Kr. SS. Nboimtments-keäingllniM: Abonnements- Preis pränumerimSo i ViertcljShrl. S�ll SRt, monoll. 1,10 SKt, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Psg. Sonntags- nummer mit Muslrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Psg. Post- «lbonnemenl: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Post- Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz, S7. Jahrs- Crfödnt täglich außer Rtontass. 9> Nevllnev Volksblntt. Die TnlerflonS'Gcbilljr Cdtagt für die fechsgespaltene Kolonrl« geile oder deren Raum bo Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und VersammlungS.Zinzeigen 80 Psg. „Alelne Hnieigen", das erste(seit- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- stellen-Anzeigcn das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort ö Pfg. Worte über lö Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Ntiinmer müssen bis K Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geösstict. Telegramm- Adresse: „Sozialttcmolirat Rerlin", Zentralorgan der Ibzialdemokrati leben parte» Deutfchtands. Redaktion: 8 Cd. 68, Lindenstraese 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Expedition: 8Cll. 68, Lindcnstrasse 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Parteigenossen! vas internationale Proletariat rilltet zur Begebung seines Melt- feiertages! Im Zeichen des Mablrecbts- Kampkes, im Zeichen des Kampfes gegen (internehmer-debermut wird in Deutschland dieser �ag stehen. Sorgt dafllr, dav der I. JMai eine überwältigende Demonstration für die Befreiung der Arbeit werde! LeiveMchaftsIioiigreK uns Helchsverlichei'ungsoröoung. Morgen tritt ein außerordentlicher Gewerkschaftskongreß im Gewerkschaftshause zusammen. Gegenstand seiner Beratungen ist hie Reichsversicherungsordnung. Die Versicherungsgesetzgebung ist für die Arbeiterklasse von außerordentlicher Bedeutung. Die Anerkenntnis der Notwendig- keit einer Versicherung und das bißchen Arbeiterversicherung, das wir in Deutschland haben, ist der Regierung und den bürgerlichen Parteien mühsam von der Sozialdemokratie abgerungen worden. Die Unterstützungspflicht der Hilflosen war in der feudalen Zelt eine Pflicht der Grundherren. Die Gilden, die Zünfte hatten früher eine gleiche Verpflichtung ihren Zunftgenossen gegenüber. Kirchspiele, in Deutschland die politischen Gemeinden, traten im übrigen Hilflosen gegenüber als zur Hilfe Verpflichtete seit dem lö. Jahrhundert in England, Frankreich, Deutschland ein. In der modernen Gesellschaftsordnung entzogen sich die groß industriellen und landwirtschaftlichen Unternehmer ihrer Pflicht zur Unterstützung. Sie betrachteten das Eigenwm nicht mehr als ein mit Pflichten verbundenes Recht, sondern als die Befugnis zur Herrschaft. In jämmerlichster Wese sorgten und sorgen bis auf den heutigen Tag die Armenverbände für Hilflose in der Form von durchaus unzulänglichen Armenunterstützungen. Seit der französischen Revolution des Jahres 1733 wurde das Drängen der Arbeiterklasse nach Sorge des Staates für die durch die wirtschaftlichen Verhältnisse hilflos und erwerbslos Gewordenen rege. Diese Forderung an den Staat wurde in Deutschland von der Sozialdemokratie vertreten. Daneben wurde das Recht auf Selbsthilfe der Arbeiter durch Zusammenschluß in Vereinen verlangt. Der Staat widersetzte sich beiden. Jnsbe- sondere in Preußen wurden Arbeitervereine, die eS sich zur Auf gäbe gestellt hatten, durch Beiträge ihrer Mitglieder für die Fälle der Krankheit, der Invalidität und des Alters zu sorgen, als staatSgefährlich aufgelöst. Und das, wiewohl der Staat anerkennen mußte, daß die vorhandene Hilfe nach keiner Richtung aus- reichte. Die immer wachsend« Armenlast, die einigen Gemeinden mit dem Anwachsen der Großindustrie auS der Zunahme der Fabrik arbeiterzahl erwuchs, veranlaßt« Preußen, in der Gewerbeord� nung vom 17. Januar 1845 neben den JnnungSkassen Kranken- lassen zuzulassen, die durch Ortsstatut der Gemeinden errichtet und in die einzutreten die Fabrikarbeiter unter Mitheranziehung der Arbeitgeber gezwungen werden konnten. Eine Verordnung vom Jahr« 1849 wies denselben Weg. Aber die Gemeinden mach ten von ihrem Recht so gut wie keinen Gebrauch. Im Jahre 1854 anerkannte die Regierung, daß die Fabrikanten ihren Ein- fluß dahin geltend machten, sachgemäße Beschlüsse der Gemeinden zu hintertreiben. ES waren in ganz Preußen öS UnterstützungS- lassen mit Beitragspflicht der Arbeitgeber bis zum März 1854 ge- gründet. Ein Gesetz vom 3. April 1854 suchte die zwangsweise Errichtung von Unterstützungskassen zu erweitern. Es ging einen unzulänglichen Weg. Und dennoch wurde selbst diesem Gesetz der Vorwurf gemacht, eS fei mit dem Makel deS Kommunismus be haftet. Den Vorwurf wies ReichenSperger mit dem Hinweis zurück, daß dte Armenpflege überhaupt etwas Kommunistisches sei. Das Gesetz hatte wenig Wirkung. Bei der Beratung der Gewerbeordnung 18ß9 wurde versucht, die ortsstatutarischen ZwangSkassen auf das Reich zu übertragen. Sie wurden als„unentbehrliche Ergänzung zur lokalen Armen- pflege" in den Motiven bezeichnet. Demgegenüber wurde auf die günstigen Erfahrungen hingewiesen, die in England, Frankreich, der Schweiz, in Schleswig-Holstein. Hamburg und in den süd- deutschen Bundesstaaten das auf freier Uebereinkunft beruhende Unterstützungswesen gemacht habe. Die Sozialdemokraten(Dr. Schweizer, Fritsche und Hasenclever) ver- langten volle Freiheit der Arbeiter in ihrer Selb st Hilfe für Krankheit und Invalidität. Die Regierung ließ sich erst im Jahre 1876 zu dem Hilfskassengesetz herbei. Dies wurde aber mit allerlei Fußangeln versehen, um„Vereinen, deren poli- tische, religiöse oder wirtschaftliche Tendenzen der Staat zu be- kämpfen Anlaß hat", die Möglichkeit freier Selbsthilfe zu nehmen. Damals bekämpften noch Zentrumsabgeordnete, wie Freiherr von Heeremann und Moufang, derartige Kautelen. Die Sozial- demokratie stimmte gegen das Gesetz. Die Sozialdemokratie war schon 1369 für Zwangskassen, und zwar für jeden Deutschen eingetreten, konnte aber einem Gesetz nicht zustimmen, das eine Unzahl Einengungen und Bevormundungen der Arbeiter enthielt und die Möglichkeit gab, daß Arbeitgeber zu einem Drittel heran- gezogen, aber auch dementsprechend in der Verwaltung beteiligt werden. Wiederholt hatte die Sozialdemokratie die Pflicht des Staates, für die Hilflosen zu sorgen, betont. Die Versiche- rungspflicht ivar im Reichstag, insbesondere von Bebel, bereits am 8. Mai 1871 und am 26. Februar 1879 verlangt. Das Wachs- tum der Sozialdemokratie und die Hoffnung,„durch positive, auf die Verbesserung der Lage der Arbeiter abzielende Maßnahmen die Sozialdemokratie bekämpfen zu können," veranlaßt« die Re- gierungen endlich am 8. März 1881 zur Einbringung des ersten Entwurfs eines Unfallversicherungsgesetzes. Die Kosten für die Arbeiter, deren Jahreseinkommen unter 759 M. betrug, sollte zu zwei Dritteln der Arbeitgeber, zu einem Drittel der Staat tragen. Die sozialdemokratische Agitation hatte das Reich zur Vorlegung des Entwurfs veranlaßt. Die Motive sprachen sich in folgender Weise darüber aus, daß die Versicherungsgesetzgebung ein sozia- listisches Moment in sich trage: „Daß der Staat sich in höherem Maße als bisher seiner hilfsbedürftigen Mitglieder annehme, ist nicht bloß eine Pflicht der Humanität und des Christentums, von welchem die staat- lichen Einrichtungen durchdrungen sein sollen, sondern auch eine Ailfgabe staatserhaltender Politik, welche das Ziel zu verfolgen hat, auch in den besitzlosen Klassen der Bevölkerung, welche zu- gleich die zahlreichsten und am wenigsten unterrichteten sind, die Anschauung zu pflegen, daß der Staat nicht bloß eine not- wendige, sondern auch eine wohltätige Einrichtung sei. Zu dem Ende müssen sie durch erkennbare direkte Vorteile, welche ihnen durch gesetzgeberische Maßregeln zuteil werden, dahin ge- führt werden, den Staat nicht als eine lediglich zum Schutz der bessersituierten Klassen der Gesellschaft erfundene, sondern als eine nach ihren Bedürfnissen und Interessen dienende Institution aufzufassen. Das Bedenken, daß in die Gesetzgebung, wenn sie dieses Ziel verfolge, ein sozialistisches Element eingeführt werde, darf von der Betretung dieses Weges nicht abhalten. Soweit dies wirklich der Fall, handelt es sich nicht um etwas ganz Neues, sondern nur um eine Weiterentwickelung der aus der christlichen Gesittung erwachsenen modernen Staatsidee, nach welcher dem Staat neben der defensiven, auf den Schutz be- stehender Rechte abzielenden, auch die Aufgabe obliegt, durch zweckmäßige Einrichtungen und durch Verwendung der zu seiner Verfügung stehenden Mittel der Gesamtheit das Wohl- ergehen aller seiner Mitglieder, und namentlich der schwachen hilfsbedürftigen, positiv zu fördern. In diesem Sinne schließt namentlich die gesetzliche Regelung der Armen. pflege, welche der moderne Staat, im Gegensatze zu dem des Altertums und des Mittelalters, als eine ihm obliegende Auf- gäbe anerkennt, ein sozialistisches Moment in sich, und in Wa hrhcit handelt es sich bei den Maß- nahmen, welche zur Verbesserung der Lage der besitzlosen Klassen ergriffen werden können, nur um eine Weiterentwickelung der Idee, welche der staatlichen Armenpflege zu- gründe lieg t." Bebel konnte der Regierung entgegenhalten, daß eS ein großer und vollgültiger Beweis für die Vortrefflichkeit der sozial demokratischen Prinzipien ist,„daß die Herren in dem Moment, wo sie den ersten ernsthaften Schritt tun, uns in sogenannter positiver Weise zu bekämpfen, genötigt sind, ihre Waffen aus un serem eigenen Arsenal zu entlehnen(Hört! hört!), das heißt, daß sie mindestens mit sozialistischen Phrasen kommen müssen und an sozialistische Ideen anzuknüpfen genötigt sind, wie ich z. B. vor zwei Jahren gelegentlich der Verhandlung über daS Haft- Pflichtgesetz von dieser Stelle vertreten habe." Mehrere Abgeordnete, so Dr. Bamberger, beklagten, daß die Regierung sich mit ihrem Entwurf ausdrücklich auf den Boden der sozialistischen Theorien gestellt habe.„Nachdem ich," führte Dr. Bamberger aus,„die Rede(Bebels vom Jahre 1879) heute morgen noch einmal nachgelesen habe, ist mir der Gedanke ge- kommen, ich weiß nicht, warum Herr Bebel nicht vortragender Rat der volkswirtschaftlichen Abteilung in der Reichsregierung ist." Bismarck führte zur Schmackhaftmachung des Vorschlages, daß der Staat ein Drittel beitragen solle, an, daß dieser Drittel- beitrag deS Staates„viel geringer ist als er aussieht, weil dafür den Verbänden, auf die der Staat seine ihm obliegende Armen- pflege abgebürdet hat, doch auch sehr wesentliche Leistungen abge- nommen werden." Es würde zu weit führen, die einzelnen Phasen der Versiche- rungsgesetzgebung vorzuführen. Es sollte nur gegenüber der in den Motiven der Reichsversicherungsordnung wiedergekäuten Un- Wahrheit, die Versicherungsgesetzgebung beruhe auf der kaiserlichen Botschaft vom 17. November 1881, daran erinnert werden, daß der verständige Gedanke einer Versicherung nicht nur der Arbeiter, son- dern aller Hilflosen, aller wirtschaftlich Schwachen, der Sozial- demokratie entlehnt und bereits im März 1331 in die Wege ge- leitet ist. Das bißchen Arbeiterschutz, das das Deutsche Reich ge- geben hat, wäre, wie Bismarck noch am 29. November 1884 be- tonte, noch nicht zustande gekommen, wenn die Furcht vor der Sozialdemokratie nicht bestände. Für die bürgerlichen Parteien und die Regierung bestand der Hauptzweck der Gesetzgebung, wie auch später'wiederholt ausge- fiihrt wurde, in der Entlastung der Armenpflege. Die Kosten der Armenpflege wurden auf die Schultern der Arbeiter gelegt. Das ist in den Motiven auch zum Krankenversicherungsgesetz im Jahre 1882 und in einer Reihe von Reden der Minister und von Abge- ordneten anerkannt. Konnte man sich aber immerhin damit abfinden, daß die LersicherungSgesetzgebung eine bessere Form der Armenpflege dar- stellt und daß allmählich Verbesserungen, die Wiederum auf die Anregungen und Anträge der Sozialdemokraten aus den siebziger und achtziger Jahren zurückzuführen sind, so läßt sich von der Reichsversicherungsordnung nicht behaupten, daß sie eine organische Fortentwickelung zur Erfüllung der berechtigten Forderungen auf Versicherung gegen die wirtschaftlichen Nachteile von Krankheit. Unfall, Alter und Arbeitslosigkeit sei. So voluminös die Versicherungsordnung ist, so geringfügig ist das, was sie an Fortschritt zugunsten der Arbeiter enthält. Die kleine Aus» dehnung des Kreises der Versicherten aus- genommen, bleibt nichts, aber auch nichts zugunsten der Arbeiter übrig. Im Gegenteil! Es wird in schroffster Weise ver- sucht, den Weg, den die Reaktion in den siebziger und achtziger Jahren versuchte, weiter zu wandeln. Entrechtung der Arbeiter, vor allem in den Ortskrankenkassen, ist, wie die Motive klar und deutlich aussprechen, ja Zweck der „Reform". Und weshalb? Weil den Verwaltungen der Orts- krankenkassen nur Rühmliches vorzuwerfen ist. In den Motiven wird zugestanden, daß bei der Konferenz im Reichsamt des Innern die schamlosen Verdächtigungen gegen die Ortskranken- lassen glatt zu Boden gefallen sind. Die Arbeitgeber, darunter ein Scharfmacher wie Menk-Altona, gaben dies offenmütig zu. Die Motive führen auch nicht ein Jota von Material zur Unter- stützung der frivolen Verunglimpfung der Ortskrankenkassen an. Sie beschränken sich auf die kühne Behauptung: wenn Behörden solche Behauptungen aufstellen, dann müsse doch etwas daran sein. Als ob den Regierungen unbekannt geblieben wäre, daß das Ober- vcrwaltungsgericht die schamlosen Verdächtigungen einiger Be- Hörden durchweg als gesetzwidrige zurückgewiesen und erklärt hat, daß nicht die Kassen, sondern die Behörden das Gesetz in grob». lichster Weise verletzt haben. Der Schlag, zu dem die Regierung in der Reichsversicherungs- ordnung gegen das Selbstverwaltungsrecht der Arbeiter ausholt, soll nicht nur die Krankenkassen, sondern auch die Gewerkschaften und die Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit treffen. Die Regierung will die„patriotischen" Arbeiter, die Streikbrecher, die Gelben, zu Verwaltern der Kasse machen. Die Arbeiter sollen zahlen— auch der sogenannte Beitrag der Arbeitgeber ist ja bekanntlich nichts weiter, als ein vorenthaltener Teil des Lohnes— sollen aber rechtlos den Trabanten der Unternehmerklasse und der Bureaukratie ausgeliefert werden. Von den weiteren Verschlechterungen heben wir die so- genannten Landkrankenkassen hervor. Unter dem Schein einer Versicherung werden hier die Landarbeiter schlechter gestellt, als sie heute stehen. Und das wagt eine Regierung zu bieten, wiewohl im Jahre 1882 bereits die Mehrheit des Reichstags sich für eine wirkliche Versicherung der Landarbeiter entschieden hatte. Nur die Drohung des Zentrums, das ganze Gesetz scheitern zu lassen, wenn die Landarbeiter gegen Krankheit versichert würden, und durch ähnliche Auslassungen der Regierungsvertreter brachten es dahin, daß in dritter Lesung in namentlicher Abstimmung die Versicherung der Landarbeiter mit 136 gegen 134 Stimmen wieder gestrichen wurde. Die Verhöhnung der Witwen und Waisen durch die sogenannte„Versorgung", die Vermehrung der Möglichkeit. Cr» werbsunfähigen die Rente wieder zu entziehen, und die Er» h ö h u n g der Lasten des Arbeiters, kennzeichnen das Machwerk als ein äußerst reaktionäres. Da gilt eS Front zu machen seitens der gesamten Arbeiterklasse. Es ist erfreulich, daß unmittelbar nach dem Erscheinen der Vorlage die politisch organisierte Arbeiterklasse und jetzt auch die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter daS Mach, Werk besprechen. Möge der Gewerkschaftskongreß die Agitation gegen die Reichsversicherungsordnung und für eine wirkliche Ver- sicherung der Arbeiter, ihrer Witwen und Waisen gegen Not und Elend beleben. ver LewzWrelch gegen die volll!- Vertreter. Die Rechtswidrigkeit des HausknechtSparagraphen. MS am Freitag die GeschäftSordnungSkommission deS Abgeord» netenhauseS in zweiter Lesung ihren HausknechtSparagraphen beriet, waren die Herren einschließlich der beiden Regierungsvertreter der Auffassung, daß die Ausschließung der Abgeordneten für eine Reihe von Sitzungen rechtlich durchaus zulässig sei. Die Auf» fassung des„Vorwärts", daß der ß 78 der preußischen Verfassung, nach dem daS Haus seine Geschäftsordnung und Disziplin selbst zu regeln hat, noch keineswegs den zeitweiligen Ausschluß vo« Abgeordneten durch dte Geschäftsordnung gestatte, zumal ein Reich» gesetz, daS Strafgesetzbuch, durch seine ß§ 195 und 196 einen der. artigen Eingriff in die Rechte der Volksvertreter mit Z u ch t h a u S bedroht, wurde von Abgeordneten und Regierungsvertretern als gänzlich unrichtig, bedeutungslos, ja als.Unsinn" bezeichnet. Daß hinter diesem hochtrabenden Gerede nichts steckt, als klägliche Gesetzesunkenntnis oder aber die dreiste Absicht, die brutale Gewalt an die Stelle des Rechts zu fetzen, haben wir bereits gestern festgestellt. Heute nun find wir in der Lage, nicht nur die Logik und die nicht hinwegzudisputierenden klaren Gesetzesbestimmungen für uns sprechen lassen zu können, sondern auch amtliche Aktenstücke der Regierung selbst! Speziell den Herren RcgierungSvertretern wird eS nicht uninteressant sein, zu erfahren, daß die„unsinnige" Auffassung des„Vorwärts" sich durchaus in Uebereinstimmung befindet mit amtlichen Darlegungen der Reichs» regierung. Diese Herren und auch die braven Abgeordneten, die sich doch so gern auf die Autorität der Regierung berufen, werden danach begreifen lernen, daß eS höchst unrichtig ist, eine klar» einwandfreie RechtSauffassung einfach als.Unsinn' zu perhorreSzieren, da immerhin auch einmal die Regierung selbst den Standpunkt solch klaren Rechtes einnehmen kann l DaS Recht, die Disziplingewalt durch einfache Ab- änderung der Geschäftsordnung bis zum zeit- weiligen Ausschluß von Abgeordneten aus dem Hause aus- zudehnen, leiteten die Herren Kommissionsmitglieder und ihre Regierungsberater aus dem 8 73 der preußischen Ber- f a s s u n g ab. der folgenden Wortlaut hat: „Jede Kammer prüft die Legitimation ihrer Mitglieder und entscheidet darüber. Sie regelt ihren Geschäftsgang und ihre Disziplin durch eine Geschäftsordnung und erwählt ihren Prä- sidente». ihre Vizepräsidenten und Schriftführer." Diese dem Hause selbst durch die Verfassung eingeräumte Auto- nomie verleihe dem Hause auch das Recht, die Disziplin derartig zu verschärfen, daß der zeitweilige Ausschluß von Abgeordneten verfügt und mit Gewalt durchgeführt werden könne. Nun enthält auch die Reichsverfassung eilten Paragraphen, der sich mit dieser preußischen Verfassungsbostimmung vollständig deckt. Der Artikel 27 der Verfassung des Deutschen Reiches lautet nämlich: „Der Reichstag prüft die Legitimation seiner Mitglieder und entscheidet darüber. Er regelt feinen Geschäftsgang und seine Disziplin durch eine Geschäftsordnung und erwähltsemenPräsidenten, seine Vizepräsidenten und die Schriftsührer." Wenn also der 8 73 der preußischen Verfassung dem preußischen Abgeordnetenhause ohne weiteres das Recht einräumen soll, durch Geschäftsordnungsänderungen Mitglieder des HauseS zeitweilig von der Teilnahme an den Verhandlungen auszuschließen, so müßte das erst recht auf den Reichstag auf Grund des Artikels 27 der Verfassung des Deutschen Reiches zutreffen. Die Reichsregierung ist nun aber der Auffaffung, daß ein solches Recht aus dem Artikel 27 keineswegs ohne weiteres hergeleitet werden könne! Als nämlich die Regierung seinerzeit eine Aenderung der GcschäflSordnung des Reichstags im Sinne einer Verschärfung der Disziplinarmittel herbeigeführt zu sehen wünschte, glaubte sie dies Ziel nicht auf geschäftSordnungs mäßigem Wege er. reichen zu können, sondern sie legte dem Reichstag im Jahre 1379 ein besonderes„Gesetz, betreffend die Strafgrwalt deS Reichstages über seine Mitglieder" vor. Dies Gesetz, das auch noch andere Disziplinarmittel enthielt, z. B. den Verweis vor versammeltem Hause, die Verpflichtung der Entschuldigung oder zum Widerruf vor versammelten, Hause, endlich die Unterdrückung ungebührlicher Aeußerlmgen der Mitglieder im stenographischen Bericht, forderte im § 3 unter 2 auch das folgende: „Ausschließung aus dem Reichstage auf eine b e- stimmte Zeitdauer. Diese kann bis zum Ende der Legis« laturperiode erstreckt werden." In der Begründung dieses Gesetzes ist wiederholt darauf hingewiesen, daß der ß 27 nicht erlaube, auf rein geschäftS- ordnungsmäßigem Wege solche Bestimmungen zu treffen, sondern daß es einzig die Gesetzgebung sei, die eine entsprechende Hilfe bieten könne. In der Begründung findet sich wörtlich folgender Passus: Schon die Frage, ob aus der dem Reichstag durch den Artikel 27 gewährten Autonomie die Befugnis abgeleitet werden könnte, ein Mitglied auch nur zeitweilig von der Teilnahme an den Verhandlungen auszuschließen, läßt sich rechtlich i» Zweifel ziehe«." Wenn aber schon dem Deutschen Reichstag nach Anficht der Regierung nicht das Recht zusteht, durch einfache Aenderung der Geschäftsordnung den zeitweiligen Ausschluß von Abgeordneten zu verhängen, sondem wenn dazu ein besonderes Gesetz für notwendig erachtet wird, so hat erst recht nicht das preußische Abgeordnetenhaus, deffen disziplinare Autonomie sich doch auch nur auf eine Verfassungsbestimmung ganz des gleichen Wortlauts stützt, das Recht, auf dem Wege der Geschäftsordnung verfaffungSmäßige Rechte außer Kraft zu setzen, deren Ausübung ausdrücklich durch«ichsgesetzliche Be- stimmungen geschützt find! ES ist aber bezeichnend für die verbrecherische Skrupellosigkeit unserer Dreiklassenmajorität, daß fi« durch einfache Aenderung der Geschäftsordnung konstitutionelle Rechte außer Kraft zu setzen sucht, deren Beschneidung selbst die Reichs- regierung unter Führung eines Bismarck nur durch einen Gesetzgebungsakt sanktionieren zu können glaubte I G „Die Begeisterung für die Brutalität betitelt selbst die sonst so zahme„Tante Boß" einen Artikel gegen den Hausknechtsparagraphen, in dem es heißt: „Natürlich wird der Welt erzählt. Ausschließung auf zwölf Sitzungstage und gewalttätige Entfernung sei eigentlich gar nichts; in einzelnen ausländischen Parlamenten gehe man viel weiter; da könne der unbotmäßige Volksvertreter auf Monate oder auf unbestimmte Zeit ausgeschlossen und obenein ins Gefängnis geworfen werdm. Und das sei gerade in den fteiesten Staaten der Fall,«ber was in den f r e i e st e n Staaten der Fall ist, braucht in dem nichts weniger als freien, unter der Fuchtel einer reaktionären Kaste schmachtenden Preußen noch keine Berechtigung zu haben. In England konnte der Oberst Shitorh die Minister eine Räuber- bände nennen, und der Sprecher war weit entfernt, sich zu rühren, das Haus weit entfernt, einen Ordnungsruf zu verlangen. Hier- zulande aber schreitet ein Präfident schon ein. wenn ein Redner dem andern nachsagt, er habe einen Eiertanz aufgeführt, oder wenn ein Abgeordneter die Verwegenheit hat. eine Phrase eine Phrase zu nennen. Gegen den Mißbrauch von Machtmitteln besteht in freien Staaten starker Schutz, hier in Preußen gegenüber dem schwarzen Block nicht der gering st e. Vielleicht wird behauptet, die Aenderung der Geschäftsordnung fei zwei Menschenalter nicht nötig gewesen, weil eS keine Sozialdemokraten im Abgeordnetenhause gab. und der neue Hausknecht- Paragraph tverde ja auch ausschließlich gegen die Sozialdemokratie Anwendung finden. DaS ist windiges Gerede. Wir mißbilligen und verurteilen die Ausschreitungen der Sozial- demokratie; aber eZ find schon viel schärfere Worte in der Kammer gebraucht worden als neuerdings von der Handvoll.Genoffen", die ebenfalls nicht mit Glacü- Handschuhen angefaßt werden. Zum Beispiel, Twesien sagte von den Obertribunalsräten, die die verfassungsmäßige Rede- freiheit und Immunität der Abgeordneten antasteten:„Mögen Sie(die' Minister) Ihre Richter mit allen Orden des preußischen Staates behängen. Ihre Sterne decken die Wunden nicht, welche diese Männer ihrer Ehre vor der Mit- und Nachwelt geschlagen haben, leider aber nicht bloß ihrer Ehre, sondern auch der Ehre deS Vaterlandes." Oder Gneist sah auf der Stir» der Minister„das Kainszeichen des Eidbruchs". Oder der Abgeordnete Frese erllärte gegenüber dem ihn be- fchuldigenden Grafen Wartensleben:„Er steht auf einem Stand- punkl nach dieser Rede, wo meine Verachtung aufhört und mein Mitleid anfängt; seine über mich auch nur be- dingungsweise ausgesprochene Behauptung erkläre ich für eine tubenhafte Infamie." Damals erfolgten nicht einmal Ordnungsrufe; heute wäre die schwarzblaue Mehrheit aus Rand und Band, wenn ähnliche Ausdrücke gebraucht würden, und selbst die Ausschließung auf vierzehn EitzimgStags mit obligater Gewalttätigkeit würde nicht mehr als ausreichend erachtet.... Man kann einigermaßen begierig sein, die erste An- Wendung deS neuen HauSknecht-Paragraphen zu erleben. Wir find gewiß, der Mann, der die Polizei über die Schwelle des Parlaments riefe und«inen Abgeordneten gewaltsam aus Saal und HauS entfernen ließe, hätte sein Amt zum letzten Male ausgeübt. Die allgemeine Entrüstung würde ihn von seinem Platze wegfegen. Einstweilen aber wird der schwarze Block triumphieren und seine Begeisterung für die Brutalität zum Parka- mentSrecht machen.... Diese BrutalitätSvorschrift ist neben der„Finanzreform" und der konservativ-klerilalen Fassung der„Wahlreform" das kenn- zeichnendste Werk deS schwarzen Blocks. Je toller sie wirtschaften, um so eher werden fie abgewirtschaftet haben." Der üukinsrlch der geeinigten Partei. Paris, 22. AprA.(Eig. Ber.) Die„Humanit6" der- öffentlicht die Kandidatenliste der Partei. Sie zählt 357 Namen, wovon 48 auf das Seine-Departement entfallen. Diese Ziffer zeigt, daß die sozialistische Wahlaktion diesmal eine früher nicht erreichte territoriale Ausdehnung gewonnen hat. 82 Departements sind an ihr beteiligt. Nur die F ö d e° r a t i o n D o u b s hat eine antiparlamentarisckze Erklärung abgegeben, wogegen die Föderation Nonn e, auf die Hcrvo seine Hoffnungen gesetzt hatte, in drei Kreisen Kandidaten aufstellt. Ueberhaupt ist, soviel man bisher übersehen kann. die Parteidisziplin im ganzen gewahrt worden. Nur der ehemalige Pariser Deputierte C h a u v i h r e, dessen Kandidatur vom Vorstand der Seine-Föderation abgelehnt wurde, hat seine Bewerbung trotzdem aufrechterhalten. Die Partei stellt ihm einen Kandidaten entgegen. Ein Partei- kandidat bekämpft auch den Gemeindcrat Heppen heim er im Viertel Cüte d'Or, der unlängst die geeintste Partei verlassen hat. Der Anlaß war. daß man ihm rncht die Kandi- datur übertragen wollte, aber eigentlich hat er längst nicht mehr in die Partei gehört. Ein Gesamtbild der Wahlbetvegung läßt sich kaum er- langen. Allgemein wird angenommen, daß die Partei Mandate gewinnen wird. In Paris selbst ist allerdings von einer leidenschaftlichen Teilnahme der Massen nichts zu spüren. Ob die Wahlenthaltungsaktion der„Revolutionäre" der Partei viel Schaden zufügen wird, ist ungewiß. Die „Guerre Sociale" gibt zu, daß diese Agitation noch, nicht viel Erfolg gehabt hat. Immerhin verdient erwähnt zu werden, daß das„Antiparlamentarische Comit6" 250 Orts- gruppen ins Leben gerufen hat. Sein Propagandafonds weist 618 Frank aus. Das scheint ja nicht viel— aber auch der Wahlfonds der geeinigten Partei hat— laut Ausweis in der„Humanitö" vom 19. d. M.— ganze 870 Frank einaenommenl Eine erfreuliche Erscheinung der Wahlbewegung ist die Teilnahme mancher namhafter Gewcrksichastew In Beziers kandidiert der ehemalige reformistische Sekretär der C. G. T. Niel, im 11. Pariser Arrondissement der Revolu- tionärssyndikalist Lauche, im 6. der frühere Sekretär des Gewerkschaftsverbandes der Seine Aulagnier. Auch tritt das gebesserte Verhältnis der sozialistischen Syndika- listen zur politischen Partei zutage. Die putschistische Revolutionsromantik der„Jusurrektionellen" mußte die auf den Standpunkt des organisierten Klassenkampfs stehenden Syndikalisten dazu bringen, ihren Gegensatz zum Herv6ismus zu präzisieren und schließlich den bedingten Wert der parla- mentarischcn Aktion anzuerkennen. Der bekannteste Theore- ttker dieser Richtung, Hubert Lagardelle, kandidiert in Lorient. Wird er gewählt, so gewinnt die Fraktion in ihm nicht nur einen glänzenden Redner, sondern auch einen wissenschaftlich durchgebildeten Sozialisten... Ein anderer-be- kannter Syndikalist, der Rechtsanwalt L a f o n t, das enkant terridls manches Parteitags, kandidiert in der Loire. Von den interessanten Wahlkämpfen der jetzigen Com- pagne ist vor allem der in St. Etienne zu nennen, wo Genosse L o r r i s gegen B r i a n d streitet. Der Wahlkreis ist einer von den am meisten prolotarischen des Landes, indes läßt sich nicht verkennen, daß die Bemühungen Briands und seiner beamteten Helfer, seine Bevölkerung politisch zu korrum- Pieren, nicht erfolglos geblieben sind. Im 12. Pariser Arron- dissement versucht Genosse Dr. Musy in eifriger Agitation Mille rand das Mandat zu entreißen. Er hatte gute Versammlungserfolge, aber nun hat sein von Skrupeln nicht eben bedrängter Gegner in der letzten Stunde einen Haupt- coup ausgeführt. Er gibt nämlich den Arbeitern der Staatseisenbahnen bekannt, daß er ihren gewählten Delegierten den Entwurf eines Statuts zugestellt hat, das u. a. Lohnerhöhungen— mit rück- wirkenderKraft sogar— und einrascheresAvan- cement einführt und die Werkstätten- und Streckenarbeiter den Beamten assimiliert. Im Wahlbezirk Mille- rands wohnen sehr viele Eisenbahner und das Motiv dieser so stürmisch zutage dringenden Arbeiterfreundlichkeit liegt offen da. Wer aber /könnte von unerlaubter Wahlbeeinflussung sprechen? Genosse Jaurös hat seinen Wahlkreis Carmaux dies- mal nicht gegen den reaktionären Marquis de Solenger. sondern gegen einen von den Reaktionären unterstützten „Radikalen" zu verteidigen. Auch Guesde hat in seinem Wahlkreis R o u b a i x nicht mit seinem alten Gegner M o t e, sondern mit einem Schützling dieses Scharfmachers zu kämpfen. Genosse V a i l l a n t kandidiert natürlich wieder im 20. Pariser Arrondissement, dessen proletarische Wähler ihm sicher treu bleiben werden, trotzdem die angeblichen „Revoluftonäre" sogar gegen diesen getreuen Eckart der proletarischen Interessen die Parole der Wahlenthaltung aus- gegeben haben._ politifcbc GcbcrHcbt Berlin, den 23. April 1910. Veteranenbeihilfe. AuS dem Reichstag. 