Dr. 154. RbonmmtntS'Bedlngungen: Abonnements• Preis pränumerando z Lterteljährl. 8£0 TO!, monaU. 1,10 TOt. wöchentlich 2B Psg, frei in« Hau». Einzelne Nummer ö Pfg, Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntag»- Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg. Post- ilbonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Posl-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland Z Marl pro Monat. Poftabonneuient» nehmen an: Belgien, Dänemark Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. Rumänien. Schweden und die Schweiz, 27. Jahrg. Ottylut lSgllch aoStr llloalzg». Berliner Volksblnkt. VIe Inlertlonz-Lebahi' dekägt für die sechsgespaltene Kolonel- geile oder deren Raum 50 Pfg, für polltische und gewerlschaftliche BereinS- und VersammlungS-Anzeigen SO Pfg. „Aleine Snreigen", da» erste(seit- gedruckt-) Wort 20 Psg, jedes weitere Wort 10 Psg, Stellengesuche und Schlas- stellen-Anzeigen da? erste Wort 10 Pfg., jede» weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöfsnet. Telegramm- Adreffe: „SozialdtiMKrat RtrIMt Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfcblands. Redaktion: SM. 68, Lindenetrasse 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Der Scbwanengefang des Sozial Ilderaiismus. London, 1. Juli.(Gg. 33er.) Eine Mehrausgabe von 5'/, Millionen Pfund Sterling für dad laufende Finanzjahr, die dem Marinemoloch in den ewig hungrigen Rachen geworfen werden, das ist der be zeichnendste Teil des neuen englischen Budgets. Der Neu liberalismus hat kapituliert und die Whigs sind wieder um bestritten Herren der liberalen Partei. Die Prediger der Sparsamkeit im Staatshaushalt sind vor dem Ansturm der hetzenden Chauvinisten elendiglich zusammengeknickt. Sie schiaen sich jetzt an, an der Sozialreform zu sparen. Die großen Ueberschüsse des Budgets Lloyd Georges, die stets wachsenden Mehreinnahmen aus den neuen Steuern des letzten Budgets sollen in Schlachtschiffe verpulvert werden,' anstatt daß sie, wie noch vor einem halben Jahre immer wieder von liberaler Seite versprochen wurde, zum Ausbau und zur Er Weiterung der so dringend notwendigen Sozialreform ver wendet werden. Nur einige lumpige hunderttausend Pfund Sterling hat der Schatzkanzler für die Alterspensionen der Gemeindearmen über. Dieser Ausdehnung des Pension� gesetzes, die logisch unvermeidlich war, hätte er sich in An betracht der definitiv gegebenen Versprechen auch kaum ent ziehen können. Aber die Lösung der Hauptprobleme, der Fragen der staatlichen Arbeitslosen- und Kranken- Versicherung, rückt wieder in die ungewisse Ferne. Was nützt es, daß der Schatzkanzler die Einführung einer Arbeits� losenversicherung und der Krankenversicherung für den ersten Januar des Jahres 1912 verspricht! Selbst viele seiner Kollegen glauben nicht daran, daß es für diese liberale Re> gierung ein nächstes Jahr gibt. Dazu hängt die Erfüllung des Versprechens noch von der Voraussetzung ab, daß Deutschland auch wirklich nicht nach Ablauf des Flottengesetzes in dem jetzigen tollen Tempo zur See weiterrüsten wird, daß also bei den Flottenausgaben im Budget 1911/12 gespart werden kann. Welche Prämie hätte wohl ein Arbeiter, der sich auf die Gnführung der Arbeitslosenversicherung und der Kranken� Versicherung einrichtet und der sich in dem Fall der Nicht einführung schadlos halten möchte, bei einer Versicherungs- gesellschaft zu zahlen? Man muß die Ausführungen des Schatzkanzlers in Ver bindung mit der Erklärung lesen, die der Premierminister gestern im Unterhaus abgab, um 3Zerständnis für die Winkel züge der liberalen Politik zu gewinnen. Herr A s q u i t h führte aus, daß das Parlament die durch das Ableben der Krone beträchtlich vermehrten Geschäfte unmöglich in dieser Session erledigen könnte. Die Beratung des Budgets und die dritte Lesung einiger anderen Vorlagen müßte daher in einer im November anfangenden Herbstsession vorgenommen werden. An diesen Firlefanz glaubt jedoch niemand. Wenn es die Regierung ernstlich wollte, so könnte sie alle vor liegenden Geschäfte bis Ende August leicht bewältigen, selbst aus die Gefahr hin, daß die liberalen und konservativen Männer erst vierzehn Tage später auf die Haselhuhnjagd gehen sollten. In Wirklichkeit will die Regierung durch die Verschiebung der Geschäfte nur Zeit gewinnen, um die Vetokonferenz mit Anstand in die Brüche gehen zu lassen. Im Herbst wird dann der Popanz der Lords wieder auf der polt tischen Bühne erscheinen und bei den Neuwahlen zu Anfang nächsten Jahres treffliche Dienste tun, während die Arbeits losen- und Krankenversicherung als Köder für die skeptisch werdenden Arbeitermassen herhalten muß. Unterdessen wird die Lage der Arbeiterpartei von Tag zu Tag schlimmer. Gn richterlicher Einhaltsbefehl folgt dem anderen und die Liberalen tun schon so, als hätten sie die Arbeiterpartei in der Tasche. Es ist schwer einzusehen, wie anders sich die Partei vor einem großen Rückschlag retten kann als durch einen beherzten Schlag gegen die Regierung, die mit einem pharisäischen Lächeln auf den Lippen die Existenz der Partei durch die Gerichte untergräbt und die den Arbeiterparteilern in den höflichsten Worten zu verstehen gibt, sie könne in der Osborne-Angelegenheit leider nichts für sie tun. Es fehlt nicht an Stimmen in der Fraktion, die dazu raten, die Regierung mit Hilfe der Jrländer und Konservativen möglichst bald zu Fall zu bringen. Leider stecken aber noch zu viele Arbeiterparteiler zu tief in der Gedankenwelt des Liberalismus, als daß sie sich zu einem entschiedenen Vor- gehen gegen die Regierung aufschwingen könnten. Die poli- tischen Anschaumigen dieser Kreise werden recht gut durch eine Episode charakterisiert, die sich vor einigen Tagen in einer Arbeiterversammlung ereignete. Dort wurde einer dieser Arbeitervertreter aus der Versammlung heraus beschuldigt, er mache liberale Politik.„Ja," erwiderte das angegriffene Parlamentsmitglied verlvundert,„welche andere Politik soll ich denn machen? Nur eine der beiden großen Parteien kann etwas für die Arbeiter- schaft erreichen. Die Arbeiterpartei ist nur für Propaganda- zwecke da". Hier in Großbritannien haben es die Genossen schon aufgegeben, über solche Aeußerungen den Kopf zu schütteln; sie sind zu alltäglich. Sie beweisen aber, wie recht diejenigen haben, die die Aktionsfähigkeit der Arbeiterpartei mit einem gewissen Pessimismus beurteilen. Expedition t SM. 68» Lindenetraesc 69. Fernsprecher: Amt IT Rr. 1981. Das Beste, worauf wir bei diesen mißlichen Zuständen hoffen können, ist, daß sich die entschiedenen Elemente inner- halb der Arbeiterpartei an die Arbeit machen, diesen un- sicheren Kantonisten das Rückgrat zu steifen. Was die noch an den liberalen Ideen hängenden Arbeitervertreter am meisten vor einer Aktion gegen die Regierung abschreckt, ist die Furcht vor liberalen Repressalien. Es dürfte nun nicht schwer sein, diese ängstlichen Gemüter zu beruhigen. Es ist zwar wahr, daß viele der Arbeiterparteiler mit Hilfe liberaler Stimmen gewählt worden sind; aber es ist nicht minder wahr, daß die Arbeiterpartei durch eine geschickte Wahltaktik die Liberalen in die größte Verlegenheit bringen könnte. Sie brauchte nur in 199 oder 129 Wahlkreisen Kandidaten aufzustellen hauptsäch- lich zu dem Zwecke, die Wahl des Liberalen zu verhindern und die wutschnaubenden Liberalen würden bald zur Raison kommen. Das könnte bei einer verhält- nismätzig geringen Geldausgabe bewerkstelligt werden. Je länger allerdings der Angriff auf die Regierung hinausgeschoben wird und je mehr sich die Ebbe in der Kasse der Arbeiterpartei bemerkbar macht, um so schwieriger wird es für die Partei sein, eine Angriffspolitik mit Aussicht auf Erfolg ins Werk zu setzen. Augenblicklich scheint der Zeid Punkt für eine derartige Aktion besonders günstig. Könnte die Regierung in den nächsten Wochen zu Fall gebracht werden, ehe noch die Komödie der Vetokonferenz ausgespielt ist. so würde die liberale Partei in ihrer ganzen pharisäischen Nackt- heil vor der Wählerschaft stehen und dem Glauben der Massen an die Arbeiterfreundlichkeit und die demokratischen Ziele des Liberalismus würde ein mächtiger Stoß versetzt worden sein. «muß das eine Wirtschaft(ein!" Bei den Verhandlungen über die Erhöhung der Zivil« liste haben die sozialdemokratischen Zlbgeordneten auch energisch auf die Tatsache hingewiesen, daß der König von Preußen neben der Zivilliste noch die Einnahmen aus seinem großen Grundbesitz, dem Kronfideikommitz, hat. und daß es seltsam anmute, wenn der größte Grundbesitzer des Landes sich auf die Teuerung der Lebensmittel zur Begründung seiner Forde- rung auf Erhöhung der Zivilliste berufe, da diese doch zu einem erheblichen Teil durch die 1902 gesteigerten Lcbensmittelzölle her- beigeführte Teuerung für ihn eine sehr erhebliche Vermehrung seines Einkommens aus den 5lrongütern bewirken müsse. Freiherr v Rheinbaben, der in jenen Tagen noch auf dem Stuhle des Finanz- Ministers saß, suchte den Schlag mit der Erklärung zu parieren, daß das ganze Einkommen aus dem Kronfideikommiß— das fast 190 900 Hektar umfaßt— nur 1 70(1090 M. betrage. Diese schier unglaublich klingende Behauptung— selbst bürgerliche Blätter hatten das Einkommen aus diesem Grundbesitz auf 8 Millionen geschätzt, und ein Vergleich mit den Erträgen des landwirtschaftlich bestellten Bodens und der Forsten in Preußen ergibt, daß der Grundbesitz der Krone demnach nur'/w deS Durchschnittsertrags deS übrigen land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitzes trägt— wurde von den sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten mit dem Zwischenruf unterstrichen:„Muß das eine Wirtschaft sein!" Wie berechtigt dieser Zwischenruf war, das geht auS den nach- folgenden Mitteilungen hervor, die uns von unterrichteter Seite zugehen. Wenn auf allen Krongütern so gewirtschastet wird wie auf dem Gute S ch m 0 l s i n, dann ist es allerdings nicht verwunderlich, wenn der Reinertrag von rund 109 009 Hektar Grundbesitz nur 1 700 009 M. beträgt. Das königliche Hausfideikommißgut Schmolsin liegt im Kreise Stolp in Hinterpommern; zu ihm gehört das Gut V i r ch e n z i n. Beide Güter haben zusammen ungefähr 4509 llllorgen Wiesen, das Ackerland ist von leichter Qualität. Zur Trockenlegung der Wiesenfläche hat die Hofkammer seinerzeit einen großen Betrag ausgeworfen; angeblich hat sie zur Melioration die SumnW von drei Millionen Mark bewilligt. ES klingt das zwar etwas unglaublich, denn für drei Millionen lviark hätte man ja damals das ganze Gut anderswo neu kaufen können, ohne Zinsverlust zu haben und ohne jedes Risiko. Jedenfalls wurde mit der Trockenlegung der Moorflächen begonnen. Die Arbeiten haben bis jetzt überwiegend ein sehr negatives Resultat gezeitigt; nach Ansicht von hervorragenden Landwirten, die zu unseren poli- tischen Gegnern gehören, ist ein großer Fehlschlag der ganzen Melioration unausbleiblich. Nur in Jahren, wie zum Beispiel das vorige, ist eine auch nur einigermaßen zufriedenstellende Rentabili» tät zu erhoffen, nämlich dann, wenn die Futternot in Hinter- pommern sehr groß ist. Zum Leiter der ganzen Wirtschaft wurde der Oberförster Krahiper ernannt, dem Erfahrungen auf dem praktischen Gebiete der Landwirtschaft fast völlig fehlten. Miß- erfolge traten auch bald ein. Nachdem erst ein Teil der Moore zu Weide hergerichtet war, wurden die Flächen mit ostfriesischem Vieh besetzt, das der Leiter der Schmolsiner Begüterung größten- teils von der Firma A. Ahrons in Weener in Ostfriesland gekauft hat. DaS Geschäft soll sehr glatt von statten gegangen sein; die Firma soll in wenigen Tagen an die Hofkammer für 85 909 M. Vieh verkauft haben. Nach unserer Meinung braucht man, um für 85 999 M. Vieh zu kaufen, nicht 8 Tage, sondern vielleicht 6 Wochen. Das Vieh wurde auf die neue Weidefläche gebracht und ein großer Teil ist eingegangen. Der damalige Administrator in WilhelmShof mutzte gehen, aber der Leiter blieb. Warum hat man die Wasser- Verhältnisse nicht vorher geprüft? Man hätte erst mit einigen Stücken einen Versuch machen müssen! Aehnliche Mißerfolge sind in diesem Jahre mit Fohlen zu ver- zeichnen gewesen. Was will es angesichts der Tatsache, daß im Laufe der Jahre für vielleicht 199 999 M. wertvolles Vieh importiert wurde, bedeuten, wenn einmal auf der Auktion in Stettin ein Bulle mit 2999 M. verkauft wird! Man sollte nun wenigstens annehmen, daß der Leiter eines solchen Unternehmens sich demselben völlig und ausschließlich wid- met. Das ist aber nicht der Fall. Der Forstmeister Kcahmer hat eine ausgedehnte Privatpraxis. Er kauft und verkauft Güter, ist Berater in allen möglichen Angelegenheiten, vewaltet im Nebenamt verschiedene Privatgütcr, und da er ein großes diplomatisches Ge- schick hat, so hat er einen großen Kundenkreis, der sich sogar bis in die Neumark erstrecken soll. Würde einem Privatbeamten er» laubt sein, solch zahlreiche Nebengeschäfte zu betreiben? Nebenbei bemerkt: Unsere politischen Gegner im Bunde der Landlvirte ereifern sich gegen daö Kaufen von jüdischen Firmen und fordern auf, bei ihren Genossenschaften zu kaufen. Hier kauft die Hofkammer für fast 99 999 M. Vieh von einer mosaischen Firma, während in Ostfriesland große landwirtschaftliche Gs- nossenschaften zur Verwertung von Zuchtvieh bestehen. Man miß- traut also den landwirtschaftlichen Organisationen im eigenen Lager und kauft lieber bei der jüdischen Firma, jedenfalls weil man glaubt, reeller bedient zu werden. Was aber sagt der Bund der Landwirte zu diesem Beispiel der Hofkammer? Was das Voll zu der Wirtschaft auf dem Krongut Schmolsin sagt, brauchen wir nicht weiter anzuführen. Es werden wohl selbst die Herren Junker nicht annehmen, das Exempel von Schmolsin werde die Anzahl derjenigen vermehren, die der Ucberzeugung sind, daß die Erhöhung der Zivilliste eine unumgängliche Not- wendigteit war!_ Ein Dorado für die lunfter. Zu der Nachricht über den Erwerb der in den Kreisen Lublinitz und Groß- Strehlitz in Oberschlesien gelegenen 196 599 Mvrgen großen Besitzungen des verstorbenen Reichs- tagspräsidenten Grafen Stolberg-Wernigerode durch den Grafen Tiele-Winckler wird es am Platze sein anzugeben, wie gering die Zahl der deutschen Großgrund- besitzer in Polnisch-Oberschlesien ist, welche ungeheure Flächen Landes ihr eigen nennen. In Betracht kommen nur diejenigen fünfzehn ländlichen Kreise Oberschlesieus, welche nach der Volkszählung vom Jahre 1995 mehr als 59 Proz. polnischer Bevölkerung haben. EL sind das die Kreise: Beuthen, Cosel. Kattowitz, Krenzburg. Lublinitz, Neustadt. Oppeln. Pleß, Rattbor. Rosenberg, Rybnik, Groß-Strehlitz, Tarnowitz, Tost- Gleiwitz und Zabrze, deren Gesamteinwohnerzahl am 1. De» zember 1995 1 512 464 betragen hat. Die Verteilung des deutschen Großgrundbesitzes w diesen Kreisen zeigt uns nachstehende Tabelle, die auf Geund des schlesischen Güteradreßbuches vom Jahre 1999 bearbeitet wurde und in unserem Kattowitzer Parteiblatte„Gazeta Robotnicza" zur Veröffentlichung gelangte. Größe des Grundbesitzes Zahl der Grund» 299 899 499 599 699 799 899 999 in Hektar 199— 299— 309— 400— 600— 600— 700— 800— 900— 1000 1999— 1500 1500— 2000 2999— 3000 3009— 4000 4000— 5000 5000— 6000 6000— 7000 7000— 8000 8000— 9000 10000—29000 20000—80000 30000—40000 40000—50000 besitzer 42 32 20 19 22 14 12 10 6 26 14 10 9 6 1 3 1 3 8 8 1 2 Gesamtfläche in Hektar 6 203,12 8 173,52 7 272,53 8 348,66 11 969,44 8 936,03 8 932,9 8 325,8 4 710,7 30 940,11 24 409,16 23 264.31 30 370,0 22 931,5 5 810,0 29 309,5 7 165,4 25 852,0 39 232,19 73 945,5 83 394,5 82 438,0 Es ergibt sich also, daß im Jahre 19l)9: 257 Großgrund- besitzer in den 15 ländlichen Kreisen Polnisch-Oberschlesien über fast 500 000 Hektar, d. h. fast die Hälfte der Gesamt- fläche dieser Kreise verfügten. Eine Handvoll Personen besaß demnach d i e H ä I f t e deS polnischen Teiles OberschlestenS I Die größten Besitzer waren: 1. Herzog von Ujest....... 42 001,0 Hektar 2. Fürst von Pleß........ 40 437,0 3. Herzog von Ratibor....... 83 894,5, 4. Fürst zu Stolberg-Wernigerode... 26 517,0, 5. Prinz Hohenlohe-Jngelfingen... 25 486,0. 6. Graf Henckel Fürst von DonnerSmarck 21 942,2, Insgesamt besaßen diese sechs Besitzer„nur" rund 200000 Hektar Fläche! Die Besitzungen des Fürsten zu Stolberg-Wernigerode sind nunmehr in die Hände des Grafen v. Tiele-Winckler übergegangen. Graf v. Tiele-Winckler hatte nach dem Schlesischen Güteradreßbuch im Jahre 1909 Güter im Umfange von 14380,3 Hektar. Dank dem nun- mehrigen Erwerb besitzt er jetzt Güter in einem Gesamtkomplex von 40 897,3 Hektar Fläche 1 Von der Gesamtfläche des deutschen Großgrundbesitzes in Polnisch-Oberschlesien waren im Jahre 1909 fideikommissarisch 258 128,45 Hektar gebunden, was 24,33 Proz. der Gesamt- fläche der 15 Kreise ausmachte. Von der Gesamtzahl von 258 Großgrundbesitzern waren im Jahre 1909: 64„gewöhnliche" Adelige, 14 Barone und Freiherren, 32 Grafen, 7 Fürsten und Herzöge und 3 Könige (von Preußen, Sachsen und Württemberg). Gewöhnliche Adelige.... 