S-- 1SÖ-. S7. Il«W. vff-' BbonnemtntS'Bedingungfn: ��ütV W Av a. Ml Die TnfertlenS'GtbObr MonnemcntS- Preti pränumerando: tWl MÜI/ viSf iWz BQ( � beträgt für die. für wöchentlich 2a$fg. frei ins Haus. WM, EM WM BB BH f- HB»D MB UW DM>> 7/ Wi> I—' poNttsche und gewerkschaftliche Vereins« Zowllagz. �JH If�WM■ B8 Bn w) DM KB DM DM HH HB /Y H HM r-—'// und LersammlungZ-Anzeigen m Pfg. Seü°7e D?eNeue�t-�n Yrwk HB W W» K»■■■ V) H B! //..I�tefne Sn-eigen". das erste tfett. Abonnement: l.io Mari pro Äonat! IIWH KB|B BS KJ B» 81 KB 8> iWIfr' gedruckte) W�t 20 Pfg.fedeZ weiter« Eingetragen in die Post, ZeitungZ.-' WSä I SH HB JiSs. JHKx ÜBl BH WA HB HD Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf« Preisliste. Unter Kreuzband für HB I BH Efij BBl JgkV BD stellen-llnzeigen das erste Wort lv Pfg.. Deutschland und Oesterreich. Ungarn BM I WM // HB jedes weitere Wort s Pfg. Worte ober L Wart, für das übrige Ausland HHU«CH�S>V� �T/ V v'� ySSPy �Hm\ // B 16 Buchslaben zählen für zwei Worte. L Mark pro Monat. Postabonnements JBig£lUJP�> S/ // DDR Inserate für die nächste Nummer müssen Holland ItMi'en Lure'mburgPortuaal'---- S. C bis SUhrnachmillagsinder Expedition >■<->!»-»&\ ss�nS"«.«1"" «««.«.»» Verlinev ätä Zentralorgan der foztaldetnohrati fchen Partei Deutfchlandö. Redaktion: SM. 68, Lindenstraese 69. Fernsprecher: Amt 1\, Nr. 1983. Hus dem chMIichloÄalen Sumpf. Aus Wien wird uns geschrieben: Noch nicht drei Monate ist Lueger tot. aber die kurze Zeit hat genügt, die christlichsoziale Partei in die tiefste Zer- rüttung zu stürzen. Diese Partei war so ganz auf die über- ragende Person ihres Häuptlings gestellt, daß sie, da er ihr fehlt, geradezu ohne Halt ist. Ein Programm eint sie nicht, und da die Menschen, die an der Spitze stehen, über den Nailg von Strebern und Routiniers nicht hinausreichen, so mußte der Verfallprozeß eintreten, kaum daß der Führer die Augen geschlossen. Eine so große Partei, die überdies in Wien und in Niederösterreich alle Machtposten besetzt hat, geht natürlich nicht über Nacht zu- gründe. Aber daß die Christlichsozialen ihren Höhepunkt überschritten haben, unaufhaltsam hinuntergleiten und der Tag unwiderruflich kommen wird, wo sich der Parteimischmasch in seine Bestandteile auflöst, ist doch schon heute zu erkennen. Die Christlichsozialen sollen nach dem Testamente Luegers eine„Volkspartei" sein und sich davor hüten, eine „spezifische" Bauern- oder Gelverbe- oder Arbeiterpartei zu werden. Nur daß es mit der Synthese der widerstreitenden ZUassensysteme in der Wirklichkeit nie stimnit, vielmehr der Verrat aller Interessen und die Enttäuschung aller Klassen die Regel sein muh. Der Gegensatz zwischen Land und Stadt, zwischen den Forderungen der Agrarier und den Bedürfnissen der städtisch-industriellen Bevölkerung kann in keiner Partei auf- gelöst werden und die Stärke dieses Gegensatzes zeigt die Un- natur einer Partei ans, die die größte Stadt des Reiches und die geistig rückständigsten Bauerndörfer zu einer„Einheit" der- knüpfen will. Diese Scheineinheit herzustellen, konnte, und auch nur für einen Augenblick. Lueger gelingen: da die gegen- sätzlichen Interessen nun die Abschwächung durch den populären Führer entbehren und sich in ihrer vollen Wucht geltend machen, müssen sie das Gefüge der Partei sprengen. Tatsächlich nimmt, wie eine Nachwahl in Tirol beweist, die selbständige altklerikale Richtung an Stärke unaufhaltsam zu und wird zur Losreißung der klerikalen Bauerndörfer von den Wiener Christlichsozialen führen müssen. Denn auch der politische Gegensatz nagt an dem Bunde, der erst nach den Neuwahlen im Jahre 1907 geknüpft wurde: den Wienern sind die Ab- geordneten des flachen Landes zu klerikal und den Bauern der Dörfer in Tirol oder Oberöstcrreich sind die Wiener Christlichsozialen wieder zu wenig bigott. Der Traum von der„Reichspartei", die das kommende Ferdinandeische Groß- Oesterreich gründen hätte sollen, wird bald ausgeträumt sein. Aber verwüstender wirkt noch die moralische Verderbnis, die sich, durch Luegers reinen Schild gedeckt, in der Partei einnisten konnte. Es ist die bluttgste Ironie, daß die Partei, die ausgezogen ist, die Korruption auszurotten, und die tat- sächlich die großen Erfolge ihrer Jugend dem Kampfe wider die Unredlichkeit in der Verwaltung öffentlicher Angelegen- heiten verdankt, nun in ihren ersten Leuten als eine Clique von Beutemachern entlarvt wird. Verstogen ist der Spiritus, nur die Lust an großem Einkomnien, an Ergattern von Würden und Zusammenscharren von Reichtümern ist geblieben. Wohin ist es mit den Vorkämpfern des„kleinen Mannes" gekommen? Aus den stürmischen Tribunen, die in den kleinen rauchigen Lokalen der Vorstadt gegen Börse und Kapital wetterten, sind noble Herren geworden, die man nicht anders als in Fiakern und Automobilen sieht, die auf dem größten Fuße leben und sich nnt dünkelhaftem Selbstbewußtsein selber zu den„oberen Zehntausend" zählen. Jeder von den Führern vereinigt ein balbcs Dutzend einträgliche Stellungen in seiner Person, jeder akkumuliert Gehalte und Pensionen, und von nicht wenigen weiß man, daß sie auch Geschäfte nicht verschmähen, bei denen ihnen die politische Macht den Weg ebnet. Jene Schlichtheit, die Lueger und sein erstes Gefolge aus- gezeichnet hat, ist verschwunden und an ihre Stelle ist ein dünkelhaftes Protzentuni getreten, das sich in nichts von dem Treiben der„Judcnliberalen" unterscheidet, die die Christlichsozialen, zur Errettung des christlichen Volkes, de- possediert haben wollen. Falls der berühmte Fall Hraba doch zur gerichtlichen Austragung kommt, hat die Regierung die Schließung des niederösterreichischen Landtages verfügt und damit dem Ankläger gegen die Bekenner des„Gott nimm" die Immunität genommen, die sonst die strafgerichtliche Austragung gehindert hätte— so wird man danach über die christlichsozialen Nachtseiten schon Näheres erfahren. Aber wenn es auch nicht möglich sein sollte. die christlichsoziale Korruption akten- mäßig zu beweisen: die allgemeine Ucberzeugung, daß in Luegers Staate vieles faul sei, steht fest und wenn die Führer durch die Bank als Plnsmacher erkannt worden sind, schwindet die Volkstümlichkeit der Partei und die einstige Liebe wandelt sich in Verachtung um. Wie soll Gcßmann, der Nachfolger Luegers in der Führerschaft, die Herzen ent- flammen, wenn es dem trockenen Schleicher überhaupt gegeben wäre, da er sich als ein kommuncr„Gründer" präsentiert? Der Lebcnsgang dieses Gottöbersten zeigt ja die christlich- soziale Streberei im bengalischen Lichte. Um sich seiner Intrigen zu erwehren, mußte ihn Beck zum Minister machen, und es wurde für ihn das Ministerium für die öffentlichen Arbeiten zurecht geschneidert. Kaum hatte Herr Geh« Donnerstag, den A. Jnni IMO. mann den Exzellenztitel, ließ er sich pensionieren, und zwar mit vollem Ministergehalt, bezieht also jährlich um 12 000 Kronen mehr als ihm gebührt. Dann wollte er Land- Marschall von Niederösterrcich werden, zu welchem Zwecke er mit den Tschechen einen regelrechten Pakt schloß, der ihnen drei Portefeuille sichern und Liechtenstein ins Kabinett bringen sollte, damit für Geßmann im Landhause Platz werde. Da sich die Realisierung in die Länge zog und Luegers Krankheit eine neue Konjunktur eröffnete, wollte Herr Geßmann nun diese ausbeuten und Bürgermeister von Wien werden. Man erinnert sich noch der arrangierten Rührkomödie, wonach der sterbende Lueger Geßmann als seinen Nachfolger und Testamentsvollstrecker bezeichnet haben soll.„Halt mir meine Leut' zusammen!" soll Luegers letztes politisches Wort, an Geßmann gerichtet, gelautet haben. Wie man Herrn Geßinann einschätzt und was man ihm alles zutraut, zeigt aber ein uns verbürgter Bericht, wonach Luegers Leibdiener den Auftrag erhalten habe, während Geßmanns Anwesenheit im Krankenzimmer vom Bette des sterbenden Führers nicht zu weichen und dessen Beurkundung, daß die rühr- same Erzählung von Luegers„letztem Wort" an Geßmann eine freie Erfindung des Erbschleichers war. Und nun ist herausgekommen, daß Herr Geßinann, der gewesene Minister und aktive Parteiführer, in sehr anfechtbarer Weise eine Vaukreditbank„gegründet" hat und als ihr Präsident nicht minder anfechtbare Geschäfte betreibt.... Das ist nur ein Exempel aus den christlichsozialen Lebensläufen, denen andere nicht minder zweideutige zur Seite stehen, aber es reicht aus, um die sonst unerklärliche Tatsache zu er- klären, daß noch nicht drei Monate nach Luegers Tod Luegers Partei in vollster Zersetzung begriffen ist. Der moralische Niedergang der Christlichsozialcn liegt also schon offen zutage und der politische Zusanrmenbruch wird nachfolgen. Insbesondere werden es die proletarischen Eleniente sein, die als erste die Lüge einer Parteibildung erkennen werden, die mit ihrer Bckäinpfung des Kapitals bei den fetten Tantiemen zweifelhafter Aktiengesellschaften endet. HlleichaDd erbauliches aus Südwefiafriba Die südwestafrikanischen Zeitungen berichten über die erste Tagung des Landesrats recht interessante Dinge. Wie es um das Verhältnis der Missionen zueinander steht, beweist der Bericht der„Windhuker Nachrichten": Herr Stauch: Das Vorhandensein einer evangelischen und katholischen Mission an demselben Orte, wie zum Beispiel in Warmbad, wirke auf die Eingeborenen verwirrend und fördere die Seelenfängerei. Solche Konkurrenz sollte vermieden und die Sache gesetzlich geregelt werden.— Herr H e i m a n n trat dem bei. Der Z 14 des SchutzgebietSgesetzeS sollte revidiert werden.— Herr Präses Olpp(rheinische Mission): Beide Missionen seien im Lande gleichberechtigt. Ein Modus vivendi für friedliches Nebeneinanderarbeiten könne und müsse geschaffen werden, darüber seien sich die Leiter beider Missionen einig.— Herr Präfeit K l a e y l e(katholische Mission): Eine lokale Trennung sei mit der bestehenden Frei- zügigkeit unvereinbar. Wenn beide Missionen sich in den Haupt« fragen einig seien, wie es zu seiner Freude in diesem Lande der Fall sei, dann gebe eS keine Mißstände. Vor allem sei auch zu berücksichtigen, daß die katholische Mission in erster Reihe für die Seelsorge der Weißen da sei und in zweiter für die Eingeborenen.— Herr W e.i ß: Zwei Missionen neben- einander schaffen Verwirrung. Aus dem Grunde hätten beide sich in China freiwillig getrennt.— Herr M a n s f e l d: Die Eingeborenen seien im allgemeinen gleichgültig, und das werde zum Seelenfang benutzt. Es wäre schon besser, wenn sich die Missionen überhaupt weniger um das seelische Wohl der Eingeborenen kümmern wollten als um ihr leibliches Wohlergehen. Denn da die Eingeborenen gegenwärtig in einem Zustand nur dürftig verhüllter Sklaverei gehalten werden, würde sich hier für die Missionen ein außerordentlich ausgedehntes Betätigungs- feld bieten- Wenn die Missionare energisch für die Lage der Eingeborenen eintreten wollten, würde der soziale Weit- bewerb auf die Eingeborenen schwerlich verwirrend wirken, aber auch von den Missionaren der beiden Konfessionen selbst kaum als Seelenfängerei empfunden werden. Die weißen Ansiedler und Ausbeuter freilich würden dann sofort in ein Wehgeschrei über die Tätigkeit der Missionare ausbrechen und schleunigst deren AuMveisung verlangen! Sehr interessant waren auch die Ausführungen über die Zunahme der Mischlinge. Es wird darüber berichtet: Geheimrat Hintrager: Die Zahl der Mischlinge sei von 8539 im Jahre 1908 auf 4282 im Jahre 1909 gestiegen, die der Mischlingskinder von 1112 auf 1574. Da die Rehobother Bastards hieran nur mit 67 Kindern beteiligt seien, so kämen zirka 400 auf Verbindungen von Weißen mit eingeborenen Frauen. In Windhuk habe in diesem einen Jahr die Zahl der Mischlingskinder von 68 auf 186 sich erhöht, in Karibik von 12 auf 107 usw. Solche Zahlen redeten eine traurige Sprache. Das beste Mittel dagegen wäre eine möglichst starke Ein- Wanderung weißer Frauen.— Herr Schlettwein: Hier helfe nur rücksichtsloses Vorgehen. Er schlage vor. daß Bastard- linder den Müttern wegzunehmen und auf Kosten der Väter in Anstalten zu erziehen seien. Die Namen solcher Väter verdienten überdies im Amtsblatt veröffentlicht zu werden.(Große Heiterkeit.)— Herr WardeSIh befürloortete die Hinaussendung weißer Frauen in größerem Umfange zu fördern und hierfür Mittel in den Etat ein- zustellen.— Herr Geh. Rat Hintrager teilte mit, daß der Koloniale Frauenbund bisher 888 Fragen ynd Kind.er auf feine Expedition: SM. 68, Oindenstrasse 69» Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984, Kosten hergeschickt und noch niemals ein Gesuch aus Mangel cm Mitteln abgelehnt habe. Dem Verein gebühre der größte Dank.— Herr Präsident K l a e h l e teilte im Namen beider Missionen mit, daß sie beide bereits Anstalten zur Aufnahme solcher Kinder hätten. Leider seien fiir solche wichtige Zwecke keine Mittel im Etat vorgesehen. Von großer Wichtigkeit wäre die Einführung einer Polizeistunde, etwa neun Uhr abends, nach welcher Zeit die Eingeborenenweiber alle auf den Werften sein müßten.— Herr Jan so n: Die Hauptmissetäter seien die Soldaten, und von diesen Vätern seien keine Mittel zu kriegen.— Herr Schlettwein: An den Truppen- Plätzen wären öffentliche Häuser mit un- verbesserlichen s chwarzen Weibern ange- bracht.— Herr v. Heydcbreck: Die Schutztruppe bestehe größtenteils aus jungen Leuten, da» erkläre manches. Aber diese seien nicht die einzigen Schuldigen.— Herr Präses Olpp antwortete auf eine Anfrage, wie die Mission sich zu den: Vorschlage der öffentlichen Häuser stelle, daß sie hierzu unmöglich die Hand bieten könne.— Herren Kindt und Schlettwein: Das er- warte niemand, aber sie möge andererseits nicht da- gegen wirken.— Herr Präses Olpp: Die Heranziehung der Väter werde schwierig sein; ein wirtsames Mittel sei die kon- sequente Durchführung des gesellschaftlichen Boykotts gegen im' Konkubinat mit Eingeborenen lebende Weiße.— Herr Geheimer Rat H i n t r a g e r: Die Regierung tue in diesem Sinne, was sie könne; sie weise Anträge solcher Leute zurück, verkaufe ihnen keinen Grund usw. Ebenso sollte es auch im Privatleben gemacht werden; keinerlei Gemeinschaft, ja direkt schlechte Behandlung gegen- über solchen Leuten, i>as werde viel helfen.— Herr S ch l e t t- wein: Auch auf die Eingeborenen sollte in dem Sinne ein- gewirkt werden. Noch vor wenigen Jahren galt es bei ihren Weibern als Schande, sich mit Weißen ein- zulassen, jetzt sei das leider anders geworden. Daher sollte man ihnen die Kinder aus solchenVerbindungcn wegnehmen. Offenbar empfindet man die Zunahnie der Mischlinge weniger als ein Verbrechen an der reinen arischen Rasse und etwas Unmoralisches, als vielmehr als einen sozialen Schaden. Die Mischlinge lassen sich eben nicht so leicht niederhalten wie die Eingeborenen. Wenn sie nicht künstlich von den Eingeborenen getrennt werden, behalten sie ein gewisses Gefühl der Zusammengehörigkeit mit den Eingeborenen. Um also die unbedingte Herrschaft der weißen Rasse über die schwarze aufrechtzuerhalten, bekämpft man mit allen Mitteln die Vermischung der weißen niit der schwarzen Rasse. Die von mehreren Seiten empfohlene Weg- nähme der Kinder soll wohl auch nur den Zweck haben, diesen Mischlingen nacs� Möglichkeit das Verwandtschaftsgefühl mit den Stammesgenossen ihrer schwarzen Mutter auszutreiben. Köstlich ist übrigens auch der Vorschlag, für die Soldaten öffentliche Häuser mit schwarzen Weibern zu errichten, wenn nicht unter der Mitwirkung, so doch unter möglichster Duldung der Missionen. Während des asiatischen Felozuges hatte man ja bekanntlich auch in China derartige öffentliche Häuser für die Soldaten eingerichtet. Des Leusels Paradies. Vor einigen Monaten erregten die Enthüllungen über die Greuel- taten, die angeblich von den Beamten einer europäischen Gesellschaft an den Indianern im kautschukreichen Putumayogebiete in Peru verübt worden sind, nicht geringe Aufmerksamkeit. Ein nord« amerikanischer Ingenieur raiuens Hardenburg hatte mit einem Freunde jenes schwer zugängliche Gebiet bereist und stellte bei seiner Rückkehr der englischen Zeitschrift„Triith" seine eigenen Er- fahrungen und ein Bündel eidlicher Aussagen anderer Personen zur Verfügung, in denen gegen die Beamten der in England registrierten Gesellschaft.The Peruvian Amazon Company" die furchtbarsten Anklagen erhoben wurden. Die Zeitschrift veröffentlichte unter dem Titel.Des Teufels Paradies" eine Anzahl dieser Dokumente, aus denen hervorging, daß die Agenten der.Peruvian Amazon Com« panh" in ihrer Jagd nach dem Kautschuk die arme indianische Be- völkerung des PutumayotaleS in geradezu teuflischer Weise miß« handelten. Die bestialischen Grausamkeiten, über die berichtet wurde, übertreffen bei weitem alles, was man je aus dem Kongostaate erfahren hat. So unglaublich klangen die Erzählungen von den Massen- morden, der Verbrennung lebender Personen, der fürchterlichen Geißelung von Männern, Frauen, Kindern und Greisen, die man bei lebendigem Leibe verfaulen ließ oder den Hunden zum Fressen vorwarf, daß die meisten Leser wohl den Kopf schüttelten und von kolossalen Uebcrtreibungen sprachen. Wenn je eine kapitalistische Ausbeuter- clique Grund zum Klagen hatte, so war es die.Peruvian Amazon Company". Bis jetzt hat sie nichts getan, um die entsetzlichen An- schuldigungen, die gegen sie erhoben worden sind, zu entkräften. Als kurz nach dem Erscheinen des ersten Artikels in der Zeitschrist „Truth" der Berichterstatter eines Londoner Morgenblattes im Bureau der Gesellschaft um Aufklärung bat, drückte ihm ein Beamter der Gesellschaft eine Fünfpfnndnote in die Hand, was sich, als sich der Journalist diese Unverschämtheit energisch verbat, als ein unglücklicher Irrtum herausstellte. Dieser Vorfall, sowie der Versuch der Gesell« schaft, die Sache totzuschweigen, hat nicht dazu beigetragen, die „Peruvian Amazon Company" von dem Verdachte der Schuld zu befreien. Glücklicherweist sind die Vertuschungsversuche fehlgeschlagen. Die„�nti-SIavgrz: and Aborigines Protection Society"(Gesellschaft gegen die Sklaverri und zum Schutz der Eingeborenen) hat sich der Angelegenheit energisch angenommen. Dank der an- erkennenSwerten Bemühungen dieser Menschensteunde hat sich der englische Minister für» Auswärtige genötigt gesehen, Schritte zutun, um eins Untersuchung der an, Putnmaho herrschenden Zustände herbeizuführen. In einem Antwortschreiben, das an den Sekretär dieser Gesellschaft gerichtet ist und das jetzt veröffentlicht wird, sagt der Minister, dag die Regierung der Frage der angeblichen Mißhandlungen der Indianer in dem Putumayotal die größte Auf» merksamkeit schenkt und mit der Negierung der Vereinigten Staaten darüber berate, in welcher Weise die Angelegenheit am besten der- folgt werden könne. Er fügt auch bezeichnenderweise hinzu, daß über diesen Gegenstand keine konsularischen Berichte empfangen worden sind, die sich zur Veröffentlichung eigneten. Freilich allzu viel wird man von einer Aktion der englischen und amerikanischen Negierung nicht erwarten dürfen. Wenn das Los des Kongonegers etwas durch die Sympathie der zivilisierten Völker gemildert wurde, so ist dies hauptsächlich den ausländischen Händlern und Missionaren zuzuschreiben, denen das Leben in Leopolds privater Hölle schwer gemacht wurde und die daher doppelten Grund hatten, die Mißhandlungen der schwarzen Arbeiter am Kongo an den Pranger zu stellen und die Sympathien der zivilisierten Nationen wach zu halten. Den armen, wehrlosen Jndianerstämmen am Putnmayo, auf die sich der heißhungrige Kapitalismus wie ein wildes Raubtier gestürzt hat, fehlen diese unermüdlichen Fürsprecher. Hoffentlich gelingt es der„Anti-Slavcry and Aborigines Society*, der Oeffentlichkeit die Frage der Putumayogreuel beständig vor Augen zu halten und das Los der indianischen Arbeiter im Herzen Südamerikas etwas weniger trostlos zu gestalten. politilcbe dcberficbt. Berlin, den 1. Juni 1910. Die Nationalliberalen und das.Herrenhans- Wahlrechtsscheusal. Die«Nationallib. Korr." stellt in einer gegen das„Ber- liner Tageblatt" gerichteten Notiz fest, daß die gesamte Fraktion der Nationalliberalen für den§6 der Herrenhausbeschlüsse zu stimmen entschlossen war, daß es nur ein Versehen war. wenn sich bei der Ab- stimmung über diesen Paragraphen nur ein Teil der national- liberalen Fraktion erhob. Das heißt also, daß die gesamte nationalliberale Fraktion des Abgeordnetenhauses für die großen Drittelungsbezirke, d. h. für die völlige Ent- recht ung der Arbeiterklasse in Preußen lvar und ist! Wir haben nie daran gezweifelt! Dagegen erregt trotz der feierlichsten Beteuerung der „Nationallib. Korresp." ihre andere Behauptung, daß die nationalliberale Fraktion des Abgeordnetenhauses schon vor dem Bekanntwerden der konservativen Anträge zu den Herrenhausbeschlüssen einstimmig beschlossen habe. die Herrenhausvorlage im ganzen abzulehnen, unser lebhaftes Kopfschütteln. Vielleicht stimmt die Meldung dem Wortlaut nach, sicher aber nicht dem Sinne nach I Die Anträge der Konservativen mochten noch nicht heraus sein, als die Nationalliberalen den heroischen Beschluß der Ablehnung faßten, sicher aber war ihnen dann bekannt, daß diese Anträge kommen würden, daß ihnen ein kräftiger Fußtritt von den Junkern appliziert werden sollte. In dieser Lage, nachdem alle Hoffnung auf ein konservativ-nationalliberales Kompromiß geschwunden war, blieb der einstimmige Ablehnungsbeschluß das Einzige, was den Nationalliberalen zu tun noch möglich war. Im andern Falle aber wäre der einstimmige Beschluß ganz un- möglich. Oder gibt es Naive, die da glauben, daß die rheinisch-westfälischen Abgeordneten, die Vertreter der Schwer- industrie sich ohne weiteres den Nationalliberalen des Ostens unterworfen hätten, wenn nicht jede Hoffnung auf ein Zu- fammenwirken mit den Konservativen geschwunden gewesen wäre? Solcher Köhlerglaube müßte mit der Zahlung eines TalerS an die nationalliberale Parteikasse gestraft werden! Marine-Schlamperei. Bei der diesjährigen Etatsberatung im Reichstag sowie in der Budgetkommission brachte der Abg. Severing zur Sprache, daß auf der kaiserlichen Werft zu D a n z i g auf Anordnung des Feldwebels und Artilleriewarts MalolewSki eine Reihe von Gegenständen in ein Wasserloch, das sich auf dem Holmgelände der kaiserlichen Werft befindet, versenkt seien. An Hand einer Zeich nung konnte Genosse Severing genau die Stellen angeben, wo die Versenkung stattfand. Das Reichsmarineamt ordnete darauf- hin eine sofortige Untersuchung an, deren Resultat war, daß ein Teil der Gegenstände gefunden wurde, unter anderem auch ein Kupferrohr, dessen Wert der Herr Admiralitätsrat Harms auf 8,80 M. bezifferte. Trotzdem sandte die Werftdirektion am 16. Fe- bruar 1010 nachstehendes Telegramm an das Reichsmarineamt: „Untersuchung und Abfischung deS WasserS hat absolute Unwahrheit der Beschuldigungen ergeben. Bericht geht heute mit Nachtzug unter Eilbestellung ab. gez. Schimmelmann.' Der nachfolgende Bericht spricht dann von einer„gründlichen' Absuchung des Wassers, wobei nur„wertlose Abfälle zutage ge fördert seien". Wir haben sofort die Untersuchung als eine äußerst mangelhafte, vorgenommen mit ungeeigneten Werkzeugen. bezeichnet. Diese Behauptung hat sich nunmehr, wenn auch nach längerer Zeit, auf das beste bestätigt. In Nr. 119 unseres Blattes vom 2S. Mai teilten wir mit, daß bei hellem Sonnenschein und klarem Wasser die versenkten Gegenstände zu sehen sind. Am Mittwoch, den 25. Mai, pilgerten daraufhin viele höhere Beamte, unter ihnen auch der Betriebs dirigent des Artillerieressorts, Herr Feuerwerksleutnant Körner, dorthin. Bei seinem Rundgange bemerkte er um 11 Uhr vor- mittags einen dunklen Punkt im Wasserloch. Er holte sofort einen Mann, der den Gegenstand anpeilte, aber nicht in der Lage war, ihn zu heben. ES mutzte Verstärkung geholt werden. Erst mit vereinten Kräften von 6 Mann gelang eS, den Gegenstand aufs Land zu bringen. Es war ein Bootfender mit Maus— ein« geflochtene Tauwulst, welche um die Schiffswandung gelegt wird, um Stötze beim Anlegen an Kaimauern oder andere Schiffe abzu- mildern—, deren Wert von Fachleuten auf zirka 500 Mark geschätzt wird. Woher stammt derselbe? Nach unseren Ermittelungen wurde derselbe im Jahre 1999 für die Pinasse der Artillerie angefertigt. Nachdem selbige zirka acht Tage am Bord angebracht war, wurde er abgenommen, weil er zu plump aussah und zu schwer erschien. Dann ging er den Weg allcö„Irdischen"! Wir stellen an da? Reichsmarineamt die dringende Frage: Ist dieser Fender etwa altes, unbrauchbares, „ausgedientes" Material? Welche Erklärung hat das Marineamt zu diesem aufsehenerregenden Vorfall? Infolge der eingetretenen Trockenheit steht der Wasserspiegel erheblich niedriger als im Winter; daS Schilf am Ufer ist trocken, es wurden deshalb am genannten Tage auch gußeiserne Fenster, Bleche und sonstige Materialien gesammelt bezw. aus dem Wasser gezogen. Die„Beute" des TageS waren zwei vollbeladene Low r YS, die schleunigst nach dem Alteisenhof gefahren wurden. Warum läßt da» Reichsmarineamt nicht eine gründliche Durchsuchung Kraben? mnttjmn, Sie e? der Abgeordnete j Severing beantragt hatte, um die eventuell darin liegenden s fahren, einen polizeilichen Leumundszeugen für diesen Polizisten Werkzeuge, Jnventarien und Geschützteile zu heben? Bei dem niedrigen Wasserstande dürfte jetzt der geeignetste Mo- ment dafür sein. Dieser Untersuchung dürfte das Maineamt um so mehr zustimmen, als der Abgeordnete Severing sich bereik erklärt hat, falls weitere Materialien nicht gefunden werden, die entstandenen Kosten zu bezahlen, andererseits aber auch keinerlei Marincgeheimnisse dabei gefährdet sind. Standesgemäße Strafen. Am Mittwoch standen vor dem Landgericht Bonn drei- zehn Bonner Korpsstudenten unter der Anklage der Gefährdung eines Eisenbahntransportes. acht Angeklagte waren außerdem der Zerstörung von Eisen- bahnmaterials, andere wegen Beleidigung von Eisenbahnbeamten angeklagt. Die Angeklagten gehörten sechs ver- schiedenen Korps an. DaS bekannte KorpS„Borussia" war darunter nicht vertreten, da es zur Zeit der unter Anklage gestellten Handlungen suspendiert war. Die ersten beiden Delikte, die die Anklage enthielt, sind mit schwerer Strafe bedroht.