Nr. 149. Bbonnements-Bedlngnng«!!! Abonnements. Preis pränumerando i »icrtcljährl. 3�6 Mb, monalt. 1.10 Mb, wöchentlich 28 Pfg. frei ins HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Hümmer mit illustrierter Sonntags» Beilage.Die Neue Welt' 10 Psa. Post- klbonnemem: 1,10 Mark pro Mg„ab Eingetragen in die Post-Zeilunas- Preisliste. Unter Ureuzband für Dculfchland und Oesterreich- Anaarn L Mark, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. PostabonnemcntS nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 87. Jahrg. Cr!di(int täglich außer montags. Verlinev VolltSblertk. Die TnTertlons-Gcbflljr-• B ekSflt für die scchsgcspaltene Uolonel- geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Berfamnilungs-Anzeigen M Pfg. „kleine Unreigen", das erste fsctt- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- sicllen-Anzeigcn das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über Ib Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis SUhrnachmiltagsindcr Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist biS 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm-Adresse: „Sozialdtinolirat Rcrlin1*, Zentralorgan der(bzialdcmohrati feben parte» Deutfchlands. RecUhtion: SM. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. IS8Z. Mittwoch, den 29, Juni 1910. Expedition: SM. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. Kieler Abfälle. Berlin, 28. Juni. Der„Deutsche Reichs anzeiger«nd Königlich Preußische Staatsanzeiger" teilt mit: Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Staats- und Finanzminister Dr. Frei Herrn v. Rheiubaben nnter Belassung des Ranges und Titels eines Staatsministerö die nachgesuchte Eni lassnng ans seinem Amt zu erteilen und den Ober- bürgermeister Dr. L e« tz e in Magdeburg zum Staats «nd Finanzminister zu ernennen. Ter Kaiserliche Botschafter in Paris, Fürst von Radolin, hat seinen Abschied erbeten und ist nnter Verleihung der Brillanten zum Kreuz der Großkomture des Hohcnzolleraschen HansordenS in den Rnhestand versetzt worden. AlS Nachfolger deS Fürsten Radolin in Paris ist der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Freiherr von Schorn, in Aussicht genommen, der in der Leitung des Aus wärtigen Amts durch den bisherigen Gesandten in Bukarest, von Kiderlen-Waechter, ersetzt werden wird. In Kiel feiert Wilhelm II. frohe Feste. Der kaiserliche Jachtklub veranstaltet seine glänzenden Regattafahrten und aus In- und Ausland versammelt sich, was hoffähig ist, in der Nähe des Monarchen. In das glänzende Hoflager zur See kommt auf ein paar Tage auch der langweilige Herr v. Beth- mann, in seiner Begleitung Valentin i. Von Segelsport ver- stehen sie wenig.� Ihre Anwesenheit wird nur störend empfunden. Die Störung dauert glücklicherweise nicht lange. Und sobald die beiden Herren wieder in Verlin sind, erfährt das deutsche Volk, erfahren die Parlamente Deutsch- lands und Preußens, daß wieder Minister fort- geschickt, andere an ihre Stelle getreten. Ein paar Unter- schristen zwischen zwei Rcgattafahrten und alles ist erledigt. Die Kieler Feste nehmen jetzt ungestörten Fortgang. Was küinmert es auch die in Kiel sich Vergnügenden, daß die schwierigste und verantwortungsvollste Aufgabe, die heute einem europäischen Staatsmann zufallen kann, die Leitung der auswärtigen Politik des Deutschen Reiches, einem neuen Manne übertragen wird, daß das Finanzministerium des größten deutschen Bundesstaates in andere Hände übergeht. Was ist ein Ministerwechsel gegen den Reiz einer Wettfahrt? W i l h e l m II. ist ein trefflicher Erzieher. Kann man stärker und auffälliger dem deutschen Volke die Tatsache vor Augen führen, daß der Wechsel in den Aemtern, die uns stets als so bedeutend und wichtig geschildert werden, daß nur der erleuchtete Sinn eines Monarchen von Gottes Gnaden die richtige Auswahl unter den Berufenen treffen könne, in Wirk- lichkeit nicht mal die Unterbrechung einer Scgelwettfahrt lohnt? Und braucht das deutsche Volk ein Ereignis ernst zu nehmen, das der Herrscher, der es herbeiführt, höchstens als unangenehmes Intermezzo eines Sportfestes empfindet oder vielleicht als angenehmen Kitzel s e i n e r M a ch t. die den Ministerpräsidenten und Kanzler an seinen Hofstaat zwingt, um dort die Weisungen entgegenzunehmen, welche Männer die Politik des deutschen Volkes leiten sollen? In den Ländern mit parlamentarischem RcgierungSsystem sind die Minister die Vertranensmänncr der Parteien, die die Majorität des Volkes repräsentieren. Sie sind der Nation bekannt, in deren Händen es liegt, den Parteien die Macht zu geben oder zu nehmen. In Deutschland liegt die Ernennung und Entlassung der Minister in den Händen eines Monarchen, dessen Personenkenntnis vielleicht eine un- übertreffliche sein mag— dies ist dann ein glücklicher Zufall — oder auch versagen mag, gleichfalls ein Zufall. Aber wie dem immer sei, das Interesse an den Kieler Festen scheint das an der Besetzung der Ministerposten zu überwiegen. Es fällt uns nicht bei, mit dieser Tatsache rechten zu wollen, aber ist dies wirklich das einzige System, das der politischen Reife des deutschen Volkes entspricht? Man komme uns nicht mit dem Einwand, daß ja Herr v. Bethmann die Verantwortung für die Entlassungen und Ernennungen trage. Es wäre ja fast weniger überraschend ge- wesen, wenn Wilhelm IL, statt Rheinbaben gehen und Bethmann bleiben zu heißen, umgekehrt entschieden hätte. Die Verantwortlichkeit des Herrn Reichskanzlers ist ja nur eine Farce, nichts als eine von niemandem ernst genommene Deckung des Absolutismus. Es hätte auch anders kommen können und Parlament und Volk hätten es ebenso hinnehmen müssen. Und deshalb sind die Formen, in denen sich bei uns der Ministcrwechsel vollzieht, so bedeutsam. Der Form entspricht der Inhalt und nichts kann den Jammer unserer Verfassungszustände besser enthüllen als dieser politische Abfall von den Kieler Festen. Die LeMon über deutsche Verfassungszustände wird noch eindringlicher, wenn man das Ergebnis des Ministerwechsels betrachtet. Herrn v. Bethmann ist also gelungen, was dem Fürsten B ü l 0 w stets mißlungen war: Herrn v. Rheinbaben, den ernsthaftesten Konkurrenten um daS Reichskanzleramt nicht nur, sondern den Politiker, der die preußische und Reichspolitik stets selbst machen wollte, zu beseitigen. Die Entlassung Rhein- babens kommt überraschend, weil er der Vertrauensmann der Konservativen in der Regierung war und weil man wußte, daß die Junker ihn stützten, r ist auch sicher nicht bloßer Zufall, daß Rheinbabens Entlassung erst bekannt gegeben wurde, als die Junker in Herrn v. Dallwitz einen in politischer Beziehung vollwichtigen Ersatz erhalten hatten. Seine Beseitigung hat deshalb auch nichts mit einer Aenderung der Regierungs- Politik zu tun. Sie war nur das persönliche Be- dürfnis Bethmanns, den ihn gänzlich Verdunkelnden endlich los zu werden. Daß er bei Wilhelm IL keinen Widerstand fand, ist nicht verwunderlich. Als B ü l 0 w in den Novembertagen den Kampf gegen das Persönliche Regiment nicht bemeistern konnte, da suchte er die eigene Stellung zu stärken und bewog das preußische Staats Ministerium. sich mit ihm solidarisch zu erklären und sein Verhalten zu billigen. In der offiziösen Presse ist damals ausdrücklich gegenüber auftauchendem Zweifel festgestellt worden, daß auch der Vizepräsident des Staatsministeriums, Herr v. Rheinbaben, auf Seite Bülows stehe. Seit der Zeit konnte man sicher sein, daß Herr v. Rheinbaben an dem Kaiser keinen Halt finden Iverde. Herr v. Bethmann ist in dem Kampf um die Behauptung seiner Macht ein gelehriger Schüler Bülows. Wie Bülow sucht er Persönlichkeiten, die gefährlich werden können, bei zeiten unschädlich zu machen. Vergebens tvar Herr v. Rhein babens Eiser bei der Durchdrückung der Zivilliste, Herr von BetHtuann hat ihn trotzdem gefällt. Bei diesem Streit ist diesmal das Volk der lachende Dritte. Herr v. Rheinbaben war ein rücksichtsloser Vertreter agrarischer Interessen, der bedenkenloseste Verfechter junkerlicher Politik. Daß er ein fanatischer Gegner der Sozialdemokratie gewesen, würden wir ihm nicht zuin Vorwurf machen: das ist bei einem preußischen Minister selbstverständlich. Aber bei Herrn v. Rheinbaben haben wir nicht den Eindruck gehabt, daß wir es mit einem ehrlichen Gegner zu tun haben. 5tein Argument war ihm zu schlecht, wenn es Eindruck verhieß, und selbst die gründlichsten Widerlegungen ignorierte er, um immer aufs neue seine falschen und irreführenden Zahlenzusammen stellungen vorzutragen. Die Reichsverbandmanier seiner Polemik ist von uns so oft gekennzeichnet worden, daß wir uns ein näheres Eingehen heute sparen können. Auch der Ruhm des Finanztechnikers Rheinbaben, den ihm die reak tionäre Presse so reichlich gespendet hat, ist zuletzt arg zerzaust worden. Es war noch nicht das schlimmste, wenn Herr von G w i n n er ihm im Herrenhaus Mangel an sinanzwissen- schaftlicher Einsicht vorwarf. Noch schlimmer war der Nach- weis des Direktors der Deutschen Bank, daß dem Finanz- minister auch die nationalökonomische Einsicht für die Be- urteilung der Konjunktur fehle und daß seine falschen Dispo- sitionen bei der Verteilung der Staatsbestellungen den Staat um Millionen schädige. Nächfolger Rheinbabens, der an Stelle Schorlemers als Oberpräsident nach der Nheinprovinz geht, wird der Magde- burger Oberbürgermeister L e n tz e. Er gehört dem äußersten rechten Flügel der Nationalliberalen an, der von den Frei- konservativen nicht mehr zu unterscheiden ist. Er paßt also in das Ministerium Bethmann vortrefflich, das den schwarzblauen Block durch die Heranziehung der sich nationalliberal nennen- den Scharfmacher st ä r k e n will. War Rheinbabens Entlassung eine neue Ueberraschung, so war man auf die Ersetzung Herrn v. S ch 0 e n s durch Herrn v. Kinderlen-Wächter schon lange vorbereitet. Herr v. Schoen hat im großen und ganzen eine ruhige und besonnene auswärtige Politik gemacht und sich erfolgreich um die Besserung unseres Verhältnisses zu F r a n k- reich bemüht, das durch die sinnlose und gewissenlose Marokkopolitik kritisch geworden war. Man sagt ihm nach, daß er auch einer Verständigung mit England über die Scerüstungen nicht prinzipiell ablehnend gegenüber- stand. Freiherr v. Schoen hat deswegen die rüdesten Angriffe der Chauvinisten über sich ergehen lassen müssen und es ist nicht unwahrscheinlich, daß er deswegen den Wunsch gehabt hat. das Staatssekretariat mit dem Pariser Botschafterposten zu vertauschen. Sein Nachfolger hat während der Debatten in der Novemberkrise im Reichstage recht unglücklich debütiert. Der„Herr in der gelben Weste" hat damals durch eine un- geschickte Verteidigung des Auswärtigen Amtes Stürme der Heiterkeit geweckt. Doch wäre es ungerecht, den neuen Mann allein danach zu beurteilen. An der Beendigung des Marokko- streites hat er, der damals Herrn v. Schoen vertrat, ein unleugbares Verdienst. Es muß abgewartet werden, ob er in der auswärtigen Politik die imperialistischen und chauvi- nistischen Versuchungen, die eine Gefahr für den Frieden und die Wohlfahrt des deutschen Volkes sind, mit der nötigen Entschiedenheit abweisen wird. Herr v. Bethmann, versichern die Offiziösen, kommt, in seiner Stellung gestärkt, aus Kiel zurück. Wir meinen, daß der Versuch, mit neuen Männern die alte, schlechte P 0 l i t ik fortzusetzen, dem Ehrgeizigen nicht viel nützen wird. Das Urteil über den Feind des gleichen Wahlrechts bedarf keiner Revision. Der Kurs des Herrn v. Bethmann bleibt der alte und ebenso der Wille des Volkes, das Stistera»fter Reaktion, das Herr v. Bethmann so restlos verkörpet� zu brechen, koste es, was es wolle. Sie prelle und der lillniitemechlei. Die Entlassung Rheinbabens ist merkwürdigerweise zuerst durch die sonst nicht sehr aktuelle„Kreuzzeitung" kundgetan worden. Das Blatt behauptet,„daß der Rücktritt dem eigensten Wunsche des Freiherrn v. Rheinbaben entspricht und daß sein Entschluß zu dem Entlassungsgesuche ohne Vorwissen des Reichs- kanzlers und Ministerpräsidenten gefaßt worden ist. Jcncc Wunsch des Ministers ist sicherlich begreiflich, wenn man berück- sichtigt, daß er seit 10� Jahren dem Staatsministerium angehört und nach zweijähriger Tätigkeit als Minister des Innern seit über neun Jahren das arbeits- und verantwortungsreiche Amt des Finanzministers in politischen Lagen verwaltet hat, die stets wechselnde politische Schwierigkeiten boten." Die Behauptung, daß Herr v. Bethmann von nichts gewußt, ist doch zu sonderbar, um Glauben zu finden. Dies um so weniger, als Herr v. Rhein» babcn in einem Interview im Gegenteil versichert, daß er im vollkommenen Einverständnis mit dem Reichs- kanzler, der ihn noch länger habe halten wollen, aus dem Amte scheide. Wir glauben weder das eine noch das andere. Im übrigen loben die konservativen Organe mit gutem Grund ihren Rhein- baben über den grünen Klee. Namentlich der„Deutschen TageS- zeitung" ist die Ueberraschung ersichtlich unangenehm. Herr Dr. Lentze wird von dem Bündlcrorgan mit'sehr verdächtiger Sympathie begrüßt. Der„R e i ch s b 0 t e" erklärt, daß Herr v. Bethmann noch etwas leisten will, und weder an Rücktritt noch daran denkt, liberale Politik zu machen. Dann wird eine neue Finanz- reform angekündigt:„Die nächsten Tatsachen scheinen auf dem Gebiete der Finanzreform zu liegen, weil die Resultate der Finanzreform.für djie. Bsedlürfn�isse deS .Rkichesnichtausreichen." Die„Germania" ist sehr zufrieden. Der Ersatz Schor- lemerS durch Rheinbaben im Oberpräsidium der Nheinprovinz ist ihr offensichtlich angenehm. Sie schreibt: „Daß die Nheinprovinz keinen katholischen Oberpräsidentcn wiedererhält, somit überhaupt jetzt kein einziger Oberpräsident in Preußen Katholik ist, bedauern wir. Wenn aber nun einmal ein Nichtkatholik als oberster Leiter der Rheinprovinz in das Koblenzer Schloß einziehen sollte, so kann man nur seine Freude darüber aussprechen, daß Freiherr von Rheinbaben, der lOW Jahre lang als Minister Tüchtigkeit bewiesen und sich wohl- verdientes Ansehen erworben hat, dazu ausersehcn ist. Die Katholiken Rheinlands dürfen hoffen, daß er in seiner neuen Stellung auch ihnen gegenüber die Objektivität und Unbefangen- heit zeigen wird, die ihn sonst ausgezeichnet haben. Das„Berliner Tageblatt" erwartet von dem Wechsel so gut wie nichts. Es sagt: „... Daß sich Herr v. Rheinbaben selbst für den Mann der Stunde hielt, ist gewiß. Sei» Rücktrittgesuch sollte wohl die Entscheidung erzwingen. Er hat sich geirrt. Herr v. Bethmann Hollweg, in großen Dingen so klein, war ihm im Jntrigcnkampf überlegen. So geht Rheinbaben, während Bethmann, wenn auch nur vorläufig, bleibt. Von einer Homogenität des Staats- Ministeriums braucht deshalb freilich noch lange nicht die Rede zu sein. Im Gegenteil; in den heutigen Kurs paßte niemand besser als Herr v. Rheinbaben. Nichts als kleinliche Reibereien und Ambitionen haben bei dem jetzigen Wechsel im Finanz- Ministerium mitgesprochen.... Man kann... nicht erwarten, daß unter dem Regime Bethmanns gute Finanzpolitik gemacht wird. Und soviel höchstens läßt sich sagen, daß mit Herrn v. Rheinbaben eine der stärksten Säulen der-reaktiv- nären preußischen Politik beseitigt worden ist. Fast sieht es so aus, als ob auch noch andere demnächst stürzen werden." Dieser Erwartung geben auch andere Organe Ausdruck. Als reif zum Fallen werden Herr v. S y d 0 w und auch Herr von T i r p i tz bezeichnet. Offiziös werden aber weitere Vcrände- rungen natürlich abgeleugnet. Aehnlich wie daS„Berliner Tageblatt" urteilt auch die „Vossische Zeitung", die zum Schlüsse schreibt: „Allmählich müde geworden?" Hie und da munkelt man, er sei nicht müde, sondern vorsichtig, wolle nicht in das von ihm geahnte Schicksal des Ministeriums Bethinann Hollwcg mit- gezogen werden, wolle sich für die Zukunft aufsparen. Die Zeit wird es lehren." Die Urteile der übrigen Presse bewegen sich im allgemeinen zwischen den wiedergegebenen. Herr v. Schoen wird von den „nationalen" Organen sehr schlecht behandelt. Zum Schlüsse sei eine allgemeine Betrachtung der„Berliner Neuesten Nachrichten" wiedergegeben. DaS Blatt wendet sich scharf gegen Bethmann. Sie halten seine Negierungskunst für äußerst verderblich und glauben nicht, daß daS Reich und Preußen sie noch lange ohne weithin sichtbare KrankheitS- er sch einungen aushalten werde. Das Blatt wendet sich gegen die Art und Weise, wie man bei uns Minister ernennt und entläßt, indem eS schreibt: „Aber die ganze Art, wie Minister ernannt und weg- gejagt, wie die Ressorts in Unruhe gehalten, das Staats- leben dauern da e st ort, die Staats- und Reichskasse nicht infolge zwingender Notwendigkeiten, sondern infolge wechselnder Stimmungen und schwankender Entschlüsse mit ungeheuren Ruhegehältern für die nach kurzer Versuchszeit abgesägten „Probekandidaten" belastet werden; die Art, wie das Kapital an Stetigkeit, Ansehen und Vertrauen im In- und Auslande durch diese von innerer Unruhe getriebene Politik fortdauernd gemindert wird, fordert zur e r n st e n K r i t i k heraus. Während die Nation im Innern durch den wütenden Parteihader zerrissen wird, gibt die Regierung ein Schauspiel der Zer- setzung, wie es schlimmer kaum gedacht werden kann."- Unzweideutige Politik. Paris, 27. Juni.(©ig. Set.) Zu den verschiedenen Paraden, die die Negierung der Republik dem Bulgarenkönig vorgeführt hat, ist heute eine Kammerrede B r i a n d s gekommen. Briand sollte den Kritikern der Regierungserklärung antworten, insbesondere den Radikalen die von ihnen geforderte Klarheit über seine Stellung zu den Linksparteien geben. Er ist über die Gemeinplätze der Erklärung nicht hinausgegangen, wird aber trotzdem von den durch den Wahlausfall vollkommen desorganisierten Radikalen sein Bertrauensvotum bekommen. DaS parlamentarische Chaos ist soweit gediehen, datz Briand, mit seinem scharfen, die schwachen Stellen des Gegners erspähenden Witz selbst attakieren, den von den Radikalen ihm entgegengestreckten Spieß umdrehen und von ihnen Klarheit fordern konnte:„Alles oder nichts— entweder Ihr ganzes Vertrauen oder gar keines!" waren seine Schlußworte. Man hätte fast vergessen, daß man es mit einein Minister der„An- Passung" zu tun hat... I» einem Punkt aber erlaubt Briands Politik wirklich keinen Zweifel. Welches Verhältnis zur Arbeiterklasse sie ver- sucht, zeigt das blutige Vorwort, das sie gestern.deriRegierungserklärung vorausgeschickt hat. Die Metzelei an der Porte de Flandre gehört zu den schlimmsten Gewalttaten, die unter der dritten Republik an demonstrierenden Arbeitern begangen worden sind. Das Leichenbegängnis des von Polizisten bei einem Konflikt mit streikenden Arbeitern tödlich verwundeten Tischlers Cler hätte trotz der un- geheuren Beteiligung der Gewerkschaften— vielleicht 40 000 Menschen waren im alten Revolutionsquartier deS Faubourg St. Antoine zusammengeströmt— friedlich enden könne». Wohl kam eö auf dem Marsche zum Friedhofe zu Demonstrationen vor einer Polizei- wachtstube und einer vom Ausstand betroffenen Tischlerei sowie zu einer Prügelei mit provozierenden Streikbrechern, denen der Sukkurs Wild dreinschlagender Polizisten zuteil wurde, aber die Kundgebung wäre ruhig ausgegangen, hätte nicht die Polizei an der Stadt- umwallung einen Angriff auf die vom Friedhof zurückmarschierenden Arbeiter vorbereitet. Weil das mit Trompeten gegebene Kommando zum„Auseinandergehen" nicht sofort befolgt wurde, fielen Dragoner, Polizisten und republikanische Garden, die da in Schlachtordnung aufgestellt waren, sofort mit scharfen Hieben über die Demonstranten her. Den Flüchtlingen setzten sie in Caf�s nach und drangen selbst in Privatwohnungen ein. Die Berichte der bürgerlichen Presse selbst lassen keinen Zweifel darüber, auf welcher Seite die Roheit und die Herausforderung war. Die Panik war so groß. daß viele Frauen und Kinder aus den von der Ordnungs- armee erstürmten Häusern zum Fenster hiuauSsprangen. Sogar im Wallgraben wurden Flüchtlinge niedergeschlagen. Die Zahl der Verwundeten aus dem Publikum, unter denen sich viele an der Kundgebung ganz Unbeteiligte befinden, ist sehr groß und viele der Wunden sind sehr schwer. Da sich die Demonstranten in ihrer Not zur Wehr setzten, so gut eS ging, gibt eS auch unter den Polizisten Verwundete, und die Polizeipräfektur ist natürlich bemüht, durch sorgfältige Notierung jedes HautritzerS ihre Zahl mög« lichst anschwellen zu lassen. Jetzt sollen es gar schon 41 sein. Auch ist sie bestrebt, den berühmten„Bürger Browning" eine möglichst große Nolle bei dem Zusammenstoß spielen zu lassen. Mit welchem Recht— geht daraus hervor, daß auch der offizielle Bericht von keinen Schußwunden der Polizisten spricht. Die Teil- nähme anarchistischer Jugendgruppen an dem Überfallenen Zug ist wohl eine Tntsache, aber sicher ist, daß diesmal die— von Un- bekannten abgegebenen— Revolverschüsse gefehlt haben, die dies unter dem Ministerium Clemenceau angerichtete Massaker von Villcneuve— St. Georges rechtfertigen sollten. Das gestern vergossene Blut ist einzig nur darum geflossen, weil die Polizei den Demoustrantenzug in jedem Fall, und nötigen- falls mit Gewalt auseinandersprengen wollte, trotzdem die Pariser Arbeiter doch erst vor vier Wochen aus dem Pöre Lachaise gezeigt haben, daß sie imstande sind, Kundgebungen würdig durch- zuführen. Briand allerdings findet die Polizeitaktik durchaus in Ordnung, und die bürgerlichen Parteien haben ihm heute in der Kamnier lärmend zugestimmt. Negierung und Parlament ver- stehen einander in dem einen Kapitel vollkommen.... Es wird weiter regiert— gegen die Arbeiterklasse. Der „Temps" beglückwünscht sich heute„ohne Vorbehalt zu der Richtung, die offenbar an der leitenden Stelle zur Geltung kommt". Und da auch der bulgarische Ferdinand der bürgerlichen Republik attestiert hat, daß sie ein Regime der Freiheit, der Gerechtigkeit und des soziale» Fortschritts ist, so ist alles Räsonnieren sozialistischer Kritiker als böswillige Anschwärzung strahlender Staatsweisheit gerichtet._ Cideraie iiot im Saarrevier. Aus dem Saarrevier wird uns geschrieben: Wie ich aus ganz zuverlässiger Quelle erfahre, hatte der Vorstand der n a t i o na l l ib e r a le n Partei für den Wahlkreis Saarbrücken dem Abgeordneten B a s s e r m a n n für die kommende Neichstagswahl die Kandidatur angetragen. Aber Basscrmann hat abge- lehnt, und zwar weil der rechteFlügel, die Vertreter derGroßindustrie. sich entschieden gegen seine Kandi- datur erklärten. Sein hauptsächlichster Gegner war der Landtagsabgeordnete Dr. Röchling, Mitbesitzer der Volk- linger Hütte und der„kommende Mann" der Scharfmackx'r an der Saar. Ebenso wollen V o p e l i u s und andere Scharf- niacher nichts von Bassermann wissen, der gegen ihren Willen und aus der Hand der Jungliberalen das Mandat nicht an- nehmen will. Der Versuch, die beiden Richtungen im saarabischen Nationalliberalismus auf eine.Kompromißkandidatur zu ver- einigen, ist also vorläufig mißlungen. Es wird sich nun fragen, welche Richtung die andere in der Kandidatenfrage besiegt. Schon bei der letzten Reichstagswahl hat sich unter den Liberalen an der Saar eine starke Strömung gegen den freikonseMativen Geist der Stumm-Hilger- Richtung geltend gemacht, die bis dahin die Partei so vollständig be- herrschte, daß die Kandidatenfrage einfach im Kasino erledigt wurde. Der Hauptwahlredner, Herr Landtagsabgeordneter Dr. Maurer, forderte damals, daß die Wahl von 1907 für Saarabien ein«Ruck nach links" bedeuten müsse. Er forderte seine Parteifreunde, die Grubenverwaltung und die Hütten- besitzer auf, endlich mit dem saarabischm System zu brechen und den Arbeitern das Koalitionsrecht zu gewähren, und sagte auf Herrn Röchling anspielend:„Ich kann schon verstehen, daß ein großer Fabrikant keine organisierten Arbeiter dulden will, daß er seinen Arbeitern das Koalitions- und Versainmlungs- recht raubt, aber das ein solcher Man« noch der national- liberalen Partei und gar noch dem Vorstand angehört, gegen deren Grundsätze und Programm er verstoßt, das kann ich nicht verstehen." Diese Worte fanden in der 4900 köpfisten Versammlung stürmischen Beifall und Herr Röchling schwieg, aber auch die Herren Wcisdorff und Vopelius und die Berg- räte schwiegen, blieben Mitglieder der nationalliberalen Partei ttnd— mgßrcgcjten.organisierte Arbeiter weiter.„Gegen den „Ruck nach links" stemmten sich die Großindustriellen, während die Kaufmannschaft ebenso fleißig arbeitete, die Oberherrschaft der Stumm-Hilger-Geistes zu besiegen. Das ist ihr bei der Aufstellung der Landtagskandidaturen im Jahre 1998 auch gelungen. Zivar fand sie noch nicht den Mut, gegen die Kandidaturen der Herren Röchling und Schubert zu oppo- nieren, aber den dritten Kandidaten forderten sie für sich, wiesen die Kandidatur des vom Vorstand auf den Schild ge- hobenen Bergrat G i a n i zurück und stellten dafür den Führer der Jungliberalen, eben den Dr. Maurer auf. Das erloeiterte die Kluft zwischen den beiden Richtungen im nationalliberalen Lager, was zur Folge hat. daß man sich bis jetzt noch über keine Kandidatur zum Reichstag einigen konnte. Die Scharf- macher wollen Dr. Röchling zum Kandidaten, die Jung- liberalen Dr. Maurer auf den Schild heben, und da die crsteren Dr. Maurer nicht schlucken, weisen die letzteren Räch- ling ebenso entschieden zurück und wünschen, daß der Kandidat von auswärts geholt werde. Da nun Vassermann abgelehnt hat, geht der Kampf von neuen, los. Sollte Herr Röchling Sieger bleiben und auf den Schild gehoben werden, so ist der Wahlkreis für die Nationalliberalei, verloren. Die Em- pörung. hauptfächlich unter den„königlichen" Bergleuten, ist so allgemein und so stark, wie sie stzit 1889 nicht mehr gewesen ist, und sie richtet sich gegen Dr. Röchling noch ganz besonders wegen seinen Landtagsreden gegen die Bergleute, die von der Zentrumspresse sehr geschickt unter die Leute gebracht wurden. Welchen Grad die Empörung schon ange- noninlen hat. das zeigt die Tatsache, daß Mitglieder des „christlichen" Gewerkvereins, welche diesem fünf Jahre an- gehörten, zum Bergarbeiterverbande übertreten und mehr noch, daß in letzter Zeit Versammlungen des Verbandes in Wiebelskirchen, Neunkirchen, Zulzbach und Friederichsthal stattfanden, die sämtlich überfüllt waren, während noch vor einem Jahr kein„königlicher" Bergmann sich in eine„sozial- demokratische" Versammlung getraute. Die Empörung, die die Hungerpolitik in den Bergleuten geweckt hat, überwindet die Furcht und sie fangen an, den Maßregelungen zu trotzen. Wirte bieten dem Verbände Lokale an, das saarabische System wankt, und was durch den Hilger-Krämer-Prozeß nicht er- reicht wurde, der schwarze Block der Ritter und Heiligen hat es mit seiner Politik fertig gebracht. Die Nationalliberalen können den Kreis nur noch mit einer linksliberalen Kandi- dawr behaupten, während er mit der Kandidatur Röchling ans Zentrum verloren geht. poUtifcbe Qcberficbt. Berlin, den 28. Juni 1910. Die ungesetzliche Verfolgung der Arbeiterturnvereine. Leipzig, 28. Juni. Das Reichsgericht hat die R e v i s i o n derStaatsanwaltschaft gegen das Urteil des Land- gerichts I Berlin vom 28. Oktober 1999, wodurch der R e d a k- teur des„Vorwärts" Hans Weber und der Redakteur der„Arbeiterturn-Zeitung" Wil- d u n g in Stötteritz von der Anklage der A u f f o r d e r u n g zum Ungehorsam gegen eine Regierungs- Verordnung freigesprochen worden waren, ver- warfen. Damit ist vom höchsten Gericht anerkannt, daß die behördlichen Verfügungen, die den Arbeiterturnvereinen den Turnunterricht an Jugendliche verbieten� der gesetzlichen Grundlage entbehren! Wir werden die Konsequenzen dieser wichtigen Eni- scheidung noch näher darlegen! Zentrnms-Schwindel. Auf dem Verbandstag der Windthor st- b ü n d e, der am 25. Juni in Bochum stattfand, sprach der Landtagsabgeordnete Bartscher über die Wahlrechts- Vorlage. Der Herr wagte es, nach einer zugunsten des Zentrums gefärbten Darstellung des Verlaufs der Wahlrechts- Verhandlungen zum Schluß folgendes zu sagen: ... Diese Wahlrechtsvorlage ist tot, aber d,e Wahlfrage bleibt lebendig, solange bis sie im Sinne der Wünsche des Volkes gelöst ist. Wir haben jetzt unsere Freiheit wieder und unsere Parole wird immer lauten: Wir fordern auch für Preußen das Reichstags- Wahlrecht I „Lebhafter, langanhaltender Beifall" verzeichnet der Be- richt. Was haben die Zentrumsredner doch für ein leicht zu befriedigendes Publikum!