70520,77 Hektar Barone und Freiherren... 11458,26„ Grafen......... 117 707,56„ fiirsten und Herzöge.... 108616,60„ önige......... 21-635,89„ Das macht im ganzen„nur" 419 939,07 Hektar. Beinahe die Hälfte von Polnisch-Oberschlesien war also im Jahre 1909 im Besitze von nur 120 Adels- und Magnatenfamilien. Vergegenwärtigen wir uns, daß viele dieser Magnaten- familien im oberschlcsischen Jndustriebezirk noch manche Kohlen- und Erzgruben, Hütten und andere industrielle An- lagen besitzen, daß die schwere Industrie außerdem in Händen von ebenfalls riesigen Aktiengesellschaften vereinigt ist, daß der Fiskus ebenfalls über ausgedehnte Kohlen- und Hüttenwerke verfügt, so haben wir vor uns das Bild der gottgewollten kapitalistischen Ordnung in Polnisch-Oberschlesien. Auf der einen Seite eine Handvoll von Ausbeutern, auf der anderen dagegen Hunderttausende polnischer Industrie- und Land- Proletarier, deren Lebensaufgabe darin besteht, ihren Aus- beutern fortwährend neuen Mehrwert zu schaffen und selbst in Not und Elend dahinzuvegetieren. Polnisch-Oberschlesien ist fürwahr das Land, wo das Un- sinnige der kapitalistischen Wirtschaftsordnung auf die Spitze getrieben ist._ Koloniale Schaodwlrtichaft. Solange Herr Dernburg Kolonialsekretär war, hütete sich die liberale Presse vor Enthüllungen über die koloniale Mitzwirtschaft. DaS wird nun hoffentlich wieder anders werden, zumal die Zu- stände in unseren Kolonien die schärfste Kritik nach wie vor heraus- fordern. War es doch einfach eine liberale Legende, datz seit Dernburgs Amtsantritt ei» anderes System der Eingeborenen- behandlung eingeführt worden sei. Wie es beispielsweise in Kamerun zugeht, erzählt ein Herr Paul Krause ausführlich in der„Verl. Morgenpost". Dieser Herr, der erst am 1. Juni aus Kamerun zurückgekehrt ist, erörtert die Ermordung des deutschen Kaufmanns Bret- schneider durch die Macca-Leute in Süd-Kamerun. Er kommt dabei auf Grund seiner Keiuitnis der Berhältnisse gerade dieses Stammes zu der Vermutung, datz Kaufmann Bretschneider deshalb mit seinen Trägern erschlagen worden sei, weil er den Ver- such gemacht habe, sich durch Anwendung von Ge» Walt Träger zu verschaffen. Herr Paul Krause gibt dabei eine so interessante Schilderung der Art, wie in Kamerun von den Behörden und Kaufleuten die Eingeborenen behandelt werden. datz e« sich verlohnt, diese Enthüllung eines Landeskundigen aus- fiihrlicher wiederzugeben. Der Stamm der Macca steht unter der Herrschaft de? Hänpt- lingS N'Gelle. Dieser Häuptling beklagte sich bei der letzten An- Wesenheit Krauses auf seinem Gebiete bitterlich über sein und den Seinen seiner Los: Die Station verlange eine Kopfsteuer von jährlich 4 Mark, sie verlange ferner Arbeiter zum Wegebau und weiter dieAbholzung grötzerer Strecken, um Raum für Farmen zu schaffen. Zum Ucberflntz kämen dann noch die Kaufleute und wollten Träger haben. Krause erzählt, datz er den Häuptling so gut wie möglich getröstet habe. Er habe ihm zugeredet, nur ja alles zu tun, um die Station und die Kualcute zufrieden zu stellen. Bei einem Kon- flikt werde er ja doch den Kürzeren ziehen. N'Gelle habe ihm denn auch„unter dem üblichen Radau" schließlich 50 Träger geben, dabei aber gleich gesagt, datz das die letzten feien, die er stellen könne, denn jetzt nmsje er erst Farmen anlegen lassen und die Weiber versorgen. Am 21. März etwa, erzählt Krause weiter, sei der Kaufmann Bretschneider auf 2 Tage sein Gast gewesen. Er habe durch N'GclleS Gebiet gewollt, um Träger anzuwerben. Trotz seines AbratenS sei Bretschneider voller Zuversicht abgereist. Seiner, KrausenS. Ansicht nach sei Bretschneider wohl, als er keine Träger erhielt, mit Gewalt vorgegangen. Er habe wahrscheinlich die Weiber gefangen genommen, um die Männer zu erhalten. Die Gefangennahme von Weibern sei nämlich„eine mit Vorliebe angewandte Methode", um einen Druck auf die Männer auszuüben. Denn daS sei deS Schwarze» empfindlichster Punkt. Nichts könne so sehr seinen Unmut wecken und ihn dem Weitzel, gegenüber feindlich stimmen, als die Entführung seines Weibes. Nehme der Meitze das Lieblingsweib des Schwarzen gefangen, so mache er diesen entweder gefügig oder—„wild"! „Dann erhält der Weihe mit seiner Begleitung keinen Pro- viant, es mutz requiriert werden, kein Unterkommen ist zu finden, die Häuser werden gestürmt, die Weiber aus ihnen vertrieben. Nirgends aber ist dann der Häuptling zu finden. Die Kriegslage ist da." Was es aber mit den Trägerdiensten, zu denen die Schwarzen von den Kaufleuten gepretzt werden, auf sich hat, be- weist folgende Darstellung des Herrn Krause: Und noch ein letzter Punkt wäre zu erwähnen. Am 25. April 1909 erhielt ein Vertreter einer in Süd-Kamerun an- sässigen Handelsgesellschaft zweihundert Arbeiter von N�Gelle- mandma auf sechs Monate, sechs Mark pro Mann. Als die Kontraktzeit abgelaufen war. da wollte der Vertreter der Gesellschaft die Leute zwingen, weiterzuarbeiten. Nun mutz man sich solch einen abgearbeiteten Träger vorstellen. Er kann den Tag kaum erwarten, an dem er in sein Dorf zurückkehren und die Freiheit genietzen kann. Schlafend kann er dann auf den Bananenblättern liegen, von seinen Weibern gefüttert und geliebkost. Nun zwingt ihn der Weihe, indem er ihm den wohlverdienten Lohn nicht auszahlt, noch weiterzuarbeiten. Die Sehnsucht des Schwarzen wird furchtbar groh und unbezwinglich. Da hilft er sich selbst und entflieht. Natürlich ohne Geld, und kann nun, ins Dorf zurückgekehrt, sich bei dem nahen Händler kein neues Hemd, seinen Weibern keine Perlen und Tücher kaufen. Da wird der Meitze verflucht und bei dem Häuptling und Zauberer verklagt. So habe ich einen Weißen gekannt, der sich durch aufgezwungene Ueberarbeit und allerlei Schikane einer Schar von 250 Trägern auf diese Art entledigte. ES waren dieselben Leute, die jetzt den Kauf- mann Brettschneider ermordet haben. Noch vorher waren zehn Träger den langen Weg(vier Wochen!) bis zur Küste gegangen, um bei der Hauptleitung der Gesellschaft ihre Bezahlung zu verlangen. Aber auch da wurde sie ihnen mit der Begründung verweigert, datz sie k e i n e n Ausweis von dem betreffenden Vertreter hätten. Und sie erhielten kein Geld, trotzdem sie ihren Kontrakt, der von der Regierung abgestempelt war. vorlegten. Kann man eS da de» Eingeborene» verdenken, wenn sie sich mit allen Kräften dagegen sträuben, sich als Träger anwerben zulassen? Und kann man es ihnen verdenken, daß sie selbst zur Gewalt greifen, wenn der erstbeste weitze Händler die Un- verfrorenheit besitzt, durch Entführung derWeiber die wider st rebenden Männer gefügig machen zu wollen? Aber nicht nur zn Trägerdiensten der soeben geschilderten Art werden die Eingeborenen gewaltsam gepretzt, sondern auch zur An- läge von Wegen und Straßen, deren„übermäßige Breite" obendrein unser Sachkundiger als ganz zwecklos ansieht: „Wege, auf denen zwei Mann bequem nebeneinander gehen können, wären genügend. Aber da werden die Hunderte von Schwarzen zur Arbeit herangetrieben und müsien scharwerken. Wehe dem armen Schwarzen, der auS der Reihe weicht! Mit Kolbenstoßen wird er wieder zurückgetrieben.— DaS kann das freie Naturvolk nicht vertragen und so bildet sich der Haß gegen den weißen Mann." Trotzdem wird jetzt wahrscheinlich wieder eine Strafexpedition gegen die Mackas entsendet werden. Man wird etliche Dutzend oder je nach- dem auch etliche Hundert Eingeborene niederknallen, wird ihre Dörfer abbrennen und damit andere Stämme fürs erste davor zurückschrecken, ihren weißen Peinigern gegenüber ebenfalls zur Selbsthilfe zu greifen!_ politifcbe debcrlicbt. Berlin. den 4. Juli 1910. Bethmann und Rheinbaben. Mit Rheinbabens Abhalfterung sind die Konser- vativen sehr unzufrieden und sie lassen das immer stärker merken. Die„Kreuzztg.", die bekanntlich als erstes Blatt die „Ucberraschung" zu melden wußte, kommt heute wieder auf den Rücktritt des Finanzministers zu sprechen und erinnert an ihre Mitteilung, daß Frhr. v. Rheinbaben sich ohne Vor- wissen des Reichskanzlers und Ministerpräsidenten zur Ein- reichung seines Entlassungsgesuches entschlossen habe. Und dann setzt das konservative Organ hinzu: „Aus dieser Tatsache ist zu erkennen, datz zwischen diesen beiden Staatsmännern Meinungsverschiedenheiten politischer Art bestehen, die nicht auszugleichen find. An parteipolitische Gegen- sätze denken wir dabei natürlich nicht, denn ein Parteiminister war Frhr. v. Rheinbaben nie.(?!) Aber allerdings läßt sein Rücktritt Schlüsse zu auf die Richtung, in der sich die Politik des Herrn v. Bethmann Hollweg bewegen will, und die liberale Presse zeigt sich davon recht befriedigt." Was die„Kreuzztg." von politischen Meinungsverschieden- heiten sagt, ist etwas rätselhaft. Es wäre aber auch zuviel verlangt, wenn das konservative Blatt zugeben sollte, daß Rheinbaben aus Rivalitätsgründen von Bethmann zur Strecke gebracht worden sei. Daß die liberale Presse be- friedigt sein soll, beweise, auch wenn es wahr wäre, sicherlich nicht, daß der reaktionäre Kurs nicht derselbe bleiben wird, vielleicht mit noch stärkerem freikonservativem scharf- macherischem Einschlag. Die Konservativen scheinen allerdings über die Ausschiffung ihres Vertrauensmannes recht erbittert. Wenn Herr v. Bethmann sich nicht rasch beeilt, neue Proben seiner Zuverlässigkeit abzulegen, kann ihm diese Erbitterung noch teuer zu stehen kommen. Herr v. Jagow gegen Beleidigungen. Aus Anlaß der Wahlrechtsbewegung sind zahlreiche An- klagen erhoben worden, weil Wahlrechtsteilnehmer, durch das unerhörte Vorgehen der Polizeibeamten gereizt, bestimmte Beamte mit dem Ausdruck„Bluthunde" beleidigt haben sollten. Es sind auch Verurteilungen erfolgt, wobei in einer Reihe von Fällen die Gerichte den Angeklagten ihre berechtigte Empörung gegen das Vorgehen der Polizei zu gute hielten. Da die Anklagen in der Hauptsache auf Beleidigung lauteten, gelang es nicht, das gesamte Verhalten der Polizei an den Wahlrechtssonntagen so zu beleuchten, wie das wünschenswert gewesen. Daß Polizeibeamte gegen die Wahlrechtsdemonstranten nicht nur tätlich vorgingen, sondern sie auch in der gröblichsten Weise beschimpften, ist bekannt; wir selbst haben in unserem Blatt eine Blütenlese polizeilicher Schimpfworte veröffentlicht. Ein Arbeiter, der am 6. März mit seiner Frau ini Tiergarten spazieren ging, mußte hören, wie ein Schutzmann seine Frau „Verfluchte Sau, verfluchte Hexe" titulierte. Es gelang ihm mit vieler Mühe, den Namen des schimpfenden Schutzmanns festzustellen. Er wandte sich beschwerdeführend unter Angabe von Zeugen an den Polizeipräsidenten, der eine Untersuchung einleitete. Der beschuldigte Schutzmann suchte sich auszureden, indem er angab, die Worte hätten sich auf sein Pferd bezogen. Es scheint ihm aber nicht geglaubt worden zu sein, denn dem Beschwerdeführer ist dieser Tage folgender Bescheid zugegangen: „Ihre Beschwerde vom 6. d. Mts. habe ich nach dem Ergebnis der angestellten Ermittelungen für begründet erachtet und dementsprechend den in Frage kommenden Beamten bis- ziplinarifchbe straft. v. Jagow." Damst ist nun auch offiziell festgestellt, in welcher Weise Beamte das Publikum behandelt haben. In nur wenigen Fällen wird es gelingen, den Namen schimpfender Schutzleute festzustellen. Immerhin soll anerkannt werden, daß Herr v. Jagow diese Beleidigungen nicht billigt. Wünschenswert wäre allerdings zu wissen, welcher Art die disziplinarische Bestrafung war._ Ein„Llnks"-Nationalliberaler. In Frankfurt-Lebus haben die vereinigten liberalen Par- teien bekanntlich den Archivrat Dr. Winter als Kandidaten für die bevorstehende Reichstagsersatzwahl aufgestellt. In einer Kaudidatenrede, die Herr Dr. Winter in Frankfurt a. O. hielt, hat er sich nach einen: Bericht der„Frankfurter Oder- zeitung" eifrig bemüht, den Konservativen Liebens- Würdigkeiten zu sagen. Er hat seiner Sehnsucht nach dem alten Bülowblock den lebhaftesten Ausdruck verliehen und sich zu dem Ausruf hinreißen lassen:„Dieser Block mutz wieder herge st ellt werden, ob mit oder ohne Bülowl" Der liberale Kompromißkandidat hat aber nicht nur derartig um die Gunst der Konservativen ge- buhlt, sondern er hat den Konservativen auch seine Unter- stützung für den Fall verheißen, daß es zwischen dem konservativen Kandidaten und dem Soialdemokraten zu einer Stichwahl käme. Wie dem„Berliner Tageblatt" aus Frankfurt a. O. mit- geteilt wird, soll die Rede des Herrn Winter die dortigen Freisinnigen einigermaßen überrascht haben. Die Frei- sinnigen des Wahlkreises hätten freilich von vornherein gegen Herrn Winter etwas mißtrauischer sein sollen. Hat dieser Herr doch seinerzeit. als er in Eisenach durchgefallen war, seinen Parteifreunden empfohlen, in der Stichwahl für den Antisemiten Herrn Schack ein- zutreten, eine Wahlparole, die denn auch befolgt wurde. Das Eintreten des Herrn Winter für Herrn Schack war um so eigenartiger, als der Herr auch Vorstandsmitglied deS Vereins zur Abwehr des Antisemitismus war I Auf Betreiben Th. Barths sah sich Herr Winter genötigt, seinen Vorstandsposten niederzulegen. Beamtenmahregelung. Der Fall Zollitsch wurde am Montag bor dem Reichs- disziplinarhot in Leipzig verhandelt. Der Oberpostassistent Zollitsch war am 28. Oktober v. F. von der Disziplinarkammer in Potsdam zu Dienstversetzung und Minderung deS DiensteinkommenS um>/„ verurteilt worden, weil er als Vorsitzender des Verbandes mittlerer ReichSpost- und Telegraphenbeamten nicht verhindert habe, datz in dem Organ des Verbandes Artikel erschienen, in denen die Be- Hörde böswillige Angriffe und Verunglimpfungen erblickte. Die Disziplinarkammer sah von einer Strafe auf Dienstentlaffung da- mals nur deshalb ab, weil Zollitsch sich 21 Jahre hindurch gut geführt und von seinen Vorgesetzten ein vorzügliches Leumundszeugnis erhalten hatte. Der kaiserliche Disziplinarhof bestätigte das Urteil der Potsdamer Disziplinarkammer. Zollitsch sei nach den Statuten des Verbandes verpflichtet gewesen, den Redakteur zu überwachen. Er« habe deshalb die Veröffentlichung der Artikel verhindern müssen. Ob- wohl Nicht festgestellt sei, datz die betreffenden Artikel unwahre Tatsachen enthielten oder die Tatsachen entstellt wiedergegeben seien und dem Angeschuldigten der gute Glaube beizumessen wäre, enthielten die Artikel zweifellos eine unzulässige Kritik der Matznahmen der Postvcrwaltung, die geeignet gewesen sei, den Gedanken an Auflehnung und Haß gegen die Be- Hörden zu schüren! Danach steht also den Beamten nicht das Recht zu, eine den Tatsachen angemessene rückhaltslose Kritik an behörd- lichen Matznahmen zu üben!_ Flucht aus den Reihen der Konservativen. In einem Artikel des„Berliner Tageblatt" war die„Deutsche Mittel st andsvereinigung" den Konservativen zugerechnet worden. Dagegen erhebt nun der Vorstand dieser Bereinigung, Landtagsabgeordneter Rahardt, ganz entschieden Protest. In dem Schreiben heißt es: „Es ist eine bei den linksstehenden Politikern häufig anzu- treffende Ansicht, unsere Vereinigung als ein Bestandteil der kon- servativen Partei anzusehen. Unsere Stellung zur Reichsfinanz- reform, insbesondere zur Erbschaftssteuer und zum Hansabund sollte unseres Erachtens doch endlich gezeigt haben, datz unsere Vereinigung weder ein Bestandteil der konservativen Partei ist, noch in dem Fahrwasser irgend einer anderen Partei segelt." Das scharfe Abrücken der Mittelständler von den Konservativen. die sich bisher stets als die berufensten Anwälte deS Mittelstandes aufgespielt haben, verdient aber als symptomatisch vermerkt zu werden. Der Nachfolger Dallwitz'. Wie die«Nordd. Allg. Ztg." mitteilt, ist der bisherige Unter» staatssekretär des Staatsministeriums, Dr. v. Guenther zum Oberpräsidenten der Provinz Schlesien ernannt worden. Auch die Ernennung Herrn v. Rheinbaben? zum Ober- Präsidenten der Rheinprovinz ist gestern amtlich vollzogen worden. Birchow und Wilhelm»I. In verschiedenen Blättern wird behauptet, datz der Ausschuß für daS Birchow-Denlmal auf seine Anfrage beim Hofmarschallamte, wen der Kaiser als Vertreter zur Denkmalsfeier entsenden werde, die Antwort erhalten habe, datz der Monarch sich bei der Feier nicht zu ver tretenlassen gedenke. Virchow ist als Gelehrter ein Stolz der deutschen medizinischen Wissenschaft. Die NichtbeteUigung Wilhelms II. ist offen- bar eine Demonstration gegen die politische Ge- sinnung— Virchow war bekanntlich Fortschrittler— des großen Pathologen. Wenn die Geschichte wahr ist, ist sie wirklich sehr charakteristisch._ Unberechtigtes Vcrsammlungsverbot. In N e u e n h a g c n bei O d e r b e r g in der Mark wollten unsere Genoffen auf einem Grundstück eines Parteigenossen eine öffentliche Versa in mlung unter freiem Himmel abhalten. Der Amtsvorsteher zu Oderberg-Bralitz versagte aber die Genehmigung, indem er in der üblichen schematischen Weise einfach erklärte, die öffentliche Sicherheit erscheine gefährdet. Genosse Ebel beschwerte sich vergeblich wegen des Verbots beim Landrat und beim Regierungspräsidenten in Frankfurt a. O. Im Laufe des Beschwerdeverfahrens hatte der Amtsvorsteher in einem Bericht als einen Grund für seine Furcht eine Atesserstecherei zwischen zwei Aiännern angegeben und behauptet. der eine der beiden sei von einem Turnfest in Bralitz ge- kommen. Der Vorfall passierte auf der Dorfstratze. Dann mutzte der Ueberfall eines Nachtwächters herhalten. Es sei anzunehmen, meinte der Polizeiverweser, datz sich unter den Leuten, die den Nachtwächter überfielen, Besucher einer Versammlung in Oder« berg befunden hätten.