Nr. 132. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertels jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, roöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelné Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit tülufte. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich= Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgefpaltene Petitzeile oder deren Raum 40 fg., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 fg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Ervedition ift an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 4186. Telegramm- Adresse: " Vorwärts Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. " Eine ReichsErbschaftssteuer? Donnerstag, den 8. Juni 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Beglaubigte Abschrift. I. IV. B. 185. 93. In der Straf- von Finanzplänen der Reichsregierung nichts gesprochen Steuerprogrammes fordert. Die Sozialdemokratie fordert fache gegen den Redakteur Wilhelm Schroeder zu Berlin, geboren werden, so würden die drei B( Börsen- Branntwein- und nach dem Programm von Erfurt Erbschaftssteuer stufenweise am 6. November 1861 zu Altona, evangelisch, wegen Beleidigung, Biersteuer) in den Wählermassen allzuviel Unruhe ver- steigend nach Umfang des Erbgutes und nach dem Grade der --I. IV. B. 185. 93. hat die fiebente Strafkammer des König- ursachen, man will den Gegnern der Militärvorlage das Verwandtschaft, aber nicht in dieser Formulirung liegt lichen Landgerichts I zu Berlin am 5. Mai 1893 für Recht erTaunt: Der Angeklagte Redakteur Wilhelm Schroeder wird wegen Agitationsmaterial rauben, indem man den Glauben er das Charakteristische unserer Forderung der Erbschaftssteuer, Beleidigung durch die Presse zu einer Geldstrafe von fünfzig weckt, ganz andere Steuerpläne werden jetzt von der sondern darin, daß sie Glied eines Steuerprogrammes iſt, Mark, der im Nichtbeitreibungsfalle für je fünf Mark ein Tag Reichsregierung erwogen, sie sehe von den unpopulären das die stufenweis steigende Einkommen- und VermögensHaft zu fubftituiren und zur Tragung der Kosten des Verfahrens Vorschlägen des Herrn Malzahn ganz ab. Ja man deutet steuer mit Selbsteinschätzungspflicht zur Grundlage und die verurtheilt; auch wird dem Beleidigten, Staatssekretär des Reichs- selbst an, Graf Caprivi sehe von der im Volke nicht allzu Abschaffung aller indirekten Steuern, Zölle und ähnliche postamis Dr. von Stephan die Befugniß zugesprochen, die Ver- hoch geschätzten Kraft des Herrn v. Malzahn vollständig wirthschaftspolitische Maßnahmen zur Folge hat. Den Haupturtheilung des Angeklagten auf Kosten desselben durch einmalige ab, und als sein Nachfolger sei der Mann der preußischen werth legt die Sozialdemokratie auf den Ausbau und die Einrückung des Urtheilstenors in die Zeitung Vorwärts, Ber- direkten Steuern, der schlaue Miquel erforen, einer der richtige Gestaltung der Einkommens- und VermögensLiner Voltsblatt, Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Zeutschlands", und zwar an hervorragender Stelle, binnen vier wenigen Staatsmänner, dem auch seine Feinde schöpferische steuer. Die Erbschaftssteuer bietet dem praktischen FinanzWochen nach Zustellung einer Ausfertigung des rechtskräftigen Ideen zutrauen. politiker eine sehr werthvolle Kontrolle und Ergänzung der Urtheilstenors öffentlich bekannt zu machen, sowie der inkriminirte Graf Caprivi wird wohl im Reichstage mit einer Vermögenssteuern, dem Sozialpolitiker eine Anerkennung Artifel in Nr. 33 des Vorwärts" vom 8. Februar 1893 in der verächtlichen Armbewegung die Verantwortung für das der Oberhoheit der Staatsgewalt über das Privateigenvorgedachten Zeitung und diejenigen Theile der Platten und Finanzgeschwät seiner Offiziösen ablehnen und die ver- thum. Man muß sich aber hüten, die Erbschaftssteuer als Formen, auf welchen sich der Artikel befindet, unbrauchbar zu lachen, die demselben Bedeutung beimaßen. Wir gehören Deckungsmittel der geforderten Mehrauslagen zu machen. Für richtige Abschrift, Berlin, den 1. Juni 1893. nicht zu diesen, wenn wir aber trotzdem auf die offiziös überschäzen. Die Erbschaftssteuer hat vor allen auMeyer, Aktuar. empfohlenen Steuerarten eingehen, geschieht es, um die deren Steuern den Nachtheil, daß ihre Erträgnisse sehr Wähler schon jetzt auf die Tragweite der Projekte einer ungleichmäßig sind, vom Zufalle abhängen, daß sie sich desseits aufmerksam zu machen, andererseits um zu verhindern, halb sehr wenig zur Deckung eines regelmäßigen Erforder daß sie sich Sand in die Augen streuen lassen. Und dies nisses eignen. Dann ist zu erwägen, daß wir in den Einzelthut gerade den besiglosen Klassen gegenüber dringend noth, staaten schon Erbschaftssteuern besigen, daß demnach, wenn heute mehr denn je! Wurden doch gerade in den letzten bas Reich sich zur Einführung von Erbschaftssteuern entEs scheint die vornehmste Aufgabe der offiziösen Presse Tagen Steuerprojekte feitens der Offiziösen zur öffentlichen schließen würde, den Einzelstaaten eine Steuerquelle entweder zu sein, das Volk in betreff der Steuerpläne der Reichs- Erörterung gestellt, durch welche auf die Stimmung der entzogen werden müßte, oder die Reichs- Erbschaftssteuer regierung vor dem Wahltage möglichst zu verwirren. Von besitlosen Klassen spekulirt wurde. Steuern wurden nur ganz niedrige Erträge abwerfen würde, weil sie dann nichts schreiben die wieder voll ausgewachsenen Reptilien empfohlen, durch die vornehmlich die Besitzenden getroffen blos als eine Art von Zuschlag zur Landessteuer zur Anmehr als von Steuerplänen, obgleich der Reichskanzler den werden konnten, so die Reichs- Einkommensteuer, dann Luxus- wendung kommen könnte. Beide Wege hätten ihre Schwierigfuperflugen Schlachtplan haben soll, vom Reichstage die steuern, hierauf die Steuern auf den Totalisator und nun feiten. Würde man den Einzelstaaten das Recht Annahme seiner Militärvorlage zu fordern und sich die die Reichs- Erbschaftssteuer, dabei wird versichert, daß die der Besteuerung von Erbschaften nehmen, so würde Borlage seiner Steuerentwürfe für eine spätere Session Verdoppelung der Brausteuer nicht wiederkehren wird. Dies nicht ohne ungünstige Einwirkung auf die vorzubehalten. Man will damit den Anschein erwecken, daß Nun ist freilich der Plan von der Reichs- Einkommensteuer Reichsfinanzen sein, da die Matrikularbeiträge dann nicht man in der Steuerfrage zu den größten Zugeständnissen rasch fallen gelassen worden, wohl weil den für die mehr in der gleichen Höhe aus den Kassen der Einzelstaaten bereit ist, während man in der Militärfrage von der neuen Agitation für die Militärvorlage Geld spendenden Groß- in die des Reiches fließen fönnten, andererseits würde die lex Huene sich nicht mehr viel abhandeln lassen will. Man banken und Großbankiers schon die nicht ernst gemeinte Erhaltung der partikularen Erbschaftssteuern und eine er spekulirt auch auf die verschiedene Gruppirung des Reichs- offiziöse Lancirung dieses Projektes Unbehagen verursachte. gänzende Reichs- Erbschaftssteuer schon infolge der ungleichtags bei der Militär- und bei der Finanzfrage. Die Rickert, Aber es ist noch vieles übrig geblieben, was sozial ver- mäßigen Belastung in verschiedenen Staaten ihre SchwierigLieber, Huene, Bennigsen, Kardorff, Hammerstein, Helldorf, söhnend" wirken sollte. Ueber die Luxus- und Totalisatoren- feiten haben und kaum besonders Erhebliches einbringen. Koscielski, Bödel, Ahliardt lassen sich in der Militärfrage steuer braucht der Vorwärts" kein Wort zu verlieren, er hat Wie sehr die Erbschaftssteuern in den deutschen Einzelunter einen Hut bringen, fie laufen aber bei der Frage der diese Projekte schon beleuchtet. Wohl aber verdient der neueste staaten abiveichen, sei durch einige Beispiele bewiesen. In Deckung des Militärbedarfes sofort in alle Richtungen aus- von Miquel dem Klügsten, der die„ demokratische"" Frank- Prozenten vom Werthe des Erbtheiles werden Ehegatten furter Beitung" als offiziöses Organ u gebrauchen ver- mit 3 bez. 9 pCt. in Elsaß- Lothringen, mit 1% pCt in Deshalb kann Capriri sein Steuerprogramm heute un steht, ausgeheckte Steuerplan eine Beleuchtung. Dagegen Baden besteuert, sie bleiben dagegen in Preußen, Bayern, möglich enthüllen, denn für seine Militärpolitik und für können doch die Sozialdemokraten nicht agitiren, die Erb- Sachsen, Württemberg, Hessen steuerfrei. Geschwister seine Steuerpläne muß er mit zwei verschiedenen Mehrheiten schaftssteuer wird doch in allen ihren Programmen ver- Deszendenten zweiter und weiterer Grade werden in Preußen rechnen, er muß wirklich in diesem Falle den freilich blos langt, alle die nichts zu vererben haben, werden für diese mit blos 2 pct., in Baden mit 34 pCt., in Bayern mit parlamentarischen Krieg nach zwei Fronten Steuer sein, das ist die Mehrzahl der Bevölkerung, also 4 pCt., im Reichslande mit 7-8 pt. besteuert, andere führen. Verräth Caprivi heute seine Steuerabsichten, so haben wir einen famosen Wahlkoup ausgeführt", so mag Verwandte dritten Grades werden in Preußen mit 4 pct., schwenkt sofort ein Theil seiner Wähler in die Opposition fich Miquel gedacht haben, als er sich dem Korrespondenten in Bayern mit 6 pct., in Baden mit 10 pCt. der Erbschaftsüber, so muß er sich auf den nothgedrungenen Standpunkt der Frankfurter Zeitung" gegenüber„ verplauderte". summe besteuert. des„ Nichts Gewisses weiß man nicht" stelleu. Es ist ja richtig, daß die Sozialdemokraten ErbschaftsWarum nun das unaufhörliche Schnattern der Enten steuern fordern, aber es ist ebenso richtig, daß die Sozialdes Preßbureaus? Die Erklärung ist sehr einfach. Würde demokratie die Erbschaftssteuern im Rahmen eines ganzen einander. Feuilleton. Nadbrud verboten.) Vom Stamm gerissen. Von Elise Schweichel. ( 21 Mitten in der Lektüre wurde er plötzlich auf das Stimmchen der kleinen Jeannette, der jüngsten Tochter des Brauers, aufmerksam, die neben einem anderen Schritte die Treppe heraufgetrippelt kam. fumée!" er wieder ihre Hand ergriff und sie nach dem Stuhle vor seinem Schreibtische, dem einzigen, etwas bequemen Sit der sehr einfach eingerichteten Stube, führte:" Wie komme ich zu dem unverhofften Glück, Sie hier in der Fremde zu sehen. Was führt Sie her?" " Man ersieht hieraus, daß die Einführung der ReichsErbschaftssteuer nicht gerade so einfach ist, wie die Herren Offiziösen zu meinen vorgeben. Brauerei; da giebt es einen köstlichen Trunt. Entschuldigen Sie mich, in zwei Minuten bin ich wieder hier. Da mit eilte er hinaus und mit elastischen Schritten die Treppe hinab. Tussy saß ein Weilchen sinnend da. Dann aber fing " Ich bin als Reisebegleiterin einer Dame hier," er- fie an, sich in der Stube umzusehen. Ihr Blick begegnete widerte Tuffy, ihre Thränen gewaltsam bezwingend. Wir vielem, was ihrem weiblichen Ordnungssinn nicht gefiel, logiren unten am See, im Hotel Beau Rivage. Frau und schnell erhob sie sich, legte Hut und Handschuhe ab und Malm, so heißt die Dame, fonnte sich aber nicht entschließen, begann Ordnung zu schaffen. Das noch immer schwelende so hoch zu steigen," fezte sie, wie zur Entschuldigung ihrer Holz im Kamin hatte sie schon vorhin zum Nachhelfen geKühnheit, ihn allein aufgesucht zu haben, hinzu." Ich reizt. Jezt kniete sie nieder, ergriff den kleinen Blasebalg mußte Sie aber sehen, das hat mir der Vater auf die und blies die glimmenden Holzstücke erst sachte und dann Seele gebunden." immer kräftiger an, bis eine schöne helle Flamme aufschlug. ,, C'est ici, Mademoiselle. Monsieur Oetting est chez" Nun, Tussy, ich hoffe, Sie sind nicht nur des Vaters Als Kurt mit einer Karaffe schäumenden Bieres zurücklui. La porte est grandement ouverte, entrez seulement, megen gekommen," sagte Kurt mit einem leisen Vorwurf fehrte, brannte es tuftig im Kamin, und Tussy war gerade Oh alors, qu'est ce qu'il a fait? C'est tout plein de im Ton. dabei, einige umherliegende Kleidungsstücke aufzuhängen. Gewiß nicht," versetzte sie schnell und fuhr dann ab- Er blieb betroffen auf der Schwelle stehen. Der Anblick Dettinger ließ die Hand mit dem Briefe sinken und fah lenkend fort:„ Aber wie entlegen wohnen Sie hier? Gut, des häuslich geschäftigen Mädchens, dessen schwellende erwartungsvoll nach der Thür. Nicht lange, so erschien eine daß Frau Malm nicht mitkam; mit der hätte ich meine liebe Formen ihm jezt erst auffielen, erfüllte seine vereinsamte Dame in dem Rahmen derselben. Befremdet erhob er sich Noth gehabt. Sie kann gar nicht gehen, sie ist so zart und Seele mit einem ganz eigenen Wohlgefühl und setzte ihn und schritt ihr langsam entgegen. Sie war eingetreten und verwöhnt und auch ein wenig findisch," lächelte Tuffy mit doch zugleich ein wenig in Verlegenheit. Indessen scherzte hatte die Thür vor der Nase der kleinen Jeannette, die mit köstlicher Ueberlegenheit, aber so gut, wirklich herzensgut," er so unbefangen wie möglich über den Graus einer Jungdem Finger im Munde neugierig stehen geblieben war, sette sie schnell hinzu. Sie erwartet, daß Sie mich heut' gesellenwirthschaft, die der wahre Gegensatz des Ewigweibhinter sich geschlossen. Jezt hob sie den Schleier. zum Diner um sieben Uhr zurückbegleiten. Bis dahin bin lichen sei. " Tuffy," rief er und streckte ihr beide Hände entgegen, ich frei." Tussy erröthete ein wenig, ging aber munter auf seine in die sie die ihrigen mit einem unbeschreiblichen, aus Freude, Ach, das ist ja herrlich, köstlich!" jubelte Dettinger, Scherze ein, während sie für die Karaffe ein kleines TischWehmuth und lieblicher Verwirrung gemischten Blicke legte. Da führe ich Sie in meinem Paradies herum, bis hinauf chen abräumte und vor den Kamin stellte. Dettinger war Kurt schüttelte sie ihr immer und immer wieder, und sah sie auf das Signal, den höchsten Punkt über Lausanne. Dort seelenvergnügt über diese Anordnung und freute sich dabei mit tiefer Ergriffenheit an. Reden konnte er aber ist eine Aussicht! Oder wollen Sie die Kathedrale sehen? über das helle Feuer wie ein Kind, das er in seinem Aber ich bin ganz kopflos vor Freude. ebensowenig wie sie, und als ihr nun die Thränen über die Zunächst Herzen war, fchob für Tussy seinen Lehnstuhl heran, und Wangen stürzten, hielt auch er sich nicht länger. müssen Sie sich erquicken." Und als Tussy ihm wehren lief der Magd entgegen, um ihr Gläser, Brot und Käse wollte, fuhr er, mit scherzhafter Heimlichkeit sich zu ihr abzunehmen, welche Dinge er sich von der Wirthin erbeten niederbeugend, fort; Sie wissen, ich wohne hier in einer hatte. Von einander abgewandt, suchte jedes sich zu fassen. Kurt gelang es zuerst. Liebe, liebe Tuffy," sagte er, indem -VO " Und dann handelt es sich auch darum, wie sich in dem parlamentarischen Kriege Caprivi's nach zwei Fronten die Aussichten der Reichs- Erbschaftssteuer gestalten werden. Dies ist ja so lange nicht abzusehen, als uns nur offiziöse Aeußerungen und kein ausgearbeiteter Gesezentwurf vorliegt. weigerlich zu fügen hätte. Die Berufung endlich auf oen mehr 2 765 251 M. und gegen den Etat mehr 3 375 140 m. strafrechtlichen Grundsas ne bis in idem" ist völlig Die Poftunterbeamten werden am Wahltage unverständlich. Die Regierung wird ihrerseits die zur Lösung der Frage beitragen: Wie sind die UeberVerfassung gewissenhaft halten, aber auch jedem Versuche entgegentreten, der dahin geht, die verfassungs- schüsse wahrhaft nugbringend zu verwenden? mäßigen Rechte und Gewalten zu ihren Ungunsten zu ver Uns wird unterm 7. Juni geschrieben: schieben." Die Geschichte der Erbschaftssteuer in Preußen hat be wiesen, daß die Parteien des preußischen Landtages für Wenn die Regierung erklärt, daß fie die Verfassung Erleichterung und nicht für den Ausbau dieser Steuer sind, obgleich dieselbe im Etat für 1890/91 blos mit der gering- gewissenhaft halten" werde, so sei dies hiermit verzeichnet. Aber wozu das ausdrücklich versichern, was felbft fügigen Summe von 6 900 000 Mart figurirt. Im Jahre verständliche Pflicht und Schuldigkeit der 1873 war man allgemein im preußischen Landtage der Regierung ist? Verfassung oder Verfassungsbruch, das Meinung, daß die Steuer für überlebende Ehegatten ab- ist die Frage. Und die Staatsstreichler sind noch zuschaffen sei. Der Abg. Mallinckrodt nannte eine Erb- nie so feck und herausfordernd gewesen, wie heute. Orakelschaftssteuer der Kinder bei Beerbung der Eltern eine haft dunkel ist die Schlußwendung der Caprivi'schen Kundhimmelschreiende Steuer. Und Fortschritt und gebung. Betrachtet die Regierung es etwa als eine„ VerNationalliberalismus, Ronservative und Reichspartei freuten schiebung" ihrer Gewalten", wenn der neue Reichstag die sich damals von Herzen, daß es gerade ein Zentrums- militärvorlage über Bord wirft? Will die Volks mann war, der ihrem gepreßten Herzen so klaren Aus- vertretung die Verfassung volksthümlicher gestalten, was druck gab. der Verfassung, wenn hinter dem Parlament die Mehrheit thäte die Regierung gegen die Demokratisirung der Nation stünde? U. A. w. g.! nicht abwehren können. Unsere Postbehörde hat gestern verfügt, daß der Erholungs Urlaub für sämmtliche Beamten bis nach dem 15. b. M. hinausgeschoben werden soll, damit alle fich am Wahltage in Berlin befinden und an der Wahl theilnehmen tönnen. Diese Maßregel ist etwas ganz Ungewöhnliches. Vielleicht wünscht die Behörde im Einverständniß mit anderen Behörden( siehe unter Artikel: Eisenbah Erlasse) durch dieses Hinkommandiren zur Wahlurne die beiden Berliner Kreise, deren Heimfall an uns zu befürchten steht, zu retten, da sie sich jedenfalls in bem Glauben befindet, daß die Stimmung unter den unteren Postbeamten infolge der gleich nach der Reichstags= Auflösung vertheilten Gehaltszulagen besser geworden ist. Darin irrt sie sich allerdings. 