet worden. Es ist in allen feitsantrag betr. einer Petition an das Haus der Abgeordneten unt straße 101 brannten Fußböden, eine Bretterwand u. a. und in der feinen Teilen wirklich zweckmäßig und gut eingerichtet, und wenn Ablehnung der Wahlvorlage, wurde abgelehnt. Dafür Blumenstraße 73 in einer Druckerei Papier, Türen, Fußböden und auch infolge des ablehnenden Verhaltens der Nachbarorte der Ma- stimmte nur der Schöffe Lehmann. anderes. Wegen fleiner Wohnungsbrände wurden Löschzüge nach gistrat sich genötigt gesehen hat, in den allgemeinen Bestimmungen der Allensteiner Straße 21, Rheinsberger Straße 22 und anderen die Aufnahme nur auf in Charlottenburg wohnende und hier ob- Friedrichsfelde. Stellen gerufen. Gardinen brannten Choriner Straße 50a und dachlos gewordene Personen und Familien zu beschränken, so darf Kisten, Betten usw. in der Groß- Görschenstraße 38. Außerdem doch von der Humanität der Verwaltung erwartet werden, daß in wurde die Feuerwehr nach der Wrangelstraße 100 alarmiert, wo bringenden Notfällen auch anderen hier obdachlos Gewordenen die aber feine Gefahr zu entdecken war. Aufnahme nicht versagt werden wird. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. J Eine Voltsversammlung leitete am Dienstag die Agitation für die kommenden Gemeindevertreterwahlen ein. Genosse Grogers Rigdorf erläuterte in leichtverständlicher Weise die Aufgaben der Gemeindeverwaltung, wie wir sie auffassen und wie sie von den bürgerlichen Parteien gelöst oder besser vernachlässigt werden. Anschließend daran gab an Stelle des plöglich erkrankten Gemeindes Ein neues Projekt und zwar ein Omnibus mit Oberleitung vertreters Pinseler der Genosse Dehlert einen furzen Ueberblick soll zur Einführung gelangen. Der Omnibus hat ein ganz neues über die Tätigkeit der sozialdemokratischen Gemeindevertretung System und weicht von den im Verkehr befindlichen Benzin- Omni- während der verflossenen Wahlperiode. In der Diskussion wurde bussen erheblich ab. Dadurch, daß kein Motor vorhanden und der von Kegel auf den verwahrlosten Zustand bestimmter Straßen Wagen vermittelst Strom getrieben, der ihm durch zwei Drähte von hingewiesen. Gronweld unterzog die in legter Zeit wieder mehr der Oberleitung der Straßenbahn zugeführt wird, fährt der Omni- in Erscheinung getretene Prügelpädagogik in der hiesigen Volksschule bus bedeutend leichter, schneller und vor allen Dingen auch ange- einer scharfen Kritik, und Lehmann forderte die Anwesenden, die nehmer. Das geräuschvolle Fahren, wie es jetzt zum Ausdruck durch ihren öfteren Beifall ihr Einverständuis mit den gehörten kommt und vielen das Fahren verleidet, ist hier vollständig ver- Ausführungen äußerten, aber der sozialdemokratischen Partei noch mieden, da die Wagen auf Gummireifen rollen. Obwohl der nicht angehörten, auf, ihren Willen, solchen Zuständen ein Ende zu Strom von oben geleitet wird, sind Gleise nicht notwendig und nt bereiten, durch Beitritt zur Partei zu bekunden. Hierauf wies Ges der Omnibus imstande, jeden ihm entgegenkommenden Wagen aus- noffe Schwent auf die Bedeutung hin, Männer zu wählen, die zubiegen und gleichfahrende zu überholen. Die erforderliche Ein- sich ihrer Pflicht voll bewußt sind, ihnen aber auch durch die Wucht richtung ist derartig einfach und praktisch, daß jede Schwierigkeit, der abgegebenen Stimmenzahl einen Einfluß zu sichern, der einigerdie sich durch den Verkehr ergibt, sehr leicht überholt werden kann. maßen einen Ausgleich schafft gegenüber der Rechtlosigkeit der Bis jetzt laufen derartige Omnibusse in der Umgebung Wiens und arbeitenden Bevölkerung, wie sie der plutokratische Charakter des sollen sich außerordentlich gut bewährt haben. Es wird daher beab- kommunalen Wahlrechts mit sich bringt. Die vorgeschlagenen