Wr. 107. flboniKmtntS'Bedinsungen: WonncmenlS. Preis pränumerando i Bierteljährl. SM Mk, monall. 1,10 Ml, »vdchentlich 28 Pfg, frei ins Haus. Sinzeine Nummer K Pfg. Sonntags- nunimer mit illusiricrier Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Abonnement: 1.10 Mar! pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- PretSIifte. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. PostabonnementS nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, ~ nünien, Schweden und die Schweiz, Ä7. Jahr«. vichtliit iSzli» außer montags. Berliner Volksblnkl. Die InlertlonS'Gebüfjr Beträgt für die scchsgespallene Kolonel» geile oder deren Raum EO Pfg., für politisch- und gewerlschastliche Bcrcins- und Bcrsammlungs-Anzeigen 80 Pfg. „Aleine An-«lg-n". das erste Nett- gedruckte)»ort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Slellengesuchc und Schlaf- stellen-Anzeigcn das erste Wort lv Pfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Wort- über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm> Adresse: „Sczialttmolirat Nerli»". Zentralorgan der fozialdeniokrati Sehen Partei Deutfcblands. Rcdahtton: 6 Cd. 68, Lindcnstrasac 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1383. Dienstag, den 10. Mai 1010. CxpedMsn: SM. 68, I�indensrrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. ll'Iumpe Mchung! 1: Die„Kreuz-Ztg." bemüht sich durch eine Serie von Artikeln den Nachweis zu führen, daß die Beschlüsse des Herrenhauses keineswegs derartige seien, daß sie für den Wahlrechtsblock des Abgeordnetenhauses unannehmbar wären. Das ist wenigstens der Sinn des ganzen Geredes. Daß die Herrenhausbeschlüsse keineswegs eine Verschlechterung der Beschlüsse des Abgeordnetenhauses darstellten, glaubt die „Kreuz-Ztg." durch eine Untersuchung der Wirkungen der von der Pairskammer beschlossenen Form der M a x i in i e r u n g und der Steucrdrittelung dartun zu können. Diese Untersuchungen sind in doppelter Weise interessant. Einmal durch das agitatorisch ungemein wertvolle Material. das die Artikel enthalten, und zweitens durch die unglaublich täppische Art, wie das führende konservative Organ den wirk- lichen Sachverhalt zu fälschen sucht I Der Einfluß der vom Herrenhause beschlossenen Art der Maximierung wird nämlich von der„Kreuz- Zeitung" vollständig falsch dargestellt! Er wird als eine a n t i- plutokratische Abschwächung der Fassung des Ab- geordnetenhauses dargestellt, während er in Wirklichkeit auf eine fast vollständige Aufhebung der Maximierung hinausläuft! Da nun nicht nur die„Kreuz-Ztg." eine solche Fälschung verübt, sondern auch die Zentrumsprosse diesen plumpen Schwindel zum Teil wenigstens mitmacht, ist es dringend geboten, solchen Irreführungen rechtzeitig energisch entgegenzutreten. Die„Kreuz-Ztg." stellt es so dar, als ob die vom Herrenhaus beschlossene Maxiuiierung die ursprüngliche Fassung der Wahlrechts Vorlage wiederherstelle, wonach künftig alle Steuerbeträge über 5000 M. hinaus bei der Steuer-, also auch Klassendrittelung nicht niehr in Anrechnung kommen sollten. Die vom Herrenhaus angenommene Fassung, daß. je nach der Größe der Wohnsitzgemeinde, künftig nur 3000 resp. 6000 M. Steuern in Anrechnung zu bringen sind, deutet das führende konservative Blatt so, daß(da der in Frage kommenden Zensiten in den großen. Vs in den kleinen Gemeinden wohne) durchschnittlich überhaupt nur noch 5000 M. Gesamtsteuern in Anrechnung kommen würden, worunter sich 1500 M. Einkommensteuer befänden. Und nun rechnet das Blatt munter folgendermaßen weiter: 1500 M. Einkommensteuer entsprechen einem Einkommen von 44 000 M. Personen mit mehr als 44 000 M. Einkommen waren 1907 in Preußen nur 12 943 vorhanden, die zusammen 57 476 000 M. Einkommensteuer zahlten. Da nun die Einkommensteuer über 1500 M. nicht mehr angerechnet wird, kommen von den 57 476 000 M. Einkommensteuer nur 12 943 X 1500 M. in Anrechnung, also nur 19 IVO OVO M., sodaß 38 Millionen Mark völlig ausfallen! Das aber ergebe dann, wie weiter ausgeführt wird, eine kolossale Verschiebung der Klasseneinteilung, wodurch 294 000 Wähler künftig mehr in die erste und 354000 Zensiten in die zweite Klasse aufrücken würden l Schade nur, daß das alles nur ein ungeheuerlicher Humbug ist! Die biedere„Kreuz-Ztg." hat offenbar den Beschluß des Herrenhauses gar nicht gelesen! Was hat das Abgeordnetenhaus und w a S daS Herren- haus in Sachen der Maximierung beschlossen? Stellen wir die Beschlüsse einander gegenüber: Beschlüsse des Abgeordnetenhauses: „Uebersteigt der Gesamtsteuerbetrag eines Wähler« die Summe von 5900 M., in Gemeinden mit mehr als 29 999 Einwohnern 10 900 M.. so wird der Ueberschuß nicht an- gerechnet." Beschlüsse des Herrenhauses: .Uebersteigt die Staatseinkommen- stener eines Wählers die Summe von 3009 M., in Gemeinden mit mehr als 29 999 Einwohnern die Summe von 6090 M., so wird der über- schießende Betrag der Staats- einkommensteuer nicht angerechnet." Es wird also nur die Staatsciukoulmeusteuer über 3000 resp. 6000 oder, ivenn wir uns die Durchschnitts rcchnung der„Kreuz-Zeitung" zu eigen machen, über 5000 M. nicht angerechnet. alle übrigen Steuern aber gelangen in vollem Betrage zur Anrechnung l Nicht die Einkommensteuer über 1500 M., sondern erst über 5000 M. kommt künftig nicht zur Anrechnung, was sowohl die in der Regierungsvorlage, als auch die vom Abgeordnetcnhause selbst beschlossene Form der Maximierung ganz außerordentlich verschlechtert! Denn selbst nach dem die Regierungsvorlage v e r- schlechternden Beschluß des Abgeordneten- Hauses konnten nur 10 000 M. Gesamt steuern an- gerechnet werden. Zahlte also ein Wähler 20000 M. Ein- komnienstcuer, 200 Proz. Kommunalsteuer-=° 40 000 M., im ganzen also 60 000 M., so sollten davon nur 10 000 M. in Anrechnung gebracht werden, 50 000 M. aber wegfallen. Nach dem Beschlutz des Herrenhauses dagegen fallen nur 15 000 M. Staatsetnkommensteuer fort, es gelangen also 45 000 M. Steuern i» Anrechnung! Indem die„Kreuz-Zeitung" den Beschluß des Herrenhauses dahin fälscht, daß er— nach dein Vorschlag der Rc- fsierungsvorlage— nur(durchschnittlich) 5000 M. G esa m t- teuer in Anrechnung bringen wolle, spiegelt er den Lesern vor, daß künftig alle StaatSeinkommen st euer» über 1 1500 M. nicht mehr in Anrechnung gelangten, da ja in 5000 M. Gcsamtsteuern im Durchschnitt kein höherer Betrag an Staatseinkommen st euer stecke. So kommt sie dann weiter dazu, einen Staatseinkommcnstcuerausfall von 38 Millionen herauszurechnen I Unter Zugrundelegung des wirklichen Beschlusses deS Herrenhauses ergibt sich ein ganz anderes Bild I Da eine Staatseinkonimensteuer von 5000 M. erst von Zensiten gezahlt wird, die beträchtlich über 100000 M. Einkommen besitzen, kommen bei der Nichtanrechuung der Steuern nicht 12943, sondern nur etwa 3000 Zensiten in Frage, die nicht rund 58 Millionen, sondern nur etwa die Hälfte dieser Sunime an Steuern zahlen. Das macht pro Kopf 10000 Mark. Da hiervon nur 5000 Mark an gerechnet werden sollen, ergibt sich ein Ausfall au Steuern von 15 Millionen, nicht aber von 38 Millionen Mark! Der Ausfall dieser 15 Millionen auf die Klassen einteilung würde natürlich gleich Null sein! Denn die famose Verschiebung der Klassen unter Zugrundelegung des durch eine Fälschung errechneten angeblichen Ausfalls von 38 Millionen bringt die„Kreuz-Zeitung" obendrein auch nur durch eine zweite Fälschung zustande! Dadurch nänilich, daß sie für die Drittclung nur die Staatseinkommen- st euer, nicht aber die auf die einzelnen Klassen entfallende Gesamt st euersumme in Anschlag bringt! Auf diese letztere verrechnet, würden selbst die 38 Millionen nicht von solch einschneidender Bedeutung gewesen sein! Man sieht also: die„Kreuz-Ztg." leistet geradezu Phänomenales im Korrigieren der Wahrheit I Daß die„Kreuz-Ztg." mit ihrer Milchmädchenrechnung bewußten Gimpelfang zu treiben sucht, dafür noch ein weiteres Zeugnis. Sie könnte sich am Ende damit heraus� zu— reden versuchen, daß sie leider die Beschlüsse des Herren Hauses nicht gelesen habe. Es wäre aber doch ein mehr als eigentümliches Zusammentreffen, wenn sie nicht wenigstens die ursprüngliche Wahlrechtsvorlage gelesen hätte l In der Begründung der Vorlage der Firma Bcthmann Falkenhapn aber heißt es über die Wirkungen des vor geschlagenen Regierungssatzes von 5909 M. Gesamt stener(der ja der„Kreuz-Ztg." bei ihren Faseleien über die Maximierung des Herrenhauses beständig vorschwebt!) wörtlich: „Die Maximierung wird danach hauptsächlich de» übermäßigen Einfluß ausschalten, den bei der Wahleinteilung die Steuer- leistungen der„Millionäre" auf das Wahlrecht ihrer Mitwähler ausüben können. Sie wird im allgemeinen aber doch nur ein mäßiges Aufrücken von Wählern der 2. und 3. Abteilung in die 1. und 2. zur Folge haben." Offenbar war der plumpe Schwindel der„Kreuz-Ztg." nicht nur auf die demagogische Betörung der Massen im all- gemeinen angelegt, sondern ganz besonders auch auf die Jrrefnhrnng der Zentrumswähler I Man wollte dem Zentruni die Zustimmung zu einer weiteren skandalösen Verschlechterung selbst der vom blau-schwarzen Block ausgeheckten Schandreform erleichtern I Hoffentlich entlarvt nun auch die Zentrumspresse dies konservative Täuschungsmanöver! Die Stichwahle« i» Frankreich. Paris, 7, Mai.(Eig. Ber.) Die Stichwahlen werden voraussichtlich keine Ueberraschungen bringen. Die reak- ttonäre Opposition dürste noch einige Mandate verlieren, die geeinigten Sozialisten werden wohl weitere Gewinne machen. Die interessanteste Frage der Sttchwahlen betrifft das Verhalten der radikalen Wählerschaft. Das radikale und radikalsozialistische Exekutivkomitee hat die Parole ausgegeben: für die im ersten Wahlgang be- günstigten geeinigten Soziali st en zu stimmen. Diese Erklärung rief einen Protest der„demokratischen Allianz" hervor, jener Vereinigung, die die rcpubli- kanischen Kreise der Industrie und des Großhandels repräsenttert und die Kandidawren der im Parlament der„republikanischen Linken" angehörenden Politiker unterstützt. So daß zum Schluß doch noch ein Zwist im Lager der Regierungsparteien ausgebrochen ist. Man kann in der Erklärung des radikalen Komitees wohl eine Demonstratton der politischen Selb- ständigkeit der Partei gegenüber B r i a n d sehen, dem ja die Konzentratton nach rechts sicher mehr entsprechen würde. Die Erklärung hat aber namentlich die Blätter des großen Ausbeutertums, wie„Temps" und„Journal des Dsbats", in Wut gebracht. Diese hatten fchoir die antisozialistische Liga vorweggenommen, die ihren ersten Ansatz in Brest zeigte, wo alle bürgerlichen Kandidaten zurücktraten, um durch einen neuen gemeinsamen Kandidaten aller Ordnungsparteien die Wahl unseres Genossen G 0 u d e zu verhindern. Indes hat das radikale Komitee die Wähler angewiesen, für den Sozialisten zu stimmen.— Die Frage ist nun, ob die radikalen Wähler überall dieser Auf- forderung zur Solidarität der Linksparteien folgen werden. Im ganzen sind es 35 Wahlkreise, wo das Schicksal der sozialistischen Kandidaten von ihrem Verhalten abhängt. Die Stichwahltakttk der geeinigtcn Sozialisten wird im einzelnen von den Föderationen bestimmt. Die Ver- waltungskonlmission der Partei ruft in einer Erklärung die Resolutton des Parteitages in Nimcs in Erinnerung, die die systemattsche Aufrechterhaltung aller Kandidaturen ausdrücklich ausschließt und— mit Zurückweisung dcS Gedankens irgend' einer Allianz— das Interesse der Arbeiterklasse und des Sozialismus als entscheidend hinstellt. In diesem Sinne hat die Parteiföderation der Seine nur die Kandidaturen aufrecht- erhalten, die im ersten Wahlgang die meisten republikanischen Stimmen aufbrachten. Doch sind zwei Disziplin brüche zu ver- zeichnen. In Chareuton beharrt Genosse Coste, im 12. Pariser Arrondissement Genosse Dr. Musy auf seinerKandidatur. Musy war der Gegenkandidat Millerands. Die Föderation hat keine Veranlassung gefunden, für diesen Wahlkreis eine Aus- nähme zuzulassen— wie sie allerdings niit der noch nicht aufgehobenen Resolution Cochin, die die Unterstützung der sog.„Unabhängigen" untersagt, motiviert werden könnte. Doch liegt nur eine einfache Zurückziehung der Kandidatur vor, nicht etwa eine Unterstützung Millerands, der übrigens vor seinem nationalistischen Gegner einen bedeutenden Vor- sprung hat._ Eine dem Parteibeschluß widersprechende allgemeine Stich- Wahlparole hat H e r V v ausgegeben, der— als Revanche für den 1. Mai— empfiehlt, überall für die Gegner der Regierungsparteien zu stimmen, also die bürgerliche Demokratie sozusagen zu„sabotieren". Vermutlich wird er noch weniger Erfolg haben, als seine„antiparlamentarischen" Freunde im ersten Wahlgang, die immerhin einigen sozia- listischen Kandidaten Schaden zufügen konnten. Ve- grciflichcrweise suchen die Reaktionäre diese Agitation aus- zunutzcn und appellieren in einzelnen Bezirken an die Syndikalisten. Ein syndikalisttsch tuender Anwalt, Herr B 0 n z 0 n, ist ihnen auch entgegengekommen und sucht in dem Kanipf zwischen dem jesuitischen Klerikalen A u f f r 0 y und dem republikanischen Intellektuellen Prof. Painlevö, dessen Enthusiasmus für soziale Gerechttgkeit allerdings seit der Dreyfus-Affäre bedenklich abgekühlt ist, für den crsteren Sttmmung zu machen. Von der Wahlsituation in der Provinz wäre zu berichten, daß Genosse V a r e n n e die ihm angebotene Kandidatur gegen den Radikalen Lafferre in Beziers nicht an- genommen hat. Beziers liegt tief im Süden, dort, wo die Politik schon recht wild und zu einem Kampfe lokaler Cliquen und Sippen verzerrt ist. Das geht auch daraus hervor, daß die radikalen Anti-Laffcrristen", bloß um diesen ihren Gegner zum Fall zu bringen, das Mandat den Sozialisten zuschanzen wollten, obzwar diese im ersten Wahlgang nur eine un- bedeutende Minorität der Stimmen auf Genossen Niel ver- einigt hatten. Da Varenne das Mandat von der Gnade oder besser von der Rancune der radikalen Lokalopposition nicht an- nehmen wollte, boten diese es dem in Marseille durchgefallenen Genossen Carlicr an, der indes gleichfalls verschmähte, auf diese Art ins Parlament zurückzukehren. Sieg der Sozialdemokratie. Paris, 9. Mai 1910.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Die Stichwahlen haben der geeinigten Partei einen großen überaus erfreulichen Erfolg gebracht. 4 7 So» zialdemokraten sind gestern gewählt worden, 29 Man- date hat die Partei neu gewonnen und nur 8 verloren. Dar- unter sind allerdings einige schmerzliche Verluste. In Paris sind Allemane, Brousse und D u b 0 is, in Toulon A l l a r d, in Montlucon C 0 n st a n s unterlegen. In Paris wurden im ganzen 4 Mandate gewonnen und drei verloren. Die Verluste sind dem Umstand geschuldet, daß die Radi» kalen versagten und sich zum großen Teil der Stimme enthielten. Allemanes Durchfall ist auch auf Rechnung der törichten antiparlamentarischen Agitationen zu setzen. In der Provinz machten dagegen die Radikalen die Hetze gegen den Sozialismus nicht mit und im Süden wurden stellen- weise klerikale Stimmen für den Sozialisten abgegeben. Die sozialdemokratische Fraktion wird in der neuen Kammer 76 Mitglieder zählen gegen 55 in der alten. Jaurds wurde in Aldi mit 6445 Stimmen gegen Fälguerettes gewählt, der 5843 Stim- men erhielt. Bemerkenswert erscheint die Wahl von G 0 u d e in Brest gegen den Kandidaten des bürgerlickien Mischmasch. G 0 u d e ist Arsenalarbeiter, der wegen..antipatriotischer" Kundgebungen gemaßregelt wurde, seine Wahl ist ein wirk- famcr Protest gegen die Unterdrückung der staatsbürgerlichen Freiheit der Staatsarbeiter. Der Wahlsieg wurde durch einen großen Demonstrationszug gefeiert. Die Menge zog unter Absinguiig der Internationale vor die Wohnung des reaktionären Bürgernleisters und forderte ihn durch Zurufe zur Demission auf Das Gesamtergebnis der Wahlen ist ein Sieg der oppositionellen Parteien. Die Reaktionäre haben ihre Stellungen behauptet. Die Kosten der sozialisti- schen Gewinne muß die radikale Linke tragen. Die Radi- kalen und„unabhängigen" Sozialisten, von denen die letzteren überhaupt sehr schlecht abgeschnitten haben, bilden jetzt nicht mehr allein die Majorität. Zunahmedcr Sozial» demokratie und Schwächung des bürgerlichen Radikalismus ist auch das charakteristische dieser Wahlen gewesen. Das Gesamtergebnis. Pari«, 9. Mai. Um 3 Uhr 39 Minuten morgcnS waren die Ergebniffe von 225 Stichwahlen(von insgesamt 229) bekannt. Es sind gewählt 29 Republikaner, 194 Radikale und Sozialistisch-Radi-" kale, 13 unabhängige Sozialisten. 47 unifizierte Sozia- l i st e n. 28 Progressisten, 4 Nationalisten und 9 Konservative oder Liberale, Vier Wahlergebnisse stehen noch aus. Einschließlich der Ergebnisse der Haupitvabl gewinnen die Republikaner 11 Sitze und verlieren 12, die Radikalen und Sozialistisch-Radikalen gewinnen 29 und verlieren 42 Sitze, die unabhängigen Sozialisten ge- Winnen 5 und verlieren 11 Sitze, die unifizierten Sozia- listen gewinnen 29 und verlieren 9 Sitze, die Pro- gressisten gewinnen 18 und verlieren 9, die Nationalisten gewinnen 3 und verlieren 6, die Konservativen und Liberalen gewinnen 4 und verlieren. 9 Sitze. Die Zusammensetzung der Kammer. � Paris, 9. Mai. Die Kammer wird folgende Zusammensetzung auflveisen: 79 Republikaner, 262 Radikale und Sozialistisch-Radi- kale, 23 unabhängige Sozialisten, 76 unifizierte Sozia- listen, 72 Progressisten, 16 Nationalisten und 62 Konservative. Die Zahl der Neugewählten beträgt 261, von denen 8 in neu errichteten Wahlkreisen gewählt wurden. Einzelresultate. Paris, 9. Mai. Auf den Boulevards herrschte infolge der Stich- Wahlen lebhafte Bewegung. Große Menschenansammlungen standen vor den Transparenten der Blätter, welche die Wahlresultate an- zeigen. Mit großem Geheul wurde die Nachricht von der Wieder- wähl M i l l e r a n d s aufgenommen, der mit der knappen Majo- rität von 26 Stimmen über seinen nationalistischen Gegcnkandi- baten siegte. Unter den Neugewählten befinden sich auch die antiklerikalen Professoren Thalamas und Painleve, während der frühere Vizepräsident der Kammer, D u b i e f, und der intrigante General- berichterstatter des Budgets, D o u m e r, durchgefallen find. Der frühere Kammerpräsident B r i s s o n ist in Marseille mit 6681 Stimmen gegen Brion, der S236 Stimmen erhielt, wiedergewählt worden. Die Nshle» in Spanien. Madrid, 9. Mar.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Die spanischen und mit ihnen die Sozialisten aller Länder werden mit Freriden die Nachricht vernehmen, daß Pablo I g l e s i a s, der ausdauernde unermüdliche Vorkämpfer des Sozialismus, der Führer der Partei und Leiter ihres Zentral- organS„El Socialtsta" endlich trotz aller Wahlkorruption und Wahlbceinflussung in die Kammer einzieht. In ivkadrid erfocht die Liste der vereinigten Republikaner und Sozialdemokraten einen glänzenden Wahlsieg. Die Majorität beträgt 11(XX) Stimmen� Auch im übrigen Lande haben die Republikaner und Sozialisten trotz der amtlichen Wahlmache große Fortschritte gemacht; in allen größeren Städten, wie in Bilbao, wo es zu stürmischen Protesten gegen die Wahlbeeinflussungsversuche kam, Barcelona. Valencia und Malaga blieb ihre Liste siegreich. Im ganzen bedeuten die Wahlen einen starken Zug nach links. Das System M a u r a erscheint ü b e r»v u n d e n. Wahlresultate. Madrid, 9. Mai. Die Ergebnisse der Wahlen sind zwar noch unvollständig, indessen nimmt die Regierung folgenden Ausfall an: 236 Liberale, 164 Konservative, 45 Republikaner, 1 Sozialisten, und der Rest verteilt sich auf Katholiken, Karlisten, Regionalisten und Jntegristen. Die ministerielle Majorität soll die Vereinigten Oppositionsparteien um etwa 66 Stimmen über- treffen. Unter den Gewählten befinden sich der Führer der Liberalen Moret, der Führer der Konservativen Maura, Unterrichtsminister Graf RomanoneS, der Bürgermeister von Madrid FranooiS Rodriguez, die Führer der republikanischen Partei MelquiadeS Alvarey, Sol y Ortega und L e r r o u x, Schriftsteller Perez Galdos sowie der Führer der sozialistischen Partei FglesiaS. Der Führer der katalanischen Bereinigung Cambo ist unterlegen; dies bedeutet für die Partei eine schwere Niederlage. Der Mini st erpräsident«klärte, er sei erfreut über die Ruhe, mit der sich die Wahlen vollzogen hätten. Preßstimmen. Madrid, 9. Mai. Die Zeitungen heben mit Befriedigung den ruhigen Verlauf der Wahlen hervor uad konstatieren das beträchtliche Anwachsen der republikanischen Stimmen sowie das erste Erscheinen eines Sozia- listen in der Deputiertenkammer. Der.Liberal" meint, cS sei gestern ein großer Schritt vorwärts getan, der jede Reaktion unmöglich mache.„El PaiS" schreibt, der gestrige Tag beweise, daß das spanische Volk der Freiheit würdig und imstande sei, sie zu erobern. poUtifebe debcrficht. Berlin, den 9. Mai 1910. Aufräumungsarbeit im Reichstag. Aus dem Reichstag, 9. Mai. Als Hauptarbeit für die letzten Tage der Reichstagssitzungen vor der Ver- tagung ist die Erledigung des Kaligesetzes in Aussicht ge- nommen. Da dessen zweite Lesung erst am Dienstag an die Reihe kommen kann, war auf die Tagesordnung der heutigen Sitzung eine ganze Reihe von Vorlagen gesetzt, die nunmehr rasch, meist ohne Debatte, in dritter Lesung genehmigt wurden. Lebhaftere Auseinandersetznngen gab es nur bei zwei Petitionen, deren 26 erledigt wurden. Die eine war eine Petition wegen der Entschädigung von Zünd- Warenarbeitern, die durch die Zündwarcnsteuer außer Arbeit gekommen sind. Trotz des Hinweises der Sozial- demokratie auf die Notlage, in die die Zimdwarcnarbeiter notwendigerweise versetzt werden müßten, wenn die hohe Steuer zur Produktionseinschränkung führen würde, hatte die Schnapsblockmehrhcit bei Erlaß der Steuergesetze keine Be- stimmungen wegen Entschädigung dieser Arbeiter in das Gesetz eingefügt. Jetzt sind auch diese Arbeiter außer Brot ge- kommen und in die bitterste Not geraten. Ihre Petition wegen einer zu gewährenden Beihilfe war von der Petitionskomnlission zur Berücksichtigung empfohlen worden. In der Debatte wiesen die Genossen Brey und Sachse in eindringlichen Worten nach, daß der Reichstag eine Ehrenschuld zu erfüllen habe, indem er die Regierung zur Abhilfe der durch das Zündwarengesetz verursachten Not unter den Aermsten der Armen anhielte. Handle es sich doch obendrein nur um einige Hunderttausend Mark. Da auch seitens der anderen Parteien in ähnlichem Sinne gesprochen, wurde, beschloß der Reichstag schließlich einstimmig gemäß dem Antrage der Kommission, die Petition dem Reichskanzler zur S Berücksichtigung zu überweisen. Gleichsalls zu einem einmütigen Votuin kam der Reichs- tag dann bei der Petition des Wirklichen Geheimen Kriegsrats Uhlenbrock in Friedenau, der behauptet, in zweckwidriger Weise seines Amts als höherer Jntendanturbeamter enthoben zu sein und in seiner Petition nicht nur Rcniedur gegen diese Maßregelung, sondern auch eine Reform des Verhältnisses der Militärintendanten forderte. In der Diskussion trat zu Tage. daß gegenwärtig die Militärintendanten sich in einem ganz unklaren Verhältnis befindem, indem sie eigentlich dem Kriegs- Ministerium unterstellt sind, dabei aber auch noch Befehle von den kommandierenden Generalen entgegenzunehmen haben. Der Abg. Erzberger führte einige bestimmte Vorkommnisse an, ans' denen hervorgeht, zu welchen Mißbräuchen dieser Zu- stand führt. Trotzdem nun schon in der Kommission diese un- haltbaren Zustände erörtert waren, hatte weder das Kriegs- Ministerium noch der Bundesrat es für nötig befunden, zu der Verhandlung einen Vertreter zu schicken. Das wurde von verschiedeneu Seiten scharf gerügt. Darauf stellte der Abg. Belzcr(Z.) als Vorsitzender der Petitionskommission den Antrag, die Petition zu vertagen, um der Regierung Gelegenheit zu geben, sich bei der neuen Verhandlung vertreten zu lassen. Dieser Antrag, der eine unzweideutige Rüge für die Regierung enthält, wurde einstimmig vom Hause angenommen. Am Dienstag steht die zweite Lesung deS Kaligesetzes auf der Tagesordnung._ Kirchturmspolitik. Im Abgeordnetenhause wurde am Montag die Be- ratung der ersten Lesung der Sekundärbahnvorlage fortgesetzt. Wie stets an solchen Tagen brachte eine große Anzahl Redner— es waren wohl an die fünfzig— ihre speziellen Wünsche über Neuanlage, Ausbau und Umbau von Sekundärbahnlinien vor. Die Debatte, wenn man in diesem Falle überhaupt von einer solchen sprechen darf, verlor sich vollständig in die kleinliche Vertretung von Kirchturmsinteressen; hatten die einzelnen Redner ihr Sprüchlein hergebetet, gingen sie vergnügt in die Restaurations- räume, so daß kaum ein Dutzend Abgeordneter im Saale an- wesend war. Um» 3� Uhr wurde die Weiterberatung auf Dienstag vormittag 16 Uhr vertagt. Auf der Tagesordnung stehen außer der Sekundär- Vorlage noch Petitionen. Ein hochanständiges Blatt. Zu den Blättern, die am schärfsten gegen die.Frivolität" in der Literatur eifern und für die.Reinhaltung" des deutschen Hauses, besonders des germanischen Bauernhauses schwärmen, gehört die von dem großen Dichter Dr. Georg Oertel redigierte ehrsame .Deutsche Tageszeitung". Das hindert nicht, daß diese selbe „Deutsche Tageszeitung" selbst der von ihr als.Schmutz" bezeichneten Literatur zum Eindringen in das reine Bauern- hauS verhelfen will, wenn sie dafür entsprechend be- zahlt wird. Wie unS aus München gemeldet wird, hat die.Deutsche Tageszeitung" am 3. Mai 1916 den Verlag Albert Langen(.SimplicissimuS") um Zuwendung von Inserat- beilagen angebettelt. In dem Schreibe» heißt es:.Für Ihre Verlagsartilel gibt es ein großes Absatzgebiet, das Sie noch lange nicht genug geschäftlich ausgenutzt haben— es ist dies der deutsche Großgrundbesitz. Sie haben ein bequemes und billiges Mittel, mit diesem Elite- Publikum in Verbindung zu treten, wenn Sie Ihre Prospekte der.Deutschen Tageszeitung" beilegen". Noch etwa 16 Tage vorher hat dieses Blatt Zeter und Mordio über dm Verlag Langen und den„SimplizissimuS" geschrien und zum Boylott dieses Verlages aufgefordert. Aber eS will gegen 10 M. Pro Tausend Beilagen, also in Summa für 286 M. 66 Pf. das Vaterland und den lieben Gott vergessen und fein Elite- Publikum mit Langenfchen Berlagswerlen vergiften. Leider ist in dem Briefe nicht gesagt, wie lange nach erfolgter Barzahlung der Schimpffeldzug gegen den.SimplicissimuS" ruhen soll und wie bald wieder 286 M. 56 Pf. fällig werden. Wie wäre es übrigens, wenn man Aufrufe für das allgemeine Wahlrecht als Jnseratbeilagen der„Deutschen TageSzeitnng" bei- falzen würde? Mit fünf- bis zehnmal 286 M. könnte man vielleicht das Elitepublikum, den deutschen bäuerlichen Grundbesitz, für die Sache gewinnen. 286 M. ist nicht viel; es gibt Prostituierte, die mehr verlangen. Nachträgliches zum Hausknechtsparagraphen. Die jetzt erschienene A b st i m m u n g s l i st e über die nament- liche Abstimmung, ob der Hausknechtsparagraph mit der Wände- rung des Herrn Roeren in die Geschäftsordnung des Abgeordneten- Hauses eingefügt werden soll oder nicht, bietet recht interessante Einzelheiten. Nur ein einziger Zentrumsabgcordneter, der Amts- richter Kuhn aus Ahrweiler, hatte den Mut, gegen den Haus- knechtSparagraphen zu stimmen. Im übrigen setzte sich die Minderheit von 74 Abgeordneten zusammen aus unseren Genossen, den Polen, den Freisinnigen und der großen Mehrheit der Nationalliberalen. Bon den Nationalliberalen stimmten vier mit der Mehrheit, und zwar waren es bezeichnenderweise fast sämtlich Vertreter großindustrieller Wahlkreise. Zur konservativ-klerikalen Mehrheit schlugen sich der Essener Handels» kammerfyndikuS Hirsch, der Wittener Oberbürgermeister Haarmann, der erst lürzlich in Halle-Herford neu gewählte bündlerische Nationalliberale Meyer zu Jerrendorf und der Berliner LandesgerichtSdirektor Dr. R o e ch l i n g, der in Saar- brücken gewählt ist. Im übrigen bestand die Mehrheit aus den beiden konservativen Parteien und dem Zentrum. Daß Elard von Oldenburg für den Hausknechtsparagraphen stimmte, durch den dem Polizeileutnant mit den 16 Mann zwar nicht das Recht gegeben werden soll, das Parlament aufzulösen, wohl aber Sozialdemokraten an die frische Luft zu befördern, soll zuerst hervorgehoben werden. Dann aber muß der Zentrumsabgeordneten Bartscher, Brust, Gronowski und Sauormann sogleich an zweiter Stelle gedacht werden. Diese Herren, die als sogenannte Arbeitervertreter des Zentrums gelten und von denen drei gegen bestimmte Zusicherungen nur mit Hilfe unserer Partei gewählt worden sind, haben in dieser Abstimmung er- neut bewiesen, wie absolut ungeeignet sie zur Vertretung von Arbeiterinteressen sind. Noch eine Abstimmung bietet besonderes Interesse. Zu den Jasagern gehört auch der freikonservative Ab- geordnete Gras Moltke, der bekannte Klosterprobst und Vetter Kunos. Er hatte seinerzeit im Plenum feierlich erklärt, er werde sein Mandat in die Hände seiner Wähler zurückgeben, wenn die Verschärfung der Geschäftsordnung nicht noch vor Erledigung der Wahlreform vorgenommen würde. Der Mann ist jetzt fein heraus, denn die Mehrheit hat so schnelle Arbeit gemacht, daß er seine fürchterliche Drohung nicht wahrzumachen braucht. Unter den 36 Abgeordneten, die der Abstimmung ohne Entschuldigung fern- blieben, befinden sich allein 25 Zentrumsabgeordnete, darunter die Herren Giesberts und Dr. Pieper, die vielfach auch noch als Vertreter- der Zentrumsarbeiter angesehen werden und die sich aus diese bequeme Weise um eine Stellungnahme herum- drückten. Tie Jsiinolilierrtlen und die preußische Wahlreform. In den Kreisen der Jungliberalen glaubt man in richtiger Wür« digung des reaktionären Charakters der natioualliberalen Landtags- fraktion allem Anschein nach selber nicht, daß diese gegen die im Herrenhaus„verbesserte" Wahlrcchtsvorlage stimmen wird und fordert deshalb, um einen Druck aus die alten Herren der Fraktion und auf die Parteileitung auszuüben, die Einberufung eines preußi- schen Vertretertages der nationalliberalen Partei. In dem in Köln erscheinenden Organ der Jungliberalen, den „Nationalliberalen Blättern", heißt eS: Der Autrag Schorlemcr ist ziemlich bedeutungS- los für die nationalliberalc Partei, da er den Anträgen der Fraktion bezüglich der Drittelung keineswegs gerecht wird. Viel wichtiger als die Trittelungsfrage muß uns ja auch nach den Magdeburger Verhandlungen die direkte und geheime Wahl sein und kein Mensch wird behaupten, daß die auch vom Herrenhaus beschlossenen diesbezüglichen Beschlüsse den aufge- stellten Forderungen entsprechen. Mancherlei ist schon bei oen Verhandlungen um die Herstellung der Wahlrechtsreform von diesen Magdeburger Beschlüssen geopfert worden, so ein brauch- bares Pluralwahlrccht und vor allem die Neueintei. lung der Wahlkreise. Aber auch andere Wünsche der Fraktion sind durch die Herreuhausbeschlüsse alles weniger als erfüllt.?!ach allem ist es unmöglich anzunehmen, daß die Fral- tion schon jetzt bindende Beschlüsse gefaßt hat; die allzu Aengst- liche» bitten wir, sich in Ruhe zunächst zu gedulden. Wir möchten jedenfalls der Fraktion anheimgeben zu er- wägen, ob es nicht jetzt angebracht ist, einen preußischen Ver- tretertag einzuberufen und ihm die Entscheidung in diesem wich- tigen, bedeutungsvollen Augenblick zu überlassen. Eine Zu- stimmung zu der jetzigen Vorlage ohne einen solchen Vertreter- tag, eine Zustimmung, die auf wesentlich anderer Grundlage als die Magdeburger Beschlüsse beruht, halten wir für ganz ausgc- schlössen und für die Fraktion unmöglich. Eine Klärung tut baldigst not; je eher sie kommt, je besser!" Der Vorschlag mag recht gut gemeint sein; d,e national- liberale Parteileitung wird ihn aber schwerlich befolgen; denn wenn auch ein Teil der nationalliberalcn Intellektuellen und der klei- neren Geschäftsleute für die direkte und geheime Wahl eingenommen sein mag, so wollen doch die Großindustriellen des rheinisch-west- fälischen Jndustriereviers, die Geldgeber der nationalliberalen Par- iei- und Wahlkassen, davon nichts wissen. Sie erklären:„Wenn Ihr für die geheime Wahl stimmt, zahlen wir nichts mehr!"