Dr. 97. Bbonnements-Rcdingungcn: WonnemcntS- Preis pränumerando! Wicrleljährl. 3£0 SKI., monatl. 1,10 MI.. wöchenllich 28 Pfg. frei ins HauS. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- nunimer viit illufiricrier Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Pojt- Ilbonnemcnl: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zcitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. PoslabonnemcntS nehmen an: Belgien, Dänemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 37. Jahrg. «Meint»glich außer Montag«. Vevlinev Volksblnkt. vie snlertisng'Sedllh? beträgt für die fechSgespaltene Kolonel- gelle oder deren Raum 50 Pfg,, für politische und gewcrlschastliche Vereins- Und BersammlungS-Anzeigen 80 Pfg, „Ulelne Anreisen", das erste(feit- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- stcllcn-Anzcigcn das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Jiiserate für die nächste Nummer müssen bis SllhrnachmittagSindcr Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöfsnct. Telegramm-Adresse: „Sezlaldeinolirat kerlio". Zcntralorgan der fozialdemokrati rcheti parte« Deutfcbtande. Redaktion s 8 Tl. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. IS8Z. ver Protest der Arbeit! Zwei Millionen Köpfe, ein Wille! Nicht der Wille zu betteln, sondern zu fordern und, wenn es sein muß. für die berechtigten Forderungen der arbeitenden Bevölkerung energisch zu kämpfen, das war der Geist, der die Verhand- lungen auf dem außerordentlichen Gewerkschaftskongreß be- herrschte. Die Vertreter der frei organisierten Arbeiter haben gestern und heute der Oeffentlichteit die Forderungen der Arbeiter unterbreitet, die sie an die Reichsversicherungs- ordnung stellen. Nicht Wohltaten heischt man! Als Recht für die Besitzlosen, für die lediglich auf den Ertrag ihrer Arbeit Angewiesenen verlangte die Arbeitcrvertretung eine den sozialen Bedürfnissen, der technischen und wirtschaftlichen Entwickelung angepaßte Sozialpolitik. Sozialpolitik als Selbstzweckl Bei der Kritik des Reichsversicherungsentwurfs fand das kleinliche bureaukratische Bestreben der Regierung, die Sozial- Politik zu einem Wohlfahrtsknebel zu degradieren, grelle Beleuchtung. Die soziale Gesetzgebung soll mehr und mehr ein Instrument zur Erhöhung der Abhängigkeit der Arbeiter von Scharfmachertücke und Regierungsgnaden werden. Das ist das Motiv, das aus dem Regierungsentwurf viel- fach hervorleuchtet. Das wußten die sachkundigen Rc- ferenten trefflich zu schildern. Aus der Fülle ihrer praktischen Erfahrung schöpfend, erbrachten sie den Nach- weis, daß in materieller Beziehung die bestehenden Gesetze weit hinter den dringendsten Bedürfnissen zurück- bleiben und der Regierungsentwurf diesem Mangel bei weitem nicht abhilft. Sic zeigten an der Verwaltungspraxis in der Sozialversicherung, wie Engherzigkeit und mangelndes soziales Verständnis den Versicherten oft noch von dem bißchen Unterstützung, das zu gewähren das Gesetz erlaubt, ein gut Stück entreißt. Und nun will man den Arbeitern auch noch das Selbstverwaltungsrecht schmälern oder gar ganz nehmen. damit der Scharfmacherwille un- gehindert auch in den Krankenkassen sich austoben kann! Den Gnwand, man wolle durch die Halbierung der Verwaltung die Kassen von dem Einflüsse der Sozial- demokratie befreien, charakterisierte Genosse Fräßdorf als Heuchelei. In Wirklichkeit konime es den Vätern und in- tellektuellen Urhebern der Halbierung der Beiträge und der Verwaltung darauf an, einen weiteren Ausbau der Kassen- leistungen über den Rahmen der gesetzlichen Mindestunter- stützung hinaus zu verhindern. Die sogenannte Halbierung liefere die tatsächliche Herrschaft in der Verwaltung den Unternehmern aus. Mit dieser„Reform" werde der fort- schrittlichen Entwickelung der Kassen ein Hemmschuh angelegt. — Hier tritt der antisoziale Geist des Regierungs« cntwurfes sinnenfällig in die Erscheinung. Aber ein Sieg der Scharfmacher in dieser Richtung drückt der Arbeiterschaft eine Waffe in die Hand, an die man nicht gedacht. Angeblich um die Rechte und Pflichten gleichmäßig zu verteilen, sollen nach dem Entwürfe der Regierung für die gukunst die Beiträge je zur Hälfte von den Arbeitern und nternehmern geleistet werden, und in gleicher Weise die beiden Parteien je zur Hälfte die Verwaltung besetzen. Bisher zahlen die Arbeiter 2U der Beiträge und sind sie in derselben Pro- Portion auch an der Verwaltung beteiligt. Für das Linsen- gericht vernnndertcr Beitragslast wollen die Unternehmer nun die Verwaltung an sich reißen. Daß sie unter dem Vorsitz eines sogenannten Unparteiischen, den der Entwurf vorsieht, tatsächlich das Heft in Hünden halten, daran kann im Staate der gottgewollten Abhängigkeiten kein Mensch zweifeln. Und doch: Die Rechnung der Scharfmacher hat ein Loch! Ihr Sieg wird die Gcwcrkschaftskassen mit Munition füllen! Gestern berichteten wir bereits über einen Antrag, der die Gewerkschaftsmitglieder verpflichtet, falls die erwähnte Halbierung Gesetz wird, die ersparten Beiträge als K r i e g s- fonds an die Gewerkschaftskasse abzuführen. Der Antrag fand heute einstimmige Annahme. Und dieser Be- schluß wird im Lande sicherlich mit großer Genugtuung auf- genommen werden. Es gibt noch Ironie in der Welt- geschichtet.Die Scharfmacher im Bunde mit der Regierung als Füller der Gewerkschaftskassen: wahrlich ein Schauspiel für Götter! Den ersten Tag der Verhandlungen nahmen Referate in Anspruch, deren Inhalt nicht ohne Eindruck, wenn auch bei dem bekannten Verhältnis zwischen Großindustrie und Re- gierung auf diese. vielleicht ohne wohltätige Wirkung bleiben wird. Heute erstattete Genosse Lesche noch ein Referat über die Hinterbliebenenvcrsichcruug. Das Pflaster, das man dem Volke nach dem Raubzuge der Reichsfinanzrcform mit der sogen. Witwen- und Waiscnversicherung biete, sei winzig klein. Wenn die Unternehmer zahlungslustig seien, bei der Invalidenversicherung sollten sie das betätigen. In der folgenden Diskussion trugen Prakttker der Arbeiterversicherung aus den verschiedensten Gewerben Klagen vor, berichteten über schikanöse Behandlung kranker und invalider Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Bureauangestellten protestierten da- daß man sie aus polittschen Erwägungen aus em Rahmen der allgemeinen Versicherung herausheben will, uni zwischen ihnen und der Handarbciterschaft einen sozialen Unterschied zu konstruieren, was natürlich im Interesse des Unternehmertums geschehen soll. Die Landarbeiter und die Dienstboten ließen durch ihre Vertteter völlige Gleich- stellung mit den gewerblichen Arbeitern verlangen. Mit der Junkerliebesgabe in der Sozialgesetzgebung soll aufgeräumt werden. Die Bergleute protestierten gegen das Zwergkassen- wesen und die vielfach noch vorhandene öffentliche Wahl der Vertteter in der Knappschaft, während die Hausgewerbe- tteibenden die Zuweisung in die Landkassen ablehnen. In seinem Schlußwort konnte Genosse Bauer kon- statieren, daß nnt Ausnahme einer mehr formalen Mei- nungsverschiedcnheit, die das Knappschaftswesen betrifft, unter den Kongreßteilnehmern vollständige Ein- mütigkeit herrsche. Die vorliegenden Anträge und Resolutionen fanden ohne Widerspruch Annahme. Be- sonderer Beifall folgte der einstimmigen Annahme der die Stärkung des gewerkschaftlichen Kriegsfonds aus ersparten Krankcnkasscnbciträgen fordernden Resolution. Genosse Legten hob in seinem Schlußwort noch hervor, daß die Aktion zur Bildung dieses Fonds nicht etwa als Demonstration gedacht sei, sondern dem f e st e n Willen entsprungen sei, durch Stärkung der Kriegskasse die Kampffähigkeit der Gewerkschaften zu erhöhen. Nochmals unterstrich er, und zwar unter lebhaftem Beifall der Kongreß- tcilnehmer, die schon am ersten Verhandlungstage durch Annahme einer Resolution bekundete Solidarität der Gesamt arbeiterschaft mit den Bauarbeitern. Diese kämpften nicht lediglich für ihre besonderen Berufsinteressen, sondern in ganz hervorragendem Maße für die gewerkschaftliche Forde� rung der Gleichberechtigung! Ein freudiges Bravo löste die Erklärung Legiens aus, der Parteivorstand lasse mitteilen, daß er, von dem gleichen Gedanken getragen wie die Ge Werkschaftsvorstände, beschlossen habe, an die Parteimitglieder, die nicht durch gewerkschaftliche Zugehörigkeit zu Zahlungen verpflichtet sind, eine Aufforderung zu erlassen, den Kampf der Bauarbeiter als den ihrigen zu betrachten, den Ausgesperrten moralische und materielle Solidarität zu bekunden. Daß übrigens keine andere Partei als die Sozialdemokratie die Interessen der Arbeiter vertrete, für des Volkes Wohl kämpfe, das könne man, wie bei jeder anderen Gelegenheit, auch jetzt wieder erkennen. Im Ausklang seines Schlußwortes konstatierte Legien, daß in der Arbeiterbewegung zwar zwei getrennte Organi sationen beständen, die wirtschaftliche und die politische, daß aber die beiden Körper ein Geist, ein Wille beseele, den, dem sozialen Fortschritt zu dienen. Und jubelnd stimmten die An- wesenden ein in das Hoch auf diese Einheit, auf die Gesamt- arbeiterbewegung, und auf die kämpfende Bauarbeiterschaft. Mit dieser Tagung ist natürlich der Protest der Arbeiter- schaft gegen die Rückwärtsreform nicht erledigt. Schon in allernächster Zeit wird man sich allerorts mit dem Scharf- macherentwurf beschäftigen: aus Tausenden von Versamm- lungen und Kundgebungen wird der Regierung die Ent- rüstung des werktätigen Proletariats entgegenschallen. An dieser Protestbewegung werden sich auch die Ortskranken- kassen durch Einberufung besonderer Bezirkskonfercnzen be- teiligen. Wahrscheinlich werden sie auch noch, vor der zweiten Lesung des Entwurfs, einen Sonderkongreß einberufen. Das deutsche Proletariat wird zeigen, daß es sich nicht knebeln läßt, daß es versteht, für seine Interessen zu kämpfen! Zwilchen Leben und Sterben. Am Donnerstag wird im Herrenhaus die Entscheidung über den WahlrechtSwechselbalg fallen. Es gibt Politiker, die doS Jammergefchöpf siusoweniglebensfähig Halten, daß es nicht lebend an daS Abgeordneten- Haus zurückkommen werde. In der Tat haben ja, wie auch der so- eben herausgekommene Bericht der Herrenhauskommission beweist. nicbt nur Vertreter der Mittelparteien erklärt, daß sie die Borlage unmöglich in der von der Kommission beschlossenen Fassung an« nehmen könnten, sondern auch konservative Mitglieder haben damit gedroht, daß ein Teil der konservativen Partei gegen die Vorlage stimmen werde, wenn nicht mindestens, wie durch die geplante Zwei- drittelmehrheit, Garantien gegen eine fernere Weitercntwickelung nach links geschaffen würden. ES fragt sich also, ob daS Herrenhaus die Reform in der ihr von der Kommission verliehenen Fassung akzeptieren wird, sei eS auch mit etlichen weiteren unbeträchrlichen Modifikationen, oder ob man das Gesetz überhaupt scheitern lassen wird. Die Regierung selbst hat die Hoffnung offenbar noch nicht aufgegeben. Auch im Plenum wird sicherlich Herr v. Bethinann Hollwcg noch einmal alles aufbieten, um in Sachen der Steuerdrittelung Zu- Geständnisse durchzudrücken, die auch von den National- liberalen akzeptiert werden können. Als solch erwünschte Kon- zession an die Nationalliberalen hat ja der Ministerpräsident den Antrag bezeichnet, nach dem in Orten bis zu 20 000 Einwohnern Gemeindedrittelung, in größeren Orten Drittelungsbezirke von 10—20 000 Einwohnern vorgesehen waren. Bekanntlich hat die Kommission beschlossen, daß die Drittelungsbezirke im Maximum öOOO Einwohner umfassen dürfen. Bleibt dieser Beschluß bestehen, so wird sich zwar möglicherweise daS Zenttum mit ihm abfinden, dagegen dürften die Nationalliberalen in dieser Vergrößerung der Drittelungsbezirke nur ein so bedeutungsloses Entgegenkommen er- blicken, daß sie deshalb ihre bisherige Stellungnahme zu dem Gesetz kaum einer Revision unterziehen würden. Die Zentrumspresse beschwert sich nun entrüstet über die Haltung des Ministerpräsidenten, der danach trachte, absolut auch die Nationalliberalen für das Gesetz zu gewinnen, obwohl doch die Expedition: 8Tl. 68, I»indenstrasse 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. IS8I» blauschwarze Majorität zum Zustandebringen der Reform genüge. Diese Taktik Bethmann HollwegS bedeute eine schwere Kränkung des Zentrums, das der Ministerpräsident wohl nicht für voll ansehe. Trotzdem auch die agrarische Presse in die Beschwerde» des Zentrums mit einstimmt und sich über Bethmann Hollwegsche Blockgelüste entrüstet, ist doch die Taktik deS Ministerpräsidenten offen- sichtlich nur von dem Bestreben geleitet, mit Hilfe aller größeren bürgerlichen Patteien eine Reform zustande zu bringen, die daS reaktionäre Gebäude deS preußischen Wahlrechts standfester zu machen geeignet sei. Sagte doch nach dem Bericht auch der Minister drS Innern:„Nur wenn die Reform das Ergebnis der Mit» arbeit der ausschlaggebenden Parteien sei, würde sie daS Dreiklasse»Wahlrecht, daS alte preußische System vor allen Angriffen sichern." Die Regierung rechnet also darauf, daß nach Zustandekommen ihrer Wahlreform, an der Zentrum und Nationalliberale mitgewirkt hätten, diese Parteien in absehbarer Zeit auf jeden Versuch einer weiteren Reform verzichteten. Diese Auffassung, so wenig schmeichelhaft sie namentlich für da? Zentrum ist, möchte auch vielleicht zutreffen; barin freilich irrt sich die Regierung ganz gewaltig, wenn sie sich einbildet, daß nach Absindung des Zentrums und der Nationalliberalen die Wahlrechtsbcwegung überhaupt eingedämmt sei I So wenig die Wahlrechtsbeweguug von diesen Parteien ausging, so wenig wird sie in ihrem Verlaufe von dem Verhalten gieser Parteien abhängig sein: DaS wird die Regierung, das werden alle Reaktionäre nur zu bald erleben, ganz einerlei, was auch das Schicksal der gegenwärtigen Wahlrechts- vorläge sein möge. Scheitert die ganze Vorlage, so wird der Wahlrechtskampf e r st r e ch t mit aller Kraft einsetzen; kommt sie dagegen z u st a n d e. so wird sie den weiteren A n st u r in gegen die preußische Junkerzwingburg auch nicht im ge» ring st en beeinträchtigen! Der Kampf geht weiter, f» oder so!_ Die SanhMerung der amtlichen Vahldeeinfluilungen. Aus dem Reichstage, 26. April. Die Reichstags- Mehrheit hat heute den Beweis, daß für sie Macht vor Recht geht, in einer geradezu verblüffenden Ungeniertheit geliefert und dabei floß die jetzige Schnapsblock- Mehrheit mit der ehemaligen Hottentottenblockmehrhcit in einander und durcheinander. Es handelte sich um eine Anzahl Wahlprüfungen. Sieben Mandate sollten nach den Anträgen der Wahlprüfungskommission für ungültig erklärt werden. Drei davon waren kon- servativ, drei nationalliberal und eins war ein Zentrumsmandat. Der Grund für die Kassierung der Mandate lag tu amtlichen Wahlbeeinflussungcn. bei den nationalliberalen Mandaten hatten insbesondere die Kriegervereine als Organe des Regierungswillens eine entscheidende Rolle gespielt. Es stellte sich nun bald heraus, daß eine Art stillschweigenden Ucber- einkommens die bedrohten Parteien dazu führte, sich gegen- seitig herauszuhauen. Die Kommissionsvertreter redeten lang und breit für die Ungültigkeit einer Wahl, und dann wurden sie bei der Abstimniung von einem Teil ihrer eigenen Fraktionsgenossen im Stich gelassen. Es war, wie Genosse Fischer mit schneidendem Hohn feststellte, eine Versicherung auf Gegenseitigkeit zur Rettung der Mandate unter Bruch des Rechts. Bei der Retjung der konservativen und der nationalliberalen Mandate war auch ein Teil der Freisinnigen den ehemaligen Blockbrüdern be- hilflich. Die Unterstützung bei den konservativen Wahlen wurde dem Zentrum von den Konservativen durch die Ret» tung des Abgeordneten Mayer-Pfarrkirchen vergolten. Als wesentliche Gesichtspunkte für dieses skandalöse Ver- fahren plauderte der Abg. Arendt aus, es lohne sich doch kaum mehr, da nächstes Jahr doch allgemeine Neuwahlen bevorständen, jetzt noch eine Anzahl von Nachwahlen herbei- zuführen. So wird's gemacht. Erst werden die Wahl- Prüfungen solcher offenkundig ungültiger Wahlen jahrelang verschleppt, und wenn das gar nicht mehr geht, sagt man: Nun lohnt sich's nicht mehr! Das Eingeständnis des biederen A r en d t war indes nur ein halbes. Unausgesprochen blieb, wie Fischer ihm nachher unter die Nase rieb, daß die jüngsten Nachwahlen den bürgerlichen Parteien einen Heidenschrecken in die Glieder gejagt haben. So kennzeichnet sich dieser schnöde Nechtsbruch, bei Licht besehen, als ein Angstprodukt. Par- teien. bei denen die Angst vor Neuwahlen das Leitmotiv für ihr politisches Verhalten ist, geben also von vornherein das Spiel verloren. Die Rechnung für die Rettung der 7 werden die Wähler demnächst bei der Wahl 897 präsentieren._ Zentrumsdemagogie. In der Budgetkommission ist es am DienStag so gekommen, wie nach den Rückzugsgefechte» vom Montag vorauszusehen war. Der Antrag Erzberger, über den ein paar Tage lang im bürgerlichen Blätterwalde ein großes Lärmen war, siel. Nur die Stimmen des Zentrums und der Wirtschaftlichen Vereinigung wurden für ihn abgegeben. Das war nach den ErklärungendesMontags keine Ucberraschungniehr. Weit interessanter und wichtiger ist die Begleitmusik, die die maß- gebende Zenkrumspresse dazu macht. Während in der Kam- Mission die Zentrumsstimmen sür den Antrag Erzberger abge- geben wurden, setzt die„Köln. Volksztg."die Abschütteln ng des Vaters dieses Antrages unbarmherzig fort. Sie über- trumpft die Schärfe der gestern von uns wiedergegebenen Zentrums-Parlamentskorrespondenz durch eine Notiz, in der es u. a. heißt: Allen Ausreden des Abgeordneten Erzberger gegenüber stellen wir kurz folgendes fest: Der Antrag Erzberger hat niemals der Fraktion vorgelegen. Keine Fraktionssitzung hat sich mit dem Antrag Erzberger beschäftigt. Matzgebende Herren der Fraktion sind mit dem Antrag Erzberger nicht einverstanden und wir waren von autoritativer Seite zu unserer Feststellung in dieser Frage ermächtigt. Alles, was jetzt der Abgeordnete Erzberger mit vielen Worten und großer Entrüstung dagegen sagt, sind nichts als Ausflüchte. Daö gleiche gilt von dem Vorfall in der Kali- kommission. Nur der allgemeine Gedanke, die Gesellschaften in Südwestafrika zur Tragung der Kriegskosten heranzuziehen, ist ein- mal in der Fraktion erwähnt und als beachtenswert anerkannt worden. Ihm widersprechen auch wir nicht. Mit seinem Antrag aber hat Abg. Erzberger wieder einmal in seiner Geschäftigkeit die Fraktion vor ein unliebsames kuiti acoompli gestellt. ES ist ein unerträglicher Zustand, der in seinen Konsequenzen unübersehbar ist, wenn der Abgeordnete Erzberger auf seine eigene Faust Anträge von solcher Tragweite in der Kom- Mission oder im Plenum stellt, ohne daß die Fraktion als Ganzes darüber gesprochen und abgestimmt hat. Es wird immer klarer, daß es sich hier um ein Spiel mit verteilten Rollen handelt. Herr Erzberger stellt einen Antrag, der den kleinbürgerlichen und proletarischen Wählern zeigt, wie tapfer die Zentrumspartei den Kolonialkapitalisten und dem Staatssekretär zu Leibe geht. Zentrumsfraktion und -Presse schweigen zunächst und lassen sich einige Tage lang von den Gläubigen in der Rolle der Demokraten und Kapitalistenschröpfer anstaunen. Sobald es aber Ernst wird, erfolgt durch die Presse die Abschüttelung des Antragstellers. da die Parteileitung nicht daran denkt, es mit der Regierung und den Konservativen zu verderben. Mathias Erzberger muß sich vor aller Oeffcntlichkeit abklopfen lassen, wie ein Schulbube.— Aber er trägt gern die öffentlichen Prügel; weiß er doch, daß er im geheimen von den hohen Herren der Zentrumsfraktion als ein sehr brauchbares Faktotum für den Wählerfang geschätzt wird. Die Sitznug der Budgetkommisfion. Die Kommission ist Dienstag, mit der Beratung des Gesetz- entwurfeS, die AnfstandSauSgaben für Südwestafrika betreffend, zu Ende gekommen und hat ihn, wie vorauszusehen war, unter Ablehnung der Erzbergerschen Anträge angenommen. Die Debatte hatte gegenüber dem ersten Tag wesentlich an Schärfe ver- loren, wenngleich der erste Redner, der nationalliberale Ab- geordnete Dr. Arning mit einer für einen Nationalliberalen ziemlich scharfen Kritik unserer Kolonialwirtschaft einsetzte. Arning beschwert sich u. a. darüber, daß der Kommission die wichtigsten Schriftstücke in dieser komplizierten Sache zu spät zugingen. Sein Fraktionskollege Semlcr habe gestern eine nntzverstandene Aeutzcnmg getan; selbstverständlich wollen die National- liberalen auch die reichen Leute in den Kolonien zu den Ausgaben heranziehen; seine Fraktion wünsche nicht, daß Leute getroffen werden, die zur Zeit des AufstandeS noch nicht im Lande gewesen seien. Der Redner geht dann näher auf die geschichtliche Entwickelung der Rechte der Deutschen Kolonial- gesellschaft in Südwestafrika ein und kommt zu dem Schlüsse, daß mindestens das nördlich von Karibib gelegene Gebiet die Kolonial- gesellschaft nichts angehe. Ein Antrag der Konservativen verlangt die Vorlegung eines Gesetzes, durch welches in dem Schutzgebiet Südwestafrika vor Ausbruch des Krieges domizilierte leistungsfähige Personen und Gesellschaften zur Entlastung des deutschen ReichsfiskuS herangezogen werden. Staatssekretär Dernburg wendet sich gegen den Antrag. Die Heranziehung der Farmer stehe direkt im Wderspruch zu der Unterstützung von acht Millionen Mark, die sie für den ihnen durch den Krieg verursachten Schaden erhalten haben. Wären die Leute wohlhabend gewesen, so hätten wir ihnen doch sicher keine Unter- stützung gegeben. Der sozialdemokratische Antrag sei in den Schutzgebieten nicht durchführbar, weil sich zu viele Steuerpflichtigen der WertznwachSsteuer entziehen könnten. Das Geld hätten die Leute auf der Bank, die Aktien in Kap- st a d t, wo der Markt dafür sei; die Kaufleute würden, um arm zu scheinen, ihre Waren in Hamburg länger schuldig bleiben. Der sozialdemokratische Antrag sei aber auch formell nicht durchführbar, weil er eine Vereinbarung voraus- setze, also seine Durchführbarkeit von dem Zustandekommen eines anderen Gesetzes abhängig mache. Erzberger erklärt sich mit dem Verlauf der Verhandlungen sehr befriedigt, wenn auch feststehe, daß sein Antrag nicht angenommen werde; man habe sich mit diesen Fragen eingehend be- schäftigt und das sei schon sehr viel wert. Redner wendet sich dann im Verlauf seiner Rede gegen die Einsetzung eines Schiedsgerichts bei der Auseinandersetzung mit der Kolonialgesellschaft. Genosse Ledebour betont, daß seine Freunbe alle? unter- stützen würden, was uns der völligen Ablösung der Ge- e l l s ch a f t e n näher bringt. Durch die eingebrachten Resolutionen werde an den bestehenden Verhältnissen nichts geändert, weil ihre Annahme die Regierung zu nichts verpflichte. Der Einwand des StaatSselretärS, daß der sozialdemokratische Antrag um deswillen nicht annehmbar sei, weil er eine Vereinbarung oder ein anderes Gesetz zur Voraussetzung habe, sei nicht stichhaltig. Mit diesem Antrage werde durchaus kein Novum geschaffen. Redner beweist die Richtigkeit seiner Auffassung an mehreren Beispielen. Die staatsrechtlichen Belehrungen de» Herrn Staatssekretärs seien also sehr verfehlt. Redner enrp stehlt die Annahme seines Antrages, der den sofortigen Vorteil bringe, daß die Autorität der Verwaltung gegenüber den Gesellschaften gesteigert werde. Bei der nun folgenden Abstimmung werden die Anträge Erz- b e r g e r gegen die Stimmen des Zentrums und des Mitgliedes der Wirtschaftlichen Vereinigung abgelehnt; gleichfalls ab- gelehnt— und zwar nur gegen die Stimmen der Antragsteller— wird der Antrag Ledebour. Gegen das ganze Gesetz, und daß es rückwirkend mit dem 1. April 1807 in Kraft treten solle, stimmten nur die Soziaide niolraten. Einstimmig angenommen wurde der oben erwähnte Antrag der Konservativen; gleichfalls einstimmig angenommen wurde der Antrag Liebert-Semler, datz die Verordnung über die Aus- übnng des Bergrechts nach der Richtung einer Revision unterzogen wird, datz die Rechte und Pflichten der Schürfer und der Grund- eigentümer abgegrenzt und sichergestellt werden. Abgelehnt wurde mit knapper Mehrheit ein Antrag Latt» mann, datz Landkonzessionen und BergmerkSsonderbercchtigungen nach Anhörung des südwestafrikanischen LandeSratS nur mit Zu- siimmung des Bundesrats und Reichstags erteilt werden können, sowie ein Antrag der Freisinnigen, dem Reichstag eine Denkschrift über die Frage vorzulegen, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfange ein Schutzgebiet zur Deckung von Kosten durch direkte Besteuerung heranzuziehen ist, die aus den Reichszuschüssen in diesem Schutzgebiet erwachsen. Eine Subkommission soll eine Resolution ausarbeiten, in der die Budgetkommission ihre Stellung zu den Verträgen mit der Deutschen Kolonialgesellschaft festlegen wird. Diese Resolution soll in der Mittwochsitzung vorgelegt und beraten werden. politische Üeberlicbt Berlin, den 26. April 1910, Höheres Schulwesen. Das Abgeordnetenhaus erledigte am Dienstag vom KultuSetat die Kapitel Universitäten und Charitö-Krankenhaus in Berlin. Zur Annahme gelangte ein Antrag der Budget- kommission, zur besseren Ausstattung der philosophischen Fakultät an der Universität Münster in den nächsten Etat erheblichere Mittel einzustellen. Hierauf begann die Beratung des Kapitels„höhere Lehr- a n st a l t e N*. Die konservativ-klerilale Koalition zeigte auch bei dieser Gelegenheit wieder ihre Städtefeindlichkeit. Ihre Redner zogen gegen einen Ministerialerlaß zu Felde, der das Verhältnis der Kuratorien der höheren Lehranstalten in den Städten zu den Ober- lehrern regelt. Scheinbar nahmen die Redner des Zentrums und der Konservativen nur die Interessen der Oberlehrer war. in Wirklichkeit aber wünschen sie, datz die Städte zwar die Kosten für die höheren Lehranstalten aufzubringen, datz sie aber nichts zu sagen haben. Obwohl sie die Verdienste der Gemeinden an- erkennen mutzten, erklärten sie sich doch gegen eine Erweiterung der Kuratorien, vor allem dagegen, datz ihnen ein Eingriff in den Be- trieb der Schule ermöglicht wird. Ans einen vernünftigen Stand- punkt stellte sich der Kultusminister, der dafür eintrat, datz den Städten derjenige Einfluß eingeräumt wird, auf den sie mit vollem Recht Anspruch haben, nachdem sie seit Jahrzehnten ihr Interesse für die höheren Schulen nach jeder Richtung hin betätigt haben. Die weitere Debatte verlor fich völlig in Einzelheiten. So wurde u. a. die Erteilung staatsbürgerlichen Unterrichts in den höheren Lehranstalten und die Umwandlung der Gymnasien in Reformghmnasien gewünscht. Auch über die sexuelle Aufklärung der Jugend wurden einige Bemerkungen gemacht, die aber kaum der Erwähnung wert sind. Am Mittwoch soll das Kapitel eventuell unter Zuhilfenahme einer Abendsitzung zu Ende beraten werden. Zur Reichstagsersatzwahl in Friedberg-Büdingen. Der Kampf um das durch den Tod des Grafen Oriola erledigte Mandat für den ReichstagSwahlkreis Friedberg-Büdingen sHesien) beginnt. Die Parteien nominieren ihre Kandidaten. Gestern fand in Friedberg eine Vertrauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte statt, die von Vertretern aus bv Orten des Reichstagswahlkreises Friedberg-Büdingen zahlreich besucht war. Der Vorsitzende Dr. Helmolt» Friedberg machte den Vor« schlag, als gemeinsamen Kandidaten der bürgerlichen Parteien — mit Ausnahme der Fortschrittlichen Volkspartei— den früheren nationalliberalen Abgeordneten und Reichsverbandskaziken Dr.Becker aufzustellen, falls er sich gewissen Bedingungen unterwerfe; be- sonders dürfe er nicht der nationalliberalcn Partei, weder als Mit- glied noch als Hospitant, beitreten. Dr. Krüger- Berlin gab eine Erklärung ab, nach welcher der Bund der Landwirte unter keinen Umständen für die Unterstützung einer national- liberalen Kandidatur zu haben sei. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, daß. im Falle der Kandidat des Bundes der Landwirte siege, er sich einer bestimmten Fraktion nicht anschlietzen dürfe. Dr. Becker erklärte sich damit einverstanden. Zugleich fand eine Vertrauensmännerversammlung der Fort« schrittlichen Volkspartei in Hanau statt, die eine Kommission beauf» tragte, mit der nationalliberalen Partei wegen eines gemeinsamen Vorgehens bei der bevorstehenden Reichstagsersatzwahl im Wahl- kreise Friedberg-Büdingen in Verhandlungen zu treten und diese Kommission ermächtigt, selbst einen eigenen Kandidaten aufzustellen. wenn die Verhandlungen zu einem befriedigenden Ergebnisse nicht führen, oder wenn die Entscheidung der nationalliberalen Partei bis zum S. Mai nicht vorliegt._ Eine Haussuchung. In den Räumen der Buchhandlung Vorwärts wurde heute durch Polizeibeamte eine Haussuchung vorgenommen. Gefahndet wurde nach einer Ansichtspostkarte, die nach der Auffaffung der Behörde die Merkmale der§s 110, III, 130 und 40 des Strafgesetzbuches enthält. Die Beamten gelangten in den Besitz von 148 Exemplaren dieser staatsgefährlichen Blätter, lieber die Be- schlagnahme wurde unserer Buchhandlung folgende im klassischen Polizeideutsch abgefaßte Bescheinigung ausgestellt: Einhundertachtundvierzig Exemplare Postkarte, darstellend einen Angriff von Leuten in Arbeiterkleidung gegen einen von Bismark einen Geistlichen und einer anscheinend einen Kapita- listischen Darstellenden Civilperson befestigte Stellung wurden heute gemäß§ 110. III. 130. 40. St. G. 23. u. 94 Strafprozeßordnung auf Grund des Beschlusses der A. B. M. Mt. 146 in _ier Vorwärtsbuchhandlung beschlagnahmt. Berlin, den 26. IV. 10 (L. S.) Das Vorgehen der Behörde ist um so überraschender und un> verständlicher, als diese Postkarte seit ISJahren imBuch- Handel vertrieben wird. Das Bild auf der Karte ist einer Maifestzeitung des Jahres 1806 entnommen, wegen der seinerzeit gegen den Genossen Glocke als Ver- antwortlichen Anklage erhoben war; die damalige Aktion der Staatsanwaltschaft endete mit einer glatten Freisprechung des Genossen Glocke. Um dem anscheinend recht mangelhaften Gedächtnis der hohen Staatsanwaltschaft etwas nachzuhelfen, wollen wir noch einen Passus aus dem Urteil der ersten Strafkammer des Kgl. Land- gerichts I in Berlin vom 24.. Juni 1895 wiedergeben. Es heißt dort: Dasselbe(daß es sich nicht um Aufreizung zu Gewalttätig- keiten handelt) gilt von dem Mittelbild, welches den siegreichen Kampf der Sozialdemokratie gegen die bestehende Ge- sellschaftsordnung darstellen soll. Sozialdemo- kratische Arbeiter sind beschäftigt, mit Spitzhacke, Brecheisen und Hammer eine Mauer, die das aus Gesetzen und V e r o r d- nungen aufgeführte Bollwert der heutigen Gesellschastsord- nung versinnbildlicht, zu zerstören, während Vertreter dieser Ordnung(ein Bürger mit dem Geld sack, ein Offizier und ein Geistlicher) abwehrend hinter der Mauer stehen. Aber auch nur diese Zerstörung der Mauer zeigt das Bild, nicht etwa auch einen gewalttätigen Angriff auf die Person oder die Sachen der hinter ihr Stehenden; die Staats- anwaltschaft irrt augenscheinlich, wenn sie auf dem Bilde zu sehen glaubt, wie die Arbeiter von einer Barrikade herab Steine gegen den Geistlichen, den Offizier und den Bürger schleudern. Eine Mauer(im natürlichen Sinne des Wortes) kann frei» liK nur Mtsr Anwendung körperlicher Gewslt ge, ssro'chen unS nied'ergelegk werden; akee daraus folgt noch nicht(und ist auch in dem vorliegenden Bilde nicht angedeutet), daß nun auch zur Zerstörung des geistigen Boll- Werks, zur Beseitigung angeblich schlechter Gesetze(auf dem Bilde sind„das Umsturzgesetz",„Klassengesetz",„schwarze Liste", das Gesetz über den„Belagerungszustand",„Fabrikordnung" namhaft gemacht) seitens der Arbeiterklasse mit Gewalt- tätigkeiten gegen Personen oder(materielles) Besitztum derjenigen Bevölkerungsklassen vorzugehen sei, welche dieses Bollwerk zum Schutze der bestehenden Gesellschaftsordnung ge- schaffen haben oder doch dasselbe aufrecht erhalten wissen wollen. So fehlt es also auch hier an einer Auf- reizung der Arbeiterklasse zu Gewalttätig- leiten gegen die ihr entgegenstehenden Be- völkerungsklassen. Nach dieser im voraus fehlgeschlagenen Aktion der Staats- anwaltschaft wird unsere Buchhandlung sicherlich bald die beschlag- nahmten Karten zurückerhalten. Die Landtagswahle» in Sachsen-Altenburg. Die am 14. April vollzogenen Landtagswahlen im Herzogtum Sachsen-Altenburg, über die an dieser Stelle schon kurz berichtet worden ist, beanspruchen über das Land Altenburg hinaus all- gemeines Interesse. Nachdem jetzt die Stimmenzahlen feststehen. läßt sich die Größe der Niederlage des Bundes der Landwirte erst richtig übersehen. Denn um eine schwere Niederlage des Bundes der Brot- und Fleisch- Wucherer handelt es sich bei diesen Wahlen in erster Linie. Das Wahlrecht des Landes ist den Agrariern auf den Leib zugeschnitten. 18 Abgeordneten vom flachen Lande stehen nur 12 Abgeordnete aus den Städten gegenüber. Die Wähler werden nach der Steuerleistung in vier Klassen eingeteilt. Die Agrarier erklären dieses Bierklassenscheusal von Wahlgesetz als „das beste aller deutschen Wahlgesetze". Sie wehrten sich heftig gegen jede Aenderung. Mit Ach und Krach fanden sie sich bereit, der Stadt Altenburg für die 2. und 3. Abteilung je ein Mandat mehr zu gewähren. Seitdem der Bund der Landwirte besteht, hat er in Altenburg das Heft in Händen. Von 30 Abgeordneten waren 17 Mitglieder des Bundes der Landwirte. Daß sie ihre Majorität nach Kräften für ihre Zwecke ausgenutzt haben, versteht sich ohne weiteres. Die Stütze der agrarischen Macht im Landtage ruhte in den ländlichen Mandaten der dritten Abteilung. Auf deren Eroberung konzentierte daher die Sozialdemokratie ihre volle Stoßkraft. Ter Landesvorstand gab die Parole:„Vernichtung der agrarisch-bünd- lerischen Mehrheit durch Eroberung der ländlichen Wahlkreise der dritten Abteilung!" aus. Die Fortschrittliche Volkspartei setzte sich das gleiche Ziel und stellte im dritten, vierten und siebenten länd- lichen Kreise trotz völliger Aussichtslosigkeit ebenfalls Kandidaten auf. Da das altenburgische Wahlgesetz keine Stichwahlen kennt, da einfache Majorität genügt, kamen diese fortschrittlichen Kandi- daturen-in erster Linie der Sozialdemokratie zu gute. Die reaktiv- näre Presse tobte denn auch nicht wenig gegen die Fortschrittler und der Reichsverband, der im Lande eine erhebliche Anzahl Zweig- stellen hat. wendete sich in erster Linie gegen die Fortschrittler. Da, wo es aber, wie in der Stadt Altenburg, galt, ein zweifelhaftes Mandat gegen die Sozialdemokratie zu erobern, waren Fort- schritt und Reichsverband ein Herz und eine Seele. Der sozial- demokratische Landesvorstand bewies bei der Kampfesweise, die hier von den Fortschrittlern angewandt wurde, viel politische Ob- jektivität, indem er die parteigenössischen Wähler der 2. Abtei- lungen aufforderte, für die fortschrittlichen Kandidaten zu stimmen, um die wahlrechtsfeindlichen reaktionären Kandidaten möglicherweise zu Falle zu bringen. Das Hauptobjekt der Agitation im Wahlkampse war aber die Reichsfinanzreform. Und da Bund derLandwirte und Reichsfinanzreform untrennbare Dinge sind. wurden sie gleichmäßig behandelt. Die„Altenburyer Volkszeitung"' führte einen scharfen unerbittlichen Kampf gegen die verbündeten Mittelständler und Agrarier mit Hilfe der Reichsfinanzreform. Die agrarische„Altenburger Landeszeitung" rang die Hände zum Himmel über die„wüste sozialdemokratische Hetze mit der Reichs- finanzreform, die doch mit den Landesangelegenheiten gar nichts zu tun habe". Alles drehte sich schließlich nur noch um die Reichsfinanzreform des Schnapsblocks. Und dem Bund der Landwirte und der Reichsfinanzreform wurde am 14. April das Urteil in Sachsen-Altenburg gesprochen: die Schuldigen an der Reichsfinanzreform, die Brot- und Fleischwucherer, die Agrarier, wurden aufs Haupt geschlagen. Es ist eine der schwersten Niederlagen, die der Bund der Landwirte direkt als solcher jemals erlitten hat, die ihm am 14. April in Sachsen-Altenburg von der Sozial- demokratie zugefügt worden ist. Ein wahres Strafgericht ist an diesem Tage in seiner Hochburg, dem konservativsten Staatswesen, das es in Mitteldeutschland gibt, in Sachsen-Altenburg über ihn niedergegangen. Die Stützen seiner unbeschränkten Macht, die drei ländlichen Wahlkreise, der 3, 4. und 6., sind ihm durch die Sozialdemokratie entrissen worden. Sieben Mann stark zieht die Sozialdemokratie in den neuen Landtag ein, Vier Sitze hat sie erobert und einen ganz außerordent- lichen Stimmenzuwachs zu verzeichnen. 1907, bei der letzten Land- tagswahl, hatte sie 8237 Stimmen erhalten gegen 8689 bürgerliche Stimmen. Am 14. April vereinigte si� auf ihre Kandidaten 11573 Stimmen, während die Stimmen der Bündler usw. auf 6700 zurückgingen. Die Sozialdemokratie hat also über 4550 Stimmen mehr auf sich vereinigt als die reaktionären Kandidaten. Ganz besonders stark ist das Wachstum der sozialdemokratischen Stimmenzahlen auf dem flachen Lande. In den vier ländlichen Wahlkreisen Hai sie allein 4300 Stimmen, 1000 mehr als 1907, be- kommen. Dieses Wachstum der Stimmenzahl berechtigt zu den besten Hoffnungen für die nächste Reichstagswahl. Wie die Wahl vom 14. April beweist, lodert der Volkszorn über die Reichsfinanzreform des Schnapsblocks noch in unverminderter Stärke fort. Und daß er nicht einschläft, dafür wird gesorgt werde». Preußische Kultur. Die„Danziger Zeitung"(Nr. 188 vom 23. April 1910) bringt eine Notiz ouZ S ch w e tz folgenden Wortlauts: „In der Stadtschule wird trotz vieler Beschwerden immer noch in den beiden Kellerräumen Unterricht abgehalten. Es ist kaum glaublich, datz 200 Kinder im jüngsten«vamljahr Unterkunft im Keller finden. Die Eltern der Kinder beabsichtigen, ihre Kinder nicht mehr zur Schule zu schicken und beim Unterrichts- minister Beschwerde zu erheben. ES ist daS ein Zustand, wie er kann, zu beschreiben ist." Ob der preutzische Kultusminister auch nichts dagegen hätte. wenn etwa eine GymnafiaMasse in einem Keller untergebracht wäre? Konservative Methoden. Eine recht eigentümliche Art der Information beliebt die „Konservative Korrespondenz", die alS Vlanuskript von den vielen konservative» Amts- und LandratSblättchen im Lande benutzt wird. So finden wir in der Ausgabe vom 25. d. M. einen für die kleine Presse zurecht- gezimmerten Bericht über die Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses dieser Tage, in dem zwar die ganz nebensäch- lichen Ausführungen der konservativen Redner fein säuberlich niedergelegt sind, aber vergebens sucht man eine Zeile, in der der Anklagerede unseres Genossen Liebknecht über die Unfreiheit der Wissenschaft Erwähnung geschieht. Natürlich ist auch das Entrefilet vom Abgeordnetenhause in derselben tendenziösen Art zusammen- gestoppelt, so datz der gewünschte Eindruck im Lande erzielt wird. als wären die preußischen Kulturzustände so mustergültig, daß selbst das kleine Häuflein der Sozialdemokraten nichts daran auszusetzen hatl Eitle prompte Bestätigung. Bei der Interpellation über das Mülheimer Eisenbahnunglück sagte der Redner unserer Fraktion, Genosse Hengsbach unter anderem: „Auch will ich hier nur streifen, daß an einer anderen Stelle Duisburgs, am sogenannten Schwarzen Weg, schon mehrfach Entgleisungen stattgefunden haben. Es ist das ein Beweis dafür, daß dort etwas nicht in Ordnung ist; aber ge- schehen ist bisher nichts dagegen!" Jetzt wird aus Duisburg unterm 25. April gemeldet: „An dem heute früh um 4 Uhr von Oberhansen hier ein- treffenden Güterzuge sind am Schwarzen Weg die letzte» 7 Wagen entgleist und total zertrümmert worden. Das betreffende Gleise ist gesperrt. Der Verkehr geht über Ober- Hausen-West. Personen sind bei dem Unfälle glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Der Materialschaden ist be- deutend." Man sieht, wie berechtigt die Kritik unseres Redners war. Wird aber jetzt endlich der Uebelstand beseitigt werden oder wartet man, bis an jener Stelle erst zahlreiche Menschenleben dem Sparshstem zuni Opfer gefallen sind?_ Baden und das Kaligesetz. Die b a d i s ch e Regierung ist in der Kammer durch den sozialdemokratischen Abgeordneten Geck interpelliert worden, warum sie es unterlassen hat, in den diesjährigen Etat einen Betrag einzustellen für Schürfungen nach Kali. Lager des Minerals befinden sich im oberen Elsaß und man nimmt an, daß bei der Aehnlichkeit der geologischen Struktur sich auch in Baden das Salz finden wird. Voin Regierungstische kam eine ausweichende Antwort; insbesondere blieb der Vertreter des Finanzministers stumm auf die Frage, ob die Regierung einen etwaigen Kalibergwerksbetrieb in eigene Regie übernehmen werde. Es verlautet aber, die badische Regierung habe deshalb die Forschung nach Kalilagern aufgegeben, um nach den» Zustandekommen des KaligcsetzeS eine Privatgesellschaft mit der Ausbeute zu betrauen. Die sozialdemokratische Frakiion deS Landtages hat deshalb Montag einen Antrag gestellt, die Schürfungen von Staats wegen vorzunehmen und den Betrieb der vorgefundenen Kalilager in staatlicher Regie zu betreiben. Am Dienstag hat die Kammer diesen sozialdemo- kratischen Antrag mit einen, Zusatzantrag des Zentrums einstimmig angenommen._ Wieder ein Grenzzwischenfall. Die Lehrer deS an der russischen Grenze gelegenen Dorfes H o w i d z. die auf dem dortigen See eine Segelfahrt unternahmen, wurden von dem herrschenden Sturm an das r u s s i s ch e Ufer gewieben. Dort sind sie von den Grenzkosake» verhaftet und abgeführt worden, ohne daß bis jetzt über ihren Verbleib näheres bekannt geworden wäre. Wären die Armen nicht zu ihrem Unglück deutsche Staatsbürger, sondern Engländer oder Franzosen, so würden sich die Kosaken solche Uebergriffe nicht erlauben. Aber der Fügsamkeit der deutschen Regierung ist die russische ja allezeit gewiß. Gestattet doch die Reichsregierung niit der größten Bereit- Willigkeit, daß die russische Polizei in Berlin einen völlig orga- nisierten Polizeidienst unterhält. frankrcld). Die Wahlen. Paris, 26. April.(Privatdepesche deS„Vorwärts".) Die französische Sozialdemokratie hat die e r st e Million über- schritten. Während sie im Jahre 1906 etwas über 800 000 Wähler zählte, brachte sie diesmal ungefähr 1 010 000 Stimmen auf. Zu dem vorläufigen Gewinn von drei Mandaten kommt also noch die ansehnliche Stimnienzunahme. Im ganzen haben 8 1 77 000 Wähler gestimmt. Die gemäßigten Republikaner haben über 300000, die Konservativen über 700 000 Stimmen verloren. Die Linksrepublikaner und Radikalen aller Schattierungen gewannen dagegen gegen 1906 über 410000 Stimmen. Delcasse und Dubief. Paris, 26. April. Delcasse wurde in Foix für gewählt erklärt, da er eine absolute Mehrheit von 167 Stimmen erhalten hat. Die Parteigcgner protestierten gegen die Wahl, weil an verschiedenen Orten des Wahlkreises Stimmzettel entwendet und verbrannt worden sind. Die Wahlprüfungskommission rnt- scheidet übermorgen. Der frühere Minister des Innern Dubief, Vorsitzender der radikal- und radikalsozialistischen Gruppe, hat seine Kandidatur zurückgezogen. Er erzielte 6064 Stimmen, während sein Gegner� der radikale Sozialist S i m o n e t 6144 Stimmen er- hielt.'_ Wahlkrawalle. Chambon-FeugerolleS, 25. April. Die Erregung unter der Be- völkerung dauert an. Heute wurden vier Personen unter der Anschuldigung, Schüsse auf die Gendarmen abgegeben zu haben, verhaftet und ebenso ein junger Mann, der sich seiner Festnahme widersetzte. Zwei Schwadronen Dragoner und 80 Gendarmen befinden sich bereits im Orte, ein Bataillon Infanterie wird noch erwartet. Cnglancl. Annahme des Budgets. Lenden, 23. April. Das Unterhaus nahm heute die zweite Lesung deS F i» a u z g e s e tz e s mit 328 gegen 242 Stimmen an. Die irischen Nationalisten stimmten mit der Negierungs« Partei, die O' B r i e n i st e n mit der Opposition. Im Laufe der Debatte erklärte Schatzkanzler Lloyd George, daß seit der ersten Einbringung des Budgets der Handel zugenommen und die Be- schäfligungslosigkeit abgenommen habe; er sei der festen Ucber- zeugung, daß baS Land sich auf dem Wege zu einem g e s ch ä f t» lichen Aufschwung befinde, wie es einen solchen größer selten erlebt habe._ Eine Agitationsrede BalfourS. London, 26. April. Balfour hielt heute auf der Jahres- Versammlung der Primrose-Liga in der Albert-Halle eine Rede, in der er erklärte, daß daS Land von einer Revolution(!) bedroht fei. die den Keim zu zahllosen weiteren Revolutionen in sich trage. Wenn aber die Primrose-Liga ihre Pflicht täte, so würde die drohende Revolution wie frühere Versuche, die Verfassung um- zustürzen, mißlingen. Dänemark. Die Wahltaktik der Sozialdemokratie Dänemarks. Am Donnerstag hielt die Sozialdemokratie Dänemarks in Kopenhagen einen außerordentlichen Parteitag ab, um über die Taktik bei den bevorstehenden Folkethingswahlen zu beschließen. Es waren 314 Deligierte, die 22g Parteivereine Mit 43636 Mitgliedern repräsentierten, sowie 51 Vertreter des Hauptvorstandes anwesend. Der Parteivorsttzende Staun ing führte zu den bevorstehenden Wahlen unter anderem aus: Der Hauptvorstand hat es für notwendig erachtet, die höchste Autorität der Partei zusammen zu berufen, damit der weit- tragende Beschluß, der hier gefaßt werden soll, zum Beschluß der ganzen Partei wird. Die Regierung, die wir jetzt haben, hat sich Aufgaben gestellt, an denen wir Sozialdemokraten stark inter- essiert sind, wie: ein gerechtes Wahlkreisgesetz, eine Verfassungs- änderung im Geiste des Grundgesetzes von 1849, eine starke Herab- setzung der Militärausgaben und Reinlichkeit in allen öffentlichen Angelegenheiten. Das sind nicht allein Aufgaben der Radikalen, sondern auch unsere eigenen. Wie wir die Regierung bisher unterstützt haben, so werden wir das um unserer selbst willen auch tun, wenn die Wähler am 20. Mai ihr entscheidendes Wort sagen sollen. An diesem Tage muffen wir neue Wählermassen zum Kampf führen gegen den Militarismus, gegen das privilegierte Wahlrecht und gegen das Landsthing.— Der Redner empfahl so- dann folgenden Vorschlag des Hauptvorstandes der Partei: „Die Reichstagspolitik des verflossenen Winters hat drei bedeutungsvolle Angelegenheiten �— die Militärfrage, die Wahl- kreisreform und die Verfassungsänderung— in den Vordergrund gebracht, uns aber gleichzeitig gezeigt, daß diese Fragen nicht ohne Kampf gelöst werden können. Inzwischen hat die gegenwärtige Regierung eine Haltung eingenommen, die die Möglichkeit gibt zu einem wirkungsvollen Kampf gegen den Militarismus und gegen das privilegierte Landthingswahlrecht, und darum mutz es als im hohen Grade zweckmäßig angesehen werden, eine Folkcthingsmehrheit zur Stütze für diese Regierung zu schaffen. Mit Rücksicht auf diese Situation beschließt der Kongreß der Sozialdemokratie, daß bei den bevorstehenden Folkethingswahlen Wahlbündnisse mit der radi- kale n Linken in der Weise geschlossen werden können, da� die Wahlen als Stichwahlen betrachtet werden, bei denen diejenigen Kandidaten der zwei Parteien— Sozialdemokraten und Radikale—, die die niedrigste Stimmenzahl bei den Wahlen von 190g hatten, zurückgezogen werden, wie denn auch Gegenkandi- daten von den zwei Parteien in den Kreisen, die sie zurzeit besitzen, nicht aufgestellt werden." Der Redner bemerkte zum Schluß, daß nach der Neuwahl des FolkethingS der Kampf mit dem Landsthing beginnt. Es ist erhebend für uns Sozialdemokraten, sagte er, daß wir endlich dazu kommen, mit dem Landsthing abzurechnen, mit dieser volksfeindlichen, hals- starrigen Ueberlieferung aus einer Zeit, wo der Krieg gerade das Land verheert hatte. Der Vorschlag des Hauptvorstandes rief eine rege und lebhafte Debatte hervor. Ein Teil der Redner, wie die Genossen Viggo Christensen, Gerson Trier und andere, verlangten ent- schieden, daß die Sozialdemokratie den Kampf allein ausfechten solle. Nur dadurch komme die dänische Partei in Ueberein- stimmung mit der internationalen Sozialdemokratie, sagte der Genosse Trier. Andere Redner traten ebenso entschieden für das Wahlbündnis mit den Radikalen ein. Die Abstimmung ergab die Annahme der Resolution des Hauptvorstandes mit 316 gegen 38 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen. Auf Grund dieses Beschlusses stellt die Sozialdemokratie bei den bevorstehenden Wahlen Kandidaten in 55 Kreisen auf. Sodann beschloß der Parteitag ein Manifest an die Wähler. Darin wird die politische Situation geschildert; es wird hervor- gehoben, daß das Ziel der Sozialdemokratie auf militärischem Gebiet die Abrüstung, auf ökonomischem Gebiete der Uebergang der Produktionsmittel in das gemeinsame Eigentum des Volkes ist; daß diese Ziele erst erreicht werden können, wenn die Sozialdemokratie die Mehrheit erlangt hat, daß sie aber jetzt schon daran interessiert ist, zusammen mit andern Minderheiten eine Mehrheit zustande zu bringen, die alles Festungswesen beseitigen, die Militärausgaben ernsthaft reduzieren, das Volk von neuen drückenden Lasten freimachen, eine Reihe sozialer Re- formen durchführen und die Verfassung des Landes auf dem glei- chen allgemeinen Wahlrecht aufbauen kann. Zum Schluß des Manifestes heißt es: „Die Arbeiterklasse hat sich organisiert, der HäuSlerstand �Kleinbauern) organisiert sich ebenfalls. Zusammen sind sie die Mehrheit des Volkes. Zusammen mit den freigesinnten und fortschrittlichen Männern und Frauen anderer Gesellschafts- schichten kann die arbeitende Klasse in den Städten und auf dem Lande bei dieser Wahl eien Wählcrheer zusammenbringen, das die Sache der Demokratie zu vollem Siege führen will und darf und kann. Im Vertrauen auf den demokratischen Willen und die Kraft des dänischen Vglkes gehen wir zur Wahl unier der Losung: Nieder mit der Festung! Nieder mit den Militärausgaben! Nieder mit dem privilegierten Wahlrecht! Hoch die Selbstvcrwal- tung des Volkes und die Verbrüderung der Völker!" Wir verkennen nicht, daß unsere dänische Bruderpartei sich in einer außergewöhnlichen und schwierigen Situ- ation befindet, und wollen nur hoffen, daß die Selbstverleug- nung, die dieses sehr weitgehende Wahlkompromiß der Partei auf- erlegt, die gewünschte Wirkung habe und der Partei für die Zu- kunft umsomehr Gelegenheit geben wird, den Klassenkampf in aller Schärfe zu führen. Cflrkei. Der Aufstand in Albanie«. Die Situation wird für die türkischen Truppen immer un- behaglicker. Im türkischen Lager herrscht Zwietracht zwischen den Befehlshabern. Man hat zudem offenbar die Stimmung der Albanesen falsch beurteilt und deshalb eine zu kleine Truppenmacht angesammelt. So konnten sich die Albanesen des Paffes von Katschank bemächtigen, durch den die Bahn Uesküb-Mitrowitza geht und den Türken diese wichtige Bahn- Verbindung abschneiden. Ueber die letzten Kämpfe wird aus Belgrad telegraphiert: 8000 Albanesen unternahmen auf die türkischen Truppen einen Angriff. Letztere bestanden aus 15 Bataillonen Infanterie, wenig Kavallerie, 10 Geschützen, 8 Maschinengewehren und ftande/i unter dem Befehl Dourgut Paschas. Bei dem Kampfe, der in der Nähe deS Passes Wrelo Tzernoljewo stattfand, wurde der rechte türkische Flügel zurückgeschlagen. DaS Zentrum der Truppen ist be- müht, sich durch die feindlichen Linien nach Prizrend durchzuschlagen, jedoch erfolglos. Nach blutigem achtstündigen Kampfe flüchteten die türkischen Truppen nach Lipljano. Auf beiden Seiten gab es große Verluste. Die Verwundeten wurden nach Werisowitsch gebracht. Am selben Tage wurde türkisches Militär in der Nähe von Prikchtina und Djakowitza von Albanesen angegriffen. Drei türkische Bataillone wurden von etwa 5000 Albanesen eingeschlossen. Die türkischen Truppen sind von Uesküb abgeschnitten, wo große Panik herrscht._ Neue Kämpfe. Saloniki, 26. April. Der Bahnverkehr zwischen Uesküb und Mitrowitza ist heut« durch d'« Rebellen unterbrochen worden. Nach den vorliegenden spärlichen Meldungen finden zwischen Katschank und Werisowitsch Kämpfe zwischen Truppen und Ar- imuten statt. Godanza, Ratschka und Zbortze seien bombardiert worden. Seit S Uhr vormittags werde auch bei Belopolje in der Richtung auf Jpek gekämpft. Beide Gegner hätten erhebliche Verluste erlitten. HImerika. Für de« Schutzzoll. Saint Louis, 26. April. Vizepräsident Sherman hielt vor der Industrievereinigung eine Rede, in der er den neuen Tarif warn, verteidigte. Die Schutzzollpolitik werde von Amerika niemals aufgegeben werden. Das neue Gesetz werde das Defizit wahrscheinlich im ersten Jahre verschwinden lassen. Andererseits übersteige die Einfuhr der letzten acht Monate diejenige der ent- sprechenden Zeit im Vorjahre um mehr als 200 Millionen Dollar. Neun Zehntel der eingeführten Waren können in Amerika hergestellt werden. Wenn die Tariffrage noch einmal wieder aufleben sollte, würde es vielleicht für notwendig befunden werden, die Einfuhr- z ö l l e in einigen Punkten noch zu erhöhen. Hu 9 der Partei. Zur Maifeier. In Dortmund wurde eine Versammlung unter freiem Himmel an der Hobertsburg genehmigt, dagegen die Genehmigung für einen Umzug verlagt. Das Verbot be- gründet der Oberbürgermeister wie folgt: „Die Genehmigung zu dem Umzüge wird versagt, weil einer- seits zurzeit ein äußerst gespanntes Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in- folge einer ungewöhnlich großen Aussperrung herrscht und weil andererseiis die Maifeier- Demonstration, die an sich eine Auflehnung gegen die heutige staat- liche und wirtschaftliche Ordnung darstellt, in diesem Jahre mit Wahlrechtsdemonstrationen nicht nur zeitlich zusammenfällt, sondern auch aus Parteikreisen als nächste Kundgebung im Wahlrechtskampfe bezeichnet ist. Demgemäß ist auch mit Rücksicht auf die tatsächlichen Vor- kommnisse in verschiedenen Orten bei Gelegenheit der beab- sichtigten Erzwingung von Umzügen ohne Erlaubnis gelegentlich der letzten Straßendemonstrationen die Annahme berechtigt, oaß gerade unter den hier obwaltenden Umständen mit einer unmittel» baren Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, Ruhe und Ordnung gerechnet werden muß." Das schon gemeldete Verbot des Umzugs in Bochum ist also begründet: „Der Aufzug soll, wieß aus der Nummer V2 deS„Volksblattes" hervorgeht, eine Demonstration sein nicht nur für die Bestrebungen, die in der„Maifeier" ihren Ausdruck finden, sondern es soll zu- gleich, und zwar auf der Straße, demonstriert werden gegen„die Aussperrung der Bauarbeiter",„die allgemeine wirtschaftliche KrisiS", „eine Entrechtung der Arbeiter auf dem Gebiete der Sozialversicherung und Vorenthaltung politischer Rechte" sowie gegen„eine blutige Polizeiwirtschaft gegenüber friedlichen Wahlrechtsdenionstranten, In- kriminierung und Verurteilung der beleidigten und mißhandelten Bürger auf Grund der Aussagen der schuldigen Polizeibeamten." Mit Rücksicht darauf, daß eine derartige Kundgebung geeignet ist, in den der Sozialdemokratie abgeneigten Kreisen der Bevölkerung Unruhe, Erregung und Erbitterung hervorzurufen, sowie daß durch sie diejenigen Elemente, welche bei den in Bochum am 6. März 1910 stattgefundenen Wahlrechtsdemonstrationen die öffentliche Ruhe und Ordnung durch ihr strafbares Verhalten gestört haben, zu neuen und schwereren Ausschreitungen angereizt würden, ist die Befürchtung von Gefahren für die öffentliche Sicherheit tatsächlich begründet. So viel Umstände hat sich der Polizeileiter von Essen nicht .gemacht. Er resolviert kurz, daß das Verbot erfolgen muß, weil, „abgesehen von der Störung der Verkehrsverhältnisse, zu befürchten ist, daß bei der Tendenz der Veranstaltung in Verbindung mit der zu erwartenden starken Teilnehmerzahl Beunruhigung und Erregung in die Bevölkerung getragen und daher Gefahr für die öffentliche Sicherheit begründet wird". Der Polizeipräsident von F r a n k f u r t a. M. verbot den Umzug, weil es sich um einen Aufzug aus Anlaß der Begehung des sogenannten sozialdemokratischen„Weltfeiertages" handelt,„der sich als eine Kundgebung gegen die bestehende staatliche und Wirtschaft- liche Ordnung darstellt und als solcher von vornherein einen demonstrativen Charakter trägt. Derartige Kund- gebungen sind geeignet, auf weitere Kreise der Bevölkerung beunruhigend und aufreizend zu wirken. Nach den bisherigen tatsächlichen Erfahrungen hier ist die Annahme Iveiter gerechtfertigt, daß die Möglichkeit von Ausschreitungen seitens der Ziigteilnehuier nahe liegt, und somit die Besorgnis der Gefahr für die öffentliche Sicherheit von vornherein begründet erscheint". Außerdem glaubt der Polizeipräsident die allgemeine Verkehrssicherheit gefährdet. Eine Demonftrationsversammlung unter freiem Himmel, die die Städte Solingen, Wald, Ohligs. Gräfrath und H ö h s ch e i d(oberer Kreis Solingen) gemeinsam veranstalten, hat die Genehmigung des Landrats in Solingen ge- f u n d e n. Die Versammlung findet auf einem großen Bauterrain in der Nähe von Solingen statt. Der Landrat machte die Ge- nehmigung davon abhängig, daß die Partei ihre eigene Polizei sOrdner) stellt. Vom Versammlungsplatze aus marschieren die Teilnehmer in die einzelnen Orte zurück, wo dann die eigentliche Maifeier stattfindet._ Gemeindewahlsieg. In Thale a. Harz siegte in der Stichwahl der sozialdemo- kraiische Kandidat mit 513 gegen 330 Stimmen für de» bürgerlichen Kandidaten. Parteiliteratur. Im Verlage der Buchhandlung Vorwärts erschien soeben: Protokoll über dir Verhandlungen deS Parteitages der sozial- demokratischen Partei Preußens. Abgehalten zu Berlin vom 3. bis 5. Januar 1910. Verlag Buchhandlung Vorwärts. Berlin S�iV. 68. Preis 1,20 M. Auf besserem Papier 2 M. Die Verhandlungen deS Parteitages sind für jeden Politiker von größtem Interesse. besonders die Verhandlungsgegenstände: Die Wahlrechtssrage in Preußen.