Nr. 127. Erscheint täglich außer Montags. Brets pränumerando: Biertels jährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter freuzs band: Deutschland u. Defterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. sought. 10. Jahrg. Vorwärts Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonne und Festtagen bis 9 Uhr Vor. mittags geöffnet. fernsprech- Anschluß Amt 1, Ur. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Luxusfeuern. Freitag, den 2. Juni 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Bei den Luxussteuern ist ferner in Betracht zu ziehen, der Stadt, wo zahlreiche Luxussteuersubjekte zusammendaß das Steuerobjekt in einem Falle Luxusgegenstand sein wohnen, wo eine gewisse Deffentlichkeit des Lurus und das Abgesehen von der großen Gegnerschaft, welche die kann, während es im anderen dies nicht ist, dies gilt z. B. mit die Möglichkeit der Kontrolle vorhanden ist, wird es steigenden Forderungen für den Militarismus in den von der Hundesteuer; das Schooßhündchen immer, der noch eher möglich sein, die Lurussteuer einzutreiben, als auf weitesten Kreisen des Volkes hervorgerufen haben, sind auch Jagdhund in der Regel werden Lurusgegenstände sein, der dem Lande, wo das Zerstreutwohnen der Reichen, ein schweres die Anhänger der Vermehrung unserer Kriegsmacht unzu Biehhund des armen Kleinhändlers, der Wachthund des Hinderniß der Eintreibung sein werden. Daß eine Reihe frieden wegen der Art, wie die steigenden Ausgaben bes Roffäthen auf dem Lande sind keine Luxusgegenstände, das Unbequemlichkeiten für die Steuersubjekte bei wirklich ernst schafft werden sollen. Allgemein, bis in die reicheren Klavier des Musiklehrers muß steuerpolitisch unter anderen licher Durchführung der Luxussteuer- Geseze sich naturgemäß Schichten der Gesellschaft hinein, fühlt man, daß weitere Gesichtspunkten betrachtet werden, wie das der höheren ergeben muß, sei auch erwähnt, weil hieraus und aus der Belastungen der unteren Volksschichten eine durch nichts zu Tochter" u. s. w. entschiedenen Abneigung der besitzenden Klasse, Steuern zu bannende Unzufriedenheit erzeugen werden. Diese will man Weiter ist bei den Luxussteuern in Betracht zu ziehen, bezahlen, auf eine starte Opposition gegen die eventuellen hindern, aber die besigenden Klassen doch nicht entsprechend daß gerade die stärksten Vermögensansammlungen von den Vorlagen der Reichsregierung zu schließen ist. ihrem Bermögen und Einkommen zu den ins Unermeßliche selben vollständig unberührt bleiben, so die Kartelle, die Da Herr Malzahn und seine Räthe bis zu diesem Tage sich steigernden Ausgaben des Reiches heranziehen. Man Aktiengesellschaften, Eisenbahnen, Banten, mit einem Worte noch nie einen originellen, sich durch einen durchschlagenden sucht deshalb nach einem Ausweg, um zwar weiter auf den die große Zahl juristischer Personen. Die Theilhaber eines neuen Gedanken auszeichnenden Steuerplan ausgearbeitet Rücken des Volkes die Lasten zu laden, aber durch gleich Kartells, die Aktionäre einer Bank können zum großen haben, da sie sich stets begnügten, anderwärts und früher zeitige scheinbare Belastung der besitzenden Klassen den Theile im Auslande wohnen, sie werden dann nicht schon angewandte Steuerarten für unsere Verhältnisse zuzuSchein der Gerechtigkeit zu erzeugen, und den Beweis des von den Luxussteuern getroffen, während die anderen Auf- ftußen, so tann man auf grund der Ergebnisse anderer guten Willens einer gleichmäßigen Belastung des Boltes zu wandsteuern unweigerlich die Steuersubjekte auffinden. Dann Staaten auf die bei uns in Aussicht stehenden Erträgnisse erbringen. muß speziell in Deutschland die Unmasse fürstlicher und aus den Luxussteuern schließen. Aus diesen Erwägungen heraus ist es zu erklären, daß prinzlicher Hofhaltungen in Betracht gezogen werden, welche Für die Luxussteuern kommen blos zwei größere Staaten man die Börsensteuer vorgeschlagen hat und nun mit bei gleichzeitigem großem Luxuskonsum sich weitgehender in Betracht, Frankreich und England. Beide Staaten den Luxussteuern das Bolt irre führen will. Es handelt Steuerbefreiungen erfreuen, die von Herrn v. Malzahn haben einen sehr reichen, verschwenderischen Adel, eine ältere, sich bei diesen Vorschlägen lediglich um Wahlbeeinflussung, um sicherlich nicht aufgehoben werden dürften. zahlreichere und weniger kleinlich knaufernde Bourgeoisie Irreführung des Volkes und nicht um die Absicht, einen Endlich ist bei den Luxussteuern noch zweierlei in Be- als das Deutsche Reich. Und trotzdem sind die Erträgnisse erheblichen Bruchtheil der Kosten der Militärvorlage zu tracht zu ziehen: Die Ungleichmäßigkeit ihrer Eingänge, dieser Steuern im Verhältniß zur Belastung der ärmeren decken. Würden wir doch selbst Herrn von Malzahn zu die Schwierigkeit und großen Kosten ihrer Erhebung. Boltsklassen in Deutschland und zu den uns in Aussicht nahe treten, wenn wir seine Kenntnisse der Steuergeschichte Während der Genuß von Brot, Fleisch, Schnaps, Bier, stehenden Hundert Millionen Forderungen mehr als unso niedrig tagiren würden, daß wir annehmen sollten, er Salz, Kaffeefurrogaten, Raffee ein wenig schwankender, weil bedeutend. meine mit Lurussteuern Einkommensquellen zu eröffnen, die unentbehrlicher ist, ist der Luxuskonsum ein wechselnder, er In Frankreich werden Wagen, Pferde, Billards und dem gesteigerten Bedarfe des Reiches gegenüber ernstlich in ist der Mode unterworfen, tann leicht sich auf unbesteuerte gesellige Bereine besteuert. Das Gesammterträgniß dieser Betracht kämen. Objekte werfen, besonders dann, wenn ein höherer Steuerfuß Steuern war im Jahre 1884 etwas über 10 Mill. Mart, Die Lurussteuern sind ein Mittel der hohen Politit, angewandt wird, dies wird um so leichter möglich sein, da demnach blos ca. 10 pCt. der Auslagen, welche uns die der Sozialpolitik der Satten und Bevorrechteten, sie sollen es niemals gelingen wird, alle Formen des Luxus zu be- von der Reichsregierung geforderte Vermehrung der nicht etwa viel einbringen, sie sollen nur sozial versteueru. Die Mode der besitzenden Klassen tann mehrfach Armee alljährlich fosten dürfte. Somit würde die Einsöhnend" wirken, den Reichen nicht wesentlich belasten auf den Lugus wirken. Sind deutsche Seebäder, das führung der in Frankreich üblichen Luxussteuern bei Anund beim Armen den Glauben erwecken, daß der Reiche bayerische Hochgebirge in einem Jahre als Sommer- nahme ähnlicher Erträgnisse unsere Finanzverwaltung schwer belastet ist, daß er ganz eigenartige Steuern trägt, aufenthalt beliebt, so wird der gesammte Luxustonjum be- zwingen, doch den weitans überwiegenden Theil, nämlich von denen der Arme vollständig frei ist. steuert werden, sind dagegen französische und belgische See- 90 pCt. der sich ergebenden neuen Auslagen für militärische Unter Luxussteuern versteht man Aufwandsteuern, die bäder, Norwegen und die Schweiz die Erholungsstätten der Zwecke vom Bolte durch Branntwein, Bier- und dergleichen nicht auf Gegenstände des allgemeinen und ausnahmslosen sich vom Rouponschneiden erholenden Spitzen der Gesellschaft, Steuern decken zu lassen. Aehnliche Erfahrungen würden Bedarfs gelegt werden, und welche nicht Gegenstände treffen, so wird ein beträchtlicher Theil des Luruskonsums nicht ge- wir mit den in England angewandten Lurussteuern machen, die nach der Kulturstufe eines Volkes und nach den troffen werden, und ganz frei wird ausgehen, wer den dieselben erstrecken sich auf Kutschen, Pferde, Wappen, herrschenden Verbrauchsverhältnissen als unentbehrlich be- Winter an der italienischen Mittelmeerküste und den Dienstboten, Haarpuder und Hunde. Scheiden wir die trachtet werden müssen, demnach find Steuern auf Sommer in einem englischen Seebade verbringt, und doch ist Hunde aus, welche in den meisten deutschen Staaten Tabat, Branntwein, Bier, Wein, Kaffee, Petroleum, er taum der Aermste derer, die, Luxussteuer zu zahlen schon besteuert werden, so ergiebt sich pro 1882/83 Zündhölzchen, Seife, Kalender, Zeitungen bei der gegen hätten. eine Gesammteinnahme von ca. 15% Millionen Mark, wärtigen Kulturstufe in Deutschland nicht als Luxussteuern Was die Erhebung betrifft, so hat sie schon deshalb so daß bei Annahme ähnlicher Erträgnisse im zu betrachten. Dies ist besonders festzuhalten, weil man ihre großen Schwierigkeiten, weil in den besitzenden Klassen die Deutschem Reiche 84% pCt. der neuen Militärausgaben fich, so lange nur im allgemeinen über die Absicht, Lurus ärgsten und