Nr. 143. Erfcheint täglich außer Montags. Brets pronumerando: Biertel fährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 m, wöchentlich 28 Bfg fref in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Bfg. Boft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreichs Ungarn& Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boft- Beitungs- Breisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für di fünfgefpaltene Detitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins: und Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg Fnferate für die nächte Nummer müffen bis 4 Ubr Nachmittags in der Grpedition abgegeben werben. Die Expedition ift an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. fernfprecher: Amt 1. 4186, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlins Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. An die Wahlkomitee's unserer Partei! Auch über den Ausfall der Stichwahlen bitten wir uns sofort nach dem Bekanntwerden telegraphisch Nachricht zu geben, soweit es sich um Stichwahlen handelt, in denen Sandi daten unserer Partei in Frage kommen. Die Telegramme sind wiederum zu adressiren: Dringend Sozialdemokrat Berlin. Diejenigen Wahlfomitee's, denen telegraphische Nachricht über den Ausfall der Berliner Stichwahlen erwünscht ist, wollen uns dies per Postkarte mittheilen. Die Parteipreffe wird um Abdrud gebeten. Die Büchelet und Ahlwärdtseret. Mittwoch, den 21. Juni 1893. Gewand mit allerhand radikalen Ornamenten verb rämt hat, das alte Testament als ein Judenwerk verwirft und selbst die ganze Familie des jüdischen Zimmermanns Joseph mit argwöhnischen Blicken betrachtet. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. als Salbadereien war, und wie kläglich der zweite Luther" wichten. Ahlwardt hat den Muth gehabt, die Schäden feinch tann auch anders" hervorstammelte, sobald die dieser Korruption aufzudecken und sie bis in die leitenden hohe Obrigkeit ihm ein finsteres Geficht zeigte. Der chrift- Kreise zu verfolgen. Ahlwardt ist der Feind der Korliche Sozialismus vegetirt noch weiter in Pastorentonven- ruption und der Reichen, Juden wie Christen, der Freund titeln, und Herr Stöcker fand einen Unterschlupf bei der der Armen- das ist die Boltslogit, die ihm den Reichs konservativen Partei, der es garnicht unlieb war, sich durch tagssiz eingetragen hat. einige antisemitische Mäßchen die gläubigergeplagten Bauern Und als angebliche Feinde der Korruption, und Handwerker ins Garn locken zu lassen. Freunde der Unterdrückten sind auch die Böckelinge in Die Zügel der eigentlichen antisemitischen Bewegung Hessen und im Königreich Sachsen zu Ehren gekommen. wurden von anderen Händen ergriffen. Zwei Richtungen Recht auffällig ist das in Sachsen. In Hessen üben thatstritten sich um die Herrschaft; die eine, die deutsch- soziale, sächlich die jüdischen Händler unter der Landbevölkerung welcher der Lieutenant Liebermann von Sonnenberg und einen großen Einfluß, und nicht immer einen günstigen auf der Bürger" Pickenbach den Stempel aufdrückten, suchte das Wirthschaftsleben aus. In Sachsen aber spürt man durch frampfhafte Ergebenheitsverbeugungen vor Thron kaum Juden. Gegenüber den 28 Juden auf jedes Tausend und Altar ihrem wüsten Treiben den Sonnenschein obrig- Einwohner, die Hessen zählt, und den 12 auf das Tausend, teitlicher Huld zu erwirken. Der wurde ihnen denn auch die durchschnittlich in gauz Deutschland zu finden sind, giebt's reichlich zu theil, bis sie schließlich aus ihrem Schooße den in Sachsen nur 2 Juden auf jedes Tausend Einwohner. Ahlwardt gebar, bei dessen Anblick und Gethue allen Hütern Von einer jüdischen Bedrückung fönnte deshalb, selbst wenn von Staat und Gesellschaft das huldvolle Lächeln vom Ge- fie anderswo bestände, doch in Sachsen nicht die Nede sein. fichte verschwand. Nicht ihrem Antisemitismus haben die Böckel'schen AntiDie andere Richtung, antisemitische Volkspartei benannt, semiten ihre Erfolge zu danken. Sie haben sich viel Nächst dem Anwachsen der Sozialdemokratie und dem die den Kapriolen des Böckel folgte, erfreute sich von vorn mehr 90 000 Stimmen fast ausschließlich auf Kosten Zusammenbruch der freisinnigen Partei verleiht das An- herein nicht der Gunst der hohen Obrigkeit, da sie ihr der Konservativen zusammengetrommelt, indem sie, wie schwellen der antisemitischen Bewegung in einigen Theilen der konservativ- antisemitische Reichsbote" es ausdrückt, den Deutschlands der gegenwärtigen politischen Entwickelung Lenten vorredeten, daß die Konservativen Vertreter der ausdie bezeichnende Färbung. In Hessen, wo sie schon bei der beutenden oberen Zehntausend, sie aber die Vertreter des legten Wahl sich einiger Mandate bemächtigt hatte, und darbenden Mittelstandes seien. Also ein Symptom der im Königreich Sachsen ist sie am üppigsten ins Kraut ge- Trozdem nun die Konservativen sich von dem Stöder- tiefen unzufriedenheit des Mittelstandes ist die Wahl der schossen. Es ist das zweifellos ein Beweis für die politische schen Sauerteig derart durchsäuern ließen, daß fie auf Böckelinge in Sachsen nichts anderes. Unklare Erfennt. Uureife eines großen Theils der Bevölkerung, aber völlig Tivoli als ausgebackene konservativ antisemitische Partei niß der wirthschaftlichen Verhältnisse verführt die Leute irre gehen diejenigen Zeichendeuter, welche gleich aufgingen, sind es gerade die der hohen Obrigkeit unliebfamen dazu, den Böckel, Werner und Zimmermann ihre Stimme dem Professor Mommsen in dieser Bewegung nur unkonservativen Richtungen des Antisemitismus, welche bei zu geben. Sie werden bald dahinter kommen, daß es nichts eine epidemische Geistesseuche erblicken, die unbegreiflich den Reichstagswahlen die größten Erfolge erzielten und ist mit den antisemitischen Quacksalbereien dieser Bürgerund verheerend ihren Zug durch Europa nimmt Fronie des Schicksals der den Antisemitismus hätscheln- und Bauernfreunde und dann werden sie das Heil in einer wie einftmals der schwarze Tod im Mittelalter. Den konservativen Partei ausschließlich Abbruch gethan gründlichen Umgestaltung unserer Staats- und GesellschaftsWir haben schon oft darauf hingewiesen, daß es wirth- haben. ordnung suchen. In Hessen sind schon Vorzeichen solcher schaftliche Ursachen sind, die eine wirthschaftlich zerrüttete, Trotz doppelt und dreifacher moralischer Abschlachtung Erkenntniß zu Tage getreten. Auch anderswo wird das im Niedergang begriffene Gesellschaftsklasse, deren Blick im Reichstag hat Aylwardt das Vertrauen der ehemals Volk die Böckelei und Ahlwärdtserei überwinden, wie es die noch nicht durch langjährige politische Thätigkeit geschärft fonservativen Wähler in Arnswalde nicht eingebüßt. Sie Beriode der Stöckerei überwunden hat. ist für die Ergründung verwickelter Erscheinungen, zunächst haben ihn mit verstärkter Mehrheit in den Reichstag einigen plumpen Temagogen in die Arme getrieben haben. geschickt und die Stichwahl im Nachbarkreise Neustettin Gerade die gegenwärtige Entwickelung liefert schlagende stellt ihm ein Doppelmandat in Aussicht. Ist ihm dieser Beweise dafür. beispiellose Erfolg zu theil geworden wegen der Klarheit gangs, die tazenjammerartig in Deutschland auf den Rausch Theorien? Sicher nicht. Jeder andere Agitator ist ihm der Gründerzeit gefolgt war, fich eine antisemitische Strö darin überlegen. Verdankt er ihn der Achtung, welche sein Berlin, den 20. Juni. mung bemerkbar machte, war fie verquickt mit christlichem Charakter eriveckt? Kaum. Ahlwardt wurde gewählt, weil Unsere Genossen im Ausland. Aus Zürich Sozialismus und Verherrlichung der Aufgaben des das Volk ihn für einen rücksichtslosen, wenn auch un- sendet uns ein russischer Sozialdemokrat die herzlichsten sozialen Königthums". Der Hofprediger Stöcker und geschickten Feind der Korruption in Staat und Gesellschaft Glückwünsche zum Wahlsiege. Möge die deutsche Sozial Professor Wagner waren ihre Propheten. Berlin hält. Es leidet unter wirthschaftlichen Mißständen, deren demokratie," so schreibt er u. a., in den Stichwahlen war ihr Schauplatz. Ein großer Theil der Berliner Ursachen es nicht ergründen kann. Naive Menschen einen noch glänzenderen Sieg erringen, als in der Haupts Handwerker ließ sich zu der„ Berliner Bewegung" zusammen- suchen solche Ursachen immer in der Böswilligkeit einzelner wahl. Wiögen diese Siege einen weiteren großen Schritt trommeln, die im Jahre 1884 ihren Höhepunkt erreichte, Personen. Die Juden erscheinen wegen ihrer Geschäfts- bedeuten auf dem Wege der Sozialdemokratisirung, d. h. um daun bald zusammenzuschrumpfen, als es fich heraus- gewandtheit dem darbenden Bauern und Handwerker als der thatsächlichen Revolutionirung der Arbeiter stellte, wie herzlich wenig hinter den christlich- sozialen eine solche forrupte und korrumpirende Klique von Böse- bewegungen übriger Länder; mögen diese Siege einen lehra Als zuerst in der Periode wirthschaftlichen Nieder- und Folgerichtigkeit in der Vertretung seiner antisemitischen Politische Lieberlicht. Feuilleton. Nadbrud verboten.) Die Fabriklerin. Erzählung aus dem schweizerischen Volksleben von einem Baseler Arbeiter. 15 Da tam er aber übel an; denn empört über die Pflichtvergessenheit des Mannes drohte Karl, das ganze Dorf zu allarmiren, wenn er nicht sofort zu Schmeichler's Verhaftung schreite. So weit wollte es nun aber doch der Landjäger nicht fommen lassen, sondern folgte, wenn auch noch immer widerwillig, Karl das Dorf hinunter. Regungslos war dieser dem Vorgange bis dahin gefolgt; nun aber fam urplöglich Leben in die kleine Gestalt. Raum hatten Karl und der Landjäger das Haus erWit einer Eile, die leicht für ihn hätte gefährlich werden reicht, in welchem Schmeichler wohnte, als der Bucklige auch können, fletterte er von seinem Luftsige herab, übersprang schon behende eine vor dem Hause aufgeschichtete Holzbeige behende den Gartenhag und eilte mit raschen und geräuschertletterte, und oben angekommen, leise an das Fenster der Losen Schritten die Dorfstraße hinauf. Schlafftube des Hausherrn pochte. " In diesem Augenblicke stieß Karl an irgend einen Gegenstand, so daß Schmeichler, durch das entstandene Ge räusch aufmerksam gemacht, erschrocken zusammenfuhr. Eilig wollte er die Banknoten zusammenraffen, als die Thüre laut krachend aufflog und er sich dem Landjäger, hinter welchem die Gestalt des Buckligen fichtbar wurde, gegenüber befand. Unterwegs legte ihm dann Karl seinen Plan zurecht, Sprachlos und wuthverzerrten Angesichts starrte er die wie man sich des Diebes bemächtigen wollte, wobei er eine Eindringlinge an, im nächsten Augenblicke jedoch hatte er große Findigkeit an den Tag legte. seine Kaltblütigkeit wieder gewonnen. Blitzschnell riß er einen an der Wand hängenden Revolver an sich und ehe der Landjäger sich dessen versah, trachte ein Schuß, der ihn unfehlbar kampfunfähig gemacht hätte, wenn ihn nicht der Bucklige, welcher die Gefahr hatte kommen sehen, noch rechts zeitig beisette gerissen und dadurch dem Bereich der Kugel Bei der Wohnung des Landjägers, welche sich in der Erst nach wiederholtem Pochen öffnete dieser endlich entzogen hätte. Mitte des Dorfes befand, angekommen, flopfte er anfänglich das Fenster und frug verwundert nach der Ursache der Einen zweiten Schuß konnte der entlarvte Verbrecher behutsam, und als sich drinnen niemand regte, immer stärker nächtlichen Störung. nicht mehr thun, denn im nächsten Momente zerschmetterte und ungestümer an die Fensterläden. Leise machte ihn nun Rarl mit der Sachlage ein Säbelhieb des Landjägers seinen rechten Oberarm und Endlich entstand im Innern der Schlafftube Geräusch Schmeichler's vertraut und bat ihn, ihnen die Hausthüre machte ihn kampfunfähig. und bald darauf wurde ein Fensterladen geöffnet und die behuss Festnahme des Diebes zu öffnen, was denn auch Von den gestohlenen Banknoten, welche theils noch auf schlaftrunkene Stimme des Landjägers frug nach dem Be- sogleich geschah. dem Tische lagen, theils sich in Schmeichler's Portefeuille gehr des nächtlichen Ruhestörers. Leise betraten sie nun den Hausgang und schlichen, vorfanden, fehlten nur drei Stück, selbst das Borderau fand nachdem der Hausherr die Thüre sorgfältig wieder ge- sich noch vor, in welch letzterem sich u. a. auch die Nummer schlossen hatte, die Treppe hinauf bis vor Schmeichler's jener Note aufgezeichnet fand, welche Schmeichler seiner Zeit Bimmer. in 2. hatte wechseln lassen. Schnell gab sich nun dieser zu erkennen, indem er dem Manne des Gesetzes mit kurzen Worten seine Entdeckung mittheilte und ihn bat, sofort zur Verhaftung Schmeichler's zu schreiten, um seinem Entkommen vorzubeugen. Diesem tam jedoch das Gehörte so unglaublich vor, daß er sich hinter allerlei Ausflüchte verschanzte. Der Dieb jener Banknoten fige ja längst im Schatten; Karl möge fich lieber nach Hause begeben und sich auf's Ohr legen, er werde wohl zu tief in's Glas geschaut haben," meinte er endlich. Ju diesem branute noch Licht, und als Karl durch das Schlüsselloch spähte, gewahrte er Schmeichler am Tische sigend damit beschäftigt, eine Anzahl Banknoten in sein Portefeuille zu verpaden. Auch der Landjäger überzeugte sich nun durch einen Blick durch das Schlüsselloch von der Richtigkeit der Aus fagen des Buckligen. Nachdem der Landjäger dies alles sorgfältig notirt und die aufgefundenen Banknoten zu sich gesteckt hatte, wurde der Gefangene für den Rest der Nacht im Gemeindegefängniß untergebracht, nachdem man ihm den verwundeten Obers arm nothdürftig verbunden hatte. Schmeichler selbst ertrug sein Schicksal mit stumpfer Resignation, fein Wort der Klage tam über seine Lippen. reichen Fingerzeig bedeuten auch für die Sozialdemokraten| Wählerschaft, die bei den Stichwahlen in Frage ,, Süddeutschland ist mehr demokratisch als Nordin Rußland, einen Fingerzeig dahin, wie eine echt re- tommt, den Ausschlag zu gunsten der Gegner jeder Mehr deutschland" so lesen wir in süddeutschen Blättern, volutionäre Partei, welche eine sozialpolitische Aenderung belastung giebt. Käme es allein an auf den Gesammt die die Thatsache feststellen, daß in Süddeutschland unter anstrebt, alle dabei interessirten Schichten, alle Institutionen, betrag der gegen die Militärfrommen abgegebenen den bürgerlichen Parteien die Zahl der Gegner des alle wichtigeren Tagesereignisse, kurz- alle zum Biele Stimmen voraussichtlich haben über drei Viertel aller Militarismus nach dem Wahlergebniß des 15. Juni verführenden Mittel ausnuten kann und muß, wenn sie keinen Wähler, mehr als 75 Prozent, gegen die Regierung sich hältnißmäßig größer ist, als in Norddeutschland. Die Selbstmord begehen will." entschieden, so bestünde über das Schicksal der Vorlage Thatsache läßt sich nicht bestreiten, und wurde schon durch tein Zweifel, fie verschwände sang, und klanglos. Aber die die seinerzeit von uns besprochene Abstimmungskarte erDie Wahl vom 15. Juni hat gezeigt, daß die Mehr gegen die Vorlage abgegebenen Stimmen vertheilen sich auf wiesen, aus welcher erhellt, daß bei weitem die meisten heit der Wähler gegen die Militärvorlage ist eine größere Anzahl von Parteien, während die Militär Abgeordneten, die am 6. Mai gegen den Antrag Huene In 253 Wahlkreisen hat sich eine Mehrheit gegen, und in frommen zum größeren Theile fartellirt in den Kampf gestimmt haben, Südwest- Deutschland angehören. Es darf 144 Wahlkreisen eine Mehrheit für die Vorlage gefunden. gingen. So tommt es, daß die Gegner der Vorlage aber nicht außer Acht gelassen werden, daß die Hauptgegner In E. Richter's Freisinniger Zeitung" ist eine Berechnung nicht im Verhältniß zu ihrer Gesammtstärke an des Militarismus nicht in den bürgerlichen Kreisen zu aufgemacht, bei der in jedem Wahlkreise zusammengerechnet den Stichwahlen betheiligt sind. Das Wolff'sche fuchen sind, sondern in denen der Arbeiter, und daß die sind auf der einen Seite die Stimmen der Sozialdemokratie, Telegraphenbureau berechnet, daß aus den beiden konser Sozialdemokratie bis jetzt im Norden Deutschlands zahlbie der freisinnigen Volkspartei, der Zentrumspartei, der vativen Parteien, den Nationalliberalen, dem Bund der reicher vertreten war als im Süden. Dies wird sich jedoch süddeutschen Volkspartei, der Deutschhannoveraner, Elsässer Landwirthe und den Antisemiten 82 Abgeordnete gewählt bald ausgeglichen haben, und der Tag wird kommen, wo und Dänen als gegen die Militärvorlage abgegeben und sind, während sich noch 168 in Stichwahl befinden. Danach die Sozialdemokratie mit dem Militarismus aufräumt auf der andern Seite die Stimmen der freisinnigen Ver- würden also in dem für das Kartell günstigsten Falle eine Aufgabe, für die unser Bürgerthum zu schwach ist. einigung, der Nationalliberalen, Freikonservativen, Bolen 250 Kartellmitglieder gewählt werden können. Zu einer und Antisemiten als für die Militärvorlage abgegeben. Kartellmehrheit aber reichen schon 199 Abgeordnete aus. ,, Die sozialdemokratische Disziplin ist einfach Diese Berechnung ist, wie die Freis. 3tg." hervorhebt, bewundernswerth"( simplement admirable) Wähler, sorgt dafür, daß die schmähliche Hurrahmehr sozialistenfresserischste Blatt Frankreichs für die Militärvorlage eher zu günstig als zu ungünstig. Denn die polnischen Stimmen, welche sämmtlich der Militär- heit nicht zu stande kommt, macht am Stich wahltage" Temp3", das angesehenfte der französischen Bourgeoisvorlage zu gute gerechnet sind, sind getheilt. die Hoffnungen der Staatsstreichler und Volksbedrücker antisemitische Stimmen sind zu gunsten der Militärvorlage dadurch zu Schanden, daß Ihr nur den entschiedenen organe. Dem" Temps" ergeht es wie unseren Bourgeois gebucht, obwohl die Böckel'schen sich auch nach ihrem Umfall Gegnern der Militärvorlage Gure Stimme er versteht diefe" Disziplin" nicht. Und das ist sehr natürin allerlei Vorbehalten ergehen. Es ergiebt sich nun fol- gebt. Fort mit den Junkern, fort mit den Schlot lich. Sie ist die Frucht des Pflichtgefühls, des Opfermuths und der Hingabe an die Sache- dreier Eigenschaften, gende Uebersicht: welche die Bourgeoisie von heute nicht kennt. Sämmtliche Preußen: Gegen Für Ostpreußen 4 13 Reg.- Bez. Danzig 1 Reg.- Bez. Marienwerder 1 Berlin 6 Reg.- Bez. Potsdam Beg.