Nr. 134. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 fg. Sonntags- Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Bfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter fereuz band: Deutschland u. Defterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für di fünfgespaltene Petitzeile oder deres Raum 40 Bfg., für Vereins: unt Beriammlungs Anzeigen 20 Bfg Inferate für die nächste Mummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Ervedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 4186. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Serlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 10. Juni 1893. Die Domänenpächter. graufiger als es ein Höllenbreughel malen könnte, bringt Auch ein Wort zum 15. Juni. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Der Bächter gerieth infolge wiederholter Mißernten in finanzielle Schwierigkeiten und gewann schließlich die Ueberzeugung, daß er sich in der Pachtung nicht behaupten könne. Er beantragte deshalb Ende 1889, ihn aus der Pachtung zu ent lassen, welchem Antrage, da der Pächter nicht mehr im stande war, seine Pachtverbindlichkeiten zu erfüllen, im eigenen Interesse des Fistus in der Art entsprochen wurde, daß die Auflösung des Pachtverhältnisses zu Johannis 1891 stattfand." Bericht S. 3. Wenn ein armer Teufel mit Steuerbeträgen im der idyllisch- patriarchalische Sinn unserer Regierung eine anmuthende Abwechslung. Während jährlich Tausende kleiner Geschäftsleute, Handwerker, Kleinbauern, Krämer wirthschaftHerr von Heyden, unser preußischer Landwirthschafts- lich verfallen, ein Opfer der Gerichtsvollzieher, der Konkurs Minister, hat im vorigen Jahre den Muth gehabt, das verwalter, der Hypothekengläubiger, der Banken, ohne daß offen herauszusagen, was bisher in aller Gemüthsruhe ber Staat etwas anderes thut, als die Diener der Rechtsschweigend praktizirt worden ist. Dieser agrarische Sozialpflege gegen die Verschuldeten und zu Grunde Gerichteten politiker, der freilich trotz seines heißen Bemühens den Sippen und Magen der stamm und berufsverwandten 3 bewaffnen und fich für sein bestempeltes Papier, für Junkerschaft noch immer nicht ganz zu Paß fommt, weil Sporteln und Abgaben den letzten Groschen zu holen, Rückstande ist, wenn er eine Schuld nicht rechtzeitig enter angeblich nicht thatkräftig genug gegen die Handels- schmilzt unserem Landwirthschafts- Minister das gute Herz, richten kann, verfällt er unweigerlich der harten Zwangsverträge Front gemacht hat, Herr von Heyden alfo erklärte bald ein Domänenpächter vor dem Bankerott steht. Hier vollstreckung, und sein Bischen Fahrhabe wandert auf die ist im Frühjahr 1892 in der Landrathskammer, daß er die die Roſe, hier tanze, denkt er, und zierlich bewegt der Pfandkammer. Doch wir kommen nun zu den PachtPolitik verfolge, abgehausten Domänenpächtern stets ein gnadenreiche Genosse der Agrarier das seidenbestrümpfte gelderlassen. Fackeltanzbein, um mit den Domänen- Bächtern ein PachtExistenzminimum zu sichern. An Pachtgelbrückständen sind erlassen nachlaß- Tänzchen zu tanzen. Wem hier nicht der worden: a) 11 000 Mark der früheren Pächterin der zottige Mannesbusen vor Dankbarkeit über die Sozialreform Domäne Gauleden im Kreise Wehlau, Regierungsbezirk unserer Gewaltigen überquillt, ist ein Barbar, er sei auch Königsberg, b) 8000 Mart dem früheren Pächter der wer er sei". Domäne Hallberg im Kreise Obornik, Regierungsbezirk Posen, c) 7500 Mark dem früheren Bächter der Domäne schütz im Kreise Wongrowis, Regierungsbezirk Bromberg, d) 4600 Mark dem früheren Pächter der Domäne Blankenau im Kreise Fulda, Regierungsbezirk Raffel. Die Großpächter gehören durchgängig zu den lautesten Rufern im Streit für Brot- und Viehzölle, für Liebesgaben und Viehsperren, für junkerfreundliche Klanseln in Handelsverträgen und für Differentialtarife, für Einschränkung der Bricht ein Bäuerlein oder sonst ein unglückseliger Freizügigkeit und für Mehrbelastung der Armen, für Ver- Vertreter des Kleinbesizes im Wettbewerb mit dem über ewigung der thatsächlichen Hörigkeit unserer Landarbeiter durch mächtigen Großkapital zusammen, so mag er den weißen die Gesinde- Ordnung und das Koalitionsverbot. War es nicht Stab in die Hand nehmen und sich durchschlagen, wie er's der allerdings städtische Bächter Herr Ruprecht auf Ransen, eben vermag. Er mag fich trösten mit den zahllosen der in der„ Landwirthschaftlichen Thierzucht" zuerst den Rufer Arbeitern, die nicht eigene Schuld, sondern die wahllos Wittwe bewirthschaftet, die von 1883 an 6000 Mart Bacht hob: Schreien wir, schreien wir, schreien wir!", der die blinde Tücke der Krisis, das Dhngefähr unserer zügellofen Agrarier auf den Kriegspfad und nach Tivoli führte und Wirthschaftsweise schaarenweise außer Brot wirft und auf die zu zahlen hatte. Nach dem Bericht war diese Pacht zu den Fachverein der Brotvertheurer, den Bund der Land- Landstraße treibt. Arbeitshaus und Gefängniß, Polizei- boch, dazu kamen Mißernten und andauernde Krankheiten in der Familie. wirthe", stiften half? chikanen und Armenkost stehen dem Arbeitslosen, dem Hat also solch ein Großpächter abgewirthschaftet, so Glenden zu Gebote, und fällt er hungrig her über die beginnt auch geradezu selbstthätig das für die Junker- ungeschmälzte breite Bettelsuppe der öffentlichen Armenintereffen eingestellte Uhrwerk preußischer Sozialpolitik von pflege, so äßt ihm die christliche Liebe das Brandmal Oben zu wirken, und mit Wehmuthsthränen im Auge politischer Rechtlosigkeit auf die sorgenschwere sieht Herr von Heyden, Gemüthsmensch vom Wirbel Stirn, fie raubt ihm das einzige Recht, daß er besitzt, das bis zur Zehe, den bankrotten Pilger von dannen ziehen, Wahlrecht. Kein Minister steht ihm hilfreich zur Seite, nicht ohne ihm den Rucksack mit der landesüblichen Beh- und wenn er feinen Mieths, zins" nicht entrichtet, wird er rung und den Beutel mit reichlichem Viatikum gefüllt zu ohne Gnade ermittirt. Gehörte er nicht zum gemeinen haben. Keine andere Klasse der preußischen Staatsbürger Böbelvolt, das für die Besitzenden den Reichthum fann sich rühmen, daß der Staat in ihrer Bedrängniß ihr schafft, um felbst in der Misère zu verenden, auf diese Weise zu Hilfe komme. Kein anderer Steuer- träte er in wohlgeschmierten Thranstiefeln als Domänen zahler, sei auch bei ihm die Noth der stete Tischgenoß pächter staatlichen Grund, wie anders wirkte dies Zeichen und der Hunger der treueste Kamerad, wird von den auf ihn, den Minister für agrarische Sozialpolitik, ein! weichen Händen dieser christlich borussischen Nächstenliebe Soeben ist der Bericht der Rechnungszum sicheren Port geführt, wie gerade die außerlesenen Glieder Rommission über die Uebersicht von den der preußischen Staatsgemeinschaft, die auf Staatsdomänen Staatseinnahmen T Die Domäne Gauleden wurde von einer alten Der Bericht sagt nun: Die Wittwe gerieth in Schulben und allmälig in eine fo bedrängte Lage, daß sie sich außer stande sah, ihren vertragsmäßigen Verpflichtungen zu genügen, und die Auflösung des Pachtverhältnisses zu Johannis 1891 unvermeidlich war. Die Bächterin, die sich jederzeit und unter Auferlegung persön licher Entbehrungen die sorgsame... Bewirthschaftung der Domäne hatte angelegen sein lassen, war bei ihrem Ausscheiden aus dem Pachtvertrag bereits 66 Jahre alt und völlig erwerbsunfähig. Sie hätte, wenn seitens des Fistus die volle Deckung der Bachtrückstände verlangt wäre, die Domäne nahezu gänzlich( welches Deutsch!) mittels Ios verlassen und wäre dem Elende preisgegeben, da ihre Kinder in bescheiden en Verhältnissen leben und nicht im stande sind, ihr die zum Lebensunterhalt erforderlichen Mittel zu gewähren."( Bericht, S. 5.) Hier also springt der Staat hilfreich ein, während die Staatsausgaben greife Proletarierin im besten Falle der Armenfaßen. Durchgängig ist allerdings das Domänenpachten für das Jahr vom 1. April 1891/ 92- Nr. 21 pflege verfällt oder darauf hingewiesen wird, daß sie ja in ein sehr einträgliches Geschäft, wie die Statistik der Ver- der Drucksachen dem preußischen Abgeordneten vier Jahren die Altersvente oder sofort gar unter Umpachtungen, der Bacht- Binse" u. dergl. ergiebt. Wie oft hause zugegangen. Und gar erbaulich ist's darin zu ständen die Invaliditätsrente beziehen könne. Was aus bringt die Presse Nachrichten über die Angebote bei Ver- blättern. Auf der zweiten Seite schon hebt das Hauptstück: den alten Leuten der besizlosen Klasse wird, kümmert die pachtungen, aus denen Eines erhellt, daß der Durchschnitts- Domänen an, und dort erfahren wir Allerlei über borussische Sozialpolitik nicht. Die„ Kinder", die Domänenpächter gut gebettet, das heißt ein unterm den Ertrag von Domänenvorwerten. Höret! in" bescheidenen" Verhältnissen leben, sollten feine alte Strohdach" vegetirender Junker ist, der elf Monate Die Domäne Tornow im Kreise Landsberg a./W., Frau mit durchschleppen können, da doch die Regierung " barben" muß, um im zwölften das Gläschen Sett des Regierungsbezirk Frankfurt a./D., umfaßte rund 658 Heftar. den Armen die Fürsorge für ihre Alten aufhalft, in nothleidenden Landwirths trinken zu können! Sie war zuletzt auf die Zeit von Johannis 1883 bis dahin ihrer Freizügigkeits- Novelle die Unterstützungspflicht bis 1901 für einen jährlichen Pachtzins von 9301 M.( ein zum Aeußersten steigert und auf ihre Unterlassung harte schließlich 31 M. Jagdpachtgeld) verpachtet worden. Strafen fett! In das Düster des gesellschaftlichen Elends, das unser Gegenwartsstaat vor dem Auge des Beobachters aufrollt, Feuilleton. Na brud verboten.) Vom Stamm gerissen. Von Elise Schweichel. ( 23 23 Das Mahl verlief in der heitersten Stimmung, dant dem ungenirten naiven Geplauder von Frau Malm, die in ihrem wirklichen oder eingebildeten Triumph über jene Engländerinnen schwelgte und mit Dettinger so vertraut that, als hätte sie ihn von Kindheit an gekannt. Am Schluß machte sie den Vorschlag, morgen zusammen nach Genf zu gehen. Sie kenne das waadtländische Ufer nun schon ausund inwendig und hätte eine Abwechselung dringend nöthig. Dettinger bedauerte indessen, die Damen nicht begleiten zu können, da seine Pflichten ihn in Lausanne festhielten. Die veränderungssüchtige schöne Frau war zwar untröstlich darüber, meinte aber doch, die Fahrt nicht aufschieben zu können; übermorgen sei ja Sonnabend, da rechne sie bestimmt darauf, daß er am Nachmittag nachkäme und den Sonntag mit ihnen in Genf zubrächte. Ihr Bleiben hinge ganz davon ab, wie es ihr in Genf gefiele. Champuis tommend, in Beau Rivage nachfragte, erfuhr er, daß die Damen wirklich fort seien, die Zimmer aber noch belegt hätten. Erleichtert athmete er auf, indessen wich die Betlommenheit nur halb, denn was konnte bei der Ruhe losigkeit und dem Wankelmuth der schönen Frau nicht alles geschehen? Sein Ballon, sein Paradies, das nun täglich schöner fich entfaltete, wollte ihm teine Freude mehr machen. Die Einsamkeit drückte und beängstigte ihn. Schon sann er ernstlich darüber nach, ob er nicht nach Genf fahren sollte, als er einen Brief von dort erhielt. Er war von Frau Malm: " Liebster bester Herr Dettinger! Es ist schauderhaft hier. Ich halte es teine Stunde länger aus. Wir kommen. Aber in das Hotel will ich nicht zurück. Ich habe das Parliren um mich satt. Er barmen Sie sich und sehen Sie sich nach einer Villa für uns um. Aber machen Sie nur auf einen Monat ab, man fann nicht wiffen, ob man länger bleibt. Alles Uebrige lege ich in Ihre Hände. Auf Wiedersehen morgen Abend. Viele schöne Grüße von der Kleinen. Ganz die Ihrige Adeline Malm." das sein Eigen zu nennen nur einem Sonntagskinde bescheert sein tönnte. Sogleich ging er zu dem Notar, der Villa und Weinberg verwaltete, und brachte die Sache mit ihm ins Reine. Am nächsten Abend konnte er der reizenden Villa ihre neuen Bewohnerinnen zuführen. Frau Malm war natürlich von allem entzückt, am meisten von der Stille. Ach, wie himmlisch still und ruhig es hier war! Sie sei der Ruhe so sehr bedürftig. Nur nicht dieses lärmende Genf! Sie möchte sich am liebsten ganz von der Welt zurückziehen, nur still für sich und dem Andenken ihres lieben thörichten Alten leben! Indessen sollte Herr Dettinger dies nur ja nicht so wörtlich nehmen, sondern sie fleißig besuchen. Alle Tage wünschte sie ihn zu sehen. Das sollte ein reizendes Leben zu dreien werden. Und das wurde es denn auch. Fast jeden Abend stellte fich Dettinger ein und bot seine ganze Unterhaltungskunst auf, Frau Adeline zu zerstreuen und von Aufbruchsgedanken fern zu halten. Die Vorstellung, daß sie fortgehen und Tussy entführen tönnte, war ihm unerträglich. Inzwischen war es Ende Mai geworden. Der Wein blühte, Jasmin und Rosen rankten sich bis unter das Dach Herr Gott, war er diesmal glücklich über den Wankel- der Billa und lugten in Tussy's Mansardenfenster hinein, muth und die Rathlosigkeit Frau Adelinens! Er lachte laut an dem sie, wenn Dettinger sich entfernt und Frau Malm für sich ganz allein. Eine Villa brauchte er nicht erst zu fie entlassen hatte, sehr oft, die Hände auf die Brust gepreßt, Dettinger war plöglich alle Freude vergällt. Er hatte suchen. Er wußte von einer, die, obgleich ganz eingerichtet, stand und auf den im Mondlicht glitzernden See und die darauf gerechnet, Tussy längere Zeit in der Nähe zu be- verlaffen stand. Sie gehörte einem jungen Gelehrten, dessen dämmernden Alpen schaute. Was war es, das die Seele halten. So sehr ihm auch Frau Malm gefallen hatte, fie Bekanntschaft er in den ersten Tagen seines Hierseins gemacht des Mädchens in Träumerei und Sinnen versenkte? War erschien ihm jetzt als schlimmste Egoistin. Er gab kein be- und der gleich darauf nach Paris übergesiedelt war. Das es die Vergangenheit, war es die Zukunft? stimmtes Versprechen, und traurig nahm er vorläufig Ab- Häuschen mit der fonvolvulus, jasmin- und rosenüber- An einem wunderschönen Sonntagmorgen, wo die ganze schied, um den Heimweg anzutreten. sponnenen Veranda, von der sich Weingelände bis ans Seeufer Natur im Festgemande strahlte, die Berghäupter wie Edelhinabsentten, war ihm immer wie ein kleines Eden erschienen, gesteine funfelten und blizten, während der See noch in Als er am folgenden Vormittage, aus der Pension Aehnlich liegen die Dinge in Hallberg: Politische Weberlicht. Nachdem festgestellt worden war, daß der Pächter, wenn Fiskus die Zahlung der rückständigen 8000 m. verlangt hätte, ohne jegliche Existenzmittel aus der Bacht ausgeschieden wäre, und mit Rücksicht darauf, daß er bei Abgabe ber Bacht, bereits 60 Jahre alt, mithin nur sehr geht beschränkt arbeitsfähig war, ist für ihn die allerhöchste Ermächtigung zur Gewährung eines Pachterlaffes von Diese Ermächtigung ist mittels allerhöchster Ordre vom 24. August 1891 ertheilt worden." Bericht S. 6. 8000 Mart erbeten worden. Berlin, den 9. Juni. Das beste Pulver. Aus Portland, Oregon( Amerika) uns mit einem Check über 120 M. folgende Zuſchrift zu: An die Sozialdemokraten Deutschlands. Das dreifache Bravo, das unsere tapferen Genossen im Deutschen Reichstage in die Welt schickten, wiederhallte auch hier am Strande des Stillen Ozeans. Wie ein mächtiges Echo kam Da haben wir eine Alters- und Invalidies uns zu Ohren, und wir schicken es zurück mit einem Hurrah tätsversicherung der- Domänenpächter, die Hand und Fuß hat, was von der Arbeiterversicherung auch ihre Vertheidiger nicht zu sagen wagen. Hoch auf die Sozialdemokratie! Nehmt daher die kleine Gabe, die die Sozialisten Portlands zu Eurem Wahlfonds beisteuerten. Möge es zur Befreiung des unterdrückten Proletariats dienen. Die Bemerkung des Vorwärts", daß das Sand volt in Süddeutschland der sozialdemokratischen Agitation auffallend günstig gestimmt sei, wird auch von anderer Seite bestätigt, namentlich aus Baden, Württemberg und Bayern. Das ultramontane Regensburger Morgenblatt" berichtet z. B., daß die sozialdemokratischen Agitatoren überall Unzufriedene finden, die sich ihnen anschließen. Der 15. Juni wird in der schwarzen Provinz" unserer Oberpfalz eine Sprache sprechen, welche Viele in Erstaunen seßen wird." Aehnliches wird auch aus dem Osten, namentlich aus Ostpreußen und aus Mitteldeutschland berichtet. Man wird sich sonach mit dem Gedanken vertraut machen dürfen, daß am 15. Juni die Sozialdemo= tratie ganz gewaltige Erfolge aufweisen wird." Hoffen wir's! Ein Landrath als Haudegen oder: Wo bleibt Wie war es in Oschütz? Der Bächter geräth in Verder Staatsanwalt? Ueber eine eigenartige Wähler= mögensverfall, da die Domäne zu große Ansprüche an seine versammlung in Breitenmorbis berichtet die Von Euren Genossen in Portland Amerita, Leistungsfähigkeit stellt und er auch sonst Verluste erleidet. ultramontane Eichsfeldia". Es sprach in der VersammWenn von dem Pächter die völlige Deckung seiner Der Reichs- Anzeiger" kämpft in seinem nicht lung der Kandidat der katholischen Agrarier Landwirth Bachtrückstände verlangt worden wäre, so hätte er gänzlich amtlichen Theile fortgesetzt gleich den Pindter- Blättern für Lorenz. Gegnerische Vertreter waren u. a. die Zentrumsmittellos die Domäne verlassen müssen. Um die Militärvorlage. Auch heute bemüht sich irgend männer Kaufmann Regler und Redakteur Küneihm die Möglichkeit einer anderweiten Gristens nicht vollständig zu entziehen, ist auch in diesem ein Generalstäbler, und zwar will er dem Zentrum bem und( von der„ Eichsfeldia"). Als die Versammlung dem Falle die gnadenweise Bewilligung eines Pachterlasses, und weisen, daß der Antrag Huene nicht im Widerspruch Schlusse zuneigte, kam es wegen einer Bemerkung Künezwar in Höhe von 7500 m. erbeten worden. Dieser Erlaß, zu den Windthorst' schen Resolutionen stehe. mund's zur Geschäftsordnung zu einem Zusammenstoß. Auf Deffen Gewährung demnächst auf grund der allerhöchsten Das mag das Zentrum mit dem„ Reichs- Anzeiger" aus- Antrag des Landraths Franz war Schluß der Drore vom 19. Mai 1891 erfolgt ift, entſprach um jo mehr madjen. Gina mil ich es Blatt aber sollte nicht Distussion beschlossen worden; trobem machte der Voramtliches der Billigkeit, als dem Pächter allseitig das Beugniß eines Offiziösendienste leisten, sondern eben nur offen sizende Miene, eine Resolution einzubringen. Künemund sorgsamen und intelligenten Landwirths ertheilt wird, welcher amtlich benutzt werden. Alle diese Winkelzüge verfangen bemerkte, daß damit die Diskussion hierüber wieder eröffnet fich die möglichste Sebung des Kulturzustandes der Domäne nicht beim Volke.