Mr. 168. flbonncmcntS'Bcdinguftgen: ■JonnemenW. Preis pränumerando i LierteljShrl. S£0 mt., monatl, 1,10 Ml., wöchenllich 28 Pfg. frei inS Haui. Einzelne Nummer s Pfg, Sonntags. nummer mit Mustrierter Sonntags. BeUage.Die Neue Weit" 10 Pfg. Post. itbonnement: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Posl-geitungS. Preisliste. Unter Kreuzband für Deulfchland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. PoftabonnemcntS nehmen an: Belgien. Tänemarl. Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, ttünien, Schweden und die Schweiz, 97, Jahrg. Cridjllnt tZgllch auücr mantagt. Berliner Volksblslk. Die Insertion!'Lebllh? vetrügt für die sechSgespaltene kolonel» zeile oder deren Raum 60 Pfg, für politische und gewerlschastliche Vereins- und VersammIungS- Anzeigen 80 Pfg. „Klelne Hnztigen", das erste(feit. gedruilte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort lO Psg. Stellengesuche und Schlaf» stellen-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 6 Psg, Worte über »6 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis ä Uhr nachmittags Inder Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geössnet. Telegramm- Adresse! „SMiallUinollliil RtriiD". Zentralorgan der rozialdemokrati leben parte» Deutfcblandd. (Udahtiom SM. 68, Lindenotraaae 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Mlfttc in der ölterreichiichen Sozialdemokratie. 11. In diesen gewerkschaftlichen Konflikt- trat, ihn der schärfend und erweiternd, nun noch ein politisch nationaler, dessen Anlaß zwar sehr unbeträchtlich scheint, bei der krank haften Empfindlichkeit der tschechischen Genossen, die sie in allen nationalen Streitfragen beherrscht, aber seiner zer rüttenden Wirkung gleichfalls sicher ist. Im Grunde handelt es sich um nicht mehr als um eine Resolution, die ein bürgerlich-nationaler Tscheche zum Etat eingebracht hat, und bei deren Abstimmung sich die Fraktion in drei Lager spaltete: die tschechischen sozialdemo� kratischen Abgeordneten stimmten geschlossen für sie, die deutschen ebenso einmütig gegen sie, während sich die A6 geordneten der übrigen Nationen(die polnischen, die ruthenl schen, die italienischen Sozialdemokraten) der Abstimmung enthielten. Materiell kommt im österreichischen Abgeordneten Hause, das ja in allein und jedem seine eigenen Lebens� gewohnheiten hat, den zum Etat beschlossenen Resolutionen nicht die geringste Bedeutung zu. So wenig die Antrag steller von ihrer Einbringung und Beschließung erwarten, so wenig nimmt sie der Budgetausschuß oder das Haus, die sie beschließen, oder die Regierung, der sie übermittelt werden, ernst. Das geht schon aus ihrer Zahl hervor. Wie viel Resolutionen hat, glaubt man, der Budgetausschuß diesmal beschlossen und dem Hause vorgelegt? Nicht weniger als 518— woraus sich schon ergibt, daß man in dieser Massenfabrikation von„Aufforderungen", die zum über- wiegenden Maße lokale Wünsche betreffen, deren Berechtigung niemand kontrollieren kann und auch niemand kontrolliert, nichts anderes zu erkennen hat, als die im österreichischen Abgeordnetenhause so üppig blühende Wahldemagogie. Be- sonders arg treiben es in der Ausheckung dieser„Resolutionen" hie bürgerlichen Tschechen: von ihnen stammen nicht weniger als 214 Resolutionen und ein einziger Abgeordneter hat ihrer nicht weniger als 82 eingebracht. Das mußte erwähnt werden, um den aus jener Abstimmungskonferenz entstandenen Kon- flikt auf seine wahre Bedeutung zu begrenzen: um mehr als um eine nationale D e m 0 n st r a t i 0 n hat es sich auch bei der betreffenden Resolution des Abgeordneten Stanek nicht gehandelt, die dahin ging, dem tschechisch-nationalen Verein Komensky, der in Wien tschechische Privatschulen errichtet, eine jährliche Subvention von Ivll vllv Kronen zu bewilligen. Gegen diese Resolution haben nun die deutschen sozialdemo- kratischen Abgeordneten schon im Ausschusse gestimmt, und ihre Stimmen waren es, die im Plenum die Ablehnung herbeiführten. Um die leidenschaftliche Erregung der tschechischen Ge- nassen über diese Abstimmung zu begreifen, die sich in Worten und Formen äußert, die jede Bedacht- nähme auf die sozialdemokratische Solidarität vermissen lassen, muß gerechterweise erwähnt werden, daß sich die Frage der Wiener tschechischen Minoritätsschulen in dem denkbar desolatesten Zustand befindet, der ohne Zweifel auch ein an den Tschechen verübtes schweres Unrecht darstellt. Selbst nach den Zahlen der letzten Volkszählung, die gewiß nicht unpartiisch geführt ward, leben in Wien über hunderttausend Tschechen: unter ihnen wahrscheinlich auch nicht wenige, deren Kinder der deutschen Sprache nicht so mächtig sind, um dem Unterricht in der deutschen Schule folgen zu können. Dennoch haben die Wiener Tschechen, da sie, gemäß einer Entscheidung des Reichsgerichts, in Nieder- österreich den Charakter eines„Volksstammes" nicht besitzen (an welchen Charakter die Verfassung das nationale Recht in einem Lande knüpft), keinen Anspruch darauf, daß ihnen die Gemeinde tschechische Schulen errichte, weshalb sie, wenn sie auf die nationale Schule nicht verzichten wollen, auf Selbst- Hilfe, auf Privatschulen angewiesen sind. Solche Schulen errichtet nun jener Verein, der zwar ursprünglich von dem tschechischen Feudalgrafen Harrach begründet worden ist, an dessen Leitung heute aber auch die tschechischen Sozialdemo- kraten mitwirken. Wir haben es also in dem Verein mit einem der zahlreichen Schulvereine zu tun, die in jeder Nation die Erhaltung der Minoritäten durch Gründung privater Schulen besorgen(für die deutschen Minoritäten tut das der bekannte Deutsche Schulverein), die also eine Sache der Nation sind, mit denen demnach der Staat, auch nicht in Form von Subventionen, sich nicht befaßt. Danach wäre die staatliche Subventionierung dieses tschechischen Vereins ein absolutes Novum gewesen, und schon deshalb ist es nicht un- verständlich, daß die deutschen Sozialdemokraten Bedenken tragen mußten, selbst bei Anerkennung des besonderen Not- standes der Wiener tschechischen Minoritätsschulen, für den tschechischen Verein ein Privilegium herbeizuführen. Zu diesem Bedenken waren sie um so mehr berechtigt, als der sozialdemokratische Verband mittlerweile einen Antrag ein- gebracht hatte, der die Frage von einem internationalen Standpunkt zu lösen unternahm. In Uebcreinstimmung mit allen nationalen Gruppen, also auch der tschechischen Fraktion, brachte Adler im Hause einen Antrag ein, wonach der Staat jährlich zur Unterstützung und Förderung des Minoritätsschulwesens einen Betrag von 3 Millionen Kronen beizutragen habe, die auf die Nationen gemäß ihrer Volks- zahl zu verteilen wären und deren Verwaltung den„natio- nalen Parlamenten", nämlich der Gesamtheit der Ab- geordneten jeder Nation, überwiesen werden soll: mit dem Antrag wäre das Vorzugsrecht für den einen tschechischen Verein vermieden, wäre das nationale Anrecht aller Nationen verwirklicht worden. Schon aus dem Grunde, weil sie eine gerechte allgemeine Lösung der strittigen Frage vorbereiten— der Antrag Adler ist zur Vorberatung dem Nationalitäten- ausschuß zugewiesen worden—, mußten es die deutschen Sozialdemokraten ablehnen, dem ohne Ueberlegung improvi- sierten, nur zu demagogischen Zwecken ersonnenen und sachlich recht unberechtigten Antrag des tschechischen Nationalisten zuzustimmen. Daß die deutschen Sozialdemokraten weit davon entfernt sind, der tschechischen Nation das Recht der nationalen Er- ziehung ihrer Kinder zu bestreiten, brauchte eigentlich nicht gesagt zu werden, denn die gesamte Geschichte der Sozial- demokratie in Oesterreich bezeugt es auf jedem ihrer Blätter, daß sich insbesondere die deutschen Sozialdemokraten der Verpflichtungen der Jnternationalität immer bewußt waren und der Aufstieg der Arbeiterschaft der anderen Nationen zu nicht geringem Teile die Frucht ihrer proletarischen Solidarität ist. Seine Stellung zu jener Resolution hat der deutsche Klub in folgender zutreffender und einwandfreier Weise präzisiert:„Der Klub erkennt das Recht jeder Nation an, ihre Kinder in ihrer Sprache zu erziehen. Wir waren stets bereit und werden stets bereit sein, dieses Recht, das wir für die deutschen Minderheiten in nichtdeutschen Sprach- gebieten in Anspruch nehmen, auch den nichtdeutschen Minder- heiten im deutschen Sprachgebiet zuzugestehen. Wir sind bereit, alle zweckdienlichen Mittel zur Sicherung dieses Rechtes anzuwenden, zumal da diese Minderheiten über- wiegend aus Arbeitern bestehen. Als zweckdienliches Mittel können wir jedoch die Resolution Stanek nicht ansehen. Jedermann, der die politische EntWickelung Oesterreichs seit den Badenischen Sprachenverordnungen kennt, weiß, daß wichtige Aenderungen des nationalen Rechts nicht mehr ein- seitig durch einen Akt der Regierung oder einen Beschluß der Parlainentsmehrheit herbeigeführt werden können. Jeder Sachkundige weiß, daß Resolutionsanträge über nationale Angelegenheiten bei den heutigen Machtverhältnissen keine Aenderungen des nationalen Rechts zu bewirken vermögen. Solche Resolutionen sind wertlos: sie ändern an dem nationalen Besitzstand nichts, mögen sie nun angenommen oder abgelehnt werden. Solche Resolutionen sind aber auch gefährlich: sie verschärfen im Parlament und in den Wählermasscn den nationalen Streit, der das größte Hemmnis der sozialen und wirtschaftlichen Reformarbeit ist. Weil wir überzeugt sind, daß durch solche Resolutionen keiner Nation ein Recht erworben werden kann, allenNationen aber durch solche fruchtlosen Kämpfe der politische und oszialeFortschritt gefährdet wird, haben wir gegen