§ 315 deS Strafgesetzbuchs, der von der Gefährdung eines Eisenbahntransports handelt, sieht nur Zucht- hausstrafe bis zu zehn Jahren vor, wird Fahrlässigkeit angenommen, so tritt nach§316 Gefängnis biSzueinem Jahre oder Geld st rase bis zu 900 Mark ein. Der§ 305 sieht für Eisenbahnzerstörung Gefängnis nicht unter einem Monat vor. Die dreizehn Korpsstudenten waren also durch die Anklage mit schweren Strafen bedroht. DaS wird verständlich, wenn man sich vergegenwärtigt, was sich am 4. Dezember nach einem Bier- bock der Bonner Korpsstudenten zu Rüngsdorf abgespielt hat. Am Abend sollte mit einem Sonderzug der Dampfbahn Bonn— Godesberg— Mehlem von Rüngsdorf aus die Rückfahrt nach Bonn angetreten werden. Der Sonderzug lief etwa um 9 Uhr abends in den Bahnhof Rüngsdorf ein und wurde von den Studenten sofort gestürmt. Sie versuchten, die Wagen abzukoppeln und die Lokomotive vom Zug selbst zu trennen. Sie bestiegen sogar die Maschine und setzten den Unfug fort, nachdem sich der Zug schon in Bewegung gesetzt hatte. Sie löschten die Lampen aus und schlugen nicht weniger als 37 Fenster ein. Nachdem die Studenten weiter dem Schaffner die Mütze vom Kopfe geschlagen hatten, koppelten sie schließlich tatsächlich die Lokomotive los. Da das an einer abschüssigen Stelle geschah, so entstand die große Gefahr, daß die losgekoppelten Wagen auf die Lokomotive stießen und sie zum Entgleisen brachten. Nur der Geistesgegenwart des Lokomotiv- führerS, der die Maschine in schnellste Gangart setzte, ist es zu ver- danken, daß ein schweres Unglück vermieden wurde! Der Streckenwärter in Godesberg konnte noch im letzten Augenblick einen Basaltstein vom Gleise entfernen, der die Entgleisung des fahrplanmäßigen Zuges zur Folge gehabt hätte. Am Schlüsse der Fahrt wurde einem Schaffner von einem der Teilnehmer ein Stück einer Fensterscheibe gegen den Kopf geworfen und der Beamte oberhalb des AugeS nicht unerheblich verletzt. Die angeklagten Korpsstudenten nahmen die gefährliche An. klage nicht sehr schwer. Und sie erfreuten sich guter Behandlung — auf der Anklagebank zu sitzen wurde ihnen nicht zugemutet. Natürlich entschuldigten sie sich mit sinnloser Trunkenheit. Viel befangener als die Angeklagten waren die als Zeugen geladenen Beamten der Dampfbahn, die nicht recht mit der Sprache heraus- wollten. Das Ergebnis der Beweisaufnahme war. daß keiner der 13 Angeklagten der Transportgefährdung oder der Eisenbahnzer- störung überführt wurde. Man hat die schlimmsten Missetäter, die diese Delikte auf dem Gewissen haben, nicht gefaßt! Der Staatsanwalt beantragte wegen Sachbeschädigung und Beleidigung gegen 7 der An. geklagten Geldstrafen von 60 bis 150 M. Und der Ge» richtshof verurteilte schließlich drei Studenten zu je 80 M. Geldstrafe, einen wegen Beleidigung zu 59 M. Geld» strafe, zwei wegen Uebertretung einer Polizeiverordnung, die das Besteigen der Lokomotive verbietet, zu je 3 0 M. G e l d st r a f e, und sprach die anderen frei! In der Begründung führte der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Thielemann aus, daß man die Vorkommnisse nicht als den Ausfluß einer übermütigen Laune hätte auffassen können. Es liege zweifellos eine Transportgefährdung vor, nur sei die Täterschaft dieser Angeklagten nicht nachzuweisen.> Seinerzeit wurden in Obcrschlesien zwei Kinder, die eine Dampfstraßenbahn durch Legen von Steinen zur Entgleisung zu bringen versucht hatten, zu je einem Jahr Gefängnis verurteilt. Ein Urteil von ähnlicher Härte konnte gegen die Bonner Korps- studenten nicht ergehen, weil man eben d i e Studenten, die die Transportgefährdung verschuldeten, nicht gefaßt hat. Den Angeklagten konnten Sachbeschädigungen und ähnlich« kleinere Delekte nachgewiesen werden und so kamen sie mit standesgemäßen Geldstrafen davon. Die preußischen Staiatsschulden. Ueber die Entwicklung der preußischen Staats- schulden in den letzten vier Jahren läßt sich folgendes feststellen: Vom Jahre 1906—1910 haben sich die Schulden um mehr als zwei Milliarden vermehrt. Sie betrugen in 1906 7.3 Milliarden und sind im laufenden Jahre auf 9,4 Milliarden gestiegen. Hier- aus ergibt sich eine Steigerung des jährlichen Schuldendienstes in diesen vier Jahren von 297 auf 390 Millionen Mark, also um nahezu 190 Millionen. Diesen Schulden gegenüber beläuft sich das statistische An- lagekapital der preußischen Eisenbahnen aus 10 Milliarden Mark. Von diesem Anlagekapital sollen nun in Zukunft 2.10 Proz., mithin 210 Mill. Mark, aus den Eisenbahnüberschlissen zur Deckung all- gemeiner StaatSbedürfnisse verwandt werden; darüber hinaus sollen die UeberschÜsse dem Ausgleichsfonds zufließen. Im vorigen Jahre beliefen sich die UeberschÜsse der Eiselibahnverwaltung aller- dingS nur auf 149 Millionen, so daß noch 61 bis zu der Grenze von 210 Millionen fehlen. Da jedoch das leyte Jabr gegen das Vorjahr eine Ueberichutzsteigerung von 51 Millionen aiffweistz so glaubt man in einigen Jahren auch die zur Speisimg deS Ausgleichsfonds noch fehlenden 61 Millionen zu erreichen. Die höchsten UeberschÜsse zu den allgemeinen StaatSouSgaben lieferten die preußischen Staats- bahnen im Jahre 1905, nämlich 255 Millionen, 1903 241 und 1904 226 Millionen. Für da» laufende Jahr ist ein Ueberschuß von 152 Millionen veranschlagt._ Ans der BreSlauer Justiz. Vor drei Wochen sah sich Genosse Albert in Breslau ge- nötigt, gegen einen Vorsitzenden des Schöffengerichts B e- s ch w e r p e beim Landgerichtspräsidenten zu erheben. Der Richter hatte nämlich in einem Poilizeiprozeß von 20 vorgeschla- genen Zeugen nur vier geladen, und zwar, wie er selbst zugab, weil diese als Nichtarbettcr(ein Kaufmann, ein Rendant, ein Tischlermeister und ein Sekretär) glaubwürdiger seien als dieArbeiter! Der Richter lwtte ferner strikte abgelehnt, Zeugen gegen den klägerischcn Polizisten zu laden, schnitt, als der Angeklagte Beweise für das nervöse, provokatorische izisten und für seine Unzuverlässigkeit und Auftreten diese»... WD Unglaubwürdigkeit anbot, jede Beweisführung ab! Dabei hatte er sbsr, ohne daß Albert und sei» Verteidiger davon etwa» er, persönlich geladen! Ueber eine halbe Stunde lang kämpften An« geklagterundVerteidiger gegen diesen Vorsitzenden, der durchaus nicht wollte, daß man den Polizisten durch unangenehme Zeugen ein Härchen krümme, bis endlich der Verteidiger rief:„Mennes sich nicht gerade um einen Polizisten handelte, so wür- den Sie die Zeugen nicht ablehnen und die Beiveiscrufnahme nicht so einschränken!" Das zog ein wenig und der Prozeß wurde zwecks Ladung weiterer Zeugen auf den 1. Juni vertagt. Genosse Albert beschwerte sich über des Vorsitzenden Parteilich- keit beim Präsidenten des Gerichts. Jetzt nach drei Wochen, einen Tag vor dem neuen Termin, in welchem Albert den Richter wegen Befangenheit abzulehnen angekündigt hatte, erhielt er vom Prä- sidenten eine umfangreiche Antwort, welche als interessanteste die Mitteilung enthielt, daß im neuen Termin ein anderer Richter fungieren würde und daß der Vorsitzende aus der ersten Verhandlung, ab 1. Juni nicht mehr am Amtsgericht Breslau tätig sein werde. Im übrigen wurde natürlich — mit auffallend viel Worten— die Beschwerde zurückgewiesen. Aber das war ja ohne Belang. Jedenfalls hat dieser eifrige Freund der Polizei einstweilen keine Gelegenheit mehr, Sozialdemo- kraten davon abzuhalten, Polizisten s o zu kennzeichnen, wie sie es verdienen._ Die Unruhen in Dortmund sind beendet. Zwar gab es auch Montagabend noch Ansammlungen, doch Plakate in den Schaufenstern der Firma Hannemann ver- kündigten, daß Verhandlungen angebahnt seien, worauf sich die Menge zerstreute. Inzwischen hat die Firma sich bereit erklärt, die alten Löhne weiter zu zahlen und die Entlassenen wieder einzustellen, worauf das Gewerkschaftskartell den Boykott aufgehoben hat. Eine Erklärung, die die Firma in der bürgerlichen Presse veröffentlicht, dürste allerdings noch zu weiteren Auseinandersetzungen führen. Ocltemicb. Militärische Maßregeln. Wien, 1. Juni. Gestern nachmittag sind 500 Mann des 7. Infanterieregiments aus Graz, 900 Mann des 17. Infanterieregiments aus Klagenfurt und das 27. Infanterieregiment aus Laibach nach Ungarnabgegangen. Die„Zeit" meldet, daß die C h r i st- lich-Sozialen in der nächsten Sitzung des Abgeordnetenhauses den Landesverteidigungsminister wegen der Verwendung der Truppen aus Anlaß der Wahlen in Ungarn interpellieren werden._ Für Finnland. Wien, 1. Juni. Der Deutsche Nationalverband(die Vereinigung der deutschen bürgerlichen Parteien im Abgeordneten- Hause) hat in seiner gestrigen Abendsitzung beschlossen, in Form einer Adresse eine Kundgebung zu übermitteln, welche sich mit dem von der russischen Regierung geplanten Verfassungsbruch beschäftigt und in welcher betont wird, daß die finnländische Ver» fassung und daS Recht der Finnländer, dieselbe respektiert zu sehen, historisch nachweisbare Tatsachen sind. Die ungarischen Wahlen. Budapest, 1. Juni.(W. T. B.) D i e R e i ch s t a g s- Wahlen. Bis 7 Uhr waren 105 Abgeordnete ge- wählt, darunter 67 Mitglieder der nationalen Arbeitspartei (Regierungspartei), 13 von der Kossuthpartei, 4 von der Justhpartei, 2 von der klerikalen Volkspartei, 11 parteilose Siebenundsechziger, 3 parteilose Achtundvierziger, 2 Demo- kraten, 3 Vertreter der Nationalitäten. Die Kossuthpartei gewinnt 2 und verliert 14 Sitze, die Justhpartei verliert 11 Sitze, die Volkspartei 4, die Demokraten verlieren einen Sitz, die Nationalitäten 4 Sitze. Der Ackerbauminister Serenyi ist in zwei Bezirken gewählt worden. Ferner sind gewählt der Finanzminister L u k a c s, der Unterrichts- minister Graf Z i ch y, Koloman S z e l l, Graf Stephan T i s z a und die früheren Minister Kossuth. Daranyi und Graf Julius A n d r ü s s y. ftamhmcb. Die Kammereröffunng. Pari», 1. Juni. Die neue Kammer hielt heute nach- nnttag unter dem Vorsitz P a s s y s als Alterspräsidenten ihre erste Sitzung ab. Die Abgeordneten waren sehr zahlreich erschienen. Mit 332 Stimmen wurde B r t s s o n zum Präsidenten gewählt. Zu provisorischen Vizepräsidenten wurden der Linksrepublikaner Etienne mit" 319 Stimmen und der radikalsozialistische Berteaux mit 296 Stimmen gewählt. Auch der Senat hat heute seine Arbeiten begonnen. Gestern hielten sämtliche Fraktionen der Linken Sitzungen ab. die zahlreich auch von den neuen Deputierten besucht waren. Die radikal-sozialistische Gruppe, welche Berteaux zum Vorsitzenden wählte. beschloß, die benachbarte radikale Linke zur Begründung einer einzigen geschlossenen radikalen Fraktion einzuladen._ Klerikale Uebergriffe. Paris, 1. Juni. Die Staatsanwaltschaft zu Chktteau-Thinon hat gegen zwei Priester strafrechtliche Untersuchung ein» geleitet, weil sie zwei Schulkinder, die ein vom Bischof verbotenes Lehrbuch der Geschichte benutzten, von der Firmung au»« geschlossen. Spsnlen. Gegen die ungesetzlichen Orden. Madrid, 31. Mai. Die„Gaceta" veröffentlicht«in Dekret über da» Vereinsrecht, das alle Vereine und Kon» gregationen, mit Ausnahme der durch das Konkordat genehmigten, verpflichtet, die Genehmigung nachzusuchen; Kon- gregationen. die industriell tätig sind, sollen Ge» Werbescheine lösen. Dänemark. Die Ministerkrise. Kopenhagen, 1. Juni. Da unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen die Bildung eines neuen Kabinetts auf Schwierigkeiten gestoßen ist. hat der König heute den Ministerpräsidenten Zahle aufgefordert, die Demission des Miinsteriunr» zurückzu» ziehen, was darauf geschah. Ministerpräsident Zahle erklärte, daß daS Ministerium sein Entlassungsgesuch erneuern werde, sobald der Reichstag, nachdem da» Urteil de« Reichsgerichts in dem Verfahren gegen den früheren Ministerpräsidenten Christensen und den früheren Minister de» Innern Berg ergangen sein werde, einberufen worden sei. Sckvecken. Ein Fiasko der Klaffengesetzgebung. Stockholm, 31. Mai.(Eig. Ber.) Die schwedische Regierung löste bekanntlich im August vorigen Jahres mitten im Generalstreik jenes Komitee von Arbeiter- und Arbeitgebervertretern auf, das die Aufgabe hatte, Vorschläge zu einer Arbeits- und Tarifvertrags- gesetzgebung auszuarbeiten. Die Regierung wollte die Sache selber machen und hielt sich für sachverständig genug dazu. Ende März wurden dann auch die betreffenden Gesetzentwürfe de» NeichSkag vorgelegt. De? wichtigste davon ist der über die Kol»> lektivver träge. Dieser Entwurf sollte ganz besonders dazu dienen, den Arbcitsfrieden zu sichern und die Gesellschaft vor solchen ungeheuren Kämpfen, wie der im Jahre 1903, bewahren. Das war die Absicht des Reichstages, als er seinerzeit die Anregung zu einer solchen Gesetzgebung gab. Aber der Regierungsentwurf ist in teiner Weise geeignet, diesem Zwecke zu dienen. Die Regierung hat eben einseitig die Wünsche der Unternehmer berücksichtigt. Das in den meisten Tarifverträgen festgelegte Recht, trotz der Verträge Sympathieaussperrungen und Streiks zu veranstalten, soll nach den Vorschlägen der Regierung legalisiert und insofern noch erweitert werden, als Aenderungen bestehender Tarifverträge, die infolge solcher Sympathiekämpfe vereinbart werden, nach Ablauf der Ver- träge Geltung erhalten sollen. Wird in irgend einem Orte oder Betriebe ein Tarifvertrag gebrochen, so soll das ein Grund sein, den vielleicht für das ganze Reich geltenden Vertrag binnen drei Wochen aufzulösen. Der berüchtigte 8 23 des Tarifvertragsmusters der schwedischen Arbeitgebervereinigung, der das absolute Recht des Arbeitgebers, die Arbeit selbstherrlich zu leiten und zu verteilen, festlegt, fehlt in dem Gesetzentwurf auch nicht. Besondere Auf- merksamkeit hat die Regierung den„gemeingefährlichen" Streiks zugewandt, und in dieser Hinsicht will sie durch Aenderungen der Strafgesetzgebung den im Staats- und Gemcindedienst tätigen Arbeitern das Streikrecht gänzlich nehmen. Die Gesetzentwürfe, unter denen auch noch einer über den individuellen Arbeitsvertrag, ein anderer über die Errichtung von Arbeitsgerichten und schließlich ein Vereinsgesetz ist, zeigen eines- teils, daß man der schwedischen Arbeiterschaft eine unverschämte Klassengesetzgebung aufhalsen wollte, und andererseits, daß die Regierungsmänner nicht die Fähigeit hatten, brauchbare und durch- führbare Vorschläge auszuarbeiten. Dies ist offenbar auch die Meinung des ReichstagsauSschusseS. Selbst die konservative Mehrheit des Ausschusses hat soviel an den Entwürfen auszusetzen, daß man schon deswegen voraussagen kann, daß sie in der vorgeschlagenen Fassung jedenfalls nicht Gesetz werden. Die sozialdemokratischen Ausschußmitglieder Lindquist und Nils Persson verlangen selbstverständlich Ablehnung der Klassengesetze, und die schwedische Arbeiterschaft hat dieser Tage im ganzen Lande in zahlreichen Massenversammlungen Protest erhoben gegen das Attentat der Regierung auf ihre so wie so schon allzu knapp be- messenen Rechte und Freiheiten. Von den Gesetzen ist am vorigenDienstag schon eins gefallen. Der Bereinsgesetzcntwurf wurde von der zweiten Kammer mit 126 gegen 82 Stimmen abgelehnt. Durch dieses umfangreiche Gesetz, das in seiner gewundenen Ausdrucksweise der großen Masse der Jnter- cssenten unverständlich bleiben mußte, sollte für Vereine und Ver- bände aller Art ein Registrierungszwang eingeführt werden, und es enthielt Bestimmungen, die sowohl auf die innere wie äußere Tätigkeit der Organisationen geradezu lähmend Wirken mußten— wie ein« Totenhand, sagte der liberale Abgeordnete Widen. Der Zweck des Entwurfs war natürlich, die Gewerkschaften zu treffen und auch die Arbeitergenossenschaften; aber um den Klassencharakter zu verschleiern, hatte man alle möglichen Organisationen, wie die in Schweden sehr stark verbreiteten privaten Religionsgemein- fchaften, die Nüchternheitsorganisationen, die Wohltätigkeitsvereine usw. mit einbezogen. Das hat viel dazu beigetragen, daß dieses Machwerk des Justizministers mit so starker Mehrheit verworfen wurde. Der Justizminister hat damit wieder einmal eine schwere Niederlage erlitten. Uebrigens spielte er bei den Verhandlungen eine ziemlich traurige Rolle, indem er die guten Gründe der Gegner des Entwurfs damit zu widerlegen suchte, daß er sie„Phrasen" nannte, ein Wort, das er dann allerdings zurücknehmen mußte. Die anderen Gesetzentwürfe über die Tarifverträge usw. sind gestern in beiden Kammern des Reichstages zur Verhandlung ge- kommen. Die e r st e Kammer wurde innerhalb dreier Stunden damit fertig und nahm natürlich, den Wünschen des Unternehmer- tums entsprechend, die Gesetzentwürfe an. wie sie auch die Vor- schlage zu den neuen Strafgesetzparagraphen guthieß, die vor allem den Staats- und Gemeindearbeitern die Arbeitsniederlegung un- möglich machen sollen. In der zweiten Kammer dauern die Verhandlungen noch fort, jedoch sind in dem Gesetzentwurf über Tarifverträge die dom Unternehmertum besonders am Herzen liegenden Bestimmungen schon abgelehnt; so die über die Auf- Hebung ganzer Reichstarife, wenn sie an einem Orte oder in einem Betriebe außer Kraft gesetzt werden, die mit 198 gegen 195 Stimmen siel. Statt der gesetzlichen Sanktionierung der Sympathie- aussperrungen und-Streiks beschloß die zweite Kammer mit 129 gegen 96 Stimmen, daß alle derartigen Verletzungen bestehender Tarifverträge verboten sein sollen. Die dem§ 23 des Tarif- vertragsmusters der Unternehmer entsprechende Gesetzesbestimmung, die auch ein Organisationsverbot für die Werkmeister und Vor- gesetzten in den Betrieben enthielt, wurde mit 129 gegen v? Stimmen abgelehnt. KulUanä. Die Arbeit deS Galgens. Laut den Nachrichten, die in die Tagespresse gedrungen sind, wurden im April 41 Todesurteile gefällt und 18 Personen hingerichtet. Insgesamt wurden vom 1. Januar bis 1. Mai 201 Personen zum Tode ver- urteilt und nach den unvollständigen Angaben der Presse 91 Personen hingerichtet. In der Duma aber sprachen die Minister und die Redner der Mehrheits- Parteien von der Größe der Reformen, von den hohen nationalen Aufgaben, zu deren Verwirklichung die unaufhörliche Arbeit den Galgens eine notwendige Vorbedingung ist. finnlsncl. Doknmentenraub. Dieser Tage wurden auf Befehl aus Petersburg aus dem finnischen Staatsarchiv in Helsingfors alle wichtigen Dokumente des finnischen Staatssekretariats von 1398 bis 1840 nach Petersburg geschafft. ES ist nicht anzunehmen, daß die echtrusstsche» Staats- rechtSlehrer i la Deutlich diese Dokumente zu ihrer Belehrung brauchen. Vielleicht steht zu befürchten, daß man diese Dokumente, die für die russische Regierung unbequem werden könnten, den Finnen unzugänglich machen will. Cürhet. Die Operationen in Albanien. Saloniki, 1. Juni. Die Division Torgut Schefket Pascha? hat auf den Höhen von Rahowitza die Vereinigung mit der Division Osman Pascha? vollzogen und mit 39 Bataillonen D j a k o v a und seine Umgebung besetzt. Die Truppen haben auch �mit der E n t w a� s n u n g der dortigen Arnauten begonnen, die bereits, ohne Widerstand zu leisten, zweitausend Gewehre abgeliefert haben. Ulis der Reicltsveriiclscrungsordnunfls- kommliiion. Gestern wurde in der Beratung der Kompromißvorschläge über die Errichtung der Abteilung für Arbeiter» Versicherung sBersicherungSamt) fortgefahren. Der nächste Vorschlag lautet: Die unteren Verwaltungsbehörden, Abteilung für Arbeiter- Versicherung, nehmen nach den Vorschriften dieses Gesetzes die Geschäfte der Reichsversicherung wahr und erteilen in Angelegen- Herten der Reichsversicherung Auskunft. Die Abteilungen für Arbeiterversicherung können nach den Vorschriften dieses Gesetzes die Versicherungsträger in deren An- gclegenheiten unterstützen. Die Landesregierung kann den Abteilungen für Arbeiter- Versicherung noch andere Aufgaben aus der knappschaftlichen Ver- sicherung übertragen. Aus eine Anfrage wurde festgestellt, daß die Versicherungsämter die Versicherungsträger nur mit deren Zustimmung in ihren An- gelegenheiten unterstützen können. Der Paragraph wird mit großer Mehrheit angenommen. Daraus werden die Sonderversicherungsämter be- sprachen. In dem RegiernngSentlvurf war vorgeschlagen worden, daß Sonderversicherungsämter errichtet werden für 1. Bewieböver- waltungen und Dienstbetriebe des Reichs oder der Bundesstaaten, die