— und dieses schone Argument wirkt stärker auf die Gemüter der Parteiführer des Nationallibcralismus, als alle Berufungen auf die liberalen Prinzipien._ Für Finnland! In der Wandelhalle des Reichstags zirkuliert zurzeit eine an die russische Reichsduma zu richtende Petition über die sinn» l ä n d i s ch e Verfassung. Diese Petition, die bereits die Unter- schristen der meisten fortschrittlichen und sozialdemokratischen Reichs- tagsabgeordnete» trägt, richtet sich gegen de» Rechtsraub, den der Zarismus an Finnland zu begehen im Begriffe ist. und stützt sich auf die Gutachten einer Anzahl der hervorragendsten Rechtsgelehrten in Deutschland, England, Frankreich und Holland, die die Unantast- barkeit der finnländischen Verfassung feststellen. Die Petition er- kennt zwar an, daß diese Angelegenheit eine innere Angelegenheit Rußlands(?) ist. und die Mitglieder deS Deutschen Reichstags erklären ausdrücklich, daß es ihnen vollständig fern liege, sich in diese Angelegenheit einmischen zu wollen. Wenn sie trotzdem sich an die russische Reichsduma wenden, so geschieht eS lediglich aus der aufrichtigen stleberzeugung heraus, daß diese dazu beitragen werde, das gute Einvernehme» zwischen Deutschland und den Ver- tretern des russischen Volkes zu stärken und zu befestigen. Die Abgeordneten sprechen die Hoffnung aus, daß die Vertreter des russischen Volles mit Entschlossenheit für die Aufrecht» erhaltung der Freiheit und der Gerechtsame F.i n n l a n d S e i n t r e t e n w e r d e n. Aehnlich lautende Eingaben gehen von London, wo bereits 163 Parlamentarier ihre Unter- schrift gegeben haben, sowie von Brüssel und Amsterdam in nächster Zeit an die russische Reichsduma ab. Tie Wahlprüfungskommission des Abgeordnetenhauses hat die Wahl des Abg. Fürbringer(natl.)(1. Surich. Norden. Emdens für ungültig erklärt, weil Verstöße gegen daS Wahl- reglement vorgetommen sind. In einem Wahlbezirk wurden die Stimmen aller WahlmSimer für ungültig erklärt. An der absoluten Mehrheit fehlte deshalb dem Kandidaten nach Abzug der ungültigen Stinuneil gerade eine Stimme. Ich bin der Bürgermeister, bin Posens größtes Licht! Herr Dr. WilmS, Posens Oberbürgermeister, ist zwar gegen daS Rcichstagswahlrecht, aber für die freie Meinungsäußerung. Der Freisinnige Verein in Posen hatte, wie wir dieser Tage berichteten, zu dein Angriff deS Herrn WilmS auf das Reichstagswahlrecht, den er in einer in: Herreuhause gehaltenen Rede unternahm, Stellung genommen. In einer Resolution wurde daS Verhalten des Oberbürgermeisters mißbilligt. Der Herr Oberbürgermeister hat nun darauf geantwortet und sich in dieser Antwort ganz entschieden da- gegen verwahrt, daß versucht werde, das ihm verfassungsmäßig zu» stehende Recht auf freie Meinungsäußerung zu beschränken. In seinem Antwortschreiben heißt es wörtlich: „Indem ich mich beehre, Ihnen den Empfang der Resolution der freisinnigen Versammlung vom 3. Mai zu bestätigen, gestatte ich mir folgendes zu dieser Resolution ganz ergebenst zu bemerken: Die Form der Resolution— Ausdruck des Befremdens— und der Gang der Diskussion Behandlung meiner amtlichen Stellung und Wiederwahl— erwecken den Eindruck einer Beeinflussung de» mir verflassungsmäßig zustehenden Recht« auf freie MeinungS- äußerimg. Hiergegen muß ich entschieden Verwahrung ein» legen." Vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister war Herr Dr. WilmS weit weniger eingenommen für die freie Meinungsäußerung. Er hat damals den Pofener Bürgern nichts davon erzählt, daß er gegen das Reichstagswahlrecht sei— wahrscheinlich, weil er wußte, daß er dann nicht gewählt werden würde. Freilich sind auch die Posener Freisinnigen keine politischen Lumen; denn sie wußten vor der Wahl, daß Herr WilmS nationalliberal sei, und zwar rechtSnationalliberal. RcchtSnationalliberale pflegen aber nicht an übermäßigen LiberaliS- muS zu leiden._ Die Staatsaktion in Braunschweig. Braunschwcig, 9. Mai. Die Verhandlung des Wahlrechtsprozesses wurde heutesortgesetzt. von der Verteidigung sind noch 42 Zeugen geladen worden, die zunächst bis Mittwoch beurlaubt wurden. Heute wurden 18 Zeugen vernommen. Die Aussagen ergaben das aus solchen Prozeffen bereits gewohnte Bild: Ein Teil der Zeugen will gesehen haben, wie die Polizei mit Eis» stücken beworfen wurde, ein anderer Teil be- stätigt, daß die Polizei grundlos dreingeschlagen habe. Der als Zeuge vernommene Landessyndikus erklärte, das Mandat des Genossen Dr. Jasper sei vom Braun- chweigischenLandtag deshalb für ungültig erklärtworden. weil zwei aus den Namen Jasper lautende Stimmzettel ineinander- gefalzt als ein Zettel abgegeben wurden. Diese Srinune hätte vom Wahlvorsteher nicht als gültig erklärt werden dürfen. Ein bürgerlicher Geschäftsführer und ein älterer Arbeiter be- kündeten, daß sie von der Polizei ohne Grund mit dem Säbel geschlagen worden seien. Der betreffende Polizist »kann sich an nichts mehr erinnern". Ein Staats- anwalt war bei dem Gedränge mit in den Demonstrationszug ge- kommen und mußte al-Z Zeuge zugeben, das) er wohl etwas ängst- lich geworden war, dah es aber der Menge, wenn sie hätte Wider- stand leisten wollen, eine Kleinigkeit gewesen wäre, die paar Polizisten über den Haufen zu rennen. Die Verhandlung wurde dann auf Mittwoch vertagt._ Neuwahl in Cannstatt-Ludwigsburg. Der nationalliberale württembergische Reichs- und Landtags- abgeordnete H i e b e r soll zum Lohne für seine Tätigkeit bei der Schaffung des neuen württembergische» VoltSschulgesetzeZ mit dem durch das Gesetz geschaffenen Posten eines Direktors dcS evangelischen Oberschulrates bedacht werden. Da er jetzt Gymnasial- Professor ist, bedeutet das eine Beförderung, wodurch seine Mandate erlöschen. Die„Miinchener Neuesten Nachrichten" und der „Hannoversche Courier" melden. Hieber werde zum Reichstag nicht wieder kandidieren, da sein neues Amt ihm die Ausübung des ReichstagSmandatS nicht erlaube) der„Schwäbische Merkur" dagegen glaubt, Hieber werde sich wieder aufstellen lassen. Die letzte An- ficht dürfte die richtige sein. Daß Herr Hieber wieder in den Reichstag einziehen wird, ist freilich recht zweifelhaft, denn bei der letzten ReichStagSwahl im Jahre 1907 erhielt er im Wahlkreise Cannstatt-Ludwigsburg 13 787, unser Genosse Keil IS 483 und der Zentrumskandidat 93 Stimmen. Sozialdemokratische Kandidatur in Friedberg-Büdingen. Am Sonntag stellte eine Kreiskonferenz der sozialdemo- kratischen Partei im hessischen Reichstagswahlkreise Friedberg- Büdingen einstimmig den Genossen Parteisekretär Busold in Friedberg als Kandidaten für die bevorstehende Reichstags- ersatzwahl auf. Vusold, der bereits im Jahre 1907 kandidierte, war damals in der Stichwahl mit 3492 gegen 11518 nationalliberale Stimmen unterlegen. Außer Busold kandidieren bekanntlich Rechtsanwalt Dr. v. Helmolt für den Bund der Landwirte und Professor Calker für die Nationalliberalen und Freisinnigen. Zur Bremer Lehrerhatz. Bremen, 3. Mai. Genosse Freuthal hatte gegen die Zeugniszwangshaft, die vom Untersuchungsrichter über ihn verhängt wurde, Venn Senat Beschwerde erhoben. Er erhielt einen ablehnenden Bescheid imd heute, nachdem die 20 Tage Straf- Haft wegen Zeugnisverweigerung abgelaufen find, wurde er weiter in Haft behalten. In der Antwort des Senats heißt es, der Untersuchungsbeamte habe seine Kompetenz nicht überschritten und die Aussage FreuthalS sei für den weiteren Gang der Voruntersuchung von wesentlichem Belang. Es seien zwar die an dem Telegramm Beteiligten bekannt, so daß Freuthal gar nicht über noch nicht bekannte Personen, die vielleicht auch als Zeugen in Frage kommen könnten, anssagen solle, sondern über die Absendung des Telegranuns. Das Schönste an diesem Bescheid ist, daß Genoffe Freuthal bei der Absendung des Telegramms gar nicht mehr zugegen gewesen ist. Er soll also über etwas aussagen, was er, falls er überhaupt etwas weiß, nur vom Hörensagen wissen kann. Und dabei sind der Behörde, wie sie selbst angibt, die Teilnehmer an dem schrecklichen Verbrechen bekannt! Die Auftechterhaltung der Zeugniszwangshast ist demnach noch viel ungeheuerlicher, als sie an sich schon ist. Man sieht an der Antwort des Senats, wie sehr sich die Regierung des„liberalen" Bremens Mühe gibt, Preußen an reaktionären Taten zu übertruinpfen._ Der Proporz zum bayerischen Landtag. München, 6. Mai. ES liegt ein Antrag der liberalen Partei vor, die Verhältniswahl bei den Landtagswahlen zur Einführung zu bringen. Sie soll die jetzt geltende Mehrheitswahl ersetzen. In der Begründung geht der Abgeordnete Goldschmidt zunächst auf die Geschichte des Proporzes im bayerischen Paria- mente ein und führt an, daß die liberale Partei schon in früheren Jahren in der Kamincr Anträge aus Einführung der Verhältniswahl gestellt habe. Jetzt habe sie den Antrag wiederholt, weil neue Momente auf- getreten wären: die Einführung des GemeindeproporzeS, die neueren Erfahrungen in anderen Ländern und die Resultate der letzten bayerischen Landtagswahlen. Was das Zentrum, wenn auch in verstümmelter Weise, für die Gemeindewahlen gewährt habe, müffe cS konsequenterweise auch für die Landtagswahlen gewähren. Der liberale Redner bringt ein reiches Material zustimmender Aeußerungen auS klerikalen Kreisen und Zeitungen. Wer die Rede dcS liberalen Redners und die ZustimmungSäußerungcn seiner Freunde anhörte und die traurige Geschichte dieser traurigen Partei in bezug auf Wahlrechtsformen im Reich und den Bundesstaaten nicht kennt, könnte an die Ehrlichkeit der Motive der Aktion glauben. So ober kann der Antrag nur als der Ausdruck des Parteiegoismus des bayerischen Liberalismus gelten. Er will den Proporz in Bayern nur deshalb, weil er mit ihm bessere Wahlgeschäfte zu machen hofft. In anderen Staaten sind die Liberalen die heftigsten Feinde desselben. Der Redner des Zentrums, Freiherr v. Malsen, gab dieser Auffassung sofort Ausdruck mit dem Hinweis auf die Haltung der liberalen Partei im Reich und jetzt in Preußen. Im übrigen spricht er sich in der entschiedensten Weise gegen den Proporz aus. Er führt verschiedene Gründe gegen ihn ins Feld, besonders aber, daß die seßhafte Bevölkerung des Landes von der fluktuierenden der Stadt nicht majorisiert werden dürfte. Ihm schließt sich im wesentlichen der Bauernbündler Beckh an, während der Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion Genosse S e g i tz sich rückhaltlos für den Antrag als einer alten sozial- demokratischen Forderung ausspricht. Er weist auch darauf hin, daß unsere Partei noch viel weitgehendere Forderungen aus dem Gebiete des Wahlrechts zu stellen habe, zum Beispiel Einführung dcS Frauen- Wahlrecht?. Der Schlußredner, Müller-Meiningcn, redete noch sehr viel und machte die Sache nicht besser. Sehr schön von ihm war es. daß er die Haltung des ZentSums in der Frage der preußischen Wahlreform scharf kritisierte. Ob er wohl von der traurigen Haltung seiner eigenen Partei nichts weiß? In namentlicher Abstimmung wurde der Antrag abgelehnt gegen die Stimmen der Liberale» und Sozialdemokraten, de» Zentrums- führerS Dr. Schädler und einiger Bauernbündler. Der Bierkrieg in Bayern, der feit Wochen vorläufig nur in Niederbayern tobte, beginnt nun auch in den Industriezentren. Dort ist die BierpreiScrhöhnng mit dem 1. Mai eingeführt worden, in den Großstädten soll sie erst am IS. Mai begimien.— In Nürnberg fand Freitagnachmittag eine von 2000 Gastwirten besuchte Protestversamniluug statt; sie pro- testierte dagegen, daß die Brauereien von den 2 M. Erhöhung, die eintreten soll, den Wirten nur SO Pf. geben«vollen, während die Wirte für sich 1,20 M. in Anspruch nehmen. Die Wirte erwarten in ihrem Kampfe gegen die Brauereien die Unterstützung der organisierten Arbeiterschaft. Nack, Schluß der Versammlung z�o gen 2000 Wirte in geschlossenem Zuge durch die Stadt, vorbei am Geschäftshaus der„Fränkischen Tagespost", vor den Betrieb der größten und führenden Brauerei, wo sich der Zug dann auflöste. Ani Abend»ahm eine Versammlung von 2ö0 VertrauenS- männern der organisierten Arbeiter Stellung zum Bierlrieg. In der sehr ausgiebigen Aussprache kam zum Ausdruck, daß es die Arbeiterschaft ablehnt, den Wirten die Kastanien auS dem Feuer zu holen. Wie sich die Wirte mit den Brauereien in die 2 M. teilen, berührt die Arbeiterschaft nicht. Schließlich wurde eine zehngliedrige Kommission gewählt, die mit den Brauereien in Unter- Handlung treten soll._ Das Kallsyndikat wünscht hohe Kalipreise. Die Gescllsckiafterbersammlung des Kalisyndikats hat an den Reichstag eine Petition gerichtet, die Stellung nimmt gegen die Herabsetzung der Preise für Roh- und Düngesalze. In der Pcti- tion werden die Verluste, die durch diese Heraibsetzung entstehen. ziffernmäßig belegt, der Gcsamtverlust soll über 10 Millionen Mark betragen. Die Petition bittet deshalb um Festsetzung de» Preise nach dem Dsmni-Kölleschen Entwurf. Oeftemicb. Ein sozialdemokratisches Steuerprogramm. Tie sozialdemokratischen Abgeordneten haben die Ab- schaffung der Liebesgaben an die Branntweinbrenner beantragt, die darin besteht, daß ein Kontingent von 1 017 000 Hektoliter Alkohol statt mit 110 nur mit 90 Hellern pro Liter be- steuert ist. Mit der Erzeugungsbonifikation für landwirtschaftliche Brennereien und den Exportprämien inacht das mehr als 25 Mil- lionen Kronen. Ferner wird die Streichung der anläßlich der Einführung der Personaleinkommensteuer(1899) gewährten provisorischen Nach- l ä s s e von den direkten Ertragssteuern(Grund-, Gewerbe-, Haus« steuer) beantragti, die ohnehin kein ehrliches Bekennen des Einkommens zur Folge gehabt haben. Die Grundsteuer bringt heute trotz aller Bodenwertsteigerung w e n i g e r als vor 50 Jahren. Zur Einkommensteuer wird auf dem Lande nur der oft um ein Viel- faches zu geringe Katastralreinertrag(ohne Ertrag der Neben- gewerbe!) herangezogen. Auch dies soll fortfallen, auch die Agrarier sollen ordentlich Steuern zahlen. Der Antrag enthält ferner die vom Finanzminister geforderten direkten Steuern: Schenkungs- und Erbschaftssteuern, Erhöhung der Personaleinkommensteuer bei Einkommen über 20 000 Krone» pro Jahr bis auf 9 Proz., Erhöhung der Dividendensteuer und Sonderbesteuerung der Tantiemen der Verwaltungsräte. Die neuen Steuern sollen erst mit der Reform der wucherischen Hauszinssteuer in Kraft treten, zunächst soll für alle Neu. bauten eine ausreichende Steuerermäßigung gewährt werden. So könnte das Defizit gedeckt werden, ohne dem arbeitenden» konsumierenden Volk irgend welche neuen Kosten aufzuhalsen. Die bosnische« LandtagSwahlen. Die bosnischen Sozialdemokraten haben die Aufstellung eigener Kandidaten für die Wahl zum neuen Landtag beschlossen. In sechs Bezirken lverden zwei Kandidaten, ein serbischer und ein kroatischer, aufgestellt. Das in Serajewo erscheinende Parteiorgan„Glas Sloboda" wird wöchentlich zweimal erscheinen. Schweiz. Ein bürgerlicher Staatsstreich gegen die Sozialdemokratie. Bern, 4. Mai.(Eig. Ber.) Die Verfassung de» Kantons Bern enthält die hübsche Bestimmung daß in der neungliedrigen Regierung auch die Minderheitsparteien vertreten sein müssen. Nun gibt es hier eigentlich gar keine Mehrheitspartei, sondern lauter Minderheitsparteien, von denen im Kanton die freisinnige, in der Stadt Bern aber die sozialdemokratische die stärkste ist. Trotzdem hatte bisher die freisinnige Partei in der Regierung 7, die konservative 2 Sitze, die sozialdemokratische aber keinen. Aus Anlaß der aan nächiien Sonntag statt sin denden Neuwohl der Regierung ist einer der 7 freisinnigen Minister zurückgetreten�' und nun beschloß die freisinnige Partei, den freiwerdenden Sitz im Hinblick auf die VerfassungKbestimmung unserer Partei zu überlassen, aber unter der Bediirgung. daß ein Kandidat auf- gestellt werde, der ihr gefällt. Ohne Rücksicht auf diese arrogante Bevormundung stellte die sozialdemokratische Partei den Genossen Zgraggen, einen tüchtigen Juristen, der früher Staatsanwalt war, als ihren Kandidaten auf, der aber den- Freisinnigen nicht gefällt, so daß sie auf die Verfassungsbestimmung pfeifen und einen Gegen- kandidaten ausgestellt haben, den auch die Konservativen unter- stützen. So wird gegen den klaren Wortlaut der Verfassung unsere Partei um die ihr gebührende Vertretung in der Regierung be- trogen. Cnglancl. Der Thronwechsel. Lvndon, 9. Mai. Die Proklamation des Königs Georg zum Souverän hat heute früh 9 Uhr mit dem alten Zeremoniell in der City stattgefunden. An Templebar gegenüber den Gerichtshöfen war quer über die Straße eine seidene Schnur gespannt. Sie ist ein Sinnbild des ToreS, das ehemals an diesem Orte stand. Hier an der Grenze der City versammelten Jich der Lordmayor, die Aldermen, Sherifs und andere Würdenträger mit den Cith-Trom- petern. Von Westen'her kam dann die von HorseguardS eskortierte Prozession der Herolde herangeritten und bat um Erlaubnis, in die City ziehen zu dürfen, um den neuen König zu proklamieren. Nach einem Wechselgespräch, das das mittelalterliche Zeremoniell vorschreibt, gab der Lordmayor die Erlaubnis, die Schranke zu passieren, die unmittelbar hinter der Prozession wieder geschlossen wurde. Der Lordmayor und die Würdenträger der City schlössen sich dem Zuge an, der nach der Börse und anderen Punkten inner- halb der City zog. An jedem dieser Punkte riefen die Herolde den König Georg V. als neuen Souverän aus. Amtlicher Bekanntgabe zufolge wird die Leiche des Königs am 17. Mai in die Westminsterhalle gebracht werden und dort drei Tage öffentlich aufgebahrt bleiben. Alsdann wird die Leiche zur Beisetzung am 20. Mai nach Winds« übergeführt werden. Das Oberhaus trat heute mittag unter Vorsitz des Lord- kanzlers wieder zu einer Sitzung zusammen, in der weitere Mit» glieder dem neuen König den Eid leisteten. Das Unterhaus trat nachmittag wieder zusammen. Der Sprecher, der zum Besuche seines Bruders, des Botschafters. in Konstantinopel geweilt hatte, konnte noch nicht eintreffen. An seine Stelle trat der stellvertretende Sprecher Emmott. Das Haus war sehr gut besucht. Sämtliche Abgeordnete waren in Trauerkleidern erschienen und saßen entblößten Hauptes da. Zu. nächst leistete Emmott dem Könige Georg sowie seinen Erben und Nachfolgern den Eid. Darauf taten dies die Mitglieder des Hauses, darunter die Minister Grey» Lloyd George, Churchill und Burns. Bei fast allen PolizeigerichtShöfcn wurde heute auS Anlaß der Thronbesteigung des Königs Georg da» Verfahren gegen die Angeklagten eingestellt. KuKlanck. Ein Protest der Echtrussen. Petersburg» 9. Mai. Bei der heutigen Trauerkundgebung der Duma protestierte das Mitglied der extremen Rechten P u r i s ch- k ew i t sch gegen die Absendung eines Beileidstelegramms an das englische Parlament, weil solche die Befugnisse der Duma überschreite. Purischkewitsch wurde darauf auf An» trag des Präsidenten auf drei Sitzungen ausge» schlössen.-. ZGvM. Der Aufstand in Albanien. Konstantinopel, 9. Mai. Nach amtlicher Meldung haben die Truppen, die aus Preschovo aufgebrochen waren, das Plateau von Kara-Dagh besetzt. Auf den Höhen des Crnoljeva hat ein Kampf stgttgefunden, dessen Ausgang noch unbekannt ist- China. Eine beratende Kammer. Peking, 9. Mai. Ein Dekret wurde veröffentlicht, de- treffend die Eröffnung einer beratendenKammer am ersten Tage des neunten Monats. Diese Kammer wird die Grundlage zu dem späteren Parlament bilden und aus 90 Mitgliedern, größtenteils Mitglieder des kaiser- lichen Hauses, ferner aus Aristokraten und Beamten be- stehen._ Hus der partei* Zum Internationalen Kongreß in Kopenhagen delegierte die Reichstagsfraktion am Montag die Genossen Bebel, Singer und L e d-e b o u r. Genosse Richard Fischer wurde als Ersatzmann gewählt. Die Pächter und Sozialdemokratie in Finnland. Die finnischen Pächter oder Torpari bilden eine Klasse der Fronbauern, die ihre kleinen Hütten auf dem Boden der Großbauern und Gutsbesitzer aufgeführt und einen Flecken Land urbar gemacht haben. Die Pacht wird meist durch Tagwerk vergütet.— Auch diese Klasse der Ausgebeuteten erwachte vor einigen Jahren und begann sich zu organisieren. 1904—1906 fanden größere Streiks der Pächter statt, 1906 hielten sie ihren ersten, 1907 den zweiten und jetzt, vom 18. bis 20. April den dritten Kongreß in TammerforS ab. Etwa 400 Delegierte vertraten zirka 200 Gemeinden, so daß gegen SO Proz. aller Pächter der- treten waren.— Bisher waren die Organisationen der sozialdemokratischen Partei einzeln an- gegliedert. Jetzt beschloß der Kongreß, einen„Verband der Pächter" zu organisieren, um eine umfassende Agitation unter den Torpari entfalten zu können. Auch ein eigenes zwei- wöchentlich erscheinendes Organ soll herausgegeben werden.— Die sozialdemokratische Landtagsfraktion, der auch die Vertreter der Torpari angehören, hat die Interessen der Pächter eifrig vertreten. Ihr ist es vor allem zu verdanken, daß 1909 ein neues Pachtgesetz eingeführt wurde, welches die Lage der Fronpächter etwas besserte. Dieses Gesetz wurde nun aus dem Kongreß eingehend besprochen. Die Mängel des Gesetzes wurden aufgedeckt und die Fraktion be- auftragt, ständig auf seine Besserung hinzuarbeiten. Nach wie vor wurde auf die Notwendigkeit eines gesetzlichen Kulturzwanges hingewiesen, wodurch allein die finnische Agrarstage gelöst werden könne. Der Kongreß billigt« auch im übrigen die Politik der sozialdemokratischen Landtags- fraktion und nahm eine Resolution an, die die Fraktion auf- fordert, die bisherige Taktik gegen die russischen Gewalthaber fortzu- setzen und alle gesetzwidrigen Forderungen der russischen Regierung energisch abzuwehren. Im Anschluß an den Kongreß fand eine öffentliche Volks» Versammlung statt, wo gegen ine russische Gewaltpolitik scharfer Protest erhoben wurde. Unter den Klängen der Internationale wurde der Kongreß geschlossen._ BolkshauS in Gclsenkirchen. Um dem drückenden Lokalmangel zu entgehen, sahen sich die Parteigenossen und Gewerkschaften in Gelsenlirchen vor etwa zwei Jahren gezwungen, durch Hergäbe einer größeren Be- leihung den Inhaber des Barbarossasaales kontraktlich zu ver- pflichten, feineil Saal sowie die übrigen Lokalitäten jederzeit der Arbeiterschaft zur Verfügung zu stellen. Im Laufe des letzten Jahres wurde nun der Saal zum„Stadttheater" ausgebaut. Es stellte sich aber dann heraus, daß der Saal durch den Umbau in seiner Verwendbarkeit zu Volksversammlungszwecken und Beran- staltungen festlicher Natur erheblich gelitten hatte. Im beider- fettigen Einverständnis ist daher der Vertrag gelöst worden. Dafür ist nun der„Fürstenberger Ho f", der nunmehr Volks- haus genannt wird, erworben worden. Das neue Arbeiterlokal liegt in der Kaiserstraße, der schönsten Gegend der Stadt. Der Erwerb bedeutet in jeder Weise eine Verbesserung. potizcntdies, Gerlcbtliches ulrr. „Da» gleiche Recht." Zu 1000 Mark Geldstrafe wurde Genosse Linne» Weber vom„V o l k S b l a t t für Anhalt" von der Straf- kammer zu Dessau wegen angeblicher fünf Beleidigungen des Vorstandes der Dessauer Ortsgruppe des ReichsvcrbandeS gegen die Sozialdemokratie verurteilt. Die Beleidigungen fand da» Gericht in drei Artikeln des Volksblatts. Obgleich darin weder der Vorstand der Deffauer Ortsgruppe, noch eines der Vorstands- Mitglieder angegriffen, sondern nur das Wirken der famosen Organisation ganz im allgemeinen charakterisiert tvar, erklärt? das Gericht, daß sich jeder ReichSverbändler durch diese Artikel beleidigt fühlen müßte, weil in ihnen allgemein von Reichs- verbändlern die Rede sei. Dagegen wies das Gericht eine Widerklage des Genossen Linneweber gegen den Reichsverbändler und Chefredakteur des„Anhaltischen Staatsanzeigers", Liebisch, der in drei Artikeln die Sozialdemokraten und speziell die sozial. demokratischen Redakteure aufs schwerste beleidigt hatte, zurück, weil— oiese Artikel die Sozialdemokratie nur im allgemeinen kritisiert hätten! � � Genosse M ü l l e r von der„L c i p z i g e r B o l k s z e i t u n g" wurde zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt, tveil er einen klagenden Reichsverbandsangestellten„RcichsverbandSeunuchen" gc- nannt hatte. Dagegen nahm das Gericht an, daß die Ausdrücke „ReichSverband wider die Wahrheit" und„elende Organisation" nicht als Beleidigungen des Klägers anzusehen seien. Ein mißglückter Denunziantenstreich. Der in letzter Zeit vielgenannte Ober.hauS, den M Dortmunder Genossen aus der Partei auSge» schlössen haben und der noch jüngst wegen Verleumdung zu ISO M. Geldstrafe verurteilt worden ist, hatte bei der Staats- anwaltschaft gegen die Genoffen Bartels und Köhler zu Dortmund Strafanzeige wegen Meineids erstattet. Die Untersuchung ist nun abgeschlossen, und die Beschlußkammer des Dortmunder Landgerichts bat den beschuldigten Genossen den Bescheid zugehen lassen, daß da» Verfahren eingestellt Word?» ist, weil sich die Anzeige als hinfällig herausgestellt hat. GewerkfcbaftUchee. mutende Scharfmacher. — Der Kartellausschuß des Vereins deutscher Arbeitgeber- verbände und der Hauptstelle deutscher Arbeitgeberverbände hielt am 4. Mai eine Sitzung ab, um sich mit der Aussperrung im Bau- gewerbe zu befassen. Die„Deutsche Arbeitgcber-Zeitung" bringt darüber an leitender Stelle einen Bericht, der trotz der für die Oeffentlichkeit bestimmten Frisur doch das Unbehagen erkennen läßt, das in den Reihen der Scharfmacher über die Situation im Bauberuf herrscht. Man war sehr unzufrieden mit dem Verlauf der Aussperrung, insbesondere mit der Einigung in Berlin, Hamburg und Bremen. Beschwichtigend bemerkten die anwesenden Vertreter der Bauunternehmer, daß es ihren Anstrengungen ge- lungen sei, noch 1000 Arbeiter auf die Straße zu werfen, so daß sie jetzt 187(KM) der Ausgesperrten zählen könnten. Sehr un- gehalten war man über den Versuch der Regierung und anderer Stellen, den Konflikt beizulegen. Den sozialen Friedensaposteln wurden die Leviten verlesen und die„Arbeitgeber-Zeitung" schreibt: „Es wurde festgestellt, daß es hauptsächlich beamtete Per- sonen sind, welche durch ihre Stellung einzelne Bezirksverbände zu Verhandlungen verleitet, vielleicht sogar sanft gepreßt haben. Ein solches Verhalten unbeteiligter Personen ist zu verurteilen, denn auch noch so starke humanitäre Friedenssehnsucht gibt leinen Freibrief für Unbeteiligte, um einen Teil der kämpfenden Parteien zur Fahnenflucht überreden zu dürfen. TaS geltende Recht gibt Arbeitern und Arbeitgebern die Befugnis, ihre Differenzen durch Streiks oder Aussperrung, also auf dem Wege des Kampfes, zum Austrag zu bringen. Es bedarf wohl nur des Hinlveises auf diese Verhältnisse, um Unbeteiligte zu veranlasse», von jetzt ab bei ihren Fricdensvermittelungcn sich ausschließlich an die Zentralstelle des Baugewerbes, den Deutschen Arbeitgeberbund für das Bau- gewerbe, Berlin, Linkstr. 32, zu wenden." Die Denunziation der„beamteten Personen" bei ihren Be- Hörden, die Verhöhnung der„Humanitären Friedenssehnsucht"„Un- beteiligter" und das kategorische Verlangen. Friedensverhand- lungen nur da zu versuchen, wo man ja keinen Frieden will, bei der Zentralstelle der Scharfmacher, das alles ist charakteristisch für die Art, wie man auf feiten der Unternehmer den Kampf führt. Der Ton zeigt aber auch, in welche Wut die gutgemeinten Ver- suche zur Beilegung der Aussperrung die Scharfmacher versetzt haben. » Inzwischen müssen die Herren einen neuen Schmerz erleben. Soeben wird aus Detmold gemeldet: Detmold, 9. Mai. Hier wurde im Baugewerbe eine Einigung herbeigeführt, und zwar auf Grundlage der Hamburger und Berliner Beschlüsse. •> Inzwischen hat auch die Hilfsaktion der organisierten Ar- beiterschaft kräftig eingesetzt. Die Buchdrucker in Hannover beschlossen in ihrer letzten Mit- gliederversammlung, für die ausgesperrten Bauarbeiter einen wöchentlichen Extrabeitrag von 20 Pf. zu erheben. Im Bolkshause zu Leipzig tagte eine von etwa 2S9<) Mann besuchte Buchdruckerversammlung. Ohne Diskussion wurde ein stimmig beschlossen, den ausgesperrten Bauarbeitern sofort SOOO M. zu überweisen und in Anbetracht der Situation den Gaubeitrag von 60 Pf. auf 90 Pf. pro Woche zu erhöhen. Die Versammlung schloß mit einem begeisterten Hoch auf die Solidarität aller Arbeiter. Der Bczirksverein Metz des Verbandes der Deutschen Buch druckcr, der alle Druckorte Lothringens umfaßt, nahm einstimmig folgende Resolution an:„Der Bezirksverein Metz des Verbandes der Deutschen Buchdrucker nimmt Veranlassung, den ausgesperrten Bauarbeitern in dem ihnen aufgedrängten Kampfe gegen die Willkür des Unternehmertums seine vollste Sympathie aus zusprechen. Dies um so mehr, als dieser Kampf in seinen Folgen von eminenter Bedeutung für die vitalsten Interessen der Ge. samtarbeiterschaft ist. Der Bezirksverein hegt die Erwartung, daß die gesamte Bauarbeiterschaft in dem ihr aufgezwungenen Kampfe bis zum Siege ausharren wird, und sichert ihr. wie er dies von der gesamten Arbeiterschaft erwartet, im Bedarfsfalle die weitgehendste materielle Unterstützung zu." Einen glänzenden Beweis von p r o l e t ck r i s ch er Solidarität erbrachten auch die Bauhilfsarbeiter in Köln. In zwei Tagen wurden neben den laufenden Wochenbeiträgen noch 4566 Streikmarken zur Unterstützung der Ausgesperrten an die in Arbeit gebliebenen Kollegen verkauft, was eine Einnahme von 2298 M. darstellt. Das Kieler Gcwerkschaftskartell und die Vorstände sämtlicher Gewerkschaften haben in einer kombinierten Sitzung die Ein- führung von Sammellisten für die Bauarbeiter abgelehnt und den Beschluß gefaßt, für die Dauer der Aussperrung von jedem organisierten Arbeiter einen Extrabeitrag von 50 Pf. pro Woche zu erheben. Für die Unorganisierten sollen Marken zu je 50 Pf. ausgegeben werden. Die Werkstattdelegierten der Leipziger Holzarbeiter haben beschlossen, pro Woche ab 1. Mai gerechnet, den ausgesperrten Bau- arbeitern 1000 M. zuzuführen» und zwar aus der Lokalkasse.> Die Hoffnung der Unternehmer, daß eS ihnen gelingen könnte, die Kassen der Bauarbeiter in sechs Wochen zu leeren, dürfte dem- nach schmählich zuschanden werden. Die Solidarität der Gesamt- arbeiterschaft dürfte es den Bauarbeitern ermöglichen, den Kampf durch Monate hinzuziehen! SerUn und Qmgegend» Auch ein.„Lehr"-Bertrag. Recht eigenartige Auffassungen scheint die Firma Wolff Nachf., Äoltastraße, Metalldreherei, von einem Lehrverhältnis zu haben. In den Lehrverträgen, die diese Firma abschließt, heißt es unter anderem: „Der Lehrherr zahlt dem Lehrling einen wöchentlich zahl- baren Lohn für die geleisteten Arbeitsstunden pro Woche im ersten Jahre 3 M., im zweiten Jahre 4,50 M. Im dritten und vierten Jahre erhält der Lehrling den halben Gcsellen-Akkord- lohn." Wenn nun ein Lehrling im dritten oder vierten Lehrjahre der- tragsgemäß arbeitet und(was doch bei einem Lehrling vorkommen kann und vorkommt) die Arbeit nicht tauglich ausfällt, dann erhält der Lehrling nichts. Ein solches Verfahren einem Lehrling gegen- über ist unserer Meinung nach unverträglich mit dem Sinn eines Lehrverhältnisses. Bequem und angenehm mag es ja für die Firma sein. Die Firma bat auf diese Weise nicht eigentliche Lehrlinge, fondern billige Arbeitskräfte, die eine Reihe von Arbeiten um den halben Aklordpreis herstellen. Das Risiko einer nicht gelungenen Arbeit wälzt die Firma von sich und begnügt sich edlerweise mit der Inanspruchnahme der angenehme,, Seiten eines solchen Lehrver. hältnisses. Die Eltern junger Leute werden gut tun, sich die Ver- träge erst anzusehen, ehe sie ihre Söhne auf solche Verträge ver- vflichtcn. Auch die erwachsenen Arbeit Zeutralverbaud der Schmiede. Wir machen unsere Vertrauensleute darauf aufmerksam, daß Sammellisten für die ausgesperrten Bauarbeiter im Bureau, Linienstr. 73, abzuholen sind. Von unfern Äiitgliedern crlvartcn wir, daß sie sich recht rege an den Sammlungen beteiligen werden. _ Die Ortsverwaltung. Achtung, Steinarbeitcr! Wegen Nichtanerkennung des Tarifs legten die Steinmetzen der Firma Gebr. F r i e s e ck e.Kunststein- fabrik in Britz, die Arbeit nieder. Eine Ausnahme machten nur die Steinmetzen August B o f i n g e r und Otto G l o r, welche an- geblich die der Firma Friesecke gehörenden Steinmetzarbeiten in eigene Regie übernommen haben, wahrscheinlich, um die Firma Fricsecke davor zu bewahren, mit unserm Verbände in ein Tarifverhältnis zu treten. Selbstverständlich kann die neue Firma Bo fing er und Glor als Tarifkontrahent nicht in Frage kommen. Auch die andern beiden Zwischenunternehmer Frie- s e ck e s, die Herren S ch i l l e und Jüngers, sind auf die Dauer des Streikes gesperrt. Die Kollegen auf den Bauten werden er- sucht, ein wachsames Auge auf die Frieseckeschen Arbeiten, mit Einschluß der von obengenannten Zwischenunternehmern über- nommenen, zu. haben und alles Zweckdienliche im Berbandsbureau, Sehdelstr. 