— Der Regierungspräsident mutzte in seinem Beschwerdebescheide zugeben, doch die angebliche Versammlung in Oderbcrg überhaupt gar keine Versammlung gewesen, sondern ein Fest. Bei Rechtfertigung der Klage, die gegen den RegierungS- Präsidenten angestrengt wurde, wies Rechtsanwalt Kurt Rosenfeld auf diese Unstimmigkeit hin und machte außerdem darauf aufmerksam, datz nicht der geringste Anhalt gegeben sei für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Messerstecherei sowie dem Ueberfall des Nachtwächters einerseits und dem kleinen Fest bezw. dem Turnfest in Bralitz. Im übrigen sei ein Turnfest auch nicht mit einer Versammlung auf eine Stufe zu stellen. Was vorgebracht sei. wären nur Mutmaßungen, die ein Verbot der Versammlung nicht rechtfertigen könnten. Konkrete Tat» fachen, aus denen für den Fall der Abhaltung der Versammlung unter freiem Himmel auf die nahe Verwirklichung einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit geschloffen werden könnte, seien in keiner Weise vorgebracht. DaS Oberverwaltungsgericht gab am Freitag der Klage st att und erklärte die Versagung der Genehmigung für nicht gerechtfertigt. Der Senat, hieß es in dem Urteil, könne die Gründe der Behörden nicht für durchgreifend erachten. Sperrung der rusfischen Grenze. Wegen der i n Deutschland an den russischen Grenzgebieten (Johannisburg-Lyck) ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche ist die preußische Landesgrenze für sämtliche russischen Einfuhrartikel gesperrt. Wohlverstanden: nicht etwa Rußland schützt sich vor der in Deutschland ausgebrochenen Seuche, sondern Preußen benutzt diese Seuchengefahr, um ihre Landesgrenze für sämtliche aus Rußland bisher bezogenen Lebens- und Bedarfsartikel für längere Zeit abzn» sperren. Das bedeutet besonders für die ärmere Bevölkerung der preußischen Grenzgebiete eine schwere wirtschaftliche Schädigung. Es müssen insbesondere für Milch und Molkereierzeugnisse erst neue Bezugsquellen geschaffen werden. Das werden die ostpreutzischen Agrarier natürlich sofort zur Schröpfung der Kon- sumenten ausnutzen. Und wenn nun wirllich, was ja nicht ver- ivunderlich wäre, die Maul- und Klauenseuche auch in Rußland infolge von Verschleppung ausgebrochen ist, dann wird das ein will- kommener Anlaß sein, die Grenzsperre recht lange aufrecht zu er- halten. Haben die Junker doch erst vor einigen Wochen in land- wirtschaftlichen Zentralvereinen beraten, auf welchem Wege das Privileg der preußischen Grenzbewohner, kleine Ouantitäten Fleisch zollfrei über die russische Grenze zu holen, abgeschafft werden konnte I Jetzt haben sie noch niehr als das erreicht. Die Angelegenheit Langhammer, die in der n a t i o n a l l i b e- ralen Partei Sachsens schon so große Erregung hervorgerufen hat, wird noch weitere Kreise ziehen. Der nationalliberale Verein in Chemnitz lehnte nach einer, sehr lebhaft ver- laufenen Versammlung ein Mißtrauensvotum gegen den Abg. Langhammer a b und erklärte sich mit seinem Verhalten bollkommen einverstanden. Da die LandtagSfraktion den ent- gegengesetzten Standpunkt eingenommen hat. scheint ein Konflikt unvermeidlich._ Ein Zwangsenteignnngsgcsetz. München, 1. Juli!(Eig. Ber.) Schon jahrelang fordern die groszen Städte Bayerns ein Gesetz, daS ihnen eine Handhabe gibt, bei der Durchführung ihrer Bebauungspläne den Widerstand der Grundeigentümer zu breche». Bisher war es absolut unmöglich, auf dem Weg der Enteignung die Durchführung einer geplanten Straße oder die Anlegung eines öfsent» lichen Platzes zu erzwingen. Die Regierung hat nun ein Notgesetz vorgelegt, das haupisäch- lich durch den Ausbau der Wasserkräfte veranlaßt ist. bei dem vor- aussichtlich das ZwangSenteignungsverfahren in größerem Maßstäbe notwendig werden wird. In dem Gesetzentwurf war auch den Ge- meinden daS Recht gegeben, behufs Durchsührung von Straßen das Enteignungsverfahren einzuleiten. Die Kammer der Reichsräte hat nun diese für die Städte so außerordentlich wichtige Bestimmung einfach herausgestrichen. Als die patentierten Wächter des Privat- eigentnms sehen sie in dem Enteigungsrecht eine Vorstufe für die Konfiskation des Eigentum». In den Verhandlungen des Plenums machte unser Parteigenosse S ä ck l e r durch Stellung eines Antrages den Versuch, den Ge- nreinden jenes Recht gesetzlich zu sichern. Der Minister stellte sich prinzipiell auf den Standtpunkt unseres Genossen, verzichtete aber im Interesse des Zustandekommens des Gesetzes auf den Artikel zu- gunsten der Gemeinden. Der Antrag Säcklcr wird sodann abgelehnt durch die Mehrheit des Zentrums gegen die Sozialdemokraten, Libe- ralen und Bauernbündler und sodann daS ganze Notgesetz einstimmig angenommen._ franhmcb. Pressensä in günstiger Stichwahl. Paris, 4. Juli. Bei der für den verstorbenen sozialistischen Deputierten C h a u v i ö r e im 15. Pariser Bezirk stattgehabten Ersatzwahl erhielt de Pressensö(geein. Soz.) 4815, d'Aramon(Kons.) 4072 und Chörioux(soz.-rad.) 3460 Stimmen. Es ist Stichwahl erforderlich. Da derRadikalsozialist jedenfalls zu Gunsten P r e s s e n sos zurücktreten wird, um die Wahl des Konservativen zu ver- hindern, so darf man sicher erwarten, daß Genosse P r e s s e n s 6, der ausgezeichnete Kenner der auswärtigen Politik, dessen Niederlage bei der letzten Wahl von der Partei sehr schmerz- lich empfunden worden war, bald wieder der Kammer ange- hören wird. ßelgien. Ein Streich des UnterrichtSministerS. Brüssel, 30. Juni.(Eig. Ber.) Die.Freiheit des Unterrichts* ist die größte Sorge der Klerikalen auf dem Schulgebiet. Mit diesem Schlagwort argumentieren sie auch gegen die obligatorische Schul- Pflicht, von deren Durchsetzung sie eine starke Beeinträchtigung des klerikalen Unterrichts befürchten. Den Familienvätern, sagen die Klerikalen, mutz die Freiheit garantiert und die Möglichkeit gegeben werden, ihre Kinder in klerikale llnterri'chtsanstalten zu schicken. Damit eS an diesen nicht mangele, hat ja der klerikale Minister DeScampS den Klöstern Heuer daS Millionengefchenk gemacht, das, so weit es nicht für die Wahlen perwendet wurde, der Klerikalisierung des Unterrichts dienen wird. Wie der Unterrichtsminister die.Freiheit* des Unterrichts auffaßt, hat er dieser Tage mit aller Deutlichkeit gezeigt. Die Unterrichtsanstalteul im Heimegau, dessen vorzügliche Fach- schulen insbesondere rühmlichst bekannt sind, find den Klerikalen ein Dorn im Auge. Die Provinz Hennegau hat die größten Opfer gebracht, um die verschiedensten Zweige des Unterrichts auszubauen und im modernsten Sinn zu vervollkommnen. In den Augen der Klerikalen haftet ihnen aber ein.schwerer Fehler an: sie sind nicht klerikal. Nicht klerikal heißt aber bei der Regierung religionöfeindlich, atheistisch, gegen die bestehenden Gesetze ver- stoßend. In der Tat auch dieses letzterei Denn der Herr Minister hat dieser Tage die Behörden der Provinz Hennegau verständigt, daß er den dortigen„Lcole» normales"(Lehrerbildungsanstalten) nicht daS Recht zuerkennen kann, Diplome aus« zustellen! Er erklärt daS Programm dieser Anstalten für anfechtbar, ihre Ziele für nicht vereinbat mit den gesetzlichen Vorschriften. Ueberflüssig zu sagen, daß diese wie alle Lehranstalten der Provinz keine anderen„Ziele* als pädagogische und rein wissenschaftliche verfolgen, die ihnen reiche Anerkennung aller Nichtklerikalen eingetragen haben. Was das Pro- gramm der vom Minister mit dem Bann belegten Anstalten betrifft, so haben die betreffenden Behörden seit vier Jahren vergebens Herrn DeScampS um die Angabe der Punkte ersucht, die er als im Gegen- satze mit den gesetzlichen Bestimmungen bezeichnen könnte. Die Wahrheit ist, daß die klerikale Regierung nur Lehrer will, die aus ihren klerikalen Lehrerbildungsanstalten hervorgehen. In der Tat sind außer den Lehrer- bildungsan st alten des Hennegau und jener Brüssels alle anderen in Belgien klerikalisiert- Der letzte Streich der Regierung ist nur ein neuer Vorstoß gegen den ver- haßten.öffentlichen Unterricht* und entspricht nur dem Schulprogramm der Klerikalen, allem, was der Vcrpfaffung auf dem Schulgebiete entgegensteht, entgegenzuarbeiten, das verlorene UnterrichtSmouopol wieder zurück zu erobern. Herr DeScampS verweigert muster- gültigen Anstalten daS OeffentlichkeitSrecht, während er unterschied?- los allen Lehrerbildungsanstalten für den höheren und den Volks- schulunterricht, allen Fach- und Industrieschulen, allen Akademien, die unter dem Schutz des Klerus und der Kongregationen stehen, das Recht zuerkennt, unter einer bequemen Kontrolle Diplome aus- zustellen! Das Programm und die Ziele dieser Schulen ent- sprechen eben, wie der Minister sagt, dem Geist deS Gesetzes. Italien. Die Gemeindewahlcn in Rom. Rom, 4. Juli. Bei den gestern stattgefundenqn G e- m e i n d e w a h l e i: siegte die Liste der„Volksparteien" mit großer Majorität. Die Volksschule. Rom, 2. Juli. Die Deputiertenkammer sehte in der heutigen Sitzung die am Dienstag begonnene Beratung des Gesetz- entwurfs betreffend den Elementarunterricht fort, der bezweckt, durch Hebung der Elementarschule, durch Verstärkung der Staatsau sticht und Erhöhung der Lehrergehälter das Analpha- b e t e n t u m energisch zu bekämpfen. In der bisherigen Debatte war von katholischen Deputierten die Ansicht verfochten worden, daß einige Bestimmungen des Gesetzentwurfs die Autonomie der Gemeinden beeinträchtigten, denen man volle Freiheit lassen müsse, da sie von selbst und zufriedenstellend für den Elementarunterricht Sorge trügen. Von den Deputierten der äußer st en Linken war dieser Standpunkt lebhaft bekämpft worden. Im Laufe der heutigen Debatte erklärte Unterrichts- minister C r e d a r o, die Regierung sei geneigt, bei der Einzel- beralung der Artikel gewisse Abänderungen einzuführen. Ministerpräsident L u z z a t t i führte aus, es sei«ine Ehren- Pflicht der Kammer, die Diskussion der Artikel zu Eude zu bringen. ES seien zwar 1600 Petitionen eingebracht worden, die gegen den Gesetz'enltvurf als einen Angriff auf die Fr ei hei! SiS Gewissens und deS Unterrichts und die Autonomie der Gemeinden protestieren, aber er glaube der Mehrheit der Kammer sicher zu sein, wenn er diese Proteste zurückweise, wobei er von der Voraus- setzung ausgehe, daß ihre Urheber in ihrem guten Glauben getäuscht seien. Das Gesetz werde nach seiner Ansicht genügen, das Anal- phabctentum zu beseitigen. Wenn nicht, werde er sicher- lich nicht zögern, radikalere Maßnahmen zu ergreifen. Die Kammer nahm hierauf in namentlicher Abstimmung mit 374 gegen 21 Stimmen die vom Ministerpräsidenten vorgeschlagene Tagesordnung an und ging zur Einzclberatung der Artikel über, Spanien. Antiklerikale Knndgebungeu. Madrid, 3. Juli. Heute nachmittag fand hier eine von den Republikanern und Sozialisten veranstaltete antiklerikale Demonstration statt, an der sich eine gewaltige Menschenmenge, darunter auch Frauen aus allen Klassen der Gesellschaft, beteiligte. An der Spitze des Zuges, der zwei Kilometer lang war, schritten alle libe- ralen, republikanischen und sozialistischen Parteiführer, unter ihnen Moret, Periz Galdos, Sol y Ortiga, Azcarate u. a.— Auch aus der Provinz werden zahlreiche ähnliche Kund- gedungen gemeldet._ Ein Zusammenstoß. Sevilla, 4. Juli. Nach Auflösung einer antiklerikalen Versammlung zog eine Gruppe von Demonstranten an dem konservativen Klub vorüber und stieß vor diesem Rufe gegen M a u r a auL. Es kam zu eincnl Zusammenstoß zwischen den Konservativen und den Radikalen, welcher die Polizei veranlaßt?, einzuschreiten und mehrere Ver- hastungen vorzunehmen. Cnglsnck. Die Budgetdebatte. London, 4. Juli. Unterhaus. In der Beratung über das Budget besprach Austen Ehamberlain die Pläne Lloyd Georges betreffend die Möglichkeit der Einführung der A r. beitslosen- und Altersversicherung und erklärte, es sei unvorsichtig, Hoffnungen zu hegen, die sich auf die Flotten» Politik einer anderen Machl gründeten. Die Baurate, loelche in dem ursprünglchen deutschen Bauplan vorgesehen sei, solle in bezug auf die großen Schiffe im Jahre 1912 um die Hälfte verringert werden, wenn die Lage unverändert bleiben würde. Aber glaube Lloyd George wohl, daß die Lage in der Tat unverändert bleiben würde; glaube er, daß Deutschland, nachdem es einmal diesen Pfad betreten habe, zufrieden sein werde mit seinem jahrealten Plan? Jedenfalls halte es Lloyd George für richtig. staatS- männisch oder klug, den Leuten zu sagen, daß, wenn sie die soziale Reform wollten, sie die nationale Verteidigung auf- geben müßten. 4• Schweden, Die Militaristen unter sich. Stockholm, 2. Juli.(Eig. Ber.) Als im Herbst 1007 die Re- gierung das VerteidigungSkomitee ernannte, das, wie der Staats- minister sagte, die LandcSvertetdigungsfrage besonders mit Rück- ficht auf die ökonomische Tragkraft des Landes untersuchen sollte, forderte sie auch unseren Parteigenossen Branting auf. dem Komitee beizutreten, was dieser jedoch ablehnte. ES war voraus- zusehen, daß das Ergebnis der Komiteearbeiten eine weitere Steigerung der Militärlasten sein werde, und dafür wollte die Sozial- demokratie in keiner Weise irgend welche Verantwortung über- nehmen und auch den Schein vermeiden, als ob sie daran teil hätte. Inzwischen hat es sich gezeigt, daß das Komitee nicht das mindeste getan hat, um die ökonomische Tragfähigkeit des Landes zu prüfen, sondern sich in seiner Mehrheit ohne weiteres den Milllonenprojekten der Regierung zur Anschaffung neuer Panzer- schiffe und zum Bau einer neuen Flottenstation anschloß. Die liberalen Mitglieder im Komitee bekämpften diese Art der Lösung der vorliegenden Aufgaben, drangen aber damit nicht durch und hatten auch bei der Regierung keinen Erfolg, als sie im Reichstag den Staatsminister an die Worte erinnerten, mit denen er vor drei Jahren dem Komitee seine Aufgabe vorschrieb. Nun haben die liberalen Komiteemitglieder ihre Aemter niedergelegt. Die Militaristen sind nun also in dem Komitee ganz unter sich. Wie es heißt, will der Staatsminister Lurdman mit seiner ganzen Person für seine militaristischen Pläne eintreten.. Nach dem AuS- tritt der Liberalen aus dem Komitee darf man annehmen, daß er eine Niederlage dabei erleiden wird. Auch in den liberalen Kreisen des Bürgertums bricht sich immer mehr die Auffassung der Sozial- demokratie Bahn, daß Schweden durch die grenzenlosen Rüstungen schließlich dahin kommen muß. ein befestigtes Armenhaus zu werden. ßiilUand. Die Sanktion des Zaren. Petersburg, 4. Juli. Der Kaiser hat daS von der Reichsduma und dem ReichSrat angenommene Finnland- gefetz bestätigt._ Hus der Partei. Parteiliteratur. Die Erhöhung der Zivilliste. Die Reden der beiden sozialdemokratischen Vertreter im preußischen Abgeordnetenhause Adolf Hoffmann und Paul Hirsch, die diese bei den Verhandlungen über die Erhöhung der Zivilliste des Königs gehalten haben, sind als Brosch41re er- schienen. Die Kritik unserer Genossen an diesem wenig zeitgdmätzen Gesetzentwurs hat weit über die Kreise unserer Parteigenossen ein zustimmendes Echo gefunden. Bei den gewerkschaftlich organisierten Arbeitern werden namentlich die Ausführungen des Genossen Hirsch Interesse erwecken, in denen er die Entstellungen des Ministers zurückwies und dessen vollständige Unkenntnis der gewerkschaftlichen Bestrebungen der Arbeiterklasse darlegte. Die Broschüre ist im Parteiverlage Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, erschienen und kann durch alle Parteibuchhand. lungen und Kolporteure bezogen werden. Der Preis ist 16 Pf. O Bon der Lieferungsausgabe: Bebel, Aus meine« Leven, ist soeben Heft 6 und 7 zur Ausgabe gelangt Mit dieser Ausgabe ist ein in weiten Kreisen vielfach geäußerter Wunsch in Erfüllung gegangen. Der Preis der alle 3 Tage von der Firma Paul Singer in Stuttgart herausgegebenen Hefte beträgt 10 Pf. ©ämtliche Partei- sowie sonstige Buchhandlungen und Kolpor- teure übernehmen die Auslieferung. In die Redaktion des„Gothaer BolkSblatteS" tritt am 1. August Genosse Bruno Kühn als zweiter Redakteur ein. Genosse Kühn war seit mehreren Jahren an der Parteipresse tätig. desgleichen wirkte er für den