Nr. 131. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Bebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anflu Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Bur Bradhtung! Dringend Sozialdemokrat Berlin Das als„ dringlich" aufgegebene Telegramm wird als bevorzugtes befördert und kostet deshalb das Dreifache der gewöhnlichen Taxe. Die Kosten werden auf Wunsch zurückerstattet. Reaktionäre Pläne. Mittwoch, den 7. Juni 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. 5 M. für den Doppelzentner die Taschen gefüllt und nicht Eisenmann, so ist's vielleicht ein neuer, der die minder im eigenen Interesse haben sie jeder Reform der Bügel des Reaktionsfarrens in die Hand bekommt. Bald hier, bald dort wird von einer neuen Einschrän Um über den Ausfall der Reichstagswahl unsere Freunde Branntwein steuer Widerstand geleistet, durch welche, sofort unterrichten zu können, bitten wir die Wahlkomittees wie männiglich bekannt, auf grund der gegenwärtigen Er kung oder gar Beseitigung des allgemeinen Wahlhebungsmethode den schnapsbrennenden Großgrundbesizern rechts gemurmelt und geraunt. Offen wagen sich zwar nur unserer Partei, oder wo solche nicht bestehen, die für die eine Liebesgabe von 42 160 000 Mart jährlich zu wenige mit solchen Vorschlägen hervor, aber im Geheimen wären Wahlkreise eingesetzten Vertrauenspersonen, fließt, während auf ähnliche Weise durch das System der sie alle damit einverstanden, denen das Anwachsen der uns das Ergebniß der Reichstagswahl ihres Kreises sofort, Ausfuhrvergütungen die Zuderraffineure Sozialdemokratie ein stilles Grauen verursacht: noch am Abend des Wahltages, und wo das ein direktes Staatsgeschent von 12 Millionen Mart jähr das ganze Junterthum und die Bourgeoisie lich ergattern. Das sind, wie gesagt, unmittelbare Geschenke bis weit in die Reihen des Liberalismus unmöglich, sofort nach dem Bekanntwerden, aus dem Staatssäckel, unberechnet dabei ist der indirekte hinein. Unvergessen soll bleiben der Vorschlag, die Großtelegraphisch und zwar als dringend" mitzutheilen. Verdienst, der allen Großproduzenten aus den Zöllen auf industriellen möchten sich durch eine freiwillige Das Telegramm muß wie folgt adressirt werden: Verbrauchsartikel erwächst. Man muß die Brotvertheuerung Steuer zur Aufbringung der erhöhten Militärkosten ein für das deutsche Volt jährlich auf 460 Millionen Mark Anrecht auf einen besonderen Antheil an den Staatsveranschlagen; aber nur 110 Millionen davon fließen in angelegenheiten erkaufen, ein Vorrecht, welches den„ Reichen die Staatskasse, durch den Rest von 350 Millionen be- und Starken" gebühre. Der schöne Plan würde zwar, wenn an nichts anderem, schon an der Knauserigkeit jener reichert sich der landwirthschaftliche Großbetrieb. Nicht genug mit dem System persönlicher Bereicherung Reichen und Starken scheitern. Aber ein Zeichen der Zeit ist dann auch an die Einschränkung der Wolfs bleibt, daß er überhaupt ausgeheckt wurde. Neuerdings ist rechte gegangen worden. Tem allgemeinen Wahlrecht dann, wie auch von uns erwähnt wurde, bekannt geworden, hat man zwar nicht sofort den Garaus zu machen gewagt; daß ein strebsamer Mann unter„ loyalen" Bürgern eine man hat es aber einzuschränken versucht, indem die Petition an den Kaiser in Umlauf gesetzt hat, in welcher Legislaturperiode von drei auf fünf Jahre hinauf- allerunterthänigst um die Abschaffung des allgemeinen Wahlgefeßt wurde, in richtiger Vorausseßung, daß, je weniger rechts gebeten wird. Im Zusammenhange mit diesen elenden Umtrieben steht Die Militärvorlage steht im Vordergrunde der häufig gewählt wird, um so leid, ter der Zusammenhang Wahlbewegung, aber darüber darf man nicht vergessen, daß zwischen Volk und Volksvertretung gelockert werde und der es wohl, daß die Grenzboten", ein für allerhand reaktionäre die Abstimmung am 15. Juni nicht blos über Annahme Einfluß des ersteren auf die letztere schwinde. Der schöne Mochenschaften im bismärckischen Geiste eintretendes Wochenoder Ablehnung des vom Herrn von Huene über die Plan hat insofern zunächst keine Früchte getragen, als blatt, mit dem Vorschlag an's Licht gekommen sind, eine Taufe gehaltenen militärisch- gouvernementalen Wechselbalges gleich der erste auf fünf Jahre gewählte Reichstag durch Interessenvertretung zu schaffen, die zunächst entscheidet, daß vielmehr Kandidaten, die sich jetzt um ein den Trang der Umstände gerade am Tage feines dem Reichstag zur Seite gestellt werden, später vielleicht ihn Reichstagsmandat bewerben, auf fünf Jahre das Recht dreijährigen Bestehens zur Auflösung gebracht beseitigen soll. Die Sehnsucht unserer Reaktionäre nach vom Rastengeiste erfüllten Standes organi der Mitentscheidung in allen wichtigsten Lebens- wurde. Aber die gesegliche Bestimmung besteht den fragen des Volkes in die Hand bekommen. Und da doch nach wie vor und fann noch Unheil genug stiften, iationen des Mittelalters ist unausrottbar und hat muß man ihnen hübsch auf die Finger sehen, ob daran wenn ein neuer reaktionärer Reichstag aus der Wahlurne wenigstens schon eine Frucht getragen, die Wiederbelebung nicht Flecken haften von früheren voltsfeindlichen Unthaten. hervorgehen und sich mit der Regierung zu löblichem Thun der Zünfte. Auch davon ist schon wiederholt gefaselt worden, daß man dem Reichstag die Form einer Interessenvertretung Im Vertrauen auf ein turzes Erinnerungsvermögen des zusammenfinden sollte. Bruder Bauer und Handwerker suchen die Reakgeben möchte, so daß also anstatt der Bevölkerung örtlich tionäre aller Schattirungen mit süßlichem Grinabgesonderter Wahlkreise bestimmte organisirte Interessentensen sich ihm einzuschmeicheln als wahrhaftige Volksfreunde, gruppen die Abgeordneten zu wählen hätten. Die Grenzdenen es bei der Mandatsbewerbung nur antommt auf die boten" verhehlen sich nun nicht, daß ein solches Vorhaben angeblich nothwendige Sicherstellung des Vaterlandes. gegenwärtig an der Entrüstung des Volkes scheitern würde, und sind deshalb auf den schlauen Gedanken gerathen, die Aber durchblättert man das Verzeichniß ihrer bisherigen Thaten, ein wahres Sündenregister, da stößt man auf Reaktionsmaschine so ganz harmlos und hinterrücks einzuEs sollen nämlich die ganz in kapitalistischen Beeinträchtigung der Volksrechte und Verletzung des Volks führen. Händen befindlichen Berufsgenossenschaften aufwohls, wohin man blickt. Unerhörte Steuerbe lastungen durch Zölle auf die unentbehrgefordert werden, Vertreter zum Bundesrath zu Ala„ großer Bundesrath" hätten fie lichsten Lebensmittel hat uns schon die Aera entsenden. Bismarck gebracht, seitdem die Sozialistenangst einen reat dann mit den Vertretern der Staaten über alle wirthschafttionären Reichstag im Jahre 1878 jenem Erzjunker zur schaftlichen Fragen zu entscheiden, während der kleine" Verfügung gestellt hatte. Die nämliche Erfahrung wieder Bundesrath wie bisher seine übrigen Funktionen allein holte sich 1887, als die Faschingswahlen dem Kartell der versieht. Bewährte sich die Einrichtung und die Grenzreaktionären Parteien die Mehrheit verschafften. boten" find natürlich davon überzeugt so könnte schließ lich dieser erweiterte Bundesrath an stelle des Reichstages treten. Sofort haben die Landjunker, als innerhalb des Kartells die Ausschlag gebende Interessengruppe, sich mit Beihilfe der in Wirthschaftsfragen nicht minder reaktionären ZentrumsLeute durch eine Erhöhung der Kornzölle von 3/2 M. auf Feuilleton. Nadbrud verboten.] Vom Stamm gerissen. Bon Elise Schweichel. [ 20 Das sind Merksteine genug, die das Volk abhalten sollten, sich ins Schlepptau der reaktionären Parteien zu begeben, und unsere Genossen thun gut, stets auf diese Wierksteine hinzuweisen, wo sie nur Gelegenheit haben, mit Andersdenkenden die brennende Frage der Reichstagswahl zu erörtern. Aber es fehlt auch keineswegs an Anzeichen kommender schlimmerer Reaktionsmaßregeln für den Fall eines Sieges der reaktionären Parteien. Es giebt genug Leute in Deutschland, die eine rück fichtslose, jedwede Volksrechte unterdrückende Gewaltherrschaft berbeiwünschen und die als geeignetstem Wann zu deren Durchführung sehnsüchtig nach dem Schöpfer und Handhaber aller bisherigen Ausnahmegesetze schielen, der jegt bitter grollend seine Tage im Sachsenwalde versigt. So ein feines Fädchen, das gesponnen wurde, ihn wieder in den Vordergrund zu ziehen, gelang es uns selbst noch rechtzeitig zu zerreißen. Wie viele mögen aber noch unsichtbar geblieben sein! Wir müssen uns in diesen Zeitläufen auf alles gefaßt machen. Und ist's nicht der alte Blut und " Das täme also auf die völlige Ueberantwortung der gesammten Reichsangelegenheiten an die mit der Bureauertönte ein leiser Schrei im Saale und dann entstand ein Geräusch von scharrenden Füßen, als ob mehrere Personen etwas hinaustrügen. aus, als er sich jetzt an die Geschworenen wandte und sie warnte, bei ihrem Spruch sich von Vorurtheilen und Parteileidenschaft leiten zu lassen. Er wolle sie nicht durch die Annahme beleidigen, sie könnten ihrem Schwur untreu Dettinger war todtenbleich geworden, nicht sowohl wegen werden und wider Pflicht und Gewissen statt auf grund des Spruches der Geschworenen, welchen er taum anders des vorliegenden Beweismaterials ihr Verditt abgeben; erwartet hatte, als wegen des Aufschreis, von dem er wußte, allein das Gewissen sei, wie schon Owen gesagt, ein Produkt daß er von Valeska tam. Nur au sie dachte er. Er hörte der gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen wir lebten, und taum noch auf das Urtheil, welches der Präsident verkündete es sei äußerst schwierig, auch für den Gewissenhaftesten, sich und welches auf zwei Jahre Gefängniß lautete. Wie ein Das war eine der vielen Versionen, die im Saale dem Einfluß dieser Verhältnisse zu entziehen. Nicht über dichter Nebel legte es sich auf seine Sinne, aber er bewahrte über das unselige Ereigniß auf Triberg umliefen und die Handlungen haben Sie Ihr Verdikt abzugeben," so schloß seine feste männliche Haltung, und als er gefragt wurde, - Sie haben ob er noch etwas zu sagen hätte, verbengte er sich stumm zu dem Interesse an dem Schicksal des Angeklagten noch er, denn ich bin keiner Handlungen angeflagt den Reiz eines von ihm ruhmreich bestandenen Abenteuers Ihr Verdikt darüber abzugeben, ob es Recht oder Unrecht und schritt dem Ausgange zu. Balesta wurde in bewußtlosem Zustande nach Hause fügte. Man hatte kein gedichtetes, sondern ein wirkliches ist, einen Mann wegen seiner Meinungen und Grundsäge Drama vor sich und war auf dessen Abschluß im höchsten zu verfolgen, ob die Partei, welche ich vertrete, außer Gesetz gebracht. Grade gespannt. gestellt werden soll oder nicht, ob Sie die friedliche Lösung In den Wochen, welche die Voruntersuchung in AnDettinger vertheidigte sich selbst. Beim Beginn der der sozialen Frage und statt des Kampfes die Versöhnung spruch genommen, hatte sie nur selten das Bett verlassen langen Rede des Staatsanwalts war die verschleierte Dame bollen. Wie auch Ihr Verdikt ausfallen möge meine tönnen. Ein verzehrendes Fieber sog ihr die Kräfte aus. von Tussy und Herrn Stern hinausgeleitet worden; als der Ueberzeugung wird es nicht ändern. Sie können mich auf Umsonst kämpfte ihr starter Geist gegen die zunehmende Angeklagte aber das Wort ergriff, erschienen die Drei wieder, Jahre in den Kerter schicken, die Ideen, die ich vertrete, Schwäche des Körpers- umsonst fachte die Hoffnung auf nahmen jedoch in der Nähe der Thür, wo er sie nicht bleiben davon unberührt. Es giebt für mich nur einen Weg: Dettinger's Freisprechung die Lebensflamme von Zeit zu Zeit sehen konnte Platz. Dettingers Rede war ein Meisterstück an den der Pflicht, nur ein Banner: das Banner der GerechtigKraft und Klarheit der Sprache, umfassender Rechtskenntniß feit und des Menschenthums." und scharfsinniger Widerlegung der gegen ihn erhobenen Anklage. Mit den glücklichsten Zitaten und Beispielen aus der Geschichte belegt, bildete seine Bertheidigung eins der interessantesten Aftenstücke der sozialen Bewegung unserer Beit. Lautlose Stille herrschte in der Versammlung, über welche sich das weiche Abendlicht des langen nordischen Sonimertages zu breiten begann. Die vor Aufregung blaffen Züge des Redners sahen in demselben wie verklärt wieder an, so daß sich die Kranke zuweilen erheben konnte und eine scheinbare Besserung in ihrem Zustande eintrat. Sie welfte dennoch unaufhaltsam dem Grabe entgegen. Zwei der geschicktesten Aerzte der Stadt standen rathe los und die Ohnmacht ihrer Kunst bejammernd an diesem Krantenlager. Der Eindruck der Rede war ein mächtiger, selbst der Gerichtshof konnte sich demselben nicht entziehen. Durch das Bublifum ging ein Murmeln, welches wie das erste Aufitöhnen des Weeres nach lang anhaltender Windstille flang. Der Präsident mußte zur Ruhe mahnen. Jetzt zogen sich Den mehrtägigen Verhandlungen des Prozesses beigus die Geschworenen in das Berathungszimmer zurück. Wie wohnen, war für Balesta, so sehr sie danach gestrebt, ein Ding Blei lag es auf der Versammlung, bis sie in dem mittler der Unmöglichkeit. Der Bater mußte ihr jeden Abend beweile erleuchteten Saal wieder erschienen. Der Wahrspruch richten, und sie sah seiner Rückkehr stets mit heißer Ungeduld lautete auf Schuldig". Als der Obmann ihn verkündigte, entgegen. Ihr Zustand verschlimmerte sich dadurch zusehends, Varteigenoffen! In wenigen Tagen wird gewählt. Agitirt unablässig, damit unserer Partei möglicht keine Stimme verloren geht. Vergeßt neben der Verbreitung von Druckschriften und der sonstigen Agitation unterm Publikum nicht den Werth der mündlichen und brieflichen Propaganda unter Euren Verwandten, Freunden und Bekannten. bührenden Theil der Laften auf sich zu nehmen. Dafür ist das dumme, verachtete Volk gerade gut genug. tratie vertoppelte Rapitalist entlasse hinaus. aber nimmermehr entschließen werden, den ihnen ge- reiche Artikel über unser Programm veröffentlicht, in zahlGanz im Geifte der kapitalistischen Entwickelung geplant, aber doch ohne Rechnung des Volkes! Immerhin Dank dem reaktionären Blatt für diese Enthüllung! Das Volk weiß, was es zu erwarten hat, wenn es in Nachlässigkeit oder Blindheit Leuten dieses Schlages auch nur vorübergehend die Vertretung der Volfsinteressen überantwortet. Politische Leberlicht. " --Berlin, den 6. Juni. " losen Exemplaren wurde dasselbe verbreitet, überall wurden die prinzipiellen Gesichtspunkte hervorgehoben. Deshalb wird diese Wahlbewegung uns nicht nur bedeutend mehr Amtliche Wahlbeeinflussungen. Die fönigliche Eisen- Stimmen und Size bringen als je eine vorher, sondern sie bahndirektion in Breslau hat es gewagt, die folgende Ver- wird auch für die Verbreitung und Vertiefung unserer fügung zu erlassen: Grundsäge im deutschen Volke außerordentliches bedeuten. Bei der hervorragenden Bedeutung der bevorstehenden Wahlen zum Reichstage muß von jedem im Dienste der Armer Bachem! Die im Verlage der Familie Staatseisenbahn- Verwaltung stehenden Beamten und Arbeiter Bachem erscheinende Kölnische Volks Zeitung" gesteht in erwartet werden, daß er, eingebent der ihm aus einem Leitartikel die vollständige Ergebnißlosigkeit der bisdiesem Verhältnisse erwachsenden besonderen # Pflichten durch Betheiligung an der Wahl sein Verherigen Bekämpfung der Sozialdemokratie und damit auch ständniß für die Bedeutung derselben be- der bekannten Blechschmiedarbeit ein. Das Blatt schreibt: tunden wird. Es wird daher jedem Beamten und Arbeiter des diesseitigen Direktionsbezirks, den Arbeitern ohne Kürzung ihres Lohnes, Gelegenheit geboten werden, sich an den am 15. Juni d. J. stattfindenden Wahlen als auch an den etwaigen späteren Stichwahlen zu betheiligen." Der Triumphzug der Sozialdemokratie. Alle Berichte unserer Agitatoren" stimmen darin überein, daß eine solche Begeisterung, eine solche Siegesgewißheit unter den Genossen eine solche Sympathie für uns in der breiten Masse der Wählerschaft eine solche Niedergeschlagenheit Es ist klar, daß nicht auf die doch vor allem bei einer der Gegner sich bei keiner früheren Wahl gezeigt hat. Alle Staatsbehörde selbstverständliche Zusicherung, daß die AnVersammlungen überfüllt, eine wahre Völkerwanderung, wo gestellten Zeit zur Ausübung des Wahlrechts haben sollen, einer von uns spricht furz, meine Reise ist ein wahrer das Hauptgewicht zu legen ist, sondern auf die angeblichen Triumphzug" schreibt ein Genosse,-, und dasselbe fann besonderen Pflichten, die den Eisenbahnbeamten bei der jeder meiner Mit Agitatoren sagen. Es ist die Sozial- Wahl erwachsen sollen. Dieser Hinweis auf besondere demokratie, die thren Triumphzug durch Deutschland hält." Pflichten ist nichts anderes, als die Ausnutzung des Arme Spar- Agnes, verhülle dein Haupt, und unglück- Arbeitgeber- Verhältnisses der Musterbetriebe" zu Wahllicher Bachem, schaffe deine Leiche" rechtzeitig aus dem zwecken. Solche besondere Pflichten" giebt es nicht, der Weg, damit wir nicht genöthigt sind, dir auf den Fuß zu Staatsarbeiter hat ebenfalls das volle Recht und die vertreten. Denn wir sind nicht so bösartig, dich beim Wort fluchte Pflicht und Schuldigkeit, nach seiner Ueberzeugung, nehmen und über deine Leiche hinweg marschiren" zu und nur nach dieser, zu wählen. Besondere Pflicht der Bewollen. hörden wäre es im Gegentheil, sich dessen bewußt zu sein und nicht gegen den Geist des Reichstags- Wahlrechts zu fündigen. Material gegen die Militärvorlage. Die Münchener Post" veröffentlicht folgende, das Wohlleben in den Ferienkolonien schrecklich beleuchtende Anfrage: Da nach zirkulirenden