eigene Betriebskrankenkassen haben, 2. Gruppen von Betrieben, sür deren Beschäftigte Sondcranstalten die Invaliden- und Hinter- bliebenenversicherung besorgen, 3. Gruppen von Betrieben, die Knapp- schaftsvereinen oder Knappschaftskassen angehören. Bisher war in der Konimission von den Abgeordneten durchweg gegen die Sonderversicherungsämter Stellung genommen. ES war denn auch sowohl von de» Sozialdemokraten als auch von den Kom- vromißparteien beantragt worden, die SonderversichcrungSämter zu st r e i ch e n. Gestern schlug Graf v. Westarp vor, die Beschlußfassung über die Smiderämter auszusetzen. Ministerialdirektor C a s p e r wies auf den vorgestern angenommenen Satz hin, daß die oberste Verwaltungsbehörde bestimmt, welche Behörden in jedem Bundes- staat als untere Verwaltungsbehörde im Sinne dieses Gesetzes zu verstehen sind. Diese Vorschrift gibt nach der Ausfassung des Ministerialdirektors den Regierungen die Befugnis, nach ihrem Belieben Sonderämter einzurichten. Hiergegen erhoben die KommisstonSmitglieder sofort Einspruch. Ebenso wurde dem Vorschlage des Grafen v. Westarp nicht zugestimmt, sondern in die Beratung der Sache eingetreten. Die Vertreter der preußischen Eisenbahn- und Bergwerksverwaltung legten sich mit großem Eifer für die Sonderämter ins Zeug, führten aber für ihre Forderung keinen einzigen Grund an. Neu ist nur, daß gestern auch ein Vertreter der Marineverwaltung erschienen war und daß er und die anderen Regierungsvertreter jetzt ganz besonders die Rücksicht auf die Disziplin als Grund für die Sonderämter geltend machten.. Dem Herrn wurde von mehreren Mitgliedern der Kommission versichert, daß er mehr gegen als für die Sonderämter gesprochen habe. Besonders entschieden traten unsere Genossen Schmidt und Molkenbuhr dem Herrn entgegen, indem sie nachwiesen, daß die Sonderämter auch nicht den geringsten guten Zweck haben, wohl aber die beteiligten Arbeiter schwer schäbigen können. Schließlich wurden die Sonderämter mit allen Stimmen gegen die des Abg. Schultz- Hannover gestrichen. Sehr ausgedehnt war die nun folgende Debatte über den Vor- sitzenden des Versicherungsamts. Die RegierungS- vorläge hatte einen besonderen Vorsitzenden verlangt, den sogen. VersicherungSanitmann. Die Kompromißparteien schlugen dagegen folgende Bestimmungen vor: Der Leiter der unteren Verwaltungsbehörde ist der Vorsitzende der Abteilung für Arbeiterversicherung. Es kann ein Stellvertreter des Vorsitzenden, der durch Vorbildung oder Erfahrung auf dem Gebiete der Arbeiterversicherung geeignet ist, bestellt werden. Ist die Abteilung für Arbeiterversicherung bei einer gemeind- lichcn Behörde errichtet, so bestellt den Stellvertreter des Borsitzenden der Gemeindeverband, besten Bezirk den der Abteilung für Arbeiter- Versicherung umfaßt. Wo das Landesgesetz für die Wahl höherer gemeindlicher Beamter eine Bestätigung vorschreibt, gilt sie auch für die Bestellung deS Vorsitzenden der Abteilung für Arbeiter- Versicherung. Die Sozialdemokraten forderten in erster Linie: Die Beisitzer des VersicherungSamtS wählen den Vorsitzenden des Ver- sicherungSamts. Als Vorsitzender soll in der Regel nur gewählt werden, wer zum höheren Verwaltungsdienst oder zum Richteramt befähigt ist. Andere Personen können gewählt werden, wenn sie durch Vorbildung und Erfahrung auf dem Gebiete der ReichSver- sicherung geeignet sind. Unsere Genossen vertraten die Ansicht, daß die Beisitzer ganz gut in der Lage seien, den geeignetsten Vorsitzenden auszuwählen. Der Antrag wurde aber mit allen gegen die Stimmen der Sozial- demokraten, des Polen und der Wirtschaftlichen Vereinigung ab- gelehnt. Außerdem lag der Antrag deS Zentrums vor, in dem Antrage der Kompromißparteien Absatz 1 an Stelle des zweiten Satzes folgenden Absatz 2 einzufügen: Es kann ein ständiger Stellvertreter bestellt werden. Als solcher soll in der Regel nur ernannt werden, wer zum höheren Verwaltungsdienst oder zum Richteramt besähigt ist. Andere Personen können ernannt werden, wenn sie durch Vorbildung und Erfahrung auf dem Gebiete der Reichsversicherung geeignet sind. Der ständige Stellvertreter kann noch andere Dienstgeschäfte führen. Ist die Abteilung bei einer staatlichen unteren Ver- waltungSbehörde errichtet, so ernennt den ständigen Stellvertreter die oberste Verwaltungsbehörde. Ist die Abteilung bei einer gemeindlichen Behörde errichtet, so ernennt ihn der Vorstand des Gemeindeverbandes. Zur Begründung dieses Antrages wiesen die Zentrums- Vertreter darauf hin, daß nur dann das Versicherungsamt seinen Aufgaben gerecht werden kann, wenn an seiner Spitze ständig ein wirklich geeigneter Mann steht. Die Sozialdemokraten beantragten, daß ein ständiger Stellvertreter des Vorsitzenden gewählt werden muß, nicht nur kann. Genosse Hoch erinnerte daran, daß seit jeher über zu große Be- lastung der unteren Verwaltungsbehörde geklagt werde. Deshalb werde auch überall ein ständiger Stellvertreter des Vorsitzenden notwendig sein. Wird das aber nicht ausdrücklich im Gesetz vorgeschrieben, so werden in vielen Bezirken niemals ständige Stellvertreter gewählt werden. In Preußen z. B. soll die Wahl durch die Kominunalverwaltung ge- scheheu. In den ineisten Kreiskonimunalverbänden aber ist die Mehrheit so reaktionär, daß sie niemals für solche Zwecke einen neuen Beamten anstellen wird. Für den Antrgg erklärte sich ent- schieden der Staatssekretär, da auch er. eine sachgemäße Wirksamkeit der Versicherungsäniter für ganz ausgeschlossen hält. wem, an der Spitze des Versicherungsamts nicht ein geeigneter, ständiger Vorsitzender steht. Der Antrag wurde jedoch mit allen Stinmien gegen die der Sozialdemokraten, deS Polen, der Wirtschaft- lichen Vereinigung und der Abg. Becker und Schiffers abgelehnt. Ferner beantragten die Sozialdemokraten, daß andere Personen als ausgebildete Juristen nur„mit Zustimmung der Beisitzer de? VersicherungSamtS" zu stellvertretenden Vorsitzenden er- nannt werde» können.'Dies sei die einzige Sicherheit dagegen, daß nicht etwa ausgediente Offiziere-- wie es bereits von Konservativen gefordert worden sei— oder andere ganz ungeeignete Personen nach einer kurzen und oberflächlichen Ausbildung an diese Stellen gesetzt würden. Auch dieser Antrag wurde»iederge stimmt mit allen Stimmen gegen die der Sozialdemokraten und des Polen. Endlich wollten die Sozialdemokraten die Berechtigung, daß dem ständigen Stellvertreter noch andere Dienstgeschäfte zu- gewiesen weiden, so beschränken, daß die Geschäfte sozialpolitischer Art sein müssen; insbesondere dürfe der Vorsitzende des Versicherungs- amteS auch Vorsitzender des Gewerbe- und KaufmannsgerichtcS sein. Auch hiergegen stimmten alle Parteien mit Ausnahme der Sozial- demokraten und des Polen. Damit waren alle AbändernngZanträge zum Antrage des Zentrums abgelehnt. Der Antrag des Zentrums aber wurde ebenfalls ab- gelehnt und zwar mit 1b gegen 13 Stimmen. Für den Antrag stimmten außer dem Zentrum nur die Sozialdemokraten, der Pole und die Wirtschaftliche Vereinigung. Schließlich wurde der Kompromiß-' antrag unverändert angenommen. Der RegierungSentwnrf schlug bor, daß für iedeS Arbeitsamt mindestens zwölf Beisitzer, sechs Arbeitervertreter und sechs Arbeitgebcrvertreter, gewählt werden sollen. Die Zahl kann vom Versicherungsamte mit Genehmigung deS Oberversicherungsamts(o- wie von diesem nach Anhören des VersicherungSamtS erhöht werden. Die Sozialdemokraten hatten beantragt, daß die Zahl aus 24 erhöht werde. Die Konservativen wollten die Festsetzung der Zahl dem Ermessen der unteren Verwaltungsbehörden über- lassen. Diese Abänderungsanträge wurden aber abgelehnt und der Wortlaur der Regierungsvorlage angenommen. Schließlich wurde mit der Beratung des Wahlverfahrens für die Beisitzer begonnen. Die Debatte mußte aber abgebrochen und auf morgen vertagt werden. Hut der luitizllommiiiion. Die Debatte setzte auch in der Mittwochsitzung der Justiz- kommission bei der Bestimmung über den Erlaß deS Hastbefehls recht lebhaft ein. Nach dem 8 112 kann im allgememen das Gericht nur auf Antrag'der Staatsanwaltschaft einen Haft» besehl erlassen und nur im Falle der Gefahr selbständig vorgehen. Dazu beantragten unsere Genossen, die Gerichte gegenüber der Staatsanwaltschaft unabhängiger zu machen und ihnen das Recht zu geben, ohne einen Antrag der Staatsanwaltschaft ablvarten zu müssen, Verhaftungen vornehmen zu können. Die Regierungsvcr- treter wandten sich ungemein hartnäckig gegen unseren Antrag und wiesen daraus hin, daß mit dieser Aenderung das System der all- gemeinen Initiative der Staatsanwaltschaft erschüttert werde. Hieran wolle die Regierung aber nichts ändern. Die Regierung?- Vorlage fand nur eine sehr knappe Mehrheit; denn unser Antrag wurde mit 15 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Ein national. liberaler Antrag, wonach das Amtsgericht, in dessen Gerichtsstand sich der Verdächtige aufhält, auch ohne Antrag verhaften kann, wurde angenommen. Besonders heiß umstritten wurde der§ 113, der besagt, daß, wenn in einem Falle, in dem nur auf Antrag Strafverfolgung ein- tritt, ein Haftbefehl erlassen wird, die Antragsberechtigten sofort benachrichtigt werden müssen. Geht dann der Antrag auf Strafverfolgung nicht innerhalb einer Woche nqch dem Erlaß d» Haftbefehls ein, so ist er aufzuheben. Unsere Genossen beantragten, in Antragssachen erst dann d,e Verfolgung eintreten zu lassen, wenn der Antrag gestellt ist. Der Erlaß eines Haftbefehls soll, solange ein Autrag auf Strafverfol- gung noch nicht vorliegt, unzulässig sein. Bleibt aber die Möglichkeit bestehen, ohne vorherigen Antrag einen Haftbefehl er- lassen zu können, so soll in dem i5alle, wenn der Verhaftung kein Antrag folgt, der den Haftbefehl erlassende Beamte dem Verhafteten haftpflichtig sein. Und zwar soll der Verhaftete außer seinen allgemeinen Schadenersatzansprüchen, Anspruch aus Zahlung von 199 M. für jeden Tag der erlittenen Haft haben. Der Staat soll für diesen Anspruch haften. Begrün- dend wurde von unserer Seite ausgeführt, es solle eine größere Garantie gegen die so häufig ganz unnötigen Strafverfolgungen wegen Beamtenbeleidtgungen geschaffen und der so oft recht übertriebene Eifer allzu schneidiger Staatsanwälte ein- gedämmt werden.— Die Regierungsvertreter wollten von diesen Garantien nichts wissen.— In der Abstimmung wurden unsere Anträge, für die nur der alte Träger und der Pole mit unseren Genossen stimmten, abgelehnt. Auch alle übrigen von den bürger- lichcn Parteien gestellten Abänderungsanträge wurden abgelehnt und der Regierungsvorlage nur der Zusatz— auf Antrag des freifinnigen Abgeordneten Dove— angefügt, daß in Privatklage- sachen nur dann ein Haftbefehl erlassen werden darf, wenn bereits ein Antrag vorliegt. Zum 8 114, der die Bestimmungen über die Formalitäten des Haftbefehls enthält, beantragten unsere Genossen, in den Haftbefehl auch das Datum seiner Ausstellung aufzunehmen und dem Verhafteten eine Abschrift des Haftbefehls zu erteilen. Ferner beantragten die Sozialdemokraten, zu bestimmen, daß der Verhaftete zu befragen ist, ob von seiner Verhaftung einer seiner Angehörigen oder eine dritte Person benachrichtigt werden soll. Hat der Verhaftete diesen Wunsch, so ist ihm sofort stattzugeben. Vom Zentrum und den Polen lagen ähnliche Anträge vor. Die Regierung, und mit ihr die Nationalliberalen, Antisemiten und ein freisinniger Redner wollten das Gesetz mit solchen„Selbstver- ständlichkeiten" nicht belasten.— Bei der Abstimmung wurde unter Ablehnung aller Anträge beschlossen, dem§114 hinzuzusetzen, daß dem Verhafteten auf Verlangen eine Abschrift des Haft» befehls auszuhändigen und daß der Verhaftete auf dieses Recht hinzuweisen tst. Ferner ist dem Verhafteten auf sein Ver- langen Gelegenheit zu geben, von seiner Verhaftung seine An» gehörigen, oder einen Dritten benachrichtigen zu können, wenn da» durch der Zweck der Untersuchung nicht gefährdet wird. Hua der Partei. Nachwehen vom Königsberger Schandsäulen-Urteik. Am Abend deS 14. August v. I. bereiteten die KönigSberaer Genossen dem au» langer Gefängnishast in die Freiheit zurück» kehrenden Genossen Marckwald. der die harte Strafe aus dem Schandsäulen-Prozeß verbüßt hatte, einen herzlichen Empfang. Viele hundert Genossen empfingen ihn am Bahnhof und begleiteten ihn KU dem Lokal, wo eine Begrüßungsfeier stattfand. Die Polizei sah n, der Begleitung MarckwaldS durch die Genossen einen„Zug", den sie„aufzulösen" suchte. Genosst Dr. G o t t s ch a l k kritisierte nachher in seiner Begrüßungsrede das Verhalten der Schutzleute, deren einer dem Genossen Marckwald einen Blumenstrauß fortgenommen hatte. In dieser Kritik soll er die Schutzleute beleidigt haben. Da« Landgericht Königsberg verurteilte ihn am 1. Februar wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe. Ein Mitangeklagter JodieS ist wegen ge» fährlicher Körperverletzung und Widerstandes zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden.— Auf die Revision JodieS wurde daS Urteil gegen diesen am 81. Mai vom ReichSgencht aufgehoben, weil der Angeklagte nicht auf einen veränderten rechtlichen Gesichtspunkt hingewiesen ist. Die R e v i s i o n deS Genossen Dr. G o t t s ch a l k wurde verworfen. Die Rache eines Abgesägte». Der von den Dortmunder Genossen au» der Partei auS« geschlossene Oberhauö kann nicht zur Ruhe kommen, alle mög» lichen Mittel versucht er, um sich zu rächen: BeleidigungS» klagen und Meineidsanzeigen wechseln einander ab. Nach vielen Mißerfolgen hat er jetzt mal endlich wieder einen „Erfolg" zu verzeichnen, nämlich die Verurteilung des Genossen B e r g e r. de» verantwortlichen Redakteurs der„Arbeiter» zeitung". Vor etlicher Zeit hatte schon ein BeleidignngSprozeß stattgefunden, der zwar auch mit einer Verurteilung BergerS endete. aber auch für Oberhau« eine vernichtende Niederlage bedeutete, denn alle Tatsachen wurden erwiesen, die zum Ausschluß Oberhaus' führen mußten. Die nächste Folge war, daß Oberhaus gegen zwei Zeugen in diesem Prozeß Strafanzeige wegen Meineids erstattete. ES handelte sich um die alten Genossen Bartels und Köhler; sie selbst betrieben die Beschleunigung deS Verfahrens. Der Denunziant wurde abgewiesen, daö Gericht beschloß Einstellung deS Ver- fahrens wegen Mangels jeglichen Beweises. Wegen des Bericht» über den ersten Prozeß fühlte sich Oberhaus ober auch wieder beleidigt und strengte abermals Klage gegen Berg er an, der wegen dieser Sache am Dienstag auch wirklich zu einer Woche Gefängnis verurteilt wurde. Ob- schon Berger zweifellos in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt hat, ließ das Gericht diesen Einwand doch nicht gelten. Es ist bestimmt anzunehmen, daß da« Urteil von der BerusungS- instanz aufgehoben werden wird. Umso mehr, als auch jüngst Oberhaus wegen Beleidigung des Genossen Wächter. deS Vcr- trauenSmanne? der Bergarbeiter, zu 1S9 M. Geldstrafe veriirieilt� wurde. Da« Gericht nahm frivole Verleumdung an, Oberhaus habe für feine unerhörten Behauptungen auch nicht den Schatten eines Beweises erbracht. Gewerkfcbaftlichee. Oie ötaatsanwaltfcbaf t gegen clie Bauarbeiter! Am DienStagvormittag erschien im Auftrage der Staatsanwaltschaft die Polizei, und zwar ein Kommissar, ein Wacht- Meister und zwei Kriminalbeamte, im Gewerkschaftshaus «Schillcrgarten" in Plauen und nahm in den Bureaus der Maurer und Bauhilfsarbeiter Haussuchungen vor. Die Haussuchungen dauerten fast eine Stunde. Beschlagnahmt wurden nur echt Streikkmltrolllisten, auf die es die Polizei einzig und allein abgesehen zu haben schien. Polizei und Staatsanwaltschaft haben sich auf diesem Wege ein genaues Adresienverzeichnis der ausgesperrten Bauarbeiter verschafft. Eine Auskunft, warum und zu welchem Zwecke dies geschieht. wurde der Streikleitung nicht gegeben. Während in Berlin durch Vermittelung des Ministeriums Friedensverhandlungen gepflogen werden, gehen in Plauen in so auffälliger Weise Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die Ausgesperrten vor. Die augenscheinlich zugunsten der Bauunternehmer inszenierte Staatsaktion hat ungemeine Erbitterung unter den Ausgesperrte» hervorgerufen, zumal sie sich nicht das geringste haben zuschulden kommen lassen, was ein derartiges Vorgehen rechtfertigt. Die vor drei Wochen von den Bauunternehmern in die bürgerliche Presse lancierten Tatarcnnachnchten über angeblich vorgekommene Roheits- delikte der Ausgesperrten haben nicht die erhoffte Wirkung ge- habt. Durch ruhiges und taktvolles Verhalten haben sich die Ausgesperrten die Sympathie der gesamten Einwohnerschaft verschafft, was den Bauherren nicht in den Kram paßt und sie auf Mittel und Wege sinnen läßt, den Ausgesperrten zu schaden. Das Eingreife» der Staatsanwaltschaft wird für die Bau- uuternehmrr das gewünschte Resultat auch nicht zeitigen. Dessen können sie sicher sein l Berlin und Umgegend. Stukkateure! Bei der Firma Hauer, Alte Bibliothek, ist eS wegen der verschiedenartigsten Entlohnung zu Differenzen gekommen. Einem OrgaiiisaüonSvertreter wurde das Betreten der Baubude und des Baues seitens des Herrn Hauer untersagt. Die Stukkateure beabsichtigen die Arbeit nicht früher wieder aufzunehmen, bis eine derartige Behandlung ihrer Organisationsvertreter abgestellt ist. Für und gegen die Zulassung ausländischer Arbeits- kräfte im Schneidergewerbe. Die Eingabe der Berliner Handelskammer an den Handeis- minister um Zulassung ausländischer, namentlich polnischer Ar- beiter für die Berliner Konfektion und Herrenschneiderei hat zwar, soviel man weih, bis jetzt noch keinen Erfolg gehabt, beschäftigt aber noch immer die Arbeitgeber des Schneidergewerbes. Sie nehmen teils dafür, teils dagegen Stellung. Der„Confectiottbir" ist natürlich von Anfang an für das Verlangen der Handelskammer eingetreten, das ja so auffallend mit der Tatsache zusammen- kommt, daß die Lohnbewegung in der Herrenkonfektion auf immer größere Erfolge zurückblicken kann. Von den Arbeitgebern der Herrenkonfektion wird jedenfalls nicht so sehr der Mangel an Arbeitskräften überhaupt, sondern vielmehr der Mangel an ge- fügigen, unorgnisierten Arbeitern bitter empfunden. Gegen den Massenzuzug von Ausländern haben unter anderem die Zwischenmeister der Damenkonfektion Berlins Stellung ge- nommen. Neuerdings äußert sich im selben Sinne auch die„All- gemeine Schneiderzeitung", das Organ des Bundes deutsaier Schneiderinnungen. Dieses Blatt spricht davon, daß angesichts der Tausende von Arbeitslosen im Schneidergewerbe ein gewisser Mut dazu gehöre, die Verantwortung für eine solche„Gewalt- Maßregel" zur Steuerung des Arbeitermangels in Berlin zu über- nehmen, und erwartet, daß die Regierung einsichtig genug sein werde, die Eingabe der Handelskammer für immer zu den Akten zu legen.— Diesen Aeußerungen ist im allgemeinen nicht viel Bedeutung beizumessen. Die JnnungSmeister pflegen bei Lohn- kämpfen ebenso sehnsüchtig nach ausländischen Streikbrechern Um- schau zu halten, wie die großen Arbeitgeber der Konfektion. Nicht gerade mit Unrecht weist denn auch das Zentralorgan des All- gemeinen Deutschen ArbeitgebervcrbandeS für das Schneider- gewerbe darauf hin. daß das Jnnungsorgan selbst schon oft über Mangel an Arbeitskräften geklagt hat. Was Wahres an diesen Dingen ist, haben wir bereits in Nr. III des„Vorwärts" gesagt. Die Saison wird auf einen immer kleineren Zeitraum des Jahres zusammengedrängt und dadurch entsteht, wenn sonst die allgemeine Wirtschaftslage eine geute ist, zeitweilig ein Mangel an Arbeits- kräften, der bald einem weit größeren Mangel an Arbeit Platz macht, sobald die Saison vorüber ist. Wenn nach Meinung des JnnungSorganS„Gewaltmaßregeln" notwendig fein sollten, um einen Massenzuzug ausländischer Arbeitskräfte herbeizuführen, so ist just das Gegenteil wahr.' Gewaltmaßregeln sind eS, durch die die ausländischen Arbeitskräfte vertrieben wurden, durch die der Zuzug aus dem Auslande ferngehalten wird. Die LegitimationS- karten der Feldarbeiterzentrale, durch die den Ausländern oben- drein eine besondere Steuer auferlegt wird, die Verfolgungen durch die Polizei, wenn ein ausländischer Arbeiter auf anständige und tarifliche Lohn- und Arbeitsverhältnisse besteht, diese Dinge sind daran schuld, daß die ausländischen Arbeiter nicht mehr nach Preußen kommen wollen. Es ist also nichts weiter nötig, als daß die Ausländer als Arbeiter der einheimischen Arbeiterschaft recht- lich gleichgestellt werden, um den Zuzug wieder auf die normale Höhe zu bringen. Wenn aber weiterhin das JnnungSorgan die Erwartung ausspricht, daß zweifellos auch sämtliche Arbeitnehmer- verbände in dieser Angelegenheit an den Handelsminister heran- getreten seien, so muß dazu bemerkt werden, daß der Verband der Schneider und Schneiderinnen keineswegs einen solchen Schritt unternommen hat. Der Verband verurteilt selbstverständlich die Rechtlosmachung und Schikanierung ausländischer Arbeiter. Da jedoch die Arbeiterschaft nur zu oft schon die Erfahrung ge- macht hat, daß ihre Eingaben an die Regierung eher einen ent- gegengesetzten, als den gewünschten Erfolg haben, so hielt eS der Verbgnd nicht für angebracht, einen solchen Weg zu beschreiten. Irgendwelche gesetzlichen Bestimmungen gegen die Zulassung ausländischer Arbeiter besteheji ja nicht, ebensowenig wie die Re. gierung eine gesetzliche Handhabe hätte, wenn sie den Zuzug künst- lich fördern wollte. Man braucht also nur Gesetz und Völkerrecht walten zu lassen, wie es eines Kulturstaates würdig ist, und dem ganzen Streit wäre ein Ende gemacht. Die Lohn, und Arbeitsbedingungen bei der Firma L. Loewe und Co. A.-G. wurden in einer, vom Deutschen Metallarbeiter- Verband einberufenen Betriebsversammlung aller bei der Firma beschäftigten Arbeiter und Arbeite- t j nn en besprochen, welchen den großen Saal der Prachtsäle stZeranttp. Redakteur: Hau» Weber, Berlin, Jnjerategkesl vaa&t».; Nordwest am Dienstag bis zum letzten Platz füllte. Handle hielt das Referat. Aus seiner Darlegung der Lohn- und Arbeits- Verhältnisse ist unter andenn hervorzuheben: Es besteht ein aus- geprägtes Lohnsparsystem. Wer sich nicht dagegen wehrt, kommt natürlich schlecht weg. So befinden sich unter den Drehern selbst ältere Arbeiter, die bei Akkord Wochenverdienste von 23 M., 19 M. und noch wenig r erzielen. Ein Arbeiter, der drei Jahre lang bei der Firma war, habe 43 Pfennig Stundenlohn gehabt. Er sei entlassen worden, weil er zu teuer gewesen. Man habe einen an- dern eingestellt mit nur 33 Pfennig Stundenlohn. In der Gießerei hätten sich die Hilfsarbeiter das ihnen für Ueberstunden zustehende Geld erst fordern müssen, statt daß es ihnen ohne weiteres gezahlt wurde. Unverschuldeter Ausschuß werde den Formern nicht be- zahlt, während er in andern Betrieben bezahlt werde. Wegen jeder Kleinigkeit müsse beim Gewerbegericht geklagt werden, wo die Firma Stammgast sei. In der Gießerei sei ein Mangel an Werk- zeugen und Hilfsarbeitern. In einzelnen Abteilungen des Be- triebes kämen bei älteren Arbeitern Wochenverdienste von 7 bis 19 M. vor. Eine solche Abteilung sei der reinste Taubenschlag. Manchmal gingen dort die Arbeiter nach zwei Stunden Arbeit wieder los, nachdem sie eingesehen hätten, daß sie bei dem Akkord nicht zurecht kämen. Es sei vorgekommen, daß eine Arbeitsstelle in einem Monat von zehn Arbeitern besetzt worden sei. Die Kal- kulation habe Akkordpreise aufgestellt, die trotz der im Betriebe herrschenden schlechten Zahlungsmethode hätten aufgebessert wer- den müssen. Eine Arbeit, die von der Kalkulation mit 8 M. nor- miert worden sei, habe in Wirklichkeit 47 M. Herstellungskosten erfordert. Eine andere mit 8 M. festgesetzte Arbeit kostete in Wirk- lichkeit dann 29 M. Ein Meister übe folgende Sparmethode. Wenn in seiner Abteilung Werkzeug gebraucht werde, wie Ge- Windebohrer usw., dann gehe er nach dem Hof zur Abladestelle für unbrauchbares Material und suche benutzte Werkzeuge heraus, die andere Abteilungen fortgeworfen hätten. Seine Arbeiter sollten sie dann wieder gebrauchen. Dem Manne fehle bei dem Geschäft nur noch ein Sack und ein Haken.