_ Der Zollkonflikt. Die Brüskierung Frankreichs durch die plötzliche Aufhebung der Zollermäßigung für Schaumweine und Liköre ist gegen den besseren Rat des Auswärtigen Amtes erfolgt. Die„Straßb. Post" bemerkt darüber: „Der Vorwurf der Ueberrumpelung trifft das Auswärtige Amt nicht. Gerade das Auswärtige Amt suchte die Beibehaltung der herabgesetzten Zölle durchzusetzen, drang aber mit seinen Bemühungen nicht durch, weil das Reichs- f ch a tz a m t mit aller Entschiedenheit auf der Heraufsetzung der Zölle bestand. Da eS infolge dieser Meinungsverschiedenheit aber fast bis zum Tage der Entscheidung ungewiß blieb, wie diese aus- fallen würde, konnte die französische Regierung unmöglich vorher schon über die Aufhebung der Zollermäßigungen unterrichtet werden. WaS diese selbst betrifft, so mußte die französische Regierung nach den Bestimmungen des deutschen Schaumwein- und Branntweinsteuer- gcsetzeS genau darüber unterrichtet sein, daß die Ermäßigung nur einen Ausnahmezustand darstellte, der fortfallen mußte, wenn der Bundesrat nicht zeitig genug seine Verlängerung be- schloß; die franzöfische Regierung hätte daher wohl ein Interesse daran gehabt, beizeiten in Berlw dahin zu wirken, daß dies ge- geschah, znmal sie sich bei der Erregung, die ihre Zolltarif- Novelle in deutschen Handels- und Jnduftriekreisen hervor- gerufen hatte, sagen mußte, daß in Deutschland eine ge- wisse Neigung, Gegenmaßregeln zu ergreifen, vorhanden war. Es entspricht auch Nlcht dem ursächlichen Zusammenhange der Er- eignisse, wenn der Minister des Auslvärtigen sagte, Frank- reich könne sich in die Zwangslage versetzt sehen. Repressalien auszuüben, und damit durchblicken ließ, datz Deutsch- land de» ersten Anlaß zu handelspolitischen Berstimmungen ge- geben hätte. Die Entscheidung des Bundesrats war nur die Antwort aus die jüngsten Zolltarifveränderungen Frankreichs und wurde vom Reichsschatzamt gerade als Ausgleich stir die Deutsch- land auS dem neuen französischen Zolltarif erwachsenden Nachteile gefordert. Deutschland war also wirklich nicht das Karnickel, das angefangen hatte. Vor allem aber handelt eS sich um eine rein finanzpolitische Maßnahme, die aus keinen Fall mit politischen Gründen erklärt werden darf. Ja, die Tatsache, daß das Auswärtige Amt sich gegen die Aufhebung der Ermäßigungen ausgesprochen hat. beweist logar, daß die politische Rücksicht ans Frankreich bis znm Widerstande gegen die Finanzpolitik des eigenen Reiches geführt hat. Daß die Zahlen schließlich doch den AnS- «flog geben, ist bei der nicht gerade glänzenden Finanzlage des eiches nicht überraschend. Dieser Kommentar ist recht wenig geschickt. Denn wenn die Aufhebung der Zollermäßigung eine»Antwort auf die jüngsten Zoll- tarifänderungen' ist, so ist«S eben keine„rein finanzpolitische Maßnahme". Wichtig ist aber nur, daß das Auswärtige Amt selbst die Schädlichkeit dieser engherzigen fis- talischen Maßnahme eingesehen hat. Hoffentlich hat der Nachfolger Herrn v. Schoens dieselbe Meinung und sorgt mit dem nötigen Nachdruck dafür, daß der dumme Fehler der deutschen Regierung wieder gut gemacht wird. Die Reichseinnahmcn im Mai. Für die Reichseinnahmen ist der zweite Monat de? neuen Etatsjohres etwas besser verlaufen als der erste. Aller- Vings haben die Zölle wieder einen Ausfall gegenüber dem Vorjahre und dem Etatssoll gebracht, und auch die Verbrauchs- abgäbe für Branntwein zeigt einen Rückgang; aber die anderen Haupteinnahmequellen haben durchweg größere Erträge als im Vorjahre gebracht, die allerdings zum Teil auf die Steuer- e r h ö h ii n g e n zurückzuführen sind. Der Monatsanteil am Etatsanschlage wird bei den meisten Einnahmen nicht erreicht. Durch besonders große Einnahmen zeichnen sich im Mai die Börsen st euer, der Grund st ücksübertragungs st empel und die E r b s ch a f t s st e u e r auS. Im einzelnen sei folgendes bemerkt: Die Zölle brachten eine Einnahme von 46,56 Millionen Mark gegen 48.07 Millionen Mark im Mai v. I., zeigen also einen Rückgang um l'/a Millionen Mark. In den ersten beiden Monaten sind 61,05 Millionen Mark ein- gegangen, während der Anteil von zwei Monaten an der Anichlagsnmme des Etats 105,32 Millionen Mark, alio 14,27 Millionen Mark mehr beträgt. Die T a b a kst e u er brachte 0,81 gegen 0,72 Millionen Mark, die Zigaretten st euer 1,05 gegen 1,32 Millionen; es kommt hierbei aber die Zollerhöhung in Betracht. Die Z u ck e r st e u e r, die im April hinter der vor- jährigen um l'/g Millionen Mark zurückgeblieben war, weist jetzt eine Zunahme um mehr als 2 Millionen Mark auf t15,42 gegen 18,25 Millionen Mark). Aus der Salzsteuer sind 4,52 Millionen Mark eingckommen gegen 4,41 Millionen im Mai vorigen Jahres. Die Verbrauchsabgabe von Branntwein hat nur 8,52 Millionen Mark eingebracht gegen 10.18 Millionen im Vorjahr. In den beiden Monaten sind erst 20 Millionen Mark eingelomnien, während der Anteil am Etatsanschlag 30 Millionen Mark beträgt. Ans der B r a u st e u e r sind 8,73 Millionen Mark eingekommen gegen 3,00 Millionen Mark im Vorjahre. Die ersten beiden Monate haben nur 14,35 Millionen Mark ergeben, das ist 4,28 Millionen Mark weniger, als der Anteil am Etatssoll beträgt. Die Schaum- w e i n st e u e r hat 0,62 Millionen Mark eingebracht gegen 0,37 Millionen Mark im Borjahre, die Verdoppelung ist also nicht erreicht. Ans der W e ch s e l st e m p e l st e u e r, die wesentlich erhöht ist, sind 1,56 Millionen Mark eingekommen gegen 1,26 Millionen Mark im Vorjahre. Von den Böllen- steuern hat der Emissionsstempel 4,24 Millionen Mark ergeben gegen 2,46 Millionen Mark im Vorjahr, der Kaufstempel 2,46 gegen 1,70 Millionen Mark. Der Anterl am Etatssoll ist damit wesentlich überschritten. Der Lotterielos st empel hat 4,14 Millionen Mark eingebracht gegen 4,28 Millionen im Vor- jähr. Die Erbschaftssteuer hat den hohen Betrag von 4,11 Millionen Mark erreicht gegen 2,40 Millionen im Vorjahr. Der Monatsanteil am Etatsanschlag beträgt 2.83 Millionen Mark. Der Frachturkunden st empel hat 1,32 Millionen Mark er- bracht gegen 1,20 Millionen im Mai v. I.. der Fahrkarten- st e m p e l 1,68 gegen 1,50 Millionen Mark. Der Kraft» fahrzeuo st empel liegt ebenfalls mit 0,20 Millionen Mark über dem vorjährigen, der 0,21 Millionen Mark betragen hat. Der Tantiemestempel brachte 0,75 Millionen Mark gegen 0,70 im Vorjahr. In den beiden ersten Monaten ist bereits mehr als die Hälfte des ganzen Etatssolls eingegangen(1,08 von 3,02 Millionen Mark). Von den ganz neuen Steuern hat die Leuchtmittel» st euer 0,74(der MonatSanteil am Etatsanschlag beträgt 1,25 Millionen), die Zündwarensteuer 1,06(1,25) Millionen, der Scheck st empel 0,28(0,61), der Grundstücks»Ueber» tragungs st empel 4,01(2,12) Millionen Mark ergeben. Der Ausfall der ersten drei Steuern gegenüber dem Etatsanschlag wird also wettgemacht durch den Ueberschuß der letzten. Der Talon- stempel, dessen EtatSsoll im Anfchlage leider mit dem Emissions- stempel zusammengeworfen ist, hat 0,68 Millionen gebracht gegen 0,30 Millionen im April. Die Reichspost- und Tele- graphenver waltung bat im Mai d. I. 46,41 Millionen Mark eingebracht gegen 44,82 im Mai 1900 und 42,71 im Mai 1008. Die Zunahme war mit 3,6 Proz. bei weitem nicht so groß wie im April, in dem sie 7,2 Proz. betragen hatte. Die ReichSeisenbahn» Verwaltung hat 10,61 Millionen Mark vereinnahmt gegen 10,00 Millionen Mark im Vorjahre. Meister der Lüge. Die„Germania" anttvortet heute auf unsere emeute An- nagelung ihrer frechen Fälschungen in Sachen des badischen Berhältniswahlantrages mit neuen Lügen, die so dumm sind, daß wir nicht weiter darauf einzugehen brauchen. Natürlich aber verschtveigt das ehrenwerte Blatt Weiter seinen unglücklichen Lesern. daß es sie frech angelogen hat. als es ihnen erzählte, daß die badische Sozialdemokratie das Verhältnis- Wahlsystem niemals vorher gefordert habe und daß die fran- zösischen Sozialisten gegen dieses System sind. Es sind wirk- lich ehrenwerte Leute, die Redakteure dieses Organs für „Wahrheit, Freiheit und Recht l" Die Nachwahl in Frankfurt a. O.-Lebus. Am Montagabend hat die Sozialdemokratie die Wahlkampagne mit einer großen, stark besuchten Versammlung in F r a n k f u r t a. O. eröffnet. Die Referate des Genoffen Stadthagen und des Kandi» baten Genossen F a b e r fanden begeisterte Aufnahme. Mit lautein Beifall wurde von der Versammlung die Mahnung begrüßt, dafür zu sorgen, daß der Wahlkreis im ersten Gange erobert werde, und die Stichwahl, in der sich die feindlichen Brüder, Konservative und Nationalliberale, gegen die Sozialdemokratie zusammenfinden würden, unnötig zu machen. Inzwischen warten die Wähler deS Kreises noch immer ver- geblich auf die Anberaumung des WahlterminSl Am 30. Mai starb.Reichstagsabgeordneter Detto. Heute, vier Wochen später ist die Stachwahl noch nicht angesetzt.;Will der neue preußische Minister des Innern nicht dafür sorgen, daß in Preußen die Verpflichtungen, die der Reichskanzler durch den Mnnd deS Staats- sekretärs Delbrück im Reichstage eingegangen ist, eingelöst werden? Will er nicht dafür sorgen, daß in Preußen ebenso wie in Württemberg und Sachsen diese Verpflichtungen und der Sinn des Wahlgesetzes beachtet werden? Will Herr v. Dallwitz die Nachwahl in Frank- furt a. O.-Lebus weiter verschleppen lassen, nachdem die in Zschopau- Marienberg, wo das Mandat am selben Tage frei wurde, wie in Franlfurt a. O.-Lebus, schon vor mehreren Tagen angesetzt wurde? Oder legt er Wert darauf, seine Amtstätigkeit sogleich mit einem Skandal zu beginnen, um zu zeigen, daß er ein echter Junkerminister ist? Was aber sagt denn der preußische Ministerpräsident dazu, der derselbe Reichskanzler ist, der sich im Reichstage verpflichtete, die Verschleppung der Nachwahlen zu verhindern? Das amtliche Wahlergebnis in Friedberg-Büdinge». Fricdbcrg(Hessen), 28. Juni. Nach dem amtlickien Wahlergebnis erhielten bei der Reichstagsersatzstichivahl im WablkreiS Friedberg- Büdingen am 24. Juni Parteisekretär Busold(Soz.) 11 543 und Rechtsanwalt Dr. v. Helmolt(Bund der Landwirte) 0414 Stimmen. DaS amtliche Resultat weicht nur mit wenigen Stimmen von dem in unserer Sonnabendnummer geineldeien ab. Für Busold waren in diesem 11 Slö Stimmen abgegeben, für v. Helmolt 0113. Zwiefach verlassen. BuS dem Wahlkreise Borlen-Recklinghausen sWest- falen) wird uns geschrieben: Hier dürfte die nächste ReichstagSwahl besonders interessant werden. Der jetzige Vertreter des Wahlkreises, �entrumsabgeordneter Schiffer, Zentralvorsitzender des christlichen Textilarbeiter- Verbandes, soll, wie man sich in eingeweihten Kreisen erzählt, bei dem Parteivorstand sowohl wie bei der Masse der Wähler in Ungnade gefallen sein, so dah seine Wiederwahl sehr sraglicki erscheint. Die katholische Geistlichkeit hat eS Schiffer offenbar nicht vergessen, dah er den Bischöfen in der Abwehr ihrer Einmischung in die christliche Gewerkschaftsbe- wegung das Wort:„Bis hierher und nicht weiter!" zurief, obgleich Herr Schiffer hinterher mancherlei getan, um das Wort abzu- schwächen und seinen Gehorsam für die Kirche zu beteuern. Die Arbeiterschaft aber nimmt es dem Abgeordneten sehr übel, das; er bei den Steuerdebatten zuungunsten der Arbeiter gänzlich versagte. Es ist daher nicht verwunderlich, daff in einer im April in Essen stattgefundenen Vertraulichen Zentrumsvertrauensmänner-Versammlung �Augustinus- verein) die A u f st e l l u n g eines Fabrikanten für den oben« genannten Wahlkreis vorgeschlagen wurde. Der Vorschlag ist in« zwischen weiter besprochen worden und hat natürlich die Billigung der Fabrikanten gefunden. Die Arbeiterschaft aber wird inzwischen hoffentlich zu der Ueberzeugung gelangt sein, datz ihr Interesse nur dann gewahrt wird, wenn die rote Fahne über dem Wahlkreise flattert. Ein freifinniger Arbeiterfreund. Herr Carstens, Reichstagsabgeordneter für den 6. schleSwig- holsteinischen Wahlkreis, der Couleur nach freisinnig, spielt sich gern als groster Arbeiterfreund auf und hat diesen Versuch auch schon im Reichstage unternommen. In der„Schleswig-Holst. Volkszeitung" sowohl wie in der„Ameise" ist jedoch seine Arbeiter« freundlichkeit schon öfter gebührend gewürdigt worden. Das war dem Herrn natürlich sehr unangenehm. Durch den Inhalt des Jahresberichts des Elmshorner Gewerkschaftskartells, der in der „Schleswig-Holst. Volksztg." abgedruckt wurde, fühlte erfich beleidigt und lief zumKadi. Jn demBericht wurden dieZustände in der Porzellanfabrik der Firma H. C. Carstens, deren Mitinhaber der Herr Reichstags- abgeordnete ist. scharf kritisiert und als schauderhaft und skandalös bezeichnet. Besonders wurde gerügt, datz in der Fabrik ein unerträg« liches Spionagesystem an der Tagesordnung sei und anonyme Zu- träger ein williges Ohr bei der Direktion fänden. Der verantwortliche Redakteur der„Schleswig- Holsteinischen Volksztg.', Genoffe Hermann B r e c o u r, hatte sich am Donnerstag auf die Klage vor dem Elmshorner Schöffengericht zu verantworten. Drei Zeugen: der Borsitzende des Gewerlschaftskartells. ein Dreher, der früher in der Fabrik beschäftigt war, und ein Maler, der noch jetzt dort beschäftigt ist, bestätigten durch ihre Zeugenaussagen im wesentlichen den Inhalt des Artikels, besonders soweit das Spionage« system in Frage kam. Der Dreher sagte aus, datz der Reichstagsabgeordnete Carstens einmal selbst zu ihm gesagt habe, er könne auf das Spionagesystem nicht verzichten. Am 13. November 1908 hat Herr Carstens im Reichstage eine Rede gehalten, in der er auch ausführte, datz die Porzellanarbeiter seines Betriebes beschlossen hätten, datz jeder den Teil des Wochenverdienstes, der über 33 M. hinausgehe, an die Streikkasse abliefern solle. Der Zeuge sagte nun aus, datz ein Arbeiter, der eine Erklärung zu dieser Rede veröffentlichte, entlassen wurde. Das Gericht sah eigentümlicherweise den Wahrheitsbeweis nicht für erbracht an und verurteilte trotzdem den Angeklagten zu 150 M. Geldstrafe oder 80 Tagen Gefängnis. Eine so raffinierte Beleidigung, so führte der Vorsitzende aus, müffe hart bestraft werden. Das Gericht sei sich darüber einig, datz der Autor deS Artik«IS mindestens sechs bis acht Wochen Gefängnis bekommen würde, wenn er gefatzt worden wäre. Doch könne der Redakteur nicht so hart bestraft werden, wie der Autor bestraft werden würde, weil er ja von den Genossen gezwungen werde, den Artikel aufzunehmen. und wenn er sich weigere, dann fliege er. Auf derselben Höhe wie die politischen standen auch die sozialpolitischen� Anschauungen deS Vorsitzenden. Während der Beweisaufnahme führte er nämlich aus, dah eine von den Arbeitern eines Betriebes über diesen verhängte Sperre nur dann gerechtfertigt sei, wenn dem Unternehmer nach der Beschlutzfassung und nach der Publikation der Sperre noch 14 Tage Beb emk zeit gelassen werden. Wenn das aher nicht geschehe, dann können die Zeugen- aussagen über daS Spionagesystem nicht als Wahrheilsbeweis gelten, dann sei der Unternehmer im Recht, wenn er sich Über die Matznahmen der Arbeiter auf irgend eine Weise zu orientieren suche. Weisse Raben. In Wiesbaden haben zwei Lehrer der dortigen Volksschule die ihnen bei ihrer Pensionierung zugedachte Ordensverleihung abgelehnt. Sie folgen damit dem Beispiel von drei ihrer Kollegen, die am 1. April in den Ruhestand traten. Dementi. Die„Nordd. Allgem. Ztg.' erklärt die Nachricht, datz Wilhelm II. an den Kronprinzen von Rumänien ein Telegramm gerichtet, worin er den Ueberfall auf den rumänischen Dampfer„Jmperatul Trojan" im PiräuS als eine schwere Beleidi- gung deS gesamten Herrscherhauses Hohenzollern bezeichnet, als er- f u n d e n. Der Kaiser hat zu dem rumänisch-griechischen Zwischen- fall in keiner Weise Stellung genommen. OcrteiTdcb. Obstruktion im Reichsrate. Wien, 28. Juni. In seiner Antwort auf die vom südslawischen Hochschulllub des Abgeordnetenhauses der Regierung übermittelten Wünsche wies der Ministerpräsident Freiherr v. Bienerth auf den bereits dem Parlament unterbreiteten Vermitte- lujigsvorschlag hin. durch den bei der Beratung über den dauernden Standort der italienischen Rcchtsfakultät aus- reichende Bürgschaft für die Wahrnehmung der Interessen der südslawischen Parteien gegeben werde. Die Regierung müsse daher beanspruchen, datz die gegenwärtige Vorlage, welche ohnehin für die italienischen Staatsangehörigen nur einen Er- satz des eingebützten Besitzstandes darstelle, für sich und ohne Verknüpfung mit anderen Hochschulwünschen verhandelt werde. Die Regierung sei zwar von Wohlwollen gegenüber allen kulturellen Bestrebungen der Südslawen erfüllt, könne aber die nähere Erwägung ihrer Wünsche erst jenem Zeitpunkt vorbehalten, fwo die Vorlage für die italienische Fakultät einer ge- deihlicben parlamentarischen Lösung zugeführt sein werde. Wien, 28. Juni. Wegen Ablehnung ihrer Hochschulforderungen seitens des Ministerpräsidenten Bienerth hat die südflawische Union heute im Abgeordnetenhause mit der Obstruktion be- gönnen. In parlamentarischen Kreisen ist man der Ansicht, datz die Regierung die Obstruktion mit der Schlietzung deS Reichsrates beantworten wird. Belgien. Belebung der Wahlrechtsbewegung. Brüssel, 28. Juni. Nachdem die Arbeiter auf ihrem letzten Kongresse beschlossen haben, eine lebhafte Campagne zugunsten der Wahlreform in die Wege zu leiten, wird eine besonders leb- hafte Tagung anlätzlich des Wicdcrzusammentritts der Kam- mer zu gewärtigen sein. Auch die Liberalen sind entschlossen. in diesem Sinne zu arbeiten und die Regierung bezüglich ihrer iAbsichten über die Wahlen von 1912 und über die Erhöhung der Zahl der Abgeordneten zu befragen Die Debatte wird eine sehr aufgeregte und das Ergebnis ein sehr zweifelhaftes sverden, da die Regietkutig nur noch'6 Stimmen Mehrheit besitzt. Spanien. Proteste gegen den Vatikan. Madrid, 23. Juni. Die Republikaner und Sozia- listen planen für Sonntag in Madrid und anderen Haupt- städten Spaniens Riesenkundgebungen zugunsten der Kultusfreiheit. Der Schriftsteller Perez G a l lw s wird einen in sehr heftigen Worten gehaltenen Aufruf veröffentlichen. Die Antwort des Kabincttschefs auf den Protest der Prälaten wird wegen ihrer energischen Sprache günstig aufgenommen. Portugal. Auflösung des Parlaments. Lissabon, 27. Juni. Der König hat ein Dekret betreffend die Auflösung der Deputiertenkammer unter- zeichnet. Das Datum für die Neuwahlen ist noch nicht fest- gesetzt, doch werden die Cortes am 23. September wieder zu- sammentreten. Lissabon, 28. Juni. Die Neuwahlen zur Deputierten- kämmen sind auf den 28. August festgesetzt worden. England. Als Nachfolger HardingeS. London, 27. Juni. Sir Artur N i c o l s o n ist zum permanenten Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes ernannt worden. Er wird der Nachfolger Hardinges. Nicolson hat sich um das Zustandekommen des Einvernehmens mit Rußland bemüht. Er gilt nicht gerade als ein deutschfreund- sicher Polisiker._ Die Acnderung der Eidesformel. London, 28. Juni. In der heutigen Sitzung des Unterhauses brachte Premierminister A s q u i t h den angekündigten Gesetz- entwarf ein, durch den die Erklärung deS Königs bei der Thronbesteigung geändert wird. Nach der Vorschrift dieses Gesetzes bekennt sich der König als treues Mitglied der protestantischen reformierten Kirche und verspricht, nach besten Kräften und dem Gesetze entsprechend für eine protestan- tische Thronfolge Sorge zu tragen. Der Premierminister erklärte, die Regierung glaube, in dem Gesetz alle Bürgschaften vorgesehen zu haben, die nach menschlichem Ermessen gefordert werden könnten. B a l f o u r schloß sich den Ausführungen des Premierministers an. R e d m o n d erklärte die Vorlage für einen Akt späterer Gerechtigkeit gegenüber Millionen von Untertanen des Königs. Darauf wurde der Gesetzentwurf in erster Lesung mit 283 gegen 42 Stimmen angenommen, u Die Iren gegen die Regierung. London, 28. Juni. Wie„Daily Chronicle" erfährt, hat die Irische Partei beschlossen, gegen das Budget zu stimmen, wenn sie nicht die Sicherheit erhalte, daß mit der Oppositton kein Kompromiß in der Veto frage ge- schlössen werde. Dänemark. Eröffnung deS Reichstags. Kopenhagen, 28. Juni. Die außerordentliche Session des Reichstags ist heute eröffnet worden. Argentinien. Ein Anarchisteugesetz. Buenos Aires, 28. Juni. Die Deputiertenkammer hat aus Anlaß des Bombenanschlages im Theater von Colon in besonderer Sitzung einen Gesetzentwurf angenommen, der Anarchisten den Aufenthalt im Lande voll- kommen untersagt und für Urheber von Bomben- anschlügen, denen Menschen zum Opfer fallen, die Todes- strafe festsetzt. flu« der ReichsverOchcrnngsordDungs- Kommission. Sitzung am Dienstag, den 28. Juni 1010. Zu dem Abschnitt über die Beiträge haben die Sozialdemokraten den Antrag gestellt, dem Ber- sicherten zu gestatten, sich in einer höheren Lohnstufe als der- jenigen zu versichern, die nach seinem Berdienste für ihn matzgebend sein würde. In diesen Fällen ist der auf den Arbeitgeber ent> fallende Teil des Beitrags, sofern nicht die Versicherung in der höheren Lohnstufe von dem Arbeitgeber und dem Bersicherten ver- cinbart ist, nicht nach der höheren, sondern nach der für den Ber- sicherten matzgebenden Lohnstuse zu bemessen. In Konsequenz der früheren KommissionSbeschlüsse schlagen die Sozialdemokraten noch den Zusatz vor: Die Satzung kann diese Versicherung in einer höheren Lohnstufe so weit beschränken, datz das Krankengeld des Mitgliedes den Durchschnittsbetrag des täglichen Arbeitsverdienstes nicht übersteigt. Genosse Hoch wie? darauf hm, datz eine ähnliche Bestimmung für die Invalidenversicherung schon besteht. ES liege kein Grund vor, zu verbieten, datz sich ein Arbeiter auf seine Kosten ein etwas höheres Krankengeld sichert. Autzerdem sei die Annahme des Antrages notwendig, damit endlich eine schwere Ungerechtigkeit beseittgt werde. Sie trifft den Arbeiter, der viele Jahre hindurch bereits versichert war und seinem Verdienste entsprechend die Beiträge bezahlt hat, aber infolge ungünstigen Geschäftsganges vorübergehend einen ge- ringeren Verdienst hat. Um einen Mißbrauch mit dieser Bestimmung auszuschließen. schlugen die Sozialdemokraten auf einen Einwand jdes Minifterial- direktorS Caspar den weiteren Zusatz vor, datz die Satzung für die Fälle, in denen der Versicherte nicht schon bisher in der höheren Lohnstufe versichert war, das Krankengeld der höheren Lohnstufe erst dann gewähren kann, wenn bereits ö Monate lang die Beiträge der höheren Lohnstuse bezahlt worden sind. Auch diese Anträge stimmte das Zentrum zusammen mit den Konservativen, Nationalltberalen und der Wirt- schaftlichen Vereinigung nieder und begnügte sich mit der Bestimmung. datz die Versicherung in der höheren Lohnklasse nur für die gestattet wird, die vorübergehend einen geringeren Lohn beziehen und datz eS der Satzung überlassen bleibt, ob die Versicherung in der höheren Lohnklasse erlaubt sein soll oder nicht. Diese Abschwächung des sozialdemokratischen Anttags wurde a n g e n o m m en. Für solche Betriebe, deren Arbeiter viel häufiger krank sind als die anderen Arbeiter, können nach der Vorlage höhere Beiträge fest- gesetzt werden. Auf Anregung des Abg. Dr. Mug da» Wird diese Erhöhung aus den Anteil des Arbeitgebers beschränkt. Stach der Vorlage können Kassen mit Familienhilfe von den Versicherten mit Familienangehörigen einen Zusatzbeitrag erheben. Die Sozialdemokraten beantragten, den Grundgedanken der Bestimmung dahin zu erweitern, datz Kassen, die Beiträge in der Höbe von ö Proz. des Grundlohnes und mehr erheben, zur Ge- Währung von Mehrleistungen von de» Versicherten einen Zusatz- beitrag erheben können. Die Beschlüsse hierüber sind von den Arbeiterverttetern allein zu fassen. Genoffe Molkenbuhr wies darauf hin, datz die Erhöhung der Beiträge über 6 Proz. des Grundlohnes unter allen Umständen von der Zustimmung der Arbeitgebervertreter abhängt. Hieran scheitere nur zu oft die Erhöhung der Beiträge. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Fortschrittler abgelehnt. In die Vorlage ist auch die Bestimmung des geltenden Gesetzes übernommen worden, datz die Beiträge über 4Vz Proz. deS Grundlohnes nur zur Deckung der Regelleistungen oder auf überein» stimmenden Beschlutz der Arbeitgeber und Versicherten im Ausschüsse erhöht werden können. Die Sozialdemokraten beantragten, datz die Grenze für die Erschwerung der Beitragserhöhung bei ö Proz. festgelegt wird. Das sei die unvermeidliche Folge davon, datz die Leistungen der Krankenhilfe verbessert werden sollen. Auch dieser Antrag wurde niedergestimmt. Eine ausgedehnte Debatte entstand über den Paragraph der bei Landkrankenkassen dem Gemeindeverband, bei Betriebskranken- lassen dem Arbeitgeber, bei Jmmngskrankenkassen der Innung die Verpflichtung auferlegt, die erforderliche Beihilfe aus eigenen Mittel» zu leisten, wenn bei diesen Kassen die Beiträge in der Höhe von 6 Proz. des Grundlohnes nicht zur Deckung der Kosten der Reg:l- leistungen ausreichen. Dazu hatten die Konservativen beantragt, datz den Zu- schütz an Stelle lcistungsunfähiger Gcmeindcverbände der Staat leisten soll. Mit dem Gedanken dieses Antrages erklärten sich die Nationalliberalen und die Abgeordneten des Z e n t r u in s einverstanden. Aber die Durchführung erschien so schwierig, datz die Konservativen schlietzlich ihren Antrag zurückzogen. Dagegen be- schlotz die Kommission zufolge einer Anregung des Abg. Erz» b e r g e r, dem Reichstage zu empfehlen, die Verbündeten Regie- rungen zu ersuchen, in Erwägung einzutreten, inwiefern für leistmigs- unfähige Gemeindeverbände die Ausgaben in derartigen Fällen auf anderweitige Weise gedeckt werde» können. In dem Abschnitt über Kassenverdände besagt die Vorlage, datz die Krankenkassen sich durch überein- stimmenden Beschluh ihrer Ausschüsse zu einem Kaffenverbande ver- einigen können, wenn sie ihren Sitz imBezirle des- selben BersicherungSamtes haben. Die Sozialdemokraten beantragten, datz die in den letzten Worten enthaltene Bedingung gestrichen wird. Es gäbe Bezirk«, in denen die Kassen, die nicht ihren Sitz in dem Bezirke desselben Bersichermigsamts haben, bei vielen Aufgaben zweckmäßig zu- sammenwirken können. Gegen diesen Antrag machten die Regierungsvertreter den Einwand geltend, datz eS dann schwierig sein würde, die Auf- sichtsbehörde für den Kassenverband zu bestimmen. Die Sozialdemokraten antworteten, dah diese Schwierig- keit sehr leicht durch eine besondere Bestimmung beseitigt werden könne. Dagegen machte der Einwand einen so großen Eindruck auf den Abg. E r z b e r g e r, datz er auch hier wieder mit dem Ab- schwächungsantrag kam, die Kassenverbände sollen in dem Bezirk der Oberversicherungsämter mit Genehmigung des Oberversichermigs- amts zugelassen werden. Dieser Anttag wurde, nachdem der Antrag der Sozialdemokraten gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Fortschrittler abgelehnt worden war. einstimmig angenommen. Der Kreis der Ausgaben, mit denen fich die Kassenverbände beschäftigen dürfen, ist in der Vorlage sehr eng gezögen. Die Sozialdemokraten traten in erster Linie dafür ein, datz die Kassenverbände volle Freiheit haben sollen, sich gemeinsam allen Aufgaben zu widmen, die den Kraiikenkasse» durch das Gesetz zugewiesen sind. Da aber die Mehrheit der Kommission dafür nicht zu haben war, machten die Sozialdemokraten mehrere Vorschläge, um den Aufgabenkreis der Kassenverbände zu erweitern. Den Kassenverbänden sollte danach gestattet sein, die fachliche Fort« b t l d u n g der Kassenangestellten zu fördern und eine e i n h e i t» liche Kranken statt st ik in bestimmten Bezirken durchzuführen. Hiergegen wendeten sich außer den Konservativen und den Nationalliberalen auch das Zentrum. Abg. Erzberger befürchtete. daß die Kassen die Mittel für die fachliche Fortbildung nicht für diesen Zweck, sondern für die Ausbildung der Angestellten zu— sozialdeni akratischen Agitatoren verwenden wurden. Abg. Becker erklärte, so viel Angst habe er vor der Sozialdemo- kratie nicht, dagegen liege gar kein Bedürfnis für die fachliche Fort- bildung der Angestellten vor und überdies könnten unzweckmätzige Einrichtungen geschaffen werden. Dagegen wollte er für die Ans« nähme der Statistik in den Aufgabenkreis stimmen. Jedoch stinnuteu die anderen Zentrumsabgeordneten auch gegen diesen Antrag, so datz beide Anträge gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Fortschrittler abgelehnt wurden. Angenommen wurde nur ein Antrag deS Zentrums, der den Kastenverbänden die Befugnis gibt, die Ausgaben für bestimmte Arte» von Krankheiten oder für bestimmte ErkrankungSfälle ganz oder teilweise zu übernehmen. Autzerdem wurde auf Antrag des Abg. M u g d a n die Ziffer b gesttichen, weil nach der Versicherung deS Abg. Mugdan die Aerzte zu ihrer wissenschaftlichen Fortbildung der Hilfe der Kassen nicht bedürfen. Fortsetzung Montag. Nach Erledigung deS Abschnittes über die Kaffenverbände soll die Arztfrage behandelt werden. vle freie voltzzbiihne gegen die Custdsrileikiteuer. In der gestrigen Generalversammlung der..Freien Volksbühne" referierte Reichstagsabgeordneter Dr. Alb. Sudekum über die Vorlage deS Magistrats über die Erhebung einer Lustbarkcits- und Billettstener. Er legte treffend die Kulturfeindlichkcit dieser Vorlage dar und führte aus, datz sie das Todesurteil für den Ver- ein darstelle, tvenn sie angenommen werde, wie sie vorgelegt sei. In Ansehung der Kulturanfgaben, die die..Freie Volksbühne" zu lösen habe und schon gelöst habe, sei der Verein nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, entschieden Protest einzulegen. Diese Vorlage habe als charakteristisches Merkmal die brutale Unter- schiedslosigkeit, mit der sie alle auch nur irgendwie unter den schwankenden und schillernden Begriff der Lustbarkeit fallenden Veranstaltungen zu treffen sucht. Lebhaft stimmte die zahlreich besuchte Versammlung den AuS- führungen des Redners zu. Im Anschluß an den Vortrag wurde die schon im„Vorwärts" veröffentlichte gutachtliche Erklärung verlesen, welche bedeutende Vertreter der Wissenschaft und Literatur Deutschlands dem Vor. stand der„Freien Volksbühne" für die ausführliche Denkschrift haben zugehen lassen, die zur Begründung einer Petition gegen die Lustbarkeitssteuer der Stadtverordnetenversammlung zugehen wird. Es sind inzwischen noch mehr hervorragende Namen hinzugekommen. Autzerdem sind noch Briefe bedeutender Männer der Literatur dem Vorstand der..Freien Volksbühne" zugegangen. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Resolution an: „Die am 28. Juni im„Gewerkschaftshaus" tagende Ge- neralbersammlung der„Freien Volksbühne" wendet sich mit aller Entschiedenheit gegen die die Existenz des Vereins be- drohende LustbarkeitSsteuervorla�e des Berliner Magistrats. Sie fordert alle Freunde volkstümlicher Kunstbestrebungen auf, die„Freie Volksbühne" in der Abwehr der fte bedrohenden Ge- fahr zu unterstützen. Sic weitz sich in der entrüsteten Zurück- Weisung dieses kulturfeindlichen Steucrprojckts mit der uu- geheuren Mehrheit der Berliner Bevölkerung einig und spricht die Erwartung aus. datz schlietzlich auch in der Berliner Stadt- verordnctenversammlung das Kunstinteresse des Volkes und der bestimmte Wille der Bürgerschaft über engherzige fiskalische Kxwägunge� den Sieg davontragen wird," GewerkfcbaftUcbc� Sin KompromißvoiTcblag im örtcmicbifcbcn Gcwerhfcbaftsrtmt. In einer Broschüre„Krieg oder Frieden in den Gewerkschaften", die Genosse Otto Bauer soeben im Wiener Parteiverlag erscheinen lägt, untersucht er die Möglichkeiten eines Kompromisses. Nach Überzeugender Darstellung der unverantwortlichen Schädigung der Arbeiterschaft durch den Gewerkschaftsstreit in der Zeit des Wieder- anbrechcns der günstigen Konjunktur umgrenzt Bauer den unerläg- lichen Zentralismus: Wirkungskreis der Gewerkschaft ist das ganze Rechts- und Wirtschaftsgebiet, über Lohnkämpfe entscheidet für das ganze Reich die internationale Gewerkschaft, die Arbeiter des ganzen Reiches sorgen für Unterstützung der Kämpfenden, Arbeitslosen- und Reiscunterstützung ist Reichssache. Es sei also, um die Separatisten, ehe der Streit zu lange gedauert hat und die Verbitterung irre- Parabel ist, in die Zentralverbände zurückgeführt werden unter solcher Erweiterung der nationalen Autonomie in den Verbänden, daß die aus der geschichtlichen Entwickelung zu begreifenden Enipfindlichkeiten der Tschechen nicht mehr verletzt werden. In dem Organisationsentwurf Bauers wird bestimmt, daß der Verbandsvorstand vom unverändert bleibenden Verbandstag durch Verhältniswahl ernannt wird. Die Verbandsexekutive besteht aus den am Verbandssitz wohnenden Mitgliedern des Vorstandes. Die anderen haben in jeder ordentlichen Exekutivsitzung Sitz und Stimme, aber wenn sie kommen, trägt ihre nationale Sektion die Kosten; während die Kosten der Teilnahme an den mindestens vierteljähr> lichen Gesamtvorstandssitzuugen der Verband trägt. Die Sekretäre der Zentrale werden nicht von der Exekutive, sondern vom Verbands vorstand oder vom Verbandstag gewählt. Andere UnterstützungSzweige, als Streik-, Arbeitslosen- und Reiseunterstützung, können den Unter abteilnngen des Verbandes überlassen werden. Den zur Mehrheit tschechischen Verbänden wird empfohlen, den Sitz in tschechische Städte zu verlegen. Der Verband gliedert sich in Kreise— meist entsprechend der Provinz. In Böhmen sollen ein tschechischer und ein oder mehrere deutsche Kreise gebildet werden. Wo das Land einen Verein bildet, teilt er sich in zwei nationale Sektionen. Organe des Kreises sind der Kreistag, dessen KreisauSschntz, daS vom Verband erhaltene und besetzte Kreissekretariat. Sind dem Kreise UnterstützungSzweige zur Regelung überlassen, so bedarf er zur Einhebung von mehr als ein Viertel der Verbandsbeiträge der Genehmigung des Verbandstages, in dringenden Fällen wenigstens des Vorstandes. Die nationalen Sektionen des internationalen Reichs- Verbandes sind gebildet von allen Ortsgruppen der betr. Nationalität. Sprachlich gemischte Ortsgruppen gehören den betr. Sektionen an und führen die Sektionsumlagen im Verhältnis der Mitgliederzahl der Nationen ab. Der SektionStag tritt unmittelbar vor dem Ver- bandstage zusammen; er wählt den Sektionsausschub und bestimmt dessen Sitz. Das dortige ReichSsekretariat ist zugleich Sektions- sekretariat, weshalb die Sektion zu den Kosten beiträgt und ein Mit- ernennungsrecht für den Sekretär hat. Die Sektion gibt das betr. F a ch b l a t t heraus und stellt im Einvernehmen mit dem Verbands- Vorstande den Redakteur an. Bezeichnend ist Bauers Vorschlag, datz der Redakteur verpflichtet werde, alle Bekanntmachungen des LerbandSvorstandcS und der Verbandsexekutive zu veröffentlichen. Die Sektionen haben auch das Verhältnis zur Partei zu regeln, Subventionen für Parteizwecke zu gewähren. Auf inter- nationalen Kongressen usw. vertritt jede Sektion durch ihre Dele« gierten den ganzen Verband. Die Sektion hebt Umlagen ein. Aehnlich soll die G e s a m t o r g a n i s a t i o n aufgebaut werden. Bon den Sekretären der Gewerkschaftskommission soll einer ein Deutscher, einer ein Tscheche sein. Die Landessekretariate sollen in Kragen der Lohnkämpfe der Generalkommission, in solchen der Bib dungsarbeit der nationalen Sektion und in solchen der lokalen Agitation der Landesgewerkschaftskommission unterstellt sein. Die Gesamtorganisation bildet ebenfalls nationale Sektionen, die sich aus den nationalen Sektionen der Einzelverbände zusammensetzen. Die nationalen Gewerkschaftskonferenzen können nationale Exekutiven wählen, die das Gewerkschaftsorgan in ihrer Sprache herausgeben, das BildungSwesen regeln und die gewerkschaftliche Gesamtbewegung gegenüber der politischen Partei regeln. Sie können SektionS Umlagen einHeben. Bauer gibt sich keinen großen Hoffnungen hin, wenn sein Plan von den Streitenden als Grundlage einer Diskussion angesehen wird, genügt ihm das. Die Leser werden schon aus diesem Plan sehen, mit welchen, uns schier unfaßbaren Schwierigkeiten die österreichische Arbeiterbewegung unausgesetzt zu kämpfen hat. Berlin und Umgegend. Die Lohnbewegung der Bauklempner. Am Montag wurde die Debatte über den Tarifentwurf fort- gesetzt. Ein Antrag Rehberg. dem Paragraphen 3 folgende Fassung zu geben, wurde gegen wenige Stimmen angenommen: „Der Mindestlohn beträgt mit Abschluß des Tarifs 77)4 Pf. pro Stunde, vom 1. April 1S11 80 Pf. pro Stunde, und vom 7. April 1912 82)4 Pf. pro Stunde. Für Jungausgelernte kann der Lohn geringer sein, jedoch im ersten Jahre nach beendeter Lehrzeit nicht unter 65 Pfennig usw." Ein weiterer Antrag R e h b e r g, den Paragraph 8, der den Transport des Werkzeuges betrifft, ganz zu streichen, wird gegen ungefähr 70 Stimmen angenommen. Den übrigen Punkten stimmte die Versammlung debattelos zu. Als Ersay für ein ausgeschiedenes Mitglied der Agitations- kommission wird Weingärtner gewählt. Die streikenden Schmiede versammelten sich am Dienstagmorgen wieder bei Boeker in der Weberstraße. Srering stellte sofort fest, daß die Berichte in den bürgerlichen Zeitungen mit dem Sachverhalt nicht übereinstimmen. In der Sonntagsversammlung bei Freyer waren etwa 7000 Schmiede anwesend, die große Mehrzahl derselben waren JnnungS- gesellen, wie es sich bei diesem Streik überhaupt nur um die beiJnnungSmeistern beschäftigten Gesellen handelt. Am ersten Tage deS Streiks gewann die Bewegung weiteren llmfang, indem es in verschiedenen Betrieben gelang, die Arbeitenden herauszuziehen. Wieder meldeten mehrere Meister bei dem Verbände an. daß sie die Forderungen bewilligen und die ver- langte Unterschrist leisten wollen. Sine Schmiedemei st erVersammlung, zu der die Meister in starker Zahl erschienen waren, fand am Montagabend bei Keller in der Köpenicker Straße statt. Die Meister beratschlagten eifrig, wie der Streik zu bekämpfen sei. Die einzelnen Meister sollten vor allen Dingen die Zahl der Streikenden angeben(7905 wurden sogar die Namen der Streikenden verlangt). Eine Aus- sperrung wurde ebenfalls vorgeschlagen, aber abgelehnt. Die größte Sorge war, sich die Kunden zu erhalten. Ein Vorschlag ging dahin, daß der eine Meister dem andern die Gesellen borgen sollte. Der Generalsekretär Nasse war anwesend und gab beruhigende Er- klärnngen ab, die sich aber mit den Ansichten, die er den Vertretern der Arbeiter gegenüber geäußert hatte, nicht decken. Ganz im Ernst wurde darüber beraten, wie die Innung alle Gesellen verklagen könnte. Der folgende Brief an einen Streikenden zeigt, wie die Meister sich das denken: „Herrn N. N. I' Ersuche Sie hierdurch, entweder morgen ftüh bei mir zur Arbeit anzutreten oder sich Ihre Papiere und Sachen abzw holen. Bemerke aber hierbei, daß diejenigen Gesellen, welche ein- mal ihre Arbeit bei mir niedergelegt, auf eine Einstellung bei mir niemals mehr zu rechnen haben, mag der Streik ausfallen wie er will. Achtungsvoll Gustav Fischer. P. S. Sollten Sie sich Ihre Papiere abholen, so wollen Sie gefl. gleich die M. 3,60 ortsüblichen T*a g e l'o h n1, welche ich laut Gewerbeordnung berechtigt bin von Ihnen zw fordern, dafür, daß Sie ohne genügenden Grund heute früh der Arbeit fern- geblieben sind, mitbringen, anderenfalls ich diesen Betrag ein- klagen müßte." In der Versammlung der Streikenden wurde dieser Brief mit stürmischer Heiterkeit ausgenommen. S i e r i n g machte noch darauf auftnerlsam, daß auch die Zeug- nisse. die manche Meister mit dem Vermerk ausgestellt haben, daß der Geselle wegen Strakens entlassen sei, gesetzlich nicht zulässig sind. In bürgerlichen Zeitungen werden Schmiede, natürlich als Streik- brecher, gesucht, auch aus Ostpreußen und Schlesien will man Arbeits- kräfte heranziehen.