- Es ist bezeichnend für die Thätigkeit wäre. Frhr. v. Winzingerode widersprach dem, worauf hat angelegen fein laffen." Bericht, S. 6. des neuen Breßbureaus, daß auch die Norddeutsche Künemund den Ausbruck läppisch" hinwarf. Darauf Von dem Domänenpächter in Blankenau heißt es: Ilgemeine Beitung" an der Spige ihrer heutigen sprang Landrath Franz auf, vor die Versammlung und Der Domänenpächter war bei feinem Ausscheiden aus der Bachtung noch mit einem Pachtgeldbetrage von 4600 m. Abendausgabe den gleichen Waschzettel veröffent- forderte mit lauter Stimme den Redakteur Künemund im Rückstande. Durch die Einziehung desselben würden die licht. In der gleichen Nummer sucht das Pindter- Blatt zum Duell. Dieser rief der Versammlung zu: Dies geringen Mittel, welche dem Bächter, nachdem er durch eine alte. Kontributionstabelle der Franzosen aus thut der Hüter der Gesetze im Kreise Worbis! Er während der kurzen Dauer feiner Pachtzeit den überwiegend dem Jahre 1794 bis 1797 etwelche Gimpel gruselig zu provozirt zu einer durch die Staatsgefehe verbotenen größten Theil feines Vermögens zugesetzt hatte, verblieben machen. waren, so weit geschmälert worden sein, daß sie kaum noch Bericht, S. 7. " Handlung! Ein junger Mann forderte den Redakteur Künemund dann noch privatim. Die Aufregung war eine zur Begründung einer neuen, wenn auch noch Das allgemeine Wahlrecht in Gefahr. Wir er große. Die Zentrumsmänner, die im Laufe der Verso bescheidenen Existenz hingereicht hätten. fahren aus einer absolut sicheren Quelle, daß fammlung bereits mit beleidigenden Insinuationen bedacht Es erschien daher umso mehr der Billigkeit das Berliner Polizeipräsidium- ob amtlich" worden waren, verließen endlich den Saal. Unsere entsprechend, dem Gesuche um Niederschlagung dieses oder nur unter der Hand", das können wir nicht sagen Staatsanwälte, die so schneidig sind, wenn es gilt, auf Betrages nachzugeben, als, wie bereits hervorgehoben worden, aufgefordert worden, über die Wirkung sich zu Preßsünder und politische Miffethäter zu fahnden, werde das Pachtgeld ein verhältnißmäßig hohes war." äußern, welche eine Abänderung oder Aenderung des allgemeinen Wahlrechts für rauflustige Landräthe geschliffen ist, die dem Gesetz, ezt zu zeigen haben, daß die Schneide des Gesetzes auch Diese Angaben sprechen eine beredte Sprache. Sind haben würde. über das sie wachen sollen, offen Hohn sprechen. Hier fie doch ein hellklingendes Loblied auf den braven Landwirthschafts- Minister, der in seinem Reiche die Mühseligen Herr Thielen hat den herrlichen Wahlerlaß für giebt's Arbeit für die öffentlichen Ankläger. Frank heißt und Beladenen stützt und das Patrimonium der abgewirth- fein ganzes Reich bestimmt. Auch in Magdeburg ist der landräthliche Zweifämpfer. schafteten Domänenpächter entschieden und erfolgreich verficht. er den Eisenbahn- Angestellten bekannt gemacht worden. Die Die Bauern in Preußen, die kleinen Leute, Antwort darauf werden sie geben am 15. Juni.die im Schweiße ihres Angesichts hinterm Pfluge gehen, Sommer und Winter sich placken und schinden, mit Die unteren Postbeamten werden von ihren VorDirekten und indirekten Steuern und Abgaben schwer gesetzten politisch aufgeklärt, daß es eine Lust ist. Aus bedrückt, heimgesucht vom Wucherer, der ihnen Haus Straßburg i. Elf. wird der Frankfurter Beitung" und Hof mit Hypotheken pflastert, zu Boden gedrückt vom unterm 7. Juni geschrieben: reichen Junker, der ihnen durch den Großbetrieb die LebensTuft benimmt, fie mögen hieraus lernen, wie und we m eigentlich geholfen wird in Preußen. Des Bauern nimmt fich niemand an, er sehe sich vor, daß er nicht wieder den Agrariern ins Garn gehe und nicht solche wähle, die der Regierung genehm sind, der Regierung, die ihm den Mühlstein des Militarismus an den Hals hängt und dem bankrotten Domänenpächtern hilft. Was für die Bauern, gilt erst recht für die ab= geschundenen Landarbeiter, die wehrlos den Gutsherren preisgegeben sind, die jämmerlich verkommen und verderben, weil kein Heyden für sie zu Hause iſt. Koalitionsperbot und Gesinde Ordnung, das ist ihr Pachtnachlaß", womit die Junkerschaft sie be schenkt hat. " Die Wähler überhaupt aber, die ums tägliche Brot fämpfen, sehen, wo die prenßisch- deutsche Sozialreform von oben ihren Hebel anfcht. Nur eine Antwort giebt es darauf: Gegen dieses System ein Millionenvotum am 15. Juni. Hirsch Hildesheimer übertrumpft.„ Ein patriotischer deutscher Ifraelit" schlägt in den Dresdener Nachrichten" eine Judensteuer vor zur Deckung der Mehrkosten der Mililtärvorlage. 100 bis 5000 m. fann der Jude Mann für Mann tragen nach der Ansicht dieses sonderbaren Kauzes. Uebrigens ist der Vorschlag ein Angstprodukt, denn, meint der Wackere, sonst trifft meine jüdischen Mitbürger noch größeres Unheil". Wieder einmal ist ein Führer der PostasistentenBewegung gemaßregelt worden. Postassistent Dietrich in Schiltigheim bei Straßburg versandte unterm 28. Mai d. J. ein Zirkular, das die Aufforderung enthielt, einen Bezirks- Eine Mahnung der Vergangenheit an die Gegenverein des Verbandes deutscher Post- und Telegraphen wart- unter dieser Spißmarte läßt ein Leipziger MordsAssistenten zu begründen. Die konstituirende Versammlung patriot und Professor der Theologie, Namens Fricke, den follte am 8. Juni in Straßburg stattfinden. Aber der Mensch Bericht eines Vortrags veröffentlichen, den er vor einigen denkt und die Vorgesezten lenten. Bereits am 1. Juni hatte Monaten in irgend einem Verein über Fichte's Reden Herr Dietrich seine Bersesung nach Alttirch, einem an die deutsche Nation" gehalten. Fichte wird von entlegenen Winkel des Elsaß, in der Tasche. Die Folge war, daß die auf den 8. Juni anberaumte Versammlung dem mordspatriotischen Theologen und dessen Gehilfen für und ebenso die Gründung des Vereins unterblieb." die Militärvorlage eingeschlachtet. Daß Fichte die Wie reimt sich das zusammen mit der jüngst den stehenden Heere verurtheilt- ganz wie wir Sozialdemo Leitern des Verbandes gegebenen Versicherung der Post- traten das Volksheer mit militärischer Jugenderziehung gewaltigen, daß sie dem Verband nicht feindlich gegen befürwortet ganz wie wir Sozialdemokraten, und es überstünden? Der Vorwärts" hatte also Recht ge- ganz wie wir Sozialdemokraten als Staatszweck hinstellt, habt, als er vor einem hoffnungsseligen Optimismus, der die Menschen zu Menschen zu erziehen, das sagt der sich an jener Rundgebung emporranken könnte, eindringlich mordspatriotische Theologe nicht. Es ist übrigens gut, daß gewarnt hat. Bei den Wahlen mögen die Postassistenten er uns an Fichte erinnert hat. Wir können unseren Lesern antworten! nur rathen, dessen Reden an die deutsche Nation" zu lesen. Sie werden die mordspatriotische Servilität, die sich auf diesen echt weltbürgerlichen Patrioten zu berufen und ihn u fälschen die Stirn hat, doppelt hassen und verachten -w Ueber die Wahlausfichten der Sozialdemokratie fchreibt die ultramontane ölnische Bolts- Zeitung" unter anderem: Hand. fernen. Im Laufe der nächsten Tage erfuhr auch Frau Adeline, was in der Sonntagsfrühe geschehen. sie, " Nun, Kinder, das habe ich ja tommen fehen," rief das fonnte ja gar nicht anders sein. Und ich hoffe, Ihr macht bald Hochzeit, damit ich dabei sein und Euch zusammengeben kann. An die Aussteuer gehen wir sofort, bie übernehme ich. Und wist Ihr was? Ach, das ist ein reizender Gedanke! Ich miethe die Willa auf ein Jahr und Ihr bleibt hier wohnen. Nun, was sagen Sie, lieber Dettinger, was sagen Sie, Kleine?" Wer war glücklicher und dankbarer als unser Brautpaar? Materielle Bedenken standen der Verbindung nicht entgegen. Dettinger hatte eine hübsche Einnahme von dem Benfionat, und es stand bei ihm, sie durch Privatstunden zu verdoppeln. Auch seine Schriften trugen ihm etwas ein. Im Nothfall konnte Tussy durch Sprachunterricht zum Erwerb beitragen, kurz, die Zukunft des Paares schien gesichert. Herr Stern war anfangs sehr überrascht, fast piquirt, fand sich aber doch darein und gab bereitwilligst seinen Segent. So kommt man doch wenigstens einmal in die Gegend, wo die Rouffeau'sche Heloise spielt," dachte er. Aber zur vieler Würde. Nach der einfachen Feier nahm fie Abschied Hochzeit reifte er doch nicht hin. Frau Malm war seine Stellvertreterin, und sie entledigte sich dieses Amtes mit vieler Würde. Nach der einfachen Feier nahm sie Abschied von dem jungen Paar, um ftatt seiner eine Reife anzutreten. Sie begab sich nach dem Salzkammergut. tiefem Schatten lag, fam Dettinger schon von Duchy, wo er D, da kennen Sie sie nicht. So wankelmüthig sie ist, ein Frühbad im See genommen hatte, heraufgestiegen. Statt so energisch kann sie sein, wenn sie sich einmal in den Kopf nach dem Vallon, schlug er fast mechanisch den Weg nach gescht hat, daß es ihr irgendwo nicht mehr gefällt. Nein, fie der Villa Solitaire ein. Je näher er derselben tam, je gebt; nach Interlaken, Ischl, was weiß ich, wohin? Aber ich zögernder wurde jedoch sein Schritt. Es war noch sehr lasse mich nicht länger so herumschleppen, wie ein willen früh, taum sieben Uhr. Er nahm Anstand, die Damen loses Ding, wie eine Puppe, eine Sklavin," brach Luffy's schon jetzt zu überfallen. Indessen befann er sich, daß er, Unwillen rückhaltlos hervor, indem sich ihre Wangen mit ohne das Haus zu betreten, nach der Laube am Ende des Purpur färbten. Da ziehe ich doch das Leben beim Vater Weinbergs gehen und dort eine spätere Stunde abwarten und das Unterrichten an der Schule vor." tönnte. Im Haus und Garten herrschte die tiefste Stille. Beide faßen eine Weile stumm da. Tussy drehte wieder Auf der Beranda war der Tisch zum Frühstück noch nicht an ihrer Rose, Dettinger spielte mit dem Bleistift auf dem gedeckt, nur eine Handvoll thaufeuchter Rosen lag darauf. Tisch. Endlich hob er den Blick und sah Tussy an. Das Das Mansardenfenster, welches er sehen konnte, war ge- feine Profil des Mädchens zeichnete sich licht auf der grünen schlossen und verhängt, Leise schritt er vorüber und den Laubwand ab, an ihrer dunklen Wimper brach sich ein Weinbergweg hinab. Als er in die Laube eintrat, wurde Sonnenstrahl und machte eine Thauperle, die dort hing, in ihm der reizendste Anblick zu theil. Im weißen Piquet allen Farben spielen. Morgenröckchen, das bläulich- schwarze Haar aufgelöst, saß Dettinger warf den Stift hin und griff nach ihrer Tussy, von dem grün- goldenen Licht, das durch das Wein laub fiel, übergossen. Auf der Fußspige wiegte sie ein zier-" Tuffy," sagte er mit bewegter Stimme, wir sind liches Pantoffelchen, während sie sinnend zurückgelehnt zwei verwaiste, einsame Menschen, sollte es nicht möglich den Stengel einer Nose zwischen den Fingern drehte. Vor sein, daß wir zusammen ihr auf dem Tische lag ein Stizzenbuch und ein Stift. Bei Er stoďte. Sie sah ihn erwartungsvoll an. der unerwarteten Begegnung waren beide im ersten Moment Ein Pensionat gründen?" fragte sie schüchtern. ein wenig betroffen. Tuffy tanzte es wie Feuerfliegen vor den Augen. Sie strich mit beiden Händen das Haar über liebe" Tuffy, erschrecken Sie nicht. Es ist keine Entweihung, " Nein, einen häuslichen Herd," rief er.„ Tussy, liebe, die Ohren, schlüpfte in das Pautöffelchen und zog das loſe welches ich mit diesem Worte begehe. Sie sind mir immer anschließende Morgenkleid zurecht. Dann erft legte sie ihre als ein heiliges, theures Vermächtniß erschienen. Sie stehen Hand in die seine, die er ihr mit Entschuldigungen über sein frühes Erscheinen reichte. Sie wagte ihn dabei kaum fo gut wie allein in der Welt, auch ich stehe allein, und uns verbindet die Liebe zu ihr, unserer theuren Todten. anzusehen, und ihre ersten Worte bildeten einen fast tomischen Tuffy, habe ich Sie beleidigt, soll ich gehen?" Gegensatz zu ihrer Verwirrung. Dettinger mußte wider Tussy hatte ihm die Hand entzogen und das Geficht Willen lachen, als sie begann: „ Ach, ich bin sehr froh, daß Sie so früh kommen. Nun bedeckt. Sie schüttelte leise den Kopf, er nahm ihr die Hand fann" ich es Ihnen doch allein mittheilen. Frau Malm vom Gesicht. Einen Augenblick sah sie ihm unsicher in die will fort, sie hat keine Nuhe mehr. Das macht nur, daß freuen, goldbraunen Augen, danu verbarg sie die ihrigen an Sie gestern Abend nicht hier waren. Gie langweilte sich, feiner Schulter. Er drückte ihr Köpfchen fefter an sich und Die Liebe unferes Baares bewahrte etwas von dem und da war plöglich nichts mehr gut: die Berge zu hoch tüßte ihr Haar. Luffy," flüsterte er, fönnen Sie mir etwas mehr als garten Duft der Weinblüthe, unter welcher ihr Bund geder See zu groß, der Garten zu flein, das Haus erbärm - ich liebe Gie von schlossen worden. Ein Andenken weihte und heiligte ihn. furz, wir müssen scheiden, lieber schwesterliche Liebe schenken? Ich lich unkomfortabel ganzer Seele." Freund!" Obgleich keiner je den Namen. Valesta aussprach, in ihren Er sagte es leise, mit tiefer, bebender Stimme. Da Herzen lebte sie fort, ihr Schußengel in guten und bösen stahl sich ihr Arm um seinen Nacken, und stille, ganz stille Tagen. ward's in der Laube, nur die Insekten fummten in den Ach, das klang so unsäglich traurig:" Wir müffen scheiden, lieber Freund!" Dettinger war ganz blaß geworden. " Bielleicht besinnt sich Frau Malm noch anders. Das Weinblüthen. ift so ein augenblicklicher Einfall," sagte er. Tussy war ihrem Kurt, den sie schon geliebt, als sie - noch ein halbes Kind gewesen, nicht nur eine trene, hingebende Gattin, sie hatte auch Verständniß für seine Ideen und nahm den lebhaftesten Antheil an seinen Arbeiten. Als die Partei, der er angehörte, später ein größeres Organ in der Schweiz gründete, übernahm Dettinger die Chefredaktion und siedelte mit seiner Frau und zwei prächtigen Buben nach Bürich über. ,®er Tegen des Kriegs"— so schreibt man uns aus einer größeren Provinzialstadt— lautet das Thema, welches die Schüler des hiesigen Gymnasiums im nächsten „deutschen Aufsatz" zu behandeln haben. Wir fragen: ist das ein Thema, welches vom pädagogischen Standpunkt aus gerechtfertigt werden kann? Unser Staat nennt sich ein christlicher. DaS Christenthum aber verurtheilt den Mord und Todtschlag, wie überhaupt jede Gewaltthat— und folglich auch den Krieg. Und die Kultur, deren Pflegerin die Schule sein soll, erblickt in dem Kriege die wüsteste Barbarei. Ein Lehrer, der ein solches Thema den Schülern auf- giebt, beweist, daß er den Zweck der Schule nicht kennt, und arbeitet ihm entgegen. Aber vielleicht haben wir die Absicht deS Lehrers ver- kannt,— vielleicht will er die Kinder blos auf die Probe stellen, und ihnen die Antwort entlocken: von Segen des Kriegs kann nur ein Kannibale sprechen, der den überwundenen Feind als Nahrung benutzt— für den zivilisirten Menschen ist jeder Krieg ein Unglück— und, wenn nicht auf- gezwungen, auch ein Verbrechen.— Am Bundesrath, diesem Bleigewicht der parlamen- tarischen Thätigkeit, hat die gute„National-Zeitung" noch nicht genug, sie fordert nun gar noch neben dem Reichstag ein„OberhauS" als„Gegengewicht gegen das allgemeine Wahlrecht". Diese reaktionären Gelüste, hinterrücks dem Wahlrecht den Garaus zu machen, müssen zunichte gemacht werden durch den 15. Juni.