(Stürmische Heiter- keit.) Die Firma hat auch eine Menge jugendliche Arbeiter heran- gezogen. Es würden sogar solche, die noch nicht 16 Jahre seien, als Maschinenarbeiter verwendet. Auch habe man eine Kolonne aus jungen, eben ausgelernten Schlossern im Alter von etwa 18 Jahre gebildet. Einem ausgelernten jugendlichen Schlosser habe man einen Stundenlohn von 23 Pfennig angeboten. Ventilation, Wascheinrichtungen und Garderobe seien mangelhaft oder gar nicht vorhanden. Bezeichnend sei auch der folgende Vorfall. Als einmal Kupferabfälle gefunden worden seien, habe die Betriebsleitung angenommen, daß ein Arbeiter sie sich zurechtgelegt hätte, um sie zu stehlen. Der Täter habe sich aber nicht ermitteln lassen. Nun habe man einfach in den Wohnungen einer Anzahl Arbeiter während der Arbeitszeit Haussuchungen vornehmen lassen. Die Frau des einen Arbeiters sei daraufhin mehrere Tage lang krank und bettlägerig geworden, weil der Kriminalbeamte sie sogleich mit den Worten begrüßt habe, ihr Mann habe gestohlen. Es wurde nichts gefunden. Trotzdem hielt man es nicht der Mühe für wert, sich bei den so behandelten Arbeitern zu entschuldigen, was doch ohne weiteres der Anstand erfordert hätte.— Als bestes Mittel, den Mißständen abzuhelfen, empfahl Redner den Anschluß und ein treues Festhalten an der Organisation. Der außerordentlich starke Besuch dieser Versammlung möge der Direktor eine Warnung sein. Möge sie auf Abhilfe der Mängel sinnen, damit die Zunahme der Empörung der Arbeiter nicht zu unangenehmen Konsequenzen führe.(Stürmischer Beifall.) Nach einer Debatte, aus der hervorging, daß die Worte des Referenten der Meinung der Versammelten entsprachen, schloß die Versammlung._ Aus dem Schneidergewerbe in Steglitz. Von einem Teil der Schneidermeister in Steglitz ist bekanntlich in diesem Frühjahr bei der Lohnbewegun�in der Herrenmaßbranche gegen den Schneiderverband eine Klage wegen Vertragsbruch sowie ans Schadenersatz erhoben worden, und die Herren erwirkten auch eine einstweilige Verfügung beim Landgericht II, wonach es dem Schneiderverband bei1ö99M.G»ldstrase verboten wurde, diebetreffenden Firmen fernerhin als gesperrt bekannt zu geben. Die Vorstands- Mitglieder der Schneiderinnung zu Steglitz richteten ferner an die Arbeitgeber, die den neuen Tarifvertrag abgeschlossen hatten, die Aufforderung, ihn sofort wieder zu kündigen und drohten ihnen im Weigerungsfall mit Geldstrafen auf Grund des JnnungSstatuts. Da hierin offenbar ein Vergehen gegen§133 der Gewerbeordnung und§ 249 deS Strafgesetzbuchs liegt, wurde gegen die Unterzeichner jenes Schreibens bei der Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren beantragt. Es haben nun auch bereits Vernehmungen in dieser Angelegenheit stattgefunden. Der Drohbrief selbst hat von Anfang an nicht den gewünschten Erfolg gehabt. ES waren nur fünf Firmen, die sich der- leiten ließen, den Vertrag wieder zu kündigen, der demnach für sie am 1. Juli dieses Jahres wieder ablaufen lallte. Inzwischen haben jedoch diese Arbeilgeber alle, bis auf einen, dem Verband ge- schrieben, daß sie die Kündigung zurücknehmen und erst den Ver- lauf deS Zivilprozesses abwarten wollen. Mit dieser Klage haben übrigens die Herren auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Die Innung hatte beschlossen, daß die Kosten des Verfahrens von der JnnungSkasse übernommen werden sollten. Dagegen erhoben einige Jnnungsmitglieder Beschwerde beim Landrat, und dieser untersagte denn auch, wie kaum anders zu erwarten war, die Ber» Wendung von JnnungSmitteln zu jeuem Zweck. Die Kläger werden also die Kosten selbst tragen müssen. Oeutfckus Reith. Lohnbewegungen im Töpfergewerbe. In Naumburg am Queis und in B u n z l a u i. Schl. stehen die Scheibentöpfer im Streik. An beiden Stellen handelt es sich um Angriffskämpfe. Zuzug ist streng fernzuhalten.— In W i S m a r an der Ostsee wurde ein Tarif mit 19—29 Proz. Lohnaufschlag ge- schaffen.— Der Streik der Töpfer in H o f in Bayern dauert nn- verändert fort._ In der Metallschranbenfalrik Aktitn-Gesellschaft vorm. Reichel» in Finsterwaide N.-L. haben die Werkzeugmacher die Arbeit eingestellt. Die Werkzeugmacher sind gegenüber allen übrigen Ar- beitern des Betriebes am schlechtesten entlohnt. Die Direktion hat die bescheidenen Forderungen der Arbeiter rundweg abgelehnt. Zu« zug von Metallarbeitern aller Branchen ist nach Finsterwalde fem- zuhalten._ Zur Aussperrung in Bielefeld. Eine von zirka 6909 Personen besuchte öffentliche Versammlung nahm Montag abend zu der Beilegung der Aussperrung Stellung. Den Beamten des Metallarbeiterverbandes wurden schwere Vor- würfe gemacht wegen der geringen Zugeständniffe. Nach Klarlegung der Sachlage und längerer Diskussion erklärte sich jedoch die Ver- sammlung mit der Haltung der Organisationsleitung einverstanden. Mit dem Gelöbnis zur energische» Weiterarbeit mid begeisternden Hochrufen auf die modeme Arbeiterbewegung ging die imposante Riesenversammlung auseinander. Versammlungen. 2. Wahlkreis. Am Montag, den 39. Mai, tagte in NißlcL Lokal in der Denne- witzstrahe eine für den Westen des 2. Kreises einberufene Agita- tionsversammlung. Der Abgeordnete des KrrifcS, Genosse Richard Fischer, referierte über die verflossene Reichstagssession. Der Referent bemerkte, daß über die vergangene Session eine allgemeine Uh, Glocke, Berlin. Dryck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. VerlagSanstgU Enttäuschung herrsche. Viele wichtige Gesetzesborlagen harren noch der Erledigung. Charakteristisch für die gegnerischen Parteien seien die Wahlprüfungen. Sämtliche Wahlen sind für gültig er« klärt worden, weil man weiß, daß. wenn die Wahlen kassiert wür- den, der Reichstag ein anderes Bild zeigen würde als bei den Block-Hottentottenwahlen 1997. Vom jetzigen Reichskanzler. Herrn B e t h m a n n H o l l w e g, wisse kein Mensch, ivas er wolle. Ein so unbedeutender Mann, wie der jetzige Kanzler, habe noch nie an der Spitze des Deutschen Reichs gestanden. Unter lebhafter Zu- stimmung kritisierte der Referent die geschaffene Finanzreform, beleuchtete die Wirkungen der Tabaksteuer, wies darauf hin, daß für Kasernen, Panzerschiffe usw. genügend Geld da sei, während das dankbare Vaterland für die alten Kriegsinvaliden nichts übrig habe. Sämtliche sozialdemokratischen Anträge zu den einzelnen Vorlagen seien von den Gegnern abgelehnt, ja nicht einmal zur Verhandlung gebracht worden und habe sich die Partei auf Jnter- pellationen beschränken müssen. Ueber das Verhältnis von Re- gierung und Reichstag sei zu bemerken, daß der Reichstag heute eine größere Macht besitze, als in früheren Jahren. Sache des Volkes sei es nun, sich einen Reichstag herzustellen, der den Wün- schen der Bevölkerung mehr Entgegenkommen zeige. Regierung und bürgerliche Parteien haben soviel Sünden begangen, daß wir mit der größten Zuversicht an die Wahlarbeit herangehen können. Wer nun mithelfen will, die heutigen Zustände zu ändern und zw bessern, der habe die Ppflicht, sich sofort dem Wahlverein anzu- schließen. Stürmischer Beifall lohnte den Referenten für seine Ausführungen. Der Vorsitzende wies nochmals auf die Not- wendigkeit der politischen Organisation hin und schloß die Ver- sammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie, in welches die starkbesuchte Versammlung begeistert einstimmte. Sie siachwshs in Znuei'.ISollienhsIn-csoSeshut. Ter Sozialdemokrat kommt in Stichwahl. Privatdepesche des„Vorwärts". Landeshut, 1. Juni. Bei der heutige» Reichstagsersatzwahl im Wahlkreis Jauer-Bolkenhain-Landeshut waren bis 19>- Uhr abends gezählt für Buechtemann(Fortschr. Volks- parte!) 6300, Stroher(kons.) 3716, Herschcl(Zentrum, 3768, P r o l l (Soz.) 6870 Stimmen. ES wird Stichwahl zwischen Buechtemann und P r» l l stattfinden. TaS Wahlergebnis aus drei kleineren Orten steht noch aus. Auch diese Nachwahl ist eine treffliche Quittung für die reak- tionäre Politik, die speziell in Preußen geübt wird. Nur ein, mal bisher sind wir in dem Wahlkreise in S t i ch w a h l gekommen: im Jahre 1993 vereinigten sich auf den sozialdemokratischen Kandidaten 5427 Stimmen; wir kamen mit dem Freisinnigen in Stichwahl, 1997 ging bei den Hottentottenwahlen unsere Stimmen- zahl auf 5019 zurück, jetzt stehen wir mit 6870 Stimmen an erster Stelle. Das Stimmenverhältnis von 1997 ist folgendes: Konservativ- Antisemit 5959, Freis. Volkspartei 5728, Sozialdemokratie 5919, Zentrum 4397 Stimemn. Der schwarz-blaue Schnaps- und Wahl- rechtsblock hat auch bei dieser Nachwahl eine schwere Schlappe er- litten; der Zorn des Volkes wird bei den kommenden Haupt- wählen die einzelnen Schlappen in eine vernichtende Niederlage verwandeln. « Das Wolffsche Telegraphenbureau, das zuerst Zahlen brachte, die mit denen unseres Korrespondenten überein» stimmten, gibt in später Stunde folgende veränderte Zahlen: Landeshut, 1. Juni, 12 Uhr 35 Minuten. Nach neueren Feststellungen erhielten bei der Reichstagsersatzwahl: B u echte- mann(Fortschr. Volkspartei) 6416, Proll(Soz.) 6475, Straß er (kons.) 3876, H e r s ch e l(Zentrum) 3819 Stimmen. Ein Ort fehlt noch. Letzte ISFacbnchtcn und DepcFcben. Die Solinger Wahlrcchtödemonstratio» vor Gericht. Solingen. 1. Juni.(Privattelegramm des„Vor- wärts".) Vor der Elberfelder Strafkammer wurde nach zwei« tägiger Verhandlung heute abend 9 Uhr das Urteil gegen die an» geklagten Genossen Redakteure Dittmann, Wendemuth und Schaal von der„Bergischen Arbeiterstimme" in Solingen sowie gegen den Mitangeklagten bürgerlichen Redakteur G e h r k e ge- sprachen. Dittmann wurde zu 3 9 9 Mk., Wendemuth und Schaal zu je 109 M k. und Gehrke zu 29 Mk. Geldstrafe verurteilt. Die Anklage richtete sich gegen die Kritik, die die vier Redak- teure über das Vorgehen der Polizei anläßlich der Solinger Wahl- rechtSdemonstration gefällt hatten. Die Wahlen in Ungarn. Budapest, I. Juni.(W. T. B.) RcichstagSwahlen. Bis iHä Uhr abends waren 157 Ergebnisse bekannt, darunter 192 Mitglieder der Nationalen Arbeitspartei, 18 von der Kossuthpartci, 19 von der Justhpartei. 2 von der klerikalen Vvllspartei, 12 parteilose 67er. 4 parteilose 48er, 2 Demokraten, 3 Vertreter der Nationalitäten. In vier Wahlbezirken sind Stichwahlen nötig. Unter den Ge» wählten befindet sich der Minister Hieronymi, ferner Julius Justh. Die Kossuthpartei gewinnt 5 Sitze und verliert 21, die Justhpartei verliert 28 Sitze, die Bolkspartei 10, die Nationalitäten 5, d« Demokraten verlieren einen Sitz. Kindeömord. Gleiwitz, 1. Juni.(B. H.) Heute nachmittag gebar die Tochter eines höheren Staatsbeamten ein Mädchen. Sie schaffte das Kind in die Klosettanlage, ermordete es und versteckte eS in das Rohr der Anlage. Dort fand man die kleine Leiche. Die unnatürliche Mutter wurde verhaftet._ Schwer bestrafter Leichsinn. Elberfeld, 1. Juni.(B. H.) Die Ehefrau des Fabrikarbeiters Hasselbeck goß heute mittag beim Feueranzünden Petroleum auS einer Kanne ins Feuer. Das Oel explodierte und im Nu stand die Frau in hellen Flammen. Trotzdem sofort Hilfe herbeigeholt wurde, hatte die Frau doch so schwere Brand» wunden erlitten, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Ein Toter der„Pluviosc" gefunden. Calais, 1. Juni 1919.(W. T. B.) Da der Sturm nachgelassen hatte, wurden die Arbeiten an der Hebung des UMerseebootes „Pluviose" heute nachmittag wieder aufgenommen. Taucher fanden in einem Loch des Schiffskörpers einen Mann in halbaufgcrichteter Stellung, wie wenn der Matrose im Moment der Katastrophe ver- sucht hatte, zu entrinnen. Maul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 2 Beilagen u.UMerhaltungSb� |t. 126. 27. ZatMllg. 1. ScilM des Donmstlig, 2|«ni 1916. Für die ausgesperrten Bauarbeiter. Bei der Gewerkschaftskommission für Berlin und Umgegend gingen ferner für die ausgesperrten Bauarbeiter Deutschlands ein: DesinfektwnS-Zentrale 2,40. Deutscher Holzarbeiterverband, Zahlstelle Lichterjelde 100,-. Bezirk 41S, S. Kreis 14,05. Lotterieverein.Glücksbote" 7,80. Lotterieverein.Hoffnung" 7,05. Deutscher Arbeiterverein Basel 80,—. G. H. 20,—. Sparverein„Freude" 10,-. Otto und Willi 4,—. Kranzüberschub durch Eiche 1,75. France Geburtstag 1,35. Gastwirt Ramlow 100,—. Ueberschub Kranzspende bei Barsikow 3,—. Bautischlerei Bittner 12,50. Radsahrllub„Konkordia", Grotz-Lichterselde 5,—. Referat Leseabend Lichtenberg 3,—. Robert aus dem Osten 3,—. Dr. G. Rosen- seld 50,—. Unterstutzungsfonds der Glasarbeiter Stralau, 4. Rate 50,—. Familie Kautsky 26,—. Bautischlerei A. Wegner, 2. Rate 8,50. Tischlerei Th. Müller- Weißensee 4,20. Werkzeugsabrik Klaus, 2. Rate 6,75. Bautischlerei Schulz, Krautstrabe 7,15. Badura 3,05. Gürtler bei Lind- ström 3,50. Babst, Nieder-Schönhausen 3,50. Gewerkschastskartell Groß- Lichtcrselde, 1. Rate 40,—. Bautischlerci Liebock 10,50. Tellersammlung, Konsumvers. Alt-Glienicke 9,45. 6425 Graphische Gesellschast 9,—. 5557 Bert. Genossenschajtsbäckerci, 2. Rate 18,30. 1800 Tischlerei Henke 12,50. Freie Vereinigung der Kino-Operateure Deutschlands 20,—. HilsSarbeiter der„Vorwärts". Werkabt., 2. Rate 25,20. Von einem Reservemann d. Gramenz 20.—. Unterkommijsion Reinickendorf, Tellersammlung am 1. Mai 39,10. Buchhandl. u. Expedition Vorwärts, 2. Rate 19,—. Teller- samml. d. Texlilbronche d. D. T.-B. 6,20. Berl. Galvauoplastische Anstalt, 2. Rate 4,20. Drücker der Siemens-schuckert-Werke 7,—. Bezirk 511 des 6. Kreises 2,—. Hilfsarbeiter der„Woche", 3. Rate 10,—. Verband der Schneider, Verw. Berlin I, aus folgende Listen: 5021 Arnold Müller 13,15. B052 S. Adam 27,—. 5056 d. Gruhn 11,70. 5063 Tagschneider v. Baer Sohn 8,05. 5066 Hillmer 6,75. 5068 Benedikt 41,70. 5072 Heider u. Jean Jaqucs 15,—. 5094 Fabian u. Hrich 19,20. 5121 Schulmeister 2,70. 5133 Pabst 13,65. 5140 Bureauliste 17,75. 5149 Schneider vom Jockepklub, 3. Rate 25,50. 5150 durch Doritz 17,20. 5151 durch Mai 21,—. Sa. 240,35.— 5523 5,10. Kistenmacher bei Eckert 7,50. Kall, bei E. Deyhle 13,50. Ver- band der Tapezierer, Fil. Berlin, 1. Rate 300,—. 5997 Herberg u. Co., 2. Rate 14,80. Farbenzerstäubcr 3,—. Tischlerei Schirner 3.30, � 1897, Tischlerei Atzemoth 9,75. Möbelfabrik Eiche, 2. Rate 7,85. Firma Loose, 2. Rate 4,50. Ueberschutz der Kranzspende, Spedition Mars s. Gen. Grack 6,65. Stuhlsattlcr bei Mendelsohn 10,—. 173 Kronlcuchtersabrik Bischos, 3. Rate 8,50. 6601 Kall. b. E. Jakob 23,45. Möbelfabrik Steinbock 9,35. 297 Tischlerei Müller. Blücherstr. 14,20. 1856 Kammfabrik Manasse 5,50. Bezirk 76/77, 2. Kreis 5,—. 349. Bezirk, 4. Kreis 10,—. Tischlerei Werner u. Linke 5,75. Tischlerei Sievert u. Lslhorst 4,—. Tischlerei Beyer u. Kröning 15,—. Tischlerei Stavenow 23,10. Sechserkasse b. Utermöhle, 2. Rate 15,— 3785 Schlosser b. Dclschau 16,80. 1883 Tischlerei Jarotzki, 3. Rate 13,05. 199 bis 203 Buchdrnckerei Büxenstein 42,45. Tischlerei Heise u. Franke 7,50. 5504 Arbeiter der Brotsabrik„Viktoria" 4,05. sNöbelsabnk Bembcneck, Koch u. Co., 2. Rate 15,—. 1873 Kall, bei Silberblatt 9,—. 285 Tischlerei Atzenroth 7,55. 198 Möbelfabrik Mafsera, 3. Rate 14,—. 192 Bautischlerei Sponar, 2. Rate 15,80. 235 Tiscjöerei Szanto 7.75. Tischlerei Kuske 5,10. 7496 Glaserei Werner Vachs., 3. Rate 6,05. Vereinigte Werkstätten sür Kunst und Handwerk 35,—. 1894 Klaviatursabrik Wcrnicke, 2. Rate 15,05. Kall, bei Richel u. Lindemann, 3. Rate 5,50. Or- ganisicrte Bäcker bei Goldacker, 3. Rate 38,10, Ucberschuh der Kranzspende Turbine A. E.-G., sür Philipp 42,15. Rauchklub Grüne Eiche 6,—. Bäcker bei Hellmann 6,—. 1811 Tischlerei Werner 4,50 Tischlerei Gebr. Frank 7,30. 1817 Tischlerei Gebr. Schnell 15,20. 1860 Tischlerei Neumann u. Dunar, 3. Rate 23,25. 5936 Radsahrvereiu„Frühfahrt", Gatow 13,70. Unterkommisfion Spandau, aus Listen 62,15. 8086 Klempnerei Weih u. sameck 14,—. 8467 Bauanschläger bei Wehl, 2. Rate 16,—. Kollegen bei Bläsing u. Sohn 5,50. Polierer bei Köhler 6,—. 1884 Tischlerei Sievert 10,50. Tischlerei Weise 4.—. 1789 Schirmstocksabrik Philipp u. Co. 7,40. Moldenhauer u. Metzdors, 2. Rate 18,95. Tischlerei Zimmermann u. Hemicke 6,—. 262 Vergoldet bei Raschig 11,65. 172 Tischlerei schwarze u. Fröhlich 27,95. Möbelfabrik Morgenstern 10,—. Möbclsabrik®. Peters 11,30. Tischlerei Reschke 38,85. Möbelsabrik Stern, 2. Rate 7,50. Hilfspersonal der Buchdruckerei O. Walter 2,60. 1930 Möbelsabrik Wenglcr u. Mohrmann 17,10. Möbelsabrik Gerson, 3. Rate 10,85. 139 Tischlerei Klinger u. Schmidt 11,50. 293 Tischler und Polierer Möbelfabrik Einigkeit 7,55. 299 Tischlerei Wols 13,—. 5512 Bäcker bei Polenz 3,45. 242 Pianosabrik W. Hosmann 6,55. Buchdruckerei A. seydel u. Co. 26,10. Möbelsabrik illbb u. Daum, 2. Rate 13,50. Möbelsabrik Hülsenbeck u. Kroll 36,80. 1793 Tischlerei Dittmar. 2. Rate 25,—. 214 16,45. 1868 Tischlerei E. Barth 9,—. Tischlerei Sachse u. Hesse 15,50. Tischlerei HarmS, Barnimstraße 6,75. 247 Möbelsabrik Sirocka 5,25. 144 Goldleistensabrk C. Bartels 8,90. Möbelsabrik Berolwa, 2. Rate 6,40. Kollegen bei Wagner u. Dünnebeil 10,60. 22 Abt. Ztg. d.„Berl. Tageblatt" 39,15. 1833 Einsetzer bei Lemke. 2. Rate 21,50. 6603 MilcS u. Neumaun 41,30. 1773 Tischlerei Hornig u. Co., 2. Rate 13,—. 1851 Tischlerei Schönwetter 11,30. 1852 Tischlerei John und Bester 12,50. Verband der Sattler u. Porteseniller, Verw. Berlin, aus Listen, 4. Rate 258,70. 9123 Sackhoff u. Sohn 10,20.— Verband der Tapezierer, Filiale Berlin, aus folgende Listen: 1414 Sarcander 6,15. 1415 Faber 15.—. 1423 Jakob u. Braunsisch 12,95. 1431 Schmidt 7,25. 1439 Hehmnnn 5,—. 1444 Gebr. Bauer 6,50. 1448 Bunte 7,50. 1454 See! 0,50. 1484 Weigt 16,50. 1486 Prächtel 18,60. 1488 Trunk 17,—. 1492 Löber 5,—. 5342 Dunsky 13,30. 5345 Steckling 26,40. 5346 Groschkus 9,60. 6349 Flatow u. Priemer 24,05. 5350 Simon 10,05. 5357 Hertzoz 27,35. 5363 Goerke 13,—. 5365 R-delsheimer 12,50. 5375 Kunst tut Handwerk 10,—, 1483(verlorene Liste) 1,40. In Summa 265,60.— Polierer bei Nürnberg 5,—. Koll. d. Lackiererei C. Gras 9,80. Sechserkasse d. 95. Bez. 4. Krei» 8,—. Zcntralverb. d. Schmiede, Verwaltung Berlin. aus folgende Listen: 516 Autowerk Oberspree 20,35. 519 Wagenjabrik Kliemt 13,35. 526 Wagensabrik WIenke Nachf., Pankow 15,10. 628 Braß u. Kleines f euületon. Bewcgungsbilder und Phonogramme aus der Tierwelt wurden gestern aus Anlaß des fünften ornithologischen Kon- gresseS in der Urania vorgeführt. Die Darstellungen dürsten geeignet sein, den naturkundlichen Anschauungsunterricht um ein un- ersetzbares Hilfsmittel zu bereichern. Die Gebrüder K e a r t o n in England haben daS mühselige Unternehmen durchgeführt, auf hals- brecherischen Pfaden der Meeresklippen, an Flüssen, Seen und ver- steckten Tümpeln, vor Erdlöchern und in den Wipfeln der Bäume ihren Kinematographen zu postieren und geduldig abzuwarten, bis die er- sehnten Objekte im eingestellten Gesichtsfelde erschienen. Der Apparat war so gebaut, daß sein schnurrendes Geräusch nicht nach außen dringen konnte, er wurde außerdem unter Laub oder anderem natur« ähnlichem Material versteckt. So gelang es, Bilder einer völlig ungetrübten Wirklichkeit zu erhalten, wie sie kaum der Jäger oder der Fischer zu Gesicht bekommt. Man sah, wie die Kormorans auch sitzend immer gegen den Wind ausgerichtet sind, wie die Möwen. deren schlanken Hals man in der Natur gar nicht erkennt, stets nach der einen Seite gegen den Wind hochgehen und von der anderen Seite zum Nest zurückkehren. Aus manchen Einzel- heiten in der Haltung des Gefieders beim Schweben kann die maschinelle Flugtcchnik unmittelbare Anregung schöpfen. Ganz besonderes Interesse beansprucht aber das Verhalten der Vögel beim Brut- und Fütterungsgeschäft. Man sah, wie sie die Eier wenden und sich darauf zurechtschieben; wie die Alten hastig und scheu ab- und zufliegen mit den jeder Art eigentümlichen Kopfbewegungen oder wie sie, wenn es sich um Spechte handelte, mit einem sonderbaren Ruck an» Stamm entlangrutschen; wie die Jungen auf jedes Geräusch und jede Annäherung hin„sperren", das heißt: die grotesk klaffende, an den Rändern gelblich getönte Schnabelöffnung Hochrecken. Die Alten speien ihnen das Futter förmlich hinein, picken irgend ein Kot- klümpchen fort und schon sind sie wieder aus dem Gesichtsfeld ver- schwunden. Wie anders wirken diese Bilder als der ausgestopfte Balg, an dem der Lehrer allerhand Memorierstoff erläutert I Sie sind so sehr ein Widerspiel des gesprochenen Wortes, daß auch in der Urania der begleitende Vortrag fortfiel, wie sich denn auch in diesem Berichte hier keine Vorstellung von den dargestellten rapiden BewegungSerscheinungen erwecken läßt. Er- wähnt sei nur noch die wundervolle Nachtigallenstimme im Grammophon und die bildliche Darstellung der Verpuppung einer Schwalbenschwanzraupe. Man glaubte, einem elementaren Ereignis beizuwohnen, wenn man ntitansah, wie sich die kriechende Raupe an zwei Fäden aufhängte, wie dann die Haut gm Rücken barst und sich Hertsleb, Marienselde 20,30. 532 Panzer Akt.-Ges., Badstr. 24,25. 533 Patzenhoser Brauerei, Mt. I 12,35. 540 Jachniann, Huttenstr. 5,60. 672 l 3,—. 6722 Allg. Omnibus-Akl-Ges., Köpenickerstr. 13,05. 6723 Kabellverk Oberspree 9,80. 6730 Schwartzkopff, Sibirien 52,90: Summa 190,05. 6726 Stepnsy„Auto-Reserverad" 18,40: zusammen 208,45. 5033 Engl. Atelier V. Manheimer 23,55. 6442, 5445 Verb. d. Steinsetzer, Zahlst. Berlin 15,20. Besichtigung der Brauerei Gabriel u. Richter 8,85. Bezirk 123 u. 128 16,40. A. Bonsdorjer, Bregenz 4,—. Bezirk 581. 6. Kreis 15,50. Ueberschuß einer Depesche d. Schüler deZ Notariatskursus d. Bureaaangestellten 6,—. Verband der Gemeinde- u. StaaiSarbciler. Verw. Berlin, aus solgende Listen: Gasanstalt Danziger Straße 1502 8,20, 1503 1,50, 1504 5,50, 1507 3,55, 1508 7,15, 1532 3.90, 1559 3,25, 1560 3,05. Gasanstalt Gitschiner Slraße 2537 3,70, 2533 9,35, 2589 14,35. Gasanstalt Tegel 1643 6.65. Revierinspektionen 1520 13,40, 1527 5.10, 1528 4.-. 1564 5,90, 1590 20,50, 1501 16,50, 1624 6,05, 1625 7,10, 2533 6,10, 2534 6,25, 2547 8,30, 2548 4,35, 2601 6,15. Zeniralinagazin 1544 2,10. Röhrensystem 2561 5,85. Oeffcntl. Beleuchtung 1509 7,80, 2524 5,05. Latcrnenwärtcr 1558 5,55, Kanalisation 1654 4,20, 2535 11,25. Bauvcrwaltung 1582 7,20. Wasserwerk Berlin 1513 4.60. Wasserwerk Lichtenberg 2584 8,15. Wasserwerk Westend 2503 7,20. Englische Gasanstalten 2525 10,—, 2510 6,75, 2541 21,35, 2543 3,75, 2605 7,50, 2606 2,60, 2607 9,25. Straßenreinigung 1514 1,80, 1563 2,85, 1571 2,25, 1573 5,75. Schlacht- und Viehhos 1547 4,70, 1548 4,50, 1551 3,80, 1552 1,—, 1555 3,20. Krankenhaus Moabit 2570 9,75. Parkverwaltung 2641 5,15. Äohlenplatz 1570 6,45. Markthallen 1569 20,—, 2599 6,50. Charlottenburg 1629 6,60. Lichtenberg 1530 7,95, 1534 0,50, 1538 6,25. Rixdorf 2553 14,50, 2554 5,65. Schöneberg 1681 3,10. Sa. 432,25.