30, Tel. Amt l, 0248, zu melden. Zcntralverband der Steinarbeitcr. Ortsverwaltung Berlin. Die Tarifbelvegung der Brauereiarbeiter. Mit Spannung erwarteten die Brauereiarbeiter Grotz-Berlins den Bericht ihrer Kommission über das endliche Ergebnis der Tarif- Verhandlungen und in Massen strömten sie am Sonntag nach der „Neuen Welt", wohin alle organisierten Brauereiarbeiter einge- laden waren. Die gesamte Lohnkommission und die Vertreter aller in Frage kommenden Gewerkschaften hatten auf der Bühne Platz genommen. Jeder sollte die Verantwortung tragen helfen für den schweren Beschluß, den man der Versammlung unterbreiten wollte. Die Unternehmer hatten ein Ultimatum gestellt und die Ablehnung bedeutete den Kampf, das zeigte der Referent Wilhelm Siering klar und scharf in seinen Darlegungen. Die letzte Versammlung der Arbeiter hatte die Zugeständnisse des Vereins der Brauereien als zu geringfügig abgelehnt. Die Kommission bemühte sich in neuen Unterhandlungen um weitere Zugeständnisse, und es gelang ihr auch, den Brauereien weitere Verbesserungen der Arbeitsbedin- gungen abzuringen, die allerdings weit hinter den gestellten For- derungen der Arbeiter zurückbleiben. Die Unternehmer erklärten aber, nunmehr keinen Schritt weiter gehen zu können und stellten ihr Ultimatum. In der entscheidenden Verhandlung vom 2. Mai gab der Syndikus Meyer für den Verein der Brauereien eine längere Erklärung ab, in der zuerst die allgemeine schlechte Lage des Braugewerbes und die Schwierigkeiten, mit denen die Braue- reicn zu kämpfen haben, erörtert wird. Dann heißt es: „Wenn trotzdem die Brauereien bereit und willens seien, einen Tarifvertrag mit wesentlichen Belastungen auf eine Dauer von 5 Jahren zu schließen, so geschehe es auch aus der Erwägung heraus, daß nach den vielen Beunruhigungen, denen das Gewerbe in den letzten Jahren unterworfen gewesen sei, die Vertreter des Vereins es für ihre Pflicht halten, das Gewerbe und die Betriebe zu schützen vor neuen Bewegungen und Unruhen, die bei kurzen Tarifverträgen vor und nach dem Ablauf mit Sicherheit zu be- fürchten wären. Aus diesem Grunde halte der Verein der Braue- reien fest an dem Abschluß auf die Dauer von 5 Jahren. WaS die Arbeitszeit anlangt, so sei nach den letzten Erklä- rungen der Kommission, die die Genehmigung des Vereins ge- funden haben, die Forderung der Verminderung auch der Brutto- Arbeitszeit am Tage um eine halbe Stu.nde bewilligt für alle Kategorien mit Ausnahme der Brauer, Böttcher und Handwerker, die ohnehin nur eine llstün- dige Bruttoarbcitszeit haben. Die weitergehenden Wünsche, wo- durch die Verminderung der Brutto-Arbeitszeit für die letzteren Kategorien unter 11 Stunden herabsinken würde, könne der Ver- ein unter keinen Umständen erfüllen. Hinsichtlich der Nacht- arbeitszeit sei der Verein nicht in der Lage, über die bereits aus- gesprochenen Bewilligungen hinauszugehen." In bezug auf eine Lohnerhöhung wird erklärt: „Unter der Voraussetzung eines Vertragsabschlusses auf die Dauer von 5 Jahren sei der Verein bereit, statt nach drei Jahren, wie zuerst in Aussicht genommen, schon nach 2M> Jahren eine generelle Erhöhung um 1 M. eintreten zu lassen, und zivar nicht nur für die Löhne der mit weniger als 30 Mk. pro Woche bezahlten Kategorien, sondern für sämtliche in Betracht kommenden Arbeitnehmer in den Brauereien. Darüber hinaus wolle der Verein dem Wunsche auf als. baldige Erhöhung der Löhne über eine bezw. zwei Mark hinaus Rechnung tragen und sofort bei Inkrafttreten des Tarifs für sämtliche Arbeitnehmerkategorien eine weitere Erhöhung um 50 Pf. gewähren. Die Vereinsbrauereien haben einmütig beschlossen, daß über diese Konzessionen unter keinen Umständen hinausgegangen werden könne. Die Konzessionen haben zwei Voraussetzungen: 1. daß in den weiteren Verhandlungen solche Beschlüsse nicht gefaßt werden. die eine neue wesentliche materielle Belastung der Brauereien in sich schließen; 2. daß eine Bestimmung des geltenden Vertrages geändert werde, die, so lange sie bestehe, zu Streitigkeiten An- laß gegeben habe. Es handle sich uni die Bestimmung, daß be- stehende bessere Lohnbedingungen erhalten bleiben. Bei den gegenwärtigen Verhandlungen sei von den Vertretern des Ver- eins wiederholt betont worden, daß die neuen Verträge lediglich die tariflichen Mindestlöhne festlegen, nicht aber die Erhöhung etwa bestehender und sonstiger besserer Löhne." Dieser Punkt der Erklärung bezieht sich, wie Sie ring aus- führte, auf die„Wohltätigkeitseinrichtungen" mancher Brauereien, besonders der Alterszulagen in der Schultheißbrauerei, die für Neueingestellte fortfallen würden.— Außer den Zugeständnissen in bezug auf Lohn und Arbeitszeit sind für die einzelnen Kategorien noch eine Reihe kleinerer Vor- teile erzielt worden. So sehr sich auch die Kommission dagegen sträubte, die Forderung einer Tarifdauer von 5 Jahren anzuer- kennen, so sehr hielten die Unternehmer gerade an dieser Forderung als einer Bedingung für den Tarif fest. Di« Kommission entschloß sich dann, mit diesem Ergebnis aller Verhandlungen vor die Ar- beiter zu treten und das Ersuchen zu stellen, die Zustimmung dazu nicht zu versagen. Zuerst wurde eine VertrauenSmännervcrsammlung einberufen, die folgende Resolution mit 138 gegen 74 Stimmen annahm: „Die heute am 8. Mai 1910 in der„Neuen Welt" versammel- ten Vertrauensmänner aller an der Lohnbewegung in den Lager- bierbrauereien beteiligten Organisationen beschließt, der heute stattfindenden Allgemeinen Versammlung der organisierten Brauereiarbeiter die Annahme der von dem Verein der Braue- reien gemachten Zugeständnisse zu empfehlen. Die Vertrauens- leute erklären, daß die Zugeständnisse keineswegs die gehegten Erwartungen befriedigen, sie sind aber der Meinung, daß durch einen Kampf weitergehende Zugeständnisse nicht erzielt werden können und die Aufnahme eines Kampfes daher nicht ratsam er- scheint." Der Massenversammlung lag diese Resolution der Vertrauens- leute vor. In der Diskussion wurde sie heftig bekämpft. Viele Stimmen erhoben sich für den Kampf mit den Unternehmern. Der Vorschlag der fünfjährigen Tarifdauer rief den stärksten Wider- spruch hervor, und die Versammlung lehnte mit großer Majorität den Tarif unter dieser Bedingung ab. S i e r i n g machte den Ver- sammelten nochmals den Ernst der dadurch geschaffenen Lage klar und empfahl die Annahme eines Antrages, nach welchem der Tarif auf Grund der gemachten Zugeständnisse angenommen wird, wenn er auf vier Jahre Geltung hat und die generelle Erhöhung der Löhne noch 2 Jahren eintritt. Mit sehr knapper Majorität stimmte die Versammlung diesem Antrage zu und ermächtigte die Kom- Mission, auf dieser Grundlage zu verhandeln eiter des Betriebes haben alle Veranlassung, zu diesen nicht gerade idyllischen Zuständen Stellung zu nehmen._■__ verantw. Redakt.: Richard p-rth, Berlin. Inseratenteil verantw.'.lft. Glucke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. BerlagSanstgll Paul Singer ä: Co., Berlin S�V. Hierzu 3 Beilagen u.llnterhaltungSbl. l Die ringfreien Brauereien find zu einem Tarifabschlufi ge- neigt, sie werden sich aber nach dem Verlauf der Dinge in den Ring- braucreien richten.— In den Bierniederlagen werden dre Verhalts nisse noch geregelt werden; die Verhandlungen schweben noch. Die erhöhten Löhne, wie sie vom Verein der Brauereien be- willigt sind, sollen vom 1. April ab nachgezahlt werden. Zur ge- naueren Information über die Zugeständnisse in der Lohnfrage gab S i e r i n g die folgende Tabelle bekannt: Bewillgter Nach jetziger �.ohn o0�u Jahren N. M. M. Für Brauer und an deren Stelle Beschäftigte.,. 35 36,50 37,50 Für Böttcher-.... 35 36,50 37,50 Für Gärtner...... 28 30,50 31,50 Für Sattler, Maler, Lackierer 30 32,50 33.50 Für die Übrigen Handwerker 32— 34 34,50 35,50 Für Handwerker-Hilfsarbeiter 26 28,50 29,50 Für Maschinisten.... 31—33 33,50 34,50 Für Heizer...'... 29—31 31,50 32,50 Für Abschmierer und Kohlen- schiever....... 26-27 28,50 29,50 Für Flaschenkellerarbeiter. 25 27,60 28,50 Für Hosarbeiler..... 25,50 27,50 28,50 Für das Fahrpersonal ist zugestanden, daß den Faßfahrcrn 3000 M. und den Flaschenfahrern 2000 M. Jahreseinnahme garantiert werden. Für die Faßmitsahrer sind die Lohnsätze entsprechend dem angeführten Verhältnis: 25 M., 26,50 M., 27,50 M. nebst einer Provision von 7Z-- Pf. für verkauftes Bier. Bei den Flaschen- Mitfahrern sind die Lohnsätze: 25 M., 27 M., 28 M. Für die Re» servefahrer: 28 M.. 29,50 M., 30,50 M. Für die Stalleute: 28 M.. 29,50 M., 30,50 M. Für die Chauffeure 40 M. Für die..Diversen" und die Arbeiter im inneren Betrieb gelten ebenfalls die Zulagen von 1,50 M., die sogleich gezahlt werden, und von 1 M. nach 214 Jahren. Oeutlcbcs Reich. Metallarbeiteraussperrung zu Lünen(Wests.). Seit April stehen 50 Former der Firma Pothoff im An?« stand, weil sie sich die fortwährenden Lohnabzüge nicht mehr ge- fallen lassen konnten. Die anderen Metallindustriellen am Orte hatten angedroht, daß sie sämtliche Metallarbeiter aussperren würden, wenn die Former nicht bedingungslos die Arbeit wieder aufnehmen. Die Drohung ist jetzt zur Tat geworden. Die Eisen- greßerei Westfalia, die Lüncr Hütte Schultz u. Eo., die Eisen- gicßerei F l u h n, e u. L e n z. sowie Pothoff u. Fluhme haben ihre Betriebe geschlossen. Dadurch sind über 700 Familienväter aufs Stratzenpflaster gesetzt. Bon den Ausgesperrten sind zirka 400 or- ganisiert, zum größten Teil im christlichen Nietallarbeiterverband. ungefähr 300 Mann sind unorganisiert. Lünen, eine Stadt von 9000 Einwohnern, liegt hart an der Grenze des Münsterlandes, wo die Arbeiterorganisationen bisher noch wenig Eingang finicl» konnten. Charakteristisch an dieser Aussperrung ist, daß auch solche Arbeiter mit ausgesperrt wurden, die ihr Leben lang dem Werke ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt haben. Es sind Arbeiter mit ausgesperrt, die im Alter bis zu 66 Jahren stehen, und solche, die 56 Jahre ununterbrochen auf dem Werke gearbeitet haben. Als Tank und Anerkennung für ihre lange Dienstzeit haben diese Leute vor zwei Jahren noch eine goldene Uhr vom Unternehmer erhalten, und vom Staate sind sie wegen 50jähri�er treuer Dienst- leiftung mit dem allgemeinen Ehrenzeichen dekoriert worden. Der Gärtnerstreik i» Remscheid ist mit Erfolg beendet! Die Gärtner haben in diesem Jahre äußerst zäh zu kämpfen, um ein paar Pfennige Lohnerhöhung zu erlangen. In Remscherd war für die Landschaftsgärtnerei ein Stundenlohn von 42 und 45 Pf.» für die sonstigen Betriebe 22 und 25 M. Wochenlohn gefordert worden. Tic Unternehmer hatten jedivede Verhandlung abgelehnt und ließen es zum Ausstaude kommen. Obschon 90 Proz. aller Gehilfen und Arbeiter am Orte organisiert waren und m den Ausstand traten, und obschon strikte Solidarität geübt wurde und kein Streikbruch vorkam, uird der geringe Zuzug von außerhalb stets abgefangen wurde, auch die Witterungsverhältnisse schr günstig waren, so hatten die Streikenden dennoch volle vier Wochen m>t ganzer Energie zu kämpfen, um ihre bescheidenen Forderungen durchzusetzen. Sic mußten eine Firma nach der anderen nieder» ringen. Als dann nach vier Wochen die Streikenden bis auf drei in den bewilligten Firmen untergebracht waren und deshalb der Streik sein Ende erreicht hatte, verblieben immer noch etwa die Hälfte der Betriebe, über die nun die Sperre verhängt wurde. Im ganze» wurde in diesem Kampfe vorläufig für 55 Beschäftigte eine Lohnerhöhung von 2 M. pro Mann und Woche herausgeholt. Lohn- erhöhungen in etwas bescheidener Grenze habe» allerdings auch die noch gesperrten Firmen eingeführt. Ausland. Bon den österreichischen Seeleute«. Ende April tagte in Trieft eine Konferenz der Seemanns» organisationen der östlichen Adriaküste, die sich sämtlich dem Trans- portarbeiterverband angeschlossen haben. Der Verbandsobmann, Reichsratsabgeordneter Genosse F o r ft n e r» Wien, nahm an der Konferenz teil. Die österreichischen Seeleute erfreuen sich noch nicht einmal der obligatorischen Kranken- und Unfallversicherung. Dafür existiert ein unter bischöflichem Patronat stehendes Seemannsheim, das von den Arbeitern bezeichnenderweise„easz, trappola"(Mausefalle) genannt wird. Die Konferenz forderte Ar- beiterschutz in dieser Verwaltung, und paritätische Leitung für den Arbeitsnachweis, Einbeziehung in die allgemeine Sozialversichc- rung. Herabsetzung des Jnvaliditätsalters von 65 auf 60 Jahro und Ausdehnung der Versicherung auf alle zwischen österreichischen Häfen diensttuenden Schiffe ohne Rücksicht auf deren oder der Mannschaft Nationalität.— Vertreter der elend lebenden Fischer von Trieft und Jstnen erbaten den Schutz der Organisation. Ge- fordert u. a. auch Ausdehnung der Gewerbeinspektion, die schon die Binnenschiffahrt umfaßt, auf die Seeschiffahrt. Ueber die Auf» gaben der Organisation sprach Genosse Forstner. Die Konferenz sei der Anfang einer intensiven Aufklärungsarbeit. Auch die an Zahl sehr schwachen ungarischen Arbeiter— der Hafen Fiume ist ungarisch— müßten sich anschließen. Abg. Oliva» Trieft versicherte die Konferenz des Beistandes aller sozialdemo- kratischen Arbeiter. Namens der italienischen Kameraden sprach Genosse T o d e s ch i n i für wahre Jnternationalität. Letzte Nacbricbtcn und Depcfcben. Bluttat und Polizeiknüppel. München, 9. Mai.(B. H.) Eine schwere Bluttat wurde in einem Schuhmacherladen in der Herrenstraße verübt. Ein bei dem Schuh- machermeister Wilbach bedienstetcr 25jShriger Schuhmacher geriet mit seinem Meister in Streit und versetzte ihm mit einem Schuster» messcr vier Stiche, durch welche der Meister schwer verletzt wurde. Der Täter wurde durch einen hinzukommenden Kriminalschutzmaun mit einem Polizeiknüppel niedergeschlagen und festgenommen. Tie Jungtürken gegen den Spitzel Schefik. Konstantinopel, 9. Mai.(W. T. B.) Die Kammer war heute der Schauplatz von Tumultszenen anläßlich eines Antrages auf Ver- öffentlichung sämtlicher den Araber Schefik betreffender im Uildiz aufgefundener Geheimberichte. Schefik steht bei den Jungtürken in dem Rufe, ein Spitzel des früheren Sultans gewesen zn sein. Der Großwesir erklärte, eine Entscheidung über die Veröffentlichung vor der UeberprÜfung des gesamten AildizarchivS fei unmöglich. Die Majorität stimmte dem Großwesir zu. iot- N. z-hrMg. it Keilllge des„Kmillts" Ktrlilltr Nsldsbllltt. � 10 � 1910 ---——-—,— Reichstag» 81. Sitzung vom Montag, den S. Mai, nachmittags 2 Uhr. Am BundeZratstisch: v. B eth mann«Hollweg, v. S ch oen, Kraetke, Dernburg. Mermuth. Vizepräsident Dr. Spahn bringt die Teilnahme des deutschen Volkes an der Trauer Englands aus Anlaß deS Todes König Eduards VIl. zum Ausdruck. Das Haus ehrt das Andenken des Königs Eduard durch Erheben von den Sitzen. Auf der Tagesordnung stehen zunächst Berichte der Budget» kommission über Petitionen. Entsprechend dem Antrage der Kommission werden die Petitionen, die zumeist Gehaltsaufbesserungen von Post- und Telegraphenbeamten und Arbeitern betreffen, der Regierung als Material oder zur Berück- sichtigung überwiesen. In dritter Beratung wird dann der Gesetzentwurf über die geschäftliche Behandlung des Gerichtsverfaffungsgesetzes, der Strafprozeßordnung und der Reichsversicherungsordnung (Diäten für die Mitglieder der Sommer-Kom- Missionen), sowie der entsprechende Nachtragsetat debattelos angenommen, und ebenso das Konsulatsgcbührengefetz und das Kolonialbcamtcngcsetz; zu letzterem werden auch zwei Resolutionen angenommen, in denen der Reichstag eine gesetzliche Regelung des Verfahrens vor den Disziplinarbehörden und die Möglichkeit des Wiederaufnahmeverfahrens im Disziplinarverfahren wünscht. Es folgen Petitionen. Eine Petition um Unterstützung deS Deutschen Schillerbundes wird nach kurzer Befürwortung durch den Abg. Pfeiffer(Z.) dem Reichskanzler zur Erwägung überwiesen. Die Petition des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen und -Gehilfinnen Deutschlands(Sitz Hamburg),«die nötigen Schritte zur Herbeiführung einer A rb eitSl o s en v ersich e- r u n g in die Wege zu leiten," wird debatteloS dem Reichskanzler zur Erwägung überwiesen. Eine Reihe weiterer Petitionen wird debatteloS nach den Be« schlüssen der Kommission erledigt. Der katholische Arbeiterverein in Habelschwerdt, deffen Mitglieder zu zwei Dritteln Zündwarenarbeiter sind, und die Ar- beiter und Arbeiterinneu verschiedener Zündwarenfabriken petitionieren um Entschädigung in der arbeitslosen Zeit, die durch das Zündwarensteuergesetz herbeigeführt ist. Die Kommission beantragt, diese Petitionen dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen. Abg. Dr. Osann(natl.): Ueber das Zündwarensteuergesetz vom vorigen Jahre sind von feiten der Unternehmer und Arbeiter der Zündhölzerindustrie und verwandter GewerbSzweige zahlreiche Klagen eingelaufen. Hier haben wir es zu tun mit Petitionen von Zündholz- arbeitern und zwar aus den verschiedensten Teilen Deutschlands, die durch den starken Produktionsrückgang infolge der Steuer- gesetzgebung schwer geschädigt worden sind. Es ist eine Ehrenpsticht, diesen Leuten zu helfen, und so ist denn zu hoffen, daß der Reichstag möglichst einstimmig dem von der Kommission mit großer Mehrheit beschlossenen Antrage beiweten wird.(Beifall links.) Abg. Brey(Soz.): Wir wünschen, daß der Reichstag nicht nur die Petitionen dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überweist, sondern daß er sich auch dafür einsetzt, daß diese Berück- sichtigung auch wirklich stattfindet und die er« betene Entschädigung gewährt wird. Wir haben schon bei der Beratung der Finanzreform auf die verhängnisvollen Wir- kungen des Gestzes hingewiesen und das Elend vorausgesagt, das über zahlreiche Zündholzarbeiter hereinbrechen werde. ES ist eine Ehrenpflicht gerade auch der Parteien, die aller Warnungen un- geachtet diese a r beiterfeindliche Steuer beschlossen haben, jetzt für Entschädigung der davon betroffenen Aernrsten derArmen zu sorgen. Unsere Voraussagen über den Rückgang der Produktion sind nicht nur eingetroffen, sondern von der Wirklichkeit noch weit übertroffcn worden. Ueberall wurden sehr erhebliche Feierschichten ein- gelegt, viele Fabriken mußten zeitweise ganz still gestellt werden. Für die Arbeiter ergab sich überall Verringerung des Lohnes, Verschärfung des Elends. An der Spitze der Petenten marschiert der katholische Arbeiterverein in Habelschwerdt. Er muß das Elend, um dessen Beseitigung er jetzt petitioniert, auf das Schuldkonto des Zentrums schreiben, der führenden Partei im schwarz« blauen Steuerblock. Unseren Antrag, die Zündholzarbeiter zu ent- schädigen, hat da« Zentrum damals abgelehnt.(Zurufe im Zentrum.) Daß Sie angesichts dieser vom Zentrum geschaffenen Lage, angesichts dieses großen Elends noch ironische Zurufe machen, wird draußen im Lande ge« hört werden, Herr Becker I(Sehr richtig I bei den Sozialdemo- kraten, Unruhe im Zentrum.) Das Zentrum hat den Jammer ver- schuldet, über den jetzt die katholischen Arbeiter von Habelschwerdt klagen i aber als wir auf diese notwendigen Folgen der Steuer- Politik des Zentrums hinwiesen, sagte Herr Erzberger, die beste Fürsorge für die Zündholzarbciter sei die Einschränkung der Pro- duktion.(Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) DaS Reich ist Kleines feuilleton» Mit Franz Nikolaus Finck, dem Privatdozenten für Sprach- Wissenschaft an der Berliner Universität, der am letzten Freitag im besten Mannesalter ganz unerwartet verstorben ist, ging ein außer- gewöhnliches Sprachgenie dahin, und die Lücke, die sein Tod dem Lehrkörper der Berliner Universität geriffen. ist vorläufig überhaupt nicht auszufüllen. Als er im Jabre 1S03 die ersten Vorlesungen ankündigte, lasen wir mit ungläubigem Staunen, daß ein und der- selbe Herr indogermanische, Bantuneger- und polynesische Sprach- kurse abhalten wollte. In den Kreisen der Fachgelehrten, besonders bei den exotischen Philologen, galt er als wandelnde Universal- grammatik und als lebendes Lexikon und wurde als solches von ihnen wie von den Studenten auch in entsprechender Weise ge-, ge- legentlich auch mißbraucht. Uebersetzungen aus dem Chinesischen ins Arabische, vom Eskimonischen ins Papuanische, vom Mexikanischen in irgend einen Zigeunerdialekt waren für diesen Gelehrten ein Kinderspiel. Neben seinen Sprachstudien, bei denen er sich mit der bloßen Kenntnis einer Sprache nicht begnügte, sondern sie in ihrem Wesen zu erfassen und in ihren Zusammenhang mit anderen ein- znreihen suchte, fand er immer noch Zeit zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen und zur Herausgabe einer Anzahl von Werken. Vor zehn Jahren wurde er in weiteren Kreisen durch sein Buch „Der deutsche Sprachbau als Ausdruck deutscher Weltanschauung" bekannt. In diesem Jahre erschienen in der Sammlung„AuS Natur und Geisteswelt" zwei Bändchen aus seiner Feder„Die Haupttypen des Sprachbaues" und„Die Sprachstämme deS Erd- kreises", die zwar eine Menge anregender Gedanken enthalten, aber leider zu fachwissenschaftlich gehalten sind, so daß selbst der gebildete Laie sich nur mit großer Mühe durch die Menge des hier gebotenen Materials hindurcharbeiten kann. eg. Theater. Schiller-Theater:„Die Liebe wacht", Lustspiel von Caillavet und Flers. Kein Schlager ersten Ranges� wie die famose, aus den Lessing-Theateronfführungen bekannte Kvnigsposse der beiden Autoren, ragt immerhin auch diese zuerst im Trianon gespielte Komödie weit über das Niveau der landläufigen Pariser Bühnenfabrikate hinaus. Das in Dumas„Francillon" ernst und m scharf polemischer Zuspitzung gegen die korrupte Ehemännermoral behandelte Thema, daß eine Frau, die ihren Gatten liebt, seine verpflichtet, den Zündholzarbeitern Hilfe zu gewähren; es handelt sich dabei nur um eine verhältnismäßig geringe Zahl und um eine verhältnismäßig geringe Summe. Aber die Frage, woher diese Mittel zu nehmen sind, darf nicht als Vor- bedingung für die Unterstützung aufgeworfen werden, es ist viel- mehr eine Ehrenpflicht des Reiches, die armen Opfer einer ver- fehlten Politik nicht im Elend verkommen zu lassen. Ich bitte Sie, einstimmig dem Beschluß der Kommission beizutreten, und die Re- gierung möge recht bald dem Wunsch der Petenten entsprechen und Hilfe leisten, denn die Not unter den Arbeitern ist groß.(Bravo I bei den Sozialdemokraten und Händeklatschen auf der Tribüne.) Abg. Sachse(Soz.): Auch ich möchte gleich meinem Freunde Brey den ironischen Zwischenruf, der aus den Reihen deS Zentrums erfolgte, festnageln und auf das entschiedenste zurückweisen. Die Ausführungen der Vorredner über das Elend, das infolge jener verfehlten Steuer- gesetzgebung über die Zündholzarbeiter hereingebrochen ist, kann ich ans Grund speziell in Schlesien gemachter Beobachtungen bestätigen. Himmelschreiend ist die Rot in diesen Kreisen der Aermsten der Armen. Ich bitte dringend um möglichst einstimmige Annahme des Kom- missionSantrageS. Es handelt sich nicht um Millionen, sondern nur um ein paar Hunderttausende. Das Reich muß diese Summe übrig haben I Ganz besonders ist es die Pflicht der Parteien, die diese ver- hängnisvolle Steuer beschlossen haben, für die Entschädigung der von ihr betroffenen blutarmen Leute zu sorgen.(Lebhafter Bei- fall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Beckcr-Arnsberg(Z.) erklärt, daß er nicht bei der Schilde- rung der Not der Arbeiter ironische Zwischenrufe gemacht habe. Abg. Sachse(Soz.): Ich stelle fest, daß ironische Zurufe aus dem Zentrum er- folgten, als mein Freund Brey die Notlage der Zündholzarbeiter schilderte(Hört I hört I bei den Sozialdemokraten), und daß sich Herr Becker unter den Zurufern befand. Der Kommissionsantrag wird ein st immig angenommen- Eine Petitton des Wirkl. Geh. Kriegsrats Uhlenbrock bittet 1. um Einsetzung einer parlamentarischen Kommission zur Unter- suchung der Dienstverhältnisse der Militärintendanten, 2. um ander- weitige Regelung der Rechtsverhältnisse der Militärintendanten, S. um Entschädigung deS Petenten selbst, der gesetzwidrig ab- gesetzt sei. Die Kommission beantragt, Punkt 1 und 2 zur Erwägung zu überweisen, über Punkt 3 zur Tagesordnung überzugehen. Abg. Sommer(Fortschr. Vp.) begründet einen von der gesamten Linken unterstützten Anttag: die gesamte Petition zur Berücksichtigung zu überweisen. Redner bedauert lebhast, daß bei dieser Debatte kein Regierungsvertreter an- wesend sei. Abg. Erzberger(Z.): Ich kann mich diesem Bedauern nur an- schließen. Wir sollten wirklich die Wciterberattmg der Petition vertagen, bis ein Vertreter des Kriegsministeriums erscheint. (Sehr richtig I> Handelt es sich doch hier um die außerordentlich wichtige Frage, ob das Kontrollrecht des Reickstages über die Verwendung gewisser Ausgaben des Militäretats dadurch gewahrt werden soll, daß verantwortliche Beamte über die Ausgaben bei Bauten usw. zu bestimmen haben. Nach der Anschauung des Kriegsministeriums nämlich unterstehen die Militärintendanten nicht nur dem Kriegs- Ministerium, sondern persönlich auch dem kommandierenden General. Dadurch kommen die Intendanten natürlich vielfach in Zwiespalt mit ihren Pflichten, weil sie die Wünsche deS kommandierenden Generals erfüllen müssen. Wir schließen uns dem Antrage der Petitions- kommission an. Es würde das beste sein, daß die Herren von der Linken ihren Antrag Zurückziehen. Dann würde sich vielleicht ein einmüttges Votum des Plenums erzielen lassen und eine solche Ein- mütigkeit würde am meisten geeignet sein, beim Bundesrat Eindruck zu machen.(Beifall im Zentrum.) Abg. Dr. Weber(natl.) schließt sich dem Bedauern der Vor- redner über die NichtVertretung des Kriegsministeriums an. Die Frage ist von prinzipieller großer Wichtigkeit. Es empfiehlt sich vielleicht, die Sache zu vertagen. Die ganze Petition zur Be- rücksichtigung zu überweisen, geht doch wohl nicht an. Wir müssen darauf bestehen, daß die wichtige Angelegenheit in Gegenwart von Vertretern des Kriegsmini st eriums behandelt wird.(Lebhafte Zustimmung.) Abg. Bclzer(Z., Vorsitzender der PetitionSkommisfion) beantragt, die Petition von der Tagesordnung abzusetzen. Abg. Sachse(Soz.): Wir schließen uns diesem Antrage an und müsien ebenfalls unser außerordentliches Befremden darüber zum Aus- druck bringen, daß das Kriegsministerium nicht für nötig befunden hat, sich bei der Erörterung cmer Angelegenheit von dieser prinzipiellen Wichtigkeit hier vertreten zu lassen. Wir erwarten, daß, wenn im Herbst diese Petitton wieder aus der Tagesordnung stehen wird, ein Vertreter des Kriegs», inisteriumS am Bundesratstische sitzen wird. (Lebhafte Zustimmung.) kränkende Untreue mit gleicher Münze heimzuzahlen beschließt, wird hier etwas frivol, doch äußerst witzig uud obendrein mit feiner psychologischer Beobachtung ins Lustspielmäßige gewendet. Noch einem ziemlich lahmen ersten Akt, setzt die Erfindung dann in um so flotterem Tempo ein. Jacquelines Charakter ist geschickt von vornherein so angelegt, daß sie trotz ihrer überschwänglich naiven Liebesseligkeit moralisch doch mit ihrem Bonvivant von Gatten un- gefähr al pari steht, ja, ihn bei allen Chancen stürmisch sprudelnden Temperaments an rücksichtslosem Egoismus womöglich übertrifft. So bleibt ein Mitleid, das die Komödienstimmnng stören würde, ausgeschaltet und amüsiert schaut man dem Spiel als einem Spiel von Gleichen zu. Ja- den Szenen mit dem schüchternen, sie schwärmerisch verehrenden Herrn Auguste, den Jacqueline sich als Revancheliebhaber erkoren, dessen unüberwindlich lächerliches Aus- sehen sie aber wieder auf den Pfad der Tugend leitet, erreichte die Komik ihren Gipfelpunkt. Die beiden Hauptrollen: das blind ver- liebte hübsche Trotzköpfchen, das um des geliebten Hohlkopfes Andrä willen im Handumdrehen Ehrenworte gibt und bricht, wie der ge- prellte sentimentale Büchcrmensch kamen in der Darstellung Helene Almas und Reinhold K ö st l i n S vorzüglich zur Wirkung. Das Publikum quittierte für den vergnügten Abend mit reichem Beifall. dt. Humor und Satire. Roosevelt. Stets mit wichtiger Geberde Und geladen das Gewehr, Stromert Teddy um die Erde, Ein Reklame-Abasver. Rastlos mit dem alten Juden Um die Wette läuft er Trab, Seine Zelte, seine Buden Laut er auf und bricht er ab. Redner heute, morgen Jäger, Uebermorgen Diplomat. Fühlt er sich so recht als Träger Im modernen HuinbugSstaat. Unbegrenzte Möglichkeiten Deichselt er mit flinker Hand; Welch ein Glück: nun seh' ich schreiten Ihn auch forsch durch Preußenland l Der Antrag Sommer wird zurückgezogen und der Antrag auf Absetzung der Angelegenheit von der Tagesordnung wird ein st immig angenommen. Die Petitionen betreffs Bau einer dritten Vogesen« bahn beantragt die Kommission teils zur Berücksichtigung, teils zur Erwägung zu überweisen. Abg. Wcttcrlo(Elf.) tadelt die. laue Haltung der Regierung gegenüber dieser wichtigen Bahnsrage und tritt für Berücksichtigung Colmars bei Schaffung einer neuen Verbindung mit Frankreich ein. Abg. Emmel(Soz.): Der Kollege Wetterlä hat die Angelegenheit durchaus vom Standpunkte seines Wahlkreises aus betrachtet Dem all« gemeinen Interesse des Elsaß entspricht es sicher mehr, daß ent- sprechend der Petition der Mülhansener Handelskammer die Ver- bindung von Mülhausen ausgeht. Mülhausen ist der Sitz hochwichtiger Industrien und hat den allerersten Anspruch, bei der neuen Perbindung mit Frankreich berücksichtigt zu werden. Wenn ich also in diesem Punkte von dem Vorredner abweiche, so stimme ich darin völlig mit ihm überein, daß die Interesselosigkeit der Regierung in dieser Frage aus das schärf st e mißbilligt werden muß. In den Reichslanden herrscht über diese Vernachlässigung eine sehr begreifliche Erbitterung. Ich muß dringend bitten, daß mehr Dampf hinter die Sache gesetzt wird.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Der Antrag der Kommission wird angenommen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung: Dienstag 1l Uhr.(Zweite Lesung des Kaligesetzes.) Schluß 6 Uhr._ „flus dem roten Sumpf." Unter dieser Ueberschrift und dem Untertitel„Wie eS in einem nicht ganz kleinen Zentralverband her« geht" erschien im August 1909 im Verlage von Fritz Kater« Berlin eine von Karl Roche verfaßte Broschüre, in welcher der als Hilfsarbeiter im Zcntralvorstande des Verbandes der bau« gewerblichen Hilfsarbeiter beschäftigt gewesene, aber wegen triftiger Dinge entlassene Verfasser seine zweijährigen Beobachtungen im Zentralvorstand in breiter Weise niedergelegt hat. In dieser Broschüre werden dem Vorstande, namentlich Behrendt, Töpfer und W r e d e, die schwersten Vorwürfe gemacht: Verheimlichungen von Betrügereien und un« berechtigte Entlassungen von Hilfsarbeitern. Ferner sind darin die Ausdrücke enthalten:„Unehrlichkeit". „Aufgeblasenheit",„Wurschtigkeit",„Trägheit", „Rücksichtslosigkeit",„Unfähigkeit" und andere Liebens- Würdigkeiten. Von den Instanzen, auf die ihn das„Hamburger Echo" bei Ablehnung seines„Eingesandt" verwiesen, will Roche nichts wiffen, weil diese in der Hauptsache aus bezahlten Beamten bestehen. „Eine Krähe hackt der anderen die Augen nicht auS". Der„alte Parteigenosse" Roche wählte also einen anderen Weg: er trug die vermeintlichen Mißstände im„roten Sumpf" ins Lager der Gegner. Mit einer wahren Wollust wühlten die gegnerischen Blätter, denen Rezensionsexemplare zugingen, in dem„roten Sumpf" umher. Die„Freisinnige Zeitung" hielt die Angaben des entlassenen Roche für wichtig genug, um sie in einem langen Leitartikel gegen die«Partei der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" zu verwerten, obwohl daS„freisinnige" Hauptorgan einleitend ausführte, man dürfe nicht alles glauben, was ein entlassener Hilfsarbeiter ad irato sage.— Auch scherzhafte Aeußerungen, charakteristische Gepflogen« heiten einzelner, die mit der Sache gar nichts zu tun haben, werden der ob solcher Verworfenheit im roten Lager erstaunten Mitwelt erzählt. Roche konnte da nicht mehr mitmachen; nachdem er„seine" Ideale zu Grabe getragen, wurde er Anarchosozialist und Kampf- genösse der bürgerlichen Blätter, der gelben und blauen Gewerk- schafter gegen den verworfenen„roten Sumpf". Zur Vervoll» ständigung dieser Kampfesweise sei noch kurz mitgeteilt, daß die Reichs- und sonstigen Verbändler die Broschüre R o ch eS bei derReichstags- Nachwahl in Halle und bei der Stadtverordnetenwahl in Wandsbeck als Agitationsmaterial gegen die Sozialdemokratie verwerteten. Die genannten Vorstandsmitglieder beschritten gegen Roche und Kater den Klageweg, um vor Gericht festzustellen zu lassen, was an diesen Angaben wahres ist. Die Verhandlung fand am Sonnabend vor dem Schöffengericht Hamburg statt. Sie dauerte den ganzen Tag. Der Verteidiger der Beklagten, Rechtsanwalt Dr. Fraenkel- Berlin, erlaubte sich einige Anwürfe gegen unsere Partei, die von dem Rechtsbeistand der Kläger, Dr. Türkheim» Hamburg, zurückgewiesen wurden. Die Tatsache, daß Genosse Theaters gedenkt ihre Tätigkeit mit einer Feier für Björnson zu er- öffnen. Der erste Teil des Dranias„Ueber unsere Kraft" ist zu einer einmaligen Aufführung freigegeben. — Der Verband der Berliner Theaterleiter teilt mit, daß er dem Verein der Berliner Theaterbesucher keine Ver- günstigungen gewähren werde. Der Verein scheint solche seinen Mit« gliedern bereits in Aussicht gestellt zu haben.