geriebensten Steuerhinterzieher sind; die doch durch die breiten Schichten des Boltes getragen wer steuern einzuführen, gesprochen wird, der Befürchtung nicht preußische Einkommensteuer- Statistit, der Fall Baare haben den müßten. In England hatte man früher auch auf entschlagen darf, daß mit den Luxussteuern einer oder selbst den größten Bewunderern unserer herrschenden Klassen Hüte, Handschuhe und neue Uhren Luxussteuern gelegt, mehrere dieser Gegenstände getroffen werden sollen, wodurch hierüber die Augen geöffnet. Aber auch sonst wird es oft man hat sie aber bald wegen zu geringer Erträge nicht eine weitere Belastung der breitesten Volksschichten unter sehr schwer sein, die Steuerobjekte zu fassen, so insbesondere weiter erhoben. Aehnliche Erfahrungen würde man in der falschen Firma der Luxussteuern eintreten würde. bei den„ nothleidenden Großgrundbefizern" des Ostens. In Deutschland mit anderen Steuerobjekten machen, so mit Feuilleton. Nadbrua verboten.) ( 16 Vom Stamm gerissen. Von Elise Schweichel " Nun, wie schaut's aus?" Halbchaise auf Federn." glatt von statten. Wohl geborgen in der Wagenecke sigend, fuhr fie, ohne auf die tiefen Bücklinge des Wirthes zu achten, auf demselben Wege von dannen, den der Geliebte vor wenigen Stunden unter so schmählichen Umständen zurückgelegt hatte. VII. in die Krankenpflege getheilt. Fräulein Adele war keine gute Krantenpflegerin. Sie besaß weder Hingebung, noch Langmuth, noch Opferfähigkeit, und ihre Liebe zum Bruder entsprang nur geschmeichelter Eitelkeit. Rosa hatte im ganzen den Charakter der Zante, und wiewohl beide beständig auf einander stichelten, stimmten ihre Neigungen doch überein. Auch Rosa war nicht zur Samariterin geboren, und alles, was sie an Gefühl besaß, verschwendete fie in zärtlichen oder schmollenden Billets an ihren Bräutigam. Ueber drei Wochen schwebte das Leben des Herrn von Kries in höchster Gefahr. Dann aber trat in seinem Bu stand eine günstige Wendung ein. Das heftige Wundfieber, in dem ihn die wildesten Phantasien verfolgt hatten, ließ " Wird gleich vorfahren, Herr Doktor, ist eine gute nach, die Heilung der Wunde schien einen normalen Ber Frau von Kries hatte den Augenblick, wo ihr Gatte lauf zu nehmen. zum Bewußtsein erwachen würde, ebenso sehr ersehnt, wie Eines Morgens erwachte er mit freiem Ropfe. Es war gefürchtet. Wie würde die Erinnerung an seine Berirrung, Na, sehen Sie. Es geht alles in der Welt, und es geht" oft weit besser als man glaubt," sagte er in ermuthigen fo ftill um ihn, so feierlich still wie in einer Kirche. Hatte die all das Unglück nach sich gezogen, auf ihn wirken? dem Tone, der mehr Valeska als dem Wirth galt. Nun er blos im Traum ein beständiges Brausen und Rauschen Würden Neue und Aufregung nicht die Genesung wieder in bringen Sie mal noch schnell etwas kalten Braten und Weiß- und Knattern gehört, oder war es nur augenblicklich Frage stellen, zum mindesten verzögern? Sie hatte während brot. Auch einen Bogen Papier zum Einwickeln, unterwegs verftummt?- Jemand schlich heran und sah um die der langer, fchlaflosen Nächte, der beschäftigungslosen, nur Es war der Wartung des Kranten gewidmeten Tage so viel Zeit schmeckt's vielleicht besser. Und hören Sie, Sie sorgen mir Ecke des Schirmes, der sein Bett umſtand. dafür, daß die Dame unbelästigt in den Wagen tommt. Frau von Kries, die seinen ersten ruhigen Schlummer, gehabt, über Bergangenes nachzudenken. Ihr Leben lag von dem sie eine wohlthätige Wirkung erwartet, gehütet gewissermaßen abgeschlossen hinter ihr. Was sie noch leben Ich muß jetzt gehen. Was bekommen Sie?" war nur eine Art Nachspiel, ein Er bezahlte die Rechnung und reichte dann Valeska Jenseits, das mit dem vollendeten Theil in geringem Zubeide Hände zum Abschied. Sie legte die ihrigen mit fammenhang stand. Das war nun also die Liebe, die thränenfeuchtem Blick hinein und konnte nur:" Dant, Dant," höchste Empfindung der Menschenbrust, dieser Eck und Grundstein alles irdischen Glückes! Sie hatte einen anderen Begriff davon gehabt. Ein lebenslanges Gefühl, das mit jeder Herzensfaser verwachsen war, fonnte plöglich aufhören, fonnte, wenn auch nur vorübergehend, auf ein anderes, taum gekanntes Wesen übertragen werden, jeden Augenblick der allgemeinen Wandlung ausgesett! Welchen Werth hatte noch das Leben? ftammeln. Auch des Doktors Augen wurden feucht. Hoffen Sie, armes Rind, und erinnern Sie sich, daß Sie an mir einen Freund haben." Er legte die Rechte väterlich auf ihr Haupt, wandte sich kurz und schritt hinaus. Balesta saß unbeweglich wie ein Steinbild da, bis der Wagen angekündigt wurde. Dant der Fürsorge des Doktors, ging das Einsteigen batte. Von Zeit zu Zeit sah sie nach, ob er etwa er- und erleben sollte, wacht sei. Marie!" flüsterte der Kranke und machte eine Bewegung, als ob er die Hand ausstrecken wollte. Hich, hsch!" wehrte ihm seine Gattin, indem fie näher trat und vor Freude erröthend, fich über ihn beugte. Du erkennst mich?" Ein inniger Blick antwortete ihr, und sie niete neben dem Bette nieder und weinte selige Thränen auf seine Hand, während die andere auf ihrem Haupte ruhte. Auch während seines bewußtlosen Zustandes hatte er nur sie um sich haben, höchstens noch Agnes in seiner Nähe dulden wollen und mit letterer hatte Frau von Kries fich Unter den Schmerzen dieser Betrachtungen war eine stille Resignation über sie gekommen. Es war ihr Fehler gewesen. Eisenbahnkarten I. Klasse, gegen deren Bezahlung zwar. aber nicht gegen deren Benutzung, wie die unzähligen Frei- karten beweisen, die besitzenden Klassen eine weit verbreitete Antipathie haben. Wir könnten noch eine lange Reihe von Luxnssteucrqucllen anführen, deren Erträgnisse doch nur gering wären. Der Grund liegt darin, daß, abgesehen von anderen Umständen, die Zahl der Luxusausgaben in erheb- lichcm Maße sich gönnenden Leute im Deutschen Reiche eine verhältuißniäßig geringe ist, und bei diesen steht der Luxus- konsum keineswegs im Verhältnisse zu ihren Einnahmen, man kann eben nicht Hunderttausende in Kaviar und Hummern, in Sekt und Austern anlegen, auch wenn man sich alljährlich in Karlsbad seinen Schlemmermage» wieder in Ordnung bringen läßt. Die Stumm, die Krupp, die Pleß, Radziwill, Bleichröder und Rothschild würden durch Luxussteuern noch so einschneidender Art sicherlich auch verhältnißmäßig weniger stark getroffen werden, als die armen Weber und Bergleute durch die Kornzölle. Wohl werden auch ganze große Vermögen, wie das Manteuffel'sche, verjubelt und könnte man deshalb ein- wenden, hier böten sich für die Luxussteuern ergiebige Steuersubjekte. Doch auch das glauben wir nicht. Herr von Maltzahn ist jedenfalls viel zu keusch, als daß sich seine Gedanken sich zu einer Besteuerung der holden Weiblich- keit, vor allein der Balletcusen, versteigen könnten. Auch an eine Besteuerung des Hazardspieles ist nicht zu denken, da es durch das Strafgesetz verboten ist. Die Luxussteuern werden aus mannigfachen Gründen im Deutschen Reiche geringere Erträgnisse abwerfen, wie in England und Frankreich, sie werden kaum ein Zehntel der neuen Mehrauslagen, kaum ein Fünfzigstel der Aufwailds- steuern und Zölle überhaupt einbringen. Da das Volk sich beute auch nicht mehr so leicht Sand in die Augen streuen läßt, so werden sie auch dann, wenn die deutsche Bourgeoisie sich zu diesem.Opfer' verstehen sollte, ihren Zweck ver- fehlen: sozial versöhnend zu wirken. Volikifche Xleb-rNckk. Berlin, den 1. Juni. Das beste Pulver. Aus Rotterdam wird uns unterm 30. Mai geschrieben: Gestern fand hier eine öffentliche Versammlung statt mit der Tagesordnung: Die deutschen Reichstags wählen und ihr» internationale Bedeutung. Es wurde einstimmig beschlossen, den Generalrath der sozialistischen Partei der Niederlande auf- zufordern, im ganzen Königreiche eine Sammlung für den deutschen Wahlfonds zu veranstalten. Eine Teller- sammlung wurde sogleich veranstaltet. Ein Bravo den wackeren Arbeitern von Rotterdam!