den Resolutionsantrag Stanek gestimmt. Eine wirkliche Aenderung der nationalen Ver- Hältnisse kann nicht auf diesem nicht mehr gangbaren Wege, kann nur durch einen nationalen Ausgleich, durch eine Ver- ständigung der Nationen die gesetzliche Regelung der nationalen Probleme herbeigeführt werden. Nur im Rahmen eines solchen Ausgleiches können die Rechte der nationalen Minderheiten gesichert werden: jede Nation wird den fremden Minderheiten ihr Recht gewähren, wenn sie dafür die Sicherung der Rechte der eigenen Minderheiten eintauschen kann. Indem die deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten ihre ganze Kraft daransetzen, die Vor- bcdingungen für ein solches nationales Verständigungswcrk zu schaffen, arbeiten sie in der einzig wirksamen, einzig erfolg- versprechenden Weise daran, den nationalen Minderheiten aller Nationen ihr Recht zu schaffen." Angesichts dieser Er- klärung, die das Vorgehen der deutschen Sozialdemokraten für jeden unbefangen Urteilenden absolut rechtfertigen wird, braucht nian die Frage gar nicht erst zu erörtern, ob von den Tschechen die Bedeutung der Minoritäten nicht überschätzt wird und ob die kunstgemäße Aufzüchtung und Kon- servierung der Minoritäten überhaupt, wie sie das nationale Bürgertum in allen Völkern betreibt, wirklich ein so großer Segen ist, ob nicht im Gegenteil die allmähliche Aufsaugung der nationalen Minderheiten durch die Mehrheit, jene natür- liche und friedliche Assimilation, die mit Gewaltmaßregeln nichts zu tun Hat, nicht am Ende besser und ein Vorteil für alle Nationen wäre, deren Verhältnis gerade die Existenz der Minoritäten so stark verwirrt und trübt. Das alles ist mehr oder minder eine theoretische Frage: für die praktische Entscheidung waren schon die Gründe der deutschen Genossen zwingend. Nun ist aber festzuhalten, daß die Organisation der Sozialdemokratie in Oesterreich und insbesondere die Gliederung der Abgeordneten im Verbände die Möglichkeit der verschiedenen Bewertung nationaler Streitfragen, die die aktuelle Politik, also im Wesen die bürgerlich- nationale, gebiert, eigentlich vorsieht. Der sozialdemo- kratische Verband besteht aus nationalen Gruppen, die in allen nationalen Fragen selbständig sind, also autonom ent- scheiden. Diese Zerteilung ist, wie ja überhaupt die Auf- lösung der einmal ganz einheitlichen Organisation der Ge- samtpartei in einen immer loser werdenden Föderalismus. vorzugsweise dem Willen der tschechischen Genossen ent- sprungen, denen es immer ganz besonders am Herzen gelegen Expedition i SM. 68, Lindcnstraasc 69» Fernsprecher: Anit IV, Nr. 1984. war, ihre Selbständigkeit auszuprägen und die immer die Sorge geplagt hat, daß diese ihre Selbständigkeit in der Internationale ja nur recht deutlich zur Erscheinung komme. Aber was soll es bedeuten, daß die nationalen Gruppen innerhalb des Verbandes in allen nationalen Fragen un- abhängig und selbständig sind? Doch nichts anderes, als daß es in dem praktischen Wirken der Fraktion, in dem Wirken, das uns im Parlament wie außerhalb desselben die bürgerliche Gesellschaft aufzwingt, zwischen Deutschen und Tschechen nationale Gegensätze gibt, die die freie Entscheidung jedes Teiles bedingen, die Selbständigkeit jeder nationalen Gruppe erfordern. Was soll es also wunder für Ueberraschung sein, daß sich dieser nationale Gegensatz an einer der empfindlichsten Punkte der österreichischen Tinge gezeigt hat? Schließlich können die tschechischen Genossen die nationale Autonomie im Verbände nicht dahin inter- pretieren, daß diese wohl die Unabhängigkeit und Selb- ständigkeit der tschechischen Fraktion bedeute, für die deutsche Fraktion aber die Verpflichtung einschließe, so zu handeln und zu stimmen, wie es die Tschechen bestimmen! Wer die Not- wendigkeit der nationalen Autonomie im Verband pro- klamicrt hat, und das haben die tschechischen Genossen getan, hat damit auch ausgesprochen, daß es nationale Gegensätze gibt, also mußte er damit rechnen, daß diese Gegensätze sichtbar werden und sich in entgegengesetzten Abstimmungen manifestieren müssen. Die verschiedene Abstimmung der Sozialdemokraten bei bürgerlichen nationalen Streit- rcsolutionen, die ja nicht zum ersten Male bemerkt worden ist und wohl auch nicht zuin letzten Male geschah, ist gewiß alles andere denn erfreulich. Aber die Uebertreibungen, in denen sich die tschechischen Genossen gefallen und die darauf hin- zielen, wegen der Differenz in einer nationalen Grenz- frage die Gesamtpartei womöglich in die Luft zu sprengen, die deuten leider darauf hin, daß die nationalen Tendenzen in der tschechischen Partei eine Kraft erlangen, die den inter- nationalen Auffassungen und Verpflichtungen schnurstracks widerspricht. Sicher ist die Stellung der tschechischen Sozialdemokraten, die für die Jnternationalität in einem so durch und durch chauvinistischen Volke, dessen Kampf um das nationale Lebensrccht in dem nationslosen Staate noch lange nicht aus- gekämpft ist, zu wirken haben, schwerer vielleicht als die jeder anderen Sozialdemokratie: und das gewaltige Verdienst der tschechischen Bruderpartei, trotz aller natürlichen und psycho- logischen Hemmungen ihre Aufgabe begriffen und sich in ihr bewährt zu haben, darf weder vergessen noch soll es ver- kleinert werden. Was wir nun wahrnehmen,.ist aber eine zu innige Berührung mit den nationalen Streitigkeiten, ein Versenken und Versinken in ihnen, eine rückhaltlose Jdentifi- zierung mit den Parolen des bürgerlich-nationalen Kampfes, die die tschechische Partei dem Internationalismus, der j a immer auch ein Besiegen des Nationalis- m u s i st, wenigstens in Gedanken entfremdet und sie in den nationalistischen Tageskampf zu sehr verstrickt. Hoffen wir auch hier, daß diese Verirrung und Verwirrung bald überwunden und daß sich die Sozialdemokratie in Oesterreich, einig im Willen wie im Ziele, in ihrer öielbewundcrten internationalen Geschlossenheit wieder finden werde! „Dlplcmatifchc Sozialdemokraten." Bürgerliche Blätter erzählen ein Märlein weiter, das ein betriebsamer bürgerlicher Journalist in Stuttgart den„Münchner Neuesten Nachr." aufgebunden hat. Die sozialdemokratische Land- tagsfraktion Württembergs soll bei Beratung der Bauordnung das SelbstverwaltungSrecht der Gemeinden verraten und verkauft, der. Ersten Kammer und der Regierung zu einem Sieg über die Zweite Kammer berholfen haben. Und das alles, weil der sozialdemokra. tische Landtagsabgeordncte Dr. L i n d e m a n n, unser bekannter Kommunalpolitiker, anstelle des jetzigen volksparteilichen Ober- bürgermeisterS v. Gauß Bürgermeister von Stuttgart werden wolle. Auf diese Weise wolle er sich lieb Kind beim König machen und seine Bestätigung als Bürgermeister herausschlagen. Eine tolle Geschichte. Da sie aber von bürgerlichen Blättern mit toternster Miene vorgetragen wird, seien die Tatsachen hier skizziert. Die alte württembergische Bauordnung ist spottschlecht. Der Landtag behandelt etwa drei Jahre lang den Entwurf einer neuen Bauordnung, die den modernen sozialen und hygicni. schen Grundsätzen weit mehr entspricht. Vorsitzender der Bau- Ordnungskommission der Zweiten Kammer, auch Berichterstatter über wichtige Partien d«S Gesetzes ist unser Genosse Dr. Linde» mann, der die Materie vorzüglich beherrscht. Im Interesse der Grund- und Hausbesitzer, der Terrainspekulanten und Bautiger suchten sämtliche bürgerliche Parteien jeden sozialen Fort- schritt nach Möglichkeit zu verhindern. Am ärgsten von allen aber trieb es die„Fortschrittliche Volks- Partei" unter der Führung des Stuttgarter Oberbürgermeisters Ji. Gauß und des bekannten Reichs- und Landtagsabgeordneten Konrad H au ß mann. Es kam so weit, daß der RcgierungS- Vertreter Ministerialrat v. Reiff in der d. I. den bürgerlichen Parteien tief erre g vom IB. April „ES handelt sich bei diesem Abschnitt um eine politische Frage. Es handelt sich wirtschaftlichen Schwachen uK schützen und seine Gesundheit zu.-w! Schutz der Armen und Schwachen ist aber d> KgrteiM. dis bin Schutz bsn wirtschaftlich rdnung nicht darum, den m e n zu ! n. Diesex aller der der Oeffentlichkeit unterbreitet. Die Betriebsversammlung hatte den Arbeiterausschuß beauftragt, eine Beilegung beS Streiks durch eine Verhandlung mit der Direktion zu versuchxn. Die nachgesuchte Verhandlung wurde von der Direktion abgelehnt', und zwar mit der recht sonderbaren Begründung, daß der Bericht des„Vorwärts" lauter Unrichtigkeiten enthalten habe. Brieflich wurde dem Aus- schütz mitgeteilt, daß deswegen keine Verhandlungen stattfinden könnten. Was die Firma als„Unrichtigkeit" bezeichnete, wurde von der starkbcsuchten Versammlung in den„Borussiasälen" erneut und mit verstärkter Betonung als Tatsache erklärt, dah nämlich die Firma Schwartzkopff die Vereinbarung von 1904, die Schlich- tung der Differenzen über den AuSschutzgutz betreffend, nicht einhält. Obendrein liegt hier gerade eine Forderung der Streikenden bor, die doch am besten wissen müssen, ob die Verein- barung eingehalten wird. Eine andere„Unrichtigkeit" sollte darin bestehen, daß die im Bericht angeführten Lohnlisten die schlechtesten Former betrifft. Also richtig sind sie doch und daß die Löhne bei Schwartzkopff überhaupt sehr niedrig sind, zeigt die andere Forderung der Streikenden, daß den Formern ein Stundcnlobn von 69 Pf. garantiert werden mutzte. Wollte man die Lohnlisten der bessergestellten Former anführen, so müßte man die wenigen Ausnahmen heraussuchen, und dann wäre der Vorwurf de? Unrichtigkeit in der Darstellung berechtigt gewesen.