— UebrigenS ist eS noch keineswegs ausgemacht, ob die Theaterdirektoren einer kräftigen Organisation, die eine regelmäßige, große und sichere Billett- abnähme garantieren könnte, nicht entgegenkommen könnte und müßte. — Als unsicherer K a n t o n i st erweist sich immer mehr der Halleysche Komet. Seit Jahr und Tag wird er mit einer Liebe und Sorgfalt in der Presse, de» Zeitschriften, Büchern und im Alltagsgespräch behandelt, daß wir wirklich mehr Entgegenkommen von ihm erwarten konnten. Er narrt uns. Sein Kern nimmt nach den neuesten Beobachtungen gar nicht mehr an Helligkeit zu und der Schweif ist sehr unbedeutend. Dazu werden die BcobachtungS« bedingungen bald wieder ungünstiger. Und ob er in der zweiten Hälfte des Mai am Abendhimnrel mehr Glanz entfalten wird, ist sehr fraglich. — Bevolkerungs statt st ikderVereinig tenStaaten AuS Nelv Jork wird berichtet: Auf Grund der bisher gewonnenen Ergebnisse der Volkszählung schätzt das amerikanische statistische Amt die heutige Bevölkerung der Vereinigten Staaten auf 91 424423 Seelen. Allein in den letzten zehn Jahren ist die Bevölkerung der Vereinigten Staaten um 15121936 Seelen gewachsen. Die größten Städte Amerikas sind nach der neuen amtlichen Schätzung New Dork mit 4 563 603 Einwohnern, Chicago mit 2 2S2 726 und Philadelphia mit 1 540 429 Bewohnern. Hier, o Teddy, lernst du schnelle. Wenn die Müh' dich nicht verdrießt, Kaum zwar, wie man Löwenfelle, Aber wie man Böcke schießt. Ha, schon find' ich in der„Woche" Dich effektvoll konterfeit Als den Posa der Epoche, Und Don Wilhelm dir zur Seit'. _ Michel. Notizen. — Theaterchronik. Die Sommerdirektion des Deutschl Töpfer HauSöesitzer ist. venutzte Dr. F r a e n I e l als„Waffe', indem er fragte:„Halten Sie den Besitz von Mietshäusern, aus denen Sie einen Teil Ihres Einkommens beziehen, für vereinbar mit der Stellung eines das Privat- eigentum bekämpfenden Arbeiterführers?'— Nun die schweren Vorwürfe R o ch e s. Der äußerst' objektive Borsitzende wollte nicht nur allgemeine Redensarten hören, sondern auch wissen, worin die furchtbaren Vergehen der Angegriffenen bestehen. Er fragte Roche: Sind Sie noch Sozialdemokrat? Roche: Demokrat bin ich nicht mehr, Marxist ja. Ich bin Individualist, iveil die Demokratie das nicht bringt, was ich mir darunter vorgestellt habe. Der Vorsitzende fragte weiter, weshalb Roche sich nicht an die Parieiinstanzen gewandt habe. Nach der Schilderung N o ch e s müssen diese Instanzen auS erbärmlichen Schuften bestehen. Was nun Roche vorbrachte, waren„olle Kamellen". Der frühere durch Selbstmord geendete Hauptkassierer Lange hat etwa 1500 M. unterschlagen, die sein Sohn auf Heller und Pfennig ersetzt hat. Wie die damaligen Revisoren erklären, ist diese Sache nie ver- heimlicht worden. Die fabelhaften Summen, die nach der Be- hauptung N o ch e s„abhanden" gekommen sein sollen, waren Rechen- fehler, die durch die Uebernahme in andere Hände entstanden waren. Die Revisoren erklären, das sei dem stets herumlauschenden Roche bekannt gewesen. Er behauptet, er sei entlassen worden, weil er empört gewesen sei über die Maßregelung des im Zentralvorstande beschäftigt gewesenen Hilfsarbeiter? Zeisig, der, nebenbei be- merkt, gegen die Vorstandsmitglieder intrigiert und diesen vor- geworfen hat, sie versteuerten nicht ihr richtiges Ein- kommen, was sich als unwahr herausstellte. Der„Idealist" Roche war, wie er selbst sagte, schon nach dreimonatiger Tätigkeit im Zentralvorstande mit den Vorstandsmitgliedern„innerlich zerfallen", weil diese nicht mehr„innerlich zur Arbeiterbewegung gehörten". Dr. Türkheim bemerkte hierzu sarkastisch:«Der Idealist Roche, der schon nach so kurzer Zeit innerlich zerfallen war mit dem Vorstande, plätscherte noch ein und dreiviertel Jahr weiter in diesem Sumpf herum und würde noch jetzt munter darin umherplätschern, wenn er nicht aufs Trockene gesetzt worden wäre." Wie aus der langen Beweisaufnahme hervorgeht, ist es gerade Töpfer gewesen, der, obwohl er vor R o ch e gewarnt worden war, über diesen die Hand gehalten, ihn zweimal auS dem Sumpf hinausgezogen hat sN o ch e hatte sich in seinen früheren Stellungen infolge seine« persönlichen Verhaltens unmöglich gemacht), wofür ihm sein Protogs„ewig dankbar" sein wollte. Unter feierlicher Bekräftigung gelobte Roche Besserung und wurde Hilfsarbeiter im Vorstande. Das alles schilderte Töpfer, hinzufügend. Roche habe aus Dankbarkeit sofort intrigiert. Der„Idealist" Roche spielte vor Gericht eine sehr klägliche Rolle. Alles gelang ihm glänzend vorbei. Der Schlüssel zu seinem Vorgehen ist, baß er nicht schnell genug avancierte. Er wollte der Tonangebende sein. Der entlassene Zeisig meinte, in einem solchen Betriebe dürfe es nur völlig Gleichberechtigte geben. Der Zeuge will also keine Leitung anerkennen. Borsitzender: Weiter haben Sie nichts vorzubringen? Zeuge: Ja, man könnte ja noch viele Kleinigkeiten vorbringen. So geht'S noch eine Weil« fort. Doch lasten wir das Gericht sprechen: Der Angeklagte Roche wird zu 200 M., K a t e r zu S0 M. Geldstrafe verurteilt, die Widerbeklagten(diese haben in einer Erklärung im Verbandsorgan den„Roten Sumpf" beleuchtet) werden freigesprochen. Die Verhandlung habe nichts für die in- kriminterten Behauptungen ergeben, der Wahrheitsbeweis sei miß- lungen. Die Kläger hätten selbst mit der Kastenführung Langes nichts zu tun gehabt. Abgesehen von dem Fall Lange, für den die Kläger nicht verantwortlich seien, handle es sich nur um einige Rechenfehler. In jedem größeren Betriebe, auch in sozialdemokratischen, müsse eine Leitung sein und Ordnung herrschen, könne nicht jeder tun was e r w o l l e. Trotz der Schwere der Beleidigung sei von einer Gefängnis» strafe abgesehen worden, weil der Angeklagte Roche die Broschüre in der Erregung über seine Entlastung geschrieben habe. Kater habe sich erkundigt, ob die Angaben wahr seien; mehr könne man von einem Verleger nicht verlangen, weshalb gegen ihn auf eine niedrigere Geldstrafe erkannt worden sei. Wir gratulieren den ReichSvervändlern zu ihrem interestanten „roten" Bundesgenossen i_ flerzlllclK Irrungen. Am 0. März wiesen wir auf die sibweren GesundheitSschödt. gnngen hin, denen Bergarbeiter durch die neuen technischen Ein- richtungen— vor allem die sogenannten„Schüttelrutschen" und die automatischen Bohrhämmer ausgesetzt sind. Wie wenig diese Wirkungen von manchen Aerzten bislang erkannt sind, zeigt ein kürzlich verhandelter Unfallprozeß. Im Januar 1003 hatte der Bergmann©ch, auf der Gustav- Grube zu Rothenbach in einem zirka 1,30—1,50 Meter hohen Flötz das Hangende mit einer der neuen Pneumatischen Bohrmaschinen anzubohren. Bei der Arbeit des Bohrens trat Plötzlich ein so heftiger und schwerer Blutsturz ein. daß©ch. sofort die Grube ver- lassen mußte. Er hat nicht wieder gearbeitet. Am 14. Juli 1908 erlag er in einer Heilstätte, in welche ihn die LandeSversicherungs- anstatt geschickt hatte, einem weiteren Blutsturz. Bereits vor dem Unfall war er von einer leichten Lungenblutung befallen gewesen. Die Hinterbliebenen, Witwe und 5 Kinder, erhoben an die Berufsgenossenschaft Anspruch auf Hinterbliebenenrente. Die Bcrufsgenostcnschaft lehnte den Anspruch ab. In den Gründen heißt es: Es habe keine Uebevanstrcngung vorgelegen, der tödliche Blutsturz habe mit dem im Januar erlittenen nicht in Verbindung gestanden: der Tod sei nicht Folge des Unfalles. Der behandelnde Arzt hatte erklärt, es sei wohl anzunehmen, daß die Ueberanstttngung beim Heben und Arbeiten an der Bohrmaschine die Blutung veranlaßt habe. Die eigentliche Ursache habe wohl in einer versteckten inneren Lungenerkrankung gelegen. Stehe auch die Ueberanstrengung an der Bohrmaschine nicht in ursächlichem Zusammenhang mit dem Tode, so laste sich doch ein gewisser Ein» fluß derselben auf das Leiden und den Ausgang nicht absprechen. In der schiedsgerichtlichen Berhandluna erklärte der ärztliche Sachverständige des Schiedsgerichts, ein Geheimer Medizinalrat, es als sehr wohl möglich, daß durch die Anstrengung bei der nicht ganz intakten Herztätigkeit und der bestehenden Lungenerkrankung die Lungenblutung eingetreten sei. Ein als Beisitzer anwesender Obersteiger erklärte, daß die Bohrhämmer zur Zeit des Unfalls erst kurze Zeit in Gebrauch gewesen seien und die Arbeit mit einem kalchen, namentlich wenn sie von einem damit noch nicht geübten Bergmann verrichtet werde, als eine schiverc bezeichnet werden müsse, da bei derselben ber ganze Körper in Erschütterung komme. Das Schiedsgericht nahm eine Besichtigung der Unfallstelle und eine Vorführung der Arbeit mit dem Bohrhammer vor. Das hierüber aufgenommene Protokoll besagt:„Zur Bergegenwärti- gung dcS Unterschiedes, welcher sich darin geltend macht, ob gegen das Hangende, gegen den Mittelstoß oder gegen unterliegende Kohle angebohrt wird, wurde nach den 3 Richtungen hin gearbeitet. Es zeigte sich, daß namentlich bei dem Bohren gegen da? Hangende, bei welchem der Bohrende gezwungen ist, in kniender Stellung, den Bohrer gegen die Leistenbeuge gestemmt, zu arbeiten, der ganze Körper nachhaltig erschüttert wird. Bon der Hochgradig- lest der Erschütterung haben sich sowohl der Bergastessor E., wie der unferzcichiicte Vorsitzende, die selbst den Bohrer geführt haben, persönlich überzeugt." Ein Aufseher bekundete, daß das Bohren zu Anfang, d. h. so lange man noch keinen genügenden Stützpunkt gefunden habe, ungleich schwieriger und anstrengender sei, als später, wenn der Bohrhammer schon einige Zeit ins Gestein eingedrungen sei. Zwei andere Zeugen bekunden, daß der Bohrhammer 43 Pfund schwer gewesen sei. Trotz dieses Befundes gelangte der nun geHärte Sachverständige Professor Alexander in Breslau zu einem den Hinterbliebenen ungünstigen Gutachten. Der Gutachter kam zu dem Ergebnis, daß die Möglichkeit, aber nicht die Wahrscheinlichkeit eines Zu- sammenhanges der während der Arbeit erfolgten Lungenblutung mit dem Tode vorliege. Zu diesem Ergebnis gelangte der Arzt auf Grund von Deduktionen, die sich nicht durch Logik auszeichnen, aber eine verblüffende Weltfremdheit bezüglich der Dinge zeigen, ohne deren Kenntnis ein ärztliches Gutachten wertlos ist. Der Professor führt aus: Zur Entstehung der Lungenblutungen bei bestehender Lungentuberkulose sei irgend eine äußere Einwirkung auf den Körper des betreffenden durchaus nicht notwendig, na- mentlich sei dazu dringend eine Verletzung oder Erschütierung des Körpers oder eine Anstrengung nicht erforderlich. Lungenblu» tungen trete» bei Personen, welche körperliche schwere Arbeit ver- richten, nicht häufiger auf, als bei solchen Personen, welche niemals Veranlassuna hätten, sich körperlich anzustrengen. Sie träten während der Arbeit nicht häufiger auf, als nach der Arbeit und ein großer Teil dieser Lungenblutungen ereigne sich bei solchen mit Tuberkulose behafteten Personen, welche zur Zeit der Blutung im Bette liegen oder selbst schon längere Zeit dauernd im Bette geleegn hätten. Der Zeitpunkt, an welchem die Blutungen stattfinden, sei dem Zufall unterworfen. Sie treten mit dem Augen- blick ein, in welchem die Zerstörung der Gefäßwandung durch den Krankheitsprozeß vollendet werde. Und das könne natürlich zu jeder Zeit geschehen. Die ungeheure Mehrzahl aller Lungenblutungen bei Tuber. knlose sei von äußeren Einwirkungen auf den Körper völlig un- abhängig und hänge lediglich mit dem Fortschreiten des Reaktions- Prozesses nach einer bestimmten Richtung hin zusammen, welche mit einer Verschlimmerung des ganzen Krankheitsbildes durchaus nicht einhcrzugehen brauche, so daß dir Blutung für den Kranken, für seine Umgebung und für den Arzt überraschend auftreten. Dennoch könne die Möglichkeit, daß in einem einzelnen Falle einmal die infolge des Krankheitsprozeffcs schon unmittelbar dro- hende Blutung in einem gegebenen Augenblick hervorgerufen, ge- wissermaßen ausgelöst werde, nicht völlig in Abrede gestellt werden. Man könne sich vorstellen, daß unter dem Einfluß einer Quetschung oder Erschütterung des Körpers oder durch eine schwere Anstrengung die schon in Vorbereitung begriffene Eröffnung eines Gefäßes durch den Krankheitsprozeß vollendet, daß die schon ver- dünnte Gefäßwand völlig durchtrennt werde. Es sei dies aller- dings eine mehr theoretische Feststellung, welche daS Eintreten von Lungenblutungcn bei oder unmittelbar nach den genannten Ein- Wirkungen erklären solle, durch ärztliche Erfahrungen und wissen- schaftliche Beobachtungen sei diese Feststellung allerdings nicht aus« reichend gestützt. Immerhin könne in einem einzelnen Falle die Möglichkeit, daß in der geschilderten Weise eine Lungenblutung bei einem an Tuberkulose erkrankten Menschen durch eine Erschütterung des Körpers oder durch eine schwere Anstrengung herbeigeführt werde, nicht ausgeschlossen werden. Die Wahrscheinlichkeit für die angedeutete Möglichkeit werde im einzelnen Falle um so größer sein, je größer die Erschütterung des Körpers oder die Anstrengung bei der Arbeit gewesen sei. DaS oft wiederholte Heben eines Gewichts von 21,5 Kilo- gramm und das Anstemmen eines schweren Bohrer? und'die Handhabung des Bohrers gegenüber schwerem Gestein, noch dazu in unbequemer Körperstellung und bei noch nicht ausreichender Einübung für die Arbeit, bestimmten den Proseffor allerdings zu der Auffassung, daß die bei der Arbeit deS Sch. am Unfallstage notwendige Anstrengung doch immerhin eine recht bedeutende gc- Wesen sei, wenn sie auch wahrscheinlich über daS in dem betref» senden Betriebe übliche Maß von Anstrengung nicht hinausging. Die Anstrengung fei groß genug gewesen, um die Möglichkeit, daß diese Anstrengung bei einem zur Lungenblutung disponierten, an Tuberkulose erkranlten Menschen den Ausbruch der Blutung beschleunigt ooer herbeigeführt, zugeben zu muffen. Die Frage aber, ob es wahrscheinlich sei. daß, wenn Sch. am 11. Januar 1908 die fragliche Arbeit nicht verrichtet hätte, die Blutung nicht erfolgt wäre, könne er keineswegs mit einem Ja beantworten. Dennoch sei die Möglichkeit, daß die Lungcnblutung vom 11. Januar 1908 mit der an diesem Tage von Sch. verrichteten Betriebsarbeit ur- sächlich zusammenhänge, nicht ausgeschloffen, aber ein höherer Grad von Wahrscheinlichkeit für diese Annahme sei nicht vor- handen. Die Witwe wurde auf Grund dieses Gutachtens in beiden Instanzen abgewiesen. Nun hungert die Witwe, nun hungern ihre fünf Kinder, weil Aerzte und Richter auch nur Menschen sind, die sich irren können. Irrig ist da» Alexandersche Gutachten und irrig sind die auf ihm sich aufbauenden Entscheidungen.— Lungenblutungen sollen bei Personen, welche schwere körperliche Arbeit verrichten, nicht häuft« ger auftreten, als bei solchen Personen, welche niemals Veran» lassung haben, sich körperlich anzustrengen I Wenn da» ärztlich erwiesen ist, wenn das das neueste Ergebnis ärztlicher Forschung ist, dann befinden sich ja noch immer Tausende von Aerzten in altväterlicher Anschauung! Ruhe, Ruhe, ja keine Anstrengung, daS ist der Rat, den sie mit Recht stets erteilen, wenn nur die Möglichkeit einer Lungenaffektion besteht. Wenn„ärztliche Erfahrung und wissenschaftliche Beob- achtungen" auf dem Standpunkt deS Alexandersche» Gutachtens stehen, wären sie geringwertiger als die Kenntnisse von Laien. Glücklicherweise steht die Auffassung des Professors Alexander ver- einzelt da. Zu bedauern ist, daß gegenüber so offensichtlicher UN- kenntnis über die Wirkung der Bohrhämmerarbeit das Reichsbcr» sichcrungsamt nicht noch einen anderen Arzt gehört hat. Der ver- storbene Bergarbeiter war nicht ganz lungenfest. Wenn eine Arbelt für ihn ungeeignet war, so jene, die er zu verrichten hatte. Ihr ist er erlegen! Er ist ein Opfer dieser Mordmaschinen ge» worden, die schon so unsägliches Unheil für die mit ihnen Be» fchäftigten hervorgerufen haben. Eine speziellere Prüfung der Wirkungen dieser'Maschinen auf die Gesundheit der Bergarbeiter tut dringend not.__ Soziales* StillprSmien. Im Gemeinderate von Gcra-Reuß hatte der Genosse Leven im Jahre 1998 die energische Bekämpfung ber in Gera besonders großen Säuglingssterbliäikeit beantragt. Jetzt hat der Gemeinde. rat nach einer Vorlage des Stadtrates' die Einführung von Still- Prämien als Mittel zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit beschlossen. Krankenkassenmitgliedcr sollen erhalten: von der 5. bis zur 8. Woche 1.25 M., von der 9. bis zur 13. Woche 2 M. wöchentlich. Nichtkassenmitglieder erhalten während der ange- gebenen Zeit 1,50 und 2 M. In den Monaten Juni, Juli, August werden wöchentlich 25 Pf. mehr gezahlt. Für die Zeit von der 14. bis zur 20. Woche wird eine besondere Prämie von 10 M. ge- währt. Die Unterstützung erhalten nur diejenigen, deren Jahres- einkommen 1200 M. nicht übersteigt.— Zwei Gemeinderatsmitglieder hatten den Mut, gegen die Borlage zu stimmen. Einer der beiden war der..reichstreue" Textilarbeiter Eckardt. Euq Induftrie und Handel* Hohe Fleischpreise. Die Zusammenstellungen der„Statistischen Korrespondenz" über Fleischpreise in 50 preußischen Städten ergeben folgende Durch- schnitte: DaS sind erhebliche Steigerungen. Das Bild wird noch an» günstiger, wenn man die Bewegung der Preise bei den einzelnen Sorten verfolgt. So schnellte der Preis für Schweinekeule von 171 auf 175 Pf. pro Kilo hinauf; bei der nächst teuersten Sorte(vom Bug) trat eine Verteuerung um 5 Pf., von 160 auf 165 Pf. ein, während der Preis für Kopf und Beine pro Kilo von 84 auf 93 Pf. stieg. Bei der billigsten Sorte ist demnach die Verteuerung am schärfsten, macht sie doch 10,7 Proz. aus. Auch der Preis des Rückenfcttes ist erheblich stärker gestiegen als der für die besseren Sorten Schweinefleisch. Im April vorigen JahreS kostete 1 Kilo 152 Pf., jetzt 163 Pf. Die Aermsten werden von der Teuerung am härtesten betroffen._ Wirkungen der erhöhten Tabaksteuer. Wie die„Tabakzeitung" meldet, ist der Zigarrenabsatz„zmn Teil auf die Hülste herabgcgangen und die Lager der Fabrikanten sind überfüllt. Mit Arbeitseinschrankungen allein kann man sich vielfach nicht mehr Helsen, sondern muß, der Not gehorchend, zur völligen Stillegung der Betriebe übergehen. In Baden haben bereits 18 000 Unterstützungen an beschäftigungslose Arbeiier bewilligt werden müssen, und an eine nennenswerte Besserung der Konjunkmr ist in absehbarer Zeit nicht zu denken. Da hierunter auch die mittleren und kleineren Fabrikanten sehr empfindlich zu leiden haben, ist im Verband der Zigarrenfabrikanten ein Antrag eingebracht worden, durch Vermittelung des Deutschen Tabakvereins bei den gesetzgebenden Faktoren darauf hinzuwirken, daß den Fabrikanten für die nachteiligen Folgen des neuen Tabaksteuergesetzes ebenfalls eine billige Entschädigung aus Reichsmitteln gewährt wird. Die kürzlich stattgehabte Generalversammlung nahm diesen Antrag nach eingehender Debatte an. Als Matzstab für die Entschädigung wurde der Umfang und die Dauer der Arbeitseinstellungen in den einzelnen Fabriken tn Vorschlag gebracht." Eine GeldvermittelnngSstelle der deutsche» Stadtverwaltungen. Der Kreditbedarf der deutschen Städte geht in Hunderte von Millionen Mark. Jetzt ist eine Einrichtung ins Leben getreten, die den Zweck hat, einen Austausch von Barmitteln zwischen den Städten. die über flüssige Mittel verfügen, und denen, die vorübergehend Geld bedürfen, zu ermöglichen. Di« VermitelungSstelle hat ihren Sitz in Kassel, der dortige Magistrat leitet sie. Alle deutschen Städte mit mehr als 80 000 Einwohnern können fich dieser Einrichtung anschließen. Zur Deckung der entstehenden Unkosten zahlt jede angeschlossene Stadt jetzt vorläufig 10 M. jährlich. Der Gedanke, der dieser Organisation zu gründe liegt, ist sicher sehr be» achtenswert. Die Kreditorganisation der Städte mutz jedoch ganz anders ausgebaut werden._ Rückgang des Stahlversands. Die Direktion de» Stahlwerks» Verbandes schätzt den Apriiversand in �.-Produkten auf rund 416 000 Tonnen gegen 593 383 Tonnen definitiven Versand im Vormonat. Vrau-Unlo». Der Bildung einer Bereinigung de» deutschen BranaewerbeS haben, wie die„Franks. Ztg." meldet, bereit» 52 Brauerei» Verbände zustimmt._ Einschränkung der Braunkohlenproduktiou. AuS Guben wird unterm 9. Mat berichtet: DaS Nieder» lausitzer Braunkohlensynditat beschlotz eine ProduktionSeinschränkung um ein Drittel. Es sind für 8 Millionen Mark Briketts aufgestapelt. DaS Essener„Glückauf" berichtet vom Ruhrkohlenmarkt, baß der Absatz in Kohlen im April besser gewesen sei als im März. Der Abruf tn Hochofenkols dagegen war schwächer, die Einbuße wurde jedoch durch gesteigerte Seeausfuhr und Lieferung von Bruch» und SieblokS ausgeglichen. Folgen der Biersteuer. Die Maschinenfabrik Grevenbroich in Grevenbroich klagt in dem Geschäftsbericht über die neue Biersteuer. Diese habe verschuldet, daß die Brauereien, auf deren Aufträge die Fabrik tn dem neuerbauten Schweiß- und Tmaillierwerk in der Haupt» fache angewiesen sei, mit ihren Bestellungen während deS ganzen Jahres autzerordentliche Zurückhaltung beobachtet hätten. Organisierter Gegendruck. Gegen die Einführung einer Reichs» wertzuwachssteuer wehren ftch die in Betracht kommenden Grundstücks» intereffenten mit allen Mitteln. Jetzt planen, wie die„Vosstsche Ztg." mitteilt, diese Kreise einen Zusammenschluß auf breitester Grundlage: Terraingesellschaften, Hausbesitzervereine, Baugewerbe» treibende, Hypothekenbanken und Grundstücksmakler sollen vereint die ReichSstcuer bekämpfen. Vorläufig ist die Organisation nur für Berlin gedacht, sie soll sich aber später über das ganze Reich au«» dehnen. Starke Auswanderung. Die Nachrichten von der Besserung ber amerikanischen Wirtschaftslage, die vor mehreren Wochen in Europa verbreitet waren, haben ihre Wirkung auch in einer verstärkten Aus» Wanderung nach den Vereinigten Staaten gehabt. Im April wanderten nämlich über Hamburg 13 357 Personen aus gegen 10 470 im April 1909, 5414 im April 1908 und 20 836 im April 1907. In den ersten vier Monaten de» laufenden Jahres wanderten über Hamburg aus 48.942 Personen gegen 45 754 in 1909, 17 833 in 1908 und 66 231 in 1907. Die Lage am Eisemuark». In den letzten acht Tagen find dke Preise für kontinentales Halbzeug in England um einen Schilling gesunken. Die Berichte aus den einzelnen Bezirken lauten weniger zuversichtlich als bisher. Der amerikanische Eisenmarkt. Der allzu impulsiven Steigerung der Erzeugung im Borjahre von 16,04 auf 26,12 Millionen Tonnen ist eine äußerst nachhaltige Reaktion gefolgt, die in den letzten Wochen zu einer Deroute am amerikanischen Roheisenmarkte umschlug. Zwar ist von interessierter Seite wochenlang versucht worden, durch Stimmungsberichte die Lage des amerikanischen EisenmarkteS günstiger oarzustellen, alS fie in Wirklichkeit war. aber die Steige» rung der Produktion und ber Vorrotskänfe der Verbraucher war eine zu ungesunde, als daß nicht schließlich die U e b e r l a st u n g deS Marktes offenbar werden und auf die Preise einen starken Einfluß auS- üben mußte. Selbst als schon die ungünstige Position des amerikanischen Roheisenmarktes kaum zu verkennen war, wurde die gute Stimmung durch Berichte von dem guten Geschäftsgang« tn Fertigfabrikaten aufrechtzuerhalten gesucht, aber die letzten Berichte vom amerikanischen Eisenmarkte geben immer deutlicher zu, daß auch eine Stockung in der Nachfrage nach Fertigsabrikaten ein« getreten ist. Die ungesunde Ucverlastung des amerikanischen Roh» eisenmarkteS hat denn bereits zu weitgehenden Pro» duktto,iseinschränkungen geführt, so daß im April nicht weniger als vierundzwanzig Hochöfen abgeblasen wurden. Neben der Uebersättigung des amerikanischen Eisenmarktes hat die Zurückhaltung der Käufer in den letzten Wochen zu starken Preisermäßigungen gestihrt. Der Preis für Nothern foundry Nr. 2, der vom Mal bis Ende Oktober des Vor» jahrcS von 16—16,50 auf 19—19,50 Dollar pro Tonne gestiegen war und sich auf dieser Höhe noch bis gegen Mitte Dezember hielt, notierte am 26. Januar mit 18'/,— 19 uno sank bis zum heutigen Tage auf 16,50—17,25 Dollar pro Tonne, so daß der ungünstige Preisstand vom Mat IM zurzeit nur noch um*/• Dollar abertroffen wird. eingegangene Dnickrchnftcn. Von der„Gleichheit". Zeltschrist für die Interessen der Ülrbeitcriinic» (Swttgart, Verlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr, 16 des 20. Jahr- ganges zugegangen. Sie hat solgenden Inhalt: HerreiihäuSlerisches Zwischenspiel.— Der austerordcniliche Kongrest der deutschen Vewerk. schasten. Vone r l atz- halten wir nicht für abzugssähig. Eine Rückforderung ist für jeden Liall letzt nicht mehr � |, zulässig. ®. 31. 1. Nein, wenn n' etwa» anderes zu folgern ist. 2._____ sind u. E. an den Vertrag gebunden. ..... 2. Ja. 8. Nach vier 1. Nein, wenn nicht aus Bestimmungen des Mietsvertrages . Nein. 3. Ja.— M. 3. 1876. Sie A. T. 15. Auch die anderen Kinder haben anteilig Anspruch. Die geleisteten Zahlungen können vorweg in Abzug gebracht werden.— Rniige. Melchiorstrastc. Wenden Sie sich an die Waiscnhansverwaltung, Rathaus. Kostgeld 7,50 M. bis 21 M., je nach dem Alter. Sie dürfen die Angelegenheit aber nicht vom Stand» Punkt des„Verdienens" betrachten.— R. L. 147. Wir raten, die AuS- lunst über Regiment und Bezirkskommando zu erteilen.— P. K. 3. Sie sind zahlungspflichtig. Kündigen Sie spätestens drei Monate vor Ablauf, da Sie sonst nach Absatz 1 der Bedingungen sür weitere zwei Jahre hasten. — P. 3. 29. 1. Lehnen Sie die Herausgabe ab. 2. Nach Ihrer Dar» stelliing nicht. 3. Ja.— M. N. 10220. Der Abzug ist ungerechtfertigt, wenn nicht etwa der Lohn nach Stunden oder Tagen berechnet wird. Eine Klage ist beim Gewerbegericht anhängig zu ninchen.— Amandus 22» 1. Sie haben Anspruch aus Auseinandersetzung bezüglich des Nachlasses nach der Mutter. Ist ein Testament vorhanden, in dem Sie nicht bedacht sind, so können Sie den Pflichtteil, das ist die Hülste des gesetzlichen Erbteils, verlangen. 2. Dem Nachlaßgericht muß die sterbe Urkunde eingereicht und Eröffnung des Testaments beantragt werden. 3. und 4. Antrag aus Ver» Mittelung der gerichtlichen Auseinandersetzung, eventuell Klage.— Alk. K. 48. Die Interpunktion ist richtig.— A. B. 50. Pfändung des 125 M. monatlich übersteigenden Einkommens ist zulässig.— Laub, Wrtsirubnrger Straße. Es liegt ein Irrtum des Kontrolleurs vor. Das Billett berechtigte zum Eintritt in alle Lokale.— K. V. Streitende. 1. Bei einem Fund im Werte von mehr als 3 M. muß. wenn der Ver- llerer oder Eigentümer nicht bekannt Ist, der Polizeibehörde Anzeige er- stattet werden. Aus Verlangen ist die Sache der Polizeibehörde abzulicsern. Der Findcrlohn beträgt bei Sachen im Werte bis zu 300 M. 5 vom Hundert, von dem Mehrwert 1 vom Hundert, bei Tieren 1 vom Hundert. 2. Für die Alimentation des Kindes können noch einige Mark pro'Woche gepfändet werden. und elegant sich kleiden will, empfehlen wir große Posten beste Monatsgarderobe. Unsere Sachen sind in feinsten Werkstätten(teils auf Seide) gearbeitet, von Herrschasten, Doktoren, Kavalieren nur kurze Zeit gebraucht. Für jede Figur(auch sür den stärksten Herrn) haben wir passende Sachen aus Lager, sabelhast billig. Außerdem Herrcn-Paletots... 8 12 14 18 M. I Gehrock-Auziige... 14 18 22 26 M. Jackett-Anzüge.... 10 12 16 20 M. I Herren-Hosen.... 3 4 5—7 M. �ock-Auzuge.... 12 16 18 20 M. I Jackett?, ffrackS, Smokings:c. Gr. Frankfurier Str. 116, •F. Hauptgeschäft: Konats-Ciiardcroben-liaas. III II. Geschäft- Chausseestr. Geschäft: Brunnenstraße 176. 89. 277/20« mimm selbsttätiges Dichtungsmittel tüx FahrradaLuftschläuche. Garantie t SohftdisTms de» Gummis ausgesehlogsen. Preis pro Püllunjr, für 1 Schlauch ausreichend, M. 1,25. Porto M.—,20 extra. Einfülltrichter M.—,05, bei 2 Füllungen ein Trichter gratis.— Vertreter an allen Orten geeuobT. Antilädin- Gesellschaft m. b. Frankfurt a. M. 76. 5'MstMi�n M"W1'' n JU iwjjl, • VMvfi ll'W> fei Bettvorlage, 60 X 120 cm. Geschenkt bekommen Sie neben abgebildete und noch viele andere hübsche Gegenstände, wenn Sie Gentner'« Schuhcreme „Nigrin" in ihrem Haushalt verwenden. Alleiniger Fabrikant Carl Oentner m Göppingen(wurttemb.) und Fabrikant des beliebten Veilchenselfenpulvers„Ooldporlo" mit Geschenk in jedem Paket. Gartenstadt Hoppegarten. 700 Morgen— 26 Minuten von Berlin— Qn.'R. von 10 M.— 100 M. Anzahlung. Warum sind unsere Umsätze so groß?» 7. Weil wir bereits elf Vororte in der Umgegend Berlin» geschaffen und zu hoher Blüte gebracht{ haben. 1. Weil die ewige Schraube der Mielsteigerungen viele Berliner zum Erwerb der eigenen Scholle veranlaßt.- jedem den Erwerb der eigenen Scholle !. Weil wir jedem den Erwerb der eigenen Scholle durch günstigste Zahlungsbedingungen ermöglichen, da die Anzahlung nur ein Zehntel der Kausuimme zehn Jahre«ingetragen, (Zeneraivertreter für Groll-Berlin: Max Togel, Obarlottenbnrc, Peataloxalatr. 02 a. lnlegung begriffene Sledelunx Hoppegarten in wirklich erstaunliii ! Anzahlunl beträgt, der Rest aber auch in jäbrli> 8. Weil unsere in der am La! kurzer Z............. 4. Weil der von Jahr zu Jahr wachsende Verkehr mit Hoppegarten durch den projektierten vier- aleisigen Ausbau der Ostbahn einen neuen mäch- iigcn Impuls erhalten hat. S. Weit der praktische Sinn der Berliner Bevölkerung ...... MI■ de» en Räten getilgt werden kann. N der S ihnhos Hoppe Zeit ein bedeutende» Wachstum gezeigt hat 8. Weil in Miseren Kolonien kein Bauzwang herrscht. g. Weil die beginnende Acra der Stadtschnellbahnen da« Wohnen in Hoppegarten unter Verkürzung der Arbeitszeit bei englischer Tischzeit mft Leichtigkeit ermöglicht. 10. Well sich der Käufer eine» Grundstücks in der infolge der dauernden i« denkbar beste KapitalSanlage Gartenstadt WertstcigerUNg II. Srecf wir mit der Anlag« unserer Gartenstadt Hoppegarten erst vor wenigen Monaten be» gönnen haben, wir deshalb lien ersten Ansiedleni große Vergllnstlgongen der Lage und Preise der Grundstücke ge» währen/ »retten Beste Qualitäten Unlautere Zwischenpersonen, die unsere ansprechen, sind mit unseren Herren LnssHiMth aramel-Bier Alkoholarmes Spezialbräu. Aertlllob eniptohlen(tlr NervBte, Blelchsüchtlge, nihrende Mütter etc. etc. Preis pro Flasche 10 Pfg. Ueberau klaflleb. 'miEnntEDiielU niiiii.L4 SEHLIN• PANKOW. QrOeste Malxblerbrauerel Deutschlands. den hohen ethischen und wirtschastlichen Wert eigenen Heims aus eigener Scholle erkannt hat. S. Weil Hoppegarten, was-in unschätzbarer Vorteil ist, in 26 Minuten von Berlin aus zu erreichen ist. Alleinige Auskunft Im Restaurant„SchwelzerhauSchen". geehrten Interessenten am Bahnhos oder aus der Straße Vertretern nicht identisch. MW-" Zur Besichtigung unserer Gartenstadt wende man sich nach Verlassen des Bahnsteige» zur Treppe durch die Bahnuntersührung. Auskunfterteilung in Hoppegarten nur Alchen. Allee 6 in unserem Bureau, nahe der Kirche. I i Prospekte gratis.=====» Alldem. Ban- n. Analcdelangageaollachaft m. b. II., vormals C. Wlnhlcr. Berlin C. 25, Dlrckaonstr. 20. Tel. VII, 2524. Iloppezrarton 86. ■Leihhaus seit 27 Jahren1 | Gelegcnheltakttiife I verfallener Itrlllanton,. 1 Oold-, Sllbcrwnrcn etc. Morllzplal:, KÄT , im Hause der Natlonal-Btnk.. |(trlllicr Prln»enatr.28)| Ol*. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. PFinzenslr. 41, ÄÄ 10— 2, 9—7. Sonntags 10—12, 8— 4 Wel Teilzahlnng liefert auf bequeme bei kleinster Anzahlung In bekannter Gllte• (mit gröllier Rücksicht bei Krank- hell und Arbeitslosigkeit) E.CohnJr.FraDkiurtei'str.SÖ. Bruch-Pollmann ' empfiehlt fein Lager in Bruch- bamtagen, Leibbinden, Geradehaltern. Spritzen, Suspensorien sowie sftmtliche Artikel zur Kranken- pflegs. Eigene Werkstatt. Lieseraut für Orts» und Hilss-Krankeiikaslen. Berlin IV.»* jeUt T-othrinp-or Strnßo 00. Alle Bruchbänder mit elastischen Pe- lotten, angenehm u. weich am Körper. Dr.Sctiänettiann Spezialarzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten,* Friedrichstr. 203, Ecke Schützenstr. Wochentags 10-2, 5-7. „Ich litt seit 3 Jahren an gelbl. Ausschlag mit furchtbaiem Hautjueken. Als ich noch nicht d. Hälfte Ihrer Zucker's Pateut-Medizinal-Seife aufgebraucht hatte, war d. Ausschlag mit d. Jucken vollständig beseitigt. H. S., Poliz.-Serg. in D." k Stck. 50 Ps.(15°/0ifl) u. 1.50 M.(35°;0ia, stärkste Form). Dazugehör.Zuckool,- Crenie 75Ps. u. 2M., sernerZuckooli- Seife tmild) 50 Ps. u. 1.50 M. In allen Apoth., Trog. u. Parfüm. erhältlich. Nichts and. ausred. lassen. ES gibt dafür keinen Ersatz I Papptl-Aiieell,',, Großer Laden mit Zii Minute SchSn* hausor Allee: Mit Zimmer u. Küche. ll-Zimmerwohnung mit Mädchen- zimmer, Küche, Speisekammer, Bad, elektr.Nachtbefj Nestaurant:2Läden, große Küche, Speisekammer, Zimmer, große Kammer per sofort.• Syphilis- Nachweis In allen irisch, u. veraltet, zweifelhaft. Füll, durch wissenschastl. Untersuchung. sofort! deSgl. Harn-(spez. aus Go« norrhoe-Fäden) u. Sputum-Anulysen. Dr. Horncyer ft Co., Spezial-Laborat., Friedrichstr. 189. zw. Kronen- und Mobrenstraße), I. 8724. Pers. Rückspr. distr. u. kostenl. Geöffnet von 8—3 Sonntags von 12— 1,• Schneiderei für elegante Herren- u. Knaben- Garderobe. Fertig und nseh Mass.— Garantie für tadellOBent Slts und bostej Verarbeitung. Auf Teilzalilmo Wochen rate tob INk.. J.KurzberS notenltaliist.W m Hacke. larkt, irS Htthner, direkt am Hacke «eben Markt, Laden u._ beste >.. � M.. sofort sestsitzende Brntputen, Brut- rter hochedelster Rassen, empsiehlt unter Garantie für Reellität Weener, Berlin»O., Ma- riannenstraße 34. Mliing, Grünau! I'Empfehle allen Freunden und Be» kannten zu den bevorstehenden SommerauSslsigen mein(renoviertes) Lokal und Garten. Nur reelle Speisen und Getränke zu billigsten Preisen. Kivtsv Linilenllggn. Telephon 17. Friedrichstr. 2. g lEnorm billiger Verkauf eleganter, hochmoderner Anzüge, Paletots. Ulster aus foinaten Mnßatofton jetzt 20 bis 50 I». VERSANDHAUS GERMANIA Unter den linden ttt, II. Etage. Pumpen aller Art für Abesslnier- 6. Kesselbrunnen, Jauchepumpen usw. In bester Ausführung zu den billigsten Preisen. Kataloge gratis, Paul Orles5 Bci-lla SO. 10, =Röpenicker Straße 44.=� Unentgeltliche ärztliche Angengläser-Terordnong Unkstr. 1 Branotnstr. U in Alszuderplati U— 1 u. B1j—1 10l/i— 12 TL 6— 7 Optiker Ruhnke, Berlin Friedrich Str. 190 Karl Str. 8 H.uptge»chift: Turm Str. 47 I Str. 1 Chausee Str. 72 Alexander-Platz Oramenstrasse 47 Bronnen Str. 12 Tanentzien Str. 19 Optiker Bohnkea„OrthO""Kneifer mit Optalgläsem I&. Qnal� Hartnickel..... M. 4.— Spoziai-Gold-Doublo...... 8.50 Optiker Rnhnkea „Universal" Jagd- il Sportglu pjoßes Qeaichtefeld, starke Vergrößerang, mit dauerhaftem Futteral. M. IÄ.— Optiker Bohnkea Spezial- Prismen- Glas —— 5 Jahr« Garantie Smalig. Y.rgrSßerung... M 70.— 8...... 80�- — Dautschat Fabrikat——— Wie d)3d ein Fernsiiu wählt. Optiker Rahnkea = Sport-Kneiier---- gewöhnliche Qualität..... M. 1.— bessere„.....„2.50 Gold-Double£,....... 4.5(1 Umtausch aller roa mir gekauften Waren gern gestattet, bei nicht Zulriedenstellang, sahle erenl dm Geld inrflck. Optiker Bulmkes „Meteor" Reise- und Sportglae dVj mal. Vorgrößer. M. 8®.— 6 n i» n 42,— Optiker Bulmkes Salon-Spring- Lorgnette imit. Schildpatt M. 5.50 echt„ w 12«— Verlangen Sie die kostenlose Zusendung meiner Broschüre BreiTVopfeii »4* fIDssigo Metall-Politur machen das schmutzigste Metall spiegelblank in Flaschen von 10 bla SO Pfennig Ueberall zu haben. Fabr.: Lubszynskl& Co., Berlin NO. - Sehreibtnasebinen, Modeil 3, verkaufe ich zu billigem Preise mit voller Garantie, da Modell 4 herausgekommen. Vorführung kostenlos.- Franz Kaiser, MohrenstraBe 22/23. «�Tii*TiTr3>l Cigaretten Qualitätsinarke mit und ohne, auch mit Goldman dntück, St. 2, 3, 4 und 5 Pf. Cigarettenfabrik NAMKORI 2. Ziehung 5. Kl- 222. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 1. Mal, vormittag». Nut die Gewinne Uber MO Mark»lod den betreffenden Nummern In Klammem beigefügt. (Ohne Gewihr.)(Nachdruck verboten.) 604 78[ 500] 700 M6 M4 1058 57 188>80 45> 561 2