4 Deffen können wir sicher sein, daß der Reichskanzler die Reichs- Erbschaftssteuer, wenn sie wirklich in einer ben Finanzbedürfnissen des Reiches entsprechenden Weise geZum Kapitel: Die Sozialdemokratie in der Armee fordert werden würde, vom nächsten Reichstage nimmermehr Die Zeilenschinder der bürgerlichen Preffe exploitiren schreibt man uns: bewilligt erhalten werden wird; wie ein Mann würden die die Wahlbewegung für ihre Zwecke, indem sie AltweiberPayer und Richter, die Rickert und Hammacher, die Ben- tratsch und Lakaienflatsch in alle Welt trompeten und sich an die gesammte Armee ergangen, daß Sozialdemokraten Vor einiger Zeit ist ein vertraulicher Erlaß des Kaisers nigsen und Stumm, die Mirbach- Sorquitten und Hammer für die sensationellen" Tartareu- Nachrichten Zeile für nicht zu Gefreiten und Unteroffizieren avanciren dürfen. stein fest und treu zusammenstehen in trogigster und ener Beile bezahlen lassen. Die Lohnschreiber der Reaktion Das trifft insbesondere auch die sozialdemokratisch gesinnten gischfter Opposition gegenüber dem Attentate der Reichs suchen so gut Stimmung zu machen wie die Reporter der Einjährig- Freiwilligen, beren es ebenfalls in der Armee giebt. regierung auf ihre feuerfesten Geldschränke und ihre Bank- bürgerlichen Mischmasch, Kompromiß- und Wadelstrumpf- Infolge dieser Verordnung ist unter einzelnen Regimentern, depots. Der General- Reichskanzler ist sicherlich ein muthiger Gruppen. So war in einzelnen Blättern dieser Tage aus die sich aus Bezirken rekrutiren, in welchen die SozialMann, aber dieser geschlossenen Gegnerschaft wird er sich sicherer Quelle" berichtet worden, daß der Kaiser sich demokratie große Vertretung hat, Mangel an passen niemals entgegenstellen wollen, und hätte er den Muth, fein gegen die Aenderung des Wahlrechts aus dem Gefreiten Material eingetreten. Die Herz würde weich werden von den beweglichen Klagen der gesprochen habe. Was für eine Privatmeinung ber Raiser sozialdemokratischen Soldaten find genau wie die sozialnothleidenden Grundbefizer, denen man eben in Preußen über das Wahlrecht hegt, tommt nicht in Betracht, nur die bemokratischen Arbeiter immer die intelligenteren, um diese die Grundsteuer erlassen hat und die man nun zu einer Verfassung entscheidet. Und diese hat das allgemeine Thatsache können auch die Militärbehörden nicht herum. Reichs- Erbschaftssteuer heranziehen wolle. Er würde den Wahlrecht gefeßlich festgelegt. Daran ist nicht zu drehen Man sieht, die Sozialdemokratie ist ein Faktor geworden, Borwurf des Undants seitens der Hochfinanz und Groß- noch zu deuteln. Die Wähler werden am 15. Juni durch mit dem auch die Armee rechnen muß, sie mag wollen oder industrie nicht ertragen können, die auf ihren ein Millionenvotum bekunden, daß sie das Wahlrecht nicht nicht. schlecht gelohnten Patriotismus hinweisen würden, er antasten lassen. würde die Beschuldigungen der Fron men im Lande Für ein neues Sozialistengeset macht bereits in gar ob der unchristlichen Stenerpläne im Deutschen Reiche Der lange Arm des Barismus scheint sich im Deutschen nicht verschämter Weise das Organ des Königs Stumm Reiche, dessen Staatsmänner die Militärvorlage bekannt und der anderen Magnaten, die" Post" eifrig Stimmung. Dies sehen die Miquel, Caprivi und Malzahn voraus, lich auch mit der vom Often drohenden Gefahr eines Krieges" Die Wähler seien darauf hingewiesen, damit diese Thatfie werden deshalb auch nicht eine einschneidende Reichs zu begründen suchen, abermals mit Erfolg ein Opfer holen zu fache ein neuer Stachel für ihren Wahleifer sei. Die AufErbschaftssteuer planen, wenn überhaupt solche Steuer- wollen. Der aus Rußland gebürtige Student Grapsti, bebung des Sozialistengesetzes sei, so führt die Poſt" aus, projekte ernstlich erwogen werden, sie werden blos harmlose den die russische Polizei wegen irgend eines Quarks verfolgt, ein der einzige Moment von Bedeutung für die Entwickelung Entwürfe machen, welche die Reichen nicht erheblich belasten und die Armen von dem guten Willen der Regierung über- durchaus harmloser junger Mann, fam von Paris befuchsweise der Sozialdemokratie feit den letzten Reichstagswahlen". Eine wesentliche Veränderung in der Zahl der sozialzeugen sollen, daß die Reichen zu gunsten der Armen be- hierher und wurde hier verhaftet. Da der Ausländer in Deutsch demokratischen Stimmen stehe in ursächlichem Zusammenlaftet werden sollen. land keinerlei Aufenthaltsrecht hat, sondern ihn die Polizei aus hange mit dem Fall des Gesetzes. Dann heißt es: Doch die Armen lassen sich nun nicht mehr täuschen, weisen kann, ganz wie es ihr paßt, so wird der von dem russisie sind erfüllt von Mißtrauen gegen alle Regierungspläne, schen Despotenthum verfolgte Student wahrscheinlich aus Preußen und sie haben das Recht dazu. ausgewiesen werden, und es besteht die Gefahr, daß er nach Rußland ausgeliefert wird. Haben wir nach Lage der Dinge hinsichtlich der Ausweisung an sich nur die Möglichkeit des Proteftes, so erwarten wir von der preußischen Regierung wenigstens, daß sie in demselben Augenblick, wo die Militärvorlage mit den russischen Kriegsfanfaren begründet" wird, Graf Caprivi erklärt in einem halbamtlichen, mit der Welt nicht das empörende Schauspiel giebt, demselben Rußboshaften Spigen gegen Bismard versehenen Artikel durch land, gegen das der Deutsche angeblich bald marschiren müssen den Mund feines Pindter in der Abend Ausgabe der wird, ein neues Opfer für Sibirien oder für die scheußlichen Kerker Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" vom der Schlüsselburg oder einer anderen Marterkammer der Schand7. Juni: inftitution Barismus zu überantworten. Politische Itebersicht. die und die Ea Berlin, den 7. Juni. V „ Die wirthschaftlichen Verhältnisse müssen bei dem Urtheil aber in so weit in Betracht gezogen werden, als die Wahlen von 1890 sich auf der Höhe der aufsteigenden wirthschaftlichen Bewegung vollzogen, während inzwischen eine stark rückläufige Bewegung eingetreten ist, deren Ueberwindung noch nicht sicher erscheint. Der Unterschied in dem Verhältniß von Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und die dadurch bedingte Veränderung des wirthschaftlichen Gewichts der Arbeitnehmer im Verhältniß zu den Arbeitgebern muß für die Kraftentfaltung der Sozialdemokratie bei den jezigen Wahlen ein Hinderuiß sein. Erreicht die Sozialdemokratie daher, wie sie hofft, einen weiteren erheblichen Zuwachs an Stimmen, so wird man der Aufhebung des Sozialistengefeges noch eine erheblich ungünstigere Wirkung beimeffen müssen, als dies schon aus der Zahl der Stimmen allein sich ergäbe." Die„ Hamburger Nachrichten" und die Freifinnige 8tg." Herr Thielen waltet seines Amts mit Umsicht. Nicht stetigen Fortschritt unserer Partei nicht aufgehalten; Bekanntlich hat das Sozialistengesetz auf die Dauer den vertreten in längeren fast gleichzeitig erschienenen Leitartikeln die Anschauung, daß die Regierung zwar formell berechtigt bloß in Breslau, auch anderswo ist der Wahlerlaß die legte Wahl, die unterm Sozialistengesetz vor sich ging, fei, den Reichstag im Falle einer einmaligen Verwerfung der angeschlagen worden So wird aus Köln am Rhein be- Die letzte Wahl, die unterm Sozialistengesetz vor sich ging, Militärvorlage zum zweiten Male aufzulösen, daß aber ein richtet, daß die dortige Eisenbahn- Direktion die vorgesetzten die vom 20. Februar 1890, brachte uns die höchste Stimmenfolches Vorgehen gegen den Geist der Reichsverfassung ver- Beamten angewiesen habe, die Angestellten ihres Hefforts siffer von allen Parteien und 35 Mandate. Jedes Ausstoße, weil die Auflösung den Charakter einer Berufung an bis herunter zum Weichensteller und nahmegesetz wirkt agitatorisch. Aber die Grundursache des Aufschwungs der Arbeiterpartei ist der unaufhalt Verstoß gegen den Cat, ne bis in idem"( nicht zweimal in Rottenarbeiter anzuhalten, am 15. Juni ihrer Pflicht same Fortschritt des Kapitalismus, der politisch berselben Sache) enthalten würde. Dieser Versuch, die als Staatsbürger zu genügen und zur Wahlurne zu gehen". unterdrückt und wirthschaftlich ausbeutet, und zwar Berfaffung zum Nachtheil der Regierungsgewalt auszu So wird's gemacht. je höher er sich entwickelt, um so schärfer und in legen, verdient entschiedene Zurückweisung. Die Bestimmung des Aus dem Reiche des Herrn von Stephan. Mit immer größerer Steigerung. Wenn das Stumm- Blatt die Artikel 24 der Reichsverfassung ist an fich tlar; fie tnüpft das Recht der Auflösung an das Erforderniß eines Beschlusses des seinen Ueberschüssen paradirt der Poftetat, aber diese Hungerpeitsche als hemmende Kraft unserer BeEs übersieht nur, Bundesraths und die Zustimmung des Raisers, fennt aber Ueberschüsse werden nicht sozialpolitisch verwerthet wegung aufzählt, so leuchtet das ein. sonst feinerlei Beschränkung. Die Auslegung, daß damit nur für die darbenden Po stunterbeamten, sondern dem daß troz aller Wahlbeeinflussung, amtlicher und einzelformelles Recht" geschaffen werde und der Geist der Ver- Militarismus zugeworfen. Nach tem jetzt vor- tapitalistischer, der Druck den Gegendruck hervorruft. Mit faffung der Regierung Schranken auferlege, welche der flare liegenden endgiltigen Finanzabschluß der Reichs- oder ohne Sozialistengesetz, wir marschiren vorwärts. Wortlaut nicht vorsieht, ist juristisch unhaltbar und im kon freten Falle um so verkehrter, weil am allerwenigsten bei einer Post- und Telegraphenverwaltung für das Ruft aber heute die" Post" nach einem Ausnahmegesetz, so militärischen Frage die Absicht der Reichsverfassung gewesen am 31. März 1893 beendigte Etatsjahr ergiebt sich in dem tritt sie in die Fußstapfen ihres Herrn, der im Parlament fein kann, dem Botum des Reichstages den Charakter eines ordentlichen Etat ein Ueberschuß der Einnahme über wer weiß wie oft schon für Zwangsgefeße gegen uns geeifert Urtheils letter Instanz beizulegen, dem die Regierung sich un- die Ausgabe von 24 598 078 M., d. i. gegen das Vorjahr hat. Wähler, seid auf der Hut! Studien für das Branntweinmonopol. Wie der Es war ein sehr frugales Mahl, welches er der lieben„ Seit dem Herbst. Zuerst gingen wir nach Wiesbaden, Freisinnigen Beitung" mitgetheilt wird, hält sich gegenLandsmännin hiermit bot, aber in der Stimmung, in der dann nach Schlangenbad und endlich nach Vevey, von wo wärtig der Geheime Finanzrath Köhler aus Berlin in Niederschlesien auf, um in einer Reihe von Nettisich beide befanden, schmeckte das schöne Schweizer Weizen wir kommen." brot und der echte Emmenthaler Käse, mit dem kräftigen Also so lange sind Sie schon in meiner Nähe und fikationsanstalten und Rognatatfabriken Doppelbier befeuchtet, besser als die schönsten Delikatessen. ich keine Ahnung davon zu haben! Warum schrieben Sie Studien zu machen im Interesse der Einführung des Und Tussy fühlte erst jetzt, daß ihr der Weg einen tüch mir nicht?" fragte er voll Bedauern, indem er seine Hand Spiritusmonopols. tigen Appetit gemacht hatte. Sie griff wacker zu. leicht auf ihren Arm legte. Sie schwieg und er fuhr fort: Die Westdeutsche Allgemeine Beitung" Und nun erzählen Sie, liebe Tuffy, wie ist es ge- Aber der Vater, was macht der nun ganz allein?" veröffentlicht bereits einen Gesezentwurf über die Deutschen tommen, daß Sie Ihre Stellung als wohlbestallte Schul- D, der Vater war damit völlig einverstanden. Er Branntwein Erzeugung im Lehrerin aufgegeben und Reisebegleiterin geworden sind?" kann sich ohne mich viel billiger einrichten. Sie wissen, daß Reich e", der nach den Wünschen der Schnapsbrenner das Tuffy spielte mit den Brotkrümchen auf der Tisch- er sein Geschäft aufgegeben hat- wie, Sie wissen es nicht? Monopolplänchen zuschneidet und offenbar aus platte. Dann sagte fie:„ Ehrlich gestanden, meine Thätig. Er hat Ihnen doch geschrieben?" Sprit"-Kreisen stammt. Das Reich soll danach u. a. teit befriedigte mich nicht. Das ewige Grammatik- Baufen," Ja, aber das muß noch vorher gewesen sein. Er den Fusel kaufen zu einem von den Fuselbrennern ich hatte es nach anderthalb Jahren so satt! Und dann flagte nur über das miserable Leben, und daß das Geschäft bestimmten Preise. Gegen diese volksfeindlichen Machenauch sehnte ich mich hinaus aus der Enge meines Lebens. nichts einbrächte." schaften wehre sich der Wähler am 15. Juni! Ich wollte auch einmal etwas von der Welt sehen, all' die" Nun ja. Etwa vor einem Jahre hatte er wieder einen Mann" trüben Erinnerungen hinter mir laffen." -Sie wissen, er hat immer einen Mann, auf den er schwört", schaltete sie lächelnd ein. Diesmal aber einen, der ihm wirklich Nußen brachte. Es war ein Leihbibliothekar, der einen Gehilfen brauchte, und dem Vater die Stelle mit einem Gehalt anbot, das für seine geringen Bedürfnisse ausreichte. Etwas Bafsenderes fonnte es für Malm, der Name kommt mir bekannt vor." den Vater nicht geben, und ich rieth ihm sehr, es anzu" D, gewiß haben Sie ihn gehört. Die Malms find nehmen. Die Waaren wurden verauftionirt, und Vater lebt eine reich begüterte Familie bei Königsberg. Frau Malm nun von Morgens bis Abends unter Büchern, in seinem ist Wittwe, fie heirathete ganz jung einen schon bejahrten eigentlichen Element. Nur vertieft er sich bisweilen zu sehr Mann, der sie auf Händen getragen haben soll, ihr auch darin, so daß die Leute, welche Bücher wechseln kommen, ein bedeutendes Vermögen hinterlassen hat. Aber glücklich ihn erst in die Gegenwart zurückrufen müssen. Einmal wäre scheint die Ehe nicht gewesen zu sein, wenigstens merft man er beinahe von der Leiter, auf der er hoch oben lesend saß, ihr teine Trauer um ihren lieben Alten" an, wie sie ihn beim Anruf eines Kunden heruntergestürzt." immer nennt. Ach, sie ist so drollig! Nun, Sie werden sie fennen lernen!" lächelte Tuffy, als ob sie etwas Besonderes für ihren Freund in Aussicht hätte. Sie muß sehr schön gewesen sein, ist es noch," segte sie mit einem wichtigen Ropfnicken hinzu. Nur zu begreiflich!" nickte Dettinger ernst, indem ein Seufzer feiner Brust entstieg. Da las ich die Anzeige von Frau Malm und meldete mich. Sie bot mir so viel, wie mein Gehalt an der Schule betrug, und ich schlug ein." " Und wie lange sind Sie nun auf Reisen?" " Dettinger fonnte sich bei dieser Schilderung nicht enthalten, laut aufzulachen und Tussy stimmte lustig ein. " Das Uebrige erzählen Sie mir auf unserem Spazier gang, wenn Sie nicht zu ermüdet find, um auszugehen. Tuffy zeigte sich sofort bereit. ( Fortfehung folgt.) Ein höherer deutscher Militär und Staatsmann hat gesagt: Ich glaube nicht, daß unter den lebenden Heerführern einer da ist, der im stande wäre, diese Massen( es war von Armeen von 4500 000, resp. 5 400 000 Mann die Rede), mit denen zu rechnen man sich jezt gewöhnt hat, zu ernähren, zu bewegen und zu gemeinfamem Schlagen zu bringen. Das ist bei folchen Zahlen ausgeschlossen." Ferner: Wenn ich eine Truppe zu führen hätte und wüßte, fie soll sich morgen schlagen, dann würde ich das Bestreben haben, fie heute Nacht noch ruhig schlafen zu lassen. Und ich meine, wenn ein Zeitungsschreiber wirklich glaubt, wir wären so nahe vor dem Kriege, der thut flüger, er läßt Handel und Wandel ihren Gang gehen, als er beunruhigt feine Leser vor der Zeit und schwächt dadurch den natio nalen Wohlstand, auf den wir doch angewiesen find, wenn es mal zum Aeußersten kommt." So sprach der General Reichskanzler Caprivi im Reichstage bei der Budgetdebatte am Varteigenoffen! In wenigen Tagen wird gewählt. Agitirt unablässig, damit unserer Partei möglichst keine Stimme verloren geht. Vergeßt neben der Verbreitung von Druckschriften und der sonstigen Agitation unterm Publikum nicht den Werth der mündlichen und brießlichen Propaganda unter Euren Verwandten, Freunden und Bekannten. 27. November 1891. Heute agitiren die Regierungsleute mit dem Russen- und Franzosen- Bopanz, heute fordert die Regierung ungeheure Truppenmassen. Was sagt Graf Caprivi zu Herrn von Caprivi? geblasen, und das giebt ihm zu viel Selbstvertrauen zu Transaktionen, denen er mehr zuneigt, wie jeder andere. Wir werden an ihm zu stellen haben. Der feste Thurm" birst auseinander. " Rumänische Offiziere find so schneidig", wie ihre westeuropäischen Kameraden". Wegen einer im Butarefter Adeverul", einem antidynastischen Organ, erschienenen, gegen die Person des Kronprinzen Ferdinand ge Nun packt auch Schorlemer- Alst aus. Er erzählt:„ Um richteten Notiz wurde der Herausgeber des Blattes von Eine Blamage, wie sie in solcher Größe taum nur eins hervorzuheben, wolle er hier einen Ausspruch des mehreren Offizieren des ersten, vom Thronfolger fommanje dagewesen, ist der konservativen Partei verstorbenen Abgeordneten Windthorst anführen, dirten Jägerbataillons zur Aufnahme eines Widerrufs verburch einen ihrer Agitatoren während der dies- den dieser ihm bei einer seiner öfteren Begegnungen in anlaßt, der jedoch den Offizieren nicht fategorisch maligen Wahlbewegung bereitet worden. Der durch seine Ems gemacht habe:„ Es sei ihm der Tag der genug erscheinen mochte, da sie Donnerstag Abend, zwölf schwarzen Listen den Lesern des Vorwärts" schon un unangenehmste, an dem er den Besuch des an der Zahl, das Redaktionslotal des vortheilhaft genug bekannte Hauptmann F. 2. Strad, Abgeordneten Lieber zu erwarten habe!"-" Adeverulüberfielen und, wie die Wiener Presse" Leiter der Grube Ilse bei Senftenberg im Calau- Luckauer Wahlkreise, versandte ein geheimes Birkular, das wie folgt lautet: Grube Jlse N.-L., den 29. Mai 1893. " F. 2. Strad, Kriegerverein Räschen. " J. Nr.... Ganz vertraulich! Sehr verehrter Herr Kamerad! Ich befürchte, daß unsere Wahlaussichten in Senftenberg und in der nächsten Umgebung recht trübe sind. Die liberalen Gingesandts" des äußerst gewandt schreibenden Giner für Viele" schaden uns außerordentlich, und sind sehr geeignet die Echwankenden stuzzig zu machen und gegen uns einzunehmen. Daß wir uns in eine Zeitungspolemik mit diesem starken Gegner einlaffen, erscheint für uns bei den vielerlei Reserven, welche wir uns in der Ausdrucks- und Agitationsweise auf zuerlegen haben, als nicht räthlich. Die Jander'schen Schriftfäge haben uns nicht viel genügt, sondern sehr geschadet. Alfo doch! Der gothaische Landtag hat denn mittheilt, die dort anwesenden Redakteure Beldiman, doch dem Druck der öffentlichen Meinung nachgeben und Roman und Jecu thatlich beleidigten. Der Heldentroßdem, daß es seiner deutschfreisinnigen Mehrheit recht muth dieser Horde, die tapfer über eine Minderheit herfällt, bitter gewesen sein mag, auf den Antrag unseres Genossen verdiente ein schwungvolles Siegesbulletin. Wir bedauern, Bod reagirt. Einstimmig beschloß am 6. Juni der Land- daß die frechen Burschen nicht so handgreiflich zurüd tag, die Regierung um Aufhebung des Aufhebung des Verbots gewiesen wurden, daß sie Anstand lernten. öffentlicher Geldsammlungen zu Wahlzwecken, das sich gegen die Sozialdemokratie richtete, zu erfuchen. Ob aber Herr Minister Strenge, der weiland Namentliche Abstimmungen. Im Reichstag ist zum ersten Liberale, den Landtagsbeschluß beachten wird, das ist vor- Male ein Verzeichniß der namentlichen Abstimläufig eine offene Frage. Vorläufig, d. h. vielleicht bis- mungen während der Legislaturperiode 1890/93 erschienen, wodurch die Orientirung über das Verhalten der Parteien wie nach dem 15. Juni! der einzelnen Abgeordneten erheblich erleichtert wird. Es haben in der angegebenen Zeit im ganzen 32 namentliche Abstimmungen ftattgefunden, aus welchen wir nach der Freisinnigen 3eitung" die folgenden hervorheben: Die Augsburger Postzeitung", das alte bayrische Bentrumsblatt, wird demnächst als Ersatz für das dem Bentrum abgetriebene Fremdenblatt" tlerifales Hauptorgan und nach München verlegt. Am 26. Juni 1890 fand eine namentliche Abstimmung statt über die damals beantragte Erhöhung der Friedens= Wir müssen etwas anderes thun, das Aufsehen macht, und Dem Herrenhause ist der Entwurf eines Gesetzes, präsensstärke des Heeres um 19370 Mann, nämlich von die Freude der Menge an Lärm und Aufzügen befriedigt, das betreffend die Abänderung des§ 211 des II- 468 419 Mann auf 486 983 Mann. Die Erhöhung wurde mit auch das altpreußische Konigstreue Bewußtsein da wieder er gemeinen Berggeseges vom 24. Juni 1865 nebst 211 gegen 128 Stimmen angenommen. Dafür, also mit Ja, wedt und zu thatkräftigem Auftreten für uns stärkt, wo wir Begründung zugegangen. Es handelt sich um die Aus- stimmten die beiden konservativen