— Halbamtliche Stimmungsmache gegen das allgc meine Wahlrecht. Die„Volks-Zeitung* will von gut unkerrichteter Seite erfahren haben, daß auf Betreiben eines höheren Beamten zur Zeit in Berlin eine Petition an den Kaiser vorbereitet werde, in welcher die Abschaffung des allgemeinen, gleichen, direkten, geheimen Wahlrechts für den Reichstag gefordert werden soll. Es wird beabsichtigt, die Unterschriften derartig zu sammeln, daß als Unter- Zeichner lediglich„unabhängige", den Bürger- und Arbeiter- tlassen angehörige Personen(nicht Beamte) zugelassen ivcrden, damit die Petition den Anschein einer„frei- willigen" Kundgebung„aus dem Volke" tgewinnt. Weitere Mittheilungen über dies reaktionäre Musterplänchen be- halten wir uns vor. Ist die„Volks- Zeitung" wirklich gut uuterrichtet, so handelt es sich bier um ein nettes Plänchen, das am besten durch die Urheberschaft eines höheren Beamten gekennzeichnet ist. Ob dieser höhere Beamte als Beauftragter von noch höheren Stellen handelt, läßt sich natürlich nicht beurtheilen, liegt aber nicht außerhalb des Bereiches der Möglichkeit. So charakteristisch das nette Plänchen für unsere Bureaukratie ist, so bezeichnend ist es auch für ihre Gesetzeskcnntniß. Was soll der Kaiser selbst beim besten Willen innerhalb des Rahmens des Gesetzes mit einer solchen Petition ansangen? Da er sich sagen muß, daß diese Petition mit semen be- Sie hatte die Welt durch eine gefärbte Brille angesehen, geglaubt, daß ihre Empfindung auch die aller übrigen Menschen wäre. Die Männer wenigstens mußten ganz anders fühlen und denken. Wäre ihr Gatte sonst nicht zur Besinnung gekommen, ehe dieses neue, ihn und seine Gattin demüthigende Gefühl so viel Unglück anrichtete? Sie irrte. Er war zur Besinnung gekommen, wenn auch nur auf Augenblicke. Tann hätte er sich selbst zer- fleischen mögen. Er hatte sich nie viel auS den Frauen ge- macht. Welche Fehler ihm auch anhafteten— und es waren zumeist die seines Standes—, er war eine reine, keusche Natur. In der Jugend hatte er, wie alle jungen Leute, hier und da ein bischen geschwärmt, getändelt, aber seit seiner Verheirathung keine andere Frau als die seinige, mit der ihn wahre Herzensneigung verband, auch nur angesehen. Freilich hatten die Jahre das Gefühl ernüchtert, aber er verlaugte nach nichts anderem, er war befriedigt, sein Leben durch seinen Beruf, seine Familie, seine staatsbürgerlichen Pflichten reichlich ausgefüllt. Wie konnte es denn nur ge- schehen, daß durch ein Paar schöne Augen eine ihm selbst unbekannte Saite in seiner Brust plötzlich zu vibriren be- gann, die Bewegung sein ganzes Wesen mit ergriff und in so rasende Schwingung versetzte, daß seine sittliche Kraft nicht ausreichte, sie zur Ruhe zu bringen? Er hatte mit sich gekämpft— und Kämpfen ist alles — der Sieg ist Gnade der Götter!— An Valeska hatte Frau von Kries in dieser langen Zeit wenig gedacht. Die Verhaftung Oettingers und seinen Transport nach der Kreisstadt hatte sie von Doktor Zöllner mit lebhaftem Bedauern vernommen, aber die näherliegende, l Sorgen drängten die Sachen wieder in den Hintergrund. Als indessen der Kranke jetzt entschieden den Weg der Genesung beschritt und der Arzt ihn für vernehmungsfähig erklärte, erinnerte sie sich deS genchtlichen Versahrens. welches in der Sache noch bevorstand und der beiden Un- glücklichen, die daS Opfer jenes AbendS geworden. Doktor Zöllner wußte keine Auskunft über sie zu geben, er hatte von Valeska seit dem Abschied in Neukirch nichts gehört. Zum ersten Mal fragte sich Frau von Krie», wie die schworenen Pflichten im Widerspruche steht, so kann er sie nur als schnödeste Beleidigung betrachten. Diese Petition wird auch nur dann überhaupt in der gewünschten Form zu stände kommen, wenn die Fabrikanten es an sanftem Druck auf die Arbeiter nicht fehlen lassen. Als ein Anzeichen der sich zu einem großen Schlag rüsten- den Mächte der Reaktion wird diese Petition jedenfalls zu betrachten sein. Vielleicht aber genügt das frühe Bekanntwerden dieser Pläne, daß ihre Durchführung vereitelt wird.— Helfe tvaS helfen kann. Auch auf den Lehrer- tagen wird die Lärmtrommel gerührt für die Militär- vorläge. Aus dem westfälischen P r o v i n z i a l-Lehrer- tage versuchten sich, wie der„Volks-Zeitung" gemeldet wird, in dieser Weise der Ober-Regieru»gsrath v. L u p k e und in noch markanterer Weise Herr Hauptlehrer B ü l o w Bochum.— Ter Hnenelinge Oeberster hat sich interviewen laffen und soll zu dem Interviewer der„Deutschen Warte" gesagt haben: „Ich halte meine Kandidatur in N e i s s e für ganz aussichtslos. In diesem Kreise wie in ganz Oberschlesien beherrschen die G e g n e r der Militärvorlaye vollständig die Siluation. Ich bin eben aus Neisse zurückgekehrt, wo mir Bauern, die sonst auf mein Wort was geben, gesagt haben: „Es thut uns leid, aber wir werden gegen Sie stimmen." Der Bauer läßt sich nur von dem emen Beweggrunde leiten, daß die Militärvorlage neue Lasten mit sich bringt. In G l a tz hat man mich aufgestellt und. wie ich überzeugt bin, ebenso aussichtslos. In meinem bisherigen Wahlkreise Breslau-Neumarki bin ich zurückgetreten. Die Konser- vativen haben es für gut befunden, sich dem vom Bunde der Landwirlhe aufgestellten Kandidaten anzuschließen, ob sie aber den Grasen Liuiburg-Slirum durchbrnigen werden, scheint mir sehr zweifelhaft.' Diese Ausführungen beweisen eine solch e i n d r i n g- liche Erkennt« iß der Lage, daß wir vorläufig daran zweifeln, daß der von Huene wirklich so gesprochen habe.— Ganz verworrene Zustände herrschen im bayerischen Zentrum. Ihr Hauptorgan, das„Münchener Fremdem blatt", hört plötzlich zur größten Neberraschung der— Re> dakteure und der Partei zu erscheinen auf. Dem Verleger rentirte sich daS Blatt der„stärksten Partei des Landes" nicht mehr. Nachdem Hundertlanseude vergeblich geopfert wurden und das Blatt trotzdem von Monat zu Monat an Lesern verlor, läßt die erzkatholische Manzgesellschast, der Verlag, das Blatt mitten in der Wahlbewegung ein- gehen. Da mögen schöne Dinge hinter den Koulissen vor gegangen sein. Mit dem Zentrum geht es in Bayern rasend schnell bergab.— Der rehabilitirte Fusangel? Wie es im Zentrum drunter und drüber geht, wie die Freunde von gestern heute als„Wind'-Beutel behandelt werden(siehe Matuschka), das sehen wir Heuer recht deutlich. Aber auch den eben erst Geboykottelen, denen der„Engel des Zentrums", Herr Lieber, das Paradiespförtlein ultramontaner Herrlichkeit mit feurigem Schwerte gesperrt hat, blüht nun Heil und Freude. Ueber F 11 s a n g e l, dem ein offizieller Zentrunis randidat entgegengestellt werden sollte, meldet das amtliche Parteiorgan, die„Germania" vom 1. Juni: „In einer zu Hagen stattgehabten Bersammlung von Zentrums Wählern des Rcictistagswahlkreises Arnsberg- Meschede-Olpe wurde Herr Ehefredaktelir Fusangel ein- stimmig zum Reichsragskandidaten prokla« in i r t. Herr Fusangel präzisirte kurz seinen Standpunkt als Zentrumsmann und erklärte u. a. unter dem lebhaftesten Beifall der Versammelten, daß er, so lange er dem Reichstage angehören werde, stets gegen jede Vermehrung der Volkslasteii, also auch insbesondere gegen Militärvorlagen von der Art der jetzigen sein Votum abgeben werde.— Es wird ein in der Versammlung beschlossener Wahlaufruf für Herrn Fusangel er- scheinen." Das klingt erstaunlich objektiv und freundschaftlich. Gegen Schorlemer-Alst erklärt dasselbe Blatt:„Selbstverständlich müssen Schorlemer'sche Gegenkandidaten gegen Zentrums- kandidaturen allenthalben un d so lange bekämpft werden, als solche ans Tageslicht treten, und wenn Herr von Schor« lemer einmal am Berichtigen ist, dann sollte er endlich auch die von der„Köln. Ztg." und anderen Kulturkampf Aussagen ihres Gatten lauten, ob sie mit Valesta's Bericht überelnstimmen würden? Mit ihm darüber zu sprechen, verbot ihr ihr Zartgefühl. Er selbst fing nicht davon an. In der vierten Woche nach Ostern erschien ein Affeffor mit einem Schreiber aus der Kreisstadt, um Herrn von Kries zu vernehmen. Das ganze Haus gerieth in Aufregung. Frau von Kries befand sich wie im Fieber. Fräulein Adele, die sofort für einen den: Hause und der Gelegenheit ange- messenen Imbiß sorgte, Roja und das Kind Elfriede dachten mit Genugthnung daran, daß jetzt der verabscheuungs- würdige Aufwiegler seinen Lobn für den Mordanfall auf ihren Bruder und Vater erhalten und Valeska Stern diesem Menschen, für den sie viel zu schade, nun natürlich den Lauspaß geben würde. Agnes, die dem Herzen der Mutter in der langen Krankheitszeit näher getreten, war von dieser, unter möglichster Schonung des Vaters, in den Hergang, doch ohne Nennung deS wahren Motivs, ein- geweiht worden. Die Aussage des Inspektors, der gleich in der ersten Woche ein! Vorladung aus das Kreisgcricht erhalten hatte, war von keinem Belang, da er erst im Augenblick, als der Schuß gefallen, auf dem Schauplatz erschienen war. Andere Zeugen, außer Valeska, gab es keine. Die ganze An- gelegenheit war wiederholt im