gfeS* Rbotincments-Bedingungsn: HBonnemmtä- Preis jitömimeronS# S Pierteljöhrl. 830 9Rf, monatl. 1,10 Mk, wöchentlich 23 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg, SomüagS. nunimer mit illustrierter Sonntags» Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Post» tlbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS» fretslisie. Unter Kreuzband für eutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien, Luremburg. Portugal, Rumänien. Schweden und die Schwei», T7. Jahrg. Crtdjslnt IZgNch auBcr IDontag«. Vevlinev Volksblskt. Die TnRrtlonS'Gcbilljr Beträgt für die sechSgespaltene Koloitel» geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche BcrcinS- lind VersammlungS-Anzcigen 30 Pfg. „INelne ZZnrekgen", das erste lsett- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlas- slcllen-Anzcigcn das erste Wort 10 Pfg, jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 15 Buchslaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Ruminer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet,. Telegramm-Adresse: „Sozialiltinolirat Ecrlia". Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: 8M. H8, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Sonntag, den 17. April mo. Expedition: 6 Tl. 68, Lindcnstrassc 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Rüstet zum ersten Kai! In Tage des heißesten loderndsten Kampfes fällt diesmal die Proletarierheerschau des 1. Mai. Mitten hinein in das erbitterte Ringen des entrechteten Volkes um ein kultur- gemäßes Wahlrecht. Mitten hinein in die schwersten wirtschaftlichen Kämpfe der Gewerkschafts» organisationen! Kampf wird diesmal die Losung deS Proletarierfesttages sein! Zähestes unerschütterliches Ausharren im Kampfe bis znm Siege! Wie oft ist die Arbeiterklasse Deutschlands wegen ihrer gewerblichen Tüchtigkeit gepriesen worden. Wie oft ist von Unternehmern und Regierung in Deutschland und außerhalb Deutschlands die Intelligenz des deutschen Proletariats am erkannt worden. Und einem solchen Volke ivill man in Preußen, dem Junker» und Mucker-Preuße«, die politische MündigkeitScrkläruug vorenthalten, das freie und gleiche Wahl recht versagen! Die Bürgerrechte, die man dem Volke selbst in der Türkei gewährte, sollen in Preußen auch fortan dem G e l d s a ck und der Geldsackbildung vorbehalten bleiben. Die Massen der ehrlich Schaffenden sollen nach wie vor Wähler dritter Klasse bleiben! Junker und Pfaffen, Ritter und Heilige haben sich zu sammengetan, um das Volk der Arbeit um seine Rechte zu prellen! Sie haben ein Wahlgesetz ausgeheckt und durch gepeitscht, das nichts ist als eine freche Aeffung und Verhöhnung der breiten Volksmassen! Alle Proteste des Volkes, alle Massenkundgebungen deS Proletariats ganz Preußens, ja ganz Deutschlands, sind von den Machthabern von Gnaden der Dreiklassenschmach ver Schtlich ignoriert worden! Man will seelenruhig das Werk deS BolkSverratS und der BolkSknebelung zu Ende führen! Ja mehr noch! Das Herrenhaus schickt sich bereits an, den Wechfelbalg eines Wahlgesetzes noch mehr zu verschimpfieren! Die Volksentrechtung geht den geborenen Gesetzgebern noch nicht weit genug I Was Junker und Pfaffen an klag lichen Fetzen von Volksrechten noch übrig gelassen, das soll jetzt den Schlotbaronen znliebe noch heranSrcvidiert werde»! Am t. Mai wird daS Proletariat abermals stürmischen Protest gegen solche Schmach erheben. Zum 1. Mai ergeht der Aufruf zu neuem Bolksgericht! Weitere Massen müssen gewonnen, neue KriegLhausen dem Heerbann deS Proletariats eingereiht werden! Nur der wuchtige Borstoß der Masse« vermag den Uebermut der Wahlrechtsverweigerer zu brechen l Aber nicht nur zur politischen Werbearbeit, zum W a h l r e ch t s k a m p f e ruft der 1. Mai, sondern auch zur Stärkung der wirtschaftlichen KampfeSorganisationen der Arbeiterklasse. Hunderttausende von Proletariern hat das Unternehmertum bereits ans die Straße geworfen, um sie seiner Willkür gefügig zu machen, ihnen die Arbeits- bedingunge» rücksichtslos diktieren zu können! Auch auf wirtschaftlichem Gebiete verwirft der kapitalistische Machtkoller die Konstitution, das freie Mitbestimmungsrecht der Arbeiter, um die Lebens» Haltung der Massen herabzndrücken, den Absolutismus des Geld» sackS aufzurichten! Die Gewalthaber wollen den Kampf— mögen sie ihn denn haben! Proletarier! Sozialdemokraten Deutschland»! Rüstet znm Kampfe! Killtet zum ersten Iftai! 1 Die Huslperrung im ßaugeiverbe. Gestern haben die deutschen Bauunternehmer die Mehr- zahl ihrer Arbeiter auf die Straße geworfen. In Ivelchem Umfange dies geschehen ist, kann heut noch nicht übersehen werden. Roch laufen die Nachrichten zu kraus durcheinander. Das— offenbar von den Unternehmern inspirierte— Wolffsche Telegraphenbureau läßt Ziffern aufmarschieren, die den An- schein erwecken, als wäre die Aussperrung überall fast restlos durchgeführt. Die Angaben der Arbeiter lassen erkennen, daß eine solche Einheitlichkeit in den Kreisen der Unternehmer denn doch wohl nicht vorhanden ist. Aber ein völlig klares Bild der Wirklichkeit wird sich erst gewinnen lassen, wenn den Zentralstellen die Ziffern aiis allen in Betracht kommenden Orten vorliegen. Das kann kaum vor Montag der Fall sein. Die Unternehmer sind an der Arbeit, sich für den Kampf nach Möglichkeit„eine gute Presse" zu sichern, und der Ver- ein deutscher Arbeitgebcrverbände hat denn auch gegenüber dem Vorwurf, die Arbeitgeber arbeiteten seit Jahren auf einen Kampf hin, eine Erklärung versandt, in der es heißt: „Wer einigermaßen über die Eittstehung und Entivickelung der Arbeitgeberderbände unterrichtet ist, weiß, daß sie nicht Kampf-, sondern Schutzvereinigimgen sind. Ein BedüriniS des Schutzes der Arbeitgeber war von dem Zeitabschnitt vorhanden, als sie durch die mächtige Erstarkung der Arbeiterorganisationen tatsächlich der schwächere Teil geworden waren. ES ist deshalb verkehrt, sich in der Annahme,, daß die woblorganisiertcn über große Geldmittel verfügenden Arbeiter der schwächere Teil in dem beginnenden wirtschastlichcn Kampfe seien, von vornherein ohne Prüfung auf Seite der Arbeiter zu stellen. Wenn in den im Jahre 1908 zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nehmern abgeschlosicnen Tarifverträgen ein gememsamer Ablaufs- tcrmin, der 31. März 1910, vereinbart worden ist, so ist daS eben eine in einwandfreier Weise zustande gekommene B e r- einbarung, aber keine einseitige Maßnahme der Arbeitgeber lediglich zu dem Zwecke, beim Ablauf den Krieg in ganz Deutsch land zu cnffcsscln. Diese Darstellung ist nichts anderes als eine Spekulation auf die Gedächtnisschwäche der großen Masse des den Dingen ferner stehenden Lesepublikuins. Es kann gar kein Zweifel sein, daß in der Tat die jetzige Aussperrung der Bauarbeiter vom Unternehmertum seit Jahren als eine„Kraftprobe" vor bereitet worden ist. Freilich hatte man ursprünglich einen heimtückischen U eberfall auf die Arbeiter für den 1. April 1910 geplant. Erst als der bekannte„günstige Wind" im Dezember 1907 der Arbeiterpresse die Schlachtpläne der Unternehmer zuwehte, wurden die Scharfmacher aus dem Busch gejagt, in dem sie versteckt lagen. Der Mitteldeutsche Arbeitgeberverband für das Baugewerbe zu Frankfurt a. M. beantragte schon im Früh- jähr 1905(I) aus Anlaß seiner Kämpfe mit den Arbeitern, allen dem Deutschen Arbeitgeberverbande angehörenden Ver- bänden durch ein vertrauliches Rundschreiben zu empfehlen, die zu vereinbarenden Verträge sämtlich bis zum 31. März 1908 abzuschließen. Den Verbänden wurde darauf am 5. Juni in einem ver- traulichen Schreiben unter gleichzeitiger Uebersendung eines die Sache betreffenden Fragebogens empfohlen, dem Antrage gemäß zu verfahre«. Das Ergebnis der Umfrage wurde im August 1906 bekanntgegeben. Auf der Generalversammlung des Arbeitgeberbundes in München am 15. März 1906 brachte Herr L ü s ch e r- Frank- furt a. M. die Sache erneut zur Sprache, ohne daß indessen ein Beschluß gefaßt wurde. Im Sommer 1906 regte der Mitteldeutsche Verband die Verfolgung der Angelegenheit noch einmal an, und da gerade in diesem Jahre zahlreiche Arbeit- geberverbände für den Bund neu gegründet waren, wurde allen Verbänden im Oktober 1906 nochmals empfohlen, die Verträge möglichst bis Ende 1908 abzuschließen und dem Bundesvorstand darüber zu berichten. Das Ergebnis der letzten Umfrage wurde Mitte De- zember 1906 allen Verbänden bekannt gegeben, und es erwies sich, daß bis dahin zirka 80 Verbände ihre Verträge bis zum 31. März 1908 abgeschlossen hatten. In der Sitzung, die der Bundesvorstand am 17. Januar 1907 in Berlin abhielt, ist die Frage dann eingehender be- handelt worden. Nach längerer lebhafter Debatte einigte man sich auf eine Reihe von Anträgen für die am 19. Februar 1907 in Köln stattfindende Generalversammlung. In dieser Ver- samnilung, die unter strengstem Ausschluß der Ocffentlichkeit tagte, wurden die Anträge des Vorstandes genehmigt und zum Beschluß erhoben. Die Beschlüsse lauten: 1. Alle im Jahre 1903 zu vereinbarenden Tarifverträge sind bis zum 31. März 1910(!) oder bis zum 31. März 1903«nd in weiterer Folge bis zum 31. März 1910 abzuschließen; 2. Alle im Jahre 1903 zu vereinbarenden Tarifverträge dürfen nur unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Bundesleitung abgeschlossen werden; 3. Eine Verkürzung der Arbeitszeit, sofern diese nicht über 10 Stunden beträgt, nur nach voransgegangenem verlorenen Streik und nur mit Genehmigung des Bundes- Vorstandes eintreten zu lassen; 4. Der 1. Mai darf in keinem Vertrage als Feiertag zu- gestanden werden. Diese Beschlüsse wurden ten Verbänden unter i'dem 22. März 1907 zur unbedingten Nachachtung mitgeteilt. Inzwischen ist ja der Aktionsplan der Scharfmacher im Baugewerbe noch erweitert worden. In der Zeit der Krise fand man in erhöhtem Maße Geschmack au der menschen- mörderischen Akkordarbeit; man richtete Arbeitsnachweise nach dem Muster des Kühnemänner-Verbandcs ein; man ver- suchte die Agitation für die ArbeiterorganisaÄoncn von den. Bauplätzen zu verbannen. Und alle diese„Erruirgenschaften" wollte mau ebenfalls durch ein neues Vertvagsmuster stabi- lisieren. Wir haben dieses Monstrum von Vertrag schon gc- würdigt. Auf was es uns heute ankommt, ist, zu be» weisen, daß es die 11 n t e r n e H m c r im Baugewerbe waren, die für den 15. April 1910 eine„Kraftprobe" seit Jahren vor- bereitet haben! Dabei ist nicht einmal der Ausdruck„Kraft- Probe" für das Geplante unsere Erfindung oder die der Ar- beiter; in dem Scheinprotokoll über diese Dinge wird er von den Scharfmachern selbst angewendet! Das Endziel der ganzen Aktion ist, scvgt das Protokoll mit dürren Worten, daß, falls nicht für e.lle Verträge eine Einigung erzielt werden kann, dann sämtliche Verträge nicht in Kraft treten und als letztes Mittel eine Aussperrung der Bauarbeiter größeren Umfanges angedroht und durchgeführt werden soll.„Es handelt sich also um eine sehr ernste Sache, um eine Kraftprobe unseres Bundes." Diesem dokumentarischen Nachweis gegenüber ist jede Ableugnung dessen, daß die Unternehmer die jetzt inszenierte Aussperrung, die„Kraftprobe", seit Jahren vorbereitet haben, leeres Gerede. Das Odium, diesen gewaltigen Wirtschafts- kämpf gewollt und hervorgerufen zu haben, können die Unter- nehmer des Baugewerbes nicht von sich abwälzen. Wie es mit seiner Durchführung steht, das steht freilich auf einein anderen Blatte. Ob die Einigkeit der Unternehmer eine so große ist, wie es für ihre Pläne notwendig wäre, muß sich noch zeigen. Die Einigkeit der Arbeiter war nie größer! • 9 Ucbcr den Umfang der Aussperrung wird gemeldet: Der Verband der Baugoschäfte von Berlin vnd den Vororten wird am Freitag, den 22. April, nachmittags 6 Uhr, im Architektenhaus zu Berlin zu einer neuen General. versaminlung zusammentreten. Als Hauptpunkt steht auf der Tagesordnung: Bericht über die diesjährigen Tarifverhand» lungen im deutschen Baugewerbe und Beschlußfassung über fol- gende Entscheidung: „Soll die von dem Deutschen Arbeitgeberbund für das Bau» gewerbe angeordnete Schließung aller Betriebe auch im Bezirk deS Berliner Verbandes durchgeführt werden oder sollen auf der Grundlage des bisherigen Tarifvertrages und nach Maßgabe des Ergebnisses der letzten Verhandlungen neue Tarifverträge mit den Organisationen der Arbeitnehmer abgeschlossen werden?" Weiter soll in dieser Generalversammlung Beschluß über die Stellung des Verbandes zu dem Deutschen Arbeitgeberbund für das Baugewerbe gefaßt werden.— In einem neuen gestern zur Ver- sendung gelangten Rundschreiben des Berliner Verbandes an seine Mitglieder heißt es: „Gemäß den Beschlüssen des Deutschen ArbeitgcberbundeS für das Baugewerbe ist die Aussperrung der Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter gestern abend erfolgt. Der Verband der Bau» geschäfte von Berlin und den Vororten hat sich diesem Beschlüsse vorläufig nicht angeschlossen, unsere Tarifverträge bleiben in Kraft, biS die hiesigen örtliche» Berhanblungci, beendet sind. Wir erachten es jedoch für eine selbstverständliche Pflicht, unseren Kollegen im Deutschen Reiche, die nunmehr einen schweren Kampf begonnen hoben, jede moralische Unterstützung an- gedeihen zu lassen. Darum ersuchen wir Sie auf das dringendste: 1. während der Dauer der Aussperrung neue Bauausführungen, die in AussperrungSgebieten gelegen sind, nicht zu übernehmen und unter keinen Umständen infolge der Ansspcrrung stillgelegte Bauten fortzuführen; 2. strengstens darauf zu achten, daß Maurer, Zimmerer. Betonarbeitcr und Bauhilfsarbeiter, die a»S AussperrungSgebieten kommen, in Ihrem Betriebe nicht eingestellt werden." BiS gestern nachmittag 0 Uhr hatten folgende Orte ausgesperrt: Brandenburg, Bockwitz, Filehne in Posen, Fürstenberg in Meckl., Lübbenau, Neu-Strelitz, Senftenberg, Sommerfeld, Schwerin an der Warthe, Wesenberg in Meckl., Wittenberg. Wittenberge, Lucken- Walde, Rathenow, Posen, Schönlanke in Posen. �- Die Depeschen-Burran» melden weiter: Stettin» 16. April. Hier sind etwa 1000 Bauarbeiter ausgesperrt worden. Schwerin, 16. April. Ausgesperrt sind hier 104 organisierte Maurer, SO Zimmerer und 120 sonstige Arbeiter, im ganzen 274. Görlitz, 16. April. Von den 23 Mitgliedern des Arbeitgeber- Verbandes für das Baugewerbe zu Görlitz wurden 670 organisierte und Nichtorganisierte Bauarbeiter ausgesperrt. Die Wiedcrein- stellung der Nichtorganisierten Arbeiter wird voraussichtlich am Donnerstag erfolgen. 1 Sagan, 16. April. Der Arbeitgeberderband für das Bau» gewerbe in den Kreisen Dagan und Sprottau hat gestern alle Arbeiter entlassen. In Betracht kommen 64 Baugeschäste mit 700 Arbeitern. Die Nichtorganisierten Arbeiter sollen in einigen Tagen wieder eingestellt werden., Kottbuö, 16. April. In der Mederlausitz sind sämtliche or- ganisierte Bauarbeiter ausgesperrt. Die Nichtorganisierten bleiben in Arbeit.*> Danzig, 16. April. Die 260 Mitglieder des Arbeitgebervcr« bandcs für das Baugewerbe in der Provinz Westvreußcn haben un« zefähr 10—15 000 Arbeiter ausgesperrt. Tie Nichtorganisierten rbeiter sollen wieder eingestellt werden. 7'' y'öuigsfcffs, 16. Äprik.'Hier Smrd'en rund 6660 Maurer, Bau» liilfsarr'�ter und Zimmerer aus« gesperrt. '' fljcf, 15. April. Im hiejigeu Baugewerbe sii�d beute 2-1tX) Ar- beitcr worden, in den Provinz Schleswig-Holstein wird die-laH der Ausgesperrten etüa 8000 betragen. Hann»ort, lö- April. Auf iSruiib des Beschlusses des Nord- westdeutschen'iVbeitgeberverSa.ntaes hat gestern abend der Lokal- verband.Hannover sämtliche m gcruisierten Maurer, Zimmerer und Bauhitssarbeitcr. ür"r 400« M.unm, ausgesperrt. Auch die übrigen 39, Lotalverbände dieses- Arbeitgc be rverbandes haben fast ausschlief- lich die gleichen Mabno.hmen getwffen. Es tommen etwa 12«M Arbeiter in Betracht. Die jetzt.piaitorganisierten Arbeiter werden gleichfalls ausgesperrt, sollen aber äiach acht Tagen wieder einge- stellt werden..,, Haste a.«., 16. April. Nach dcit heute mittag vorgenommenen Zählungen beträgt die Zhabl der iav Paugewerb« ausgesperrten Personen 65l>. Nnf den nncistcn Bauton wird aber noch gearbeitet. Tie nichtoraanisittten Arbiter sind nicht ausgesperrt worden. Ztafscl, 16. April. Von der Aussperrung iin Baugewerbe sind hier 909 organisierte und Nichtorganisierte Arbeiter betroffen war- den. In Haniiovarsch-Älündsn sind 26« Bauarbeiter ausgesperrt worden. Wiesbaden, 16. April. Hier sind etwa 1569 Maurer, Zimme- rer und Bauhilfsarbeiter ausgesperrt worden. Von der Aussperrung sind organisierte und»ichtorganisaerte Arbeiter betroffen, nur Po- liere und Lehrlinge arbeiten weitsr. Frankfurt a. M., 16. April. In Frankfurt und den Vororten sind ctiva 1269 Brmarbeiter ausgesperrt: ungefähr 600 arbeiten noch Von 1369 Zimmerern in Frankfurt. Lfscnbach, Hanau. Höchst und Homburg sind beute früh etwa 666 ausgesperrt worden. In WormS sind etwa 1066 Bauarbeiter und Zimmerer ausgesperrt. Stuttsart, 16. Avril. Tie Zahl der in Äroh-St«uttgart aus- g»sperrtei' Maurer. Zimmerer und Hilfsarbeiter wi-rd auf 259» geschätzt Mehrere dem Arbeitgebcrverbande angehikige Unter- „cbmer hai�n ihre Arbeiter nicht ausgesperrt. In verschiedenen Betrieben Hachen sich die nicht organisierten Arbeiter mit den orga- nisierten solidarisch erklärt. Nürnberg..16. April. Hier sind etwa 4599 Bauarbeiter ausge« sperrt worden. Mannheim. lP. April. Die Aussperrung im Baugewerbe ist gestern abend in vollem Umfange erfolgt. Die Zahl der AuZge- sperrten beträgt etlva 1890. München. 18. April. Ausgesperrt sind SZ9 Zimmerer. 1999 Maurer, rund 2596 Bauhilfsarbeiter, zusammen 4148. Die Aus- fperrung umsalzt bisher nicht ganz die Hälfte der organisierten Arbeiter.## Tie K litttilungcn rniferer NachrichtauünreauS lassen erkenne»,' h ast die Aussperrung vielfach sehr lückenhaft durch- geführt ist. So wird gemeldet:.. Straschura i. ch Ist Tie Aussperruw, rzt hier«'cht in dem Umfange erfolgt, dar allgemein erwartet wurde. Die nichtorga- nisi-rten Uiiterneümeir lassen weiter arbeiten, auch auf den Bauten verschiedener organisierter Unternehmer werden die Arbeiter weiter bessttziftigt. Von den etwa 1299 Maurern sind nur an- nähernd 259 Mann amlgesperrt. Landau i. Pialz. S.er haben die Vauunternehnrer', entgegen dem Beschliisi ihres Verdandcs. ihre Arbeiter nicht ausgesperrt. Nur eine auswärtige Firma umcht eine Ausnahme davon. In Zweibrücken haben es zwei graste Firmen abgelehnt, sich an der Aussperrung zu beteiligen. Sonst ist die Aussperrung in der ��Bcgesack!�"Mitsiwoch hatte der Arbeitgcberverband die AuZ- sperung beschlossen..Dieser Beschlust ist an, Freitag, den IS. April. wieder aufgehoben»torben. Die Unternehmer find zu der ver- nünftigen Einsicht gekommen, sich nicht an der Aussperrung zu be- leiligen. Etwa SO« Arbeiter wären von der Aussperrung be- «roffen worden._ r• �•- Dresden. Die Au�perrung entspricht hier bei weitem nicht den Hoffnungen der Nntt rnchmer. Von zirka 1509 Maurern sind nur 799 bis 899 ausgesper rt, von 1159 Zimmmrn nur 670. Unter den Firmen, die nicht aussperrten, befinden sich auch viele Mit- glieder der Bauunternehoievorganisation. Auch die Matertalspcrre Zaun nicht strikte durchgeführt werden, weil die Unternehmer und Lieferanien sich hinter Strohmänner stecken. � Leipzig. Nach einer Meldung, dw Anspruch auf absolute Zu. bcrlässigkeit hat, du sie von den am Orte beteiligten Bauarbeiter- eraanisationen herrührt, ist auch in Leipzig die Aussperrung nicht ollgemei» erfolgt. ES sind ausgesperrt etwa 2996 Maurer, 1999 Zunmerer und 1999 Bauhilfsarbeiter.„,, Breslau. Auch hier ist die Aussperrung nicht allgemein durch- geführt worden..... � Hildcshelm. Die ÄuSsHerrung ,,t aus 14 Tage hinaus. Bremerhaven. In S«n Utrierweserorten ist die Aussperrung vZlNz mißglückt.! Bon SSV beschäftigten Bauarbeitern sind 126 aus- gesverct. Bon der Zeutralleitung beb organisierten Bauarbeiter wird uns mitgeteilt: Bisher sind Aussperrungen auS 126 Orten gemeldet. Dabei fehlen aber noch See Nachrichten aus dem Süden. Es ergibt sich bis jetzt folgendes(iieüamtbild: In Hannover. Thüringen, Sachsen und Mecklenburg find die Arbeiter ziemlich vollständig ausgesperrt, in ScksteSwig-Holstein nur zur Hälfte, in Pommern ein Neiner Teil und ebenso in der Provinz Brandenburg. Der Osten und die Provinz lSchlesien sind bisher an der Aussperrung wenig beteiligt. AuS dem Süden und Westen gingen bisher wenig Nachrichten ein. doch sind umfangreiche Aus- sperruugen sicher. Berliner„Deuwoftrationmibn". In„Demonstrationesachen" soll, daS ist Instruktion von «oben", die Anklage möglichst nicht durch einen simplen AmiSan- walt vertreten werden. Hat ein Amtsgericht einen vermeintlichen „Demonstranten" abzuurteilen, so räumt der Amtsanwalt den Platz einem Staatsanwalt, der eigens hierfür bestellt worden ist. Am Sonnabend ereignete es sich vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte(138. Abt.), dast in einer„Demonstrations- /fache" ein Staatsanwalt nicht zur Stelle war. Schon hatte der Vorsitzende. Amtsrichter Dr. Jeep, die Verhandlung begoimen, da machte der Amtsanwalt ihn auf diesen Mangel aufmerksam. Es wurde dann die Verhandlung abgebrochen und ein Bote ausgesandt, der einen Staatsanwalt Herdeischaffe» sollte. Das gelang erst -nach laugen, Warten, und nun wurde die Verhandlung vollständig von vorn angefangen. Angeklagt loar ein?l rbe i te r L e o p ol d, der am 6. März, abends in der sechsten Stunde, in der Schlesischen Straste als ver- meintlicher„Temonstrant" frstgenomuien worden war. Ihm wurde zur Last gelegt, die Aufforderung, weiterzugehen, nicht befolgt zu haben, Polizisten durch de» Ruf:„Ihr Knechte! Ihr Hunde!" be- lridigt zu haben, fei» Fahrrad gehoben und„eine Haltung ange- urmmen zu haben, a» ob er es auf sie werfen wollte"., unter dem Vorsitz des Amtsgerichts- rats Dr. Fiedler), wo«r sich gestern zu verantworten hatte, bestritt er jede Schuld. In der Beweisaufnahme hielt Zeuge Schutzmann Griebsch seine Bcschuldigu'.iacn aufrecht. Daß Arndt und kein anderer den Ruf ausgestoßen Hobe, sei sicher: au? diesem Grunde sei er ja auch— meinte der Schutzmann--- weggelaufen� Nach seiner Festnahme vor Landsberger Straße 126 habe er sich los- gerissen, erst auf dem Lftndsverger Plgtz sei er von Anderen Beamten festgehalten worden. Ein H i r r Tim«, der mit A. in der Schanlwirtschaft des Hauses Landsberger Straße 126 eingekehrt war, wustte nichts von einem Zuruf Arndts. Die Gäste seien auf die Straste hinausgetreten, als es aber zu einem Zu- sammenstost zwischen Polizei und Stratzenpublikum kommen zu wollen schien, seien alle in das Lokal hineingestürzt. Man habe hastig die Tür zugeschlagen, und plötzlich habe er gesehen, dast A. nicht mit hineingelangt war. Bald nachher fei ein fremder Herr gekommen und habe gemeldet, dast sein Begleiter verhaftet worden sei. Timm sei zur Wache gegangen, um sich zu erkundigen. Aber schon auf der Treppe habe ein Schutzmann ihn angefahren, er solle machen, daß er runterkomme, jedes Beschwerderecht sei heute a»S- geschlossen, an das Polizeipräsidium möge er sich wenden. Er sei geschubst worden, so daß er schleunigst retiricren mußte. Aus der Straste habe er sich an einen Leutnant gelvendet. habe aber wieder die Antwort bekommen, dast heute jedes Beschwerderecht ausge- schlössen sei. Jener fremde Herr war ein Kaufmann Meyer, der in einem der Nachbarhäuser wohnt und von dort aus die Ver- bastung mit angesehen hatte. Er war selbstlos genug, sofort Schritte zu tun, damit der ihm völlig unbekannte A. sich auf sein Zeugnis berufen könne. Vor Gericht bekundete er, auf dem Lands- berger Platz sei A. von 16 bi» 12 Schutzleuten aufgefangen war- den, und nun habe man„jämmerlich auf den Mann loSgehaucn". Von zweien sei cr abgeführt worden, und einer habe ihn noch mit der Faust inS Auge geschlagen. Das habe ihn, den Zeugen, so empört, daß er in daS Lokal gegangen sei, um dort freiwillig seine Adresse abzugeben. Auch ein Portier Georgi und ein Hausdiener D a h l m a n n. die in Nachbarhäusern beschäftigt sind, schilderten vor Gericht das Walten der Polizei. Es sei, sagte Georgi, gepufft und gestosten worden, hauptsächlich gegen ältere Personen, während die jüngeren sich zu flüchten vermochten. Arndt sei unter Stößen wcgtrauöportirrt worden, später sei er„kolossal zerschlagen im Gesicht" wieder vorbeigekommen, und Georgi habe ihm dann freiwillig seine Adresse gegeben. Auch Dahlmann sah von der Wache einen Mann mit zerschlagenem Gesicht zurückkehren und hielt ihn für Arndt, den er hatte unter Stößen wegbringen sehen. Auf Antrag des Verteidigers wurde daS ärztliche Attest über Arndts Verletzungen vorgelesen: es berichtete über Schwellungen, Blutunterlaufungen, Hautabschürfungen an Auge, Ohr, Mund, auch gab es an, daß ein Zahn•— und zwar offenbar ganz frisch— ausgeschlagen worden war. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft, Assessor v. S t a a. sah als durch die Schuhmannsaussage erwiesen an. daß A. den beleidigenden Ruf„Bluthund!" ausgestoßen habe. Das müsse aufreizeud wirken, besonder» bei Ansammlungen erregter Mengen. Nach dem verlesenen Attest sei„vielleicht kein Zweifel", daß man ihn mißhandelt habe. Es„frage sich vielleicht nur", ob er nicht— selber Anlaß zu de» Mißhandlungen gegebe» habe. Dabei war während der ganzen Verhandlung von keiner Seite auch nur mit einer Silbe die Frage berührt worden, ob etwa A. „Widerstand" geleistet habe. DaS hatte nicht mal der Schutzmann behauptet, und es war j« auch nicht Anzeige wegen„Widerstandes" erstattet worden. Gegen den mißhandelten Angeklagten bean- tragte der Anllagevertreter noch eine Woche Gefängnis! Der Verteidiger, btechtsanwalt Dr. Ruhm, hob hervor, daß doch die erlittenen Mißhandlungen mindestens für dai Strafmaß als mildernd zu berücksichtigen seien, wenn man durchaus verur- teilen wolle. Man könne aber nicht verurteilen, da die Wahr- nehmungen, die ein Schutzmann in so erregter Situation mache, unzuverlässig seien. Das Urteil setzte 69 Mark Geldstrafe fest. Für daS Straf. maß sei berücksichtigt worden, daß die ohnedies erregte Menge durch die„Bluthund".Rufe noch mehr erregt werden mußte. Ueber die Mißhandlungeu sagte die Urteilsbegründung— nichts! Bor derselben Schoffenabtcilung betrat dann die Anklagebank der Schankwirt Karl Arndt, der Bater des eben verur- teilten Walter Arndt. Auch gegen Arndt senior loar Anklage wegen Schutzmannsbeleidigung erhoben worden. Er hatte an jenem Abend, als ihm telephonisch gemeldet worden war, wie man seinem Sohn mitgespielt hatte, sich sofort zur Wache in der Landsberger Straße begeben. Dort wurde cr hinauSgewieseii, und er soll dann — behauptete die Anklage— im Hausflur drei wartenden Schutz- leuten zugerufen haben:.Ja, das sind Jagowsche Manieren, Ihr Lumpengesindel, Pack, Strolche, Halunken!" Der Angeklagte erklärte, er habe nur gerufen, so werde man auf Polizeiwachen be» handelt, wie Lumpengesindel usw. Ihm habe man auf der Wache zunächst gesagt, sein Sohn sei nicht mehr da, und man habe ihn „unsanft hinausbefördert". Auch bei einer zweiten Anfrage habe man ihn wiederum hinausgeschubst". Als er später seinen Sohn mit zerrissenen Kleidern und bluttriefendem Gesicht herunter« kommen sah, sei er mit ihm zum drittenmal hinaufgegangen. Wieder habe man ihn„rauSgeschmissin", und nun habe er unten seinem Unmut Lust gemacht. Gegen Arndt bekundeten die Schutzleute Zenker. Ottmari n, Müller, die Aeusterung habe so gelautet, wie die An- klage sie— auf Grund der Anzeige derselben Schutzleute,»»ersteht sich— wiedergab. Ter Vorsitzende. AmtSgerichtSrat Dr. Fiedler, sagte zu Arndt:„Geben Sie es doch zu! ES ist ja furchtbar leicht verständlich, wenn man sich in Ihre Lage versetzt. da Sie das mit Ihrem Sohn durchgemacht hatten." Arndt blieb dabei, so habe er nicht gesagt. Namens der Staatsanwaltschaft beantragte Assessor v. Staa selbst gegen den Bater, dem man de» Sohn zerschlagen hatte, noch eine Gefängnisstrafe Vvn einer Woche! Der Ber- leidiger, Rechtsanwalt Dr. Ruhm, nannte das unbegreiflich gegenüber den Mißhandlungen, die der Sohn erlitten hatte, und der Erregung, in die der Vater versetzt werden mußte. Die schärfste Kritik, zu der der Vater etiva sich hätte hinreisten lassen. sei da nicht zu schlimm gewesen. Der Angeklagte fragte, ob nicht auch die Herren Richter da in Erregung geraten und starte Worte gebrauchen würden. Da? Urteil gab die Autwort darauf. ES erklärte in Ueber- einstimmung mit dem Verteidiger, die Erregung sei durchaus be- rechtigt gewesen. Verurteilt wurde trotzdem, allerdings nicht zu Gefängnisstrafe, aber zu einer Geldstrafe von 49 Mark. Polizei und Gericht haben mit diesem Vorgehen gegen Arndt Sohn und Vater die Aera der Prozesse vom 18. März recht„wirkungsvoll" eingeleitet. politische CleberRebt, Verlin. den 16. April 1910. Reichsbesteuerungsgesetz und NufstandsauSgabeu iu Siidwestafrika. AuS dem Reichstag, 16. April. Ein Reichs» bcstcucrungSgesetz,»vie es im Entwurf heute zur ersten Lesung kam, ist tiotwendig, lvcil eS gegemoärtig an Bestimmungen mangelte, die es crinöglichen, das Reich und die Rcichsbetricbe in den Gemeinden zur Steuer nach ein- heitlichen Grundsätzen heranzuziehen. Insofern der vorgelegte Entwurf diesem Bedürfnis Rechnung trägt, fand er im Prinzip allseitige Zustimm, mg. Für die Sozialdemokratie er- klärte insbesondere Genosse Emmel, dah wir unsere endgültige Beschluhfassnng von der Verbesserung des Entwurfs in der Kommission abhängig machen mühten. Während Herr Gröber namens des Zentrums die Berechtigung des Reiches zur Abgrenzung seiner eigenen Steuerpflicht in Frage gestellt hatte, wieS Emme! entschieden einen solchen partikutaristischen Einwand zurück. Das Reich müsse selbst den Rahmen für die Besteuerung der ReichSdetriebe festlegen. Wohl aber sei es notwendig, dafür zn sorgen, dah die Reichsbetriebe genau so zur Steuerlast herangezogen würden wie die Privatbetriebe. Unter denr gegenwärtigen Zustand leide insbesondere Elsaß- Lothringen sehr schwer. Einzelne Gemeinden wurden geradezu erdrückt durch Steuern, die den„Privatpersonen" übermäßig auferlegt würden, während die Neichöbetriebe frei ausgingen. Die Vorlage wurde schließlich an die B u d g e tko nrin is si o n überwiesen. Der Gesetzentwurf betreffend die A u f st a n d Z a u s g a b e n für S ü d w e st a f r i k a verfolgt zweierlei Zwecke, einmal die Rechnungsprüfung für die während des sudwestafriranischen Aufstandes gemachten Ausgaben zu erleichtern, dann aber auch die budgctgeinäße Deckung für die Mehrausgaben zu schaffen. Dafür wird ein Kredit von 23 700 000 M. angefordert. Für die Sozialdemokratie ergab sich die ablehnende fallung auch gegenüber dieser Vorlage aus ihrer gegnerischen altung gegen die kriegerischen Expeditionen in Südwestafrika Überhaupt. Genosse Stolle bemängelte außerdem noch die ungenügende Rechnungslegung, wodurch er in einen heftigen Meinungsstreit mit dem Staatssekretär Dern- bürg, wie mit den Abgeordneten Erzberger. G o t h e i n und G ö r ck e geriet, die ihm gegenüber geltend machten, man könne zwar den L i e f e r u n g s u a ch w e i s für die Waren verlangen; den V e r w e n d u n g s- Nachweis aber in der Rigorosität zu führen, wie Stolle es verlange, sei bei einer derartigen Kriegführung ganz un° möglich. Dagegen konnte Stolle das Einverständnis unserer Partei mit der von Herrn Erzberger vorgebrachten Forderung erklären, daß die kapitalistischen Gesellschaften recht auSgiebig zur Deckung der Kriegskvsten herbeigezogen werden möchten. Schließlich wurde auch diese Vorlage der Budgctkommission überwiesen. Daß Haus trat auch noch in die Beratung der Fern« sprech-Gebührenordnung ein, doch wurde nach einer kurzen Einführungsrede des Staatssekretärs Kraetke die Vertagung beschlossen. Am Montag steht das ReichsversichcrungS- g e s e tz auf der Tagesordnung. Die Finsterlinge an der Arbeit. DaS Abgeordnetenhaus trat am Sonnabend i» vorgerückter Stunde, nachdem es zuvor die Reste des Etat-? der Eisenbahn- Verwaltung aufgearbeitet hatte, in die Beratung deS KultuSetatS ein. Wer den ersten Redner zur Generaldebatte, den Abgeordneten D i t t r i ch vom Zeiitnim hörte, der mußte sich univillkürlich mitte» in die Zeiten des heftigsten Kulturkampfes zurückversetzt glauben. Herr Dittrich suchte allen EmstcS der Welt weiß zu machen, daß die Katholiken in Preußen als Staatsbürger zweiter Klaffe behandelt werden, daß es ihnen sogar kaum möglich ist, ungefährdet Gottesdienst abzuhalten. Warum diese unerhörten Uebertreibungen, diese dreisten Unwahrheiten, in die sich der fromme Herr erging? Lediglich zu dem Zweck, die Aufmerksamkeit der Masten abzulenken von dem Verrat des Zentrums in der Wahkrcchtsfrage. Die Vertreter des Zentrum« wissen genau, daß das Volk empört ist ob ihres Verhaltens, sie fürchten das BolkSgericht, das bei den nächsten Wahlen über sie hereinbricht. Deshalb diese heuchlerische Komödie, die ihnen aber nichts mehr nutzen wird, denn die Sozial- demokratie wird weiter dafür sorgen, daß dem Volke die Augen geöffnet werden. Was der Abg. Dittrich fordert«, war das altbekannte Programm de« Zentrums: Religion, Religion und nochmals Religion I Die Religion soll wie eine Sonne alle Lehr- gegenstände durchstrahlen, sie erleuchten und erwärmen. Nicht darauf kommt eS au, daß die Jugend in Dingen unterrichtet wird, die für das Leben von Wirt sind. Das ist Nebensache, wenn sie nur hübsch auf daS Jenseits vorbereitet wird, so ist daS nach Au- ficht des Zentrums tausendmal bester als alles Bisten und alle Kenntnisse. Deshalb verlangen die Herren die völlige Konfessiona- listerung der Schule, ihre völlige Unterstellung unter die Kirche, die geistliche Schulaussicht und den gebührenden Einfluß der Kirche auf Erziehung und Jugendbildung, und was-dergleichen schöne Dinge wehr sind, die zur Verdummung deS Volkes führen. Der neue Kultusminister Herr Trott zu Solz äußerte stch zu diesen Forderungen nicht; er hat offenbar noch keine Weisungen vom.ungekrönten" König von Preußen empfangen und weiß des- halb nicht, ob er dem Zentrum entgegentreten darf oder nicht! seine Stellung ist also noch zweifelhast. Um so deutlicher erteilten die Sbgg. Frhr. v. Zedlitz sfk.) und Dr. M a u r e r(natl.) dem Zentrum eine Absage, der man freilich keine allzugroße Bedeutung beimessen darf. da ja gerade die Parteien, der diese beiden Herren angehören, durch ihre Haltung zum BolköschulunterhaltungSgesetz dem Zentrum erst den Weg geebnet haben. Au» der Rede de» natianalliberalen Wortführer» ist namentlich die Schärfe zu erwähnen, mit der er sich da- gegen wandte, daß Kinder von Dissidenten gezwungen werden, dem Religionsunterricht einer bestimmten Konfesflon beizuwohnen. Am Montag wird die Debatte fortgesetzt. Der präfidiale Ajen! provocateur. Ueber den letzten Hcldenstreich Jordan v. Kröchers urteilt das„ B e r l. T a g e b l.": .Was soll eS heißen, wenn Herr v. Kröcher die Abgeordneten auffordert»sich zu benehmen, wie eS unter lö nig S- treuen Leuten Sitte ist"? Was hat mit den von Herrn Jordan v. K r ö ch e r begünstigten Häkeleien unter de» Fraktionen der äußersten Rechten und der äußersten Linken die K ö n i g S- treue zu tun? Verpflichtet der Eid, den die A b g e- ordneten zu leisten gezwungen sind, zu bedingungs- loser Bewunderung der Geschäftsführung, wie fie Herrn v. Kröcher und seiner konservativ- klerikalen Leibgarde beliebt? ES muß auf da? schärfste mißbilligt werden, daß der Präsident dm, Zwischenfall— den zu verhindern er nach seinem eigxnen Bekenntnis unfähig war-- diese aufreizende Wendung gegeben hat. Wenn die Konservativen das Bedürfnis empfinden, sich nach obenhin zu empfehlen, so mögen st, daS tun. wo und wie es ihnen beliebt; nur der Präsident einer parlamentarischen Körperschaft ist nicht da« geeignete Organ, um diesem Bedürfnis pfeudoloyaler Anbiederung Ausdruck zugeben... Jedem Präsidenten steht ein ausgezeichnetes Mittel kostenlos zur Verfügung, dein Hause Ruhe und sich Respekt zu verschaffen, da» heißt: Unparteilichkeit. Herr v. K r ö ch e r hatte aber offenbar daS dringende Bedürfnis, die Sozialdemokraten zu provozieren. Und er. der Hochkonservative, besann sich keinen Augenblick, zur Erreichung dieses löblichen Zwecke» auf Um- wegen die Person de» Königs in die Debatte zu ziehen. Denn die Feststellung, ein verstoß gegen die parla- mentarische Ordnung sei ein Verbrechen gegen die schuldige Königs- treue, bedeutet bei Lichte besehen nichts anderes, als daß Herr V. Kröcher für seine angebliche Hilflosigkeit hinter der Person des Königs Deckung sucht. Herr» V. Kröcher ist eben jede» Mittel recht. Man vergeffe doch nicht, daß er der Urheber de» berüchtigten DitmmS ist: die Sozialdemokratie kölme niemals Subjekt, fondeni nur Objekt der Gesetzgebung sein. Diesen Grundsatz im Abgeordnetenhaus� durchzuführen, ist fcinc Geschäftsführung ebenso zielbewußt wie skrupellos bestrebt. Und solch einem ostelbischen Schlachtschizeiigeuultc soll man die Befug,»iS geben, von einer dienstwillige» Mehrheit oppositionelle Abgeordnete auf k—tS Tage aussperren zu lastm? Liberale Abgeordnete sollte» sich'S doch dreimal überlegen, ehesiedazn auch nur vo,n ferne die Hand bieten.* i Die Verl.„Volks-Ztg." schreibt, daß das letzte GefchäftSordnungSscharmützel für den blau-schwarzen Block „geradezu kläglich" ausgefallen fei. Sie sagt: „Der Präsident deS Abgeordnetenhauses, der gestern einem Minister gestaltete, was er bei einem Abgeordneten rügte, hatte wegen seiner seit langen, fortgesetztem unerhört parteiischen Geschäftsführung heute im Abgeordneten- hause eine scharfe Abrechnung über sich ergehen zu lasten. Obwohl ihm seine Parteifreunde und ihre Blockgenoffen in der Klemme, in die er sich gestern hineinbegeben halte, nach Möglichkeit beisprange», fiel doch infolge des geschickten und ge- schlaf senen Vorgehens der„königStreuen" Sozialdemokraten die heutige Abrechnung gegen ihn vernichtend aus. so daß das Gefecht mit einem vollständigen Rückzug der Äröcherleute endete." BcrlegenheitögeschimPfe. Die„Germania" sucht in einen, längeren Artikel da? Zentrum von der Schmach reinzuwaschen, am letzten Dienstag unter Beugung des offenbaren Sinnes der Geschäfts- o r d n u n g gemeinsam mit der Rechten eine schnöde Vergewaltigung der Minderheit verübt zu haben. Sie beruft sich zum Beweis dafür auf das nunmehr vorliegende Steuogram»,. Das Stenogramm offenbart aber auch nicht das geringste Neue! Alle Momente, die die.Germania" noch einmal geltend macht, waren bereits von den ultramontanen und konservativen Rednern vorgebracht worden— mit dem Erfolg, daß die gesamte Linie zu der Auffassung gelangte, daß tatsächlich eine grobe Mißachtung der Ab- lichten der Geschäfteordnung vorlag, ein ebenso b r u- t a l e r wie dummer Gewaltstreich I Wenn ferner die.Germania' die Dreistigkeit besitzt, den Ge- nosten Ströbel der„Unterschlagung" und„Fälschung" zu bezichtigen, weil er absichtlich gerade den a u S s ch l a g- gebenden Satz in seinem Zitat aus Plate fortgelassen habe, so ist auch da« nur eine— freilich in eine unverschämte Tonart über- setzte— Wiederholung der Behauptungen des Herrn P o r f ch. die Genoste Ströbel sofort in der Debatte berichtigte. Ströbel erklärte bekanntlich erstens, daß er den Satz nur versehentlich auSgelasten habe und zweitens, daß dieser Satz am Simie des Zitats ja gar nichts ändere, weil ja auch der wiedergegebrne Teil die Zn- lassigkcit von Ausnahmen ohne weiteres zugebe! Daß diese letzte Feststellung Ströbel« zutraf, beweist gerade da» Stenogramm! Donach hat Ströbel auch folgenden Satz mit vorgelesen: „Aber alle Ausnahmefälle durch eine GelchäftSordnungSbestimmung unmöglich zu machen, empfehle sich nicht." Der dann folgende fortgelassene Satz war nichts als eine Wiederholung de» gleichen Gedankens! Der ausschlaggebende Schlußsatz, den Ströbel dann wieder vorlas, war vielmehr der folgende:„Gegen den Miß- brauch dieser Macht(ohne Verhandlung zur Abstimmung zu schreiten) werde der Takt der Versammlung Schutz bieten." Wir muten einem Zentr umS- Organ gar nicht einmal zu, ohne weiteres anzuerkennen, daß eS auch anständige Politiker geben könne. Das mag über sein Begriffsvermögen gehen. Wenn aber die. Genna,, ia" im Widerspruch mit offenkundigen T a t s a ch e n gegen einen sozialdemokratischen Abgeordneten ehren» rührige Angriffe erhebt, so erklären wir daS einfach für eine verächtliche Verleumdung! Parfovcearbeit. Die am Freitag gewählte Wahfrechtskontmission des Herrenhauses arbeitet mit Dampfbetrieb. Sie hat heute bereits nach längerer Generaldebatte den Artikel I und die §§ 1—4 des Artikels II der Vorlage in der Fassung des Ab- Seordnetcnhauses angenommen. Die Herrenhauskommission at also die vom Abgeordnetenhaus beschlossene Beibehaltung der iti direkten Wahl und die geheime Wahl bei den Wahlmännerwahlcn sanktioniert. Die weitere Beratung wurde auf Montag vormittag vertagt._ Die Alteubnrger Laudtagswahlen. haben unö noch einen weiteren Sieg gebracht. Die Wahl im 4. sächsischen Wahlkreis ergab die Wahl des Genossen Rößler mit 1434 gegen 1426 Stimmen, die der Kandidat des Bundes der Land- Wirte erhielt. Der Landtag setzt sich nunmehr zusammen aus 14 Mitgliedern des Bunde« der Landwirte, 8 Konservativen und Nattonalliberalcn, 7 Sozialdemokraten und 3 Abgeordneten der Fortschrittlichen Volkspartei. Die Sozialdemokraten haben 4 Sitze gewonnen. Die Stinunenvermehruna im ganzen Lande beträgt sür die Sozialdemotratie nahezu 3060. Die bisherige agrarische Mehrheit des Landtage» ist vollständig vernichtet. Dernburg und das Zentrum. Der Vorstoß, den das Zentrum gegen Dernburg unternommen hat, beginnt kompaktere Formen anzunehmen. Abg. Erzberger der- öffentlicht im„Tag" eine Uebersicht der Zustände in den Kolonien und gibt seiner Freude darüber unverhohlen Ausbruch daß unter den Kolonisten das Verlangen nach der SelbsWerwaltung immer mehr hervortritt. Abg. Erzberger tveist dann auf die tiefgehen- den Differenzen hin. die zwischen der Verwaltung in Südwest- afrika und dem Staatssekretär ausgebrochen sind. Nicht nur die höheren Verwaltungsbeamtcn schieden aus dem Dienst, auch die höheren Schutztruppenoffiziere kehrten nach Deutschland zurück und träten wieder in die Armee ein. Als ein weiterer Streit- Punkt käme der Vertrag mit der Kolonialgesellschaft in Betracht. Nachdem die angekündigte Petition der südwestafrikanischcn An, fledler eingetroffen sei, könne man sich de» Eindruckes nicht er- wehren, daß Dernburg die Interessen der Kolonialgefellschaft allzu- sehr in de» Vordergrund gestellt habe. Abg. Erzberger meint: „Die Unzufriedenheit in Südwest wird nicht dadurch be- seiiigt. daß man eine Zeitung austauft und sie dann im offiziösen Stil schreiben läßt; das Blatt wird bald in der Kolonie kein« Abonnenten mehr haben und kann dann nur im Heimatland Potemkische Dörfer der Zufriedenheit und Harmonie vorzaubern. Die heutige Spannung kann ohne Schädigung des Allgemein- Wohles nicht mehr lauge dauern; eine Reihe von Wünschen der Kolonisten muß unbedingt erfüllt werden." Im kommenden Herbst dürste Herr Dernburg demnach km Reichstag keinen leichten Standpunkt haben. Das Zentrum ver- gißt ihm seine Tätigkeit bei den Hottentottenwahlen nicht, noch weniger seine Bloßstellung der Abgeordneten Erzberger und Roeren. ES wird nicht ruhen, bis Herr Dernburg den Weg gegangen ist, den Fürst Bülow vor ihm gehen mußte. Immer langsam voran! Die meckkenburgisch« Berfaffungvsrage ist dach noch nicht ganz eingeschlafen. Im StändehauS zu Rostock trat heute eine von Ständcmitglwdern zahlreich besuchte Versammlung zusammeu zur Beratung weiterer Schritte, die ZV- einer Einigung über die Ver» fassiulgs frage führen solle». Die Aerbondlungen imhme» mehrere Stunden in Anspruch und es wurde schließlich einstimmig folgende Resolution angenommen: „Wir sd-ie Stände� erklären UNS bereit, wenn die Re- giexungen Key ZtMen eine nf.uc Lorlsge vcwgcn sollienz in welcher unter Beibehaltung der bestehenden ständischen Ver- tretung weiteren Kreisen eine Mitwirkung an der Gesetzgebung nnd an der Bewilligung drö Etats gewährt wird l jedoch unter Ablehnung von allgemeinen Wahlen), auf dieser Grundlage in weitere Verhandlungen einzutreten. Dabei geht die Persumm- lung von der Voraussetzung aus, daß die bisherige Borlage zurückgezogen wird." Dieser Beschluß wurde gefaßt in Rücksicht auf ein Güstrowcr Protokoll vom 18. Januar, in dem vorgeschlagen wird, den beiden jetzt bestehenden Ständen einen dritten Stand �an- zugliedern und für jeden Stand 66 Abgeordnete zu wählen. Tie Rostocker Versammlung wählte nun eine Abordnung aus der Ritterschaft und aus der Landschaft. Diese soll eine Audienz bei beiden Grotzherzögen erbitten und die Resolution überreichen sowie über den Verlauf der Versammlung berichten. Wie bescheiden sind doch diese beiden„Stände", die Ritter- schaft(d. h. die Besitzer von Rittergütern) und die Landschaft(die Bürgermeister der Städte). Es gibt doch noch ein Land in ganz Europa, das politisch rückständiger ist als Preußen, das Land der Obotritcn.— Die Reichstagsstichwahl in Posen. Die Stichwahl im ersten Posener Wahlkreise zwischen dem deutsch-bürgerlichen Kandidaten Oberbürgermeister Dr. WilmS und dem polnisch-demokratischen Arbeitersckretär Nowicki, die am 21. April stattfinden soll, hat die polnische„Hofpartei" zur Ab. fassung eines höchst kuriosen Schriftstücks beivogcn. Sie fordert nämlich die„zahmen" Polen zur Unterstützung Nowickis auf. ver» langt aber dafür von diesem, daß er nach seiner Wahl zurücktreten und einem„Hofparteiler" das Mandat überlasten soll. DaS pol- nische Provinzialwahlkomitec hat nämlich gestern folgende Ent» schließung angenommen und in Form eines AuftufS an dir Kreit- wahlkomitreS und die Wähler bekanntgegeben:„Bei der Stich- wähl am 21. d. M. sind die polnischen Wähler verpflichtet, ihre Stimme für Herrn Stanislaus Nowicki aus Posen abzugeben. Herr Nowicki ist jedoch nicht unser legaler Kandidat und ver- pflichtet, im Falle seiner Wahl unverzüglich fein Mandat niederzulegen oder sich dem Beschlüsse einer neuen Versammlung des ProvinzialwahlkomitecS zu unter- werfen."_ Hamburger Hafen. Die Hamburger Hasenanlaaen sollen beträchtlich erweitert werden. Die Bürgerschaft(das Hamburger Parlament) hat einen Antrag auf Bewilligung von 45 Millionen zur Erweiterung der Hafenanlagen auf den Elbinseln WalterShof, Neuhof und Roß angenommen.___ Oeftardcb-Cliigarn. Dir Exzesse der Abgeordneten. Budapest, 16. April. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die früheren Abgeordneten Zacharias, Hoff- mann, Markos, Madarasz junior, Beck und Eltncr, welche den Aüinisterpräsidcnten Graf K h u e n H e d c r v a r y und den Ackerbaunrinister Gras Sevenyi im Wgeordnetenhause tätlichangegriffen hatten, die Anklage erhoben wegen des Verbrechens der Gewalttätigkeit gegen eine Behörde sowie wegen des Vergehens der schweren Körperverletzung, welche eine in »veniger als ztr>anzig Tagen heibmde Verletzung zur Folge hatte. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Tätlichkeiten »vährend der Unterbrechung der Sitzung� des Abgeordneten- Hauses verübt worden sind. Die Immunität der Abgeordneten kommt für Handlungen außerhalb der Sitzung nach Erlöschen des Mandats nicht in Betracht. Italien. Die MutterschaftSversichcrung. Rem. 13. April.(Gig.©er.) Seit nahezu vier Jahren schleppt sich in Italien der Gesetzentwurf über d'e MuttcrschaftS- Versicherung hin, der eine Ergänzung des italienischen grauen- schutzgesetzes bildet, daS die Wöchnerinnen für die Dauer von drei bis vier Wochen nach der Entbindung aus der Fabrik ausschließt. Der Gesetzentwurf, der sich im Stadium der Kommissionsberatung befindet, sah bis jetzt eine einmalige Unterstützung für jedes Wochenbett oder jeden Abort in der Höbe von 30 Lire vor. Auf- gebracht wurde daS Geld zu gleichen Teilen durch die Vcrsichc, rungSprämie der Arbeiterinnen und der Unternehmer. Genosse C a b r i n i, der den Kommissionsbericht vorlegen soll, hat nun von den Ministern deS vorigen Kabinetts daS Versprechen erzielt, daß der Staat seinerseits einen Zuschuß geben werde, um die Unterstützung von 30 auf 40 Lire zu erhöhen, was eine Mehrausgabe von nur 227 000 Lire im Jahre mit sich bringt. Der„Avanti" meldet, daß das neue Kabinett zu gleichem Zugeständnis bereit sei. ES ist somit zu hoffem, daß das Gesetz endlich vom Stapel laufen kann, Lange genug haben die Vorstudien gedauertk Spanien. Die Auflösung der CorteS ist nun vom König unterzeichnet worden. Die Neuwahlen finden am 8. Mai statt, die Se-matSwahlcn am 22. Mai. Am 15. Juni soll der Zusammentritt de« neuen Parlaments er- folgen. Die spanischen Corte»(eigentlich Gerichte) bestehen au» dem Kongreß der Deputierten mit 402 Abgeordneten und dem Senat. Zum Kongreß sind die 25 Jjahre alten männlichen Per- sonen, die seit zwei Jahren daS an einen EinlommenzensuS ge. knüpfte Gemeindebürgcrrecht besitzen, wahlberechtigt. Auf etwa 50 000 Einwohner kommt ein Abgcordivter. Die Wahlperiode dauert fünf Jahre. Gewöhnlich siegen die Ätzihängcr der jeweiligen, zumeist Nerikalen, Regierung glatt, wenn ck? auch infolge der ge» übten Wahlfälschungen und Vergewaltigruigen in den fortge- schrittenen Landesteilen öfters zu Unruhen kommt. Diesmal wird das Wahlbündnis der republikanischen Parteien� Sozialdemokraten und bürgerlicke Republikaner, trotz des beschrätzikten Wahlrechts, dem herrschenden System ernsthast zu schaffen nvchen. Wenn eS dem Ministerpräsidenten Canalejas mit seinen laut verkün» deten demokratischen und sozialpolitischen Grundsätzen Ernst ist, so dürfte er in dem nächsten Parlament dazu einen kräftigen Rückhalt finden. Der Senat besteht aus 180 gewählten Mitgliedern, die Beamte oder Höchstbestcuerte sein müssen und von den Höchst- besteuerten oder den gleichfalls plutokratifchen ProOiNzialver» tretnngen gewählt werden(alle fünf Jahre die Hälfte). Vi-? zur gleichen Zahl gehören dem Senat an: die„Granden(HochadLge). Erzbischöfe, eine Reihe hoher Staatsbeamter und Generale und die vom König aus den Beamten oder Reichen ernannten Mitglieder. Dem Kongreß können Geistliche nicht angchöreu. Diäten werden nicht gezahlt. Den CorteS steht das Recht der Ministcrauklage gn, in welchem Falle der Senat als Gericht fungiert. Huftralta). Das BuudeSparlamknk. Melbourne,'16. April. Das Abgeordnolcnliaus des neueir Bundesparlaments setzt sich zusamuten aus 30 Antisozialtsten und Protektioniften unter der Führerschaft deS Premierministers D e a k i n, aus 41 Mit» liederir Hep Arbeiterpartei und ans 4 Unab- cuigrgev.- GewerkrcbaftUcbes. HußwordentHcbcr(Siebenter) Kongreß der Gewerhfcbaften Deutschlands Montass, beu 25. April 1910, in Berlin im GewerkschastShause, Engelufer 15. Als Tagesordnung ist vorläufig vorgesehen: 1. Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten. 2. Die ReichsversicherungSordnnlig. ») Krankenversicherung. Neserent: Gustav Bauer. Berlin. b) Unfallversicherung: 1. Gewerbe- und landwirtschaftliche Unfallversicherung. Referent: Rudolf Wissel!. Berlin. 2. See-Unfallversicherung. Referent: Paul Müller. Hamburg. o) Invalidenversicherung. Referent: Johannes Timm-München. ä) Hinterbliebenenversicherung. Referent: Friedrich Lesche- Hamburg. Der Kongreß wird am 23. April lOlv. vormittags 10 Uhr eröffnet und wird bis einschließlich 26. April tagen. Die Wahl der Delegierten erfolgt gemäß dem von den Gewerkschaftskongressen beschlossenen Regulativ. Der in Aussicht genoniniene Allgemeine Kongreß aller gc- werkschaftlich organisierten Arbeiter und Angestellten Deutsch- lands ist nicht zustande gekommen, weil die Hirsch-Dunckerschen und Christlichen Gewerkschaften die Beteiligung abgelehnt haben. Den gewählten Delegierten geht seitens der Vorstände der Zentralverbände mit dem ausgefertigten Mandat eine nähere Mtteilung bezüglich Wohuimgsbeschaffung und Empfang seitens des Lokalkomitees in Berlin zu. Die Adresse des Lokalkomitees ist: A. Körstea, Berlin LO. 16, Eugelufer 16. Die Generalkommissiou der Gewerkschaften Deutschlands. C. Legieu, Berlin LO.. Engelufer 14/15. 8 Das„Echo de Paris" will wissen, daß der revolutionäre all- gemeine Arbeiterverband den streikenden Seeleuten in Marseille beträchtliche Geldsummen zur Verfügung gestellt habe. Der Präfekt von Marseille hat erklärt, da die Ordnung wieder- hergestellt sei, werde ereineAbordnungdereingeschriv- heuen Seeleute empfangen, jedoch unter der Bedingung, daß sie sich aus solchen Mitgliedern zusammensetze, die nicht Gegen- stand einer Beschwerde oder einer gerichtlichen Verfolgung seien. rh.Glocke, Berlin, Druck«,Berlag:Vorwärt»Buchdr.u.VerIag«anstall Ein Streik der Kapitäne. AüZ T r i e st wird gemeldet: Die Kapitäne der SeeschisfahrtS- gesellschaften„Dalmatia" und„Lloyd" beschlossen in einer kürzlich abgehaltenen Versammlung, beiden Gesellschaften ein Ultimatum zuzustellen, worin sie erklären, daß, falls bis Sonntag mittag ihre Forderungen nicht bewilligt würden, der Streik beginnen wird und vom nächsten Sonntag ab kein Schiff den Triester Hafen vrr- lassen soll._ Ausstände in Italien. Rom, 15. April.