Parteien, die Nationalliberalen am ersten mit folchem Bersuch auf Erfolg rechnen dürfen. Ich meine, wir können solches gemeinsam mit den übrigen behnung der Bergwerks Novelle auf den oberschlesischen und die Mehrheit der Zentrumspartei, dagegen, also mit Nei, Kriegervereinen der ganzen Gegend bewirken. Ich schlage Erzbergbau. Weshalb dem Herrenhause, das sonst nur stimmten die Freifinnigen, Volkspartei, Sozialdemokra.en Ihnen vor, daß wir nun, wie es ja schon vorläufig besprochen mit der Initiative betraut wird bei der Hundesteuer und 20 Abgeordnete der Bentrumspartei. war, alle Kriegervereine in und um Senftenberg, d. b. von u. f. w., wohl diese nicht unwichtige Sache zuerst über Clettwig, Räfchen über Sorno bis Niemitsch und Hörlitz zu geben wird? einer großen Versammlung bei Baranius einberufen. Als Vorwand können uns ja verschiedene allgemeine Angelegenheiten, welche statutenmäßig berathen werden dürfen, dienen. Dann folgt eine Rede über die Heeresverstärkung und deren Nothwendigkeit, die uns auch niemand verwehren kann. Darauf wird die offizielle Versammlung geschlossen nnd ziehen wir mit Fahnen und Musik und einigem ans deren Klim- Bim durch die Stadt nach dem Schühenhause. Dort findet ein tameradfchaftliches Beisammensein mit obligatem, von der tonservativen Parteitasse zu bes zahlendem Freibier statt. Sind die Köpfe durch bag braune Naß, die Musik und Gesang von patriotischen Soldaten liedern erst tüchtig erwärmt, so gehen wir zur Wahlpropaganda über und ziehen fchließlich, nachdem Manteuffel ein Hoch gebracht, und fich Jeder verpflichtete für ihn zu ffimmen, nach dem Markte, wo wir die Liberalen noch durch den Gefang einiger patriotischer Lieder ärgern werden, daß sie grün und blau werden. Ich wette zehn gegen eins, daß 3/4 der Stadt uns nachläuft und mitfingt. Auf solche Weise bekommen wir die Vorhand und wird endlich der traurigen Angstmeierei so vieler Konservativen ein Ende gemacht, welche jetzt aus Furcht vor den Hänseleien und Beschimpfungen durch die Liberalen in den Kneipen abgehalten werden, mit ihrer Meinung heraus. treten. Andererseits zwingen wir die mancherlei Heuchler und unsicheren Elemente in den Vereinen offen für uns Farbe zu bekennen. Sie können nach der Theilnahme an solcher Demonstration nicht wieder zurück, und werden auch durch die gewiß nicht ausbleibenden Neckereien von fortschrittlicher Seite gereizt, es gar nicht wollen. Ich bente wir fangen so mindestens 400-500 Stimmen. Mag Herr Rickert oder der große Eugen Richter nachher auch über uns losziehen, so haben wir doch den Vortheil ge habt und kann uns, wenn wir es in der Form vorsichtig anfangen, doch Niemand ernstlich an den Wimpern flimpern! Borbedingung jedes Erfolges ist aber absolute Ge. heimhaltung des Zweckes und des Ausgangs. Namentlich darf der„ Einer für Viele", welcher offenbar gute Verbindungen befitt, nichts davon ahnen. Er würde sonst vorher die Sache in seiner bekannten gewandten Weise verheckstücken, und uns das ganze Konzept verderben. Wir würben vorher lächerlich gemacht werden, die Betheiligung würde schwach und der Erfolg der entgegensette von dem, den wir sonst erwarten dürfen. Deshalb sondiren Sie bitte die Borstände berjenigen Vereine, welche Ihnen zufallen, auf vorsichtige Weise, und laffen Sie nur die verständigften und absolut ชิ นะ verlässigsten Leute in das Spiel hineinsehen, in welchem wir ,, Grand mit Vieren schwarz" spielen und gewinnen müssen. In meinem Rayon ist die beste Meinung vorhanden und stehe ich Ihnen für alle 245 rothberänderten Müzen aus dem Raschener Bezirk. Ich sende den Brief durch einen Boten, dem Sie die Ant wort wohl gleich mitgeben, so gehen wir sicher vor Verrath. Mit tameradschaftlichem Gruß Ihr aufrichtigst ergebener F. 2. Strad." Ueber die Landtagswahl- Aussichten der Sozial demokratie in Bayern schreibt die ultramontane Kölnische Bolts Zeitung": # Ebenfalls am 26. Juni wurde namentlich abgeftinmt über den freifinnigen Antrag, in dem Gesezentwurf über die Präsenzerhöhung des Heeres durch einen besonderen Paragraphen die zweijährige Dienstzeit der Fußtruppen einzuführen. Dieser Antrag wurde mit 205 gegen 184 Stimmer abgelehnt. Das Verhalten der Parteien war dasselbe wie bei derAbstimmung Die Sozialdemokraten hoffen, diesmal auch Am 16. Januar 1891 stand der Steuerreformant einige bayerische Landtags- Mandate zu erobern und glauben der freisinnigen Partei. Richter und Genossen zur erha idl dann in der bayerischen Abgeordnetenkammer das„ Bünglein $ unter 1. an der Waage" bilden zu können. Sie haben im vorigen Derselbe verlangte die Herabfegung der Kornzöfle, die ber Ausfuhrprämien Jahre auf ihrem ersten bayerischen Parteitag in Regensburg- feitigung und 8 für Buder Reinhausen ein eigenes Landtagswahl- Programm aufgestellt, Privilegien der Brenner bei der Branntweinsteuer( Liebes welches u. a. für den Landtag das allgemeine Stimmrecht und gaben). Der Antrag ging dahin, den Reichstanzler ersuchen, Trennung von Staat und Kirche fordert. Für dieses Pro- im Interesse der Entlastung der minder wohlhabenden Bolts. gramm haben die Sozialdemokraten seit Jahr und Tag eifrig lassen und behufs Anbahnung einer gerechteren Besteuerung 1. die Kornzölle zunächst auf agitirt( v. Bollmar in Altbayern und Grillenberger durch geeignete Vorlagen, in Franken), so daß sie in München, Nürnberg, Fürth, Würz- die bis 1887 bestandenen Säße( 3 Mart pro Doppel- Zentner) zu burg und Speyer- Ludwigshafen auf Erfolge rechnen. Bei den ermäßigen, sodann eine allgemeine Revision des Boltarifs einvorletzten Wahlen vor zwölf Jahren brachten sie es in gang auleiten, welche unter gänzlicher Beseitigung der Bolle auf Rorn, Bayern nur auf fünf Wahlmänner, nämlich in Hof und Nürn- Vieh und Holz auch eine Entlastung der Landwirthschaft herbeis berg je zwei, in Kulmbach einer. Bei den letzten Wahlen von führt; 2. die Aufhebung der Zuckermaterialsteuer und der damit. 1887 brachten sie es aber in Oberbayern bereits auf 80 Wahl zusammenhängenden Ausfuhrprämien für Zucker zu veranlafen männer( 32 in München I, 34 in München II, 14 in München 3. die Privilegien der bisherigen Brenner bei der Verbrauc III), in Oberfranken auf 12( Wahlkreis Hof), in Mittelfranten abgabe für Branntwein in Fortfall zu bringen. Der Antrag auf 122( Ansbach 2, Nürnberg 92, Fürth 28). Ju Nieder- wurde mit 210 gegen 106 Stimmen abgelehnt. Dafür, also mit bayern, Oberpfalz, Unterfranken und Schwaben und in der Ja, ftimmten die Freifinnigen, die Volkspartei und die Sozial Rheinpfalz hatten sie teinen Wahlmann. Im ganzen brachten demokraten, dagegen, also mit Nein, die Konservativen, fie es auf 214, d. h. über 2 pet. aller gewählten Wahlmänner. Freikonservativen, Nationalliberalen und das Zentrum. Am 23. Januar 1891 wurde der freifinnige Antrag Barth Seitdem hat die Sozialdemokratie in Bayern unzweifelhaft Des Einfuhrverbots gegen große Fortschritte gemacht. Denn während z. B. bei den auf Aufhebung Reichstagswahlen von 1881 die Sozialdemokraten in Bayern amerikanische Fleischwaaren mit 138 gegen 106 im ersten Wahlgange nur 21 760 von 483 185= 4,5 pet der Stimmen abgelehnt. Dafür, also mit Ja, stimmten die Freisinnigen, abgegebenen giltigen Stimmen erhielten, stieg diese Ziffer bei der Volkspartei, Slozialdemokraten und Nationalliberalen, dagegen, Reichstagswahl von 1890 auf 101 000 von 727 518= 13,9 pt. also mit Nein, die Konservativen, Freikonservativen und die der abgegebenen giltigen Stimmen. Die Stimmenzahl der Sozial- Sentrumspartei. Inzwischen ist bekanntlich das Einfuhrverbot demokratie hatte sich um das Viereinhalbfache vermehrt. Dabei aufgehoben worden. zeigte sich schon damals die bemerkenswerthe Erscheinung, daß in dem Ueber den deutsch österreichischen Handels. ländlichen Wahltreis Rosenheim- Miesbach die Sozialdemokraten Bertrag im Ganzen wurde am 18. Dezember 1891 abgeDer Vertrag, welcher die Ermäßigung der Korn9,6 pst. aller Stimmen erhielten, und daß die Sozialdemokratie, ftimmt. die 1881 nur in 18 von 48 bayerischen Reichstags- Wahlkreisen zölle und des Weinzolls enthielt, wurde mit 243 gegen vertreten war, 1890 in allen 48 Wahlkreisen Stimmen erzielte. Abstimmung. Es stimmten gegen den Vertrag, also mit Nein, 48 Stimmen angenommen. 5 Abgeordnete enthielten sich der Diesmal erwarten die Sozialdemokraten bei der Reichstagswahl ganz besondere Erfolge, während sie bei den Landtags- 5 Nationalliberale, 8 Freikonservative, die 5 Antisemiten und wahlen, bei welchen indireft gewählt wird und das Wahlrecht 85 Roufervative. an gewisse materielle Voraussetzungen gefnüpft ist, wahrscheinlich nur in München und Nürnberg Erfolge erzielen werden. Es könnte aber dann leicht kommen, baß weder Zentrum noch Liberale in der Abgeordnetenkammer die Mehr heit erhalten und daß jede der beiden Parteien zur Mehrheit die Unterstübung der Sozial demokraten gebrauchen würde. Von den 159 Abstimmung, einen Gesezentwurf zu verlangen, durch welchen den geordneten der Zweiten bayerischen Kaminer gehörten bisher 80 dem Zentrum an, 74 waren liberal, 4 tonservativ und 1 wild. Der Wilde gehörte eigentlich auch zum Zentrum, mit dem auch die Konservativen stimmten." Am 29. März 1892 wurde der Antrag Menzer auf Erhöhung des Tabakszolla mit 205 gegen 56 Stimmen abgelehnt. In der Minorität, also mit Ja, befanden sich eine Anzahl konservativer, nationalliberaler und flerifaler Abge ordneter zumeist aus Tabat bauenden Wahlkreisen. Am 8. Februar 1898 tam ein tonservativer Antrag zur Abonfumvereinen die Abgabe von Waaren an Nichtmitglieder schlechthin und unter Strafandrohung verboten werden soll. Der Antrag wurde mit 131 gegen 92 Stimmen angenommen. Dafür, also mit Ja, stimmten die beiden konservativen Parteien und die Zentrumspartei, dagegen also mit Nein, die Freisinnigen, Volks= Im englischen Unterhause wurde das Amendement partei, Sozialdemokraten und die Nationalliberalen. Butcher's zur Homerule- Bill, wonach die irische Legislatur Am 20. April wurde bei der Wuchergesetz- Novelle abgestimmt nicht berechtigt sein soll, Gesetze, betreffend Verschwörung, über die Einführung einer Verpflichtung zur jährlichen Aufruhr, gesetzwidrige Versammlungen und Verbrechen Rechnungslage, eine für große Geschäftszweige, welche gegen Personen zu erlaffen, mit 317 gegen 276 Stimmen mit Wucher nichts zu thun haben, besonders läftige Bestimmung. Die Bestimmung wurde mit 132 gegen 83 Stimmen angenommen. abgelehnt. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses beantragte, mit ein stimmten die Freisinnigen, die Volkspartei und die Sozialdemokraten sowie einige Freitonservative und Kerniger ist der ungeheuerliche Schwindel, den die Kon- wie der Boifischenzeitung" aus London unter'm Nationalliberale, mit Ja die Uebrigen. servativen mit dem Volke und mit dem Wahlrecht treiben, 7. Juni telegraphirt wird, die Opposition wieder verschiedene Am 27. April fand die Abstimmung statt über den Antrag noch nicht gekennzeichnet worden, als in dem zynischen Busäße zu klausel III der Somerule- Vorlage, die Schneider( Hamm) zum Gefeß über den Verrath in Betreff der Schreiben des skrupellosen Hauptmanns und Arbeiterquälers bezweckten, der irischen Legislatur die Befugniß zu entziehen, militärischen Geheimnisse. Der Antrag wollte F. L. Strad. Gesetze über Aufruhr, Verschwörungen, uns alle Strafbestimmungen des Gesetzes ausdehnen über Schriften, Ultramontane Liebeshändel. Der Hader zwischen gesetzliche Bersammlungen und Verbin- Beichnungen und andere Gegenstände hinaus auf Nachist. Die Huenelingen und Schorlemer'schen einerseits und den offi- dungen, Einschüchterung, Verbrechen gegen Ausdehnung wurde abgelehnt mit 131 gegen 97 Stimmen. Mit Nein stimmten die Freifinnigen, Sozialdemokraten, Beweis, daß zwischen ihm und Windthorst eine Gegner- ftoffe zu geben. Alle diese Anträge wurden von den Ver- Volkspartei und der größere Theil des Zentrums, mit Ja die fchaft, wie die Zentrumspresse behauptet, nicht bestanden tretern der Regierung als dem Grundgedanken der Vorlage Konservativen, Freikonservativen, Nationalliberalen habe, veröffentlichte Herr v. Schorlemer am Sonnabend widerstreitend ernstlich bekämpft und nach zuweilen langer tleiner Theil des Zentrums. einen sehr liebenswürdigen Brief Windthorst's. Der Brief", erregter Erörterung schließlich mit Mehrheiten von 40 bis schreibt der Westfälische Merkur", bietet den 50 Stimmen verworfen. Mit lebhaftem Beifalle be- Militärvorlage über den Antrag v. Huene( Präsenz schlagenden Beweis, wie edel und großmüthig Exzellenz grüßten die Irländer eine Erklärung Gladstone's, daß, erhöhung um 70 000 Mann) abgestimmt. Der Antrag wurde Windthorst trotz Allem und Allem verfahren ist. Heute wenn eine irische Legislatur hergestellt werde, die Geseze mit 210 gegen 162 Stimmen abgelehnt. Darauf erjolate bie ward uns ein Brief von Frhrn. v. Schorlemer's Hand an für die Aufrechterhaltung des Friedens und der Ordnung Auflösung des Reichstags. Für den Antrag Huene, also mit Ja, stimmten die Konservativen, Freifonfervativen, National einen Herrn vorgelegt, der nicht Abgeordneter war. In und für die gute Verwaltung Irlands geben solle, es eine liberalen, Bolen, 11 Mitglieder der Zentrumspartei und 6 Freifelbstmörderische Politik sein würde, ihr Befugnisse zu ent- finnige; dagegen, also mit Nein, das Groß der Zentrumspartei, diesem heißt es: Zeider hat man Mindtborst in Aachen( auf der General ziehen, die zu einer guten Verwaltung des Landes under freisinnigen Partei, die Bollspartei und die Sosial. versammlung der Katholiken Deutschlands) etwas zu start auf. umgänglich nothwendia seien, " " und ein Am 6. Mai 1893 wurde bei der zweiten Berathung der demokraten. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 8. Juni. Opernhaus. Der Freischüß. Neues Theater. Ein Schritt vom Wege. Berliner Theater. Die Walfe von Lowood. Friedrich- Wilhelmkädt. Theater. Angot, die Tochter der Halle. Kroll's Theater. Das Glöckchen des Eremiten. Viktoria- Theater. Frau Venus. National- Theater. Die neue Militärvorlage. Alexanderplat- Theater. Die Diret trice. Vorher: Jm Vorzimmer feiner Excellenz. Königl. italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Heute, Donnerstag, den 8. Juni 1893, Anfang 8 Uhr: Große außerord. Vorstellung mit ausgewähltem Programm unter Mitwirkung des gesammten Herren und Damenpersonals. Heute 3. letzten Male: Der Wilddieb. E Ausstattungspantomime mit Ballet in 4 Abth. von Direktor Ernesto Ciniselli, arrang. u. inszenirt vom fönigl. italien. Hof- Balletmeister Hrn. Antonio Tignani, ausgef. von 200 Personen und dem aus 60 Damen befteh. Corps de Ballet. Die Rolle des Wilddiebes wird dargest. vom Direktor. Ernesto Ciniselli, Direktor. Morgen, Freitag: Große Komiter: und Clown- Vorstellung. Neue freie Volksbühne. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor." Der Meineidbauer" von Anzengruber. ftellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Sonntag, 11. Juni, I. Abth. Sonntag, 18. Juni, II. Abth. Theater der Reichshallen. Spezia- Sonntag, 25. Juni. litäten- Vorftellung. Kaufmann's Variété. Spezialitätens Vorstellung. Waldfest im Müggelschlösschen". ( Siehe große Annonce in der Sonntagsnummer.) Unserm Freund, dem Herrn Restaus| rateur G. Rose zum heutigen Wiegenfefte die herzlichste Gratulation nebst einem donnernden Hoch. 304b Die drei Rothfehlchen. " Nun aber das Billard raus!" Dienstag, den 6. Juni, Abends 10 Uhr, 6. Wahlkreis. 2 große öffentl. Volts- Versammlungen ſtarb im Äuguſta- Hoſpital mein treuer am Freitag, den 9. Juni, Abends 8 Uhr. Mitarbeiter, unser werther Rollege, der 1. Jn Bötzow's Brauerei, Prenzlauer Allee 142-147. Schriftfeher Ernst Albrecht im 26. Lebensjahre. Referent: Alphons Borchardt. 2. Jm Lokale Wedding- Park, Müllerstraße Nr. 178. 312b Referent: Jacobey. 353/12 Sein biederer Sinn und Charakter Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. 2. Diskussion, fichern ihm ein bleibendes Andenken! Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Vertrauenspersonen. Margarethe Jedeck. Die Kollegen der Jedeck'schen Buchdruckerei. Danksagung. 303b Gesangverein Berliner Typographia. 990 Freitag, den 9. Juni, Abends 10 Uhr, im großen Saale der Arminhallen", Kommandantenstraße 20: Für die überaus zahlreichen Beweise treuer Theilnahme bei dem herben Verlust unseres einzigen Rindes und den überaus großen Kranzspenden Das Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingt erforderlich. sagen wir allen lieben Freunden und Bekannten unseren innigsten Dank. Außerordentliche General- Versammlung. Aug. Haberstroh u. Frau. Ostbahn- Park am Rüstriner Blah, ( Hermann Jmbs) Rüdersdorferstr. 71, am Oftbahnhof. Konzert, Gebrüder Bighter's Variété. Spe Schweizer- Garten Täglich: Theater u. National- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. am Königsthor. Täglich: Spezialitäten Vorstellung. Pantomimisten- Truppe Garetton, Novität! Zum 6. Male: Novität: Concert, Theater. De Dolfs, Neger- Syentric ac Die neue Militärvorlage. Große Posse mit Gefang und Tanz in 4 Aften von Adolph Steinecke. Regie: Mar Samst. Raffenöffnung 5%, Uhr.- Anfang der Abend- Borstellung 71/2 Uhr. Im Garten: Sr. Konzert u. Spezialitäten- Vorstellung ersten Ranges. ößtes Spezialitäten- Programm der Refidenz. und Spezialitäten- Vorstellung. Geschwister Rigoli, Familie Carlo, Mr. Famera, Max Grabow, Gebr. Dissenato, Emma Lucas, Troupe Columbia und Gebr. Vercroa. Jm Saale: BALL.[ 4199L* Moabiter urtom. Zarameter- Droschtenfahrt, Boltsbelustig. jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Norddeutsche Brauerei. 158/19 Der Vorstand. Gesangverein Berliner Buchdrucker. Montag, den 12. Juni, Abends 10 Uhr, im Saale des Herrn Ehrenberg, Annenstraße 16: Außerordentliche General- Versammlung. 158/18 Das Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingt erforderlich. Ober- Präsidium der Provinz Brandenburg. 0. P. No. 7055. Potsdam, den 22. Mai 1893. Nachtrag zu dem Statut der Ortskrankenkasse Zimmerergewerbes zu es Berlin vom 10. Januar 1893. Nachdem die Generalversammlung Auftretet. von Chansonetten, Gänge. Gesellschaftshaus. 53. Chaussee- Strasse 58. ber Ortstrankenkasse des Zimmererrinnen, Clowns, Tänzerinnen, Komitern, Nur kurze Soubretten 2c. 2C. Morage Diefelbe Vorstellung. assage- Panopticum. Im Basterre lebend ausgestellt: 1Pferd aus Californien. Mähne 14 Fuß. Schweif 12 Fuß. Alt- Moabit 80 und 81. Täglich: Täglich: Concert. gewerbes zu Berlin vom 9. April d. J. es abgelehnt hat, die in dem Erlasse Theater- und Spezialitaten wochentags Entree frei. vom 12. März d. J.-O. P. 2946Vorstellung, fowie Concert. Bei ungünstiger Witterung im Saal. angeordnete Abänderung des KaffenAnfang 4 Uhr. Die neu eingerichtete Kaffee- ftatuts zu beschließen, ändere ich hierEntree 30 Pf., refervirter Platz 50 Pf. küche ist den geehrten Gästen von 2 mit gemäß§ 83 Absatz 3 des Kranken. bis 6 Uhr geöffnet! 4127L* Helmuth Peters. B. Nieft's Festsäle, Weberftr. 17, empfiehlt sich zur bevorst. Saison den Vereinen zu Festlichkeiten u. VersammBedingungen. 84412 Achtung! 