23. Ap..t. Zn jedem Jahre kehrt der Beschluß des Reichstags wieder, daß den Veteranen aus den drei Kriegen, die Deutschland durchgemacht hat, eine Beihilfe zuteil werden soll, sofern ihr Ein- kommen den Betrag von 900 M. nicht übersteigt. Da diese Beihilfe durchweg gewährt werden soll, während jetzt nur besonders Hilfsbedürftige eine solche Unterstützung erhalten. würden mehr Gelder dafür erforderlich sein. lieber die Gewährung der Veteranenbeihilfe an sich war auch diesmal wieder Einmütigkeit im Reichstag. AuS- einander gingen die Meinungen nur inbefteff des Weges, auf dem die Mittel dazu aufgebracht werden sollen. Von nationalliberaler Seite war dazu eine Wehr st euer vorgeschlagen, während die F o r t s ch r i t t l e r durch Herabsetzung der Branntweinliebesgabe das Geld ausbringen wollen. In der Debatte vermieden eS die Vertreter der Wehr- steuer sich genauer über den Wert dieser Steuer auszusprechen. DaS gab dem Schatzsekretär Mermuth den Anlaß, darauf hinzuweisen, daß leider die mannigfachsten Anschauungen über die Wehrstcuer geäußert seien. Er meinte deshalb, die Herren möchten doch die Gute haben, sich darüber aus- zusprechen, wie sie sich die Veranlagung und Erhebung der Wehrstcuer eigentlich dächten. Darauf antworteten die Wehr- steuerpatrioten aber nur mit patriotischen Phrasen. Für die Sozialdemokratie erklärte Genosse S ch öp flin die Zustimmung zu dem Grundgedanken des Gesetzes. Er erklärte aber auch, daß über die seit Jahren geforderte Bei- Hilfe von 120 M. hinausgegangen werden müsse, da die enorme Preissteigerung der letzten Jahre auch eine Erhöhung dieser Forderung auf 150 Mar! nötig erscheinen lasse. Was die Aufbringung der Mittel anbettifft, so könnten wir unS mit der Herabsetzung der Liebesgaben einverstanden erklären; die Wehrsteuer lehnen die Sozialdemokraten jedoch unbedingt ab, da sie höchst ungerecht sei. Sie würde gerade junge Leute treffen, die so wie so wegen körperlicher Schwäche für das Erwerbsleben minder gut veranlagt seien. Sonst wies er noch auf die unnötiger- weise im Juliusturm aufgespeicherten Gelder hin. Uebrigens lasse sich eine Auferlegung neuer Steuern ganz umgehen. wenn man nur an die sowieso gebotene Verringerung der Ausgaben für Heer, Marine und Kolomen denke. Die Debatte über die Vetcranenhilfe zog sich indes S'/a Stunden hin, da verschiedene Herren das Bedürfnis fühlten, ihr warmes Herz für die Veteranen in schwungvollen Gätzen zu betätigen. Dabei gerieten Herr Wiemer(Fortschritt) und Herr R ö s i ck e(kons.) in eine agrarische Liebesgaben- dcbatte hinein und Herr Paaschs(natl.) verteidigte die Wehrsteuer mit dem Argument:„Was verschlägt es denn einem Maurergesellen, wenn er 48 M. jährlich als Wehrsteuer zu zahlen hat?" EZ ist das ein schönes Beispiel dafür, wie freigebig der tcutsche Patriot sein kann, wenn er Steuern aus anderer Leute Taschen bewilligt. Bei der Abstimmung wurde zunächst der Antrag der Sozialdemokraten, die Beihilfe auf 120 M. festzusetzen, gegen die sozialdemokratischen Stimmen abgelehnt. Dann wurde der Gesetzentwurs selbst mit dem Satz von 120 M. an durch- gängiger Beihilfe einstimmig angenommen. Die fortschrittliche Resolutton wegen Beschaffung der Mittel durch Herabsetzung der Branntweinlicbesgabe wurde gegen die Sttmmen der Fortschrittler und Sozialdemokraten abgelehnt, die nattonalliberale»vegen der Wehrsteuer wurde gegen die Sttmmen der Nattonalliberalen und der Rechten gleichfalls abgelehnt. Der Gesetzentwurf wegen der K o l o n i a l b e a m t e n so- wie zwei Nachttagsetats wurden dann ohne Diskussion der Budgetkommission überwiesen. Kultusetat. Im Avgeordnetenhause ging die Beratung des Kultus- etats am Sonnabend wieder vor fast leerem Hause vor sich. Zunächst wurde das Kapitel Elementar-UnterrichtSwesen zu Ende geführt, nicht ohne daß die Regierung nochmals den Beweis dafür erbrachte, daß die Schule vor allen» in den Dienst gewisser Kreise und der jeweils herrschenden Klassen gestellt ist. Konnte doch der RegierungSvertteter die Behauptung des polnischen Redners, daß die für die Volksschullehrer auSgcworfeneOstmarkenzulage ein KorruptionS« fonds ist, nicht nur nicht widerlegen. Im Gegenteil, seine Erwide» rung bedeutet indirekt daS Zugeständnis, daß dieser Vorwurf durch- auS berechtigt ist. Aus dem weiteren Verlauf der Debatte über dies Kapitel ist nur noch zu erwähnen, daß der Minister noch für die laufende Session einen Gesetzentwurf über die Regelung des Taubstummen» Wesens in Aussicht stellte. Bei der Beratung des Kapitels«Evangelischer Oberkirchenrat" gab eS ein heiteres Intermezzo zwischen den beiden „Moabitern", dem Pfarrer R u n z e und dem von ihm mit Hilfe der rcaltionären Meute„verdrängten" Genossen Hoffmann. Rllnze hatte eine herrliche Nachmittagspredigt gehalten, in der sich zwar einige ganz nette Gedanken befanden, die aber durch die Art deS VorttageS mehr komisch wirkte. Nach ihm bestieg Hoffmann die Tribüne, um kurz und prägnant der Stellung der Sozialdemokratie Ausdruck zu verleihen und unter stürmischer Heiterkeit des Hauses hinzuzufügen, wenn er als Kind gefragt wäre, ob er am ReligionS- Unterricht teilnehmen wolle und man hätte ihm gesagt, daß Herr Runze ihn erteilt, dann hätte er mit Freuden ja gesagt, denn der Unterricht deS Herrn Runze sei zu amüsant. Alles lachte ob dieses Witzes, nur nicht der, auf deffen Kosten er gemacht war. Noch in später Stunde begann die Besprechung deS Kapitels „Universitäten". Von konservativen Rednern wurde über die sehr überhandnehinende Zahl der Privatdozenten an der Berliner Universität gellagt. ES wurde erklärt, daß die Dozenten vielfach ihre Tätigleit an der Universität nur als Reklameschild benutzen. Die Beratimg wird Montag uin 11 Uhr fortgesetzt. Konservativer Wahlprotest. Die Konservattven können noch immer nicht den Verlust deS Wahlkreises Oletzko-Lyk überwinden. In ihrem Aerger haben sie deshalb gegen die Wahl des nattonalliberalen Abgeordneten Kochan Protest erhoben, der von der konservativen Partei- leitung in Lyk damit begründet wird, daß die Wahlvorschriften formell verletzt und die Wähler in unzulässiger Weisen bcein- flußt worden seien. So hätten vielfach Beamte dadurch einen Mißbrauch mit ihrem amtlichen Einfluß getrieben, daß sie Flug- blätter und Wahlauftufe unter Angabe ihrer amtlichen Stellung unterzeichnet hätten. Die Begründung ist hochkomisch; denn wenn auch die Nattonalliberalen den Wahlkampf nicht gerade in an- ständiger Weise geführt haben, so hat doch für die Kon- servativen der ganze Verwaltungsapparat mit Hochdruck gearbeitet. Zudem haben die Herren Konservattven oftmals erklärt, daß der amtliche Emfluß etwas ganz Berechtigtes sei und zu den„gottgewollten" Abhängigkeiten gehöre. Baden und die Schiffahrtsabgaben. In der heuttgen Sitzung der Ersten Kammer wies, wie tele- graphisch auS Karlsruhe gemeldet wird, der Minister deS Innern, Freiherr von Bodmcmn darauf hin, daß in der Frage der SchiffahrtS» abgaben ein wesentliches Entgegenkommen der Bundesstaaten, be- sonders Preußens, stattgefunden habe. Die Leitung deS Zweck- verbandes werde gebildet durch eine Verwaltungskommisfion, der ein Sirombeirat zur Seite siehe. In, letzteren würden Handel und Industrie, die Landwirtschaft und die Hafenstädte vertreten sein. Es fei der Regierung gelungen, in der Vcrwaltungskommission das Stimmengewicht zu steigern. Auch solle Baden im Strombeira mit acht anstatt mit vier Stimmen vertreten sein. Endgültige Be- schlösse seien allerdings noch nicht gefaßt. Die Verbündeten Regierungen hätten ihre Lnsicht dahin ausgesprochen, daß der Zweckverband die Oberrheinreguliernng in den Bereich seiner Auf- gaben aufzunehmen habe, s>llS sich ihre BauanSsührbarkeit und Wirtschaftlichkeit ergebe, von usgcsetzt, daß sich die Schweiz und Oesterreich ihren Interessen entsprechend beteiligten. Tie blauschwarze Wahlreform gefährdet? Die„Konservative Korrespondenz" bezeichnet eS als fraglich, ob der Versuch des Herrenhauses, ein Kompromiß zwischen dem blau-schwarzen Block und den freikonservativ- nationalliberalen„Mittelparteien" in der Wahlrechtsfrage zu» stände zu bringen, gelingen werde. ES sei mehr als zweifelhaft, ob die im Interesse der Heranziehung der Mittclpartei beliebte Ordnung der Drittelung und der Frage der Kulturträger AuS- ficht auf eine Mehrheit im Abgeordnetenhause haben werde. Die „Deutsche Tageszeitung" wendet sich gleichfalls in scharfer Form gegen die Versuche des Herrenhauses, den Nationalliberalen Konzessionen zu machen. Dieser Versuch,„auf B ü l o w S Pfgden" zu wandern, verdiene die schärfste Mißbilligung. Die Zentrumspresse habe mit voller Entschiedenheit und Unzweideutig- keit erklärt, daß die Beschlüsse der Herrenhauskommission für das Zentrum unannehmbar seien. Da auch die führenden freikonser« vativcn und nationalliberalen Blätter für ihre Parteien die Un- zulänglichkeit deS Kompromisses hervorgehoben hätten, liege es auf der Hand, daß der Entwurf in der von der Kommission des Herren- Hauses beschlossenen Fassung überhaupt keine Mehrheit im Ab- geordnetenhause finden werde. Die ganze Angelegenheit befinde sich also auf einem toten Gleise. Daran trage die Regierung die Schuld, die sich zwischen zwei Stühle gesetzt habe, trotzdem sie im Abgeordnetenhause über eine ausreichende Mehrheit verfügte. Ob jetzt noch etwas Greifbares herauskommen werde, stehe dahin. Die Zahl derer, die die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit einer Wahlrechtsänderung überhaupt bezweifelten, werde immer größer. Vor allen Dingen aber müsse sie davor warnen. daß die Regierung den Spuren des Fürsten Bülow folge. Auch die„Germania" spricht von der gründlich v«r» fahrenen Situation. In diese Sackgasse sei man ge- raten, weil der„Geist des seligen Blocks immer noch spuke". Wäre die Regierung im Herrenhaus mit aller Entschiedenheit für die Beschlüsse des blau-schwarzen Blocks eingetreten, so wäre sie zu einem positiven Ergebnis gelangt. Da aber Herr v. Beth- mann Hollwcg auch die Mittelparteien zu gewinnen versucht habe, sei jetzt das Zustandekommen der Wahlresorm überhaupt gefährdet. Diese Auslassungen sind natürlich darauf berechnet, das Plenum des Herrenhauses vor der Annahme der Kommissions- beschlüss« abzuschrecken. Sollte jedoch das Plenum trotzdem die Beschlüsse der Kommission billigen, so wäre es immer noch keines- weg» ausgeschlossen, daß der blau-schwarze Block, sofern nur Frei- konservative und Nationalliberale mitzumachen entschlossen wären, nicht doch für daS Kompromiß zu haben wäre. Denn nichts wäre Zentrum und Konservativen unangenehmer, als eine Per- tagung der Wahlreform. Welch definitive Stellung sowohl die sogenannten Mittel- Parteien als auch der ultramontan-konservative Block in der Wahl- rechtsfrage einnehmen werden, wird sich also erst nach der end- giltigen Beschlußfassung des Herrenhauses herausstellen.'_ Der Bierkvieg in Bayern. Der erbitterte Kampf der Biertrinker gegen die Brauereien, der seit mehreren Wochen in Bayern tobt, hat für die Konsumenten des edlen G-rstenfasteS eine günstige Wendung genommen. Der Zentralvorstand des bayerischen, GastwirtSverbandeS hat folgenden Beschluß gefaßt: Jede BczugSpreiSerhvhuiig deS BiereS vor dem IS. Mai 1910 wird deshalb zurückgewiesen, weil vor diesem Termin kein Bier auS höher versteuertem Malz zum Ausschank gelangt. Die Brauereien dürfen unter keinen Umständen mehr aus den bisherigen Lieferpreis schlagen, alö die neue Steuer auf den Hektoliter Bier ausmacht. Die Feststellung der Belaswng muß von den Brauer- und Wirtelorporatiouen in gegenseitigen Verhandlungen gemacht werden. I» Niederbayern ist ein neuer Be- schluß zu fassen dahingehend, daß mit dem 15. Mai eine Erhöhung des BicrpreiseS um 2 Pf. pro Liter unter obigen Gesichtspunkten vorgenommen wird. Sollten die Brauereien auf diese Vorschläge nicht eingehen, dann würden die Wirte gezwungen sein, mit dem Publikum gemeinsame Sache zu machen und jede Bierpreiserhöhung zu bekämpfen._ Eine Züchtigung des Tiag-Langhammer. Der wegen seiner sauberen Tiag« lTapeten- Industrie- Aktien- gesellickaft) Geschäfte vielgenannte»ationalliberale sachsische Landtags- cbgeo'bnete Langhammer- Chemnitz hat am Donnerstag im Schöffengerichts saal zu Chemnitz«inen Sieg erfochten, der ihm in den Augen aller anständigen Menschen mehr schaden muß, als die schlimmste Niederlage. Herr Langhammer klagte im Privatllageverfahren— die Staatsanwaltschaft wollte von Offizial- klage niwtS wissen— gegen den Genossen Bartels von der Chemnitzer„ V v l k s st i m m e'. In der letzten Landtagswahl Halle Langhammer, nachdem er mit den Sozialdemokraten in Stich- Wahl gekommen, diese, die er in Erwartung einer anderen Stich Wahlkonstellation bis dahin ziemlich in Ruhe gelassen hatte, in Wr schofelsten Reichsverbändlerweise angegriffen. Die Chemnitzer „Volksstimme" klopfte ihm dafür derb auf die Finger, worauf Herr Langhammer die unverschämte Frechheit besaß, sie mit dem Blatte der D a h s e l und B r u h n zu verglichen. Das schlug natürlich dem Faß den Boden auS, und in der„Volks- stimme" erschien ein Artikel, in dem L. mit einer Schärfe Wie nie zuvor gezüchtigt wurde. Seine Entgegnung war die Klage. In der Verhandlung am Donnerstag wurde dem Beclagten der BelveiS der Wahrheit total abgeschnitten. Nur wegen formaler Beleidigung sollte ihm de-' Prozeß ge- macht iverden. Alle Beweisanträge des Genossen Bartels wurden kurzerhand abgelehnt, so doü er schließlich erklärte, bei solcher Strangulation seiner Beweisarträge verzichte er daraus, weitere zu stellen. Auch die Zulaiiung der von Bartels erhobenen Widerklage wurde abgelehnt. Nachdem man den Artikel verlesen und vartels die Situation und die Vorgänge gezeichnet hatte, die hre gezeitigt hatten, fragte der Vorsitzende ihn, ob er sich der Beeidigung LanghammerS durch den Artikel bewußt gewesen sei. Genosb B a r t e l S antwortete: „Jal" Der Artikel war die Antivort auf>en Artikel LanghammerS. in dem er un» mit Bruhn und Dahiel auf eine Stufe stellte; der Mann, der die Tiag-Affäre am Stecken satl Hier gab es nur zwei Wege. Entiveder man schlug den Man», der einen so schwer be- leidigte, in der ersten Erregung mit ler Hand ins Gesicht, oder, wenn man die Hand nicht nehmen walte, nahm man die H» n de- peitsche. Die haben wir fenommen." Diese öffent- liche Züchtigung im Gerichtssaale suittierte Langhammer lleinlaut mit einer lendenlahmen Rctourkutche. Die Lbstrafung hatte ihm die Sprache verschlagen. Nach siebenstündiger Berha'dlung wurde daS Urteil gefällt. Bartels ist der Beleidigung fchuvig und zu sechs Wochen Ge« f ä n g n i S verurteilt. Das Gericht hat dahingestellt sein lassen, ob die Behauptungen wahr oder nicht wahr sind; eS hat nur die formale Beleidigung beurteilt. Zur Wahlrechtsfrage nahm am DonnerStagnachmittag in Braunschweig auch die Stadt- vcrordnetenversamnilung Stellung. Die sozialdemokratische Fraktion hatte beantragt zu beschließen, an den Braunschwcigcr Landtag und die Regierung den Antrag zu stellen, das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für den Landtag einzuführen. Die Ler- santmlung erkannte die Berechtigung, derartige Anträge zu beraten und zu beschließen, ohne weiteres an. Der Versuch einiger Reaktionäre, die gegenteilige Ansicht durchzudrücken, wurde gegen 8 Stimmen abgelehnt. Aber dem sozialdemolratischen Anträge stimmte die„liberale" bürgerliche Mehrheit doch nicht zu. Sie forderte ein P l wr a I w a h l r e ch t. Unsere Genossen stimmten schließlich, um eine einheitliche Kundgebung der Stadtverordneten zu erzielen, für einen liberalen Antrag folgenden Wortlautes: „Die Stadtverordnctenversaimnlnng hält die Aenderung des' LandtagSwahlgesetzeS vom 8. Mai 1899 in der Hinsicht für ge- boten, daß die indirekte durch die direkte Wahl ersetzt wird. Die Stadtverordnetenversammlung empfiehlt eine Fortentwickelung deS Wahlrechts in der Richtung vorzunehmen, daß allen Schichten der Bevölkerung besser als bisher die Möglichkeit gegeben wird, Wer- trerer in den Landlag zu senden." Das staatsgefährliche Hoch. Vor der Strafkammer in Frankfurt a. M. wurde eine seltsam.: Entscheidung gefällt. Ein Arbeiter wurde zu 30 M. Geld- strafe verurteilt, trotzdem er nichts getan hatte als ein Hoch auf das freie Wahlrecht auszubringen. In der Urteilsbegründung heißt es: Wohl gelte nach Rcichsgerichtsentscheiiiuilg das politische Hoch nicht als grober Unfug, aber das beziehe sich nur auf Hochrufe nach einer Wahl oder nach einem Fest, nicht aber vor einer De- rnonstration für das allgemeine Wahlrecht. Ein vielumstrittener Wahlkreis. Im Wahlkreise Jauer-LandeShut sind nunmehr folgende Kandidaten aufgestellt: Arbcitersekretär Prall(Soz.), Geheim- rat Büchtemann(Fortfchr. Vp.), Major a. D. Strosser (Bund der Landwirte und deutsch-konservativ) und Rechtsanwalt Dr. H e r sch e l(Zentrum). Die Naiionalliberalen traten sofort für den Fortschrittlichen ein. Die Wahl ist auf dm 1. Juni fest- gesetzt._ Das Zentrum gegen daS Streikrecht der Eisenbahner. Ueber die Freitagsverhandlung der bayrischen Abgeordnetenkammer. in der die»n Ztr. 94 unter„Letzte Nachrichten und Depeschen" mitgeteilte Zentrumsresolution gegen das Streikrecht der Eisenbahner angenommen wurde, schreibt uns unser Münchener Korrespondent untenn 22. April: Das Stilleben bei der Beratung des EikevbahnetatS wurde heute plötzlich gestört. Der Eiienbahnreferent Dr. P i ch l e r hatte die Behauptung aufgestellt, daß der„Süddeuifche Eisenbahnerverband" gegen die Mitglieder deS christlichen„Layrischcn Eisenbahnerver- bandeS" unerträglichen Terrorismus ausübe. Aufgefordert, mit seinem Material herauszurücken, kramte er altbekannte Dinge aus, die mit der eigentlichen Sache gar nichts zu tun haben. Er suchte die Niederlage zu verdecken, indem er die Angelegenheit auf ein anderes Gleis schob. Er sprach auf einmal von der Frage, ob den E i's en b ah n er n das Streikrecht zuerkannt werden dürfe oder nicht und produzierte die Resolution, die es ihnen verwehrt. Liberale und Sozialdemokraten erklärten sich gegen diese Resolution, die S o z ia l de in o kr a ten auS prinzipiellen, die Liberalen auS formellen Gründen, weit sie� über eine so wichtige Sache nicht im Handumdrehen entscheiden können. Die Stellung des Werke hrSmini st erS war so. wie sie ein bürgerlicher Minister einer ZentrumSkammer gegenüber nicht anders haben kann. Er führte in der Hauptsache auS: Das KoalilionSrecht und das danut verbundene Streikrecht habe seine Grundlage in der ReichSgeverbeordnung. Auf die Eisenbahnen finde die Gewerbeordnung kcme Anwendung. Die Eisenbahner auch in den Nebenbetriebcn hätten also ein ge- setzlicheS KoalitionS reckt nicht. Er gewähre aber auS freien Stücken den Eisenbahnarbeitern da» freie Koalitionsrecht, solange sie sich auf gesetzlichem Boden bewegen. Arbeitervereini- gungen, die das Streikrecht programmatisch oder propagandistisch vertreten, könnten von der Eisenbahnverwaltung nicht geduldet werden. Eine bedauerliche Rolle spielten die christlichen Arbcitersekretäre, von denen einer erklärte: Solange der Staat in der Arbeiterfüriorge weiter fortschreite, seien sie gegen daS Streikrecht. Wenn das aber aufhören würde, denn würde auch ihre Stellung eine andere werden. Mit diaer platonischen Erklärung für da? Streikrecht schaffen die christlicken Arbeitersekretäre die Tatsache nicht aus der Welt, daß sie prnknia die Position jener gestärkt haben, die den Eisenbahner» das Strekrecht prinzipiell verweigern. Die Zentrumsresolution wurde dmn auch vom ganzen Zentrum angenommen. Die Einnahmen der preußischen Eisenbahnverwaltung im Johre 1909 sind gegenüber dem Vorjahre gestiegen. Die Mehr- einnahmen über den Etatsansatz betragen über 70 Millionen Mark. Dorcit haben die Einnahmen zum ersten Male die zweite Milliarde übe-fichritten. Trotzdem bleibt auch dieses Jahr noch um ungefähr gp Millionen Mark hinter dem Etatsanschlag für 1908 zurück. Tu auch die Ausgaben hinter dem Etatsansatz um mehrere Millionen Mark zurückgeblieben find, rechnet die Eisenbahnver- walwng mit einem Gesamtreinübecschuß von 149 Millionen Mark. Angenommen war im Etat ein Rcinüberschuß von 83,57 Millionen Mark. An dem Ueberschuß der Einnahmen über den EtatS- ansatz sind die Einnahmen auS dem Personen- und Gepäckverkehr verhältnismäßig stärker beteiligt als die aus dem Güterverkehr. AuS dem Personen- und Gepäck- verkehr find im Eiatsjahre 1909 insgesamt 530,89 Millionen ein- gekommen. Der Etat brachte nur 539,03 in Ansatz, so daß über 41 Millionen Mark mehr vereinnahmt sind. Gegen daS Vorjahr beträgt die Mehreinnahme 41,89 Millionen Mark. Der Güterverkehr brachte 1316.06 Millionen Mark gegen 1234,46 Millionen im Anschlag und 1241,1 Millionen im Jahre 1903. Im Verhältnis zum Etatsansatz ist eine Mehrenmahme von über 31 Millionen Mark vorhanden, gegen daS Vorjahr sogar eine solche von 74,9 Mill. M. Da daS Steigen der Einnahmen aus dem Güterverkehr bis in die letzten Monate ungeschwächt anhält, besteht die Hoffnung, daß auch daS neue Etatsjahr, für das eine Einnahme lvon 1332,74 Millionen Mark aus dem Güterverkehr veranschlagt worden ist. ein günstiges Ergebnis haben wird. Schlecht waren im Etatsjahr 1909 nur die Einnahmen aus sonstigen Quellen(Ueberlassimg von Bahnanlagen usw.), die nur 124,72 Millionen Mark gegen 127,32 Millionen Mark im Etats» ansatz einbrachten. Sie find also um 2,6 Millionen Mark zurück- geblieben._ Der Friedenskuß der Kirche. Der Kaplan Saur, der Agitator des Zentrums in Ober- kirch(Baden), stand am Mittwoch vor dem Schwurgericht Offenburg unter der Anklage des Meineids und der Ver- leitung dazu. Der Pfarrer sitzt schon einige Monate in Unter- suchungShaft. Er war gelegentlich eine» Prozesses, der vor dem Amtsgericht Oberkirch gegen den Kaplan Vogt wegen Beleidigung geführt wurde, Zeuge und wurde dort in eklatanter Weife wegen seiner eidlichen Aussagen bloßgestellt. Die Frau eines Arbeiters, der als Monteur der dorligen Eisengießerei biel auswärts war, soll in besonderen Beziehungen zum Kaplan gestanden haben. Dieser bestritt es rundweg auf seinen Eid; die Frau zuerst auch, dann aber, vom Richter und Anwalt wegen der schlimmen Folgen gewarnt, be- richtigte sie ihre Aussagen dahin, daß sie den Kaplan im Pfarrhof besuchte und von ihm gedrückt und geküßt worden sei. Sie zeigte dem Gerichte mit Hilfe ihres Mannes, wie diese Umarmung durch den Kaplan Saur vorgenommen wurde. Der Geistliche blieb da- gegen bei seiner eidlichen Aussage stehen und gab zu seiner Eni- schuldigung nur an. daß er der Frau lediglich auf die Lippen, nicht auf den Mund den. Friede nskuß der Kirche" gegeben habe. Als seine Verhaftung bevorstand, entfloh der Kaplan aus Oberkirch uud wollte in einem Kloster des Elsasses ein Unterkommen finden. Er wurde in das Gefängnis zu Offenburg abgeführt. Das Schwur- gerillit hat ihn freigesprochen. Unter den Geschworene» müssen sich mindestens fünf gefunden habe», die die Erzählung des eifrigen Sozialistentöterü vom „Friedenskuß der Kirche" nicht für unglaubwürdig hielten, denn Kaplan Saur wurde freigesprochen. frankmdv Combes dementiert. Paris, 23. April. Der frühere Ministerpräsident Combes erklärte einem Berichterstatter, daß die Behauptung deS gemäßigt republikanischen Kammcrkandidateli 1l>t o n b r o f i t, er habe«hm den Orden der Ehrenlegion für 50000 Frank angeboten, eine niedrige Verleumdung sei. Engtanck. Gegen die Schönfärber. London, 23. April. Ilm einen Gegenemfluß gegen die Berichte der konservativen Arbeiter über ührxn Besuch in Deutschland auszuüben, beabsichtigt die A r b e i t e r- Partei eine aus leitenden Mitgliedern zusammengesetzte Deputation nach den I n d u st r i e z e n t r e n D e u t s ch- l a n d s zu entsenden zur Feststellung der wirklichen Tat- fachen bezüglich der Löhne, der Arbeitszeit und der Kosten des Lebensunterhalts. Die Deputation hofft, am 3. Mai aufbrechen zu können._ Eine Versammlung der S. D. P. London, 19. April.(Eig. Ber.) Eine stark besuchte Versammlung der Sozialdemokratischen Partei fand gestern in Queens Hall statt, in der H y n d m a n eine große Rede hielt und die Gräfin Marwick den Vorsitz führte. DaS Thema lautete:„Eine bessere Politik oder Tarifreform und Jmperia» liSmuS". Hyndman sagte: Jedermann gibt heute zu, daß die soziale Lage der britischen Volksmassen schlecht ist. Die Armut nimmt zu im Verhältnis zum Reichtum. Die Unsicherheit der Existenz der Arbeiter wächst und Arbeitslosigkeit ist allgemeiner denn je zuvor. Das unvermeidliche Ergebnis ist die körperliche Entartung der Massen. ES ist deshalb kein Wunder, daß ökonomische Fragen die rein politischen verdrängen. Der Klassenkampf ist gegen- wärtig eine offenbare Tatsache und überall gewinnt der Sozialismus an Anhängem. Aber auch noch eine andere Lehre macht sich be- merkbar: die des Schutzzollsystems oder der Tarifreform. Vorerst wurde die Tarifteformbewegung mißachtet und verspottet. Die Freihändler zeigten sich arrogant und Wissens stolz. Dennoch kann nicht geleugnet werben, daß der bestehende britische Zolltarif sich in einem chaotischen Zustande befindet. Wir haben gar keinen Frei- Handel, denn eine ganzeReihe von Nahrungsmitteln sind schwer besteuert. Aber auch Tarifreform mit ihrer nationalistischen und imperia- listischen Politik kann dem sozialen Elend nicht abhelfen. Ihre Politik ist engherzig. Sie sieht nicht die schweren Schäden, die die in Privathänden sich befindenden Eisenbahnen mit ihren Tarifen dem britischen Handel zufügen. Sie sieht auch nicht unser mangelhaftes Schulwesen, daS uns in einen Nachteil gegenüber Deutschland und Amerika bringt. Ebensowenig zieht sie Indien in Betracht. Mit fteihändlerischcn Phrasen ist aber der Tarifteformagitation nicht zu begegnen. Eine Gegenpolitik, die wirklich aufbauend ist, kann nur der Sozialismus liefern. Allein wir dürfen nicht warten, bis der Kapitalismus hinweggefegt ist. Schon jetzt müssen ernste Reformen ergriffen werden. Und diese Reformen sind:' 1. Reorganisation deS Unterhauses; die Abschaffung deS HauseS der Grundherren genügt nicht, so lange daS Hau? der Geldherren nicht reformiert ist. 2. Referendum; allgemeines Wahlrecht für Männer und Frauen. 3. Beseitigung aller indirekten Steuern. 4. Progressive Steuer auf alle Einkommen über 800 Pfund Sterling. 5. Verstaatlichung der Verkehrsmittel; Transport zum Kosten- preis; Bau eines Tunnels unter dem Aermelkanal. 6. Unentgeltliche Erziehung der Jugend von der Volksschule bis zur Universität; Erhaltung der Schulkinder auf Staatskosten. 7. Bau von gesunden Häusern durch Gemeinde und Staat für die Arbeiter. 8. Organisation der Arbeitslosen. 9. Vergesellschaftung der großen Industrien und des Grund und Boden». 10. Räumung Indiens und Aegypten»; Homerule für Irland; Föderation Groß-BritannienS mit den freien britischen Kolonien. 11. Starke Flotte; Miliz; kein Militarismus; Großbritannien soll der Bundesgenosse der demokratischen Staaten Europa» sein; Abschaffung der geheimen Diplomatie; alle internationalen Verträge sind dem Volke zur Bestätigung vorzulegen.— Der Vortrag wurde mit starkem Beifall aufgenommen. Die Londoner Presse hat den Vortrag vollständig boykottiert. Politische Geldbeiträge der Gewerkschaften. London, 21. April.