Ge sichtigt, auch hier eine Linie zu errichten. In Betracht kommt: nossen Pinseler und Dehlert wurden einstimmig von der VersammBahnhof Gbersstr., Wartburgplak, Bayerischer lung als Standidaten für die dritte Abteilung aufgestellt. Blaz, Neue Ansbacher Straße, Zoologischer Adlershof. Garten. Die Kosten find geringer als alle früheren Projekte. Rixdorf. Gasvergiftung. In der Kellerwerkstatt des Klempnermeisters Vandreh wurde der Gefelle E. Becker von dem Meister bewußtlos aufgefunden. Durch Einflößen von Sauerstoff wieder zum Bewußt fein gebracht, mußte B. sofort ins städtische Krankenhaus nach Buckow gebracht werden, wo er schwer krank daniederliegt. Die Ermittelungen ergaben, daß im Vorteller zur Werkstatt ein Gashahn halb geöffnet und das Gas in die Werkstatt gedrungen war. Wilmersdorf. Das neue Obdachlosenasyl und Familienhaus in Charlottenburg. Durch ihren Beschluß vom 4. Dezember 1901 ersuchte die Stadtverordnetenversammlung von Charlottenburg den Magistrat um eine Vorlage betreffs Errichtung eines Asyls für Obdachlose. Die Unterbringung der Obdachlosen geschah bisher in der Weise, daß obdachlos gewordene Familien in zwei in der Sophie- Charlottenstraße 113 errichteten alten städtischen Familienhäu fern und ledige Obdachlose auf Kosten der Stadt im Polizei Präsidium untergebracht wurden. Diese Unterbringung im Polizeipräsidium ist ohne Zweifel für viele schon durch ihre elende Lage niedergedrückte Personen eine doppelte Pein; auch sind die dadurch für die Stadt entstehenden Kosten durchaus nicht niedrig, da das Polizeipräsidium für jede solche Nächtigung durchschnittlich eine Mark liquidiert. Da auch die Zahl der Obdachlosen sich von Jahr zu Jahr vermehrte, machte der Magistrat am 23. April 1903 der Stadtverordnetenversammlung die Mitteilung, daß er das Be dürfnis zum Bau eines Obdachs anerkenne, und das Grundstück Sophie- Charlottenstraße 113/114 für die Errichtung eines dazu bestimmten Gebäudes geeignet halte, daß er auch das vorhandene in recht schlechtem baulichen Zustande sich befindende- Familienhaus II in den Bauplan mit einbeziehen werde. Der Mangel an fleinen Wohnungen war damals auch in Charlottenburg groß geworden. Die Räume der Familienhäuser waren namentlich in den Jahren 1900-1902 bei weitem nicht mehr imstande, alle Obdachlofen aufzunehmen. Aber der Magistrat zögerte immer noch mit der Vorlage eines detaillierten Bauplanes. Er befürchtete nämlich, daß die Errichtung eines Ashle für nächtlich Obdachlose in Charlottenburg einem großen Teil der Obdachlosen von Groß= Berlin nach Charlottenburg ziehen werde. Auch die Charlotten burger Haus- und Grundbesigervereine befürchteten davon die Heranziehung„ arbeitsscheuer und fragwürdiger Eristenzen" nach Ghare lottenburg und damit sittliche und volkswirtschaftliche Gefahren" für die Stadt. Sie petitionierten deshalb gegen die Errichtung eines solchen Asyls, ebenso 11 einzelne Hausbefizer in der betreffenden Stadtgegend, die von einem solchen Bau eine Beeinträchtigung der Entwickelung des fraglichen Stadtteils" befürchteten. Zwar beschloß die Stadtverordnetenversammlung über diese Betitionen zur Tagesordnung überzugehen, aber der Magistrat zögerte weiter Ein schweres Brandunglück, bei dem ein Kind den Tod fand, mit der Vorlage für den beabsichtigten Bau. Deshalb ersuchte am ereignete sich vorgestern in Lankwig. Die Frau des Arbeiters 1. August 1904 die Stadtverordnetenversammlung, einem Antrage Schulze hatte ihr zweijähriges Töchterchen Gertrud zu Hause gedes Gen. Hirsch folgend, den Magistrat, mit den Gemeindever- lassen, während sie sich auf einen Augenblick entfernte, um Einkäufe maltungen von Groß- Berlin behufs Errichtung eines gemeinschaft zu machen. Das Kind machte sich an dem in der Stube