4146L Unterzeichnete fordern alle Genossen auf, so schnell als möglich die in ihren Werth 200 000 Mt.lungen. Gaal gratis u. fonftige koulante Händen befindlichen Wahlfonds- Liften Brem. 11 bis Abends 9 Uhr. Castan's Panopticum. Neu: Der Tod als Erlöser. Neu: Die Schreden des Meeres. Bauern- Aufstand! Restaurant„ Lindenhof" Stolpe am kleinen Wannsee hält sich zu Ausflügen den geehrten Vereinen und Gesellschaften bestens empfohlen. Belustigungen aller Art. Regelbahn u. Raffeeküche zur Verfügung. Kremser am Bahnhof Wannsee. A. 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J. dahin ab, daß der selbe lautet: ,, Als Krantenunterstüßung wird gewährt für die Dauer der Krankheit, aber nicht über 13 Wochen: 1. vom Beginn der Krankheit ab freie ärztliche Behandlung und Arznei, 2. im Falle der Erwerbsunfähigkeit vom dritten Tage nach dem Zage der Erkrankung ab für jeden Arbeitstag die Hälfte des im§ 9 festgesetzten durchschnittlichen Tagelohnes als Krankengeld, Der Vorstand. muß beim Verlaffen der Wohnung für den Kontrolleur zurückbleiben, falls der Kranke sich nicht zum Arzt oder zur Kaffe begiebt. 3. Den ärztlichen Vorschriften haben die Kranken unbedingt Folge zu leisten und insbesondere ist ihnen nicht gestattet, ihre Wohnung außer der ihnen vom Arzte bewilligten Ausgesezeit zu verlaſſen. Das Verziehen nach einem anderen außerhalb des Bezirks der Kassenärzte gelegenen Ort während der Krankheit ist nur mit Genehmigung des Arztes und des Kaffenvorstandes gestattet. 4. Dem Kranken ist ferner der Besuch von Schanklokalen, sowie die Vornahme irgend einer Beschäftigung oder der Genesung hinderlichen Handlung untersagt. 5. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Vorschriften werden mit Ordnungsstrafen bis zu 20 Mark geahndet. 6. Der Raffe fteht das Recht zu, die Strafgelder von dem Krankengeld in Abzug zu bringen. Mitglieder, welche ihrem Erwerbe nachgehen und gleichzeitig Krankengeld beziehen, unterliegen den Be stimmungen des Strafgesetzbuches. Ortskrankenkasse des Zimmerergewerbes. arl Plög. August Rudolph. Vorstehenden Verhaltungsmaßregeln für erkrankte Mitglieder wird nach 3. die Lieferung von Brillen,§ 26a Abs. 11 Nr. 2a des KrankenverBruchbändern und ähnlichen Vorrich- ficherungsgesetzes vom 10. April 1892 tungen und Heilmitteln, welche aur hiermit die Genehmigung ertheilt. Heilung des Erkrankten erforderlich Berlin, den 26. Mai 1893. find." Diese Anordnung ist gemäß§ 60 des Gewerbedeputation des Magistrats. Mugdan. Raffenstatuts öffentlich bekannt zu machen. Der Ober- Präsident, Staatsminister. Achenbach. Ortskrankenkasse des Zimmerergewerbes zu Berlin. au 2784 G. S. 11/93. Auf Grund des§ 55 des Krankenversicherungs- Gesetzes und nach§§ 26, 27 des Statuts hat die Generalvers fammlung vom 9. April 1893 beschlossen, daß diejenigen Arbeitgeber, welche die toftet bei mir Verhaltungs- Regeln für erkrankte Mit- Eintrittsgelder und Beiträge nicht zum Auf Grund des§ 26a 3iffer 2a des 1,50 Mk. lieber welche Krankengelb beziehen. Großartig. Auswahl Kleine Reparaturen entsprechend billiger. jeder Art, billigste Uhren, Gold- u. Silberwaaren Preise. Viele AnerBierhallen. Auch Theilzahlung.) fennungen. Musterbuch grat. u. franto. C. Wunsch, Maungur. 38, a. b. Dranienplay 43112* J. Mann fucht fof. möbl, Schlafft. ratweil'sche G Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Auftreten der Leipziger Sänger Auf. vom Kryftall- Palast. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 10 f. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 f. Anerkannt gute Küche. Säle für Feftlichkeiten und Versammlungen. Carl Koch. MorikPlay. Etablissement Morig Buggenhagen. Play. 1 Laden z. Milchgesch. und Kl. Woh- allein. Nähe Waldemarstr. 56. Off. nung fof. od. sp. zu verm. Lübbenerstr. 26. Im. Preisang. Poftamt 94, m. A. S. 2. Th. Keller's Hofjäger, Gente, Donnerstag, den 8. Juni 1893: Ecke. 51/19 Rrankenversicherungsgesetzes und bes 820 bes Statuts hat die Generalver. sammlung vom 9. April 1893 folgende Rontrollvorschriften beschlossen: Fälligkeitstermine eingezahlt haben, für die der Zwangsvollstreckung voraufgegangene Mahnung eine Gebühr zu entrichten haben und ist nachstehender Mahngebührentarif festgesetzt worden: 1. bis 3 Mart einschließlich M. 0,10 2. von 3 M. bis einschl. 15 M. 0,20 3. 15 150 0,40 4. über 150 m. 2 N " " 12 " " 19 0,75 1. Raffenmitglieder, welche infolge einer Krankheit erwerbsunfähig werHasenhaide, den, haben dieses sofort nach dem Diese Mahngebühren werden in derEintritt der Erwerbsunfähigkeit der BergmannstrassenRaffenverwaltung unter genauer An- felben Weise wie die Rückstände beigabe ihrer derzeitigen Wohnung An- getrieben. seige zu erstatten. Gin, während der Ortskrankenkaffe des Simmerers Dauer der Erwerbsunfähigkeit eintretender Wohnungswechsel, sowie die Wiederaufnahme der Arbeit sind ebenfalls innerhalb 3 Tagen der Verwaltung zu melden. Gr. Extra- Garten- Konzert. Anfang 5 Uhr. Entree 15 Pf., im Vorverkauf 10 Bf. A. Froelich. Gesundbrunnen. Weimann's Volksgarten, sente Donnerstag: Grosses Sommernachtsfest. Bal paré. Elite- Konzert. Auftreten sämmtlicher Spezialitäten. U. a.: Wilh. Löther, Roloffal- Mensch. Mr. Clermont, mit seiner Menagerie. Max Weimann. Anfang 5 Uhr. Entree 15 Pf. gewerbes. Carl Plög. Aug. Rudolph. Vorstehenden Vorschriften über das Mahnverfahren wird nach§ 55 Absatz III des Krankenversicherungs2. Dem Krankenkontrolleur muß zu jeder Tageszeit der Zutritt zur Woh- Gesetzes vom 10. April 1892 hiermit nung des Kranken gestattet werden die Genehmigung ertheilt, Berlin, den 26, Mai 1893, und hat der Kranke jede Auskunft zu hofer un bon und gentagen Altenberg's chem. Färberei, Wäscherei, Garderob.- Reinig.- ertheilen, welche sich auf die Krank- Gewerbedeputation des Magistrats. Täglich: Jußtrumental- Konzert. Großer Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschant von PahenLagerbier, hell und dunkel. An Sonnfindet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Bersammlungen, Rommerje, Festlichkeiten 2c. Anstalt, Neue Jakobstr. 17, Brunnenstr. 123, Andreasstr. 54, Fruchtstr. 36, Potsdamerstr. 57/58, empf. f. 3. Färb. u. Reinig. v. Garderob. jed. Art, Spitzen, Gard., Möbelft. gef. 1 mt. p. Pfd., Bettdeckt. gef. 1,25 Mt. p. Stück. HerrenAnzug gereinigt, gebügelt von 2,50 Mk. an. Reparaturen billigst. Neu! Glanzentfernung von blankgetragenen Kammgarn- Garderoben. 3716L heit bezieht. Der Krankenschein ist( LS.) Mugdan. dem Kontrolleur stets vorzulegen und 2784 G. S. II 93. Kürschnergesellen verlangt[ 43332 C. 2. Neumann, Alexanderstr. 12.ehrling zur Ladirerei verlangt. Alte Jakobftr. 50. [ 2991, Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1 Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 132. Donnerstag, den 8. Inn: 1893. Cisenbahn-UKase. UnS wird aus Schlesien geschrieben: Der Wahl-Erlaß der Breslauer Eisenbahn- Direktion in Breslau ist nichts Besonderes. „Wir erwarten, daß Si�nur einem reichsfreundlichen Kandidaten Ihre Stimme geben werden. Königliche Ei send a hn-Kommissio n. Dr. Micke." So lautete einst in Kattowitz im Januar 1374— als die Schwarzen k la Windthorst in der Aera Bismarck-Falk zu den notorischen„Reichsfeinden" zählten.— der Schlußsatz eines Ukases, der dem Stationsvorsteher Hoeregott in Myslowitz zugestellt wurde. Herr Micke war übrigens der Sohn eines fürstbischöflichen Konsistorialraths. Und so wie damals geht es gerade bei dieser Eisenbahnverwaltung noch heute. Gerade bei den bevorstehenden Wahlen wird vom Präsidenten herab bis zum Vorarbeiter, in den.Bureaux sowohl wie in den Werkstätten. Gütermagazinen und bei Streckenarbeitern emsig dafür gewirkt, daß der Staat vor„inneren Feindew bewahrt bleibe. Da werden z. B. in dm Bureaux Denkzettel vertheilt, nach Art des kaiserlichen Erlasses vom 4, Januar 1882, worin es hieß: „Mir liegt es fern, die Freiheit der Wahlen zu beeinträchtigen, aber für diejenigen Beamten, die mit der Ausführung meiner Re gierungsakte betraut sind und deshalb ihres Dienstes nach dem Disziplinargesetze enthoben werden können, erstreckt sich die durch den Diensteid beschworene Pflicht auf Vertretung der Politik meiner Regierung auch bei den Wahlen." Dieser Erlaß ist noch 1890 vertheilt worden.*) Da fehlt es nicht zur Frühstückszeit an passender Unter- Haltung: Ermahnung durch subalterne Streber, bei Abtheilungs- leitern, Bureauvorstehern, Werknieistern. Da wird ein übriges Direktionsmitglied, ein Regierungsralh, der sonst ein minder- wichtiges Dezernat X, D oder Z bearbeitet, damit betraut, nunmehr seine ganz« Tüchtigkeit der Wahlbewegung zu widmen. Er setzt sich alsbald mit den Hochtories aus der Bischofstraße, König von Ungarn in Verbindung. Nun werden Listen des gesammten Personals angefertigt. Da werden aus jeder Bureau-Ablheilung 4 bis K überaus„königstreue" sogenannte„Vertrauensmänner" ausgesucht. Im November jeden Jahres, bei Festsetzung der Remunerationen, fehlt es nicht an Erkenntlichkeit für treue Dienste. Um das Agitationsfeld tüchtig zu bearbeiten, werden kurz vorm Wahltage alsdann diese„Vertrauensmänner" 2 bis 3 Tage von den Bureauvorslehern beurlaubt, und in Zusammenkünften sowie durch persönliche Besuche bei sogenannten„königstreuen'" Familienhäupteru wird eiftig gearbeitet. Was sür ein Druck insbesondere bei der Verwaltung der O b e r- schlesischen Eisenbahn zur Wahlzeit auf die Arbeiter und kleinen Beamten im Arbeiterverhältniß ausgeübt wird, beweist die Thatsache, daß 1887 vor den Seplennatswahlen die Güter- boden-Arbeiter in Breslau auf den Magazinen von Schuppen zu Schuppen von dem damaligen Expedilionsvorsteher väterlichst ermahnt wurden, durchaus„nur königslreu" zu stimmen, sonst--- In den verschiedenen Handwerker- Abtheilungen der„Muster"- Werkstatt der Oberschlesischen Eisenbahn hat zur Wahlzeit das„Sekretariat für Arbeiterpcrsonale" die größte Arbeit. Dann haben die Werkmeister und Werlsührer(früher Vorarbeiter genannt) diejenigen Wahllokale zu besetzen, wo die Hauptzentren der Arbeiter sich befinden, um es etwa einem zaghaften Arbeiter noch an der Nase abzusehen, ob er denn „roth" wählt. Daß die latente Bevormundung der Arbeiter und der kleinen Beamten unausgesetzt stattfindet» beweist am schlagendsten die Thatsache, daß in alle nsozialdemokratische Volksversammlungen besondere Werkstattsbeämte entsendet werden, wie dies thatsäch lieh am 2. November 1890(bei Genosse Tutzauer's erster Berichts rede) der Fall war, was zwei protokollarische Vernehmungen zur Folge hatte. Doch die Eisenbahnbediensteten werden allen Bceinflussungs- versuchen zum Trotz ihre Pflicht thun. Geheim ist die Wahl, und die richtige Antwort aus die Ukase wird der 15. Juni gebe». Die Reichstagswahlen. Die Stichwahlen sollen, wie es heißt, bei dem diesmaligen Anlaß sämmtlich auf einen Tag festgesetzt werden. was bisher nicht immer der Fall gewesen. Wiederholt ist ein neugewählter Reichstag einberufen worden, bevor die Stichwahlen vollständig beendet waren. Dieses verfassungsmäßig zweifelhafte Vorgehen scheint in der bevorstehenden Session vermieden werden zu sollen. *) Man vergleiche damit folgende Mittheilung des Ham� buraer„Echo" vom 7. Junr:„Amtliche Wahl- agltation ist es natürlich nicht, was in den Bureaus der Eisenbahnverwaltung getrieben wird; beivahre, es ist eine„Aufklärung", die den Beamten seitens ihrer Vor- gesetzten zutheil wird. Seitens verschiedener Beamten der Eisen- bahn-Dircktion Altona gehen uns Briefe zu, welche überein- stimmend folgende Mittheilungen enthalten: Am Sonnabend Morgen zirkulirte in den Direktionsbureaus ein interessantes Schriftstück. Dasselbe war mit„Geheim" bezeichnet und wurde in verschlossener Mappe von einem Bureau ins andere getragen. In den einzelnen Bureaus ging ein Beamter damit herum und legte es den anderen vor, aber nur so lange Zeit, als nothwendlg zum Lesen war; offenbar befürchtete man das Abschreiben oder gar Verschwinden des Aktenstückes. Der In- halt kann von uns nur dem Sinne nach, nicht wörtlich, wiedergegeben werden. Das Schreiben(unter- zeichnet: Ter Präsident, i. V.:[gez.] Göring.— Gesch.-Nr. S. I 79) verwies auf die Wichtigkeit der bevorstehenden Reichstagswahl und forderte alle Beamte und Arbeiter auf, sich an der Stimmabgabe zu betheiligen. Es handle sich nicht nur darum, Deutschland nach außen zu stärken, sondern es gelte auch, den inneren Frieden zu wahren.. Die Beamten müßten sich der ihnen aus ihrem Beamtenverhältniß erwachsenden Pflichten erinnern und sie werden deswegen auf den Erlaß von 1882 dringend verwiesen.— Das wird natürlich die zu unserer Partei gehörenden Eisenbahn- beaniten— und deren sind nicht wenige und nicht blas Sub-. alternbeamte— nicht hindern, am 15. Juni einen sozialistischen Stimmzettel abzugeben. Ist dies doch das einzige Mittel, ihrer Gesinnung Ausdruck zu geben, da jede öffentliche oder private Aeußerung ihrer Ueberzeugung die schwersten Nachtheile für sie im Gefolge haben würde.„Im übrigen hilft's ja doch nichts" (das Schreiben nämlich), bemerkt uns einer der Beamten.„D,e Beamten wissen zu einem großen Theil ganz genau, weshalb sie keine Zulagen bekommen und daß die Wahl geheim ist. Das Resultat wird dies wohl zeigen." Daß unter den Arbeitern der Eisenbahnverwaltung die Stimmung sür die Regierungssorde- runqen kein« bessere ist, als unter den Beamten, das liegt auf der Hand. Das berühmte Sparsystem der Eijenbahnverwaltnng hat den Leute* die Augen geöffnet." Ueber die AgitationStonr Singer's wird uns im Anschluß an den früheren Bericht noch gemeldet: Die Versammlungen in Duisburg, Ersfeld und Aachen waren überfüllt. Hunderte konnten wegen Platz- mangels nicht in die Lokale und standen an den geöffneten Fenstern, in den Gärten und auf den Straßen. In dieser schwärzesten Pfaffenecke des Reiches fanden die wuchtigen Aus- sührungen Singer's gegen das Zentrum stürmischen Beifall bei den Volksmassen, und die wuthschnaubenden Artikel der Zentrumspresse über die Versammlunge», die Beschimpfungen unseres Genossen sind der deutlichste Beweis dafür, daß die Hiebe gesessen haben, die der Redner den klerikalen Brot- vertheurern verabreicht hat. Vorigen Donnerstag referirte Singer in Bochum in einer Versammlung auf dem Schützenhof, die von etwa 6000 Personen besucht war. Trotzdem nur ein sogen. halber Feiertag war— die protestantischen Unternehmer ließen ihre Arbeiter am Frohnleichnamstage nicht feiern— waren die weiten Räume des Schützenyofes Nachmittags 4 Uhr fast bis in den letzten Winkel besetzt. Die Versammlung nahm ei»en vorzüg lichen Verlauf. Die Ausführungen des Referenten fanden laute Zustimmung, und anhaltender Beifall folgte dem Vortrage, worin unter Zugrundelegung des sozialdemokratischen Programms die gesetzgeberische Thätigkeit der Bourgeoisie nach Gebühr gegeißelt worden war. Ueber die Versammlung in Lüdenscheid haben wir bereits berichtet. Bemerkt sei noch, daß Singer hier mit dem Nationalliberalismus und dem Freisinn scharf ins Gericht ging. Trotzdem eine ziemliche Anzahl Gegner im Saale waren, kamen sie der Aufforderung des Vorsitzenden, sich gegen die An- griffe Singer's zu vertheidigen, nicht nach. In Elberfeld gab es eine wahre Völkerwanderung nach dem Johannisberg. dessen Räume sich als viel zu klein für den kolossalen Andrang erwiesen. Die Zugänge zum Lokal wurden polizeilich gesperrt; im Saale standen die Massen dicht an einander gedrängt, um den oft durch stürmischen Beifall unterbrochenen Vor- trag zu hören. Nach Singer sprach Harm, und da auch hier von den Gegnern niemand das Wort nahm. wurde die Versammlung unter begeisterten Hochrufen auf die Sozialdemokratie nach etwa 2»/,, stündiger Dauer geschlossen. In Ronsdorf und Remscheid, wo die Partei die allerbesten Aussichten hat, den Wahlkreis dem Freisinn zu entreißen, fanden am Sonntag Versammlungen statt, die unge- mein stark besucht waren und in Erinnerung an den Ronsdorfer Schwur sich verpflichteten, alles aufzubieten, um den Sieg an die sozialdemokratische Fahne zu fesseln. Die mächtige Schützeuhalle in Remscheid war von etwa 3500 Personen besetzt, während min- bestens noch ebensoviel Menschen in das bereits 2 Stunden vor Beginn der Versammlung polizeilich gesperrte Lokal ver- gedlich Einlaß verlangten. Hier kam es zwischen einigen Antisemiten und dem Referenten zu lebhasten Auseim andersetzungen. Gegenüber den antisemitischen Behauptungen konnte Singer nachweisen, daß die Zahlen, welche angeführt waren, genau denselben Werth hätten, wie die bekannten Ahlwardt'schen Akten. Mit diesen unserer Sache einen glänzenden Erfolg ver- heißenden Versammlungen beendete Genosse Singer die Agitations- tour in Rheinland und Westfalen. Die dort überall herrschende Begeisterung und feste Entschlossenheit berechtigt uns zu der An- nähme, daß die Sozialdemokratie am 15. d. Mts. sowohl den Zentrumsthurm ins Wanken bringen, als auch auf einigen nationalliberalen und freisinnigen Hochburgen ihr siegreiches Banner aufpflanzen wird. Bis zum Wahltage wird Singer noch in Breslau, Zeitz, Naumburg, Halle und Halberstadt sprechen. Gieße», 6. Juni. Gestern Abend sprach hier Liebknecht in dem überfüllten Leib' fchen Saale über die Neuivahlen. Die Versammmlung nahm den Vortrag mit begeistertem Beifall auf — und trotz der scharfen Angriffe, die ihnen zu Theil wurden, wagten die Vertreter der gegnerischen Partei nicht das Wort zu ergreifen. Die Antisemiten, die in dem hiesigen Wahlkreise, wen» auch nicht in unserer Stadt, bisher ihre Hockzburg hatten, ver- hielten sich mäuschenstill, und Herr Bockel, der ausdrücklich ein- geladen war, glänzte durch Abwesenheit. Nach allgemeinem Urtheil geht es mit dieser Radanpartei in unserem Wahlkreise, wie wohl auch anderswo, entschieden abwärts. Neber das Zentrum schreibt der Kandidat für Kel- heim, Dr. Sigl, in einer Erklärung an seine Wähler: „Seit dem Ende des Kulturkampfes, seit es die gewiesenen Wege einer Volkspartei verlassen, seit es nach oben schielt und liebäugelt, ging es abwärts mit dem Zentrum, hat es kein Glück mehr, weder in seiner Politik, noch in seiner Führung. Was es bei den Wahlen dem Volke versprochen, und was das Volk mit Recht von ihm erwarten durfte, davon hat es nichts gehalten: nicht ge- mindert hat es die Lasten deS Volkes, sondern stetS erhöht; nicht beschränkt hat es den Militarismus, sondern gekräftigt und vermehrt; 1887, nach den Neuwahlen, enthielt sich das Zentrum der Abstimmung über die neue Militäroorlage (Septennat), gegen die es vor den Neuwahlen die heftigste Opposition gemacht hatte; 1890 stimmte es der neuen Armee- Vermehrung zu und hieß alle Marineforderungen gut, soweit sie Annahme fanden; es stimmte für den Zoll auf Petroleum wie aus Kaffee, für die Zuckerstener, für die Branntwein- stener inklusive der Millionen-Liebesgabe sür die Brenner, für die Biersteuer u. f. w.; die indirekten Steuern, welche die nothwendige» Lebensmittel so sehr vertheuern, wurden vom Zentrum fast ohne Widerspruch in gewünschter Höhe bewilligt." Mehr und rücksichtsloser noch als f. Z. die National- liberalen wußte das Zentrum es fertig zu bringen und mit sich— und der Regierung— zn„vereinbaren", sich über alle dem Volke gemachten Versprechungen hinwegzusetzen, dafür aber die eigenen, persönlichen und Partei- Int er- essen zu verfolgen und sich wohl zu fühlen im frei- willigen Lakaiendienste. Dazu aber war das Zentrum vom Volke nicht gewählt worden, den eigenen I n t e r- essen und Vortheilen das Wohl des Volkes zu opfern. Kann, darf man zu einer solchen, allzeit wortbrüchigen Partei und ihren Vertrauens- männern und Gewählten noch Vertrauen haben, von denen man gewärtig sein muß, bei nächster "elegenheit wieder betrogen und verrathen zu werden?" Sigl's Aufnahme im Wahlkreis Kelheim war eine wahrhaft begeisterte. Die Sonntag Nachmittag-Wählerversammlung in Rottenburg, von 2500 Theilnehmern besucht, nahm einen glänzenden Verlaus. Sigl's Wahl ist zweifellos gesichert. Was die Militärvorlage dem Bauer kostet! Mit den wenigen Mark niehr, die für die Heeresvermehrung auf den Kopf der Bevölkerung fallen würden, ist die Sache nicht abgethan, es kommt auch noch die sogen. Blutsteuer in Betracht, die schweren Opfer, welche die Dienstzeit dem Eingezogenen und seiner Familie auferlegt. Dieser Tage machte ein Landwirth eine Ausstellung, was einem kleinen Bauern ein Sohn in der. Uniform bedeutet: Lohn eines Knechtes 180 M., Kost desselben 210 M., Zugabe zum Lohne 20 M., baar dem Sohne 20 M., zusammen 490 M. Zieht man sogar die Kost nicht in Betracht, weil ja der Sohn in der Kaserne beköstigt wird, so bleiben noch immer 250—300 M. Diese Rechnung mag nicht in allen Fällen stimmen, aber sie stimmt, wie die„Volks-Zeitung" mit Recht bemerkt, in vielen, und es giebt viele Leute, welchen diese oft vergessene vierte Steuer weit mehr Kopsschinerzen bereitet, als die drei anderen zusammen- genonnnen.