— Die Bullenbeifter des Zentrums, um Lieberisch zu reden, weisen die Zähne. Ihr Groll über die Spaltung im eigenen Lager wird verschärft durch die bösen Er- fahrungen, die die Partei von der Schulgesetzfrage bis zur Wahlrechtssrage im preußischen Landtage gemacht hat. Den Ultramontanen dämmert denn doch das Bewußtsein darüber auf, daß sie durch ihre grundsatzlose Schacherpolitik bei den Wählern alles verspielt, bei der Regierung aber nichts profitirt haben. Sie sind beim Kuh- Handel, wie das so Brauch, geprellt worden. Nun läßt sich die„Germania" vom Rhein schreiben: „Herr von Caprivi war uns schon verdächtig, als er bei der Tebatte über das Schulgesetz mit der größten Gemutbs- ruhe die bekannte, höchst überflüssige Erklärung gegen die Rückbenlfung der Jesuilen abgab. Wenn er jetzt verschwindet, weinen wir ihm kein« Thräne nach. Die Regierung schont uns nicht, schonen wir auch s i e nicht. Es muß unser Grundsatz sein: Sachliche Erwägungen allein sind maßgebend. Gefälligkeiten aber, wie sie einer wohlwollenden Regierung gegenüber manchmal am Platze sein mögen, werden nicht mehr erwiesen. Was brauchen wir uns nasführen zu lassen! Und wenn hier und da ein Stein vom Zentrumsthurm abbröckelt, so kommt dies ganz gewiß daher, daß man zum Aerger des Volkes zuweilen mit zu großer Begeisterung den Rarren der jetzigen„Staats- Männer" geschoben hat. Die mögen sich allein im Sumpfe ab- quälen. Und Gott sei Dank, daß sich jetzt das Zentrum gründlich gereinigt und unbrauchbare Element« aus- geschieden hat. Je entschiedener, desto besser." Aber das Zentrum ist reaktionär, es stützt sich auf Pfaffen und Junker, es rühmt sich trotz der augenblicklichen Häkeleien mit den Ballestrem, Schorlemer, Matuschka seiner Junker, es wird fortfahren zu schachern und zu feilschen. Diese Bullenbeißer bellen, aber sie beißen nicht. Sie wollen ja nur dm Bruderschmatz Caprivi's, deshalb fahren sie nach seinen„Waden".— Ein Merkzeichen für Zentrnmswähler. Die„Ger« »nania" schreibt: „Zu einer Ermäßigung der Getreidezölle auch Rußland gegenüber hat sich bis jetzt im Zentrum nicht die g e r i n g st e Geneigtheit bekundet." Das ist noch deutlicher gesprochen, als im Streck- vers-Wahlaufrufe deS Herrn Lieber. Die kleinen Leute, die sich von den radikalen Redensarten der Zentrumsleute etwa noch blenden lassen, seien auf dieses schmähliche Eingesländniß aufmerksam gemacht. Das Volk soll auch serner ausgchnngert, der Fünfmarkzoll für den uns so nöthigen russischen Roggen soll erhalten bleiben. So verheißt es die Zentrumspartei in ihrer Spekulation auf konservative Stimmen.— Die„Kreuz« Zeitnng" erklärt, daß sie den Huene- lingcn und Schorlemer'schen als Preßorgan dienen wolle, weil es sich um eine Vertretung kon- servativer Interessen handle, so lange bis sich das„rechte Zentrum" ein eigenes Organ geschaffen habe. Das ist nur logisch von dem Junkerblatt.— Wahlspäste. Eine„große vereinigte liberale Partei" will der Ex-Stratege des Dcutschfreisinns, Hinze gründen. Als ob wir nicht an Mischmasch-Gruppen schon genug hätten? Ein Gründergewinn wird bei dieser politi schen Jobberei des militärfrommen Hinze nicht heraus- springen. da die Nationalliberalen und andere Wahl- verwandte schon das Fett von der Suppe geschöpft haben. Die Nationalliberalen können ihre Hundedemuth nicht weiter treiben. Gegen die dauernde gesetzliche Festlegung der zweijährigen Dienstzeit erklärt sich die„Nationalliberale Korrespondenz", das amtliche Organ der „Gentlemen". Es genüge, wenn die zweijährige Dienstzeit einmal in untrennbarer Verknüpfung mit der Präsenzzahl festgestellt worden sei.„Hunde sind wir ja doch", denkt die Musterpartei.— Ein GegenwartSbildchen. Nachstehende schauerlich aufgepuffte Nachricht verbreitet das Depeschenbureau „Herold", das im Interesse seiner Auftraggeber die soziale Teudmzmache in Erbpacht genommen zu haben scheint: „Freiburg i. B., 9. Juni. In der hiesigen Gegend herrscht große Futternot h. Äillmaunsweier Einwohner machen förmliche Raubzüge in die Kippenheimer Waldungen. Mehrfache Zusammenstöße mit dem Forst- personal sind bereits vorgekommen. Eme größere Anzahl Per seilen wurde verhastet." Es herrscht Futternoth, und das Gemeinwesen greift nicht ein, da es wohl Geld für Kanonen und Gewehre, nicht aber für soziale Agrarpolitik übrig hat. Was geschieht? Dw Nothleidenden— das sind noth- leidende Landwirthe— suchen sich aus ungesetzliche Weise zu helfen. Wir wissen nicht, wem die Klippenheimer Waldungen, für die das Herz der„Herold"- Leute in ver- zehrendem Eigenthumseiser entbrannt ist, zu eigen find, ob dem Staat, der Gemeinde oder einem Großgrundbesitzer. Daß einst die Wälder zur A l l m e n d e gehörten. Gemein- eigenthum waren, und daß in einer verständig or- ganisirten Gemeinschaft solche Zustände unmöglich sind,"das leuchtet ein. Es ist sehr betrübend, daß die Roth die Allmannsweier zu Gesetzwidrigkeiten treibt, die bei recht- zeitigem helfendem Eingriff undenkbar wären. Jedenfalls aber hat„Herold" sehr übertrieben. Wir kennen ihn.— Von der Ersatzvertheilung. Durch das in d« letzten Reichstagssession zu stände gekommene Reichsgesetz über die Ersatzvertheilung sind an der deutschen Wehrordnung eine Anzahl von Aenderungen vorgenommen worden. Zunächst bei den Bestimmungen über die Er- Mittelung des Ersatzbedarfes. Bisher wurde der festgestellte Ersatzbedarf dem Ausschusse des Bundes- rathes für das Landheer und die Festungen bis zum 1. Mai jedes Jahres mitgetheilt. Künftig soll der festgestellte Er- ätzbedarf der Truppentheile dem zuständigen Kriegs- Ministerium bis zum 15. April mitgetheilt werden. Dasselbe soll bezüglich des festgestellten Ersatzbedarfs der Marine- theile durch das Reichs- Marine- Amt an das preußische Kriegsministerium geschehen. Sodann sind die a l l- gemeinen Bestimmungen über die Ersatz- vertheilung einer vollständigen Umgestaltung unter- zogen.— Ganz wie bei uns. Der ungarische Finanzminister W e ck e r l e beabsichtigt, einem aus sämmtlichen Bank- instituten in Budapest gebildeten Syndikat die Ein- sührung der Klassenlotterie in Ungarn zu übertragen. So wird die B l ö d s i n n s st e u e r als Mittel christlicher Ueberschuß-Sozialreform auch in Ungarn„ziel- bewußt" geordnet, auf daß der Fiskus und die Bankfürsten ihr Schäfchen scheeren.— Belgien. Die Kammer hat den Gesetzentwurf, de- treffend die holländisch-belgische Konvention über den Handel mit Spirituosen auf der Nordsee, angenommen. Darauf gelangte ein in Gemäßheit der Beschlüsse des Brüffeler Antisklaverei-Kongresses vorgelegter Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Unterdrückung des Sklavenhandels, ebenfalls zur Annahme. Der bereits verurtheilte Redakteur des sozial- revolutionären Blattes„Conscrit", Ernest, wurde wegen Aufreizung der Armee zur Emeute von den Geschworenen zu neun Monaten Gefängniß verurtheilt. Der Verurtheilte entkam durch die Zuschauermenge, wurde von den Gendarmen verfolgt, verschwand aber spurlos.— Im englischen Unterhanse erklärte Gladstone, die Zeit sei noch nicht gekommen, wo es nöthig erscheine, die Erörterungen über die Humerule-Bill zu begrenzen. Er be- fürchte, die Aufhebung des Mitternachts-Reglements werde die Abgeordneten unerträglich belasten. Im weiteren Ver- laufe der Sitzung beantragte Bartley zum§ 3 der Homerule-Bill einen Unterantrag, der die irische Legislatur verhindern soll, Gesetze über Prämien zum Schutze der irischen Industrie zu erlassen. Gladstone de- kämpfte das Amendement. Die Vorlage verhindere schon die irische Legislatur, Prämien zu gewähren, da sie über den Handel mit dem Auslande Gesetze nicht erlassen könne; er wolle jedoch den Jrländern das Recht nicht nehmen, Maßregeln zu treffen, um mittelbar oder unmittelbar die irische Industrie zu ermuthigen. Nach längerer Debatte wurde der Antrag mit 233 gegen 252 Stimmen ab- gelehnt.— Frankreich. Der Gemeinderath von T o u l o n wählte einen sozialdemokratischen Bürgermeister, einen früheren Korrektor, sowie sozialistische Bei- geordnete. Zittere, Byzanz! Die große Hafenstadt hat einen„rothen" Maire.— „Der Fremdenhasj der Franzosen" muß jetzt unseren Mordspatrioten als Steckenpferd dienen, nachdem ihnen die Bretterbuden und der raubende und schändende„Schelm- franzos" so gründlich versalzen worden.„Der Fremden- haß der Franzosen' soll darin bestehen, daß es in Frank- reich Leute giebt, welche die Besteuerung der dort lebenden Ausländer und die Nichtbeschäftignng von Ausländern bei öffentlichen Arbeiten verlange». Wir wollen über die Natur solcher Forderungen, die wir selbstverständlich verurtheilen, uns nicht des weiteren aussprechen, und wir bemerken: 1. daß es in Frankreich blos ein kleiner Brnchtheil der Be- t, von denen sie aufgestellt werden, und 2. daß chen Mordspatrioten, die auf dem„Fremdenhaß en" herumreiten,„das Verbot oder wenigstens die Erschwerung der Einwanderung von Juden in Deutschland" befürworten. Und damit meinen wir nicht blos die Antisemiten von reinstem Wasser, sondern auch nationalliberale Musterpatrioten, wie z. B. den Leipziger Mischmasch-Kandidaten Professor Hasse, mit dem wir uns gelegentlich noch zu beschäftigen haben werden.— Von 1884 bis 1893.') l. Nachdem die Sozialdemokratie feit 1871 stetig an Stimmen- zahl und Reichstagsmandaten zugenommen hatte, hielt der Ziedak- tenr der Emfer Depesche die Gelegenheit für günstig, das Attentat deS blödsinnigen, der christlich-sozialen Partei augehörigen Hödel und im Anschluß hieran das des Schützlings nauonalliberaler Professoren, des verkommenen Nobilina, zu einem Attentat gegen die Sozialdemokratie mnzuredigirm, sei es nun, daß der Altmeister der politischen Lüge wirklich ihre wahre Gefährlichkeit für die bestehende Gesellschaftsordnung erkannt hatte, oder daß er sie nur als angenehmen Vorwand für das Jnszenesetzen stiner Bereiche- rnngspolitik gebrauchen wollte. Genug, der Wahlkampf nach Aus- lösnng des Reichstags spottete jeder Beschreibung. Gelaug es auch nicht, die Sozialdemokratie zu vernichten, ein Sliuniien- rückgang konnte doch nicht von uns verhindert werden, und als nun das Sozialistengesetz angenommen und die Organisation der Partei vollnanvig zernört war, mußte naturgemäß ein ivcttcrcr Slimnienrückgang eintreten. Die Sozialdemokratie erhielt 1877: 493 447; 1878: 437158; 1831; 811 981. Stimmen; ja, es dürste leine Frage sein, daß in dieser letzten Zahl sich nicht der äußerste Niedergang widerspiegelt, da der A»Iäng des diesem Niedergang solgenden Aufschwungs vom Kongreß in Wvden datirt werden muß, wo es gelungen war, den Grund zu einer Organisation zu legen, gegen die auch das Ausnahmegesetz machtlos war........ m.... �.. Immerhin wurde auch nicht em einziger Reichstaassitz sofort im ersten Mahlgang erobert. die Partei war vielmehr nur auf die Stichwahlen, IS an der Zahl, angeiviesen, durch welche es *) Wir veröffentlichen diese lehrreiche statistische Betrachtung eines gelegcntlichsn Mitarbeiters, ohne mit allen seinen Aus- führuugen und Schlüsse» einverstanden zu sein. Red. d.„B.". denn zur allgemeinen Ueberraschung gelang. 12 Mandate zu er- obern. Allerdings war dies Resultat theilweise einer sofortigen weiteren Kräftigung der Partei zuzuschreiben, denn das bloße Offenbariverden der Thatsache, daß auch unter dem Ausnahme- gesetz über 300 000 Stimmen für die Partei abgegeben werden konnten, genügte, um viele alte Parteigenoffen, die in ihrer Hoffnungslosigkeit sich von der Wahl ferngehalten oder für andere Parteien gestimmt hatten, wieder um die Parteifahne zu sammeln, wie dies die Stichwahlen Berlin IV und VI evident beweisen; zweifellos aber zum größeren Theil der Zibfftigkeit der gegnerischen Parteien unter einander, die sie um so ungestörter zum Austrag bringen zu können glaubten, als sich ihre Furcht vor der Sozialdemokratie mit einem Male verloren hatte. Anstatt nämlich, wie es doch natür- lich gewesen märe, aus dem im VerhäUniß zu dem ungeheuerlichen Drucke, dem gewiß keine der kapitalistischen Parteien stand- gehalten hätte, unbedeutenden Rückgang aus die unbesiegbare Ltbenskraft der Sozialdemokratie zuschließen, ließen sie sich lieber durch die bloße Thatsache des Rückgangs in einen süßen Sicher- heitsdusel einwiegen. Speziell Eugen Richter mar damals ja nur durch das Sozialistengesetz daran verhindert worden, die Sozialdemokratie gänzlich mausetodt zu schlagen; gesagt wenigstens hat er das oft genug, um es schließlich selbst zu glauben. Das ist ganz sicher, daß damals bei wirklicher Einigkeit der Gegner die Sozialdemokratie aus dem Reichstag verdrängt worden wäre. Allein es war gerade die Sezession vor sich gegangen, es hatte sich der erste Akt der Bildung des Freisinns, allerdings hinter den Kulissen, abgespielt und die späteren Kartellparteien waren voller Wuth auf die Abtrünnigen und ihre Helsersheljer. Und der Vortheil davon fiel der Sozialdemokratie zu. Von 1331 ab nun findet wieder ein stetiges Wachsthum unserer Stimmen statt, nicht so unserer Mandate. Wir erhielten 1884: S49 990 Stimmen mit 24 Mandaten, 1887: 763 128 Stimmen mit nur 11 Mandaten, und 1899: 1427 298 Stimmen mit 3ö Mandaten; also 1834 ein ganz bedeutender Zuwachs an Mandaten, 1887 ein ebenso bedeutender Rückgang, dem 1390 wieder eine Zunahme über 1384 hinaus, nämlich fast bis auf drei Dutzend, folgte. Unwillkürlich drängt sich die Frage auf: Sollte jetzt, 1893, bei weiterer verhältnißmäßiger Zunahm« unserer Stimmen, doch nicht etwa wieder ein Rückgang der Mandate eintreten können? Jetzt wie damals, 1887. findet ja die Wahl infolge einer Reichstags-Auflösung statt, jetzt wie damals ist es eine Militärvorlage, um derentwillen die Auflösung erfolgte, jetzt wie damals war eine große Vermehrung der Mandate vorhergegangen. Es lohnt sich wohl, um diese Frage zn beantworten, die Ausschlag gebenden Verhältnisse näher ins Auge zu fassen. Die der Sozialdemokratie günstigen Zustände dauerten noch 1334 an, das Losungswort der Konservativen lautete: gegen den Freisinn, der sich inzwischen ans der Sezession und dem Fort- schritt gebildet hatte und dessen 100 Stimmen dem Hausmeier- thum Bismarcks gefährlich zu werden drohten.„Lieber einen Sozialdemokraten wählen als einen Freisinnigen". Allerdings trat die Sozialdemokratie mit ganz anderer Kraft auf als 1831, immerhin war der unmittelbare Erfolg, 9 Mandate und 24 Stich- wählen, doch ein ziemlich bescheidener, denn schon 1874 hatten wir ö, 1877 aber 9 Mandate im ersten Wahlgang erobert, und von den 24 Stichwahlen versprachen auch nur wenige einen Erfolg. Aber wie gesagt, der Hader der bürgerlichen Parteien half, und fast wie mit Blindheit geschlagen schienen sie kein Auge für die Gefahr zu haben, die ihnen von der Sozialdemokratie drohte— und so kam es denn, daß in 1b von den 24 Stich- wählen der Sieg von uns erfochten wurde, daß München II mit 26 pCt., Auerbach-Reichendach mit 30 pCt., Breslau I und II mit je LS pCt., Frankfurt a. M. mit SS pCt., Braunschweig und Hannover mit je 37 pCt. und Magdeburg mit 41 pCt. sozial- demokratischer Stimmen im erste» Wahlgang fast wie selbst- verständlich genommen wurden, während bei der Stichwahl in Berlin VI, wo wir 47 pEt. erhalten hatten, ein Wider- stand nicht einmal versucht wurde. Und höchst bezeichnend ist es. wie der Erfolg bei den Stichwahlen sich auf die verschiedenen gegenüberstehenden Parteien vertheilte. Wir kamen zur Stich- wähl mit den Oppositionsparteien in 14 Wahlkreisen, nämlich mit der Volkspartei in I, Freisinn 9. Welsen 1, Zentrum 8; davon verliefen günstig 11, nämlich mit Volkspartei 1, Freisinn 7, Welsen 1, Zentrum 2, d. h. fast 79 pCt. Dagegen brachten die 7 Stichwahlen mit den Nationalliberalcn nur 4 und die 3 mit den Konservativen gar keine Siege für uns. Klar und deutlich geht aus dieser Zusammenstellung hervor. daß so großartig das Wahlergebniß 1384 für uns war, die 24 Mandate, die es uns brachte, unserer thatsächlichen Stärke nicht angemessen ivaren, um so mehr, da wir in die Stichwahlen fast überall mit keinen groben Prozentzahlen eintraten. Aus eigener Kraft hätten uns etwa Nürnberg mit 49,3 pCt, Elberfeld mit 47,6 pCt. und Berlin VI mit 47,3 pEt. zufallen müssen. Daß die anderen Stichwahlsieae mit Hilse oder doch wenigstens durch die Wahlenthaltung der Konservativen und Nationalliberalen zu stände gekommen ivaren, war ein ungesundes Verhältniß, das keinen Bestand haben und dessen Bestand uns nicht einmal er- wünscht sein konnte, dessen Aufhören aber einen Rückschlag in der Zahl der Mandate zur Folge haben müßte. Für die richtige Würdigung des Wahlergebnisses von 1384 ist aber auch noch als höchst wichtiger Faktor die außerordent- lich geringe Wahlbetheiligung im Königreich Sachsen in Betracht zu ziehen. Leider fehlen uns darüber"die statistischen Angaben, doch geht die Thatsache schon einfach daraus hervor,» daß dort 1884 nur 862143, 1837 aber 619 036 Stimmen abgegeben wurden, also rund 1S7 000 Stimmen mehr, d. h. die Wahlbetheiligung 1884 betrug nur 70 pCt. gegen die von 1887. Die Ursache hiervon und folg- lich auch die unserer Wahlerfolge ist auch hier in der Uneinigkeit und Gleichgiltiakeit der Gegner zu suchen. Mit Ausnahme von Leipzig Land, Chemnitz und Zwickau war eine Nennenswerthe Vermehrung unserer Stimmen gegen 1878 und 77 nicht ein- getreten, im Gegen theil, es ging aus dem Wahlergebniß klar hervor, daß die allen Stammsitze Glauchau und Stolberg-Schnee- berg, sowie ferner Auerimch, Freibcrg, Zschopau, Mitweida sich von den Schlägen des AusnahinegesetzeS noch nicht eiidgiltig erholt hatten. Dasselbe gilt übrigens auch von Reuß älterer Linie. Fasse» wir demnach unser Urtheil über das Wahlergebniß von 1384 zusaminen. Es war glänzend, denn wir hatten damit unfern Stand von 1377 wiedergewonnen, und sogar theilweise, namentlich in den großen Städten, überschritten. Wir waren in 6 Jahren über das Ausnahmegesetz zur Tagesordnung über- gegangen. Aber die 21 Reichstagssitze waren nur Blendwerk; denn nur etwa zur Hälfte ivaren sie durch die eigene Kraft, zur Hälfte aber mit allerdings nicht nachgesuchter Unter- stühung gegnerischer Parteien erobert worden. Trotzdem brauchten wir ja gerade nicht böse darüber zu sein, daß ein gütiges Geschick in Gestalt einer uns günstigen Parteikonjuuktnr uns die schwersten Zeiten hatte erleichtern helfe». Aber die Zeit des KampseS um die Existenz und der bloßen Abwehr war vorüber, und was für diese eben noch hingehe» konnte, paßte sich nicht für den nun wieder beginnenden Angriffs» und Er- oberungskrieg. Dviefksflett vor Modaliktott. Zu der gestrigen Quittung ist noch nachzutragen: 4. Ber- liner Wahlkreis. Südost SOO,—, darunter drei Genossen K., G.. S. 13.30. Ferner mnß es unter H.'Münden, von einer rothen Kind- taufe, nicht heißen 2,80, sondern 2.20, und unter Wolfenbüttel, rauchloses Pulver zum Sturz sogenannter Ordnungssäulen, nicht 9,80, sondern 9.90.' A. Gerisch. Für den Inhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 10. Juni. Opernhaus. Oberon. Königl. italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Heute, Sonnabend, den 10. Juni 1893: Gr. außerordentl. Vorstellung Dem Genoffen und Pfeifenbruder Gustav Mattig zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Soch! Gustav, heut leben wir schmuck. 