stehenden lichen Ashls für Obdachlose für Groß- Berlin in Verbindung zu eisernen Ofen zu schaffen, wobei seine Kleider Feuer fingen. Als Nowawes. tieten." Der Magistrat gab darauf am Jahresschluß folgende Ant- die Mutter nach wenigen Minuten zurückkehrte, bot sich ihr ein entwort:„ Wir haben bisher davon abgesehen, mit anderen Gemeinden feglicher Anblick. Auf dem Fußboden wand sich in fürchterlichen in der Sache in Verbindung zu treten, weil inzwischen die Frage, Schmerzen die kleine Gertrud, deren Körper über und über mit ob es überhaupt zweckmäßig ist, Asyle in der bisherigen Art zu schweren Brandwunden bedeckt war. Das nur noch schwache Lebenserrichten, erörtert wurde. Nachdem vom Pastor von Bodelzeichen von sich gebende Mädchen wurde nach dem Groß- Lichterschwingh und mit ihm von vielen andern gegen diese Asyle leb- felder Krankenhause übergeführt, wo es kurze Zeit nach der Einhafte Bedenten erhoben worden sind, erachten wir es für zwed lieferung verstarb. mäßig, einstweilen nichts zu veranlassen." Die Unterkommiffion der Gewerkschaften beschloß in ihrer letzten Sizung u. a. die Bildung einer Bauarbeiterschußkommission, in die die Genossen Engelhard, Köhler und Preuß gewählt wurden. Nicht vertreten bezw. unentschuldigt fehlten in dieser Sigung die Delegierten der baugewerblichen Hilfsarbeiter, Friseure, Fabritarbeiter, Gast wirtsgehilfen, Gips- und Bementbranche, Hafenarbeiter, Maschinisten, Steinfeger und Schmiede. Lankwiz. Zehlendorf( Wannseebahn). Auch im Etatausschuß wurde am 13. März 1906 folgender Antrag abgelehnt:" Der Magistrat wird ersucht, den Bau des bereits In einer nichtöffentlichen Sigung der Gemeindevertretung wurde genehmigten Asyls für Obdachlose noch im Laufe des Etatjahres als Bauplas für ein 18flaifiges Oberrealschulgebäude das Gemeinde1906 in Angriff zu nehmen." Dagegen beschloß die Stadtverord- grundstück an der Burggrafenstraße gewählt. Damit wird getreu der netenversammlung vom 20. März 1907: 1. Es ist eine Erweiterung Reklamepolitit" unserer Gemeindevertretung wiederum ein so wich des städtischen Asyls( Familienhäuser) dahin vorzunehmen, daß tiges öffentliches Gebäude an möglichst ungeeigneter Stelle unterauch ledige, obdachlose Personen darin aufgenommen werden gebracht. Es kommt damit in die nächste Nähe der Wannseebahn zu fönnen. 2. Der Magistrat wird ersucht, Erwägungen darüber ein- liegen, auf deren Gleisen etwa 200 Züge täglich verkehren. Außer zuleiten, ob es sich nicht empfiehlt, einen 8 wed verband inner- dem wird der Unterricht noch durch das unvermeidliche störende Gehalb Groß- Berlins anzustreben, durch den auch in Charlottenburg räusch beim Ein- und Ausfahren der Züge aus dem in der Nähe obdachlos gewordene Ledige im Asyl Aufnahme finden können." befindlichen Bahnhof Zehlendorf gehindert. Das tut aber nichts. Aber der Magistrat nahm sich weiter Zeit, auch die Nachbargemein- um derartige Dinge, über deren Schädlichkeit für den Unterricht sich den verhielten sich ablehnend. Aber jemand anders erhob lebhaften nicht nur jeder Schulmann tlar ist, sondern auch jeder, der sich nur Einspruch gegen die weitere Aufnahme von obdachlosen Familien einmal mit öffentlichen Erziehungsfragen beschäftigt hat, braucht sich in die bisherigen Familienhäuser, nämlich der Stadt- und Armen- unsere Gemeindeverwaltung nicht zu fümmern. arzt Dr. Simon, der erklärte, daß dieselben sich in einem so schlimmen hygienischen Zustande befänden( verfaulte Fußböden, nasse Ober- Schöneweide. Wände, schlechte Defen, Fenster usw.), daß eine infettiöse Erkranfung in einem Raume des Gebäudes sich sogleich auf die Bewohner der übrigen Räume übertrage, daß daher die größte Gefahr bei einer ausbrechenden Epidemie zu entstehen drohe. Dieser schlechte Zustand der Gebäude