Holzarbeitcrverband. PoUreilledes, Serievtlickea ulw, Die Justiz gegen die Arbeiterpresse. Nicht weniger als achtzehn Gerichtsurteile wurden im Monat Juni gegen Redakteure der Arbeiterpresse gesprochen, gegen 13 im Mai und 6 im April d.J., im letzten Bierteljahr zusammen also 36 Preßprozesse! Eine so riesig« Zahl Prozesse gegen die freie Presse dürft« noch nicht dagewesen sein w normalen Zeiten. Man ersieht daraus wieder, wie die sozial- demokratischen Zeitungen„mit allen zu Gebote stehenden Mitteln* bekänrpft tvcrden. Der Juni ergab an Bc- strafungen 7 Monate 3 Wochen Gefängnis und 4930 M. Geld- strafe. Die drei Monate zusammen: 2 Jahre, 4 Monate, 2 Wochen Gefängnis und 7755 Mark Geldstrafe» l Drei freisprechcude Urteile kommen außer Betracht. Beteiligt ist ein Gewerkschaftsblatt, die ..Bergarbeiterzeitung*, wegen Beleidigung von Direktoren des Bochumer KnappschaftSvereinS mit 1000 M., in allen anderen Fällen handelt eS sich um Parteiblätter. Es entgeht fast keines seinem Schicksal. Die niedrigste Strafe, die verhängt wurde, betrug 100 Mark, die höchste 6 Monate Gefängnis. Strafkonto der Presse. Der Beleidigung des Essener Ober' bürgcrmeifters angeklagt stand am Freitag Genosse Steinbüchel von der Essener„Arbeiterzeitung". Unser Parteiblatt hatte das unerhörte Vorkommnis kritisiert, daß dem sozialdemo- kratischen Stadtverordneten Genossen Hohage im Essener Stadt- verordnetenkollegium keinerlei Antwort gegeben wurde, als er den Oberbürgermeister interpellierte, weshalb dem BildungSauSschuß der Essener Arbeiterschaft der städtische Saalbau für ein Konzert ver- weigert worden. Der Staatsanwalt fand die Kritik über alles Matz hinausgehend und unflätig und beantragte— zwei Monate G e f ä n g u i s I Das Gericht erkannte an, daß Genosse Steinbüchel. der Vorsitzender des Bildungsausschusses ist. berechtigte Interessen gewahrt habe, erkannte ihn aber wegen einiger„zu scharfer Aus- drücke" der formalen Beleidigung schuldig und diktierte ihm eine Geldstrafe von 100 Mark. Vom Schöffengericht zu Eisleben wurde Genosse Leopolbt vom„Volksblatt für Halle* wegen Be- leidigung eines SchieferwiegerS zu 160 Mark Geldstrafe verurteilt._ Bus der Reicljsvertichcriingsordnungs- Kommission. Sitzung am Montag, den 4. Juli 1910. Zunächst wurde der Abschnitt über K a s s e n v e r b ä n d e er- ledigt. Für den Verband ist eine Satzung durch übereinstimmenden Beschluß der beteiligten Kassenausschüsse zu errichten. Die Satzung muß aber nach der Vorlage vom Oberversicherungsamt genehmigt werden. Auf Antrag der Sozialdemokraten wurde der Zu- sah hinzugefügt, daß die Genehmigung nur versagt werden darf, wenn die Satzung den gesetzlichen Vorschriften nicht genügt, und daß die Gründe mitzuteilen sind. Jede Kasse kann mit dem Schlüsse des Geschäftsjahrs aus dem Kasscnverband ausscheiden, wenn sie es spätestens sechs Monate zu. vor bei dem Vorstande beantragt hat. Hierzu wurde auf Antrag der Sozialdemokraten beschlossen, daß die ausgeschiedene Kasse auf die Dauer von 2 Jahren für die eingegangenen Ber» pflichtungen des Kassenverbandes haftbar bleibt. Bei Ausscheiden einer Kasse oder Auflösung des Verbandes soll von dem Reinvermögen des Verbandes jede ausscheidende Kasse den Anteil erhalten, der für das letzte Geschäftsjahr dem Ver. hältnis ihrer Beiträge zu deu Gesamtbeiträgcn an den Verband entspricht. Ergibt sich ein Fehlbetrag, so hat jede ausscheidende Kasse nach demselben Verhältnis zuzuschießen. Die Sozial. demokraten wiesen darauf hin. daß sehr leicht in dem letzten Jahre vor dem Ausscheiden eine sehr beträchtliche Veränderung des Mitgliederbestandes und demgemäß auch der Beiträge eintritt und dann die Verteilung nach dem Verhältnis des letzten Jahres zu großen Ungerechtigkeiten führen würde. Sie beantragten daher, daß die Beiträge nicht allein im letzten Jahre, sondern in den zwei letzten Jahren maßgebend sein sollen. Der Antrag wurde angenommen. Endlich wurde— wiederum auf Antrag der Sozialdemo» kraten— zu dem Abschnitt noch die Bestimmung hinzugefügt: Krankenkassen können durch Beschluß ihrer Ausschüsse solche Kassen. Vereinigungen bilden oder ihnen beitreten, die den allgemeinen Zwecken und Zielen der Krankenhilfe dienen. Durch diese Be. stimmungen ist das Weiterbestehen der freien Kassenvereinigungen gesichert worden. Hierauf begann die Debatte über das Verhältnis der Krankenkassen zu den Aerzten. Abgeordneter Dr. M u g d a n trat dafür ein, daß die Kassen verpflichtet werden sollen, die freie Arztwahl durchzuführen, und daß ein Kassenarzt nur in besonderen Fällen angestellt iverden darf. Ob ein besonderer Fall vorliegt, soll die durch 4 ärztliche Beisitzer verstärkte Spruchkammer des Lberversicherungsamtö entscheiden. Auf der anderen Seite standen die Sozialdemokraten, die unbedingt den Kassen selbst die Entscheidung darüber überlassen wollen, welches Arztsystem sie durchführen. Die Frage des Arzt» systems sei für uns keine Parteifrage. So viel stehe aber fest, daß sich in einigen Bezirken das freie Arztwahlsystem bewährt, daß es dagegen in anderen Bezirken zu großen Schwierigkeiten geführt habe. Daher ist hier ein allgemeiner Zwang nicht angebracht. Der einzige gangbare Weg sei dein daß Instanzen zur Verständigung ge> schaffen werden, und die Kassen, falls keine Verständigung zustande kommt, nicht mehr wehrlos den Aerzten ausgeliefert werden. Ent» scheidend müsse unter allen Umständen die Rücksicht auf eine mög- lichst gute ärztliche Hilfe sein. Deshalb seien wir gegen jedes auf- gezwungene Aerztesystem. Ter nationalliberale Abgeordnete Hausmann erklärte sich gegen die freie Arztwahl, weil der Leipziger Verband der Aerztc. der die Kassen unter seine Knute bringen wolle, zu weit gegangen sei. Er will aber das Kassenarztsystem durch die Bestimmung ab- schwächen: Hat eine Kasse mehr als 1000 Mitglieder, so ist den Mitgliedern für jedes angefangene weitere halbe Tausend ein fernerer Arzt zur freien Wtahl zur Verfügung zu stellen, soweit die örtlichen Verhältnisse es gestatten. DaS Zentrum wußte wieder keinen besseren Ausweg als— zu der Weisheit der Aufsichtsbehörde Zuflucht zu nehmen. ES be» antragte: Kassenärzte sollen nur mit Genehmigung des Oberver» sicherungsamtcs(Beschlußkammer) angestellt werden. Das Ober» versicherungsamt darf seine Genehmigung zur Anstellung eines Kassenarztes nur dann geben, wenn ein allgemeiner Arztvertrag nicht unter angemessenen Bedingungen, insbesondere nicht ohne Gefährdung der Leistungsfähigkeit der Kasse oder ohne Schädigung berechtigter, durch Vertrag anerkannter Interessen angestellter Kassenärzte zu erreichen ist. Die Regierungsvertreter versicherten, daß die Vor» läge, die beide Systeme zulassen will, die beste Möglichkeit für eine segensreiche EntWickelung des Verhältnisses zwischen den Kassen und den Aerzten biete. Der Vertreter der württembergischen Regierung legte ausführlich dar, daß schon unter den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen in Württemberg sich ein ganz gutes Ver» hältnis zwischen den Krankenkassen und den Aerzten herausbilde. Freilich könne auch hier nicht von einer absolut freien Arztwahl die Red« sein. Auch er kam zu dem Schluß, daß die Bestimmungen der Regierungsvorlage eine weitere günstige Entwickelung zulassen. Am entschiedensten sprach sich Graf v. Westarp gegen die Ansprüche des Leipziger Verbandes aus. Auf dem Lande sei die freie Arztwahl ganz undurchführbar. Außerdem trete der Leipziger Verband so gegen die Kassen aus. daß diese oft genug in bezug auf die Regelung des ärztlichen Dienstes gar nichts mehr zu sagen haben. Und dann erst die Drohung mit dem allgemeinen Streik gegen das neue Gesetz. Hiergegen müsse die Gesetzgebung sich auf» schärfste wenden. Vielleicht sei es notwendig, den§ 153 der Ge» werbcordnung. der den Mißbrauch der Koalitionsfreiheit mit Strafe bedroht, auf die Aerzte auszudehnen. Unter allen Umständen müßten aber die arbeitswilligen Aerzte besser geschützt werden, al» in der Vorlage vorgeschlagen worden sei. Schkießlich mußte die Debatte abgebrochen werden. Morgen Fortsetzung. GcwerhlcbaftUcbeB. »»Cs ift fcbUmm, daß es folcbe Leute gibt I" ?Su einer öffentlichen GeloerktiereinSversammlung, die am Don- nerSmg abend zwecks Besprechung der Aussperrung der Metallarbeiter inHagen-Schwelm und des Unter- nehmerarbeitsnachweiseS in Lüdenscheid abgehalten wnrde, betonte der Referent, SchiiHmacher-Berlin, daß sogar der Ober- bürgermeister ö. Hagen(Abg. Cuno) die allgemein als verwelflich gehaltene» Pläne der Industriellen gutgeheißen und unterstützt habe. Die Kennzeichnung dieser Stadtverwaltung löste in der Bersainm- lung Pfuirufe und ironische Zurufe: ,.F r e i s i n n s p o l i t i k' aus, worauf der Referent den Ausspruch tat: „Es ist schlimm, daß es solche Leute gibt; besonders bedauer- lich. wenn sie der Fonschrittspartei angehören, der auch ich an- gehö,e. Dieie Partei hat ausdrücklich die Programmfordernng nach Errichtung von paritätischen(geineiuschaftlicheni Arbeilsnach- weise» mit aufgenommen, wie sie von den Gewerkvereinen erstrebt werden." Der.Lüdenscheider Generalanzeiger" hatte die Aufnahme des geg Bezahlung angebotenen Versammlungsinserats verweigert. Auch darüber herrschte große Entrüstung bei den Gewerkvereinlern. Der Vortragende riet den Versammelten, infolge der schwach- vollen Bedrückungen der Arbeiter und Klein- Handwerker von alle» Seiten bei den»ächsten Reichstagswahlen darauf zu achten, daß den Reaktionären keine Stimmen zufallen. Den„Generalanzeiger" dürfe niemand lesen, der ist nur für die Fabrikanten. Er. Schnhinacher, hätte nur gleich klipp und klar sagen sollen, auch Männern wie Herrn Cuno darf ein Arbeiter und Klein- Handwerker seine Stimme nicht geben. Statt dessen riet Herr Schuh macher, die Politik im Bereiche der Besprechung wirtschaftlicher Fragen aus dem Spiele zu lassen I Obwohl er doch selbst der sprechende Beweis dafür war, daß derartiges eine reine Un- Möglichkeit werden muß, insbesondere wenn.die politisch Gleichgesinnten" in Ausübung ihrer Bürgerpflichten eine so heraus fordernde Anschauung zum besten geben, wie es der Oberbürger meister und ReichStagsabgeordnete der Fortschrittspartei Cuno in der nur den industriellen Machthaber» und Zwangsmenschen nützlichen Arbeitsnachweisfrage getan hat. Da hilft kein Mundspitzen, ihr Ge- werkvereinler, nein, da muß recht ordentlich gepfiffen werden! Lerlin und Umgegend. In der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft, Brunnenstraße, wird in letzter Zeit von feiten der Betriebsdirektion mit Nach- druck dahin gearbeitet, um eine möglichst große Zahl Packer, Lager- und Transportarbeiter in Wochenlohn zu stellen. Dieser Vorgang ist allem Anschein nach auf die in den letzten Wochen im Werke stattgefundene Hilfsarbeiterbewegung zurückzuführen. Die Direktion scheint zu merken, daß auch diese Arbeitergruppen bei den bestehenden niedrigen Löhnen, die in der A. E. G. leider immer noch gezahlt werden, sich nicht länger halten lassen. Die Einführung von Wochenlöhnen soll höchstwahrscheinlich ein Mittel lein, um ein geschlossenes Vorwärtsdringen zu verhindern. Ob oer Trick gelingen wird, muß zunächst abgewartet werden. Der bisher angebotene Wochenlohn, der vorläufig nur älteren Arbeitern gewährt wird, schwankt zwischen 32 und 41 M. Als befremdend wirkt hierbei, daß von den Wochenlöhnern statt der bisher üblichen lOstündigen eine 12- und 13stündige Arbeitszeit verlangt wird. Auch von der Nachtschicht wird in letzter Zeit ebenfalls eine so un- geheuer ausgedehnte Arbeitszeit verlangt. ES wäre gewiß an der Zeit, daß auch die A. E. G. sich mehr der verkürzten Arbeitszeit zuwendet._ Wozu Polizei da ist! Dieser Tage sollten die Buchbinderarbeiterinnen der Buch- druckerei C. Behrens, Lindenstr. 24/2S, zu einer Werkstuben- Versammlung zusammengerufen werden, um sie über die Notwendig- keit der gewerkschaftlichen Organisation zu unterrichten. Dies erfuhr der Chef und flngS wurde vom 39. Polizeirevier Hilfe erbeten und — geivährt. Ein Schutzmann und ein Kriminal- beamter faßten Po st o und verhinderten, daß die Arbeiterinnen der Aufforderung der Organi- sation, die Werk st ubenversamm lung zu besuchen, nachkommen k o n n t e n I Seit wann ist es Aufgabe der Polizei, die gewerkschaftliche Agitation unmöglich zu machen? Weiß der Borsteher des 39. Polizeireviers nicht, daß die Arbeiter ein gesetzlich gewährleistetes Koalitionsrecht haben? Deutscher Buchdinder-Berband. Bei der am 2. Juli statt- gefundenen Wahl zum Berbandsvorstand wurden 1196 Stimmen abgegeben, davon waren 34 ungültig. Gewählt wurden als Bei- sitzer K. Gottesmann, E. Brückner, P. Schade, M. Kocsielmiak, L. Jünemann und A. Meinhardt. Als Revisoren wurden gewählt: R. Hoffmann, O. Röll und Fr. Freudenreich. Die Ortsverwaltung. Achtung! Lackierer, Maler. In der Werkstelle von Fritz N o a ck, Lackierermeister, Wilhelmstr. 6 sind Differenzen ausgebrochen und ist dieselbe bis auf weiteres zu meiden. Die Ortsverwaltung. veutlebea Reich. Aus dem Baugewerbe. Der Streik der Maurer in L e i p z i g ist beendet. In einer im Volkshans abgehaltenen Versammlung beschlossen die Maurer nach lebhafter Debatte mit 1986 gegen 668 Stimmen die Aufhebung des Streiks. Montag morgen wurde die Arbeit wieder aufgenommen. In Augsburg haben die am 1. Juli stattgefundenen Ver- Handlungen zu einer Einigung geführt. Die Lohnerhöhung beträgt für Maurer und Bauhilfsarbeiter innerhalb der Vertragsperiode 6 Pfg. pro Stunde, für die Zimmerer 8 Pfg. Ab 1. Juli 1919 wird der Lohn erstmals um 2 Pfg. pro Stunde erhöht. Im übrigen wird das Arbeitsverhältnis auf der Grundlage des alten Vertrages ge- regelt. Die Bauarbeiter haben diesen Abmachungen zugestimmt und sind damit die Differenzen erledigt. Auch für den Bezirk I n g o l st a d t ist eine Einigung erzielt worden. Eine erfolgreiche Lohnbewegung in der Thüringer Heimindustrie. In N e u e n b a u im Thüringer Wald fristen die Schnitzer, wie sämtliche Heimarbeiter des Thüringer Waldes, ein kümmer- liches Dasein. Löhne von 6— 7 M. pro Woche— wobei Voraussetzung ist, daß die ganze Familie mitarbeiten muß— sind hier keine Seltenheit. Fast die gesamte Anwohnerschaft ist beim Schnitzen von Tuschkästen, wie wir sie für unsere Kleinen für 19 und 29 Pf. im Laden kaufen, beschäftigt. Wenn die Woche herum ist, wird die Arbeit zusammengepackt und zum Händler geschafft, der in vielen Fällen den erarbeiteten Betrag nichr in barem Gelde, sondern in Naturalien aushändigt. Diese Arbeiterschaft, deren Hauptbeköstigung in Kartoffeln, trockenem Brot und ZichvrirnbrüHe bestchl, bar bisher für die gewerkschaftliche Organisation außer- ordentlich schwer zu gewinnen, doch hat insbesondere in der letzten Zeit der Deutsche Holzarbeiterverband unter den Heimarbeitern dieser Bezirke erhebliche Fortschritte gemacht, und rechnet er es sich zur Ehre an, gerade hier an der Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen eifrig zu arbeiten. Es wurde darum, nachdem in Neuenbau der größte Teil der Schnitzer sich dem Verbände an- geschlossen hatte, versucht, die Löhne aufzubessern. Daß eine der- artige Lohnbewegung mit Heimarbeitern, insbesondere wenn eS zum Streik kommt, äußerst schwierig ist, leuchtet von vornherein ein, da dle Händler fast durchweg, und zwar durch die Ausbeutung der Arbeiter, reiche Leute geworden sind. Nichtsdestoweniger wurde der Kampf ausgenommen und stellten die in Frage kommenden Arbeiter mit seltener Einmütigkeit die Arbeit ein. In den letzten Tagen konnte der Streik nunmehr mit gutem Erfolge beendet werden und wurde eine Lohnerhöhung von 19— 29 Proz. erzielt. Wenn diese Summe, die Lohnaufbesserung ausmacht, auch für den Arbeiter der Großstadt lächerlich gering erscheint, so betrachten die Arbeiter in dieser zurückgebliebenen Gegend den Betrag als eine hohe Summe. Der moralische Erfolg der Bewegung ist aber noch viel höher zu bewerten, da es das erstemal ist, daß diese armen, ausgebeuteten Proletarier es gewagt haben, den mächtigen Händlern gegenüber überhaupt Forderungen zu stellen, und gezeigt haben, daß das Selbstbewußtsein und die Solidarität bei ihnen eingekehrt ist. Bis dahin waren die Händler nur gewöhnt, daß die Arbeiter zu ihnen mit gekrümmten Rücken kamen und um die wenigen sauer verdienten Groschen bettelten. Das ist nun anders geworden. Hoffen wir, daß die übrigen Heimarbeiterbezirke den Neuenbauer Schnitzern in dieser Beziehung nachahmen. Lohnbcweflmig der Weber im El' dafür Lgrgea mützteih hgtz die» jenigen Mgeordneten, 51« über Sit TragKeile ver Vorschläge und Kommissionsbeschlüsse gar nicht genügend orientiert sind, die nötige Aufklärung erhalten. Der zweite Referent, G. Bauer, sprach über:„Die Ver» sicherungsb«Hörden, gemeinsame Vorschriften. Straf- undallgemeineVorschrifteninderReichs- versicherun gSordnung. Er gab eine eingehende Uebersicht und Kritik der Vorlage und Kommissionsbeschlüsse, soweit