Kreisblatt in der gehässigsten Weise für Oetlinger besprochen worden, die ganze Umgegend voll davon. Herr von Kries hatte seine Frau gebeten, bei dem Verhör zugegen zu sein. Seine Aussage stimmte mit der Valeska's aus ein Haar. Wie er in die Jnspektorwohnung gekommen, hatte er nicht nölhig zu motiviren. Er war der Herr und konnte überall eindringen. Es wurde ihm des- wegen auch keine Frage vorgelegt. Sein Zorn darüber, einen Menschen auf seinem Grund und Boden zu betreffen, der da? Landvolk gegen den Großgrundbesitz aufwiegelte, motivirte sich von selbst. Allein er verschwieg nicht, daß der Eindringling sich in höflichster Weise bei ihm ent- schuldigt, er ihn jedoch gröblich beleidigt und die Forde- runa provozirt habe, deren Zurückweisung von seiner Seile die Ursache der Katastrophe geworden sei. (Fortsetzung folgt.) blättern fortwährend wiederholte Behauptung dementiren, daß er die G e g e n k a n d i d a t u r seines Sohnes, des Landraths von Neuß, in diesem alten Neußer Stammsitze des Zentrums billige, begünstige u. dgl. Wer dem Zentrum Wahlkreise entreißen will, ist ein Feind des Zentrums, und wer dazu hilft, doch auch. Wir hoffen also auch in dieser Beziehung auf ein baldiges Dementi und wünschen überhaupt ein baldiges Ende aller dieser Wirren!" Die ultramontane„R e i ch s- Z e i t u n g" in Bonn schreibt gar: „Uebrigens trotz alledem und alledem steht der Herr Graf Matuschka in unfern Augen noch höher als Freiherr v. Schorlemer. Der Herr Graf giebt doch ehrlich und gerade- aus seinen Standpunkt her: Vernichtung des Zentrums, v. Schorlemer aber behauptet jetzt noch, er stehe auf dem Boden des Zentrums und bemüht sich dabei aus allen Kräften, das Zentrum zu ruinircn; aber freilich, würde v. Schorlemer sich so offen aussprechen wie Graf Matuschka, dann behielte er in Westjalen nur noch eine Handvoll katholischer Anhänger." Trotzalledem aber bröckelt er noch immer nicht, der „feste Thurm" des Zentrums!— Die Schulen am 1». Juni nicht geschlossen. Zu der auch von uns gebrachten Meldung, daß am 15. Juni, am Tage der Reichstags-Wahlen, sämmtliche Schulen geschlossen bleiben sollen, bemerkt die „Post":„Ob eine solche Verfügung in anderen Bundes- staatcn ergangen ist, ist uns nicht bekannt, für das König- reich Preußen besteht sie nach unseren Informationen nicht. Es ist auch nicht recht ersichtlich, was dazu Ver- anlassnng geben könnte, da die Lehrer auch außerhalb der Schulzeit"hinreichend Gelegenheit haben, ihr Reichstags- Wahlrecht auszuüben. An einzelnen Anstalten mag wohl der Unterricht ausfallen, weil ihre Räume als Wahllokale benutzt werden."— Die Briten erweitern ihr Kolonialreich, ohne viel Wesens und ohne den kolonial-deutschen Reklame- lärm zu machen. Am 1. April hat der britische General- konsul m Sansibar Uganda, die ehemalige Provinz Emin Pascha's, annektirt, indem er daS Land unter britischen„Schutz" stellte.— Im englischen Nnterhause wurde ein von Golds- worth beantragtes Amendement zum Paragraphen 3, welches die Aufhebung deS Postens des Vizekönigs von Irland be- zweckte, mit 2L5 gegen 219 Stimmen abgelehnt. Gladstone hatte das Amendement bekämpft.— „Wilde" Beschlüsse. Die liberale Frauen- Vereinigung Englands, der Lady Gladstone sechs Jahre vorstand, hielt unter dem Vorsitz Lady Lberdeens eine Sitzung ab, worin beschlossen wurde, die politische Gleichstellung der Frau zu fordern. Unsere teut- scheu„liberalen" Philister zittern vor diesen natürlichen und gerechten Bestrebungen, die sie aus ihrem Dusel un- gemüthlich aufstören.— Frankreich. Der C o n st a n S lauert schon wieder auf einen Riinisterposten. Er soll die nächsten Wahlen„machen", er der Gewaltmensch, der Polizeiherr, der Feind der sozialen Demokratie. Wie die Blätter melden, wird Constans in seiner demnächst zu haltenden Wahlrede folgendes Programm aufstellen: Die Republik muß allen, die sich ihr aufrichtig anschließen, offen stehen; die Schaffung eines Gesetzes gegen die Ausschreilungen der Presse und eines Gesetzes gegen die Mißbräuche der Arbeitersyndikatc; die Aufrcchterhaltung des Schul- und MUitärgesetzes unter toleranter Anwendung desselben. Die Kommission der Deputirtenkammer, welche mit der Vorberathung des Antrages beauftragt war, nach welchem der Staat die 50 000 Fr., welche Vtafto seinerzeit Rouvier für die geheimen Fonds gegeben hatte, zurückzahlen solle, beschloß mit 4 gegen 3 Stimmen, daß Rouvier selb st diese Summe zurückzuzahlen habe. Der bekannte französische Polittker Jules Simon erklärte in einem Interview: „Heule stehcn die Dinge genau so. wie sie damals(1890) standen, und Sie können«S laut in all« Welt verkünden: Frankreich will keinen Krieg— weder dt« Re- gierung, noch die Kammer, noch die Bevölkerung. Zunächst die Regierung. Was E a r n o t persönlich anlangt, so ist gar kein Wort darüber zu verlieren. Ich bin ein Freund seines VaterS gewesen und kenne ihn selbst von Kind auf. Ich weiß, daß er an den Krieg nicht denkt und nie gedacht hat. Sein Ministerium muß nolhgedrungen von denselben Gesinnungen inspirirt sein, wie er selbst,«der auch, ganz abgesehen von den Persönlichkeiten, alle kriegerischen Gelüste sind mit einer Regierung, wie sie in unserer Republik destehi, unvereinbar. Der Präsident, welcher so ohne weiteres den Krieg erklären wollte, würde seine Stelle riskiren und könnte sich nur im Fall eineS glänzende!» Sieges behaupten. Die Regierung ist mit inneren Angelegenheiten viel zu sehr beschäftigt, um an die Herausbesctiwörung äußerer Verwickelungen zu denken. Wir haben freilich Macht und An- sehen, die wir 1871 verloren, wieder zurückerobert. Aber alles dies durch moralische Mittel, deren wir uns auch späterhin allein bedienen werden, wenngleich wir jetzt wieder eine Armee haben, die allen übrigen Armeen Europa's zum mindesten gleichkommt." Was sagen unsere blutrünstigen Chauvi- n i st e n zu dieser Darlegung, die ihnen freilich gegen den Strich geht? Hätte I. Simon Melinitbomben und Bretterbaracken k lo. Boulanger geredet, schlachteten sie das Interview sicherlich für ihre geliebte Militärvorlage aus.— Einen neuen Pump, um nicht hinter den Groß- staaten zurückzubleiben, will der griechische Staat, der bis über die Ohren in Schulden steckt, aufnehmen. 60 Millionen Mark sollen geliehen werden. Und der Bankrott rückt immer näher.— Die Deichstagswahlen. Offizielle sozialdemokratische ReichStagSkandidaturen. Kehdingen- Neuhaus(19. haimüoerschn Wahlkreis): I. H. Schmalfeld in Geestemünde. Bürgerliche Kandidaturen. Liegnitz-Soldberg. Hayn au: Rechtsanwall Kauffmann in Berlin(FP), Zweiter oldenburgischer Wahlkreis: Siemens(Vg). Zweiter anhaltischer Wahlkreis: Dr. Georg Krieger in Leipzig tdeulschfreis). Münch en II: Gutsbesitzer Selmayr (liberal). Wanz leben: Professor Dr. Gusserow(deutfcii- freisinnig). Oppeln: Herzog von Ratibor. ein krneneli»« Düren:«ras Hompesch(Z). Gras Mirdach-Harff. ein Hmn.I.nZ. Bentrums Randidaturen in Baden: Im ersten viel aus dem Lohestaub der Manege herauskommen. Nach den Polizisten präsentirt wurden, sollte eine sozialdemokratische Ber Wahlkreis Oberstiftungsrath Hug, im zweiten Pfarrer Wacker, statistischen Studien des Husarenlieutenants, zahlt für die Landes- sammlung stattfinden! Das war doch der Gipfel aller Keckheit im dritten Pfarrer Schuler, im vierten Landwirth Schüler, im vertheidigung an Steuer pro Kopf der Bevölkerung der Deutsche und ist dieses Unheil noch einmal glücklich abgewendet fünften Rechtsanwalt Marbe, im sechsten Fabritant Schättgen, 4 Mart". Wo mag er das wohl aufgeflaubt haben? Fm worden. Den Saalbesitzern war der bekannte Wint im siebenten Kaufmann Reichert, im dreizehnten Freiherr Gothaer Hostalender sind allein die fortdauernden Ausgaben für gegeben worden. Da man aber dem Landfrieden noch von Menzingen, im vierzehnten Freiherr von Buol. die Verwaltung des Reichsheeres auf 427 285 158 M. angegeben nicht recht traute, so wurde der Polizeisergeant Mielfe Rudolstadt: Gymnasiallehrer Dr. Gehrte in Rudolstadt und die Bevölkerung Deutschlands beträgt rund 50 Millionen; zur Frau unseres Genossen Herbert, die augenblicklich bei ihren ( deutschsreis.). das Weitere mag der Statiſtiker von Großenhain sich selbst aus- Eltern zu Besuch weilt, gesandt, um dort sein Heil zu versuchen, rechnen. Leider war diefelbe nicht zugegen, um dem unerhörten Vorgehen Herr Sobrecht, der Finanzminister a. D., der in BreslauWe st als Kandidat der Konservativen und National- Aus dem Wahlkreise Züllichan- Schwiebus wird