war übrigens längst offenes Geheimnis. Auch der Polizeipräsident drängte jeßt auf anderweitige Unterbringung der Obdachlosen als im Polizeigewahrsam Sorge zu tragen, da die Polizei nicht mehr in der Lage sei, die Obdachlosen weiter auf Rechnung der Stadt Obdach zu geben. Bon der guten Entwidelung, welche die Konsumgenossenschaftsbewegung in Berlin und seinen Vororten jezt zu verzeichnen hat, zeugen auch die von der Konsumgenossenschaft bon Adlershof und Umgegend veröffentlichten Zahlen. Aus dieser Veröffentlichung entnehmen wir, daß der Umsah in den letzten 7 Monaten auf 313 775 M. gegen 257 825 M. in den gleichen Monaten des Vorjahres gestiegen ist. Am Schlusse des Geschäftsjahres wird die Genossenschaft 2 Million weit überschritten haben. An Geschäftsanteilen wurden 2771 M. neu eingezahlt; bis heute find über 31 000 M. von den 2174 Genoffen eingezahlt. Einen regen Verkehr hatte auch die der Genossenschaft angegliederte Sparkaffe zu verzeichnen, indem 8905 M. zur Einzahlung und 5372 M. zur Auszahlung gelangten. Der Bestand der Sparkasse beläuft sich auf 21 701 M. Auch der Erwerbung von Hausanteilen wenden sich die Mitglieder jeht mehr zu. In den letten 7 Monaten wurde genau so viel eingezahlt, wie in den 2½ Jahren vorher. Der Mitgliederbestand erhöhte sich um 200 Genoffen. Wenn auch die Genossenschaft seit ihrem Bestehen eine stete und gute Entwicklung aufweisen kann, so sollten doch unsere Genossen in den an der Oberspree liegenden Vororten der Genossenschaftsbewegung größere Aufmerksamkeit angedeihen lassen und durch ihren Beitritt der Genossenschaft größere Kraft und dadurch auch innere Festigkeit verleihen, damit die projektierte Eigenproduktion auf dem vorhandenen Grundstücke bald zur Durchführung gelangen kann. In der letzten Wahlvereinsversammlung hielt nach der üblichen Ehrung des Genossen Eberhardt- Charlottenburg Reichstags abgeordneter Lehmann- Wiesbaden einen interessanten, beifällig auf genommenen Vortrag über die politische Lage. Hierauf teilte der Borsitzende mit, daß am 23. Februar eine Volksversammlung mit dem Genossen Liebknecht als Referenten und am 26. Februar ein Lichtbildervortrag des Genossen Ged über die badische Revolution stattfindet. Des weiteren nahm die Versammlung Kenntnis ron der Amtsniederlegung der Gen. Kunstmann( Bildungsausschuß) und Bubert ( Jugendausschuß). Zur Kreisgeneralversammlung wurden die Ge noffen Krohnberg, Heidenreich, Bubert und Hermann delegiert. Genoffe Neumann gibt einen Bericht über die Jugendschriftenausstellung, deren Ergebnis er als unbefriedigend bezeichnet, da dies felbe nur einen Umsaß von 267 M. und ein Defizit von 7 m. hatte. Der Jahresbericht vom Jugendausschuß ergibt eine Einnahme von 451 M. und eine Ausgabe von 375 M. Potsdam. Stadtverordnetenfißung. Die Pflasterungsvorlage wurde nach dem Magistratsantrage genehmigt. Insgesamt verursachen die Pflasterungen eine Ausgabe von 164 300 M. Der Müllabfuhr- und stanalisationsgebühr der vorigen Sitzung schloß sich diesmal die Er höhung der Hundesteuer und Biersteuer an. Jeder Hund fostet in Zukunft 30 M. Steuer, ein zweiter 40 M. Steuerfrei bleiben nur der Hund des Nachtwächters, Polizei- und Kriegshunde Für die Wahlen zum Gewerbegericht liegen die Wählerlisten und Hunde, die von gebrechlichen Personen zum Schuge gebraucht seit Dienstag, den 15. Februar, bis Montag, den 21. Februar, von werden. Für Kettenhunde müssen 10 M., für Hunde auf Wagen zur vormittags 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr im Gemeindeamt, Bewachung der Ware, Ziehhunde und Hunde der Forstbeamten 5 M. Bimmer 18, aus. Wahlberechtigt sind nur diejenigen, welche in die gezahlt werden. Den Mehrertrag der Steuer berechnet man auf Wählerliste eingetragen sind. Es sei ganz besonders