— Die Direktion will nicht verhandeln, weil sie ihre schwache Posrtion den berechtigten Ansprüchen der Former gegenüber nicht verteidigen kann. Sehr häufig mutzten die Former auf dem Gcwerbegericht ihr Recht suchen, weil die Firma eine Ausnahmestellung unter den Gießereibetrieben einzunehmen versucht und die Former für gegen- wärtige wie zukünftige Fehler im Gütz verantwortlich machen und den geringen Lohn nur als Vorschutz betrachtet wissen will. Jeder beffere Former sieht den Betrieb von Schwartzkopff nur als Not- behelf an und strebt danach, bald eine andere Stellung zu bekam- men, darum wechseln die Leute dort so häufig.— Was den Stand des Streiks anbetrifft, so wurde berichtet, daß. von den Streikenden nur ein Mann(unorganisiert) abgefallen sei, datz drei Hilfsarbeiter — neueingestellte— angelernt würden und viele Arbeit auf Um- wegen, in der Provinz und bei andern Firmen hergestellt werde. Erwähnt wurde besonders die Schwartzkopsf.Mafsei-Gesellschaft, deren Arbeiten für die Former als Streikarbeit anzusehen seien. Der bekannte L e b i u s ist bemüht gewesen, Former von autzorhalb für Schwartzkopff zu liefern; aber die Firma soll bereits auf die Liebesdienste von L e b i u s verzichtet haben, nachdem die von ihm gelieferten„Arbeitskräfte" 100 Prozent Ausschutz herstellten. In der Versammlung herrschte nur eine Stimme darüber, datz den Streitenden volle Sympathie und Unterstützung zuteil werden müßte. In einer Resolution verpflichteten sich die Versammelten, die in sehr starker Zahl erschienen waren, den Streikenden Beistand zu leisten und keine Streikarbeit zu übernehmen. Wo Streikarbeit hergestellt wird, ist der Organisationsleitung davon sofort Mit- teilung zu machen. Die diesjährige Lohnbewegung in der Herrenkonfektion Berlins hat bis jetzt soviel Erfolg gehabt, datz die Tarifverträge bei 20 Firmen mit 1532 direkt beschäftigten Arbeitern und 274 bei Heimarbeitern beschäftigten jungen Leuten durchgeführt sind. Von jenen 1532 Arbeitern sind 283 auf eigenen Betriebswerkstätten der Firmen tätig.,, enmatzschneiderei und auch in der » i d e r e i. der sogenannten Kostümbranche. rtragSwesen selbstverständlich schon bedeutend in der Konfektion. In der Herrenmatzbranche .„jen, die den Tarifvertrag anerkannt haben, mit von denen 1097 auf Betriebswerkstätten tätig sind. inschaft dieser Branche ist außerdem für 499 junge dakt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw. In der Damenm hat sich stärker fi Gehilfen maßgebend, die bei den Heimarbeitern tätig sind. Von den 4692 Arbeitern kommen auf die Tarifklasse la 1171, ld 1371, IIa 1298, IIb 784, III 63 Arbeiter. In der Kostümbranche sind die Tarifverträge mit 77 Firmen abgeschlossen, die 2850 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäf- tigen, von denen 1910 auf die la-Klasse, 940 auf die Ib-Klasse kommen. In dieser Branche ist die Werkstattarbeit fast ganz allge- mein. Heimarbeiter kommen nur 50 für daS Tarifverhältnis in Frage. Die streikenden Schmiede erhoben in ihrer Versammlung am Donnerstag morgen lebhafte Beschwerden über Beeinträchtigung ihrer Rechte als Streikende durch die Polizei. Bierzehn Red- ner traten auf, um ihre Erfahrungen mit Schutzleuten bekannt zu geben. Sie bestätigten nur die bekannte Tatsache, daß die Polizei in einem Kampfe zwischen Unternehmern und Arbeitern fast immer die Partei der Unternehmer ergreift. Die unbequemen Streikposten wurden verhaftet, ohne datz sie den Verkehr störten, ohne daß sie aufgefordert wurden, weiterzugehen, und oft mutzten sie stundenlang, in einem Falle sogar einen ganzen Tag, auf der Wache zubringen: sie wurden drangsaliert und aufgefordert, sich nicht wieder an ihrem Platze sehen zu lassen. Neuerdings sind verschiedene Strafmandate, alle auf 30 M. lautend, erlassen worden; aber die Streikenden lassen sich trotz alledem nicht zurück- schrecken. Die Polizei macht die Leute nur erbittert und paukt ihnen die Lehre vom Klassenstaat, die mancher noch schlecht be- griffen hat, ein.— Die Streikleitung hat den Jnnungsmeistern von Berlin, Charlottenburg und Rixdorf ein Schreiben gesandt und sie über die Haltung der Streikenden unterrichtet, um keine Irr- tllmer aufkommen zu lassen. Manche Meister glauben, der Geld- beute! des Verbandes mützte bald geleert sein und sie werden sich wundern, zu hören, datz der Zentralverband der Mitgliedschaft Berlin 100 000 M. zur Verfügung gestellt hat und daß eine not» wendige weitere Unterstützung durch die Berliner Gswerkschafts- kommission in Aussicht gestellt ist. Die Meister verlieren gegen- wärtig massenhaft Arbeit, die nach den Wagenfabriken geht, weil den Schmiedemeistern die Arbeitskräfte fehlen; sie beharren aber in ihrem Trotz, mit dem Zentralverbande nicht verhandeln zu wollen, obgleich der abgelaufene Tarifvertrag mit dem Zentral- verbände abgeschlossen worden ist, woran die Streikenden immer wieder erinnern. Achtung, Steinarbeiter! Mit der 27. Woche trat der erhöhte Beitrag<75 Pf.) in Kraft. Restanten können auf kurze Zeit noch alte Marken<70 Pf.) erhalten im Berbandsbureau, Seydelstr. 30. Diejenigen Kollegen, welche für Wochen des vorigen Quartals bereits wider Willen neue Marken gellebt haben, erhalten den Mehr- betrag auf ihren Antrag zurück. Billetts zur Ton-, Kalk- und Zeme'ntindustrieausstellung, deren Besuch wir unseren Kollegen sehr empfehlen können(die Ausstellung wird am Montag geschlossen), sind nur noch im Verbandsbureau der Maurer, Engelufer 15 HI, erhältlich. Die nächste Versammlung am Donnerstag, den 21. d. M., im Gewerkschaftshaus bildet gleichzeitig den Endtermin zur Abgabe der statistischen Fragebogen. Zentralverband der Steinarbeiter. Ortsverwaltung Berlin. veurlcbes Reich. Nachwehe« vom Bauarbeiterkampf. Der Arbeitgeberverband für das Baugewerbe zu Posen lehnt eS jetzt nach erfolgtem Friedensschluß beharrlich ab, mit den Bau- Hilfsarbeitern einen Tarifvertrag abzuschließen. Da diese am Ort noch nicht über eine genügend starke Organisation verfügen, glauben die Unternehmer, sie ignorieren zu können. Mit den Maurern und Zimmerern sind die Verträge abgeschlossen worden. Die Hilfsarbeiter oben dieser Tage zu der Frage Stellung genommen und beschlossen, nötigenfalls durch einen Streik die Anerkennung ihrer Organisation durch die Arbeitgeber zu erzwingen. Drohender Streik der Posener Straßenbahner. Bereits im April haben die Fahrer der Posener Straßenbahn- gesellschaft dieser ihre Forderung, die niedrigen Löhne aufzubessern, unterbreitet. Ende Mai erhielt der Berbandsleiter den Bescheid, daß die Direktion mit dem Verbände überhaupt nicht verhandle. Hierauf hielten die Straßenbahner zwei überfüllte Versammlungen ab. in welchen der Beschluß gefaßt wurde, datz eine siebengliedrige Kom- Mission sich noch einmal an die Direktion zwecks gütlicher Regelung wenden sollte. Die Kommission tat dies in einem von den Ver- trauensleuten unterzeichneten Schriflstnck. Nun veröffentlichte die Direktion ein angeblich bei ihr eingelaufenes Schriftstück, in dem— anonym natürlich— gegen die nicht an der Lohnforderung be- teiligten Schaffner die schwersten Vorwürfe, wie Betrug, Verprassung des Gehalts usw. enthalten waren. Selbstverständlich wurde in der Oeffentlichkeit angegeben, das Schreiben wäre vom Transportarbeiter- verband abgeschickt worden. In einer erneuten Versammlung pro- testierten die Fahrer entschieden gegen eine solche Unterstellung, das Schriftstück müsse von einem Uneinigkeit säen wollenden Lumpen an die Direktion gesandt worden sein. Auch die anwesenden Schaffner erklärten sich mit den Fahrern solidarisch und betonten, auf solchen Schwindel nicht hereinfallen zu wollen. Erneute Vorstellungenen der Kommission zwecks Verhandlung wurden abgelehnt, man ist eben Herr im Betriebe. Auf beiden Seiten rechnet man mit einem Streik, zu welchem Zweck auch den Werkstattarbeitern bereits Streikbrecher« anzüge verpaßt hat. Diese haben jedoch bereits erklärt, sich dazu nicht hergeben zu wollen. Es soll noch einmal ein Verhandlungs- versuch gemacht werden._ Schlesien bei Rußland. In Brieg in Schlesien stand während der Bauarbeiter- aussperrung die Polizei nahezu völlig im Dienste der Bauherren. Unaufhörlich hatte sie Arbeitswillige zu beschützen, Streikende fernzuhalten, Ausgesperrte zu bewachen u. a. m. Eine Heiden- arbeit! Vor allem machte der Polizei die Ueberwachung des Bahn- Hofes viel Last und Aerger, weil die Arbeiter der merkwürdigen Meinung waren, datz der Bahnhof auch für sie da ist. Eines guten Tages aber wurde es der Polizei zu dumm: Sie schrieb einfach die Arbeiter auf und beglückte sie mit Strafbefehlen. Vor dem Schöffengericht wußte aber die Polizei nichts, rein gar nichts für die Schuld der Sünder anzugeben. Es mutzten sogar die Poli- zisten zugeben, datz die Arbeiter st e t s, wenn man sie auf- gefordert, fortgegangen seien. Niemand habe sich widersetzt. Aber — diese Heimtückischen! Sie seien dann„wo anders hingegangen". Und das habe man als— Verhöhnung der Polizei ansehen müssen! Zwei von denen, die Kommissar Bruchmann fortgejagt, hätten s� gar sich laut verabredet— horribile dictu!