der in der Polizei die richtige Antwort zu theil werden zu lassen. Herr liberalen nach den Lorbeeren des Durchfalls ringt, ist auch Frankfurt a. D. erscheinenden Märkischen Volksstimme" ge des Genossen Herbert, der die Versammlung abhalten wollte, Mielte verlangte nämlich nichts Geringeres, als die Verwandten in 3 auch Belzig Jüterbogt Zudenwalde von schrieben: In Krummendorf bei Züllichau mußte einer dieser Ge- follten diesen bestimmen, von der Versammlung abzustehen, weil den Mittelparteten" als Reichstags- Kandidat aufgestellt nossen die Erfahrung machen, daß dem dortigen Schulzen sich die Familie sonst die Feindschaft der Polizei und der BürgerAugust Magosch der§ 43 der Gewerbe- Ordnung ein unbetanntes Ding ist. Buerst versuchte er dem Genossen mir nichts schaft zuziehen würde. Was aber die Feindschaft der Bürgerfolgendes Erkenntniß des Reichsgerichts vom 9. April 1888 er Schulze legitimirte, so setzte ihm der Genosse Gewalt entgegen. man in der ganzen Stadt auf die Bersammlung gespannt und Zur Warnung und zum Nutzen der Wähler sei an bir nichts die Flugblätter abzunehmen; da er sich nicht als fchaft anbetrifft, so ist die Polizei doch schlecht unterrichtet. Mit Ausnahme von einigen tapitalistischen Heißspornen war innert, betreffend den§ 109 des Strafgesetzbuches: Wer in Schließlich verlangte der Schulze die Flugblätter in amtlicher hätte dieselbe zu gern gesehen. einer öffentlichen Angelegenheit eine Wah Istimme tauft Ein Maurermeister hatte oder verkauft, wird mit Gefängniß von einem Monat big Eigenschaft. Als er auf den§ 43 der Gewerbe- Ordnung auf fich fogar erboten, nachdem fein Saal zu erlangen war, feine merksam gemacht wurde, erwiderte er, hier sei er Schulze und " worden. D habe zu bestimmen. " anders besonnen." Ehrenrechte erkannt werden." In dem Urtheil hat das ReichsDie vorgesetzte Behörde wird ihn dafür rektifiziren. gericht den Grundsah ausgesprochen, daß für den Begriff des im Es ist uns eine schmerzliche Pflicht, den Oberpräsidenten der § 109 des St.-G.-B. unter Strafe gestellten Wahlstimmenkaufs Aus Zeit berichtet der Boltsbote": Birta 250 Genoffen Proving Pommern, Herrn v. Butttamer, auf die außer nicht die zivilrechtlichen Grundsäge über„ Kauf", sondern die An- waren am Sonntag thätig, Flugblätter über die Militärvorlage gewöhnlich große Bücke aufmerksam machen zu müssen, die nach schauungen des gemeinen Lebens maßgebend seien. Hiernach", im ganzen Wahlkreise zu verbreiten. Ueberall wurden sie, wie dem Bericht des Stettiner Voltsboten" hinsichtlich der Kenntniß so führt das Reichsgericht aus, kann es nicht zweifelhaft bei der Verbreitung des ersten Flugblattes, gut aufgenommen. des Vereins- und Versammlungsrechts noch bei manchen, hoffent sein, daß sich derjenige des Kaufs schuldig macht, der sich Daß auch diesmal wieder hier und da ein Amtsvorsteher fnurrte lich nicht allen pommerschen Bolizei- Organen bestehen muß. Daß die Stimme des Wählers gegen die Hingabe, oder auch und brummte, kann nur den Humor erhöhen. Alles in allem Vorfälle wie die in Bütow im Wirkungskreise eines so ausum das Versprechen eines Vortheils zusagen läßt. Dieser wird uns am 15. Juni der Sieg zufallen. gezeichneten Gesezeskundigen und eines so gerechten Beamten wie Vortheil muß nicht gerade ein Vermögensvortheil, aber immerhin ein materieller Vortheil sein, sodaß die bloße Befriedigung des Nationalliberale Aber. In Apolda führte der national des Herrn v. Puttkamer möglich sind, ist um so überraschender, Ehrgeizes und der Eitelkeit zur Anwendung des§ 109 des St.- liberale Kandidat Professor Urtel nach dem Bericht des„ Avold. als der pommerschen Polizei nicht wohl verborgen geblieben sein wird, daß ihr Oberpräsident felber irgendwo in Deutschland als G.- 3. nicht genügen würde. Gs verhält sich hierbei, wie bei der Tageblatt" in einer Versammlung seiner Partei aus:" Die Frei- Reichstags- Kandidat in Aussicht genommen ist oder war und Bestechung, als welche auch der Kauf einer Wahlitimme erscheint, tönnten nichts schaden. Freiheit sei etwas Gutes, wenn aber demokrat, sondern als Konservativer oder so etwas. heiten unferes Boltes müßten gewahrt werden, aber Korrekturen wohl gar schon kandidirt, selbstverständlich nicht als Sozialnur daß hierbei eine Willensvereinigung der beiden Theile erforderlich ist, die für die Bestechung nicht verlangt wird." Wie Mißbrauch mit derselben getrieben werde, bringe sie Schaden. Wie viel Wähler wohl auf solchen abgeftandenen Köder an die Boft" einen Sehnsuchtsseufzer aus. Nach einer Revision des Reichstags- Wahlrechts stößt der Kriminalist Oppenhoff zu dem§ 109 des St.-G.-B. bemerkt, beißen sollen! Sie fieht den be brauchen die Bedingungen eines regulären Kaufgeschäfts nicht deutungsvollsten Zug der gegenwärtigen Wahlbewegung darin, vorzuliegen. Es genügt, daß ein Wahlberechtigter mit einem daß in der Zustimmung zur Militärvorlage nach und nach die anderen dahin übereingefommen ist, daß er gegen eine bestimmte, gesammte Intelligenz der Nation, so weit fie aufrichtig zu sein ihm gewährte oder später zu gewährende Leistung in einem ge im stande und gewillt sei, in bewußter Uebereinstimmung sich be wiffen Sinne stimme. Dabei ist es für die Strafbarkeit der finde, daß dagegen die Bersplitterung nur in den Massen sei, Handlung gleichgiltig, in welchem Sinne der Wähler demnächst die aber freilich den Ausschlag geben". Wähler, klopft am stimmt und von wem der Vorschlag zu der geschäftlichen Ab 15. Juni den Wahlrechts- Attentätern auf die Finger! machung ausging. In Planen i. V. hat nach der Wurzener Zeitung" der Randidat der Kartellbrüder, Amtshauptmann v. Bolenz, mit seinen Wählern in einer Versammlung eine Art Vereidigung vorgenommen. Er fagte zu den Wählern: Wenn Sie meine Kandi datur mit allen Ihren Kräften und mit Ihren Gesinnungsgenossen in Stadt und Land vertheidigen, schützen, und zum Erfolge bringen wollen, so bekräftigen Sie dies durch Ihr„ Ja!" Nachdem das Ja verklungen war, erklärte Herr v. Polenz, daß er ganz und Der Antisemit Böckel als Denunziant. Im Böckel'schen voll für die Militärvorlage eintreten werde. Im Uebrigen stellte Reichsherold" heißt es nach dem Leipziger Wähler" in einem er sich auf das Programm des Bundes der Landwirthe. Diese Marburger Versammlungsbericht: In das hierauf ausgebrachte neue Art, meint die Wurzener Zeitung", die Wähler erst auf Hoch auf Dr. Böckel stimmte die Versammlung begeistert ein. die Person zu vereidigen und dann erst auf die Einzelheiten des Nur zwei Marburger Sozialdemokraten, die Schriftfezer Bauer Programms einzugehen, zeugt von einem persönlichen Selbstver und Fischer( in dem Amtsblatt Oberbeffische trauen des Kandidaten und einer Harmlosigkeit der Wähler, wie Beitung" thätig), blieben dabei fizzen." Die hier gefie sich selten zusammenfinden werden. sperrten Borte sind auch im Reichsherold" gesperrt. Der Unserer Ansicht nach läßt die Bereidigung" darauf schließen, Denunziant Böckel bat indessen kein Glück gehabt. Bis jest find daß der Herr Amtshauptmann der Sympathien der Bevölkerung die beiden Schriftfeger noch in ihrer Stellung. Hoffentlich bleibt selber nicht sicher ist. das so. " Die Sächfer. Mit welchen Mitteln in Sachsen zu gunsten der ordnungsparteilichen" Kandidaten gearbeitet wird, zeigt eine Anzeige in den amtlichen Baußener Nachrichten", in der bekannt gegeben wird, daß der Verband der Gemeindevorstände des dortigen Bezirks in einer Zusammenkunft Stellung zur Reichstagswahl genommen hat. Sämmtliche Gemeindevorsteher be schlossen, mit allen gegen zwei Stimmen für die Kandidatur des fonfervativ- antisemitischen Grafen zur Sippe auf Baruth einzutreten. Demnach hat sich also, schreibt die Boffische Beitung", der Verband der Gemeindevorstände des Baußener Bezirks als ein politischer Verein entpuppt, und er müßte nun folge. richtig auch in Zukunft von den Behörden als solcher be handelt werden. Sächsische Verfammlungs- ,, Freiheit". Die Wurzener Ein außergewöhnlich großer Konfusionsrath scheint Beitung" schreibt: Verboten wurde die Boltsversammlung, die selbst unter den Antisemiten der Erfurter Kandidat dieser am Sonntag Abend in Ner chau auf einer Wiese am Schüßen Bauern täglich übler. Stürmisch ging es in einer WählerDen bayerischen Ultramontanen geht es bei den verahlwardteten Partei zu sein. Es ist ein Schneidermeister plaze stattfinden sollte. Das Verbot erfolgte mit Rücksicht au versammlung in Martheidenfeld zu. Als dort der ultranamens J. Jacobstötter. Dieser