- Bez. Frankfurt a. D. 3 Pommern • • Bosen 0 Reg.- Bez. Breslau 8 11 6. Reg.- Bez. Oppeln Reg.- Bez. Liegnig Reg.- Bez. Magdeburg Reg.- Bez. Merseburg Reg.- Bez. Erfurt Schleswig- Holstein 4703TBURLAT6AT4325012210 16123B Hannover 15 B Bestfalen. 14 Reg.- Bez. Wiesbaden 4 Reg.- Bez. Kassel 3 Reg.- Bez. Köln 6 Reg.- Bez. Düsseldorf 11 Reg.- Bez. Koblenz 4 Reg.- Bez. Trier. 4 Reg.- Bez. Aachen Hohenzollern. 4 1 • 19 4 Summa Preußen 123 113 Rönigreich Sachsen. Norddeutsche Mittel- und Kleinftaaten: Gegen Für Mecklenburg • Weimar Strelit Oldenburg Meiningen Braunschweig Altenburg. Koburg- Gotha Anhalt. Schwarzburg Waldeck Reuß 3 3 3 0 2 3 0 0 1 0 01 NONON0204 Lippe Hansestädte. Mittel u. Klein staaten Sa. 23 Süddeutschland einschließlich Hessen: Bayern Württemberg Baden. Hessen. . BOITOTRONOLO2T 0 1 12 Für # 2184 Gegen 46 16 11 3 5 Süddeutschland: 78 10 10 5 Elsaß Lothringen.... Obwohl diese stattliche Mehrheit urkundlich feststeht, ist doch die dringende Gefahr vorhanden, daß eine tnappe Rartellmajorität in den Reichstag einziehe, wenn nicht die Bei Tagesanbruch erfolgte seine Ueberführung nach L., woselbst er schon beim ersten Verhör ein umfassendes Geständniß ablegte; denn daß das Leugnen seine Lage nur verschlimmern würde, sah er wohl selbst ein. Beinahe zu gleicher Zeit mit dem Gefangenen war auch Karl per Fuhrwert in 2. eingetroffen, denn er hatte es sich nicht nehmen lassen, Rosa selbst von der glücklichen Wenbung ihres Schicksals zu benachrichtigen und sie im Triumphe nach Hause zu bringen. Bis jedoch all die Formalitäten erfüllt waren, vergingen Stunden und es wurde Abend, ehe sich Rofa die Pforten des Gefängnisses öffneten und sie sich ihrem väterlichen Freunde in die Arme werfen konnte. Rosa sah blaß und angegriffen aus, denn sie hatte sich hinter den düstern Mauern des Gefängnisses und im Ges fühl ihrer Unschuld sehr unglücklich gefühlt und den VerLuft der Freiheit bitter empfunden. Mehr als dies alles hatte sie freilich das Schicksal ihrer Mutter beängstigt, ob schon sie wußte, daß Karl gewiß nach Kräften für sie forgen werde. Rosa's erfte Frage an Rarl war denn auch nach dem Befinden ihrer Mutter und erst als er sie in bezug auf diesen Punkt beruhigt hatte, konnte sie sich so recht ihres Glückes freuen und ihrem Retter aus tiefstem Herzensgrunde banken. Wie viel Karl für sie gethan, vernahm fie freilich erst aus dem Munde ihrer Mutter, denn er selbst hatte davon nur flüchtig gesprochen, da das Prahlen durchaus nicht seine Sache war. Von dieser Stunde an liebte ihn Rosa wie einen Bater. Rosa fand ihre Mutter wider Erwarten recht munter. Das Häuschen der Wittwe umschloß deshalb diesen Abend brei glückliche Menschenkinder, um so mehr, als Karl, der an alles dachte, für Leibesstärkung gesorgt hatte. Einige Wochen später wurde Schmeichler vom Gericht zu 2. zu zehn Jahren Zuchthaus verurtheilt. Trotzig nahm der verstockte Sünder sein Urtheil hin. baronen! sagt das der Das amtliche Ergebniß der Reichstagswahl ist Aus der Ferienkolonie. Der Unteroffizier im im Reichs- Anzeiger" veröffentlicht. Danach find 180 Stich- 19. Inf.- Regiment, Lorenz Haag, Handschuhmacher aus wahlen erforderlich und 217 Abgeordnete endgiltig gewählt. Erlangen, seiner bisherigen Garnison, brachte als KorporalDie Gewählten vertheilen sich auf die verschiedenen schaftsführer der jungen Mannschaft den rechten militärischen Parteien wie folgt: " Geist" bei, indem er die Leute mit Faustschlägen, OhrSozialdemokraten 24, Konservative 49, Deutsche feigen und Kolbenstößen trattirte. Die Handgreiflichkeit Reichspartei 11, Nationalliberale 15, Zentrum 81, Frei- trieb er so weit, daß schließlich einer der Mißhandelten finnige Vereinigung 3, Freisinnige Volkspartei 0, Süd- ernstlich erkrankte und ins Lazareth verbracht werden deutsche Volkspartei 4, Polen 12, Welfen 0, Antisemiten 3, mußte. Hier beichtete er die Mißhandlungen, die bisher Elsässer 9, Dänen 1, bei teiner Fraktion 5. die Korporalschaft aus Furcht vor Strafe verschwiegen An den Stich wahlen sind betheiligt: Sozial- hatte: Der schlagfertige Unteroffizier hatte wiederholt die demokraten 82, Konservative 51, Reichspartei 23, Leute von Anzeigen abzuhalten verstanden, indem er verNationalliberale 74, Bentrum 34, Freisinnige Vereinigung 12, sicherte, der Feldwebel werfe jeden Beschwerdeführer hinaus. Freisinnige Volkspartei 31, Süddeutsche Volkspartei 10, Daher auch die Zurückhaltung, welche die Soldaten in der Polen 11, Welfen 9, Antisemiten 16, Elsässer 2, bei keiner Voruntersuchung und vor Gericht an den Tag legten. Die Militärgeschworenen in Würzburg bejahten sämmtliche Fraktion 5.Schuldfragen. Das Gericht verurtheilte Haag zu vier Monaten Gefängniß und zu Degradation. Zu den Stichwahlen. Die Meldung, daß die Stichwahlen sämmtlich auf den 24. Juni angesetzt sind, beDie Prügeltaktik. Aus Westpreußen schreibt stätigt sich nicht. Daß die engere Wahl in Bayern am man der Franff. Zeitung":" Als wenn der leibhaftige An 26. Juni stattfindet, ist bereits gemeldet worden. anderen Orten find sie schon vor dem 24. Juni angesetzt. Bottseibeiuns selbst ihnen erschienen wäre, so bestürzt staunt So wird in 2übed bereits am 22. Juni die Stichwahl das Gros der Wähler in den ländlichen Kreisen die so zwischen dem Sozialdemokraten Schwarz und bem plöglich und zum ersten Male dort aufgetauchten sozialKandidaten der Liberalen, Dr. Görk, stattfinden. Am demokratischen Agitatoren und Flugblätter an. So rath23. Juni find Stichwahlen in Leipzig zwischen und thatlos steht die Masse der Sozialdemokratie gegen Binkau( Soz.) und Prof. Hasse( Natl), in Frank- über, von der sie bisher nur ein gar gruseliges Lied hat furt a. M. zwischen Schmidt( Soz.) und Oswalt( Natl.), singen hören, daß selbst ein Mann, wie der Landrath in Hanau zwischen Hoch( Soz.) und Stroh( Kons.), von Schwetz, der Landtags- Abgeordnete Gerlich, in einer in Solingen zwischen Schumacher( Soz.) und Bauernversammlung keinen anderen Rath zu geben wußte, al3: Römer( Natl.), in Elberfeld zwischen Harm( Soz.)" Ich will Ihnen, meine Herren, als überwachender Beamter und Dahm( Natl. Kons.) Bermuthlich werden auch an nicht den Nath geben aber sagen muß ich Ihnen, daß das ( Natl.- Kons.) anderen Orten die Stichwahlen noch auf diesen Tag verlegt Rerle eine gehörige Tracht Prügel ist!" Es wirksamste Mittel gegen diese infamen werden. Die Mehrzahl der Stichwahlen wird aber am nächsten Sonnabend stattfinden. Aber die Verschieden darf danach also nicht Wunder nehmen, daß bald hier, bald heit der Termine giebt den Kartellbrüdern Gelegenheit, dort in Westpreußen sozialdemokratische Flugblattvertheiler zu kontrolliren", ob die bürgerlichen Parteien, mit die starken Fäuste der Bauern zu fühlen bekommen, daß denen sie Wahlbündnisse planen, auch taktfest sind. Danach ein Lehrer ihnen mit drohend er hobenem Knüppel den Einläßt sich dann das weitere Vorgehen regeln. Das Richtige wäre die Festsetzung des Wahltags( Hauptwahl und Stichwahl) jedesmal auf einen Sonntag. " tritt ins Dorf verwehrt, daß ein niederer Polizeibeamter in Justerburg auf dem Bahnhof ihnen mir nichts dir nichts die Flugblätter abnimmt und was dergleichen Vorfälle mehr find." Wir werden den westpreußischen Land räthen, Polizisten, Die Sächser schießen den Vogel ab. Die Annaberger Amtshauptmannschaft hat verboten, in öffentlichen Schulmeistern und sonstigen Ordnungsstüßen, die sich UnBoltsversammlungen über das Thema: Die bevorstehende gehörigkeiten gegen unsere Partei zu schulden kommen lassen Reichstagswahl referiren zu lassen. Alle Versammlungen, oder dazu anrathen, schon noch bessere Manieren angewöhnen. in denen von der Wahl die Rede ist, dürfen nur als Darauf können sich die Herren verlassen. Wählerversammlungen einberufen werden. Ferner ist nicht zugelassen, öffentliche Pläge zu Versammlungen zu benutzen. Eine Beschwerde ist von der Kreishauptmannschaft abschlägig beschieden worden. Das nennt man in Sachsen Wahlfreiheit. Ueber Thema zu reden ist verboten, denkt die Behördenweisheit zu Annaberg. Rosa hatte beabsichtigt, die Arbeit in der Fabrik so bald wie möglich wieder aufzunehmen; dem widersetzte sich Karl jedoch energisch. Sie möge ruhig einige Zeit zu ihrer Erholung zu Hause bleiben, so lange er da sei, werden sie deshalb keinen Wangel leiden, hatte er erklärt und nicht nachgegeben, bis ihm Rosa das Versprechen gab, wenigstens die nächsten vierzehn Tage zu Hause zu bleiben. Das preußische Abgeordnetenhaus wird am 27. Juni wieder zusammentreten. Etwas Boltsfreundliches wird die Landrathskammer nie schaffen. Zur Gewerbenovelle. Der preußische Minister für Handel und Gewerbe ersucht die königlichen Regierungs- Präsidenten, ihm zu berichten, ob und in welchem Umfange Gemeinden oder weitere Kommunalverbände von der durch§ 119a Abs. 2 Biffer 2 und 3 der GewerbeOrdnung ihnen beigelegten Befugniß zum Erlaß statutarischer Bestimmungen, betreffend die Auszahlung des von minderjährigen Arbeitern verdienten ohnes an beren Eltern oder Vormünder Gebrauch gemacht und wie solche Bestimmungen sich bewährt, oder aus welchen Gründen sie sich nicht bewährt In Gesellschaft ihrer Mutter und unter Verrichtung haben. Dabei ist gegebenen Falles eingehend darzulegen, von allerhand Haushaltungsgeschäften verging Rosa diese welche Bedenken einem Vorgehen der Gemeinden oder Beit jedoch so schnell, daß sie Karl's Drängen schließlich weiteren Kommunalverbände auf diesem Gebiet etiva entnachgab und noch weitere zwei Wochen zu Hause blieb. Während dieser Zeit lebte das schwer geprüfte Mädchen gegengestanden haben. neu auf, um so mehr, als ihr die Leute mit dem nämlichen Vertrauen und der gleichen Freundlichkeit begegneten, wie ehemals, denn nun wollte niemand mehr an ihrer Unschuld gezweifelt haben. Kolonialheldenthaten. Ueber den Ueberfall von Hornkranz sind unsere Leser bereits unterrichtet. Es war ein Ge mezel Flüchtender, Weiber und Kinder wurden massakrirt. Die" Post" veröffentlicht nun einen Nach Berlauf dieser vier Wochen litt es Nosa nicht Brief eines zur deutschen Schuhtruppe in Südwestmehr länger zu Hause, denn es widerstrebte ihr im höchsten Afrika gehörigen Soldaten, welcher in ähnlicher Weise, Grade, von Karl's Gutmüthigkeit zu leben, obschon sie über- wie dies bereits von anderen Mitgliedern der Truppe ge zeugt war, daß dieser auch den letzten Bazen freudig für schehen ist, die Einnahme von Horn tranz sie und ihre Mutter geopfert hätte. schildert. Folgende Bemerkungen verdienen jedoch festgehalten zu werden: So trat sie denn eines Morgens ihren Weg nach der Fabrik wieder an und wurde dort sowohl von Meister Lehner, als auch ihren Nebenarbeiterinnen herzlich willfommen geheißen; namentlich der erstere zeigte große und aufrichtige Freude bei ihrem Erscheinen, hatte er doch das bescheidene Mädchen stets gerne gemocht. In der Fabrik selbst fand Rosa noch alles beim alten, nur einen neuen Meister fand sie vor, da der alte gestorben und durch eine jüngere Kraft erfekt worden war. Dieser war nicht der ansässigen Dorfbevölkerung ent nommen worden, sondern war ein Fremder", wie man in Buchegg furz weg alle diejenigen nannte, welche aus andern Kantons- oder Landestheilen sich im Dorfe niedergelassen hatten. ( Fortsetzung folgt.) Wie wir nun aber erst die Schanze erreicht hatten, hatten wir gewonnen, wir eröffneten gleich Schnellfeuer, und wie die unsere Kugeln pfeifen hörten, hatten sie teine Gedanken mehr zum Schießen, sondern suchten nur Deckung in ihren Hütten, aber vergebens, denn unsere Geschosse gingen nicht durch eine, sondern durch drei solcher Hütten. Wie wir so eine Stunde verfahren hatten, sahen wir keine mehr, haben dann das Feuern eingestellt und sind dann ins Dorf vorgedrungen; aber da mußte man staunen(!), wie alles halbtodt, Menschen und Vieh, untereinanderlag, was nicht sterben konnte und verwundet war, wurde noch getödtet, und was noch gesund war, wurde alles mitgenommen, an Menschen und Vieh und fämmtliche Sachen aus den Hütten vorgeholt und dann dies felben angezündet. Wir sind nun zurückgekehrt mit einer sehr großen Beute." So meldet der ehemalige, aus Berlin gebürtige Ges freite im Füfilier Regiment Nr. 34, Rudolf Brüßhover, einem früheren Kameraden. Wir aber sollen immer noch Millionen deutscher Steuergelder für solche Zwecke her geben. Der Säbel. Aus Brünn, dem mährischen Manchester, wo die Behörde friedliche Arbeiterversammlungen, die für das allgemeine Wahlrecht demonstrirten, schmählich gesprengt hat, meldet das Bureau Herold" unterm 20. Juni: " Zwischen den Arbeitern und einer Schwabron Dragoner, welche zur Unterdrückung der Unruhen aufgeboten war, tam es gestern in später Abendstunde zu einem Rencontre, bei wel chem viele Arbeiter verwundet wurden." Die italienischen Bankdiebe, die sich aus den Bourgeoisparteien des Parlaments, den Ministerien und anderen erleuchteten Kreisen rekrutiren, haben alle Hebel bewegt, um ihr Panama zu vertuschen. Aus Rom wird unterm 20. Juni gemeldet:„ Der Richter Medalto bestätigt das umlaufende Gerücht, daß ein großer und wichtiger Theil der Papiere Tanlongo's, eines der Angeklagten im Bankprozesse, abhanden gekommen sei. In den Wandelgängen der Kammer zeigt sich große Erregung; es wird der Ausbruch neuer Skandale befürchtet." Standale fürchtet die herrschende Klasse, sie zittert vor der Aufdeckung ihrer Schändlichkeiten. So agitirt die Bankgaunertlique wider Willen für den Sozialismus. Die innern, wenn im übrigen die Persönlichkeit des freifinnigen Der fozialdemokratische Reichstagskandidat für Saar. Kandidaten, namentlich in firchenpolitischer Beziehung, Gewähr lonis- Saarburg, Josef Wey and in Nunkirchen, nach dafür bietet, daß die Wahl des Freisinnigen vom Standpunkt 28 jähriger Bergmannsthätigkeit gemaßregelt und jetzt Redakteur des Zentrums aus als das kleinere Uebel erscheint gegenüber der des Glückauf", wurde zwei Tage vor der Wahl verhaftet. Und Wahl des anderen Kandidaten. Der Fall einer solchen Stich warum? Er hat eine vierwöchentliche Gefängnißftrafe wegen wahl liegt in Mettmann vor, wo der Freifinnige Schmidt Beleidigung des Redakteurs des sogenannten„ Bergmanns gegen ben Sozialdemokraten Meist steht. Herr Schmidt steht freunds", eines Herrn Hilger, zu verbüßen. Dieses Blatt ist das gehört in firchenpolitischer Beziehung zu derjenigen Richtung der Juftitia den Sünder nicht noch bis zum Wahltage frei herum= namentlich in sozialpolitischen Fragen dem Zentrum nahe und Sprachorgan der Bergbehörden. Es begreift sich, daß Dame freifinnigen Partei, der es mit der Duldsamkeit Ernst ist, so laufen laffen tonnte. Er hätte die zwei Tage ja doch nur zur daß schon früher unsere Freunde für ihn eintreten fonnten. Agitation für die Arbeiterfache benutzt. Dasselbe muß auch diesmal geschehen. Das gleiche ist zu sagen von dem Wahlkreis Hagen, wo Herr Eugen Richter mit einem Bauern find verrückt geworden," sagte am Wahltage in dem im Vom antikollektivistischen" Bauernschädel. fozialdemokratischen Kandidaten in die Stichwahl gefommen reise Stormarn gelegenen Dorfe Alt- Rahlstedt ein GroßgrundUngarisches. Eine von 6000 Arbeitern besuchte Ver- unseres öffentlichen Lebens, zumal in finanziellen und militärischen Der Freifinnige Niepa hatte 49, der Nationalliberale Wuth ift. Herr Eugen Richter ist auf verschiedenen Gebieten befizer, als das Wahlergebniß bekannt gemacht worden war. fammlung im Budapester Stadtwäldchen erklärte sich Dingen, eine tüchtige Kraft, so daß es schon aus diesem Grunde einstimmig für die Zivilehe und verlangte das allgemeine rein sachlich erwünscht ist, ihn dem Reichstag fentene ganze 8, der Sozialdemokrat Frohme aber 77 Stimmen erhalten. Wahlrecht, da von 17 Millionen Ungarn nur 830 000 mahl steht aber auch ebenso wie Herr Schmidt in firchenpolitischen Jm 12. hannöverschen Wahlkreise( Göttingen) wird berechtigt seien, was eine Klassenvertretung und nicht eine Dingen auf einem wirklich liberalen Standpunkt. Aus diesem die Sozialdemokratie in der Stichwahl für den Weljen v. OlenVolksvertretung sei. Die Polizei löfte die Versammlung Grunde haben früher die Mitglieder der Zentrumspartei in busen stimmen, damit nicht der dem allgemeinen, gleichen Wahlauf, als ein Redner die heutigen Wirthschaftszustände Hagen schon im ersten Wahlgang für ihn geftimmt. Sie werden recht feindliche Nationalliberale Dr. Edels in den Reichstag ( Macht und Kapital", heißt es in den offiziösen ohne Zweifel auch jetzt in der Stichwahl energisch für ihn ein- fommt. Meldungen) kritisirte. Wie erbärmlich muß es um sie be- Stöcker in die Stichwahl gekommen, und zwar mit einem„ Niedersächsischen Beitung" folgendermaßen Stellung zu den treten. In Siegen ist wiederum Herr Hoiprediger a. D. Die welfifche Partet nahm in einer Extra- Ausgabe der stellt sein, wenn die hohe Obrigkeit" ihnen so beispringt. Nationalliberalen. So scharf uns in mancher Beziehung Herr Stichwahlen: Nach früheren Vorgängen zu urtheilen, werden Nationalliberalen für das fleinere Uebel halten. Auf sozial- versuchen, unter dem Deckmantel der sog. Ordnungsparteien" als Stöcker gegenübersteht, müssen wir ihn doch gegenüber einem auch jetzt wieder in letter Stunde die Nationalliberalen politischem Gebiet, besonders auf dem Gebiet der Handwerker- Konservative oder dergleichen Euch für ihre Randidaten zu ges frage, steht uns Herr Stöder ganz erheblich näher, als die winnen. Hütet Euch vor den gleißnerischen Phrasen dieser nationalliberale Partei, und diefer pofitive Grund verlangt, daß nationalliberalen Revolutionäre! 