—:„Na, dann wollem wir inzwischen eins trinken gehen!" Auch das habe er als eine Verhöhnung angesehen, sei den beiden Durstigen in die Kneipe gefolgt— eine ganze Strecke weit— und habe sie, als sie dort ihre Personalien nicht angeben wollten, auf der Stelle ver- haftet! Und diese Bauarbeiter müssen jetzt je 15 M. Strafe zahlen. Nur, weil sie eins trinken gegangen waren, was der(sehr schlecht besoldete) Polizist als Verhöhnung aufgefaßt hatte! Ja, dasselbe Gericht brachte noch ein Uebriges fertig: Es ver- urteilte einen dritten Arbeiter zu 24 M. Strafe, weil er„in ganz unerhörter Weise die Polizei beleidigt" hatte. Und worin bestand dieses Verbrechen? Der Vermessene hatte in einer Anwandlung von Größenwahn zu dem Polizisten gesagt:„Ich bezahle mehr Steuern als Sie, der Sie von den Steuerzahlern erhalten wer- den?" Das sehen preußische Nichter— Schlesien gehört doch nun mal noch zu Preußen, es grenzt nur an Nutzland— als„un- erhörte Beleidigung der Polizei" an II Der Arbeiter hatt- doch nur die Wahrheit gesagt. Wenn das beleidigend ist, dann bessere man doch die Bezüge der Polizisten auf, datz sie ebensoviel ver- dienen wie ein Ziegelträger. Und solche Richter soll man nicht weltfremd nennen? IZusland. Die Lohnbewegung der Buchbinder in Bern ist min doch noch, ohne daß es zu einer Arbeitseinstellung kam, dnrch einen neuen Tarif zum Abschluß gelangt. Er bringt die Herabsetzung der Arbeitszeit auf täglich neun Stunden, eine sofortige Lohnerhöhung von 2 Proz., nach zwei Jahren ein« weiter« von S Proz. Der Abschluß erfolgt« auf 5 Jahre. Da hiermit der Neunstundentag in der Schweizer Buchbinderei tariflich festgelegt wurde, dürste der erfolgte Abschluß in dieser Beziehung bahnbrechend wirlen. Die Sperre über Bern ist aufgehoben._ Hus der frauenbenegung. Der Eroberungszug der Frau im deutscheu Erwerislebe«. Nach den neuesten statistischen Aufnahnien hat die Zahl der erwerbstätigen Frauen in Deutschland seit dem Beginn des neuen Jahrhunderts bedeutend zugenommen und scheint von Jahr zu Jahr in allen Berufen zu wachsen. Es gibt heutzutage fast keinen Stand mehr, der nicht wenigsten« einzelne weibliche Angehörige auszuweisen hätte. Von den rund 33 Millionen deutscher Frauen und Mädchen — Deutschland hat bekanntlich mehr als 1 Million mehr Frauen als Männer— stehen jetzt fast 8J/3 Millionen im Erwerbsleben. Während die Zahl der männlichen Erwerbstätigen seit 10 Jahren um etwa 20 Praz. zunahm, zeigt die Zunahme bei den Frauen 53 Proz. Die letzte Berufszählung von 1907 ergab schon acht Millionen erwerbstätige Frauen, seit dieser Zeit hat eine genaue Zählung nicht stattgefunden, so daß am 1. Dezember 1910 die Zahl von 8'/, Millionen bereit? wesentlich überschritten sein dürfte. Für die letzten 10 Jahre stellen sich die Vyrmehrungszahlen in Prozenten wie folgt: Berufstätige Frauen in d«r Landwrrlschast 67 Proz.(jetzt etwa 4,3 Mill.), in der Industrie 38 Proz.(jetzt etwa 2,3 Mill.), langsamer ist die Entwickclung in den freien Berufen, hier sind genaue Schätzungen schwieriger. Da Nebenbeschäftigung nicht immer von Brolbeschästigung unterschieden werden kann, so gibt es etwa 13 000 Malerinnen und Bildhauerinnen, 27 000 Angehörige von Theatern und Schaustellungen aller Art und etwa rund 1000 Journalistinnen, die aus diesem Beruf ihren Lebens- unterhalt bestreiten._ Vom amerikanischen Schnlwesen. Unsere englische Genossin Dora B. Montefiore schildert in der „Justice" die Eindrücke, die sie auf einer Agilations- und Studien- reise in Amerika empfangen. Sie kommt dabei auch auf das Schul- Wesen zusprechen.„In allen Schulen, die ich besichtigte," schreibt sie, „war die gemeinsame Erziehung beider Geschlechter die Regel. Mit Ausnahme der allerärmslen Viertel in Chicago und New Uork. der Slums— wo es natürlich wohlhabende Leute nicht gibt— besuchen die Kinder der Besitzenden dieselbe Elementarschule wie die Kinder der Armen. Ich Hörle dem Unterricht in einigen der größten öffentlichen Schulen in Chicago und New Jork zu, und obwohl die Klassen hier und da stärker besetzt waren als es sein sollte, so kann doch kein Zweisel sein über die Vortrefflichkeit und den gesunden Geist des Unterrichts. Miß Magaret Haleh in Chicago hat die Lehrerinnen- Organisation zum Anschluß an die Federation of Labour (Arbeitsverband) gebracht. In derselben Stadt haben die Behörden kürzlich eine Frau— Mrs. Hagg Doung— mit einem Gehalt von 2000 Pfd. St.(40 000 M.) jährlich zur Schulinspektorin über das gesamte Schulwesen gemacht. Solche Dinge sind in England nicht möglich.. Unsere Lehrerinne» würden die Annäherung an die Organisationen der Handarbeiter mit Entrüstung von sich weisen; unsere Oberlehrer würden die Autorität eines weiblichen Schulinspektors nicht dulden." Es ist kaum nötig, hinzuzufügen, daß solche Dinge auch in Deutschland vorläufig zu den Unmöglichkeiten gehören. So ist die Frage des gemeinsamen Unterrichts von Knaben und Mädchen bei unS nach einigen dürftigen Versuchen wieder auf den toten Strang geschoben worden, und die kostspielige Zuschüsse verlangende Vor- schule wird wahrscheinlich noch lange aufrecht erhalten werden, um die soziale Scheidung der Besitzenden von den Habenichtsen recht deutlich hervortreten zu lassen._ Versammlungen— Veranstaltungen. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterllasse. Sonntag, den 17. Juli, WandepauSflug(nur für gute Fußgänger) nach Jagd- schloß S t e r n— M a ch n o w e r Schleus e— Z ehlendorf. Treffpunkt'/48 Potsdamer Bahnhos, Abfahrt 8� bis Neu-BabelS- berg. Sonniag, den 31., Familienausflug nach Ravenstein. Treffpunkt 9 Uhr Schlesischer Bahnhof. Abfahrt 9« bis Hirschgarten. Für Nachzügler Ravensteiner Mühle. l�et�te I�acbricbten und Oepelcben. Der Flottenbauetat im englischen Unterhaus. London, 14. Juli.(W. T. B.) Im Unterhaus beantragte bei der Verhandlung über den Flottenbauetat von 3 444 000 Pfund Sterling Dillon(Nationalist) eine Herabsetzung um 2 Millionen Pfund. Er setzte auseinander, datz die Wirkung der Herabsetzung einfach darin bestehen würde, die Ausführung des ungeheuerlichen Programms zum Teil aufzuschieben. Sie würde aber in keinem Falle die Sicherheit des Landes gefährden. ASquith wies darauf hin, wie sehr sich die Regierung in ver» gangenen Jahren durch den Wunsch nach Sparsamkeit habe leiten lassen. Niemand kann die Notwendigkeit vermehrter Flottenaus- gaben mehr beklagen als ich. Jdflann mit vollkommenster Aufrichtigkeit sagen, datz unsere Beziehungen zu Deutschland den herzlichsten Charakter getragen haben.und ihn noch in diesem Augenblick tragen. Und ich glaube an eine von Jahr zu Jahr zunehmende Wärme und Innigkeit in diesen Beziehungen. Ich begrüße, wie jedermann in diesem Hause tun mutz, als die verschiedenen Bewegungen, durch welche die beiden Völker mehr und mehr zu gegenseitigem Ver- ständnis gelangen, und ich glaube nicht, daß die deutsche Regierung die Ansicht unterschreiben würde, die man dem deutschen Volke untergeschoben hat, datz unsere Flottcnrüstungen gegen sie gerichtet seien, ebensowenig wie ich die Ansicht unterschreibe, als ob die deut- schen Flottenrüstungen gegen uns gerichtet wären. Deutschland habe seine eigene Politik zu verfolgen und seine Interessen zu wahren. Es fft eine große Weltmacht, hat weit ent- fernte Kolonien. Des weiteren führte ASquith aus, die Regierung sei verantwortlich nichi so sehr für weitere Ausdehnung und Ent- Wickelung des Reiches als für die Verteidigung der Sicherheit des Reiches, das schon existiere, und sie würde das Vertrauen, das Volk und Reich in sie setzen, täuschen, wenn sie nicht eine beträchtliche Sicherheitsreserve gegen jede wahrscheinliche oder auch nur mögliche Gefahr aufrechterhielte. Er verteidigte sodann seine vorjährige Rede über das Marinebudget gegen die Angriffe Dillons. Was cr damals gesagt habe, sei buchstäblich richtig. Unzweifelhaft habe im vorigen Herbst eine Vorausnahme von vier Schiffen des deutschen Dreadnougth-Programms in dem Sinne stattgefunoen, daß die Auf. träge erteilt, das Baumaterial herbeigeschafft und vielleicht die Kiele gestreckt worden seien. Dos sei von niemand bestritten wor- den, sicherlich nicht von der deutschen Regierung. Er habe von den Erklärungen der deutschen Regierung, wonach künftighin keine Be- schleunigunjj mehr Platz greifen solle, gebührende Kenntnis gcnom- men, aber jene Feststellung über die Vorausnahme sei richtig ge» Wesen und niemand habe sie bestreiten können. Asquith geht dann in längeren Ausführungen auf die EntWickelung der englischen und deutschen Flotte ein. Von einem durchgehenden Gespann getötet. Karlsruhe» 14. Juli.(B. H.) In Liedoöheim ging ein mcht ganz an den Wagen geschirrtes Pferd durch. Die drei Kinder des Schmiedes Seitz, die gerade aus der Schule kamen, wurden umge- rissen. Zwei von ihnen wurden getötet, Erdbeben. Bieberach a. d. R., 14. Juli.(B. H.) hier ein heftiger Erdstoß wahrgenommen. Hochwächterturm stationierte Türmer bemerkte«in Schwanken des Ofens und der Bilder. Im Bezirksspital bemächtigte sich der Kranken eine große Erregung. Heute vormittag wurde Der auf dem Gigeke im rb.Glockc. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. VerlagSanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen«. UnterhaltungSbl. gr. 168. 27. Ishtgavs. l. KtilAt des Freitag. 