— Einstimmig faßten die Meister in ihrer Ver- sammlung den Beschluß, sich auf keine UuterhandlungenHnit der Organi- sation einzulassen, obgleich der Bericht über die Arbeitsvermittelung in der Mulackstraße recht kläglich ausgefallen war- und manche Meister nicht wiffen, wie sie sich be'helfen sollen. Der ein? ließ sogar einen Soldaten, der auf Urlaub nach Hause gekommen war. als Streik- brecher arbeiten.— Jedenfalls sind die Schmiedegesellen gesonnen, den Kampf energisch fortzuführen. Den Streikenden wurde von der Leitung geraten, sich sofort bei der Jnnungskrankenkasse als fteiwilligeS Mitglied anzumelden, um in einem Krankheitsfalle die Unterstützung nicht zu entbehren. Ein Tarifvertrag der Zuschneider der Herrenkonfektion. Im Jahre 7997 kam in der Herrenkonfektion Berlins ein Tarifvertrag für die Zuschneider zustande, der nur unter der�Be- dingung bindende Kraft erhalten sollte, daß bis zum Sep- tember desselben Jahres ein bestimmter Prozentsatz der Firmen ihn unterschristlich anerkannt hatten. Da damals ein allzu großer Teil der Zuschneider den Wert der Organisation noch nicht erkannt hatte, gelang es nicht, die nötige Zähl von Unterschriften zu» sammenzubringen, und somit scheiterte das Bestreben, eine all- gemeine Regelung der Lohn, und Arbeitsverhäliniffe lvurchzu- führen. Allzu viele Zuschneider hatten sich dem Wahn hingegeben, daß sie sich in gesicherter Lebensstellung befänden und auf Grund ihrer persönlichen Tüchtigkeit auch ohne Tarif immer einen aus- kömmlichen Lohn verdienen würden. Als jedoch bald darauf die wirtschaftliche Krise hereinbrach, die von Arbeitgebern zu Lohn- drückereien ausgenutzt wurde, da kamen die Zuschneider mehr und mehr zu der Erkenntnis, daß es doch bester gewesen wäre, wenn sie beizeiten für einen festen Tarifvertrag gesorgt hätten. In- zwischen haben sie sich in größerer Zahl als je der Organisation, dem Schneidcrverband angeschlossen, nm zu günstiger Zeit das damals Versäumte nachzuholen. Dieser Zeitpunkt schien jetzt ge-- komtncn, und die Tatsache, daß die Herrenkonfektionsschneider in diesem Jahre mit ihrer Lohnbewegung recht gute Erfolge und an- sehnliche Lohnerhöhungen erzielten, war für die Zuschneider umso- mehr ein Ansporn, nun einmal mit voller Kraft vorzugehen. Mußten sie. die nicht nur das Schneiderhandwerk gelernt hatten, sondern sich obendrein unter Aufwand von nicht geringen Opfern an Zeit und Geld eine Art akademischer Ausbildung verschafften, doch damit rechnen, schließlich in ihren Lohn- und Arbeitsbedin- gungen hinter den Konfektionsschneidern zurückzubleiben. Vor etwa 74 Tagen hat die Branchenleitung der Zuschneider einer Reihe von Firmen einen Tarifentwurs vorgelegt, der dieselben Forde- rungen enthielt, wie der gescheiterte Tarif von 7907. Zwölf Fir- men fanden sich zu gemeinsamen Verhandlungen mit der Kom- Mission der Zuschneider bereit. Die Verhandlungen haben in der verflossenen Woche stattgefunden und zum Abschluß eines Tarif- Vertrags geführt. Am Montag fand bei Schulz am Königsgrabcn eine außer- ordentlich zahlreich besuchte Versammlung der Zuschneider und Zu- schneiderinnen statt, in der Verbandsvertreter Mirus über die Verhandlungen und ihr Ergebnis berichtete. Die Arbeitgeber- Vertreter hatten sich in der ersten Sitzung, am borigen Dienstag, der geforderten Lohnskala gegenüber durchaus ablehnend verhalten. Sie erklärten wohl, daß 30 Mk. Wochenlohn das mindeste sein müsse, was man einem Zuschneider als Anfangslohn bieten könnte, wollten sich aber durchaus uicht verpflichten, nach 3 Monaten der Tätigkeit in der Branche 32 Ml, nach 6 Monaten 34 Mk., nach 7H Jahren 37 Mk. und nach 3 Jahren 39 Mk. als Mindestlohn anzuerkennen. Die Sitzung verlief ergebnislos. Die Zuschneider, die bei mehreren Firmen ihre Stellungen schon gekündigt hatten, um wenn nötig die Arbeit einzustellen, kamen zusammen, berieten über die Lage und beschlossen einstimmig, die Forderungen aufrecht- zuerhalten. Die Tarifverhandlungen wurden am Donnerstag fort- gesetzt, und nun fanden sich die Arbeitgeber, wenn auch erst nach langem Widerstreben, bereit, die Lohnskala anzuerkennen, unter der Bedingung, daß man ihnen bei andern Punkten des Tarifes Eni- gegenkommen zeige. Die Löhne wurden also, wie oben angeführt. festgesetzt. Ferner wurde vereinbart, daß alle, die 39 bis 44 Mk. Wochenlohn haben, eine Lohnzulage von 2 Mk. erhalten, jedoch unter der Bedingung, daß, wo der Lohn seit Mitte Dezember 7999 erhöht worden ist, diese Lohnerhöhung von den 2 Mk. abgerechnet wird. Diejenigen Zuschneider, die 45 Mk. oder höheren Lohn haben, sollen sich einzeln an ihre Gljefs wenden und dann ebenfalls mit einer Aufbesserung bedacht werden. Für die folgenden Tarifjahre ist eine weitere Lohnzulage von jährlich 7 Mk. vereinbart. Die Arbeitszeit ist, eine einstundigc Pause einberechnet, auf 79 Stunden festgesetzt. Die eigentliche Arbeitszeit darf also auf keinen Fall mehr als 9 Stunden ausmachen, und wo schon eine kürzere besteht, darf sie nicht verlängert werden. Ueberstundenarbeit soll mit 7 Mk. die Stunde bezahlt werden. Sonntagsarbeit ist überhaupt nicht zu- lässig. Wer ein Jahr im Geschäft« tätig ist, soll unter Fortzahlung des Lohnes mindestens 8 Tage Ferien im Jahre erhalten. Der Tarif soll mit dem 7. Juki dieses JahreS in Kraft treten und bis zum 7. Juli 7973 Geltung haben. Wird er nicht 3 Monate vorher gekündigt, so gilt er allemal auf ein weiteres Jahr. Zur Schlich- tung von Streitigkeiten aus dem Tarif wird ein Schiedsgericht von Vertretern beider Parteien eingesetzt. Zuschneideuntensilien hat der Arbeitgeber unentgeltlich zu liefern. Der Tarifvertrag ist bis jetzt von 74 Firmen anerkannt. Es gilt nun, ihn auch bei allen andern in Betracht kommenden Firmen zur Anerkennung zu bringen. Dabei kann natürlich nicht mehr mit den betreffenden Arbeitgebern über die einzelnen Positionen des Tarifs lang und breit verhandelt werden, sondern der Tarif muß überall so durchgeführt werden, wie er aus den Verhandlungen mit den Vertretern der Konfekttonäre hervorgegangen ist, und als das mindeste dessen gelten, was zu bewilligen ist. Firmen, die sich weigern, den Tarifvertrag anzuerkennen, müssen auf Arbeits- niederlegung gefaßt sein. Der ganze Verlauf der Versammlung bewies, daß die Zu- schneider Berlins diesmal alle» aufbieten werden, um die allge. meine Anerkennung des TarifeS durchzusetzen. Sie sind dabei in vollem Maße der tlnterstützung des Schneiderverbandes sicher. Vor Zuzug von Zuschneidern nach Berlin muß vorläufig, solange die Lohnbewegung nicht beendet ist, gewarnt werden. Achtung, Maler! Die Firma I. Schneider, Malerei- geschäft, Cöln-Lindental, führt zurzeit die Renovierungsarbeiten in der katholischen Kirche in Charlottenburg, Lützower Straße aus. Da obengenannte Firma die rrichstariflichen Bestimmungen nicht einhält, so ist dieselbe bis auf weiteres gesperrt. Das Ortstarifamt der Maler Berlin. E. Kruse H. Mietz. Obmann der Arbeitgeber. Obmann der Arbeitnehmer. veuvsebes Reich. Die Breslauer Maurer, die ursprünglich wegen der geringen Zugeständnisse den Streik beschlossen hatten, haben am Montag vormittag in geheimer Abstimmung für Wiederaufnahme der Arbeit gestimmt. In der englischen Gasanstalt zu Frankfurt-Bockenheim war in dem größten der drei Werke ein Abwehrstreik ausgebrochen. Veranlassung dazu gab die Maßregelung von fünf Arbeilcrn. Auf Vorstelligwerden des Gauleiters vom Verband der Gemeinde- und Slaatsarbeiter und der Entlassenen erklärte der Direktor D r o r y, daß er für niemand zu sprechen sei, setzte sich in seine Kutsche und fuhr davon. Daraufhin nahmen die Arbeiter des Werkes in einer überfüllten Versammlung zu der Angelegenheit Stellung. Alle Redner traten für die sofortige Arbeitsniederlegung ein. Am Sonntag ftüh legten dann von etwa 770 Beschäftigten bis auf 70 bis 72 ältere Leute sämtliche Arbeiter die Arbeit nieder. Die Verwaltung hatte inzwischen versucht, die Leute zu halten, der Direktor kam noch nachts 72 Uhr ins Werk gefahren. Es war aber alles vergebens, die Entrüstung der Arbeiter, die jähre» lang durch Gewaltmaßregeln eingeschüchtert wurden, war zu groß. Nachdem sich der Direktor D r o r y vergeblich bemüht hatte, den Betrieb mit 40 Soldaten aufrecht zu erhalten, gab er nach. Die Zugeständnisse, die den Gewerkschaften gemacht werden mußte», sind sehr bemerkenswert. Der Arbeiterausschuß wurde anerkannt, des- gleichen die freien Gewerkschaften und der christliche Verband als vertragschließende Parteien. Die Direktion hat aucb zugestanden, daß spätestens am 7. Januar 7977 die achtstündige Arbeitszeit ein- geführt werden soll. Am Sonnabend und an den Abenden vor Feiertagen wird eine Stunde früher geschlossen. Außerdem wurde eine sofortige Lohnzulage von 30 Pf. pro«chicht bewilligt. Be- merkenswert ist, daß auch die christlichen Arbeiter mit den freien Gewerkschaften Hand in Hand gegangen sind und sich allen An- ordnungen gefügt haben._ Eine geborstene Ordnnngssäule. Dr. Wagner, kaufmännischer Direktor der be— rühmten Bur» bacher Hütte, Leiter der Werkskonsum-Einkaufsgenossenschaft, Gründer und Leiter des gelben Hüttenvereins und Stadtverordneter der Großstadt Saarbrücken, für den Stadlbezirl Burbach, ist plötzlich seines Amtes als Direktor entsetzt worden und hat auch sofort den saarabischen Staub von seinen Füßen geschüttelt, lieber die Ur- fache, weshalb die Herren„Brotgeber", die sämtlich in, Auslände wohnen, ihren Direktor so Knall und Fall zum Teufel jagten, ist etwas Bestimmtes noch nicht bekannt, doch soll die Finanzgebarung Dr. W o g n e r s den Anlaß dazu gegeben haben. Es geht das Ge- rücht, daß auch der Generaldirektor Weisdorff„fallen" werde. Herr Dr. Wagner war der politische Drahtzieher der Bur- bacher Scharfmacher und stand auf dem Standpunkt des bekannten Dr. T i l le; er war ein wütender Bekämpfer der Sozial- demokratie und der Gewerkschaften, wobei er keinen llnterschied zwischen„Christlichen" und„Unchristlichen" machte. Manchen scharf« macherischen Artikel in dem Burbacher und wohl auch in dem Völklinger Hüttenblättchen hat er geschrieben und war dazu ein Mitarbeiter des Herrn— Rudolf L e b i u s I Dr. Wagner und Rudolf Lebius standen in direktem Briefwechsel, das besagt genug. Er hat einige Jahre Reichsvcrbondsagitation getrieben und durch seine geistige Ueberlegenheit den Generaldirektor ganz beherrscht. Nun ist diese.Ordnungssäule" geborsten, ist verduftet, vielleicht zu seinem Freunde— Rudolf Lebius. Ausland. Tie österreichischen Gewerkschaften und zwar die Zentralverbände haben 7909, in einem Jahre des Mitgliederverlusts für Reise-, Arbeitslosen- und Notfallsunterstütznng 2 279 000 Kr., für Streiks und Aussperrungen 2 248 900 Kr., für Unterstützungen überhaupt 5 940 500 Kr. ausgegeben. Streikgelder müssen nach der österreichischen Gesetzgebung gesondert von der sogenannten„freien Organisation" eingehoben und verwaltet werden. Außerdeffi existiert bekanntlich der Solidaritätsfonds der Gewerkschaflskominission zu dem jeder Organisierte 5 Heller pro Monat beiträgt, und der gegenwärtig 2,6 Millionen be« trägt.— Insgesamt wurden 45 Proz. der Gesamteinnahmen für Unterstützungen(ohne Streik- und GemaßrcgeUen- Unterstützung) ausgegeben. 77,4 Prozent für die Fachpresse, 96 Proz. für Agitation und Organisation und 78,5 Proz. für per- sönliche und sachliche Verwaltungskoften. Zwei Verbände, die der Buchdrucker und Metallarbeiter, haben ein Vermögen von mehr als einer Million. Die VereinScinnahmen betragen pro Mitglied und Jahr zwischen 75,4 und 89 Kronen, die durchschnittliche AuS- gäbe pro Kopf und Jahr 79,83 Kronen. Die Mitgliederabnahme hat eine Zunahme des Durchschnittsvermögens um 2,84 Kronen auf 23,53 Kronen pro Kopf zur Folge gehabt. Die Fachpresse umfaßt 50 deutsche. 35 tschechische. 70 polnische, 5 italienische, 3 slowenische und 7 ruthenischeS Fachblatt. Die deutschen Gewcrkschaftsblätter haben eine Gesamt- aufläge von 378 700, die tschechischen von 178 330 Stück. Letzte JVacbrlchtcn und DcpcFcbcn» Die Bewegung im Baugewerbe. Königsberg i. Pr., 28. Juni.(Privatdepesche deS„Vor, wärts".) Bei den heutigen Tarifverhandlungen für das Bau« gewerbe in Ostpreußen weigerten sich die Unter« nehmer für Allenstein, Rastenburg, Hartenstein, Heilsberg, Braunsbcrg und Osterode, den Schiedsspruch bezüglich der: Lohnhöhe anzuerkennen. Die Verhandlungen für diese Orte sind demnach ge« scheitert. » Wie Wolffs Telegraphenbureau aus Hamburg und Leipzig erfahren haben will, wird auf Veranlassung des Reichsamts des Innern morgen nachmittag im Reichsamt des Innern unter Leitung des Herrn Geheimrat Dr. Wiedfeldt und des Gerichtsdircktors Dr. Prcnoer-München eine Be- sprechung mit sämtlichen Zentralvorständen über die Bei« legung der uoch schwebenden Differenzen stattfinden. Stadtverordnetenwahle». Frankfurt a. M., 28. Juni.(Privatdepesche des..Vor« wärts".) Bei den heutigen Stadtvcrordnetenwahlcn in den neu eingemeindeten Vororten hat die Sozialdemokratie von sieben Mandaten vier erobert. In 3 Bezirken stehen die So« zialdemokraten mit dem Freisinn in Stichwahl. Fortsetzung der Jnterpellationsdebatte. Pari», 23. Juni.(W. T. 83.) Die Deputiertenkammer beendete heute die Beratung der Interpellationen über die allgemeine Politik. Präsident Brisson teilt« darauf mit. daß mehrere Tagesordnungen eingegangen seien. Minister- Präsident B r i a n d erklärte, die Regierung nehme nur die von Andre Hesse eingebrachte Tagesordnung an, in der es heißt: Di« Deputiertenkammer, treu der traditionellen Politik der republika- nischen Partei, billigt die Erklärungen der Regierung und hat da? Vertrauen zu ihr. daß sie das Werk der drei letzten Legislatur- Perioden fortsetzen wird. B e r t e a u x sprach hierauf sein Be- dauern darüber aus, daß der Ministerpräsident nicht die von ihm im Namen der beiden bedeutendsten Gruppen des Hauses vor- gelegte Tagesordnung angenommen habe, die, ohne die Er, klärnngen der Regierung billigen, doch der Re- gierung das Vertrauen ausspreche. Redner sagte weiter, er und seine Freunde könnten nicht alle Erklärungen des Ministerpräsi- deuten billigen. B r i a n d strecke am Vorabend der Wahlen für die Generalräte den Progressisten, die daS Werk der Majorität bekämpfen, die Hand entgegen. Verantw. Redalt.: Süch-ud Barth, Berlin. Inseratenteil verantw.:Ttz.Glolte.Berlin. Druck u.Berlag:Vorwärt�Buchdr.u.Berlag»anftaa PaulSmgerLcCo.7BerlinLW. Hierzu 3 Beilagen«.Unterhaltung»»!, »,. Ii». 27. jmm. i. Keillige des Jotmütls" Kerliner PollisHatt. 29. im flllgemelner Fürtorgccrzicljungstag. Im großen Saale der Philharmonie trat am Montagabend der von der freien Konferenz der Berufsarbeiter und Freunde des Fürsorgeerziehungswesens einberufene Allgemeine FürforgeerziehungS- tag zusammen. Annähernd 1000 Personen hatten sich zu dieser Versammlung eingefunden. Nach einer Begrüßungsansprache des Borsitzenden Pastor Thiele- Magdeburg folgten Mitteilungen über die Bedeutung, Erfolge und Mißerfolge der Fürsorgeerziehung. Das vor zehn Jahren erlassene preußische Gesetz über die Fürsorgeerziehung ermöglichte es bereits einzugreifen, wo es sich um Verhütung der Verwahrlosten handelt, während die Anwendung des früheren Gesetzes eine bereits begangene Straftat zur Voraussetzung hatte. Allerdings enthalte das Gesetz die harte Bestimmung, daß die Zöglinge bis zum vollendeten 21. Jahre der Einwirkung der Eltern vollständig entzogen werden können, die Anstalten müssen ver« suchen, ihnen Elternliebe und Heimat zu ersetzen. In Preußen be- finden sich 42 528 Zöglinge in Fürsorgeerziehung, davon gehören a/3 dem männlichen und'/3 dem weiblichen Geschlecht an. Der Staat gibt über S Millionen Mark für diese Fürsorgeerziehung aus. Doch diese Summe würde ohne die Mitarbeit vor allem der Geistlichen beider Konfessionen, sowie auch der privaten Erziehungsanstalten nichts helfen. Bedauerlich sei, daß die Entgleisungen ungeeigneter Er- zieher in der Blohmschen Wildnis und in Mielczyn kurzerhand als Ergebnisse der Fürsorgeerziehung überhaupt aufgefaßt und hingestellt werden. Auch darf man nicht sagen, die Fürsorgeerziehung hat Fiasko gemacht, wenn einzelne aus dem Sumpf der Großstadt herausgerissene Burschen und Dirnen, die eher ins Zuchthaus ge- hört hätten, durch einige Jahre Fürsorgeerziehung nicht zu ruhigen Staatsbürgern umgewandelt wurden. Aber solche Erfahrungen sind glücklicherweise Ausnahmen. Das Gesamtergebnis bei der Ent> lassung mit der Großjährigkeit lautet: Gerettet 75 Proz., ßweifelhast 16 Proz., ungebessert 9 Proz. Das ist einglänzender Erfolg, wenn man bedenkt, daß beinahe die Hälfte der Zöglinge erst nach der Schulentlassung der Fürsorgeerziehung überwiesen waren. Be- sonders erfreulich sei, daß von den ganz verdorbenen Dirnen nur etwa 25 bis 40 Proz. wieder der Unzucht verfallen find. Die weiteren Erfolge find abhängig von der Mitwirkung des gesamten Volkes. Es darf den Fürsorgezöglingen kein Makel aufgedrückt werden, wie es gegenwärtig leider vielfach geschieht. Wenn Richter das Gesetz als Schreckgespenst der schlimmsten Art benutzen, wenn die Preste jeden einzelnen Mißgriff oder Mißerfolg der Fürsorgeerziehung sensationell aufgebauscht, von ihrer ungeheuren Aufgabe und ihren Erfolgen aber so gut wie ganz schweigt, so wird in den Zöglingen von vornherein jedes Vertrauen zerstört, ohne das die Erziehung unmöglich ist, und zugleich werden die Zöglinge in ihrem späteren Fortkommen aufs schwerste gehindert. (Lebhafter Beifall.) An diesen sozialer Auffassung und gerechter Würdigung recht fernstehenden Vortrag schloffen fich eine Reihe weiterer Mitteilungen über den Stand der Fürsorgeerziehung in Mecklenburg, Rheinland und Hannover. In der Sitzung am Dienstag begrüßte Ministerialrat Krause- Mecklenburg als Vertreter des Großberzoglichen Justiz- Ministeriums die Tagung. Bei der gesunden ländlichen Bevölkerung Mecklenburgs kämen Fälle von Verwahrlosung nur ganz vereinzelt vor. Aber auch diese wenigen Fälle müffen beseitigt werden und deshalb verfolgt die Großherzogliche Regierung die Tagung mit großem Interesse.— Oberregierungsrat Schlosser vom preußischen Ministerium des Innern überbrachte die Grüße der Bundes» regierungen. Er teilte mit, daß von den vom 1. April 1904 bis öl. Dezember 1909 in Preußen zur Entlassung gekommenen 3879 Fürsorgezöglingen 91 Proz. männliche und 92 Proz. weibliche auf ihren weiteren Lebensweg verfolgt werden konnten und daß davon 74 Proz. männliche und 73 Proz. weibliche später eine ge- sicherte und gute Führung aufzuweisen hatten, ein Erfolg, der sicher zur Weiterarbeit auf diesem Gebiete anregend wirkt. Hierauf sprach Landesassessor Hartman«« Hannover über: „Unsere Wünsche zum Entwurf der Strafprozeß- uud StrafrechtS- reform hinfichtlich der Fürsorgeerziehung". Er führte aus: Wenngleich die Straffälligkeit der Jugend schon länger als ein nicht nur straftechllicheS, sondern vielmehr fürsorge- rechtliches Problem erkannt war, so war es doch nach der bis- herigen Gesetzgebung den gegen kriminell gewordene Jugendliche erkennenden Richtern nicht möglich, in Konsequenz dieser Er- kenntniS nun auch die strafrechtliche Behandlung der Gesetz- Übertreter in organische Verbindung mit der Erziehungs- fürsorge zu setzen. Daher wurde schon auf dem letzten allgemeinen Fürsorge-Erziehungstage die Forderung nach Heraufsetzung deS Strafmündigkeitsalters gestellt. Der Entwurf zum Straf« gesetzbuch verwirklicht dieses Verlangen durch Hinaufrücken des Strafmündigkeitsalters vom 12. auf das vollendete 14. Lebensjahr. Diese Heraufsetzung war als eine M i n d e st forderung aufgestellt worden. Denn wir wissen, daß gerade in den Altersstufen von 14 bis 16 Jahren die sittliche Widerstandskraft gegen- über den Verführungen im Erwerbsleben noch fehlt oder stark ver« mindert ist. Diese Forderung nach weiterem Hinausschieben der Strafmündigkeit kann zurückgestellt werden, wenn im Strafgesetzbuch etne möglichst treffende Umschreibung des Begriffs der strafrechtlichen Zurechnungsfähigkeit gewählt wird und die Bestimmungen des Ent- wurfs über die Abgrenzung von Strafe und Erziehung Gesetz werden. Die bisherigen Bestimmungen über die Voraussetzungen der Strafbarkeit der Jugendlichen vom 14. bis zum 13. Lebens- jähre sind verfehlt. Ganz einseifig hatte im Strafgesetzbuch nur die intellektuelle EntWickelung, nicht aber die sittliche Reife Berücksichfigung gefunden. Daß der Entwurf zum Straf- gesetzbuch nunmehr das.Einsichtskriterium' fallen läßt, ist als Fortschritt zu begrüßen. Trotzdem aber werden wir als Beginn der Strafmündigkeit das 16. Lebensjahr statt des 14. wünschen müssen, damit überhaupt die Möglichkeit einer strafrechtlichen Ver- folgung von Kindern ausgeschlossen wird. Kinder sind aber die 14— 16 jährigen doch regelmäßig noch. Auch die bedingt straf- mündigen Jugendlichen, zumal im Alter von 14—16 Fahren, bedürfen besonders der erziehlichen Behandlung. Daher hatte man die Schaffung der Möglichkeit, statt auf Strafe auf Erziehung in besonderen Fällen erkennen zu können, und daneben die Aburteilung bedingt Strafmündiger durch besondere Jugendgerichte verlangt. Trotz der Angriffe gegen das Institut dieser Jugendgerichte hat der Entwurf den Wünschen der Praxis Rechnung getragen. Jene Angriffe können wir nicht als berechtigt anerkennen, vielmehr empfinden wir es als einen Mangel der Regelung des Entwurfs zur Strafprozeßordnung, daß die Einführung der Jugendgerichte nicht obligatorisch gemacht wird, und daß sie nicht auf die Landgerichte erstreckt wird. Wir müssen die allgemeine Einführung der Jugendgerichte und ihre Errichtung auch bei den Landgerichten dringend wünschen. Indes genügt die Aburteilung der strafbaren Handlungen Jugend- licher durch ein Gericht von pädagogisch geschulten Richtern nicht, um die schwerwiegenden Mängel unseres bisherigen Zustandes zu beheben. Wir müssen auch vor allem vermeiden, zu viel zu strafen. Die Forderung nach Einschränkung des Anklagezwanges bei Bagatell- fachen ist daher schon auf dem letzten Allgemeinen Fürsorge- erziehungstage erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft soll gegen Jugendliche keine Klage erheben, wenn Erziehungsmaßregeln vor- zuziehen sind. Wenn aber Klage erhoben und Strafe verhängt wird, muß mit der kurzfristigen Freiheitsstrafe ge- brachen werden. Denn für die erziehliche Behandlung des Jugendlichen während der Strafdauer ist eine Frist von mehreren Monaten nöfia. Daneben wird man die Einführung der bedingten Verurteilung fordern müssen statt der bedingten Strafansetzung. die der Entwurf vorsieht. Ferner wird künftig auch die unbestinimte Verurteilung unentbehrlich sein, da sie den großen Vorzug hat, daß die Entlassung aus der Strasbehandlung erst dann erfolgt, wenn die Besserung des Täters erwiesen ist. Wir müffen sie für unsere jugendlichen Zöglinge unter Zugrundelegung eines zeitlichen Höchstmaßes mit der Wirkung wünschen, daß der Angeklagte bei guter Führung nicht als verurteilt gilt. Einen erheblichen Mangel des Entwurfs bildet die Bestimmung, daß die Strafaussetzung bei Geldstrafen ausgeschlossen sein soll. Dagegen sind vom Standpunkt der Fürsorgeerziehung die Bestimmungen des Entwurfs über die neben die eigentlichen Strafen tretenden Nebenstrafen und sichernden Maß- regeln zu begrüßen, da sie dem Richter Handhaben bieten, um einer weiteren Verwahrlosung liederlicher, arbeitsscheuer und trunksüchtiger Eltern, die den Grund zu einer erblichen Belastung und Verwahrlosung der Kinder abgibt, entgegenzu- arbeiten. Bei der Frage der Strafvollstrecknng an Jugendlichen können wir die Bestimmung, daß der Strafvollzug in besonderen Anstalten erfolgen soll, als einen Fortschritt betrachten. Es ist aber ein Fehler des Entwurfs, daß er die Vollstreckung auch in be- sonderen Abteilungen zulassen will. Diese Bestimmung muß weg- fallen, wenn die Absicht, den jugendlichen Kriminellen wirklich sicher vor der Berührung mit anderen Verbrechern zu be- wahren, erreicht werden soll. Eine einheitliche Regelung des Strafvollzuges, den wir dringend bedürfen, bringen die Entwürfe nicht, da der Strafvollzug der Zuständigkeit der Landesjustizverwaltung verbleibt. Deshalb fehlen auch Bestimmungen über die Behandlung der Jugendlichen im Gefängnis. Da der Erlaß solcher Vorschriften Sache der Bundesstaaten bleiben wird, würde sich eine reichsrechtliche Vorschrift wenigstens darüber empfehlen, daß die Landesjustizverwaltungen für Einrichtungen zur erziehlichen Behandlung der Jugendlichen zu sorgen haben. Noch weit mehr Wünsche haben wir hin« sichtlich der Ausgestaltung des JugendfchutzrechteS, in der leider der Entwurf deS Strafgesetzbuches große Lücken aufweist. Allerdings soll die Schwierigkeit nicht verkannt werden, die darin liegt, ein wirklich einheitliches Jugend-, Straf« und Schutzrecht in die allge- meine Strafrechts- und Strafprozeßgesetzgebung hineinzuarbeiten. Deshalb müssen wir für die Zukunft ein einheitliches Sondergesetz, ein Jugendschutzgesetz, das Strafrecht, Strafverfahren, Strafvollzug, Fürsorgeerziehung und Kinderschutz umfaßt, verlangen. In der Diskussion wurde derGedanke scharf bekämpft, die Entscheidung darüber dem Staatsanwalt zu überlassen, ob eine Anklage zu erheben ist oder ob erzieherische kleines feuilleton. Vom edlen Rennsport. Was alle Jahre für die Tierschinderei verausgabt wird, die unter dem Namen Pferderennen Luxus« und Spielbedürfnissen dient, ersteht man aus dem.Jahres-Rennkalender für Deutschland". Im Jahre 1909 gab es bereits 116 deutsche Renn« Plätze, auf denen 12 694 Pferde in 2163 Rennen liefen. An Preisen und Prämien kamen 7 780126 M. zur Verteilung. Die meisten Gewinne erzielte das königl. preußische Hauptgestüt Grabitz, das 31 Pferde laufen ließ und 657 378 M. einheimste. Die nächst hohe Ziffer erzielte mit 343 001 M. ein privater Rennstall irgend eines Börsianers. Ein einziges Roß brachte in zwei Flach- rennen 93 400 Mark ein. Unter den.Herrenreitern" tat sich ein Leutnant hervor, der in 154 Rennen 63 mal siegte, während der siegreichste Jockey in 235 Rennen 61 Siege aufzu- weisen hatte. Der ganze Erfolg dieser verrückten Rennerei, zu deren Recht- fertigung immer die Verbesserung der Pferderaffen durch Vollblut- zucht herhalten muß, ist— ein weiterer Rückgang der Vollblutzucht. Aber der feudale Sport, dem sich alle aufsteigenden Börsenjobber und Häuserspekulanten mit Eifer widmen, dieser Tummelplatz von dekadenter Lebewelt und großstädtischem Aniüsierpublikum, wird ttotz- dem natürlich weiterblühen und sich ausdehnen. Ein neues Golkonda in Kanada. In Kanada will man ein neues Golkonda entdeckt haben. Die Nachricht wurde von einem in Toronto lebenden Berichterstatter der„Times" nach London telegraphiert. In der Nähe der Stadt Stewart fand man ein ungeheueres Lager von goldhaltigem Quarz; es wird behauptet, daß man dieses Goldlager Hunderte von Jahren hintereinander ausbeuten könnte, ohne daß auch nur die Oberfläche vollständig erschöpft würde. Das Lager erstreckt sich in einer gebirgigen E-�-nd, die sich 600—700 Meter über den Meeresspiegel erhebt. viele Meilen weit. Die Goldadern haben eine Länge von 10 bis 600 Meter und werden von großen Porphyrfelsen durchschnitten. Die Ingenieure, die die wichtige Entdeckung gemacht haben, er- klären, daß es sich um die fruchtbarste Goldmine handelt, die je gefunden worden ist. Man kann sich denken, daß die Nachricht in Kanada gewaltiges Aufsehen erregt hat. Das Goldfieber, das so lauge schlummerte, hat von neuem Tausende von Abenteurern, die schnell reich werden möchten, ergriffen. Ein an den„Globe" gerich- telxS Telegramm meldst, daß in vielen Städten die Axbeiter in Massen die Arbeit niederlegten, um nach dem neuen Goldlande zu ziehen. Die Stadt Stewart selbst ist von ihren Bewohnern ver- lassen worden: sie haben sich alle zu dem Orte begeben, wo der gold- haltige Quarz gefunden worden ist. Man hat vorläufig festgestellt, daß das Goldlager eine Fläche von mindestens 20 Quadratmeilen umfaßt; es ist aber wahrscheinlich noch viel größer. Wer es entdeckt hat, weiß man bis jetzt noch nicht. Japanische Studenten. Es gibt in Tokio 60 000 Studenten; sie kommen aus allen Teilen des Reiches. Der Unterricht, der den lernbegierigen jungen Leuten erteilt wird, umfaßt alle Gebiete menschlichen Wissens; des größten Zulaufs aber erfreuen sich die Vorlesungen über fremde Sprachen. Der Sprachunterricht, den die Japaner für die wichtigste aller Doktrinen halten, wird in einer Staatsschule erteilt.„Es geht hier zu wie beim Turnibau von Babel I" schreibt das„Japan Magazine".