3 fann und darf bei den unsere Parteigenossen in der Stichwahl ihm die Stimme geben." bevorstehenden Stichwahlen in denjenigen Wahltreifen, in welchen Abendausgabe vom 20. Juni: Die Kreuz- Zeitung", das Junkerblatt, schreibt in ihrer wir den Ausschlag zu geben haben, ein aufrichtiger Hannoveraner unter feinen Umständen dem nationalliberalen Kandidaten seine " Die„ Kreuz- Zeitung" hat wiederholt sich dahin ausgesprochen, Stimme geben. Der Militarismus führt den Ruin Deutschlands daß die sogenannten Ordnungsparteien nicht geneigt sein werden, herbei; der Nationalliberalismus verschuldet das Unglück unseres die freisinnige Volkspartei bei den Stichwahlen gegen sozial engeren Vaterlandes. Darum wählt teinen, der mit Lügen umdemokratische Kandidaten zu unterstützen, wenn Richter ihnen geht! Das Direktorium des Hannoverschen Wahlvereins. Graf nicht bindende Erklärungen abgiebt, daß seine politischen Freunde von der Decken- Ringelheim." in allen Fällen, wo die Sozialdemokraten in Frage kommen, Ueber den Ausfall der Wahl in Bremen, wo bekannt Reziprozität üben werden." Wir möchten heute den Saz auch lich unser Genosse Bruhn 3 mit 14 572 Stimmen( 1890: positiv dahin formuliren, daß, wenn eine solche Erklä14 843) dem Kandidaten der vereinigten Gegner, dem Wadel rung Richters erfolgt, aber auch nur dann, wir unsere Strümpfler Frefe, unterlag, der 19 030 Stimmen erhielt, schreibt Freunde ersuchen werden, bei Stichwahlen zwischen Sozialdemo- die Bremer Bürger Zeitung": Die Gegner stimmen immer traten und freisinniger Bolkspartei, für letztere zu stimmen, Berlin noch" Jubelhymnen an, obwohl sie alle Ursache hätten, ganz nicht ausgenommen. Aber die Erflärung muß flar nnd bündig ruhig zu sein und möglichst bald Gras über die Geschichte sein und rasch erfolgen. Sonit tritt wohl bei diesen Stichwahlen wachsen zu lassen. Ist doch in der That dieser Sieg des sogen. das Losungswort der Konserv. Korrefp." in Kraft. Die Zeit Liberalismus nichts weiter, als ein Sieg der Lüge und VerClemenceau, der Führer der französischen Radikalen brängt, erfolgt die bindende Versicherung nicht, so werden die leumdung, verbündet mit der Dummheit und der Gesinnungsder in der Panama- Angelegenheit sich schwer kompromittirt Deutsch- Konservativen danach verfahren." lumperei. Mit welch unglaublich gemeinen Mitteln die hat, wurde deswegen in der letzten Kammerſigung heftig davon gehen uns angegriffen. Es handelte sich um den Antrag auf die täglich Herren Liberalen gekämpft haben, die überzeugendften Beweise zu. So haben partielle Erneuerung der Kammer. Der Antrag selbst wurde u. a. dadurch beeinflußt, daß sie über die Familien- und Privat liberale Wahltage bie Hauseigenthümer Wähler beseitigt. Der phantasievolle Boulangist Déroulède beschuldigte Clémenceau, er stünde im Dienste des Auslandes verhältnisse unseres Kandidaten die gemeinsten Verleumdungen und was dergleichen Firlefanz mehr war. Die Duellkomödie Die Freifinnigen Jena's find von ihrem Wahlausschuß verbreiteten. Es sind geeignete Maßnahmen getroffen, um diese folgte. So ficher es ist, daß Clémenceau abgewirthschaftet aufgefordert worden, für unseren Kandidaten 2eutert und liberalen Berleumder und Ehrabschneider festzustellen und zur damit gegen den Nationalliberalen zu stimmen. Verantwortung zu ziehen. Immerhin aber ist es den erbärm hat, so thöricht sind diese Anklagen Dérouléde's. Das Zentrum in Mannheim beschloß, bei der Stichlichen Subjekten zunächst gelungen, manchen Wähler abwendig zu machen. Daß man durch allerlei fanfte" Zwangsmittel Norwegisches. Wie aus Chriftiania gemeldet wahl zwischen unserem Kandidaten Drees bach und dem wirthschaftlich abhängige Leute zur Stimmabgabe für Freese verwird, erklärte bei dem Verhör der Marine Offiziere im Nationalliberalen Wahlenthaltung zu beobachten. anlaßt hat, ist selbstverständlich, ja es wird ganz bestimmt in den Storthinge( Parlament) der Arsenalverwalter Sande, Das fozialdemokratische Wahlkomitee für Oftpreußen Kreisen der Arbeiter behauptet, daß man Wahlstimmen für 2 daß im Jahre 1884 alle Gewehre und Pistolen der Marine veröffentlicht folgende Befanntmachung:" Da bei der vorigen und 3 M. gekauft hat zc. Wir werden auch diesen Mittheilungen durch Abschraubung gewiffer Theile unbrauchbar gemacht Wahl auf dem Lande es sehr oft vorgekommen sein soll, daß nachforschen und die etwaigen Schuldigen gewiß nicht schonen. wurden; es sei Befehl gegeben, diese Maßnahmen geheim sozialdemokratische Stimmzettel aus der Wahlurne heraus- Hält man dazu das Betragen der liberalen Blätter und Wortzu halten. Die Marine Offiziere Johansen und Wisbech genommen, ferner fozialdemokratische Stimmzettel zurückgewiesen führer, das schamlose Lügen und Verdrehen bezüglich der Be räumten ein, daß der Chef des Vertheidigungs- Departements wurden, Gutsherren und Gutsinspektoren für ibre Leute die ftrebungen und Ziele der Sozialdemokratie- entblödete sich doch bie Unbrauchbarmachung der Marinewaffen befohlen habe, Stimmzettel abgegeben haben, in vielen Ortschaften die Guts felbft Frese nicht, die geradezu ungeheuerliche Verleumdung auss und der frühere Departementschef Johansen erklärt schrift herren den Arbeitern Branntwein und Freibier gegeben haben, aufprechen, die Sozialdemokraten feien von französischem Gelde lich, daß sein Befehl durch die allgemeinen unruhigen Zu- in ungefeßlicher Weise die sozialdemokratische Wahlagitation ver- der That kein Wunder, daß noch so viele auf diesen elenden Damit diese den konservativen Kandidaten wählen sollen, Beamte getauft, um Deutschland wehrlos zu machen dann ist es in ſtände im Lande und durch die unter dem Werft- und hindert und für den konservativen Kandidaten eingetreten find, Schwindel, Liberalismus genannt, hineinfallen konnten. Nun, Marinepersonal auf Horten damals herrschende aufgeregte so beabsichtigt die hiesige sozialdemokratische Partei sogleich nach wir werden bafür sorgen, daß diefen die Augen aufgeben wer Stimmung geboten gewesen sei. Die Herren Liberalen aber sollten sich mit ihrem Sieg nicht so sehr brüsten, denn sie hätten, wenn sie überhaupt noch Schamgefühl besäßen, nur zu begründete Ursache, ob eines mit solchen Mitteln erkämpften Sieges zu erröthen. Frankreich. Auf den 13., 15. und 16. Juli sind die fozialistischen Gemeinderäthe Frankreich zu einem Kongresse nach Saint- Denis bei Paris eingeladen, wo über die Gründung eines sozialistischen Gemeindebundes berathen werden soll. stimmen. halten. Die Reichstagswahlen. tandidat Hofbesitzer Biese seine Anhänger auf, für den frei In Schleswig forderte der durchgefallene Kartell sinnigen Kandidaten und damit gegen unseren Kandidaten v. Elm zu stimmen. der Wahl einen Massenausflug auf das Land zu unternehmen, alles Material zu sammeln, um nicht nur allein Protest gegen die Wahlen zu erheben, sondern vielmehr, soweit Ungefeßlich feiten vorgekommen sind, dieselben zur strafrechtlichen Verfolgung zu bringen." 15. Mai: Leute auf, die, man möchte sagen mit affenartiger Geam den. B " ,, Auch in der guten Stadt Magdeburg," so schreibt bas Auch auf den friesischen Jufeln hat die Sozialdemokratie Organ der Freijinnigen Volkspartei, die Volks- 3eitung", Westerland sind für unsere Kandidaten Stimmen abgegeben In Helgoland, Wyk, Devenum, Nieblum und soll in freisinnigen Kreisen„ Stimmung" sein, bei der Stichwahl vativen und Deutsch sozialen in Halle a. S. dadurch dort besonders freigebig regalirten. Lustig sind die Grimassen tönnte die Freifinnige Volkspartei nicht mehr wie heute noch hat für die Stichwahl die Stimmen der Konsers worden. Trotz der Berleumdungen, mit denen die Gegner uns den Sozialdemokraten zu votiren. Bestätigt sich dieses Gerücht, was uns vor der Hand ganz unglaublich bint sich erkauft, daß er folgende Erklärungen abgab: 1. Ich werde für die Militärvorlage im Umfange über die sozialdemokratische Agitation schneiden. Go berichtete ausrufen: Alles verloren, nur die Ehre nicht! Denn abgesehen anzusehen, die die gegnerischen Blätter bei der Berichterstattung des Antrages v. Huene auch ohne gefeßliche Festlegung der 3. B. das„ Amrumer Zotalblatt" von der Insel Nieblum unterm davon, daß Paasche in Meiningen I mit dem freizweijährigen Dienstzeit stimmen. 2. Ich werde für einen vom Zentrum ausgehenden An- bereits auf" unferer, in dieser Hinsicht ſtillen Insel, bemerkbar. die ihm bereits zugesicherte Unterſtügung ber Sozialdemokraten trag auf Aufhebung des Jesuiten Gesezes nicht so tauchten gestern Nachmittag in unserer Gemeinde zwei junge angewieſen iſt wäre es politische Selbstentmannung, einen Nationalliberalen zu wählen, der dem Antisemitismus nahe steht, 3. Ich sehe das Heil des Handwerts in weiterer Ent- schwindigkeit unser ganzes Dorf mit zwei fozialdemokratischen die Bünstler begünstigt, bie Getreidezölle versicht, furs, in attent widelung des Fach- und Fortbildungs- Schulwesens und werde an Flugschriften überschwemmten. Lautlos wie sie gekommen, verber volksparteilichen Biele ist. Dem gegenüber ist der Sozialaber auch in allen wesentlichen Punkten direkte Gegner geeigneter Stelle dafür eintreten. 4. Ich werde für eine fachgemäße Regelung der Bucht- fühl ihrer guten(?) Cache einen riesigen Dienst geleistet demokrat überhaupt kein Uebel. Hier war es ja, wo von feiten schwanden die beiden Agitatoren, gewiß mit dem wonnigen Ge5. Ich werde mich gegen eine stärfere Seranie bort sich nicht hatten blicken lassen; augenscheinlich halten sie demokraten, als ein Freifinniger. Wohlan, kehren wir die Meziehung der Börse aur Steuer nicht ablehnend ver- uns Nieblumer für ihre Sache leichter empfänglich; wenn sie sich baille, nun ein wenig um! Unsere Freunde würden sich für 6. Ich bin der Ansicht, daß im Verkehr mit Ruß nur nicht geirrt haben, denn wie man hört, ist man sich einig, immer den Todesstoß geben, wenn sie auch nur einen Augenblick 6. Ich bin der Ansicht, daß im Verkehr mit Ruß den Herren sozialdemokratischen Flugschriften Verbreitern bei immen würden, so sehr er sich vor der Wahl in das liberale(!) schwanken und nicht gegen einen nationalliberalen Kandidaten I and die bestehenden Maßregeln zur Abwehr von Bieb ihrem etwaigen Wiederkommen ein kleines Andenken mit zu feuchen in vollem Umfange aufrecht zu erhalten find. Der Mäntelchen hüllen dürfte." 7. Ich habe kein Bedenken dagegen, daß durch Einführung geben, worin dies besteht, wollen wir nicht verrathen." Die Sozialdemokratie in Württemberg hat diesmal einer zweckmäßigen Versicherung die Landwirthe gegen die Wyt auf Föhr erscheinende Inselbote" mußte unterm 12. Juni qus dem Westen der Insel melden:" Die Zeit schreitet 41 583 Stimmen auf sich vereinigt, sie hat ihre Stimmenzahl Verluste geschützt werden, welche sie durch die von ihnen vorwärts und auch die entlegendsten Orte bleiben auf die Dauer in drei Jahren verdoppelt. In der Bolts Zeitung" lieſt nicht verschuldeten Verheerungen der Maul- und Klauen von dem Fortschritte nicht unbeleckt. Was wir noch nie erlebt man: Jedenfalls steht die Sache so, daß bei der nächsten feu che erleiden. haben, das fonnten wir gestern, am Sonntag anstaunen. Ein Wahl ganz abgesehen von Stuttgart die Sozialisten mög8. Ich werde für den von der Regierung bereits vorgelegten fleines, grau bemänteltes Männlein erschien hierselbst, um Stimm- licher Weise in mehreren Wahlkreisen, insbesondere in Cann Gesetzentwurf auf Abänderung des Gesezes über den zettel für einen sozialdemokratischen Wähler abzugeben, da stadt, Göppingen und Heilbronn in die Stichwahl kommen Unterstügungswohnsiz stimmen. 9. Ich halte eine Vereinfachung der Unfallversicherung, sowie bet so fest und schwer auftretend, als hätte er außer feinen werden. Diesmal hoffen sie wenigstens auf den Gewinn von 9. Ich halte eine Vereinfachung der Unfallversicherung, sowie Stimmzetteln noch den ganzen Zukunftsstaat auf seinen breiten Stuttgart und dieses Mandat wird ihnen allem Anschein nach des Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes in Beziehung Schultern zu tragen. Hoffentlich wird der Eifer der drei Send- in die Hände fallen. Kloß( Soz.) erhielt 13 738, Sigle( nationalauf Berbilligung der Verwaltung und den Markenzwang dringend boten, denn soviel sollen nach hier ausgefandt gewesen sein, ohne liberal) 11 140 Stimmen. Jener hat also einen Vorsprung von erforderlich." Erfolg bleiben. Doch hiervon wollten die Herren selbst nichts 2600 Stimmen; die für den ultramontanen und den antiMunterer hat ein Liberaler den Alt der Selbstent wissen; denn als ihnen gesagt wurde, fie fönnten fich hier diese femitischen Randidaten abgegebenen Stimmen( 1200) dürften in mannung noch nie vollzogen, wie der Bier- Meyer. Die Muhe sparen, da war einer fühn genug, zu behaupten:" Gott der Stichwahl Sigle zufallen, der also weitere 1400 Mann aufWähler Halle's werden dieser Windfahne, so hoffen wir, nicht lob, nein!" Nun will ein Mensch, der Gott nicht mehr anerkennt, bringen müßte, um sich zu behaupten. Alle Anstrengungen der folgen. noch seinen Namen im Munde führen, so etwas tönnen auch nur nationalliberalen Deutschparteiler" werden aber fruchtlos fein, da der sozialdemokratische Kandidat auf sichere Hilfe aus den Zu den Stichwahlen schreibt die ultramontane Sozialdemokraten." Am Wahltage wurden für unseren Kandidaten Roenen in Kreisen der Volkspartei rechnen tann, die unter allen Umständen „ Kölnische Voltszeitung":" Die Zentrumspartei hat flets daran festgehalten, bei Stichwahlen nicht einzutreten für Wyk 6, in Devenum 6 und in Niblum ebensoviel, auf gegen den Anhänger der Militärvorlage votiren wird." Nationalliberale oder Sozialdemokraten; für jene nicht Westerland( Sylt) aber sogar 82 Stimmen abgegeben. Das ist Auch ein Grund. Die Annahme", schreibt die„ Nationalwegen ihrer Unduldsamkeit gegenüber den Katholiken und ihrer die beste Antwort auf das unziemliche Verhalten der Gegner. Zeitung", daß die Stich wahlen diesmal im ganzen Reiche politischen Verfolgungssucht, sowie wegen ihrer Haltung in den Schwarzburg- Rudolstadt, wo zwischen unserm Kandidaten am selben Tage stattfinden würden, hat sich bekanntlich bereits wichtigsten sozialpolitischen Fragen, für die letztern nicht wegen Sofmann aus Saalfeld und einem Nationalliberalen Stichwahl als unbegründet erwiesen: während sie in Preußen und in ihrer durchaus religionsfeindlichen, volksverheßenden und um24. Juni stürzlerischen Bestrebungen. An diesem Grundsay wird auch jezt tattzufinden hat, ist seit Errichtung des Reichstages, 26 Jahre erwartet wurden, find sie in Bayern und ebenso in Sachsenwesen. Im Laufe der Zeit hat sich diese Partei also so abRampf austämpfen. Das Zentrum wird für Berlin findet ste nach der geilern getroffenen Bestimmung am Sozialdemokraten in der Stichwahl stehen, mögen sie den gewirthschaftet, daß sie diesmal nicht einmal in die Stichwahl berichtet, daß die dortige Stichwahl für den 23. angesetzt ist. In untereinander kommt. feinen von beiden zu haben sein. Dieser Fall liegt z. B. in der 24. statt. Verschiedenheit der Stich wahltetmine Rheinproving im Wahlkreise Solingen vor, wo der National. In Lübeck findet die Stichwahl zwischen unserm Genoffen ermöglicht in gewissem Umfange, das Ber liberale Römer mit dem Sozialdemokraten Schumacher in der Stich Schwarz und dem Liberalen Dr. Görh bereits Donnerstag, balten von Parteien zu kontrolliren, welche wahl steht. Wo Freifinnige in der Stichwahl stehen, hat früher die den 22. Juni, statt; in Leipzig die zwischen unserm Genoffen Stichwahl- Hilfe, 8. B. gegen die Sozialbemokratie, Bentrumspartei häufig diese unterstützt. Das wird auch wohl Pinkau und dem Kartellkandidaten Dr. Hasse Freitag, den verlangen, aber hinsichtlich der Gegenleistung unzuverlässig find." jetzt wieder geschehen, und es ist auch nichts dagegen zu ers123. Juni. Das ist offenherzig. Für den Inhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber feinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 21. Juni Opernhaus. Der Zigeuner. Neues Theater. Basantasena. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Dora. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Farinelli. Kroll's Theater. Die Nachtwan derin. Viktoria- Theater. Frau Venus. National Theater. wally. 4 Geier Adolf Ernst- Theater. Der Schwiegerpapa. Aleranderplah schlossen. 9 Theater. Se Winter- Garten. Spezialitäten- Bor ftellung. Apollo Theater. Vornellung. Spezialitäten Theater der Reichshallen. Spezia litäten- Vorstellung. Baufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Gr. Frankfurterstr. 182. Volks Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Die Geierwally. Schauspiel in 5 Aften nach dem gleich namigen Roman v. Wilhelmine v.Hillern. Regie: Max Samft. Raffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang der Abend- Vorstellung 71/2 Uhr. Im Garten auf d. Sommerbühne: Die Konfektionense. Königl. Italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Heute, Mittwoch, den 21. Juni: Bum letzten Male: 4865 Dankfagung. Für die herzliche Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes fagen wir hiermit allen Freunden, Kollegen und Bekannten unseren innigften Dank. Ww. Eckardt nebst vier Kindern. Die Statue der Venus Die Beleidigung, welche ich über die oder: Die Imagination des Künstlers. Romant. phantaft. Ballet in 1 Aft, arrangirt und inszenirt v. tgl. italien. Hofballetmeister Sign. Antonio Tignani. Auftreten des gesammten Damen- und Herrenpersonals. Hebeamme Frau Re Ich, Müllerstr. 163, ausgesprochen habe, erkläre ich für unwahr. Frau Bohn, Müllerstr. 163. Berloren am Sonntag im Feldfchlößchen eine goldene Damen- Remontoiruhr. Abzugeben gegen Belohnung bei Kämpfert, Panfftr. 53. Besonders hervorzuheben:„ Troika", Bei der am Sonntag, den 18. Juni die dreifache hohe Schule, geritten vom Direktor. 4 Geschw. Chiarini, gen. 1893 im Konzertpark Viktoria, Frankdie Südsterne. Fraut. Therese Spam- furter Allee 72-73 ftattgefundenen Verpani, ausgezeichnete Campagne- Reiterin. loofung sind folgende Gewinne bei Miß Käthe Lee in ihren graziösen Trab- Frante, Frantiurter Allee 128, abtouren zu Pferde 2c. 2c. Ferner Reiten zuholen: Nr. 240, 492, 115, 252, 399, und Borführen der bestdressirten Schul- 123. und Freiheitspferde. Auftreten des gesammten Damenund Herren- Personals. Morgen, Donnerstag: Gr. Vorstellung. Achtungsvoll Ernesto Ciniselli, Direftor. Etablissement Buggenhagen. Moritz Plaz. Morig Play. Täglich Inftrumental- Konsert. Großer Frühstücks- u. Mittagstifch. Spezial- Ausschant von Pabenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An Sonn- und Fefttagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pi. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Schweizer- Garten am Königsthor. Täglich: Bollsstück m., Gefang u., Tanz v. Friedrich. Concert, Theater Regie: Frit Schäfer. Vor und nach der Konfettioneufe: Auftreten von Svezialitäten 1. Ranges. Donnerstag im Theater: Vor Sonnenaufgang. und Spezialitäten- Vorstellung. Geschwister Rigoli, Familie Carlo, Mr. Famera, Max Grabow, Dissenato, Emma Lucas, Gebr. Soziales Drama von Gerh. Hauptmann. Troupe Columbia und Gebr. Vercroa. Im Garten: Die Konfettioneuse. PassageJm Saale: BALL.