15. Juli 1910. Die CaKtifs im Vahlfechtskampf. IV. Im 4. Teil seines Artikels führt KautSky aus, baß eS, außer den in der Jenaer Resolution angeführten, nur noch einen Grund geben dürfte, die Ermattungsstrategie aufzugeben und zur Nieder- werfungsstrategie überzugehen: wenn unsere Gegner in eine Klemme gerieten, die es gelte aufs rascheste auszunützen und die durch einen Massenstreik am wirksamsten auszunützen wäre. Ob die heutige Situation dieser Art, das sei die entscheidende Frage. Dann untersucht Kautskh, welches die Faktoren sind, die die jetzige Situation geschaffen haben. Auf den ersten Blick möge es scheinen, sie sei das Produkt der Straßendemonstrationen. Man möge sagen, durch ihre schärferen Mittel habe die Sozialdemokratie die Massen begeistert und die Regierung in die Enge getrieben. Aber diese Begeisterung werde sich schnell wieder verflüchtigen und die Regierung wieder an Ansehen, Kraft und Vernunft gewinnen, wenn wir nicht auf der einmal betretenen Bahn fortschritten, unsere Mittel immer mehr verschärften, dadurch die Rtassen immer mehr begeisterten und die Regierung immer mehr in die Enge trieben, bis sie vor dem überwältigenden Ansturm der Massen zusammenbreche. Wäre das die Situation, so würde sich jeder schwer am Proletariat versündigen, der jetzt nicht mit allen Kräften daran arbeitete, es zu schärferen Kampfesmethoden anzu- treiben. Aber die Situation scheine ihm anders zu liegen. Nicht die Straßendemonstrationen allein hätten die Erregung der Massen geschaffen, sondern die Demonstrationen seien erst möglich geworden, weil Ursachen, die schon seit Jahren wirkten und noch jahrelang tvirken würden, eine gewaltige Erregung und Erbitterung in den Massen erzeugt hätten, die sie zu den Slraßendemonstrationen geneigt machten. Kautsky entwickelt sodann diese Ursachen: die Teuerung der Lebensniittel, den wachsenden Steuerdruck, die Kriegsrüstungen, Er- scheinungen, die überall zu wachsender Erregung der Massen, gleich- zeitig aber auch zu wachsenden Gegensätzen der herrschenden Klassen untereinander, zu wachsender internationaler Nervosität und zu steigendem Gegensatz der Maffe der bürgerlichen Welt— Kleinbürger, Intellektuelle, Händler und kleine Kapitalisten— gegen Grundbesitz, hohe Finanz und große industrielle Monopolisten führen, die alle Vorteile dieser unerträglichen Zustände einheimsen und alle Lasten auf die anderen abzuwälzen suchen. In Preußen werde diese allgemeine internationale Situation noch dadurch besonders verschärst, daß hier das ostelbische Junkertum den Staat beherrsche und dadurch die Vorteile, die es auf Kosten der anderen Klassen ein- heimse, noch größer, deren Lasten noch gewaltiger, die allgemeinen Zustände noch unerträglicher mache. Die Herrschast dieser Klasse, der unwiffendsten unter den herrschenden Klassen Europas, die um so schlimmer, frecher und brutaler werde, je mehr sie ihre privilegierte Stellung bedroht sehe, je schädlicher sie werde, werde auch den bürgerlichen Massen und Pancien immer drückender, da sie sehen müssen, wie das Junkertum Lebensmittel und Rohstoffe künstlich verteuert, die Steuern von sich abwälzt, alle großen Posten in Bureaukratie und Armee für sich in Anspruch nimmt, Regierung Gericht, Polizei als seine Werkzeuge behandelt, die jede unbequeme Opposition niederzuknüppeln haben. Aber auch selbst sehr entschiedenen Ausbeutern und Gegnern des Proletariats werde die Junkerherrschaft unheimlich, weil sie zu der Einsicht gekommen seien, daß die Arbeiterklasse eine zu gewaltige Macht ge- worden ist, als daß eS noch möglich wäre, sie mit brutalen Zwangs- Mitteln niederzuhalten, wie die Junker wollen. Sie wünschten die in den meisten anderen Staaten angenommene Methode des an- scheinenden Entgegenkommens angewandt, die ihnen allein noch Gewähr zu bieten scheine, den Fortschritt der Arbeiterbewegung noch etwas zu hemmen, indem die Reihen der Proletarier gespalten, ein Teil ihrer energischsten Elemente korrumpiert und die anderen ent- kräftet werden. .Mit Grauen sehen die klügeren Verfechter der kapitalistischen Ausbeutung in Preußen und außerhalb Preußen? im übrigen Deutschland, wie die kopflosen Brutalitäten der Junker und ihrer Regierung die Reihen der arbeitenden Klassen immer enger zu- sammenschließen, sie immer mehr erregen, ihr Fühlen und Denken immer revolutionärer gestalten. So wenden sich nicht bloß die arbeitenden Mafien, sondern auch weite Schichten der bürgerlichen Welt iinmer stärker gegen das Junkerregime; aus den verschiedensten, mitunter recht wider- kleines Feuilleton. Fußball-Manie in London. Nur zwei Ereignisse im Jahre— und bezeichnenderweise sind es Ereignisse sportlicher Natur— sind imstande, in dem gewohnten Stadtbild Londons eine Aenderung herbeizuführen. London ist so groß, daß ein paar tausend Menschen mehr oder weniger nicht den geringsten Eindruck auf das Alltags- Panorama hinterlassen. Aber diese zwei Ereignisse bringen solche Menschenmassen in Bewegung, bringen in erster Linie so viel Provinzler nach der Metropole, daß der Anblick der Stadt allerdings ein veränderter wird. Diese zwei merkwürdigen Events sind das -letzte entscheidende Futzball-Match der Saison, das immer auf den Gründen des Kristallpalastes ausgetragen wird und das Derby. „TKe final Cup" lockt zumindest immer SO 000 Engländer aus den Provinzen an. Die Eisenbahngesellschaften arrangieren für diesen Tag— es ist immer ein Samstag— Extrazüge, die gewöhnlich um Mitternacht Wales, Schottland und die Midlands verlassen. Da- durch sind auch Arbeiter und Geschäftsangestellte in der Lage, nach London zu kommen, da der Samstag ja ohnedies ein Halbfeiertag ist und für diese hervorragende Gelegenheit von jedem Arbeitgeber als Ganzfeiertag freigegeben wird. Den darauffolgenden Sonntag verbringen die Fußball-Liebhaber noch in London und fahren in der Nacht wieder in ihre Heimatorte zurück. Fast ohne Unterbrechung— bis ungefähr drei Stunden vor Beginn des Spiels— laufen die Züge in die großen Londoner Bahn- Höfe ein, aus denen sich dann der Strom über die ganze Stadt ergießt. Die Hotelfirma, die den Kontrakt auf sich genommen hat, für Erfrischungen im Kristallpalast zu sorgen, hatte folgende Quan- titäten für den einen Nachmittag vorbereitet: 00 000 Butterbrote, LOOOO Semmeln, 24 000 Sandwiches, 8600 Fleischpasteten, 50 000 Cakes, 10 000 kleinere Bäckereien, 5000 Stück süßes Gebäck, 22 000 Flaschen Mineralwasser, 100 Barrels Bier, 2000 Flaschen Whisky, 1000 Gallonen Milch und 1200 Pfund Tee und Kaffee. Die Fußball-Manie ist eine bedrohliche Erscheinung in England. Es ist keine Uebertreibung, wenn man behauptet, daß am Tage des Final Cup zwei Drittel der Bevölkerung an nichts anderes wie an Fußball denkt. Aber es wäre irrig anzunehmen, daß diese Menschen ein aktives Interesse an dem Sport nehmen. Keine Spur. Sie sind nur als Zuschauer daran beteiligt. Die Fußball-Enthusiasten, die nichts anderes als Fußball denken und sprechen, die bei jedem Match Wetten schließen, die alle Rekords, jeden Spieler und seine Fähigkeiten kennen, sind eine wahre Gefahr für die Nation. Eine Zeitung, die nicht jede Fußballveranstaltung annonciert, vorbespricht, Tips gibt und sich eingehend mit jedem einzelnen Spieler und seinen Chancen befaßt, wäre hier eine Unmöglichkeit. Es gibt einige Londoner Abendblätter, die nur von Fußballspielern gelesen werden und daher vom Fußball leben. Die Unsinnigkeit dieser Manie zeigt sich auch in anderer Hinsicht. Wenn z. B. ein Team der Stadt London sich mit der Mannschaft aus Glasgow, oder Newcastlc mit Cardisf messen würde, so könnte man die lokal« patriotische Begeisterung und Parteinahme der einzelnen Städte verstehen; abxp die professionellen Spieles die für eine bestimmte sprechenden Ursachen, aber alle immer mehr einig in der Ueber- zeugung, daß dieses Regime Deutschland einem Abgrund zutreibt. Am stärksten und einheitlichsten ist die Erbitterung in den untere» Schichten, die am meisten unter Teuerung, Steuerdruck und bureaukratischer Mißhandlung zu leiden haben. Sie lenkt diese Schichten naturgemäß der Sozialdemokratie zu, läßt sie in dieser ihren Hort und den Verfechter ihrer Jnter- essen sehen. Das sind die Gründe, die unseren Straßen- demonstrationen eine solche Wucht und Bedeutung geben, die aber auch die Reihen unserer Wähler schwellen, wie jede Nachwahl zum Reichstag zeigt, die die allgemeinen Neichstagswahlen im nächsten Jahre zu einem furchtbareil Tage des Gerichts für die Regierung der preußischen Junker und deren ganze oder auch nur halbe Bundesgenossen zu machen droht. Gegnerische Wahlstatistiker rechnen bereits mit der Möglichkeit, daß wir bei den kommenden Wahlen 125 Mandate erobern. Bis dahin können freilich noch anderthalb Jahre vergehen und das Volk vergißt schnell. Müssen wir nicht befürchten, daß in- zwischen sein Grimm verraucht? Daß die Regierung durch einen geschickten Schachzug eine populäre Wahlparole findet, die ihr An- sehen wiederherstellt und all den Haß, alle die Verachtung von ihr abwäscht, die sie in der letzten Zeit so reichlich überschüttet haben? Begeisterung ist bekanntlich keine Heringsware, die sich einpökeln läßt; wollen wir aus ihr Nutzen ziehen, dann muß es sofort ge- schchen; und da uns heute dazu nicht der Kampshoden der ReichStagswahlen zu Gebote steht, müssen wir einen anderen schaffen und der kann nur der deS Massenstreiks fein. So wird also mancher denken, und diese Argumentation hätte manches für sich, wenn wir erwarten müßten, die Ursachen, die die heutige Erregung der Massen herbeiführten, würden zur Zeit der nächsten ReichstagSwahlen nicht mehr wirken. Zu dieser An- nähme ist aber kein Grund vorhanden." KautSky führt dann weiter ans, daß Teuerung, Steuerdruck und junkerliche Brutalität in Verhältnissen begründet sind, die sich so leicht nicht ändern, die 1911 ebenso stark wirken wie 1910, eher noch stärker, da das Wettrüsten weiter gehe. Man wird vielleicht einwenden, die Arbeitslosigkeit habe nicht wenig dazu beigetragen, die Arbeitermassen zu erbittern, und die werde nach einem Jahre bedeutend zurückgegangen sein. da die Krists überwunden sei. Daran ist so viel richtig, daß das nächste Jahr wieder das eines g ün sti g e r en Geschäfts- ganges zu werden verspricht. Aber ob eines glänzenden Geschäftsganges, ist zweifelhaft. Und noch mehr als schon in der letzten Prosperitätsperiöde werden diesmal die Unternehmerver- bände den Rahm abschöpfen und die Arbeiter von der Prosperität nicht viel mehr zu verspüren bekommen als die Teuerung; denn