— Die Verwaltung PreußenS.— Das Kommunalprogramm in Preußen. Biblische Geschichten. Beiträge zum geschichtlichen Verständnis der Religion von Max Maurenbrecher. Heft 8 behandelt die AuferstehungSgeschichten. Das ganze Werk ist nunmehr auch in einem Band erschienen, enthaltend alle 10 Hefte der Biblischen Geschichten und zwar: Schöpfungsgeschichten— Sintflutgeschichlen— Erzvätergeschichten— Mosrgeschichten— Das sogenannte Gesetz des Mose— Die Propheten(Skizze der Entwickelung der israelitischen Religion)— Die Entstehung deS Judentums— Aufecstehungsgeschichten— Weih» nachtsgeschichten— Der geschichtliche Jesus. Preis broschiert 6 M., gebunden 7,50 M. Jedes der angeführten Kapitel ist in sich abgeschlossen und einzeln zum Preise von je 1 M., Volksausgabe 40 Pf., zu beziehen. Iugendbexvegung. Die Mainummer der„Ardeiter-Jugcnd". Die soeben erschienene Nr. 9 der„Arbeiter-Jugend" bat folgenden Inhalt: Der Mai ist da I Von Jürgen Brand.— AuS meiner Kind- heit. Von Otto Krille.— Die politischen Parteien. Liberale Wandlungen. Die Nationalliberalen.(Schluß.)— Heinrich Heine in seinen Prosaschriften(Mit zwei Bildern.) Bon Nich. Wagner.— Die Lebewesen unter dem Mikroskop.(Illustriert.) Von S.Drucker. — Aus der Jugendbewegung.— Von den Gegnern.— Des Lehr- lings Leidenschronik usw. Beilage. Der Mai geht durch die Lande. Vollbild von Erich Schilling.— Maicuweihe. Gedicht von Ludwig Lessen.— Ein erster Mai. Reiseerinnerungen von Kersten Blunck.— Wie Sven Hedin in Tibet entdeckt wurde.(Illustriert.)— Frühlings- morgen. Gedicht von Emma Döltz.— Redensarten. Von R. Franz. Cäsar. Erzählung von Karl A. Meyer. U. o. m. GeweHtfcbaftUcbee. Hucb du, Brutus? 0 Im„Regulato r", dem Blatt der Hirsch-Dunckerschen Metallarbeiter, wurde unlängst der Erkelenz abgekanzelt, weil dieser geschrieben hatte, Neutralität sei Unsinn, die Hirsch- Dunckerschen müßtei» bewußt die liberalen Parteien stärken, andere Parteien kämen nicht in Betracht. Der„Regulator" legte bei der Abkanzelung ein erneutes Bekenntnis ab zur sittenstrengen, unentwegten parteipolitischen Neutralität der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine. Der„Vorwärts" hat schon eine Notiz aus Naumanns„Hilfe" erwähnt, worin Erkelenz assistiert wurde. Die„Hilfe" schrieb: „Darum sollten sie(die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine) fest entschlossen in die Hand der fortschrittlichen Volkspartei ein- schlagen und mit ihr so fest verbunden zusammenarbeiten wie die christlichen Gewerkschaften mit dem Zentrum und die freien GeWerk- schaften mit der Sozialdemokratie zusammengehen." Der„Regulator" druckt diese Stelle aus der„Hilfe" nach- träglich auch ab und meint dazu: „Wo ist denn die Hand der fortschrittlichen Bolkspartei und was hat sie für die Gewcrkvereine in der Hand?" Schau, schau! Das ist also die„prinzipielle" Neutralität des„Regulators" I Er ist wie eine spröde Schöne so lange unzugänglich, bis sich nicht eine„geeignete"„gut bürgerliche Partie" findet, die den Lebens- und Leidensgang fortab gemeinschaftlich mit den Hirschen machen will. Was die un- entwegt Freisinnigen für die Arbeiter„in der Hand" haben, dafür gibt unter anderem der bekannte liberale Jalousie- fabrikaut F r e e s e einen Hinweis in seinem neuen Buche: „Die konstitutionelle Fabrik", das ja gerade den „Regulator" in ekstatisches Entzücken versetzt hat. F r e e s e schildert eingangs seines Buches, wie früher in der Fabrik seines Paters Veränderungen der Arbeitsbedingungen vom Unternehmer einfach dekretiert worden seien: „Die Arbeiterschaft fand eines Tages am schwarzen Brett neue Vorschriften, die meist Verschärfungen der bisherigen nach Ansicht des Arbeitgebers nicht genügend beachteten Bestimmungen enthielt. Einwendungen, die gegen den Inhalt der neuen Fabrik- ordnung erhoben wurden, waren mit dem Hinweis beantwortet worden, daß die Vorschriften nötig seien. Es war mir bei diesem Verfahren allerdings aufgefallen, wie sehr es im Widerspruch st and zu den Forde- rungen, die ich selbst als junger, der bürger- lichen Linken angehörender Politiker im Ver- einsleben mit Eifer vertreten hatte. Ich war, als ich mich gelegentlich zu einem poli- tischen Freunde darüber äuherte. lächelnd dahin aufgeklärt worden, daß es in den Fabriken sehr einflußreicher, ebenfalls meiner Richtung an- gehörender Parteiführer nicht anders aussähe. Geschäft und Politik feie» zweierlei." Der„politische Freund" kannte seine freisinnigen Pappen- hcimcr genau. In der Neutralitätsfrage weiß bei den Hirsch- Dunckerschen. wie einer ihrer Anhänger bemerkte, niemand mehr, wer Koch und wer Kellner ist: „Rechter Hand, linker Hand, Beides vertauscht. Straße, ich merk' eS wohl, Du bist berauscht." ßtrUn und Umgegend. Zum Friedensschluß im Berliner Baugewerbe. In welcher Weise seitens der Scharfmacher im Baugewerbe gearbeitet wurde, haben wir schon gelegentlich gekennzeichnet. Heute ist uns ein Schreiben des Vorstandes vom Deutschen Arbeit geberbund für das Baugewerbe zugegangen, welches unterm 19. April in Berlin versandt wurde. Es hat folgenden Wortlaut: Sehr geehrter Herr Kollege? Wir unterrichten Sie von dem erfreulichen Resultat, daß alle dem Deutschen Arbeitgeberbund für das Baugewerbe ange- schlossenen Verbände mit ganz wenig Ausnahmen gestern die Geschäfte haben schließen lassen. Bisher sind nach den uns zu- gegangenen Nachrichten bereits rund 200 000 Bauarbeiter aus- gesperrt. Trotz dieses nahezu einmütigen Eintretens des beut- scheu Baugewerbes für die Dresdener Beschlüsse verhehlen wir uns nicht, daß der Kampf außerordentlich in die Länge gezogen werden wird, wenn sich Berlin absondert. Gerade die Haltung des großen Berliner Verbandes wird voraussichtlich von erheb- lichem Einflüsse darauf sein, ob die deutschen Bauarbeitgeber ihre gerechten Forderungen durchsetzen können. Wir bitten deshalb und auch mit Rücksicht darauf, daß die jetzige große Erbitterung der gesamten deutschen Arbeitgeber- schaft gegen den Berliner Verband im Interesse des Bundes baldigst wieder verschwinden möge, die Berliner Kollegen er- gebenst, darauf hinzuwirken, daß sich ihr Verband doch noch den schritten des deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe anschließt. Wenn sich bisher eine Mehrheit hierzu auch nicht gefunden hat, so führt doch vielleicht der ernste Hinweis zu einer solchen, daß jeder, der sich der Aussperrung nicht anschließt und weiter arbeiten läßt, die Macht der Gewerkschaften stärkt. Hochachtungsvoll Der Vorstand des Deutschen ArbeitgeberbundeS für das Baugewerbe. B. Felifch. O. Enke. E. Behren». Man sieht, die Herren haben alle Minen springen lassen. Ver- geblich! * An der Abstimmung über den Schiedsspruch haben sich vom Maurerverband 3446 Mitglieder beteiligt. Davon stimmten da- für 2040, dagegen 1358, ungültig waren 48. Somit ist für die Maurer der Schiedsspruch endgültig angenommen. Die Schuhmacher haben am Montag den einzelnen Meistern ihren Lohntarif vorgelegt. In Ausführung der Beschlüsse, die in den Versammlungen am Montag vormittag in Berlin, Charlotten- bürg, Steglitz, Groß-Lichterfelde und Schöneberg gefaßt wurden, gingen die Gehilfen energisch vor, um ihre Forderungen durchzu- setzen. Wo die Meister die Anerkennung des Tarifs durch ihre Unterschrift verweigerten, da drohten die Gehilfen mit der sofor- tigen Niederlegung der Arbeit. Es handelt sich hauptsächlich um eine Regelung der Verhältnisse in den zahlreichen kleinen Werk- statten, den Besohlanstalten, wo die Ausbeutung der Arbeiter noch vielfach nach Belieben getrieben wird. Etwa 1000 Werkstätten kommen in Frage. Viele Meister bewilligten die vorgelebten Tarif- sätze sofort, viele weigerten sich aber und zahlreiche kleine Streiks wurden gemeldet. In vielen Fällen fanden Verhandlungen statt, die zu einem guten Ende geführt wurden. Zahlreiche Unterschriften find beim Verbände eingelaufen, die ganze Bewegung hat zur Zu- friedenheit der organisierten Arbeiter eingesetzt. Für den Arbeits- Nachweis und zur Kontrolle für die Streikenden sind zwei Stellen eingerichtet, das Verbandsbureau. Blankenfeldestraße 10. und Bülowstraße 58. Das Publikum wird darauf aufmerksam gemacht, daß der Verband abgestempelte rote Plakate mit dem Aufdruck:„Hier sind die Forderungen der Schuhmachergehilfen bewilligt", herausgegeben hat, die in allen Werkstätten zu finden sind, wo der Tarif aner- kannt worden ist. Das Publikum hat dadurch die beste Gelegen- heit. den Schuhmachern, die um-ine kleine Verbesserung ihrer Lage kämpfen, beizustehen Stteikexzesso in Wilmersdorf. Mehrere Arbeiter schwer verletzt. »Exzesse zwischen Streikenden und Arbeitswilligen"„Ernste Ausschreitungen zwischen Streikenden und Arbeitswilligen." Unter diesen und ähnlichen sensationellen Ueberschriften gibt die bürger- liche Presse durchaus lügenhafte Berichte über angebliche Ueberfälle von streikenden Leitergerüstbauern auf Streikbrecher wieder. Die Streikenden sollen einen Gerüsttransport überfallen, die Pferde durch Messerstiche verletzt, die Streikbrecher selbst mit Steinen bom- bardicrt und aus Revolvern beschossen haben. Der Kutscher M ü l l e r, der Gerüstbauer R o s c a k und der Maurer Gersdorf sollen dabei schwer verletzt sein. Die Sache hat sich gerade umgekehrt zugetragen, als sie in der Sensationspresse dargestellt wird. Nicht die Streikenden haben geschossen, sondern die Arbeitswilligen. Einer der Haupttäter war der arbeitswillige Leitergerüftbauer Roscak. Als Streikende den Versuch machten, den Mann auf das Verwerfliche seiner Hand- lungsweise aufmerksam zu machen, zog er einen Revolver und vor- suchte, damit zu schießen. Nunmehr sprangen die Streikenden hinzu. entwanden ihm die Waffe und verabreichten ihm die Portion Prügel, die solchem Revolverhelden gebührt. Dabei mag auch sein Begleiter Müller, der ihm Hilfe leistete, etwas abbekommen haben. Roscak hätte das schlimmste Unheil anrichten können, lvenn nicht die Herren Unternehmer ihre Streikbrecher mit ebenso schlechten Revolvern ausgerüstet hätten, wie sie ehrlichen Arbeitern schlechte Löhne zahlen. Der Revolver enthielt u. a. eine abgeschossene Patrone und drei vom Hahn eingedrückte, aber nicht zur Explosion gebrachte. Daneben noch völlig unversehrte Patronen. Die Strei- kenden haben weder mit Steinen geworfen, noch mit Revolvern ge- schössen. Der angeschossene und völlig unbeteiligte Maurer ist ent- weder von Streikbrechern oder gar von Schutzleuten angeschossen worden. Daß die Streikenden nicht geschossen haben können, weiß niemand besser als die Polizei! Diese verhaftet andauernd die Streikposten, hält sie in Gewahrsam und unterwirft sie einer gründ- lichen Visitation. Während aber die Streikbrechergesellschaft mit Revolvern ausgerüstet ist und damit in geradezu ver- brecherischer Weise hantiert, hat man bisher noch bei keinem der Streikposten eine Waffe finden können, einfach, weil die Leute keine Waffen haben. Die bürgerlichen Journalisten aber lassen diese waffenlosen Leute mit Revolvern schießen, in asphaltterten Straßen mit Pflastersteinen und im Tiergarten mit Ziegeln werfen. Die Presse aber nimmt diesen Schmocks ihre Tatarennachrichten un- besehen ab. Und die Polizei geht nicht gegen die gemeingefährlichen Re- volverhelden, sondern gegen die Streikposten vor! Wie uns gemeldet wird, sollen auf dem Arndtschen Lagerplatz in Wilmersdorf an 150 Schutzleute stationiert sein. Ueber die Um- gegend der Firma Altmann, Charlottenburg, Spandauer Str. 20, scheint der Belagerungszustand verhängt zu sein. Keiner der Strei- kenden darf sich dort sehen lassen, wenn er nicht sistiert werden will. Ja, selbst harmlose Passanten und sogar Frauen laufen Ge- fahr, mit den Polizeiorganen in Konflikt zu kommen. Eine Frau wurde sistiert, ohne daß irgendein Grund zur Festnahme vorlag. Der hier in Frage kommende Beamte bot dieser Frau sogar Prügel an. Alle«diese Maßnahmen richten sich gegen Arbeiter, die für ihre gefahrvolle Arbeit gerechten Lohn verlangen. Die Streikenden ge- denken trotzdem auszuharren und sind guten Muts. Achtung, Steinarbeiter i Wegen Richtanerkennung de» TarifeS ist die Firma R. Stoevesandt Nächst, Inhaber Aug. Schneider, Bergmannstraße 69(Grabsteingeschäft) für Schrift Hauer und Steinmetzen gesperrt. Zentralverband der Steinarbeiter, Zahlstelle Berlin. Oeutfebes Reich. Vertragsbruch. Der mit den Zimmermeistern in S o l i n g e n im vorigen Jahre abgeschlossene Tarif der Zimmerergesellen sollte Gültigkeit bis zum 31. März 1911 haben. Es war ein Stundenlohn von 65 Pst vorgesehen. Diesen Vertrag haben die Meister jetzt gekündigt und den Gesellen einen geringeren Lohn geboten. Als diese auf das Angebot nicht eingingen und auf der Erfüllung der alten Abmachungen verharrten, wurden sie ausgesperrt. Der Streik der Schmcede in Halberstadt in der Maschinen fabrik von Dehne hat größere Ausdehnung angenommen. Auch die Metallarbeiter und Holzarbeiter de? Betriebes haben die Ar- beit niedergelegt, so daß der Betrieb nur notdürftig aufrecht er- halten werden k-rnn. Die Firma weigert sich nach wie vor hart. näckig, die Maßregelung einiger Schmiede— die Ursache des Streiks — rückgängig zu machen. Aussperrung im Dachdeckergewerbe. In Dortmund wurden sämtliche Dachdeckergehilfen bis auf acht ausgesperrt. Die Aus. sperrung erstreckt sich auch auf das übrige Vertragsgebiet. In den Streik getrete» sind in Dortmund bei fünf Unter- nehmern die Fensterputzer. Di- Streikenden hatten Lohn- forderungen gestellt, die brüsk zurückgewiesen wurden. Auch lehnten die Unternehmer jegliche Verhandlung ab. Zuzug ist fern- zuhalten. Achtung, Textilarbeiter! In der mechanischen Weberei von Neuburger in Salach(Württemberg) haben die Weber und Weberinnen die Kündigung eingereicht. Zuzug ist fernzuhalten. Sämtliche Arbeiter der drei MSbrlfabriken G l ü ck e r t. Z i e g- l e r und Ehrhardt m Darmstadt haben ine Arbeit einge- stellt. Der Kommerzienrat Gluckert bildet schon seit Jahren die Scharfmacherrichtung bei den Holzindustriellen in Darmstadt und hat es auch verschuldet, daß seinerzeit der Leipziger Schiedsspruch von den Arbeitgebern abgelehnt wurde. Nachdem die Krise auch in Darmstadt überstanden, erinnerten die Arbeiter an ihre früheren Wünsche und fanden bei der Firma Alter sowohl wie bei der ..Darmstädter Möbelfabrik A.-G." auch Entgegenkommen, so daß mit diesen beiden Hauptfirmen Verttäge abgeschlossen werden konnten. Der Herr Kommerzienrat versuchte nun die Verhandlungen in die Länge zu ziehen, um die vorliegenden Aufträge noch vor Ausbruch des Kampfes fertig zu stellen und wurde in diesem Streben von den anderen beiden Firmen unterstützt. Die Tischler und Ma° schinenarbeiter wollten sich aber nicht mehr an der Nase herum- führen lassen und stellten darum verflossenen Sonnabend geschlossen die Arbeit ein. In Frage kommen rund 290 Mann. Vor Zuzug wird dringend gewarnt. Ausland. Seit dem schwedischen Generalstreik hat die große Straßen- bohngesellschaft ist Stockholm ihre Wagen immer mehr verwahrlosen und verschmutzen lassen und zwar in solchem Maße, daß jetzt die Polizei sich genötigt sieht, dagegen einzuschreiten. Am Mittwoch- morgen revidierte die Polizei die ausfahrenden Wagen und fano daß von diesen nicht weniger als 72. teils Motor-, teils Anhänge- wag?»' sich m einem unleidlichen Zustande befanden. Das Aeußere. der Anstrich und die Lackierung war arg vernachlässigt, aber außerdem war es mit der Reinhaltung der Wagen in vielen Fällen unter aller Kritik schlecht bestellt, sagt der Polizei- bericht. Mehrere Wagen waren überhaupt nicht reingemacht. Kehricht und verbrauchte Fahrscheine wurden in Masse vorgefunden, und der Schmutz war vertreten und am Fußboden fcstgetrocknet. Die Messingteile der Wagen waren in letzter Zeit überhaupt mit keinem Putzmittel in Berührung gekommen. Auf die Vorhaltungen der Polizei erklärte der Sttaßenbahiidirektor Walden, daß er sofort für eine bessere Neinhaltung der Wagen sorgen Verde, daß er jedoch hüisichtlich des äußeren Anstrichs wegen Mangel an Raum iind Reparaturwerkstätten nichts Nennenswertes tun könne. Die Polizeikammer ist jedoch in diesem Punkt anderer Ansicht und hat das Statthalteramt ersucht, der Gesellschaft anheimzugeben, ihre Wageil bis zum 1. Juli oder spätestens den 1. August neu an- streichen und lackieren zu lassen und ihr anderenfalls zu verbieten» sie weiterhin im Verkehr zu verwenden. Wie man aus diesen Tatsachen ersieht, behandelt diese Gesell- schaft das Publikum ungefähr ebenso schlecht wie ihr altes Personal, das sie trotz des Ende November geschlossenen Uebereinkommens nicht wieder einstellt. Der Boykott, den die Arbeiterschaft über sie verhängt hat, wird unter diesen Umständen jedenfalls in den breiten Massen der Bevölkerung um so mehr Anklang finden, und daß die Direktion gegen„Socialdemokraten" Beleidigungsklage angestrengt hat, wird der Gesellschaft sicherlich auch mehr zum Schaden als zum Nutzen gereichen._ Die italienischen Landarbeiterstreiks im Jahre t90S. Rom, 25. April 1910.(Eig. Ber.) Die italienische Landarbeiterbcwegung ist längst über die Pe« riode der ernsten siegreichen Anstürme und der zahllosen Streiks, die die Grundbesitzer unvorbereitet trafen, hinaus. Im Jahre 1909 wurden, wie das Bulletin des Reichsarbeitsamtes berichtet, in Italien nur 140 Landarbciterstreiks proklamiert. Bei 120 von ihnen war die Zahl der Teilnehmer bekannt und belief sich insge- samt auf 46 576. Was die Verteilung auf das Jahr betrifft, so zeigen Mai, Juni und Juli mit 50, 30 und 19 Streiks die höchste Frequenz, Februar und Dezember mit je 2 die niedrigste. Von den verschiedenen Landschaften kommt die Lombardei mit 44 Ausständen an erster Stelle, die Emilia mit 33 an zweiter, dann der Piemont mit 28 und Venetien mit 20. In Apulien sind nur 6 Streiks zu verzeichnen, in Umbrien 4, im Latium 2, je einer in der Basilikata, Calabrien und Sizilien. Campanien, die Abruzzen, die Marken und Sardinien fehlen ganz. Der Streikanlaß ist bei der Land- arbeiter-Streikstatistik in anderen Gruppen zusammengefaßt, als bei den Ausständen der industriellen Arbeiter. In 33 Fällen drehte es sich um Lohnfragen, in anderen 33 gleichzeitig um Lohn und Arbeitszeit, in 19 ausschließlich um Avbeitszeit, in 18 um Vir- teidigung von Arbettervorrechten. in 5 gleichzeitig um Lohn und Arbeitervorrechte, und schließlich bei 4 Ausständen um den Anteil am Bodenertrag(Halbpartsystem). Mit völligem Siege der Ar- beider endeten 28 Streiks, mit teilweisem Siege 67, während 32 ganz verloren gingen und bei 13 der Ausgang unbekannt blieb. Prozentualtter schlössen die Ausstände um Lohnfragen mit 9 Proz. Niederlagen am günstigsten ab, dann die, bei denen es sich gleich» zeitig um Lohn und Arbeitszeit handelle(12 Proz.). Von den Aus. ständen, bei denen es sich sowohl um Lohnfragen als um Behaup- tung von Arbeitervorrechten drehte, gingen 20 Proz. verloren. Bei solchen, die um den Ertragsanteil gingen, 25 Proz., bei denen um Arbeitszeit 31 und um Disziplinarfragen 33 Proz. Am ungünstig» sten ist der Ausgang bei denen, die unter die Rubrik„Wahrung von Arbeitervorrechten" rangieren; von diesen wurden nicht weni- ger als 61 Proz. von den Arbeitern verloren. Der starke Rückgang der Streikbewegung erklärt sich zur Genüge daraus, daß in den Gegenden mit starker Landarbeiterorganisation die Tarifverträge meistens ohne Streik erneuert werden. In den Gegenden mit schwacher Organisation, namentlich in Süditalien, fit die geringe Zahl der Streiks im Landvolk der Ausdruck einer anderen und einflußreicheren Form von Arbeitseinstellung, nämlich ber Massenaus- Wanderung in überseeische Länder. Als Folge dieser Erscheinung steigen die Arbeitslöhne auch ohne Streiks» weil die Grundbesitzer Mangel an Arbeitskräften haben. Versammlungen. Holzarbeiterverbanb. In der am Mittwoch abgehaltenen Generalversammlung der Zahlstelle Berlin standen eine Reihe von Anträgen zu dem bevorstehenden Verbandstage auf der Tagesord- nung. Von denselben fanden die folgenden Annahme, das heißt sie werden dem Verbandstage eingereicht: Die Altersgrenze für jugendliche Arbeiter, die einen wesentlich herabgesetzten Beitrag bezahlen, soll von 17 auf 18 Jahre erhöht werden.— In Ergänzung der Bestimmungen des Statuts sollen in den 6, 11 und 53 außer den weiblichen Arbeitern auch die jugendlichen angeführt werden.— Um dem§ 34 des Statuts eine klarere Fassung zu geben, soll er lauten:.Wird eine Arbeitslosigkeit durch eine Arbettsdauer von längstens 4 Wochen unterbrochen, so beginnt die Unterstützungs- Berechtigung innerhalb der durch§ 15d festgesetzten Höchstgrenze wieder am Tage der Meldung der neuen Arbeitslosigkeit."— Dem § 34 soll die Bestimmung angefügt werden:„Die Unterstützung ist am Schluß jeder Woche persönlich abzuheben."— Während der Dauer des Ausschlußverfahrens ruhen die Rechte und Pflichten d«S betreffenden Mitgliedes. Wenn der Ausschluß nicht erfolgt ist, soll die Unterstützung nachgezahlt werden.— Ms neuer Paragraph soll eingefügt werden:„In Gemeinschaft mit dem Vorstande bilden die Gauleiter, der Redalteur des Verbandsorgans und der Vor- sitzende der Zahlstelle Berlin den erweiterten Vorstand, der perio- disch, mindestens zweimal jährlich, zusammentritt. Zu seinen Funk. tionen gehören: Beratung und Festlegung der Taktik bei Lohn- bewegungen, Beschlutzfassung über größere Agitationstouren, Ein» berufung von Branchenkonferenzen, Beratung aller wichtigen Ver- bandsangelegenheitcn."— Der Verbandstag wird ersucht, zu be» schließen, daß der Reichstarifvertrag sowie ein einheitlicher Ablauf» termin der Verträge auf alle Fälle abzulehnen ist.— Der Vorstand soll Erhebungen über die Lohnmethoden- in der Holzindustrie ver- anstalten und dem nächsten Verbandstage Bericht erstatten.— Die Beitragsmarken sollen jedes Jahr und wenn der Beitrag geändert wird, eine andere Farbe erhalten.— Der Verbandstag soll nrnftig stets in Berlin stattfinden.— Ueberall, wo Verträge abgeschlossen werden, soll bezüglich der Montagearbeiten bestimmt werden: In Orten mit vertraglich festgelegten besseren Bedingungen müssen diese erfüllt werden, auch ist die an diesen Orten übliche Arbeitszeit einzuhalten, wenn dieselbe von kürzerer Dauer fit.— Ist die Arbeitslosigkeit die Folge einer Waffenübung, so ist diese bei der Wartezeit in Anrechnung zu bringen.— Die Bestimmung des§ gy über den Ort, an dem die Arbeitslosenunterstützung zu erheben ist, soll nicht für alle Fälle, sondern„in der Regel gelten, also auch Ausnahmen in besonderen Fällen zulassen..... Als Revisoren wurden Breitkopf und König, al» Bei- sitzer A p p i ch gewählt.___ Letzte JVacbncbten und Depelcben. Die Lage im Miinchener Baugewerbe. München, 26. April.(B. H.) Der Bürgermeister v. Borscht gab in der heutigen Sitzung des Magistratsrates bekannt, daß die am Dienstag mit den Vertretern des Arbeitgeberverbande» für daS Baugewerbe abgehaltenen Besprechungen wegen der bevor» stehenden Aussperrung der Bauarbeiter zu keinem Resultat geführt haben. In diesen Tagen werde der Vorsitzende des Gewerbe. gerichtS versuchen, eine Einigung herbeizuführen, und falls diese Bemühungen erfolglos bleiben, werde das Magistratsdirektorium neuerdings eingreifen. Gefängnisstrafen gegen desertierende Matrosen. Paris, 26. April.(W. T. B.) Von den Seegerichten in Bordeaux und Marseille wurden heute verschiedene Matrosen und Heizer wegen Desertion von ihren Schissen währe, ch des Ausstandes der eingeschriebenen Seeleute zu mehrtägigen Ge» ..--_.,,--r i-_-------------..--------------- fiingniSstrafrn verurteilt. Lerantw. Redakt.: Richard Barth, Berlin..Inseratenteil verqntg,.! Ut.Gio'cke, Berlin. Druck v,Pcrlsg:VoiwärLsBstchdr,n.verlagSauftqU VaulS!nge!:ä:Co,,BcrlinL.VV, Hierzu Svttkagrsn.UstrMlwN»»»» Dr. 97. 