(Eig. Ber.) Gemäß Beschluß dcL letzten Jahreskongresses der Arbeiterpartei brachte gestern der Arbeiter- abgeordnete W. Johnson folgende Novelle zum Gewerkschafts- gesetz ein: „Eine Trade-Union, wie sie in Sektion 16 der Novelle zum GewerkschastSgesetz vom Jahre 1876 definiert ist, darf— unge- achtet der Bestimmungen der GetverkschaftSgesetze vom Jahre 1871 und 1876— entweder allein oder in Verbindung mit anderen Gewerkschaften ihr« Fonds zum Zwecke der Erwählung und Er- Haltung von Parlamentsabgeordneten, Gemeinderäten und Mit. gliedern anderer öffentlicher Körperschaften verwenden, sowie anders Tätigkeiten ausüben, um die Interessen der Arbeiter durch politische Aktion zu fördern." In der laufenden Parlamentstagung hat die Novelle kein« Aussicht auf ernste Beratung, da LordS-Rcsorm und Etats- beratungen die Zeit des Parlaments vollständig in Anspruch nehmen. Australien. Eine Erklärung Fishers. Brisbane, 23. April. Der Führer der Arbeitermehrheit im neuen Bundesparlament Fisher erklärte, es werde eine Grund st euer eingebracht werden zum Zwecke, die örono- mischen Verhältnisse zu regeln und dadurch Aussichten auf Beschäftigung für Leute europäischer Abstammung zu er- öffnen. Jede Anzahl derselben sei willkommen, soweit die ökonomischen Verhältnisse es ihnen möglich machen würden, ihren Unterhalt zu verdienen. GewerklcbaftUches. Deutfcbtand als Toziates Ideal. Man schreibt uns aus London: Deutschland ist schon seit langem das Land der Sehn sucht für alle englischen Reaktionäre. Der preußische Mili tär- und Polizeigeist, die Herrschaft der Junker und der Bureaukratie, das Dreiklassenwahlrecht und das persönliche Regiment erfüllen die Verteidiger der Vorrechte der Lords mit Neid und Bewunderung. Seit dem Auftreten der schütz zöllnerischen Agitation in England ist das bei den Jingos sonst so verhaßte Teutschland auch in sozialer Beziehung zum Muster und Vorbild geworden. Wenn man den englischen Tarifreformern glauben will, gibt es in Deutschland keine Armut und keine Arbeitslosigkeit, die Arbeiter wohnen alle in modern ausgestatteten Häusern und reinlichen Straßen, ihre Löhne sind die denkbar höchsten und die Preise der Lebensmittel die denkbar niedrigsten— und all dieser Segen die magische Wirkung des Schutzzolles! Neuestens sind die Tarifreformer auf ein besonders schlaues Mittel verfallen, um für den Schutzzoll Propaganda zu machen. Sie schicken kleine Trupps von englischen Ar- beitern, mit Vorliebe Gewerkschaftsbeamte aus Provinzstäd tcn, die man sich aber natürlich sorgfältig aussucht, auf kurze Ausflüge nach Deutschland, um sich an Ort und Stelle selber davon zu überzeugen, welches Paradies für Arbeiter das Deutsche Reich ist. Die Arbeiter, die nach der Besichtigung der ihnen gezeigten Potemkinschen Dörfer nach einer drei- bis viertägigen Forschungsreise aus Deutschland zurückkehren, wissen zumeist in der Tat nicht begeistert genug zu sprechen von den herrlichen Dingen, die sie in Deutschland gesehen, und manche von ihnen kommen als überzeugte Anhänger des Schutzzolls zurück. Es ist wohl kaum nötig, ausdrücklich zu sagen, daß die anerkannten Vertreter der organisierten Arbeiter auf diesen Schwindel nicht hereinfallen, sondern bis auf den letzten Mann die Schutzzollagltation aufs entschiedenste bekämpfen. Vor- aussichtlich werden sich aber gelvisse deutsche bürgerliche Preß- organe beeilen, diese neue englische Schutzzollagitation für ihre Zwecke auszubeuten, und niit dein Hinweis auf dieses Urteil„der englischen Arbeiter" der deutschen Sozialdemo. kratie beweisen wollen, wie ungerechtfertigt ihre Angriffe auf die sozialen Zustände in Deutschland sind. Deshalb dürfte es am Platze sein, mit einigen Worten auf den im vorigen Jahre erschienenen amtlichen Bericht des englischen Handelsmini st eriums über die Lebensverhältnisse der arbeitenden Klas- sen in Deutschland zurückzukommen. Ueber die W o h n u n g s v e r h ä l t n i s s e der Arbeiter in Berlin äußerte sich dieser Bericht wie folgt:„Selbst in jenen Teilen der Stadt, wo die Arbeiter hauplsächlich leben, findet man wenig äußere Zeichen der Arinut, wie man sie in den großen englischen Industriestädten antrifft. Aber wenn man von den breiten Straßen in die Hinterhöfe hinein- biegt und die höheren Stockwerke emporsteigt, wo die Ar- beiter leben, steht man Gegensätzen gegenüber, die schwer niit den außen gewonnenen Eindrücken zu vereinen sind. Man wird sehr häufig finden, daß die Wohnungen bloß aus zwei Räumen bestehen— wovon der eine als Wohn- und Schlafraum benutzt und das ganze Jahr hindurch Tag und Nacht bewohnt wird, und der andere eine kleine Küche, die gleichfalls als Schlafstube dient— und hier ist eine Fa- milie von vier, fünf, sechs oder mehr Personen zusammenge- pfercht. Nach der Zählung vom Dezember 1900 gab es in Berlin 4986„Wohnungen", die nur aus einer Küche be- standen, und 1 Proz. davon wurden von vier und mehr Personen bewohnt, während 24ts.Amiirls" Zonntllg. 24. Aprü lW. R-eickstag. 71. Sitzung vom Sonnabend, den 2S. Lprtl, nachmittags 2 Uhr. 7km vundeSratstisch: Mermuth. Sui bei Tagesordnung stehen die von der Wirts dboftlichen Vereinigung, den Nalionalliberalen, der zortschritllichen Voltspartei, der Reichspartei eingebrachten Gesetzentwürfe aus Gewährung von Beteranenbeihilfe« von 120 VI. jährlich für die Kriegsteilnehmer, die weniger als SSV M.— bei dem Entwurf der Wirtschaftlichen Vereinigung weniger als Svv M.— Einkommen habew Zur Beschaffung der Mttel schlagen die Wirtschaftliche Bereinigung, die nationalliberale Partei und die Reichspartei die Einführung einer Wehrstcuer, die Fortschrittliche Volkspartei die Verminderung der LicbcSgabe vor. Abg. v. Liedert iRp.s: Die alten Kriegsteilnehmer, die mit hin- gebendem Opfermut das Reich mit gründen halfen, sind der Für- sorge deS Reiches in besonderem Moste würdig. Im vorigen Jahre hat der Reichstag Beihilfen für diese alten Kriegsteilnehmer be- schloffen, die Regierung bat den Entwurf jedoch nicht ausgeführt, weU er kein Datum des Inkrafttretens trug, und aus Mangel an Mitteln. Wir schlagen deshalb zur Beschaffung der Mittel die Einführung einer Wchrstener vor, die vom ganzen Volke als ein Mittel ausgleichender Gercchtig- keit begrüstt werden würde. Auch in anderen Ländern hat man gute Ersahrungen mit der Webrsteuer gemacht. Wie leicht in Deuischland gerade ein« Wehrsteuer eingeführt werden kann, zeigt der Umstand, dast die Gewerkschaften ihre» Mit- gliedern in Sttcikzcitcn Extrasteucrn bis zu 10 Proz. bcS Lohnes auferlegen, die Ziinmerer und Maurer zahlen jetzt vom 18. April ab E�irabeiträge bis zu 1 M. täglich.: Nachdem das grohe Werk der Finanzreform durchgeführt ist und unsere Finanzei! wieder auf eine gesunde Basis gestellt sind, ist es die höchste Zeit, für die Kriegsveteranen zu sorgen. An der Branntweinsteuer, die erst im vorigen Jahre eingeführt ist, darf freilich nicht gerüttelt werden, die Mittel muffen auf andere Weise aufgebracht werden.(Zustimmung rechts.) Abg. Schöpflin(Soz.): Nach der Rede des Staatssekretärs wird wohl aus der ganzen Sache»ichtS hcrausspringcn. Der Schutzsekretär hat da? Wohlwollen der Regierung für die Veteranen hervorgehoben und ich habe keinen Anlast, daran zu zweifeln, zumal we»n die Regierung sich ihr Wohl- wollen so wenig kosten läßt.(Sehr wahr l bei den Sozial- demokraten.) Der Schatzsekretär hat ausgerechnet, dahwirbis zur Stunde lbvv Millionen Mark für die Kriegsteilnehmer ausgegeben haben, aber mehr als zwei Drittel davon ist französisches Geld. Wer die Ber- Handlungen über die Veteranensrage im Reichstage durchsieht— es sind bereits zwei dicke Bände—, wird sehen, dast stets der Schatz- sckretär sagte, «ir haben kein Geld. Dast ein Schatzsekretär aber auch anders kann, sehen wir bei der großen Marincvorlage vom Jahr« 189l. Als damals daS Zentrum nach der Deckung fragte, sagte der Schaysekretär: „Wir schwimmen im Geld«!"' Der Schatzsekretär, welcher dieses frivole und wie ich behaupte, auf absichtliche Täuschung berechnete Wort aussprach, war der Freiherr V. Thielemann.(Unruhe reärts.) Vizepräsident Prinz zu Hohenlohe: Sie dürfen dem Schatz- sekretär, einem hohen Reichsbeamlen, nicht vorwerfen, dast er den Reichstag absichtlich täuschen wollte.(Zuruf bei den Sozialdemo- kraten: Er ist nicht mehr Schaysekretär: Heiterkeit.) Abg. Schäpflin: Wiederholt hat der Reichstag erklärt, eS sei eine patriotische nationale Pflicht, für die Veteranen zu sorgen. Bei einer solchen Gelegenheit, am 11. Januar 1ÜV1, hat Herr Im neuen Solaniscden Garten. (Der Garten ist vom 1. April bis Ib. Oktober alle Sonntag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 2 bis 7 Uhr. die Gewächs- Häuser von 2 bis 6 Uhr unentgeltlich geöffnet.) Während der alte Botanische Garten am Ende der Potsdamer Straste in Trümmer liegt und nur noch Spuren feine einstige Schönheit erraten lassen, ist drauhen, hinter dem Fichtenberge bei Steglitz, Jahr um Jahr der neue Garten aus märkischem Sande emporgewachsen. Die Station.Botanischer Garten" der Wannsee- bahn hat seine Erreichung wesentlich erleichtert, und es verlohnt sich, mit den Besuchen so früh wie möglich zu beginnen. Der Garten, der im Werden ist. wechselt fortwährend sein Gesicht, ganz besonders aber im Frühjahr. Gerade jetzt, wenn die gelben Forfhthienblüten und die roten Blütensträustchen einer amerikani- gfen Johannisbeerart überall durch die noch wenig belaubten üsche schimmern und unbewustt die Schritte des Spaziergängers lenken, wenn die Knospen schwellen, die Kätzchen aufbrechen und das Auge noch Fernsichten genießen kann, die die weitere EntWickelung der Vegetation späterhin verschließen wird, gerade jetzt ist es Zeit, das Wunderwerk zu besichtigen, das draußen vor den Toren Berlins geschaffen wurde. Ein planloses Schlendern genügt für den Anfang. Auf meter- hohen Stäben sind weiße Tafeln mit je einem roten und einem blauen Pfeile angebracht; jeder zeigt nach entgegengesetzter Richtung. Man kann sich dem roten Pfeile anvertrauen und sich durch den blauen später wieder hinausführen lassen. Auf jeden Fall gerät man ins Gebirge, in das sogenannte.Alp in um", jene. eigenartige pflanzcngeographische und geologische Nach- bildung der Gebirge der Erde mit ihrer Pflanzen- Welt, die den Ideen Prof. E n g l e r s, des Direktors des Gartens, ihren Ursprung verdankt. Ihr vorzüglich verdankt der Garten, neben seinen prachtvollen Gewächshäusern, seine Besonderheiten. Der Wanderer findet an jedem bemerkenswerten Abschnitt Tafeln, die ihm anzeigen, daß er hier im amerikanischen Waldgebiete oder an den Küsten Kaliforniens, dort in der Hohen Tauern und Zillertaler Alpen oder in der Gebirgsregion Persicns ist. Auf diese Weise gelangen wir unversehens auch auf den Himalaja, der, wie es sich gebührt, höchsten Felscrhebung des Gartens. Zwei wundervolle Primeln, eine zart rosenrote und eine, deren lilafarbige Blüten kugelig gehäuft den Gipfel des Schaftes krönen, erfreuen, hier das Auge inmitten kahlen Gesteins. Ob man die lateinischen Namen von den Schildern abliest oder nicht, ist Sache des einzelnen; nicht der Name ist das wesentliche, wenn man nur versteht, die Schönheit dieser Gebilde aus sich wirken zu lassen und im Geiste hinüberzuschweifen nach dem gewaltigen Urbild dieser Nachbildung. Dort freilich liegen diese Blumen noch un- entwickelt tief unter dem Schnee. Wir müsse» bei der Besichtigung jener Teile des Gartens, die nach den Schildern die Vegetation von Hochgebirgen veranschaulichen sollen, stets daran denken, dast diese Pflanzen in ihrer Heimat erst nach der Schneeschmelze zur Blute schreiten können, und dast der Schnee dort natürlich oft erst im Hochsommer weicht. Daher kommt es, daß gerade die Ge- birgsflora im Botanischen©arten zur Frühlingsflora wird. Auf unserem Äege finden wir ein Bächlein. daS den Abhang hinabrieselt und feuchtigkeitSliebenden Pflanzen willkommene Plätze bietet. Am Unterlauf deS WässerlcinS, wo das Gelände eben wird, säumen fußhohe Trauben fleischfarbener, dicht- gedrängter Blüten seine Ufer, denen keine Spur von grünen Blättern beigesellt ist. Trotz der Fremdartigkeit der Erscheinung haben wir es mit einer einheimischen, bei Berlin allerdings seltenen Pflanze, der B a ch w u r z, zu tun. Erst später werden große, runde Blätter die Pflanze ergänzen, während die Früchte reifen. Wir streben aus der Ebene wieder auf die Höhen, denn von fern sind uns rote Farbenflecke aufgefallen; sie leiten uns in die venezianischen und italienischen Alpen. Eine Erikaart, unserem Heidekraut verwandt, bedeckt hier in niedrigen Matten mit ihren dichtgedrängten roten Blüten die Abhänge. In den türkischen und griechischen Gebirgen sind es wieder verschiedene. schön blau blühende Veilchen, die hier den Frühling bedeuten, und so finden wir bald hier, bald da die Erscheinung bestätigt, daß jeder größere Bezirk und jedes größere GebirgSland der Erde seinen eigenen Charakter besitzt, seine eigenen Vegetationsformen, und wir bekommen einen kleinen Begriff von der ebenso ge- waltigen wie reizvollen Aufgabe, die sich die Wiffenschaft von der Geographie der Pflanzen gestellt hat. Wenn wir gegen Westen Wege aufsuchen, die durch Buschwerl oder Mischwald führen, so treffen wir hier und da unsere blaue einheimische Anemone. daS Leberblümchen, in seiner Ge» sellschaft oder getrennt aber auch andere FrühlingSwaldblüher, die es ebenso machen, und vor der Belaubung der Bäume die Blüten entfalten. Einheimische und ausländische Lungen. Iräuter(Pnlmonarien), Lerchensporne. Anemonen und andere mehr bilden abioechselnd mit blauen Meerzwiebeln und Traubenhyazinthen die anziehendsten Farbenflecke. Eine der häufigsten jungen Baumarten des Gartens ist überall die Lärche, der Lärchbaum. daS einzige unserer Nadel- Hölzer, die im Herbst die Nadeln abwirft. Wie jetzt überall an den Zweigen die hellgrünen neuen Blattquirle hervorbrechen und sich von dem dunklen Laub der anderen Nadelhölzer abheben, darin liegt ein ganz besonderer Reiz, der mit der Entfaltung der Laub- bäume wieder durch audere abgelöst werden wird. Im ganzen ist der Baumbestand des Gartens ja noch jung, aber seine erste Jugend hat er doch längst hinter sich, und überall beweisen auch Kinder frenrder Zonen, daß sie hier gut eingewurzelt sind. Die Tropenpflanzen allerdings stecken noch in den Glashäusern, deren stattliche Front wir entlangschreiten. Ein Teil von ihnen wird bei höherem Somwustandc noch ins Freie gebracht werden, ein be- deutender Rest aber ist an die Warmhäuser gefesselt. Wir sparen sie uns für ein andermal auf, denn es ist gegenwärtig noch nicht für jedermann unbedenklich, sich den sehr starken Temperatur- unterschieden auszusetzen, mit denen der Besuch der Glashäuser im märkischen Frühling noch verbunden ist. Hex. Zusammengewachsene Menschen. Der Fall der Geschwister Blaschek ist nur ein Einzelthpus aus der langen Reihe von Doppel- Mißbildungen, die während der Entwicklung von Zwillingscmbry- onen vor der Geburt im Mutterleibc sich herausbilden können. Gerade auf diesem Gebiete erlaubt sich die schöpferische Natur noch viel tollere Launen, deren Produkte freilich meistens entweder nicht ausgetragen werden oder bald nach der normalen Geburt sterben, um sodann in den anatomischen Museen gesammelt zu werden. Die wenigen Fälle von länge: er Lebensfähigkeit aber sind Objekte der Schaulust. Zur Art der Zwillinge, die nur am Schwertfortsatz deS Brustbeins durch eine elastische knorpelige Brücke mit entsprechender Be- kleidung van Muskelfasern, Bindegewebe und Oberhaut samt Ge- säßen verbunden sind, gehörte daS berühmte, alz„Siamesische Zwillinge" bekannte Brüderpaar Chang und Eng, das in den Jahren 1829 und 187V Europa bereiste. Im Jahre 1811 zu Macklong in Siam geboren, stammten sie von eingewanderten chinesischen Eltern und heirateten zwei Schwestern, die ihnen nicht weniger als Dr. Arendt einen feierlichen Schwur geleistet. Mein Partei« freund von Volkmar nahm sich damals der Veteranen an und Dr. Arendt sagte:„Ich bedauere außerordentlich, daß Herr v. Wollmar die Interessen der Armee gegen die Regierung wahr- nehmen mußte." Und dann tat er den Schwur:„Wenn die Veteranenftage nicht gelöst wird, werde ich für meine Person weder für die oft afrikanische Bahn nochfürdre strategische Bahn stimmen, weil ich eS mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann, nicht unbedingt notwendige Aus- gaben für das Heer und die Marine zu bewilligen, bevor nicht diese Frage gelöst ist." Er fügte hinzu, daß, wenn auch andere Abgeordnete seinem Beispiel folgen würden, eine befriedigende Lösung der Veteranenfrage noch im Laufe derselben Session ein- treten würde. Ich will nicht so unhöflich sein, Herrn Dr. Arendt zu fragen, wie er seinen Eid gehalten hat.(Sehr gut I links,) Aber der Weg, den er zeigte, war ganz nett, und vielleicht, Herr Dr. Arendt, legen Sie jetzt, wo die Dinge doch wahrlich schlimm genug sind, noch einmal Ihren Schwur ab, eine solche vaterländische Pflicht zu erfüllen. Aber dann machen Sie es, bitte, nicht wie damals: damals erklärte Herr Dr. Arendt drei Monate später, als es klar tvar, daß die Regierung den Antrag ablehnen würde:„Wir haben leine Hoffnung, daß die Verbündeten Regierungen den Antrag annehmen. Das ist bedauerlich. Wir müssen uns aber mit den Tatsachen abfinden, wenn wir Realpolitik treiben wollen." (Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) So werden die Dinge am Ende auch hent- laufen. Wir haben sehr bewegliche Klagen über die Not der Veteranen gehört, die daS Reich gegründet und groß gemacht haben. Dasselbe haben wir schon oft gehört. Aber es wird wohl auch wieder so komme», wie der verstorbene ZenttumSführer Lieber auch bei einer Verhandlung über die Veteranenangelegenheiten am 14. März 1899 sagte: Die Eerbüudeten Regierungen diktieren und der Reichstag pariert; der Reichstag beschließt und die Regierung refüsiert(lehnt ab)". Der Reichstag hat sehr wohl die Macht. seinen Willen durchzusetzen. Herr Dr. Arendt hat einen Weg ja angegeben, und ich sage zu den bürgerlichen Parteien, die ja Ms Lösung dielcr Frage für eine nationale Pflicht erklären: Wenn Cw jetzt Ihre Macht nicht anwenden, dann verdienen Sie den Vorwurf, daß Sie eS bei einer nationalen Tat bei bloßen Worte» bewenden lassen.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Run zum Gesetzentwurf selbst. Dringend muß gefordert werden, daß bei der Gewährung der Bethilfen alle politischen Motive aus- scheiden.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wir haben früher viel weitergehende Anträge zugunsten der Veteranen gestellt. Wir wiederholen sie bei dieser Geleg-nheil nicht, weil sie doch leider keine Aussicht auf Annahme haben. Ich möchte aber dringend bitten, die Summe von 120 M. zu erhöhen. Man vergesse nicht, daß 120 M. heute nicht im entferntesten das bedeuten» was sie noch vor zehn Jahren bedeuteten. Wir behalten uns für die zweite Lesung Anträge aus Erhöhung vor. Nun zur DeckunaSsrage. Ich weiß ganz genau, daß di« sehr wohl möglichen Ersparnisse am HeereS» und Marineetat nicht gemacht werden, obwohl sie natürlich sehr wohl gemacht werden könnten. Ich will mich also darüber nicht verbreiten. Wohl aber möchte ich anregen, die 120 Millionen im JuliuSturm zinstragend anzulegen und die Zinsen für die Veteranen zu verwenden. Die meisten der vorliegenden Anträge fordern zur Deckung die Einführung der W e h r st e u e r. Die Befürivortcr der Wchrsleuer berufen sich auf die Schweiz und Frankreich. Es ist sonderbar, daß die Leute, die sich sonst so gern mit ihrer nationalen Gesinnung brüsten, sich so gern auf das Ausland berufen, wenn es sick» um die Einführung neuer Steuern handelt. Älich wundert eS einigermaßen, daß di« bürgerlichen Parteien die Veteranenfürsorge mit Steuer- bezw. Deckungsvorschlägen verkoppeln, die von der Regierung als unannehmbar angesehen werden. Die bllrgerlickien Parteien sind doch sonst über die Stellung der Regierung besser orientiert.(Zuruf bei den Nationalliberalen.) Ach so, Sie(zu den Nationalliberalen) sagen, Sie haben keine so intime 18 Kinder gebaren. Sie starben erst nach KZjähriger Lebensdauer am 17. Januar 1874 auf ihrem Gut in Nord-Carolina, nachdem sie vorher fast nie unter Gesundheitsstörungen gelitten. Die Obduktion ergab, daß in dem armdicken Strang, der ihre Körper in Nabelhöhe verband, keine lebensfähigen Organe, sondern nur Bauchfellfalten lagen, so daß eine chirurgisch: Trennung ohne Lebensgefahr aus- führbar gewesen wäre. Tragisch war das Ende der Zwillings- schwestern Radica und Dodica. Der Pariser Chirurg Dr. Doyen nahm die operative Scheidung der zusammengewachsenen Körper vor, weil die eine von ihnen an unheilbarer Tuberkulose erkrankt war. Obwohl sich in der Verbindungsbrücke Eingcweiveteile be- fanden, gelang der chirurgische Eingriff, die überlebende Schwester war aber doch nicht dauerno zu retten. Auch Josephine und Rosa Blaschek haben der chirurgischen Kunst schon einmal zu tun gegeben, als ein Blasenleiden RosaS eine Operation nötig machte. Die Frage der operativen Trennung beider wurde damals erwogen, mußte aber, abgesehen von den entgegenstehenden pekuniären Interessen der Schwestern, schon deswegen verneint werden, weil die Schwestern nur eine geineinsame Harnröhre besitzen. Zu den häufigsten Verwachsungen gehören die Sternopagen mit gemeinsanier Brusthöhle, bei denen die doppelt vorhandenen Lebern durch Fortsätze miteinander verbunden sind, während daS mißgebildete Herz häufig nur einmal vorhanden und auch der Darm zum Teil gemeinsam ist. Die benachbarten Arme sind dabei häufig miteinander verschmolzen, so daß eine dreiarmige Miß» geburt zustande kommt. Außer Brust und Unterleib sind zuweilen sogar die Köpfe miteinander zu einem verschmolzen, bei dem sich sowohl an der Vorder- wie an der Hinterseite ein Gesicht entwickeln kann. Diesen Doppelbildungen schließen sich ungleichmäßig ent» wickelte Formen an, bei denen entweder einem Zwilling die Nahrung abgeschnitten wird, so daß er zugrunde geht, oder dt« Ernährung des einen von dem anderen übernommen wird. Ganz eigenartige Doppclmißbildungen entstehen ferner, wenn die Spaltung der An- läge erst in einem späten Stadlum der Entwicklung erfolgt. Tritt die Spaltung am vorderen Ende ein, so entstehen Geschöpfe mit doppeltem Kopse, zwei Herzen und vier Lungen, die leben können. Auch dreiköpfige Mißbildungen, die durch weitere Spaltungen einer schon einmal gespaltenen Anlage entstehen, kommen vor, sind aber selten und lebensunfähig._ Notizen. — Neue Sezession 1010. Eine Gruppe Künstler, die zu den Zurückgewiesenen der diesjährigen Sezession gehören, haben sich zu einem Verband„Neue Sezession 1910" zusammengeschlossen. Im nächsten Monat soll eine Ausstellung veranstaltet werden. Das Sekretariat befindet sich in der Galerie von Maximilian Macht, W. 50, Rankestr. 1. — Der Hallehsche Komet soll bereits an verschiedenen deutschen Orten mit bloßem Auge gesichtet sein. ES liegt indes die Möglichkeit vor. daß er mit dem um die gleiche Zeit sichtbaren und viel helleren Planeten Venus verwechselt wurde. — Mark Twains Tod richtet auch in der europäischen Presse große Verwüstungen an. Die ältesten Anekdoten werden aufgefrischt und die gleichgültigsten Begleitumstände gekabelt. Man erfährt z. B., daß er an 4 Millionen Mark hinterlassen haben soll. Der smarte Biciermann, der jetzt amerikanischer Präsident ist, spricht daS Geheimnis seines Erfolgs aus, wenn er sagt, daß Twain nie eine Zeile schrieb, die ein Vater seiner Tochter nicht hätte zeigen können. Mit anderen Worten: Twain hat ans alle Spießbürgerei und Heuchelei und schlimmeres der amerikanischen Gesellschaft wohlweislich Rücksicht genommen. Beziehungen zu der Regierung. Das mag ja angenbliiklich zutreffe«, aber lange wird rS nicht dauern, denn alte Liebe rostet nicht.(Grobe Heiterkeit.) Noch ein paar Worte über Herrn v. L i e b e r t. Er brachte eS in diesem Zusammenhang fertig, von den hohen Beiträgen zu sprechen, die die Gewerkschaften erheben. Wenn die Gewerkschaften hohe Beiträge erheben, so liegt das nicht zum wenigsten an den Freunden des Hern, v. Liebcrt, an der hetzerischen Presse seiner Partei, die die Unternehmer, wie jetzt wieder im Baugewerbe, gegen die Arbeiter scharf macht und so die Arbeiterorganisationen zur steten Kriegsbereitschaft zwingt.(Lebhaftes Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten.) Wenn übrigens Herr v. Liebert am Schlust seiner Rede Von dem„segensreichen langen Frieden" sprach, so möchte ich doch daran erinnern, dast im Jahre 1903 derselbe t.. j. Liebert den Berliner Studenten erzählte, er wäre nicht geworden, wenn er gewußt hätte, daß wir einen mehr denn � eißigjährigen Frieden haben würden.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) ./yie bürgerlichen Parteien haben die Mehrheit hier im Reichs- tag.»>n>: sie den Veteranen keine durchgreifende Fürsorge ge- währen und evenbiell gegen die verbündeten Regierungen durchsetzen so fällt auf sie die Verantwortung.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Paasche(ndl.): Ich muß entschieden gegen die Be- hauptung des Vorredners protestieren, daß wir die Veteranenfürsorge mit der Wehn.'euer verkoppeln, weil wir die Wehrsteuer für un- durchführbar halten.(Abg. S ch ö p f l i n: Das habe ich gar nicht gesagt.» Wir sind eben der Meinung, daß die Wehrsteuer auch in den Kreisen der Arbeiter populär»st.(Lachen bei den Sozial- demokraten.) Warum führt die Regierung nicht die Veteranen- fiirsorge ein; wir sind ja bereit, für die Mittel zu sorgen. Dir Be- scitigung der Liebesgabe ist ja doch aussichtslos. Der Weg der Wehrsteuer ist viel gangbarer als eine komplizierte Einkommensteuer, die an dem föderativen Charakter des Reichs scheitert.(Bravo! bei den Rationalliberalen.)...... R-ichsschatzsekretär Mermuth bestreitet entschieden, daß er die Sache leicht genommen habe. Abg. Baumann(Z.): Auch bei«nS in Bayern ist die Erregung auherordentlich grost. dast man so viele Veteranen ohne Hilfe lätzt, so daß manche sick sogm' das Leben genommen haben.(Hort I hört!) Abg. Dr. Arendt(R�.>: Herr Schöpflin ging auf meine Rede von 1901 ein. Darnals handelte es sich aber um etwas anderes cilS heute(Widerspruch bei den Sozialdemokraten), nämlich um Beseitigung eines Zusta.ndeS. unter dem viele Veteranen die ihnen zustehende Beihilfe überhaupt nicht bekommen konnten.— Aufs schärfste protestieren mich ich gegen die Aeicherung, wir hätten die Veteranensürsorge mit der Wehrsteuer verkoppelt, weil wir wußten aus dieser würde nichts; wir vertreten unsere Forderungen auch gegen die Regierung.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Herr Säiöpflin suchte die Veteranenfrage zu einer Parteifrage zu machen(Abg. Schöpflin(Soz.): Ist ja nicht wahr I) und das weisen wir zurück.(Bravo l rechts.) Abg. Werner(Antis.) schließt sich den Ausführungen des Bor- redners an. Abg. Hilpert(Bauernbund): Die Rede des SchatzsekretärS ist sehr bedauerlich; da J0(lte eS schon besser gewesen, der Tisch deS Bundesrats wäre leer geblieben. Abg. Dr. Wiemer(Fortschr. Vp.): In der Sache der Veteranen- beihilfen selbst ist der ganze Reichstag einig; nicht aber in der Frage der Deckung; meine politischen Freunde haben sehr erhebliche Bedenken gegen die Wehrsteuer. Dazu kommt auch, daß die Verbündeten Regierungen die Wehrsteuer nicht annehmen, während die Verminderung der Liebesgabe bei ihnen nicht auf unüberwindliche Bedenken stoßen würde. Auch das Zentrum hat das früher für richtig erklärt, dann aber diesen Stand- Punkt verlassen, lediglich, um über dem Reichsschiff die schwarz- blaue Flagge emporzuziehcn.(Sehr gut I bei der Volkspartei.) Wollen Sie aber den von uns vorgeschlagenen Weg zur Deckung nicht ein- schlagen, so sind wir auch bereit, die neue Wertzuwachssteuer zur Deckung für die Beteranenbeihilfe heranzuziehen.(Bravo! bei der Volkspartei.) Abg. Schöpflin(Soz.): In der Frage der Veteranenbeihilfen haben wir die Einigkeit deS Reichstages nicht gestört; die gegenteilige Behauptung des Abg. Dr. A r e n d t ist illoyal und unschön.(Zu- stimmung bei den Sozialdemokraten.) Präsident Graf Schwerin: Diese Aeußerung ist nicht angängig. ' Abg. Prinz Schönaich-Carolath(natl.) hält eS für unwahrscheinlich, daß eine Verminderung der Liebesgabe eine Mehrheit finden werde und bittet den Schatzsekretär nochmals, eine Wehrsteuervorlage auszuarbeiten. Abg. Dr. Rösicke fl.) erklärt gleichfalls die Herabsetzung der Liebesgabe für aussichtslos. Hätten die Herren die Kotierung»- st e u e r bewilligt, hätten w,r jetzt Geld genug.(Große Heiterkeit links.) Abg. Dr. Wiemer(Fortschr. Vp.): Warum hat denn Herr Dr. Rösicke mit seinen Freunden die Kotierungssteuer selbst fallen gelassen, wenn er sie für so gut hielt.(Sehr gut! links.) Abg. Dr. Rösicke(t.): Die Schuld des Scheiterns der Kotierung«- steuer lag an der Regierimg.(Lachen links.) Damit schließt die Debatte.— Es wird sofort in die zweite L e s u n g eingetteten. Ein Antrag Bebel verlangt die Erhöhung der ILO M. auf 150 M. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Sozialdemo- lraten und des Abg. Wieland(Fortschr. Vp.) abgelehnt. Ein Antrag, daß das Gesetz am 1. Mai 1910 in Kraft treten soll, wird angenommen und mit dieser Einfügung die gleich- lautenden Anträge über die Veteranenfürsorge e n b l o c. Die Anträge zur DeckungSfrage werden beide abgelehnt, die Herabsetzung der Liebesgabe gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Freisinnigen, die Wehr« steuer gegen die Stimmen der Nationalliberalen und Konservativen.(Große Heiterkeit.) Hierauf wird noch das Kolonialveamtengesetz nebst einem Nachtragsctat ohne Debatte der Budgetkommisston über- Viesen.— Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung: Montag 2 Uhr.