— Wette Girod 2,—. 3807 Zahlabend d. 8. Bez. Rixdors 12,05. Angestellten d. Bäcker- und KonditorenverbandeS 14,—. Maschinenfabrik Chklop, Abt. Modelltischlerei 11,50. Modelltischlerei Bormann u. Karting 1>,50. .Vossische Zeitung" 35,70. Zigarettenfabrik„Abeckh" 3,—. Norddeutsche Buchdruckerei 69,10. Verband der Maler u. Lackierer, Fil. Berlin. 2000,—. Kunstgewerbezeichner 3,—. Tischlerei Nudolj u. Manz 4,50. Möbelsabrik Carmen 8,55. Tischlerei Severin u. Tiedge 3,50. H. Thiele u. Co., Graveure 21,—. 1854 Möbelsabrik W. Höhne 10,50. 183 Vergolderei Jenisch, 2. u. 3. Rate 8,45. Koll. bei P. Rabe 5,30. 219 Tischlerei Ouehl 6,50. 265 Darmarbeiter F. u. L., 2. Rate 8,75. 1895 Tischlerei B. Hecht 8,15. 186 Maler bei Giske 18,80. 178 Tischlerei A. S. Ball 7,90. 6126 Tischlerei Koch, Sachsendamm, 15,10. 6543 Bau Frankel, Westend, 14,—. Onkel 2,—. 1887 Tischlerei Alschner 10,20. 185...... 9,25. 298 Drechsler u. Schleifer b. C. Müller 12,90. 6169 Kammsabrik Schweitzer 6,—. Stuhlfabrik HeimS u. Sohn, zweite Rate 9,20. 7060 Buchdruckerei W. Cohn 5,30. 7062 Schreiber u. Co. 3,50. 7066 Bezirk 226, 4. Kreis 11,35. 7067 Kollegen bei Haide 11,35. 7072 227. Bez. 2. T.. 6. Kreis 5,30. 7068 Firma Konrad 18,20. 7075 Arb. bei Lahmeher 40,70. 1850 Tischlerei Blendinger, Bredow u. Co. 14,90. Werk- zeugjabrik Hille u. Co. 8.50. Tischlerei Röder u. Sohn 13,35. Maler bei Kaubke 5,50. Aucrgesellschast, Glockenwäsche 8,50. Kerber, Eisenhdlg. 3,—. 1870 Tischlerei Aucrgeselljchast 10,60. Tischler u. Maschinenarbeiter b. Feltzer u. Koffer 10,20. Lcistenfabrik C. Meier, 3. Rate 5,60. Tellersammlung der Stellmacher 14.75. Körner 3,—. 7345 Koll. bei Ficgner 7,—. 1738 15,—. Verband der Lithographen u. verw. Gewerbe a conto Listen 500,—. 1805 Stocksabrik Goldmann, 2. Rate 7,70. 1806 Stockfabrik Redlich 7,40. 1808 Stocksabrik R-tzlaff 8,30. 1809 Stocksabrik B. Ava 22,70. 1839 Stocksabrik A. Ludwig u. Co., 3. Rate 27,30. 1840 Stocksabrik Schälke Nachs. 14,25. 1807 Fülljederhalterjabrik Ouaaß 8,80. Füll. Poststraße, durch H. 5,40. 1767 Tischlerei Groß 11,70 282 Tischlerei Stern, Seliger u. Co. 13,25. 264 Tischlerei Müller, Köpenickerstraße 19,20. Boden. leger bei Jostern 50,—. 224 Tischlerei Flatow u. Priemer 11,15. Pianosabr. E. Krause 16,—. 296 Tischlerei RöSIer u. Schmidt, 4. Rate 35,—. 8163 Kollegen bei Krüger, Brunnenitr. 10,20. Armer Blumen- Händler 3,—. 218 Tischlerei Heike 16.50. Tischlerei H. Hoop 20,—. 292 Tischlerei-Genossenschast„Hoffnung" 20,—. 234 Tischlerei Eberl u. Gabelt», 3. Rate 9,50. 182 Tischlerei Schüler 10,15. Buchdrucker-VerbandSmitglieder bei H. S. Hermann 90,90. 281 Tischlerei Prechtel 11,40. 1815 Tischlerei BorowSki, 1. Rate 11,60. 149—152 Tischlerei Riesel u. Kämmer 32,80. Tischlerei A. Kestle 10.—. 1882 Tischlerei Sievert u. Schwesinger 13,30. tilssarbeiter und Arbeiterinnen bei Braunbcck u. Gutenberg 15,—. 1867 ischlerei Grün u. Hettwig 30,95. 1890 Tischlerei Wille u. Klausnitzer 13,25. 189l Bautischlerei A. Schmidt 12,25. 243 Tischlerei F. Müller. Branden- burgstraße 9,—. Gürtlerci Haase u. Schön 4,50. Tischlerei E. Hartmann 15,50. Banklempnerei Peters Nachs. 5,50. Schlosserei Polzin 4,50. Tischlerei Meyer, Heitchen u. Co. 22,20. 283 Tischlerei Gerlin 10,—. 287 Bautischlerei Sounnerlatte 13,—. 240 Vergolderei Müller 6,05. 1877 Tischlerei Plagemann 9,25. 294 Bautischlcrei Mausolf 8,25. Verband der Hutmacher, Verw. Berlin, 2. Rate 100,—. Tischlerei Kießling 18,20. 1865 Tischlerei Dibbelt u. Rothe 12,80. 255 Tischlerei Lukat, 2. Rate 22.50. „Berl. Tagebl.": 19 Abt. Adreßbuch l2,60. 20. 24 Abt. Werk u. Akzidenz 24,75, 21 Akztdenzmasch.-Abt. 11,60, 25, 26 Buchbinderei 24.05. 1859 Tischlerei Friedrich, 2. Rate 15,—. 1710 Thiele u. Co., mechanische Werkstatt 23,80. 1899 Tischlerei Ostend 7,65. Anschläger bei Blume 6.80. Essigsabrik Timmer 3,30. Kohlcnarb. u. Kutscher bei Gerber 5,30. Tischlerei S. u. A. Schulz, 2. Rate 38,65. 229 Tischlerei Kukulenz, 3. Rate 13,65. erband der Stcinarbeiter, Verw. Berlin aus solgende Listen: 591 durch Fella 15,25, 592 durch Gdanitz 9,25, 595 durch Tuschmann 7,—, 597 durch Jrmert 10,40, 7341 durch Bergemann 6,75, 7347 durch Moschler 4,15, Summa 52,80. 1922 Tischlerei Haserkor» 7,20. Arbeiter-Wanderbund „Naturfreunde" 10,10. Verband der Töpfer, Zahlstelle Berlin, 3. Rate 732,50. Fabrikarbeiterverband, Verw. Berlin aus solgende Listen: 1009 Eirma Heilbrunn u. Söhne, Keibelstr. 8,50. 1013 Gummisabr. Kübler u. omp. 23,—. Gummisabr. A. E. G., Schlegelstr. 1014 7,60, 1015 8,35, 1016 6,15. 1017 Taschenlampenfabr. Schneeweiß, Gneisenaustr. 11,70. Gummisabr. Fonrobert u. Rcimann, Temvelhoser User 1019 12,35. 1020 9,75. 1021 6,90. 1022 8 45. Chemische Fabrik Schering, Müllerstr. 1044 8,35. 1045 11,10. 10 46 12,45. 1053 Waffensabrik Moabit 13,75. Anilinsabrik RummelSburg 1067 5,45, 1063 11,70. Kunststeinsabrik Borg- mann: Bierkasse 40,—, 1076 Friesicke 13,85, 1077 Roßberg 14,40. 1086 die unförmliche Puppenhüll« unter zuckenden Bewegungen herausarbeitete, bis zuletzt ein Windstoß die abgestreifte Haut hinwegblies. Es wäre zu wünschen, daß die Urania diese Vorführungen in ihr gewöhnliches Rcpertoir aufnähme. A. K. Humor und Satire. Leben und Taten des sinnreichen Edlen Dr. Theo- bald v. Bethmann Holl weg beschrieben von dem Sohne eines Landarbeiters in Ostelbien. Der sinnreiche Edle Theobald lebte glücklich und zufrieden in einer bescheidenen Stellung als Schreiber und Diener(lateinisch: mirüstor) in dem preußischen Gutsbezirk. Die beschränkten Gaben seines Geistes genügten reichlich den Anforderungen, die an einen preußischen Gutsschreiber gestellt werden. Der Gutsherr war mit ihm zufrieden, und auch die Untertanen klagten über den fleißigen Bureaukraten nicht mehr als über seine Kollegen. Da trug es sich zu, daß der genannte Theobald in einer Muße- stunde in der neueren deutschen Heldcngeschichte von den großen Taten des ersten, eisernen Kanzlers las. Diese Lektüre fesselte ihn so, daß er alles andere darüber vergaß. Immer mehr vertiefte er sich in die wunderbaren Schicksale seines Helden. Er stellte trüb- selige Vergleiche an zwischen jener großen, romantischen Epoche und seiner nüchternen, nur von materiellen Erwägungen beherrschten Zeit, zwischen jenem großen, berühmten Manne und seinen kleinen, unbe- deutenden Nachfolgern, und er beschloß, die alte Herrlichkeit der Kanzlerschaft zu neuem Leben zu erwecken. Diesem hohen Ziele wollte er sein Leben weihen, allen Fährlichkeiten, die ihm begegneten, kühn entgegentreten, alle Feinde tapfer bekämpfen, trotz aller Hinder- nisse und Irrungen seinen Weg tveiter verfolgen und so fortan als „irrender Kanzler" durch die Welt ziehen. Das Schicksal begünstigte diesen unglückseligen Entschluß Theobalds. Der Gutsherr hatte seinen ersten Schreiber, der ihm Grund zur Unzufriedenheit gegeben hatte, ohne Kündigung entlassen. Eines TageS nahm Er Theobald bei der Hand und führte ihn in seinen Garten, wo er im Auf- und Niedergehen mit ihm die äugen- blickliche Lage des Gutsbezirks besprach. Dieses Gespräch endete damit, daß Theobald als erster Schreiber mit dein Titel„Kanzler" angestellt wurde. Theobald aber, der eine lange, hagere Figur hatte, wurde deswegen von seinen Zeitgenossen„der Kanzler von der traurigen Gestalt" genannt. Mit dieser Würde bekleidet, fand Theobald eines Tages ein scheußlich verunstaltetes Wesen von abschreckender Häßlichkeit, das er jedoch in seiner durch das eifrige Studium der neueren deutschen Heldengeschichte angeregten Phantasie für eine liebliche Jdealgestalt ansah, so daß er sich vornahm, für diese seine unvergleichlich schöne Wahlrrcht»-Dulzinea zu wachen und zu lämpsen. Magrwsia-Werk. Wcißensee 10,65. 1090 Knopssabrit�Röhl 13,25. Berge- mann, 1089 Blechwalzwerk Wilhelmsruh 15,15, 1099 Stanzerei Oudenarver Straße 19,75. 1001 13,—. 1012 6,—. 1078 3,75. 1092 4.80. 1093 4,20. 1094 4,65. 1095 5,30. 1096 8,15. 7544 1,30. 7S4S 5.20. 7548 4,75. Zufaininen 358,40. Rotationsmaschinenmeister deS„Lokal-Anzeiaer" 7,50. Handtuchfahrer bei Rosenthal 5,—. Verband der Schneider, Verwaltung Berlin l, aus folgende Listen: 230 Tagschneidcr von Pect u. Cloppenburg. 2. Rate 8,80. 5002 Herrenschneider von Fabian u. Hrich 19,50. 5060 Bothmer u. Dünzer 41,50. 5070 Herrenschneider von Gerson 30,—. 5071 Tagschneidcr von S. Adam 22,60. 5089 Damenschneider von Grün« bäum 7,50. 5091 Damenschneider von H. Hoffmann 12,40. 5101 Herrenschneider von I. Steinberg 14,—. 5103 Herrenschneider von Poole u. Co. 6,—. 5118 5,50. 5125 Leske u. Lehrer«. Wroomann 12,50. 5127 durch Panten 7,50. 5135 Damenkoitseltion von Staufs 16,30. 5136 Herpich Söhne 10.—. 5145 Maßschneider von Peel u. Cloppenburg, 2. Rate 15,— Schneider von E. Levy 10,50. Schneidereigenossenschast„Hoffnung" 15,—. Angestellte der Freien Hilsskasse 10,—. Zusammen 264,60. 74 28,80. Emil Schmidt, Werkzeugfabrik 5,—. 1888 Vergoldcrei Gebr. Röhlich 9,10. 212 Arbeiter und Arbeiterinnen bei A. Werkmeister 17,45. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter, Ortsoerwaltung Berlin: Schulth. Br. Abt. I FI.-K.-Arb. 1146 24,80. 1147 1790. 1292 40,25. 1271 38,55. Brauer 1128 13,—. 1274 9,45. 1298 8,—. Handw. u. d. Hilssarb. 1150 14,60. Schulth. Br. Abt. II, FI.-K.-Slrb. 1151 32.55. 1152 35,20. 1153 15,90. 1155 13,10. Brauer 1129 10,20. Hosarb. 1157 28,90. Masch.- Pers. 1153 10,90. Schulth. Br. Abt. IV. Fl.-K.-Arb. 1161 15,05. 1162 23,20. Schulth. Malzfabrik Pankow 1164 13,15. 1135 23,05. Germaniabr. Fl.-K.-Arb. 1165 3,50. 1275 4.60. Brauer 1115 10,30. Br. Friedrichshain 1163 4,55. 1169 4,25. 1101 8,80. 1102 7,35. Br. Bötzow Stallleute l170 2,25. Fl.-K.-Arb. 1171 8,35. Brauer 1134 9,80. Böhmisches Brauhaus Fl.-K.-Arb. 1176 7,80. Fahrpers. 1178 6.10. Brauer 1111 13,25. 1291 8.95. 7744 6,95. Patzenh. Abt. I Fl.-K.-Arb. 1179 13,20. 1180 7,30. 1181 13,65. Brauer 1103 42.—. Patzenh. Abt. II Fl.-K.-Arb. 1184 13,95. 1185 7,85. 1272 4,70. 1273 2,60. Brauer 1104 12,30. Patzenh. Abt. I, Hosarbeiter u. Handw. 1183 16,10. Schloßbranerei Schöneberg 1189 Fl.-K.-Arb.' 11,65, 1193 Faßsahrpcrs. 3,85. Bockbr. Äibt. I, 1194 Fl.-K.-Arb. 7,15, 1195 Fahrpers. 13,40, 1108 Braver 5,—. Viktoriabr. 1200 Fl.-K.-Arb. 9,25, 1121 Brauer 9,—. Stadtbr. 1202 Fahrpers. 4,60, 1138 Brauer 7,—. 1246 Verf.- u, Lehrbr. 13,65. Deutsche Bierbr. Pichelsdorf 1133 Brauer 23,—. 1293 13,50, 1207 15,75. Roland Ndlge. 1206 12,45, 1288 8,70, 1261 9,50. Br. Königstadt 1210 Fl.-K.-Arb. 3,25, 1U8 Brauer 14,25. Br. Hilsebcin Abt. II, 1213 Hilssarb. 1,85, 1131 Brauer 7,50. Vereinsbr. Rixdors 1130 Brauer 6,75, 1217 12,45, 1218 7,55. Br. Happoldt 1219 Fl.-K.-Ärb. 10,50, 1117 Brauer 8,90. Br. Wamtinger 1221 Fahrpers. 9,20, 1123 Brauer 11,65. Genossenschastsbr. Fricdrichshagcn 1226 12,70, 1140 10,50. Löwcnbr. 1113 16,40, 1229 Ndlge. 10,85. Br. Gust. Enders 1230 FI.-K.-Arb. 2,—, 1137 Brauer 6,30. Br. Schweizergarten 1231 Fahrpers. 5,50, 1120 Brauer, Hilssarb. 2,55. Br. Gabriel u. Richter 1270 Fl.-K.-Arb. 7,15, 1132 Brauer 3,—, 1250 Fl.-K.-Arb. 5,30. Br. Oswald Berliner 1112 Brauer 13,30, 1212 9,70. 1119 Br. Psefferberg Brauer 4,30. 1109 Br. Teutonia Brauer 9,—. 1116 Phönixbr. Brauer 8,—. Br. Habel 1124 Brauer 9,30, 1260 Brauer 10,30, 1253 3,60. Mimchener Brauhaus 1125 Brauer 12,90, 1263 Brauer 14,35. Norddeutsches Brauhaus Grüna» 1139 9,75. 1276 8,50. 1114 Kgs.-Wusterhausen 7,50. 1233 Weißbierbr. A. Landrs 10,50. 1234 Weißbierbr. I. C. A. Richter 4,50. 1240 Borussiabr. Fl.-K.-Arb. 8.30. Nordsternbr. 1243 Fahrpers. 8,50, 1143 Brauer 8,50. 1247 Br. Engelhardt Handiverker 5,80. 1249 Weißbierbr. MöwcS 13,15. 1252 Weißbierbr. vorm. Gehricke 4,—. 1256 Weißbierbr.-Genossenschast Hilssarb. 4,50. 1279 Angestellte der Hauptverwaltung 24,—. Spandau durch Pohlmann 1244 11,20, 1245 4,70. 1267 Br. Hiisebein Abt. II 8,—. Sa. 1212,—. Deutscher Metallarbeiter-Verband, Ortsoerwaltung Berlin, 6. Rate: Kabelwerk Oberspree 3001 17,40. 3002 14,70. 3008 21,15 3019 20,75. 3024 8,15. 3025 18,10. 3026 13,70. 3027 18,85. 3028 20,—. 3029 9,05. 3031 6,90. 3032 7,85. 3045 11,10. 3055 15,70. 3056 25,—. 3058 20,53. 3059 20,20. 3060 10,70. 3061 10,95. 3070 5,95. 3074 4,70. 3075 4,10. Auto Ober-Schöneweide 3003 19,60. 3004 27,80. 3006 20,—. 3007 23,50. 3033 59,05. 3047 20,20. 3049 20,40. 3050 29,—. 3052 12,50. 3054 32,80. Deutsche MIs-Werke 3009 20,—. 3010 10.—. 3011 14,—. 3012 8,65. 3013 14,15. 3014 10,70. 3015 14,70. 3016 20,50. 3017 46,75. 3018 23,80. Schultheiß- Handwerker(Abt. 4) 3042 14,40. 3044 10,35. Maffci Schwartzkopff, Wildau 3034 1 6,95. 3035 13,50. 3036 10,40. 3037 20,50 3038 14,50. 3039 30,—. 3040 2,55. 3041 9,50, 3043 3,50. 3092 29,25. 3093 22,20. 3095 9,65. 254 Robert Schulz 5,50. Bergmann, Wilhelmsruh 3166 17,75. 3168 14,43. 3175 Koll. Drake 0,50. 3195 Pinnow 13,—. 3567 Stretch 9,80. 3573 Bau Turmstraße 38, Hintermann 3,45. 3675 Kollegen von Rogge 14,50. 3713 Braun 11,40. 3714 dmch Brandt 14,75. 3722 7,80. 3797 Katzmann 9,10. 3800 Ahland 7.80. 3304 Heidrich u. Peritz, Ritterstr. 6,80. 3803 Puppet 16,05. Anhalt. Maschinenfabrik 4004 14,50, 4005 9,50, 4006 6,25, 4008 9,70, 4009 13,80, 4011 8,85. 4185 Ncumami u. Rechlin 13,15. 4243 Kaiser u. Schmidt 19,30. 4357 Puppet 10.—. 4374 Schneider 28,70. 4499 Vereinigte Jsolatoren-Werke 11,45. 4585 Bischos 10,70. 4636 Dacapo-Rekord 8,— 4647 Gesellschast sür drahtlose Telegrapbie 16,—. Siemens-Schuckert, Groß-Maschinenbau 4756 16,75, 4756 11,50, 4757 11,40. 4759 Enzinger 26,70. 8091 Siemenö-Schuckert, Abt. Schmöcke, 14,50. 8104 Hoffmann u. Gabler 10,25. 8107 Wcrtheim 16,55. 8118 Silber- warensabrik Mosgau 16,70. 8126 Int. Preßlust.EIektr.-Ges. 6,25. 8127 Ritsch 6,—. 8130 Heubach 24,05. 8177 Telegraph.-Bauanst. W. Gurlt, Saal I, stanz. 20,—. 8196 Löwenstein 23,45. 8206 Bellers 7,25. 8470 Gebr. Mechnig 18,—, 8522 Mctallarb. d. Firma biaschig, 2. Rate 4,50. Firma Bock, Schilling- straße 12 7,40. Tellersammlung d. Älempnervers. v. 26. 5. 10 13,80. Von der Schleiserversammlung 21,50. Von d. Versammlung d. Elektromonteure 8,25. Summa 1583,25. Zusammen 12 291,55 M. Bisher sind veröffentlicht 35 289,04 M.; dazu kommen 12 291,55 M. Summa 47 580,59 M. Gelder, welche per Post eingesandt werden, sind an St. K ö r st e n, SO. 16, Engelufer 15, I zu senden. Alle Sammlungen sind sofort Gleich einem berühmten Ritter, der vor vielen hundert Jahren im fernen Spanien Wunder der Tapferkeit verrichtete, suchte Theobald einen treuen Schildknappen und Stallmeister, und er fand einen solchen in der Person des guten, einfältigen Octavio ze Dlitz. Mit diesem zog der Kanzler von der traurigen Gestalt unbekcknnten schrecklichen Abenteuern und Gefahren entgegen. Sie kainen an eins Stelle, wo sie einen lauten Ton wie das Sausen von Windmühlen» flügeln vernahmen, einen Ton, der sich wie„Pfui l" anhörte. Da glaubte Theobald, daß sein erstes Abenteuer gekommen sei und daß er einen Kampf gegen feindliche Riesen zu be- stehen habe. Mit Todesverachtung stürzte er sich auf seine Gegner, aber arg zerschunden kehrte er aus dem Kampfe zurück. MS er sich von diesem seltsamen Erlebnis erholt hatte, be» gegnete ihm ein anderes merkwürdiges Abenteuer. Er erblickte eine große Herde und meinte, eine Schar von bösen Geistern vor sich zu haben. Vergebens suchte ihn sein treuer Gefährte zurückzuhalten: tollkühn und kampfesmutig zog er gegen die vermeintlichen bösen Geister los und richtete furchtbare Verwirrung unter ihnen an. Zu spät erkannte er, daß er es nur mit einer nationalliberalen Hammel« Herde zu tun gehabt hatte. So bestand er noch viele wunderbare Abenteuer. Endlich kamen die beiden vor einem Hause an, das Theobald für ein Parlament ansah, das aber in Wirklichkeit nur eine Trödelbude war. Hier lobte der Kanzler von der traurigen Gestalt seine unvergleichlich schöne Wahlreform-Dulzinea wieder über alle Maßen, aber er erntete nur Spott und Hohn, und man behandelte ihn so schlecht, daß er schleunigst entfliehen mußte. Sein arnier Stallmeister Octavio aber wurde ergriffen und arg geprügelt, zerschunden und geprellt. Darauf kehrten beide betrübten Sinnes zu ihrem Ausgangspunkt zurück. So endete der erste Auszug des sinnreichen Edlen Dr. Theobald von Bethmann Hollweg und seines treuen Stallmeisters Octavio. Den weiteren Verlauf dieser merkwürdigen und lehrreichen Historie wird der geehrte Leser in nicht allzu ferner Zeit erfahren. Notizen. Gegen die Museums st euer, die von der Spree nach Mi'mckien importiert werden soll, erlassen gut hundert Künstler, Schriftsteller, Aerzte, Lehrer, Kommerzienräte, Rechtsanwälte, Ab- geordnete usw. einen scharfen Protest. Sie bekämpfen den Versuch, an vier Wochentagen für den Eintritt in die alte Pinakothek Geld zu nehmen, aufs schärfste. Sie appellieren von der Abgeordneten- kammer, die den Beschluß der Aufhebung des freien Eintritts gefaßt hat, an die—Kammer der Reichsräte und an die Krone. Den Auf» ruf haben u. a. unterzeichnet: M. G. Conrad, Franz v. Defregger, Karl Ettlinger. Pros. Gudden, Max Halbe, Karl Henlell, Paul Hehse, Prof. Kraepelin. Joses Ruederer. auf unserem Bureau, Engekufer 18, 1," Zimmer LS an den Wochen- tagen vormittags von 9— 12'/, Uhr und nachmittags von 4—7'/, Uhr abzuliefern. Die Listen 1483, 4722, 8141, 8166 sind verloren gegangen. Die- selben sind beim Vorzeigen anzuhalten. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission für Berlin und Umgegend. Ukrblludstllg der Kiicker vud Konditureti. Im Anschluß an die am ersten Sitzungstage erstatteten Geschäfts- berichte wurden am zweiten Verhandlungstage(Mittwoch) eine Reihe von Anträgen begründet, die sich ans die Bezirkseinteilung, die Tätigkeit der Gauleiter, Verlegung von Sitzen einzelner Gauleiter und dergleichen beziehen. Ein anderer Antrag will die Grenzstreitigkeiten regeln, welche hier und da mit anderen Gewerkschaften bestehen, wegen der Organisierung von HilfS- arbeitern in Schokoladen» und Zuckerwarenfabriken. Weiter wird die Herausgabe von Agitationsinaterial gegen das Treiben der Gelben und anderer Gegner des Verbandes beantragt.— In bezug auf das Verbandsorgan wird gewünscht, daß eS sich weniger mit kleinen Mißständen beschästigen möge, sondern nur grobe Verstöße gegen die Bestrebungen des Verbandes berücksichtigen und sein Augenmerk hauptsächlich auf die Großbetriebe richten möge. Ferner wird eine besondere Beilage für die Arbeiterinnen gefordert. Ein Antrag will, daß den einzelnen Mitgliedschaften daS Recht gegeben werden soll, periodische Druckschriften herauszugeben, die sich im Rahmen von Mitteilungsblättern halten. Mit der Tätigkeit des Verbandsvorstandes erklärten sich alle Diskussionsredner, die überhaupt auf diesen Gegenstand eingingen, durchaus einverstanden. In der Hauptsache drehte sich die sehr auS- gedehnte Debatte um die Frage, ob die Haupt- und Bezirksleitung einer Aenderung bedürfe und in welcher Weise diese Angelegenheit am besten geregelt werden könne. Schließlich wurde die weitere Be- Handlung dieser Frage vorläufig zurückgestellt. Sie soll nach Schluß der Sitzung einer Konferenz der Gau- und Bezirksleiter mit dem Vorstande zur Durchberatung unterbreitet werden. Die Sitzung endete mit den Schlußworten der Berichterstatter des Ausschusses, der Presse und des Kassierers, die auf Einzelheiten der Debatte eingingen._ Soziales. Die verfemte HauSsklavia. DaS Dienstmädchen M. klagte am Dienstag vor dem JnnungS» schiedSgericht gegen den Bäckermeister Emanuel Krautwurst auf Aenderung des erteilten Zeugnisses. Der Be- klagte hatte der Klägerin ins Dienstbuch geschrieben:«Wegen stechen Betragens sofort entlassen.' Die Verhandlung ergab, daß die Klägerin fast 7 Monate lang treue Dienste geleistet hat. Am 24. Mai hatte sie nach Ansicht der Ehefrau des Beklagten nicht schnell genug die Betten in der Gesellenstube gemacht. Deshalb tourde sie von der letzteren zur Rede gestellt und bei dieser Gelegenheit von deren noch recht jugendlichen Tochter„Dreckschwein' beschimpft. Die Klägerin wies die ihr zugefügte Beleidigung energisch zurück. Darauf wurde sie von der Ehefrau des Beklagten geschlagen und sofort auS dem Hause gejagt. DaS Schiedsgericht machte dem Beklagten und seiner Ehefrau klar, daß das ungehörige Betragen auf ihrer Seite liege. Die Klägerin war durchaus berechtigt, die ihr zugefügte Beleidigung zurückzuweisen. Das Schiedsgericht empfahl dem Beklagten, sich seinerseits mit der Polizeibehörde zwecks Entfernung des ungehörigen Vermerks aus dem Dienstbuch inS Benehmen zu setzen und der Klägerin ein ordnungsmäßiges Zeugnis einzutragen. Der Beklagte erkannte diese Verpflichtungen an. Darauf erging Llnerkennwisurteil._ Die Bornahme einer ArdeitSlosenzählung at der Stadtmagisttat Nürnberg für die Tage vom 27. und 28. Juli eschlossen. Bis auf weiteres soll jährlich im Winter sowohl als im Sommer je ewe solche Zählung stattfinden, um stets einen Ueber« blick über die gesamte Lage des Arbeitsmarktes zu haben. Für die Zählung werden 189 städtische Beamte und Bedienstete angestellt, die von HauS zu Haus zu gehen und die Einttäae in die Zählbogen selbst vorzunehmen haben. Schutzleute, die bei früheren Zählungen vielfach beschäftigt wurden, werden nicht mehr verwendet. Der Zähl- bogen enthält 21 Fragen, durch deren Beantwortung man allen Ur- fachen der Arbeitslosigkeit und deren wirtschaftlichen Folgen bis ins einzelnste nachgehen zu können hofft. Die Ergebnisse werden vom Statistischen Amt bearbeitet. 