27. Iahkglwg. i KcilM i>cs JmiüWf Krlim lolblilntt Mitt«l>ch. 27. Jprfl 1910. flußcrordentlkljer Kongreß der Gewerhhßaften Deuticßlands. Berlin. LS. April 1910. Zweiter Tag. Am heutigen zweiten und letzten Verhandlungstage erstattet zunächst Lrsche-Hamburg das letzte noch ausstehende Referat über die Hinterbliebeaenversicherung. Er führt aus, daß die öffentlich rechtliche Arbeiterversicherung in Deutschland von Anfang an in engstem Zusammenhang stehe mit Ausnahmegesetzen und mit der Jnaugurierung der Volks» ausplündernden Zollwucherpolitik. Um das Boll daniber zu täuschen, habe Bismarck seinerzeit die ersten Arbeiterversicherungs« geseye vorgeschlagen. Genau so gehe es heute, wo nach der unglaublichen Verteuerung der Lebensmittel und nach den beiden grasten Schröpsungen des Volkes durch die Finanzreformen von IgOS und 1909 den Arbeitern unennestliche Summen geraubt worden seien und ihnen nun durch die Witwen- und Waisenversicherung ein Pflaster ausgelegt werden solle. In Wahrheit werde eine Witwen- Versicherung gar nicht vorgeschlagen, sondern nur eine Witwen- Invalidenrente und eine Wilwenkrankenrente. Das einzig Wesentliche an dem Eniwurs sei höchstens die Waisenrente, die ohne Nachweis der Bedürftigkeit und ohne Vorliegen der Invalidität gewährt werden solle. Wolle man die Witwen- und Waisenversicherung zu einem wirklich sozialen Institut ausbauen, so seien bedeutend gröstere Reichszuschüsse notwendig als bisher. In einem Etat von Milliarden mustten sich mehr als 60 Millionen als Zuschüffe zur Arbeiterversicherung finden lasten. Jetzt werde durch die Witwen- und Waisenversicherung die Reichstaste gar nicht belastet werden, weil man an der Invaliden� rente und an der Rückzahlung der Beiträge von Frauen, die sich verheiraten, die Summen sparen werde, die dafür nötig seien. Möchten doch die Unternehmer die 60 Millionen, die sie für die Krankenversicherung mehr zu zahlen bereit find, lieber der Invaliden- Versicherung zuwenden. �Lebhafter Beifall.) Zum Schluß legt Redner folgende Resolution vor: .Die nach der Reichsversicherungsordnung geplante Hinter- bliebenenversicherung bedarf einer durchgreifenden Ausgestaltung. Der Kongreß fordert: 1. Gewährung der Witwenrente an alle Witwen der ver- sicherten. 2. Zahlung der Waisenrenten in allen Fällen, ohne Stück- ficht aus die Frage der Bedürftigkeit, unter Gleichstellung der unehelichen und ehelichen Kinder. S. Die Höhe der Rente soll in jedem Falle die Gewähr bieten, daß die Rentenbezieher nicht der öffentlichen Fürsorge anheimfallen. 4. Ausbau der freiwilligen Zusatzversicherung, so daß sie auch für die Hinterbliebenen nutzbar wird. b. Gleichstellung der Hinterbliebenen eines Ausländers mit denen der Inländer und zwar auch dann, wenn ihr Wohnsitz sich im Auslande befindet. Wahl der Vertreter der Versicherten und der Arbeitgeber in direkter und geheimer Wahl auf Grund deS Verhältniswahl- systemS. Aktives und passives Wahlrecht für alle Versicherten ohne Unterschied deS Geschlechts und der Staatsangehörigkeit.- Damit find die Referate erledigt. Auf Vorschlag von Paul Müller-Hamburg wird in dem PaffuS über die llnfallverficherung die Forderung nach Gleichstellung auch der staatlichen, kommunalen und seemännischen Arbeiter aufgenommen. Such sonst schlagen die Referenten einige formelle Lenderungen an dem Wortlaut der Resolutionen vor. ES erhält dann zunächst der Vertreter der gentralkrankenkassen TimanowSki« Berlin daS Wort. Er erklärt, daß die Kranken« kaffen narürlich der Vorlage den schärfften Widerstand entgegensetzen, aber im Augenblick von der Einberufung eines allgemeinen Lkranken- kaffentages abgesehen haben, weil sie eine umfangreiche Petition an den Reichstag vorbereitet und abgesandt hätten. In der nächsten Zeit sollten OrtS- und Provinzialkonfcrenzen stattfinden und ein all- gemeiner Krankenkassentag werde sich vielleicht vor der zweiten Lesung deS Entwurfs im Reichstagsplenum notwendig machen. Witt-Bochum begründet einen Antrag, die KuappschastSkasten- Verhältnisse unter Aufrechterhaltung ihrer historischen Besonderheit reichsgesetzlich zu regeln. Dte Bergarbeiter ständen unter einem Ausnahmegesetz, insofern ihre Versicherungsrechte nur landen- gesetzlich geregelt seien. Daher komme eine ungeheuere Zersplitterung de« KnappschaftSweienS in über 130 Knappschaftsvereine, deren Mit- gliederzahl zwischen 3 und 34SOOO schwanke und dte im Eintritt»- aeld, den Beiträgen und Leistungen außerordentlich verschieden seien. Alle Rechte in der KnappschastSversicherung haben die Unternehmer, da die Arbeiter vielfach ihre Beisitzer noch in . Nilhelm Krache. f 27. April 1880. „Wir pfeifen auf daS Gesetz", diese drastische Aeuherung, wo- mit wir die tiefste Mißachtung gegen das Sozialistengesetz bekun- deten, war unter seiner Herrschaft längere Zeit in Parteikreisen förmlich sprichwörtlich. Sie klang nicht sehr parlamentarisch, war aber doch zuerst an keiner geringeren Stätte gefallen, als im Deut- scheu Reichstage. Der Mann, der sie dort laut werden ließ, war einer unser verdientesten Vorkämpfer: Wilhelm Bracke. Seiner wollen wir heute anläßlich seines dreißigsten Todestages gedenken. Nicht dem arbeitenden Volke war er entsprossen, er gehörte viel» mehr seiner Geburt und Erziehung nach der Bourgeoisie an. MS Sohn des Inhabers einer großen Getreidehandlung in Braunschweig wurde er dort am 29. Mai 1842 geboren. Den Verhältnissen ent- sprechend erhielt er eine gute Schulbildung und besuchte das Collegium Carolinum. Sein Lehrer. Professor Aßmann, bczeich- nete ihn später vor Gericht als einen seiner besten Schüler, der sich durch großen Eifer, seltene Beanlagung und gründliches Stu. dieren auszeichnete. Dem Wunsche der Seinen gemäß entschloß er sich zum KaufmannSstande und trat in das Geschäft seines Vaters ein. um später dessen Mitinhaber zu werden. Hätte er sich aus- schließlich diesem Beruf gewidmet, so hätte er zeitlebens behaglich und in Freuden leben können. Aber Gerechtigkeitsgefühl und Frei. heitsdrang führten ihn der noch sehr in den Anfängen begriffenen deutschen Arbeiterbewegung zu. 1865 trat er in den von Lassalle gestifteten Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein ein und wurde sehr bald in Parteikreisen bekannt. Er war jetzt ein Zwanziger an Jahren, von hoher magerer Figur mit schmaler Brust, kleinem Kopfe und kurzem Backenbarte, sprach stark norddeutschen Dialekt. war in seinem Wesen gemütlich und gefällig, zuweilen von schall- haftem Humor. Er war ein guter Redner und besaß hochgradig organisatorisches Geschick. Auch schriststelleris chwar er tätig und be- kündete sich manchmal dichterisch. Sein uneigennütziges Streben, die Lauterkeit seines Charakters, sein Opfermut, seine große Energie und Arbeitskraft machten ihn zu einem vorzüglichen Mitkämpfer, erwarben ihm übrigens auch in weiteren Kreisen Achtung. Eigen- «tig war sein Selbständigkeitsgefühl, welches ihn verhinderte, über- all ohne weiteres den Führenden durch Dick und Dünn zu folgen, ßHtt vielmehr so manchesmal seine eigenen Wege gehen lieh. öffentlicher Wahl wählen müssen. Selbst da, wo Arbeiter und Unternehmer in gleicher Zahl vertreten seien, greife die Regierung regelmäßig zugunsten der Unternehmer ein. Deshalb müsse endlich das Reich die Rechte der Bergarbeiter in der Knappschnftsversicherung sicherstellen. Der Christliche Gewerkverein hätte die Pflicht gehabt, gerade hier für die Rechte der Bergarbeiter Stellung zu nehmen. Statt dessen tue er sich in der.Gesellschaft für soziale Reform" mit dem früheren Handelsminister v. Berlepsch zusammen, der im Jahre 1394 2000 Snarbergleute aufs Pflaster geworfen habe, nur weil sie es gewagt hätten, von ihrem Äoalitionsrecht Gebrauch zu machen. Das Zusammengehen mit solchen Leuten kennzeichne die Sozialpolitik der christlichen Gewerkschaftler. Die freien Gewerk- schaften hätten keinen Grund, ihr Fernbleiben zu bedauern, denn ihre ganze Tätigkeit auf knappschastlichem Gebiete sei nichts weiter als fortgesetzter Arbeiterverrat gewesen.(Lebhafte Zustimmung.) Z a ffke- Hamburg begründet einen Antrag, daß, wenn nicht eine allgemeine Vereinheitlichung der Krankenkassen zustande komme, auch den Freien Hilsskassen ihre bisherige Tätigkeit in vollem Um- fange freigelassen werde. Der Entwurf wolle ohne jeden ver- nünftigen Grund, wie er die Selbstverwaltung vernichte, so auch den Freien Hilfskassen daS Lebenslicht ausblasen. In der Diskussion ergreift das Wort Landtagsabgeordneter Fräßdorf- Dresden: Abgesehen von der Ausdehnung der Versicherung bringt dieser ungeheuerliche Entwurf für die Arbeiter nur Verschlechterungen. Die Wünsche der Arbeiter, der Vei sicherten, der Kassenverlreter sind in der Vorlage völlig un- berücksichtigt geblieben. Auch die Stimmen der Arbeitgeber, die mit uns in den Krankenkassen seit Jahren überwiegend gairz friedlich zusammengearbeitet haben, hat man nicht gehört. Die Regierung hat sich lediglich auf den Standpunkt der Scharfmacher gestellt. Gleichwohl glaube ich, daß die angebliche Absicht, den Einfluß der Sozialdemokratie in den Kranken- kassen zu vernichten, nur ein Vorwand ist; denn die Sozialdemo- kratie hat genug Mittel und Wege, ihren Einfluß geltend zu machen. Aber man will tatsächlich den Einfluß der organisierten Arbeiter- schaft auf die Kassen deshalb vernichten, weil die großen OrtS- krankenkassen durch ihre Tätigkeit vorbildlich für alle anderen Kassen geworden und dieses Vorwärtsdrängen für die Unternehmer zu einer materiellen Gefahr werden würde. Darum soll die Selbst- Verwaltung der Krankenkassen völlig vernichtet werden, dann kann auch an den fakultativen Leistungen gehörig gespart werden.(Sehr wahr l) Die 60 Millionen, die die Unternehmer mehr zahlen wollen, find ein Danaergeschenk, denn dafür werden 100 Millionen auf Kosten der Versicherlen an Leistungen gespart werden. Für uns gilt es jetzt, hinauszugehen in daS Land und durch Partei und Gewerkschaften wie durch, die Kassenvertteter eine allgemeine Protestbewegung zu entfalten, um die Abrechnung mit den Scharfmachern bei den nächsten ReichStagSwahlen möglichst gründlich zu gestalten.(Lebhafter an- haltender Beifall.) Giebel-Berlin(Bureauangestellter): Der Entwurf soll die allgemeine Rückwärtsrevidierung der Krankenverficherung einleiten. Noch 1908 stand die Regierung auf dem Standpunkt, daß die Selbstverwaltung nicht geschmälert werden dürfe. Irgend welche Gründe für den jetzigen Wechsel ihrer Stellung kann sie nicht anführen. Heute sin� die Kassenbeamten Träger der Selbstverwaltung, in Zukunft sollen sie Glieder der Bureaukratte werden. Ganz ander« Schichten der Bevölkerung als bisher sollen die Kassenbeamten stellen. Herr von Jagwitz hat eS im Scherlschen.Tag" ausgeplaudert, daß man in den Kraukenkassenstellen die geeignete Verwendung für ver- abschiedet« Offiziere erblickt; die hätten gelernt, mit Menschen um- zugehen und ständen mehr in der Praxis des Lebens als manche andere.(Schallende Heiterkeit.) Die Frage der Kassen- angestellten ist von der Selbstverwaltung gar nicht zu trennen. Die große Mehrheit der Kassenangestellten lehnt die Verleihung der Beamtenrechte rundweg ab, weil die Regierung nach einer solchen Spottgeburt von Arbeiterverficherungsreform gar nicht ernstlich gewillt sein kann, die Arbeiterverstcherung mit sozialem Geiste zu erfüllen. Deshalb rufen wir: Hand weg von der Selbstverwaltung der Krankenkassen I(Lebhafter anhaltender Beifall.) Redner protestiert dann gegen die vorgeschlagene Sonderversicherung der Privat- angestellten. Die Regierung habe diese Verstchernng erst ver- schleppen wollen, schließlich aber lediglich aus wahltaktischen Gründen eine Vorlage noch für den kommenden Herbst an- geordnet. Gegen dieses häßliche wahltaktische Manöver der bürgerlichen Parteien zu den nächsten ReichStagSwahlen müsse die Arbeiterschaft schärfsten Protest einlegen, weil daS Manöver auf Kosten der Privatbeamten selber gehe und einen Keil zwischen Hand- und Kotzfarbeiter treibe. Die ganze ReichSverficherungS- ordnung müsse mit aller Schärfe bekämpft werden.(Lebhafter Betfall.) Aufdrrstraße-Bochum: In der Reichsversicherungsordnung find mehrere Bestimmungen enthalten, die eine besondere Härte gegen die Bergarbeiter bedeuten. Unseren Verhälwissen nach müsse die Altersgrenze für den Bezug der Altersrente auf 55—60 Jahre herabgesetzt werden. denn Bergarbeiter, die 70 Jahre alt werden und noch im Bergwerks- Hauptsächlich durch seine agitatorische Wirksamkeit wurde die Be- wsgung in seiner Heimat Braunschweig mächtig gefördert. Jzn Mai 1867 hielt der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein dort seine 5. Generalversammlung ab und wählte dort Dr. v. Schweitzer zum Präsidenten. Bracke wurde bald darauf mit dem Amte deS Kvs- sierers betraut und verwaltete eS geradezu musterhaft. Noch im November desselben JahreS fand in Berlin die 6. Generalversamm- lung des Vereins statt. Bracke übernahm für sie das Referat über die Frauenarbeit, entledigte sich der Aufgabe in gediegenster Weise und setzte eine Resolution durch, in der die Beschäftigung von Frauen in Werkstätten der großen Industrie für einen empörenden Mißbrauch und zur Abhilfe die Beseitigimg der Kapitalswirtschaft für nötig erklärt wurde.(Die Erkenntnis, daß die Frauenarbeit nicht zu beseitigen ist. daß sie vielmehr ein Hebel der Befreiung der Frau ist, brach in der Partei erst später durch.) AlS daS Streben Schweitzers nach Diktatur immer mehr zutage trat, leistete Bracke gleich anderen echt freiheitlich gesinnten Männern ihm häufig Opposition. Auf der Generalversammlung zu Elberfeld im Jahre 1869. wo Schweitzers Gegner ihm scharf zuleide gingen und daS von seinen Anhängern beantragte Ver- trauenSvotum anfochten, setzte Bracke namentliche Abstimmung dar- über durch und gehörte zu denen, die sich der Abstimmung enthielten, also mehr oder weniger die Amtsführung Schweitzers mißbilligten. Als letzterer im Bunde mit der Gräfin Hatzfeldt durch einen raschen Streich die dortigen Beschlüsse umstieß und die Diktatur des Präsidenten nach Lassalleschem Muster wiederherstellte, sagte Bracke sich mit Geib, Dork und vielen anderen bewährten Genossen de- finitiv vom Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein los. schloß sich an Liebknecht und Bebel an und half ihnen auf dem Kongresse zu Eisenach die„Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands", gewöhnlich Eisenacher Partei genannt, gründen. Zu ihrer Leitung wurde ein Ausschuß in Braunschweig-Wvlfenbüttel eingesetzt und Bracke und vier andere in ihn gewählt. Er besonders führte die Geschäfte so trefflich, daß Karl Marx, der bei einem vorübergehen. den Besuche in Deutschland dort vorsprach, sich gegen Liebknecht im höchsten Grade lobend darüber äußerte. Bracke gründete ferner in Braunschweig eine Druckerei und Buchhandlung und gab einen Volkskalender heraus, der sich vorzüglich zur Agitation eignete. Nachdem die deutsche Arbeiterbewegung trotz der Spaltung eine Zeitlang entschiedene Fortschritte gemacht hatte, wurde sie ernstlich geschädigt durch die veränderte Situation, welche der Krieg betrieb tätig sein können, gibt eS ja gar nicht. Eine schwere Schädigung der Bergarbeiter enthält auch die Bestimmung, daß die llnfallrente ge- kürzt werden kann, wenn der Arbeiter den Unfall durch Ueberttetung einer Sicherheitsvorschrift verschuldet hat. Die Uebertretungen der Bergpolizeiverordnungen sind bei der Arbeitsweise im Bergbau gar nicht immer zu vermeiden, und da sie alle als Vergehen angesehen werden, ist die Unfallkasse in jedem Falle berechtigt, dem Verletzten oder seinen Hinterbliebenen die Rente ganz oder teilweise zu entziehen. Jugendliche Bergarbeiter, die wegen Uebertretung der Vergpolizeiverordnungen von den ordentlichen Gerichten mit einem Verweise bestraft wurden, haben vor dem Schiedsgericht nur einen kleinen Teil ihrer Rente erhalten, wenn sie zum Beispiel bei dem Unfall den Verlust eines Fußes zu be- klagen haben. In den Knappschaftsvereinen haben die Arbeiter in- folge der Halbierung der Beiträge so gut wie gar keinen Einfluß. Gegenüber dem Verlangen der Aerzte des allgemeinen Knappschafts- Vereins auf Beibehallung des Systems der reinen Kassenärzte wünschen die Bergarbeiter, wenn auch nicht vollständige freie Arzt- wähl, so doch freiere Wahl der Aerzte seitens der Versicherten, als sie ibnen bisher im Knappschaftsverein gewährt wurde. Lange-Hamburg(Handlungsgehilfe): Die Bestimmung der neuen Reilbsversicherungsordnung, daß für die Arbeiter und Angestellten, die in Freien Hilsskassen versichert sind, der Arbeitgeber bei der zuständigen Kasse seinen Beitrag abzuführen hat, halte ich für emp« fchlenswert, denn ohne diese Bestimmung begünstigen die Unter« »ehmer die Freien Hilfskassen, insbesondere die der gelben An- gesielltenorganisation. Redner wendet sich dann gegen den Vor- schlag einer besonderen Privatbeamteuversicherung. Unzweifelhaft sei dieser Vorschlag nur gemacht, um bei den nächsten Wahlen die Stimmen der Privatbeamten zu fangen. Zu diesem Zweck werde auch die Regierung entgegen ihrer ursprünglichen Absicht eine Vor» läge ausarbeiten, aber Gesetz werde diese Vorlage nicht werden, sondern unmittelbar nach den nächsten ReichStagSwahlen für immer in der Versenkung verschwinden. Zeiskc-Berlin(GastwirtSgehilfe) trägt eine große Zahl von seit» samen Fällen vor, in denen durch Abgrenzung der Unfall« Versicherungspflicht im Gastlvirtsgcwerbe Unfallverletzte vom Bezug der Rente ausgeschlossen sind, und verlangt endlich die Unterstellung aller im GastwirtSgewerbe Arbeitenden unter daS UnfallversicherungS» gesetz. BrLckner-Berlin(Graveur): Die Hausgewerbetreibenden sollen in den neuen Klassen vollständig rechtlos bleiben, sie werden sogar zum Teil schlechter gestellt als bisher, denn in den Landkrankenkassen, in denen die Versicherten von der Verwaltung völlig ausgeschlossen sind, werden auch eine Reihe von Arbeitern Aufnahme finden, die bisher in den OrtSkraukenkassen gewesen sind. Statt diejenigen Ortskrankenkassen, die infolge der hohen Zahl der weiblichen Mit« glieder schon jetzt schwer belastet werden und sich mit Mindest« leistungen begnügen mußten, durch Zusammenlegung finanziell leistungsfähiger zu machen, statt weiter eine einhettliche Kassenart für alle grüneren Orte zu schaffen und kleinere Orte zusammen« zulegen, will man Landkrankenkassen gründen, in denen bei mini« malen Leistungen die Versicherten vollkommen einflußlos bleiben. In der Unfallversicherung hat man an dem Begriff deS Fabrikbetriebes festgehalten und den rein handwerksmäßigen Betrieb wiederum ausgeschlossen. Buchbindereien, in denen 8 bis 9 Personen beschäftigt find, bleiben demnach nach wie vor von der Unfallversicherung entfernt. Bei der Invaliden« Versicherung büßt eS wie bisher der Arbeiter, wenn der Unternehmer es unterlassen hat, ihn zu versichern. In allen anderen VerficherungSzweigen gilt der Arbeiter mit dem Eintritt in die Tätigkeit selbst ohne weiteres als versichert. Luch in der Invaliden» Versicherung sollte man endlich mit der alten Ungerechtigkeit auf« räumen. Faaf-Berlin(Landarbeiter): Dte rechtloseste Schicht der deutschen Arbeiterschaft, die Landarbeiter, sollen nun endlich auch in die Kranken- Versicherung einbezogen werden, um der Landflucht und dem Kontrakt« bruch entgegenzuarbeiten. Genauso wenig wie die Regierung um Gründe verlegen war, als fie in den achtziger Jahren ihre Versicherung ablehnte, genau so wenig ist sie jetzt um Gründe verlegen, aus denen sie die Ver» sicherung empfiehlt. Da heißt eS, daß der Mangel einer geordnete» Fürsorge sich trotz des engen Familienzusammenhanges auf dem Lande bemerkbar gemacht habe und daß die zunehmende Un« zuftiedenheit und Landflucht bekämpft werden müßten. Aber diese Vorlage ist nicht geeignet, die Landarbeiter irgendwie zu« frieden zu stellen. Sie bleiben gegenüber den gewerb- lichen Arbeitern weit zurück und haben an der Verwaltung keinen Anteil. Der Vorstand ihrer Krankenkassen wird einfach von den Gemeindevertretern ernannt, und ein Ausschuß soll überhaupt nicht bestehen. Wir sollen also agrarische Betriebs- krankenkassen erhalten, die obendrein nur minimale Leistungen aufweisen werden. Ein derarttges Gesetz ist natürlich vollkommen unannehmbar. Wir verlangen gleiche Rechte und Pflichten wie die ge- werblichen Arbeiter. Die neue ReichsversicheruugSordnung soll ja nur die künftige Wahlparole für die Regierung und den schwarz» von 1870 mit sich brachte. Wer jene Tage denkend mitgemacht hat, weiß, welch gewaltige patriotische Erregung damals in ganz Deutschland herrschte, glaubte man doch allgemein, Preußen sei mitten im Frieden in ruchlosester Weise von Frankreich überfallen und zum Kriege gezwungen worden. Da ist eö denn kein Wunder. wenn sich auch in Arbeiterkreisen Kundgebungen für Preußen zeigten. Nicht nur Führer des Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vereins stellten sich in Versammlungen auf dessen Seite, sondern auch von Eisenachern vernahm man derartiges. So erklärte Bracke am 16. Juli als Referent in einer großen Volksversammlung in der Turnhalle zu Braunschweig, Napoleon sei der Friedensstörer, und man müsse den Verteidigungskrieg, wenn auch schweren Herzens, als notwendiges Uebel hinnehmen. Ebenso sprach sich der Aus» schuß in einem Manifeste vom 24. Juli aus. Die Haltung Lieb. knechts und Bebels, die sich im Reichstage der Abstimmung über die Kriegsanleihe enthielten, verwarf Bracke mit Entschiedenheit und äußerte dies u. a. in seiner Korrespondenz mit Geib, wobei er den zuweitgehenden Kosmopolitismus rügte und für einen gewissen Patriotismus eintrat. Schon drohte auf Grund der KriegSfragv neuer Zwist in der Arbeiterbewegung auszubrechen, als die Kata« strophe von Sedan einen Umschwung brachte. Nach dem Vorgange von Marx und im Einverständnisse mit den allermeisten Sozia» listen Deutschlands protestterte der Braunschweiger Ausschuß am 5. September gegen die Fortsetzung des Krieges und die Annexion von Elsaß-Lothringen, und verlangte Massenkundgebungen füv einen ehrenvollen Frieden mit der französischen Republik. Dadurch zog er sich gleich anderen ehrlichen Friedensfreunden schwere Ver. folgungen zu. Auf Denunziation von nationalliberaler Seite hin fchritt der Gouverneur der Ostseeküste. General Vogel v. Falcken- stein, in brutaler Weise gegen sie ein. Bracke wurde von der Polizei mit miltärischer Hilfe in seiner Wohnung überfallen und verhaftet. Man ließ ihm kaum Zeit, sich anzukleiden, und als er den Haftbefehl zu sehen verlangte, lautete der Bescheid, ein solcher sei nicht da, denn er sei miltärischer Gefangener. In Ketten wurde er mit seinen Gefährten nach der Feste Boyen bei Lötzen überführt und hatte auf dem dreitägigen Transporte den bittersten Spott der schaulustigen Patrioten und auch des Etappen. kommandanten in Berlin zu erdulden. Ihre Behandlung war längere Zeit eine sehr schlechte, und erst als sich in parlamen. tarischen Kreisen Proteste dagegen regten, trat Besserung ein. Wo» hin die Gewaltschritte zielten, war unklar, bis das Braunschweiger blauen Block bilden. Dan! der Tolpatschlgleit unserer Regierenden und der Ailzigkeit unserer herrschenden Klassen werden wir aber gerade daraus den besten Agitationsstoff gewinnen und wird auch diese Vorlage Wasser auf unsere Mühlen leiten. Insbesondere bei den Landarbeitern, deren Organisation ja erst begonnen hat, wird die brennende Schniach dieser Reichsversichernngsordnung auf- rüttelnd wirken, wird die Sturmglocke der Reichsversicherungs- schwach den Junkern in die Ohren gellen, bis auch die Landarbeiter frei geworden sind.ulung in der genossenschaftlichen Praxis zuteil werden zu lassen. Ein entsprechender Antrag wurde dem Vorstand des Zentralverbandes als Material überwiesen. Nach Entlastung des Vorstandes erfolgte die einstimmige Wiederwahl der bisherigen Vorstandspersonen: Müller-Berlin, Buch-Brandenburg und Hübner-Forst. Als Tagungsort des nächstjährigen VerbandStageS wurde Elbing bestimmt. Gericbts- Reitling. Ein Täter— aber zwei Angeklagte! Gegen den„Courier", das Organ des„Deutschen Transport- arbeiter-Berbandes", schwebt ein Strafverfahren wegen Vergehens gegen das Preßgesetz. Die Redaktion des Blattes weigerte sich. eine Annonce aufzunehmen, um deren Veröffentlichung sie ersucht worden ist. Als Annonce im„Courier" sollte ein Gerichtsurteil veröffentlicht werden, daS in einer Beleidigungsklage ergangen war. Die Klage hatte sich nicht gegen den Redakteur gerichtet, aber dem Kläger lag daran, das Urteil durch den„Courier" bekannt- gegeben zu sehen. DaS Gericht billigte ihm zu. daß daS Urteil auf Kosten des Verurteilten im„Courier" annonciert werden solle. Nun gehört aber der«Courier" nicht zu den Blättern, die gegen Entgelt Annoncen veröffentlichen. Kur Blätter dieser Art sind nach Ssn Bestimmungen deS Preßgesetzes berpflichtef, Bekannl- machungen von Behörden gegen Entgelt aufzunehmen. Mithin glaubte die Redaktion, auch die Aufnahme jenes Urteils ablehnen zu sollen. Das Strafverfahren, das daraufhin gegen den„Courier" eingeleitet wurde, richtete sich zunächst gegen den bisherigen Re- dakteur Riedel. Dieser wurde freigesprochen, weil er zu der frag- lichen Zeit nicht mehr Redakteur des Blattes gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, so daß angenommen wer- den mußte, nach wie vor gelte Riedel ihr als der Schuldige. Da- neben aber schritt sie jetzt auch ein gegen den Nachfolger Riedels, den Redakteur Brüschke. Täter konnte ja höchstens einer sein, der eine, der zu der fraglichen Zeit verantwortlicher Redakteur des „Courier" war. Doch das hinderte die Staatsanwaltschaft nicht, zwei Personen zugleich mit einer Strafverfolgung zu behelligen. Brüschke erklärte im Vorverfahren, ihm sei kein Ersuchen um Aufnahme der Annonce zugegangen, im übrigen aber lehne auch er die Aufnahme ab. Es kam zur Eröffnung des Hauptverfahrens auch gegen ihn, obwohl das Verfahren gegen Riedel infolge der Berufung der Staatsanwaltschaft noch seinen Fortgang nehmen mußte. Vor dem Amtsgericht Bcrlin-Mitte(Abteilung 141) wurde von Brüschkes Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld, be- antragt, das Verfahren gegen Brüschke auszusetzen und die Er- ledigung des Verfahrens gegen Riedel abzuwarten. Andernfalls werde man es vielleicht erleben, daß beide Gerichte nach eigenem Ermessen zu einem verurteilenden ErkennttviS gelangten und somit beide Angeklagte bestraft würden. Auch der Borsitzende, Amts- gerichtsrat Seligsohn, vertrat zunächst den Standpunkt, daß man doch nicht gegen Brüschke verhandeln könne, so lange nicht Riedels Freisprechung rechtskräftig geworden sei. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft, Assessor Block, antwortete, gerade das solle ja vermieden werden, darum habe die Staatsanwaltschaft vorsichts- halber Berufung eingelegt und sie bisher noch nicht zurückge- nommen. Möglicherweise stelle hinterher sich heraus, daß doch nicht Brüschke verantwortlich sei.