18 73 83«94 11266 486 521 712[1000] 033 12050 80! 429 541 822 1 3007 69 859 438[600] 44 502 3[3000] 1404« 188 201 357 68 414[8000] 88 657 85 078 761[1000] 88[3000] 91 942 1 5044 136[500]«8 29 1 369 445 614«58[500] 97 732 93 932 1 6066 15« 215 71 517 873 86[1000] 17003 163 287 350[600] 41« 651 691 782 1 8009 71 93 470 525 90 8Ö7 14 17 952 42 43 1 9042 208 27 87 460 548 671 716 2O016 90 144 414«Ol 748 2 1 008 39 247 419 39 712 «41 22126 93 814[1000] 79 94 407 68 929 23089 399 792 928 24206 856 416 85 784 85« 80 25448 823 26088 171 «44 62 9 7 725 867 911 2 7 362 72 80 991 UOOOl 28414[500] 633 74 81»58 2 9020 211 29 51 319 58«3 460 591 770 30141 279 302 33 508 653 754 806 3 1 084 118«OS 771 878 32204 81 660 782 3 3010 53 131 310 7 8 89 608 12 2« 73 872 973 3 4106 219 38 61 896 401 602 19 990 3 5197 309 18 83 66 7 056 71[SOOO] 727 31 89 878 3 6 267 333 64 68 624 33 59 3705« 350 426 550[1000] 641 712 842 3 8061 97 103 18 819 418 588 909 39183[3000]«19 719 806 4O042 220 52« 721 4 1 072 104 250 328 6«[500]«40 740 800 41[500] 65 961 42008» 38 101 213 330 71 420 690 732 851 938 4 3339 676 892 4 4291 305 72 440[1000] 553 990 45366 93[5000] 656 713 892 46111 45 546«5«67 711 18 837 4 7006 149 344 477 518 42 9«[1000] 698»34 48424 93[1000] 96 573 673 917 4 9420 573 849 50186 215 31 91 381[500] 520 803[500] 994 35 51109 [600] 97[1000] 681 760 822 52[500] 52133 233 487«04 737 99 898 5 3156 417 60 542«7 91 613 825 91«[500] 91 94 5 4577[500] 867 6 5011 98 297 371«91 808 95 90« 62«7 56188[1000] 220 30 347 403 820 902 5 7 050 178 234 373 82 641[1000] 743 5 8384 521 846 929 59198 268 60 303 570[1000] 90 93 99 717 912 6OO01 171 92 321 28 401 78 820 6 1 252 345 58 612 712 62163 433[1000] 82 624 608 4« 71«[500] 63144 277«23 «19 922[ 300) 64015 263 7 4 383 468 666 74[1000] 802 71 91« 65422 53 618 23 68 75 706 6 6028 46 194[1000] 260 «7 870 849 903 6 7098 1« 227 88 72 321«81 704 10 19 944 77 6 8011 83 489 786[500]»44 69020 4} 70 147 81 200 • 17 323 828 70137 224«59 87 942 7 1 059 403 632 7 2 268 83» 439 77» 7 3 215 820 67 7 4124 27 636 70 739 860 7 526« 77 593 «35 818 937 66 7 6121 219 422 761 993 7 7106 203 334 27 1400] 393 7 8251 30-1 471 751 832 7 9415[500] 28[ 500] 553 8O026 108 89 000 83 8 1 219 71[3000] 872 972 82101 #7 98 206 18 654 768 984 8 3071 587 710[1000] 50 904 84049 56 722 43 85253 432 86347 80[500] 630[1000] 729 68 809 8 7 421«21 852 8 8608 749 800 996 96 8 9266 3(43 423 34 542 729[3000] 69 915[1000] 90019 21[1000] 191 92 292 348 604 54 733 938 9 1 358 635[500] 53[1000]«5 87«97 756 9 2 715[3000] 93068 69 183 57 61[1000] 213 407 164 9 4 120 34 625 2 9 65 831 95134 97 217 396 504 4« 727 M[600] 934 96107 68 738 924 94 07112 1500] 311 441 51«11 826 9 8086 250 379 427 54 70 622 88 700 99 952 9 0117 472 651 711 814[600] 1OO030 98 273 428 339 668 762 6« 10 1 419 562 852 102105 41 205 336 433 508[300] 10 806 904 48 99 103023 132 94 238 49[1000] 826 1 04257 364 � 91 559 64[5000] 83 659 1O5014 352 92 652 729 99[600] 106854 8» 907 107121 9J 275 88 430»8 831 108968 771 801 940 1109 074 495 769 619 52 110326 7« 92 683 111017 111«71 66« 768 96« 112014 118 637 800[500] 38 113049 91 101«8[600] 931 397[3000] 517[1000]«5 704 5 841«00 114437 48 «3 94 875 851 115019 471 594[ 500] 705 9 116190 246 84«30 7 7 781 117047[3000] 66«3 781«48[500] 63[500] 118400 723 844 119002 177 273[1000]»18 626[1000] 824 120016 62 60 271 602 29 817[500] 82 989 1 2 1 001 141[3000] 237 314 610 872 1 2 2070[ 500] 311 27 37 547 «73 961 123138[1000] 41 273 504 695 771 124031 371 660 963 84 1 25114 4 7 62 862 1 26 237 421 649[500] 70 «03 65 1 27 069 294 396 584 89 844 913 1 2 8003 50 139 [1000] 254 782 91 804 20 30 1 2 9007 289 91«4 429 94 703 609 130093�337 9330«81 86 857 981 13 1 200 331 132192 [3000]"27 360 84 481 366 614 8« 897 1 3 3 441 39[500] 71 83 340 623[1000] 63 908 44 1 34 100 501 706 860 ilCOO] 80 991[1000] 135195 368 531«05 724 925 46 50 136086 185 760 818 137162 502«54 1 38174 22« 303 616 130127 53 577 790 140 236 309 425[3000] 524 626 1 4 1 396 521 14 2054 tu[3000] 85 360[1000] 489 542 1 43333 50 530 699 741 «1[1000] 144277 407 317[500] 56 39 810 964 1 4 5445 13000] 688 627 1 4 6019[1000] 252 97 474 5»9 667[ 500] 72« 52 810 903 1 47 254 536»5«44 764 813[500] 148281 [9000] M 531 91 705 98 1 49 0 U 70 77[500] 11« 52 518 4»«>0 93 789[ 500] 84 9 942[500] 150324 689 815 950 1 5 1 212 447 564 726 823[500] 15 2010 22 5.47 1 53190 235 7 2 358 79 412 22 31 671 154060[ 500] 215 625 715. 46 1 5 5003 110 279[500] 339 98 613 741[500] 973 1 5 608 1 554 648 1 5 7022 472 546 r»00ül 655 937 1 5 8038 409[1000] 36[ 3000] 533[lOOO] 88[500] 681 705 1 59051 83 93 463[1000] 601 99 839 t» 913 160027 47 98 273 351 662 78 97 704 914 1 6111t 378 96 465[1000] 623 666 77 84«29 1 62016 98 22« 403 9 59 751 860 1 6 3 284 369 443 530[lOOO] 85 76? 980 164635 621 728[500] 47 858 1 6 5094 236 515 955 1 6 6253 701 167028 438[500] 64 666 830[ 10000]«87 168058 68 108 237 506 39 654«44 169120[1000] 48 58 224 878 448 71 540[SOOO] 73 769 170068 460 80 691 645 798 805 48 1 7 1 081 228 544 619 704 27 1 7229« 412 87 895 1 73045 239 5« 477 541 772[ 500] 812 911 174033[SOOO] 169 90 208 881 «81[600] 175188 204 819 28 588«66 1 76289 411 526 83 715 45 63 1 7 7084 101[3000]«31 825 1 78062 80 810 454 588 701 44 1 79 490 639 80 949 18013» 86[500] 539 640[500] 959«2 75 181123 211 63 385 691 182044 149 225 503 22[500] 58 724 27 922 1 8 3 229 415 629 782 1 84053 69 365 458 694 764 185354 46« 513 78 789 893 982 1 86160 491[500]»51 890 907 58 98 1 8 7053 106 403«39s 819 188012 58 473 506 615 37 38 48 1 89034 340 543 5« 689[3000] 19012«[500] 88 345 482 6«7 740 870 943(lOOOl 19 1 011 38 504[1000] 19200« 174 22 4 72[300] 332 442 79 686[500] 938 193212 5« 420 565»1«8«(500] 700 888 1 94513 54 1 9 5 080 105 507«48 726»2 196164 499 752 92 888 913 57 1 9715« 243«0 441 744 85 90 198108 84 687 765 873 1 9 9411 30 612 2OO130 68 691 793 857»52 201197[1900] 257 37« 93 668 92 784 2 0 2504 21 669 820 54 938 2 0314» 835 60 6« 77 558 669 872 75 2 0 4331 509 43 829 911 205273 880 206062 84»9[lOOOO] 117 69 280 353 87 683 732 2 07168 598[ 500] 603[500] 80« 2O800O 4[SOOO] 8 27[10000] 42 48 129 86 263 74 510 35[ 500] 43 673 758 »41 200US7 159 230 68 326 502 6«78 788 81» 210046 314[500] 89 618 47[500] 821 211095 108 45 306 617 760 2 1 2033 121 235 313 508 794[SOOO] 85» 959 77 2 1 3227 323 587 649[1000] 78[8000] 792 823«51 «7 214020 3« 145 209 1» 308 46»«53 781 2 1 5068 195 360»81 830 34 2 1 6131 269 L14 82« 97» 21702? 3» 44 52 222 438«87 84«[1000]«00 6« 95 218013 248 606 84b 969 219250 414 675 220554 862 7» 221189 48 35«[3000] 70«»78 2 2 2 013 17 72 90 867 62 98 488 758[600] 223004 191 305 77 777«46 224040 15« 7» 298 33«[3000] 580 608 804 41 2 2 5297 373 468 85 859 2 2 6314[1000] 764 852 78 920 60 82 2 2 7340 97 410 611 33 48 96 99 867 863 2 2 8255 84 306 522[500] 764 81» 2 2 9 348 797 821 61 982 23O009 213 602 71»[5000] 814 23 998 2 3 1 207 604 »76 736 802 923 2 3 2067 SO« 47[1000] 411»S 61» 77 801 16[500] 2 3 3002 139 228 44>08 78«14 764 80 94» 75 234009 114 68 228[500] 69 418[500] 21 713 235000 188 390 974 2 3 6074 680 670 845 901 23 7068[600] l8l 447 509 2 3 8014 18 26» 368 511[500] 854 239425 559 654 70 792 995 98 240022 66 108[8000] 382 548 678 705 906 24 1081 213 327 62 443 72 73 029 906 2 4 2079 112 45 61 450 61 799 800 14 55»11 40 24300« 178 353 7« 611 49 95 689 804 2 4 4026 174 355[500] 64 93[500] 585 92 [500] 670 814 924 2 4 5009 5»[500] 100 341[1000] 92 457 84[1000] 571 918 2 4 6090 127 244 489 504 2« 5« 609 [500] 983 2 4 7038 414 62»51«44 938[600] 248180 237 [5000] 66 319[1000] 621 71 722 808 15 924 76 2 4 9060 143 246 555 58 664[1000] 822 50 82«5 90«10[500] 48[500] 250094 501 22 251«7 840 437 52» 200 41 8 TS 25 2069 138 215 390 400 543 65« 87 917 25306« 81 [500] 177 452 87[500] 836 989 75 85 2 54159 148 485 544 87 611 32 715 85 868 027 2 5 5268 SOS 437 585 793 842 57 918 2 5 600« 451 590[1000] 659 712 SD 257206 67 592 615 804 69 916 36 2 5 8038 49 186 229[500] 51 448 520 98 832 42 924 2 5 9 518 41[1000] 868[500] 977 260142 267[1000] 841 60«»34 26139« 479[1000] 72« 814 972[600] 262024«2[500] 204 821 927 2 63109 23 41«2 45« 514 80 812 2 64163 204 889 41« 577 905 [5001 35 2 65170 248 54« 98 939 2 6 6013 51 84 194 229 62 338 64 482 821 939 71 2 6 7278 9« 418[500]«28[SOOO] 797 888 2 6 8132 869[SOOO] 72 798 891[500] 26908» 193 [500] 238 40 308 78 91« 27 0239 581 604 47 754«33[500] 271187 250 4« [SOOO] 043 949 2 7 2044 661[1000] 718 845»17 24 273284 516 27419« 267 343 897 2 7 5315 61 640 276235[500] 51» 226 51 61 763 823 29 47 2 7 7028 231 431 714 849 2 7 8238 679[1000] 965 279116 SU 28 4« [500] 484 546 99[ 500] 785 870 28 0206 75 540 754 94 997 28 1 057 241 812«6»71 82 873 2 8 2171 231 409 618 88 726 2 83:28[1000] 477»l 430 907 284086 236 308 468 768 7« 823 991 2 8 5 059 233 408 9[500] 528 760 2 8 7239 83 468 93 501 63«99 788 804 64 2 8 8004 34 153[1000] 654 706 289114[500] 40 398 515 39 691 995 290116 473 29 1 331 51 433 509 64[500] 80[1000] 637 891 907 2 9 2 025 251 422 30 2 9 3140 42 257 95 395 444[3000] 69 671 2 9 4234[500] 431 66 583 295187 251 [3000] 537[500] 80 636[500] 791 802 2 9 6108 61 80 464 017 2 9 7054 405 753 909 2 9 8087 490 954[500] 299241 313[15 000] 74 478 603'13 32 47 929 62 300193 255 32f 84 581 690 813 3 0 1 005 307[500] 507 [SOOO] 837 3 0 2079 159 321 547 600 764 3 0 3015 90[500] 302[1000] 996[1000] jm Gcwinnrade verblieben: 1 Prämie zu 300 000 M. 1 Gewinn zu 500 000, 1 zu 200 000, 1 zu 150 000, 1 zu 120 000, 2 ZU 100 000. 1 zu 80 000. 2 zu 70 000, 2 zu 60 000, Z ZU 50 Cd», 8 ZU 40 000. 15 ZU 30 000. 28 zu 15 000. 76 zu 10 000, 150-u 6000, 2753 ZU 3000, 3397 ZU 1000, 6393 zu 500 2. Ziehung 5. Kl. 222. Kg!. Preuss. Lotterie, Ziehung vom 9 Mal, nachmltlaga. Nur die Gewinne Uber>40 Mark alnd den betretleib- den Nummern In Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 72 117 72 284 114«3 531«« 97 770 914 49 1257 84» »1« 2033 66 174 76[1000] 216[80 000] 20 27[3000] 484 685 650 739 80 850[500]«5»30 3098 21» 68 821 84 577 672 707 826 4132 83 265 81« 671 830 5075 293 356 419 783 6081 867 421 39 728 45 7171 252 426 649 634 S086 37« 445«2 544 683 84 799 9 149[500] 460 702 863 10052 17 71« 894«32[1000] 38 11051[500] 199 432 57? SO 828 71 12101 10 825 66[1000] 13099 614 606 43 706[8000] 856 1 4076 193 280 304 90 497 514 41 56 713 [600] 93«[1000] 15236 48 360 417 803 80 927 1 6046 220 [500] 497 742 1 7 197 566 70« 823 70 1 8043 14«[SOOO] 263 424 28 5U 4« 64 907 85 80 1 9053 81 154 69 264 302 90 471 720 2024» 466 730 880[1000] 21078(87 94«[600] 2202« [1000] 504 59[SOOO] 89 848 23»«« 100 90>«8 98[500] 533[1000] 69 58 722 27 45 819 2 4424 777«87 2 5462 8U6 [500] 9« 26024 27»[1000] 621 712 62 878 2 709« 102»38 597 623 4« 65 832 2 8465 67« 969 93 2 9375 439 695 884 [SOOO] 902 3 65 3 0326 456[1000] 709«1 866 31043[500] 227 433 84 60 6 69« 769[ 500] 960«4 3 2040 49 103«5 20» 764 806 866 97 3 311»[500] 203 43»Ol»77 3 4077 88 330 654 975 35108 76 510 3 6062 200 435 67 96 3 7135 60 67 277 [1000] 360 89 804»04[1000] 38019 1«4 290 811 82[500] 639 723 3 9030 43 253 573 96 710 825 932 4O014 43 155 285 300 453 729 993 4 1 215 67 545 457 767 828 934[lOOu] 89 4 2 291 823 6« 478 696 872 4 3114 258 48« 594«35[ 3000] 723 25 87 887»4 44060 153 443 580 609 724 830 45 US 258 580 686 4 6068[600] 187 446 847 821 47046 54 63 228 850 488 98 552 62[3000] 762 828 48106[3000] 211 97 844 51 75 69 400 92«00 29 31[3000] 633 908 35[500] 49l«7«4 366[1000] 85[500] 623 40 [3000] 636 83 5O074 15« 201 49»[1000] 609 787 Hl««8 61944 U 62104 383 513«11 5301« 53 143 57 859 7« 41« 528«77 601 27 5 4044 169 27« 331«87 710 56 830»0 98 900[1000] 55110 229( 5001 79 881[500] 56197 254(16 000]»5 323 693 835 84 5 7 253 72 814 49 991 5 8020 24 33««0 84 47« 78 59153[1000] 899 404[ 500] 13 43 54« 744 60324 41 487 5CM 19 86 728[1000] 61113 244 557 749 91 801 69 962 82 98 62158<64 52» 33 70« 17 59 6 3038 295 312«1 75 490 539 754 850 6 4010 231«8 87 394 428 88 509 609 700 65143 338 51 523 604 860 933 66103 304 5 426 500 668 748 890 905 6 7069 493 733 73 812[500] 68237 503 88 433 53 50[500] 925 70154 77 288 597 74« 71068 SM 3» 48 53 484 522 «2« 78 72064 99 446 667[1000] 7309» 411 1« 42 509 729 74081 181 223[30001 858 688 879 972 7 5027 85 284 445 49 534 7 6020[1000] 210 15[1000] 423 764 862 934 7 7 064 200 36 364 402[4000]«3 97 604 864 71 971 78C94 79 076 147 251 594 99 683 8O063 439 53 773 855 96» 81085 188[ 500] 263 308 16 54 477 51» 684 798 826 8 2066 64 90 284 381[1000] 614 46 909 87 8 3083 197 334 93 C76 96»17 8 4018 157 85 309 18 67 563 832 62[lOOO] 85020 316 82[lOOO] 416[500] 635 57 632 718 854»21 86036 193 20« 404 17 7»[lOOO] 79 037 720 8 7 205[3000] 802 660 8808« 113[1000] 878 534 677 851 96 89053«8[ 5001 107 663 513 701 82» 90283 469»1 767 71«86 9 1 471 762»6» 88 92031 71 192 393 685 850 9 300« 37 151[500] 85 29«»20 94064 396 443[5000] 503 13 62«23 62 748 861»51 95247 303 430[500] 31 649 962 9 6289 691 827»2 9712« 37 277»17 [500] 26 3? 56 7?«17[ 500] 98045 1U>22 8»» 754 99« 99052 5 7 283 452 528«9 100068 249 376 48««11 817 88 101338 44 543 759 1 02193 240 40« 517 876»32[1000] 103047«5 110 472»69 104049«8 329 347 453 97[1000] 514 753 830 959 1 05 498 583 680 47 121 74 1 0613* 85 287 (1000] 407 63 621 968 10706« 289[3000] 477 639 661 974 108155[1000]*14 85 649«68 7« 100M1»79 110122 403 574 820 58 975 111278 547 672 830 112112[1000] 203 621 649 818 25 113 188 477 618 [500] 82 891 114154 29» 463«11 70 842 78[500] 97« 115096 204 97 428 54 64 88 869 11606» 391[3000] 98 646 60 733 808 912 66 117022 89 17« 93 321 760 822 33 928 118197 27« 432 555 867 119713[500] 860 989 120177 306 57 61»«4 863 85 972 1 21128 499 [3000] 861 947 83 1 22134 53 204 681 831 123295 387 403 770 811 944[ 500] 62 1 2 4214 404 11 609 780 125179 250 438 78»13 27 797 844 88 994 1 2 6005 77 [500] 238 95|500] 788 1 2 7091 99 134[500] 274 371 479 568[5001 653 800 5 17 1 2 8300 52 469 9«»62 [500] 633 1 2 9 201.315 38 901 8 9 130309 538 891 131058 121«43 85 716 83» 61 132009[500] 286 317 564 87 753[500] 75 878 917 133111 213[ 500] 475 537 80««40 46 1 3 4005 75[1000] 272 434 86 564 796 803 992 1 3 5093[500] 260 80 307 [500] 505 794[500] 949 1 36069 253 628 92 817 137141 841[1000] 655»43 97 1 3 8046 244 312[10000] 68 970 87 139 031 308 468 819 78 14O095 423 636 37 823 1 41127[3000] 242 45 345 71 402 42[1000] 56S 696[500] 788[3000]«70 14 2004 993 391 472 557 76 1 4 3065 242 70 391 446 710 18 64 1 44052 436 869 993 96[1000] 145033[10000] 65 115 16 236 524 711 80 845»13 91 146092 131 [3000] 785 924 45[3000] 14 7411 676 794 994 1 48011 207 50 52 659 11» 33 877 961 149563 15O070 241 332[3000] 50[lOOO] 59 534 78«[600] 837 968 1 5 1 080[1000] 267 96 348 73 871 981 152005 194 95 885 407 918[3000] 8«»08 15338« 494«33 02 823 908 57 1 54152 380 420 34 80« 811 155142 89«39 '500) 832[500] 15 6 278 49»«28 167043[ 500] 206 80 1000] 95[500] 624 88 708 82» 88[3000] 15S150 808 1000] 768 615 1 6 9069[1000] 157 365 605 929 92[3000] 16O054 457[lOOO] 69 664 643[500] 78 768 878 929 1 6 1 833 747 849 1 6 2014 231 89[ 3000] 163145 300 501 64«51 821 164159 74 518 758 896 1 65034 5« 60 [500] 181 99 690 777 885[ 8000] 16 6021 41 852 485 532 47 719[1000] SS 886 167093 371 503«3« 85 961 168091 185 828 700 51 831 938 1 69 626 17O021 344 97 465 93»11 98 631 743»t»[300] 171142 432 635 5« 63 664 817 59 8» 960 172131 41 286 423 687 1 7 3 395 451«63 1 74048 22» 421 59» 48 674 747 67 17519« 267 73 77 308 781 861 17 6388[500] 697 828[500] 17 7 208 400 618«52 948 1 7 8055 870 482 500 867[500] 179180 242 80««« 632 55 811 51 SS [500] 929 180161 n 46» n[1000] 671 665 1811*4 Ml TT 306[11.00] 28 71 531 785 885 1 8 2259 70 350 88[ 500] 625 1 83141 251 820 80 448 63 633 7» 753 Hl 7»[500] 184-10 460 7« 635 1 8 5257[5000] 47« 55« 712 828 »7« 18603« 70 220 545 52»90 75««4 96« 187071»1 843 495«15 731[3000] 99[3000]»64 18312» 838 [1000] 423 77«03»Ol[1000] 189235 38[500] 43? 51* 61»«9 800 8[5001»05 49 72, 19022» 364 72« 42«62 6? 191247 3»» 41? 57»«84 717 81 880 1 9 2055 117»3«33 723 1 9328» 9« 522!8 630 703 1 9 4245 49[500] 55 81 42» 63 484«08 87[ 3000] HO 951 195271 97[500] 380 498 586[1000] 315 967 196141-02 87 335 403 197045[1000] 408 554«97 81b 950 198068>75 480 520«52 741 43 1 9 9014 12» 71b 853 000 2OO004 254»4 433 569«9» 20102* 77 187 545 71»[30001 340 202137 80>84«97 706 841 203183 80» 405[SOOO] 35[500] 3» 525 41»6 752«6 20417»[lOOO] 27»[500] 433«4[500] 503[500] 84»2[3000] 9?«1» 9« 803 921 20513» 221»2 9»»83«»1»75 2O610« >4 413»4» 811 81»78 2 0 7 010 30* 341[500] 8» 5M 934 88 2O803S 175 63»[500] SU<7»Ob 20909* 15« 543 749 823 906 83 210031 133 206«50[600]»93 XlllH 313 48t [500]»18[ 500] 663 75 78 8» 99 789»30 6« 212051 107 57[500] 560 62 781[500] 6» 927 71[1000] 213010 173 514 57«19?»2 2 1 4021 158 221 431 523 815 57 71 72 979 2 1 5033[1000] 18« 315 23 588 757 2 1 6073 334 75 505 717 94 90« 7» 2 1 7523 4,1 9«»67»1» 37 218571 SO[SOOO]«08 48 59 730[500] 961 219371 534 919 48 51«« 220018 27>90[1000] 844 TOS 878 2 2 1 884 437 814 703 804 918[lOOO] 222036 17« 333 483 584[500] 89 638 89 75[3000] 223040[1000] 42 61 55 87 168 99 271 515 605[3000] 746 64 80« 224192 681«68 80 791 003 42 55 22S113 252 591 484 531 745 56 87 99[500] 837 42 947 2 2 6241«23 54 2 2 7 030 429[1000] 53» 604 774 96« 228269 831[800]«91 718[15000] 6* 22 9000 32 257 444 56 533 853[3000J 923 59 23O017[500] 159 231 368 77 663»23 231105 49 222[3000] 435 614[5000] 95 745»03 26 232028 84 [500] 180«8« 74» 5»«35[600]»48 233032 120 354 593 644 108 234035«0»5 143 534«48[500] 51 806 236202 172 584 23012» 89 305 83 451 586 605 27 74[500] 81 703 82 608 8« 948 237088 38 77 84 188 267 739[lOOel 867 978 2 3 8098[500] 144 890 41» H «04 23912» 6»»0» 808«0 716»28 37[8000] 24 0091 175 510 787 905 2 4 1 003 52 281 349 BU 895 967 24201» 403 585 637 2 4 3658 967 2 44186 840 424 4» 6« 71[1000] 740 979 2 4 5039 147 603 21 830 »46[500] 24611« 74 231 94 513 727 2 4 7095 438 580 659 2 4 8067 59 894[500] 980 249025[600] 44» 68 54» 823»72 250031[500] n U1[3000] 271 80 4M H 503 868 2 5 1 089 153 84 358 115 800»34 252141 81 250 83 498 763 908 12 2 5 3003 238 449 594 65« 76 840 59 254154»1 913 648 78 992 2 5 5898»II 67 256150 250[1000] 816 440 614 725[500] 800 2 5 7313 68 420 518 2 5 8034 97 278 329 4« 701 52 98 2 5 9 338 260338[600] 674 778 90 090 2 6 1 327 84 544[500] 610 755»50 65 262034 53[3000] 105[ 500] 44 321 14 933 263169 85 270 345 546 612 70« 990[500] 264037 150 888 443 51[500] 623 48 879 87 2 0 5 465 637 94[500] 920 61 266041 150 547[3000] 508[500] 37 691 738 8], 267050 131 785[500] 951 268059[500] 272 467 580 954 269335 868 27 0081 872 859 271174 235 354[600] 471 600 81 272362[3000] 612 780 956 2 73114 200 41 656«5« 71 910 2 74162 255 377[ 500] 506 766 847 939 2 7 5039 740 91 857 968 2 7 6247 77 484 574 2 77135 92 331 41 44[500] 425 45 52 65 589 616 833 2 7 8060 77 156 223 345[500] 64* 734 813 976 2 7 9033[5001 66 151 66 282 28O083 139[500] 389 531 665 70»[500] 898 940 28 1 070 371 482 697 99 624 2 8 2400 1 619 24 2 8 375* 284858 964 285237 595 701 81 286904 110[500] 294 314 608 69 746 827 51 68 2 8 7026 613[500] 21 47 830 85 288215 467 563«ZW 1000] 834 2 8 0 499 791 832 80 934 2 9 0119 44 203 5 53 403 10 522 797 2 91247 729 [10001 84 863[3000] 960[1000] 29 2 307 42 516 779 804 16 86 2 9 3 086 238 405 917 69 2 9 4176[500]«08 757 295613[500] 2 9 6031 421 27 49 576 858 88 2 9 7090 [1000] 92 258 91 401 34 844 994 2 9 8074 167 233 533 881 R9* 7Q1 4 300163 65 97 29Z 52? 77 688 890 957[500] 3O1034 195 242 464 564 739 896 3 02161 408 960 303036 876 341 400 555 900 � Verantwortlicher Redalteur Richard, Karth, Berlin. Für den gnseratenteil verantw.,' Ttz.Gl»cke, Berlin. Druck u, Verlag tVorwärtH Buchdruckerei u, LerlagSanstalt Paul Singer& So.»erlm SW, ib.««. 27.»M, 2. Ktililgt des LilMölts" Kerlilln Wsdlött. m-'«s t0.M«i.M. Zm bevoiMhentlen Zufammentciiluß der Cransportarbelter zu Slafier und zu Lande. Seit gestern finden im Gewerkschnftshause zu Hamburg außerordentliche Verbandstage der Organisationen der Transportarbeiter. Hafen- arbeiter und Seeleute statt. Zunächst tagt jeder Verband für sich, um dann, am Donnerstag, zu einem g e- u'einsamcnVerbandstagczusammenzutreten zwecks Gründung der Einheitsorganisation, des„Deutschen Transportarbeiter Verbandes". Von der Erkenntnis ausgehend, daß die Transportarbeiter zu Wasser und zu Lande zusammengehören und bei großen wirtschaftlichen Kämpfen nicht immer getrennt marschieren dürfen, haben schon vor Iahren zwischen den Vorständen der genannten Verbände Verhandlungen stattgefunden, die zunächst zu einer Kartellicruug führten. Zuletzt bestand nur noch zwischen Hafenarbeitern und Seeleuten ein Kartell- vertrag„zu gegenseitigem Schutz im wirtschaftlichen Kampfe usw. und zur Wahrung und Vertretung der geniein- samen Interessen ihrer Mitglieder." Ferner hatte der Hasen- arbciterverband mit dem Zentralverband der Maschinisten und Heizer einen dem Bedürfnis der gegenseitigen Unterstützung bei der Agitation entsprungenen Vertrag abgeschlossen, der aber nicht ein eigentliches Schutz- und Trutzbündnis ivar. Trotz einiger Mißverständnisse schlummerte der Fusions- gcdanke nicht ein. Auf allen Verbandstagen der drei Organisationen in den letzten Jahren wurde immer wieder die Frage des Zusammenschlusses der Transport- arbeiter zu Wasser und zu Lande angeregt, bis schließlich die Vorbedingungen— Ausbau der Ein- richtungen usw.— zur Einheirsorganisation geschaffen waren. Da die Unternehmerverbände im Transportgewcrbe sich in den letzten Jahren zu großen Organisationen zusammen- schweißten, sich sogar international organisierten, wie die Reeder, Makler, Stauer usw. unter dem tönenden Namen: „Internationale Shipping Föderation", deren Sitz in England ist, war auch der Zeitpunkt für die genannten Arbeitcrorgani- fationen gekommen, dem geeinten Unternehmer- tum die geeinte Arbeiterorganisation cnt- gcgenzu stellen. Bereits im September 1906 tagte eine gemeinsame V o r st ä n d e k o n s c r c n z, die für die Schaffung einer Einheitsorganisation die Grundlage schuf. Der zehnte Verbandstag der Hafen- arbeiter(Mai 1908) erkannte diese Grundlage als brauchbar an und beauftragte den Vorstand,„mit den Vor- ständen der anderen Organisationen in Verbindung zu treten, die Bedingungen für den Zusammenschluß zu stipulieren und den Zusammenschluß unter Wahrung der Interessen unseres Berufes zu vollziehen". Der Verbandstag der Seeleute(Mai 1909) erkannte nach wie vor grundsätzlich die Bestrebungen nach Gründung eines Jndustrieverbandcs der Transportarbeiter zu Wasser und zu Lande als berechtigt an und erteilte, unter gewissen Voraussetzungen, dem Zentralvorstande die Er- inächtigung,„im gegebenen Moment gemäß dieser Resolution zu handeln, d. h. alle dann noch erforderlichen Maßnahmen zur Schaffung des Jndnstricverbandes zu schaffen." Der sechste Verbandstag der Trausport- arbeiter(Mai 1909) stellte sich ebenfalls auf den Boden der Konferenzbeschlüffe von 1906 und erklärte ferner: „Die gegenwärtig bestehenden Grenz st reitigkciten zwischen den Hafenarbeitern und unserer Organisation sind weder ein Hindernis für die Fortführung der Zusammenschluß- Verhandlungen, noch dürfen sie für die Zukunft ein solches sein. weil nur durch den Vollzug des Zusammenschlusses diese Streitigkeiten ohne weiteres endgültig beseitigt werden könne n." Der Vorstand erhielt den Auftrag, den Zusammenschluß mit ollen Kräften zu fördern und zu diesem Zweck neue Ver- Handlungen mit den Verbänden der Seeleute und Hafenarbeiter anzuregen. Im Oktober 1909 tagte die erste Konferenz der Vorstände, am 13. Dezember und folgende Tage die zweite, auf der einmütig der Ent- wurf eines Gesamt st atuts beschlossen wurde, der nun den drei Verbandstagen zur Be- schlutzfassung zugeht. Dann erfolgt der gemeinsame Vcrbandstag. Nach der Vorlage soll die neue Vereinigung den Namen „Deutscher Transportarbeiter- Verband" sühren mit dem Sitz Berlin. „Dem Verbände können alle im Handels-, Transport- und Verkehrsgewerbe zu Wasser und zu Lande beschäftigten Personen beitreten, sofern sie die Bestimmungen des Statuts anerkennen." Der Geschäftsbericht der Hafenarbeiter tritt warm für die Vorlage ein. „... ES wäre zu wünschen, daß die Verbandstaae die Vor- läge einstimmig und freudig annehmen; einen um so größeren Eindruck wird das große Werk, daS man wohl ohne Ueberhebnng ein bedeutendes Kulturwerk nennen darf, auf unsere Gegner, die international organisierten Arbeitgeber, und auch auf die indiffe- reuten, uns noch fernstehenden Rollegen machen zum Wohle der Einheitsorganisation— des Deutschen Transportarbciterverbandes." Nach den vorliegenden Geschäftsberichten haben die Ver- bände unter den Einwirkungen der Krise der letzten Jahre stark gelitten. Den Transportarbeitern gelang es, den Rück- gang von 1908 nicht nur auszugleichen, sondern die Mit- gliederzahl' überhaupt zu steigern, von 87 716 auf 96 623. Zurzeit dürfte der Verband über 100000 Mitglieder zählen. Die Einnahme der Hauptkasse beträgt 1909 1 681 338 M., ver Kassenbestand am Ende des Jahres 181 909 M. An Unterstützungen aller Art leistete der Verband 818116 M. Der Hafenarbeiterverband erzielte bei 22 036 Mitgliedern eine Einnahme von 652 119 M. Der Kassen- bestand der Hauptkasse beträgt 97 155 M-, der der Lokalkassen 32 305 M. An Unterstützungen aller Art wurden den Mit- gliedern 512 235 M. zugewandt. in den letzten zehn Jahren über zwei Millionen Mark,„1'/« Mill. entfallen allein auf die Unterstützung bei wirtschaftlichen Kämpfen zur Erringung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen. Für unsere kleine Organisafton eine respektable Leistung, auf die wir stolz sein können." Das Jahrbuch 1909 des Zentralverbandes der seemännischen Arbeiter behandelt eingehend die wirtschaftlichen Verhältnisse an der Wasserkante, wie den Terrorismus der Seckapitalislen, von denen sich vor allein die Sachwalter der Amerika-Linie und des Norddeutschen Lloyds hervortun. Das reichsgesetzliche Koalitionsrecht der seemännischen Arbeiter glauben diese Herren mit Füßen treten zu dürfen. Dagegen nutzen die Reeder ihr Koalitionsrccht in rücksichtslosester Weise aus, verlangen eine schärfere Be- strafung desertierender Seeleute und finden auch einen guten Resonanzboden. Trotz wirtschaftlicher Depression, trotz terroristischer Maß- nahmen seitens der„Herren von der Wasserkante" hat der Verband nur wenig Einbuße erlitten. Im Jahresdurchschnitt 1909 betrug die Zahl der eingeschriebenen Mitglieder 10601, die der zahlenden 7297, so daß gegenüber dem vorhergehenden Jahre nur ein Verlust von 241 rcsp. 211 zu verzeichnen ist. Die Gesamteinnahme des Verbandes betrug 1909 151236 M. gegen 163 713 M. im Jahre 1908 und 163 305 M. im Jahre 1907. Das Gesamtvermögen belief sich Ende 1909 auf 150 669 M. DaS ist der Stand der Dinge vor der am Tonnerstag zum Abschluß gelangenden Ehe, Daß diese Ehe eine dauernde und allen in Betracht kommenden Arbeitern zum Vorteil ge- reichen möge, das sei unser herzlichster Wunsch. %• « AußtrordtilWer Uerbandstag des DenMen Trausport- arbeittr-Verbmldes. Hamburg, 8. Mai. Slm Sonntagnachinittag wurde im geschmackvoll dekorierten großen Saale des Hamburger Gewerkschaftshanfes der BerbandStag durch S ch u m a n n- Berlin eröffnet. Anwesend sind 123 Delegierte mit beicbließender Stimme, sechs Mitglieder des ZeiNralvorstandes, je ein Mitglied des VerbandsauSschusseS, der Revisionskommission, der Redaktion des„Courier", der Rcichsseklion der Eisenbahner, der Redaktion des„Weckruf" und der Reichssektion der Straßenbahner sowie 13 Gauleiter. Als Vertreter der G e n e r a l k o in m i s s i o n ist Adolf Cohen- Berlin erschienen. Hamburg. 9. Mai. Den Geschäfts- und Knffcubcricht erstattet der Verbandsvorsitzende S ch u in a n n. Die Entwickeluug und den Stand des Verbandes haben wir an anderer Stelle schon skizziert. Die umfangreiche AgitationS- und Organisationstätigleit ist in dem stattlichen Jahrbuche des Zeiitralvorstandes niedergelegt. Abgehalten wurden im Berichtsjahre 8925 Versammlungen, 045 mehr als im Vorjahre. Die Versammluugeir mir wifseiischaftlichen Themata hätten leider einen Rnckgung erfahren. Rehmen natur- gemäß die Erledigung von Tagesfrngeu und BeriifSinteresfcil viel Jeit in Anspruch, so dürfe doch das wissensckafrliche Gebiet nicht verualblässigt werden. Wie der Berichterstatter nsit Genugtuung konstatiert, ist die Fluktuation unter den Mitgliedern in Ab- nähme begriffen. Die Zahl der jugendlichen Mit- g l i e d e r ist von 1242 auf 1623 gestiegen. Hier ist noch ein weites Feld zu beackern, da namentlich im Transport- usw. Gelverbe viele Jugendliche beschäftigt sind. Die VerbandSleitung widmet dieser Angelegenheit große Äufmerksain- keit; sie hat für den Agitätionsbezirk Groß-Berlin eine besondere Agitationslrast zwecks Gewinnung jugendlicher Mitglieder angestellt. Die Gesamtmitgliederzahl beträgt zurzeit zwischen 194 000 und 103 000. Um die Ziele des Verbandes erfüllen zu können, müsse der Prozentsatz der im Berufe beschäftigten Personen noch bedeutend gesteigert zu werden: in jedem organi- sationsfähigen Orte müsse eine Mitgliedschaft entstehen. Die Arbeitsnachweise des Verbandes funktionierten zum Teil sehr gut; in einigen Orten habe man infolge der Errichtung städtischer Arbeitsnachweise die des Verbandes eingehen lassen. Den örtliche» Verwaltungen wird zur Pflicht gemacht, über die Vermittelung der städtischen Arbeitsnachweise, soweit sie auf paritätischer Grundlage beruhen, an die Verbandsleitung zu berichten. Au Unterstützungen aller Art sind 1909 pro Wochenbeitrag 20,73 Pf. ausgegeben worden, Pf. mehr als im Vorjahre. Die Suvrme aller Unterstützungen beträgt 818 443 M. Die für die Kraftwagenführer und Straßenbahner geschaffenen fakultativen Unter st ützungseinr ich- tun gen, ins Leben getreten am 1. April 1910, giiederu sich in: 1. Rechtsschutz und Haftpflichtunterstützung, 2. Invaliden- und PensionSzuschußunterstützung, 3. Witwen- und Waiscimiiterstützmig und 4. Zuschußuuherstlltzung bei Todesfällen. Dieser Kasie sind bereits viele Mitglieder beigetreten.