— Ein rührsamrs Klagelied stimmt die„Freisinnige Zeitung" in einem Leitartikel:„„Freisinnige Volkspartei" oder Sozialdemokratie" an, worin u.a. die faustdicke Unwahrheit wieder aufgewärmt wird, daß unsere Partei in ihren Flugblättern„fast bis zur Unkenntlichkeit ihre eigenen Ziele ver- hülle". Das ist nicht richtig. Wir agitiren offen, mit unserem Programm in der Hand, wir haben nichts zu verhüllen, wie der bankrotte, in zwei Lager gespaltene Deutschfreisinn, der nicht einnial im linken Flügel sicher steht, sintemal sich K a n d i- baten der Freisinnigen Volkspartei nicht „binden" wollen in Sachen der M i l i t ä r v o r l a g e. Herr- Richter jammert also: „Das Volk will seinem Protest gegen diese Steigerung in den Wahlen einen scharfen und deutlichen Ausdruck geben. Dies giebt sich auch kund in zahllosen Zuschriften, welche uns aus den verschiedensten Kreisen zugegangen sind. Man verlangt in diesen Zuschriften aus Kreisen, in denen die freisinnige Partei bisher kaum dem Namen nach bekannt war. nach der Aufstellung eines Kandidaten der freisinnigen Volkspartei. Man verlangt eine solche Nominirung um so dringender, weil man andernfalls sich genöthigt sehe, zur Protesterhebung gegen die fortgesetzte Steigerung der Vollslasten den s o z i a ld e m o k r a t i s ch e njK a n d i d a t e n die Stimme zu geben. Diese Wendung kehrt fast gleichlautend in zahlreichen Zuschriften wieder. Die Verfasser sind dabei nichts weniger als Sozialdemokraten. Sie verwahren sich aus- drücklich gegen eine solche Voraussetzung. Gegenüber dieser Slinimung erscheint es auch als eine sehr zweifelhafte Taktik, zur Wiedereroberung bisher sozialdemokratischer Wahlkreise sich auf einen Gegenkandidaten zu einigen, der keine scharfe Stellung einnimmt gegenüber der jetzt wieder beabsichtigten Steigerung der Militär- und Steuerlasten. Selbst in Wahlkreisen, in denen Kandidaten der freisinnigen Vereinigung aufgestellt sind, ohne Gegenkandidaten der freisinnigen Volkspartei, erhebt man das Verlangen nach Ausstellung von Zählkandidaten von unserer Seite, und wäre es auch nur um zu verhindern, daß Hunderte und Tausende von Wählern den Sozialdemokraten ihre Stimme geben. Wir können dies lediglich den lokalen Führern oder Wahlkomitees anheimgeben. Die Scheidung der freisinnigen Partei in die freisinnige Volkspartei und die sreisumige Vereinigung ist vor sich gegangen ohne taktische Hintergedanken. Im Gcgentheil. Man verhehlte sich damals beiderseitig nicht, daß die Scheidung an sich die Wahlaussichten für jeden Theil vermindern könne. Die Scheidung vollzog sich also infolge einer inneren Roth- wendigleit. Heutzutage aber kann kein Zweifel mehr darüber bestehen. daß ohne diese Scheidung die Sozialdemokratie Erfolge würde errungen haben in bisher freisinnigen Wahlkreisen, welche jetzt in der Hauptsache ausgeschlossen oder zum mindesten sehr erschwert erscheinen. Den sozialdemokratischen Flugblättern ist durch die Scheidung gewissermaßen das Konzept verdorben worden, die Festigkeil und Widerstandskraft gegen die Steigerung der Militär- und Steuerlasten anzuzweifeln.(Na, na! Das Konzept verrückt kein Wadelstrumps und kein Richterscher unseren Flugblättern. Red. d.„V.") Trotzdem wird die freisinnige Volkspartei vielfach nach links hin einen sehr schweren Stand haben. Die Organisation und Agitations weise der sozialdemokratischen Partei i st seit 1890 außerordentlich vervoll- kommnet worden. Die sozialdemokratische Partei kann in die Stichwahl gelangen in solchen Wahlkreisen, in denen man dies bisher k a u m f ü r m ö g l i ch h i e l t. Je mehr die freisinnige Volks- partei in solchen Kreisen auch von rechts her bedrängt wird. desto nzxhr wird naturgemäß ihre Widerstandskraft nach links geschwächt. Auch jede von dritter oder vierter Seite dazwischen geschobene Zählkandidatnr erschwert in der Regel den Kampf und fördert die Aussichten der Sozialdemo- k r a t i e, in die Stichwahl zu gelangen." Unsere Genossen sehen, wie die Dinge liegen. Vom Deutsch- freisinn flüchtet sich die Wählermasse zur einzigen wahrhast demo- kratischen Partei, zur Sozialdemokratie. Das, Herr Richter. ist der wirkliche„Ruck nach links". Wie der Deutschfreisinn wackelt. In S o r a u ist in einer Generalversammlung des„liberalen Wahlvereins" der frühere Abgeordnete Kuno I e s ch k e wieder als Reichstags. Kandidat aufgestellt und ihm überlassen worden, ob und welcher der bestehenden freisinnigen Fraktionen er sich im Falle seiner Wahl anschließen wolle!!!! Ans Mttlhansen i. E. wird der„Frankfurter Zeitung" unterm 5. Juni gemeldet: Der Wahlaufruf der Sozial- d e m o k r a t e n, der in Taufenden von Exemplaren hier gestern zur Vertheilung gelangte, ist auf grund der Zz 131 und 95 des Strafgesetzbuches beschlagnahmt worden. Der„Expreß" bedauert dieses Vorgehen der Staatsanwaltschaft und meint, dadurch würde der sozialistischen Sache eher genützt als gc- schadet, da die Sozialisten zu Märtyrern gestempelt würden. Wer den Charakter der Ober-Elsässer kennt, muß dieser An- ficht beistimmen. So ruhig und friedliebend sie sind, jeder Einspruch reizt sie zum Widerstände und dann heißt es:„Sinn gerade!" Freisinnige Wahrheitsliebe. Herr Eugen Richter erbost sich über das jüngst von sozialdemokratischer Seite herausgegebene Schristchen„Die Thätigkeit des deutschen Reichstages" und versucht, den Freisinn von den gegen ihn erhobenen Borwürfen zu reinigen. Wie er dabri mit der Wahrheit um- springt, dafür nur folgendes Beispiel. In der zitirten Schrift heißt es: „Ein erheblicher Theil der Freisinnigen stimmte f. Z. sür die Kulturkampf- Gesetze, ebenso für das S o z i a l i st e n g e s e tz. ein anderer Theil zog es vor. sich vor der Abstimmung über die Verlängerung des Sozialisten- gesetzes zu drücken. Es ist eine Partei, deren politische Grund- sätze fließen." Dazu bemerkt Herr Richter:„Die Behauptung, daß bei dem Sozialistengesetze ein Theil der Freisinnigen sich von der Abstimmung gedrückt habe, ist unwahr. Bei der be- treffenden Abstimmung über das Sozialistengesetz im Früh- jähr 1884 fehlten unter den 100 Mitgliedern der freisinnigen Partei 2 Mitglieder als krank, 3 als beurlaubt, 4 als entschul- digt und 4 als unentschuldigt. Unter den letzteren war ein Mit- gtted schon seit Monaten krank und ein anderes mit einem Konser- vativen abgepaart. Niemals haben die Sozialisten mit der An- siihruug von Namen aus der Zahl von Fehlenden auck nur den Versuch gemacht, den obigen allgemeinen Vorwurs gefiissentlichcr Abwesenheit bestimmte» Personen gegenüber wahr zu halten." Ter wahrheitsliebende Herr Richter klammert sich einmal wieder zur Rettung der Partei-Ehre an Nebensächlichkeiten gn, um dj, Hauptsache zu verdunkeln. Von den vier Unentschulbigten p Aus dem Kreise Wittenberg- Schweinit. Am 31. Mai, Jund Kartätschen helfen zu können vermeint, der tann wirklichen fann ohne weiteres behauptet werden, daß sie sich gedrückt unternahm der Reichstagskandidat unserer Partei, Buchdrucker Muth nicht besitzen. haben. Aber auch die Entschuldigten sind durch ihre Massini, eine Agitationstour in unseren Kreis, die nicht ganz Entschuldigung nicht entlastet. Wer sich drücken will, der findet ohne Hindernisse verlaufen sollte. Da uns in diesem Kreise bis Die Zahl der Wahlkreise, in denen nach Vereinbarung leicht einen„ Grund", auf welchen hin er fein Fehlen motivirt. jest nur zwei Säle zu Versammlungen zur Verfügung stehen, so unter den Parteien die Stimmzettel aus gleichem Papier und noch nicht genannt feien, so wollen wir sein Gedächtniß etwas Gegner zu besuchen. Am 31. Mai Mittags 12 Uhr fand eine um Wahlbeeinflussungen zu verhindern, steigt. Bezügliche Berauffrischen. Abgesehen von den notorisch Kranken und vorher folche des konservativen Vereins für Herzberg und Umgegend einbarungen sind, soweit bekannt, bisher getroffen in München I Beurlaubten fehlten bei der entscheidenden Abstimmung am statt, in der der Kandidat der konservativen Partei, Herr und II, in Duisburg, Altena- Iserlohn, Glogau, Görlitz- Lauban, 10. Mai 1884 die Freisinnigen Behrend, Hamspohn, Hempel, v. Leipziger, sein Programm in etwa einer halben Stunde-Husum- Tondern, Spandau, Mainz. Karsten, Roch, Langhoff, Richter- Hamburg, Schröder- Friedberg vom Blatt las. Es war gerade Jahrmarkt. Alle Ortsschulzen, Gleichartige Herstellung der Stimmzettel haben auf und Sello. Das Schmähliche am Verhalten des Freisinns bei Bauern, Geiftliche u. s. w. aus der Umgegend hatten sich ein Vorschlag unserer Partei auch die gegnerischen Parteien der damaligen Situation war aber nicht allein diese Drückerei, gefunden. Die Versammlung selbst fand in einem Gartenlokal Glogau's beschlossen. sondern daß se ch3undzwanzig jener Freiheitsmänner" für statt. Freibier stillte die durftigen Bauernfehlen. A13 " " : = Parteinachrichten. die Verlängerung des Sozialistengesetzes gestimmt haben. Da Herr v. Leipziger unter allgemeinen Schweigen seine Vor- Bürgerliche Kandidaturen. Hagen: Stöbel( 3.) Herr Richter das ganz mit Schweigen übergeht, er weiß wohl lesung beendet, meldete sich unser Kandidat zum Wort. In: Oftpriegnig: Gutsbefizer von Dallwitz( K), Bauerngutswarum, wollen wir auch hier seinem Gedächtniß etwas nach dem der Vorsigende, Herr Amtsrichter Schmidt, mit einem ge- befizer Koch( Deutschfreif.). Stolp Lauenburg: Hofhelfen. Die freisinnigen Jasager, welche ihre Zustimmung dazu wissen Nachdruck seinen Namen verfündete und ihm das Wort besizer Will( K). 3. oldenburgischer Wahlkreis: Bennigsen gaben, daß eine große Partei noch ferner unter dem ertheilte, war auch schon das Zeichen zur Schlacht von den( N). Warburg Hörter: Freiherr v. Landsberg( SchorKnebel des Ausnahmegeseges gehalten werde, waren Geistlichen gegeben. Und in Nu ertönten die Rufe: Schmeißt lemerscher). Freiburg i. Br.: Marbe( 3), Dr. Frommherz Beifert, Eberty, Fährmann, v. Fordenbeck, Frieß, Gold- den Kerl raus! Hinaus mit ihm! Wir wollen feinen Vaterlands( Deutschfreif.), Liebermann von Sonnenberg( U), Kartell der schmidt, Grieninger, Hammer, Horwit, Jegel, Kochhann, Lipke, verräther hören! Und wie dumpfes Gebrülle aus einem Ruh- und A. Kammin Greiffenberg: Jordan( Vg). Maager, Alexander Meyer,= Mommsen, Banse, Pflüger, stalle, tönte es von allen Seiten des Gartens. Gläser wurden Olegto Syd Johannisberg: Regierungspräsident v. Schirmeister, Schlutow, Schröter, Struve, Thilenius, Wander, auf die Tische geschlagen und mit den Fäusten drohte man. Steinmann( K), Seydel Chelchen, Kandidat der gemäßigten Westphal, Dr. Witte und Wölfel. Von den Genannten gehörten Massini ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Er ersuchte Parteien". Saarburg Ortelsburg: Rechtsanwalt die mit einem bezeichneten auch noch dem letzten Reichstage nur Herrn von Leipziger, er möge fein gewichtiges Wort zur Grittfeld( Deutschfreif.), Graf Mirbach( K). Neustettin: an. Der Abkommandirungsbrief ist im Auftrage Beruhigung der Störenfriede in die Wagschale werfen; dazu Stöcker. Bernburg: Advokat und Dichterling Grelling( FV). G. Richter's von seinem allezeit getreuen Schildknappen Otto batte aber der edle Sproß des deutschen Bauernbundes keine Leipzig, 7. Juni. Der Vorstand des Bundes der Landwirthe Hermes geschrieben worden. Veranlassung. Mithin blieb unserem Kandidaten weiter nichts fagt sich öffentlich von dem Kandidaten der Konservativen und übrig, als unter dem Schuße einiger Andersdenkender das liebliche Nationalliberalen, Dr. Hans Blum, los und fordert zur UnterAus Bayern. Der letzte Sonntag gab, wie die Fränkische Idyll" zu verlaffen. Bis in den späten Abend hinein gab es aber stügung des Antisemiten Liebermann v. Sonnenberg auf. Armer Tagespost" meldet, der Nürnberger Sozialdemokratie wieder in den Lokalen eifrige Debatten über das Mundtodtmachen, Hans! Gelegenheit zur Agitation in den Wahlkreisen Frankens und der Schaden haben wir davon nicht gehabt. Am 3. Juni sprach Oberpfalz. In den Wahlkreis Neumartti. D. verfügten sich Massini in Klein Wittenberg über die bevorstehende zahlreiche Radfahrer, um Flugblätter und Stimmzettel zu Reichstagswahl. Schon lange vor Beginn der Versammlung vertheilen. Im Wahlkreise Weißenburg- Eichstädt sprach war der über tausend Personen fassende Saal bis auf den letzten Großberger in einer riesig besuchten Versammlung zu Solnhofen, Platz gefüllt, so daß Hunderte stehen mußten.( Am Tage vorher in Wassertrüdingen( Wahlkreis Dinkelsbüh 1), Dehme, hatte in Wittenberg eine freisinnige Wählerversammlung ftatt in Oberlangenstadt und Schwürbis Scherm und Roßtopf in gefunden, die von ganzen 250 Perfonen besucht war.) Massini Parteigenossen, welche gewillt sind, den Wahlkreis Stadtfteinach( Kronach Lichtenfels). Der Randidat für legte, oft von Beifall unterbrochen, der am Ende feiner Rede 8 auch Belzig Jüterbogt udenwalde mit zu er Forchheim Kulmbach, Wiemer, hielt Versammlungen sich zu stürmischer Zustimmung steigerte, die Ursachen der Auf- obern, bitlen wir, Sonntag, ben 11. Juni, fleißig bei der Verin Eggolsheim Forchheim, Hagenbach bei Pretzfeld und lösung des Deutschen Reichstags dar. Die beiden gegnerischen Kan- theilung des legten Flugblattes und der Stimmzettel mit einBurd. Dertel sprach in Büchenbach und Herzogenaurach, in didaten, der konservative Herr v. Leipziger und der freisinnige autreten. welch legterem Orte er ein Renkontre mit dem Pfarrer hatte, Dr. Dohrn, waren zu der Versammlung, trotzdem fie Meldungen an Eugen Bartsch, 2udenwalde, Dahner Lock in Schlüsselau( Bamberger Kreis). Gizinger re- auf den an den Säulen angehefteten Plakaten dazu ein- ftraße 13. erirte in Brückenau( Neustadt a. d. Saale), wo zum ersten geladen waren, nicht nicht erschienen. Der Erfolg der VerMale ein Sozialdemokrat auftrat. Frank sprach am Sonnabend fammlung war für uns ein unerwartet großer. Am 4. Juni Die Kreuz Zeitung" fahndet bereits nach einem Trost, in Behringersdorf. Grillenberger am Sonnabend in hielt Maffini in 8 ahna eine Versammlung ab. War die in der ihr über die Unannehmlichkeit der voraussichtlich bedeutenden Schnigling, am Sonntag in einer aus mindestens 10 Ort Klein Wittenberg stattgehabte ausnahmsweise von Bourgeois, Verstärkung der sozialdemokratischen Reichstagsfrattion hinwegschaften besuchten, geradezu überfüllten Versammlung in ein Bürgern und Arbeitern besucht, so war die in Bahna nur aus helfen könnte. Sie findet ihn darin, daß sich die Sozialdemo burg, im Kreise Ansbach- Schwabach Pelz in Georgens Ackerbürgern, Bauern und Handwerkern zusammengesetzt. Das fratie aus einer ehemaligen Revolutionspartei" in eine fleingmünd und Roth und Rausnitz in Rohr und Unterreichenbach. Lokal war auch hier überfüllt, so daß viele im Hofe auf Tischen bürgerliche demokratische Partei" verwandelt habe. Im Munde In den Kreifen Hof, Bayreuth, Rothenburg Neustadt und der und Stühlen standen und zu den Saalfenstern hineinschauten. Der Kreuz Zeitung", die sonst die Sozialdemokratie nicht Oberpfalz wurden gleichfalls Versammlungen abgehalten. Die Versammlung folgte den Ausführungen des Referenten mit schwarz genug zu schildern weiß, nimmt sich diese geistlose Sämmtliche Münchener Vertrauensmänner unserer großem Intereffe und die Bauern stimmten durch Kopfnicken und Behauptung noch um etliches tomischer aus als selbst bei den Partei haben einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: Der lautes So ift's recht!" feinen Ausführungen bei. Auch hier Unabhängigen", auf deren revolutionäre Thaten" die Welt tommende Wahltag foll zum Arbeitsruhetag erflärt werden." Die war vollste Redefreiheit, aber obgleich der Pfarrer, der Doktor, heute noch wartet. Arbeiter aller Branchen werden aufgefordert, diesen im all- der Apotheker anwesend waren, so hielten sie es doch für das Beste, ihre Gedanken" in Schweigen zu büllen. Leider stehen gemeinen Intereffe liegenden Beschluß zu dem ihrigen zu machen uns vorläufig teine Säle mehr zur Verfügung. Die Angst der und die zur thatsächlichen Durchführung beffelben nothwendigen Vorbereitungen schleunigft und mit Eifer ins Wert zu setzen, Wirthe vor den Behörden ist zu groß. insbesondere auch den Unternehmern der Werke den Wunsch der Arbeiter durch Unterschriftsammlung zu übermitteln." M g M # M Polizeiliches, Gerichtliches c. Wegen Beleidigung des Bürgermeisters Engel in Neuftadt D. S. verurtheilte die dortige Straffammer den jetzt in Görlig wohnenden Genossen A. Schöbel zu 100 M. Geld- oder 20 Tagen Haftstrafe. Lieber, der Reise- Engel des Zentrums, fennzeichnete in einer Wahlrede zu Neuß die Zentrumstattit, die Schein-Eine satirische Sonntagsplauderei, die scharf gegen die In Deggendorf( Niederbayern) kandidirt, wie schon ge- oppofition des Zentrums, das nur um einen möglichst hohen Servilität zu Felde zog, die sich anläßlich der Geburt eines meldet, der katholische Sozialpolitiker Dr. Rahinger, ein aufpreis mit der Regierung feilscht, recht offenberzig fo: fächsischen Prinzen in der sächsischen und namentlich der resignirter Pfarrer, gegen den offiziellen Zentrumskandidaten, die Bullen beißer zu machen, weil wir uns bewußt sind, damals verantwortlichen Redakteur der Sächs. Ar b. 8tg." Wir alten Zentrumsleute sind freilich schon damit zufrieden, Dresdener Ordnungspreffe breit machte, trug bekanntlich dem Pfarrer Leonhard. Boraussichtlich wird Razinger ſiegen. Daß man oben teine Küsse mit uns austauschen Genossen Wesker eine Haftstrafe von einem Monat wegen In seiner Kandidatenrede sagte er u. a.: Der Militarismus sei der Vernichter des Boltswohlstandes, der Volksfreiheit, breche wird, wenn wir unten nicht die Waden be ,, Verübung groben Unfugs" ein. Die dagegen eingelegte Bedrohen." das Volk innerlich, fördere den Proletarismus und führe damit rufung wurde am Sonnabend von der 2. Straffammer des zur Entkräftung und zur friegerischen Niederlage eines Landes. Politischer Unfug in Kriegervereinen. Der Rhein- Landgerichts in geheimer Sigung verworfen. Das Urtheil der Die Völker seien nicht dazu da, um ein Dünger- hessische Beobachter" veröffentlicht folgendes Schreiben, zweiten Justanz führte aus, daß man in einem„ monarchischhaufen für Generale und große Staatsmänner welches der„ Patriotische Verein" des Lotterietolletteurs christlichen Staate lebe und daß die Gefühle der Treue und Anzu sein. Redner fordert Abrüstung, Friedens und Enneccerus in Frankfurt a. M. an den Gewährsmann des hänglichkeit, die die monarchisch- christliche" Bevölkerung dieses Bölterverbrüderung. Es sei eine Versäumniß, daß die Rheinhessischen Beobachters" gesandt hat: Staates gegen ihr angestammtes Fürstenhaus" beseelen, ge Fraktionen das nicht unausgesetzt verlangten, ja statt dessen den Patriotischer Verein Frankfurt a. M., 80. 