„Wenn ich die Berufung zu- rücknehme", führte der Vertreter der Staatsanwaltschaft aus. „und Siicdel hiermit freigesprochen ist, dann wird nachher vielleicht auch Brüschke freigesprochen— und dann sitze ich da." Auf die wiederholte Einwendung des Verteidigers und auch des Vorsitzen- den, daß man doch, wenn nur einer verantwortlich sei, nicht zwei Redakteure zugleich verfolgen könne, erwiderte der Vertreter der Staatsanwaltschaft:„Das Verfahren gegen Riedel schwebt. Ich habe Berufung eingelegt, habe sie aber noch nicht begründet. Auf Anweisung von meinem Chef warte ich ab, wie das Verfahren gegen Brüschke enden wird." Das Gericht lehnte darauf den An- trag auf Aussetzung ab und trat in die Verhandlung ein. Als dann der Verteidiger Beweis dafür anbot, daß der„Courier" nicht zu den periodischen Druckschriften gehöre, die Annoncen aufnehmen, war dem Vertreter der Staatsanwaltschaft dieser Einwand ganz neu. Der Verteidiger erinnerte daran, daß auch von Riedel schon derselbe Einwand mit vorgebracht sei, wie aus den Akten des Ver- fahrens gegen Riedel zu ersehen sein werde. Da diese Akten dem Gericht nicht vorlagen, so mußte die Verhandlung vertagt werden. Die polnische Fahne auf dem Gutshof. Der Rittergutsbesitzer von Mulewitsch aus der Provinz Posen sollte sich gegen die RegierungS.Polizeiverordnung vom 17. April 1891 vergangen haben, wonach ohne Genehmigung Fahnen in anderen als den preußischen Landesfarben und den deutschen Reichsfarben öffentlich nicht ausgehängt, ausgestellt oder getragen werden dürfen. Herr v. M. feierte im August 1909 eines Sonntags seine silberne Hochzeit. Um ihn zu erfreuen, hatten seine Töchter und die Wirtschafterin ohne sein Wissen eine fünf Meter lange Fahne in Weiß-Rot. also in den alten polnischen Landesfarben, hergestellt und sie zu einem Dachfenster an der Vorderfront des Herrenhauses herausgehängt. Saus und Park waren auch sonst festlich geschmückt. Erst durch Gäste er- fuhr Herr v. M. von der Fahne. Am Montag ftüh ließ er die Fahne entfernen. Obwohl der Angeklagte nachwies, daß er selber die Fahne gar nicht hatte aushängen lassen, verurteilte ihn die Strafkammer in Posen zu einer Geldstrafe. Sie führte aus, daß es gleichgültig wäre, ob er die Fahne selber habe aushängen lassen oder nicht, wenn auch die Verordnung nur den mit Strafe bedroht, der eine solche Fahne aushängt, ausstellt oder trägt. ES stehe fest, daß er schon am Sonntag, den 23. August, von dem Aus- hängen der Fahne Kenntnis erhalten habe. Trotzdem habe er sie erst Montag entfernen lassen. Damit falle die Verantwortung für den Zustand des Ausgestelltseins seit der Kenntnisnahme auf ihn, den Hausherrn, der die Macht hatte, die Fahne nunmehr zu entfernen und es doch nicht tat.— Dcttz Kammergericht verwarf die gegen dieses Urteil vom Angeklagten eingelegte Revision. Die Verordnung sei wegen der in der Provinz Posen bestehenden nationalen Gegensätze rechtsgültig. Sie sei auch durchaus z«. treffend angewendet worden.— Polen ist nun wieder gerettet. Der Raubanfall auf den Geldbriefträger Eulenburg vor Gericht. In dem Prozeß gegen den Schneider Emil Drechsler und den Handlungsgehilfen Wilhelm Kayser wegen des RaubanfalleS auf den Geldbriefträger Eulenburg wurde gestern in fünfter Nach. Mittagsstunde das Urteil gefällt. Nach einem längeren Plädoyer des Rechtsanwalts Ackermann für den Angeklagten Kayser und einer ausführlichen Erwiderung des Staatsanwalts Dr. Klee zogen sich die Geschworenen kurz vor 2 Uhr zur Beratung zurück. Der Wahrspruch lautete gegen Drechsler auf„Schuldig" des schweren Raubes und gegen Kayser auf„Schuldig" der Beihilfe zu diesem Verbrechen. Beiden Angeklagten wurden die mildernden Umstände versagt. Staatsanwalt Dr. Klee führte bezüglich des Strafmaßes aus, daß es sich um eine sehr gemeingefährliche Tat handele, daß ferner mich Drechsler durch sein hartnäckiges Leugnen sich jede Milde ver- scherzt habe. Unter Einbeziehung der Zuchthausstrafe von 2sh Iah- ren, die Drechsler augenblicklich verbüßt, beantragte der Staats- anwalt die höchste zulässige Strafe von 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Gegen Kayser beantragte der Vertreter der Anllage 10 Jahre Zuchthaus und die gleichen Nebenstrafen. Die Verteidiger Rechtsanwalt Berndt und Ackermann bean- tragten eine mildere Bestrafung. Das Urteil lautete gegen Drechsler auf eine Gesamtstrafe von 11 Jahren Zuchthaus unter Einrechnung der beiden anderweitigen gegen ihn erkannten Strafen, und gegen Kayser auf 7 Jahre Zucht- HauS, sowie je 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizei- aufsicht., Pflicht zur Verwahrung bissiger Hunde. Am 14. März 1904 wurde die damals neunjährige Klägerin R. in Markersdorf, O.-L., von dem auf der Dorfttraße befindlichen Hunde des Gastwirts und Fleischers Hermann Schulz daselbst umgerannt und in den rechten Oberschenkel gebissen. Die Verun- glückte und ihre Eltern machen Schcrdensersatzansprüche gegen Sch. geltend, indem sie neben anderen Verletzungen die tuberkulöse Er- Irankung eines Fußes behaupten. Das Landgericht Görlitz verurteilte den Beklagten zur Zah- lung von 100 M. Schmerzensgeld. Im übrigen wies es die Klage ab, weil es den ursächlichen Zusammenhang zwischen der Erkran- kung des Fußes und dem Unfall nicht für dargetan erachtete. DaS Oberlandesgericht Breslau erkannte auf einen Eid der Mutter der Verletzten dahin, daß sie vor dem Unfallstage Anschwellungen an den Füßen ihrer Tochter nicht bemerkt habe. Für den Fall der Eidesleistung erachtete es den Anspruch der Kläger auf Heilungs- kosten und Rentenzahlung für gerechtfertigt dem Grunde nach. Und zwar trifft es diese Feststellungen an Hand eines Sachver» standigengutachtens. Gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Breslau hatte der Beklagte. Revision beim Reichsgericht eingelegt, diese ist jetzt vom IV. Zivilsenat zurückgewiesen. Versammlungen. Die Zahlstelle Berlin deS Schmiedeverbandes hielt am Donners» tag in den„Musikersälen" eine außerordentliche Generalversamm» lung ab. Gegen die am 23. März vollzogenen Delegiertenwahlen war von einigen Mitgliedern Protest erhoben worden, und zwar erstens, weil die Kandidaten auf dem Stimmzettel in zwei Spalten mit dem Merkmal, welche für, und welche sich gegen die Verschmel- zung mit dem Metallarbeiterverband erklärt hatten, aufgeführt waren; zweitens, weil die Spandauer Mitglieder von der An» beraumung der Wahlen nicht rechtzeitig unterrichtet worden seien, und drittens, weil der Vorsitzende S i e r i n g parteiisch gehandelt und bestimmte Kandidaten empfohlen habe. Der Verbandsvorstand erklärte den ersten Protestgrund für ungerechtfertigt, weil ein Ver» sammlungsbeschluß vorgelegen hatte, wonach die Stellung der Kan» didaten zur Verschmelzungsfrage auf den Stimmzetteln hervor» gehoben werden sollte. Er erklärte jedoch die Wahlen für ungültig, da er den zweiten Protestgrund insofern für berechtigt ansah, als auch feiner Auffassung nach ein größerer Teil der Mitglieder in Spandau von den Wahlen nicht genügend unterrichtet war. Der dritte Protestgrund wurde vom Verbandsvorstand nicht als berech» tigt anerkannt.— Der Vorsitzende Siering verlas nun die wichtigsten zu dieser Angelegenheit vorliegenden Schriftstücke. In dem Antwortschreiben, das die beiden Bevollmächtigten der Zahl» stelle gegen den Protest dem Verbandsvorstand zugesandt hatten, wird unter anderem betont, daß der Spandauer Bezirksleitung die Einladungen zur Wahlversammlung ordnungsgemäß und recht- zeitig zugestellt worden, die dortigen Mitglieder auch genügend in Kenntnis gesetzt worden seien. Die Diskussion bezog sich lediglich auf die VerschmelzungSftaga. ES zeigte sich wiederum, daß die Meinungen über die Notwendig» keit und Zweckmäßigkeit der Vereinigung mit dem Metallarbeiter- verbände sehr geteilt sind. Die Diskussion konnte nur kurz sein, da um �-10 Uhr die Wahlen vorgenommen wurden. Während die Wahlkommission die Stimmen auszählte, verlas der Kassierer Hendschel die Abrechnung vom 1. Quartal 1910. Sie schließt für die Hauptkasse mit der Bilanzsumme von 13 683,31 M. ab. An die Hauptkassc wurden 2330,84 M. gesandt. Für Arbeitslosen» Unterstützung wurden 4119,17 W- ausgegeben, für Krankenunter» stützung 3370,71 M., für Streikunterstützung 633 M.. für Gemäß- regeltenunterstützung 383,30 M. Der Bestand der Lokallasse ist, bei einer Ausgabe von 1480,20 M., von 20 126,10 M. auf 21 886 M. gestiegen. DaS Vermögen der Zahlstelle war am Omartalschluß 58 286 M. Die Mitgliederzahl stieg im Laufe des Quartals von 2261 auf 2362. Zur Maifeier gab der Vorsitzende bekannt, daß die Maiversammlung der Schmiede bei Wille in der Brunnenstratze um Mil2 Uhr stattfindet. Schubert stellt den Antrag, daß die Gelder, die bei der Maifeier eingenommen werden, der für die Ausgesperrten der Maifeier im nächsten Jahre in Frage kommen- den Bezirkskasse überwiesen und die betreffenden Instanzen zur Bildung dieser Kasse aufgefordert werden. Der Antrag wurde fast einstimmig angenommen. Die Auszählung der Stimmen von den Delegiertenwahlen ergab, daß keiner der aufgestellten Kandidaten die zur Wahl er» forderliche absolute Mehrheit erhalten hatte. Die Stichwahlen finden am nächsten Montag in einer Versammlung statt, die wieder» um in den„Musikerfälen" tagen wird. Inzwischen hat die Versammlung zur Vollziehung der Stich- wählen stattgefunden. Sie begann wiederum mit einer kurzen Debatte über die Verschmelhungsfrage. in der Redner beider Parteien zu Wort kamen. Auf der Kandidatenliste standen sechs Anhänger und vier Gegner der Verschmelzung. Einer der Ver- schmelzungsfreunde trat jedoch von der Kandidatur zurück, um, da nur fünf Delegiert« zu wählen waren, einer Zersplitterung der Stimmen vorzubeugen. Während die Stimmen ausgezählt wur- den, hielt Emil BaSner einen Vortrag über die Anfänge der sozialistischen Bewegung und schilderte, zum guten Teil auf Grund eigener Erfahrung, die EntWickelung und die Kämpfe der Arbeiterorganisationen, namentlich auch der Schmiede» organisation, von den sechziger Jahren an, dann die Wirkungen des Sozialistengesetzes und schließlich da» Smporblühen der modernen Gewerkschaftsverbände. Der Vortrag, der mit der Mah- nung an die Anwesenden schloß, in den Kämpfen der Gegenwart und vor allem auch im WahlrechtSkampf ihren Mann zu stehen� fand lebhaften Beifall. Hierauf wurde das Wahlresultat verkündet. Die meisten Stimmen hatten erhalten: Samereier, SchlinSky, Grahl, Fritze und K r i e n i n g, sämtlich Anhänger der Ver» schmelzung. Die Kandidaten der Verschmelzungsgegner waren mit durchschnittlich 12 Stimmen in der Minderheit und einer, der Kassierer Hendschel, hatte nur eine Stimme weniger erhalten al» Kriening. Eine absolute Majorität der abgegebenen gültigen Stimmen war nur für Samereier vorhanden. ES entstand nun eine lebhafte Debatte darüber, ob auch für die Stichwahlen abso- lute Majorität gelten müsse. Schließlich wurde über diese Frage abgestimmt, und die Versammlung erklärte sich gegen wenige Stimmen dafür, daß die relative Mehrheit entscheidend, jene fünf Kandidaten also als gewählt anzusehen seien. Verband der Sattler und Partefeuiller. Die OrtSverwastung Berlin hielt am Mittwoch ihre Genevalversammlung ab. Schulze gab den Bericht vom 1. Quartal d. I. Noch in keinem Quartal waren im Berufe so viel Lohnbewegungen zu verzeichnen, wie im dem verflossenen. Redner gab nochmal einen zusammenfassenden Ueberblick über die Differenzen. Im„Vorwärts" wurde jedesmal darüber berichtet. Mit den Resultaten der Lohnbewegungen kann die Organisation zufrieden sein. Große Aufmerksamkeit mußte den schlesischen Gefilden zugewendet werden, da aus den dortigen rückständigen Gegenden immer wieder Zuzug von Arbeitswilligem eintraf. Weyher berichtete sodann über dem Stand der Kassen» Verhältnisse und der Mitgliederbewegung. Die Abrechnung zeigt folgendes Bild: Die Ortsverwaltung hat eine Einnahme von 17 179,40 M. zu verzeichnen, der eine Ausgabe von 17 179, 40 M. gegenübersteht, wobei eine Summe von 6854,46 M. enthalten ist, die an den Hauptvorstand abgeliefert wurde. Die Lokalkasse hat eine Einnahme von 39 319,67 M. und eine Ausgabe von 2432,73 M.. so dah ein Bestand von 36 866.92 M. verbleibt. Die Berliner Verwaltung hat einen Abschluß von 2423,93 M. Einnahme, 1947,01 M. Ausgabe, bleibt ein Bestand von 476,92 M. Die Einnahmen der Lehrlinge und Jugend- abteilung der Ortsverwaltung Berlin betragen 13 M. AuSaabem sind keine verzeichnet. Di« Abteilung besteht aus 34 Lehrlingen und 7 Hilfsarbeitern. Der Mitgliederbestand am 1. Januar 1910 betrug 2843 Mit- glieder, darunter weibliche 131; dem stehen am 31. März 1910 2973 Mitglieder, darunter 142 weibliche, gegenüber. Hauptmann erstattete Bericht über die Benutzung de» Ar- beitsnachweiseS: Eingeschrieben waren 303 Arbeitslose, davon 13 nicht organisiert. Im Januar 173, Februar 174, März 134. Verlangt wurden 383 Arbeitskräfte. Im Januar 83. Februar IIS, Marz 179. Besetzt wurden 257 Stellen. Im Januar 60. Februar 96, März 101. Diejenigen Treibriemensattler, die nach Ablauf der 3. Woche sich noch im Streik befinden, sollen aus der Lokalkasse eine ein- malige Extraunterstützung von 10 M. erhalten. Das frühere Mit- glied Rosenthal wieder aufzunehmen, lehnte die Versammlung mit großer Majorität ab, dagegen stimmte sie der Aufnahme deS Kollegen B i e S k e zu. Amtitcher Marktbericht der städtischen Marttpallen-DireMon über den Großbandel in den Zentral-Marttballen. Marktlage: Fleisch, Zusubr reichliib, Aeschäsi schleppend, Preise unverändert. Wild: Zufuhr gering, Geschäsl ruhig, Preise fast unverändert. Geflügel: Zufuhr ge- nügend, Geschäft nicht lebhaft genug. Preise nachgebend. Fische: Zufuhr mäßig, Geschäft etwas lebhafter, Preise befriedigend, für Hechte hoch. Lutter und Käs«: Geschäft ruhig, Preis« unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr maßig, Geschäft ziemlich rege, Presse wenig verändert. Sg Unsen» Genossen H, G?»vl VZlinst nebst Braut® SM« herzlichsten Glückwünsche M zur Vermählung. H A 01« Genossen des 3C-Bezlrks% S Risdort.& Sozlaldeookratiselier Wahlrereln für den 4. Berl. Reiehstags-Wahlkreis. Köpenicker BterteU Bezirk 103. Teil II. I�Iacluuk. Am Freiing, den 22. April, der- starb unser Mitglied, der Stein- drucker �rtur Wenzdow im Alter von 37 Jahren an der Lungenschwindsucht. Ehre seinem Andenken l 217/10 Der Vorstand. Sozlaldemokratisciier Wahlvereln für den 4. Berliner Reiehstags-Wahlkreis. Landsberger Viertel. (Bezirk Nr. 331 d. Teil I) Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unsere Genosstn, Frau .Äjnim daser Kochhannstr. 12 gestorben ist. Ehre ihrem»«denke«! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. April, nachmittags 1 Uhr, von der Leichen» Halle des Zentral-FriedhoseS in FriedrichSselde auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 217/11 Der Vorstand. SozialdemokratiseherWablferelD des 6.M Reichstags-Wahlkreises. Tode«- Ancelge. Am 23. April verstarb unser Mitglied, der Zuschneider zvgusl ämbrostos Metzer Sr. 39. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am DoimerStag. den 23. April, nachmittags 6 Uhr, von der Leichen- balle des BartholomäuSkirchhosS, Wcitzensee, auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 227/2 vei- Tor«tand. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle«roft-Berltn. Bezirk Niederlehme. �ackiuk. «m Freitag, den 22. April ist unser Kollege Oskar Genz verstorben. Ehre seinem««denken! S3/S 01« vetsrenvaltung. Todes-Anzeige. Nach schwerem Leiden entschlies heute sanst meine liebe Frau, unsere Tochter und Schwieger- tochter Berta Kropp geb. Klinkhammer im Alter von 21 Jahre». Um stille Teilnahme bitte» vi« trauernden Hinterbliebenen Karl Kropp nebst Eltern, Schwiegereltern und sonstigen Verwandten. Ober-Schöneweide, 25. IV. 1910. Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 25. April, nach- mittag» 1'/, Uhr. von der Leichen- Halle de» hiesigen Friedhose». Allen Freunden und Bekannten hiermit zur Nachricht, daß meine liebe Frau Loptiie geb. Liese am 21. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28.d. MtS., nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des Rixdorser FriedhoseS, Marien- dorser Weg, aus statt. Der trauernd« Gatt« 1897b Emil I-lndenan. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau �VUtielmlne Mütter geb. Granzow am 25. d. M plötzlich verstorben ist. Der trauernde Gatte l-iidwle Hüll er«. Kinder. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. d. M., nach- mittags 2'/, Uhr, vom Trauer. Hause Kuglerstr. 13 auS nach dem Gethsemanc-Friedhos in Nordend statt. Zentral-kranken- Onterstützungs- yereln der Schmiede und verwandten Gewerbe Deutschlands. Berlin S. Todes- Anzelp/e. Am Sonntag, den 21. April, verstarb unser Mitglied etakanneselaln' Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. d. Mls., nach- mittag» 2'/, Uhr, von der Leichen- Halle de» Nazareth-Kirchhoses in Reinickendors-Weft auS statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 176/10 Der Vorstand. Dr. med. Magnus Birschfeld, sür nervöse und ps>ohische Leiden, In den Zelten 16, 1.*» Danksagung. Allen Freunden. Kollegen, Genossen und Genossinnen sowie im besonderen den organisierten Frauen Lichten- bergS sür die so Herzliche und rege Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwägerin b27SL Emma Kaßler unseren tiesgesühltcften Dank.' Für die trostreichen Worte de» Gen. Waldeck Manasse und den trefflichen Gesang des MännerchorS der Handels- und Transportarbeiter am Grabe der Dahingeschiedenen unseren ganz besonderen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen Karl Kaßler. WestnannsTrauermagaziiil Ex Ira- Abteilung 1 1. Gesch.: Berlin W., Mohren- StraBe 37a(2. Haus von der I Jerusalemer StraBe). |ll. Gesch.; Berlin NO., GroBe Frankfurt. Str. IIS(2. Haut j von der AndreasstraBe). Sehrgr. Ausw. fert. Kleider, I Hüte, Handschuhe, Schleier 1 etc. v. einfachsten bis zum{ | hochelegant. Genre z. äußerst| niedrigen Preisen. 8on der- Abteilung: Haßanfertigung in 10 bis 12 Stunden. Wanzen tötet unfehlbar mit Brut Reichel« Wanzenfluid„Radikal" FI 50 Vf., 1.—, 2.-, 3.-, Literfl. 5.- Absoliu fleckfrei, nicht feuergefährlich. Kein Ohl Geruch, nachhalligsteVfirkung Schwaben vernichtet mit Brut radikal und stcher Reichels Spezial-Schwaben-Poudre , ,Martial". Pak. 50 Pj.. 1... 2. Psd. 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April, abends 8'/, Uhr, im GewerkschastShause sSaal 7), Engelufer 18: Branchcn-Vcrfammluiig der Elektromokteare«vd Kelfer Kerlius und Nmgtgeud TageS-Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Davtdsoh» über: Deutsche Humoristen der neuere« Zell.* 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. DoimerStag, de« S8. April, abend? 8'/, Uhr: Versammlung der Gold- und Silberarbeiter im„Drendener Garten", Dresdener Str. 15. TageS-Ordnung: i. Vortrag de» Genossen Dr. Wollhetm über:«u» der Chemie der Ernährung. 2. VerbandSangelegenhetten. 3. Ersatzwahl zur Agitation S- kommisfion. 1. Verschiedene». 111/17 Reger Besuch wird erwartet. Donnerstag, den 28. April, abendS 9 Uhr: Mitglieder- Versammlung 40% siir Mltisu. Königswufterlsaufen u. llmgeg. im Lokal von Schuhmann, Wildaaerhof. TageS-Ordnung: 1. Vortrag de» Kollegen Cohen. 2. DtSkusfion. 8. Verbands- angelegenheite». Kollegen I In Anbetracht der äußerst wichtigen Tagesordnung ist da» Erscheinen aller dringend notwendig. VAU- Mtgltedsbuch legitimiert. TMI Die Ortnverwaltnng. r höh Zahlstelle Charlottenburg. Donnerstag» 28. April, abends 8'/« Uhr, im lvolkshanfe, Rosin enstr. S: kvnvnslvvnssinmlung. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom I. Ouartal 1910. 2. Bericht von der Gaukonserenz. 3. Verbandsangelegenheiten. 1. GewerkschastlicheS und Verschiedene». 82/11 Die Ortsverwaltniig. Tausendfach bewährte Nahrung bei: Brechdurchfall, KtotJamahnmu Diarrhöe� Krantanhmi Osrmkatarrh, etc. Reqen-KIeidung! Loden- Pelerinen Ä» Originalkleidung der Atpenländer, gerauht und glatt, fries- und flausartig Bequemste Kleidung auf Touren Sdwfr gogon Stanb, Wind, Regen, ErkAlhmg asw. für Herren und Damen: 24.- 21.- 18.- 16.50 M. 15.- 12.- 10.- 8.- M. Für Knaben u. 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Die Wahl des Aögeordneten G l o w a tz k i(Z.) wird entsprechend dem Antrag der WahlprüfungSkommission debattelos für gültig e r l l S r t. Die Wahl des Abg. L e b r o i f e(Lothr.) beantragt die Kom- Mission ebenfalls für gültig zu erklären. Abg. Dr. Neiimanil-Hofer lFortsch. Vp.) beantragt, die Prüfung noch einmal an die Kommission zurückzuverweisen. Abg. Schwarze-Lippstadt(Z.) bemerkt, das; die Kommission in diesem Falle nicht anders verfahren sei wie auch sonst, was Abg. Dr. Neumanii-Hofcr(Fortschr. Vp.) lebhaft bestreitet. Die Wahl wird für gültig erklärt. Es folgt die Prüfung der Wahl des Abg. K l e h e snatl.), welche die Kommission beantragt für u n g ü l t i g zu erklären. Abg. Dr. Reumann- Hofer sFortsch. Vp.): Der Reichstag hat diese Wahl schon einmal an die Kommission zurückverwiesen, Iveil aus amtlicher Wahlbeeinflussung in einem Teile des Wahlkreises nicht ohne weiteres auf daS Vorliegen einer amtlichen Kandidatur auch in dem anderen Teil des Wahlkreises geschlossen werden kann. Die Kommission ist auf ihrem Standpunkt stehen geblieben und deshalb beantrage ich, die Prüfung dieser Wahl an sie zurück- zuverweisen. Abg. v. Lertze» lRp.): Zu einer amtlichen Kandidatur gehört unzweifelhaft, daß die Staatsregierung durch irgend einen Alt kund gibt, daß sie für den Kandidaten eintritt, nicht aber, daß unter den Unterzeichnern eines Wahlaufrufes einige Beamte mit ihrem Amtscharakter sich befinden. Denmach hat hier überhaupt keine amtliche Kandidatur stattgefunden. Will man das aber doch annehmen, so kann aus dem Umstand, daß der Kreisdirektor von Helmstedt den Aufruf unterzeichnet hat, doch nur annehmen, daß im Kreis Helmstedt, nicht auch im Kreis Wolfenbüttel die Kandidatur eine amtliche war. Ich schließe mich daher dem Antrag des Abg. Dr. Neumann-Hofer an. Abg. Fischer(Soz.): Wenn man sich aus den Standpunkt des Abg. Neumann-Hofer stellt und für den Kreis Wolfenbüttel die Frage der amtlichen Kandidatur bemeint, so müßte man doch aus der Unterschrift des Bürgermeisters von Schöppenstedt eine amtliche Wahlbeeinflu>sung in Schöppenstedt annehnien und die 200 Stimmen aus Schöppenstedt in Abzug bringen, und dann wäre das Resultat genau dasselbe, nänilich die Ungültigkeitserklärung der Wahl. Der praktische Erfolg des Antrags des Abg. Neuniann-Hofer wäre also, daß die Kommission zmn drittenmal sich mit der Frage zu beschäftigen hätte und wahrscheinlich genau so entscheiden lvllrde wie bisher, daß aber, selbst wenn sie in der Frage der amtlichen Kandidatur anders ent- schiede, das Haus doch zu demselben Resultat kommen müßte.— Nun noch ein Wort zu der von Herrn v. Oertzen angeregten Prinzipien- frage. Nach seinem Prinzip wäre eine amtliche Wahlbeeinflussung oder amtliche Kandidatur niemals festzustellen. Die Kommission ist aber immer konsequent bei dem Standpunkt geblieben, daß die Unterzeichnung von Wahlaufrufen von Beamten unter Beifügung ihres�Amtscharakterö eine unzulässige Beeinflussung ist, und Herr v. Oertzen ist nnt der gegenteiligen Auffassung r e g e l- mäßig von seiner Partei desavouiert worden. Aber Sie haben das Prinzip, ivenn amtliche Wahlbeeinflussungen für rechtsstehende Kandidaten in Szene gesetzt werden, so ist das keine Beeinflussung. Wenn Sie die Prügel bekämen, würden Sie anders urteilen. Wer prügelt und wer geprügelt wird, hat eben verschiedene Auffassung vom Prinzip.(Große Heiterkeit.) Ich erinnere an dje«Wahl des Sozialdemokraten Braun If Wahlbeeinflussung hat uns nichts genützt, ' den Sozialdemokraten nicht geschadet, und 'heraus. Damals wurde also der Grund- satz aufgestellt, eine amtliche Wahlbeeinflussung inuß bestraft werden, auch wenn sie keinen Erfolg hat. In Wirklichkeit ineinten Sie, „weil" sie feinen(f; n- lg hatte.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Jetzt sbll der Grundsatz aufgestellt werden, eine amt» liche Wahlbeeinflussung darf nicht bestraft werden, weil sie Erfolg hatte. Die Frage ist also einfach die, wollen wir mit der alten erinnere an Damals sagten Sie, aber sie hat doch deshalb schmeißen wir kleines femUettm. Uebcr die Fortschritte der Bildertclegraphie hat T. Thorne Baker in einem Vortrage in der Londoner Royal-Jnstitution außervrdent- lich interessante Mitteilungen gemacht. Die Ausführungen des Ge- lehrten, die sich anfangs mit dem System der telegraphischen Bilder- Übermittelung van Prof. Korn und mit dem von ihm erfundenen verwandten Verfahren beschäftigten, gipfelten schließlich in der be- deutsamen Mitteilung, daß es nunmehr gelungen ist, das System der Bildertelegräphie der drahtlosen Telegraphie anzupassen, so daß künstig Photographien auf große Entfernungeu ohne Draht übermittelt werden können. Baker zeigte zugleich einen tragbaren Apparat, der diesem Zwecke dient.»Diese kleine, bequem mitzufuhrende Ma» schine," so führte der Gelehrte aus,»erfüllt alle Aniprüche, die inan an die drahtlose Bildertelegräphie stellen kann und hat zugleich den Vorzug, daß ein Unterbrechen oder Abfangen der elektriichen Wellen völlig ausgeschlossen ist, so daß dieS neue Verfahren auch für mili- tärische und für die Marine von großer Bedeutung ist." Auch die Kriminalistik dürfte in wichtigen Fällen diesem neuen System ein wichtiges Hilfsmittel verdanken. Baker führte dam« seinen Apparat vor und experimentierte zugleich mit dem ursprünglichen System, das noch an Drähte gebunden war. Ein Londoner Blatt benutzt diese letzten Apparate bereits feit dem Juli vergangenen Jahres; bei dem Steinheilprozeß wurden zahlreiche Photographien aus Paris nach London übermittelt, die in London bereits empfangen wurden, ehe in Paris die Gerichtssitzung auf- gehoben war. so daß man für die Veröffentlichung wenigstens einen ganzen Tag sparte. Bei der Besprechung des Kornschen Systems «nachte Baker die interessante Mitteilung, daß Professor Korn gegen- wärtig an zwei neuen Apparate» arbeitet, die dazu dienen sollen, Photographien aus New gork nach London zu übermitteln. Elektrizität und Pflanzenwuchs. Auch in diesem Jahre sollen auf der Domäne Dahlem bei Berlin Versuche über den Einfluß der Eelektrizität auf die Kultur von Nutzpflanzen angestellt werden. Es werden wieder drei Versuchsfelder angelegt. Das eine wird mit atmosphärischer Elektrizität bestrahlt, die durch einen am 2ö0 Mater langen Stahldrahtseil aufgelasseneu Fesselballon gewonnen wird. Die beiden anderen werden init stark oder schwach pul- sierendem Wechselstrom behandelt. Die Bestrahlung wird ver- mittelt durch Telephondrähte, die in vier Millimeter Abstand von einander und zwei bis zweieinhalb Meter über dem Boden ausge- Sfind. Die jetzt bekanntgegebenen Resultate des Vorjahres lteressant genug. Sämtliche Felder waren damals mit den n Pflanzenarten, und zwar Erdbeeren, Spinat, Salat, Ra- n usw. bebaut; dabei steigerte sich im Verhältnis zum Ver- gkeichsfeld, das nur den natürlichen Einflüssen der Atmosphäre ausgesetzt war, der Ertrag des init Luftclektrizität bestrahlten teldes auf 113 bis 110 Proz., der des mit schwach pulsierendem trom behandelten auf 100 bis 123 Proz., während das stark durch Sitrom beeinflußte Feld nur einen Ertrag von SO bis 105 Proz. |j(«f«tie. Witterung und Jahreszeit beeinflussen das Resultat er- Praxis in der Beurteilung amtlicher Wahlbeeinfluffung brechen, ja oder nein. Wenn Sie das tun wollen, tun Sie es.(Lebhafte Zu- stimnmng bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Heinze(natl.): Der Reichstag hat bereits das vorige Mal entschieden, daß eine amtliche Kandidatur nicht stattgefunden hat; folgerichtig«miß daher der Bericht wieder an die Kommission zurückverwiesen werden. Abg. Dr. Ncuinaim-Hofcr(Fortsch. Vp.): Es handelt sich darum, welche Auffassung maßgebend sein soll, die der Kommission oder des Plenums. Was Herr Fischer über die Stimmen in Schöppenstedt angeführt hat und auch im Bericht steht, ist eine Privat- arbeit des Abgeordneten Fischer und nicht eine Feststellung der Kommission. Abg. Dr. Dahlem(Z.