— Was die Lohn- beweg» naen anlangt, so wurden ohne Arbeitseinstellung Er- folge erzielt für 8805 männliche und 1449 weibliche Personen. Die Angriffsstreiks(1302 Personen) kosteten 42 426 M., die Abwehr- streiks<508 Personen) 5050 M., die Aussperrungen(510 Personen) 40 497 M.— Der Berichterstatter läßt noch das Verhältnis des Verbandes zu den Genossenschaften passieren, hervorhebend, daß es immer noch solche gibt, in denen Uiiorganisierte beschäftigt sind.(Hört! hörtl) Die VerbandSleitung werde diese Angelegenheit nicht aus den Augen lassen und eventuell deutlich werden. Die in deir Geuosseusckafteu mitwirkenden Kollegen müssen da ihren Einfluß auszuüben suchen. Eine genaue Deklaralion bedarf der§ 11 des GenossenschaftstarisS, der von der Entlassung organisierter Kollegen handelt. Der ultima ratio, der Entlassung, müsse, so verstehe er diesen Paragraphen, eine Verhandlung voraus- gehen, wie auch, wenn das gewünscht werde, nach erfolgter Ent- lassung eine Aussprache stattfinden müsse. Hinsichtlich der Stellung des Verbandes zur Sozialpolitik betonte Redner mit Nachdruck, daß als politische Interessenvertretung der Arbeiter nur die Sozialdemokratie in Frage komme, die zu unter st ützen und zu fördern Pflicht aller Arbeiter sei.(Sehr richtig!)— Der Schaffung eines eigenen Heims haben über drei Fünftel der Mitglieder zugestimmt und es sind der Zentrale schon 93 135 M. überwiesen worden. Der Extrabeitrag(Hausbau- fonds), der einmalig erhoben werden soll, trägt einen freiwilligen Charakter. Bei Eingehung von Verpflichtungen für den Bau von Gewerkschastshäusern fei äußerste Vorsicht geboten.— Der verstorbenen Mitglieder wird in der üblichen Weise gedacht. Die Ei ii»ahme der Hauptkasse beträgt 1 684 338 M., der Kassenbestaud Ende Dezember 1909 431 909 M. Der Haupt- kassicrer K a ß l e r gibt die uörigen Ecläuteruiigen und verweist auf die durch de» Ausbau der lliiterstützungni eingetretene Expansion der Geschäfte. Den N c v i s i o n S b e r i ch t erstattet� Streitner- Berlin, der mustergüllige Ordnimg der Kassengeschäfte konstatiert; den Ausschußbericht Lüdecke- Magdeburg. Darauf tritt die Mittagspause ein. Sericdts- Reitling. Schweinereien im Stadtbahnzug. Ein unangenehmes Abenteuer, welches eine junge Dame im Stadtbahncoupe erlebt hatte, beschäftigte gestern die 1. Strafkammer des Landgerichts III. Angeklagt wegen Erregung öffentlichen AergernisscS war der Drogist Ernst Bacr.— Eines Tages im Ja- nuac d. L- benutzte die Telegraphengehilfin B. vom Potsdamer Bahnhof aus den Siidringzug in einem Abteil 2. Klasse. Unter» wegs bestieg der jetzige Angeklagte Bacr auf einer Station das- selbe Eoupe und begann sofort die ihm gegenübersitzende junge Dame mit dreist zudringlichen Blicken und Gesten zu belästigen. Diesem Treiben setzte er aus der Fahrt zwischen Schmargendorf und Halens« dadurch die Krone auf, daß er sich nach Art der so» genannten Exhibitionisten in der schamlosesten Weise entblößte. Auf der Station Halcnsce rief Fräulein B. sofort die Statious- beamten herbei, welche den zudringlichen Patron festnahmen. Es ergab sich später, daß Baer wegen einer ganz ähnlich liegenden Tat einmal vorbestraft ist.— Das Schöffengericht, vor welchem sich B. in erster Instanz zu verantworten hatte, erkannte auf eine Ge- sängnisstrnfe von 2 Monaten mit Rücksicht darauf, daß ollein- reisende Damen in der energischsten Weise gegen derartige schäm- lose Attentate in Schutz genommen werden müßten. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Berufung ein, so daß sich die Straf- kammer nochmals mit dieser Angelegenheit beschäftigen wußte. Das Berufungsgericht erkannte nach längerer, unter Ausschluß der Oeffcntlichkeit geführten Verhandlung auf Verwerfung der Bc- rufung._ Kavalicrwechscl. Wechselschicbungcn mit sog. Kavalierwechseln hatte der Kauf- mann Paul Mendelsohn verübt, der sich gestern vor der 4. Straf» kammer des Landgerichts II wegen Untreue zu verantworten hatte. Der schon mehrfach vorbestrafte Angetlagte, der sich mit Dar- lehiisgcschäften befaßt, machte vor einiger Zeit die Bekanntschaft des prakt. Arztes Dr. G. in Schöneberg. Dieser befand sich seiner» zeit in Geldnot, da er sich eben erst als Arzt niedergelassen hatte und in seinem Sprechzimmer vorläufig noch die bekannte gähnende Leere herrschte. Dr. G. hoffte durch die Aufnahme eines Darlehns über diese kritische Zeit hinwegzukommen und wandte sich ver» trauensvoll an den Angeklagten, der sich auch bereit erklärte, ihm ein Dqrlehn von 1000 M. zu beschaffen. Dr. G. gab die Akzepte über zusammen 1390 M. und erhielt dafür von Mendelsohn 159 M. als„Anzahlung". Der Rest ließ jedoch trotz wiederholter Mahnung lange auf sich Watten. Erst aus fortlvährendcs Trängen erhielt Dr. G. nach und nach 306 M. Damit schien für den Angeklagten das ganze Geschäft erledigt zu sein, denn er ließ nichts mehr von sich hören. Als Dr. G. durch einen Zufall erfuhr, daß Mendelsohn die Akzepte für insgesamt 800 M. diskontiert und das Geld in seine Tasche gesteckt hatte, erstattete er sofort Strafanzeige. Mit Rücksicht auf den von dem Angeklagten begangenen groben Vertrauensbruch erkannte das Gericht auf 4 Monate Gefängnis. Ein gemeingefährlicher Wüstling stand am Sonnabend unter der Anklage des Sittlichkeitsverbrcchens vor der Potsdamer Strafkammer. Der im Hause Kleiststratze 15 zu Potsdam wohnende Schuhmacher O. Matuschek, geboren am 15. November 1848 in Potsdam, ist schon einmal wegen Ver» brechens gegen§ 175, das er an zwei Knaben verübt hat, vor- bestrast. Trotz seiner 62 Jahre beschritt der Angeklagte von neuem die Bahn des Verbrechens. Diesmal suchte er zwei Schulmädchcn als Opfer aus, darunter seine elfjährige Stieftochter Emma Lch- mann. Das zweite Opfer des Angeklagten war ein Kind von 8 Jahren. M. bekannte sich schuldig und wurde zu 11� Jahren Ge- sängniS verurteilt. Unterschlagungen durch Zollbeamte. Umfangreiche Unterschlagungen bei dem Zollamt in Köpenick beschäftigten seit gestern in einer auf zwei Tage berechneten Ver- Handlung das Schwurgericht des Landgerichts II. Auf der An- klagebank saßen der Oberzolleinnehmer Zollrendant Hermann Witte und der Regierungsbausekretär Heinrich Kolerbcck, beide aus Köpenick. Die Anklage lautete auf fortgesetztes Verbrechen im Amte bezw. Beihilfe und Hehlerei. Der Angeklagte Witte war bis Mai 1909 als Beamter der Zollverlvaltung bei dem Zollamt in Köpenick tätig, und zwar war ihm die Zollamtskasse und die damit verbundene Baukasse der Wasserbauinspektion Köpenick unterstellt. Die Gelder beider Kassen bildeten einen gemeinsamen Bestand und gelangten im Anhang zum Kassenbuch der Zolllasse in einer Summe zum Nachweis. Am 8. Mai 1909 erschien Witte nicht zum Dienst; er hatte Köpenick ohne Angabe seines Verbleibs ver- lassen. Bei einer sofort vorgenommenen außerordentlichen Kassen» revision stellten Obcrzollinspektor Köhler, Zollinspektor Klicnsmann und Rcchnungsdirektor Oltersdorf bei der ganz selbständig von Witte verwalteten Baukasse einen Fehlbetrag von 6755 M. fest; der schließlich unter Hinzurechnung einiger Defekte bei der Zoll» amtskasse ermittelte Gesamtfehlbetrag bezifferte sich auf 7512 M. Es wurde ferner festgestellt, daß Witte eine Summe von 1443 M. auf Grund gefälschter Belege in Ausgabe nachgewiesen hatte. Hinter dem flüchtigen Witte wurde ein Steckbrief erlassen und der ungetreue Beamte nach längerer Zeit in Brooklyn(Nordamerika) ermittelt und festgenommen. Nach Erledigung der erforderlichen diplomatischen Verhandlungen ist er dann von der Regierung der Vereinigten Staaten ausgeliefert worden und befindet sich seit längerer Zeit in Untersuchungshaft. Witte ist im allgemeinen ge- ständig, Unterschlagungen in der angegebenen Höhe begangen und falsche Eintragungen in die Bücher gemacht zu haben. Durch zahl- reiche Krankheitsfälle in der Familie und andere mißliche Ver» Hältnisse will er auf die schiefe Ebene getrieben worden sein. ES hat sich ergeben, daß er eine Anzahl Quittungen über gezahlte Geldbeträge durch unbefugte Unterzeichnung mit dem Namen der Empfangsberechtigten gefälscht hat. In den meisten dieser Fälle hat er das Geld nachträglich gezahlt, und es ist offenbar, daß er die Fälschungen begangen hat, um vorhandene Unterschlagungen zu decken. Dem zweiten Angeklagten wird zur Last gelegt, daß er bei einigen der von Witte begangenen Veruntreuungen Beihilfe geleistet und aus einigen Manipulationen bei der Portokasse Gel- der für sich herausgeschlagen habe. Er bestreitet mit aller Ent- schicdenheit, sich irgend einer strafbaren Handlung schuldig gemacht zu haben und weist alle Schuld weit von sich. Da die einzelnen Fälle der Anklage eingehender Erörterung bedürfen, nimmt die Beweisaufnahme einen großen Umfang an. DaS Urteil erging dahin: Der Angeklagte Zolleinnehmer Witte wird zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis verurteilt; sechs Monate werden als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtet. Der Angeklagte Regierungsbauselretär Kokerbeck wird freige» sprochcn._ Vermilcktes. Sxplofion in einem Vynamitwerk. Eine folgenschwere Explosion ereignete sich am Sonntagabend in einem Dynamitwerl in der Stadt Hull in Kauada. Durch Selbsteiitzüiidnng eines erst kürzlich patentierte» Sprengstoffes wurden neun Personen getötet und über vierzig Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Der Sprengstoff lagerte in einem Magazin, dessen steinerne Mauern drei Fuß mächtig waren. Die Trümmer der Mauer wurden eine Viertelmeile weit geschleudert und durchschlugen eine große Anzahl Häuser, deren Bewohner getötet oder verletzt wurden. Hunderte von Fensterscheiben wurden in dem zwei Meilen von Hull entfernten Ottawa durch die Gewalt der Explosion zerschmettert. Die Gefahr, die die Anlage eines so gefährlichen Werkes mitten in her Stadt für die Einwohnerschaft bedeutet, hatte vor einiger Zeit zu einem Prozeß der Stadtverwaltung gegen die Gesellschaft ge» führt. Das Gericht halte aber die Forderung der Verlegung de» Werkes als unbegründet abgewiesen. Ein Soldat als Raubmörder. An der Inhaberin eines Kaffeelokals in München ist in der Nacht zum Montag ein Raubmord verübt worden. Am Montag morgen fanden Hausbewohner die Besitzerin des Lokals, eine Frau Katharina Hierer, mit eingeschlagener Schädeldecke in einer Blutlache tot vor. Die Frau wurde, wie die gerichtliche Fest- stellung ergab, durch mehrere Schläge mit einem schweren Bügel- eisen getötet, nachdem sie vorher mit einer Schürze geknebelt worden ist. Nach VerÜbung der blutigen Tat hat sich der Mörder der Tageskasse bemächtigt. Nach dem Befunde muff eS vor dem Morde zu einem Kampfe zwischen dem Mörder und seinem Opfer gekommen sein. Als mutmaßlicher Täter ist ein Soldat eines Münchener Infanterieregiments verhaftet worden, der in der Nacht als letzter v-mst in der Kaffeewirtschaft war. Die Uniform und das Seitengewehr des Berhafteten, der die Tat leugnet, weisen Blut- spuren auf._ Vom Erdbeben in Costariea. Die Erdstöße dauern noch fort. Außer Costarica sind auch noch Paraisa, Orhomogo sowie mehrere kleinere Ortschaften z e r- stört. Die Zahl der Toten wird nunmehr aus über 2500 angegeben. Von den Verletzten sterben stündlich mehrere. Infolge der großen Hitze, die augenblicklich herrscht, geht die Verwesung der Leichen sehr schnell vor sich und man befürchtet, daß hierdurch Seuchen hervorgerufen werden._ St. Bureaukratius. Fein säuberlich wird in den deutschen Landen jedes Vorkommnis im Leben des Staatsbürgers protokolliert. Im Schweiße ihres An- gesichts mühen sich viele Tausende Beamte ihre ganze Dienstzeit hin- durch ab, dicke Aktenbündel vollzuschreiben, in denen getreulich Buch geführt wird, wann Herr X. zur Welt gekommen ist. welchem Glauben und welcher politischen Gesinnung er angehört usw. Sehr leicht kann eS natürlich dabei passieren. daß einmal eine Eintragung vergesien wird oder in ein falsches Aktenstück gelangt. Dann gibt es für den davon Betroffenen endlose Scherereien und Auseinandersetzungen mit den Behörden— die aber selten Helsen, denn eine königlich preußische Behörde irrt nie. Ein Liedlein davon weiß ein in dem westfälischen Dorfe O. wohnender Landmann zu singen. Ihm war im Februar 1904 ein Sohn geboren, der aber bereits nach wenigen Monaten starb. Anmeldung und Abmeldung des Jungen wurden vorschriftsmäßig besorgt. Für die Behörde lebte der Kleine jedoch gesund und munter fort. Zunächst erhielt der Vater im Jahre 1906 eine Aufforderung, den Jungen impfen zu lassen. Da der Mann der unmaßgeblichen Ansicht war, daß das Impfen bei Toten wenig Zweck habe, ließ er das Ansinnen unberücksichtigt. Die Folge davon war ein Strafmandat. Das ging dem biederen Landmann freilich wider den Strich; er ließ der Be- Hörde eine Klarlegung des Sachverhalts zugehen und hielt nun dieSache für erledigt. Vor einiger Zeit erhielt er jedoch von der Behörde ein Schreiben folgenden Inhalts: „Sie werden hierdurch aufgefordert, Ihre Tochter Theresia anzumelden und Ihren Sohn binnen zehn Tagen abzu melde it." Da war guter Rat teuer! Eine Tochter hatte der Landmann nie besessen und der Sohn war bereits im Jahre 1904 als ver- storben abgemeldet worden. Der durch die Behörde zum glücklichen Vater Gestempelte trug nunmehr persönlich die Angelegenheit bei dem zuständigen Beamten vor und war der frohen Hoffnung, in Zukunft davon nichts mehr zu hören. Dieie Hoffnung erwies sich aber als trügerisch, denn vor einigen Tagen erhielt er eine neue Verfügung, in der eS heißt: „Sie werden hierdurch aufgefordert, Ihren am 4. Februar 1904 geborenen Sohn sofort zur Schule zu schicken." Der Aermste hat den Kampf gegen die Behörde als zwecklos aufgegeben; resigniert sieht er der Zeit entgegen, in der sein vor sechs Jahren verstorbener Sohn das militärpflichtige Alter erreicht._ Die Frühlingsgewitter haben in den letzten Tagen verschiedene Menschenleben vernichtet. Bei einem Gewitter, das am Sonnabend im Kreise Celle nieder- ging, wurden drei Arbeiter, die sich vor dem Gewitter in einen Schuppen geflüchtet hatten, vom Blitz erschlagen, drei weitere Arbeiter wurden durch denselben Blitzschlag schwer ver- letzt, ein Arbeiter kam mit dem Schreck davon.— Auf dem BahrenfelderRennplatz bei Hamburg schlug am Sonntag der Blitz in ein Drahtgeflecht der Barriere ein; sechs Personen wurden dabei verletzt.— Der Ballon„Thüringen", der am Sonn- tag früh mit vier Insassen in Eisenberg in Sachsen-Altenburg aufgestiegen war, geriet in der Nähe von Leipzig in ein schweres Gewitter, das zu schneller Landung zwang. Bei dem Aufprall der Gondel auf den Erdboden erlitt der Arzt Dr. Geyer aus Jena einen Unterschenkelbruch, der Apotheker Bergmann auS Eisenberg einen Knöchelbruch und Brustquetschungen. Die beiden anderen Insassen blieben tinverletzt. Nonttett als Schittder von Fürsorgezöglingen. Aus Rom schreibt uns unser dortiger Korrespondent � Die Shndikalistin Maria R y g i e r hat bor ungefähr Jahresfrist in mehreren italienischen Blättern die allerschärfsten Anschuldigungen gegen die Nonnen erhoben, die in der Strafanstalt von Florenz und in der Besierungsanstalt von Perugia ihre christliche Wirk- samkeit entfalteten. Diese Anklagen bezichtigten die Nonnen grau» samer und stupider Straf Methoden, der Aus- b e u t u n g der ihnen anvertrauten Gefangenen, einer Schmutz» Wirtschaft sondergleichen und auch widernatürlicher ge» schlechtlickier Beziehungen zu den ihrer Fürsorge unter- stellten Mädchen. Die schwersten Anklagen bezogen sich auf die Aesserungsanstalt von Perugia. Der dortige Orden, der einem belgischen Schwcsternverband angehört, klagte wegen Verleumdung, zog aber die Klage nach einiger Zeit zurück. Die Regierung hat eine Enquete vornehmen lasten und hat in diesen Tagen ganz un- vermutet die Schließung der An st alt verfügt. Da mögen nette Zustände geherrscht haben! Kleine Notizen. Bei einer Keffelcxplofion an Bord des Frachtdampfers„Jonas Alstroem", der zurzeit im Hafen von G o t h e n b u r g vor Anker liegt, wurden zwei Mann der Besatzung getötet, mehrere schwer verletzt. Einige Leute werden vermißt und sollen, wie Augen- zeugen versichern, nach verschiedenen Seiten in die Luft ge« schleudert sein..., Gckentertes Ruderboot. Im Oeresund bei SkodSborg lDLnemark) ist am Sonntagabend ein Ruderboot gekentert. Bon fünf Jniasten sind vierertrunken. Auf der Rutschbahn verunglückt. Bei einem Volksfeste tn Versailles löste sich an einem Rutschbahnschlitten ein Ver» bindungsglied; zehn Personen stürzten in die Tiefe. Alle wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Erschossen hat sich in einer Privatklinik in Rom der ttaliemsche Deputierte Guido Pompilj, früherer Unterstaatssekretär im Ministerium des Aeuheren. Der Verlust der Gattin, die nach langer Krankheit gestorben ist, soll der Antrieb zum Selbstmorde sein. Bergsturz. In St. Anton(Nieder-Oesterreich) erfolgte etn großer Bergsturz. Eine Bergwand mit fünf Hektar Wald stürzte in den Reibach, der verschüttet wurde. Der Bach staute sich zu einem See, der einen Kilometer lang und zwanzig Meter tief ist. DaS Wohnhaus einer Holzarbeiter fa in ilie wurde von den gewaltigen Erdmassen h i n w e g g er iss e n. Bei G a ming stürzte ebenfalls ein Haus ein und ein zweites ist dem Einsturz nahe. Bei S ch e i b b S ist der ganze Bahnkörper ver» schüttet worden. nun □□□ Thealer und Vergnügungen Dienstag, den 10. Mai. Ansang 7'/, Uhr. KSnigl. Opernhaus. Geschlossen. Königl. Schauspielhaus. Wie die Alten sungcit. Neues töiilgl. Opern-Theater. Der Evangelimann. Neues Schauspielhaus. Der Flieger. Deutsche«. Sumurün. Kamm erspiel e. WienerHölle: Albino. Brüderlein sein. Goethe. (Ansang 8 Uhr.l Ansang 8 Uhr. Lessing. Das Konzert. Kleines. Luxuszug. Berliner. Taifun. Steurö. Di- goldene Rttterzeit. Neues Operetten. Der Graf von Luxemburg. Trianon. Asodore u. Sie. Residenz. DaS Nachtlicht. Der selige Octave. Thalia. Die lieben OIWS. Hebbel. Konkurrenten.(Ansang 8'/. Uhr.) Westen. Tanzhusaren. Komische Oper. Zigeunerliebe Schiller O.(Walluer- Theater.) Hans Lange. Schi«?» Eharlotteuburg. Die Katakomben. Frirdrich. Wilhelmstadtisches. Kavaliere. Volksover. Martha. «nise». Die Welt ohne MSmter. Woie. Des Mädchens Lebenswege. Lustspielhans. Das Leutnants- möubeL Metrovot. Hallohll— Die große Revue. FolieS(kaprlce. Ein verschwiegenes Atelier. Eine gründliche Kur. (An,. 8',« Uhr.) CTasiuo. Berlin bei Nacht. Gebr. Herrnfeld. Wenn zwei das- selbe tun. DaS starke«stück. Apollo. Spezialitäten. Bagage. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Reichsdallen. Etettwer Sänger. Karl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Tauveuftratze«K/S». AbendS 3 Uhr: Der Halleysche Komet. Ster» loarte, Jnvalidenstr. 57— 62. Neaca Operetten-Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Graf von Luxemburg. 1. und 2. Pfingstseiertag, nachm. 3 Uhr, zu ermäßigten Preisen: vis vollseprlnroesln. �.usispiolkstis. AbendS 8 Uhr: Das Leutnantsmündel Residenz-Theater Direktion: Richard Alexander. AbendS 8 Uhr: Das Nachtlicht. Schwank in 3 Akten v. M. ZamacoiS. Hierauf:»er.eUxe Oktave. Groteske in 1 Akt von Ave» Miraude und Henry Gsroule. Sommerprcise ab 7. Mai. Morgen und folgende Tage: Die- selbe Vorstellung bis 16. Mai (saisonfchluß). Volksoper. Belle-Alliance-Straße Nr. 7/8. »x LV., Belle-Alliance-Sl Abends'/,g Uhr: Alarth».(®°n,pui.) Luisen-Theater. Schiller■ Schiller-Theater 0.(Wallner-Theat.) Dienstag, abends 3 U h r: Han« liiuijfe. Schauspiel in 1 Akten v. Paul Hehse. Ende 10'/, Uhr. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Katabombeu. Donnerstag, abends 8 Uhr: Ole Liebe wacht. Theater. Schillsr-Theater(Charlottenburg). Dienstag, abend« 8 Uhr: Oie Katakomben. Lustipiei in 4 Akten v. Gustav Davis. Ende 10'/, Uhr. Mittwoch, abend« 8 Uhr: Tapienstreich. Donnerstag, abends 8 Uhr: _ Hans Lange. NW- Heute erster Tag"WN der Internationalen Fliig=Woche Berlin- jf ohanntethal 10. bis 16. Mai tätlich von 3 Uhr nachmittags an. 12 Flieger 75000 M. Preise. Ob geflogen wird oder nicht zeigen die in allen Filialen von Loeser& VVolff hängenden schwarzen, weißen oder roten Fahnen an.— Tageskarten 50 Pf. bis 10 M., Vorverkauf 40 Pf. bis 9 M. bei A. Wortheim, luvalidendank, Loeser& WolfL ohne AbendS 8 Uhr: Die Sielt Männer. Bolls stück in 3 Ukten von Alex. Engel und Julws Horst. Mittwoch, Donnerstag: Die Well ohne Männer. Freitag zum erstenmal: Dle Esse vom Erlenhos._ Lessing-Theater. 8 Uhr: Das Konzert. Mttwoch. 8 Uhr: Dantrts d.Narr Donnerstag, 8 Uhr: DaS Konzert. osc-inc/tic ! Franfjurter Str. t32. Zllss. 3 Uhr. � Ende 11 Uhr. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: T aÜ IUI* Morgen: Taifun._ Neues Theater. AbendS« Uhr: Die goldene Ritterzeit. Morgen und ivlgende Tage: vle goldene Ritterzelt. Theater des Westens. 8 Uhr: Xanzhusare». Sonnt, u. Montag nachm. 2'/. Uhr: Die geschiedene Frau. fsigttsieh'WIIhglitiztztltlstihgs SchstispielhZtis. DienSiag, 10. Mai, abends 8 Uhr: KaTallere. Mittwoch: M-Heidelberg, Donnerstag: Kavaliere. Mäbchen?SebenSwege. Ausstattungsstück in 4 Akten(12 Bild.) v. W. Melvtlle. Morgen und folgende Tag« i De« Mädchens Lebenswege._ Hetropol-Theater Hallo!!! Die grolle Revue! In 8 Bildern von JuL Freund. Musik v. Paul Lincke. In Szeno gesetzt vom vir. Rieh. Schultz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gastattet. Passage-Tlieater. Abends 8 Uhr: Die Sterne des Humors # Willi Prap# Cww nnd das große Tarlete- Programm! wwwwwwwwwwwwwwwww 8 Uhr: Programm der Attraltionen I itlahara, indische Tempeltänzerin mll Ihren lebenden Riesenschlangen. Loula de Vriendt als August. Der Sängerkrieg auf dem HUhnerhof, Parodie aus„Chantecler". ausgeführt von Familie Schwarz. Mit neuem Repertoire: S» englische Backfische 20 u. a. m. Neues Programm! Frinz Lharles der Alle mit Menschenkultur. Dorothy Kenzow Banjovirtuosin lies Boeder� Luftreckakt und das von Publikum n. Presse glänzend beurteilte Mai-Programm. Trianon=Theater. AbendS 8 Uhr: Theodore& Cie. Kön Igstadt- Kasino. Holzmarttstraße 72. Täglich: Konzert, Theater und Spezial'tätenvorst Um 9 Uhr: Dep Segen komt von otien. Ländl. Siiigipiel c. M. HohenselS. Neu! The 3 Alherfoa, Phänomen. Krastakrobaten X Matr. Ottokar, Trapez voulan» X Erich Cattelli. Frans Sebanskl nsw. eafcr Kommandanlenftr. 57. T. A. 4, 5083. Sensationserfolg »eS neuen Herrnfeld-Schlagers Wenn z�vei dasselbe tun. Eine Konkuxrenz-Komödie In 2 Akten mit den Autoren i. d. Hauptrollen u. Das starke Stück. Schwank von JuliuS Horst. Ans. 8 Uhr. Vorverkaus 11—2 Uhr. (Theaterkasse.) Alt-Üoabit 47/48. Sonntag, de» 15. Mai 1910; Eröffnung der Sommersaison Konzert, Theater und Spezialitäten. Folies Caprice Eine gründliche Kur. Neuer bunter Teil. Ein verschwiegenes Atelier. Anfang 8'/, Uhr. Borverkau, 11-2 Uhr. alhalia Variete-Theater | Wtinbergswag 19-20, Roaentn.Tor. I 1 1 1 Oas neue Variow Programm I! Nie AUen-Famille Mayeer und die übrigen Spezialitaten. | Theaterk. ununterbrochen geöffnet. I Urania. Wissenschaftliches Theater Abends 8 Uhr: Direktor Dr. P. Schwahn: Der Halleysche Komet Gr. Beniner Kunstaassleliiiiig 1910 30. April bis 2. Oktober. Im Park täglich Doppel-Konzert. Eintritt: 10-6 Uhr 1 M.. o. 6 Uhr ab 50 Pf., Sonntags 50 Ps. Dauert. 6 M. 10—3 Uhr. Eintritt 1 M. KSnigl. Akademische Hocliachule, HardonbsrgstraBa 33. Waldgürtel. Sport- u. Spielplätze. Kunst a. d. Str. Verkehrssysteme. I nnenstadt. Vororte. Garten stfidte. Arbeitersiedlungen. Graß-Dorlin. 11. Mai; Prof. Blum, Hannover; „Der Verkehr, die Grundlage des künftigen Groß-Berlin. (Lichtbilder)._ Passage-Panoptikum. Die heiligen Fakire in ihren Wunderproduktionen. !! Lebend!! Af0n| PpIusb der kleinste Mensch der je gelebt. Buddhas tadertajel Alles ohne Extra-Entree! Eintritt SO, Kinder, Soldaten 25 Pf. Reiehsliallen-Tbeater. Stettiner Sänger Tenonften-Vostel. EinKünstlerbild o. Moysel Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Burgtheater- Kinematograph vorm. Groterjan, Jnhab.: Rud. Merz, Schönhauser Allee 149. Tel. 3. 9353. Lebende Photographien. Wochent. 30 u. 40 Pf. Alttang 7 Uhr. Sonnt. SO, 40 u. 60 Ps. Am. 4 Uhr. Vorzugskarten nur Wochentags güllig. 25 Ps. aus allen Plätzen. Stets wechselndes Programm. Jeden Sonntag im Obcrsmd EW Kunstler-Konzert. Entree 15 Pf. Garderobe 10 Ps. N. d. Konzert: rarnlllen-KrSnzohon, loci: GARTEN, Täglich ab 4 Uhr: Uroßes Militärkonzert. Eintritt 1 Mark. von abends 6 Uhr ab 50 Ps., Kinder unter zehn Jahren die Hülste. Wilhelm größte Raublier- Dressur- Schau der Erde Bälow-?latz Kalser-Wilbelm-StraOe Ecke Linien-StraOo Nähe Alexanderplatz. Täglich abend» 8 Uhr: Große Vorstellung. Mittwoch, Sonnabend u. Sonntag; 2 Vorstellungen nachmittags 4 Uhr u. abends 8 Uhr. Tägl. vorm. von 10— 12'/, Uhr: Besichtigung, Probo u. Fütterung. Casino-Theater Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Nnr noch bis Freitag: kerliu bei Nacht. Ab Sonnabend: E'umlllc August Knoche. Sonntag 4 Uhr: Mutter Orähert. Montag 4 Uhr: Trudehen» Sommer reise. Kurl Huverlund Ansang Theater, präz. 3 U. 77/79 Kommandantenstraße 77/79. TSgiich nur erstkl. Spezialitäten. Saaßmunb«. Sonnabend, Sonntag. Mittwoch, Donncr�l���wll� LuimPar URRAWEN. HRIEN5EE MÄ ■ Größter Wergnügungs-Park de« Kontinents. Eröffnung 14. Mat. Berliner IIIK-Trlo. Felix Scheuer Stralsanderetrl Für den Inhal»»er Jnfera« Übernimm» dir Redaktion de» Gnblitum gegenüber teinertei Berantwortnng. Allen Berlvandten, freunden I wie Äeknrmten die lrauvige Nachricht, daß Sonnabcndnachmittag .!>/, Uhr niein innig geliebter j Man», unser guter Vater Hennsnn Tilsener l im Alter von 40 flahren nach I kurzem schweren Leiden ent- Ichlasen ist. SOWb ! Die Beerdigung findet Mitt- j wach, nachmittags 5 Uhr von der Halle des Birchow-KrankenhauseS | aus nach dem Pauls-Kirchbos statt. Dies zeiat mit der Bitte um | stille Teilnahme an Vikit«» Illeenvr nebst Idnilern. äss i ö. Kerl. k!eIcti5tsgz-VM?ki5e8. Todes- Anzeige. Am 7. Mai verstarb unser Mit. s glied, der Tischler ttermsaa Tilsaer Pankftrahe 71. Ehre seinem Andenken! Tie Beerdigung findet am I Mittwoch, den U. Mal, nachmittags j 5 Uhr, vom Virchow-Krankenbause ! aus nach dem neuen PaulS-Kirch- � Hofe, Eeestraße, statt. Um rege Betelligung ersucht I227/S Der'Vorwtand. Sozialdemokrat. Wablverein Kixdorf. Nachruf* Den Parteigenosien zur Nach- I richt. daß unser Mitglied, der I Tischler �lberK SvkulT <21. Bezirk) | verstorben ist. 234/19 Ehre seinem Andenken l Der vorstand. {Zentralverband der Töpfer Deutschlands Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur KennwIS, daß am Sonntag, den 8. Mai, der Kollege ttermsnn ATeier (Bezirk Gesundbrunnen) plötzlich verstorben ist. 192/18 Ehre seiuem Andenken l Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 11. Mai, nach- mittag» 5 Uhr, von der Leichen. Halle des AriedenS-KirchhoseS in Nieder-Schöiihausen-Nordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der vorftaud. oeulseiier »olisrdeiler-Verbslllj Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Kollege, der Möbel- polterer �uxust Gartig am 7. Mai gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 11. Mai, nach. mittags 5 Uhr, von der Halle des Sebaslian-Kirchhofes in Äeinickcn- dors, Humboldistrahe, auS statt. 83/3 Die Ortsverwaltung. Ganz Plötzlich und unerwartet entschlies am Sonntagvormittag 10'/, Uhr mein lieber Mann, unser guter Vater.— und Grotzvater, der ZSerksührer ferdmanä Berndt im 63. Lebensjahre. Um stille» Beileid bitten »1« trauernden Hinterbliebenen Familie Berndt, Grünauer Str. 32. Die Beerdigung findet am Mittwoch. den 11. Mai, B'/, Uhr. von der Leichenhalle des Tmmaus- Kirchhose». Zlixdors, Hermannstr.. aus statt. Deutscher Trenspertarheiter- Verband. Bezirktverwaltung Brei Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, da« unser Kollege, der Bretter« träger Uermann Lange am 7. d. Mi», im Alter von 43 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 10. d. Mt», nach. mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle deS FriedhojeS in Ahrens- selde au» statt. 89,3 Um rege Betelligung wird ge- beten. Die BezirkSverwaltung. Kinmen- uuh Krall! lunderri oo» Roberl Heyer,' ooi MglllMlleo-Sttaße 2. 1 Sozialdemokratischer Walilierelo des 16. Herl. Reichstags- Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 7. Mai verstarb unser MU- glied, der Gelbgietzer Rudolf Kröning (Hennigsdorser Straße 9). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung Mittwoch, den 11. findet am Mai, nach mittags 4'/. Uhr. von der Leichen. balle des städtischen griedhoses, Müllerstratze, Ecke Seeslraße, aus statt. Um reg« Betelligung ersucht Der Vorstand. Deutschel Metallarbeiter-Verband BerwaltuugssteNe Berlin. Todes» Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, datz unser Mitglied, der Gelbgiejzer Ludolf Krüning am 7, d. MtS. au Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 11. Mai, nach- mittags 4'/, Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen FriedhoseS in der Müller-, Ecke Seestrajz- aus statt. 115/8 Reg« Beteiligung erwartet Die OrtSverwaltung. Statt besonderer Mitteilung. Heute nacht verschied plötzlich mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Bruder und Schwager, der Redakteur Max Neustädter. Wilmersdorf, 9. Mai 1910. Holsteinische Str. 20. Die Beerdigung findet Mittwoch 11 Uhr in Weißensee statt. Kondolenzbesuche dankend ab- gelehnt. 15i8 Danksagung. sfßr die viele» Beweis« herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes August Schmidt sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere den Kollegen und Kolleginnen der A.E.G., Abteilung Scharpo, dem Deutschen Metallarbeiter-Verband. der Unter- grauen- sowie Herrn Rüsch sür die trostreichen Worte meinen ttes- gesühltesten Dank. Die trauernde Witwe Else Schmidt. Für die rege Anteilnahme bei der Beerdigung unseres VaterS und Bru- derS, des Putzer» Ifrust Fachs sagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten sowie dem Zeniraloerbande der Maurer(Sektion der Putzer), dem Wahloerein Schöneberg, den Mit- gliedern des Bezirks 8o, den Arbeits- kollegen der Kolonne Ahl, insbesondere dem sängerchor und dem Stadt- verordneten Herrn Obst sür seine sreundlichen Worte unseren herzlichste» Dank. 546SL Familie Fachs. Eine Nnrk w6chentllche Teilzahlung elegant. Herren- und Knaben- Garderobe fertig und nacb Mass, feinste Verarbeitung. S. Boltuch, Frankfurter Allee 75. 1 EiDganeTIIalterStra»». i— Ziehung morgen,—, Mittwoch und Donnerstag. s Lotterie Gesamtbetraf der Gew. Markw. 50000 •pea. 8827 Gew. tob ö bis 5000 Mark« 30000 o. ein Hauptgewinn Markw. 20000 örlglnallose a 2.— Mark, Porto u. List« 80 Pf. extra, empfiehlt und versendet der General-D ebit G. Dischlalis& Co., Bankgeschläft, Bertin C. 2, Königsir. 34—36. Auch zu haben in atnitlichan Lotterie- und ZigarrettgeachAften. Arbeitsnachweis: Hos l Amt 3. 1239. BerwaltungSstelle Berlin. Hauptbureau: CharittstraBe S. Hos III. Amt 3, 1987 Donnerstag, den 12* Mai 1910: Bezirks- Versammlungen für die geiamte üerwaltungsUellc Berlin in folgenden Lokalen: Norden* Pharns-saie, Müllerstr. 148, abends 8>/, Uhr. Norden* 0biithIOS Schwester Strafte 23, abends Norden I Frankes Feststtlc, Badftr. 19, abend» 81/, Uhr. Ffj Oabü* Ppa�htöal0 Kord"we8t, Wictefstrafte 24, abends Westen und Schöneberg: gÄ.V'ÄXV Osten und Lieblenberg: Slralau und Rummelsburg:"kTSJÄrK'' abends 8'/, Uhr. Süden und Südosl: Taaal' Barslgwalder Feststtte. Borsigwalde, I vzjvl. Spandauer Strafte, abends S Uhr. Nixdorkl s»p?v» Festsale, Hermannstr. 49, abends 8'/, Uhr. Cdsrlottendnrg: Tolkshaas,«»9«-»�. 3, abend» 8-/, Uhr. nrnißnnenA• Penkerts Restaurant, König'Chaussee 38, H VIUVUSVV. abends 8'/, Uhr. Köpenick n. friedriedsbAgen: ko�N' Hage», Friedrichstraste 69, abends 8'/, Uhr. ensnrta»- Restaura nt BorwärtS, Schönwalder Strafte 8V, SpitllUaU. abend» 8'/, Uhr. Ober'Scböneweidei Wu�mi�nhoM�Ä�abd».»>/, nyr. Tages-Ordnung: i. Kerichterstattuug vom lmszerordevtlidiell Gmerk- schastskongreß. s. Sttiluugnllhmt zur Generalversaulmlnng. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Zur Beachtung! Die Kollegen, welche Erwerbslosen-UntersMtzung(Kranke) beziehen, machen wir daraus ausmerksam, daß sür Montag, de» 46. Mai, schon am Sonnabend, den 44. Mai, die Unterstützung gezahlt wird. Am DienStag. den 47. Mai(3. Feiertag), wird die laufende Unter- stützung nur biS 12 Uhr gezahlt. Nachmittag bleibt das Bureau geschloffen. Der Kranl enschein ist bei jeder Zahlung mitzubringen. 