Gerüchten beim Infanterie- LeibRegiment zur Zeit 400 bis 500 Kranke sind, die an typhusähnlichen Symptomen start fiebernd darniederliegen, ist die Anfrage wohl gestattet, was nach ärztlichem Gutachten die Ursache dieser beängstigenden Erscheinung ist. Wie verlautet, wurde anfänglich angenommen, daß die Krankheit mit der Ju fluenza identisch sei, doch haben Nachforschungen ergeben, daß diese Annahme ein Irrthum war und man es hier mit einer ganz neuen Krankheitserscheinung zu thun hat. Auffallend ist nun, daß das Erkranken der Leib- Regiments- Soldaten mit einem dort vorgenommenen Mannschaften- Ernäh= = " Die Arbeiten des neuen Reichstags. Aus Berlin schreibt man der Magdeburgischen Zeitung": Wir versprechen uns auch nur bescheidene Erfolge von der Art, wie der Kampf gegen die Sozialdemokratie heute meist betrieben wird. Zeitungsartikel und Vorträge ohne Zahl und Ende, in denen die Führer der Sozialdemokratie auf das schärffte angegriffen werden oder mit vielen Zitaten die Verwerflichkeit der sozialdemokratischen Lehren nachgewiesen wird, nuten im Grunde wenig. Zumal wenn sie, wie es leider nur zu oft der Fall ist, sich arge Blößen und den Sozialdemokraten Gelegenheit geben, den Spieß umzukehren, schaden sie mehr, als fie nüßen. Man muß den Glauben, daß von der religiös- sittlichen Seite der Sozialdemokratie allein beizukommen sei, ebenso aufgeben wie den, daß sie mit Gewalt zu unterdrücken set. Die Sozialdemokratie ist zwar nicht blos eine wirthschaftliche und soziale Partei: aber aus den wirthschaftlichen und sozialen Zuständen schöpft sie ihre Kraft. Nicht weil sie teine Religion mehr haben, laufen den Sozialdemokraten Arbeiter, Handwerker, Bauern zu, sondern weil sie mit ihrer materiellen Lage unzufrieden sind. Darum ist es so wesentlich, die sozialen und wirthschaftlichen Verhältnisse zu verbessern. Das hat ja auch das Zentrum stets anerkannt; es schicht fich jetzt auch an, die soziale Reform noch mehr als bisher in den Vordergrund seiner Thätigkeit zu stellen. " = Das Versprechen eifriger Thätigkeit auf dem Gebiete der Sozialpolitik wird dem Zentrum niemand glauben, der Aus bestunterrichteten Kreisen erfahren wir, daß die Reichs- noch dessen Reden und Abstimmungen gelegentlich der Beregierung fest entschlossen ist, dem neuen Reichstage in der be- rathungen des Arbeiterschuß- Gesezentwurfes in Erinnerung vorstehenden Session lediglich die Militärvorlage zu unter: hat. Damals hätte das Zentrum auf dem Gebiete der breiten. Damit entfallen alle übrigen gegentheiligen Angaben. Sozialpolitik durch das Gewicht seiner Stimmenzahl etwas Es bestätigt sich ferner, daß auch die Regierung lediglich mit leisten fönnen. Es hat dies unterlassen und den Herrn Guteiner Sessionsdauer von längstens vier Wochen rechnet. Finanzfleisch, Hartmann, Stumm und Konsorten treueste Gefolgund Steuerfragen bleiben bei den bevorstehenden Berathungen schaft geleistet. Damals hätte der Bundesrath kaum den seitens der Regierungen unberührt. Muth gehabt, auch ein weitgehendes Arbeiterschutz- Gesetz Die Dispositionen des Reichstages hängen nicht von abzulehnen. Bringen die Lieber und Bachem jetzt sozialrungs Experiment zusammenfällt. Nach gestern Er- dem General- Reichskanzler allein ab. Ihm mag es wohl fahrenem ist dies Regiment bereits da angekommen, daß es die passen, die Militärvorlage zur Annahme zu bringen und politische Entwürfe ein, so wird niemand an ihre ernstüblichen Wachmannschaften nicht mehr ſtellen kann und man sich über die Deckung der Kosten auszuschweigen. Das haften Absichten glauben. sich mit dem Plane befaßt, Barackenlager zu beziehen. Ein deutsche Volt aber, das seiner überwiegenden Mehrheit nach Vor den Wahlen erinnern sich selbst die medlens weiteres merkwürdiges Moment ist, daß die Unteroffiziere der gegen die Militärvorlage ist, und zwar nicht blos deshalb, burgischen Junker ihrer Sünden und versprechen felben Abtheilungen, welche ihre früher übliche Menage be- weil es das weitere Anwachsen des Militarismus nicht mehr Besserung, um dadurch beim Volke Stimmen zu erhaschen. ziehen, nicht erkrankt sind, und nach allgemeiner Annahme der dulden will, sondern auch weil es neue Lasten nicht mehr Der geschäftsführende Ausschuß des konservativen Landesschlimme Gesundheitszustand genannten Regiments lediglich Folge der dort eingeführten Ernährungsweise ist. Dürr tragen kann, dieses deutsche Volk wird sich eine so staats- vereins in Mecklenburg- Schwerin gedenkt plötzlich der gemüse soll die Bezeichnung für die Speifen bezw. das männische" Behandlung seiner Lebensfragen nicht gefallen schweren Wildschäden in Mecklenburg, die eine wahre Plage Futter fein, das, wie Thatsachen beweisen, die Mannschaften, lassen. Graf Caprivi wird trotz der bevorstehenden Ferien- für die Bauern sind. Es wird deshalb von dem Ausschuß welche doch sicher nicht als Experiments objekte verwendet werden und Badesaison der abgespannten Bourgeoisie über seine in einer in der Kreuz- Zeitung" veröffentlichten Petition dürfen, zu Grunde richtet. Finanzpläne gründlich Rechenschaft ablegen müssen. an den Großherzog ein Gesez verlangt, welches einen Rechtsanspruch auf Schadenersatz und ein rechtlich geDie ,, Magdeburgische Zeitung" marschirt neben dem ordnetes Verfahren zur Feststellung empfiehlt. Also Leipziger Tageblatte" an der Spitze der verlogenen Preß- geschehen am 26. Mai. Haben die Konservativen aber erst meute, welche der Sozialdemokratie zum Wohlgefallen der ihre Mandate wieder gesichert, so schläft natürlich die Sache Bourgeoisie in die Waden kneifen soll. In ihrer letzten auch alsbald wieder ein, denn die Junker haben in Nummer findet sich neben anderen saftigen Verleumdungen der Wildschadenfrage das entgegengesetzte Interesse wie die und Denunziationen auch die folgende: Natürlich keine Reichseinkommensteuer. Die Militärisch- Politische Korresp.", der man Beziehungen zum Reichskanzleramt nachsagt, schreibt: Es ist behauptet worden, die verbündeten Regierungen refp. einige derselben oder der Reichskanzler interesfirten sich für das Problem einer Reichseinkommensteuer. Insbesondere hat man dies auch aus verschiedenen Wahlreden von Kandidaten der freisinnigen Vereinigung schließen wollen. In wirklich unterrichteten Kreisen werden solche Schlußfolgerungen als gänzlich unberechtigt bezeichnet, von den verbündeten Regierungen denkt keine daran, eine solche Steuer anzuregen, und was den Reichskanzler betrifft, so gilt von ihm das nämliche. Uns trifft dieses Dementi nicht, denn wir waren stets überzeugt, daß die besitzenden Klassen wohl für die Militärforderungen zu stimmen bereit sein werden, daß sie sich Bauern. " Sie( die Sozialdemokratie) hat wohlweislich für den Wahlkampf ihr sozialistisches Programm in den Silberschrank Eine Reform der Militär- Strafprozeßordnung verschlossen und spielt sich nur als die Partei auf, die am nach modernen Grundsäßen wird geplant, aber natürlich entschiedensten dafür eintritt, daß die Blutsteuer" nicht ver- nicht im Deutschen Reiche sondern blos in Desterreichmehrt werde." Ungarn. Wie unrichtig dies ist, weiß jeder, der in den letzten Wochen die Presse und die Agitation unserer Partei genau verfolgt hat. Noch nie wurden in so kurzer Zeit so zahlin den Nächten phantasirte sie. Den Tag der Entscheidung Tussy's Schriftzüge. Fordern Sie, daß Sie Ihre Braut aber wollte sie miterleben. Sie wollte, sie mußte den Triumph noch einmal sehen dürfen. Es hat die höchste Eile" des Geliebten theilen, denn ob freigesprochen oder verurtheilt, stand mit Bleistift darauf. In halbem Wahlsinn schritt er er blieb für sie der Triumphirende. Als der Tag herankam, in seiner Zelle hin und her. Heute war nichts mehr zu raffte sie mit der Willenskraft, die ihr zu Gebote stand, ihre thun, der Gefängnißwärter aber, welcher ihn während seiner Kräfte zusammen, ließ sich von Tussy ankleiden und von dem Untersuchungshaft lieb gewonnen, wie ihn jeder aus dem Vater die Treppe hinab in eine Droschke tragen. Vor dem Volk, der ihm nahe trat, lieb gewann, versprach ihm, gleich Gerichtsgebäude angekommen, that sie sich, um kein Aufsehen morgen früh sein Gesuch beim Gefängnißinspektor vorzuzu erregen, soweit Gewalt an, um selbst auszusteigen, und, bringen. Es war ihm schon mehrmals abgeschlagen worden, auf die Ihrigen gestützt, in den Saal zu gehen. Den aber jetzt konnten sie es ihm nicht weigern, bevor er die Schleier aber schlug sie nicht zurück. Dettinger durfte die Strafhaft antrat, die Seinigen noch einmal zu sehen. Wird Zerstörung in ihren Zügen nicht wahrnehmen, denn er doch dem zum Tode verurtheilten gemeinen Verbrecher eine brauchte heute alle seine geistigen Fähigkeiten. Der Schritt legte Bitte gewährt. So durfte er, von zwei Schußleuten Valeska's war ein gefährliches Erperiment, welches ihren begleitet, in einer Droschke nach dem Hause am Wasser Tod unmittelbar zur Folge haben fonnte; aber wer hätte fahren. es vermocht, sie davon abzuhalten, das letzte bittere Glück Gegen zehn Uhr hielt die Droschke vor der Thür. Mit zu kosten, sie, die dem Tode doch geweiht war? Selbst die brei, vier Sprüngen war Dettinger oben. So leicht sein Aerzte wendeten nichts dagegen ein. Schritt gewesen, Tussy hatte ihn erkannt und trat ihm auf In der Nacht steigerten sich die Fieberphantasien. Sie dem Flur entgegen. Unwillkürlich schloß er das bleiche Kind sah den Geliebten mit gefesselten Händen, wie auf jenem in die Arme. Transport von Neukirch auf das Bezirksgericht, Männer Wie steht es, Tussy, um Gotteswillen," hauchte er. umringten ihn und einer schlug mit Hacke und Spaten" Schlecht, armer Kurt. Sie werden sie sehr verändert auf ihn ein, und sie mühte sich, ihn zurückzureißen, um finden. Fassen Sie sich." den Geliebten mit ihrem Leibe zu decken. Dann sah sie D Gott, war das Valeska, das lebensvolle, schöne ihn wieder im Gefängniß, in einer feuchten, dumpfen Höhle, Wesen, welches dort wachsbleich, mit eingesunkenen Bügen abgemagert und blaß, und man wollte sie nicht zu ihm und bläulichen Lippen auf dem Bette lag? Laut aufweinend Lassen, sie streckte jammernd die Arme nach ihm aus und stürzte er neben der Geliebten auf die Knie und barg sein rief seinen Namen in herzzerreißenden Tönen. Dazwischen Gesicht in ihren Kissen. sprach sie von der Hochzeit und wie sie geschmückt sein Sie hatte ihn anfangs nicht erkannt. Dann aber kam wollte, und nannte die Brautjungfern, die sie sich ertoren. ein feliges Lächeln in die schon todesstarren Züge und, Zussy lag, von Fieberschauern geschüttelt, vor dem Bett ihre Wange an die seine schmiegend, streichelte sie ihm das der Schwester auf den Knieen, die alte Regine suchte beide Lockenhaar. zu beruhigen. Herr Stern saß zusammengefauert bald in biefem, bald in jenem Winkel, scheue Blicke auf die Kranke werfend, oder schritt im Nebenzimmer schwerfällig auf und ab. So verging die kurze Sommernacht. " Ich kenne Dich, Du bist mein Kurt. Ich bin noch Wir trennen nicht so frank. Jetzt bleibst Du bei mir. uns nicht mehr, nicht wahr? Ich finge Dir auch schöne Lieder vor, weißt Du, das von der Liebestreu, das Du Auf dem Wege aus dem Sizungssaal war Dettinger immer so gern hörtest besonders den Schluß. Wie ist es von einem der Gerichtsdiener ein Zettel zugesteckt worden. doch?" und sich mit der letzten Kraft ein wenig aufAls er ihn in seiner Zelle auseinanderschlug, erkannte er richtend, sang sie mit erlöschender Stimme: Wirkungen der Dresdener Sanitätskonferenz. Das amtliche Organ der österreichischen Regierung, die„ Wiener O Mutter, und splittert der Fels auch im Sturm, Meine Treue, sie hält ihn aus 1 Sie hatte die letzten Worte nur geflüstert fie fant zurück vom Arm des Geliebten umfangen, hauchte sie nach kurzem Kampfe fauft ihr Leben aus. Ziehen wir einen Schleier über das, was folgte. An dem Tage, an welchem man der Erde eines ihrer schönsten Gebilde zurückgab, wurde Dettinger nach der Festung Lötzen abgeführt. Balesta's irdische Hülle lag in Blumen gebettet, ihr Sarg war ganz davon bedeckt. Eine Myrthenkrone, mit weißen Rosen durchflochten, prangte zu Häupten desselben. Ihre Schülerinnen aus M. hatten sie gesendet. IX. E3 find vier Jahre verflossen. Der Genfersee blaut unter einer warmen Märzsonne. Sie hat die Eismäntel der Savoyer und Waadtländer Alpen schon tüchtig ausgefranzt, und immer höher kommt das sammtne Grün des Unterkleides zum Vorschein, das deren Fuß in weichen Falten umwallt. Auch im Vallon bei Lausanne, einer tiefen, schmalen Einsattlung des Mont Jorat, auf dem die Stadt gebaut ist, schimmern die Felswände bereits im Frühlingsgrün der Birke und Haselstaude, obgleich die Vegetation hier immer ein wenig zurück ist. Die Sonne dringt in diese Erdfalte nicht so leicht hinein, und diesem Umstande verdankt das Thal, das der flare Flon in lustigen Springen durcheilt, außer einer Mühle, das einzige Etablissement, welches es mit dem städtischen Leben verknüpft. Die fühlen Felswände verlockten zum Anlegen einer Brauerei, und wer den schmalen, zwischen Garten- und Weinbergsmauern führenden Fußpfad von der Stadt herkommt, ist erstaunt, in dieser weltver lorenen Ginsamkeit plöglich auf einen Komplex stattlicher Gebäude zu stoßen. Ein wenig abseits davon, von einem Garten eingehegt, steht das freundliche Wohnhaus der Brauerfamilie. Hier hat sich vor etwa einem Jahre ein junger Deutscher eingemiethet, der ein sehr stilles, eingezogenes Leben Zeitung*, veröffentlicht eine Ministerialverordnung detreffend die Aushebung der Ein- und Durchfuhrverbote für bestimmte Waarcn aus Teuschland, Frankreich, Belgien, den Nieder- landen und Rumänien sowie die Beschränkung dieser Ver- böte gegenüber Rußland.— Tie Neuwahlen in Frankreich sollen nach Zeitungs- Meldungen aus Paris am 20. August stattfinden.— Von der Homerule-Berathung. Bei der fort- gesetzten Berathung des dritten Paragraphen der Homerule- Bill stellte Tomlinson ein Amendement, durch welches die Rechte von Personen, die in Irland nicht domizilirt sind, der irischen Legislatur entzogen werden sollten. DaS Amen- dement wurde nach längerer Debatte mit LSI gegen 214 Stimmen verworfen. Nach mehrstündiger Debatte wurde mit 291 gegen 25S Stimmen das von Gerald Balfour eingebrachte Amende- ment abgelehnt, nach welchem die Ernennung von Richtern und Bchördern von den Befugnissen der irischen Legislatur ausgeschlossen werden sollte. Die Regierung hatte das Amendement bekämpft.— Die Ausfichten des allgemeinen Wahlrechts in Norwegen. Aus Christiania wird telegraphirt: „Der Bericht des Konstitutions-Ausschusses enthält zur Stimmrechtsfrage folgende Hauplvorschläge: Die Liberalen des Äusschnsses stiinmen pri;ipiell für allgemeines Stimm- recht, eventuell für sämmlliche Vermittelungsvorschläge. Drei Mitglieder sind für sofortige Gewährung des allgemeinen Stimmrechts an Frauen, Engelhardt und Michelsen sind dafür. daß den Frauen das Stimmrecht nach den jetzt für Männer gellenden Bestimmungen gewährt wird. Die Mitglieder der Rechten und Fretheim stimmen gegen jede Erweiterung des Stimmrechts."— Präfident Cleveland hatte nach einer Meldung aus Washington gestern einem Berichterstatter gegenüber geäußert, er werde den Kongreß zu einer außerordentlichen Sitzung nicht vor dem 1. September, aber auch nicht nach dem 15. Septeniber einberufen. Die Hauptaufgabe des Kongresses werde es sein, eine geordnete Finanzlage zu schassen. Un- nöthiger Beunruhigung brauche man sich nicht hmzugebcn, da man in die großen Hilfsquellen des Landes unbegrenztes Vertrauen setzen dürfe.— VsrketnsÄrirlrkett. Seinen 7S. Geburtötag feierte am 31. Mai der Dort- wunder Reichstags- Kandidat unserer Partei, Genosse T ö l ck e. Die Dortmunder Arbeiter ließen den Tag nicht vorübergehen, ohne dem verdienten Vorkämpfer ihre Sympathien zu bezeugen. Eine noch größere Freude werden sie unserem greisen Genossen dadurch bereiten, daß sie alle Kraft daran setzen, damit er aus der Reichstagswahl am 15. Juni als Sieger hervorgeht. Von der Agitation. Am Sonntag verbreiteten etwa Sl) Parteigenossen aus Heidelberg und den umliegenden Orten im ganzen Wahlkreise Heidelberg-Eberbach-Mosbach 25 000 Wohlflugblätter. Die Organisation dieser Arbeit war, wie die Mannheimer„Volksstimme" mittheilt, so eingerichtet, daß wobl kaum ein Ort des Kreises vergessen wurde. Wenn man bedenkt, daß der Wahlkreis volle 105 Ortschaften umsaßt und einen Größen-Durchmesser von ca. 12 Stunden hat. so kann man sich eine Vorstellung von der Riesenleistung unserer Genossen machen. Ihre Ausnahme war in fast allen Orten«ine sympathische. In vielen Orten meldeten sich Genossen zur Unterstützung und auch mehrere Lokale für Versammlungen wurden gewonnen. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Freiburg i. B.. wo wir bei der vorletzten Wahl 170 und die Gegner(Ultra- montane und Liberale) zusamnien 1600 Stimmen bekomnien hatten, errangen wir diesmal eine Stimmenzahl von 600, wäh- rend die Gegner nur 1100 bekamen. Ein Erfolg, der erhoffen läßt, daß bei der nächsten Wahl die Sozialdemokratie ins Rath- Haus einzieht. »• • Neber die Wirksamkeit der RegenSburger Sozialdemokraten muß das ultramontane„Regensburger Morgenblatt" mit Schmerz berichten:„Leider finden sie überall Unzufriedene, die sich ihnen anschließen und der 15, Juni wird in der „schwarzen Provinz" unserer Oberpsalz eine Sprache sprechen, welche Viele in Erstaunen setzen wird." * führt. Außer seinem täglichen Gang nach dem Pensionat Champuis, einem der vornehmsten der Stadt, in dem er den deutschen Sprach- und Literatur- Unterricht ertheilt, und seinen Streisercien durch das Thal und längs den Ufern des Sees, sitzt er beständig an seinem Schreibtisch. Seine Wirthsleute haben eine stille Verehrung für den ernsten jungen Mann mit den schönen traurigen Zügen, in denen eine schicksalsschwere Vergangenheit geschrieben steht, und die doch wieder so gütig zu lächeln, so viel menschliche Theil- nähme auszudrücken vermögen. Es ist unser Freund Kurt Oettinger, der hier ein stilles Asyl nach dem Sturm, der seine Jugend verwüstet. gefunden hat. Nach zweijähriger Hast ans dem Gc- fängniß entlassen, hatte er vergeblich gesucht, sich im Vater- lande zu halten. An die Griindung einer Existenz oder auch nur an eine bescheidene Unterkunst war nicht zu denken. Eine Stelle als Hauslehrer mußte.er aufgeben, weil die Regierung fand, daß„seine Vergangenheit keine Garantie für seine Moralität böte". So hatte er den Wanderstab ergriffen und dem Vaterlande den Rücken gekehrt, um in freierer Lust für die Verwirklichung seiner Ideen zu arbeiten. Eben kehrte er aus der Pension Champuis zurück, in welcher Wohnung zu nehmen er trotz der inständigsten Bitten des Jnstitutsvorstehers entschieden abgelehnt hatte. Er wollte sich nicht in das Joch eines Jnstitutslehrers spannen. Er wollte seine Zeit unbehindert den großen Arbeiten widmen, die er sich vorgesetzt. Das Unterrichten war ihm nur Mittel, nicht Lebenszweck. Die Luft in der Stube war trotz der milden Witterung dumpf und kalt. Er versuchte, sich ein Feuer im Kamin an- zuzünden, kam aber damit nicht gut zu stände. Das Holz mochte nicht ganz trocken sein. Es knallte und schwelte, und der Rauch schlug in die Stube. Als echter Philosoph zur Resignation geneigt, in kleinen wie in großen Dingen, gab er den Versuch, es sich behaglicher zu machen, auf, öffnete Thür und Fenster, um den Qualm sich verziehen*u lassen. und setzte sich, um einen Brief zu lesen, den er bei seiner Rückkehr vorgefunden hatte. Derselbe war von fernem Ver- leger, der ihm über sein erstes größeres sozialwiffenschast- liches Werk Komplimente machte.(Forts, folgt.) Zu den bayerischen LandtagSwahle« schreibt die „Münchener Post": Wie wir erfahren, wird mit Ausnahme Münchens die Wahlkreiseintheilung dieselbe bleiben wie bei der letzten Wahl. In München mußte angeblich eine kleine Verschiebung stattfinden, damit die 5 liberalen Sitze von München I. die so wie so schon bedenklich wackeln, besser ge- schützt sein sollen. München II ist bekanntlich schon als sozial- demokratisch festgelegt, darum wurden die der Stadt einverleibten Arbeiterquartiere, Schwabing, Neuhausen und Bogenhausen dem Wahlkreis München II zugetheilt. Der Wahlkreis München I soll dadurch entlastet werden bezw. der rechtlich zustehenden sozialdemokratischen Wählerschaft entledigt und die liberale Sache gesichert werden. In allbekannt schlauer Weise blieb die Zahl der zu wählenden Abgeordneten so bestehen wie früher. München I wählt 5. München II mit seiner Masse Stimmen 1 Abgeordneten. Als Resultat erwartet man in Regierungs- kreisen 5 liberale und 1 sozialdemokratischen Abgeordneten. München III kann dann 3 Ultramontane wählen. Od die Rech- nung stimmen wird? * V Todtenliste der Partei� In Fechenheim. Kreis Hanau, erschoß sich an der Friedhofsmauer der seit Jahren kranke Maurer Johannes Craß, um seinen unheilbaren Leiden ein Ziel zu setzen. Er war Mitglied des Gewerbegerichts. Wir verlieren in' ihm einen unerschrockenen, pflichteifrigen Partei- genossen. Ehre seinem Andenken! »» Polizeiliches, Gerichtliches«. — Mit Freisprechung endete in Stettin das hochnoth- peinliche Gerichtsverfahren, das gegen 11 Genossen wegen Ver- breitung von Druckschriften eingeleitet worden war. Im vorigen Jahre hatten Genoffen aus dem Randow-Greifenhagener Wahlkreise eine Agitationstour in die Umgegend unternommen; sie hatten die mitgenommenen Schriften vorsichtigerweise nicht öffentlich, sondern nur in den Wohnungen vertheilt. Trotzdem sollte jeder dafür 50 M. und noch einige Mark Kosten berappen. Das Schöffengericht erkannte natürlich auf Freisprechung und legte auch die Kosten der Vcrlhcidigung der Staatskasse zur Last. Die Keichstagsmahlen. An die Parteigenossen! Auf der ganzen Linie ist der Wahlkampf entbrannt und jeder Parteigenosse fragt sich wohl: Wie kann ich als einzelne Person der Partei nützlich sein und namentlich die Genoffen auf dem Lande unterstützen? Wir möchten durch diese Zeilen einen Fingerzeig geben, wie nian durch ein kleines Opfer manchmal viel mit zum Siege beitragen kann. Wir meinen nämlich, es müßte sich ieder Genosse ernstlich fragen, ob er vielleicht in irgend einem Wahlkreis und namentlich in ländlichen Gebieten Freunde, Verwandte oder Bekannte hat. Man schreibe umgehend ein paarZeilen an diese, worin man sieaufdenErnst und die Wichtigkeit der bevorstehenden Reichslagswahl aufmerksam macht und womöglich den Kandidaten des betreffenden Wahl- kreises nennt. Wir wissen aus Erfahrung, daß, wo vordem uns die Herzen und Thüren verschloffen waren, nach einem solchen Brief die Landarbeiter etwas aufgerüttelt wurden und uns in den meisten Fällen Herzen und Thüren geöffnet sind, was die weitere Agitation wesentlich erleichtert. Ihr, Genossen, sagt wohl, zu diesem Zwecke tragen wir ja Flugblätter hinaus und halten Versammlungen ab. Aber von den Flugblättern werden nur die wenigsten aufmerksam gelesen und die Versammlungen werden nur von einem kleinen Prozentsatz der Landarbeiter besucht, denn die Leute haben zu wenig Zeit. Man muß nicht glauben, daß der Landarbeiter unser Gegner ist. Nein, er glaubt nur, daß der Stimmzettel doch nichts nützt; er sagt, die Großen und Reichen machen doch, was sie wollen. Deshalb, Parteigenossen, muß es Eure Aufgabe sein, Euren Freunden. Verwandten und Bekannten brieflich begreiflich zu machen, daß in dem Stimmzettel eine Macht liegt; wenn Flugblätter nicht gelesen, Versammlungen nicht besucht werden, Briefe iverden aber auf jeden Fall gelesen, und wir haben Beispiele, wo solche Briefe schon fast Wunder bewirkt haben. So gering dieses Kampfmittel auch scheinen mag, in diesem Wahlkampf müssen alle ehrlichen Mittel versucht werden, um die Gleichgiltigen aus ihrer Lethargie aufzurütteln. Wir schließen mit dem Rufe: Auf, ans Briefe- schreiben! Laßt die Reichspost unsere Flugblattverbreiterin sein. Nachtrag zur Liste der sozialdemokratischen Kandi- daturen. Durch Vertrauensmänner- Beschluß ist im 18. hannöverschen Wahlkreise(Stade-Blumenthal) an Stelle des inzwischen zurückgetretenen früheren Kandidaten der Partei- genösse Alwin K e r r l aus Bremen als Kandidat für den Reichstag aufgestellt worden. In L ü b e n- B u n z l a u(4. Lieg- nitzer) kandidirl an Stelle Geiser's-Brcslau Stolpe- Grünberg. In Landeshut- Jauer kandidirt Keller- Görlitz. In Breslau fand am 4. Juni eine imposante Massen- Versammlung statt,»n der der Kandidat für Breslau-West, Ge- nosse Schoenlank reserirte.— Die zwei Hauplführer des Breslauer Freisinns, die bereits in der Tutzauer'schen Bersamm- lung gesprochen hatten und ausdrücklich zu der Versammlung am 4. Juni eingeladen worden waren, wurden in der Debatte von Schoenlank so gründlich abgeführt, daß sie für diese Wahl« bewegung wenigstens ihre nutzlosen Redeübungen in unseren Versammlungen unterlassen werden. Außer einer allgemeinen Resolution wurde, wie die„Volksmacht" mittheilt, folgende von Frauen eingebrachte Resolution angenommen: „Die anwesenden Frauen und Mädchen erklären sich mit dem Referenten einverstanden und geloben, nicht eher zu ruhen, bis auch die Frauen politische Rechte, wie das allgemeine Wahl- recht, erreicht haben. Sie versprechen mit Muth und Opferfreudigkeit die Männer beim Wahlkampf zu unterstützen und Un- ausgeklärte anzufeuern, nur einem Sozialdemokraten am 15. Juni ihre Stimme zu geben." Am 5. Juni sprach Schoenlank im„Feldschlößchen" in dem bis auf den letzten Winkel gefüllten Saale, hunderte mußten umkehren. Die Stimmung in Breslau-Ost und Breslau-West ist vortrefflich. Die AgitationStonr, die Genosse Bebel nach Mittel- und Süddeutschland unternahm, wurde Montag Abend beendet und kehrte derselbe gestern nach hier zurück. Morgen geht Bebel nach dem Norden und zwar nach Bremen. Hamburg (zwei Versammlungen), Lübeck. Kiel, Elmshorn und Neuniünster. Sämmlliche Versammlungen, in denen bisher Bebel sprach, waren überfüllt und mußten vielfach Hunderte und selbst Tausende wegen Mangels an Platz wieder um- kehren. Versammlungen fanden nacheinander statt in Leipzig, Eßlingen, Cannstadt. Stuttgart, Pforzheim, Karlsruhe. Mann- heim. Mülhausen i. Elf. und in Kassel. In den meisten der erwähnten Orte standen der Partei die größten der vorhandenen Lokale zur Verfügung, nur in Mül- hausen im Elsaß und in Kassel mußte man sich mit kleinen Lokalen begnügen. In Stuttgart trat ein nationalliberaler Rechts- anwalt, in Mülhausen i. Elf. ein Ultraniontaner als Gegner auf was unseren Genossen ein besonderes Vergnügen bereitete. An der entsprechenden Abfertigung fehlte es natürlich nicht. Einen«igenthüuilichen Verlauf nahm die Agitation in Straß- bürg In Elsaß-Lothringen besitzt die Polizei, aus grund alter französischer Gesetzesbestimmungen, die man sorgfältig konservirt und die man mit einer Rücksichtslosigkeit und Auslegungsfähigkeit handhabt, wie ähnliches unter der französischen Herrschaft unerhört war, einen nahezu unumschränkten Einfluß. Infolge dessen war in ganz Straßdurg und der nächsten Umgebung kein Lokal für eine Versammlung zu haben. Aber die Slraßburger Genossen revanchirten sich. Als am Freitag Mittag Bebel in Straßburg' eintraf, waren Tau- sende unserer Genossen und Anhänger auf und vor dem Bahn« hos versammelt, die Bebel mit demonstrativen Hochrufen enrpfiiigen und ihn in die Stadt begleiteten. Aber es sollte noch besser kommen. Die Genossen hatten in einem Vororte von Straßburg eine Scheune gemiethet, in der Sonntag Nachmittag eine Ver- sammlung stattfinden sollte. Die Polizei verbot diese Versammlung aus„baupolizeilichen" Gründen. Das Verbot wurde Freilag Abend im Versammlungslokal unserer Genoffen, in dem auch Bebel an- wesend war, bekannt und nun kam man überein, zur selben Stunde, in der die'Versammlung hatte stattfinden sollen, einen Ausflug zu veranstalten und zwar nach demselben Lokal, in der die Ver- sammlung sein sollte, und das mit einem großen Wirthsgarten verbunden war. Der Ausflug wurde in der Presse bekannt ge- macht mit der Anzeige, daß Bebel anwesend sein werde. Dieses hatte die entsprechende Wirkung. Sonntag Nachmittag fand eine kleine Völkerwanderung nach dem sogenannten Hämmerle's Garten statt. Die Massen, die auf mindestens 20 000 Köpfe, Männer und Frauen, geschätzt iverden mußten, fanden nur zum kleinsten Theile im Lokale Platz, dafür ivurde aber um so lebhafter demonstrirt, wo immer Bebel sich blicken ließ. Polizei und Militär war in Menge aufgeboten, um Ordnung zu halten, es gab aber keine Gelegenheit zum einschreiten. Auch soll anerkannt werden, daß die Polizei sich taktvoll verhielt und den sehr lauten Demonstrationen, die sich später auf der Straße»ach der Stadt und im Bahnhof von Neuhof, als Bebel nach Offcnburg ab- reiste, immer wiederholten, kein Hinderniß in den Weg legte. Dagegen wird die Polizeiverwaltung von Straßburg und weiter hinauf die Regierung am 15. Juni die Entdeckung machen, daß sie mit ihren Verboten und Maßregelungen einen schweren politischen Fehler beging. Die Erregung in der Bevölkerung ist eine sehr große und die Opposition gegen den polizeilichen Druck und das harte Regiment ist eine allgemeine. Auch verdient hervorgehoben zu werden, daß der sozialdemokratische Geist unter der Studentenschaft Straßburgs einen guten Boden gefunden hat und Studenten in größerer Zahl bei den Demonstrationen betheiligt waren. An einem Abend kam es sogar in einer Restauration Straßburgs zwischen einer Anzahl Studenten, die Bebel hochleben ließen, und den an- wesenden Feldwebeln und Zahlmeistern zu einem Konflikt, der mit Thätlichkeiten endete. Die Reichslande werden bei den diesmaligen Wahlen über- raschende Resultate liefern. Unsere Genossen sind mit einer Energie und Rührigkeit, welche die höchste Anerkennung ver- dient, überall an der Arbeit; ihr Eingreifen hat in den Reichs- landen ein politisches Leben erzenst, das bisher ganz unbekannt war und das auch die Gegner zwingt, in den Kamps einzutreten. Der Hauptkampf ist zwischen Sozialdemokratie und Ultramonta- nismus entbrannt, das Protestlerthum tritt mehr und mehr in Passivität. Der Ultramontanismus sucht unsere Partei hauvt- sächlich auf religiösem Gebiete zu bekämpfen, muß aber dabei die unliebsame Entdeckung machen, daß die dadurch hervorgerufenen Diskussionen nur der Religion schaden, die öffent- liche Diskussionen über ihre Dogmen und Glaubenssätze nicht vertragen kann. Im Reichsland stehen daher die Sachen so, daß mit jedem von der Sozialdemokratie gewonnenen Anhänger der Katholizisnms nicht nur eins seiner Schafe verliert, sondern auch einen neuen Gegner gewinnt. Die Sozialdemokratie ist auch m den Reichslanden der Sauerteig, der die alten Parteien zersetzt, aber es auch bewerkstelligen wird, daß Pfaffenthum und Bourgeoisie mehr und mehr der Regierung in die Arme getrieben werden, womit einmal wieder die Theorie „von der einen reaktionären Masse" eine neue Bestätigung erhält. In den Reichslanden wie im übrigen Süddeutschland machen ferner unsere Genossen die auch anderwärts vielfach bestätigte Erfahrung, daß das Landvolk der sozialdemokratischen Agitation auffallend günstig gestimmt ist. Die Slimmenzahl der Partei aus dem Lande dürfte sich erheblich vermehren, alles in allem be« trachtet kann die Partei dem 15. Juni gutes Muthes entgegensehen. Nicht programmmäßig verliefen auch die Versammlungen in Kassel. Hier sollten letzten Montag Abend 2 Versammlungen stattfinden, eine um S Uhr, hauptsächlich für die Parteigenossen, eine andere um S Uhr als allgemeine Versammlung. Während Bebel in der ersten sprach und diese sich über 8 Uhr ausdehnte, begann einst- weilen Genosse P f a n n k u ch in der zweiten zu sprechen. Er kam aber nicht weit. Die Volizei erklärte, sobald sie aus der ersten Versammlung eingetroffen war, daß das zum Erdrücken gefüllte Lokal mehr Menschen enthalte als die baupolizeilichen Bestimmungen zuließen und verlangte die Reduzirung der Theil- nehmerzahl. Dies stellte sich als unmöglich heraus. Auf die trage des Vorsitzenden: ob die Anwesenden lieber auf die ganze ersammlung verzichten als sich dem Verlangen der Polizei fügen wollten, antworteten diese mit einem donnernden: Ja. Damit war das Schicksal der Versammlung be- siegelt. Der Kommissar erhob sich und erklärte dieselbe für aufgelöst, worauf dieselbe nunmehr mit frenetischen Hochs auf die Partei, auf Bebel und Pfannkuch antwortete und alsdann unter den Klängen der Marseillaise den Saal räumte. Im Garten, in dem noch Hunderte vergeblich auf Einlaß ge- wartet, setzten sich die Demonstrationen noch eine Zeit lang fort. Alle waren darüber einig, daß die Auflösung besser als die schönste Rede gewirkt und so ging man schließlich hochbesriedigt auseinander. Die Kasseler Genossen hoffen am 15. Juni den Wahlkreis für die Partei zu erobern. Di«„Frankfurter Zeitung" berichtet von einer Versammlung in Baden- Baden, in der Bebel gesprochen habe und welche durch die Nationalliberalen gesprengt worden sein soll. An dieser Nachricht ist kein wahres Wort, Bebel war nicht in Baden-Baden, hatte auch nicht die Absicht dorthin zu gehen. In Speyer und Wiirzbnrg sprach Liebknecht am 3. und 4. d. M. in wahren Massenversammlungen unter lebhaftestem Beifall. Die Aussichten der Kandidaten für Speyer- Ludwigs- Hafen und den Würzburger Kreis, E h r h a r t und Fülle, sind die denkbar günstigsten. In Negenborn(Braunschweig) wurde die von sozial- demokratischer Seite einberufene Wählerversammlung zweimal von der Kreisdirektion verboten. Die zum dritten Male ein- berufene Versammlung konnte endlich abgehalten werden. Auf einem freien Platze außerhalb des Dorfes hatten sich ca. 500 Per- sonen aus Stadtoldendorf, Negenborn, Vorwohle, Braak und Deensen eingefunden, die den Ausführungendes Genossen Steg- mann aus Braunschweig über die bevorstehende Reichstags- wähl wiederholt ihre Zustimmung bekundeten. Ein starkes Ge- witter machte der Versammlung ein etwas vorzeitiges Ende. Unter Donner und Blitz stimmte die Versammlung der Aus- forderung des Referenten am Schlüsse seiner Rede zu, am 15. Juni nur dem sozialdemokratischen Kandidaten ihre Stimme zu geben. Ans den Reichslanden. Die erste Wahlversammlung, die der sozialdemokratische Kandidat für Mülhausen, Genosse Bueb, dort abhielt, wurde von dem überwachenden Beamten auf- gelöst. Die„Straßburger Bürgerzeitung", das Organ des frei- sinnigen Bürgerthums, schreibt dazu:„Bueb ist der verbotenste und a u f g e l ö st e st e Mann in ganz Elsaß- Lothringen. Wollte er eine Liste seiner verbotenen Versammlungen geben, das würde eine Leporello-Liste werden mit dem Refrain: „Ader in Mülhausen 1003". Unter diesen Umständen wird es für Herrn Bueb das beste sein, sich aus Elsaß-Lothringen zu ent- fernen— nach Berlin in die Leipzigerstraße. Dort kann er sprechen, wie ihm der Schnabel gewachsen— ohne Erlaubniß des hohen Bezirkspräsidiums und ohne das Stirnrunzeln des ge- strengen Polizeikommissars fürchten zu müsse». Wir haben Grund zu der Annahme, daß. falls Herr Bueb Reichslags-Abgeordneter werden sollte, gewisse Amtsstellen in Elsaß- Lothringen manch' harte Nuß knacken müssen, welche sie seit Jahren Herrn Bueb zu knacken gaben." Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 7. Juni Opernhaus. Falstaff. Neues Theater. Basantafena. Berliner Theater. Der Flüchtling. Die Eine weint, die Andere lacht. Rehdenz- Theater. Flattersucht. Friedrich- Wilhelmnädt. Theater. Angot, die Tochter der Halle. Kroll's Theater. Die Kinder der Haide. Viktoria Theater. Frau Venus. National- Theater. Die neue Militärvorlage. Alexanderplatz- Theater. Die DiretVorher: Jm Vorzimmer seiner Excellenz. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor. tellung. trice. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spes zialitäten- Vorstellung. National- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Novität! Zum 5. Male: Novität! Die neue Militärvorlage. Größe Posse mit Gesang und Tanz in 4 Aften von Adolph Steinecke. Regie: May Samst. Rassenöffnung 51, Uhr. Anfang der Abend- Borstellung 71/2 Uhr. Im Garten: Gr. Konzert u. Spezialitäten- Vorstellung ersten Ranges. Größtes Spezialitäten- Programm der Residenz. Königl. italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Heute, Mittwoch, den 7. Juni 1893, Anfang 8 Uhr: Dem Fabrikbefizer Hermann Koch Achtung! zum 43. Wiegenfeste ein Lebehoch vom Verein Reibeeisen" und" Frei weg". Prosit, Emton! " Todes- Anzeige. [ 2966 4. Wahlkreis. Achtung! Große öffentl. Wähler- Versammlung am Mittwoch, den 7. Juni, Abends 8 Uhr, Am 4. d. M. verschied nach kurzem, im Saale des Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee. Große außerord. Vorstellung schwerem Leiben mein unvergeßlicher 289b Die tiefbetrübte Wittwe nebst Geschwistern. Zages Ordnung: 1. Die Reichstagswahl. Referent: Paul Singer. 2. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen erwünscht Das Wahlkomitee. 5. Wahlkreis. Große öffentl. Wähler- Versammlung mit ausgewähltem Programm unter herzensguter Mann, der Tischler Mitwirkung des gesammten HerrenErnst Klatt und Damenpersonals. Besonders hers im Alter von 36 Jahren. Die Be 349/14 vorzuheben: Der Wilddieb. erdigung findet Donnerstag Nachmittags Ausstattungspantomime mit Ballet in 4 Uhr vom Elisabeth- Kirchhofe( Gesund4 Abth. von Direktor Ernesto Ciniselli, brunnen) aus statt. arrang. u. inszenirt vom königl. italien. Hof- Balletmeister Hrn. Antonio Tignani, ausgef. von 200 Personen und dem aus 60 Damen beſteh. Corps de Ballet. Die Rolle des Wilddiebes wird dargest. vom Direktor. Ferner Reiten u. Vorführen der bestdress. Schul- u. Freiheitspferde. Auftr. von Reitkünstlern und -Künstlerinnen 1. Ranges. Charivari von 15 Clowns. Hocheleg. luft. Sommercircus! Morgen: Gr. Vorstellung mit neuem Programm. Ernesto Ciniselli, Direktor. Ostbahn- Park am Küstriner Plaz, ( Hermann Jmbs) Rüdersdorferstr. 71, am Ditbahnhof. Konzert, u. Täglich: Theater u Spezialitäten Vorstellung. Pantomimisten- Truppe Garetton, urtom. Tayameter- Droschtenfahrt, Mr. De Dolfs, Neger- Egentric 2c. Volksbelustig. jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Todes Anzeige. Aller Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß unser langjähriges und treues Mitglied, der Cigarrenmacher Heinrich Kraft am 4. d. M., Abends 81/4 Uhr, nach langen, qualvollen Leiden janit entschlafen ist. Wir verlieren in ihm einen der trenesten Mitstreiter unserer gerechten Sache. [ 114/2 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, Nachmittag 6 Uhr, vom Trauerhause, Neu Weissensee, Gustav Adolf- Str. 158 aus nach dem Kirchhof von Neu- Weißensee statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand des sozialdem. Arbeiter- Vereins für Weissensee. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, der Zigarrenam Mittwoch, den 7. Juni, Abends 8 Uhr, im großen Saale der Brauerei Friedrichshain( fr. Lips). Zages Ordnung: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: Schriftsteller Curt Baake. 2. Eventueller Bericht des bisherigen Vertreters des Kreises, OberBürgermeister Dr. Baumbach. 3. Diskussion. Herr Dr. Baumbach ist zu dieser Versammlung schriftlich eingeladen. Alle Wähler, ohne Unterschied der Partei, werden um ihr Erscheinen ersucht. 351/6 Das Wahlkomitee. Neue Welt( Bal champêtre), Hasenhaide Sonnabend, den 10. Juni 1893: Grosser Sommernachts- Ball veranstaltet vom Fachverein der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend. Anfang 8 Uhr. Entree: Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Hierzu ladet freundlichst ein 179/11 Das Komitee. Billets sind zu haben in allen mit Plakaten belegten Lokalen. Schweizer- Garten fabrikant Heinrich Kraft, am 4. b. Puhlmann's Sommertheater, Schönhauser Allee 148. am Königsthor. Täglich: Abends 81/4 Uhr, im 45. Lebensjahre gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch Nachmittag 6 Uhr vom Trauerhause, Neu- Weißensee, Gustav Adolfstraße Theilnahme bittet Rinnen, Glowns, Tänzerinnen, Rom Concert, Theater The 158, aus statt. Um stille Soubretten 2c. 2c. Sänge Komikern, Morgen: Dieselbe Vorstellung. Passage- Panopticum. Im Parterre lebend ausgestellt: 1 Pferd aus Californien. Mähne 14 Fuj. Schweif 12 Fuß. Werth 200 000 Mr. Nur kurze Zeit. Vorm. 11 bis Abends 9 Uhr. Nur kurze Zeit. Castan's Panopticum. Neu: Der Tod als Erlöser. Neu: Die Schrecken des Meeres. Bauern- Aufstand! Illusionist. Vorstellungen. Irrgarten. Schreckenskammer. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. und Spezialitäten- Borstellung. Geschwister Rigoli, Familie Carlo, 4339L Minna Kraft nebst Kindern. Sonnabend, den 10. Juni: Großes Sommerfest, veranstaltet vom Danksagung. 300b Fachvercin aller Arbeiter und Arbeiterinnen der WäscheMr. Famera, Max Grabow, Gebr. der Beerdigung meines lieben Mannes Dissenato, Emma Lucas, Troupe Columbia und Gebr. Vercroa. Im Saale: BALL.[ 4199L Norddeutsche Brauerei. 58. Chaussee Strasse 58. Täglich: Concert. Wochentags Entree frei. Bei ungünstiger Witterung im Saal. Die neu eingerichtete Kaffeeküche ist den geehrten Gästen von 2 bis 6 Uhr geöffnet! 4146L Moabiter Gesellschaftshaus. Alt- Moabit 80 und 81. Täglich: Theater- und und Spezialitäten Vorstellung, fowie Concert. Anjang 4 Uhr. Entree 30 Pf., refervirter Plat 50 Pf. 4127L* " Helmuth Peters. Für die zahlreiche Betheiligung bei Carl Seidel fage allen meinen herzlichsten Dank. Wittwe Seidel nebst Kindern. Danksagung. und Kravattenbranche, bestehend in Concert, Theater und Tanz. Um 9 Uhr: Kinder- Fackelpolonaise. Anfang 4 Uhr. B Eintritt 30 f. Billets find vorher beim Kassirer Ojuft, Alte Schönhauserftr. 50, bei Für die zahlreiche Betheiligung bei den Mitgliedern und in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. der Beerdigung meines lieben Mannes 384/10 [ 295b Otto Teuber sage ich Allen, insbesondere den Herreu Kollegen, unseren au richtigsten Dank. Die trauernde Wittwe Alma Teuber, und Verwandte. Schmiedel's Festsäle, Alte Jakobstrasse 32, empfehle meine hocheleganten Säle zur Abhaltung jeder Art Festlichkeiten. Auch steht den geehrten Vereinen 2c. der große Sommergarten zur Verfügung. Wwe, E. 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Heute, Mittwoch: Stempel ratweil'sche Neue Welt. GB Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Auftreten der Leipziger Sänger vom Krystall- Palast. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 10 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Bf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten und Versammlungen. Kinderfest mit Gratis- Verloosung. Puppentheater. Bonbonregen. Stangenklettern. Wettlaufen etc. etc. Konzert. Artisten- Vorstellung. Ball. 297b Entree: Erwachs. 15 Pf., Kinder 10 Pf., wofür Müße, Gesch. u. Freiloos. Morgen Donnerstag: Monstre- Feuerwerk. Th. Keller's Hofjäger, Hasenhaide, BergmannstrassenEcke. 51/18 Heute, Mittwoch, den 7. Juni 1893: Hahnenschlag, Sackhüpfen, Bonbonregen. Carl Koch. Br Kinderfest mit Gratis- Verlosung, Großes Garten- Konzert und Ball. Moriz Etablissement Buggenhagen. Play. Marionetten- Theater, Volksbelust. Abends: Gr. Fackelzug u. beng. Beleuchtung. Morit Plaz. Täglich: Jußtrumental- konsert. Großer Frühstücks- u. Mittagstifch. Spezial- Ausschant von Pakenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Un Sonn- und Feltagen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Anf. des Konzerts 4 Uhr. Entree 15 Pf., vorher 10 Pi., Kinderbill. nur an der Kasse. Morgen Donnerstag: Großes Extra- Militär- Konzert. A. Froelich. Gesundbrunnen. Weimann's Volksgarten, Heute Mittwoch: Gr. Kinderfreudenfest mit Gratis- Verloosung. Bon 4 Uhr Konzert, Spezialitäten 1. Ranges.samten- Ball. ab. Die Kaffeeküche ist von 3 bis 6 Uhr geöffnet. Kaufmännische Wähler! Morgen, Donnerstag, den 8. Juni. Abends 8 Uhr: Große öffentliche Versammlung von Handlungsgehilfen 188/17 in der Ressource", Rommandantenstraße 57. Tagesordnung: Zu welcher Partei gehört der Kaufmann? Diskussion. Jeder wahlberechtigte Kaufmann wird dringend ersucht zu erscheinen. Der Einberufer: Emil Ambach, Mohrenstr. 55. Maurer. Donnerstag, den 8. Juni, Abends 8 Uhr: Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. 380/20 Große öffentliche Versammlung der in Berlin anwesenden Parteigenossen aus dem Wahlkreise Arnswalde- Friedeberg am Donnerstag, den 8. Juni. Abends 8%, Uhr, im Lokale des Herrn Tempel, Lange- Straße Nr. 65. Tagesordnung: 1. Ronftituirung des Vereins und Statutenberathung. 2. Wahl des provisorischen Vorstandes. 3. Verschiedenes. 369/6 Dr. Thompson's Seifenpulver ist das beste und im Gebrauch billigste und bequemste Waschmittel der Welt. Nicht zu verwechseln mit geringwerthigen Nachahmungen, die in neuerer Zeit unter den Namen ,, Seifen- Extract" 2c. 3972L* angeboten werden. Uhren. " 2,50" 7 99 12 " Regulateure mit Schlagwerk von 16 M., an Wecker, best. Fabrit. Junghaus" v. 3 Wanduhren Silberne Cylinder Remontoir Grosse Auswahl in Uhrketten zu den billigsten Preisen. 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Die heute Nach zu denken geben wird, nicht minder aber auch dem ganz auf den richtet die Märkische Volksstimme": Zu einer hochintereffanten sämmtlichen hiesigen Wählern besucht. Den Vorsitz führte Herr Schwaben verteufelt wenig zu verlieren hat. Im 1. Wahlmittag hier stattgehabte Zentrumsversammlung war von fast Hund gekommenen Nationalliberalismus, der eigentlich in Kundgebung unserer Partei gestaltete sich die zu Sonntag Nach- Dekonom August Ros von hier. Herr Redakteur Seiwert von freise( Augsburg) ist die Wahl unseres Kandidaten nicht mittag in die„ Etadtbrauerei" einberufene allgemeine Wähler- Würzburg sprach über die Militärvorlage, den fränkischen ausgeschlossen. In den übrigen fünf Kreisen werden versammlung. Hatten es die Konservativen am 1. Juni fertig Bauernbund und den unterfränkischen Bauernverein auf chriftlich wir ansehnliche Minoritäten bekommen. Die Agitation ist eine bekommen, unsere Versammlung zu sprengen, so war ihnen das bayerischer Grundlage und unterzog zum Schlusse den Wahl- sehr rege unsererseits. Am 2. Pfingstfeiertage gelangten im diesmal unmöglich, da unsere Genossen schon lange vor Beginn aufruf des Bauernbunds- Kandidaten, Herrn Bürgermeister und Kreife 60 000 Flugblätter zur Vertheilung, die zum großen Theile der Versammlung den Saal besetzt hatten. Trotzdem waren auch die Gegner sehr stark vertreten. In zweistündiger mit großer Landrath Wander in Roßbrunn, einer scharfen Kritik. Besonders vom Landvolke sehr sympathisch entgegengenommen wurden. Ruhe von der Versammlung angehörter Rede entwickelte Genosse dieser lezte Theil seiner Rede fand bei der Versammlung leb- Leider ist es uns nur sehr ausnahmsweise möglich, dem Wunsche Wagner aus Berlin das Programm der Sozialdemokratie. baften Beifall. Herr fgl. Pfarrer und Privatdozent Dr. Stahl der Landbevölkerung, bei ihnen Versammlungen abzuhalten, nachEr widerlegte schlagend alle die von den Gegnern unserer machten Vorwürfe und schloß mit der Aufforderung, auch für die Gebrauch. In Augsburg ist es uns unmöglich, ein dem gegenEr widerlegte schlagend alle die von den Gegnern unserer widerlegte glänzend die dem Zentrum von seinen Gegnern ge- autommen. Wo es aber möglich, machen wir den ausgiebigsten Partei vorgeworfenen Mißstände und wies nach, daß gerade alle Zukunft treu und unentwegt zur Fahne des Zentrums zu stehen wärtigen Stande der Partei entsprechendes Lokal zu bekommen. diese Mißstände in der heutigen Gesellschaft zum Aus: druck fämen. In der Diskussion sprach zunächst Herr Bjarrer Herchenbach von Zell richtete an die Versammlung einen Eine Eingabe an den Stadtmagistrat war, wie dies ja warmen Appell, ihre Stimme feinem anderen Kandidaten zu bei der fich felbst der Versammlung als Großgrundbefizer vorstellte. Er suchte nachzuweisen, daß, wie geben, als dem Zentrumskandidaten, Herrn Meggermeister und ist, nublos, obwohl geeignete städtische Lokale vorhanden wären. der Arbeiter, so auch heute oftmals der Großgrundbesitzer in Gemeindebevollmächtigten Peter Neckermann in Würzburg, der Sonntag, den 4. Juni, hielten wir eine Versammlung unter freiem gewissem Sinne Noth leiden müsse; eine Behauptung, welche all- das auf ihn gesetzte Bertrauen glänzend gerechtfertigt habe. Er Himmel in einem Wirthschaftsgarten ab, die sehr zahlreich besucht gemeine Heiterkeit erregte. Nun gab Herr v. Bonin eine Blüthen- Schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf unseren war und in welcher unser Kandidat, Genosse Breder, sein Prolefe von Aussprüchen früherer sozialdemokratischer Reichstags: demokraten einberufene Wählerversammlung" stattfinden. Da aitingen, Piersee und Schwabmünchen abhalten. In dem Wahlzu gleicher Zeit sollte hier auch eine von Sozial- gramm entwickelte. Weitere Versammlungen fonnten wir in GroßAbgeordneten, welche bis zu zwanzig Jahren zurückdatirten, und die Herren rothen Volksbeglücker jedoch feine Zuhörer fanden, so freise Donauwörth Nördlingen war es uns gelungen, eines der versuchte, hieran sein Schwert zu wegen, um besser gegen die Sozialdemokratie tämpfen zu können. Dies Schwert erwies sich beehrten" sie die Zentrumsversammlung mit ihrem Besuche größten dortigen Lokale zu bekommen, dasselbe war überfüllt( ca. aber als sehr schartig; Herr v. Bonin vermochte uns damit feine und glaubten, hier ihre„ Weisheit" an den Mann bringen zu 800 Personen). Genosse Renner Augsburg referirte unter lebtönnen." haftem Beifall. Keiner der zahlreich anwesenden Gegner hatte, Wunden zu schlagen, trotzdem er das Vaterland, die Pariser uns entgegen Kommune und auch noch den lieben Herrgott gegen uns ins Feld Wie verhält sich die Sache in der That? Die Würzburger trotz mehrmaliger Aufforderung, den Muth, führte. Endlich erfuhren wir roch, daß auch ihm ein warmes unterfränkische Volkstribüne" theilt darüber mit zu treten. In Kempten und Füssen wird Genosse Birk referiren. Herz unter dem Busen für seine Arbeiter schlage. Wagner be-" Nachmittags 4 Uhr fand in Waldbüttelbrunn im Gasthaus In Kaufbeuren der Kandidat des dortigen Wahlkreises, Genosse tonte in seiner Entgegnung, daß es allerdings leichter sei, mit den Grafer eine starkbesuchte, ca. 80 Theilnehmer zählende sozial- Bitt. In Memmingen und Senden referirte am 4. Juni Genosse tonte in seiner Entgegnung, daß es allerdings leichter sei, mit den demokratische Wählerversammlung statt( die Zentrumsversammlung Säckler- Augsburg, in letzterem Orte in Ermangelung eines Lokals heutigen Verhältnissen zufrieden zu sein, wenn man Rittergutsbesitzer zählte kaum die Hälfte), in der unser Reichstags- Kandidat, in einer Riesgrube. Der Pfarrer, der die Versammlung stören ist, als wenn man als Arbeiter bei einem solchen pro Tag 60 Pf. Redakteur Albrecht Fülle, in einem zweinündigen, ungemein wollte, bat während des Vortrages ums Wort; als ihm dasselbe verdient, oder als Handwerker für einen solchen arbeitet und beifällig aufgenommenen Vortrag über die Auflösung des nach dem Vortrage ertheilt wurde, war der Herr verschwunden, wenn man nachher Zahlung verlangt, erfahren muß, daß der Reichstags und das Programm der Sozialdemokratie referirte. was bei den zahlreich anwesenden Landleuten große Heiterkeit Herr Großgrundbefizer die Zahlung wegen erfolgter Verjährung und angesichts dieser Thatsache erbreitet sich das jeden Anstandes erregte. Die Stimmung ist für uns sehr günstig, so daß wir am verweigert und dann noch obendrein die Kosten des Verfahrens bare Zentrums- Schmierblatt, das auch nicht einen Funken eigenen 15. Juni ein recht beträchtliches Kontingent zur sozialdemokrati. zu tragen hat. Hierauf versuchte Herr v. Bonin die Aus- Spirituses verräth, die elende Lüge in die Welt zu posaunen, die schen Stimmenzahl stellen werden. führungen Wagner's zu widerlegen, was aber kläglich mißlang. Bersammlung hätte gar nicht stattgefunden. Genug der AlbernNun sprach noch Lövy aus Frankfurt im Sinne des Referenten heit!" und nach ihm ein junger Pfarrer. Dieser gab zu, daß in der Sozialdemokratie ein berechtigter Kern stecke, der auch zum Siege Herstellung einheitlicher Stimmzettel haben ferner be gelangen werde. Er hob hervor, daß die Ansicht, daß die Sozial- schlossen: im badischen Wahlkreise Heidelberg berbachDemokraten theilen wollten, falsch sei. Die Sozialdemokratie Mosbach sämmtliche Parteien. Die Bevollmächtigten wolle nicht theilen, sondern nur das Privateigenthum der Parteien nahmen in einer Zusammenkunft den dahin gerichteten Antrag unserer Genossen einstimmig an. Jeder an ständige Gegner mag energisch dafür wirken, daß die gleiche Einrichtung in allen Wahlkreisen getroffen wird. müthliches Leben führen? " " Von den Vertretern sämmtlicher Parteien Münchens wurde, ähnlich wie bei der Reichstagswohl von 1890, folgende einbarung abgeschlossen: Tokales. Achtung, Wähler des sechsten Berliner ReichstagsWahlkreises. Wir ersuchen die Genossen, am Sonntag, den 11. Juni, früh 7 Uhr, zur Flugblatt- Vertheilung zahlreich an folgenden Stellen zu erscheinen: Moabit: Hermerschmidt, Perlebergerstraße 28. Ver- inneken, Beuffelstr. 