>: Der letzteren Auffassung«nuß ich ent- schieden widersprechen, der Bericht ist ja auch von der ganzen Kommission unterschrieben. Ich bitte dringend, es bei der bisherigen Praxis der Kommission zu belassen und die Wahl für ungültig zu erklären. Abg. Fischer(Soz.): � Mit seinen Ausführungen und Bestreitungen,.daß in dem Be- richt der WahlprüfungSkommission eine Privatarbeit von mir hinein- getragen ist, zeigt der Abg. Neuniann-Hofer, d�j* er entweder die betrübliche Gabe hat. sich so auszudrücken, baß der eine so, der andere so es auffassen muß(Große Heiterkeit), oder sich so auszudrücken, daß er»ach fünf Niinutr» nicht mehr weiß, was er gesagt hat. Nach den«'früheren Beschluß des Reichstages sollte die Kommission»och einmal prüfen, ob auch für den KreiS Wolfenbüttel das Vorliegen einer amtlichen Kandidatur anzunehmen sei, und würde nach der erneuten Prüfung diese Frage verneint werden, so sollten die anderen Protestpunkte untersucht werden. An diese Aufgabe hat sich die Kommission gemacht, und hat beschlossen, die Frage der amtlichen Kandidatur genau so zu be- urteilen, wie früher. Wenn sie sich aber auch aus den Standpunkt stellt, daß eine amtliche Kandidatur nur für den Kreis Helmstedt an- zunehmen ist, so hat die Kommission auch für diesen Fall das Ziffern- mäßige Ergebnis untersucht, und das Resultat für diesen Fall ist nicht, etwa. eine Privatarbeit des Abg. Fischer, sondern der B'e richt der Kommission, der von ihrem Vor- sitzenden u n t e r z e i chM e t i st. Nach der ständigen Praxis des pteichstageS war damit die Aufgabe der Kommission erledigt, und sie hatte unter den gegebenen Umständen gar nicht das Recht, anders zu handeln, als sie getan hat. Damit sind auch die Einwendungen deS Abg. Dr. Heinze hinfällig. Wenn Sie eine nochmalige Prüfung durch die Kommission hoben wollen, müssen Sie den Antrag stellen, unter Aus- scheidung der Frage der amtlichen Kandidatur die übrigen Protestpuiikte zu prüfen. Wenn Sie nur nach dem Umfange der amtlichen Wahl- beeinflussiing eine Prüfung haben wollen, so ist diese von der Kom- Mission schon zweunal geleistet worden. Im übrigen ist es gleich- gültig, aus welchen Gründen die Prüfung zurückgewiesen wird. Die Tatsache, daß die Wahlprüfung zurückgestellt wird, ist entsckeidcnd dafür, daß sie im Verlaufe dieser Legislaturperiode überhaupt nicht mehr entschieden wird, und das ist für Sie der springende Punkt. (Lebhafte Zustimmung bei den Soziatdemokraten.) Abg. Dr. Neumann-Hofer(Fortsch. Vp.): Ich habe den Kommissionsbericht natürlich nicht als Privatarbeit Fischers bezeichnet(Große Heiterkeit), sondern nur gesagt, daß die Eventualberechnung des Berichts über die Zahlen aus Schöppenstedt lediglich Vortrag Behauptungen die Kommission st (Zuruf bei den Sozialdemokraten: Damit schließt die Diskussion. Abg. v. Oertzen(Rp. spersönlichj): Herr Fischer hat mir In- konsequenz vorgeworfen. Ich benrerle, daß das Festhalten am Prinzip ein Zeichen geistiger Bequemlichkeit ist. Der Antrag auf Zurückverweisung an die Kom- Mission wird mit den Stimmen der Volkspartei, der National- liberalen, der Rechten und eines Teiles des Zentrums ange- n o m m e n. Es folgt die Wahl des Abg. Arnstadt(k., Langensalza-Mühl» Hausen). Die Kommission beantragt Ungültigkeit. Abg. v. Brockhausen(k.) wendet sich gegen den KommisfionS- antrag. Die Austragung von Stimmzetteln durch den Gemeindediener und der Umstand, daß in einem Wahllokal neben den Kuverts konservative Wahl- zettel auf dem Tisch gelegen haben, genügen doch nicht zur Kassierung einer Wahl. Ich beantrage Gültigkeit der Wahl. Die Diskussion schließt. Der Antrag Brockhausen wird durch die Stimmen der Rechten, des Zentrums und der National- Mischers gewesen ) nicht zu eigen Na also I) sind, dessen gemacht hat. heblich. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Dahlemcr Versuche eine neue Epoche in der Gartenbaukultur einleiten, denn eö ist dabei zuerst gelungen, die überall vorhandene Elektrizität nutzbar zu machen und bei verhältnismäßig wohlfeilen Anlagekosten— der erwähnte Fesselballon kann durch ein Drachensystem mit Metallspitze ersetzt werden— eine Steigerung des Wachstums und der Ernteerträge um 15 bis 40 Proz. zu erzielen. Kaffee, Tee und Kakao. Die Hauptgetränke, die außerhalb der Mahlzeit genommen werden, sind Kaffee, Tee und Kakao, und in der Bevorzugung eines von ihnen zeigt sich die Geschmacks- richtung der verschiedenen Völker. Die Statistik des Weltmarktes ergibt freilich nur für Kaffee und Tee ein sicheres Urteil in dieser Hinsicht, während der Kakao in überwiegender Menge zur Her- stellung von Schokolade zum Zweck des Genusses in fester Form verwandt wird. In jedem Fall läßt sich aus einer solchen Sta- tistik, wie sie jetzt der Tropenpflanzer veröffentlicht, eine Menge von beachtenswerten Einzelheiten entnehmen. Deutschland steht unter den europäischen Ländern im Kaffee verbrauch weitaus obenan. In Jahr 1969 wurden bei uns nicht weniger als 213sr& Millionen Kilogramm Kaffee vertrunken. Diese Ziffer ist fast genau das Doppelte von dem, was Frankreich im vorigen Jahr an Kaffee zu sich genommen hat. England mit einem Kaffeeverbrauch von nur 13,7 Millionen Kilogramm spielt im Ver- gleich dazu beinahe überhaupt keine Rolle. Zugenommen hat der Kaffeeverbrauch in den letzten fünfzehn Jahren überall, am meisten aber wiederum in Deutschland. Eine Stellung für sich nimmt Ame- rika ein, womit in diesem Fall wohl nur die Vereinigten Staaten bezeichnet werden sollen. Dort wird der Liaffeeverbrauch auf 419 Millionen Kilogramm geschätzt, er würde auch auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, erheblich größer sein als in Deutschland. Ein ganz anderes Bild zeigt der Tee. Hier steht Deutschland mit noch nicht ganz 5 Millionen Kilogramm nur gegen Frank- reich voran, wo der Konsum«wch nicht Millionen erreicht. England dagegen verlangt jetzt mit einer so viel kleineren Be- völkerung 23 mal mehr Tee im Jahr als Deutschland. Amerika nimmt zwar noch ungefähr 9 mal so viel Tee auf als Deutsch- land, steht aber mit seinen 43 Millionen Kilogramm hinter den 128 Millionen Englands immer noch weit im Hintergrund. Ter Ltakao nimmt sich neben dem Tee und Kaffee noch immer wie ein jugendliches Erzeugnis oder vielleicht richtiger wie ein Luxusstoff aus. Immerhin ist die Welternte an Kakao während der letzten fünfzehn Fahre ganz ungeheuer gestiegen. Im Jahr 1895 betrug sie erst 75. im Jahr 1909 dagegen 205 Millionen Kilogramm. Diese Menge verteilt sich unter die genannten Länder so, daß Amerika ein Viertel, Deutschland ein fünftel und England und Frankreich zusammen ein weiteres Fünftel davon verbrauchen. In Deutschland ist die Beliebtheit des Kakao weitaus am schnell- sten und auch fast regelmäßig gestiegen, seit 1895 nämlich auf mehr als das Vierfache, und beansprucht jetzt die stattliche Menge von fast 41 Millionen Kilogramm. Der weitaus größte Teil wird frei- lich von den 191 Schokoladenfabriken Deutschlands verarbeitet. In liberalen angenommen und die Wahl des Abg. Arnstadt somit für gültig erklärt. Es folgt die Wahl de? Abg. Mayer- Pfarrkirchen(Z.); die Kommission beantragt Ungültigkeit. Abg. Dr. Arendt(Dtp.) ivendet sich gegen den Koinmissionsantrag. Die Kommission beantragt Ungültigkeitserklärung wegen formaler Verstöße gegen das Wahlreglement, z. B. weil Wähler vor statt i i« dem Jsolierraum ihre Wahlzettel ins Kuvert gesteckt Huben, weil Gemeiudediener Wahlbeeinflussungen ausgeübt haben sollen usw. Der Reichstag ist es sich selbst schuldig, seine Wahl- Prüfungen nicht von kleinlichen Formalitäten abhängig zu machen. Was hat es außerdem denn für einen Zweck, jetzt noch eine DJach- Ivahl zu veranlassen. Warum soll man so kurz vor den allgemeinen Wahlen einein Wahlkreis eine solche Schererei machen, bloß weil der große Gcineindediener Joseph Niedermeyer im I s o I i e r r a um gesessen hat.(Große Heiterkeit und lauter Beifall rechts und im Zentrum.) Abg. Dr. Neumann-Hofer(Fortschr. Vp.): Ich möchte entschieden dagegen protestieren, daß so ernste Dinge, wie Wnhlprüsungen eS sind, derart scherzhaft behandelt werden, wie der Vorredner es beliebt hat. Verletznngen des Wahlgeheimnisses und Einwirkungen auf die Wahlfreiheit der Wähler sind wahrlich keine spaßhaften Dinge.(Stürmische Zustimmung links.) Wenn wir uns vollends, wie der Vorredner will, von dem Be- streben leiten lassen, Wahlkreisen die Neuwahl zu ersparen: nun, dann ist unsere ganze heutige Bcrhandlung Komödie.(Stürmische Zustimmung linls.) Ich bitte es, beim Kommissionsbeschluß zu be- lassen.(Lebhafter Beifall links.) Abg. Speck(Z.) schließt sich dem Antrage Arendt an. Bon Ver- letzung des Wahlgeheimnisses und von amtlicher Wahlbeeinflussung könne keine Rede sein. Der Polizeidiener Joseph Niedermeyer hat vom Gemeindevorsteher Weisung erhalten, stets anS dem Fenster z u sehen, wenn ein Wähler den Isolier- räum betritt.(Stürmische Heiterkeit linls.) Ich bitte Sie (nach links), der Aufforderung des Vorredners zu folgen und ernst zu bleiben.(Abg. Fischer- Berlin: Das ist schwer gegenüber solchen Ausführungen. Laute und lebhaste Zustimmung links.) Abg. Fischer(Soz.): Ich will mir alle Mühe geben, der Aufforderung des Abg. Speck zu folgen und ernst zu bleiben— wenn es mir auch sehr schwer fällt.(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) Denn wahrlich, leicht ist es nicht, ernst zu bleiben, wenn uns erzählt wird, daß man Polizeidiener in den Jsolierraum setzt, um die— Wahlfreiheit z u schützen.(Stürmische Heiterkeit links.) Das Ernste dieser Angelegenheit liegt anderswo. Wir er- leben hier das unerhörte Schauspiel, daß die bürgerlichen Parteien die Abstimmung ihrer Vertreter in der Kommission desavouieren, daß sie die Prinzipien verleugnen, die sie sonst stets bekannt haben. Und daS alles, um— Herr Dr. Arendt hat eS uns ja mit aller wünschenswerten Deutlichkeit gesagt— N e u w a h l e n zu verhindern. Nacheinander werden konservative, national« liberale und ZentrumSmandate für gültig erklärt. Die bürgerlichen Parteien gründen eine Versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit zur Rettung wurmstichiger Mandate.(Stürmische Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Abg. v. Brockhausen(I.) spricht für die Gültigkeit der Wahl. Man dürfe nicht so formal und kleinlich verfahren. Die Wahl- Vorsteher können doch nicht ein paar Jahre hindurch aus« schließlich Wahlreglements studieren.(Heiterkeit und Bravo I rekbtS.) Abg. Dr. Neumann-Hofer(Fortschr. Bp.) tritt den Ausführungen deS Vorredners entgegen. Die Debatte schließt. Mit den Stimmen der gesamten Rechten, des Zentrums und der Nationalliberalen wird der Antrag auf Gültigkeitserklärung angenommen. Es folgt die Prüfung der Wahl deö Abg. v. Kaphengst(k.), welche. die Kommission für un giltig zu erklären beantragt. Abg. v. Oertzen(Rp.): Ich habe iinmer auf dem Slandpunlte gestanden, daß zum Reichstag das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht das richtige ist, weil die Wähler sich heute gar nicht mehr so beeinflussen lassen wie früher. Auch haben wir gesetzliche Be- stimmungen zum Schutz des Wahlgeheimnisses. Versuchte Wahl- beeinflussungen haben daher heute keinen Erfolg mehr. Die An- nähme, daß Wähler sich durch amtliche Unterschriften unter einen Wahlaufruf beeinflussen lassen, ist eine Beleidigung der Wähler. Ich beantrage daher, die Wahl des Abg. v. Kaphengst für gültig zu erklären.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Henning auch I) Frankreich und England dagegen ist der Verbrauch an Kakao viel weniger gestiegen._ Notizen. — Die Gesellschaft für Erdkunde veranstaltet am Sonnabend, den 7. Mai, eine außerordentliche Sitzung zur Be» grüßung von Robert E. P e a r y, in der er über die Er» reichung des Nordpols berichten wird. — Die Universität als Redehall c. Der reisende ExPräsident R o o s e v e l t, der»eben den Tierjagden jetzt auch den Sport des ethisch-politischen Speeches betreibt, wird Berlin am 12. Mai durch eine Rede in der alten Universitätsaula beglücken. Wir dürfen wohl von der Billigkeit der UniversitälSrektoren erwarten, daß sie die Aula auch der Sozialdemokratie zur Verfügung stellt, wenn sie auswärtigen Besuch bekommt. — V o n V u l p i u s' G n a d e n. Dr. BnlpiuS, in dessen Besitz sich die vor kurzem aufgefundene Urschrift deS Goethcschcn Wilhelm Meister befindet, schreibt>n der Weimarischcn Zeitung„Deutsch- land": Die zu veranstaltende Volksausgabe des Werkes wird zu billigem Preise bei gediegener Gestaltung erfolgen. Die Weimarer Sophien-Ausgabe der Goethcsche» Werke erhält zuerst in Anerkennung ihrer besonderen Bedeutung und als von dem endgültigen Besitzer der Hauptschrift ausgehend, das Veröffentlichungsrecht im Rahmen ihres Unternehmens als Prcisgescheul von den Gocthe-Erbei«. Schließlich wird auch anderen Verlegern Goethesckier Werke noch vor Ablauf der Schutzfrist die Aufnahme von Wilhelm Meisters thea» tralischer Sendungen ermöglicht werden. Es wäre wünschenswert, daß ein Verleger den Nachdruck probiert, damit festgestellt werden kann, ob das deutsche Volk wirklich von der Gnade des Herrn Vulpinö abhängen soll. Was die Sophienausgabe anlangt, so haben ja unsere Leser aus der Behandlung der V„ene« zianischen Epigramme" in ihr kürzlich ersehen, daß sie Gouvernanten- Ausgabe heißen sollte. Zudem ist sie so teuer, philologisch und byzantinisch, daß sie für die Oeffentlichkeit einfach nicht existiert. — Die A»fer stehung Hegels. In dem philosophischen Modenwechsel, der unsere seit langem sterile deutsche Universiläts- Philosophie auszeichnet, ist man jetzt bei Hegel angelangt. Wenigstens hielt der Sekretär der von dem Mannheimer Industriellen Lanz ge- stisteten Heidelberger Akademie Prof. Windelband dort eine Festrede»über die Auferstehung der Hegelschen Philosophie beziehungsweise die Rückkehr zu derselben". Von dem barbarischen Deutsch des Themas abgesehen, ist diese Mode noch lange nickt die dümmste. Denn die Hcgelsche Philosophie ist, bei Lichte besehen, sehr entwickelungSfähig und radikal. Nur mutz sie auf die Füße ge« stellt werden; denn sie steht auf dem Kopf. Allerdings hat da« ein gewisser Karl Marx bereits vor einiger Zeit besorgt. Aber davon spricht man nicht auf deutschen Universitäten und Akademien. — Er wächst! In der Stacht von Sonntag zu Montag wurde der Hall eys che Komet auf der Juset Malta mit bloßem Auge gesehen. Der Schweif schien die Länge eines doppelten Monddurch« messerS zu haben. Auch in Deutschland ist der Komet etwa i» der Größe eines Sternes erster Klasse gesehen worde»«. SVg. Geyer(@03., Berichterstatter): Die Kommission bat den Beschluß auf Ungültigkeitserllärung e i n st i m m i g gefaßt; ich bitte diesem Beschluß beizutreten. Die Wahl wird mit den Stimmen der BoliSpartei(außer ©trübe und Träger), der Nationalliberalen, der Rechten und des größten Teiles des Z e n t r u m S für gültig erklärt. Die Wahlen der Abgg. Schwartz-Lübeck(Soz.) und Dr. Strubs(Fortschr. Vp.) werde»»ach den Anträgen der Kam- Mission debatteloZ für gültig erklärt. Die Wahl des Abg. S p i n d l e r(Z.) beantragt die Kommisston für gültig zu erklären. Abg. Dr. Ncumann-Hofer(Fortsch. Vp.) beantragt die Wahl für ungültig zu erklären, da die Wahlzelle so konstruiert war. daß bon einer Wahrung des Wahlgeheimnisses keine Rede sein konnte. Abg. Fischer-Berlin(Soz.): Es heißt, die bisherige Praxis des Zentrums in der Kommission und im Plenum geradezu auf den Kopf stellen, wenn »t für die Gültigkeit dieser Wahl eintritt. Bisher hat eS fest- gehalten an dem Standpunkt, daß das Geheimnis der Stimmabgabe gesichert sein muß. Wenn dieses Bolllverk fällt, s 0 iv i r d eine ganze Anzahl Zentrums Mandate in gtheinland-Westfalen gefährdet. Hier haben wir den Fall, daß die Wahlzelle konstruiert war als ein Muster, wie sie nicht sein soll. Vorhin sagten Sie, in einer Wahlzelle habe ein Gemeindediener gesessen mit der Weisung, sich umzudrehen, wenn ein Wähler sie betrat: hier hätte auch das nichts gebolfen. Ich wundere mich, daß nicht ein Mitglied der Partei für Wahrheit und Songt hier gegen die Gültigkeit der Wahl auftritt. Ja, wenn es eine Wahl gegen das Zentrum wäre, so wären Sie(zum Zentrum) hier mit beredtem Munde für das Wahlgeheimnis eingetreten.(Sehr wahrt bei den Sozialdem.) Wie kann das Zentiuni um einer solchen Bagatelle willen, wie es ein Mandat ist, seine ganze Bergangenheit berleugneiit Man spricht bon einer Parteiabmachung. Ich bewundere, wie diese gegenseitige Maschine für Mandat Sverficherung funktioniert. Es heißt hier: .Hand wird nur bon Hand gewaschen, wenn du nehmen willst, so gib."(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten. Unruhe im Zentrum.) Abg. Schwarze-Lippstadt(Z.): Das Wahlgeheimnis war bei dieser Wahl bollkommen gewahrt. Abg. Dr. Dahlem(Z.): Die Entrüstung deS Abg. Fischer war unangebracht; wir haben schon in der Kommission dargelegt, daß hier daS Geheimnis der Wahl gewahrt war. Abg. Fischer-Berlin(Soz.): Ich habe mich nicht entrüstet, fondern finde da» Verhalten deS Zentrums begreiflich; ich habe nur konstatiert, daß eS das Gegenteil bon dem ist, was das Zentrum früher als maßgebend für seine Abstimmung erachtet hat. Die Wahlzelle war nach dem Wahlzimmer zu offen, nach der Wand zu geschlossen, daS sagt alles; es ist gerade so, als wollte ich noch dort(zu den Sozialdemo- traten) reden, um aus Sie(zum Zentrum) eine Wirkung zu erzielen. (Große Heiterkeit.) Damit schließt die Diskussion. Die Wahl wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Fortschrittlichen Volkspartei für gültig erklärt. Es folgt die Prüfung der Wahl des Abg. Wehl(natl.). Die Kominission beantragt, die Wahl für ungültig zu erklären. Abg. Engelin willigen Verlasse»?. Wie sehr heute die Ehe beeinflussen, zeigt die sich getrennt, nach einiger Zei 79 bis 75 Prozent freiwilliger einigen Jndustriedistrikten berichtet wieder zueinander zurück aus wirtsl Dazu kommt, daß eine Ehcsche heute ein unerschwinglicher LuxuS ist. treffend:»Den Armen könnte man~ Palast anbieten als ein Ehescheidung Scheidungsklage kostet ohne Anwaltsgeb (899 M.) und mehr. Wahrscheinlich w™.* herabgesetzt. Es wurde wiederholt betont, Schichten im allgemeinen mehr eheliche Trefll_ W. Gesinnung zu finden sei, als in den mittleren und höhereu Schichten. Doch seien die sehr frühen Heiraten, die in den am dichtesten bevölkerten armen Distrikten der großen Städte üblich sind, zu beklagen. Tie Söhne und Töchter der ilermsten heiraten schon, wenn sie noch singen, tanzen und spielen und einen Fond? guter Gesundheit und tüchtiger Kenntnisse Erwerben sollten, um den Anforderungen des Lebens besser gettvichfe» zu sein. So kommen sie auch zu früh zur Schule, werden vor der Zeit in die Arbeit gespannt und sind alt, ehe sie noch ju Die zukünftige Gesellschaftsordnung des auch hier Wandel schassen; sie wird vor«llenr verhängnisvollen ökonomischen Rücksichten be� oft bei der Eheschließung und beim Verblei' — so wurde von getrennte Eheleute Gründen. \t für die Armen er Experten sagte Ut den KönigS- Eine einfache Pfund Sterling Summe künftig in den unteren mehr moralische sen. iSmuS wird die Frau so die heute so einer Unglück- lichen Ehe ausschlaggebend sind. Inzwischen mag die bürgerliche Gesellschaft Englands«ine alte Schuld einlösen und Mit den über» lebten Gesetzen zur Erschwerung der Ehescheidung aMräuuicn. Erleichterte Scheidungsmöglichkeit kann auch heute schon viel lebenslanges Unglück und Verzweiflung verhindern. MM Gemeiasawe Orts- Krankenkasse für NowawtS und Umgegend. Aul Bcranlasiung der dieSseltigeu Kassenverwaltimg hält heute. Mittwoch, den 27. d.M., abends 8'/, Uhr, in der Aula des Realprogymna- siums Herr Dr. feleileherg-Berlin einen Bortrag über Wesen und Verhütung der L»»»gentuberkulose. Die Mitglieder unlerer Kasse er» suchen wir recht zahlreich zu erscheinen. NowaweS, de» 25. April 1910. 275/5 Der Borstand. Karl ffuttto Restanranl Zeige hiermit an. daß ich ein Restaurant mit Destillation eröffnet habe. 527 4L Um gütigen Besuch bittet Karl Wottke, Schönhauser Allee 101. Ecke Bornholmer Straße 96. Orts-Krankenkasse der Zigarrcnmacher�Zrgaretteu- wacher, Zigarrensortierer nud deren gewerbliche.Hilfsarbeiter zu Berlin. �. Bekanntmachung. Zweite Abänderung de? Statuts. Laut GeneralversammlungSbelchluß vom SO. November 1909 und 30. März 19 0 und»ach Genehmigung de» Bezirksausschusses sind die§§ 12, 13, 19, 28, 29, 30 und 60 geändert worden. D«e Aenderung tritt am Montag nach ersolgter Sekamitmachung(am 2. Mai 1910) W Kraft 1898b Der Torstand. Kredit Monatl. 10 M, liefere eleg. Herrenaarderob« n.Maß(billigste Preise) --�=- Kaste 10 Proi. Rabatt--------- Haben Sie Stoff?| /ät ferner daran Anzug od. PaHtot nach Motz, schick, daaerh. Zutaun. ron 20 Mark an. Moritz Lat--- Neot Promenadzn./l.( Sidth.i Reinickenüorr, Schweizer-Viertel, im neuen Zentrum, in nächster Nähe de« EchlllerparkS und de» Schäsersees vorzüglich geleg ne billige 3-, 2- und l-Zimmerwohnungen im vorder, oder Gart�ihai-Ie, mit auch ohne Bad. Baiton usw. sofort vermietbar in den Neubaute« der i Promenade, Brienzer Straße, Rütli-Straße, Holländer- und Thun« i Abzahlungsgeschäfte Credit-Haus Moabit Turmstraße 55, Ecke Waldstraße gewährt jedem bei spielend leichter An- und Abrthlung mehrjährigen Kredit tuf Waren und Wldbel. __ CreditHaus WWW Gebr. Weber, Neue KSnigstr. 68. Spandan�otB- damerstr. Sil, taalututra a FL Schönebg., Kolonnen- atr. 9 am llin�baimh. Gebr. tVebe?, Äeue Lubasclier,S.i Fritz Schnicke 00«�;«. Weber, Sem», Danaigerstr. 781. Wolter, Carl. 9tmÄfer Znlraan&Co. 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I Qphharrtt Charlottenbnrg, Ja aBUnarilL Herbnerstr. 124. George, Adolph, Badstr. 65. Chr. Gegner, Nettelbeckplatz» Goericke, C. Pücklerstr. 36. Gromadles, P., Andreasstr. 29. Ernst Henke, Brunnenstr. 88. J. Herzig, Charl., Pestalozzistr. 31. B. Hirschfeid, Rosenth.-Str. 26, Rep. " Beusselstr. 76, Kottb. Damm 38. Martin Klein, Neue Hochstr. 25. Kniebusch, W., Frankf t. Chaussee 61 Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40. Lehmann, Wilh., Kottb. Damm 23. Lewin, Adolf, K5�tr- Linde, Max, Tegel, Berliners». 83, Lux, Carl, N, Chausseestr. 41. MUdt, A., Charl., Krummenstr. 14. Nahr, Gust., Gr. Frankfurter S». 91. Osterloh, M., Gr. Frankfurt. Str. 136. Pfandleihe, Petersburgers». 37. Quitzow, Job, Müllerstr. la. Rampmaier, F., Skaiitzerstr. 23. Rapp, Chr., Weißensee, Gast.AdoIfstr.li? Rudolph, H., Job. SchaUau, Schönh. Allee a. Tor. Schönemann, G, Ri., Berlinerstr. 73. Schräder, Otto, ��r�.11113500 Rieh. Schramm, Turmstr. 32. Sehroth» Emil, Kottbuserdamm 101. P. Schnch, Charl., Knobelsdorff8tr.40. Schulz, Osw., Frankfurter Allee 24. Schumacher, 0M Tegel, Berlinerst. 5a. T. Stolz, Chausseestr. 83. Carl Stuhr, Dresdnerstr. 134. Sturm, Erich, Tegel, Hermsdorf.-Str.l Paul Trenk, Charl., Spandauerstr. 82. Tribes, Alfred, Falkensteinstr. 4. Truxa, W.f Frankft. Allee 185. Icckennann�MSkamzÄ«;98 Ulbridi, Friedr., Brunnenstr. Otto Warttlg. Trifts». 3. F. Wenig, Müllerstr. 38. Werner, Herrn., Willer, Hans, Rosenthaierstr. 63; 64. Winkler, W, Reinickendorfstr. 22. WlHIi, Ad., Berbifen»! 44. Wolter, M.,Ri.,a.Babnb., Hermanna». Wüsteney, G, Brunuenstr. 106. WlltlfA 1«'1 ,'1 Troskow-Str. 7. ff UlKUjJUll I|nvaaden8tr.l6 Bieber, Nf., Yorks». 37, am Bbf. Brunn, Nachf., Warenhaus Max Codik 1 SO.,Wrangelst.20.EckePücklerst. I Loewenberg 8t Co., am Baltenplatz. Plnkus, Paul, Simon-Dachstr. 84.f Weiss, H.&Co/raBel5� J» Viclorispl. 1/2. Bettinger, Eug., Wald-Ecke, Wicklet. DennhardtdScbultze. Brunnenstr.53. Eile ra. Weyle, Likörfabr., Geriehtstr. II. Großd.„ZurSonne**, Paul Frcudenberg. 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Da nun bei Messen und Märkten und auch bei Parteifestlichkeiten eine große Zahl von Händlern ihre Waren in Umsatz bringen, wäre es wohl Pflicht derselben, sich ihrer Organisation anzu- schließen. Dies trifft leider bei wenigen derselben zu. Wir ersuchen nun die organisierte Arbeiterschaft, uns beim Ausbau unserer Organisation zu unterstützen. Die nächste Gelegenheit bietet sich hierzu am 1. Mai. Die Mitglieder des unterzeichneten Verbandes haben sich verpflichtet, sich am 1. Mai vormittags zur Kontrolle zu melden und zur Ver- sammlung zu gehen. An die organisierte Arbeiterschaft richten wir das Ersuchen, allen Händlern, welche am 1. Mai mit Maigegenständen, Zeitungen, Nadeln usw. handeln, nach ihrer gewerkschaftlichen Organisation zu fragen, eventuell die Legiti- mation(Karte oder Mitgliedsbuch) zu verlangen. Diese Organisation ist der unterzeichnete Verband. Unsere dies- jährige Kontrollkarte ist gelb. Wir weisen besonders darauf hin, daß der Sitz unseres Verbandes Effeu ist. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck dieses Aufrufes ge- beten. Die Ortsverwaltung Berlin des Zentralverbandes der freien Händler, Hausierer und verwandten Berufsgenossen Deutschlands. Sitz Essen. I. A.: Karl Brendel, Rixdorf- Berlin. Warthestr. 57. Partei- Angelegenheiten. Sechster Wahlkreis. Heute, Mittwoch, abends Uhr findet in allen Bezirken ein Eztrazahlabend statt, in dem die Abstimmung über die Vorlage zur Einführung des Delegiertenshstems für die Generalversammlungen des Kreises vor» genommen wird. Die Parteigenossen werden um rege Beteiligung ersucht. Der Vorstand. Groß-Lichterfelde. Heute abend S1/« Uhr im„Kaiserhof', Kranold» platz: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Lankwitz. Heute Mittwoch, den 27. April, avendS S'/. Uhr. findet die Generalversammlung des Wahlvereins bei Ebel, Mühlenstr. 9, statt. Tagesordnung:»Jugenderziehung im Sinne des Sozialismus". Referent: Genosse G r u n w a l d. Vorstands- und Kasienvericht. Bericht der Gemeindevertrerer. Maifeier. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes.' Der Vorstand. Tegel. Heute Mittwoch, abends von 7 Uhr ab: Flugblatt- Verbreitung von den bekannten Bezirkslokalen aus. Morgen Donnerstag, abends 8'/, Uhr: Oeffentliche Versammlung in 23. TroppS Festsälen, Bahnhofstr. 1. Agitiert für Massenbesuch. Die Bezirksleitung. Oranienburg. Morgen, Donnerstag, abends 8 Uhr. findet im Lokal WaldhauS-Sandhausen. Schlltzenstr. 