[ 4199L* Moabiter Gesellschaftshaus. Alt- Moabit 80 und 81. Täglich: 481b Gewinn Nr. 279 vom Vergnügen im Weddingpart am 17. d. M ist bei Knorr, Röslinerstr. 11 abzubolen. Lese- und Diskutirklub " Süd- Ost", Donnerstag, den 22. Juni: Sitzung. Sonntag, den 25. Juni: Landpartie nach Klein- Schönebed bei Rahnsdorf. Alles Nähere hierüber in der Sizung. Der Vorstand. 199.6 G Aratweil'sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Auftreten der Leipziger Sänger vom krystall- Palat. 3. Wahlkreis. Zwei öffentl. Wählerversammlungen am Mittwoch, den 21. Juni, Abends 8 Uhr: 1. im Lokale ,, Sanssouci", Kottbuser- Straße Nr. 4a: Referent: Reichstags- Abgeordneter Dr. Bruno Schoenlank und 2. in M. Cohn's Festsäle, Beuthstraße 21, 1 Tr.: Referenten: G. Wiedemann und Reichstags- Kandidat Ewald Vogtherr. ages Ordnung: 1. Die bevorstehende Stichwahl zwischen Munckel und Vogtherr. 347/12 2. Diskussion. Die Wähler aller Parteien werden um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Einberufer. 5. Wahlkreis. Große öffentliche Wähler- Versammlung am Mittwoch, den 21. d. M., Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Philipp, Rosenthalerstraße 38. Tagesordnung: 1. Die bevoritehende Stichwahl. Reichstags- Kandidat Rob. Schmidt. 2. Diskussion. Alle Wähler des 5. Reichstags- Wahltreises find eingeladen. Referent: Das Wahlkomitee. Achtung, 6. Wahlkreis! Sonntag, den 25. Juni, in Schloß Schönholy: Gr. Sieges- Fest, Wochent. 71/2 Uhr. Entree 10 Pf. Anfang früh 8 Uhr. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Bi. Anerkannt gute Küche. far Feftlichteiten und Beriammlungen. Carl Koch. Tafelklavier, gut erhalten, Br.50 M vert. Biernat u. Ko., Annenstr. 43. Arbeitsmarkt. bestehend in Doppelkonzert und Gesangsvorträge. Programme à 10 Pfg. NB. Gefangvereine, welche gewillt find, mitzuwirken, bitte die Adressen bei Witzel, Elifabethtirchstr. 18, und R. Bahr, Gerichtstraße 19, abzugeben. 853/14 Die Vert auenspersonen. Friedrichsfelde. Am Donnertag, den 22. Juni 1893, Abends 8% Uhr, im gokale des Herrn Maikowsky, Wilhelmstraße Nr. 11: Große öffentl. Bolts- Versammlung. 338/8 Tagesordnung: 1. Die Stichwahl Referent G. Wagner- Berlin. 2. Diskussion. Zur Deckung der Unfosten findet Tellersammlung ftatt. Der Einberufer. Arbeiterinnen auf Serviteurs und 3. Verschiedenes. Oberhemden finden dauernde u. lohnende Beschäftigung. Goldstein u. Grünfeld, Ballitr. 12. 490b Versilberer verl. Andreasstr. 10. Baroque- Vergolder, Vergolderinnen, Panopticum. Theater- und Spezialitäten- Bersilberer verl. Ruthenberg, Frieden Neu: Blaue Grotte. Nen: Vorstellung, fowie Concert. Anjang 4 Uhr. Geistertisch. Entree 30 Pf., refervirter Plat 50 Pf. Das Wunderpferd. 4127L Täglich 6-10: Spezialitäten Theater = ohne Extra- Entree. Castan's Helmuth Peters. Ostbahn- Park am Rüstriner Play, ( Hermann Jmbs) Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof Konzert, Panopticum. Täglich: Theater i Neu: Der Tod als Erlöser. Neu: Die Schrecken des Meeres. Bauern- Aufstand! Illusionist. Vorstellungen. Irrgarten. Schreckenskammer. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Im prachtv. Sommergarten täglich Gr. Garten- Concert und Spezialitäten Vorstellung. Bei ungünstigem Wetter findet die Vorstellung im Saale statt. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Bf. Norddeutsche Brauerei. u. Spezialitäten Vorstellung. Pantomimisten- Truppe Garetton, urfom. Tarameter- Drofchtenjahrt, Mr. De Do fs, Neger- Egentric 2c. Volksbelunig. jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. 2-8] Garantirt reine traße 10. 489b Dresler, welcher gut poliren kann, verl. F. Prieß, Matthiasstr. 3, an der Landsberger Allee. Grandirer 483b gegen hohen Lohn bei ständiger Arbeit fucht 44348* Plagemann u. Maad, Gotha. Buchdrucker, bisher Redakteur eines Parteiblattes, fucht Stellung als 43702* Sorrettor, Accidensfeber Friedrichsberg. Große öffentl. Wählerversammlung hr, am Freitag, den 23. Juni d. J., Abends 8½ im Lokale des Herrn Spitig, Frankfurter Allee 193. Zages Ordnung: 1. Die Stichwahl. Referent Genosse Massini aus Berlin. 2. Diss fuffion. 8. Verschiedenes. Das Erscheinen sämmtlicher Wähler des Ortes ist bringend erforderlich. 338,6 Das Wahlkomitee. Kurhaus- Friedenau. Große öffentl. Wählerversammlung am Donnerstag, den 22. Juni cr., Abends 82 Uhr. Tagesordnung: 1. Die am Sonnabend den 24. Juni bevorstehende Stichwahl. Referent oder dergl. Redaktionelle Mitarbeit Genosse Augußin- Berlin. 2. Diskussion. auf Wunsch gern. Offerten unter R. S. 9 nimmt die Expedition des Vorw." entgegen. Eine alte deutsche Feuer- Verf.- Gesellschaft sucht für Berlin u. die Provinz thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. Ungar- Weine Sobe fortlaufende Bezüge event. auch schon bei Einzelflaschen zu EngrosPreisen bei Karl Kinzel, Wrangelstr. 30. festes Gehalt werden zugesichert. Offerten unter O. P. 2 nimmt die 43632* Expedition entgegen. Th. Keller's Hofjäger, 419/17 Britz. Das Komitee. Große öffentl. Wählerversammlung am Donnertag, den 22. Juni, Abends 8 Uhr, in Rudolff's Lokal( früher Müller), Chauffeestraße Nr. 97. Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Stichwahl im Kreise Teltow- Beeskow- Storkowe Charlottenburg. Referent Genosse Kasper- Groß- Lichterfelde. 2 Distussion. Hasenhaide, 3. Berschiedenes. BergmannstrassenEcke. Heute, Mittwoch, den 21. Juni 1893: Großes Kinderfest 52/4 mit Gratisverloosung, 419/18 Bur Dedung der Unkosten findet Zefferfammlung ftatt. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Rummelsburg. Hahnenschl., Sackhüpf., Bonbonregen. Am Freitag, den 23. Juni, Abends 8 hr, im Lokale des Herrn Borchmann, Hauptstraße 83: Großes Garten- Konzert und Ball. Marionetten- Theater, Voltsbelust. Abends: Gr. Fadelzug u. beng. Beleuchtung. Anf. des Konzerts 4 Uhr. Entree 15 Pf., vorb. 10 Bi., Kinderbill. à 15 Pf. a. d. Kaffe. Morgen Donnerstag: Großes Extra- Militär- Konzert. Achtung! A. Froelich. Oeffentliche Versammlung. Achtung! fteller 8/7 Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Diejenigen Vereine und Mitglieder des Bunues, welche gewillt find, zum 58. Chaussee- Strasse 58. Volksfelt in Schönholz am 9. Juli sich am modernen Feftzug, Triumph Täglich: Concert. Wochentags Entree frei. Bei ungünstiger Witterung im Saal. E Die neu eingerichtete Kaffeeküche ist den geehrten Gästen von 2 bis 6 Uhr geöffnet! 4146L* der Arbeit zu betheiligen, werden ersucht, betreffs Ausgabe der Rollen, am Sonntag, den 25. Juni, Vormittags 82 Uhr, in den ,, ConcordiaFestsälen", Andreasstraße 64, zu erscheinen. 106/1 Die Kommiffion. J. A.: Otto Rasche, Mariannenftr. 84. Maurer. Schmiedel's Festsäle, Ordentliche Mitglieder- Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins Alte Jakobstrasse 32, empfehle meine hocheleganten Säle Zages Ordnung: [ 381/2] zur Abhaltung jeder Art Festlichkeiten. am Donnerstag, den 22. Juni, Ab. 8 Uhr, b. Brochnow, Gebastianstr. 39: Auch steht den geehrten Vereinen 2c. Der große Sommergarten zur Verfügung. Bortrag, Diskussion, Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden Wwe. E. Schmiedel. aufgenommen. Der Vorstand. Berantwortlicher Reduafter: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Berlag von Maz Zagesordnung: 1. Die Stichwahl im Kreise Nieder- Barnim. Referent Schrift Um zahlreiches Erscheinen ersucht Das Lokal- Wahlkomitee. Curt Baake. 2. Distuffion. Achtung! Johannisthal- Nieder- Schönweide n. Umg. Große öffentl. Volksversammlung für Männer und Frauen am Donnerstag, den 22. Juni, Abends 8 Uhr, in der Brauerei Borussia" zu Nieder- Schönweide. Tagesordnung: 419/19 1. Die Stichwahlen. Referent: J. Türk. 2. Diskussion. Zur Deckung der Unfosten wird ein Eintrittsgeld von 10 Pf. erhoben. Üm zahlreiches Erscheinen fordert auf Der Vertrauensmann. Aufforderung. Alle Diejenigen, welche noch im Besik von Sammellißen des Nieder Barnimer Kreises sind, werden dringend ersucht, spätestens bis Sonnabend, den 24. Juni, dieselben abzuliefern. Das Wahlkomitee: 338,5 3. A.: Anton Kopp, Friedrichsberg, Borhagenerftr. 20. Hierzu eine Beilage. Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 143. Die Reichstagswahl. Mittwoch, den 21. Juni 1893. Tokales. 10. Jahrg. Parteigenoffen und Genoffinnen des zweiten Berliner Reichstags- Wahlkreises. Am Donnerstag, den 22. Juni, findet im zweiten Wahlkreis abermals eine Flugblatt- Bertheilung statt. Genossen, welche gewillt sind hierbei mitzuhelfen, werden ersucht, sich am Donnerstag, Abends 71% Uhr, in folgenden Lokalen einzufinden: leber grobe Wahlbeeinfluffungen wird uns aus Nordhausen berichtet. In den meisten Dörfern dieses Wahlkreises Ueber den fünften Berliner Wahlkreis schreibt die sollen die Gutsbesizer, Schulzen 2c. den Arbeitern rücksichtslose Zur Beachtung am Wahltag. Bei der Hauptwahl am Frankfurter Zeitung": Gine vorurtheilslose Be- Entlassung aus der Arbeit angedroht haben, wenn sie nicht den 15. Juni ist es wiederholt vorgekommen, daß Wähler aus trachtung muß daran fefthalien, daß neben allgemeinen Mo- Stimmzettel abgeben würden, der ihnen von den Herren ein- Mangel einer Legitimation von der Urne zurückgewiesen wurden, menten auch spezielle den erheblichen Stimmenrückgang erklärlich gehändigt wurde und der auf den Namen des antisemitisch- und, da sie in legter Stunde erschienen waren, fie nicht mehr machen. Insbesondere war das im fünften Wahlkreise der konservativen Kandidaten lautete. Die Abstimmung wurde aber herbeischaffen konnten. Da bei der Stichwahl von einer einzigen Fall, der bis zum 15. Juni als die Hochburg" der freifinnigen noch am Tage der Wahl insofern beeinflußt, als an die Arbeiter Stimme schon der Erfolg abhängig sein fann, so möge jeder Partei galt und auf den daher die Sozialdemokraten ihre Kraft Streifen Schreibpapiers vertheilt wurden, auf die die Gutsbesitzer Wähler, zumal der weitab vom Wahllofal Wohnende, irgend fonzentrirten. Es war unter solchen Umständen ein einfaches den Namen des tonfervativen Kandidaten geschrieben hatten. ein Legitimationspapier( Steuerzettel, Miethstontrakt zc.) bei sich Gebot vernünftiger Parteitaktit, den Gegnern so wenig Angriffs- Man wollte die Arbeiter also so scharf wie möglich kontrolliren. führen. fläche wie möglich zu bieten. Statt dessen stellte man Dr. Hoffentlich sind aber auch die Arbeiter in den ländlichen BeBaumbach auf, gegen dessen Person wie parlamentarische zirken so weit ausgeklärt, daß sie sich nicht so ohne weiteres ihr Sie werden gut Befähigung zwar nichts zu erinnern ist, der aber für Berlin eine bischen Wahlrecht illusorisch machen lassen. der schwächsten Kandidaturen war, die sich denken thun, alles Material zu sammeln, womit das Wahlergebniß an ließen. Jeder andere Fortschrittsmann hatte mehr Stimmen zufechten ist, damit dann den Herren von den Ordnungsparteien erzielt und wäre daber mit günstigeren Chancen zur Stich das unsaubere Handwerk der Wahlbeeinflussung gelegt werden kann. wahl gelangt. Wir meinen nicht die Affäre Herbette, die in un finniger Weise aufgebauscht worden ist, sondern hauptsächlich Baumbach's frühere Zugehörigkeit zur Sezession. Angesichts der neuesten Vorgänge verschnupfte das stark im Lager der alten Fortschrittler und trieb viele, wenn nicht zur Stimmabgabe für den Sozialdemokraten, so doch zur Stimmenthaltung. Dazu fam Herrn Baumbach's Abreise vor der Abstimmung über die Wiilitärvorlage. Es liegt nicht der geringfte Grund vor, daran zu zweifeln, daß er an die Verschiebung der Abstimmung glaubte(?!!!); allein weite Kreise der Wählerschaft wollten das nicht gelten lassen und gaben ihrem Mißmuth durch sozialdemo fratische Stimmzettel Ausdruck. Das alles fonnte dem leitenden die Sozialdemokraten zu stimmen. Wahlfomitee befannt sein; wenn es trozdem Baumbach's Kan didatur festhielt, so müssen eben die unausbleiblichen Konsequenzen folchen Thuns getragen werden." Auch in Solingen findet die Stichwahl schon am 23. Juni ftatt, angeblich weil der„ Samstag der Industrie sehr ungünstig ift". Nicht etwa, um, wie die National- 3tg." sich ausdrückt, ein Bischen zu fontrolliren"!!! " Ueber die Waschlappigkeit der Wasserstiefler erhalten mir aus Lübeck eine neue Bestätigung. Dort empfiehlt der Vorstand des Vereins der fretsinnigen Volkspartei seinen Getreuen, bei der Stichwahl gegen Sozialdemokraten Schwarz und für den militärjrommen Dr. Görz zu stimmen. Der Aus Kassel wird berichtet: Der hiesige katholische Dechant Stoff fordert in einem Rundschreiben die Katholiken des Wahlkreises Raffel Melsungen auf, in der Stichwahl zwischen dem fonfervatio- antisemitischen Kandidaten Professor Hüpe den und dem Sozialisten Pfannkuch für Hüpeden zu fimmen, obgleich diefer gegen die Aushebung des Jesuitengeseges ist. Dechant begründete feine Aufforderung mit der Pflicht, daß nicht die grundsätzliche Gottlosigkeit zum Siege gelange".( Frf. 3.) Wahlenthaltung empfiehlt die Elsaß Lothringische VoltsBeitung" den Parteigenossen im 3. elsässischen Wahlkreise Colmar. Wir hätten keine Veranlassung einen der beiden in Frage kommenden Kandidaten, den liberalen Elsässer Ruhland und den Protefiler Preiß, zu unterstützen. " leber den Langerhans, Randidaten der freifinnigen Boltspartei in Berlin I, der mit dem rothen Gespenst" op erirt, siehe unseren heutigen lokalen Theil. In Mainz hat der Ausschuß der demokratischen Partei nach auswärtigen Blättern beschlossen, den demokratischen Wählern zu empfehlen, in der Stichwahl für den Sozialdemokraten zustimmen, Die Volkspartei in Würzburg bat befchloffen, bei der Stichwahl für unseren Kandidaten Redakteur Fülle zu stimmen. Auch in mehreren Städten Sachfens find am Wahltage die Fabriken Mittags geschlossen worden. Solches wird z. B. aus Chemnitz und Meißen gemeldet. Es wäre nur zu wünschen, daß diese Ausnahmen zur Regel würden. Die freifinnig- demokratische Partei bat in Baden bei den Wahlen am 15. Juni einen Rückgang zu verzeichnen, der ihr ein Mandat( Pjorheim) kostet. Freie Volksbühne. " Die Freie Volfsbühne" hat am Sonntag Nachmittag Calderons Schauspiel Der Richter von Zalamea zur Aufführung gebracht. Das Stück wurde von dem Personal des National- Theaters" und mehreren für die Hauptrollen angeworbenen Gästen vortrefflich dargestellt und von dem troß der Size wieder bis auf den letzten Plah gefüllten Hause sehr bei fällig aufgenommen. " " ,, Der Richter von Balamea" behandelt ein Motiv, das oft genug dian atisch vernerthet, aber erst durch Sudermanns Schaufpiel Die Ehre" gewissermaßen populär" geworden ist: jenen Konflift, der sich aus der Anschauung der auf grund ihrer Abstammung oder ihres Besizes herrschenden Kreise ergiebt, daß der gemeine Mann" so etwas wie eine Ehre überhaupt nicht habe, also auch feine zu verlieren habe, und daß man ihm daher, wenn er fich beleidigt glaube, feine Genugthnung schuldig sei. Bei dem spanischen Klassiter Calderon ist die Lösung dieses Konflifies f.eilich eine andere als bei dem deutschen modernen Sudermain. Der durchgefallene Kandidat der Konservativen in Dresden Neustadt, Stadtrath Weblich, hat die„ Dresdner Nachrichten", ermächtigt", zu erklären, daß er seine Wähler auffordern wird, bei der Stichwahl für den Antisemiten Zimmermann zu ſlimmen, da der Gegenkandidat unser Genosse LandtagsAbgeordneter Kaden ist. Etwas anderes hat kein Mensch von den Dresdener Konservativen erwartet, weshalb Herr Weglich mit seiner so pompös angekündigten Haupt- und Staatsattion nur auf allgemeine Heiterfeit rechnen darf. Der Hänel fordert seine Mitwadelstrümpfe auf, gegen Der durchgeraffelte Sinze fordert seine Wähler auf, in der Stichwahl für den nationalliberalen Phrasendrescher Enneccerus zu stimmen. " Eine Hammelgeschichte. Der Berliner Zeitung" schreibt man: Aus einem seltsamen Grunde hat ein mecklenburgischer Agrarier sozialdemokratisch gewählt. Der Fall ist allerdings schon bei der vorigen Wahl( 1890) vorgekommen, aber erst jetzt allgemein bekannt geworden und dem Betreffenden, der nicht leugnen fonnte, in öffentlicher Versammlung vorgehalten worden Auf einem Gute im zweiten mecklenburgischen Wahlkreise( bei Reffin) ist es, wie vielfach, herkömmlich, daß jeder Gutsarbeiter vom Gutsherrn im Frühjahr einen Hammel bekommt, sozusagen als Theil der Löhnung. Nun hatte vor der vorigen Wahl der dortige Gutsherr den Arbeitern erklärt, daß es feinen Hammel gebe, wenn sie sozialdemokratisch wählen sollten. Die Urne barg einen einzigen fozialdemokratischen Stimmzettel, den aber niemand abgegeben haben wollte. Der Gutsherr entschied, daß, wenn er Thäter" nicht erfahre, niemand den Hammel bekomme. nach sechs Wochen bekamen Gutsherr und Verwalter Streit und der Verwalter gab seine Stellung auf. Als er sich von den Arbeitern verabschiedete, verrieth er diesen auch den ihm bekannten Anhänger der Sozialdemokratie auf dem Gute: Der Gutsherr, ein waschechter Agrarier und eifriger Bekämpfer der Sozialdemo tratie, hatte selbst den sozialdemokratifaen Bettel abgegeben, um auf diese schlau überlegte Weise seine Hammel aufparen." den " Der sozialdemokratische Stimmenzuwachs in Baden wird auf 7000 Stiminen veranschlagt. Der Niederbayerische Bauernbund, der sich gegen das Bentrum und gegen die Militärvorlage wendet, hat große Erfolge aufzuweisen. Ein Telegramm aus Straubing meldet, daß Graf Preysing nicht in Stichwahl kommt, sondern bereits definitiv von Brudmaier geschlagen ist! Dagegen hat Dr. Pichler( Paffau) mit 4 Stimmen Majorität über immer gefiegt. Es hat also der Niederbayerische Bauern bund im ersten Aufturm von den 6 niederbayerischen Wahlfreisen bereits 3 Kelheim, Straubing, Pfarrkirchen- gewonnen und in Passau beinahe gesiegt. Hermann Werner, Bülowftr. 59, Restauration. Wwe. Läge, Fürbringerstr. 22, Restauration. Sachs, Markgrafenstr. 102, Restauration. Leopold, Markgrafenstr. 89, Restauration. Wilh. Grube, Mariendorfer: u. Solmsstr.- Ede, Nest. Otto Klein, Schönleinstr. 