116/7_ Die OrtSverwaltung. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Die Versammlung der Stockarbeiter findet heute DW" nicht DW statt. >"V Einheitspreis U Luxus-Ansiührung IC 12.80 y M. 16Ä) Wollen Sie bequem und angenehm gehen? Macben Sie einen Versuch mit Satamanderetielelnl Fordern Sie Musterbuch. V Salamander Schubgea. m. b. kl» Berlin W.8 Friedrich-Straaa« 182 C. König-Strasse 47 SW. Friedrich- Strasse 231 C. Rosen thaler Tor W. Potsdamer Strasse$ NW. Wilsnaclcer Strasse Eckt TurauStraue 9 W. Tauentzien-Straas« 10 N. Bad-Strasse 20 Spandau, Breite StraaM 80 Steght«, Schloss-Strasse 20 n. Unt Arno Irl Dresdenerstr. 116 nUl"MI I IUI LI(Kein Laden) amOraolenplstz Hut und Mützen Engrosgeschäft. Einzelverkauf zu auffallend blUlgen aber festen Preisen Strohhüte aller Art sehr billig._ Weiche Herreahüte v. 1,50-6,00 Steife Herreuhüte v. 2,00-7,00 Nur lehlerfrele moderne Ware. Nur fehlerfreie moderne Wart. Grösste Auswahl in Afltzen und Strohhüten. ;ene Genossenschast mit chränkter Hastpflicht. bc- Bilanz am»1. Dezember 1969. 105/3] Aktiva. Mark Bebaute Grundstücke.. 757(5 026,42 Teilweise bebaute Grundstücke....... 515 134,71 Neubauten..... 294 950,20 Unbebaute Grundstücke. 279 800,90 Bau-Kantine..... 6 500,— Mörtelwerk..... 1,— Inventar...... 1,— Anlage-Kto. b, Siegsried Levh-Schcnkung... 50000,— Kirchengemeinde Tempel-. Hof....... 17 725,- Rückständige Mieten., 88,75 Wertpapiere..... 33 903,05 Bant-Guthaben... 121 982,— Kassen-Bestand.... 35 681,62 Sa. 8 931 794,66 Passiva. Siegst. Levy- Schenkung 56 291,35 Feiice Bernstein-Schenkg. 90 019,10 Rückstellung für d. Saal- bau Charlottenburg. 26 042,10 Rückstellung sür die An» siedelung Tempelhos. 17 725,— Reservefonds.... 30931,55 GeschästS'Gut- haben.. 439 405,65 Vermehrung i. I. 1909 43 471,10 Schuldverschreibungen. Hypotheken..... Spareinlagen d. Genossen 1 874 169,70 Sonstige Darlehen.. 12 169,35 482 876,75 512 000,— 5 782 875,85 Einbehaltene Barkauttonen..... Noch zu zahlende Schuld» vcrschrelbungSzwsen. Reingewinn 18 075,— 10 620,- 17 998,90 Sa. 8 931 794,66 Gewinnverteilung. 3'/. Proz. Dividende aus Geschästsguthaben mn 31. Dezember 1908. 14 354,60 M. Dem Reservesonds gut» geschrieben.... 8644,60. Sa. 17 998,90 M. Mitgliederzahl. Am 1. Januar 1909.... 4839 Eingetreten im Jahre 1909. 742 Am 31. Dezember 1909 aus infolge AuSschlus «den Tod 5581 421 am 5160 und Auskündigung Bestand an Mitgliedern 1. Januar 1910... Die Hastsumme sämtlicher Mitglieder betrug am Schlüsse des Geschästs. jähre» 1903.... 1 472 100M. sie hat fich vermehrt um 96 000. Gesamt .Haftsumme am hlusse des GeschästS» jahres 1909.... 1 568 100M. Ter Vorstand. L. Schmidt. Emst Roscher. �Hygienische Bedftrzsanucei. Neuent. Katalog &. Bmpfohl.viel. Aerzto a.Prof. grat* uJi R. Ünger, Gammlwuenfabrik iftrUB NW. Fdedrichsurasne»1/9 teppdecken Spezialhaus EmilLefevre Berlin, Oranienstr. i§8 nifift in den 485 C25 � iiH Farben � v rot, blau, 150 075 /Seidenersatz)°iiv• O aus beiden Sellen benutzbar 11,25 s p S11 iehlaSen P P ä50 extra billig GroBe Post, echte ganz dick, �00|0Ö IM Spczialkatalofl "Ibbüdün1e5nOptlSB.Inink0. H.Pfau, Bamlagist ®c."n Dlrcksenslraße 20 zwischen Bahnhos Alexanderplatz Und Polizeipräsidium.— Amt VII. 13799. kür Oarnan Frauen-Bedienung.* Lieferant für alle Krankenkassen. 5 Proz. Rabatt bei Vorzeig, dieses Inserats Für DatnenJ» Aua meinem 9 Engroi- Lager. Einzel-Verkauf• nur v. 2— 8 Uhr S Dies. Woche enorm® billige Preise I Elej.WuEsÄ, aus Kammgarn und( prima engl. Stoffen � jetzt bei mir Ü4.KQ g Leinen-Kostüme* sehr schick 44. SO< i Prlm. schwarze anschl.< Schneider-Jacken,| auch a. Seide. 110cm,< > 4S.—,«0.— u. Ä5.—.« lieinen-Paletot», J elegant vorarbeitet O.SO., Stanhmiintel 4.75, O.OO and 4B.50 M. gV Kein I-aden.-708 Sonnt gefiffn.| Fahrg. ersetzt I B. Bcymann ' parterre, GrUner Weg 48] (an der Koppenstraße). Fahrgelegenheit: Elektrische< Bahnen Nr. 1, 3, 0, 16, 22, 31, 46, 76, 78, 79. am Bahnhof Birkenwerder 1000 Morgen— □-Hüte tob 10 Mark aofwärts Stundung des Restkanlgeldes bis 1920.— 10% Anzahlung. Beliebig hohe Abzahlungen. Niemand weiß es besser, als die 3000 Käufer nneerw Grundstücke in den von uns angelegten Siedelungen, wenn wir eine neue Kolonie ins Leben rufen, daß die Grundstüokspreise in allen unseren Siedelungen, als sie sich in der allerersten Anlage befanden, enorm billig waren Durch die aohnelle Entwickelung, die jede unserer Kolonien, wie Bahnhof Buch, Köntgental, Fichtenau, Kaulsdorf- Königstal, Kiekemal, Bahnhof Stolpe-Nikolnswald und Gartenstadt Hoppegarten, aus- zeienet, erhöhen sich infolge dieser schnellen Entwickelung die Grnndstüokspreise im Handumdrehen. Wenn jemand die Absicht hat, sieh einen Eigengarten oder ein Eigenheim zuzulegen, so soll er dann kaufen, wenn wir noch mit der Vermessung einer neuen Kolonie beschfiitigt sind, weil wir dann diesen ersten Pionieren die Grundstücke fast zum Einkaufspreis abgeben. Dies ist in unserer neueröffneten, jedoch zurzeit noch gänzlich unentwickelten IMF*„Cnrfenstadt Hofjagd- rcvler""�BQ der Fall. Wir offerieren:• önitteltiar am Batmhol Birkeiiweriler, Baustellen (event. mit Baugeld) die Q-Rute von 65 Mark aufwärts Grundstock 10 bis 15 Minuten vom Bahnhof, mitten im Waide und direkt am Hofjagdrevier die Q-Rüte von 10 Mark aufwärts. Diese Angebote halten wir bis zum 15. Juni d. J. aufrecht Auskunft direkt am Bahnhofs• Ausgange Birkenwerder im Restaurant«Boddensee". ipeiiiE Bau- ü BMiW-üe»« m. b. H. vorm. C. Winkler Berlin C. 25. DircksenstraBe 20.— Tel. VII, 2524. ArMr Maurer- Bii„Freilief I. Kreis Provinz Brandenburg. Die angesetzte Pfingsttour nach Frankfurt a. O. wird nicht gefahren. 11/1 I. A.: Franz PreaS, Kisdorf, Prinz-Handjery-Sta-eße 47. JH.&P. Uder, Tahak-Großhandlnng: und Tabaklabrik. DM- Raucb-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten.'MS , Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiedervertäüfer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. kan'nten'Marken AgSrSttSN � O-lglnalprel� -tik Voigts Krampenburg, »'"* rCTi&3??> att zzer Grosjcn Krampe, eignet sich infolge seiner ein« samen, romantischen Lage ganz besonders zu Austlilgen für Vereine, Fabriken und Schulen. DM- Äälc von 100—3000 Personen fassend.— Vermietung von Dampfern jeder Grobe.~HMI Jeden Sonntng: Dampfer-Extrafahrten der Reederei Nobiling. Msahrt früh 0 Uhr, nachmittags 2'/, Uhr ab Iannowitzbriicke. S4S9L' Hochachtend II. Voigt.— Amt Köpenlek 227. = O a s CO ag* Taschenuhr, Toilettespiegel, wie nebenstehend abgebildet, und viele andere anerkannt wertvolle Gegenstände erhalten 5ie bei Benützung von klimim M Hill klrnimas Stfagdier hunderttausende solcher Geschenke kamen bis setzt zur Verteilung. Beide wasch. mittel find die denkbar besten, geben mühelos und ohne besonderes Bleichen schönste Wäsche, fie find garantiert unschädlich, ausgiebig und billig im preis. Sparsame, auf ihren vorteil bedachte hausstauen verwenden nur noch dsdes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Plg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort (lettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. ) Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt-Expedition, Llndenstrasse W, """ Üb bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Durch Rauch beschädigte Gardine». reite, Fenster 1,25, 1.45, 1.85, 2.45, 3.25, 4.50. Dutlbettdede» 3.25, 4,50, 5,50-c. 1.75, 1.95, 2.45, Erbstullftores 3.45, 4.65, 5.85, 6.50, 7,50 ic. E.WeihcnbergS Gardinen- baus, Große Franksurterstrage 125, im Hause der Möbelfabrik, 2. HauS an der Koppenstrabe. Durch Rauch beschädigte Tuch- decken 0.95, 1.25, 1.85, 2.50, 3.25, 3.85, 4.50;c. Hliilchdecken 4,25, 4.85, 5.25, 5.95. -"SilöftäirMüschdecken 6.25, T85, 8.50, 9.85, 11.50 2C. Duchportiere», komplette Garnitur. 3.25, 3.85, 4.50, 5.25, 5.75, 6.50 IC.,_ Plüschportteren. komplett« Gar. nitur, 6.25. 6.85, 7.85. 8.75, 9.50, 14.50, 13.50. PorticrenhauS, Grobe Frankfurterstrabe 125, im Hause der Möbelsabrik. Dteppdeckcn, Similiseidc, 3.25, 3.75, 4.50, 5.25. 6.25 zc. Wieuer Steppdecke». Muster, 7.86, 8.50, 9.75, 11,25, 13.75. 15.50 bis 30 Mark. Ehaiselonguedccteu. extva grob, 4.50, 5.75, 6,75, 7,50, 8.75, 9.50 SC. Grobe Fiankfurterstrabe 125. Adfallttppiche 3.25, 3.85, 4.75, 5.25. Brrltner Plüschteppiche 6.85, 7.50, 8,75, 9.65, 11.25, 12.50 sc. Echte Plüschieppichc 12.50, 14,50, 16.50, 18.50, 21.50 bis 60 Mark. Tcppichhaus, Kroße Frankfurter« ftraße 125, int Hause der Möbelsabrik. Kaufer und Linoleumreste zu Fabrikpreisen.__ Sofarefte, Wolle und Pliisch, zu Spottpreisen. Gardinen« und Teppich« HauS, Gruße Franksurterstraß« 125, im Hause der Möbelsabrik. 781K* Verbrechen und Prostiwtwn als soziale KrankheitSerschemungen von Paul Hirsch. Preis 2.- Mark. geb. 2,50 Mark. Expedition Vorwärts, jstndenftrabc 69,_ Vorwärtslcicr erhallen 5 Prozent Extrarabatt selbst bei nachstehend aus» gciührienGelegenheitskäusen. Teppich« AomaS. Oranienftrage 160, Oranien« platz. Teppiche, sarbfehlcrhasic, spott« billig.__ Gardinen. Store«, Künstler« gardwen, Rcstpariicn für halben 'vert. Läuferreste spottbillig. "Äofastoffrefte spottbillig. Vorwärtslcser, beachtet vor« stehende 5 Anzeigen. 367K' Pfandleihhaus Krebber, Küftriner« platz 7, spottbilliger Beltenvcrkaus, Kar" inen verlaus, Wäschcverlaus, Uhrcnvcrkauj, Deckenverkaus, Schmuck« jachen, Goldsachen, Silbcrjachen, ver- sallene Pfänder._ 2492St Wenig getragene Sachen aus sewften Häusern, Jackettauzüge, Rock« anzüge, SommerpaletotS, Ulster, Hosen, einzelne Gehricke, Phantasie- Westen(äuch für Bauchsigurcn) oer- fouft billig Weib, Blücherstrabe 67 I (.Haltestelle Mttenwaldcrstr abc). Dameukostiime. englische, PaleiotZ, monatlich 10 Mark. liesert Tompo- rowSki, Schneidermeister. Linden« praste IM(Mabansertigung.) 317K» Teppiche(seblcrbasic) in alle» Größen sür die Hälste des Wertes Tevpichlagcr Brünn, Hackescher Markt 4. Bahnhof Börse.(Leier des »Vorwärts" erhalten 5 Prozent Raball.) Sonntags geöstnek!_• Gaskronen. Tatsächlich ohne An- Zahlung, wöchentlich 1,00(bis Hundert üausstlimne). Ricscnlager LouiS Böttcher(selbst), Betriebsleitung Box- hagenerstraße zweinnddreibig(Hoch- bahn, Stadibahn: Warschaucrjtrotze). Filialen: Potsdamerilraßc 81, Rix- dors, Kaiser-FriedrichsN-aßc 247._* - Extraaugebote! Belibckanntes Psan'dlcihhnus Chausseestrabc 60, zweites' Geschäft Turmslrabc 73. Svoltbilligster Pfäiidervcrlaus I Extra- billige.. Beiienverkaus! Exlrabilliger Gardinenvcrlaus I Extrabilliger Tep- pichverkaus! Portieren! Steppdecken! Hochelcgalitc Aussteuerwäsche! Extra- billiger Uhrenverlausl Schmucksachen! Bildcrauswahl I Exirabillige Jackett« anzüge I Gehrockanzüge I Sommer- Paletots! 804K* Zluzugstoffe. Knabenanzüge 1,50. Herrenanzüge 9,50. Paletots 12,00. Tuchstofsc 1,50 an. Berusskleidung billig. Besichtigung obne Kaus« zwang. Direkter Verkauf au Pri- oaie. Tuchgesellschast Kottbuser- dämm 16/17. 739K' Leihhaus.Schönebcrg", gegenüber Bahnhof, Sedanftraße 1, Telephon Ami 6, 15687, bietet stets Gelegen- heitstäufe in verpfändet gewesenen und neuen'Anzügen, sommer- und Winterpaletots, einzelnen Hosen, toldenen, silbernen Herren- und )a!nett- Remontoire- Uhren, Ketten 3,50 an, serner goldene Ringe, Broschen, Obrringe, PianinoS, Fahrräder, Frei- schwing«: 10 Mark an. Richard Eichelmann. 200K» _ Singer A 75.00, Naumann-Bodbw, Schnellnähcr, Adler, auch ohne An- Zahlung, 1,00 wöchentlich an. Anstatt Agenten erhält Käufer Proviston. Postkarte erwünscht. Kaliski, Brunnen- straßc 173, Bellealliancestraße 4, Ehausseestraße 80, Beusselstrabe 18, Frankfurt« stratze 115, Oranienftr. 2a, Tauenzieiistraßc 5,Franksurter Allee 72, Eharlottenburg, Scharrenstraße 2, Rixdors, Reuterftraße 56._ 773K Schuhwaren. Elegante Damen- stiesel, brau» 7,50, schwarz 6.—, Rosenthalerstraße 33, Engrosgeschäst. Hermannplat, 6. GroßberlinS aller- billigst« Einkaujsqnelle. Extrabillige Warenverkäufe. Ricsenauswahl. Psän- dervcrkäuse. Somm erpaletols. Jackett- anzüge, Gebrockanzüge. Hcrrenboien. Extrabilligcr Beiienverkaus. Wäsche- verlaus. Brautgeschenke. Aussteuer- sachen. GardmenauSwahl. Teppich» auSwahl l Plüschtilchdecken. Stepp. decken. Wanduhren. Taschenuhren. Kettenauswahl. Ringeauswahl. Da- mcnsachen. Warenverkauf Hermann- platz 6. Auch SonnkagS.+105* Kinderwagen, dunkelblau, fast neu, 20 Mark. Krause, Utrcchterstrahe 21. vom III. 784» Klassikcr-LluSgaben. Goethe, Heine. Reuter, Schiller, Shakespeare, je vier Bände 6,— Mark. Eichendorst, Haust. je � zwei Bände 3,50 Mark. Burger, Kleist, Lenau, Uhland, Wieland und andere, je ein Band 1,75 Mark. Ex- pedition, Lwdenstraße 69, Laden. Teppiche(sehlerhaste) Gelegen- heitSIauj. Fabriklagcr Mauerhost, Große Frankiurterftratze 9, Flurein- gang. Vorwärtslejern 6 Prozent Extrarabalt. Sonntags geöffnet._* Steppdecken billigst Fabrik Große Franksurteritraße 9, Fiurcingang. Gnrdinenhau», Groxe Franl- surterstrabe 9, Flureingang. 2491K' Elegante Anzüge 10,00, Somm«- joppen 1,00, Hosen 1,50, Betten, Steppdecken, Gardinen, spottbillig. Leihhaus.Osten", Königsberg«- straße J9._ t34* Äelcgenheitstäufe. Reisemodelle, Posten Damenmäntel, Paletots, teils auf Seihe 10 Mark, elegante Kostüme, 15 bis 27 Mark, elegante Paletots, Kostümröcke, Blusen spottbillig.(Er- sparnis Lndenmiete.) JuIinS Neu- mann. Bellealliancestraße 106, 2 Treppen._ 584ft* Littauers Näbmaschinen ohne An- zadlung, gebrauchte spot'billig, Ska- litzerstraße 99, Warsckmuerstrabe 67. Buschodstanlage. sachgemäß aits- gefühA, sehr gute Kapitalsanlage, nahe am schönen Dors Stolzenhagen, 4 Morgen groß, 3000 Mark, 1000 An- zablung, spottbillig. Ratursreunden aufs wärmste zu empsehlen. Otto Trentepohl, Wensickendorf(Riebet- Barnim). 20396* Teppichspezialhaus Emil Lesövre, nur Oranienslraße 153, Riesenteppich- lag« 4.35. 6. 10 bis 1500 Mark, sehlerhaste Teppiche spottbillig. Spezialkatalog 600 Abbildungen gratis. 595A* Gaskocherhaus!! k Geschlossene Zweilochgaskocher! 5,00. Vierlochgas- koch«! 9.00. Gasbügelapparat! Gas- plätteisen! Gaslyren I 1'/,. Bronze- gaSkroncii! Gaszuglampenl Ge- schäsisverkaus spottbillig I Wohlauer. Wallnertbeaterstrage 32. 758K* Taschenbuch für Gartenfreunde. Ein Ratgeber sür die Pflege und sachgemäße Bewirstchasiung des häuS- lichen Zier-, Gemüse- und Obst- gartenS von Max Hesdörfer. Zweite vermehrte Auflage. Mit 137 Text- abbildungcn. Preis 3,50 Mar k. Expe- ditton Vorwärts, Lindenstr. 69. 'Prachtvolle Veiten 4,50, daunige Baucrnbettcn 8,00, Aussteuer, 3,90 Damastbezüge, Landbett, zwei Deck- betten, zwei Kisten, zweischläsrig 16,50, große Laken 90 Pfennige, Bauern» deckbctt 25,00, Unterbett, zw« Kissen. Piandleihe, Prinzenstraße 86. 58/4* Zentral-Pfandleihe, Prinznistraße 86(zwischen Ritterstraße und Moritz- platz), spottbillig, große Geldersparnis. Verdienst nur Zinsenberechnusig. tackettauzüge 10, 12, 15, 20 Mark, chrockanzüxe, Sommerpaletols von 8,25 Mark an. Hosen von 2,50 an. MonatSgardcrobe, Spezialität, für jede Figur passend, nur in der Zcntral-Pfandlcihe, Prinzenstraße 86. Fah/geld wird vergütet._ 58)3* Lrmiten- Pfandleihe. Oranicn- straße 23a. Günstigste Gelegenheit in Jackettatizügen von 10, 12, 14, 18 Mark, Sommerpaletots 8, 12, 15 Mark, Gehrockanzüge, Hosen von 2.45, Betten, Wäsche, Gardinen, Portieren, Uhren, Ketten und Gold- waren. Fahrgeld wird vergütet. 58/5* Papageienauswahl. Harzer Kanarienhäbne.Zuchlwcibchen.Ztestan- rmtt Kominandantenstraße 52. 8l7K* Monats-Garderode! Die besten Frühjahrs-PaleloiS und Anzüge für Herren, Smoking-Anzüge, Frackanzüge sowie getragene, fast nute Sachen, sür jede Figur passend, in größter Auswahl zu unübertroffen billigen Preise», 1 Treppe, deshalb billiger wie im Laden. Hirsch Kicferbaum (früh« Prinzenstraße 33), jetzt: Wast«torstraße 12/13, 1 Treppe. 58/7 QesedSftsverkSusss. Gemüse-, Obstgeschäst, gut, sofort verkäuflich Eisenacherstraße 48.-füL* Milchgeschäft verlaust billig. Zu erfragen Tilsiterstraße 49. Restaurant. Restaurant preiswert verkäuflich, sofort, Voltastraße 44._+67 Parteilokal, Vereine, Zahlstellen, Nähe der A. E.-G., 6 Jahre in letzt« Hand, Preis 3300. Näheres Parteispedition, Bernauerstraße 9. Seifengeschäft, altes, verkäuflich, Lippehnerstraße 12._ 20896* Gangbares halb« jür jeden Reuterftraße 95. gelchaft sortzugS- jZreis. Nixdorf, +106 Möbel. Teilzahlung Möbeleinrichtung, Stube und Küche, 15 Marl. Verliehen gewesene Möbel spottbillig. Berolina, Kastanienallee 49. 397K* Vlobeltiichteret.Harnack.Tifchler- meist«, gegründet 1901, Stallschreiber- ftraße 57(Moritzplatz), liefert komplette Wohnungseinrichtungen zu niedrigsten Fabrikpreisen. Unüber- trostene LeisMngsjähigkeit. Enorme Auswahl. ZahlungSerleichlerung. BorwärtSIes« 3 Prozent. Kein Laden, Verlaus Fabrikgedäude. Mädel! Für Brautleute günstigste Gelegenheit, sich Möbel anzuschaffen. Mit kleinster Anzahlung gebe schon Stube und Küche. An jedem Stück deutlich« Preis. Uebervorteilung daher ausgeschlossen. Bei Kranlheits- fällen und Arbeitslosigkeit anerkannt größte Rücksicht. Möbelgeschäst M. Goldstaub, Zossenerstraße 38, Ecke Gnciscnaustraße. kein Slbzablungs- geschäst!_ 2901,(1* Möbel-Gelegenheltskäuse in allergrößter Auswahl: einfache sowie bessere Wohnungseinrichtungen be- deutend billiger wie regulär. Er- gäuzuugsmöbel. Büfette 120, Schreib- tische 45, Sosas 45, Garnituren 65, Trumeau» 30, Schränke, Vertikos 26. Kronen, Teppiche. Bilder, Küchen- möbel, Klubsessel, LedersosaS, Um- baue, Lederstühle usw. spottbillig. LenuertS Möbelspeicher, Lothrtngcr- straße 55, Rojenthaler- Tor. Die Möbel find in vier Etagen auf- gestellt. 754K* Mufchelfchrauk 26,—, Trumeauspiegel. Palisadenstr. 46. EhtTSie Möbel kaufen, besichttgen Sie die großen Ausstellungsräume der Möbelsabrik Dwinatzki, Andreas- straße 30. 816K* Gneiseuaustr. 10, Ecke Nostizstr S. Grau, betannt als beste Bezugs- ouelle. Kasta und Teilzahlung. Möbelkaufhaus Dresdencrstraße 107/108, Stube und Küche komplett 150,—, Allergünsttgste Gelegenheit sür Brautleute, Herren-, Speisezimmer, Schlafzimmer 230,—, eleganter Soja- umbau 50.—.apartes Umbaulosa 50,—. Büfett 100,—, Herrenschreibtisch mit Aussatz 40,—, elegant« Säulentru- meau 28,—, Chaiselongue mit Decke 22,—, Bettstelle mit Matratze 18,—, Waschtoilctte 20-, Vertiko, Kleider- schrank 24,—. Ausziehtisch 16.—. mo- dente bunte Küchen 55,—. 247/13 Möbelangeliot: Wenig gebrauchte, gulerhaltene Möbel, auch neue, sowie ganze Brautausstattung«!. einfachste,«leganteste, beliehen ge- wesen, verfallen, spottbillig. Riesen- lag«. Lagerspeicher. Neue König- straße 5/6. Fabrilgebäube. Sonntag« geöffnet.(Auch Teilzahlung.) 279/5* Gebrauchtes Cosa, KUiderspittd kaust Misch. Ackerstraße 35. 2093b Sämtliche neuen Möbel werden verlaust Dresdenerstraße 40, vorn I. Sofa 25,00, Kleiderschrank, Vertiko, Englischbettc» 23,00, Paneelbrett. Waldcmarstraße 58, Karras. 58/6 Wundervolle Annchtcküche mit modernen Butzenscheiben, 7tcilig, 89,—. Enorm billig I M. Hirschowitz, Skalitzerstraße 25, an der Hochbahn! Krautfiraste 4/5. Saalselds Möbel- sabrik. Lager sür Brauileute, kom- Pleite WobnungS-Einrichtungen. Kc- legenheilskauj, 185 Mark,.'!08 Mark. Besichtigung erbeten. Einzelne Möbel. Diese Woche sür jeden annehmbaren Preis. Sosas 40,—. Englische Bett- stellen 38,—. Kleiderschränke 27,—. PalnTÄder. Herrenfahrrad, Dameniahrrad einmal benutzt 35.00. Holz. Blumen. stratzi 36 b. 1683K» Geschäftsdreirad, äußerst stabil, 50,00 an. Holz, Blumensttaße 3Sd.* Herrenfahrräder, gebrauchte, gut- erhaltene, spottbillig, große Auswahl neue. Heinze, Brückenstraße 6.[700ft' Teilzahlungen. Dreijährige Garantie. Spezial-Garantierad 55,00 Kasse. Jnvalidenstraße 20, Wilhelms- hauenerstraße 73.__ 760K* Elegante» ständehalber. straße 95. terrensahrrad unt- raunack, Koppen- 1-33* Fahrräder, verfallene, einzig billigste Einkaussquelle, Leihbaus Loh- mann. Neue Schönhauserstraße 11. Musterexemplare nagelneuer Straßen- renn« außerordentlich billig abzu- geben. Ricsenlager gebrauchter Fahr- räder, sämtliche besserer Markenräder vertreten, 15,00, 20,00, 25,00. Wenig teurer schon nagelneue Räder ge- ringer« Qualität. Erstklassige Qualitäten, Hochseine Tourenräder, Straßenrenner 45,00, 48,00. Räder. käuser Besichtigung erbeten im Leih- Haus Lohmann. Neue Schönhauser. straße 11. 279/6 Vreunadorrädcr. Tcilzal ohne Anzahlung. Hehke, Danziger- straße 95_ 77251* Fahrrad billig zu verkaufen. Schräder, Harzerslraße 119 I vorn. Musik. Rustbaumpiantno, fast neu, um- ständehalber, 300,00, Händler ver- beten! Friedenstraße 2, Hochparterre (Königstor). 247/11 Violinunterricht(neue, doppelt fördernde Methode bis zur Vollendung) gibt erjahrener Künstler wöchentlich, aus Wunsch auch nur eine Lektion a 1,25 M., bei zwei Schülern je 75 Pj. Offerten unt« v. 2 Expedition des .Vorwärts*.[* Verschiedenes. Kunftftopferet von Frau kokoSkh Scklachteniee. Kurstraße 8. lll. Englischen Unterricht sür Ansättger und Vorgeschrittene, Einzel, tunden tmd im Zirkel erteilt G. Swiench Schönebern, Sedanftraße 67, III. Pasenlanwalt W-ljel. Gillchm«. ftr aye»4a. Chausfeur-Ausbildung. theorettsch und praktisch. Auto-, Flugtcchniker. Tages-, Abendkurse. Prospett I Auto- technikum, Charlottenburg. Frttlche- straße 27 n. 44451 Ptattna. alte Goldsachen, Bruche gold, Silber. Gebisse, Kehrgold, Gold- walten, sowie iämtliche gold- und sttberhaltigen Rückstände kaust Gold- schmelze Broh. Köpenickerstraße 29. Telephon IV. 6958. 774K* Wer Stoff bat, fertige Anzug noch zu Pfingsten sür 16,00. Kaczynöki, Lichlcnbcrgerstraße 9, IT._+34 PatentschufiT Erwirkung, Verwertung, Anlnuf, Modellbau. Praxis seit 1893.«chnell, anerkannt billig: Gebrauchsmuster fix und fertig 1» Mark! Sprechzeit 9 bis 7, Sonniazs 10 bis 2. Telephon 6a, 18981. Ver» einigte Bureaus Friedrichstr. 230, II. �Rähmaschinenreparaturen inch- gemäß schnell und billig, auch außer dem Hause. Bellmann, Gollnow- straße 26. 32351 Kegelbahn sofort zu vergeben. Otto. Reinickendorf, Berlinerstraße 113.* �Velohuung. Entlausen schwarz» brauner Hund, Dobrrmannvintsch«, sehlerhaste Ohren. Leuschner, Gubener- straße 32. 247/12 Die gegen Herrn August Wursch, Tempelhos, Berlincrstraße 47, aus- gesprochene Beleidigung nehme ich hiermit zurück. Auguste Gutschow, Ilrbansiraße 70.+118 Parieigenoffe möchte Filiale übcr- nehmen, Zigarren bevorzugt, Kaution vorhanden. Offerten poslfagand+MOO, Bernau. 20956 Wohnungen. Zwei- Zimmerwohn ungen sofort. Sonnenburgerstraße 27._ 1740b* Wohnungen, kleine, sofort zu vermieten Mainzerstraße 17. 2084b' Leere Stube, Mädchen, vermietet Schulz, Ackerftraße 104._+67* Sogleich billigesHerrenlogiS. Witwe Dröjeler, Rigaerstrage 13. t8 Stellenangebote. Marmorfchleifer, tüchtigen, auf Bau verlangt Knorr, Weißenfee. Falkenbergerstraße._+160 Junenpuber verlangen sofort BastSke u. Co., Baugeschäst, Pankow, Görschstraße 4t._+150 Zeitungsfrauen sofort»«langt Tattentzienslraße 2. 58/10* Im Arbettömarlt durch besonderen Druck hervorgehobene Slnzeigeu kosten 60 Pf. die Zeile. Achtung! Holzarbeiter Wegen Streik nnd Differenzen find gesperrt: Banttschlerei Herzot- Eteglitz, Handjerhstr. 52. Möbelfabrik Gluckert in Darmstadt sowie die in Berlin und Umgegend befindlichen Bauten dies« Firma. Mc Betriebe der Orte Angermüude, Eberswalde und Sarau. Gleichzeitig ersuchen wir die Kollegen aller Branchen der Holz- industrie das Bttniittelungsbureau de» gelben„Handwerlcrschutz- vubandeS* streng zu meiden. Die OrtSverwaltnug. Verantwortlicher Redakteur RiHgrd Bartjh Berlin. Mr t>es Lnsergteuteilverätils� Th. Glocke, Kerlit), Krt/cktt, Verlag! Vortvart» Kuchdrutkerei iz, VerlagtzgnstClt Parzl K.ipger& Co.. Berti» SW. lt. 107. 27. Jahrgang. 3. KeilM If9„Kmärls" Seiiinrt öollislildt. Dienstag. 10. Msi 1910. Morgen Nitwoch. ZdOiabend In allen Bezirken Groß-Berlins. Partei- Angelegenheiten. Zweiter Wahlkreis. Heute findet der dritte Vortrag des Genofien Grunwald statt, und zwar bei Habel, Bergmannstr. ö/8. Die Teilnehmer werden gebeten, pünktlich S1� Uhe zur Stelle zu fein und sich mit der üblichen Legitimation zu versehen. Der Vorstand. Zweiter Wahlkreis, Friedrichstadt. Zahlnacht für Buch- drucker. Stereotypeure usw. Mittwoch, den 11. Mai er., abends Vs 12 Uhr, bei Jul. Meyer, Oranienstr. 103. Die Vertrauensleute. Grünau. Morgen, Mittwoch, den 11. d. Mts., abends S'/j Uhr. Mitgliederversammlung im Lokal des Genossen I. Franz, Köpenicker Straße 88: Vortrag des Genossen Katzen st ein über National« ökonomie. Aufnahme neuer Mitglieder. Oertliche Angelegenheiten. Gäste willkommen. Der Vorstand. Hcrmsdorf. Am Mittwoch, den 11. d. Mts.(Zahlabend), spricht �er Gemeindevertreter Genosse Behrends über: Konsumwesen. Kerner wird Genosse Prießmeier einen Bericht von der letzten Ge- meindevertretersitzung geben.— Billetts zu dem am ersten Feiertag im.ForsthauS" tHeidenreich) stattfindenden Frühkonzert sind bei den bekannten Genossen zu haben. Der Bezirlssührer. Berliner JVacbricbten. Allgemeine Städtebau-Ausstellung. Die allgemeine Städtebau-AuSstellung, die am Sonntag trotz des schönen Wetters wieder einen Besuch von mehr als 2000 Per- sonen zu verzeichnen hatte, erfährt heute eine ganze Anzahl wert- voller Zusätze. So sind jetzt die fünf Modelle der königlichen Kom- Mission für die Stadterweiterung zu Posen eingetroffen, die den Bebauungsplan für das Uniwallungsgelände zu Posen und die Landhaus-Anstedelung Solatsch in reizvoll plastischer Weise dar- stellen. Ferner wird heute das aus Amerika eingetroffene Mate- rial der Gebr. Olmsted ausgestellt, das neben zahlreichen Dar- stcllungen von großen, durch die Firma Olmsted ausgeführten Parks in allen Teilen Amerikas die Waldgürtel von Baltimore und besonders den einzigartigen Waldgürtel von Boston zur Dar- stcllung bringt. Auf dem Bostoner Uebersichtsplan, wo die großen. staatlich der Bebauung entzogenen Wald- und Wiesengcbiete, Fluß- und Meeresufer schwarz hervorgehoben sind, hat der ame- rikanische Architekt ganz neckisch den Berliner Tiergarten im selben Maßstabe eingetragen, der neben dem Parksystem von Boston allerdings klein genug aussieht. Dieselbe Firma Olmsted hat auch die mehr als 20 zählenden Volksparks von Chicago ausge- führt. Dieser Bostoner Parkgürtel übertrifft an Umfang und Vollständigkeit selbst den vielgenannten Wiener Waldgürtel. Außer den Waldgürteln von Wien, Boston, Baltimore zeigt die Ausstellung ferner noch Pläne der Parkgürtel von Washington, Philadelphia. St. Louis. Neu eingetroffen ferner ist umfang- reiches Material vom Londoner Grafschaftsrat zur Darstellung der verschiedenen Londoner Parks. Zum Bebauungsplan für Grost-Berlin schreibt Herr Architekt Jansen der„Täglichen Rundschau- folgendes:„Erst infolge der An- griffe der letzten Tage ist mir der von der Architektenfirma Esch u. Anke veröffentlichte Entwurf bekannt geworden, welcher das be- kannte italienische Säulenmotiv zur Grundlage hat. Ich habe daraufhin festgestellt, daß dieser Entwurf meinem Angestellten (welcher die Skizze deS Platzes angefertigt hat) tatsächlich vorgelegen hat. Ich brauche wohl nicht zu versichern, daß er mir bisher völlig unbekannt war. Die Skizze dieses Platzes, welche in meinem Generalentwurf überhaupt nicht Aufnahme gefunden hat, ist gegen- über meiner Gesamt schöpfung von größter Be- deutungSlosigkeit. Sie betraf angesichts der rein städte- baulichen Ausgabe einen nebensächlichen architektonischen Vorschlag. Dieser Auffassung hat denn auch daö Preisgericht in seiner Gesamt- heit dadurch Ausdruck verliehen, daß es beschloß, auf die Beschwerde der Firma Esch u. Anke weiteres nicht zu veranlassen." Befremden erregte eS am Sonntag früh auf dem Schlesischen Bahnhofe bei Reisenden, die den 5 Uhr 23 Minuten nach Erkner abgehenden Zug benutzten, daß gegen 203 Radfahrer vom Deutschen Radfahrerbund— nicht zu verwechseln mit dem Arbeiter-Rad» fahrerbund„Solidarität"— ihre Räder in die Coupes mit hin- einnahmen. So sehr jedes Entgegenkommen gegen die Radfahrer durch die Bahnbehörden anerkannt werden soll, so läuft die Unter- bringung von Fahrrädern in den Coupes doch auf eine Beein- trächtigung de? übrigen fahrenden Publikums hinaus. Zum Glück war dieser Frühzug noch nicht so überfüllt wie die später sah- renden Züge, allein die Räder nahmen in den Coupes soviel Platz weg, daß viele Mitfahrenden stehen mußten, ganz abgesehen da- von, daß in vielen Fällen die Räder auf die Sitze gestellt wurden, wodurch letztere nicht gerade sauberer aussahen und sich das Publikum, das später die Sitze benutzte, seine Sonntagskleidung zweifellos beschmutzen mußte. Besuch auö Amerika kommt nach Berlin. Theodor Roosevelt, der frühere Präsident der Vereinigten Staaten, ist es, der Berlin mit seiner Anwesenheit beglücken wird. Zu seinem Empfang waren große Vorbereitungen getroffen, er sollte im Schlosse wohnen als Gast des Kaisers. Infolge des Todes Eduards ist das große Empfangsprogramm schnell verkleinert worden und der Tamtam wird weniger groß sein als ursprünglich geplant war. Einige Leute wird das ärgern, vielen anderen ist es sehr gleichgültig. Die Stadt Berlin will dem ExPräsidenten eine Reihe städtischer Anstalten zeigen. Wegen einer Gasexplosion wurde am Sonntagvormittag um 7 Uhr der 20. Zug nach dem Schloßplatz alarmiert. Dort be- findet sich ein Zeitungskiosk der Finna Stielke. Ein junger Mann faß in dem ZcitungStempet ganz heiter, als die Explosion erfolgte. Er erhielt einen zum Glück nicht allzugefährlichen Stoß und flog von seinem Dreifuß, während das Dach sich öffnete und Dämpfe emporstiegen. Die Offenbarung folgte. Der junge Mann hatte den Gaöhahn nicht geschlossen, das Gas strömte aus und explodierte, «lS er sich eine Zigarette anzündete. Früchte der Erziehung der Jugendwehr. Dieser Tage machten wir Mitteilung über das Benehmen der Jugendwehr anläßlich eines Durchmarsches durch die Neue Königstraße. Die gestrige Nummer der„Welt am Montag" bringt einen weiteren Beitrag zu dem obigen Thema. Ein angesehener Geschäftsmann schreibt dem ge- nannten Blatte:„Ich begegnete diesem Zuge(der Jugendwebr. Red.) aus der Schloßbrücke und. da mich mein Weg die Kaiser-Wilhelm- Straße lang führte, begleitete ich den Zug bis zur Spandauer Straße; hier wollte ich nach der rechts liegenden Seite der Kaiser- Wilhelm-Straße, um durch die Spandauer Straße nach der Königslraße zu gelangen. Da nahn, ich einen Zwischenraum von zirka 1,50 Meter, der sich im Zuge gebildet hatte, wahr, um den Zug zu durchqueren; ich hatte nicht die Absicht, den Zug in seinem Gange irgendwie aufzuhalten, vielmehr war ich mir bewußt, ohne jegliche Störung die paar Schritte machen zu können. Da hatte ich aber nicht das Benehmen der jungen Leute in Berücksichtigung gezogen, die sich anscheinend ihrer Uniform wegen schon etwas Höheres wähnten: es versuchte einer dieser jungen Leute, mich mit Gewalt aufzuhalten. Ein gelinder Stoß bewies ihm, daß er an den Unrechten gekommen war, und seine Anmaßung mußte er mit dem Hinweis quittieren, daß ich es noch nicht für angebracht halte, daß solch jugendliche Leute den Straßenverkehr be- hindern dürfen." Das sollten sich einmal Angehörige der freien Jugendorgani- sation erlauben I Wie würde da die gegnerische Presse zetern über die Roheit der arbeitenden Jugend I Mit dem Schutzmannssädel das linke Ohr abgeschlagen hat am Sonnabendabend ein Schutzmann einem Manne in der Gropius- straße. Ein in den mittleren Jahren stehender Mann namens Sch. hatte mit der Wirtin eines Lokals mit Damenbedienung, Gropius- straße 2, Streit, im Verlaufe dessen die Inhaberin des Lokals einen Schutzmann zur Feststellung des Namens deS Gastes rufen ließ. Das geschah, indem der Gast ein Vereinsbuch vorzeigte. Nach kurzer Zeit erschien der Schutzmann wieder, der den Sch. zur Wache bringen wollte behufs Feststellung der Personalien. DaS konnte Sch. nicht begreifen, weil feine Personalien doch festgestellt waren, und so gab es ein hin und her. Schließlich zog der Schutzmann den Säbel und hieb auf Sch. ein, wobei er ihm das linke Ohr buchstäblich abschlug. Inzwischen hatte sich vor dem Hause zahlreiches Publikum angesammelt, daö seiner Empörung über das Verhalten des Schutzmannes lauten Ausdruck gab. Nach VerÜbung der Heldentat machte sich der Schutzmann aus dem Staube und stieg flugs auf einen Straßenbahnwagen, um der Wut der aufgeregten Menge zu entgehen. Verkohlt aufgefunden wurde in der Nacht zum Sonntag der 67 Jahre alte Bötlchermeister Reinhold Gütt aus der Elisabethstr. 47 bei einem Werkstattbrande im Keller des Nebenhauses Nr. 46. Um 1'/« Uhr nachts sahen Bewohner des Hinterhauses Kaiserstr. 