57. Wedding: Hilgenfeld, Bergstr. 60. Gießhoit, Boyenstr. 40. Gleinert. Müller- und Fennstr.- Ecke. Bahr, Gerichtsstr. 19. Haferland, Bellermannstr. 87. Rosenthaler Vorstadt: Wiel, Elisabethstr. 18. Raabe, Ruppinerstr. 46. Gnadt, Swinemünderstr. 120. Schönhauser Vorstadt: Liegte, Schwedterstr. 33. München, 2. Juni 1893. 1. Von seiten der Wahlausschüsse wird für die ReichstagsWahlkreise München I nd II- sowohl Stadt- wie Landtezirke zu den Wahlzetteln eine einheitliche, aus der Fabrik von May Bullinger hier zu beziehende Papierforte verwendet. 2. Von den Delegirten wurde die vorliegende Papierprobe Nr. 468, im Preise von 24 M. für 1000 Bogen, wovon der Bogen 16 Bettel ergiebt, zur Verwendung bestimmt. 3. Die Namen der verschiedenen Kandidaten sollen in gleich heitlicher Schrift, und zwar der Name in GarmondFraktur, Stand und Wohnort desselben in Petitschrift gedruckt werden. 4. Das Falten der Wahlzettel hat von sämmtlichen Parteien nach einem Normalschema zu geschehen. Die Faltung geschieht zuerst der Länge, dann der Breite nach. Der Druck befindet sich auf der unteren Hälfte des Wahlgettels. 5. Es wird ausdrücklich festgesetzt, daß von seiten der Wahlausschusse ausschließlich die oben beschriebenen Wahlzettel vertheilt werden. " Schmidt, Wörtherstr. 19. Dengler, Fehrbellinerstr. 81. Die Vertrauenspersonen. Achtung, 6. Wahlkreis( Rosenthaler Vorstadt). Parteigenossen, die sich erboten haben, während der Wahlbewegung und am Tage der Wahl thätig zu sein, werden ersucht, am Donnerstag, den 8. Juni, Abends 81/2 Uhr, bei Keller, Bergstr. 68, wegen einer Besprechung zu erscheinen. G. Wizel. C. Helbig. Aufruf. Achtung, Genossinnen! Da es uns unmöglich ist, noch eine Frauenversammlung bis zum 15. Juni abuhalten, so ersuchen wir Euch, recht zahlreich die noch stattfindenden Wählerversammlungen zu besuchen. Mit sozialdemokratischem Gruß: Die Frauen- Agitations. tommission. in Kollektiveigenthum verwandeln. Wer meinte, die Sozialdemokraten wollen theilen, der irrte sich. Der Pfarrer führte ferner aus, daß es ihm schließlich ihm schließlich gleich sei, wenn einmal die Sozialdemokratie zur Macht gelange. Es werde sich ja wohl auch im sozialdemokratischen Staat ein Plätzchen für ihn finden, an welchem er, wenn auch täglich 8 Stunden, wirken tönne. Trotzdem der Pfarrer zum Schluß seinen kirchlichen Standpunkt betonte, sprach er sich doch so frei aus, wie man es von einem Manne seines Standes nur erwarten konnte. Guts befizer A. Kortüm nahm dann noch das Wort, um in gleichem Sinne wie Herr v. Bonin die Interessen des Großgrundbesizes zu vertreten, nur in noch weniger wirksamer Form, als dies Herr v. Bonin gethan hatte. Da die Zeit schon sehr vorgerückt war die Versammlung hatte 4 Stunden getagt und wurde nun unruhig nahm der Referent das Edlußwort. Schließlich ersuchte noch der Vorsitzende, auf die Märkisce Volksstimme", das Arbeiterorgan diefer Provinz, zu abonniren und am 15. Juni durch die Abgabe der Stimme für den sozialdemokratischen Kandidaten zu beweisen, daß der Same, der heute in der Versammlung gefäet, auf fruchtbaren Boden ge= fallen sei, dann schloß mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie die imposante, von 700 Theilnehmern besuchte Versammlung. Zu dieser Versammlung hatte, wie wir hören, Herr v. Bonin von seinen Gütern sieben Wagen voll Arbeiter mit in die Stadt gebracht. Wir bemerkten denn auch unter den Anwesenden viele, welche die Müze gutsherrlicher Arbeiter trugen. Ob Herr v. Bonin diese Arbeiter mit in die Versammlung gebracht hat, damit sie vom Referenten darüber belehrt würden, in welcher Weise die Herren Großgrund- In welcher Weise die Kartellbrüder in Sachsen agitiren, beweist tomitee wegen der Auslegung der Wählerlisten beim Landrath ,, Ordnungsparteiliche Wahlagitation in Sachsen. Achtung! Friedrichsberg! Nachdem das Wahls befizer auf Kosten des Arbeitsertrages ihrer Arbeiter ein ge- folgender, an mehrere Fabrikbefizer im Amtsbezirke Wittweida Beschwerde erhoben, hat derselbe verfügt, daß sie noch zwei Tage gerichtet geweiene Brief, deren Inhalt die Burgstätter Volfs- auszuliegen haben. Wir machen die Genossen darauf aufmerksam In Schwelm fand am Sonnabend eine sozialdemokratische Stimme" veröffe tlichte. Das Schreiben lautet: Werther mit dem Ersuchen, nunmehr schleunigst das Versäumte nachWählerversammlung statt. Das Lokal, welches 600 Personen Herr.! Wie es in Auerswalde zuging, wird Ihnen heute zuholen. Das Wahlfomitee. faßte, war bis auf den letzten Plaz gefüllt, Hunderte mußten das Wochenblatt erzählen Herrlich! Morgen Dienstag fahren wieder umkehren. Genosse Timm aus Berlin entwickelte in wir mit vier Geschirren nach Sachfenburg, wo Ulrich spricht. Parteigenossen, welche gewillt sind, sich am Sonntag, den zweistündiger Rede unser Programm. Troßdem vor Beginn des Kommen Sie, bitte, auch mit Anhängern und benachrichtigen 11. Juni, einer Agitationstour nach Spandau anVortrages den Gegnern vollkommene Wortfreiheit zugesichert wor: Sie Ottendorf. Wir haben uns in die Besuche der Veriamm zuschließen, werden ersucht, sich am Donnerstag Abend bei den war, versa, wanden die anwesenden Freisinnigen schon während langen getheilt, damit kein Bezirk die Jagerei fatt bekommt. Wernau, Rosenstraße 30, zu melden. Zahlreiche Betheiligung ist des Vortrages. Mittweida und Umgegend hat nich verpflichtet zu erscheinen am erwünscht. Aus Ostpreußen berichtet die in Königsberg erscheinende 30./5. in Sachfenburg, am 4./6. in Königshain, 1/24 Uhr, Arbeiter- Wahl- Zeitung" unterm 3. Juni: am 4./6. in Wiederau, 8 Uhr, am 11./6. in LeubsdorfIm Tilsiter Kreise macht die Sozialdemokratie gute Eppendorf, das ist der Haupttag. Dort heißt es vor Allem Fortschritte zum größten Aerger der Freifinnigen. Sale be- antreten. Wir fahren von hier aus in zwei Omnibussen, dreikommen unsere Genossen dort auch nicht, genau so wie in spännig, ab und haben 31 Stunden Fahrzeit. Im Bezirt Königsberg. Am Sonntag fand in Tilsit- Preußen eine frei- Schellenberg haben die Sozialisten fcheußlich gewühlt; in finnige Versammlung statt, in der der freisinnige Kandidat jedem Orte hat sich ein solcher Hund verdammter anv. Reibnitz seine Wahlrede hielt. Er hatte aber wenig Glück, fässig gemacht und agitirt. Dort hosse ich Sie mit denn die Mehrzahl der Anwesenden stimmte nicht ihm zu, son- mindestens zehn Wann zu sehen aus Krumbach und Ottendori. dern unserm Genossen Kunze, der den Freisinnigen wegen Sollte Aenderung eintreten, bekommen Sie Nachricht, sonst aber ihres Verhaltens in der Arbeiterschutz- Gesetzgebung arg mitspielte. abren wir an diesem Sonntage 12 Uhr bier ab, also gegen Am andern Tage hatte Herr v. Reibniz noch weniger 1 Uhr in Ottendorf. Fahren wir einen anderen Weg, so er Glück. Als er in Dreibrücken für seine Kandidatur fahren Sie es, aber bitte, betheiligen Sie sich, ich habe die GaStimmung machen wollte, trat ihm auch hier Genosse rantie für unser Verhalten übernommen. Heil!( Antisemitischer Runze entgegen. Zum Schluß wurde den Freisinnigen noch die Schlachtruf. D. R.) Mittweida, 29./15. 93. Ihr Wendler. Marseillaise vorgeſungen. Am Dienstag Abend sollte in Bitte, treten Sie doch Ihren Gemeindevorstand Splitter bei Zilfit wiederum eine freisinnige Bersammlung Schrekenbach, von dem habe ich noch kein Wahlkomitee und stattfinden, zu der auch die Genossen Schulze und Lorenz aus keine Wählerzahl angegeben erhalten. Bitte!" Königsberg sich einfanden. Doch, es wär' so schön gewesen, Wahlagitation der bayerischen Ordnungsstüßen. es hat nicht sollen sein." Die Freininnigen hatten Angst be: Dieser Tage jollte in Langenprozelten im unteriränkischen Wahlkommen und zogen es vor, die Versammlung nicht stattfinden zu freise Lohr eine fozialdemokratische Wählerversammlung stattlassen. finden, in der Genosse Galm, der dort kandidirt, sprechen wollte. In Memel fand am Montag Abend eine imposante Wähler: Die Versammlung wurde aber, wie die in Würzburg erscheinende versammlung statt, trozdem die Gegner alles aufgeboten hatten, , Unterfranfische Boltstribüne" meldet, durch die eigens dazu zuum sie zu hintertreiben. Die Genoffen hatten den größten fammenberufene Feuerwehr unter Führung des Bürger durch die Volts. Mittel und höberen Schulen und durch die Saal Memels, den Schüßenhaus Saal gemiethet, für den meisters insofern gestört, als fofort nach faum 4-5minutiger Universitäten gerichtet. Er beklagt in seiner Bittschrift, daß der vorerst eine Kaution von 150 Mark für etwaige Demolirung Dauer ein Gejohle, Bieifen und Schreien losging, daß es un größte Theil der Erwachsenen über den wahren Werth der hinterlegt werden sollte und unsererseits auch zugesichert wurde. Als aber die Versammlung annoncirt und als Referent Herr möglich war, ſein eigen Wort zu hören. Ein größerer Trupp geistigen Getränke und über das Elend, das der Trunk hervor Schulze aus Königsberg angegeben war, da zog der Vorstand der Schulkinder war im Hofe poſtirt, welche das passende Lied rufe, schlecht unterrichtet sei; daß sich die Erwachsenen vielfach Die Holzauftion" auf Kommando fingen mußten. Der hoch auch recht unempfänglich für die ihnen gebotene Belehrung über Schützengilde den Saal zurück. Trozdem gelang es uns, einen anderen Saal zu bekommen, und war denn auch die Versamm: würdige Herr Pfarrer hatte Morgens nach der seirche die männ- diese Dinge erwiesen, weil sie sich in ihrer bisherigen Lebenslung eine impofante. Zirka 800 Personen( ein großer Theil lichen Einwohner dazu animirt, Borkehrungen zu tressen, daß die weise nicht beunruhigen lassen wollten. Die Volksschuler, Cemi Versammlung nicht stattfinden könne. Man sieht, wie die naristen, Realschüler, Gymnasiasten und Studenten würden da fonnte wegen Ueberfüllung faum Einlaß finden) stimmten unter großem Beifall den Ausführungen der Genossen Lorenz und getuigen Waffen der Herren Zentrumler beschaffen find. Gegen gegen eine solche Aufklärung unbefangener und bereitwilliger an den Burgermeister ist sofort Anzeige erhoben worden. nehmen. Der Verein wünscht daher: Abhaltung von Bor Schulze bet. Der Geit in Memel ist ein guter, die Gegner lesungen an den Universitäten über den Alkoholismus, feine Aus Schwaben. Die Wahlbewegung ist bei uns im voll- Ursachen, seine Gefahren und seine Bekämpfung; Vorträge oder rechnen selbst darauf, daß es zwischen Lorenz und einem Konservativen zur Stichwahl tommt, zumal unter ihnen eine große sten Fluß. Keine der in Frage kommenden gegnerischen Parteien Unterrichtsstunden darüber in den Lehrer- Bildungsanstalten, sowie Zerfahrenheit herrscht und nicht weniger als fünf fonfer ist so rasch und geschlossen in den Wahlkampf eingetreten, wie in Gymnasien, Real, Mittel- und und Volksschulen; häufig vative Kandidaten aufgestellt sind, zu denen sich noch ein frei- die Sozialdemokratie. In unserem Kreise, der stets die zweifel- wiederkehrende furze Besprechungen einzelner Schäden finniger und ein Lehrerkandidat gefellen. hafte Ehre hatte, sechs Zentrumsm- änner in den Reichstag zu des Trunkes, " " 3 Die von der Lokalkommiffion in der gestrigen Nummer gebrachte Notiz über den Kellner Herrn Ebert beruht, was seine Person betrifft, auf einem Irrthum. Wie sich herausgestellt hat, handelte Herr Ebert durchaus in gutem Glauben, da er, im Besiz einer ihm von Herrn Hans Baake mit auf den Weg gegebenen Legitimation, in der That annehmen mußte, daß die Lokalfommission ihre Zustimmung zu dem von Herrn Baake beabsichtigten Unternehmen gegeben habe. " seine Freunde, nachdem er sein Hofpredigeramt niederzulegen fich Für den Stöcker einen Predigtsaal zu baiten, beschlossen veranlaßt fah. Das Geld kommt jedoch schwer zusammen, trob der vornehmen und reichen Gönnerschaft Stöcker's. Noch fehlen 80 000 M. und die Herzliche Bitte" fein Scherflein für Herrn Stöcker beizutragen und es an ihn selbst zu schicken, dringt nicht nur in Krankensäle der„ Charitee". Wir möchten dieses„ groben Undie Dachwohnung des ärmsten Arbeiters, sondern sogar in die fug" nennen, wenn nicht der fromme" Zweck den gröbsten Unfug heiligte. " Die Trunksucht soll jetzt auch durch die Schule bekämpft werden. Der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" hat" an sämmtliche höchste Unterrichtsbehörden der deutschen Staaten eine Bitte um Förderung seiner Bestrebungen Einfügung zweckdienlicher Leseftücke in die Lesebücher und entsprechender Rechenaufgaben in die meinerseits kann nur gegen vorhergehende 14 tägige Kündigung| Zehdenickerstr. 21, der Schneider Wilhelm Wendt, Dalldorfer Rechenbücher; Einstellung geeigneter Schriften in die Lehrer- und stattfinden. Bei Zuwiderhandlung meinerseits gegen diese Ver- straße 40. Er hatte kaum das Billardzimmer betreten und sich Echülerbibliotheken; Hinweis auf die Bestrebungen des Deutschen einbarung treten die Bestimmungen des Absatz 4 dieses Kon- auf einen Stuhl gesetzt, als er vom Tode ereilt wurde. Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke". Daß der traktes in Kraft. = Verein sich mit seiner Belehrung und Aufklärung nicht blos an§ 7. Zu meinen Dienstobliegenheiten gehört, wie ich hier- Am Montag Morgen 5 Uhr sah ein Arbeiter einen älteren die Volksschüler, sondern auch an die Schüler höherer Lehranstalten mit ausdrücklich anerkenne, die pünktliche und gewissenhafte Be- Mann anscheinend schwer erkrankt in der Anlage an der Ewaldund an die Studenten wenden will, ist immerhin anzuerkennen. folgung der bestehenden oder etwa noch zu erlassenden Bestim- straße liegen und brachte ihn zu dem postirenden Wächter, damit Bei den Studenten insbesondere dürfte er Veranlassung genug mungen des Straßenpolizei Reglements und spreche ich der dieser für weitere Hilfe forge. The jedoch noch der Transport finden, sein Bekehrungswerk zu versuchen. Ob er damit viel Direktion hiermit das Recht zu, mir jede, durch Nicht- nach einer Krantenanstalt veranlaßt wurde, war der Kranke beGlück haben wird, ist freilich eine andere Frage. Was die Volts- befolgung einer polizeilichen Bestimmung für die Gesellschaft reits auf der Straße liegend gestorben. schüler anbetrifft, so möchten wir dem Verein rathen, seinen Schüß- verwirkte Strafe von meiner Kaution in Abzug zu bringen. lingen auf ihren Lebensweg auch ein Rezept gegen die Folgen Polizeibericht. Am 5. d. M. Vormittags wurde eine § 8. Sofern aus einer mir obliegenden Handlung oder später einmal harren. Harte Arbeit und schlechte Ernährung bewahrung ein Schaden entsteht, daß sie entweder daraus nach daß sie nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden harter Arbeit und schlechter Ernährung mitzugeben, die ihrer Unterlassung der Aktiengesellschaft für Möbeltransport und Auf- 86 Jahre alte Frau vor dem Hause Blücherstr. 23 durch einen Geschäftswagen überfahren und am Kopfe so bedeutend verletzt, führen eher zum Genuß des Branntweins und sind mehr an dem den Gesehen Dritten zum Schadenersatz verpflichtet wird, oder mußte. Bei der Aufstellung eines Leiterngerüftes vor dem Mißbrauch geistiger Getränke Schuld als Unwissenheit oder Völlerei. ihr eigene oder fremde Vermögensstücke verloren gehen oder beOb man das den Volksschülern in Lesestücken, Rechenaufgaben zc. schädigt werden, verpflichte ich mich ihr zum Tragen bezw. Ersaß vierten Stock auf den Bürgersteig hinab und verstarb bald darauf Hause Blumeshof 9 stürzte Nachmittags ein Arbeiter aus dem tlar zu machen suchen wird? eines solchen Schadens nebst den bei der Ermittelung desselben entstandenen Roften aller Art, soweit die Gesellschaft durch der im Elisabeth- Krankenhause. Abends wurden ein Zimmermann ihr nach§ 5 zufließenden Antheil an der verwirkten Entschädi- auf dem Boden des Hauses Landsbergerplatz 2 und eine Frau gung nicht gedeckt ist. Ich stelle deshalb der Aktiengesellschaft auf den Boden des Hauses Saarbrückerstr. 