„Englisch, Französisch, Deutsch. Russisch, Spanisch, Italienisch, Chinesisch, Koreanisch, Ta- mil, Hindustani, Mongolisch. Malaiisch, alle Sprachen, alle Dia- lckte, die in Europa und in Asien gesprochen werden, werden in diesem Institut, das in der ganzen Welt nicht seinesgleichen haben dürfte, gründlich gelehrt. Der Saal, in dem sich die Professoren der Schule versammeln, gibt einen Begriff von dem künftigen Par- lament der Nationen. Bärtige Slawen, elegante Franzosen, massige Deutsche, Italiener, deren ausdrucksvolle Gesten und deren außer- ordentliche Beweglichkeit die Japaner aus dem Staunen nicht herauskommen lassen, majestätische Spanier, korrekte Engländer — das ist so eine kleine Blütenlese aus Europa. Und dann erst die Asiaten I Da ist zuerst der Chinese mit jener stolzen Würde und jenem Hochmut, die für die ganze Rasse charakteristisch sind; neben ihm erscheint der Koreaner, der immer so aussieht, als wenn er selbst einen Herrn und Lehrer suchte, der mongolische Lama mit dem Priestergesicht, der revolutionäre Hindu, der muselmanische Malaie, der bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit reli- giöse Propaganda macht.., Die Schüler der Hochschute für Sprachen verlieren ihre Zeit nicht: sie haben wöchentlich nicht weniger als dreißig Unterrichts- stunden. Dieses„Büffeln" erstickt in ihnen natürlich jeden Keim, jeden Ansatz von Originalität: sie werden schließlich zu Maschinen, die sich mechanisch Notizen machen l Es muß allerdings gesagt werden, daß nicht alle Studenten von Tokio den Ehrgeiz haben, sämtliche Sprachen der Welt zu erlernen. Achttausend etwa lassen sich Privatunterricht geben und lernen nichts weiter als Englisch. Im allgemeinen sind die japanischen Studenten sehr arm; es gibt kein Opfer, bps eine japanische Fgnftlie njcht bpinge» würde, wenn Maßnahmen am Platze sind. Direktor Blunk von der Er- ziehungsanstalt in Hamburg betonte nachdrücklich, daß die Staats- anwaltschaft diese Entscheidung gar nicht treffen könne und regte die Errichtung eines Erziehungsrates oder eines Er- ziehnngsamtes an, das den Vormundschaftsgerichten an- zugliedern sei und das dann die Entscheidung zu treffen habe.— Amtsgerichtsrat Bandstöner- Berlin, der seit längerer Zeit Jugendrichter in Berlin ist, trat dem Gedanken entgegen, daß der Staatsanwalt die Entscheidung darüber haben könne, ob Strafe oder erzieherische Maßnahmen am Platze sind. Diese Entscheidung müsse in der Hand des Richters, eventuell im Verein mit einem Erziehungsamt liegen. Professor Klumk er- Frankfurt a. M. wandte sich gegen den Gedanken, die Einrichtung der Jugendgerichte obligatorisch zu machen. Dazu sei diese Einrichtung noch viel zu jung und in manchen Ländern wie Mecklenburg und Württemberg sei überhaupt kein Boden dafür vorhanden. In Amerika sollen die Jugendgerichte unsere dort fehlenden Vormundsckiaftsgerichte ersetzen, bei uns aber stellen sie in keiner Weise einen Fortschritt dar. Schließlich wurde die ganze Materie dem geschäftsführenden Ausschuß übergeben, der sie weiter verfolgen und die Wünsche des Erziehungstages an geeigneter Stelle zur Sprache bringen soll. Hierauf wurden drei von dem Vorstand vorgelegte R e s o« lutionen angenommen. In der e r st e n fordert der allgemeine FürsorgeerziehungStag seine Mitglieder und Freunde auf, für eine solche Verbesserung des FürsorgeerziehungSgesetzes zu wirken, wie sie der preußische Minister des Innern im Herrenhaus in der Sitzung vom 31. Mai 1910 in Aussicht gestellt hat. Eine weitere der zur Annahme gelangten Resolutionen verlangt von den staat- lichen Behörden die Bereitstellung ausreichender Mittel, um Jugendstaatsanwälte und Jugendrichter planmäßig zu orienfieren und ihnen regelmäßige JnformationSkurse zu ermöglichen. Die dritte Resolution fordert ausreichende Mittel zur Durchführung einer planmäßigen Fachausbildung der Berufsarbeiter der Fürsorge« erziehung durch Facherziehungsscminare und regelmäßige Fort« bildungskurse. Heute geht voraussichtlich die Tagung zu Ende. _\ Frau von Schönebeck vor den Gefchworenen. (19. Verhandlungstag.) Berichtigend bemerken wir zu unserem gestrigen Bericht. daß es in dem telegraphisch uns übermittelten Gutachten des Sanitätsrats Dr. Stoltenhoff heißen muß: Deshalb ist jedoch nicht jeder Homosexuelle als geistig krank zu betrachten. Die Angeklagte hatte am Montagnachmittag in ihrem Hotel einen schweren Krampfanfall. Auch in der Dienstag- sitzung wurde sie wiederholt von Anfällen heimgesucht, die teilweise Pausen von einer halben und einer vollen Stunde erforderlich machten. Sie bat aber wiederholt, der Verhand- lung Fortgang zu geben, sie wolle, soweit es ihr möglich, sich aufrecht halten. Es konnte denn auch die Sitzung trotz einer höchst überflüssigen Vernehmung eines Zeugen und zeit- raubender Verhandlungen wegen Zulassung eines Oberst- leutnants a. D. zur Verhandlung die Verhandlung so weit geführt werden, daß nunmehr sämtliche Zeugen und Sach« verständigen vernommen sind. Zu Beginn der Sitzung teilt der Borfitzende mit, daß der Oberst« leutnant a. D. Döring, der bereits als Zeuge vernommen war, gebeten hat, den Gutachten und Plaidohers beiwohnen zu dürfen. Die Verteidigung wendet sich dagegen. Der Borfitzende betont, der Prozeß sei doch in psychologischer Hinsicht für jeden, der sich für kriminalisttsche Fragen interessiert, von großer Bedeutung. Es liege auch ein begreifliches Interesse vor, die Berliner Verteidiger zu hören. Die Verteidigung beharrt auf ihrem Standpunkt und hebt hervor. daß die Angeklagte gegen die Zulassung des Oberstleutnant? sei. Das Gericht beschließt, ihn zuzulassen, später jedoch, als das Gutachten des Königsberger Medizinalkollegiums ver- lesen werden soll, hebt das Gericht mit Rücksicht auf den Wunsch der Angeklagten den Beschluß auf: der Oberstleutnant muß das Sitzungszimmer verlassen. Darauf beantragte der Staats« anwalt de« völligen Ausschluß der Orffentlichkeit. Das Gericht be- schließt, diesen Antrag abzulehnen. ES nimmt an, daß die Ver- tteter der Presse auf die sexuellen Einzelheiten, die in dem Bericht zur Sprache kommen, nicht eingehen werden. Ein Zeuge vom Hörensagen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird ein Rechtsanwalt Schöne aus Berlin über den Leumund der Zeugin Neubauer ver» nommen, wiewohl die Verteidigung dagegen protestiert, weil keine Tatsachen mitgeteilt sind, über die der Zeuge sich auslassen soll. Der Zeuge erklärt dann: Ich bin Vormund des unehelichen jfindeS es sich um die Erziehung ihrer Kinder handelt. Eines Tages— so berichtet der Gewährsmann des„Japan Magazine"— weilte ich als Gast in einem elenden kleinen Dorfwirtshause. Der Gastwirt knüpfte mit mir eine Unterhaltung an und erzählte mir, daß er seine Kinder in England erziehen lasse." Humor und Satire. Hamburg und Longchamp. WaS wälzt das Volk?... DaS Pferdchen rennt I In Longchamp„Nuage"; in Hamburg„Orient". Zwei heimische Siege mit Schenkel und Peitsche, Froh ist der Franzmann, beglückt ist der Deitsche. In Longchamp schlug unter Jubelgeheule Der gallische Gaul zwei britische Gäule. In Hamburg blieben Oestreicher und Russen — Etsch!— vom Siege ausgeschlussen. Der Preis für Röster, die so schlau sind? Hier hunderttausend, dort dreihunderttausend. ES kriegt der Gaul heut, Gott sei Dank, Für einen Meter: dreihundert Frank..., Ein Lyriker seufzt. Er fragt sich betrübt, Ob's eine Seelenwanderung gibt. Und hat sich eisern vorgenommen, Künftig als Pferd auf die Welt zu kommen. _(Gottlieb im„Tag") Notizen. — Theaterchronik. Im Lessingtheater wird die „K a s e r n e n l u f t" auch während des ganzen Juli aufgeführt. — Der italienische Astronom Schiaparetli, dem wir besonders Sternschnuppen- und Marsforschungen verdanken, ist in Mailand unter Lähmungserscheinungen schwer erkrankt. Sch. vollendete im März sein 75. Lebensjahr. — Vulkantause in Sizilien. Auf Veranlassung der sizilischen Abteilung des italienischen Alpenklubs wurden dieser Tage mehrere neue Vulkangipfel, die sich während der letzten seismischen Erschütterungen und während des Ausbruchs des Aetna auf Sizilien gebildet haben, feierlich getauft. Ein neuer Aetna- gipfelt erhielt den Namen Recupero, nach einem berühmten Geo» logen aus dem vorigen Jahrhundert. Die Tauffeier fand in einem Zelte statt, dgS lgaii in fess Nahe vgn Nicolysi exrichtet hatte, der Neuvcmer und kenne sie seit Anfang 1308. Sie ist vor- bestraft. Bei der Ueberuahme der Vormundschaft bin ich vom Vormundschaftsrichter darauf aufmerksam gemacht, daß die Neubauer mir grosze Schwierigkeiten machen werde. Sie hatte Alimen- tationsansprüche gegen die Elter» eines Offiziers in Ostpreußen erhoben. Es war ein Vergleich zustande gekommen, den die Eltern aber nur deshalb abgeschlossen hatten, weil die Neubauer eidesstattlich versichert harte, sie habe in der fraglichen Zeit nur mit dem betreffenden Offizier verkehrt. Der Vergleich war aber rechtsungültig, weil die vormundschaftsrichterliche Ge- nehnngung fehlte. Der Prozeß ging verloren. Einmal setzte sie einem Leutnant ihr Kind vor die Türe und belästigte Offiziere vor der Truppe. Sie wollte gegen einen and«'» Offizier klagen. Ich lehnte das ab. In der Hedemannstratze wohnte sie in einem Absteigequartier bösester Sorte, in dem besonders Homo- sexuelle, auch Offiziere, verkehrten. Als die Verteidigung hervor- hebt, der Zeuge spricht ja nur vom Hörensagen, aber nicht aus eigener Wissenschaft, verzichtet die Staatsanwaltschaft auf das Zeugnis. Gutachten des Dr. Strauch. Auf Befragen: Göben war meines ErachtenS bis zum 8. Januar 1S03 geisteskrank. Das war der Tag. an dem er an Herrn Thaer schrieb: Heute beginnt der Bann zu weichen, heute muß ich glauben, daß sie mich überhaupt nicht geliebt hat. Das Gutachte» des Medizinalkollcgiums in Königsberg vom 25. November 1903 kommt zur Verlesung. Er gelangt zu folgendeni Schlußresultat: Bei Frau v. Schönbcck sind zurzeit Zeichen einer organischen Erkrankung deS Zentralnervensystems nicht nachweisbar. Bielmehr besteht bei ihr von Jugend an Hysterie, neben der deutliche psychische Störungen einhergehen, die zur Zeit der ihr zur Last gelegten Handlung, Ende 1907, einen solchen Grad erreicht hatte», daß sehr wahrscheinlich die Voraussetzungen des A 51 des Rcichsstrafgesctzbuchcs zutreffen. Das Ergebnis des Gutachtens über den Hauptmann von Göben geht dahin, daß dieser zwar in mancherlei Richtung als ein abnor- maler, minderwertiger Mann anzusehen sei, daß er jedoch nicht geistig unzurechnungsfähig sei und daß deshalb der Schutz des A 51 St.- G.»B. auf ihn nicht zutreffen könne. Professor Dr. Mayer-KönigSberg führt aus, dies Gutachten muß ich nicht nur aufrecht erhalten, sondern bin nach der vierwöchentlichen Verhandlung genötigt, noch darüber hinauszugehen, die Geisteskrankheit der Angeklagten ist bei mir zur Gewißheit geworden. Der Vater der Angeklagten war in Geisteskrankheit verfallen. Auch soll ein Vetter mütterlicher- seits Selbstmord verübt haben. Sicher leidet die Angeklagte unter erblicher Belastung. Nervöse und körperliche Störungen sind beobachtet und bekundet. Wenn in Anknüpfung an einen Be- richt über eine Berliner Gerichtsverhandlung, in der epileptische Krämpfe vor Gericht simuliert sind, ein Geschworener gefragt hat, ob Krämpfe sich vortäuschen lassen, so kann ich erklären: Vor Laien epileptische Krämpfe vorzumachen, ist nicht so sehr schwer. Ich kenne einen Fall, in dem jemand Seife in den Mund nahm, um Schaum vorzumachen. Hysterische Anfälle vorzutäuschen, ist aber ausgeschlossen, namemlich in Gegenwart von Aerzten. Wir haben ja die Anfälle gesehen. ES traten da Erscheinungen und organische Störungen ei», die sich nicht vortäuschen lasse». Was Horden in einem Vielen bekannten Artikel über willkürliche Herbeiführung von Pulsbeschleunigung und Pulsstockung bei brahmanischen Uogis schreibt, ist unzutreffend. Noch wichtiger als die körperliche Störung ist der Stimmungswechsel, die Neigung zu Ucbertreibungen, die große Willensschwäche und die Beeinflußbarkeit der Angeklagten. Daß Dr. Gerster eine Wachsuggcstion mit ihr hat vornehmen können, spricht von einer ganz ungemeinen Beeinflußbarkeit ihres Willens. Die Uebertreibungen, das Spielen mit dem Selbst- mord ist etlvas Krankhafte«. Charakteristisch für die Unklarheit und den Stimmungswechsel und das Krankhafte der Angeklagten ist auch ein Brief, der in dem Schreibtisch ihres Mannes vorgefunden wurde. In fortwährenden Wiederholungen heißt es da: Ich bin unglücklkch, ich bin wahnsinnig, wahnsinnig. Dann kommen einzelne Silben, schließlich geht der Brief in Gekritzel über. Bei der An- geklagten handelt es sich um schwere Hysterie und schwere körperliche und seelische Störungen. Infolge dieser Störungen kommt der Verstand aar nicht mehr zun, Wort. Sie ist ein Rohr im Winde. Auch daS Sexualleben ist ein Glied in der Kette der hyste- rifchen Krankheitserscheinungen. Auf Grund der Verhandlung, auf Grund vor allem der ärztlichen Aussagen möchte ich feststellen, daß begründete Zweifel an der Zurechnungssähigkeit der Angeklagten schon für die'Zeit bestanden, als sie mit Hauptmann von Göben überhaupt noch nicht in Berührung gekommen war. Zur Zeit der Tat trat bei der Angeklagten dann noch die Person Göbens hinzu. Göben war nach meiner Ueberzcugung krank, aber nur vermindert zurechnungsfähig, nicht krank im Sinne des§ 51 Strafgesetzbuchs l unzurechnungsfähig). Das Zusammentreffen mit Göben brachte für die Angeklagte schwere seelische Erschütterungen und brachte sie völlig aus dem Gleichgewicht. Es lag eine Art Hypnose vor. Während daS schriftliche Gutachten nur von einer Wahrscheinlichkeit einer Zurechnungsunfähigkeit der Angeklagten spricht, muß ich jetzt mit voller Gewißheit auf Grund der Hauptverhandlung und der Be- kundunaen der Aerzte zu dem Schluß kommen, daß die Angeklagte zur Zeit der ihr zur Last gelegten Handlung sich im Sinne des§ 51 in einem Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit befand, durch den ihre freie Willensbcstimmung ausgeschlossen war. Nach meiner Ueberzeugung bedarf die Angeklagte dringend der Entmündigung und der Anstaltspflege. Aus Befragen erklärte der Sachverständige noch: Die Angeklagte halte ich auch jetzt noch für geisteskrank in demselben Sinne, wie vor dem Zusammentreffen mit Herrn v. Göben, so daß ihr strafbare Handlungen nicht zur Last gelegt werden können. Professor Dr. Puppc-KönigSberg: Vom ersten Schritt des heranwachsenden Mädchens an bis zu der Zeit kurz vor der Straf- tat zeigt sich als Gesamtbild etwas, was sich mühelos zusammen- fassen läßt zu dem Bilde einer schweren Hysterie. Nun ist die Frage: Besteht ein Unterschied zwischen der Zeit nach Kortau und der Zeit vor den Straftaten? Da mutz ich sagen: es besteht kein Unter- schied. Dieselbe Persönlichkeit mit denselben Anfällen und Zu- ständen tritt uns auch nach Kortau noch entgegen. Die Frage ist, ob dieser Zustand durch eine Erziehung im Elternhause oder durch Selbstzucht hätte gemindert oder vermieden werden können. Eine Beeinslussung durch Selbstzucht oder Erziehung ist bei solchen Zu. ständen nuherordcntlich schwer. Wir müssen uns davor hüten, in dem Zustand der Angeklagten etwas Selbstverschuldetes oder gar Sclbstvcrdcrbthcit zu sehen. Es steht eine Kranke vor uns, und wir müssen sie messen mit dem Maßstabe des Arztes. Eine Kranke darf nicht gemessen werden mit dem Maßstab unserer Moral, sie muß gcwcrtet werden, wie der Arzt sie wertet. Zu dieser Person kommt nun ein schwerer Psychopath. Göben war ein eigenartiger Mensch, und ich mutz sagen, seine Persönlichkeit war die er- schütte rnste, die mir bis dahin überhaupt vor Augen gekommen ist. Obwohl er an der rechten Körperhälfte weniger entwickelt war, brachte er es durch seine enorme Energie ziemlich weit. Dieser Mensch begeht nun am 25. Dezember die Tat. Er glaubt ein gutes Werk zu tun. Aber im Gefängnis bricht er unter der Wucht der Beschuldigungen zusammen. Auch Göben ist erblich belastet. Wie oft erleben wir es, daß sich Personen, die bon der Norm abweichen, geradezu wie Magneten gegenseitig anziehen. Eine solche An- ziehung von psychopathischen Persönlichkeiten sehen wir auch hier. Aus der Vereinigung und aus der Gegenseitigkeit der beiden kommt nun etwas heraus, was nicht als gut und erwünscht anzusehen ist. Bei Göben sehen wir den besonders stark entwickelten Willen, Ge- fahr mit Phantasterei. Er hilft anderen, aber er tut es nicht aus reiner Nächstenliebe, fondern er stillt damit einen Teil des Reiz- Hungers, wie wir es bei Psychopathen oft finden. Es ist ihm ein psychisches Genügen, wenn er Zwistigkeiten beseitigen kann. Für pseuckslosia pkantastica habe ich bei ihm keine Anhaltspunkte. Auch wenn er einmal die Unwahrheit gesagt hat, ein pathalogischer Lügner ist er deshalb noch nicht. Ein pathologischer Lügner lügt ohne Gtttnl», dos hat Gäben nicht getan..ES ist nun psychologisch außerordentlich mkereffant, zu sehen, wie die Annäherung der bei- den Kranken erfolgt. Die Sucht Göbens, anderen zu helfen, ist für sie ein Anreizpunkt, sich an ihn zu wenden. Dafür dankt er ihr überschwenglich. Nun entwickelt sich die Liebe, aber es ist keine normale Liebe wie bei normalen Menschen, sondern es ist eine krankhafte Liebe. Die Liebe findet eine weitere Steigerung in den Beseitigungsplänen. Es ist interessant, die Angeklagte dabei zu be- obachten. In dem einen Moment will sie etwas, und im nächsten Moment will sie es wieder nicht. Sie hat Gift in Händen, das genügt, um 259 Personen zu töten, aber sie benutzt es nicht zu der Tat. So sehen wir bei Göben die Haltlosigkeit des Psychopathen vom Leugnen bis zur Anschuldigung des Meuchelmordes. Und die Angeklagte? Sie war sicher am Morgen des 26. Dezember, als sie die Nachricht vom Tode ihres Mannes erfuhr, geistig verwirrt. Ebenso am nächsten Tage. Auch am 31. Dezember sehen wir an ihr einen Zustand der Verwirrtheit, der einige Tage andauert. Am 15. Januar schreibt sie einen vernünftigen Brief, aber am nächsten Tage schon wieder kann sie keinen zusammenhängenden Satz mehr sprechen, und am 21. Januar mutz sie als Geisteskranke in die Irrenanstalt nach Kortau. Die Zurechnungssähigkeit Göbens schließe sich nicht aus. GeWitz, er ist erheblich belastet, er ist sexuell defekt. Aber ich bin der Ansicht, daß er sich bei der Begehung der Tötung des Majors v. Schönebeck in einem Zustand befunden hat, den ich als Illusion bezeichnen möchte. Das ist der Krankheitszustand Göbens. Ich erachte ihn insbesondere auch des- halb nicht als geisteskrank im Sinne des§ 51 des Strafgesetzbuchs, weil sein ganzes bisheriges Leben ein Leben der Tat und im wesentlichen auch ein Leben des Erfolges war, ein Leben, bei dem keinerlei nervöse Störungen vorhanden waren. Er ist ein Mensch, den wir absolut als geschäftsfähig im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs ansehen müssen. Anders steht es mit der Angeklagten. In ihr sehen wir von vornherein eine Kranke, eine Person, die an einer schweren hysterisch-seelischen Störung leidet, eine Person, deren Gefühlsleben so entartet ist, daß keine hemmende Vorstellung dagegen aufkommen kann. Bei ihr erachte ich g 51 des Strafgesetzbuchs für vorliegend. Es haben schon die Aerzte darauf hingewiesen, daß sie den Aufenthalt in einer geschlossenen Anstalt bei ihr für notwendig halten. Auch Gcheimrat Ziehen, der Referent der wissenschaftlichen Deputation in Berlin» hat sie als geistesschwach im Sinne deS Bürgerlichen Gesetzbuches angesehen und sich dafür ausgesprochen, daß sie entmündigt wird. Auch ich möchte mich dafür aussprechen, daß die Entmündigung bei der Angeklagten Platz greift. Bei ihrer Willensschwäche mutz sie geschützt werden. Daher mutz die Eni- mündigung durchgeführt werden. Ich bedaure, daß das nicht ge» schehen ist. Man hat von sexueller Hörigkeit Göbens gesprochen. Das ist nicht richtig. Es liegt hier gegenseitige Hörigkeit vor oder deutlicher gesagt, eine Hörigkeit über Kreuz. Er ist ein Mann des Willens gewesen, also hat er den überwiegenden Einfluß gehabt, und sie fügte sich ihm, er erblickte in ihr sein sexuelles Ideal und sie in ihm den Mann des Willens, der auf sie den Reiz ausübte. Das ist erheblich für die Frage der Zurechnungsfähigkeit. Diese ganze Zeit bis zur Einlicferung in Kortau fällt unter den Göbenschen Einfluß und damit unter den 8 51.— Vert. R.-A. Bahn: Schließt sich der Herr Professor Mayer dieser zeillichen Fixierung an?— Sachverst. Prof. Dr. Mayer: Jawohl. Die Verhandlung wird hierauf auf Donnerstag früh Uhr vertagt, da morgen wegen des katholischen Feiertags(Peter und Paul) die Sitzung ausfallen mutz. Den Geschworenen werden voraussichtlich nach folgende Haupt- schuldfragen vorgelegt werden: Anstiftung zum Mord, Anstiftung zum tätlichen Angriff auf einen militärischen Vorgesetzten mittels Waffe und mit Todeserfolg, Beihilfe zum Mord, Beihilfe zum tätlichen Angriff auf einen militärischen Borgesetzten mittels Waffe und mit Todeserfolg, vorher zugesagte Begünstigung zum Mord, vorher zugesagte Begünstigung zum tätlichen Angriff auf einen militärischen Vorgesetzten mittels Waffe und mit Todeserfolg, unterlassene Anzeige vom Vorhaben des Mordes.-■ Euq der Partei. Wahl von Delegierte» zum Parteitag. Nach ß 7 des Organisationsstatuts der Partei richtet fich die Vertretung der Neichstagswahlkreise auf dem Parteitag nach der Mitgliederzahl, die vom Parteitvorstand auf Grund der nach§ 5 des Organisationsstatuts an die Zentralkasse abgeführten Beiträge festgesetzt wird. Der Parteivorstand hat zur Ausführung dieser Be- stimmung bereits im November v. IS. die Organisationen aufgefordert, ihre Kasfierer zu veranlassen, daß sie vom 1. Januar d. IS. ab bei jeder Abführung von Beiträgen an die Zentralkasse das zu diesem Zwecke zugestellte Abrechnungsformular be- nutzen sollen. Das ist leider vielfach nicht beachtet worden; da ohne diese Unterlagen die Zahl der Parteitagsdelegierten der Wahl- kreise aber nicht festgestellt werden kann, werden die säumigen Organisationen dringend aufgefordert, die Aufrechnung über die vereinnahmten Beiträge schnell st enS, spätestens bis zum 5. Juli dem Parteivorstand zuzustellen. Delegationen zum Internationale» Kongreß. Von der Generalversammlung de« sozialdemokratischen Vereins zu Kassel wurde in Uebereinstimmung mit den übrigen Kreisen deS Kasseler Bezirks Genosse T h ö n e delegiert. Die Oraamsationen deS GrotzherzogtumS Hoffen haben den Genossen Ulrich-Offenbach gewählt. Zum Magdeburger Parteitag. Die Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins Kassel wählte den Genossen H a u s ch i l d zum Delegierten. Personalien. Genosse Paul Prien tritt am 1. Juli als dritter Redakteur in die Redaltion der.Brandenburger Zeitung" ein. Er war bisher Berichterstatter für das Blatt und wird auch ferner neben der Redigierung einzelner Provinzteile die lokale Berichterstattung behalten. polueilkbes, Serlcbtiicbeg uftv* Die Hallesche Prcßjustiz. Zur Verurteilung des Genossen K a s p a r e l vom.Volks- blatt für Halle" zu 369 M. Geldstrafe wegen Unteroffiziers- beleidigung entnehmen wir dem Prozetzberichte unseres Partei- blattes: Auf Befehl des Kompagniechefs der 7. Kompagnie des Infanterie- regiments Nr. 72 in Torgau fühlten fich sämtliche Unteroffiziere der Kompagnie beleidigt durch eine Notiz, die im November v. IS. im „Volksblatt" erschien. In der Notiz war von einem spitzbübischen Unteroffizier die Rede, der in Gemeinschaft mit einem Musketier beim Tapezieren der Hauptmannswohnung den Schreibtisch erbrochen und daraus 800 M. bares Geld entnommen und in Damenkneipen verjubelt haben sollte. An die Notiz, die einem bürgerlichen Blatte entnommen war, knüpfte die Redaktion des„Volksblattes" die Be- merkung:„Ein netter Stellvertreter Gottes I" In der Verhandlung wurde festgestellt, daß der Diebstahl zwar wie angegeben pasfiert, ein Unteroffizier aber dabei nicht beteiligt gewesen sei, sondern zwei Musketiere, die wegen der Angelegenheit unterdessen militärgerichtlich bestrast worden sind. Die Zeitung, welche die irrtümliche Notiz zuerst gebracht hat, ist nicht angeklagt worden. Der Staatsanwalt war der Meinung, daß es sich um eine mit voller Absichtlichkeit begangene Beleidigung handele. Durch die Ueberschrift und den Nachsatz sollte einem Angehörigen des deutschen Unteroffizierkorps gehörig etwas am Zeuge geflickt werden. Nur durch eine Geldstrafe in Höhe von tausend Mark lönne eine solche schwere Beleidigung gesühnt werden. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Müller betonte, daß ein bürgerliches Blatt, das die Notiz gebracht hat. nicht angeklagt worden ist, in anderen Fällen würde es mit einer Berichtigung a5- getan sein. Man könne sich nicht des Eindrucks erwehren, daß hier nur deshalb eine so hohe Strafe beantragt worden ist, weil es sich um ein sozialdemokratisches Blatt handele. Die Richter könnten aber nicht dazu da sein, eine bestimmte Partei durch hohe Geld- strafen schädigen zu wollen. Wenn einem Redakteur der„Saale« Zeitung" dieser Irrtum passiert wäre, so würden vielleicht 30 oder 50 M. als Bestrafung beantragt. Die Strafe sei schon deshalb viel zu hoch, weil der Angeklagte bei Aufnahme der Notiz erst einmal vorbestraft war. Das nach kurzer Beratung gefällte Urteil machte sich Vollinhalt- lich die Argumentationen des Anklägers zu eigen und lautete auf 800 M. Geldstrafe wegen übler Nachrede. Der Umstand, daß der ganze Unterosfizierstand aufs schwerste mit voller Absicht beleidigt worden sei, lasse die hohe Geldstrafe angemessen erscheinen. Wenn auch die Vorstrafen des Angeklagten nur geringe seien, so lasse andererseits das Strafgesetz Strafen bis zu 1500 M. zu. Wenn die Hallesche Justiz glaubt, durch derarttge unglaublich hohe Geldstrafen dem.Bolksblatt" beikommen zu können, so irrt sie ganz gewaltig._ Hus Industrie und Ftandel Kapitalistische Wirtschaft. Zu welchen Widersinnigkeiten die Zollpolitik führt, zeigt fich zurzeit im deutschen Außenhandel. Weil die hohe amerikanische Zoll- mauer die Lebensmittel dort wahnsinnig in die Höhe getrieben hat, in Deutschland die Ausfuhrprämie von 60 M. pro Tonne Roggen die Ausfuhr zu einem lohnenden Geschäft macht, ist in der letzten Zeit in mehreren Sendungen deutscher Roggen nach Amerika abgegangen. Also Deutschland, das seine Getreide« zölle erhöhte, um sich gegen die ausländische Konkurrenz zu„schützen", exportiert auf Kosten der deutschen Konsumenten Ge« treibe nach Amerika. DaS nennt man: Schutz der nattonalen Arbeit I Als interessante Wirkung der Zollpolitik ist weiter zu buchen, daß kürzlich größere Mengen Kaffee von Hamburg nach Amerika verkauft wurden, und England, das hauptsächlich aus Deutschland und Rußland Zucker importiert, erhebliche Quantitäten davon nach dem Lande des Zuckerrohres abstoßen konnte. Löhne und Reingewinn. Die elende Lage der Textilarbeiter OberftankenS ist der Ouell enormer„Verdienste" der Textilbarone. Wochenlöhne gibt es nicht, da die Lohnzahlung noch vierzehntägig erfolgt. Und was verdienen die Arbeiter in vierzehn Tagen? 24 bis 35 Mark! Daß bei solchen Löhnen die Textilarbeiter an chronischer Unterernährung leiden, ist wohl ohne weiteres klar. Mußten sie doch kürzlich in Hof i. B. erst einen wochenlangen Streik führen, um einen Tages- lohn von 2,60 Mark zu erlangen. Wie aber sieht es mit den Verdiensten der Textilbarone aus? Im Handelskammer- bericht für Oberfranlen werden von drei großen Hofer Spinnereien sehr interessante Angaben gemacht. Die Neuhoser Spinnerei beschäftigte im Jahre 1909 im Durchschnitt 472 Arbeiter, an die sie für 306 Arbeitstage 312 631,59 M. Arbeitslöhne auS- bezahlte. Das macht im Durchschnitt auf jeden Arbeiter 662,46 M. pro Jahr. Hierbei ist in Betracht zu ziehen, daß die Neuhoser Spinnerei nicht die schlechtesten Löhne zahlt. Sie war dabei in der Lage, bei einem Reingewinn von 320 715,75 M. 10 Proz. Dividende zahlen zu können. Bei einem Arbeitslohn von 662,46 M. im Durch» schnitt erzielte das Unternehmen pro Arbeiter im Jahre 1909— 679,48 M. Reingewinn. Bei einem Aktienkapital von l'/j Millionen Mark betrug für die Jahre 1905, 1906 und 1907 der Gesamtgewinn der Gesellschaft 1 292 405 Mark. Die Vogtländische Baumwollspinnerei beschäftigte 1909: 1000 Arbeiter, die einen Neingewinn von 451 251 M. einbrachten, woraus 15 Prozent Dividende gezahlt werden konnten. Es kamen auf jeden Arbeiter 451 Mark Reingewinn. Diese Summe ist in Wirklichkeit be- deutend höher, da im Bericht ein Posten von 1 209 900 M. Betriebs- spefen enthalten ist. der keine Spezialisierung erhalten hat. Im Jahre 1993 erzielte die Firma einen Reingewinn von 874 219,25 M. oder pro Arbeiter und Jahr 874 M. In den Jahren 1995, 1996 und 1997 wurde ein Reingewinn von 2 334 793 M. herausgebracht, bei einem Aktienkapital von 1209 900 M. In vorsorglicher Weise hat es die Firma unterlassen, die Löhne anzugeben, die fie ihren Albeitern zahlte. Sie wird wohl Grund dazu haben. Recht fette Verdienste konnte auch die Neue Baumwollspinnerei und-Weberei Hof einheimsen, die im Jahre 1909 durchschnittlich 1640 Arbeiter beschäftigte, und 20 Prozent Dividende gegen 24 Prozent im Jahre 1908 verteilte. Das Unternehmen schloß für daS Jahr 1909 mit einem Gewinn von 1 263 709.66 M. ab. ES kommen also auf jeden Arbeiter im Durchschnitt 770,55 M. Gewinn. So hoch waren die Löhne jedenfalls nicht; die Firma machte darüber leider keine Angaben. Im Jahre 1908 erzielte das Unternehmen pro Arbeiter sogar 798,68 M. Gewinn. In den drei Jahren 1905, 1906 und 1907 brachte es die Gesellschaft bei einem nominellen Aktienkapital von 2 495 000 M. auf einen Reingewinn in Höhe von 4 073 730 M. Aus solchen Zahlen leuchtet deutlich daS Wesen der kapitalistischen Produktionswelse hervor. Städtebahn. Essen, 23. Juni. In der heutigen Sitzung der kommunalen Vereinigung für den Bau einer Rheinisch-Westfälischen Städtebahn wurde beschlossen, von dem ursprünglichen Projekt der Erbauung einer Schnellbahn mit 120 Kilometergeschwindigkeit ab» zusehen, dagegen eine beschleunigte Personenbahn auf eigenem Bahn- körper nach den, Projekt de« Baurates Karsch zu erbauen und die Konzession nachzusuchen. Die Fahrtgeschwindigkeit soll 60 Kilometer betragen. Der Kostenaufwand beträgt 100 Millionen Marl, die je zur Hälfte durch Obligationen und Aktien aufgebracht werden sollen. Billige Hefe. Wahrscheinlich um vor Neugründungen abzuschrecken, macht das erst am 1. Oktober in Wirksamkeit tretende Hefensyndikat bekannt, daß von diesem Tage an der Preis für Hefe von 43 auf 39 Pf. pro Pfund herabgesetzt werde. Begründet wird die Herab- setzung in der Hauptsache mit der Verbilliguug der Produktion durch Ausschaltung des Zwischenhandels. Hoffentlich passen fich nun auch die Brotpreise den reduzierten Materialpreisen an. Die internationale Automobilindustrie. In den„Jahrbüchern für Nationalökonomie und Statistik" der« öffentlicht Dr. Kreuzkam eine Abhandlung über den Stand der internationalen Automobilindustrie. Wie gewaltig die Steigerung der Produltion in den ersten Jahren des Jahrhunderts war, geht aus folgender Tabelle hervor. Es wurden Motorfahrzeuge her« gestellt: Frankreich England Deutsch!. Belgien Italien Ver. Staaten 1902 23 711 6 253 4 733 1 700 350 314 1903 30 204 9 437 6 904 2 839 1 303 2 722 1904 37 322 14170 11370 5 020 3 080 11274 1905 47 302 20 043 15 633 7 927 8 870 23 377 1906 55000 23000 21000 12000 9 000 60009 Die Zahl der Automobilfabriken betrug im Jahre 1996 in Frankreich 205, England 62, Deutschland 33, Belgien 18, Italien 80, Vereinigte Staaten III, Oesterreich-Ungarn, Schweiz je 4 und Spanien 2. Ziemlich spät sind England und D e u i s ch l a n d in den internationalen Wettbewerb eingetreten, und zwar haben fich beide hauptsächlich dem von Frankreich stark vernachlässigten Gebiete des Baues von Nutzwagen(Motordroschken, Omnibussen, Geschäfts- und Lastwagen) zugewandt. Der Produktionswert der englischen Auto« mobilindustrie betrug 1906 rund 100 Millionen Mark, die Ausfuhr 12,3 Millionen Mark. In Deutschland existieren gegenwärtig zirka 60 Fabriken für Automobilbau. Bekanntlich erfährt die Automobil« Industrie in Deutschland«ine staatliche Unterstützung dadurch, daß der Staat den Käufern gewisier Lastautomobile beim Ankauf 4000 Mark und 4 Jahre hindurch jährlich 1000 M. vergütet. Es geschieht dieS unter der Bedingung, dah im Kriegsfalle diese Automobile der Militärverwaltung zur Verfügung stehen. Der wachsende Verbrauch an Kraftfahrzeugen in Deutschland erhellt aus folgenden Ziffern: 1. Januar 1907 1908 1909 Personenfahrzeuge... 