auf die im 15 000 m. Die Biersteuer foll mit 65 Pf. pro Hektoliter zur ErOrte aushängenden Blafate hingewiesen. Niemand versäume die hebung gelangen, das find 16 000 m. mehr. Das Ortsstatut Listen einzusehen. Wer keine Gelegenheit hat, die Listen selbst ein- gegen die bauliche Berunstaltung der Stadt gelangte zusehen, wende fich an Paul Gräbnis, Friseur, Grünauer Str. 5, nach wiederholten Burüdstellungen zur Annahme. Karl Bottle, Restaurateur, Berliner Str. 54, und Adolf Stahl nur auf den Anstrich historischer Straßenzüge und auf die AnDa endlich, am 5. März 1908, tam der Magistrat mit einer berg, Restaurateur, Berliner Str. 123. bringung von Reklameschildern, da schon jetzt für ca. 580 Häuser detaillierten Vorlage an die Stadtverordnetenversammlung beGemeindevertretersizung. Der den Vertretern zugegangene eine einschränkende Bestimmung, das fogen. Publitandum aus dem treffend Errichtung eines Afyls für Obdachlose, die in der Sigung vom 11. März zur Annahme gelangte. Demgemäß wurde beschlossen, Voranschlag des Wirtschaftsplanes für das Jahr 1910 Jahre 1787, besteht. Sollten bereits vorhandene Reklameschilder das alte Familienhaus an der Straßenfront ganz abzubrechen und wurde nach einer Erläuterung durch den Gemeindevorsteher einer unter die neuen Bestimmungen fallen, fo foll eine Sachverständigen fommission über deren Entfernung beschließen. Auf Anfrage erklärt an bessen Stelle ein Aufnahmehaus zu errichten, das außer einer Kommission von 7 Mitgliedern, ber auch Genoſſe Grunom angeber Oberbürgermeister Bosberg, daß es nach den bisher geforderten Verwalter und einer Pförtnerwohnung, Aufnahme- und Bureau- hört, überwiesen, welche die Vorberatungen zu pflegen hat. räume, ein Männerbad, bestehend aus 2 Wannen- und 3 Brause- ausgedehnte Debatte zeitigte die vom Gemeindevorsteher bean- geringen( 1) Gebührenerhöhungen gelingen werde, den Etat bädern nebst Ankleideräumen, ein Frauenbad mit 3 Wannen- tragte Modifizierung des in voriger Sigung gefaßten Beschlusses für 1910 ohne Erhöhung der Kommunalsteuerzuschläge( bisher bädern, 2 Braufebädern und Ankleideräumen, ein Desinfektions- betr. Anrechnung eines Militärdienstjahres auf das Besoldungs- 110 Proz.) zum Balanzieren zu bringen. Das kann sich natürlich apparat, in dem während des Gebrauchs der Bäder dienstalter der Beamten, welche Militäranwärter find. Nach nur auf die Leute vom Geldiac beziehen. Für den größten Teil die Kleider der Badenden desinfiziert werden, die sie nach dem Bade dem neuen Antrag des Gemeindevorstehers soll der Beschluß nicht der Mieter ist durch die Müllabfuhr- und Kanalisationssteuer ein dann desinfiziert gleich wieder anziehen fönnen, ferner eine ge- für sämtliche Anwärter Geltung haben, sondern sich den für die Buschlag von 25-75 Broz. erfolgt. räumige Rüche mit allen Erfordernissen eines Großbetriebes, bier Staatsbeamten geltenden Bestimmungen anlehnen. Es mutete großen Kesseln, Brat- und Wärmeherd, Milchkühler, ein vierteiliger recht sonderbar an, mit welcher Energie fich einige Herren gerade Spültisch usw., ferner durch alle Etagen für Männer und Frauen für diese Kategorie von Beamten ins Zeug legten. Genosse Grumit Kindern getrennte große, gut erwärmte und ventilierte Tages- now legte dar, daß gar kein Grund bestehe, daß, diese Beamten räume und Schlafsäle mit wirklich, namentlich für die nur in eine Sonderstellung einnähmen; die Anerkennung für geleisteten Tages- und Nachtobdach befindlichen Frauen und Kinder zweck- Militärdienst möge der Staat geben, die Gemeinde verlange als mäßigen und bequemen Betten, im gangen 175. In dem Tages- Qualifikation keine Soldaterei. Der Beschluß wurde ausgefeht. und Nachtobdach, das auf vier Wochen gewährt wird, erhalten Im Gegensab hierzu stand die Debatte