6 erhängt vorgefunden. für Möbeltransport und Aufbewahrung für diese von mir zu -Im Laufe des Tages fanden vier Brände statt. vertretende Konventionalstrafe, Schäden und Kosten eine Kaution, über welche eine besondere Empfangs Bescheinigung ausgestellt wird. Der Staat als Arbeitgeber wandelt dieselben Pfade wie der privatkapitalistische Unternehmer, und brüderlich reichen beide einander die Hand in der Bekämpfung der Arbeiterbewegung durch Ausstellung schwarzer Listen. Vor uns liegt ein litho graphirtes Schreiben an eine hiesige Fabrik, das wir mit Fort laffung der Namen des Adressaten und des betreffenden Arbeiters wiedergeben: Eisenbahn- Direttions Bezirk Berlin. Königliche Hauptwerkstätte. Berlin, den 1. Juni 1893. Vertraulich! An Wir danken im Voraus für freundliche Mittheilung und versichern zu Gegendiensten gern bereit zu sein. Garber. Kaution P Gerichts- Beifung. Als Kaution zahle ich bei jeder Löhnung 2,50 M., bis sich 100 M. angesammelt haben. § 9. Sollte mir ein Vergehen gegen das Eigenthum der Gewerbegericht. Kammer 1V, Sigung Dom Gesellschaft, sei es Unterschlagung von Geldern, Beiseiteschaffung 3. I uni. Gegen den Besitzer des Hotels Bristol( Uhlig) flagte von Gegenständen, die der Gesellschaft gehören oder ihr zur Be- der Tischler Klukas; er beanspruchte eine Entschädigung dafür, förderung übergeben sind, Eingriff in eine mir anvertraute oder daß er ohne Kündigung entlassen wurde, wo er auf 14tägige sonstige Kasse der Gesellschaft und dergleichen seitens der Direktion Kündigung Anspruch zu haben glaubte. Der Beamte des Hotels, Der... hat sich hier um Beschäftigung beworben nachgewiesen werden, so verfällt die von mir gestellte oder nach welcher ihn engagirt hatte, behauptete, das Engagement ſei nur und ist am 1. Juni 1893 in die hiesige Hauptverfifatt träglich ergänzte Roll schon dann als konventionalstrafe ver- gungsfrist gewesen. Der Kläger bestritt die mündliche Abmachung Kaution univeigerlich der Gesellschaft. eins auf probeweise Beschäftigung mit Ausschluß einer Kündieingestellt worden. Wir ersuchen deshalb um gefällige Mittheilung ergebenst, wie das Verhalten des Genannten fallen sein, falls mir eine Veruntreuung oder der Versuch einer betreffs Kündigungsausschlusses und berief sich auf eine 14 Tage während seiner Beschäftigung bei Ihnen von bis folchen nachgewiesen wird, unbekümmert um die Höhe des Be- nach seiner Annahme auch von ihm unterschriebene Haus- oder gewesen ist, und ob er zu denjenigen Personen gehört, trages. Geschäftsordnung, in welcher nichts von einem Fortfall der ge welche ihre Mitarbeiter zum Ungehorsam und zur Auf-§ 10. Ich bin nicht berechtigt, die Kaution während eines jeglichen Kündigungsfrist steht. Das Gericht erkannte gemäß lehmung gegen die bestehende Ordnung ausreizen, oder schwebenden Untersuchungs- oder Schadenermittelungs- Verfahrens, dem Antrage des Klägers, in der Annahme, die etwaige mündunter Berlegung des Arbeitsvertrages ihre bisherige jedenfalls aber nicht vor einem Monat nach Beendigung meines liche Abrede sei geändert durch den Vertrag, in dem nichts vorStellung verlassen haben. Dienstverhältnisses zurück zu fordern, indem der Direktion diese gesehen sei, wodurch die Kündigung ausgeschlossen wäre; Frist als geringste zur Feststellung etwaiger Dienstwidrigkeiten eine schriftliche Abmachung hebe aber nach dem Gesetz und Schadensansprüche bewilligt wird. eine vorher erfolgte mündliche auf. Der Tischler Kranz war flagbar geworden gegen die Firma Simon u. Komp., weil, wie er angab, mit ihm keinerlei Abmachung getroffen wurde, nach der feine Kündigung gelten sollte, und er trotzdem plöglich entlassen worden sei. In der Arbeitsordnung der Firma ſtehe zwar, daß Kündigung ausgeschlossen sei, aber auch, daß die Arbeitsordnung die Stelle eines Vertrages erfülle, der mit ihrer Ueberreichung an den Arbeiter in Kraft trete. Ihm sei eine solche Arbeitsordnung nicht überreicht worden. Meister Kunze als Beuge der Beklagten sagte aus, er hätte zu Kranz und einem Kollegen desselben gesagt: Kündigung ist ausgeschlossen, da hängt die Arbeitsordnung, sehen Sie sie sich an. Der ebenfalls als Zeuge geladene betreffende Tischler erklärte, die Aeußerung Kunze's deutlich gehört zu haben, während der Kläger behauptete, daß er, der seine Bank unweit der des Zeugen hatte, sie nicht vernommen habe. Das Gericht erkannte: Nicht ohne weiteres habe als erwiesen angenommen werden können, daß die Arbeitsordnung in der richtigen Weise bekannt gemacht wurde. Dem Kläger sei deshalb der Eid aufzuerlegen, zeugung gelangt wäre, ihm sei von Meister Kunze nicht gesagt daß er nach sorgfältiger Prüfung und Erkundigung zu der Ueberworden, Kündigung sei ausgeschlossen. Leiste Kläger den Gid, dann sei die beklagte Firma zur Zahlung von 42 m. verpflichtet, leifte er ihn nicht, werde er mit seiner Klage tostenpflichtig abgewiesen. Zur Eidesleistung wurde ein neuer Termin an beraumt. Deutlicher kann sich der Bourgeoisstandpunkt des Staates nicht kundgeben. Der Fabrikant steht eo ipso als Vertreter der bestehenden Ordnung da und kann den mißliebigen Arbeiter fennzeichnen als Feind desselben, und der Staat respektivt diese Aeußerung des Fabrikanten über die Gutgefinntheit des Arbeiters. Der Staat tritt so mit ein in den Kapitalistenring und erkennt dessen schwarze Listen an. Das ist die Arbeiterfreund= lichkeit des Staates der Sozialreform"! " Sollte die Direktion wegen eines von mir mittelbar oder unmittelbar verursachten Schadens in Anspruch genommen werden, so soll die Kaution auf die Dauer dieses Rechtsstreites nicht abgefordert werden können. Ich begebe mich aus drücklich des Rechts, gegen alle obigen Bestim mungen auf gerichtlichem Wege Einspruch zu erheben. Gelesen, genehmigt, unterschrieben." Deutlicher kann die volle Rechtlosigkeit des Arbeiters nicht ausgesprochen werden als in dieser Arbeitsordnung, in welcher der Arbeiter sich sogar noch ausdrücklich des Rechts, auf gericht lichem Wege Einspruch zu erheben, begiebt. Auf Gnade und Ungnade giebt er sich der Willkür des Unternehmers Preis. Uebrigens dürfte dieser Arbeitsvertrag noch manchen Bedenken betreffs seiner Giltigkeit unterliegen und werden wir auf den selben noch zurückkommen. = Auf dem Lehrter Bahnhof sollen Güterboden Arbeiter unter Androhung der Entlassung gezwungen worden sein, anstatt wie früher 10 Stunden täglich jezt und fünftig zu einer verlängerten und noch dazu unbestimmten, d. h. unbeschränkten Arbeitszeit zu arbeiten. Daneben soll die Abschaffung des Stunden lohnes und die Einführung des Affordlohnes angekündigt worden sein. Wenn das wahr ist, so würde bei der vorgekommenen Reduktion des Perfona 13 die Operation wohl darauf hinauslaufen, Aus Spandau erhalten wir folgende Bufchrift des Direktors fistalische Ersparnisse auf Kosten der Arbeiter zu machen, die be- der Artilleriewerkstatt: dauerliche Maßnahme schlüge daher ganz in die bisher bei vielen Auf grund des§ 11 des Preßgefeßes und mit bezug auf preußischen Eisenbahn- Verwaltungen beliebte Praktik. Indessen die in der Beilage zu Nr. 121 des„ Vorwärts" abgedruckte tönnen wir eine Garantie für die uns gemachte Mittheilung vor- Nachricht Aus den Spandauer Musterwerkstätten" ersuche ich läufig nicht übernehmen. Sollte sie nicht zutreffen, so würde es um Aufnahme der nachstehenden Berichtigung: uns freuen. Jm anderen Falle werden die Güterboden- Arbeiter 1. Es ist unwahr, daß in der Artilleriewerkstatt Spandau wissen, daß sie gar nichts Gescheidteres thun fönnen, als am das Reinigen der Kälberhaare nur durch Schlagen auf einer ge15. Juni Mann für Mann ihre Stimmen den Kandidaten der wöhnlichen Haarschlage erfolgt. Es ist vielmehr zu diesem Sozialdemokratie zu geben, die allein dafür Garantie bietet, daß Zwecke feit Jahren auch eine Haarschlagemaschine im die Interessen der unteren Eisenbahnangestellten fünftig mehr ge- Betriebe. wahrt werden, als dies jetzt geschieht. In den Arbeitsverträgen leißlen die Unternehmer das Aeußerste in der Feststellung ihrer Willkürherrschaft gegenüber dem Arbeiter. Dieser hat alle mögliche Garantie zu leisten, während er selbst sich vollständig dem guten Willen seines, Brotherrn" preisgiebt. Eine Muster- Arbeitsordnung hat die AktienGesellschaft für Möbeltransport und Aufbewahrung"" in der Köpenickerstraße. Folgendes Protokoll hat jeder Arbeiter zu unterschreiben: " Vorgeladen gestellt sich heute bei der Aktien- Gesellschaft für Möbeltransport und Aufbewahrung: darauf: fördern. Dienst- Obliegenheiten. " 2. Es ist unwahr, daß Unwohlsein und Erbrechen 2c. der mit der Reinigung des Polstermaterials in der Sattlerei beauftragten Arbeiter zu den Alltäglichkeiten gehört. Nach An gabe des Raffenarztes, wie der aufsichtführenden Personen sind derartige Fälle bisher nicht beobachtet worden. 3. Es ist unwahr, daß der Arbeiterausschuß kürzlich, seine Zwecklosigkeit einsehend, sein Amt niedergelegt hat. Der Arbeiterausschuß besteht in voller Wirksamkeit und haben die Mitglieder nach einer hier vorliegenden Meldung des Vorsitzenden sich dahin geäußert, daß sie das stete Eingehen der Direktion auf die Wünsche des Ausschusses in dankbarer Weise Oberst und Direktor. auerkennen, Becker, Als Kalamität hat sich herausgestellt, daß in den ersten Terminen, den Vergleichsterminen, oft Leute mit Vollmachten Parteien, aber nicht zum Abschluß von Vergleichen berechtigen. tommen, die wohl zur allgemeinen Vertretung der betreffenden G3 würde sich empfehlen, in der Vollmacht den Prozeßvertreter zu Vergleichen zu ermächtigen. Dadurch ließe sich gerade in sehr zweifelhaften Fällen das Verfahren abkürzen, was oft im Interesse beider Parteien liegt. " gu war und sich nicht mehr im Bereiche der Reichsgericht. Leipzig, 5. Juni.( Ein zum dritten Male aufgeschobenes Urtheil.) In der Magdeburger Volksstimme" erschien am 9. August 1891 ein„ Pariser Brief aus dem Tagebuche einer Erzieherin", in welchem von„ Piaffengelichter" die Rede war und die Kirche eine„ widerwärtige Institution" genannt wurde. Verantwortlich waren damals Dr. Der bisherige(-), geb. am(-) zu(-), Kreis(-), feit Lux für den politischen, Köster für den übrigen redaktionellen (-) verheirathet, Vater von(-) Kindern, zur Zeit wohnhaft(-). Die Unfitte, daß die Begleiter von Möbelführwerten ihre Fener Artikel, in welchem die Kriterien des§ 166( Beſchimpfung und der Verleger Wilhelin Meyer für den Inseraten- Theil. im Militärverhältniß( Charge und Regiment), versichert, noch nicht bestraft zu sein, keine Schulden zu haben. und erklärt Beine aus den Wagen heraushängen lassen, hat vorgestern einen der christlichen Kirche u. f. w.) gefunden wurden, gehörte schweren Unglücksfall zur Folge gehabt. Der Arbeiter Richard zu dem Theile, dem Theile, welchen Köster zu verantworten hatte. Nachdem ich heute bei der Aktien- Gesellschaft für Möbel- Hoffmann saß in der angegebenen Weise bei einer Fahrt durch Da er aber inzwischen nach dem Auslande( der Schweiz) transport und Aufbewahrung als() angestellt und eingetreten die Lintstraße nnd Hoffmann gerieth mit einem Beine zwischen abgereift bin, bestätige ich die beiderseitigen Abmachungen des Anstellungs- den Wagen und einen Laternenpfahl. Das linke Bein wurde deutschen richterlichen Gewalt befand so wurde der Ver verhältnisses dahin: derart stark gequetscht, daß es fraglich erscheint, ob die Heilung § 1. Ich bin verpflichtet, jederzeit den mir von meinen Vor- sich ohne Abnahme des Gliedes in der Charitee wird bewert- eger Meyer angeklagt und auf grund des§ 21 des Preßgesetzes wegen fahrlässigen Vergehens gegen§ 166 vom Landgerichte gesezten oder deren Stellvertretern aufgetragenen, zum Geschäfts- stelligen lassen. Wlagdeburg zu einer Geldstrafe verurtheilt. Das Reichsgericht hob betrieb erforderlichen Dienst unter Beobachtung der gegebenen Einem eigenartigen Unglücksfall ist der zwölfjährige Paul dieses Urtheil auf mit der Begründung, daß der Verleger nicht oder noch zu gebenden Instruktion gewissenhaft zu verrichten Weidner, Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 14 bei den Eltern ohne weiteres verpflichtet sei, den Inhalt der Zeitung zu leſen und das Interesse der Gesellschaft nach bestem Wissen zu wohnhaft, zum Opfer gefallen. Der Knabe spielte mit Alters- und zu prüfen, daß es hierbei vielmehr auf die konkreten Ver§ 2. Die Gesellschaft soll berechtigt sein, mir jeder Zeit bei genossen am vorgestrigen Vormittag in der Frankfurter Allee und hältnisse ankomme. Das zweite Magdeburger Urtheil wurde aufgleichem Gehalt eine anderweite, meinen Fähigkeiten und meiner and dort eine geringe Quantität gebrannten Ralf; die Jungens gehoben, weil der Vertheidiger nicht geladen war, nebenbei bisherigen Stellung entsprechende Beschäftigung anzuweisen, tamen auf die Idee, den Stalt in eine halb mit Wasser gefüllte wurde aber auch darauf hingewiesen, daß das Urtheil materielle Bedenken errege. Am 5. April d. J. hat nun das zu deren gewissenhafter Ausführung ich mich hiermit besonders Bierflasche zu werfen, dieselbe zu verkorfen und den Inhalt geLandgericht Magdeburg zum den Angeklagten Meyer hörig zu schütteln. Alsbald begann der Kalt zu kochen, die sich verpflichte. britten Male zu der früheren Strafe verurtheilt. § 3. Die ftritte Befolgung der bestehenden oder noch zu er in dem hermetisch verschlossenen Gefäß entwickelnden Gase fanden den In Gründen wurde er gefagt, Meyer die hätte Lassenden. Disziplinar- Ordnung gehört zu meinen ganz besonderen feinen Abzug und unter heitigem Knall explodirte die Flasche. Pflicht gehabt, bem von ihm angestellten Röster besonders Neugierig hatten sich die Kinder vorher über das Gefäß gebeugt auf die Finger zu sehen, da derselbe eine fpige § 4. Die mir zugebilligte, am 15. und 1. jeden Monats und so geschah es, daß mehrere derselben von den Splittern und dem brennenden Kalk getroffen wurden. Namentlich schwer ver: Feder führe und schon mehrmals mit dem Geseze in Konflikt gezahlbare Löhnung beträgt(-) monatlich. Auf die Löhnung habe ich für diejenigen Tage mit( Mart legt wurde Paul W., der an den Händen und im Geficht erheb fommen sei. Seine, Meyer's, Beschästigung habe ihm noch soviel und Pfennig) feinen Anspruch, an welchem ich aus irgend einem, liche Brandwunden erlitt und nach dem Krankenhause Friedrichs: Beit gelaffen, daß er die Redaktionsthätigkeit Röster's noch habe überwachen können. Auf die Revision Meyer's wurde heute außerhalb des Willens der Dienstgebering liegenden Grunde feinen hain überführt wurde. das dritte Straffammer- Urtheil, von dem der Reichsanwalt Dienst gethan habe. Für jeden Tag meines eigenmächtigen Eine folgenschwere Verwechselung hat Montag Abend Schumann sagte, es könne ihm keine besonders gute Begründung Wegbleibens vom Dienst verpflichte ich mich eine Konventional den Tod eines jungen Mädchens herbeigeführt. Das 25 Jahre nachgerühmt werden( ohne daß er indessen für die Revision einftrafe von 1 bis 5 Mark zu zahlen, dessen Höhe die Direktion alte Dienstmädchen Auguste Schmidt, Neue Maßenstraße 50, hatte trat), wiederum vom Reichsgericht aufgehoben, weil eine festzusehen hat. die Absicht, ein Brausepulver zurecht zu machen und verwandte frühere Entscheidung des Reichsgerichts über die Theilung der Bei auswärtigen Möbelfuhren erhalte ich pro Tag( Nächte bazu den Inhalt einer Tüte. Sofort stellten sich bei ihr die Verantwortlichkeit nicht vom Landgericht beachtet worden sei und werden nicht gerechnet) inkl. Stallgeld(-) Spesen. Die Spesen Folgen einer Vergiftung ein und sie wurde schwerkrank in die weil begründete Zweifel beständen, ob das Urtheil nur auf der werden gerechnet von dem Zeitpunkte an, wo ich die Grenze Charitee gebracht. Aerztliche Hilfe erwies sich aber als zu spät, Beweisaufnahme der letzten Hauptverhandlung beruhe. Berlins verlasse, beziehentlich dieselbe wieder betrete. die Schmidt starb bald nach ihrer Einlieferung. Vor ihrem Tode Der Taxameter vor Gericht. Die vielumstrittene Frage, Beim Ausscheiden aus dem Dienst habe ich alle mir anver- hat sie noch kurz anzugeben vermocht, daß ihrem Zustande eine ob der neue Fahrpreis- Anzeiger für Droschken thatsächlich alle trauten der Gesellschaft gehörenden Gegenstände, Utensilien 2c. Verwechselung zu grunde liege. Der ärztliche Befund lautet auf jene vortrefflichen Eigenschaften besigt, welche ihm seitens feiner der Gesellschaft zurückzustellen und etwa fehlende oder muthwillig Bergiftung durch Phosphor, obgleich die Schmidt kleefalz ge- Anhänger nachgerühmt werden, wird nunmehr demnächst zur gerichtlichen und damit hoffentlich endgiltigen Entscheidung ge langen und zwar in Verfolg eines Prozesses, der bereits das Schöffengericht beschäftigt hat. Es handelt sich um eine Anzeige des Fuhrherrn Grassow gegen den Droschteututscher Schnei der wegen Betruges. Schneider foll nämlich nach Aussage des Grassow mit der bei ihm gefahrenen Tarameter- Droschte eines Tages 7,80 m. verdient, aber nur 5,80 M. abgeliefert, ihn somit um 2 W. betrogen haben. Schneider bestreitet dagegen, mehr als § 6. Ich fann aus meiner Stellung täglich, auch nach 5,80 m. verdient zu haben und behauptet, daß die Differenz von geschehener Kündigung meinerseits, ohne An- Im Admiralsgarten- Bade an Herzschlag gestorben ist 2 M. in der unrichtigen Funktionrung des Tagameter gabe des Grundes entlassen werden, und habe ich vorgestern Nachmittag gegen 61/2 Uhr der Rentner Kämmerich, ihren Grund habe. Demgegenüber bekundete Grassow eiddaß Als er sich in einer Zelle entfleiden wollte, fant lich, immer der Taxameter bas verabredete Gehalt dann nur bis zu dem Tage und bis zu Pallasstr. 