die Prosperität bedeutet ein Steigen der Warenpreise. Andererseits darf man aber nicht meinen, in Zeiten der Prosperität seien die Arbeiter so zufrieden, daß Erbitterung über Entrechtung und Mißhandlung in ihnen nicht aufkomme. Man könnte auch umgekehrt sagen, in Zeiten der Krise seien die Arbeiter zaghast und kampfunfähig, vor allem zu jedem Streik, also auch politischem Massenstreik, nicht zu haben, weil jeder froh sei, Arbeit zu finden oder zu behalten. Das eine ist, absolut genommen, ebenso falsch wie das andere. An dem einen und an dem anderen ist so viel richtig, daß jede Aktion des Proletariats Hindernisse findet, sowohl zur Zeit der Krise wie zur Zeit der Prosperität, die sie beeinträchtigen. Daß jene seine Kampffähigkeit, diese seinen revolutionären Drang nicht so stark in Erscheinung treten läßt, als es sonst der Fall wäre. Ein proletarischer Politiker wird auf diese Verhältnisse wohl Rücksicht nehmen müssen bei der Wahl seiner Kampfcsmittel. In der Zeit der Krise werden große Straßendemonstrationen leichter durchzuführen sein als Massenstreiks. In der Zeit der Prosperität dürfte der Ar- beiter sich für einen Massenstreik leichter begeistern, als während der Krise. Wir haben aber nicht bloß mit Prosperität und Krise zu rechnen. sondern auch mit dem Wechsel zwischen Prosperität und Krise, und diese Perioden des UebergangeS, scheint es, sind jene, in denen der Arbeiter am aktionslustigsten ist; namentlich scheint dies der Fall zu fein in den ersten Zeiten der Prosperität. wenn noch die Erinnerung an die Entbehrungen, die quälende Unsicher- heit, die Degradation der Krise in ihm lebendig ist, gleichzeitig aber auch das Kraftgefühl und die Kampfeslust, die der Prosperität entspringen. So sei die revolutionäre KampfeSstimmung des deutschen Prole- tariats am Ende der 80er Jahre, die den Zusammenbruch des Stadt spielen, sind in den meisten Fällen gar nicht Söhne der be- treffenden Stadt. Die Spieler werden nämlich von den Klubs an- gekauft und je reicher ein Klub ist, desto bessere Spieler kann er be. zahlen. Die Erregung einer Stadt, ob ihr Team gewonnen hat oder nicht, ist demnach ganz unverständlich, da das Ganze einfach eine Geldangelegenheit ist. Der Fußballklub in Chelsea, einer westlichen Vorstadt Londons, hat z. B. erst vor kurzem 80 000 Mark für den Austausch einiger hervorragender Spieler gezahlt. Diese Männer sind aber aus allen Teilen Englands zusammengewürfelt und können daher der Ehre Chclseas nicht ein Ruhmesblatt hinzufügen. Fuß- ball ist nämlich in England ein Geschäft geworden und die ernste Gefahr liegt darin, daß Hunderttausende allwöchentlich Zeit und Geld und alle anderen Interessen opfern, um bezahlten Geschäfts« spielern zuzusehen. Das Blutheer. Eine merkwürdige Naturerscheinung, die einen Dichter zur Erfindung mancher schönen Ballade begeistern könnte, beschreibt Dr. Wilhelm Roth aus Zürich in der„Deutschen Fischerei- Korrespondenz". Wenn der Sommer stirbt und Nebel den schönen Züricher See umlagert, färbt sich das Wasser, plötzlich rot. Diese rote Farbe fließt hinab in die Limmat und weiter in den Rhein. Aber nur, wenn die Sonne nicht am Himmel steht oder verhüllt ist, zeigt sich dies„rote Heer", verschwindet aber wie mit einem Zauber- schlage, wenn die Strahlen der Sonne auf das Wasser wirken. Dr. Roth knüpft daran die poetische Frage:„Ist'S wohl der Nibe- langen Heer, das auf Alberichs Geheiß in Nacht und Nebel schwei- gend dahineilt, den fröhlichen Rheintöchtern den goldenen Hort zu rauben?" Läßt man nun solche phantastische Gedanken beiseite und geht diesem Wunder mit dem nüchternen Rüstzeug der Natur- Wissenschaft zu Leibe, so bleibt es zwar auch ein Wunder, aber doch nur solches, das einer poetischen Verherrlichung kaum zugänglich ist. Das Bluthcer wird nämlich erzeugt von einer winzigen Alge, die in den meisten Schweizer Seen, aber auch in anderen Gegenden, beispielsweise in Schottland, vorkommt. Sie tritt trotz ihrer ge- ringen Größe in so ungeheurem Maße auf, daß sie die Farbe des Wassers bestimmt. In der Gegend von Marten wird sie als Burgunderblut bezeichnet, in Erinnerung an die Niederlage Karls des Kühnen, bei der auch in den dortigen See mancher Bluts- tropfen geflossen sein mochte. Der rote Schwingfaden, so heißt das winzige Pflänzchen in der Wissenschaft, braucht eine niedrige Temperatur und kommt daher erst am Ende der wärmeren Jahres- zeit an die Oberfläche und zieht sich auch aus demsewen Grunde vor der Sonne zurück. Seine Gestalt ist die eines langen Fadens, der in eigentümlicher Weise hin- und herschwingt und sich dadurch von der Stelle bewegt. Die jährlichen Wanderungen des Blut- Heere? sind ein großes Glück, weil sonst der Züricher See durch die verwesenden Pflanzenmassen wahrscheinlich bald verpestet werden würde. Humor und Satire. Der kranke Bauherr. Die Szene spielt auf einem Neubau. Dieser ist bis zum Keller gediehen. Die Arbeit stockt, da das Eisen fehlt. Maurermeister. Sozialistengesetzes und den glänzenden Aufschwung der Reichstags� wähl von 1890 herbeiführte, mit durch die Prosperität bedingt ge- wesen, die damals einsetzte. Kautsky vergleicht jene Zeit, die manche Aehnlichkeit mir der jetzigen Situation habe, mit dieser, weist nach, daß die heulige Lage weit gefahr- drohender für die herrschenden Klassen, weit hoffnungsvoller für das Proletariat ist. Damals sei der leitende Staatsmann ein Genie gewesen, der auf glänzende Erfolge luxrückblickte, heute sei der Reichs- kanzler ohne jedes Ansehen bei Freund und Feind, der Gefangene der Minister und rückständigsten Partei. Damals schien die Gefahr eines Krieges mit Rußland und Frankreich die Nation selbst zu be- drohen, so daß die Regierung stm Kriegsfall das ganze Land hinter sich zu haben rechnen konnte, heute hätten wir die Gefahr eines Krieges mit England, wobei weder hier noch dort die Nation be- droht sei, nicht Lebensfragen der Nation, sondern Fragen drS kolonialen Besitzes, nur Lebensfragen einiger Ausbeutercliquen au?» gefochten würden. Bei einem solchen Kriege, der furchtbare Opfer kosten würde, trenne sich leicht die Maffe des Volks von der Regierung und wende sich beim Ausbleiben von Erfolgen gegen sie. Komme eS aber nicht zum Kriege, so stachelten die Rüstungen den Widerstand an. Während in den 80er Jahren niemand außer der Sozialdemokratie Abrüstung verlangte, sei dieses Ver- langen heute schon weit über die Kreise unserer Partei hinaus lebendig. Und diese selbst sei inzwischen gewaltig gewachsen. „... Von 1887 bis 1907 hat sie ihre Stimmenzahl der- vierfacht. Gelänge es ihr, bei der Wahl von 1911 einen gleichen Sprung zu machen wie 1890— und die Situation ist viel« verheißend—, das heißt ihre Stimmenzahl zu verdoppeln, so könnte sie die absolute Mehrheit aller ab« gegebenen Stimmen erreichen. Selbstverständlich sind wir nicht so sanguinisch, mit einem solchen Sprunge zu rechnen. Aber darin ist alle Welt einig, daß wir einen gewaltigen Sprung vorwärts machen werden, der die Erreichung der absoluten Mehrheit der abgegebenen Stimmen zu einer Frage weniger Jahre macht. Wird dies in der nächsten Reichstagswahl offenbar, dann be- deutet das mehr als einen gewöhnlichen Wahlsieg. In der heutigen Situation, angesichts der gewaltigen Erregung der Volksmassen, der gespannten inneren und äußeren Situation bedeutet ein solcher Sieg nichts Geringeres als eine Katastrophe des ganzen Herr- schenden RegierungssystemS. Es unterliegt für mich gar keinem Zweifel, daß die nächsten Wahlen dieses System in seinen Grundfesten erschüttern werden. Entweder pauken die Wahlen den herrschenden Elementen endlich Dialektik ein, daß sie begreifen, in der bisherigen Weise nicht weiter wirtschaften zu können, und sich entschließen, westliche Methoden zur Abwehr der steigenden Flut des Sozialismus in Anwendung zu bringen; daß sie versuchen, größere Schichten des arbeitenden Volkes durch Konzessionen zu gewinnen. Angesichts der hochgradigen Erbitterung und der gewaltigen Zuspitzung der Gegensätze müßten das schon erhebliche Konzessionen sein, sollten sie einige besänftigende Wirkung üben: mit Ge- ringerem als der Gewährung des ReichStagswahlrechts für Preußen wird's da nicht getan sein. Oder aber, und das ist daS Wahrscheinlichere', unser Sieg übt die entgegengesetzte Wirkung: er stachelt die herrschenden Klassen an, durch brutale Gewaltstreiche die Bewegung nieder- ? uschlagen, mit der sie auf dem Boden des geltenden Rechts nicht ertig werden. Endlich ist noch eine dritte Möglichkeit vorhanden, und sie ist die wahrscheinlichste von allen: das herrschende Regime verliert den Kopf, schwankt ratlos hin und her zwischen Brutalitäten und Konzessionen, verfolgt keine der beiden Richtungen konsequent, so daß seine Brutalitäten nur erbittern, seine Konzessionen nur den Eindruck der Schwäche hervorrufen, die einen wie die anderen die Flamme nur anblasen, die sie ersticken wollen. Wie immer die Verhältnisse sich gestalten mögen, die Reichstags- Wahlen müssen eine Situation schaffen, die für unsere Kämpfe eine neue und breitere Basis erzeugt; eine Situation, die, wenn eine der beiden letzterwähnten Alternativen eintritt, allerdings durch ihre innere Logik rasch sich immer mehr zuspitzt zu großen Ent- scheidungskämpfen, die wir aber auf der neuen, breiten Basis ganz anders auszukämpfen imstande sein werden als heute. Nur eins, fährt Kautskh fort, könnte diese glänzende Situation für uns verpfuschen,„eine Unklugheit von unserer Seite". Eine solche wäre es, weirn wir die Früchte pflücken wollten, ehe sie reif ge- worden, wenn wir eine Kraftprobe provozieren wollten, auf einem Terrain, aus dem der Sieg uns keineswegs sicher fei. Allerdings Zimmermeister, Architekt und Polier beratschlagen, tvaS getan werden soll. Der Bauherr wird gesucht. Der Erste wird nach ihm geschickt.