34, eine Volksversammlung statt, in welcher ReichStagSabg. Genosse Artur Stadthagen über den Kampf der Arbeiter um Freiheit und Recht spricht. Arbeiter. Parteigenossen, sorgt für Massenbesuch dieser Versammlung. Die Bezirksleitung. öerliner JVadmcbten. Die Waisenpflege der Stadt Berlin hat im Etatjahr 1908(April 1908 bis März 1909) wiederum eine Mehrung ihrer Zöglinge. Der Jahresbericht, den die Waisendepntation erstattet hat, ist jetzt— reichlich zwölf Monate nach Ablauf des Berichtsjahres— vom Magistrat veröffentlicht worden. Wir ersehen aus ihm, daß bei Beginn des neuen Etatsjahres, am 1. April 1909, die Zahl aller Zöglinge der Waisenpflege sich auf 11 434 stellte, das sind um B69 mehr als am 1. April 1998. Die Zunahme erklärt sich, so heißts im Bericht„wohl zum großen Teil daraus, daß d i e wirtschaftlichen Verhältnisse s i ch infolge de» Nückgangsdergewerblichen Konjunktur verschlechtert habe n". DaS wird leider strnnnen. Unter den 11 434 Zöglingen waifen 7527 Waisenkinder im engeren Sinne und 3812 Fürsorgezöglinge(einschließlich 157 Ztvangszöglinge), außerdem 18 ehemalige Waisenkinder, die wegen Erwerbsunfähigkeit pflegebedürftig waren-, und ,77 Pfleglinge der Schniidt-Gallischstiftung. Vermehrt haben sich die Waisenkinder im engeren Sinne um 537, die Für- sorgezöglinge diesmal nur um 117, die erwerbsunfähigen ehe- nraligen Waisenkinder um 12, die Stiftungspfleglinge um 3. Zu den„Waisenkindern im engeren Sinne" zählt die Waisenverwaltung nicht nur Kinder, die durch Tod der Eltern verwaist sind. Mitgezählt sind hier auch solche Kinder, die nur zeitweise die Hilfe ihrer Eltern entbehren müssen, z. B. weil die Eltern arm sind, kein Obdach haben, ihrem Erwerb nachgehen, im Krankenhaus liegen, Gefängnisstrafen verbüßen, ihre Familie verlassen haben usw. usw. Groß ist hier die Zahl der unehelichen Kinder, die zumeist nur deshalb in die Obhut der Waisenpflege genommen worden sind, weil die erwerbstätigen Mütter sich nicht um sie kümmern können. Unter den Waisenkindern im engeren Sinne sind unehelich mchr als die Hälfte, 3347 von .7527. Zur Unterbringung der Zöglinge benutzt die Waisenverwaltung, wie bekannt, größtenteils Familien. Diesem System werden allerlei Vorzüge angerühmt: der augenfälligste ist— die„B i l l i g k e i t". Von 7527 Waisenkindern im engeren Sinne befanden sich nicht weniger als vl44 in Familien, davon nur 17-77 in Verlin und 4367 außerhalb. In A n st a l t e n befanden sich 1383 Kinder, aber nur 675 davon in den drei eigenen Anstalten der Stadt, während die übrigen 798 Kinder privaten Anstalten an» vertraut waren. Von den Fürsorgezöglingen war «in verhältnismäßig größerer Teil in Anstalten untergebracht. 11369 von 3812. Hier ist aber die Waisenverwaltung noch mehr auf den sehr fragwürdigen Notbehelf privater Anstalten angewiesen: nur 399 Zöglinge befanden sich in den eigenen Anstalten der Stadt, 1969 aber steckten in privaten Anstalten. Nach den Erfahrungen mit dem Prügel st iftMielczyn »— die übrigens in dem Bericht noch nicht erörtert werden, »seil Pastor Breithaupt ja erst nach dem 1. April 1999 seine ».Arbeit" an Fürsorgezöglingen Verlins begann ist nun. mehr zu hoffen, daß wir doch wohl noch eine Vermehrung der eigenen Erziehungshäuser unserer Stadt erleben werden. Auf den Abschnitt des Berichts, der die Fürsorge- erziehung behandelt, werden wir noch näher einzugehen haben. Auch einige andere Abschnitte, vornehmlich der über die Säuglingsfürsorgestellen, verdienen wohl noch eine ein- gehendere Betrachtung._ Die Vertretung beurlaubter Lehrer und Lehrerinnen. Zu diesem Gegenstand wird uns aus Lehrerkreisen geschrieben: „Mit der Vertretung beurlaubet Lehrer und Lehrerinnen betraut die Schnldepntation fast ohne Ausnahme die noch nicht festan- gestellten Damen, die Bertreterinnen, Hosp>itantinnen> kommissarisch beschäftigte Lehrerinnen oder Äamen mit noch selt- sameren Amtstiteln. Wird eine Vertretung nötig, so bedingt sie immer eine Störung des Schulbetriebes. Die Damen vertreten immer weniger Stunden, als die beurlaubte Lehrperson zu geben verpflichtet-ist; ein Teil der Vertretung muß vom Lehrerkollegium übernommen werden. In der Regel sind es ältere Lehrkräfte, die des Urlaubs bedürfen, also meist Ordinarien der Oberklassen. An Knabenschulen lehnen es die Vertreterinnen fast immer ab, den Unterricht in einer Oberklasse zu übernehmen; der Rektor kommt ihnen in der Regel im Interesse der Schule entgegen. Dadurch muß dann aber der ganze Stundenplan der Schule umgeworfen werden. Ein Lehrer der Mittel, oder Unterstufe übernimmt den Unterricht de» beurlaubten und die Dame vertritt den auf- ruckenden. Aber selbst wenn der beurlaubte Lehrer Ordinarius einer Mittel- oder Unterklasse ist, übernimmt die Dame selten sämtliche Stunden, da jeder Lehrer auch in den Oberklassen mit Turnen, Zeichnen, Gesang, Naturkunde und anderen Fächern be- schäftigt ist. welche die Vertreterin nicht geben„kann"; also eine ?lenderung des Stundenplans ist auf jeden Fall nötig. Die ganze Schule, nicht nur die durch die Vertretung in erster Linie be- nachteiligte Klasse, wird gestört. Dazu kommt aber noch, daß die junge Dame— einem eben erst vom Seminar entlassenen Lehrer würde es nicht viel besser ergehen— noch keine nennenswerte Praxis hat, und doch ist gerade zur Uebernabme einer Vertretung eine größere Erfahrung. die nur durch mehrjähriges Unterrichten auf den einzelnen Stufen fu erwerben ist, und eine genaue Kenntnis des Lehrplans er. orderlich. Die Vertreterin doktort also an der Klasse herum, pro- friert und probiert, und wenn sie sich schließlich leidlich eingear- beitet hat, ist die Vertretung zu Ende; und so wandert die Ver- treterin von Schule zu Schule, und überall wiederholt sich die- selbe Geschichte. Freude hat daran keiner; weder die Schulen, noch die Vertreterinnen�. Besonders schlimm ist es um jene Klassen bestellt, deren Klassenlehrer ältere, kränkliche Personen sind, die, um ihre Pensionierung möglichst lange hinauszuschieben, sich im Laufe des Schuljahrs öfters beurlauben lassen, fodah mehrere Ver» tretungen nötig werden. So mancher wird denken, die Mängel und Nachteile dieser Vertretungen liegen in der Natur der Sache und seien nicht zu vermeiden. Für die„maßgebenden" Stellen überwiegt wie bei allen Angelegenheiten des Niedern Schulwesens so auch hier das finanzielle Interesse. Die Vertreterinnen sind billige Arbeits. kräste, und das gibt den Ausschlag. Aber das Interesse der Schule, das hier allein»maßgebend sein sollte, fordert, daß die zu versorgende Klasse nicht benachteiligt und der Schullietrieb nicht gestört wird, daß also Lehrkräfte vorhanden sind, welche die beurlaubten Lehrer und Lehrerinnen voll und ganz vertreten kön» neu. Das ist auch sehr wohl möglich. In jedem Schulkreise müßten einige Lehrer und Lehrerinnen, die in allen Sätteln gerecht sind, dem Schulinspektor für Vertretungen zur Verfügung stehen. Gegen eine mäßige Funktionszulage würden sich auch Lehrpersonen in mittleren Jahren finden, die geneigt sind, solche Vertreterposten zu übernehmen. Dabei muß freilich vermieden werden, daß die Funktionszulage nicht wie gewöhnlich die Streber und die mit entwickeltem Erwerbfinne Begabten auf dem Plan erscheinen läßt; nur persönliche Tüchtigkeit und Interesse an der Schule sollte für die Auswahl maßgebend sein. Durch die angeregte Neuordnung der Vertretungen würden weder die jetzigen Vertreterinnen beschäftigungslos werden, noch würden die künstigen Vertreter zeitweise, wenn keine Vertretungen nötig sind, unbeschäftigt sein, noch wäre dadurch eine Vermehrung der jetzt vorhandenen Lehrkräfte nötig. Auch für die jungen neu» eintretenden Damen, nennen wir sie einmal der Kürze halber Anwärterinuen, ist es besser, wenn sie zunächst längere Zeit an derselben Stelle beschäftigt werden, wie es ja jetzt schon bei den noch nicht festangestellten Lehrer der Fall ist, damit sie sich wenig. stenS erst einmal auf einer Stufe einarbeiten können. Sie würden also der Klasse eines Vertreters zuzuweisen sein, hätten dessen llnterricht zu übernehmen, sobald er durch Vertretungen behindert ist; in der Zeit aber, in welcher der Vertreter in seiner eigenen Klasse unterrichtet, hätte die AnWärterin zu hospitieren, um sich auf dem Laufenden zu halten, und um jederzeit einspringen zu können. Wird bei der Aufstellung des Stundenplans auf die An» Wärterin Rücksicht genommen, so ist sowohl dieser als auch der Schule gedient. Auch finanziell ließe sich die Sache in der alten Weise regeln, d. h. die Anwärterin würde nur die Unterrichts- stunden bezahlt bekommen, die sie wirklich erteilt. Gerechter wäre es freilich, wenn man den Anwärterinuen eine laufende End- fchädigung zahlen würde, denn erstens geschieht das Hospitieren auch im Interesse der Schule und zweitens wollen die Anwälte. rinnen auch in der Zeit, in der sie nicht unterrichten können, leben."_ Die städtische Waisendeputation hat in ihrer Sitzung vom 26. April die Bereitstellung von Mitteln beschlossen, um den Rummelsburger Waisenkindern die Teilnahme an den Fahrten des Zentralvereins für Jugendwandern zu ermög- lichen. Die Deputation beschloß ferner, versuchsweise eine beim hiesigen Jugendgericht geplante Einrichtung zu unter- stützen, wonach nach besonders anberaumtem Termin vor dem Jugendgericht die Frage, ob die Anordnung der Fürsorge- erziehung dem Angeklagten gegenüber angebracht ist, erörtert und zum Gegenstand der Beschlußfassung gemacht werden soll. Es sollen zu diesen Terminen Vertreter der Waisendeputation mit der Vollmacht entsendet werden, sich bei der Verhandlung selbst namens der Gemeinde über die Frage der Fürsorge- erziehung ebenso wie der in dem Termin gleichfalls an» wcsende Vertreter des Polizeipräsidiums zu äußern. Kirchhofs- und Erwerbsbetrieb der evangelische» Stadtsynobe. lieber diesen Gegenstand verbreitete sich anläßlich der am Man- tag fortgesetzten Tagung der Berliner Stadtsynode der Synodale Bosse. Er berichtete:„Der Kirchhofsbetrieb hat den ge- schäftSführenden Ausschuß zur Einrichtung von drei Erlverbs- betrieben veranlaßt. Zunächst haben die bei den Einrichtungs- arbeiten der Kirchhöfe zu leistenden Fuhren den geschäftsführenden Ausschuß dazu gezwungen, zur eigenen Pferdehaltung überzugehen. In Ahrensfelde hatte der gefchästsführende Ausschuß 401 Morgen gepachtet. In Verletzung des Pachtvertrages zog der Pächter eine Anzahl Unterpächter heran und trieb nach dem Urteil Sachverständiger Raubbau, so daß die Gefahr entstand, bei Beendi- gung der Pachtzeit etwa 60 000 M. zur Wiederinstandsetzung des ausgehungerten Bodens aufwenden zu müssen. Der Ausschuß hat deshalb gegen den Pächter den Klageweg beschritten und die Räu- mung des Landes rechtskräftig erstritten, so daß man nunmehr zum Eigenbetrieb übergehen konnte. Die Gärtnerei mit ihren um- fangreichen Baumschulen soll von der eigentlichen Kirchhofsverwal. tnng getrennt und nach kauftnännischen Grundsätzen bewirtschaftet werden. Außer den Lieferungen für die Zentralrirchhöfe muß die Gärtnerei ein Absatzgebiet ihrer Produkte in den Kirchhöfen der zuschuhbedürftigen Gemeinden suchen, denen sie das Pflanzen- Material mit 75 Proz. des jeweiligen Marktpreises zu liefern hat. Der Kraftwagenbetrieb vom Bahnhof Wannsee nach dem Südwestkirchhof ist zwar lediglich im Interesse der Leidtragen- den eingerichtet, weshalb auch der Fahrpreis niedrig bemessen ist. Um aber eine möglichste Deckung der Unkosten zu erwirken, mußte der Ausschuß als polizeilich konzessioniertes Fuhrwesen auch den Ausflugverkehr auf der zu befahrendenLfnie mit in Betracht ziehen. Ter von den AuSflüglern zu zahlende Fahrpreis ist insofern einträglich, als kein Teil st recke ntarif geführt wird. Der Tarif kennt nur einen Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt nach dem Kirch- Hofe und es müssen die Ausflügler auch für jede benutzte Teilstrecke den vollen Betrag zahlen. Im Verhältnis zum Durchschnittsverkehr der Leidtragenden muß ein größerer Fuhrpark vorgehalten werden, weil Leichenbegängnisse im Westen oft große Beteiligung haben. Zu den zwei vorhandenen mußten noch zwei weitere Kraftwagen beschafft werden. Bei alledem ist für den Kraftwagenbetrieb im Etat ein Zuschuß von 12 000 M. vorgesehen. Da Gärtnerei, Land- und Forstwirtschaft, sowie Kraft- wagenbetrieb gewerbesteuerpflichtige Erwerbsbetriebe sind, so sind sie zu ei n e m Erwerbsbetriebe zusammengefaßt, der fernerhin nur nach kaufmännischen Grundsätzen geführt werden soll. Der 2lus- schuß legt für die drei genannten Erwerbsbetriebe einen B e- triebsplan zur Kenntnisnahme vor. Der Antrag der Kommission geht dahin: den Sonderhaushalts- plan der Kirchhofsverwaltung zu genehmigen und ferner den Vor- schlügen des gcschäftsführenden Ausschusses betr. die Erwerbs- betriebe der Berliner Stadtsynode unter der Voraussetzung zuzu» stimmen, daß der geschäftsführende Ausschuß innerhalb d«S Etats- jahres 1910 keine grundsätzlichen Ertveiterungen dieser Erwerbs- betriebe vornehmen darf und der vorliegende Betriebsplan als Versuchsbetriebsplan für das Etatsjahr 1910 zu gelten hat." Die Stadtsynode stimmte den Vorschlägen zu. nachdem fest- gestellt war, daß die Zustimmung eigentlich nur eine leere Form sein könne, da die Verträge längst geschlossen waren. Interessant ist an dem Bericht, daß die Ausflügler böse geneppt werden. Die Neubenennung der Berliner Fernsprechämter ist von Jnter- efsenten in einer Konferenz mit der Oberpostdirektion in Vorschlag gebracht worden. Amt I soll Zentrum heißen. Amt II behält wie bisher schon den Namen Moabit. Ein neues bei Amt II zu er» richtendes Amt soll Hansa getauft werden. Amt III wird Norden, Amt IV Moritzplatz genannt. Amt VI wird in drei Einzelämter geteilt, für die die Namen Lützow. Kurfürst und Nolleudorf in Bor« schlag gebracht wurden. Amt VII will man Königstadt und ein im Osten zu errichtendes Amt Alexanderplatz nennen. Ob die Oberpostdirektion auf die geinachten Vorschläge eingehen wird, steht dahin; eine dringende Notwendigkeit für diese„Reform" scheint nicht vorzuliegen. Die Allgemeine Städtebau-Ausstellung in der königl. akademischen Hochschule für die bildenden Künste, Hardcnbergstr. öS(zwischen Knie und Zoologischen Garten) wird am Sonntag, den 1. Mai, mittags 12 Uhr, offiziell eröffnet werden und ist bis 2 Uhr für ein geladenes Publikum, von 2 Uhr ab bis 8 Uhr aber gegen Eintrittskarten zu 1 M. zugänglich. Die in Zusammenhang mit der Allgemeinen Städtebau- Ausstellung erfolgende erste öffentliche Ausstellung der Entwürfe zum großen Wettbewerb für den einheit- lichen Bebauungsplan Groß- Berlins mit seinen herrlichen Gemälden und Perspektiven der künftigen Weltstadt ist für vierzehn Tage lederniann kostenlos zugänglich. Auch die 25 Cluabratmeter großen Modelle, nnt denen die Städte Wien und Dresden die Ausstellung beschicken, sowie die ge- samten Wiener Ausstellungsgegenstände werden während der ersten vierzehn Tage kostenlos zu sehen sein. Die Städtebau-AuSstcllung bringt außer den genannten weitere 60 Stadtmodelle. Sie ist der erste Versuch, die städtebauliche Eutwickelung in allgemein verständlicher Weise zu veranschaulichen. Es sind bereits über 9000 Eintritts- karten verkauft. Private Maifeier» beabsichtigen verschiedene Lokalinhaber am Sonntag, den 1. Mai, zu veranstalten. Wir machen darauf auf- merksam, daß die Partei für die Maifeier bestimmte Lokale iu Aus- ficht genommen hat, die am Donnerstag im Inseratenteile des „Vorwärts" bekannt gegeben werden. Maifeiern in anderen Lokalen als in den von der Partei gemieteten haben mit der Partei nichts zu tun._ In der Obhut des Gerichts. Einem Herrn J., der in Treptow wohnt, hatte man die Tochter wegen mehrerer Straftaten in Untersuchungshaft ab» geführt. Er hat dabei Erfahrungen gemacht, die ihm unbegreiflich scheinen. DaS im 16. Lebensjahr stehende Mädchen, hatte in Schlesien eine Stellung als Dienstmädchen angenommen. Sie lief in Zillerthal aus dem Dienst, beging durch Mitnahme von Kleidung und nichtabgeliefertem Geld Diebstahl und Unterschlagung und machte hinterher in Erdmannsdorf sich des Betruges und der Ur- kundenfälschung schuldig, indem sie durch Vorweisung eines ge- fälschten Briefes einen Kaufmann zur Hergabe von einem Paar Schuhe veranlaßte. Nach ihrer Rückkehr ins Elternhaus wurde sie hier von einem Kriminalbeamten vernommen und blieb dann zu» nächst unbehelligt. Als sie aber etwa acht Tage später auf dem Treptower Gemeindeamt für ihre Eltern die Steuern bezahlte, wurde sie plötzlich festgehalten und durch die Berliner Polizei dem Untersuchungsgefängnis in Moabit überwiesen. Was weiter mit dem Mädchen geschah, darüber erfuhren die Eltern einstweilen nichts. Vier Wochen später, am 8. April, kamen aus Hirsch» berg zwei Briefe, einer vom 7. Slpril an die Tochter, die vom Landgericht Hirschbcrg zur dortigen Verhandlung gegen sie vor» geladen"mrdc, und einer vom 6. Zlpril an den Vater, der von der Staatsanwaltschaft des Landgerichts Hirschberg aufgefordert wurde, dafür zu sorgen, daß seine Tochter zu dem am 16. April angesetzten Termin rechtzeitig erscheine. Beide Briefe waren adressiert nach der Wohnung der Eltern in Treptow. Der B a t e r war erstaunt, daß man ihm die Sorge für die Tochter auferlegte, obwohl diese seit vier Wochen seiner Aufsicht entzogen war und sich, wie er annahm, in der Obhut des Gerichtes in Berlin be- fand. Er unterließ nicht, der Staatsanwaltschaft des Landgerichts Hirschberg seine Meinung hierüber mitzuteilen. J.'s Versuche, durch Nachfrage auf dem Gemeindeamt in Treptow und auf dem Polizeipräsidium in Berlin den Verbleib und derzeitigen Ausent- halt der in Hast genommenen Tochter festzustellen, hatten erst nach vielen Bemühungen Erfolg. Schon am 5. April war sie von Berlin nach Schmiede berg abgeschoben worden, wo sie zunächst wegen ihrer Zillerthaler Straftaten vor Gericht gestellt werden sollte. Sic wurde dann am 13. Llpril iu Schmiedeberg vom Amts- f richt wegen Unterschlagung und Diebstahl zu einer Woche Ge- ngniS und am 16. April tn Hirschberg vom Landgericht wegen -trug und Urkundenfälschung zu zwei Wochen Gefängnis ver- urteilt, doch wurden beide Strafen als durch die Untersuchungshast verbüßt angesehen. Am 17. April traf die Tochter wieder bei den Eltern ein und meldete, daß sie aus Hi sschberg komme. Nachdem sie am 5. April von Berlin nach Schmiedeberg abgeschoben worden und am 6. April abends dort angekommen war, war eigentlich ihre Untersuchungshaft abgelaufen, so daß sie hätte auf freie» Fuß gesetzt werden müssen. Die Staatsanwaltschaft Hirschberg hatte näm- lich die Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragt, die auch beschlossen wurde. Zu gleicher Zeit wurde aber die Augeklagte vom Amtsgericht Schmieveberg sofort aufs neue in Untersuchungshajtz «etiommeft, weil sie»als Heimatlose fluchtberdächtig" sei. In Hirschberg entstand nun— so scheint es— die Annahme, daß das Mädchen in Berlin freigelassen worden sei und jetzt in Treptow bei den Eltern weile. Dabei saß sie, als die Briefe nach Treptow ab- gingen, bereits in dem Untersuchungsgefängnis zu Schmiedeberg. Als ihre Aburteilung in Schmiedeberg und nachher auch in Hirschberg erledigt war, wurde sie, weil die Strafen als verbüßt galten, freigelassen. Sie stand allein in der fremden Stadt, hatte keinen Pfennig Geld bei sich und wußte nicht, wie sie nach Berlin zurückgelangen sollte. Dem Gericht trug sie die Bitte vor, zu ihrer Rückbeförderung ihr das Fahrgeld zu geben. Die Richter steckten die Köpfe zusammen, zuckten die Achseln und fragten, was da zu tun sei. Anscheinend wollte das Gericht verfügen, daß die Freigelassene per Schub im Gefangenen- transport nach Berlin zurückgebracht werde. Da arif�der Verteidiger ein. der der Angeklagten vom Gericht gestellt worden war, und erklärte, er werde die Sorge für das Mädchen übernehmen. Er lieh das Fahrgeld her, dessen Rückerstattung nun den Eltern obliegt, und so konnte sie in das Elternhaus heimkehren. Schaffner der städtischen Straßenbahn als Klosettreiniger. Dem Fahrpersonal der städtischen Straßenbahn werden neben dem üblichen Fahrdienst noch andere Arbeiten zugemutet, die mit dem Fahrdienst wirklich nichts zu tun haben. Der Betriebsingenieur hat folgende Bekanntmachung anschlagen lassen: .Dem ganzen Fahrpersonal hiermit nochmals zur Kenntnis, daß die Frühreserven laut Bestimmung des Herrn Betriebs- ingenieurs: die Schaffnerstube, das Treppenhaus sowie das Klosett des Fahrpersonals stets in sauberem und reinlichem Zu- stände zu erhalten haben. Es wird jeden Tag hierüber Kontrolle ausgeübt werden. Nichtbefolgung dieser Bekanntmachung wird streng bestraft. Berlin, den IS. April 1910. Obk. Haas. Die obige Anordnung des Betriebsingenieurs wird allseitig Ver- wllndcrung erregen. Stuben, Treppen und Klosetts zu reinigen, ist gewiß eine Arbeit wie eine andere auch und will gemacht werden, entehrt auch niemanden. Mit dieser Arbeit sollten aber bestimmte Personen ausschließlich betraut werden und nicht den Schaffnern, deren Dienst ohnehin lang genug ist, so nebenher diese Verrichtungen noch aufgepackt werden. Vielleicht kümmert sich der Magistrat einmal um das Regiment des Herrn Betriebsingenieurs ettvas näher. Einen Selbstmordversuch wegen Arbeitslosigkeit hat gestern der 43jährige Arbeiter Paul Schneider verübt. Er stürzte sich gegen 9 Uhr abends vor den Augen zahlreicher Zuschauer an der Fischer- brücke in die Spree und ging sofort unter. Von einigen Schiffern wurden Rettungsversuche unternommen, die auch Erfolg halten. Einem von der Unfallstation am Spiltelmarkt herbeigerufenen Arzt gelang eS nach etwa l'/zstündigen Bemühnngen den Mann wieder ins Leben zurückzurufen. Der Lebensmüde, der nach einem bei ihm aufgefundenen Briefe den Selbstmordversuch wegen längerer AreitSlosigkeit unternommen hatte, wurde nach dem Kranken- Hause in Moabit übergeführt, wo er in bedenklichem Zustande da- niederliegt. „Drahtmarder" sind wieder einmal an der Arbeit gewesen. Auf der Verbindungsbahn nach Spandau schnitten sie gestern auf der Verbindungsstrecke Halensee— Neue Kantstraße zwischen den Stangen 6S und 67 108 Meter Fernsprechdraht ab und entkamen ungesehen mit der Beute. Der Tod auf der Straße. Auf dem Wege zur Arbeit vom Tode überrascht wurde gestern früh gegen 7 Uhr der 43 jährige Arbeiter Hermann Urban aus der Ouitzowstraße 136. Am Nettelbeckplatz sank er plötzlich besinnungslos zusammen. Arbeitskollegen brachten den Erkrankten nach der Unfallstation in der Lindower Straße, wo der Arzt jedoch nur noch den infolge von Herzlähmung eingetretenen Tod feststellen konnte.— Bei der Arbeit verstorben ist ebenfalls gestern morgen der 39 jährige Kutscher Max Rösicke aus der Luxemburger Straße 32/ Als er im Begriff war, auf dem Grundstück seines Arbeitgebers, eines Fuhrhalters in der Gerichtsstraße, ein Gespann anzuschirren, wurde er plötzlich von einem heftigen Blut- stürz befallen. R. wurde nach der Unfallstation in der Lindower Straße gebracht, Ivo er unter den Händen des Arztes verstarb. Die Leiche wurde nach dem Schauhause übergeführt. Besucher der Baumblüte zu Guben seien darauf aufmerksam gemacht, daß die Firma F. Poetko, Apfelwein- und Fruchtsastkelterei zu Guben, ihrem Böttcher vermittelst Eilbrief die Entlassung gab, weil er es gewagt hatte, einen Wochenlohn von 20 M. zu fordern. Da unsere Genossen eine derartige Lohndrückerei ent- schieden verurteilen, werden wir gebeten, darauf hinzuweisen, daß Freunde eines guten Gläschen Apfel, und Beerenweins dieses bei dem Parteigenossen Kumke im»Volksgarten" zu Guben bekommen können. Ein gewerbsmäßiger LogiSdicd wurde gestern in einem Gasthofe am Schlesischen Bahnhof abgefaßt. Seit ungefähr zwei Monaten klagten die Inhaber von kleinen Gasthöfen und Fremdenlogis über einen Dieb, der sie und andere Gäste bestahl. E« war immer der» selbe Mann. Er stellte sich jedesmal als Seemann bor. erzählte von seinen vielen und großen Fahnen und wußte sich sehr inter- essant zu machen. Während der Nacht stahl er aus den Kleidungsstücken der schlafenden Gäste oder aus den Behältnissen der Wirte Geld, Uhren und dergleichen zusammen, um morgens in aller Frühe mit der Beute zu verschwinden. Traf ihn ein An- gestellter, so sagte er. als Seemann sei er gewöhnt, früh aufzustehen und sich vor dem Kaffee schon etwas Bewegung zu machen. Nach einem Spaziergang werde er zurückkehren und dann erst frühstücken. So verschwand er dann und ließ sich nicht wieder sehen. Zu spät entdeckte man, daß man einen Dieb hatte entschlüpfen lassen. Gestern morgen hatte aber der Hausdiener gesehen, daß er sich an fremden Sachen zu schaffen gemacht hatte, er hielt ihn fest und übergab ihn der Polizei. Seit dem 6. April waren der Kriminal- Polizei 16 Diebstähle dieser Art gemeldet worden. Alle Bestohlenen erkannten gestern in dem Berhafteten den Dieb wieder. ES ist ein LS Jahre alter Seemann Peter Engels, der früher auf dem „Steipncr" gefahren ist. Seiner Behauptung nach ikam er Anfang März dieses Jahres nach Berlin, um Arbeit zu suchen. In Wirklich- keit lebte er von ansang an nur von Logisdiebstählen. Verschwundener Schutzmann. Seit mehreren Tagen wird der Schutzmann Albert Prellwitz. Samoastr. 2, vermißt. P.. der im 112. Polizeirevier Dienst tat. entfernte sich am vergangenen Donnerstag aus seiner Wohnung, um angeblich nach dem Revier zu gehen. Seitdem ist er spurlos verschwunden. Es wird befürchtet, daß sich der Vermißte ein Leid angetan hat. Straßenbahnunfälle. Am Leipziger Platz wurde gestern früh die ISjährige Erna Gleibler aus der Rügener Str. 14, als sie vor einem Straßenbahnwagen dev Linie 74 über das Gleis gehen wollte, von dem Motorwaggon umgestoßen und geriet mit dem r-ckten Arm unter den Schntzrahmen. Die G. erlitt einen kompli- zierten Bruch des rechten Oberarmes.— Beim Verlassen eines fahrenden Straßenbahnwagens verunglückte der in der Lehrter Straße 40 wohnhafte Arbeiter Hermann Hennig, Er verließ vor dem Hause Gartenstr. 74a den Anhängewagen eines in der Anfahrt zur Haltestelle befindlichen Straßenbahnzuges der Ringlinie 3, kam zu Fall und zog sich eine erhebliche Verletzung am Hinterkopfe zu. � Vor dem Hause Frankfurter Allee 49 wurde der Kaufmann Friedrich Äruhn aus der Schreinerstr. 64 von einem Straßenbahn- wagen der Linie 70 umgestoßen. Er erlitt Verletzungen an der linken Hüfte und am linken Arm. Für Kraftwagenführer ist folgende Bekanntmachung des Polizei- Präsidiums von Wichtigkeit:„Feststellungen, die in den letzten Tagen vorgenommen worden sind, haben ergeben, daß Kraftsahrzeuge in den Straßen Berlins mit Geschwindigkeiten bis zu 40 Kilometer in der Stunde fahren. Die in der Bekanntmachung vom 31. März rieS Jahres festgesetzte Geschwindigkeilsgrenze von 26 Kilometer der Stunde, die den Bedürfnissen is� Automobilverkehrs in ausreichendem Maße Rechnung trägt, wird sonach erheblich überschritten. Um derartigen Ausschreitungen in Zukunft entgegen zu treten, wird eine Kontrolle durch Beamte ausgeübt werden, die mit Stopp- uhre�n ausgerüstet und mit der Vornahme von Geschwindig- leitsmeffungen besonders vertraut find." Einen erheblichen Verlust hat am Sonntagabend eine Frau er- litten, die auf dem Wege von der Winsstraße bis zur Stcphanstr. 7 eine goldene Damenuhr mit Schleife verlor. Der eventuelle Finder wird um Abgabe an Jahnke, Stephanstr. 