(Eig. Ber.) Der Streik der Mailänder Bauarbeiter, der am 4. April ausgebrochen ist und 15 666 Arbeiter umsaßt, dauert unverändert fort. In Turin streiken die Tischler. und dieser Ausstand, der anfangs partiell war, dehnt sich nach und nach auf alle Werkstätten aus. Gefordert wird ein Stundenlohn von 46 Centimes. In Rom werden am nächsten Montag die Bau- arbeiter in den Streik treten, um die Herahsetzung der Arbeitszeit von 16 auf 6 Stunden bei Beibehaltung des heutigen Taglohnes, der 4,86 Lire für die Maurer beträgt, zu erzwingen. Dockarbeiter-Anssperrung. Die Dockarbeiter voni Bilbao(Spanien), die vor ztvei Tagen den allgemeinen Ausstand beschlossen, sich gestern aber für die Wiederaufnahme der Arbeit ausgesprochen hatten, sind von den Arbeitgebern ausgesperrt worden. In der englischen Textilindustrie bereitet sich gegenwärtig ein Lohnkampf vor. Der stramm organisierte Unternehmerverband hat eine Vorstandssitzung abgehalten, in der eine Refolution an- genommen wurde, wonach die Lage des Gewerbes zu einer all- gemeinen Lohnreduktion von 5 Proz. berechtigt, und der Verbandssekretär beauftragt wird, eine gemeinsame Konferenz mit den Arbeiterorganisationen zur Regelung der Lohnfrage ein- zuberufen. Diese Resolution steht auf dem Boden des sogenannten Brooklands-Vertrages, der die Arbeitsfragen im eng- lischen Textilgewerbe regelt. Danach ist jede einmalige Lohn- erhöhung oder Lohnredultion auf 5 Proz. begrenzt und die Ab- Haltung gemeinsamer Konferenzen vorgesehen. Die Arbeiter werden sich diesem Versuche der Lohnkürzung voraussichtlich wider- setzen. Sie haben es nicht vergessen, wie die Unternehmer zur Zeit der Hochkonjunktur, als die Aktionäre unerhörte Dividenden einsackten, auch die geringsten Forderungen der Arbeiter schroff zurückwiesen und es beinahe auf einen großen Entscheidungskampf ankommen ließen. Dagegen führen die Unternehmer bei dem ersten Zeichen des geschäftlichen Niederganges die organisierte „short t i m e", d. h. die kurze Arbeitswoche von 4 oder 5 Tagen ein, die für die gesamte Arbeiterschaft mit so großen Opfern und Entbehrungen verbunden ist. Die Fabrikanten behaupten, die Lohnreduktion sei eine Vorbedingung zur Aufbesserung der gegen» wärtigen schlechten Geschäftslage in der Textilindustrie. DieS wird von den Arbeitern entschieden bestritten und vielmehr auf die Notwendigkeit der Beschaffung von mehr und billigerem Roh- Material zur Aufhebung der geschäftlichen Stockung hingewiesen. Versammlungen. Zentralverband der Maschinisten und Heizer. Die Vertval« tungsstelle Groß-Berlin dieses Verbandes hielt am Sonntag in den „Arminhallen" eine außerordentliche Generalversammlung ab. um über die Anträge zum Verbandstag zu beraten, der am 15. Mai zusammentritt und in Hamburg stattfindet. Nachdem der Vorsitzende Schwittau eine kurze Uebersicht über die wich- tlgsten der vorliegenden Anträge gegeben hatte, wurden STefe zur Beratung gestellt und, soweit es nötig war, zur Abstimmung ge- bracht. In einer großen Anzahl von Anträgen werden verschiedene Abänderungen des Verbandsstatuts vorgeschlagen, und darunter sind mehrere, die teils Erhöhung oder weiteren Ausbau der Unter» stützungen, teils und auch nebenbei Erhöhung der Beiträge zum Ziele haben. Diesen Anträgen gegenüber wurde hervorgehoben, daß Erhöhung der Unterstützungen ohne Beitragserhöhung nicht durchführbar sei und, da die Versammlung eine Beitragserhöhung nicht für angebracht hielt, lehnte sie die Anträge ab bis auf einen, wonach die Krankenunterstützung um 2 M. herabgesetzt und die Arbeitslosenunterstützung um denselben Betrag erhöht werden soll. Durchaus ablehnend verhielt sich die Versammlung gegenüber einem Antrag, dem Verbandsvorstand das Recht zu geben, Mitglieder aus- zuschließen, ohne daß ein AuSschlußantrag aus den Zahlstellen vor- liegt. Ebenfalls als gänzlich unannehmbar bezeichnet und ein- stimmig abgelehnt wurde ein Antrag, wonach die von den Mit, gliedern der Zahlstellen zu wählenden Ortsfunktionäre der Be- stätigung durch den Verbandsvorstand unterliegen sollen..Ein An» trag, daß VorortSzahlstellen sich mit dem Hauptort, kleinere Zahl. stellen sich in einem bestimmten Umkreis zu einer einheitlichen Ver» waltungSstelle zusammenschließen sollen, fand allgemeine Zustim- mung. Von mehreren Zahlstellen sind Anträge auf Anstellung neuer besoldeter Gauleiter eingebracht, während der Verbands- vorstand vorschlägt, vorläufig ei n e n neuen Gauleiter anzustellen. Gegen diesen Antrag wurden keine Einwendungen erhoben. Unter den übrigen Anträgen, die in der Versammlung zur Sprache kamen, sind auch solche, die eine Verschmelzung mit anderen Ver- bänden zum Ziele haben. Der Vorsitzende führte hierzu aus, daß die Verhaltnisse dazu zwingen, diese Frage, die schon auf der Tages. ordnung des vorigen Verbandstages stand, jn Hamburg von neuem zu erörtern. Nach Erledigung dieses Punktes der Tagesordnung wurde ein, stimmig beschlossen, für die Maschinisten und Heizer selbständig eine Maidemonstrationsversammlung zu veranstalten, die, wie die Ver» sammlungen der übrigen Gewerkschaften und Gruppen, mittags 12 Uhr stattfindet._ Letzte Nacbncbtcn und Dcpcfcben. Tödlicher Unglücksfall. Keim ,Kohßenverladen verunglückten heute nachmißtag die Arbeiter Emil G b u r r aus RummelSburg und Karl I a r o tz k y aus L i ch t e n b e r g auf dem Güterbahn. Hof Friedrichsfelde-Lichtenberg tödlich. Sie rollten einen b e- ladenen Wagen ab. indem sie sich gegen die Puffer lehnten. Bon einem anderen abrollenden Wagen wurden sie dann zerquetscht und auf der Stelle getötet. Die Lage in Albanien. veSküb, 16. April.(B. H.) Nach P r i st r« n sind Mafchtriert« gewehte und Train von Adrianopel und zwei Batterie» Schnellfeuer- gefchütze von hier abgegangen.— Nashar Bei, der hiesige Wpli, ist gestern zurückgekehrt und verbleibt in seiner Stellung. Konstantinopel» 16. April.(W. T. B.) Heute abend find zwei JSgerbatalllone unter dem Kommando des Brigadegenerals OSman und zwei Batterien nach Oberalbanicn abgegangen. Die Gesamt- zahl der ausgesandten Truppen beträgt etwa 26 660. In eine Transmission geraten. Reustadt a. d. Hardt, 16. April.(B. H.) Jn Niederauerbach geriet gestern das achtjährige Söhnchcn des Gerbers Müller in eine Transmission. Zwei Frauen, die zu Hilfe eilten, wurden verletzt, die eine davon lebensgefährlich. Gattenmord und Selbstmord. Pari», 16. April.(B. H.) Der Bankbeamte Ehappon- nais in St. Cloud erschoß heute in einem Anfall von Sleu, rasthenie feine Gattin und darauf sich selbst._, Saul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Brilegen», v»tertz»lt»»sHbl, it. 89. 27. Aahtgaag. ijtiliige Sts Lamiick- Kerlim NxlksdlaN. Zonulag. 17. Kxrü 1910. Reichstag. 65. Sitzung. Sonnabend, den 16. Apri!, vormittags 11 U h r. Am BundeSratstisch: Wermnth. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung eines Reichsbesteuerungsgesetzes. welches das Reich zu Gebühren für die Benutzung von im öffent- lichen Interesse unterhaltenen Veranstaltungen in den einzelnen Bundesstaaten und Gemeinden und zu Grund- und Gewerbesteuern heranziehen will. Abg. Dr. Brunstcrmann(Rp.) erklärt die Zustimmung seiner Freunde zu dem Entwurf; er gebe den Gemeinden einen Ersatz für die aufgehobenen Oktroieinnahmen. SLbg. Gröber(Z.) ist mit den allgemeinen Grundsätzen deS Ent Wurfs einverstanden. Man solle aber die Besteuerung der Reichs- betriebe durch die Gemeinden nicht nur zulassen, sondern p r i n- z» p i e I l bestimmen. Der Einwand von der Souveränität des Reiches sei hinfällig, die Bundesstaaten seien selbständige souveräne Staaten mit selbständigen Aufgaben, für welche das Reich keine übergeordnet« juristische Person bilde. In seinen weiteren AuS- führungcn auf der Tribüne im Zusammenhange unverständlich scheint der Redner zu bedauern, daß der Entwurf nicht weiter gehe und namentlich keine direkte Besteuerung des Reiches zulasse. Reichsschatzsekretär Mermuth: Mit der Vorlage wollten wir mehrfach geäußerten Wünschen des Reichstags und weiter Kreise der Bevölkerung entgegenkommen. Zunächst will der Entwurf den Gemeinden, in denen ReichSbetriebe sich befinden, ein gesetzliches Recht zur Heranziehung dieser Betriebe zu den Gemeindelasten geben. Wir hofften, das könnte schon zum I. April d. I. geschchen. Die Beträge dafür haben wir bereits vorgesehen. Wenn Sie heute nicht in der Gebelaune sind, werden wir diese Beträge tiefbetrübt wieder in die eigene Tasche stecken.(Große Heiterkeit.) Ferner soll Elsaß-Lothringen für die Gemeinden mit Eiscnbahnbetriebsstätten aus den Ueberschüssen der Reichseisenbahnen b Proz., mindestens jedoch 200 000 M. erhalten, und zwar ohne Gegenleistung, denn die Aufhebung der Oktroivergütungsgelder auch in Elsaß-Lothringen muß sowieso erfolgen. Das Gesetz will also nur geben und nicht nehmen.— Die Zuständigkeit des Reiches zu dieser Gesetzgebung ist ganz zweifellos, und sie entspricht einem praktischen Bedürfnis, um eine einheitliche Ordnung und gesetzliche Grundlage auf diesem Gebiet zu schaffen. Staatsrechtliche Bedenken sollte man hier also nicht erheben. Abg. Ahlhorn(Fortschr. Vp.); Es wäre bedauerlich, wenn durch Aufwerfung staatsrechtlicher Bedenken die Verabschiedung der Vor- läge verzögert werde; seit 2ö Jahren verlangen wir eine derartige gesetzliche Regelung im Interesse der Gemeinden, welche infolge der Reichsbetriebe in ihren Gemarkungen gezwungen sind, ihre Kom- munalsteuern ganz außerordentlich zu erhöhen. Auf di« Einzel- h»iten des Entwurfs will ich nicht eingehen, da wir ihn ja wegen der erhobenen Bedenken in eine Kommission werden verweisen müssen. Bedenken haben wir gegen die Befreiung der Militärspeise- einrichtungen und ähnlicher Anstalten von Steuern, die eine Folge der Befreiung des Reichsfiskus von Verbrauchsabgaben sein soll; dies« Anstalten machen dem gewerblichen Mittelstand ein« erhebliche Konkurrenz, und ihre Befreiung von Steuern ist daher ganz un- berechtigt. Abg. Dr. Heinz«(natl.): Entgegen dem Abg. Gröber halten wir es staatsrechtlich für selbstverständlich, daß das Reich von einem Bundesstaat nicht zu einer Steuer herangezogen werden kann, ohne seine Einwilligung. Daher ist die Berechtigung zum Erlaß emeS solchen Gesetzes zweifellos. Grundsätzlich stimmen wir dem Gesetze zu. über seine einzelnen Bestimmungen können wir uns noch näher rn der Budgetkommisiion unterhalten, in die ich den Entwurf zu verweisen beantrage. Abg. Emme!(Soz.): Mit den Ausführungen dez Abgeordneten Gröber, die«wen stark partikularistischen Zug hatten, sind meine Freunde nicht ein- verstanden. Die Steuerpflicht deS Reiches muß zwar für die Ge- meinden gegeben sein, aber der Rahmen, in welchem diese Steuer- Pflicht sich bewegt, muß selbstverständlich vom Reiche selbst fest- gelegt werden. Dieser Rahmen muß aber so gezogen werden, daß den praktischen Bedürfnissen der Gemeinden Rechnung ge- tragen wird. Hier aber tut der gegenwärtige Entwurf bei weitem nicht, was notwendig ist. Die Reichsbetriebe sind sehr verschieden über daS Reich verteilt. Nur die Betriebe der Post- und Tele- graphenverwaltung sind etwas gleichmäßig verteilt, dagegen be- finden sich die Betriebe der Marineverwaltung nur an der Küste und auch die Militäreinrichtungen siud sehr ungleich verteilt, und die Betriebe der Reichseisenbahnen befinden sich lediglich in Elsaß- Lothringen. Auf diese ungleiche Verteilung der Betriebe nimmt der Entwurf aber gar keine Rücksicht, sondern will die Steuerpflicht deS Reiches ganz schematisch vögeln, und die Reichseisenbahn» betriebe fast steuerfrei lassen. Der Zuschuß von 200 000 M. kann der Steuerpflicht des Reiches in keiner Weife entsprechen, er stellt ja nur eine ganz geringe Abgabe dar, die nicht entfernt dem gleich kommt, was das Reichsland bekäme, wenn es feine Eisenbahnen selbst betriebe. Nun sagt man freilich, die Rcichseisenbahnen rentieren sich nicht; daS liegt aber nur daran, daß eine ganze Reihe stra- Kleines Feuilleton. Die fchw eigen den Sckreiter. (io. HprÜ 1910.) Die ftete und alles fchaffen vom JAorgen bis zur stlacht, fie UtOen Cöcrh und Walze und Kaden(ich aufgemacht und Kamen von Schacht und Schaufel, aus Qualm und lAaCchinentaal, um ftolz der Weit zu weifen ihr Menfchcntum einmal. Sie zlehn heran und vorüber, ein unermeßlicher Zug Kein Hntlitz, das die Würde des Hugenblicha nicht trug. Wer fie erfchaut, den faßt es wie Hhncn und Verftehnt Raufcht nicht aus«liefen Mafien eines neuen Oeiftes Wehn? Sie aber fchreiten und fchreiten. Kein Ruf, Kein Sang crtSnt. Gewaltig unter den Critten der Boden nur erdröhnt. Sie zlehn in heiligem Schreiten, in heiligem Schweigen hin» ihr Schreiten und Schweigen bekundet hoheitvollen Sinn. Ihr großes Schweigen bedeutet«(Sicht fchreit, wer handeln will. Ein Weltgeftaltungswille bcfeelt uns ftarh und ftilU Hus ihrem Schreiten aber die Ründerftimme fpricht« So wollen wir fchreiten und fchreiten entgegen dem Leben und Licht! Die schweigenden Schreiter! Kein Dichter hat fehnend fie erdacht, zu Köstlich er Wahrheit hat sie das Leben selbst gemacht. In denen, die dürften und darben rang- und rechtelos, bat fich'e erfüllt propbetifch und königlich und groß. Drum jubeln Seift und Seele, fiegbeiterfter Kräfte voll» Drum fei gelungen» was schäumend dem Born des Cages entquoll» ein leuchtendes Begeben, des Dichterworte» wert, daß das Bild von den schweigenden Schreitern die ringende Welt erfährt. Xofepb Luitpold. logischer Bahnen gebaut sind, die nicht dem Interesse Elsaß- I Lothringens, sondern dem allgemeinen Reichsinteresse dienen. Das � Reichsland wird also zugunsten des ganzen Reiches belastet. Und dem trägt der Entwurf in keiner Weise Rechnung. Dabei ist das Reich Rechtsnachfolger der französischen Ostbahngesellschaft, die selbstverständlich steuerpflichtig nach den allgemeinen Steuergrund- sähen war. und ihr Rechtsnachfolger hätte doch selbstverständlich diese Steuerpflicht zu übernehmen.(Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Wie schwer durch die Reichsbetriebe die Gemeinden belastet werden, zeigt unter anderem das Beispiel von Hillesheim, wo 302 Schulkinder vorhanden sind, deren Eltern in den Eisenbahnwerk' stätten von Mülhausen beschäftigt sind. Zu den Lasten dieser Ge� meinde trägt das Reich nichts bei, während Privatbetriebe, falls in solchen dieselben Arbeiten gemacht würden, selbstverständlich herangezogen würden. Der Gemeinde aber erwachsen erhebliche Schullasten und auch Armenlasten aus diesen Betrieben, die nun von den sonstigen Steuerausgaben gedeckt lverden müssen; so muß die Gemeinde jetzt ein neues SchulhauS bauen, und ebenso ist ein Krankenhaus nötig, gerade zufolge der Erkrankung von Personen, die in den Reichsbetrieben gearbeitet haben. Da ist es doch nicht mehr wie billig, daß diese Betriebe zu den Gemeindelasten heran- gezogen werden, und zwar in dem vollen Umfange wie Privat- btriebe.(Lebhaftes Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Diese Dinge müssen in der Kommission so geregelt werden, daß man in Zukunft nicht mehr von einer Drückebergerei des Reiches sprechen darf. Wie außerordentlich diese Vorlage in die Verhältnisse der einzelnen Gemeinden eingreift, zeigt der Umstand, daß infolge dieses Entwurfs Straßburg allein 105 000 M. einbüßt.(Hörti hörtl bei den Sozialdemokraten.) Da ist eS doch lächerlich, wenn man von den 200 000 M., welche die Reichseisenbahnen geben sellen, ein großes Gerede machen will. Allerdings verteilen sich die Ausfälle auf die einzelnen Verwaltungen. So verliert durch den Wegfall des Oktrois Mülhausen von der Post- und Tele- graphenver-oaltung 5000 M., von der Heeresverwaltung 2000 M., von den Reichseisenbahnbetrieben 17 000 M., zusammen also 24 000 Mark. Und dazu kommt noch ein weiterer Verlust von 16 000 M. infolge des Wegfalls der Gebäudesteuer, so daß diese Stadt allein durch das Gesetz 40000 M. jährlich einbüßt.(Hörtl hörtl b. d. Sozial- demokraten.) Wir hören nun freilich, daß dafür die Kasernierungs. beitrüge in Zukunft wegfallen sollen. Aber ich begreife nicht, wie man davon überhaupt reden kann. Die Juristen sind sich— so weit Juristen überhaupt einig sein können— darin einig, daß diese Kasernierungsbeiträge überhaupt nicht erhoben werden dürfen; daß diese aus der französischen Zeit stammend« Verpflichtung durch die Reichsverfassung aufgehoben ist, daß diese Beiträge also über- Haupt zu Unrecht erhoben werden. Auch kommt ihre Aufhebung nur den wenigen Städten zugute, die schon vor 1870 Garnisonen hatten, daS ist Straßburg, Metz und, ich glaube, auch Colmar, bei allen anderen kann von KasernierungSbeiträgen überhaupt keine Rede sein; diese Begründung soll lediglich nach außen den Schein erwecken, als ob man den Gemeinden entgegenkommen will. Aber praktische Bedeutung hat die ganze Frage der Kasernierungskosten nicht mehr, wenn es auch gut ist, daß man sie durch eine auSdrück- liehe Bestimmung aufhebt. Besonders möchte ich noch betonen, daß die Offiziere von den Kommunalsteuern befreit sind, obgleich sie die kommunalen Ein- richtungen, die Schulen usw., in Anspruch nehmen wie jeder andere. Die Steuerfreiheit der vom Reiche angestellten und beschäftigten Personen ist direkt unverständlich, und statt sie zu beseitigen, soll fie noch erweitert werden, indem auch die Offiziers- Speiseanstalten und Kasinos der Steuerpflicht entzogen werden sollen. Jeder Arbeiter, der ein Einkommen von 700 Mark hat, wird zu den Gemeindelasten herangezogen, hochgestellte Offiziere aber nicht. Ein solcher Zustand ist unhaltbar und muß unbedingt geändert werden.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Auf Einzelheiten will ich nicht näher eingehen, dazu wird in der Kommissionsberatung Zeit sein, nur das eine will ich schon jetzt betonen, daß der Absatz 4 von 5 nicht bestehen bleiben kann. Er lautet:„Werkstätten und ähnliche Einrichtungen der Reichseisenbahn gelten nicht als fabrikmäßige oder fabrikähn. liche Betriebe." Die Gemeinden mit Eisenbahnbetrieben sollen also benachteiligt werden gegenüber denen mit Militärbetrieben. Dem können wir nicht zustimmen. Es muß unter allen Umständen eine gleichmäßige Behandlung stattfinden.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Auf weitere Einzelheiten will ich, wie gesagt, jetzt nicht ein- gehen, dem Grundgedanken des Gesetzes stehen wir sympathisch gegenüber, doch mutz es in den Einzelheiten sehr erheblich ge- ändert werden. Damit dieses gründlich und auch recht schnell ge- schehen kann, beantrage ich, das Gesetz nicht an die Budget- kommission, sondern an eine besondere Kommission von 21 Mit- gliedern zu verweisen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Frhr. v. Richthosen-DainSdorf(I.) erklärt sich mit der Vorlage im Prinzip und im allgemeinen einverstanden. Ueber Einzelheiten sei in der Kommission zu reden. Abg. Bonderscheer(Z.) beklagt die Benachteiligung Elsaß-Loth- ringen? in dem EntWurfe. Manche Ausführungen, die der Abg. Emme! darüber gemacht habe, könne er nur unterschreiben. In der Kommission werden hoffentlich Verbesserungen für Elsaß-Loth- ringen erreicht werden, und es wäre sehr wünschenswert, wenn Die Ausstellung der Sezession(die 20.) wurde am Sonnabend unter einem erschreckenden Aufgebot von Riesenhüten und sonstigen Ueberflüisigteilen eröffnet. Max Liebermann hielt die Be- grüßungSrede. die auch die letzten Zwistigkeiien in der Sezession berührte. Liebermann verwirft die jurysreien Ausstellungen, die in Paris bereits bestehen und sicher auch in Berlin kommen werden. «Für die Berliner Sezession gilt die jurysreie Ausstellung als das Aufgeben ihrer Prinzipien." Die räumlich begrenzte Sezession ver- langt strenge Sichtung! DaS Recht auf Irrtum— auch gegenüber dem Genie, daS ebenso selten wie fruchtbar ist— wird in Anspruch genommen und Förderung der Talente als Aufgabe hingestellt. Gegenüber der TraditionSlosigkeit und dem frühreifen Geniestreben will die Sezession die handwerkliche Grundlage der Kunst zur Geltung bringen. So daS an die Jungen gerichtete Pronunziamento Liebermanns! Die Ausstellung selbst sucht Tradition zu schaffen durch Sonder- anSstellungen des ernst- soliden Karlsruher Trübner und des virtuosen Münchener v. H a b e r m a n n sowie des lebensvollen Schweden Zorn, der durch seine kräftig sinnliche Farbe entzückt. Eine schöne Ueberraschung wird durch M a n e t S großes Bild: die Erschießung Maximilians von Mexiko geboten. DreS von_ der städtische» Kunsthalle in Mannheim angekaufte und leihweise über- lasiene Bild repräsentiert für Deutschland heute noch ein ganzes Programm. Ein monumentales Werk großer und reiner Malerei. Mit deutlicher Spitze gegen die offizielle preußische Kunsttendenz beglückwünscht der Katalog die Mannheimer Kunstgalerie dazu, daß sie sich von keinen anderen Rücksichten leiten zu lassen braucht als von dem lünstlerischen Werte der zu erwerbenden Werke. Was sonst die Ausstellung an Altem und Neuem, Einheimischem und Fremdem(e§ sind vorzügliche französische Jiiipressionisten da) vorführt und wie sie ei» rercheS Leben und Streben auch in den Jüngeren und Jüngsten offenbart, mag den Einzelbetrachtungen vorbehalten bleiben. D. Humor und Satire. Die Mumie spricht. Die Mumie RamseS H von Aegypten, als solche erbliches Mitglied des Herrenhauses, Ehrenchef der Luftschifferabteilung. AufsichtSrat der preußischen Staatsschulden usw. usw. besteigt die die elsaß-lothringifche Regierung sich im Interesse deS Reichs- landes eifrig an den Kommissionsverhandlungen beteiligen wollte. (Beifall im Zentrum.) Abg. Dr. Neumann-Hofcr(Fortschr. Vp.): Die Vorlage, die übrigens einen anderen Namen haben müßte, wahrt die Jntcr- essen der Einzelstaaten in einigermaßen befriedigender Weise. Dennoch bedarf das Gesetz noch sorgfältiger Prüfung in der Kom- Mission. Nach einigen fast unverständlich bleibenden Bemerkungen des Abg. Becker-Cöln(Z.) wird die Vorlage an die Budget kom- Mission verwiesen. ES folgt die erste Beratung des Gesetzes über di» AufstaudSauSgabcn für Südwestafrika. Der Entwurf bringt eine Aufstellung derKostendeSAuf- stand es und verlangt eine Deckung der Mehrausgaben durch eine Anleihe von 23,7 Millionen Mark; die übrigen Aufstands- ausgaben sollen aus den ordentlichen Einnahmen deS Schutzgebietes gedeckt werden. Abg. Erzberger(Z.) ist erfreut, daß endlich mit einer Abrcch- nung der Ausgaben für den Aufstand begonnen wird, bemängelt aber die Kontrollbestimmungen als ungenügend, so soll eine Prü- funa und Kontrolle der in daS Schutzgebiet gelangten oder dort beschafften Gegenstände nur infoweit stattfinden,„als besondere Verhältnisse dazu Anlaß geben". Wie notwendig eine scharfe Material-Kontrolle sei, zeige der Umstand, daß 500 000 Paar Unterhosen vorhanden sind, ebenso, daß die Firma Woermann vor einigen Jahren an daS Reich 750 000 M. zurückzahlen muhte. (Hört! hörtl im Zentrum.) Ins Blaue hinein ist bestellt worden. und als ein Lieferant stutzig wurde und fragte, ob kein Irrtum vorliege, bekam er die bureaukratische?lntwort:�„Eine Be» Hörde irrt nicht!"(Große Heiterkeit.) Die nähere Prüfung der einzelnen Bestimmungen kann in der Budgetkommisfion er- folgen, an die ich die Borlage zu verweisen beantrage. Aber auch hier bitte ich zu beantworten, ob die geforderten 23,7 Millionen nun die genaue Abrechnung darstellen. Als wir einen Abstrich von 9 Millionen Mark beantragten, wurde Zeter und Mordio durch ganz Deutschland geschrien.(Sehr richtig! im Zentrum), und die Regierung löste den Reichstag auf, aber sie hat sich nicht gescheut, 23,7 Millionen Mark mehr auszugeben, ohne dem Reichstag ein Sterbenswort zu sagen.(Sehr richtig! im Zentrum.) Das zeigt, wie recht Graf PosadowSkh hatte, als er schrieb:„Der Streitpunkt, der zur Auflösung deS Reichs- tags führte, kann nicht als solcher betrachtet werden, bei dem es sich ernsthaft um Versagung der Mittel zur Verteidigung des Reiches gehandelt hat."(Lebh. Hört! hört! im Zentrum.) Also wegen 8 Millionen Mark: ReichStagSauflösung,— aber 23 Millionen Mark werde» mehr ausgegeben. Aber deshalb wollen wir nicht streiten.(Sehr gut! und: Das glauben wir! bei den Sozial- demokraten.) Diese 23,7 Millionen Mark sollen neu gepumpt werden. Das widerspricht dem Grundsatz, den der Schatzsekretär aufgestellt hat und oem meine Freunde zugestimmt haben: Keine Ausgaben ohne Deckung. Diese Deckung kann dadurch gefunden werden, daß die großen kapitalistischen Gesellschaften diese Kosten übernehmen; 405 Millionen Mark betragen die gesamten Kriegs- kosten, und im wesentlichen haben diese Gesell- schaften Vorteil von dem Kriege gehabt, es ist also billig, daß sie einen Kriegsbeitrag leisten, was zuerst der Regent von Braunschweig. Prinz Albrecht von Mecklenburg, ange- regt hat. Im Reichstag wird sich sicher eine Mehrheit dafür finden. Abg. Dr. Görcke(natl.): Wir erkennen an, daß eine einheit» liche Abrechnung ohne Trennung nach einzelnen Jahren genügt,— daß große Summen zu Unrecht in die Taschen von Lieferanten und Gesellschaften geflossen sind, kann ich nicht zugeben. Daß die not» wendige Summe erheblich um 23,7 Millionen überschritten werden wird, glaube ich nicht. Der vom Borredner angeregte Gedanke, daß sie von den großen Gesellschaften, die den Vorteil vom Krieg gehabt haben, getragen werden sollen, ist sehr b e- stechend, und ich persönlich— mit meinen Freunden konnte ich darüber natürlich noch nicht sprechen— halte ihn für sehr er- wägenswert. Deshalb bin ich auch einverstanden mit der lieber- Weisung des Entwurfs an die Budgetkommission, obwohl er als RcchnuugSsache eigentlich an die RechnungSkommisswn gehen müßte. Staatssekretär Dernburg: Wenn der Entwurf jetzt zur Ver- abschiedung kommt, wird der gesamte Abschluß wohl noch im laufenden Etatsjahre erfolgen können. Ich glaube, mit den 23,7 Millionen Mark wird man auskommen. Schon der Reichs» schatzsekreiär Frhr. v. Stengel sagte, es würde eine Mehrforderung nötig werden von vielleicht 30 Millionen Mark; es ist uns gelungen. diese Summe noch herunterzudrücken. DaS Gesetz ist ein AuS- nahmcgesetz, das sich aber den RechnungSgewohnheiten des Deut- schen Reiche? anschließt. Die Herren vom Rechnungshof haben ihre Befriedigung über die Pflichttreue ausgesprochen, mit der alle Beamten in jenen gefährlichen Zeiten ihre Pflicht bei der VerauS- gabung der großen Summen getan haben. Den vom Abg. Erz« berger angeregten Gedanken zur Aufbringung der 23.7 Millionen Mark weife ich natürlich nicht zurück, aber ich verstehe ihn nicht recht. Vorteil von dem Krieg haben doch nicht nur die Gefell- schaften gehabt, sondern auch andere Leute, Kaufleute, Fracht» fahret, die Woermann-Linie, die Adler-Apoiheke. TippelSkirch. Rednertribüne. AlleS, was von Mitgliedern des Hauses nicht erlaucht, sondern bloß edel und geehrt ist, liegt im Kotau unter den Bänken. RamseS wickelt sich vorsichtig die Binden von der fehlenden Nasenspitze, zieht den Karbollutschcr auS dem zahnlosen Kieferwerk und sagt:.Rührt euch I" Dann fährt er fort:„Ich starb vor 3140 Jahren, aber iowaS habe ich feit» dem nicht erlebt. Zn meiner Zeit durste jedenfalls kein Arbeiter die Marseillaise aus der Straße singen. Ein regierender Kollege beklagte sich neulich bei mir. daß die Leute nicht mal den Hut abnehmen, wenn sie ihm begegnen; ja, sie hätten sogar er- klärt, der Herr sei ihnen noch gar nicht vorgestellt.