sie die Versicherungsbehörden betreffen. Das schlimmste an dem Entwurf sei, daß den Krankenkassen das Rechtsmittel gegen die Entschei- düngen der Aufsichtsbehörde genommen werden soll. Bis jetzt ist der Rechtsweg im Verwaltungsstreitverfahren das beste Schutz- mittel gegen Vergewaltigung der Kassen. Statt dieser Rechts- aarantie soll künftighin im allgemeinen nur noch Beschwerde an das Oberversicherungsamt zulässig sein. Schon durch diese Bestim- mung würde den Kassen, selbst wenn die Verwaltung dieselbe bliebe, die Selbstverwaltang genommen. Der Redner schilderte dann die ungeheuerlichen Strafbestimmungen und erklärte eS für fast un- glaublich, datz die Reichstagskommission unter anderem eine Be- stimmung gutheißen konnte, die in der Praxis darauf hinausläuft, Arbeitgeber, die sich Beitragsunterschlagung zuschulden kommen lassen, vor Unannehmlichkeiten zu schützen. Leider müsse damit ge- rechnet werden, datz die Vorlage m verschiedener Hinsicht noch wieder verschlechtert werde. Es gälte nun die ganze Kraft einzu- setzen, damit das Gesetz nicht allzu sehr zuungunsten der Versicherten gestaltet werde, und m diesem Sinne auf die Abgeordneten ein» wirken. Zur Diskussion wurde das Wort nicht verlangt. Di« Delc- gierten erklärten sich einstimmig mit den Ausführungen der Refc- renten einverstanden, und ebenso einstimmig wurde beschlossen, die beiden Referate drucken zu lassen und sie sämtlichen ÄeichtsagS- abgeordneten zu überweisen. Ferner beschloß die Konferenz ein» stimmig, datz die schon erwähnte Petition den Kassenvorständen in der nächsten Woche übersandt werden soll, um sie dann in den Tagen vom 1. bis 8. August den Reichstagsabgeordneten der ver» schiedenen Kreise vorzulegen. Sodann beschäftigte sich die Konferenz mit dem Vertrage über Lieferung der dem freien Verkehr überlassenen Handverkaufsartikel. Herr Apotheker Sk aller gab hierzu eine Uebersicht über die Bedeutung des zwischen der Zentrale der Krankenkassen und der Vereinigung der deutschen Drogisten abgeschlossenen Vertrages. Nach einer kurzen Besprechung dieser Angelegenheit wurde der Vertrag, der gedruckt und den Kassenvor- ständen zugestellt werden soll, von der Konferenz einstimmig gut- geheißen. Wie SimanowSki hervorhob, ist eS notwendig, daß die Kassenvorftänd« mit den Aerzten Rücksprache nehmen, und datz diese sich verpflichten, die dem Verkehr freigegebenen Handverkaufs- mittel nur auf den gelben Rezeptscheinen zu verordnen, die ihnen unentgeltlich zu liefern und durch die Kassenvorstände von der fentralkommission der Krankenkassen Berlins für ein geringes ntgelt zu beziehen sind. Hierauf erfolgte die Neuwahl deS geschäftsführenden Aus» schusses. Die bisherigen Mitglieder des Ausschusses wurden, soweit sie nicht ausgeschieden sind, wiedergewählt. Neugewählt wurden in den Ausschutz die Herren K ö h l e r» Rathenow. Schulz» Nowawes und Heide mann» Forst. M» Tagungsort für d,e nächste JahreSkonserenz wurde Brandenburg bestunmt. Wenn sich jedoch nach Annahme der neuen ReichSversicherungSordnung das Bedürfnis nach einer außerordentlichen Konferenz herausstellt, fo soll diese wiederum in Berlin stattfinden. Wie die Mandatsprüfung ergab, waren auf der Konferenz der» treten 38 Berliner Ortskrankenkassen mit 603 424 Mitgliedern durch 74 Delegierte, nämlich 17 Aroeitgeber, 43 Arbeitnehmer und 14 Beamten; 63 Brandenburger Ortskassen mit 276 094 Mit» gliedern durch 137 Delegierte, nämlich 23 Arbeitgeber, 82 Arbeit- nehmer und 32 Beamte; 4 Berliner Betriebskrankenkassen durch 4 Delegierte aus dem Arbeitnehmerkreife; 3 Brandenburger Be». triebskrankenkassen durch 4 Delegierte. 1 Arbeitgeber, 2 Arbeit- nehmer und 1 Beamter; 8 Berliner JnnungSkrankenkassen durch 8 Delegierte, 2 Arbeitnehmer und 1 Beamter; 1 Brandenburger JnnungSkrankenkaffe durch 2 Delegierte, 1 Arbeitnehmer und ein Beamter, sowie 16 Hilfskassen durch 18 Delegierte, 14 Arbeitnehmer und 4 Beamte Im ganzen sind eS 128 Kassen mit 890 768 Mit- gliedern, die durch 242 Delegierte vertreten waren. Zudem war noch eine Vtteimggflg mit 77 848 Mitgliedern duxch L SeJSöiuJjS vextreteo.." �_________ Vermifcktes. Eine schwerwiegende Petition. Der ZentrumSfraktion im bayerischen Landtag wurde die Ankunft«wer große» Kiste gemeldet. Schon lief dem „kenigllchen Abgeordneten Filser' das Wasser im Munde zusammen in Erwartung des außerordentlichen Leckerbissens, den irgend ein stommer Untertan in Dankbarkeit den Filsers auf die FroktionS» bude gesandt hat. Der eine riet auf la Backstein käse, der andere auf ertragrotz« neue Kartoffeln, der dritte aus Wein usw. Die Kiste wurde geöffnet und zum Entsetzen der begierigen schwarzen DeputatiS lagen darin: Steine, Saud und ein gelber Batzen Lehm. Von irgendwoher kam eine Petition um Erbauung einer Lokal» bahn, und um dem Gesuch«in grötzere» Gewicht zu verleihen, hatten die Petenten eine Kiste mit den Steinen der Petition.beigelegt". E» sollte damit der Beweis erbracht werden, wie reich die betreffende Gegend an erdigen und steinigen Schätzen sei, deren Erschließung und Verwertung nur die erbetene Lokalbahn ermöglichen könne. Der Gemahl der ehemaligen Frau von Schönebeck. Ueber den Gemahl der ehemaligen Frau von Schönebeck berichtet die»Kölnische Zeitung': „Herrn Webers Psyche ist un» auch am Ende de» Prozesses rätselhaft geblieben. Nur eine Tatsache ist bekannt geworden, die vielleicht etwas Licht in das Dunkel bringt. Herr Weber hat sie, wie e« scheint, der Ocffentlichkeit selbst zur Beurteilung unterbreitet. Herr Weber ist nämlich beteiligt an einer Verlagsanstalt, dem neu- gegründeten„Weber-HauS G- m. 6. H.' in Berlin. Diese Verlag«- anstatt hat kurz vor Beginn deS Prozesses den deutschen Buchhandel im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel durch folgend« Anzeige auf sich aufmerksam gemacht: Bisheriger Absatz über 160000 Bändel Geehrter Herr Kollegel Wir bitten, die nachstehenden satirischen Schriften von A. O. Weber nicht aus Lager fehlen zu lassen. Durch seineHeirat mit der im Vordergrund de» Interesse» stehenden Frau v. Schönebeck. deren Prozeß demnächst inAllenstein verhandelt wird, wird die Nachfrage«ach den Weberschen Satiren andauernd sein. Wir unterstützen den Antrag durch eine großzügige Reklame und stellen Ihnen somit ein grotzeS Geschäft in Aussicht. Die Weberschen Satiren find keine Eintagsfliegen; täglich ist im Sortiment Nachfrage nach gutßpointierten Vortragsstücken, da» her verkaufen sich die Bändchen spielend leicht. Wir empfehlen Ihnen den Bezug zu unsem günstigen Parti» sätzen. — Sie riskieren dabei nicht».— Hochachtungsvoll Weber-HauS G. m. b. H.. Verlin IHV. 62, ThomasiuSstr. 23. DaS Blatt bemerkt dazu:„Datz der deutsche Buchhandel«etwas riskiert', wenn er dieser Aufforderung Folge aeben wollte, kann man nur hoffen. Datz aber da»»Weber-HauS' durch seine SeschäftSreklame mit dieser Ehe bei alle» anständigen Leute» weit mehr.riskiert' als Gut und Geld, darf man als gewiß an- sehen."_ Von der Luftschiffahrt. Am Sonntag nahm in B e t h e n y bei ReimS ein interessantes Flugmeeting, das als das wichtigste in diesem Jahre bezeichnet wird, seinen Anfang. 66 Alieger konkurrierten. Trotz des ungünstigen Wetters kamen teilweise sehr gute Leiswngen zustande. Gegen 6 Uhr nachmittags ereignete sich jedoch ein schwerer Unfall. Der Antoinette- Apparat Wächters stürzte aus ISO Meter Höhe ab. Der Pilot, em sehr geschickter Führer, erlitt einen Schädelbruch und war sofort tot. Er brach außerdem beide Arme und Beine. Sein Kopf war zu einer unförmlichenMassezerschmettert. • Hauptmann Madio ließ sich von mehreren zusammengekoppelten Zellendracheu emportragen. Er erreichte eine Höhe von 110 Meter, der Flug dauerte etwa 6 Minuten. • AuS Grancamp l e Z BainZ an der bretonischen Küste kommt eine Meldung, wonach eine Fischerbarke einen Aeroplan ins Meer stürzen sah. Die Fischer sahen, wie sich der Aeroplan dreimal wieder in die Luft hob. Schließlich aber stürzte der Apparat mit der Spitze nach unten ins Meer. Die Barke war außer stände, den Aviatikern Hilfe zu leisten. Von Streikbrechern ermordet. Zur Ergänzung der Notiz in Nr. 152 des„Lorwärts" in Ravenna(Italien) ein sozialistischer Tagelöhner von e. schkr---- nach der Streikbrechern ermordet wurde, schreibt uns unser Korrespondent ans Ron, folgendes: Der Parteihaß in der Romagna hat schon wieder ein Opfer gefordert. In einem Flecken bei Ravenna kam eszu einem Wortwechsel zwischen Republikanern und Sozialisten. Die Republikaner, die aus ihrem Parteilokal zurückkehrten, mußten, vor dem Parteilokal der Sozialisten vorbeigehen, wobei unsere Genossen nicht verfehlten, den Republi- kanern einige wohlverdiente Schimpfworte wie„Streikbrecher. Gelbe, Verräter" nachzurufen. Nach den Meldungen bürgerlicher Blätter hätte ein Sozialist mit der Sichel gedroht, worauf ein Republikaner seinen Revolver zog, der losging, ohne jemand zu treffen. Durch den Schuß aus der Fassung gebracht, stürzte sich der Republikaner Pinza auf den Genossen G a r z o n i und ver- setzte ihm einen Messerstich in den Leib, so daß er in wenigen Minuten den Geist aufgab. Der auf so barbarische Weise Getötete war 27 Jahre alt und von Beruf landwirtschaftlicher Tagelöhner. Er hinterläßt Frau und vier Kinder. Der Totschläger hat sich in Sicherheit gebracht. Bei der Zuspitzung der Verhältnisse in der Romagna, wo sich die republikanische Partei zu systematischen Streilbrechetdiensten her- gibt, setzt dieser traurige Zwischenfall gar nicht in Verwunderung. Der Parteihaß hat eine derartige Schärfe angenommen, daß alle Bersöhnungsversuche, die die Parteivorstände der Sozialisten und der Republikaner gemacht haben, erfolglos geblieben sind. Eine Beilegung ist deshalb kaum zu erhoffen, weil unglückliche historische Verhältnisse eS wollen, daß hier Proletarier gegen Proletarier gehetzt tverden können. Die Parteifraktion hat den Genossen Giacomo Ferri nach Ravenna gesandt. Brandkataftrophe in Ungarn. Ein furchtbares Brandunglück wütete Sonnabendnacht in der oberungarifchen Ortschaft Jaszo-Njfal». Aus unbekannter Ursache war ein Bauernhaus in Brand geraten. Infolge des herrschenden Sturmes stand bald die ganze Ortschaft— etwa 100 Häuser und Scheunen— in hellen Flammen. Die Bevölkerung wurde kopflos und es entstand eine fürchterliche Panik. Viele stürzten in die schon brennenden Häuser zurück, um ihre Habseligkeiten zu retten und fanden nicht mehr den Weg ins Freie. Sie verbrannten oder erstickten in den Rauchmassen und manche wurden von dem herabstürzenden brennenden Gebälk erschlagen. Die Kranken und Kinder wurden in das Pfarr- haus gebracht. Hier glaubte man sie in Sicherheit zu haben: Allein auch das Pfarrhaus wurde von den Flammen ergriffen und der Turm der nebenan liegenden Kirche stürzte rin. Aus den rauchenden Trümmern wurden«eun Leicht« herborgezogen. Eine große Anzahl von Ortsbewohnern, darunter namentlich viele Kinder, werden vermißt. An fünfzig Mensche» find schwer verwundet. Kleine Notizen. EisenvahnMfall bei Linz. Sonntag früh stieß ein Sonder« zug mit Ausflüglern in der Station Frankenmarkt mit einer Vorspannlokomotive zusammen. Die Maschine, der Tender und ein Personenwagen des SonderzugeS entgleisten. Bier Bahnbcamte wurden schwer, drei Ausflügler leicht verletzt. BergmannsloS. Ii, Hamm wurde ein Bergarbeiter, als er eine Mine zur Explosion bringen wollte, durch frühzeitiges Explodieren derselben der Kopf vom Rumpfe gerissen. Verurteilte Schauspieler. In Antwerpen wurden in einem Prozeß gegen das TWätre moderne alle Angeklagten bedingS» weife verurteilt. Der Verfasser des Stückes„Theaterrcvue" und der Direktor des Theaters wurden zu zwei Monaten Gefängnis, jeder der Darsteller und Darstellerinnen zu 200 Fr. Geldbuße ver- urteilt. Verunglückte Touristen. Seit acht Tagen find von Wien aus drei Touristen vermißt worden. Gesten, sind alle drei auf dem Stadelwandgrat im Rax-Gebiet tot aufgefunden.�— Von der Schnee- alpe ist ein Kaufmann Lampl beim Edelweißpflücken abgestürzt. Er war sofort tot. Die Kieler Stadtmission niedergebrannt. Sonnabend nacht ,st die Arbeitsstätte der hiesigen Stadtwission anscheinend infolge von Brandstiftung niedergebrannt. Der Missionsbruder Brockmann ist mitverbrannt. Nach einer weiteren Meldung handelt es sich um einen Raubanfall auf Brockmam, und ist als Täter der mehrfach bor» bestrafte Arbeiter Willmann verhaftet worden. Franenmord in Paris. Im Faubourg du Temple wurde ein junges Mädchen, das sich mit einem Freunde auf den, Heimwege befand, von einer unbekannten Frauensperson überfallen und durch einen Messerstich in die Herzgegend schwer verletzt. Man brachte das junge Mädchen in eine Apotheke, wo es seinen Wer» letzungen erlag. Von der Täterin fehlt jede Spur. Die Geburt eines strammen --------.Junxeii., zeigen hocherfreur an lilvramim Werner 1068_ und Frau._ ISozialdemoHeherWaUfereln für den Köpnicker Viertel. (Bezirk 212. Teil I.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Kisten- mach« Nermsaa priese Falckensteinstr. 20 gestorben ist Ehre feinem Andenren!. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den S. Juli, nach- mittags S Uhr, von der Salle det EmmauS-KirchhoseS inRixdorf, Hermannstraße, auS statt Um reg« Beteiligung ersucht Der Vorstand. veolzever ' Holzarbeiter-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Kisten. macher Hermann Friese am 8. Juli gestorben ist. Ehre setnem Audeuke»! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. Juli, nach- mittag» 5 Uhr, von der Halle de» EmmauS-Kirchhoje» inRixdorf, Hermannstraße, auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsvcrwaltuug. Zentral tranken- d. SWasse der dentsclten Wagentiauer. Bezirk 16. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Hermann Friese am 8. Juli gestorben ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Milt- woch, nachmittags S Uhr, von der Halle des EmmauS-KirchhofeS auS statt. Die OrtSberwaltung. Todea-Anzeife. Allen Verwandten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn, der Bäcker �rtur Welz nach kurzen Leiden verstorben ist. Die tieftrauernden Eltern und Geschwister. Die Beerdigung findet morgen Mittwochnachmittag 3 Uhr von der Halle de» EmmauS-KirchhoseS auS statt. 10SL SozlaldemoHcberWablyerein für den Görlitzer Viertel. (Bezirk ISO.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Bäcker Welz Lausttzerstr. 8, gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Mltl- woch, den ö. Juli, nachmittags 81/, Uhr, von der Halle de» Smmaus- KirchhoscS in Rixdors, Hermannstraße, au» statt Um reg« Beteiligimg ersucht Der Borstaud Oeutsclier Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechaniker Wilty Ladewig am 2. Juli an Nervenleiden gestorben ist Ehre seiuem Andenke»! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den S. Juli, nach. mittags i1!, Uhr, von der Leichen. halle des Rummelsburger Kirch. Hosts in RummelSbura-Ost aus statt. Rege Beteiligung erwartet 1l8/S_ Die Orleverwaltunp Todes-Anzcige. Am 2. Juli verschied nach kurzem Krankenlager mein lieber Gatte, unser lieber Vater und Bruder, der Schlosser Franz Fiacber im Alter von 40 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen Helene Fischer nebst Kinder«. Di« Beerdigung findet heute Dienstag, den S. Juli, nachmutagS 3>/, Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes in Martendorf, Frieden- straße, aus statt.| Arbeitergesangverein „Mariendorf". Am Sonnabend, den 2. Just, verstarb unser Mitglied, der SangeSbruder Franz Fischer Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den S. Juli, nachm. >/,4 Uhr, von der Halle des Martendorfer Friedhofe», Frieden- straße, aus statt. S1/S Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Heute verschied sanft meine innig geliebte Frau, unsere teure Mutter, Schwiegertochter und Schwester Helene Beutler Dr. Oostav Beutler, ©erlin N., G-richtstr. 52. mitta Fried Allen Freunden, Belamiten, Genossen und dem Männerchor .Fichte- Georgtna" die traurig« Nachricht, daß mewe liebe Gatttn, unsere gute Mutter Hermine Kelz geb. Jamotte nach kurzem aber schwerem Leiden am Sonnabend Ii')« Uhr abends entschlafen ist._■ Der ticfbetrübte Gatte „ebst Kinder«. DI« Beerdigimg findet am Mittwoch, den 6. Juli, nachmittag« 6 Uhr, von der Halle de» Heilands- Kirchhofes in Plöhense« auS statt. rju Bruch-Polimann empfiehlt sein Lager In Bruch- _ bandagen, Leibbinden, Ge- radebaltern, Spritzen, Suspensorien sowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkatati. Lieferant für OrtS- und Hilss-Krankenkassen. Voi-Ili» Sk.«* A LiOthringer Straße 60. »Je Bruchbänder mit elastischen Pe. lotten, angenehm u. weich am Körper. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Christian Hentsehke sage ich allen lieben Verwandten, Freunden und Bekannten, inS. beiondere dem Sprecher der religiösen Gemeinde, Herrn W Manasst, dem Sängerquartett und dem Vorstand de» S. Wahlkreises meinen besten Dank. Witwe Sophie Hentfchke, _ Schulzendorstr Str. 7. DankMHgung. Für die zahlreiche Beteiligung bei zigen lie allen Bekannten, den Kollegen und Kolleginnen der Firma Cohn-Berlin, sowie dem Gesangverein Lorbeer« kränz hiermit meinen innigsten Dank. Ww. Llebenow und Sohn. »SS6S0SSSSSS6SS—— Kaulsdorf und Mahlsdorf. Nur 20 Pf.-Fahrt v.Zentrum Berlins, trotzdem billig, als weiter v.Berlin gelegene Orte, wie Hoppecarten, Neuenhagen usw.Mäß. Anzahlung, langt. Hypotheken. Pläne gratis. Verkäufer ständig am Bhf, Mahlsdorf im Pavillon. J. Bieger, Gontardstr. B. ——«— Karow eine Station vor Buch Schönst. Villenort. nst. v. 12 M. an, 20 Pf. v. Stett. Bhf., 25 Min. 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Die keusche Toinette. DaS VersöhnungSsest.(Ansang 8-/. Uhr.) Apoitv. Spezialitäten. tviiiiagc. Spezialitäten. NeichSballe». Steiiiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten Prater. Im Reiche des Mars. Urania. Z7auve»<»r»sse tn/lll. Abends 8 Uhr: Ucber den Brenner nach Venedig. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57— 62. Lessing-Theater. Täglich 8 Uhr: Kasernenluft. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: X Sllf Ulis Morgen: Talfun. Dieaes Operetten-Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Sonntag nachmittag 3 Uhr zu er- mäßigt. Preisen: Ole Dollarprinzessin. Lustspielhaus. Abends 9 Uhr: Das Leutnantsmündel OSE=THEATE Große Franksurter Str. 132. DsrCiGSimdhsiGr von »�1 Schwank in 3 Akten A. O. Weber. Ans. 8 Uhr. Ende-/.II Uhr. Morgen und folgende Tage: Der Gesundbeter. Aus der Kartenbühne: Dheater- Borstellung. Spezialitäten. Gr. Konzert. Ansang Sonntags 4 Uhr, Wochentags 4'l, Uhr._ Anfang 8 Uhr. 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Volksbelustigungen. Tanz. Anfang 5 Uhr. Entree SO Pf. -Victoria-• Brauerei, lotzowst. 111/112 Im Garten oder Saal: Täglich Gr. bamorlst. Solree. (GesangSvoriräge, Theater und V ariets-Vorftellungen.) Sonntags, Dienstags, Donnerst. und Sonnabends: Tanzkränzehen. Ans.: Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr.— Alle Bons gülttg. Im Restaur.: Mittagstisch 75 Ps. Gr. u. ll. Säle zu Festlichkeiten aller Art. Max Saeger. 1 Kerliner Prnter-Theater Kastanienallee 7—9. DOT Täglich:»Ms> Sm/teiehedesSlflars Spezialitäten, Konzert tt. Ball. Anfang 4ft, Uhr. Entree 30 Pf. Für de« Jnyatt der Inserate «ibernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. KerantsporiliAer Redakteur Richard Barth, Berlin. Mr de» L»ieratepteilvcrgii>v.l Th. Glittle, Berjii,, Druck u.Berlc-g: Lorsärttz Kuchdruckerei u. Veriagsa-istgit ißgul Zingei Le Berlin SW, |t. 154. 27. Jahrgang. 2. Iftat des„Mwirls" pttlintt ilnltelilntt. Nienslllg, 5. Inli 1910. Heute, Tieustag, den S. Juli, den« Berliner Kreisen, sowie in von 7 Uhr abends an Adiei-shof und llixdoif von den bekannten Stellen aus. Partei- und Gewerkschaftsgenossen, tretet pünktlich an, damit die Verbreitung schnell und sicher erledigt wird und agitiert auch für den Besuch der am Donne?Ltng staUsiudenden Versammlung SN. partei- Hngclegenbeitcn. Am Kreise Niederiarmm findet die Flugblattverbreitung heute abend nicht statt. Rixdorf. Heute abend 8'/z Uhr findet in Hoppes Festsälen, Hermaimstr 49 die öffentliche Protestversammlnng statt. Auf der Tagesordnung steht:.Stadtverordnelenniehrheit gegen Ober« derwaltnngsgericht". Referent: Reichstagsabgeordneter Wolfgang Heine. Freie Aussprache. Wähler Rixdorfs I Wahret Eure Rechte und erscheint in Massen. Der Einberufer. Mariendorf. Heute, Dienstag abend 8 Uhr, findet bei Preuß, Kurfürstenstr. 44 eine öffentliche Versanimlnng statt, in welcher Ge- nosse Adolf Hoffmann über»Die Kirche im Zwangsstaat" referieren wird. Potsdam. Am Mittwoch, den 6. Juli, abends 8'/, Uhr findet die Wahlvereinsversammlung bei Wilhelm, Kaiser Wilhelmstraste statt.._ ßeriincr JVacbncbtcn. Beim Heiratsvermittler. Die Heirat ist bekanntlich in unserer heutigen Wirtschafts- -rdnung bloßes Geschäft, die Ehe der bloße Vertrag zwischen Mann und Frau und ihrer ideellen Grundlage entzogen. Das trifft ja vornehmlich auf die Besitzenden zu; aber auch die ärmeren Schichten werden mitgerafft vom Zuge der Zeit. Daraufhin hat sich nun eine ganz besondere Spezies heraus- gebildet: die Heiratsvermittler. Liest da ein junger Mann im„Lokal-Anzeiger" ungefähr folgendes: Junge» Mädchen mit etwas Vermögen wünscht Herren» bekanntschast. Ideal 100, Postamt 2. Flugs setzt er sich hin, schreibt der jungen Dame einen liebeglühenden Brief und wartet dann mit Sehnsucht auf Antwort. Schon der folgende Tag bringt das Erwünschte. Er öffnet den Brief— doch, o Graus: Die junge Dame hat sich meiner Vermittelung anvertraut und lönnen Sie dieselbe bei mir sprechen. Bureau für Ehe- Vermittlung von P. sStraste und Nummer.) Mit beklommenem Herzen, gewichst vom Scheitel bis zur Sohle, steigt er die Treppe empor nach dem Heiratskontor. Er klingelt.— Höflich fordert man ihn auf, näher zu kommen. Aengstlich tritt er ein. sich immer nach seinem Ideal um- sehend, das er nirgend entdecken kann. „Sie kommen wegen des Mädchens mit Vermögen. Sie sollen sie gleich zu sprechen bekommen. Die Vermittelung ist bei mir für Herren völlig provisionsfrei"— er atmet erleichtert auf, da wird die Geschichte ja billig—,„aber ich er- hebe für Porto und sonsttge Unkosten drei Mark. Wenn Sie diese bezahlt haben, erhalten Sie die Adresse der betreffenden Dame." Der junge Mann überlegt.— Drei Mark— na ja, wenn schon, denn schon; sie hat ja Vermögen, da kommt es hundertfach wieder ein. Er zahlt und erhält die Adresse seines Ideals. Freudig geht er von bannen, an zehn bis sünfzehn Herren vorbei, die draußen geduldig warten, bis sie ein- gelassen werden. Mit ihnen wiederholt sich dasselbe Schau- spiel; sie bekommen alle die Adresse desselben Mädchens, und in Zeit von Null Komma Nichts hat der Jdealvermittler dreißig bis vierzig Mark in der Tasche. Die Dummen werden nicht alle. DaS Tabakrauche« im Walde. In fast allen Wäldern in der Umgebung Berlins sind die Warnungsschilder„Rauchen verboten" bedeutend vermehrt worden. Man bemerkt sie in nicht zu übersehender Form nicht bloß an den. Haupt- zugangsstellen, sondern auch mitten auf den betretensten Waldwegen. Die Forstbeamten haben Anweisung er- halten. strenger auf die Befolgung des Rauchverbots zu achten und Zuwiderhandelnde unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. In diesem Sommer hat es ja selbst während der großen Hitze in der Mark erst wenige Waldbrände gc geben, aber zweifellos werden viele derartige Brandschäden durch weggeworfene brennende Streichhölzer und Zigarrew stumniel, allerdings auch teilweise durch Funken aus Loko� motiven verursacht. Im Interesse der Forstschonung ist die strenge Durchführung des Verbotes durchaus gerechtfertigt. Wer im Walde Erholung sucht, kann in derselben Zeit das Rauchen sehr wohl unterlassen. Die Unsitte, hier zu rauchen. ist ebenso zu verurteilen, wie jeder andere leichtfertige oder gar vorsätzliche Waldfrevel. Verlegung von sechs Linien der Straßenbahn. Die Straßenbahn ist genötigt, wegen Auswechselung der Gleiskreuzung in der Französischen Straße an der Ecke der Charlottenstraße sechs Linien in der Nacht vom 6. zum 7. Juli von 1 Uhr an umzuleiten. Es fährt 43 anstatt Charlotten-, Französische Straße über Charlotten-, Leipziger, Jerusalemer, Oberwall-, Französische Straße; 53 anstatt über Charlotten- bis Behrcnstraße über Charlotten-, Leipziger, Jerusalcnter. Obcrwall-, Französische Straße bis Kanonierstraße; 54 anstatt Charlotten-, Französische Straße über Leipziger, Jerusa- lemer, Oberwallstraße; 55 anstatt Charlotten-, Französische Straße über Leipziger. Jerusalemer, Oberwall-. Französische Straße; 73 anstatt Charlotten- bis Behrenstraße über Leipziger, Jerusalemer, Oberwall-, Französische bis Kanonierstraße; 81 anstatt Leipziger, Charlotten-, Französische Straße über Leipziger, Jerusalemer, Ober- wall-, Französische. Behrcnstraße. Berliner Asylvcrein für Obdachlose. Im Monat Juni nächtigten im Männcrasyl 14 949 Personen, wovon 8603 badeten, im Frauen« asyl 4012 Personen, wovon 1430 badeten. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer: Wiesenstr. 55/59, für Frauen: Kolberger Straße 30. Die Verlegung des 3. Eisenbahn- Regiments von Schöneberg »ach Hanau wird Anfang Ottober erfolgen. Das Regiment wird erst in seiner bisherigen Garnison noch die alten Mannschaften ent- laffen und mit dem jüngeren Jahrgang die Uebersiedelung vor« nehmen. Wie verlautet, soll für das scheidende Eisenbahn-Regiment später das 5. Garde-Regiment von Spandau nach Schönebcrg ver- legt werden. Eine neue Kirche ist am Sonntag in der Senefelderstroße unter den üblichen Zeremonien eingeweiht worden. Dabei fielen für ver- schiedene Kirchenlichter diverse Orden ab. Neue Kirchen haben uns noch geschlt, sintemal die alten gähnend leer sind. Ucdcr den Stand der EingcmeindungSfragc des Tempelhofer Feldes erfahren wir: Es besteht begründete Aussicht, daß der Stadl Berlin ihr sehnlichster Wunsch, nach Anlauf des Tempelhofer Feldes dieses Gebiet in Berlin eingemeindet zu sehen, erfüllt werden wird. Der Fiskus befürchtet, daß er bei dem Verkauf des Terrains an Privatleute das Gelände nicht schnell genug verkaufen kann, zumal der Erlös für neue Truppenübungsplätze, die bereits im Entstehen begriffen sind, verwendet werden soll. Der nächtliche Apothekcnschluß i« Berlin. In der Ber- liner Stadtverordnetenversanimluiig hat man die Aufhebung der Bestimniung über den Apothekenschluß während der Nacht in Berlin gefordert. Wie wir hören, beabsichttgt das Kultirs- Ministerium vorläufig eine Acnderring nicht eintreten zu lassen. Im Interesse der überlasteten Apothekergehilfen sollen alle in einem Stadtbezirke gelegenen Apotheken in regelmäßigem Turnus während der Nachtzeit schließen, Vorbedingung ist, daß die Apotheken nicht zu weit voneinander entfernt sind. Die geschlossenen Apotheken führen im Schaufenster ein Leucht- transparent, das auf die nächste offene Apotheke hinweist. Ein alter Genosse ist am Sonntag in der Person des Genossen H e n t s ch k e aus der Schulzendorfer Str. 7 auf dem Freireligiösen Friedhofe in der Pappelallee zur letzten Ruhe bestattet worden. Der Verstorbene hat in seinen jungen Jahren für unsere Partei eifrig gewirkt, vor allem durch Verbreitung des Züricher.Sozialdemokrat" allen Gefahren zum Trotz. Hentschke, der 81 Jahre alt geworden ist, hat noch bis vor einigen Jahren seine Flugblätter ausgetragen und damit manchem jüngeren Genossen ein gutes Vorbild der Pflicht- erfülluitg gegeben. Dann aber ging eS nicht mehr. Durch zahl« reiche Beteiligung an der Beerdigung dankten die Genossen dem Verstorbenen für seine der Partei geleisteten Dienste. Die Fericnspiele haben gestern ihren Anfang genommen. Die Zahl der Kinder, die sich zur Teilnahme an den Spielen auf den Außenplätzen eingesunden hatten, war über Erwarten groß, so daß an manchen Stellen die Aufsichtspersonen der großen Zahl nicht Herr werden konnten und in einigen Fällen Privatpersonen(Eltern) hilfreiche Hand leisteten, indem sie die Führung eines Trupps Kinder übernahmen. Das traf be- sonders für die nach Buch bestimmten Kinder zu. Infolge des geringen Entgegenkommens der Eisenbahnverwaltung stockte es auch etwas in der Beförderungsart. Hoffentlich wird sich das in den nächsten Tagen ausgleichen, wenn eine bessere Uebersicht über die Teilnehmerzahl ermöglicht ist. Die Taschcndicie benutzen den großen Andrang aus den Bahn Höfen, der jetzt zur Reisezeit herrscht, um große Beute zu machen. In den letzten Tagen sind auf verschiedenen Bahnhöfen Individuen ergriffen worden, als sie ihre Hände im fremde Taschen versenkten. Vorsicht ist also am Platze._ Wieder ein Selbstmord im Arbeitshaushospital. Uns wird geschrieben: Am Sonntag hat sich der Hospitalit Niedmann die Pulsader durchgeschnitten, nachdem er den Vorsatz dazu lange vorher gefaßt hatte. Riedmann wurde deswegen eiisige Zeit beobachtet, doch scheint man damit wieder nachgelassen zu haben. Der Fall ist insofern interessant, als er die Verhältnisse in obigem Hospital illustriert. Bekanntlich hat Berlin, das für Fürstenempfänge viele Tausende ausgibt, kein Geld dazu, im sog..Arbeitshaushospital gelerntes Wartepersonal anzustellen. Häuslinge versehen diesen Dienst, wodurch eine anständige und sachgemäße Behandlung der Kranken von vornherein unmöglich ist. Der Einschluß der Häuslinge erfolgt um 7 Uhr, doch fimgiert einer derselben als Nachtwärter, der natürlich nicht überall zu gleicher Zeit fein kann. Ganz schnelle Hilfe ist infolgedessen unmöglich, wenn nicht durch Zufall ein Arzt oder der diensttuende Oberwärter zur Stelle ist. Wer soll Arzt und Oberwärter herbeischaffen, wenn beispielsweise der sogenannte Nachtwärter bettunken ist, was öfter vorkommen soll. Es war ja in obigem Falle keine Rettung möglich, aber Tat fache bleibt, daß der betreffende Nachtwärter, ein Häusling, selbst keine Hilfe leisten konnte und erst den Oberwärter suchen mußte. Dadurch entsteht Zeitverlust, der in einem solchen Falle viel sagen will. Von den Aerzten ist„nach Feierabend" so wie so keiner im Hause und nur zufällig machte Herr Dr. Werner nach 8 Uhr seine Visite. Doch hatte der Kranke bereits 2500 Gramm Blut um diese Zeit verloren. Die Aerztewelt Berlins wird das mit Interesse lesen, denn diese Zustände sind gewiß einzig— ein Hospital ohne Arzt! Das mögen sich auch die Krankenhäuser merken und Kranke, die bereits im Sterben sind, nicht hierherschicken. So wurde vergangenen Dienstag vom Krankenhaus Friedrichshain ein Patient hier eingeliefert, der, als er hier ankam, bereits in der Agonie lag und starb, als er zu B«tt gebracht war. Vielleicht gibt das ge- nannte Krankenhaus Auskunft, warum es mit der Abschiebung des Armen so pressiert hat. Der Name des Verstorbenen ist Lang- heinerich._ Auskunft- und Anzeigepflicht bei Umsatzsteuern. Die Steuer« ordnnng für Wendisch-Buchholz bestimmt mit bezug auf Umsatzsteuer: »Die zur Entrichtung verpflichteten Personen haben innerhalb zwei Wochen nach Eintritt des EigentninSwechscls der Behörde davon Mitteilung zu machen und das Material für die Berechnung vorzu- legen." Gegen diese Bestimmung sollte sich Standtke vergangen haben. Er bestritt die Gültigkeit der Bestimmung, weil sie dem s 63 deS Kommunalabgabengesetzes widerspreche. Nach Absatz 3 dieses die Steuerordnungen betreffenden Paragraphen erstrecke sich die Verpflichtung zur Auskunfterteilung nur auf die Beantwortung der bei der Aufforderung gestellten Fragen über bestimmte Tat- fachen. Auf keinen Fall sei nach§ 63 eine Anzeigepflicht zulässig. Der Angeklagte wurde jedoch in allen Instanzen verurteilt. Das Kammer- gericht führte aus: Die Bestimmung der Steuerordnung sei rechts« gültig. Der§ 63 des Kommunalabgabengesetzes könne hier über- Haupt nicht in Frage kommen. Er beziehe sich nicht auf indirekte, sondern nur aus direkte Steuern, die Umsatzsteuer sei aber eine in« direkte Steuer. Der Angeklagte, der die Anzeige- und die Auskunfts- Pflicht gemäß der Steuerordnung nicht erfüllt habe, sei mit Recht verurteilt worden. Auf dreifache Art umS Leben gebracht hat sich die 18jährige Schneiderin Luise Dahmes auS der Meberstr. 76. Das junge Mädchen hatte öfter mit den Angehörigen Streit gehabt und sich dabei stets in große Aufregung versetzt. Vorgestern abend kam es wieder zu einer erregten Auseinandersetzung. In ihrem Zustand verübte die D. Selbst« mord. Auf dreifache Weise führte die Lebensmüde ihr Vorhaben aus. Sie öffnete sich zunächst mit einem Kücheiunesser die Pulsadern der rechten Hand, öffnete sodann in ihrem Zimmer den Gashahn, um sich durch Leuchtgas zu vergiften und schlteßlich erhängte sie sich noch am Fensterriegel. Als die Ellern die Tat entdeckten, war das junge Mädchen bereits tot. Ein rätselhafter Selbstmord verursachte am Sonnabendnachmittag um 3 Uhr rn einer Schanlwirtschaft in der Lothringer Straße einige Unruhe. Eni etwa 30 jähriger Mann kehrte dort in Begleitung eines Freundes ein, den er eben erst kennen gelernt hatte. Er gab sich für den Sohn eines adligen Rittergutsbesitzers aus und jagte sich auf dem Abort eine Revolverkugel>n die rechte Brustseile. Man brachte ihn nach dem Hedwigslrankenhause, wo er ain Sonntagmorgen um 3 Uhr der Verletzung erlag, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben. Wer er ist, lonute bisher nicht ermittelt werden. Er besaß nur noch 50 Pfennig. In einer Regentonne ertrunken. Einen schrecklichen Tod hat daS dreijährige Töchterchen des Malers Gustav Bander, Siegfried- straße 41 gefunden. Die Kleine war mit einigen Geschwistern in einer Laube in der Kolonie„Morgenrot" am Mariendorfer Weg ge» Wesen, um dort zu spielen. Während sich nun die anderen Kinder in der Laube aufhielten, suchte die kleine B. das Hintere Grundstück auf und machte sich an einer bis zur Hälfte gefüllten Regentonne zu schaffen. Sie stürzte dabei in die Tonne und mußte hilflos er» trinken. Als das Kind einige Zeit darauf vermißt und gesucht wurde, fand man eS bereits als Leiche auf. Die Füße deS toten Mädchens ragten aus der Tonne heraus. Mit verbrannten Kleidern wurde am Sonntagabend in einer Wohnung des Hauses Naunynstr. 