über die Löhne der Frauen und Kinder vollständige Verpflegung, Frühstüc, zweites Straßenarbeiter und Maschinisten und Arbeiter des KaFrühstück, Mittagessen, Besper und Abendbrot. Die Männer er- nalisationswertes. Vom Genossen Grunow wurde im Hinblick auf halten nur morgens und abends Verpflegung. Im nächtlichen Ob- die sämtlichen Gemeindeangestellten gewährte Aufbesserung eine bach, das auf eine Woche gewährt wird, erhalten einzelstehende Erhöhung des Stundenlohnes um mindestens 3 Pf. beantragt. BeMänner und Frauen Abend- und Morgenkost. Die Schlafräume schloffen wurde nach dem Vorschlage der Baufommission eine Erfür die Männer befinden sich in dem stehen gebliebenen und innen höhung um 2 Pf. unter Fortfall der bisherigen Staffelung, an neu ausgebauten Familienhaufe II. Hinter diesem ist dann noch deren Stelle je nach Leistung Stundenlöhne bis zur Höhe von ein großes neues Familienhaus errichtet, das schon am 45 Bf. gezahlt werden sollen. Die Maschinisten des Kanalisationsmeisten bewohnt ist, mit 28 Wohnungen mit je 1 oder 2 geräumigen wertes sollen 52½- 60 Pf. und die dortigen Arbeiter 42-52 Pf. Stuben und Stüche, jedes Zimmer mit Platz für 2 oder 3 Betten. erhalten. Die Anlage des Schmud plates im Rathausviertel Swinembe 746 SGD Hier wohnen schon viele finderreiche Familien, und für die Kinder wurde nach der Vorlage beschlossen. Auf demselben ist in der damburg 746 S Berlin 747 5528 ist auch tagsüber eine Kindergärtnerin in einem großen Kinder- Gegend der katholischen Kirche ein Kinderspielplatz vorgesehen. Dies Frantj.a M 748 S garten, in der wärmeren Jahreszeit auch im Freien mit Spielen gab dem Vertreter der Katholiken Anlaß, alle Minen springen zu München und passenden Unterhaltungen und auch mit der Ueberwachung lassen, um die drohende Profanierung seiner Kirche abzuwenden, Wien der Schularbeiten der größeren Kinder beschäftigt. indem er den Blak verlegt wissen wollte, was allerdings nicht ge= Wetterprognose für Donnerstag, den 17. Februar 1910.. lang, nachdem ihm allerseits heimgeleuchtet wurde. Der Wasser. Nachts ein wenig fühler, am Tage wieder mild und zeitweise heiter, preis für Entnahme aus dem Gemeindewerk wurde gegen die vielfach nebelig bei schwachen südwestlichen Winden, keine erheblichen Stimme des Genossen Grunow allgemein auf 30 Pf. pro Kubik- Niederschläge. Alle Gebäude haben gute Ventilation, Gasbeleuchtung und Dampfheizung, wozu ebenso wie für die Küche, die Bäder und Desinfeftionsanstalt der Dampf von dem nebenan gelegenen Bump Amtlicher Marktbericht der städtischen Marttballen- Direktion ber Marktlage: Fleisch: den Großhandel in den Bentral- Marktballen. Wild: Zufuhr Bufuhr schwach, Geschäft sehr still, Breise unverändert. mäßig, Geschäft rege, Preise gut. Geflügel: Zufuhr reichlich, Geschäft ruhig, Preise befriedigend. Fische: Bufuhr mäßig, Geschäft etwas lebhafter, Preise wenig verändert. Prima Seefische gefragt. Butter und safe: Geschäft ruhig, Preiſe unverändert. Gemüse, Dbs und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft sehr still, Breise faft un verändert. Witterungsübersicht vom 16. Februar 1910, morgens 8 Uhr. Stationen Better Il Stationen Better 3 bedeckt 3 Rebel 2 bedeckt 4 Regen 2 Aberdeen 738 SS 750 Still bebedt-1 Baris 752 23 752 SD 1 Rebel 0 0 Haparanda 758 SD 1 Betersburg 762 SD 1 Scilly 7533 4 heiter -16 2 halb bd.- 11 4 wolfig 2 heiter 7 0 2 wolten! Berliner Betterbureau. Sechster Wahlkreis Jugendausschuß für Sonntag, den 20. Februar 1910, abends 6½ Uhr: Oeffentliche politische Versammlung für Männer und Frauen in den Prachtsälen Nordwest, Wiclefstraße 24( großer Saal. Zages Ordnung: Unsere Aufgaben im preußischen Wahlrechtskampfe. Referentin: Genossin Klara Zetkin( Stuttgart). Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Einberufer: Alfred Paersch, Alt- Moabit 43. Nach der Versammlung: 225/ 6* TF Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Groß- Berlin. Sonntag, den 20. Februar, abends 6 Uhr, bei Raabe, Fichteftraße 29: Jugend- Versammlung. Vortrag des Herrn Professor Dr. A. Blaschko über: Jugend und Gesundheit. Nach dem Bortrag: Geselliges Beisammensein. Alle Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen find zu dieser Bersammlung freundlichst eingeladen. 288/ 11* Zentralverband der Töpfer Deutschlands, Deutscher Metallarheiter- Verband. Filiale Berlin. Freitag, den 18. Februar 1910, abends 6 Uhr: General- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saah). Tagesordnung: Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hoj l. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hauptbureau: Hof III. Amit 3. 1987. Metallschleifer! Freitag, den 18. Februar 1910, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 59( großer Saal): Allgemeine Versammlung aller in den 1. Diskussion über den Jahresbericht des Gesamtvorstandes, der heiztechnischen Kommission und der Re- Metallschleifereien beschäftigt. Arbeiter u. Arbeiterinnen. biforen. 2. Neuwahl des Gesamtvorstandes, eines Revisors und des Arbeitsnachweis- Kuratoriums. 3. Stellungs nahme zu den Innungswahlen. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet 192/6 Der Vorstand. Die Zahlstelle für Schönhauser- Vorstadt befindet sich von jetzt ab: Schönhauser Allee 134a bei May Rath( früher Kelsch). Zentral- Verband der Zimmerer und verwandter Berufsgenoffen für Berlin u. Umgegend. Sonnabend, den 19. Februar 1910, in den feftlich dekorierten Sälen der Brauerei Friedrichshain( am Königstor): Tages- Ordnung: 1. Der Schleiferschuß und die Gefeßgebung. Referent: Reichstagsabgeordneter Karl Severing- Bielefeld. 2. Diskussion. Kollegen und Kolleginnen! Der Genoffe Severing wird in ein gehender Weise die Frage der Gesetzgebung behandeln. Bei der Wichtigkeit, die diese Angelegenheit für uns hat, fordern wir die Kollegen und Kolleginnen auf, vollzählig zu erscheinen. Am Montag, den 14. februar. entriß uns der Tod plößlich unsern langjährigen Kollegen, den Seherinvaliden Herrn 7005 Stephan Arnold aus Altorf( Schweiz) im 68. Lebensjahre. Während eines Menschenalters Freud und Leid mit uns teilend, hat er sich durch seinen lauteren Charakter unsere Achtung und Freundschaft in hervorragen dem Maße erworben, so daß wir ihm ein ehrendes Andenken stets bewahren werden. Die Kollegen der Nord. deutschen Buchdruckerei. Die Beerdigung findet statt am Freitag, nachm. 42 Uhr, auf dem neuen Rigdorfer Gemeindefriedhof, Mariendorfer Weg.( Straßenbahnlinie 7,) Typographia. Den Mitgliedern die betrübende Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, Sollege Stephan Arnold plöglich verstorben ist. Wir werden seiner stets in Ehren gedenken. 60/6 Beerdigung fiehe vorstehend. Die Sänger werden gebeten, unferem verstorbenen Kameraden möglichst zahlreich das letzte Geleit zu geben. Der Vorstand. Zentral- Verband der Glaser Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Paul Otto Kollegen! Agitiert für diese Versammlung!( Betrieb Bleiftein) geftorben ist. llegen 111/15 Die Ortsverwaltung. Schriften Zum Küssen schön bon Großer Wiener Maskenball. Auguit Bebel. Einlaßkarten a 50 Pf. find in den Bezirkslokalen sowie im Verbandsbureau zu haben. Alle Mitglieder, deren Angehörige sowie Freunde und Bekannte find hiermit freundlichst eingeladen. Anfang 8, Uhr. 254/16 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Rheumatismus Donnerstag, den 17. Februar, abends 8% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 14( Zimmer 4): Sitzung der Ortsverwaltung. Freitag, den 18. Februar, abends 8% Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: Kombinierte Sitzung der Kontroll- und Branchenkommissionen und der Ortsverwaltung. Montag, den 21. Februar, abends 8%, Uhr, in Kellers Sälen, Roppeustraße 29: Vertrauensmänner- Versammlung 79/5 Gicht, Gliederreißen, Nervenschmerzen, Hüftweh, Geschwulst etc. find oft unerträglich, daher ge brauche man fofort Reichel's ,, Electricum" ( Echtes Kiefernadel- Waldwolioel) ein reines unschädliches Naturs produkt von kräftig durchgreifen der, nachhaltiger, fchmerzftillen der Wirkung. Flasche M. 1.und M. 2. Die Wirkung wird noch erhöht durch den inneren Ge. brauch von Reichel's WachholderExtract., Medico". Flasche 75 Pf. M. 150 und M. 2.50 Man nehme aber nur die echten Originalfüllungen u achte scharf auf die Marke Medico". In den Apothefen u Drogerien erhält ich, wo nicht direkt d Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr.4. für sämtliche Bezirke und Branchen. Dr. Simmel Die Ortsverwaltung. Achtung! Bautischler! Sonntag, den 20. Februar 1910, vormittags 9%, Uhr, bei Anton Boeker, Weberstraße 17: Branchen- Versammlung der Bautischler zu welcher das Erscheinen sämtlicher Kollegen dringend erforderlich ist. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die dreijährige Tarif: und jetzige Vertrags. beratung und welche Vorteile haben die Bautischler davon? 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Die Branchenkommission. J. A.: Karl Reiche. Achtung! Maschinenarbeiter! Wegen der Vertrauensmänner- Versammlung fällt die Branchenversammlung aus. 79/6 Die Branchenkommission. Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Prinzenstr. 41, Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Nur einmal jährlich zum Inventurpreis! reichgestickte solide lüschDänischer Kautabak P M. Hansen jun., Hadersleben. Generalvertrieb: Max Ziegenhals, Berlin NO., Neue Königstr. 70. Amt VII, 3047. 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Deutschlands. Mitgliedschaft Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Stollege Bartolomeus Kubis 41 Jahre alt, am 15. Februar nach langen Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Michaelis- Kirchhofes in Rigdorf, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 19/2 Der Vorstand. Am 12. Februar verstarb nach schweren Leiben mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater, der Restaurateur 7036 Paul Klappauf. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des MathiasKirchhofes in Südende aus statt. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme an läßlich des Hinfcheidens meines lieben Mannes, unferes guten Vaters, fagen wir allen Beteiligten, insbesondere dem Gesangberein Solidarität", unferen innigsten Dant. 6995 Witwe Brinkmann und Kinder. Danksagung. Anläßlich des Hinscheidens meines lieben Mannes, unseres guten Baters, Sohnes und Bruders Otto Lix, sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Berband der Lithographen, Steindruder und verwandten Berufe, dem Deutschen Senefelder- Bund, dem sozialdentofratischen Wahlverein des 6. Reichstagswahlkreises, dem Chef und Personal der Firma W. Bed meinen innigsten Dank für die Beweise herzlicher Leil nahme. Witwe E. Lig nebst trauernden Hinterbliebenen Masken- Garderobe Carl Ernst ( Inhaber Willi Ernst) jekt: Köpenicker Str. 55 b, I. Amt IV, 14089. Gr. Auswahl! Bill. Preise! Borzeiger dieser Annonce ers hält 10 Proz. Preisermäßigung. Willkommen An diesem Schild sind die Läden erkennbar, ORIGINAL SINGER BAHMASCHINE in denen SINGER Nähmaschinen 回 verkauft werden. Mustergültig in Konstruktion und Ausführung, gleich vorzüglich für Hausgebrauch u. Industrie. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. BERLIN, Leipziger Straße 92. 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