(Er schüttelt bedenklich den Kopf. Ein Auge fällt ihm in« Wasserglas, das andere unter den Tisch.) Ich sehe deutlich, wohin daS führen wird. Die Sozialdemokratie will jedem Säugling das aktive und passive Wahlrecht gewähren. Nun habe ich seinerzeit ähem— III Söhne und 59 Töchter gczcu— hervorgebracht, wie geschichtlich beglaubigt ist. Sie können diese Angelegenheit außerdem im Gothaischen Hoskalcnder nachlesen.(Ein Arm fällt ihm aus.) Ja, ich frage Sie, ist eS da nicht besser, gleich jetzt zu streiken? Der Ast, auf dem der Thron sitzt, tanzt wie daS Pulverfaß auf dem Vulkan. Da muß man einschreiten.(Ein Bein fällt ihm aus.) Nun hat Majestät zwar Wort gegeben. Leider— ähem I Hab' ich auch getan, seinerzeit. Als Arbciterkaste damals Standeserhöhung petitionierte, ließ iH alle höher hängen, am Strick.(Beifallklatsch?') Also eS kommt nur auf die A u s l e g u n g an. Folgen Sie meinem Beispiel!"(Er geht gänzlich auS dem Scharnier und wird von den Dienern in den Mülllasten gefegt.) Der Wochenbeschauer. Notizen. — Vorträge. Dr. F. S. Archenhoid fpricht Donnerstag- abend 8'/, Uhr in der Philharmonie über den Halleyichen Kometen. Die elektrischen, optischen und chemischen Erscheinungen, die beim Durchgange der Erde durch den Schweis des Kometen zu erwarten sind, tverden dabei besprochen mid auch Anweisuirgen zur Beobachtung deS Kometen gegeben werden. — Musikchronik. Im Blüthnerfaai findet Sonntag, den 17. Apni, abends 7'/, Uhr, das letzte populäre Konzert des Blüthner-OrchesterS als Wagner-Abend statt. Bloß die reichsten Lenke zu den Steuern heranzuziehen, wäre ja sehr bequem, ich brauchte dann keine zu bezahlen.(Große Heiter. keit.) Und wer sind denn die Gesellschaften? Das ist eine große Anzahl deutscher kleiner Kapitalisten(Widerspruch im Zentrum); ja ivohl, es sind kleine Kapitalisten, die von dem Kriege gar keinen Borteil hatten, das weiß ich aus meinen früheren Erfahrungen. Ich sehe also noch nicht recht, wie das gemacht werden soll. Immer- hin,' wenn Herr Erzberger in der Budgetkommission ausführbare Vorschläge macht, so soll es an mir gewiß nicht liegen, wenn ihnen nicht Folge gegeben wird. Abg. Stolle(Soz.): Wie die Sachen liegen, kann man wenigstens darüber eine gewisse Genugtuung empfinden, daß jetzt endlich auch die Reichs- regierung das Bedürfnis der Rechnungslegung empfindet. Diese Rechnungslegung freilich ist alles andere eher, als genau und ein- gehend. Man saßt nun: ja, es kann doch nicht über jedes Gewehr, über jeden Proviantbeutel Rechnung abgelegt werden; im Kriege gehe es anders zu, als im Frieden; die Dinge seien nun schon sechs Jahre her und was solche spottbillige Redensarten weiter sind, mit denen man über alles weggehen, alles entschuldigen oder gar recht- fertigen kann. Auch wir wissen, daß man nicht über jede Kleinig- keit Rechnung ablegen kann; Millionen aber sind keine Kleinig- keite».(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)) Und ich möchte den Kaufmann sehen, der sich über Schlampereien da- mit tröitet, dctsi diese Schlampereien vor sechs Jahren passiert sind. Stuf der Darmstädter Bank hätte man sich auch nicht mit solcher Entschuldigung zufrieden ge- geben.(Heiterkeit und Sehr wahrl) Und dann: es handelt sich hier um Millionen, die von der Masse der Steuerzahler aufgebracht Wurden durch indirekte Steuern, die gerade die schwachen Schultern am meisten belasten.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemo- kraten.) Der Kollege Erzberger hatte durchaus recht, als er anregte, die Leute, die bei den Lieferungen usw. sich bereichert haben, zu den Lasten heranzuziehen. Die Reichsregierung denkt natürlich nicht daran. Sie macht lieber un» klare Vorlagen, durch die die Machenschaften der Kapitalisten mit dem Mantel der Liebe zugedeckt werden, jener Leute, die sich bei dem unglückseligen Kriege bereichert haben, der den deutschen Steuerzählern so teuer zu stehen gekommen ist. Um der Kapi- talistcn wegen ist der Krieg geführt worden, die Kapitalisten mögen auch die Koste» trage»!(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Dcrnbnrg: Die Behauptung des Vorredners, daß die Reichsregierung unsaubere Machenschaften mit dem Mantel der Liebe zugedeckt habe, weise ich mit Entschiedenheit zurück.(Lebhaftes Bravo l bei den bürgerlichen Parteien.) Im übrigen beweist die Rede des Herrn Stolle nur, daß er von den Dingen wirklich nichts versteht.(Heiterkeit und Zustimmung vechis.) Abg. Gothci»(Fortschr. Vp.): Es ist bedauerlich, daß der sonst so sympathische Kollege Stolle sich diesmal so verrannt hat. (Zustimmung bei den Liberalen und rechts.) Eine so detaillierte Rechnungsablegung, wie er sie verlangt, ist einfach unmöglich.— Der Vorschlag Erzbergers, die Landgesellschaften zu den Kosten heranzuziehen, ist nicht neu. Im Prinzip ist der Vorschlag nicht übel, wenn auch natürlich schwer durchführbar. Findet sich ein gangbarer Weg, sind wir gern bereit, ihn mitzugehen.(Bei. fall links.) Abg. Erzberger(Z.): Der Kollege Stolle hat seine Angriffe gewiß in gutem Glauben vorgebracht; er ist aber augenscheinlich ungenügend informiert und hat daher Verwechslungen begangen. die er bei genügender Kenntnis sich nicht hätte zuschulden kommen lassen. Von Betrügereien, Unterschlagungen, Veruntreuungen ist keine Rede gewesen.— Es geht nicht anders, als daß der Rech- nungShof sich mit Stichproben benügt. So steht es auch im Reichs» kontrollgesetz, dem auch die Sozialdemokraten zugestimmt haben. (Hört! Hort!) Abg. Stolle(Soz.): Sie sagen, es sei nicht möglich, über die Verwendung der Materialien Aufschluß zu geben; wie wollte man dann den Nach. weis erbringen, daß soundsoviel abgenommen sei. Bei einzelnen Kleinigkeiten mag das stimmen, hier aber handelt cS sich um ganz bedeutende Summen; wenn eine Truppe wohin geschickt wird, so ist doch der Nachweis zu erbringen, wie viel sie mitgenommen hat an Wagen, an Proviant und an anderen Sachen. Sie sagen in der Begründung selbst:.Bei dem größten Teil der Ausgaben hat eine sachliche Prüfung der Belege vor der Verwendung nicht statt. gefunden." Wenn in dieser Weise im Schutzgebiet verfahren ist, wenn eine Prüfung bei der Lieferung nicht stattgefunden hat, stt es da ein Unrecht, daß ich darauf dringe, daß nicht bloß durch Stich- proben geprüft wird, sonder» daß rechnungsmäßig nachgeprüft wird, was wirklich geliefert ist.(Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) �„ Abg. Dr. Goercka(natl.) wirft dem Abgeordneten Stolle vor, leichtfertige Verdächtigungen vorgebracht zu haben. Das fei so die Art der Sozialdemokratie.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Die Art Ihres Reichsverbandes l) Mag Herr Stolle sich doch in die Rechnungskommission hineinwählen lassen! Die Diskussion schließt und die Vorlage wird an die Budgetkommission verwiesen. ES folgt die erste Lesung der Fernsprechgebiihrenordnung. Staatssekretär Kraetke: Der Beschluß hat schon im vorigen Jahre dem hohen Hause vorgelegen, gelangte aber nicht zur Ver- abschiedung. Er wurde ziemlich von allen Parteien mit Ausnahme der Sozialdemokratie mindestens nicht unfreundlich begrüßt.— Redner empfiehlt den Entwurf, der eine angemessene Verteilung der Kosten herbeizuführen suche. UebrigenS nehme die Regierung gern Verbesserungsvorschläge in der Kommission entgegen. Auf Antrag des Abgeordneten Nacken(Z.) beschließt darauf da? Haus Vertagung. Nächste Sitzung: Montag. 12 Uhr.(Reichsversicherungs- Ordnung.) Muß: 4% Uhr._ MgeorÄnetsnbaus. 5 0. Sitzung vom Sonnabend, den 16. April, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v. Breitrnbach. Zunächst wird die Novelle zum Gesetz betreffend das Staats. schuld buch, in zweiter und dritter Beratung debatteloS an- genommen..„.... Hieraus wird die zweite Losung des Eisenbahnetats ��E?ne�grotze Reihe von Abgeordneten bringt Wünsche vor auf Ausbau von Bahnhöfen, Schaffung neuer Haltestellen, neuer Bahn- strecken usw. Damit ist der Eisenbahnetat erledigt. Es folgt der KultuSetat. Abg. Dittrich(Z.)'! Als Herr Herold bei der ersten Lesung unseren altbekannten Standpunkt zu der Behandlung der Schulangelegenheiten darlegte. sah man merkwürdigerweise barin auf der linken Seite dieses Hauses den Aufruf zu einem neuen Kulturkampf. Dabei ist das. was wir fordern, wirklich nicht so ungeheuerlich. Wir legen besonderen Wert darauf, daß die Grundsätze des Christen- tum» überall zur Geltung kommen. Wir befinden uns dabei in Ilebereinstimmung mit den Worten Kaiser Wilhelms I:„Dem Volke mus« die Religion erhalten werden." Zur Wahrung der Lehren des Christentums ist die Kirche berufen, und darum fordern wir für die Kirche freie Betätigung nicht aus irgendwelchen Macht- gelüsten herqus, sondern weil wir die reichen Schätze, die das Christentum in sich birgt, zum Wohle unserer Bevölkerung ver- werten wollen.(Bravo! im Zentrum.) Verschiedene Vorkommnisse lassen es aber zweifelhaft erscheinen, ob wir wirklich in Preußen volle Religionsfreiheit haben. In Ostpreußen soll ein Landrat die Abhaltung eines öffentlichen Gottesdienstes von seiner Genehmi- gung abhängig gemacht haben.(Hört! hört! im Zentrum.) Das wäre verfassungwidrig. Vor allem fordern wir für unsere OrdenundOrdenSgesellschafteninihrercharita- tiven Tätigkeit völlig freie Bewegung. Auf dem Gebiete der Schule fordern wir strenge christliche Unterweisung und Erziehung vnserer Jugend(Bravo! im Zentrum), und weil das nur möglich ist mit Hilfe der Religion, verlangen wir für den Religionsunterricht in den Schulen eine zentrale Stellung. Die Religion muß wie eine Sonne alle anderen Lehr- gegenstände durch st rahlen, sie erleuchten und erwärmen. i Bravo l im Zentrum.) Darum perhorreszieren wir eine religions- lose Schule, die gerade die edelsten Anlagen der Menschenseele un- beachtet läßt. Wir forder» die konfesfionellc Schul«,, die uns ja durch das Schulunterhaltungsgesetz wenigstens als Regel garan- tiert ist. Da nun die von Gott eingesetzte Hüterin und Trägerin der Religion die Kirche ist, fordern wir einen gebührenden Einfluß! der Kirche auf-die Erziehung und Bil. dung der Jugend in der Schule.(Bravo! im Zentrum und rechts.) Dieser Einfluß war von altersher der Kirche gesichert durch die geistliche Orts- und Kreisschulaufsicht. Leider ist uns die geistliche Kreisschulaufsicht fast ganz genommen. Hat sie sich etwa nicht gut bewährt? Sind die Männer, die die glorreichen Siege von 1866 und 1876/71 erfochten haben, nicht aus der von der Kircke beaufsichtigten Schule hervorgegangen, und ist unsere Jugend besser geworden, seitdem der Einfluß der Kirche aus die Schule mehr und mehr geschwächt worden ist? Ich gehe nicht so weit, die Siege von Königgrätz usw. dem preußischen Sckul- meister, d. h. der Schule zuzuschreiben, oder die zunehmende Wer- Wahrlosung der Fugend, die Tatsache ist, der Schule zur Last zu legen. Da sind noch andere Faktoren tätig. Ich erinnere an die Zerrüttung in sehr vielen Familien, an die bösen Einflüsse, die heute von allen Seiten auf unsere Jugend einwirken. Aber zu denken gibt es doch, ob die moderne Schule auch in dieser Beziehung das leistet, was die alte geleistet hat. Was wollen wir erreichen mit der geistlichen Schulaufsicht über die Volksschule? Wollen wir etwa eine absolute Herrschaft der Kirche über die Schule ftabili- sieren? Nein, das wollen wir nicht. Die Herrschsucht der Kirche ist geradezu ein Dogma geworden, aber es ist ein falsches Dogma. Gegen die Forderung deS Herrn Herold, es sollten auch die Seminardirektoren mit Geistlichen besetzt werden, erhob sich ein förmlicher Sturm auf der Linken. Ist denn das wirklich so furcht- bar? Es war doch früher der Fall, und auch heut sind die evangelischen Seminardirektoren fast alle Theologen.(Hört! hört I links.) Unsere Grundsatze sind nicht staatsgefährlich, sondern staatserhaltend.(Sehr wahrl im Jen- trum.) Die christliche Weltanschauung ist das beste Fundament des Staates. DaS ist die Anschauung der ganzen gen» trumsftaltion. Was soll man da sagen zu einer Aeußerung, die gestern im Herrenhause gefallen sein soll von dem KronsvndikuS Dr. Hamm: im Zentrum sitzen neben Aristokraten, dem Bund der Landwirte und dem Mittelstand auch Sozialisten.(Lachen im Zentrum; Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Namens der Zentrumsftaktion protestiere ich gegen eine solche Anschuldi» ?ung.(Bravol im Zentrum; �Furuf bei den Sozialdemo- raten: Wir auch! Heiterkeit.) Abg. Frhr. V. Zedlitz(ft): Die Religionsfreiheit ist in Preußen in vollstem Umfange ge- wahrt.(Lachen im Zentrum.) Der Herr Vorredner hat nur einen Fall dagegen vorgebracht, andere Beschwerden lagen also jedenfalls nicht vor.(Widerspruch im Zentrum; Zuruf: Abwarten!) Die Bestimmungen über Ordensniederlassungen beruhen auf dem Pakt, der abgeschlossen ist bei Beendigung deS Kulturkampfes.(Lebhafter Widerspruch im Zentrum.) Wer daran rüttelt, will nicht den staatsbürgerlichen Frieden.(Oho! im Zentrum.) In evangelischen Kreisen herrscht vielfach die Auffassung, daß die Orden nur zum Schein charitativen Zwecken, in Wahrheit aber der Propaganda dienen.(Unruhe im Zentrum.) Ich schließe mich dieser Auffassung nicht an, aber sie ist vorhanden. Was die Schule anbelangt, so ist die Forderung, daß die Religion im Mittelpunkte des Unterrichts stehen soll, in den preußischen Volksschulen ver- w i r? l i ch t. Wenn das richtig ist, dann find auch die Be- stimmungen über Schulaufsicht nicht unvereinbar mit katholischen Prinzipien. Die Forderung des Herrn Dittrich würde uns ein Menschenalter zurückschrauben. Was die organisatorischen Fragen des Etat? anbelangt, so wäre ein selbständiges Unterrichtsministe- rium die beste Lösung. Da aber daran unter den jetzigen Verhält- nissen nicht zu denken ist, werden wir uns mit der Bereinigung des Elementar- und höheren Unterrichts unter einer Leitung be- gnügen müssen. Die Abtrennung der Medizinalabteilung von dem Kultusministerium ist feit langem unser Ziel gewesen. Ich be- grüße eS> daß der Herr Minister offenbar den größten Teil seiner Kraft der Unterrichtsverwaltung widmen will, auf der die Zukunft unseres Landes beruht.(Bravo! rechts.) Abg. Dr. Maurer(natl.): Wir betrachten die Schule als eine rein staatliche Anstalt. Die Religion muß natürlich im Zu- s a m m e n h a n g mit den Vertretern der betreffenden Konfessionen gelehrt werden, aber damit hört der Einfluß der Kirche auf die Schul« auf. Den rechten Wert würde der Religionsunterricht erst gewinnen, wenn man ihn der Kirche überließe.(Sehr richtig! links.) Eine furchtbare Härte ist es, wenn man Kinder von Dissidenten zwingt, dem Religitznsunter» richt einer bestimmten Konfession beizuwohnen. Dieser Religionsunterricht ist absolut wertlos, da das in der Schule Gelehrte unmittelbar nachher von den Eltern wieder aufgehoben wird. Die evangelischen Theologen, die Seminardireltoren sind, sind keine Geistlichen. Da wir die Staatsschule fordern, sind wir nicht für die geistiche Schulaufsicht, sondern für Fachaufsicht. (Bravol bei den Nationalliberalen.) Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Montag, 11 Uhr. Schluß 3� Uhr., Huö der Partei. Die Parteischule hat am Sonnabend, den 16. April, ihren vierten Kursus beendet. Eine schlichte Abschiedsfeier vereinigt» nach Beendigung des Unter- richtS die Teilnehmer des Kursus mit dem Lehrerkollegium. Genosse Heinrich Schulz richtete im Namen der Lehrer einige herz- liche Worte des Abschieds an die Schüler; er sprach die Hoffnung aus. daß der vorzugsweise theoretische Unterricht der Parteischule sowohl für die Befestigung der sozialistischen Grundsätze jedes einzelnen als auch für seine praktische Betätigung im Klassenkampfe des Proletariats von gleichem Nutzen fein mögen. Er gab ferner der Zuversicht Ausdruck,� daß das Band persönlicher Freundschaft und Kameradschaft, das die Teilnehmer trotz etwaiger Meinungsverschiedenheit im einzelnen fest umschlungen habe, für die Dauer ihres Lebens und gemeinsamen Kämpfens halten werde. Genosse Hermann Müller sprach im Namen deö Partei- Vorstandes. Eine kürzlich stattgefundene gemeinsame Konferenz der Schüler, Lehrer und eines Mitgliedes des Parteivorstandes habe wiederum ergeben, daß wohl einzelne Wünsche auf Aenderung und Ausgestaltung des Lehrplanes der Parteischule geäußert worden seien, daß aber in der Wertschätzung der Parteischule volle Einigkeit unter allen Teilnehmern herrsche. Diese erfreuliche Er- fahrung mache der Parteivorstand nun schon zum vierten Male, er dürfe also annehmen, daß er mit der Schaffung einer Parteischule einem wirklichen Bedürfnis in der Partei entgegengekommen sei. Genosse Emil G i r b i g nahm im Namen der Schüler da» Kort, um den Lehrern und dem Parteivorstande dm Dank dafür aus- zusprechen, daß fie dm Schülern sechs Monate ernsten und für jedm Beteiligten fruchtbaren Studiums ermöglicht hätten. Jeder Teil« nehmer werde es als seine Pflicht ansehen, das Gelernte nach besten Kräften im Jirtereffe der moderneu Arbeiterbewegung zu ver- wenden. Der diesmalige Kursus hat noch zwei Wochen über sechs Mo- nate in Anspruch genommen. Diese Verlängerung war besonders dadurch notwendig geworden, daß ein neues Unterrichtsfach(Ge- schichte deS Sozialismus) erst im zweiten Vierteljahr begonnen werden konnte. Im übrigen hat sich der Unterricht in den bis- herigen Bahnen bewegt. Der nationalökonomische Unterricht lag in den Händen der Genossin Rosa Luxemburg; über Ge- schichte der gesellschaftlichen EntWickelung und über die materia- listische Geschichtsauffassung trug Genosse Heinrich Cunow vor; in die juristischen Fächer(Arbeiterrecht, Strafrecht, bürgerliches Recht) teilten sich die Genossen Artur Stadthagen, Hugo Heinemann und Kurt Rosenfeld; über deutsche Geschichte lehrte wiederum Genosse Franz Mehring, und Genosse Emanuel Wurm trug über Naturerkenntnis und über Kommunalpolitik vor; die technischen Fächer(mündlicher und schriftlicher Gedankcnausdruck, Zeitungstechnik) lagen in den Händen des Genossen Heinrich Schulz, der zugleich als Ob- mann des Lehrerkolleaiums tätig war. Gemcindewahlsieg. In Verdamm bei Driesen(Brandenburg) wurden bei der Gemeindcwahl die drei von der Sozialdemokratie aufge st eilten Kandidaten mit bg gegen 32 bürgerliche Stimmen gewählt. ES sind dies die e r st e n von der Partei auf» gestellten Gemeindevertreter im Wahltreis Friedeberg-Arnswalde. Huö Industrie und Handel. Frankreichs Roheisen- und Stahlerzeugung im Jahre 1969.(Die Zahlen in Klammern bedeuten die Zu- und Abnahme gegenüber dem Jahre 1968.) Die gesamte Roheisengewinnung betrug 3 632 165 Tonnen(+ 231 834 Tonnen), und zwar wurden erzeugt an Gießerei- eisen und Gußwaren erster Schmelzung 749 247 Tonnen(+ 45 663 Tonnen), Puddelroheisen 688 663 Tonnen(-s- 6655 Tonnen). Beffemer» roheisen 118 662 Tonnen(— 4766 Tonnen), Thomasroheisen 2172718 Tonnen(+ 192 719 Tonnen), Spezialroheisen 64 685 Tonnen (— 7037 Tonnen). Die Gesamterzeugung an Rohblöcken(JngotS) auS Gußstahl erreichte 3 660 169 Tonnen(-f- 346 063 Tonnen), und zwar mit Bessemerkonverter III 647 Tonnen(+ 21 654 Tonnen, mit Thomaskonverter 1 863 277 Tonnen(+ 216 741 Tonnen), mit Siemens- Martinofen 1670 112 Tonnen<4- 100 681 Tonnen), mit Tiegel- oder elcltrischem Osen 26 673 Tonnen(4- 7937 Tonnen). Soziales. Fort mit der Konkurrenzklausel. Mit zwei netten Konkurrenzklauselblüten hatte sich das Nürn- berger Kaufmannsgericht zu befassen. Die Wemfirma Jondorf hatte einen Reisenden eingestellt, der sich vertraglich verpflichten muhte, bei Vermeidung von 2000 Mark Konventionalstrafe keinen Kunden der Firma Jondorf zu besuchen. Es waren keinerlei zeit- liche geographische noch sachliche Grenzen gezogen, so daß, streng ge- nommen. der Reisende in alle Ewigkeit und für die ganze bewohnte Erde gebunden gewesen wäre. Der Reisend« trat später in ein Würzburger Weingeschäft über. Als er ein ArbeitSzeugniS von Jondorf brauchte, gab dieser es nur unter der Bedingung her. daß der Reisende in einem zweiten Vertrage sich verpflichten mußte, für seine neue Firma in einem gewissen Bezirk nicht zu reisen. DaS konnte nicht eingehalten werden, und so klagte die Firma Jon- dorf auf Bezahlung der Vertragsstrafen. Das KaufmannSgericht wies die Klage jedoch ab, da beide Verträge, weil gegen die guten Sitten verstoßend, ungültig seien. Der erste Vertrag sei nichtig, weil keine Begrenzung stattfand, der zweite, weil zur Zeit de» Ab, schlusses der Reisende in keinem Dienstverhältnis mehr zur Firma Jondorf stand._ Baukontrille in Preoßen. Die ministerielle.Berliner Korrespondenz' veröffentlicht fole gende Mitteilung: Mit der außerterminlichen Uoberwachung der Bauausführungen namentlich in bezug auf die Befolgung der bestehenden Arbeiter- schutzvorschriften beschäftigt sich ein neuerdings ergangener Erlaß der beteiligten preußischen Minister, in dem auf die Bedeutung einer ordnungsmäßigen Baukontrolle hingewiesen wird. Der Er- laß erkennt an. daß dem Schutze der bei den Bauten beschäftigten Arbeiter von den Polizeibehörden jetzt mehr Aufmerksamkeit zu, gewendet wird als bisher und daß oie in einzelnen Gemeinden m dieser Beziehung getroffenen Einrichtungen besonders Vorbild» lich und anerkennenswert sind. Er stellt zugleich aber fest, daß in einer beträchtlichen Anzahl anderer, selbst größerer Gemeinden die polizeiliche Fürsorge auf diesem Gebiete noch nicht als aus- reichend anzuerkennen ist. Die Regierungspräsidenten sind ange- wiesen, überall da, wo eS nach Lage der Verhältnisse notwendig er- scheint, mit allem Nachdruck auf eine Vermehrung de» technisch vorgebildeten AufsichtSpersonalS hinzuwirken. Es soll dahin ge- strebt werden, daß überall, und zwar auch in den kleineren Ge- meinden und Polizeibezirken, eine ausreichende technische Mitwir- kung bei den Geschäften der Baupolizei und namentlich eine auS- reichende Kontrolle der Einhaltung der Arbeiterschutzvorschriften durch die Anstellung von besonderen technischen Beamten erreicht wird. Die Minister erwarten Bericht, was auf ihre Anordnungen hin in den einzelnen Bezirken geschehen ist. Huö der frauenbewec|ung« Zur Arbeiteriuncufrage. Nach den Berichten der Gewerbeinspektoren für das Jahr 1969 ist die Zahl der revisionSpflichtigen Betriebe von 146 369 im Jahre 1968 auf 166 619 im Berichtsjahre gestiegen, während die Zahl der Fabriken, in denen erwachsene Arbeiterinnen beschäftigt wurden, von 47 765 auf 43 930 stieg, und die Anlagen, die jugendliche Personen beschäftigten, von 43 323 auf 60 327 sich vermehrten. Deutlicher tritt die Zunahme der weiblichen Arbeltskraft in der Industrie in der folgenden Zusammenstellung in die Erscheinung. In den re- Visionspflichtigen Betriebe» waren beschäftigt: Arbeiter erwachsene jugendliche überhaupt Arbeiter Arbeiterinnen Arbeiterinnen 1908.;,. 3619 137 2 230 381 600 309 76 093 1909.... 8 081 430 2 245 843 583 948 78 467 Zunahme in Prozent.. 1,4 0.7 4,2 4,S Während im Krisenjahr 1969 die Zahl der erwachsenen mäun- lichen Arbeiter nur um 6.7 Proz. sich hob, ist die Schar der er- wachsenen Arbeiterinnen um 4,2 Proz., die der jugendlichen Ar- beiterinnen sogar um 4.S Proz. gewachsen. Die Zahlen zeigen, daß die Frage der Organisation der Arbeiterinnen und deren Entlohnung ein inimer bedeutungsvolleres Problem der gewerkschaftlichen Takttk und Tätigkeit wird. Die Arbeiterinnenfrage tritt immer mehr au« dem Rahmen einer mehr individuellen Angelegenheit heraus, sie entwickelt sich mit Nieseneile zu einem allgemeinen sozialen und volkswirtschaftlichen Faktor, der gar nicht früh genug in den Kreis betvußier Gewerkschaftspolitik gestellt werden kann. Selbstverständlich ist die Angelegenheit nicht für alle Gewerkschasten gleich aktuell und gleich bedeutungs- voll. Hm stärksten ist die weibliche HrveitSkrast in der Textilindustrie, im Bekleidung?- und Reinigungsgewerbe sowie in der Industrie der Nahrungs- und Genutzmittel vertreten. In den letzten Jahren ist sie besonders stark eingedrungen in die Metall» verarbeitungs- und Maschinenindustrie, in das Ledergewerbe und in die Papierindustrie. Auch die chemische Industrie zeigt eine grotze Aufnahmefähigkeit für die weibliche Arbeitskraft, ebenso die Industrie der Steine und Erden; schlietzlich ist auch noch bemerkenswert das starke Vordringen der weiblichen Arbeitskraft im polygraphischen Gewerbe._ Berein für Frauen und Mädchen der Arveiterklaffe. Ueber Mutterschaftsversicherung wird am Mittwoch, den 20. d. M., der Genosse Wissell im obengenannten Verein reden. Die Versammlung findet im Neuen Klubhause, Kommandantenstr. 72, statt. Bei der grotzen Bedeutung, die die Mutterschaftsversichening hat sowohl für die gesamte Volkswirtschaft, als vor allem für die Frauen und Kinder der Arbeiterklasse, ist es selbstverständliche Pflicht unserer Genosfinnen, in lebhafter Weise für die Versammlung Propaganda zu machen. Das in Ausstcht genommene Thema ist um deswillen auch besonders aktuell, weil bekanntlich in den nächsten Wochen der Reichstag fich mit der Reichs-VerficherungSordnung be- schäftigen wird. In dem vorliegenden Entwurf aber bleibt das Ge- botene weit hinter dem Mininialprogramm der Genossinnen zurück. Die Versammlung wird also gleichzeitig als Willensausdruck der Vereinsmitglieder in der Frage der Muttcrschastsversicherung zu be« werten sein. Da der Genofle Wissell als Autorität auf dem Gebiete deS Versicherungswesens bekannt ist, ist eine gründliche und fach« gemäße Behandlung der Frage garantiert. Leseabende. Nixborf. Montag, den 18. April, 8% Uhr, in Hoppes Festsalen, tzermannstr. 49: Oeffentliche Frauenversammlung. Vor» trag. Genossin Luise Zieh:„Die Frau im preutzischen Wahl» rechtskampfe".— Freie Aussprache.— Frauen, Genossinnen. erscheint in Massen. Nummelsburg. Montag, den 18. April, bei Blume(früher Tempel), Alt-Boxhagen 56. Vortrag. Genossin Schulte: „Die wirtschaftlichen Schäden der Heimarbeit". Brdettsilncnweis: Hos l. Amt S. 1239. UerwalningSitelle Berlin. Hauvrbureau. Ciianttetraf)» 3. Hos HL Amt 3. 1987 Dienstag, den 19. April, abends SVs Uhr: Branchcn-Verfatiitiiliing aller in der Eisenmöbelbranche beschäftigten Kollegen im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Saal 1. TageS-Ordnung: 1. Vortrag de» Genossen Schriftsteller Max Grunwald über:»Der kapitalistische Produktionsprozeß». 