— Er kommt zurück: Der Bauherr soll krank sein.... Der Zweite wird abgeschickt: Der Bauherr soll krank sein.... Der Dritte wird abgeschickt: Der Bauherr soll krank sein.... Maurermeister, Zimmermeister, Architekt und Polier begeben sich nach seiner Wohnung:D.. B...... s... k.... s. Die Arbeiter murren. Der Moment wird kritisch. Allgemeines Rufen:„Eisen I"„Eisen II"„Eisen III" Der Eisenlieferant erscheint auf der Bildfläche. Er wird um» ringt. Er will nur liefern, wenn er bares Geld bekommt.— Der Bauherr ist krank. Eiseiilieferant, Maurermeister. Zimmermeister, Architekt und Polier begeben sich in die Kneipe gegenüber. Niemand weiß Rat. Die interessierten Geschäftsleute wollen bürgen. Der Eisenmann legt einen Wechsel vor; alle schreiben quer. Nur der Bauherr nicht— der ist krank. Das Eisen wird angefahren. Die Arbeit wird fortgesetzt. DaS Eisen ist vermauert. Der Bauherr ist wieder gesund. Er soll daS Eisen bezahlen und behauptet,— nichts bestellt zu haben. Er ver- bittet sich ein für allemal die Einmischung in seine Angelegenheiten und stellt es anHeim, daS Eisen wieder herauszureißen. Ein plötzlicher Schwindelan fall zwingt ihn, den Bau zu verlassen. Der Bauherr beschließt, öfter krank zu werden. Notizen. — Bach-Feier in Heidelberg. Das 2öjährige Jubiläum des Heidelberger Bacbvereius und akademischen Gesangvereins wird mit vier, ausschließlich I. S. Bach gewidmeten Konzerten vom 23. bis 25. Oktober dieses Jahres begangen werden. Dirigenten sind Philipp Wolfrum und Felix Mottl. — Arbeitsteilung am Südpol. Die Londoner „Morning Post' veröffentlicht eine Unterredung mit dem deuffchen Forschungsreisenden Filchner. Filchncr, der ebenfalls eine Südpol- expedition vorhat, erklärte, er beabsichtige. nicht mit Scotts Ex- pedition zu rivalisieren. DaS Ziel seiner-igenen Expedition sei nicht der Südpol selbst, sonder» die Erforschung des Meeres und des Landes am Pol. Die anfänglich geplante ergänzende Expedition nach dem Roß-Meer sollte nicht ein Einbruch in Scotts Forschungs- gebiet sein. Er habe sie außerdem aufgegeben, obwobl Scott ihm erklärt habe, daß er eine zweite Expedition nach~""....... der Basis King Edwards-Land keineswegs � iL würde. Filchner erklärte ferner, er wolle ebesL der schottischen Expedition von Dr. Bruce stören. eine Aussprache mit Bruce und erhoffe eine ebenso Verständigung wie mit Scott. Die englische Angst vor wissenschaftlichem Weit überaus komisch. toß ..-Meer mit' lich aui'ehen- die Kreise beabsichtige IchaMche «nllsse man in jedem Kampf dieleS wagen, wenn man Siege erfechten wolle, aber wenn man einen unzweifelhaften großen Sieg vor sich sehe, der nur durch den Uebergang zu einer neuen Strategie, die eine Schlacht auf einem unübersichtlichen und zweifelhaften Terrain provoziert, gefährdet werden könne, dann wäre es eine gewaltige Torheit, eine derartige Schlacht vor dem sicheren Siege heraufzubeschwören. Allerdings könne auch ein verlorener Kampf die Agitation befruchten, die Energie des Proletariats steigern, aber nur dann, wenn die materielle Niederlage ein moralischer Sieg war, wenn der Kampf von uns so glänzend geführt wurde, daß wir selbst dem Gegner Achtung abnötigten, und wenn er unvermeidlich war, uns von den Gegnern ausgenötigt wurde. Aber eine Niederlage. die wir selbst verschuldet hätten, indem wir aus freien Stücken das Proletariat in schwere Kämpfe mit höchst zweifelhaftem Ausgang verwickelten, ohne uns darum zu kümmern, ob er ihnen gewachsen sei, würde das Gegenteil im Gefolge haben. Die schlimmste Niederlage aber wäre eS— und auch diese Möglichkeit ist in Betracht zu ziehen—, wenn wir das Proletariat zun» politischen Massenstreik aufriefen und eS nicht in überwältigender Ueberzahl dem Appell folgte. Wir würden alle die vielversprechenden Keime, die die kommende ReichStagswahl im Schöße trägt, ersticken, wenn wir vor ihr, ohne eS zu müssen, Kämpfe provozierten, die uns schwere Niederlagen brächten. Die Regierung und ihre Parteien könnten sich nichts Besseres wünschen. Wir provozierten gerade das, was sie braucht, um aus ihrer Klemme herauszukommen. Nicht auf den Massenstreik haben wir heute unsere Agitation zuzuspitzen, sondern jetzt schon auf die kommenden Reichstags- wählen. Eine Agitation, die darauf angelegt ist, in den arbcitendnn Massen die Erwartung wachzurufen, sie könnten darauf rechnen, daß wir in den nächsten Wochen schon zu immer schärferen Mitteln greifen und versuchen werden, den Widerstand der Regierung durch MasienstreikS zu brechen; eine Agitation, die darauf an- gelegt ist, uns in ein Dilemma, in eine Zwangslage zu bringen, in der nicht mehr wir die Situation beherrschen, fondern die Situation uns; die darauf angelegt ist, uns binnen kurzem vor die Alternative zu treiben, entioeder loszuschlagen um jeden Preis, wie immer die Verhältnisse liegen mögen, oder zum Gespött der Welt zu werden: eine solche Agitation war nie gefährlicher als eben jetzt, wo wir ohne sie einem sicheren Siege entgegengehen, der uns die Bahn zum großen Endkampf freizulegen verspricht. Sollte die Genossin Luxemburg mit ihrer Anregung eine Agitation in diesem Sinne herbeiführen wollen, dann könnten wir ihr nicht folgen. Anders wäre eS, wenn sie nur beabsichtigte, den Masten die Beschäftigung mit der Idee des Mastenstreiks nahezulegen und sie mit dieser vertraut zu machen. Sie hätte dafür freilich eine sehr unglückliche, mißverständliche Form gewählt, aber das braucht uns nicht zu hindern, ihr in diesem Sinne zuzustimmen. Seit dem Bestand des Deutschen Reiches waren die sozialen, politischen, internationalen Gegensätze niemals so gespannt wie jetzt. Gerade, weil die nächsten Reichstagswahlen für das herrschende System eine furchtbare Niederlage unvermeidlich machen, mllsten wir mit der Möglichkeit rechnen, daß dessen Heiß- sporne vorher große Kämpfe entfesteln, in denen sie besser abzuschneiden hoffen. Sie haben dazu viel'mehr Ursache als wir. Wir haben keinen Grund, derartige Kämpfe zu provozieren. Aber das besagt nicht, daß wir alles ruhig hinnehmen müßten, was unsere Gegner verüben, und daß wirihnenwehrloS gegen- ständen. Nichts leichter möglich als Ueberraschungen, die noch vor den nächsten ReichStagswahlen zu gewaltigen Entladungen und Katastrophen führen, in denen das Proletariat zum Aufgebot aller feiner Kräfte und Machtmittel hingerissen wird. Ein Massenstreik unter solchen Umständen könnte sehr wohl imstande sein. daS be- stehende Regime hinwegzufegen. So falsch eS mir erscheint, eine Agitation zu entfalten, die uns in das Dilemma brächte: Massenstreik unter allen Umständen oder moralischer Bankrott: so sehr ich eS für notwendig halte. unser Pulver für die nächste große Schlacht trocken zu halten, und so wahrscheinlich eS mir erscheint, daß diese in den kommenden ReichStagswahlen geschlagen wird, so verkehrt erschiene es mir, nicht auch mit der Möglichkeit von Ueberraschungen zu rechnen, und noch verkehrter, den Mastenstreik für solche Fälle als völlig aussichtslos hinzustellen. Wir haben in der jetzigen Situation alle Trümpfe in der Hand, wenn wir eS verstehen, begeisterte Kühnheit mit aus- dauernder Zähigkeit und kaltblütiger Klugheit zu verbinden/ Aus der luitizhoinmlffloD, Sitzung vom 14. Juli 1010. Die Diskussion über den§ 373 und die dazu gestellten Anträge drehte sich in der Hauptsache darum, ob die Einstellung de» Ber- sahrens gegen Jugendliche, gegen die keine Strafe ausgesprochen werden soll, weil Erziehungs- oder Besserungsmatzregeln angebracht erscheinen, in jedem Stadium oder nur als Ergebnis der Haupt- Verhandlung erfolgen kann.— Die Regierungsvertreter wenden sich mit allem Nachdruck gegen die Einstellung des Verfahrens in jedem Stadium. In der Abstimmung wurde der Antrag Heinze an- genommen und ihm die Aenderung gegeben, daß gegen den Be- .schluß des Gerichts nicht nur der Staatsanwaltschaft, sondern auch der Gegenpartei das Recht der sofortigen Beschwerde zusteht.— Die zu den§Z 374 und 37b gestellten sozialdemokratischen Anträge wurden abgelehnt. Nach dem 8 376 kann die Staatsanwaltschaft von der Er- Hebung einer Klage gegen einen Verdächtigen, der nicht mehr jugendlich ist, der aber die Tat vor der Vollendung seines 18. Lebens- jahres begangen hat, absehen, wenn das Vergehen nur«in gering. fügiges war. Ein Antrag Heinze bezweckte, die Nichterhebung der Anklage in diesen Fällen nicht von der Geringfügigkeit der Tat abhängig zu machen, sondern auch hier allgemein die Bestimmungen des§ 3VS Abs. 1 gelten zu lassen. Der Antrag wurde mit starker Mehrheit angenommen. Sodann trat die Kommission in eine Diskussion über die Frage der bedingten Verurteilung Jugendlicher ein. Den Anlaß hierzu gab ein Antrag Gröber, Heinze und Wagner, nach dem die bedingte Verurteilung gerxn Jugendliche unter 18 Jahren Platz greifen kann,„wenn nach der Beschaffenheit der Tat sowie nach dem Charakter und der bisherigen Führung des Täters zu erwarten ist, daß er durch vorwurfsfreie Führung den Wegfall der Strafe verdienen werde. Die Frist ist bei Verbrechen und Vergehen aus mindestens 2 und höchstens b Jahre, bei Ueber- tretungen auf mindestens ein und höchstens 2 Jahre zu bestimmen. Während der Frist ruht die Verjährung. Diese Vorschriften finden entsprechende Anwendung, wenn an die Stelle einer nicht beizu- treibenden Geldstrafe Freiheitsstrafe tritt/ Diese Bestimmungen sollten als§ 375a der St. P. O. eingefügt werden und durch einen§ 37Sb soll festgelegt werden, unter welchen Voraussetzungen die verhängte Strafe aufzuheben oder zu voll- sirecken ist. Unsere Genossen beantragten dazu, die bedingte Verurteilung nicht in das Ermessen oes erkennenden Gerichts zu stellen, sondern sie als Obligatorium einzuführen.