5. 98. schüßt werden müßten gegen solche Verlegung, wie der inkriminirte Chauvinismus bei uns einbürgern halfen. Frankfurt a. M. Artikel sie biete. Ueber die Reichstagswahl- Aussichten in Breslau ur theilt ein offenbar sehr gutunterrichteter schlesischer Vertreter der ultramontanen Kölnischen Volkszeitung": # " Herrn... in -Wegen Beleidigung des Staßfurter Bürgermeisters ReinIm Auftrage des Herrn Oberstleutnant Enneccerus erlaube hardt wurde der frühere Redakteur der in Solingen erscheinenden ich mir die Anfrage, ob es Ihnen nicht möglich wäre den Krieger- Bergischen Arbeiterstimme", Theodor Huth in Köln, vom Elberverein in... etwas für die Wahlen aufzumöbeln. felder Landgericht zu 50 M. Geldstrafe verurtheilt. Es handelte " In den beiden Wahlkreisen der Stadt Breslau stellen An den Vorsigenden des Kriegervereins dortselbst ist die Bitte fich um den Abdruck eines Artikels, worin die bekannten Schreiben Sozialisten, Kartellpartei, Freifinnige Richter'scher Richtung, wiedergegeben und kritisirt waren, in denen Reinhardt den Zentrum und Deutsch- Soziale eigene Kandidaten auf. Die Aus- gerichtet worden, für die Sache thätig zu sein." v. Reibnitz, Fabrikanten u. a. 278 Arbeiter als Theilnehmer an sozial wahl der Kandidaten wird jedenfalls, abgesehen von der günstig Premierleutnant a. D. demokratischen Versammlungen 2c. bezeichnet hatte. Das Gericht gewählten Kandidatur des Abg. Mehner, welche indessen immerbilligte die Handlungsweise des Bürgermeisters nicht. Es er: hin nur eine Zähltandidatur sein wird, zumal dieselbe nicht Der Oberfte der Huenelinge, Huene, ist ein fürsichtiger fannte, wie die" Freie Presse" berichtet, daß der Bürgermeister einmal von dem gesammten Handwerkerstande, sowie von dem Serr. Er erklärt:" Nachdem ich in meiner Erklärung vom allerdings nicht ganz innerhalb der Schranken seiner DienstVerein zum Schuße des Handels und Gewerbes genügend unter 28. Mai d. J. die Bereitwilligkeit ausgesprochen habe, überhaupt obliegenheiten geblieben zu sein scheine und daß der Angeklagte stützt wird, den Sozialisten den Sieg erleichtern, wieder ein Mandat anzunehmen, ist mir aus mehreren Kreisen unbedingt demgegenüber in Wahrung berechtigter Interessen geda weder die Kandidaten der Kartellpartei noch die Mittheilung über meine Aufstellung zugegangen, zugleich mit die der Deutsch reisinnigen sich besonderer dem Wunsche, ich möchte die Annahme der Wahl erflären. Die handelt habe. Allein es sei doch in manchen Aeußerungen des Artikels formelle Beleidigung und die Absicht einer solchen unSympathien unter der Bürgerschaft erfreuen." ganz besonderen Verhältnisse, welche bei der diesmaligen Wahl verkennbar, jedoch auch hierbei könne nicht unbeachtet bleiben, vorliegen, geben für feinen der Wahlkreise die daß der Angeklagte sich durch die Handlungsweise des BürgerGegen die Militärvorlage hatte von der Kanzel der sichere Gewähr des Erfolges, wenn ich auch über meisters in hohem Grade gereizt und verlegt gefunden habe, liberale Protestantenvereinter Pfarrer Schwalb in Bremen zeugt bin, daß das Interesse an der Sache in jedem einzelnen daher sei die Verurtheilung des Angeklagten zu einer Geldstrafe gepredigt. Am legten Sonntage fagte er: Pater peccavi und Kreise die Freunde meiner Wahl zu energischer Thätigkeit an- von 50 M. eine ausreichende Sühne. Außerdem wurde dem verlas eine Erklärung, worin er sagte:" Er halte sich als pro- regen wird. Unter diesen Umständen bitte ich, es gerechtfertigt Bürgermeister die Publikationsbefugniß des Urtheils zugesprochen." testantischer Prediger allerdings berechtigt, über politische Fragen, zu finden, wenn ich für den einzelnen Wahlkreis soweit sie auf die Moral oder Religion bezug hätten, auch von in diesem Augenblic teine Erklärung abgebe, der Kanzel herab zu sprechen. Aber andererseits müßten die sondern das Ergebniß abwarte. Ich möchte diese richtigen Grenzen innegehalten werden, damit man nicht sagen fönne, der Geistliche treibe Wahlagitation oder beleidige politisch Andersdenkende. Diese leicht inne zu haltenden Grenzen habe er, wie er einsehe, in seiner vor vierzehn Tagen gehaltenen Predigt überschritten und darüber spreche er sein Bedauern aus, indem er die Bitte hinzufüge, ihm sein Verhalten zu ver= geben." Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne auch dem Wahlfomitee des Zentrums im bisherigen Wahlkreise Breslau( Land) Neumarkt meinen herzlichen Dank für die erfolgte Anregung meiner Wahl in demselben auszusprechen." Saure rauben! Tokales. Die Liste des dritten Reichstags- Wahlkreises weift in diesem Jahre 1852 Wähler weniger als 1890 auf. Dieser Graf Loe, der ein Sueneling werden wollte, ist von seiner Hinweis dürfte genügen, unsere Genossen zu veranlassen, ihre Kandidatur in Cleve zurückgetreten. Jetzt wird also ein ganze Kraft schon beim ersten Wahlgang in Anwendung zu offizieller Zentrumsmann kandidiren. bringen und Indifferente angufeuern. Auch nicht ein Wähler darf fehlen. Die Ursache der Verringerung der Wählerzahl ist darin zu suchen, daß die Bevölkerung sich immer mehr nach der Peripherie hinzieht und die Verbreiterung und der Ausbau der Straßen in den alten Stadttheilen des Zentrums die Zahl der Wohnungen vermindert. Mit fremden Federn schmückt sich das Wahlfomitee der frei sinnigen Volkspartei für den elsässischen Wahltreis Babern. In einem von diesem herausgegebenen Flug Jedenfalls recht naiv aus der Schule geplaudert hat blatte, betitelt An die Wähler des 11. elfaß- lothringischen der Direktor des Wittstocker Gymnasiums, ein Herr Dr. Grosse. Wahlkreises", verlegt von G. Cost in 8abern, heißt es: Wer Er soll, wie man uns schreibt, in der am Sonnabend Nachmittag herrscht in Deutschlands Parlament, das Volk oder ein Häuflein in Prißwalt abgehaltenen konservativen Versammlung gefagt bevorzugter Leute, die ihre Sonderinteressen als Staatszweck haben:" Die Gefahr eines Krieges nach außen ist betrachten? Soll Deutschland eine einzige große Kaserne werden, nicht so groß, wie die eines solchen nach innen, Die hier in Berlin arbeitenden und im Bands: mit Arbeitshaus und Zuchthaus daneben, oder soll es ein Kultur- denn beachten Sie doch das riesige Anwachsen der Sozialdemo staat sein? Soll der Militärstaat den Intelligenzstaat verschlingen? fratie; fast in sämmtlichen Wahlkreisen haben sie Kandidaten berg- Soldiner Wahlkreis wohnenden ParteiIst das allgemeine Wahlrecht das Grundrecht des Reiches oder aufgestellt, hoffentlich wird ihnen der Sieg nicht gelingen. Aber genossen werden ersucht, sich diesen Sonntag an der Vernur eine verlogene Umhüllung der Pickelhaube? Mit einem um einen Sieg gegen die Sozialdemokratie zu ermöglichen, ift breitung von Stimmzetteln und Flugblättern in ihren WohnWort: Ist das deutsche Bolt mündig oder nicht?" Diefe Säbe es unbedingt nothwendig, mit allen möglichen Mitteln gegen fie orten zu betheiligen. Material ist von H. Stolz, Goldin, und find abgeschrieben aus dem Leitartikel, der in der Nr. 110 bes vorzugehen. Um aber bei einem etwaigen Siege der G. Regelmann, Landsberg an der Warthe, Küftrinerstraße 80/81, Vorwärts" vom 11. Mai veröffentlicht ist! Sozialdemokratie biefe im Baume halten an zu beziehen. tönnen, müssen wir die neue Militärvorlage Die Genoffen von Weißensee werden ersucht, sich mög Aus Planit bei Zwickau wird dem„ Sächs. Volksblatt" durchbringen." lichst vollzählig in der am Freitag, den 9. d. M., Abends 8 Uhr, geschrieben: Die Bergleute auf den von Arnim'schen Neues hat uns der Herr Gymnasialdirektor damit nicht ge- im Rettig'schen Lofale, Berlinerstraße, von feiten der Freifinnigen Werfen sind gespannt, wie es am Wahltage, den 15. Juni, fagt. Die organisirte Arbeiterschaft hat den Patriotismus" der einberufenen Versammlung einzufinden. Gleichzeitig richten wir mit der Schichtzeit gehalten werden wird. Bekanntlich sind dies Konservativen noch immer richtig taxirt. Das eigene Volt nieder- an die Berliner Genoffen, welche gewillt sind, uns bei der Verdie einzigen Werte im Kohlenrevier, auf welchen noch geschoffen zu sehen, wenn es freie Zustände verlangt, ist ein alter theilung des letzten Flugblattes behilflich zu sein, die Bitte, am zwölfftündige(!) Schichten verfahren werden. Würde man Lieblingswunsch der Herren von und woßu und ihrer servilen Sonntag früh 62 Uhr bei Pfeifen- Müller, Königs- Chaussee 38, am Wahltage davon auch teine Ausnahme machen, so wür- bürgerlichen Anhängsel, die sich als Stügen von Thron und Sonntag früh 6½ br bei Pfeifen- Müller, Königs- Chaussee 38, sich einfinden zu wollen. Abmarsch punkt 7 Uhr. den mehrere hundert Arbeiter ihr Wahlrecht Altar gebärden. Die Herren Konservativen hatten aber in nicht ausüben tönnen. Bei der letzten Landtagswahl der Regel nicht einmal die Kourage, bei der Abschlachtung des ward es so gehandhabt, daß sich ein jeder, der wählen gehen Boltes gegenwärtig zu sein. Dazu war ihnen ihre theure Haut wollte und infolge dessen auszufahren wünschte, melden mußte. viel zu lieb. Der Herr Gymnasialdirektor gehört gewiß zu dem Furcht vor Maßregelung hält alsdann viele davon ab, sich zu selben Heldenschlage, denn wer sich gegen eine geistige Bewegung wie den Sozialismus nicht anders als durch Bajonette, Säbel " melden. " Fast bemitleiden möchten wir unsere Gegner um ihren wahrhaft erschrecklichen Mangel an Munition im Kampfe gegen die Sozialdemokratie. Jezt muß jogar die längst abgethan gewähnte Ente des großen Massenumzugs der Sozialdemo tratie von einem Wahlkreis in den andern herhalten. Und das geschieht in der Stadt der Intelligenz, wo Eugen Richter feine theile bienen fönne. Che fie am Montag Abend den Tod durch| antragte, plaidirten die Vertheidiger, Rechtsanwälte Sachs und heutige„ Freifinnige" allen Ernstes mit der Nachricht malträtirt, Erhängen auf dem Hausboden suchte, hatte sie die Wohnung auf Wronter, für Freisprechung, da eine Täuschung nicht vorliege. Der daß unmittelbar vor der Aufstellung der Wählerlisten der Zuzug das beite geordnet; die Wäsche und Decke bestimmt, die fie in Gerichtshof ließ es dahingestellt bleiben, ob die fragliche Waare von sozialdemokratischen Schlafstelleninhabern das Grab mitnehmen wollte und auf einem Zettel Verzeihung als Rognak" bezeichnet werden könne, oder nicht. Die Täuschung in den zweiten Berliner Wahlkreis sehr groß gewefen ist. Wie von ihrem Manne erbeten, wie auch den Ort angegeben, wo man erbärmlich muß da erst in der kleinen Provinzpresse gekämpft" ihre Leiche finden werde. werden! sei schon durch den Inhalt der Annonce bewirkt. Dieſe ſei von dem Angeklagten P. verfaßt und wenn der Angeklagte Schw. demselben eine Waare mit der Bezeichnung ,, Cognac fine Weil fie zu alt tvar", hat sich die unverebelichte 22 Jahre Champagne" lieferte, obgleich er wußte, daß es ein Kunstprodukt Die Neue Zeit", das Organ des freisinnigen Herrn alte Jda Jahn, die Schwarzkopffftr. 8 bei einem Bantbeamten in war, so machte er sich der Täuschung mitschuldig. Die vom Isaac in Charlottenburg, bringt folgende Notiz: Dienst ftand, gestern Morgen um 7 Uhr erhängt. Tags zuvor ersten Richter erkannte Strafe je 500 M. und Veröffentlichung „ Das Recht der freien Meinungsäußerung" hatte sie beim Rollen erklärt, daß sie sich zu alt fühle; ein des Erkenntnisses im Staats- Anzeiger" und im Berliner Tagesteht bekanntlich bei den Sozialdemokraten nur auf dem Papier; Mädchen, das 22 Jahre alt geworden sei, brauche nicht mehr blatt" fei fomit aufrecht zu halten. denn in der Praxis treibt niemand eine schändlichere Ver- zu leben. werden." " Soziale Leberlicht. gewaltigungspolitik als die Sozialisten, die den politischen Gegner Reichsgericht. Leipzig, 7. Juni. Vor dem vereinigten in Bersammlungen niederbrüllen oder gar bedrohen. Auch Marktpreise in Berlin am 6. Juni, nach Ermittelungen 2. und 8. Straffenat des Reichsgerichts begannen heute im unter sich" zeigen die Herren eine Intoleranz, wie sie schlimmer des töniglichen Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von Schwurgerichtsfanle des hiesigen Landsgerichts die Verhandnicht gedacht werden kann. Ein Unabhängiger", der Töpfer 16,40-16,00 M., mittlerer von 15,90-15,60 m., geringer von lungen in dem Hochverraths- Prozesse gegen 7 Anarchisten. AnStein, hat dies zu seinem Leidwesen erfahren müssen. Er 15,50-15,20 M., Roggen per 100 Kg. guter von 14,70 bis geklagt sind der Bergmann Blasius Grasser aus Scheifling, der arbeitete auf einem Neubau in der Goethestraße und hatte 14,50 M., mittlerer von 14,40-14,30 M., geringerer von 14,20 Handelsmann Heinrich Schürmaun aus Mülheim, der Tischler jedenfalls dort in seinen Gesprächen mit Kollegen seine bis 14,00 M. Gerste per 100 kg. gute von 17,00-16,00., und Orgelbauer Anton Schönberger aus Lerben, der Bergmann politische Gesinnung verrathen. Einige Offizielle" waren über mittlere von 15,90-15,00 M., geringe von 14,90-14,00 M. Gerhard Lanius aus Beckerath, der Bergmann Michael Müller. ben„ Unabhängigen" empört, sprachen davon, daß sie ihm sein Safer per 100 kg. guter von 17,20-16,70 m., mittlerer von aus Oberbreifig, der Steinhauer Johann Müller aus Effen, der Verhalten schon anfireichen" würden und überfielen ihn in der 16,60-16,20 m., geringer von 16,10 bis 15,70 m. Stroh, Bergmann Adalbert Golz aus Brodin. Die Bertheidigung haben Leibnizstraße, so daß sich Stein, der erhebliche Berlegungen er Richte per 100 Kilogr. von 6,00-4,90 Mart. Seu per die Rechtsanwälte Dr. Klöppel, Saber und Butler übernommen. litten hat, in das Lofal flüchten mußte. Den Urhebern des 100 Kilogr. von 7,40-5,40. Grbsen, gelbe zum Kochen Zu den Verhandlungen sind 19 Zeugen und Sachverständige gerohen Exzesses wird hoffentlich eine exemplarische Strafe zubittirt per 100 g. von 40,00-24,00 M. Speisebohnen, weiße per laden. Auf Antrag des Oberreichsanwaltes v. Tessendorf wurde 100 g. von 50,00-20,00 2. Linsen per 100 Rg. von 80,00 für die ganze Dauer des Prozesses der Ausschluß der Echt freisinnig" ist hier ein einfacher gewerkschaft bis 30,00 M. Kartoffeln per 100 kg. von 6,00-4,00 M. Rind: Deffentlichteit beschlossen. licher Konflikt von dem Organ des Herrn Jsaac zu einer poli- fleich von der Keule per 1 Kg. von 1,60-1,20 m. Bauchfleisch tischen Meinungsdifferenz geahlwardtet worden. Das Ber per 1 Kg. von 1,30-0,90 M. Schweinefleisch per 1 kg. von würfniß zwischen Herrn Stein und seinen Kollegen be- 1,60-1,10. be: 1,60-1,10 m. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,80 m. stand darin, daß er dem allgemeinen Beschluß der Töpfer, Hammelfleisch per 1 Rg. von 1,50-0,90 M. Butter per 1 Kg. welcher die Arbeitszeit von 71/2 Uhr Morgens bis 5 Uhr Nach von 2,80-1,80 m. Gier per 60 Stück von 4,00-2,20 M. Fische mittags feftfette, zuwider handelte und noch nach 6 Uhr arbeitete. per 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,00 M. Aale von 3,00 bis Hierüber kam es zu Auseinandersetzungen. 1,00 M. Bander von 2,40-1,00 M. Hechte von 2,00-1,00 M. Barsche von 1,60-0,60 W. Schleie von 2,80-1,00 M. Bleie von 1,40 bis 0,80 M. Krebse per 60 Stück von 12,00-1,50 9. Polizeibericht. Am 6. d. M. Morgens wurde ein Mädchen auf dem Boden des Hauses Schwarztopffftr. 8 erhängt vorgefunden. Auf dem Mariannenplay, Ecke der Waldemar straße, gerieth Nachmittags ein vierjähriges Mädchen unter die Räder eines Omnibus und erlitt außer einem Bruch des Armes und des Unterkiefers anscheinend schwere innere Verletzungen, so daß seine Ueberführung nach dem Krankenhaufe Bethanien erforderlich wurde. In der Nacht zum 7. d. M. wurde auf dem Hofe des Grundstückes Dragonerstr. 15 ein Arbeiter mit einer bedeutenden Verlegung am Kopfe besinnungslos aufgefunden und nach der Charitee gebracht. Abends entstand in dem im weiten Stock des Hauses Fennstr. 11/12 belegenen Trockenraum ber chemischen Fabrit auf Aftien( vormals Schering) Feuer, das auch den Bodenraum und verschiedene dort lagernde Chemikalien ergriff. Bei den Löscharbeiten wurden drei Feuerwehrmänner leicht verlegt. Außerdem fanden im Laufe des Tages zwei kleine Brände statt. Die gemischte Deputation für die Einverleibung der Vororte in den Stadtbezirk Berlin hielt am Dienstag Abend unter dem Vorsize des Oberbürgermeisters Beile eine Sigung ab, um die Vorschläge ihrer Subfommiffion in Berathung zu ziehen. Nach den Vorschlägen diefer Subtommission sollen einverleibt werden: der südliche Theil von Pankow und Heinersdorf, beide Weißensee, der größere Theil von Hohen- Schönhausen, ganz Lichtenberg und der im Gemeindebezirk Friedrichsfelde belegene Berliner Bentral- Begräbnißplay; ferner ganz Stralau und Rummelsburg und ein Theil der Wuhlhaide von der südlichsten Spitze der Gemeinde Rummelsburg bis zu dem an der Spree belegenen Wilhelminenhof. Von da ab bildet bie Spree die die Grenze bis zu dem Gemeindebezirk Treptow, welcher ebenso wie Rigdorf und die Hasenhaide ganz in die Einverleibung hinein gezogen werden foll. Außerhalb der neuen Weichbildgrenze sollen dagegen bleiben Tempelhof und fast ganz Schöneberg, über haupt follen nach dem Südwesten und Westen hin nur ganz unbedeutende Gebietserweiterungen stattfinden, der 18. Polizeibezirk von Charlottenburg foll in den Verband von Berlin aufgenommen werden. Die nördliche Grenze gegen Reinickendorf soll ganz unverändert bleiben. Maß gebend war das Bestreben, als Grenze von Nordost und Südost Die Wasserscheide zu bestimmen. Die Deputation hat beschlossen, die Beschlüsse der Subkommission in bezug auf das ganze Iinte Spree Ufer zu genehmigen, also die Eins verleibung von Treptow, Rigdorf, Hasenbaide, des 18. Polizei bezirts von Charlottenburg mit einem kleinen Theile von Schöneberg und Martinitenfelde, da gegen auf dem rechten Spree- fer nur Stralau, Rummelsburg, Rolo nie Friedrichsberg, nicht dagegen Lichtenberg, Hohen- Schönhausen, weißensee und Pantom, fodaß die jetzige Weichbildgrenze gegen Norden und Nordosten vollständig bestehen bleibt. M Gerichts- Beitung. A Achtung Metallarbeiter! Die Konferenz der WerkstattVertrauensleute für den Norden findet am Sonnabend, den 10. Juni bei Herzog, Reinickendorferstr. 