2. Branchenangelegenheiten. 3. Bericht der Kommission und Neuwahl derselben. 4. Verbands» angeLegenheiten. GS ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheine». Die Kollegen der folgenden Firmen stnd ganz beionder« eingeladen, Karl Schulz. Reinhold, Lenz. Förster». Schulz, Gustav Liepe, Karl Setffcvt, Schöugrasf. Groth«. Brand, Paul Neye, Ameri- kanische Meiollbettstellcnsadrik. Kunze, Kaspari(Mariensclde). Achtung! Achtung! M- nächst, ordevtlicht Gtnerll!versllmm1«ng v-rw-i. WngSstell« Berlin findet statt am 30. �lll ö. Anträge hierzu müssen bis zum S. Mal bei der OrtSoerwaltung eingelaufen sein._ Den Kollegen von Steglitz zur Kenntnis, daß die beiden 'ahlstellen bei NSther und Heizmann eingegangen find und dafür vorläufig '...... Uernpel, Zigarrcngeschitft.«chützenstrahe 40, eine Zahlstelle zu ? clegt worden ist. 14/12 Die OrtBTerwaltiinc. Cigaretten Qualilätsinarka mit und ohne, auch mit Goldniandstück, Lt. 2, 3, 4 und 5 Pf. Cigaretteafabrik NAMKORI Charlottenburg, SBJIf. KJr.„L Wilmerudorfer Straße IS{ ■ OS3T¥ BBEflSaBBlj---------- Ecke Schnlstroße empfiehlt sein reichhaltiges Lager von s eibs t a n g'ei a rtTäten FFÖhjahrS« ADZUgeD und PMtS j | für Herren und KDäben VN»ehr»«llden Preisen. Änß■ Anattge au* den modernsten Stoffen von 48.— S.»n _ In olgenor Betrlefaswerkstttne �Buttera B oy kott! Bester Butter»Ersatz I Verkauf direkt an Private zu Padrlle-Preleea t Lperlalwsriien 20 PI. Per Pfund billiger als in Wiederverkanls- Qegchfilten. Marke! Slcnal I utatt Ladenpreis von 1 M. aar 80 Pf. 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Dem Konsumenten ist es nicht immer möglich zu beurteilen, wie hoch er vergütet worden ist. Wenn wir uns nun entschlossen haben, den Abnehmern unserer Margarine „Rabola" eine kleine Vergütung zu gewähren, so wollen wir jedoch das leider immer mehr Platz greifende Zugabe-Unwesen nicht unterstützen, sondern bekämpfen dasselbe, und bieten unseren Konsumenten vollen und bedeutend besseren Ersatz, indem wir die Rabattsätze in Bar auszuzahlen. Wir geben den Hausfrauen keine wertlosen und minderwertigen Gegenstände, als Teller, Tassen, Töpfe usw., die meistenteils schon im Haushalte vorhanden sind, sondern geben Geld das bei der heutigen Zeit zu sparen willkommener und angebrachter ist, als Gebrauchsgegenstände. Die Vergütung, welche wir unseren Abnehmern bieten, ruht auf reeller Basis! Durch unser Sparsystem zahlen wir an jeden Konsumenten, welcher uns ein mit 100 Sparmarken beklebtes Sparbuch aushändigt, Mark 5.— in bar. Bedienen Sie sich daher des„ Rabola"-Spar- Systems und fordern Sie bei einem Einkauf von einem Pfund resp. zwei halben Pfunden „Rabola� die RaboIa«Spar*Marke! Die Sparbücher, welche 100 Marken enthalten, werden im Bureau, Dircksenstraße 47, ausgezahlt. P. C. Rabstein a. m.b.H. 50,00 Um die schnellere Einführung unserer»RABOLA" zu erleichtern, haben wir uns entschlossen, Preise auszuschreiben und zahlen an unsere Kunden, welche bis zum 17. Hai er., abends 8 Uhr die größte Anzahl Rabola« Sparmarken eingeklebt uns übersenden, folgende Preise: lOfl nil Mark erhält derjenige Kunde, welcher die 1UU«uU größte Anzahl Marken gespart hat Mark erhält derjenige Kunde, welcher die 2.gröBte Anzahl Marken gespart hat 9fl Hfl Mark erhalten diejenigen Kunden, welche die ClU,UU z. u. t.größte Anzahl Marken gespart haben Qfl nn Mark erhalten diejenigen Kunden, welche die £iU,UU 5., 6. u. 7.größte Anzahl Marken gespart haben Ifl fln Mark erhalten diejenigen Kunden, welche die lU,Uu 8n 9., 10., II. größte Anzahl Marken gespart haben C fin Mark erhalten diejenigen Kunden, welche die Ö,UU io. nächstgrößte Anzahl Marken gespart haben Die Bewerber, welche kein Anrecht auf eine Prämie haben, erhalten als Trostpreis 1 Pfund Rabola, gratis Das Ergebnis des Wettbewerbes geben wir in Tageszeitungen in der Zeit vom IO. bis 81. ülsl er. bekannt und erfolgt die Aaszahlung der Preise in denaelben Tagen. 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LeraniivoitliZer Redafteur Aicharl» Larth, Berlin. Für d«l Inf erat entcil verautw.: ZH.Sl»ttr, Berlin. Drudu.Lerlag:LorVärt« Buchdruckerei p, LerlagSanstalt ßoul Singer"4 Co..»erUa SW. Kr. 89. 27. Jahrgang. 2. KtilM kö Lmlirts" Kcrlim Polblilntt. Zonntag. 17. Apn! 1910. Koutrollenrillllkn der Kinderschlltzkommisßon. Nachfolgend die Adressen der Kontrolleurinnen. Die seit der vorigen Veröffentlichung eingetretenen Veränderungen sind in der Aufstellung berichtigt; daraus erklären sich die Differenzen mit der im.Mitteilungsblatt" veröffentlichten Liste. Es empfiehlt sich, unsere Adresientafel auszuschneiden und aufzubewahren. 1. KreiS. Frau Alier Geiser, NW. 23, Mtonaer Straße 13. Sprechstunde: Montags, Mittwochs und Freitags von 7— 8 Uhr abends. 2. Kreis. Frau Marie Kl-tf», FIchtestr. 1. v. IV. Sprechstunde: Allabendlich von 7— 8 Uhr. Frau Wurm, W. 30, Gleditschstr. 30. Sprechstunde: Donnerstags und Sonnabends von 3— t Uhr nachm. Z. Kreis. Frau H. Torgler, Neuenbürg« Straße 18a. 4. KreiS. Frau Guhn, Zorndorfer Straße 39. Sprechstunde: Donnerstags von 7—8 Uhr abends Frau E. Bongartz, Andreasplatz 2. l. Sprechstunde: Donnerstags von 7—8 Uhr abends Frau M. Demmning, Boxhagener Straße 2g. Sprechstunde: Donnerstags von 7— 8 Uhr abends Frau DBltz. Forster Straße 44. Sprechstunde: Donnerstags von 7— 8 Uhr abends Fräul. Klara Viru, MuSkaun Straße 30. Sprechstunde: Donnerstags von 7—8 Uhr abends. 5. KreiS. Frau Holzapfel, Greifswalder Straße 45 IV. Sprechstunde: Freitags von 7— 8 Uhr abends. 6. KreiS. Frau Minna Lohfe, Oderderg« Straße 29111. Sprechstunde: Dienstags und Mittwochs von 3— 6 Uhr nachm. Frau Berta Timm, Nuppiner Straße 48. Sprechstunde: von 7—8 Uhr abends. Frau Marie Rudolph, Müllcrstr. 7. Sprechstunde: von 7— 8 Uhr abends. Frau Ottilie Pohl, Rostocker Straße 27. Sprechstunde: von 7— 8 Uhr abends(außer Sonnabends). Frau Helen« Rokitta, Amsterdamer Straße 19, Ouergeb. Part. 1. Sprechstunde: Sonnabends von 7— 8 Uhr abends. Frau Ernestine Lahn, Hochstr. 34 IV, vorn. Sprechstunde: Freitag von 8—19 Uhr abends. Riederbarnim. Frau Holz, Borsigwalde, Schubartstr. 33. Frau Berta Neumann, Französisch. Buchholz, Rosenthaler Straße 18. Frau Wanda Schmidt, Friedrichsfelde, Berliner Straß« 47. Frau Frieda Kintze, Hohen. Schönhausen, Berliner Str. 129. Frau Hedwig Bernhardt, Karlshorst, Rocdelstr. 18. Sprechstunde: Freitags von 7— 8 Uhr abends. Frau Henriette MiruS, Lichtenberg, Müggelstr. 27. Sprechstunde: von 7— 8 Uhr abends. Frau Maria Buchmann, Kaulsdorf, Brederekstr. 19. Frau Ottilie Weiß, Niederschönhausen, Körnerstr. 38. trau Minna Kestel, Ob e r sch o n e w e i de, Louisenstr. 7. frau Minna Brall, Pankow, Maximilianstr. 43. frau BaleSka Wegner» Reinickendorf. Ost, Raschdorfftr. 99. trau PrezwerzinSky, Reinickendorf-West, Antonienstr. 62. Fräul. Schulz, Rummelsburg, Alt�Bo�hagen 1a. Frau Emma Danzmann, S chö n e i ch e» F i ch te nau, Schöneiche bei Friedrichshagen. Frau M. Daberkow, Stralau, Alt.Stralau 7. Fräul. Martha Arendfee, Tegel, Schloßstr. 22. Sprechstunde: täglich bis 7 Uhr abends(außer Sonnabends). Frau Ella Lufchcr, Waidmannslust, Waldstr. 2. Frau Anna Dröger, Weißensee, Lehderstr. 122. Frau Frz. Kermes, Wilhelmsruh, Uhlandstr, 4. Teltow-Beeskow. Frau Horlih, Adlershof, Bismarckstr. 11. Sprechstunde: Montags von 7— 8 Uhr abends. Frau Toni Sußmann, Charlottenburg, Berliner Straße 139. Sprechstunde: Freitags von 7— 8 Uhr abends. Frau Lichtenberg, Friedenau, Hähnelstr. 19. �-rau Moebest, Grünau, Dahmestr. 23. Frau Sauerland, Johannisthal. BiSmarckstr. 7. Sprechstunde: von 7— 8 Uhr abends(außer Sonnabends und Sonntags). Frau Hackbarth, Köpenick, Adlctshofer Straße 4, Sprechstunde: von 7— 8 Uhr abends. Frau Modrack, Lankwitz, Mariaustr. 11. Sprechstunde: von 7— 8 Uhr abends. Frau Schwarz, Mariendorf, Bergstr. 7. Sprechstunde: von 7— 8 Uhr abends. Frau Luise Soltmann, Marienfelde, Lankwitz Straße 19. Sprechstunde: Mittwochs und Sonntags von 7— 8 Uhr abends. Frau Anna Drescher, Nowawes, Großbeeren Straße 15. Sprechstunde: Montag?, Mittwochs und Sonnabends von 7*6 bis 8% Uhr abends. Frau Bohm-Schuch, Rixdorf, Wcichselstr. 33. Sprechstunde: Mittwochs mittags von 12— 2 Uhr, Sonnabends von 7— 8 Uhr abends. Frau M. Schufchenk, Schmargendorf, Sulzaer Straße 12. Sprechstunde: Mittwochs von 7— 8 Uhr abends. Frau Flöter, Steglitz, Sachsenwaldstr. 1. Sprechstunde: DienStagS und Donnerstags von 7— 8 Uhr abends. Frau Marie Thiel, Tempelhof, Friedrich-Wilhelmstr. 29. Sprechstunde: Montags und Sonnabends von 7—8 Uhr abends. Frau E. Ryneck, Treptow-Baumschulenweg, Kicffzolz- straße 189. Sprechstunde: Mittwochs von 7— 8 Uhr abends. Frau Emma Hirche, W a n n s e e, Chausseestr. 15. Sprechstunde: von 7— 8 Uhr abends. Frau Tölle, Wilmersdorf, Giefelerstr. 28. Sprechstunde: Montag? von 7— 8 Uhr abends. Fräul. Anna Eonz, Grotz-Lichterfelde, Hochstr. 18 Frau Heide, Schöneberg, Khffhäuserstr. 4. Frau AhrrnS, Britz. Bürgerstr. 61. Gerickts-Leitung. In dem Riesen-Bücherprozeß, der die ganze Woche hindurch die 19. Strafkammer deS Landgericht? I unter Borsitz des LandgerichtSdirektorS Unger be- schäftigte, wurde gestern die Verlesung der 35 inkriminierten Schriftsachen beendet. DaS Gericht kam zur Freisprechung deS Angeklagten. Bei den Schriften handele es sich um zwei Gruppen: die eine Gruppe, wie die Antropophyteia und die Ge- schichte der römischen Cäsaren, seien wissenschaftlich wertvolle Werke, die andere Gruppe umfasse absolut unzüchtige Schriften, die gar keinen wissenschaftlichen Wert haben. Nun haben aber die vernommenen Zeugen gesagt, sie hätten Interesse für die Be- strebungen deS Angeklagten gehabt und lediglich aus Wissenschaft- lichem und ethischem Interesse heraus die Bücher unter den vom Angeklagten als Bedingung aufgestellten Vorsichtsmaßregeln ge- liehen. Der Gerichtshof hat das Tatbestandsmerkmal der Ver- breitung nicht für erfüllt erachtet, zum mindesten habe dem An- geklagten, der ein Idealist fei. das Bewußtsein der Rechtswidrig. Zeit gefehlt. Der Angeklagte war daher freizusprechen. Der An- trag auf Einziehung der Schriften und Bilder mußte abgelehnt werden, weil eine strafbare Handlung nicht vorliegt. Gräbcrpflcge. Für einen Magdeburger Friedhof bestimmt eine Polizeiver» ordnung:„Außer den Hinterbliebenen oder Angehörigen von Ver» storbenen dürfen nur die Friedhofsaufseher Gräber bepflanzen! und pflegen/' Wegen Uebertretung dieser Bestimmung war der Angeklagte Schulze verurteilt worden. DaS Kammergericht erklärte am Donnerstag unter Aufhebung deS Urteils die Bestimmung für ungültig. An sich sei ja, so führte es auS, eine solche Polizei- Vorschrift auf Grund deS Z 6 des Polizeiverwaltungsgesetzes sehr wohl möglich. ES müsse dann aber ein polizeilicher Zweck zum Ausdruck kommen. Hier läge nun eine Erklärung des Pfarrers vor, daß die Vorschrift den Zweck haben solle, der Kirchengemeinde Gelder für BesoldungSzwecke zu sichern. Danach entbehre die Vorschrift jedes polizeilichen Charakters und sei somit ungültig.— Freisprechung erfolgte noch nicht. Die Sache wurde an daS Landgericht zurückverwiesen, damit nachgeprüft werde, ob der Ange- klagte nicht auf Grund eines gegen ihn gerichteten Strafantrags der Kirchengemeinde wegen Hausfriedensbruches verurteilt werden könne. Todesurteil. Das Reichsgericht hatte zweimal das Todesurteil gegen den Glasbläser Lutz aus Friedersdorf aufgehoben. Gestern abend wurde der Angeklagte nun zum dritten Male zum Tode verurteilt. Er wurde schuldig befunden, den Forstaufseher Walther erschossen zu haben und einen Wilddiebstahl im Forst Gehren ausgeführt zu haben. Das Schwurgericht in Erfurt verurteilte den Ange- klagten zum Tode und zu drei Jahren Zuchthaus. Ein Mädchcnhändlerpaar.. Am Donnerstag hatten sich vor der Strafkammer IV deS Landgerichts Hamburg der angebliche Mützenfabrikant Israel Mordechai Zichtingcr und dessen Ehefrau Rosa, geborene Fuchs, beide aus Ruhland, wegen Mädchenhandels zu verantworten. Im Oktober 1999 kamen beide in Begleitung einer jungen Frau namens Tobias, geborene Taubenblut, nach Hamburg und nahmen Quartier in den Auswandererhallen. Am 39. Oktober kam es zwischen dem Ehepaar und der T. zu Differenzen, in deren Verlauf die T. daS Paar„Kuppler" und„Rkädchenhändler" nannte. Da die T. er- klärte, sie wolle sich das Leben nehmen, wurde die Kriminalpolizei hiervon in Kenntnis gesetzt, worauf das Ehepaar unter dem Ver» dacht des Mädchenhandels in Haft geriet. Beide Angeklagte haben sich in Buenos Aires und Montevideo aufgehalten und wollen dort ein Mützengeschäft betrieben haben. Der 24jährige Z. erklärt, er sei nach Europa zurückgekommen, um Militär- und Familien- angclegenheiten zu regeln. In Kattowitz habe er ein Hotel kaufen wollen, da? Geschäft habe sich aber zerschlagen, weshalb er nach Südamerika zurückkehren wollte. In Kattowitz habe er die Tobias getroffen, deren Mann in Galizien wegen SchmuggelnS verurteilt worden fei; aus Mitleid habe er die Frau mitnehmen wollen. Wie durch die Kriminalpolizei festgestellt worden ist, hat das Ehepaar dort mit den wegen Verdachts des Mädchenhandels auS Preußen ausgewiesenen Russen Fischel und Roscnblatt verkehrt, die, wie auch die Tobias bestätigt, ihm die„Ware" zugeführt haben. Frau Zichtinger soll der TobiaS von einem schönen.Hause in Montevideo erzählt haben, wo man, ohne arbeiten zu müssen, fein leben könne und viel Geld verdiene. Die weiteren Details wurden unter AuS» fchluß der Oeffentlichkeit erörtert. Zwei Kriminalkommissare ' sagten aus, daß die Mädchenhändler für ein Mädchen, je nach Alter und Ausseihen, 3999—19 999 M. erhielten. Der Staatsanwalt beantragte gegen jeden Angeklagten drei Jahre Zuchthaus, 3999 M. Geldstrafe oder weitere 399 Tage Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Das Gericht verurteilt die An. geklagten wegen versuchten Verbrechens gegen 8 48 des ReichSgesetzeS vom 9. Juni 1897 zu je 1 Jahr 9 Monaten Zuchthaus, 600 M. Geldstrafe oder weiteren 48 Tagen Zuchthaus und Polizeiaufsicht- Außerdem wird auf den beantragten Ehrverlust erkannt. Koitüm„Alice" Paletot„Irene Wdel-Leelmer Brunnenstraße 7, Nohnliligz- Einrichtungen □ □ □ auf Kredit □ □ □ I Anzahlung von 15 M. an, einzelne Möbeletücke von 5 M. ani — Sonntags von 8—10 und 12—2 Uhr geBffnet«—' Voizeiger d.Insorats erhält b. Kauf 5M. gutgeschrieben. Ii. Becker, Berlin NO., Gr. Frankfurter Str. 110 I. Etage. ganze Wohnungs- Einrichtungen sowie einzelne Möbelstücke— auch anl Kredit— zu billigsten Preisen. Zurückgesetzte Möbel stets am Lager. Möbelkauf haas Weinmeisterstr. 1, 1. Ecke Eosenthaler Straße. II. Geschäft: Gr. Frankfurier Straße 104. L am Straußberger Platz. 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Die Vorgänge im Baugewerbe lassen kaum einen Zweifel darüber, daß die rheinisch-weitfälischen Montanindustriellen bei dem scharfmacherischen Vorgehen der Bauunternehmer die eigentlich treibenden Kräfte sind. Mögen die Kulissenschieber auch mit phan- tastischen Zahlen über die Unterstützung, die den Baumeistern aus der Großindustrie in Aussicht steht, operieren, um die Wankel- mutigen aussperrungslustig zu machen, sicher ist, die Scharfmacher der Eisen- und Kohlenindustric haben ihre Hand im Spielei Und es steckt mehr dahinter, als eine einfache Solidaritätserklärung. Das Großkapital will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, sein Ziel ist ebenso aus Schädigung und Unterjochung des Klein- Unternehmertums, wie auf Vernichtung der Arbeiterorganisationen gerichtet. Wenn in einem umfassenden Kampfe viele kleine Existenzen zugrunde gehen und die Arbeiterbewegung geschwächt wird, dann ist damit den noch weitergehenden Plänen des Groß- kapitals gut vorgearbeitet. Einem Siege über die Bauarbeiter- schaft würde bald ein Krieg der Montangewaltigcn gegen die Metallarbeiter und Bergleute folgen. Mit der zunehmenden in- dustriellen Konzentration wächst auch das Begehren der Unter- nehmer, unbedingter Gebieter der Arbeiter zu werden. In diesem Zusammenhange ist von Interesse, die in der Großindustrie eingetretenen Veränderungen zu betrachten. Die Produzentenorganisationen, zum Teil unterstützt durch Eisenzöllc, haben in der Großindustrie eine vollständige Per- schiebung der Machtverhältnisse hervorgerufen, wodurch die Be- tricbskonzentration, das Auswachsen riesiger Montanriescn, den stärksten Anreiz erhielt. Vor der Gründung des rhein.-toestfälischen Kchlensyndikats war wegen der bestehenden scharfen Konkurrenz aus dem Äohlenmarkt die Eisenindustrie die Herrin der Situation. Sie ließ sich umwerben und sie kaufte, besonders in Zeiten Wirt- schaftlichen Niederganges, die Brennmaterialien zu Preisen, die oft genug unter die Selbkosten hinabgingen. Nach der Wertstatistik stellte sich zum Beispiel der Wert der Tonne Steinkohlen im Ober- bcrgamtsbezirk Tortmund, der im Jahre 1874 rund 11 M. betrage» hatte, im Krisenjahr 1876 zwar immer noch auf 6,14 M., er ging dann aber weiter herunter bis auf 4,30 M. im Jahre 1878, stieg im nächsten Jahre auf 4,38 M., kletterte in den Jahren 1883 und 1884 auf den Satz von 4,76 M. hinauf und hatte im Jahre 1887 wieder das tiefe Niveau von 4,64 M. erreicht. Nach den Notierungen der Essener Börse betrug der Jahresdurchschnitts- preis für Flammkohlen im Jahre 1883 pro Tonne 7,4ö M., im Jahre 1887 nur 7.10 M. Tie amtliche Statistik(Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich) gibt folgende Preise an: gute, fette Puddelkohle 1880 pro Tonne ab Tortmund 6 M., 1837 nur noch 4,40 M. Seit dem Jnslcbentrcten des Kohlensyndikats sind solche Preise nicht mehr bekannt. Den großen Bcrgarbeiterstreik im Jahre 1889/90 benutzte das Unternehmertum zu einer scharfen Preiserhöhung; die nachfolgende Krise brachte dann den Preis im Jahre 1893 noch mal wieder auf 6,30 M. herunter. In diesem Jahre trat das Kohlensyndikat formell ins Leben; seitdem bewegt sich der Preis mit geringen Schwankungen in fast ununterbrochen aufsteigender Richtung. Diese EntWickelung, eine Folge der Eyndikatspolitik, reizte erklärlicherweise die Hüttenwerke, sich Kohlengruben anzugliedern, um nicht durch die hol)en Syndikats- preise die Selbstkosten für ihre Eisencrzeugnisse in die Höhe treiben zu lassen. Dadurch gewann der kombinierte Betrieb— Kohle und Eisen— den reinen Werken gegenüber einen scharfen Vorspruitg. Die Fusions-, Angliederungs- und Zusammenschlußbewegung er- hielt weiteren Anstoß durch den Stahlwerksverband, der im Fe- bruar 1904 seine Tätigkeit aufnahm. Wie das Kohlensyndikat für die Grubenbesitzer, so wollte der Stahlwerksverband für seine Mitglieder durch Ausschaltung der Konkurrenz die Preise hinaus- treiben und stabilisieren. Die Eisenzölle waren dabei ein guter Helfer, aber nicht zum Vorteil der reinen Eisenwerke, die von den Hüttenwerken Rohmaterial— Blöcke usw.— kaufen mutzten. Die Politik des Stahlwerksverbandes tendiert nämlich dahin, die für Halbzeug durch Zölle gesicherte Konkurrenzlosigieit auszunutzen, durch scharfe Preisaufschläge auf Rohmaterialien für die reinen Werke im Jnlande, und durch billige Verkäufe, sowohl von halb- fertigen als auch von weiter verarbeiteten Erzeugnissen, in das Ausland. Die reinen Werke mtißten die hohen Brennmaterialien des Kohlcnsyndikats und auch das verteuerte Rohmaterial der Stahlwerke kaufen. Ein Bild von der eingetretenen Verschiebung gestattet die nachfolgende Tabelle; sie stellt nach den amtlichen Wertangaben die Durchschnittswerte pro Tonne aus den Jahren 1904 und 1909 in Vergleich. Danach betrug der Wert der Pro- duktion in Deutschland in Mark pro Tonne: in 1909 gegen 1904 1904 1909 Steigerung in Prozent Steinkohlen...... 8,36 10,21 19,3 Braunkohlen...... 2,30 2,61 13,0 Eisenerze....... 3,48 3,84 10,3 Roheisen....... 63,22 54,76 2,9 Rohluppen, Rohschienen.. 85,06 108,53 20,5 Fert. Schweißeisenerzeugnisse 137,73 146,59 6,4 Jngots, Brammen, Billetts, Platinen...... 78,80 87,06 10,5 Fertige Flußeisencrzeugnisse. 128,56 139,73 8,7 Wie aus dieser Aufstellung ersichtlich, sind für die reinen Werke, die Brennmaterialien und Halbzeug nicht selbst produzieren, scndern vom Syndikat resp. vom Stahlwerk kaufen müssen, scharf in die Höhe gegangen. Das wäre von ihrem Standpunkt aus nicht weiter gefährlich, wenn die Beweglichkeit der Preise auch in der Weiterverarbeitung bestehen geblieben wäre. Das ist aber für die Zeiten wirtschaftlichen Rückganges, wenn die ProduktionS- Möglichkeiten den Begehr weit überragen, nicht der Fall. Dann benutzen die gemischten Werke ihre Monopolstellung als Verkäufer von Halbzeug dazu, den reinen Werken als Konkurrenten auf dem Markte für Fertigerzeugnisse hohe Preise aufzunötigen, gleich- zeitig die Preise für letztere Artikel herabzusetzen. Die reinen Werke müssen dann darauf verzichten, gegen ihre Lieferanten von Halbzeug zu konkurrieren, oder aber sie arbeiten ohne Gewinn, Die gemischten Werke beherrschten den Markt, oder machen allein mit dem Verkauf von Halbzeug lukrative Geschäfte. Und wenn die reinen Werke bei den reduzierten Preisen der Fertigerzeugnisse nichts verdienen, arbeiten die gemischten Betriebe, weil sie die hchen Lasten für Brennmaterialien und Halbzeug nicht zu tragen haben, immer noch mit Getvinn. In eine ähnlich ungünstige Situation wie die reinen Eisen- werke geraten bei niedergehender Konjunktur auch die reinen Kohlengruben. Während diese ihre Förderung einschränken müssen, können die Hüttcnzechen flott arbeiten, indem die gemischten Werke den Bezug fremder Kohlen einschränken, oder ihre Ueberlegenheit gegenüber den reinen Werken dazu benutzen, ihre Hüttenproduktion zu steigern, womit sie auch die Förderung ihrer eigenen Gruben günstig beeinflussen. So erweisen sich das Kohlensyndikat und der Stahlwerksverband als Förderer der gc- mischten Betriebe. — tMmnmmmmnwmummmmmmmt Es liegt auf der Hand, daß diese Gestaltung der Dinge die industrielle Konzentration außerordentlich begünstigte. Das Be- streben, die Vorteile der Hüttenzeche und des Halbzeugliefermrten in einem Unternehmen zu vereinigen, war und' ist das hauptsäch- lich treibende Motiv bei den großen Fusionen und Zusammen- schlüssen zwischen Bergwerksunternchmungen und Hüttcnwerkcn. Es wird nicht mehr lange dauern, dann sind es vielleicht ein halbes Dutzend Montanriescn a la Gelsenkirchen und Phönix, die in der Hauptsache die ganze rheinisch-westfälische Kohlen- und Eisen- industrie beherrsch:». Schon jetzt ist die Zusammenballung sehr weit vorgeschritten. Im Jahre 1903 entfielen zum Beispiel von der Gcsamtförderung der Syndikatsgrübcn rund 61 Millionen Tonnen auf die reinen Zechen und schon 21 Millionen Tolinen aus tzüttenzechen. Wichtiger ist noch der Anteil der Hüttenzechen an der Koksproduktion. Während im ganzen Oberbergamtsbczirk Dortmund rund 13 Millionen Tonnen hergestellt wurden, produ- zierten die Hüttenzechen allein schon 4,8 Millionen Tonnen. Und von der im Stahlwcrksvcrband zusammengeschlossenen Produktion — einschließlich der Erzeugung der oberschtcsischcn Werke— nämlich 6 199 498 Tonnen Produkte A— Halbzeug, Eisenbahnobcrbau. matcrial und Formeisen— sowie 5 943 786 Tonnen Produkte B— Stabeisen, Walzdraht, Bleche, Röhren, Guß. und Schmiedestücke >— entfallen auf sechs Werke, die auch mit ihren Hüttcnzechen eine große Rolle spiele», allein 2 233 937 Tonnen Produkte A und 2471011 Tonnen Produkte B. Wie bereits bemerkt, ist der Zusammenschlußprozeß noch nicht abgeschlossen. Anscheinend�wird er in der nächsten Zeit erst noch in ein recht großzügiges Stadium treten. Hier ballen sich Wirt- schaftliche Kräfte und Mächte zusammen, die die regste Aufmerk- samkeit in Anspruch nehmen müssen. Hat doch hier auch daS eigentliche Scharfmachertum seinen Sitz, hier ist die Geburtsstätte des Wütendsten Arbeitertrutzes, des heftigsten antisozialpolitischcn FeldzugeS, hier ist der Hauptfeind, der mächtigste Gegner der Arbeiterbewegung, speziell der freien Gewerkschaften. Jetzt schicken die rheinisch-wcstfälischen Großindustriellen die Bauunternehmer vor. Der Kampf, der sich nun abspielt, ist nur daS Präludium zu einem konzentrierten Angriff des industriellen Großkapitals gegen dir freien Gewerkschaften. Mag auch bei dem nächsten Scharfmacher- verstoß der Metallarbeitervcrband daS Objekt des Angriffs der Jndustriegewaltigcn sein, wie jetzt, bei dem Ringen im Bau- gewerbe, richtet sich der Kampf gegen die Gewerkschaften über- Haupt. Unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, erhält das Vor- gehen der Bauunternehmer zur Niederzwingung der Arbeiter er- höhte Bedeutung. Es wird gekämpft um die Interessen der Gr- samtarbeiterschaft. Das, sowohl dem KIcinunternehmertum wie auch den Lohnarbeitern gegenüber, um seine Alleinherrschaft kämpfende großindustriclle Kapital, schickt jetzt erst eine Gruppe Kleinunternchmer vor, damit beide Teile sich schwächen und dann nachher um so leichter besiegt werden können. Die Einigkeit und die Solidarität der Arbeiter wird die kühnen, großkapitalistischen Pläne zuschanden werden lassen. D. Verrmlcbtcs* Die Leiche des Reichstagsabgeordnete« Dr. Delbrück gelandet. Die Leiche des am 3. April bei der Katastrophe des Ballons.Pom« mern" vor Satznitz verunglückten Reichstagsabgeordneten Dr. Del« brück ist, wie aus Satznitz gemeldet tvird, durch den Taucher Lunck geborgen worden und ist im Hafen gelandet. Todrösturz vom Kirchturm. Salzburger Meldung zufolge stürzt« sich in Ried der 32jährige Kellner Rescheneder von dem 70 Meter hohen Kirchturm und blieb zerschmettert liegen. •«••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••«••••• Dauer bis Sonnabend, den 33. April. 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April, abends 8 Uhr, im GewerkschaftShanse, Cngelnfer 15(gr. Saal): OeftTentliche ¥ersammlang/ aller Stukkateure, Gipser usw. Berlins und der Umgegend. Tag«S»Ordnu«g: 1. Der Kampf im Baugewerbe und unsere Lohn- und Arbeitsverhältnisse. 2. Diskussion. Das Erscheinen aller im iSeruse Tätigen ist Ehrenpflicht l_[173/4]_ Der Einbernf«. Filiale Berlin. Freitag. 23. April, abendS GV, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15(gr. Saay: kM�lRVl'ttlHSR'SSilUIIIRlIlIIRK' Tagei-Ordnung: 1. Bericht deS SesamlvorstaudeS vom 1. Ouartal lSlst. 2. Verschiedenes. »M- IVit Andetracht der kritischen Lage im Baugewerbe und da tief«wschneidende Beschiafs« zu sassen pnd, ist eS Pflicht aller Kollegen, zu erscheinen. Der Vorstand. Gleichzeitig geben wie nochmals bekannt, das» stent« vormtttaa von 10— IS Uhr dt««ttchwahlea ,«r ». Generalversammlung in den Bezirken stattfinden DaS Wahlrecht dars nur gegen«orlegnug de» Ver. daudobuched ausgeübt werden. ES ist nötig, dag alle Kollegen ihr»ahlrecht gebrauchen. 