325b Die Pfeifenbrüder der ,, Eisernen Pfeife". Beerdigungsverein Berliner Zimmerlente. unter Mitwirkung des ges. Herren- u. Damenpersonals, u. 2.: 4 TrakehnerHengste, in Freiheit vorgeführt vom Direktor. 4 Geschw. Chiarini, gen. Am 8. d. M. verstarb nach längerem Die Südsterne. Chevalier Roberto Al- Krantenlager an der Rückenmarksfonso. Jongleur Malabarist. Mr. Jules, schwindfucht unser Kamerad Neues Theater. Donna Diana. ausgezeichnete Jockeyreiter. Miss Käthe Wilhelm Thiele, Berliner Theater. Der Flüchtling. Lee in ihren eleganten Leistungen zu Die Eine weint, die Andere lacht. Pferde. Campagne- Reiterin Sgra. The- im Alter von 41 Jahren. Deutsches Theater. Der Talisman. rese Spamparri. Auftr. des Fräulein Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Renz, der weltberühmten urkomischen Angot, die Tochter der Halle. Klowns Gebr. Weldemann, Tanti, GeKrall's Theater. Die Perlenfischer. brüder Kulper, Gebr. Matinek, Cars, Viktoria- Theater. Frau Venus. Leonard Tolichini etc. etc. National- Theater. Gold und Eisen. Morgen, Sonntag, den 11. Juni: Adolf- Ernst- Theater. Der Schwie- Bwei große Vorstellungen, um gerpapa. Alexanderplatz- Theater. Die Direk trice. Vorher: Im Vorzimmer Sr. Exzellenz. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor stellung. Apollo Theater. Vorstellung. 4 und 8 Uhr. In der NachmittagsBorstellung hat jeder Erwachsene das Recht, ein Kind frei einzuführen. Ernesto Ciniselli, Direktor. Spesialitäten Schweizer- Garten Theater der Reichshallen. Spezia litäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. National- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Wiederholung der Festvorstellg. am Königsthor. Täglich: Concert, Theater und Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. d. M., Nachmittags 2 Uhr, von der Reichenhalle d. Krankenhauses Bethanien nach dem neuen St. Thomasfriedhof in Briz statt. 3396 3. Wahlkreis. Zwei große öffentliche Wähler Versammlungen 1. Sonntag, den 11. Juni 1893, Vormittags 10 Uhr, in den Bürgersälen, Dresdenerstr. 96, 2. Montag, den 12. Juni 1893, Abends 8 Uhr, in Sanssouci, Rottbuserstr. 4a. Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Achtung! 4. Wahlkreis. Ahtung! Concert- Park Viktoria, Frankfurter Allee 72-73. Sonntag, den 18. Juni 1893: Grosses Sommerfest, arrangirt vom Der Vortand. Sozialdemokratischen Agitationsklub für den Often Berlins, Herzliche Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie der Firma Adler und unter Mitwirkung der Gesangvereine Flöter'scher und Deutsche Eiche ( Mitgl. des Arb.-S.-B.). Dirigent Herr Patschan. Grosses Concert und Specialitäten- Vorstellung. Bersu und sämmtlichem Personal fagen Die Musit, unter Leitung des Herrn Gelfert, wird von Mitgliedern der wir für die vielen Beweise der Liebe Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker ausgeführt. und Freundschaft bei dem Begräbniß Jm großen Saale von 5 Uhr an Tanz. Herren, die daran theilnehmen, 349/ 16* unserer lieben Zochter Marie herzlichen zahlen 50 Bf. nach. Dank. Die Raffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Kassenöffnung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr. Otto Kiehl nebst Frau. Billets, an der Raffe 30 Pf., im Vorverkauf 25 Pf., find zu haben bei den Vertrauenspersonen R. engels und H. Baumgarten, sowie bei den bekannten Genossen und in den mit Blafaten belegten Handlungen. 327b Fachverein der Stellmacher. Sonntag, Bormittags 10 Uhr, Rofenthalerstr. 38: Das 10. Stiftungsfeft bes Spezialitäten Borellung. Versammlung Vereins Berliner Droschkenkutscher Geschwister Rigoli, Familie Carlo, Tages- Ordnung in Mr. Famera, Max Grabow, Gebr. fammlung bekannt gemacht. Um zahlDissenato, Emma Lucas, Troupe Columbia und Gebr. Vercroa. Im Saale: BALL,[ 4199L* Play. Play. zum Ehrengedächtniß für Ludwig Erk und Ferdinand Schmid, unter gütiger Mitwirkung der Konzertvereinigung der Mitglieder des königl. Domchors Morig- Etablissement Morig veranstaltet vom Deutschen Lehrer- und Schriftstellerbund, und von dem Ertschen Männer- Gesangverein. Szenischer Prolog von Baul Rifch. Hierauf zum 8. Male: Gold und Eisen. Buggenhagen. Täglich: Juftrumental- Konsert. Großer Frühstücks- n. Mittagstifch. Spezial- Ausschant von Pakenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Boltsschauspiel mit Gesang in 5 Auf- An Sonn- und Felttagen zügen von Hermann Jahnke. Regie: Miar Samst. Raffenöffnung 5 Uhr. Anfang der Borstellung 71/2 Uhr. Im Garten: Gr. Ronzert u. Spezialitäten- Vorstellung ersten Ranges. Größtes Spezialitäten- Programm der Residenz. Auftreten von Chansonetten, Gängerinnen, Tänzerinnen, Clowns, Soubrett., Komifern 2c. 2c. Morgen, Sonntag: Die neue Militärvorlage. Montag, Bolfsvorstellung: Die Räuber. findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Bf. Säle für Verfammlungen, Kommerje, Festlichkeiten 2c. Moabiter Gesellschaftshaus. Alt- Moabit 80 und 81. Täglich: Theater- und Spezialitäten Vorstellung, fowie Concert. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf., refervirter Platz 50 Pf. Helmuth Peters. 4127L* Passage- Norddeutsche Panopticum. Neu: Blaue Grotte. Nen: Geistertisch. Das Wunderpferd. Täglich 6-10: Spezialitäten Theater = Brauerei. reiches Erscheinen ersucht 285/6 Der Vorstand. Polnische Sozialisten. Sonntag, den 11. Juni: Ausflug nach Friedrichshagen. ( Seeschlößchen.) Treffpunkt früh 9 Uhr am Schlesischen Bahnhof. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, Bormittags 10 Uhr Rosenthalerstr. 38: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille: Moderne Götterdämmerung. Gäste sehr willkommen. 416/5 Achtung! Former! wird heute, Sonnabend, den 10. Juni in dem ca. 10 Morgen großen mit alten schattigen Bäumen bepflanzteu ,, Weimann's Volksgarten", Badstrasse 54-56, gefeiert werden. 99 Die Feier des zehnjährigen Bestehens des Vereins Berliner Droschkenkutscher" soll an diesem Tage von den Mitgliedern desselben als auch von den Kollegen und Freunden überhaupt, in würdigkter Weise begangen werden. Zu diesem Zwecke sind ganz eigenartige Arrangements getroffen worden. Die Konzert- Musik wird von zwei start besetzten Kapellen( Berufsmusiker der freien Vereinigung) ausgeführt werden. Künstler- Spezialitäten ersten Ranges werden in den Zwischenpaufen auftreten und ein zu diesem Zwecke eigens gewonnener Clown wird bie Kinder beluftigen und in ausgiebigfter Weise unterhalten. Freier Tanz in beiden Sälen. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr Nachmittags ab geöffnet. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Festzeitungen werden an den Eingängen zum Lokal zu 10 Pfennig à Exemplar ausgegeben. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pfg. Eintrittstarten find im VereinsBureau Schützenstraße 58, sowie bei den Vorstands- und KomiteeMitgliedern als auch in den 8 Jahlstellen des Vereins zu haben. Den Mitgliedern der aufgelösten Kranken- und Sterbekasse des Berliner 369/7 Former- Bundes zur Nachricht, daß die Versammlungen des VergnügungsVereins nach wie vor jeden zweiten Sonntag im Monat in Keller's Lokal, Bergstraße 68, stattfinden. 324b Der Vorstand. Achtung! Kollegen und Freunde ladet ergebenst ein Das Vergnügungs- Komitee. Schöneberg. Große öffentl. Wähler- Versammlung Sonntag, den 11. Juni, Vormittags 11 Uhr, Sämmtliche schriftlichen sowie münd- im Saale der Schloss- Brauerei, Hauptstraße 60-63. 58. Chaussee- Strasse 58. lichen Angelegenheiten, welche unsere Täglich: Concert. ohne Extra- Entree. Wochentags Entr er frei. Bei ungünstiger Witterung im Saal. Die neu eingerichtete Kaffeeküche ist den geehrten Gästen von 2 bis 6 Uhr geöffnet! Castan's Panopticum. Neu: Der Tod als Erlöser. Neu: Die Schrecken des Meeres. Bauern- Aufstand! Illusionist. Vorstellungen. Schreckenskammer. Irrgarten. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Im prachtv. Sommergarten täglich Gr. Garten- Concert und Spezialitäten- Vorstellung. Bei ungünstigem Wetter findet die Borstellung im Saale statt. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pr. Ostbahn- Park am Rüftriner Play, ( Hermann Jmbs) Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof. Konzert, Täglich: Theater u. Spezialitäten Vorstellung. Pantomimiften- Truppe Garetton, urtom. Zarameter- Droschtenfahrt, Mr. De Dolfs, Neger- Erentric 2c. Volksbelustig. jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. G 4146L Vereinigung betreffen, bitte an den 1. Vorsitzenden Guft. Graß, Stralfunderstr. 52, part., gelangen zu lassen. Bei Musitaufträgen bitte sich an die Geschäfts- Rommission, Rosenstr. 30 bei Wernau, zu wenden. Auf verschiedene Anfragen erklären wir, daß unser Mitglied G. Schonert mit der Leitung unserer Vereinigung nichts zu thun hat. 393/4 ratweil'sche Der Vorstand der Freien Vereinigung Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Täglich: d. Zivil- Berufsmusiker Berlins u. Umg. Alle Uhren[ 8580L werden fauber und sorgfältig reparirt 419/6 Tagesordnung: 1. Um was tämpfen wir? Referent: Schriftsteller Georg Ledebour. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Das Wahlkomitee. Wähler aller Parteien find willkommen. Zehlendorf und Umgegend. Sonntag, den 11. Juni 1893, Nachmittags 3 Uhr: Große öffentl. Volks- Versammlung für Männer und Frauen für Zehlendorf und Umgegend im Lokale des Herrn Rost, Karlstraße. Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Reichstagswahlt. Referent: Serr Willy Wach- Berlin. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes. 4. Auftreten der Leipziger Sänger unter Garantie des Gutgehens für Verschiedenes. 1,50 Mark( außer Bruch) bei W. Winkler, Anf. vom Kryftall- Palast. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 10 Bf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten und Versammlungen. Carl Koch, Neu eröffnet! Danziger Berlin N., Reinickendorferstr. 2 g, gegenüber der Dankes- Kirche. Lager aller Arten Uhren, Uhrketten Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Einberufer. Achtung! Friedrichsfelde. Achtung! Große öffentliche 419/5 Damenjgueiderei und Bus Wähler- Versammlung lehrt gründlich Frau Hoffmann, Guvryftr. 48, 2 Tr. Schneidern 20 M., Buz 10 M., Musterzeichnen 41052* Volksgarten! für Schneiderin 8 M. Danzigerstrasse 50/51. Haltestelle d. Pferdebahn( Alexanderplay- Danzigerstr. 10 Pf.) Voltsbelustigungen jeder Art. 3 Regelbahnen, Konzert, Tanz frei. Platz für 2000 Personen. M. J. B.: Wilh. Groth. Treptow Bender's Restaurant 3 Minuten hinter dem Paradies- Garten. Erstes Lokal an der Chaussee. Jeden Sonntag Tanz. Großer Saal, großer schattiger Garten. Kaffeeküche, 3 Kegelbahnen. Empfehle den Genoſſen u. Bekannten mein Weiss- und BairischBier- Lokal. 3immer für Vereine mit Pianino zu 60 Personen. Der 42572* Garten ist eröffnet. Benuo Stavernack, Bücklerstr. 49, CHVERD 25 20 PR Marken z. quittiren von ParteiBeiträgen empfiehlt allen Genossen die Quittungsmarken und Kautschuk- Stempelfabrik von Conrad Müller, Schkendik- Leipzig. Preisliste gratis und franto. Zum 4272L* E. Montag, den 12. Juni 1893, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Maikowsky, Wilhelmstraße 11. Zagesordnung: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: Adler- Berlin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Bur Deckung der Untoften Entree nach Belieben. 387/16 Der Einberufer. Charlottenburg. Den Parteigenoffen zur Nachricht, daß wir auf dem Charlottenburger Schütenfest- Plate ein REF Bier- Zelt eröffnet haben. Für einen guten Schoppen, sowie warme und kalte Speisen ist bestens gesorgt. H. Wernicke u. H. Geisler. Spiegel und Polster- Waaren. Roth. Cylinderhut Möbel, Hüte E mit Arbeiter- Kontrollmarke. Größte Auswahl. Stalizerstraße 131, und Roßmann. neben Frister Ausstattungen in Mahagoni u. Nußbaum; Küchenmöbel empfiehlt; Preislisten auf Wunsch franco. Berlin S.0., Franz Tutzauer, öpnickerstr. 25. Uhren. " B 2,50 " " Regulateure mit Schlagwerk von 16 M., an Wecker, best. Fabrit. Junghaus" v. 3 Wanduhren Silberne Cylinder- Remontoir 12 Reparaturen jeder Art unter Garantie gut und billig. nahe der Wilhelm Zapel, sutmacher. Grosse Auswahl in Uhrketten zu den billigsten Preisen. Bitte sehr, recht genau auf Name, Straße und Hausnummer zu Otto Nather& Krausse, Anklamerstr. 44, Brunnenstr 2. Haus von der Wrangelstr. achten. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Berlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilagen. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 134. Die Reichstagswahlen. 00 = Sonnabend, den 10. Juni 1893. " Kassel, 3. Juni 1893. " " 10. Jahrg. 0 Verbindung zum Verkehr mit den bereits Heimgegangenen her- angenehm. Heigl ist nämlich der radikalfte bürgerliche zustellen? Demokrat, der in die heutige" Bolkspartei" hineinpaßt wie die Nachträge zur Liste der sozialdemokratischen ReichsSeine Faust aufs Auge. Amtliche Wahlbeeinfluffung. Den oberhessischen Lehrern Atheisten" sind gerade in Arbeiterfreifen weitverbreitet, und tags- Kandidaturen. Rheinprovinz: In den noch übrigen ist eine Birkularverfügung der Kasseler Regierung zugegangen, Heigl ist wohl der einzige bekannte Volksparteiler, der den Muth Spaziergänge eines Kreisen Erkelenz- Heinsberg, Schleiden- Malmedy, Rochem- Bell, die wie folgt lautet: Brüm- Bitburg und Wittlich- Bernkastel kandidirt A. Bebel in gehabt hat, fich öffentlich, unter dem Wehegeſchrei seiner ParteiBerlin. " genossen", als Republikaner zu bekennen. Nachdem dies In der Provinz Westfalen kandidiren noch: Kreis zum" Reichstagswahlkreis Marburg- Kirchhain- Frankenberg ge- die sich in der" Frankfurter Beitung" findet, richtig Da zu unserer Kenntniß gekommen ist, daß Lehrer in den vorausgeschickt ist, mögen unsere Leser die nachstehende Notiz, Tecklenburg- Steinfurt: A. Bebel in Berlin. Beckum- Lüding- hörigen Kreisen sich an der Wahlagitation für den Bäcker Georg würdigen: hausen: Rechtsanwalt Landé in Elberfeld. Paderborn- Büren: Schott betheiligen, so machen wir Euer Wohlgeboren auf unser A. Bebel in Berlin.