(Kleinere Vorlagen.) Schluß 7'/, Uhr._ parlameMariKbes. Die Statt deS Tarifvertrags in der Kaligcsctzkominission. Die sozialdemokratischen Mitglieder der Kalikommission haben den Antrag gestellt, daß der Bundesrat verpflichtet werde, den Abschluß von Tarifverträgen auf der Grundlage eines Minimallohnes und eines Maximalarbeitstages für die einzelnen Arbeitergruppen zu fördern. Streitigkeiten über die Einführung, den Inhalt und die Auslegung der Ver- träge soll die vorgesehene Berufskommission entscheiden. Dies- bezugliche Anträge müssen ianerhalb einer Ausschlußfriit von einem Monate gestellt werden. Solange eine tarifvertragliche Regelung nicht erfolgt, muß dem Arbeiter mindestens der im Jahre 1909 erzielte Durchschnittslohn mit einem Aufschlage von 10 Proz. bei unverlängerter Schichtzeit gezahlt werden. Dieser Antrag stand am Sonnabend zur Beratung in der Kommission. Von sozialdemokratischer Seite wurde zur Be- gründung darauf verwiesen, daß, wenn in einer bisher nie da- gewesenen Art für die Kapitalisten gesorgt werde, die Arbeiterfürsorge nicht vergessen werden dürfe. Die Lohn- erhöhung könne deshalb unbedenklich eintreten, weil die Profite in der Kaligewinnung ungeheuer feien. So hat die Grube Hohenlohe pro Arbeiter 1700 M., andere Gruben haben 3200 bis 3400 M., Wintershall sogar 4730 M. erzielt. Bei solchen Gewinnen sei eine Lohnerhöhung für die Arbeiter angebracht. Freisinn und Zentrum schlössen sich dieser Darlegung an; Nbg..Erzberger erklärt� daß ohne eine entsprechende Arbeiter- ' fsirsorge seine FraHlon ein stimmig gegen baS©eseff votiere. Der Vertreter der Polen schloß sich dieser Erklärung an. Nationalliberale und Konservative flössen über von Tariffreundlichkeit, nur dürfe man diese Dinge nicht zwangs- weise, sondern nur freiwillig einführen. Sodann lasse sich eine solch hochbedeutsame Frage nur in einem besonderen Gesetze regeln, deshalb seien sie gegen den Antrag. Handelsminister S h d o w mit noch drei Regierungsvertretern mühte sich ab, die Kommission in derselben Weise zu bearbeiten. Es sei grundsätzlich und praktisch gleich unmöglich, diese Fragen so nebenbei im Kaligesetz zu erledigen. Ein Eingriff rechtfertige sich nur, wenn dringende sanitäre Maßnahmen erforderlich seien. In solchen Fällen schreite aber jetzt schon die Bergpolizei ein. Auf die Anregung eines Redners hin, daß die Regierung doch ihren Standpunkt zu dieser Frage deutlich präzisieren möge, lehnte Sydow es ab, vor Erledigung der ersten Lesung in der Kom- Mission den Bundesrat damit zu befassen; er sei auch nicht be- vollmächtigt, für den Bundesrat bestimmte Erklärungen abzugeben. Die Weiterberatung wurde dann auf Dienstag vertagt. Kommissiia für die Zuwachssteuer. In der Sonnabendsitzung wendet sich der Vorsitzende gegen die in der Presse ausgesprochene Ansicht, daß die Vorlage in der Kom- Mission durchgepeitscht werde. Das treffe nicht zu. Mehrere Redner betonen in einer sich entspinnenden Geschäftsordnungsdebatte, daß tatsächlich die Beratung mit großer Eile vorgenommen werde; man hätte auch die Interessenten hören müssen. Die Abstimmung über den aus der Freitagsitzung zurückgestell» ten Antrag Carmer ergibt die Ablehnung des Antrages mit 13 gegen 13 Stimmen; dagegen stimmen Nationalliberale, Fort- schrittliche Volkspartei. Sozialdemokraten und der Abg. Raab. Bei der Fortsetzung der Beratung der ZZ 10 und 15 wird von den sozialdemokratischen Rednern betont, die ganze Tendenz des Gesetzes gehe darauf aus, das platte Land von der Zuwachs st euer zu befreien und die großen Städte allein mit den 25 Millionen Mark Steuern zu belasten; eine solche Gesetz- geberei mach« die sozialdemokratische Partei nicht mit. Bon freisinniger Seit« wird betont, dieselben Ausnahmen, die Graf Westarp für den Großgrundbesitz fordere, müsse man dann auch für die Städte verlangen. Der konservative Redner erklärt, man müsse den kleinen Grundbesitz schützen; zugegeben müsse aber werden, daß auch bei ländlichem Grundbesitz Wertjteige- rungen bis zu 200 Prozent erzielt seien. Ein Regierungsvertreter wendet sich gegen den Antrag Westarp; er gehe zu weit und sei für die Steuerbehörde nicht durchführbar. Dem nationalliberalen Redner erscheint der Antrag nicht so bedenklich, der größte Wertzuwachs sei in den großen Städten zu verzeichnen. Zu§ 10 stellt Graf W e st a r p. einen neuen Zusatzantrag, nach welchem vom VeräuherungSpreise noch in Abzug gebracht werden sollen die Werterhöhunaen, die vom Veräußerer selbst ge- schaffen worden sind. Staatssekretär Mermuth ersucht um Ab- lehnung des Zusatzantrages und Annahme der Regierungsvorlage. Nach einr langen Debatte wird der Antrag Westarp gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Annahme findet auch ein Antrag Enno, wonach vom Veräußerungspreise abzuziehen sind die Aufwendungen für öffentliche Einrichtungen und BerlehrS- anlagen. Die nächste Sitzung findet am Dienstag statt. Stellenvermittelungskommisston. Die Reichstagskommission für das Stellenvermittelungsgesetz beendete am Freitag die zweite Lesung. Die Beschlüsse der ersten Lesung wurden ohne erhebliche Aenderungen bestätigt; angenommen wurde ein A n t r a g u n s e r e r G en o s s e n, der in erster Lesung von der Kommission abgelehnt wurde. Der Antrag hat folgenden Wortlaut:„Die Stellenvermittler dürfen Dienstbücher(Gesinde- bücher), Arbeitsbücher, Zeugnisse. Ausweispapiere und sonstige Gegenstände, die aus Anlaß der Stellenvermittelung in ihren Be- sitz gelangt sind, gegen den Willen deS Eigentümers nicht zurück- behalten, insbesondere an solchen Gegenständen ein Zurück- haltungS- oder Pfandrecht nicht ausüben." ReichStagSkommissisn zur Entlastung deS Reichsgerichts Bei Beginn der Beratung ergab sich, daß eine Art Kompromiß der Parteien zustande gekommen war und die Nationalliberalen wieder einmal ihre Stellung gewechselt hatten. Abg. H e i n tz e be- antragte, das DifformitätSprinzip ganz fallen zu lassen und statt dessen durchweg die Revisionssumme auf 5000 M. zu erhöhen. Abg. I u n ck wollte eine Erhöhung der Revisionssumme auf 4000 M. bewilligen, wenn eine große Mehrheit di« Verant- Wartung dafür mit ihm zu teilen bereit wäre. Er forderte im übrigen die dauernde Einrichtung eines neuen Zivil- fcnatS. Die Regierungsvertreter erklärten mit aller Bestimmtheit, daß dieS das ganze Gesetz zum Scheitern bringe. Die Re« gierungen würden dann mit der Reform solange zu warten ge» zwungen sein, bis eine allgemeine Reform der Prozeßordnung durchgeführt werde. Abg Heine trat zedem Versuch einer noch- maligen Erhöhung der Revisionssumme entgegen. Die Regierung habe nicht gewagt, damit zu kommen; der Reichstag solle nicht daS Odium dieser Verkürzung der Rechte des Publikums auf sich nehmen. Die Erhöhung der Revisionssumme sei ein ganz äußerliches Mittel, daß nur auf einige Jahre wirke. Nach einer längeren Debatte wurde der Antrag, die Revisionssumme auf 5000 Mark zu erhöhen, mit IL gegen 10 Stimmen abgelehnt, und der Antrag auf 4000 M, mit 15 gegen 6 Stimmen angenommen. Gegen die Erhöhung der Revisionssumme stimmten unsere Genossen, zwei Mitglieder des Zentrums und das polnische Mitglied. Dann wurde noch ein Antrag angenommen, die Richterzahl um einen Senats- Präsidenten und sechs Richter zu vermehren und die nistwendigen Hilfsrichter anzustellen, um die beim Reichsgerichte aufgesammelten Sachen zu erledigen. Damit ist die erste Lesung beendet, die zweite Lesung beginnt am Dienstag.__ Berner Konvention. Die 13. Kommission, die den Entwurf eines Gesetzes zur Aus- führung der revidierten Berner Uebereinkunft zum Schutze von Werken der Literatur und Kun st zu beraten hatte, hat die erste und zweite Lesung bendet. Der Entwurf ist im wesent- lichen so geblieben wie er vorgelegt worden war. Nur der Z 22c, nach dem der Urheber daS Recht haben sollte, den Verfertigern minderwertiger mechanischer Musikinstrumente die Lizenz zu ver- weigern, ist gestrichen worden. Damit sind höchst bedenkliche Schi- tane, die sicher gemacht worden wären, ausgeschaltet.— Im Ver- laufe der Verhandlungen Wurde ein Antrag in erster Lesung an- genommen, der Zwangslizenz, wonach ein Komponist, nachdem er die Uebertragung seiner Komposition auf ein mechanisches Musik- instrument gestattet hat, diese Uebertragung dann einem Dritten gestatten muß, anzufügen, daß die Entschädigung an den Autor seitens des Fabrikanten 2 Prnz. vom Katalogpreis der betreffenden Platte. Scheibe oder Rolle, mindestens aber 1 Pf. betragen müsse. In der zweiten Lesung wurde diese Einschaltung wieder gestrichen und dafür die Worte.gegen eine an gemessene Entschädigung", wie sie ursprünglich in der Vorlage standen, aufrechterhalten. Die Gesetzgebungen aller in Betracht kommenden Staaten, die der Berner Konvention angehören, stehen auf ldcm gleichen Standpunkt. Es haben sich überall Gesellschaften gebildet, die aus Urhebern, Verlegern und Fabrikanten bestehen und zum Teil schon mit Erfolg die Lizenzfrage regelten. Diese Gesellschaften nehmen im Anschluß an die Bcrner Uebereinkunft einen internationalen Cha- rakter an, um auch in die Entschädigungsfrage eine Einheit- lichkeit zu bringen, die in Kiirze dahin führen müsse, daß aus der angemessenen Entschädigung sich ein f e st e r Satz herausbilden würde. In weiterer Folge könnte die Gesellschaft auch die Frage des E x p o r tS nach Ländern, die der Berner Uebereinkunft noch tiM giigehören, regeln/ ebenso die du Doppelbesteuerung Set Platken, Scheiben ober Rollen»n ben Konbenjionslänbern. Ein« gesetzliche Festlegung der Höhe der Entschädigung sei undurchführ- bar, weil die in Betracht kommenden Instrumente so unendlich differenziert seien, und infolgedessen nicht nach einem Einheitssatze behandelt werden könnten.— Ein Antrag auf Hinaufsetzung der Schutzfrist von 20 auf 50 Jahre nach dem Tode des Urhebers wurde abgelehnt. Soziales. Die öffentlichen Arbeitsnachweise im Jahre 1909. Aus dem soeben erschienenen Jahresbericht des Verbandes Deutscher Arbeitsnachweise ergibt sich, daß im Deutschen Reiche 462 öffentliche Arbeitsnachweise vorhanden waren, die sich wie folgt auf die einzelnen Bundesstaaten verteilen: Preußen 273. Bayern 66, Sachsen 28, Württemberg 16, Baden 16, Hessen 26, Mecklenburg-Schwerin 1, Sachsen-Weimar 2, Mecklenkmrg-Strelitz 1, Oldenburg 2, Braunschwcig 3, Sachsen-Koburg-Gotha 2, An- halt 1, Schwarzburg-Sonderhausen 1, Schwarzburg-Rudolstadt 1, Waldeck 3, Lippe 1, Lübeck 1, Hamburg 2, Elsaß-Lothringen 16. Von den öffentlichen Arbeitsnachweisen wurden insgesamt 943 981 Stellen vermittelt, davon entfallen 860 901 Besetzungen auf die Arbeitsnachweise, die dem Verbände Deutscher Arbeitsnachweise angehören. Dieses Resultat steht hinter dem des Vorjahres ein wenig zurück. An der Spitze marschieren die Arbeitsnachweise von Berlin, Stuttgart und München. Ueber 20 000 Vermitt« lungen zustandegebracht haben ferner die Anstalten von Dresden, Düsseldorf, Frankfurt a. M.. Hamburg. Köln und Leipzig. Besonders bemerkenswert ist die hohe Zahl gelernter Arbeiter, die von den dem Verbände Deutscher Arbeitsnachweise angehören- den Vermittlungsanstalten in Stellung gebracht wurden. Da die Zahl der besetzten Stellen bei gelernten männlichen Arbeitern 264 954 Stellen beträgt, die der ungelernten sich dagegen auf 249 042 beläuft, so ist von neuem der Beweis geliefert, daß der öffentliche Nachweis durchaus imstande ist, auch gelernte und qualifizierte Arbeitskräfte zu vermitteln. Kräftig entwickelt hat sich auch die Vermittlung von Arbeitskräften für die Landwirtschaft. Insgesamt wurden 61 253 Stellen durch inlandisches Personal be- setzt und zwar von den öffentlichen kommunalen Nachweisen der Landwirtschaftskammer 19 405. Diese Ergebnisse zeigen, daß eine Ausschalknng privater Stellenvermittler und ihr Ersatz durch paritätische ArbeitSnach» weise, wie sie von sozialdemokratischer Seite erst jüngst wieder im Reichstag verlangt ist, durchaus durchführbar ist. Aus der Invalidenversicherung. 1, Der Arbeiter Sch. wurde mit seinem Anspruch auf Alters- rente von der LandeS-Versicherungsanstalt Berlin abgewiesen, da er nur 740 Marken geklebt habe, während die Wartezeit bei ihm 1200 Marken beträgt. Die Landes-VersicherungSanftalt erklärte, daß Sch. auf die Vergünstigung der Ermäßigung der Wartezeit um je 40 Wochen für jedes Jahr, um das Sch. bei Inkrafttreten des JnvalidenversicherungsgesetzeS das 40. Lebensjahr über- schritten hatte, keinen Anspruch habe. Das Gesetz bestimmt, daß je 40 Wochen für jedes Jahr, um das das 40. Lebensjahr bei In- krafttreten des Gesetzes bereits überschritten war, auf die Warte- zeit in Anrechnung kommt, wenn der Versicherte in den ersten fünf Jahren nachdem die VersicherunSpflicht für den Berufs- zweig in Kraft getreten ist, eine die Versicherungspflicht begrün« dende Beschäftigung für die Dauer von mindestens 200 Wochen ausgeübt hat. Stich in den ersten fünf Jahren 200 Marken nicht geklebt, so hat der Betreffende den Nachweis zu erbringen, daß er während der dem Inkrafttreten des Gesetzes unmittelbar vor- angegangenen drei Jahre, also in den Jahren 1388, 1889 und 1890, berufsmäßig, wenn auch nicht ununterbrochen, eine Beschäftigung gehabt habe, für die die Versicherungspflicht danu eingeführt wurde. Sch. hatte in den ersten fünf Jahren nur 181 Wochenbeiträg« nachgewiesen, er mußte daher den Nachweis führen, daß er in den drei vorgenannten Jahren berufsmäßig Lohnarbeit ver- richtet habe. Zufälligerweise konnte sich Sch. noch darauf be- sinnen, wo er in den drei Jahren in Arbeit gestanden hat. Der Nachfolger der damaligen Firma stellte ihm nachträglich ein« Ar- beitsbescheinigung aus, die Sch. dann als Beweismittel der Be- rnfnng gegen den ablehnenden Bescheid der Landes-VersicherungS» anstatt beifügte. DaS Schiedsgericht für Arbeiter-Bersicherung für den Stadt- kreis Berlin entschied, daß Sch. Anspruch habe auf die Ermäßigung der Wartezeit von 1200 Wochen bei der Altersrente. Da Sch. am 39. April 1839 geboren, hat er nur eine Wartezeit von 725 Wochen nachzuweisen gehabt, die am 7. August 1909 geklebt waren. Won diesem Zeitpunkt an steht daher dem Sch. die Altersrente zu. Dieser Fall beweist wieder die Notwendigkeit der Besorgung und Aufhebung von Arbeitsbescheinigungen aus den Jahren 1888, 1889 und 1890; denn je länger mit der Besorgung gewartet wird, umso schwieriger dürfte die Beschaffung derartiger Bescheid- gungen sein, da die Firmen eingehen können oder der Inhaber verstorben ist und sonst sich ein weiterer Nachweis nicht führen läßt. 2. Die am 26. November 1838 geborene Kinderwärterin und Krankenpflegerin Schm. erhob bei der LandeS-Versicherui�Sanstalt Berlin den Antrag auf Bewilligung der Invalidenrente. Dieser Anspruch wurde abgewiesen, weil Antragstellerin wohl 208 Bei- tragsmarken verwendet habe, von diesen jedoch nur 104 anrech- nungsfähig anzusehen sind, weil Schm. nach einem ärztlichen Attest vom 28. September 1909 bereits seit dem 19. Juli 1307 als dauernd erwerbsunfähig anzusehen sei, mithin die Wartezeit nicht erfüllt wurde. Frau Schm. erhob gegen den ablehnenden Bescheid der Landes- Versicherungsanstalt Berufung beim Schiedsgericht für Arbeiter- Versicherung Stadtkreis Berlin und wies durch eine Reihe von Ar- beitsbescheinigungen nach, daß sie mit Ausnahme weniger Tage auch nach dem 17. Juli 1907 in Beschäftigung gestanden hat und zwar bei einem Lohn, der als ortsüblich bezeichnet werden muh und durchaus ihren Leistungen entsprach. Das Schiedsgericht vernahm noch eine Arbeitgeberin� der Frau Schm., bei welcher sie ein volles Jahr hindurch beschäftigt worden war, eidlich als Zeugin. Durch die Aussage dieser Zeugin wurde als festgestellt erachtet, daß bei der Klägerin gesetzliche In. Validität vom Juli 1907 noch nicht bestanden habe. Klägerin sei vielmehr erst vom 17. Juli 1909 ab, von dem Tag an, wo sie ihre Beschäftigung einstellen mußte, als erwerbsunfähig anzusehen. DaS Schiedsgericht weist mit deutlicher Schärfe den Versuch der Aerzte die Antragstellerin zu verdächtigen, sie habe die Ar- bcitSfähigkeit simuliert, um in den Genuß der Invalidenrente«» gelangen, zurück. Wir lassen diesen Teil der Entscheidung wört- lich folgen: „Dieser Anfang ist im vorliegenden Falle in der Aufgabe der versicherungspflichtigen, sich über ein Jahr erstreckenden Tätigkeit zu sehen. Der in dem ärztlichen Gutachten enthaltenen AuS- führung, daß die Klägerin nur gewartet habe, bis sie 200 Beitrags. marken hatte, um mit ihrem Antrabe hervorzutreten, vermochte daS Gericht schon um deswillen keine Bedeutung beizumessen, weil es dem ärztlichen Sachverständigen lediglich obliegt, an der Hand der von ihm beobachteten Krankheitserscheinungen auf den Beginn einer Invalidität Schlüsse zu ziehen. Wenn die Klägerin, wie das Schiedsgericht nach der eidliche» Aussage der Frau Weber und auf Grund der übrigen, im Vorverfahren stattgehabten Er- Mittelungen annimmt, mit Aufbietung ihrer noch vorhandenen Kräfte es fertig gebracht hat, in verschiedenen Stellungen zur Zu- friedenheit der Arbeitgeber ihre Dienste zu tun, so hat sie auch Anspruch aus Rente nach Maßgabe der für sie entrichteten Bei- träge." Das Schiedsgericht entschied, daß der Klägerin die Rente zu gewähren sei. Auch dieser Fall bezeugt, wie schwer eS dem Arbeiter gemacht wird, weil» er invalide wird, zu seinem Rechte zu gelangen. WerkzntvachSfteuer. Die Stadtverordnetenversammlung in Bromberg nahm die Wertzuwachssteuer an. Gewinne bis zu fünf Prozent sollen steuerfrei bleiben._ Schlechte Entlohnung von Angestellten. Daß eme unverhältnismäßig niedrige Entlohnung mannig- fache Rechtsnachteile nach sich ziehen kann, lehrte ein gestern vor der 2. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts verhandelter Prozeß. Die Schuhfirma Tack u. Co. klagt gegen einen früheren Filialleiter G. auf Grund einer vereinbarten Konkurrenzklausel. Sie hat zwar selbst gekündigt, behauptet aber, wegen unordent- licher Geschäftsführung erheblichen Anlaß dazu gehabt zu haben. Der Beklagte soll nicht verhindert haben, daß in der Filiale Un- ordnung und Liederlichkeit einriß.— TaS KaufmannSgericht sprach sich dahin aus. daß der Einwand der unordentlichen Füh- rung der Filiale nicht stichhaltig sei, und zwar aus folgenden Gründen: Nach§ 75 des Handelsgesetzbuches kann ein Anspruch auf Grund eines Konkurrenzverbotes dann nicht geltend gemacht werden, wenn die Kündigung seitens der Firma ohne erheblichen Anlaß erfolgte. Daß G. das Geschäft unzweckmäßig und'un- ordentlich führte, muß als erheblicher Anlaß ausscheiden. Denn es ist erwiesen, daß die Firma die Filialisten mit einem Personal arbeiten läßt, das eine gute Geschäftsführung nicht gewährleisten kann. Die Gehälter sind ungewöhnlich niedrig, selbst langjährigen Angestellten wird Zulage verweigert. Wenn unter solchen Um- ständen das Personal nicht mit Lust und Liebe arbeitet, so kann man die Schuld nicht dem Filialleiter aufbürden. Zur Rechtlosigkeit der Landarbeiter. Vor ewa einem halben Jahr verletzte ein Besitzer aus Paters. ort im Kreise Heilgenbeil einen jungen Landarbeiter durch einen auf ihn im Streit abgegebenen Schrotschuh derartig, daß der sonst gesunde Mann jetzt vollständig erblindet ist. Dieser strengte einen Prozeß gegen den schießlustigen Besitzer auf Schadenersatz an. In erster Instanz ist der Besitzer auch zur Schadenersatzleistung der- urteilt. Doch geht der Prozeß weiter. Aus Wut darüber, warf nun vor kurzem der Besitzer, bei dem der von ihm blind geschossene Mann mit seiner alten Mutter wohnte, diese aus der Wohnung auf die Straße. Die Geschwister des Blinden wollten einstweilen auf ihre Kosten für Mutter und Sohn im Dorfe ein« Wohnung mieten, es vermietete jedoch niemand den Leuten eine Wohnung. Der Raum, den die Gemeinde dem Blinden als Obdach anwies, war derartig ungenügend, daß es nicht einmal gelang, das Hausgerät durch Tür oder Fenster hinein zu bringen. Jetzt liegen HauS. und Wirtschaftsgeräte auf der Straße, während der blinve Landarbeiter und seine Mutter einstweilen bei armen Verwandten in Königs- berg Obdach gefunden haben. Am 2g. Januar erschoß der Gutsverwalter Mett auf dem Gut Bromberg im Kreise Goldap den Kämmer Schweda, weil dieser mit noch einem anderen Gutsarbeiter in die Gutswohnung ein» gedrungen war um Rechenschaft wegen ihrer plötzlichen Entlassung zu fordern. Gegen den Gutsverwalter ist kein Strafverfahren eingeleitet, weil angenommen worden ist, daß der Verwalter sich den Arbeitern gegenüber in Notwehr befunden habe. Auch das beschlagnahmte Gewehr ist dem Mett wieder ausgehändigt. Der mitbeteiligte Arbeiter ist wegen Hausfriedensbruch zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Witwe des Erschossenen, die selbst kränklich ist, steht mit 5 unerzogenen Kindern da. Ihr irgend welche Unterstützung zu geben, hat die Gemeinde rundweg ab» gelehnt. Bei dem Gutsbesitzer Meher im Dorfe Waldau, Kreis Königs- berg stand seit 3Vi Jahren der Justmann R. im Dienst. Er mußte am 8. Februar d. I. ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und die Arbeit aussetzen. Am 24. Februar, als R. sich auf Verlangen des Arztes gerade nach dem Krankenhause begeben wollte, erschien der Besitzer Meyer in der Wohnung des Kranken und kündigte ihm von sofort den Dienst und die Wohnung. Natürlich war es der Frau, deren Wann jetzt arbeitsunfähig ist, nicht möglich einen neuen Dienst oder eine Wohnung zu bekommen. Der Besitzer klagte aber auf sofortige Exmission. Das Gericht verurteilte den Mann, der im Krankenhaus auch jetzt noch einer Blinddarm- operation entgegensieht, zur sofortigen Räumung der Wohnung. Am 3. April erschien auch schon der Gerichtsvollzieher mit 3 Guts- leuten und setzte die Frau mit ihrer ganzen Habe auf die Dorf- strahe. Nackidcm die Frau vergeblich die Vermittlung des Amts- Vorstehers nachgesucht hatte, wandte sie sich an den Landrat, der veranlaßte, daß der Frau ein Obdach verschafft werden sollte. Nun ließ der Besitzer die Sachen der Familie auf einen Wagen laden und nach dem nächsten Ort Praßnicken fahren. Die dort zur Ver- fügung stehen sollende Wohnung war aber schon bewohnt und so klein, daß unmöglich für eine zweite Familie Platz zu schaffen ging. Nun wurden die Sachen wieder vom Wagen auf die Straße geworfen, wo sie vom Regen durchnäßt und beschädigt zum Teil noch liegen. Damit war aber das Verbrechen, daß der Mann dadurch be- gangen hatte, krank zu werden, noch nicht gesühnt. Jetzt kam der Gerichtsvollzieher, und pfändete das Schwein der Familie für die Kosten des Prozesse? und der Exmission im Betrag« von 30,45 M. Seit der Entlassung des erkrankten Mannes hatte dieser weder Lohn noch Naturalien vom Besitzer erhalten. Er ist zwar Mitglied der Gemeindckrankenkasse. Aber trotzdem der Mann schon ll Wochen krank und arbeitsunfähig ist. hat er oder seine Frau noch nicht einen Pfennig Krankengeld erhalten. Wiederholte mündliche Beschwerden bei der Verwaltung der Krankenkasse, dem LandratS» amte, blieben ohne Erfolg. Immer wieder erhält die Frau den Bescheid, daß da etwas nicht in Ordnung sei, es müsse noch da und da hingeschrieben oder diese und jene Auskunft abgewartet werden. TaS sind so einige, natürlich noch lange nicht die krassesten Fälle, die täglich auf dem Lande passieren und die Rechtsverhält- nisse der Landarbeiter beleuchten. Nach wie vor zerbrechen sich aber sogenannte Freunde der Landwirtschaft und sonstige kluge Patrioten die Köpfe darüber, wie man die Landflucht beseitigt und die Landarbeiter seßhaft macht. Die Auswanderung aus Rußland nimmt dieses Frühjahr an der ostprcußischen Grenze ganz un- geheure Dimensionen an. Von Evdtkuhnen bringen die Personen- züge bis zu 4 vollgepfropfte Auswandererwagen mit zusammen gegen 20V Personen täglich nach der Kontrollstation, die immer überfüllt ist. Von da geht eS denn nach der Untersuchung weiter über Thorn oder Königsberg nach dem Westen. Auch über Prost. ken. Schirwindt und anderen Grenzorten bringen fast alle Züge ganze Kolonnen russischer Auswanderer. Zu gleicher Zeit wird auch jetzt wieder die Provinz mit russisch-polnischen Saison. arbeitern überschwemmt, die von Agenten für die Landwirtschaft. für Ziegeleien, Brennereien und Waldarbeit angeworben sind. Auch ganze Scharen ohne vorherige Anwerbung über die Grenze gekommener Arbeiter durchziehen die kleinen Städte und suchen Arbeit. Von den durch die Aussperrung betroffenen Bauarbeitern werden diese ausländischen Arbeiter-Kolonnen natürlich mit sehr gemischten Gefühlen betrachtet. Landwirte gegen Unfallverhütung. Der Vorstand der Posenschen Landwirtschaftlichen Berufs- genossenschaft hat an die der Genossenschaft angehörenden Betriebe die Aufforderung gerichtet, die NnfallverhiHnngSvorschriften mehr zu beachten. Insbesondere würden die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßregeln erst immer angebracht, nachdem ein Unglücksfall passiert oder aus sonstigen Gründen eine Verwarnung erfolgt sei. Der Vorstand drohte zum Schluß schwere Strafen geg-m die N'-bt- befolgung an. Danach kann man ermessen, wie niedrig die ostmärkischen Agrarier die Gesundheit und daS Leben ihrer Arbeiter einschätzen. Gmckte- Zeitung. Witwe Herrmann gegen Gendarm Jude. In der Nacht vom 22. zum 23. September 1906 erschoß bekanntlich der Gendarm Jude den von einem Zahl- abend in Stolpe nach Hohen-Neuendorf heimkehrenden Ge- nassen Zimmermann Adolf Herrmann. Das Militär- gericht lehnte erst ab, gegen den Gendarm Jude Anklage zu erheben. Erst eines Beschlusses des Reichsmilitärgerichts bedurfte es, um die Anklageerhebung herbeizuführen. Sie endete am 11. August 1908 mit— Freispruch. Der Vertreter der Anklage legte Berufung nicht ein, der Witwe wurde das Recht aus Einlegung der Berufung abgesprochen. In der Klage auf Schadenersatz, die die Witwe durch Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht beim Landgericht gegen den Gendarm Jude sowie gegen den an dem Uebersall des ruhig seines Weges Ziehenden mitbe- teiligten Gendarm Tietz erhoben hatte, trennte das Gericht die Klage gegen Tietz und wies die gegen diesen er- hobene Klage ab, weil nicht nachzuweisen war, daß auch Tietz den Tod des Erschossenen verschuldet hatte. Jetzt hat nun die Zivilkammer des Landgerichts den Schadenersatzanspruch gegen den Gendarm Jude nach längerer Beweisaufnahme für dem Grunde nach berechtigt erklärt. Sobald dies Urteil rechtskräftig geworden ist, wird über die Höhe des Schadens geurteilt werden. Wird nunmehr der Gemeindevorsteher zu Hohen-Neuen- darf die Hülle von der aus dem Denkmal befindlichen In- schrift entfernen? Die Inschrift trägt bekanntlich die Worte: „Unserem unvergeßlichen Bezirksführer Adolf Herrmann, erschossen auf dem Heimwege vom Zahlabend in der Nacht zum 23. September 1900 durch den Gendarmen Jude." Oder soll die Wahrheit weiter verhüllt bleiben? Da? preußische Preßgesetz und die Verteilung von Flugblättern. Der Bergarbeiter Steftan hatte im November vorigen Jahres auf einer Straße in Röhlinghausen Flugblätter verteilt, die sich gegen den Arbeitsnachweis der Bergwerksbesitzer richteten und die Ueberschrift hatten:„Bergarbeiter, aufgewacht!"— Schamlose Anmaßung will Euch völlig m Ketten schmieden!" Dadurch sollte St. den A 10 des preußischen Preßgesetzes übertreten haben, der in der durch das Reichspreßgesetz erhaltenen Fassung von einer polizeilichen Erlaubnis abhängig macht die öffentliche, un- entgeltliche Verteilung von Bekanntmachungen, Plakaten und Auf- rufen. DaS Landgericht in Essen verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe, obwohl erwiesen war, daß St. vom Vertrauens- mann für das Verteilen 1 M. erhalten hatte, die Verteilung also nicht unentgeltlich war. Das Landgericht deduzierte so: Der Z 10 des preußischen Preßgesetzes sei nicht nur verändert durch daS Reichspreßgesetz, sondern auch durch die Gewerbeordnung. Durch die letztere ins.fern, als sie die gewerbsmäßige Verteilung regele. ES müsse danach angenommen werden, daß dem Z 10 des preußischen Gesetzes die Regelung jedes nicht gewerbsmäßigen Verteilen? überlassen bleiben und daß somit jedes nichtgewerbs- mäßige Verteilen der fraglichen Druckschriften nach Z 10 von einer polizeilichen Genehmigung abhängig sein sollte, ganz gleichgültig, ob unentgeltlich oder entgeltlich. Der Ausdruck„unentgeltlich" solle hier nichts anderes bedeuten als.nichtgewerbsmäßig". Da St. nicht gewerbsmäßig gehandelt habe, so sei er zu bestrafen, denn eine polizeiliche Genehmigung habe er nicht gehabt. Das Kammrrgerich« hob das Urteil aus und verwieg die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an daS Landgericht zurück. Die Begründung ging dahin: Die Auffassung des Landgerichts sei falsch. Allerdings komme bei Anwendung des Z 10 des preußischen Preßgesetzes nur das nichtgewerbsmäßige Ver- teilen in Betracht. Er sei aber auch nur anwendbar, wenn eS sich zugleich um ein unentgeltliche» Verteilen handele, das heißt, um ein solche?, wo der Verteiler von seinem Auftraggeber kein Eni- gelt erhalten habe. Wenn das Landgericht eine derartige Auf- fassung für ein„praktisch unbefriedigendes Resultat" halte, so ändere daS an ihrer Richtigkeit noch lange nichts.— Hier sei nun festgestellt, daß St. vom Vertrauensmann 1 M. erhalten habe, sowie daß es ein nichtgewerbsmäßiges Verteilen gewesen sei. Er könne aber noch nicht gleich freigesprochen werden. Es müsse erst sein engepes Verhältnis zu dem nur allgemein erwähnten Vertrauens- mann mit Bezug auf das Verteilen festgestellt werden. ES müsse festgestellt werden, ob er die Mark für die Arbeit wirklich als Entgelt erhalten habe, oder ob sie ihm nur zum Schein gegeben worden sei. Sei eS ein wirkliches Entgelt für das Verteilen ge- wesen, dann müsse St. freigesprochen werden. Eine Frage nach der Nummer eines schubsenden Schutzmanns, die auf offener Straße an einen Polizeileutnant gerichtet worden war, hat dem Frager ein Strafmandat von 10 Tagen Haft ein- gebracht. Am 18. Marz in der Mittagstunde, etwa um?Ll Uhr, als im Friedrichshain die Umgebung deS Märzfriedhofs belebt war von einer zu- und abströmenden Menge, die nach vielen Tausenden zählte, fiel eS der Polizei plötzlich ein, den Landsberger Platz zu räumen. Auch Personen, die auf Bänken am Landsberger Platz saßen, wurden genötigt, weiterzugehen. Ein Stellmacher B o r ch a r d t. der gleich anderen von einer Bank aufgescheucht wor» den war. ging einem Schutzmann nicht schnell genug. Als er sich allzu nachdrücklich vorwärtsgeschoben fühlte, verlangte er Nennung der Nummer des betreffenden Schutzmanns, und schließlich wandte er sich an einen Polizeileutnant. Der Leutnant ließ sich den Schutz- mann zeigen, fragte den nach dem Sachverhalt und ordnete dann an, daß Borchardt, weil er der Aufforderung weiterzugehen nicht unbedingt Folge geleistet habe, anzuzeigen sei. Das Ende vom Liede war, daß B. durch polizeiliches Strafmandat 10 Tage Haft zudiktiert bekam. Gestern stand er vor dem Amtsgericht Berlin.Mitte(Abteilung 141), um die von ihm beantragte richterliche Entscheidung entgegenzunehmen. Der Angeklagte schilderte, er sei wie die andern weiter- gegangen, die Menge habe aber natürlich sich nicht so rasch ent- fernen können. Als er von einem Schutzmann angetrieben wurde, habe er geantwortet:„Zu rennen brauche ich nicht". Nun habe er einen Stoß in den Rücken bekommen, so daß er die Nummer des stoßenden Schutzmanns forderte. Sie sei ihm zunächst verweigert worden, erst mit Hilfe eine? von ihm aufgesuchten Leutnants habe er sie sicher festzustehen vermocht, der Leutnant habe aber dann seine Personalien notieren lassen. Schutzmann Off bekundete, B. sei zwar anfangs veitergegangcn. nachher aber sei er stehen geblieben und habe ihn„von oben bis unten angeguckt". Da habe er, der Schutzmann Off, ihn am Arn: gefaßt und„ihn so weiter- geschubst". Der Vorsitzende, Aintsgerichtsrat Seligsohn, warf hier ein:„Na, so sanft werden Sie ihn nicht geschubst haben! Sie sollen ihn ja gestoßen haben." Zeuge:„Ich werde mich schön hüten, zu stoßen, wo so viele Menschen zusehen." Vorsitzender:„Wozu brauchten sie ihn denn zu schubsen? Er ging doch!" Zeuge:„Aber er ging immer nur so weit, wie ich ihn schubste." Zeuge versicherte, seine Nummer habe er mindestens zweimal genannt. Der Vor- sitzende erinnerte daran, daß oft vor Gericht festgestellt worden sei, wie von Schutzleuten die Nennung der Nummer verweigert wurde, wie auch Personen, die einem Sistierten sich als Zeugen anboten, zurückgewiesen wurden. Schutzmann Kunz bekun- dete, B. habe sich weiterschieben lassen. Daß Off gestoßen habe, wußte er nicht. Auch Schutzmann Carstens wußte nichts hiervon. Er hatte auch nicht gehört, daß B. Nennung der Num» mer gefordert habe.