8 eine 45 Jahre alte ledige Frau Barnowska besinnungslos aufgefunden. Mit schweren Brandwunden bedeckt, wurde die B. nach dem Urbankrankenhause geschafft, wo sie gestern ihren Qualen erlegen ist. Nach den Angaben von Haus« bewohnern war die B. mit Petroleum begossen. Es entstand der Verdacht, daß ein gewisser P., mit dem die B. ein Liebesverhältnis unterhielt, ein Attentat verübt habe, um sich ihrer zu entledigen. Es hat sich aber herausgestellt, daß dftser Verdacht sich nicht aufrecht erhalten läßt, daß die B. vielmehr selbst Hand an sich gelegt hat. Zwei Gasvergiftungen wurden am Sonntag der Feuerwehr au? der Bernburger Str. 11 und der Stralauer Allee 87 gemeldet. In beiden Fällen gelang es, die schon besinnungslosen Personen durch Einflößen von Sauerstoff zu retten. Den am Sonnabend nach dem Nrban-Krankenhause eingelieferte« Mannschaften der Berliner Feuerwehr, die bei dem Brande in der Alten Jakobstr. 140 betäubt wurden, geht es bedeutend besser. Man hofft, daß sie bald aus dem Krankenhause entlassen werden können. Die übrigen leichter erkrankten Feuermänner konnten schon wieder Dienst tun. Grosffeuer kam in der Nacht zum Sonntag nach 10 Uhr in einem großen Fabrikgebäude auf dem Hofe des ausgedehnten und mit zahlreichen Betrieben, besonders Tischlereien, besetzten Grundstück Urbanstr. 25 zum Ausbruch und beschäftigte die Feuerwehr bis zum Sonntagnachmittag. Als Hausbewohner die Gefahr bemerkten, brannte der Dachboden. Auf diesem lagerten eine Menge Borräte der Fabrik moderner Kleinmöbel, Holzgalanteriewaren, sogenannte Massenartikel von E. Grund, Furnituren und Hölzer der Tischfabrik von Gebrüder Ditten usw. Die Flammen fanden an diesen Waren reiche Nahrung und erfaßten den Dach- stuhl, der bald in seiner ganzen Ausdehnung in Flammen stand. Diese wurden von einem heftigen Winde immer wieder von neuem angefacht. Von mehreren Dampfspritzen wurde stundenlang Wasser gegeben. Dieses drang durch die Decken usw. in das vierte Stockwerk, wo die Werkstätten von E. Grund sich befinden. Eine Menge Maschinen wurden stark beschädigt und dadurch der Betrieb gestört. Leider ist der Schaden nicht versichert. Die Entstehung konnte nicht mehr ennittelt werden. Die Aufräumungöarbeiten ge« stalteten sich dann noch recht schioierig. Um 4 Uhr nachts war die größte Gefahr beseitigt und konnte ein Teil der Feuerwehr, die in großer Stärke zur Stelle war, abrücken. Zug 12 blieb bis Sonntag mittag an der Brandstelle in Aktion. Radrennen in Steglitz), Sonntag, den S. Juli. Der Große Sommer- Preis(2600, 2000, 1500 und 1200 M.), der von Dickentman, Rhser, Schipke und Walthour in zwei Läufen über je 50 Kilometer ausgefahren wurde, brachte in seinem ersten Laufe spannende Kämpfe. Rhser, der in der 8. Runde an dem führenden Walthour vorbeigezogen, vermochte die ihn hart be- drängenden Walthour und Dickentman isi Schach zu halten und einen knappen Sieg zu erringen; Walthour endete nur 90 Meter, Dickentman 290 Meter, Schipke, der sich nicht zur Geltung zu bringen vermochte, 1740 Meter zurück. Abwechselungsreicher, doch darum nicht besser, gestaltete sich der zweite Lauf; auch hier behauptete Rhser, dem der Sieg sicher zu schien, bis zum 24. Kilometer den ersten Platz; dann siel er von seiner Führung ab, er verlor mehrere Runden und vermochte trotz mehrfachen Schrittmacherwechsel» nicht mehr in den Kampf erfolgreich einzugreifen. Dickentman übernahm von da an die Spitze und hielt sie bis zum Schluß inne, obwohl auch er mehrmals gezwungen war, feine Fübrung zu wechseln, denn seinen Gegnern ging es nicht besser. Walthour war gleich anfangs zurück- geblieben, dagegen fuhr Schipke bester, so daß er in diesem Lauf und damit auch in der Gesamtwertung den zweiten Platz belegen konnte. Resultat: 1. Dickentman 99,710 Kilometer, 2. Schipke 97,910 Kilon, eter, 8. Walthour 97 444 Kilometer, 4. Rhser 94,390 Kilo« meter. Ein 30 Kilometer-Rennen mit Motorschritt« machern(400, 300, 250, 200, 175 M.) war dem Sommerpreis preis vorausgegangen. Hier kam es nur zwischen van Nek und Przyrembel zum Kampfe, aus dem ersterer als Sieger hervorging. Das Apollo-Theatcr hat seinem reichhaltigen Programm wieder eine Operette einverleibt.„Holland im Orient' ist sie be- titelt; Oskar Coppöe hat den Text, Gustav Sorge die Musik geliefert. Der Inhalt ist etwas eigenartig. Drei holländische Käsehändler wandern nach dem Orient, um hier ihre Waren anzupreisen und ge« raten in einen Harem, wo schließlich auch die Geliebten der Aus» gewanderten sich eingefunden. Die Aufmachung gibt Gelegenheit, durch glänzende Kostüme das Auge und durch nette gesangliche Ein« lagen das Ohr zu befriedigen. Als außerordentlich geschickte Harmonika- und Papiermanipulatoren sind Morton und Elliot anzu» sprechen, während Georg Neumüller als süddeutscher Bauern- darsteller für Humor sorgt. Der Tanz ist besonders durch fünf Däninnen vom königlichen Hofballett in Kopenhagen vertreten. Vermißt wird seit Montag,"den 27. Juni, der Bauarbeiter Paul Thiele, Putbuser Str. 14 bei Jakob wohnhaft. Derselbe ist 41 Jahre alt, von hagerer Statur, mittelgroß, hat dunkelbraunes, graumeliertes Haar, dunklen Schnurrbart, war bekleidet mit dunkelgrauem Jackett- anzug und weißem Strohhut. Etwaige Mitteilungen an obige Adresse erbeten. Verort-lVadmcbten» Charlottenburg. Das Charlottenburger Polizeipräsidium, das sich am Sophie Charlotte-Platz und am Kaiserdamm erhebt, ist gestern vormittag im Beisei» von Vertretern der Staatsbehörden eingeweiht worden Eine Reihe OrdensauSzeichnungen wurden dabei verteilt. Lichtenberg. Aufsehen erregt die Suspendierung eines Lehrers der Gemeinde- schule in der Möllendorfstrahe. Der Lehrer wird beschuldigt, sich an den ihm anvertrauten Kindern sittlich vergangen zu haben. Treptow. Die Tragödie einer Mutter. In einem Anfall von Schwermut hat während der vergangenen Nacht die 30 Jahre alte Mechaniker- frau Anna Schibilsli aus der Kiefholzstr. 21 zu Treptow ihr neun Jahre altes Kind und sich selbst vergiftet. In Abwesenheit ihres ManneS öffnete sie alle GaShähne ihrer Wohnung. Sie begab sicki dann mit ihrem neunjährigen Sohne Kurt zu Bett, um den Tod zu erwarten. Während das Kind der Gasvergiftung bald erlag, blieb die Mutter, trotzdem die Wohnung mit Gas gefüllt war, am Leben. Nachbarn, die gestern morgen den Gasgeruch bemerkend, die WohnungStür erbrachen, fanden die Frau in ihren Kleidern noch röchelnd mit schwachen Lebenszeichen, den Knaben im Arm haltend vor. Die sofort alarmierte Polizei sorgte für Lüftung der Wohnung, und Samaritern der Feuer- wehr gelang es, Frau Schibilsli durch Anwendung des Sauerstoff- apparateS ins Leben zurückzurufen. Sie wurde als Polizeigefangene nach der Charits übergeführt, dort liegt sie hoffnungslos danieder. In einem an den Mann hinterlassenen Briefe äußerte die Unglück- liche Eifersnchts- und SchwermutSideen, die in den häufigen Motor- radtouren ihres ManneS, des Mechanikers Srtur Schibilsli, ihren Ursprung zu haben schienen, aber unbegründet sind. Auch am Sonn- abend hatte der Mann eine Tour nach Magdeburg unternommen und ahnungslos von dort eine Ansichtskarte abgeschickt, die zu spät anlangte. Frau Schibilsli hatte schon seit längerer Zeit Spuren von Trübsinn gezeigt. Die Leiche des Knaben wurde beschlagnahmt und dem Treptower Schauhause zugeführt. Tempelhof. DaS bekannte Restaurant Kreideweiß, dessen Verkauf schon so oft stattgefunden haben sollte, ist nun an eine Gesellschaft verkauft worden, welche die ganzen Gebäude herunterreißen läßt. Ein moderner Bierpalast soll aufgeführt werden. Unglücksfall. Bei der Fertigstellrmg der Frontspitze des Hauses Blumcnthalstraße ö beschäftigt, stürzte der Maurer Otto Henkel aus Weißensee am Sonnabend plötzlich herab. Er war sofort tot. Friedenau. Aus der Gemeindevertretung. Auf ein Schreiben des Gemeinde- Vorstandes an die Große Berliner Straßenbahngesellschaft, welches dieselbe ersucht, bei Verlängerung der Linie V keine Fahrpreis- erhöhung eintreten zu lassen, ist ein ablehnender Bescheid ein- gegangen. Der Gemeindekirchenrat hat zur Beschaffung einer Orgel für den.Bürgersaal' des RealrefonngymnasiumS 2000 M. gestiftet. Selbstverständlich verlangen die frommen Herrschaften, daß ihnen der Raum auch allsonntäglich zum Gottesdienst zur Verfügung steht. Von unserer Seite wurde darauf hingewiesen, daß man bei Annahme dieser Summe sehr vorsichtig sein solle, damit nicht die Kirche nach und nach ein Recht dauernd herleite. Da man doch nicht gewohnt sei, daß die Kirche etwas umsonst tue, solle man den Saal nur auf Widerruf freigeben.— Für Regulierung des Gemeinde- grundstückeS Lauterstr. 18/20 werden 9650 M. bewilligt. Die Bewilligung von 1000 M. zur Herstellung einer Friedhofsmauer zeitigte eine lebhafte Aussprache zwischen den Vertretern der frumben und ehrsamen Zünfte und der zurzeit dominierenden Geheimratsgruppe. Während die ferstercn in ihrem überschwänglichen LokalpatriotiSmuS alle von der Gemeinde zu vergebenden Arbeiten in ihrem engeren Freundes» und Bekanntenkreise untergebracht haben wollen, kommt für die anderen nur der Mindestfordernde in Frage. Unsere Vertreter ließen in diesem Streit die Herrschaften unter sich. Genosse Richter verlangte. daß man bei Vergebung von Arbeiten in erster Linie daraus sehen solle, daß die Lohn- und Arbeitsbedingungen bei den ausführenden Firmen menschenwürdige zu. nennen sind, ganz gleich ob die Arbeit»»ach triedenau oder außerhalb vergeben würde. Er beantragt, auch bei ieser Arbeit zur Bedingung zu machen, daß der für Berlin vereinbarte Tanslohn gezahlt werden mutz. Dieser im Interesse der Arbeiterschaft liegende Antrag wurde abgelehnt. Ein biederer Maler- meister ftimnlte, um allen gerecht zu werden, für und gegen den Antrag. Mehr kann man wohl schwerlich verlangen. Die Arbeit wurde an die„rühmlichst' bekannte Firma Burchard-Gr.-Lichterfelde, natürlich zum Mindestangebot, vergeben. Sodann wurden 5750 M. für Errichtung einer Ventilationsanlage in der Mädchenvolksschule und 4000 M. für Einrichtung einer Zentralheizungsanlage in der Turn- halle derselben Schule bewilligt. Bei Beratung der in der vorher- gehenden Sitzung angenommenen neuen Umsatzsteuerordnung wurde versehentlich eine Bestimmung die Zwangsversteigerung betreffend nicht mit aufgenommen. Der Passus lautet: Im Zwangs- Versteigerungsfalle tritt an Stelle des gemeinen Wertes der Zu- schlagSpreiS, wenn dieser höher ist als der gemeine Wert. Dieser Zusatz wird auf Antrag des Gemeindevorstandes nachträglich mit »n die Steuerordnung aufgenommen. Genosse Richter ersuchte den Gemeindevorsteher, eine geplante Eingabe der Apothekervereinigung, welche die Schließung einer Anzahl von Apotheken während der Nachtstunden verlangt, als nicht im Jnterejse der Einwohnerschaft liegend abzulehnen. Groh-Lichterfelde. Während der Ferien finden im Garten von Wahrendorf. Bäke- straße 22, Spiele für Kinder statt. Anfang: Donnerstag, den 7. Juli, nachmittags 3 Uhr. Grünau. In der letzten Gemeinbevertretersitzung wurde näherer Auf- fchluß gegeben über die hiesige Privatschule, die bisher durch Ge- meindemittel mit 1500 M. unterstützt wurde. Während man vorher bei Beratung der Lehrerbesoldungsordnung eine merkwürdige Sparsamkeit walten ließ, nach der die hiesigen Lehrer gegenüber ihren Kollegen in den Nachbarorten uni 200—250 M. nachstehen, war man für die Privatschule zu allen Opfern bereit. Die Ver- treter hielten sich sämtlich verpflichtet, für die vorhandenen und kommenden Defizits der Privatschule einzustehen. Herr Dewitt gab ein anschauliches Bild von den Zuständen dieser höheren Lehr- anstalt. Hiernach war- die Schülerfrequcnz im vergangenen Jahre durchschnittlich 34. Die vorhandenen drei weiblichen Lehrkräfte find überanstrengt, es soll deshalb zum 1. Oktober eine weitere Lehrperson angestellt und gleichzeitig sollen die Schulräume ver- größert werden. Wenn sich die Schülerzaht nicht wesentlich ver- mehrt, kommt die Gemeinde in die wenig angenehme Lage, statt der bisherigen 1500 M. 5000 M. laufend zu decken. DaS wäre ge- wiß ein unerhörtes Entgegenkommen gegenüber einem so geringen Teil der Bevölkerung. Unsere Forderungen an die Gemeinde, die wir so oft mit Nachdruck erhoben, finden kein Gehör. Die zirka SSO Kinder der Gemeiudeschule haben immer noch keine Turnhalle. Die Geincindcschule weist heute noch Klaffen mit einer Frequenz von 67 Schülern auf. Mariendorf-Tüdende. Di« Gemeindevertretung erteilte in ihrer letzten Sitzung in Rechnungssachen über Straßenausbauten, Ankauf von Grundstücken lind den Bau der Volksschule in det Friedenstraße dem Antrage des Referenden,- Gemeindevertreters Mau, entsprechend Entlastung. Bei dem Schulbau ist eine Ueberschreitung des Kostenvoranschlages, in dem ein Betrag von 314 000 M. vorgesehen war, um rund 37 000 M. zu verzeichnen.— Bei der Wahl eines Schöffen auf die Dauer von sechs Jahren ging der Kandidat der Mariendorfer Vertreter, der Landwirt Herr Ziedrich, als Sieger hervor, der auch selbst, wie die Anzahl der Stimmen im Verhältnis zu den anwesenden Stimm- berechtigten ergab, durch Abgabe seiner Stimme für seine eigene Person sich für diesen Posten qualifiziert hält. Der Südender Kandidat vereinigte die drei Stimmen der Vertreter dieses Orts- teils auf sich.— Zum weiteren Punkt der Tagesordnung:„Aende- rung der Freibankordnung", wünschten unsere Genossen, daß die Beaufsichtigung des Verkaufs und Festsetzung der Preise möglichst einem Schöffen übertragen wird, während der Gemeindevorsteher hierfür den Straßenmeister Herrn Sange in Vorschlag brachte. Trotz des nachdrücklichen Hinweises des Genossen Reichardt auf die umfangreiche Tätigkeit des Straßenmeisters als solchen wurde dieser als Leiter der Freibank bestimmt.— Schließlich stand ein von unse- ren Genossen auch jetzt wieder gestellter Antrag wegen anderweiter Festsetzung der Sitzungstage und-Stunden zur Beratung. Den Antragstellern lag in der Hauptsache an Aenderung des Sitzung-- beginnes, der bisher auf 4 Uhr festgesetzt war. Die Genossen Weber und Reichardt betonten, daß der Oefsentlichkeit mehr Ge- legenheit gegeben werden müsse, den Verhandlungen beizuwohnen; bei dem frühen Beginn sei dies ausgeschlossen. Sie führten andere Gemeinden an, die sich der Einsicht über die Notwendigkeit einer gewissen Kontrolle der Verhandlungen durch die Wählerschaft nicht verschlossen und den Beginn, wie Adlershof zeigt, sogar in die Abendstunden verlegt hätten. Halte Mariendorf an dem frühen Beginn fest, so zeige eS damit eben seine Rückstänbigkeit. Die Bürgerlichen wollten sich um diesen Ruf nicht bringen lassen und lehnten den Antrag ab. Borsigwalde. Ferienspiele. Wie im Vorjahre werden auch in diesem Jahre während der Schulferien Kinderspiele stattfinden und zwar Dienstag und Freitag nachmittag. Sammelpunkt: Ernst- und Schubaristraßen- Ecke präzise 2 Uhr. Die Genossinnen und Genossen werden gebeten, ihre Kinder recht zahlreich daran teilnehmen zu lassen. X Potsdam. Tie Stadtverordiietenversommluiig erledigte zunächst die in der vorigen Sitzung wegen Beschlußunfähigkeit abgebrochenen Beratungen über die B e s o l d u n g s v o r l a g e der städtischen Beamten, die insgesamt 30 000 M. Ausgabe verursacht. Das Bürgermeistergehalt wurde auf 8600, 9800, 11 000 und 12 000 M. in 9 Jahren(gegen rüher 8000 bis 10 000 M.) und 1000 M. Nepräfentationsgelder festgesetzt. Stadtverordneter Beccu beantragt den Oberfeuerwehnnännern und Oberaufseber der Straßenreiiligimg, wie bisher, das gleiche Gehalt zu geben(die Konnnission hat für letzlern 100 M. weniger in Vorschlag gebracht), da beide eigentlich eine Funktion sind, letztere aber doch nur bei höherem Alter durch die dann zuin Dienst als Oberfcuerwehr- mann nicht mehr ganz rüstigen ausgeübt wird. Hier vertrat der Stadtverordnete Heyne(RechnungSrat an der OberrechnungS- kammer) den Standpunkt, daß ein Wenigergehalt gerechtfertigt 'ei, denn es handelt sich um ausgediente Leute(!), die man in irgend eine Stelle dirigiere. Man bringt sie in eine Klasse, bei welchem Gehalt sich auch noch leben läßt.(H. sollte diesen Vorschlag einmal einen Beamtenkollegen machen!). Von städtischen Arbeitern erhielten nur die Müllkutscher und Auflader auf besondere Eingabe eine Zu- läge. Durch die Einführung der Müllabfuhrgebühr fallen die bis- herigen Trinkgelder fort, die die Angestellte» auf 12—13 M. monat- lich berechneten. Der Magistrat hält diese Berechnung für zu hoch und beantragte pro Tag eine Zulage von 25 Pf. Danach beträgt der Lohn für Müllkutscher pro Tag 3,50 M.(Wochenlohn 21 M.), für Auflader pro Tag 3,35 M.