2S81S 34 244 39 47S Lastfahrzeuge..... 1 211 1 778 2 252 Zusammen.. 27 02S 36 022 41727 Sozialed* Das Reichsvcrsicherungsamt gegen Heilverfahren. Nicht genug damit, datz die Rechtsprechung des Reichsver- sicherungsamts von Jahr zu Jahr für die Arbeiterschaft ungünstiger wird, verlangt eS jetzt sogar von den Versicherungsanstalten eine Einschränkung der vorbeugenden Heilverfahren. Es hat an alle Borstände der Landesversicherungsanstalten ein Rund- schreiben gerichtet, in dem es heißt: .Nach dem Ergebnis einer Gesamtbilanz über Vermögen der Träger der Invalidenversicherung ist eS dringend geboten, in Zukunft alles zu vermeiden, was die weitere EntWickelung der Vermögenslage der Versicherungsträger ungünstig beeinflussen kann. Zu diesem Zwecke ist auf tunlichste Beschränkung aller durch das Jnvalidenversicherungsgesetz nicht unmittelbar vorgeschriebenen Ausgaben Bedacht zu nehmen. Das gilt von den allgemeinen Vcrwalwngskosten sowie auch von den Kosten des Heil» Verfahrens. Letzteres ist im Laufe der Jahre von einer Anzahl von Versicherungsanstalten in weitem Umfang ausgestaltet worden. Bei einem Fortschreiten aus diesem Wege ist ernstlich zu besorgen, daß die Einnahmen der Versicherungsträger ihrem eigentlichen Zweck zu stark entzogen werden.— Insbesondere aber ist fortan regel- mätzig dafür Sorge zu tragen, datz die Versicherungsanstalten bei Gewährung von Darlehen in allen Fällen, also auch bei solchen für gemeinnützige Zwecke, eine Verzinsung von mindestens 3'/» Prozent erzielen. Ein niedrigerer Zinssatz würde der gegenwärtigen Lage des Geldmarktes nicht mehr entsprechen.' Das Vermögen sämtlicher Landesversicherungsanstalten beträgt l'/a Milliarden Mark. Bisher waren erfreulicherweise bei den gesamten Ver- sicherungSanstalten die Aufwendungen für Heilverfahren im ständigen Steigen begriffen. Als Ideal scheint dem Reichsversicherungsamt die Versicherungsanstalt für Oberbayern vorzuschweben, bei welcher von 1903 bis 1907 diese Kosten von 10.5 auf 5,7 Proz. der Ein- nahmen sanken. Im Interesse der Versicherten liegt eine solche Praxis nicht. Und den Versicherten sollen die Ver- sicherungSanstalten doch schlietzlich dienen. Sie zahlen doch nicht nur die Beiträge, damit sie vielleicht einmal von den Zinsen derselben eine Hungerrente erhalten, sondern viel lieber dafür, datz ihre Arbeitskrast so lange als möglich durch die Mittel der Versicherungsanstalt ihrer Familie erhalten bleibt. Der„eigent- liehe Zweck" der Versicherungsanstalten scheint aber nach dem Rundschreiben nicht die Fürsorge für Arbeiter, sondern die Auf- speicherung von Millionen zur Beschäftigung von Beamten zu sein. Bei der Beratung der Reichsversicherungsordnung mutz, wie wir schon bei der Besprechung des Echlutzpaffus des Rundschreibens be- tonten, in dem das ReichSversicherungSamt sich gegen gemeinnützige Zwecke wendet, dem antisozialen Vorgehen deS ReichsverstcherungS- amtes ein Riegel vorgeschoben werden. XcvmikhtcQ. Der wahre Grund. AuS Kreisen, die mit dem Aachtsport sehr vertraut sind, wird uns über den j ü n g st e n M i n i st e r w e ch s e l geschrieben: «Allgemeines Aufsehen erregt der plötzliche Hinauswurf zweier Handlanger, von denen der eine, Krenzwendedich von Rhein- b a b e n, sich in Gedanken bereits als Präsumptiverbe des philo- sophisch veranlagten Theobald sah. Jetzt, wo R h e i n b a b e n und Echoen gebethmann-hollwegt sind, stellen die Zeitungen tiefsinnige Betrachtungen darüber an, datz eS Rheinbaben schon längst nach dem Oberpräsidentenposten an den Rhein ziehe und datz v. Schoens Leibgericht ein Botschafterposten in Paris sei. Das alles sind natürlich faule Flausen, darauf angelegt, die Ueberraschung der bürgerlichen Presse zu maskieren. Der wahre Grund ist vielmehr, datz man in Kiel höchst peinlich berührt davon ist, datz die politischen Sensationen der letzten Zeit ausschließlich von der Sozialdemokratie bestritten wurden, die mit ihren wiederholten Wahlerfolgen alle Welt in Spannung hält. Um nun den Sensationen der Sozialdemokratie wirksam entgegen zu treten, ist beschlossen worden, nach jedem Wahlsieg der Sozial- demokratie zweiMinister über die Klinge springen zu lassen. Das ist um so leichter durchzuführen, weil es sich ja nicht um Qualitäten, sondern ausschließlich um Quantitäten handelt, die in genügender Menge vorhanden sind." Verunglückte Refclamefahrt. Nachdem an mehreren Tagen die angekündigten Paffagier- fahrten des Zeppelin- Luftschiffes.Deutschland", das in Düsseldorf stationiert ist, wegen deS schlechten WetterS unter- bleiben mußten, stieg am Dienstag vormittag das Luftschiff mit einer Anzahl geladener Pressevertreter zu einer Rund- fahrt auf. In langsamer Fahrt, gegen einen kräftigen Wind ankämpfend, schlug das Passagierschiff die Richtung nach Köln ein. Später wurde eS über Solingen und Lüdenhausen gesichtet. Infolge eines Motordefekts scheint man dann die Führung über den Lenkballon teilweise verloren zu haben. Ein Telegramm aus Kattenvenne im nordöstlichen Westfalen meldet: Kattenvenne, 28. Juni. Das Verkehrsluftschiff„Deutschland" ist auf seiner Fahrt bis nach Kattenvenne getrieben worden und hat von dort den Rückweg nach Münster eingeschlagen. Die letzten Nachrichten besagen, datz das Luftschiff wieder nach Kattenvenne zurückgetrieben wird. Ueber Kattenvenne hinaus muß dann der Lenkballon östlich bis in die Provinz Hannover abgetrieben worden sein. Ein Telegramm aus Düsseldorf meldet: Düsseldorf, 23. Juni. Das Luftschiff.Deutschland" ist zwischen 5�/z und 53/4 Uhr bei Iburg im Teutoburger Walde ge- landet. Es ist mit der Gondel in den Bäumen hängen geblieben und hat unwesentliche Beschädigumgen erlitten. Das Unglück, das den Lenkballon„Deutschland" getroffen hat, scheint doch schwerer zu sein, als diese letzte Nachricht an- nehmen läßt. Wie nämlich ein späteres Telegramm aus Borgloh-Wellendorf besagt, ist die Landung eine durchaus unfreiwillige gewesen. Sie geschah infolge widrigen Windes. Der Ballon wurde aus einer Höhe von etwa 1500 Meter hinabgedrückt und verfing sich dabei in den Bäumen. Anscheinend sind doch wesentlichere Beschädigungen eingetreten. Namentlich scheint vor den hinteren Propellern ein Durchbruch erfolgt zu sein. Es macht den Eindruck, als ob sehr weitreichende Reparaturen notwendig würden. Militär ist zur Hilfeleistung von Osnabrück abgegangen und soeben hier eingetroffen. Dortmund, 23. Juni. Nach einer hier eingetroffenen Privat« depesche haben alle Passagier« des Lustschiffes„Deutschland", das« selbe glücklich verlassen Verletzungen hat niemand erlitte n4 Auch das noch! Washington, 28. Juni. Der Kongreß hat einen Antrag ange- nonmien, dem Deutschen Kaiser als Gegengabe für die Statue Friedrichs des Großen feine Nachbildung des Steuben-Denk.- m a l s zum Geschenk zu mache». Friedrich Wilhelm v. Steuden war ein geborener M a g d e» b u r g e r, der im siebenjährigen Kriege in preußischen Diensten stand. Er ging 1777, angewidert von den politischen Zuständen, nach Amerika. Dort beteiligie er sich als General hervorragend an dem Befreiungskämpfe, den Amerika gegen das«angestammte" englische Herrscherhaus führte._ Baukatastrophen. Bei dem Neubau der Industrie-, Kredit- und Volksbank in Kecskemet(Ungarn) stürzte am Dienstag die Mauer eines Nachbarhauses ein. Von 160 auf dem Bau beschäftigten Maurern wurden zehn vollständig verschüttet und über 30 verwundet. Einer der Verschütteten war so- fort tot, die anderen hat man, trotz der sofort vor- genommenen Rettungsarbeiten, unter dem Schutt noch nicht hervorziehen können. Militär und Feuerwehr sind zu den Hilfsarbeiten aufgeboten worden. In Debrszin(Ungarn) stürzte beim Bau eines Hauses ein Gerüst ein, wodurch acht Arbeiter in die Tiefe gerissen wurden. Zwei der Abgestürzten wurden lebensgesähr- l i ch, die übrigen schwer verwundet. Die Nichten eiues Senators als Diebinnen. Aus Rom wird uns geschrieben: In Florenz wurden am 24. d. M. zwei junge Damen verhaftet, die in einem Juwelierladen für 2000 Lire Schmucksachen gestohlen hatten. Beide waren an demselben Tage aus einem vornehmen Nonneninstitut der Stadt entlassen worden, angeblich, weil sie neurasthenisch waren. ES handelt sich um die Nichten des Senators Garofalo, stüheren Oberstaatsanivalts und bekannten Theoretikers der kriminal- anthropologischen Schule. Die Mädchen sind 16 und 17 Jahre alt. Kleine Notizen. Ein Berliner Professor ertrunken. Bei einer Ruderpartie auf dem Müritzsee in Mecklenburg verunglückte der Direktor des anorganischen Instituts an der Technischen Hochschule in Charlotten- bürg, Professor Hugo Erdmann. Das Boot fand man kiel» aufwärts treibend, von dem Verbleib deS Professors ist nichts be- kannt. Es wird angenommen, daß er ertrunken ist. Eine schwere Bluttat verübte am Sonntag in Marienthal im Kreise Templin der Schmied M a r o w s k i. Bei einem Streite mit seiner Brauk, der Dienstmagd Emma Lau, erschoß er diese und tötete sich darauf selbst durch einen Schuß in die Schläfe. Im Name» des Königs l Am Dienstagmorgen wurde in Görlitz der HilfsgerichtSdiener S ch o lz, der im Februar seine Geliebte ermordet hatte, hingerichtet. Zustimincnstoß. Unweit der Station PeterSwalde in Oester- reich fuhr ein Güterzug i» einen Personenzug. Ein Waggon deS Personenzuges wurde vollständig zertrümmert, 13 Personen sind verwundet. Fünf Personen verbrannt. In der Nacht zum Dienstag brannte in Damm in Ostpreußen ein Wohngebäude nieder. Vier Polen und ein Meiereigehilfe sind in den Flammen umgekommen. Schneefall im Boralpcngebiet. Wie ein Telegramm aus Wien meldet, ist in den Tiroler Alpen ein großer Schneefall eingetreten. Viele Touristen sind eingeschneit. DöMok Transportarbeiter-Verband. Bezirktverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriger Kollege, der Kutscher �.uxust krümelt verstorben ist. 69/19 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. d. MtS., nach« mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle de» Rixdorjer Gemeinde- Friedhofes am Mariendorfer Weg aus statt. lifocluilk. Ferner den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Hausdiener Otto Ldimber am 24. d. MtS. im Alter von 19 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung hat bereit» stattgesunden. Die Bezirkeverwaltung. Deutscher Holzarbeiter-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinen- arbeiter IBmst Brandt am 26. Juni gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. Juni,»ach- mittags 4'/, Uhr, von der Halle des Dorotheenstadt-KtrchhoseS in Retnickendors, Scharnweber- straße 1,2. aus statt. 85/13 Die Ortsverwaltung. Danksag»! - dt- herzliche Sei UN Für die herzliche Teilnahm« und Kranzspenden bei der Beerdigung unsere» lieben VaterS, Groß- und Schwiegervaters/ 59402 Ernst Ulrich sagen wir allen, besonder» dem Berliner Raucherbund und den an« wcsendenKlubs unseren innigsten Dank. IM« Hinterbliebenen. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Gustav Tröger am 27. Juni an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 30. Juni, vor- mittags 11 Uhr, von der Leichen- Halle des Thomas-Kirchhofes in Rixdorf, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 118/2 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekaimlcn die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Bautischler Richard Oirndt verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag nachmittag 5 Ubr von der Halle des Zentral-Frieo- hoscS in Friedrichsseide statt. Die trauernde Witwe Olga Glrndt. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Bruder» und Schwagers sagen wir allen Kollegen und Parteigenossen unseren innigsten Dank. 59412 Die Hinterbliebenen: Familie Kristkeittz u Geschwister, Swinemünder Straße 91. Danksagung. Für die viele» Beweise inniger Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben, un- vergeßlichen Mannes Ott« Wolf sagen wir allen Verwandten, Freun- de» und Bekannten, vor allem den Kollegen der Braureeien Patzen- hofer und Königstadt, unseren herz- lichsten Dank. Die trauernde Witwe Miiin» Wolf 73/20 nebst Kindern. Von der Reise zurück. Dr. med, Moritz,'Ä"' Kredit Manatl. 10 M. liefere (Haben Sie Stoff? �> Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mast, schick, dauerh. Zutaten, von 30 Mark an. Moritz Laband, hfeat PromenadeS, II./ Stdlb. Börse). J. Tomporowski, ItSÄ uo. Kasse 10 Proz. Rabatt. ffestmaniisTraüerinagazin Hxtra- Abteilung 1 1. Gesch.: Borlin W., Mohren- 1 Straße 37a(2 Haus von der f ierusalemer Straße). | II. Gesch.: Berlin NO., Große{ Frankfurt. Str. 1 15(2. Haus t von der Andreasstraße).| 1 Sehrg-r.Ausw. fert. Kleider,| I Hüte, Handschuhe, Schleier j jeto. v. einfachsten bis zum| | hochelegant. Genre z.äußerst[ niedrigen Preisen. Sonder- Abteilung: naßanfcrtlguiig in 10 bis 12 Stunden. Danksagung. Jilr die herzliche Teilnahme und vielen Kranzspenden bei der Beerdi- gung meines lieben ManneS sage ich allen Freunden, Bekannten und Kollegen meinen innigsten Dqnk. Witwe Idartha Schulz 2757b nebst Angehörigen. it Deutscher Buchbinder-Verband. ■ Zahlstelle Berlin. Freitag, den 1. Juli 1910, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer IS, Saal 4: Ailßkrßldtlitlilhe(ÜkiKial- ilftfüitiiiiliino Tages-Ordnung: 1. Ausstellung der Kandidaten zur Wahl der Beisitzer des Verbands- Vorstandes und der Repisoren zur Verbandskasse. 2. Bericht vom Verbands« tage in Erfurt. 3. Dislussioir. 24/5 Die Wahl der Beisitzer 4—8 Uhr abends, in folgenden Lokalen statt: 1. GewerkschaflshauS. 2. Bercht, Ritterstraße 75. 3. WiemerS, Bülowstraßc 58. 4. Lntter, Weinstraße 11. 5. Fnnke» Triststratzc 63. Nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches kann gewählt werden. — Wer länger als 6 Woche» restiert, kann nicht wählen.—— Die Ortsverwaltang. KB. Die ausgeschriebene Extrasteuer für die aasgesperrten Bauarbeiter wird hiermit Hilf i i Jedes Mitglied mutz v Extrgmarlen geliebt haben.... Danksagung. ür die herzliche Teilnahme und ahlreiche Beleiiigung bei der Beer« gung unseres lieben Sohne» Erwin Pawlaczyk sagen wir allen Angestellten der Firma Frister(Ober- Schöneweide) und dem Deutschen Metallarbeiter- Verband unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trnuernden Hinter- bliebcnen knien Pawlaoryk. Verleih-Institut: Friedrichst.llS/l.a.Drabg. "Tor. Elcg. Frack, Gchrock 1.50,Hose 1,00, Weste 50Ps. Klumtn- nnb Unuttbiiibrrfi von Robert Meyer,* nur MlMiuultll-Ztrnße 2. » MW für die Reise! Bis zum 2. lull er., abends 9 Uhr Extra-Verkaufstage für Oiil-HoHe° Kogi° Doise-Hostei speziell auch fUr starke Figuronl Bast-, Gambia-, Seide-, Leinen- etc Mäntel Cheviot-, Bast-, Leinen-, Basts.-etc. KosMIme Loden-KostUme und-Pelerinen elegante, leichte, luftige Kleider, Blusen u. Röcki passend für Promenade und Gesollschalt, dem Zwecke ent- sprochendftuss erst billia: u. schick, in jeder denkbaren Grösse bei WESTMANN Mohrenstr. 37 a nahe Jerusalcmor Str. Gr. Frankfurter Strasse 115 uahe Androasstrasse. (JfQtiS auf Wunsch Z1/? m Stoff zu elncot jRock bei Einkauf von nur 12 M. an. Die Preise sind erräsigt z.T. bis auf ei» Fünftel d. Saison-Preise von 20 auf 4, ö, 6 u.s.w. von 180 auf 32, 30, 40 u.s.w. von 35 auf 7�, v, 10 u.s.w. von 220 auf 44, 48, 52 u.s.w von CO auf 12, 15, 18 u.s.w. von 800 auf 00, 05, 70 u.s.w* von 100 auf 20, 25, 30 u.s.w. von 100 auf 80, 90, lOO u.s.w* rf rauef Wesfimasin 1 Schwarza Konfektion; IM&ntcl, Kleider, Kltcke, Blusen als. I fr* |Tp® Kein Laden, nur 1 Tr. I Preisliste franko. Kein Laden, nur I Tr. ■■■■K ungg Trfflts Tabaksteuer» Erhöhung g SgSm SpZSrto zu bekannt billigsten Engrospreisen. � Nebenstehende ö* o__ Original- f » 6'/2-PI.. Zigarre= Jon Ernosto"» mild und pikant � Mk. 4.85.-- J Kl. Mexiko,.-100 Stüok 3.— I Goldadler.. 100 Stück 4.59 1 Pflanzer-Import 100 Stück S.SO? g- Don Pedro..„„ 3.59 1 Deliciosa...„„ S.—| Odora..,„„ 6.—- £ Nicht unter 100 St. von einer Sorte, 400 St. franko Deutsohl. Naohn., Nichtzusag. nehmen zurück.§ Czollek& Gebaile Um Promenade U, «VMVÜJIVU. W«Ib/fVbbK&V tilips, vis-a-vla Hauplcing. Stadthahnhof Börse. 1 GwUüct bis 8 Ubr abends, au cd Sonntags geöffnet. -100 Stück 3.- 1 Goldadler ßrfefbaften der Redaktion. ®U fnttftlf®« Sprechstunde findet Lindeustraste fit. 69, dorn vier Treppen— Fahrstuhl—, wochentäglich von?>/, diSO'�UHr abeudtl, Sonnabends von 6 bis?>/- Uhr nachmittags statt. Jeder Anfrage ist ei» Buchstabe und eine Zahl alS Slierkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Frage» trage mau in der Sprech- stunde vor. — F. N. 50. Geschäftliche Angelegenheiten können im Briefkasten nicht behandelt werden.— Artur Canitz. 1. Solche Stellen vermittelt der Transporlariciterverband. 2. und 3. DaS ist sehr unterschiedlich.— E. K. 10. Eine Zusammenstellung über daS von Ihnen Gewünschte finden Sie w«Die Nntcroffizier-Karriere oder Militäranwärter-Karriere' von I. Gronau, Verlag August Schnitze, Berlin W., Bendlerstr. 13.— H. E. 96. Nein.— R. C. 49a, Nach einem solchen Mittel wird aller- dings längst geforscht. Uns ist ein solches jedoch noch nicht bekannt geworden. Die genannte Fachzeitschrist köimte Ihnen vielleicht nähere Auskunst erteilen.— Back 44. 1, 2 und 3. Zentral« verband der Handlungsgehilsen und-Gehilfinnen, Neue Königstr. 36. C. R. Friedenau. Frage nicht verständlich.— Anna 4910. An den Vertrag ist Ihre Ehefrau gebunden.®ie hasten nicht für deren Schulden, auch wenn sie minderjährig ist. Den Preis erfahren Sie beim Buchhändler. — W. 73. 1. 2 Wochen. 2. Ja. 3. Ja.— Lehrmädchen. Un- kenntnis des Gesetzes schützt nicht vor Strafe.— 88 M. Nein. — 101 Lindenvanm. 1.©christlicher Vertrag bei Jt.far oder G.' ch» und Genehmigung des Vormundschastsrichters. 2. Nein.— Theater und Vergnügungen Mittwoch, den 2g. Juni. Anfang 6'/, Uhr. Neues königl. Opern-Theater. Götterdämmerung. Ansang 8 Uhr. Deutsches. Die Laune de» ver- liebten. Judith und HoloferneS. Kamm erspiele. Liebeswalzer. Lessing. Kasernenlust. Komische Oper. Der Regiments- papa. Neues SchausPielhanS. Der Flieger. Kleines. Nur ein Traum.(Ansang 'L9 Uhr.) Berliner. Taisun. Neues. Renaissance. Neues Operetten. Der Gras von Luxemburg. Thalia. CharleyS Tante. Hebbel. Wem gehört Helene? Koketterie.(Ansang 8'l, Uhr.) Schiller O. lWnüner- Thealer.) Die Förster-Christel. Schiller Charlottenbnrg. Die Katakomben. Friedrich- WilhelmstädtischeS. Sherlock Holmes. Boltsoper. Geschloffen. Rose. Wach- und Schließgesellschast. Lustspielhaus. Das LeuwantS- Mündel. Metropol. Halloh ll— Die große Revue. FolieS Capriee. Pariser Ehen. Das Versöhnungssest.(Ansang 8'U Uhr.) Apollo. Spezialitäten. Baiiage. Spezialitäten. Reichöballen. Steltiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Wintergarte«. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten Prater. Im Reiche de» Mar». Urania. Ta»be»itrnhe 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte, gnvalidenstr. 57— 62. Lessing-Theater. Täglich 8 Uhr: Kasernenluft. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: T SLÜtltl» Morgen: Talfnn._ Neues Theater. Heute abend» 8 Uhr: Renaissance. Morgen; Renalasance. Lustspielhaus. Abend» 9 Uhr: Das Leutnantsmündel M«a«. Operetten-Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Sonntag nachmittag 3 Uhr zu er- mäßigt. Preisen: Die 0ollarprlaro»»la. fMeMliöMSMoltsz Schauspielhaus. Heute, den 29. Juni, abends 8 Uhr: Sherlock Holmes. Delektivkomödie i. 4 Mt o.Ferd. Bonn. Donnerstag zum letztenmal: Sherlock Holmes._ OSE=THEATE Große Frantsurter Str. 132. Zum letztenmal: _ Waeh- u-Schließgesellselialt LI Schwankin3Aktcn von Manz u.Winter. Ans. 8 Uhr. Ende l/all Uhr. Morgen zum erstenmal: Der Gesundbeter. Schwank in 3 Alten von A. O. Weber. Aus der Gartenbühne: Theater- Borstellung. Spezialitäten. Gr. Konzert. Ansang i'l, Uhr._ Metropol-Theater Hallo!!! Die grolie Revue! In 8 Bildern von Jul. Freund. Musik v. Paul Linoke. In Szene gesetzt vom Dir. Bich. Schultz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Urania. Wissenschaftliches Theater Tanbenstr. 48/49. Heute Mittwoch 8 Uhr; Von der Zugspitze zum Watzmann. Letzte Tage! des sensationellen Juwi-Profframmes. Neues Programm! La Tortajada in ihrer neuesten Schöpfung: „Abenteuer eines Toreros". Kaiilmais lch Cjele Troupe Amann Mimiker und Charakteristiker und eine Kette hervorragender Kunstkräfte. Iir■■ ▲It-Hoablt 47/40. Täglich: Konzerl, Theater, Spezialitäten. Foiies Capriee Anfang 8'/, Uhr. Panfer eben. Der Htblet. Die keufebe Coinette. Das Verröbnungsfert. r Passage-Theatef.' Abends 8 Uhr: i» Jim große Janl-Programm! Tattakoff #The Kaytons Mika Mikun und 14 erstklassige Variete-Spezialitäten!» Schweizer- ßäpfon Am �änigtlor— uaneu Am Friedrichshain. Täglich: Theater- und SpezialiL-Yorstellung Xtouhrf frinz Pinne. Gr. Ausstatt.-Oper. m. Ballett. Mittwoch: Kinderfest. Volksbelustigungen. Tanz. Anfang 5 Uhr. Entree SO Pf. Volksgarten- Theater früher Weimann. Badftr. 8, Behm- u. Bcllermannstraße. Täglich: Konzert-, Theater- und Spezialitäten-Vorstellung. Das neue Riesenprogr. Zur Aussührung gelangt: Robert nnd Bertram. Posse mit Gesang u. Tanz in 4 BUd. Jed. Donnerst.: Kr. Brlllant-Feuerw. Reiehshallen-TheateF. Stettiner Sänger Zum Schluß: Künstler d. Landstraße. Urk. Burleske von Meysel. Ansang wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Kvmjgsladt-K.aaii»o. Holzmarllstr. 27, Ecke Alcxandcrstr. (Inhaber: �a* Schindelhauer.) Im herrlichen Naturgarten täglich: U. a.; Else Wulfenia, Soubrette. Paul Mattinett, Bauchredner. Emmy und August Clever, das kleinste Duettistenpaar der Welt. Ans. Wochent. T'/o, Sonnt. 5 Uhr. Hchiller-T heater. Schiller-Theater(Charlottenburg). Mittwoch, abend» 8 Uhr: Die Katakomben. Luftspiel in 4 Akten von Gustav Davis. Ende 10'/, Uhr. Schiller-Theater 0.(Wallncr-Theat.) Gottacheid-Opcr. Mittwoch, abends 8 Uhr: Erstaufführung bei Anwesenheit des Komponisten Georg Jarno: vle ITUrater-Chrlatl. Operette in 3 Akten. Text von Bernhard Buchbinder. Ende 10'/, Uhr. Donnerstag, abends 8 Uhr: Her ITrelaehtttsi. Freitag, abends 8 Uhr: Die Förster-Christi. Donnerstag, abend» 8 Uhr: vor Bibliothekar. Freitag, abend» 8 Uhr: Der Bibliothekar. Brauerei Friedrichshain Am Königstor. Täglich: Große MilitärxKonzerte. Jeden Dienstag; nachmittags 3—6 Uhr: Frei s Vorstellung; der beliebten ApoIlo-tSänger. „Pharus-Sommer-Theater" Besitzer: MaxLudwig. Art. Leitung: Max Beinhart. Berlin Jf., attllcrstr. 143. Thgllch: Im herrlichen Naturgarten Bei Kegen im Theatersaal! Konzert».Spezialitäten-Vorstellung 20 Künstler-Attraktionen. Stete wechselndes Familien-Programm. Auüerdem jeden Freitag: Die beliebten ApolIosSänger. Anfang Sonntags 4 Uhr. Wochentags 6 Uhr._ Achtnng I Diez9 nur Achtnng! Seeterrasse Siehtenberg ;hen Landsb insteS Lob Kon Böderstraßc 11/18. Zwischen Landsberger Allee und Rüderplatz. GröstteS und schönstes Lokal Berlins. Bei ungünstiger Witterung IÄl ♦"WA Schutz für 8000 Personen.— SMT* W» Ob schön I ob Regen: Chi'» K�OllZClTto Austreten der besten Turmseilkünstler d-r W-it The Liepeus sowie der neuesten und grüüten Sensationen der Gegenwart: Die Reise um die Erde in I Sekunde: mit dem Fahrrad in den See. 3 Cocks, die phänomenalen Exentric-Cascadeure? Die fünf Sinne? Vorzüglicher automatischer Scherz.— Marga Harlessy, brillanter Musikal-Transsormationsakt.— Mll. Maxims, hervorragende BurleSque- Pantomime-Duett. Kriii.— licopold Rosser, Original-Humorist mit ihren wunderbaren aktuellen poUtisch-sathrischen Schlagern und daS - neue beste Programm Berlins.-MW divi« uiiu gruuion woiidniiuiicii uet vjicycinuut*» wio nuioo ZültüiüürtüItü.l0MkltrMhe Jeden Sonntag: Mf'AaAM 4» VNVFdweH? Riesen-l-nnd- nnd Wusser A' 4?I1�4 b� r4 44. Anfang 3 Uhr. Vlcchentags 4 Uhr. Gesamtemtritt 20 Ps. Rinder frei. HALENSEE Größter Vergnögangspark des Kontinents. Originelle ittraktioneD. Die gr. Sehenswürdigkeit Beriios. Sonnabend, den Z. Jnll: 8Ute-7ag! Großes Jßonster-Honzert! ausgeführt von 3 Militärkapellen u. d. Translataur-Orchestcr. Mz. Bülige SflDderlahrten. 4«� /i\ li-lt Woltersdorf. Frestag 9'/, Uhr nach Wernsdorf, «Jbcraak-iirtSi» Klrampenbnrg und Woltersdorf. Sonnabend 3>/,Uhr abends: Gr. Mondscheiufahrtnach Strand-Reftaurant amMüggelsee. Preis für alle Fahrten 50 Ps., Kinder 25 Pf._ Reederei Zachow. Tel. IV, 5621. Xnr ganz knrze Zeit.�J Zirkus eurtg'i Ihllgenbeclt. Ab Dienstag, den 28. Juni, abends S'/a Uhr: Täglich: Große Elite-Gala-Vorstellungen. Mittwochs. Sonnabends n Ifnpcfailiiiinoil' �'Ut,r und nnd Sonntags; L 1 OrSieilUOyeil. 8'/. Uhr. Kor allererste Krhtte. Pracht Programm. Linie 76, 79, Hochhahn-, Ringbahn-Verbindung. IKHS«E«OHSHG«ESHHOH««AÄAAKSSSKSSAKSSSA JJcuc peie Volksbühne EM-Vorstellung tot Neuen Operetten-Tlieow Sonntag, den 3. Juli, nachmittags 3 Uhr: Die Dollarprinzessin •••• •••• Operette in drei Akten von Leo Fall. Karten a 1,30 M. inkl. Zettel und Garderobe sind für Mttglieder und Gäste in allen Zahlstellen und in der Gejchästsstelle, Köpenister Straße 63, zu haben. 150/2» Her Vorstand. I. A.: H. Nest. V olgt-Theater Gesundbrunnen Badstr. 58. Heute Mittwoch, abends'/,8 Uhr: Graste Glitc-Borstellüiig. Ueber» grollen Teich. Gr. Lebensbild mit Ges. und Tanz in 4 Abteilungen von Adols Phillipp. Das große Juni-Programm. »WU» Erstklassige Spezialitäten-MVA Kasseneröfsnung 2 Uhr, Ans. 4'/, Uhr. Vi feiste Theater IWoinbergsweg 19-20, Rosenth.Tor. I Abends 8 Uhr: Die Bestie im Benschen. I Trag. Bant, nnd die übrigen| Spezialitäten. u und Festsäle. Inh.: Bndolf Krüger. Hasenheide 13/16, vis-ä-vis v.Tumpl. Täglich: Große Theater- u. SpeziaiitateD- forstellung. Artist. Leitung; Walter Grävenitz, Kapellmeister: Max Wolffheim. Jeden Donnerstag; Elite-Tag! Anfang: Wochent 6 Uhr, Sonnt.'/� Uhr. Freitag, den 1. Juli: Sensationeller Sesueh in Berlin! Erstes Auftreten der zusammengewaGhseneD n i welches am 16. April 1910 geboren wurde, im passaie-paipii. Die junge Mutter und ihr Kina werden in der besonders für sie aufgebauten Wohnstube von 11—1 Uhr mittags und von 3—7 Uhr abends zu sehen sein. Oiine Extra-Entree! Eintritt für die gesamten Bäume 60 Pf., Kinder und Soldaten 26 Pf. Kur wenige Tage! i ok&p Cyrill Halle ■ Das Ui DasMnmi aller aifoiiäiscli.ZeiiCin:ussa g xdorf-Beriln, PHügerstr. Telephon: Rixdorf Mittwoch, den SO. Jnnl nachm. 4 u. abends S'/, Uhr: 2 Gala- Q Vorstellungen l In den Naohm.-Vorstellungen zahlen Kinder unter 12 Jahren und Militär vom Feldwebel abwärts halbe Preise. »tnmirg BrnnncnstraBe 16. Das neue Riesen-Prograinm.l Lehrreich Ltnterhaliend Amüsant. Gr. Orchester. Saal n. Garten.| Eintritt 30 Fl- fuhlmanns Theater SchSnh. A. 148— Kastanien-A. 97/99. Abend» 7 Uhr: Große Extra-Elite-Vorstellung! Königin Louise. Vaterländisches Schauspiel in 4 Akten, Louise..... Käle Reich. Napoleon I.. Dir. Karl Reich. Vorher und nachher: Die brillanten Spezialitäten! Ansang'/, 5 Uhr. Entree 20—60 Ps. Eüitc-Bali. Frettag: Kinder-Freudenfest. Sonnabend: Die oberen Zehntausend. Kerlmer Prater-Theater Kastanienallee 7—9. DM- Täglich:-M> 3m Reiche des Sßars Spezialitäten, Konzert u. Ball. Ansang 4'/, Uhr. Entree 30 Ps. i-oascHcn GARTEN Täglich; Großes Militör- Doppel-Konzert Eintritt 1 Mark, von abend» 6 Uhr ab SO Ps., Kinder unter zehn Jahren die Hälfte. I Ausstellung I Kino am Zoo Nachm. 6 Uhr: Mit Sven Hedin, durch Zentral-Asien. i 0,20, 030, 0,60, 1 M.' Abends 8 Uhr; Mit Sven Hadln> durch Zentral-Asien. Snmurun. 0,50, 1,—, 2,—, 3M., Für Abends; Vorverkauf i i bei Wertheim, Leipzigerstraße i und sämtlichen Vorverkaufs- i fllieden. Gr. Berliner Kunstausstelliing 1910 30. April bis 2. Oktober. Im Park täglich Doppel-Konzert. Eintritt: 10-6 Uhr 1 M.. v. 6 Uhr ab 50 Pf., Sonntags 50 Ps. Dauerk. 6 M. (iroke Ausstellung für Bauindustrie».Feinkeraik Baumschulenweg bei Berlin. Stadtbahnstation, 26 Minuten vom Bahnhof Priedrichstraße. Täglich von 10— 8 Uhr geöffnet. Eintritt 1 M., Sonntags 50 Pf. Der Clou der Ausstellung: Römische Villa mit Kaiserpalast. am See und Babnbof Stralau-Rnmmelsborg. Täglich s O« Spezialitäten G Theater, Konzert. Vereins-Srauerei Rixdorf, Hermannstr. 214/219. Oekonom: Max Wendt. mr- Täglich: Gr. Militär-Konzert. Ansang wochentags 7 Uhr. „ Sonntags 4 Uhr. Für den Jntzat» der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Mrantwortlicher Redakteur Richard Barth, Berlin. Für de» Inseratenteil veranktv.i Th. Glocke, Berlin. Druck».Berlsg; Vorwärts Kuchdruckerei u. Berlagsanftalt Pgul Singer& Co.. Berlin SW, «tor 27. ZaiM«� 2. Keilxge des Jsrmirts" Kcrliser öolholiliitt. Mlttlvsch, 29. Juni 1910. üd die Parte), und Gewerkf�afts- genollen! In der nächsten Woche soll der Arbeiterschaft von Grob V�rlin Gelegenheit gegeben werden, zu der sie aufs engste �rührenden Frage der Rcichsversicherungsordnuug Stellung j i nehmen. Sit diesem Zwecke findet am Dienstag, den 5. Juli, eine Flugblattverbreitung statt, während am Donners- --tag. den 7. Juli, eine Anzahl Versammlungen in Aussicht genommen sind. Die Gewerkschaften werden ersucht, bei ihren Ver- anstaltungen auf die geplanten Protestversammlungen Rücksicht zu nehmen. Die Berliner Gewerkschaftskommission. Der Aktionsausschuß. i Partei-?Zngelegenbeiten. Steglitz.Friedenau. Der Ausflug nach der.Römerschanze' in Nedlitz bei Potsdam findet am nächsten Sonntag, den 3. Juli, statt. Abfahrt nach Wannsee präz. Uhr vormittags. Fiir Nachzügler bis Vsll Uhr im.Fürsteuhof', Waunsee, Königstr. 40. Fustpartie an der Havel über Pfaueninsel, Moorlake, Sackrow, um 4 Uhr nach« mittags. Führung und Vortrag des Genossen Schütte über:.Die Entstehung und die neuesten Ausgrabungen der Römerschanze'. Auster den Wahlvereinsmitgliedern Gäste willkommen. Der BildungSausschuß. Adlershof. Am Sonntag, den 3. Juli, findet eine Besichtigung der Kalk- und Zementindustrie-Ausstellung in Baumschulenweg statt. Wir ersuchen die Genossen, welche sich daran beteiligen wollen, sich wegen der vorherigen Beschaffung von Eintrittskarten beim Genossen Ligmer, Genossenschaftsstrahe 7, zu melden. Preis der Eintrittskarten 80 Pf. Treffpunkt Sonntagvormittag 9 Uhr im Jugendheim, Bis- marckstr. 11. Der Vorstand. Erkner. Heute Mittwoch, S'/z Uhr abends: Lese- und Diskutier- abend. Genossinnen und Genossen, agitiert für regen Besuch I Der Borstand. Hohen-Neuendorf sNordbahn). Am Donnerstag, den 30. Juni- abends 1lß Uhr, findet im Lokal von Fähnrich, Stolper Straste 27. eine Zusammenkunft von Genossinnen und Genossen statt. Tages- orduung: 1..Der beste und billigste Einkauf von Lebens- und Genustmitteln.' Referent Genosse Liebold. 2. Aussprache über Frauen-Lese-, Diskussions- und Vortragsabende. Referent Genoffe Albrecht. Reinickendorf-Ost. Gegen die vom Landrat geforderte Erhöhung des Kommunalzuschlages um 2ö P r o z. auf 12ö P r o z. findet am Donnerstag, abends 8 Uhr, im„Schützenhaus'. Residenzstr. 