- Brilon- Lippstadt: Rechtsanwalt Landé Ausschreiben vom 18. Juni 1881 B. 6781 aufmerksam. Wir errichteten Schreiben als unrichtig, daß in Fürth auf seine „ Herr Adolf Kröber bezeichnet es in einem an uns gein Elberfeld. Es fehlen noch Angaben über die westfälischen suchen Sie, dasselbe bei den Herren Lokal- Schulinspektoren und Empfehlung am Montag die volksparteiliche Kandidatur richteten Schreiben als unrichtig, daß in Fürth auf seine Wahlkreise Warburg Hörter und Arnsberg burch dieselben bei den Lehrern schleunigst in Erinnerung zu Meschede. Wir bitten die dortigen Parteigenoffen um Nach- bringen. Sollten die Agitationen gleichwohl fortgesetzt werden, eigl für Fürth Erlangen proklamirt worden sei. Dieſe richt darüber, wer in beiden Kreiſen kandidirt oder ob kein so find uns die Namen der Agitatoren und die einzelnen Vor- Proklamirung sei, nachdem er die Kandidatur abgelehnt habe, Kandidat aufgestellt wird. gänge alsbalo anzuzeigen." Abtheilung für Kirchen und Schul- habe das Lokal des Volksvereins erst betreten, als die Heigl'sche durch die Vertrauensmänner aus Fürth- Erlangen erfolgt und er Provinz Schlesien: In Löwenberg kandidirt( an fachen. gez. von Altenbockum." Stelle Geifer's- Breslau) Stolpe- Grünberg, in Schönau- Hirschberg Keller- Görlig. Damit find fämmtliche 35 Kreise Schlesiens besett. partei." Gröblicher kann die amtliche Schraube nicht in Schwung Reichstage angehört hat er hielt dort die Holzzollrebe ist Der Bäcker Schott ist Kandidat der Freifinnigen Volks. Kandidatur befchloffene Sache gewesen sei." Herr Holzhändler Adolf Kröber, der früher einmal dem Die Zahl der sozialdemokratischen Kandidaturen beträgt nun- gesetzt werden. mehr 391. zur Zeit Gemeindebevollmächtigter in München, dank den In den preußischen Provinzen Ostpreußen, WestWadelstrümpfliches. Die nationalliberale mag be- Liberalen, die ihn unterstützten. Herr Kröber kandidirt zugleich preußen, Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien, Sachsen, burgische Beitung" schreibt: Die Wahlreben, welche für Ansbach Schwabach zum Reichstage. Will er Schleswig- Holstein, Hessen- Nassau und der Rheinproving find in Alexander Meyer in Halle, Brömel, Hinze und vor allem Rickert feine deutschfreisinnigen Freunde in Ansbach Schwabach, sämmtlichen Wahlkreisen Kandidaten aufgestellt, ebenso in in ihren Wahlkreisen gehalten haben, zeigen deutlich, daß diese die er bei der Wahl recht nöthig braucht, durch diese Erklärung jämmtlichen Wahlkreisen der übrigen deutschen Männer der freisinnigen Vereinigung" fchon jetzt, fo furze Zeit besänftigen? Genosse Segis wird in Fürth diesmal, so denken Staaten, mit Ausnahme Elsaß- Lothringens, wo noch die nach der Trennung, der nationalliberalen Partei näher stehen, wir, fiegen, trotz alledem. Kreise Schlettstadt, Babern und Salzburg- Saarburg unbesetzt sind. als ihren bisherigen Parteigenossen... Im übrigen muß auch für In Preußen sind nur noch unbesetzt: in der Proving an die Nationalliberalen die Hauptaufgabe neben der Erhaltung Ein Bezirksamt der Westpfalz erließ folgendes Zirkular: nover: Bentheim- Lingen, und in der Provinz Westfalen die und Vermehrung der eigenen Mandate die sein, die Berlauf sämmtlicher aus Anlaß der Wahlbewegung stattfindenden Die Bürgermeisterämter werden beauftragt, über Besuch und schon oben bezeichneten zwei Kreise Warburg- Hörter und Arns freisinnige Vereinigung" gegenüber der Richter öffentlichen Wählerversammlungen Bericht anher zu erstatten und berg- Meschede. Bayer'schen freisinnigen Volkspartei" möglichst zu verstärken und, hierbei anzugeben, von welcher Partei die Versammlung ver Eine verfängliche Frage. In der Kreuz- Zeitung" gehen. Nur dadurch wird in vielen Fällen ein Zusammengehen anstaltet wurde, welche Personen als Redner aufgetreten find wo es irgend angeht, mit der ersteren Hand in Hand zu Tieft man: Folgende bescheidene Frage an Herrn Staats- ermöglicht werden. der liberalen Parteien gegenüber der Sozialdemokratie und worüber dieselben sich in der Hauptsache verbreitet haben minister a. D. Hobrecht geht uns aus dem Jüterbogter strümpfen, - Hand in Hand mit Wadel-( furze Inhaltsgabe). Die Berichterstattung hat innerhalb drei - Hand in Hand mit adel Tagen nach der in Frage stehenden Versammlung zu erfolgen." Konservativen und Antisemiten Kreise zu:" Nach dem Berichte der„ National- Zeitung" hat Herr fordert der Nationalliberalismus sein Jahrhundert in die Die Pfälz. Zeitung" schreibt hierzu:" Das ist der Wortlaut Hobrecht in einer Rede zu Breslau am 5. d. M. folgende Säte Schranken. Die Rickert u. s. w. passen zu diesem Mischmasch. des Zirkulars. Wir fragen nun: Hat das Bezirksamt die Begesprochen: fugniß, die Bürgermeisterämter zu beauftragen", über diese VerDie heut vorliegende Frage ist so tief, so ernst und ent- Eine ungefegliche Beeinflussung der Wähler wird, wie sammlungen Bericht zu erstatten?" Sind die Bürgermeisterämter scheidend für unser ganzes politisches Schicksal, daß es under" Volkswille" berichtet, in Hannover von verschiedenen verpflichtet, dieser völlig zwecklosen Anweisung der Behörde nacherläßlich ist, ihr gegenüber von allen Sonderbestrebungen, Fabrikanten und in den Vororten auch durch die Ortsvorsteher ver- zukommen? Will etwa das betreffende Bezirksamt auf diese Partei- Auffassungen, Wünschen und dergleichen abzusehen." sucht. Die Fabrikanten legen in den Fabriken Listen aus, in die Weise Männern auf die Spur kommen und sie ankreiden", Ich möchte Herrn Staatsminister Hobrecht fragen, wie er es ieder Arbeiter, der am Tage der Wahl dem Kandidaten der wenn sie sich erlauben gegen die Militärvorlage zu reden? Sie mit dieser Auffassung für vereinbar hält, gegen unseren lang nationalliberalen Partei, dem Bürgermeister Lichtenberg, seine sind dann jedenfalls Reichsfeinde, deren Namen im schwarzen jährigen Vertreter im Reichstage, Dr. Kropatshed( Redat. Stimme geben will, seinen Namen eintragen kann. Und nicht Buch nicht fehlen dürfen." teur der Kreuz- 3tg."), an seiner Sonderkandidatur festzuhalten? nur, daß die Listen ausgelegt sind, sie zirkuliren auch, und die Oder gilt sein Standpunkt nur für Breslau, wo er die Arbeiter werden aufgefordert, durch Namensunterschrift zu er als Randidat aufgestellt worden in der Voraussegung, daß ich Der Krupp erläßt ein Manifest, worin es heißt:„ Ich bin Stimmen der Konservativen dadurch zu ge- tennen zu geben, daß sie den Bürgermeister Lichtenberg wählen winnen hofft, nicht aber für unseren Kreis, wo die fleine wollen. In dem Nachbarorte Godshorn wird eine solche Liste eine auf mich fallende Wahl für den nächsten Reichstag, wo es Zahl der Nationalliberalen es im Partei- Intereffe für unerfogar von dem Gemeindediener von Haus zu Haus getragen werde. Ich halte diese Forderung der Regierung für so besich um die Durchführung der Militärvorlage handelt, annehmen läßlich" hält, durch Herrn Hobrecht's Kandidatur den bisher und die reichstreuen" Wähler zur Unterschrift aufgefordert. gründet und die friedliche Lösung der Frage für so wichtig, daß feit 1884 reichstreu" vertretenen Wahlfreis zu gefährden. Ich Die Vöbelhaftigkeit der Konservativen kommt immer ohne Unterschied der Konfession alle diejenigen, welche es mit würde mich freuen, von Herrn Staatsminister Hobrecht zu er drastischer zum Ausdrucke. Nr. 65 der Götersloher Zeitung" dem Fortbestande unseres Vaterlandes ernit nehmen, die Refahren, weshalb er in unserem Wahlkreis eine von seiner Breslau- brnchte folgende Notiz: Halle( i. Westf.), 29. Mai. Biele- gierung unterstützen sollten." Herr Krupp, der Riesenkapitalist, Theorie so sehr abweichende Praxis verfolgt. Er wird doch felder Sozialdemokraten verbreiteten gestern Morgen während der für das Reich Kanonen, Panzerplatten und andere hübsche nicht dem Grundsage huldigen: Richtet Euch, d. h. Ihr Kondes Gottesdienstes hier Flugblätter. Merkwürdig, wenn diese Sächelchen liefert, hat alle Ursache, die Vorlage für nöthig" zu servativen, nach meinen Worten, wenn es sich um die Gesellschaft irgendwo Prügel bekommt, dann jammert sie, ist halten. Er fann fie brauchen. Die Arbeiter Essens werden auf Unterstüßung meiner Randidatur handelt, aber nicht nach meinen aber ein andermal so roh, zur Zeit, wo die Mitmenschen den diesen Utas schon verständig antworten. Thaten"." Sonntäglichen Frieden genießen möchten, diese darin zu stören. Dem Reichs- Anzeiger" erwidert die Freisinnige Für solche Rohheit sind Prügel wohl angebracht." 3eitung" in Sachen der Militärstatistik: In der Rechnung Eine von Tausenden besuchte Wählerversammlung der Regierung werden überall diejenigen 17 500 Mann Erfand am Donnerstag, den 8. Juni, Abends, in den Konzertfälen fabreserve, die gegenwärtig jährlich im Frieden militärisch in Cottbus statt. Nach einem eingehenden Referat von Auer ausgebildet werden, außer Rechnung gelassen. Ferner wird außer wurde eine Resolution, welche sich für die Wahl des Kandidaten Rechnung gelaffen, daß auch in Frankreich die Aushebungsziffern der sozialdemokratischen Partei, Gottfried Schulz Berlin, aus alle diejenigen Mannschaften umfassen, die nachher durch Tod sprach, einstimmig angenommen. Im Wahlkreis Cottbus fandidirt und Unbrauchbarkeit in Abgang tommen. Weiterhin stüßt man neben dem Konservativen auch ein Freisinniger, für diesen wird sich für die französische Aushebung auf das Ergebniß von 1890 ein Flugblatt verbreitet, in dem wörtlich behauptet wird, daß und verschweigt dabei, daß auch in Deutschland 1890 die Aus: die" Sozialdemokraten alles Hab und Gut theilen wollen". hebung weit stärker gewesen ist als im Jahre 1891. Mit Unrecht zu solchem Blödsinn kann es heut zu Tage eben doch nur mehr fäßt die Berechnung im Reichs- Anzeiger" die Einjährig ein in der Richter'schen Schule gebildeter" freisinniger Waffer Freiwilligen außer Betracht bei der Zahl der jährlich Aus- stiefler bringen. Unter stürmischer Heiterkeit der Riefenverfammzubildenden. Das Kontingent der Einjährig- Freiwilligen ver- lung fertigte Auer den freisinnigen Wisch am Schlusse seines stärkt doch ebenso die Kriegsarmee wie das Kontingent der Referats ab. Die Aussichten im Cottbuser Kreis, wie überhaupt Zweijährigen. Diejenigen 55 000 Mann, die in Frankreich in dem industriellen Theil der Lausitz sollen für unsere Partei einjährig ausgebildet werden, sind überall in die französische vorzügliche sein. Besonders sollen auch im Wahlkreis Forst Biffer im Reichs- Anzeiger" mit inbegriffen. Die Berechnung Sorau, wo Dr. Lux unsererseits aufgestellt ist, die Chancen sehr Der deutschen Kriegsarmee auf 3 700 000 bis 3 900 000 Mann er günstig stehen. giebt sich einfach aus der Vervielfachung der Jahreseinstellung unter Berücksichtigung des Abgangs durch Tod 2c. und des Zu ganges aus der prima plana, Der Berechnung des Landsturins liegen beiderseitig nur Schägungen zu Grunde. Irgend ein anerkannter Nachweis über die deutsche Kriegsstärke ist in der Militärkommission überhaupt nicht geführt worden... Endlich verfucht der„ Reichs- Anzeiger" die Fiktion, als ob die Aufstellung einer Durchschnittsziffer an Stelle der Maximalziffer teine Chemnitz, 9. Juni. Das Depeschenbureau„ Herold" meldet Ans Konstanz wird der Volts Beitung" geschrieben, daß Präsenzerhöhung bedeute. Wenn unter Verminderung der Refrutenvalanz 200 000 Refruten 3 Wochen früher eingestellt 1200 Bersonen, darunter etwa die Hälfte Sozialdemokraten, be- felbft garnisonirenden Regiments als Wähler figuriren. Selbstunter diesem Datum:" Gestern Nachmittag fand eine von etwa dort in den Wahllisten sämmtliche Zahlmeister des dawerden, so ergiebt dies, auf das Jahr berechnet, schon allein eine suchte Wahlversammlung statt, in welcher zunächst Oberbürger- verständlich haben dieselben als aktive Militärpersonen tein um mehr als 10 000 Mann höhere Präsenz. In betreff der meister Dr. André seinen Standpunkt als Kandidat der Drd- Wahlrecht. Es wäre interessant, zu erfahren, wie ein solcher Berjüngung der Armee legt der Reichs- Anzeiger" feiner nungsparteien entwickelte. Mag Schippel sprach für die Frrthum entstehen konnte. " い " " In Breslan referirte Singer unter stürmischem Beifall über die Bedeutung der Reichstagswahl. Die Versammlung war fo stark besucht, daß, wie man zu sagen pflegt, fein Apfel zur Erde fonnte. Wohl an 1000 Personen konnten wegen Plazmangels feinen Zulaß finden. Die Stimmung der Wählerschaft ist für uns außerordentlich günstig. Berechnung die aufgegebene Regierungsvorlage Sozialdemokraten, Mar Bergmann für die Freisinnigen. Mehrbeutet." In Blankenburg( Schwarzburg- Rudolstadt) löste der Bürgermeister eine Wählerversammlung, in der unser Kandidat Arthur Hofmann aus Saalfeld referirte, lediglich deshalb auf, weil dieser über Blankenburger Verhältnisse gesprochen hatte. Das Stadtoberhaupt erklärte nachher ausdrücklich:" Sätten Sie die Blankenburger Verhältnisse nicht berührt, so hätte ich die Ver fammlung nicht aufgelöst." Danach scheint es um die Blanken burger Verhältnisse ungefähr so zu stehen, wie zu Hamlet's Zeiten um Dänemart. Was aber hatte Hofmann über Blankenburger Verhältnisse gesagt? Nichts weiter, als daß er mit Bedauern bemerkt habe, daß auch in Blankenburg der Herr Kantor durch gemeinschaftliches Singen mit den Kindern vor den Häusern sein dürftiges Einkommen zu erhöhen trachte. Das soll in Schwarz burg- Rudolstadt genügen, um dem Wähler sein Versammlungsrecht illusorisch zu machen? Wirklich nett! Met, 7. Juni. Als Wahlfuriosum verdient vermerkt zu werden, daß sich der deutsch- soziale Kandidat Liebermann verbreiteten Wahlaufruf als einen Gegner der Ausnahme von Sonnenberg in einem zu gunsten seiner Kandidatur geseze hinstellen läßt. Nur die Wahl des Antisemiten, so wird hier behauptet, tönne das Reichsland von den auf ihm lastenden Ausnahmegesetzen befreien; denn so lange in ben meisten Wahlkreisen noch französisch gesinnte Abgeordnete ge wählt würden, sei an eine Beseitigung des Ausnahmezustandes nicht zu denken! Eine Wahl Liebermann's als Mittel gegen Ausnahmegefeße, fürwahr eine köstliche Idee!( Frtf. 3tg.") 0 und nicht den Antrag Huene zu Grunde. Widersinnig ist es fach nahm die Versammlung einen so erregten Charakter an, daß Bayerisches. Das Kultusministerium beauftragte die Kreisauch, zu bestreiten, daß eine Vermehrung un 25000 Re- beren Auflösung drohte, namentlich als ein von der Sozialdemo- regierungen, den 2ehrern, welche für den Reichstag kandidiren, fruten statt nm 36 000 Rekruten nicht ebenfalls eine Ber- tratie zu den Konservativen Uebergegangener sprechen wollte. ben zu den Wahlvorbereitungen nöthigen Urlaub zu gewähren. jüngung der Kriegsarmee im Verhältniß von 25 zu 36 be- Schippel beschwerte sich über die Anwesenheit allzu zahlreicher Aus dem bayerischen Wahlkreise Lohr meldet man der Kriminalschußleute." Würzburger Unterfränkischen Boltstribüne": Schrecklich haben Amtliche Wahlthätigkeit? Aus Hamburg meldet die Der konservative Kommerzienrath Pietsch in Memet, wir hier, gerade in dem Bezirksamt Lohr, durch die Bürgermeister Frankfurter Zeitung" unterm 8. Juni:„ Der Stiftungs- der gegen den Agrarier Schlick fandidirt und für den russisch- und Bezirksamts- Gevatterschaft zu leiden. Alle Wirthe, die ihr chule war die Berechtigung zum Freiwilligen- Gramen deutschen Handelsvertrag zu stimmen bereit ist, wurde aus der lange bearbeitet, bis sie ihre Lokalitäten verweigern. Die Herren russisch- Gofal uns zur Verfügung stellen, werden eingeschüchtert und sa Lokal uns zur Verfügung stellen, werden eingeschüchtert und so wegen der oppositionell freisinnigen politischen Thätigkeit des Direktors Dr. Drähnert vom Reichskanzler tonservativen Partei ausgeschlossen. Geistlichen, als getreue Schildkappen, helfen morgens in und nach " Parteinachrichten. nicht ferner bewilligt worden. Dr. Drähnert reichte Wie's gemacht wird. Im deutschparteilichen Ulmer der Kirche, die geistigen Waffen der banterotten bürgerlichen Geder Bürgerschaft sein Entlassungsgesuch ein, um die dem Institut Tagblatt" liest man: Von unterrichteter Seite wird uns noch sellschaft zu schwingen, die wir aber durch das endliche Erwachen drohenden Nachtheile abzuwenden. Das Gesuch ging an den versichert, das gänzliche Fallen des Festungswa Ils der Bevölkerung die uns allenthalben mit dem größten Vertrauen Legitimationsausschuß und wird voraussichtlich bewilligt. Der auf der Ostfront zwischen dem Stuttgarter- uno Friedrichsauthor entgegentommt, traftvoll pariren können. Schulvorstand hat Aussicht, alsdann die Berechtigung wieder zu fei in sichere Aussicht zu nehmen, falls die erhalten." Graf Caprivi hat alle Ursache, sich über diese Meldung Militärvorlage angenommen und dadurch der schnell zu äußern. Ist sie richtig, dann stellt sie die ärgste Beein- deutschen Felbarmee die nöthige Berstärkung fluffung dar.zugeführt würde. Verweigere dagegen der Ans Senftenberg im Kreise Kalau, wo auch der bekannte Reichstag die geforderte Truppenvermehrung, so könne die deutsche Heeresleitung für längece Hauptmann Strack fein Domizil hat, schreibt man der Märkischen Beit auf feinen Stein der deutschen Festungen Von der Agitation. Den medlenburgischen Wolfsstimme": hier den Wahlkampf führen, ergiebt sich aus einem Eingesandt verzichten, am allerwenigsten in Ulm, das als Parteigenossen wird im" R.-A." in einer Korrespondenz aus wichtiger Sammelplay und Rückzugspunkt zu dienen habe." In Wismar folgendes hübsche Zeugniß ausgestellt:„ Die Sozialisten, im hiesigen Anzeiger, aus dem zu ersehen ist, daß diefe Partei ulm ist die Beseitigung des Walls nothwendig für die Ent- die am besten organisirte Partei, sind fleißig an der Arbeit. Sie vollständig geistig bankrott ist, so daß sie, um sich lebensfähig wickelung der Stadt. Für die offiziöse Bangemacherei aber, wie agitiren im Stillen und öffentlich. In jeder Woche wird hier zu erhalten, vor feinem Mittel zurückschreckt. Das erste lautet: Bescheidene Anfrage? Unter dem Wahlaufruf der Herren Kon- fie im u. Igbl." versucht wird, giebt es nur ein Prädikat: eine Versammlung abgehalten und eine große Zahl Hörer lauscht den glückverheißenden Worten geübter Redner. Auch auf dem fervativen des Kreises Calau in Nr. 64 des Senftenberger Un- unverschämt! Lande sind die Sozialisten äußerst thätig. Mit den Worten: zeigers befindet sich auch die Unterschrift des Herrn Stadt- ,, Demokratisches". In Fürth i. B. ist für den plöglich Bier, ick bring Di wat tau lesen. Dat fost nig!" wird dem verordneten- Vorstehers Leisnig in Drebkau. Wie mir persönlich verstorbenen Kandidaten der Volkspartei Evora der Bamberger Tagelöhner schon in der Frühe des Sonntagsmorgens von bekannt, ist Herr Leisnig feit längerer Zeit verstorben Rechtsanwalt Heigl aufgestelt worden. Heigl's Bähl jungen Burschen aus der Stadt, eine Broschüre, ein Flugblatt und kann diesen Wahlaufruf eigenhändig wohl nicht unterschrieben fandidatur denn um eine solche handelt es sich nur, wie überreicht, und der wißbegierige Arbeiter lieft und saugt das haben, oder ist es den Herren Konservativen etroa gelungen, die die Dinge liegen scheint aber gewiffen Demokraten" nicht Gift der Sozialdemokratie ein. Je, wat möt doch wohr doran " 19 fien," meinte neulich ein Tagelöhner, fünft würden sie sowatt nich drücken döriven," Gs ift eine unbestreitbare Thatsache, daß die Sozialdemokratie auf bem anbe in hiesiger Gegend fayon viele Anhänger gefunden hat, so daß die Wahlen noch manche Ueberraschung bieten werden. Leider tragen die Gutsherren burch bas zu ftarre Festhalten am Hergebrachten selber die Schuld." 11 Cin bemerkenswerthes Urtheil über die Sozialdemokratie und die Wahlen fällt die Londoner St. James Gazette". Sie fagt:„ Die Sozialdemokratie ist gut organisirt und sie besitzt ein populares, fonfequentes und leichtverständliches Programm. Sie besigt den großen Vortheil, bestimmte Ideen und feste Grundfäße zu haben, nach deren Verwirklichung sie mit allen Kräften strebt, während andere Parteien, wie die Liberalen, sich vor ihrer eigenen Stimme fürchten, und die alten konservativen Parteien an ihrer verfaulten und selbstsüchtigen Politik ersticken." sk * * Aus New- York wird uns unterm 29. Mai gemeldet: Wenn für die deutschen Reichstagswahlen überall in gleicher Weise eingetreten wird, wie es hier in New- Yort in einzelnen Kreisen geschieht, so wird wohl ein bedeutenderer Betrag zu fammenkommen, als erst erhofft wurde. So hat die hiesige Bigarrenmacher- Union Nr. 90( die frühere Progressiv- Union) in der legten Versammlung die 2. Hate von 100 Dollar aus der Kasse bewilligt, außerdem sind zahlreiche Sammellisten von ihr in Um lauf gelegt worden. Auch eine Anzahl anderer gewerkschaftlicher Organisationen sind für denselben Zweck thätig. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Wedding: Hilgenfeld; Bergftr. 60. Gießhoit, fchon früh Morgens aufbrechen müssen, ohne zu wissen, ob die Boyenstr. 40. Gleinert, Müller und Genustr.- Ede. Bahr, Verhandlungen länger dauern als die Wahl. Gerichtsfir. 19. Saferland, Bellermannftr. 87. Rosenthaler Vorstadt: Wisel, Elisabethstr. 18. Raabe, Ruppinerstr. 46. Peterson, Beteranenstr. 22. Schönhauser Vorstadt: Lieste, Schwedterstr. 33. Schmidt, Wörtherstr. 19. Dengler, Fehrbellinerstr. 81. RECEJ Die Vertrauenspersonen, Achtung für den Kreis Niederbarnim! Ein Briefmarder. Ein Postbeamter ist verhaftet, welcher mehrere an die Firma Carl Heinze, Berlin, gerichtete Briefe an sich genommen und sie dann ihres Inhalts beraubt hatte; eine Anzahl uneröffneter Briefe wurde noch bei ihm vorgefunden. Da dieser Briefmarder anscheinend nur an Earl Heinze adreffirte Briefe hat verschwinden lassen, so muß derselbe von dem Umstande Kenntniß gehabt haben, daß bei genannter Firma täglich Alle Parteigenossen des Kreises, welche am Tage der Wahl Hunderte von Bestellungen mittels gewöhnlicher Briefe eingehen, helfen wollen, werden ersucht, sich bei den Vertrauenspersonen wofür die entsprechenden Beträge in Briefmarken resp. Kleinem ihres Ortes zu melden. Lehtere dagegen werden ersucht, die Papiergelde dem Bestellbriefe beigefügt sind. Ob derselbe diese Adressen der sich Meldenden an den Obmann des Wahl- Komitee's, Briefunterschlagungen bereits längere Zeit betrieben hat, wird Anton Ropp, Friedrichsberg, Borhagenerstr. 20, gelangen zu die gerichtliche Untersuchung ergeben. laffen. Die Berliner Genossen, welche am Tage der Wahl in unserem Wiederum wird nach einem verschwundenen, noch nicht Kreise helfen wollen, tönnen sich melden bei May Riesel, 14 Jahre alten Mädchen polizeilich gesucht. Am Mittwoch NachSwinemünderstr. 63. Das Wahl- Komitee. mittag verließ die am 15. September 1879 zu Königswusterhausen geborene Anna Kukaz die Anflamerstr. 44 belegene elterliche Die Parteigenossen und Genofsinnen des Nieder- Wohnung, ohne bis jetzt dahin zurückgekehrt zu sein. Die Eltern Barnimer Kreises werden ersucht, sich Sonntag zur Verbrei- halten nicht für ausgeschlossen, daß das Kind in schlechte Geselltung eines Flugblattes in folgenden Lokalen recht zahlreich ein- schaft gerathen sei und dadurch von der Heimkehr ferngehalten zufinden: werde. Zur leichteren Ermittelung mag dienen, daß Anna Kulat Friedrichsberg: Treffpunkt Ostar Schulze, Friedrich- dunkles Haar hat, ein schwarzes Mieder, einen braunen Rod, Carlstraße 34; Bernhard Lange, Wartenbergstr. 67; Abmarsch eine gelbgestreifte Schürze, blaue Strümpfe und Halbschuhe trug, früh 6 Uhr. als sie das Elternhaus verließ. Weißensee: Treffpunkt Pfeifenmüller. Abmarsch früh 6½ Uhr. Pantow: Treffpunkt Hermann Sonntag, Wollantftr. 115. Abmarsch früh 6 Uhr. Reinickendorf: Treffpunkt Böttcher's Seeschlößchen, Markstraße 1. Abmarsch 6 Uhr. Rummelsburg: Treffpunkt Borchmann, Berlinerstr. 83. Abmarsch früh 7 Uhr. Ein Flugblatt des sozialdemokratischen Wahlkomitees in Mülhausen i. E., das am vergangenen Sonntag in der Zahl von 40-50 000 im Wahlkreise Mülhaufen verbreitet wurde, ist auf Anordnung der Staatsanwaltschaft am Nachmittag tonfiszirt worden, und zwar gelang es der Polizei, noch etwa 3000 Gremplare in Mülhausen, St. Ludwig und Hüningen in die Hände zu bekommen. Die übrigen waren bereits vertheilt. Die Konfistation erfolgte auf grund des§ 131 des Strafgefekbuches( Berächtlichmachung von Staatseinrichtungen.) Am Dienstag wurde in den Herstellungslokalitäten der Elfaß- Loth ringischen Bolts- Zeitung" sowie in den Privatwohnungen der Redakteure Bueb und Martin eine Haussuchung vorgenommen traße 67. nach allem, was auf das Flugblatt bezug hat". Die bürgerliche Beitung Expreß meint, die konfiskation werde der Sozial- 7 Uhr. demokratie zahlreiche Stimmen auführen. 11 Oranienburg. Genossen, welche gewillt find, am Sonntag, den 11. d. M. wieder an der Verbreitung eines Flugblattes theilzunehmen, werden ersucht, zu dem hier früh 6 Uhr 20 Min. oder 6 Uhr 58 Min. eintreffenden Zuge sich einsinden zu wollen. Da die Zahl der zielbewußten Genossen hier sehr schwach ist, so ersuchen wir die Berliner Genossen, sich recht zahlreich zu betheiligen. Treffpunkt bei Mohaupt, KanalFriedrichshagen: Treffpunkt Restaurant Blanke früh Das Wahl Romitee. Der Parteigenosse Friedrich Geyer aus Leipzig sollte sich in Halle a. S. in einer Nede, die er in einer Arbeitslosenversammlung gehalten hatte, der Aufreizung zum zu Klajsenhaß schuldig gemacht haben. Das Landgericht sprach ihn frei. Wegen groben Unfugs", angeblich verübt durch die in Sachen des Saalbontotts veröffentlichten Bekanntmachungen, waren die Mitglieder der 2 of alfommission in Magde burg, Harbaum und Genossen, vom Amtsgericht zu je 100 m. Geldstrafe verurtheilt worden, während das Gericht in bezug auf den Genossen Lange auf Freisprechung erkannte. Verurtheilte und Staatsanwaltschaft legten Berufung ein. Diese ist von der Straffammer verworfen worden. Ferner hob die Straffammer Das gegen Lange ergangene freisprechende Urtheil auf. Er hat nun ebenfalls 100 m. zu zahlen. Das Gericht meinte, wenn er die Bekonntmachungen auch nicht unterzeichnet habe, so sei er doch als Mitglied der Lokalkommission mit deren Vorgehen einverstanden gewesen und daher mit zu bestrafen. Lokales. Achtung! Genossen und Genoffinnen, morgen, Sonntag, den 11. Juni, findet im ersten Wahlkreis abermals eine Flugblattverbreitung statt. Genoffen, welche gewillt find, hierbei mitzuhelfen, werden ersucht, sich morgen früh 71/2 Uhr in folgenden Lofalen einzufinden: Wilh. Thierbach, Restauration, Friedrichsgracht 16. Trieschmann, Restauration, Jüdenstraße 55, Ecke der Sieberstraße. Stockfisd, Restauration, Holzgartenstraße 5. Seidenstücker, Restauration, Jäger- u. Kanonierstr.- Ecke. Wendt, Restauration, Claudiusstraße 19. Das Wahlkomitee. Achtung 3. Wahlkreis. Diejenigen Genossen, welche zur Verbreitung der Flugblätter am Sonntag, den 11. noch keine Zusage gemacht haben, werden ersucht, Morgens um 7 Uhr bei W. Gründel, Dresdenerstr. 116 sich einzufinden. Alle übrigen melden sich Sonntag früh dort, wo sie von den Bezirksleitern bestellt worden sind. Die Vertrauenspersonen. Parteigenoffen und Genoffinnen des 4. Berliner Reichstage. Wahlkreises! Alle diejenigen, die am Tage der Wahl ihre Kräfte der Partei zur Verfügung stellen wollen, können sich in nachfolgenden Zotalen melden: Die Junungsmeister halten heute eine Versammlung ab, der sie durch Postkarten folgenden Inhalts einladen: Berlin, den 2. Juni 1893. V Der Junungsvorstand. Selbstmord auf einer Polizeitvache. Donnerstag Nachmittag gegen 9 Uhr wurde in der Nähe des Lehrter Bahnhofes Der 53 Jahre alte obdachlose Arbeiter Gottlieb Heppner durch einen Schuhmann festgenommen, weil er sich dem auf dem Bahnhofe anlangenden Publikum gegenüber als Rofferträger aus gegeben hatte. Die Polizei nahm an, daß Heppner die Absicht hatte, Gepäckstücke zur Beförderung zu erlangen und damit das Weite zu suchen. Nachdem er um 10/2 Uhr in der Zelle noch beobachtet worden war, wurde er eine Viertelstunde später an dem Fensterkreuze hängend todt aufgefunden. Er hatte seinen Leibriemen zur Ausführung der That benutzt. -3ivei ganz gleichartige Unglücksfälle durch Ueberfahren, denen ältere Damen zum Opfer gefallen, werden uns vom Donnerstag Abend berichtet. Im ersten Falle handelt es sich um die 69jährige Wittwe Olschefsky, Kastanien- Allee 39 wohn haft, die gegen 6 Uhr den Fahrdamm der Holzmarktstraße passirte und dabei nicht auf einen mehrfachen Anruf des Kutschers eines Geschäftswagens hörte. Die Greisin, welche schwach auf den Füßen ist, vermochte nicht mehr auszuweichen, die Räder des schweren Fuhrwertes gingen über dieselbe hinfort und mit gebrochenen Oberschenkeln wurde die D. mittels Droschte nach Am Freitag, den 9. Juni cr., Abends 8 Uhr, findet im großen dem städtischen Krankenhause Friedrichshain geschafft. Zu Saal von Keller's Etablissement, S.-D., Köpnickerstr. 96/97, eine derselben Zeit wurde die 69jährige Wittwe Hackowsky, Keibelgroße Versammlung von Berliner Innungsmeistern statt, zu straße wohnhaft, in der Linienstraße, Ecke der Füsilierstraße, voit welcher Sie hierdurch mit der dringenden Bitte um pünkt- einer Droschfe überfahren und erlitt so schwere Verlegungen an liches Erscheinen eingeladen werden. Die Tagesordnung lautet: beiden Füßen, daß fie gleichfalls nach dem obenerwähnten 1. Unser Wahlprogramm: Referat und Diskussion. Krankenhause überführt werden mußte. Entgegennahme von Erklärungen seitens der Herren Reichstags- Kandidaten zu unserm Programm. Aus der Wuhlhaide meldet die Rixdorfer Zeitung" schon Die Herren Reichstags Kandidaten aus den verschiedenen wieder einen Ueberfall. Die in Rummelsburg in der Goethestraße Berliner Wahlkreisen, mit Ausnahme derjenigen der Sozial- wohnhafte unverehelichte Minna H. hatte sich in Gemeinschaft demokratie, sind zu dieser Versammlung geladen. einer Freundin aus Briz am Mittwoch früh nach Niederschön( Siegel der Jnnung.) weide begeben, um in den dortigen Fabriken Arbeit zu suchen. NB. Gine Legitimation als Innungsmitglied resp. diese Als alle Nachfragen vergeblich waren, wollten beide Mädchen Rarte ist am Eingange des Versammlungslokals vorzuzeigen." durch die Wuhlhaide nach Stralau gehen und dort ihr Glück Es ehrt die sozialdemokratischen Reichstags- Kandidaten, daß versuchen. In der Haide trafen die Mädchen zwei junge Leute, die Meister des Zunftzopss sie von ihrer Einladung ausschließen. welche denselben Weg hatten und schlossen sich denselben daher an. In der Nähe von Rummelsburg tamen den vier Personen Engen Silberstein. Eugen Nichter hat in Eugen Silber- plöglich zehn Männer entgegen, welche ohne jede Veranlassung stein einen eifrigen Bundesgenossen erhalten. Uns wird folgen auf die beiden Begleiter der Mädchen mit Messern eindrangen und diese so in die Flucht jagten. Die Flucht der geängstigten bes hettographische Schreiben zugestellt: Berlin, 9. Juni 93. Mädchen verhinderten die Wegelagerer, indem sie über dieselben herAn meinen lieben Freund! fielen und sie in die Haide hineinschleppten. Die Rigdorferin, ein Kommenden Donnerstag den 15. findet die Reichstags- großes und startes Mädchen, wehrte sich nach Kräften, sodaß man sie wahl statt. fchließlich losließ. Das Mädchen benutzte diefen Augenblick, um zu entfliehen, wobei sie noch einen Schlag mit einem Krüdstock erhielt, sonst aber unverfolgt blieb. Das zweite Mädchen war unterdeß in ein Gebüsch geschleppt, gefnebelt und dann vergewaltigt worden. Die Minna H. lief indessen so schnell sie fonnte nach dem Rummelsburger Arbeitshaus und meldete dort den Ueberfall. Sofort begab sich ein Kommando Soldaten, welches dort stationirt ist, nach der Haide und gelang es, zwei Strolche festzunehmen, während die übrigen leider entfamen. Das überfallene Mädchen wurde in bedauernswerthem Zustande angetroffen. Die Verhafteten wurden der Polizeibehörde zu Rummelsburg übergeben, woselbst sie die Namen ihrer Komplicen, fast ausschließlich Berliner und verheirathete Männer, zu Pro tokoll gaben, sodaß die Entkommenen sich bereits ebenfalls hinter Schloß und Riegel befinden dürften. Als Freund bitte ich Sie dringend, die Wahl nicht zu versäumen. Es ist übrigens angebracht, schon Morgens früh zur Stimmabgabe zu schreiten um event. Zwischenfällen vorzubeugen. Die Kandidaten gegen die Militärvorlage find für Wahlkreis I Dr. Langerhans; II. Birchow; III. Mundel; IV. Richter; V. Baumbach; VI. Richter. Andere Kandidaten existiren für Sie nicht. Ich mache Sie nochmals darauf aufmerksam, daß es Ihre verfluchte Bürgerpflicht ist, die Wahl nicht zu verfaumen, und die Stimme in Ihrem Wahlkreise auf einen ter obigen Kandidaten abzugeben. Mit Gruß freundschaftlichst gez. Eugen Silberstein' Nr. 78. Spandauerstraße. Wer ist Eugen Silberstein? wird vielleicht der Leser fragen. Verhaftet worden ist der Postagent Stöphasius Selbst das Adreßbuch verräth nichts von ihm. Aber die Geburt in Friedenau, dem zur Last gelegt wird, in Kleinwie vieler großer Männer ist nicht in Dunkel gehüllt, die später Popo Postkassengelder in Höhe von 9000 m. unterschlagen zu die Welt mit Bewunderung erfüllen! Schon hat Eugen Silber- haben. stein liebe Freunde" gefunden, denen er seine Weisungen zu kommen läßt, die als Apostel des neuen Eugen ihn als Meifter verehren. Wenn Eugen Silberstein nicht dem Freifinn aus der Patsche hilft, dann ist er Matthaei am letzten. # 1 Die Sammelliften Nr. 43 und 625 des Zeltow- BeestowCharlottenburger Wahlkreises sind verloren gegangen. Es wird gebeten, sie in der Expedition des Vorwärts", Beuthstr. 3, abzugeben. Für den Osten: 2ange, Elisabeth- und Maßmannstraße- Ecfe; W. 2od, Friedrichsbergerstr. 11; 3ippfe, Marfusftr. 14, Ecfe Grüner Weg; Spietermann, Markusstr. 6; 3abel, Frankfurter Allee 90, Ecke Möglinerstraße; E. Böhl, Der deutsche Bund für Bodenbefitreform hat für alle Frankfurter Allee 72; Krause, Landsberger Allee 153; sechs Berliner Wahlkreise den Fabrikbesizer Heinrich Freese in ein Töpfer in seiner in der Göslinerstraße belegenen Wohnung Polizeibericht. Am 8. d. M. Vormittags erhängten sich Radtte, Krautstraße 48; 2. Böhl, Rüdersdorferstraße 8; Berlin als Kandidaten aufgestellt. Es sind kuriose Leute, diese und auf der Wache des 4. Polizeireviers ein obdachloser Arbeitsagner, Königsbergerftr. 38; G. Zempel, Langestr. 65; Bodenbesitzreformer; sie glauben mit der Bergesellschaftung des loser. Vor dem Hause Leipzigerstr. 8 wurde eine Frau Ungering, Breslauerstr. 27. Grund und Bodens die ganze soziale Frage zu lösen, und durch einen Schlächterwagen überfahren und anscheinend innerund bei den Vertrauenspersonen R. Wengels, Frucht wiegen sich in die Wahuvorstellung ein, daß die bestehende lich bedeutend verlegt. Ein Mädchen versuchte sich in seiner ftraße 30, Hof II, H. Baumgarten, Poſenerstr. 4, III. Staatsordnung durch freundliche Vorstellungen sich zu der friedFür den Südosten: Fr. Zubeil, Naunynftr. 86, lich gemüthlichen Aufhebung des Grundbesitzes verstehen würde. Wohnung in der Barnimstraße zu vergiften. Nach Anwendung von Gegenmitteln wurde es nach dem Krankenhause am Rohr, Naunynstr. 78, olfdorf, Görligerstr. 58, Sch a i er, Der Wahlaufruf aber ist ganz und gar konjus und von Wider Friedrichshain gebracht. Ein dreijähriges Mädchen fiel vor Schaier, Reichenbergerstr. 54, Spindler, Reichenbergerstr. 118, Staber- sprüchen winimelud. Er verlangt" Vergesellschaftung des Grund dem Grundstücke Müllerstr. 13 mit einer leeren Flasche zur Erde nad, Püdlerstr. 49 und bei der Vertrauensperson Erbe, Gör- und, Bodens" und zugleich Mehrung des leistungsfähigen und verletzte sich dabei durch einen Scherben die Pulsader am HandTigerstr. 57. Auch alle diejenigen Mitglieder des Wahlvereins, Bauernstandes". Was in dem Programm Vernünftiges ausge sowie Genoffen und Genossinnen, die ein Interesse daran haben, sprochen wird, das ist nur auf dem Boden der Sozialdemokratie gelent. Es wurde auf der Sanitätswache Pantstr. 3a verbunden. daß am 15. Juni der 4. Berliner Reichstagswahlkreis an der zu verwirklichen. Die Ausstellung der Kandidatur des Herrn Mittags wurde vor dem Hause Linienftr. 17 eine etwa 75 Jahre Spize aller Wahlkreise steht, ersuchen wir, am Dienstag Abend Freese ist gleichbedeutend mit der Flucht der kleinen Anzahl der alte Frau durch einen Bierwagen überfahren. Sie erlitt einen Bruch des Unterschenkels und wurde nach dem Kranterhause am 71/2 Uhr sich in denselben obengenannten Lokalen zur Flugblätter Bodenreformer vom Kampfplatz. Friedrichshain gebracht. Auf dem Neubau Flensburgerstr. 4 vertheilung zu melden. fiel Nachmittags ein Maurer aus dem zweiten Stock auf den Das Wahlkomitee. Hof hinab. Er erlitt dabei mehrere Knochenbrüche und mußte Achtung, 5. Wahlkreis! nach dem Krankenhause Moabit gebracht werden. Vor dem Diejenigen Genossen, welche am Sonntag Vormittag 71/2 Uhr Hause Ackerstr. 85 gerieth ein dreijähriges Mädchen unter die an der Flugblatt- Berbreitung theilnehmen wollen, haben sich wie Häder eines Laftwagens und erlitt außer einem Armbruch bisher in den Lokalen Hirtenstr. 10, Neue Königstr. 89 und Der Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend beschwere Quetschungen. Das Kind wurde nach dem Lazarus Kleine Hamburgerstr. 27 zur festgesetzten Zeit einzufinden. Auch schloß in einer seiner Ausschußsihungen, daß die Vereine des Krankenhause gebracht. Im Laufe des Nachmittags fielen drei werden die Genossen anderer Wahlkreise ersucht, uns bei dieser Bundes zu Parteiſeſtlichkeiten unentgeltlich bei freiem Eintritt Kinder in den Landwehr- bezw. Spreekanal, fie wurden jedoch, Arbeit zu unterstützen, da es in unserem Wahlkreise stets an des Sängers mitwirken. Für die Leitung des Gesanges, sowie anscheinend ohne Schaden genommen zu haben, aus dem Wasser Kräften gefehlt hat. der Honorirung sorgt der Bund. Nachfrage nach Vereinen halte gezogen. Am 8. d. M. fanden vier kleine Brände statt. Das Wahl Komitee: Rob. Drescher. man im ersten Kreis bei Ad. Hübner, Wilhelmstr. 134, H. 1 Tr.; im zweiten Kreis bei Otto Rasche, Mariannenstr. 34; im dritten Achtung! 6. Wahlkreis! Schönhauser Vorstadt! Kreis bei Fr. Kortum, Manteuffelstr. 70, v. 4 Tr.; im vierten Diejenigen Genoffen, welche gewillt sind, am Tage der Wahl Streis bei A. Kaiser, Bücklerstr. 54, 3 T.; im fünften Streis bei thätig zu sein, werden ersucht, sich zu einer Vorbesprechung am Rob. Meyer, Mariannenstr. 2; im sechsten Kreis bei Ad. NeuMontag, den 12. Juni, Abends 8%, Uhr, in Schneider's Gesell- manu, Brunnenstr. 130, 2 Tr. Dieses diene den Arrangeuren zu schaftshaus, Belforterstr. 15, einzufinden. Parteifeften zur besonderen Kenntnißnahme. Das Zentrum will auch in Berlin besondere Kandidaten zur Reichstagswahl aufstellen. Zu diesem Zwecke ist auf Sonnabend Abend eine Versammlung der katholischen Wähler Berlins nach der Aktienbrauerei Friedrichshain einberufen. Gerichts- Beifung. Das Stuttgarter Gericht hat entschieden, daß die Die Vertrauensperson: E. Bingau, Zionskirchstr. 7. Die Strafabtheilungen des Landgerichts 11 und des Amts 3entral Invalidenkasse der deutschen Buchdrucker Achtung, Wähler des sechsten Berliner Reichstags- gerichts 11 werden am 15. Juni, dem Lage der Reichstagswahl, und die Württembergische Kaffe nicht berechtigt find, die Wahlkreises. Wir ersuchen die Genossen, am Sonntag, den ebenfalls tagen. Es ist dies bei dieser Wahl der erste Fall, nach der Auflösung des Unterstützungsvereins deutscher Buch11. Juni, früh 7 Uhr, zur Flugblatt Vertheilung zahlreich an daß die Termine nicht aufgehoben worden sind. Beim Land- bruder nicht dem Verband deutscher Buchdrucker beigetretenen folgenden Stellen zu erscheinen: und Amtsgericht Il ist nämlich die Möglichkeit fehr naheliegend, Mitglieder auszuschließen. Das Urtheil wird wahrscheinMoabit: Hermerschmidt, Perlebergerstraße 28. daß Schöffen und Zeugen verhindert werden, ihr Wahlrecht aus lich die Buchdrucker veranlassen, die Zentral- Invalidenkasse und Linneten, Beuffelstr. 57. zuüben, da dieselben sämmtlich von außerhalb kommen, und oft die Württembergische Kaffe aufzulösen, Der neuefte Leipziger Hochverrathsprozeß". Aus die Ausdehnung der Arbeitszeit dieser Mädchen, sowie die fani-| ,, Obwohl der am 27. dieses Mouats in dem Betriebe von Leipzig wird telegraphirt: Freitag, 9. Juni. In dem Hochverraths- tären Zustände in der Fabrik find derartig, daß sie zu den Georg Döring zu Chemnitz, Blankenauerft. 6, vorgekommene prozesse gegen Grasser und Genossen hat der 2. und 3. Straf- schlimmsten Bedenken Anlaß geben. Namentlich auswärtige ungeheuerliche Fall( Selbstmord) einen Betriebsunfall nicht darstellt fenat des Reichsgerichts heute das Urtheil publizirt. Es werden Kollegen wollen diefer Werkstätte die nöthige Aufmerksamkeit widmen. denn nur für einen solchen hätte unsere Berufsgenossentchaft verurtheilt: Blasius Graffer aus Scheibling und Anton SchönMehrere Goldschläger. aufzukommen gehabt, so bot derselbe doch Intereffe gent berger aus Lerben wegen Verbrechens gegen das Sprengstoffgefeß, wegen Aufforderung zur Ausführung des Hochverrathes aufammen, als die Bechenverwaltungen erwarteten. Man hat Die ftreifenden Fünfkirchener Berglente halten fester mich zu veranlassen, daß ich gelegentlich meiner Anwesenheit in Chemnit die Betriebsstätte einer Inaugenund Majestätsbeleidigung und Vergehens gegen die öffentliche beshalb die Frist, binnen welcher die Arbeit aufgenommen wer scheinnahme unterzog. Die Deffnung des Schmelzofens Ordnung Graffer zu 5 Jahren 6 Monaten Buchthaus, Schön- den muß, falls bie Streifenden nicht entlassen sein sollen, bis beträgt nur ☐ 450 mm X 460 mm; ste ist also so beiden Angeklagten wird auf 10 Jahre Chrverlust und Zulässig zum Montag verlängert. Inzwischen hat sich eine Bergarbeiter- eng, daß von einem„ Hineinspringen" des Gußpuzers Robert keit von Polizei Aufsicht erkannt; Gerhardt Lanius aus Beckerath Deputation nach Pest begeben, um den Handelsminister vom Richard Daniel in die flüssige Eisenmasse nicht die Rede sein tonnte. Diese Darstellung ist falsch. Daniel ist vielmehr rü cfwärts hineingetrochen und hat in tauernder wegen Vergehens gegen die öffentliche Ordnung zu 1 Jahr Ge- Stand der Dinge zu unterrichten. fängniß, Michael Müller aus Oberbreisig wegen Wider- Die Arbeiter der Spiegelfabrik de Atlas in Amsterdam Stellung im Dien geftecft, wie ihn auch der Feuermann gestandes gegen die Staatsgewalt zu 1 Jahr 6 Monaten stehen im Streit und ersuchen die deutschen Kameraden um funden hat. Daniel hat sieben Kinder. Die Ursache zu der That Gefängniß. Es wurde außerdem auf Einziehung und Ber- strenge Vermeidung des Zuzugs. nichtung des in Frage kommenden Flugblattes erkannt. Die Angeklagten Heinrich Schürmann aus Mühlheim, Johann Müller aus Essen und Adalbert Golz aus Brodin wurden freigesprochen. Es handelt sich um die Verbreitung anarchistischer MakuTatur. Der freigesprochene Schürmann ist derjenige, welcher die armen Teufel ans Messer geliefert hat. " Versammlungen. waren die denkbar drückendsten Nahrungssorgen, denn Daniel bekam am 27. d. M. nur 7 M. Wochenlohn aus: gezahlt( der Feiertage wegen), während er sonst 12 Mart verdiente. Vor Eintritt bei Herrn Döring war er leider drei Wochen arbeitslos. Hoffentlich finden sich gute Menschen, welche die brave Frau unterstützen." Ueber die Ueberschwemmungen im Weichselgebiete bringt das Bureau Herold noch folgende Nachrichten: Lemberg, 8. Juni. Der Tysmienicafluß hat einen großen Theil der Borysfawer Gruben überschwemmt, weshalb der Betrieb Theil der Boryslawer Gruben überschwemmt, weshalb der Betrieb eingestellt wurde. Der Fabrikant Döring giebt den Lohn, den Daniel in der Der Bauarbeiterverein der Rosenthaler Borstadt hielt legten vollen Woche verdient hat, auf 14 m., also etwas höher 668 Unterschlagungen und ein Betrugsfall lagen einem am 28. Mai eine Versammlung ab. Bevor in die Tagesordnung an. Daß 14 M. ebenso wenig als 12 M. ausreichen, um eine 668 Unterschlagungen und ein Betrugsfall lagen einem eingetreten wurde, ehrte die Versammlung das Andenten des Familie von neun Personen zu erhalten, weiß jedermarm. flotten Durchgänger zur Last, welcher am Freitag in der Person verstorbenen Genossen Otto Fischer durch Erheben von den Wir wollen den Fabrikanten Döring einmal außer der Kritik des 27 jährigen Buchhalters Max Ernst Alfred geistito Sigen. Die Vorarbeiten zum Stiftungsfest wurden darauf den lassen. Er wird wohl im allgemeinen das zahlen, was die Chemaus Lichtenberg vor der zweiten Strafkammer am Sandgericht II Kollegen Gaßmann, Leim, Kempe, Winter, Bassickel, Westphal niger Bourgeoisie und die des übrigen Deutschland für den Arbeiter stand. Neben Leistiko ſtand ſein Reisegenosse, der Buchhalter und Deppner übertragen. Die Abrechnung vom Februar, welche nur übrig hat. Und das ist in der Mehrzahl der Fälle ein Lohn, Hermann Pich aus Berlin auf der Anklagebank, welcher dem verlesen wurde, erkannte die Bersammlung für richtig an. Dem der zum Unterhalt einer Familie nicht genügt. Demgemäß ist es Angeklagten zu Beihilfe und Begünstigung gewährt haben foll. Rollegen Stempel wurden 20 M. Unterstützung zuerkannt. eben die ganze Gesellschaftsordnung, die geändert werden muß. Aus dem Geständnisse des Leistiko geht hervor, daß derselbe feit dem 1. März 1888 auf dem Rittergute Lichtenberg als Buchhalter Aufgelöst wurde die von Freisinnigen zum Donnerstag Wie über alle Begriffe erbärmlich sie ist, beweist noch der Ausnud Kassirer angestellt war und daß zu seinen Obliegenheiten die Abend nach Kothmann's Lokal, Brunnenstraße, einberufene Ver- spruch des Direktors Meye, daß sich hoffentlich gute MenAbrechnung mit den Kutschern des Gutes über die ausgefahrene familung, und zwar infolge der Flegeleien, beren sich einige fchen finden würden, die die brave Frau des unglücklichen Daniel Fourage gehörte. Rechnungen, für welche die Rutscher kein Geld diefer Herren schuldig machten. Nachdem Herr faal aus unterstügen. Genau weiß er's also nicht, er hofft nur darauf. brachten, wurden in ein Kontrollbuch eingetragen, nach Eingang Charlottenburg den Freifinn in seiner absonderlichen Eigenschaft War es für die Fabrikanten, die die sächsisch- thüringische Eisenaber gestrichen. Leistito hat es nun verstanden, in der Mittag- als Boltspartei vorgeführt und mitgetheilt hatte, daß eigentlich und Stahl- Berufsgenossenschaft bilden, nicht eine Kleinigkeit, für stunde, wenn er allein im Komptoir war, sich Zugang zu dem Herr Eugen Richter selber diesen Vortrag hätte halten sollen, die Daniel'sche Familie wenigstens jetzt, nach dem erschütternKontrollbuch zu verschaffen, die ihm genehmen Summern zu wurde in die Diskussion eingetreten. Den Reigen eröffnete ein ben Unglück, daß diese betroffen hat, sofort ausreichend zu fireichen, und die mit dem Zahlungsvermerk versehenen Empfangs älterer Herr, der zum Gaudium der anwesenden Sozial- forgen Fefcheinigungen unter diejenigen zu prattiziren, welche der Prokurist demokraten sein Bedauern darüber aussprach, daß Bebel in Silberschmidt bereits tontrollirt und gebucht hatte. Auf diese Weise den sechsziger Jahren nicht aus dem preußischen Staat aus. umgingen die Empfangsbescheinigungen die Kontrolle und Kaffe und gewiesen worten ist; hätte die Regierung rechtzeitig diese das Fehlen der korrespondirenden Beträge wurde nicht entdeckt. Wie der Repreffalien ergriffen, so würde sie damit die Ausbreitung der gerichtliche Bücherrevisor Töpfer festgestellt hat, find in 667 Fällen Sozialdemokratie verhindert haben. Bebel wurde von diesem Warschau, 7. Juni. Das rapide Steigen der Weichsel Beträge von 20-200 m. im Gesammtbetrage von 45 232 M. würdigen Greis übrigens schlankweg als Millionär bezeichnet. unterschlagen worden. Der Angeklagte Leistito hat in der Unter- Nachdem die Heiterkeit sich gelegt hatte, zog ein anderer Herr läßt große Ueberschwemmungen befürchten. Czernowig, 8. Juni, Jnfolge der Besserung des Wetters fuchung die Höhe der Defraudationen selbst auf 55 000 M. an- vom Leder, falbaderte über den Zukunftsstaat der Spar- Agnes, gegeben. Diese beträchtliche Summe hat 2. geständlich in Ball übergoß die Unabhängigen" als gute Genoffen der kapitalistischen wird die Ueberschwemmungsgefahr geringer. Nachrichten aus lokalen und Damentneipen durchgebracht und da sich die Unter- Parteien mit Lob und verstieg sich dann zu der Bemerkung: Der Proving melden, daß der bisherige Schaden außerordentlich schlagungen nur auf drei Jahre erstrecken, so hat er in jedem Die Arbeiter müssen mit Glaceebandschuhen ist und das Steigen der Lebensmittel jich schon bemerkbar macht. Die Ueberschwemmungen im Often Europa's scheinen nachJahre mindestens 15 000 m. durchgebracht. Allerdings gerirte er angefaßt werden, damit man sich nicht schmußig fich dabei als Sohn eines österreichischen Magnaten und als Bes ma ch e." Infolge dieser unverschämten Flegelei erhob sich zulaffen. Mehrfach wird Fallen des Wafferstandes der Flüsse gemeldet. figer des Rittergutes Lichtenberg. Unter diefem falschen Schein solcher Tumult, daß die Versammlung aufgelöst wurde. Uebrigens Ueber die Größe der Ueberschwemmung wird aus Lemberg noch hat er auch den Journalisten v. Schirp mit einer größeren Summe muß anerkannt werden, daß die Mehrzahl der freisinnigen Berberichtet: Bei Halicz stehen ungefähr 300 Häuser unter Waffer. hineingelegt. Im Eldorado" fand eine Schönheits- Konkurrenz sammlungsbesucher sich bedauernd über die rohen Worte ihres Das Bystrycathal und das Solotwingkathal mit 8 Ortschaften, fomie 9 Dörfer am Dunajec sind überschwemmt. statt, bei welcher die Geliebte des L., Fräulein Anna Denfert, Parteigenoffen geäußert hat. Der Erdrutsch in Wärdal. Nach eingehenden Unterden Schönheitspreis erhielt. Bei dieser Gelegenheit ließ sich L. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten fuchungen der Hardesvogtei Verwaltung beträgt ber durch den durch den Besizer des Etablissements Herrn v. Schirp vorstellen Arbeiter Berlins und Umgegend. Die beschließende Bersamm Grörutsch in Vardal verursachte Schaden gegen eine Million und ersuchte denselben um eine literarische Gefälligkeit; er gab eine lung vom 29. Mai beschäftigte sich zunächst mit dem Antrage Kronen. 