(Wochenlohn 20,10 M.) Residenzstadt- löhne I Dabei sollen die Kutscher angewiesen werden, Trinkgeld nicht mehr zu fordern. Zu einer großartigen Feier deS S e d a n f e st e S wurden 3500 M. bewilligt. Schulen und Vereine sollen patriotische Vorführungen, hauptsächlich für die Jugend, abhalten.— DaS auf 60 M. festgesetzte remdenschulgeld für die Gemeindeschulen wird für die inder der öffentlichen Armenpflege und die in Erziehungsanstalten untergebrachten Kinder auf 40 M. erniedrigt. Gleichzeitig wird am St. Josephswaisenhause eine Restschuld für Schulgeld um ein Drittel ermäßigt.— Ferner stimmte die Versammlung dem Ankanfe des Meierschen Grundstücks in der Neuen Luisenstraße zum Preise von 75 000 M. zu. Zu Beginn der Sitzung fand die Einführung des zum Stadtrat gewählten Assessor Jänicke ans Elbing durch den Bürgermeister Rodig statt. Treffend kennzeichnete R. hierbei die hiesige Situation: als freier Mann sollte er der Gemeinde dienen, aber der Residenzstadtcharakter bedinge hierin eine eigene Art.— Spotten ihrer selbst und wissen nicht wie! Spandau. In der gut besuchten Generalversammlung des Wahlvereins er- stattete zunächst Genosse Scior den Bericht des Vorstandes. Dar- nach baven im letzten halben Jahre 20 Vorstandssitzungen, 6 Kor- Poresitzungen und 14 Zahlabende stattgefunden. Die Frauen hielten 4 Leseabende und zwei Frauenversammlungen ab. Es wurden ferner vom Wahlverein abgehalten eine ordentliche Generalversamm- lung, eine Mitgliederversammlung nnd 13 öffentliche Versammlungen. Eine große Arbeit verursachten die Gemeindevertreterwahlen. eS ist jedoch gelungen, in Kladow und in Tiefwerder je einen Genossen durchzubringen. Die Mitgliederzahl hat sich im letzten Halb- jähr wieder etwas gehoben, bei fleißiger Agitation fei zu hoffen, daß die Zahl der Genossen bald tausend über- schreiten� wird. Den Kassenbericht erstattete der Genosse Emil Koppe». Nach demselben betragen die Einnahmen 993,20 M., die Ausgaben 654,03 M. ES bleibt ein Bestand von 439,17 M. Die Mitgliederzahl hob sich von 753 im 4. Ouartal 1909 auf 872 zu Ende dieses Halbjahrs. Darunter sind 78 weibliche Mitglieder. Der „Vorwärts", welcher Januar dieses Jahres in 1025 Exemplaren ge- lesen wurde, stieg im Juni dieses JahreS auf 1105 Leser. Auf Antrag deS Genossen Paul Schmidt sollen die Nainen der aus- geschlossenen Mitglieder bekannt gegeben werden. Den Bericht über die Tätigkeit deS BildungsauSschusses gab Genosse Man cker. Die Ein- nahmen betrugen 306,70 M., die Ausgaben 109,75 M., so daß ein Be- stand von 140,95 M. verbleibt. Die erste Arbeit des AuSschnsseS war die Bildung der Lrbeiter-Samariterkolonne. die bereits bei den Ver- anftaltungen mitgewirkt hat. Die Errichtung einer BildungS- schule ist bisher an den hohen Kosten gescheitert. ES schloß sich an diesen Bericht eine kurze Distusston. Ueber die Lokal- konimission berichtete der Genosse Strucks. Der Seitzfche Boykott habe gezeigt, daß die Bürgerlichen ein von den Genossen gespernes Lokal nichi halten können. Die voi» Seitz an- gestrengteu Prozesse sind bis jetzt zum größten Teil zuglinsten der beteiligten Genossen ausgefallen. Auch der Boykott gegen das Mierickesche Lokal müsse weiter aufrecht erhalten worden. Der Gast- wirt Lehmann, Nonneildanini, hat fein Lokal verweigert. DaS Lokal Pichelsdorf ist freigegeben. Dortselbst ivird der Miliiärboykott nur für den Tag ausgesprochen, an welchem eine sozialdemokratische Ber- samnilung stattfindet. ES müßte» alle Mittel angewendet werden, um die großen Lokale zu gewinnen. Hiernach gelangten ver- schieden« im Laufe des Halbjahrs von den Zahlabenden eingegangene Anträge zur Erledigung. Den Anträgen der Bezirke 6 und 7, von dem lleberschuß der Maifeier, der 439,17 M. betrug, 139 M. an die ausgesperrten Bauarbeiter abzuführen, konnte nicht Folge gegeben werden, da der Kassierer bereit» mit dem KreiS abgerechnet hatte. Die Versammlung bewilligt aber auf Antrag des Genossen Appold auS dem Kassenbestand für die Bauarbeiter 119,79 M,— Dem Autrage betreffs Gründung eines Presscfoiids stimmte die Versammlung zu.— Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Scior erster, Appold zweiter Vorsitzender, Köppen erster, Scnstleben zweiter Kassierer, Pöhl zweiter Schriftführer. Der erste Schriftführer konnte noch nicht gewählt werden, da sich kein Genosse dazu bereit fand. Zu Rcpisorcn wurden gewählt Strucks, Otto BexilleS und Reimaim. Zu Bezirksführern für Bezirk 1 Dann; 2 Strucks; 4 Lange; 5 Rührmundt; 6 Ganzer; 7 Rujart; 8 Paul Heilig und 8 a Warrach. Für Bezirk 8 soll der Bezirksführer in der nächsten Versammlung gewählt iverden. In die SchlichtungSkommisston wurden gewählt die Genossen: Beyer, Strehlke. R. Schmidt, Noack, Henze, Piech und Fritz BexilleS. Für die Bezirke 3 und ga wird erst m der nächsten Versammlung ge- wählt. Wegen vorgerückter Zeit wurde der Punkt Verschiedenes abgesetzt._ Leseabende. Zehlenborf(Wannsecbahn). Mittwoch, 3. Juni, abends 8 Uhr, findet der erste Leseabend der Frauen bei Benno Micklei, Potsdamer Straße 25, statt.! i Berliner Arbeiter-Tchachklub. Osten l: jeden Dienstag'1,9 Uhr bei Böhl, Rüdersdorser Str. 26. „ II: jeden Montag'1,9' Uhr bei Doh, Weberstr. 6. Süden: jeden Dienstag'/,9 Uhr bei Uebeleijen, Daljertorstr. 8. Westen: jeden Freitag'1,9 Uhr bei Päßler, Karlsbad 17, Ecke Flottwellstr. Norden I: jede» Dienstag'1,9 Uhr bei H. Schulz, Maxstr. 13b. , II: jeden Freitag'/t9 Uhr bei Fritsch, Drontheimer Str. 4. . III: jede» Freitag'/39 Uhr bei Baganz, Gaudysw. 3. IV: jeden Sonnabend'1,9 Uhr bei Wöhrenhof. Usedomslr. 23. Zentrum: jeden Donnerstag'1,9 Uhr bei Freiheit, Dragonerstr. lö. Moabit l: jeden Donnerstag'1,9 Uhr bei Pielecke, Zwingliitr. 25. II: jeden Freitag'1,9 Uhr bei Lamprecht, Putlitzftr. 10. Lichtenberg: jeden Freitag'/,9 Uhr bei Blume, Alt-Boxhagen 56. Rixdorf I: jeden Dienstag'1,9 Uhr bei Stahmann, Reuierstr. 46. II: ledcn Donnerstag'1,0 Uhr bei Weihe, Hermannstr. 169, Ecke Emier Straße. Ober-Schönewcide: jede» Donnerstag'1,9 Uhr bei Rodcnbusch, Rathenau» straße 64, Ecke Wilhelminenhofstr. Eingegangene DmehfeKriNe«. Von der„Gleichheit", Zestschrist für die Interessen der Arvellerlnnet» (Stuttgart, Verlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr. 20 des 20. Jahr» angeS zugegangen. AuS dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor i ine Psiicht internationaler Solidarität.— Die Frauen in der Unfall- Versicherung. Von F. Kl.— Die vermögensrechtlichen Verhältiiiise der Ehegatte». Bon Emst Lberhotzer.— Ein Nachwort zum ersten russischen Kongreß zur Bekämpsung der Prostitution, Von B.— Vom Spinnen und Weben in aller Zeit. II. Von 6. Jäckel.— Die Lage der Arbeiterinnen im M.-GIadbachcr Jndustriebezirk Von SS. Psaff.- AuS der Bewegung: Von der Agitation.— Jahresbericht der Genoliinnen in Eücnbcrg.— Jahresbericht der VertraiicliSperion der Genossinnen für den sechsten sächsischen WabllreiS.— Jahresbericht der Kinderichutzkommiision in Meißen. - Politische Rundschau. Von U. B.— Gewcrljchaslliche Rundschau. Dazu die Kinder- und Hausfrauen- Beilage. Die„Gleichheit- erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 19 Pf., durch die Post bezogen beträgt der AdonnementSpreiS vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Ps.; unter Kreuzband 85 Ps. Jahresabonnement 2.69 M. Vom»Wahren Jacob" ist soeben die 14. Nummer des 27. Jahrgange» 16 Seiten ftart erschienen. AuS ihrem Inhalt erwähnen mir: 'Bilder: Bierkrieg-Jdcale. Don Nud. Wols.— Kavalierurtcll. Von M. Vanielow.— Beruhigung. Von E. Ert.— Konkurrenten. Bon R. Rost. — Gerichtet! Gerettet! Von M. Vanselow.— Damen vom Tierschutz verein. Von R. Rost.—.Ut de Angst lümmt man nich rut!' Von Leo.— Der gutmütige Michel. Don R. Mayer.— DaS gestörte Idyll. Von Leo.— Die gemeinsame Not. Von E. Schilling.— Resignation. Von R. Wolf.--- Im Zweifel Von S. Erl.— Im ruffischen Staatsrat. Von H. G. Jentzjch. — Agrarische Wünsche. Von R. Rost.— Der Gauner. Von R. Wols.— Ursache und Wirkung. Von Tb. Franck.— Münchner. Von R. Grieß. Text: Die rote Flut. Bon A. T.— Die feindlichen Brüder. Von P. E.— Dernburg. Von Lehmann.— Der Landrat Schröder. Von Balduin.— Kopsschütteln. Lo» H. Fl.— Warnung. Von Balduin.— Klagegesang der Berliner Stadlsvnode. Von Tobias.—„Lieber Jacob I" Von Jotthils Rauke.— Deutsche Mannen. Von P. E.— Zuchthau»- Komsort. Vo» Tobias.— Die höchste Instanz. Von HanS Reiter.— FrühjabrSparade. Von P. E.— Aus seinen Kreisen. Von TobiaS.— WaS sich Pater FiluziuS notierte. Von T.— Berliner Sommerstill«. Von Lehmann.— Em Dichterhciu«.— Gardelegcn. Von Balduin.—«De Geduld is endlich alle—— LuthcrS Anlwort auf die BorromäuS» Enzyklika. Ein Interview.— Oberbayerische Bauernburschenhymnc.— Gedanken eine» Bureaukralen.— Ein zeitgemäßer Brieswechsel.— Usw. Der Preis der Nummer ist 19 Pf. Probenummern find jederzeit durch den Verlag Paul Singer in Stuttgart sowie von allen Buchhandlimgen und Kolporteure» zu bezichen._ BrUfkaften der Redaktion. Sit tntifttlAt Cvrcitnunv« Nu»«» Lindeuttra ft« Nr. 99. bor» vier Trevpc»— n l> r ft>i b I—, wow-ntiialtiv von?>/, vi» 0';- Uhr abcuv», Sonnadend» von 0 vi» l'l, Uhr nachmttlng»(latt. Jeder ilnftaq- ift «IN Buchfiav» und ein« jiaht als Mertzeichen d«i»ut»g»n. tltiefliAe aintmort wird nich» erteil«. Eilige Kragen«rag« man tu der Eprelt» stund« vor. A. S. SS. Sie sind zur Zahlung ve, pflichtet: stellen Sie aber unier Hinweis aus die anderen Steuern Antrag auf Ermäßigimg um die Hälfte. — I. W. 3». Nein.— U. Ol. Martendorf. 1. Ja. 2. Nein. 3. Nein. — Stargarb iPommern). 1. Nein. 2. und 3. Ja.— M. S. 100» Sie baden kein Recht zur Hinterlegung. Sie müsicn zahlen an den psändenden Gläubiger, kündigen an den Hauswirt.— O. Nein. — H. W.. Koppenstr. Sie sind verpflichtet, die Portiersrau einzulassen. —757 WSW öerlin j757 Slill Franks.» M.. 758 SW Münch«»!7S0W Wie-, 1757 2251® Vetter 1 heiter üwoltenl wollig 3 Nebel 3 wolkig 3 heiter 5? mS> CtslioRtn taparanda 752 N eterSburg 75g WSW Scilly tlberdemi Pari» 76« NNW 762 NW 769 NW Ksettccprofluafe tut xtcnetao,»en S. Juli isio. Dlelsach heller, ein wenig wärmer, aber noch veränderlich bei meist Ichwachen westlichen Winde» und etwa» Neigung zu Gewittern. Berliner LelterZureaa. WasserstandS-Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M« m e l. TUM B r e g« l. Jnsterbmg Weichsel. Thor» Oder, Rattbor , Kroflen , Frauksurt Warthe. Schrimm . LandSberg Netz«, Dordanim Elb«, Leitmeritz , Dresden , varby , Magdeburg *)+ bedeulet Wuih»,— Fast.--> Unlerpeget. Donnerstag, den I Znli 1910, 8'/- Mr abends. BeHins Gkivkrkschchchiiys. Engkl-Mer 15 Hsfjägkr-Palast, goff ii|f iiif 52/53 Elyliim. Foiidsberger Allke 40/41 GermWia-SöleFhölllstchlißkllO Frölikls Allkckl-TIieM. IPchliilser Allee 148. Bixelerfs Hoppes fellläle, lienniiiiiilliiiff 49/50. Treptow: Radrennbahn. Adlershof: Lschner, BismarcMtraBe 60. Tages-Ordnung: Nie$tel)t'$ mit der Reform der flrbeiteroerskberung? Referenten: Gustav Bauer, Karl Giebel, Gustav Link, Hermann Molkenbuhr, Gustav Nathow, Robert Schmidt, Rudolf Wissel, Emil Wutzky. Zahlreiche Beteiligung der Partei- und Gewerkschaftsgenossen erwarten 205/14» Die Einberufer: Engen Ernst, Lieseustr. lk. Adolf, Ritter, Engel-Ufer 15. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. IMittwochi den 6. Juli, abends SV* Uhr: Vertrauensmänner-Versammlungen der Bezirke und Branehen. Tagesordnung: Tätigkeitsbericht des Obmannes.— Bericht der Werkstattvertranensuiänuer.— Verbandsangelegenheiten. Alle Werkstätte» müsse» vertreten sein. Mitgliedsbuch legitimiert. Die in den Bororten arbeitende» Mitglieder sind ebenfalls verpflichtet. Vertrauensleute zu senden. Dieselben besuchen die Vertrauensmännerversanimlung ihrer Branche oder die ihrer Werkstatt am nächsten liegende Bezirks- vertrauenSnlännervcrsanlmlung. Für die Arbeitslosen geben die Arbeitsvermittler VertrauenSmännerkarken am Mittwoch auS. BersammlungSlokale sind folgende: Bodenieger im GewertichnslShause, Engcluser 15, Saal 2. Stettmacker B-r.i..shauü.. R°,.n. Bitten- U. BoffeNNacKer bel vaudach. vretlauer Strad« 28. Borbmacker bei Eichhorn. Koppenstr. 47. kurftenmacker bei Preuh lHillkbeln.AuSschany. Holzmarttstr. SS. Bammacker bei Prcuh(Hilstbein-AuSschany, Holzmarttstr. es. Vergolder bei Kluge, Langestraße S3. Jalousie Arbeiter bei Walter. SIdalbertstr.«2. Perlmutt-, Dorn- und Bteinnullarbeiter um S Uhr bei Ernst Thomas, Nclchiorstr. ö. BUderrakmenmaeker um g Uhr b« Natteroth.«rnttcifu-. 82 Stockarbeiter um S1/, Uhr Bei Lehman». Neue Friedrichstriche l. jVlodeil- und fabriktisckler � Einsetzer im GewertschaftShause. Saal rl. tlisckler. nerei. Ber� Wasseitorllr. KS. «iia�entsn-Säbels Brauerei. Bergmannstr. 5—7. bei Mlieiiiig, Wasteitorslr. SS. K>N,>o!,tvn I a. II in den Naunyn-Kestfälrn, Naunynstr. 6. ttntv» I bei Borgman». Andrcasstr. 2t. Vnten II bei Pirna«, Franl/urter Allee!0S. Ontcn III bei Berguiauu, Boxhazener Straße 2S. Vv.tllvliv\ororte bei Wildner in friesriobidori, Friedrich-Karl. Straße 11. Xordostcn Bei Boeter, Weberstr. 17. Jede Sarglischlcrei muß einen BertrauenSmann nach dieser Bersamm- lung sende». Roacntlrnier' und Schönhauser Torstadt bei Obiglo, Schmedter Straße 23. Weddlng: und Zloahlt bei Kaczoraivsti, Raveiiöstr. S. Bautilckler. Wcrlrle I: Stidneston, SUdeu, SUdostcu bei GrastHoff Admiralslraße 18o. Ncnli-Ir L: Osten bei Zieh, Warschauer Straße kl. ItezivU.<*; Korden und nOrdllcho Vororte bei Glische, Ii-r�-qflflcncr Straße 74. Beslrk 4: Gicsundbrunnen, Weddinff and lloablt bei Sachse, Liudower Straße 20. ]VIöbel- u. Stuhlpolierer sowie JVTagazinarbeiter. Osten bei Boeker. keberstr. 17. Südosten im �!0tärktschen Hof«, Admiralstr. 18o. worden bei Günther, Brumienstr. SS. 85/28 Drechsler, Treppengeländer- und I�uxusmöbel- Branche. worden Bei Töhling, Brunncnstr. 79. Osten Bei Schneider, Friedenstr. 67. Südosten und Südwesten Bei Stramm, Ritterstr. 128. Maschinen-Arbeiter! die Vertianensinäuner- Versauiinlnng fällt ans. Montag, den 11. Juli: Branchcti-Verfamtfilung in den Andreas-Jestsalen, Audreaöstr. 21. vis Ortsvvrwultuox. �vutoSr WsUkSÄSTK unti Vnunvn im �skre 1YVY z>Al4l>lI leMl mck g!s imMIggL hat umgesetzt ciis Erste Ssttfedern- k�adrik mit 0 isleti-isoiiem Ssteiods Ssstlii 8., Prinzen-Strasss 46 und 47. Die Firma führt nur Hettfcdern zu 0,55, 1,00 1,25, 1,50, 1,75, 2,00, 2,25, 2,50, 3,00, 3,50 bis 6,00 Mk p:r wund Daune» zu 2,85, 3,50, 4,59, 5,00, 6.59 bis 9,00 Mk. 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Quartal braun u. muß mit dem Verbandsstcmpel verschen sein. Alle andere Legitimation ist ungültig und ist sojort anzuhalten. PisiKK-KelegenKeits- kiiuf c in gr. Auswahl v. 300 bis 400 M., dar. Sohiedmoyer, Biese etc. Garant. Pianohaus Brause, Berlin W., Ansbaoherstr. 1.* 4» Hygienische" ueaansaruKei. iNGuest.ivataiog Ift. Empfebi. viel. Aerzto u.Prof. grat. tulf H. Onger, Cum!:üiwarenfabrik Berlin NW.. Friedricbsurasae Dl/9 ''A-. WM oigsretten � Teste husMAen Verband der Maler. Saekierer, Anstreicher Melchiorstraße 28, Part. Filiale Serlin. usw. Fernsprecher Amt IV Nr. 4787. Hierdurch fordern wir die Kollegen auf, sich recht rege an den am Donnerstag, den 7. Juli, stattfindenden_ IW" öffentlichen Versammlungen"WD zu beteiligen. 128/0« Für die bcr SßCficVCr fällt die für den 7. Juli geplante SektionS Versammlung aus._ Die Ortsverwaltung. 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ID./, Referenten: Reichstags< Abgeordneter Dr. Albert SUdcknm und Privatdozent Dr. phi». et med. Franz 0{*pen heimer. Einberuser: Deutsche Gartenstadt-Gesellschaft, Ortsgruppe GroS-Berlin. _ Gemeinnützige BaugenossenschaU Gartenvorstadt GroB- Berlin, Wir empfehlen unseren Lesern folgende NeuersetieiMtitp. In Freien Stunden. 14. Jahrgang, I. Band, enthaltend u. a. das Preisgekrönte Werk von Bruno Wille: Die.AbendburK. Chronika eines Goldsuchers in zwölf Abenteuern. PreiS: Leinen gebunden 3,5« Mark, Halbfranz gebunden ig— Mark. Die Sozialdemokratie and das Heer. PreiS 10 Pfennig. Die Erhöhung der Zivilliste. Reden der sozialdemokratischen Abgeordneten Adolf Hofsmann und Paul Hirsch im preußischen Abgeordnetenhause vom 7. und S. Juni 1910. Preis IS Pfennig. Lxpedilioll des„Vorwärts" ----- Berlin SW., Lindenstraße 69, Laden.---- Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. 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Schneider, Malcrei- gefchöft, Köln- Lindenthal, führt zurzeit die Renovicrungsarbeiten in der Ka» tholischen Kirche in Charlottenburg, Lützower Straße aus. 123/10 Da obengenannte Firma die reichs- tariflichen Bestimmungen nicht ein- hält, so ist dieselbe bis aus weiteres DV* gesperrt. IKS Das Ortsiariiaint der Maler Berlins. E. Krnse II. Biets Obmann Obmann der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer, «eraniwortlicher Redakteur Richard Barth, Berlin, gut bei JnieratenteilveraskwG T».Gl«le, Berlin. Druck u. Verlag: Borwärt, Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW.