Kr. 141. RbonnemtntS'Redlngunsen: BlonnementJ• Preis pränumerando i «ierieliührl. Bßo Wit., nionaU. 1,10 Mt.. WSchenllich 2a Pffl. frei ins Haus. Einzelne Nunmier 5 Pfg SonniagS- nummcr mii Mufmerter EonntaaS, Beilage.Die Neue Welt" l0 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingelragen in die Post. ZeiiungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oeslerreich- Ungarn 2 Marl, für das iidrige Ausland 8 Marl pro Monal. PostabonnementS nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Poriugal, Aumänien, Schweden und die Schweiz, 87. Jahrg. CrWjelnt tZgllch außer dlontass. Berliner Volksblnkk» Die Tnfcrtlsns-Gebülir Betragt für die sechsgespaltene flolonet- zeile oder deren Raum»0 Pfg,, für politische und gewerlschastliche Vereins- und PersammIungS-Anzelgen 80 P'g, „Kleine Hnieigen", das erste(feit' gedruckief Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Schlaf- siellen-Anzeigen daS erste Wort 10 Pfg,, jede» weitere Wort 5 Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis SUhrnachmstiagS in dcr Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Delegramm- Adresse: „SKialileiHiiral Berlin*! Zcntralorgan der fozialdemokratifcben Partei Deutfchlandö. Redaktion: 8 Cd. 68, Lindenstrassc 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983, Sonntag, den 19. Juni 1910. 6xpcdltxon: SCd. 68, Llndcnetraaöc 69. Fernsprecher: Amt IT. Nr. 1981. enllallene lhanälanger. Dem preußischen Volke sind zwei Minister genommen und zwei neue beschert worden. Die„Nordd. Allgem. Ztg." veltüiidet: Wie wir erfahren, ist dem Staatsminister und Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten von Arnim und dem Staatsminister und Minister des Innern von Moltke unter Belassung des Titels und Ranges eines Staatsministers die nachgesuchte Entlassung aus ihren Aemtern erteilt worden. Beide scheidenden Minister erhielten die Königliche Krone zum Roten Adlerorden erster Klasse mit Eichenlaub. Der Oberpräsident der Rheinprovinz Kammerherr Dr. Freiherr v. Schorlemer wurde zum Staatsminister und Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten und der Oberpräsident der Provinz Schlesien v. Dallwitz zum Staatsminister und Minister des Innern ernannt. Gerüchte von der Entlassung des Herrn v. Moltke waren schon lange im Umlauf und sie hatten sich verstärkt, als Herr v. P a p p e n h e i m im Dreiklassenhause mit der Faust aus den Tisch schlug und dem Unglücklichen die konservative Ungnade versicherte, weil er eine Bülow verherrlichende Bro- schüre empfohlen hat. Für seine Entlassung braucht man nach Gründen nicht zu forschen; weiß man ja nicht einmal, warum diese bureaukratifche Unbeholfenheit über- Haupt Minister wurde. Vielleicht tveil sie Moltke hieß; erzählt man doch, daß Wilhelm II. siir diesen Namen Vorliebe habe. Und bedarf es in Preußen noch mehr, um Minister zu werden Mit der Wahlreform hat natürlich diese Entlassung nichts zu schaffen. Das hieße wirklich den preußischen Kon- stitutionalismus überschätzen. In jedem andern Lande wäre eine Regierung nach einer so fürchterlichen Blamage in der wichtigsten politischen Frage unmöglich gewesen. In Preußen ist das aber anders. Herr v. Bethmann, der die Verantwortung in erster Linie zu tragen hat, bleibt ruhig auf seinem Platze, und wenn Herr d. Moltke fortgeschickt wird, so sicher nicht, weil seine Unterschrist unter dem verscharrten Schandgesetz gestanden hat. Kaum daß die konnschc Hilflosigkeit, mit der dieser Minister das Gesetz vertrat und heute empfahl, was er gestern verdammt hat, zur Beschleunigung seiner Entlassung beigetragen hat. Denn wenn Lächerlichkeit in Preußen töten tvürde, wären wir von dem langen Theobald schon längst erlöst. Der letzte Zweifel daran, daß Herr v. Moltke nicht als Sündenbock für die Wahlresorm in die Wüste gejagt wurde, sind behoben durch die Ernennung seines Nachfolgers. Herr v. Dallwitz ist ein in der Wolle gefärbter Reaktionär. Er gehörte zu den..Kaualrebellen". die im Jahre 1899 gemäß- regelt wurden. Die Maßregelung ist ihm gut bekommen. Im Noveniber 1909 wurde er als Nachfolger des Grafen von Zedlitz zum Oberpräsidenten von Schlesien ernannt. Vorher schon war er Ministerpräsident von Anhalt-Dessau und in dieser Stellung hat er sich als bornierter Gegner des gleichen Wahlrechts bewährt. Seine Ernennung be- deutet eine Vermehrung des Wider st andes gegen die Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen, und direkten Wahlrechts in Preußen. Sie ist eine neue Herausforderung des Volkes und eine neue Verbeugung des Herrn v. Bethmann vor den Junkern. Die Lüge von der„Regierung über den Parteien" konnte nicht schärfer dementier: werden als durch die Be- setzung des wichtigsten preußischen Ministerpostens mit einem konservativen Parteimann. Ueberraschcnder kommt die Entlassung des Herrn v. Arnim, des Nachfolgers des unappetitlichen Podbielski. Herr v. Arnim war zwar natürlich konservativer Agrarier und in der Waldsrage vertrat er den rücksichtslos-fiskalischen und städtefeindlicheu Standpunkt seiner Vorgänger mit nicht geringerer Schroffheit als diese. Aber von seinen Kollegen machte er noch am ehesten einen europäischen Eiudnick. Ueber die Wirkung der Wucherzöllc für die Landwirtschaft äußerte er einmal ziemlich skeptische Ansichten, und für die Frage des ländlichen Fortbilduugswesens betätigte er sogar wirkliches titeresse. Sein Nachfolger wird Herr v. S ch o r l e ni e r. urch die Blockpolitik ist er in einen gewissen Gegensatz zu dem Zentrum geraten, da er als„Nationalkatholik" die Bülowsche Wahlmache fördern wollte. Er ist der Urheber und Vertreter jener Anträge gewesen. durch deren Annahme das Herrenhaus die Wahlrechts- Vorlage des Dreiklassenhauses noch v e r s ch l e ch t e r t c. Sein Eintreten für die Beseitigung der Drittelung nach Urwahlbezirken, um der Sozialdemokratie und dem Zentrum Mandate zu nehmen und die Nationalliberalen für das Schandgesetz einzusaugen, hat den Gegensatz zum Zentrum noch verstärkt. Diesen Wahlrechtssetnd hat Herr v. Bethmann offenbar in seinem Ministerium nicht missen wollen und als Ersatz für die Vereitelung der sauberen Pläne hat er ihm ein Ministerportefcuille zugeschanzt. Es ist möglich, daß die Nationalliberalen dumm genug sind, in diesem Manne so etwas wie eine Spur von Konzession zu erblicken, weil das Zentrum ihn nicht leiden kann. Wenn aber die Ernennung dieses Wortführers der herrenhäuslerischen Wahl- rechtsverschlechterer überhaupt eine politische Bedeutung hat, so höchstens die, den preußischen Nationalliberalen, die sich so sehr nach der Vereinigung mit den Junkern sehnen, den Umfall zu erleichtern. An Stelle zweier Bureaukraten vom gewöhnlichen reaktio- nären Durchschuittstyp die Ernennung zweier aus» gesprochener fanatischer Wahlrechtsfeinde, das ist die Art. wie Herr v. Bethmann sich anschickt, das Wort seines Königs einzulösen und den königlichen Willen zur„organischen Fortbildung des Wahlrechts" in die Tat umzusetzen. Doch Minister sind vergänglich; fest und unerschütterlich aber ist der Wille des deutscheu Volkes, nicht zu ruhen, bis das allgemeine, gleiche, geheime uud direkte Wahlrecht in Preußen erobert ist. llfedom-iollln. Den liberalen Führern geht es nicht gut. Sie haben in der letzten Zeit ja einen lauten Wortkampf gegen Junker-- regiment und Pfaffenherrschaft geführt, jetzt aber, wo eS Taten gilt, zucken sie zurück. Die Nationalliberalen haben fast schon heimgefunden und sind wieder die zuverlässigsten Wahl- Helfer der Konservativen geworden. Die Junker- peitsche hat sich bei ihnen als vortreffliches Erziehungsmittel bewährt und Kniiten-Oertel erlebt an ihnen den Triumph seiner pädagogischen Prinzipien. Aber die freisinnigen Herren sind wirklich nicht viel besser. Sie haben so lange gegen die Sozialdemokratie gehetzt und gehetzt, daß ihre Anhänger erst gründlich erzogen werden müßten, nm als Bekämpfer der Reaktion in eine ernst- hafte politische Rechnung eingesetzt werden zu köuuen. Statt dessen sind die ForlschritlSführer zu einer entschiedenen Stellungnahme gegen die Reaktion nicht zu bekonimen. Sie lassen eS lausen, wie es eben läuft, und leisten damit in der Praxis der Reaktion— wie bisher ja stets— gute Dienste. Auch in Usedom-Wollin sind jedenfalls weit weniger als die Hälfte der fteisinnigen Stimmen von der Hauptwahl auf den Sozial- detnolraten entfallen, der größere Teil ist den Konservativen zugute gelommen. Und dies in einer Zeit, wo die Erbitterung gegen die Konservativen größer ist als je. Eine geringe Aenderung der politischen Situation. und der Freisinn ist wieder, was er in den Blockzeiten war. Tj�e Sozialdemokratie kann sich nur auf die eigene Kraft verlassen. Es ist ein verdientes Geschick, daß dem Freisinn seine Un- entschiedenheit nicht das geringste nützt. Die konservative Presse schäumt heute geradezu vor Wut, weil der Freisinn nicht die Parole für seinen konservativen Todfeind ausgegeben hat. Die „Deutsche TageSztg." entwirft einen ganzen FeldzngSplan, wie der Freisinn kirre gemacht werden kann. Sie erhebt den wirklich un- berechtigten Vorwurf gegen die Unentschlossenen, sie hätten„mit Bewußtsein und Absicht den Wahlkreis der Sozialdemokratie ausgeliefert". Als Strafe dafür müßte dem Freisinn die konservative Wahlhilfe entzogen werden. DaS würde freilich zimächsi ein Stärkung der Sozialdemokratie bedeuten. Dagegen sieht das schlaue Blatt einen möglichen Ausweg: Eine neue große Militärvorlage. Für diese müsse ja der Freisinn eintreten. Damit wäre eine gute Gelegenheit für eine ReichstagSauflösung und einen neuen Zu samnienschluß deS gesamten Bürgertums gegen die Sozialdemokratie gegeben. Aber eine Kombination von Faschings- und Hotlentotlenwahlen. Also daS Blatt hat selbst Zweifel an dem(Be lingen des Schwindels. Und deshalb bleibt es bei seiner Drohung. Oberstes Ziel müsse allerdings bleiben, die gesamten bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokraten zusammenzufassen. Durch die Entziehung der Wahlhilfe müsse man den Freisinn eben zur Mit Wirkung zwingen. Jedenfalls könne ohne klare und verbürgte Gegenseitigkeit von weiterer Unterstützung nicht die Rede sein. Das klingt nun sehr stolz und drohend; aber wir denken, der Freisinn brauchte sich darum nqch nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Die Junker werden genug damit zu tun haben, selbst zu sehen, wo sie bei den nächsten Wahlen bleiben. Trotzdem wird das Anerbieten der Gegenseitigkeit auf die freiflningen Herren viel- leicht nicht ohne Eindruck bleiben. Allerdings mit einem solchen Uebereinkommen unterschrieben sie die eigene TodeScrllärung. Aber daS ist kein absolutes Hindernis. Wie völlig' unschlüssig die Freisinnigen selbst jetzt noch sind und wie sie sich nicht getrauen, die Parole des Kampfes nach rechts als einzig mögliche auszugeben, zeigt am besten der Kommentar der„Vossischen Zeitung" über den Wahlausgang. ES heißt da: „ES gibt gut liberale Männer, die sich um keinen Preis über- winden können, für einen konservativen Agrarier zu stimmen, und ebenso gut liberale Männer, die schlechterdings bestreiten, daß ihm gegenüber selbst ein revisionistischer Sozialdemokrat da! kleinere Uebel sei. Die einen gehen zu dem einen, die andern zum andern Kandidaten über, und nicht wenige glauben sich der Abstimmung enthalten zu sollen...." Heldenhaft ist diese Haltung wahrlich nicht, und wenn dem schwarz-blauen Block keine anderen Gefahren drohten, so könnte er ruhig weiter wirtschaften. ES ist erklärlich, daß diese Schwach- mütigkeit, die sicher nichts weniger als werbend für die Fort- schrittspartei wirkt, den linksliberalen Zeitungen sehr Wider den Strich geht. So schreibt das„Berliner Tageblatt": Auch wer mit uns der Meinung ist, daß die sozialdemokrati- scheu Bäume so wenig wie die aller anderen Parteien in den Kimgiel Mchjen weÄlM/ ter Eixd(idj doch sagen Müssen, daß sich die Volksstimmung in erfreulicher Weise gegen den schwarzblauen Klüngel und mit besonoercr Entschieden- heit gegen das allzu übermütig gewordene Junkertum ge« wendet hat... So gutmütig das deutsche Volk und besonders der liberale Wähler immer sein mag, diese Anhäufung junkerlichen Ueher- muts ging ihnen schließlich doch Wider den Stricb. Wenigstens ein Teil der liberalen Wähler hat sich in Uscdom-Wollin aufgebäumt und zum oppositionellen Stimmzettel als der schärfsten Waffe gegriffen. Mit einer Zustimmung zu den sozialistischen Grund- sätzen hat ein solches Eintreten nicht das mindeste zu tun. Wohl aber soll es nach dem Willen der Wähler dazu mitwirken, endlich das unerträglich gewordene Juukerjach abzuschütteln. Hoffentlich bleibt die Wahl in Usedom-Wollin nicht vereinzelt. In Fried- berg-Büdingen mutz sich am nächsten Freitag das gleiche Schauspiel wiederholen. Auch hier müssen die Bündler einen Denkzettel erhalten, den sie nicht so bald vergessen! Darf unter solchen Verhältnissen die Leitung der Fortschrittlichen Volkspartei noch länger un. tätig beiseite stehen? Die Wähler haben gesprochen, jetzt mutz die Partei sprechen! Nieder mit dem Junkertum, nieder mit den Agrariern, nieder mit dem schwarzblauen Block! Das muß ihre unzweideutige Parole werden. Tut sie es nicht rechtzeitig, dann mutz sie hie Fühlung mit dem Lande verlieren. Die Wähler warten auf eine solche Parole; sie sind bereit, ihr zu folgen. Und nur auf diese Weise kann der» hindert werden, daß sich die ganze Kraft des Volkswillens auf die sozialdemokratischen Mühlen ergießt, statt für den Liberalismus nutzbar gemacht zu werden. Ob diese Ermahnungen, die ja vom liberalen Standpunkt aus das einzig Richtige treffen, etwas nützen werden, ist nnS allerdings gerade nach den Erfahrungen der letzten Tage sehr zweifelhaft. Die Zentrumspresse kommt den konservativen Bundes- genossen zu Hilfe, indem sie die Wahlhilfe, die die Freisinnigen dem Sozialdemokraten geleistet haben, möglichst groß erscheinen läßt. Die„Germania" spottet: Die Leidtragenden sind nicht die Konservativen, sondern die fortschrittlichen Helfershelfer der Sozi a I- oemokraten, denn sie hatten das Mandat besessen, das sie jetzt den Genossen in die Hände gespielt haben. Dank haben sie sich mit ihrem Verhalten aber auf keiner Seite erworben. Denn die Sozialdemokraten sind ungehalten, weil sie sich nicht rückhaltlos für den Genossen Äuntze erklärten und ihm nicht alle Stimmen zugeführt haben. Die Konservativen grollen, weil sie die Entscheidung nicht für v. Böhlendorff gegeben haben. Beide Parteien werden sich für die Zukunft zum Schaden der Fort- schrittler zu„revanchieren" bemüht sein. Der Spott über die fortschrittliche Taktik ist ja nicht nnbe- rechtigt. Wer sehr wohl ist den Brüdern vom Schnapsblock weder, wenn sie spotten, noch wenn sie schimpfen zu Mute. Sie wissen sehr genau, daß das, worunter heute die Liberalen leiden, morgen s i e s e l b st treffen kann. Das wütende Geschrei soll nur die Schwäche der eigenen Position verbergen. Sei*„Gott nimm" auf der flucht. Aus Wien wird uns vom 17. Juni geschrieben: Die Anbeter des„Gottes Nimm" sind auf der Flucht und der „Ausgleich", den sie mit ihrem Ankläger geschlossen, um der Beleuchtung im Gerichtssaal zu entgehen, ist viel nieder- schmetternder als es der unmittelbarste Wahrheitsbeweis wäre. Der Urheber des packenden und erschöpfenden Werkes „Gott Nimm" ist bekanntlich ein Christkichsozialer, der Herr Hraba, der in Luegers Gefolge keine geringe Nolle gespielt hat. Er ist vor allem Stadtrat, gehört zu den erlesenen Siebenundzwanzig, die kontrollos die ganze Gemeinde ver- walten, war im Gemcinderate Finanzreferent und ist über- dies bei den letzten allgemeinen Landtagswahlen in den niederösterreichischen Landtag gewählt worden. Also ein Mann, der mit den innersten Geheimnissen der Partei Wohl vertraut ist und aus keinem hohlen Fasse redete, als er, un- mittelbar nach Luegers Tode, den Schleier von einem Teile dieser Geheimnisse lüftete. Man muß in dieser Rede nach- blättern, um die ganze Schmutzigkeit des heute geschlossene» „Ausgleiches" zwischen den Christlichsozialen und Herrn Hraba in ihrer ganzen Abscheulichkeit würdigen zu können. Die Machinationen Geßmanns, um in der Verwirrung der Krankheit und des Todes Luegers die Bürgermeisterei zu er- gattern, schilderte Herr Hraba folgendermaßen;„Es hat sich unter der Führung eines Abgeordneten ein Konsortium von Aasgeiern gebildet, das um das Sterbebett des Bürgermeisters gekreist ist und das es schon nicht mehr er- warier ronnte, die Beute, die ihm zufallen sollte, zu teilen. Die Herrschasten wollten alles verteilen. Sic laben den Bürgermeisterposten vergeben wollen, sie haben zwei Vizebürgermeister entfernen wollen, sie haben neue Stellen schassm wollen, eine Obcrkuratorstelle, zehn neue Stadtratsstellen für ihre Mamelucken, ja s-e haben sogar das politische Testament Oes Bürgermeisters unterschlagen wollen..." Und die Korruption m Gemeinde» rate deutet er mit diesen vielsagenden Lorten an:„Der Bürgermeisterposten ist eine verhältnismäßig gut dotierte Stelle, doch nicht um das Gehalt ist es den Herrschaften zu tun, sondern darum, daß sie die finanzielle Macht- fülle der Stadt in ihre Hände bekommen. Bei der Gemeinde Wien läßt sich sehr viel in Nebengeschäften herausschlagen. Die Gemeinde Wien ist ein kleines Königreich. Die Gemeinde nimmt ein Anlehen von 369 Millionen auf. Wissen Sie, wenn man da geschicht manipuliert, so. sägt schon an Zinsen feftt größeres Kapital ab. Sie könneit ja rechnen. Multi- plizieren Sie einmal 360 mit 4. Da fällt schon etwas ab. für einige h u n g r i g e P o l i t i k e r. Da hat man auch schöne Stellen zu verteilen. Ich glaube aber, die Herren haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Herren haben keine Ahnung, wie verhaßt und verachtet sie f ch o n i n u n f e r e n K r e i f e n s i n d. Freilich wird Ihnen jeder dieser Leute sagen:„Ich war der beste Freund Luegers» ich habe mit ihm am längsten gekämpft, ich war soundsoviele Jahre sein bester Vertrauensmann. Aber ich sage Ihnen, der Dr. Lueger hat diese Leute verachtet. Leider war er schon lange ein kranker Mann, der nicht die Kraft gehabt hat, gegen sie aufzutreten..." Und von der Wirtschaft im Landtage erzählte der Eingeweihte: „Die Herren Landesausschüffe sind nämlich merkwürdiger- weise die Exekutive und Kontrolle in einer Person. Sie exekutieren und verwalten und sie kontrol- lieren sich aber auch selbst. Heitztdas nicht den Bock zürn Gärtner machen? Jedenfalls ist es nicht sehr praktisch, denn ein solcher Bock frist mitunter die ganzen Blatteln herunter... Wenn man tut. was diese Gaukler wollen, dann ist es gut. Wenn man aber das nicht tut, was sie wollen, dann sagen sie, man zer« stört die Partei. Nun, die Herren können beruhigt sein. Der Wiener Bürgerklub(der christlichsoziale Klub im Gemeinde- rate) wird die Einigkeit nicht stören, wir werden nur ge- wisse Leute vielleicht einladen, die Tür von außen zu schließen. Es gibt nämlich auch„Antisemiten", die Wölfe im Schafspelz sind, die zu einem Gatte„Nimm" beten..." Nun wußte ganz Wien sofort, auf wen diese An- spielungen gehen. Das ist erstens der Herr Parteiches, der famose Geßmann, der sich seine Ministerpension um 120 000 Kronen abrunden ließ, seinen politischen Einfluß in allerlei zweifelhafte Gründungen umsetzt, die schäbigsten Jntriguen spielen ließ, um auf den Bürgermeisterstuhl zu kommen. Da ist der Herr Steiner, der Erbauer der großen Landesirren- anstatt«Am Steinhof", der es ohne daß man die Studien dieses interessanten Aufstieges kennen würde, von einem armen Anstreichermeister zum reichen Manne gebracht hat: dann die ehemaligen Handlungsgehilfen Axmann und Bielohlawek, die bei ihrem Eintritt in die Politik ganz kleine Leute waren, nun aber große Herren sind, die auf dem nobelsten Fuß leben; dann auch der ausgezeichnete Weiß- kirchner, der so fleißig Pensionen und Gehalte akkummuliert und so beflissen ist, bei niemandem anzustoßen, um außer dem Gefechte der„Enthüllungen" zu bleiben; und neben diesen„Großen" eine erkleckliche Zahl von kleinen Machern, die alle durch die Politik und Beschäftigung mit der Ge- meindeverwaltung zu einer geheimnisvollen Wohlhabenheit gelangen. Deshalb wirkte die Rede Hrabas wie eine Bombe; sie sagte laut, was sich innerlich ganz Wien schon längst ge- fagt hat. Nun begann die Parteientrüstung zu funktionieren. Herr Hraba wurde höchstfeierlich ausgeschlossen, seiner Mit- gliedschaft im Landtags- und im Gemeinderatsklub ent- kleidet und mit ein paar hundert Klagen überzogen. Es klagten ihn sämtliche christlichsoziale Gemeinderäte, sämtliche Landtags- und Reichsratsabgeordnete, extra der Landesaus- schuß und übrigens noch die Abgeordneten Axmann und Bielohlawek, die er in der Klubsitzuna, als man hegehrte, er möge Namen nennen, als besonders Schuldige bezeichnet hat. Da Hraba infolge seines Mandates zum Landtage, der nicht geschlossen ist, immun war, wurde scheinbar die Einberufung des Landtages begehrt und nachdem diese von der Regie- rung abgelehnt worden war, die Schließung der Session ver- langt, die die Regierung nicht verweigern konnte. Nun war Herr Hraba verfolgbar und die Verfolgung hatte begonnen. Aber diejenigen, die behauptet haben, es werde zu diesem Prozesse niemals kommen, behielten Recht: heute sind sämtliche Klagen zurückgezogen worden. Die Zurückziehung wird mit einer„Erklärung" Hrabas„gerecht- fertigt", die jedoch merkwürdig zurückhaltend ist. Herr Hraba erklärt nämlich„zur Beseitigung jedes Mißverständnisses". daß er den Landesausschuß„keiuer unkorrekten Gebarung beschuldigen kann", seine Worte nur den Zweck hatten,„fach- lich wünschenswerte Verbesserungen der Kontrolle der Landes- Verwaltung einzuführen". Er wollte auch kein Mitglied des Bürgerklubs beschuldigen,„daß es eine Inkorrektheit in An- gelegenheit der städtischen Verwaltung begangen oder an einer solchen mitgewirkt habe": die Erklärung mögen sämt- liche Kläger„loyal" zur Kenntnis nehmen. Und sie haben es, wie in unfreiwilliger Ironie mitgeteilt wird,„gerne" getan, ziehen die Klagen zurück und erklären die Angelegen- lieit„für definitiv erledigt". Das meinen auch mir: es ist nun für jedermann„definitiv" klar, daß die christlichsozialen Herrschaften verfluchtvielButteraufdemKopfe haben müssen, wenn sie ihre Angst, in die Sonne zu gehen, so deutlich offenbaren. Denn daß diese Erklärung, in der bezeichnenderweise jedes Wort des Bedauerns und der Entschuldigung fehlt, und die nur den notdürfttgsten Vorwand für Kläger liefern kann, die davonlaufen wollen, aber schon gar keine Rein- Waschung ist, versteht jeder. Mit einer Erklärung konnten die Kläger die Sache vielleicht nach öffentlicher Gerichtsver- Handlung beendigen: nachdem sie sich im Gerichtssaale ge- reinigt und die Anklagen als nichtig erwiesen hatten. Diese Erklärung hat aber nur den alleinigen Zweck, ihnen die Qual der Gerichtsverhandlung abzunehmen, sie davor zu bewahren, daß ihre schmutzige Wäsche öffentlich gewaschen werde. Man braucht danach gar nicht zu wissen, wie die Erklärung zu- stände kam, um zu wissen, wie man mit ihr und mit den „Gott Nimm"-Anbetern daran ist. Die Erklärung ist nämlich Hraba abgebettelt und abgekauft worden. Der Mann, der den Führern seiner Partei so schreckliche Dinge nachgesagt und mit seiner Rede die Partei auf das blutigste bloßgestellt hat, der wird nun wieder auf- genommen und in alle Ehren eingesetzt werden! Er soll sogar für sein„Entgegenkommen" das Luegersche Reichsrats- mandat erhalten! Die Komödie ist so gewagt, daß sie nur die höchste Not noch zu erklären vermag: sie ist ein Ver- zweifln ngsmittel. Aber so einfältig sind auch die christlichsozialen Spießbürger nicht, um sie nicht zu durch- schauen und sich von ihr verblüffen zu lassen. Ganz im Gegenteil: jetzt erst recht weiß es jeder, daß die Anklagen wahr sind und die schlimmsten Befürchtungen von der Wirk- lichkeit übertroffen werden. Mit der Furcht vor dem Gerichts- faal haben sich die„Gott Nimm"-Anoeter selbst gerichtet. ver fall Oeboeuf. Paris» 17, Juni.(Eig. Ber.) Eine Kriminalaffäre ist zu «wer unerwarteten politischen Bedeutung gelangt. ES handelt sich um die Frage, ob der zum Tode verurteilte Schuhmacher Pieboeuf geköpft werden soll. LstboM ist zweifellos kein tadelloses Mitglied der menschlichen Gesellschaft. Er hatte einige Vorstnafen wegen Diebstahls hinter sich und trieb sich gern in den üblen Gassen und Kneipen des Stellenquartiers herum. Da ge- schah es' ihm, daß er auf die Aussage einiger Sittenpolizisten als Zuhälter verurteilt wurde. Er protestierte leidenschaftlich gegen diese An/lage, aber man glaubte ihm nicht. Heute kann es als so gut wir erwiesen gelten, daß die Verurteilung wirklich zu Un- recht, aus Grund falscher Aussagen erfolgt ist. Lieboenf wurde von einem fanatische� Rachetrieb erfaßt. Nach seiner Freilassung arbeitete er nicht nur mit fieberhaftem Eifer bei seinem Meister, sondern verdiente noch in den Abendstunden als Straßenhändler einiges dazu. Vom erworbenen Geld verwendete er fast nichts für seine persönlichen Bedürfnisie, sondern sparte, bis er genug hatte, um einen guten Revolver zu kaufen. In der Nacht aber arbeitete er, um sein Rachewerk zu sichern, cm einem furchtbaren Schutzmittel: er. fertigte Armbinden an, die mit Schuhnägeln ge- spickt waren. So ausgerüstet, ging er wieder ins Stellenviertel, in der Erwartung, seinen Anzeiger zu treffen. Zufällig aber waren es andere Polizisten, die auf den aus Paris verwiesenen Mann aufmerksam wurden. Lieboeuf ging ihnen nicht aus dem Wege. War es nicht der von ihm gesuchte Polizist, so mochten andere daran glauben. Es kam zu einem schrecklichen Zusammen- stoß. Die Agenten, die Lieboeuf an den Arm packten, griffen ahnungslos in die unter seiner Bluse verborgenen Stacheln und Lieboeuf hatte Zeit, seinen Revolver zu brauchen und einen der Polizisten niederzuschießen. Vor Gericht erklärte er, er habe die Polizei für das an ihm verübte Unrecht büßen lassen wollen. Die Geschworenen sprachen ihn des Mordes schuldig.— Man muß H e r v e das Verdienst zugestehen, daß er als erster die Oeffent- lichkeit angerufen hat, um sie zum Protest gegen die Hinrichtung eines Menschen zu bewegen, der zu seiner verbrecherischen Hand- lung durch ein an ihm verübtes Justizunrccht getrieben worden war. Herve kleidete seinen Protest in eine wenig geschmackvolle Form, indem er Lieboeuf als eine Art Energielehrer den Re- volutionären vorhielt. Die Staatsanwaltschaft erhob nun gegen ihn die Klage und das Urteil lautete auf vier Jahre Kerker, die Herve vor einiger Zeit abzusitzen begonnen hat. Die Protest- bewegung zog indes weitere Kreise. So hat die Liga der Menschen- rechte und Zeitungen der verschiedensten Parteien den Präsidenten der Republik zur Begnadigung Lieboeufs aufgefordert, der selbst das Gnadengesuch nicht hatte unterzeichnen wollen und nur die Nichtigkeitsbeschwerde einreichte, die abgewiesen wurde. Auch Anatole France erhob seine Stimme für die Begnadigung Lieboeufs sowohl wie gegen das Bluturteil gegen Herve. Die sozialistische Partei zögerte ebensowenig, Stellung zu nehmen. Zunächst führte die„Humanite" eine lebhafte Kampagne gegen die Hinrichtung, und vorgestern fand eine von der Seine-Föderation einberufene ungeheuere Versammlung— an 8000 Personen waren zusammengeströmt— statt, in der Jaurös und eine Reihe anderer Parteideputierten die Stellung des sozialistischen Proletariats zur Todesstrafe überhaupt und zu ihrer Vollstreckung an Lieboeuf dar- legten. Es handelt sich jetzt darum, von Fallieres die Begnadigung zu erwirken. Die Entscheidung mutz in den nächsten Tagen fallen. Nun aber hat sich der Begnadigung ein gewichtiger Faktor ent- gegengestellt. Der Polizeipräfekt Lepine droht mit dem Rücktritt, weil die Begnadigung angeblich die Schutz» lofigkeit seiner Beamten bedeuten würde. Man kennt die un- geheure Macht, die Lepine hat, und die er nicht allein seinem organisatorischen Geschick verdankt, sondern dem in Jahrhunderten ausgebildeten Ausspähungssystem. das die Pariser Polizei» präfekten zum Bewahrer eine? Riesenbesitzes persönlicher und politischer Geheimnisse macht. Wie gewichtig die Meinung des Polizeipräfekten ist, geht daraus hervor, daß es dem Verteidiger Lieboeufs noch nicht gelungen ist. die Zulassung der Mutter Lieboeufs zu einer Audienz bei Falliöres zu erwirken. So sind mit einer Frage der Humanität und des Rechts Machtinteressen und Interessen mächtiger Personen verknüpft, die der Humanität und dem Recht den Sieg nicht leicht machen. politilchc deberltcht Berlin, den 18. Juni 1910. Wie z« erwarten war! Zur Stichwahl in Friedberg- Büdingen haben der Wahlausschuß der nationalliberalen Partei des Kreises und die Leitung der national liberalen Reichs- tagsfraktion die Parole für die Bündler ausgegeben. In dem Aufrufe heißt es: Wir blicken auf einen Wahlkampf zurück, in dem wir. unsere Freunde und unsere gute Sache von den Agitatoren des Bundes der Landwirte verletzende Angriffe haben erfahren müssen. Es ist heute aber nicht die Stunde, hieran zu denken. Rament- lich euch. ihr Beamten und Lehrer» die ihr viel kränkende Worte von bündlerischer Seite habt hören mllffen, euch rufen wir zu: Die großen politischen Ent- scheidungen dürfen bei einer Reichstagslvahl von politisch reifen Männern nicht getroffen werden nach augenblicklichen Verstim- mungen, sondern in dem Bewußtsein der Erfüllung einer hohen vaterländischen Pflicht. Diese vaterländische Pflicht gebietet aber am Tage der Stichwahl die Entscheidung zugunsten des bürger- lichen Kandidaten. Die Genossen von Friedberg-Büdingen werden durch diesen Auf« ruf nicht überrascht werden. Es wird ihnen nur ein Ansporn mehr sein, alle» daran zu setzen, damit der Wahlkreis Usedom-Wollin an Friedberg-Büdingen einen würdigen Nachfolger erhält. Uebrigens ist manchen süddeutschen nationalliberalen Organen diese Parole doch zu reaktionär. So schreibt die.Badische Landeszeitung": „Worin diesmal da» gemeinsame bürgerliche Interesse be» steht, darüber dürsten nun aber doch Zweifel austauchen. Wird jetzt in Friedberg-Büdingen tatsächlich die Parole für den Bündler ausgegeben, dann ist das der Anfang vom Rückfall in die alte Fortwurstelungs. und VerwurstelungS» Politik. Das größere gemeinsame bürgerliche Interesse scheint dabei doch zu sein, den konservativ-bündlerijchen Genossen ein- mal zu zeigen, daßsieaufdenLiberalismuSRücksicht nehmen müssen, wenn sie wirklich„gemeinsame" bürgerliche Politik treiben wollen, und darum sollte man sie in Friedberg- Büdingen ihrem Schicksal überlassen." Ob diese Stimmen Beachtung finden werden, wird sich ja bald zeigen. Da» amtliche Resultat, das jetzt festgestellt ist, lautet folgendermaßen: Bei der Wahl wurden im ganzen 20 351 Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf Parteisekretär Heinrich Busold iSoz.) OSSI Stimmen, auf Rechtsanwalt Dr. von Hel» molt(Bund der Landwirte) 3395, Professor v. Cglker(natl.) 4397 Stimmen. 8 Stimmen waren zersplittert. Neue Schröpfungeu. Da» KriegSminisierum ist zurzeit mit dem neuen O u i n q u e n- natSgesetz beschäftigt, das nach dem Zusammentritt deS Reichs- tages gleichzeitig mir dem Etat vorgelegt werden soll. Wie eine parlamentarische Korrespondenz meldet, sind zwar die Vorarbeiten noch nicht abgeschlossen, doch sind bereits die Grundzüge für den Gesetzentwurf festgelegt. Da» Gesetz soll bestrebt sein, die I Gleichmäßigkeit der Truppenkörper weiter zu fördem durch Reuaufstellung der fehlenden Ba« taillone, ESkadrsonS und Batterien, um die einzelnen Regimenter zu gleich starken Truppenkörpern zu machen. Ganz wird dieses.ideale" Streben zwar nicht erreicht werden können, da die Zahl der neu zu fordernden Bataillone eine zu große sein würde. Aber auch die von der Regierung vor» bereitete Vorlage wird in reichlichem Maße die Lasten der Steuer» zahler steigern. ES handelt sich in erster Linie um eine Ber» stärkung der Kavallerie und Feldartillerie, um zu erreichen, daß sie nach der neuen französischen HeereSorgani- sation den betreffenden stanzösischen Truppen gleich stark bleiben. Der Rest der zu vermehrenden Kopfftärke des Heeres soll in der Hauptsache auf die Infanterie entfallen, um die Zahl der Regimenter mit nur 2 Bataillonen zu vermindern. Voraus« sichtlich werden 8 bis 10 neue Bataillone Jnsatt» terie gefordert werden, die auf die Grenzregimeitter mit nur zwei Bataillonen verteilt werden sollen. Die. deutsche Infanterie bestand bisher auS 61ö Bataillonen, während Frankreich; über S60 Jnfanteriebataillone verfugt. Die deutsche Kavallerie verfügt über 610 Eskadrons. Wahrscheinlich soll die Kavallerie um fünf ESkadrons vermehrt, werden, so daß SIS deutschen EsladronS 89S französische gegenüberstehen. Die deutsche Feldartillerie besteht bisher aus 4S2 Feldbatterien, ohne reitende und schwere Feldartillerie, während die französische Artillerie auS 600 Batterien besteht. Die anzufordernden Neuaufstellungen und Neugliederungen sollen auf mehrere Jahre verteilt werden, damit zur Deckung der Kosten teilweise die von 1914 ab frei werdenden. Matrikularveiträge der Einzelstaaten verwendet werden können. Obwohl aus diesen offiziösen Daten die numerische Ueberlegen» heit des deutschen HeereS über die französischen Truppen hervor» geht, kommt man wieder mit neuen Forderungen. Diese find um so weniger notwendig, als Frankreich auf Grund seiner gleich- bleibenden Bevölkerungszahlen das Wettrüsten auS Mangel an Mannschaften nicht mehr mitmachen kann und der Nachbar im Osten, Rußland, hilflos am Boden liegt. In der Zeit der größten Finanznot wagt man eS, dem Volke neue völlig unbegründet« Lasten. aufzuerlegen. Zu den bisher dem Volke gebotenen Provokationen gesellt fich diese neue; die Antwort wird nicht ausbleiben und ist. bei den letzten Wahlen zum Teil bereits gegeben worden. Worte,«ichts als Worte! Bei einem Kommers zu Ehren Tr ä g e rs hielt der Ab- geordnete Dr. W i e m e r, der Vorsitzende der Fortschrittlichen Volkspartei, eine Rede, deren Schluß folgendermaßen lautete:. „Diese Ausführungen habe ich hinzugefügt auf den Wunsch meiner parlamentarischen Freunde von Reichstag und Landtag, di« einmütig zum Ausdruck bringen wollen, daß entschiedeneundrücksichtSloseOppositionheutc nötiger ist denn je(Stürmischer Beifall), die sich b«p bestimmten Erwartung hingeben, daß die Anhänger der Partei im ganzen Lande die politische Arbeit mit voller Energie. Zähig.' keit und Opferfreudigkeit führen werden, den Kampf gegew Reaktion und Klassenhaß, gegen Interessen. Politik und Sonderbündelei für Freiheit und Fort, schritt, für Voll und Vaterland.(Stürmischer Beifall.)„ So reden sie; aber zu einer klaren Stichwahl» Parole gegen die Reaktion können sie sich noch immer nicht aufschwingen._ � Das ist bitter. I Gegenüber dem fürchterlichen Weihrauch, mit dem Herr D ern» bürg bei seinem Abgang von den Liberalen umqualmt wird, iste« bitter, daß er bei seinen eigentlichen Fachgenoffen, den Leuten von Bank und Börse, eine ganz andere, viel naturtreuere Beurteilung findet. Die Fachzeitschrist„Die Bank" schreibt über ihn in ihrer letzten Rummer u. a.: „Jetzt streitet man sich um die Frage, ob die vier Jahre Dernburgscher Ministerschaft die Befähigung oder die Unfähigkeit des Kaufmanns zur Leitung eines Reichsamts beweisen. Sie be- weisen weder das eine noch das andere. Denn Dernburg ist kein Kaufmann, ist niemals einer gewesen. Wer auch nur eine einzige seiner Reden mit angehört hat, sei«S die berühmte mit der Dattelkiste, sei eS eine der minder berühmten. wer nur eiue seiner Denkschriften mit Verständnis gelesen hat, sei es die über die Otavibahn. sei es eine minder folgenschwere, der wird sich klar darüber sein, daß hier wieder einmal jemand gründlich ver- kannt worden ist. Ein gewisser Optimismus gehört zum Kauf« mann. Aber er allein macht den Kaufniann nicht auS; kühle Ueberlegung und nüchterner Zahlenverstand müssen sich ihm bei« gesellen. Von der erfordert, chen Mischung sind Dernburg aber daS eine Ingredienz in so starker ,1 die anderen in so schwacher Dosis verliehen worden, daß man ihn wohl den größten Phantasten nennen kann�, der je einen Ministersessel innegehabt hat.... Er ist in die Regierung berufen worden, als ihm reichlich 10 oder. IL Jahre Schule fehlten und er noch mit den Eierschalen einer sehr bewegten Entwickelung behaftet war. Seine kaufmännische Begabung stand genau aus demselben Fleck, wie zur Zeit der wilden Heldburg-Periode.... Seine Energie war noch genau so unbedacht in der Wahl der Mittel wie zu der Zeit, da ein Kollege im Bankdirektorium das Wort vom„robusten Gewissen" auf ihn münzte."... ES wird dann anerkannt, daß er in der Diamantenangelegen» heit dem Reiche einen so hohen Gewinnanteil sicherte, wie eS wohl keinem anderen an seiner Stelle gelungen wäre. Deutschland habe durch ihn keinen anderen Schaden erlitten, als daß man für einen viel zu hohen Preis eine Bahn angekauft hat, die man nicht brauchte., „Das Jntereffante ist aber, daß Dernburg nicht etwa über die Verstaatlichung der Otavibahn gestolpert ist. obwohl ihre Be- gründung so ziemlich das stärkste war, wa» jemals der Leicht» gläubigleit eine« Parlaments zugemutet worden ist, sondern über allerhand Quisquilien, die fich nach außen hin als koloniale Prinzipienfragen drapierten." Man mag ruhig zugeben, daß in dieser Charakterisierung eine gewisse Gehässigkeit gegen Dernburg zum Ausdruck kommt, und wird es doch immer noch angenehm empfinden, daß das Andenken an DernburgS Bilanzkünste usw. auch in bürgerlichen Fachkreisen nicht ganz erloschen ist._ Das Ketzergericht gegen die Bremer Lehrer. Bremen, 18. Juni.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Den Lehrern, gegen die wegen der Abfcndung des Bebel-Telcgrainms ein Verfahren vom Senat ein- geleitet worden war, ist jetzt die Mitteilung zugegangen, daß die Voruntersuchung abgeschlossen sei. Nunmehr wird die Jusstzkommisston deS Senats entscheiden, ob die Angelegenheit im Verwaltungswege erledigt oder ob das Hauptverfahren eingeleitet werden soll. In dem Rundschreiben, das der Senat kurz nach Bekannt« werden des Bebel-Telegramms an die Schulkollegien erließ. erklärte er bekanntlich, er würde, falls ihm die Absender be- kannt werden, unbedingt das Verfahren auf Dienstentlassung einleiten. Danach wäre anzunehmen, daß das Haupt» verfahren demnächst eröffnet wird. Parlamentarische Vorarbeiten. Ueber dis an den Reichstag und den preußischen Landlag für die nächste Session gelangenden gesetzgeberischen Vorlagen meldet a b g e st u f t e W e h r st e u e r zu haben, da nian annimmt, aus einer derartigen Steuer ließen sich die erforderlichen Mittel sehr leicht beschaffen.-.■--- Ungültige Ordnungsstrafen. Bei dem kürzlich beendeten Bäckerstreik in Magdeburg beschloß die Zwangsinnung, alle Meister, die das sogenannte Be- willigungsplakat des Verbandes der Bäcker und Konditoren in ihren Verkaufsräumen aushängen, in eine Ordnungsstrafe von 20 M. für jeden Tag der Zuwiderhandlung z» nehmen. Die Innung gab sich redlich Mühe, durch Versendung zahlreicher eingeschriebener Briefe die Ordnungsstrafen einzutreiben. In einer Anzahl von Fällen gelang ihr da« auch; bei einigen Bäckermeistern wurde sogar h u r Pfändung geschritten. Schließlich beschwerte sich aber ein Meister bei der Aufsichtsbehörde, dem Magistrat der Stadt Magdeburg. Dieser hat nun die Beschwerde für begründet und die Ordnungs- strafen für ungültig erklärt. Der JnnungSkassierer muß also da» zu Unrecht eingezogene Geld wieder herausrücken. Steuerdrückebergerei in der Industrie. Auf dem in Bochum abgehaltenen westfälischen Land» gemeindetag brachte der Amtmann v. Wehren- Rauxel die Steuerdrückebergerei der Zechen- und Werksherren zur Sprache und führte dazu einige drastische Beispiele aus seinem Amts- bezirk an. Eine Zeche— Nomen wurden nicht, genannt— habe es verstanden, an Substanzenverlust so viel abzuschreiben, daß sie an- statt 40 000 M. Gemeindesteuern nur noch 1400 M. gnädigst zahlen wolle/ Die Zech: habe aber dessenungeachtet sehr hohe Dividenden ausbezahlt. Hätte sich die Gemeinde nicht mit einer be. sönbercn Gewerbesteuer zu helfen gewußt, so hätten die Kom. munalsteuerzuschläge um 110 Proz. erhöht werden müsien. In einem ähnlichen Falle habe eine Zeche gleichfalls so viel Substanzenverlust abgeschrieben, daß sie noch 1700 M. Steuern zahlen mußte. Auch hier habe die Gemeinde durch eine besondere Gewerbesteuer sich 23 500 M. geholt. Eine andere auswärtige Zechenverwaltung habe in einer Gemeinde eine Kolonie für 300 Familien gebaut. Jede dieser Familien habe der Gemeinde abzüglich der gezahlten Steuern noch 72 M. Kosten verursacht. Die Zeche zahlte ganze 1700 M., die Gemeinde hätte also nahezu 20 000 M. hinzuzahlen müssen, wenn sie sich nicht durch eine besondere Gewerbesteuer zu helfen gewußt habe. Leider sei der Erlaß einer solchen Steuer nicht immer durchzudrücken, denn in den Gemeinden, wo die Zeche und Werksvertreter in der Mehrheit seien, sähen sie nicht auf das Interesse der Gemeinde, sondern nur auf daS der Industrie. Besondere Borsicht sei geboten, damit die Steuer nicht durch fingierte Verkäufe und allerhand Machereien umgangen werden. Der Vertretertag stimmte den Aus führungen lebhaft zu._ Ein vernünftiges Urteil. Frankfurt a. M, 18. Juni. Wegen groben Unfugs erhielt der Genosse Redakteur Hermann Wendel von der.Volks« stimme' einen gerichtlichen Strafbefehl über drei Wochen Haft, weil er am Wahlrechtssonniag, am 13. Februar, sich auf den Sockel des Bismarck-Denlinals geschwungen und„Auf, alle hierher, hoch lebe das freie Wahlrecht', gerufen haben soll. Er erhob Einspruch gegen den Strafbefehl, mit dem Erfolge, daß ihn das Schöffengericht am 18. April zur Höchst- strafe von sechs Wochen Hast verurteilte. Hiergegen legte er Berufung ein, die heule die Strafkammer in mehr- stündiger Sitzung beschäftigte. DaS Gericht kam zu einem frei- sprechenden Urteil._ Ein militärisches Schreckensurteil. Der Unteroffizier Kugler aus Wittön vom 25. Pionierbataillon hatte bei einer Mannschastsübung auf den Befehl eines Leutnants, die Mannschaften sollten lebhaftere Schritte machen, zu seiner Gruppe geäußert:»Gelaufen wird nicht, und wenn er sich auf den Kopf stellt. Wenn er laufen will, so soll er nur laufen'. Auf die A,i zeige eines Gefreiten wurde Kugler vom Mainzer Kriegsgericht wegen Aufwiegelung unter Anklage gestellt. Kugler» Vorgesetzte schilderten ihn als einen aus- gezeichneten Unteroffizier. Der Angeklagte hat vier Jahre in Süd- Westafrika gedient und an den Kämpfen teilgenommen; et besitzt auch das allgemeine Ehrenzeichen. Kugler erklärte in der Verhandlung, es handle sich um eine unüberlegte Reden»- art infolge körperlicher Müdigkeit. DaS Kriegsgericht verurteilte ihn trotzdem wegen Aufwiegelung zu der unerhört hohen Strafe vonfünfJahren Gefängn i s. <)esUmld,. Natiönake Siholfrnget». Die Frage der. M i nd e rhei ts sch ulen hat in der letzteg Zeit zu einem Konflikt zwischen de» deutschen und tschechi? I schen Genössest geführt. Fm Bud'getausschuß stimmlen tue ßVüI-i schen Sozialdemokraten gegen eine Resolution des tschechischen I Agrariers Stanjek, worin die Verstaatlichung der tschechischen Volksschulen in Wien verlangt war. Sie taten da» deshalb, weil es nichts Demagogischeres gibt, als Einzelfragen aus dem Komplex der nationalen Frage herauszureißen und in den sich anhäufenden Resolutionsmischmasch hineinzuwerfen. Die Parteileitung der tschechischen Sozialdemokratie erließ aber ein förmliches Manifest, das den deutschen Genossen ziemlich deutlich nachsagt, sie seien bloß in der Theorie für die Schulbedürfnisse der tschechi- scheu Arbeitermassen Wiens. Nun hat der sozialdemokratische Ver- band durch Genossen Dr. Adler einen Antrag eingebracht, der die staatliche Unterstützung der Minoritäts- schulen provisorisch regeln will. Danach soll der Staat jährlich 3 Millionen Kronen zur Verfügung stellen, aus denen d i e Gemein- den, welche Minderheitsschulen erhalten müssen und die Schul- vereine, welche MinderheitSschulen errichten unterstützt werden sollen. Diese 3 Millionen werden auf die 8 Nationen des Reiches im Verhältnis ihrer Volkszahl verteilt und nur die Abgeordneten der betreffenden Nationen haben über die Verwendnung des natio- nalen Anteils zu bestimmen, zu welchem Zwecke daS Abgeordneten- hauS in 8 nationale Abteilungen geteilt wird. Diesen Antrag hat Genosse Dr. Adler Freitag in der Budgetdebatte begründet. � frankmeh. Die Kretafrage. Paris, 18. Juni. Im heutigen Ministerrat sprach fi ch o n über die kretischen Angelegenheiten. Die von rankreich ergriffene Initiative habe da» Ergebnis gehabt, einen Meinungsaustausch der Schutzmächte und Vorschläge zu veranlassen, in betreff deren sich eine völlige Uebereinstimmung ergeben habe. Sie habe auch zur Folge gehabt, die B e u n r u h i- gungzumildern, welche in der Türkei entstanden sei. Um sich die Achtung vor ihren Entscheidungen zu sichern, und um auf alle Fälle gerüstet zu sein, würden die vier Mächte ihre Streit» kräfte zur See in der Suda-Bai verstärken. Italien. Kommunalwal, lcn. Rom, 15. Juni.(Eig. Ber.) Die kommunalen Wahlen vom vorigen Sonntag, bei denen durch Listenwahl ein Drittel der Stadtverordnetenschaft in verschiedenen italienischen Städten er- neuert wurde, sind zum großen Teil den Volksparteien günstig gewesen. So hat der Bloef der Sozialisten, Republikaner und Radikalen in Genua. Gallarate. Parma. Modena, Ascoli Piceno, Arezzo, Tivoli, Frosinone und vielen kleineren Städten den Sieg davongetragen. Unterlegen sind die Volksparteien in Lucca und Perugia. Eine empfindliche Niederlage hat die Sozialisten in Alexandria getroffen, wo sie seit Jahren die Stadtverwaltung innehatten. Hier haben die Liberalen mit fast 900 Stimmen Mehrheit ihre Liste durchgebracht, so daß man sogar von einer Krise der ganzen Stadtverwaltung spricht, da die am Ruder befindlichen Sozialisten aus dem Ergebnis der partiellen Wahlen entnehmen können, daß die Mehrheit der Wählerschaft nicht mehr auf ihrer Seite ist. Der für unsere Partei ungünstige Aus- gang der Wahl von Alexandria wird auf die Zwistigkeiten in der lokalen Partei zurückgeführt. Portugal. Demission des Ministeriums. Lissabon» 17. Juni. Das Kabinett hat seine Ent l a s s u n g eingereicht. London, 18. Juni. Die. aus Lissabon in London über die Demission des Kabinetts eingetroffenen Nachrichten lauten sehr c r n st. Man spricht von einer neuerlichen A b d a n» k u ng d c s K ön i g s M a n u e l. Jedenfalls ist der Boden für eine Republik in Portugal außerordentlich gut vor bereitet. Sckxvecleu. Ein Sozialdemokrat in der Ersten Kammer. Von den Landsthingswahlen, die im März in den Landkommunen, im Mai in den Stadlkommunen vollzogen wurden, liegt jetzt das Ergebnis für Stockholms Län vollständig vor. I» diesem, den Um- kreis der Hauptstadt bildenden LandSthingSgcbiet sind 32 konservative, 12 liberale und 8 sozialdemokratische LandSthingSvertreter gewählt. Bisher hatte die Arbeiterschaft nur einen Vertreter in diesem Landsting, wie es ja vor der großen Wahlrechts! reform der Sozialdemokratie nur an sehr wenigen Orten einmal möglich war, in diese vorwiegend ländlichen kommunalen Körperschaften einzudringen, die nebenbei die Aufgabe haben, die Erste Kammer zu wählen. Da die Wahlen zur Ersten Kammer ebenso wie die Landsthingswahlen auf Grund eines Proportional systems erfolgen, werden die Konservativen dabei drei Mandate, die Liberalen eines und unsere Genossen ebenfalls ein Mandat erhalten. ES ist also sicher, daß, wenn Anfang nächsten JahreS der neue Reichstag zusammentritt, auch in dem bisher ganz»sozialistew reinen', erzreaktionären Herrenhause die Sozialdemokratie ein Wort mitzureden hat. Rußtand. Für die Freiheit Finnlands. Petersburg, 18. Juni. In verschiedenen Gegenden Finn- lands fanden starkbesuchte Volksverfamm- l u n g e n statt, in denen beschlossen wurde, daß das finnische Volk niemals ein Gesetz annehmen werde, welches gegen die unverletzlichen Grundgesetze des Landes verstoße. Das Volk werde sich bis zum äußersten gegen alle die geplanten neueren Verfügungen und Gesetze wehren, die nur geeignet seien, das Volk zu knechten und zu entrechten. Russische Selbsthilfe. TäbriS, 18. Juni. Der Gcneralgouverneur hat die Forde- rung des russischen Generalkonsuls, wegen der Mißhandlung eines russischen Untertans durch persische Polizeibeamte eine gemein- same Untersuchung anzustellen, abgelehnt. Darauf hat der Chef der rustischen Truppeuabteilung in TäbriS in der Straße. wo der russische Untertan mißhandelt worden war, neunzehn Polizeibeamte durch eine russische Patrouille verhaften lassen, um die Schuldigen festzustellen. Rumänien. Der Konflikt mit Griechenland. Bukarest, 18. Juni. Die offizöse„Jndöpendance Roumaine' meldet: Die rumänische Regierung, die Wert darauf legt, den ae- uauen Tatbestand bei dem Angriffe auf den Pjostdampfer „Jmperatul Trajan" im PiräuS festzustellen, lieh sämtliche Schiffsbücher des Dampfers nach Bukarest kommen. Der Minister des Aeußern Djuvara übermittelte dem italienischen Gesandten in Bukarest eine offizielle Note,-in welcher die rumänische Regie- rung nach Darlegung des Sachverhalt» die Genugtuung be« zeichnet, die von der griechischen Regierung erwartet wird. Da. durch, daß Italien mit. dem Schutze der rumänischen Interessen in Griechenland betraut ist, nehmen die diplomatischen Schritte einen langsameren Weg. und die Regierung wird deshalb acht Tage auf die verlangte Genugtuung warten. Wenn jedoch nach Ablauf dieser Frist die Genugtuung ausbleiben sollte, wird die Regierung alle notwendigen Maßnahmen zur Wahrung der Jnter- essen und der Würd« Rumäniens ergreisen. ftnerlka. Der Reklameheld. New Jork, 18. Juni. Unter stürmischen Ovationen einer großen Menschenmenge traf Theodore Roosevelt heute früh S'A Uhr an Bord der„Kaiserin Auguste Viktoria' an der Quarantänestation am Hudson ein. Als Roosevelt sich dort an Bord des ZollkutterS be« gab, begrüßten ihn die Signale der Sirenen sämtlicher im Hafen liegenden Schisse, während ein Schlachtschiff und fünf Torpedo« boote Salut schössen. Am Batterypark, wo Roosevelt nach der Fahrt den Hudson aufwärts an Land ging, war eine Tribüne errichtet, auf der 2500 geladene Gäste, Mitglieder deS Kabinetts. Bundessenatoren. Kongreßmitglieder, Mitglieder des diplomatischen Korps in Washington, Gouverneure verschiedener Staaten, Bürger- meister vieler Städte und andere im öffentlichen Leben bekannte Persönlichkeiten sich befanden. Bürgermeister Gaynor hielt hier seine offizielle Begrüßungsansprache, auf. die Roosevelt erwidert«. Alsdann fuhr er, begleitet von einer dreihundert Mann starken Abteilung seiner alten Rauhreiter, in einem Zweispänner über den festlich geschmückten Broadway nach dem Zentralpark, wobei er von zahlreichen Organisationen und der Vereinigung der Bete« rauen des spanisch-amerikanischen Krieges, sowie von einer unab- sehbaren Volksmenge stürmisch begrüßt wurde. Hierauf begab sich Roosevelt nach Oyster Bah, wo seine Nachbarn gleichfall» eine herzliche Kundgebung, veranstalteten. il»; der keichsverkichermigsordnung;- hommüHon. Sitzung am Sonnabend, den 18. Juni. Versicherte, die sich während einer Krankheit außerhalb des Bezirkes ihrer Kasse aufhalten, können die ihnen zustehenden Leistungen so wie bereits nach dem geltenden Gesetz auch fernerhin von der Kasse ihres Aufenthaltsortes erhalten. Um die Regelung dieser Beziehungen möglichst zu vereinfachen, wurde auf Antrag des Abg. v. Gamp hinzugefügt: Die Kasse, welche die Leistungen gewährt. Hai davon der zur Fürsorge verpflichteten Kasse binnen einer Woche Mitteilung zu machen und deren Anordnung bezüglich der Art der Fürsorge tunlichst zu befolgen. Dasselbe soll auch gelten für den Fall, daß im Auslande ein Versicherter erlrankt, dem dann, so lange er seines ZustandeS wegen nicht ins Inland zurückkehren kann, die ihm zustehenden Leistungen durch den Ar« beitgeber gewährt werden müssen. In allen diesen Fällen hat die Krankenkasse des Versicherten der anderen Kasse oder dem Arbeitgeber die Kosten der Krankenhilfe zu erstatten. Dabei sollen drei Achtel deS Grundlohnes als Ersatz der Kosten für die Krankenpflege gelten.— Die Kommission fügte aber hinzu: wenn die Kasse oder der Arbeitgeber nachweist, daß sich die Kosten höher gestellt haben, dann mutz der höhere Betrag als Ersatz gezahlt werden. Hierauf entstand eine längere Debatte über die«Arten der Krankenkassen'. Nach der Vorlage soll eö folgende Arten der Krankenkassen geben: OrtSkrankenkassen, Landkrankenkassen, BetriebSkrankenkassen und JnnungSkrankenkassen. Tie Sozialdemokraten wiesen nach, daß die Kranken- Versicherung dann am meisten leisten und siel» am besten den Be- dürfnissen anpassen kann, wenn nur eine Art von Kassen beibehalten und für den Bezirk eiueS jeden Versicherungsamtes stets nur eine 5trankenkasse zugelassen wird. Sie bean- tragten, daß die Vorlage in diesem Sinne geändert werde. Auch Abg. Dr. Mugdan sprach sich entschieden gegen die Schaffung der Landkrankenkassen und die Erhaltung der Betriebs- und JnnungSkrankenkassen auS. Auf demselben Standpunkte steht Abg. K u l e r S k i. Dagegen traten die K on se r v a t iv ew lebhaft für die Re« gicrungsvorlage ein. Sie wollen die verschiedenen Arten von Kassen haben, um möglichst viele Arbeiter von den„sozialdeinolratischen' Ortskcankcnkassen fernzuhalten. Graf v. Westarp fürchtete na- mcntlich, daß die lanowirtschaftlichen Arbeiter nicht zu ihrem Rechte kommen würden, wenn sie zusammen mit den anderen Ar- bcitern in einer Kasse sein würden. Diese Fürsorge der Konser- vativen für die Rechte der Landarbeiter- wird sich ja. so wurde dem Grafen v. Westarp sofort geantwortet, bei der Selbstverwaltung dep Landarbeiter in ihren Krankenkassen zeigen. Eine sehr böse Vorbedeutung ist es aber, daß die Konservativen als ihr Ideal für die Landarbeiter die— Gcmeindevcrsicherung priese», in der die Versicherten in bezug auf die Verwaltung ganz rechtlos sind und die sich noch stets, durch die schlechteren Leistungen, vor allen anderen Kassenartei» sehr unrühmlich ausgezeichnet haben. Diesem Ideal wollen die Konservativen die Landkrankenkassen möglichst anpassen. Wenn nicht in dieser Weise für die Land» arbeiter besondere Kassen zugelassen werden, dann werden die Konservativen gegen da« ganze Gesetz stimmen. Mit dieser Drohung schloß wiederum Graf v. Westarp seine Rede. Staatssekretär Delbrück versicherte, daß auch er die Zev» splitterung der Kräfte beseitigen wolle, soweit es irgend zu er- reichen sei. Auf der anderen Seite müßten die Kassen aber auch den besonderen Verhältnissen in einzelnen Betrieben, in den Innungen, in der Landwirtschaft usw. angepaßt werden. Sollte die Mehrheit des Reichstages der Errichtung besonderer Kassen für die Landwirtsckmft und die Hausindustrie nicht zustimmen, dann könnten die Regierungen ihren Vorschlag, die obligatorische Krankenversicherung auf die Landarbeiter und die Haus, Industrie auszudehnen, nicht aufrechterhalten. Ein Geheim rat hielt es dann noch für notwendig, au?« drücklich kundzutun, daß der preußische Landwirt. schaftsminister„voll und ganz" der Meinung der Konserva« tiven sei. Als ob irgendein Mensch etwas andere» erwartet hätte! Die Nationalliberalen schlössen sich auch in dieser Frage den Konservativen an. Das Zentrum gab die Erklärung ab, daß e» der Re« gierungSvorlage zustimmen werde. Dem Abg. Behrens endlich genügten die vier Arten von Krankenkassen der Vorlage noch nicht. Er beantragte, daß eine 5. Art Krankenkassen hinzugefügt werde: die kaufmännische Betrieb», krankenkasse. Er zog aber schließlich seinen Antrag zurück. Die Regierungsvorlage wurde gegen die Stimmen der So« zialdemokraten, Fortschrittler und des Polen an» genominen.. Die Orts, und Landkrankenkassen sollen in der Regel für den Bezirk eines VersicherungLamte» errichtet werden. DaS Zentrum fürchtete, daß hiernach meistens die Kassen sich über den ganzen Bezirk ausdehnen würden. Sie beantragen, daß in der Regel mehrere kleinere Kassen gegründet werden sollen, ohne Rücksicht auf die ganz ungenügende Leistungsfähigkeit der Kassen. Diese Verschlechterung wurde von den Konservativen, dem Zentrum und dem Abg. Behrens angenommen. Die einzelnen Landesregierungen sollen das Recht haben, für das Gebiet oder für Gebietsteile ihres Bundesstaates zu bestimmen. daß keine Landkrankenkassen neben de» ollgemcincn Ortskranken« lassen errichtet.werden. Auch dies ging den Agrariern zu weit. Sie wollten durchaus die Bestimmung streichen, damit überall, wo es irgend«öglich ist, Landkrankenkassen errichtet werdew müssen. � Der Vertreter der württembergischen Regie- rung erklärte, daß in Württemberg die Verhältnisse eine der« artige Bestimmung wünschenswert erscheinen lassen. Der Staatssekretär versuchte die Agrarier durch di« Versicherung zu beruhigen, daß in Preußen die Landkrankenkassen ganz nach den Wünschen der Agrarier errichtet werden sollen. Trotzdem gaben sich die Herren v. G a m p und H e ro l d-nicht zufrieden. Schließlich mußte die Vcrhaiildlung abgebrochen werden. Montag nachmitag geht die Debatte über diese Bestimmung Vetter. Öetrerfcrcfcaftlkbcg« K!nd9fe3pf� VaS so altbeN«bte Thema:!,Ws bleiben die Arbeiter- Groschen?" tvird wieder einmal in gleich öder Weise wie schon, ach, so oft!— von der»Post" behandelt. Sie beschäftigt sich(in Nr. 267 Morgenausgabe) gleich mit drei Verbänden, dem Bäckerverband) Transportarbeiterverband und dem Verbände der Gastwirtsgebilfen, Es verlohnt sich nicht, die Unrichtigkeit der Zahlenangabe? von allen drei Verbänden nachjuweisen. Wir lassen es mit einem Beispiel genügen. Was für den einen Verband gilt, gilt für alle drei. �Die anläßlich des 25 jährigen Bestehens des Verbandes deröfsentlichtcn Zahlen über die geleisteten Unterstützungen gaben die Gelegenheit zu den scharfmacherischen Jongleur- runststückcn. Der Bäckerverband zahlte insgesamt an Unterstützungen 648 974 Mk.— 27,9 Proz. an die Mitglieder zurück. Die „Kronsbein-Post" knüpft nun daran die Bemerkung: „Dabei ergibt diese Ziffer doch mit einwandsfrefer Deutlich- keit, daß von den Gesamteinnahmen aus den Beiträgen, die die Mitglieder haben zahlen müssen, nicht weniger als 72,1 Proz. für Agitation und Vcrlvaltungskosten draufgeg�ngen sein müssen." Um nun der Behauptung den Beweis folgen zu lassen, bringt das Scharfinacherblatt aus der Geschichte der„Deut- schen Bäcker- und Konditorenbewegung" die Stelle zum Ab- druck, wo berichtet lvird, daß am 12. Oktober 1894(also vor 16 Jahren�!) bei der Revision in der Hauptkasse ein Fehl- betrag von 135 Mk. vorhanden war. Der Oefsentlichkeit soll damit anscheinend bewiesen werden, daß die Mitglieder- beitrüge zuin größten Teil für Agitation und Verwaltungs- kosten, aber nicht für Unterstützungen Vertvendung finden. Die„Post" in ihren„ehrlichen" Bestrebungen, die Arbeiter- belvegung zu verungliinpfen, hat sich nicht der Mühe unter- zogen, die Zahlen vollständig zu geben. Außer der aufge- führten Unterstützungssumme wurden noch 302 000 Mk. an Unterstützungen bei den Lohnkämpfcn aufgewendet und ultimo Dezember 1909 hatte der Verband 214 210 Mk. Kassenbestand zu verzeichnen. Das alles darf die„Post" nicht veröffentlichen, sonst würde der Verleumdungstrick fehl- schlagen.— Sie könnte nicht schwindeln, daß 72,1 Proz. für Agitation und Verwaltungskosten draufgegangen seien. In Wahrheit wurden 1907 6,3 Proz., 1908 und 1909 je 5,7 Proz. der Gesamteinnahme für Agitation und 5,2 Proz., 5,1 Proz. und 4,8 Proz. für Verwaltungskosten verausgabt: dagegen wurde an Unterstiitzung aufgewendet in den drei Jahren 39,3 Proz., 35,8 Proz., 36,4 Proz. Stellt man die Unter- nehmerorganisation, den„Zentralverband Deutscher Bäcker- innungen", in Vergleich, so ergibt sich für diese Organisation, daß im Jahre 1908 von jeder vereinnahmten Mark 59,82 Mk. und 1909 44,19 Mk. für persönliche Ausgaben verwendet wur- de??. Hier würde die„Post" ein dankbares Feld finden, wenn sie sich mit der Frage beschäftigen wollte:„Wo bleiben die Groschen in den Untcrnehinervrganisationcn?" Das darf die Redaktion nickt, wollte Kronsbein und Konsorten von ihren Brotgebern nicht an die frische Luft gesetzt werden. Um so eifriger wird versucht, die Arbeiterbewegu!?g zu verleuniden. Wenn es auf die„Post" ankäme, dann könnten heute die Bäcker und Konditoren noch 16— 20 Stunden im Tag fronen und ii? elenden Löchern kainpieren. Nur die OrgcGiisation mit der Gesamtarbeiterbewegung hat solchem unerträglichen Zustand ein Ende gemacht. Berlin und Umgegend. 1200 Arbeiter ausgesperrt. Bei der Firma Bergemann, Maschinenfabrik und Elektri- zitätswerk, entstand vor drei Wochen ein kleiner Streik, zu dem eine Kolonne der Abteilung des Meisters Schwieger gezwu?igen war, um sich gegen eine Herabsetzung der Akkordpreise zu wehren. Die Direktion machte so große Abzüge, daß Preise von 16 M. auf 12 M. und von 10 M. auf 7 M. fielen. Das konnten sich die Arbeiter nicht gefallen lassen; sie versuchten bei dem Dt- rektor Hilsebeck vorstellig zu werden, wurden aber ohne weiteres abgewiesen und sogar mit Entlastung bedroht. Darauf stellte die Kolonne, lg Mann stark, die Arbeit ein. Die Firma versuchte nun, Streikbrecher zu gelvinnen, was ihr auch gelang, aber sie mußte mit sehr schlechten Kräften zufrieden sein. Die übrige Arbeiterschaft der Firma war natürlich mit diesem Stand der Dinge auch nicht zufrieden; verschiedene Vorkommnisse, wie der Ueberfall eines Streikenden durch einen Streikbrecher, der mit einem Messer sein Opfer bearbeitete, erhöhten die Spannung. Die Arbeiter hatten erlvartet, der Messerheld werde entlassen; das geschah aber nicht. Dazu kamen noch viele alte Klagen über grobe Behandlung der Arbeiter und eine allgemeine Unzufriedenheit. so daß es ganz natürlich schien, als die Arbeiter der Abteilung Kollektorbau, 45 Mann stark, verlangten, daß wenigstens ein Teil der Streikenden wiedereingestellt werde. Starrköpfig weigerte die Direktion sich, diesem Verlangen nachzukommen. Daraufhin legten die Arbeiter der Abteilung Kollektorbau am Dienstag die Arbeit nieder. Am Mittwoch drohte die Direktion mit der Aus- sperrung von 60V Arbeitern und als am Donnerstag weitere Differenzen über verlangte Streikarbeit ausbrachen, da wurde eine Aussperrung von 1200 Mann angedroht und am Freitag ausgeführt. Man versuchte, einige Arbeiter— es sind besonders Dreher, Schlosser und Arbeiter und Arbeiterinnen der Anker- Wickelei ausgesperrt— zurückzuhalten, um dringende Aufträge zu erledigen, aber eS lag nun im Interesse der Arbeiter, den Betrieb völlig still zu legen. Arn Sonnabend vormittag versammelten sich die Ausgesperrten in voller Zahl in den Pharussälen, Müllerstratze, wo H a n d k e boln Deutschen Metallarbeiterverband über den Stand der Dinge referierte. Vertreter von anderen Organisationen, deren Mit- glieder durch die Aussperrung betroffen wurden, waren ebenfalls erschienen, auch der Vertreter vom Gewerkverein. Handle er- ?nahnte nach einer Darstellung der Sachlage die Ausgesperrten zur Einmütigkeit und zur Ruhe und Besonnenheit; er wandte sich auch scharf gegen die bürgerlichen Blätter, die der Arbeiterschaft- die Schuld an dieser Aussperrung aufzubürden versuchten. Ab- teilungS- und VertrauenSmännerfttzungen fanden nach Schluß der Versammlung statt, um die zu befolgende Taktik zu beraten. Zuzug von außerhalb ist fern zu halten; die arbeiterfreund. lichen Blätter tverden gebeten, darauf aufmerksam zu machen. Achtung, Töpfer? Von dem Streik in dem JnmlngSgebiet Alt-LandSberg ist zu berilbten, daß die erste Sitzung mit den Meistern am 17. Juni 1910 in Fredersdorf resultatlos verlaufen ist. Die Unternehmer haben die Forderungen der Gesellen strikte abgelehnt, sie wollen die bis zum 1. Juni in Kraft gewesenen Tarife, Ivelche aber von den Meistern durchbrochen waren, nu??mehc Ivieder bezahlen. Die Chalnottearbeit soll nach dem jetzigen Berliner Tarif, unter Abzug von 20 Proz., bezahlt iverde??. Die Vertreter der Gesellen konnten dem natürlich nicht zustimmen. Der Streik lvird nunmehr mit ver« schllrsten Mitteln geführt werden. Die Unternehmer versuchen Streikbrecher heranzuziehen. Bewilligt haben bis jetzt die neuen Forderungen: Decker- Neuenhagen und L a u r i s ch- Werneuchen. Weiter haben ihre Zusage, aber lioch nicht die Unterschrift gegeben Kupfer- Mahlsdorf und Leuschner- Radebrück. Kein Kollege darf, ohne erst im Berlnier Filialburcau. Engelufer 15, Zimmer 59, Erkundigungen eingeholt zu haben, im Jnnungsgcbiet Alt-LandSberg in Arbeit treten._ Die Verbandsleitung. Berichtigung. Am Schlüsse der in der gestrigen Nummer des „Vorwärts" veröffentlichten Quittung über eingegangene Sammel- gelder für die ausgesperrten Bauarbeiter heißt es, das Bureau der Gewerkschaftskommission sei von 1— 7Z4 Uhr geöffnet; es muß richtig heißen von 4— 7% Uhr. Oeutlcheo Reich. Die Situation im Baugewerbe. Aufhebung des Abwehrkampfes der Zimmerer. Verbandsausschuß und Zei?tralvorstand des Zimmerer- Verbandes haben in ei?ter gemeinsamen Sitzung am 17. Juni beschlossen, da die Atissperrung im Baugewerbe durch das in Dresden tagende Schiedsgericht aufgehoben ist, ihren Ver- bandsmitglicdern zu empfehlen, die Arbeit allenthalben aufzu- nehmen. Wo die Ut?terneh?ner bei der Wiederaufnahme der Arbeit Schivierigkeiten machen, soll dem Zentralvorstande sofort Mitteilung davon gcinacht werden. Ocrtliche Differenzen werden aus verschiedenen Orten gemeldet. In Dresden haben stürmisch verlaufene Versammlungen der Maurer und BauhilsS arbeiter den Schiedsspruch fast eüistimmig abgelehnt, liebet die Wiederaufnahme der Arbeit soll eine Versammlung am Sonnabend entscheiden. Die Zimmerer nahmen den Schiedsspruch an und beschlosten, die Arbeit am Montag aufzunehmen, doch soll ein Tarif. abschlutz von einer angemesse??en Lohnerhöhung abhängig gemacht werden. Jn Karlsruhe-Durlach hat der Unternehmerverband die Aussperrung für aufgehoben erklärt. In einer sofort einberufenen Versammlung beschlossen die Arbeiter, die Arbeit nicht aufzunehmen. Die vom Dresdener Schiedsgericht ge>vähr?e Zulage von 1 Pf. in diesem Jahr entspräche nicht den Anforderungen, die man in einer Großstadt wie Karlsruhe stellen müsse. Es wurde beschlossen, daß eine Kommisjion nochmals mit den Arbeitgebern verhandeln soll. Sollle es bis zum Montag zu einer E??tschcidung nicht kommen, soll Montag auf sämtlichen Bauten die Arbeit niedergelegt werden. In Kassel hat eine am Sonnaber?d nachmittag stattgehabte Bauarbeiterversammlung beschlossen, die Arbeit am Montag noch nicht wieder aufzunehmen. Die Klärung der hier noch bestehenden Differenzen wird in einer weiteren, nächste Woche stattfindenden Versammlung durch die Vertreter der drei Zentralverbände erwartet. Bis dahin wird die Entscheidung ausgesetzt werden. In Mannheim lehnte ei?le Versammlung von Maurern und Bauarbeitern den Schiedsspruch ab, weil die Lohnerhöhung für das erste Jahr zu gering ist. Die Nürnberger und Breslauer Bauarbeiter lehnten gleichfalls den Schiedsspruch ab und beschlossen, die Arbeit vorläufig nicht aufzunehmen. Auch in M a g d e b u r g ist die Arbeit noch nicht anfge?lommen tvorden, erst soll der Verbandstag in Charlottenbllrg bezw. die lokalen Bersamnilnngen eine Einigung fällen. Die Unternehmer suchen durch den staatlichen Arbeitsnachweis Arbeitskräfte heranzu- ziehen. Eine Bekanntmachung, daß die Aussperrung aufgehoben sei, ist den Arbeitern von den Unternehmern noch nicht zugegangen. *•* Der Bezirksverband Thüringen des ArbeitgeberbundeS macht bekannt, daß die Aussperrung am. 20. Juni aufgehoben werde. Der Rückgang der Gelben. Wohl in keiner Stadt haben die Arbeiter den Verlockungen der Industriellen und ihrer Handlanger so zahlreich Folge geleistet, wie in Augsburg, dem Ausgangspunkt der gelben Belvegung. Hauptsächlich waren es die Arbeiter der Maschinenfabrik Augs- bürg, die scharenweise ihre Organisation im Stiche ließen und dem von der Direktion gegründeten und von Unternebmergeld aus- gehaltenen gelben Werkverein beitraten. Aber gar bald kam die Ernüchterung, beschleunigt durch rigorose Behandlung seitens der Vorgesetzten und krasse Lohnabzüge, die sich die wehrlos gemachten Arbeiter gefallen lassen mußten. Die Unzufriedenheit der Gelben wächst denn auch von Tag zu Tag. und hauptsächlich die Arbeiter der Maschinenfabrik Augsburg haben die gelbe Sklaverei herzlich satt. Ein Beweis von der Verdrossenheit der Arbeiter der gelben Sache gegenüber ist die Tatsache, daß es der Vorstandschaft des gelben Werkvereins nicht mehr nröglich ist, Vertrauensmänner zu wählen, da die Leute absichtlich aus den gelben Versammlungen fern bleiben. Die Vertrauensmänner werden deshalb von der Vorstand- schaft kurzerhand bestimmt, ohne daß die mit diesem„Ehrenamt" Bedachten erst gefragt, werden. Wie es?nit der gelben Bewegung in dieser ehemaligen gelben Hochburg bestellt ist. zeigt die Klage eines Vorstandsmitgliedes in einer dieser Tage stattgefundenen vertraulichen Sitzung. Er jammerte nämlich, daß. von den etwa 2000 eingeschriebenen Mit« gliedern des gelben Vereins kaum 600 Beiträge gezahlt haben! Diese Säumigen sollen nun mittelst Mahnbriefes an ihre Pflicht gemahnt werden. U?n die Arbeiter zu ködern, hat die Direktion der Maschinen. fabrik Augsburg feit Gründung des gelben Vereins etwa eine balbe Million Mark geopfert— das Ergebnis dieser„Opferwilligkeit" ist für die Protektoren wahrlich nicht erfreulich. Former, Achtung! In Elbing sind bei der Firma F. Komnik Differenzen aus. gebrochen. Die Former verlangen 40 Pf. Mindestlohn, Hilfs» arbeiter 30 Pf. Die Firma lehnte alle Forderungen rundweg ab. Daraufhin legten am 7. Juni 25 Former die Arbeit nieder. Am selbigen Tage wurden laut Anschlag am schwarzen Brett zirka 500 Schlosser, Dreher und Schmiede ausgesperrt. Am Montag, den 13. hob die Firma die Aussperrung auf, doch verlangte die Firma, daß die Eingestellten unterschreiben, daß sie keiner Organi- sation angehören, auch in Zukunft nicht angehören dürfen. Dessen weigerten sich sämtliche Schlosser und Dreher einstimmig. Die Firma ist kra?npfhaft bemüht, für die streikenden Former und Gießereiarbeiter sowie für die ausgesperrten Schlosser und Dreher Ersatzkräfte einzustellen. Doch verlangt sie nach Scharfmacher- manicr. daß dieselben keiner Organisation angehören dürfen. Sie verspricht einen Stundenlohn von 40—50 Pf., während die Schlosser und Dreher einen solchen von 30— 40 hatten. Die ältesten Ko- lonnenführer hatten 40 Pf. Der Kampf der Firma richtet, sich ausschließlich gegen die Organisation. Deshalb erwarten wir von allen Formern, Schlossern und Drehern, jedes Arbeitsangebot der Firma abzulehnen. Die Ortsverwaltung. I. A.: P. Früngel-Danzig. Häkergasse 37. Die Aussperrung in der Tnttlinger Schuhindustrie, die rund 2000 Personen aus 18 Fabriken umfaßt, dauert nun bereits volle 4 Wochen, und noch ist nicht abzusehen, wie lange der Kampf noch dauern wird. Die Fabrikanten lehnten bis jetzt jeden Vermitte- lungsverfuch, auch diejenigen seitens deS Stadtvorstandes, rundlveg ab, sie verlangen bedingungslose Unterlverfung der Ausgesperrten. Am II. Juni suchte Land- und ReichStagsabgeordneter für den Be> zirk Tuttlingen, Herr Starz, einen VermittelungSversuch anzu- bahnen, der jedoch an der Hartnäckigkeit der Fabrikanten scheiterte. — Die Kampfesweise der Fabrikanten tblrd am besten durch eineit Beschluß illustriert, der dahin geht, eS dürfe solange keine Fabrikantenversammlung mehr einberufen werden, bis die Arbeiter ihre Forderungen schriftlich und bedi?daS Los so vieler anderer Erfinder insoweit teilen, als Kaiser Franz, den er um Unterstützung seiner weiteren Forschungen anging, sich ab- lehnend verhielt, weil die Nichtswisser in Wien seinem Apparat die Leistungsfähigkeit absprachen. Als der Sommer 1756 große und anhaltende Trockenheit brachte, bildeten sich die Bauern der Um- gebung ein, daß daran nur der Pfarrer mit seinem teuflischen Apparat schuld sei und zerstörten die Vorrichtung, deren Erneue- rung dem Erfinder vom Bischof, der neue Unruhen befürchtete, verboten wurde. Europas Nicivcrsititten. Deutschland und Italien stehen, was die Zahl der Universitäten betrifft, an der Spitze aller europäischen Staaten: beide haben je 21 Hochschulen, Aber Italien bleibt, wenn es auch die gleiche Anzahl Universitäten hat. in bezug auf die Zahl der Studierenden, um die Hälfte hinter Deutschland zurück. Nach Deutschland und Italien kommt Frankreich mit 16 Universitäten. hieraus folgen England mit 15, Oesterreich mit 11, Rußland und Spanien mit je 9, die Schweiz mit 7, Holland, Belgien, Schweden und Rumänien mit 5, 4, 3 und 2 Hochschulen. Deutschland hat die meisten Studenten: rund � 50 000, Frankreich folgt mit 32 000, hierauf kommt Oesterreich mit 80 000, England mit 25 000, Italien mit 24 000, Rußland mit 23 000; die Studenten- zahl der anderen vorher genannten Länder schwankt zwischen 5000 und 12 000. Die Gesamtzahl der europäischen Universitäten beträgt 124, ihre größte ist seit 1908 die Berliner Universität; in diesem Jahre hat sie zum erstenmal� mit 13 884 Studenten die Pariser Hochschule um beinahe 1000 Hörer überflügelt; Paris zählte damals nachdem die Frachtsätze in Kraft getreten sind. Im vorliegenden Falle haben die beklagten 25 Bahnen ebenso wie viele andere, die Bundes-Verkehrskommission davon in Kenntnis gesetzt, daß die höheren Frachtsätze vom 1. Juni an zur Anwendung gelangen sollen. ?;il der letzten Stunde entschloß man sich in Washington, die Er- ebung der neuen Frachtsätze durch die Erwirkung eines vorläufi- gen Einhaltsbefehls zu verhindern. Ob der Befehl für dauernd erklärt wird, steht noch dahin. Allzu wahrscheinlich ist es nicht, da die Eisenbahnen sich darauf berufen können, daß auf Grund des oben erwähnten Hepburn-Gesetzcs über die Berechtigung>der neuen Frachtsätze entschieden werden müsse. Uebrigens hat die Bundesbehörde ihre Stellung von vorn- herein dadurch geschwächt, daß sie„auS Versehen" die Erhöhung nur eines Teiles der Frachtsätze angreift und z. B. die Steigerung des Frachttarifs für Wolle unbeanstandet läßt. Die Bahnen be- gründen die Erhöhung der Frachtsätze mit den gesteigerten Be- triebskosten, die doch für die Beförderung von Wolle nicht mehr wuchsen als z. B. für Kohlen._ Eingeleitet wurde die Klage auf Grund des Sherman-Anti» trustgesetzes, das alle Verabredungen untersagt, durch welche der freie Wettbewerb im zwischenstaatlichen Handel ausgeschaltet oder beschränkt wird. Bislang wurde noch nie der Versuch gemacht-, auf Grund des sonderbarerweise so eifrig gegen die Gewerkschaften angewendeten Sherman-Gesetzes gegen Frachterhöhungen vorzu- geben, da es äußerst schwer ist, einen vollgültigen Beweis zu er- bringen für die ungesetzliche Vereinbarung, welche die Frachtsätze festlegt und damit verhindert, daß sich die verschiedenen Bahnen durch Untcrbictung gegenseitig Konkurrenz machen. Die 25 Bahn- gesellschaften. gegen welche sich das Einhaltsverfahren richtet, fühl- ten sich so sicher, daß sie gleichzeitig und durch dieselbe Mittelsperson die BundeLverkehrskommission von der für den 1. Juni in Aus- ficht genommenen Erhöhung der Frachtsätze in Kenntnis setzen ließen...Hätten die Bahnen." heißt es in einer von dem Justiz- Ministerium ausgegangenen Erklärung,„jede für sich 3 i e Frachtsätze erhöht und die Erhöhung angemel- det, so hätte die Regierung keine Schritt« da� gegen unternommen." Nun wissen die Bahnen, waS sie zu tun haben, falls der von den Bundesbehörden erwirkte vorläufige Haftbefehl für dauernd gültig erklärt werden sollte. Die Entscheidung der Berkehrskchn- Mission haben die Eisenbahnen nicht zu fürchten. Wozu wäre denn das nominelle Aktienkapital, das„auf eine angemessene Verzinsung Anspruch hat", um so viel höher als das tatsächlich einbezahlte? Wahrscheinlich sind die Eisenbahnen der Bundesregierung ob der Erwirkung des Einhaltsbefehls gar nicht gram. Die kleine Spiegelfechterei ist geeignet, die schlaff herabhängenden Segel des republikanischen Parteiscbiffleins etwas zu schwellen. Und sollte bei den Wahlen im Herbst die derzeitig herrschende republikanische Partei wiederum die Mehrheit im Repräsentantenhause erringen, so würden sich die Bahnen besser stellen, als wenn die Demo- kraten die Majorität der Mandat« erlangten. Die Demokraten sind die Sachwalter des wohlhabenden Mittelstandes und der un- tercn Schichten der reichen Leute, die Republikaner aber die Jnter- csscnvertreter des eigentlichen Großkapitals. Die Berliner Gewerkschaften Im Mre 1909. Die Krisenjahre 1907/08 übten naturgemäß einen ungünstigen. Einfluß auf die Bewegung und EntWickelung der Gewerkschastent aus, was sich namentlich in einem Rückgang der Mitgliederzahlen. bemerkbar machte. Ms dann in der letzten Hälfte des voriger» Jahres die wirtschaftlichen Verhältnisse sich langsam zu bessern begannen, nahmen auch die Gewerkschaften wieder einen erfreu- lichen Aufschwung. DaS tonnten wir in letzter Zeit schon öfter an der Hand gewerkschaftlicher Berichte feststellen, und das zergt auch der soeben erschienene Bericht der Berliner Gewerkschafts- kommissiin für daS Jahr 1909. Eine Uebersicht, die der Bericht über die Mitgliederbewegung der Berliner Gewerkschaften in den letzten 10 Jahren(1899 bis 1909) gibt, zeigt, daß die Zunahme der Mitgliederzahl in dem Krisenjahre 1901 durch einen Rückgang von IV* Proz. unterbrochen! wurde. Aber schon das Jahr 1902 brachte einen Aufschwung, des den Stand von 1900 bedeutend überholte. Das Wachstum der Mit- gliederzahl setzte sich weiter fort bis 1906, wo sie mit 252 069 ihren bis jetzt höchsten Stand erreichte. Dann kam die schwere Wirtschafts- krise. Sie brachte einen Verlust an Mitgliedern von 6� Proz. 12 985 Studenten. An den 124 Universitäten Europas studieren etwa 220 000 Hörer. Wie die Erde atmet. In einem poetischen Wort ist das Auji und Nieder von Ebbe und Flut mit Atemzügen verglichen worden. in denen sich die Brust des Meeres ähnlich der Menschenbrust regel» mäßig hebt und senkt. Es hat den Anschein, als ab auch die Erds selbst eine ähnliche Atmung besitzt. Dieselben Kräfte, die auf dasc Meer wirken, wirken selbstverständlich auch auf die feste Erde, nur sollte man nicht glauben, daß auch diese dadurch aus ihrer Ruhe- läge gebracht werden könnte. Nach den Beobachtungen von Pro» fessor Hecker aber bewegt sich die Erdkruste zweimal am Tage auf, und ab und zwar scheint es, als ob diese Bewegung das Ausmaß von anderthalb Fuß erreichen kann. Sie wird jedenfalls nicht durch den Mond allein, sondern durch die gemeinsame Anziehung von Sonne und Mond hervorgerufen. Jetzt, nachdem die Entdeckung gemacht worden ist, sind die Naturforscher dahinter gekommen, daß diese Erdbewegungen eigentlich eine Notwendigkeit sind, da die Erdkruste gar nicht fest genug sein könne, um jenen Himmels« kräften starr zu widerstehen. Selbstverständlich aber besteht zwischen den Gezeiten der Erde und denen des Meeres ein großer Unter- schied. Wenn man einen Wassertropfen in seinem Weg verfolgen könnte, so würde man ihn unter der Wirkung von Ebbe und Flut viele Meilen in horizontaler Richtung reisen sehen. Die einzelnen Punkte der Erdkruste dagegen können sich nur heben und senken, aber nicht seitlich verschieben. Daß eine solche Naturerscheinung den Forschungen des Menschen so lange entgangen ist, rührt daher, daß sie sich unserem Gefühl durch nichts verrät. Ebensowenig spürt ja der Seefahrer auf dem Ozean irgend etwas von Ebbe und Flut. Erst durch eine sinnreiche Benutzung des Horizontalpendels. das auch in der Erdbebenbeobachtung die Hauptrolle spielt, ist eS gelungen, jene regelmäßigen Erdbewegungen festzustellen. Daraus hat sich dann noch der weitere wichtige Schluß ergeben, daß nach der Art dieser Bewegungen die Erde wahrscheinlich keinen flüssigen Kern besitzt._ Notizen. — Ein Theater, das nicht spielen darf. Das in der„Komischen Oper" bereits durch eine Generalprobe eröffnet? Sommertheater konnte seine Vorstellungen nicht fortführen, weil die Polizei sie untersagte. Sie dürfen erst dann aufgenommen werden, wenn die Kaution hinterlegt ist. — Der Berliner Kunstsalon Keller u. Reiner, der in weiteren Kreisen durch seine auch anderen Städten zugänglich gemachte Meunier-AuSstellung bekannt wurde, ist in ZahluiigS- Schwierigkeiten geraten, die man durch eine Verwandlung m eme G. m. b. H. und Reduzierung der Schulden zu beheben hofft. — Noch ein Freili gr ath- D enm al soll— neben dem Rolandsecker— in Soest in Westfalen errichtet werden, wo der Dichter in seiner Jugend die Kunst dcö TütendrehcnS und des Kol»« nialwarenhandelS erlernt«. km Jahre 1907 und toctlcieh 5 Proz. im Fahre 1908. I m F a h r e 1909 stieg d i e Mitgliederzahl von 223 806 auf 233 060. Das ist eine Zunahme von etwas mehr als 4 Proz. Wenn man berücksichtigt, daß die wirtschaftliche Krise erst in der zweiten Hälfte des Berichtsjahres zu schwinden begann und daß sie in manchen Gewerben heut noch nicht überwunden ist. so kann der Aufschwung der Gewerkschaften als recht erfreulich bc- zeichnet werben. Natürlich haben nicht alle Gewerkschaften den gleichen Anteil an der Zunahme. Einige weisen sogar einen Mitgliederrückgang gegen das Vorjahr auf. Von den 63 der Gewerkschaftskommtssion angeschlossenen Organisationen hatten 15 einen Mitgliederverlust von 2011, während die übrigen eine Zunahme von 11 276 aufweisen. Die Fluktuation, in den Mitgliederbeständen ist der des Bor- jahrcs ziemlich gleich geblieben. Es wurden neu aufgenommen 68 670 männliche und 10 944 weibliche, insgesamt 71 294 Personen; gegen das Vorjahr ein Mehr von 12 871, wo im ganzen 68 423, darunter 43 668 männliche und 9765 weibliche Personen aufge- nommen wurden. Die Mitgliederzahlen der einzelnen Gewerkschaften im Jahre 1909— denen Wir in Klammern die Zunahme'W be» ziehungsweise Abnahme(—) gegen 1908 hinzufügen— sind in der Reihenfolge ihrer Größe diese: 1. Metallarbeiter 64081(4- 041) 2. Transportarb. 32264(--3061) 8. Holzarbeiter. 24017(-(- 182) 4. Buchdrucker. 10780(-f- 431) 6. Maurer.... 9711(4-1106) 6. Fabrikarbeiter 6674(4- 149) 7. Gemeindearb. 6 636(-» 431) 8. Buchbinder.. 6348(-f 90) 9. Schneider... 5631(4- 301) 10. Maler..... 5404(+ 420) 12. 13. 14. 15. 16, 17. 18. 19, 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 80. Metallarbeiter Transportarb. Holzarbeiter. Buchdrucker. Maurer.... Fabrikarbeiter Gemeindearb. Buchbinder.. Schneider... Maler..... Buchdruckerei- Hilfsarbeiter. Brauereiarb.. Zimmerer... Lithographen. Bäcker..... Textilarbeiter. Bauhilfsarb.. Sattler usw.. Schuhmacher. Schmiede... Töpfer.... Wäschearbeiter Maschinisten. Tapezierer.. Handlungs- gehilfen.... Bureau- angestellte.. Gastwirts- gehilfen... Steinsetzer.. Hutmacher.. Kürschner... 769) 264) 430) 113) 163) 861) 45) 233) 370) 16t) 4802(-- 4151(-- 3602(-- 3670(-- 3082(-- 3006(-- 2976(— 2843(+ 2504(— 2362(— 2095(4- 307) 1840(— 554) 1738(4- 2) 1695(4- 191) 1504(+ 174) 1380(4- 151) 1310(4- 28) 1308(4- 3) 1006(-)- 41) 947(-f- 254) 31. Gärtner.... 32. Tabakarbeiter. 33. Bildhauer... 34. Steinarbeiter. 35. Stukkateure.. 36. Dachdecker... 37. Fleischer.... 38. Glaser..... 39. Lederarbeiter. 40. Böttcher.... 41. Kupferschmiede. 42. Glasschleifer.. 43. Caföangestellte. 44. Schriftgießer.. 45. Barbiere.... 46, Hoteldiener... 47. Musiker..... 43. Isolierer.... 49. Mühlenarbeiter 50. Hausangestellte 51. Hafenarbeiter. 52, Porzellanarbeit. 63. Asphaltcure.. 54. Glasarbeiterl. 55. Lederarbeiter II 56. Zlhlographen.. 57. Bühnenarbeiter 58. Zuschneider... 59. Lagerhalter.. 60. Blätterarbeiter. 61. Bootsbauer.. 62. Schirmmacher. 63. Zigarren- sortierer.... 928(— 112) 909(— 253) 872(— 108) 732(4- 88) 709(— 56) 691(4- 145) 609(-f- 86) 593(-f- 5) 579(-- 576(-- 675(— 570(4- 587(4- 514<— 502(— 502(— 367(4- 350( 310(— 302(4- 800( 283(4- 240(4- 233(— 230(— 170(4- 150(— 117(— 86(4- 68(— 67(— 66(— 4) 11) 32) 84) 45) 64) 6) 71) 8) 0) 42) 2) 0) 3) 91) 71) 5) 10) 50) 69) 10) 28) 16) 30) 66(— 2) Die vorstehend aufgeführten 63 gewerkschaftlichen Verwaltungs» stellen gehören 57 Zcntrolverbänden an. Diese Zahlendifferenz kommt daher, daß einige Verbände, die mehrere Berufsgruppen umfassen, für jede dieser Gruppen eine besondere Verwaltungs- stelle haben. Die Bühnenarbeiter bilden keine Zentralorganisation. Der Steigung in den Mitgliederzahlen entspricht ein Aufschwung in den Kassenverhältnissen. Die Gesamteinnahmen aller Gewerkschaften betrugen im Berichts- jähre 10 463 370 M. Das sind 1315223 M. mehr als im Jahre 1908. Allein an ordentlichen Beiträgen wurden 6 511953 M. auf- gebracht, darunter 170 276 M. von weiblichen Mitgliedern. Die Beiträge der männlichen Mitglieder brachten 183 089 M. mehr, die der weiblichen dagegen 10 823 M. weniger als im Vorjahr. Die Ilrsachen dieser Mindereinnahme lassen sich nicht mit Sicher- heit feststellen.— Die Gesamtausgaben sind gegen das Vorjahr um 277 958 M. gestiegen. Sie betrugen 7 747 596 M. Die Streik- Unterstützung stieg von 380 751 M. auf 551 633 M. Hieraus ergibt sich, daß mit dem Aufstieg der wirtschaftlichen Konjunktur auch die Kampfestätigkcit der Gewerkschaften eine lebhaftere wurde. Mehr noch wie durch das Anwachsen der Streikunterstützung wird dies durch die tabellarische Zusammen- stellung des Berichts über die einzelnen Streiks dargetan. Nach Ausweis der Tabellen haben im Berichtsjahr 22 GeWerk- schaften 100 Angriffsstreiks und 32 Gewerkschaften 205 Abwehr- streiks geführt. Die Zahl der Angriffsstreiks hat gegen das Vor. zahr um 75 zugenommen, die Zahl der Abwehrstreiks hat sich um 42 verringert. Dagegen ist die Zahl der Personen, die an den Abwehrstreiks beteiligt waren, von 10 137 im Vorjahr auf 11 823 im Berichtsjahr gestiegen. An den Angrisfsstreiks waren im Be- richtsjahre 4321 Personen, im Borjahre aber nur 1SS3 Personen beteiligt. Ursache der Angriffs st reikS war in 13 Fällen Ver- kürzung der Arbeitszeit, in 51 Fällen Lohnerhöhung, in 15 Fällen Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit, in 32 Fällen Ein- führung eines Tarifs in 6 Fällen Erfüllung tariflicher Verein. barungen, in einem Falle Einführung von Arbeiterschutzeinrichtun- gen und in 11 Fällen besondere Forderungen. Ursache der Abwehr st reikS war in 3 Fällen Ver» langen zum Austritt aus der Gewerkschaft durch die Unternehmer. in 47 Fällen Maßregelung, in 75 Fällen Verlängerung der Arbeits- zeit, in 58 Fällen Nichtinnehaltung allgemeiner Lohn, und Arbeits- bedingungen, beziehungsweise der Tarife, in 10 Fällen Verlänge- rung der Arbeitszeit, in 2 Fällen Einführung einer für die Ar- beiter nachteiligen Fabrikordnung, in 7 Fällen schlechte BeHand- lung der Arbeiter, in 21 Fällen lagen andere Ursachen vor Die Angriffstreiks waren in 64 Fällen erfolgreich, in 13 Fällen wurde ein teilweiser Erfolg und in 21 Fällen kein Erfolg erzielt. Die Abwehrstreiks brachten in 93 Fällen vollen, in 36 Fällen teil- weisen, in 73 Fällen keinen Erfolg. Von den AngriffstreikS waren 2. von den Abwehrstreiks 3 am Schluß des Berichtsjahres noch nicht beendet. Aus der Tatsache, daß die Zahl der AbwehrstreikS. sowie die Zahl der an ihnen Beteiligten reichlich doppelt so groß ist wie die Zahlen der Angriffstreiks und der an ihnen Beteiligten ergibt sich, daß der weitaus größte Teil der gewerkschaftlichen Kämpfe der Erhaltung bestehender Verhältnisse, die durch die Unternehmer bedroht wurden, gewidmet war, und daß nur der kleinere Teil der Kampfestraft auf die Erringung besserer Verhältnisse verwandt werden konnte. Dies wird nicht nur durch das Gesamtbild der Streikbewegung, sondern auch durch die Zahlenangaben der ein. zelnen Gewerkschaften bestätigt. Nur 3 Gewerkschaften machen hiervon eine Ausnahme. An erster Stelle stehen in dieser Beziehung die Schneider, die 12 Angriff- und nur 2 Abwehrstreiks führten. Tie Textilarbeiter hatten 6 Angriff, und 1 Abwehrstreik, die Litho- yraphen und Steindrucker standen dreimal im Angriff und zweimal in der Abwehr. Bei den Holzarbeitern ist das Verhältnis fast gleich. Sie hatten 25 Angriff- und 24 Abwehrstreiks zu führen, doch waren an den letzteren 4160, an den ersteren nur 599 Per» Jonen beteiligt.— Bei allen übrigen Gewerkschaften überwiegen ie Mwehrkämpfe nach Zahl und Umfang ganz erheblich. Betrachten wir die Zahlen der Angriff- und Abwehrstreiks zu- .sammen, so stehen die Metallarbeiter mit den meisten Streiks, nämlich 66. an der Spitze. Dann folgen die Holzarbeiter mit 49, die Bauhilfsarbeiter mit 46, die Transportarbeiter mik 19, die Maurer. Putzer� und Zementierer mit 16. die Schmiede und die Schneider mit je 14 usw.— Hinsichtlich der Zahl der an den Kämpfen beteiligten P.eri'snm stehen die HulzÄ�ito mit 482Ü an erster Stelle. Dann folgen die Metallarbeiter mit 4254, die Schneider mit 2342, die Buchbinder mit 1093(bei 7 Streiks) usw. — Die durchschnittliche Dauer der Streiks war am längsten bei den Bildhauern mit 79 Tagen, den Isolierern mit 49 Tagen, den Litho- graphen mit 49 Tagen, den Glasern mit 44 Tagen, den Metall- arbcitern mit 23 Tagen, den Kupferschmieden mit 21 Tagen, den Steinsetzern mit 20 Tagen usw. Die Holzarbeiter stehen mit einer durchschnittlichen Streikdauer von 6?� Tagen ziemlich am Ende der Reihe. Bei fast allen Gewerkschaften übertrifft die Zahl der erfolg- reichen und teilweise erfolgreichen Streiks die der erfolglosen sehr erheblich. Eine Ausnahme machen nur die kleinen Berufe. Bei den Bauhilfsarbeitern übersteigt die Zahl der Erfolge die der Miß- erfolge nur wenig. Der Aufstieg der wirtschaftlichen Konjunktur spiegelt sich auch in den Ausgaben der Gewerkschaften für Nnterstützungszwecke Erfahrungsgemäß vermehrt sich bei guter Konjunktur die Zahl der reisenden Arbeiter. Demzufolge ist die Reiseunterstützung von 4069 M. auf 49 894 M. gestiegen. Die Arbeitslosenunterstützung ist dagegen von 2 355 953 M. im Vorjahr auf 2 062 740 M. im Berichtsjahr zurückgegangen. Das ist eine Minderausgabe von 293 212 M., an der die Metallarbeiter mit ziemlich 50 Proz. be- teiligt sind. Doch nicht in allen Gewerkschaften ist ein so günstiges Resultat zu verzeichnen. Im graphischen Gewerbe, sowie bei den Holzarbeitern, Fabrikarbeitern und Schuhmachern trat eine Steige. rung der Ausgaben für Arbeitslosenunterstützung ein.— Zurückgegangen sind im allgemeinen auch die Ausgaben für Kranken- Unterstützung und für Rechtsschutz. Was die Berliner Gewerkschaften in der Unterstützung ihrer Mitglieder leisteten, zeigt folgende Zusammenstellung: Ausgaben im Jahre 1909 für: Streikunterstützung...... 651 633 M. Gematzregeltenunterstützung... 193 636, Reiseunterstützung...... 49 894, Arbeitslosenunterstützung.... 2 062 740 B Krankenunterstützung..... 1412 870# Sterbegeld......... 141 252, Jnvalidenunterstützung..... 130 675, Rechtsschutz........ 59 062, Besondere Unterstützung.... 155 734, Summa: 4 757 496 M. Im großen und ganzen betrachtet, können die Berliner Gewerk- schaften auf die Erfolge ihrer Tätigkeit im abgelaufenen Jahre mit Befriedigung zurückblicken. Sie haben durch ihre Unter- stütznngseinrichtungen manche Wunden geheilt, welche durch die widersinnigen Einrichtungen der bürgerlichen Gesellschaft den Ar- beitern geschlagen worden sind. Was aber mehr wert ist: Sie haben, wo es möglich war, durch Erkämpfung besserer Lohn- und Arbeits- Verhältnisse die Lage vieler Arbeiter gehoben oder doch angedrohte Verschlechterungen mit Erfolg abgewehrt. Die Tatsache, daß 42 Ge- werkschkaften Tarife mit Unternehmern oder Unternehmerorgani- sationen abgeschlossen haben, beweist, daß die Gewerkschaften die Kraft haben, das Errungene festzuhalten und vor Angriffen der Unternehmer wenigstens für eine gewisse Zeit zu sichern. Die Tätigkeit der Gewerkschaften und ihr gutes Einvernehmen mit der Partei bürgt dafür, daß auch beim Abschluß des laufenden Jahres neue Erfolge auf allen Gebieten der Gewerkschaftsbewegung zu verzeichnen sein werden._ Huö der partcü Im Verlage, der Buchhandlung Vorwärts, Berlin» er- schien soeben: Geschichte der GesellschaftSNasseo in Deutschland. Bon Paul Kampffmeyer. Zweite völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Ueber die erste Auflage schrieb Genosse Cunow im Band XV der.Neuen Zeit' u. a. folgendes: .Kampffmeyer besitzt die Gabe kurzer populärer Darstellung; daS beweist auch wieder die vorliegende Arbeit, die sich vor allem an den intelligenteren Arbeiter wendet. Mit entschiedenem Geschick hat eS der Verfasser verstanden, aus den von ihm gesammelten Materialien heraus ein knappes und doch anschauliches Bild der sozialen EntWickelung Deutschlands in den letzten Jahrhunderten zu zeichnen. Der sozialistischen Auffassung entsprechend findet in dem kleinen Werl die wirtschaftliche Seite der Entwickelung besondere Berücksichtigung. Kampffmeyer hat sich mit Recht nicht auf eine bloß theoretische Erörterung der Entwickelungsvorgänge beschränkt, sondern seine Ausführungen überall, wo dies angängig, durch wirt- schaftsstatistische Angaben zu stützen gesucht. Den wirtschaftshistorischen Untersuchungen reihen sich interessante kulturgeschichtliche Schilde- rungen des religiösen Aberglaubens, des Liebes-, Familien- und Geisteslebens unseres deutschen Volkes im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert an.'--— .Im ganzen verdient da« kleine Werk wärmste Empfehlung. Nicht nur gibt eS ein durchaus anschauliche» Bild unserer neueren gesellschaftlichen Entwickelung. sondern eS eignet sich auch infolge seiner knappen, konzisen Darstellungsweise vortrefflich zur Einführung in daS Studium der deutschen Kulturgeschichte.' Verstärkung der sozialdemokratischen ReichstagSfraktio» in Schweden. Der Stockholmer Reichstagsabgeordnete Freiherr E r i k P a l m- st i e r n a, der bisher der liberalen Fraktion angehörte, ist am Dienstag zur sozialdemokratischen Partei übergetreten. Er ist Mitglied von Stockholms Arbeiterkommune geworden und hat sich zugleich der sozialdemokratischen ReichStagSfraktion angeschlossen, deren Mitgliederzahl dadurch auf 35 gestiegen ist. Der neue Partei- genösse hat auch ein Stadtverordnetenmandat inne. Die Zahl der sozialdemokratischen Stadtverordneten Stockholms ist durch seinen Uebertritt auf 20 gestiegen. Die ehrlich demokratische, sozial-radi- kale Gesinnung, die der Freiherr Palmstierna bisher in seiner öffentlichen Tätigkeit zur Geltung zu bringen suchte, machte ihm sein Verbleiben in der liberalen Partei unmöglich und so kam er, wie vor ihm der Bürgermeister Lindhagen, zu der Ueberzeugung, daß sein Platz allein in den Reihen der klassenbewußten Arbeiter- schaft sein konnte._ Verfolgung in RumSnien. Der Parteisekretär Frium. der GewerkschaftSsekretär Ehritesen und der Redakteur deS rumänischen Parteiorgan« .Romania Muncitoare', M a i n e s e n wurden zu einem Monat Gefängnis verurteilt wegen Beleidigung von Behörden. Jugendbewegung. „Arbeiter-Jugend." Die soeben erschienene Nummer 13 hat fol« genden Inhalt: Ferdinand Freiligrath(mit Bild). Bon Ernst AlmS« loh.— Aus Freiligraths Leben.— Die menschlichen Siedlungen der jüngeren Steinzeit. Von Hannah Lewin.(Mit Illustrationen.)— Bezirksorganisationen der Jugendausschüsse.— Die Dresdener Jugendbewegung.— Jugendbewegung des Auslandes.— Vom Kriegsschauplatz.— Die Gegner an der Arbeit.— Zur Wirtschaft- lichen Lage.— U. f. w. Beilage. WaS ich auf dem Stern erlebte. Ein Abenteuer von Franz Hcuschel.— Ein geschichtlicher Leitfaden(Mehrings deutsche Geschichte). Von A. Conrady.— Natiir-Urkunden.(Mit Illustrationen.) Von Jürgen Brand.— Eine wüste Mode.—„Ich trete aus'. Bon W. Sollmann.— Aus dem Leserkreise.— Muckchen. Erzählung von R. Franz.— Gedichte von Freiligrath.--- Frau von Schönebeck vor den Geschworenen. Zu Beginn de? gestrigen, elften VerhandlungStageS meldete sich der Kriegsgerichtsrat Conradi zu der Erklärung: Ich habe zugunsten der Frau Angeklagten in meiner gestrigen Aussage an- zugeben vergessen, Göben hat stets betont, daß der erste Entschluß, Major v. Schönebeck zu töten, von ihm ausgegangen sei. Hieran knüpft sich eine längere Auseinandersetzung zwischen der Ber- teidigung und der Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft will nochmals die bereits verlesenen Protokolle über die Ver- nehmung Gödens aufrollen. Die Verteidigung weist darauf hin, daß ein solches Verfahren, insbesondere, wenn es von der Ver- teidigung nachgemacht würde, die Verhandlung ins endlose ziehen ivürde. Der Punkt wird schließlich verlassen, nachdem der Bor- sitzende betont hatte, die Differenzen zwischen der Aussage v. Gödens und der Angeklagten begannen erst bei dem Punkt, wo die Angeklagte erklärt, von dem Stellen im Walde sei zwar ge» sprochen, nicht aber davon, den Major im Hause zu stellen. Kriegsgcrichtsrat Reichard erklärt: v. Göben hat bereits im Oktober 1907 Gift zu besorgen versucht. Wenn gestern gesagt wurde, Exzellenz Scotti habe der Verhaftung der Frau v. Ähöne- deck entgegengearbeitet, um einen Skandal zu vermeiden, so er- kläre ich ausdrücklich, daß Exzellenz Scotti niemals eine der- artige Auffassung gehabt und sich mir gegenüber wiederholt gerade entgegengesetzt ausgesprochen hat. Die Verteidigung weist daraus hin, daß die Kriegsgerichisräte zu den Wannowskischen Protokollen Randbemerlungen ironischer Natur gemacht hätten. Der Bor- sitzende meint: Wir sind nicht die Vorgesetzten der Herren Kriegs- gerichtsräte. Wannowski erklärt auf Befragen nochmals: Mit v. Göben habe ich den Verlauf des Abends eingehend besprochen, von einem Schwur unter dem Weihnachtsbaum hat er mir kein Wort gesagt. Professor Dr. Puppe regt an, eine chemische Untersuchung ber Strümpfe, die Hauptmann v. Göben bei der Tat über den Stiefeln getragen haben soll, auf Stiefelwichse vorzunehmen. DaS Gericht beschließt, hierüber und darüber, ob der Rock Blutflecken aufweise, den Gerichtschemiker Dr. Braun-Tilsit zu hören. Die Vernehmung geht nun zu der Gruppe von Zeugen über» die über das Seelenleben deS Hauptmanns v. Göben Auskunft geben sollen. Die Aussagen dieser Zeugen enthalten naturgemäß mancherlei Widersprechendes und viel Unerhebliches. Aus den Vernehmungen sei folgendes hervorgehoben: Der Sites- brnder des Hauptmanns Hugo v. Göben, Privatier Oskar v. Göben, bekundet: Der Verstorbene war der einzige Sohn der zweiten Frau meines Vaters. In der Schule war er ganz gut; in der Quarta oder Untertertia mußte er wegen eines Unterleibsleidens etwa zwei Jahre der Schule fernbleiben. Nachdem er daS Reife- zeugms für die Prima erhalten, ging er als Kadett zur See. Dort wurde er sehr bald ausgemustert, weil er den Anforderungen körperlich nicht genügte. Er war immer ein schwächliche? Kind, die rechte Seite war weniger entwickelt als die linke. Von der Marine kehrte er zur Schule zurück und machte das Abiturienten- examen. Er trat dann bei den Lübbener Jägern, später bei der Artillerie ein. Mein Vater hatte sich in Amerika und Mexiko ein Vermögen erworben, aber wieder verloren. Er kaufte sich dann in Mecklenburg ziemlich teuer ein Gut und mutzte sich durch- quälen. Meine Mutter mußte Pensionäre aufnehmen. Nach dem Burenkrieg kam mein Bruder in den Generalstab, dann machte er eine Expedition nach Mazedonien mit. Ob er eine Liebschaft gehabt, ob insbesondere eine unglückliche Liebschaft ihn veranlasste, in den Burenkrieg zu ziehen, weiß ich nicht. Nach der Verhaftung besuchte ich ihn. Er teilte mir mit, Frau v. Schöne- beck habe er unter dem Tannenbaum zugeschworen, die Tat zu vollbringen, nachdem sie ihn vorher- mit Klagen über schlechte Be- Handlung seitens ihres Manne? gequält hatte. Ich habe ihn unter Hinweis auf die Mutter gebeten, Selbstmord nicht zu be- gehen. Das hat er mir auch versprochen. In einem Brief vom 5. Januar erklärt er. jetzt sei ihm erst klar geworden, wie sehr ihn daS belaste, was er bisher für die fürchterliche Frau ver- schwiegen habe. Als ich meinen Bruder sprach, befand er sich in einer Art Traumzustand, in dem er sich vieler Dinge nicht mehr entsinnen konnte. Auf Befragen erklärt der Zeuge, daß die An- geklagte an seine Mutter mehrere Briefe geschrieben habe. In dem Briefwechsel wurde dargelegt, daß die beiden sich heiraten wollten und die Ehescheidung in die Wege geleitet sei. Der vor- sitzende bemerkt dazu: Frau Weber, Sie müssen doch zugeben, daß man einer so alten und ehrwürdigen Dame, wie der Frau v. Göben, nicht etwa? vorspiegelt. DaS ist ein Punkt, über den ich nicht hinwegkommen kann. Die Angeklagte wiederholt ihre frühere Darlegung: Göben hatte seiner Mutter geschrieben, daß er mich heiraten wolle. Er wollte durchaus, daß auch ich seiner Mutter schreiben solle. Den Gefallen habe ich ihm getan. Da sie sehr nett antwortete, so ging ich auf denselben Ton ein. Der Hauptmann Herwig-Allenstein schildert v. Göben akS einen gewissenhaften Offizier. Hauptmann Cudewill hebt hervor, von Göben war ein gerader offener Charakter, der jüngere Offiziere, die sich in Bedrängnis betju�en, gern unterstützte. Ueber sexuelle Dinge sprach er wenig. Einmal teilte er mir im Manöver mit» daß er auf einem Bauernhof mit einem weiblichen Wesen etwas zu tun gehabt habe. Nach dem, was ich später erfahren habe, habe ich den Eindruck, er habe nur den Anschein erwecken wollen, als ob er mit Frauen Umgang pflege. Rittergutsbesitzer Hauptmann v. Broich (Mecklenburg) bekundet, der Verstorbene habe ihm erzählt, er habe wohl Neigung der englischen Gouvernante des Hauses einer be- freundeten Familie näherzutreten, aber er halte eS für richtiger. daS Haus deS Gastgebers freizuhalten. Oberleutnant Poel hebt zum Beweis der Lauterkeit des Charakters seines Freundes von Göben hervor, er wisse von einem Fall, in dem sich eine Frau eines Kameraden, und einen anderen Fall, in dem sich ein früherer Kamerad an Göben wendete, um eine Versöhnung mit ihren The- gatten herbeizuführen. Das habe Göben auch getan. Einmal war er nahe daran, sich zn verloben. DaS war in Münster. Soviel dem Zeugen bekannt, scheiterte die Sache nur an der Konfession»' Dem Zeugen ist bekannt, daß Göben erzählt hat. einer Frau wegen ein Duell gehabt zu haben. Er habe ihm auch mal erklärt, er liebe die Frau eines Kameraden. Hauptmann Oberdick meint: Göben war kein Dickkopf. Er war Vorstellungen gegenüber durchaus zu- gänglich. Dem weiblichen Geschlecht gegenüber war Göben zurück- haltender als die anderen jungen Offiziere. Hauptmann a. D. Trcichel-Chnrlottenburg bekundet über Gödens Beziehungen zum weiblichen Geschlecht: Ich weiß nur, daß er durch eine Jugendliebe schwer enttäuscht wurde. Er traf einen anderen Herrn bei drri Dame seines Herzens nnd das wirkte sehr schwer aus ihn. Er hatte immer eine Schwärmerei für eine bestimmte Dame, ging aber über das erlaubte Maß nienmls hinaus. BertufchungSverfuche? Der Erste Staatsanwalt Schweitzer will, um Mißdeutungen in der Presse entgegenzutreten, ausdrücklich feststellen, daß von der Militärbehörde die Staatsanwaltschaft von allen Verdachts- Momenten, die gegen Frau v. Schönebeck vorlagen, in Kenntnis gesetzt, und daß nicht einen Augenblick versucht ist, etoaS zu vertuschen. Zeuge Kriminalkommissar Wannowski bat, folgende Erklärung abgeben zu dürfen: Meine gestrige Aussage in Verbindung mit der Aussage von Oberstleutnant Tupschewski ist vollkommen irrtümlich aufgefaßt worden. ES war niemals, wie ich unter Eid ausdrücklich betonen möchte, überhaupt euch nur mit einem Wort davon die Rede gewesen, daß die Festnahme der Frau v. Schönebeck zu unter. bleiben hatte mit Rücksicht auf den Skandal, den eS in der Armee hervorrufen würde. Das ist absolut ausgeschlossen. Als ich Exzcl- lenz Scotti Bericht erstattete, war ich begleitet vom Kriegsgerichts, rat Conradi und vom Oberstleutnant Tupschewski. Wir hatten damals als Material gegen Frau v. Schönebeck nichts weiter als die tms Wißglückbm Skifuchc, ftfiö ihr fiifl Schuldbekenntnis gst «rTjalfefl, nnB K?e seierlicye Anyave BeZ PaupImannS k. Gäben, ich meine das mündlich abgelegte Geständnis, die Frau sei vollkommen unschuldig, und er sei allein zu der Tat gekommen. Allerdings chatte ich bei den Recherchen eine ganze Menge von dem erfahren, waS hier in der Verhandlung erörtert worden ist und was geeignet wäre, wenn cS in die Ocffentlichkeit käme. einen großen Skandal hervorzurufen und Existenzen zu gefährden, die mit der Tat nichts zu tun haben. Ich habe mich aus diesem Grunde nach Rücksprache mit Kriegs- gerichtsrat Conradi und Oberstleutnant Tupschewski für berechngt gehalten, Exzellenz Scotti in der Weise Bericht zu erstatten, daß ich die strafrechtlichen Momente kurz zusammenfaßte und sagte: Wir haben strafrechtlich gegen Frau v. Schönebeck gar nichts. Wenn gegen Frau v. Schönebeck weiter vorgegangen würde, dann würde das eine Menge von Skandal in die Lcffentlichkeit bringen, der zur Sache selbst nicht gehört. Tarauf sagte Exzellenz Scotti: Es ist auch meine Absicht, nicht Existenzen zu vernichten. Im übrigen habe ich mit der Festnahme der Frau v. Schönebeck gar nichts zu tun. Die Verfolgung der Frau d. Schönebeck ist lediglich Sache der Staatsanwaltschaft. Ich sagte: Ich kann also wohl nach Berlin fahren und Exzellenz dem Kriegsminister v. Einem in dem Sinne Bericht erstatten, daß nach meiner festen Ucberzcugung Hauptmann v. Göben in einem Zustand völliger Geistesstörung ist und das Ende der Untersuchung wohl nicht abwarten, sondern Selbstmords begehen wird. Ich bat weiter, hinzufügen zu dürfen, daß gegen Frau V. Schönebeck zurzeit Material nicht vorliege, und daß es deshalb besser wäre, wenn alles, was mit der Sache selbst nicht direkt zusammenhängt, nicht in die Oeffentlichkeit käme. Darauf sagte Exzellenz Scotti: Halten Sie in diesem Sinne dem Herrn Kriegsminister Vortrag. Das habe ich dann auch getan und der Herr Kriegsminister v. Einem hat mich auf Pflicht und Gewissen gefragt, ob sich wirklich Göben in einem Zustand der Geistesstörung befinde. Er fragte mich extra, ob ich es nicht bloß deshalb gesagt habe, damit etwas vertuscht würde. Ich sagte: Nein, Exzellenz, das ist durchaus nicht der Fall, es liegt bei Hauptmann"v. Göben eine vollkommene Trübung feines Bewußtseins vor. Nun hörte ich in Berlin, daß Frau v. Schönebeck verhaftet sei. Ich kehrte nach Allenstein zurück und fragte Exzellenz Scotti, wie das gekommen sei. Da sagte Exzellenz Scotti: Meine persönliche Auffassung hat damit nichts zu tun. Ich bin Gerichtsherr der Division und als solcher habe ich es für meine Pflicht gehalten, in keiner Weise auch nur die leiseste Einwirkung auf die Staatsanwaltschaft zu ver- suchen. Ich habe lediglich die Protokolle der Staatsanwaltschaft mitgeteilt und die Staatsanwaltschaft hat das Wicitere veranlaßt. — Das ist der Gang der Dinge und es kann keine Rede davon sein, daß zwischen der Festnahme der Frau v. Schönebeck und der Ver- meidung eines Skandals irgend ein Zusammenhang besteht. Irreführung der Presse durch den Kommissar. Verteidiger Rechtsanwalt Bahn: Sind Sie nicht bemüht ge- Wesen, nichts in die Presse zu bringen, nichts von dem Geständnis des Hauptmanns v. Göben?— Zeuge: Jawohl. Ich hatte die Presse ja fortwährend hinter mir. Ich habe mich sogar für berech- tigt gehalten, der Presse unwahre Mitteilungen zu machen. Als ich nach Berlin fuhr, habe ich den Pressevertretern gesagt, daß wir bisher auf einer falschen Spur gewesen wären, daß Hauptmann v. Göben gar nicht in Frage komme, daß es ein Einbrecher ge- Wesen wäre. Als sich nachher ergab, daß doch Hauptmann v. Göben als Täter in Frage komme, war cS mir eine Genugtuung, in der Presse zu lesen, daß ich ein Ignorant gewesen wäre, der die Auf. merksamkeit auf eine falsche Spur gelenkt hätte.(Selbstverständ- lich hat der„Vorwärts sich solchen Polizeibären nie aufbinden lassen. D. Red.) Sachverständiger SanitätSrat Dr. Stoltenhoff-Kortau: Wann war Goeben geisteskrank?— Zeuge: Am 31. Dezember nach dem Geständnis.— Sachverständiger Stoltenhoff: Daraus geht hervor, daß dieses von einem Geisteskranken abgelegte Geständnis voll- kommen wertlos ist.— Zeuge KriegSgcrichtsrat Conradi: Ich kann mich der Erklärung des Kriminalkommissars WannowSki in jeder Beziehung anschließen. Hierauf wurde die Weiterverhandlung auf Montag vormittag 10 Uhr vertagt. •.• Die Art der Verhandlung wirft ein außerordentlich interessantes Streiflicht auf die völlige Unzulänglichkeit der Leitung einer Verhandlung durch einen durch Kenntnis der schriftlichen Akten mehr oder weniger befangenen Vorsitzen- den. Daneben wirkt das Bemühen erheiternd, den offen- sichtlich abgrundtiefen Treck zu vertuschen, den die„höheren" Kreise Allensteins um sich verbreiteten. Das eigenartige Verhältnis zwischen Kriminalkommissar und Kriegsgerichts- rat und das ängstliche Bemühen, nur„der Sozialdemokratie keinen Stoff zum Skandal" zu geben, sind vielleicht geeignet, aufzuklären, wie es hat kommen können, daß von Goeben ini Untersuchungsgefängnis sich das Leben nehmen konnte und weshalb die Verhandlung Jahre hinaus sich hingezögert hat. Auf den Prozeß des Näheren einzugehen, wird an der Zeit sein, wenn endlich die Verhandlung durch das Gestrüpp der gleichgültigen Nebensächlichkeiten zur Hauptsache geleitet sein wird. Wäre der Erschossene kein Major, der Täter kein Hauptmann gewesen, so wäre wohl schon nach ein- bis drei- tägiger Verhandlung die Sache seit Jahren heendet gewesen. 8o2iaies. Ter unentbehrliche Frack. Ter Kellner S. klagte vor der Kammer 6 deS GcwcrbegerichtS gegen den Gastwirt H. Schulz auf Zahlung einer Entschädigung von 72 M.. weil ihm dieser den Frack einbehalten hatte und er ohne denselben anderweitig Arbeit nicht erhalten konnte. Der Kläger war am 22. und 26. Mai zur Aushilfe beim Beklagten tätig. Er hatte für die zweitägige Tätigkeit 4 M. von den ver. einnahmten Geldern in Abzug gebracht. Der Beklagte behauptet, der Kläger habe nur einen anderen Kellner vertreten, für die Vertretung werde aber, im Gegensatz zu den Aushilfen, kein Loh» bezahlt, weil die ständig beschäftigten Kellner auch keinen Lohti bekämen. Da der Kläger die 4 M. nicht zurückgeben wollte, habe er einen ihm gehörigen Karton cinbehalten, ohne zu wissen, daß darin der Frack sei. Die Beweisaufnahme ergab, daß dem Be- klagten bekannt sein mutzte, daß der Karton den Frack enthielt. Des weiteren wurde festgestellt, daß mit dem Kläger tatsächlich vereinbart worden ist, daß ihm ein Lohnanspruch nicht zustehe. Das Gericht sprach dem Kläger 63 M. mit der Begründung zu: selbst wenn sich der Kläger einer unrichtigen Handlung schuldig gemacht haben sollte, hatte der Beklagte kein Recht, den Frack ein- zubehalten. Da der Frack jedoch für den Kläger unentbehrlich ist, war ihm auch ohne weiteres zu glauben, daß er ohne denselben eine anderweitige Beschäftigung nicht finden konnte. Vom Fleischerberuf. Die Herren vom Hackbeil sind nicht nur mit dem Verhalten ihrer Gesellen unzufrieden, sie murren auch gegen die gewiß den BerufSgenossenschaftcn vorteilhaften neuen Bestimmungen des SieichSgesetzes vom IS. Juli 190g betreffs Aenderungen im Finanz- Wesen der Berufögenossenschaften. Der Bericht der Fleischerei- Berufsgenossenschaft für 1969 hebt hervor, daß diese Neuerungen den Berufsgenossenschaften„ganz unvorhergesehene weitere, recht beträchtliche Eeldopfer auferlegen, nicht den Versicherten etwa zu- gute kommen, sondern nur daS Reich auf Kosten der Berufs- genosscnschaften entlasten". Ja, man sieht eS nicht gerne, daß künftig die Reichspost Vorschüsse für die Renten haben will und nicht mehr zinsfrei das Geld auszahlt. Damit sei die«bei Ein- führung der Unfallversichcruim gewissermaßen garantierte Unter- stützgng seitens des Reiches ohne weiteres in Wegfall gekommen". Daß aber die Krankenkassen derariige„Unlerstühungen" nicht er hielten, fällt den Herren gar nicht auf. Eine weitere Ucberrafchung sei der Entwurf der neuen Reichsversicherungsordnung gewesen, welcher durch das Rentenverfahren die Selbstverwaltung der Be- rufsgenossenschaften in Frage gestellt habe. Schmunzelnd wird dann vermerkt, daß die Regierung der„recht gründlichen Kritik" der Genossenschaften sich gefügt habe. Das stimmt, denn nur gegen die Versicherten hat sich die Regierung mobil machen lassen. Versichert waren im Jahre 1903 insgesamt 56 555 Betriebe mit 116 191 Versicherten, im Jahre 1969 dagegen 59 745 Betriebe mit 116 426 Versicherten. Ein Mehr von 3196 Betrieben und 6229 Arbeitern. Die Vermehrung der Betriebe war nur durch eine weitere all- gemeine Kontrolle ganzer Orte möglich. Die Berufsgenossenschaft findet für diese Drückebergerei eine Entschuldigung:„die auf die Ungunst der Zeit für das Fleischergewevbe im allgemeinen, oder aber auch auf das wirtschaftliche Unvermögen vieler Unternehmer zurückzuführen sei", die aus gänzlicher Mittellosigkeit wieder in den 5ireis der Arbeitnehmer zurückkehren müßten. Aber auch die gutgcstellten Metzgermeister zahlen ihren Gesellen erbärmliche Löhne. Nach dem Bericht betrug der Jahrcsarbcitsverdienst durchschnittlich 749 Mark. Der Bericht hat natürlich kein Wort hierfür. Gemeldet wurden im Berichtsjahre 4716 Unfälle, wovon nur 1265 entschädigt wurden. Geklagt wird über die Nachlässigkeit der Unternehmer in der Anmeldung der Unfälle, so daß oft sehr ver- schlimmerte Fälle erst spät zur Kenntnis der Genossenschaft kämen. Die Versicherten aufzuklären, ist für die Meister auch zu gefährlich. Im Alter von unter 16 Jahren standen 247 der entschädigten Ver- letzten. Die große Mehrzahl der Verletzten stand im Alter von unter 25 Jahren. In 44 Fällen wurde ein tödlicher Ausgang des Unfalls gemeldet. Gewährt wurde eine Durchschnittsrente von 28 Proz. Der Bestand zählt heute 6159 Rentenempfänger. Die Schiedsgerichte haben in 337 Fällen die Berufungen der Verletzten abgewiesen und nur in 136 Fällen anerkannt. Mit eigenen Ne- kursen hatte die Genossenschaft 16 Erfolge und 12 Mißerfolge, während die Verletzten in 59 Fällen vom Reichsversicherungsamt abgewiesen wurden und nur in 14 Fällen siegten. Die technischen Aufsichtsbcamtcn berichten, daß sie 6697 Be- triebe besichtigt haben, in welchen 19 666 Arbeiter beschäftigt wurden. Gefunden wurden insgesamt 29 181 Mängel. Berücksichtigt man, daß nur 16 Proz. der versicherten Betriebe überhaupt besichtigt wurden, so kann man sich einen Begriff machen, wie es in den Fleischereibetrieben Deutschlands aussehen mutz. Der Bericht führt nur die einzelnen Mängel in Gruppen an. unterläßt es aber, die Gesamtzahl zu bringen. Aus den einzelnen Gruppen der Mängel greifen wir heraus: Fehlen von Handleisten an Treppen in 2642 Fällen, Fehlen von Verhütungsvorschriften in 4439 Fällen, Fehlen von Verbandsmaterial in 2737 Fällen, ungeschützte Schwung- räder usw. in 969 Fällen, ungeschützte Zahngetriebe in 1356 Fällen, Fehlen von Riemenfchutz in 1872 Fällen. Fehlen des Einlaufschuyes an Fleischzerkleincrungsmaschinen in 3722 Fällen, usw. Der Bericht bemerkt:„Leider muß immer wieder festgestellt werden, daß viele Unternehmer und ihre Gesellen in recht unverantwortlicher Weise selbst Schulkinder an unzureichend geschützten und aus diesem Grunde so gefährlichen Maschinen arbeiten lassen. Bei der Bear- beitung der Unfallanzeigen hat sich wiederum ergeben, daß. ent- gegen dem Verbot, nur zu häufig jugendliche Personen an gefähr. lichen Maschinen, insbesondere ungeschützten Fleischzerkleinerungs- Maschinen, beschäftigt worden sind." Aus Unternehmermunde hören sich diese Klagen sehr eigenartig an. Abhilfe könnten aber nur die Versicherten selbst schaffen, wenn diese nicht zu schwer zur Organt- sation zu bringen wären. Aufgeklärte Arbeiter wollen aber die Meister nicht haben._ Eine WohnnngSinspcktion in Bremen. Bremen hat sich auf seine Wohnungsverhältnisse immer außer- ordentlich viel zugute getan. Als um das Jahr 1966 herum die sozialdemokratische Bürgerschaftsfraktion die Errichtung einer Wohnungsinspektion beantragte, begegnete sie der größten Ent- rüstung in bürgerlichen Kreisen. Als aber eine Erwägung des Statistischen Amtes die sozialdemokratischen Gründe auf das nad>. drücklichste bestätigte, wurde man kleinlauter. Und da bekanntlich auch die Besitzenden an den gesundheitlichen Folgen einer Wohnungs» misere zu leiden haben, befreundeten sich auch die bürgerlichen Kreise sehr bald mit dem Gedanken der Errichtung einer WohnungS- inspektion. Wenn trotzdem noch ein Jahrzehnt ins Land gehen mußte, ehe die Sache einen Schritt weiter kam. so lag das zum großen Teile an dem Senat, dem die Unzuträglichkeiten im Woh- nungswesen noch nicht genug auf die Nägel brannten. Jetzt endlich hat er einen Gesetzentwurf herausgegeben, der die Wohnungs- inspektion fordert. Nach diesem Entwürfe sollen sich mit der In- speition der Wohnungen nur Beamte beschäftigen und nicht, wie es in verschiedenen anderen Städten der Fall ist, ehrenamtliche Organe eingesetzt werden. Die Beamten haben sich Kenntnis von den gesundheitlichen Verhältnissen der Grundstücke und Wohnungen zu verschaffen und ihr Augenmerk insbesondere zu richten auf die Beschaffenheit und Benutzung der Gebäude, Wohnungen und Räume, auf die Zahl der Bewohner im Verhältnis zu der Wohnungsgröße. auf die Wasser-, Licht- und Luftversorgung, so- wie die Entwässerung und Entlüftung der Wohnungen und ferner auf die Feuchtigkeit und etwaig« Unrcinlichkeit der Wohn- und Schlafräume. Für die ordnungsgemäße Instandhaltung der Wohnung gemäß den Forderungen der Wohnungsinspektion hat, wie es ja selbst- verständlich ist, der Eigentümer aufzukommen. Nach§ 0 ist eine Wohnung„in der Regel" als überfüllt anzusehen, wenn nicht auf jedes Kind bis zum Ende des schulpflichtigen Alters 7,5 Kubikmeter und auf jede ältere Person mindestens 15 Kubikmeter Luftraum entfallen. Schlafräume müssen für jedes Kind bis zum Ende des schulpflichtigen Alters mindestens 5, für jede ältere Person mindestens 16 Kubikmeter Luftraum haben. Diese Bestimmungen erhalten dadurch eine wesentliche Ein- schränkung, daß bei Berechnung des Luftraumes den Schlafräumen benachbarte und mit ihnen in unmittelbarer Verbindung stehende Räume mitzuberechnen sind. Dem die Wohnunsverhältnisse außer- ordentlich ungünstig beeinträchtigenden Einlogierunwesen, daS be» sonders stark unter den zahlreick, beschäftigten ausländischen Ar- beitern eingerissen ist, sucht der Entwurf dadurch zu begegnen, daß er verbietet, erwachsene Einlogierer verschiedenen Geschlechts in einem Raum unterzubringen— Ehepaare selbstverständlich aus- genommen— daß er weiter verlangt, daß jedem Einlogicrer„in der Regel" ein besonderes Bett zur Verfügung zu stellen ist und für ausreichende Lüftung und Reinigung Sorge getragen wird. So dürftig diese Bestimmungen auch sind, sie werden der Wohnungs- inspektion reiche und schwere Arbeit bringen. Ist es doch festgestellt, daß Wohnungen mit durchschnittlich 26 bis 22 Personen bewohnt werden, obwohl die Wohnungen recht klein sind und gesundheitlich vielen anderen unerläßlichen Forderungen Hohn sprechen. Bauarbeiter in Thüringen. Die KrisiS im Baugewerbe machte sich auch in Thüringen sehr fühlbar, wie uns der soeben erschienene Bericht der Thüringischen Baugewerks-BerusSgenossenschaft meldet. Die Zahl der versicherteil Betriebe ist wohl nicht viel zurückgegangen, von 6481 im Jahre 1968 auf 6477 im Jahre 1969. Dagegen hat sich die Zahl der ver- sicherten Arbeiter sehr verringert. Im Jahre 1968 waren noch 42 711 Arbeiter versichert, dagegen im Berichtsjahre nur noch 41 412. Auch die Lohnsumme ist gefallen. Im Jahre 1963 betrug der Durchschnittslohn, wenn man die nachgewiesenen Löhne be- rechnet: 816 M., im Jahre 1969 nur 815 M. Die Unternehmer im Thüringer Lande haben also gar keine Ursache, bei der jetzigen Aussperrung über„übermäßig hohe Löhne" ihrer Arbeiter zu reden oder gar eine Lohnerhöhung abzulehnen. Es sind doch Hungerlöhne, wenn man sie auch nur Durchschnittslöhne nennen will.— Die Zahl der gemeldeten Unfälle hat sich von 1515 auf 1446 verringert: eine Folge der lahmen Bautätigkeit im allgemeinen. Auf 1666 Versichert eotfielev durchschnittlich 32,6 Unjälle. Ent- schädig! kvurden jedoch nlle 338 Unfälle, wovon 23 mit tädlichein Ausgange(im Vorjahre 19) jmd 315 mit Erwerbsunfähigkeit gebucht wurden. Die Schiedsgerichte haben in 156 Fällen die Berufungen der Verletzten abgewiesen und nur in 69 Fällen anerkannt. Das Reichsversicherungsamt gab in 19 von 29 Fällen der Berufs- genossenschaft in eigenen Rekursen recht und wies von 67 Rekursen der Verletzten allein 59 als unbegründet ab... Dem an sich sehr spärlichen Bericht ist auch ein Bericht der technischen Aufsichtsbeamten beigefügt. Bemerkt wird, daß auch Beschwerden von Versicherten vorgebracht wurden,„die sich größten- teis auf Unterkunfrsräume und Aborte erstreckten". Die Beamten haben die Beschwerdeführer an— die Polizeibehörden verwiesen, da sie nicht für solche Beschwerden zuständig wären. Einige auf Baustellen entstandene Sreitigkeiten über Anbringung von Schutz- Vorrichtungen seien alsbald geschlichtet worden. Die Beamten führen wörtlich aus: „Als ein besonderer Mißstand hat sich die in kleineren Städteck und auf dem Lande herrschende mangelhafte Bauaufsicht ergeben. Selbst auf größeren Bauten wird vielfach, wenn der Betriebs« Unternehmer nicht zugegen ist. keine aufsichtsführende Person (Polier, Postcngeselle usw.) angetroffen. Fie Folge ist. daß bei derartigen Bauten die Unfallverhiitungsvorschriften unbeachtet bleiben, weil bei fehlender Aufficht jeder Arbeiter nur gerade das Nötigste für seine Person tut, in manchen Fällen auch das noch nicht einmal." Von den Versicherten sei jedoch zu sagen,„daß daS Verständnis für die Unfallverhütung fortschreitet". Die Aufklärung durch die Organisation wird dies wohl auch bewirkt haben. Denn an ihren Vorgesetzten scheinen die Arbeiter kein gutes Beispiel gefunden zu haben, wie dies die Beamten ja selbst zugeben mußten. Bom GenossenschaftStag. In dem Bericht über den GenossenschaftStag ist als Redner, der seinen Redakteurkollegen gegen Angriffe in Schutz nahm, D i e b e r- Berlin bezeichnet. Der Name des Redners ist D r e h e r- Berlin._ Hub Induftnc und Ftandcl. Veränderungen in der Judnstrie. Die starke Zunahme der Industrie in Deutschland, welche die Berufszählungen festgestellt haben, bedeutet nicht nur eine Wirtschaft« liche, sondern auch eine wichtige soziale Verschiebung. Zugenommen hat in der Industrie nur die Zahl der Personen in abhängiger Stellung, während in der Landwirtschast in den 25 Jahren von 1882 bis 1967 kaum von einer relativen Abnahme der Selbständigen die Rede fein kann. Von 1666 Erwerbstätigen waren selbständig: 1882 1895 1907 in der Landwirtschaft... 278 316 253 .. Industrie..... 344 249 176 , Handel und Verkehr.. 447 361 291 In der Landwirtschaft entfallen mithin auf einen Selbständigen ungefähr drei Abhängige, und zwar ziemlich in demselben Verhältnis seit 1382. In der Industrie dagegen gab es auf einen Selbständigen 1882 nur zwei Abhängige, 1895 schon drei und 1967 fast fünf. Auch die absoluten Zahlen lehren, daß die Zunahme der Erwerbstätigen in der Jndustne lediglich in einer Zunahme der Abhängigen besteht. Es gab in der Industrie Selbständige Angestellte Arbeiter 1882.. 2 261 146 99 676 4 696 243 1895.. 2 661764 263 745 5 955 711 1967.. 1677122 686 667 8 693125 Die Selbständigen also haben abgenommen, indes die An- gestellten und Arbeiter in sehr starkem Maße zugenommen haben. (In der Landwirtschast dagegen haben die Selbständigen sogar seit 1382 um ein geringes zugenommen, wenn sie auch zwischen 1896 und 1967 wieder ein wenig abgenommen haben. Ihre Zahl be- trug in der Landwirtschaft 1832: 2 288 633, 1896: 2 668 726, 1967: 2 606 974). Von Interesse ist auch die Feststellung, in welchem Grade die verschiedenen Branchen ander ollgemeinen Zunahme der Industrie be« teiligt waren. Am stärksten hat sich vermehrt die Masch ine n industrie. In ihr waren erwerbstätig(in den drei Zähljahren 1832, 1896, 1967) 286 600, 885 000 und 907 666 Personen. Vermehrt hat sich ferner seit 1882 das Personal in der chemischen Industrie von 68 666 auf 169 666, im polygraphischen Gewerbe von 69 666 auf 193 660, im Bergbau-, Hütten- und Salinenbetriebe von 442 000 auf 663 000, in der Industrie der Steine und Erden von 332000 auf 716 000, in der Metallverarbeitung von 629 000 auf 1 186 000, in der Industrie der Leuchtstoffe. Fette, Oele von 31 000 auf 76 060, in der Papierindustrie von 91 000 auf 207 000 und im Baugewerbe von 947006 auf 1666 606. In den übrigen Gewerben blieb die Zunahme unter 166 Proz._ Bon den Warenmärkte». Die Hoffnungen auf eine große Ernte haben in der Berichts« wache eine kleine Abschwächung erfahren. Die Folge davon war ein langsame« Anziehe» der Preise. Die Notierung für Weizen in Berlin erreichte für Juli ihren höchsten Stand Mitte der Woche mit 168'/, M., sank dann aber wieder um 1 M. Für September- und Oklober-Wcizen war sogar noch eine stärkere Einbuße zu ver- zeichnen. Preisrückgänge der Vorwoche am Zuckermarkte fanden auch in der letzten Woche ihre Fortsetzung. Die letzte Zuckerstatistik ließ die Befürchtungen eines-AuSfuhrrückgangeS nicht im vollen Umfange gerechtfertigt erscheinen. Die in der Vorwoche zu beobachtende geringe Belebung der Baumwollmärkte ist in der Bcrichtszeit wieder verloren gegangen. Bemcrkenslvert ist die seit einiger Zeit eingetretene Preisermäßigung für ägyptische Baumwolle am Livcrpooler Markte, die mit günstigen Emtenachrichten au» diesem Gebiete der besten Baumwollqualltät in Zusammenhang gebracht wird. Aus den amerikanischen Anbau« bezirken liegen kerne neuen Meldungen vor. DaS Geschäft an den deutschen Wollmärkten war in der ab« gelaufenen Woche wieder etwas größer als sonst in der letzten Zeit. In Berlin gelangten etwa 2666 Zentner zum verkauf und fanden zu wenig veränderten Preisen Absatz. Am Londoner Kupfermarkt sank in der verfloffenen Woche die Notierung zum erste» Male unter daS tiefste Niveau, das sie seit dem großen Kupferkrach im Jahre 1967 eingenommen hat. Am Donnerstag betrug die Notierung nur 64�/,, Pfd. Sterling und es hat allen Anschein, als ob damit die erneute AvwärtSbewegimg noch nicht zu Ende sei. Die Hauptursache ist die große amerikanische Produktion, die mit dem Verbrauche keinen Schritt hält. Die ungünstige Position des KupfermarkteS ließ auch den Zinnpreis weiter um S Pfd. Sterl. zurückgehen. Desgleichen lagen Blei und Zink schwach. Von Silber ist das gleiche zu berichten. Auch Roheisen erreichte mit 43 Schilling 10'/z Pence den niedrigsten Stand der letzten Jahre. Die Gemeinde als Bangelderlieferant. Der Magistrat von Potsdam hat beschlossen, einen Fond» für Bangelder, die an Private ausgeliehen werden sollen, anzulegen. Dem Fonds sind bereits 266666 M. überwiesen worden. Diese Maßregel wird damit begründet, daß eS immer schwerer werde, Baugelder zu eiucM mäßigen Preise zu bekommen. In den letzten Jahren der Krise mußten Baugelder teiltveise bis zu 12 Proz. ver- zinst werden. Insbesondere für die Vororte wird es immer schwieriger, rechtzeitig Geld zu bekommen. Da die Gemeinden ei« Interesse daran Häven, die Bebauung tn ihren Orten zu fördern, befaßt mau sich auch in anderen Bororten mit der Frage, Anleihen zur Leleihung von Grundslücken anfzunehmen. Dazu ist allerdings die Genehmigung der Aufsichtsbehörden erforderlich; man weih noch nicht, wie diese sich zu der Sache stellen werden. Getrcideversorgmig. Trotz den entgegenstehenden Behauptungen der Interessenten, denen das Sinken der Getreidepreise nicht paßt, kann konstatiert werden, daß wir nicht nur eine gute Ernte zu erwarten haben, sondern daß auch noch Niesenmengen an Getreide aus vorjähriger Ernte vorhanden sind. Enorme Quantitäten waren in der Hoffnung auf hohe Presse zurückgehalten worden. Wie jetzt ouS aller Welt Getreide nach Europa kommt, zeigen die Ziffern der Verschiffungen vom 1. August ISOS bis 9. Juni 1910, also in den ersten zehn Monaten der laufenden Kainpagne, wenn sie mit den Ergebnissen der gleichen Periode des vorigen Jahres verglichen werden. Die Verjchissungen an Weizen und Mehl nach Europa betrugen: 1909/10 1908/09 Bereinigte Staaten und Kanada 14 970 000>7 355 000 Quaters Argentinien und Uruguay.. 4 821 000 11 265 000, Rußland u. a. Häfen am schwarzen Meer..... 24 750 000 9 690 000„ Donauländer....... 3 980 000 4 155 000 Indien......... 2 745 000 1296 000 Australien........ 4 203 000 3 788 000 Dwerse.-..... 1 551 000 1 451 000 Zusammen 57 020 000 49 000 ODO, Den Rückgang der Verschiffungen aus Argentinien und den Ver- einigten Staaten hat allein Rußland wieder ausgewetzt. Die beut- scheu Agrarier werden bei den„niedrigen" Getreidcpreisen bald wieder zu jammern anfangen. Vorläufig benutze» sie das Sinken der Preise als Beweis dafür, daß die Getreideschlitzzölle auch billiges Getreide ermöglichen. Daß auch jetzt noch in Deutschland annähernd 55 M. mehr pro Tonne für Weizen aufgewendet werden muß, als auf dem Weltmarkt gezahlt wird, das scheint man nicht zu wissen. Eine Riesentalsperre. Zwei Fachleute in Belgien haben das Projekt einer Riesental- sperre in Äombination mit einer großen Uebcrlandzentralc aus- gearbeitet. Ungefähr 7 Kilometer südlich des an der Ourthe ge- legenen Städtchens Laroche soll eine 50 Meter hohe Talsperre gebaut werden, die 500 Hektar Land umfassen und über 100 Mil- lionen Kubikmeter Wasser halten soll. Von diesem Reservoir aus ist die Anläge einer Kanalisation bis n. die Nähe der Stadt Laroche geplant, wo bei einem natürlichen Fall von 90 Metern eine große hydroelektrische Anlage geplant ist. Diese ist dazu bestimmt, den nördlichen Teil des luxemburgischen Jndustriereviers mit elektrischer Kraft zu versorgen, während eine Wassevwerksanlage gutes Trinkwasser für das Lüttichcr Revier herstellen soll. Die Sperre bietet dazu noch den Vorteil, für die Zukunft Verheerungen zu ver- hüten, die bisher durch Ueberschwemmungsn des Ourtheflusses öfter hervorgerufen worden sind._ Der neue Skandal. Nach einer Meldung der„Franks. Ztg." ans New Jork werden die Direktoren einer Gesellschaft der Telephonie ohne Draht beschuldigt, durch Schwindelmanöver den Wert der Aktien ihrer Gesellschaft in eine ungeahnte Höhe getrieben zu haben. Man spricht von 50 Millionen, die die Gesellschaft an Börsenwerten besitzen soll. Die Verhandlung gegen die betreffenden Direktoren soll in der nächsten Zeit stattfinden. Hu9 der frauenbewegiing* DaS allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht. In einer vom Preußischen Landesverein für Frauenstinimrecht herausgegebenen Broschüre sagt die Verfasserin, Tony Vreitscheid, unter anderem: „... ES ist möglich, daß wenn in absehbarer Zeit überhaupt eine Wahlrechtsreform kommt, ein Pluralwahlsystem dem Abge- ordnctenhause vorgeschlagen wird. Aber wir hoffen, daß das preußische Volt in seiner Gesanitheit sich dann end- lich zu einem energischen, zähen Widerstand ausraffen wird und daß in dem Kampf, der dann zwischen Reaktion und Fortschritt geführt werden muß. die Frauen auf feiten derer zu finden sind, die für das Recht des Volkes und damit fauch für daS Recht der Frauen streiten. Es ist ihre Pflicht in diesem Kanrpf gegen die dauernde Bevormundung deS Volkes auszuharren, bis der volle Sieg errungen ist und nicht etwa sich mit einem faulen Frieden genügen zu lassen. Mit Scheinerfolgen kann das Volk nichts an- fangen. Das Pluralwahlrecht bedeutet keine Verbesserung des be- stehenden Znstandes, und für die Frauen— falls es auf diese ausgedehnt werden sollte, würde es eine besondere Schädigung bedeuten. Machen wir uns doch klar, wem die ver- doppelte oder verdreifachte Stimme zugute käme. Die Zahl der Stimmen soll bei fast allen Vorschlägen, die in neuester Zeit aufgetaucht find, abgestuft werden nach Alter, Besitz und Bildung. Die Abstufung nach dem Alter würde vor allem die Fabrikarbeiter und-Arbeiterinnen sowie die Bergarbeiter schwer schädigen. Sie sind im allgemeinen durch die schwere Arbeit viel früher ausgebraucht als die Gutsituierten, die in größerer Ruhe arbeiten können, eine kürzere Arbeitszeit und eine wesent- lich bessere körperliche Verpflegung haben. Es würden also im Verhältnis viel weniger Männer und Frauen der arbeitenden Klasse das Alter erreichen, in dem den Wählern eine zweite Stimme zu- gestanden werden soll." In einem Nachtrag, den die 2. Auflage der Broschüre enthält, bemerkt die Verfasserin, nachdem sie das Ergebnis der Wahlrechts- Vorlage im Abgeordnetenhause besprochen: „Eins haben die Debatten gezeigt: daß sogar im Abgeordneten- Hanse für ein Pluralstimmensystem keine Mehrheit vorhanden ist, und dann, daß die Majorität der Parteien der Ueberzeugung ist, daß eine Wahlresorm Platz greifen muß. Es kommt also darauf an, daß die Frauen am Zustandekommen einer Wahlreform mit- helfen, die auch für sie annehmbar ist, und die eine Vertretung im Abgeordnetenhause gewährleistet, die auch die Interessen der Frauen wahrzunehmen bereit ist. DaS kann nur durch Auf- klärungsarbeit und Agitation bei den Wahlen geschehen. Das Frauenstimmrccht als„Ding an sich" zu erstreben, ist in einem Lande wie Preußen Unsinn. Wir kommen unserem Ziel nur dadurch näher, daß wir mit der Agitation für die politische Gleichberechtigung der Frauen eine kräftige Propaganda für ein freies, gerechtes Wahlsystem verbinden. Und wir wollen mit aller Kraft arbeiten, bis wir unser Ziel erreicht haben." Leseabende. Rnmmelsdurg. Montag, den 20. Juni, 8>/� Uhr, bei Blume(früher Tempel), Alt-Boxhagen 56. Vortrag, Genossin Schulte:«Kirche und Demokratie". Wilmersdorf. Montag 8'/z Uhr im Gcsellschaftshause, Wilhelms- aue 112. Gen. Markussohn: Vorlesung aus Fritz Reuters Werken._ Mocken- Spielplan der BerUner Cbeater. Köuigl. OPernhanS. Geschlossen. Königl. Schauspielhaus. Geschlossen. Neue» tönigl. Oper»- Theater. Sonntag: Ueberfall. Der ver- lorene Sohn. Montag: Lohengrin. Dienstag: Rheingold. Mittwoch: Ueberfall. Der verlorene Sohn. Donnerstag: Walküre. Freitag: lieber- fall. Der verlorene Sohn. Sonnabend: Siegsried, Sonntag: Lohengrin. (Aus. 7ssz Uhr.) Montag: Die Meistersinger von Nürnberg.(Ans. 7 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Ueber unsere Kraft.(Ans. 8 Uhr.) Montag bis Donnerstag: Laune des Verliebten. Judith und HoloscrneS. Freitag: lieber unsere Kraft. Sonnabend bis Montag: Laune des Ver- liebten. Judith und HoloferneS. Ansang 8'/, Uhr. Deutsches Theater(K a m m erjp i el e). Täglich: LiebeSwalzer. Ansang 8 Uhr. Lesniig- Theater. Täglich: Kasernenlust. Anfang 8 Uhr. Kleines Theater. Täglich: Nur ein Traum. Ansang 8 Uhr. Berliner Theater. Täglich: Taifun. Ansang 8 Uhr. Neues Theater. Sonntag bis Donnerstag: Die goldene Ritterzeit. Freitag bis Montag: Ncnaissance. Ansang 8 Uhr. NeucS Schauspielhaus. Täglich: Der Flieger. Anfang 8 Uhr. Hebbel> Theater. Sonntag bis Mittwoch: Wem gehört Helene? Kokctkcric. Donnerstag bis Montag: Der fremde Blick. Koketterie. An- fang 8'/, Uhr. Kölnische Oper. Täglich: Der RcglmentSpapa. Anfang 8 Uhr. Thalin-Thcatcr. Täglich: CharleyS Tante. Anfang 8 Uhr. Schillcr-Tlieater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Waffenschmied. Abends: Die Dollarprinzcfstn. Montag: Fidelio. Dienstag: Die Dollar- Prinzessin. Mittwoch: Der Freischütz. Donnerstag: Die Dollarprinzessin. Freitag: Die Förster- Christel. Sonnabend: Der Freischütz. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Zar und Zimmermann. Abends: Die Forstel-Thristel. Ansang 8 Uhr. Schiller- Theater Charlottcnburg. Sonntag bis Mittwoch: Der Bibliothekar. Donnerstag und Freitag: Die Katakomben. Sonnabend und Sonntag: Der Bibliothekar. Montag: Die Katakomben. Ansang 8 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtischc» Schauspielhaus. Allabendlich: Sherlock HolvieS. Anfang 8 Uhr. Neues Operette»- Theater. Sonntag, nachmittag» 3 Uhr: Die '~ Graf oo; Dollarprinzessin. Abends bis Sonnabend: Der von Luxemburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Dollarprinzeffw. WendS: Der Graf oo» Luxemburg. Anfang 8 Uhr. Luisen-Thcater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Gib mich freit AbenbS bis Freitag: Lena Warnstctten. Sonntagund bis Montag: Der Graf von Montc-Christo. Ansang 8 Uhr. Volksoper. Allabendlich: Der Herr Verteidiger. Ansang 8ss, Uhr.' LnstiPielhauS. Allabendlich: DaS Leutnantsmündel. Anfang 8 Uhr. Rose-Tbeater. Täglich: Wach, und Schlietzgesellschast. Ansang 3 Uhr. Apotlo-Tbeater. Allabendlich: Mahara. Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Folies Kaprice. Allabendlich bis auf weiteres: Pariser Ehen. VersöhnungSsest. Ansang 8'/« Uhr. Merropol- Theater. Allabendlich: Hallo I Die groß« Revue I Anfang 8 Uhr. Passage- Theater. Sonntag, nachmittag» 3 Uhr: Spezialitäten. Allabendlich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Wintergarten. Allabendlich: Spezlaliiäten. Ansang 8 Uhr. Buggcnhageu. Täglich: Spezialitäten. Anfang 8 Mir. ReiltishaUc»- Theater. Allabendlich: Stcttiner Sänger.» Ansang 8 Uhr. Sonntag» 7 Uhr. Karl Haverland- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Walhalla- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Urania- Theater. Taubenstr. 48/49. Sonntag bis Donnerstag: In den Dolomiten. Freitag: Von Abbazia bis Korfu. Sonnabend und Sonntag: In den Dolomiten. Montag: Unbestimmt. Anfang 3 Uhr. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57—62. Sozialdemokratischer Zentralwahlverei« für den Reichstags- Wahlkreis Züllichau- Schwiebus- Krossen- Sommerfeld(Ortsvcrcin Berlin). Dienstag, 21. Juni, abends 8'/, Uhr, bei Eichhorn. Koppenstr. 47: Versammlung. Nebeusche Kranken- und Sterdekaffe Nr. 5. gegr. 1795. Heute von 2—7 Uhr Zahl- und Aujnahmetag bei Römer, Elifabethlirchstr. 14. Amtlicher Marktbericht der städttichen MarNballen-Dlreltton Oder den Großhandel in den Zenwal-Marttballen. Marktlage: Fleisch: Zulubr schwach. Geschalt lebhast, Preise unverändert. Wild: Zufuhr ge- nügend, Geichätt lebhaft, Presse gut. Gislügel: Zufuhr genügend, Geichäit reger, Preise befriedigend. Fische: Zufuhr ziemlich genügend, Geschäst ziemlich lebhaft, Preise wenig verändert. Lutter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüle, Obst und Süd- s r ü ch t e: Zujuhr genügend, Geschäft anfangs still, später lebhafter, Preis« unverändert._ Witterungsstberstch» vom 18. Juni 1910, morgen« 8 Uhr. Wetterprognose für Sonntag, den 19. Juni 1910. Veränderlich, vielfach wollig, am Tage etwas kühler bei ziemlich frischen nordwestlichen Winde»! keine erheblichen Niederschläge. Berliner W etterdureau. Wasserstauds-Nachrtchteu der LandeSanftalt für Gewässerkunde, mttgetellt vom Berliner Wctterbureau. vasserftand M e m e l, Tilsit Bregel, In st erbarg Weichsel, Thon, Oder, Rattbor , Krossen , Frankiurt V a r t h e, Schrimm , LandSberg Netz«, VorDamm Elbe, Lettmeritz » Dresden , Larby » Magdeburg vagerstand Saal«, GrochNtz Havel, Spandaus , Rathenow') Spree, Svremberg') , BeeStow Leser, Münden , Minden R h e> a, MaximiüanSau , Kaub , Köln Neckar, Heilbrouo Main, Vertheim Mosel, Trier 9+ bedeutet vuch»,— Fall, llnterpegel.•) Höchster Wasserst anl am 16. 5 Uhr nachm.: 412 om. Der Wasserstand deS B o d» n s«»» war gestern am Pegel Konstan, noch 9 cm höher al» am Tage vorher. Trotz der ungewöhnlichen Stärb de» Hochwassers deS Oberrh eins ist nach Annahme der LandeSanstal für Gewässerkunde eine solche Vcrflachung nach:mten hin zu erwarten, dal m Preußen«ine gefährliche Höhe deS R h« i» S nicht zu befürchten ist. Olms Anzahlung liefern wir 1 Luxus-Sprechapparat laut nebenstehender Abbildung lO 20 40 80 ausgewählten Stücken mit für 60 75 120 180 Mark gegen 2 3 5 6 Mark Monatsrate und überlassen Apparat und Platten, deren sorgfältige Wahl auch verwöhnteste Ansprüche befriedigen dürfte, solventen Reflektanten ohne jede Kaufverpflichtung, lediglich gegen Zahlung der minimalen Spesen für die Hin- u. ev. Rücksendung 5 Tage zur Probe vom Tage des Empfanges an gerechnet.— Irgendwelche Nachberechnung, etwa für Emballage, findet nicht statt wT'kuv";* einicn den BeStellSCheSlI 89P. Hierdurch«nach* leb die Finna Blal& Freund in Breslau II mir des antekot Luxus-Sprechapparat mit echter Pathö-SchallOose unö _ Stücken auf doppelseitig bespielten Pafhö- Platten «am Gesamtpreise voa________ Mk.— ohne Anzahlung, ohne Nachnahme, ohne emballageberechnune. Insbesondere ohne jede Kaufverpflichtung— zuzusenden. Ich verpflichte mich, diese Sendunf, falls ich sie nicht zu betaalten »ünsche, innerhalb 5 Taren, vom Täte des Empfanges in gerechnet, franko zurGckxuaendon, andernfalls behalte ich ate und zahle unter Anerkennung des Eigentumsrechtes bis lum Ausgleich obigen Betrag in monatlichen Raten von Mk. roa Abltut der Probezeit beginnend.— ErltUIungsert tat Breslau. Ott tmd Datuai Nase uod Staadt CiafüaOoiSlIISlHshn bedeuten eine epochemachende Um- ircaiaic s-tiasse-fd wälzung auf dem Gebiete der Sprech- Maschine. Pathe-Platten werden mit einem unzerstörbaren Saphirstift gespielt und beseitigen mithin den lästigen Nadciwechsel. Während alle anderen Platten von der Stahlnadel dauernd angegriffen u.im Laufe des Gebrauchs gänzlich wertlos werden, erklingen Pathd- Platten noch nach jahrelanger Benutzung so rein wie beim ersten Mal. Bac DAIHOmmA der Pathd-PIatten ist über die ganze ua» ziviIisierte Welt verbreitet. Ihre Aufnahmen von Künstlern wie Caruso, Slezak, Schmedes etc. haben Anspruch auf höchsten künstlerischen Wert, ihr Repertoir von mehr als 20000 Stücken kann fast unbeschränkt genannt werden. Da die von uns gelieferten, ca. 29 cm großen PathS-PIatten fast um Vi größer sind als die üblichen Platten, folgt, daß Pathe- Platten nicht nur die besten, sondern auch die billigsten sind. Trotz aller dieserVorzüge und trotz unserer ungeheuren Bezugserleichterungen Hefern wir PatliS-PIatten zum Original-Fabrikpreise, also ohne jeöe Preiserhöhung. Dac Canftartnil* unserer Platten-Serien ist mit der " m größten Sorgfalt und unter Be- rüdcsichtigung jeglicher- Geschmacksrichtung zusammengestellt. Die beliebtesten Opern und Operetten wechseln mit zündenden Märschen, Walzern, Phantasien, Ouvertüren und anderen effektvoUen Orchestervorträgen. Herrliche Arien, Lieber. Duette und Quartette werden gefolgt von Insfrumen- tal-Solis aller nur bestehenden Arten. Spanische, italienische, ungarische Zigeuner- und originelle Bauernkapellen finden in ihren interessantesten Leistungen Gehör, und auch der Humor kommt durch Couplets, humor. Vorträge und Oesänge ausgiebig zu seinem Recht.— Trotzdem wir nun sicher sind, durch unser gewähltes Repertoir jeden Hörer zu entzücken, gestatten wir Auslausch nicht gefallender Platten nach eigener Wahr. ni A Aiic«(a((una des von uns gelieferten Apparates � ist eine hervorragende.— Unser Apparat besitzt ein echtes Eichengehäuse von 33 cm Durchmesser und 16 cm Höhe, 25 cm großen Plattenteller, Trompetenarm-Ein- richlung, geräuschlos arbeitendes Präzisionswerk, einen in der Farbe zum Gehäuse abgestimmten Lotostrichter von 45 cm Durchmesser. sowie eine Orlglnal-Pathö-Schallöose. Obwohl wir des allgemeinen Beifalls für unseren Apparat sicher sind, tauschen wir ihn bei Nichtgefallen unter Anrechnung des vollen Preises gegen eine beliebige andere Type unseres Kataloges ein. Verlangen Sie Ansichtssenbung unter Angabe der gewünschten Plattenzahl etc. per Postkarte, Brief oder mit nebenstehendem Bestellschein. Biel& Freund, Breslau 89 P. ietönüeötlilger Aedaktxur Richard Barth, Berlin. Für den Lnftratenteil vergntw.: Th, Glucke, Berlin, Druck u.BerIag:Vorii?ärtz Buchdruckerei u.Lerlagtunstuil Paul Singer& Co.. Lerlm SW. � Nr. 141. 27. Zahrglmg. 2. KtilU to Joraätls" Sttlintt Msdla». Sonntag, 19. Iva! 1910. NlrtlchMichei' Wochenbericht. Berlin, 18. Jnni IStg. vörfenstimmung.— Roheisenprodiiktinn.— Versand deS Stahl- Verbandes.— Kursstand der Dividcndenwertc.— Bankpolitik. � stärkste Motiv für eine günstige Auffassunq der Wirtschaft- Uchen Entwicklung ist der Saatenstand. Sowohl für Teutschland als auch-ur die Welternren läßt er gute Erträge erhoffen. In den Vereinigten Staaten ist ebenfalls mit einer befriedigenden Ernte zu rechnen. Von den angeblichen Wetterschäden, die Ende April gemeldet worden waren, ist nach den neuen Saatenstandsberichten kaum etwas zu merken. Die Panik, die infolge des Streitfalles zwischen der amerikanischen Regierung und den Eisenbahnkönigen für einige Tage die Börse beherrschte, hatte die von den Entrepre- neuren gewollte Wirkung. Die Bahninteressenten drohten mit Arbeiterentlassungen und Anullierung bereits erteilter bedeutender Aufträge, falls die Regierung in der Tariffrage die angedrohten Schwierigkeiten erhebe. Das fruchtete. Tie Regierung trat einen schlecht verdeckten Rückzug an; die Eisenmagnaten triumphierten. Trotzdem bleibt nun die Stimmung der Börse reserviert. Man glaubt nicht mehr an einen schnellen weiteren Aufstieg. Ja, Kreise, die bisher hoffnungsfroh an eine neue Hochkonjunktur glaubten, fürchten nun gar, mit einem Rückschlag rechnen zu müssen. Zu solchem Pessimismus liegt nach unserer Ansicht jedoch kein Grund vor. Jedenfalls dürfte der Herbst eine weitere geringe Belebung in der Warenproduktion bringen. Wollte man bei der Beurteilung der Wirtschaftslage lediglich die inländische Roheisenproduttion berücksichtigen, dann befänden wir uns mitten in einer Hochkonjunktur. Ter Dlonat Mai hat einen neuen Rekord aufgestellt; der Ausstoß der Hochöfen beziffert sich auf l 261 735 Tonnen. Die dieser Produktionsmenge am nächsten stehenden Höchstleistungen hatten wir in den beiden vor- aufgegangenen Monaten dieses Jahres. Somit erbrachten auch die ersten 5 Monate 1010 im Vergleich mit den gleichen Perioden der Vorjahre die höchste Leistung. Die folgende Zusammenstellung veranschaulicht da». Es wurden produziert in 1000 Tonnen: 1004 1005 1006 1007 1908 1000 1010 Mai 867.5 051.4 1060,7 1004,3 1010,9 1090,5 1261,7 Jan.— Mai 4162,6 4180,4 5095,3 5311,6 5093,3 5185,1 5983,0 Die diesjährige Erzeugung geht um 671 344 Tonnen gleich 12,6 Proz. über die bisher höchste, im Jahr 1907 erreichte Pro- duktionsmenge hinaus. Die Sache bekommt jedoch ein anderes Gesicht, wenn man den Außenhandel mit berücksichtigt. Nach der amtlichen Statistik ist nämlich im Mai d. I. im Vergleich mit dem Vorjahre die Einfuhr von Roheisen um 1385,8 Tonnen gesunken, bei einer Steigerung d: Ausfuhr um 34 742 Tonnen. Gleichzeitig hat die Ausfuhr von Trägern um 12 275,7 Tonnen zugenommen; ferner stieg der Export von eisernen Eisenbahnschwellen um 0036,5 Tonnen. Die Mehrerzeugung von Roheisen im Mai d. I., die sich auf 171 168 Tonnen stellt, wird durch größeren Ausfuhr- Überschuß bei Roheisen und Halbzeug ausgeglichen, so daß der in- ländischen Weiterverarbeitung ein ziemlich gleichgebliebenes Ouan- tum zur Verfügung blieb. Dazu ist die Annahme berechtigt, daß man sehr stark auf Lager gearbeitet hat Tie Frage der Erneue-! rung der Roheisensyndikate steht auf der Tagesordnung. Um bei den Verhandlungen über die Onotenfrage mit hohen Produktions- ziffern resp. Anteilsforderungen aufwarten zu können, haben die Werke ihre ganze Leistungsfähigkeit ausgenutzt. Daß die Lage am Eiscnmarkt noch sehr zu wünschen übrig läßt, beweist auch der letzte Versandauswcis des Stahlwerks- Verbandes. Im Vergleich mit dem Vormonat mutz für Mai d. I. ein starker Rückschlag konstatiert werden. Der Mehrversand gegenüber dem Mai 1900 ist nur ganz gering, während sich der dies- jährige Maiversand um 27 261 Tonnen gleich 6,5 Prozent niedriger stellt als in der Parallelzeit 1008. Nachfolgende Zusammenstellung veranschaulicht die Enttvicklung. Es wurden versandt in Tonnen: Eisenbahn Material 162 913 116 863 134 803 025 001 771 123 Mai 1908 Mai 1000 Mai 1010 Jan.-Mai 1908 Jan.-Mai 1900 Halbzeug 114 590 112 418 107 107 582 806 591 547 Formeisen 137 343 148 437 145 504 590 036 707 450 Jan.-Mai 1910 672 053 822 051 682 490 Produkte A zusammen 414 855 377 718 387 594 2 097 843 2 070 125 2 177 594 Bemerkenswert ist die Verschiebung in den Erzeugnissen. Im Mai dieses Jahres ist der Versand in Halbzeug am niedrigsten. T-cis läßt darauf schließen, daß die gemischten Werke in gesteiger- tem Matze in der Weiterverarbeitung für den Export arbeiteten. Die Produktion von Eisenbahnmaterial ist wieder enorm gewachsen und die Ausfuhr von Schwellen stieg von 4201 Tonnen im Mai 1909 auf 13 328 Tonnen im gleichen Monat d. I. Trotz dieser Ver- ändcrung im Mai 1910 ergibt sich für die ersten 5 Monate d. I. ein viel stärkerer Halbzeugversand als in den Vorjahren, während die Erzeugung von Eisenbahnmaterial erheblich hinter den Pro- duktionsmengen der Vorjahre zurückgeblieben ist. Ein erhebliches Anwachsen zeigt sich bei der Erzeugung von Formeisen. Ein großer Teil davon entfällt auf die Ausfuhr. Diese muß als Kanal zur Abstoßung der über den Bedarf des Inlandsmarktes hinaus- gehenden Produktionsmengen dienen. Auf dem Weltmarkt scheinen sich nunmehr aber für die nächste Zeit die Kokurrenzverhältnisse verschärfen zu wollen. England hat ein starkes Exportbedürfnis; Belgien setzte zu Anfang der Woche ganz unvermuteterweise die Halbzeugpreise um 5.5 FrS. herab. Vorgänge am deutschen Markt lassen ebenfalls darauf schließen, daß der Wirtschaftslage immer noch die Faktoren der Sicherheit und Klarheit ermangeln. So hat das Eisen- und Stahlwerk Hösch in den letzten Tagen zum zweiten Male in kurzer'Zeit die Stabeisenpreise ermäßigt, den Kon- ventionspreis unterboten. Dem Bestände der großen Verbände türmen sich auf allen Seiten Schwierigkeiten entgegen. Die be- stehenden Organisationen lassen dem Expansiousbedürfnis der Montanriesen nicht genügend Spielraum und die kleineren Unter- nehmen, speziell die reinen Werke, empfinden sie mehr und mehr als einen ihren Lebensfaden abschneidenden Erdrosselungs- Mechanismus, dem sie zu entrinnen suchen. Aus dem Chaos und Jnteressenstreit drängt es nach neuen Formen und Verhältnissen. Die Kämpfe, die dabei auSgefochten werden, beeinflussen in gewisser Beziehung auch den Arbeitsmarkt. Wenn nun auch an der Börse dem Ueberschwang der Hoff- nungen und Erwartungen eine pessimistischere Auffassung gefolgt ist, behaupten die Jndustrieaktien doch immer noch ein sehr hohes Kursniveau. Den Rückgang, der im April eingetreten war, hat eine Gegenströmung im Mai wieder ausgeglichen. Nach den Zu- sammenstellungen der„Frankfurter Zeitung", die die Hälfte der an der Berliner Börse gchandelten Werte umfaßt, ergeben sich folgende Ziffern: Kursstand Dividendenwerte Ende Mai Ende April Ende Mai Bergbau. Hütten und Salinen Steine und Erden..... Meialle und Maschinen... .Chemische Industrie.... Textilgewerbo...... Papier......... 118,66 Leder........ Holz und Schnitzstoffe.. Nahrung«- und Genußmittel Baugewerbe...... Bankaktien, deutsche.., Bankakiien, ausländische.. Versicherungsgewerbe.,. Verkehrswesen..... Sonstige Gewerbe.., Das Charakteristische der Entwicklung zeigt sich, wenn man die diesjährigen Kurse mit den vorjährigen vergleicht. Im ge- samten Durchschnitt ist eine Steigerung um 10,32 Proz. ein. getreten. Die Dividendenpapiere der baugewerblichen Unter- nehmungcn sowie die der Holz- und Schnitzstoffe werden niedriger bewertet, dagegen ist die Kursavance für die Werte der Montan- industrie, der chemischen Unternehmungen und der Lederindustrie erheblich größer als die Steigerung im Gesamtdurchschnitt. Die Papiere der Lederindustrie profitierten 17,03; für die Aktien der chemischen Industrie macht die Kurssteigerung 43,70 aus und der Kurs der Montanindustricaktien hob sich um 22,02. Die Höher- bewertung der Montanpapiere könnte überraschen, wenn man die Marktverhältnisse in Berücksichtigung zieht. Aus dem letzten Ge- schäftsbericht der Laurahütte ist zu entnehmen, daß die Aussichten für die Kohlenindustrie als noch nicht günstig beurteilt werden. Der Beschluß des Kvhlensyndikats, den Kokspreis um 2 M. zu er- höhen, ändert an den tatsächlichen Verhältnissen nichts. In Wirk- lichkeit werden Kohlen jetzt doch erheblich niedriger angeboten als im Borjahre. Die Konkurrenz wird auch das Kohlensyndikat zwingen, Konzessionen zu machen. Der Beschluß, den Kokspreis zu erhöhen, steht sachlich auch in krassem Widerspruch zu der Not- wendigkcit, die kurz vorher gekürzten Ausfuhrprämien wieder auf den alten Satz zu bringen. Das Vorgehen deS Svndikats ist wohl ein Ausfluß des Bedürfnisses, Stimmung zu machen. Das Interesse der Banken, die sich mehr und- mehr in der Großindustrie engagieren, spielt da eine Hauptrolle. Die Politik der Industrie 'wird in den Kontoren der Bankdirektoren bestimmt, und die Polftik der Banken ist eingestellt auf die Erlangung von Kursgewinnen. D. von Montag den 20. bis Sonnabend den 25. Jim für folgende Damenschuhe: Braun Chevreau Sclinürstiefel m. hochmod. Westingrstoffeinsatz Original-Good.-Welt lA 50 früher 14.50.. jetzt Braun Chevreau Schnürstiefel m. neuest. Sämischledereinsätzen Original-Good.-Welt, 1 A 50 früher 15.50,. jetzt J-"• Braun echt Chevreau Schnürstiefel mit Lackkappen S 90 früher 7.90,,,, jetzt"• Serpelotstoff-Pumpsschu (ausgeschnittener Straßenschu mit breiter Cravatlenschleife) weiß, bastfarbe, lila, Orig.Gooc Welt, hochmodern, sehr*1 1 haltbar, früherll�O, jetzt'• Leipziger Str. 65 Königstr. 34 Oranienstr. 34 Oranienstr. 47 a Müllerstr. 3a Rixdorf, Bergstr. 7-8 Raucht Cigaretten * zj' gk Sommerfrische «mdtandmsenchall find-BoeiDoH-jÖUrf Cl«nenkbehrlich! Verlangen Sie nur die echten mit der Krone. Lesslng-Theater. Täglich� 3 Uhr: Kasernenlnft. kerüner �tieater. Heut« s uhr> TT aifun. Morgen: Talfun._ Neues Theater. Sonntag 6iä Donnerstag: Abends 8 Uhr: vis golllslis külsmil. Freitag neucinllud.: RriiatUance« «porvttvn-l'Iiezwtvrc Heut« und folgende Tage 8 Uhr: Der Graf vo» Luxemburgs Sonntag nachmittag 8 Uhr zu er. mägigt. Preisen: VI» Dollarprlnzewiii l/nlkc.nncr©offf'61 de« Neuen VulRo Upcli Schauspielhaus.-Berlin. Sonntag, 19. Juni, Anfang'/„O Uhr Der Herr Uertkidigtr. fligklslett-MitiölmstSiitiLeltg« ZeltsliZpieltiM. Heute, den 19. Juni, abend« 8 Uhr: Sherlock Holmes. Detektivkomödie in 4 Akten von Ferd. Bonn. Morgen und folgend« Tage: Sherlock HolmrS._ Lustspielhaiis» Abend» 9 Uhr: Das Leutnantsmündel lOSEsJHEATEI Kroge Franksinter Str. 132. . V/seli- u.WilieligMllzejittll ZZi SchwankinbAtten vouManz und Winter. Ans. 8 Uhr. Ende>,,11 Uhr. Aus der Siartenbühne: Theater. Vorstellung. Spezialitäten. Gr. Zlonzext.(Neues Progr.) Aus. 4 Uhr. Hetropol-Thealer Hallo!!! Die groBe Revue! In 8 Bildern von Jol. freund. Musik v. Paul Lincke. In Szene gesetefc yora Dir. Rieh. Schultz. Anfang 8 Uhr. Rauchan geetaliet. Neues Programm! La Tortajada in ihrer neuesten Schöpfung: , Abenteuer eines Torecos". De l>io Phantasie-Tänzerjn. Therese Kenz Schulreiterin und eine Kette hervorragender Kunstkräfte. Abends 8 Uhr. Nur noch einige Tage! Da» fensationelle- Juni- Programm Novität I Ernst Perzinas Dressurakt. Einzig dastehend I Katze, Kanarienvogel und Maus Hom'zr,z Uhr: Die Ivclt- berühmte Schliiipansiu alz Univerfal-Künftlerin und weiter« 8 grohe Attraktionen Reiclisliallen-Tliealer. Stcttlner Sänger Zum Sdjluh: Künstler d. Landstraße. Ucl. Burleske von tsesisel. Ansang Wochentag» « Uhr. Sonntag» 7 Uhr. l- Alt- Moabit 47/40. Täglich: Konzert, Theater, Spezialitäten. Urania. Wissenschaftliches Theater, Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: In den Dolomiten. Montag 8 Uhr: In den Dolomiten. SCI_______ €3 ARTEN Heut« Sonntag s — Eintritt 50 Pf.— Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Ab nachmiitag» 4 Uhr: ' fsssggö-IIlöglA.' Ah ende 8 Uhr: larwkokk Blüdel W Mika Mlknn #The Kayions Zezelarette und das große Varietd-Pfogramm.| Folies Caprice Anfang 8'/, Uhr. panrei* Eben. Der Hthlet. Die heufebe Coinctte. Dao Vcrföhmingsfert. aihalla arlefe-Theafer Welnbergsweg 19-20. Rosonth.Tor. Abends H Uhr: Die Bestie ImHonsohen. Trag. Pont, und die übrigen I Spezialitäten._ Voigt-Theater Gesundbrunnen Badstr. 58 Heute Sonntag, abend»>/,3 Uhr: lieber» großen Teich. Gr. Lebensbild mit Ges. und Tanz In 4 Abteilungen von Adolj Phillipb. Das uene, feusatiouelle Juni- Programm! Grsttlasstge Spezialitäten. Kafsenerüfsnung 2 Uhr, Ansang 4 Uhr. Schweizer- Corion Am KSnlgstor— uarteu Am Priedriobskaln. Täglich i Theater, m TolksbelDSliguiigeD. Anfang 5 Uhr. Entree SO Pf. Pllhlmanns Theater Schfinh. A. 148— Kastanien A. 97/99. Ob schSn I Täglich: Ob Regen, Abends 7 Uhr: Poiibfilüautifrfrijnftitiriidt. Der lahme Joseph: Dir. Karl Reich. Vor- und nachher: Die brillanten Tpezialitätr» d. zweiten Jnnihätsle. Ansang Wochentag«'/,ö Uhr. Sonntag» ll,i Uhr. Eniree 20-60, Sonnt. 30-100 Pf. Kinder halbe Preise. Sehiller Schiller-Theater 0.(Wallner-Thcat.) Sonntag, nachm. 3 Uhr bei halben Preisen: Der �VnlTeniicIlniled. Romantisch komische Oper in 3 Akten von A. Lortzlng. Ende 5>,, Uhr. Sonntag, abend» 8Uhr: DI« D«Ilnrprln«e««ln. Operette von Leo Fall. Ende 10'/, Uhr. Montag, abend» 8 Uhr: Fldello. Dienstag, abend» 8 Uhr: DI« Dollnrprlnnennln. Tltzeater. Schiller-Thealer(DharloNenburg). Sonntag, abend» 8 Uhr: Der Illbllotlielrnr. Schwant in 4 Akten o. Gustav Moser. Ende 10-,, Uhr. Montag, abend« 8 Uhr: Der» BlbllothcUar. Dienstag, abend» 8 ll h r: Der Bibliothekar, uiiu» PARK Terra fsen ss fkdensee Größter Vergnügungspark das Kontinents. Täglich gedffnet: Terrassen ab I Uhr, Lunaparh ab 3 Uhr. Neu! Schau-Tanzsaal. Mon Pläsier- Lachhaus und viele andMe Brauerei Friedrichstiain Am KOnlgator. Täglich; Große MilitäraKonzerte. Jeden Dienstag nachmittags 3—6 Uhr: Frei«Vorstellung der beliebten Apollo-Bänger. Gr. Berliner tetaiisstelliii!!] 1910 30. Zlpril bis 2. Oktober. Im Park täglich Dappel-Konzert. Antritt: 10-6 Uhr t W.. v. 6 Uhr ab 50 Pf.. Sonntags 50 Ps. Dauert. 6 M. Ausstellung l9rBäWi!Meg.fe!!!lterM unmittelbar am Lahnhof Laumsehulenu-eg. Gute Eahrverbindung durch Stadtbahn, Straßenbahn. Heute: Dopi>clkonzcrt. Dienstag: Großes �Volil- tßtlgkcit«- Konzert zugunsten derUebersohwenunten im Ahrtal. Volksgarten- Theater früher Weimann. Badstr. 8, Behlu, u. Bellernmnnstrabe. Täglich: Konzerl-, Theater- mid Spezialitäten-Vorstelwnz. Da» neue Rieienprogr. Zur Anssüdrung gelangt: Kobent imd Berlrnm. Posse mit Gesang u. Tanz in 4 Bild. Jed. Donnerst.: Lr. grlllant-Peuer�. „PdsrllS'8ommer-7dester" Lesitzer: bl«xDudtvig. Art. Geltung:Hax Reinhart. De, II» IT., Htllferatr. 142. TUgllch: Im herrlichen Naturgarten Bei Regen im Thealersaal! Konzert» Spezialitäten-Vorstellung 20 KOnstler-Attraklionen. Stets wechselndes Famillen-Programni. AuBerdem jeden Freitag: Die beliebten ApollOsSängei*. Anfang Sonntags 4 Uhr. Wochentags 6 Uhr. »llen Vereinen, Gewerlschosien und Klubs zur gejälligen Mitteilung. A dasz ich da» Etablissement* Konzertgarten u. Prachtsäle— Badstr. 15/16 übernommen und aus« neueste renoviert Habe. Ich empfehle solche» zur Abhaltung von Versammlungen und Festlichkelten jeder Art unter günstigsten Bedingungen. Hrrrllchcr schattiger Garten. 3000 Personen, 4 Säle 50—1500 Personen fassend, mit prachtvollen Bühnen versehen. Während de» Sommer» Koniert und Sänger-Gesellschaften. VorzugSkarten stehen zur Versllgung; auch sind noch Sonnabende frei. ::::.reden s°nntag: Grvüer Ball. Jeden Dienstag u. Donnerstag: Ball tOUt ClliC. Um gütigen Zuspruch bittet Berlin N. Fr. Walter, Gastwirt. Amt III, 8874. Btirgthcater-Kinsniatograplt vorm. Groterjan. Jnhnb.: Rud. Merz, Schöuhauscr Atter 129. Tel. 3, 9353. Lebsnds Photographien. Wochen!. 30 u. 40 Pf. Ansang 7 Uhr. Somit. 30, 40 lt. 50 Pj. Am.» Uhr. Vorzvgskarten nur Wochentag» gültig. 23 Pf. aus allen Plähcn. Ttets»vechselndes Programm. Jeden Sonntag im Obersaal: MM" KünsttCT-lion�ert."WZ Entrcc 15 Pf. Garderobe 10 Ps. N. b. Konzert: Famillen-Kränzohen. Äs UruuiiciiHtraße 16. Täglich: Garten-Vorstellung. Aus dem Riesen-Programm| besonders hervorzuheben: MarineieutnaDt von Brißken um! äei1 Spion. Eintritt- 30 Pf. Achtnng! Diez' nur Achtung I Seeterrasse Siehfenberg HUdeEstraßo 11/13. Zwischen Landsberger Allee und RSdorplatz. GröstteS und schönste» Lokal Berlin». «»»»tu-- GmiL-Spo&'tfest des Arbeiter> Radi atarerbundes ,, Solidarität arfÄ ÄS- Täglich: Ob sohönl ob Regen; �rl** CLOIlKCl't« Austreten der besten Tnruiseilkünstler der Welt Tha uepeits sowie der neuesten und gröBten Sensationen der Gegenwart: Die Reise Snltnniottnlt b.IO Mctn Höhe mit dem Fahrrad in den See. 3 Socks, die phänomenalen Exenlrie-Dasoadeure? Die fiinf Sinit«? Vorzüglicher aulomatischcr Scherz.— Marga Harlcssy, brillanter Musital-TranssormationSatt.— Mll. MaximS. hervorragende Burlesque» Panto mime-Duett.— Ki-Ni. l,c«i»»Id Ho»»vc, Original-Humorist mit ihren wnnderbareii aktuellen pollttsch-lnlvrischen Schlagern und da» BOT" neue beste Programm Berlins.-HS« Jeden Sonntag: Hlc«cn-l-u»d. und VFu»««>- oIRTA VV 9*1. 14» Nur Neuheiten! Der Halleysche Komet* 15 Ruderboote. Rtcsenkasseclüche. 4 verdedte� Kegelbahnen. VolkS- ui. grossem Tee. ung. Antang 3 Uhr. Wochentags 4 Uhr. Gesamteintritt 23 Ps. Kinder frei. KP» i xw t ud t-l£«» i n«. Holzmarltstr. 27, Ecke Mcxanderstr. (Inhaber: Max Schindelhauar.) Im herrlichen Naturgarton täglich: 11. a.: Else Wullenia, Soubrette. Paul Mattinett, Bauchredner. Emmy und August Clever, da» tleinste Ducttislenpaar der Welt. Zins. Wochcnt. ll\v Sonnt. 6 Uhr. Vereins-Sranerei Rlxdorf, Herraannstr. 214/219. Oekonom: Max Wandt. TUgllch:"TSQ Gr. Militär-Konzert. Anfang Wochentag» 7 Uhr. . Sonntag» 4 Uhr. am See und Bahnboi Stralau-Rummeltbnrg. Täglich t O> Spezialitäten O Theater, Konzert. und Festsäle. Inh.; Rudolf Krtigrer. Hasenheide 13,16, vis-ä-vis v.Tumpl. xagiich- Gpoße Theater- u. SpezialitBten- forstellung. Artist. Leitung: Walter Grävenitz, Kapellmeister: Max Wollfhelm. Jeden Donnerstag: ffllltc-TagS Anfang; Wochcnt.OUhr, Sonnt>/,9 Uhr. Kerlintl Prattr-Thkkter Kastainenalloe 7—9. Täglich:-«89 3m Belebe dssSÄars Spezialitäten, Konzert u. Lall- Ansang 4h, Uhr. Entree 30 Ps. Böhm. Brauhaus Lnndsbergrcp Alle« U/18 H. Gießelmann, Oekonom Täglich Militär-Konzert Äontasc: III. Garde-Regiment zu Fu9 Obermusikmoister Herr Qoerisch. Dienstag: Carde-Ploniero Obormusikmeister Herr Kühle. Hittwoch: Ehem. Hoboisten des Garde-Korps Dirigent: Herr Riemann. DonncrtttnK! Kais. Alexand. Gardo-Gren.-Rgt. Ho. I Obermusikmeister Hr. Neumann- Frclfas: III. Garde-Feldartillerio-Roglmen« Obermusikmstr. Hr. Spiegelberg. «onnabond: Ehem. Hoboisten dea Garde-Korps Dirigent: Herr Riemann. «onntitj; bei vollbes. Orchester Ehem. Hoboisten dos Garde-Korps Dirigent: Herr Riemann. Montag, Donnerstag, Sonntag: Tanz-Reunlon. -Victoria- Brauerei, LPtzowst. 111/112 Im Garten oder Saal: Täglich Dr. h(uH»H»t. Solrc«. (GesangSvorlräge, Theater und Varietä-Vorstellmigen.) Senntags, Diensiags, Donnerst. und Sonnabends: Tanzkränzchen. Ans.: Wochening» 8, Sonntag» 7 Uhr.— Alle Bon» gültig. Im Restaur.: Mittagstisch 75 Ps. Gr. u. ll. Säle zu Festlichkeiten aller Art. Max Saagar. Elysium Landsberger Allee 40—41 Heute sowie täglich: Ctr. Konzert Spezialitäten Kavalier=Ba!l. Kaftcckochcn.% Ltr. 40 Pj. Anfang 3'/, Uhr. Entree frei. äüXi; Carl Kellers Neue Philharmonie KUpculcker(Str. 00—07 lO Säle(50—2000 Personen), zu ersammlungcn, f und anderen Vcr, Im herrlichen täglich: Konzert und IO1i»emat«gr»plR. Vilttoria-Darten i» �VI>z»vr«d«z-r, Wilbelms- ano 114/115. ca. 10 000 Personen sastend, mit groher Kasteeküche, 5 Kegelbahnen und sonstigen Ver> anstaltunge». Täglich: Künstler- Konzert. Entree srer 56242- BIsriigr»teu-8Äe 84. Hisz'kgr'»f'«i»-Dainm 84. ■'»■ An der Stralauer Allee.> Jeden Sonntag: vz-aß«»- Ball. Im Restaurant täglich musikalische Untcrhaltnng. Vorzügliche Küche, st. Bicre u.Weine, Billard u. Kegelbahn /�Ikambr» Wallner-Thealerstratze 15. Großer Ball GroheS Orchester. Ansang Sonntag» 5 Uhr. A. Zaiucltat. kreuzberg-Fsstsäle und Garten �Bes. Otto Ernert, SW.,Kreuzbergst.49 f Jeden Sonntag: Vv'aßs IgpQNlalittite»- Vor- ntcllung(Paul Jeschackt Ensemble). Entree frei Prog. pro Person 10 VI.— Jeden Montag: IIolTnia»»« Hl«edd. b!>8ngcR>.— Jeden Freitag: Dia lusligan Kalauer. Pastcp. u.VorzugSk. gültig Einige Sonnabend« unt. kul. Beb. an Vereine zu vergeben. H-■■■■ Berliner--------- umsr° i den?9n. Juni': Gr. Volks-Freudenfest Große ExtraaVorstellung auf dem urdrolligen Kino«Theater. I. Teil; Die Uhr als Verrllter.— Flüssige Elektrizität.— Das liClchcnbegängnts KUnlg Eduards. Des Künstlern Vraani. II. Teil:) Nachmittags 4 Uhr: Or, Die Emgegcnd v Ulli tür Konzert v. von Rom. d. Kapelle des Regts.~d. Oardes du Corps(Herr ObormusiUmstr. Louis Lehmann.— Solist: Herr Willi Frank, fr. kgl. Hofopernsünger. vie sehenswerte zauberhafte Befeuchtung Riesen-Lt ablissements. .rollen Saal: Eilte Kall.— Ks ladet höfiiohst ein A. Frcycr. des ganzen Im Ober-Schönewelde. Emst HÖfllChS „Krug zum grünen Kranze" �"r�Ä.)4 OV Garten, Restaurant nnd Gesollschaftssaal."tMi Station Sadowa und Nieder-Schöneweide-JahanniZthal. za,. Üroller Kall."S.V.ZZk.ZÄW" Vereine und Gesellschaften bestens cmpsohlen. M. HOflloh. Sportpark Steglitz Sonntag, den 19. Juni 1810, nachmittags 4 Uhr; 2 Internationale Dauerrannen mit Motorsctirittmactiern. A. Das goldene Motorrad(über 100 Kilometer). Dlokentinann-Holland. Butler-Amerika. Linart-Belgion. Beris-Paris. Theila-Berlin. B. Der goldene Stern(über 1 Stunde). I Hall-England, di Majo-Schweiz. van Nak-Holland. Mauss-Köln. Vandersluyll-Belgien. 2592b Gcsamtprelse 15 OOO fffark. Achtmlg! yrrfine und Thtatervereitte! Hierdurch empfehle tch meine neurenovierten«Ülo ml« neuerbauten zwet Theaterbühnen. Sonnabend» u. Sonntag» unter fulantester Bedingung. tzNsrtvi» Aloxandorstravo»Tc. Tel.; Amt VII 10««. ZZM" Im Zlugusl und September einige Sonnabende und Son«. tage frei.-TM! 2540b Heiligensee. eiligenseer Schweiz. — Oekonom: Trakat.—— Am Wald und Wasser gelegen, empfiehlt sich Vereinen und Gewerkschaften bei vorkommenden Partien. HC Gute Küche. Solide Preise. Gasthaus zur Schleuse ===== Neue Mühle.============= Dm geehrten Vereinen, Fabrtfen und Gewerkschaften empfehle mew herrisch am Vald und Raffer gelegene» Lokal zu Dampfer- Partien usw. Hochachtungsvoll 25966 Wilhelm Thormana. Neue Brmiu-Kaifeu Hoch- Kontiiiaiidantcn-Stralte 58Ji l'-rtKQölr fauch mit Bühne u. Galerien) moderne LlfU»tUtr soncn fassend. Lannabendo> criifpr.«Imt IV, 10 155. tt v. Sophieüstrsvö!7/lS OuorstrsSe der Rosenlhaler«trage— am Haokeschon Markt* Inhaber: Panl Baatz■ i■------ empfiehlt feine von 60—2000 Personen fassenden Säle zu Versammlungen Vortrag»- u. Kunstabenden usw. Vorzügl. Akustik. Kulant. Entgegeiikomiiten Zophieil-Me Königsbank 117 Große Frankfurter Straße 117 Elegant renovierte Festsäle mit Bühne(elektr. Licht). Für Gewerkschaften, Vereine, welche 600 Personen stellen, habo ich Sonnabende sa Jeder •Tabrcszelt frei! Wahrend der Sommermonate Juli, August gebe meinen grollen Garten(800 Personen fassend) mit erstklassiger Herrengesellschaft gratis.— Um werte Bestellung bittet• Kurt Uroner, Amt 7, 6143. i vollständig renoviert. Neu eröffnet. Anerkannt vorzügliche Küche. Oekonom Anton ßlestioit. 55142* Charlotteuburg. Hiermit zur Kenntnis, hat) ich ha» Keftaurant. ßlsmarcliitraße ZS. wieder neu eröffnet habe. Räume van 100 Personen fassend, sind der Partei den Gewerkschaften und Vereinen hiermit besten» empfohlen. 6863Ü* Hochachtungsvoll Witwe P. Wornloke. »TZ Berlin N. 20, Hochstraße 21/24. Amt III, 1608 und 3183. Erstklassige Bierc. Gardinenhau» Bernhard Schwartz. Gardinen» u. Portieren» Fabrik. Sallstrahe 1Z. Gro» und Detail. kNnstor SN ledern, gzm trsako "--"i SPREE- Billige Dampfer- Sonderfabrlen. I. Auf der Obcrsprce, Abfahrt IannowiNbrticke(Belvedcre), vom Schles. Tor Stnnde später: Täglich früh v Uhr\ nach Woltersdorfer Schleuse. a» allen Werktagen(aafier s Preise werktag-Z vormittag» 75 Pf., Sonnabend) nachm. Z Uhr) nachm. 30 Pf. hin und zurück. Jeden Dienstag(Tornow»„ � früh 8 Uhr:"alh T«upttz mia) S- R. II. Ab Braubcnbnrger Ufer(zwischen Jannoivih- u. Waisrndrücke) Z10 Uhr nachmittag,. Jed. Montag n. Donnerstag nach Nene Mühle Montag, Miltw. u. Frelt ag n. Rauchfangwerder enStag u. Dann er»tag nach Müggelheiin nach flrampe»biira> Freitae Sebi Dt_______. Mittwoch und__........,______ ' nttmll und Zwiebu Iii. Anf dar Havel, vom 5. Juni ab: Ab Weidettdaminer Brücke(Friedrlchstr.) 7.30 Uhr Bahnhof Bellevue(Tafe Gärtner) 7,55. Cstarlottenbnrg(Schlohbrücke) 8.15, Spandau(Sharlottenorncke) 9.25. PotSdam(Tisenbahuhotel) 11,00„ Nücks. 8 Uhr abd». Fahr- . vre!» hin u. zur. HO Pf. Kind. 25 Pf. i(ank. Sonnab.) cninsel-Potsd. Jeden Monta« ».Mittwoch Nack Braudkubnrg a.d.H. Hin«.zur. 2...»bPotsd.t.50. Täglich.. n.Pfauenin. Jed. Dienstag, Miliwoch. Donnerst.». Freitag nach Bvcrder(Bismarcksh.) Hin u. zur. Weilt. 1,—, Somit. i.SO, esttf. l.—M. IV. Ab PotSdam(Eifenbahnholel): Jede» Montag nachm. 8 Uhr: Cmfahrt um dlo Inaul Potadam. 1,— M. Jeden Freitag nachm. 2 Uhr über Werder, Schölr» nach Rehin. 1 M. Weidend. Brücke(Friedrlchstr.) 9.00 Uhr Bahnh. Bellevue(Casö Gärtner) 9,25, llharlotteuburg(Schiohbrücke) 9,50, Spandau(Tharlottcnbrücke) 11,00, Ak ft ka uiTltlmSg u L Billige SogderfalirteQ Micliael-Brieke von der an der inirl>a«>lki>'t!l,«t,'aao. _______ Morgen Montag, Abs. Ost, Uhr nach Rene Mühle, Krampenbnrg u. Schmöckwtb. Äst. Uhr nach WolterSdorf». Hessen- Winkel. Dienstag Ost, Uhr nach strarnpendurg, Schmückwitz u. Wernsdorf Mittwoch Ost, Uhr nach Neue MDIile, Keatnpenburg it. SchmÄckwitz. stfitiä hin u. zurück nur 50 Pf., fthitu'r 85 P{. Reederei G. Zachow. Tel. IV. 5621. Cigaretten Qualitätseiarke mit und ohne, auch mit CioldmandBtUek, St. 2. 3, 4 und 5 Pf. Cigarettenfabrik NAMKORI Achtung! Teile dem verehrten Du Bückeret wegen Richtlnnehaltnng des Tarif» g: DvvrllllUtv IlüekQZ'vlvn. Achtung! Teil« dem verehrten Publikum mit, das! die Diffcrkiizen in meiner jetzt wieder in folgenden Geschäften boykvttsrele Ware Fritsche, biuiiiinclSbitrg, Nene Bahnhosstr. S, Schillcrstr. beigelegt find und fiesere. Achtungsvoll l.SUoiiInliijfnstt. 14. Acht"ng! Bewilligte Mckerelen. Acht"ng! Teile deni verehrten Piiblikmn und Aachbarschast mit, das; die Bäckerei» LIevenwalder Straffe I. känfiich überiiommen und zugleich die Karde» rungeu dcS Bücker-«. KondtturenberbanPrS anrrkgniit habe. ES wird mein Bestreden sein, gute Ware zu liefern und den Tarif einzuhalten. 261 0b_ AchiiingSvoll Rndolf X.uca«, Ltebenwalder Str." 1. Keieigl teer Sie! im hßßjeßfe! Sic meisten Krankheiten hoben ihren Ursprung im unreinen! Blut», deshalb reinige man sein Blut mit BeKMs Vaelisldsr- Extrakt„Medico" da» vollkoiitmenste und wirtsamste Bliiti-riuiilnngöiiiittcl! znr Rnffrlschung beS BlnteS und der Säfte.\h wirkt, die Naiur unterstützend und den Stosswechfel mächtig anregend, nach allen Richtimae» hin und ans alle Seile deS Körper» in milder, nur wohltätiger Welse ein und ist gleichsam oln Filter fQr dm ginzm Inneren Menschen. Niemal» lose, garantiert echt nnd tmeersälscht nur in mit SDJflvfe„Äc---- In den meiste» mit Marke„Riedle«" k M.•,*», 1,50 und a,ÄO. Drogerien erhältlich, Ivo nicht, direkt Braut- n. Hoehzeit-Seide. Der lOYenlur-Verkauf wird durch die Seiden»Messe übertroften ut-, Hochzeit»-, Oasellsonafts. und Promenaden-Seiden dii barsten Braut-, Henog, nur Leipaiger Str. 79, eine Trepp«, besonden billigen Freisen 4 grosse Serien«ut Extra-Tischen ausgelegt, nnd swan Darunter das Das heisst: Wahrend Seiden-Herzogs Seiden-Messe kauft jode Dame zu enorm billigen Freisen die kost- dirokt bei der bekannton Beidou-Engros-Firraa Saiden- Von vielen Stüokseidoa Coupons nnd Kesten prächtiger Seiden sind tu gani />50 f 2tS0t weloho teilweise das doppeUe, ja unter eobta Bsstsaiden, fransfiaisohe Foulardseiden sowie allerhand edlo Qualitäten, dreifache gekostet haben. In Seiden-Herzogs SpezialitAt für Urnut-. und Hoobzeli Hoohzaits- und ßilber-Hochzoite- Roben in wundervollen, einfach, nnd doppeltbreiten Seiden-Geweben vorhanden. Darunter ein Festen herrlicher Crepe de Lihine-Krapons, doppeltbreit, Mark 8.75 per Meter: doegleioben in den eohbnsten Farben l Posten entzückender feinrippiger Eoliennoz, HO om breit, Mark 2.75 per Meter. Jedes, auch das kleinste Mall, für Krawatten usw., schon für 0.75, wird verabfolgt. Viele Tausend Meter kostbare reinseidene scliwaiio Damaste in den apartesten Mustern, ttflher bis oa, 6.00, setst 1.50, 2.25 etc.(Nia wiederkehrend.) Viele schicke seidene, Spachtel- u. Wasohblusen von 8.69. seidene Jupons, Kostüm-Köoke enorm billig. Adresse genau beachten. Seiden-Herzog» Berlin» nur Leipziger Str. 79,«m»MÄp». ts-Seldeu sind viele einsalne 1 9VU. zu btzlehen durch Olto Reichel, Man verlang�ader ß fl j g Q" «*•••»» t t. 1 Ii 1 1 l�L. MVät. � ausdrücklich Marke F-Ansl 4. IV 4751, 4752, 4753. und nehme keineSsall» andere Füllungen. � Ausverkauf � sämtlicher Rcstbestflnde bestehend in HerretiaAnzus- PaletotaStoffen, Dameoiaclieu, Oaiueu- Kostüm-Stoffen«t°. wegen Aufgabe unserer Geschäftsräume 2» Tuchfabrik-La�er Koch-& Seeland-Geseltscbaft m. b. H. Höbel-teeteer Brunnenstpaße 7, Bm R"ema,er T#p- Laden u. I. Etage. ülohnungs-CInriciitUDsen auf Kredit Anzahlung von 18 M. an, einzelne Möbelstücke von 5 M. an. Sonntags von 8—10 und 12—2 Uhr geöffnet Vorzelgcr dieses Inserats erhält bei Kauf 5 M. gutgeschrieben, j Liefere nach nach ansrviirts. Kinder- LackgUrtel Kinder- HdS6 Aasfübrungen vsrschiedenb Längen and Farben........ 5�! 1 45, 1.95 Veis5«sren A7»>».»»»,« rullrZs Form üraycll Stickerei oder Stoff n-«- mit Stickerei................. uO, 4Ü, Dü Stickerei-Kragen weies45, 75, 95? Matrosen-Kragen qft tin« znarine-weiss, zum Einknöpfen wUj 1.10 9 1. Matrosen-Garnitur KSnc flchetten, Schifferknoten)................... Kragen- und Manschetten- Garnitur 85 Stickerei-Garnitur 7= nc weiss, Kragen und Manschetten.....«II, uu Lavallier oder Schleifen in 1(. gepunkte Muster....................... lU, 13 SCharp6n viele Farben.. 45, 65 bis 1.9 ITnnnVbKn Jnn Taffetband, reine Seide Uaaroanuer ca. 1 Meter lang, scbwara oder farbig................................ 1U P Stickerei-Häubchen 65, 85, 1.3 Matelotkragen weis............... 35? SemteUr weiss mit Kragen.!!....... 33? Mädchen-Konfektion RlJCiCPnlrittp] ans heil oder dunkel ge streiften Stoffen e>i 73. 95. 1.2s hubüchem Besatz, in schönen Mustern Matrosenkleid 8e8treift mit bUuer c in verschiedenen Grössen...................... durchweg 0.50 Leinenkleid Imitat............ ca. so-m«->« ss-ioo mit ä Volants, Schärpe nndStlckerel- passe in verschiedenen Farben..., 4.75 5.90 7.25 Matrosenbluse aus blau- weiss gestreiftem Stoff, Kragen u.Mansch. reich besetzt, mit Schifferknoten. 1.95 ECnaben-Ko�feEtfion Tennis-Anzug Än� 2.75 Knaben-Waschanzug gÄunräÄe 2.95 Knaben-Anzug ÄÄrÄÄ 3.45 hell und dunkel Matrosenkragen, fllr 3-8 Jahre Knaben- Wasch- Binsen cm. legekragen, fttr 3—8 Jahre. 75 pf. Enaben- Wasca-Anzug bell und dunke! gestreift mit Matrosenkragen, for 3—8 Jahre 1.95 hell und dunkelblan 3—8 Jahre............. gestreifter Tennisstoff, für Knaben-Tennis-Blnsen Knaben- Schulhosen ans gutem blauem Wasch-Satln, für B— U Jahre. 95 pf. . 1.75 Schürzen Kinder-Schürzen säS ob i,5 schiedenen Ausführungen, durchweg.... vsßf Weisse Hänger 95,1.45 Hussenkittel ÄÄVsÄlßs Ausschnitt od. PierottUragen, m. Gört. In 3 Gr.*,vw Spielhöschen 95 Knabenschürzen 4na0�iW- gestreiften Stoffen. 75. 95 pt pt Taschentücher w.issunon» 7k mit du ten Kamen...... Vi Dutzend IwPl, Taschentücher wei..Linon Rc qfl oder Batist, mit Buchataben'/, ßtzd. vVJPt Strumpfwaren Kinder-Söckchen on.p schwarz, leder oder bnntfarblg Zu, 00, 40 Pt, Kinder-Strümpfe...fl euglisLh lang, schwarz od. lederfarbig 03, 40" Sporthemden- aus buntfarbigen Waschstoffen 1.25, 1.45, 1.95 Kinder-Sweaters fae&g»... oft mit viereckigem Ualsaasachnitt uü, X.09, 1.20 in JvfiH- c)pera- Concert- Apparaten. Außerordentlich günstige Kaufgelegenheit die sich in dem bedeutenden Umfange bei uns alljährlich nur einmal bietet. Otto?acob, fen., Berlin Frieden-Stra&e 9. Crotz herobfleieftter prelle bequemtte Ratenzahlung. L£ Für alle Apparate 2 Jahre' schriftliche Oarantie/ Mod. 15a früherer Preis M. 38,50 Jetat W.a4.—, Braunodergrünpoliertest häuse, Größe 28x28x13 cm. alle Teile«. vernickelt, farbig lackiert. Blumcnlrichter, 38 cm Schallöffnung, I a Konzerl-Schalldose, mit Mill-Opera-Schalldose M. 8,— mehr. Monatsrate M. 3,—. 5 Doppel- plaiten ä 3 M.= 10 neueste Stöcke u. 200 Nadeln bei Lieferung gratis. Bei der 6. Rate noch einmal 5 Doppelplattcn gratis. Mod. 1 1 früherer Preis M.48,50 jotatW.39.50. Mahagonifarbig poliertesGehäuse, Größe 28x28xi3cm, alle Teile ff. vernickelt. Farbig lack. Blumentrichter, 40cm Schall- Öffnung. la Konzen-Schalldose. MitMill-Opera-SchalldoseM,8,— mehr. Monatsrate M. 3,—. Zum Apparat werden 5 Doppelplatten ä 3 M.= 10 neueste Stücke und 200 Nadeln gratis geliefert. Bei der 6. Rate noch einmal 5 Doppelplattcn gratis. Mod.20 früherer Preis M.84.~ Jctat W.69,—. Eleganter Salon-Apparat, mahagonifarbig polierter Kasten m. Gold-Arabesken, Größe 35x35x17 cm. Alle Metallleile ff. vernickelt, farbig lackienerTonarm u. Blumenschalltrichter, 52cm Schallöffnung Mill-Opera-Konzerl-Schalldose. Monatsrate M.5,—. 8 Doppelplatten ä 3M.= 16 neueste Stücke u. 200 Nadeln bei Lieferung gratis. Bei der 6. Rate noch einmalSDoppelpi. gratis. Mod. 17 früherer Preis M. 59,— jetat W. 49,—. Aparte Luxus-Ausstattung, mahagonifarbig polierter Kasten mit Gold-Arabesken. Grö8e33x33xl5cm. Alle Metallteileff. vernickelt. Farbig lackierter Blumenschalltiichter, 41 cm Schallöffnung. la Konzert-Schalldose. Mit Mill-Opera- Konzert-Schalldose M. 8,— mehr. Monatsrate M. 4,—. Zum Apparat werden 6 Doppclplatten ü 3M.= 12 neueste Stücke und 200Nadeln gratis geliefert. Weiteres Doppel- z" platten bei der 6. Rate. Vertreter an allen Orten gesucht gegen hohe Provision auch für unsere Abteilung: Uhren«und Qoldwaren.' Interessante Kataloge fibef Konzert-Apparate und Schallpiatfen überallhin gratis und franfco. iÄ» Bestell-Zettel SÄ! Hiermit bestelle" ich bei der, Firma Otto Jacob"senior," Berlin w® t Mill-Opera Mod___________________| Mk. j pv inkl. den dazu gehörigen Sehallplatten"und 200 Nadeln,|----- 1.... Die Begleichung erfolgt durch Zahlung von M.__ am!. jd. Mts. Belm Empfang zahle ich M__ durch Nachnahme an. Die Ware bleibt Eigentum der Firma bis alles bezahlt ist Nichtzahlung von zwei Monatsraten hebt die Vergünstigung der Teilzahlung auf. Erfüllungsort Berlin-Mitte. Ais Anzahlung sind 10—20 pCt der. Gesamtsumme erwünscht, Ort:______________..,—— Datum:-- Vor u. Zunamen:..._____ Straße u. Hausnummer:. .iri Stand;.. Leranttvortlichex Redakteur RiHard Darth, Kerlin. Wr Ken önjeratenteil verantw.: Ttz-Glnlfe, Berlin. Druck».Verlag: Borwärt« Kuchdruckcrej».Verlagsanstalt Paul Singer& Co» Berlin SW. •..in. a»,... 3. Keilttt iifs Jotmirts" Itiliurt Jpltelilntt.»-»»»II» öandcrkindcr. Dem Kind der Großstadt bessere Entivickelungsbcdingungen zu schaffen, ist ein wichtiger Teil der modernen Jugendfürsorge. Zu den Mitteln, mit denen sie das zu erreichen sucht, gehören die Schülerwanderungen. Für kränkliche oder nur schwächliche Kinder sind Ferienkolonien, Ferienheime, Genesungsstätten usw. bestimmt, die ihnen Kräftigung und womöglich Gesundung geben sollen. Für Kinder, die noch organisch gesund sind, aber unter Entwickelungshemmungen leiden, erhofft man schon von mehr» tvöchigen, ja von nur einwöchigen Wandertouren merklichen Gewinn. Versuche mit solchen Schülerwanderungen sind bereits seit einer Reihe von Jahren gemacht worden. Ihre bisherigen Erfolge sind so günstig, daß sie nur dazu ermutige,, können, die Arbeit fortzu- setzen und weiter auszubauen. Ein Mittelpunkt für diese Bestre- bungen ist der noch junge„Zentralberein für Schülcrwanderungen", an dessen Gründung der„Deutsche Verein für Volkshygiene" durch seine Ortsgruppe Berlin sich beteiligt hat. Ohne Verein geht es bei uns nun einmal nicht, alldieweil die Gemeinden zumeist die Erfüllung derartiger Pflichten dem guten Willen der Privat- Wohltätigkeit überlassen. In Berlin wird sogar die Bei- Hilfe, die die Stadt für die Wanderkinder zahlt, größtenteils nicht aus dem Stadtsäckcl, sondern aus einer Stiftung hergegeben, die von Vleichröderschen Erben mit 200 000 M. dotiert worden ist. Welchen Einfluß die Wandertouren auf die Entwickelung der daran beteiligten Kinder auszuüben vermögen, das haben der Ber- liner Gemeindeschulrektor E. Wienecke und der Berliner Schularzt Dr. H. R o e d e r in einer sehr lesenswerten Schrift dargelegt.(Noeder und Wienccke. Einfluß sechstägiger Wander- touren. Auf Grund ärztlich-pädagogischer Beobachtung an 200 Wanderkindern. Berlin 1910. Verlag Aug. Hirschwald.) Für ganz Berlin samt Charlottenburg, Schöneberg und Rixdorf belief sich die Zahl der vom„Zentralvcrein für Schülerwanderungen" ausgesandten Knaben und Mädchen im Sommer 1908 auf rund 2000, im Sommer 1909 auf mehr als 2400. Die Verfasser haben mit ihren gemeinsamen Beobachtungen sich auf den Stadtteil Gesundbrunnen beschränkt, in dem sie amtieren. DaS Ziel der sechstägigen Wanderungen, die in Gruppen zu je 20 Kindern aus- geführt wurden, war das Ricsengebirge, Thüringen, die sächsische Schweiz, auch das nördliche Gebiet der Mark Brandenburg. Ter Einfluß auf die körperliche Entwickelung fällt am ehesten auf. Wägungen und Messungen, die an den Kindern vor Beginn der Reise und nach der Rückkehr und auch noch später nach einigen Monaten vorgenommen wurden, haben ergeben, daß die Wanderungen in geradezu überraschender Weise die Körper- entwickelung förderten. Beachtenswert ist vor allem, daß auch eine noch lange andauernde Nachwirkung festgestellt worden ist, wie man sie nach einer doch immer nur kurzen Wandcrtour zunächst kaum für möglich halten möchte. Der Anstoß, den die Entwickelung erhielt, war kräftig genug, auf Monate hinaus die hemmenden Einflüsse aufzuheben oder doch zu mildern. ES handelt sich nicht bloß um eine Steigerung des Körpergewichte? und eine Zunahme der Körpcrlänge, sondern auch um eine Besserung der ganzen Körperverfassung, eine Kräftigung der Muskulatur, eine Weitung des Brustumfanges usw. Nach den Feststellungen Roeders dar � der Erfolg schon dieser kurzen Wandertouren, ihr stark fördernder Einfluß auf die gesamte Körperentwickelung der Wanderlinder als offenkundig gelten. Weniger leicht ist der andere Gewinn nachzuweisen, den die Wandertouren den Kindern bringen: die Anregung und Steige- rung der g e i st i g e n Tätigkeit. Aber dem aufmerksamen Blick des beobachtenden Pädagogen ist es nicht entgangen, daß auch in dieser Hinsicht recht erfreuliche Wirkungen erzielt worden sind. Wienecke berichtet, daß die Wandertouren einen starken Einfluß auf das Seelenleben der beteiligten Kinder aus übten. Bei manchen Kindern vollzog sich eine gänzliche Umwand lung, die nicht nur in den paar Tagen des Wandern? und Schauens und Genicßens bemerkbar blieb, sondern zu einem nachhaltigen Antrieb für die geistige Entwickelung wurde. Natürlicö kann nicht durch eine Ferienwanderung ein Mangel an Geistesanlagen bebnben werden; mit Recht sagt hier Wienecke:„Wer als Schäfchen wandern ging, kommt sicherlich als Schäfchen wieder heim." Er führt aber Fälle an, in denen die Wanderkinder mit der Hebung ihrer gesamten Lebeusfunktionen eine so stark belebende und befruchtende Einwirkung auf ihre Geistestätigkeit empfingen, daß sie auch im Unterricht förmlich aufblühten und durch gesteigerte Regsamkeit überraschten. Es ist die große Empfänglichkeit des Kindes für die auf Körper und Geist energisch wirkenden Reize des Manderns, die solche Wunder zu vollbringen vermochte. Arzt und Erzieher äußern sich, gestützt auf ihre gemeinsamen und ein- ander ergänzenden Beobachtungen, geradezu begeistert über den Erfolg, den sie an ihren Wanderkindern feststellen konnten. Beide knüpfen daran die eindringliche Mahnung, unseren Schulkindern nicht die Ferien zu verkürzen, wozu leider bei der Unterrichtsverwaltung des Staates viel Neigung vorhanden ist. Der schulpflichtigen Jugend solle man lieber die Möglichkeit schaffen, von ihren Ferien den rechten Gebrauch zu machen und den vollen Genuß zu haben. Wir fügen den Wunsch hinzu, daß auch die Gemeinde- Verwaltung unserer Stadt Berlin hieraus ihre Nutz- «mwendung ziehen möge. Gewiß, auch die Ferienwanderungen beseitigen selbstverständlich nicht die großen Schäden, die an dem Nachwuchs des arbeitenden Volkes zehren. Aber sie behalten des- halb doch ihren Wert. Sie tragen beglückende Freude hinein in daS sonst so freudlose Leben manches Kindes; sie geben dem Wandcrkind für� Körper und Geist einen aufrüttelnden Antrieb, dessen Wirkung über die paar Wandertage hinauszudauern vermag. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Pieck über:„Unsere Taktik." 1 2. Stellungnahme zum Internationalen Kongreß. 3. Verschiedenes. Treptow-Baumschulcnwcg. Heute Sonntag findet bei günstiger Witterung der gemeinschaftliche Besuch der Ton-, Zement- und Kalkindustrieausstellung statt. Treffpunkt 9 Uhr vormittags in den Bezirkslokalen, um 10 Uhr vor der Ausstellung. Billcts a 30 Pf. in den Bezirkslokalen. Ortsteil Treptow. Dienstag, den 21. Juni, abends SVs Uhr Mitgliederversammlung in der Radrennbahn. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Böske„Der internationale Kongreß inKopen- Hägen", Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. Tempelhof. Am Mittwoch, den 22. Juni findet im Parkrestau- rant Kreideweiß, Berliner-, Ecke Tvrfstrahe, eine Volksversamm- lung statt. Tagesordnung: Vortrag des Schriftstellers Genossen Max Grunwaldt über Finanz- und Tagespolitik, Diskussion und Verschiedenes. Genossen und Genossinnen, sorgt für zahlreichen Besuch dieser Versammlung. Niederschgnewcibe. Am Dienstag, den 21. Juni, abends 8� Uhr findet die Mitgliederversammlung des Wahlvereins beim Genossen Stahlberg, Berlinerstr. 123, statt. Der Vorstand. Ober-Schöncweide. Die Mitgliederversammlung des Wahl- Vereins findet am Dienstag, den 21. Juni, abends 8�4 Uhr im Restaurant Mörner statt. Tagesordnung:„Die soziale Frage". Referent Genosse Jacobsen. Vereinsangelegenheiten. Friedrichsfelde. Am Dienstag, den 21. Juni, abends Punkt- lich 8)4 Uhr findet die Generalversammlung unseres Bezirks im Lokal von Bausdorf, Bcrlinerstraße 18, statt. Tagesordnung:„Unser Ziel und unsere Wege". Referent Ge° nasse Schacht. 2. Bericht der Funktionäre. 3. Funktionärwahl. 4. Stellungnahme zum Parteitag. Die Mitgliedsbücher sind mitzu- bringen. Biesdorf. Dienstag, den 21. Juni, abends 8% Uhr bei Gustav Berlin Zahlabend. Die Bezirksleitung. Pankow. Am Dienstag, den 21. Juni, abends 8'A Uhr findet im Lokal von Großkurt, Berlinerstrahe 27, die Generalversamm- lung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Neuwahl der gesamten Bezirksleitung. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Bezirksleitung. WilhelmSruh-Niederschünhausen-West. Am Sonntag, den 26. Juni, nachmittags 2 Uhr findet in Wandlitz die Fortsetzung der am 29. Mai polizeilich aufgelösten Volksversammlung statt. Reichstagsabgeordneter Genosse Stadthagen spricht über: Junkerregierung, Reichstag und Volk, sowie das Gebaren der Gegner in öffentlichen Versammlungen. Sämtliche Genossen werden ersucht, mit ihren Frauen daran teilzunehmen; Abfahrt vormittag 10 Uhr vom Bahnhof Reinickendorf-Rosenthal. Partei- genossen aus Berlin und den Vororten werden gleichfalls auf diese Volksversammlung aufmerksam gemacht. Die Bezirksleitung. Partei- 5ZngelegenkeLten. Zweiter Wahlkreis. Tie 7. und 8. Abteilung veranstalten heute Sonntag, den 19. Juni, nachmittags, in Rabes Garten, Fichtestr. 29, ein Familienkaffeekochen. 1 Liter 70 Pf.,% Liter 85 Pf. Außerdem findet Konzert und Tanz statt. Kinderbelusti- gungcn aller Art, Verlosung usw. Einen genußreichen Tag ver- sprechend ladet ergebenst ein Die Kommission. Charlottenburg. Heute, Sonntag, feiert der Wahlverein in den Gesamlräumen des„VolkShanscS" das Sommerfest. Neben dem Konzert gelangen Gesangs-' und humoristische Vorträge zur Auf- Ehrung. Außerdem: Preiskegeln und-schießen, Blunienverlosung, turnerische Aufführungen, Facielpolonaise. Eintritt 25 Pf. Herren zahlen für den Tanz 50 Pfennig nach. Anfang 4 Uhr. Kaffeeküche ist ab 3 Uhr geöffnet. Am Dienstag, den 21. Juni, abeudS 8>/z Uhr, im großen Saale d«S.Volkshauses", Rosineiistr. 3. Generalversammlung. TageS- ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Funktionäre. 2. Kassen- bericht vom 2. Quartal. 3. Neuwahl des Vorstandes und der samt- lichen Funktionäre. 4. Vereinsangelegenheiten s.VolkshauS'-Regie!) Der Vorstand. Friedenau. Dienstag, den 21. Juni, abends%9 Uhr Mitgliederversammlung bei Mechelke, Handjerystr. 60/61. Vortrag des Genossen Schütte über„Freiligrath". Ter Vorstand. Lichtenberg. Am Dienstag, den 21. d. MtS., abends 8'/, Uhr, findet im Lokal der Gebr. Arnhold, Frankfurter Chaussee 5/6, eine Mitgliederversaniinlung des sozialdemokratischen Wahlvereins statt. berliner J�acfmcbtcn. Ferienspiele der Berliner Gemeindeschüler. Die Ferienspiele beginnen Montag, den 4. Juli. ES ist ist diesem Jahre zu den fünf alten Plätzen noch ein sechster bei Wartenberg hinter Hohen-Schönhausen hinzugekommen� Zur besseren Uebersicht sind die Sammelstellen für die Kinder vermehrt worden, so daß sie stets unter Aussicht nach den Abfahrtstellen gebracht werden können. Jedem Außenspiel- platz sind eine Anzahl solcher Sammelhöfe zugeteilt. So sammeln sich die Kinder für den Plänterwald in den Gemeindeschulcn Wilhelmstr. 117, Britzer Str. 17/18, Gneisenaustr. 7, Schlcsische Str. 4, Naglerstr. 3, Alte Jakob- stratze 127, Derfflingerstr. 18a. Steinmetzstr. 79, Neichen- berger Stratze(Ecke Forster Stratze). Die Kinder aus dem Westen werden vom Nollendorf- platz und Bülowstratze durch die Hochbahn mittels Extrazug befördert. Nach Wartenberg: Georgenkirchstr. 11, Tilsiter Stratze 4/5, Stratzmannstr. 5, Petersburger Stratze 4. Christ- burger Stratze 14, Bötzowstr. 40, Litthauer Stratze 18. Nach Buch: Gipsstr. 23a, Kesselstr. 3/4, Albrecht- stratze 20, Schulstr. 99, Putbuser Stratze 23, Müllerstr. 30, Ravenöstr. 12. Nach BürknerSfelde: Memeler Stratze 24, Große frankfurter Stratze 23, Mariannenufer 1a, Schmidstr. 38, öpenicker Stratze 125, Krautstr. 49. Nach Blankenfelde I: Prenzlauer Allee 227, Schön- hauser Allee 166a, Pappelallee 41, Sonnenburger Stratze 21, Zehdenicker Stratze 17/18, Danziger Stratze 23, Greifenhagener Stratze 26. Nach Blankenfelde II: Stcphanstratze 27, Ouitzow- stratze 115, Turmstr. 86, Alt- Moabit 23. Gerhardtstr. 4/5, Waldenserstr. 20, Stralsunder Stratze 54, Christianiastratze. Zur Beförderung dient die Große Berliner, Siemens u. Halste, Spreetunnelbahn. Hohenschönhausener sowie die Eisen- bahn. Mit Ausnahme von Buch, wo 20 Pf. mitzubringen sind. wie im vergangenen Jahre auch, hat die Deputation für das Turn- und Badewescn den Beitrag auf 10 Pf. für den Tag festgesetzt. Bedürftige Kinder erhalten von den Rektoren ihrer Schulen Freikarten für die ganzen Ferien ausgestellt, wenn sie bezw. ihre Eltern oder Erzieher darum nachsuchen. Es empfiehlt sich daher rechtzeitig, so lange dieSchulen noch geöffnet sind, darum nachzu) suchen. DieOberleiter sind nur in Ausnahme� fällen berechtigt, Freikarten auszustellen. Als Berpflegung erhalten die Kinder Va Liter Milch, ebenso Suppe, die alle Tage wechselt. Kaffee und zwei Brötchen. Emaillierte Trinkbecher und Löffel sollen die Kinder selbst mitbringen, Glas und Porzellan darf nicht mit- gebracht werden, um Futzverletzungen zu vcrnieiden. Die Kinder müssen sich inorgcns l/s8 Uhr auf den Sammelhöfen einfinden. Die Rückfahrt erfolgt abends zwischen 6—7 Uhr. Die Gesamtfrequenz war im vergangenen Jahre trotz des schlechten Sommers nahezu 200000 Kinder, an einzelnen chönen Tagen bis zu 12000. Es dürfte in diesem Jahre eine weitere erhebliche Steigerung zu erwarten sein. Für diejenigen Kinder, die aus irgend einem Grunde nicht mit nach den Autzcnspielplätzen gehen können, meist wegen der Bewachung von noch nicht schulpflichtigen Geschwistern, werden 15 Schulhöfe als Spielplätze eingerichtet. Dieselben ind von 9—12 Uhr vormittags und 3—6 Uhr nachmittags geöffnet. Es sind dies Anguststr. 67. Culm Str. 15, Diestel- meyerstraße 4. Driesener Str. 32, Fruchtstr. 2ö, Graunstr. 11, Greifenhagener Str. 78. Keibelstr. 31. Müllerstr. 48, Reichen- berger Str. 131, Rigaer Str. 81/82, Turmstr. 75, Wiesen- stratze 66, die Spielplätze am Urban und Bremer Stratze. Auch die Jnnenspielplätze sind von zirka 50000 Kindern im verflossenen Sommer besucht worden, namentlich von Mädchen mit ihren kleinen Geschwistern. Der Zweck der Ferienspicl- Plätze ist, die Kinder den großen Gefahren der Stratze zu entziehen, der Rasenspielplatz bietet ihnen aber auch noch freie Bewegung in frischer Luft und Sonnenlicht, Dinge, die einem großen Teil der großstädtischen Jugend nur selten zur Ver- fügung stehen. Bald sind sie dann auch fast wie Indianer ge> bräunt und Mädchen und Knaben lernen miteinander spielen, was in den Mauern der Stadt ganz unmöglich ist. Der Hausverwalter Eine Umfrage, ob die Mieter lieber mit dem Hauswirt oder mit dem Hausverwalter zu tun haben, würde die wider- sprechendsten Antworten ergeben. In Berlin und auch in seinen Vororten hat man sich daran gewöhnt, den Vizcwict nicht recht„für voll" anzusehen. Zwischen ihm und den Miets- Parteien besteht ein ewiger Hauskrieg, der im Einzelfalle nicht selten erst vor den forensischen Schranken zum Stillstand kommt. Was dem Wirt sofort erfüllt werden würde, ver- weigert man dem Vizcwirt, aus einer oft nicht recht begreif- lichen Animosität. Vielleicht liegt es daran, daß allerdings sehr viele Hausverwalter es nicht verstehen, sich in den gc- botenen Grenzen ihrer Stellung zu halten. Hat der Haus- Verwalter eine Beamtenstellung im Hauptberuf, so wird nur zu leicht der schroffe Beamtenton, der hier durchaus nicht am Platze ist, auch in das Hauswesen hineingetragen. Nicht minder fühlen ehemalige Beamte, selbst wenn sie„abge- gangen worden" sind, sich noch ganz in ihrem früheren Elc- ment. Besonders wo der Vizewirt ist. hat man nichts zu lachen. Gewöhnlich erregt schon der Anfang des neuen Rc- giments ein starkes Mißfallen. Nur selten wird der Wirt persönlich seinen Verwalter vorstellen. Er macksi sämtlichen Mietern schriftlich bekannt, daß Herr Soundso sein Hausver- Walter und zur Empfangnahme der Mieten berechtigt sei. Nun verlangt man aber, daß der neue Verwalter sich samt- lichen Mietern präsentiert. Eine Verpflichtung dazu hat er sicher nicht, aber es ist eine kleine Mühe, die stets anspricht und das gute Einvernehmen zwischen beiden Parteien fördert. Natürlich läßt nur ganz selten der widerwärtige Beamten- dunkel eine solche Selbstvorstellung auch dem kleinen Mieter, also dem Arbeiter gegenüber zu. Leider mutz auch auf sehr viele nichtbeamtete Hausverwalter das Wort angewendet werden, daß allzu scharf schartig macht. Sie beschränken sich nicht darauf, die allgemeine Ordnung zu wahren, sondern achten ziemlich genau auf alles, was der Mieter tut und läßt, sehen in jeden Winkel und machen Vorschriften, die rechtlich gewiß ihre Bedeutung haben, aber praktisch besser unter- bleiben sollten. Was der Wirt stillschweigend duldet, ver- bietet der Verwalter. Obwohl in der Großstadt reichlich die Hälfte aller Wohn- gebäude unter vizewirtlicher Verwaltung steht, besagen die Mietsvertragsformulare über die rechtliche Stellung des Vermieters so gut wie nichts. Sie enthalten eben nur den Hinweis, daß die Miete an den Vermieter oder an seinen Bc- vollmächtigten zu zahlen ist. Daraus ergibt sich von selbst. daß der Verwalter als solcher den Mietern rechtsverbindlich bekannt gemacht sein muß. Kommt ein solcher Herr und sagt, er sei von nun an der Verwalter des Hauses, so ist es leicht- fertig, ihm blos daraufhin Miete zu zahlen. Es ist vielmehr das gute Recht des Mieters, daß ihm die Berechtigung der- artiger Mittelspersonen zum Mietseinpfang auf die eine oder andere Weise einwandfrei nachgewiesen wird. Aus den- selben Gründen sollte man bei gerichtlichen Verwaltungen unter allen Umständen nur an dlejenige Stelle zahlen, die gerichtlicherseits als empfangsberechtigt bezeichnet ist. Wird ein Haus verkauft, so erlischt mit dem Kauf auch die Ver- waltung, falls sie nicht durch schriftliche oder mündliche Er- klärung seitens des Käufers zu den Mietern weitere Geltung behalten soll. Das erscheint alles so selbstverständlich, und doch wird unendlich oft dagegen gesündigt. In Zweifels- fällen ist die Niederlegung des Geldes zum vertragsgemäßen Termin an einer behördltchen, am besten gerichtlichen Kasse der sicherste Ausweg, sich gegen spätere Daumschvauben zu schützen. Ertrunkene Kinder. Am Freitag sind im Landwehrkanal und im anschließenden Rixdorser Schiffahrtskanal nicht weniger als drei Kinder er- trunken. In einem Falle standen an der Thielenbrücke zahlreiche Personen, die aber nichts zur Rettung der ins Wasser gefallenen Kinder getan haben sollen. Wir wissen nicht, ob diese Meldung richtig ist; befremdlich wäre es, wo in Berlin doch sonst immer hilfsbereite Leute zur Hand sind. Diese traurigen Vorkommnisse mahnen die Eltern zur Vor- ficht. Mit Vorliebe spielen die Kinder am Wasser. In ihrem Eifer achten sie nicht auf die Gefahren und ohne daß sie sich ver- sehen, rutschen sie ins Waffer und das Unglück ist geschehen. ES ist dringend notwendig, wenn die Eltern die Kinder auf die Ge- fahren aufmerksam machen. Die Proteste gegen die LusibarkeitSsteuer häufen sich. Fortgesetzt gehen der StadtverordnetenveMimmlung Eingaben gegen die neue Steuervorlage zu. in denen Protest gegen die Neubelastung weiter Kreise eingelegt wird. Auch die Bühnengenossenschaft hat sich den Protesten angeschlossen. Zur Errichtung einer Fahrschule in den Räumen der Allgemeinen OmnibuSgeiellschast hat der Magistrat vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung der Bereinigung für Pferdeschntz einen einmaligen Beitrag von 40000 M. und für das erste Schul- jähr 5000 M. bewilligt. Der Stadtälteste Geheimer OberregierungSrat a. D. d. Fried- berg ist gestorben. Der Verstorbene gehörte von 1900 bis 1910 als unbesoldeter Stadtrat dem Magistrat an und versah lange Jahre das Dezernat der Waisenverwaltung. Äkf die Feuerbestattung bezieht sich ein Antrag, den die Stadt- verordneten Justizrat Galland, Geh. Justizrat Cassel und Genossen der Berliner Stadtverordnetenversammlung unterbreitet haben: „Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Wagistrat wieder- holt, bei der königlich preußischen Regierung dahin vorstellig zu werden, daß die zur Einführung der fakultativen Feuerbestattung in Preußen erforderlichen gesetzgeberischen Maßregeln getroffen werden." Subventionierunß einrS Orchesters durch die Stadt. Der Magistrat beriet in seiner gestrigen Sitzung den Antrag des Berliner Philharmonische» Orchesters aus Gewährung einer jährlichen Subvention. Der Magistrat ist grundscitzlich nicht abgeneigt, dem Antrage näher gu treten und scyte eine Kommission von fünf Mitgliedrn zur Bor- bereitnng der Borlage ein. Ein sonderbarer Heiliger scheint der Schlächte»neister Lindner in der Wiener Straße 3g zu sein. Uns liegen zwei Strafmandate vor gegen zwei kleine Gastwirte in der Liegnitzer Straße 41 und 42, aus denen hervorgeht, daß diese Geschäftsleute die Polizeistunde übertreten haben sollen und in denen zum Beweise dafür in beiden Fällen auf das Zeugnis des Schlächtermeisters Lindner Bezug genommen wird. Ist es an sich schon etwas Häßliches, einen anderen Menschen zu denunzieren, so ist das um so schlimmer, wenn Geschäftsleute, die doch von der Kundschaft leben müssen, einander anzeigen. Dazu kommt, daß gerade das Gastwirtsgewerbe unter der Last der?Ibgaben schwer seufzt und die kleinen Gastwirte heute ihre liebe Not haben, sich durchzubringen und allen Forde- rungen gerecht zu werden. Ihnen unter solchen Umständen das Leben zu erschweren, indem man ihnen die Polizei auf den Hals schickt, muß entschieden verurteilt werden. Eine Parade der Feuerwehr fand am Freitag aus Anlaß des zehnten Verbandstages deutscher Berufsfeuerwehroffiziere auf der Döberitzer Heerstraße in Westend statt. Es wird darüber berichtet: Vorgeführt wurden die Feuerwchrautomobile von Berlin, Charlotten- bürg, Schöneberg und Wilmersdorf. Zweck der Beranstaltung war, den auswärtigen Gästen in einer Gegenüberstellung der verschiedenen Bautypen deren Vorzüge und Mängel vor Augen zu führen. Um drei Uhr nahmen die Löschzllge mit vollständiger Ausrüstung und Bemannung in der Reichsstraße unweit deS ReichSkanzlerplatzeS Aufstellung. Die Spitze hatte die Feuerwehr von Schöneberg mit vier Fahrzeuge». Dann folgten Charlottenburg und Wilmersdorf mit je drei Fahrzeugen. Den Schluß bildeten die Berliner Automobilzüge Nr. lö, 19, 20 und 23 mit {e vier, also zusammen sechzehn Automobilen. Vor jedem Zuge »efand sich außerdem noch ein Automobil für einen Feuerwehr- offizier. Punkt>/z4 Uhr erklang ein Hornstgnal. worauf die Feuerwehrautomobile bestiegen und in langsame Fahrt gesetzt wurden. An der Ecke Kaiserdamm-Badenallee hatte sich die Kapelle der Berliner Feuerwehr aufgestellt, die die ankommenden Löschzüge mit den Klängen des„AutoiiiobilmarscheS* begrüßte. Ihr gegenüber aus der anderen Straßenseite befanden sich die Verbandsteilnehmer mit ihren Damen. Am Endpunkt der Fahrt wandten die Löschzüge, um den Rückweg in schnellster Fahrt zu nehmen. Wiederum erklangen Signale, und m kurzen Zwischenräumen sausten alle Fahrzeuge unter den Klängen des Marsches.Hie gut Brandenburg" an den Gästen und dem zahlreichen Publikum vorüber, um in ihre Depots abzurücken.41 Solche Vorführungen mögen ja für die Zuschauer ganz inter- essant sein, scheinen uns aber nicht ganz unbedenklich. In der Zwischenzeit kann sehr leicht ein Feuer ausbrechen, zu denen die Löschzüge benötigt werden. Wenn auch dafür Sorge getragen sein mag, daß in solchen Fällen die benachbarten Wachen alarmiert werden, so will uns eine wenn auch nur zeitweise Entblößung mehrerer Wachen von den Fahrzeugen ein recht gefährliches Experiment erscheinen. Der Leiter deS Feuerlöschwesens übernimmt mit einer solchen Anordnung doch eine recht schwere Ber- antwortung. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich am Freitag früh in dem Betriebe des Tischlermeisters P. Lüdtke, Boppstr. 10. Einer der hier beschäftigten Tischler arbeitete an einem GesimSstück, das er mit einem scharfen Stecheisen vom Leim reinigte, äls sein Kollege R. Betac, der bei der betreffenden Arbeit half, durch eine unglückliche Wendung gegen das Stecheisen seines Kollegen anlief. so daß eS ihm, zum Teil durch den Anlauf, zum Teil durch Zustoß veranlaßt, tief in den linken Oberschenkel eindrang. Bevor der Arzt zur Stelle war, leisteten die Kollegen dem Verunglückten die ersten Samariterdienste. Er wurde dann nach Anlegung eine? Verbandes mittels Krankenwagens nach seiner Wohnung geschafft. Dieser Unglücksfall bildet ein typisches Beispiel für di« Arbeitshast vieler Arbeiter, die sich besonders dann stark bemerkbar macht, wenn der Aufpasier hinter ihnen steht. So war es auch im vorliegenden Falle, wo der Werkführer direkt hinter den Arbeitern sich postiert hatte. Nach dem einstimmigen Urteil der Mitarbeiter des Ver» unglückten wäre der Vorfall nicht passiert, wenn nicht der Werk- führer durch längeres Beobachten die im Lohn beschäftigten Tischler bis zur Nervosität angetrieben hätte. Beschwerden über hygienische Zustände in den Fabriken sind bekanntlich an die Gewcrbeinspektion zu richten. In vielen Fällen ist dann für Abhilfe gesorgt worden; es gibt aber auch Fälle, in denen die Gewerbeinspcktion zu versagen scheint. Uns wird mitgeteilt, daß in der Schuhfabrik von Rosenberg in der Dirksenstr. 47, in der 100 Personen beschäftigt sind, die Klosetiderhältnisse nicht mehr wie alles zu wünschen übrig lassen. Drei der vorhandenen Klosetts funktionieren nicht, müssen aber benutzt werden. Die Luft, die da erzeugt wird, benimmt den Atem und kann schwere gesundheitliche Gefahren herbeiführen. Oft soll auch tagelang im Betriebe Wasser fehlen, was zu weiteren Unzuträglichkeiten führt. Wiederholte Beschwerden an die Revier- Polizei und an die Gewerbeinspektion sind ohne Erfolg geblieben. Der Zustand dauert schon drei Monate. Die Polizei erkannte die Beschwerde zwar als berechtigt an, eine Aenderung ist aber nicht«ingetreten. Der Fabrikant selbst soll sich ebenfalls an die Behörde gewandt haben, da er die Schuld der Hausverwaltung in die Schuhe schiebt. Es ist uns unverständlich, daß im vorliegenden Falle noch keine Mhilfe erfolgt ist. Wenn in der gegenwärtigen Temperatur die Wasser- und Klojettverhältnisse in größeren Betrieben nicht in Ordnung sind, liegt die Gefahr des Ausbruches einer Epidemie sehr nahe. Da sollte ganz energisch eingegriffen und Abhilfe ge- schaffe» werden. Der Leichcnfund bei Maricndorf beschäftigt nach wie bor die Behörden. Die Obduktion hat ergeben, daß eine Zyankali- Vergiftung vorliegt. Zwei Schüsse, die Kohlmetz erhalten hat, haben den Tod nicht verursacht.@3 sind zwei ganz leichte Schrotschüsse, die ohne Zweifel aus einem Jagdgewehr, einer Doppelflinte, aus einer Entfernung von etwa lö bis 20 Schritt abgegeben wurden. Ein Schuß traf den Mann oben in den Kopf, der andere in die Brust. Eine Unmenge Schrotkörner, die im Kopf gefunden wurden, haben nur die Haut durchschlagen, die anderen sind zum Teil im Stoff des Jacketts und der Weste stecken ge- blieben. Nach dem ganzen Befupd muß angenommen werden, daß Kohlmetz die Schüsse erhalten hat, nachdem er soeben das Gift genommen hatte. Jedenfalls lebte er noch, als die Schüsse ihn trafen. Das ging daraus hervor, daß die Wunden noch bluteten. als man die Leiche fand, und auch die Obduktion hat eS bestätigt, Wahrscheinlich hat ein Jäger oder ein Wilderer den am Boden liegenden Mann im Nebel für ein Stück Wild gehalten und auf ihn geschossen. In der Meinung, ihn erschossen zu haben, hat er ihn dann in das Kornfeld geschleppt, um das Auffinden der Leiche zu Verzögern. Eine Flasche, die man in der Nähe der Leiche fand, hielt man zunächst für eine Schnapsflasche. Sie hat aber wahrscheinlich das Zyankali enthalten. Unter den Rädern des AutoS. Gestern Morgen gegen 8 Uhr wollte vor dem Hause Große Frankfurter Straße 2ö ein 16 jähriges Mädchen die elektrische Bahn verlassen und geriet dabei in ein Auto- mobil hinein. Es kam unter den Wagen und trug schwere Kopf-, Hals- und Beinverletzungen davon; auch klagte die Verunglückte über heftige Brustschmerzen. In der Unfallstation in der Koppenstraße wurde ihr die erste Hilfe zuteil. Dem Andenken Ferdinand FreiligraihS war eine Feier ge- widmet, die unsere Parteigenossen vom vierten Kreis am Freitag — dem hundertsten Geburtstag des Dichters— veranstaltet haben. Im prächtig geschmückten großen Saal der Brauerei Friedrich?» Hain leiteten brausende Orgelklänge« Wrte stürmender Männer- gefang hinüber zu den Versen eines Prologs, dessen tönende Kraft den Rezitator des Abends und die Zuhörer gleichermaßen hinriß. Und dann beschloß den ersten Teil Genosse Max Grunwald mit einer Festrede, die Freiligrath(nicht„Freiliggrath", wie man oft hören muß!), dem ringenden Dichter und dichtenden Kämpfer, gerecht wurde— nicht ihn nach übler Festredemanier lob- hudelte übers Maß alles Menschlichen und Irdischen hinaus. Geschickt ließ Grunwald seinen auch dem Umfange nach klug temperierten Vortrag auSklingen in einen Hinweis auf unsere Kämpfe von heute und morgen: die von der Flamme heißen Zukunftsehnens umlodert sind. Fritz Richard vom Deutschen Theater, den Berliner Ar- beitern durch seine Rezitationskunst bestens bekannt, bot vier der gewaltigsten Schöpfungen Freiligraths:„Von unten auf",„Die Toten an die Lebenden",„Trotz alledem"(nach BurnS),„Die Revolution". Dann wiederum Gesang: Genosse Lessens treffliches Lied„Das heilige Feuer", von Uthmann vertont, und das Pro- gramm. das mit Beethovens Kraft eingesetzt hatte, es schloß mit Mozarts weihevollen Tönen. Unsere Genossen vom vierten Wahlkreis dürfen stolz fein auf diese Veranstaltung, für die an zweitausend Teilnehmer mit an- dachtsvoller Ruhe und mit jubelndem Beifall dankten; sie dürfen nicht zuletzt darauf stolz sein, daß sie— was wohl keine von reichen Protektoren oder Stiftungen begönnerte„Volkskunst"-Organisation ihnen nachzumachen vermöchte— eine so festliche Feier zustande- brachten, ohne den Proletariern, die an ihr teilnahmen, ein höheres materielles Opfer als die Entrichtung von—— 20 Pfennig zu- zumuten! Wo so viel Licht ist, muß auch ein wenig Schatten sein: der Rezitator gestattete sich an Freiligraths markiger„Revolution" eine kleine— Korrektur, indem er die berühmten beiden Schluß- zeilen fortließ: ein Verfahren, das wir auf keinen Fall billigen können. Der Chormeister Herr Botho Frank, unter dessen Leitung die„Kreuzberger Harmonie", der Berliner und der Friedrich st ädtische Männerchor ganz vortrefflich sangen, ließ sich durch den Beifall am Schluß verleiten, ein an sich recht annehmbares Lied zuzugeben, wodurch nur leider der künstlerisch feine Rahmen, in den diese wohldurchdachte Feier ge- preßt war, gelockert wurde und eine leise Stilwidrigkeit herauskam, die auf dem stimmungsvoll abgerundeten Programm, das eben mit Mozart enden sollte, nicht vorgesehen war. Wünschens. wert wäre, daß während der Vorträge— zumal bei so hoch- stehenden Feierlichkeiten— auf keinen Fall serviert werden darf, dann werden wir über kurz oder lang ganz schattenlose Proletarierfeste haben: noch schattenloser als das herrliche Fest am Freitag. daS allen Teilnehmern ganz gewiß fest im Gedächtnis haften wird. An die Arbeiter- Radfahrervcreine der Provinz Brandenburg richtet der Borsteher des GaueS folgende Warnung: Wie uns von einzelnen Vereinen mitgeteilt wird, treibt ein Schwindler in ganz geriebener Weife in der Provinz fein Handioerk, indem er mit sogenannten Haussegen und Sinnsprüchen handelt und angibt, im Auftcage des Gauvorstandes des Gaues g sowie des Bezirksleiters im Arbeiter-Radfahrer-Bund„Solidarität", welche keine Zeit dazu hätten, die Vereine zu besuchen. Er legitimiert sich als Berliner Mit- glied, trägt Abzeichen und führt zu seiner Orientierung und Irre- sührung der Vereine ein Adressenverzeichnis des GaueS 9 bei sich, läßt sich in einem Buche die Stempel der Vereine eindrücken, um so durch die Zahl der Stempel einen sicheren Eindruck zu erwecken. Dem Schwindler ist es in vielen Fällen gelungen, gegen Anzahlung von 2 M., Bestellungen zu erlangen, wogegen die Vereine niemals die bestellten Bilder erhalten. Die Vereine werden daher gebeten, bei weiterem Auftreten des Schwindlers, denselben unverzüglich der Polizei zu übergeben. Der Gauvorstand de» GaueS 9 hat niemals zu solchen Geschäfts- Manipulationen feine Zustimmung gegeben und wird sie auch nicht geben. Im Bernhard Rose-Theater wurde am Freitagabend ein drei- aktiger Schwank von Manz u. Winter:„Wach- und Schließgesell- schaft" gegeben. DaS Stück hat einen starken reklamehaften Charakter und ist anscheinend nur zu diesem Zwecke geschrieben. DaS einzige, waS man von demselben sagen kann, ist, baß zeitweise daS Publikum die Lachmuskeln kräftig in Bewegung setzen kann. Vorort- Nacfmcbtem Rixdorf. Die Stadtverordncteuvrrsammlung hatte sich neben dem sozial- demokratischen Antrage auf Beseitigung des OrtSstawtS vom 17. Dezember 1908, welcher— wie noch nachgetragen fei in der namentlichen Abstimmung mit 33 bürgerlichen gegen 2ö sozial- demokratische Stimmen abgelehnt wurde, noch mir einigen anderen Vorlagen zu beschäftigen.— Von der seinerzeit beschlossenen Anleihe in Höhe von 33'/, Millionen werde» bei der ErziehungS« anstalt Emilie-Rudolf-Mosse-Stiflung weitere 1'/, Millionen aufgenommen.— Dem Antrage deS Magistrats, daß während der Sommerferien die Schulhöfe in der Boddin-, Erl-, Elbe-, Weser-, Kaiser-Friedrich-, Rütli- und Prinz-Handjerysiraße dem Publikum zur Benutzung als Spielplätze zur Verfügung gestellt werden. wurde zugestimmt. Die Stadtvv. Stolle und W u tz k h(Soz.) richteten hierbei an den Magistrat die Aufforderung, die öffentlichen Spielplätze an der Ecke Lessingstraße und Mittelweg sowie Thomas- straße und Mittelweg anständig herzurichten und die unwürdigen Zustände auf denselben energisch zu beseitigen.— Die im neuen Krankenhause vorhandene Bettenzahl(330) hat sich für die bestehenden Bedürfnisse als unzureichend erwiesen. Es wurde deshalb beschlossen, eine besondere Kinderstation einzurichten und den Diphtherie- Pavillon in seinem zweiten Teile aus- zubauen. Etwa 70 Betten werden dadurch verfügbar; für 1911 ist der Bau eines neuen Pavillons für innere Kranke mit weiteren 60—70 Betten in Aussicht genommen.— Zum Zwecke eines rationellen Wirtschaftsbetriebes und besserer Verwendung der Küchen- abfülle soll im neuen Krankenhause eine eigene Schweine- mästung angelegt werden. Die Versammlung genehmigt hierzu die Erbauung eines Stalles für 12 Schweine.— Zur Entsendung von 4Delegierten auS den Reihen der Beisitzer des Gewerbe- und KaufmannSgerichtS zu der im September stattfindenden Verbandsversammlung in Köln a. Rh. werden 320 M. bewilligt.— Eine Reihe weiterer Vorlagen fanden hierauf in geheimer Sitzung ihre Erledigung. Ein Opfer ihres Aberglaubens ist die Witwe Auguste Johl am Mariendorfer Weg Nr. 3 geworden. Die Frau leidet an der Kopf- rose. Vor einigen Tage» erhielt sie den Besuch einer unbekannten Frau, die sich erbot, sie durch„Besprechen" zu heilen. Für drei Besuche bezahlte die Kranke dieser Heilkünstlerin 0 Mark. Bei dem vierten Besuche erklärte die Unbekannle, auch die Kleider, die Wäsche und das Geld der Kranken müßten besprochen werden. Das könne aber nicht in der Wohnung, sondern nur in einem Bethause geschehen. Frau Johl gab ihr daraus ein schwarze» Kleid, drei große Tücher, einen Bettbezug, zwei Kopfkissenbezüge, zwei Laken, zwei Handtücher, ein Hemd, ein Nachthemd, ein Paar Lederpantoffeln und lö.lö M. mit, so ziemlich alles, was sie besaß. Jetzt ließ sich die Schwindlerin nicht mehr sehen. Sie ist 35 bis 36 Jahre alt und l.öö Meter groß, hat ein blasieS Gesicht, tiefschwarzes Haar, große, fleischige Hände und einen langsamen Gang und trug eine weiß und blau gestreifte Bluse, einen dimkelblanen Rock, ein braunes Umhängetuch. eine weiß gestreifte Schürze und Ledcrpantoffel. Die Holzarbeiter RixdorfS beschäftigten sich in einer Versamm- lung mit dem Teil des neuen Vertrages, der die Arbeitsvcrmittelung behandelt. Der ArbeitSvermitteler Kollege Güth hielt hierzu einen Bortrag, in dem er zuerst die Mängel und Schäden ber bisherigen Arbeitsvermittelung streifte. Dan» ging«r des Näheren auf die Bestimmungen des neuen Vertrages ein. wonach das Umschauen und Arbeitsuchen nach der Zeitung nicht mehr statthast ist. Ein jeder arbeitslose Kollege sei jetzt verpflichtet, den paritätischen Arbeitsnachweis in der Gormannstraße in An« spruch zu nehmen. Auch für die Arbeitgeber bestehe nun die Berpflichlung, nur durch den Arbeitsnachweis ihre Arbeits- kräste zu beziehen. Um den arbeitslosen Kollegen die Kontrolle etwas zu erleichtern, sind in den Vororten Kontrollstellen eingerichtet, in Nixdorf im Bureau Jägerstr. 66, wo in der Zeit zwischen Meldung und Arbeitsvermittelung die Kontrolle stattfinden soll. Dieses sei auch notwendig, um den Arbeitsnachweis in der Gormannstraße von dem unnötigen Besuch zu entlasten. Von dem größten Teil der Versammelien wurde der Arbeitsnachweis mit seiner gesamten Einrichtung als sehr mangelhaft und verbessernngs- bedürftig hingestellt. Der Referent versprach nach Möglichkeit für Abhilfe zu sorgen. Zpn Schluß wurde die Resolution der Berliner BertrauenSmäirnerversainmlung angenommen. Hiernach sind nun auch die Holzarbeiter RixdorfS verpflichtet, nur noch durch den Arbeitsnachweis in der Gormannstraße in Arbeit zu treten. Charlottenbnrg. Gcmcindedoppelschule in der Wicbcswaße. Der bereits im Vor- entwurf von der Stadtverordnetenversammlung genehmigte Bau einer Gemcindedoppelschule in der Wiebestraße zivischen der Kaiserin- Augusta-Allee und dem VerbindungSlanal soll nunmehr in Augriff genommen werden. DaS Gebäude wird � auS zwei Straßenflügeln, in deren einem die Knabenschule untergebracht wird, während der andere die Mädchenschule in sich aufnehmen wird, und einem Mittelbau bestehen. In den Mittelbau werden die gemeinsamen Räume, wie Turnhalle. «chulsaal, Zeichensaal, Physiksaal, HandfertigkeitSraum und ein großer SammlunaSraum gelegt. Die Knabenschule enthält in jedem der Geschosse füns Klassenzimmer, also zusammen 20, die Mädchenschule in gleicher Weise 20 Klassen, dazu im Erdgeschoß einen Kindergarten und zwei Kochlehrküchen. Der rund 3600 Quadrat- meter große Schulhof wird von drei Seiten durch das Schul- gebäude umrahmt. Die erste vom Magistrat beantragte Baurate beträgt 800 000 M. Mit dem Bau soll unverzüglich begonnen werden. Die Gesamtkosten werden rund eine Million betragen. Ein Bauunfall ereignete sich am DonnerStagmittag l'/f Uhr auf dem Bau Kurfürstendamm, Ecke Fasanenstraße. Dort stürzte ein Arbeiter von der zweiten Etage in den Keller. Der Veruuglückte wurde zunächst nach der Unfallstation am Zoologischen Garten und von dort nach dem Kranlenhause gebracht. Elternverei» für freie Erziehung. Mittwoch, den 22. Juni, findet im Restaurant WaldhauS(Inhaber Fritz Kant), Tegeler Weg. ein großes Kinderfest, verbunden mit PreiSschicßen, Reigenspielen, Sacklaufen, Wettrennen und Eierlaufen, statt. Musikkapelle unter Leitung des Direktors Fipö. Anfang 3 Uhr. Eintrittspreis für Er- wachsene 20 Pf., für Kinder 10 Pf. Zehlendorf(Wannseebahn). Bittere Klagen werden seit vielen Jahren von den Bewohnern Schönows geführt. Schönow ist der OrtSteil ZehlendorfS, der durch seine Lage einer industriellen EntWickelung entgegengeht, da er hart an den Teltowkanal heranführt. Aber diese Eigenart des OrtSteils ist augenscheinlich den Machern unserer Gemeiudepolilik nicht sehr angenehm. Zehlendorf soll ein„PensionopoliS", ein Heimatorr für reiche Rentner bleiben. Da stört eS, wenn ein OrtSteil diese Gleichmäßigkeit nicht mitmachen kann, da sich schon etwoS Industrie hier angesiedelt hat. So kommt eS denn, daß dieser OrtSteil planmäßig vernachlässigt wird. Und daS auf vielen Gebieten. Wir erwähnen nur, daß er noch eine ein- klafstge Schule besitzt, während im übrigen die hiesige fiebenklassige Volksschule immerhin mit den Schulen anderer Orte konkurrieren kann. Allerdings können die Anwohner Schönows ihre Kinder nach Zehlendorf in die Schule schicken. DaS ist aber ein Weg von an- nähernd drei Viertelstunden. Daß das im Sommer auf glut- heißer Chaussee, im Winter bei den schlechten Wegeverhältiiisien keine Annehmlichkeit ist, dürfte jedem Menschenfreunde einleuchten. Jetzt ist nun noch das einzige Verkehrsmittel, das bisher bestand, die Omnibusverbindung,«ingegangen. Dadurch ist Schönow völlig isoliert, und wenn die Anwohner sich nicht kräftig rühren, dürfte die Vernachlässigung ihres Ortsteils nun erst recht beginnen. Soll doch der größte Teil unserer Gemeindevertreter Schönow nur vom Hörensagen kennen, und während sie alle bestrebt sind, die Verkehrs- bedingungen und sonstigen Einrichtungen immer mehr zum Besten der übrigen OrtSteile auSzugestalttn, hat noch keiner sein Herz für diesen vernachlässigten OrtSteil entdeckt. Hoffentlich tragen diese paar Zeilen dazu bei, daß auch hierin eine Aenderung eintritt. Grost-Lichterfelde. Der Gesangverein Männerchor veranstaltet heute bei Wahren- darf ein Sommerfest. Da der Verein bei allen Veranstaltungen der Partei mitwirkt, ersucht der Vorstand des Wahlvereins die organi» sierten Arbeiter, obige Veranstaltung zu berücksichtigen. Rummelsburg. Ein tödlicher Automoillunfall ereignete sich am Sonnabend- nachmittag gegen 6 Uhr in der Lückstraße. Als der 13jährige Schüler Bernhard Micholez aus der Kleinen Andreasstraße UZeinen an der Endhaltestelle haltenden Straßenbahnwagen der Linie 76 verlassen hatte, wurde er von einem dem Kabelwerk Oberspree ge- hörigen Automobil IL Nr. 2714 umgerissen und überfahren. In besinnungslosem Zustande wurde der Knabe nach dem Rummels- burger Krankenhause überführt, wo er unmittelbar nach seiner Ein- lieferung an den Folgen der erlittenen schweren inneren Verletzungen verschied. Ein Portemonnaie mit Inhalt ist am Freitag früh zwischen Karlshorster Straße und Station Kietz-Nummelsburg gefunden worden. Der Eigentümer kann dasselbe in der Vorwärtsspedition, Alt-Boxhagen ö6, in Empfang nehmen. Adlershof. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung zunächst mit der Neuwahl eines Schöffen. Vor einigen Wochen wählte die Vertretung an Stelle des ausgeschiedenen Schöffen Herrn Bach den Tischlermeister Herrn Klingsporn mit Hilfe unserer Genossen. Herr Klingsporn, der sich allseitiger Achtung erfreut, wurde auf» fälligerweise durch den Landrat und unter Zustimmung des Kreis- auSschusseS nicht bestätigt. Auf die erhobene Beschwerde hat auch der Bezirksausschuß zu Potsdam die Bestätigung versagt. Bei der nunmehr angesetzten Neuwahl wetrde der Lederfabcilant Herr Mendelsohn mit vier Stimmen gewählt. Drei Stimmen entfielen auf Herrn Rentier Stadelhof und vier Zettel waren unbeschrieben.— In der darauffolgenden Sitzung wurden zunächst 300 M. Be» lricbskostcn für die neu errichtete HaushaltungLschule bewilligt. Ferner wurden 700 M. zur Anschaffung von Zeichengegeiiständen für die gehobene Knaben- und Mädchenschule der Gemeinde bewilligt, 200 M. sofort und die letzten ö00 M. sollen in Raten von je 100 M. verausgabt werden. Der Prozentsatz der Freistellen an dieser Anstalt wurde von ö auf 10 erhöht. Die Beratung der Anträge der Firmen Albert Pförtner und Ackermann, welche infolge der nicht recht« zeitigen Fertigstellung von Arbeiten für die Gemeinde eine Verzugs» strafe gegen sich verwirkt hatten, wurde auf Antrag in die geheime Sitzung überwiesen. Ebenso verfiel der Antrag des Gemeindever- ordneten Herrn Kruse, der die Einsetzung einer ständigen Bau- kommission wünschte, der Vertagung. Der Antrag des Gemeinde- Vorstehers Herrn Assessor Köhler auf Abnahme der RegulierungS» und Pflasterungsarbeiten mehrerer Straßen wurde zurückgezogen. ES wurde auf verschiedene Mängel, die sich in der kurzen Zeit seit Fertigstellung der Straßen bemerkbar gemacht haben, hin- gewiesen, diese sollen von der Kommission erst eingehend geprüft werden und dann die Abnahme der Pflasterungs» arbeiten enieut beantragt werden.— Der Etat für das Rechnuiigs- jähr 1910 ist nunmehr genehmigt worden. Infolge dieser Ge- nehmigung tritt für dieses Jahr ein Kommunalzuschlag von 100 Proz. in Kraft.— Ebenso ist die Genehmigung zur Eröffnung einer besonderen UnterrichtSklasse für schwachbegabte Kinder ei«« 3 Gruppen 2 Proz. 2'/,. ». SV-. geatMgen. MS jetzt werden acht Knoden und zwölf Mädchen in dieler Klaffe unterrichtet.— Zum Schlutz wurde ein höfliches Dankschreiben des Herrn KreiSschulinspektorS Sakobielski aus Köpenick verlesen. ES soll vor einigen Wochen dem genannten Herrn eine Ehrengabe in Höhe von ISOV M. für die unentgeltliche Leitung der höheren Schule überwiesen worden sein. Diejenigen Steuerzahler, welche damals die ungewöhnliche Höhe der Ehrengabe kritisierten, haben nun wenigstens den Trost, daß die Groschen der Steuer» zahler an keinen Undankbaren verschwendet wurden. Reinickendorf. Die Wahlen der Arbeitnehmerveisitzer zum hiesigen Gcwcrbegericht finden am Donnerstag, den LZ.�Juni, nachmittags K— 7 Uhr statt. Als Kandidaten der freien Gewerkschaften sind aufgestellt die Genossen: Dreher Fritz Henschel, Wickler Reinhold Lorenz. Einsetzer Wilhelm Fey und Dreher Franz Ladner. Wahlberechtigt find nur Arbeiter, die das 25. Jahr vollendet, im letzten Jahre keine Armenunterstützung aus Gemeindemitteln erhalten haben und zur Zeit der Wahl am Orte entweder wohnen oder beschäftigt sind. Wir machen auch darauf aufmerksam, daß Karten zur Städte bauauSstellung, die bis zum 2S. Juni gültig sind, beim Obmann, Genossen Paul Robinson. West. Blankestr. 13, entnommen werden können. Die GewerkschaftSkommission. Spandau. Stadtverordnetenversammlung. Eine von der öffentlichen Ver sammlung am 31. Mai er. angenommene Protestresolution gegen die Behandlung des Arbeiterturnvereins.Freie Turnerschoft* bei Vergebung der Jubiläumsturnhalle zu UebimgSzwecken überwies die Versammlung dem Sicbener Ausschuß zur Vorberotung.— Zur Ge nehmigung war der Versammlung der Entwurf einer Gemeinde- gewerbesteuerordnung vorgelegt worden. In diesem EntWurfe ist »n erster Linie eine höhere Besteuerung der Warenhäuser vorgesehen. ES sollen erhoben werden bei einem Jahresumsatz von a d (bei 2 Gruppen)(bei 3 Gruppen) �Äen 100 000—200 000 2«.'/, Proz. 1 Proz. 200 000-300 000. 1, l'/j. 300 000—400 000. 1'/,. 2, mehr als 400 000, 2, 2'/z» Auch bei den sonstigen Betrieben sollen die Steuerklassen 1 und 2 um 25 Proz. erhöht werden. Man beabsichtigt dadurch eine höhere Steuer zu bekommen und gleichzeitig die Gewerbesteuerklassen 3 und 4 zu entlasten. Die Vorlage ivurde ohne jede Debatte angenommen. Ol der Zweck erreicht wird, bleibt abzuwarten.— Dem Verein Ferien kolonie Spandau wurde eine Beihilfe von 800 M. bewilligt.'— Wie unvorbereitet manchmal Magistratsvorlagen eingebracht werden, ergab sich aus nachstehendem: Für die neu eingemeindeten Gutsbezirke Haselhorst, Nonnendamin und Spandau- Land soll ein Armenarzt angestellt werde», der Magistrat fordert hier zu die Mittel von 1200 M. jährlich. Bei der Debatte stellte sich heraus, daß im ganzen nur 8 Arnre in Frage kommen für diese Bezirke. Der auf dem Nonnendamm wohnende Arzt Dr. Böttcher hat sich erboten, die Stelle für 300 M. jährlich zu verwalten. Natürlich stimmte diesem Angebot die Versammlung zu.— Die bereits in voriger Sitzung vom Magistrat eingebrachte, aber von der Versammlung abgelehnte Vorlage, den städtischen Beamten das Gehalt vierteljährlich, statt wie bisher monatlich im voraus zu zahlen, lag erneut zur Beratung vor; dieselbe wurde nunmehr an» genommen. Die einzigen Stadtväter, die fest blieben, waren unsere Genossen, die dasselbe Recht auch für die städtischen Arbeiter beanspruchten, und da man diesen die Rechte nicht auch zugestehen wollte, stimmten sie gegen die Borlage.— Der Final»Abschluß für das Rechnungsjahr liegt vor. Nach demselben haben ergeben: 1. die Kämmereikasse ein Mehr von..... 122 016.34 M. 2. die Gaskasse ein Weniger von...... 17 759,01, 8. die Wasserwerkskasse ein Weniger von... 36 512,57# 4. die Kanalisationskasse ein Mehr von... 2 993,12» 5. die Elektrizitärskasse ein Weniger von... 3 312,91 m 6. die Straßenbahnkasse ein Mehr von.... 44 189,52» ES wurde beschloffen, die Nummern 1, 2, 3 und 5 dem Rechnungsjahr 1911 vorzutragen und die Nummern 4 und 6 dem Reservefonds zuzuführen. Ueble Erfahrungen scheint die Ver- sammlung mit der neuen Hafenbrücke, genannt Schulenburgbrücke, zu machen. Diele Brücke wird und wird nicht fertig. Ja man munkelte in der Bürgerschaft schon längere Zeit, daß diese Brücke viel zu schwach gebaut sein soll. Zur Sprache kam diese Angelegen» heit bei einer Vorlage, nach welcher 18 000 M. zur Herstellung eine« Güterbahngleiscs auf dieser Brücke gefordert werden. Die Ver» sammlung hat zwar früher einmal beschlossen, daß neben dem Güterbabngleise auf der Brücke auch noch zwei Straßen» bahngleiie eingebaut werden sollen. Hiervon läßt daS Bauamt aber nichts mehr verlauten, vielmehr will man jetzt, daß daS Güterbahngleis auch von der Straßenbahn benutzt wird, was bei dem großen Rangierverkehr am Hafen zu großen Unliebsamkeiten führen kann. Wenn auch die Versammlung der Vorlage mit dem Zusatz zustimmte, daß sie bei ihrem Beschluß bestehen bleibe und den Einbau zweier Straßenbahngleise verlange. so wird das nicht viel nützen, da nach einer öffentlichen Erklärung des Referenten die Brücke tatsächlich zu schwach gebaut ist. Eine Eingabe des filrbeiterturnvereinS Freie Turnerschaft über unzulängliche Beleuchtung auf dem Turnplatz und das Verlangen nach doppelter Bezahlung wurde nach einer gehabten Rücksprache de» Borsitzenden des Vereins mit dem Stadtbauführer Studt und der darauf erfolgten Abhilfe für erledigt erachtet. Der Nonnendamm, der zweite Spandauer Bezirk geht einer schnellen baulichen Entwickelung entgegen.'Neben ständigen Er- Weiterungen der Siemenswerke werden am 1. Juli bezw. 1. Oktober dieses Jahres wieder mehrere hundert Wohnungen bezugsfertig, die zum größten Teil von der Charlottenburger Baugenossenschaft gebaut werden. Da auch die Märkische Bodengesellschast infolge der hier- durch entstandenen Konkurrenz mit ihren außerordentlich hohen MietSprcifen um eine bis drei Mark pro Wohnung monatlich heruntergegangen ist, dürfte ein etwas stärkerer Zuzug nach dem Ronnendamm. wo etwa ISO Wohnungen leerstehen, vor sich gehen. Die Wohnungen der Charlottenburger Baugenossenschaft, welche bei Siemens zirka 1000 Mitglieder hat, sind sämtlich vermietet. Angesichts dieser Entwickelung ist auch die Leitung des sozial- demokratischen Wahlvereins nicht untätig, sie hat bereits mit kräftiger Agitation für die Partei eingesetzt. So findet auf dem Nonnen- dämm schon seit geraumer Zeit jeden zweiten Donnerstag im Monat bei K. Fricke. Siemensstr. 23, ein regelmäßiger Zahlabend statt. Außerdem soll eine„VorwärtS'-Agitation entfaltet Isnd derselbe den Postabonnenten vom 1. August ab wieder durch ZeitungS-AuS- trägerinnen zugestellt werden. Ferner soll alle 4 bis 6 Wochen eine öffentliche Versammlung stattfinden. Die erste gut besuchte Versammlung fand am Sonntag bei fricke statt. Genoffe Dr. Karl Liebknecht referierte über das hema:.Der Gang der inneren Politik/ Der sehr beifällig auf- genommene Vortrag zeitigte das erfreuliche Resultat, daß mehrere Neuaufnahmen zu verzeichnen waren. Potsdam. Der tödliche Unfall des Hilfsmonteur« Brüning, worüber wir gestern bereits berichteten, hat sich, wie gemeldet wird, wie folgt ab- gespielt. Br. sollte im Auftrage feines Vorgesetzten einen elekmschen Motor an die Niederspannungsleitung anschließen. Er begab sich in den Transformatorenraum, kehrte aber längere Zeit nicht zurück. Als man nach ihm forschte, wurde er in gebückter Stellung röchelnd aufgefunden. Man brachte ihn sofort inS Freie, er verstarb aber bald in den Händen seiner Helfer. Wie festgestellt, kam er mit bloßer Hand dem Starkstromkabel zu nahe, das 3000 Volt Spannung führt. Der tödliche Unfall ist auf das Verschulden de« Br. selbst zurückzuführen. Seine Leiche wurde beschlagnahmt und nach der Leichenhalle auf dem Kirchhof gebracht. Der Perttnglückte war der- lobt und wollte im Herbst heiraten. Jngendveranstaltungeu. FrtedrlchShaac». Der Abmarsch zum heutigen MafstnauSfluz nach dem Müggelschlößchen findet vom Jugendheim, Wilhelmstr. 74, aus statt. Die Kollegen tresjeu sich um 2 Uhr. Alle Jugendlichen mit ihren Eltern sind eingeladen. Der Jugendausschuß. Sericbts- Leitung. Wenn ein Schutzmann sich angetastet glaubt, sorgen die Gerichte dafür, daß ihm ausgiebigste Genugtuung zuteil wird. Besonders in sogenannten„Demonstrationssache»" werden härteste Strafen verhängt, damit die ins Wanken ge- ratens Polizeiautorität wiederaufgerichtet werde. Die lange Reihe drakonischer Urteile dieser Art ist gestern vom Land- gericht I Berlin(Strafkammer 6 unter Vorsitz des Land- gerichtsdirektors G o e b e l) um einen sehr beachtenswerten Fall bereichert worden. Angeklagt war ein Arbeiter Lehmann, der am 6. März in der Schlesischen Straße die Polizeiautontät dadurch ge- sährdet haben sollte, daß er nicht rasch genug weitergegangen fei, einen Schutzmann durch den Ruf„Haut doch den Blut- Hund!" beleidigt habe, bei seiner Festnahme sich gegen den Boden gestemmt und sich loszureißen versucht habe. Das Amtsgericht Berliu-Mitte hatte ihn hart genug verurteilt, wegen der Uebertretnng zu drei Tagen Haft, wegen der Be- leidignna zu drei Woche» Gefängnis, wegen des„Widerstandes" zu 50 Mark Geldstrafe. Die Staatsanwaltschaft hatte Be- rufung eingelegt bezüglich der Beleidigung und des„Wider- standes", weil ihr die Strafen hierfür noch nicht genügten. Berufung war auch vom Angeklagte» eingelegt worden, weil ihm die Höhe der Strafen in keinem Verhältnis zu den ihm vorgeworfenen Vergehen zu stehen schien, die er im übrigen auch bestritt. Vor dem Landgericht, wo ihm als Verteidiger der Rechts anwalt Dr. Heinemann zu Seite � stand, blieb er dabei, er habe am 6. März einen Besuch machen wollen, sei durch die Schlesische Straße gehend in eine Menschenmenge hineingeraten, habe vor der attackierenden Polizei sich in eine» Hausflur geflüchtet und sei wieder heraustretend verhaftet worden. Weder sei er vorher zum Weitergehen aufgefordert worden, noch habe er irgendeinen Ruf ausgestoßen, noch habe er nachher Widerstand geleistet. Schutzmau» Peter, der Leh- mann verhaftet hatte, und Schutzmann Schütz, der geholfen hatte, den„Widerstand" zu brechen, bekundeten das, was auf Gnmd ihrer Anzeigen die Anklage behauptete. Peter sagte, Lehmann sei sogar ein Hauptschreier gewesen und habe ihm den Ruf ,,Haut doch den Bluthund!" direkt ins Gesicht ge- schleudert. Er, Zeuge, habe ihn zunächst„gebeten", ruhig zu sein und weiterzugehen. Erst als Lehmann antivortete:„Das geht Sie 'n Dreck an!" habe er ihn festgenommen. Demgegenüber vesicherte als Zeuge der Arbeiter Lehmann, ein Bruder des Angeklagten, daß dieser, den er begleitet habe, weder zum Weitergehen auf- gefordert worden sei, noch irgend etwas gerufen habe. Peter habe ihn plötzlich im Genick gepackt, ihn gegen die Tür ge� stoßen und den Widerstandslosen an sich gerissen. Der Staatsanwalt hielt für möglich, daß bei solchen Ge� legenheiten manche Schutzleute schroff vorgehen, fand aber, daß Lehmann„sehr sauft behandelt" worden sei, da der Schutzmann ihn sogar noch„gebeten" habe, ruhig zu sein. Die Beleidigung sei mit 5 Wochen Gefängnis zu sühnen, aber auch für den„Widerstand" seien— 5 Wochen Gefängnis eine nicht zu hohe Strafe. Beides möge auf eine Gesamtstrafe von zwei Monaten Gefängnis zusammengezogen werden. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Heinemann machte geltend, daß der Angeklagte, da er bisher unbestraft sei, unmöglich sogleich zu einer Freiheitsstrafe und obenein zu einer so hohen verurteilt werden könne. Selbst der Schutzmann scheine ja den Zuruf, den er aus Lehmanns Mund gehört zu haben meine, zunächst nicht schlimm aufgefaßt zu haben, sonst würde er doch wohl sofort eingeschritten sein. Von einer be- sonderen Gefährlichkeit der Situation könne, entgegen den Ausführungen des Urteils erster Instanz, durch die das hohe Strafmaß begründet werden solle, wirklich keine Rede sein. Längst sei ja durch die Wahlrechtsdemonstration vom 10. April, die so ruhig verlaufen sei, der Beweis geliefert worden, daß niemand etwas zu befürchten braucht, wenn die Polizei sich zurückhält. Nur der Umstand, daß am 6. März die Polizei die Demonstration verbot, den Treptower Park blockierte und das die Straßen füllende Publikum attackierte, habe die Menge erregt und zu den„Bluthund"-Nnfen und ähnlichen Zornesausbrüchen geführt. In dem Urteil wurde dem Schutzmann Peter bescheinigt, daß er in der Tat„milde vorgegangen" sei. Die vom Amts- gericht festgesetzten Strafen für die Uebertretnng und für die Beleidigung wurden als angemessen erachtet, und es blieb hier bei 3 Tagen Haft und 3 Woche» Gefängnis. Dagegen wurde die Strafe für den„Widerstand"— für den Versuch, sich los- zureißen— auf 14 Tage Gefängnis erhöht. Diese 14 Tage und die 3 Wochen wurden zusammengezogen in 1 Mouat So urteilte die Strafkammer 6 gegen einen bisher un- bestraften Mann, der sich gegen einen Schutzmann vergangen haben sollte! Uns fällt hier jenes vor einigen Tagen gefüllte Gerichtsurteil ein, durch das ein Schutzmann, der auf ein- samcm Hausflur eiueu friedlichen Bürger mitFansthieben traktiert hatte, zu nicht mehr als 200 M. Geldstrafe verurteilt wurde. Was hätte dem Arbeiter Lehmann geblüht, wenn er sich dazu hätte hinreißen lassen, einen Schutzmann mit Fausthieben zu traktieren? Und noch eine andere Frage drängt sich uns hier auf. Wie würde es Arbeitern ergehen, wenn sie sich jenen „Ulk" einer Attacke auf einen Eisenbahnzug leisteten, der den Bonner Korpsstudenten Geldstrafen von im Maximum 80 M. eingebracht hat?_ Verlasset euch auf eure blanken Waffen Und führt der Welt ein neues Blutbad auf, Wir spotten eurer Uebermacht und Tücke Und grhrn rüstig unfern Siegeslauf. Diese Strophe aus Robert Peußlers Gedicht„Trutz unfern Fei.iden" hatten die Arbeiter der Königlichen Betriebswerk- stätten Spandau als Widmung auf eine Kranzschleife gewählt, die am Revolutionstage(13. Rkärz) aus dem Friedhof der FreihcitS- kämpfer niedergelegt werden sollte. Die Schleife war im Lokal des Genossen Schubert in Spandau ausgestellt. Die wohllöb- liche Polizei sah aber durch die harmlose Schleife den preußischen Borussenstaat ins Wanken geraten und eignete sich die Schleife mit Gewalt an. Nicht genug damit. Die fürchterliche Tat des AushängenS der Schleife sollte durch die preußische Klassenjustiz gerochen werden. S>j6.SlaotSanivsltschaft erhob gegeg pro SkiWlits Schubert Anklage wegen man lache nicht■» Vergehen ffegAt§ 130 Ski.-U'D» (Anreizung zu Gewalttätigkeiten). Der Zusammenbruch der Anklage vollzog sich gestern vor Sev Strafkammer des Landgerichts Berlin. Der Verteidiger de» An<« geklagten Dr. Karl Liebknecht betrachtete die Anklage als einen Scherz. Die Verlesung des Gedichts„Trutz unser» Feinden" ge- nügte, um wohl auch dem Vertreter der Anklagebchörde dieselbe Meinung beizubringen. Er beantragte die Freisprechung deS Angeklagten. Das Gericht ging dem Antrage des Verteidigers entsprechend über diesen Antrag hinaus. Es sprach den Angeklagten frei und legte auch alle ihm durch die Anklage erwachsenen Aus- lagen, einschließlich der Kosten der Verteidigung, der Staatskasse auf. In der Urteilsbegründung wurde hervorgehoben, daß aus dem Gedicht das Gegenteil von dem zufolgern sei. was die An- klagebehörde gefolgert. Von einer Anreizung zu Gewalttätigkeiten im Sinne des§ 130 könne keine Rede sein. i Wie war eine solche Anklage nur möglich? Das Vorgehen über- eifriger Polizeipersonen und Staatsanwälten kostet dem Volke ge-, wältige Sumnien. Sie würden wohl erheblich herabgemindert, wenn endlich Polizei und Staatsanwaltschaft für die durch ihv Vorgehen veranlaßten Kosten in vollem Umfang regreßpflichtig gemacht wtzrden.— Unsere Spandauer Genossen mögen diesen neuesten Hereinfall der Spandauer Polizei der Nachwelt dadurch erhalten, daß sie sich die konfiszierte Schleife herausfordern und sie zum Andenken an den 18. März 1910 der Nachwelt aufbewahren, Versammlungen. Verband der Steinarbetter. Die Sektion I(Bau- und Grab« steinbranche) hielt am Mittwoch ihre Mitgliederversammlung ab. W i n k l e r sprach zu der Frage der Beitragserhöhung. Die Schleifer, die bisher mit den Steinmetzen in derselben Beitrags- klaffe standen, wollen dieser Klasse auch fernerhin angehören. Er wünsche, daß die Mitglieder Berlins dem Vorschlage des Vor- standes bezüglich zwei Klassen, die erste zu 75 Pf. und die zweite zu 50 Pf., zustimmen. Was die Hilfsarbeiter betrifft, die bisher ebenso wie die anderen 70 Pf. zahlten, so soll für sie von nun an die Klasse von 50 Pf. in Betracht kommen. Derselben Meinung waren auch die nachfolgenden Redner. Die Versammlung stimmte mit 66 gegen 33 Stimmen für die Vorstandsvorlage. Am Montag, den 20. d. M.. sollen auf sämtlichen Arbeitsstellen die Mitglieds- bücher kontrolliert werden. Die Frage der Einführung einer ört- lichen Arbeitslosenunterstützung löste eine lebhafte Diskussion aus. Ein Antrag Hanschke, zwei Mitglieder aus der Versammlung zu wählen, die mit zwei Mitgliedern der Sektion II eine rechne- rische Unterlage für eine Arbeitslosenunterstützung ausarbeiten sollen, wurde angenommen. Gewählt wurden Hanschke und H e r z f e l d. Am Donnerstag versammelten sich die Mitglieder der Sektion Iii (Marmorarbeiter). Betreffs der BeitragSregclung kam bei einzelnen Rednern eine Unzufriedenheit zum Ausdruck über den Be- schluß de» Leipziger Verbandstages, nach dem zwar der Beitrag erhöht, eine Arbeitslosenunterstützung aber nicht geschaffen worden sei. Auch wandte sich ein Teil der Redner gegen die Einführung von Staffelbeiträgen in Berlin, die nur zu Unzuträglichkeiten führen würden, während andere erklärten, daß die Hilfsarbeiter bei ihrem niedrigen Lohn nicht den höchsten Beitrag zahlen könnten. Nach langer Debatte wurde folgender Antrag angenommen: Steinmetzen und Schleifer bleiben wie bisher in der 1. Bei- tragsklasse und zahlen den erhöhten Beitrag von 75 Pf. Für Hilfsarbeiter und diejenigen Kategorien, die bis 50 Pf. Stunden. lohn haben, ist die 3. BeitragSklasse von 50 Pf. einzuführen. Ferner wurden die Mitglieder Hoffmann und Graßmann zS der Kommission gewählt, die mit 3 Vorstandsmitgliedern einen Entwurf für eine Arbeitslosenunterstützung ausarbeiten soll. Am! 20. d. M. soll wie in der Sektion I auf den Werkplätzen eine Buch- kontrolle vorgenommen werden. Als Sektionsleiter wurde Zunk gewählt,-,_. Vermißtes. Dao RochwalTer. liebet die Wasserkatastrophe liegen aus den betroffenen Landes» teilen heute nur wenige Nachrichten vor. In der Schweiz und dem A h r t a l ist die größte Gefahr beseitigt, dagegen hat der Rhein etwa 3 Kilometer oberhalb Diebolsheim den Damm i n einer Breit« von etwa 25 bis 30 Meter durchbrochen. Die Waffermaffen überfluteten das Gelände. Pioniere aus Straßburg und Soldaten der Maschinengewehrabteilung aus Schlettstadt sind in die gefährdeten Gebiete gesandt worden. Auch die Donau führt Hochwasser. In Ingolstadt wird die untere Stadt geräumt, da UeberschwemmungSgefahr besteht. Ein Telegramm aus Wien meldet, daß auS allen LandeSteilen Oesterreichs Nachrichten ein- laufen, wonach die schweren Unwetter verbunden mit Wolkenbrüchen fortdauern. Die Zahl der durch Blitz- schlage und Hochwasser umgekommenen Menschen w ä ch st st ü n d l t ch. » Nach der Sintflut. Ueber den Umfang der Wafferkatastrophe im Ahrtal meldet unS ein Privattelegramm unseres Kölner Kor» respondenten folgende Einzelheiten: Nachdem die ersten Ahrtalhahnzüge seit heute nachmittag wieder verkehren, läßt sich eine genauere Uebersicht der ungeheueren Verwüstungen geben, die die Ahrkatastrophe herbeigeführt hat. Die frühere blühende Kreis« stadt Adenau liegt fast ganz in Trümmern. Trotz umfangreicher Ordnungöarbeiten sieht man noch wahre Greuel der Verwüstung. Adenau ist am schlimmsten mit« genommen worden. Der reißende Fluß ergoß vier Stunden lang in zwei Meter Höhe seine Fluten durch die Straßen. Die Häuser sind mit ein und einem halben Meter Schlamm ge- füllt, die Straßen mit Steingeröll bedeckt. Der Ort gleicht einem großen Heerlager. Den zahlreichen in das Ahrtal ge« kommenen Fremden bietet sich im oberen Ahrlaufe ein trostloser An» blick. Heute noch stehen die von Hochwasser Betroffenen ratloS vor ihren vernichteten Wohnungen, vor den Stein wüsten, in die sich die blühenden Felder und Wiesen ver« wandelt haben. Jahre dürften vergehen, bevor die letzten Spuren dieser unheilvollen Katastrophe verwischt sind. Die Zahl der ums Leben Gekommenen wird nunmehr auf 150 Personen geschätzt. • Die Hilfsaktion. Die städtischen Kollegien der Stadt München bewilligten für die durch das Hochwasser Geschädigten 30 000 M. Die Provinzial» Feuerversicherungsanstalt der R h e i n p r o v i n z hat für ihre Ver» sicherten 50 000 M. bewilligt. Thaddy Nobl abgestürzt. Bei Set von der„Jkarus"-Gesellschafk vcranstalkelSl Flugkonknrrenz auf der Rennbahn des Pasewalker Reiter» Vereins ereignete sich, wie uns ein Telegramm aus Settin. meldet, am Sonnabend abend gegen%8 Uhr ein schwerer Unglücksfall. Um diese Zeit stieg Nobl mit einem Farman- apparat auf. nach kurzem Fluge stürzte der Apparat aus einer Höh« vvn etwa 80 Metern zur Erde und begrub fett Flieger imter siH. Robl wurde schwerverletzt, der Apparat zertrümmert. Nach einer späteren Meldung ist Robl seinen Ver' letzung e/n erlegen. Robl, der früher einer der bekanntesten Radrennfahrer war, hat sich dem Flugsport erst seit kurzer Zeit gewidmet. Der Utas des Hauspaschas. Ein recht angenehmer Wohnungsvermieter.scheint ein Hauswirt in Linden bei Hannover zu sein, der zwar mit der deutschen Sprache arg in Konflikt liegt, dafür aber über Fr— eiheit des Denkens in reichlichem Matze verfügt. Der Wackere hat zu einer Hausordnung folgenden Nachtrag verfügt: Vorläufige Warnung! Den Türenstehern zur Nachricht, dah Sie fich zu Okt. schon jetzt nach einer anderen Wohnung umsehen können. Das stehen vor den Nebenhäusern betrachte ich als vor meinem Haufe geschehen. Denen es kontraktlich verboten ist werde ich die festgesetzte Strafe einklagen und der Armenkasse überweisen. Rasch. Diesen Nachtrag hing der Wirt, fein säuberlich auf eine Post- karte geschrieben, im Flur seines Hauses zur Kenntnisnahme der Mieter auf. Es mutz in dem nur von Arbeitern bevölkerten Orte eine grotze Wohnungsnot vorhanden sein, datz sich die Mieter ein derartig dreistes Gebaren ihres HauSpaschaS gefallen lasten. Ein brennendes Schiff. Der am Freitag in New Jork eingetroffene Dampfer »Manretania� hat, wie uns ein Telegramm aus New Jork meldet, in der letzten Nacht 20 Seemeilen vom Feuerschiff von Fire ' Island ein über und über brenstendesSchiff angetroffen. Der Kapitän der„Mauretania" dirigierte sein Schiff in die Nähe des brennenden Schiffes, um sich zu überzeugen, ob Menschen in Gefahr seien. An Bord des Schiffes war niemand zu sehen, auch vergewisserte man sich, ob etwa in der Nachbarschaft des Schiffes ein Boot mit der Besatzung des brennenden Schiffes trieb. Da dies nicht der Fall war, setzte die„Mauretania" ihre Reise fort. Der ausgesperrte Heilige. In einem Städtchen der Abruzzen, in F o s s a(Provinz Aquila) herrscht, wie unser römischer Korrespondent meldet, seit einiger Zeit ein Zwist zwischen dem Bischof der Diözese und der Pfarrgemeinde, weil der Bischof den im Orte beliebten Pfarrer ab- berufen hätte. Um gegen diese Abberufung zu protestieren, haben die Leute von Fossa schon im vorigen Jahre vor dem bischöflichen Palast von Aquila eine Demonstration gemacht. Der Bischof nahm die Sache übel und schikanierte die Bevölkerung, wo er konnte. Am Feste des hl. Antonius pflegt in Fosta eine feierliche Prozession stattzufinden. Um die Bevölkerung zu ärgern, befahl der Bischof der Geistlichkeit, der Prozession auf alle Fälle fernzu- bleiben. Die Gläubigen bestanden aber auf ihrer Feierlichkeit, bemächtigten sich der Statue des Heiligen und trugen sie ohne Geist- lichkeit nach allen Regeln der Kunst im Oertchen spazieren. ES fand sich sogar ein Privatmann, dessen liturgische Gelehrsamkeit aus- reichte, um alle nötigen Gesänge und Gebete abzuleiern. AlS die Prozession zur Kirche zurückkehrte, um den Heiligen wieder unter Dach und Fach zu bringen, fand sie die Tür der- riegelt. Die Geistlichkeit hatte den Heiligen ausgesperrt I Als Obdachloser mutzte er einen tüchtigen Sturzregen über sich ergehen lasten._ 420 000 M. Belohnung. Die amerikanische Regierung hat dem Zollbeamten Richard Parr, durch besten Aufmerksamkeit die umfangreichen Zoll- Hinterziehungen des amerikanischen Zuckertrusts aufgedeckt wurden, eine Belohnung von 100 OOV Dollar bewilligt. Die Re- gierung macht trotzdem ein sehr gutes Geschäft, da die Betrügereien der amerikanischen Zuckermillionäre viele Millionen betragen. Kleine Notizen. Bei einem Fluchtversuch aus dem Gefängnis in Cleve wurde der zum Tode verurteilte Wilderer Osten durch Revolver, f ch ü s s e von Beamten schwer verletzt. An Fleischvergiftung erlrankten in dem schlesischen Dorfe Biestrzinnik vier Personen, darunter ein Lehrer lebensgefährlich. Em Großfeuer brach am Sonnabendvormittag in Schwab« st e d t � in Schleswig- Holstein aus. Bis zum Nachmittag waren 17 Häuser niedergebrannt. Nach neueren Meldungen sollen noch 30 Häuser in Flammen stehen. Beim Waschen van Radieschen in einem Bache erlrank in Stolp der elfjährige Sohn eines GännerS. Trotz sofortiger Hilfe gelang eS nicht, den Verunglückten ins Leben zurückzurufen. Einer Gasvergiftung zum Opfer gefallen ist der in Schlawe wohnende Rentier Varsbotter. Er wurde von seinen Angehörigen neben den geöffneten Gashähnen angefunden. Selbstmord eines österreichischen Offiziers. In Linz hat sich der Kommandant des Landwehrinfanterieregiments Nr. 20, Oberst Lonnet, erschossen, weil er in eine galizische Garnison versetzt werden sollte. Neue Hindernisse haben sich der Bergung der Opfer des Unter- seebootes„Phimose" entgegengestellt. Von den zur Verankerung verwandten Ketten sind wieder einige gerissen, so datz das Unterseeboot von neuem auf den Grund des Hafen- b a s s i n s gesunken ist. Schiffszusammenswß. An der englischen Küste ist der Bremer Dampfer„Schwalbe"»und der englilche Fischereidampfer„Nick of ttme" zusammeugestotzen. Der Fischereidampfer ist gesunken. Seine Besatzung konnte von der„Schwalbe" gerettet werden. Vriefkasten der Redaktion. 91,(urtftlfA, Evreiliftuod« sind«, Lind-nftra st, Re. B9, vorn biet Tr,vv«n— Sadtfrnhl—, woA«n»S«liA von 4>/, dt»?>/, Ndr abends, Sonnabends von 4'/, biS G»hr nachwitiagS ftatt. CUbex Anfra»- ist cm«uchfiabc und«ine ijahl als IVIertzelchen beizuingen.•Dritilithe ilntivor, wird niAi erteilt. Eilige fragen»rage man in der Svrech- stunde vor. E. O. 109. Nein. Der Arbeiter mutz sich einen entsprechenden Abzug aesallen lassen, wenn nicht die Fortzahlung in dem Betriebe üblich ist.— E.«r. 17. Nein.— H. I. in B. 1. Bis 6000 M. steuerfrei. Bis 20 000 M. steuerfrei dann, wenn daS nach Matzgabe des Eintommenfteuer- gefetzeS zu berechnende Jahreseinkommen 900 M. nicht übersteigt. 2. Ja. — W. St. 1. 1. 10 bis 30 M., je nach der Vermögenslage und den Ein- kommenSverhältnisfen des ManneS der Wöchnerin. 2. Polizeirevier. 3. Verband der Bnreauangestellten, Linienftr. 8.— P. 25. 58. Ja; dir Hälfle des gesetzlichen Erdteils.— K. P. 100. Durch Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Wir weisen jedoch darauf bin. dah die Gefellschaster oder Geschäftsführer einer Gesellfchast mit beschränkter Hastung im all- gemeinen nicht persönlich für die Schulden der Gefellschast hasten.— «im Dienstag, den 21. Juni, abends 8'/z Uhr, im großen Saale des Bolks- Hauses» Rostnenstrafte S: General-Versammlung. TageS-Ordnung: i. Bericht des Vorstandes und der Funktionäre. L. Kassenbericht vom 2. Quartal. 8. Neuwahl des Vorstandes und sämtlicher Funktionäre. «. Bereinsangelegenheiteu(Volkshausregie!). , Slitgliedsbaeh legitimiert! 250/18 Der Vorstand. MnMii der liircr DilscIUs. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranehe. Mittwoch, de» 22. Juni 1910, abends 6 Uhr(gleich nach Feierabend), ,n„DräselS Festsälen-, Neue Friedrichstrasse 85 t Mitglieder» V ersammlang für alle w der' �Sipsbankranche beschäftigten Putzer, Träger und Spanner. Tages-Ordnung: 187/20« Bericht und Veschlußfaffung über das Ergebnis der nenen Tarifverhandlunge« mit dem„Berliner Beton-Verein". MUgllclsbuch lugltmlort.— Ohne dasselbe kein Zntrltt. Pflicht jedes Kollege» mutz eS sein, am Mittwoch gleich»ach Feierabend zur Versammlung zu gehen. Oer Sektionsvorstand. Zweigverein Berlin. Telephon: Amt IV. 4093 A« alle Mitglieder des Geftchllitigmeiils. Der am 6. Juni tagende Verbandstag unserer Organisation hat den Hauptvorstand beauftragt, eine Aenderung der Streilbettragsleistung eintreten zn lassen, wenn der Umfang der Aussperrung stark zurückgegangen oder dieselbe ganz aufgehoben ist. Da dieser Zeitpunkt durch die Fällung der Schiedssprüche eingetreten ist, wird durch den Borstand der Gesamtorganisatio» der autzerordentliche Streikbeitrag mtt Sonnabend, de« 18. Juni, anfgehoben mn und ist der Beitrag nur noch für diesen Tag zu zahlen. Zugleich hört damit auch die tägliche Kontrollmeldung der arbeitslosen Kollegen und daS Abstempeln in der Streikkarte auf. Arbeitslose Kollegen melden sich von Montag, den 20. Juni, an wiederum in der von den entsprechenden Sektionsgeneralversammlungen beschlösse»«» Weise, wie vor der Lohnbewegung. Der ZweigvereinSvorstand. NB. Wir verweisen die Kollegen auf die uns von der AuSstellungSleitung der Ton-, Zement» --------— Dnm£— m--1"— � Diesel' D. O. und Kalkindustrie-AuSstellung zum Preise von 30 Pf. zur Verfügung gestellten Eintrittskarten. Dieselben sind im Bureau für Kollegen sowie für deren Angehörigen zu haben. Vervaltnne Berlin. M5belpoIierer. Dienstag, den 21. Juni, abendS SV, Uhr (gleich nach Feierabend): Versammlung für die Bezirke Südosten. Süden, Südwesten, Rlxdorf, Schöneberg Lharlottenburg im„Märkischen Hof", Admiralstraste 18e. Tagesordnung: 1. Unsere Arbeitsdermittelnng unter dem neue« Vertrage. Referent: Kollege Fechner. 2. Verbandsangelegenheiten. Möbelpolierer(Bez. Osten)! llontaff, den 20. Juni, abends 51/, Uhr(gleich nach Feierabend), im Ost-Baslno, Franktartor Allee 100: Mitglieder- Versammlung. Tages-Ordnung: 1.„Arbeitsnachweis und ArbeitSvermittelung." Referent: Kollege iZütb. g, Bericht von der Generalversammlung. 3. Verbandsangelegenheiten. Achwngl Bibliothek! Wegen der im Juli stattfindenden Inventur wird die Bibliothek vis aus weiteres geschlossen. Sämtliche ausgeliehenen Bücher müssen bis Ende Junt ewgeliesert werden. Vom 20. Jmit ab werden keine Bücher mehr auSgegeden. gS/g Ble Ortsverwaltnng. Charlottenburg. ...... Wilmersdorf er StraBe IS ■»SO TTlBBaalllj=====: Ecke Schulstraßo== empfiehlt sein reichhaltiges Lager von* Sommer- Anzögen nnd Palelols 1 für Hefren und KUäben zn sehr soliden Preisen. /KaB• AnsUge aus den modernsten Stoffen von 45,— M. an In eigener Betriebswerkstätte. Deutscher Arbeiter-Sängerbund. E Sau Berlin und Umgegend, Sonnlag, den 26. Juni 1910, vormittags 10 Uhr, im Saale der Brauerei Frlcdrlcbsbaln: Uebungss Stunde. Geübt werden folgende Lieder: 1. Empor zum Llohl. 2. Schwäbisches Volkslied 3. Das heilige Feuer. 4. Wanderschaft. 1 5. Heimkehr. 6. Die Internationale. IVu�To™iSsl!chAusschuß=Sitzung. Tages-Ordnung; 17/11 � 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Bundesangelegenheiten. I»er Vorstand. Steinarbeiter! Laut Versammlungsbeschlüssen beider Sektionen soll am Montag, den 2«. d. Mts., auf allen Arbeltsstellen eine allgemeine Bttcherkontrotte Extrasteuern vorgenommen werden. Zur Durchführung derselben sind sämtliche Kollegen verpflichtet, ihre Bücher zur Arbeit mitzw bringen und gegenseitig zu kontrollieren. Das Hauptaugen merk bei der Kontrolle ist neben'~" und Maimarken(1909) auf die Führung des zu legen, dessen Abgabe mit dem Ablauf der 26. Beitrags- woche zu erfolgen hat. Arbeitslose Kollegen melden sich im Verbandsbureau, Seydelstr. 30. m/is» Die Ortaverwaltung. III nahe am Bahnhof mit genehmigter Zeichnung berkaust Besitzer preiswert. Ost. an Rudolf Atossc,$W., sab J. 8. 7565. 70/13 krrantivortlichu Liedakteur Llichqrd Berti, Bftlin. Für u. Psrlagsanstafl Paul Zinses& Verl in SUü 17 um«Ii# Monatl. 10 M. liefere 1% T G U 1 1 Herrengarderobe 1kl VU1» n�Matz(billigst- Preise) i. TonpoimU, ISÄ Kassa 10 Proz. Rabatt „Hoffnung" Berliner Schneiderei• Genossenschaft | E. 0. m. b. H. Zwischen Rosenthaler fiotiMMAMsfs« IflR Zwlsehan Reseirthaler Tor u. Invalldenstr. 01111111611511. löö Ter u. Invalldenstr. Gegr. i. Februar 1906 v. organisiert. Schneidorgehüfen Berlins. Arbeitern, Parteigenossen lüitbürgern zur Anfertigung eleganter Herren-iKnabengarderobe Großes Lager fertiger Herren-, Knaben- u.Kinder-AnzQge. QroBe Anawahl in Sommer-faletots, Ulster, Radlahranzagen n. Fant-Westen in allen Größen nnd rreisla�en aowia Arbeiter- Berufs- Kleidung. Sie HeratcIInns nnaerer Fabrikate erfolgt in i eigenen BetriebSWerkstätten unter den von{ unserer Organisation festgelegten Bedingungen. Lieferanten 103/1* derKonanm-GenoMenschatt Berlin n. Umsehend, des Ctaarlottenbarieer Konaatn-Tereln« sowie des ArbeUcr-Kadfahrerbandci). i KB. Wir weisen besonders darauf hin. daß wir nur für eigenen Bedarf fabrizieren und unsere Waren in keinem anderen Geschäft zu haben sind. Cranz' Festsüle KOsllner Str. 8. Großer Saal m. Bühne(1000 Fers.) ist noch(Tel an verschiedenen Sonnabenden im Augast und November. Achtungsvoll Bf. CraiiE. Syphilis- Nachweis In allen frisch, n. veraltet, zwellelhaft. Fäll, durch mlffenfchaltl Untersuchung. sofort; deSgl. Harn- sspez. auf Go- norrhae-Fäden) u. Eputum-Analyfen. Or. Homeyer£ Co., Speztal-Laborat., Friedrichitr. 189, zw. Kronen- und Mohrenstiahe), L 8724. Perf. Nückfpr. diSIr. u. kosten I. Geöffnet von 3—8 Sonntags von 12—1.• Nr. 141. 27. Ichrglwg. 4. ßtilnp des„öoemirts" Kerlim HgHIntt. Slmvtag, 19. Jmti 1910. 11. Gkneralversammlung des Dkvtschev Kuchbinder� Verbandes. Erfurt, IS. J«i. Die Abstimmungen über die zum Punkt„Taktik bei Lohn- Ibewegungen" vorliegenden Anträge sowie über die vom Referenten K l o t h dazu unterbreitete Resolution ergab die völlige Uebercin- stimmung der Delegierten mit den von K l o t h zum Tarifwesen und zur Taktik geäuherten Leitgedanken. Seine im gestrigen Be° richt mitgeteilten Resolutionen wurden e i n st i m m i g ange» uommen. Eine Anzahl Anträge aus den verschiedensten Orten: Stuttgart, Potsdam, Nowawes, Düsseldorf, Mannheim, Ludwigshafen, die alle, konform den Ansichten des Referenten, der EntWickelung zum Reichs- tarif den Weg ebnen wollen, wurden dem Vorstand zur Erwägung überwiesen. Als typisch für die Tendenz dieser Anträge führen fvir den von Mannheim-LudwigShafen gestellten an: „Der Verbandsvorstand wird beauftragt, einen Tarifentwurf auszuarbeiten, der in ganz Deutschland eingeführt werden kann. AlS Grundpositionen soll er enthalten: 1. Arbeitszeit, L. einheit- lichen Minimallohn mit Lokalzuschlägen, 3. Regelung der Ueber. stundenbezahlung, 4. Lehrlingsskala, b. Bezahlung der gesetzlichen Feiertage, ö. Akkordarbeit usw. Diese allgemeinen Tarifbestimmungen sollen mit den Prin- zipalSverbänden der Buchbinderei- und Buchdruckereibesitzer end- gültig vereinbart werden und haben den örtlichen Lohnbewegungen sämtlicher Zahlstellen als Grundlage zu dienen." Ein Antrag, dem Vorstand ebenfalls zur Erwägung überwiesen, will, daß bei Tarifforderungen auch überall die Forderung nach Sommerurlaub gestellt werden soll. Ferner soll der Vorstand in allen Zahlstellen auf Errichtung paritätischer oder städtischer Arbeitsnachweise hinwirken. Voraussetzung ist dabei, daß von den Zahlstellen geeignete Ver- treter als Arbeitsvermittler oder als Beisitzer in die gemeinschaft- liche Verwaltung gesandt werden. Wo jedoch gut funktionierende jNehilfe», nachweise vorhanden sind, sind diese beizubehalten. Dann hatte Brückner- Berlin nacheinander die Referate süber den verflossenen und über den im nächsten Jahre stattfindenden Gewerkschaftskongreß Die Versammlung schloß sich einstimmig den vom Gewerkschafts- kongreß aufgestellten Forderungen an. Sie seien das mindeste dessen, was die Arbeiter an Verbesserungen der sozialen Versiche- rungen verlangen müßten. Auch der Beschlutz des Kongresses, daß die Gewerkschaftsmitglieder im Falle der Halbierung der Kranken- kassenbeiträge diese frei gewordenen Mittel zur Erhöhung der Ver» dandsbeiträge verwenden sollen, wurde einstimmig gutgeheißen. Eine kurze lebhafte Debatte entspann sich über den Antrag: die Delegierten zum Gewerkschaftskongreß nicht mehr auf der Generalversammlung, sondern durch Urabstimmung zu wählen. Der Antrag kam jedoch mit 34 gegen LO Stimmen zu Fall. Der Vorstand beantragte, gemäß den Satzungen zur Beschickung der lGewerkschaftSkongresse(auf je 3000 Mitglieder ein Delegierter) 8 Delegierte zum nächsten Kongreß zu senden. Der Verbandstag beschloß, es bei sechs bewenden zu lassen. Gewählt wurden Brückner-, Kloth-, M i cha e l i s» Berlin, Zinke- Pfütze» Chemnitz, K ü st e r S- Hamburg. Zum Internationalen Kongreß in Kopenhagen, Über den Kloth referierte, wurde dieser delegiert. Zu einem lebhaften Meinungsaustausch führte die Erörterung beS Punktes > Leipzig, „Unser Verhältnis zu den graphischen Organisationen-. Es handelt sich um daS Projekt des graphischen Jndu» strteverbandes. Der Referent Kloth warf einen Rückblick auf die hierüber schon gepflogenen Auseinandersetzungen und die Hindernisse, die sich bis jetzt der Verwirklichung entgegenstellten. Er verkannte nicht jene Schwierigkeiten, die heute noch vorhanden sind und die besonders im inneren Ausbau der einzelnen Organi- sationen und der Buntscheckigkeit ihres Unteritützungs- und Kassen. Wesens bestehen. Aber diese Hindernisse fallen, wie der Referent nachwies, mehr und mehr. Dafür häufen und verstärken sich aber die vielen Berührungspunkte, die die graphifdhen Organisationen im wirtschaftlichen Leben und bei den gewerkschaftlichen Kämpfen aufeinander anweisen. Der Referent trat infolgedessen mit aller Wärme für die Einheitsorganisation ein. Nach ihm nahmen nacheinander die Vertreter der drei anderen graphischen Verbände, Döblin, Sillter und Genossin Thiede, das Wort. Aber ihre Stellungnahme war eine sehr verschieden. artige. Während S i l l i e r mit Energie und Feuer die Ansicht vertrat, daß die EntWickelung geradezu zum Jndustrieverband dränge und man durch bloße graphische Kartelle nie daS erreiche, was sich dem Unternehmertum gegenüber alS notwendig heraus- gestellt hat, standen Döblin wie auch Genossin Thiede der Einheitsorganisation sehr kühl und skeptisch gegenüber. Döblin war zwar auch der Meinung, daß der Lauf der Zeiten die Einheits- organisation bringe, aber sie könne erst dann verwirklicht werden, wenn die Verhältnisse in den graphischen Berufen wenigstens einigermaßen aähnliche seien. Man müsse sich stets auf dem Boden der gegebenen Verhältnisse stellen und von diesen auS sich fragen: wie wird inmitten dieser Verhältnisse ein Industrie- verband wirken?!— Dann zeichnete Döblin die verschiedensten Situationen, die heute notwendigerweise bei den wirtschaftlichen Kämpfen der einzelnen graphischen Berufe entstehen und nach seiner Meinung Konfliktsstoffe in Hülle und Fülle in sich bergen, die gerade in einer Einheitsorgantsation am ehesten zur Entladung kommen und die größte Uneinigkeit herbeiführen würden. Für den Buchdruckerverband würde nach Lage der ganzen Verhältnisse der Jndustrieverband zur. zeit ein Hindernis zur Entwickelung sein. ES habe aber keinen Zweck, eine Organisation und einen Beruf durch eine Zusammenschweitzung in ihrer EntWickelung zu hemmen, ohne daß die anderen akompagnierten Organisationen dadurch sonderlich ge- fördert werden. Redner legte Wert auf die Betonung, daß nicht andere besondere Gegensätze, sondern nur die technischen und organi. satorischen Unterschiede es sind, die die graphischen Berufe heute noch trennen. Als einen Schritt zur engeren Liierung, wie er dem augenblicklichen Stande der Dinge angemessen sei, schlug er vor, die örtlichen Kartellverbindungen auszu- bauen. In allen solchen Fällen, wo dann sämt- lichegraphische Organis ationen berührende Maß- nahmen ge troffen werden können, haben die ört- lichen Vorstände ihre Vorschläge ihren Zentral» vorständen zu unterbreiten, und drese hätten in jedem einzelnen Falle gemeinsam zu prüfen, ob und wie sich daS Ziel erreichen läßt. Auch Genossin Thiede befürchtete, auf Grund der Erfah- rungen, die das Hilfspersonal der Steindruckerei gemacht hat, daß ihre Verbandsmitgliedcr, als Hilfsarbeiter, in rechtlicher Be. ziehung in einer Einhcitsorganisation inS Hintertreffen kämen. Sie würden in einer selbständigen Organisation sicher freier arbeiten und in der EntWickelung ungehemmter sein. Die Rednerin ging in einer Hinsicht einen Schritt weiter als DMin, indem sie den Vorschlag machte, Lohnbewegungen der drei Gruppen: Lithographen und Steindrucker, Buch- bin der und Buchdruckereiarbeiter, soweit diese noch nicht in einem Tarifverhältnis st ehe n, gemeinsam und nach einem festen Programm zil v e r s u ch e n. Die Delegierten, die in der Sache daS Wort ergriffen, traten alle rückhaltlos für den Zusammenschluß ein. Sie sowohl wie Kloth in seinem Schlußwort hielten manche der von Döblin und Thiede angeführten Befürchtungen und Schwierigkeiten für nicht so sehr wichtig oder zum Teil nicht für stichhaltig. .Der Verbandstag nahm einstimmig einen Antrag an, der die Zahlstellen verpflichtet, möglichst an allen Orten graphische Kartelle zu gründen, um auf diese Weise den Boden für den Jndustrieverband vorzubereiten. Ferner eine Resolution, die dem Vorstand den Auftrag gibt, an die Vorstände der anderen graphischen Verbände heranzutreten und die Frage der Gründung eines In» dustrieverbandes energisch weiterzutrciben. Danach w.urden die Verhandlungen auf Freitag vertagt. Versammlungen. Zcntralverbanb der Töpfer. In der am Montag abgehaltenen Mitgliederversammlung der Filiale Berlin hielt Hauptlehrer R i ed e l- München einen Vortrag über:„Die Bedeutung der heiz- technischen Kommissionen für das Töpfergewerbe." Solche Kom- Missionen bestehen in mehreren Großstädten und haben die Auf» gab«, der mehr und mehr vordringenden Zentralheizung gegenüber den Kachelofen wieder zu Ehren zu bringen. Das Ziel soll erreicht werden nicht nur durch Propaganda für den Kachelofen, sondern namentlich durch Verwertung wissenschaftlicher Untersuchungen und praktischer Erfahrungen in bezug auf die Einrichtung des Kachel- ofenS, das beim Bau desselben zu verwendende Material usw. Diese Bewegung ist von den Kachelofeninteressenten in München ausgegangen und der Referent, der an der dortigen Gewerbeschule unterrichtet, ist für die Bewegung zur Hobung des Kachelofens literarisch tätig. Sein Vortrag, der vorwiegend technisches Jnter- esse hat, klang in die Mahnung aus, daß sich die Angehörigen de? Töpfergewerbes, Meister wie Gehilfen, an den Bestrebungen der heiztechnischcn Kommssionen beteiligen möchten, um die Borzüge des Kachelofens zur Geltung zu bringen. Hierüber herrschte auch in der Diskussion Polles Einverständnis. Eine Resolution wurde angenommen, deren wesentlicher Inhalt folgender ist: Die Versammlung erkennt an, daß heiztechnische Koni- bei Herstellung von Oefen besonders auf deren Heizsaytgiett ge- achtet wird. Von den Meistern wird erwartet, bah sie mehr alS bisher auf die Lieferung von gutem Ausbaumateml durch die Bauunternehmer halten und daß sie mehr darauf achten, daß nicht, wie es in letzter Zeit öfter vorkommt, Oefen gesetzt werden. welche zu klein sind, um den Raum zu heizen. Anderenfalls muß angenommen werden, daß die Meister an der Hebung des Kachel- ofenS und des Gewerbes kein Interesse haben und nur deshalb so klein« Oefen gesetzt werden, um indirekt den Tarif zu um- gehen. Die Berichterstattung vom Verbandstage wurde der vorgerückten Zeit wegen von der Tagesordnung abgesetzt.— In den Zentralvorstand wurden K e m m n i tz und K l a v e r i gewählt. Ferner wurde bekanntgegeben, daß in den Vororten an der Ostbahn der Streik proklamiert ist. für die Heise LODEN- i Bast- u. Leinen- Kostüme Röcke Kleider u. Mäntel Loden- Capes und Mäntel für Mädchen u. Knaben m- taWositini Ol— IdMH 1 ö_ I lüto-tija Ii_ von M jLfJi* an von M. Xv»/* an' von M, XX» an G.m.b.H. Deutschlands größtes Spezialhaus für Damen-, Kinder- und Sport-Konfektion -CIQARETTE 2?&> 3? nj» KLSINC KIQS Türk. Tabak-» Clgaretten-Fabrlk„Klo$" o E. Robert BShme, Dresden, SSuSenä verleiht ein karte», reine» Gesicht, rosige», jugendfrische» Ausselzen, weisse, fammetweiche Haut und ein blendend» schöner Teint. Alle» die» erseugt die echte Steckenpferd- Menmilch- Seile o.Btra«»nn«ße., Rau!«b«ul.» St.S0pfg. Überall s» haben. IHlehp 1000 Grundstück i) a n v■ i-• i. h v Mitt ••*- r•'"■-v'.■>-'»V v'VV 5 well oneere Preise so aessergewöhnllch billig iM Gartenstfidten: Kaulsdorf, □ R.«g M.-° Stlenltzüarg.Äo.f □«, 4 Rl... etat. Sodowa an«er»Rate na« vleidors 15 M, an Biesdorf QR. 20 M. an Sln.ablimn tut loiäftriga i Berlanl» stellen an den Salmtiöfen , von HO a'farf an. Amorellattnns• Hyvotdas, Nieschalke& Nitsche BERLIN NO. Neue König- Strasse 10 ———— Fernsprachar; Amt Vü. 6378. 1■■■ HF" Stur dleae Woche I tMI 10% Lxtrsrsdstt auf alle Artikel, bes. Schlafdecken Teppich- Thomas Dramen-Straße 126 I Dramen-Straße 160 gegenüber Walde ok- Park.| am Oranienplatz. Ist das zur Zelt beliebteste überall eingeführte und bestbewihrteste selbsttätige Waschmittel vontmerrelchter Wasch- und Blelchkralt Kein Reiben, kein BOrsten, kein vWaschbrett. Garantiert unschädlich für die Wäsche und.vollkommen gefahrlos Im Gebrauch I MTUlonenfacb erprobt! Ueberau erhSRHeh. i Febrtkantea i Henkel 8t Ca, Düsseldorf, such der seit 34 Jahren weltbekannten DAW henkel's Bleich-Soda SpcztalitSt: Rau-Cabah. ■■OBBBBEBSSBB »»»»«» Fabrik von Grimm& Triepel in Nordhausen ■■■dbbhdmbbI IfordhSuacr Kau Cabak. Sonder-Offerte! HÜ Echter Plüsch- Teppiclie erstklanHige« Fabrikat (kein Axrninster!) wundervolle Muster-Auswahl Größe ca. Mk. Wert /200 cm 1475(20.00) 160/230 cm 2150(30.00) 200/300 cm 34 50(44.00) 230/320 cm 47 80(SS 00) 250/350 cm 53 8(to.oo) 300/400 cm 87 50(105.00) NachMswärteperNachnahme. Teppieh-Spezial-Hans Lmr Emil eförre Berlin S. Seit 1882 nur Oranienstr. 158 ünterlialte nirgends Filialen! Spezial Katalog eTwa 600 Abbildungen in kfinstlerischer Aasstattnng Wunsch gratis und franko. p>y Cigaretten Müßten, wenn Ihr Preis Ihrer Qualität entsprechen sollte, eigentlich teurer verkauft werden. Lediglich Ihr riesiger Absatz und die dadurch bedingte Herstellung in sehr großen Mengen haben es ermöglicht, in ihnen selbst für den billigen Preis von 2 Pfg. ein in Jeder Beziehung vollkommenes Fabrikat zu bieten. losetf) Juno m. u. o. M. 10 St. 20 Pfg. WaF ick mir zum Putzen hol? CinziR und allein in i Glubil. zu IU, 15 u. 25 Pf. I... ,,, Blechfl. zu 20, 30 u. 50 Pf.( iberall erhältlich. Fabrik; Urban& I.omm, Chartot tenburg. Marke Solidaria, ,u. erstklass. Fahrrad ■y»nf Wonach / Teilzahlungen. Antahlnng Hark 20,—. 30.—, 50,—, Abxahlnng Mark 7,— bis 15,—. Fahrrad teilo spottbillig. -— Katolog gratis nnd franko, J. Jendrosch A Co., Charlottenburg No. 81, Beritner Str. 108. lowls-Siiiiiine bestes deutsches Fabrikat mit sichtbarer Schrift. PI. wöch. Ohne Anzahlung Bitte Spiegel, Bilder, Decken, Portieren, Teppiche, Gardinen, genau auf Stores; ferner mit kl. Anzahlung(1 Mk. wöchentlich) Haus-Nr, Herren-, Damen-, Klnder-Gardercbe, Bett- und Leibachten! wäsche, Betten, KinderbeUstelien sowie einz. Möbel. BrUcken.tr.| erste Bitte Besuch J. Antely Etaore. cd. Postkarte. Schmerzlos Fast gänzlich schmerzloses Zahnziehen 1.— M. Von nijs endlich erreicht und zur größten Berühmtheit der Belorm-Zahn-Praxis geworden. Beweis Hunderte von Danksohreiben. Keine hehl. Dooh- zähne oder Zähne mit Eisenstiften, sondern echte mit Platinstiften, die b ei der Konkurrenz 1 und 6 M. kosten. Man lasse aioh nicht durch scheinbar billige Angebote irreführen. Z. B. werden in letzter Zeit von der Konkurrenz Zähne ofleriert von 1.50 und 2 M. an. Mit solchem Angebot bitten wir unsere Preise nicht zu vergleichen, denn diese werden nur angewendet, um einen billigen Preis als Lookmittel auf das Papier zu bringen. In Wirklichkeit werden die Patienten in den meisten Fällen überredet, 4 und 5 M. anzulegen. Dieses Verfahren wird bei uns nicht geübt. Unser teuerster Zahnersatz mit nur echten Zähnen, mit Kautschukplatte einberechnet, kostet bei uns nur 2.80 M, Wenden Sie sieh vertrauensvoll nach unserem Atelier. Ueberzengung macht wahr! 1. Praxis: Friedriohstr. 35. 6. 2. Praxis: Elsasser Str. 14. 3. Praxis: Oranienstr. 61. 7. 4. Praxis: Palisadenstr. 106. 5. Praxis: Moabit, Hutten- 8. Straße 65. Zahn-Praxis Carl Rudolph. Praxis; Charlottenburg, I Wilmersdorfer Str.I17.| Praxis: Lichtenberg, Frankfurter Allee 169. Praxis: Spandan, Neuen-] dorfer Straße 106. Vorführung kostenlos durch den Alleinvertreter Franz Kaiser, Berlin W. 8. Mohrenstraße 22. ff.- Alfred Fritsche, Cigarrenfabrik- AL�n' Berlin C. 54, Rosenthaler Str. 49 1(vis-a-vis Wertheim.) Tel. Amt i». 7883. Beate wnd vorteilhaft« Klnknof«quelle fflr Cfgarrenhllndler. Ständig Aber 1 Million verkanfsreife Cigarren am Lager von M. 83.50 an bis M. ZOO.— pro Mille In allen erdenklichen Fascons nnd Qualitäten! Niederlage Kämtlicher Clgarettenmarken. Verkauf zu OHglnatfabrikpreiean. olSd-a-d-• Nenelnrlchtang kompletter Cigarrengettcharte a7JpCAtalll.d,t.• XXX unter kalantewten Bedingungen. XXX Illustrierte Preisliste wird auf Wunsch gratis zugesandt I Grosso Betten 12 Mk?' (Oberbett, Untrtbrtt, S ftiflen) Mit bcmpcltaettintotcn neuen Bett- ledern, beilere Letten Iii. IS, 24 Sit: IViichl. Betten 15, 20, 28, 29, 8« Sit uiw. B erfand geg. Nachnahme. Preis» liste, Proben. Verpackung toflenfrrf. Gustav Lustig, 5�� CtBfst. Spezial-Veschöft Deutlchl. J S Friedrichssclde aus statt. SoÄmllMcto WalüvefeiD des 2. Verl. Reielstapairoes. (Bezirk 61.) Am 17. d. Mts. verstarb unser treues, langjähriges Mitglied, der Stukkateur 211/13 Ferdinand Rösner Steglitzer Straße 73. Ehre seinem Andenke» l Die Beerdigung findet am Dienstag, den 21. 