192/12 Weiter wtise» wir mieden, m daraus hin, dag«Schste» Sonntag, den S4. April, nachmittags S Uhr, in der Treptow> Sternwarte Vortrag ilber den Hallchschen Kometen ftatlsmdet. Billett« dazu sind in den �..--- tgelKch»i Zahlstellen gegen Vorlage deS MitglicdichucheS unentgelllich ,u haben. D. v. Verbmä der baugewerblietien Hilfsarbeiter Deutschlands*— Zweigverein Berlin und Umgegend* Mittwoch, den£0* April, abends 8 Uhr, finden sür Berlin und llntgegend w folgenden Lokalm IS HHersrSentl. Wfflieäer'Versammbmgev i. im Lokal von Paul Obiglo,«chwevt«» zu, wixt. 2. in Kliems Festsälen, e-sen»-»»- u/w. 8. bei Ewald, Schnlstr, 89(«lndhan»]. 4. in Anton Bökers Festsälen,«ever»-. i?« e. Kronen-Brauerei,«lt-Moab«» wa». e. in Charlottenburg im Volkshaus, maftum*. a. 7. in Schöneberg bei Wilhelm Kuschke, m-,»<«««»»w. a in Friedrichshagen bei Tinius,««lhelmstr. s». s. in Köpenick bei Stippekohl, Schsnerii«»« zu. s. io. in Groß-Lichterfelde bei Wahrendorf, 11. in Teltow bei Bonow, Zehlendorfer«tr. s. 12. in Alt-Glienicke bei Joch,«spenicker«tr. 1». ig. in Mariendorf bei Pieper, vergpr.»». ii. in Zehlendorf bei Miecks,«arl»..»s. IS. in Steglitz-Friedenau bei Schönfeld, Friedenau,«heinstr. ltt. Tagesordnung: i. Das ErgebuiS der Verhandlungen mit den Arbeitgebern. 2. DlSkusston. Mitgliedsbuch legitimiert, ohue dasselbe kein Eiulatz. Ein jeder Kolleg« geht in da» Lokal, welche» er von seiner Wohnung au» am beste» erreichea kann.— ES ist Pflicht eweS jeden Kollegen, in diesen Bersammlungen zu erscheinen, fehlen darf leiner. 29/ IS* Der ZweigvereinSvorstaud. FkitergkiAbülikr aus alirn Kktnebk« Kerlias und der Umgegend. Gonntag, den 17. April, vormittags IG Uhr, itn Bolkshause, Charlottenburg, Rosinenftrasse Nr. 3: tgfäT Versammlung"Wg TageS-vrdnung: 1. Der Streik»ei der Aktiengesellschaft Berliner Leitergerüst» Vau und Lethanftalte» Wahl eine« BorflandSmitgliedeZ an Stelle de» ausgeschiedenen Herrn Ztersch sür die AmtLdauer de» Aus- geschiedenen. Um 10-/, Uhr: Versammlung samtlicher Vertreter. TageS-vrdnongi t. Mnahm« der pro 1909. ß. Bericht des Prüfungsausschusses und Entlastung deS Rendanlen. S. Antrag de» Vorstand«» aus Ab- änderung de»§ 31 de» Statuts. 4. Antrag des Borstandes auf Er- Werbung eines Grundstückes. 5. Anstellung bisheriger HUsS- arbctter. L74/S Berlin, den IS. April mo. Der«erstand. Mistelm stlestl, Lorfitzender. Ais- Kmkciillksse A. und verwandte« Gewerbe zu Berlin. Die für da« Jahr 1910 gewählten Vertreter der Orts-Krankenkasse der Schneider, Schneiderinnen und verwandten Gewerbe zu Berlin werden zu der am Dienstag, den 26. April 1910, abend» SlJ, Uhr, im»Renen Klnb/iauS«, Kam- mandantenstr. 72, stattfindenden VeveHü-Vercsnimluiig hiermit eingeladen. 274/4 TageS-Ordnung: t Entgegennahm« de» Jahresbericht» pro 1909: ») Bericht de» Vorstande». b) Echnstlicher Jahreibericht. ier Unterstützungen 5§ 18, 16 und 20 3. Bericht de» RechnungsauSschusse». Decharge-Ertellung 3. Erweiterung t Abänderung der des Kaflen'tatut». 4. Verschiedene». Berlin, den IS. April 1919. Gustav tianto», Vorsitzender. Kaut Ooritz, Schriftsührer. Jahresbericht(2T4/5 der OrfS-srntnleitloffe der Schneider, Schncideriunen m>d verwandten Gr- »erbe zu Berlin pro 1003. Einnahme. Marl Kasseubestand sür den An- sang de» Rechnung»- jähre»...... Zinse» von Kapitalien und tonttig. belegte» Selbem Eintrittsgelder... Gefamtbeittäg« inklusive VenstonSbeilräg«...VOSS 289,08 Srsatzleifwngen nach ß SO et Kr- Verl. Ges... »2 100,8« 42 783,89 85 028,85 6 781,04 Erlatzlelstungen von Der« sicher.-Anst., Zuschüsse, Krankengeld orstanb. Verein für f rauen w. Rädchen der Hrbelterklasse« Mittwoch, den SO. April, abends 81/, Uhr. int»Reuen Klubhaus«. _ Kommandautenftr. 7S:_ bö/7 Ipgf Versa mm long. GW Tortrae d. Arbeitersekretär» Hm. WIssclI über»Die MuttcrschaftS- verfichcrung in der neuen ReichsverficherungSordnung». Gäste stet» willkommen. Der Vorstand. SsuMmbkrlitiZkker Mlverem VttsnloOsDduing. DienStag, den 19. April, abends pünktlich 8>/z Uhr, im großen Saale des Volknhnnses, Rofinenstr. 3: Creoeral- Tersammliuig. TageS-Ordnung: t Bortrag de» Genossen Dm Scliütto über:»Wilhelm Bracke-'. 2. Sldrechnung vom 1. Ouartal. 3. Ausnahme neuer Mitglieder. 4. Berein»angelegenheitcn. 250/5 AtitgliedSbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vor. fand. ---------- Zahlstelle OrcB-Berlln. Bureau: Linienstr. 215. Geössuet von 9—1 u. 4—8 Uhr. Telephon: 111,938. iezirfcs- Versammlungen Sonntag, den 17. April, vormittags v'/, Uhr: Gruppe der Kunststeinarbeiter im Rosenthaler Bereinshaus, Nosenthalerstr. 57. Für Runiinelsbury �«»??«».«lt.B-xhageu 50. Für Adlershof bei«nnl, BiSmarckstr. 16. Sonntag, den 17. April, nachmittags 4 Uhr: Für �ohsnnlsthsl b-i«»hin, Roonstr.». sür Mederlehme** Mittwoch, den 20. April, abendS 8 Uhr; Für Spandau bei Gottwalt, Zätsmautx ZU. 80. Mittwoch, den 20. April, abends SVa Uhr: Für Südost Q. Süden bei Grahert, Lausther Platz 8. Für RlXdOrf»ei Geller«, Stetnmetzftr. 93. s°- Sdränliauser lorslai» Sä.fim.-. Tonnerstag, de» 21. April, abends 8'/, Uhr: Für Horden bei Sranser, Hufsitenftr. 40. Für Nordwest»ei Ulrsehhoorsht, Beusselstv. v» Für Ü8tKN bei Zletn, Warschauer«tr. 61. Für Sehüneberg bei Frans, Tempelhafer«tr. 1». Für Ober-Sctioueweide 6«l Rabe,«tthelminethofftr. Für Röpenieb im Stadttheater(kleiner Sml). Friedrichstrassc/ Für CharlßttGNbDrg im Volbsbanse, R.stnenftr. 8. F°r Tegel und Reinickendorf Für Weißensee bei Content, LeHderstr. 5. Tages-Ordnung in allen Bersammlungen: Ausser Vorträgen: Stellungnahme zur Generclocrlammlung: s) An- träge, b) Wahl der Delegierten. Stellungnahme zum VerbandStage iu Halle a. S. Wahl zum ausserordenilichcn Gewerkschaststongress. Bei den vorstehenden wichtigen und reichbastigen TageS-OrdmmgeN Wird bestimmte» und pünktliche» Erscheinen der Mitglieder erwartet. Mitgliedsbuch ist miiztckringen und wird abgestempelt. 63/8_ Die Dealrksleltmigen. NM- Herren-Konfektion � Am Montag, den 18. April. abendS 8'/, Uhr. findet bei Weih- >t. Grünftr. 21, für die bei der Firma 8. Rclehinaiin beschästigtcu Extras« tznng/ nacht Kollegen eine Natt. TageS-Ordnung: Die sortioihrenden Verstösse der Firma gegen den Taris und wie können sich die Kollegen dagegen schützen? Vollzählige» und pünktliche» Erscheinen erwartet 162/14 Die Kommission* Idtm! mi Montag, den 16. April 1910, abeiidS präzise 71/, Uhr» in den»Rrmtnballeu«, Kommandantenslr. 88/59: Geffentliche Versammlung. TageS-Ordnung: I.Bericht über die Verhandlungm am Ge- Werbegericht bettest» des günsuhrschluffe» am Sonnabend und am Tage vor den Feiertagen, sowie die Einführung der Lohnbücher. Referent: Kollege Kons«. 2. Verschiedene». Kollegen und Kolleginnen l In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung darf niemand fehlen._ Die Kommission sür die Kostümvrauche. VsrbsndiiasSMkrnniil'liMkiiiiiör. ----------- OrtsverumlfwiB 3e?Un.------------ A« Mittwoch, den 2V. April, abend» S>/» Uhr, in den Arminhallen, Kommandautenftr. 58—29: General- Versammlung. 1. GeschästllcheS. TageS-Ordnungt 2. Bericht und Abrechnung vom 1. Ouartal 1910. 3. Anttag de« Vorstandes um Kewäbrung«wer Extra-Unterstützung für die streikenden Kollegen der Treibricnistibranche. 4. Ausnahmegesuch des Kollegen J. Rosenthal. b. VerichiedeneS. rszr ebne Mitgliedsbuch kein Zutritt.-M» Der wichtige» Tagesordnung wegen, ersuchen»vir die Nltgstcder, recht zahlreich UNS püntilich zu erscheinen. 186/1» Die OrtsTerwnltnng. ZwelsvcrelD Berlin. Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. An alle im Vertrags- und Lohngebiet m Arbeit stehenden oder überhaupt anwesenden Maurer, Putzer, Rabitzputzer, Zementierer, Spanner, Flechter, Einschaler, Hilfsarbeiter, Fliesenleger, Kunststeinversetzer und Backofenmaurer, soweit sie Mitglieder des Zentralverbandes der Maurer sind. Wir bringen hierdurch nochmals die— während der Aussperrung im übrigen deutschen Baugewerbe— geltenden Bestimmungen zur Kenntnis aller Mitglieder. Betonen aber nochmals ausdrücklich, dah dieselben für alle Mitglieder der Organisation, die im Lohngebtete Grotz-Berlin einschließlich Köpenick arbeiten oder überhaupt anwesend sind, bindend sind. Aus der Erkenntnis heraus, daß es sich im gegenwärtigen Kampf im deutschen Baugewerbe um ein Vorgehen des Arbeitgeberbundes handelt, daS sich über das ganze Reich er» streckt, sind die Maßnahmen der Verbandstage der Arbeiter- organisationen, die an dem Kampfe beteiligt sind bindend für alle Mitglieder. Die zu diesen Maßnahmen gehörende Zahlung von StreikbeitrSgen der Weiterarbeitenden müssen demnach auch von den Mitgliedern gezahlt werden, die erst nach dem 18. April oder gar nicht ausgesperrt werden. Ebenso sind sie von den Mitgliedem solcher Orte zu zahlen, die an der Be- wegung dieses Jahres überhaupt nicht beteiligt sind. In» Lohngebiet Berlin hat jedes Mitglied von Montag, den 18. April an für jeden Arbeitstag 1,00 Mail Streikbeitrag zu zahlen. Setzen in Arbeit stehende Kollegen halbe oder ganze Tage wegen Materialmangel oder WitterungSverhältnisien aus, so müssen sie sich an diesen Tagen unter Vorlegung der Streik- karte oder des Mitgliedsbuches zur Kontrolle melden und er- halten dann einen Stempel als Vermerk. Kranke und arbeitsunfähige beitragsfreie Mitglieder melden sich nicht zur Kontrolle. Arbeitslose Mitglieder müssen sich täglich einmal zur Kontrolle melden. Die Konwolle wird in jeder der bekcnmten Konwollstellen in der Zeit von vormittags 9 bis 12 Uhr und nachmittags in der Zeit von 2 bis 5 Uhr ausgeführt und erhält der sich zur Konwolle meldende Kollege nach Vorlegung seiner Jnvalidenkarte einen Stempel in die entsprechende Tagesrubrik seiner Sweikkarte. An Tagen, wo der Stempel fehlt, muh der beschlossene Strcikbcitrag voll bezahlt werden. Um den Inhabern der Konwollstellen jedes Argument zu nehmen, die sich zur Konwolle meldenden Kollegen dem Trink- zwang zu unterwerfen, beschließt die Generälversammlung, daß den beweffenden Gastwirten für ihre Mühewaltung eine Entschädigung gezahlt wirb. Die Höhe dieser Entschädigung wird im einzelnen von der Vertretersitzung festgesetzt. In der Woche zwischen dem 18. und 23. April melden sich die arbeitslosen Kollegen, die noch nicht im Besitze einer Sweikkarte sind, unter Vorzeigung ihres BerbandsbncheS täglich zur Konwolle. Die Einkassierung der Sweikbeiwäge Wird mit den ordentlichen Beiträgen zusammen in Vierteln mit Hauskassierung durch die Hauskassierer und in den Vierteln ohne HauS- kassierung am Sonnabend und Montag jeder Woche von 8— 19 Uhr durch die Vtertelskassierer in den Verkehrslokalen, sowie im Bureau vorgenommen. Desgleichen sind, in den Vierteln mit Hauskassierung am Sonnabend und Montag in derselben Zeit die ViertelZkassierer zur Entgegennahme von Streikbeiträgen anwesend. Die Konwolle über die ordnungsmäßige Abführung der Streikbeiträge unterliegt den auf den Bauten beschäftigten Kollegen. Die Streikkarten werden den Mitgliedern durch die HauS- kassierer und«Grundstein"-Verbreiter mit der Nummer 17 des„Grundstein" zugestellt. Außer in den Bureaus der verschiedenen Sektionen wird die Kontrolle ausgeführt: Alt- Glien icke: Witte, Köpenicker Str. 6. Äldlershof: Baschin, Metzer Str. 1. Charlotteuburg: Volkshaus(Stehbierballe), Rosincnstr. 3. JriedrichShageu: Schröder. Seestr. 193. Putzer: Lerche. Friedrichsw. 122. f ciedrichsfelde: Sommerfeld, Miquelsw. 79. riedenau, Schönefeld, Rheinsw. 31. r.-Lichterfelde: Kaiserhof. Am Kranoldplatz 1. „ Putzer: Wahrendorf, Bäkestr. 22. Johannisthal: Gobin, Roonsw. 2. Mariendorf: Löwenhagen, Chausiecsw. 27. Marienfelde: Berger. Berliner Sw. 114. Ober-Schöneweide: Berger. Mlhelmincnhofsw. 79. Pankow: Jtteritz, Florasw. 99. Reinickendorf: Hirsch, Amendestr. 83. Rixdorf: Wolf. Kirchhosstr. 41. „ Putzer: Hoppe, Hermannsw. 49. Lichtenberg: Piekenhagen, Scharnweberstr. 60. Lankwitz: Schulz. Marienfclder Sw. 17a. Schmargendorf: Lindenbaum, Spandauer Str. 40. Steglitz: Rohmann. Schloßsw. 117. Tegel: Kienzler, Schlieperstt. 64. Teltow: Bonow, Zehlendorfer Sw. 1. Tvilmersdorf: Käsler, Lauenburger Sw. 21. , Putzer: Okon, Uhlandsw. 106. tehleudorf: Micklcy. Potsdamer Str. 25. chöneberg: Folger, KyffhSuferstr. 26. . Putzer: Obst. Martin-Luther-Str. 51. Weißcnfee: Peukert. Königchaussee 33. „ Putzer: Buchert, Friedrichsw. 5. Moabit: Bachstein, Salzwedeler Straße 16. „ Gipsbranche: Bonitz. Stephansw. 47. Norde« t und 58; Obiglo. Schwedter Straße 23. „ Höhnisch. Wichertsw. 3. „ Putzer 1: Hoffmann, Swinemünder Swaße 47. „ Plitzer 2: Kurzrock, Zionsktrchplatz 5. Gefundbrunnen: Putzer: Stefaniak. Prinzenallce 17. Schönhauser Allee: Putzer: Schmidt, Pappelallee 64. Oste« 1: Kluge, Langestr. 53. „ Putzer: Kienitz. Mögliner Swaße 1. „ Gipsbranche: Zietz, Warschauer Swaße 61. Osten 58: Kempin, Tilsiter Straße 85. Südosten: Laaser, Lausitzer Swaße 25. „ Putzer: Fröhlich. Muskauer, Ecke Zeughofswaße. „ Gipsbranche: Pannecke, Manteuffelsw. 47. Süden: Döring, Britzcr Straße 32. Westen: Wiemers, Bülowstr. 56. „ Gipsbranche: Rickert. Steinmetzstr. 86a. Südwesten: Maaß, Bergmannsw. 97. Oranienburger Vorstadt: Dahnis. Schlegelstr. 9. Gipsbranche: Hinze, Ackerstr. 77. Nordosten: Spät. Georgenkirchsw. 63. „ Putzer: Schirmer, Wörther Swaße 15. Rixdorf: Gipsbranche: Preil, Rosenstr. 24. Wedding: Hoffmann, Pasewalker Swaße 3. „ Gipsbranche: Gumz. Prinz-Engen-Strahe& Tempelhof: Müller, Berliner Straße 41/42. Mahlsdorf: Hanne, Voigtstr. 11. Fraoz.-Vuchholz: Clemens, Rosenthaler Swaße. NB. Am Mittwoch, den 20. April, finden in allen Vierteln und Zablstellcn des Gesamtzweigvereinsgebiets Mitglieder- Versammlungen statt, die am Dienstag, den 19. April, an dieser Stelle bekannt gegeben werden. Zu diesen Versamm- lungen haben auch die hier arbeitenden Mitglieder der Zweig- vereine der Provinz gegen Vorzeigung ihres Verbandsbuches Zutritt. Der Zweigvereinsvorstand. Putzes*! Achtung! Mittwoch, den 20. April, abends 8 Uhr, finden für Berlin und Umgegend in den bekannten Lokalen die Bezirksversattunlungen statt. Wir ersuchen die Kollegen, vollzählig in denselben zu erscheinen, um ihre LegitimationSkarte in Empfang zu nehmen. Den vom 18. April ab zu zahlenden Extrabcitrag bitten wir. jeden Sonnabend auf den BetwagS- Sammellisten in der zweiten Rubrik zu zeichnen. Alles andere siehe unter obenstchender Bekanntmachung des Zweigvereinsvorstandes. Die örtliche Verwaltung. Dentseher Holzarbeiter-Verband Verwaltung Berlin. Rlloiitagy den 18. Aprils Mitglieder- Versammlungen in allen Bezirken und Branchen. Tagesordnung: t. Anfrage und Sfeltnngnahme zum Verfcandstage. 2. Verbandsangelegeulieifetk i Mitgliedsbuch legitimiert.> (Die GeneralversammwngSdelegterteu müssen tn den Versammlungen anwesend sei», in deae« fle gewählt find.) Versammlungslokale und Beginn der Versammlungen: or im iv/niTiioien pvf, viomiimi«.»»» m„ .. 5'/, Uhr in ben Stnunyn.ffeslsalrn. N-mnhnstr, s un II: S'/, Uhr im Relchenbrrge» Hof. Reichenberger SW 147. l: ö1/» bei Borgmann, Andreasstr. 21. I• 5*1* llbr bei Memeler Str. 67. CifcbUr. »fldive.teB: SUhrin»hi-ms Seftsälen. vlllcherstr. St. Htldeii: 6'/. Uhr im Märkischen Hof, Wbmlralftr. Ulo. Hvdo.ten 1 Httdo.tcn Ontcn I:,„ Oaten II: Sh, Uhr bei Sitfiu. M-uieler Sir. 67. Osten III: 51/, Uhr in ben Prachtsalen des OstenS, Frankfurter Slllee 153.„„ Oe.tUohe Vororte: 5>/,Uhr Bei Arnold. Franksurler Shauss« BI6. Nordosten: 51/. Uhr Bei Boeter, Wcbnstr. 17. Korden: 6 Uhr bei Obiglo, Echwedtcr Sw 23. AI ord westeu: 6 Uhr Bei Koezarowsti, Ravensstr. S ßautifchlcr. Be.lrk I: g Uhr Be! Rande. Fichtesw 23 II: 5'/, Uhr bei Ziep. Warschauer Sw 61. III: 6 Uhr bei«Uesche. lkopenhagener Sw 74. „ IT: 6 Uhr bei Raabe. Kolbergerstr. 23. Polierer, Betzcr und sMagazinafbeitei». Mfldosten: 5'/. Uhr im Märkische» Hof.«IbmlroJsW 18c. Osten; 51/. Uhr bei Pirna«. Franksurler Allee IVB. Biorden; 6 Uhr Bei Kramer. Husfileufw 40. Modell- und fabrlktifcbler, fabrikdredifler. Diese Versammlung findet erst Montag, den 85. AprU, Bei Wille, Brunnensw 16L statt. Mfckinenarbeiter Alexander. VrrrtrtldM- 8 Uhr(pünNIich) In den«rminhalleu, Komnuuidauten. v bLM Stellmacher 1!,m dkosenthaler Hof, Rosenthaler Sirahe Kitten- und Koffemacber fzUh�r w �«Ndreas-Seft. Drccbrier-, Treppengeländer- und Luxuamöbcl- brancbe ev, Uhr Bei voeker, Wcberstr. 17. pünktlich S Uhr abends im GewerkschnftshauS, Zvaonieritiidcokii' s„gelus«r ib. Saal l. Bodenleger im AolrshauS in Charlotteuburg, Rosinen» Perlmutt-, Born- und SteinnulZarbeiter? uhr im Gewerkschaftshaus, Engeluser 14/1S, Saal 9. Jalousiearbeiter S',. Uhr bei Bock«. S3cBerflr. 17. hammacker s-/. Uhr in dm AndreaS.gestsälcu, AndrcaSsir. 21. Einsetzer« Uhr in den«udreas.Festsäi-n, Andreakstr. 21. Biirstenmacber bei P reust. HilleBein-AuSschauk, Holzmarkt. Lilex'ltarKettef Dienstag(nicht am Montag) aBcndS S Uhr Bei mocnaroeuer Vcrcht. Rittersäle. Ritlersw 75. Klavierarbeiter Ciscbler für Kieferne Mbel Sonutog, de« 17. Slpr«. vorm. louhr. Bei Soeker. WeBerstr.i?: krancdenversammlung. Cilcbbrandie Donnerstag, den 81. April,«Bends 8'/- Uhr, Im Englischen Garte«. Alcxandersw 27«: Lrandienversammlung. Montag, den 1«. April, abend» S Uhr, im GewerkfchaftShonse. Engeluser 14/18. Eingang S, parterre, Saal 4 t Versammlung der ausgelernten Tischler, Drechsler, Stellmacher, Vergolder nsls. IM- Sie SSerlstattvertraucnsleute werden ersucht, die«ollegen. die am I. April anSgelerut habe«, a«k diese Versammlung anfinerksam zu machen._____ 82/6 = Eldenaer Straße 25 find modern«, helle Wohnungen Per sofort oder später zu vermieten. 1 Zimmer mil Küche, Korridor u. Klosett von IS Marl an. 8„»»»»» �5>,» I»» Ruhige Mieler erhallen Umzug vergütet. 7 Strafienbahnlwien hallen oor der Tür. llr. meil. Faekelmanns spezlslärztl. Insiilut lilf Belnleiden: Gicll ieia. Srairip'äierlciäi, Fl; Modern« Behandlang mit HeiBlutt, Stauung, Massage, Kompretsion, ohne Operation und Bettrabe. Aalnnhme naewärtigor Patienten. Zimmerstr. 78. 9—12, 3—6, Mittw. a. Sonnt 9-�12. Tel. L 6088. Zentral-Verband der Sciiutimachar Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Bureau: vlankenseldeiw. 10. MM. Scliutoaclier. Montag, den 18. April, abends 8«/» Uhr, in Dräsels FestsSIen, Neue ffriedrichstrasie 35 (an der Zeutral.Markthalle, in der Nähe de» Alexanderplastes): vettenMoks Lvlmlimavksrvsrssmmlung Tagesordnung: 1. Bericht über die Aiitwort der Arbeitarber-Organisationc»» auf die eingereichten Lohusordcrunge». 2. Diskussion. S. Verschiedenes. Mm Sailseitubtnacher. ü«!!ii Montag, den 18. April, abends 81/» Uhr, Bei Boekcr, Wcbersiraße 17: Sranehen- Versammlung üsr Batlschnlimaoher. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen J. KIUO über: �Verbrechertum". 2. Diskussion. 3. Verschiedene!. 1G0/J2 Zahlreichen Besuch erwartet Hie Ortavcrwaltong. Deutscher Kürschner- Verband. ■■■«.ii» Filiale Berlin....... Bureauu.ArbellSn-chw-iS: NO, 43, Barninistr. 2t. Telephon: Zimt Nr. 7,S7«S. Mittwoch, de« 29. April, abends 8 Uhr» im Altcn Schüstenhanfe, L i ii i- n st r. S: General- Versamnllttng. � TageS-Ordnung: 1. NBrechnnng vom i. Quartal iSIO. 2. DaS Ergebnis der Berhand- lungen mit den selbständigen der Pelz- und«übeiibranch«. S. Effahwnbl eines Mitglied»« zur SekreiaUatSkommissiou. 4. Verschiedenes. 162/7 In anbcvacht der wichtigen Tagesordnung ersuchen wir um zahlreicheBctclligunz Die Ortsvenoaltuug. Zentralkrankenkasse derlapezierer Freitag, de» SS. April, abends 8'/, Uhr: auartals-vei'iamwluiige». Filiale 1: Oranienstraße 108 bei Meyer. „ II: Elisabethkirchstraße 14 bei Röwer. „ III: Engelufer 15, GewcrhlcfmftahauacSaaiT). TageS-Ordnung: 1. Kassenbericht vom 1. Quartal. S. Neuwahl der Ortsverwallunae». S. Verschiedene». 177/S Um zahlreiche BeleMgung ersuchen Tie Ortsverwaltungrn. 9f Um auch solch« Kunden, die den Eßbutter-EpSv"**» ftiilka extra" HI EU ZU HABEST! I Jede Verkaufsstelle ist durch obiges Plakat gekennzeichnet Tafel-Margarine, Pfund noch nicht probitTt haben, zu einem Versuch zu veranlassen, verabfolge» vir ata IMenstagdenlO., Mittwoch den �©.u.l[0oamei»stag den St. April 19XO 1 Pfund MiHca extra Tafel- Margarine inltlnwlve solange der Vorrat reicht Bei Entnahme 2 von Pfund entweder: oder: oder: oder: Speiser 1 Wasserflasche 1 Käseglocke 1 Dutzend Teelöffel MiEka extra nach Wahli zusammen für Tafel- Margarine gibt es fjjj». solange der Vorrat reicht MUka extra" entweder: 1 Tersilberten Frähstttckskorl» oder: 1 Eikör-Servico-Md» oder: 1 Kaffeekai» ne mit Patentdecfeel oder: 1 Gemüse-Tonne(Delft) oder: 1 Dutzend Esslöflei nach Wahl zusammen für den Preis von 1 Hark 70 Pfennig ist aus feinen Rohmaterialien hergestellt und mit frischer Milch und süßer Sahne verarbeitet, yjsVHs wa«Bl oa ein idealer Butterersatz" Um regen Zuspruch bitten die Verkaufsstellen der Tafel- Franz Scholz, Sophie Ohar- lobtestraße 100. Wüh. Schulenburg, Wilmersdorf erstraße 11(. Herrn. Schulze, Goethestr. 15, Bruno Stoll, Köntgenstr. 13. Richard Stolpmann, Eosanderstraße 6. Richard Stolpmann, Berliner- Straße 52. E. Stob er, Caminerstraße 4. Paul Wuthe, Uhlandstr. 165-66. Friedenau: H. Gaege, Friedrich Wilhelmplatz 1. Herrn. Grünthal, Rheinstr. 9. Fritz Hiller, Cranaohstraße 24. Otto Russow, Thorwaldsen- straßo 20. Otto Schöning& Oo., Rheinstraße 51. Otto Schöning& Oo., Lauterstraße 17. Halemtee: Otto Gaego, Wilmersdorf er- Straße 59. Paul Menzel, Friedrichsruher- Straße 11. W. Seefold, Georg Wilhelmstraße 18-19, Eoto Lützenstr. Moabit: M. Bahlmann, Jagowstr. 25, Ecke Alt-Moabit. M. Bachmann, Alt-Moabit 72. H. Bornemann, Lübeckerstr. 49. Heinrieh Bornemann,„Mehl- bandlung zur Muhle", Wils- nackerstr. 48. Berlin W. Andersohn, Paul, Frobenstr. 8. Paul Bloise, Ansbaoherstr. 44. Emil Engler, Kurfürstenst. 156. L. Friedrich, Yorkstraße 54. Otto Gaege, Nachf. H.Malchow, Augsburgerstraße 46. Julius Graw, Motzstraße 31. Paul Kahle, Lützowstraße 62. Julius Lux, Qöbenstraße 31. Paul Rentner, Mansteinstr. 17. Paul Rentner, Culmstraße 34. Heinrich Scheuermann, Kyffhäuserstraße 31. Heinrich Scheuermann, Lennewitzstraße 22. Heinrich Scheuermann, Bülowstraße 43. Heinrich Bcheueimann, Goitzstraße 1. Heinrich Scheuermann, Goitzstraße 22. C'bariottenbarg; Robert Berger, Kaiser Friedrich Straß e 50a. Paul Lymeck. Helmholtz- straßo 29—30. Paul Eichholz, Kantstraße 75. Otto Gaege, Wilmersdorfer- straße 112. Otto Gaege, Wilmersdorfer- Straße 103. Otto Gaege, Leonhardstr. 24. Paul Heyke, Suarezstr. 24— 25. Paul Liedtke, öuerikestr. 34. Alhert Triebe, Lemburgst. 51. Albert Triebe, Schlütorstr. 47. Paul Sobotta, Krummestr. 81, Ecke Wallstraße. •Margarine„Miikn extra": Heinrieh Bornemann, Birken- sti-aße 17, Ecke Havelherger- straße. Heinrich Bornemann, Lübeckerstr. 57.[straße 26. Heinrich Bornemann. Birken- I. Carls, Bandelstr. 11, Ecke Lrejrsestrtvße. Adolf Fritsch, Zwinglistr. 15b. Arthur Koch, Lübeckerstr. 49. Rathenower- SS. Willy Kerker, straße 34. J. KanowsH, Beusselstr. B. Ki-üger, Turmstr. 74. B. Krüger, Oldenburgers tr. 16. Beinhold Krüger, Huttenstraße 27, Gnst. Lanpichler, Colvinstr. 30. Gustav Laupichler, Turmstr. 80. W. Niese, Sickingenstr. 56. Max Moysich, Wilhelms- havenerstr. 46. Herrn. Palm, Ottostr. 8. Paul Sobotta, EostockerstP.SS. Paul Sobotta, Rostookerstr. 1. G. Scherer, Bremers tr. 56, Ecke Wiolefstraße. Reinh. Scheer, Kirchstr. 8. Adolf Schulze, Melanchton- straßo 4. Adolf Schulze, Lüneburgerstraße 10. Gebr. Schulze, Elberfelder- straße 44. Hugo Schulze, Oldenburger- straße 7. Karl Vogt, Sickingenstr. 80. Karl Vogt, Siemensstr. 6. Schönebers- Gustav Behrens, Akazienstraße 8. Gustav Behrens, Hauptstr. 130. O. Gaege, Nachf. H. Malchow, Martin Luthers tr. 6. W. HoBmann, Bayerischerplatz 13— 14. W7 Lindemann, Apostel Paulusstr. 30. Bruno Lautenbach, Frit» Reuterstr. 13. Bruno Lautenbaoh, Ebers- straße 73. Karl Prahn, Aschafienburger- straße 7. Franz Pflugmacher, Oolonnen- straße 48—49. WalterReinhardt, Hohenfried- bergerstr. 10. Eugen Todt, Tempelhofer- straße 10. Otto Wendland, Sachsendamm 40. Otto Witte, Gotenstr. 34. Th. Ziolinsky, Speyererstr. 22. WUtnerMdörf: Hermann Gaege, Uhland- straße 135. Hermann Gaege, Pragersk. 25. Hermann Gaege, Ringbahn- straße 260. Herrn. Hecht, Wilhelmsaue 26. O. Pawlowslo, Ludwigkirch- straße 10. Otto Schöning&Oo., Berlinerstraße 37. Bruno Schumann, Augusta- etraße 54. �Hygienische. . neuan.KataloJ IB. Empfahl.Tiel. Aflrzle u.Prof. grat. n.l| H. I nger, SummlwarealskrOt Berlin NW» Friödridutrasse»1,'9 neoh beendeter Engre» Seijen. Heohelegente Fraoen-Palelots Ä 10-30 M. AnsotlleSende Tadi-PalEtols Ä 12-3011 Hochelegante Kammpni- l Tieb- KBitOni 15-45 U. Ein Peilen baoneleg. Medelle „Parieer Genre" ■etre.Seidenrlps-u.Tuchpilateti Ertka, ündenlUlto u schwarz teiicBiKiiI Miß? Hertfillnngrprm Mi KlODS! 18—30 M. WelBe und farbige Oaik'PÄM 7-18 M. »aMZülk!. NMüigMI. loäso-Caij 15-20 M. 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Wnram nehmen Sie Zähne auf Abzahlung, wo Sie 4 M. und mehr dafür bezahlen müssen und jede Woche vom Kassierer belästigt werden, außerdem in alle Munde kommen und jede Diskretion ausgeschlossen ist, Warnm brechen solche Zähne mit unechten Stiften schon in der ersten Zeit ab? Weil die Abzahlungs-Zahnateliers zum größten Teil Zähne verarbeiten, welche mit gar keinem Stift oder mit Eisenstiften versehen sind. 5053L* Wer? muß die hohe Provision der Reisenden, die hohe Provision des Einkassierens, die enorm großen Verluste durch das Abzahlungs-System bezahlen? Doch nur der Patient! Es ergeben sich daher für Sie folgende Vorteile: 1. Haben Sie sieb keine Schulden aufgebürdet. 2. Vermeiden Sie die Unannehmlichkeiten der „... Teilzahlung(kassiert werden etc.). KOTOUe: 8- Haben Sie ein Oebiß für 1,80 M. pro Zahn mit echten Platinstiften. 4. Haben Sie noch ein schönes Stück Geld gespart und sind Schulden und Laufereien los. Ueberzeuping macht wahr! Zahn-Praxis Carl Rudolph. Wilmersdorf er Straße 117. Lichtenberg, Frankfurter Allee 169. Spandau, Neuendorfer Str. 106. »erantoortü�fi l«ebalte«t Richard Barth, iöfxlin. Für den Jclrratcnteil Verapi».'. TH.Meär, Berlin. Druck U.V er lag: vorwärts Buchdeuderei p. LerwL.hinpa.» Kanl RWiig"sWi" Zr. 89. 27. Jahrgang. 