1/2, eine Protestversammlung der Reinickendorfer Steuer- zahler statt. Hierzu heute abend von den bekannten Stellen aus Flugblattverbreitung. Genossinnen und Genossen I Agitiert für Massenbesuch I_ Die Bezirksleitung. Berliner JVacbricbtem Eine Prügcllcistung, die in der 288. K n a b e n« G e m e i n d e s ch u l e(Senefekderstraste) vorgekommen ist, wurde von uns in Nr. 140(13. Juni) gewürdigt. Wir nahmen dabei Bezug auf das folgende Arztattest vom 10. Juni: .Der Knabe Otto F. wurde mir heute in der Sprechstunde vorgestellt, weil er von dem Herrn Rektor seiner Schule geschlagen worden sei. Am Gesäß findet sich bei ihm ein über beide Hälften ziehender roter, an den Rändern bläulicher Striemen, am rechten Oberschenkel an deffen äußerer Seite ein zweiter, der in weiter Ausdehnung von einer blauen Blutunterlaufung umgeben ist.' Rektor der 288. Gemeindeschule ist Herr Gillert. Bon Ihm war Otto F. am 13. Juni geprügelt worden, zunächst deshalb, weil er zu spät zur Schule gekommen war, und hinterher nochmals deshalb, weil er, nach Hause zurücklaufend, seiner Mutter gesagt hatte, der Rektor habe ihn heimgeschickt. Gegenüber dem Attest des Arztes hat nun Herr Rektor Gillert den Wunsch gehabt, fich zu rechtfertigen. Er rief den Vater nach der Schule und belehrte ihn, daß er, der Rektor, dem Jungen über das Gesäß nur einen einzigen Schlag gegeben habe, die anderen Schläge aber aus das Konto des Lehrers Nebe zu setzen seien. Daraufhin ließ der Vater sich bereit fickden. dem Rektor eine Erklärung zu unterschreiben, durch die er hiervon Kenntnis nimmt und gleichzeitig ihm sein Vertrauen ausdrückt. Der Vorgang ist ungewöhnlich und mancher wird dazu verwundert den Kopf schütteln. Dem Herrn Rektor war es, nehmen wir an, vor allem darum zu tun, mit diesem Schriftstück vor seine Behörde hin- treten zu können, die vermutlich die Angelegenheit untersucht. Er hat es aber für ratsam gehalten, auch uns aufzusuchen und uns die Vertrauenserklärung mitzuteilen. Wir erfüllen ihm wohl einen Wunsch, wenn wir sie hiernrit veröffentlichen. Der Vater hat ihm folgendes unterschrieben: .Ich habe heute den Rektor der 288. Gemeindeschule persön- lich gesprochen in Angelegenheit meines Sohnes Otto. Ver- anlassung dazu war die Zeitungsnotiz vom Sonnabend, den 18. Juni 1910. Der Rektor erklärt, Otto habe nur einen Schlag über das Gesäß von ihm erhalten, und ich Hab- keine Ursache, die Glaubwürdigkeit des Herrn Rektors Gillert in Zweifel zu ziehen. Die andere» Schläge erhielt der Junge nach Aussage deS Herrn Rektors von seinem Herr» Lehrer aus anderen Ursachen. Herr Rektor Gillert fühlt sich durch die Zeitungsnotiz verletzt. Ich habe aber nicht die Absicht gehabt, de» Herrn Rektor beleidigen zu wollen. Nachdem ich nun Herrn Rektor Gillert persönlich gesprochen habe, habe ich das Vertrauen, daß mein Sohn Otto bei ihm in guten Händen aufgehoben ist.' Hiernach wären an der Prügelleistung, über deren Folgen das »rztattest sich äußert, zwei Pädagogen beteiligt. So meint eS Herr Rektor Gillert. aber wir können natürlich nicht wissen. ob Herr Lehrer Nebe ihm darin beistimmt. Wie weit Herrn Nebes Anteil an der Prügelleistunz gehen mag, darüber haben wir inzwischen Ermittelungen vorgenommen. MS festgestellt kann gelten, daß am 13. Juni Herr Nebe dem Jungen, weil sein Diktat zu fehlerhaft war, über das Gesäß drei Stockhiebe gab. Ein bißchen stürmisch scheint es ja dabei zugegangen zu sein; wenigstens wird uns gesagt, daß Otto F. von vier Jungen gehalten worden sei, weil er sich nicht bücken wollte. Nebenbei be- merkt: eigenartig ist das Verfahren, bei der Abstrafung eineS Schülers die Mitschüler als Helfer zu verwenden. Zu den drei Hieben nun, die am 13. Juni Herrn Nebes Stock verabreichte, kam am 13. Juni als vierter der eine Hieb von Herrn Gillerts Stock. Wer da am kräftigsten zugehauen hat und von welchen Hieben die durch den Arzt attestierten Spuren herrühren, daS mögen Herr Gillert und Herr Nebe untereinander ausmachen. Rektor Gillert hat sich übrigens keineswegs auf den einen Hieb beschränkt. Nach dem Wortlaut der von dem Later unterschriebenen Erklärung könnte es so scheinen, wie wenn Herr Gillert die oben mitgeteilten Verfehlungen des Jungen tatsächlich nur mit einem einzigen Hieb bestrast hätte. Es ist aber festgestellt, daß Herr Gillert— und das hat auch er selber uns zugegeben— schon vorher den Jungen sogleich in Gegenwart der Mutter, die ihn zur Schule zurückgebracht hatte, dreimal mit dem Stock auf die Hand geschlagen hat. Von diesen drei Hieben spricht die Erklärung wohl deshalb nicht, weil nicht auch sie von dem Arzt begutachtet worden sind. Zwischen den einzelnen Hieben setzte Herr Gillert immer wieder das Verhör fort, um aus dem Jungen herauszubringen, daß nicht der Rektor ihn nach Hause geschickt habe. Immer wieder rief er:„Du lügst I', bis der Junge endlich eine zufriedenstellende Antwort gab. Unklar bleibt manches an dem Verhalten des Jungen. Zu prüfen wäre noch, ob nicht das ganze Vorkommnis veranlaßt worden ist durch des Rektors Gewohnheit, für Verspätungen Prügel zu verab reichen. Auf das bestimmteste wird uns versichert, daß zu spät kommende Jungen sich bei dem Rektor melden müssen, um im Wieder holungsfalle ihre Prügel in Empfang zu nehmen. Sie können ihrem Schicksal nicht entgehen, da bei Beginn der ersten Unterrichtsstunde die Tür des Schulhauses zur Sicherung vor Diebstählen geschlossen wird, so daß sie die Glocke ziehen müssen und hierdurch sich selber denunzieren. Anscheinend hat Otto F., als er zu spät kam, durch die Furcht vor des Rektors Stock sich so verwirren lassen, daß er voll ständig kopflos wurde und dementsprechend handelte. Wann die diesjährigen Sommcrferien der Schulen anfangen, darüber sollte heute, ein paar Tage vor ihrem Beginn, eigentlich keine Meinungsverschiedenheit mehr bestehen. In der Bevölkerung sind aber noch im letzten Augenblick Zweifel darüber geweckt worden, ob wirklich der Schulunterricht schon Ende dieser Woche oder erst Mitte nächster Woche geschlossen wird. Einige Zeitungen haben nämlich ganz plötzlich geglaubt,„auf vielfache Anfragen' die Nachricht bringen zu sollen, daß die Ferien erst am 6. Juli beginnen und am 12. August enden. In der Tat waren diese Termine ursprünglich für die höheren Lehranstalten und auch für die Gemeindeschulen festgesetzt worden, aber weil die Wochenmitte als Ferienanfang und Ferienende unbequem gefunden wurde, so entschied man sich nachträglich für den 1. Juli und den 9. August. Das scheint inanchen Leuten wieder entfallen zu sein, auch denen, die auf die„vielfachen Anfragen' antworten. Die Stadtverordnetenversammlung hat bereits im Früb jähr vom Magistrat durch Vorlagen zur Kenntnisnahme die Mit teilung erhalten, daß für die höheren Schulen und bald darauf auch für die Gemeindeschulen diese Aenderung der Ferien bewilligt worden war. Also, es bleibt dabei: alle Schulen schließen den Unterricht am I.Juli und nehmen ihn wieder auf am 9. August. Religionsunterricht für Schulkinder. Die städtische Schub deputation macht die Rektoren der Gcmeindeschulen auf eine Verl fügung des Provinzialschulkollegiums aufmerksam folgenden Inhalts:„Wenn ein noch nicht 14 Jahre altes schul- pflichtiges Kind in einer anderen Konfession als der des Vaters unter- richtet werden soll, so ist es erforderlich, daß beide Eltern eine dahin- gehende Erklärung persönlich vor dem Vorsteher der Polizei- Verwaltung— in Berlin des zuständigen Polizeireviers— oder vor dem Landrat, Amtsrichter oder Notar ausdrücklich zu Protokoll ab- geben. Diese Bestimmung findet nicht nur bei Mischehen, sondern auch in denjenigen Fällen Anwendung, in denen beide Eltern derselben Konfession angehören. Nur nach Vorlegung einer solchen Urkunde ist das Kind dem betreffenden Religionsunterricht zuzuweisen. Die Schulkommissionsvorsteher sind demnach nicht mehr, wie früher, zur Entgegennahme derartiger protokollarischer Erklärungen befugt. Ist der Vater eines schulpflichtigen Kindes gestorben, so hat weder die Mutter noch der Vormund das Recht, das Kind in einem anderen Bekenntnisse als dem des Vaters zu erziehen, es sei denn, daß der« selbe jene Erklärung bei Lebzeiten abgegeben hat.' Auf Grund welcher gesetzlichen Bestimmung diese Verfügung deS Provinzial-Schulkollegiums sich stützt, ist nicht erkenntlich gemacht. Um die innere Einrichtung des Zirkus Schumann in Berlin handelte es sich in einem Rechtsstreit zwischen Direktor Schumann und dem Obcrpräsidenten. Um das Zirkusgebäude sich auch außer halb der Zirkussaison nutzbar zu machen, wollte Herr Schumann nach Schluß der Saison darin Varietövorstellungen geben. Es sollte die vorhandene Bühnenvorrichtung dazu benutzt werden. Da das Publikum im Barietötheater aber gewöhnt ist. vor der Bühne zu sitzen, so sollten alle dazu ungeeigneten Plätze nicht benutzt werden. Dagegen beabsichtigte Schumann, die große Manege nach Ueberdeckung mit Brettern mit gerade verlaufenden Stuhlreihen zu versehen. Der Polizeipräsident verweigerte zu dieser, für die Dauer der geplanten Varietöfaison beabsichtigten Aenderung der Inneneinrichtung die Genehmigung. Das Recht, bei Aufrechterhaltung des üblichen Zu- standes de« Zirkus darin Varietövorstellungen zu geben, wurde Sch. nicht bestritten und konnte auch nicht bestritten werden, da er die erforderliche Konzession besitzt. Nach vergeblicher Beschwerde beim Oberpräsidenten klagte Schumann beim Oberverwaltungsgericht auf Aufhebung der Polizei- lichen Verfügung, durch die ihm die Erlaubnis zu der erwähnten Herrichtung der großen Manege versagt worden war. Das Ober- Verwaltungsgericht wies die Klage mit folgender Begründung ab: Es handle sich um die Herrichtung der Manege zu Sitzplätzen auf erhöhtem Holzboden. Das sei eine bauliche Anlage, die der Genehmigung bedürfe. Diese sei mit Recht aus folgenden Gründen verweigert worden. In Betracht komme die Polizeiverordnung über die bauliche Anlage, die innere Einrichtung und den Betrieb von Theatern, öffentlichen Versammlungsräumen und Zirkusanlagen. Sie bestimme für Zirkusse im§ 99:„Die Fläche für die Zuschauerplätze ist in konzentrische, durch feste Schranken von einander ge- trennte Ringe einzuteilen und jeder dieser Ringe durch radial auf- steigende Stufengange in Abschnitte zu zerlegen.' Aus dieser Be- stimmung folge, daß der Zirkus durch Beseitigung seiner konzen- trischen Platzeinteilung seines Charakters als Zirkus ent- kleidet werde und den Charakter eines Theaters erhalte. Dann aber müsse er auch den Anforderungen entsprechen, die die Verordnung an Theater stelle. Zum Beispiel müßte das Bühnenhaus, für das außerdem noch besondere Vorschriften gegeben seien, vom Zuschauerraum getrennt sein. Ferner muß die Bühnen- öffnung gegen den Zuschauerraum durch einen, in senkrechter Rich- tung zu bewegenden Schutzvorhang(eiserner Vorhang) rauchdicht und feuersicher abgeschlossen werden können. Diesen und noch anderen an Theater gestellten Anforderungen entspreche der ZirkuS nicht. Da Sch. diese Anforderungen auch gar nicht erfüllen wolle, so habe ihm die Erlaubnis zu einer baulichen Anlage, welche den Zirkuscharakter aufhebt und dem Zirkus den Charakter eines Theaters geben muß, versagt werden müssen. Zum Zwecke wissenschaftlicher Erforschung der höheren Lustschichten läßt man kleinere oder größere mit Gas gefüllte Lustballon« steigen oder auch Drachen vom Winde emporheben, welche Instrumente tragen, die selbsttätige Aufzeichnungen über die Temperatur, die Feuchtigkeit, die Windstärke usw. ausführen. Da diese Ballons usw. zu klein sind, um Menschen tragen zu können, so wird vorausgesetzt, daß sie— von verständigen Leuten gefunden— in zweckmäßiger Weife be- handelt und aufbewahrt und schließlich an den Eigentümer zurück- geschickt werden. ine aufsehenerregende Szene spielte sich gestern nachmittag in der Mitten Stunde im Berliner Landgerichtsgcbäude in der Gruner« straße ab. Dort wurde vor der Abteilung für Rechtshilfesachen ein Alimentationstermin abgehalten. Nach dessen Beendigung gab der Besitzersso hn Alexander D u p i ck aus Sichte bei Schlochau fünf Revolverschüsse auf seine frühere Braut, daS Dienstmädchen Anna Bluma aus der Kniprodestr. 6 ab. DaS Mädchen wurde mehrfach verletzt und nach dem Krankenhause Am Friedrichshain gebracht, wo es sich einer Operation unterziehen muß. Der Täter versuchte zu fliehen, wurde aber vonfGerichtSdienern fest- gehalten und dem Polizeipräsidium zugeführt. Badediebe. Durch ein Lotterielos verraten haben sich zwei Badediebe, die gestern von der Tegeler Kriminalpolizei festgenoiiuiien wurden. In der Badeanstalt in Tegel wurden seit längerer Zeit fortgesetzt Diebstähle verübt. In einer Börse, die den Langfingern unter anderm in die Hände fiel, befanden sich auch zwei Lose der preußischen Klassenlotterie. Diese wurden einem Kolleklcur zur Er- Neuerung vorgelegt, waren aber bereits gesperrt. ES ergab sich, daß ein Strahenbahnbeamter sie von einem jungen Manne gekauft hatte. Das war nach den weiteren Ermittelungen ein Schlosser HanS Sitz, der mit einem Schreiber Artur Sahr ständig ver- kehrte und auf großem Fuße lebte. Die beiden wurden nun beobachtet und als die Badediebe entlarvt und gestern festgenommen. Sitz und Sahr waren die eifrigsten Bade- gäste. Sie blieben stets lange im Bade und„arbeiteten" in der Weise, daß immer einer aufpaßte, während der andere stahl. Sie merkten sich die Zellennummer von Leuten, bei denen sie Geld ver- muteten, warteten dann ab, bis die Leute weit genug in den See hineingeschwommen waren und schritten nun zur Ausführung ihres Planes. Während einer im Wasser blieb, ließ sich der andere ganz dreist von dem Bademeister die Zelle des Opfers öffnen, oder stieg über die Verkleidung hinweg in die Zelle ein. Die Beute, Porte- monnaies. Uhren und dergleichen klemmte der Dieb solange in die Achselhöhle ein, bis er Gelegenheit fand, sie in seine eigene Zelle zu bringen. Die Verhafteten haben das ganze Treiben eingeräumt und wurden dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Im Tegeler Forst erschossen hat sich ein unbekannter etwa 40 Jahre alter Mann. Der Lebensmüde, jedenfalls ein Berliner, wurde von Spaziergängern mit durchschossener Schläfe aufgefunden. Die Leiche wurde nach der nahen Friedhofshalle gebracht. Ein schwerer Straßenbahnunfnll hat sich gestern abend auf dem Potsdamer Platz zugetragen. Der zwanzigjährige Beamte Erwin Falk, Tiergartenstr. 2 wohnhaft, hatte versucht, während der Fahrt über den Potsdamer Platz von einem Straßenbahnwagen der Linie 14 herunterzuspringen. Er kam dabei zu Fall und wurde von dem folgenden Anhängewagen mitgerissen und an beiden Oberschenkeln schwer verletzt. Auf der Rettungswache in der Köthener Straße erhielt der Verunglückte die ersten Notverbände. Bei einem Znsammenstoß eines Mehlwagens mit einem Straßen- bahnwagen schwer verunglückt ist gestern der 33jährige Kutscher Gustav Hamann, am Ostbahnhof 13 wohnhaft. Er passierte mit seinem Fuhrwerk gegen 10 Uhr abends die Gerichtsstraße und fuhr in der Nähe des Hofplatzes unmittelbar vor einem herannahenden Straßenbahnwagen auf die Gleise, um diese noch vor dem Bahn- wagen zu kreuzen. Obwohl der Führer des Straßenbahnwaggons sofort bremste, erfolgte der Zusammenstoß mit solcher Gewalt, daß H. in weitem Bogen auf das Straßenpflaster geschleudert wurde, wo er besinnungslos liegen blieb. Der Kutscher, der außer einer blutenden Kopfwunde und Hautabschürfungen an Armen und Beinen eine Gehirnerschütierung erlitten hatte, erhielt auf der Unfallstation in der Badstraße Notverbände und wurde dann nach dem Rudolf- Virchow-Krankenhause übergeführt. Der Bahnwagen blieb un- beschädigt. Ei» neuer Cholerafall auf Bahnhof Ruhleben ist festgestellt worden. ES handelt sich, wie aus Spandau gemeldet wird, um eine Verwandte des verstorbenen russischen Arbeiters Kalinowski, die diesem bei seiner Erkrankung in den ersten Stadien beigestanden hatte. Die Leiche wurde gestern früh in aller Stille an der Seite deS Kalinowski auf dem Selbstmörderfiiedhof in Schildhorn unter ähnlichen Vorsichtsmaßregeln beerdigt, wie bei dem ersten Fall. DaS Pflcgeperfonal wies bisher keine ErkrankungSshmptome auf. Man hofft, daß die Seuche jetzt keine weitere Opfer fordern wird. um so mehr, als von den Seehäfen und den Binnenstationen, die von den beiden berührt worden sind, Choleraerkrankungen nicht mehr ge» meldet wurden. Die Einbrecher mit de« Bottich, die in dem Kontor der Manu- fakturwarenhandlung von Heimann, Welter u. Co. S000 M. ans dem Geldspinde erbeuteten, sind von der Kriminalpolizei fest- genommen worden. ES handelt sich um die Geldschrankdiebe Willi Freier, Otto Müller und Fritz Rädel, die der.Weddingkolonne' an- gehören und in einer Laube an den Rehbergen hausten und ihre Wohnungen am Wedding haben. Die Verhafteten bestreiten den Einbruch. Mit Leuchtgas vergiftet hat sich am Dienstag der Rentner C. Karske in der Urbanstr. 178. Obgleich sofort nach Entdeckung der Tat Wiederbelebungsversuche angestellt wurden, auch die Feuer- wehr dann noch Sauerstoff benutzte, waren alle Bemühungen er» gebnisloS. Gefleddert wurde am Montag ein invalider Buchdrucker, der, auf dem Wege nach Frohnau und Stolpe begriffen, sich infolge Er- müdung unweit der nach Nikolaswald führenden Chaussee im Walde niedergelegt hatte und eingeschlafen war. Als er erwachte, fehlte ihm die silberne Taschenuhr und Nickelkette mit Berloque. Zur Warnung teile» wir diesen Vorgang mit. Einen erheblichen Verlust erlitt am Sonntag abend zwischen 12—1 Uhr ein Arbeiter, der auf dem Wege von der Cuvrystraße. Ecke Schlesische Straße, bis zur Gubener Straße 36 fcTw gesamte in einem Portemonnaie befindliche Barschaft von 21,30 M. verlor. Der Finder wird um Abgabe an Georg Jurick, Gubener Straße 33, bei Späth, gebeten. Zeugen gesucht. Personen, die gesehen haben, wie am Freitag. den 20. Mai, früh 3>/e Uhr, am Görlitzer Bahnhof ein Mann von einem Postauto totgefahren wurde, werden gebeten, ihre Adresse an Frau Liese, Dieffenbachstr. 32, Hof III, abzugeben. Vorort- Nacbricbtern Tchöneberg. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte zunächst, nach einem Referat des Genossen Bernstein, 4000 M. für EtatSüberschrei» tungen, die infolge Mehrbeleuchtung und Mehrbedarf an Heizung«» mittel» entstanden waren. Alsdann wurde mitgeteilt, daß bei Ein» und Umschulungen sowie Klassenversetzungen in Zukunft möglichst darauf Rücksicht genommen wird, daß die Kinder denjenigen Volks» schulen überwiesen werden, die in ihrem Wohnbezirk liegen.— Di« Notwendigkeit. daS Nieselfeld weiter auszubauen wurde allgemein anerkannt und die hierzu erforderlichen 600 000 M. bewilligt.— Die Bewilligung der Familienzulagen für städtische Arbeiter wurde angenommen, zugleich wurde darauf hingewiesen, daß eS nunmehr an der Zeit sei, mit den Auszahlungen zu beginnen. Ebenfalls zugestimmt wurde der Erhöhung der Löhne für Gärtner. Vom Magistratsverlretcr wurde erklärt, daß auch die Arbeiter eine Lohnerhöhung erhalten sollen, doch müsse der Magistrat diese Frage erst noch erwägen, da sie nur generell zu regeln fei.— Des weiteren sei der Magistrat dem Wunsche. für die VoNSunter- haltungsabende eine Deputation zu wählen, nicht beigetreten, da nach seiner Ansicht eine Deputation die Geschäfte erschwere und zu einer wesentlichen Steigerung der Kosten beitrage. Stadt» verordneter v. O l z e w s k i sLib.) wandte sich in scharfen Worten gegen diese Auffassung und meinte, daß der Magistrat ivohl nur einen Konflikt heraufbeschwören wolle. Bürgermeister Blankenstein erklärte, der Vorredner habe seine Mitarbeit immer dann eingestellt. wenn es nicht nach ihm gegangen sei. Man müsse mit den vor- handenen Kräften rechnen und die seien gegen eine geschlossene Organisation. Die Deputation wirke nur hemmend. Genosse Bernstein meinte, eö sei nicht anzuerkennen, das; durch eine Deputation die Abende verteuert werden. Der Magistrat sollte die Einsetzung einer Devutation noch einmal in Er- wägung ziehen. Dieser Antrag wurde angenommen.— Daun erfolgte der Bericht über die Petition der Gastwirts- gehilfen. Ttadtv. Dr. Jacoby(Lib. Vg.) beantragte, den ersten Teil der Petition dem Magistrat zur Berücksichtigung zu überweisen. Danach fördert die Gemeinde die kostenfreie ArbeilSvermittelung für gastwirtschaftliches Personal, indem sie die Vereine der Arbeitgeber und der Angestellten anregt, ihre Nachweisstellen an den von der Gemeinde eingerichteten öffentlichen Arbeitsnachweis anzuschlieben. Zur Unterstützung einer derartigen Vermittelungsstelle, die unter paritätischer Leitung stehen könnte, soll ein bestimmter Betrag im Etat eingesetzt werden. Dagegen soll der andere Teil, der die Inhaber von gastwirtschaftlichen Betrieben verpflichten soll, das Trinkgeldunwesen abzuschaffen und dafür Minimallöhne zu zahlen, dem Magistrat als Material überwiesen werden. Genosse Molkenbuhr wies darauf hin, dah es notwendig sei, den Arbeitsnachweis nach dem neuen Gesetz, betreffs der Stellen- vernnttelung, zu regeln. Der private» Stellenvermittelung sei der ungeheuer hohen BermittelungSgebühren wegen dos Handwerk zu legen. Einige Vertreter konnten nicht einsehe», dah anstatt Trinkgeld feste Sätze gewährt werden sollen.— Für die BeleuchtungS- anlage der Untergrundbahn ist von den Aufsichtsbehörden ein zweiter Speisekabel angeordnet worden. Die Mehrkosten für die Anlage betragen 12 600 M. und wurden bewilligt.— Die Errichtung eines zweiten Standesamts ist erforderlich, da das vorhandene den Anforderungen bei weitem nicht mehr genügt und häufig Anlas; zu Beschwerden an die Aufsichtsbehörden gegeben hat. Das zu errichtende Standesamt soll im Hause Grunewaldstrabe 72, Ecke der Eisenacher Strabe, untergebracht werden. Die Vorlage wurde einem Ausschuß überwiesen.— Stadtv. G o t t s ch a l k»ach nochmaliger Untersuchung eine zweckenisprechende Behandlung einleitete. Von ihm ist jetzt den Eltern das folgende vom 27. Juni datierte Attest gegeben worden:»Der Schüler Erich O. leidet an akuter Mittel- ohreiterung nach Berletzung und kann bis auf weiteres die Schule nicht besuchen." Wir müssen uns genügen lassen an der Wiedergabe der Ansichten der drei Aerzte. Wir selber sind natürlich nicht in!der Lage zu beurteilen, wie O. zu seinem Ohrenschaden gekommen sein kann. Daß der Spezialarzt„Mittel- ohreiterung nach Verletzung' annimmt und attestiert, wird der Schularzt, der zu dem Jungen von„Schmutz" soder Sch»nalz) sprach, gewiß interessieren. Mit der Möglichkeit einer Berletzung scheint übrigens im voraus der Rektor Müller gerechnet zu haben, dem die Frau O. die Sache vortrug. Herr Müller hatte aber auch sogleich eine Erklärung, die von der Annahme der Eltern abweicht. Der Junge werde wohl, nieinte er, sich auf der Straße gebalgt haben. Erich O. selber sagt aus, daß diese Vermutung durchaus unzutreffend sei. Die Angelegenheit wird ja noch den Behörden zu tun geben, so daß eine amtliche Ermittelung über die Art des Ohren- schadenS sowie über die vermutliche Ursache zu erwarten ist. Wie aber auch der Ausgang dieser Affäre sein möge, sie wird so oder so den prügelnden Pädagogen zur Lehre dienen können. Wieder klingt a»lS ihr der Warnruf heraus:»Du sollst nicht prügeln I" Hohe»- Tchönhausen. Dir vorigen Monat von der Gemeindevertretung beschloffene und dem Landrat zur Genehmigung übersandte Luslbarkeitssteuer- ordnung ist von letzterem mit dem Bemerken zurückgesandt worden. daß nach einem Ministerialerlaß für patriotische Festlichkeiten die Steuer nicht erhoben werden dürfe. In der letzten Gemeinde- vertretersitzung kam eS hierüber zu einer längeren Debatte. Nach- dem Genosse Thiele diese sonderbare Anschauung gebührend be- leuchtet hatte, wurde das Verlangen des Landrats, patriotische Feste steuerfrei zu belasten, mit 8 gegen 8 Stimmen abgelehnt. Neben anderen minder wichtigen Dingen wurde noch Kenntnis gegeben, daß auf der Industriebahn Tegel- Friedrichsfelde die AbfertigungS- gebühren auf 10 Tonnen von vier auf zwei Mark herabgesetzt worden sind. Nowawes. Der umfangreiche EriveitcnnigS-»md Umbau des an daS hiesige Oberlinhaus angegliederten Krüppelhaujes ist nunmehr vollendet»md seiner Bestimmung übergeben worden. Bei der Einweihung, die natürlich vorwiegend einen kirchlichen Charakter trug, gab der Leiter deS HauseS, Pastor Hoppe, einen historischen Ueberblick über die Entivickelung desselben. Er führte aus, daß zum erstenmal im Mar 1386 ein verkrüppelter Knabe aus Berlin, den keine Anstalt ans- nehmen wollte, im Oberlinhauie Unterkunft fand, was zur Folg» hotte, daß bald nach dem weiteren Bekanntwerden dieser Tatsache auch für zahlreiche andere Krüppelkinder Aufnahmegesuche an daS Oberlinhaus gelangten. Bei dem beschränkten Raum des Hauses wurden zwei Weberhäuser zur Aufnahme dieser Kinder eingerichtet, bis im Jahre 1894 das für 80 Betten bestimmte KinderkrüppelhauS erstand, dem im Jahre 1899 der Bau des Schulhauses»md im Jahre 1901 des Handwerkerhauses folgte. Durch die starke Frequenz der Anstalt. die zuletzt von 120 Insassen bewohnt wurde, obwohl sie nur für 80 eingerichtet war, wurde der jetzt vollendete Erweiterungsbau notwendig, der die Summe von 146 000 M. gekostet hat. In seiner jetzigen Einrichtung verfügt das Haus über«in photographisches Atelier, ein Röntgenkabinett, einen orthopädischen Saal, 16 neue Zimmer, vier heizbare Veranden, ein Sonnenbad, sowie einen reichlich ausgestatteten Spielraum für die Kinder und ist mit Zentralheizung und elektrischem Licht versehen. DaS Haul� beherbergt jetzt 223 Krüppel beiderlei Geschlechts, von denen sich im'Kinderhause 131 befinden. Im Handwerlerham'e wohnen 64 Krüppel, und zwar 49 Lehrlinge und 16 Sieche, in» Mädchen-Krüppelheim 28 erwachsene Mädchen. In» ganzen sind durch die Anstalt bisher 662 Krüppel gegangen, wovon 94 gestorben sind: Von den 336 Entlassenen sind 170 teils geheilt, teils ungeheilt nach Hanse gegangen, während 74 Krüppel in anderen Anstalten Auf- nahnie fanden. 34 Pfleglinge haben die Gesellenprüfung bestanden; 27 Mädchen ernähren sich ganz oder teilweise, während 30 männliche Krüppel ebenfalls so weit gebessert wurden, daß sie einen Teil ihres Lebensunterhalts erwerben können. Zieht man den elenden körper- lichen Zustand in Betracht, in welchem sich die Pfleglinge bei der Aufnahme befinden, so läßt sich nicht verkennen, daß für viele der- selben der Aufenthalt in der Anstalt von günstigstem Einfluß auf ihr körperliches Befinden gewesen ist. Klus cler Frauenbewegung. Frauen als GewerbegerichtLbeisitzeriune». Ueber dieses Thema sprach der Vorsitzende des Verbandes der Arbeitgeber der vereinigten Berliner Konfektionsbranchei» Emil Bernstein im genannten Verbände. Er wies darauf hin. daß die Zahl der erwerbstätigen Frauen von Jahr zu Jahr eine respektable Steigerung aufweise. So habe sich zum Bei- spiel im Regierungsbezirk Potsdam in den letzten fünf Jahren die Zahl der männlichen Arbeiter um 24 Proz. vermehrt, die der weiblichen dagegen um 36 Proz. Und in Preußen habe man die Beobachtung gemacht, daß während der letzte» Krise die Zahl der beschäftigten Männer»n den Fabriken um 1,62 Proz. sank, die der beschäftigten Frauen jedoch nur um 0.49 Proz.— Soweit ganz schön! Herr Bernstein will aber das Gewerbebeisitzerrecht nnr den.Arbeitgeberinne» beziehungsweise Betriebsinhaberinnen" gewährt wissen. Er begründet dies mit deren Selbständigkeit in der Geschäftsführung und ihrem fachmännr- scheu Urteil in' Betriebsangelegenheiten. Das ist wieder eine bürgerliche Halbheit, die bekämpft zu werden verdient. Denn ganz abgesehen davon, daß ein moderner Mensch jedem Klassen- und Privilegiertenrecht unsympathisch gegenüber stehen inuß, würde doch gleich die Frage auftauchen, ob nicht verschiedene Mittelspersonen wie Direktrizen, Filialleiterinnen und dergleichen, die vielfach einen viel größeren Ueberblick und größere geschäftliche Routine besitzen müssen, als eine nur pro lorma existierende.Arbeitgeberin", mindestens das gleiche Recht erhalten»nützten. Herr Bernstein konstatiert selbst die immer größere Fertig» keit und Gewandtheit, die sich die Frau auf allen ihr zugewiesenen Arbeitsgebieten angeeignet habe. Demnach muß man auch dafür sein, daß alle erwerbstätigen Frauen das aktive»md passive Wahl- recht erhalte». Alle bürgerlichen, insbesondere die aus liberalen Kreisen kommenden Forderungen, zeichnen sich regelmäßig durch ver- bläffende Halbheit aus. Die italienische Mutterschaftsversicherung. Rom, 26. Juni 1910. Als notwendige Ergänzung deS Frauen» schutzgesetzeS vom Jahre 1902, das den Frauen nach der Entbindung die industrielle Arbeit untersagte, wurde vor vielen Jahren das Gesetz für die MutterschastSversicherung eingebracht. Dieses Gesetz sichert jeder Arbeiterin— soweit fie in den Bereich der Schuy- bestimmungen fällt— nach jedem Abort oder jeder Entbindtmg eine Unterstützung von 40 Lire. Drei Achtel der Summe werden der Be- rechnung nach durch die Beiträge der Arbeiterinnen, ebensoviel durch die der Unternehmer und zwei Achtel durch staatlichen Zuschuß auf- gebracht. Es ist daS erste Mal, daß der italienische Staat mit dem Grundsatz bricht, bei Maßnahmen zugunsten der Arbeiterschaft nicht in die eigene Tasche zu greisen. Der Minister für Handel und Industrie, gi a i n e r i. zeigte die Annahme des Gesetzes durch die Kammer dem Sekretär der Konföderation der Arbelt, Genoffen R i g o l a. durch ein Telegramm an, in dem hervorgehoben wurde, daß das Gesetz im Sinne der Forderungen der Konföderation den Staatszuschuß festsetze._ Versammlungen— Veranstaltungen. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Donnerstag, den 7. Juli: Ausflug mit Kindern nach Treptow. Treffpunkt von 3 Uhr ab in Ludwigs Parkrestaurant. Eintritt pro Kind 10 Pf., Schärpe und Mütze gratis. Erwachsene erhalten Frei- karten im Verein._ Lese- und DiSkutterklub„Tüd-Ost". Heute Mittwoch, abend» 8'/, Uhr. bei Neidhardt, Görlitzer Straß« 68: Mitgliederversammlung, Gäste willkommei». Sozialdemokratischer Lese- und Diskutierklub»Heine«* Heute abend 8'/, Uhr: S i tz u n g bei Gründerg, Rodenbergstr. 8. ffSttterunaStidersittit vom 88. Juni 1910, moraen» S Uvr. Ltsttonen » Sww-inde Hamburg »erlw Kranks.a JR. 759 SSV München i7S3SW Wie»>7e3Slill 755 SW 754 SSW 757 SW Vetter 5 bedeckt 5 Regen 3 bedeck« 3 Dunst 5 halb bd. heiter tfK taparanda 752 O etersburg 75t SW Ii SctUe eiberbeen Bar»» 756» 746 N 769 SSW Vetter 2 Regen 1 bedeckt 5 bedeckt t wolkig 4 bedeckt t- ü; n 16 13 11 14 eNettervrognoi« für Mittwoch, de« 89. Juni 1910. VIelsach wolkig mit einzelnen Regenschauern bei ziemlich lebhasten West- lichen Winden und wenig veränderter Temperatur. Serliuer W et t er b ur« a u. WasserstaudS.Stachrtchte» Wasserstand M« m e l. Tilsit B r e g e l. Jnfterbmg Weichsel, Thoru Oder, Rattbor , Krofsen . Franks urt Warth«, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz » Dresden , Barby » Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlttz Havel, Spandau') » Rathenow') Spree, Svreuiberg') » BeeSlow Weser, Münden , Minden Rhein, MaximManiau » Kaub Köln Neckar, Heilbrotm Main, Werlheim Mosel, Trier am 27. 6. om 124 37 26 79 76 -64 9 656 435 430 183 169 189 lett 26. 6. »»»>) 4-4 4-4 4-8 0 —1 4-1 —1 4-4 —5 _ 2 4-43 4-7 -i-» 1 4- bedeutet Wuchs,— Fall. Unterpegel. Abzahlungsgeschäfte Credit-Haus .LvUvaUiave� BellealU&nce-Str. 100, I. Etage. Waran n. Hobel z. kulant. Beding. Wil-te Uit Turmstraße 55, EckeWaldstr. gewährt jedßDlb. spielend leichter An- u. Abzahlung mehrjährigen Kredit auf Waren und Möbel. ueur. w cutsr, luUer,� I CredltHou» WWW Gebr. Weber« X�ne Königstv. 58. ipaudaiijPotß- damerstr. 231, kouiantesfes a. Fl. Scköii£l)g.,Kolonnoii- .t«r.9,am P.infbalmL Fritz Sclmicke Goto*?«. Weber, Henn., Danzigeratr. 781. Weiter. üriÄli� Zntraon&Co.EekiGAb�rtr"; beat.». 1887, b8!«l- a. tlatl. Warte- Franz Abraham Hamb. Messina- u.Römertraiik-KeIl. N 4, Schlegelst. 9, Fernsp. III, 7727. Bete Breese �"e�rftr�: j Goldtröptchen IK. Meese, Mülhausener Str. 6. Ernst Krüger, Gjakfl., Höchste St28. Slnalco(ßilzbrause) Qen.-Vertret OttO StarjCk BTO, Landsberger Allee 0/7. — Fernrai VII: 1666 u. 156A— Bettes alkobel- Treiet öetränk. Berlin 0,litt«irf.4 � Arbeiter-Bekleidung � FK*«a| I Ic V Zamtardr. 32 •A CAaAV« Bergnimst.36 Höhnen 8 JöringfLuÄ Landab. Allee 148. Rixd., Borgst. 66. I BäckerelenT�tondltor� Si-$i Eisenhart. Kraftbrot, Tieit. prim. n. irxti.T �„Feronla"�:! ztra-Prä»ante: E«i sorernUHvk�rb «L Ktofer I Brotkorb, bei 100 eine Brotdoee. I Berlla nnd Vororte ca. 2000 XiederlM«n. JAileinif. Fabrik.: Gebr. Hagren Nachfg.J |Max Hagen, Dalldorferatr. 16.1 gJg>5»»KHJSB»JS»SsTB»r!S{ »HxltarllaBke'sBpolliäteil 7S Geschalte At | in allen Stadtteilen Berlins und in Rixdorf. Gegründet 180». Inh.: Paul Haake. — Liden in allen Stadtteilen.— Herberg, Paul, Amstcrd.-Str. 29. Utrechtorstr.l?. Burgdorf str.U. ',u""ur>"t" Reinickend.-St. 118. Kunze, Grossbäckerei Berlin N, Pankow, Weißensee. Kuss. Job. Lsnäsb.St.IT.Ect.Baralnist., Palllsad.-Str. 23, Waßmannstr. AV. Rieh. Liebenow IMxdorf, Bergstr. 113 lirutfabrik. Filialen In allen Stadtteilen. Ivlachc,Carl,sr,lKr' Samariterst., Ecke Frankf. Allee. Proskauerstr. 31. Voigtstr. 30. Waideyorst. 1. Grünbergerst. 16. Btraßbg.-St. 39. Franseokyst. 16. hfer'sGrofsl)äckerei In allen Stadtteilen u. östlichen Vororten; üb. 60 elg. Geschäfte. SdiBpe, H., Rixdorf, Bergstr. 84. SfllÜtt tf« Filialen in Ol.» ULä, K*. Berlin 0 NOi Angmt Thiclmann, Berlinerst. 137a. Th. Turban Landbrotbäoherel, Frank- (urtei�Allee 32, Landab. Allee 146 Ulbrich ��:°burg' I___ Bndeanstaltew � Anstalten vom Ad m I rafsga rte n- Bad. Alexandornlatz 3. Luiaenufer 22. Reinickend.