90 Bauernhöfe und Häuserstellen sind ganz oder theilAnweisung auf das Rittergut Lichtenberg, die entweder in Baar des Borstandes betr. Regelung des Arbeitsnachweises. Das weise zerstört. Die Staatstaffe soll um ein Darlehn zum Wiederoder in Fourage zu erheben sein sollte. v. Schirp leistete die bestellte Reglement desselben wurde verfchiedentlich einer Aenderung unter aufbau der Höfe ersucht werden. Für die Nothleidenden sind Arbeit, bezog dafür Fourage und mußte später die volle Rechnung zogen. Die Abrechnung vom Winterfeste ergab einen vorläufigen in Chriftiania gegen 50 000 kronen eingegangen. bezahlen. Am 9. Dezember v. J. ging der Krug das letzte Mal Ueberschuß von 169,65 M., da aber noch verschiedene Punkte un- Wegen der in Gothenburg herrschenden Pockenzum Brunnen, dabei brach er. Herr Silberschmidt hatte für aufgeklärt sind, wurde von der Decharge- Ertheilung Abstand ge- epidemie hat das dänische Ministerium verfügt, daß die Beeinen auswärtigen Freund von der Berliner Sparkasse 926.nommen. Zur Prüfung der Abrechnung wurde eine Kommission, ftimmungen des Gefeßes gegen die Einschleppung ansteckender zu erheben. Er übertrug die Kommission dem 2., dieser erhob bestehend aus den Kollegen Hilpert, Berger, Knapp, Pinn und Krankheiten bezüglich der Schiffe in Kraft treten, die aus das Geld und ging damit durch, nahm aber seinen Freund Pich Steinmetz gewählt, welche der nächsten Generalversammlung Gothenburg kommen oder mit der Stadt in Verbindung gestanden, mit, der bis kurz vorher auf demselben Gute angestellt gewesen Bericht erstatten soll. Von Veranstaltung eines Sommerfestes oder die auf der Reise Verkehr mit aus Gothenburg kommenden war. Die beiden Freunde reisten nach Frankfurt a. M., Straß in diesem Jahre nahm die Versammlung Abftand. Ferner lagen Schiffen gehabt haben. burg, Zürich und Basel. Dort wurde Leistiko verhaftet, nachdem brei Unterstützungsgesuche vor, welche jedoch abgelehnt werden Bich bereits nach Berlin zurückgekehrt war und sich der Polizei mußten. Weitere Versammlungen während der Wahlperiode gestellt hatte. Bich war befchuldigt, das Kontrollbuch dem 2. zu sollen soviel wie nur möglich ausfallen. gänglich gemacht und diesen in den Stand gesetzt zu haben, die Fälschungen des Buches vorzunehmen. Beide waren oftmals mit einander ausgegangen, wobei 2. große Zechen gemacht hatte, wiederholt überhaupt oft Zechen von 100-300 M. gemacht hat. Von der Beihilfe bezüglich des Kontrollbuches wurde Bich aber durch die Beweisaufnahme entlastet. In bezug auf die sonstigen Ausgaben behauptete Pich, daß sich L. dabei stets auf das Vermögen seiner Frau berufen habe. Bich wurde denn auch frei gesprochen. Der Gerichtshof nahm an, daß Pich mit beispiel- uurich, Rostockerstr. 48, Sigung. lofem Leichtsinn und grenzenloser Vertrauensseligkeit mit 2. durch Dick und Dünn gegangen sei, doch sei die Begünstigung nicht genau nachgewiefen. Habe Pich gefehlt, so habe er dies durch eine fechsmonatliche Untersuchungshaft gebüßt. Leiftiko wurde mit fünf Jahren Gefängniß und mit Ehrverlust auf gieiche Dauer bestraft. " Samburg, Filiale 4, Berlin. Sonnabend, den 10. Junt, Abends 8 Uhr Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( G. S. 29), Bersammlung, bei Schlüter, Al. Markusstr. 10. Tagesordnung: Kassenbericht. Wahl der gesammten Ortsverwaltung 10. Juni, Abends 9 uhr, bet Wurt, Koppenstr. 68: Vortrag des Herrn Lehrers Berein ehem. Schüler der 30. Gemeinde- Schule. Gonnabend, den Jahn über, Suftschifffahrt". Schäftebranche. Sonnabend, den 10. Junt, Abends 9 Uhr, Wallstr. 20, Bersammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn G. Landauer. Raudklub Waldesgrün, Nord- West. Sonnabend 29 Uhr im Restaurant Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin, Gonntag, den 11. Juni 1893, Zusammenfünft der Landsleute mit Damen und Gäften im Restaurant W. Gries in Gr. Lichterfelde( Anhalter Bahnhof). Fahrgelegenheit vom Anhalter Bahnhof 1,57, 3,80, 2,56, 3,20, 3,46, 4,10. Verein Frohhnn", ehemaliger Schüler der 7. Gemeinde- Schule ( gegr. 1888). Sonnabend, den 10. Juni, Ab. 9% Uhr, Sigung bei Mäcker und Friz, Kommandantenjir. 60. Heuer Berliner Handwerker- Vercin. Sonnnbend, den 10. Juni, Abends 9 Uhr, Vereinsversammlung bei Oehlmann, Münzftr. 11. Tagesorbnung: Vortrag des Herrn Zeichenlehrers R. Wielte über Das älteste Berlin." Sonntag Partte nach Ostend. Abfahrt Alexanderplatz Nachm. 2,02 nach Sadowa. Privat- Cheater- Gesellschaft Preciosa". Sonntag, den 11. Junt, abends 5% Uhr, im Restaurant" Andreasburg", Andreassir. 3: Sigung und gebelitas." Vermischtes. Ju Schönheide im Vogtland erbroffelte ein Bürstenbinder Namens Fuchs, seine anderthalbjährige Tochter, durchschnitt feinem achtjährigen Sohne die Rehle und versuchte seinen zwölfhieran gehindert und dann sammt seiner Ghefrau verhaftet, jährigen Sohn zu ertränken. Durch herbeieilende Leute wurde er Beim Brande der Kohlengrube Fuenta in Texas find 16 Arbeiter erstickt. Depelchen: ( Depeschen des Bureau Herold.) Madrid, 9. Juni. Die Apotheker beschlossen, die Läden zu schließen, wenn sie gezwungen werden sollten, Gewerbesteuer zu bezahlen. Gine spätere Versammlung stellt das Datum der Schließung feft. Verviers, 9. Juni. Bei dem Referendum ftimmten 1274 Arbeiter für und 70 gegen die Fortsetzung des Ausstandes. London, 9. Juni.„ Daily News" meldet aus Odessa, daß alle Juden ausnahmslos aus der Stadt vertrieben werden. Chicago, 9. Juni. Das Bundesgericht beschloß mit einer Stimme Majorität die Durchführung der Sonntagsheiligung auf der Ausstellung. Hiergegen ist seitens der Direktion Refur eingelegt. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Da sich manche ,, Madame" für befugt hält, bie an ihre Dienstmädchen gerichteten Briefe unbefugt zu erbrechen, so sei mitgetheilt, daß gestern vom Schöffengericht eine Bigarrenhändlerin B. wegen Verlegung des Briefgeheimnisses zu 3 Mart Geldbuße verurtheilt worden ist. Das Mädchen der Angeklagten stand nämlich unter dem dringenden Verdachte der Entwendung von Bigarren, und um zu sehen, ob etwa der Vater des Mädchens ein Abnehmer der Diebesbeute sei, erbrach die Frau einen an das Mädchen gerichteten Brief ihres Vaters. Die Angeklagte ertlärte, daß sie sich für berechtigt erachtet habe, kraft des ihr über ein minderjähriges Dienstmädchen gewissermaßen zustehenden Ein Unteroffizier als Nanbmörder. Nach einer Meldung Erziehungsrechts unter den gedachten Umständen den Brief zu des Leipziger Stadt- und Dorfanzeigers" wurde in dem Nach erbrechen. Der Gerichtshof bestritt ihr aber dieses Recht und barorte Groißsch der Wirthschaftsgehilfe Gorgi ermordet und verurtheilte sie zu der niedrigsten zulässigen Strafe von 3 Mart beraubt aufgefunden. Der Mörder ist ein Unteroffizier des Geldbuße. Pegauer Karabinier- Regiments; er wurde entdeckt, als er die Uhr des Ermordeten verkaufen wollte. Ferner wurde in Groißsch im Mühlgraben die Leiche eines Radfahrers gefunden, Reichsgerichts- Entscheidung vom 24. Juni 1892. und zwar unter Umständen, welche ebenfalls auf ein Verbrechen schließen lassen. Soziale Ilebersicht. Achtung, Vereine! Diejenigen Vereine, welche Mitglieder des Bundes der geselligen Arbeiter- Vereine" sind und in nachfolgenden Lokalen Berlins und Umgegend Vergnügen abgeschlossen haben, werden wegen der Musiter Frage ersucht, unterzeichneter Kommission die von obigem Bund ausgegebenen Rontratte auf furze Zeit zur Ansicht einzusenden resp. die Vereinslokale anzugeben, da die Kommission sich die Kontrakte auch ab holen würde. Wieder Einer, und fein Kleiner. Der Sparkassen rendant Götz in Simmern ist verhaftet worden. Er hat seit 10 Jahren ca. 150 000. unterschlagen. Aus dem heiligen" Rußland. Während des lehten Besuches des Baren in Włoskau sind in dem Chudowkloster Kirchengeräthe und Gold im Werthe von 14 Millionen Rubel geraubt worden. Man vermuthet die Betheiligung von Klosterinsafsen, da nur echte Sachen gestohlen wurden. 0 Leipzig, 9. Juni. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Staatsanwalts wegen Ginstellung des Verfahrens gegen den Redakteur, früheren Reichstags Abgeordneten Kunert( Breslau), welches vom Landgericht Breslau ant 15. September 1892 in der Strafsache wegen Veröffentlichung der schlesischen Marseillaise eingeleitet war. In den Gründen heißt es, das Landgericht Berlin habe mit Stecht Verjährung angenommen, entsprechend der Washington, 9. Juni. Das Gebäude, in welchem sich früher die Ford'sche Oper befand, und in dem jest Bureaus der Regierung untergebracht sind, ist heute eingestürzt. Man befürchtet, daß von den 300 Angestellten, welche sich in dem Gebäude aufhielten, eine große Zahl verunglückt find. Bis jetzt wurden zwanzig Leichen aus den Trümmern hervorgezogen. Man glaubt, daß sich noch viele unter den Trümmern befinden. Briefhaffen der Redaktion. W. L. Bei dem Distanzmarsch von Berlin nach Wien haben zwei Vegetarier gefiegt. Als erster legte der Ingenieur Joel's Gesellschaftsfäle, Andreasstr. 21. Berliner Ressource, Arno Elsasser aus Magdeburg die Strecke in der vorschrists- Verschiedenen. Ich muß, nachdem ich erst gestern Nacht Kommandantenstr. 57. Niest, Weberstr. 17. Königsbank, Frank mäßigen Zeit zurück. Vor ihm kam zwar der Schriftsetzer Otto zurückgekehrt, morgen wieder abfahren und komme erſt am furterfir. 117. Konkordia- Festfäle, Andreasstr. 64. Schiele, Beit aus Flöha in Sachsen an, da er jedoch eine Stunde 13. d. M. nach Berlin zurück. Den 14. Abends habe ich im Landsberger- Chauffee. Bolzmann's Festsäle, Lichtenbergerstr. 16. weniger Nachtruhe hielt, als ausgemacht war, wird er als VI. Wahlkreis zu sprechen. Sie sehen also, es fehlt an Zeit. Elisium, Landsberger Allee. Jähnicke, Wilhelmsberg. Kümpel, zweiter Sieger gerechnet. Die beiden legten die 600 Kilometer Der Wille ist da, aber ich kann nicht an zwei, oder gar zehn Treptow. Weimann's Volksgarten, Badstraße. Die Agitations Rommiffion der 3ivil- Berufs.( 80 geographische Weilen) lange Strecke in 100 Stunden zurück. Die Orten zu gleicher Zeit fein. Alles die Agitation Betreffende ist Die Agitations Kommission der Zivil- Berufs- preisgekrönten Distanzreiter haben nur 30 Stunden weniger an den Vorstand zu richten. Gruß musiker Berlins und Umgegend. M. S. Sind die polnischen Arbeiter deutsche ReichsDie Cholera in Frankreich. Neueren Nachrichten zufolge angehörige, so müssen sie in die 29ählerliste aufgenommen werden, sind in dem französischen Departement Morbihan seit dem und es ist eine Ungeschicklichkeit des Landraths, wenn er sie hat 29. d. M. 11 neue Fälle von Cholera, worunter 3 mit tödtlichem aus der Wählerliste ausstreichen laffen. Sorgen Sie dafür, daß Achtung, Goldschläger! Wir fühlen uns verpflichtet, Euch Ausgang, vorgekommen, die sich auf vier Gemeinden vertheilen. Die Thatsachen genau festgestellt werden; dieselben tönnen bei einige Aufklärung über die in Berlin bei der Firma A. Urlau, Ju den Departements Hérault und Ande dauert die Epidemie einem Wahlprotest von Wichtigkeit sein. Mantenffelstr. 118, herrschenden Zustände zu geben. Bei einer noch fort. Auch im südöstlichen Frankreich, im Departement Arbeitszeit von früh 6 Uhr bis Abends 7 Uhr, wurden dort du Gard, ist die Cholera heftig aufgetreten und noch nicht erbisher pro Tag 2,50 m. verdient. Dieser die Arbeiter an sich loschen. F. Wegner, Schillingstr. 71. Rud. Kummer, Rönigsbergerstr. 37. G. Schonert, Bernauerstr. 28. gebraucht. schon zu bitterem Elend verdammende Lohn ist jetzt abermals ge Der graufige Selbstmord des Gußpngers Daniel in fürzt worden, so daß der Tagesverdienst seit einiger Zeit nur Chemnih veranlaßte den Direktor Mene ber Sächsischnoch 2 M. beträgt. Die dort beschäftigten Mädchen haben gar Thüringischen Eisen- und Stahlberufsgenossenschaft zur folgenden nur einen Wochenlohn von 5 M. Doch damit nicht genug, auch Erklärung: 2. Ja. S., Wriezen. Unseres Wissens ist das Fachorgan für Ziegelei- Arbeiter, das früher im Verlag von Fr. Meyer, Hamburg- Gilbet, Conventstr. 5, erschien, eingegangen. 2. R. 12. Ja; auch ein kaiserlich- töniglicher Arbeitsloser hat Anspruch auf Zeugengebühren. 333. P. F. S. Nein, 2. Angler. Bon einem berartigen Berichte ist der Redaktion| ftraße 78a 1V, mit. Die Adresse eines Samter Senoffen tann| M. R. 2,40. Mothleidender Landwirth in Dfterburg 2,70. Rauchs nichts bekannt. öffentlich nicht mitgetheilt werden. R. Br. Uns find über die erwähnten Verhältnisse teine Mittheilungen zugegangen. Better, Roßwein. Wird durch das in der gestrigen BeTanntmachung des Parteivorstandes angekündigte Wahlbureau besorgt werden. R.( Pole). Die Stimmzettel für den Wahlkreis SamterBirnbaum werden in Breslau gedruckt und sind übrigens in Samter bereits vorhanden. Theilen Sie die Adresse Ihres Verwandten unserem Genoffen Franz Morawski in Berlin, AndreasArbeiter! Genossen! Kanft nur Cigarren mit der Briefkaffen der Expedition. In unserer Expedition gingen zum Wahlfonds ferner folgende Beiträge ein: flub Graue Wolfe"( Mitgl. des Arbeiter- Vergn.- Bundes) 5,-. A. Scholz 1,- Wilh. Zapel, Hutmacher, Stalizerstr. 131, 3,-. Verein Rhetorit, durch Labuhn 3,-. Rechtsanwalt in D. 100, Muskelmann 2,-. Eisenhüttenkunde" 3,-. Athleten- Verein Atlas, hier 12,-. Summa 140,45 M. Bereits quittirt 7262,05 m.; in Summa 7402,50 M. Gef. durch Zeper nick 4,15. Gefangverein Brüderschaft( Haus- Barcz. 1. Wie oft der Reichstag aufgelöst werden kann? diener), Eichenen Stab, durch Propfentnispen gef. 1,50. Ueber- Dafür giebt es feine gesetzlichen Beschränkungen. 2. Das Abonschuß von einer Herrenpartie-, 70. Bon 2 Geburtstagen, nement läuft bis 18. Juli cr. Kontrollmarke der Tabafarbeiter. Nachfolgend verzeichnete Fabrikanten und Händler führen nur Cigarren mit der Kontroll- Schuhmarke der Tabakarbeiter. S. Händler können nur veröffentlicht werden, wenn dieselben ansschließlich Waare mit Schuhmarke führen, jede andere Veröffentlichung beruht auf Täuschung. Jakob Götting, Lindowerstr. 9. Fr. Grund, Rheinsbergerstr. 67. Johann Hahn, Fehrbellinerstr. 3. Gustav Hennig, Colonieftr. 147. August Hinge, Pantstr. 14a. Lorenz Heidemann, Danzigerstr.10/ 13. * Wilhelm Börner, Ritterstr. 108, P. Böttcher, Kottbuser Damm 92. 5. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4. N. Fiebig, Böckhstr. 4. Otto Ley, Schönleinstr. 17. Gust. Lochmann, Brandenburgstr. 82. Julius Hinge, Weißenburgerstr. 47. Michaelis, Alexandrinenstr. 40, O. Saupe, Rottbuserstr. 6a. 5. G. Schmidt, Gräfeftr. 68. Carl Schonheim, Gräfestr. 8. Julius Start, Schönleinstr. 10, SO. Carl Abert, Bücklerstr. 6. Behnke u. Kingel, Schmidstr. 21. Heinr. Bräuer, Reichenbergerstr. 143. Carl Böhlert, Mariannenſtr. 5. G. Carl, Admiralstr. 25. R. Fischer, Reichenbergerstr. 74a. George, Mariannenstr. 35. E. Getschmann, Sorauerstr. 10. Theodor Goede, Wrangelstr. 125. E. Gosda, Manteuffelstr. 8. Konrad Greber, Görligerstr. 68. Eduard Klein, Köpenickerstr. 190. Lobbes, Reichenbergerstr. 49. " Birh. Mertens, Cuvrystr. 34. G. Moritz, Manteuffelstr. 68. Reinländer, Waldemarstr. 32. Carl Schindler, Görligerstr. 53-54. Christ. Schneider, Köpnickerstr. 26a. Theodor Stampehl, Mariannenstr. 26. Stübner, Reichenbergerstr. 157. A. Warnecke, Wrangelstr. 106. Herm. Wicht, Dresdenerstr. 16. SW. Rehner, Solmsstr. 26. W. Kinzel, Alexandrinenftr. 108. * Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15. E. Schulze, Friesenstr. 23, 0. Max Beyer, Frankfurter Allee 173. Auguft Dahnte, Roppenstr. 91. Richard Fricke, Grüner Weg 111. A. Gräff, Holzmarktstr. 42. August Heck, Gr. Frankfurterstr. 4. desgl. Weidenweg 96. Ernst Krüger, Andreasstr. 16, Laste, Frankfurter Allee 76. Julins Mali, Mühlenstr. 49 a. #August Motes, Posenerstr. 11, Auguft Neumann, Markusstr. 1. Fr. Peters, Roppenftr. 85. Otto Piel, Müchebergerstr. 23. Th. Schlodder, Krautstr. 51. Otto Schreiber, Blumenstr. 51c. Rich. Schulze, Friedrichsfelderstr. 21. Otto Steinfamm, Rüdersdorferstr. 52. Otto Unterberg, Koppenstr. 14. B. Unterlauff, Frankfurter Allee 117. Gustav Vogel, Koppenstr. 75, Wagner, Lebuserstr. 7. Wießner, Andreasstr. 60. P. Wotschke, Andreasstr. 3, C. Carl Blanzwirn, Linienstr. 21, * Robert Drescher, Linienftr. 50. May Flatauer, Landsbergerstr. 72. N. Adolf Adelt, Reinickendorferstr. 64b. Fritz Albrecht, Bernauerstr. 33 II. Reinhold Anders, Streligerstr. 45. Wilhelm Brall, Swinemünderstr. 4. Louis Dechand, Ruheplatstr. 24. Franz Döring, Ruppinerstr. 21. Eikenjäger, Rheinsbergerstr. 81 a. Franz Frank, Röslinerstr. 2. Paul Franke, Eichendorffstr. 15. August Gerlach, Kastanien- Allee 38. Rudolf Gefelle, Binetaplah. Albert Gniek, Brunnenstr. 112. Wilhelm Göppner, Fennstr. 1a. Rudolf Singe, Müllerstr. 145. August Hirte, Swinemünderstr. 67. Joseph Huffam, Grünthalerstr. 9. Oskar Klose, Reinickendorferstr. 20. Louis Knoch, Grünthalerstr. 5. Kümmelberg, Oderbergerstr. 31, Löffler, Badstr. 42-43. Guft. Löwenberg, Badstr. 19. Rudolf Magnus, Weinbergsweg 10. 2. Malkowin, Kastanien- Allee 95/96. Mehnert, Diedenhofenerstr. 3. B. Moritz, Bernauerstr. 18. Emil Nauen, Ackerstr. 116, Gartenpl. Franz Noffte, Borsigstr. 28. 5. Opitz, Pasewalkerstr. 2. August Penn, Demminerstr. 62. Paul Pflug, Reinickendorferstr. 39, Gustav Pinner, Tresckowstr. 32. Franz Sadowsky, Hagenauerstr. 12. Carl Smital, Griebenomftr. 8-9. F. Stern, Putbuserstr. 42. Albrecht Steinicke, Stralsunderstr. 19. With. Steinbach, Antonftr. 1. G. Stocklak, Henningsdorferstr. 3 a. 2. Tieh, Invalidenstr. 124. C. Walter, Hussitenstr. 28. Carl Werner, Gerichtstr. 25. Mag Winkelmann, Aderstr. 153. May Weidner, Hochstr. 46. H. Zechert, Putbuserstr. 37. NO. Hermann Bailoff, Pallisadenstr. 79. Beyer, Landsberger Allee 131, Franz Engel, Kaiserstr. 39. Gustav Kommnick, Weberstr. 50. Paul Krämer, Greifswalderstr. 30. Gebr. Lewy, Marienburgerstr. 37. 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Die Beleidigung gegen Herrn Emil Bantinen und Filzschuh- Geschäft, feit 20 Jahren bestehend, ist wegen Schulze nehme ich hiermit zurück und Zodesfall sofort zu verkaufen. Näheres ertläre ihn für einen Ehrenmann. M 26490 Schmidstr. 22. D. Ott. Möbel- Magazin. Eigene Tischlerei. Fr. Janitzkow, NW., Thurmstr. 45. Polsterwaaren. Eigene Werkstatt. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.