58, statt. Weiter geben wir bekannt, daß die Rechtsschuß Kommission regelmäßige Sigungen nicht mehr abhält. Alle diesbezüglichen Anträge u. f. w. sind daher an den Obmann Kollegen W. Buckisch, Alte Jatob ftraße 78 Hof rechts 4 Tr. oder an den Arbeitsnachweis, Wallftraße 7-8, zu richten. Im übrigen machen wir darauf aufmerksam, daß in einer großen Werkstatt sich gefahrdrohende Differenzen herausgebildet haben, die sehr leicht zu einer Rataftrophe führen fönnen. Wir erwarten angesichts dessen, daß jeder Kollege auf seinem Posten ist, damit der Verband gegebenen Falls feinen Verpflichtungen nachkommen kann. Mit follegialem Gruß Der Vorstand des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Otto Naether, 1. Borsigender, N. Auflamerstraße 44. Achtung, Handschuhmacher! Der Streit bei der Firma Dörsen u. Ko. dauert unverändert fort. Bis auf drei Nichtmitglieder haben sämmtliche Kollegen die Arbeit eingestellt. Die Streifenden find fest entschlossen, nur dann die Arbeit wieder aufzunehmen, wenn ihnen der alte Lohn wieder bewilligt worden ist; übrigens denten wir bei dem gegenwärtigen guten Geschäftsgang binnen acht Tagen sämmtliche Ausständige anderweitig untergebracht zu haben. Zu unterstützen sind nur noch die Vera welcher der Beamtenbeleidung beschuldigt war, weil er in einer In der Anklagefache gegen den Rechtsanwalt Dr. Genrich, heiratheten. Also, Kollegen, haltet feft zusammen! J. A.: Robert Sterntopf. Beschwerbeschrift an den Amtsgerichts- Präsidenten den Gerichtsfetretär St. der Unverschämtheit geziehen hatte, wurde gestern Sämmtliche Handschuhmacher des Kaufmanns Liebenam sprochen, nachdem bereits vor 8 Tagen die Berhandlung statt Arbeit nieder. von der 130. Abtheilung des Schöffengerichts das Urtheil ge- in Brandenburg a.. legten wegen einer Lohndifferenz die gefunden hatte. Das Gericht hielt die Grenzen der zulässigen Form für überschritten; wenn auch anerkannt werden müsse, daß der Ungeschuldigte in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt. Die Strafe wurde auf 15 M. bemessen. Berlin). Um unseren Mitgliedern die Beitragszahlung möglichst Deutscher Metallarbeiter Verband( Verwaltungsstelle zu erleichtern, haben wir folgende Bahlstellen errichtet und zwar jeden Sonnabend von 8-10 Uhr im Zentrum Stallschreiberstraße 29 bei Schöning, im Norden Gerichtsstr. 19 bei Buhr, im Süd- Often Waldemarstr. 65 bei Tauchert. Die Verwaltung. Werte. " weiler Pulverfabriken zahlen für den Dividendenschein 3 eine Kapitalistische Entbehrungslöhne". Die Köln- RottDividende von 11/2 Prozent, die sächsisch- böhmische Dampfschifffahrts- Gesellschaft zahlt 19 Prozent Dividende. Ueber seine Leistungen in der Arbeit kann ich nur Lobendes äußern, jedoch wegen feiner fozialdemokratischen Tendenzen und wegen Auswiegelung meiner Arbeiter habe ich denselben entlassen. Düsseldorf, den 80. Mai 1893, Bier ist das Hauptgetränk der Deutschen. Es ist ein unentbehrliches Genußmittel, welches unter Umständen selbst zu Unter der Befchuldigung 21 000 m. unterschlagen zu den Nahrungsmitteln gerechnet werden kann. Eine Bertheuerung haben, erfolgte vor 15 Monaten die Verhaftung des Buchhalters des Bieres würde demnach eine Vertheuerung eines nothwen- Paul eud, der hier die Filiale der Hamburger- Aktiengeselldigen Lebensbedürfnisses des Volkes darstellen. Die Statistik er- fchaft für Automatenverfauj" verwaltete." Als die Veruntreuungen giebt als Durchschnittsergebniß der letzten Jahre pro Kopf der Aus Pittsburg meldet die Frankfurter Beitung" unterm entdeckt wurden, ließ Heuck sich herbei, vor einem Rechtsanwalt Bevölkerung einen Bierverbrauch von 99 Liter pro Jahr. Da eine schriftliche Anerkennung seiner Schuld zu unterschreiben. 3. Junt: Alle gegen Frick und die anderen Angestellten der dieser Verbrauch pro Kopf der Bevölkerung berechnet ist, so er Dies Beständniß hat er nach seiner Verhaftung widerrufen, bart- Carnegie Iron and Steel Company, sowie gegen die Pinkertongiebt sich für den einzelnen Biertrinter, also in der Hauptsache schen Detektives erhobenen Anklagen wurden heute fallen näckig seine Unschuld Unschuld behauptet und burch Stellung für die männliche Bevölkerung, ein erhebliches Mehrquantum. Beweisanträge neuer es dahin gebracht, die gelaffen. Andererseits wurden die verhafteten Streifer, die daß Hieraus ergiebt sich wiederum, daß die von konservativer Seite ihrer Anklage entgegensehen, gegen eigene Bürgschaft auf freien Sache immer wieder vertagt wurde, bis fte endals fo unerheblich hingestellte Bertheuerung des Liter Bieres um Da ist wieder ein Aft netter Klassenjustiz im lich gestern Dor der ersten Straftammer des Land: Fuß gesezt. einen halben Pfennig einen beachtenswerthen Betrag ergeben würde für den Einzelnen, mehr noch für einen Familienvater. gerichts I zum Abschluß gelangte. Der Angeklagte bestritt, daß Und daß hinwiederum an dem Bierkonsum die breiten Volksmassen unordentliche Buchung und Nichteintragung verausgabter Boften er einen Pfennig veruntreut habe, der Fehlbetrag sei nur auf der Statistik. Dieselbe weist nach, daß neben dem Bier auch ein zurückzuführen. Er habe sein Geständniß vor dem Rechtsanwalt Weinverbrauch von 12,2 Liter im Jahre pro Kopf der Bevölkerung auch nur in diesem Sinne aufgefaßt wissen wollen. Er sei so mit besteht. Wer heut zu Tage Wein trinkt, weiß wohl ein jeder. fönnen. Der Gerichtshof gelangte auf grund der Beweis Arbeit überhäuft gewesen, daß er sie nicht habe bewältigen Ein recht naiver Herr scheint der Unternehmer zu sein, Es sind die oberen Zehntausend". Das Märchen von den Steinträgern," bie Champagner aus Weißbiergläsern tranken, aufnahme zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte ein höchst der einem seiner Arbeiter folgendes Zeugniß ausstellte: geriebener Betrüger fei und verurtheilte denselben zu drei„ Der Maurer N. N. hat vom 12. Juli bis 9. Dezember 1892 spuft heute nicht mehr im Hirn des bornirtesten Philisters. In Jahren Gefängniß und 5jährigem Ehrverlust. Ein Jahr und vom 8. März bis 29. Mai 1893 bei mir in Arbeit geanbetracht der Minderzahl der Weintrinker ist der Weinkonsum wurde durch die erlittene Untersuchungshaft in Abrechnung gestanden. immerhin bemerkenswerth. Wie mit dem Biere verhält es sich bracht. mit dem Branntweine. Nach statistischen Angaben entfällt auf den Kopf der Bevölkerung ein Durchschnittsverbrauch von Um unechten Rognat handelte es sich in einer umfang: 5,98 Liter pro Jahr. Diese Zahl erscheint an sich gering, reichen Verhandlung, welche gestern die 8. Straffammer des gewinnt aber an Bedeutung im Vergleich zu den Verbrauchsziffern Landgerichts I beschäftigte. Der Bigarrenhändler Peifer und der anderer Länder. So entfallen zum Beispiel in Frankreich Großdeftillateur J. Schwerseng waren vom Schöffengerichte des Joseph Müller." 4,05 Liter, in Desterreich 4 Liter, in Italien 1,35 Bergehens gegen das Nahrungsmittelgefeß für schuldig befunden Natürlich ist ein solches Zeugniß gefezwidrig. Liter Branntwein Konsum pro Jahr auf den Kopf und zu einer Geldstrafe von je 500 M. verurtheilt worden. Sie der Bevölkerung. Daß an dem Branntweinkonsum zum allers hatten gegen das Erfenntniß Berufung eingelegt. Im Herbste Die deutsche Branntwein- Brennerei im letzten Betriebsgrößten Theile die arme Bevölkerung betheiligt ist, fteht außer 1891 veröffentlichte der Angeklagte Peifer eine Anzeige, daß er jahre. Nach dem amtlichen Bericht war die Brennerei im letzten Frage. Da wiederum der statistischen Berechnung der Kopf der durch Gelegenheitskauf in den Besitz von 90 000 Flaschen Betriebsjahre troß einer beträchtlichen Vermehrung der Brennereien Bevölkerung zu Grunde gelegt in, so ergiebt sich für den einzelnen Rognat gelangt fet. Die Waare stamme aus der Konkurs nicht gerade günstig, woran hauptsächlich wohl die schlechte Branntweintrinter ein erhebliches Mehrquantum an Verbrauch masse eines französischen Export- Hauses und fei das Kartoffelernte die Schuld trägt. Der Betriebsrückgang betrifft und im Falle einer Erhöhung der Branntweinsteuer eine erheb- Dreifache werth. Dem Publikum wurden drei Sorten unter den hauptsächlich Norddeutschland, wobei übrigens die Verwendung liche Mehrbelastung, mehr noch für den Familienvater. In Ber- Bezeichnungen Alter Rognat"," Feiner alter Rognat" und von Getreide zur Branntweinfabrikation infolge der Maisbindung mit der geplanten Bertheuerung des Bieres würde dem Cognac fine champagne" für die Preise von 4. 50 Pf., verarbeitung zugenommen hat. In Süddeutschland ist eine armen Manne eine Mehrausgabe erwachsen, die denn doch nicht bezw. 6 m. 50 Pf. und 9 m. 50 Pf. für je drei Flaschen an- fleine Produktionssteigerung zu verzeichnen, die hauptsächlich so harmlos ist, wie sie gefliffentlich von gewiffer Seite hingestellt geboten. Die Behörde vermuthete hinter dieser Anzeige einen durch die günstige Steinobst- Ernte veranlaßt ist, wobei die zu werden beliebt wird. Die breite Masse des Volkes hat daher Schwindel, fie ließ Proben der Waare holen und vom Gerichts Weintreber wegen der schlechten Wein- Ernte weniger veralle Ursache, gegen eine weitere Erhöhung der Bier- und Brannt- Chemiter Dr. Bischoff unterfuchen. Dieser wiederholte im geftrigen wendet worden sind. Die Ausfahr von Branntwein hat erheb weinsteuer, die im erheblichsten Theile ihr zur Last fallen würde, Zermine fein Gutachten dahin, daß die fragliche Waare mit dem lich abgenommen; auch der Konsum ift etwas zurückgegangen. energisch Protest zu erheben. französischen Rognat nichts gemein habe und den Namen In Betrieb waren innerhalb Deutschlands in der Zeit vom Ein gefahrdrohender Brand entstand am Dienstag Abend Rognat" überhaupt nicht verdiene. Der von den Angeklagten 1. Oftober 1891 bis dahin 1892 59 789( 1890/91 57 766) Bren um 19 Uhr in der chemischen Fabrik auf Aftien, vormals pertaufte Rognak habe nur bis höchstens 34 pct. Altobol nereien, von denen 21 682 allein auf Elsaß- Lothringen, 18 610 enthalten, während man als erste Bedingung für ein auf Baden, 6637 auf Württemberg und 5610 auf Bayern fallen, E. Schering, Müllerstr. 170/71. Das Haupt Fabrikgebäude des Getränt, welches als Rognat verkauft werde, voraussetzen müsse, während Preußen nur 6171 Brennereien aufweist. Die weitaus Foloffalen Etablissements wird durch ein großes ca. 50 Meter im daß es mindestens 40 pet. Alkohol enthalte. Der zweite Sach größte Bahl, nämlich 48 255( im Vorjahr 45 374) gebört zu den Quadrat messendes vierstöckiges Haus gebildet, welches in fich verständige, der Inhaber der bekannten Wein Großhandlung fleinen Betrieben, die Obst, Brauerei- Abfälle und Weintreber 2c. selbst durch durchgehende Brandmauern vor etwaiger Gefahr ge- Siebenlift, Knothe u. Romp. begutachtete, daß es erst seit etwa einmaischen, wogegen 11 495( 12 866) meblige Stoffe, in der schüßt ist. Um obengenannte Zeit war in dem nach der Verbindungsbahn zu im vierten Stockwerk belegenen Trockenraum, anderthalb Jahren Gebrauch geworden sei, solche Waare, wie sie Hauptsache Kartoffeln und Getreide, und 89( 26) Melasse Die Gesammterzeugung an reinem in welchem sich eine Anzahl Ballons mit Ammoniat, sowie ein von den Angeklagten in Verkehr gebracht worden sei, als Façon- verwenden. großes Quantum Kampfer befand, in bis jezt noch nicht auf Rognak" oder„ Berschnitt Rognat" zu bezeichnen. Die An- Allohol hat 2948 244( 1890/91 2969 149) Dettoliter betragen, getlagten behaupteten, daß eine Täuschung des Publi- wovon auf Preußen allein 2340 702( 2 406 850) Hektoliter geklärter Weise ein Brand entstanden, welcher durch die aus dem tums weber bezweckt noch möglich sei, denn Jeder entfallen. Zur Branntweinbereitung sind verarbeitet 1 334 602 Ammoniat sich entwickelnden Gase reichliche Nahrung fand. Die wiffe, daß man für die angeführten Preise einen( 1890/91 1685 867) Tonnen à 1000 Kilogramm Kar fojort alarmirte Feuerwehr, welche in Berücksichtigung der großen franzöfifchen Rognat gar nicht liefern tönne. Der An- toffeln, 490 420( 849 365) Tonnen Getreide, 94 924 Gefahr fast vollzahlig erschienen war, griff mit ünf Schlauchen franzöfifchen Rognak gar nicht in so energischer Weise ein, daß der eigentliche Brand bereits um geklagte Schro, der dem Mitangeklagten B. die Waare geliefert( 78 464) Tonnen Melasse, 306 031( 131 810) Beftoliter Steinhatte, behauptete besonders, daß der Letztere feinen Zweifel obst, 208 875( 155 491) Hettoliter Brauerei- Abfälle, 168 229 1/211 Uhr gedämpft war. Die Aufräumungsarbeiten zogen sich darüber haben fonnte, daß es sich nicht um französischen, sondern( 367 016) Heftoliter Weintreber u. s. w. Der Verbrauch an bis 1 Uhr Nachts hin. Der Feuerschaden ist ein verhältnißmäßig um deutschen Kognat handelte, denn die demselben zugesandten Trinkoranntwein wird auf 2 192 486 Hektoliter reinen Alkohols Rechnungen hätten am Kopfe den Vermerk Deutsche Rognat- berechnet gegen 2 203 322 deftoliter für 1890/91. Bu gewerblichen Eine vorsorgliche Selbstmörderin ist die 53 Jahre alte Export- Destillerie" getragen. Beide Angeklagte betonten, daß die 3weden find 551 300( 519 104) Hektoliter reinen Alkohols abgabeGhefrau des Kassenboten Scheuermann, Saarbrückerstr. 6. Sie Stäufer mit der Waare zufrieden gewesen seien, wie durch Nach- frei verabfolgt. Die Einfuhr hat 30 287( 1890/91 46 789), lebte in der glücklichsten Ehe, glaubte aber, daß sie infolge an- bestellungen von Schankwirthen und Privatpersonen bewiesen werden die Ausfuhr 126 989( 194 288) Hektoliter reinen Alkohols be Die Einnahme aus der Branntweinsteuer ist von dauernder Krankheit dem gemeinsamen Haushalte nur zum Nach tönne. Während der Staatsanwalt die Verwerfung der Berufung be- tragen. fleiner. # 145 782 721. auf 184 185 046 M., also um rund 11 Millionen zurückgegangen. Die Liebesgabe der Junker, die sie aus den Taschen der arbeitenden Bevölkerung in ihren Beutel esfamotiren, ist dieselbe geblieben. Die edlen Ritter nehmen den Steuerzahlern nobel und selbstlos 42 160 000 m. jährlich ab. Versammlungen. Vermischkes. Dinnen und Breslau mit je 3, Danzig mit 2, Schleswig, San nover, Aurich und Düsseldorf mit je 1. Die beiden ältesten Bosen) niedergebrannt. Ueber zwanzig Gebäude sind in Neudorf bei Wittowo Personen waren eine Almofenempfängerin im Kreise Witfowo im Alter von 110 Jahren 8 Monaten und eine Die Genickstarre soll, wie das Berliner Tageblatt" wissen Auszüglerin im Alter von 110 Jahren 9 Monaten im Kreise will, in mehreren Orten der Rheinpfalz aufgetreten sein. In Pleschen. In Berlin und der ganzen Provinz Brandenburg, Iggelheim seien bereits vier Kinder daran gestorben. ebenso auch in Pommern, Hessen- Nassau und Westfalen befand sich keine über 100 Jahre alte Perfon. " Der in den großen Spielerprozeß Semann- Rosenberg verwickelte Rentier Lichtner, ist aus dem Krankenhaus in Han nover, in das er aus dem Untersuchungsgefängniß überführt worden war, entflohen. Depeschen: Die in Berlin wohnenden Genossen aus dem Wahlkreise Wegen Hochwassers ist, wie aus Wien gemeldet wird, Arnswalde Friedeberg hielten am 3. Juni bei Tempel, der gesammte Verkehr auf den Staatsbahnstrecken Neuzagorz Langeftr. 65, eine Versammlung ab. Bugasch sprach über das Chyrow, Hadikfalva- Suczawa, Stanislau- Huftatyn und auf der ( Depeschen des Bureau Herold.) Thema: Die bevorstehende Reichstagswahl und wie agitiren Kolomeaer Lokalbahn eingestellt worden. Infolge des seit wir in unserer Heimath?" Der Vortragende gab in furzen Um- 17 Tagen anhaltenden Regens hat der Czeremosfluß den ganzen poſten" berichtet, jedenfalls die Gehälter für die beiden nors Chriftiania, 7. Juni. Das Storthing wird, wie„ Dagss riffen eine Darstellung über die Militärvorlage und die Reichs- Bezirk Wiznih überschwemmt. Die Stadt selbst steht unter tagsauflösung, und sprach die Hoffnung aus, daß die Wahl sich Wasser und ganze Häuserreihen sind eingestürzt. Es drohen wegischen Militär- Referenten des Königs in Stockholm streichen, zu einem Protest des Volkes der Regierung gegenüber gestalten Bergrutschungen; jede Kommunikation ist abgeschnitten, Hunderte da diese Posten durchaus überflüssig seien. werde. Dann streifte er noch den Unfug, den die Antisemiten in von Familien lagern hungernd und frierend unter freiem Christiania, 7. Juni. Das Odelsthing hat den Gesetzdem Wahlkreis treiben, und empfahl, zur befferen Agitation, Himmel. Das Elend der Bevölkerung ist unbeschreiblich, da es einen Verein zu gründen. Reichlicher Beifall lohnte den Vor- an Nahrungsmitteln fehlt und der strömende Regen noch immer tragenden. In der Diskussion sprachen die Genoffen theils für, anhält. theils gegen die Gründung des Vereins, jedoch wurde die Ju Paris wurde das Standbild des Arztes Renandot bei selbe auf Antrag des Genossen Rosenow vorgenommen. Hierauf dem Justizpalast enthüllt, unweit der( verschwundenen) Rue de erfolgte zur Ausarbeitung eines Statuts die Wahl einer Kom- Calandre, wo dieser 1631 die erste französische Zeitung( Gazette mission von 5 Mitgliedern. Zum Schluß nahm die Versammlung de France) gründete und lange Jahre herausgab. folgende Resolution an: Die Versammlung erklärt, Mann für Mann dafür zu agitiren, daß die Agitation im Kreise Arnswalde Friedeberg eine geregelte wird, und verpflichtet sich, wieder so zahlreich zu erscheinen, wie heute, und die anwesenden LandsLeute einzuführen. Verband deutscher Barbiere, Friseurs und Perrückenmacher, Bweigverein Berlin. Donnerstag, den 8. Junt, Abends 10 Uhr, Rosenthalerftr. 38: Mitgliederversammlung. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8%-10% Uhr: Süd Schule, Mariendorferstr. 5( bei Grube): Unterricht in Deutsch( oberes). Südoft Schule, Seichenbergerstr. 133: Unterricht in Kaufmännischem Rechnen, Korrespondenz und Geschichte. Oft- Schule, Martusstr. 31: Unterricht in Physiologie. In allen Unterrichtsfächern, mit Ausnahme Mathematik und Buchführung, tönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jegt im Laufe des Gemesters, eintreten. " Rosenstr. 30. In Nimes( Frankreich) ist ein Todesfall infolge choleraartiger Erfrankung vorgekommen. Die choleraartige Epidemie ist auch in Alais aufgetreten, wo die Zahl der Sterbefälle die Durchschnittsziffer übersteigt. In Montpellier sind seit Dienstag Abend zwei Todesfälle infolge von Cholera vorgekommen. entwurf betreffend das Verfasser- und das Rünstlerrecht einstimmig angenommen; allseitig wurde aber betont, daß Norwegen der Berner Ronvention nicht beitreten dürfe, wenn Dänemart sich zum Beitritt nicht auch entschließe. Belgrad, 7. Juni. Bei den drei Nachwahlen in Pozarewah, Loznica und Tatowa wurden Radikale gewählt. Es gehören somit von 134 Deputirten 123 der radikalen Partei an. Paris, 7. Juni. Gegen die neue Börsensteuer werden das Haus Rothschild und andere namhafte Bankhäuser entschieden Front machen. Venedig, 7. Juni. In der Gegend von Verona ist fast die gesammte Ernte durch gestriges Hagelwetter zerstört worden; auch mehrere Menschen sind verunglückt. Lissabon, 7. Juni. Die Häfen von Bordeaux und MarAus dem ,, High life." Beim Hindernißrennen in Zurin zerschmetterte sich der Jockey Corbin durch den Sturz gegen eine feille find amtlich als choleraverdächtig erklärt. Barriere den Schädel. Der Unglückliche blieb auf der Stelle todt. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Auf dem Verfahamte von Venedig wurden Unter- Fünfkirchen. 7. Jnni. In den Kohlenbergwerken der schlagungen im Betrage von 90 000 Lire entdeckt. Zwei Ober- Donau- Dampfschifffahrts- Gesellschaft ist ein partieller Streit ausbeamte find deshalb verhaftet worden. gebrochen; nahezu 800 Arbeiter sind nicht eingefahren. Der berühmte Schauspieler Edwin Booth ist, wie aus Newyork gemeldet wird, gestorben. ängstlich? Lese- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, Abends 8 Uhr, bei Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Beit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bei Gieshott. Süd Dft, bei Zoltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ede. Zur Militärvorlage in Japan. Die„ Kölnische Klub ber Freunde" bei Gnadt, Swinemünderstraße 120. Bolts- Zeitung" veröffentlichte fürzlich folgenden Aufruf aus einer Briefkaffen der Redaktion. Safenelever, Abends 8 Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulen an das Parlament Japans vom dortigen Raiser weg Treptow. Emansipatton, Abends 8% Uhr bei Spät, Weinstr. 28 Infolge der Wahlagitation hat die Fertigstellung der AbSozialistischer Lefes und Distutirtlub Abends 8% Uhr, gerichteten Botschaft: Der türzlich ausgebrochene heftige Streit Reichenbergerstr. 167, Gizung.- Diskutirflub 8eitget it" jeden Don zwischen dem Ministerium und dem Parlament ist dem Kaiser rechnung für Monat Mai eine Verzögerung erfahren. Die 8% Uhr. Brüderlich feit" Abends 9 Uhr, im Restaurant Bernau, daß, obgleich die Minister im Prinzip im Recht sind, dennoch fann daher erst morgen zur Veröffentlichung kommen. nerftag nach dem 1. und 15. bes Monats bei Sempel, Sangeftr. 65, Abends zum Ausgleich vorgelegt worden. Se. Majestät haben entschieden, Quittung über die im letzteren Monat eingegangenen Gelder Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im die vom Hause verlangten Reduktionen so weit als irgend mögVereinstalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. lich berücksichtigt werden sollen. In alten Tagen, im Anfange A. Gerisch. Donnerstag. Nebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. St. Urban, Annenstr. 9, bei Prog. Kornblume, Blumenstr. 54, bet des Kaiserreichs, hat der Stifter unseres Hauses erklärt, daß er P. Meyer. Besten Dank! Wird besorgt. Buttte. Frühlingsluft, Bülowftr. 59, bei Werner.- Bregelschluß, die Angelegenheiten der ganzen Welt ordnen werde. Seit 20 Jahren Black, Leipzig. Warum uns gegenüber pseudonym und so Annenstr. 16, bet Reßner.-Weiße Rose, Reinickendorf, Seeschlößchen bei haben wir die Regierung zum Heile des Landes und des Volkes geBöttcher.- Morgenroth1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friefecte.Dorfglöcklein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguftstr.- Ede bei Schulz. führt. Wir haben ein Parlament eingerichtet, um die Stimme des H. W. Die Verse sind nicht zu brauchen. Ginigtett( Sutmacher), Pappel- Allee 3/4. b. A. Meinhardt.- harmonie, Voltes besser zu hören und damit wir in der Ausübung der O. H. G. B. Das Gedicht mag gut gemeint sein, aber Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Gerth.. Oft- und Westpreußischer Männer hauptsächlichsten Arbeiten eine Unterstüßung hätten. Umsicht eignet sich nicht zum Abdruck. Gefangverein, Holzmarktstr. 3, bet Deter. Edelweiß, Melchior= ftraße 15, b. Stehmann. E. N., Großenhain. Die Reichsschulden sind fast ausBoray, Wienerstr. 31 b. Drügemüller. Mai: ist am Anfange nöthig, damit das Ende ein erfolgreiches sei, glöckchen 2, Süd- ft, Reichenbergerstr. 16 b. Pagold. Freie Sänger, denn sonst würden die Mühen unserer Vorfahren vergebens ge- schließlich für Militärzwecke aufgebracht. Die elsaß- lothringischen Strautstr. 6, bet Rudolf. Butun ft 3, Belten, bei W. Grunow.- Kreuzwesen sein und die nationale Wohlfahrt verloren gehen. Ueber Bahnen sind von den Milliarden bezahlt, und außer im Reichsberger Harmonie, Fichtestraße 29, bei Kräsche. Nordstern, Merftr. 7 bei Reichardt. Morgengrauen,( Bäder), 3 bis 5 Uhr die bereits bewilligten Ausgaben ist feine weitere Erörterung land befigt das Reich feine Bahnen. Nachmittags, Gipsstraße 3 bei Pyrtec. Steinfeger Gängerchor, nöthig. Hinsichtlich der nöthigen Mittel für die Armee und S. K. A. Das ist nicht mehr angänglich. Kaftanien Allee Nr. 28 bei Maiwald. Stedes Echo, Reichenberger: Flotte wollen wir uns in unserem Haushalt eins W. W. Wir können dieses nicht entscheiden. In allen ftraße Nr. 145-146 bei Brandt. Liebertafel Westend, Blumenthal ftraße 5 bei Behrendt. Borwärts 9, Charlottenburg, Schillerstr. 102 ich ränten und bewilligen zu diesem Zweck während eines politischen, wirthschaftlichen, sozialen Dingen stehen beide bet Stahl. Gesangverein Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bei Beitraums von 6 Jahren jährlich 300 000 Yeu( 1 million auf dem einseitigsten nationalliberalen und manchesterMölter. Gefangverein der Studa teure Berlins und Umgegend, Seydel: Mart) aus unsern Privatmitteln und befehlen, lichen Standpunkt und sind im höchsten Grade tendenziös. ftraße 80 bet Preußer.- Arbeiter- Gefango. Spandau Cynarstraße Restaurant Rieters. M. B., Flottwellstraße. Bitte in betreff Ihrer Einsendung Gesangverein Vorwärts 2" Schönhaufer Allee 28, bei Ruhl daß alle Zivil- und Militär- Beamten und sämmtliche Offiziere, men.- Arbeiter- Befangverein 2yra 2, Charlottenburg, Gaurftr. 23, bei mit nur besonders bezeichneten Ausnahmen, jährlich ein Behntel fich persönlich eines Nachmittags in der Redaktion einzufinden. Lange. Gefangverein elfenfest( Gem. Chor), Badftr. 12, Victoriagarten. ihres Gehalts weniger erhalten sollen, damit auf diese Weise die K. M. Es bleibt Ihnen nichts anders übrig, als im 4. WahlGefangverein Collegia a( frete Bereinigung der Zivil- Berufsmufiter neue Bedürfnisse für die Armee gedeckt und Kriegsschiffe gebaut werden freis Ihr Wahlrecht zu üben. Da Sie erst am 1. Mai in den Friedrichstr. 44, bet Röllig. Gefangverein der Kürschner, Landsbergerftraße 81 bet Geehausen. 2. Wahlkreis zogen, war nicht anzunehmen, daß schon Ihr Name Gefangverein Arion in Wittenberge, bet fönnen." Goring. Gefangverein Glodenrein( gem. Chor) Kaftanien- Allee 95/96. Diese Art, die Kosten für das Heer aufzubringen, ist, noch in der Liste Ihres neuen Wohnbezirks eingetragen war. Sie Gietnnette, Röslinerftr. 17. Gängerrunde, Kottouferstr. 6 hätten also die Liste im 4. Wahlkreis einsehen und die Ueber bei Braun.- Alpenrose, Grenzftr. 16 bei Seibel. dazu für ein asiatisches Reich, jedenfalls hochintereffant. Frohsinn 2, Friedrichsberg- Lichtenberg, Frankfurter Chauffee bet Müller. Treu und Eine Rede für 1000 Mart. Dem Wahlfonds der frei tragung auf den Bezirk, in den Sie gezogen waren, beantragen eft, Lebuferstraße 5 bei Nemiz. Gefangverein Brüderfchaft Stall: finnigen Partei fließen von Dortmund 1000 Mark zu, die auf sollen. Jetzt ist nichts mehr zu ändern. fchreiberstraße 29"" Bum etfernen Stab". treue( gem. Chor), Landsbergerstr. 31 bei Seehaufen.- Brauer- Gesangverein höchft eigenartige Weise zusammengekommen sind. In einer E. 2., Görligerstraße. Bringen Sie die Angelegenheit in Gerstenähre, Neue Friedrichstr. 20 bei F. Keller. Gesangverein Ein- Restauration saßen eine Anzahl Herren beisammen, die sich über einer Ihrer Gewerkschaftsversammlungen zur Sprache. tracht 2, Neu- Bltenice, Rudowerstraße bei Sasdorf.- ,, ris" Naunyn dies und das und auch darüber unterhielten, wie lange man Kutscher. In der vorliegenden Form kann Ihre Einsen ftraße so, bei Friß Zubeil.- ,, Waldesgrün"( gem. Chor) Böchstr. 8 bet A. Moemes. wohl ohne Unterbrechung reden, namentlich Wahlreden halten dung im redaktionellen Theil nicht aufgenommen werden. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. tönne. Ein Herr, der sich der freifinnigen Partei angeschlossen G. R., Luckau. Die Mittheilung ist nicht wohl zu ver Alle Sufchriften den Bund betreffend find zu richten an: Bentel, hat, erklärte, länger als fünf Stunden reden zu können. Die werthen. Bergmannftr. 21, Hof 3 Tr. Donnerstag: Bergnügungsverein Bruder: bund, Andreasstr. 3 bei Noll. Rauchflub Graue Wolfe, Krautftr. 48. Folge war, daß eine Wette von 1000 m. gemacht wurde, die Friedrich 33. 1. Ihre erste Frage ist bereits vor Wochen Mufitverein Osiris, Adalbertstr. 21. Geselliger Verein Grüne jener Herr glänzend gewonnen hat, denn er sprach, ohne etwas zutreffend dahin beantwortet: Der Bater haftet für den Schaden, Eiche( vor dem halle'schen Thor), Solmsstr. 1 bei Razorte. Bimmer Anderes als Wasser zu sich zu nehmen, 512 Stunden. Der Be- den sein noch nicht 7 Jahre altes Kind angerichtet hat, falls er Echizenverein Fein Korn, Boedhstr. 51 bet Klatt. Regel Klub trag der Wette war von vornherein für den erwähnten Partei- es an Aufsicht hat fehlen lassen. Sie sind daher leider zur Luftige 13", Wienerstr. 1 bet Boll. Vergnügungsverein Jugendlust, Ohmgaffe 2 bet rebs. Rauchflub Frisch auf, Roppenftr. 43 bet Lorenz. fonds bestimmt. Die Herren, die das Geld hergeben müffen, ge- Bahlung verpflichtet. 2. Für die Scheibe, die durch Zugwind Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Männer hören verschiedenen Parteien an, sie haben es aber dazu", fich zerbrochen ist, hat Ihre Frau nicht aufzukommen. Der Wirth Gefangverein Alt- Deffau, Abends 9 Uhr, bei Kind, Wrangelstr. 91. Gefang sabtheilung des fozialdemokratischen Arbeitervereins für solche Scherze zu leisten. Die„ Saale- 3tg.", der wir diese Mit- ist zu seiner Forderung nicht berechtigt. Weißenfee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abend; theilung entnehmen, bemerkt hierzu: Es wäre erwünscht, zu ver bet Müller( Pfeifenmüller), Königs Chauffee. Männer- Gefangverein nehmen, wie viel Zuhörer diese Marter geduldig haben über sich Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergerstr. 78a. Gefangverein fodenrein, gemischter Chor, feden Donnerstag von 9 bis ergehen lassen, und ob sie auch nichts anderes als Waffer" 11 Uhr bei Knapp, Kaftanien- Allee 95/96. dabei zu sich genommen haben! " Gesangverein Freundes Privat- Theaterverein, Fideler Getst 2", Abends 9 Uhr, im Märkischen Kasino, Ackerstr. 144. 3 Maißner, Gartenstr. 162: Sigung mit Damen. 8% Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Abends 9 Uhr Springftubbe's Restaurant, Manteuffelftr. 67. Rauchklub V. Eine Milliarde find tausend Millionen. Eine Billion find eine Million Millionen, geschrieben 1 000 000 000 000. Gine Trillion ist eine Million Billionen, wird also mit 6 Zahlstellen mehr geschrieben als eine Billion. Ein Inserat von 1640. Da fab es doch ganz anders M. St. Es muß zunächst Deckung aus den Zinsen stattHof, Admiralftr. 18.- Theater- Bere in„ Buitanta 3" 9% Uhr, Borstädtisches in Handel und Gewerbe aus als heute. Man höre: Isaat finden. Sollte das Kapital selbst angegriffen werden, so wenden Turnverein Gesundbrunnen( Behrlings- Abtheilung) turnt Montag Mackerl in Nürnberg zeigte im Jahre 1640 fein Geschäft folgender. Sie fich mit einer Eingabe an die Waifendirektion. und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Zurnhalle, Pantstr. 26. maßen an: saat Mackerl, Barbier, Perrückenmacher, Schul- F. Selicke. 1. Wenn über bauliche Aenderungen im Ver Gefelliger Klub Blau Beilchen Abends 9 Uhr, Restaurant Lehmann, meister, Hufschmied und Geburtshelfer, rafirt und schneidet die trage nichts vereinbart ist, hat der Wirth kein Recht, das Schild Naunynftr. 44.- Berein ehemaliger 22. Gemeindefchüler, puntt 9 Uhr bei Schröder, Stegligerstr. 18. Pfropfenverein Webbing, Abends Haare vor zwei Krüger und Puttet und Pomade obendrein. ohne ausdrückliche Genehmigung des Miethers zu überstreicher. 8 Uhr, bei belterhoff, Antonftr. 5. Bergnügungs- Verein Renata s uhr, Macht und flickt Schuh und Stiefel, läßt Ader und seht Schrob- Sonst richtet sich sein Recht nach dem Inhalt des Vertrages. Abends im Restaurant Göz, Oranienftr. 153. Gefangverein Proletariat ( gem. Chor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Möwes, Böchftr. 8.- GeselligerBerein fob ganz gern; lernt in die Häuser Kondition und andern Tanz, 2. Wenn der Wirth die Miethe vorbehaltlos in Raten anuniverfum, Gigung mit Damen Abends 9% Uhr b. Hagemann, Lothringer verkauft Parfirmiry aller Art, Papier, Stiefelwichs, gefalzene genommen hat, so muß er vor dem nächsten Miethszinstermin ftraße 81. Borträge, Fidelitas. Gefelliger klub der alten Moabiter, Stephanſtr. 23, bei Stifto, jeden Donnerstag um 8% heter herzstärkende Wurzel, Kartoffeln, Bratwürft und andere Gemüß. verlangt sonst kann er nicht ermittiren. Seiner Klage steht Moabiter, Stephanjir. 23, bei Zitto, jeben Donnerstag um 8x uhr und Dering, Honigkung, Pürschen, Mauſefallen und andere Konveks, ausdrücklich erklärt haben, daß er nunmehr pünktliche Zahlung jeben Donnerstag nach dem 15. im Monat Sigung mit Damen. Geselliger Berein univerfum, Sigung Abends 9 Uhr, im Restaurant Neumann, Isaak Macker!!" Gewiß eine große Vielseitigkeit! der Einwand der Arglist entgegen. Linienstr. 19: Vorträge, Fidelitas. Verein Gemüthlichtett und klub Personen über hundert Jahre gab es den amtlichen Be- Vogel. Wenn ein Gesinde vorsäglich oder aus grobem oder Humor, Abends 9 Uhr, Lothringerftr. 105: Gefelliges Betfammenfein mitt, richten zufolge nach der letzten Volkszählung von 1890 in mäßigem Versehen der Herrschaft Schaden zufügt, so muß es denDamen, Fidelitas und Zanz. Männergesangverein Sangesfreun be= Abends 9-11 Uhr, Bazenhofer Ausschant, Landsbergerstr. 82. Berein Preußen 147; zwischen 90 und 95 Jahre alt waren 5408, zwischen selben ersehen. Wegen geringer Versehen ist ein Dienstbote nur albesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bet Nebelin, Langestraße 108. 95 und 100 Jahre 766 Personen. Da man bei den früheren Volts- dann zum Schadenersatz verpflichtet, wenn er wider den ausdrück 8ithert lub Gleich hett, jeden Donnerstag, 9 Uhr Abends, bet. Rei mann, Alte Schönhauserstr. 42. Privat Theaterverein Grescenso bei zählungen allmälig die Erfahrung gemacht hatte, daß die Zahl der lichen Befehl der Herrschaft gehandelt hat. Wegen der EntHundertjährigen durch falsche Angaben stets zu hoch war, schädigung kann die Herrschaft sich an den Lohn halten. Es Rauchtlub Kollegia, Abends Uhr, in Bernhardt's Deftillation, wurde bei der Zählung von 1885 und ebenso bei der tommt also darauf an, ob der Richter ein geringes oder ein Staltgerstr. 41. Rauchflub Waldesgrün, Abends 8 Uhr, Restaurant von 1890 bei jeder einzelnen Person, die ihr Alter auf mäßiges Versehen Ihrer Nichte als vorliegend annimmt. Leider A. Gaspar, Reichenbergerstr. 113a.-Rauchflub Dhneforge, Abends 9 Uhr Restaurant Buber, Gräfestraße 18. Rauchflub Kernipige, Abends hundert Jahre und mehr angegeben hatte, eine besonist lesteres wahrscheinlich. Rauchflub Arabi Bascha, dere Rückfrage gehalten, wobei sich herausstellte, daß im U. U., Belforterstraße. Amtsgericht ist zuständig; verAbends 9 Uhr, bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Klub Ohneftreit Jahre 1885 61 v. H., im Jahre 1890 51 v. H. der angeblich suchen Sie doch gütliche Regelung. Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonftr. 23 bet lid. Theaterverein Mai- Hundertjährigen jüngeren Altersklassen angehörten. Es schieden glödchen, Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. Rauchtlub Brüderlich: 1890 von den 147 Hundertjährigen 75 aus, von denen thatsächfett, von bis 11 Uhr bei Stabernac, Büdlerstraße 49. auchlich 13 95 bis unter 100 Jahre, 21 90 bis 95 Jahre und 41 lub Nordstern, jeben Donnerstag nach dem 15. tm Monat bet G. Setnice, Friedrich- Karlstr. 11, Friedrichsberg. Rauchflub Eldorado, noch jünger waren. Die Zahl der über hundert Jahre Briefkaffen der Expedition. Abends 8 Uhr, Restaurant W. Schulze, Ontbahnhof 7. Rauchtlub Su Alten betrug also in Wirklichkeit nur 72 gegen 91 im Jahre In unserer Expedition gingen zum Wahlfonds ferner matra, Abends 8 Uhr, im Restaurant Krause, Gitschinerftr. 93. 1885; sie hat also nicht unerheblich abgenommen. Stattlub£ ournee, Abends 8% Uhr, bei Ulrich, Wrangelftr. 84. Ein folgende Beträge ein: Vergleich zur Gesammtbevölkerung ergiebt, daß von einer Ges. in der Versammlung am 4. Juni zu Kolonie Noundorf, Million Personen zwei im Alter von über 100 Jahren Kr. Torgau, eingezahlt durch Ernst Melchior 7,30 M. Streitsich befanden. Sehr start überwiegt bei diesen Höchst töpfe aus dem Grunewald, 2. Rate 3,20. Am 4. Juni amerit. altrigen das weibliche Geschlecht, da 59 Frauen, aber nur Stod- Auktion 7,45. Ueberschuß vom Geburtstage, Laufiherplah 2 13 Männer ein Alter von mehr als 100 Jahren erreicht hatten. 5,75. Gef. durch G. S. 4,50. 3 Sattler aus der Lindenstraße Auch schon bei den Stufen von 90 bis 95 Jahren entfielen auf 3,20. F. J. Zemlin 1,-. Gef. am Mittagstisch bei Kauder, 1978 Männer 3456 Frauen, und bei der Stufe von 95 bis Melchiorstraße 5,-. Amerit. Auktion, Gesangverein Gerechtig 100 Jahren auf 251 Männer 528 Frauen. Ueber den Familienstand feit 3,30. Aus dem Dispositionsfonds der Berliner Hutmacher ergiebt sich, daß von den über 100 Jahre alten Personen 4,2 pt. durch E. Kempe 200,-. Bon Pugerkolonne Schulz durch Kleinert lebig, 8,3 pet. verheirathet, 87,5 pet. verwittwet waren. Dem 6,-. Vom gesell. Arbeiterverein Hoffnung 5,-. Gräfe, Für Die heilige Inquisition, ein Beitrag zur Geschichte der Glauben nach waren 81,9 pet. Ratholifche, 12,5 pet. Evangelische bringerstraße 0,50. Das rothe Ghepaar 1,-. Bei einer Gechristlichen Religion. Verlag von Joh. Saffenbach, und 5,6 pCt. Juden, ein Verhältniß, daß sich durch die starke burtstagsfeier" Freie Glocken" gef. 2,80. Am Honibeltisch bei Berlin N. 4, Jnvalidenstr. 145. Soeben erschienen Heft 2. Betheiligung der östlichen und insbesondere der Provinzen mit Snudecken 6, E. Herz, Elisabethstraße 1,-. Von den ArPreis 15 Pf. zu beziehen durch jede Buchhandlung. polnischer Bevölkerung erklärt. Es famen nämlich von den beitern der Mester'schen Spiegelrahmen- Fabrit, Manteuffelstr. 54/55, Lebensstücke. Ein Novellen- und Stizzenbuch von Anna 72 Personen 37, also mehr als die Hälfte auf die Provinz Posen 2. Rate 15,70. v. 5. P. 10,-. Croissant- Rust. München, Verlag von Dr. E. Albert und 17 auf den Regierungsbezirk Marienwerder. Von anderen Summa 288,20 M. Bereits quittirt 6727,85 M.; in Summa Regierungsbezirken waren noch betheiligt Oppeln mit 6, Gum- 7016,05 9. Stat Club Rüdwärts; Abends 8% Uhr bei Arndt Balltfadenftr. 47.- Stats Elub Gordischer Knoten Abends 9 Uhr, bet Schilling. Ruderverein Borwärts. Sigung Abends 8 Uhr, bet Bodenburg Kommandantenftr. 10-11. Gäste willkommen. Abends 8 Uhr bei Nagel, Schwebterstr. 23. u. Komp. Schießtlub Zell Literarisches. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2.