-3tr.3. Lfltzowstr. 74. Arkona-Bad, Anklamer-Str. 34. Augusta-Bad, Köpenick.-Str. 60,61 Diana-Bad, Koppenstr. 93. Bad Frankfurt, Gr.Frkft.Str. 13«. Lieferant sämtl. Krankenkassen Friedrichsbad, Wilmersd. Str. 68 Cunzela Bade-Anatalt, Brauaastr. 1 20. Hohsnotaufen.Bad.OoltzstÄöä Am Nollendorf-Winterfeldplatz. Börsen-Bad, Dlrcksenstr. 50 Am Hackeschon Uarkt. Lieferant aller Kassen. Bad Invalldenstr. 16, m cm wHI Landsberger St. 107, Gollnowstraße 41. H. Kaiisch, Lieferant all. Kassen. Kaiser Friedrich» Bad, l'hirl.t BU. Köpenicker Bad, Köpenick.-St 176 Münchener Bad, Ri JldBcluo»rsir,51. National-Bad, Brunnenstr. 9. Neander-Bad, Neanderstr. 12. BadOstemiÄÄ Bad Petershurgers tr. 64. Prinzen-Bad, Prinzenstr. 49. Kcf ormbad Welßcnsec, Lrhderslr. 164. Russ.-röm. Bad, Stephanstr. 40. Sdiönbauser Bad, ScMih. Alle« 28. Viktoria- Bad, Ranni,'lsb.,I'r.-Alberisir.6. Wilhelinsbad, Scbiitienslr. 18 L 2762. ��ändagiänT�iimmlw!� Lenge, A. E., Brunnenstr. 167. Meyer, P., Ri., Berlinerstr. 49—50. Petzmann, D, Neue Königstr. 30. PanschowSS A. Raabe, Cfatrl., Berlinerstr. 119. B. Saxe, Kastanien-Allee 39. Ttcbache, M, Pankow, Bteiteit. IB. Erscheint 2 mal wfichentlich. | Bezugsquelien�yepzeachnlsg Untenstehende Geschäfte empfehlen sich bei Einkäufen. Wende, A., TSr34' Zimmermann, Rieh., Gr Frkft. Str. 1 1 2. BeerdiBa'AoWt,, Sarflm.� Berndt,W., PIIlaaerstr.7,EckeM€melst Fuchs» Paul, Frankftr.-AUee 143. Hiekel, Fr., Gr. Hamburgerst. 37 Jordan, E., Birkenst. 13, Moab, 3196 Kodi,Emil,Weißensee,König-Ch.76. Gust. Nobert, Potsdamerstr. 115a H. Petermeier, Strelitzerstr. 8. Peter-Schlcy, Wllb., Zowenerrtr.l 1. Rommeck, C., Ri., Hermannst. 22. R. Stark, Wiclefstr. 20. Wegner, F., Ri., Elbestr. 81. Ailwinkel�� £ Beleuctit.-Gegenst. BSntoerTTrCanzigerStrrSS ll8ü00li0rt,0.P.,SaernvdNSotrl Sc hramwar, B„ hi�Suis. Stoß.M-, RrJCais-Fricdr.St.219. c Berufskleidung Botin. R..!iT«lid.-SL135, CbMta-St.122. Garderobenh. Nordstern, ßruDaeust86 Gelbes SdiloB, Brunnenstr. 107. Götze, A., Friedrichsf Berl.-St.36. iiaflÄfcniÄiÄ Hamburger Laden, Charl-, Walist. 33 Keiner, Otto, Oerichtfitraße 86. Fahr. Wüh., Brunnenstr. 116. ; Hermann NW, Tnrmstr. 58 Die richtigen Remickend.-Str. 48 Sadien« Lieferant d. Konsumgenossensch Wilb-Scbolem Kottbuaerdamm 94, Ktller. Schuck, M., Snut. Spandau, Havelstr. 11, Spandau, BneinlSndiscbe Arbeiter- und Berufskleidung. S. Lindemann. Schwalbe, Wilb,, Wolliner-Str.12. A.Tsdbaege, Elisabethkirchst 13. ttfoP�DP A �üblendamm 3, SiMU Auf f He Kottbuserdamm 98 �Blerbrauerelei� Bergbrauerei ä' Berg 22 Feinstes Doppelbier Tel. III. 1412. KKKKKKKKKKKKKKKKH H » lerBnrel Die PatzeDbofei MMm »: i: »: » » » j,] K sind in allen einschlägigen {l GeschSften erhältlich. »KKHKKKKKKKKKKHI Berliner, Oswald, Brunnen8t.l41/43. Berliner Bock-Brauerei. BerlinerWelßbler-Brauerel, Carl Richter, BerlJI, D»lldorf.St.2i,T.ltS0 Bier-Verlag, Gitschinerstr. 90. MaxBölimSrÄ Marienburgerstr. 17. BORUSSIA • Malzbier.■ ii„(ien Actien-Gesellscbaft. In ca. 100 eig. Ausschanklokal. 4/ioLBairisclilöPl!i,, kl. Weiße 10, gr. Weiße 20 Pf g. Brauerel�sffRSffin, Charlotten b. Brauerei Kfinigstadt feinste aualitätsbiepe. {rauereiFfellerberg Versand- und Pilsener Bier. Bnml Weiüeflsee, G. Eoden. Brauerei Werm, Berlins?. Caramel-W eifsbier tut»Itobolfni, erfriachfnd, bekomuillcli, Berliner Welßb.-Braucrcl B.Willncr Qrotcrjans Malzbier, Scköoh.-Aii«» i so, i. in, soos. Hempel, E., Mfllleratr. 138d, Kahlenberg, A., Müllerstr. 1660. Kaiser-Brauerei A.-G. schwerstes„Helles" Berlins, Luisenbrauerei WeiBenzee. Malz- u.WeiBbier-Brauerei Stern N, Prinz-Allee 77. T.-A. Moab.,2921. S. D. Moewes Hoherateinwog i', 7. Tel. I, 8960. Phönix- Brauerei A.-0. ErstKlazsige ßiere. iditer i[o.. J.[. i. Ä: gegr. 1820. Berlin C 54. T.III, 1617. Rnlnnd F'aaRetidorff,0.,Gr Franä- (»rter-Str.Sä.Gr.Wea.lls. Droda.-Str. 69. � Clgarrenlwi�liingei� J Adelt, A. O., Müllerstr. 12. Höckmann, J.,B.rgsfrdom/is7. Brager. J., Rixdorf, Bergstr. 57. Conrad, W., Ri., Hermannstr. 50. FroLBanrh Zigaretten, Rixdorf, riül Uullui ,Riagb.-St.20I,T.Ri.l246 Frohs, Gust., Rixd., Thomasstr. 3. Geselle, Rudolf, Fruchtostr. 66. Henning» A-, 3, Gamphausenatr.ld. ""| Filialen in allen Stadtteil. tdCJlC, XIUUVA1, J- 1 Ut-U I Henning, A,S, Campbaui AlIi.Kasnlke Koschorrck,G.,Kiouzb.-St.l6— 20. Krebs, Aug., Rixdorf, Borgstr.124. H, Mlschke, Beusscistr. 32. Müller, Paul, Beussoistr. 28. Willy Münstermann, Gledlt»ch«tr.48. Prlegent, WUh., Bellesll.-Str. 78. Schirmer, A., Invaiiiienstr. 2. Strahler, Vf., SW, Nostizstr. 12. T. A. G., Swlnemünderstr. 86. Tender, Franz, Drbanatr. 35. Ernst Wandelt Verkauf zu Engrospreisen. Weber, K., Ri., Hermannstr. 110. Wolters, Theod., Blücherstr. 25. Damenkonfaktion Hugo Alxronteld, Gr. Frankf.-St. 117, Lädst. 32. RUmii, Kleidtr, llut«l,il»tasiert. Oscar Bäsch, Danrn-andKlndrrmäntel, Oranienstr. 202 pt. Blusen-Kat), Ri-, Berliner Str. 7. ürlBnDDilierlÄÄ� Cohn, Geschw., Bergmannstr. 9. Czerwinskl,F.,Ueichenb.-Str.l52. DombrowskyÄ'sthiiLi n~AeeA| WilinerBil.-St.67. •w rBSSBI, KrlePeslaloiilstrate. Siegmund Eisenstaedt Schöneberg, Hauptstr. 154. Freundlich, Paul, Brunnenstr. 67. Gratt& Heyn, Hirsehowitz,ÄT.ra "K" ammm«y Blus.. Kosttimröcke, lllj� Wfische�aaienitr.lS. Julius Levy Ä3&S: Linky Pauly Kirdorf, Reuterstr. 68,».d. Kaiser- Friedriebst. Damen-Mäntel-Fabr. PaulLoewenthal Roscnthaler-Straße 16/1T. . p Rixd., Bergstr. 42. > t», vamenm., Pelrw. Wcstmsnn 1. Geschäft: Mobreustr. 37c. 2. Geschäft: Gr. Frcukf.-Str. 116. Bei Vorzeigung 5% Rabatt. A. Kieper, Nowawes Friedrichstrasse 28. Drogen u. Farben 3 AngermSSn��gst�rgeraTT. Artelt, Kurt, Ri., Reuterstr. 38. Domsalla,W., Falckensteinstr.44. Franck, Ludw., Ri., Hermannstr. 108 Friedrich, Paul. O, Gärtnerstr. 29. Oottschalk, Otto, Krautstr. 55 a. Gronefeld.U., Ri., Hermann8t.l44. Günther, Paul, Stralauer- Allee 18. Hanisch, Roh., Boxhag. ChausslB. Helios-Drogerie, Frankf.-Allee 156. Hesse, Max, Spandau, Breite-Str.62 Keune, Carl, Brunnenstr. 39. Klahn, H., Ri.. Kalser-Friedricbsir.ZSÖ Wnnin Unwi Rtidersdorferstr.40, nülliy, Denn. Warschauerstr. 80. Photogr. Bedarfsart., Guramlw. Kronen-Drogerie, Ait-Boxhag. 40. LerchjPh., Reichenbergerstr. 11 6. Mauch, Emil, Kopernikusstr. 31. W.Metcke.Charl., Potsdam.-StrA. Nellö, Felix, Memeierstr. 16 a. Piper, R., Boxhag., Sonntag8tr.29. Rattey, Hans, Memeierstr. 72, Bill. Bezugsquelle f. Gummiwaren Reges, Koppenst.95,». Sohles. Bf. Richter, R., Reinickend.-Str. 110. Schönefeld, W., Schles.-Str. 30/40. Schiifitz,Hugo,Müllerstr.l66a. Photogr.Bed.-Art, Hyg.Gnmmiw. Sccbad-Drog.,Kcinickdf.,iresidonzsl.l07 inirfrioif ürnrißpifi Schwedenstr.l ilcUinuü'tiuyb!ib»Kolonie6tr.l20. Edmund Buchloh, Soldinerstr. 26, Lief, sämtl. Kiankenk. T. II, 2658. Carl Spitzer, Stralsund erstr. 29 Rob.WeIsch,Frankf.-Chaussee95. WilliWesch,Charl.,Nehringst.l3. Zobel, Georg, N, Ackerstr. 50. � Elsen» u. StahlwITwaff!� Aiu, O., Ri., Kaiser-Friedrichstr.ß- W. Aliner, Mulackstr. 24. Anders, Otto, Berl.,Brunnonst.l09 Beutel, C.,Boxh., Neu eBahnh.St.26 r.nrt Öftren Bellealliancestr. 23, ulial. UÜJtfb Werkzeuge iiier Art. ßrenneke,C.,w?angeisst?.94. M. Eggeling, Müllerstr. 29. Willy Erpel, Turmstr. 29. J. Fehrmann, Birkenstr. 57. GeriM6lW�S.55. IiOÖ.RßillZ6lP"zmfLaÄ. LKillnr Wilmersdorferstr. 102/3 DiIilI Haus- u. Küchengeräte J acob, Otto, n�ugdslr/ia Carl Jung, Stromstr. 31. Klessllng,G.,l» i�tiipti5iCA A Berlin oO, IVII iClla9C,/\., Skalitzerst.46B. E. Koppe, Wilmersdorf erst. 145 Kurt Hrande. �ngbshÄ80- Lamprecht, Martin, Schwedenstr. 1. Lampe, M-, Reich enberg.-Str. 136. Linde, F., Rixd., Friedelstr. 35/36. LCbcke, Ernst, Samariterstr. 13. Osk. Mann, Rostockerstr. 34. Franz Müller, Weinmeisterstr. 9 Paschbe, Max, Ri., Berlinerstr.82. A.Radi off, Keiiickdrf., Isrkvtr.l».St«. Max Richter, Schönh.-Allee 104, Rössel, F., Jlnrkgrafendamm 2. Rühlmaun Linienstr. 3. Ken« Schonh.-Str 8, Quergobäude. Leopold A Schulz, Danzigerstr.29. W. Mallosdilcy. Schles.-Str. 46. f„l MfiHn. Reinickend.-Str. 106, Idll RllllIBl Chsussoestr. 81. O. Fluge, Birkenstr. 77. Pohle.Reinh, 8ohönebg.,H»oiiW.105 Roper.Carl, P«leribg.-St.2»d.Frtt.Alle« Röpke, O, RI., Hobenzollernpl. 16. Rund um Berlin Weinmeisterstr. 5. Kataloge gratis und franko. Sdiönbora, Willy, Charlbg.BclilittA. Solidaria- Fahrräder" äWoDithTellihlg. K»l»I»c«zr»i. o. franko. JendroschaCo.,Cli»rl., BMÜienClOS Ultnilnlt Invalld.-St.20,Turmst,Sl Huilucll, Teilzahl.gcstattet. Paul Wendisch, Bülowstr. 63. A.Wodnlak.Apostel-Psulnsst.tl. Carl Rolltiow, Frankfurter-Allee 03. = 20 l llltilen.= Berliner Dampf- Wftfcherel Fritz Hering, Neue Königstr, 84 iMLee»ter»,Th. Osw. Naefe ehem. Wäscherei Fbr. Britz, Rüdower8t,S4. Fil. Rixd ,Bergst.74u. 161 Biid.Kais.-Fdr.-St.lö5u.248 Friedelstr. 24. Steinmetzstr. 43. Liebauerstr. 23. Bln. Lausitzerplatz 8. Warschauerstr. 8. Schi velbeinerst. 89. Bötzowst.36. ßräfe3t.82. i Kastanienallee 27. , Bernhardtstr. 13. Bernau'erstr. 26. i Goltzstr. 12. Akazienstr. 6. Hauptstr. 108. Stenzel,Paul„10NoGredgtt Taubert, J., Sebastian- str. 86. c Fleischer, u. Wurst1 D Berliner FJeiseh-Consnm Turmstr. 30— Moabit. Daniel, J., Ri- Hermannstr. 147. Wurst, Speck, Schinken kauf.Sie».besten u. blUlgcUa bei Anton Fehlau, Gonthardtst. Stadtbahnb-Ecke Königsgrab., Andr.-Lt.47, Lands- bergerst. 98, Königsbergerst. 8, Landsb.-Allee30,Rixd.,Bergstr.l6 c Fieohhandlungen D II. ßeimanu, Sr. str�l: WiDkleriBartfioldÄwä Fleisch- n.Wnrst-Ccntrale) BrunnenetraRe 76. Bede nnd Hlligite BeteniqeelleANori. Paul Friedrich, Stephanstr. 44 Gablenz, Carl, Grüner Weg 60. Fr. Gerlacta, Tauroggenerstr. 1 a HeraJartnami�ke'�istutr. Hassenstein. A. O., Badstr. 12. Feine Wurst- und Fleischwaren Spezialität: Landschinken Oskar KläHn 114 Alt-Moabit 114 163 Invalidenstraße 168. Ernst Köbe, Schwedenstr. 17 a. F.PogorzeI»ky, Cli»ri.,T»nrosj.-St.39 A. Rathenow, Elsäsaerstr. 12. StettlnerFlalech-Centrale Inh. Max Wolter ISO Invalidenstraße 130. Wilh. Vogel Wühle, c Grammoph., Sprechm. Becker, W, Wilmcrsd.-Str. 127, 1. Goetsdi, Frd., Alt-Uoalit 107, Edlioa. HnnnA Lothr.-Str. 40, Telliahlg. floppe, Stegh, Schloßstr. 116. Hoyer, A., Be�sÄi. Jendrosch& Co. lÄ «rslklaßsigc SpcechfflMfb. n. Sehsllplalt, a. Waaich Ttllihlj. Kilah gnll« a. trank«. Ii ikivA M Brunnens traßo 117 JUnre, IVl. Teilzahlg. gestatt. Look s Rollschuh- Centrale u. Musikh., Goltzstr. 47 Phonographen-Katz größtes Spezialhaus. Fletsch, Hugo, TetiÄ' Reimann. Haekeseh.Markt4Te!Iz. �Ha�|ü!TÖöhonBep5te� Dähnert, O.iÄi«. Grat!& m, SKTÄ Unmnirtr Spandau, Sch5new.St.92 Ilü„1 1.. CK, Einalllc. Glaa, Bonellaa.Laaip. Kröger. RudöitsÄfb'kÄ Kflfhen-Schreier�Äfr'is B.Lauklsdi, Wilmersd., Berl..8t.37 Lchnert, Emil, Brunnenstr. 178. Lindner, Nachf., Perlebe rgorst. 89 Messow. ML, ReichenbergerBt.99 Palme, H., Frankf.-Chaussee 61d. IOtkSM.IIlIlau'S.w'.iä. Rohkrämer P. Nachl� Frkf.-All«e I» SaD(low,Rü(l..Wilmi!Xtr-120- Schreier, Ad. Ä'« Wurmgee,Max,Nachf>InvijIdeMt:2. c Herran-Artlkel Berth. Axt, Fennstr. 60. Deut8CheHut-ConipagnleBrn»no«t66 Brocks�I., Müllerstr. 139. 60/ftRab. Brückner, Rieh., Frankf.-Allee 34. Die bcrülunte Felsenwäache, B«dBt.44 Dleck, F., Schirme, Rovalerstr. 6 Frnnbnl U Swlnemünderstr. 85, ricllKtl, In. Ecke Lortzingstr. Martin Grätsei, Alt-Moabit 113. Umlfl(llinFr'tkfrlr.AlleMä.feleribg.- ftUIIIIIJ.ÜIIUsi,#8, Wirtckaner-Slr. 23. Krause, Wilh., Ri., Herm.-St. 171. Bernb. Levy, Schöneb., Hanplatr 23 Littauer, Fi., Frankf.-AUee 184. Mahnte, AdoIfÄÄe Nord-Ott, Gr. Frankf.-Str. 120. Hermann Robert, Beussoistr. 20. Rüben, Oscar, Brunnenstr. 80. Schlesinger, SSiSii.?: 48. Sprengel, ASÄ™ Steinhardt, O.jKöiügsbergerst.SO Ad.Treptow, Handsch_,Badstr.l4 -Wrnngclhan«",B.ZeiBer,ffr»aj«l«l.l2. Zallo, Louis, Oranienstr. 191. Ztrker, Max, Stettineratr. 8. Amerikanische Verkaufshallen Frankf.-Alloo 186, Rosenth.-Str.63 R. Bänsch, Belleallianeest. 4. 5%. Behrens, Rl.,Kai6.-Friedr.-Str.226 Bergmann, E., Turmstr. 43. Besser, Julius, Ri., Bergstr. 19. Bier, Julius, Brunnenstr. 146. BlitSS! Goltzstr. 38. Rr�lin P Innlidenstr. 135 001 DUillly i\# Chaus8eest,122 0 jö Ed. Freitag JÄh'M.ß. OarderobehaB» Lauter, RiigeaerslrH. üarderobcnh.Nordstcrnllrimnfnslr.äS Goldene lOO.Belleallianoestr, 100. GolflstEiD tonMÄ Haber, S., Invalldenstr. 112. :-Steglitzsri«3. Salberg, H., Badst.58, fert.n.a.Maä. Schach mann, Louis, Bnranenstr, 51. Schlesinger, H., Lief. d. Konsnmgen. Schönland& Sohn WdSrt"' Borth. Schweriner, Wrangelstr.93 M. Swarenski bÄÄm: Herr.-Beklefd|..BrDioeaiL72.1IitgI.0>/o Hirsch, J., Hoohmeisterstr. 23. Hirschfeldt Lieferant d.Kons.-Genoasenscbaft S. Hoffmann. Charl.,Vllnerad�t.1 2, O. Krugmann, Sflioneb, Hanpistr. 55. LeskeaSlupecki, iebonh.-Allee 70 c. R. Ludwig, Huttenatr. 70, Perleberger-, Ecke Libecker-Etr., a.d.Kircke. Mahlke,J., Pücklerstr. 33. Nach Met, UTarlra T1 Barutherstr. 1, 1, HiarKB, X«keinLaden, daher blll. Preise, Teilzahlg. gestattet. Th.Meyer4Co.,Frkf.CS»ase.l0,a.ll»t Müller, Adolf, Grüner Weg 75. Ost, W-, Frankf.-Allee 117, a.Maß. Pfandleihe, Petersburger-Str. 87. Raitzlg, Ad., Frankf.-Allee 107. iDinnDl kzufen'reeiläüfb'ääfhl ItUliyclblal. 31 Cbaaweealr. 31.| Rosner, Max|£nÄÄ Lager fertig und nach Maß. Turmstr. 58 u.- Reinickend.-Str. 48. Werner, Erieh�ÄnS Karl Westhonr» Apelt, E., Ri., Hermannstr. 191. DcufecheHut.CompagnltBrunBec»1.66 mBaiailiordeiiÄ Bnina.-St.52Bad8l.65-Wy Beiße, Rud., Chausseestr. 66. Casper, Ed., Rixd., Bergstr. 139. Cohn, Simon, Goltzstr. 39. Drews, Alwin, Kottb.-Damm 32. Frentzel, Alb, Rixd., Herrn. Str. 280. Grat! S Heyn, SÄ0." äl» Grund Brunncnst. 177 Hanse, Rieh, Kastanien-Allee 36. Max Holnow, Alt-Moabit 20. Hut-Ccnlrale%T!n' Jacob, Oskar, Schönh.-Allee 104. Kehr-Hüte FÄSj.85 Kröger, Otto Ä8.Aiil"iio. A. Lemaltre, Wilmsdrl ,BerItaenLl 32, Littauer, Fr., Frankftr.-AUee 184. •LOBER-HUTEn Frankfurter Alle« lesjB» Lucht, Paul, Gr. Frankf. Str. 109. Mandd's Hutfabrik c™«. Nord-Ost« Gr. Frankf.-Str. 120. Papist, E-, 017,Gr.Frankf.-Str.l38 Portal, A-, Frankf.-Allee 149. C- Poddlck, Chausseestr. 102. Prager, Hntfabr., Prenzl.-Allee 27 Rieck, Em. Ä£r,tV. Ring, A., Rosenthaler-Straße 19. Schlesinger Äk.r.Ä. 48. Schoerr, Herrn., Wilmersd.-St. 46. lfAC>AM F Kottbuser- wesver, Ei« Damm 18/19. Wanoke, Ernst, Brückenstr. 6a. Weiner, H, Oreifswaideretr. 33. ,Wrangelhaui",B.Zelner,Wr»iigel«t.42. Zimmer, H., Ri., Berm»BUtr.l08/109. Zöllner, Julhis, Badstr. 23. c Kaufhäuser D Geschw. Blank, Boibatjf aer-ChaB«. 1 7 Deknczynski.H.ür� Falkenstein, Paul sSsÄ" Gclegcnhcltskaufhaii» Matlatzkl Grünb.-Str. 11, E. Gabriel-Maxstr. /Emil Hoegner Grunewaldstr.78, E. Akazienstr. 18 Manufakt. u. Konfekt., Rabattm. Kaulhaus für Cslegenheitskäule Siegfried Hirachfeld, Hebsbursent.f Ecke Hobenstaufenstr. Täglich Eingang von Partien au enorm billigen Preisen Nlarnh Chariottenburg, . JdCUU, Berlinerstr. 142. Kaufhaus Ludwig, HelBhoItzitr.t3, Kaufhaus Gustav pinkus Müllerstr. 165 a, streng reelle Bedien., bill. fest. Pr. Ifr.KirÄr �rÄ16- Kaufhaus Gebr. Preuß Berl.NW.Beussel-.EHuttanat. Beste Bezugsqu. für sämtl. Manufakt. Suez. Damenkonf. Sireng reelle Bed. Heler.iämU.Span. Nelson, Beruh., Amsterd.-Str. 16. Wilflo T Lichtenberg, TT 11UB, J« Frankf.-Chauaa.tdO. ( Klnematogp.-Theatep � nrnnarlnrli F Warschauerstr. 63, UIUmdUaKI, r.a.d.Koperniousstr. Reform-Kino, Reinickend.-St. 26/27 HermannWöblln�BrunnenstJ� o L Kohlen, Kok«, Briketts] oebell,L.�0w1ednd,,ingn II Georg Knöpfel A Sohn W | Lynarätr. Brunnenstr. 14.■ EiDr.StWBÄÄSf Slenion�A. R-, Kohienblif. Wedding. ICollonJejwaron�~J u. Buhrfuß, W'it'senstr�S�� Barz, Wilb„ NO, Weberstr. 9. Biikmeier, Cari,4 Gesch.imNord. Alexander Bischoff. Borchardt, O., Müblcnstr. 1. Budach, Frans, O, Goßlorstr. 23. Busse, Otto, Memeierstr. 7. Claasen, Abraham, Winsstr. SO. AngustDankert Joh. Eichler HvÄ96r.M Hermann Elias, Stephanstr. 59. Walter Fahre, Cöslinerstr. 10. Fenske, Fr., Alt-Boxhagen 28/27. C. E. Fink, N, Pankstr. 7. Rudolf Fink AR-Soabit«. A.Oaulke,Oneisenaustr.86,E.MIItir. Frlta Gerull, Beussoistr. 76. Goetsch, Ernst Wilb. Gröning RetafokinX'str.To Gruse, O, Ri., Bergstr. 101. " etüraözliÄäw . n Rixdorf, H Bergstr. 26,26. _ lJL.hU.-mtdr.-8l 24«. Hentschel, Otto, Romintenerstr. 23. Scbönleinstr. 13, Annahmestelle d. Stadt. Sparkasse M. Herrfurth, Lehrteratr. 64. ÜMWM. EokeWrangelatr. Paul Herrmann 8�, Hertel, Ernst, Kopernikusstr. 8. Hilfrich, A. ÄÄ- Holz, Ft., Falkensteinstr. 38. Horn, Otto, Ri., Kaij.-Friedr.-Str.SSO. Jopp, Gustav, RI, Donaus tr, 131. e i, 1 Tucd Müllerstr* IM 8, I aul JU5I Brüsselerstr, 12. Kamm, Max, Grüner Weg 69. Job. KanowskL Beusselatr. 36 y q n n] i f jyReichenbergorstr.SS flaoClllL Glogauerstr. 18. Kastler. H., Meblhdlg.. fiubenerstr.lS H. Kindel), Charl., Briedr.-Ksrlapl.l». Keim, Max, Köpenickerstr. 21 Kerker, Willy, Rathenow.-Str. 34. Klabcs, E., Boxb., Gärtnerstr. 24. Riemke, Carl, Krautstr. 64. MaxKohlbelm, Stralaunderstr.M Krlier.BßrtböliwdTnbfitM«. Kühn, Oswald, Müllerstr. 131. Kupfer, O., Boxb-, Neae BabBhefit.36 Max Lange, Cowphausen-Sir. 21 Leppertiritz�xÄ25' Max Lilge, Tegelers tr. 32. Lleblg, Georg, Warschauersi Llcsinger, Otto, Simplon-Str. 29. Gostay Linke MSM JIge, i— Lleblg, Georg, warschauerstr. 20. -**- igon-Str. 29. Hochstr. 80, Lips, Chamissopiatz 8 Luckner, Felix, Rixd., Weichselst»? Intze, Herrn. fÄSitJ! i,. Martens, Franz, V. Wismarplatz 1. Matschke, A.t Crosaenerstr.27, Simon-Dachstr. 6, Boxhag.-Str. 12 KarlMerclcr,Hutten8t3 Michaelis, rad�SSh? Mewes, Adolf, Warschauerstr.56. Mlosch, Adolf|ÄÄ7 Moritz, Alfr., Ri-, Weserstr. 181 HiUlnr f, Kottbuser Damm 81, InIIIIrl, Ii. Herm.St.155, KnesebffbiUlS " 1 Schwedter-Str. 12. !, Scbliemannstr. 14. Boxb.-Rummelsbg. _____ ,u. Wismar-Platz 2. Albert Nass Buifr'd,orf- Nnuck, Wilh., RI, Weserstr.!• Alb. Nehm, 2 Geschäfte im Nord. Pastorino, Gebr., Weißensee. Friö Pfeiffer.SÄSl Plötz, Louis, Brunnenstr. 147. Prlebe, E., Boxhag.-Chsussee 22. E. Rottig, StralBund.68, Hussit.16. F. 0. Richter fertä.4' Willy Roatuch Carl Robra, Li nghansstr.58 U.14S. Willy Robne SÄS«. Franz Rosenow, Yorkstr. 39. Friedrich Roß, Triftstr. 8. Rühle, Panl, Dolzigeratr. 10. Runge, Otto, Ri., Hermannstr. 66. Scheffel, Christian, WaraebtaenL 68 Scheffler, Carl, Badstr. 18. Scblrrmacber.R, Andreasstr.Bl. Schleuther, Emil, Huttenstr. 7. Schmidt, H., Manteuffelstr. 109. Joh.SchnelderNchf., Beicbenbg.-SL 1 26 Schramm,0»Boxbag.-Chau8B 8 Schreck, Fritz, Riza., Weserst.». HngoSrönlzeSÄrerem7' Sprotte, Ewald, Koppenstr. 7. Stolle, Ernst, Thaerstr. 39. Tiedemann, H., Wüblisebstr. 28. Wilh. Thomas, Reiiickend.-Str. 64. Carl Vogt, Sickingonstr. 80. Erich Vogt, Siemensstr. 5. Walter, Karl, Pillauerstr. 1. Weiland, Vf., Ri., Kaesebeekil.IdBl. WilkeG., Ri„Bodeat.23, Eck Jona«sL liteSEs Wurl,Gftbr.,Kniprodestr.(>. Ziegler, Otto, Ri., Bleliuetutr. 10. ( KorbwaPMlntidelrtwag!� F.U«r» Kinderwagen MetallbottsteU., Kiadermeb., KlappfabrsL Berlin N, 96 Brunnenstr. 95. Lesern 6«/« Rabatt. Katalog grüß. lle Metzner» F1Ua'e ' Beusselstr.C?, � KrankenbBdTfuartlk. j �scher�Üh�N�wiäeübäd!�� Lange, A. E., Brunnenstr. 167. Q�Ldnoleym«i. Raosch, Rieh, �b�' Niederla��Tsrsebsuerstr�. ��MenutäktuwaS�� BelffcMf.,OttoTMuordnÄ Graf! S Heyn. SfÄ" GrönbeigMJÄw;� Hoffmann, M. Ernst. Bousseist. 27. Seidel« Ms, wi�aL c MehHiandlungan ) M. Anders£rtBred°": Conrad Adam, Charl., Cauerst.28. Adler, M., Kolonial*., Frkf.-Allee 87. W.Bacbmann, Chart,, Nehrlnjil. 15. Bcthke, Georg, ÄX Rixd., Elbest. 33. Eäis.-Pricdr.-St. 64. Treptow, Qrätz-Straße 64. Bock, Paul, Ltralauer- Allee 29b. Bordaach. 6. Ri-, Kaia.-Frdr.-St.2t C. Bosse, Reinickendorforstr. 92. Bngge, Rob- KolonUlw� SchrelnendJ. W. Crah� 1Wr.ngel»tp.«>g 81 m. 68. Doormann, A., Warschauer« t. 76., 5 Geschäfte In Nord-Borlin. A üVhiirHt CharI> Pot8d' st- "> tniiirai Knobelsdorffstr. 9. Friedländer, V.. Frkftr. Allee 7». Fre«., EpnutRelohenbg.-St.5», Admiralst. 14, Manteuffelst. 40. Gaege,Otto ChV«g?n' Gros&ien,fiebr.Nr."sÄ1M: Hammers tädt,Q.f,r?�; Herrn. Hecht, Wilhelma»uo 28. Heerma.H ,Ri, Hermannstr. 178. Rixdorf, Bergstr. 25/28, iKale.-rried,-61.364 P. Herrguth Nachf..RciaickeBd.-Sti.l Hippel, Carl, RI, Pflügeratr. 76. Karl Huhn, Sobererstr. 9. Janlcke/F.lSrÄ� Kerker, J., Kopernikusstr. 19. Herrn. Horsten, B«ialeke»d.-6l. 26/97. B. Krüger, Soh Bar- u. Teilzahl. C- A. SDtieSler& Co. Potsdamer Str. 77, Goltzstr. 40 a. Stoye, Eemh., N 20, Prinz.- Allee 89 Uhr, Johannes, Grunthalerstr. 68. Wendland, Ernst SwiEemünd Schubert, Card, Ri., Bergstr. 148. Werner, Herrn., Pappel-Allee 3/4. £ Papiar- u. Schreibw,"� Loh, Paul Königsbergerstr. 32. Seidler, Louis, Ri., Bergstr. 42. Vogt, Wilh., Skalitzerstr. 75. Möbelfabrik- Mio Ah IVilll Gr. Frkf. Str. 45/46, ITImClly Ii lili» auch Teilzahlung. Möbel-Fbcrhardt, Friedrichs!. 105 a. Prenzlauer Allee 223. 4UliUUUtUMWebst.28,EckeH()chate 8t. O. Zemko, Friedrich-Carl-Plati 5. c Mdbelmaaazlne D Balla, Georg, Gubenerstr. 52. Barasch, Möbelfabr, Schles.-St. 40a, E.Falkenst.-Str. Hochb.Sehles.T. Bauer, R., Landsberger-Str. 91a. Baumgorteu, W., Gr. Frklit.-Str. 29. Borllner-Möbel-Kaufhaus Charlotienburg Wllm ersdorferstr.GO/ 61,Bahe Kaiitst, Berliner Nerriflnu Ackerstr.l20.B. M5bcIhalIc„nUlU6ll•Tnvalidenst.118. Blescb, Spandau, Scbönw-Str. 11. cnnA»ii Möbeltischl., N. Görtenst 95, SüliC 5 Fabrik pr.,koul. Zahl.-Bed. Boilmann.CE. Ki. Boddinstr.01. R.Bramf.Pl';i■ Wlimerad.-Str.löl �ll�V�edr.-St, 243. Dlal ,maA Gelegenheitsk. Eman.BrendeöÄ; L« Koppenstr. 9, F Wohnungseinr. . Fahr. H.Lag. In 5 Et. Buchholz, Paul, Stromstr. 45 P 6r.FnaMt.-Stp. 58. llll9 knlant. Teilzalrlnnü. I/aehne, F., Ri., Neue Jonasstr.SG. Ä. bohmaim, Siromstr. 44. Falikmann iLÄ™ gebrauchter und neuer Möbel. ~" Zossenorstr. 32 a. Marheineckepl. , Müllerstr. 145. r.\9w]i\ D Keiie Konigst.ZO.Gelegen- tui uit OsppBrt. Paul, f. Gerlcke, Fritz, 5 i.P"| httitk.l .Keu. 50,oll. Gleiser, A., Gorbahn, .liiBl-lieleoesiieilskäofe! Wirtschaften aller Preislagen Willy Hasemanus Möbel-Haus Grunewald str. 27 Straße 121. Bar- u. Teilzahl. Reinickend.- Straße 114. VVWfllOra Mbbelfnbrlk bl fiotitowsljstr. 27. Wilh.Witt,N.IWiIhelmshav.-St.64 Zierau. Ernst, NW, 01denbg.-St.47 Kloikereien j ftSilch Schmidt Rixdorf. ilennui: I'.straiiö 53, YoUmilch, süte a. sanre Sah.if, Schlaasahne ohn« Konknrr. in Berlin. lägl. tr. Bniier ans eigner Bntierei mit elektr. Beirieb. Büllerniiloli— Biilig!DllliglWei8-hise. " iiremenlr.50 Breilowsli.SO „Schwelzerhof", Meierei u. Milchkuranstalt, liefert Vollmilch u. Kindermilch zu jeder Tageszeit frei Haus z. d. übl- Preis. Zirka 100 Verkaufswagen. C Musikinstrumente c Putz- u. Modewaren Rlacc Po,.! Ri., öerfflannstr. 161 Dlübb, i dUI am Bahnliof. Faustmann, F., Grüner Weg 84. ßfält � �fiun �lmer8�or'er Heyn, Straße 118/119. Tlooeo M Rixd., Bergstr. 1. liaddU, 1!a. Spezialität: Putz. lIannaeli,Geseliw.Bergstrr22. Iii««er /»Ii L Bruckenstr. 6b. Ver- Hll öt'llj Vj» kauf zu Fabrikpreis. Kaufhaus f. Damenputz Adolf Cohn jr. Gr. Frankf.-Str. 114, part. u. I. Et. Modehaus Wilhelm Metzner Große Frank/urtorstraße 92 SpeziaUiaus für Damenhüte. Sobedr, F., Spandau, Potsd.-St. 20. Weiß, Emma, Rixd., Bergstr. 132. Resterhundlungen älübel Kanth. Norden", Mnn.ntr.iai, Möbel-Kanfli.„Süden", Kolli. Damm 22. rausBf Nur Kastanien- Alice 40. Teilzahlung gestattet. tiastanien- __________ Allee Möbius, Rudolph, Ackerstr. 130. Nagott, Ri., Richardpl.8, Alt.Neu. «■am. a. Müäel-Rosian j. Ostrowski jr. Gr. Franfe/.-Str. I, am fraakf. Tat �e�en Bnr- u. TellzHhlg. rLangestr. 9. Stralauer8tr.32 21 Am Molkenm. Herrn. Podehl ÄÄ Prüssing, Ludw., Gartenstr. 23. Rehfeld, A., Bailmnnai. 20, Gelegen- heitakäufe, kempl. Einr. v. 140 M. a. C. Reiher Nadif.,Veterancnst. 21. Rettig, Fr. M., Feunstr. 44. Gastav Richter, Möbel-Fabrik Kastanien-Allee 26, Köpenick, Grünauer Str. 9, 0.-Schöneweide,Wilhelniinenhof8t.20. Schmidt, OttoS�, Herrn. Schulz Kob. Schulz, Prenzlauer Allee 21. Braun, Emil«bÄ'"?" Grnnow, A., Frankftr. Allee 160. Klrst, Rieb., Brunnenstr. 46. Pfeiffers Musikh, Knill. Damm 99. Schnütke, Otto, Ri., Richardsir. 115. V-llA|7 P ,,,I Frkf. Allee 73b. .jriUHZ, I all! Frkf.Chau3s.155. Schuln.PieLschmanniCo.Brnnnensl.fl) Schweizer Musikhaus N., 58 Stargarder Str. 67. c Afpana-Mähmaaehlnen G.A.BOttner,Hanp(ge3ch.Andreässl.79 Filialen: Petersburgerstr. 87, Spandau, Schonwaldorstr. 19. len' I /• .2.( 50. N Doleschal, H., Kolonicatr. 150a. Neuniatm, G., Grenadierstr. 43. Schreiber, Bertb., Kene Knaigstr. 35 Schirme u. Stöcke Hahmnsehineti Beüraann, E., Är�h26' Gehre, R., Ri., Berlinerstr. 59 1. MUmiln Rosenthalerstr. 19. . fllHlifl, Alle Systeme; TclluM. liBöfmaniij.gTna'gTVouzahig': LltlaLier,VertrJilke,Ri»r;'9/�; Mähmaschinen r IHll- G.Wendt.Wilsnack.St.35 die besten der Gegenwart kauft man— auch auf Abzahlung W., Kronenstr. 57. N., Danzigerstr. 79. N., Swinemünderstr. 87. N., Bellermannstr. 84. O., Frankfurter Allee 116. O., Tilsiterstr. 77. O., Boxhagenerstr. 18/19. SO., Roichenbergerstr. 134. In Rixdorf: Berlinerstr. 22. Bergstr. 122. W, Schoppe, üsedomstr. 12. c Optiker Dase* Paul. N, Müllerstr. 174. Groß, Paul. Warschauerstr. 66. Hochätim, 0., Ei., Berlinerstr. 32. D firaffSBsu. lÄnSS.' Niedner, Osk., Brunnenstr. 113. MlesingsruS�Äati. Scholz, Osw., Ri., Bergstr. 141. c Schuhwaren D Bartel, E., Adalbertstr. 19. Baruch, 8., Goltzstr. 41. Behnke, Marienbgerst. 11. Lf. KeD.i. H. Bekiers, Mirbachstr. 64., lief. d. Kons.-Genossensch. Berlin u. ümg, Bock, M., Grüner Weg 40. Bornschein, H. Conrad, Paul, Frankf. Allee 171. Ed. Drechsler Engel, W., Königsbergerstr. 13. Päse, B., Müllerstr. 163a. Lief. d. Kons.-Genossensch. Berlisa. Cmg. Fiebig, C, K. rormanowiiz, r Grefl& fm stä Otto Guiard, Swine rr I__ Winlerfeldpiate. Fleer, Frledr., Sparr-Str. 17. Formanowitz, E., Yorkstr. 53,»m Bhf. R. Formanowitz, Pallasstr. 1. Wilmersdorf er Straße 118/119. inemünderstr.36. Hannes, Gast, wm i. H. Hardtke bSÄi». Heinrich, Johann.Petersb.-Str. 36. Heise, A» Revalerstr. 6. Hering, C., Petersburgerstr. 90. O Hof fmann, Charl., Danckelm.-St.35. HorIoza,Granseerst.3,Fr&nsekist.l4 Heise, Helnr., Badstr. 17. Lief. der Konsum-Genossenschaft. Hubner, C., Rosenthalerstr. 13. Jancik, C., Boxh., Xeue Bahndofst. 2Z. Janke, Hermann, Holzmkt.-St. 60. Janke, F., Stralauer-Allee 17 a. Herrn. Jentsch, Charl., Bosmcnst. 2. H. Jetzlaf!, Badstr. 54. «MMMWÜHÄ!«. St.KJama, Charl., Danckelm.-St. 52 ITIniii% Brunnenstr. 179, A-ICllI, Ä. Gr. Frankf. Str. 141. G. Krämer, Wilm., Berlinerstr. 131. Kuhn, Rieh., Frankf. Allee 118a. J. Lewy, Schöneb., Hauptstr. 142. f iffoiinr � Frankf t. Allee 196. lillldUCr, am Ringbahnhof. Lücke. Herrn., Wäldern arstr. 63. Ricb.Maeder, Charl., Berlinerst. 120. Masuch, Otto,Pallass{. 14. S0� Rabatt Michling, A-, Weidenweg 20. Paul Mille, Stromstr. 35. C. Ncumanu, Falkensteinstr. 37. Potsd. Str. 4S. Maassenstr.H. Odrowski, F„ Kottb. Damm 102. Oesteriing, O., Grüner Weg 107. Ortmann, Rieh., Alt-Boxliagen 44. Pfandleihe, Petersburgerstr. 37. Petersohn, Osk., Müllerstr. 155. PaRfmiÄr Gjlegenhcitskäufe fVdD C 1 1 V I, Brunnenstr. 29. Saalheitn, F. Ri., Hermannst. 66. Salome n, J., Petersburgerstr. 40. Schmidt, Gebr., Fennstr. 59. Skplirpfor I Hermannstr. 52, tjliil vlOI« Oi KottbuserdamnUO. ScbQhbaDS Benedik Potsd. Str. 67— Wilsnackerstr. 57 Vorwärts-Leser erb. 10% Rabatt. Rosentb.-Str. 55. SchSnh.Al!eel26a __ Rixd., Bergst. 48. Schuhfa. MaxKoh. BeHeauianeest 98. IdioIiworeiiliiniiiiBWisteiiiJus. Schüler, Wilh., Scbönh.-AHee 10— U. Sommer, Wilh., N, Schbnh.-Allee 85. Stolz. F., Wars«:haacr8tr.82, E. Boxh. Tauscner.E, Weißens., KÖnigschaass. 61b. Thewald.W..Mirt«nw.-Str.28J4.f.Kons. Tornow, Franz, Tegel, Berl.-St.la. M""" Wilm., Augustastr.l. , Alte Schönh,-Str. 59. --■ f. 141. Winter, H., Schönhauser Allee 91. Zastrow.E., Ri., Berlinerstr.71;72. Stell. Marie teander, Bruucast. 137. Schuhwarenbaus„Hannes" Gr. Frkf. Str. 117, a. d. Andr.-Str. f Seifen 1 Wegner, R.,BeRr�r0rf' Mit, 1. Gustav Gatnbal. Kantstr. 64. Memelerstr. 48 a, Annenstr. 12. Alle Haushaltungsart. Hugo Joske Saloi-Pelrol., Bminpirit., Po liw.liefg. f. Haas. BW., Kais.-Au.-Allie 6. T. U. 946. R. Semrnu, Wrangelstr. 118, Pücklerstr. 26, Eisenbabnstr. 26. � Teppiche u. Sardinen} Frankenstein* Co., Ri.,Bers 51.140 iff£ Hnun Wilmersdorfer III fl flülfll, Straße 118/119. Hauerhoff, M., Gr. Frkf. Str. 9,pt. Trauer-Magazin D Westmann Mohrenstr. 37 a, Gr. Frkf. Str. 115. f Uhren u, Ooldwareo J 7k Goltzstr. SO. am winterfeldpl. OscarAldag, Charl., Krummest.29. Arlt, Herrn., Manteuffelstr. 114. Joh.ßeggerow, Cbarl., TegeLWeg 108 J. Behrendt, Wrangelstr. 52. Briese, Ernst, Ri., Berl.-Str. 61. Bürger, Jul., Müllerstr. 6. David, Max, Brunnenstr. 43. Ebert, Otto, n""09 R.EichIer,Reinckdf.,0,Re8idenzst45 Ellinghausen, Gebr., Gränerwegdö. Fabian, Max, SO 36, Wienerstr. 25. Fliegenschmidt, M., Bergmannstr. 9. Friese, Kolorad, Müllerstr. 4. J.GebhardtS»; George, Adolph, Badstr. 65. Gegner, Chr., Nettelbeckplatz. Goeiicke, C, Pücklerstr. 36. Ernst Gräber, Brunnenstr. 78. Gromadies, P., Andreasstr. 29. Ernst Henke, Brunnenstr. 88. J. Herzig, Charl., Pestalozzistr. 31. B. Hirschfeld, Rosenthilstr.26,Repar. iÖPpgUbyaßlllllf ÄmmS Martin Klein, Neue Hochstr. 25. Kniebnsrb, W., Frft. ChausEOföl J. Körner, Reinckdf.,M&rkstr.1a.See. Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40. Lehn ann, Wilh.. Kottb. Damm 23. Lewi n, Ad olf, K54�4g4Str Linde, Max, Te�el, Berlinerstr.�. Lux, Carl, N, Chausseestr. 41. Mildt, A., Charl., Krummenstr. 14. Nahr, Gust, Gr. Frankf. Str. 91. Nolte, Karl, Simon-Dachstr. 13. Osterloh, M., Gr. Frankft.Str. 136. Pfandleihe, Petersburgerstr. 37. Mit Plunz, ßnneüstr. 112. Quitzow, Job-, Müllerstr. la. Rampmaier, F., Skalitzerstr. 23. Rapp,Cbr.,WeU(nFec.Uast.idaIl5t.l57 Rudolph, H.,�rgft0m. Job. Schallau, ßchöab. Albe 186 a. Tor. Alfred Scheer, Turmstr. 40. SchSnemann, G., Ri., Berl.-Str. 78. Schräder, Otto, �"Ä8899 Rieh. Schramm, Turmstr. 32. Schroth, Emil, Kottb.-Damm 101. P.Schuch.Charl.,Knobel8d.-Str.40. Schulz, Osw., Frankf. Allee 24. Schumacher,0.,Tegel3«rl.-St.6&. T. Stolz, Chausseestr. 88. Carl Stuhr, Dresdnerstr. 134. Sturm, Erich, Tegel, Herrasd.-St.! Paul Trenk, Charl., Spand.-Str. 82. Tribes, Alfred, Falkensteinstr. 4» Truxa, W., Frankft. Allee 186. Eeekcrraann,6.,ik"ut««tt:K Ulbrlch, Frledr., Brunnenstr. 187. Otto Warttig, Triftstr. 3. Otto Weber, Bellermannstr. 32. F. Wenig, Müllerstr. 38. Werner, Herrn..'y/'i-l6* Willer, Hana, Rosenth.-Str. 63/64. Winkler, W, Reiniokend.-Str. 23. Rixdorf, Berlin erstr.U. Hennannat, Wüsteney, O-, Brunnenstr. 106. Wutke, Karl JSÄSS;.» Unnnnnrlin I WeiBecburg.-Str.2t. nllKlltiElKe.H. Eig. Reparatur». Heinze, Partiewar., laaglansstr. 101 Leopold Jacobsahn, Nostizstr. 36 Loewenberg& Co. Ä; am Baltenplatz. Pinkus, Paul, Simon-Daohstr. 34. WlUKICr,*¥., AkOAUAUJkC Wolter, M.,Ri.,a.Bhf.,P c WapenhCusar D Bieber, Nf., Yorkstr. 37, am Bbf. MaxBiumenreich�'t1 Brünn, Nacht /M; I Warenhaus naxCodikl SO., Wrangeist. 20.IckeFdcklsrat I O. Bohn, Cbarl., Taurogg. Str. 48. notrifi I O Sim.-Daohstr. 42. Otto Brauer, UiUleratr. 164. IIa VlU, Id. d>, Alt- Boxlug- 86. beul» M. SM _ Weiss, HACdÄ» A. Weiss& Co Jachf. Schöneberg, Hauptstr. 11. C Waschmittel D Verlangen Sie „Edelweiß" Krone aller Waschmittel Weine u. Fruchtsäfte ) Bett Inger, Eng., Wald-Ecke, Wicklet DennbardtASchultze. Bnioaeiit.53. Eile m.Weyle, lik'rfalr., tieriekttlr. 15. Großd., Zur Sonne*, P. Freudenberg. Krüger, Brunnenat.188, Kast.Allee84. Merten, Louis, BeIle-AlHaneest.19. UZ».n. 3~-m ü Gr.-Dast. Sclarren- rtfcJA EIS» EckaWilaand.-Str. Rieß, Fritz, Ri� Hermannaplatz A JCllDlZ, OflO Hill., STrSSst?. a?"*' Scfawendy.H., Rosenthalerstr. 67. Sello, Hermann, Emzelverkauf in Engrospreisen. auch Liköre u.SAfte, Branaeaitr. 16 o. FillaL EimelTerk. l Engiasyr. Weibe, W, Hermannstr. 160. Wendig, Herrn., Elsasserstr. 11. Wermuth, Oswald, Knankti.-Sti. I. f WelB-, Wollw., Tr I k oTT� Chausseestr. 67. Strpf. u. Trikot. „ecuuw,\,.w,.u:, Hermann str. 56. O Wienerstr. 33, a»IIl,«?I, l\. Ecke Forslerstr. CarlEvera, Schöneb. Hanptatr.56. Giel, A., Gryphine-Str. 17, Ecke. ürall d Bejfii. ÄnÄ hfeidt be«eÄ Jonas, Hermann SbcmJ; Juncker, H. lÄ�in KBnfh.Katzkl,Ri.Kali FTielr-Sllll SaufhaniLondon.Ri., Bergstr.47. Kla hr, H., Reichenborger Str. IM. Kaufhaus LeTy,F.,Rl.,E«naiiut.i> Pflaume, Gebr., Friedriehatr. 206. A.Radioff, Reinekdf., lack ,41 aiaa Raebmer, C., Andreasstr. 