„Die Menge war ja", sagte er,«so aufgebracht und so laut, daß überhaupt kein Wort zu verstehen war." Die von der Verteidigung geladenen Zeugen Sort und Höckendorf be- kündeten, B. sei von Off nicht geschoben, sondern gestoßen worden. Auf des Vorsitzenden Frage, ob der Stoß sanft gewesen sei, antwor- tete Sort:„Nein, wirklich nicht; B. flog ein ganzes Stück fort." Höckendorf sagte, man habe nur langsam gehen können, weil„voran der ganze Schwung war". Der Stoß, den B. gekriegt habe, sei „ein grober" gewesen. Off habe erst nach zweimaliger Frage dre Nummer genannt. B. erklärt hierzu, wegen Offs anfänglicher Weigerung habe er nunmehr gezweifelt, ob die richtige genannt worden war. darum habe er den Leutnant fragen sollen geglaubt. Der Staatsanwalt meinte, B. habe unverzüglich weitergehen müssen. 10 Tage Haft sei wohl ein bißchen viel, aber Freiheits- strafe verdiene er aus alle Fälle, 3 Tage Haft seien angemessene Sühne. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld be- antragte Freisprechung. Wenn man nach einem Stoß weitergehen müsse ohne sich zu beschweren, so sei ja die Bevölkerung vogelfrei. Es falle auf, daß man B. nicht sofort sistiert habe. Schon das zeig«, daß er nach der Meinung der Schutzleute selber nichts Straf- bares getan habe. Gegangen sei er, nur habe er, da die Menge ihn hemmte, nicht schnell gehen könne. Das Urteil lautete: Frei- sprechung. B. habe die Aufforderung weiterzugehen befolgt, wegen der Menge habe er nicht schneller gehen können. Ein.,Bluthund"-Rnfer ließ gestern vom Amtsgericht Berlin-Miete(Abteilung 132) sich im abgekürzten Verfahren verurteilen. Der Angeklagte, ein Arbeiter Gersch, hatte am 0. März auf dem Königsplatz mitangesehen, wie die Polizei die WahlrechtSspaziergänger attackierte. DaS hatte ihn so erregt, daß er in die aus der Menge erschallende Rufe„Ihr Bluthunde!" miteinstimmte. Vor Gericht gab er daS ohne weiteres zu. doch berief er zur Erklärung seines Verhaltens sich auf die Erregung, von der er fortgerissen worden sei. Gegenüber diesem Ge- ständniS konnte auf jede weitere Beweisaufnahme verzichtet werden, so daß der als Zeuge geladene Schutzmann nicht erst noch zu wieder. holen brauchte, was in seiner Anzeige stand. Der Staatsanwalt beantragte 1 Woche Gefängnis. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld hob die mildernden Umstände hervor, die hier zu berücksichtigen seien. DaS Vergeben G.'S, der in seiner berechtigten Erregung über die Polizeiattacken in jene Rufe miteingestimmt habe, sei mit einer Geldstrafe doch hinreichend gesühnt. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildernde Umstände zu und ließ ihn im Hinblick auf sein Geständnis— die Begründung des Urteils betonte das ausdrücklich— mit 50 M. Geldstrafe davonkommen. Ein„Polizeisekretär" in der Person deS Schreibers Arthur Kiesewetter wurde gestern von der 4. Strafkammer des Landgerichts I zu drei Jahren Ge- fängniS verurteilt. Es handelte sich um einen Abenteurer mit außergewöhnlichem Unternehmungsgeist, der schon mehrfach, auch mit längeren Gefängnisstrafen, vorbestraft ist. Unter der Maske eines„PolizrisekretärS" führte er sich in die Familie einer Haus- besitzerin ein und gewann bald das Herz der Haustochter, mit der eine förmliche Verlobung stattfand. Dies war im Jahre 1907. Der„Polizeisekretär" war mit Geschäften so überhäuft, daß er selbst am Verlobungstage seine Braut vorzeitig verlassen mußte, weil angeblich ihn dienstliche Pflichten riefen. Braut und Schwieger. mutier hatten danach keinerlei Zweifel daran, daß der„Bräutigam" eine Leuchte im Polizeipräsidium sei. Die Schwiegermutter trug auch kein Bedenken, dem Eidam auf dessen Ersuchen 785 M. zu geben, die er angeblich zu einem kollegialen Zweck brauchte. Kaum war er im Besitze dieser Summe, da verschwand er von der Bild- fläche und lieh sich bei seiner Braut nicht mehr sehen. Er tauchte in Frankreich wieder auf und beging dort mehrere Schwindeleien, wegen deren er dort bestrast worden ist. Von Frankreich aus verübte er auch noch Betrügereien, durch welche niehrere Personen ge- schädigt wurden. Cr erließ in einem Jagdblatt«in Inserat, in welchem er sich als Oberförster bezeichnete und für ein größeres französisches Jagdrevier einen zuverlässigen Förster suchte. Meh- rere Personen setzten sich auch mit ihm in Verbindung und schickten ihm die von ihm verlangten 40 M. als VermittelungSgebühr. Zwei Beamten waren aber vorsichtig und sie wandten sich zunächst um Auskunft an das zuständige Konsulat und dadurch wurde der Schwindel aufgedeckt. Nach Verbühung seiner Strafe wurde Kiese- wetter von Frankreich hierher ausgeliefert und gestern zu oben an- gegebener Strafe verurteilt._ May kontra LebiuS. Im Prozeß May wider LebiuS hat der Kläger Berufung ein- gelegt._ Wegen fünf Paar Schuhe fünf Jahre Zuchthaus. Die StrafrechtSpflege in Reutral-MoreSnet zeichnet sich durch ihre Eigenart aus. In diesem kleinen Gebiete zwischen Preußen und Belgien stagniert seit 100 Jahren die Gesetzgebung und eS gilt dort noch immer der von Napoleon eingeführte Lock« pönal von 1610. Die Strafen, welche nach diesem Gesetze wegen Diebstahls erkannt werden müssen, sind geradezu grausam. Nach Art. 348 wird Einbruchsdiebstahl mit Zwangsarbeit von 5— 20 Jahren bestraft. Die Strafen, welche dieses Gesetz kennt, gruppieren fich nach der Todesstrafe wie folgt: Zwangsarbeit auf Lebenszeit, Deportation. Zwangsarbeit auf Zeit, Zuchthaus usw. Da» Land- gericht Aachen, welches über die Straftaten in Neutral-MoreSnet abzuurteilen hat, hat bisher als Strafart Zuchthaus gewählt, weil unser Gesetz Zwangsarbeit und Deportation als Strafarten nicht kennt. Es fühlte sich auch durch den Art. 19 gebunden, die Strafe auf mindestens fünf Jahre zu bemessen. Am 15. Februar hatte es wieder über einen solchen Fall zu befinden. Der Beton- arbeiter Wilhelm Kreutz, geboren 1888 zu M.-Gladbach, und der Arbeiter Wilhelm Hamm, geboren 1830 m Nürnberg, hatten in der Nacht zum 27. Dezember 1009 mittel» Einsteigens aus einer Villa in Neutral-MoreSnet fünf Paar Schuhe entwendet. Das Landgericht hat jeden von ihnen zu fünf Jahren Zuchthaus ver- urteilt. In der Begründung wurde hervorgehoben, daß das Land- gericht 1905 in einem Urteile die Ansicht vertreten hatte, daß die im neutralen Gebiete lebenden deutschen Neichsangehörigen in strafrechtlicher Beziehung nur nach deutschem Strafgesetz zu ver- urteilen seien. Diese Ansicht habe aber das Reichsgericht nicht ge- billigt. Es habe seinen früheren Standpunkt, da dort der Locke pönal gelte, aufrechterhalten, obgleich der Oberreichsanwalt die Einholung eines Ausspruches der vereinigten Strafsenate be» antragt hatte. Der Rechtsansicht des damals entscheidenden Senates hat sich das Landgericht gefügt. Es legt in den Urteils. gründen noch ausführlich dar, weshalb auf keine andere oder mildere Strafe wie fünf Jahre Zuchthaus erkannt werden konnte. — Gegen das Urteil hatte der Staatsanwalt Revision eingelegt. Das Reichsgericht verwarf jedoch am Freitag die Revision, da § 6 des Einführungsgesetzes nur die Strafart. nicht das Strafmaß betreffe.— Nun müssen also auch fernerhin drakonische Strafen dort festgesetzt werden. Ein Gesetz, das diesen Mißstand aufhebt, ist weit dringender als die Entlastung deS Reichsgerichts. Eingegangene Druchfcbnftcn. Tie Natur i» den Alpen von R. H. Francö. IM.--» Leben und teimat des Urmenschen von Dr. 13. Wilser. 1 M.— Aus dem cclenlebe» höherer Tiere von Dr.?l. Sokvlowsky. IM.— Natur. Zeitschrist der Deutschen naturwissenschastllchen Gesellschaft. Herausgegeben von R. H. Francö. Heft 2—15. Vierteljährlich 1,50 M. Th. Thomas, Leipzig. Ltlittz. Gelänge von g. Wedde.« M. A. Jansien, Hamburg. HERMANN UETZ LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ CH«*s Woche— Soweit Vorrat! FRANKFURTER ALLEE Glas, Porzellan und Gstsrm Kaffee-Service Wirtschafts-Artikel billig Restaurateure-Artlke! Mekannaa\ � 28, 38 w. 68 pi. Miiehsiessw j ÄL 8, 12 w. 28 p.. TaSSSII m. Dstirtassan 1 8 pi Speiseteller m-««».... 20 pt. Obertassen..... 12pf. hat seh daka- HeH 9 Teile......... 2o0 345 A3* 16 Teile............. 785 87S Speiseteller Mw.tM od.«ach 18 p. Dessertteller dekorun____ 15 pt. Tassen«Mor. 15, 23, 25, 23 pt. Butterglocken dskoriort... 33 pt. Weiß. Porzellan SpelseteiiertM.. 15pt Dessertteller..... 7, 8, lOpt. Saocibren... i......... 45 pt Brafenscliössfiln o~i 28, 38, 45, 60 pt. Terrinen.............. 95p,. 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In letzterem Orte unter der Bedingung, daß der Zug sich ohne Aufenthalt nach seinem Ziele zu bewegen hat, daß Kund- gedungen irgend welcher Art. wie Singen. Hochrufe usw', zu unter- lassen und der Behörde ölt zuverlässige ältere Leute zu bezeichnen sind, die für die Ordnung im Zuge verantwortlich sind. Das Mit- nehmen von Musik. Fahnen, Banner usw. ist gestattet. Zur Feier in N ü r n b e r g, die in der städtischen Aesthalle statt- findet, nachdem der Magistrat zwei öffentliche Plätze für eine Massenversammlung unter freiem Himmel herzugeben sich weigerte, weil sie„ungeeignet" seien, hat der Magistrat jetzt das große städtische Musikpodium, das für Musikfeste gebaut wurde, zum Poe- trag der Masscnchöre durch die Arbeitersänger zur Verfügung gestellt. In Bayreuth verlangte das Maifcstkomitee den der Stadt gehörigen großen freien Platz„Mainflecklein" zur Abhaltung einer Massenversammlung. Im Magistrat entspann sich deshalb ein kleiner Kampf, weil die Rathausjuristen gegen die Ueberlaflung eines Planes opponierten, nachdem es sich um eure politische Kund- gcbung unt„umstürzlerischen Tendenzen" handle� die die Stadt nicht unterstützen dürfe. Die liberale Mehrheit war ober aus- nahmSweife einmal dem Umsturz freundlich gesinnt, sie ließ die Juristen abfahren und beschloß die Hergabe des Platze?. In Leipzig hat die Polizei den Umzug genehmigt. Die Demonstranten treffen sich mittags um 1 Uhr in 12 Vcrsamm- lungcn, von wo aus nach dem Llönig-Albert-Park gezogen wird. Hier formiert sich der Zug, der sich am neuen Rathaus vorüber, die Promenade entlang durch die König- und die Hospitalstraße nach Thonberg und fernem Ziel, dem großen Brauereigarten in Stötteritz, bewegen wird. Dort werden fünf große Massen- Versammlungen abgehalten, vier unter freiem Himmel, eine in der großen Halle. Im Demonstrationszuge wird im Gegensatz zum vorigen Jahre keine Musik mitgeführt werden. Eine Arbciterpo.'ei für Irland. Auf dem irischen Gewerkschaftskongreß, der an den Pfingst- fcicrtagcn in Dundalk tagen wird, wird eine Resolution des Dublincr Gewerkschaftskartells zur Verhandlung kommen, die den Vorstand deauftragt, unverzüglich eine Konferenz der Arbeiter- organisationen und sozialistischen Vereinigungen einzuberufen, zu dem Zwecke, eine Arbeiterpartei für Irland nach dem Muster der englischen Arbeiterpartei ins Leben zu rufen. Es wäre freudig zu begrüßen, wenn die heute schon sehr zahl- reiche industrielle Arbeiterschaft Irlands sowie auch das aiker- bauende Proletariat endlich dem Einflüsse der nationalistischen Demagogen entzogen und sich in einer unabhängigen Arbeiter- Partei organisieren würde, die, wenn sie die Aufgaben erfüllen soll, unwiderstehlich dem Sozialismus entgegengetrieben würde. Zeichen und Wunder. Im Nürnberger Gemeindeetat ist eine Position„Feste und Ehrungen" enthalten, aus der die Kosten von Fürstcnempfängcii usw. bestritten werden. Dieser heilige Schatz ist jetzt nach Ansicht der gutgesinnten Ordnungs- männer aus das entsetzlichste prosaniert worden. Der Magistrat hat nämlich aus diesem sronds 300 M. bewilligt, um beim 8. b a h e. rischen Arbeitersängerbundsfest, das zu Pfingsten in Nürnberg stattfindet, den Bahnhossplatz.die Fe st Halle usw. mit Flaggenntasten usw. zu schmücken, außerdem werden aus dem Baumagazin Dekorationsgegenstände zur Verfügung gestellt und die städtischen Gebäude in den Straßen, durch die sich der Festzug bewegt, geflaggt. Die aufs tiefste erschreckten Ordnungsleutc sehen oen Weltuntergang schon in ollernächster Nähe._ Unsere Toten. Friedrich Bunte, ein alter Kämpfer, der aber in den letzten Jahren nicht mehr in der Oeffcntlichkeit hervorgetreten, ist am Donnerstag in Dortmund gestorben. Bunte gehörte zu den leitenden Führern bei den Bergarbeiterstreiks in den Jahren 1880 und 1803; mit seinen Kameraden Ludw. Schröder und August Siegel bildete er 1889 die sogenannte Ka i s e r de p u tat i o n der Bcogarbeitcr. Eine Zeitlang stand er an der Spitze des Berg- orbeitcrverbandes, wiederholt war er Vertreter der Bergarbeiter auf deutschen und ausländischen Bergarbeiterkongressen. Viele Monate hat er für die Sache der Bergarbeiter hinter Gefängnis- mauern zubringen müssen. Im Jahre 1903 wurde er wegen an- geblichcr Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze— Auf- forderung zum Streik ohne Kündigung— zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Auch in der Partei hat er lange I Zeit in den vordersten Reihen gestanden. In den SOcr Jahren war er Kreisvertrauensmann für den Wahlkreis Dort- m u n d-Hördc, den er auf dem Gothaer Parteitag als Delegierter „vertrat. pollreMcheo, Gerichtliches uTw. Ein gerichteter Verleumder. Unsere Parteigenossen und auch der Bergarbeitervcrband in Dortmund sahen sich vor einiger Zeit veranlaßt, einen gewissen Oberhaus aus ihren Reihen zu entfernen. Indessen müssen sie sich mit diesem Menschen, der den Gegnern Material in die Hände spielen möchte, noch öfter vor Gericht herumschlagen. Gegen die „Arbeiterzeitung" hatte er Beleidigungsklagen angestrengt, zwei alte verdiente Genossen hat er sogar des Meineids denutziert. Den Genossen Heinrich Wächter, den Vertrauensmann der Berg- arbeitcr. hatte er unregelmäßige Kassenführung und Veruntreuung vorgeworfen. Wächter klagte, doch wurde Oberhaus in erster Instanz freigesprochen; zwar war das Gegenteil der Behauptungen erwiesen, aber dem Oberhaus wurde der Schutz des Z 193 zugebilligt. Anders urteilte jedoch die Strafkammer als Berufungsinstanz, die sich am Freitag mit der Sache zu befassen hatte. Das Gericht bezeichnete die Hand- lungsweise des Oberhaus als äußerst frivol und verurteilte ihn zu 150 M. Geldstrafe oder einen Monat Gefängnis. Genosse Wächter steht glänzend gerechtfertigt da. Vor Gericht zeigte Ober- haus ein Benehmen, daß er vom Vorsitzenden wiederholt in die Schranken gewiesen werden mußte. vstlochguckerei. Etwas Achnlichcs wie Astlochguckcrei war in der Dortmunder„Arbeiterzeitung" dem Sekretär Rnoll- mann der evangelischen Arbeitervereine für den Kreis H a m n?- S o c st vorgeworfen worden. Im Anschluß an die Mitteilung, daß Knollmann in Lünern einen evangelischen Arbeiterverein gegründet hatte, war erzählt, daß er auch mit einigen Freunden nach Unna zur Kirmes gekommen war. In einem Konzertlokal stellte sich einer seiner Freunde oufcinen Stuhl und ahmte die Geberden eines das Abendmahl austeilenden Geistlichen nach. Hierdurch entstand ein Krach, in dessen Verlause Knollmann auf die Bühne sprang, wo 1 tch gerade Sängerinnen umkleideten. In der Notiz war angenommen worden, Knollmann sei auf die Bühne ge- sprungen, um die Sängerinnen beim Umkleiden zu beobachten. Hierdurch fühlte sich Kn. beleidigt. Er strengte gegen den Genossen Mehl ich, den Verantwortlichen der„Arbeiterzeitung", Privat- klage am In der Verhandlung betonte Herr Knollmann seine großen Erfolge gegen die Sozialdemokratie, die aber einstweilen noch sein Geheimnis sind. Die Darstellung der„Arbeiterzeitung" ist im großen und ganzen richtig, doch be- streitet Knollmann, daß er zum Zwecke der Fleischbeschau auf die Bühne gesprungen sei. Genosse Mehl ich verlangte die Ladung von Gegenzeugen, dieser Antrag wurde indes vom Gericht abge» lehnt. Das Urteil lautete auf 7d M. Geldstrafe. Em der frauendenegung. Bund für Mutterschutz. Zu den Behauptungen von Frau Adele Schreiber in der gestrigen Nummer des„Vorwärts" geht uns von Dr. Helene Stöcker folgende Berichtigung zu: 1. Die Behauptung von Frau Schreiber, daß für annähernd fünf Jahre Bundeseinnahmen und Ausgaben keine klare be- friedigende Uebersicht zu erlangen gewesen sei, ist unverständlich gegenüber der Tatsache, daß auf jeder ordentlichen Gencralver- scnnmlung deS Bundes für Mutterschutz der Kassenbericht er- stattet, die Revisoren gewählt, die Decharge beantragt und von der Generalversammlung beziehungsweise dem Vorstand erteilt worden ist. Der letzten Decharge im Jahre 1909 hat Frau Schreiber am 17. Mai selber schriftlich zugestimmt. 2. Wieso die Tatsache, daß der Bund für Mutterschutz leine Mitgliederliste„zum Versand" brachte, einen Vorwurf bedeuten soll, bleibt wohl daS Geheimnis der Frau Schreiber. Welcher Propagandaberein versendet denn seine Mitgliederlisten? Viele Mitglieder wünschen absolut nicht in einer öffentlich versandten Mitgliederliste genannt zu werden. Frau Schreiber hat während ihrer Tätigkeit im Vorstand nie einen solchen Antrag gestellt, hat also früher im„Nichtvcrsand" keine Inkorrektheit gefunden. Der Einblick in die Mitgliederlisten(die übrigens in 5� Jahren nur 5 Monate unter meiner Aufsicht standen), um die Zahl und die BeitragSlei st ungcn zu kontrollieren, ist keinem Vorstand»- Mitglied verweigert worden; allerdings müßte diese Arbeit im Bureau des Bundes vorgenommen werden, da die Kartothelen ja unmöglich auf die Wanderschaft geschickt werden können. Zu einer solchen Kontrollarbeit hat sich niemals jemand vom „Vorstand" gemeldet. 3. Die dem„Bunde anvertrauten Gelder" gehen satzungs« gemäß— ohne in irgend jemandes Hände zu kommen— alle an die Deutsche Bank, Depositenkasse Q- Der Kassierer des Bundes, Herr Dr. Borgius, und Frau Lisch- newska hatten die Schecks an die Bank zu unterzeichnen. Im Bureau des Bundes war nur die Kassenbuchführung zu erledigen; die Kassenführung hatte ich niemals seit Gründung des Bundes, weder vor noch i n meiner Äcschästsführerzeit. Das Amt der Geschäftsführerin war mir übrigens von der ganz überwiegenden Mehrheit des Gcsamtvorstandes, nur gegen den Wunsch von Frau Schreiber und zweier ihrer Anhänger über». tragen worden. 4. Die von Frau Schreiber gewünschte Möglichkeit der Ein- sichtnahme in die Vcreinspapiere durch den Vorstand hat immer bestanden und ist in so weitgehendem Matze erfolgt, daß eine Mappe mit Originalprotokollen des Bundes aus dem Jahre 1907/08 bei Uebernahme der Geschäftsführung durch mich nicht im Archiv vorhanden war; eines von diesen Originalen zeigte Frau Sklarek in der Generalversammlung am 23. Februar in Berlin. Eine weitgehendere Möglichkeit der Einsichtnahme in die Vereinspapiere durch den Vorstand als die Weitergabe von Origi- nalprotokollen an N i ch t in i t g l i c d c r des Vorstandes ist wohl nicht gut denkbar. 5. Was die angeblichen„Unrichtigkeiten" des Kassenberichtes betrifft, so sind die Beanstandungen bereits in der Kommisston als unzutreffend und irrig zurückgewiesen worden. 8. Einer meiner Hauptgegncr hat ausdrücklich erklärt, wenn die Regierung mit den, Bunde für Mutterschutz arbeiten solle, müsse i ch mit meinen radikalen Ideen über Sexualreform vom Bunde entfernt werden. Angesichts dieser Tatsachen ist es eine unzutreffende Be- hauptung, daß von einem Kampf zwischen„Radikal" und„Ge« mäßigt" hier nicht die Rede sein könne. Dr. Phil. Helene Stöckcr. l. Vorsitzende der Ortsgruppe Berlin des BundcS für Mutterschütz. Noch eine Petition zur Kcllnerinnenfrage. Die von uns in Nr. 91 beleuchtete Petition der Frau Jellinek hat den Hauptverband bayerischer Frauenvereine veranlaßt, den Reichstag zu ersuchen, dein Antrage ans Abschaffung der weiblichen Bedienung im Gastwirtsgewerbe keine Folge zn geben. Ein Ver- bot würde in Bayern allein weit über 11000 Frauen treffen, die in dem indusiriearmen Lande nur schwer in der Fabrik- und Heimarbeit unterkommen könnten. Was in der Jellinek- scheu Broschüre von der„Geschlechtssklaverei" der Kellnerinnen behauptet wurde, sei in seiner Verallgemeinerung, unzutreffend. Die große Mehrzahl sei durchaus anständig; ein ansehnlicher Teil von ihnen verheirate sich und setze später als AnShilfskellnerin daS Gewerbe fort. Mit Recht wendet die Petition der bayerischen Frauen- vereine sich dagegen, daß Frau Jellinel es nicht verschmähte, Anekdoten deS„SimplicissimuS" und der„Jugend" heranzuziehen, um ein möglichst abstoßendes Bild des Kellnerinnenlebens zustande zu bringen. Die Art von„Arbeiterschutz", die Frau Jellinek und ihre 125 000 Mitpetenten durch Sperrung eines Frauenberufes erstrebe, sei zu verwerfen. Der Reichstag möge den Zuständen im Gastwirts- gewerbe eine schärfere Aufmerksamkeit zuwenden, im übrigen von einer generellen Abschaffung der weiblichen Bedienung Abstand nehmen, da diese in Süddeutschland, speziell in Bayern, einem alt- gewohnten, an sich durchaus berechtigten Herkommen entspreche. Leseabende. Charlottendurg. Mittwoch, den 27. April, 8 Uhr im„VolkshauS'. Wrißensre. Montag, den 25. April, 8'/, Uhr, im Lokal des Genossen Content, Friednchstr. 1, Ecke Lehderstraße. ES wird ersucht, die Mitgliedsbücher mitzubringen. Tegel. Montag, den 25., bei HalfeS, Brunowstr. 23. Vortrag des Herrn Dr. Rosenthal-Tegel. Friedenau. Montag, den 25. d. M., 9 Uhr, bei Schönefeld, Rhein- straße 31. Referent: Gemeindcverordneter Paul Richter. Amtlicher Marktbericht der städMchen MarNballen-Dtrektion über den Grogbandel in den Zentral-Marttballe». Marktlage: F l e i l ib: Zufuhr schwach, Deschäit rege, Preise unverändert. Wild: Zusubr sehr knavp, Geschäst ruhig, Preise sest. Geslügel: Zusuhr reichlich, Geschäft lebhaft, Preise gut. Fische: Zufuhr etwas reichlicher, doch nicht ganz genügend, Gelchäst ziemlich lebhast, Preise befriedigend. Butter und Käse: Geschäst ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obü und Südfrüchte: Zusuhr genügend, Geschäst lebhast, Preise gedrückt. 595 790 Damen-Stiefel Moderner Schnöritiefel mit Lackkappe Braun echt Chevr.• Schnürstiefel mit Lackkappe Braun und»chwarr echt Cherr.- Schnürs tiefei mit und ohne Lackkappe, 1 A50 auch Derbyschnitt auf Rand gedoppelt£ v Braune und schwarze Schnür- und Kaopfstiefel, ailerneneste Ausführungen und Schaftschutte, auch mit Ladekappen und hochmodernen Westinystoff- � O50 •insätzen Jl£ Leipziger Str. 65 MüHerstr. 3 a 1 Schuhwaren haben auserlesene neueste formen und werden wegen ihrer stadibekannten Preiswürdigkeit von allen Q eselisch afistf lassen bevorzugt. 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Thalia-Theater. U. Abteilung a, b, c, d und d: Der 12. Abteilung Dorsthrann. Residenz-Theater. 3. Abteilung c, d und 4. Abteilung a: Musotte. Montag, den 25. April, 8 Uhr: 16.(III) Wendabteilung im Neuen Schauspielhaus: Buubury(Ernst fein). Sonntag, den 24. April: Reue Freie Volksbühne. Nach- mittags 21/t Uhr. im Deutschen Theater: Kabale und Liebe. Kammerspielhaus: Frühlings Er- Erwachen. Nachm. 3 Uhr: ReueS Theater: Mütter. Neues Operetten- Theater: Der Kigeunerbaron. Fricdr.-Wilhelmslädt. Schauspielhaus: Die Jungfrau von Orleans. Schiller- Theater 0.: Viel Lärm um Nichts. Metropol-Theater: Drei Paar Schuhe. Berliner Theater: Pension Schöller. Hebbel- Theater: Hanna Jagert. Schiller- Theater Charlottenburg: Der Mcincidbauer. Kleines Theater: Moral. Sonntag, 3 Ubr: Rosenmontag. L Uhr: Jbfenzhklus, 2. Vorstellung: Tie Stuben der Gesellschaft. Montag, 8 Uhr: Das Konzert. berliner TKealer. Nachm. 3 Uhr: Pension Schölle». Heute 8 Uhr: T fllf Ullo Neues Theater. Sonntag und Montag 8 Uhr: llie gölte Ritterzeit. Dienstag: Der PblloEopb von Sanssoncl. Yolks-Oner. 8W., Belle-Alliance-Strahe Nr. 7/8. Nachmittags 3'/, Uhr: Der Freischütz. WendS 8 Uhr: Margarethe(ftasi) Montag: Rigoletto.(Gastspiel.) Thealer des Westens. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Die geschiedene Frau. Sonnt. 3'/« Uhr: Ein Walzertraum. llivmvG Operetten-Theater. Heute und solgende Tage 8 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Sonntag nachm. 3 Uhr zu ermäßigten Preisen: Der Zigeunerbaron. Residenz-Theater Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Das Nachtlicht. (Le Gigolo.) Schwank in 3 Akten v. M. Zamacoli. Morgen und solgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Luisen-Theater. Nachmittag 3 Uhr: Mas Gott jusammkitfögt. Schauspiel in suns Akten von Ernst Ritterseldt nach sreier Benutzung einer Erzählung von Courths-Mahler. Abends 8 Uhr: Das Gesetz des Herzens. Schauspiel in 5 Akten von Dr. C. Mendt, nach freier Benutzung einer Erzählung von Heath Hasken. Montag: Das Gesetz des Herzens. Dienstag: DaS Gesetz des Herzens. Mittwoch zum erstenmal: Die Welt ohne Mönner. Volksstück in 3 Akten von Alex. Engel und Julius Horst._ Friedrioh-WiihelmstädtiSGhes Schauspielhaus. HD*" Nachmittag 3 Uhr;-M> Die Jungfrau von Orleans. AvendS 8 Uhr: Snf.-Gastsp. d. Neuen Schauspielhauses M-Hektelderx mit Karl Hewz.. Harry Waiden. Montag und folgende Tage: W- Heidelberg._ I0SE=THEATE Große Franksnrter Str. 132. Nachm. 3 Uhr halbe Preise: llj Wilhelm Teil. ÜU AbcndS 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. BolkSstuck mit Gesang w 5 Akten von Anzengruber. Montag: Der Pfarrör v. Kirchfeld. Lustspielhaus. «»chm. 3 Uhr; Der dunkle Punkt. WendS 8 Uhr: Das Leutnantsmündel Urania. Wissenschaftliches Theater Abends 8 Uhr: Im Firnenglanz des Ober- Engadin. Montag 8 Uhr: In den Dolomiten. Serliner iparinnt Unter den Linden 68a Eingang Schadow-Straße No. 14 Heute Sonntag Eintrittspreis DW" 25 Pf."WB Keiolihaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc._ 50/16 Passage- Panoptikum. I.'! liebend k! l Prinz Atom der kleinste Mensch der Welt. Buddhas Wundertafel. AlICS! Schreibt■ Alles obne Extra-Entree I Passage-Theater.- Heute Sonntag: S Vorst. Nachm. 3—7 Uhr kleine Preise Abends 8 Uhr: # Gussy Holl | die reizende Ferodistin 1 Ayoe# 0 die dänische Vortrags divs z j Georg Kaiser} I und 14 erstklassige{ � Variete-Attraktionen. Metropol-Theater Heute nachmitag 3 Uhr: Drei Paar Schuhe. Abends 8 Uhr: Hallo!!! Die große Revue! Hanchen flberall geatattet, Siegwart Gentes in seinem Sketch: „Eine Opernprobe". Kosma Cassellt mit ihrem Miniatnr-Wunder- hündchen. paul Conchas der Armee-Herkules in seiner Saene:„Im Feldlager" und das buntwechselnde April-Programm! Anfang 8 Uhr. Heute; Letzter Sonntag d. inter. nattonalen April-ProgrammS mit den 29 euglifcheu SackfifcheaLi) Juug-Gnglaud in Berlin. Morgen, Montag: Gr. Benefiz- Vorstellung für Luids Giaidlni. anläßlich seines zchiisährtge« Jubi- läumS als Kunstpfeifer. Reidishaiien-Iiiealer. Stettiner Sänger Tenoristen-Boael. Ein Künftlerbild v. Meysel Ansang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Trianon-Theater. Abends 8 Uhr: Theodore& Cie. Polles Caprlce Eine gründliche Kur. Neuer bunter Deik. Ein verschwiegenes Atelier. Anfang 8'/« Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. Schiller- Schiller-Thealer 0.(Wallner-Theat.) Sonntag, nachm. 3 Uhr: Viel I-tirmcn mu nichts. Lustspiel in 5 Akten v. W. Shakespeare. Ende S>/, Uhr. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Katakomben. Lustspiel in 4 Akten v. Gustav Davis. Ende 10'/. Uhr. Montag, abendS8Uhr: Ooldfiscbe. Dienstag, abend» 8 Uhr: Öle Katakomben. VltHSUtSr. Scdiller-Theater(Charlottenburg). Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der ZMelneiclbaner. Volksstück in 3 Akten von Ludwig Anzengruber. Ende S'/z Uhr. Sonntag, abends 8 Uhr: (•oldene Herzen. Volksstück in 4 Akten v. C. Karlweis. Ende 10'/, Uhr. Montaq, abends 8 Uhr: K oldene Herzen. Dienstag, abends 8 Uhr: Der HTarrer v. St. Georgen. Panopticum 5? ssrledrlobst. 165, psohorrnal. Ken! Einzig in der Welt! Ken! 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In den letzten Jahrzehnten bildete das rote Metall ein Moment der Unruhe an den Börsen, zum Teil aber auch das Barometer der allgemeinen Geschäftslage. Kupfer und Eisen sind die wichtigsten Rohmaterialien für die Elektrizitätsindustrie. Kupfer wird auch im Schiff-, Lokomotiven- und Maschinenbau, zu Brauerei- und Brennerei- zwecken sowie in der Messingindustrie verwendet. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts stellte sich die Weltproduktion von Kupfer auf rund 16 000 engl. Tonnen gegen 222 Ovo engl. Tonnen in den 80er Jahren. Seitdem ist die Kupfergewinnung und der Verbrauch noch gestiegen. Nach den Angaben der Berg- und Metall- dank in Frankfurt a. M. war der Verbrauch von Rohkupfer in 1009 Meiertonnen: in Deutsche land in England in den Verein. Welt- Staaten von in England b Nordamerika Jahresdurchschnitt brauch 1889—1893 60.3 87.6 86.7 297,6 1899—1903 93.7 200,0 106.3 628,7 1901—1903 119.2 218.0 111,7 696.2 Deutschland und die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben ihren Kupferverbrauch verdreifacht; der Weltverbrauch stieg auf das ll'/z fache. Zu welchen Zwecken Kupfer hauptsächlich ver- braucht wird, erläutert eine Zusammenstellung der Firma Hirsch u. Sohn in Halberstadt. Danach verwendeten die Bereinigten Staaten im Jahre 1906 für elektrische Zwecke etwa die Hälfte des ver- brauchten Kupfers; die Herstellung von Messing beanspruchte 80 Proz. der Gesamtmenge. In Deutschland wurden 1903 rund 19 Prozent des gesaniten Kupferkonsums in Elektrizitätswerken Verlvendet. Der Bedarf der Elektrizitätsindustrie an Kupfer stieg von Jahr zw- Jahr. 1901 verarbeitete Deutschland erst 30 Proz. seines Kupferverbrauches in den Elektrizitätswerken. 1903 entfielen auf die Elektrizitätswerke Von 188 000 Tonnen schon 92 000 Tonnen. Um die rasch steigende Nachfrage nach Kupfer auszunutzen, bildete sich 1887 das SScrotan-Syndikat, eine Händlervereinigung, hinter der Rothschild stand, und 1899 ein amerikanischer Trust, mit den Standard-Oil-Leuten an der Spitze. In beiden Fällen spielte die Börsenspekulation die Hauptrolle. Die neugegründeten Ver- cinigungen trieben die Kupferpreise ohne Rücksicht auf den Konsum flott in die Höhe. Die hohen Kupferpreise riefen einige gewaltige Vermehrung der Kupferproduktion hervor. In den letzten 23 Jahren hat sich die Weltproduktion mehr als verdreifacht, während der Konsum, wie schon erwähnt, nur um 2'/zmal gestiegen ist. Die Folge waren: der bekannte Krach auf dem Kupfermarkte von 1907 und die jetzt vorhandenen Lager- bestände. Die Gesamtvorräte von Kupfer waren in den Monate» 1909 1910 in 1000 englischen Tonnen Januar... 