7, dessen Fenster nach der Elisabethstraße hinausgehen, in der Küche der Güttschen Werkstatt Feuer und riefen die Wehr. Als ein Zug von der Wache in der Kaiserstraße vorfuhr, war auch Frau Gütt erwacht und rief angstersüllt aus dem Fenster ihrer Wohnung:„Mein Mann ist noch nicht zu Hause, wenn er nur nicht in der Werlstatt ist!" Die Feuerwehrleute mußten die Werkstatttür einschlagen und fanden in der fast ganz ausgebrannten Küche den Böttchermeister tot und am ganzen Oberkörper verkohlt auf dem Fußboden liegen. In seiner Nähe lag die zertrümmerte und ausgebrannte Petroleum- lampe. Wie die Ermittelungen ergaben, hatte Gütt, sonst ein sehr nüchterner Mann, am Sonnabendabend mit Bekannten in benachbarten Wirtschaften gekneipt. Abends um S Uhr sahen Hausgenossen, wie er sich betrunken nach seiner Werkstatt begab. Frau Gütt ist nach dem schrecklichen Unglück schwer erkrankt. Einem falschen! Stcllcnvermittlrr sind zwei Hausdiener in der Nähe des Stettiner Bahnhofs in die Hände gefallen. Der Schwindler versprach ihnen für eine Vermittlergebühr von 30 M. beiden in Magdeburg Stellung verschaffen zu wollen. Zu einer bestimmten Zeit sollten sie sich in Magdeburg vor dem Hotel»Zum weißen Schwan" einfinden. Sie verloren nicht nur die Gebühr, sondern auch noch das Fahr- geld. Denn als sie nach Magdeburg kamen, erfuhren sie. daß sie bewogen worden waren. Der Schwindler, der sie in einer Weißbier- stube in der Nähe des Stettiner Bahnhofs angesprochen hatte, ist etwa 30 bis 35 Jahre alt und mittelgroß, hat ein gesundes Gesicht und einen schwarzen, gut gepflegten Schnurrbart und spricht die Berliner Mundart. Stellungsuchende mögen vor ihm auf der Hut sein. Eine Betriebsstörung im Straßcnbahnverkehr ereignete sich am gestrigen Montagvormiltag in der Französischen Straße. Zwischen Oberwallstraße und Hedwigskirche war einem Gcrüstwagen der Firma Oswald Gebauer ein Rad gebrochen und das umgestürzte Gefährt sperrte das Gleis in beiden Richtungen. Die nach dem Hauövogteiplatz fahrenden Wagen der Linien 12, 13, 18, 32, 3g und 42 wurden durch die Französische-, Charlotten- und Leipziger Straße abgelenkt. In der Richtung nach der Charlottenstraße war das Gleis bis 10,26 Uhr gesperrt; die Linien 60, 61, 73, 75, 80 und 81 wurden vom Rathaus ab über Molkcnmarkt und Leipziger Straße umgeleitet. Todessturz eines Kindes aus dem Dachfenster. Bei einem schrecklichen Unglücksfall hat das vierjährige Töchterchen Alice des Logendieners Frey mann, Düppelstraße 2, den Tod gefunden. Während sich die Mutter auf kurze Zeit aus der Wohnung ent- fernt hatte, um kleine Einkäufe zu besorgen, kletterte die kleine Alice auf das Fensterbrett hinauf, um aus dem im Dachgeschoß belegenen Fenster auf die Straße hinabzusehen. Das Kind beugte sich zu weit nach Vorn, verlor das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe. Mit zerschmetterten Gliedern blieb das arme Geschöpf auf dem Bürgcrsteig liegen. Der Schädel war beim Aufschlagen auf das Pflaster vollständig zerschmettert worden, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Ueberfahren und schwer verletzt wurde am Montag nachmittag der achtjährige Sohn Paul des in der Koppenstr. S wohnhaften Hausdieners Steinte. Der Kleine spielte mit anderen Kindern vor dem elterlichen Hause und lief dabei gegen ein GeschäflSfuhrwerk. Der Knabe wurde umgerissen und geriet unter den Wagen, dessen Räder ihm über Brust und Kopf hinweggingen. Der Verunglückte, der eine Gehirnerschütterung und schwere innere Verletzungen davongetragen hatte, erhielt auf der Unfallstatton am Grünen Weg die erste Hilfe und wurde dann nach dem Krankenhause am Friedrichshain über- geführt. Statt in das Krankenhaus in den Tod gegangen ist der 41 Jahre alte Artist Conrad Lülsdorf aus der Bredotvstraße 3, der als Zahnkraftkünstler in Spezialitätentheatcrn auftrat, bis er vor sechs Wochen am Gelenkrheumatismus erkrankte. Weil sein Zustand sich in den letzten Tagen verschlimmerte, so besorgte seine Frau am Sonnabend alle Gänge, um ihn in ein Krankenhaus bringen zu lassen. Während dieser Zeit aber erhängte sich der Kranke in seiner Wohnung an der Türklinke. Als seine Frau nach Hause kam, war er tot. Großes Aufsehen rief am Eingangsportal des Begräbnisplatzes der Eolgatha-Gemeinde die Verzweiflungstat eines Lebensmüden hervor. Vor den Augen der Passanten jagte sich der Selbstmord- kandidat, ein unbekannter, etwa 25jähriger Mensch, einen Schuß in die Brust. Da die Kugel nicht tödlich wirkte, so feuerte der Unglückliche noch einen Schutz in die Stirn ab. Blutüberströmt brach der Unbekannte jetzt zusammen. In leblosem Zustand wurde der Selbstmörder nach dem städtischen Krankenhaus gebracht. Auf der Straße verstorben ist am Sonntag eine unbekannte, etwa 50jährige, anscheinend dem Arbciterstande angehörige Frau. Sie wurde gegen 5 Uhr nachmittags an der Ecke der Frankfurter Allee und Liebigstraße bewußtlos auf dem Bürgersteig liegend aufgefunden und auf Veranlassung eines Schutzmannes nach der Unfallstation in der Warschauer Straße übergeführt. Hier konnte jedoch der anwesende Arzt nur noch den auf dem Transport, wahr» scheinlich infolge Herzschlages, eingetretenen Tod feststellen. Bei der Verstorbenen wurden keinerlei Papiere vorgefunden, so daß ihre Personalien nicht festgestellt werden konnten. Die Leiche wurde nach dem Schauhause geschafft. Todessturz eines Dachdeckers. Aufsehen verursachte gestern abend ein tödlicher Unfall am Oranienburger Tor. Zlvei Dach- decker der Dach-Pix-Gesellschaft hatten auf dem Dache eines Hauses Reparaturarbeiten vorgenommen. Sie kamen hierbei in recht ge- fährliche Situationen, da sie auch um einen Dachturm herum arbeiten mutzten. Während einer der Leute eine flache Leiter, die zur Sicherheit noch an einem Haken befestigt war, mit den Händen hielt, kletterte der andere, der 28jährige Hermann Klätsch aus der Bülowstraße, auf der Leiter um den Turm herum. � Er faßte sich dabei an einer seitlich angebrachten Stange an, die ihm plötzlich aus den Händen glitt. Das Gleichgewicht verlierend, stürzte der Unglückliche in die Tiefe. Mit zerschmetterten Glieder» blieb er auf dem Bürgersteig liegen. Kopf und Brust waren dem Verunglückten vollständig zerschmettert worden, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Radrennen in Treptow. DaS am Sonntag, 8.>Mai, gebotene Programm war ein recht mageres, trotzdem war der Verlauf der Rennen ein zeitweise spannender und der Besuch der Bahn ein guter. — Die beiden Dauerrennen über 15 und 20 Kilometer wurden von den Neulingen Erxlebcn, George, Hamann und Watzmnß bestritten. Das für die kleine Bahn bedenkliche Experiment von vier ungeübten Fahrern hinter Motoren hätte im ersten Rennen zu einem gefähr- lichen Zusammenstoß führen können. Hamann, der einen Vorstoß gegen Elxleben unternehmen wollte, sah plötzlich alle seine drei Gegner vor sich, die ziemlich hoch in den Kurven fuhren. Um ein Unheil zu verhüten, bog der Schrittmacher Hamanns nach innen und führte seinen Schützling glatt vorbei und damit auch zum Siege. Ein gegen ihn eingelegter Protest wurde abgewiesen. Im zweiten Lauf hatte Hamann unter Motordefekt zu leiden. George spielte in beiden Läufen eine untergeordnete Rolle.— Die Fliegerrennen umfaßten ein Hauptfahren und ein Match in drei Läusen zwischen Götze- Theiß— v. Natzmer.— Das Ergebnis ist folgendes: Haupt- fahren: 1. Theiß, 2. Münzner, 3. Götze. 4. v. Natzmer. 15 Kilometer-Rennen: 1. Hamann. 14 Min., S22ls Sek.; 2. Erxleben, 250 Meter; 3. Waßmuß, 1020 Meter; 4. George, 1550 Meter. 20 Kilometer-Rennen: 1. Erxleben. 20 Min. SG/z Sek.; 2. Waßmuß, 150 Meter; 3. Hamann, 770 Meter; 4. George. 120 Meter. Match in drei Läufen über L0V, 1200 und 1500 Meter. 1. Götze, 2. Theiß, 3. v. Natzmer. Ersatzpflichtig ist ein Angestellter, der am 6. Mai zwischen Mark» arafendamm und Treptow-iSiemenS-Halske-Bahn) oder Linden« straße 17—30 einen Hundertmarkschein verloren hat. Der eventuelle Finder wird gebeten um Abgabe an Ferd. Aschendorf, Markgrafen- dämm 4, Seitenfl. III. Die zweite Berliner Schulzahnklinik(Hochstr. 4) ist gestern eröffnet worden. Zeugen gesucht. Am 6. März, dem Demonstrationssonntage. begab sich em junger Mann in das Haus Köpenicker Straße 1, wurde aber in dem Augenblick, da er die Haustür zumachen wollte, von daherkommenden Schutzleuten herausgeholt und von einem Schutzmann geschlagen. Personen, die Augenzeugen des Vorfalls waren, insbesondere diejenigen, die dem jungen Manne Hut und Stock nachbrachten, werden um Angabe ihrex Adressen an Keßler, Köpenicker Straße 1, gebeten. Vorort- FfocbricKten. Der Kreisbrandmeister von Niederbarnim und das minderwertige Publikum. Mit welch niederträchtigen Mitteln die Stützen der Gesellschaft gegen Gastwirte vorgehen, die ihre Lokale der Arbeiterschaft zur Verfügung stellen, das hat sich jüngst wieder einmal in Erkner gezeigt, und zwar in einer Weise, die die ganze Bevölkerung des Ortes empört. ES handelt sich hierbei um Machenschaften gegen den Gastwirt Degebrodt, dessen großes GesellschaftshauS recht ein« ladend für die Berliner Ausflügler gleich jenseits der Brücke liegt, die über den Kanal führt, welcher den Dämeritzsee mit dem Flalensee verbindet. DaS Etablissement hat einen geräumigen Saal, in dem wohl an 500 Personen Platz finden können. Herr Degebrodt ist ein Mann, der seine Räume allen anständigen Leuten gern zur Verfügung stellt und weit davon entfernt ist, sie der Arbeiter- schaft zu verweigern, wie dies zum Beispiel die Herren vom Klosterhof, vom Gasthaus zur Traube und vom Neuen Schützenhaus tun. Es gibt jedoch Leute in Erkner, die die Arbeitervereine nur zu gerne obdachlos machen möchten und es als ihre Aufgabe bettachten, solche Gastwirte wie Herr Degebrodt so viel wie nur irgend möglich zu schädigen. Dabei schreckt man auch vor den schmutzigsten Mitteln nicht zurück. Herr Degebrodt geht seit einiger Zeit mit der Absicht um, sein Grundstück zu verkaufen und bemüht sich schon lange, einen rechten Käufer zu finden, jedoch ohne den gewünschten Erfolg. Die Ursache davon ist, daß jene Gruppe von Arbeiterfeinden ganz im geheimen gegen ihn tätig ist. Ein nettes Stück dieser Maulwurfsarbeit ist aber nun ans Tageslicht gekommen. ES ist ein Brief des KreiSbrandmeisterS Spindler, gerichtet an einen Mann in Berlin, der ihn um Auskunst über das zu ver- kaufende Grundstück ersucht hatte. Der Brief, der mit dem amt« lichei�Stempel: Kreisbrandmeister deS Kreises Niederbarnim.ver» sehen ist. lautet: „Sntwortlich Ihres Schreibens vom 13. 12. 0S teile Ihnen mit: Das Degebrodtsche Lokal und Grundstücke liegen hier günstiger als alle anderen großen Gasthofsgrundstücke, es ist nur ein bißchen verlotterte Wirtschaft dort, solange DegebrodtS Besitzer sind. Wenn dort ein lüchtiger Gastwirt hineinkommt, läßt sich lvohl ivas daraus machen. Jetzt verkehrt nur minderwertiges Publikum dort, das heißt Arbeiter, meist Sozialdemokraten, die guten Vereine und Gesellschaften gehen nicht hin. Der große Garten ist im Sommer leer. Darauf folgen einige Angaben über Ausdehnung und Wert des Grundstückes und dann schließt das Schreiben: Wenn eine tüchtige Kraft hineinkommt, wird das ganze Lokal aufblühen und das Geschäft ein gutes werden. Mit Hochachtung H. Spindler.- ES werden gewiß viele von unseren Berliner Parteigenossen auf ihren Ausflügen schon das Degebrodtsche Lokal besucht haben, ohne irgend erwas von Verlotterung gewahr geworden zu sein, und sie werden auch gefunden haben, daß das. Lokal keines« wegS leer war, wenn auch die„Gesellschaft" deS Herrn Spindler alles getan hat, um einen solchen Zustand herbei- zuführen. Der Kreisbrandmeister hat natürlich, als er seine Verunglimpfungen niederschrieb, nicht damit gerechnet, daß der Brief Herrn Degebrodt zur Verfügung gestellt werden würde, der nun den Klageweg gegen ihn beschritten hat. Weiterhin hat aber auch die Arbeiterschaft Kenntnis von der Sache erhalten und sie läht es sich selbstverständlich auch nicht ruhig bieten, als minderwertiges Publikum verschrien zu werden. Am Mittwoch der verflossenen Woche war Herr Spindler zur Sitzung des GewerkschaftS« kartells geladen, um für seine Lästerung der Arbeiterschaft zur Ver- antwortung gezogen zu werden. DaS war ihm gewiß sehr un- angenehm, aber er kam und suchte sich damit herauszureden, daß er mit dem Worte.minderwertiges" nur.minderbemitteltes" Publikum gemeint habe. Da jedoch der ganze Inhalt des Briefes beweist, daß das Wort in dem üblichen verächtlichen Sinne ver- standen werden sollte, hatte er kein Glück mit seinen faulen Ausreden. Um eS dem Herrn noch etwas deutlicher zu machen, was derartige Schniähungen bedeuten, luden unsere Genossen ihn zum Sonnabend nach dem Degebrodtschen Saale zu einer öffentliche» Versammlung ein und sie ersuchten zugleich auch den Gemeindevorster Rössel- müller, zu kommen, um seine Meinung über die Angelegenheit zu sagen. Das schien um so mehr angebracht, als Herr Spindler nicht nur Kreisbrandmeister, sondern nebenbei auch stell- vertretender Gemeindevorsteher, Schöffe und Kirchenältester ist. Aber die Herren kamen beide nicht. Spindler entschuldigte sich damit, daß er keine Zeit habe, und der Gemeinde- Vorsteher erklärte, daß er sich nicht in.Privatangelegenheiten" mischen wolle. Die Bevölkerung Erkners und der umliegenden Orte war jedoch außerordentlich zahlreich erschienen, so daß der große Saal kaum Platz genug bot, und es waren auch manche Leute aus dem Bürgertum da, die sonst nicht zu den von unseren Genossen einberufenen Versammlungen zu kommen pflegen. Der Referent Genosse B ü h l e r aus Lichtenberg schilderte das Verhalten des KreiSbrandmeisterS, verlas auch dessen Brief und führte dann aus, daß man die ganze Sache nicht als einen Einzelfall zu be- trachten habe, sondern als den Ausfluß eines Systems, das von oben herunter, von den Spitzen des preußischen Staates und ihrem Anhang genährt und gepflegt wird. Wie im Staat, im Landtag und Herrenhaus die alle Werte schaffenden Arbeiter als minderwertig hingestellt und behandelt werden, so machen es auch die kleinen Gernegroße in den Gemeinden. Da spielt die Person Spindlers, des ehemaligen Klempnergesellen, de» späteren Spielwarenhändlers, der als solcher mit großer Höflichkeit seine Arbeiterkundschaft zu behandeln pflegte, die er jetzt als minderwertig bezeichnet. nur eine untergeordnete Rolle. Er ist nur einer von denen, die es nicht viel besser treiben als er. Es kommt darauf an, diesem ganzen System endlich einmal ein Ende zu bereiten. Dem Vortrag folgte eine rege Diskussion, an der auch Leute au? dem Bürgertum teilnahmen, aber nicht etwa um Herrn Spindler in Schutz zu nehmen— dazu fand sich trotz aller Aufforderung keiner bereit—, sondern um nicht minder kräftig wie unsere Genossen die Handlungsweise des Kreisbrandmeisters zu verurteilen. Es wurde folgende Resolution eingebracht: .Die Versammelten protestieren auf das entschiedenste dagegen, als minderwertig zu gelten. Sie erblicken in der Bezeichnung minderwertig eine Beschimpfung der gesamten Arbeiterschaft und sprechen Herrn Spindler jegliches Vertrauen ab. Die Versamnielten verpflichten sich, als Protest gegen diese Herabsetzung der Arbeiterschaft, soweit sie noch nicht Mitglied find, den freien Gewerkschaften und der sozialdemokratischen Partei beizu« treten und deren Kandidaten bei allen kommenden Wahlen wirksam zu unterstützen." Einige Herren aus dem Bürgertum waren bereit, für den ersten Teil der Resolution, worin Herrn Spindler jegliches Vertrauen ab- gesprochen wird, zu stimmen, jedoch nicht für den zweiten Teil, der das Bekenntnis zur Sozialdemokratie enthält. Auf ihren Wunsch wurde dann über die beiden Teile getrennt abgestimmt. In ihrem ersten Teil wurde die Resolution einstimmig und in ihrem zweiten Teile fast einstimmig angenommen. Rixdorf. F. Siegrist-f. Unser alter Veteran und treuer Kampfgenoffe F. S i e g r i st hat am Sonntagabend seinem Leben gewaltsam ein Ziel gesetzt. Am Fensterkreuz seiner elenden Mansardenwohnung erhängte er sich. Qualvolle und schmerzensreiche Stunden mußte er in den letzten Wochen durchleben. Ein langsam schleichendes Leiden packte den durchmürbten Kurper, um ihn nicht mehr zu verlassen. Kümmerlich schlug er sich als Invaliden» rentner durchs Leben. IS Mark monatliche Rente bildeten die gesamte Einnahme. Um nicht seine politischen Rechte zu ver» lieren, wie» er jede Armenunterstützung von sich; bis er ein Kranken- haus aufsuchen mußte, das er bald mit dem Siechenhaus vertauschte. Zu spät wurde allem Anscheine nach sein wahres Leiden erkannt. Hunger und Elend waren der ständige Gast in seinem Hause. Als vor längerer Zeit einigen Parteigenossen das traurige Los bekannt wurde, das unser alter Genosse zu leben gezwungen war. sorgten sie für regelmäßige und zuträgliche Nahrung. Zu spät l Vom Magenkrebs befallen, konnte ihm durch das Entgegen» kommen und die Pflege der Genossen eine Besserung seiner Existenz und gesundheitlichen Verhältnisse nicht mehr gebracht werden. Durch die lange Unterernährung hatte der sieche Körper jede Widerstands- fähigkeit verloren. Schon in früher Jugend hatte er sich unter den schwierigsten Berhältnissen in der gefahrvollsten Zeit der sozialdemokratischen Partei angeschlossen, um für die Ziele derselben eine unablässige Propaganda zu entfalten. Nach Inkrafttreten des Schandgesetzes gehörte er w Berlin zu den ersten Opfern des neuen Kurses. 1878 wurde er aus Berlin ausgewiesen. Bald darauf tvurde er in C h e m n i tz. wohin er sich u. a. begab, zu vier Monaten Gefängnis wegen Beleidigung des Richterstandes verurteilt. Seiner Propagandatätigkeit tat die Strafe keinen Abbruch. Bis zu seinem Lebensabend, so lange es seine Kräfte zu» ließen, war er im Dienste der Partei tätig. Mit regem Interesse verfolgte er noch als müder, gebrochener Greis die letzten Aktionen der Partei und freute sich ihrer großen Erfolge. Rastlos kämpfte er für seine Ueberzeugung. An Opfermut, KampfeSsreudigkeit und selbstloser Hingabe für die Ideale des Prole» tariats wird er der jüngeren Generation jederzeit ein leuchtendes Bor» bild sein. Im Güdnngzuge beraubt wurde gestern nacht gegen 12 Uhr der Arbeiter Hensel von hier. Er hatte seine Frau in einem Schöne- berger Krankenhause besucht und war auf der Rückkehr im Zuge ein» geschlafen. Als er auf dem Bahnhof Ripdorf erwachte, war ihm die linke Hosentasche aufgeschnitten und em Lederbeutel mit 83 M. entwendet worden. Treptow-Baumschulentveg. Die von der Sozialdemokratie am Vorabend der Feier zur Grundsteinlegung der Kirche abgehaltene Versanimlung, noch mehr aber das vorher zur Verbreitung gelangte Flugblatt hat bei unseren honetten Bürgern böse verschnupft. Sie heulen auf, just so, wie ehedem die Pharisäer aufheulten, wenn Christus seine Geißel über sie schwang, und das Amtblättl muß sich pflichtgemäß entrüsten. Wie eine alte, zahnlose Gevatterin keift und kreischt eS:„Das Flugblatt überbietet alles bisher Dagewesene,"„es schlägt allem Anstand frech ins Gesicht,"„es ist die elendeste, skandalöseste und voll Unwahr- heitcn strotzendste Schrift". Einen Beweis für seine saftigen Beschimpfungen und Anklagen vermag das Amtiblättl freilich nicht zu erbringen, wodurch sie sich von selbst als bloße Anwürfe erweisen. In Wahrheit wehrt das- Flugblatt zunächst nur die Beleidigungen der sozialdemokratischen Einwohnerschaft ab. mit denen das Verbot des Maifestumzuges be- gründet wurde. Nebenher werden allerdings auch den Kirchenchristen einige Wahrheiten gesagt, die aber, auch wenn sie als bitter empfunden werden, nichtsdestoweniger Wahrheiten bleiben. Das„Skandalöse" im Inhalt des Flugblattes besteht darin, daß die Bevölkerung, die hinter den 1924 sozialdemokratischen Wählern steht, kategorisch für sich dieselben Rechte fordert, wie sie die Einwohnerschaft, die hinter den 1914 bürgerlichen Wählern steht. besitzt, und als selbstverständlich für sich in Anspruch nimnit. Die bürgerlichen Sippen sind so an ihre Vorrechte und an die Unter drückung der anderen Volkskreise gewöhnt, daß nach ihrem Enrpfinden eine solche Forderung allem Anstand frech ins Gesicht schlägt. Um allen übelwollenden Auslegungen vorzubeugen, ist ein- gangs des Flugblattes noch ausdrücklich erklärt worden, daß die sozialdemokratische Arbeiterschaft gegen die Feier der Grundstein- legung nicht das allergeringste einzuwenden hat und daß sie für sich nichts weiter fordert als Gerechtigkeit. Hätte man ihr diese gewährt, dann wäre die Einladung zur Teilnahine an der Grundsteinlegung einfach mit höflichem Dank abgelehnt und über die Sache selbst kein Wort weiter gesprochen worden. Auch der Treptower Kommunalverein hat sich bereits mit der Angelegenheit beschäftigt und eine Resolution angenommen, in der es heißt:„Er(der Kommunalverein) verurteilt die Angriffe, die gegen Herrn Bürgermeister Schablow im sozialdemokratischen Flug- blalt erhoben worden sind, da die politische und die Kirchenangelegen- heit nichts niit einander zu tun haben und Herr Bürgermeister Schablow in seiner Eigenschaft als Amtsvorsteher den amtlichen Ver- sügungen zu folgen hat." DaS ist die bekannte doppelte Buchführung und schöne Zwei- seelentheorie, die für unsere Kirchenchristen so überaus bezeichnend ist. Außerdem befinden sich die Herren vom Kommunalverein in einem groben Irrtum, wenn sie meine», jeder Bürgermeister, der Polizeigewalt ausübt, sei dem preußischen Polizeiminister unter allen Umständen zu Kadavergehorsam verpflichtet. Im vorliegenden Falle handelt es sich um eine durch Reichsgesetz geregelte Materie, in der nimmermehr, wie auch das Oberverwallungsgericht erst toieder vor ganz kurzer Zeit entschieden hat, von oben herunter bestimmte An- Weisungen gegeben werden dürfen, vielmehr in jedem einzelnen Falle nach gewissenhafter Prüfung der örtlichen und zeitlichen Ver- Hältnisse von den zuständigen Beamten die Entscheidung zu treffen ist. Und den Bürgermeister und Aintsvorsteher möchten wir sehen, der bei dieser Prüfung, sofern er dabei mit Liebe an die Menschheit und mit Ernst an seine Pflicht denkt, was bei unserem Bürger« meister.ganz zweifellos der Fall ist, sich zu der Behauptung zu ver- steigen wagte, ein Umzug der sozialdemokratisch gesinnten Arbeiter unseres Ortes schließe eine tatsächliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit in sich. Das ist es, was das Rcichsgesetz fordert: Die öffentliche Sicherheit muß tatsächlich bedroht sein! Was der Bürgermeister zur Be- gründung seines Verbotes anführte, daß möglicherweise bürgerliche Jämmerlinge und Angsthuber das Schlotlern und Laxieren bekommen könnten, wenn sie den Tritt der Arbeiter hörten, ist keine tatsächliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Aber angenommen, die Dinge lägen so, wie die Herren im Kommunalverein unterstellen, daß ein vereideter Beamter von oben herunter zu einer Handlung gezwungen werden könnte, von der er vielleicht innerlich selbst überzeugt ist, daß sie wider Recht und Gesetz ist, wem fiele dann die Verantwortung für so schmachvolle Zustände zu? Doch nur wieder den gleichen bürgerlichen Kreisen, die gegen- über der Forderung der Sozialdemokratie auf Demokratisierung der Staatsverwaltung eben dieselben Zustände als„gottgewollt" mit Nägeln und Zähnen verteidigen. Wenn also, wie die bürgerlichen Kreise beweglich klagen, durch das Auftreten der Sozialdemokratie„ein Mißton" in die Feier kam, so tragen sie daran einzig und allein selbst die Schuld. Man kann unmöglich von uns Sozialdemokraten verlangen, daß wir wie stumme Hunde schweigen sollen, wenn wir getreten werden, nur damit zartbesaitete bürgerliche Gemüter, die es nicht im geringsten alteriert, wenn Nebenmenschen elementarste Rechte geraubt werden. keine Sekunde aus dem Gleichgewicht kommen. Nein! Wir Sozial» demokraten werden weiter um unsere bürgerlichen Rechte kämpfen, und wenn eS dem AmtSblättl nach einem Tänzlein gelüstet, so soll ihm dazu nach Noten aufgespielt werden. Chnrlottendurg. Elternverein für freie Erziehung. Auf unsere jeden Mittwoch stattfindenden Ausflüge nach der Jungfernheide wird hierdurch noch- mals hingewiesen. Treffpunkt 2'/, Uhr am Kaiser-Friedrich-Denkmal; für Nachzügler bis 4 Uhr bei Kant,„WaldhauS", Tegeler Weg.— Gleichzeitig machen wir bekannt, daß am 17. Mai(dritter Feiertag) ein Familienausflug nach Finkenkrug stattfindet. Treffpunkt spätestens 10 Uhr vormittags am Bahnhof Jungfernheide. Der Vorstand. Lichtenberg. Ein falscher Gerichtsaffessor hat am hiesigen Ort einen Gauner- streich verübt. Kürzlich starb in der Müllerstr. 3 der Oberpost- schaffner Teichmann. Bei seiner Witwe erschien darauf am 3. d. M. ein Mann, der sich als„Gerichtsassessor Dr. Gottheil" vorstellte und erklärte, daß er im Auftrage des Gerichts komme. Weil Teichmann drei unmündige Kinder hinterlassen habe, so müsse das Vornrundschafts« gericht den Nachlaß regeln. Hiermit habe daS Gericht ihn betraut. Weil der Mann sehr geionndt und sicher auftrat, auch eine Aktenmappe mit vielen Schriftstücken mitbrachte, so glaubte ihm Frau Teichmann und gab bereitwilligst Auskunft. Der Herr Asseffor setzte sich an den Tisch, ließ sich den Nachlaß diktieren und nahm ein genaue? Verzeichnis auf. Er bemerkte noch, daß er für die Nichtigkeit der Aufzeichnung hafte und sich auch an Ort und Stelle überzeugen müste und bat deshalb die Frau, ihm in jeder Weise klaren Wein einzuschenken, auch über etwa vorhandenes bares Geld. Als ihm die tief gebeugte Witwe erklärte, daß sie noch 1000 M. an barem Gelde besitze, legte der„Asseffor" seine Stirn in Falten und sagte mit einigem Bedauern, daß er dieses Geld als die Hauptmasse des Nachlasses„von Gerichts wegen beschlagnahmen müsse". Dann über- legte er ein Weilchen und kam zu dem Ergebnis, daß er sich mit der Beschlagnahme von 48ö M., dem Anteil der Kinder, begnügen könne. Der Rest stehe ja der Frau zu, die 48S M. aber müsse er unbedingt mitnehmen und an Gerichtsstelle für die Kinder sicherstellen. Eine Quittung werde das Gericht einsenden. Frau Teichmann händigte das Geld aus, und der„Affeffor" empfahl sich, nachdem das Protokoll vorgelesen, genehmigt und unterschrieben worden war. Als die Quittung ausblieb, erkundigte sich die Frau bei der Polizei und bei dem Gericht und erfuhr nun, daß sie einem Gauner in die Hände gefallen war. Der falsche Assessor ist mittelgroß und etwa dreißig Jahre alt. Er hat dunkles Haar und einen Anflug von dunklem Schnurrbart, eine fahle Gesichtsfarbe, eine gewöbte Stirn, eine ge» bogene Nase u"d weiche Hände und trug einen schwarzen, steifen Hut, einen dunklen, gräulich gesprengelten Ueberzieher, einen weißen Kragen, gelb und blau geringelte Manschetten und einen Kneifer mit schparzer Einfassung. Königs-Wusterhause«. In der Gemeiiidevertrctcrsitzung wurde u. a. die Erweiterung des GcmeindegaZwerks beschlossen, da eine große Zunahme des Gasverbrauchs gegen das Vorjahr zu erwarten steht. Dem hiesigen Rohrnetz sind in letzter Zeit der Bahnhof, die Schwartzkopff- und Maffei-Schwartzkopff-Werke angeschloffen worden. DaS Werk warf einen Reingewinn von 18 200 M. ab. Der Umbau kostet 88 000 M. und soll von der Firma Leopold u. Hurttig ausgeführt werden. Ein Darlehen zu 4 Proz. wird bei der Kreisspar- lasse aufgenommen, die Deckung soll mit 2 Proz. vom Reingewinn erfolgen.— Unter Eingemeindungssachen wurde mitgeteilt, daß u. a. das Schloß und die Försterei- Fasanerie auSgemeindet und an 3S0 Morgen eingemeindet werde».— Das Schulgeld für Fremde wurde auf 45 M. festgesetzt.— Der Wasserturm wird gleichlaufend mit der Berlinerstraße zu stehen kommen und 30 Meter Höhe er- reichen.— Von den kaum erworbenen Ländereien von der Hof« kammer wurde eine Baustelle von 14 Ar für 7000 M. an den Lehrer Schulz einstimmig verkauft. Karlshorst. Dem Volke muß die Religion erhalten werden. Am hieflgen Orte ist am Sonntag unter den üblichen Zeremonien die neue Kirche eingeweiht worden. Die Spitzen der Behörden und selbst— wie berichtet wird— alle Feuerwehren des Kreises Niederbarnim waren vertreten. Welche Beziehungen die Feuerwehren zur Kirche haben, können wir nicht ergründen. Weistensee. Herr Dr. Pape befindet sich schon wieder im Streit mit der Gemeindevertretung. Die letzte Wahl des Herrn Mewes zur Ge» metndcvertretung veranlaßte den besoldeten Schöffen, wegen an- geblich vorgekommener Unregelmäßigkeiten gegen die Gültigkeit der Wahl zu protestieren. Die vorige Gemeindevertreiersitzung verwarf den Einspruch und erklärte die Wahl mit großer Mehrheit für gültig, da Verstöße nicht vorlagen. Gegen diesen Beschluß hat nunmehr Herr Dr. Pape den Klageweg gegen die Gemeinde» Vertretung beschritten. Herr Dr. Pape trat am 1. April 1904 als besoldeter Schöffe ein und wurde auf 12 Jahre gewählt. Gleich nach seinem Antritt begann seine Konfliktszeit. Der verstorbene Gemeindevorsteher Feldtmann hatte gegen ihn einen schweren Stand. Stach dem Tode desselben nahm er, unter Ausschaltung der damaligen Schöffen, allein das Heft in die Hände. Hierauf be» gann ein Streit mit den Alt-Weißenseer Grundbesitzern. Nachdem die Neuwahl des Gemeindevorstehers ausgeschrieben, aus der der jetzige Bürgermeister Dr. Woelck hervorging, nahm er Rache gegen unsere Genossen, weil sie seine Kandidatur nicht unterstützt hatten. AIS Gewerbegerichtsvorsitzender mußte er sich den Vorwurf oei> Rechtsbeugung machen lassen. Nach Ablauf seiner Wahlperiode wurde er als Vorsitzender nicht wiedergewählt. Im Krankenkassen- konflikt unterlag er in allen Instanzen, die den Gemeindesäckel bedeutend erleichterte. Die späteren Konflikte mit den bürgerlichen Parteien führten zur Amtsentsetzung mit einem Disziplinarver» fahren auf Dienstentlassung. Das Verfahren dauerte 1 Jahr und 11 Monate und endete mit der höchstzulässigen Geldstrafe, einem Monatsgehalt, und Dienstentlassung. Von da ab beginnt ein Guerillakampf, indem er jede Gelegenheit benutzt, um Beschwerden an die Aufsichtsinstanzen zu richten, gleichviel vom Nachtwächter herauf bis zum Bürgermeister. Wer von den Beamten nicht den Hut zieht, hat eine Beschwerde weg. Der jetzige Streit gegen die Gemeindevertretung wird wohl nicht der letzte sein, denn seine Dienstzeit geht bis zum 31. März 1918. Bei der Maifeier gefunden wurde in Charlottenburg ein Damengürtel, abzuholen bei Reinek, Cauerstr. 10, Seitenfl. IV; in ein Sgazierstock, abzuholen bei Krause, Käuferverein Britz, und Rungiusstraßen-Ecke. ritz Werder /Zus der Frauenbewegung. Bund für Mutterschutz. In einer am Sonnabend im Architekten- Hause abgehaltenen, stürmisch verlaufenen Generalversammlung wurde der bekannte Streit zwischen Fräulein Dr. Helene Stöcker und Frau Adele Schreiber-Krüger ausgefochten. In der Versammlung bemerkte man auch im Vorder- und Hintergrunde verschiedene mehr oder minder interessante Männerköpfe. Natürlich wurde nur um die Sache gekämpft. Nach den vorliegenden Materialien und dem Verlauf der Versammlung können wir unserer Meinung dahin Ausdruck geben, daß die Gegnerinnen von Dr. Stöcker bei ihren Angriffen weit über das Ziel hinausgeschossen find, Stimmung und Gefühle da» objektive Urteil trübten. Die Verhandlungen endeten mit der Annahme von Vertrauensresolutionen für Fräulein Dr. Stöcker. Die eine lautet: „Die gegen die Vorsitzende erhobenen Borwürfe geben der Versammlung keinen Anlaß, ihr das Vertrauen zu entziehen. Die Versammlung spricht Fräulein Dr. Stöcker ihr Vertrauen aus. Fräulein Dr. Stöcker wurde denn auch wieder zur 1. Vorsitzenden der Ortsgruppe Berlin gewählt. ßrieffeaCteii der RedafctlOfL 1600. 1. Nein. ES ist nur Kündigung seitens der Erben zum 1. Ok- tober zulässig. Die Kündigung muß spatesicns am 3. Juli in Händen de» Vermieters sein. Hat die Witwe den MietSvertrag mit unterschriebe«, so muß sie die im Vertrage seslaesitzte Kündigungs>rist innehalten. 2.§» Ziffer 2 des Einlommensteucrgcsehes lautet: Soweit nicht unter Ziffer 3 und 4 etwas anderes bestimmt ist, ersolgt die Veranlagung der physischen Personen nach dem Ergebnis de» dem Steuerlahr unmittelbar voran» gegangenen Kalender» oder WirtschostSjahreS, und, insoweit für eine Ein- lommenSquelle ein JahreSergebniS nicht vorliegt, nach dem mutmaßlichen JahreSertrage. Ziffer 3 und 4 Handel! von der Ermittelung deS Geschäfts» gewinnS von Personen, die ordnungsmäßige Bücher sühren.— G. 0. 150. 1. Der Abzug ist unzulässig. 2. Die Geschäftsstelle deS Verbandes der Schneider und Schneiderinnen befindet sich Sebastianstr. 37/33.—» P. tSetterprognoie für Dienstag, den 10. Mat 1010. giemlich kühl, zeitweise ausklarend, vorwiegend noch trübe geringeren Regcnsällen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wettervorea». «tattonen K II 1 10 7 6 5 mit «SasserstandS-Rachrtchte» der Landesanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner st bedeutet Wuch»,— Fall.— 2 Uhr höchster Wasserstand: 123 cm. *) Unlerpegel.—••) am 8. nachts Berantwortlicher Redakteur Richard Barth, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Einger& Eo.. Berlin SW.