60. Schrom, Lina, Mirbaohatr. II. Stavvenow, ClicLGirdcj-di-Orjfjlj.lt Tlcbancr, S.. Ri., Hermannstr. 61. A. Tschaege, ElinlethklrckitT. II. Wollhaus Lucas Hirsct c Zahn-Atall EUD Beyer, R., Älk HoUbnach, Herrn., Faak>41, icfr 1671 Jordan, Alfr., Feurtr. 11, IHl 1666. LUdecke, Frau, Greilaw.-Str. 11. IVO PüHONM r Em interessantes Wachstum! mW 1903~ t*' 5- e-?"#- 1909 Diefes Bild zeigt- in genauenMaßen- die enorme Umfatjfteigerung von PPILMIN (Pflanzenfett) und PPLLMON R(Pflanzen» Butter-Margarine) in Deutschland Innerhalb der letzten 7 Jahre.- Ein stärkerer Beweis für das Bedürfnis nach PHLMIN und PflLMONfl und für die Beliebtheit unlerer Produkte ist kaum denkbar. H. SCHLINCK& CIE„ ft.'G* W iJ Cigaretten sind dklentqen Cigarrtten, die In Qeschmadc und Aroma alle Merkmate feinster Qualität aufweisen. Die besten Rohtabake, In richtiger Weise zusammengestellt, haben verbunden mit sorgfältigster, fabriktechnischcr Bearbeitung in ihnen ein Fabrikat geschaffen, dessen Qeberlegenheit jeder Raucher anerkennt iosettl Juno m. u. o. M. 10 St 20 Pfg. ■ ÜIGbcI, Spiegel a. Poletcrivaren Julius Krause Kastanien- Allee - Xo. 40.— KomplWohnungseinriGhtungen zu anerkannt soliden Preisen Tcllzahlnng gestattet.- M n m........ 9 Nur durch ganz hervorragend feine ttualitäit hat der Kapitän= Kautabak seinen guten ItuE erhalten. Der echte Kapltan-Kantabak(gesetzlich geschützt) wird nur noch in Etiketten verpackt zum lÖPfennig- Verkaul geliefert(in Rollen und Bündel). UnverpacKte Ware ist, weil iiiiccht, zurückzuweisen. Zu haben in Zigurrengoschälteu usw., wo auch kleine Priemdosen gratis erhältlich sind. Vertrieb: Carl Höcker. Berlin, Grüner Weg 112. Amt 7, 3861.- Dr. Simmel Spczial-Arzt* für Haut- und Harnleiden. Prinzenslr. 4!, ÄÄ 10— 2, 5— 7. Sonntags 10— 12, 2— 4 NerkallstuAnustelleSttgllh! (SSröSe 60 Q.-R,, 22'/, M,, reines Baugeld, feine Ausschachlmig, 1000 Mark Anz, Off, suh M. S. 8002 an Haascnstein n. Bogler A. G., Berlin 1« 8. 213/11» vll»»» per ZI. Dezeatar 1909» Aktiv«. M. SR. Materialien......... 62 712,7; Werkzeug..... 8591,90 Abschr-tb, 10•/, 360,00 3 231,9 Maschinen..... 2381,00 Abschretb. 10*/, 238,00 2 143,0 Utenfilten..... 1364,00 vbschreib. 6 ♦/, 68,00 Kaffenbestand.""~~" 1 296, C 853,4 20 781.« Bank-Guthaben....... Debitoren(Kontokorrent- Konto).......... 34 416, 2754b 114935, Ptealv«. Konto» Korrent» Konto (Kreditoren)....... Darlehen.......... Anteile der Genossen... ReservesondS Reingewinn. SR. 24 905,4 , 85 933,£ 240,0 , 1 113,1 2 743,1 "iiTÖEl Mitgliederzahl am 81. Dezember 1909: 8. Ausgetreten: Keiner, Sin- getreten: Keiner. Betrag der Hast- summe 240,00 M. Betrag deS Ge- schäslsguthabenS 240,00 M. Mithin haben sich Sastsmnme sowie AeschästSguthaben nicht verändert MühelsM Union Eingetragene Genossenochaft mit bS- schränktor Haftpflicht. Friese. Moegenburg. I Mark wSchenUiche Teilzahliiosen liefere elegante fertige Ersatz für Maß Anfert. n. Maß Tadellose Ausf. Julius Fabian Sohneidermstr. Grobe Frank- furters(r.37II EingangStraus- berger Platz. IT. Geschäft: Turmstr. 18 nur erste Etage, kein Laden. Verantwortlicher Nedakteur Richard Barth, Berlin. Für de» Lnseratenteilverant«.: Th. Glocke. Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u, VerlagSgnstalt Paul Singer& Es« Berlin SW. Nr. 149. 27. Iahrgaug. 3. KilGe des.Amörls" Kerlim WlKsdlR Mittwoch, 29. Juni 1910. Achter Verbaudstag des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. München, LS. Juni Es Wird in die Beratungen der zum Statut gestellten Abände- rungsanträge einocireten. Einem Antrag der Statutenberatungs- kommission entsprechend werden alle Anträge, die sich auf die Ab- schnitte: Beitritt und Beitrag beziehen, abgelehnt. Anger�inmen wurde ein Antrag Berlin, nach dem, wenn die Arbeits�sigkeit die Folge einer Waffenübung ist, diese bei der Warndt in Anrechnung zu bringen ist.— Die Unter st ützung j,c; Streiks und Aussperrungen soll je nach der "Muer der Mitgliedschaft bei LK Wochen ö M. und bei LMwöchent- ucher Mitgliedschaft 14 M. pro Woche betragen. Ferner kann 1 M. pro Kind gewährt werden bis zu den Höchstbeträgen von IS bis 20 Mark. Da bisher schon bei lüwöchentlicher Mitgliedschaft Unterstützung bezogen werden konnte, erblicken verschiedene Redner darin eine Verschlechterung, was om Hauptvorsitzenden L e i p a r t be- stritten wurde. Der Antrag der Kommission wurde angenommen. Die Gematzregeltenunter st ützung wird ebenfalls nach dem Antrag des Vorstandes festgesetzt. In besonderen Fällen ist der Vorstand berechtigt, den Unterstützungssatz bis zu 3 M. in der Woche zu erhöhen. Bei den Bestimmungen über die Lo kal v e r w a l tu n g e n wird angin Antrag des Vorstandes zugestimmt, wonach für die richtige Abrechnung und Ablieferung der Gelder die Vorstandsmitglieder der Ortsverwaltungen dem Hauptvorstande gegenüber verantwort- ltzchchu machen sind. Den Bericht über die Revisionskommission erstattete Starke- Dresden. Der Vorstandsvorlage über die Gehalts- Elung hat sich die Revisionskommission im wesentlichen ange- ssen. Danach sind die Beamten in vier Klassen eingeteilt. Die besoldeten Vorstandsmitglieder und Redakteure sollen 200 M. An- fangsgehalt bekommen, steigend nach jedem Dienstjahre um 10 M. his 2S0 M. monatlich. Die Hilfsarbeiter im Verbandsbureau sollen 170 M. AnfangSgehalt bekommen, steigend bis 200 M.; ebenso die Gauvorsteher. Das Anfangsgehalt der Lokalbeamten soll 1S0 Mark betragen, steigend wie bei den anderen Gruppen, aber nur bis zu 180 M. Zu diesen Sätzen kommen noch Ortszuschläge von 10 und 20 M. Die Zahlstellen werden verpflichtet, diese Mindest- sätze zu bezahlen. Bei der Abstimmung wird die Gesamtvorlage des Vorstandes mit den von der Kommission beantragten Aende« rungcn und unter Annahme eines Antrages, daß die leitenden Zahlstellenbeamten den Gauvorstchern im Gehalt gleichgestellt wer- den mit 109 gegen 41 Stimmen angenommen. Die neuen Sätze sollen möglichst sofort, spätestens aber bis I.Oktober in Kraft treten. � Dem Vorstand zur Erwägung überwiesen wurde ein Antrag l g d e b u r g: Der Vorstand hat sich mit der Generalkommisswn Gründung einer Gewerkschaftsbank ins Ein- skhmen zu setzen.— Ueber den Verlauf der Gewerk- j�fts ko ng resse in Hamburg und Berlin erstattete a i.t h- München Bericht.— Zum nächsten Gewerkschaftskongreß «t 19 Delegierte gewählt.— Zum Internationalen Holz- rkongreß werden gewählt: Leipart, König Kayser, Blocke- Berlin, Neumann- Hamburg und R a i t h- .— Die seitherigen Vorstandsmitglieder sowie die Gau- her wurden einstimmig wiedergewählt. .,.�Der nächste Verbandstag findet in Berlin statt. Mit einem «Resümee über die vom Verbandstag geleisteten Arbeiten und einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Deutschen Holzarbeiter- Vrband wurde der 8. Verbandstag geschlossen. Gericdts- Leitung. Urteil gegen Graf Dr. von Zeppelin. Der Polarfahrer Theodor Lerner hatte eine Polarexpedition geplant. Mittel hierfür hatte er sich bereits verschafft. Während seiner Borbereitungen kam er bekanntlich mit Graf Dr. v. Zeppelin überein, mit diesem und Professor Dr. Hergesell aus Stratzburg eine Polarexpedition zu unternehmen. Statt sich auf eigene Kraft zu verlassen, hielten die Herren es für angemessen, ein Komitee, den sogenannten Arbeitsausschutz zuzuziehen. Ehrenvorsitzender oder Protektor des Komitees wurde Prinz Heinrich. Zu den Managern, die nunmehr als eine Art Mäcene der Expedition nach außen hin erscheinen sollten, gehörte der Geheime Oberregierungsrat Dr. Otto Lcwald. Lerner, dem auch an der Mitwirkung des Prinzen Heinrich lag, war damit einverstanden, daß er als Generalsekretär der Polarexpedition nach außenhin fungierte. Dem Graf Zeppelin wurden allerlei Gerüchte gegen Lerner hinterbracht. Er oder der Arbeiterausschuß erklärte deshalb unter Bedauern, Herrn Lerner die Stellung kündigen müssen. Lerner vertrat den Standpunkt, daß der Arbeiterausschuß ihm gar nichts zu sagen habe, daß viel- mehr zwischen Zeppelin, Hergesell und ihm der alte Vertrag fort- dauere, nachdem alle drei als Gleichberechtigte, er als Leiter, fungieren sollten. Energischen Schritten von ihm gelang es, da- hinterzukommen, wer Verdächtigungen gegen ihn ausgestreut hatte. Die deshalb angestrengten Beleidigungsklagen schweben noch. Außerdem strengte Lerner gegen Grafen v. Zeppelin und Professor Hcrgesell beim Landgericht Stuttgart eine Zivilklage an. Sein Klageantrag ging dahin: 1. Königliches Landgericht wolle feststellen, daß die Parteien vertraglich übereingekommen sind, mit Zeppelin-Luftschiffcn von der Groß-Bai respektive einem anderen Punkte auf Spitzbergen als Operationsbasis aus gemeinsam eine arktische Expedition zu veranstalten zur Erforschung der Atmosphäre arktischer Breiten, zur geographischen Erforschung unbekannter arktischer Gebiete möglichst weit von der Operationsbasis entfernt, zur Por- nähme meteorologischer und ozeanographischer Untersuchungen in der Arktis. 2. Daß die Parteien vertraglich übereingekommen sind, daß bei dem gemeinsamen, zu 1. erwähnten Unternehmen der Kläger die notwendigen und voraussichtlich auf zwei Jahre er- streckenden Vorexpeditionen mit Polarschiffen zur Errichtung von Proviantstationen, Gasflaschen und Benzindepots persönlich leiten und während der Dauer der Vorbereitungen die Exekutive der gemeinsamen Beschlüsse haben solle. Die Beklagten zogen durch die Art ihrer Prozeßführung die Verhandlung und Urteilsfällung hinaus. Das Gericht legte ihnen deshalb vor einigen Monaten die Kosten, die die Vertagung er- forderte, auf. Gestern ist nun das Urteil des Landgerichts gefällt. Es geht, wie uns ein Telegramm mitteilt, dahin: Die Beklagten haben dafür zu sorgen, daß der Kläger in einer seiner Polarerfahrung entsprechenden Stellung an den von ihnen beabsichtigten Expeditionen teilnehmen darf. Mit seinen Mehransprüchen wird der Kläger abgewiesen. In der Hauptsache hat also der Kläger gewonnen. Mit seinen weitergehenden Ansprüchen scheint er deshalb abgewiesen zu sein. weil er den ursprünglich vereinbarten Gesellschaftsvertrag durch seine Zustimmung dazu verändert hatte, daß er als Generalsekretär fungiere. Wird das Urteil rechtskräftig, so würde, falls keine Einigung zustande kommt, die Zwangsvollstreckung aus dem Urteil durch Geldstrafen herbeizuführen sein. Der Peary-Prozeß vor dem Berliner Landgericht. In der Klage, über deren Inhalt wir gestern berichteten, er« klärte sich gestern das Gericht für zuständig und beschloß eidliche Vernehmung des Dr. Cook. In der Begründung hieß es: Die Klage ist dem Beklagten, als er in einem Berliner Hotel wohnte, ordnungsmäßig zugestellt worden. Angesichts des Umstandes, daß der Beklagte eine Reise von Amerika nach Berlin unternommen habe, sei anzunehmen, daß er in Besitz großen Reisegepäcks, mithin genügender Vermögensstücke gewesen sei. Der Gerichtshof sei daher auf Grund des Z 23 der Zivilprozeßordnung zuständig. Da das Eigentumsrecht des Klägers bestritten worden ist, hat der Gerichts- hos beschlossen, Dr. Cook eidlich vernehmen zu lassen. Nachdem fest- gestellt sein wird, vor welchem Gericht Dr. Cook zu vernehmen ist, wird von Kläger ein Kostenvorschutz eingefordert werden. Heringsdorfer Strandklatsch, der geeignet war, eine junge Dame stark zu kompromittieren und auch seinen Weg in Berliner Gesellschaftskreise gefunden hatte, lag einer vor dem Schöffengericht Berlin- Schöneberg verhandelten Privatklage zu Grunde. Im Herbst 1908 brachte die Klatschgeschichten zugängliche„Große Glocke" eine völlig haltlose Notiz, daß ein Fräulein Stranz, die mit ihren Eltern in Herings- dorf weilte, mit dem Sohne eines Berliner Börsenfürsten durch- gegangen sei. Zwei um Rat angegangene Rechtsanwälte rieten ab, gegen dieses Blatt wegen Beleidigung vorzugehen, damit die, wenn auch absolut unwahre Sache nicht erst in der Oeffentlichkeit breit- getreten werden sollte. Dagegen brachte die„Große Glocke" in ihrer nächsten Nummer den von ihr geforderten Widerruf unter dem Ausdruck des Bedauerns mit der Erklärung, daß die Verdächtigungen auf bösartigen Klatsch zurück- zuführen seien. Da aber das böswillig aufgebrachte Gerücht weitere Verbreitung fand, so strengte, als man im Frühjahr 1910 erfuhr, daß eine ältere Dame, Frau K., die seit 27 Jahren den Sommer regelmäßig in Heringsdorf verlebt, die beleidigende Aeußerung zu einem ihr verwandten Offizier getan habe, Fräulein Stranz gegen diese Dame die Beleidigungsklage an. Im Termin vor dem Schöffengericht resste der Vorsitzende einen Vergleich an, indem er die Haltlosigkeit der üblen Nachrede hervorhob und be« tonte, daß ausweislich der Akten auch nicht das geringste vorliege, wodurch die Klägerin ihre Mädchenehre irgendwie verletzt gefühlt haben könnte. Nach dieser Erklärung des Vorsitzenden Nichters versicherte der Vertreter der Privatklägerin, daß seiner Klientin nur an der gerichtlichen Klarstellung der Angelegenheit gelegen sei. Die Privatklägerin gab sich schließlich mit folgender zu Protokoll gegebenen Erklärung der Angeklagten zufrieden:„Die Angeklagte bedauert, veranlaßt durch ein Gerücht und eine Zeitungsnotiz, eine Aeußerung getan zu haben, daß die Privatklägerin mit einem Herrn der Gesellschaft durchgegangen sei und erklärt, daß sie heute davon überzeugt sei, daß der Privatklägerin nichts Ehrenrühriges vor» geworfen werden könne._ Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Direktion über den Großhandel w den Zenwal-Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr genügend, Geschäft flau, Preise unverändert. Wild: Zufuhr genügend, Geschäft lebhaft, Preise befriedigend. Geflügel: Zufuhr in Gänsen reichlich, sonst knapp, Geschäft ruhig, Preise etwas nachgebend. Fische: Zufuhr mäßig, Gefchäst ruhig, Preise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr reichlich, besonders in Gurken, Geschäft schleppend, Preise wenig verändert. r .»ltz: chan tibi l.bjnvJl u. leftte Schluß: Sonnabend Besonders günstige Angebote i � � Spiel-Höschen 90 Pf. il 1.75 Herren- Kleidung Matrosen« Anzüge gestreift Sstin-DreU Größe 1 4.25 Reise- Anzüge 21-; A-I U:-, Reise-Ulster 1?:=; ife Loden- Anzüge Leichte Joppen i-J t'O Iso, iS D• il- i__ Haltbare prak-«7 Deinkleider tisove Muster /_ Staub-Mäntel a-,«.«, ue, 9- 18.- 15- 85 pi u. 3-20 2.75 Knaben-Kleidung Wasch- Anzüge Irö; iZ; 90 pt Wasch- Hosen iZ iH öS 40 w. Wasch-Blusen 50" Stoff-Hosen Ä 65 pt Lod,-Pelerinen f'a�b'&s�ä7?5o 5.— Mützen 2.60,, 160, 0.95, 0.76, 0.40, 25P{- Reise-Artikel Rucksäcke i-, a-, i»; 90m. Reise-Mütjen gSE8� Ä 75m Reise-Hemden SÄ 2- Westen-Gürtel 75m Loden- Hüte iso, i-, wo, ajao, I.90 in 11 nenesten Ponaen ifeoh, l Kragen d«.% dui I.75 Tiroler Anzüge kür Knaben Größe I 6.50 Echt englische Gummi- Mäntel Mode und grün 1.3«50 Loden-Pelerinen kür Herren u. Damen, mit abknöpfbarer Kapuze □. Tragbändem 8- 9.50 15.- 22.50 ( Strand-Anzüge Moderne Flanelle I Boxt- Imitate 1 17.50 13.— 6— 22.50 16.so 14.30 Bozener Mäntel° Havelocks° Wetter-Mäntel BaertSohn Wucbe und Hüte werden; in umeremCeschdfahaiu«• Große prankfurterstr. 20• :: Doch nicht geführt.::; Chausseestraße 29-30 Gr. prankfurterstr. 20 □ □ □□ 11. Brückenstraße II Schöneberg, Hauptstr. 10 Der Tjaupthtafog Ho. 39(neueste THoöeri) auf Wunsd} kostenlos und portofrei. Arbeitsnachweis: Hos l. Amt Z. 1239. Berwaltnugsftelle Berlin. Hauptbureau: LksritsstrsLs Z. Hos III. Amt 3, 1987. Donnerstag, den SV. Juni ISIV, abends 8'/, Uhr Sran eben»Versammlung der Elektromontenre«nd Helfer Berlins und Umgegend im Gewerkschaftshaus, Engeluser IS, Saal 7. Tagesordnung: i Vortrag des Kollegen A d o l I W u s ch i ck über:.Die ReichSver» ficherungSordnung' Ricsencassaumsätze erfordern entsprechende Auswahl aller Möbelarten, welche vh zu wirklich billigen Preisen direrl a, das Privat« Publikum verkaufe. 73/ig Möbel- Polsterwarenfai/ik H. Hirschowitz, Skalitzer Straße 25 -> an der Hochbahn. ßestbewährte gesunde und magen darmkranKe Nahrung fllr: sowie schwachiiche. in äer Entwicklung jkurückgsbiieheM Kinder. Deatncblanda. JZweigvereln Berlin n. Umgegend. Mittwoch, den 29. Juni, abends 8 Uhr, im GewerkschaftshaiM " � is«. TV~>• i Engelufer 15(Saal IV): Außklmdklitlicht Gkiicrlil-Ncrslimmliiiiz. TageS-Ordnung: 1. Berichterstattung vom Verbandstag. 2. Diskussion. 3. Verba angelegenheiten. K Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Einlaß."__ cht rege Beteiligung ersucht Der Zweigverelnsvorstand.� «Jedes Wort 10 Pfennig. Dat erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. ) Kleine Anzeigen ANZEIGEN fDr die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, Llndenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Borwärtslefer erhalten ausnahmsweise diese Woche 10 Prozent Extra- rabail selbst bei Gelegenheitskäusen. Teppich-ThomaS, Oranienstrage 160. Oranienplatz. 894K Mas/auziige. 32,00 bis 85.00. Fertige Herrenanzüge 8,50. Anzug- tuche Gelegenheitskauf. Verkauf an Private..Vorwärts�leser 5 Proz. Tuchgesellschast Kottbuserdamm 16/17. Hochbahn. 970K PsandleihhausKrebber, Küstriner- platz 7, spottbilliger Bettenverkauf, Gardtnenverkaus, Wäscheverkauf, Uhrenverfaus. Deckenverkaus, Schmuck- fachen, Goldlachen, Silbersachen, ver- sallene Pfänder._ 2492« Teppiche(Farbenschler), Stepp- decken, Gardinen. Tischdecken, Tüll» bettdecken, Uebergardinen, Sosa- stofsrefte spottbillig Fabrikiager Mauerhost, Große Franksurterstraße 9, Flureingang. Vorwärtslesern sechs Prozent. Sonntags geöffnet. 2488K* HnmboldtleihIiauS! Weltbekannt I Brunncnstraße 58! Eckhaus Stral- sunderstraße I Riesengroßer Betten« verlaus l AuSsteuerwäsche I Stepp- decken I Gardinenauswahl I Plüsch- Portieren! Prachtteppiche I Extrabillige Jackcttanzüge! Gehrockanzügel Som- merpaletots l Extrabilliger Uhrenver- kausl Schmucksachenl Bilderauswahl I Teppiche k(seblerhaste) in allen Größen sür die Hälfte deS Wertes Teppichlagcr Brunn, Hackescher Markt 4, Bahnhos Börse.(Leser de» .Vorwärts' erhalten 5 Prozent Rabatt.) Sonntag» geöffnet!» Stoffe-AuSverkaus spottbillig wegen Aufgabe der Verlaussräume Roß- straße 2 Anzugsivsse, jede Preislage, Meter «, 4, 5 Mark,_ Paletotstoffe, enorm billig, Meter b. 6, 7 Mark._ Koftüuistoffe, Meter 1, 2, 8 Mark, Damentuche, Meter 2, 2,50 Mark. Koch u. Seeland, Roßslraße 2. 961K Glossen zu AveS GuyotS und Sigismund Lacroix'»Die wahre Ge- stall des Christentums', von August Bebel. Preis 75 Ps., billige Ausgabe 30 Ps. Expedition Lindenstraße 69, Laden. Singers 75.00, Raumann-Bobbin, Schnellnäher, Adler, auch ohne An- Zahlung, 1.00 wöchentlich an. Anstatt Agenten erhält Käufer Proviston. Postkarte erwünscht. Kaliski, Brunnen- flraße 173, Bellealltanceftraße 4, Chauffeestraße 80, Beusselstraße 18, Franksurterstraße 115, Oranienstr. 2a, Tauenzienstraße 5,Franksurter Allee 72, Eharlottenburg, Scharrenstraße 2. Rixdors, Reuterstraße 56._ 773K Hermannplatz 8. Allerbilligste Psänderverkäuse. Sommerpaletols. Jackcttanzüge. Gebrockanzüge. Herren- boten. Extrabilliger Bettenverkauf. Vcrmietungsbelt. Brautbetten. Aus- steuersachen. Wäscheauswahl. Gar- dinenauswahl I Teppichauswahl I Plüichttschdecken. Steppdecken. Wand- Uhren. Taschenuhren. Goldsachen. Großberlins allcrbilllgste r Waren- vertaus im PsandleihhauS Hermann- platz 6. Auch Sonntags geöffnet.* Hingerichtet sind alle Augen jetzt aus unser Terrain Buch, Ouaorairute 7 Mark an, dicht bei dem großen, neu bewilligten Berliner Zentral- iriedhos bei Buch. Enorm verlaust in kurzer Zeit. Sellin u. Brunnhoser, Berlin, Münzsiraße 16, oder Resiau- rant Albrcchi, Bahnhos Buch. 973K' Moiitusauzttge und Sommer- palelots von 5 Mark sowie Hoien von 1.50, Gebrockanzüge von 12,00, Frack« von 2,50, sowie sür torpulenie Figuren. Reue Garderobe zu staunend billigen Preisen, aus Psandleihen ver/allene Sachen taust man am billigsten bei Naß, Mnlackltriiße 14. aOOO neue Nähmaschinen. Prima Langschiff sür Familie 55 Mark, Ab- zahlung 75 Mark ohne Anzahlung. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe LandSbergerstraße.__ 322K' Leihhaus.Rosenthaler Tor', Linien- straße 203/4, Ecke Rosenthalerstraße: Großer Verlaus versallener Anzüge 9,50 an/ PaletotS, Monats-Abonne« mcnts-Garderoben, Uhren, Gold-, Eilberwaren. Sonntags geöffnet 1 bis 10, 12 bi» 2. 920K Teppiche! Staunend billiger Massenverkaus I Große Posten zurück- gesetzter Prachtteppiche 5,35, 7,50, 13,50 bis 36,00. Teppichlager Richard Wols, Dresdenerstraße 8(Kottbuser- tor). Abonnenten Rabatt. 896K' Klappfahrstuhl 6,75. straße 53. Andrea»- 950ft* Bekanntmachung! PsandleihhauS Chauffeestraße 601 Wel ____ weltbekannt I Verfallene Psänder I Spottbilliger Betten- verlaus l Aussteuerwäsche l Gardinen- auswählt Prachttcppichel Exttabtlliae Herrengarderobe I Riesenauswahl Taschenuhren I Uhrketten I Schmuck- suchen I Wanduhren I 944K Deppichspezialhaus Tmll Lesövre, nur Oranienstraße 158, Riesentepptch- lager 4.35, 6, 10 bi» 1500 Mark, sehlcrhaste Teppiche spottbillig. Spezialkalalog 600 Abbildungen gratis. 897St* Papageien, fleißige Sprecher, Ka> narienhähne, Restaurant Komman- dantenstraße 52._ 945K Radfahrerkarten. Wir empfehlen den Freunden de« Radsports: Mittel- bachs Karle sür Rad- und Motor- sahrer von Berlin und weiterer Um- gebung, aus Leinen gezogen Preis 1,75 Ä.(zusammenlegbar).— Karte sür Rad- und Motorsahrer von Brandenburg, aus Leinen gezogen und zusammenlegbar 2,50 M. Expedition des«Vorwart»', Lindenstraße 69, Laden.' Monatsanzüge, PaletotS, wenig getragene, von 5 Mark an, große Auswahl sür jede Figur, auch neue elegante Garderobe au« erster Be- ziigcauclle, 20 Prozent billiger wie im Laden, direkt vom Schneider- meister Paul Fürstenzelt, nur Rosen- tbalerstraße 10. 280/19* Borjährige elegante Herrenanzüge und PaletotS aus seinsten Maßstoffen 20— 40 Mark. Herrinann Schlesinger, Turmftr. 53, Reinickendorserstr. 48.* Ladeneinrichtung, Kolonial, verkaust Kasper, Görlitzerstraße 41. Be- si chilgung nach 6 Uhr._+127 Singermaschine verkaust billig eist, Bornholmerstraße 91, Seiten, ügcl II._____ t78 Dreiachsiger Obslhandwagen verkäuflich Atte Jakobstraße 149. Wächter erfragen. 2752b (ZescdSktAVsrldtate. Restaurant, nachweislich gut- gehend, Zahlabend, Zahlstelle, ist günstig verkäuflich. Anger, Rixdors, Kaiser Friedrichstraße 32. 2749b' Knndentischlerei. drei Bänke, verkaust Sell, Naunynstraße 13.->-127 Zigarrengeschäft krankheitSwegen JnoentarpreiS, 400,— monallich, schöne Wohnung, Mete 50,—. Offerten.Günstig" Postamt Reiuicken- dors-West.___ t122 Restauration, Parteilokal, im Zentrum Berlins, zirka 15 Bereine, umständehalber sofort von Brauerei sür Jnventarpreis zu übernehmen, billige Miete, volle Konzession. Offerten unter.bi. 633" an Gcrst- manns Annoncenbureau, Alexander- platz._ 251/18* Günstige Gelegenheit I Gang bareS Schankgeschäst zum Inventar- preis zu verkaufen. Rixdors, Stein- metzstraße 98. 2738b* fftödel. MSbelan gebot, gebrauchte und neue Einzelmöbel und ganze Ein- richtungen, einjachste, eleganteste Speisezimmer, Herrenzimmer, Schlaf« zimmer, beliehen gewesen, versallen, spottbillig. Riesenlager, 5 Etagen. Möbelspetcherei. Neue Königstr. 5/6, Fabrtlgebäude. Teilzahlung gestattet Sonntag» geöffnet_* Wichtig sür Sommerwohnungen, Gasthösc, Brautleute und Penstonale. Möbel, gebrauchte, neue und ver- liehen gewesene, Kleiderspind 18,00, Bettstelle mit Federmattatze 15,00, Kommode 12,00, Marmort oilettc 20,00, Garderobenspind 33,00, Ruhebett mit Decke 17,00, Ausziehsosa 16,00, Plüschgarnttur 65,00, Küchenspind 15,00, Stühle 2,00, Ausziehtisch 14,00, Herrenschretb tisch 28,00, Lederstühle 8,00, Bücherspind, Speisezimmer, Herrenzimmer. Elegantes Schlaf- zimmer komplett 250,00. Federbetten, Gardinen, Bilder, bunte Küchen, Teppiche. Gebe auch Möbel aus Teilzahlung. Stargardt, Lothringer. straße 69._ 251/12* Wundervolles Speisezimmer, eiche, mit großem Büfett, Kredenz, Soja, Umbau mit Kristallspiegel, 4-Zug- Tisch, 6 Lederstühlen, komplett, 635 Mark. Lagerung und Transport sreit M. Hirschowitz, Skalitzerstr. 25, an der Hochbahn I_ 931K Möbel-Einrichtungen spottbillig. Paul Wichr, PeterSburgerstraße 69. Ueberfüllung der Lagerräume verlause zu Spottpreisen komplette Wohnungs- Einrichtungen, Schlaf- zimmer, Anrichteküchen, Butzenscheiben 68,—, Fugendstil-Schränke 62,—, echt Nußbaum, Schreibtische, AuSzieh- ttsche 14,50, Umbaus, Kristallglas 38,—, Plüschsosas, Riesenauswahl in Gelegenheitskäufen. Möbelspeicher, " owitz, Chauffeestraße 50. 971K* Fahrräder. Arbeiter-Radfahrer erhalten zehn Prozent Rabatt im Fahrradgroßhaus Charlottenburg, BiSmarckstraße 62.* Herrenfahrrad, Dameniabrrad einmal benutzt 35,00. Hol». Blumen- straße 36 b. 1683R* Brennaborräder unter AbzahlungSbedingunge Brückenstraße 10a. Barth. 921K* Fahrrad, wie neu, notgedrungen, billigst. Frau Christoph, Friedenau (Wannseebahn), Sachjenwaldstraße 3. �usik. Pianino, vorzügliche», tadellos er- halten, ist sofort ganz billig zu ver- kausen Frauzöfilchestraße 15, I geradezu_ 66/2* Pianino, hohe«, 120,00,(Vor. wärtslcser Rabatt.) Turmstraße 8 I (Teilzahlung.)_ 74/12* Partei-Sekretär gesucht für den Wahlkreis Eaffel< Melsungen. eventuell später. Antritt möglichst bald, in der Agitation und itz. Trapp, Stetttner Str. 10. Karl larl Weiße, Nazarethkirchstr. 49. A. Tiey, Jnvalidenstr. 124. Reflekttert wird nur aus einen Organisation erfahrenen, rednerisch begabten Genossen. ÄnsangSgehalt 2200 Mark, doch werden Dienstjahre in der Arbeiterbewegung angerechnet. Genossen, die in ähnlichen Stellungen bereits mit Erfolg tätig waren, werden bevorzugt, Gehalt w solchem Falle nach Uebereinkunst. Bewerber wollen ihre Offerten, denen cme ganz kurze Abhandlung über die Ausgaben eines KreiS-Parteisekretärs bcizusügen ist, bis zum 10. Juli einreichen an den Vorsitzenden R. Hausehildt, Cassel, Schützcnstraße 2. 287/6" ffllnshmeiteiiell für„Kldne flnzdgcn" Berlin C. A. Halmtich. Auzuftstr. 50. W. G. Schmidt, Kirchbachstr. 14. O. W. Mann, Petersburger Platz 4.(Snstah Bogel, Koppenstr. 83. R. Wcngels. Gr. Frankfurter Str. 120. SiO. L. Zucht, Jmmanuelkirchstr. 12. � J. Reul, Baniimstr. 42. N. W. Baumann. Bernauer Str. 9. Mar«, Lhchener Str. 123. H. Bogel, Lortzingstr. 37. 8. Dechand, Ruheplatzstt. 24. XW. Karl Anders, Salzivedelerstr. 8. Weckcrt, GotzkowSkhstr. 29. SW. H. Werner, Gneiicnaustt 72. Taehn, Hagelberger Str. 27. G. St. Irin, Prinzen str. 31. Rich. Schmidt, Kottbuser Damm 8. SO. Paul Böbin. Lausitzer Platz 14/15. P. Harsch, Eugelujer 15. .chdivrullok. Karl Schwarzlose, Hoffmannstr. 9. Bnan>»«I>nI«irwvg. H. Hornig, Marienthalerstr. 13, L Borsigwalde. Paul Kienast, Räuschstr. 10. Charlotten bnrg. Gustav Schnrnberg, Sesenbeimer Str. 1. rrl«drl«h»hag«n. Ernst Werkman«. Köpenicker Str. 13. Grtlnan. Franz Klein, BaHnbosstr. 6, III. Johonnlgthal. Pielicte, Kaiscr-Wil h e Im-Platz 4. Karlshorgt. Richard Küter, Rödelstr. 9, II. KUn«nlcIt. Emil Wistler, Kietzerstr. 6, Laden. l-lcht«nhorg. Otto Seikel, Kronprinzenstr. 4, I. llll«der-fß«hltn«w-«ld«. Max Priebke, Britzer Str. 14 II. Xojvttwem. Wilhelm Jappe, Fricdrichstt. 7. Ohor-SchttnewSld«. August Heujes, Lausener Str. 2, I. Banhow-, Otto Risfmaun, Mühlenstr. 30. Boinl«lt«adorr. P. Gursch, Kamekcftr. 12. Itlotdorr. M. Heinrich, Neckarstr. 2. Eonrad, Hennarm str. 50. Kimimclsbarg. A. Rosenkranz, Ali-Boxhagen 56. «rhmargondorl. Gustav Kaminskh, Cunowstr. 2. SichUnoherg. Wilhelm Bäumler, Martin-Luther-Str. 51 im Laden. hipandais. Koppen, Jagowstr. 9. Steglitz. H. Bernsee, Schloßstr. 119. Dompelhol. Albert Thiel, Friedrich. Dilhelm-Str. 20. Troptow. Robert Gramenz, Kiesbolzstt. 412, Laden. bVoitisnnoo. Fuhrmann. Sedanstt. 105. Schillert. König-Cbauffee 39a. Wlltnoradorl. Paul Schubert, WilbelmSaue 26, Hos parterre. Biolinunterricht(neue, doppett fördernde Methode bis zur Vollendung) gibt erjahrener Künstler wöchentlich, aus Wunsch auch nur eine Lektton a 1,25 M., bei zwei Schülern je 75 Ps. Offerten unter O. 2 Expedition des .Vorwärt»'. j» Versdriectenes. Platinabfälle, Silberallsälle, Rückstände, Zahngebisse, Quecksilber, Me- talle höchstzahlend, Goldschmelze Nieper, Köpenickerstraße 20a(gegen- über Manteuffelstraße)._ 2995ß Englischen Unterricht sür Ansänger und Vorgeschrittene, Einzelftunden und im Zirkel erteilt G. Swienty, Schöneberg.«edanftraße 57, Hl.* Kunftftopferei von Frau KokoSkh Schlachtensee, Kurstraße 8, HI. Patentanwalt veffel, Gitschwtr- straße»4a. Die gegen den Arbeiter Herrn Rutze, Lichtenberg, in der Erregung ausgesprochene Beleidigung, nehme ich hiermit unter Bedauern zurück. Wilhelm Lehmann, Pücklerstraße 44. Vermietungen. Läden, Dänenstraße 20 und 21, Bahnhos Schönhauser Allee, sehr bMig, sosort. 868K Wohmingea. Prachtwohnungeu Soldinerstr.32. Moderne Zweizwimmer- Balkon- (34,00), Wühlischstraße 36. Wohnung Hochbahnstrecke. 972K* Balkonwohnuuge». 23,00—38,00. Wühlischstraße 36. Hochbahnstrecke. Dreizimmer-Wohnung mit Bad, 44,—, sofort oder 1. Oktober, Zwei- zimmei. Wohnungen 31,— 1. Oktober zu vermieten. Rixdors, Juliusstt. 70. Balkonwohnungrn, 2 Stuben, Küche 28. 1 Stube, Küche 25. I.Juli. Kleine MarkuSsttaße 3. 27355* Zentralviehhof, Hllbnerstraße 6, neurenovierte bequeme, billige Ein- und Zwel-Zimmerwohnunzen. 2466b* Stube und Küche sofort oder später Rixdors, Weiseftraße 2. �111* Mainzerftrasie 17, an Frankfurter Allee, helle steundliche Hoswohnungen, renoviert, sofort vermietbar. 2758b* Stube und Küche, 18-28 Mark, Oranienstraße 2a._+110* Schöne Wohnungen, sauber und trocken, von 18 bis 22 Ptark, sosort und 1. 10. zu vermieten Buttmann- straße 15 beim Wirt. 978K* Limmer. Gut möbliertes Zimmer, Wiesen- straße 10. vorn II links._ 2637b* Teilnehmer, möbliertes Zimmer. 12 Mark inklusive, vermietet Eli, Admiralstraße 18b._+122 Möbliertes Zimmer zu ver- mieten. Baumschulenweg, Trojan- straße 6 II, gegenüber der SluS- stell ung._ 26756 Möbliertes Zimmer sür 2 Herren Preis 14.00. Vetter, Andrcasstr. 70. Kleines möbliertes Flurzimmer sür 1 Herrn. Reichenbergersttaße 157, 3 Treppen, Scibt. s-127 Möbliertes Zimmer an 1 oder 2 Herren zu vermiete» Naunynstraße 31, III, rechts.+127 Kleines Zimmer Sebastianstraße 6, Hos parterre, links. 74/13 Flurzimmer, möbliert. Oranien- straße 189, vorn I, Iwk». 27595 Möbliertes Ballonzimmer, eine Person, 18.00 Kaffee. Gleimstraße 41. zwei Treppen, geradezu. s-73 LedlststeUen. Ordentlicher Mann findet sau! Schlafstelle, allein, Rixdors, Friedrichstraße 5, Setzkorn. Möblierte Schlasstelle vei Frau Schreiber, Wilsnackerstrl Hos parterre. Taubere Schlasstelle für vermieten bei Hellwig, Lange Hos Hl.___ Eiue sauber» Schlafstelle Richter. Adalbeststraße 71. bäude l. Möblierte Schlafstelle, 10, mietet Härtung, Lausttzerstraße I, Ecke Btenerittaße. Möblierte Schlasstelle bei«Uwe Lwdner, RheinSbergerstraße 49.+61 Schlafstelle, ein oder zwei Herrn, separat, Ritterstraße 124, Hos JV, Cesal. ilt Mietsgesuetae. Tuche ein Restaurant zu pachten eventuell auch zu kausen. Offerten unter O. 8 Hauptexpedition de« .Vorwärts-, 273üb* �.rdeitsmar LteUsnxe«! Reinmachefrau abends Bcschästigm straße 201. Gi filinli............................ 44 alt, sucht NebenvefchMgung alS Kassierer oder äbnlichr Stelle. Kautton vorhanden. Offerten G. 500, n, Nazarethkirch- .VorwärtS'-Spedttion, straße 49. +135 Ltellenanxedots. Nebenverdienst sür jedermatm. Auskunst kostenlos. Wolf, Zwickau (Sachsen), Nordstraße 30. 900K Flügelarbeitcriiinen finden dauernde und lohnende Beschästtgung bei Karl Kriener, Kommandanten- straße 3/4. 2743b Im Arbeitsmarkt durch besonderen Truck hervorgehobene Anzeigen koste» SO Pf. die Zeile. 100 Straufifedern- Arbeiterinnen, Krauserinnen, Näherinnen, Legerinnen, Lehrmädchen ver- langt sosort oder später bei lohnender, dauernder Beschäftigung, auch Ar» beiterlnnen, welche schon bei uns waren, bei hohem Gehalt. 2751b* k. Heul» i Co, s"Ä,r"' Kommandantenstr. 45, a. d. Oranienstr. Parit. Fach-ArbeitSuachweis für Buchbinder u. vcrw. Berufe. 0., Rückerftr. S. l. IV. 9-1 Uhr. 1 tücliiige Goldaufträgsriii wird verlangt. Lahn nach Tarif. Achtung! Holzarbeiter. Wegen Streik infolge Lohn- disferenzeu sind folgende Betriebe gesperrt: Goffoiv, Tischlerei, Teliowerstr. 53. Lukat, Möbelfabrik, Dieffenbachstr. 35. Die Ortsverwalmug. Verantwortlicher Redakteur Richard Barth. Äerlig. Mr des gnseratenteil verantw.i Ttz.«locke. Berlin. Druck».Verlag: Borwärt» vuchdruckerei u. BerlagSanstalt Paul Singer Li Co« Berlin SXL