Mann giebt sich in einem ben späten Beginn und den Ort der Versammlung". Ueber montane Kandidat Reßler sein Programm dargelegt hatte, beAufruf schwere Mühe, der Bevölkerung die gute Meinung aus tausend Menschen waren aus allen Richtungen herbeigeströmt, ftieg der Pfarrer von Lenfurt die Rebnertribüne. Er hatte taum zutreiben, die nun einmal jeder anständige Mensch von der Sozialdemokratie haben muß, mag er unsere Ziele für erreichbar Stunde, angeblich von seiten der Amishauptmannschaft, erfolgt riefen:" Guer unsinniges Beug, eure Lügen und euren Schwindel Sozialdemokratie haben muß, mag er unsere Ziele für erreichbar um der Versammlung beizuwohnen. Da das Verbot erst in legter begonnen, als auch der Sturm schon losbrach. Die Bauern halten oder nicht. Der Ausruf lautet an einer Stelle:" Und in betreff der Religion sagt das Programm zwar, es sei Privatar, war man von ihm nicht unterrichtet. Der Groll der Erfollen wir anhören und glauben. Wenn euch aber ein Bauer bie fa che, fordert aber gleichwohl(!!) Abschaffung aller Auf- Luft. Das Verbot wirkte, wie das ja gewöhnlich der Fall ist, wollt uns wieder Sand in die Augen ftreuen. Nieder mit den schienenen machte sich mehrfach in durchaus ungeschminkter Weise Wahrheit sagen will, dann will man ihn unterdrücken. Ihr wendungen aus öffentlichen Mitteln zu firchlichen und bedeutend„ aufreizender" als ein Vortrag. An dem gemüthlichen Zentrumspreußen, runter vom Stängle!" Flüche und Verwünreligiösen Zwecken." Wenn die Antisemiten noch mehr solcher Beisammensein, das an stelle des Vortrags trat, nahmen Hunderte schungen wurden durcheinander geschrieen, bis sich die Versammschnurriger Käuze haben, wird dem deutschen Volke bis zum Wahl von Wählern theil, und mit begeisterten Hochrufen auf den sozial- lung unter großem Lärm auflöſte. tage der Stoff zum Lachen nicht fehlen. demokratischen Kandidaten trennten sich die Erschienenen in später thr Ein erbitterter Bruderzwift ift in verschiedenen fächsi Die Parteigenoffen im 2. fchleswig Holsteinschen Stunde. Wenn das Versammlungsverbot jemandem genutzt hat, fchen Wahlkreisen zwischen den Konservativen und Wahlkreise vertheilten in der Pfingstwoche 25 000 Gremplare fo find es sicher nicht die Karteller gewesen, denen der Mugen zu den Antisemiten Böckel- Zimmermann'scher Richtung auseines in deutscher und dänischer Sprache verfaßten Flugblatts, gute kommen wird. gebrochen. Besonders heftig, so schreibt die Franti. 8tg.", worin die Kandidatur unseres Genossen Heinrich Mahlte in Wahlspäßchen. Die Freie Vereinigung für die fobt der Kampf in den Wahlkreisen Bauzen Bischofswerda, Flensburg empfohlen wird. Gleichzeitig wurde der Text des Durch bringung der" Militärvorlage" überschüttet Dresden- Land und Meißen Riesa Großenhain. In BaußenFlugblatts in den in Flensburg erscheinenden dänischen Bettungen Deutschland mit zahlreichen Ballen öder Makulatur. Etliche Bischofswerda( 3. Wahlkreis) ist der antisemitische Blumenin deutscher und dänischer Sprache veröffentlicht. the Difta der Agitationsbroschüren sind aber so schön, daß sie ver- fabritant Gräfe Bischofswerda dem tonservativ antisemitischen Aus Bremerhaven wird uns geschrieben: Die Stimmung dienen aufgezeichnet zu werden. Da beißt es in einer Flugschrift: Grafen zur Zuppe- Baruth, in Dresden- Land, dem bisherigen Site für unsere Partei ist im 19. hannöverschen Wahlkreis eine Katholisch oder national": Es ist ganz erklärlich, daß der Ackermann's, der antisemitische Branntweinbrenner Hänischen günstige. Die Agitation der Genossen ist bereits im vollen Freifinn sich auch dieses Mal zu einer Oppofition gegen die dem tonservativen Bergrath Förster und in Meißen RiesaGange und sie erzielen damit durchschlagende Erfolge. Die Militärvorlage bereit zeigte, weil er dadurch dem Börsenthum wie Großenhain endlich der antisemitische Landwirth Lieber dem Gegner die Nationalliberalen scheinen vollständig den immer seine gewohnten Handlangerdienste leistete. Wie fann man bisherigen tonservativen Abgeordneten Mehnert gegenüber. Ropf verloren zu haben; sie liegen fich einander selbst in den aber auch erwarten, daß diejenigen freiwillig etwas hergeben, gestellt. In diefen Kreisen werden werden die Gegensäge in Haaren. Der Bund der Landwirthe hat in Otterndorf den Dr. welche nur auf eigenen mübelofen Gewinn bedacht, faum glaublicher Weise hervorgehoben, und namentlich sind es Sahn, den Schutzengel Bismarcks, als Kandidaten auf sich um die Noth anderer nicht fümmern! Ebenso die Antisemiten, die ein radikales Borgehen gegenüber ihren geftellt. Damit waren aber die Geestemünder und Leher müßten energisch auswärtige Papiere besteuert werden, nament tonservativen Helfershelfern belieben. Diese Thatsache ist um so Nationalliberalen nicht einverstanden. Ste Sie erklärten, die lich jene bedenklichen fremden Fonds, mit benen der bemerkenswerther, als andererseits im 2. Wahlkreise( LöbauKandidatur Hahn's würde dazu beitragen, den Wahlkreis an die deutsche Markt so oft schon überschüttet wurde, und Ebersbach) und im 8. Wahlkreise( Pirna- Schandau- Sebniz) die Sozialdemokratie auszuliefern, und drohten mit einer Gegen: an denen unermeßliches Nationalvermögen verloren geht, antisemitischen Kandidaten Redakteur Zimmermann und Mörtelfandidatur. Thatsächlich haben sie einen Gegenfandidaten in der während die Börsianer Geschäft dabei machen." fabrikant Loße Dresden bis jetzt noch feine, ordnungsparteilichen" Person des Dr. Sattler aufgestellt. Nun wird's heiter werden! Daß die Plusmacher sich um die Noth des Proletariats nicht Gegner erhalten haben. Im Wahlkreise Löbau haben vielmehr Zwei nationalliberale Mannesseelen bekämpfen sich gegenseitig fümmern, ist freilich richtig, daß aber die Männer der Freien die tonfervativen Agrarier ausdrücklich eine Unterstüßung der und ringen um das Durchfallsmandat. Der edle Heldenfreisinn Vereinigung" in dieser von ihnen in die Welt geschickten Kandidatur Zimmermann zugesagt. Gegenüber dieser Ver wird, wenn er nicht noch einen eigenen Mischmasch- Kandidaten Broschre für die böhere Besteuerung der Börse wirrung hat es nunmehr die Generalversammlung des tonseraufstellt, feine Stimme wahrscheinlich dem Dr. Sattler zuwenden. eintreten, ist zum mindesten luftig. Denn unter ihnen sind Bankiers vativen Landesvereins, die gestern in Dresden abgehalten wurde, Die Aussichten für den armen Hahn find also trübe. Die und andere Leute, die an den Reichstag und die Regierung für nöthig befunden zu erklären, daß es eine Pflicht aller wahr Welfen haben auch große Rosinen im Sadt. Sie hoffen bei der Betitionen gegen die Börsensteuer geschickt haben. Und ferner haft tonservativen Männer sei, den Antisemiten vom Schlage Uneinigkeit der Nationalliberalen gleich im ersten Wahlgange gehören dazu Direktoren jener Banten, die die portugiesischen Zimmermann's besondere Kandidaten gegenüberzustellen, da sie zu fiegen. Die Sozialdemokratie wird ihnen aber einen Strich und argentinischen Papiere auf den deutschen Martt gebracht im Reichstage fich als prinzipielle Gegner der Heeresvorlage durch diese Rechnung machen. Einig und geschlossen steht sie da. haben. Das ist der Humor davon. entpuppt hätten. Infolge dessen wird jedenfalls im Wahl und diese Einigkeit bürgt uns, ob nun einer oder sechs gegne freise Pirna noch ein besonderer tonservativer Kandidat aufEins der kraffesten Stücke von polizeilicher Begestellt man werden, während im rische Kandidaten in Frage tommen, dafür, daß am Tage der Wahlkreise Löbau Wahl unser Kandidat Schmalfeld den Sieg erringen wird. hinderung der Wahlagitation wurde der Münchener die Unternüßung der in Aussicht genommenen Kandidatur Post" aus dem bayerischen Kreise Rosenheim- Tölz, ge des nationalliberalen Dr. phil. Vogel- Dresden ins Auge gefaßt Militärboykott während der Wahlbewegung. Aus meldet, wo zu Pfingsten fozialdemokratische Flugblätter vertheilt hat, sofern die Nationalliberalen in Dresden- Altstadt und Germersheim in der Rheinpfalz wird der Wannheimer worden waren. Dem Blatte wurde darüber geschrieben: Es Dresden- Neustadt die konservativen Kandidaten Glasermeister Volksstimme" gemeldet: Das Vaterland ist gerettet! Den Sol- möge noch zur Kenntniß dienen, daß die betreffenden Partei- Weßlich und Landrichter Rofenhagen unterstützen. Das eine steht daten wurde die Wirthschaft" Zum deutschen Haus" verboten, genoffen nicht wegen mangels an Legitimation, sondern speziell für Sachfen schon heute fest, daß die Wahl