3iis Incfuftm und ftandel Gegen das Einfnhrscheiuunwesen. Wir haben kürzlich schon die durch ihre Materialzusammenstellung tendenziöse Denkschrift der Reichsregierung betteffend das Einfuhr» scheinunwesen als ein auf die Wünsche der Agrarier zugeschnittenes Machwerk charakterisiert. Gegen die Denkschrift erhebt nun auch der Verband deutscher Müller eine Reihe Einwendungen. Man erblickt in der Denkschrift keineswegs eine ganz unparteiische Sachdarstellung. fondern eine Befürwortung der Erhaltung des bestehenden ZustandeS. Ihr allgemeiner Eindruck sei, daß gegenüber den großen Vorteilen, die sich auS dem bestehenden Zustande für die Landwirtschaft ergeben, andere Rücksichten vollständig und grundlos beiseite geschoben würden. Man möge einmal die betroffenen Müller fragen, wie oft und wie lange sie in den letzten zehn Jahren ihre Mühlen hätten ruhen lassen müssen, weil Ersatz für das ausgeführte deutsche Getreide im Jnlande zu irgend noch lohnenden Preisen nicht zu haben gewesen sei. Selbstverständlich hätten die Klagen immer stärker werden müssen, als vom 1. März 1906 an die Erhöhung der Zollsätze eine überaus scharfe Anregung zur Ausdehnung der Getreideausfuhr gegeben hätte. Die Ausfuhr deutschen Getreides würde nur dann vom Uebel sein, wenn Deutschland erheblich über seinen Bedarf hinaus Getreide erzeuge, was aber bekanntlich nicht der Fall sei. Niemand könne leugnen, daß der gegenwärtige Getreideaustausch mit dem Auslände den deutschen Verbraucher und den deutschen Müller durch künstlich erhöhte Preise schädige. Die Verwendbarkeit der Einfuhrscheine müsse beschränkt werden, damit die gemein- schädliche Getreideausfuhr erschwert werde. Daß zur Bildung der hohen Getreidepreise, wie die Denkschrift zugestehe, auch die Auf- Hebung des Jdentttätsnachweiseö beigetragen habe, sei und bleibe ein großer Schaden für die deutsche Müllerei, der jetzt nach Ein- führung der höheren Zollsätze unbedingt wieder beseitigt werden müsse; denn die vermehrte Ausfuhr sei die Ursache davon, daß in Deutschland große Bezirke zeitweise sd. h. oft monatelang) von Ge- treibe entblößt seien, und daß die in diesen Bezirken belegenen Mühlen still liegen müßten, während sie in der Ruhezeit die allgemeinen Geschäftsunkosten zum großen Teil unvermindert weiter auf. wenden müßten. Einer der stärksten Irrtümer der Denkschrift sei sicherlich der, daß sie uneingeschränkt meine, die Müllerei sei in der Lage, sich für die angelegten hohen Getreidepreise durch Forderung entsprechend höherer Preise für ihre Erzeugnisse schadlos zu halten. Daß tatsächlich eine Neigung besteht, die Spannung zwrschen Getreide- und Mehlpreisen zu verringern, haben wir in unserem letzten Wirtschaftlichen Wochenbericht noch zifferninäßig nachgewiesen. Daß das Einfuhrscheinshstem preistreibend wirkt, darüber herrscht kew Zweifel, die Regierung als geschäftsführender Ausschuß der «grarier sieht darin einen Vorteil, die Konsumenten betrachten die künstliche Verteuerung als einen Schaden. Da das Interesse der Allgemeinheit hinter dem der Junker zurückstehen soll, denkt die Re- gierung nicht an eine Aufhebung der in Gestalt von Ausfuhrprämien gezahlten Liebesgaben._ Das neue badische Waffergeseh. Wer dem badischen Landtag zugegangene Entwurf über die Neuregelung des Wasserrechts erklärt die„W a s f e r w e l l e" als Eigentum des Staates. Die Eigentümer der Ufergrund- ftücke sollen zwar auch weiter das Recht behalten, das Wasser zur Bewässerung ihrer Grundstücke und, wenn sie Eigentümer beider Ufer sind, auch zu anderen Zwecken zu benutzen, aber sie müssen das Wasser wieder zurückleiten. Das Recht, über die natürlichen Gewässer zu verfügen, behält sich der Staat vor. Die Vorlage bezweckt, eine gesetzliche Basis zu schaffen, um die zahlreichen Wasserkräfte des Landes zur Erzeugung von elektrischer Energie besser ausnutzen zu können. Aber nicht freiwillig, sondern durch die Macht der Verhältnisse gedrängt, hat die badische Regierung den bescheidenen Schritt zur Einschränkung des Privateigentums getan, denn ohne billige Betriebskraft bleibt die Industrie des badischen Oberlandes nicht konkurrenzfähig. Durch Verträge mit der Schweiz ist die gemeinsame Verwendung der Wasserlräsre am Oberrhein gesichert. Nun sollen aber auch die Gewässer der kleinen Flüsse und Bäche zur Erzeugung von Kraft und Licht benutzt werden. In einer im Jahre 1968 erschienenen Denkschrift wird eine Berechnung aufgemacht, wieviel elektrische Energie durch die Kraft des fließenden Wassers und durch Aufspeicherung des Niederschlags- und OuellwasserS in Sammelbecken im Schwarzwald erzeugt werden könne. Danach betragen die verwendbaren Wasserkräfte, ohne die auf Württemberg entfallenden Teilkräfte, des Neckars und der Donau und des damals schon im Betrieb befindlichen Kraft- Werks Rheinfelden durchschnittlich 897 889 Pferdestärken. Er- örterungen im Parlament veranlaßten die Gencraldirektion der badischen Eisenbahnen, auf der 37 Kilometer langen Wiesetalbahn von Lörrach bis Schopfheim nach Fertigstellung des Kraftwerks bei Wyhlen-Augst den elektrischen Betrieb einrichten zu lassen. Nach Berechnungen, die die Eisenbahnverwaltung hat anstellen lassen, würden für die Elektrifizierung der Vollbahnen— aus- schließlich der Ooenwaldbahn— bei Annahme einer künftigen Er- Weiterung um 38 Proz. 32 999 Pferdestärken ausreichen. Zweifellos wird die Vorlage, die erst rechtliche Voraus- setzungen für eine rationelle Ausnutzung der vorhandenen Wasser- krafte schaffen soll, die Zustimmung des Landtages finden, weil neben den allgemeinen wirtschaftlichen Interessen auch die he- sonderen des Elsenbahnbetriebes in Frage stehen. Born Bierkrieg in Bayern. Der Bierkrieg in den größeren Städten BahernS scheint recht heftig zu werden. Partei und Gewerkschaften haben Be- schlösse gefaßt, wonach bei Erhöhung des BierpreiseS um zwei Pfennig daS Liter die Arbeiter weitgehendste Ein- schränkung des Biergenusses üben sollen. Diese Einschränkung soll dauernd sein und einen dauernden Protest gegen die Biersteuer und die indirekten Steuern überhaupt darstellen. Der Boykott sollte nur dann eintreten, wenn der Preis des BiereS um mehr als zwei Pfennig erhöht wird. Dieser Beschluß der Vertreter der Gewerkschaften und Partei hat im Lande keinen ungeteilten Beifall gefunden. Schon in München wurden Stimmen laut, die gegen jede Erhöhung des Bier- Preises den Boykott empfahlen. Jetzt haben große Volksverfamm- lungen in einigen Städten Nordbayerns, darunter auch in Fürth beschlossen, jede Bierpreiserhöhung mit dem schärfsten Boykott zu bekämpfen. Die Verteidiger des BertreterbefchlusscS waren voll. ständig ohnmächtig gegenüber der Empörung der Volksmassen, die sich energisch weigern, die Zeche von der Reichsfinanzreform herzu- zahlen. Auch auf dem Lande geht der Krieg lustig weiter. Die meisten Zentrumsabgeordneten wagen es nicht, ihren Wählern Rechenschast über ihre Haltung zur Biersteuer abzulegen. Als aber doch einige Tollkühne es versuchten, erging eS ihnen herzlich schlecht dabei; manche von ihnen muhten vor ihren empörten Wählern flüchten. Gerade in den Dorfgemeinden haben die Erlasse der Re» gierung an die Bezirksamtmänner und die Erlaffe dieser an die Bürgermeister die sonderbarsten Folgen. Die Bürgermeister be. trachten es als ihre Aufgabe, jeden Kampf gegen die BierpreiS- erhöhung unmöglich zu machen. ES liegen jetzt schon Fälle vor, in denen daS Anschlagen von Plakaten zu Protestversammlungen verboten wurde, sogar ein Fall, in dem die Abhaltung einer Ver- sammlung gegen die Bierpreiserhöhung keine Genehmigung fand. „Ueber Thema darf also nicht gesprochen werden." Donnertiag. den 2. Juni, nach- mittags d Uhr, von der Leichen- Halle deS Kaiser- Friedrich> Ge- dächtnis- KirchhoscS in Plötzensee I aus statt. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Hausdiener krieltl-icli Lewange am 29. Mai im Alter oonj 47 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am DoimerSiag, den 2. Juni, nach- mittag« 3 Uhr, von der Leichen- halle des Zentral-Friedhojes in Friedrichsselde auS statt. Um rege Belelligwtg wird ge- beten. 69/ 12 Die Bezirksverwaltung. Am Dienstag, den 31. Hai, nachmittags 21/, Uhr, erlöste ein sanfter Tod von einem langen, qualvollen Leiden meine inniggeliebte Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter Anna Enigk geb. Appoldt im 47. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Berlin, den 1. Juni 1910. Die trauernden Hinterbliebenen: J. Enigk und Einder. Die Beerdigung findet am PrSitog, den 3. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. 2378b ISißles Festsäle Dcnnewitzftratze 13. > Jed. Donnerstag u. Sonnabend: Tanzkränzchen. Schöner Garten mit Familien- Ausenthalt. K. NIBle. BncbM- Maschiiieomeister. Den geehrten Mitgliedern zur Nachricht, datz am 30. Mai, abends 7 Uhr, unser Kolleg« Mkred Bartus im Alier von 21 Jahren nach schweren Leiden gestorben ist. Sein Andenken werden wir in p Ehren halten l Di- Trauerseier findet am 2. Juni 5'/, Uhr in der FrtedhosS-Kapelle Marfiratze statt. Die Einäscherung erfolgt den 3. Juni in Hamburg. Um rege Beteiligung ersucht 27/13 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht. datz unser Kollege, der Tischler Julius Lachmuth am 30. Mai gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. Juni, nach- nliitogs 1 Ubr, vom Trauerhause Fronlsnrter Allee SO au» nach dem Zentralsriedhos in Friedrichsselde statt. Um rege Betelligiing ersucht 84/11 Die Ortsverwaltung. lentrat- Verband der Steinarbeiter. Zahlstelle Berlin. Am 30. Mai starb unser Kollege 171/13 �uzust Itybaiia im Alter von 50 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. Juni, nach- mittags 5'lt Uhr, von der Leichen- Halle deS Luisen-KirchhosS, Füllten- brunner Weg, Wellend, ans statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Wir empsehlen folgende Neuerscheinungen: Die Qrundprobleme des Marxismus von G. Flcchanow. Preis drosch. 75 Pf. gcbd. 1 M VereinsauSgabe SO Pf Vermehrung um! Entwieheliing in Hatur und Gesellsehalt von Kail Kautslry. Preis drosch. 1,50 M., gebd. 2 M. Expßdüion des„Vorwärts" Berlin SW. Llndenstr. 69(Laden). Danksagung. Für die vielen Beweise berzllcher I Teilnahme und die zahlreichen s Kranzspenden bei der Beerdigung j unseres Itcben Karl ffaase sagen wir allen Freunden und I Bcfannten, den Herren Kollegen der Deutschen Alticn-Gesellschast Grainmophon sowie den Genossen I des WahloereinS Martendorf un- feren innigsten Dank. 23796! Wwe.AnnaHaase,Muttcr.{ Koea Bichter, Schwester. Geore Ricbtor, Schwager. lag, den 31. Mai, nachmittags 2'/, Uhr, verstarb am Herzschlag der Vertreter der Brauerei Gabriel u. Richter aVtiHus Müller Alle, die ihn gekannt haben. wahren ihm«in bleibendes An- denken! Deine Genossen. Die Beerdigung findet am Freitagnachmittag 2 Ubr von der Leichenhalle des städtischen Fried- hosS in Friedrichsselde auS statt. Dankfaguitg. Für die liebevolle Tellnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meine» lieben ManneS, unseres guten VaterS Itarl Müller hiermit meinen aufrichtigen sage ich Dank. Wwe. Binma Müller nebst Kindern. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau Anna l>abbert sag« ich hiermit meinen aufrichtigen Dank. 23805 Heinrich Dabbert. Syphilis- Nachweis In allen frisch, u. veraltet, zweilelhait. Fäll, durch wissenschajtl. Untersuchung. sosort; desgl. Harn-(spcz. aus Go- norrhoe-Fäden) u. Sputum-Amilhsen. Or. Homeyer A Co., Spczial-Laborat., Fricdrichstr. 189, zw. Kronen- und Mohrenstratze), I. 8724. Pers. Rückspr. diskr. u. foslenl. Geöffnet von 8—3 Sonntag« von 12—1._• Wanzen tötet unfehlbar mit Brut Reichel» Wanzsnkluld„Radikal" Fl. 50 Pf. I.-, 2.-, 3.-, Literfl. 5.—. Absolut fleckfrei, nicht seuergesührlich. Keinilbl Geruch, nacbhaltigsteWIrkung Schwaben vernichtet mit Brut radikal und sicher Reichels Spezlal-Schwahen-Roudrs „Martial". Pak. 50 Pf. 1...2. Psd.«.-. Motten werden ganz sicher vertrieben und vollkommen ausgeroltet durch Reichels Bpezial-Kcttenpulver„Total". Paket 60 Pf.. 1.-, 2.-, Pfund 3.—. 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Pesata» 101 124 000. Sichergestellt durch den verfügbaren Teck der Zolleinkünfte, durch die Einkünfte aus dein Monopol für Tabak und Kiff, die Einkünfte aus den Mostasadet in den Häsen und de» Sakkat. aus staatlichen Grundstücken und aus dem Anteil der Regierung an städtischen Steuern. Verlosbar zum Nennwert vom Jahre 1011 au binnen 74 Jahren. RSehnahlune»»4 Gnmd vcrNttirkter Verlosung od. GcMamtkltndlgang; bis mm 1. Oktober 1020 ansgeMehlasscn. Oer Prospekt Ist In No. 126 des Deutsch: Die Emssfion der 6% steuerfreie» Marokkanischen StaaiS-Anleihe vom Jahre 1»10 im Nominaibettage von Mark 81 SIE 440— Frank 101 124 000— Span. Pesetas 101 124 000, eingeteilt in 202 248 Abschnitte von Mark 405— Frank 500= Span. Pef 500, erfolgt gleichzeitig in Deutschland, Paris, Madrid und Tanger. 8liih«krlptlon»-Bedlnxiills:eil, Die Subskription in Deutschland findet statt: Blenstag;. den 7. Jnnl 1010 In Berlin bei dem Banlbause Mendelssohn u. Co. . der Direktion der Diseonto-Gesellschaft ,, Berliner HaudelS-Gesellschaft » dem Baulhause 2. Bletchröder in Frankfurt a. M., der Direktion der Dtsronio-Scsrllschaft mährend der bei jeder Stelle üblichen GeschäftSstunden zu nachfolgenden Bedingungen: 1. Der SublkriptioiispreiS beträgt 90'/«'/. vom Nominal- bettage in Mark, zuzüglich Stückzinjen a 5% vom 1. Juni er. bis zum Berlin, im Juni 1910. SlondelssohD*k Co. JDIrektlon der Dlsconto-Gesellnctaalt. Relchsanzelgers(vom Muni 1910) voräffentlicht. Exempt. d. Prospekts sind b. d, Subikriptlonstell. erhältlich. Abnavmetage. Den Stempel der ZutellungSschtutznote ttägt der Zeichner zur Hälfte. 2. Die Subfkriptton erfolgt auf Grund des zu diesem Profpett gehörigen AnmeldungSsormutareS, weiches von den vorgenannten Stellen bezogen werden kann. Jeder SublkriptionSstelle ist die Befugnis vor- behalten, die Subfkriptton auch schon vor Ablauf der festgesetzten Frist z« schlletzen und nach ihrem Ermessen den Betrag jeder einzelnen Zuteilung zu bestimmen. Die Zuteilung erfolgt so bald wie möglich nach Schlutz der Subskriptton. 3. Bei der Subskriptton ist eine Kaution von 5"/. des ge» zeichneten Nominalbeträge» in bar oder in solchen Effekten zu hinterlegen, die die SublkriptionSstelle als zutäfstg erachten wird. 4. Die Abnahme der zugeteilten Beträge hat gegen Zahlung deS Preise» vom 17. Juni bis 29. Juni d. I. zu geschahen. Zugeteilte Beträge bi» zu 10 Obligationen sind am 17. Juni d. ungeteilt zu ordnen. Bei vollständiger Abnahme wird die hinterlegte Kaulion verrechnet oder zurückgegeben. 5. An den deutsche» Plätzen können nur die von den Berliner Hänsern auS- gestellten JnlerimSscheine in Origlnal-Obliaationen umgetauscht werden. Der Tilgungsplan der Anleihe liegt bei den Zeichenstellen zur Sinstcht auj. Berliner HandeU-GeacIUehaft. S. Bleichröder. ZentralverbandderSehmiede Ortsvcrwaltuna: Berlin. Donnerstag, den 2. Juni. nbds. 8'/� Uhr, SciDräsel, NeueFnrdrichstt 35 Große Versammlung aller bei Imiuiipeisteni GrcS-Berlins lissehäftigten Kollegen. Tages-Ordnung: 1 Bericht der Lohnkommission. 2. Brschluftfassung über die zu stellenden Forderungen. 3� Berschiedenes. 176/13* Kollegen! Beweist durch Massenbesuch dieser Versammlung, dah es Euch ernst ist mit dem Bestreb en. Eure traurige Lage etwas auszubessern. Kein Kollege darf fehlen! Alle Kollegen haben ihre VerbandZbücher mit zubringen, ganz gleich welcher Organisation sie angehören. Die Lohnkommission. Zentral-IMen- u. Sferbekasse der Zimmerer (E. H. Nr. 2, Hamburg) Oertliche Verwaltung Berlin. Freitag, den 3. Juni, nbdS. gl/» Uhr, im Engeluscr 15(Sonl VU): Mitglieder-Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Mrechnung vom 1. Quartal. 2. Verschiedene Kassenangelegenheiten. 253/4* Der Vorstand. I. A.: lllodaril Sedröllor, Berlin 0., Tilfiter Straße 7, vorn IV. Arbeitsnachmeis: Hos l.«Mt 3, 1239. Verwaltungsstelle Berlin. Hanptbureau: CtisritsstrsS« 3. Hos III. Amt 3. 1937 Uhr, Freitag, den 3. Juni 1910, abends 7 im„Gewerlschaftshaus", Engelufer 15, Saal 3: Große Versammlung allkr an Schranbenautomaten und Einzel- bänken beschästigttn Einrichter. Tages-Ordnung: i. Bericht über die Antwort der Arbeitgeber und unsere weitere Stellungnahme. 2. Dislussion. Kollegen I Kn dieser Versammlung wird über die Antwort der Es ist daher Pflicht etiles� jeden von Ihnen, zu Arbeit�ber berichtet...... dieser Versammlung zu erschewen, damit unsere Stellungnahme gegenüber der Haltung der Arbeitgeber eine einheitliche ist. im ■ Die Bersammlnng findet abends 7 Uhr statt.-- 116/7 Die Orts Verwaltung. Arbeiter-Wanderbund n„Die Naturfreunde". Wanderfahrten am Sonntag, den k. Jnni Ivlv: 1. Strausberg- Blumental> Leuen- berg. Abs. Sonnabendabend 12,47 U. Schlcs. Bahnhos. 2. Malchow- Nonnenflietz. Mfahrt Stettiner Fernvahnhos 6 Uhr vorm. 3. Erlner-Slrausberg. Abs. Bahnh. Friedrichstraße 6,11 Uhr vormittags. 4. Potsdam-Saarmund-Neu-BabelS- berg. Zwsahrt Bahnhos Friedrichstraße 6,47 Uhr vormittags. 6. Grünau- Zeuthen. Treffpunkt: 2 Uhr nachmittags Bahnh. Grünau. freltsg, de» 3. Juni, abends S'l, Uhr, im Qewerkschaftshause, EngelufcrlS: Bundesversammlung. Vortrag des Genossen Eng. Graf. »Die Religion unserer Vorsahren und Volksgebrauch der Gegenwatt". Gäste willkommen. 1/17 �eiclitester Erwerb eines Eigenheims Ländliches Idyll m. großstädtisch. Komiort bietet| Gartenstadt Hoben-Neaendorfl (Xordbahn) [ Wald, Wasser, Arzt, Gas, 1 Wassert eit, Schulen etc.| Am Schiltzen- isns, herrliche [Hoch wnld- Eand- banstellen. □ Rate IL Hark an! 10°/, Anzahlung. Tilgune des Restes in lOjfthrl. Katen. Sonuner- und Ferienhäiiser 300 Mark an. Verlangen Sie illustriert« Gratls-BroschUro. Wollenberg, NeueKönigstraQeTl. 3 Tage. Um auch solche Kunden, die den Eßbutter-Ersatz Milka extra" HIER ELT HABEXÜ Jede Verkaufssteile ist durch obiges Plakat gekennzeichnet. Tafel-Margarine, Pfund es Pf. noch nicht probiert haben, zu einem Versuch zn veranlassen, verabfolgen wir am I>®imerstag den B., Freitag den 3, u. Sonnabend den 4. Jnni 1910 i Pfund Mlika extra, inklnslve solange der Vorrat reicht Bei Entnahme 2 von Pfund Tafel- Margarine entweder: 3 große Spelscteller oder: 3 Ii alTeebecber oder: 1 dekorierte Kaffeetasse oder: 1 dekorierten Rilchtopt oder; I Kiiseglocke oder: 1 Dutzend Teelöffel nach Wahl zusammen für Ii Pf. gibt es Milka extra, Tafel- Margarine solange der Vorrat reicht » Milka extra« entweder: I versilberten Frlihsttickskorb oder: 1 EikOr-Service oder; I Kaffeekanne mit I'utentdeckel oder: 1 Cieniiisc-Tonne(Dclft) oder; 1 Dntzcad Esslöffel oder: 1 Paar Messer nnd Gabel nach Wahl zusammen für den Preis von 1 Mark 70 Pfennig ist, aus feinen Rohmaterialien hergestellt und mit frischer Milch und süßer Sahne verarbeitet, ein idealer Butterersatz. Fl ♦ f f f & ♦ ♦ ❖ ♦ ♦ Um regen Zuspruch bitten die Verkaufsstellen der Tafel-Margarine„Milka extra": Am Roscntbaler Tor: Fr. Brennecke, Ackerstr. 171. A. Dehrn el, Neue Friedrichstraße 77. Werner Eberlein, Invalidenstraße 49. H. Hermsdorf, Weinbergsweg 8 O. Liedemit, Christinenstr. 31. H. Mühlberg, Choriner Str. 8. J. Landau, Ackerstr. 170. Louis Plötz, Brunnonstr. 147. Anton Schmeier, Wolliner Str. 5 B. Schulze, Strelitzer Str. 57. A. Wendig, Zionskirchstr. 6. Fritz Ziemer, Choriner Str. 87. Mähe Schönhauser Tor: R. Münchow, Sohwedter Str. 12 Otto Sy, Weißenburger Str. 14. Weitz&Ewald, Franseckistr.40 Otto Zielke, Wörther Str. 39. IVahe Krenznngsponkt Pappelallee nnd Kastanienallee: F. Budischin, Danzigor Str. 66. G.Klage, SchönhauserAllee 134 R. Münchow, Schliemanns tr, 14 Franz Bühle, Prenzlauer Allee 31. E. Rohwerder, Dunckorstr. 90». E. Rohwerder, Prenzlauer Allee 40. Fritz Ziemer, Raumerstr. 27. Mähe Ringbahnhof Schönhanser Allee: Ferdinand Hornigk, Born- holmer Str. 10. Max Kinnse, Lychener Str. 19. A. Kessncr, Sonnenburger Straße 23. E. Keller, Driesener Str. 17. Otto Bohra, Malmöer Str. 26. K. Schulze, Stargarder Str. 5. Eriedrich Tent, Schönhauser Allee 125. Hermann Unger, Knglerstr. 4. G. Winckelmann, Seelower Straße 2. Mähe Mordbahnhot: O. Heise, Graunstr. 38. E. Tischy, Schwedter Str. 47. P. E. Maass, Ruppiner Str. 24. P. B. Maass, Swinemünder Straße 58. P. E. Maass, Gleims tr. 53. Carl Schulz, Bernauer Str. 70. A. Giese, Lortzinj-str. 18. Malte Hnmboldthatn: W.Jendretzke, PutbuserStr. 35. Paul Schmidt, Rügener Str. 26. Warnholz Nachl, Inh. Clara Oehring, Brunnenstr. 94. A. Wartenberg, Oderberger Straße 40. Tb. Zielinski, Putbuser Str. S. Nahe Gartenplate: Weiner Eberlein, üsedom- straße 10. Werner Eberlein, Bernauei Straße 6. Werner Eberlein, Ackerstr. 80. Werner Eberlein, Stralsunder Straße 25. Joh. Eichler, Vcltastr. 5. Job. Eichler, Hussitenstr. 25. E. Krause, Ackerstraße 49. E. Krause, Ackerstraße 90. W. Pieper, Hussitenstraße 68. Nahe Stettiner Bahnh.: W. Dietz Nachf., Inhaber R. Trebbin, Gartenstraße 22. A. Disohor, Oranienburger Straße 53. Leo Goschin, Elsasser Str. 30. Leo Goschin. Novalisstr. 1. Gustav Müller, Schröderstr. 11. Alfred Wendler, Gartenstr. 1. Gustav WurU, Ackerhalle, St. Ko. 177. Nahe Bahnhof Gesundbrunnen: Paul Berger, Schwedenstr. 18. Otto Odebrecht,Prinzenallee38 Karl ScheSler, Badstraße 16. Gustav Weinkauf, Ramlerst.25. Nahe IVedding: Ernst Altkukatz, Fehmamstr 7. Heinrich Arndt, Fenns tr. 49. Rudolf Ehrig, Liebenwalder Straße 47. Rudolf Ehrig, Qottschedst 11. PaulFürstenau, Chausseestr. 60. Max Grieß, Torfstraße 18. Wilhelm Grüning, Adolf Str. 25. Wilhelm Grüning, Beinickendorfer Straße 70. Gustav WurU, Weddinghalle, Stand No. 265. 0. Hoffmann, Kesselstraße 34. Paul Just, Brüsseler Str. 12. Max Li Ige, Tegeler Straße 32. Paul Michaelis, Gerichts tr. 73. Paul Michaelis, Müllerstr. 28. Paul Michaelis, Müllerstr. 139. Paul Michaelis, Müllerst. 54-55. Paul Michaelis, Reinickendorfer Str. 106. Paul Michaelis, Fennstr. 43. Albert Nass, Burgsdorfstr. 4. Albert Neumann, Malplaquet- straße 14. Fritz Pfeifer, Pankstr. 5. Paul Schwartz, Guineastr. 38. F. B. Stockhammer, Sparrstr. 17 Oskar Wenig, Nazarethkirch- straße 46. Gustav Zimmermann, Boyen- straße 38. Gnstav Urbschat, Wöhlert- straße 20. Kclntchcndorf. Marie Füllrich, Antonienstr. 4, Paul Keitzke, Schamweber- straßo 134. Gustav WurU, Rütlistr. 13. Pankow. Hugo Breest, Berliner Str. A, Oskar Peitsch, Florastr. 60. V. Jühe, WoUankstr. 12. Nleder-Schönhansen. Q ustov J erats chN aebf., Kömer- stroße 48. Helene Kuhnert, Uhlandstr. 25. Robert Liedemit, Blankenburger Str. 2. MwUidrs/fffctf -AGolcksarb.. rteussMcx�' D.RÄV.V-iBß.'>2. Hedlrh snuff fobacco. Fabac t prisei» de sanrd. Tabaka do zazywania dla zdrowia. Tabacco da naso afla salute. Telephon flml 3 No. 5121. in Zigarren- Jabrik-£ager von A. C. Thürk, Berlin Schlegelstr. 25, 2 Minuten v. Stettiner Bahnh., empfiehlt drei Spezialm arken in ganz vorzüglicher Qualität, No. 1 Mk, 3», S0, No. 2 45,00, No. 3 55,00 pro Mille._ mtabake... 6.#. ftanewaclter Mordhausen. Sämtl. Zf gare ttenmarken zu Orlglnalprela. 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Auf der Tagesordnung steht: 1.„Die �vichtigsten Bestimmungen der Landgemeinde- und der Städteordnung". Referent: Landtagsabgeordneter Paul Hirsch. 2.„Unsere Aufgaben in der Gemeinde". Referent: Reichs- tagsabgeocdneter Fritz Z u b e i l. Die�Orte werden ersucht. Sorge zu tragen, daß die ge- samten Stadtverordneten und Gemeindevertreter unseres Kreises auf dieser Konferenz anwesend sind. Mandate werden nicht zugestellt; das Mitgliedsbuch legitimiert. Gäste, welche sich durch Mitgliedsbuch legitimieren, haben ebenfalls Zutritt. _ Der Zentralvorstand. Boxhngen- Rummelsburg. Am nächsten Sonntag, den 6. Juni, findet im„Safe Bellevue" am Rummelsburger See das diesjährige S o m m e r f e st des hiesigen Wahlvereins statt. Da ein gutes und reichhaltiges Programm vorgesehen ist, so wird allseitige B.teiligung der Genossen und Genossinnen-nebst ihren Angehörigen erwartet.