6, Restauration. Alle Parteigenossen, besonders derjenigen Kreise, welche keine Stichwahlen durchzumachen haben, und gewillt sind, am Tage der Stichwahl im zweiten Wahlkreis mitzuhelfen, werden ersucht, fich in folgenden Lokalen von 71/2 Uhr Morgens ab einzufinden: Zentral- Bureau Bockbrauerei( Tempelhofer Berg). 1. Wahl- Bureau bei H. Werner, Bülowstr. 59. Leopold, Markgrafenstr. 89. Kresse, Fichtestr. 29. 2. 3. " . Das Wahl- Romitee. Vierter Wahlkreis. Parteigenossen, welche bei der Stich wahl im Nieder- Barnimer Kreis am Sonnabend helfen wollen, bitte sich bei Emil Böhl, Frankfurter Allee 74, am Freitag Abend 8 Uhr einzufinden, um das Nähere zu besprechen. Ostar Schulz, Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 34. Achtung! V. Wahlkreis! Den Genossen zur Nachricht, daß am Donnerstag, Abends 71/2 Uhr, ein Flugblatt zu Ver= breitung gelangt. Nicht allein die in diesem Wahlkreis wohnenden Genossen, sondern auch tie der anderen Berliner Wahlkreise werden ersucht, sich zahlreich an dieser Arbeit zu betheiligen. Zur Ausgabe gelangt das Flugblatt in den Do'a en: Hirtenstraße 10, Kleine Hamburgerstr. 27 und Neue Königftr. 89. Das Wahltomitee. Achtung, 6. Wahlkreis! Alle diejenigen Genossen, die gewillt sind, am Tage der Stichwahl zur Agitation in den Kreisen Potsdam- Dit- Havelland und Niederbarnim sich zur Verfügung zu stellen, werden ersucht, fich am Donnerstag, den 22. Juni, Abends 8/2 Uhr, in folgenden Lokalen zu melden: Hermerschmidt, Perlebergerstr. 28. Wilte, Hochstr. 32a. Wizel, Elisabethkirchstr. 18, Liezte, Schwedterstr. 33. werden ver. Fahrt und 3ehrungskosten gütigt. Bugleich ersuchen wir diejenigen Genossen, welche am Lage der Stichwahl im 5. Wahlkreise thätig sein wollen, sich im Bentral- Büreau, Gipsstr. 3, zu melden. Die Vertrauenspersonen. Alle Parteigenossen derjenigen Kreise, welche feine Stich wahlen durchzumachen haben, werden ersucht, sich uns zur Stichwahl zur Verfügung zu stellen und sich am Donnerstag, den 22. Juni, Abends 7 Uhr, zur Verbreitung der Flugblätter an folgenden Stellen einzufinden: 1. Trieschmann, Jüdenstr. 55; 2. Sommer, Grünstr. 21; 3. Seidenstücker, Jäger- und Kanonierstraßen Ecke; 4. Stockfisch, Holzgartenstr. 5; 5. Lehmann, Ohmga'se 5a; 6. Wendt, Claudiusstr. 19; 7. Kronenstr. 33, Steybierhalle. Das Romitee. Crespo, welcher der Uebermacht erliegt, durch seine Begleiter ge besondere das Verhältniß, in welchem dort der Soldat zum bunden fortschleppen. Isabel wird außerhalb des Dorfes durch Nichtsoldaten steht, haben mit den Zuständen, wie sie noch heute den Hauptmann vergewaltigt. Juan, vom General zurückgeschickt, bei uns herrschen, eine überraschende Aehnlichkeit. Ein Offizier um einen vergessenen Gegenstand zu holen, hört das Geschrei der z. B., der den vermeintlichen Beleidiger auf der Stelle mit dem Schwester, eilt herbei und verwundet den Hauptmann, der von Degen niederstoßen darf und so mit dem Frevler, unter Verzicht seinen Spietgesellen ins Dorf gebracht wird. Im Walde findet auf Verhör und Vertheidigung, noch fürzeren Prozeß machen die vor dem Bruder fliehende Isabel den gebundenen Bater. darf als Pedro mit dem Hauptmann Alvaro, ein solcher Pedro Crespo schwört, die ihm und der Zochter angethane Schmach Offizier fomunt uns leider garnicht spanisch, sondern sehr deutsch zu rächen. Indem er mit der Tochter nach Zalamea aufbricht, vor. Das ist beschämend für uns; denn Calderon lebte im bringt man ihm die Nachricht, daß er hier soeben zum Richter 17. Jahrhundert und läßt sein Stück im 16. spielen, wir bereits am Ausgange des 19. ftehen. gewählt worden sei, und daß der Hauptmann, von einem Un- während bekannten verwundet, heimlich ins Dorf gebracht worden sei Aber leider kommen wir bei den wenigen, doch wichin denen unsere Zustände fich DON Er hat jetzt den Echänder seiner Ghre in seiner Gewalt. Aber tigen Punkten, gerade jetzt darf er nicht persönliche Rache an ihm üben, da man den spanischen zu Calderon's Zeiten unterscheiden, noch schlechter ihn eben auserwählt hat, über Recht und Gefeß zu wachen. Als weg. Die Aburtheilung des Hauptmanns wie eines gemeinen Richter läßt er den Hauptmann festnehmen; aber auch den eigenen Verbrechers durch einen Bauern als Richter und die Bestätigung wer Luft hat, mag den Ges Sohn läßt er, als er sich in Balamea blicken läßt, in Gewahr dieses Urtheils durch den König, sam bringen, um nach Gesetz und Brauch gegen ihn zu verfahren. daufen zu Ende denken! Die Mehring'sche Monatsschrift„ Die Tem Hauptmann tritt er dann, seiner obrigkeitlichen Würde sich Boltsbühne" bemerkt in der üblichen Vorbesprechung des Stückes für den Augenblick entkleidend, nur als Mensch entgegen. Er mit feinem Spott, es sei für uns Deutsche fast noch mehr modern bittet ihn, ihm durch eine Heirath mit der Tochter die Ehre als tlaffisch." Der deutsche Bürger hat noch weit dahin, ehe er In tas Dorf Balamea in der spanischen Landschaft wiederherzustellen. Alvaro weist diese Zustimmung zurück, und es zu dem starren Nacken und dem steifen Rücken des Bauern Estremadura kommen auf ihrem Marsche nach Portugal die als der Alte ihn auf den Knien darum anfleht, verspottet er ihn. Pedro Crespo bringt." Der deutsche Bürger, soweit er Bourgeois ist, Truppen König Philipps II. von Spanien. Sie machen La besinnt sich Pedro Crespo auf die in seine Hände gelegte wird es dahin nie bringen; er entwickelt sich im Gegentheil immer hier alt, und dem Bauer zu Pedro Crespo Gewalt. Er macht dem Hauptmann den Prozeß und verurtheilt mehr nach der entgegengesetzten Seite hin. Aber vom deutschen Vor Vollstreckung des Proletariat ist eher etwas zu hoffen. tommt der Hauptmann Don Alvaro de Atayde in ibu auf grund der Gefehe zum Tode. Unter allen Borstellungen, welche das„ National- Theater" in Quartier. Der Bauer verbirgt feine schöne Tochter Isabel Urtheils erscheint Don Lope, der gehört hat, daß der Richter vor der inquartirung, aber der Hauptmann, der gar kein Ver von Zalamea seinen Hauptmann festhält, und verlangt von diesem Spieljahr der Freien Voltsbühne geboten hat, ist die des langen nach der Tochter trägt und sie sammt ihrem Bater als Pedro, der sich ihm als diesen Richter präsentirt, die Freilaffung Richter von Zalamea" die beste. Das Stück ist vom Direktor bäurisch verachtet, will sich nun aus Troy Zutritt zu ihr ver des Verurtheilten, der nach Kriegsrecht abgeurtheilt werden solle. May Samit mit Geschick in Szene gesetzt und sehr sorgfältig schaffen und dringt unter einem Vorwande in ihr Zimmer ein. Als Pedro die Freilassung weigert, droht Lope mit Gewalt. Der einstudirt. Die Ausstattung ist in einzelnen Szenen von wirklich Pedro Gresoo und sein Sohn Juan eilen bewafinet hinter ihm von ihm befohlene Angriff auf das Torf wird durch die Das überraschender Wirkung. Auch die vom Kapellmeister Wiedecke her und finden ihn vor Isabel, die er, von ihrer Edönheit er- zwischenkunft des Königs verhindert. Der Streitfall wird ihm tomponirte Zwischenatts- Mufit verdient angehört zu werden. Unter griffen, mit Schmeichelreden überhäuft. Der Alte verbirgt seinen zur Entscheidung vorgelegt, und der König stellt sich nicht auf den Mitwirkenden stehen obenan die Gäste Erich Schmidt Grimm und sucht den Hauptmann auf gute Manier hinauszu- die Seite des Verbrechers im Soldatenrock, sondern des miß( Pedro Crespo), Gustav Kober( Don Lope) und Sophie bringen. Aber Juan, weniger besonnen, reizt den Horn des handelten Bauern. Aber die Freigabe des Gefangenen, über den Burska( Isabel), deren vortreffliche Leistungen wohlverdienten er richten dürfe, verlangt Crespo Beifall fanden. Das Personal des„ Nationaltheaters" that hochmüthigen Hauptmanns, der gegen ihn den Degen zieht. Die nur nur noch den Leichnam ausliefern; um zu ver- wacker mit. Max Samst und Hugo Hummel erregten Hechtenden werden durch den dazukommenden General Don fann beireit werde und un in den Episodenrollen eines verarinten Land- Edelmannes und Lope de Figuerra getrennt. Der General weist den hindern, daß der Hauptmann Hauptmann aus dem Hause und wählt dieses für sich selest als gefirait entfomme, hat er ihn inzwischen erdrosseln lassen. feines hungrigen Dieners lebhafte Heiterkeit. Ein einziges Mal während der ganzen Vorstellung wurde Quartier. Ter Hauptmann Don Alvaro. sucht sich der schönen Der König muß zugeben, daß Pedro Crespo, von den ForIsabel trotzdem aufs neue zu nähern. Er bringt dem erst ver- malitäten des Prozesses und der Ürtheitsvollstreckung abgesehen, bei offener Szene applaudirt. Dazu bedarf es in der Freien achteten Bauernmädchen ein Abendständchen, wird aber fammt wenigstens gerecht geurtheilt hat, und ernennt ihn zum Voltsbühne" bekanntlich immer eines ganz besonderen Anlasses. seinen Begleitern von dem General und von Pedro Crespo mit Richter von Zalamea auf Lebenszeit. Crespo liefert darauf die Es geschah, als der König das Urtheil Pedro Crespo's bestätigte bewaffneter Hand verjogt. Um weiteren Streit zu verhüten, er- Begleiter des Hauptmanns und seinen eigenen Sohn an den und diesen zum Richter von Zalamea auf Lebenszeit machte. Dieser Beifall galt nicht dem Schauspieler, der sich bierbei gar hält Alvaro Befeht, mit seiner Abtheilung noch in der Nacht schnell wieder versöhnten Don Lope aus. Das Calderon'sche Schauspiel taun, wenn man von dem feines Aufwandes an künstlerischen Mitteln bedient hatte, sondern ben Ort zu verlassen. Ton Lope zieht gleich darauf, noch vor Tagesanbruch, ebenfalls ab und nimmt Juan, der ins Heer durch Zeit und Ort bedingten äußeren Gewande absieht, in das dem Vorgang. Die Entscheidung des Königs wandelte sich also tritt, als Begleiter mit. Don Alvaro fehrt im Morgengrauen die Handlung gefleidet ist, als ein ziemlich getrenes Spiegelbild in eine Art Plebiszit, und dieses Plebiszit war fichtlich nicht noch einmal nach Balamca zurück, raubt Isabel und läßt Pedrol der Jeztzeit gelten. Die darin geschilderten Zustände, ins- 1blos gegen die Soldatesta Philipps II. gerichtet. er 19 troydem. " Charlottenvurg. All« Parteigenossen werden dringend ersucht, zu der am M i t t w o ch und D o n n e r st a g Abend von K Uhr ab stattfindenden gewissenhaften Verbreitung von Flugblättern sich im Restaurant H. W e r n i ck e. Krumme- straß« 19, reckt zahlreich einzufinden� Es versäume keiner seine Pflicht zu erfüllen, denn unsere ganze Kraft einzusetzen ist er- forderlich. Di« nächst« Wählerversammlung findet Freitag Abend in Bismarckshöhe statt. Das Lokal-Wahl'Komitee. I. A.: G. B e y e r. Wallstr. 4«. Die Genossen von Schöneberg werden hiermit ersucht, Donnerstag, Abends 7 Uhr, an der Flugblattvertheilung zu der bevorstehenden Stichwahl im Teltow-Becskow-Storkowcr Kreise sichs recht rege zu betheiligen. Die Genossen, welche helfen wollen. mögen sich in folgenden Lokalen melden: Restaurateur Pinzer, Nollendorffstr. 18. Restaurateur Siegler, Goltzstraße 43, Hoff- mann. Sedanstr. 16. Das Wahlkomitee. Achtung! Parteigenossen! Alle in Berlin und Umgegend arbeitenden, im Kreise Jüterbog-Luckenwalde-Zauch- B e l z i g wohnenden Genossen werden aufgefordert, am 24. d. M. ihr Stimmrecht auszuüben, um unserem Genossen Genscher in der Stichwahl den Sieg erringen zu Helsen. Das Wahlkomitee. Parteigenossen! Wir haben Sonnabend, den 24. Juni, einen heißen Kamps zu bestehen. Wenn wir«inen Sieg erringen wollen— und wir müssen siegen— so können wir es nur mit Hilfe der Berliner Genossen. Der Sieg hier in unserm Kreise ist für unsere Partei um so wichtiger, weil hier die Landbevölkerung ausschlaggebend ist. Hauptsächlich müssen der Kreis Zauch- Belzig und die Städte Baruth und Dahme mit Umgegend, welche Ihr mit der Bahn erreichen könnt, bearbeitet werden. Von Luckenwalde aus ist es sehr schwierig, dorthin zu gelangen. Darum auf, Genossen, unterstützt uns, aus zum Kampf und Sieg. Das sozialdemokratische Wahlkomitee Belzig- Luckenwalde. I. A.: Eugen Bartsch, Luckenwalde, Dahmerstr. 13. Gr.- Lichterfelde- Lankwitt. Diejenigen Genossen, welche sich an der Flugblattvertheilung betheiligen wollen, werden ersucht, sich am Mittwoch, den 21. Juni. Abends 7 Uhr, im Lokale des Herrn Albert Schlüter, Wilhelmstraße, einzufinden; auch werden dort diejenigen Genossen notirt, welche am Tage der Stichwahl helfen wollen. Der Vertrauensmann. Parteigenosse» des Teltow- BceSkow- Storkow- Charlottenburger Kreises! Großartig war Euer Opsermuth zur Hanptwahl für unsere Sache, daher auch der große Erfolg von"über 12 000 Stimmen Zuwachs in unserem Kreise. Aber trotz der 31 400 abgegebenen Stimmen für unseren Kandidaten Zubeil müssen wir noch einmal in den Wahlkampf. Da wir jetzt die Agitation an den Werktagen betreiben müssen und unsere Geldniittel im Kreise stark angegriffen sind, so appelliren wir daher nochmals an Euren stets bewährten Opfer- muth und bitten, die Sammellisten noch einmal zirkuliren zu lassen. Neue Listen sind beim Komitee, Berlin, Naunynstr. 86, oder bei Wer» icke, Charlottenburg. Krummestr. 19, zu haben. Das Zentral-Wahlkomitee des Kreises Teltow- Beeskow-Storkow» Charlottenburg. I. A.: W e r n i ck e. B ö k e r t. R e tz e r a u. Cin tapferer Fortschrittsheld— einer von den„guten" Revolutionären, die Virchow entdeckt hat— ist Herr Dr. Langer- Hans, der seine letzte Wahlrede, wie das„Berliner Tageblatt" berichtet, mit den Worten schloß: „Ohne wirklich an dem Vaterland ein Un- recht zu begehen, dürfen wir nicht einer Partei Gefolgschaft leisten, welche den Zweck hat, u n s e r e j e tz i g e G e s e l l s ch a f t s o r d n u n g z u stürzen, um eine neue an derenStelle zu setzen, welche der menschlichen Natur ganz und gar zuwider i st." Um diesen Helden aufs Panier zu erheben, hatte der wasser- siieflige Freisinn nicht nöthig, den Wadenstrümpfler Ällexander Meyer zu verdrängen. Diejenigen Fortschriltler, welch« hierbei wirklich die Absichl hatten, ernst den Kampf mit dem Militaris- mus und der Reaktion auszunehmen, werden einsehen, wie sie sich getäuscht haben, als sie sich die Kandidatur des Langerhans auf- drängen ließen, und werden sich in letzter Stunde entscheiden müssen, dem sozialdemokratischen Kandidaten ihre Stimme zu geben. Wir brauchen in deni Kampfe Männer, aber kein altes Weib. Unsere polnischen„Briider". Aus betheiligten Arbeiter- kreisen erhalten wir folgendes beachtenswerthe Schreiben: Einen jeden Genossen hat es gewiß mit hoher Freud» erfüllt, als vor einigen Jahren das Organ ins Leben gerufen wurde, welches auch unter den polnischen Arbeitern das leider nur zu kehr vöthige Licht verbreiten sollte. Bei der jetzigen Wahlagitation haben wir gesehen und sehen wir es noch, daß dasselbe schon die „Der Richter von Zalamea" ist die letzte Vorstellung vor den Sommerferien.(Für die 2., 3. und 4. Abtheilung findet die Vorstellung am 2S. Juni, 2. und 9. Juli statt.) Ein Rückblick auf den Spiel- plan des hiermit abschließenden Spieljahres zeigt, daß Aus- schuß und Vorstand der„Freien Volksbühne" sich in diesem Jahre mit Glück von einseitiger Pflege einer bestimmlen Richtung der dramatischen Kunst fernzuhalten fjewußt haben. Dieser Spielplan erweist sich als so mannigfaltig wie irgend möglich, unter welchem Gesichtspunkt man ihn auch betrachten möge. Unter den Autoren der 10 Stücke, welche in 9 Vor- sltllungen(Oktober bis Juni) geboten wurden, waren 4 klassische (Lessing, Goethe, Kleist und Calderon), und 6 moderne(Augier, Anzcngruber, Sudermann, Blumenthal und Kadelbnrg, sowie die beiden Neulinge auf dramatischem Gebiet: Faber und Bader). Neben 8 deutschen Autoren kamen 2 nichtdculsche(der Spanier Calderon und der Franzose Augier) zu Worte. Unter den 10 Stücken waren 1 Tranerspiel(Goethe's„Egmont"), 6 Schauspiele(Lessina's„dramatisches Gedicht"„Nathan der Weise", Calderon„Richter von Zalamea", Augier„Die arme Löwin", Sudermann's„Die Ehre", Faber's„Der freie Wille", Bader's„Andere Zeiten"). 1„Volksschauspiel"(Anzengruber's „Das vierte Gebot"), 1 Lustspiel(Kleist'S„Der zerbrochene Krug", Einakter), 1 Schwank(Blninenthal u. Cadelburg's„Großstadtluft"). Ein Stück(„Der freie Wille") war wenigstens für Berlin Novität, ein anderes(„Andere Zeiten") wurde durch die Freie Volksbühne zur überhaupt ersten Ausführung gebracht. Auch wer sich nicht mit allen diesen Stücken einverstanden erkläre» konnte, muß diese Zusammensetzung des Spielplanes billigen.„Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen". Und damit jedem etwas gebracht werden kann, muß jeder seine Privatwünsche gelegentlich auch einmal dem Interesse der Gesammtheit unterordnen können. Eine größere Mannigfaltigkeit des Spielplanes kann, natürlich abgesehen von der Zahl der Borstellungen und Stücke, selbst von einer stehenden Bühne kaum verlangt werden. Die Freie Volksbühne ist durch das ablaufende Spieljahr, dai in künstlerischer Beziehung als das erfolgreichste seit ihrem Bestehen bezeichnet werden muß, aus dem Stadium des unsicheren Umhertastens und Experimentirens herausgehoben worden und hat nunmehr ein festes Ziel vor Augen. Sie ist daher in diesem Jahre in dem Bestreben, dem arbeitenden Volke die Kunst und der Kunst das arbeitende Volk wiederzugewinnen, ein tüchtiges Stück weiter g«kommen. Glückauf zum nruen Spieljahr! schönsten Früchte getragen hat. Doch wir wissen auch alle, daß die Agitation von Mund zu Mund noch stets die beste gewesen ist. Ties gilt auch den polnischen, meistentheils aber auch etwas deutsch sprechenden Arbeitern gegenüber. Leider hat der Schreiber dieses schon die oft wiederholte Wahrnehmung gemacht, daß gerade von diesem Mittel den„Pollacken" gegenüber gar kein Gebrauch gemacht wird, vielmehr stehen gerade die Berliner Arbeiter und ganz besonders die„gelernten" oder sonst besser situirten den polnischen Arbeitern direkt feindlich gegenüber. Jeder Mensch, oer nur die blasse Ahnung von den wirthschastlichen Verhältnissen im Osten hat. der sollte doch wissen, daß es ganz gewiß nicht die„Wanderlust" ist, welche jene Leute nach dem Westen treibt, sondern einzig und allein die tieftraurigen und erbärmlichen Verhältnisse, unter denen sie gezwungen sind, dort zu leben. Trotzdem giebt es, wie gesagt, auch in Berlin noch zuweilen Ardeiter, welche es geradezu als Sport betreiben, solchen „Pollacken" in der brutalsten Weise entgegenzutreten, dieselben ans die raffinirteste Weise zu chikaniren und ihnen solange zuzu- setzen, bis dieselben aus Verzweiflung eniweder die Arbeit aufgeben müssen oder aber— was leicht begreiflich— Gleiches mit Gleichem vergelten und handgreiflich werden, um dann ebenfalls den Kürzeren zu ziehen. Einem mir persönlich nahe stehenden Arbeiter aus Oberschlesien, welchen ich als eine» durchaus tüchtigen, sehr ruhigen und zu- verlässigen Arbeiter kenne, ist dies thntsächlich wiederholt so ergangen. Und gerade solche Arbeiter vermochten sich zu solchen „Heldenthaten" aufzuschwingen, von denen man das nicht erwarten sollte: Maurer und Steinträger! Wen» die betreffenden glauben, daß sie die polnischen Arbeiter durch solche Mittel zu ziel- beivußten Genosse» erziehen können, dann liegt deren Bildnngs- Niveau noch tief unter dem— des„dümmsten Pollacken"! Der Gesangverein„Vereinte Sänger Moabit" hält am Sonnabend, den 24. Juni, ein Sommerfest im Moabiter Gesell- schaftshause ab. Der genannte Verein i>t der einzige in Moabit, welcher sich der Partei bei jeder Gelegenheit unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat, und ist ihm daher bei dem von ihm ver- anstalleten Fest zahlreiche Belheiligung zu wünschen. Das Gcwcrbcgericht(K a m wer IV) fällte in der vorigen Woche ein Urtheil, das für Alkordarbeilcr von Bedeutung ist. Der Tischler Gucknecht war bei der Frau Lüpnih, deren Man» ihr Werksührer ist, als Geselle thälig. Er hatte einen Akkord iin Gesammtbetrage von 123 M. angenommen, gerieth aber vor dessen Fertigstellung mit dem Meister in Differenzen. Unter anderem sollte er Ztrbeitsmaterial in einen anderen Arbeitsraum schaffen, wessen er sich nach den Angaben der beklagten Frau Lüpnitz geweigert haben soll. Nach seiner eigenen Behauprung hat er dies nicht gethan, sondern nur verlangt, es solle ihm jemand dabei helfen. Dann hat Kläger seinen Akkord nicht mit einein anderen T'sckiler zusammen fertig machen wollen, den der Meiller beauftragt hatte, ihm zu Helsen. Das veranlaßle den Meister alias Werksührer alias Mann der Frau Lüpnitz, G»t- kriecht zu entlaffen. Von dem Akkord, der»och nicht lange an- gefangen war, hatte er 29,70 bezahlt erhalten und klngts nun de» Rest ein, mit der Begründung, daß er den Akkord fertig zu machen sich direkt erboten habe und er unrechtmäßiger Weise daran verhindert worden sei. Die Beklagte wurde ver- urtheilt, dem Kläger 07,30 Mark zu zahlen. Be- g r ü n d u»g: Das Gericht habe nach der Beiveisaufnahme nicht die Ueberzeuguiig gewinnen können, daß ein Grund vorhanden gewesen sei, de» Kläger sofort zu entlassen, umsoweniger, als er sich bereit erklärt habe, den Akkord fertig zu stellen. Wenn Klägerin den Akkord voreilig anderen Gehilsen zur Fertigstellung übergeben und diese dasür bezahlt habe, dann habe sie auch die Folgen zu tragen. Oester vorgekommen ist es, daß Beisitzer zu spät zu den Sitzungen erschienen oder ganz und zwar unentschuldigt ausblieben Bisher konnte in der Beziehung allerdings nur vor- wiegend über die Arbeitgcber-Beisitzer geklagt werden. Einer derselben, Spediteur Lichte, wurde wegen seines unentschuldigten Nichterscheinens zu einer Ordnungsstrafe von zwanzig Mark ver- urtheilt. Wiederum wird eine Mordthat a»S Charkottenburg gemeldet. Dort hat am Montag Abend der den Behörden als Hochstapler bekannte frühere Kutscher Max Heidemann zuerst seine Eheirau zu ermorden versucht und dann die Waffe gegen sich selbst gerichtet. Der am 30. August 1866 zu Schönerlinde im Kreise Niederbarnim geborene Thäter genügte früher seiner Militär- Pflicht bei dem Regiment der Gardes du Corps in Charlotten- bürg und lernte dort die am 26. Oktober 1369 geborene Schnei- denn Helene Mannig kennen, mit der er sich vor einigen Jahren verheirathete. War er schon während seiner Soldatenzeit wegen Fahnenflucht und Gehorsamverweigerung verschiedentlich bestraft und in die zweiteKlasse des Soldatenstandes versetzt worden, so zeigte er sich in seinem Zivilberuf erst recht nicht brauchbar, ließ sich von der Ehefrau, die die Schneiderei weiterbetrieb, ernähren nnd wurde schließlich zum Hochstapler. Bald als Stellenverniittelungs- schwindler, bald unter der Maske eines Bersicherungsbeamten wußte er sich Geld zu erschwindeln, verschmähle aber auch selbst Urkundenfälschung nicht, um Geld zu erlangen. Der junge» Ehefrau wollte das Leben an der Seite eines Taugenichtses durchaus nicht behagen; sie trennte sich Mitte dieses Monats von ihm und zog zu ihrer Mutter nach dem Hanse Magazin- straße 2 zurück. Seit dein suchte Heideinann nach einer Gelegen- heit, um sich zu rächen. Als die" Frau am Montage in der Wohnung des Rentners Lietzmann, Spreestr. 33 zu Charlotten- bürg, arbeitete, fand er sich vor dem Hause ein und gab einem Dienstmädchen gegenüber seiner Absicht, die Frau zu erschießen, unumwunden Ausdruck, zeigte auch die Waffe. Daher begleitete das Dienstmädchen mit seinem Bräutigam nach Been- diguna der Arbeit Frau Heidemann aus dem Nachhausewege. Um 8V» Uhr bemerllen sie in der Nähe des Schlosses den seine Frau auslauernden Mann, der sich ihnen anschloß, an der Ecke der Magazin- und Schloßstraße aber die Gesellschaft allein weitergehen ließ. In der Nähe ihrer Wohnung bemerkte Frau Heidemann, die sich in böser Vorahnung umsah, daß ihr Mann nachgestürint kam. Während die geängstigt« Ehefrau die Treppen emporeilte, liefen die beiden anderen Per- sonen nach einem Schutzmann. Heidemann holte seine Frau im dritten Stock ein und stellte sie mit den Worten: „Nun entgehst Du mir nicht mehr." Inzwischen war der Schutz- mann Horn herbeigerufen worden. Als Heidemann seiner an- sichtig wurde, feuerte er aus einem Revolver nncheinander drei Schüsse auf sein Opfer ab. In der Hast muß er eben schlecht gezielt haben: zwei Gcschoffe trafen den linken Arm der Frau, einer das rechte Handgelenk. Bevor dann die Festnahme erfolgen konnte, jagte sich Heidemann eine Kugel hinter das rechte Ohr in den Kopf, verletzte sich aber gleichfalls anscheinend nicht lebensgefährlich. Beide Ehegatten wurden nach Aiilegung von Nothverbänden nach dem städtischen Krankenhause befordert. wo zu ihrer Vernehmung auf gestern Abend ein Termin angesetzt worden war. In einer großen Blutlache liegend wurde gestern früh um 6Vs Uhr ein Mann vor dem Grundstück Landsbergerstraße 60 aufgesunden. Der Unbekannte, der anscheinend vom Blulsturz befallen war, wurde nach der Wache des 19. Polizei-Reoiers gebracht, starb aber auf dem Wege dorthin. Seine Person hat noch nicht festgestellt werden können. Polizeibericht. Am 19. d. MtS. Nachmittags stürzte ein mit Brettern beladener Arbeitswagen bei der Auffahrt auf den Holzplatz Dieffenbachstraße SO um. Ein zehnjähriger Knabe, der auf dem Wagen geseffcn hatte, wurde herabgeschleudert und durch die auf ihn fallenden Bretter so schwer verletzt, daß er bald darauf im Krankenhause am Urban starb.— In der In- validenstraße gingen die Pferde eines Arbeitswagens durch und liefen vor dem Hause Nr. 44 gegen einen Pferdebahnwagen. Hierbei wurde der Kutscher von seinem Sitze herabgeschleudert und anscheinend innerlich verletzt.— An der Ecke der Linien- und Neuen Königstraße wurde ein Schuhmacher durch erneu Geschäftswagen überfahren und am Kopfe so bedeutend verletzt, daß er nach dem Krankenhause am Friedrich-Hain gebracht werden mußte.— Im Laufe des Tages fanden ö kleine Brände statt. Gerilkiks�eikUttg. Prozeß Paasch. Der seit langer Zeit schwebende, umfang- reiche Prozeß gegen den Kaufmann Paasch und Genoffen begann gestern vor der vierten Strafkammer des Landgerichts I. Die Anklage richtet sich gegen folgende acht Personen: I. Kaufmann Karl Rudolf Paasch. 2. Buchhändler und Kommissionär Theodor F r i t s ch in Leipzig. Buchdruckereibesitzer Franz Heinrich Niemann daselbst, 4. Buchhändler Karl M i n d e daselbst, 5. Buchdruckereibesitzer Gottfried Ernst Rudolf Hille daselbst, 6. Buchdruckereibesitzer Karl Paul R a d e l l i daselbst, 7. Dr. phil. t ermann Friedr. Wesendonck, 3. Buchhändler Otto Fritz rnst S ch w e r d t n e r in Magdeburg. Paasch und Frilsch werden beschuldigt, durch die Broschüre„Eine jüdisch-deutsche Gesandtschaft und ihre Helfer, geheimes Judenthum, Neben» reaierupg und jüdische Weltherrschaft" das Auswärtige Amt, den kaiserlichen Gesandten v. Brandt, den kaiserlichen Legations- sekretär Freiherrn v. Ketteler, den kaiserliche» Konsul Feinde!, den Wirklichen Geh. Legationsrath Kayser und den Geheimen Legationsrath Lindau theils be- leidigt. theils durch nicht erweislich wahre Thatsachen ver- lenindet zu haben. Der Angeklagte Niemann soll sich der Hilfeleistung schuldig gemacht haben. Außerdem werden Paasch, Wesendonck und Schwerdtner verantwortlich gemacht für den von Paasch verfaßten„Offenen Brief an 2e. Excellenz den Reichskanzler Grafen v. Caprivi". In dieser Druckschrift sollen außer den obengenannten Reichsbeamten und dem Auswärtigen Amt der Legationsrath Freiherr v. Eckardt- stein. Geh. Legationsrath Cahn, Generalkonsul Dr. Lindau und der Dolmetscher Dr. Lenz beleidigt sein. Hier werden Hille und R a d e l l i der Hilfeleistung beschuldigt. Der Angeklagte Paasch hatte im Laufe der achtziger Jahre der chinesischen Regierung Projekte über dieAusbeutung von Kohlen- und Eisengniben, sowie über Eisenbahnbauten vorgelegt, welche die Zustimmung der maßgebenden Instanzen nicht fanden. In der inkriminirten Schrift macht Paasch nun haar- slräubende Schilderungen von den Zuständen der kaiserlichen Ge- sandlschaft in Peking, welche er als vollständig vom jüdischen Geiste erfüllt und mit jüdischen und Börsenkreisen verquickt dar- stellt. Er behauptet, daß mau seitens der kaiserlichen Gesandl- schaft versucht habe, sich durch Gewalt in den Besitz der von ihm ausgearbeiteten Pläne zu sehen, um dieselben im eigenen Nutzen zu verwerthen. Paasch erwähnt bei dieser Gelegenheit sämmtliche oben genannte Reichsbeamte und beschuldigt dieselben einer ganzen Reihe strafbarer Handlungen, bezw. macht er über die- selben schwer ekrcnkränkeiide Aeuhernngen, insbesondere über die vortragenden Rälhe Kayser und Rudolf Lindau. Die Quint- effenz der Broschüre besteht in dem Versuche des Nach- weises, daß v. Brandl und eine ganze Anzahl von Bs- amten mit dem internationalen Judenthum und dem Börsen- wesen aufs Engste verknüpft seien und sich mit Hilfe des letzteren zu bereichern suchen. Paasch behauptet sogar, daß man sich mit Gewalt seiner habe entledigen wollen und ihm il. a. auch vergiftete Pastelchen vorgesetzt habe.— Der offene Brief an den Reichskanzler wiederholt den Inhalt der Broschüre in gedrängter Form. Den Vorsitz im Gerichtshofe führt LandgerichtSdirektor Martins, die Anklage wird vertreten durch den Ersten Staats- anwalt Drescher unter Beihilfe des Staatsanwalts v. d. N e ck. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Dr. H e r t w i g. Von den Angeklagten fehlen Paasch und Schwerdtner. Bezüglich de? Angeklagten Paasch theilte der Gefängnißwärter. welcher ihn aus dem Untersuchungsarrest zum Termin vorführen sollte, unter Beifügung eines ärztlichen Atlcstes mit, daß Paasch infolge Verletzungen, welche er sich selb st bei- lebracht hat, erkrankt und nicht vernehmungsfähig ei.— Nach dem Attest des Anstaltsarztes Dr. S t e r n b e r g hat sich Paasch in einem Zustande großer nervöser Ausregung Verletzungen am Unterarm beigebracht, in der Absicht, s i ch d i e P u l s a d e r n z u ö f f n e n. Die Verletzungen, welche er sich beigebracht, seien geringfügiger Natur, dagegen erklärt der Arzt, daß sich Paasch anscheinend in einem Zustande höchster Exaltation befände, so daß derselbe ohne Nachlheile für seine Nerven schwerlich dem Termine werde beiwohnen können. Erster Staatsanwalt Drescher: Nachdem der Angeklagte noch einmal den Versuch gemacht hatte, die Sache abermals hinailszuziehen durch eine bei der Staatsanwaltschaft ein- gegangene Strafanzeige gegen Herrn von Brandt, war allerdings vorauszusehen, daß noch irgend ein Zwischenfall einirelen würde, um die Sache abermals hinauszuziehen. Das habe ich allerdings nicht erwartet, daß der Angeklagte— mag es nun ernsthast gemeint oder fingirt sein— Hand an sich selbst legen würde. Ich muß bei dieser Gelegenheit folgendes vor der Oeffentlich- keit feststellen: Der Angeklagte Paasch hat versucht, die öffentliche Meinung fortgesetzt dnhin zu täuschen, daß die Behörden eine Verschleppung seiner Angelegenheit betreiben. Sein ganzes Verhalten— ich erinnere daran, daß der letzte Haupt- Verhandlungstermin vor einem Jahre stattgefunden hat— und dieses neueste Ercigniß laffen es unzweifelhaft erscheinen, daß, wenn überhaupt von einer Verschleppung die Rede sein kann, dieselbe durch die Thäligkeit des Angeklagten selbst beabsichtigt und herbeigeführt wird. Wer die Akten gelesen hat, wird sich darüber längst klar sein und das heutige Ereigniß muß jeden Zweifel in dieser Beziehung beseitigen. Ich muß deshalb vor aller Oeffentlichkeit konstatiren, daß es nur der Angeklagte ist, welcher zu verschleppen sucht. Es ist leicht, die öffentliche Mei- nimg zu täuschen, wie der Angeklagte es gethan hat. aber an dieser Stelle will ich richtig stellen, daß die Behörden kein Vor- wurf trifft. Es ist bedauerlich, daß der Angeklagte Paasch sich in einem Zustande befindet, der ihn vernehmiingslinfähig machen soll, aber so ohne weiteres kann ich mich bei dem Atteste, welches uns vorliegt, nicht beruhigen. Vielleicht hat der Zustand des Angeklagten sich etwas gebessert und ich beantrage deshalb die Einholung eines Zeug- niffes eines königl. Gerichts-Physikus. Rechtsamvait H e r t w i g: Ich möchte diese Bemerkungen nicht unwidersprochen laffen. Mein Freund Paasch befindet sich seit dem 17. Mat, an welchem Tage die 8. Strafkammer das überaus strenge Urtheil gefällt hat, in einer bedenklichen Ge- müthsverfassung. Seit mehreren Tagen schon hat er mir gegen- über Selbstmordgedanken geäußert, und ich habe Mühe gehabt, ihn gute» Muths zu erhalten. Ich schließe mich dem Antrage aus Besragung eines Gerichts-Phynkus ausdrücklich an. Ter Gerichtshof beschließt, sofort den Medizinalrath Long zu laden und denselben mit einem Gutachten darüber zu betrauen. ob eine Borsührmig des Angeklagten Paasch möglich er- scheint. Tie Verhandlung wird zu diesem Zweck« auf zwei Stunden vertagt. Unter den Zeugen, welche zur Stelle sind, befinden sich der ehemalige kaiserliche Gesandte in Peking, Wirklicher Geh. Rath von Brandt, Geh. Finanzrath I e n k e, Pastor L ü tz o w, Frhr. v. Eckardt st ein, Frhr. v. B u l g S d o r f. die verwittw. Geh. Ober-Reg.-Rath v. L e d b i n u. A. Außerdem sind noch zwei Dolmetscher geladen. Da Medizinalrath L o n g zu Hause nicht mehr angetroffen haben in Die Arbeiter zogen sich Die Ursache der Vorgänge liegt offenbar darin, daß der Unternehmer, dem der Bau des Museums übertragen war, an stelle der schweizerischen billiger arbeitende italienische Arbeiter einstellen wollte. Die schweizerische Bourgeoisrepublit hat natürlich an solcher niederträchtiger Profitgier nichts auszusetzen. Den einheimischen Arbeiter mit Weib und Kind dem Hunger zu überliefern, wenn er nicht so billig arbeiten mag und kann wie ber ausländische, das betrachtet sie wie die Bourgeoisie aller Länder als ihr selbstverständliches Recht. Derlammlungen: wird, wird der in der Nähe befindliche gerichtliche Physikus| Saft genommen. Ehe er abgeführt wurde, fand er noch Gelegen-| Polizei eilte herbei und suchte es mit dem Revolver in der Hand Sanitätsrath Dr. Mittenzweig mit der ärztlichen Unter- heit, der Angeklagten mit geschwungenem Meffer den Tod an zu hindern. Es entstand ein Handgemenge, in welchem ein Arfuchung betraut. Derfelbe giebt nach Wiedereröffnung der zubrohen, falls sie ihn durch ihre Aussage hineinlegen würde. beiter niedergeschlagen wurde. Sigung sein Gutachten dahin ab: Ich habe Paasch untersucht. Bei ihrer Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter bestritt zurück und griffen auf dem Werkplatz die italienischen Er hat einen Verband an beiden Armen in der Gegend der denn auch die Angeklagte unter ihrem Gide, daß sie der Klatt Arbeiter an. Die Gendarmerie eilte herbei und suchte die Pulsadern. Ich habe den Verband nicht abgenommen, mir zur Lüderlichkeit angehalten habe. Die Aussage stand in grellem Ruhe wieder herzustellen. Es gab wieder eine Schlägerei und wurde aber die Auskunft, daß die Pulsadern nicht verlegt, Widerspruch mit anderen Zeugen aussagen, so daß der Richter das mehrere Verwundete. Der Kampf dauert noch fort. Die Befondern nur Schrammen da find. Aus diesem Grunde würde Mädchen noch einmal zu einer Bernehmung vorladen ließ und völterung ftrömt in Mengen nach dem Kirchenfeld, dem Schaueine Vertagung der Sache nicht nöthig sein. Paasch ist aber dabei dringend auf die Folgen des Meineids hinwies. Die An- play des Kampfes.