7(Moabit), gebeten. Am Sonntag, den 24. April, nachmittag? IV« Uhr, ist in der Warschauer Str. 2 ein schwarzes Damenportemonnaie mit Inhalt gefunden worden. daS anscheinend einer armen Frau gehört. Der Finder möchte es gern wieder abgeben und soll die Verliererin sich melden bei R. Loppaschewski, Bromberger Str. 6, abends von 7—9. Vorort- JVachrichtem Friedenau. „Die Uneigennützigen". Alles— außer den Veranstaltern der Komödie— lachte, als in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung der Vorsitzende des Hans- und GrundbesitzervereiiiS, Herr Gemeinde- Vertreter Lehnert, einen Antrag seines Vereins auf sofortige Ein führung einer Wertzuwachssteuer begründete. Nachdem die Haber land und Konsorten ihre Riesenprosite eingeheimst haben und Friedenau vollständig ausgebaut ist, entdecken diese Herrschasten mit einem Male, daß die Besteuerung des unverdienten Wertzuwachses ein Akt der Gerechtigkeit ist. Stände die Einführung der Reichswertzuwachssteuer nicht sicher bevor, hätte keiner der Herren vom HauL- und Grundbesttzerverein diese Steuer jemals als gerecht anerkannt. Unser Redner, Genosse Richter, bedauerte lebhaft, daß der Antrag nicht schon vor Jahren angenommen worden ist. Bei der Abstimmung wurde der Antrag mit).0 gegen 9 Stimmen angenommen. Sodann wurde eine Kommission zur Ausarbeitung einer Steuerordnung gewählt; derselben gehört auch Genosse Richter an. Herr Schöffe Wossidlo. dessen Wahlzeit abgelaufen ist, wurde einstimmig auf sechs Jahre wiedergewählt. Auf Antrag des Direktors der höheren Mädchenschule wurde beschloffen, für dieselbe eine zweite Turnhalle einzurichten. Zu diesem Zwecke bewilligte die Ver- sammlung 10 000 M. Außerdem wurden 10 000 M. für Anschaffung von Zählern für das Elektrizitätswerk bewilligt. Grünau. Wie Bandalen haben in der Nacht vom Sonnabend zum Sonn- tag mehrere anscheinend betrunkene Personen am hiesigen Orte ge- haust. Die Buben rissen Stäbe aus den eisernen Gartenzäunen, zertrümmerten Laternen, entfernten Wegeschilder und vernichteten zum Teil junge Bäume. Sogar die Bude eines Ansichtskarten- Händlers wurde erheblich demoliert. Bon den Tätern fehlt bisher noch jede Spur. Köpenick. Holder Friede ist zwischen den beiden bürgerlichen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung eingekehrt. Die feindlichen Brüder haben herausgefunden, daß Gegensätze zwischen der Liberalen Fraktion und der Freien Vereinigung bürgerlicher Stadtverordneter überhaupt nicht mehr vorhanden find. Die ehrlich denkenden Ver- treter des Liberalismus haben die Konsequenzen gezogen und ihre Mandate niedergelegt. Herrn Cunitz ist jetzt auch Stadtv. Plessow gefolgt und aus der Versammlung ausgeschieden. Aller- dings soll der Gesundheitszustand des Herrn Plessow schuld an der Amtsmüdigkeit sein, doch pfeifen eS die Spatzen von den Dächern, daß fich Herr P. mit der Fusion der beiden Fraktionen nicht ab- finden konnte. In der Versammlung des BezirlsvereinS der Damm- Vorstadt hat der Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung Lucht, dessen Ausführungen als Mitglied der Demokratischen Vereinigung besonders zu beachten find, sich ebenfalls zur Sache geäußert. Die Frage der Vereinigung, die vor längerer Zeit aufgetaucht, sei jetzt wieder in den Vordergrund getreten unter dem Gesichtspunkt, ob es nötig sei, bei den Gegensätzen, wenn solche überhaupt vorhanden, die schweren Kämpfe bei den Stadtverordneten- wählen heraufzubeschwören. Er wolle besonders betonen, daß keine Auflösung der„Liberalen Fraktion', sondern nur eine ge« meinsame Vorbespieckiung beschlossen sei. Soweit Herr Lucht. Daß keme prinzipiellen Gegensätze namentlich in der Behandlung von Arbeiter- fragen vorhanden sind, glauben wir Herrn L. aufs Wort. Interessant ist der Ausspruch„die schweren Kämpfe bei den Stadtverordneten- wählen'. Richtig muß eS heißen, die Angst vor dem Eindringen der Sozialdemokratie in die zweite Abteilung. Die Herren Cunitz und Hentschel wandten sich in der erwähnten Versammlung besonders gegen die Fusion. Letzterer wies auf die Errungenschaften hin. die die Liberalen mit Hilfe der Sozialdemokraten zu verzeichnen hätten. Für die sozialdemokratische Fraktwn der Stadtverordnetenversammlung kann die Vereinigung der beiden Parteien nur von Vorteil sein, denn das Kampsfcld ist nun klar. Inzwischen ist Köpenick großes Heil widerfahren. Die beiden Fraktionen haben zur Vor- esprechung der Tagesordnung der letzten Sitzung der Stadlverordneten« Versammlung bereits gemeinschaftltch getagt. Die Aussprache soll eine außerordentlich anregende gewesen sein und man schätzt sich glücklich, weiter zusammenkommen zu können. Da man nun auch einen Vorsitzenden haben muß, ist Herrn Rohrbeck dieses schwierige Amt übertragen worden.— Ein etwas mehr häuslicher Streit ist nun mittlerweile zwischen Herrn Hentschel und seinen Freunden aus« gebrochen. In der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung bezeichnete man Herrn H. als Hetzer niedrigster Art, der aus dem Magistrat wegen unsauberer Sachen ziehen mußte und jetzt von Verein zu Verein zieht, um sich als„König von Köpenick' auf« zuspielen. Allerdings sind diese Ausführungen von einem Bundes- bruder der„Freien Bereinigung' gemacht worden, und um das Bündnis nicht gleich in die Brüche gehen zu lassen, mußte der neue Zusammenkunftsvorsitzende beschwichtigend ein- greifen. Seit H. auS dem Amte ist, habe er eS auf den Magistrat abgesehen. Von, Magistrat sind zum 10. Mai die Ersatzwahlen für vier ausgeschiedene Stadtväter anberaumt worden. Zwei entfallen auf die erste Abteilung, zwei auf die zweite Wählerllasse. Von der ersten Abteilung sind die Herren Mattes und Streichan, von der zweiten Abteilung die Herren Cunitz nnd Plessow ausgeschieden. Aus der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ist noch zu erwähnen, daß die Verpachtung der städtischen Wiesen gemäß einer Magistratsvorlage beschlossen wurde. Das Meistgebot beträgt insgesamt 880 M. pro Jahr; bisher brachte die Pacht 1032 M. Eine weitere Vorlage des Magistrats verlangt 7000 M. zur An- legung einer Kühlvorrichtung auf dem Elektrizitätswerk. Die AuS- gaben sollen auf 6 Jahre verteilt werden. Bei diesem Punkt kam es wegen eines.Eingesandt' im„Tageblatt' deS ehemaligen De- zernenten des Werkes, Herrn Hentschel, zu lebhaften Auseinander- setzungen unter den bürgerlichen Vertretern. Die Vorlage wurde schließlich angenommen. Rummelsbarg. Die für heute, nachmittag» 6 Uhr. im Rathause, Türrschmidt- straße 26, angesetzte Gemeindevertretersitzuug findet, wie neuerdings bekannt gegeben wird, erst am Freitag, den 29. April statt. Zu unserem Artikel in der Sonnabendnummer über die Ergeb- niffe der diesjährigen Gemeindewahlen wird uns von der Organi- sationsleiwng Niederbarnims noch nachfolgende Vervollständigung übermittelt: In B i r k e n w e r d e r fitzt ein sozialdemokratischer Lertteter im Gemeindeparlament. In Französisch-Buchholz haben wir 2 Vertreter, in Hohen- Schönhausen 3. JnLichtenow beteiligten fich unsere Genossen zum erstenmal an der Wahl und siegten mit 27 gegen 3 bürgerliche Stimmen. I» Ober» Schöneweide beträgt die Zahl der sozialdemokratischen Ver- treter S. In Pankow gehören nicht 7, sondern S sozialdemokratische Vertreter dem Gemeindeparlament an. In Peter»« Hägen beteiligten sich unsere Genossen auch in der IL Abteilung und siegten in der Stichwahl mit 26 gegen 15 bürgerliche Stimmen; sie eroberten damit 1 Mandat in der II. Abteilung. In WaidmannSlust besitzt die Partei nicht 3, sondern nur 2 Mandate. ES fehlen in der Tabelle und find noch nachzutragen: Zahl der Sozial- Sttmmen Gemeinde Abt. sozialdem. demokr. der Vertreter Stimmen Gegner 00 03 1910 00 03 1910 HeinerSdorf III————— 20 77 Rahnsdorf HI————— 25 127(darunter 106 ?-orensen) darunter 89 Forensen) Stralau Hl 1 1 1?? 226—(Nichtangeseffener Ergänzungswahl) Stralau HI—————— 13(Ersatzwahl für 1 Angesessenen) Jngendveranstaltungen. Freie Jugendorganisation der östlichen Vororte. Heute, am 27. April, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung sür die lchiüentlasjeue Jugend. Vortrag de» Herrn Emil Unger. Vermischtes. Die Zerltorung des Z. II. Das Militär-Luftschiff Z. H muß als endgültig verloren betrachtet werden; den Schaden von etwa 600000 M. tragen die Steuerzahler. Der Generalinspektor der Verkehrstruppen. General v. Lyncker, hat dem Kaiser sofort berichtet, daß niemand eine Schuld an dem Unfall beigemessen werden könne. Diese Behauptung ist mindestens starl verfrüht, denn es bleibt zu untersuchen, ob die Fahrt der militärischen Luftschiffe nach Homburg eine Not« wendigleit war oder ob eS sich dabei wieder einmal um eine der bekannten militärischen Kraftleistungen handelte. Hohes Interesse bietet nach dieser Richtung bin ein Artikel eineS Sachverständigen, den die„Franks. Ztg.' veröffentlicht. Der Artikel besagt: „Am Tage der Abfahrt war dem Kommandeur der Verkehrs- truppen v. Lyncker gesagt worden, daß die Luftschiffe Wohl nach Homburg gelangen würden, doch voraussichtlich in ab- sehbarer Zeit nicht wieder zurückfahren könnten, weil andauernde westliche Winde in Aussicht stünden. Die Fahrt wurde trotzdem angetreten und, wie bekannt, mit gutem Erfolge. Aber die Rückfahrt machte, wie vorauszusehen war. Schwierigkeiten. Als nun in der Nacht vom Sonn- abend zum Sonntag zwischen zwei Tiefdruckgebieten vorüber- gebend ruhige» Wetter auftrat, hat der Parsevalballon die günstige Simation mit schnellem Entschlüsse benutzt. Wäre Z. H ebenfall» mitgefahren, so würde auch er voraussichtlich glücklich nr Köln angekommen sein. Statt dessen hat man darauf bestanden. bis zum Sonntag zu warten, und ist dann trotz ungünstiger Wetteraussichten losgefahren, ohne die Wetter- telegramme abzuwarten. Das hat fich bitter gerächt. Man ist noch nicht so weit, daß die Luftschiffe dem Wetter zum Trotz auf Befehl eine» Vorgesetzten fahren können. Nur durch möglichste Ausnutzung aller Vorieile, die die Wetterkunde bietet, kann man mit den bisherigen Motorlustschiffen Erfolge erzielen.... Die Luftschiffkatastrophen vom April 1910 werden zur Folge haben, daß man die Meteorologie bei der Ausbildung der Ballonführer mehr in den Bordergrund stellt.' Wenn daS, was hier von sachverständiger Seite ausgeführt wird, richttg ist, dann dürste der Kriegsminister gut tun, eine eingehende Untersuchung einzuleiten, namentlich auch fest« zustellen, welcher Anlaß dazu bestand, ausgerechnet an jenen stürmischen Tagen gerade nach Homburg zu fahren. Dort befand sich bekanntlich der Kaiser, und eS hat den Anschein, daß dieser Umstand zu der Fahrt beigettagen hat. Ob General v. Lyncker Befehl auf eigene Faust gegeben hat, oder ob er dazu von einer anderen Stelle veranlaßt wurde, bedarf ebenfalls der AufNärung. Man entsinne fich dabei der bekannten Fahrt des Zeppelin-LustscbiffeS von Friedrichshafen nach Berlin, die derart überstürzt unternommen wurde, daß man da» Lustschtff vorher nicht einmal eingehend geprüft hatte. War eS schon nicht zu verstehen, daß man eine ganze Lustflotte anschaffte, noch ehe in der Frage deS Systems ein abschließendes Urteil vorlag, so ist e« doppelt bedenklich, in so stürmischen Tagen Fahrten zu unternehmen, für deren dienstliche Notwendigkeit auch nicht der leise st«Anhaltspunkt vorliegt. Die Luftschiffe, die den Steuerzahlern schwere» Geld losten, sind nicht dazu da, um ohne zwingenden Grund aufs Spiel gesetzt zu werden. '.» Die Bergungsarbeiten. Die Strandungsstelle des Z. 2 bietet das gleiche Bild wie am Montag. Nur hat der ziemlich starke Wind, der die ganze Siacht hindurch wehte, das Hinterteil deS Luftschiffes, daS auf dem Gipfel des WeberbergeS, auf dem Dach deS dortigen Pavillon« und in den Bäumen des Abhanges fest saß, etwa« herabgedrückt. Während der Nacht haben Mannschaften de» 100. Infanterieregiment» au» Diez und die Gendarmerie Wache gehalten. Heute wird die Abrüstung de» Schiffe» fortgesetzt. Major Neumann weilt bereits seit dem stühen Morgen an der SttandungSstelle. um die DemontierungSarbeiten zu leiten. AuS allen Richtungen, zu Fuß, zu Wagen und mit der Bahn strömen Tausende zur Unfallstelle. Die Hülle de» verunglückten Z. II wurde am Dienstagmorgen in ihrem mittleren Teile von den Mannschaften des Lustschiffer« bataillonS zum Teil eingerissen, um die Abmontage zu erleichtern. Gegen 11 Uhr war daS Mittelschiff fast vollständig auf den Erdboden gezogen; es wurde dann auseinandergenommen. Die Spitze des Luftschiffe» ist in ihrem Aluminiumgerüst wenig beschädigt. Der Grund liegt darin, daß daS Mittelschiff, daS auf den Felsen stieß, den Hauptanprall aushalten mußte und das unversehrt gebliebene GaSballonet in der Spitze dieser noch einen kleinen Auftrieb gab, so daß sie fich ziemlich sanft zur Erde senkte. Die Hülle wird zum Flicken und zu Berpackungszwecken verwandt, während das Aluminium eingeschmolzen weroen soll. Im Laufe des Tages trafen weiter« Truppen» abteilungen ein, um fich an den AustäumungS- und Bergung?» arbeiten zu beteiligen. Man rechnet damit, daß die BergungS» arbeiten sechs bis acht Tage dauern werden. TodeSsturz aus dem Eisenbahnzuge. Ein bedauerlicher Unglücksfall hat sich am Montag in der Nähe der Station Rathenow ereignet. In dem Personenzuge 224. der auf dem erwähnten Bahnhof kurz vor 4 Uhr nachmittag» einttaf, befand sich ein russischer Kaufmann mit drei Mädchen im Alter von 4 bis 9 Jahren, die er zu ihren in Chicago wohnenden Eltern bringen wollte. Die vier Personen hatten allein in einem Coupö Platz genommen. In einem unbewachten Augenblick öffnete das achtjährige Mädchen Stefanie Majewsla die Coupötür und stürzt« ans den Bahnkörper. Der Reisebegleiter, ein Onkel deS bemnglückten Kindes war leider mit den Einrichtungen der deutschen Bahnen so wenig vertraut, dah er nicht wußte, daß er die Notbremse ziehen mußte, um den Zug zum Halten zu bringen. Erst in Ralhenow konnte der Kaufmann mit Mühe die Beamten von dem Unglücksfall verständigen. Es wurde sofort eine Rangiermaschine mit dem Bahn- arzt nach der Unfallstelle abgesandt und in der Nähe der Ortschaft B a m m e wurde das Mädchen blutüberströmt und b esinnungs- l o S auf dem Bahndamm aufgefunden. Die Kleine, die einen schweren Schädelbruch und innere Verletzungen er- litten hatte, wurde nach dem Rathenower Krankenhause übergeführt, wo sie in der Nacht v e r st a r b. Gekontertes Segelboot. Infolge deS herrschenden starken Sturmes kenterte am Mon- tag auf der Großen Weser bei Bremen ein mit drei In- fassen besetztes Segelboot. Trotzdem sich hinzukommende Arbeiter eifrig um die Rettung bemühten, ertranken zwei der In- fassen._ Eine Tat der Verzweiflung. Ein ergreifendes Bild menschlichen Elends entrollte die Ver- Handlung, die am 22. d. M. vor dem römischen Ge- schworenengericht gegen eine kleine, ausgemergelte Frau. Augusta Piva, stattfand. Die Unglückliche hatte nach 20jähriger. fürchterlicher Ehe in einem Anfall von Verzweiflung ihren Mann, der sich wie so oft mit den rohestcn Mißhandlungen an ihr vergriff, mit einem Messer niedergestochen. Die Anklage lautete auf Körperverletzung mit nachfolgendem Tode. Die Beweisaufnahme zeigte, daß die erst g7jährige Frau seit 20 Jahren geradezu Höllenqualen erduldete. Von neun Kindern hatte fie nur vier austragen können; bei den übrigen hatten die Fußtritte und Faustschläge des Gatten Fehlgeburten herbei- geführt. Jede Art von seelischer Erniedrigung und körperlicher Not hat die Frau erdulden müssen, bis das schüchterne und sanfte Geschöpf sich mit dem Messer zur Wehr setzte I Der Mann ging so weit, ihr die Kleider wegzunehmen, sodaß fie tagelang nackt herumlaufen und ihre Arbeit verrichten mußte. Nach der Beweisaufnahme plädierte der Staatsanwalt selbst für Freisprechung, und die Geschworenen brauchten weniger als 5 Minuten zu ihrer Beratung, die damit endete, daß die Angeklagte, weil im Zu st and der Notwehr be- findlich, freigesprochen wurde. Ihr Verteidiger führte die Unglückliche zum Staatsanwalt, damit sie diesem danke, und der Vertreter der Anklage beugte sich über die Freigesprochene und küßte fie auf die Stirn. Wohl selten dürfte ein Prozeß bor den Assisen einen solchen Abschluß gefunden haben, aber selten wird auch ein solcher Abgrund menschlichen Jammers enthüllt, wie in diesem Prozeß._ Kleine Notizen. Mit dem Revolver verteidigte sich in KönigShütte ein Einbrecher, der auf frischer Tat ertappt wurde. Der Magistrats- assistcnt B i n n i a t, der den Spitzbuben gestellt hatte, wurde durch einen Schuß verletzt. Dem Einbrecher gelang es. zu entfliehen. Ermordet aufgefunden wurde in ihrer Wohnung in der Rue de Romainville in Les Litas sFraukreich) eine 84 Jahre alte Rentiere. Für das Motiv zu der unseligen Tat fehlt bisher jeder Anhaltspunkt; eine Beraubung der Wohnung hat nicht statt- gefunden. Das Militärgericht in Alexandropol verurteilte im Prozeß wegen der Beraubung der Gesellschait für gegenseitigen Kredit um SS 000 Rubel im Jahre 1909 sechs der Angeklagten zum Tode durch den Strang und drei zu 15 jähriger Zwangs- arbeit. Die übrigen wurden freigesprochen. Selbstmord verübt hat in einem Moskauer Hotel der Bruder des früheren Dumapräsidenten G o l o w i n. Ein Attcutat auf einen Schnellzug verübten eine Anzahl Bauern aus der ungarischen Ortschaft R i ch n o. Sie bombardierten den vorn herfahrenden Zug mit Steinen, wodurch mehrere Personen Verletzungen erlitten. Nächst der Station Janosy waren Felsblöcke auf die Schienen gewälzt, doch gelang es dem Lokomotivführer noch rechtzeitig, den Zug zum Stehen zu bringen._ Lese- und TiskutierNub„Tüd-Ost". Heute Mittwoch, abends 8»/, Uhr, bei Neidhardt, Görlitzer straße S8: Mitgliederversammlung. Vortrag. Diskussion. Gäste willkommen. Lese- und Diskutierklub Vaumschulenweg. Die Sitzung fällt heute Mittwoch aus. Eingegangene Druchrcbnften. »In Freie» Stunden«. Eine Wochenschrift, Romane und Erzählungen ssir das arbeitende Volk. Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin BW. 68. Hefte 13 und 14 sind erschienen. Der Inhalt ist solgender:.Die Abendburg« von Bruno Wille (Fortsetzung).— R o m a n a, Erzählung von Theodor Mügge(Fortsetzung.) — Der Vagabund, Skizze von Octave Mirbeau.— Tanzende Bogel, von M. Garling-Berlin.— Dies undJenes.— Was in den Wolken steckt.— Indische Witwenverbrennung.— Die Nahrung der Lunge.— Der Deutsche im Ausland.— Ein rumänischer Zigeuner.— JedeS Heft kostet>0 Pf. und ist durch alle Buchhandlungen, Kolporteure und ZeitungSspediteure zu beziehen. „Kommunale Praxis«. Wochenschrift für Ksmttiiinakpolltik und Gemeindesozialismus. Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin BW. 63. Hejt 15 und 16 sind erschienen. Preis pro Quartal 3 M. Briefkarten der Redaktion. Die snriftUche Evrcchftimde sllldet Linde» st raste Str.«S, bor» vier Trebbe»— se a Ii r st u h l—, woibentägliib vou 4'/, bis Ilbr abends ftalt. Zeder Slnkraa- ist ein Buchstabe«nd«l»c Zaiil als Sticrezeichen bci�usiigeu. Bricsliche Antwort wird Utcht erteilt. Eilige Frage» trage »la» iu der Evrrchstuudc vor. F. V. 1. Nein. 2. Die Gesellschaft kann, falls außer der mitgetellten Bestimmung in den Versicherungsbcdingungen nichts weiter enthalten ist, Zahlung der Prämie verlangen. Teile» Sie der Gesellschaft den Eigenlums« Übergang mit, vielleicht erreichen Sie Entbindung.— Eva. 1. An daS Amtsgericht Berlin» Mitte. 2. Nein. Rechtlich können nachteilige Folgen nicht eintreten.— Nr. 38 Sch. Wenden Sie sich an die Zentral- tommission der Kranlentassen, Engeluser IS.— M. G. 99. 1. Ja. 2. Ei» Titel im Range eines» Generalseidmarschalls. Der Titel wurde in der Regel Prinzen verlieben, die in der Artillerie dienten bezw. gedient hatten. 3. Zurzeit niemand.— F. G. 18. Der Fabrikbesitzer ist zu dein Abzug nicht berechtigt.— Nr. 53 Meier. 1. Wir hatten Sie dazu nicht für be« richtigt; es würden die Bestimmungen des Gesetzes zur Bekämpfung deS unlauteren Wettbewerbes gegen Sie Anwendung finden können. 2. Ja, durch Anzeige. 3. und 4. Nein.— St. 13. Sie find nicht verpflichtet, Ihr Vermögen dem Manne zu übereignen.— K. K. Nein. — R. D. Es ist die im Vertrage vereinbarte Kündigungssrist maßgebend. Ist eine solche nicht vereinbart, so endigt das M!ctsoerhält,iis mit den. Ab- laus der Zeit, sm die es eingegangen ist. Ist die Mietsdaucr nicht be- stimmt, so können Sie zum Schluß eines Kaiendervierteljahres, und zwar bis spätestens am dritten Werktage desselben, kündigen. Der Wirt hat bis zum Abiaus der Mietszeit Anspruch aus Miete und, falls diese nicht vor dem Auszuge gezahlt oder bei der amtlichen Hinterlegungsstelle(kal. Ministerial- Militär- und Baukoinmission, Jnvalidcnstr. S2) hinterlegt wird, ein Zurück» bchaltungsrecht an den in den Mietstänmen befindlichen, im Sinne de? Gesetzes entbehrlichen Sachen. Er muß sich aber aus seinen Mietsanspruch dasjenige anrechnen lassen, waS er durch eine etwaige Weitervermietung der Räume innerhalb der Mictsdauer, während welcher sie hasten, erlangt. «SitternugSuberii-bt vom 3S. April 191». morgens 8 Ukir. G tattonen LZ Lwmenide Hamburg «erst» Frants.a M München Wien £ B •- c ig 753$3© 752 SSW 755 SW 755 SW 753 SSW 763 Still Vetter 4 wolkig 4 bedeckt 3 halb bd. 6 wolkig 2bedeckt bedeckt wi «tationen II Bf Saoaranda 748 O Petersburg 756 SSO Sctllh Aberdeen Part» 756 NW 746 W 756 SW Vetter 2 Nebel 4 wölke»! 6 halb bd. 4 bedeckt 4 wolle»! afä c-» tü «2, Wetterprognose kür Mittwoch, den 37. April 1919. Vorwiegend wolkig und noch einzestie leichte Regenschauer, ziemlich kühl, am Tage mild bei mäßigen südwestlichen Winde». nachis Theater und Vergnügungen nun GÖD □□□ Mittwoch, den 27. April. Ansang 71/, Uhr. Köntgl. Opernhaus. Posa. Die Pupvensee. Köntgl. Schauspielhaus. Bürger- lich und romantisch. Deutsches. Sumurün. Kammerspiele. Gawün.(An- sang 8 Uhr.1 Neues königl. OPcrn-Theater. Geschlossen. Ansang 8 Übt. Neues Sckianspielhaus. Der Herr Verteidiger. Komiiche Oper. Zigennerliebe. Lessiug. DaS Konzert. Kleines. Luxuszug. Berliner. Taisun. Neues. Die goldene Ritterzelt. Westen. Die geschiedene Frau. Neues Operetten. Der Gras von Luxemburg. Trianon. Thsodore u. Tie. Residenz. DaS Nachtlicht. Der selige Octave. Thalia. Die Dollarprinzesstn. Hebbel. Der Frosch. Das Nest- Häkchen.(Ansang 8'/« Uhr.) Schiller«»> Wallner. Tdealer.) HaiiS Lange. Sch»er Ebarlottenburg. Die Katakomben. Friedrich- WilhelmstödtischeS. All-Hetdelberg. Volksoper. Der Troudadour. Ans. Sst. Uhr. Luisen. Geschloffen. Roie. Die Schule de? LebenZ. Luftspielhaus. Das Leutnants- mündel. Metrovot. Halloh!I— Die große Revue. FolieS Caprice. Ein verschwiegenes Atelier. Eine gründliche Kur. (Ans. S-,. Uhr.) Easino. Berlin bei Nacht. Gebr. Herrufeld. Wenn zwei das- selbe tun. Das starke Stück. SlPuiia. In den Lasterhöhlen von San Francisco. Spezialitäten. Voigt. Geschloffen. Noact. AltLeidelbcrg, du seine. Vaiiagr.«veztalitäten Wintergarten. Spezialitäten. Rrichöd allen. Stettiner Sänger. Palast. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Walballa. Sveziatilälen. Buggenhagen. Spezialitäten.(An- 7% Uhr). Urania. Tanbenstrast, 48»4». Abends 8 Uhr: Ueber Kometen und Meteore. Sterun-arre. Jnvalidenstr. 57—62. l.os»inp--TIie»tvi>. Mittwoch, 8 Uhr: Das Konzert. Donnerstag, 8 Uhr Jbsenzyklus, & Vorstellung: Gespenster. Freitag, 8 Uhr: Das Konzert. Heute und solgende Tage 8 Uhr: Der Graf von Luxembury. Sonntag nachm. 3 Uhr zu ermäßigten Preisen: 0er �igounoeboi'oa. l.USisplvlllSTIS. Abends 8 Uhr: Das Leutnantsmündel frlöM-WItuMMeligz Schauspielhaus. Mittwoch, 27. April, abends 8 Uhr: Ens.-Gastsp. d. Neuen Schauspielhauses M-Heideldenj. Morgen und folgende Tage: Ml- Heidelberg._ Residenz-Theater Direktion: Richard Alexander. AbendS 8 Uhr: Das Nachtlicht. (Le Gigolo.) Schwank in 3 Alien v M. gamacol». voi? aelige Oktave. Groteske in 1 An von Aves Mtraude und Henry Goroule. Morgen und solgende Tage: Dieselbe Vorstellung�_ Volksoper. SW., Belle-Alliance-Straße Nr. 7/8. AbendS'1,9 Uhr: Der Troubadour. _(Gastspiel)_ Luisen-Theater. Heute: Geachloasen. Donnerstag Premlere: Die Welt ohne Männer. Volksstück in 3 Alten von Alex. Engel und Julius Horst. Freitag. Sonnabend, Sonntag, Montag: Die Welt ohne Männer. Sonntag nachm. 3 Uhr: WaS Gott zusammensügt.__ Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Taifllll* Morgen: Taifun. Heues Idester. Mittwoch, Donnerstag: llie gcliiGne Ritlerzeit. Anfang 8 Uhr. Freitag: Oer Phllosopli von Sanssouci. Theater des Westens. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Die geschiedene Frau. c Sonnt. 3'/. Uhr: EinWalzertranm. OSI=THEATE Große Franksurtcr Str. 132. Bei ausgchobencm Abonnem. Benefiz für Frieda Ward: Die schule des Lebend, LH Schauspiel in 5 Akten von Raupach. Ans. 8 Uhr. Ende 1 1 Uhr. Donnerstag WohltätigkeitSoorst.: Gastspiel Rosa Lid und Dir. Karl Weiß: Adelaide. Die Dieust. boten. Elzcvir. StahUlcr Schiller-Theater 0.(Wallner-Theat.) Mittwoch, abends 8 Uhr: IIwnG Lange. Schauspiel in 4 Akten v. Paul Hehse. Ende lv',. Uhr. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Katakomben. Freitag, abends 8 Uhr: Ole Katakomben. Urania. Wissenschaftlichee Theater Abends 8 Uhr: Geh. Kegiernngsrat Profeseor Dr. W. Poerster: Ueber Kometen und Meteore. Metropol-Theater Haiio::: Die große Revue! In 8 Düdern von Jul Freund. Musih v. Paul Lincke. In Szene gesetzt vom Dir. Rieh. Schult®. Aiitang 8 Uhr. Rauchen gestaltet Theater. Schiller-Theater(Charlettenburg). Mittwoch, abend» 8 Uhr: VI« Katakomben. Lustspiel in 4 Allen v. Gustav DaviS. Ende 10'/, Uhr. Donnerstag, abends 8 Uhr: Goldene Hersen. Freitag, abend» 8 Uhr: Goldene Heiden. Anfang 8 Uhr. Letzte Woche der großen April- Spezialitüten mit Idoran u. Wlser Sensatlonelle Hut-Jongleure. 10 Uhr: HalehS Iuvenile», 20 englische Kackjische 2i) Einzig existier. Ensemble dieser Art. T rianon-Theater. AbendS 8 Uhr: Theodore& Cie. I KKnigatadt-Kasino. Holzmarttstraße 72. Täglich: Konzert, Theater and SpezialstStenvarst. Um 9 Uhr: Der Segen tauit von obeD. Lau dl. Singspiel v. M. Hohenfels. Neu I The 3 Aibeiiee, Phänomen. Krastatrobatcn X Mstr. Ottokar, Trapez voulans X Erich Castelli. n Frana Sobangki usw. Letzte Woche! Cleo de Merode. ötcgwart Gentes in seinem Sketch: „Eine Opernppobe". Rosina CasselU mit ihrem Miniatur-Wunder* hündohen. paul Conchas der Armee-Herkules in seiner Szene: ,1m Feldlager« und das buntwechselnde Ipril-Prograinm! Burgtheater- Kinematograph vorm. Groterjan. Jnhab.: Rud. Merz, Schönhauser Allee 139. Tel. 3. 9353. Lebende Photographien. Wochent. SO u. 40 Ps. Ansang 7 Uhr. Sonnt. SO, 40 u. 60 Ps. Ani. 4 Uhr. Vorzugskarten nur Wochentags gültig. 35 Ps. aus allen Plätzen. Stets wechselndes Programm. Jeden Sonntag im Obersaal: MM' Künstler-Konzert."WfB Entree 15 Ps. Garderobe 10 Pf. N. d. Konzert: Fsmllliui-Kranzelieo. Passage-Theater. Abends 8 Uhr: |# Gussy Holl| die reizende Parodistin t Ayoe#l die dänische Vortragsdisa> Qeorg Kalserj und U erstklassige Varlctd-Attraktionen. Passage- Panoptikum. 1 1! Lebend! 1 1 Prinz Atom der kleinste Mensch der Welt 8uddhas Wundertafel. Alles! 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(Theaterkasse.) Alt lloablt 47/48. Donnerstag, den 88. April t Ehrenabend für den arttst. Leiter Han« Itcita: Nur einmalige Aufführung: Mein Leopold. VoWstück mit Gesang in 3 Alle» von A. L'Arronge. Karl Haverland Ansang Theater, präz. 8 U. 77/79 Kommandantenstraße 77/79. jptn.pjt, Liliputaner-Truppe _ prolongiert._ Polles Caprice Eine gründliche Kur. Neuer bunter Teil. i\n verschwiegenes Atelier. Ansang 8'/, Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. W.TToaeks Theater vriumenttr. 16, am Rosenthaler Tor. Alt-Heidelberg du feine. Singspiel w 3 Akten. Donnerstag: Die Klinde m Paris. Vorletzte Voratellnng! Zirkus Busch. Heute, Mittwoch, den 27. April, abends 71/, Uhr präz.: Großer Gala-Abend. Dompteur Hcnrlchoon m. s. 10 wilden Tigern. (völlig unerreichte konkurrenzlose Dressur.) Geschw. FHUh in ihren Produktionen d. hohen Schule. Die her. Max Grix-Grigory-Truppe. Hr.B. Schumann, Meisterdress. Reiteriamilie Prose Zweigolown Franoois, 9'/. Unr cn. Ende iO,/4ühr: )rpi. 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