— BilleitS sind in den Bezirkslokalen und bei den Bezirkssührern zu haben._ Der Vorstand. Berliner JVacbricbtem Die Raupenplage im Tiergarten tritt in diesem Jahre nicht weniger schlimm in Erscheinung wie im Vorjahre. Die in Massen auf den Bäumen befind- lichen und von denselben herabfallenden Raupen bilden eine starke Belästigung des den Tiergarten besuchenden Publikums. Es kann der Tiergartenverwaltung der schwere Vorwurf nicht erspart werden, daß sie in der Reinhaltung des Parks äußerst saumselig ist. So hübsch sich die Anlage von Rosarien und die Blumenanlagen um die in der Sieges-Allee aufgestellten Denkmäler auch ausnehmen mögen, für entsprechende Vor- sorge zur Beseitigung des Ungeziefers im Tiergarten ist sehr schlecht gesorgt. Würde ein Privatmann in seinen Anlagen eine solche Wirtschaft einreißen lassen, wie sie jetzt im Tiergarten durch die Raupenplage in Erscheinung tritt, er würde zweifellos bestraft werden. Der Tiergartenverwaltung kann das nicht passieren, da der Park einmal fiskalisches Eigentum ist, zum anderen dem Forstgesetz untersteht. Jetzt, nachdem der Schaden allzu sichtbar wird, will die Tiergartenverwaltung dem Uebel abhelfen, indem Arbeiter auf die Bäume klettern sollen, um die Raupennester mit der Stangenschere zu erreichen und dieselben zu vernichten. Dann sollen in Anwendung kommen alle nur irgendwie brauch- baren chemischen Mittel in Form von heißen Dämpfen sowie Bespritzen der Stämme und Acste mit ätzender Flüssigkeit. Zur Abtötung der herabfallenden Raupen finden auf den eisernen Barrieren längs der Fußwege Lötlampen mit Stichflammen Verwendung. Im übrigen werden die Raupen von den Baumstämmen, Bänken und Barrieren durch Männer und Frauen mittels Besen abgekehrt und dayn ein- gestampft. Auch im Sommer sollen die Schmetterlinge des GoldafterS zur Flugzeit während der Nacht durch hell- leuchtende Calcium- und Carbid-Apparate sowie durch Herab- lassen von Glocken der elektrischen Lampen im Tiergarten an- gelockt und getötet werden. Alle diese Maßnahmen können die Vorwürfe gegen die Tiergartenverwaltung nicht aufheben. Vorbeugend muß die Verwaltung wirken und das ist nicht geschehen, so daß nun auch die Privatgärten im Tier- garten verseucht werden. Von fachmännischer Seite wird dem„Lokal-Anzeiger" mit- {(eteilt, daß die Tiergartenverwaltung in der Beseitigung des lngeziefers nicht das tue, was die Stadt Berlin für ihre An- lagen leiste. Städtischerseits beginne man mit dem Absuchen der Raupennester schon im November und dehne die Arbeiten bis zum März aus. Das koste allerdings viel Geld, aber es fei fast der einzige sichere Schutz gegen das Ueberhandnehmen der Schädlinge. Ganz und gar würden sie sich trotz aller Anstrengungen niemals vertilgen lassen; es sei aber möglich, die Tiere bis auf eine geringere Zahl auszurotten. Natürlich sei ein Erfolg nach einem Winter nicht zu erwarten, aber wenn die Arbeiten zwei bis drei Winter syste- matisch durchgeführt und im Sommer die Bäume noch mit Leimringen umgeben würden, so sei ein Erfolg zweifellos. Wenn die Tiergartenverwaltung und der Fiskus für die Be- seitigung der Raupenplage nicht das tun, was verlangt werden muß, so hat natürlich der Tiergarten für die Berliner Be- völkerung einen nur sehr bedingten Wert. Dann aber soll sich auch die Stadt Berlin doppelt und dreifach überlegen, ob es für die Zukunft geraten ist, den bisher an die Tiergarten- Verwaltung gezahlten Zuschuß von 50 000 M. auch ferner zu zahlen. Der Magistrat soll das der Tiergartenverwaltung ganz offen erklären._ Zur Lustbarkritsfirurr. D«r Verband der Berliner Theaterleiter schreibt uns:„In einer offiziösen Notiz, die der Berliner Magistrat verbreitete, war mitgeteilt, dah auch in anderen Städten sich die Thealerbillettsteuer durchaus beloährt habe. Bon den Berliner Theaterleitern wurde daraufhin mit Recht erwidert, dah in anderen Städten die Stadtgcmcinde auch für die Theater die größten Opfer bringe, die Theater baue und subventioniere, während Berlin wohl die einzige Stadt sei, die absolut nichts für die Theater leiste. Der Magistrat hat ferner behauptet, daß sich die Einführung der Billettsteuer in München bewährt hätte. Diese beruhigende Auskunft hat er durch Anfrage beim Magistrat in München erhalten. Merkwürdigerweise hat der Berliner Magistrat die Münchencr Theaterdirektoren um Auskunft, wie sich bei ihnen die.Ein- führung der Steuer fühlbar gemacht habe, nicht gefragt. Der Verband der Berliner Theaterleiter hat sich nunmehr telegraphisch an die Münchener Kollegen gewandt und auf die Anfrage, ob und wie sich die Einführung der Theaterbillettsteuer fühlbar gemacht hätte, die kurze aber klare Auskunft erhalten: In allen Theatern dietraurigstenFolgen. Der Verband der Berliner Theaterleiter wird von den Münchener Theaterdirektoren das genaue statistische Material erbitten, und an der Hand von Zahlen die vom Magistrat verbreitete Nach- richt von den günstigen Ergebnissen dieser kulturfeindlichen Steuer widerlegen. Zu einem Protest gegen die geplante Lustbarkeitssteuer in Berlin kam es in der Vorstqndssitzung des Verbandes der Gast« und Schankwirte für Berlin und die Provinz Brandenburg, die in der Nordsternbrauerei tagte. Verbandsvorsitzender Strauß führte aus. daß die Berliner Gastwirte über das Vorgehen des Magistrats und den Versuch, die vor vier Jahren eingescharrte Steuer wieder aus- zugraben, mit Recht empört seien. Noch lasteten die Folgen der„Reichsfinanzreform" schwer auf dem Gastwirtestand, und schon kommen die Kommunen mit neuen Forderungen. Wie es in Wahrheit um den„rentablen" Gastlvirtestand stehe, beweise die Tatsache, daß im April etwa 800 Gastwirtschaften ihre Pforlen schließen mußten. Brauche die Stadt unbedingt mehr Einnahmen, so müsse sie eben über den Kommunalsteuerzuschlag von 100 Proz. hinausgehen, das belaste wenigstens alle gleichmäßig. Der Entwurf sei am grünen Tisch ausgearbeitet und würde zu den größten Ungereimtheiten führen. So müßte zum Beispiel ein größeres Gartenlokal bei einem Sommerfest mit Theatervorstellung, Konzert und Tanz 100 M. Steuer entrichten. Die Gasthausmusik werde un- möglich gemacht. Bei den Stadtverordnetenwahlen würden die Gast- Wirte geschlossen gegen ihre Bedränger vorgehen. Beschlossen wurde, demnächst eine große Protestversammlung aller Interessenten einzuberufen. Einen interessanten Einblick in die Lage auf dem Baumarkt gewährten die gestrigen Verhandlungen der städtischen Hoch- baudeputation. Bei den im Jahre lS08 fertiggestellten Schulbauten, deren Abrechnungen nahezu abgeschlossen sind, entsprechen die Ausführungskosten den veranschlagten Kosten nahezu, die Ab- weichungen von den veranschlagten Kosten betragen bei keinem Bau mehr als 0,16 Prozent und die Minderkosten bei den einzelnen Bauten gleichen sich mit den Mehrkosten bei den anderen nahezu aus. Es überwiegen bei einer.Gesamt- bauiumme von rund 10 000 000 M. die Minderkosten mit 11 000 M. Im Gegensatz hierzu sind bei den jüngsten nahezu fertiggestellten Bauten, die in gleicher Weise veranschlagt worden waren, bei den Bauausführungen beträchtliche Mindergebote erfolgt, so daß bei diesen neueren Bauten mit einem Gesamtwerte von rund 10 000 000 M. voraussichtlich etwa 1000 000 Mark Minderkosten zu erwarten sind. Nur bei dem neuen großen Waisenhaus sind Mehrkosten in Höhe von etwa IS'/z Proz. entstanden, welche aber nicht durch höhere Baupreise bedingt werden, sondern vielmehr im wesentlichen dadurch, daß die Organi- salion des Waisenhausbetriebes während der Bauausführung im besonderen durch die inzwischen in Kraft getretene Fürsorge- gesetzgebung sich änderte und sehr stark erweiterte, so daß der Bau diesen Verhältnissen schrittweise folgen mußte. Bei den letzten Ver- gedungen von Bauarbeiten und Materialien, so besonders bei den umfangreichen Bauten der IV. Irrenanstalt in Buch, sind vielfach wieder höhere, den veranschlagten Kosten entsprechende Gebote ein- gegangen. Die gestrige Parade vollzog sich unter den üblichen Absperrungen. Die Ankündigung des jetzigen Polizeipräsidenten, nach der die Straße ausschließlich dem Verkehr gehört, wurde gestern in die hellste Be leuchtung gerückt. Amüsant war, daß Herr v. Jagow selbst der vom Paradeselde heimkehrenden durch die Friedrichstraße ziehenden Fahnen kompagnie voranritt. Als der Kronprinz, der diesmal für den Kaiser die Parade all »ahm. mittags über den Schloßplatz durch den Lustgarten zum Schloß ritt, warf ein Geisteskranker eine mit Perlbohnen gefüllte Konservenbüchse, die vor die Füße eines Schutzmannes fiel. Der Mann wurde festgehalten. Es ergab sich, daß der Konservenbüchsen- werfer der Polizei als Geisteskranker seit längerer Zeit bekannt ist. Er heißt Abraham Eierweiß, ist geborener Russe und betreibt in der Kaiser-Wilhelm-Straße ein Partiewarengeschäft. Ein schwerer Bauunfall, bei dem vier Arbeiter verschüttet wurden, trug sich gestern vormittag um 7VH Uhr in der Lützow- straße 103/104 zu. Dort sind auf einem sehr umfangreichen Ge- lände sämtliche Gebäude bis auf einen kleinen Rest abgebrochen worden. Auf dem Hinterlande des ganz außergewöhnlich tiefen Grundstücks, das der Maggi-Gesellschaft m. b. H. gehört, sollte gestern früh eine noch stehengebliebene Mauer des Erd- und Kellergeschosses abgebrochen werden. Arbeiter der Firma Rickling u. Wildner, Sharlottenburg, waren dabei beschäftigt, als plötzlich die Mauer, die etwa 3� Meter hoch war, einstürzte und vier Ar- bester unter sich begrub. Die vielen dort tätigen Arbeiter eilten beim Anblick der Katastrophe schnell herbei. Es gelang ihren Be- mühungen, alle vier Verschütteten noch vor Eintreffen der Feuer- wehr zu befreien. Zwei, die verheirateten Arbeiter Schubert und Engel, wurden sofort nach dem Elisabeth-Krankenhause in der Lützowstraße gebracht und dort behandelt. Schubert hatte außer kleineren Verletzungen einen Oberschenkelbruch erlitten und Engel mehrere Fleischwunden erhalten. Der dritte Arbeiter war mit leichteren Verletzungen davongekommen und konnte sich in seine Wohnung begeben. Der vierte, der mit Hautabschürfungen her- vorgezogen wurde, erholte sich bald von dem Schrecken und konnte weiterarbeiten. Die Flußbadeanstalten sind schon seit einigen Wochen eröffnet. Sie werden aber auffallenderweise der Bevölkerung Groß-BerlinS entsprechend wenig benutzt. Zurzeit bestehen acht und zwar an der Cuvrpstrabe, Mühlenstraße, Fruchtstraße, an der Waifenbrücke, im Mühlgraben an der Jungfernbrücke, an der Ebertsbrücke, Moabiter und Lessingbrücke. Alle diese Anstalten sind bequem zu erreichen und den ganzen Tag geöffnet. Die beiden Anstalten an der Moabiter Brücke und im Mühlgraben(nahe der Jungfern- und Schloßbrücke) sowie die Anstalt an der Fruchtstraße sind ausschließlich für männliche und die Anstalt an der Lessingbrücke nur für weib- liche Personen eingerichtet; alle übrigen besitzen zwei Abteilungen für beide Geschlechter. Mit Beginn der Badezeit dürfte vielen Lesern ein Hinweis auf diese städtischen Anstalten sehr er- wünscht sein. geteilt, aber offenbar war ihm die letzte winzige Lebensenergie bereits geraubt. Es ist ja auch bekannt, daß die Verhältnisse im Arbeitshospital zu Rummelsburg nicht dazu angetan sind, die Lebensgeister der Insassen zu wecken. Vielleicht kommt der Fall einigen Richtern vor Augen, die etmps daraus lernen. Hoffnung ist ja wenig dafür vorhanden. W Durch übermäßig schnelles Fahren eines Postpaketwagens wurde in der Mitte der Anhaltstratze gestern früh ein ernster Zusammenstoß zwischen dem Postwagen, zwei Droschken und einem Straßenbahnwagen herbeigeführt. Der Postwagen wollte diesen überholen, schleuderte beim Ueberfahren der Gleise und faßte mit seinem Hinlerwagen eine Droschke, in der zwei Amerikanerinnen saßen. Diese stieß mit einer anderen Droschke zusammen. Beide wurden beschädigt. Die beiden Amerikanerinnen flogen unsanft auf den Bürgersteig, der Kutscher auf den Damm und das eine Pferd stürzte. Es wurde von dem Straßenbahnwagen überfahren und mutzte, da der ganze Bauch aufgeschlitzt war, getötet werden. Nach den Angaben von Augenzeugen soll den Postillion die Schuld an dem Unfall treffen. Die Amerikanerinnen fuhren schnell mit einer anderen Droschke weiter. Ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Brotwagen und einem Straßenbahnwagen ereignete sich gestern morgen um 8 Uhr in der Chausseestraße in der Nähe der Sckwartzkopffstraße. Der Kutscher des mit 600 Broten beladenen Wagens der Großbäckerei von Haagen, ein verheirateter Mann namens Werner aus Weißensee, fiel vom Bock, wurde von seinem eigenen Wagen überfahren und innerlich so schwer verletzt, daß er nach der Sharitö gebracht werden mußte. Gekentert ist am Dienstag gegen%12 Uhr auf der Havel am Breiten Horn zwischen Eladow und Lindwerder ein kleines Segel- boot. Die Insassen fielen ins Wasser. Zwei der jungen Leute kamen wieder an die Oberfläche und wurden von der Besatzung des vorüberfahrenden Sterndampfers„Prinz August" nach mühe- vollen Arbeiten gerettet und an Bord genommen, während der Dritte, ein Bauschüler Hanisch aus Potsdam, nicht mehr gesehen wurde; er ist sicher ertrunken. Die Mannschaft des Schiffes unter Leitung des Schiffsführers Otto Wahlsdorf aus Caputh hat sich bei dem Borfall tadellos benommen und alle Anerkennung für ihre Hilfsbereitschaft verdient.' Bon einem Fledderer verschleppt und ausgeplündert wurde ein Arbeiter aus der Provinz, der mit seinen letzten Groschen nach Berlin kam, um hier Beschäftigung zu suchen. Vorgestern abend eingetroffen, wollte er, um Geld zu sparen, kein Nachtquartier nehmen und gestern morgen gleich den Arbeitsnachweis aufsuchen. Der Mann setzte sich auf dem Belleallianceplatz aus eine Bank und schlief, von der Reise ermüdet, bald em. Das sah ein alter Fledderer, ein wiederholt vor- bestrafter Arbeiter Herm. Gertig. Dieser ging an den Provinzler heran, weckte ihn und bedeutete ihm, daß er dort nicht sitzen bleiben dürfe, wenn er wieder einschlafe, so müsse er darauf gefaßt sein, daß ein Schutzmann ihn erwische und nach der Wache bringe. Als ihm nun der Provinzler erklärte, weshalb er nicht erst ein Nachtquartier ge- nommen babe, wußte Gertig Rat. Er habe, so versicherte er, die schönste Schlafstelle, die auch nichts kostet, und wolle den Fremden gern mitnehmen. Damit war der Mann einverstanden. Gerlig ging nun mit ihm die Wilhelmstraße hinunter, kantelte in einer Nebenstraße eine Haustür auf, stieg mir seinem Gaste nach dem Boden hinauf und legte sich dort mit. ihm hin. Der Provinzler schlief bald wieder ein. Als er gestern morgen erwachte, war Gertig verschwunden und hatte ihm sein Portemonnaie mit der letzten Barschaft von 10 Ni. mitgenommen. Der Bestohlene konnte aber den Fledderer so gut beschreiben, daß es bald gelang, ihn festzunehmen. Die neue Feuerwache in der Ungarnstraße gegenüber dem Schillerhain ist gestern bezogen worden. Der neu errichtete Zug hat die Nr. 23 erhalten. Das Schicksal des Sportparks Steglitz ist besiegelt; die Berliner Terrain- und Bau-Aktiengesellschaft, der daS Gelände gehört, hat beschlossen, es Bebauungszwecken zuzuführen. In dem soeben er« schienenen, der am 26. v. Mts. stattgehabten Generalversammlung erstatteten Rechenschaftsbericht des Vorstandes der Gesellschaft heißt es:„Da wir auch im neuen Jahre bereits rund 2S20 Ouadratruten verkauft haben und die Nachfrage nach dem Steglitzer Terrain an- hält, haben wir von dem uns vertraglich zustehenden Rechte Gebranch gemacht und dem Mieter des auf dem Terrain befindlichen Sport« parkS zum 1. Oktober ILIO gekündigt, so daß wir vom nächsten Jahre ab auch diesen Teil des Geländes verwerten können. Die Beseitigung der auf dem Sportpark unvermeidlichen Geräusche ent« spricht den Wünschen der Anwohner und kommt der Bewertung der Grundstücke zugute."_ Vorort-JWachricbtcn. Zu dem Selbstmord dcS Hospitanten Paulus im ArbeitshauS- hospital, den wir in unserer Dienstagsnummer gemeldet haben, wird uns noch geschrieben: Der Tod des P. ist lediglich eine Kon- sequenz, wie sie sich oft aus den Lebensbedingungen der Armen Groß-Berlins ergibt. Paulus war von Beruf Posamentier und stand im Alter von 64 Jahren. Nachdem er bereits 18 Karten geklebt hatte, wurde er lungenkrank und dadurch arbeitsunfähig, und war er gezwungen, das Städtische Asyl für Obdachlose zu frequentieren. Auf diese Weise kam er in die Hände der Polizei, die ihn nach Schema ff wegen„Arbeitsscheu" dem Richter zu- führte. Er bekam darauf eine Strafhaft von einigen Wochen nebst Ueberweisung an die Landespolizei, d. h. sechs Monate Ar- beitshaus. Paulus wurde sofort nach seiner Aufnahme im Ar- beitshaus in das Lazarett desselben aufgenommen und von hier nach Ablauf der sechs Monate dem Hospital überwiesen.— In den anderen Bundesstaaten würde ein auf den Tod kranker Mensch überhaupt nicht zu„Arbeitshaus" verurteilt, vielmehr seinem Zu- stand entsprechend dem Krankenhaus überwiesen werden. Preußen kennt solche Sentimentalitäten nicht. In Berlin werden fort- während Leute ins Arbeitshaus gebracht, die sofort dem Lazarett überwiesen werden müssen, und die gar nicht dazu kommen, ihre „Strafe" zu absolvieren. Der Selbstmord des p. Paulus ist hauptsächlich darauf zurück- zuführen, daß er nach all der Not und dem Elend, das er durch- gemacht hat in den letzten Jahren, auch noch die Schande einer Korrektionshaft erleben mußte. Erst in den letzten Wochen vor sei NM Ende hqt er teines Angehörigen feinen Aufenthalt mit- Rixdorf. Ueberfahreu und getötet wurde gestern nachmittag gegen« Uhr die dreijährige Margarete, Tochter des in der Elbestraße 18 wohnenden Sattlers Schönhoff. Die Kleine spielte mit anderen Kindern auf dem Fahrdamm de? genannten Straßenzuges, dabei beachtete sie nicht, daß ein Lastwagen ziemlich schnell herannahte. Erst kurz vor den scheuenden Pferden wurden die Kinder ans die drohende Gefahr aufmerksam; während die übrigen noch im letzten Augenblick zur Seite springen konnten, lief die kleine Sch. direkt den Pferden entgegen, wurde zu Boden gerissen, so daß die schweren Räder des Fuhrwerks über die Brust und den Leib des Kindes hin» weggingen. Das verunglückte Mädchen wurde sofort nach der nahen Unfallstation in der Steinmctzstraße gebracht, verstarb jedoch auf dem Transport dorthm. Ein zweiter schwerer Unfall ereignete sich gegen >/z3 Uhr am Hermannplatz. Um diese Zeit fuhr dort ein Müll» ivagen entlang und ein etwa 20jähriger junger Mensch, anscheinend dem Arbeiterstande angehörig, sprang, ohne daß der Kutscher etwa» mertte, auf daS Seitentrittbrett des Gefährtes. Der junge Mann sprang jedoch fehl und stürzte zu Boden, worauf ihm daS rechte Hinterrad über die Brust und linke Hand hinweg ging. In bewußt- losem Zustande wurde der Arbeiter, dessen Personalien nicht festzu- stellen sind, nach der oben erwähnten Unfallstation gebracht. Hier wurden bei dem Verunglückten schwere innere Verletzungen, mehrere Rippenbrüche konstatiert und ebenso festgestellt, daß der linke Arm- knochen und das Handgelenk zerschmettert waren. Er wurde von da nach dem Krankenhause in Buckow bei Britz geschafft. Charlottenburg. Uebersallen und beraubt wurde in der vorgestrigen Rächt der Klempnergeselle Kern, der am Tegeler Weg ein Stück Land gepachtet hat. K. kehrte in der Nacht zum Dienstag ziemlich spät von seinem Laubenland zurück und befand sich in der Nähe der Schloßbrücke. als drei Männer auf ihn zukamen und ihn anbettelten. Um die Leute schließlich los zu werden, zog K. sein Portemonnaie. In dem« selben Augenblick aber stürzten sich die Bettler auf ihn. einer schlug ihm daS Portemonnai aus der Hand, welches im großen Bogen weg flog, der andere faßte ihn von hinten, warf ihn zu Boden und hielt ihn so lange fest, bis die beiden Komplicen daS Portemonnaie und den Inhalt, der herausgefallen war, zusammengerafft und eingesteckt hatten. Dann ergriffen alle drei die Flucht. Der Ueberfallene und zwei Arbeiter, die dazu kamen, verfolgten die Räuber, konnte« aber nur einen einholen und festnehmen. Der Verhastete ist ein wohnungs- loser Kutscher Alfred Wussow. Schöneberg. Falsche Zweimarkstücke wurden gestern hier in Umlauf zu setzen versucht. Vormittags erschien in einem Papiergeschäft in der Kyff- häuserstraste ein großer hagerer Mann mit dunklem Schnurrbart und schwarzem Gehrockanzug bekleidet und verlangte eine Leitung; als er dieselbe bezahlte, richtete er die Frage an die Geschäftsfrau, ob ihm etwas Silbergeld in Gold umgewechselt werden könnte Dieses wurde bejaht. Darauf zählte der Kunde fünf Zweimarkstücke auf. Die Geschäftsfrau machH die Entdeckung, daß die Geldstücke aus Blei waren, auch war die Prägung des AdlerS eine ungeschickte. Als der Betrüger hierauf aufmerksam gemacht wurde, raffte er die auf dem Tische liegenden Falsifikate zusammen und verschwand schleunigst. Der saubere Patron dürste sein Handwerk noch weiter fortsetzen. Die Zweimarkstücke tragen daS Münzzeichen A. Steglitz. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins hatte nach einem beifällig aufgenommenen Vortrag des Genossen Piek über:„Unsere Taktik" eine reiche Tagesordnung zu erledigen. Zum Punkt Vorstands Wahlen wurden folgende Posten neu reip. wieder besetzt: erster Vorsitzender: Alfermann, zweiter: Paul Mohr; erster Schriftführer: Blechlchmidt, zweiter: Lindemann; erster Kassierer: Höhn; Bei- sitzer: Genossin Babinski; Revisoren: BabinSki, Krug und Spindler. Die Wahlen des zweiten Kassierers und der Kommissionen wurden bis zur nächsten Versammlung vertagt. Als Delegierte zur Kreis- generalversammlung wurden nominiert: Neue, Alfermann und Blech- schmidt, desgleichen zur Verbandsgeneralversammlung: Okonski, Alfermann und Winkler. Ein Antrag deS Vorstandes, von einer größeren Veranstaltung im„Birkenwäldchen" wegen verschiedener Mißstände vorläufig abzusehen, wurde an dem Vorstand zurück- verwiesen. Den Delegierten zur Verbandsgeneralversammlung wird auf den Weg gegeben, die Aufnahme eines Machnowschen Inserates in den„Vorwärts" zur Sprache zu bringen. Dem scheidenden langjährigen ersten Vorsitzenden Krause widmet nach einigen Jnternas Genosse Leimbach unter Zustimmung der Versanmrlung einige Worte der Anerkennung für seine bisherige Opferwilligkeit. Tempelhof. Wie bürgerliche Gemeindevertreter ihr Amt ausüben. Die letzte Sitzung der Gemeindevertretung war eine halbe Stunde nach dem festgesetzten Termin noch nicht beschlußfähig. Hinausschieben wollte man aber diesmal nichts und so sandte man den Kastellan aus, um die Gemeindevertretcr an ihre kommunalen Pflichten zu erinnern. Nach einiger Zeit kam dieser zurück und verkündete, daß Herr Nasche kommen werde. Herr R. ist bei den letzten Wahlen zwar hinaus- �ewählt worden, hat aber infolge Ungültigkeitserklärung der drei Sozialdemokratischen Mandate sein Mandat noch inne. Nach Erscheinen dieses Herrn konnten die Mitteilungen und Vorlagen zur Kenntnis genommen und„genehmigt" werden; von einer wesentlichen Debatte war keine Spur. Wenn schon bei einer öffentlichen Sitzung der Kastellan im Dorfe die Vertreter zusammentrommeln muß, wie mögen dann erst die„Kommissionen" ihre Arbeiten erledigen? Die Kosten für die durch die Erweiterung deS Kirchhofes sich notwendig machenden Planierungsarbeiien in Höhe von 2600 M. wurden bewilligt.— Zur Klage der Genossen Schmidt, Müller und Franz wegen des Beschlusses der Gemeinde vom 14. April betr. Ungültigkeitserklärung ihrer Mandate sollte die Gemeinde einen Ver- treter bestellen. Die Gemeindevertreter aber machten hiervon keinen Gebrauch, sondern überlassen es ihrem Vorstande, der für die Gültigkeit der Wahlen stimmte, zu retten, was zu retten ist. Selbst die Herren Radbruch und Trenner, die sich für die Ungültigkeits- erklärung ins Zeug legten, fanden hierzu nicht den Mut.— Die Normen für die Gewährung von Freistellen an den höheren Lehranstalten wurden generell dahin abgeändert, daß, wenn aus einer Familie drei Kinder in die höhere Lehranstalt gesandt werden, das- jenige Kind eine Freistelle erhält, für welches das niedrigste Schul- geld bezahlt werden würde.— Daß in dem königstreuen Dorf- Parlament anläßlich des 2ö. Stiftungsfestes des hiesigen Krieger- Vereins ein Bild im Werte von 87 M. ohne Debatte bewilligt wurde, braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Zur Sicherheit der ver- traglichen Rechte sowie der Vereinfachung der Geschäftsführung halber stellte die Terraingesellschaft Berlin und Vororte eine Generalkaution von 187 000 M., welche als Hypothek auf einem Grundstück eingetragen wurde.— Da es an der Zeit ist, die Albrcchtstraße neu auszubauen, wie überhaupt den ganzen dortigen Ortsteil anbaufähig zu machen, mutz in der Moltkestraße eine Regenwasserleitung geschaffen werden. Die Kosten im Betrage von IS 800 M. wurden bewilligt.— Nach- dem die Vertretung noch von der Vergrößerung deS Pferdebestandes Mitteilung erhalten und sich noch vom Pferdekauf unterhalten hatte, gab der Vorsteher zu, daß sich die Unterhaltung deS PferdebestandeS durch die Gemeinde sehr gut bewährt habe. Warum nimmt man nicht auch andere Zweige der Verwaltung in eigene Regie? Mariendorf. Wie wenig die Kirche bei Beerdigungen Andersgläubiger Pietät walten läßt, haben wir erst kürzlich an einem Vorkommnis auf dem hiesigen der Kirchengemeinde gehörenden Friedhofe gezeigt. Bei einem vor ein paar Tagen stattgefundenen Begräbnis hat sich ein ähnlicher Vorgang wiederholt. Als der Vorsitzende deS hiesigen Wahlvereins bei der Kranzniederlegung die üblichen Widmungsworte am Grabe sagen wollte, wurde er in barschem Tone vom Toten- >räber angefahren, daS Reden am Grabe zu unterlassen. Auch ver» angte dieser ganz überflüssiaerweise die Entfernung der roten Schleife am Kranze, die unser Genoffe bereits losgelöst in der Hand hielt. Durch ihre Intoleranz Andersdenkenden gegenüber ruft die Kirche natürlich in weiten Kreisen der Bevölkerung Empörung hervor, so daß die Zahl derjenigen, die heute bereits mit ihr gebrochen haben, ständig im Wachsen begriffen ist. Stralau. In der Mitgliederversammlung de» WahlbereinS referierte Genoffe Gebel über:„Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen". Er schilderte den ganzen Werdegang dieser Einrichtungen und legte besonderen Wert darauf, der Versammlung vor Augen zu führen. daß die Unternehmer überhaupt nur dergleichen Einrichtungen treffen, um die Arbeiter an sich zu fesseln, damit sie dadurch um so mehr ausgebeutet werden können. Zum Schluß forderte er die Genossen auf, recht rege für die Partei und Gewerkschaft zu agitieren. Unter Vereinsangelegenheiten nahm die Versammlung einen Vorschlag des Genossen Wessel, von dem Ueberschuß der Mai- feier 100 Mk. für die ausgesperrten Bauarbeiter zu bewilligen, einstimmig an. Nachdem das Komitee für da? Sommervergnügcn gewählt war, gab Genosse Rausch den Bericht von der Gemeinde- Vertreterkonferenz deS Kreise». Zum Schluß erstattete Genosse IWessel den Bericht über die Vorarbeiten zur Gründung eine» Vereins Jugendheim, wozu sich schon eine ansehnliche Zahl Mit- glieder gemeldet haben. Ober-Schöneweide. Die Leiche eines etwa 18jährige« jungen Manne?, die eine Schußwunde in der Schläfe aufwies, wurde vorgestern in der Muhl- Heide aufgefunden. Neben dem Toten lag eine geladene Browning- Pistole, während sich eine zweite in seinen Taschen vorfand. Der Selbstmörder trug einen grauen, mit den Buchstaben A. D. gezeichneten Schlapphut. Niederlehme. Nächtlicher«rand dreier Kähne. Drei auf der Dahme ankernde. mit Kalk schwer beladene Kähne schöpften vorgestern nacht Wasser. wodurch der Kalk zu brennen anfing. Nur zwei Kähne konnten ge- löscht werden, das dritte Boot sank mit einer Ladung von ItOV Zentnern in die Tiefe.. I Spaudau. lieber die Behandlung, die dem hiesigen Arbeiterturnverein durch den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung widerfährt, protestierten die Arbeiter Spandaus am Dienstag, den 31. Mai, in einer sehr stark besuchten öffentlichen Versammlung bei Wöhle, Havel- straße 20. Der Stadtverordnete Genosse Pieper gab zunächst einen Bericht über den 7. Ausschuß. Anschließend daran geißelte er mit scharfen Worten das Verhalten des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung gegenüber den Vereinigungen, die irgendwie mit der Sozialdemokratie in Verbindung stehen könnten, insbesondere gegenüber dem Arbeiterturnverein, der nun schon einen monatelangen Kampf mit den hiesigen Behörden um Mitbenutzung der aus städtischen Mitteln erbauten Jubiläumsturnhalle führt. Genosse Pieper erntete mit seinen Ausführungen rauschenden Bei- fall. Hierauf sprach Genosse Fr. Gent-Berlin über das all- gemeine Verhalten der Behörden den Arbeitervereinigungen deren Fortkommen sie mit den verschiedensten ftteln zu erschweren versuchen, jedoch immer mit entgegengesetztem Erfolg. Zum Schluß seiner Ausführungen be- leuchtete er noch an einem besonders krassen Beispiel die mangel- hafte Geschäftsführung des Magistrats. Der hiesige Arbeiter-Turn- verein hat gegen ein jährliches Fixum einen Platz von der Stadt als Turnplatz gepachtet. Am 2. April er. erging eine Aufforderung an den Vorsitzenden des Vereins. die Kosten der Beleuchtung zu bezahlen. Drei Tage darauf beglich auch der Vorsitzende personlich die Rechnung. Am 19. April und 6. Mai bekam derselbe trotzdem nochmalige Aufforderungen, doch nun endlich die BeleuchwngS- kosten zu bezahlen. Auf eine schriftliche Erklärung des Borsitzenden ist bis heute noch keine Antwort eingegangen. UebrigenS nützt den Turnern die Beleuchtung nichts. da dieselbe gar nicht in Ordnung ist und auch für dieselbe trotz mehnnaliger Aufforderung nichts getan wird. Nach einer regen Diskussion, an der sich die Genossen Pieper, Reichert und Schubert beteiligten, gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: „Die heute den 31. Mai er. im Restaurant Volksheim tagende Protestversammlung erhebt nach Entgegennahme der Referate auf daS entschiedenste Protest gegen die Behandlung, die die Stadt- verordneten und der Magistrat der freien Turnerschaft Spandau? zu- teil werden lassen. Die Versammelten verlangen, daß die aus städti- scheu Mitteln gebaute Jubiläumsturnhalle auch den Arbeiterturnern zur Verfügung gestellt wird._ Jugendveranstaltungen. Lichtenberg-Friedrichsfelde. Am Sonntag, den 5. Juni, findet ein Ausflug nach Hirichgarien, Restaurant Ravenstein, statt. Treffpunkt mittags pünktlich 1 Uhr am Bahnhos Lichtenberg-FriedrtchSselde. Von hier gebt eS zu Fuß nach Bahnhos Kietz-RummelSburg und alsdann mit der Bahn bis Köpenick. Am Endpunkt« der Waidpartie finden geineinsame Spiele im Waide statt. DaS Fahrgeld für Hin- und Rücksahrt kostet 29 Ps., Kaffee 15 Ps. Die Jugendlichen werden ersucht, zahlreich an dem Ausfluge teilzunehmen und die Liederbücher mitzubringen. VcrmifchtCQ. BtntQvcrfdyxviegcnhcit Unserem Dortmunder Parteiorgan wurden zwei Briefe zum Wdruck zur Verfügung gestellt, von denen der erste lautet: Dortmund, den 1». Mai 1910. An die Königliche Staatsanwaltschaft ' Dortmund. Den Herrn Königlichen Staatsanwalt möchte ich in nach- stehender Sache ganz ergebenst um Auskunft gebeten haben: Im Februar v. Js. bin ich von einem Kriminalbeamten in dienstlicher Ausführung seines Berufes in meiner Werkstatt u m zwanzig Mark angepumpt worden und versprach mir derselbe, diesen Betrag in Raten zurückzuzahlen. Da ich aber bis heute auf die ihm geliehenen 20 Mark noch leinen Pfennig wiedererhalten habe, und ich den Namen de? betreffenden Beamten nicht kenne, so bitte ich um Benach- richtigung, wie der Kriminalbeamte heißt, der im Februar v. IS. das Protokoll in der Sache Alteköster contra Linnhoff geführt hat. Dieser Beamte war eS, dem ich den Betrag geliehen habe. Im voraus sage ich Ihnen für die freundliche Auskunftserteilung meinen ergebensten Dank. Mit größter Ergebenheit (Unterschrift.) Da» zweite Schreiben ist die Antwort auf diese höfliche An- frage: Der Erste Staatsanwalt. I. I. 545— 09. Auf Ihre Eingabe vom 10. Mai 1910. Die Nennung des Namens des betreffenden Beamten lehn« ich ab. Friedheim. Eine kurze und deutliche Antwort. Vielleicht wäre«S aber doch besser gewesen, wenn der Herr Staatsanwalt hinzugefügt hätte, warum er die Namensnennung des pumpenden Kriminal- beamten ablehnt. Vielleicht löst eine Beschwerde an die vor» gesetzte Behörde dem schweigsamen Herrn die Zunge., Folgenschwerer Schiffsznsammenstost. DaS englische Kriegsschiff„Wasp" ist in der Nacht zum Mittwoch während einer Uebungsfahrt auf der Höhe von F a l m o u t h mit einem Fischerboote zusammen- e st o ß e n. DaS Boot wurde von dem Kriegsschiff durch» hnitten. sank sofort und fünf Mann seiner Be- satzung ertranken._ Automatische Verkaufsläden. Thomas A. Edison, der große Erfinder, geht mit der Absicht um, automatische Verkaufsläden zu etablieren, wo der Käufer alle Arten Lebensmittel sowie Kohlen, Holz und dergleichen von Einwurstnaschinen beziehen kann. Wie die„New Aorker Handels» zeitung" schreibt, hat er die bezüglichen Maschinen bereits konstruiert. Dieselben sind größtenteils auf Käufe für je 5 Cent berechnet, sollen aber dem Käufer ein größeres Quantum liefern, als er jetzt für diesen Betrag erhalten kann. Edison ist außerdem noch mit der Konstruktion einer Akku m u l a t o r e n- B a t t e r i e und mit dem Zementguß-Hause beschäftigt, welches in sechs Tagen für 1200 Dollar hergestellt werden soll. Mit beiden Projekten ist er so ziemlich fertig und wird dann, wenn sich nicht vorher jemand hier- für findet, den ersten automatischen Verkaufsladen selbst eröffnen. Die Teufelsaustreibung in Paderborn. In Paderborn wurde vor kurzem durch Kapuzinerpatres eine sogenannte heilige Mission, bestehend aus Andachten. Predioten. Messen, Beichten, abgehalten, an der die gesamte katholische Bevölkerung teilnahm. Nicht gerade sehr geschmackvoll wird diese« Ereignis jetzt in einem.Gedicht' gefeiert, da» für 10 Pfennig in allen Papierhandlungen Paderborns käuflich ist. Hier nur einige Proben daraus: So ist denn nun die große Schlacht geschlagen Und diese Stadt, sie war da« KampfeSfeld; E» galt den Satan und sein Heer verjagen. Viel heiße Kämpfe gab'S in diesen Tagen. Kaum schaute heiß're jemals wohl die Welt; DeS Satans Macht ist übergroß auf Erden—— Darum ward diese Geistesschlacht geschlagen. Erprobte Feldherrn haben treu geführet DaS Heer zum Kampfe gen des Teufels Macht, Nun fortgetrieben ward mit Schmach und Schande Der Feind aus jeglichem Versteck hinaus, Der Lueifer mit seiner Teufelsbande, Sein Käme schon erfüllt die Brust mit Trau». Held Michael mit deinen Enzelscharen, Woll' vor der Teufel Rückkehr uns bewahren! Auch unsre Hirten, die sie uns gesendet, Zum Kampfs riefen gen der Wölfe Heer. usw. usw. Es scheinen unter den Frommen w Paderborn ja recht erbauliche Zustände zu herrschen, daß eS sich als notwendig erweist, so gewaltige Schlachten wider der Sünde Heer zu schlagen. Die schwarze Armee in Belgien. Den wesentlichsten Fortschritt unter dem 26jährigen klerikalen Regime in Belgien verzeichnen die— Klöster. Im Jahre 1846 zählte Belgien„bloS" gegen 800 Klöster bei einem Geistlichenstand von 11 968 Personen. Im Jahre 1880 stieg die Zahl der Klöster auf 1500, die der Nonnen und Geistlichen auf etwa 25 000. 1900 war die Zahl der Klöster bereits aufS doppelte angewachsen und die Kopfzahl des Klerus auf beinahe 45 000 gestiegen. DaS fran- zösische Trennungsgesetz hat Tausende von Angehörigen französischer Orden nach Belgien getrieben und heute wird die Zahl der schwarzen Armee nicht weit von 60 000 sein l Obgleich man nach den üppigen Subventionen, mit denen die klerikalen Regierungen die Klöster be» denken— sie haben ihnen im Laufe der Jahre 135 Millionen Frank für Schulzwecke usw. bewilligt— glauben möchte, daß der belgische Klerus am Hungertuche nagt, zeigt selbst die offizielle Statistik, daß die Klöster über Millionen und aber Millionen ver» fügen. Der Wert der Immobilien der Kongregationen beziffert sich nach der amtlichen Statistik auf 615 Millionen Frank, das bewegliche Gut, Kunstgegenstände usw. auf 310 Millionen Frank und ihr Grundbesitz auf 130 Millionen Frank Summa Summarum auf eine Milliarde 55 Millionen Frank! Daß sich auch in diesem von Klostermauern umzingelten Lande der Geist des erwachenden Proletariats regt, zeigt, wie viel gesunde, nicht zu vernichtende Kräfte in der Volksseele leben. Kleine Notizen. Durch ein Glasdach gestürzt. In den Adlerwerken in Frankfurt a. M. stürzte am Mittwochnachmittag der Maurer Stammler bei seiner Arbeit durch ein Glasdach. Aus etwa 10 Meter Höhe fiel er in den Hof hinab; er ist seinen Verletzungen im Kranken- hause erlegen. Der Verunglückte hinterläßt Frau und zehn Kinder. Durch Explodieren einer Petroleumlampe wurde in Wiesbaden die Kleidung eines Dienstmädchens in Brand gesetzt. DaS Mädchen rannte vor Schmerzen die Treppen hinauf und stürzte sich auS dem zweiten Stockwerk auf den Hof hinab. Wenige Stunden nach der Einlieferung in das Krankenhaus starb die Unglückliche. Erdbeben in Serbien. In Kragujewatz wurde in der Rocht zum Mttwoch ein Erdbeben verspürt. Die Erschütterungen zogen sich von Norden nach Süden. DaS etwa fünf Minuten dauernde Beben hat keinen nennenswerten Schaden an» gericktet. 29 Todesurteile. DaS Kriegsgericht in Petersburg fällte am Mittwoch das Urteil über eine Räuberbande, die beschuldigt wird, 38 räuberische Ueberfälle und mehrere Raubmorde verübt zu haben. 29 Angeklagten wurden zum Tode verurteilt und 18 frei» esprochen. Gegen verschiedene Angeklagte wurden Ge» ängniS st rasen ausgesprochen. Beraubtes Kloster. Im Kreise Slawjanoserbek(Rußland) wurde von unbekannten Tätem ein Kloster beraubt. Durch die Ex» plosion einer dabei geworfenen Bombe wurde die Wohnung de? Abtes beschädigt. Ein Mönch wurde getötet, der Abt wurde schwer verletzt und ein Priester kam mit leichteren Ver« letzungen davon. Smgegangene Druchrchnftcn. Hat der Jesus des Evangelium» wirklich gelebt? Eine AM. wort an Prof. Dr. Jülich er. Bon Prof. Dr. P. Jensen.— Frankfurt a. M. Neuer Franllurter Verlag. 59 Pf. BerzeichniS von Sommerwohnungen im Erzgebirge. 1919. Zusammengestellt vom Preß- und VerkehrSauSschuß. 19 Ps.—» Srasert Verlag, Annaberg t. Erzgeb. IS. Jahresbericht deS ArbetterserretartatS und«efchäft», bericht des Gewerkschaftsvereins München 1909. 12S Seiten.— Selbstverlag. Jahrbuch für 1999 de» Zentralverbande» aller t» be» Schmiederet beschäftigten Personen. 169 Seite». Selbstverlag in Hamburg. Gewerbeordnung für das Deutsche Reich nebst dem lkwderschutz» gesetz und dem Gesetz velr. Beschlagnahme deS Arbeitslohnes. 1,29 M.— Gesetzverlag L. Schwarz u. Comp., Verlin S. 14. Christians Heimreise. Komödie von H. v. HosmannSthal. 169 Seite» S. Fischer. Berlin. Bülowstr. 99. Die Kirche und die ihr entfremdeten«rbettennaffe«. Bon P. W. Kötzschte. 59 Ps.- C. L. Ungelenk. DreSden-A. n roltterungSübersicht vom 1. Juni 1910. morgens» Uhr. h .52 B)=i Swtnemd« erlin a K üncheo Wien Vetter 755 WSW 755 WSW 757 SW 758 SW 769« 759 S 5 wolkig 5 bedeckt 2wollenl 4 heiter 2 wolkig 1 heiter i»K üb ti ** Ctattonta aranda | I L& 747 S» rSburg 755SSW Seilitz Werdern Part« 75t S 748 WS« 758 SS« 2Neb«I 2 bedeckt 5 bedeckt 2 halb bd. 6 11 12 2 bald 66, 1» Ä i i «etterprognoie für Donnerstag, den 2. Juni 1910. Ziemlich warm, vielfach heiter, aber veränderlich bei mäßigen sudwest« lichen Winden, etwaS Regen und Gewitterneigung. Berliner««tterburea». stvasserstands-Rachrtcktte» her LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Benmet Wetterbureau. Wasserstand Kemel, TUM Pregel, Jnsterburg Weichsel. Thoru Oder, Rattbor „«rossen , Frankfurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Bordamm Elb«, Leitmeritz , Dresden „ varbtz , Magdeburg Wasserstand Saale. Srochlltz Havel. Spandau») v, R-tbenow«) Spree. Epremberg'j , BeeSkow Weser. Münden Minden Rhett», MaximUtanSau , Kaub » Köln Neckar, Hellbronn Main. Wertheim N o I e l. Trier i) 4. bedeutet Such».— Fall, Unterpegel. Smkkaften der Redahtion. *1« InrlftlfdK«prechfwa», stnde» Ltndeaftr» tze Re. 99. dter Trepv«» Fabrttudl—. wochintSglich von»>/, et» 7llt—. »o«. Jeder Slufraae ist»to vuchftab» and»in« Zabl al« vtertzetche» beizufSaen. vrtefliche Antwort wird«t»,«tritt,«tlige Srage«-rag« man in der evrrie bei Weigerung zum 4. Oktober kündigen. Ist aber im Vertrag etwas andere» bestimmt so ist dies maßgebend.— G. 999. Ein solcher Anspruch besteht nicht.— M. B. 28. 1. Am Ort der Handlung oder am Ort des Wohnsitzes des Beschuldigten. L. Durch Antrag bei dem Armenkommission»- Vorsteher Ihres Bezirkes. Theater und Vergnügungen Donnerstag, de» 2. Juni. Ansang VI, Uhr. ttönigl. Opernhaus. Geschlossen. Neues königl. OPeru-Thearer. La Traoiata. Königl. Schauspielhaus. Bürger- lich und romantisch. Aniang H Uhr. Lesflng. Kasernenlust. Deutsches. Ueber unsere Kraft. Kammerspiele. Jakob und Kriftosser. Komiiche Oper. Zierpuppen. Da» schlecht bewachte Mädchen. Neues Schauspielhaus. Der Flieger. Kleines. Nur«in Traum. Berliuer. Taifun. Neues. Di« goldene Ritterzeit. Neue» Ovcrrttea. Der Gras von Luxemburg. Drtano«. Tböodore u. Ctr. Residenz. Geschlossen. Thalia. Glück bei Frauen. Hebbel. Wem gehört Helene 1 Koketterie.(Ansang 8'/, Uhr.) Schiller O. ilwiiUliei• Xtirum.l Zärtlich« Verwandten. In Zivil. Schmer«xharlottenburg. Die Liebe wacht. Ariedrich. irUlbelmstadtische». Der Vielgeliebte. Volksoper. Heimkehr.(Ansang S'j. Uhr.) Roie. Die Schmuggler. Luftspielhans. DaS Leutnant»' mündet. Metr-v-l. Halloh I>— Di« große Revue. golieS Taprtce. Da» Gespenst. Die verfolgte Unschuld. (Ans. 8',. Uhr.) Tafino. Familie August Knoche. ApoU». Mahara. SvezialUätea. RStntergarren. Spezialitäten. tvaüagr. Spezialitäten. RetchSballen. StetNner Sänger. Karl Haverland. Spezialitäten. «Salballa. Svezialttölen Prater. Im Reiche de» Mar». Urania. Tauveutiruff«»«/4V. Abend» 8 Uhr: In dm Dolo- mite». Stcrnnnrtr, Jnvaltbenstr. 57—82. Lessing-The ater. Gastspiel d KölnerRestdenz-Theater»: W- Kasernenluft. öerliner Ttieatel-. Heut« 8 Uhr: l'SltUN« Morgen: iMtkiri». Heues Ikesler. Abend» 3 Uhr: vis ooldens Ritterzeit. Morgen und folgende Tage: 144« goldene Itltteraelt. Weites Operetten-Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Ter Graf von Luxemburg. Sonntag nachmittag 3 Uhr. zu er« mäßigt. Preffen i vi« Oiillarprtiimtlii. Friedrich-Wllhelmstädtlsches Schauspielhaus. Doimerttag, 8. Juni, abend» 8 Uhr: Der Vielgeliebte. Schwant in vier Asten von Alfred Schmasow und Karl Heinz. Morgen und folgend« Tage: Der Olelgflu-btc. Lustspielhaus. Abend« 8 Uhr: Das Leutnantsmündel Volltsoper. 8W velle.Rlliance.Straße Sir. 7/8. Abend» 8',. Uhr: Heimkehr. I0SE=TI1EATE Große Frantsurter Str. 182. Ans. 8 Uhr. Ende 1t Uhr. Die Sdjmuggltr. Komödie in 4 Akten von B. Dinier. Morgen und solgeude Tage: Die Schmuggler. Aus der Gartendllhn«: Theater- VorsteUung. Große» Konzert. Speztalitöten. Ansang»st, Uhr. Reicbshaiien-Tiieater. Stettiner Sänger Künstler d. Landstraße. Musik. Ens. von Mayiel. Ansang Wochentag« 8 Uhr. Urania. Wissenschaftliches Theater Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: In den Dolomiten. Hetropol-Theater Hallo!!! Die groüe Revue! In 8 Bildern von Jnl. Freund. Musik v. Paul Lincke. In Szene gosetzt vom Dir. Rieh. Schult». Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. 8 Uhr; Wenea Programm! Novität I Henry de Weya's Ideal- Schönheiten Schluß-Apotheose: Entwurf zum Heinrich Hcine-Tenkmal! Sensationell I S ensattonell t ZW" Grete"WE die weltberühmte Schtmpansin und 8 erstklassige Nummern. ------ Wenea Programm!------ Ls Tortaiada in ihrer neuesten Schöpfung: Abenteuer eines Toreros E. H. Rostocks boxend. Känguruh. Los flears Polonaises:«in poln» Bauemlest Oharies Hers, Jongleur. Therese Renz, Schulreiterin. Chung Ling Hee Tronpe, ohin. Zauberer und Oaukler. De Dio, Phantasie-Tänzerin. Kaufmanns Lady Oyole Troupe. Durgs, das stieg. Piano. Amann, Mimiker u. Charakteristik. Oaroia, jongl Silhouetten. 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Die allen Mitgliedskarten sind behufs Erneuerung' zum Umtausch spätestens am Tag« nach der General- vcraamnilnng, am 28. Juni, abzugeben. _ Der Zutritt zur Generalversammluag ist nur gegen Vor- 1 zeigung der altsn Mitgliedskarte gestattet 1 Her Voratand. I. V.: G. W i n k 1 e r. V oigt-TIieater GefunHrunncn Badstr. 58. Donnerstag, den 8. Juni 1910; Lehern grollen Teich. Gr. Lebensbild mit Ges. und Tanz in 4 Abteilungen von Adols Phillipp. Grstklassige Tpezialttäten. T>aS greste Juni.Program« k Soffen erbffimng 2 Uhr, Ans. 4'/, Uhr. Aie-Hoabit 47/49. Täglich: Konzert, Theater, Spezialitäten. und Pestsfile. Inh.; llndolph KrUger. Hasenheld« 18/15, vis-k-vis v.Tnmpl. Täglich: Große Tbeater- u. Spezialitüteo- Artist Leitung: Walter CrlvanKz, Kapellmeister: Max Wsltthelm. Jeden Donnerstag; Ellte-Tag! Aatang: Wochsnt. 6 Uhr, SennL'/tSUnr. Schweizer- Capton Am KSalgeter— UAl IvII Am Frlsdrichshtln. Tagiicht Theater, üalilMi Volksbelastigungen. Anfang S Uhr. Entree 80 Pf. 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(Ohne Gewähr.)(Nachdruck rerboten.) 522<65 905 1 637 613<3 8t[3000] 761 855[500] 9« [30001 8253 506 70t 888 3 094 193 255 364 638 163 4211 58 [1000] 379 617 609 76[1000] 867 919 78 S000 143 470 089[ 3000] 6033 163[1000] 90[500] 438 93 555 87 607 [3000] 17[500] 766 88 914 15[500] 36 7003 13[500] 85[500] 82 89 101 637 816 17 061 8077 344 6 15 33 761 70 839 983 9033 84 151[500] 713 10048 520 810 957 11 109 428 608 807 70 94 1 2024 505[1000] 65 410 503 793 808 41 13143 99 256 73 384 «66 14537 902 1 5335 61 434 1 6101 341 63 810 11 909 44 1 7088 203 16[500] 387 537 739 813 18035[500] 107 590 300 473 513 683 7 67 844 947 64 lt)U33 306 84 414 [1000] 545 88 755 20536 411[1000] 34 96 510 13 620 21 34 70 789 [500] 90 905 2 1 393 476 546 79 999 2 2 051 96 145 60 511 20 620 89 713 85 887 2 3328 317 410 68 5x8 99 603 83 766 850[500] 57 907 98 2 4 067 513 697 746 99 919 93 [3000] 25193 661 741 88[600] 894 2 6 031 75 643 47 27127 284 351 479 552 674 75 7 9 2 8 364 413 75 694 848 «33[3000] 45 2 8005 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KI. 222. Kel. Preuss. Lotterte Ziehung rem 1. Juni, naehmittagi. Kur die Gewinne Uber 340 Mark lind den betreuenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verbeten.] 130 586 731 1178 833[SOOO] 674 705 13 67 78 815[500] 2»S0 337 97 451 727 3 227 774 4845 284 451 629 768 5T36 «22«3 6063 134 245 420 607 763 7078 268[500] 815 743 862 8038 15« 88 395 404 812 7«[5000] 9196 316«17 91 718 993[500] 10348 415«07 814«3 954 11089 262 567 768 987 12529[300] 80 781[500] 833 918 1 3155«8 72[5001 288 [3000) 482 606 741 879 957 1 4233 807 693 759 803 1 5207 «3 487 636 94 16171 219 22 25 457 76 86 99 828 90 17015 63 358 914 1 8013 57[1000] 211[1000) 18 40 65 97 563 697 977 1 9181[1000] 406 544 99 682 97 733 916 31 [1000] 54 56 20289 315 608[SOOO] 784«24 2100« 50 859 423 605 55 720 24 22131[500] 246 380 98 464 585 876 934 2 3 061 [SOOO] 179 217 374 554 846[500] 934 24032 482 772 25063 248 426 589 743 52 2 6109 57 228 360 618 913 2 7036 285 304 4SI 656 769 94[500] 2 8049 140 91 348 759 930 91 29077 776[5000] 90 30148 63 298 861 98 588 617 883[500] 994 31085 115 91 201 3 2011 57 69 420 54 341 875 84 3 3069 191 349 98 440 756 3 4102 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