117,3 162,8 Februar... 129,6 161,3 März.... 132,7 166,7 Die Vorräte sind jetzt größer als im Jahre 1909. Dem- entsprechend ist auch der Kupferpreis gesunken._ Im Oktober vorigen Jahres wurden unter den amerikanischen Kupferproduzenten Vereinbarungen getroffen, die eine Betriebs- einschränkung bezweckten. Aber während der Hausieperiode sind die Betriebe ausgedehnt worden und jede Einschränkung der Produktion erhöht die Betriebskosten. Vor einiger Zeit brachte die„Frankfurter Zeitung" eine Berechnung des Boston News Bureaus, nach der sich die Gestehungskosten bei einer Produktion von etwa 600 Millionen Pfund auf 8Vz Cts. pro Pfund stellen, dagegen bei etwa 200 Millionen auf 12ll3 Et». Nun machen sich wieder neue Bestrebungen bemerkbar, einen Kupfertrust zu gründen. Jeder Schritt in dieser Hinsicht wird von Versuchen begleitet, die Preise in die Höhe zu treiben. So steht der Kupfermarkt unter dem Zeichen der Unsicherheit, was natürlich auf die allgemeine Geschäftslage in der Elektrizitätsindustrie zurückwirkt. Jetzt sollen auch neue Verhandlungen wegen einer Betriebs- einschränkung von 16 Prozent aufgenommen worden sein. Glückt der Plan, dann werden für einige Zeit Hunderte von Arbeitern auf die Straße gesetzt. So wirkt die Preispolitik der Produktions- organisationen._ Im Gemüsehandel mit dem Auslände macht sich im laufenden Jahre eine auffällige'Verschiebung bemerkbar. Während die Einfuhr fast aller wichtigeren Gemüsearten hinter der vorjährigen zurück- bleibt, geht die Ausfuhr sehr stark über die des Vorjahres hinaus. Die Einfuhr von Rot- und Weißkohl stellte sich im ersten Quartal dieses Jahres auf 96117 Doppelzentner; sie hatte im ersten Viertel 1909 dagegen 127 666 Doppelzentner betragen. Das Minus der Einfuhr, an dem sowohl Dänemark als die Niederlande starken Anteil haben, stellt sich auf rund LT Proz. Die Ausfuhr von Rot- und Weißkohl dagegen hat dieses Jahr einen Umfang von 19117 Doppelzentner gegen 3 918 im Jahre zuvor. Bei dem Außenhandel mit Wirsing-, Rosen-, Grün- und Braunkohl ergibt sich dasselbe Bild. Die Einfuhr ging von 17 602 auf 37 261 Doppel- zentuer zurück. Die Ausfuhr ging dagegen von 818 Doppelzentner im ersten Quartal vorigen Jahres aus 1186 in diesem Jahre hinauf. Artischocken, Melonen, Pilze, Spargel, Tomaten wurden zusammen in einer Menge von 13 013 Doppelzentner eingeführt gegen 7 292 im Vorjahre. Die Ausfuhr ging von 937 auf 1 631 Doppelzentner hinauf. Bei Blumenkohl. Eierfrüchten, Bamien usw. ergibt sich eine Einfuhr von 119 009 Doppelzentner gegen 117 213, eine Ausfuhr von 3 707 gegen 2 901 Doppelzentner. Kapitalistische Wirtschaft. Der Widersinn der kapitalistischen Wirtschaftsweise wird ganz sinnenfällig durch die Verhältnisse in der Ziegeleiindustrie. In der dieser Tage abgehaltenen Generalversammlung des Dortmunder Ver« kaufsvereins für Ziegeleifabrikate wurde mitgeteilt, daß im Jahre 1909 gegenüber 1903 der Absatz um nur 7 Proz. gestiegen sei und recht- fertige sich daher die Einschränkung von 76 Proz. Trotz vorher- gegangener Einschränkungen von 60 Proz. im Jahre 1908 und 60 Proz. im Jahre 1907 war es nicht möglich, im Jahre 1909 den Bestand ganz unterzubringen. Neben Nestmengen aus 1908 hatte der Verein die ganze Erzeugung 1309, rund 60 Millionen Steine, als Stapelbestand, in das neue Jahr übernehmen müsien.— Da liegen die Steine und tausende Menschen haben keine Arbeit und kein Obdach!_ Deutschlands Kohlenproduktinn. Wenn auch die Kohlenproduktion in den letzten Monaten etwas lebhafter war, so bleibt das diesjährige Gesamtergebnis hinter dem Resultat der Vergleichszeit 1909 doch noch zurück. Eine Ausnahme findet sich nur bei Koks. Folgende Znsammenstellung zeigt daZ. der Zeit von Januar bis März wurden produziert, in Tonnen: L« 1909 1910 36 370 737 16 117 193 6 636 731 1036 316 8 133 910 4 169 226 Steinkohlen....... 36177 870 Braunkohlen..:.... 16 815 920 Koks......... 5 213 737 Preßkohlen aus Steinkohlen. 913 833 Preßkohlen aus Braunkohlen. 3 676 083 Preßkohlen zusammen... 4 613 916 Die Zunahme der Kokserzeugung ist hauptsächlich auf einen Mehrverbrauch der Hochöfen und aus die weitere Verbreitung der Zentralheizung zurückzuführen._ 31 Proz. Dividende aus die Stammaktien und 30 Proz. auf die Vorzugsaktien verteilt fiir das letzte Jahr ver Berliner Spediteur- verein. Wie der Vorsitzende in der Generalversammlung mitteilte, geht das Geschäft„blühend". 15 Proz. Dividende bringt die Direktion der Aktien- Gesellschaft für Glasindustrie Siemens in Dresden in Vorschlag. 1 206 106 M. werden für Abschreibungen abgesetzt. Konzentration des Schiffskapitals ans dem Rhein. Der bekannte Grubenbesitzer StinneS in Mülheim a. Ruhr brachte dieser Tage die bedeutende Kohlen-Großhandlung und Reederei von Anton Fulda in Frankfurt a. M. in seinem Besitz. StinneS hat in den letzten Jahren eine ganze Anzahl Reedereien ausgekauft, so daß er jetzt den größten Schiffspark auf dein Rhein besitzt, nämlich 22 Dampfer und 90 Schleppkähne. rSaficrstanvS-Nachrtevtea der LandeSanstalt sür Gewässerlunde, mitgeteilt vom Berliner 1 4- bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Unierpegel. WitterungSüberücht vom sz. April 1910. morgens 8 Mr. 5.2 »•=1 if stotnembe' 753 W Hamburg l 758 NW Berlin!75KW Frants.a M 762 N Mliiicheo j762NW Wie»>757 WRW Setter 1 wolkig 1 heiter S wolkig 3 heiter 3 Schnee 3 bedeckt WK ß» ß? «tatlonen Haparanda 748 NO Petersburg 746 SSO Sctlly Werdeen Paris 765 NNW «ettrr ** K* tü H« 2 bedeckt 8 2 wölken! 5 2 halb bd. 11 752 SSW 5 bedeckt 764 NO 2 wollen! Wetterprognote für Sonntag, den 84. April IUI». Zeiüveise heiter, etwas wärmer, aber sehr veränderlich mit östcrm Regenschauern und frischen westlichen Winden. pXt «MMZ & S s ßSn Beachtenswerte Ankündigung Herren— Änznne M- n- 15- is.- 21.- 24.- 27.- rieticii i-\nzuyc M 30_ 36_ 50- eo- 70- Paletots u Ulster K ,5~ � 21- 24- 27- raiCLUL� U. K 33_ 36_ 40_ 4z_ 50- 50._ I nrlpTI-Pelennen fOrHerrev»vck Dame« M. L.UUCII h 10.- 12- 15.- 18- 21- 24.- Gummi-Mäntel ff g; g! Herren-Beinkleider"*-»-*■ - M. 10.- 12.- 15.- 18.- 20.- Phantasie-Westen � 5".5 1'■' M- 8.— 10.— 12.— rar- Knaben-Anzüge».J;£££££ jünglings-Anzüge£«•; Echte Panama-Hute Strohhüte, Krawatten Herren-Wäsche Trikotagen Schirme, Stöcke Hosenträger Moderne Maß- Schneiderei Kieler Anzüge f. Knaben Kieler Pyjacks f. Knaben Knaben- Pelerinen in größter AnrwahL In größter AmwohL Knaben- Blusen Knaben-Wäsche Knaben- Mü�en iri BaenSohn Chausseestraße 29-30 D 11 Brückenstraße II a Gr. 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Kollegen, wir erwarten zu dieser Versammlung zahlreichen Besuch. Die am Donnerstag, den 21. d. Mts.. stattgehabte Wahl hatte kein Ergebnis, weil kein Kandidat die absolute Mehrheit der Stimmen aus ftch vereinigte. idie Stichwahl ist deshalb von entscheidender Bedeutung. Wir ersuchen die Vertrauensleute, alle Mitglieder aus diese versaunn- lung ausmerksam zu machen. Eine besondere Einladung geht den Mitgliedern nicht mehr zu« 17S/3' Die Ort.verwaltnng. Verwaltung Berlin. Mittwoch, den 27. April, abends S1/« Uhr. in„Freyers FeMlen", Koppenstr. SS: Vertranensmänner-Versammlung HT für Grotz Berlin.'MS Tages. Ordnung: 1. Die Auslegung und Handhabung des neue« Vertrages. 2. Aus. gäbe der neuen vertrage an die WerkstattvertrauenSleut». 3. Verbands. angelegenhetten. 82/12 MT Mitgliedsbuch und V ertrau ensmännerkart« legitimiert."HWA Modell- und Fobrilllisihln und Modell- drechsler. Montaa�den 25. April, abends 8 Uhr, bei Wille, Bnmnenstr. 188: Mitglieder- Versammlung. Bordmsvlier. Montag, den 25. April, abrnds 8 Uhr, im Stwerkschastshauf», Engelufrr 14/1»: Mitglieder- Vers ammlung. TageS. Ordnung: i. Bericht von der Gaulonserenz. L. Verbands- und Branchen- angelegenheiten._ Knchenmöbelbranche. Montag, den KS. April ISlv, abends S Uhr, im Englische« Garte«, Alexanderstrahe 27o: MT Versammlung~3M aller in der Branche beschäftigten Tischler u. Maschincnarbeiter. Dte Kollegm vonW'elBeneee und Rlxdorf sind hierzu eingeladen. HW Verbandsbuch ist mUjubringtn.'TM Jalonsiearbeiter. Donnerstag, den 38. April, abends 8'/, Uhr, bei voeker, Weverstr. 17: Mitglieder- Versammlung. Tag«S.Ordnung i Bericht über dt« Verhandlungen mit den Unternehmer». Ltellmacliei'. Donnerstag, den 38. April, abends 8'/, Uhr, im.Rokenthaler Hof", Rosenthaler Straße 11/12: Mitglieder- Versammlung. Tag«S-vr dnung: I. Vortrag:.Die moderne Jugendbewegung'. Referent: Genosse Paul Dchönfelder. 2. Branchenangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortwvenraltnng. Jranen-Begräbnisbasse der in Schnftgiejlereien beschäft. Arbeiter Berlins. Mittwoch, den 27. April, abcudS>/,S Uhr: Leuerai-Versamminug tm Lokal de« Kollegen Zimmermann, Wilhelmsir. 2 Tages» Ordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. JahreS» bertcht 1903. 3. Statutenänderung nach dem neuen VerstcherungSgesed. 4. Verschiedenes. 285/8 Der Toretand. Rixdorf. Zentral-Krankenkasse der Maurer usw. „Qnindstelo zur Einigkeit.- Mittwoch, den»7. April 1910, abends 81/, Uhr: Mitglieder-Uersammlullg im Lokale von Wolf, Kirchhosstr. 41. TageS-Ordnung: Abrechnung vom I. Quartal. verschiedenes in Kassenangelegen- Helten. 149/5 Dte OrtSverwaltnng. _ J. A.; Wilh. SttafT Achtung! 1821b Mttglied des Bundes der Theater- vereine Deutschlands sucht Herren und Damen als Mitglieder. Offerten find zu richten an U. Gertb, N. SS, Gleimstr. 39. .................. T/i Wenn Sie Stoff haben! I Von 20 Mk.anlertigen einen cbicen. bochmodemrn Anzug oder Paletot,' naohMaramitdsaerhalton Zutaten. 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Behandlung 21476,51 2. Für Arznei u. sonstig« Heilmittel..... 17256,50 3. Krankengelder an Mitglieder...... 66819,21 4. Krankengelder an Angehörige der Mitglieder 2275,61 5. Unterstützungen an Wöchnerinnen... 4170,— 6. Sterbegelder.... 2140,— 7. Kur- u. VerpflegungS- kosten an Krankenanstalten..... 22113,89 8. Erlatzleistungen für ge- wädrte Krankenunterst. 5050,58 9. ZurückgezahlteBeiträge und Eintrittsgelder. 93.01 10. Für Kapitalanlage.. 64293,27 11. Verwalwnastostcn: a) persönliche,.. 8725,09 b) sächliche.... 2499,16 IL. Sonstige Ausgaben.. 1141,11 Summe 218058,94 Abschluß. M. Summ« der Einnahmen 222066.90 ,, Ausgaben. 218058,94 4007,96 M. 4007.96 Barer Kaffenbestand am 31. Dezember 1909. BermögensausweiS. Barbestand am Schluß deS Rechnungsjahres.. ReservesondS am Schluß des Rechnungsjahres 131706,01 Summe 135713,37 RowaweS, den 22 April 1910, Der Borstand. J. L.: Borsitzender: gez. A. Xvreteii. Während des Sommerhalbjahres Halle ich Sprechstunden nur Dienstags, Mittwoch?» Donnerstags und Freitags, und zwar nur «achmtttags von 2— 7 Uhr. Dr. med. Ad. Schlesinger, prall. Naturarzt und Mageneiopath. Verfasser der Streitschrift „Wachet anf." Worte eineS KreundeS der Raturhetlmethode. Dentin 8W., «leinbeerenstrafte 5 II. 296/3* Tel VI 14914. .frachtsäle des Ostens' Inhaber: Oskar Cran«. Frankfurter Allee 151—152. i i- Telephon: Amt 7, 4208.■- Den geehrten Gewerkschaften, Vereinen und KlubS deS 4. Wahl- kreiseS sowie der betreffenden Vororte empfehle meine ---------- pest-SSle- 50—1600 Personen taffend, mit allem Komsort der Neuzell entsprechend eingerichtet, zur Abhaltung von Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art zu den kulantesten Bedingungen. Sonntsxe und Sonnsbencle im August, September. Oktober, November und Dezember --------- sind noch frei!--------- 52582 Hochachtungsvoll Oakar Cran«. Den geehrten Vereinen, Gewerkschaften Fabriken usw. empsehle ich zur bevorstehenden Saison für Dampferpartien usw. mein wieder übernommenes Wirtshaus Schloß Woltersdorf ebenso meine Dampfer, bis 315 Personen saffend. Hochachtungsvoll • Friedrich Saewert Amt Erkner Nr. 49. IV 13989. aehtwtgi Brauerei-Arbeiter! Achtung! Sonntag den 24. April er., vormittags ll1� Uhr: Ipir* Große Versammlung-WW aüer in den Lagerbierbrauereien, Matzfabriken und Bierniederlagen beschäftigten organisierten Arbeitnehmer in der Neuen Welt, üasenheide 108—114. r o.e.'D t&nunß: Kklilhl jjbn dss Ekgkbiiis dkl Tlirifmhiilll>>Wzcil. Kollegm! Die hochwichtige Tagesordnung macht es Euch strengstens zur Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen! Mitgliedsbuch oder Karte legitimiert, ohne Buch resp. Karte kein Zutritt. Kollegen! Brauerei-Arbeiter! Erscheint in Massen! Die Lo��mmission der Brauerei-Arbeiter Berk«» und Umgegend. TageS-Ordnung: che DageSfragen. Rese Georg Schmidt. 2� Bcschlutzsassunz über die Herrenpartie. 2. BereinS- 1. Vortrag- Politische DageSfragen. Referent: Genoffe Redalleur angelegenheiten. 4. Verschiedenes. 15/ lb Do« Vorstand. Dienstag, den 26. April, abends S>/, Uhr: oeffeotliche Versammlung siii' ftmn und Männer in der Urania, Wrangelstr. 11. TageS-Ordnung: t. Vortrag der Genossin Helm« Steinbach-Hamburg üb«: „Die gottgewollte Abhängigkeit." 2. Diskussion. 104/17» Der Gtnbernfer. Dentscber Buchbinder-Verband. ------------------ Zahlstelle Berlin.- Etuisbranche. Mittwoch, de« 87. April, abend« 5'/. Uhr, in den Armtnhalle«, Kommandantcustr. 58/58: Branchen- Vers ammlnng der Etuisarbeiter und-Arbeiterinnen. TageS-Ordnung: 1. Gewerbehhgiene. Referent Dr. Zadel. 2. Branchen.mgelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet 23/17 Die vranchenleituug. Verband der Tapezierer. Filiale Berlin. Mittwoch, de» 27. d. M., abends SV, Uhr, bei Mendt, Beuthstr. 31: Quartals- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht deS Vorstandes und de» Kassierers. 2. Diskussion. 3. Verbandsanaeleaenbeiten und Verschiedenes. naelegenh, Mltgtiedebuch legitimiert Pflicht aller Mitglieder ist eS, zu erscheinen. 177/6 Die DrtstrerHraltnnH:. Achtung! Sonntag, den 34. April, vormittags 10 Uhr, im Bolkshanse, Charlottenburg, Rosineustr. 3: Große Versammlung:. Tages. Ordnung: Der Streik bei der Firma Altmann. Referent: Kollege Lambrecht. 2. Diskussion und Beschlusjsassuna. Kollegen l ES ist Eure Pflicht, Mann für Mann tu dieser Persammliiiig zu erscheinen. Alle Betriebe müssen vertreten sein. 68/7 Dte Branchcnleitung. Verband deutscher Textilarbeiter. Filiale Berlin. Geschäftsstelle: Andrcasstr 17.— gernspr.: Amt VU, 1873. DieoStag, den 26. April, abend» 61/; Uhr(gleich nach Arbeitsschluß), in Kellers„Reue Philharmonie", Söpeuicker Sttaße 96/97: Allgemeine Uersammlnng aller i« dervesamentenbrallcht dtsdjästigt. Ardkitrrinnen. Tages- Ordnung: l..Die Lage der Arbeiterinnen in der Posamenteiibranche'. Res.: Kollege E. DauS-Bremen. 2 Freie Aussprache. 127/7 Zahlreiches Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen erwartet Die Branehenleltnng:. Zentral-Verband der Schuhmacher Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Bureau: Blankenseldestr. 10. Montag, de« 35. April, vormittags 10 Uhr, finden in folgenden Lokalen tat!: Berlin, Rixdors und die östl. Bororte: Arminhalle», Kommandantenstr. 58/59. Charlottenburg: Bolkshaus. Rosineustr. 3. Steglitz, Gr.-Lichterfelde: Schöneberg: Lokal von Obst. Martin Lutherstr. 51. Tagesordnung in allen Versammlungen: Bericht über die Verhandlungen mit den ArbeitgebcrvcrbSnden. Ausgabe«nd Vorlegung der Lohntarife an die einzelnen Meister. Kollegen I Nochmals ergeht an Euch der Ruf: Erscheint sämtlich in diesen Versammlungen, damit der Lohutaris überall zur Aiicirennuna kommt. _ Der Blnbernfer. Mittwoch, den 37. April, abends 8'/, Uhr: Generalversammlung bei Boeker» Weberstraste 17. TageS-Ordnung: 169/13 1. Kassen- mid GeschästSbcncht vom 1. Quartal 1910. 2. Bericht von der Gaukonseren, und Wahl der Gautommisston. 3. Verschiedene». Zahlreichen Besuch erwartet Die ertsveowaltnaU. Dl« noch vtelsach fehlenden statistischen Lohnkarten VMen wir abzulieser» n_______ a.i__ ii__. r__ tS �ur hte nefichnlTc und ini Unserem Mitarbeiter O HennanD SchDltz n-bst FraD 8 die herzlichsten Glückwünsche V ® ju ihrer' am 25. April ftotti findenden Silberhochzeit. Die Angestellten des O Deutsch. Transportarb.-Vert. Bezirk Gro6-Berlin. « Dem Genossen knokivn Dnnckerttr. 83 zu sewer silbernen Hochzeit am Montag, den 25. April, die herzlichsten Glückwünsche! Die Genossen des bZb. Bezirke. rwwwwi f Am Donnerstag, den 21. April, nachm. 12'/« Uhr, entschlies nach schwerem Leiden meme liebe Frau Vtldeimioe Kslleelte geb. Hausmann. Dies zeigt, am Me Teilnahme bittend, an Jallmi Radecbe, Kabelsbergerstr. 4. Die Veerdigang findet am Man. lag, den 25. ilprU, nachmittags 5 Uhr von der Halle deS ftädti. schen Friedhofes m FriedrichSselde aus statt SozIaMeinokratiscberWalilyereiD für den 4. Berliner Reichstags-Valilkreis. Landsberger Viertel. (Cejtrt Nr. 870, Teil O.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Genossin fsg» V/ilbelming kslillkö GabelSbergerstr. 4 gestorben ist. Ehre ihrem Slndenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 25. April, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- halle des Zentral-FriedhoseS in FriedrlchSselde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 217/8_ Der Vorstand Verein derStereotypeure und Galvanoplastiker Berlin« and Umgehend. Den Mitgliedern die Trauer- Nachricht, dag am 21. April unser Kollege Julius Schmidt nach kurzem, schwerem Leiden ver« starben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, den 24. April, nach- mittag» VI. Uhr, aus dem Rix- dorser Gemeindcsnedhose, Marien- dorser Weg, statt. Um zahlreiche BeteiNgung ersucht vor Vomtesnd. Arbeiter- Berliner Radlabrer Tode«- Anneice. Am Freitag, den 22. April, starb unsere Bundesgenossin Frau Marie Scheffler (5. Abteilung). Ehre ihrem Andenke« 1 Die Beerdigung findet am Montag, den 25. April, nach- mittags 3 Uhr. von derLeichcnhaile des städtischen FriedhoseS w FriedrichSsclde aus statt. Umßzahlreiche Beteiligung ersucht l0/1S Der Vorstand. Am Daunerdtag, de» 21. d. M., entschlies sanst nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser wnigstgeliebler, treuer Vater, Bruder, vnkel und Schwager, her Kansmann Wilhelm Mattheus im 88. Lebensjahre. Dies zeigt tiribetrsibt an BllnnKeth Matthen« geb. Bussln nr&ft Kindern. «erlin 8W. 68, d. 24. April 1910. Sunkerstr. IS. 1884b Die Beerdigung findet heute, Sonntag, d-n 24. April, nach- mittags 8 Uhr, von der Leichen- Halle des JenilalemS-FriedhoseS, Bcrgmannstr. 45/47, aus statt. Allen Freunden und Betannten die tr aurige Nachricht, daß unsere liebe Tochter Käu,« am 17. April im Alter von fast 7 Jahren an den Folgen eines Unglücksalls durch Uedersahren verstorben ist. l87lv DicS zeigen tief betrübt an Otto Braunschweig nebst Krau u. Sohn. Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmiitags 4 Uhr, von der Leichenhalle des alten Schöne- berger Kirchhoss, Hauptltrahe. aus statt._ Bon bei Reise zurück 212/18 Frauenarzt Dr. Frankenstein« vleianderplatz(12—1, 5—6). Für die liebevolle und zahlreiche Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Bruders und Schwager» Alois Sandmann sagen wir allen Vereinen, Freunden und Betannten unseren herzlichsten Dank. 52542 Familie Sandmann. _ Familie Gebet. e weise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben ManneS Wilhelm Schönburg sage ich allen Freunden und Bekann« ten, tnSbeiondere den Genoffen des 5. Berliner RcichSwgSwabikreises sowie auch dem Arbeiter-Wanoerbund.Die Naturjreunde" meinen herzlichsten Dank. 5255L Witwe Bin Nie SchNnharc, Anklamer Strohe 48. Danksagung. Für die vielen Beweise herzllibir Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Vater», deS Gastwirts ttermana Linge sagen wir allen Verwandten und Bekannten sowie dem 8. Wahllrei», Bezirk 541», unseren innigsten Dank. Ble trauernde Witwe nehmt Kindern. Dr. Simmel Speziai-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prlnzenslr. 41, dZZ*, 10—2, 6—7. Sonntags 10— 12. 2—4. Extra- Abteilang 1 1. Gesch.: Berlin W, Mohren- StraBe37a(2 Haus von der Jerus&lemer Strate). | II. Gesch.: Berlin NO., Große Frankfurt. Str.lfS(2. Haus von der AndreaestraBe). Sehrgr.Ausw.fert. Kleider, Hüte, Handschuhe, Schleier eto. v. einfachsten bis zum hochelegant. Genre äußerst niedrigen Preisen. Sonder-Äbteilong: MaBanfertlgang in 10 bis 12 Stunden. Reste OutMtacke, sehwsr« and fublc, Comun)BsSto(f«,n.nB.U> Miuter. Trleot-StoKe, Seiden. Plüsch. Sammele, Seide ete. 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Achtung t Achtung t Teile dem verehrten Publikum unh der Nachbarschaft mit, dah die Diffe» renzen, die ich mit dem Verbände der Bäcker und Konditoren Deuisch» landS gehabt habe, nunmehr bei» gelegt sind. Ich verpflichte mich, dem geehrten Publitum nach wie vor gute und seine Ware zu licser» und wird eS von seht ab mein Be» streben sein, den Tarif einzuhalten. LchtungSooll 52572 Richard Bergeler, Stolptsche Strasse S. . 6. mm, ppin Leipziger Str. Ii vi iilß(am Dönhoffpl.) C. Pelz, Kottbu«eratr. 5- Hygienische BeisnsaruKei. weuö»t.K avalog BbeBmpfehl.viel. Aorzte u.Prol grat. Ueif B. üflger, flnmmiwaieaUbrüi Sariin NW.. FlicdrichBtrasat*»1/0 (Wordbahn) Schönste? Idyll am Sclidtaen hau«. lOOO Hochwald-. Villen-, I-andbnnstellen. dircll am Kai. Forst. 1« 7t. aal Langjöhr. Amortisationshypothek. lirsöe wZleigerW dui-oh den GroBeoblttahriek»»»!, Holen, vierglelslger Bahnausbau. Arzt, Gas-, Wasserlsitung, Gemeinde- und HShere Schule«. 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Teile dem verehrten Publikum und der Nachbarschuft mit, dasi ich auf viele Wunsche deS Publikum» nun» mehr die Forderungen de» Bäcker- und Konditoren-Verbande» anerkannt habe. ES wird mein Bestreben sein, gute Ware zu liefern und den Tarif einzuhalten. 52582 Achtungsvoll Akki-cd Grat, Bäckern, etst«.. Beusselftrafte 24, Moabit. teppdecke« nur eigene gabttkation im Hause. Einzelverl, an Private zu Fabrikpreisen. Bernhard Strohmandol,* Berlin, 7» Wallstr. 72, wo auch alte Steppdecken ausgearbeitet werden.— Jlluftr.PretSlatalog gratis. En»ro» detail■ Knaben-...| jflngltags-fiarderoiie fertig a. nach Maß am billigsten and reellsten in der Fabrik Koppenstr. 85, part., 2 Minuten v. Schles. Bahnhof. e Karl Hustädte V. Hermann Müller, Berlin, Magazintir. 14. Aeschutttene Java-Einlage a Psd. M. 1.15 verzollt., fertig zum Verarbeiten. Seschnittene Brastl-Einlagr a Psd. M. 1.20 verzollt, gute Oualltät. i Heinrich Franck XeL- Amt m 4352. 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Da die Gegend um Rheinsberg von den Vereinen in letzter Zeit ganz besonders stark bevorzugt wird, ersuchen wir, vorstehendes genau zu beachten. Nähere Auskunft erteilt gern der Genosse Alex Freitag, Rheinsberg, Langestr. IS. Die Lokalkommisfion. Schöneberg. Die WahlvereinSverfammlung findet am Dienstag, den 26. April, abends 8 Uhr, in den Neuen Rathaussälen, Meininger Straße 8, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Gen. G. Schmidt über.Politische Tagesfragen 2. Diskussion. 3. Beschlußfassung der Herrenpartie. 4. Vereinsangelegenheiten. S. Verschiedenes. Der Vorstand. Charlottenbnrg. Heute früh in sämtlichen Bezirken Flugblatt' Verbreitung. Der Borftand. Wilmersdorf-Halcnser. Dienstagabend pünktlich 8'/g Uhr hält der Wahlverein im Gesellschaflshause, Wilhelmsaue 112, seine Monalsversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen wichtige innere Vereinsangelegenheiten sowie ein Vortrag:„Zur Geschichte der Maifeier'. Der Vorstand. Groß-Lichterfelde. Am Dienstag, den 26. d. M., abends 8'/z Uhr, findet im„liaiserhof', Kranoldplatz, die Mitgliederversammlung des hiesigen Wohlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Bortrag des Arbeitersekretärs Genossen Ritter über: .Die Reichsversicherungsordnung". Der Borstand. Zehlendorf(Wannseebahn). Dienstag, den 26. d. M., findet bei Micklei, Potsdamer Straße, die Mitgliederversammlung des Wahl« Vereins statt.— Da iehr wichtige Angelegenheiten zu besprechen find, darf kein Genofie fehlen. Der Vorstand. Lankwitz. Montag, den 25. April, abends 8>/z Uhr, findet bei Ebel. Mühlenstr. 9, ein Vortrag über„Die Frau im öffentlichen Leben" statt.— Mittwoch, den 27. April, rn demselben Lokal: Generalversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung:„Jugend- erziehung im Sinne des Sozialismus." Referent: Genosse Grün« wald. Vorstands« und Kassenbericht. Bericht der Gemeinde- Vertreter. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. Schmargendorf. Am Dienstag, den 26. April, abends Uhr, findet im Wirtshaus Schmargendorf(Inhaber Fritz Bartels), Warne- münder Straße, die Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bericht des Vorstandes und der Funktionäre. 3. Diskussion. 4. Ergänzung der Funktionäre, b. Ver- schiedeneS. Treptow-Baumschulenweg. Heute Sonntag früh 8 Uhr von den Bezirkslokalen aus: Flugblattverbreitung. Ortsteil Treptow. Montag, den 25. April, abends gl/., Uhr, im Restaurant„Zur Radrennbahn": Oefientliche Frauen- Versammlung: Vortrag des Fräulein vr. moä. Wygodzinski: Die Funktionen des weiblichen Körpers. Diskussion. Verschiedenes. Riedrr-Schöncweide. Am Dienstag, den 26. d. M., abends S'/z Uhr, findet die Generalversammlung des Wahlvereins beim Genossen Fichtner, Hasselwerder«. Ecke Fennstraße, statt. Der Vorstand. Stralau. Die Genosien des 1. Bezirks treffen sich heule. Sonn- tag, früh 8 Uhr bei Schöps zur Flugblattverbreitung zwecks Ge- winnung von Aboimenten und WahlvereinSmitgliedern Die Bezirksleitung. Grüna«. Morgen, Montag, abend: Flugblattverbreitung. Materialausgabe abends 7 Uhr in der Grünen Ecke. Der Vorstand. Blt-Glicuicke. Am Dienstag, den 26. April, abends 8 Uhr. findet im Lokal des Herrn Troppens. Nudower Straße 52. die Generalversammlung des Wahlvereins statt. TageSorhMing: 1. Bericht der Funktionäre und Gemeindevertretung. 2. Stellung- nähme zur hiesigen elektrischen Straßenbahn. 3. Bereinsangelegen- heilen und Verschiedenes. Der Vorstand. Eichwalde-Zruthen-MierSdorf. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet am DicnSlog. den 26. April, abends 8'/, Uhr. bei Lindemann in Zeuthen statt. Tagesordnung: 1. Vortrag der Genossin Ottilie Baader- Berlin. 2. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 3. Aufnahme neuer Mitglieder.— Gäste sehr willkommen. Der Vorstand. Niedcr-Schönhausen-Nordend. Am Dienstag, den 26. April, abends S'/a Uhr, findet im, Lindengarten", Lindenstr. 43, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Aus der Jugendgeschichte der Sozialdemokratie. Referent: ReichstagSabgeordneter Genosse Eichhorn. 2. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 3. VereinSangelegenheilen. 4. Ver« schiedeneS. Die Bezirksleitung. Rcinickrndors-West. Dienstag, den 26. d. M., abends 8>/a Uhr, findet bei Wohlfahrt, Eichbornstr 18. die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Misch. 2. Abrechnung vom Lichtbildervortrag und von den Gemeinde« wählen. 3. VereinSangelegenheilen und Verschiedenes. Mitglieds- buch legitimiert. Die Bezirksleitung. Mühlenlicck und Uiugegend(Bezirk Niedcr-Schönhausen). Heute Sonntag, den 24. April: Volksversammlung bei A. Bärsch. Reichs- tagsabgeordnerer Sladthogen referiert über„Der Kampf der Arbeiter uni Freiheit und Recht".