am 15. Juni mancherweil dort sozialistische Umtriebe" getrieben worden fein sollen. wegen Flugblattvertheilung verhaftet wurden. Bürgermeister lei Ueberraschungen barbieten wird. Jedenfalls wird die Bugleich wurde, wie das" Rh. Boltsbl." zu berichten weiß, in und Gendarmerie in Rott wußten nicht, daß das Flugblatt grenzenlose Unordnung, die dadurch hervorgerufen ist, daß in fast den Kafernen eine ftrenge Visitation vorgenommen, wobei zahl vertheilen während der Wahlbewegung frei gegeben ist. Auch allen sächsischen Wahlkreisen durch den Antisemitismus ein gereiche sozialistische Flugschriften entdeckt wurden, was mehrere die Behandlung der Beiden war eine recht" bumane". Sie waltiger Keil in die bisher festgeschlossene Phalang der Ordnungsscharfe Strafen zur Folge hatte. Schauerlich! Nun dauert es mußten die ganze Nacht über aneinander gefchloffen parteien hineingetrieben worden ist, in erster Linie den Oppo gewiß nur noch die wenigen Tage bis zur Wahl und in den auf den bloßen Dielen liegen, auf welchen sie außerdem fitionsparteien, der Sozialdemokratie und der freiKaferaen wird dann eine sozialistische Verschwörung entdeckt. noch wie zwei schwere Verbrecher fest gefettet waren, Erft finnigen Volkspartei, zu gute fommen. Die Sozialdemo Wer das Schreckliche verhüten will, muß deshalb einen Freund Dienstag Mittag 11 Uhr wurden die Beiden nach Wasserburg traten hoffen statt der bisherigen 7 Mandate mindestens 10 der Militärvorlage wählen. Die Flugschriften fann man weg geliefert, wo der eine, ein Deutscher, sofort entlassen, dem anderen, bis 12 zu erobern, während die freisinnige Boltspartei, die bisher nehmen und die armen Soldaten, bei denen solche gefunden einem Desterreicher, aber eröffnet wurde, das Bezirksamt Wasser- nur über den Wahlkreis Zittau verfügte, auch Löbau und Pirna wurden, scharf strafen", die Ideen aber kann man nicht ton burg beantrage seine Ausweisung aus dem Deutschen Reiche, wieder zu gewinnen hofft.( Was die Sozialdemokratie in Sachsen fisziren und nicht durch scharfe Strafen vernichten. bis zu welcher Zeit er in Hajt bleiben müsse. Am Mittwoch hofft, darüber macht sie die Korrespondenten des Frankfurter Wahlbeeinflussung in Bayern. In einem Bericht, den endlich, nachdem der Inhaftirte wiederholt vor den Unter- Börsenblattes sicher nicht zu ihrem Vertrauten. Sonst faber die Münchener Neuesten Nachrichten" über die in Rosenbeim fuchungsrichter geführt zu werden verlangte und da ihm eine stimmen die Angaben des Blattes. N. b. 8.) abgehaltene Bertrauensmännerversammlung der Ultramontanen thatsächliche Verbreitung von Flugblättern nicht nachgewiesen Nachahmenswerth! In Duisburg fand eine Ber veröffentlichten, heißt es:" In geschäftlicher Hinsicht wurde an- werden konnte, nahm das Bezirksamt Wafferburg Abstand von fammlung sämmtlicher Parteivorstände ftatt, in welcher eine geordnet, Daß die gedruckten Wahlzettel an den Pfarrvorstand seiner Ausweisung und entließ ihn, nach vorher eingezogenen Einigung darüber erzielt wurde, daß bei der Reichstagswahl von hinausgelangen werden, und dieser wird sie den Bürgermeistern Ertundigungen in Rosenheim. Dies der Wahrheit gemäß. J. M." allen Parteien die Stimmaettel von gleichem Papier zur Vertheilung übermitteln." Pommersche Versammlungsfreiheit. Aus Bütow bergestellt werden sollen, um das geheime Wahlrecht " Seltsame Helfer hat die Regierung, sogar die Husaren- fchreibt man dem Stettiner Bollsboten":" Die bösen Sozial nicht zu schädigen. lieutenants werden mobil gemacht zum Federkriege demokraten haben wirklich vor gar nichts mehr Respekt, selbst in Gute Dienste leisten die Belosipedfahrer auch den gegen die Opposition. So stribelt ein Freiherr v. Schorlemer, unseren den Konservativen angestammten Wahlkreisen haben sie Nürnberger Parteigenossen. In Ansbach waren am SonnLieutenant im ersten sächsischen Husarenregiment zu Großenhain, Flugblätter verbreitet, in welchen die Wahl des Redakteurs Karl tag 9 Nürnberger thätig, im Wahlkreis Forchheim- Kulmbach, ein langes und breites über die Nothwendigkeit der Militär- Nathusius in Grabow empfohlen wird. Und was der schreck Fürth- Hersbruck und Nürnberg- Altdorf herrschte am Sonntag vorlage. Wenn der junge Freiherr als Kavallerielieutenant so lichste der Schrecken ist, in unserer guten Stadt, wo die Leute ein fröhliches Treiben. Von Ort zu Ort fausten gegen 70 Stahl, fattelfeft ift, wie als Logiter und Politiker, dann wird er nicht bisher geduldig die Stimmzettel annahmen, die ihnen vom roßreiter, Flugblätter in Masse vertheilend. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 2. Juni. Opernhaus. Das goldene Kreuz. Die Puppenfee. Neues Theater. Basantasena. Berliner Theater. Der Flüchtling. Die Eine weint, die Andere lacht. Residenz- Theater. Flattersucht( La Papillonne). Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Fledermaus. Kroll's Theater. Die Rinder ber Haide. Viktoria Theater. Frau Venus. National- Theater. Die Direktrice. Alexanderplat Theater. Die Geierwally. Königl. italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Heute, Freitag, den 2. Juni 1893, Abends 8 Uhr: Große Ertra- Vorstellung Ostbahn- Park am Küstriner Play, ( Hermann Jmbs) Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof. Konzert, Täglich: Theater u u. Spezialitäten- Vorstellung. Pantomimisten- Truppe Garetton, urtom. Tayameter- Droschtenfahrt, Mr. De Dolfs, Neger- Exentric 2c. Volksbelustig. jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Etablissement morit5. Wahlkreis.! Grosse Wähler- Versammlung am Freitag, den 2. Juni, Abends 8 Uhr, im Saale des Schützenhauses", Linienstraße Nr. 5. Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Reichstags- Wahlen. Referent ReichstagsRandidat Fritz Zubeil. 2. Diskussion. Alle Wähler sind hierzu eingeladen. 413/4 Das Wahlkomitee. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. mit ausgewähltem Programm. Besonders hervorzuheben: Tandem, dopp. hohe Fahrschule mit den Trakehner Hengsten. Don Carlos und Milano, geritten vom Direktor. Mr. Lar, ausgezeichneter Reiter auf ungefatteltem Pierde. Familie Dichiani in ihren großartigen Leistungen am japanischen Bambus. Käthe Lee in ihren Ererzitien zu Pferde. Sign. Spampagni, CampagneSchulreiterin. 4 Geschwister Chiarini, bas Non plus ultra der Luftgymnastik. Chevalier Roberto Alfonso, JongleurMalabarist. 4 Vollblut Fuchshengste in Freiheit drefürt und vorgeführt vom Direktor. Auftreten der Clowns Gebr. Weldemann, Kulper, Malinek, Cars 2c. Morgen: 1. gr. choreographische Vorhofer Lagerbier, hell und dunkel. fich am Sonnabend Abend 7 Uhr beim Genossen Wilke, Hochstraße 32, einAn Sonn- und Felttagen finden zu wollen. Wir erwarten, daß die Betheiligung im Interesse der Sache findet das Konzert in den oberen eine rege sein wird, da eine große Anzahl von Hilfsmannschaften im dortigen findet das Konzert in den oberen Kreise gebraucht werden. Auch ersuchen wir die Gesangvereine, welche sich Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. bis jetzt gemeldet haben, bei dem Genossen Wilfe zu erscheinen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die nächste WahlvereinsWinter- Garten. Spezialitäten- Borstellung mit ganz neuem Programm. ftellung. Ernesto Ciniselli, Direktor. Apollo Theater. Spezialitäten Borstellung. MorizPlay. Play. Buggenhagen. Täglich: Juftrumental- konsert. Achtung! Wir ersuchen alle diejenigen Genossen des Wahlvereins, welche sich bis Großer Frühstücks- u. Mittags- mitmachen zu wollen, sowohl alle diejenigen, welche sich noch erklären werden, iegt bereit erklärt haben, die Agitationstour im Nieder- Barnimer Kreis tifch. Spezial- Ausschant von PakenTheater der Reichshallen. Spezia Rosenthaler Clubhaus. Säle für Berianuntungen, Kommerse, Bersammlung erst am Dienstag nach der Wahl stattfindet. litäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Borstellung. National- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Doppel- Vorstellung zu einfach. Preisen. Sensationelle Novität! Die Directrice. Berliner Sittenbild in 4 Aften von Erich Steffen. Regie: Max Samst. Hierauf: Berlin bei Nacht. Bosse mit Gesang. Rassenöffnung 51/2 Uhr. Anfang der Abend- Vorstellung 71/2 Uhr. Im Garten: Gr. Konzert u. Spezialitäten- Vorstellung 1. Ranges. Auftreten von Chansonetten, Sängerinnen, Tänzerinnen, Clowns, Komitern, Soubretten 2c. 2c. Morgen, Sonnabend: Zum 1. Male: Die neue Militärvorlage. Große Posse mit Gesang und Tanz in 4 Atten von Steinecke. Rosenthalerstrasse 11/12. Große und kleine Säle zu Vergnügungen und Versammlungen auch Sonnabend und Sonntags. Gr. schöner Garten. Jeden Dienstag, Donnerstag und Sonnabend: Frei- Konzert. Nach dem Lauz. Löwenbräu, hiesiges Bier und Weißbier. Vereinszimmer auch als Zahlstelle zu vergeben. Norddeutsche Brauerei. 