26. und genau richtig Der Tageszeit zu fordern, bis zu welchem ich meinen Dienst er plößlich todt zusammen. Auf gleiche Weise starb vorgestern Nach- funktionirt habe und auch noch funttionire. Das Schöffengericht wirklich versehen habe. Eine Lösung des Dienstverhältnisses mittag um 4/4 Uhr in der Gastwirthschaft von Rosenow, verurtheilte daraufhin Schneider au einer Geldstrafe von ruinirte zu erfezen. § 5. Da nicht allein aus meiner Weigerung zu einer Dienstleistung, sondern sogar schon aus der nicht gehörigen Erfüllung meiner Tienstobliegenheiten der Gesellschaft Nachtheile entstehen Tönnen, so verpflichte ich mich, für jeden Fall der Zuwiderhand lung der Gesellschaft eine Konventionalirafe von 50 Pf. bis 10 M. zu zahlen. Die Höhe derselben soll die Direktion nach ihrem Ermessen festzusetzen und den Betrag von der von mir gestellten Raution abzuziehen berechtigt sein. nommen zu haben angegeben hatte. Wegen Körperverlegung war gegen bas Dienstmädchen Witkowsta anläßlich einer am 12. März paffirten Affäre, über welche auch wir seinerzeit berichteten, das ftaatsanwaltschaftliche Verfahren eingeleitet worden. Die Untersuchung der Angelegenheit hat jedoch für ein strafrechtliches Einschreiten feinerlei Anhalt gegeben, so daß das Verfahren gegen Fräulein Witkowska eingestellt worden ist. wurde mit 15 M., nur versuchten Betrug annehmend, da Schneider an Spaß, und bald lag die Familie auf der Straße! Der Mann noch Worbs, Schent, Schröter, Frau Fahrenwalb Grassow später die 2 Mark gezahlt habe. Gegen dieses Urtheil überlebte den Schlag nicht lange, die Frau, welche über 70 Jahre und Stein mar die Ausführungen des Referenten ergänzt legte Schneider Berufung ein und wurde ihm seitens des Vereins alt ist, begann nun ein unftätes Leben zu führen. Einer Tochter hatten, gelangte eine Resolution zur einstimmigen Annahme, Berliner Droschkenkutscher Herr Rechtsanwalt Dr. Friedmann der Ermittirten, welche jung und fräftig war und deshalb noch wodurch sich die Versammlung verpflichtete, mit allen Kräften als Vertheidiger zur Seite gestellt. In dem hierauf stattgehabten ausgebeutet werden konnte, war gestattet worden, in Siefowo zu für die Wahl zubeil's einzutreten. Zum Schluß ermahnte Termine tam es indeffen nach stattgehabter Beweisaufnahme bleiben. Mutter und Tochter hegten zu einander große Zuneigung. Fisch öder speziell die jüngeren Genossen, den Wahltag als dennoch zu keiner Entscheidung. Zwar beantragten sowohl Ber: Die Mutter war bei der Tochter so oft und so lange als irgend Feiertag zu betrachten und sich dem Wahlkomitee zur Verfügung theidiger wie Staatsanwalt Freisprechung, weil es als erwiesen möglich in Siefowo zum Besuch. Dort hatte die alte Frau zu stellen. anzusehen sei, daß der Taxameter so ungenau und unrichtig ihren Unterstützungswohnsitz; damit sie ihn aber nicht behalte, Auf dem„ Spandauer Bo fand am 81. Mai eine funktionire, daß daraufhin eine Verurtheilung des Angeklagten wurde ihr streng untersagt, sich in Siekowo fehen zu lassen!! Wählerversammlung für Spandau statt, in welcher Näther über nicht erfolgen könne. Entgegen diesen beiderseitigen Anträgen Troß dieses Verbots kehrte aber die Greifin, sobald sie aus die bevorstehenden Wahlen referirte. Die Aufforderung desselben, beschloß der Gerichtshof jedoch über die Funktionirung der Taga- Siefowo fortgetrieben war, immer wieder zur Tochter zurück und die bevorstehenden Wahlen referirte. Die Aufforderung desselben, meterapparate weiteren Beweis zu erheben durch Vernehmung hielt sich dort heimlich auf. Gegen 6 Jahre führte die alte Frau am 15. Juni feinem anderen Kandidaten, als dem Genossen Gesellschaftsordnung zu des Direktor Bruhns der Tarameter- Fabrik, des Fuhrherrn Joh. ein solch unstetes Leben. Zuletzt aber wurde selbst des Nachts Wernau die Stimme zu geben, um damit gegen die gesammte manifestiren, heutige Streu( Vorstandsmitglied des Vereins Berliner Droschkenbesizer) die Wohnung ihrer Tochter durchforscht und dann die alte Frau stürmischem Beifall aufgenommen.( Begner meldeten sich nicht sowie der Kutscher, welche die qu. Zarameter- Droschte vor und fortgetrieben. Nun fiel sie der Stadt Schmiegel zur Last". zum Wort. Unter donnernden Hochrufen auf die Sozialdemo nach dem Angeklagten gefahren haben. Dort wurde sie unterstützt. Siekowo weigerte sich aber, das tratie und dem Gesang der Marseillaise begaben sich die zirka Geld zu erseyen, da die Unterstühte ihren Unterstüßungswohnsitz in Siekowo schon lange verloren habe. Der Bezirksausschuß 1200 bis 1400 Anwesenden, unter denen viele Frauen waren, auf Pojen war derselben Meinung und wies den Kläger ab. Gegen diese Entscheidung legte die Stadt Schmiegel erfolgreich Berufung ein. Das Bundesamt hob das Urtheil des Bezirks ausschusses Posen als verfehlt auf und verurtheilte Siekowo nach dem Klage- Antrage. Es wurde angenommen, daß die alte Frau fich durch die häufige Rückkehr zur Tochter in Siekowo den Unterstüßungswohnfis erhalten habe, indem sie trotz der widrigsten Umstände stets die Absicht zeigte, in Siefowo dauernd zu bleiben. den Heimweg. Deutsch- Wilmersdorf. Am Sonnabend sprach hier Doktor 3 adet in einer öffentlichen Wählerversammlung über die bevorstehende Reichstagswahl. Dem mit brausendem Beifall aufgenommenen Vortrage folgte eine interessante Diskussion, in welcher ein Herr Bringall als verzückter Bismarckverehrer und gleichzeitig als eifriger Anhänger der Militärvorlage debutirte. Sowohl durch den Referenten als auch durch die Genossen Gebrüder Behrend, Luck und Orloh wurde dem Herrn bewiesen, daß der Militarismus der Kultur zum Verderben gereicht. Nachdem eine im Sinne des Vortrages gehaltene Resolution an genommen war, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Unbegreiflich leichtsinniges Umgehen mit einer Schuß waffe führte gestern den 15- jährigen Ober- Tertianer Willy Huth unter der Anklage der fahrlässigen Körperverlegung vor die 130. Abtheilung des Schöffengerichts. Der Angeklagte hatte von feinem Vater, einem in der Potsdamerstraße wohnhaften Weinhändler, eine Windbüchse als Geschenk erhalten. An einem Märztage machte er mit dem neuen Instrument auf dem Hofe Schießübungen. Der Hof wird nach der Rückseite von einem Quergebäude eingeschlossen, dessen zweites Stockwerk von dem Sanitätsrath W. bewohnt wird. Als das Dienstmädchen des letzteren an dem geöffneten Fenster erschien, um eine Decke auszuftauben, fiel es dem Angeklagten ein, feine Schußwaffe gegen das Mädchen zu richten. Er drückte ab und traf. Das fleine Bleigeschoß traf das Mädchen dicht über dem linken Auge. Es drang to tief in die Haut ein, daß es erst nach längerem Im Kurhaus zu Friedenan tagte am Donnerstag, den Bemühen entfernt werden konnte. Der Angeklagte entschuldigte feine unüberlegte Handlungsweise damit, daß er die Tragfähig Wahlkreis, in welcher Herr von Egidy fürzlich seine Ideen so start besucht war, daß die Tische aus dem Saale entfernt Die sozialdemokratische Bersammlung für den ersten 1. Juni, eine öffentliche Reichstags- Wählerversammlung, welche keit der kleinen Waffe unterschätzt habe. Der Staatsanwalt be verständlich zu machen suchte, fand am Montag im Feuerstein werden mußten. Trotzdem mußten viele wieder umkehren und antragte mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte unabsehbares schen Lokal ihre Fortsetzung. Herr v. Egidy war jedoch nicht viele hatten im Garten an den geöffneten Saalfenstern AufUnglid hätte anrichten können, eine Gefängnisstrafe von sechs anwesend; der Reierent des Abends, Reichstags- Kandidat Auguststellung genommen. Das Referat bielt unser Kandidat Fris Monaten, während der Vertheidiger, R.-A. Wronker, bat, es bei Täterow, mußte daher den Kampf gegen den Mann des Bubeil. Derselbe entledigte sich seiner Aufgabe in einem 13/ 4ftüneinem Verweise zu belassen. Das Gericht erkannte auf eine Einigen Christenthums führen, ohne daß dieser ihm persönlich digen mit braufendem Beifall aufgenommenen Vortrage. In der Geldstrafe von 150 M. und Einziehung des gefährlichen Spiel- gegenübertrat. Unter dem Beifall der Versammlung wußte Diskussion stellte sich ein Herr Bittlinger als ein sozialistisch anTäterow darzulegen, daß ein unklarer Philanthropismus, wenn er gehauchter Konservativer vor, er führte aus, daß die Sozialzeugs. Soziale Bauer!" teberlicht. Verlampulungen. " 1 " Der Einbruch in die Synagoge am Grünen Weg, der überhaupt zur Geltung tame, in unserer auf allen Gebieten bemokratie zwar kritisiren könne, aber nichts Praktisches leiſte. am Abend des ersten Oster- Feiertages stattfand, gelangte gestern fampfgerüsteten Zeit höchstens die endgiltige Entscheidung des Die Sozialdemokraten hätten im Reichstage noch keine Vorschläge zur Kenntniß der neunten Straftammer des Landgerichts I. Als Stampfes verzögern könne. Wer aus der kapitalistischen Misere für das Wohl der Bevölkerung gemacht(!). Weiter tam der Thäter waren der Hausdiener Joseph Wiener, der Gerber heraus wolle, der dürfe sich nicht schöngeistiger, wenn auch noch so gut Herr auf die Genossenschaftsbäckerei in Berlin zu sprechen und Karl Schüßler, der Musiker Paul Rusche und der Arbeiter gemeinter Gefühlsschwärmerei hingeben, sondern müsse ernst und meinte, daß er hieran sehe, daß es mit dem sozialdemokratischen Rudolf Becker ermittelt worden. G3 wurde durch die drei konsequent Farbe bekennen und dies könne nur geschehen durch den Wollen und können nichts sei, denn die Bäckerei sei nicht Legtgenannten übereinstimmend behauptet, daß Wiener, der Anschluß an die fozialdemokratische Arbeiterpartei. In der Disleistungsfähig genug. Zum Schluß wünschte er aber doch, daß als Jude die Synagoge wiederholt besucht hatte und die dortigen fussion sprachen Ramlau, Mehner, Köhler und Burkard im recht viele Sozialdemokraten in den Reichstag kämen, damit er Lokalen Verhältnisse kannte, sie auf die günstige Gelegenheit zum feine bekannte Stellung einnahm und von den vorgenannten Herr wurde von unseren Genossen Kaspar und Zubeil treffend Sinne des Referats, wogegen Herr Feder als" Unabhängiger" auch etwas vom sozialdemokratischen Butunftsstaate erlebe. Der Stehlen aufmerksam gemacht hatte. Becker hatte die Rolle des Genossen darauf aufmerksam gemacht wurde, daß er und seines abgefertigt. Eine Resolution, welche sich mit den Ausführungen Aufpassers gefpielt, während Schüßler und Rusche die That ausführten. Sie überſtiegen das Gitter, welches das gleichen mit der üblichen Propaganda nur für diejenigen arbeiten, des Referenten einverstanden erklärte und die Anwesenden ververeinzelt und freiliegende Gebäude umgiebt, drückten eine Fenster- die sie energischer als die Sozialdemokraten zu bekämpfen vor- pflichtete, für die Wahl unseres Kandidaten Fritz Zubeil am scheibe ein und gelangten auf diese Weise ins Innere. Nach der geben, die Reaktionäre jeder Schattirung. Nachdem die Ver- 15. Juni mit aller Kraft einzutreten, wurde mit allen gegen eine Anweisung, die Wiener den Dieben gegeben, wandten sie sich fammlung eine entsprechende Resolution angenommen hatte, Stimme angenommen. Die Bersammlung schloß mit einem dreizunächst dem Opferstocke zu, den sie erbrachen, aber leer fanden. wurde zur Sprache gebracht, daß die Arbeiter vielfach noch fachen Hoch auf die Sozialdemokratie. Dann erbrachen sie einen Behälter, der die zum Gottesdienste bürgerliche Blätter lesen, statt auf das sozialdemokratische Organ In Alt- Golfen fand am Sonntag, den 4. Jani, Nachgebrauchten Silbergeräthe enthielt. Sie fanden reiche Beute, u abonniren. Auch wurde zur regen Betheiligung an den Wahlarbeiten aufgefordert. mittags eine öffentliche Wählerversammlung in der Wohnung des deren Werth auf 900 M. angegeben wird. Einen Nutzen hatten Genossen Leist statt, da ein Saal nicht aufzutreiben war. die Diebe aber von der That nicht, denn als sie die Gegenstände Fünfter Wahlkreis. Die Wählerversammlung, welche am Musterhaft war die Haltung und Ausdauer der über 250 Grverschiedenen Trödlern zum Kauf anboten, erklärten diefe mert 5. Juni im großen Saale des Bögow'schen Brauerei- Ausschanks| schienenen, die Kopf an Kopf gedrängt in den Wohnräumen fo= würdiger Weise, daß das Metall unecht und deshalb werth- stattfand, hatte sich eines zahlreichen Besuches zu erfreuen. Zrob wohl, als auch an den geöffneten Fenstern im Garten, sowie auf Los sei. Um sich der Gegenstände zu entledigen, warf Schüßler der im Saale herrschenden fürchterlichen Hige lauschten die Ver- der Straße standen, trotz der faum erträglichen Hiße, die in den diefelben in die Müllgrube eines Grundstücks in der Landsberger fammelten, unter denen sich auch eine größere Anzahl Frauen Räumen entstand. Der Landrath Freiherr von Manteuffel und Allee. Hier wurden sie von einem Müükutscher gefunden, der sie befand, mit regstem Interesse den Ausführungen unferes Genoffen der Rittergutsbesitzer Geisler waren brieflich eingeladen, jedoch bei einem Trödler verkaufte und zu seiner freudigen Ueberraschung Vogtherr, der als Referent erschienen war. In zweistündiger war nur letzterer erschienen. Nät her referirte in zweiftün 35 M. erhielt. Die Angeklagten erwirkten durch ihr Geständniß trefflicher Rede, die oft von lebhaften Beifallsbezeugungen unter: diger Rede über die bevorstehenden Reichstagswahlen unter großem mildernde Umstände, Wiener wurde zu einem Jahre brochen wurde, veranschaulichte derselbe die Bedeutung der be- Beifall der Versammelten. In der Diskussion wärmten KaufGefängniß, Schüßler, Rusche und Becker wurden vorstehenden Reichstagswahl. Mit beißendem Sarfasmus und mann Bilz und Rittergutsbesitzer Geisler die alten Fabeln zu je 2 Jahren Gefängniß und vierjährigem Ehrverlust ver- wohlangebrachtem Spott behandelte er die zweideutigen und vom Theilen und der Weibergemeinschaft wieder auf. Geisler urtheilt. unzweideutigen Mittel, welche jezt im Wahlkampf von offiziösen war noch besonders besorgt darum, daß ihm im sozialistischen und nichtoffiziösen Begründern" der Nothwendigkeit der Heeres: Staat niemand mehr die Stiefeln puzen werde. In ausführ vermehrung angewandt werden, blos um die Militärvorlage licher Weise widerlegte der Referent beide Gegner und der dem Bolte mundgerecht zu machen. Damit das Auge auch etwas wiederholte brausende Beifall bewies, daß die Ausführungen des habe, zeigte Vogtherr dem andächtigen Zuhörerkreise einen jener nied Referenten von durchschlagendem Erfolg begleitet waren. Die lichen Bilderbogen, die Produkte der genialen Agitationskunst Wie der Bruder Bauer von den Konservativen be- tonservativer Demagogie sind und auf Generalunkosten hergestellt egner verloren auch allen Muth zu einer nochmaligen Enthandelt wird. Ein Ober- Hofmarschall, Graf u. f. w. hat, wie werden. Das homerische Gelächter der Versammlung bewies zur und dem Gesang des Liedes Wer schafft das Gold zu Tage" gegnung. Unter donnernden Hochs auf die Sozialdemokratie das Sächs. Boltsblatt" berichtet, 18 Bauern beim Landgericht Evidenz, daß die schwarzen und rothen Striche auf dem präfen- trennten sich die Versammelten. verklagt, um ihnen das Recht zur Fischerei in der Stadt Zschopau, tirten Blatt ihr blaffe Furcht eingeflößt vor der Uebermacht der das die Bauern schon seit 30, 40 und noch mehr Jahren aus- Franzosen und Russen. Nachdem er auch den Freifinn bezw. Eine Wanderversammlung des Vereins zur Wahrung übten, streitig zu machen. So sorgen die Großgrundbesitzer für den bürgerlichen Liberalismus seiner freiheitduftenden Hülle ent- der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend tagte am die kleinen Lente! Aber deren Stimmen am Wahltage mögen sie ledigt und ihn in seiner ganzen kapitalistischen und zeitweilig 4. Juni cr. im Bittoria- Saal, Perlebergerstr. 13. Angesichts des gleichfalls nicht miffen. Da heißt's:" Bruder Bauer! Bruder militärfrommen Nacktheit gezeigt hatte, ging Redner zu einer mäßigen Besuchs der Versammlung wurde vom Vortrag Abstand furzen Klarlegung der sozialdemokratischen Prinzipien über. genommen und zur Wahl eines Hilfskaffirers für Moabit geDie üblen Magimen, die in staatlichen Musterwerk- Zum Schluß richtete er an die begeisterte mit stürmischem schritten. Gewählt wurde Kollege Jsmer, derselbe fassirt bei nur dem Aug. Holzbächer, Drensestr. 3. Zu Verschiedenem führte BI a us stätten" geübt werden, werden durch einen Artikel gut beleuchtet, Beifall antwortende Versammlung den Wunsch, den die Deutsche Berg- und Hüttenarbeiter- 3tg." veröffentlicht. Mann aus dem Volte, dem Klavierarbeiter Robert Schmidt ro cf an, unter den Maurern werde zum theil behauptet, daß die Stimme zu geben und für ihn zu agitiren. während der Wahlbewegung die Gewerkschaftsbewegung ruhen Er lautet in seinem wesentlichen Theil: An der Debatte betheiligten sich die Genossen Bernisti, müsse. Diese Anschauung sei vom Standpunkt eines auf dem Guttmann, Neuhaus, Philipps und Tüb bick e. Boden der modernen proletarischen Bewegung stehenden Arbeiters ( 1. Abfah.) Kameraden von Staßfurt und Umgegend! Im Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Die Ber- durchaus verwerflich, denn die Gewerkschaftsbewegung soll September findet auf den fistalischen Werken die Wahl des fammlung erklärt sich mit dem Referat des Genossen Vogtherr ja diejenigen, die der politischen Bewegung fern stehen, dieser Arbeiterausschusses statt. Es ist hierbei die Pflicht der Kame- einverstanden. Sie sieht ein, daß die heutige privatfapitalistische zuführen, und da das Ziel des Vereins zur Wahrung der Interraden, nur solche Leute zu Vertrauensmännern zu wählen, welche Gesellschaft nur einigen wenigen alle Genüsse des Lebens theil- effen der Maurer Berlins gleichbedeutend sei mit dem Ziel der man genau tennt und die das volle Vertrauen besigen, daß sie haftig werden läßt, welche sich durch Kapital in den Besitz der politischen Bewegung, so habe die Organisation keine Ver Sie erklärt, daß nur dann eine anlassung, diese Bewegung ruhen zu lassen. Als Kampfes die Interessen der Kameraden an maßgebender Stelle energisch Arbeitsmittel segen können. vertreten und die in erster Linie dem Verband der deutschen Besserung der Lage des nichtbesitzenden Volkstheiles eintreten organisation führe sie den wirthschaftlichen wie den politischen Bergleute angehören. Kameraden, einigt Euch jetzt schon tann, wenn alle Arbeitsmittel sowie der Grund und Boden Kampf gemeinsam und wirke aufklärend nach jeder Richtung. darüber, welche Ihr als Kandidaten aufstellen wollt, und dann Gemeingut aller geworden. Die Versammlung verpflichtet sich, Den mäßigen Besuch der Versammlung führte Blaurock darauf überall mit Wort und That für dieselben eingetreten, damit nur dadurch Protest einzulegen gegen die heutige Gesellschaftsordnung, zurück, daß sich viele Kollegen an der agitationstour betheiligt folche Vertrauensleute bei der Wahl durchkommen, die ganz daß sie am Wahliage ihre Stimme dem sozialdemokratischen hätten, jedoch trage die größte Schuld die Lauheit der einzelnen entschieden auf seite der Kameraden stehen und weit entfernt Kandidaten Robert Schmidt giebt." Mit einem donnernden