- Das Wolff'sche Bureau meldet unterm fehr aufgeregt. Wenn er spricht, fliegen ihm auffällig die geklagte verblieb zuerst bei ihrer ersten Aussage, als aber der 20. Juni: Die Berner Regierung hat ein Infanteriebataillon und Muskeln des Gesichts, aber er spricht ganz besonnen und logisch. Richter den Klatt hatte abtreten laffen, erklärte das Mädchen unter eine Schwadron Kavallerie zur Aufrechterhaltung der Ruhe aufAus den Gesprächen mit Paasch habe ich aber den Eindruck Thränen, daß sie ihr Gewissen erleichtern und zugestehen wolle, daß geboten. Die Zahl der Berhaftungen beträgt etwa 80. Die empfangen, daß derselbe vollständig von Verfolgungs- Ideen sie aus Furcht vor der Nache des Klatt einen falschen Eid geleistet Bahl der Schwerverwundeten ist ziemlich groß; unter den Verbefangen ist. Er spricht davon, daß die Richter habe. Ihrem Peiniger hat dieser Eid nichts genutzt, denn er ist letzten befinden sich auch mehrere Schuhleute. Die Aufregung gegen ihn eingenommen seien, daß man ihm ihm durch f. 3. zu3 Jahren Gefängniß verurtheilt worden; das Mädchen aber dauert fort. Der Playtommandant erläßt einen Aufruf, in feine Verhaftung die Möglichkeit ausgiebigfter Vers hat er ins Buchthaus gebracht. Die Angeklagte, welche gestern welchem er zur Ruhe auffordert. theidigung genommen, daß man ihn überrascht und geschoben auf der Anflagebant unter Heulen und Schreien mit ihren habe und er nicht au fait sei. Er glaubt, daß er in einem Neg Selbstanklagen nicht targte und immer wieder ihre Familie bevon Intriguen gefangen gehalten werde, und bei mir sind aus dauerte, über welche sie so viel Leid gebracht, mnßte natürlich allen diesen Momenten Zweifel darüber entstanden, ob der An- von den Geschworenen des Meineides für schuldig erachtet wer geflagte zurechnungsfähig ist. Da ich darüber ein bestimmtes den. Der Gerichtshof nahm aber bei der Strafabmessung RückUrtheil nicht abgeben kann, so beantrage ich, den Angeklagten sicht auf die Furcht, in welcher das Mädchen gelebt und er Paasch zur Beobachtung auf 6 Wochen der Frrenstation der tannte deshalb auf die niedrigst zulässige Strafe von 1 Jahr Charitee zu überweisen. Rechtsanwalt Hertwig: Ich 3uchthaus. stimme diesem Antrage zu. Durch Zufall ist der heutige Termin In dem Strafgefängniß Plößensee empfand der Straf gerade auf den Geburtstag des Angeklagten angesetzt, der Zufall Zum Verbandstage der Braner, der am 28. Juni statt. batte es gefügt, daß der erste Verhandlungstag gerade auf den gefangene Kaufmann Felix Bord, welcher dort bis zum Jahrestag der Ratastrophe in Peking fiel, welche der Angeklagte Sommert. J. eine 22jährige Gefängnißstrafe wegen Betruges findet, beantragen folgende Mitgliedschaften das nachverzeichnete in seinem Buche schildert, und dazu kommt noch, daß der Land- verbüßt, das Bedürfniß nach besserer Kost, als ihm die Anstalts Wichtigere. Elberfeld und Hanau: Aufnahme sämmtlicher gerichtsrath Curtius, der Richter, der nach der Ansicht bes An- füche bot. Er richtete an feiue Anverwandten einen Brandbrief, Brauerei- Arbeiter in den Verband und Einrichtung von drei geilagten am meisten sich bemüht hat, Licht in diese Angelegen den ein zur Entlassung fommender Strafgefangener prompt be Seftionen: 1. Brauer, 2. Hilfsarbeiter, 3. Maschinisten, Heizer heit zu bringen, sich entleibt hat. Alle diese Umstände sorgte. Thatsächlich hatte Borck auf diesem Wege 100 Mart und Böttcher. Kiel: Die Aufnahme der Hilfsarbeiter noch um den dazu mitgewirkt, Angeklagten einen erhalten. Bei einer Revision entdeckte bald darauf ein Gefängniß ein Jahr zu verschieben. Hamburg: Gründung einer Union Buitand hochgradiger Aufregung zu versehen. Erster Staats- beamter einen großen Vorrath von Lebensmitteln aller Art im aller in der Lebens- und Genußmittel- Industrie beschäftigten Aranwalt Drescher: Ich hatte bereits in der früheren Verhand: Pult des Bord, der als Schreiber in der Koch'schen Fabrit beiter( Brauer, Tabatarbeiter, Kellner, Schlachter, Müller und lung die Frage gestreift, ob man es mit einem normalen, geistig des Gefängnisses beschäftigt wurde. Wenige Stunden nach dieser Konditoren). Leipzig: Einführung von Arbeitsnachweisen in Entdeckung entleibte sich der Gefängniß Aufseher Röhl. den größeren Städten, um die zureisenden Kollegen vor der Auszurechnungsfähigen Manne zu thun habe. Ich persönlich war damals überzeugt, daß Paasch kriminalrechtlich für seine Thaten Dieser war in die Angelegenheit hineingezogen worden beutung durch die sogenannten Brauereihändler zu schützen. verantwortlich sei, aber ich gab schon damals zu, daß der In- unter der Beschuldigung, dem Borck Beihilfe zur Er- Berlin: Regelung der Herbergsfrage sämmtlicher der Organis Bord, der aus fation angehörenden Städte durch eine leberwachungskommission, halt der Broschüre in der That gewiffe Bedenken und Zweifel langung des Geldes geleistet zu haben. Bord, hinsichtlich des Geisteszustandes des Verfassers hervorzurufen demselben Grunde wegen Beamtenbestechung angetlagt war, be um bie Reisenden vor Ausbeutung zu schüßen. Stuttgart: geeignet sei. Der Angeklagte selbst hat in Wort und Schrift stritt gestern vor der zweiten Straftammer des Landgerichts II, Da Arbeitsniederlegungen, wenn irgend möglich, zu vermeiden gegen den Gedanken, daß er geistestrant fein tönne, fort und daß Röhl das Geld empfangen. Er behauptete, dasselbe sei ihm sind, so ist der Zentralvorstand( oder die Bentral- Streit fort protestivt, fein ganzes Auftreten in den früheren Berhand gestohlen worden, als er es unter fein Tintenfaß gelegt hatte. fommiffion) in teinem Falle verpflichtet, die Arbeitslungen und feit seiner 5 Jahre zurück liegenden Affäre mit Gin früher abgelegtes Geständniß, das Gegentheil dieser An- einstellung zu beschließen; er hat vielmehr auf die Zeit- und Herrn von Brandt gab auch feinerlei Anhalt für das Vor- gabe, widerrief Borck vor Gericht, indem er bestritt, die Lebens- Geschäftsverhältnisse gebührende Rücksicht zu nehmen, und kann handensein einer Geisteskrankheit. Wenn man aber sein ganzes mittel durch Vermittlung eines Anstaltsbeamten erhalten zu infolge derfelben den Ausgleich auf eine gelegenere Zeit vertagen. Verfahren in Betracht zieht, so fragt man sich doch unwillkürlich haben. Das Geständniß sei ihm erpreßt worden, da er zweimal Sollte dennoch gegen einen woblerwogenen Beschluß des ZentralDer als vorstandes die Arbeit eingestellt werden, so ist die betreffende immer wieder: Haben wir es etwa mit einem geistes- 10 Tage habe im strengen Arrest zubringen müffen. franken Menschen zu thun, kann solche absurden Beschuldigungen, Beuge vernommene Direktor der Anstalt, Geh. Justizrath Wirth, Verwaltungsstelle nur auf sich selbst angewiesen und verliert beispielsweise die Behauptung, daß Herr v. Brandt ihn mit einer gab zu, daß dies nicht unmöglich sei. Jufolge beffen lautete das jedes Anrecht auf Unterstügung von seiten des Verbandes. Rein Mitglied ist berechtigt, eigenmächtig die Arbeit einzustellen und Pastete habe vergiften wollen, ein gesunder Mensch erheben? Urtheil des Gerichtshofes auf Freisprechung. Unterstüßung zu beanspruchen. Frankfurt a. M.: An Orten, Auf der anderen Seite haben wir gesehen, in welcher Weise er Gewerbegericht. Rammer IV, Sigung vom 17. Juni. wo ein Gewerkschaftskartell vorhanden ist, darf, ohne daß öffentlich aufgetreten ist; unter dem Jubel seiner Freunde hat er gwei Zapezirer flagten gegen die Firma Gebrüder Wei- basselbe 8 Tage vorher in Kenntniß gefest ist, absolut fort und fort die ungeheuerlichsten Beschuldigungen öffentlich er mann( Sharlottenburg und Berlin) auf Herauszahlung von je nicht gestreift oder in eine Lohnbewegung getreten werden. Bei hoben, er hat seit fünf Jahren Beleidigungen auf Beleidigungen 20,62 m., die sie aus einem Atford noch zu bekommen haben. Maßregelungen kann jedoch eine Ausnahme gemacht werden, gehäuft, und man mußte doch annehmen, daß ein Mann, der das Herr Weimann hatte sich geweigert, ihnen das Geld zu geben, wenn sich die Kollegen, Bierfahrer oder Hilfsarbeiter mit dem thut, auch seine Beweise völlig bereit habe. Es fann also gar weil sie seiner Behauptung nach untaugliche Arbeit geliefert oder den Gemaßregelten solidarisch erklären. Fast sämmtliche nicht davon die Rede sein, daß der Angeklagte durch seine Ber: haben. Der als Sachverständiger vernommene Obermeister Kresse, Bweigvereine beantragen die baldige Schaffung einer interhaftung in feiner Beweisführung beschränkt set. Die Zweifel des welcher sich die betreffenden Tapezirungen angesehen hat, pflichtete nationalen Vereinigung der Brauerei- Arbeiter, Hamburg be medizinischen Sachverständigen erscheinen jedenfalls berechtigt. Etellt sich heraus, daß der Angeklagte in der That geisteskrank dieser Behauptung bei: er hatte sehr viel an der Arbeit auszu antragt Gründung eines internationalen Unterstüßungsfonds. ift, so werde auch ich ihm den Ausdruck meines Bedauerns und setzen. Das Gericht erkannte, daß die Beklagten den Klägern je 19,27 M. zu zahlen und zwei Drittel der Kosten zu tragen hätten, Mitleids nicht vorenthalten. was legteren nach genauer Berechnung aus dem Afford noch zufäme. Es sei nicht zulässig, die Entschädigungsforderung aufzurechnen gegen die Forderungen der Kläger; für sie wäre das ordentliche Gericht zuständig. Herr Weimann erlaubte sich auf die Urtheilsverkündigung die Bemerkung, das sei eine schöne Recht- In einer öffentlichen Wählerversammlung für den pre chung. Da er sich nachträglich entschuldigte, ließ es der 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis referirte am Borsitzende, Assessor Dr. Herzfeld, bei einem scharfen Verweis Montag Massini über die bevorstehende Stichwahl zwischen bewenden. Der Tischler Janowsti hatte vom Tischler- Munckel und Vogtherr. Der Redner entroute ein getreues meister Halle 4 M. aus enem Afford zu bekommen, die ihm diefer in Bild des sogenannten Freisinns. Durch sein Verhalten sowohl Gegenwart eines Restaurateurs hinlegte, dem er noch Geld in den Gemeindevertretungen, wo er gewöhnlich durch seine Maschuldete. Der angepumpte Budifer ließ die 4 Mart sofort in jorität die Herrschaft ausübt, als auch in den Landtagen und im feiner weiten Tasche verschwinden. Die ihm gezahlten und doch Reichstag habe er bewiesen, daß er nur die Interessen des Großnicht gezahlten 4. tlagte Janowski nun von seinem früheren fapitals vertritt. Der Vortragende führte dann den KleingewerbMeister Halle neben einer Entschädigung wegen plög treibenden das Nuzlose ihrer Sonderbestrebungen flar vor Augen licher Entlassung ein. Mit der Mehrforderung von 40 M. und forderte sie auf, Schulter an Schulter mit den Arbeitern ber wurde Kläger abgewiesen, Halle aber verurtheilt, ihm Fabrik, des Feldes und der Grube den Kampf gegen das sie 4 M. zu zahlen. Das Gewerbegericht habe, so wurde der über turz oder lang doch erbrückende Großtapital aufzunehmen Entscheid begründet, zu wiederholten Malen angenommen, daß und am 24. Juni ihre Stimme dem Kandidaten der Sozialdem Stadtverordneten Lohnauszahlungen unter Heranziehung von Kreditoren der Ar demokratie, Kaufmann beiter unzulässig seien. Der Tischler Born verlangte von Ewald Vogtherr zu zu geben. Stürmischer Beifall seinem ehemaligen Arbeitgeber Brandt eine 14tägige Sohn- lohnte diese trefflichen Darlegungen. An den Vortrag entschädigung. Letterer gab zu, daß bei ihm die gesetzliche fnüpfte sich eine ausgedehnte Diskussion, woran sich sichten. Kündigungsfrist gelte; der Kläger habe aber troß öfterer Erstein, Zemmel, Frau Lange, Köster, Kleinmeister mahnungen, nicht immer Montags blau zu machen und troß der Kablen, Koch, Schiller und der Kandidat Vogtherr Drohung, daß, wer es noch mal thue, entlaffen werde, immer wieder betheiligten. Vogtherr übte eine scharfe Kritit an bem blau gemacht und sei dann auch am Dienstag einmal wieder fort- tnechtseligen Gebahren der freisinnigen Stadtvertreter und stellte Der städtische Steuererheber Friedrich Wilhelm Hermann Kluth hatte am 27. Februar dieses Jahres gelaufen, was die Entlassung zur Folge hatte. Kläger wurde im weiteren Verlauf seiner Rede an der Hand eines Artikels der " Post" fest, daß unsere Gegner bereits den Kuhhandel um das wegen einer ganzen Reihe verbrecherischer Handlungen vor dem abgewiesen. Es wurde als erwiesen angenommen, daß es ihm am Dienstag nicht verstattet war, zu bummeln. Zustandekommen eines Kartells aller bürgerlichen Parteien" Schwurgericht des Landgerichts 1. gestanden. Kluth war Da es letterer Der Korbmachermeister Anding war von dem gegen die Sozialdemokratie begonnen haben. in 18 Fällen der Amtsunterschlagung, in 9 Fällen der falschen Registerführung, in 8 Fällen der Fälschung von Steuer: Rorbmacher Glöckner verklagt worden, ihm 44,50 m. wegen jedoch vor allem auf ein festbegründetes Prinzip und weniger quittungen und in 10 Fällen der Urkundenvernichtung beschuldigt. unrechtmäßiger Entlassung zu zahlen. Der Sachverhalt war nach auf einen Reichstagssig antomme, so sei auch sie nur alleir fich auf die eigene Kraft Die Geschworenen, denen damals 31 Echuldfragen vorgelegt der Darstellung des Klägers folgender. Am 22. November v. J. die einzige Partei, die Siegen oder ehrlich unterliegen ist der Wahlworden waren, haiten den Angeklagten in fast allen Fällen für ging in der Fabrik des Herrn Anding ein Buch herum, verlasse. schuldig befunden und ihm mildernde Umstände versagt. Das nach welchem laut Geschäftsordnung jede Kündigung ausspruch für den 24. Juni.( Brausendes Bravo!) Hierauf Stimme eine Resolution Urtheil lautete gegen ihn auf 2 Jahre Zuchthaus. Gegen geschlossen war, sofern es von den Arbeitern unterschrieben gelangte gegen den Schuldigfpruch hatte der Angeklagte das Rechtsmittel der Me- wurde. Die 54 Korbmacher hätten sich, so führte Glöckner aus, nahme, wodurch sich die Versammlung mit den Ausführungen vision eingelegt, und das Reichsgericht hielt diese in 2 Punkten für Darauf verständigt, ev. zu unterschreiben, und zwar nur mit der des Referenten und der Redner einverstanden erklärte, weiter gerechtfertigt, während es in allen übrigen Punkten an dem Bedingung, daß die nächsten 14 Tage von der Abmachung aus- gegen das heutige Staats- und Wirthschaftssystem protestirte und schwurgerichtlichen Erkenntniß nichts zu erinnern fand. Infolge Komtoir das Buch vorgelegt bekommen und es mit der ange- Börner führte dann noch an, er habe am selben Tage der fchwurgerichtlichen Erkenntniß nichts zu erinnern fand. Infolge zuschließen feien. Er habe am Vormittag des 22. November im versprach, am Wahltage für Ewald Bogiherr au stimmen. dessen hatte sich das Schwurgericht gestern noch einmal mit diesen führten( mündlichen) Bedingung unterschrieben. Am Nachmittage a mtlichen Stimmenzählung beigewohnt und verlas das vom beiden Punkten der Anklage zu beschäftigen. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage bezüglich der Unterschlagung im Amte sei er dann entlassen worden, obgleich Anding beim Unterschreiben Wahlkommissar verkündete Wahlresultat für den dritten Kreis. und der Urkundenfälschung, billigten dem Angeklagten aber des fraglichen Schriftsticks zu ihm geäußert hätte:" Sie brauchen Von 26 582 giltigen Stimmen hat Ewald Bogtherr 12 738 in beiden Fällen mildernde Umstände zu. Nach dem Antrage feine Angst zu haben, ich will nur, daß Ordnung in meiner erhalten, so daß ihm nur noch 554 Stimmen an der absoluten des Staatsanwalts erkannte der Gerichtshof für jeden der beiden Werkstatt ist." Nach dem Grunde der so schnell erfolgten Majorität fehlten. Mit begeistertem Hoch auf die Sozialdemo Straffälle auf 6 Monate Gefängniß und unter Berücksichtigung Entlassung befragt, meinte der Beklagte, er hätte erfahren, fratie wurde die Versammlung geschlossen. daß feine Leute streifen wollten; deshalb hätte er der sonst nicht aufgehobenen Feststellungen des ersten Urtheils sie und unterschreiben laffen Jm 5. Wahlkreise wurde die Wahlagitation wieder aufherausgesucht, wiederum auf eine Gesammtstrafe von 2 Jahren Buchthaus. welche ihm nicht paßten" und sie entlassen; unter ihnen auch genommen durch eine am 19. d. M. stattgehabte, außerordentlich Drei Monate wurden für verbüßt erachtet. den Kläger, welche ihm als einer der Anstister zum Streit bekannt stark besuchte Wählerversammlung, in welcher Kurt Baate Der unheilvolle Einfluß der Zuhälter und die Macht, gewesen sei. Beklagter bestritt, daß der Kläger irgend eine Be- einen von rauschendem Beifalle begleiteten Vortrag über die wetche diese Subjekte auf ihre Ernährerinnen ausüben, fanden bingung beim Unterzeichnen der Geschäftsordnung gestellt und bevorstehende Stichwahl hielt. Mit Begeisterung wurden die eine grelle Beleuchtung durch eine Antlage wegen Meineides, er ihm darauf die behauptete Antwort gegeben habe. Dem Kläger Schlußworte des Redners aufgenommen: Fort mit Baumbach! welche gestern das Schwurgericht des hiesigen Landgerichts I wird der Eid darüber zugeschoben. Er beschwört, daß das von hinein mit Robert Schmidt in den Reichstag." Hierauf hielt beschäftigte. Angeflagt war die unverebelichte Justine Jahn, ihm Behauptete wahr sei. Herr Anding wird vernrtheilt, gemäß Robert Schmidt eine zu Herzen gehen.de Ansprache an seine welche unter wahren Thränenströmen fich felbft anklagte, welch dem Klageantrag 44,50 M. dem Kläger zu zahlen. Begründung: Wähler. Nachdem zur Diskussion noch Frau Gubela und die burch seine Herren Went, Bagelsohn und Sturm gesprochen hatten, verworfenes Geschöpf aus ihr geworden set. Sie war bis dahin Es sei anzunehmen, daß der Beklagte sich ein anständiges Mädchen und gehörte einer anständigen Familie Aeußerung: Sie brauchen feine Angst zu haben u. s. m." mit gelangte einstimmig eine Resolution zur Annahme, in welcher an. Da lernte sie einen Mann Namens Klatt fennen, der sich der vom Kläger gestellten Bedingung einverstanden erklärt habe. Die Bersammlung erklärte, bei der am 24. d. M. stattfindenden Stichwahl dahin wirken zu wollen, daß der 5. Berliner Wahlals Kaufmann gerirte. Er sagte dem Mädchen schöne Dinge, treis nicht wieder durch Herrn Dr. Baumbach, sondern durch sprach von Heirath und übte einen solchen dämonischen Ein ben Genossen Robert Schmidt vertreten wird. Die fluß auf die Angeklagte aus, daß diese sich schließlich dazu be Versammlung machte es daher jedem Genossen zur thören ließ, mit Klatt eine gemeinschaftliche Wohnung zu beziehen. Pflicht, auf's träftigste für Schmidt zu agitiren und Damit hatte sie ihr Schicksal besiegelt. Klatt, ein gewaltthätiger Soziale teberlicht. jeden Säumigen zur Ehrenpflicht heranzuziehen. Mit dem Mensch, ließ bald feinen Zweifel darüber, daß er dem Mädchen nur eine Komödie vorgespielt hatte. Von Heirath war feine 28 Bern meldet unterm 19. Juni die Frankfurter 3tg.": Sinweise darauf, daß bei der Hauptwahl am 15. Juni 8078 ein geschriebene Wähler ihr Stimmrecht nicht ausgeübt haben und Rede, er hatte vielmehr nur die Absicht, sich durch das Mädchen Der.... ernehmer des Baues für das historische Museum, der dem an die Wählerschaft gerichteten Appell, am 24. Juni insernähren zu lassen, und er machte seine Gewalt über das letztere erfahren hatte, daß seine Arbeiter zum Ziveck der Lohnerhöhung gesammt an der Wahlurne zu erscheinen, sowie mit einem ohne Erbarmen geltend. Das Mädchen fant von Stufe einen Streit vorhätten, ließ heute plößlich auß noch nicht be brausenden Hoch auf die internationale Sozialdemokratie schloß Stufe und lieferte getreulich von dem Sündenlohne, tannten Gründen die Arbeit einstellen. Etwa sechszig der so welchen sie verdiente, einen Theil an den Stlavenhalter ab. der Beschäftigung beraubten Arbeiter gingen nach dem Bauplatz, die imposante Versammlung. In Charlottenburg tagte am Montag eine von 1000 Ber Schließlich wurde der Polizei Anzeige von dem Treiben des wo sie auf dem Gerüste einen Maurer sahen, der arbeitete. Klatt gemacht und dieser unter dem Verdacht der Stuppelei in Sie stiegen hinauf, um den Maurer herunterzuwerfen. Die fonen besuchte öffentliche Wählerversammlung. Lange vor Bes Rechtsanwalt Hertwig: Gegen bie Infinuation, als ob der Angeklagte geistestrank oder in seinem Denken und Fühlen in der Judenfrage nicht normal fei, muß ich denselben verwahren. Er fürchtete nichts so sehr, als daß er für verrückt erklärt werden fönnte, und ich selbst habe aus den mit ihm geführten Gesprächen die Ueberzeugung, daß er feineswegs geistes frant ist. Ganz etwas anderes ist die Frage, ob er verhandlungsfähig ist. Ich zweifle nicht, daß die Beobachtung des Angeklagten zu einem für diesen günstigen Ergebniß führen wird. Staatsanwalt: Wenn der Vertheidiger dieser Ansicht ist, dann hätte er doch dem Antrage widersprechen müssen. Die Beobachtung soll ja doch erst ergeben, ob der Angeklagte geiftes frank ist oder nicht. Bertheidiger: Jch widersprach dem Antrage nicht, weil diese Frage ja schließlich doch einmal im Prozesse auf tauchen dürfte. Ich hoffe zuversichtlich, daß das Resultat der Untersuchung dem Angeklagten günstig sein wird. Staatsanwalt: Das hoffe und wünsche ich auch. Der Gerichtshof beschließt, die Berhandlung zu vertagen und den Angeklagten Paasch auf 6 Wochen zur Beobachtung der Charitee zu überweisen. Der unentschuldigt ausgebliebene Major a. D. Pauli Der unentschuldigt ausgebliebene Major a. D. Pauli wurde in eine Strafe von 30 M. genommen und ihm die Kosten des Termins auferlegt. zu " dann die eine zur An den Saal. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend. Versammlung am Mittwoch, den 21. Juni, Abends 8 Uhr, im Moabiter Kasino, Wilsnackerstr. 63. Tagesordnung: Bortrag des Frl. Wabniz über Andere Bölter, andere Sitten". Parteigenoffen aus dem Kreis Wittenberg, Schweinit, Torgau und Liebenwerda. Bersammlung am Mittwoch, den 21. Juni, Abends 8% Uhr, Neue Grünftr. 14. Landsmannschaft der Schleswig- Bolsteiner u Berlin. Mittwoch, den 21. Juni, Abends 8 Uhr: Große Versammlung mit Frauen, im Kommandanten- Garten, Kommandantenftr. 10-11. Tagesordnung: Bortrag bes Herrn Stüme aus Hamburg über das Thema: Hauptmann's Die Weber". Sonntag, den 25. Junt, Morgens 9 Uhr, Besichtigung der Brauerei Bögow, Prenzlauer Allee. Der österreichische Handelsminister ordnete wegen Auftretens der Cholera in Metta die Anwendung der Bestimmungen der internationalen Dresdener Sanitäts- Konferenz auf die Herfanfte zur See aus sämutlichen arabischen Häjen des Rothen Meeres an Briefkaffen der Expedition. In unserer Expedition gingen zum Wahlfonds ferner folgende Beträge ein: " ginn derfelben mußten Tische und Stühle aus dem Saale ent- einem Neubau den Haufen zurüdzudrängen. Inzwischen trafen M. T. Die„ Norddeutsche Allgemeine Beffung wurde als fernt werden, Kopf an Kopf stand die Menge, alle Nebenräume mehrere auf Razzia begriffene Beamte sowie die telephonisch von großdeutsch demokratisches Blatt gegründet. Liebknecht war bis auf den letzten Platz füllend, um dem Vortrage des Genossen verschiedenen Wachen herbeigerufene Schuhmannschaft, Polizeis einige Monate Mitredakteur, bis das Blatt den Versuch machte, Wagner( an stelle des schleunigst nach außerhalb gerufenen Inspektor Schewenz und eine von der Oberthorwache abgesandte in den Dienst der Regierung zu treten, worauf Liebknecht seine Reichstags- Abgeordneten Wilhelm Liebknecht) über die Bedeutung Militärabtheilung ein. Außerdem gesellten sich noch Polizei Beziehungen zu dem Blatt abbrach, was zugleich feine Ausweisung der Stichwahlen aufmerksam zu folgen, den begeisternd wirkenden tommissarien und die Nachtwachebeamten der nächsten Reviere hinzu. aus Preußen zur Folge hatte. Darlegungen des Redners wurde reicher Beifall zu theil. Als Als die bewaffnete Macht vereint war, forderte Kommissarius C. M., Zittau. Sie empfehlen uns zur Veröffentlichung Gegner erhielt zuerst der Antisemit Rensch das Wort. Redner Püschel die zu vielen Hunderten hngewachsene Menge zum legten 1. Buch Samuel., Kap. 8, Weisheit Salomos, Kap. 6, Epistel bekannte fich für die Militärvorlage, die er für nothwendig zum Male auf, auseinander zu gehen, und wies auf die Folgen des Wider. Jacobi, Kap. 5, Sirach, Kap. 13. Das würde doch Schutze gegen die Russen halte; dieses fei der wesent standes hin. Als Antwort erscholl nur lautes Johlen. Da die Bande zu viel Raum wegnehmen. Unsere Leser mögen aber lichste Punkt, welcher seine Partei von der Sozial- nicht wich, wurde mit aller Macht ein Angriff auf fie unter wohl, wenn sie eine Bibel im Hause haben, die betreffenden Demokratie trenne. In vielen Fragen, hauptsächlich nommen. Aus Fenstern der benachbarten Häuser wurden fort- Kapitel lesen. bezüglich der Steuerreform, tönne der Antisemitismus eine ganze während Flaschen geworfen, und die Burschen auf der Straße Mehreren Einfendern von Wahlfuriosa ze. zur Nachricht, Strecke mit der Sozialdemokratie gehen, da sich mit dieser sehr hoben diese auf, um sie den Beamten ins Gesicht zu schlagen, so daß ihre Buschriften demnächst bearbeitet werden. gut Ersprießliches schaffen ließe. Im allgemeinen sei es den daß sich mehrere Beamte wiederholt genöthigt sahen, scharf zuzu- Wilhelm Bänisch, Kürschner, Münchebergerstr. Die Ant Antisemiten aber gleich, wer in den Reichstag fäme von beiden hauen. Einem Soldaten, der inmitten eines wüsten Haufens wort mit Ihren Anfangsbuchstaben in der gestrigen Nummer Parteien, die jest in Stichwahl fommen, sie haben von Frit solcher Burschen stand und gegen das Gesindel schlug, brach der bezog sich nicht auf Ihre Zuschrift. Bubeil wenig zu hoffen, noch weniger aber von Herrn Ring. Kolben vom Gewehr ab. Erst nach langen Kämpfen, die der In diesem Sinne bitte er seine Freunde, am Tage der Stich ebenfalls herbeigeeilte Polizeipräsident Dr. Biento leitete, gelang wahl zu wählen, oder zu Hause zu bleiben. Die Ge- es, den Haufen zu zerstreuen und einundzwanzig Tumultuanten noffen Stieffenhofer, Quaft, Klix und der Referent in feinem zu verhaften. Die letzten Verhaftungen erstreckten fich bis in die Schlußworte an der Hand eines antisemitischen Flugblattes frühe Morgenstunde. Unter den Verhafteten soll sich auch der machten den Gegner auf seine Widersprüche aufmerksam, und Bursche befinden, der mit einem Revolver nach den Beamten forderten die Versammlung auf, am Stichwahltage mit aller gefchoffen hatte. Von den Mannschaften ist nur ein Von Sattlern, Leipzigerstraße 3,35. Gesammelt in der Energie dafür zu sorgen, daß nicht eine Stimme verloren gehe, Schuhmann durch einen Steinwurf leicht im Ge. Tischlerei von Unran, Gr. Frankfurterstr. 16, 6,15.$. S. 2,-. daß alle Genossen Mann für Mann an die Wahlurne treten, sicht verlegt worden. Wie immer bei solchen Gelegenheiten, Zwei Rothe aus dem Osten 1,-. Gesammelt von Maurern an um so ihrem Kandidaten Friz Zubeil zum Siege zu verhelfen. bestand auch diesmal die Hälfte der Tumultuirenden aus un- der Bentral- Markthalle 15,50. Beitrag zum Sterbegeläute des Gegen eine Stimme nahm die Bersammlung eine Resolution an, reifen Burschen im Alter von fünfzehn bis siebzehn Jahren. deutschen Freisinns 5,- Gesammelt von denen, die sich den in der sie erklärte, daß die Sozialdemokratie im Vertrauen auf Einige der versprengten Haufen fegten sich spät Nachts noch auf Staub von den Füßen schütteln wollen 2,20. Die Maler aus ihre eigene Kraft und ohne um die Stimmen ihrer Gegner zu der Blücherstraße und Waterloostraße feft, wurden aber von den der Wilhelmstraße 14,50. Gesammelt in der Schapier'schen buhlen, ihren Randidaten zum Siege verhelfen müsse. Nach Beamten schnell zerstreut. Bigarrenfabrit, Prenzlauerstr. 52, 7,85. 3 Tischler von Römbild. ergangener Aufforderung zur regen Betheiligung an den noch Selbst dieser offenbar tendenziöse Bericht giebt zu, daß nur ein Wenig aber herzlich 1,50. Genossen aus der Schüßenstraße 6,75. bevorstehenden Arbeiten, sowie an den Listensammlungen, schloß die Schuhmann leicht im Gesicht verlegt wurde. Also troß der Bon sämmtlichen Kollegen der Schlofferwerkstatt Projahn 7,50. imposante Bersammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie. Steinwürfe, Flaschenbombardements und Revolverschüsse. Der Bei einer Landpartie von Dänen gesammelt 4,70. Stodarbeiter Mit dem Gesange der Arbeitermarseillaise verließen die Massen Bericht erhält aber feine schärffte Charakteristik durch die Mit bei Goldbach und 1 Schufter 7,50. Ertrag einer Wette 2,-. theilung der sozialdemokratischen Breslauer Volkswacht", wonach Gesammelt in der Fischerstraße von den grünen Jungens für die angeblich geringfügige Ursache des Zusammenstoßes zwischen die von Eugen Richter vernichtete Sozialdemokratie 7,15. Vers Volk und Polizei im Opfer eines Menschenlebens auttion. Papierrose b. einem Vergnügen d. Gefangv.„ Einigkeit" 6,50. bestehen soll. Daheres darüber können wir erst nach dem Ein- Buchbinderei H. S. Hermann, 3. Rate 13,75. Gesammelt auf dem Geburtstag beim Schafkopp bei Kregmann 3,-. H. N. treffen der nächsten Volkswacht" geben. Boomoben 1,50. Mehrere Arbeiter eines fönigl. Hoflieferanten 9,80. Tesch 30,20. Von einem grünen Jungen 10,-. Von den rothen Kugelforbmachern der Werkstatt Zürk u. Kempfes 11,50. Guttenberg, Berlin 21,05. S. 2. 2,-. Von den Arbeitern aus d. Knesebeckstraße, Rigdorf 16,80. C. Puder, Georgenkirchstr. 45, 3,-. Theaterverein Aurelia" 3,40. Werkstatt von Treue 4,50. Bom Bund d. Landwirthe in Rixdorf 2,50. Restauration Schulz, Prenzlauer Allee 208, 5,50. Genossin A. in Rixdorf 1,50. Tischlerwerkstatt von W. Kummer 6,70. Neue Grünstraße 20 Löste 2,-. Heinrich 10,- In einer nicht abs Riese 1,-. gehaltenen Drahtarbeiter Versammlung 3,40. Gewinn beim Kartenspiel von H. Kunkel-50. Rother Posamentier 3,-. Ein Karlsruher Rother 1,-. PianoforteFabrik Irrgang u. Ko., 6. Rate 9,45. A. G., Bernauerstraße 1 A. H., Bigarrenfabrikant ohne Kontrollmarke 3,-. Amer. Auktion eines alten Pantoffels 1,-. Nur von den Zielbewußten der Unions- Brauerei, 2. Rate 17,30. R. F. 10,-. R. R. 2,-. Rothes Ehepaar, Leipzigerstr. 64 1,-. Leseklub Dieggen 25,-. Zwei stille Rothe 1,50. G. S. Zahnmensch 1,50. Lithographen, Steindrucker und Schleifer durch J. Miesler 14,80. Die Kellner aus der Neuen Welt 4,-. Hein 1,-. Statt eines Doftorschmauses G. F. 20,-. Seifenhändler, Dreyfestraße 5,-. Vom Softgeld gespart 1, 3u einer neuen Auflage von Richter's Jrrlehren 4 Kurbelstepper 3,-. Werkstatt Herzog, Alvenslebenitraße 8,95. 9. 14." 1, Frisch auf zu neuen Siegen! Mödernstraße 8,05.. u. B. aus der Heiligegeiststraße 4,-. Die Malergehilfen des Herrn Beet 4,- Wialer vom Bau Kleist straße, Jit's auch nicht viel, hilft's doch zum Ziel, 10,-. Fabrik von A. G., Tempelhofer Berg, 10,60, Sieben befehrte Hand. lungsgehilfen 7,- Tischler Koppenftr. 87 2,30. Holz und Bretterträger Berlins und Umgegend 20,-. Gef. im Arbeitsnachweis der Posamentenarbeiter, Alte Jakobstr. 66, 5,40. Rothe Maurer Schwedterstr. 6 4,-. Von einem Zimmermeister durch M. Kirsch 6,-. Von Röhl 1,25. P. K., Straußbergerstr. 4 2, Muskelmann 2,35. Vogel- Schulze- Bildhauerwerkstatt Alte Jakobstr. 8 5,-. Von den rothen Architekten 9,70. Gef. b. b. Herrenpartie der Theatergesellsch. Bühnenverd. Normannia" 4,65. Gef. Fabrit A. E., Tempelhofer Berg, 2. Rate 18,80.$. G. 2,-. Mehrere Desterreicher, die Steuern zahlen aber nicht wählen dürfen 3,-. Gef. b. Milig 3,50. Von den Arbeitern der Mühlberg'schen Detatur außer Ginem 12,60. Buchdruckerei Julius Sittenfeld 29,50. Die Faulen 4,55. Abgedarbt-, 50. Rothe Bimmerer vom Hausvoigteiplab, zur Stichwahl 6,55. Helfer, Friedrichsbergerstr. 24, 2. Rate 10, Von seinem Nachbar 1, Beim Statspielen gesammelt 1,30. Sonntag bei der Fußpartie von Ohnesorge und Däinmers wolte 1,50. C. B. St. 6,- Die Zielbewußten Gr. Lichterfelde ( gegenüber Potsdamer Bahnhof) 3,50. Bethanien Ujer 6 Schlosserei Plattner 8,30. Von den Arbeitern der Messinglinien- Fabrik H. B. 3. Rate 25,20. 8 Posamentiere-, 75. Böttcher G. M. Kottbuser Damm 5,-. Von den Malern der Röhler'schen Werkstatt, Bau Joachimthalerstraße 4,-. Einigen aus der Buchbinderei vom Berg 2,75. Gesammelt von Diener 3,70 Summa 642,55 M. Bereits quittirt 11 485,80 M., in Summa 12 128,35 M. Mar Walter, Raiserstr. 11. Verein ehemaliger sad Schmiedeberger und Umgegend. General verfammlung am Mittwoch, den 21. Juni, Abends 8½ Uhr, im Restaurant Diener, Geschäftsdiener, Portiers, Kellner, Schlächter ete. am Mittwoch, den 21. Juni, Abends 9 Uhr, bei Gründer( früher Mundt) Röpe: niderftr. 100: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung:„ Der Stellen vermittelungs- Schwindel in unserem Beruf". Referenten: Hugo Bößsch, Kellner, und Dswald Grauer, Hausdiener, Vermischkes. Eine reizende Ehe. Vom Zuchtpolizeigericht in Rouen wurde, wie die Frants. 3tg." mittheilt, der Eisenbahn- Arbeiter Lehuby zu 50 Frants Geldstrafe verurtheilt, weil er, so oft er in Dienst ging, seine Frau in einen 75 Zentimeter langen, 48 Bentimeter breiten und 65 Zentimeter hohen Koffer ein schloß. Frau Lehuby hatte ihrem Gatten zu wiederholten Malen Anlaß zu Klagen gegeben, da sie seine Abwesenheit benüßte, um ihre zahlreichen Berehrer" zu empfangen. Um das nun zu verhindern, schloß fie ihr Mann vor dem Fortgehen immer in den Koffer ein. Wie Frau Lehuby bei der Verhandlung selbst erflärte, leistete fie in der legten Zeit dieser Maßregel ihres Mannes gar feinen Widerstand mehr. " Die Cholera. Ja Montpellier( Südfrankreich) tamen am Montag brei, in Avignon drei und in Prevas zwei CholeraTodesfälle vor. Depeschen. Ueber den Konflikt zwischen Publikum und Polizei in Breslau bringen die dortigen bürgerlichen Zeitungen Berichte, die ganz in dem tekannten Polizeiberichterstatter Stile abgefaßt sind, welcher bezweckt, unter allen Umntänden die Polizei zu entlaften und das Publikum mit einer Rowdybande zu identifiziren. So stellt z. B. die Schlesische Zeitung" den Hergang wie folgt dar: Am Sonnabend Nachmittag gegen 6 Uhr fam ein Stellenbefizer mit zwei aneinander gekoppelien Wagen die Hundsfelder Chaussee nach Breslau gefahren. Der an der Ede Michaelis( Wolff's Telegraphen- Burean.) und Matthiasstraße stationirte Polizeibeamte machte den Paris, 20 Juni. Die Mehrzahl der Morgenblätter kon Führer des Wagens aufmerksam, daß dies im öffentlichen Berkehrsinteresse unftatthaft sei, und fab fich gleichzeitig ftatirt, die Haltung der republikanischen Majorität, welche nicht die Wagentafel an. In diesem Augenblick trat ein den Wagen die geringite Miene gemacht habe, Clémenceau vor den Insulten begleitender Arbeiter an den Beamten heran und fragte ihn unter fchwer beleidigenden Ausdrücken, warum er ihn aufschreibe. Als der Beamte äußerte, er schreibe ihn ja gar nicht auf, warf sich Dug, 20. Juni. Seit heute Nachmittag find in acht Schächten der Arbeiter auf den Beamten, riß ihm den Rock vom Leive des hiesigen Braunkohlen- Reviers über 1000 Mann ausstandig. und suchte ihn rückwärts zu Boden zu ziehen. Dem schwer be- als seitens der Polizei eine Versammlung aufgelöst wurde, tam drängten Beamten eilte der Mathiasstr. 44f wohnende Fleischer es zu groben Exceffen. Die Gendarmerie, welche mit Eteinen meister Eisebith zu Hilfe, außerdem traf noch ein Polizei- beworfen wurde, feuerte auf die Menge und verwundete mehrere beamter ein. Als die um dieselbe Zeit aus den Eisen- Personen. Später wurde Militär requirirt bahnwerkstätten kommenden Arbeiter ohne weiteres dem VerDéroulède's und Millevoye's in der Kammer zu schüßen, fomme einer endgiltigen moralischen Hinrichtung Clémenceau's gleich ( Tepeichen des Bureau Herold.) hafteten zu Hilfe eilten, saben sich die Beamten genöthigt, blant Christiania, 20. Juni. In der Flaggenfrage beantragt bie zu ziehen und mit flacher Klinge zuzuschlagen. Der Majorität des Konstitutionsausschusses, daß alle norwegischen auf die Waterloowache eingelieferte Arbeiter geberdete sich da- Handelsschiffe, die konsulare oder diplomatische Hilfe im Ausfelbst so rasend, daß ihm Schließzeug angelegt werden mußte. lande beanspruchen wollen, alle Post- und Zolfchiffe, fowie alle Damit schien die Angelegenheit erledigt. Gegen 8 Uhr bmerkte öffentlichen Gebäude die reine" norwegische Flagge führen, die jedoch ein Polizeibeamter auf der Michaelisstraße, daß einige Stönigsflagge und Marineflagge aber unverändert die UnionsArbeiter die aus den Werkstätten kommenden Arbeiter gegen den flagge bleiben sollen; die Fahnen der Armee werden nicht erFleischermeister Gifebith aufstachelten. Bald darauf beirat ein wähnt. Die tonservativen Mitglieder des Ausschusses wollen die beiter den Laden und überschüttete den Fleischermeister mit jetzige Ordnung aufrecht erhalten wissen, Drohungen, während sich vor dem Laden eine Menschenmenge von etwa 600 Personen ansammelte. Der sofort herbeigeeilte Bolizeifommiffarins Büschel schritt mit zwei Beamten den Zumultuanten entgegen und forderte sie auf, auseinander zu widrigenfalls gehen. des fie fich Statt aller Antwort wurden schuldig machen würden. Unmengen von Flaschen und Steinen auf die Beamten geworfen und mit Revolvern geschossen. Mit flacher Klinge einhauend, gelang es den Beamten, trotz des Steinregens aus Landfriedensbruchs Briefkaffen der Redaktion. B. Meyer. Besten Dank! Nur zu! B. Sch. R. 158. Wegen Abwesenheit des Betreffenden tann Ihre Frage jegt nicht beantwortet werden. Dr. Thompson's Seifenpulver ist das beste und im Gebrauch billigste und bequemste Waschmittel der Welt. Nicht zu verwechseln mit geringwerthigen Nachahmungen, die in neuerer Zeit unter den Namen ,, Seifen- Extract" c. angeboten werden. 3972L* Lieferant des Konsumvereins ,, Süd- On, A. E., Tischler. Nicht verwendbar. D. Wurzel, Wang- 1- Strasse 16.( 40961 Kleiderstoffe, Mousseline und Batiste in großer Auswahl. Möbel, Spiegel- u. Polsterwaaren- Magazin. Ganze Ausstattungen Küchenmöbel in grosser in Mahagoni u. Nussbaum. Auswahl empfiehlt = Paul Fiebig, Haindorf. Ihr Abonnement geht bis zum 8. Juli. B. Nieft's Festsäle,| Steppdecken Weberstr. 17, empfiehlt sich zur bevorſt. Saifon den Vereinen zu Festlichkeiten u. Versamm lungen. 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