— Abmarsch der Nieder-Schön- hausener Genossen Punkt 2 Uhr von Schüßler. Nordend. Blanken- selber Straße._ Die Bezirksleitung. Berliner J�aebriebtens Premiere in den Laubenkolonien. Auf den„Rittergütern" des Berliners herrscht wieder mal reges Leben. Schon mit dem ersten schönen Aprilsonn- tage zogen Tausende hinaus auf die Felder bei den Toren der Riesenstadt, um zu sondieren, ob des Winters Herrschaft in den verwaisten Laubenkolonien nicht gar zu arg gehaust habe. O weh, da war manche Laube halb abgedeckt, mancher Fensterflügel vom zausenden Sturmwind herausgerissen, doch auch frevle Menschenhände hatten dazu.beigetragen, harmlose Volksfreude zu zerstören. Die Laubenkolonien genießen im Winter so gut wie keinen Schutz. Deshalb brechen viele Kolonisten, die schon Lehrgeld gezahlt haben, lieber die ganze Laube ab und tragen sie nach dem häuslichen Boden. Andere lassen stehen, was niet- und nagelfest ist. Wo die Sorglosigkeit so weit getrieben wird, sogar wertvollere Ein- richtungsgegenstände auf dem Felde aufzubewahren, darf man sich kaum wundern, daß von Langfingern die festesten Vorlegeschlösser aus den Krammen gerissen oder große Löcher in die Holzwandungen geschnitten sind. Das setzt redlichen Aerger. Nur über die hinterlaffenen Andenken von Obdach- losen, wenn diese es nicht zu bunt gemacht haben, wird gut- mütig hinweggesehen. Man hat Verständnis für die grausige Not, die auf eisigem Felde, in den schneeumwehten Holz- lauben ein dürftiges Unterkommen sucht. Und die lachende Frühlingssonne, die frohe Erwartung der Sommerfreuden verscheucht bald auch die letzten winterlichen Schatten. Vor- läufig aber gibts harte Arbeit. Wer gut ernten will, darf sich nicht scheuen, den ziemlich schlechten Berliner Boden kräftig zu rajolen und auch mit Dung nicht zu sparen. Die meisten Laubenkolonisten stammen ja vom Lande und ver- stehen sich auf solche Arbeit. Selbst der eingeborene Ber- liner, der anfangs von Land- und Gartenwirtschaft gewöhn- lich gerade soviel versteht wie der Bauer vom Gurkensalat, sieht schnell den Geübteren die Kunst ab. Wills auch im ersten Jahre noch nicht recht gelingen, so fühlt man sich im nächsten Sommer doch schon als„Berliner Landwirt". Da- bei berührt immer wieder die gegenseitige Hilfsbereitschaft höchst angenehm. Mag auch ein klein wenig Egoismus mit- spielen, da man neben seinem mit aller Liebe gehegten Blumengarten keine kümmerliche Sandstreubüchse sehen will. So werden mit voller Herzlichkeit gleich beim Einläuten des Frühlings alte liebe Bekanntschaften, um die die Naturliebe ein gemeinsames Band geschlungen hat, erneuert und neue geschlossen, denn da draußen ist die gute Nachbarschaft fast noch wertvoller als daheim im großen Steinbaukasten. Zu Hause ist längst„Familienrat" gehalten worden, wie man diesmal das Rittergut bestellen und schmücken soll. Selbst die Göhren, die in der Schule etwas von Blumen« pflege aufschnappen, geben altklug ihren Senf zu. Das Pachtgeld, vom Munde abgespart bei diesen teuren Zeiten, klingt im Kasten, Sämereien hat man vom Vorjahre, neue Sorten werden hinzugekauft, aber die windbrüchige Laube erfordert einen gründlichen Umbau. Und eine gute, Wetter- feste Laube, in der man auch die lauen Sommernächte ver- bringen kann, kostet einen ganz hübschen Groschen Geld. Wo Vater selbst tischlert, ist die Sache ziemlich einfach und auch nicht so teuer. Andere Kolonisten müssen sich zu helfen wissen, und trotzdem ist es bewundernswert, was für prächtige Lauben jetzt dort draußen mit den einfachsten Mitteln,, mit Abfallhölzern aus den Schneidemühlen zurechtgezimmert werden. Wer sich den Rohaufbau der werdenden Lauben� kolonien so recht ansehen will, braucht bloß mal für zwei Nickel eine Rundfahrt mit der Stadt- und Ringbahn zu machen, neben deren Schienensträngen sich Hunderte von Gartenfeldern hinziehen. Namentlich Sonntags entwickelt sich jetzt hier geschäftiges Treiben. Hier werden neue Lauben aus grob gehobelten Latten errichtet, dort zieht man älteren, die schon manchen Sommer und manchen Sturm erlebt haben, ein frisches grlln-weißes Farbenkleid an. Auch zahk reiche neue Abcssynierbrunnen werden gebohrt, und wo das einzelnen oder dem scharf aufs Geld sehenden Verpächter zu kostspielig ist, gräbt man in den Boden eine mächtige Wassev tonne, die leider stets eine nicht zu unterschätzende Gefahr für kleine Kinder ist. Sogar das Fahnentuch ist schon frisch gewaschen und flattert mit seinen bunten originellen In schritten auf hoher Stange lustig im Frühjahrswinde. Nur das Federvieh, das zu einer echten, rechten Laubenkolonie gehört, hat seine Sommerställe noch nicht bezogen. Für all diese Arbeit, die doppelt gefühlt wird, weil sie jetzt meist nach Feierabend oder als Sonntagsvergnügen verrichtet werden muß, winkt aber auch reicher Lohn. Wenn der Arbeiter fern von der dumpfigen Großstadtwohnung hier im Hochsommer auf seiner Scholle Pachtland oder auf ihm selbst als Eigen- tum gehörigen Felde sitzt, wie das zum Teil auf Kolonisten in Blankenburg zutrifft, fühlt er sich für kurze Erholungs- stunden einigermaßen als Mensch und bedauert nur die Hunderttausende, die sich selbst diese kleine, Lebensfreude durch die Hauptschuld der wirklichen Rittergutsbesitzer nicht leisten können._ Gcbührenerhöhung beim Königlichen Einwohnermeldeamt. Vom Polizeipräsidium wird mitgeteilt:„Vom 1. Juni 191g ab ist für jede an das hiesige Königliche Einwohner-Meldeamt ge- richtete Anfrage wegen Nachweisung des Verbleibes einer gesuchten Person, die ein Nachschlagen polizeilicher Listen erfordert, eine Gebühr von 50 Pf. im voraus zu entrichten, gleichviel, ob der Verbleib des Gesuchten nachgewiesen werden kann oder nicht. Die Gebühr ist bei der an Wochentagen bis 6% Uhr nachmittags geöffneten hiesigen Auskunftsstelle in bar, bei brieflichen Anfragen in Briefmarken zu bezahlen." Bisher wurden bekanntlich 25 Pf. für eine Auskunft erhoben. Die Arbeit des Nachschlagens ist aber heute noch genau dieselbe wie vor Jahren. Warum die Erhöhung notwendig wird und warum 50 Pf. erhoben werden, ist das GeheunniS des Polizeipräsidiums. Eine Luftschiffhalle soll in Johannisthal hergerichtet werden. Sie soll eine Länge von 75 Meter erhalten und zur Aufnahme eines Parseval-Luftschiffcs dienen, das im Juni hier stationiert sein wird. Sonderbare Geschäftsführung bei der Marine. Kürzlich wurde ein Arbeiter, der in den Jahren 1904— 1909 bei der ersten Matrosendivision in Kiel gedient hat, nach dem Bezirkskommando in der General Papestraße bestellt. Hier wurde ihm eröffnet, er habe in seiner Eigenschaft als Geschützführer im Jahre 1907— 1908 eine monatliche Zulage von 3 M. erhalten. ES habe sich herausgestellt, daß diese Zulage ihm irrtümlich gezahlt worden sei, da nach einer Verordnung im Marine-Verordnungs- blatt die Zahlung solcher Zulagen seit 1907 nicht mehr zulässig sei. Dem Arbeiter wurde ein Schein zur Unterzeichnung vor» gelegt, in dem er sich zur Rückzahlung der erhaltenen Zulage in Höhe von 26 M. verpflichten sollte. Um sich nicht noch mehr Zeit zu versäumen, unterschrieb der Mann, daß er monatlich 5 M. ab- zahlen wolle, obwohl er als Hausdiener nur einen minimalen Wochenlohn erhält. Schlimmer noch als dem Vorerwähnten wird eS den Leuten ergehey, die noch bei dieser Division sind und gleichfalls solche Zulagen erhalten haben, Dielen Personen wfxd die irrtümlich ausgezahlte Zulage von der knappen Löhnung abgezogen werde». Diese ganze Angelegenheit berührt recht sonderbar. Den Matrofen ist das Geld ausgezahlt worden ohne jedes Zutun, sie tragen also auch nicht die geringste Schuld, wenn sie Geld erhielten, das nicht mehr zahlbar war. Es jetzt, nach Verlauf von Jahren, von ihnen zurückzuverlangen, kann durch nichts gerechtfertigt werden. Der Vorgang wirft aber ein recht sonderbares Licht auf die Erledigung der geschäftlichen Angelgenheiten bei bestimmten Marinetruppen. Heber den Ankauf de? Opernhauses durch dir Stadt Berlins wird berichtet, daß man glaubt, bei einem Preise von 5— 6 Millionen zu einer Einigung zu kommen. Ueber die Verwendung des Gebäudes werden folgende Mitteilungen verbreitet: Die Stadt Berlin will, wenn sie das Gebäude erwirbt, es dem Zwecke wieder zuführen, dem es in der ersten Zeit seines Bestehens diente. Friedrich der Große hatte den Bau ursprünglich als Konzert- und Fcsthaus aufführen lassen, und das soll das Opernhaus nach der Uebernahme durch die Stadt wieder werden. Auch soll er zu Repräsentationszwecken der Reichshauptstadt Lienen. Unter diesen Umständen werden die vorgeschlagenen kostspieligen AusbesserungS» arbeiten erst gar nicht mehr nötig sein. Das dem Staat ersparte Geld könnte der neue Besitzer vielmehr dazu verwenden, das HauS seinen Absichten entsprechend umzugestalten. FiskuS und Krone sind daher in der Lage, um etwa eine Million Mari, di« schließlich doch hineingesteckt werden muß, billiger zu verkaufen Unterbleiben die vom Staat geplanten Umbauten, so sind alle Be- dingungen für eine baldige Erledigung der Angelegenheit gegeben. Die Verhandlungen sollen denn auch schon im Laufe der nächsten Woche eröffnet werden. Von Bedeutung wird dieser Kauf aber auch für die Verkehrspolitik Berlins fein. Haben doch die Aufsichtsbehörden ihre Beschlüffe über die projektierte Untertunne» hing der Linden, wie erinnerlich, bis zu dem Augenblick«tufge- schoben, wo sich das Schicksal des Opernhauses entschieden haben wird. Durch den Erwerb des Gebäudes durch die Stadt ist die Frage über die fernere Zukunft des alten Opernhauses gelöst, und es ist damit auch für oie Durchführung bedeutsamer Verkehrs» Pläne endlich freie Bahn geschaffen."> Rohrbruch in den Berliner Wasserwerken. Empfindlicher Schaden ist in der städtischen Verwaltting Freitag durch einen Bruch des großen DruckrohreS der Wasserleitung entstanden. Eines der beiden großen Leitungsrohre, durch die daS für Berlin bestimmte Waffer von den Müggelsee-Werken nach dem Lichten- berger Wasserturm geführt wird, erlitt nachmittags in der Nähe von Mahlsdorf Plötzlich einen erheblichen Bruch. Es schoß ein mächtiger Wasserstrom auS der Oeffnung heraus und nach kurzer Zeit war in der nächsten Umgebung das ganze Erdreich aufge« wühlt und eine größere Ueberschwemmung herbeigeführt. DaS Druckrohr mußte sofort für den Betrieb abgesperrt werden. Der durch die Ueberschwemmung angerichtete Schaden läßt sich noch nicht übersehen, doch scheint er recht bedeutend zu sein. Schule und HauS sollten im Interesse einer gedeihlichen Erziehung Hand in Hand arbeiten. Leider müssen wir tagtäglich die Erfahrung machen, daß noch dieser Richtung hin eS sehr im argen liegt, soweit die Ge- meindeschule in Frage kommt. Und leider muß eS gesagt werden, sind es vielfach Lehrpersonen, die ein solches Zusammen- gehen mit den Eltern teilweise unmöglich machen. Die in den Gemeindeschulen herrschende Prügelpädagogik ist schon allein em Grund, warum Lehrer und Eltern oft heftig aneinander geraten. Anders sieht es auf den höheren Schulen auf diesem Gebiete uns. Im Jahresbericht der köuigl. Augusta-Schule nebst(gymna- sialer) Studienanstalt und Lyzeum(höherem Lehrerinneusem-inar und Frauenschule) in Berlin richtet der Direktor Herr Prof. Dr. Theodor Engwer an die Eltern folgende beherzigenswerten Worte: „Wir bitten, um jeder Ueberbürdung vorzubeugen, die täglichen Hausarbeiten nach Kräften zu überwachen. Das Höchstmaß der häuslichen Arbeit ist von der Behörde auf 1 Stunde für die Klassen 10— 8, 1% Stunden für die Klassen 7—5, 2 Stunden für die Klassen 4— 1 und die entsprechenden Stufen der Studienanstalt, 2%— 3 Stunden für das Seminar und die obersten Klassen der Studien« anstalt festgesetzt worden. Die Schule glaubt, diese Arbeit so vor- zubereiten, daß bei genügender Aufmerksamkeit in der Klasse und ungestörter Arbeit zu Hause diese Zeit vollauf genügt, also noch täglich die Möglichkeit ausgiebiger Erholung, insbesondere auch durch den Spaziergang, bleibt. Sobald hier sich Uebolstände einstellen, bitten wir im beiderseitigen Interesse um offene Be- s p r e ch u n g mit den Ordinarien oder dem Direktor, die in der sorgfältig st en Weise die Gründe untersuchen und Abhilfe schaffen werden. Leiter und Lehrer werden für jede Unterstützung auf diesem Gebiete nur dankbar sein. Die Eltern werden ihrerseits dafür sorgen, daß bie Kinder vor schäd- lichen Zerstreuungen, auch vor einem Uebermaß anderer Beschästi- gungen(Klavierspiel), bewahrt bleiben." Schon der Ton, in dem hier mit den Eltern verkehrt wirb, wirkt sympathisch. Und dann ist die Bereitwilligkeit, bei eventuellen Uebelständen eine offene Besprechung zwischen Eltern und Er» ziehern herbeizuführen, besonders anzuerkennen. Dafür handelt es sich aber auch im vorliegenden Falle um Schülerinnen, deren Eltern den besseren Ständen angehören. verhungert? Auf einer Bank am Bellealliance-Platz wurde in der vergangenen Nacht von einem patrouillierenden Schutzmann ein Mann in fast leblosem Zustand aufgesunden und nach der Unfall- statton gebracht, wo aber nur noch der inzwischen eingetretene Tod bei ihm konstatiert werden konnte. Der Aermste war vollständig entkräftet gewesen und nach ärztlicher Ansicht ist er wahrscheinlich durch Hunger und Entkräftung um? Leben gekommen. Die Leiche des Mannes, in dem der 30jährige Arbeiter Robert Unger ermittelt wurde, ist nach dem Schauhaus gebracht worden. Eine Massenfestnahme von Hungrigen. Der gestrige Polizeibericht meldet: „Mittags gegen 1 Uhr betraten etwa dreißig Männer den Hausflur des Nikolaus- Stifts, Boxhagener Straße 43, und bettelten dort um Essen. Da sie sich durch ihr unverschämtes Wesen außerordentlich lästig machten, ließ die Oberin des Stiftes einen Schutzmann rufen, der mit Unterstützung eines Kollegen vierundzwanzig von ihnen f e st n a h m und sie zur Wache des 66. PolizeirrvierS führte. Zwei von ihnen konnten, da sie Wobnung haben, entlassen werden; die übrigen wurden dem Polizeipräsidium zugeführt." In welcher Weise die Leute sich„lästig" gemacht haben, wird nicht mitgeteilt, vielleicht schon deshalb, weil sie um Essen baten- Mit der Unverschämtheit der Bettelnden scheint es nicht weit her zu sein, wenn zwei Schutzleute genügten, um vierundzwanztg Man» festzunehmen. Daß durch die Festnahme dieser hungrigen Menschen eine Sättigung erfolgt ist, wird wohl niemand behaupten wollen, es sei denn, man sieht in der Bclöstigung von Wasser und Brot im Gefängnis eine solche. Auf unsere gesellschaftlichen Zustände wirst die Masienfestnahme von Hungrigen ein grelles Schlaglicht. Das NUolaus-Stift steht unter der Leitung der Grauen Schwestern von der heiligen Elisabeth. Eine traurige Aufklärung hat das Verschwinden der lb Jahre vlten Martha MilwSki gefunden, die sich am Montag aus der elter- lichen Wohnung in der Allerstraße 45 zu Rixdorf heimlich ent- fernt hatte. Man vermutete, daß das Mädchen in schlechte Hände geraten sei und verborgen gehalten werde. Jetzt ist es in der Toten erkannt, die am Dienstag an der Corneliusbrücke aus dem Landwehrkanal gelandet wurde. Schon wieder ein Kind verbrannt� In der letzten Nacht hatte die Berliner Feuerwehr zwei große Brände in der Langestraße 10(Osten) und Drontheimer Straße 40 (Norden) zu löschen. Bei dem Brande in der Langestraße 10, nahe der Krautstraße, einem Wohnungsbrande, schwebten nicht weniger als 12 Personen in größter Lebensgefahr, und bei dem Brande in der Drontheimer Straße drohten Pferde zu ersticken. Uns wird darüber berichtet: In dem Hause Langestrahe 10 bewohnt die Familie des Kausmanns Albert Camnitzer im dritten Stock seit längerer Zeit eine Wohnung, bestehend aus drei Zimmern mit Zubehör. Die Familie besteht aus den Eltern, 10 Kindern und der Schwiegermutter. Freitagabend begab sich die Familie um 9% Uhr zur Ruhe. Um 11� Uhr erscholl plötzlich Feucrlärm. Der Vater war durch Brandgeruch aufgewacht und hatte gleich Lärm geschlagen. In der Wohnung mit ihren 13 Bewohnern muß nun eine unbe- schreidliche Bestürzung entstanden sein. Bei dem begreiflichen Be- mühen, Kinder und Sachen zu retten, vergingen kostbare Minuten. Als Brandinspektor Teubner mit den Zügen 6 und 7 an der Brand. stelle erschien, war noch nichts zur Rettung der Familie geschehen. Sofort wurde„Besonderes" und„Menschenleben in Gefahr" an alle Wachen gemeldet. Der Branddirektor Reichel eilte sofort mit mehreren Zügen zur Brandstelle. Dort waren schon 2 mechanische Leitern am Hause aufgestellt und außerdem am Hause 4 Haken. leitergänge vom Hofe aus bis zum 3. Stock emporgeführt worden. Auf diesen 6 Notgängen drangen die Feuermänner von außen in die total verqualmte Wohnung ein. Natürlich wurde auch über die Treppen vorgegangen. Ein erwachsener Sohn wurde unbe- kleidet nach Befestigung an einer Fangleine aus einem Fenster nach der Straße auf eine Leiter gezogen und über diese in Sicher- heit gebracht. Die alte Dame wurde vom Oberfeuermann Ehmke ohnmächtig über die Hintertreppe ins Freie gebracht. Sie hatte von dem Rauch gelitten. Die übrigen 10 Personen wurden eben- falls über die Treppen von der Feuerwehr gerettet. Bei der Durch- suchung der Wohnung fand der Oberfeucrmann Kleineck unter einem Bett die Leiche der sechsjährigen W. Camnitzer. Das Kind hatte Brandwunden im Gesicht erlitten. Eine Backe war total ver- brannt. Das kleine Mädchen wurde in eine Decke gehüllt und herausgetragen. ES wurde festgestellt, daß eS schon tot war. Die Wohnung war derart mit Betten usw. angefüllt, daß sich daS kaum beschreiben läßt. Obgleich die Feuerwehr sofort mit drei Schlauch- leitungen gegen den Brandherd vorging, konnte sie eS nicht ver- hindern, daß die Wohnung total ausbrannte. Sie gewährt einen schrecklichen Anblick. Fußboden, Türen, Fenster, Decken usw. sind mit sämtlichen Möbeln vernichtet. Während de? Brandes spielten sich im Hause erregte Szenen ab. Die Hausbewohner wurden, als sie die Flammen aus den Fenstern lodern sahen und daS Geschrei der vielen Personen hörten, von einer Panik ergriffen, die sich erst legte, als die Feuerwehrmänner in den Wohnungen erschienen und die Geängstigten beruhigten. Ucber die Entstehung des Brandes konnte nichts Authentisches ermittelt werden. In der Dtontheimer Straße 40 stand früh um 3 Uhr ein Stall- gebäude nahe der Christianiastraße in großer Ausdehnung in Flammen. Große Heu- und Strohvorräte brannten mit dem Dach. geschoß. Weithin waren die Flammen sichtbar. Die Feuerwehr, von drei Seiten alarmiert, rückte gleich in großer Stärke aus. Es gelang, die Pferde in Sicherheit zu bringen. Die Löschung nahm viel Zeit in Anspruch. Betroffen ist die Pferdchandlung von Schneider und die Schmiede von C. Ottmann. Arbeitcr-BildungSschule, Berlin. Wir machen darauf aufmeiksam, baß der Unterricht in Nationalökonomie iGrunwold) von heute. Sonntag, ab regelmäßig um v Uhr beginnt. Pünktliches Er- scheinen erbeten. Um unliebsamen Verwechslungen vorzubeugen, ersucht uns der Zigarrenhändler Fritz Kos'owSkt, Berlin dl 20, Prinzen-Allee Nr. 33 wohnhast, festzustellen, daß er mit dem in unserem Batte in Nr 78 und Nr 90 vom 2. und 19. April unter dem Titel: „Eigenartige Geschäftspraktiken" von uns genannten Pflegcstellen- und Adoptiv-Bureau-Jnhaber ftoslowski» in Pankow. Kaiser Friedrichstraße. nicht identisch ist. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird am Mittwoch, abends 8 Uhr, Herr Professor Dr. W. Focrster einen Vortrag über„Kometen und Meteore" halten. Am Freitag wiederholt Herr Dr. P. Schwahn noch einmal seinen Vortrag„Ter Halleysche Komet" und am Sonnabend spricht Herr Dr. Georg Wrgener über seinen Besuch der Provinz Human und der Stadt Tschangscha. Am Sonntag und Donnerstag gelangt der Vortrag„Im Firnen. glänz des Oberengadtn" zur Darstellung, am Montag wird der Bortrag„In den Dolomiten" und am Dienstag der Vortrag„Der Kinematogroph im Dienste der Wissenschaft und des Unterricht?" wiederholt. Außerdem findet am Sonnabend nachmittags 4 Uhr eine Wiederholung des Vortrags„Im Firnenglanz des Ober- Engadin" zu ermäßigten Preisen statt. Arbriter-Samariter-Kolonne. Montag abend 9 Uhr 1. Abtei- lung Dresdener Straße 42: Schluhabend des Winterkursus mit Rezitation und praktischen Uebungen. Die neuen Lchrpläne werden ausgegeben. Am Donnerstag in demselben Lokal Monats- sitzung der aktiven Mitglieder. Verteilung zur Maifeier; dazu werden alle Mitglieder erwartet. Jugend-FortschrtttSkursnS. ES wird daran erinnert, daß dieser Kurs»« von heute, Sonntag, ab regelmäßig um VjH Uhr beginnt. Pünktliche? Erscheinen erbeten. Vorort- �fcdmdrtem Schöneberg. Eine außerordentliche Stadtverordnetenversammlung be- schäftigte sich mit dem Antrag der Liberalen Fraktion, den Pro- je st gegen die Reichs zu wachs st euer betrefsend. Stadtv. Zobel(lib.) betonte: Wenn Schöneberg erst seit kurzer Zeit dee Wertzuwachssteuer eingeführt habe, dann sei es Schuld derjenigen, die vordem die Mehrheit im Stadtparlament bildeten, durch deren Kurzstchtigkeit müsse unsere Stadt, wenn die Reichs wertsteuer Gesetz werde, erhebliche Summen abführen. Das Gesetz in seiner gegenwärtigen Gestalt bedeute die Erdrosse- lung der kommunalen ZuwachSstcuer; sie sei städtefeindlich. Man soll den Wertzuwachs dort erheben, wo er vorhanden ist, auf dem Lande, bei den Großgrundbesitzern. Stadtv. Jatzow(Lib. Bereinigung) erklärte sich gleichfall» gegen die Steuer in der vorliegenden Form. DaS einzig Gute an dew Gesetz fei baß alle Komürunen zur Einführuttg dieser Steuer gezwungen würden. Er erwarte das Heil aus den Händen der liberalen Vertreter, die immer für Handel und Industrie eingetreten, damit die Steuer im Reichstage Abgelehnt werde. Kämmerer Machowicz weist daraus hin, daß die Schöne. berger Wertzuwachssteuer die denkbar wildeste wäre. Die Fest- stellung über die Höhe der Steuer bezeichnete Redner als höchst mangelhaft, da nicht einmal die effektiven Zinsen des investierten Kapitals angerechnet werden dürfen: es werde das Baugewerbe außerordentlich gesckKdigt. Der Mogistrat habe in seiner Sitzung beschlossen, eine Petition an Bundesrat und Reichstag abzusenden, die auf die Härten und Schädigungen hinweisen soll. Der tbrigen Gemeinden sei eine Abschrift übermittelt worden, mit dem Er- suchen, sich der Petition anzuschließen. Stadw. H e p n e r(wild) will seinen Einspruch in voriger Sitzung gegen den Dringlichkeitsantrag dahin aufgefaßt wissen. daß jedem Gelegenheit gegeben werden sollte mit dm: Niäterie sich vertraut zu machen. Die ReichSwertzmvachssteuer sei für die Ge- meinden unannehmbar. DaS Gesetz enthalte nur Fallstricke. Am schädlichsten wirke der Passus, die Kommunen sollen 40 Proz. be- kommen, wenn die Landesgesetzgebung, in oiesem Falle der preußische Landtag, nichts anderes bestimmen. Gegen das Gesetz müsse alles gemeinsam ankämpfen. Genosse Bernstein betonte hierzu: An der Regierungs. Vorlage könne man lernen, wie man konfiszieren soll. Bei KonfiS» kationen habe man jedoch bestimmte Rechte und Prinzipien zu wahren, darauf verweise auch bereits Lassalle in seinem System der erworbenen Rechte. Es müsse ganz entschieden Verwahrung eingelegt werden, wenn versucht werden sollte, das Gesetz mit seinen Einseitigkeiten im Reichstage durchzupeitschen. Die Motive deS Gesetzes wollen nicht die Bauunternehmer erdrücken, sie sagen auS- drücklich der Grund und Boden ist zur Bebauung bestimmt. Die Regierungsvorlage enthalte Bestimmungen die eingehend unter- sucht werden müssen. Wenn das Reich unter der Schulden» last seufzt, dann nur durch eigene Schuld. Die Sozial- demokratie habe dem Reich wiederholt große Steuern angeboten, die Regierung habe sie abgelehnt. Die Erbschaftssteuer hätte dem Reiche Millionen eingebracht. Die Steuerpolitik deS Reiches sei grundsatzlos. Man sollte die kolossalen Rüstungen unterlassen in einer Zeit, wo daS Volk nur an Frieden denkt, dann wäre der chronischen Geldkalamität deS Reiches ein Ende gemacht. Durch Annahme einiger Zusatzauträge erhielt der Antrag folgende Fassung: „Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat. mit demselben Nachdruck und derselben Beschleunigung, mit der er seinerzeit die Einführung der Wertzuwachssteuer in Schöne- berg betrieben hat: 1. bei den gesetzgebenden Körperschaften für Beseitigung der die Kommunen so scbwer benachteiligenden Be- stimmungen vorstellig zu werden. 2. die in gleicher Lage befind- lichen Nachbarstädte zu gemeinsamen Vorgehen zu veran- lassen und 3. gegen die die bauliche Entwickelung SchönebergS auf das schwerste bedrohende Art der willkürlichen Festsetzung der Gewinne, der mangelhaften Anrechnungen der Aufwendungen deS Gewerbebetriebes und der übermäßig hohen Prozentsätze für kurze Besitzzeit, kurz gegen den gesamten Aufbau der Steuerordnung, die den unverdienten Wertzuwachs in der schonendsten Weis« zur Steuer heranzieht, während die gewerblichen Gewinne in einer Weise besteuert werden, daß die Bautätigkeit einen erheblichen Rückgang erfahren mutz, zu pro- testieren. Ferner soll Einspruch erhoben werden gegen die Bestimmung, daß der Landes gesetzgebung das Recht zu- stehen soll, über den Steueranteil der Kommunen zu verfügen." Der Antrag wurde einstimmig angenommen. In den Ausschuß für die Abänderung des Fluchtlinienplanes für die an der Wilmersdorfer Grenze gelegenen Straßen wurden die Stadwer- ordneten Genossen Bäumler und Fintel gewählt. Bewilligt wurden 14 000 M. zur A s phaltierung der Kolonnen st raße zwischen Herbert- imd Bahnst raße sowie der Anschlußstrecken zwischen Bahn- und Hauptstraße und in der Bahn- straße bis kurz hinter die Kreuzung der Straßenbahngleise. Ohne Debatte wurde der baulichen Erschließung des WestgeländeS und des anschließenden Geländes zwischen Ringbahn. Sponholzstraß« und Wannseebähn zugestimmt. Der Stadwerordnetenvorsteher Reinbacher begriindete dann noch einen Dringlichkeitsantrag, der die Ablehnung der Orts- zulagen der Lehrerschaft betraf. Vom Magistrat wurde erwidert, daß bereit? Klage gegen den Beschlutz erhoben worden ist. Damit ivurde die Versammlung geschloffen. In der letzten Sitzung der Gewerkschaftskommission wurde be» schloffen, die Versammlung für sämtliche Gewerkschaften am Sonn- tag, den 1. Niai. mittags 12 Uhr. in den„Neuen Rathaussälen" abzuhalten. Obwohl der 1. Mai auf einen Sonntag fällt, soll eine Kontrolle durchgeführt werden. Es haben daher alle Gewerkschafts. Mitglieder ihre Verbandsbücher mitzubringen und sie am Eingange des Saales zur Abstempelung vorzulegen. Sodann teilte der Ob- mann mit, daß zu der Allgemeinen Städtebauausstellung, die vom 1. bis 12. Juni in der Akademischen Hochschule zu Charlottenburg, Hardenbergstr. 33. stattfindet, den Gewerkschaften Eintrittskarten zu einem ermäßigten Preise von 30 Pf.(anstatt 1 M.) zur Verfügung gestellt werden, jedoch unter der Bedingung, daß eine be- stimmte Anzahl Karten entnommen werden. Da der Eintritts- preis ein geringer ist und die Ausstellung auch für die Arbeiter» schaft recht lehrreich und interessant sein dürfte, wird ersucht, von diesem Angebot regen Gebrauch zu machen und Bestellungen von Karten baldmöglichst an den Genossen K. Henkel. Wartburgstr. 42, gelangen zu lassen. Vom Genossen Schenk wurde auf den Verein „Arbeiterjugcndheim" hingewiesen, der seit 1. April 1910 besteht, und die Delegierten ersucht, Mitglieder des Vereins zu werden sowie dafür rege Propaganda unter ihren Arbeitskollegen zu machen. Der monatliche Beitrag beträgt 10 Pf. und Mitgliedskarten können beim Obmann der Kommission in Empfang genommen werden. Wilmersdorf. Vom Kampf gegen die kommunale Sozialpolitik. Die besitzende Klasse in Wilmersdorf zeichnet sich bekanntlich durch eine Feind- schaft gegen sozialpolitische Neuerungen aus, über die man an anderen Orten kein Wort mehr verliert. Wie arg eS in dieser Hinsicht bestellt ist, beweift ein Vorgang in der letzten Versamm. lung des Bezirksvereins Norden. Wir teilten vor einigen Wochen mit. daß mit Hilfe privater Spenden eine Krippe am Ort errichtet worden ist, zu deren Unterhaltung auch die Stadt einen Zuschuß leistet. Daß derartiges geschehen, und zwar in einer Weise, die über die Kahlheit der Armenversorgung um einiges hinausreicht, hat nach der Mitteilung des Vorsitzenden den Un- willen der Bürgerschaft erregt. Auch der Stadtverordnetenvor- steher Dr. Leidig hielt die Einrichtung für zu opulent. DaS sei eine verkehrt e Sozialpolitik. Die Stadtverordnetrn-Ver» sammlung, so sagte er nach den Mitteilungen der„Wilmersdorfer Zeitung", lehne es ab, sich in eine Art Humanitätsdusel hineinziehen zu lassen, obgleich fie jedem wirklichen Bedürfnis ein warmes Herz entgegenbringe. Magistrat und Wohlfahrtsdepu- tation feien in ihrer Mehrheit derselben Meinung. Man wird sich viese Worte für die kommenden Stadtverordnetenwahlen merken müssen, für die nobenher bemerkt, Herr Leidig und seine Gesinnungsgenossen der Sozialdemokratie auch in anderer Hin» ficht ja manches brauchbare Agitationsmaterial geliefert haben. Die Herren glaubten bisher, aus ihren Herzen keine Mördergrube machen zu brauchen, weil sie sich sagten, daß die Zusammensetzung der Bevölkerung die Wahl von Sozialdemokraten sehr schwierig mache. Bielleicht täuschen sie sich hierin. Auf alle Fälle aber zeigt sich, wie notwendig es ist, daß einige unserer Parteigenossen an der reaktionären Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung das dringend erforderliche Erziehungswerk vornehmen. Dir Aufsichtsbehörde hat dem HauShaltungSvvranschlag der Ge- meinde für daS Jahr 1910 die Genehmigung versagt, weil er einen nur 90proz. Kommunalsteuerzuschlag vorsiebt, obgleich man der Stadt bedeutet hatte, daß dieser Satz in diesem Jahre nicht genehmigt werbt« fSmit Wilmersdorf vi» wtmnehr den Klageweg beschretten. Steglitz-Friedenau. Die Arbetterschaft wird nochmals auf die heute, Sonntag, nach» mittags 2 Uhr, im„Rheinschloß" stattfindende FrühlingSfeier hin» gewiesen. Da der große Saal um Va6 Uhr geräumt werden mutz, werden die Parteigenossen und Genossinnen ersucht, pünktlich zur Stelle zu fem. Der Eintritt ist unentgeltlich. Der BildungSausschuß. Mariendorf-Südende. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung mit der Beschlußfassung über die Gültigkeit der Gemeindevertreter- Wahlen. Die Wahlen der sozialdemokratischen Vertreter, Genossen Weber und Habuleschke wurden debattelos für gültig erklärt. Habelnschke hat nachträglich die Annahme des Mandats abgelehnt, es muß daher für diesen Neuwahl stattfinden.— Die Wahl in der ersten Klasse wurde wegen eines formalen Verstoßes bei Vornahme der engeren Wahl kassiert.— Die Debatte über die Gültigkeit der Wahl in der zweiten Abteilung gestaltete sich recht interessant. Der bisherige Gemeindevertreter Otto, dessen Wiederwahl auf dem Spiele stand, argumentierte in seinem Protest gegen die Wahl seine» Gegenkandidaten mit überaus kleinlichen Mitteln. Der Protest bezog sich hauptsächlich auf die Gültigkeit abgegebener Papierstimmen und auf vermeintliche„Wahl- beeinflussung" durch Zuruf von dritter Seite deS richtigen Vor namens seines Gegenkandidaten. ES wurde zu diesem letzten Gegenstand des Protestes vom Gemeindevorsteher ausdrücklich be- tont, daß in einem solchen Zuruf leine Wahlbeeinflussung liege. Der Protest wurde zurückgewiesen und die Wahl deS Gegenkandidaten OttoS für gültig erklärt. Genosse Reichardt tritisterle, daß die Ver» tretung fich mit solchen Einsprüchen befassen müsse, die doch lediglich aus Mandatshascherei abzielen. Bor Eintritt in die Tagesordnung gab der Gemeindevorsteher daS Ergebnis deS ErmittelungS- Verfahrens gegen zwei Mariendorser Bürger belannt. die während eine» WirtShauSgespräches sich geäußert haben sollen, daß die Gemeindevertreter fich früher hätten Geld geben lassen, heute machten fie eS nur noch mit Baustellen. Die Zeugen» vernehinungen hätten aber nicht daS geringste zur Belastung der Angeschuldigten ergeben. Der Gemeindevertreter Schensch, auf dessen Mitteilung hin Strafantrag gestellt war, habe also wissentlich die Unwarheit gesagt, was auch in einem anderen Falle festgestellt worden ist, wo es sich um ein Gespräch über Gemeinde» aiigelegenheiten zwischen Schensch und dem Direktor der Terrain» gesellfchast gehandelt haben soll und eS fich herausgestellt hat, daß der Direktor den Herrn Sch. gar nicht kennt und nie gesprochen habe. Die Gemeindevertretung sprach öffentlich ihr Bedauern darüber auS, auf diese Denunziation gegen achtbare Martendorfer Bürger Straf» antrag gestellt zu haben und erwartet von Schensch, der wohlweis» sich der Siyung sern geblieben war, daß er sich wegen dieses Bor- komuuusses entschuldigt. Adlershof. Die letzte Gemeindevertretersttzung erklärte die Wahl des Genossen Horlitz in der 3. Abteilung für gültig. Gegen die Wahlen in der 2. Klasse: Fabrikbesitzer Lutze, und in der 1. Klasse: Kaufmann Bach und Apothekenbesitzer Dr. Franke, lagen Einsprüche vor; eS wurde die Ungültigkeit der Wahlen für Bach und Lutze aus» gesprochen. Die Wahl des Dr. Franke wurde für gültig erklärt. Der revidierte Voranschlag für daS jetzt laufende EtatSjahr hat auch jetzt nicht die Genehmigung des Kreisausschusses gefunden, trotzdem die Gemeindevertretung die Erhöhung des Kommunal- Zuschlages von 120 auf 130 Proz. und die Herabsetzung der Grund- wertsteuer für unbebauten Grundbesitz von 3 auf 2,3 Promille beschlossen hatte. Der Kreisausschuß verlangt, daß die Grund- wertsteuer für bebauten Grundbesitz von 4 auf 4,4 Promille erhöht und dafür die Steuer für unbebauten Grundbesitz von 2,3 auf 5,2 Promille ermäßigt wird. Trotzdem gegen eine derartige Heran- ziehung deS bebauten Grundbesitzes schwere Bedenken auch von unseren Genossen erhoben wurden, denn eine Besteuerung von 4 Promille kommt schon einer Besteuerung von 605 Proz. deS gemeinen Wertes gleich und wird von keiner anderen Vorort» gemeinde erhoben, wurde der Voranschlag entsprechend dem Ver» langen des Kreisausschusses festgesetzt. Dagegen stimmten die Ver» treter der 2. Abteilung. Unsere Genossen konnten um so mehr trotz der Bedenken für die Erhöhung der Grundwertsteuer für be» bauten Grundbesitz stimmen, da die Vertreter des Grundbesitzes, soweit sie in der 1. Abteilung resp. als Schöffen vertreten waren, ebenfalls dafür stimmten. Dem Forstfiskus werden dadurch bei zirka 100 000 M. Grundwertsteuer zirka 6900 M. Steuern erspart. Bei den vorgenommenen Ergänzung?