0. Mts., nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen Friedhoses in Friedrichsseide aus statt. Um rege Beteiligung ersucht r»«r- Vorstand. ZgDtralvertiantl d. StuUiire DeutseliläDds. Filiale Dcrlln. Allen Kollegen zur Nachricht, daß am Abend des 17. Juni unser Kollege kllliiiMll Rösner nach langen Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 21. Juni, nach. mittags 5 Uhr. von der Halle des städtischen FriedhosS w Friedrichs- sclde auS statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 173/6 Die OrtSverwaltung. Sozialdemokrat Waiilrerein Hixdorf. Am 17. d. Mt». verstarb unser Mitglied, der Schankwirt Gustsv Müller (3. Bezirk.) Ehre seinem Andenken! Die Beerdigimg findet heute Sonntag, nachmittags 8'/, Uhr, von der Halle des neuen Riz- dorser Friedhoses, Martendorser Weg, aus statt. 235/5 Der Vorstand. Ii i|>l jßm i" ii.| Am 16. Juni starb mein un< I vergeßlich lieber Mann und Vater, I der Bildhauer Rudolf Tschenlsclier im noch nicht vollendeten 45.LebenS- jahre. Die Beerdigung findet morgen Montag, den W.Juni, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen FriedhosS in Friedrich«. selbe aus statt. 2621b Di« trauernd« Witwe lobaan» Tsohonliclioe und Sohn. I 1\)de8-/Welge. Am 16. Juni starb unser lang. jähriges Mitglied, der Bildhauer Rudolf Isedeulzeder. Wir verlieren in ihm«wen lieben Kollegen, besten Andenken wir treu in Ehren halten. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 20. Juni, nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- Halle des stadtischen FriedhosS in FriedrichSselde auS statt. 2622b Möbelfabrik Ostend. Trcbschen(Kr. ZiUIlchau) Lungenheilstätte für den Mittelstand. Heilung der Tuberkulose ohne Tubcr- tultn. PenfionspreiS einschl. Kur 5 M. täglich. Dr. Dlesing, • leitender Arzt. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Etauno Prill am 14. Juni beim Baden vcr-\ un glückt ist. Ehre seinem Zlndenken! Die Beerdigung findet heute I Sonntag, den 19. Juni, nach- 1 mittags 1'/, Uhr, von der Leichen- 1 halle des Birchow-Krankenhauses! aus statt. 117/11 Rege Beteiligung erwartet Die OrtSverwaltung. s Danksagung. Für die vielen Beweise der herz. lichen Teilnahme sowie die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres einzigen unvergeßlichen SohneS und BrudcrS sbS38L Erich Hering sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank. C. Hering nebst Frau und Tochter._ Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau Herta Porschel sagen wir allen unseren, herzlichsten Dank. Wilhelrn Porschel, R°st°ur°teur. nebst Kinder«._ Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die schönen Kranz. spenden bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes 2601b Einll tiürltz sagen allen unseren herzlichsten Dank. Harle GOrltz nebst Kindern. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten sowie den werten Kollegen der All- gemeinen Elektrizitätsgesellschast Ski, Brunnenitraße, sür die zahlreichen Kranzspenden und BeileidSbezeu- gungen bei der Beerdigung meiner unvergeßlichen, lieben Frau Wartba Schulz geb. Pauels, sagen wir unseren herzlichsten Dank. st Schulz ncbst Kindern, Schwiegertöchtern und Enkeln. Äugnst Schwle Bf. Simmel Spezial-Arzt* für Haut- und Harnleiden. Prinzenslr. 41, mXu* 10— 2, 5— 7. Sonntage 10—12, 2— 4 Die Harnleiden Ibre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von J}r. med. Jc�crpvr. BERLIN— Preis 1 Mark. » Ttca TauiMd. M Verlag Max Richter££££&££ Extra- Abteilung 1 1. Gesch.: Berlin W., Mohren- 1 StraSe 37a(2. Haus von der 1 Jerusalemer StraSe). | II. Gesch.; Berlin NO., GroSel Frankfurt. Str. 1 tS(2. Haus[ von der AndreasstraBe). 1 Sehr er. Answ.fert. Kleider, I 1 Hüte, Handschuhe, Schleier leto. v. einfachsten bis zum 1 | hochelegant. Genre z. äußerst j niedrigen Freisen. Sonder-Abteilnng: IlaBanrertlgang in 10 bis 12 Stunden. Zepernick-Beroaa. [ Parzelle von 3g0M. an(ca SOHR.); > Kleine Anzahlung n. langjährige< »Hypotheken. Pläne gratis. Ver- I kiufer ständig am Bhf. Zepernick jj. Rieger. Gontardstr. 5. »für dk�rf�fen�urm aber auch für jede andere ist für Kostüme und PaBetots MänteB und Kleider Röcke und Blusen ch- Kimonos und PeSerinen B WM' ungeheure Auswahl xu lächerlich billigen Preisen, die teilweise für elnselne 55" Piecen sogar bis anl ein Sechstel der Saisonpreise"~ bei abgcsclz: sind, in meinem ."Stuu, 1X1 Hl C in C 111—— Inventur- und Saison-Ausverkauf fi die eiinaligste Kaufgeleeenheit I �= früh, bis M. 26(�7-» Ten früh. b. M.60 ,niher � 130{ M 35 usw. Gratis auf Wunsch R1/» m Stoff xu ein. Rock bei Einkauf von M. 12 anl Sonntag geöffnet von B»t0, 12-2.> 'est mann _ Oftphrenstn 37a. Sn frrankfurtepstp. 115. Hemrlcli Fraiiek Tel.: Amt m 4352. BrnnnenstraBe 185. 8— 7 Uhr geöffnet. Nor Blatttabake in eigener Tabakschneideroi geschnitten. Gesehnittener OckermSrker 95 Pf. Geschnilt. Mischung bester Tabake 110 Pf. Ferner: Geschnittener Java, St. Felix, Ouba usw. Zusendung in Berlin hontenfrcl und schnellstens. Besichtigen Sie mein großes Lager! V Sorgfältige and«chnclle Bodicnang. med. Karl Reinhardts spozial-ärztliche Institute für Gesehlechtskrankheiten Dr > M■ Hant-, Harnleiden, Schwttche(Impotenz) ** 1" Neanderstraße J2 nah8 �5nbw�Äöcke PnkriamRr �traRß 117 an dor �ötzowstrafle,>/,i2— 2 Uhx rUlbUdlllBI OlidOU III und i�g bis 9 Uhr abends.:: n:::: Tollkommenate. kombinierte. Heilverfahren bei frischen and veralteten Füllen. Nachweislich unerreichte Dauererfolge in verhältnismässig kurzer Zeit. Um sich vor zwecklosen evt. schädlichen Kuren zu schützen, verlange man ausführliche Broschüre in meinen Instituten oder durch die Post(verschloss. Kuvert) gratis und franko. OWRETTCH FABRIK rum CCGRIOTa NerkanfkliKaiisttllt Steglitz! Kröß« 60 O-R., 22'/, M.. reweS Baugeld, keme Ausschachtung. 1000 Mark Anz. Ost. suh M. 8. 8092 an Haafensteln u. Boaler A.-G., Berlin«. 8. 213/11» kalll8l!olf rnill Mablsilosf. Nur 20 Pf.-f ahrt v. Zentrum Berlins, trotzdem billig, als weiter v.Berlin gelegene Orte, wie Hoppegarten, Neuenhagen usw. Maß. Anzahlung, longj, Hypotheken. Pläne gratis. Verkäufer ständig am Bhf. Manlsdorf im Pavillon. J.Kieger, Gontardstr. 5. Wanzen mit Brut nur durch Chemiker SDnder- haufs Wanzen• VernichtungS- Ellenz „Farodoi"(ges. gesch.) radikal zu vernichten, kein übler Geruch, fleckt nicht und ist nicht jeuergesährlich, in Fl. a 0,50, 1,00, 1,50. 3,00 u. 5,00 M. Zerstäuber vou 25 Pj. an.— Gegen Schwaben«. Motten sicher wirkende Mittel v. 50 Ps. an, nur bei Baal Slinderhaaf a. Co., Berlin 24, Große Frankfurter' strafte 89, SV sonst nirgends. I V. Hermanu Müller, j Berlin, Magazinstr. 14. Geschnittene Java-Einlage! a Psd. M. 1.13 verzollt.. fertig zum Verarbeiten. Geschnittene Brasil-Einlage I a Psd. M. 1.20 oerzollt, gute Qualität. Arbeiter, 286/15. Eure Körperkrast ist Euer Kapital. Erhaltet es Euch. Bier schwächt, Milch stärkt. Milch hat zehnfachen Nähr- wert des Bieres und ist nur halb so teuer. Ausgezeichnete Vollmilch ._.... in und Buttermilch liefert Flaschen an die Arbettsstclle der vemeinnützige Verein für Milch. ausschank, Geschäftsstelle Friedenau, RubenSstr. 37. Tel. Steglitz 638. üvgevitter's Kautabak Wachet auf! Worte eines Freundes der Natur- Heilmethode(50 Ps.) von Dr. med. Adolf Schlesinger, prakt. Naturarzt und Magnetopath in Berlin. Kranken zum Trost! Gesunden zur Belehrung! Eine wahrhast populär gehaltene, au» der Praxis geschöpfte 74 Seiten starke Streitschrist, hie mit unerbttt- licher Schärfe und Logik, belegt durch »ahlrcichc Beispiele, zu den Streitfragen des Tages:.Hier Schulmcdizin— hier Ratmheilvcrsahren" Stellung nimmt. Zum Preise von 50Ps. in jeder Buch- Handlung erhältlich oder gegen Einsen- dung von 60 Ps. direkt durch den Kommissionsverlag Otto Mater, G. m. b. H., Leipzig 6._ 290/8* �Hygienische BedAruartüiel. Neuest Katalog Ift. Empfehl.viei Aerzt© u.Proi grat. uJs H. üngtr, Gammlwarealahrlk fiarUa NW« Fnodrichstraase 91/9 4* Magerkeit+ schwindet durch Hauke s Nährpulver„Thilossia". Preisgekrönt Berlin 1904. In 6 Wochen 24 Pfund ärztl. kontrollierte Zunahme. Gar. unsohädh Viele Anerk. Karton 2 M., bei Postversand Porto und Nachnahmespesen extra. H. Haufe, Berlin N., Greifenhagenerstr. 70. Depots in folgenden Apotheken; Woißenburgerstr. 53, Leipziger- str. 74, Fnedrichstr. 160, Pots- damerstr. 29, Köpenickerstr. 119, Frankfurter Allee 74, Hosen» thalorstr. 61,Reinickendorferstr. 1. Spandau; Potsdamerstr. 40. Best.: Pfl. Eiw. Haemogl. Lecith. Banm. Natronolh. Oac. Zucker. Vcrlcih-liiHtltot: Friedrichst.t IS/I, a.Orabg. "Tot. Eleg. Frack, Gehrock 1,50, Hose 1,00, Weste 50Ps. zilgWelue OrtsWeitee für Bekanntmachuitg. Nachdem von den Vertretern der Arbeitgeber eine Anzahl derselben während der Wahlperiode aus- geschieden sind, hat sich gemäß H 51 des Kassenstatuts die Ergänzung.'wähl von 35 Dclcgiertcu uns den Reihen der Arbeitgeder als notwendig erwiesen. Tie Wahlperiode läuft bis zum 30. September 1011. Als Wahltermin wird seitens des Kassenvorstandcs festgesetzt: Montag, der 4. Juli ISIO, abends 7—9 Uhr, im Kassenlokal zu N ix d ors. Ideal-Passago 12, I. Wir laden die Herren Arbeitgeber zur Vornahme dieser Ergänzungs- wähl hiermit ein mit der Maßgabe, daß zu Vertretern auch Geschäfts- sichrer oder Bctriebsbeamte der zu Beiträgen verpflichteten Arbeitgeber gewählt werden können. ZZBS?- Es wird gebeten, als Legiii- mation die letzte Beitragsquittung zur Eintragung in die Präsenzliste vorzulegen. 276/7 Rixdors, den 13. Juni 1910. Der Kassenvorstand. Heumeier, Exner, Vorsitzender. Schriftführer. J. Baen .tiSti'. 28 Prinzi-Alloe Herren- und Knaben- |Moden, Berufskleidung, Glcg. Paletots. IDrcOss Stofflagsr zur Anfertigung n. MaB. Allerbilligste, streng feste Preise. „Schweizerhof" Meierei und Milch- Kuranstalt liefert Vollmilch..Kindermilcl) zu jeder Tageszeit frei Haas zu den Dbllchen Preisen. Lieferant der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend. Besichtigung der Meierei jeder- manu Sonntags, nachmittags 3 bin 5 Uhr, gestattet Leichtester Erwerb eines moPty-iiEiHS. Ländl. Idyll mit großstäd- 1 tischem Komfort bietet Gartenstadt Hohen-Heueudorf (Nordbahn) Wald, Wasser, Arzt, Gas, Wasserleit., Schulen etc. SPF" Am Schtttzen- hans herrliche Ho ch wald-�Linnd- baustellen. n Rate 18 Harb an! 10°/, Anzahlung. Tilgung des Bestes in lOjährl. Raten. Sommer- Fcrienhäascr 300 Mark an. [ Hlustr. Broschüre gratis I Wollenberg, Nene Königstraße 71. 7, 3038 Karow Buch eine Station vor Schönst. Villenort, nst-*■ 12 M. an, 20 Pf. v. Stett. Bhf., 25 Min. Fahrt, 10 Pf. v.Pankow-Schönh., 12 Min-Fahrt. Terrain unmittelbar am Bhf. Bobauungspl. genehmigt. Pläne gratis. Maß. Anz. n. langjähr. Hypotheken. Verkäufer ständig a. Bhf. Karow.• J. Rieger, Gontardstr. B. Eine Hark wöchentliche T eilzabluns elegant. Herren- nnif Knaben- Garderobe fertig und nach Mass, feinste Verarbeitung. 1 S. BoltucS), Frankfurter Allee 73, 1 Elngavg Tilsiter Strusfe/ Jedes Wort tO Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Ptg. Steilengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.j das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen ANZEIGEN tOr die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr. für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition.(.Indenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Borjährige elegante Herrenanzüge und Paletots aus seinsten Maßftostcn 20— 40 Mark. Versandhaus Germania, Unter den Ltttdeu 21. 2576b' Billige Hoscnwoche. Hochelegante Herrenhosen aus seinsten Maßstosten 7—15 Mark. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21. 25775" Legehühner, Suppenhühner, Zucht- tücken, Hühnersutter, Knochenschrot billig. Kaller, Friedrichssestze, Wtl- heimftraße 4. f39 Glosse» zu NveS GuhotS und Sigismund Lacroix'.Die wahre Ge- statt des EhristentuuiS', von SUigujt Bebel. Preis 75 Ps., billige Ausgabe 30 Ps. Expeditton Lindenstraße 69, Laden. Bekanntmachung! Psandleihhans Chausseestraße 601 Wellhekannt I Ver« sallene Psänder I Spottbilliger Betten- verkauf! Aussteuerwäsche I Gardinen- auswählt Prachtteppiche I Extrabillige Herrengarderobe I Riesenauswahl Taschenuhren I Uhrkettgnl Schmuck- sachen! Wanduhren I 944K ! Klappsportwagen, Kinderbett stelle, herrschaftlich, spottbillig, Exer- zierstraße ISA, vom □ rechts. fSöf Kinderwagen, Kluge, Adalbert- straße 85. 259 1b Lieferwagen uttü alle Sorten Räder, Klappsportwagen billig. Pati- sadenstratze 101. 2605b Kanarienhähne, Gesangspinde, billig. Borchardt, Urbanstraße 127. Drechslerbank verkauft Schüti- kowSki, jlnobelsdorsttraße 38. s-89 Laube verkaust Rixdors, Weser- straße 177, Hos III._ fllO Bette«. Stand 12,— verkaust vormittag. Stübbe, Hasenheide 8. Deutsche Dogge, 70 hoch, verkaust Rixdors, Kopsstraße 15. fllO GesangSsPind, zwölsteilig, m-x Bauer, 15,00, Vorsänger. Sprengel- straße 20. fi85 Schaukelwannen, Waschwannen, Sitzwannen liefert zu Engrospreisen Fabrik Hollmannstraße 40. 2615b �Nähmaschine verkaust Schramm, Weidenweg 82, Ausgang II.-sll Waschzober, groß, Stück 8,50. Hollmannitraße 40._ 26166 Stoffe-Ausverkaus wegen Ausgabe unserer Verkaufsräume Neßstraße 2. Anzngstoffe 3,00, Damentuche 2,50, Paletolstoste 4,50, Kojtümstoste 1,50, osmreste spottbillig. Tuchjabriklager 'ch u. Seeland. V4SK Kinderwagen, nagelneu, Gummi- räder, elegant, 20.—. Exerzier- straße 19a, Vorderhaus II, In« genieur.+97 Sportliegewagen verkauft Scheid!. Krossenerstraße 13, Hinterhaus 4.+67 Papageien, fleißige Sprecher, Ka- narienbähne, Restaurant Komman- dantenstraße 52. 945K Haarfärbemittel, unüber+roffen unschädlich, waschecht, Probeflasche 0,50. Grießler, Charlottenstraße 5. Dameukostäme, Paletots, englische, monatlich 10 Mark, Kaste 10 Prozent billiger(Maßsachm). Tomporowstt, Lindenstraße 110. 91lSt LittauerS Nähmaschinen ohne An» zahlung, gebrauchte spottbillig, Ska- litzersiraße 99, Warschaueritrage 67. Schuhwaren. Elegante Damen» ftiesel, braun 7,50, schwarz 6,—, Nosenthalerstraße 33, Engrosgeschäst. Herrenanzüge, monatlich lOMark, Kasse 10 Prozent billiger(Maßsachen). Tomporowski, Lindenstraße 110. 942K Bereinsbibliotheken empsehlen wir znr Ergänzung ihres Bestandes unser großes Lager antiquarischer Bücher aus allen Gebieten der Lite- ratur, Wissenschaften. Kataloge gratis. Berlin G, Kurstr. 37. Lederer, Buch- Handlung und Antiquariat. Teppiche(fehlerhafte) Telegen- heltskaus. KabviNagcr Mauerhoff, Große Franlsurtcrstraße S, Flurein- jgang. Vorwärtslejcrn K Prozent Extiarabatt� Sonntags geöffnet.* Steppdecken billigst Aabril Große Frantsurterstratze?, Flureingang� Gardiiienhans, Groge surterstraße 9, FIureinganz< Frank- 249lK' Die Grundbegriffe der Wirt- schastslehre. Eine populäre Einfüh- rung von Julian Borchardt. Preis 40 Pf. Expedition Vorwärts, Linden- ftraße K9._ Teppiche!(fehlerbafte) m allen Größen für die Hälfte des Wertes Teppichlager Brunn, Hackescher Markt 4, Bahnhof Börse.'(Leser dcS »Vorwärts' erhalten 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöffnet!* 175 Lüfter-Jacketts von 2—15 Mark liegen billig zum Verlaus bei Hermann Schlesinger, Turmstraße 58 und Reinickendorserftraße 48. 923ffi* Borwärtöleser erhallen ausnahmS »veise diese Woche 10 Prozent Extrarabalt selbst bei Gelegenheitskäufen. Teppich- Thomas, Oranienstraße 160. Oranienplatz. 8941t Maßanzüge. Tuche. Knaben onzüge 1,50. Herrenanzüge 9,50. PaletotS 12,00. Monteurjacke 1,00. Mechanikerkittcl 2.00. Zwanglose Bc- fichtigung. Verkauf an Private. Tuchgescllschast Stottbuserdamm 16/17. Psandlcihhaus Krebber, Kustriner platz 7, spottbilliger Bellenverkaus, Gardlnenverkaus, Wäfcheverkaus, Uhrenvcrkaus, Deckenverkauj, Schmuck fachen, Goldfachen, Silbersachen, ver- fallene Pfänder._ 2492K Taschenbuch für Garkenfremide Ein Ratgeber für die Pflege und fachgemäße Bewirtschaftung des häus> lichen Zier-, Gemüse« und Obst gartenS von Max Hcsdörser. Zweite vermehrte Auflage. Mit 137 Text obbildungen. Preis 3, 5S Mark. Expe dition Vorwärts, Lindenstr. 69. Nähmaschinenhaus Bellmann, Gollnowstraß« 26, empflehlt Asrana, Adler, Zentralbobbin, Ringschfff.Lang- schiff, Hokemeyer, Tambourir, Wheeler u. Wilson, Elastik Säulen-Maschinen usw. Prima, Preise billig, Abzahlung günstig, Garantie. Alte Maschinen nehme in Zahlung._ 3241t* 1 Steppdecke», staunend billiger Maffenverkauf l l Siirnliseide 3,95, 4,85 bis 10,60. Wundervolle doppelseitige 6,85, 8,36. Steppdeckhaus Richard j Wolf, DreSdenerstraßc 8(Kottbufer- lor). Abonnenten Rabatt I! 8g8K* LeihhanS.Schöneberg', gegenüber Bahnhos, Sedanstraße 1, Telephon Amt 6, 16637, bietet stets Gelegen- heitSIäuse in verpsäudet gewesenen und neuen Anzügen, Sommer- und Winterpaletots, einzelnen Hosen, goldenen, silbernen Herren- und Damen- Remontolre- Uhren, Ketten 3.50 an, ferner goldene Ringe, Broschen, Ohrringe, PianinoS, Fahrräder, Frei- schwingcr 10 Mark an. Richard Ächelmann._ 2001t* Gaskochcrhaus! Geschlossene ZweilochgaSkocher l 5,00. VierlochgaS- tocherl 9,00. Gasbügelapparat l Gasplätteisen! GaSbronzekronenI Gas- auglampenl Geschästsverkaus spott- billig l Wohlaucr, Wallnerthcater- Itraße 32._ 907K* Pumpenwolff, Ackcrstroße 81, ist Fachmann. Pumpen 7,50—100,00. ' Alte 5,00. Leiherdbohrer.(-67* Bücher des deuffchen Hauses. Sine Sammlung guter Erzählungen, Geschichten, Novellen usw. Swt auS- gestattet, zirka 300 Seiten umsaffend, »um Teil illustriert und gebunden. SO Pfennige pro Band. Expedition, Lwdenftraße 69, Laden._ Steppdecken< SpczialhauS Emil Lessvre, Oranienstraße 163. Riesen- uuswahl Steppdecken, Simtliseide ISeidenersatz) 4�5 bis 20, Woll- atlas 6,50 bis 24, Normaldecken 1.65 bis 10. 59411* (Singer A 75.00, Naumann-Bobbin, Echncllnäher, Adler, auch ohne An- tahlung, 1.00 wöchentlich an. Anstatt lgenten erhält Käuscr Provision. Postkarte erwünscht. KaliSki, Brunnen- praße 173, Bellealliancestraße 4, Ehausleestraße 80, Beusselstraße 18, Franlsurterstraße 116, Oranienstr. 2», Tauenzienstraße 6, Frankfurter Allee 72, Eharlottenourg, Scharrenstraße 2, Rixdors, Rcnterftraße 56._ 7731t Zinkwaschfäffer, Zober, Sitz- Ivannen, Badewannen. Spezialsabrik Wienerstraße 12. Lesern 5 Proz. 1 Humboldtleihhaus! Weltbekannt I Brunncnslraß« 58! Eckhaus Stral- funderstraße l Riesengroßer Betten- verlaus I AuSsteuerwäsche I Stepp- decken l Gardineuauswahl! Plüsch« Portieren! Prachtteppiche I Extrabillige Lackettanzügel Gehrockanzügcl Som- uierpaletots l Extrabilliger Uhrenver- kaust Schmucksachen! BilderauZwahI! Mustersachen elegantester Leib- Iväsche, Tischwäsche, Bettwäsche, passend sür Ausstattungen, teilweise angestaubt, bis zur Hälfte des Wertes. Ferner Damcnhemden mit handze- ftickter Passe 1,15, Herrenhemden 1,15, Bettbezug nebst zwei Kopstissen 3.95, «roße Bettlaken 1,25, drei Handtücher 0,70, Hemdentuch zehn Meter 3,00. Bäscheiabrik SalomonSky, Dircklen- (traße 21, Alcxanderplatz. L428b* Slbefsinierpumpe 7,50, Sauger 2,50, Rohre, Klügelpumpen, Gartenspritzen, Pumpcnjabrik Schroeder, Hochstraße 43. 2426b* Zuchthaus, Acht Jabre. Lebens- erinnerunaen von Sepp Orrler. fiochiiiteressanl. Preis 1 Mark. Zu -ziehen Buchhandlung Vorwärts.* MonatSanzüge, Sommerpaletots, Gehrockanzüge, Frackanzüge, neue Garderobe spottbillig. Rosentbaler- ftraße 48. Kein Laden. 2580b* Verbreche» und Prostiiution als soziale Krankheitserscheinungen von Paul Hirsch. Preis 2,— Mark, geb. 8,60 Mark. Expedition Vorwärts, Lindenstraße 69._ Durch Rauch uud Staub»eschä- digte Gardinen, StoreS, Tüllbettdecken, Fabrikrefte, 1.75, 2.25, 2.35, 3.75, 4.85, 5.50, 6.75 usw._ Erbstüllstores und Bettdecken, 3.45, 3.85. 4.75, 5.75, 6.50 usw. E. WcißenbergS Gardinenhaus, Groß« Franksurterstraße 125, im Hause der Möbelfabrik.__ Tuch- und Plüschbecken 1.25, 1.75, 2,50, 3.85, 4.75, 6.50, 8.75 biS 30 Mark. Plüsch- und Tuchportieren 1.25, 2.85, 4,85, 635, 7.85 usw. Große Franksurterstraße 125._ Abfallteppiche usw. 3.85, 4.76, 5.50 Plüschteppiche mit kleinen Fehlern, in allen Größen, 6.75, 8.25, 9.85, 11.50, 13.50 biS 60 Mark. Große Franksurterstraße 125, im Hause der Möbelfabrik._ Sport- und Lammwolldecken 1.65, 2.50, 3.25, 4.50, 5.25, 6.75 biS 20 Mark._ Möbelstoff-, Läufer- und Lino- leumreste spottbillig. E. WeitzenbergS TeppichhauS, Große Franlsurter« ftrage 125.__ 9111t* Kinderwagen, Gummi, 20,00, Klappwagen, Bettstellen, billigstes Spezialgeschäft Wcißenburgerstraße 3, tzaupistraiie 101, Kottbuserdamm 12a. MonatSanzüge, Paletots, wenig getragene, von 5 Mark an, große Auswahl für jede Figur, auch neue eiegaute Garderobe auS erster Be> zugSgnelle, 20 Prozent billiger wie im Laden, direkt vom Schneider meifter Paul Fürstenzelt, nur Roien. tbaierstraße 10._ 280/9* Leihhaus.Rosenthaler Tor', Lmiew straßc 203/4, Ecke Rosenthalcrstraß«( Großer Verkauf versallener Anzüge 9,50 an; Paletots, MonatS-Wonnr mcntS-Garderoben, Uhren, Gold- Silberwaren. Sonntags geöffnet 7 bis lO, 12 biS 2._ 920K Hernnttlnplatz 6. Allerbilligstl Psänderverkäuse. Sommerpaletots. Jackettanzüge. Gebrockanzüge. Herren- bösen. Extrabilliger Vettenverkaus. Vermiewngsbclt. Brautbetten. AuS- steuersachen. Wäsche auSwahl. Gar- dinenauSwahl I TcppichauSwahl! Plüschtischdecken. Steppdecken. Wanduhren. Taschenuhren. Goldsachen. Großberlins allerbilligster Waren- verknus im PsandlelhhauS Hermarmplatz 6. Auch Sonntags geöffnet.* Sozialresorm ode» Revolution, von Rosa Luxembm'g. Zweite durch- gesehene und ergänzte Auslage. Preis 50 Ps. Expedition Vorwärts, Linderr straße 69._ MonatSanzüge und Sommer- poletots von 5 Mark sowie Holen von 1.50, Gehrockanzüge von 12,00, Fracks von 2,50, sowie sür lorpulenle Figuren. Reue Garderobe zu staunend billigen Preisen, auS Pfandleihen verfallene Sachen laust man am billigsten bei Naß. Mulackftratze 14. Morihplatz 58», im Leihhaus. LcihyauS. Moritzplatz 58ir. Morihplah 63a, erste Etage, im Leihhaus, lausen Sie versallene An- züge, Paletots, Hosen von Kavalieren, wenig getragen, teils aus Seide, von 7—19 Mark. Hochelegant. Uhren. Ketten, Ringe, große Posten ver- sallener Betten. Teppiche, Gardinen usw. zu spottbilligen Preisen. 6691t* Haarfärbemittel, unübertroffen, Probeflaschen 0,50. Winterseldt, Steg- litzerstraße 25. 189/4 . 183 Strümp fstrickerei verkaust Hiller, Reich enbergerskr. 43. 1125 Parteilokal im Zentrum Berlins, Zentrale der Gewerkschaften, zirka 15 Vereine, Fremdenlogis, bei billiger Miete, volle Konzession, sür Jnven- tarpreiS von Brauerei sofort zu übernehmen. Chiffre ,T. 607.* Geist- mannS Anoncenbureau, Alexander. Platz. 251,1 Restauration verkäuflich wegen Familicnverhältniffe. Offerten„G. 598" GerstmannS Annoncenbureau, Alexan- derplatz._ 251/2 Fische-, Geflügelgeschäft, sofort sehr billig verkäuflich. Warschauerstr. 64. Kolontalwarengefchäft kraul- heitshalber billig verkäuflich. A. Wcve- ring, Groß-Lichterseldc, Moltkestr. 27a. Zigarrengeschäft, guter Neben« erwerb, Ramlerstraße 12. 2619b «Sdel. MSbel-Ewrichwngen spottbillig. Paul Wiehe, PelerSburgerslraße 69. Moebel- Boebel, Moritzplatz 58. In memem seit 31 Jahren bestehenden Möbelkaufhause stehen in süns Etagen komplette WohnuiigSeinrichlungen zu niedrigsten Fabrikpreisen zum Verkauf. AIS Spezialität liesere: Schlaszimmer, englisches 197,—, modern mit Jntarfien 263,—, Wohnzimmer, modern 312,—, Speisezimmer 355,—» Herrenzimmer 200,—, 1 Zimmer und Küche 205,—, 354,—, modern 479,—, 2 Zimmer und Küche 568,—, 667,—, englische Bett- stelle mit Matratze 43,—, Kleider- spind 80.—, Trumeau, geschliffen 34,—, Schlassosa 36,—, Plüschsosa 55,—, Umbau 50,—, Teppiche, Gar- dtnen. Riesenlager. Besichtigung er« beten. Transport und Lagerung kosten- frei. Eventuell ZahlungScrleichte- rungen. Geöffnet 8—8, Sonntags 8—2. Kein Laden. Verkauf nur im Fabrikgebäude. Wusterbuch?. gratis und franko. 246K* Möbeltifebleret. Harnack.Tiichler« Meister, gegründet 1901, Stallschreiber- ftraße 57(Moritzplatz), liefert kom- plette Wohnungseinrichtungen zu niedrigsten Fabrikpreisen. Unüber- troffene Leiswngssähigkeit. Enorme Auswahl. Zahlungserleichterung. Vorwärtsleser 3 Prozent. Kein Laden, Verlauf Fabrikgedäude. Mödclangebot, gebrauchte und neue Einzelmöbel und ganze Ein- richtungen, einsachste, eleganteste Speisezimmer, Herrenzimmer, Schlaf« »immer, beliehen gewesen, versallen, spottbillig. Riesenlager, 5 Etagen. Möbel speicherei. Neue Königstr. 6/6, tabrikgebäude. Teilzahlung gestattet. onnlags geöffnet. Metall-Bertstelle» billig zu verkausen wegen Umzug, Dresdener- straße 80. III, Hof._ 68/6* Möbel! Für Brantleute günstigste Gelegenheit, sich Möbel anzuschaffen. Mit kleinster Anzahlung gebe schon Stube und Küche. An jedem Stück deutlicher Preis. Ucbervorteilung daher ausgeschlossen. Bei KrankheitS- fällen und ArbeilSloslgkeit anerkannt größte Rücksicht. Möbelgeschäft M. Goldstaub, Zossenerstraße 38, Ecke Gneisenaustraße. Kew Abzahlungsgeschäft l LS0IK* Polstermöbel eigener Werkstatt, Auszugsofa 36,—, WohnungSmöbel größte Auswahl, Muschelschränke 25.—. KamerltngS Möbelspeicher, Kastanien- aller 56. 2620b Gebrauchtes Bett, Tisch verkaust Wildenbaichplatz 3, II links. 26006 Metallbette«. modern, ipott- billige Kausgclegenheit. Zosscner- slraße 10, Hulgeschäst. 70/9 Ausnahme-Angebot l 03 Schreib tische, eiche, Nußbaum, 44 Mark/ auch Diplomaten, geschnitzt. Möbelspeicher des Südostens, Skalitzerstraße 25, an der Hochbahn l S06K Mödel-Kausgelegenbett, Juni, Juli, wirkliche Gelegenheitskäufe sür ganze Zimmer-Einrichtungen sowie einzelne Möbelstücke aller Art. Preise bedeutend herabgesetzt. Verkauf schnellstens. Trausport und Ausbewahrung stet. Schlaszimmer 151—1000. aparte Speisezimmer 175—2000, moderne Herrenzimmer 130—1200, bürgerliche Einrichtungen 200—300, reichere 400 bis 900, Speisezimmer, Herrenzimmer, Salon. Schlaszimmer, Küche als Spezialität. 950. 1000, 1200. 1500, 6000 Mark komplett ausgestellt. Eni- gegenkommende ZahlungSweife. Auch werden Möbel verliehen. Zurück- gefetzte Möbel spottbillig. Englische Bcttitelle mit Patentmastatze 87, einfache 18, Muschel- Kleiderspinden, Vertiko» 28—120, TrumeauS 34. Umbau 35, Schreibtische 20—160, Plüschgarnituren 95. Bücherschränke 56—280, NischenbüfcUe 100—500, Standuhren. Klubsessel 65. Frisier- toiletten 25, Korbmöbel, Flur« arderoben 17. farbige Küchen 45, Anrichteküche, elegant, komplett 80. sonntags geöffnet. Rudolf Bartsch. JnnungSmeister. Ausstellung und Eabrikgedäude Oranienstraße 73. atalog 6 umsonst. g43K* Her»e«fabr»ad. einmal benutzt 35,00. ftraße 36 d. vamenfahrrad Holz. Blumen« 1683K* Fahrräder, versallene, bei Saison- schluß außerordentlich billiger Ver» kauf von gebrauchten und neuen Fahrrädern. Spezialität: Billige, gebrauchte Fahrräder, tadellos er- halten, nur erstklassige Marken. WandererrSder, Adlersahrräder. Dür- koppräder. Reue Fahrräder Riesen- lager, daher Schleuderpreise im Leih- Haus Lohmann. Neue Schönhauser- straße 11._ 280/ 1 Herrenfahrrad, wenig benutzt, Klcinschmidt, Oderbergerstraße 22. Brennaborrad verkaust Albrcchi, Koppenstraße 9, Ouergebäude III. 137 Herrenfahrrad, spottbillig, Gube- nerstraße 15, zweiler Hof I. 70/18 Pahrrfider. Arbeiter-Radfahrer erhalten zehn Prozent Rabatt im Fahiradgioßhau- Charloltenburg, Bis marckslraße 62.* Strastenrcnner, Garantieschein, spotlbillig. Witwe Gericke, Frankfurter Allee 104. 70/17 Herren-, Damenrad, kranlheits- halber, paarmal benutzt, billig. Braunack, Koppenstratze 95._ 137 Damenfahrrad und Halbrenner, modern, gut erhalten, 35,00. Große Franksurterstraße 14, Hos Keller, fein Privatschwindel. 70/4" Herrcufahrrad. 25, DamenluxuS- rad. Karras, Holzmarktstraße 52. Fahrrad, elegantes, billig, auch Teilzahlung. Menzel.Mcmclerstraße 58, Halbrenner, gut erhalten, verkauft Fellke, Rixdors, Weichselstraße 5. 1110. �Herrenfahrrad, hochelegant, billig, Koloniestraße 9, vorn II rechts. 196 Herreufahrrad, wie neu, 36,00, Pankstratze 45, parterre rechts. 196 Herrenfahrrad, sehr seines, Pen- fionat, Grenadierstraße 30 II. 197 8E,00. Halbrenner und Tandem, seltene Gelegenhett, Horn, Koppen- straße 33. 137 Herrenfahrrad, vorzügliches, 36,00, Tauschke, BoeckhstraßeM, Kott- buserddamm. 2595b �ULlK. Pianino, vorzügliches, tadellos er- halten, ist sofort ganz billig zu ver- kaufen Französischesstaße 15, I geradezu._ 66/2' Pianino. hohes, goldgraviert, 120,- Turmstraße Rabatt). 8, I (.VorwärtS'leser 70/7* Grammophon, 12 Doppelplallcn, spottbillig verkäuflich. Lagro, Ritter- straße 86._ 70/11 Mandoline, straße 85. Kluge, Adalbert- 25906 Violiiiunterricht(neue, doppelt fördernde Methode biS zur Vollendung) gibt erfahrener KünlÜer wöchentlich, aus Wunsch auch nur ewe Lettton a 1,25 M., bei zwei Schüler« je 75 Bs. Offerten unter D. 2 Expeditton des .Vorwärts*.__(• Gefchäftsdretrad. äußerst stabil, 50,00 an. Holz, Blumenftraße 3Sd.* Teilzablungen. Dreijährige Ga- rantte. Spezial-Garantterad 55,00, Kasse. Jnvalidensstaße 20, Wilhelms- havenerstraße 73. 76051* KlavierkursuS. Erwachsenen Schnellmcthode. MonatSpretS 3,00, Klavierüben stet. 20 Klaviere. Mufik- akademie Oranienstraße 147, Moritz- platz. Vefsdriectenes. BolkSfänger- Gesellschaft.Anke'. Swinemünderstraße 17._ 161* ttlluttkopfcrre von Kran KotoSktz Schlachtenlee, kurftraß« 8, III. Englischen Nnterricht sür Anfänger und Vorgeichrittene, Einzelftunden »md im Zirkel erteill K. Ewienth, Schöueberg, Sedanstraße 57. III. Patcnranwaie Wenet. Gttlchmer- ftraye 94».__ Chansseur-AuSblldmig, theoretisch und praktilch. Auto-, Flngtcchniler. Tage«-, Abendkurse. Prospekt l Auto- technlkum, Charlottenbmg, Frilsche- ftraße 27 n._ 44451 Piatina, alte Goldsachen, Bruch- gold, Sllber. Gebiffe, Kehrgold, Gold- Watten, sowie sämtliche gold- und silberhaltigen Rückstände kaust Gold- chmetze Broh, Köpenickerstraße 29. Telephon IV, 6958._ 7745t« Maschinenbau, Elektrotechnik, Eisenkonstruktion, Ausbildung. In« genieur. Techniker, Maschinenmeister, Werkmeister, Monteur, Maschinist, Maschinistenapplikant, Marine. Se- mester Ansang Juli. Prospekte. Reformtechnikum Cbausscestraße l.» Wer Stoff hat? Fertige Anzüge nach Maß, 20 Mark an. Tadelloser Sitz, haltbar. Futtersachen, Franke, Ackcrstraße 143, Ecke Jnvalidenstraße.* Pfandleihe MarkuSstiaße 27.* Bolksquartett.Gerhardy*. Kon kurienzloses Programm. Wrangel> straße 22._ 129 Plate», Bilz. Lexika und Bücher kauft Beyer, Oranienstraße 138. 25366 Handwäscherei Rudolf Ehling, Köpenick, Bismarckplatz 2, wäscht chlorst«, trocknet im Freien. Laken, Leibwäsche, 4 Handtücher 10. Ab- holung Dienstags Wer Stoff hat, fertig« 16,00. 5kaczynSN, Li ftraße 9, II. An Iug für lergcr- 137 Aufpolsternng. Bettmatratze 4,00, Sofa 5,00. Zluch außerm Hause. Hoff. mann. Neue Königstraße 30. 251/4 Brocke» sind abzuholen. IIIS Friseur, besserer, der stch selb. ständig machen will, findet günstigen Laden mit Wohnung, Lichtenberg, Weichselstraße 9._ 189/2 Restaurant, Seitenstraße, Moritzplatz, 1950 Miete, 4 Jahre bestehend sofort vermietbar. Lagerkarte 32 Postamt 42._ 251/5 Eckladen. Tegel, in dem mit Er- folg ein Kolonialwarengeschäst be> hieben wurde, gute Arbeiterkundschast, ist per 1. Oktober anderweitig zu vermieten. Offerlen K. 3 Expedition «TS.Vorwärts". Wohnungen. Prachtwohnungen S vldinerstr.32. Müggelstrafte 28 geräumige Ein« und Zweizimmerivohnungen mit und ohne Bad per sofort oder später zu vermieten. Näheres beim Verwalter, vorn I links._ 110* Zentralviehhof, Hübnerstraße 6, neurenooierie bequeme, billige Ein- und Zwei-Zimmerwohnungen. 2466b' Balkouwohnungen, 2 Stuben, Küche 23,—. 1 Stube, Küche 25.—. 1. Juli. Kleine Markusstraße 3.» Sommerwohnung, Wald, Garten, Balkon vermietet Hermann Zösche, Neuendors bei Brück(Mark.) 129 Prachtwohnungen, 1, 2 und 3 Zimmer, Bad. 18,00, 25,00, 45,00. Plattladen 30,00. Koloniestraße 68. Rixdorf, Kopsstraße 15._ 1110 Billige Wohnungen Rummels« burgcrstraße 88, nahe Bahnhöfen Stralau- RummeiSburg, Frankfurter Allee, ein großes Zimmer, Küche 17,00. mit Kammer 13,00._ 189/6 Rixdorf, billige, renovierte Pracht- Wohnungen, sofort, später vermietbar: Siegsriedstraße 22, direkt Bahnhos Hermannstraße, drei Zimmer, Bad, Zubehör, Bodestraße 32, Julius- straße 38/39, JuIiuSstraße 22/23, Bahnhos Hermannstraße, ein, zwei und drei Zimmer, teils Bad. 189/5 Limmer. Hübsch möbliertes Flurztmmer für zwei Herren zu vermieten Schenken- dorfsttäße 3, vorn II._ 2574b* Ledigenheim Charlottenburg, Danckelmannstraßc 47. Zimmer 10— 15 Mark monatlich einschließlich Früh- stück, Licht und Hetzung._ 69/15 Möbliertes Zimmer oder möb- lierte Schlafstelle, Herrn. Stocker, Forstelstraße 36, vorn 2 Treppen. MöblierteS Zimmer für einen oder zwei Herren Reichenberger- ftraße 2t, vorn I rechts._ 1125 Billiges möbliertes Vorderzimmer für 1 oder 2 Herren eventuell Damen. Frau Wtsotzll, Wrangel- ftraße 83. 1125 Vermietungen. Fräulein Hesse, Filckerbrück« 11 Sommerwohnung, billige, sofort, sür FamUie, dicht am Walde. Auch Wohnung. 2 Stuben und Küche, billig, sofort zu vermiete». Offerten B. Postamt Seegeseid. 25686* Möblierte Lie, Rilterstraße Einem Teil unserer heutige» Auflage— für den Norde»«nd nördliche Bororte— liegen Pro« spekte folgender Firmen bei t Jacqneu Cohn, G. m. b. H-, Modetvarenhaus, Berltu X-, Mullerstr. 182/3. liOalB Italic, Schuhwaren. hauS. Berlin N., Chouilee. _______________________.____ strafte 75» vergntwortlWer mtatm Nichard Latth, Berlin. L.ür tun ZtiluatsatsiimesUP� S&QiMt, SitUs, �ruSit-Lerlsg: LeisättS v. vttigghgnftalt KM Kinger& � fieiltB SME 2t. Läden» Dänenstraße 20 und Bahnhof Schönhaus« Allee, sehr billig, sofort. 868K Kleines möbliertes Zimmer. Kulge, Luisenuser 53, Hos IV. WiöblierteS Zimmer für einen respcltwe zwei bessere Handwerker. Echwietzte, Halleschestrahe A, Garten- Haus I.___ 25626 MöblierteS Vorderzimmer, ein oder zwei Herren, billig. Dresdener- straße 80, I._ 26146 Zimmer, möbliert, allein, 12,00. Witwe Doepel, Pappelallee 47. 177 Möbliertes Zimmer, zwei Herren, billig. Mclchiorslraße 14, I rechts. Möbliertes Vorderzimmer an Herrn. FriedrtchSbergcrstraße 19, _ MöblierteS Zimmer vermietet, auch Teilnehmer, Naunhnstraß« 81, vorn III recht». Kleines möblierte» Relchenbergerstraße 168, links. MöblierteS 1125 Zimmer. Zimmer. straße 10, vorn III. vorn IV _ 1125 | kleines einfaches Witwe vitterhoff, Liebig- 111 Möbliertes Zimmer vermietet Flnzel, Eckertstraße 4._ 111 MöblierteS Zimmer, billig, einen auch zwei Herren. Liebigstratze 34, II, Simon._ 111 "Zimmer. separat. Romatz kl. Prinzenftraß« 94, vorn II. 1116 "Möbliertes Zimmer. Ackersst. 12. II lwls. 26036 Schlafstellen. Schlafstelle(Herren) vermietet Kaßlcr, RunnnelSdurg. Neu» Bahnhof- straye 0, Setteiisiügel IV. 169 en. Weseniak. Naunynstraße 3Z."-r29 Möblierte Cchlasstelle. Wiebe, Mcy«be«rstrotze 6, rechter Seiten- _ 165 sür Fiäu- Reicheubergcrftraße 16, vorn I V 1125 flügel III, Nähe KöntgSIor. Möblierte Schlasflelle lein.—•■ linkS. Möblierte Schlafstelle. May, Weinstraße 10, vorn IV._ 164 Möblierte Schlasflelle. Alte Schönhaus erstratze 59, vorn IV rechts. Möblierte Schlasflelle mit Bad für Herrn bei Waller, Kreutziger- straße 16, Osten.__ 167 Freundliche Schlasslelle, separat. BorowStt, Manteuffelftr. 13, vorn IV. Bessere- Beitze, Obersli derrn, separat. Dculstr. 12. Tauber möblierte Schlafstelle an jungen Mann. Buche. Weinstraße 8, vorn n, am Friedrichshain.+64 Schlafstelle bif DidlankyS. Sebastlanstraß« 87/38, Hos 2. Ein« gang III._ 25976 Freundliche Schlassielle für Herrn. Schlasstelle, separat. 124, III. 2538b Möblierte Schlafstelle, Aussicht Oranienplatz, einen oder zwei Herren, uilliueüslr»»» 40/41, rechter Ausgang, Voß.___ 1116 Allelüh separat, 9 stohrer. >« Schlafstelle, Nttnftraße 124, Herren, Hot lV. » 2603b Gut mMllerte Schlafffelle Hutten. straße 6, vorn IV, Schulz.+147 Möblierte Schlafstelle für Dame Neanderstraße 94, Nährllch._+116 Möblierte Schlasslelle Prinzen- straße 47, vorn III links.+116 Näheres Schlafstelle(Herren). Spedition Bcrnauerstraße 9. fföl Schlafstclle(Herren), Bad, Rix- darf, Weichselstraße 8, Jdealpaffage, Ausgang 15, I.______+110 Schlafstelle, möbliert, sür Herren, 11 Mark. Wildt, Rixdors, Weise- straße 52, vorm_+148 Schlafstelle Prinzenstraße 94, vorn Armatzki, +116 Schlafstelle vermietet Witwe Luckow, Prinzenstraße 82(Moritzplatz). 70/20 Anständiges Mädchen findet Schlasstelle Rodenbergstraße 8, vorn IV links.+77 Möblierte Schlasstelle vermietet Zhdck, KopcrnikuSstraße 3l, vorn iV. Schlafstelle, allein, Herrn oder Mädchen, Dziurla, BreSIauerstraße 8, Ouergebäud e III._+38 Teilnehmer zur möblierten Schlaf- stelle gesucht. Hermanku», Schleier- macherstraße ll I.+88 Möblierte Schlafstelle, 2 Herren. Siboldstraße 5, vorn parte«»(Kaiser- Friedrichplatz)._+88 Schlafstelle, Herrn j bei Pilz. Skalitzeislraße 57, vorn._+125 Freundlich möblierte Schlafstelle preiswert zu vermieten, Fretberg, Ritterstraße 108, vorn IV. 251/6 Schlasstelle straße 33, vorn für Herrn, Liebig« Frau Kirsch.+11 Möblierte Schlafstelle vermietet Frau Schreib«, WilSnackerstraße 20, Hos parte««. 2617b Mietsgesueho. Privatlehrertn sucht pro Ok- tob« sreundltche, geräumig Zwei- oder Dreizimmerwohnung mit Bad und Zubehör. Sonnenseite. Erwünscht Charloltenburg, WtlmerS- dorf, Friedenau od« NW., Nähe Stadtbahn. Gefällige Offerten mit Preisangabe unter„F. 8* an die Expeditton diese» Blatte». 937K 8 Freunde suchen ein nettes Zimmer. Nähe HallescheStor. Offerten mit Preisangabe unter tt, Postamt 61. 2Ö756 Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Nebenverdienst für jedermann. Auskunst kostenlos. Wolf, Zwickan (Sachsen), Nordstraße 30. 900K Bantschleifer, tüch! fachen, suchen Körn« u. zejstnnenstraße 16. ür Korpus» wll, Prin- 2548b* Arbeitsburschen, 15 Jahr, ver- langt Lüdecke, Pankow, Wollank- ftrage 64.+148 Gruudierer verlangt Goldleisten- sabrik Rixdors, Pflügerstraße 18. Kleiner älter« Gesangverein sucht Dirigenten sür Freitag. Offerten mit GehaltSansprüchcn an Kachel, Pastenrstraße 41. �+77 Blangterer aus Schasled« gesucht Willdenolvstraße 5.__+85 Perfilb«« Tüchtigen Köpenickerstraße 21. verlangt 26046 Plätteriuneu bei hohem Lohn und dauernder Beschäftigung gesucht. .Favorile', Dampswascheret, Schle- sischestraße 30. 25936 Zeitungsfrauen verlangt Born- holmersliage 1, Königftraße 56/57, Schützenstraße 24/25, Schiffbauer. dämm 1. 70/4* Künstliche BlumenNeberinnen und Kröserinnen, nur im Hause, sucht Schindelhau«, Alte Jakobstraße 156. Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeige« koste» SV Pf. die Zeile. RMteur gejucht. Zum l. Oktober b. I. wird sür die ..Müldaus« BoltSzeitung' ew zweit« Redakteur, vornehmlich für den lokalen und gewerkschaftliche» Teil, gesucht. 286/20 Offerten an L.«mmel. Mül- hausen i. E.. Dreikönigstr. 37 erbeten. ff Düoiitixo, ooidsiiwcki�v ffMSilikl'evNM Lnckvu ttauorncko Ltolluuz doi gutem I-ohn. Karosserle-Werke Lnckw. Käthe& Sohn, Halle S. Reisevergütong 4. Klasse nach 4 Wochen. 70/12* V Achtung! Holzarbeiter. «Segen Streik infolge Lohn- Differenzen sind folgende Betriebe gesperrt: Gossow, Tischlerei, Teltowerstr. 53. Ering. vaittffchlerel. Goiffchedffr.». Lukat, Möbelsabrtt. Dieffenbachstr. 35. _ Die LriSverwaleuug.