58. Chaussee- Strasse 58. Täglich: Concert. Wochentags Entree fret. Neue freie Volksbühne. Bei ungünstiger Witterung im Saal. Die neu eingerichtete Kaffeeküche ist den geehrten Gästen von 2 409/11 bis 6 Uhr geöffnet! Sonntag, den 4. Juni 1898, 11. Abtheilung. Der Nächste von 4146L Friedr. Lange. Gr. Bereinzzimmer Schillingſtr. 24. Festlichkeiten 2c. ratweil'sche G™ Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. 240/11 Der Vorstand. J. A.: Max Kiesel, Swinemünderstr. 63. Friedrichshagen. Auftreten der Leipziger Sänger Große öffentl. Wählerversammlung vom Krystall- Palast. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 10 Pf. Allf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten und Versammlungen. Carl Koch. Schweizer- Garten am Königsthor. Täglich: Concert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. am Sonnabend, den 3. Juni, Abends 19 Uhr, im Lokale des Herrn M. Lerche( Rundtheil). Zages Ordnung: 1. Der Bankerott der bürgerlichen Parteien. Referent Reichstags, Kandidat Arthur Stadthagen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Sonntag Morgen 3/47 Uhr im Lokale von Blanke, Antreten zur Agitationstour. Zahlreiche Betheiligung unbedingt erforderlich. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. 231b Jamaica- Rum, [ 131M echt Verschnitt u. Fac., Literfl. 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. Tokayer, med. süßer Ungarwein, Literfl. M. 2,10. Himbeer-, Kirsch-, Johannisbeersaft, Liter M. 1,20. Echt Stonsdorfer Bitter- Litör, Liter 1,20, 5 Str. 5,50, 10 2tr. 10. Cognac fine Champagne, 3/4 Literfl. 3,50, 4,50, 5,50, 7,50, 12. Eugen Neumann& Co., 6a. Belle- Alliance- Plaz 6 a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 8. Oranienſtr. 8. Geschwister Rigoll, Familie Carlo, Bahnarzt Rob. Wolf, Brunnenstr. 4( Rofenth. Th.). Künstliche Zähne. Mr. Famera, Max Grabow, Gebr. Dissenato, Emma Lucas, Troupe Columbia und Gebr. Vercroa. Jm Saale: BALL.[ 4199L* Passage- Panopticum. Achtung, Maurer Moabits! Nur kurze Zeit. Im Parterre lebend ausgestellt: 1 Pferd aus Californien. Mähne 14 Fuß. Schweif 12 Fuß. Nur kurze Zeit. Bersammlung des Vereins zur Wahr. d. Interessen d. Maurer Berlins und Umgegend Sonntag, den 4. Juni, im Viktoria- Saal, Perlebergerstraße Nr. 13. g Zages Ordnung: 380/19 1. Die verschiedenen Formen des Klassenkampfes. 2. Diskussion. Der Vorstand. Werth 200 000 Mt. 3. Wahl eines Hilfstaffirers für Moabit. Borm. 11 bis Abends 9 Uhr. Castan's Große öffentl. Wählerversammlung Panopticum. Neu: für Behlendorf und Umgegend am Sonnabend, den 3. Juni 1893, Abends 8/2 Uhr, im Lokale des Herrn F. Rost, Carlstraße. Tagesordnung: 1. Bortrag über: Die bevorstehende Reichstagswahl." Referent Reichstags- Kandidat Fritz Zubeil- Berlin. 2. Diskussion. 3. Wahl Bur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pfennig erhoben. Der Einberufer. Der Tod als Erlöser. eines Vertrauensmannes. Neu: Die Schrecken des Meeres. 239b Bauern Aufstand! Achtung! Bimmerlente! Bauern- Aufstand! Illusionist. Vorstellungen. Irrgarten. Schreckenskammer. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Im prachtv. Sommergarten täglich Gr. Garten- Concert und Spezialitäten Vorstellung. Bei ungünstigem Wetter findet die Vorstellung im Saale statt. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf. Moabiter Gesellschaftshaus. Alt- Moabit 80 und 81. Täglich: Theater- und SpezialitätenVorstellung, sowie Concert. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf., refervirter Plat 50 Pf. Helmuth Peters, 4127L* Bert. mein in e. Fabrit- u. Residenzstadt mit 40 000 Einw., vor 4 Jahren neuerbautes 256 M Große öffentliche Versammlung Der Zimmerer Berlins und Umgeg. am Sonntag, den 4. Juni, Vorm. 10 Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstraße 20. Zages Ordnung: 1. Stellungnahme zur Lohnbewegung der Berliner Maurer. 2. Wie stellen sich die Zimmerer zum Bauarbeiter- Kartell? 3. Verschiedenes. Kameraden! Da es unbedingt nöthig ist, zu den oben gestellten Fragen Stellung zu nehmen, ersuchen wir, recht zahlreich in der Versammlung zu er scheinen. Die Vertrauensmänner. 863/6 Zentral- Verband der Maurer Deutschlands, Zahlstelle I Berlin( Putzer). Sonntag, den 4. Juni, Vormittags 11 Uhr, Annenstraße Nr. 16: Versammlung. Tagesordnung: 244/19 1. Vortrag. 2. Ein wichtiger Antrag der Zahlstellen Berwaltung. 3. Verschiedenes und Fragebeantwortung. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Bevollmächtigte. Ethische Gesellschaft. Die Ethische Gesellschaft veranstaltet am Sonntag, den 11. Juni, eine Kremser- Partie nach Birkenwerder im Lotal des Herrn Hietzig( Schüßenhaus). Freunde und Gönner werden dazu freundlichst eingeladen. Billets, für Gäste 1 Mt. 50 Pfg., Mitglieder Treschowstraße 17, 2 Tr.; Priller, Louisenstr. 61, of 2 Tr.; Scharmutzky, nachweist. gt. Bierumfaß, ca. 1100 M. Philippstr. 19, of 2 Tr.; Neumann, Pappel- Allee 34; Jacob, Oranienftr. 40 Miethseint., einschl. Inventar und 41, 4 Tr.; beim Rassirer und beim Bibliothekar W. Möschke, Martgrafenstraße 3. 142/2 Saal- Etablissement 50 B., find noch bis Montag den 5. bei folgenden Herren zu haben: Zeidler, für 90 000 Mark bei 15-20 000 m. Anz. Anfr. bef. unter G. 70 Rudolf Mosse, Magdeburg. Das Komitee. Schmerzl.Zahnziehen 2c.Theilzahlung.Sprft.8-71. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Als vorzügliche Agitationsmittel für den bevorstehenden Wahlkampf= empfehlen wir den Parteigenossen folgende Erscheinungen unseres Berlages: Grundsäge und Forderungen der Sozialdemokratie. von Erläuterungen zum Erfurter Programm Karl Kautsky und Bruno Schönlank. Groß- Oktav 64 Geiten. Zweite durchgesehene Auflage. = Preis geheftet 10 Pf., in Partieen zum Massenvertrieb Rabatt. Im ersten Theil ist die Prinzipien Erklärung des Programms behandelt. In den Kapiteln Kleinbetrieb und Großbetrieb, Kapitalist und Proletarier, Privatmonopol und Staatsmonopol, die Erhebung des Proletariats, der Sozialismus find die grundlegenden sozialdemokratischen Lehrsäte populär wissenschaftlich niedergelegt, während im zweiten Theil unsere Programm- Forderungen, die von dem flassenbewußten Proletariat als Mittel aufgefaßt werden, um das schließliche Ziel, die sozialistisch organisirte Gesellschaft, zu erreichen, er läutert find. Es handelt sich bei dieser Broschüre darum, allen Parteigenossen, die sich in den Dienst der Partei- Organisation gestellt haben, den Massen Vertrieb" besonders zu empfehlen, da mit dieser Schrift die Möglichkeit gegeben ist, immer neue, ungezählte Anhänger für unsere gemeinsame Sache zu gewinnen. Der Preis ist aus dem Grunde so niedrig ge stellt worden. Sozialpolitisches Handbuch. Von Dr. H. Lux- Magdeburg. Groß Ottav, XX und 336 Seiten mit einer Tabelle: Vergleichende Zusammenstellung der Arbeiterschutz- Bestimmungen in den einzelnen Ländern. Preis: broschirt 1,50 M., in Bädeckerband geb. 2 M. Auch in Lieferungen à 30 Pfennig. Einbanddecken 20 Pfennig. 400/5 Mit dem„ Sozialpolitischen Handbuch" hat der Verfasser, unterstügt von hervorragenden Mitarbeitern, ein gedrängtes Rompendium geschaffen, das für unsere Genossen, die sich der Agitation widmen und dem Gegner gegenüber immer schlagfertig sein müssen, ein willkommenes Hilfsmittel sein wird. Das Thatsachen- und Zahlenmaterial aus unserer Parteiliteratur, die bei ihrem steten Wachsthum geistig durchzuarbeiten immer schwieriger wird, findet fich in demselben in praktischer Weise zusammengestellt, so daß Fragen über unsere Bewegung, ihre treibenden Kräfte und ihre wirthschaftlichen und politischen Widerstandsmomente leicht nachgeschlagen werden können. Nicht zuletzt werden auch unsere Redaktionen, sowie alle an der geistigen Herstellung unserer Preßerzeugnisse Thätigen ein geeignetes Nachschlagebuch mit obigem Werke erhalten. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Rolporteur und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Aufträgen von außerhalb erfuchen wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages( Porto extra) Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Berlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2 elevan zwei Beilageu.