- resp. Neuwahlen zu den einzelnen Kommissionen wurden von unseren Genossen refh. Ge- nosstnnen der Genosse Hildebrandt in die Etats- und Rcchnungs- prüfungskommlssion wieder- und Genossin Horlitz in die Armen» komnMion neugowählt. Damit tritt zum ersten Male eine Ge- nossin in den öffentlichen Gemeindedienst. Die Anlegung eines Promenadenweges rechts der Rudower Chaussee vom Eisenlmhn- Übergang bis zum Flugplatz soll auf dem billigsten Wege hergestellt werden, da sich die Flugplatzgesellschast weigert, zu den Kosten der Herrichtung. Unterhaltung und Beleuchtung beizutragen. Zwangsmittel stehen der Gemeinde nicht zu Gebote. Als Kosten sind zirka 2000 M. vorgesehen. Für die Alterszulagekasse der Lehrer und Lehrerinnen mußten 2228 M., desgleichen 207 M. für die Lehrerwitwen- und-Waisenkasse nachbewilligt werden. Unter „Geschäftliches" wurde vom Genossen Horlitz bemängelt, daß die Lohnauszahlungen an die Gemcindearbeiter nicht ordnungsmäßig erfolgen, sondern der Beauftragte, Techniker Krüger, die Arbeiter ungebührltch lange über ihre Arbeitszeit auf den Lohn warten lasse, und die Bitte der Arbeiter auf Abfertigung mit Schroffheit uni» HinauSweisen beantworte. Vom Gemeindevorsteher und dem an» wesenden Techniker wurde Abstellung der Mängel zugesagt. DeS- gleichen teilt« der Gemeindevorsteher mit, daß der Entwurf einer Lohn- und Arbeitsordnung für die Gemeindearbeiter auch noch unter seiner Amtszeit zur Beratung kommen soll. Schenkendorf-Zkrmnmsee. Bei der hier staitgcfundenen Nachwahl in der dritten Klasse siegte Genosse Wilhelm Möllendorf mit 20 gegen 16 bürgerliche Stimmen. Möllendorf war bereits am 21. Marz gewählt. Die Wahl wurde jedoch für ungültig erklärt in der Annahme, daß der Bürgerliche in der Nachwahl den Sieg über unseren Genossen davon» tragen würde. Damit sind die die Wahl für ungültig erklärenden bürgerlichen Vertreter mit dem Gemeindevorsteher gründlich rem- gefallen. Pankow. Wegen des schlechten Besuchs der letzten Sängerversammlung beruft der Vorstand des Gaues Berlin eine neue Versammlung zum Montag, den 25. April, abends 8>/„ Uhr, im Restaurant„Zum Kur- fürsten", Berliner Str. 102, ein. Die verein» sowie sangeslustige Parteigenossen werden ersucht, fich recht zahlreich und pünktttch an dieser Versammlung zu beteiligen. NowaweS. Den Tod auf den Schiene» fand gestern morgen die 17jZhrige Anna Fischer, die Tochter eines Eisenbahnunterbeamten auS Rowawes. Sie ließ fich bei Steinstücken auf der Strecke Potsdam— Berlin vom Zuge überfahren. Wahrscheinlich ist Liebeskummer das Motiv der Tat..__ Jugendderanstaltungeu. Tegel. Die zum 23. April er. geplante Versammlung des Vereins ..Iugenddeim' findet Umstände halber erst am 3. Mai er. t» Lokal von Klixpensteia, Spandauerlttahe. statt. OTocben-Spielplan der Berliner Cheater. Könial. Opernhaus. Sonntag: Pola. Nachm. L'/, Uhr: Die Neder. Mau». Wontag: Der Prophet. Dienstag: Tristan und Isolde.(Ansang 7 Uhr.) Mittwoch: Poia. Donnerstag: Die Hugenotten. Freitag: Polia Sonnabend: Der Prophet. Sonntag: Geschlossen. Königi. Schauspielhaus. Sonntag: Wie die Alten fungen. Montag: Strandtinder. Dienstag: Der Fanrilientag. Mittwoch: Bürgerlich und romantisch. Donnerstag: Wie die Allen sungen. Freitag: Bürgerlich und romantiich. Sonnabend: Wilhelm Teil. Sonntag: Bürgerlich und roman. tisch. Montag: Wie die Alten sungen. Neues töuigl. Lpern-Theater. Sonntag: Der drutschi König.(An> ang VI, Uhr.) Sonntag, den 1. Mai: Die Meistersinger von Nürnberg. ~iont>g: Samson und Dulila. Deutsches Theater. Sonntag: Der Widerspenstigen Zähmung. Montag: Die Braut von Mcssina. Dienstag und Mittwoch: Sumurun. Donnerstag: Die Braut von Messtna. Freitag: Sumurun. Sonnabend: Judith. Sonntag: Die Braut von Messtna. Montag: Faust. Deutsches Theater(K a m m e r s p i e l e). Sonntag und Montag: Sumurün.(Aasung 7'/, Uhr.) DtenStag und Mittwoch: Äawan. Donnerstag: Der gute König. Freitag und Sonnabend: Gawün. Sonntag: Ge- schlössen. Montag: Die Wiener Hölle. Lessing-Tbeater. Sonntag: Die Stützen der Gesellschast. Nachm. 8 Uhr: Rosenmontag. Montag: DaS Konzert. Dienstag: Der Biberpelz. MUtwoch: Das Konzert. Donnerstag: Kespenfter. Freitag und Sonn- abend: Das Konzert. Sonntag: Ein VoltSseind. Rachut. 3 Uhr t. Die Weber. Montag: Das Konzert. Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Pension Schöller. Abends bis aus weiteres: Taisun. Ansang 8 Uhr. Sonntag, den 1. Mai, nachm. 3 Uhr: Pension Schüller. Abends: Theodore u. Cie. Neues Theater. Sonntag und Montag: Die goldene Ritterzett. Dienstag: Der Bhilosoph von Sanssouci. Mittwoch und Donnerstag: Die goldene Ritterzeit. Freitag: Der Philosoph von Sanssouci. Sonnabend. Sonntag und Montag: Die goldene Rltterzeit. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Die Hochzeit der Sobeide. Wie er ihren Wann belog. Montag: Ernst fein. Dienstag: Die Rampe. Mittwoch: Der Herr Verteidiger. Donnerstag: Faust, l. Teil. Freitag: Die Hochzeit der Sobelide. Wie er ihren Mann belog. Sonnabendnach- mittag: Opernschule des Sterns wen Konservatoriums. Abends: Mirandolwa. Wie er ihren Mann belog. Sonntag: Der Flieger. Montag: Ernst sein. E Hebbel< Theater. Sonntag bis Mittwoch: Das Resthälchen.� Der rosch. Donnerstag: Konkurrenten. Freitag bis Montag: DaS Nesthäkchen. >er Frosch. Stomtiche Lper. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: DaS Tal der Liebe. AbendS: Zigeuuerliebe. Montag: Die Fledermaus. DtenStag: HoffmannS Erzählungen. Mittwoch: Zigeuuerliebe. Donnerstag: Pelleas und Mclisande. Freitag: Tiesland. Sonnabend: Pelleas und Mclisande. Sonntagnach- mittag 3 Uhr: Hossmanns Erzählungen. Abends: Ztgeunerliebe. Thalla-Theater. Sonntag und Montag: Die Dorskomtcsse. DtenStag und Mittwoch: Die Dollarprinzesfin. Donnerstag: Die Dorskomtcsse. Freilag: Die Dollarprinzesfin. Sonnabend: Novilälenabend. Sonntag und Montag: Unbestimmt. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Moral. Abends bis aus weiteres: Luruszug. Nächsten Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Moral. Abends: Luxuszug. Ansang abend» 8 Uhr. Thraier des Westens. Sountagnachmittag 3'/, Uhr: Ein Walzertraum. Abends bis aus weiteres: Die geschiedene Frau. Ansang 8 Uhr. Nächsten Sonnlagnachmittag 3'/, Uhr: Ein Walzcrtraum. Schiller-Thcaler O. Sountagnachmittag 3 Uhr: Viel Lärmen um Nichts. Abends: Die Katakomben. Montag: Woldsische. Dienstag: Die Katakomben. Mittwoch: Han» Lange. Donnerstag, Freitag und Sonn- abend: Die Kalalombcn. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Viel Lärmen um Nichts AbendS: Der Pfarrer von St. Georgen. Montag: Egmont. Schiller- Theater Eharlotienburg. Sountagnachmittag 3 Uhr: Der Meincidbauer. Abends und Montag: Goldene Herzen. Dienstag: Der Psarrer von St. Georgen. Mittwoch: Die Katakomben. Donnerstag und Freitag: Goldene Herzen. Sonnabend: Han» Lauge. Somttagnach- mittag 3 Uhr: Der Meineidbauer. AbendS: Die Katakomben. Moniag: Friedrich- WilhelmstädtlscheS Schauspielhaus. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Allabendlich: Alt-Heidelberg. Ansang 8 Uhr. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr! Di« Jungsrau von Orleans. Abends: Kavaliere. Bolksoprr. SonnlaanachmUtag 3'/, Uhr: Der Freischütz. Abend«: Margarete(Faust).(Ans. 8 Uhrü Montag: Rigolelto.(Ansang 8'/, Uhr.) Dienstag: Martha. Mittwoch: Der Troubadour. Donnerstag: Die Zauber- flöte. Freitag: Der Trompeter von Säckingen. Sonnabend: Margarete. Sonntagnachmittag 8'/, Uhr: Der Freischütz. Abends: Der Trompeter von Säckinge».(Ansang 8 Uhr.) Montag: La Traotata. Puisen-Thcater. Sonsttagnachmtttag 3 Uhr; Was Gott zusammen- sügt. Abends. Montag und Dienstag: Da« Gesetz des Herzens. Mittwoch: Geschlossen. DonnerSlag bi» Sonnabend: Die Wett ohne Männer. Sonn- tagnachmitlag 3 Uhr: WaS Gott zusammensügt. AbendS und Montag: Die Welt ohne Männer. Neues Operetten> Theater. Gomckagnachmittag 8 Uhr: Der Zigennerbaron. Allabendlich: Der Gras von Luxemburg. Ansang 8 Uhr. Nächsten Sountagnachmittag 3 Uhr: Der Zigeunerbaron. LustsPielbailS. Sonntagnachmitlag 3 Uhr- Der dunkle Punkt. All- abendlich: Das Leutnantsmündel. Ansang 3 Uhr. Nächsten Sonntagnach- msttag 3 Uhr: Der dunkle Punkt. Rose-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Teil. Abends bis Dienstag: Der Psarrer von Kttchseld. Mittwoch: Die Schule des Lebens. Donnerstag: Adelaide. Elzevir. Dienstboten. Freitag: Preciosa. Sonnabend: Der Psarer von Ktrchseld. Sonntag und Montag: Die Schule deS Lebens. Reiidenz-Theater. Allabendlich: Da» Nachtlicht. Ansang 3 Uhr. Noacks Theater. Sountagnachmittag 3 Uhr: Die Blinde von Parts. Werid«: Ali-Heideiberg. Ansang 81/, Uhr. Trianon- Theater. Sonntagnachmitwg 3 Uhr: Pariser Witwen. Allabendlich: Theodor« u. Tie. Ansang 3 Uhr. Nächsten Sonntagnach. mittag: Buridan» Esel. Kasino-Theater. Sonntagnachmittag i Uhr: TrudchenS Sommerreise. Allabendlich: Berlin bei Nacht. Ansang 8 Uhr. Gedr. Herrnfeld-Tdcater. Sountagnachmittag t Uhr: TW Rettung»- mittel. Eine Ucbergangsehe. Allabendlich: Wen» Zwei dasselbe tun. Ein starke« Stück. Ansang 8 Uhr. Apollv-Thcacrr. Allabendlich: In den Lasterhöhlen von San Francisco. Spezialitäten Ansang 3 Uhr. Palaft-Tbeater. Allabendlich: Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. FolicS Gaprice. Allabendlich: Herr Wasserkrops. Der Lustturner. Anfang 8'lt Uhr. Metropol- Theater. Allabendlich! Hallo l Die große Revue l Ansang 8 Uhr. Passage- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. SonntagnachmittagS 3 Uhr: Spezialitäten. Urania-Tdraler. Taubenftr. 48/49. Sonntag abends 8 Uhr: Im Firnenglanz de» Obercngadin. Montag: In den Dolomiten. Dienstag: Der Kinemalograph in der Wissenschast. Mittwoch: Kometen und Meteore. Donnerstag: Im Ftrnenglanz deS Oberengadtn. Freitag: Der Halleysche Komet. Sonnabend: Besuch von Huna» und Tschangscha. Sonntag! In den Dolomiten. Montag: Unbesttmmt. Ansang 8 Uhr. Sternwarte. Jnvalidenstr. öl— 82. Vermischtes. Die Meltausftellung in BrOITel wurde gestern morgen S Uhr vor einem geladenen Publikum feierlich eröffnet. Der herrschende Nebel und die zeitweilig niedergehenden Regenschauer ließen keine eigentliche Feststimmung aufkommen. Im allgemeinen macht die Ausstellung noch einen recht unfertigen Ein- druck, nur die deutsche Abteilung, die unter der Leitung deS Reichs» lommisfar» Albert steht, präsentiert ftcki in ziemlich fertiger Form. Minister Hubert bezeichnete bei der Eröffnung die deutsche Ab- teiiung al» einen Triumph und ein Beispiel für die anderen Nationen. Etwa 4000 Aussteller sind in der deutschen Ab- teilung vertreten z so mancher Fremde, der in den nächsten Monaten die deutsche Ausstellung besucht, wird sich verwundert fragen, wie eS ntöglich ist. einem großen Teil des Volkes, desien Arbeiter der» artige Wunderwerle der Technik schaffen, heute noch die polttischen Rechte vorzuenthalten._ Die Rückfahrt der Luftkreuzer verschöbe«. Die Fernfahrt der Kölner Luflkreuzer verläuft in ihrem zweiten Teile nicht so programmäßig wie sie vorgesehen war. Die Rückkehr sollte gestern vormittag erfolgen, die schlechte Witterung und der st a r k e Wind ließen aber ein Aufsleigen nicht ratsam er» scheinen. ES wurde daher der Befehl gegeben, daS Luftschiff M l zu demontieren und mit der Bahn nach Köln zurückzuschicken Ueber die Art des Rücktransportes der beiden anderen Luftschiffe ist man noch im Zweifel, vorläufig sollen fie noch nicht entleert werden. Z II hofft man nach Abflauen deS WindeS aus dem Luftivege zurückbesördern zu können, während P II wahlscheinlich auch mit der Eisenbahn transportiert wird._____ Fünfzehn Tage in einem Steinbruch begrabe«. Ein LS jähriger Arbeiter Namen« Henri Ponchat auS St Omen(Frantreich) war seit lS Tagen verschwunden und man nahm an. daß er daS Opfer eine« Unglücksalles geworden sei. Ein Zufall führte mm gestern nachmittag den Besitzer ausgedehnt« Steinbrüche in der Umgebung von St. Omen in einen abseits ge» legenen Steinbruch, in dem seit einiger Zeit nicht gearbeitet wird. Dort fand er den vermißten Arbeiter. Ponchain war in ein 17 Meter tiefes Loch gefallen und hatte hier IS Tage ohne Essen und Trinken zubringen müssen. Als er auf» gefunden wurde, zeigte er nur noch durch leises Atmen, daß er noch lebte!« wurde daraus sofort ins Krankeithaus geschafft, wo er sich in einem Zustand äußerster Schwäche befindet; doch hoffen die Aerzte ihn am Leben zu erhalten._ Zur Zuchthausstrafe begnadigt. Die Berliner Modistin Auguste Zobel, die aus Eifersucht im vorigen Jahre in Rostock die Opernsängerin Frida Berthpld erschoß und dafür wegen Mordes zum Tode verurteilt wurde, ist vom Großherzog von Mecklenburg begnadigt worden.— Wie wohl noch erinnerlich ist. unterhielt die Zobel mit dem Berliner Bankbeamten Waldemar Koch jahrelang Beziehungen; oieser hatte ihr auch die Ehe versprochen, verlobie sich aber inzwischen mit der Sängerin. In rasender Eifersucht fuhr die Zobel damals nach Rostock und verübte ein Revolverattentat an ihrer Rivalin, das deren sofortigen Tod herbeiführte. Eine Wasfereruption des Aetna. Ein eigenartiges Phänomen wurde, wie man auS Catania berichtet, bei der Aetnaeruption beobachtet. Aus dem Hauplkrat« er» hob sich eine große Aschensäule und zu gleicher Zeit hörte man ein dumpfes, lange anbaltendes, donnerähnlicheS Getöse. Plötzlich wurden große Wassermengen in die Luft ge» schleudert; aus der Luft stürzten die Waffer ins Tal hinab und bildeten hier einen kleinen Gießbach, der acht Meter breit und vierzig Zentimeter tief war. DaS tiefe und schlammige Wasser war ganz kalr. Innerhalb weniger Minute» durchlief eS mehr als IS Kilometer._ Kleine Notizen. Auf der Karlshütte tn Diedenhofen tippte ein mit Schlacken beladener Wagen um und erschlug zwei italienische Arbeiter.— Im Kaspischen Meere überfielen persische Seeräuber ein russisches Handelsschiff, erschlugen die Mannschaft und raubten das Schiff voll- ständig auS.— Der 18 jährige Deutsche Albert Wolter, der in RewJJork die tSjährige Ruth Wheeler ermordet und dann den Leichnam verbrannt hat. wurde vom Gericht zum Tode ver« urteilt.— In I a s s h(Rumänien) gebar ein elfjähriges Schulmädchen Zwillingei Mutter und Kinder starben bald nach der Geburt. Als Verführer des Kindes wurde ein Schul« l e h r e r verhaftet.— Auf den Kommandantnn bür Festung S ch l ü s s e l b u r g, den Major R y b i n s k y, verübte ein Polizei« beamler Janke witsch ein Revolverattentat, durch daS der Majot schwer verwundet wurde. Der Attentäter verweigerte die Angabe der Motive, die ihn zu der Tat veranlaßren.— Aus einem im Hafen von S i d n e y(Australien) eingelaufenen englischen Dampfer sind die schwarzen Pocken ausgebrochen. Bier Personen erlagen der Seuche. Zentral-Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Filiale R i x d o r s. Sonntag, 24. April, vorm. 10 Uhr. Milgliederocrsamm- lung bei Grieger. Lelsingstt. 9. Sozialdemokratischer Zentralwaftlveretn für den ReichStagS« Wahlkreis Arnswalde- Friedeberg, Ortsverein Berlin. Soimlag- nachmittag 3 Uhr: Mitgliederversammlung bei ihtmm, Tilsiter Str. 79. Allgemeine Familien-Sterdetasse. Heute von 3 dis S Uhr Zähl» tag Acknstr. 128 bei Wernicke und Marianiieiistr. 49 bei Ncumann. Kausmänniiche Kranken- und Sterbetasse von 1885.(E. H. 71.) DtenStag, den 26. April. abends 9 Uhr, im Restaurant A. Landrö, Stralauer Stt. 36/37: Sitzung. Zentral-Kranken- und Begräbniskasse für Frauen und Mädchen Teutschlands(E. H. 2S). Osicnbach a. M. VcrwattuiigSslelle Berlin ll. Heute Sonntagnachmittag 6 Uhr Veriammwng bei I. Satz. H niftr. 2. VerwaitungSslelle Berlin I: Montag, den 25. April, abcndS 8'/, Uhr: ...--....-- gx,ut-r 16(Saal«, »Neroenlrant» Hauptversammlung im GeiverkschaslShauS, Engcluser 15(Saal Vortrag de» Nervenarzte» Herrn Dr. Plegner über"" Helten". Rofweln Dessart Wein für Blutarme Kranke Fl.1,50 u.2M. üb«r«JI htbCB KLCIN6 KIQS Tflrk,T«bafc-a Clgaretton-Fabrlk„Klo»" o C. Roberl Böhme, Dresden. -CIGARETTE 2?&. 3?pia. Berliner||IR-TrU. Felix Scheuer%P Sttalsmidersif 1 „Sciiweizerhof" Meierei und Milch- Kuranstalt liefert VollmilcLKimlerinilcli za jeder Tageszeit fref Haue za den üblichen Preisen. Lieferant der Konsumgenosenneohaft Berlin und Umgegend. 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Man muß nur vorsichtig sein beim Einkauf, weil in letzter Zeit viel Nachahmungen angepriesen werden Kathreiners Malzkasfee ist nur echt in geschlossenen Paketen mit Bild des Pfarrers Kneipp. BbreMll ist ein»arte«, reineS Gesicht, rosige«, jugendkrisches Aussehen, weiße» sammeweiche Haut und schöner Teint. Alle» dies erzeugt die echte SteckenpferÄ-LUienmUcb-Seife von Kergmann Sc Nadedent. ä Stück Ü0 Pf. überall zu haben. Vorjährige hochelegante 60/17» Uhren, I Goldwaren in beeter Ausführung >u billigsten Freisen rreiellslc umsonst und portofrei S. Kretsülmer, N Ä®,*.« k Gneisen auslraße 10,, J 8. Oma, billigste a. beste{ Bezugsquelle für• JlKSbeljeder jlri| r Kassa und Teilzahlung. Kredit Monatl. 10 M. liesere i.TMp«io*skl,|ÄÄ' = Kasse 10 Proz. Rabatt.... ß/e Harnleiden Ibre Oefobren, Verhfltung und Beseitigung von J>r. med. Schnper, BERLIN- Preis I Mark. ■ lies tausend> Kartoffeln weifte gute. rote Ztr. 2,30. lllsgi»,«, Ztr. 2,00 1 "ett i ab Kahn. 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Sie fiitifttfifte SürcrtiftimS« N»de» Sitibenftrafte Nr. 69, bor» bier Trebbe»— Aabrftuhl�, iooibriltägliib bon?t>/, dt??>/z Ildr ab-uvs statt. Aedcr»lniran? ist rill Buibslabt und eine Znbl al» Merkzeichen beizufügen. Briefliche Slutwor, wird Vicht erteil«. Eilige Fragen trage won in der Evrrchkiuude vor. Ä. St. I. Tic Frage läßt sich nur'lach Einsicht in den MictSvertrag veaniworten.— M. iL. 1. Der Mann kann nach Rechtskraft des Urteils, die Frau nach Ablauf von zehn Monaten, gerechnet von der RcchtSkrast des Urteils, wieder heiraten.— R. B. S«. Ihr Kollege ist u. E. nnteils- berechtigt, auch wenn er seinen Teil des Beitrags nicht bezahlt; den letzteren können Sie eventuell im Klagewcge einsordern.—_ P. H. 4. Zentral« Kranken- und Begräbniskassc sür Frauen und Mädchen, Vorsitzender: 23. Hinz, Prinzenslr. 66.— V. Ä. 760. 2s-Ps.-Marke, da der ortsübliche Tagelohn erhöht worden ist.— lll. St. IS. l. Benennen Sie Zeugen dasür. daß das Kind am U. die Schule besucht hat. 2. und 3. Wir sind der Meinung, dag die Sachlage sür Sie günstig ist.— E. F. K. 566. Sie sind zur Nücksorderung der Photographien nicht berechtigt.— ig. 8. 11. Fragen Sie bei der Stistungsdeputation des Magistrats an.— I. St. 13. Soweit ersichtlich, haben sie die allgemeinen polizeilichen Besugnisse sür grögere als die in anderen Landesteilcn üblichen Bezirke. Solche sind zu einem Distrikt vereinigt.— Nied er- Schöneweide. 1. Nein. 2. Fa. — F. B. 36. Die Angehörigen der zur Uebung Eingezogenen erhalten Unterstützung ans Gemcindemitteln, die Ebesrau in Höhe von 36 Vroz., jedes Kind in Höhe von 16 Proz. des ortsüblichen Tagelohns, jedoch zu- 1 iammen nicht über 66 Proz. Für den Landkreis Katlowitz beträgt der orls- .�bliche Tagelohn 2.25 M., so datz in Ihrem Falle bei einer lltägigen ' Uebung 14X2,25 M., davon 46 Proz., also 12,66 M. zu zahlen sind. Be- schweren Sic sich bei dem Landratsamt.— Elise 3. Unseres Erachtcns besteht lein Anspruch des P., wenn er zur Zeit der TcstamentSeröfsiiung von der Verpsändung Kenntnis gehabt bat.— Sparverei». 1. Nein. 2. Ja, sosern Tagung über die Polizeistunde hinaus erfolgen soll — 9)1. C. 33. 1. Ihre Anfrage ist im Briefkasten der Nummer vom 19. ffliirz unter R. C. Ohio 23 heantwortet. Wir bitten Sie und andere Frage st eller in Zukunit, wenn Anfragen air den B rieska st cn gerichtet werden, die Slntworten auch a u s m e r k s a m z u l c s c n. 2. Die von Ihnen bezeichnete Behandlung?- weise halten wir sür nutzlos. Der kgl. Taubstuminenlchrer C. Lenz, Hasen- Heide 26, erteilt, auch evcnt. unentgeltlich, Sprcchuntciricht sür«lotlerndc. Melden Sie sich bei demselben.— G. V. Coesfeld. 1. Ja. 2. Seit 1. Ottober 1909 kein Infanterieregiment, Wohl aher seit demselben Zeitpunkt das Hannoversche Jäger-Bataillon Nr. 10.— H. S. 18. Sie sind bezugs- berechtigt. Klagen Sie bei der Aufsichtsbehörde lMagistrat).— 8. Z. 166. 1. Ja, zu'/«. 2. Zurzeit nicht, erst nach dem Ableben.— I. D. Wenden Sie sich bitte mit einer 2lnsrage an den Deutschen sozialdemokratischen Lese- llub in Paris, Rue de Valois.— Nixdorf 70. 1. Das Gesetz verpslichtet den Unternehmer zur Fortzablung des Lohnes bei einer Uebung sür eine Verhältnis- mägig nicht erhebliche Zeit. In Ihrem Falle würden wir die vcrabredetcKündi- gungszeit— 4 Wochen— als vcrhältnismäsiig nicht erhebliche Zeit erachten und einen Lohnansprnch sür diese Zeit als begründet erachten. 2. Die Ge- scllschast kann ohne Angabe eines Grundes kündigen. 3. Fragen Sie bei der GewerkschastStommission, Engelufcr 15 an.— K. B. Die gcnminte Straftat verjährt in>3 Jahren. Jede Handlung des Richters, welche wegen der Tat gegen den Täler gerichtet ist, unterbricht die'Verjährung — E. W. 73. Wir halten ciitc Klage aus angemessene Entlohnung sür die Kündigungsdauer— bis 1. Juli— sür durchsührbar. Zuständig ist daS Käusinanusgericht.— O. 8. Der Antrag uni Ausnahme als .Hebainmenschüleiiu ist au das Polizeipräsidium zurichten. Die Schülerinnen sollen für den Hcbanimeiibcrus„körperlich und geistig wohl besähigt", ins- hesondere des Lesens und Schreibens kundig sein. Eine bestimmte Größe oder Figur ist nicht»rsorderlich. Es ersolgt vor der Zulassung eine Unter- suchung und Prüfung durch den Bezirksphnsikus. Der Kursus dauert sechs Monate und verursacht ctiva 300 M. Kosten. Bis zur Anstellung als Heb- ammc vergehen etwa drei Jahre. Aufnahme ersolgt nur, wenn Sic noch nicht 30 Jahre alt sind.— O. Sch. 68. 1. Der Termin muß lvahr- genommen und eingewendet werden, daß der neue Mieter den Mietszins gezahlt hat. 2. Wir den Einwand durch Zeugnis des neuen Mielers vor« ziehen: Nein. ßrlefkaften der 6xpedit(on. Patienten in Beelitz, Buch und andere» Heilstütle«. 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Frau Hartmann._____+22 Freundliche Schlafstelle Urban» stratze 94, Hos III, bei Kulaczewicz. Freundliche Schlasstelle(Herr oder Dame) KarlSgarienstratze 15, I. Schlafstelle sür Herren vermietet Witwe Billbardt, Barnimstratze 9, IV. 'Anständige Schlafstelle. zwei Herren oder Damen, Richter, Kolonie- stratze 122._ 18186 Junger Mann findet Schlasstelle, sogleich oder Ersten. Witwe Schmock, Schwedterstraße 229, vorn IV._ �Schlafstelle. Herrn. Dresdener. sttatze 10, Hos HI, Peinert. 18Z5b Möblierte Schlasstelle(separat), Gartenausstcht, Manieuffelstratze 11, Ouergebäude IV, Köhler. 18206 Möblierte Schlässlcöe Marien- dorserstratze 11, vorn II, Mille. Gut möblierte Schlafstelle. Herrn, Frau Wache, Lrandenburgstraße 80, Hos. 18196 Freundlich möblierte Schlasstelle sür Herrn, Krüger, Gitschinerslr. 79. parterre, 1808b Schlafstelle zu vermieten Möckern- stratze 81, vorn IV7_ 1826b — M ö blierte- Schlasstelle an»Bor- würts-Icser Krautstraße 24, vorn II. Schlafstelle für zwei Herren Markusstratze 18, Ausgang 7, 2 Treppen links.+32 Schlafstelle bei Niische, Palisaden- stratze 21, vorn II._+32 — Nnständige Schlasstelle, einen, auch zwei Herren, Frau Mielle, Königs- bergerstratze 7._+32 Möblierte Schlasstelle. sauber, bei Günther, Memelerstratze 34, vorn. Möblierte Schlasstelle vermietet friedenstratze 59. vorn III rechts, tingang Koppcnstratze.+32 Saubere möblierte Schlasstelle bei Frau Schufft, Holzmarllstratze 13. Schlafstelle vermietet an„Vorwärts"« Icser Görke. Kirchsttatze 7.+50 Freundliche Schlafstelle vermietet Holz, Wendenstratze 2, vorn 4 Treppen (Görlitzer Bahnhof).+6 �Möblierte Schlasstelle. Ballon, vermietet Schäfer, Panniersttatze 15. Ouergebäude I, Rixdors._+104 Möblierte Schlafstelle für zwei Herren. Luxemburgersttatze 33. vorn IV links._+82 Möblierte Schlasstelle sür zwei Ferren. Bätzler,«chönleinsttatze 26, �linls.__+118 Möbliert« Schlasstelle sür Herrn. EberSwalbersttatze 23, vom IV. Conrad.+74 Möblierte Schlafstelle bei Jentsch Slalitzerstratze 29», vorn III.+22 Möblierte Schlasstelle für Herrn (11 Mark). Slalitzerstratze 17, vorn IV links.+22 Schlafstelle, freundlich, Balkon. Moranz, Danzigerstratze 67, vom IV. Schlafstelle, insektensrei, für»inen oder zwei Herren. Tietze, Bärwald- stratze 40, Hos parterre._+86 Freundliche Schlasstelle für Herr» oder Dame. Göbcnstratze 9, linker Seitenflügel III. Klötzel.____+68 Freundliche Schlasstelle bei Schmidt, Rixdors, Mainzersttatze 43, Hos II._+104 Angenehme schlasstelle findet Herr. Eingang separat. Borowski, Manteuffelstratze 13, vom IV.+22 Saubere Schlafstelle. Kleisberg, Rixdors, Reuterstratze 75, Hos II. Möblierte Schlafstelle sür Herren, separat, Palisadenstratze 11, vorn 1 Treppe. Ring._ 1856b Möblierte Schlasstelle, 2 Herren, Rhcinsbergcrstratze 12. Frenze!.+6? Möblierte Schlasstelle, Wanzen- frei, Reicheiibergerstraße 159, vorn parterre.__+22 Möblierte Schlafstelle vermietet Schnur, Wrangelstratze 16.__+22 Freundliche Schlasstelle", Frau Hanisch, Höchstestratze 21, II. 18546 Schlafstelle sür Fräulein Stral- sunderstratze 39, Westphal.+67 Schlafstelle vermietet Adalbert- stratze 17, Polz.+22 Schlafstelle, möblierte, zu ver- mieten. Heuckeroth, Manteuffelftt. 48. vorn IV.+22 Schlafstelle bei Witwe Weser. Wrangelstratze LS, vom III.+22 Möblierte Schlafstelle sür zwei Serren oder Damen vermietet Schroeder, Wilmersdorf, Mainzer- stratze 26, am Kaiserplatz. 186/10 Schlafstelle ocrmietelFrauKräger, Krautsttatze 22, vom II. 1366b Sauber möblierte Schlasstelle Krautsttatze 33, HL Hehn+147 Älleinige möblierte Schlasstelle Engeluser 10, I.+120 Gute Schlasstelle, Bäcker oder Handwerker, der am Tage schläst, bei Kollegen. Oranienstratze 176, vorn IH link». 1860b Freundliche Schlafstelle, Witwe Plöger, Markgraseiistratze 5, Hos IV. l /Nielsgesuche. Kleines, einfach möblierte« Zimmer, allein, im Süden sucht Herr. Offerten mit Preis inkl unter G. F. Spedition Prinzenstratze 31._ 18326 Redakteur gefacht! An der„Pfalzische« Post" in Ludwtgshafen a. Rh. ist die Stelle des leitciide» Rrdullteiirs bis zum 1. Juli er. neu zu besetzen. Reflektanten wollen ihre Gesuche, mit Gehaltsanfprüchcn versehen» bis spätestens 7. Mai an die Adresse* Triedrich Profit, partkistkretSr m Fudivigshchu Maxstrafte SS» Stb.» einschicken. �rdeitsmarkt. Stellengesuche. Junger Mann, 25, sucht dauernd« Stellung, gleichviel welcher Art. R. 5 Postamt 34. 18386 Stellenangebote. Bildhauer der Anttagarbeit macht, verlangt sosort, Görschsttatze 41, Pankow.__+150* Glasbläser, geübt aus Röntgen- röhren, gesucht. Heinz Bauer, Lützow- stratze IOC.__ 49/16� Lehrling, Buchbinderei, Hand» und Pretzvergolder. Faien, Krausen» stratze 31._ 18466 Arbeitsburschen sürSieindruckerei suchen Friedeivald u. Frick, Neander» stratze 4._ 18476 Furnierer und Putzer aus Holz» leinen verlangt Goldletstensabrik Reichenbergerstratze 83. 18426 Formt rlrhrling verlangt Metall- gietzerei Neuenburgerstratze 18. 18416 Gürtlerlehrliug aus seine Bronze. waren verlangt Wols, Fürsten sir atze 7. Tüchi i genSi Ibe r drück er verlangt Peiersseidt, Hollmannilratze iO. 1823b Hausreiniqung vergibt Sonntag zwischen 10 und 11 Ludwig. Frucht- stratze 62, Hos, Kontor._ 50/7 Junge Leute, die sich eigne», Privatleute zu besuchen, werden bei gutem Verdienst oerlangt. Zu er» stagen Zippan, Putbuserstratze 22. Neuheit, Händler sür Maipost- karten gesucht. Friedrichstr. 37a, III. Märmorschletfer verlangt Janctzke. Nostizslratze 24.___+86 Invalide oder Fl au zum Milch. austragen 6 bis 8 früh, monatlich 18 Mark. Lent. Lützow-User 14. — Rahmenzuschncider aus Holz- photographierahmen sosort oder später sür dauernd gesucht. Giesen. Borchardt, ZIdalbertstratze 20._ 51)3 -Untversalfräsmaschine. 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Fi uchtstratze 6?, Hof, Kontor. 60/15 Zeitungsfrauen werden verlangt Schiffbauerdamm 1. 50/1* Im Arbritsmarkt durch befoudereu Druck hervorgehobene Anzeigen kosten EO Pf. die Zeile. Tüchtig- Glasbläser und Pumper aui Röntgenröhren für Hamburg ge- sucht, ebensolche sür London. Engl Sprachkeimtnilse erwünschl, jedoch nicht Bedingung. V. II. 1'. ZKHIvr, Röntgenröhrensabrk, Hamburg 6.* Händler gesucht sür Vanille und MuSkawüsie. hoher Berdienft. Vi. tung, Düsseldorf 16. Sievere exislen?» Gut emps. Herren aus allen Berusskreisen, welche sich dem BersicherungSsach widmen wollen und per 15. Mai 1910 aus An- stellnng mit festem Gehalt reflektieren, belieben Offerten mii Lebenslauf unt. E. 8318 an Daabe& Co., Berlin 8W. 19, einzusenden. 186)9 Achtung! Holzarbeiter Wegen Streik und Tissereuzen find gesperrt: Bautischleret Herzog. Sieglitz, Handseiystt. 52. Möbeltischlerei Griitzke. Gntsche ». Co., Romintener Stt. 21. Möbeltischlerei Schessler» Box» Hagener Str. 31a. 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