4. KkilU b JinNiti" Ifflim Sonntag, 17. April 19W. Partei- KlngelegenKeiten. Zur Lokalliste. Km Sonntag, den 24. und Montag, den 23. d. M. veranstaltet die„Neue freie VoltSbiihuc" in der �Philharmonie" Konzertaufführungen. Es wird nun seitens der Beteiligten auch unter der Arbeiterschaft Propaganda für diese Veranstaltungen bc- trieben und dabei die Ansicht verbreitet, die.Philharmonie' sei nach dem am 14. Mai 1909 vom Aktionsausschuß an» genommenen Antrag Wurm für diese Zwecke für die Parteigenossen frei. Demgegenüber bringen wir den Antrag Wurm nochmals in Erinnerung. Derselbe verlangt Aufhebung des Boykotts über die.Philharmonie': 1. Bei künstlerischen und wissenschaftlichen Veranstaltungen, also nicht bei Festlichkeiten, Bällen und dergleichen; 2. nur für die einzelnen Genossen, also nicht für Vereine, für diese soll nach wie vor der Boykott bestehen bleiben." Der eigemliche Zweck des Antrages war der, den Genossen, die gewissermaßen infolge ihres Berufs gezwungen sind, bestimmte Veranstaltungen in der.Philharmonie" besuchen zu müssen, dies zu gestatten. Wir ersuchen daher, obigen Ver» anstaltungen fern zu bleiben. _ Die Lokalkommission. Charlottenburg. Dienstag, den 19. April, abends 8l/3 Uhr, im Volkshause: Generalversammlung. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Max Schütte über: Wilhelm Bracke. Abrechnung vom L Quartal. Aufnahme neuer Mitglieder und VeremSangelegei, heile». Der Vorstand. Friedenau. Am DienZtag, den 19. April, abends 9 Uhr. Mit- gliederversammlung bei Mechelke, Handjerystr. 60/61. TageS- Ordnung: Aufnahme neuer Mitglieder. OuartalSberichte. Unsere diesjährige Maifeier. Gemeindeangelegenheiten. Anträge und Ver- fchiedenes. Der Vorstand. Brih-Bnckow. Dienstagabend t/a9 Uhr findet bei Filz die Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Funktionäre. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Tenipclhof. Dienstag, den 19. April, abends 8% Uhr, bei Apelt, Berliner Straße 41: Mitgliederversammlung des Wahlvereini. Vortrag des Genoffen Kurt Hemig über:„Aus der Werkstatt des Kapitalismus". Verschiedenes. Der Vorstand. Treptow-Vanmschulenweg. OrtSteil Baumschulenweg. Heute Sonntag, den 17. April, früh 8 Uhr. findet von den Bezirks- lokalen aus eine Flugblartverbrcitung statt.— Dienstag, den 19. April, abends 8'/» Uhr, in Speers Festsälen: öffentliche Ver- sammlung. Tagesordnung: Die KoiisumgenoffelischaftSbewegung. Verschiedenes. Ortsteil Treptow. DienStag. den 19. April, abends 8'/z Uhr, im Restaurant Radrennbahn: Mitgliederversammlung deS Wahlvereins. Tagesordnung: Bonrag. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Lichtenberg. Dienstag, den 19. April, abeneS 8V2 Uhr. findet im Lokal Schwarzer Adler(Gebr. Arnhold), Frankftttter Chaussee 5, die ordentliche Mitgliederversammlung des WahIvereinS mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bortrag des Redakteurs Paul John:»Die augenblickliche polittsche Lage'. 2. Diskussion. 2. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 3. Geschäftliches. Pankow. Am Dienstag, den 19. April, abends 8V3 Uhr, findet bei Großkurt, Berlinerftr. 27, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Die Bezirksleitung. Reinickendorf-Ost. Montag abend 8 Uhr findet im Restaurant „Schützenhaus'/z Uhr, findet in Jul. KlippensteinS„Seeschlößchen", Spandauer Str. 4, die Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Kassenbericht, Bericht von den letzten Gemeindevertteterwahlen sowie von der letzten Kreisgeneralversammlung. Die Bezirksleitung. Spandau. Den Genossen, welche sich heute, Sonntag, den 17. April, an dem Ausflug nach Cladow zu dem von den Cladower Genossen veranstalteten Theaterabend beteiligen wollen, zur KennMiS, daß die Abfahrt deS Motorbootes zum ermäßigten Preise von der Brauerei Pichelsdorf snicht Scharfe Lanke) nachmittags Punkt 3 Uhr «folgt._ Der Vorstand. Berliner J�achrichten. Das Wetter der Woche. In diesen letzten«cht Tagen schieden sich Winter und S»mm>er. und die Tempcraturgegensätze, wie sie� in dieser Woche vorkamen, waren außerordentlich scharf ausgeprägt. Nach dem Borbeigang der tiefen skandinavischen Depression, die zu Ende der Borwoche über Lapvland erschienen war, setzte in ganz Deutsckffand wieder das charakteristische rauhe Rückscitenwetter ein, entsprechend der Druckverteilung, bei der das Maximum über dem Ozean war, wo- gegen Minima unter 750 mm Tief« am Weißen Meere und über der östlichen Ostsee lagen. Außerordentlich zahlreiche Regen-, Schnee-, Graupel- und Hagelschauer, die Sonntag in allen Teilen des Landes niedergingen, besonders aber in Pommern und West- Preußen heftig auftraten, drückten in der folgenden klaren Nacht die Temperaturen, besonders in der östlichen Hälfte des Reiches, tief hinab, sodah fast überall Nachtfröste vorkamen. Neu-Strelitz hatte 5 Gr. Kälte; morgens stand auch zu Metz bei Nordoftwind das Thermometer noch ein wenig unter Null. Das Maximum von mehr als 763 mm Höhe war, von einer bei Island neu erschienenen tiefen Depression in Bewegung gesetzt, bis nach Mitteleuropa ge- langt und entsandte einen Ausläufer in nordöstlicher Richtung nach detw Weißen Meere. Diese Drucksteigerung rief in Nordwest- und Nordrutzland nochmals eine alißerordentlich starke Abkühlung her- vor. Im Innern Finlands sank das Thermometer auf 9, zu Archangelsk sogar auf 19 Gr. unter Null. Infolge der Aufheiterung durch den hohen Luftdruck stieg in Deutschland Montag die Tempe- ratur zum ersten Male wieder etwas höher empor; doch wieder» ? ölten sich in der Nacht zu DienStag im Osten abermals die Nacht- röste. Im Westen trat dagegen eine nicht unbeträchtliche Erwär- mung ein, sodaß Aachen Dienstag früh schon 8 Gr. Wärme hatte. Im Westen hatte sich nämlich die Luftströmung nach Süden ge- dreht, da die vom Nordmeere nach Lappland gelangte Depression einen tiefen Ausläufer bis zu den Britischen Inseln entsandte, dessen Annäherung an die deutsche Küste� erwärmend wirkte. Die Erwärmung breitete sich allmählich ostwärts aus, besondors. seit- dem Mittwoch über den britischen Inseln sowie westlich vom Kanal neue, sehr ttefe Minima unter 735 mm erschienen waren. Bei ihrer Annäherung war das Maximum des Luftdrucks vollends nach Ost- und Südosteuropa zurückgewichen; ein zweites Hochdruckgebiet lagerte über Island, dessen Kältezone durch den niedrigen Druck �,«llen; diese Regenfälle vermehrten sich sowohl im Nordwesten wie rtn Süddeutschland. Sie waren jedoch nur an der Nordseeküste ziemlich ergiebig, dort auch stellenweise von den ersten Gewittern des J«hres begleitet. In allen übrigen Landesteilen jedoch herrschte heiteres und warmes FrühlingSwetter, das auch Donnerstag fort- dauerte. An diesem Tage hatte Frankfurt a. M. schon eine Mor- gentempervtur von 15 Gr., Berlin und Hannover meldeten früh 13 Gr. Wärme; nur in Dresden fiel etwas Regen. Die Tempera- turen überschritten Donnerstag schon während der Vormittags- stunden 29 Gr. und erreichten nachmittags an manchen Orten Maxima bis zu 24 Gr., also fast die untere Grenze eines Sommer- tages. Der Witterungscharakter war denn auch völlig sommerliche Noch in den Abendstunden hatten die meisten Ort« 13 Gr. Wärme, das TageSmittel erreicht? an manchen Orten 18 Gr., also eine völlig sommerliche Höhe, wie sie erst in der zweiten Junihälfte normal sein würde. Freitag früh hatte sich das Minimum von seinem alten Orte nur wenig entfernt. Nach mäßiger Druckzu- nähme aus 738 mm hatte es sich nordwärts von Schottland ver- lagert, dabei vom Ozean bis nach Rußland reichend. Ein Teil- Minimum unter 742 mm lag über der Nordsee. Das 765 mm übersteigende Maximum befand sich über Jnnenrußland. Dement- sprechend wehten im ganzen Lande noch südliche Winde, wobei die Morgentemperaturen 9 bis 13 Gr. betrugen. Die Regenfälle im Nordwesten und Süden hatten sich wiederholt, und Freitag früh zeigte auch die Bewölkung eine erhebliche weitere Verbreitung. Nur der Nordosten war noch heiter. Infolge der fehlenden Sonnen- strahlen stiegen die Temperaturen Freitag weniger hoch empor wie tagS vorher; sie erreichten aber fast überall noch 13 bis 29 Gr., sodaß der Witterungscharakter unverändert sommerlich blieb. Die Wetterlage ist in Anbetracht des sehr niedrigen Barometerstandes bei uns und angesichts der tiefen westlichen Depression natürlich sehr unsicher. Es scheint allerdings, eL würde sich das Hoch über Rußland behaupten und die Depression nordwärts oder nordnord- ostwärts nach der Polarregion. In diesem Falle kann es zwar auch, nämlich durch ostwärts vordringende Teilwirbel, zu Regen oder Gewittern mit vorübergehender Abkühlung kommen; doch würde der herrschende Witterungscharakter erhalten bleiben und die hohen Temperaturen würden sich noch mehrfach wiederholen Die Gefahr einer Abkühlung tritt erst ein, wenn wir auf die Rückseite des Hauptwirbcls gelangen sollten. Das scheint aber nicht der Fall zu fem. Ist somit also auch die Wetterlage nicht beständig, so wird sie doch trotz zeitweiliger Veränderlichkeit freundlich und sonrmer- lich bleiben. DaS würde auch in den allgemeinen Charakter dieses Frühlings passen, der von Anfang an in seiner EntWickelung, sieht man von dem fast vierwöchentlichen Kälterückfall im März und April ab, der Jahreszeit beträchtlich voraus gewesen ist, der uns im Februar Frühlingswärme gebracht hat und nun im April mit sommerlicher Hitze aufwartet._ Der„Deutschen Warte"(Deutsches Druck- und BerlagShauS, G. m. b. H.) haben wir neulich ins Hinterstübchen geleuchtet und von ihr berichtet, wie sie systematisch den Redaktionsbrieskasten fälschte durch dreiste Plünderung eines Abreißkalenders. Die Be- weife für diese Fälschung befinden sich in unseren Händen. Das Blatt des sächsischen RcgierungsratS a. D. von Stübnitz, welches über dem Briefkastenteil origmellerweife den Vermerk„Nachdruck verboten" trägt, hat sonst auf unsere sachlichen Anzapfungen stets eine faule Entschuldigung zur Hand gehabt. Die famose Fälschung übergeht! es natürlich hartnäckig mit Stillschweigen und gesteht da- durch die Richtigkeit unserer Anklage ausdrücklich ein. Die in demselben Verlage erscheinende„Berliner Hausfrau' hat, wie unlängst ein Angestellter derselben in der sogenannten „Kaffeestunde"— wie biedermeierlich!— ausplauderte, angeblich sechzigtausend Abonnentinnen. Der Herr hat leider den Hinweis vergessen, daß am Kopfe der„Berliner Hausfrau" die Abonnenten« zahl auf eine Viertelmillion angegeben wird. Zur letzten Ruhe geleitet wurde gestern nachmittag auf dem Friedhof in Friedrichsfelde der Genosse Heinrich Graitck aus der Schönhauser Vorstadt des 6. Kreises, der am Sonntag plötzlich aus den Reihen der Kampfgenossen gerissen wurde, mit denen er auf d?in Wege nach der Demonftvationsverfammlung im Friedrichshain begriffen war. Zahlreiche Parteifreunde hatten sich eingefunden, um dem braven Kameraden, der mitten im Kampfe gefallen, die letzte Ehre zu erweisen. Die Feier fand in der Kapelle statt. Der Gesang. verein„Morgengrauen" leftcte dieselbe ein mit dem für den Toten wie geschaffenen Lied:-Ein Sohn des Volkes". Dann trat Genosse Manasse an den Sarg und widmete dem Verstorbenen tiefempfun- dene Worte deS DcmkcS und der Anerkennung für die der Partei trengeleifteten Dienste. Nicht vielen sei da? Glück beschieden, mitten in der Arbeit für Erkämpfung für Volksvechte den Tod zu finden, wie es Heinrich Graack vergönnt gewesen. Mit ihm sei ein Mann dahingegangen, der mit nachahmenswertem Eifer seine ganze Person in den Dienst unserer großen Sache gestellt habe. In seinem Geiste zu kämpfen sei die beste Ehrung, die man dem Verstorbenen er» weisen könne. Wieder ertönte Trauerges«ng. Dann traten der Reihe nach Delegierte an den Sarg und legten LicbeSzeichen als letzte? Andenken nieder. Prachtvolle Blumenspendcn hatten ge- stiftet der Zentnrtvsrstand der Wahlvereine Berlins, die 1., 2. und 3. Mteilnng des 6. Kreises, die ZeitungSkommiffion, die Firma Hintze u Co., die Zahlstelle Berlin des HolzarbeiterverbandeS, die engeren Kollegen, der 525. Bezirk, die Zeitungsboten der„Vor- wärts'-Spediiionen. Viele engere Freunde und Bekannte des Ver- storbenen hatten noch besondere Kränze gespendet. An der Gruft intonierten die Sänger„Im Reich der Gräber" und langsam senkte sich der Sarg mit unserem toten Freunde in die kühle Erde. An der Gruft waren weder Ansprachen noch auch nur Wid- mungen erlaubt, wodurch uns wieder einmal von neuem die Herr- schaft deS Polizeistaates zu Gemüte geführt wurde. Dir maskierte Dame Im Schaufenster. In einem Hause der Friedrichstraß? befindet sich ein Leder- und Bijouteriewarengeschäft. in dessen Schaufenster seit langer Zeit eine junge Dame sitzen muß als lebendige Reklame für einen von der betreffenden Firma geführten Füllfederhalter. Von früh bis spät schreibt die Dame mit einem solchen Federhalter und lockt natürlich durch ihr hübsches Gesicht die Paffanten an. Neuerdings trägt die Dame vor dem Gesicht eine— schwarzseidene Maske. Wie furchtbar nett und rück- sichtSvolH von dem Chef, nicht wahr? Das junge Mädchen soll gegen- über den Passanten nicht bloßgestellt werden. Ach nein, das ist's wohl nicht. Der Chef hat nur gefunden, daß der alte Trick nicht mehr recht ziehen will und ein neues Mäntelchen bekommen mußte. So erfand er die Maskierung und rechnete damit, daß die verhüllte Schönheit doppelt reizt. Beim B«u der Untergrund- und Hochbahn In der Schönhauser Allee wird In einer Weise verfahren, die die helle Entrüstung der Anwohner hervorruft. Um Platz zur Lagerung der Materialien zu schaffen, hat man auf dem Senefelder-PIatz einfach eine An- zahl der schönen großen Bäume umgehauen! Auch In der Schönhauser Allee selbst Ist eine Reihe derselben entfernt. über den Britischen Inseln von uns fern gehalten wurde. Die Zu-...----.,..........------...... nähme des DruckgefällcS in der Richtung vom östlichen Maximum| Das gibt nette Perspeltiven für die Zukunft I Nicht nur, daß man nach dem atlantischen Wirbeln führte eine Verstärkung der südöst-; den Bewohnern der Schönhauser Allee durch den Bau der Strecke lichen bis südlichen Winde herbei, wodurch die Temperaturen rapid HjchBdijn ihre Freude an der schönen Promenade raubt, ge- weittrstlegen. Mittwoch früh hatte.l«chen bereits®arl'lef' stattet man auch einer Privotgefellschast, bort ganz über- Tagsüber stieg das Thermometer an vielen Orten auf 29 Gr. und �. i c. ,,, sogar etwas darüber, wobei das Barometer anhaltend fiel, und im flu s, 1 g erw ei s e nach vandalenart zu hausen. Der Schaden, Bnmenlande bis auf 15 unter Normal sank. Schon in der Nacht der schon letzt dort angerichtet ist, kann m Jahrzehnten nicht wieder «var im Rhssingebiete und an der Nordseeküste etwas Regen ge- 1 g«t gemacht werden. So schnell, wie fie umgehauen worden find, wachsm die Bäume nicht wieder.— WaS sagt die städtische Gartenbauverwaltung zu dem Vorgehen der Hoch» und Untergrund» bahn-Gesellschaft? Berliner Schulschlcnbrian. AuS Lehrcrkreisen wird uns ge» schrieben: Mit Beginn des Winterhalbjahres 1992-93 erfolgte die Einführung des neuen Grundlehrplanes für die Berliner Ge» meindeschuben und die Umwandlung des SiebenklassensystemS in das Achtklaffensystem. Jetzt schreiben wir 1919. Seit acht Jahren wartet die Berliner Lehrerschaft auf ein neues Lesebuch. Die bis dahin benutzen Lesebücher waren für ein siebenklassiges Schulsystem eingerichtet und zugeschnitten Der neue Lebrplan brachte gegen früher naturgemäß eine Verschiebung der Lehrstoffe«nt-- sprechend den 3 Schuljahren und es hätte sich damit eine Umarbei- tung der Lesebücher von selbst verstttilden, denn die Lesebücher sollen ja nicht nur den Stoff zur Uebung der Lesefertigkeit bieten. Bisher war eS wenigstens üblich gewesen, geniäß dem Gesetze der Konzentratton der Lehrstoffe den Schülern solche Lesestücke zum Lesen zu geben, die den Stoff enthalten, der in den Realien zu be» handeln ist, z. B. wenn in der Gescbicbtc von den Alten Deutschen gesprochen wird, dann wird im Deutschen ein hierzu passendes Lese- stück gelesen. Dabei profittert ein Unterrichtsfach vim andern, Das ist jetzt aber unmöglich. Daß die Schule dadurch eines natür» lichen Hilfmittels bei EinPrägung der realisttschen Lernstoffe ver» lustig geht, ist natürlich und bedauerlich. Sie wird sogar durch dies Nichtübereinstimmen benachteiligt, denn nun kann bei den Lesestücken, die wohl oder übel gewählt werden müssen, das nöttge Verständnis nicht vorausgesetzt werden, es muß also erst vermittelt werden und so geht viel Zeit verloren. Dazu kommt noch dev Uebelstand, daß zwei Teile des Lesebuches 1% Jahre lang benutzt werden müssen, obgleich ihr Inhalt nur für ein Jahr berechnet ist. Wenn auch dieser Uebelstand vielleicht dem Geldbemei der Eltern zugute kommt, so ist doch den Schülern damit wenig gedient. ES ist zu bedenken, daß sich die Kinder das Buch überlesen. Wann wird dem Schlendrian ein Ende bereitet? Es scheint, als ob man höheren OrteS mehr Rücksicht auf die Lesebuchverfasse» nimmt alS auf die Schule, denn es ist nicht anzunehmen, daß man mit den Uebelständen einverstanden ist. Ein zweiter Schlendrian mag hier nochmals berührt werden. Er betrifft das Sprachbuch für unsere Berliner Volksschulen. Ein Teil der Schulen ist verdonnert, die sprachlichen Uebungen an der Hand des Uebungsbuches von Uebel zu betreiben. Die Kritik hat dieses Buch einstimmig vernichtend abgelehnt und der„Vorwärts' hat sich mit dem„Werk" recht tadelnd beschäftigt. Trotzdem muh es weiter benutzt werden, obwohl wir viele gute Bücher für den Zweck haben. Hat die Behörde denn nichts von der abfälligen Kritik gelesen? Warum schreitet sie nicht ein? Wie konnte sie überhaupt ein solches Buch genehmigen? Eine Haussuchung nach den kürzlich zur Ausgabe gelangte« fünf Arbeiterliedern, die in Parteikreisen verbreitet wurden, haben gestern in den Bureaus des 4. und 6. Kreises und in der Expeditton des„Vorwärts' stattgefunden. Es wurden an den genannten Stellen mehrere Tausend Exemplare beschlagnahmt. Unerfindlich ist, aus welchem Grunde diese Maßnahme getroffen worden ist. Die in Frag« kommenden Lieder sind«Die Arbeitermarseillaise', „Die Arbeitsmänner', der„Sozialistenmarsch', das„Arbeiterlied' und Herweghs„Bef und arbeit", Lieder, die seit Jahren unbean» standet verbrettet worden sind. Ein schwerer Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen, bei dein zwei Personen verletzt wurden, ereignete sich am Sonnabend früh gegen 7 Uhr in der Landsberger Straße. Dort fuhr der Motor« wagen 1712 der Linie 65 in die falsche Weiche und stieß mit großer Wucht gegen den Anhängerwagen eineS auS der Richtung der Schönhauser Allee kommenden StraßenbahnzugeS. Infolge des Anpralls wurde der auf dem Hinterperron deS angefahrenen Wagens stehende Arbeiter Christian Schulz so heftig gegen die Stirnwand geschleudert daß er zwei tiefe Wunden an der Stirn erlitt. Der in demselben Wagen bedienende Schaffner Räschke erlitt erhebliche Haut« abschürfungen am linken Unterschenkel. Beide Verletzte erhielten auf der nächsten Unfallstation die erste Hilfe und koniiten sich dann nach ihren Wohnungen begeben. Die beiden Straßenbahnwagen wurde» bei dem Zusammenstoß erheblich beschädigt. Der Männerchor„Fichte-Georginia 1879' gibt heude i« fier Brauerei Friedrichshain unter Mitwirkung der Kgl. Hofopcrn» sängerin Frau Knüpfer-Egli ein Konzert. Anfang pünktlich 6% Uhr. Eintritt 50 Pf. Im Zoologischen Garten ist ein überaus seltener, durch eigen» artige Schönheit ausgezeichneter Vogel von den japanischen Lin. Kin-Jnseln eingetroffen, der einen GlaSkäfig deS Neuen Vogel» Hauses bewohnt. Der Prachthäher oder Oalocitu licklki, tote ihn die Zoologen nennen, ist der Wissenschaft noch nicht allzu lange näher bekannt. Die Grundfarbe dieses Hähers ist ein schönes dunkles Mahagonibraun, von dem sich der'blauschwarze Kopf, die mtt weißen Querstreifen gezierten, dunkelblauen Flügel und dev ebenso gefärbte lange Schlvanz prächtig abheben. Ein wertvolles Medaillon mit Photographie hat am Sonntag, den 19. April, ein Arbeiter auf dem Wege von der Strausberger» ftraße nach dem Treptower Park zur Wahlrechtsdemonstration ver» loren. Da es sich um ein Andenken handelt, wird der Finder des Medaillons gebeten, dasselbe bei Max Marr, Büschingstr. 29, vorn 3 Tr. abzugeben. Arbeiter-Samariter-Kolonne. Montag, abend 9 Uhr, 2. Ab» teiluiig. Brunncnstr. 154, Vortrag deS Zahntechnikers Herrn Gedicke über Zahn- und Mundkrankheiten Heute nachmittag 2lh Uhr ordentliche Generalversammlung im Dresdener Garten, wozu alle Mitglieder erwartet werden. Am Mittwoch Lehrabend der 5. Abteilung und Donnerstag der 8. und 4. Abteilung. Da dies die letzten Lehrabende des Winterkurses sind, werden die Mitglieder und Teilnehmer ersucht, vollzählig z» erscheinen und an den Sommerübungsstunden teilzunehmen. Vorort- Nachrichten« Elektrizitätsmonopol im Kreise Teltow. Wie ein Köpenicker Ortsblatt berichtet, beabsichtigt der KreiS» auSschuß von Teltow sein Elektrizitätswerk, das bisher erhebliche Zuschüsse erforderte, an die Berliner Elektrizitätswerke und die Berliner v«rortS-Elektriz«tätSwerke zu verpachten. Als Pachtdauer ist zunächst der Zeitraum von 80 Jahren in Aussicht genommen. Damit würde den geiiannten Gesellschaften für einen großen Teil des Teltower Kreise? auf lange Zeit hinaus ein ElellrizitätS» Monopol eingeräumt werden. Als Pachtsumme sind in den ersten drei Jahren je 65 000 in den nächsten fünf Jahren 76 000 und für jede weitere fünf Jahre 15 000 M. mehr bis zum Höchstbetrage von 130 000 M. zu entrichten. Dafür verpflichtet sich der Kreis, den elektrischen Strom für den Betrieb des Teltow Kanals, der Straßen» bahnen und des Kreiskrankenhauses von den beide» erwähnten Gesell» schasten zu entnehmen. Gegen dieses Projekt macht sich im Kreise eine scharfe Gegnerschaft geltend und auch die Stadt Köpenick erblickt darin eine schwere Schädigung, da ihr durch Schaffung eine» Mono» Pols jede Möglichkeit genommen wird, mit ihrem Elektrizitätswerk die Venachbarten Orte de» Kreises zu versorgen. Rixdorf. Im Teltow?/, Uhr. im„Kurfürsten', Berliner Straße, eine Sängerversammlung ab. Sangesfrennde sind hierzu eingeladen. Spandau. Die öffentliche Auskunftsstelle für alle Arveiter und Arvetierinnen befindet sich, da der Genosse Paul Härtung sckwer erkrankt ist. bis aus weiteres beim Genossen Otto Hintze, Lynarstr. 23. AuS- kunftSerteilung jeden Freilag abend von 7— 8 Uhr. Wir ersuchen alle Arbeiter und Arbetterinncn, bei vorkommenden Fällen von dieser Stelle Gebrauch zu machen. Der Ausschuß des Gewerkschaftskartells Spandau. I. Ä.: Karl Ritzmaim, BiSmarckstr. ö. Jugendveranstaltungen. Die Freie Iiigendorganisatio» veranstaltet heute 3 Uhr eine Reihe Agltatloilsvcrsanimluiigen, die wie folgt stattfinden: S. Abteilung im GewerklchastSyauS, Engclufer IS; S. Abteilung bei Kutsch er, Urbaitttr. S3; 11. Abteilung bei Greulich, Uttechterstr. S; 12. Abteilung bei Warten- burger. Huijilenstr. S7; 14. Abteilung bei Golm. Wriezener Str. 24; 21. Abteilung bei Ncidhardt, Görlitzer Str. SS; Baumichulenweg bei Erbe, Baumschulenstr. 14. In allen Versammlungen: Vortrag: Wa» will die Freie Jugendorganisation� Alle jugendlichen Arbeiter und Arbette- rinnen sind herzlich willkommen. Freie Jugendorganisation, 7. Zlbtcilung. Sonntag, 17. April: Besichtigung der Arbeiter- WohlfahrtS- Ausstellung. Treffpunkt'/,1L Uhr mittags Landsberger Allee, Ecke Petersburger Straße(Normaluhr). MocKen-Spielplan der Berliner Cheater. König!. Opern, muS. Sonntag: Der fliegende Holländer. Montag: Figaros Hochzeit. Dienstag: Siegsricd. Ansang 7 Uhr. Mittwoch: D!« Fledermaus. Donnerstag: Mignon. Freitag: LoheNarin.(Ansang 7 Uhr.) Sonnabend: Pvia. Sonntag: Po, a. Montag: Der Prophet. König!. Schauspielhaus. Sonntag: Strandlinder. Montag: Maria Stuart. Ansang 7 Uhr. Dienstag: Der Familientag. Mittwoch: Wie die Alten srntgen. Donnerstag: Strandkinder. Freitag: Der Familientag. Sonnabend: Julius Cäsar. Sonntag: Wie die Alten sungen. Montag: Sttandttuder. »teueö tönigl. Opern Theater. Sonntag: Die Fledermaus. Ansang VL Uhr. Sonntag, den 24. April: Der deutsche König. Deutsches Theater. Sonntag: Die Braut von Messina. Montag: Judith. Dienstag: Dl« Braut von M-islna. Mittwoch: Judith. Donner?- tag: Die Braut von Messina. Freitag: Der Widerspenstigen Zähmung. Sonnabend: Die Braut von Messtna. Sonntag, Der Widerspenstigen Zähmung. Montag: Die Braut von Messina. Deutsches Theater(Kamm erspiele). Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Gowän. Freitag: Sumurün. An- sang T'fi Uhr. Sonnabend: Guwlln. Sonntag: Sumurün. Montag: Gawstn. Lessing-Theater. Sonntag, Montag und Dienstag: Das Konzert. Mittwoch: TanirtS der Narr. Donnerstag: DaS Konzert. Freitag: Der Bund der Jugend. Sonnabend: DaS Konzert. Sonntagnachmittag: Rosem montag. AbendS: Die Stützen der Gesellschast. Montag: DaS Konzert. «erltnet Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Penston Schöller. Abends bis auf weiteres: Taisun. Ansang 8 Uhr. Neues Theater. Abends bis aus weiteres: Die goldme Ritlerzeit. Ansang 8 Uhr. MUtwochnachmittag: Die goldene Nitterzelt. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Die Hochzeit der Sobetde. Wie er threu Mann belog. Montag: En ist sein. Dienstag: Die Rampe. Mittwochnachmtttaa: Die Räuber. Abend«: Die Hochzeit der Sobetde. Wie er ihren Mann belog. Donnerstag: Die grau:m Fenster MIrandollna. Freitag: Ernst sein. Sonnabend und Sonntag: Die Hochzeit der Sobetde. Wie er Ihren Mann belog,(tzlnsang 7'/, Uhr.) Montag: Unbestimmt. Hebbel> Theater. Sonntag und Montag! Das Nesthälchen. DlenS- tag: Frau Warrens Gewerbe. Mittwoch und Donnerstag: DaS Nest- Häkchen. Freitag: Frau Marrens Gewerbe. Sonnabend und Sonnlag: Das Nestliäkchen. Montag: Unbestimmt. Koniische Over. Sonntagnachmlttag 3 Uhr: Tiesland. Abends: Zlgeunerlicbe. Montag: Hofimanns Erzählungen. DlenStag: Zigeuner- liebe. Mittwoch: Tiefland. Donnerstag: Zigeunerllcbe. Freitag: Der Wildschütz. Sonnabend: Zigeuncrliebe Sonntagnachmlttag 3 Uhr! DaS Tal der Liebe. AbendS: Zigeunerliebe. Montag: Die Fledermaus. Thalia-Theater. Sonntaanachmittag 3 Uhr: Der Hochtourist. AbendS: Die Dorstomtessc. Montag. Dienstag und Mittwoch: Die Dorskomteffe. Donnerstag: Die Dollarvrinzcssin. Freitag: Die Dorskomteffe. Sonn- admd: Die Dollarprtnzesstn. Sonntag und Montag: Die Dorskomteffe. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Moral. Abends bis aus wettere»: Luxuszug. Nächsten SonntagnachmMag 3 Uhr, Moral. Abend»: LuxuSzug. Anfang abends 8 Uhr. Theater des Westens. Sonntagnachmlttag 3'/, Uhr: Ein Walzer- träum. Abends bis aus weiteres: Die geschiedene Frau. Ansang 8 Uhr. Nächsten Sonntagnachmtttag 8'/« Uhr: Ein Walzertraum. Schiller-Theater O. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Viel Lärmen um Nichts. Abends: Goldene Herzen. Montag: Viel Lärmen um Nichts. Dienstag: Wallcnsteins Tod. Mittwoch: Goldene Herzen. Donnerstag: Dir Statatolnben. Freitag: Goldfische. Sonnabend: Die Katakomben. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Vic! Lärmen um Nichts AbendS; Die Katakomben. Montag: Goldsische. Ansang 8 Uhr. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntagnachmlttag 3 Uhr: Der Meineidbauer. AbendS: DI« Katakomben. Montag: Goldene Herzen. Dienstag: Dle Katakomben. Mittwoch: Goldfische. Donnerstag und Frei- tag: Hans Lange. Sonnabend: Goldene Herzen. Sonntagnachmtttag 3 Uhr: Der Meineidbauer. Abends und Monlag: Goldene Herzen. Au- sang 8 Ubr. ?friedrich-WilHelmstiidtischeS Schauspielhaus. Sonntagnachmittag c: Die Jungfrau von Orleans. Allabendlich AU-Heidelbera. Ansang 8 Uhr. BolkSoper. Sonntagnachmlttag 31/, Uhr: Der Troubadour. SlvendS: Die Zauberflöte. Montag: Martha. DienSiag: Der Waffenschmied. Mittwoch: Die Zauberflöte. Donnerstag: Margarete. Sseitag: Mascha- Sonnabend: Die Zauber flöte. Sonmagnachmittag 3'/, Uhr: Der Freischütz. Abends: Margarete. Montag: Rigoletto. Anfang 8-/, Uhr. Lnisen-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Was Gott zafammen» fügt. Abend» und Montag: Das Gesetz deS Herzens. Dienstag: Der Kausmann von Venedig. Mittwoch: Der Klappcrstorch der Königin. Donnerstag und Freitag: DaS Gesetz des Herzens. Sonnabend: Veiliyen. sresser. Sonntagi.achmittag 3 Uhr: WaS Gott zusammenfügt. Abends und Montag: Das Gesetz der HerzenS. Ansang 8 Uhr.„_ Neues Operette»- Theater. Sonntagnvchmittag 3 Uhr: Der ZIgeunerdaron. Allabendlich: Der Graf von Luzemburg. Ansang 8 Uhr. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Zigeunerbaron., Äustipielhaus. Sonniagnachmitiag 3 Uhr: Im Klubsessel. All- abendlich: Das Leutnantsmündel. Ansaug 8 Uhr. Nächsten Sountagnach- mittag 3 Uhr: Der Zigeunerbaro». Rose-Theater. Sonntagnachmlttag 3 Uhr: Preciosa. AbendS und Montag und Dienstag: Der Pfarrer von Kirchfetd. Mittwoch: DeS Meeres und der Liebe Wellen. Donnerstag: Preciosa. Frettag: Der Psarer von Kirchseld. Sonnabend: Preciosa. Sonntag und Montag: Der Pfarrer von Kirchseid. Ansang 8 Ubr. Residenz-Theater. Allabendlich: DaS Nachtlicht. Anfang 8 Uhr. Noacks Theater. SomttagnachnMag 3 Uhr: Kean oder: Genie und Leidenschaft. Abends: Roberl und Berttam. Montag: Die Blinde von Paris. Dienstag: Die Waffen nieder. Mittwoch: Die Blinde von Paris. Donnersiag: Kean oder: Genie oder Leidenichaft. Freitag: Robert und Bertram. Sonnabend: Jung-Heldelberg. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Die Blind« von Paris. Abends: Jung-Heldelberg. Ansang 8'/, Uhr Trianon- Theater. Sonntagnachmlttag 3 Uhr: Parts er Witwen. Allabendlich: Theodore u. Cie. Ansang 8 Uhr. Nächsten sonntagnach- mittag: Unbestimmt. t �... Gastspiel-Theater. Allabendlich: Miß Dudelsack. Ansang 8'/, Uhr. Sonntag 8 Uhr.„. Kasino-Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Ein deutsches Frauenherz. Allabendlich: Berlin bei Nacht. Ansang 8 Uhr. Gebr. Herrnfetd-Tdeater. Sonntagnachmlttag 4 Uhr: Em Rettlmgs. mittel. Eine Ucbcrgangsehc. Allabendlich: UebergangSehe. Endlich allein. Die letzte Ehre. Ansang 3 Uhr. Rvollo-Tkearer. Allabendlich: In de» Lasterhöhlen von Sau Francisco. Spezialitäten Ansang 8 Uhr. Palast-Theater. Allabendlich: Spezialitalen. Anfang 8 Uhr. Folies Caprtcc. Allabendlich: Herr Wafferkrops. Der Lustturner. Ansang S'U Uhr.._,„ Buggeiihagen. Täglich: Spezialllaten. Ansang 8 Uhr. Meiropol- Theater« Allabendlich: Hallohl Die große Revue k Ansang 8 Uhr._. Reithslinllen- Theater. Allabendlich: Stettlucr Sanger. Ansang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr.__—, Wint.rgartcu. Allabendlich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Sonntag- nachiniltag» 3l|. Uhr: Spezialitälen. Paffage- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Ansang» Uhr. SonntagnachmittagS 3 Uhr: Spezialitäten. Karl Havcrland- Theater. Allabendlich! Spezialitäten. Walhalla- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Ansang» Uhr. Sonittagnachmittags 3*1, Uhr: Spezialitäten.___ Uraiiia-Tbcatrr. Taubcnltr. 48/46. Sonntag abend? 8 Uhr: Der Halleyiche Komet. Montag: Im MrNeNglaii» des Oberengadin. Diens- tag: Der Hollcysche Komet. Mittwoch: In den Dolomiten. Donnerstag: Im Firiienglanz von Oberengadin. Freitag: Der Halleyiche Komet. Sonnabend: In den Dolomiten. Sonntag: Im Firaeuglanz des Ober« engadin. Montag: Unbestimmt. Ansang 8 Uhr. Sternwarte» Jnvaiidenstr. 57—62. Vermiscdres. Zur Allcustciner Mordaffäre. Die Bcschkußkannuer deS Aüensteiner Landgerichts hat, wie aus Allenstein gemeldet wird, gegen die frühere Frau von Schönebeck daS Haupivcrfahren wegen Anstiftung zum Morde und zum tätlichen Anariff auf einen Borgesetzten vor dem Schwurgericht Allenstein eröffnet._ 8 am Blitz erschlagen. Nach einer Meldung aus Bergzabern ging vorgestern nachmittag über die Südpfalz ein schweres Gewitter mit einem wolkenbruchartigen Regen nieder. Bei Schweighofen wurde ein Bauernsohn auf freiem Felde vom Blitz erschlagen. Der Wirbelsturm von Mourmelon. Bei dem Wirkelsturm auf dem Flugplätze von Mourmelon, worüber wir in der gestrigen Nummer unter Letzte Nachrichten und Depeschen berichteten, find, wie vom gestrigen Tage aus Paris ge» meldet wird, vier Arbeiter getötet und sechs schwer verletzt worden. JnS Meer gestürzt. Me aus Havre gemeldet wird, ereignete sich im Laufe der Uebcrfahrt des französischen Dampfers„Lorraine" ein Zwischenfall. Ein tiroler Passagier namens Domino Fontan stürzte sich von der Kommandobrücke herab ins Meer. Alle Versuche, ihn zu retten, waren vergebens. Japanisches Untersrebaat gesunken. Wie da» Reutersche Bureau aus Tokio meldet, ist ein japani- sches Unterseeboot gesunken, während es in der Hiroshima Bah manövrierte._ Nebeusche Kranken- und Sterbekaffe Nr. 5, gegründet 1795. Heute von 2 biS 7 Uhr Zahl- und Ausnahmetag bei Riwer, Elisabethfirch- ftraße 14. Berliner Kranken-NnterstiitzungS- und BegrübntSverein für Jraue» und Ntädche». Heute abend S Uhr im Dresdener Garten, Dresdener Str. 45: Generalversammlung. Nachdem geselliges Bei- sammensein._ «lmtltcher Marktbericht der Nädtticheu Martthallen-DlreMon über den Groftbandel in den Zenwal-Marttdallen. Marktlage: FleUch: Zufuhr schwach, Geschält still, Preise unverändert. Wild: gufubr sehr gering, Geichast ruhig, Preise fest. G« s l ü g e l: Zufuhr genügend, Geichast lebhaft, Preise besriedigend Fische: Zusuhr gcniigend, Geschäft ruhig, Preis- wenig verändert. Butter und Käse, Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zusuhr reichlich, Geschäft lebhast, Preise loenig verändert. eSitterungSdberstcht vom 1«. April»VIO. moraen« 8 Uhr. Wetterprognose für Sountag, den 17. April 1910. Vielfach heiter, am Tage wieder etwa» wärmer, aber beränderfich bei ziemlich lebhasten südlichen Winden und etwas Neigung zu Gewittern. Berliner Wetterbureall. Wasserstands, Rachrt ttiten der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgetellt vom Berliner Wettcrbureau. vafferstlmd M« m e l. Tilsit P r e g e l. Jnsterburg Weichsel, Thon, Oder, Rattbor , Krossen , Franklurt Warth«, Schrimm , LandSberg Netz«, Dordamm Elbe, Leiwieritz , Dresden , Bardo . Magdeburg vafferftand Saal«, GrochNtz Havel, Spandau') , Rathenow») Spree, Svremberg') , Beeskow «« I« r. Münden , Mwdeu Rhein, MapimilianSau . Kaub Köln Neckar, Heilbronn Main, Werlheim Mosel. Trier + bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Unterpegel. r. '»»»SSSSI« Unserm Genossen C;S. Hox Wanch nebst Braut% W dt» herzlichsten Glückwünsche W zur Bermählung. S187L<10 „ Die Genossen des SC.-Bezirks, I � Rixdorf.•*y �WSSKAKKSHHODHtzH�- Soziaitakratlsciier ferein sür den 8JerllöerReic!is!apwalilkreis. Den Partelgenosseii zur Nach- dag unser Mitglied rlcht. l�eintiolcl t�renxel <1.«lbtetlung) nach langem, schwerem Lewe« ver- starben ist. Shre seinem Andenke» Z Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Slpril, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle de» Bartholomäus- Kirch- hoscs in Welgcnsee, Fallenberger Chaussee, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 235/9 Der Porstand Sozialtakratiseiier Vereis sür den SJerliserReieiistagswablkreis. Den Milglicdein zur Nachricht, dag der Genosse Gastwirt Hermsnn MüHei' (JablonSkistr. 11) gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnlag. den 17. April, nach- mittags 3 Uhr, vo» der Leichen- Halle dcsGeorgcn.MrchhojsLands- berger Allee, aus statt. 223/10 Der Vorstand. SozialilemokratisetiJatilyerein Steglitz. Todes-Anzeige. Hm Donnerstag, den 14. d. M.. starb plötzlich Insolge eines Un- salleS im Alter von 2b Jahren unser Genosse, der Gärtner Burdt Ehre feinem Andenke« Z Die Beerdigung findet am Montag, de« 18. d. MtS., nach- mittags 4 Uhr, aus dem Gemeinde- Friedhos in Steglitz, Bergstragc, statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Aligemeilltr �dkutschkr Gärwr-Nerem vrisrnraaliung Groll-Seelin Am Donnerstag, den 14. April, verstarb infolge eines Unfalles «in«S unserer besten Mitglieder, der vorfitzende deS Bezirks Steglitz Kuckolt Burdt. Ehre seinem Andenken! Der Tag der Beerdigung steht noch nicht fest. 285/4 Die OrtSverwaltnng. IrteiterMaliper-VereiD Steglitz. (Mitglied d. A.-R.-B..S.') Todes-Anzeige. Am Donnerstag, den 14. d. M.. starb plötzlich insolge«Ines Unfälle» im Alter von 25 Iahten unser treuer Sportgenosse, der Gärtner KudoH Burdt. Ehre sriuem Andenken l Die Beerdiamig findet am Montag, den 18. d Mt»., nachmittags 4 Uhr. aus dem Gemeinde« Friedhos in Steglitz, Bergstrahc, statt. Um rege Beteiligung ersucht voi« Vorutund. Verband der Stebisefeer, Pflasterer und Berufsg. Dentscbl, Filiale Groll-Berlin. Bez. Berliln II. Den Mitgliedern zur Nachricht. datz der Kollege pau! plillipp im Mer von 47 Jahren ver- starben Ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mon- tag, den 18. April, nachmiliags 5'/, Uhr, von der Leichenhalle des Weibenseer grlcdhoses aus statt. Um reg« Beteiligung ersucht Der Vorstand. Danksagung« Für die vielen Beweise herzlichster Teunahme bei der Beerdigung unteres lieben, aus so schreckliche ZZeis« ums Leben gekommenen Sohnes ll/'Ht» iagci: wir allen Freunden und Bc- chmnten unseren besten Dank. t. llelersdorl V.TA'i Allen Freunden, Kollegen und Bekannten die traurige Nachricht. das) mein lieber Mann, unser guter Valer, der Maurer(Putzer) l9. April, nach- millagS 4 Uhr, vom Trauerhause. Köpenick, MahlSdorserstr. 2, aus nach dem Köpenicker Friedhose, statt, Ehre thremZAndenken! Rege Beteiligung erwartet 114/11 Die OrtSverwaltong. Deutscher Transportarbeiter- Verband.| Bezirksverwaltung Groll-Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unsere Kollegin, die Boicnsrau j Finna Sckidz am 14. April im Aller von 46 Jahren verstorben ist. Di« Beerdigung stndei heute Sonntag, den 17. April, nach- miiiagS 5 Uhr, von der Leichen- Halle de« neuen Schöneberger KirchhojeS(Blanke Hölle) aus statt gerner verstarb plötzlich unser Kolleg«, der Möbeltransport- arbelter(68/14 Emil Liedke ß im Alter von 27 Jahren, Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 18. April, nachmittags 8 Uhr, von der Leichenhalle dcS Zentral-griedhoseS in Friedrichs- selde auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksverwaltung. Beutseber Holzarbeiter-Verband Den Mitgliedern jttt Nachricht, datz unser Kollege, der Korb- macher Brnst Meinke am 16. April gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, de» 18. April, nach- mittags 5 Uhr, von der Halle des n eueii Johannis- Kirchhoset in Plötzensee auS statt. Um rege BeieUtgung ersucht 82/5 Dia Orlsverwaltuag. Für Die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdiguiia meines lieben ManneS. Vater» und Bruder», de» Tischler« Walter purruelcer sagen wir allen, welche ihm da» letzte Gelelt gaben, unseren herzlichsten Dank. Ii33b Bio trauernden Hinterbliebenen. DanUaaganj�. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung unserer unvcraetzlichen Tochter sagen wie allen Freunden und Bekannten unseren mnigstcn Dank. 1700b Samtlte DabrawSkt« Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, datz mein lieber Mann, uns« guter Vater, der Arbeiter Ferdinand Block plötzlich am Herzschlag gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 17. April, nachm. '1,8 Uhr, vom Wilmersdorser Friedhose aus statt. 518öL Die trauernde Witwe nebst Kindern. ür Danksagung. die Beweise herzlicher WWW Teil- nähme bei der Beerdigung meiner lieben Frau lund unserer lieben Mutter unseren herzlichsten Dank. 5186L R. Brendirke nebst Kindern, Rixdors, Oierstr. 19. Danksagung. Für die rege Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutler Berta Berxemsnn sagen wir allen, insbesondere den Genossen deS S. und 4. Bezirks der l. Gruppe, dem TranSporiarbeiter- verband sowie den Kollegen der Firma Stillpner» KrUger, Halensee, unseren herzlichsten Dank. W>«siiz Rercemann nebst Kinder«. Allgemeine Orts- Krankenkasse sür die vereinigten Gewerbebetriebe Charlotten burgs Wir laden hiermtt die Kassen- delegierten zu einer ordentliche» General-Yersammiung aus Montag, de» SS. April er., abends'1,9 Uhr, nach dem Saale deS Volkshauses in Eharlottenburg. Rofinenltr. S, ein mll der Tage». Ordnung! 1. Berichlerstattuna de» Kasienvor- standeS über die JahreSrechnung für 1399 und die GelchäsiSIage der Kaste. 2. Bericht der Revisionskommission. 3. Antrag des Kassenoorftande» aus Entlastung. Nach Schlust der Tagung findet ein Vortrag deS Stadtverordneten Herrn Koblenzer-Berlin statt über die dem ReichSlage vorliegende neue ReichsverstcherungSordnung. Die Deleaterlen erhalten autzerdem ein« Ichrisiliche Einladung zu dieser Generalversammlung unter ftn. sendung d«S gedruckten Geschaht- bertcht». Eharloltenburg, den 16. April 1910. Der Kaffenvorftanb. 173/18 gez. Ahrens. Bekanntmachung. OrtS-Krankenkasse sür den Amtsbezirk Tegel mit Ausschluß von Plötzensee. Die Frühjahrs- General-Versamnilang wird anberaumt auf Montag, den 25. April 1910, abend» 71/, Uhr, nach dem Trappschen Saal» (Jnh. Gamm), Tegel, Bahnhosstr. 1/2. Tagesordnung: 1. Vorlegung der JahreSrechnung 1399/ daran anschlletzend Bericht der RechnungSprstser und Enliafluna de» Vorstande». 2. Beschlutzlastung über Aenderung deS§ 42 dcS Kastenstatut». S. Vorlegung der vom Vorstande mit den Herren a) Dr.Lachmann, Berlin, Brunnen- stratze 73, Spezialarzt sür Hal«-, Rnsen« und Ohrenleiden, d) Dr. med. Wilhelm Kiew. verlin N.. Brüsseler Str. 49(Nähe der Müller- und Seestrahe), abgeschlostelien Verträge bchus» An« stellung al» Kastenärzte und Ge» »ehmigung derselben gcmätz ll 57 Ziffer 8 de» Kasseiistatut». 4. Ersatzwahl für ein aiiZgeschlede- ne» Vorstandsmitglied seUenS der Kastenmitglieder. 5. Verschiedene». Die gewählten Herren Vertreter werden hiermit ergebmst eingeladen. Tegel, den 7. April 1919. 274/7 I>«r Toratand. (gez) Oswald Arft, Vorsitzender. (gezF Wilhelm Pahlow, Schriftführer. Orta-Krankenkasse sür da» Töpfergewerbe zu Berlin. Die QrdvntlKvI»« Beneral-Versaimnlung wirb anberaumt aus Mittwoch, den «7. April, abend» 8 Uhr, tm König- stadt-Kailno, Holzmarktstr. 72. TageS-Ordnung: 1. Vorlegung de» VerwaltungS- berlchle» und RechnungSabschluste» sür 2. Bericht der PrasungSkommIsfion und Bcschlutzsussung über die Abnahme der JahreSrechnung. 8. Statulenänderung-§§ 13 und 14(betrifft Verminderung der Karenz- tage und Erhöhung der Angehörtgen- Unterstützung). Beschltitzsastiing über Etnsühnmg einer Famillenunterstütznng. AI» Leglltmalion ist die schristllche Einladung mitzubringen. Der Vorstand. M. Markmann, H. lohn, Schristsührer. Vorsitzender. Orts- Krankenkasse der Dachdecker Berlins. Mittwoch, den 20. April 1910, abends 8'l, Uhr, im Lokale des Herrn Dale, Skalttzer Str. 51/62: Ordentl. General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Bi-üsungSauSschuste». 2. Antrag der Buchhattertn Wachtel behusS Anstellung. 8. Verschiedenes. 273/13 Delegiertenkarte legtttmlert. Der Vorstand: I. Hörne mann, Vorsitzender. Orts-Kran ken ka ss e der Tödollflibrilllirdeiicr zu Berliu. Einladung zur Drdentl. Generalversammlung am Montag, den Sli. April 19llv, abendS 8'/, llhr, nach W e t n» straffe 11(früher Feind.) TageS-Ordnung: 1. veschlutzfastung über die Ad- nahm« der JabreSrcchnung pro 1999. 2. Entschädigung de« Rendanten sür den CinnahmeauSsall durch Ueber- gang der Kankenlontrolle an den Gewerks-Krankenoerein. Berlin, den 15. SlprN 1S19. 273/18 Der Borstand Orts-Krantenkasse der Stellmacher. Mittwoch, den 27. April 1910, abend» 8>/. Uhr, w DräselS Keft« sälen. Neue Frledrtchsttatze 35: Drdentl. Generalversammlung Tagesordnung: 1. Vorlegung de« RechnungS-Ab- schluste» sür da» Jahr 1999. 2. Be- rlcht der Revisoren. 8. Ersatzwahl eine» Vorstandsmitgliedes(Arbeti. nehmer). 4. Verschiedene Kasten-An- gelegenheiten. Um zahlreiche» und pünttltche« Er» scheinen ersucht Der vorstand. 876/9 I. A.: F. Joeewekl, Vorsitzender. Bekanntmachung der Gemeinsame« Orts- Krankenkasse für Mariendorf ■■■i. und Umgegend........ Am 95. April d. I., nach«. «'/, Uhr, findet im Saal« de» Restaurants Löweuhage« zu Martendorf, Chausteestr. 27, Sie Ordentliche—...... General-Versammlung der Kaste stakt, zu der dt« Oerren Delegierten hierdurch eingiiladen werden. TageS-Ordnung: 1. Geschäsi». und Knstenberichlt zu der Jahresabrechnung für l»9S, ve- richl der Revisoren und Abnahm« der Jahresabrechnung durch die Generalversammlung. 2. Stellungnahme zu dem mit dem 81. Dezember 19l9 ablausenden Ver» trag mit dem Verein der frei» gewählte» Kassenärzte. 3. Lie Errichtung einer Filiale der Kaste in Lankwitz und Anstellung eine» Beamten sür diese. 4. Bericht des Herrn Ast üder die vom 29. März bis 2. Aoril durch den Zentralverband znr vetämpfung de« AlkoholiSmu» in Berlin veranstalteten Vorträge. 5. Verschiedene». Etwaige Anfragen und Beschwerden, >u denen die Elnsichinahme der Ge- chällSbücher«rsorderlich ist. find dem vorstand spätesten» drei Tage vorher schristiich einzureichen. 278/7 Mariendori, den 0. April 1910. Der Vorstand. (gez.) Harm. Garloh, Schristsührer. _ P. Saodler, Vorsitzender. Privatdozent 47/17 Dr. W. Liepmann, Frauenarzt, KurfBretenitr. 33, von der Reine zurück. Elberfeld, den 1. April 1910. Oeffentltche Sitzung de» Königlichen Schöffengerichts 14. B 282/1909. In der Privaiklagesache des Reichs- tagiabgeordnelen Clemens Hengsbach in Köln, PrivatNägerS, gegen 1. den Kaufmann Friedrich Wiegershau» in Elberfeld, 2. den Kaufmann Maxi- milian Friedrich Richter in Köln« Sülz, Bettagte, ivegen Beleidigung. Parteien oergleichen sich wie folgt: Die Angeklagten erklären: Wir haben uns durch das Ergebnis der Verhandlung davon überzeugt, datz wir das Osiscr einer Irreführung ge- worden, und die von uns gegen den Relchsiagsabgeordneten Hengsbach erhobenen Vorwürfe unhaltbar find. Wir nehme:« diese Vorwürfe mit dem Ausdrucke de» Bedauerns als un- wahr zurück und tragen die Kosten de« Verfahrens. Auch sind wir damit «inver stände»!, datz der Vergleich aus unsere Koste«! in folgenden Blättern veröffentlicht wird:.Vorwärts", Berlin,.Staotsbürger-Zcitung", Ber- ltn,.Niederrhein. Arbeiler-Zcttung" in Duisburg und.Die HandclSwachl" w Hamburg, gu den Durch Die An- geklagten übernommenen Kosten ge- hören Die gesetzlichen Gebühren und Auslagen der beiden Bevollmächtigten de» PrivatklägcrS. v. g. gez.: Scheäber«, gez.: Villstein. Beglaubigt: Schrannnen, Rechtsanwalt. Orts- Krankenkasse der AchKosKcr und verw. Gewerbe zu Berlin. Dienstag, den SK. April er.» abends 8 llhr: Veneral-Versammlifflg im grotzen Saale de» Gewertschaftshauseö, Angelus« 15. T a g e< o r d- n n n g: Gemeinschaftliche St<«ng der Ardeitgedee und Arvoi, nehmer. 1. Bericht der i)tonv.uiffion zur Prüsuna der JahreSrechnung pro 1999. 2. Enllastung de» istochnungSleger». 8. Vortrag de» Herrn Dr. v r a n n: .Die chronischen Beinleiben und ihre soziale Bedeutung"«mit Borsührrmg von Lichtblldern). 4, Wahl»an Kasten- vertrelern zu den di esjährigen Kranien- kastentagen. 5. B-eschlutzsastuna über Aenderung der QuittimgSbücher. 6. Verschiedene». Die Herren Delegierten werden er- sucht, zahlreich zu erscheinen. Die zu» gesandle Legtttmalion ist am Eingang vorzuzeigen. 273/17 ®7r Borstand: Gustav L'�lb a ts ch, Vorsitzender. irbeiter Berlios. Mittwoch, 20. April, abend»'/,6 Uhr: LöliössIVeszzimiiIiiiill im Lokale de» Kollegen Zimmermann. Wilhelmstrab« 2. Tagesordnung: 1. VorstandSberichi. 2. Jahresbericht 1993. 3. Stostuten- Änderung nach dem neuen Berfiche- rungSverirag-Gesetz. 4. verschiedene». 285/2 Der Vorstand. dantm Herrn Fr. Werner. )/39, zu haben. „ Mulack- strotze 29/!""* Berlin, den 17. April 1910. sver vorstand. ß/e Harnleiden Ihre Oefahren, VerbBtnng»st Beeeltlgung von JDr. med. Schuper. BERLIN- Preis I Mark. ■ sie* tausend> SslsiS* ÄSMtH Erbe wird gesucht. Alfred Sichler ein Neffe de» am 25. Februar 1310 in Wien verstorbenen Josef Rotter, ist zu dem Nachlaste de»- selben nach dem Gesetze al» Miterbe berufen, sein Ausenthali jedoch weder den Berwandten noch der Ab Hand- lungSbehörde bekannt. ES ergeht daher an Alfred Mlohler auf diesem Wege die Aiistordelung, sich bei dem k. L Bezirksgerichte Wien- Neubau ober bei dem gerichtlich be- stellten Kurator Gr. tvhann Hookauf, NotariatSkandldal in Wien, 7. Bezirk, Mariahilferstratz« Nr. 48, ehebaldigst zu melden und sein Erbrecht auszuweisen. Personen welche von dem Aufenthalt de» Alfred Michler Kennt. ni» haben, werden ersucht, denselben dem genannten Gerichte od« dem Kurator bekannt zu geben. iCarS! i Hans ist schwer er- krankt, komme sofort! Deutscb-Wiirnersdorf. WegiM Lielitbililer-fortrag. Mittwoch, den 20. d. MtS.» abend» 8'/, Uhr, in der Aula dve Blsrnarck-Gymnaelurns, Psalzburger Str. 30/31, spricht Herr Or. Braun übe »Die chronischen Beinleide � ihre soziale Bedeutu,. Der Eintritt ist sür D.. Herren unentgeltlich. 274�8 Bei der autzcrochc�jch w"rog/«i-l« lAaroinha. 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Es ist verboten eine Nachahmung zu verabfelzen, wenn der üäuirr„Reichcl-Ssscnzen" verlangt.-- Um sich vor Schaden zu bewahren und loltüftlti Wett» bewerd den Bocen zu mtneben. wolle man k« Vrigillal-Keichel-Esienzes..m-rle Llchlherz- fordern, auf obige gesetzL gesch.PockUlifs, Ftrma u, Marke Llchther�, die Kennzeichen der Cehtheit, achten und sich keinesfalls äußerlich tau'chend ähnliche'Nachahmungen aufdrängen lassen. Besonders hüte man lick vor scheinbar dilligen, aber minderwertigen Ertatzfabrikaten. Das Interesse veijcnigen Wiever« verläuter, die ihre Kundschaft reell bedienen, oeilangt es nunmehr, ganz ohne Rücksicht vorzugehen. Wo solche Täuschungen aber ver» sucht»erden, bitte ich mir vas odne weiteres mitzuteilen, damit ich die Be» treffenden zur Verantwortung ziehen lann. MZO BerWn SO,, Eisenbahn-Sirasse 4 (Nrö�te Fadrif Deutschtands für Original»Ssseazeu znr Zclbstfabrtkation im Haushalt«. 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Zur Frnge de» VauarbeiterschutzeS wurde folgende Sdefolution «genommen: „Der VerbandStag verweist auf die Verhandlungen und Be. fchlüsse der Dauarbeiterfchutzkonferenzen. die im letzten Jahre in allen Bezirken stattgefunden haben. Sie haben den Beweis erbracht, daß die Bauarbeiterschutzbestimmungen verbessert werden muffen, und daß eine bessere Kontrolle der Bauten durch unab» hängige Beamte, unter Hinzuziehung von Hilfsbeamten, die von den Arbeitern selbst aus den Reihen der praktisch erfahrenen Ar- deiter gewählt werden, durchgeführt werden muß. Der Verbands- tag fordert ferner die Berufskollegen auf, bei ihrer Arbeit auf den Schutz von Leben und Gesundheit selbst sorgsam zu achten." Dann spricht Die hl» Frankfurt kurz über den internationalen Arbriterkongreß in Kopenhagen. Die Dachdecker haben bis jetzt wenig internationale Berufsverbin» düngen gehabt, jedoch glaubt D i e h l, daß es möglich wird, in Kopenhagen solche Verbindungen anzuknüpfen. Darauf wird Diehl als Delegierter gewählt. � Dann wurden eine Reihe - Statutenänderungen ' borgenommen. Mitglieder, die in einem anderen Berufe arbeiten, zahlen in Zukunft einen Mindestbeitrag von 25 Pf., der bisherige Mindestbeitrag für solche Mitglieder war 4» Pf. Mitglieder, die vier Tage in der Woche arbeitslos sind, werden vom Beitrag befreit. Alle vorliegenden Anträge auf Schaffung höherer Beitrags- klaffen wurden mit der Begründung abgelehnt, daß die vor zwei Jahren vorgenommene Beitragserhöhung sich erst besser ein- leben müsse. Das Recht der zehn Gauleiter, mit Sitz und Stimme am LerbandStag« teilzunehmen, wird aufgehoben; sie können jedoch als Delegierte gewählt werden. Die Delegierten Wahlkreise werden von 400 auf 250 Mitglieder herabgesetzt. Außer diesen wurden noch einige Bestimmungen im Reglement der Kranken- Unterstützung geändert. Bei den vorgenommenen Reuwahlen wurde Georg Diehl als erster, Jakob Diel als zweiter Beamter(Kassierer) wiedergewählt. Der Sitz des Verbandes bleibt Frankfurt a. M. Die Redak- tion wird dem ReichstagSabgeordneten Hoch wieder übertragen. Zum Vorsitzenden des AuSschuffcS wird M e e r l e i n- Berlin ge- wählt. Der nächste Verbandstag findet 1012 statt, und zwar zu derselben Zeit und an demselben Ort. wo der»reue Bauarbeiter- verband tagt. Damit sind die Arbeiten des Verbandstages erledigt. Die Arbeiter der Gipsbaubranche(Putzer, Träger, Rabitz- spann«), welche im Zentralverband der Maurer, Sektion der Gips- »uld Zementbranche, organisiert sind, beschäftigten! sich in einer Versammlung mit der bevorstehenden Lohnbewegung. Der Versammlungsleiter Sasse teilte mit, daß der Vorstand be« schloffen habe, den Tarif im großen und gangen bestehen zu lassen und nur eine Besserung der Löhne zu wünschen. Verhandlungen mit den Unternehmern hatten darüber noch nicht stattgefunden. Die Unternehiner im Gipsbaugewerbe wollten erst verhandeln, wenn der Tarif mit den Maurern abgeschlossen sei. Außerdem seien die Unternehmer einzeln Mitglieder des Bundes der Arbeitgeber geworden, und die Verhandlungen würden mit diesem geführt werden müssen. Wann das geschehe, könne noch nicht gesagt werden. Jedenfalls fei in der augenblicklichen Situation an einen A,»griff- streik nicht zu denke»». Als Lohnerhöhung sollen gefordert werden 10 Pf. für Rabitzputzer und Rabitzspanner und 12M> Pf. für Träger. Hilfsarbeiter sollen 60 und 65 Pf. Stundenlohn erhalten. Grundmann referierte dann über die allgenieine Siftlatio« im Baugewerbe und über die Beschlüsse des Verbandstages. Die Versammlung erklärte sich mit den vom VerbandStag für den großen Kampf beschlossenen Maßnahmen einverstanden, nach- dem von verschiedenen Seiten die außerordentliche Bedeutung dieses Kampfes gewürdigt worden war. Ferner wurde einstimmig beschlossen, daß die angeführten Lohn« forderungen den Unternehmern vorgelegt werden, so wie Vcrhand- lungen darüber möglich sind. % HWWM m tzW i-• ,v:1'' h$-'- «. 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