Hoch Kollegen. Zur Zeit des Ausnahmegesetzes, so fuhr der Redner davon sind, durch diese Wahl eine bessere Lage für sich zu auf die internationale Sozialdemokratie wurde die Versammlung fort, war noch Zug in der Masse, da hat sich auch die Kampfesorganisation der Berliner Maurer so oft und so musterhaft be= schaffen und im übrigen das Vertrauen ihrer Kameraden zu miß- geschlossen. brauchen. Eine öffentliche Wählerversammlung tagte am 5. d. m. thätigt, während jetzt eine tollossale Gleichgiltigkeit herrscht. Um ( 2. Absay.) Es muß den Vertrauensmännern zur Pflicht im 5. Wahlkreise. An der Hand eines freifinnigen Flugblattes nun diese zu verbannen, ist es jedes einzelnen Pflicht, etwas mehr gemacht werden, bahin zu streben, daß 1. die Gradabzeichen, beleuchtete Kaufmann Borchardt in anschaulichster Weise die Energie anzuwenden. Ferner wandte sich Blaurock tadelnd gegen welche nur zur Uneinigkeit der Bergleute gebraucht worden sind, arbeiterfeindlichen kapitalistischen Bestrebungen der freisinnigen das Berhalten einiger Verbandsmitglieder; u. a. hätten solche auf dem Bau Bachstraße 3 permanent Ueberstunden gearbeitet. abgeschafft werden und 2. die geregelte achtstündige Schicht ein- Partei und ihres Kandidaten im 5. Wahlkreise, des Oberbürger- Ueber den Maurermeister Mittag wurde berichtet, daß derselbe geführt wird. Mehrere Kameraden, Wähler und Mitglieder der meisters Dr. Baumbach. Zum Schlusse seines mit allseitigem in seinem Vollgefühl als Ordnungsstüße vier Mann, die ihn um Bahlstelle Staßfurt." Beifall aufgenommenen Vortrages forderte der Redner die Ver( Hinzufügung.) Vorstehender Zeitungsausschnitt wird hier fammlung unter braufendem Beifall auf, am 15. Juni den Klavier eine Lohnerhöhung angingen, enilaffen habe, den übrigen aber burch zur Kenntniß der Belegschaft gebracht mit dem Hinzufügen, arbeiter Robert Schmidt zu wählen. Die gut besuchte Berfamm- diese stecken sich doch nur von Eurem Gelde die Taschen voll! habe er gesagt, fümmert Euch nicht um die Agitatoren, denn bekundete nach einer interessanten Diskussion thre daß darauf Bedacht genommen werden wird, Arbeiter, welche es lung fich zur Aufgabe machen oder welche sich daran betheiligen, ihre Willensmeinung durch einstimmige Annahme folgender Re- Die Kollegen parirten aufs Wort, sie sahen ruhig mit an, wie die Kollegen, die für alle eingetreten waren, entlassen wurden. Kameraden oder die Maßnahmen ihrer vorgesezten Behörden in solution: Die Versammlung erklärt nach Anhörung der schmählichen Weise, wie oben geschehen, zu verdächtigen und eines Vortrages des Genossen Borchardt sich vollständig mit den Natürlich wurde dies Verhalten ganz gehörig gegeißelt. Zum dadurch Unfrieden zu stiften, durch Kündigung aus der Beleg- Ausführungen desselben einverstanden und verspricht, mit allen Schluß wurde bekannt gemacht, daß am Donnerstag Abend bei fchaft zu entfernen. Staßfurt, den 18. September 1892. König- Kräften für die Wahl eines wahren Volksvertreters, des Randi- Brochnow, Sebastianstr. 39, eine ordentliche Mitgliederversamm liche Berginspektion."( Name unleserlich.) daten der Sozialdemokratie, Robert Schmidt, einzutreten. Ferner lung stattfindet. Ein Bergmann, der seiner Menschen würde eingebent ist, macht es sich die Versammlung zur Pflicht, überall, wo sich nur Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden alkes wird nach solcher ungehöriger Behandlung wiffen, daß er am immer die Gelegenheit dazu bietet, für die Verbreitung der für Berlin und Umgegend. Mittwoch, den 7. Junt er., Abends 8 Uhr, in ben Arminhallen, Kommandantenstr. 20, Mitgliederversammlung. Bortrag. 15. Juni nur für den Kandidaten der Sozialdemokratie stimmen Ideen der Sozialdemokratie zu wirten in dem Bewußtsein, daß Sandemannschaft der Schleswig- Holsteiner ju Serlin. Mittwoch, der Noth und dem Elend, sowie der geistigen wie physischen den 7. Juni, Abends 8% Uhr, große Bersammlung mit Frauen Kuechtschaft der großen Masse des Volfes nur dann ein Ende im Vereinslokal Kommandanten- Garten", Kommandanten fir. 10-11. Tagesordnung: Abrechnung vom 1. Stiftungsfest. Mittwoch, den 14. Junt cr., Zu dem„ patriarchalischen" Verhältniß zwischen Groß- bereitet werden kann, wenn der heutige Klassenstaat mit seinen Bortrag des Herrn Stüve aus Hamburg über Hauptmann's„ Dié grundbesitzer und Arbeiter gab eine Verhandlung, welche am 24. Mai vor dem Bundesamt für das Heimathwesen stattfand, vernunftwidrigen Einrichtungen durch eine freie sozialistische Ge- Weber", schloß die Versammlung. tann. " Eine Staßfurter Bekanntmachung. Abschrift eines Zeitungsausschnittes. eine neue Illustration. Auf dem Gute des Grafen Scharnecknellschaft ersezt wird." Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie gilfe bei Unglücksfällen. Donnerstag, den 8. Juni, Abends 8 Uhr, bet in Siefowo waren viele Jahre die Eheleute Schimanky beschäftigt gewesen. Als ihre Kräfte fast aufgebraucht waren, wurde ihnen In Rigdorf sprach am 5. Juni Regerau in einer öffentbedeutet, Siekowo zu verlassen. Sie zögerten, diesen Befehl zu lichen Wählerversammlung über die bevorstehenden Reichstagserfüllen, da sie nicht wußten, wo sie in ihren alten Tagen ein wahlen und erntete reichen Beifall. Anwesende Gegner meldeten Unterkommen finden sollten. Der Herr Graf verstand aber tenen sich trot eindringlichster Aufforderung nicht zum Worte. Nachdem Lehrkurfus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen fur ersten Herrn BolB, Alte Jakobstr. 75. Vortrag des Herrn Dr. Christeller. Lehr- und Üebungsstunde. Sozialdemokratischer Agitationsverein für die Kreise Wittenberg, Schweinit, Torgau und Liebenwerda. Bersammlung heute, Abends 8% ubr, Neue Grünftr. 14. Theaterverein Unicum". Geute, 9 Uhr, Sigung bet Lehmann, Kaiser granz- Grenadier- Plas Z Frete Vereinigung der Bureau- Angestellten Berlins und um- gefeglich verpflichtet, eine folche Schandsprache zu verstehen? gegend. Whittwoch, den 7. Junt, Abends 9 Uhr, Sigung bei Philipp, Rosen- der fann er sich im Falle eines Prozesses darauf berufen, thalerstr. 38. Klub der Wanderfreunde." Mittwoch, den 7. Juni 1893, Monats- daß er diese Bekanntmachung zwar gelesen, aber nicht verversammlung im Klubhaus, Rosenthalerstr. 11-12. Tagesordnung: Mit: standen habe? theilungen der Führerschaft und Entgegennahme von Vorschlägen der Mitglieder über Touren. Verein ehemaliger Bad Schmiedeberger und Umgegend. Heute, Abends 8% Uhr, im Restaurant Walther, Kaiserstr. 11. Besprechung der Landpartie am 11. Junt. Vermischtes: Der fächsische Landtags- Abgeordnete Gelbke, Mitglied der konservativen Partei, ist am 31. Mai auf seinem Gute Luisenhof bei Gefau gestorben. Gelbke gehörte zu den enragirtesten Gegnern unserer Partei. Depelchen. Privat- Telegramm des Vorwärts". Malmö( Schweden), den 6. Juni. In Gotenburg sind 304 Maurer und 400 Arbeitsleute von der Arbeit ausgeschlossen worden. Deutsche Arbeitskräfte sind dringend fern zu halten. ( Depeschen des Bureau Herold.) wohl eine Kündigung zu erblicken sein, so daß nur für die NichtR. H. 5. In dem von Ihnen geschilderten Hergang würde einhaltung der Kündigungsfrist Entschädigung zu begehren wäre. M. W. 100. Sie sind zur Zahlung der in dem Prozeß Ihrer Frau erwachsenen Kosten verbunden. Indeß müßte dieserhalb zunächst gegen Sie geflagt werden. Wenn der Gerichtsvollzieher auf grund des gegen Ihre Frau ergangenen Schuldtitels Ihre Sachen gepfändet hat, so müssen Sie interveniren. Otto Sagan. Retlamiren Sie gegen die Einschätzung. A. W. Schwedterstr. 1. Das Mädchen kann nichts tönnen weibliche Personen, welche eine Ehe eingehen, die Hälfte perlangen; erst nach mindestens fünf Beitragsjahren ihrer Beiträge verlangen; also zur Beit Niemand. 2. Die Steuererhebung entspricht leider dem Gesetz. E. W. Die Zeichen auf dem Loosungsschein sind uns unWien, 6. Juni. Mehrere Angestellte der Schlafwagen- Rom- verständlich; sie deuten den Grund der zeitweisen oder gänzlichen Aus Hamburg wird berichtet: Als der Luftschiffer pagnie wurden heute auf dem Nordwest- Bahnhofe wegen an dem Untauglichkeit an. Behrends aus Berlin am Sonntag Abend von dem Ver- Gepäck der Reisenden begangener Diebstähle verhaftet. Schr. 29. Sie erscheinen nicht gewerbesteuerpflichtig, wenn gnügungslokal Mühlenkamp bei Hamburg aus mit dem neuen Lemberg, 6. Juni. Die einlaufenden Nachrichten über die Sie in sehr geringem Umfange nur gelegentlich solche Reparaturen Riesen- Luftballon„ Vorwärts" eine Luftfahrt unternahm, löfte sich Ueberschwemmungen lauten immer schrecklicher; ganze Dörfer vornehmen. der Ballon auf bisher noch unermittelte Weise von der Gondel. find vom Verkehr abgeschnitten und fortwährend stürzen Brücken J. P. 85. Der Streit gehört vor das Amtsgericht, sein Der Luftschiffer, der den Ballon retten wollte, ergriff ein herab- ein. Es ist militärische Hilfe erbeten, weil bereits Menschen Ausfall hängt von dem Gutachten eines Sachverständigen hängendes Tau, wurde aber mit ungeheurer Schnelligkeit von und Bieh ertrunken sind. ab, Einigung deshalb rathsam. dem Ballon in die Höhe gerissen und entschwand bald den Blicken Havre, 6. Juni. In den hiesigen industriellen Kreisen macht A. Rothert. Nein. Die Ehe ist verboten zwischen Verder Zuschauer. Nach einer hier vorliegenden Meldung wäre es sich eine große Unzufriedenheit bemerkbar, da die Bedeutung der wandten in anf- und absteigender Linie, zwischen voll- und Behrends schließlich gelungen, an der Ventilleine emporzuklimmen Stadt als Hafenplatz entschieden in der Abnahme begriffen ist. halbbürtigen Geschwistern, zwischen Stiefeltern und und das Ventil zu öffnen. Er sei dann zwischen Oldesloe und Seit der Einführung der Schutzölle verringern sich die Bollein- Stieftindern, Schwiegereltern und Schwiegerkindern Segeberg wieder zur Erde gekommen und habe nur leichte Ver- nahmen in besorgnißerregender Weise. Pro Mai 1893 betrugen( und zwar ohne Unterschied, ob das Verwandtschafts- oder diefelben 5 381 300 Franks gegen 9 500 000 Franks im Mai 1892. Schwägerschaftsverhältniß auf ehelicher oder außerehelicher legungen erlitten. Paris, 6. Juni. Ein Kassendiener der Société générale Geburt beruht und ob die Ehe noch besteht oder nicht, Die Zinkweißfabrik Antonienhütte" ist, wie der„ Voss. Zeitung" aus Rattowitz gemeldet wird, vollständig nieder. ist mit einer Viertelmillion Franks durchgegangen. welche das Verhältniß begründet), zwischen Adoptiveltern und gebrannt. Adoptivkindern und zwischen Ehebrechern. Dispens ist nur im letzten Fall zulässig. In der Bukowina haben Ueberschwemmungen der Flüsse Czeremosz, Suczawa, Sereth und Pruth, die durch einen 4 Tage lang andauernden Regen verurursacht wurden, bedeutenden Schaden angerichtet. Die Vorstadt von Czernowitz, Kaliczanka, ist überschwemmt und die untern Stadttheile schweben in ernster Gefahr. Es sind außerdem zahlreiche Ortschaften überschwemmt, 6 Häufer stürzten ein, Brücken sind weggerissen und die Kommu nitation ist vielfach unterbrochen. Ein heftiger Wirbelwind hat in Crajowa( Rumänien) mehrere Häuser zerstört und auch sonst viel Schaden angerichtet. Im Dorfe Rassereit in Tirol, an der von Jmst über den Fernpaß nach Bayern führenden Straße, brannten 40 Gebäude ab, darunter die Post. Eine heitere Probe von Amtsdeutsch geben die Grenzboten unter der Rubrik" Schwarzes Brett". Es heißt dort: Briefkaffen der Redaktion. An Verschiedene. Den 8. Juni bin ich wieder in Berlin, dann werde ich nach Möglichkeit alles erledigen. Bis dahin bitte ich Geduld zu haben. Betreffs Versammlungen muß man sich an den Vorstand wenden. M. 2. H. K., Buchholzer Straße. Mit Ihrem freundlichen Anerbieten wenden Sie sich an das betreffende Wahlkomitee. A. R., Putbuserstraße. Sie müssen den Wahltag abwarten; Sie werden dann sich überzeugen können, ob Ihre Reklamation berücksichtigt ist. Also gehen Sie nur in das betreffende Wahllokal zur Wahl. P. B. 1000. Der ortsübliche Tagelohn in Berlin beträgt für erwachsene männliche Arbeiter 2,70 M., für erwachsene weibliche Arbeiter 1,50 M., für jugendliche männliche Arbeiter 1,30 M., für jugendliche weibliche Arbeiter 1,- M. E. B., Solingen. Wir können uns nach keiner Richtung hin in die Angelegenheit einlaffen. O. K., Bromberg. Da wir Sie nicht fennen, wollen Sie uns erst mittheilen, woher Sie die Nachricht haben. Wißbegieriger, Kremmenerstraße. Zuchthaus bis zu fünf Jahren. Nachdem die für den bisher grundbücherlich(!) noch nicht eingetragenen Grundbesitz der Stadtgemeinde Greiz an Straßen, Plägen u. f. w., einschließlich des unter Parzelle Nr. 317 des die Flur Greiz inbegriffenen(!) Gölzschflußbettes nebst Brückenüberbau aufgestellten, seitens des hiesigen Gemeindevorstandes anerkannten Folien zur Einschreibung in das Grund- und Hypothekenbuch für die Stadt Greiz vorbereitet sind, wird solches mit dem Bemerken hierdurch öffentlich bekannt gemacht, daß die Entwürfe beregter(!) Folien für alle, die daran ein Interesse haben, an unterzeichneter Gerichtsstelle zur Einsicht bereit liegen, und werden hierbei zugleich R. 12. Sie haben einen Anspruch auf Invalidenrente, wenn alle, welche gegen den Inhalt dieser Entwürfe wegen ihnen an während der Dauer eines Beitragsjahres( 47 Wochen) Beiträge den darunter begriffenen Grundstücken etwa zustehender dinglicher entrichtet worden sind. Nach Ihrer Darstellung hätten diese oder aus Protestationen wider Veräußerung und Verpfändung Beiträge entrichtet werden müssen, falls Sie nicht ausdrücklich und solche Atte ausschließenden Dispositionsbeschränkungen her- entlassen wurden. Vielleicht sprechen Sie gelegentlich( möglichst zuleitender Rechte etwas einzuwenden haben, aufgefordert, diese erst nach dem 15. Juni) zwischen 12 und 1 Uhr vor. Ginwendungen bis 22. Auguft bei der Grund- und Hypotheken-$.. 100. Sie beziehen sich auf den Inhalt eines beantbehörde anzuzeigen, widrigenfalls dieselben solcher Einwendungen worteten früheren Briefes. Derselbe kann, da tausende dergestalt verlustig gehen werden, daß denselben gegen dritte(?) vorliegen, ohne Angabe feines Datums nicht herausgefunden Befizer und andere Mealberechtigte, welche als solche in das werden. Könnten Sie nicht eine nähere Bezeichnung geben oder Grund und Hypothekenbuch eingetragen werden, keinerlei Ihre gesammte Darstellung wiederholen? Wirkung beizumessen ist."- Die Grenzboten" stellen dazu die A. 2. Versuchen Sie Beschwerde; leider hat sie wenig Ausfehr berechtigte Anfrage an das Reichsgericht: Ist der Deutsche ficht auf Erfolg. Verlag des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Für den Wahlkampf. KFür Die Thätigkeit des Preis 20 Pfg. Taschenformat, 176 Seiten elegant geheftet. Deutschen Reichstags Don 1890-1893. Mit einem Anhang, enthaltend: Die wichtigsten Beschlüsse der Wahlprüfungs- Kommission, die für die Agitation und die Wahlen wesentlichen Bestimmungen des Strafgesetzes und des Wahlgesetzes für den Reichstag nebst Reglement. In Particen und für Wiederverkäufer Rabatt. Der Kuhhandel. Zur Wahl 1893. Preis 10 Pf. 32 Seiten illustrirt. Zu beziehen durch alle Spediteure u. Kolporteure, sowie vom Verlag: H. Baake, City- Paffage.[ 42681* Spiegel- u. Polsterwaaren- Magazin.| Ganze Ausstattungen Küchenmöbel in grosser in Mahagoni u. Nussbaum. Auswahl empfiehlt C. S. 45. Die gesammten Mitglieder müssen klagen, bezüglich zunächst einen Zahlungsbefehl beantragen. Mittenwalde. Gerichtstermine können auf den 15. Juni gelegt werden. Im übrigen beachten Sie die im„ Vorwärts" veröffentlichten Agitationswinke und wenden Sie sich an das Wahlkomitee Ihres Kreises. P. 2. 100. Leider giebt das Gesetz dem Aufseher fein Recht, eine bestimmte Zeit Urlaub zwecks Nachsuchens einer anderen Stellung nach stattgehabter Kündigung zu verlangen. Briefkaffen der Expedition. In unserer Expedition gingen zum Wahlfonds ferner folgende Beträge ein: Bon zielberßten Stuckateuren der R. Schinner'schen Werkstatt 10,50 und von ihrem Budiker M. aus der Fasanstraße 1,50. Großmann, Schultheiß' Stammtisch 3,70. Gesammelt von den Metallwaarenfabrik- Arbeitern bei Solems 3,80. A. Q. Unfall erlitten seit 5 Jahren 3,-. Von H. Jaroscheck durch J. Neumann 3,-. Von einigen Zimmerern des Westens 3. Rate durch F. R. 12,-.. 3. 5,50. Die blauen Schafstöpfe b. Tiek 2,70. Geselliger Verein Brüderlichkeit 4,-. M. P. Billig 0,40. Ges. von mehreren Zielbewußten in Nieder Schönhausen( Elysium) Wittwe Schulz 4,50. Rechtsanwalt B. 300,-. Personal H. S. Hermann 5. Nate 35,25. Ein fideler Abend 12,- Von einer Mäntelnäherin 0,50. Siegel 2,- Kraft- und Artistenklub Eiche 10,- Lithogr. Atelier C. Reinicke 4,-. H der Rostockerstraße 2,-. Mehrere Maler Spandaus 6,50. Ueberfchuß einer Versammlung in Seddin, Kreis Belzig, durch Heinrich, Potsdam, 1,85. Rother Buchholz 5,40. Durch Hatscher, Glas schleifer, 2. Rate 4,-. Bildhauer- Atelier in Wilmersdorf 5,-. Summa 443,10 M. Bereits quittirt 6284,75 M.; in Summa 6727,85 M. C. Schr., Solingen. Wahlstatistik ist vergriffen. Wird nach der Wahl neu aufgelegt. Der Schuhengel!! macht es den Kindern unmöglich, das Fenster zu öffnen und verhindert absolut das Hinausfallen der Kinder aus offenstehenden Fenstern.[ 56/ 8* Nach außerhalb gegen Eins. v. M. 3,50 resp. 4,50 franko bei L. Littauer, Berlin NO., Landsbergerstr. 25/26. Kinderwagen Größtes Lager im Norden Berlins. Theilzahlung gestattet. A. W. Schulz, Brunnenstraße 145, Ecke Rheinsbergerstraße. Musterbücher gratis und franko. Achtung! Kein Laden. Kontroll- Schukmarke. Nur eigene Fabritation, 25 Bigarren Garantie rein amerikanische Rippentabat 2 Bid. 60 Big. g. F. 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