— Der Staatssekretär des Reichs» zustizamtes sprach gegen die Anträge. Einmal greise diese Frage in die Regelung des materiellen Rechts ein und sei darum bei der Aenderung dcsJsrmellen Rechts nicht zu erledigen. Zum anderen hätten die genommen. gesetzbuch Str'' ten Regierungen hierzu noch keine Stellung "me hinzu, daß der Vorentwurf zum Straf- dingte Verurteilung, sondern die bedingte sehe. Es wäre darum nicht angebracht, jetzt en eine besondere Regelung vorzunehmen und ...einen Regelung der Frage vorzugreifen. nassen und Abg. Gröber betonten demgegenüber t bis zuj! Rxvisipst dLs Et, G. B. m tssrisn osäiifo Müller-Iserlohn crklarle sich im Prinzip für die Einführung der bedingten Verurteilung, er will die Frage aber allgemein bei der Revision des St. G. B. geregelt sehen. Er wendete sich auch gegen den Antrag Gröber. Eine Resolution des Polen Dziembowsky fordert die Regierung auf, bei der Revision des St. G. A. die bedingte Verurteilung einzuführen. Abg. Dove sprach sich für den Antrag Gröber aus; es müsse einmal der Versuch mit der Durch- führung dieser Forderung gemacht werden. Abg. Heinze erklärte, nur für die Resolutton zu stimmen. In der Abstimmung wurde der Antrag Gröber, Heinze und Wagner mit 13 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Dafür sttmmtcn außer unseren Genossen das Zentrum und drei Fortschrittler, mit Ausnahme von Müller-Jserlohn.— Die Resolution der Polen wurde angenommen. � Damit ist der Abschnitt über die Gerichtsbarkeit gegen die Jugendlichen erledigt. Die Verhandlungen wurden auf Freitag vertagt. Für die ausgesperrten Bauarbeiter. Bei der Gewerkschaftskommission für Berlin und Umgegend gingen ferner für die ausgesperrten Bauarbeiter Deutschlands ein: Verband der Maschinisten und Heizer aus folgende Listen: 7431 Bez. Charlottcnburg 4,60. 7434 Bez. SO. 8,90. 7451 Germania-Brauerei 1,50. 7452 Teutonia-Brauerei 3,80. 7463 1,35, zus. 20,15. Morgenstern 5,—. 1862 Tischlerei Eitner u. Weißleder 9,35. Binnenschiffer der Elbe, Zahlstelle Tetschen 24,85. 2832, 7105 Buchbinder-Verband 30,05.— Verband der Schneider, Verw. Berlin I aus solgende Listen, 10. Rate: 5003 10,30. 5005 6,20. 5038 20.—. 5040 5,20. 5044 0,35. 5046 7,30. 5080 3,70. 5129 7,80. 5143 12,—. 5158 4.90. 5160 3.—. 5168 1,70. 5173 3,30. 5191 4.30. 5193 5.—. 5023 6.50. 5061 Schneider bei H. Franz 3,75. 5197 Schneider bei Romann, 6. Rate 34,40. Schneider bei Torklcr u. Sohn 25,—, zus. 145.40.— 9905 Stellmacher bei Gründler 17.—. 70./71. Bez. 2. Kreis 3,—. Maschinenmeister der Lindendruckerei 26,—. 7061 Pätzold u. Co. 10,—. 10117, 10118, 10120 Verband der Lederarbeiler, Berw. Berlin I 4,85. 421 14,—. 1954 Tischlerei Voran 7,60. 1926, 1923 5,55. 6037 Schneider bei S. Reichmann 6,65. Verband der Steinarbeiter, Fil. Berlin aus solgende Listen: 556 4.20. 557 11,25. 564 durch Hirte 3,55. 7848 durch Allrich 3,50. 7875 Schwebke 5,20. 7877 Lempe 9,20. 7882 Kleppe 6,25. 7884 Tusch- mann 4.50. 7836 Büttner 4,55. 7888 Heuer 3,50. 7889 Üehle 10,75. 10628 Nitsche 3,—, zus. 86,35. Ucberschuß der Matinee des Gesangvereins Melodla inkl. Honorar des Berliner Ulk-Tttos 55,—. 349—354 26,50. 10950 Tischlerei Rackow u. Heibig 5,50. 10939 Tischlerei Eiche, 4. Rate 6,95. 1776 Tischlerei Abb u. Daum 19.75. 10967 Tischlerei Reschke, 4. Rate 15,—. 9230 Kollegen bei Levh 25,05. 6325, 5326, 5335 Unterlomm. AdlerShos 8,75. Verband der Böttcher, Verla. Berlin aus solgende Listen: 6746 Hilsebein, Abt. I 3,50. 6747 Hilsebein. Abt. II 1,25. 6748 Kaiser-Brauerei 1,30. 6749 Münchcner Brauhaus 1,50. 6750 Deutsche Bierbrauerei 9,—. 6751 Schultheiß, Abt. I 4,55. 6752 Schultheiß, Abt. II 6.30. 6753 Schultheiß, Abt. IV 5,—. 6751 Psesserbera 3,15. 6755 Stadt-Brauerei 3,80. 6756 Viktoria- Brauerei 2,—. 6757 Brauerei Happoldt 4,50. 6758 Brauerei König stadt 3,50. 6759 Bürgerliches Braubaus 6,45. 6760 Brauerei Habel 2,70. 6761 Bock-Brauerei, Abt. I 2,20. 6762 Bock-Brauerei, Abt. II 8,95. 6763 Spau- dauerberg-Brauerei 3,50. 6764 VcrelnS-Brauerei 15,80. 6765 Pahcnhoser, Abt. I 6,25. 6766 Patzcnhoser, Abt. II 6,80. 6767 Patzcnhoser, Abt. III 2,—. 6768 UnionS-Brauerei 13,30. 6769 Böhmisches Brauhaus 3,60. 6770 Brauerei Oswald Berliner 10,35. 6771 Brauerei Germania 5,—. 6772 Beraschloß-Braueret 5,65. 6773 Brauerei I. Bötzow 3,80. 6774 Brauerei FtteottchSbain 4,—. 6775 Schloßbrauerei 7,10. 6776 Brauerei Teutonia 1,—. 6777 Genossenschasls-Braucrei, Friedrichshagen 6,90. 6778 Brauerei Engelhardt, leer zurück. 6783 Phönix-Brauerei 3,70. 6784 Weißbicrbrauerei A. Landrö 3,80. 6785 Weißbicrbrauerei Willner 3,— 6786 Faßhandlung von König 1,90. 6787 Böttcherei Hinze 3,10. 6788 Böttcherei G. Geißler 8,10. 6789 Böttcherei Struthofs 6,85. 6790 Böttcherei Niedenstein 3.—. 6791 Faßsabril C. Raabe 2,65. 6792 Vereinigte Faßfabttken 7,25. 6793 Faßhandlung E. Dietert 3,20. 6795 Böttcherei Lehmann u. Bayer 2,50. 6796 Böttcherei Staepel 5,40. 6797 Berliner Spritbant 4,95. 6798 Sprit- sabrik Kahlbaum 2,75. 6799 Ostdeutsche Spritsabril 1,50. 6800 Böttcherei Gast 5,35. 6801 Böttcherei Haack u. Lange 5,—. 6802 Böttcherei Hauboldt 1,75. 6803 Böttcherei W. Muth 4,60. 6804 Bereinigte Faßhandlung Witt u. Co. 8.—. 6805 leer zurück. Summa 253.65. 431 Polierer bei I. C. Psafs 11,—. 832 Tischlerei von Klinger u. Schmidt 10,85. 110 6,50. Jule 2, Ritterstraße 14.—. Fabttlarbeiter- verband, Verwaltung Berlin, auf solgende Listen: 1002 4,50. 1003 3,40. 1011 13,50. 1049 9.15. 1051 8,70. 1065 2,90. 1069 2,80. 1073 4,40. 1080 4,90. 1081 10,15. 1097 5,25. 7547 6,45. 7556 4,15. 7558 2,35. BeztrI Ober-Schöneweide 1034 20,40. 1039 21,75. 1040 16,70. 1042 7,60. Wastensabttk Moabit, Abt. Walter-ZanczewSkt 1054 21,—. Bezirk Spandau 1058 6,60. Bez. Spandau, Gummisabr. Frankel u. Runge 1060 10,—. Chromo-Paplersabr. v. Lindner u. Palzow 1098 5,70. Sacksabttk Heyderhofs 7543 5,45. Chemische Fabrik vorm. E. Schering, Müllerstraße 7560 7,45. 7561 12,45. Gummiwerk A. E.-G., Schlegelstraße 7564 7,50. 7566 6,—. Kunststeinsabttk Czaruikow, WaidmannSlust 20,30. Summa 251,40. Modelltischler bei C.A.Lukas, 5. Rate 7,—. Tischlerei Simon 10951 6,55. iir. Niederbarntm, Bez. Stralau 100,—. Verband der Isolierer. Vcrw. Berlin aus solgende Listen: 2876 18.—. 2855 8,25. 2851 11.25. 2858 8,80. 2872 4,70. 2863 13,50. 2859 3,50. 2871 6,—. 2870 1.—. 2869 9,50. 2365 2,50. 2852 17.—. 2864 17.35. 2390 4,85. 2860 8,65. 2375 2.—. 2380 18,40. 2857 27,50. Summa 182.75. Unterkommission Charlottenburg ans solgenden Listen: 2168 Porzellanarbeiter 12,25. 2126 Gemcindearbeiter(GraSmeh) 14,05. 2139, 2166 Verband der Schneider 28,75. 2175 Bäcker(Liebig) 9,50. 2171 Tischlere« Seiler n. Co. 11,15. 2129 Einsetzer(Wirth) 8,20. 2108, 2110 Transportarbeiter 20,60, Summa 99,50. Deutscher Transportarbeiterverband, Verw. Groß- Berlin aus solaende Listen: 622 5,45. 630 3,30. 633 2.—. 640 3,45. Fahrpcrsonal Gabttek n. Jäger 641 2,25. 642 2,90. Hausdiener und Packer der Firma Ferdinand Ashclm durch Müller 653 14,35. 655 durch Hoffmann 7,40. Gesammelt durch Held 666 2,30. 725 6,90. 727 4,50. 730 4.60. 801 1,10. 804 2,15. 815 3,20. 832 durch Stautke 0.95. 851 durch Schramm 23,80. 854 Firma Krone und Dwcrse 4,—. 856 Packraum Gebr. Israel, Ritter- straße III, 2. Rate 4.15. 752 Betrieb Littauer(Verlorene Liste) 7.—. 859 5,35. 679 2,25. 768 6,05. 786 GeschästSdiener und Handwerker der Firma Wols Wertheim, Potsdamerstraße 21,20. 787 4,60. 791 6,65. 883 Transportarbeiter der Firma Pintsch, 5. Rate 10,40. 896 gesammelt von den Schilderanmachern 12,50. Brauerei Engelhardt, 10651 sFIaschenpersonal, 1. Rate sowie Fabrpettonal, Mitfahrer und Stalleute 9,35. 10652 Faßmit- sahrer 4. Rate 2,50. 10653 Stalleute. 6. Rate 1,90. 10654 Flaschenpersonal, 2, Rate 11,10. 10655 Reserve-Kutscher, 5. Rate 2,—. 10656 Faßfahrer, 3. Rate 2,80. 10685 Kellerarbeiter. 2. Rate 7,45. 860 4,65. 776 0,75. Sa. 222.25. Bezirk 682. 4. KieiS, ans solgende Listen: 7321 7.25. 7322 2,45. 7323 1,—. 7324 4,60. 7325 5,50. 7326 1.20. 732? 1,70. 7328 14,50. 7330 3.—. Summa 41,20.— 472, 9901 Stellmacher der A. E. G. 50,50. 10959 Gold- leistensabr. Bartels 3,65. 6602 Kollegen bei Jakob 9,85. Holzarbeiter der A. E. G. 23,50. Maschinenmeister der„Morgenpost* 21,—. 469 Berliner »«wssenschastS-Bäckerch 5. Rate 18,40. Tischlerei Rosenow 6,50. 10912 Drechslerei Reimann, 3. Rate 5,—. 10926 Pianomcchaniksabr. E. Jakob 18,30. 440 Tischlerei Hildebrandt 8,55. 386, 387 Fabrikarbetkerverband, Zahlstelle Erkner 21,80. Verband der Schneider und Wäschearbetter, Filiale Berlin III, aus solgende Listen: 7332 Durch Fräul. Joseph 10,65. 7346 Zuschneider von A. Wertheim 1.90. 7349 Zuschneider von Kemper u. Weber 6,—. 7351 Zuschneider von Gebr. Borchardt 4,95. 7365 Zuschneider von Buchholz u. Co. 4,20. 7369 Zuschneider von Ullstein u. Co. 1,15. 7379 Näherei S. Masse 2,—. 7392 Zuschneider von Cohn n. Samuel, 3. Rate 9,15. 7403 Plätterei I. Fonthcim 5,60. 7404 Plätter-i I Buchhol, U. Co 5.30. 7406 Plätterei M. RiehS 6,45. 7417 Zuschneider von Blumenau u. Sohn 3,96. 7419 Kragen-Näherei E. Grünbaum 6,66. 7420 Durch Frau Greulich 7,60. Summa 76,36.— Unterkommission Nixdors aus solgende Listen: 6002 5,70. 6006 14,76. 6012 3,30. 6023 9,05. 6031 11.05. 6041 15,—. 6051 4.70. 6053 14,30 6054 4,20. 6055 Georg Opitz 18,50. 6056 17,50. 6063 10,90. 6064 4,50 6065 11,50. 6066 13,50. 6068 4,—. 6069 10,55. 6070 4,45. 6091 2,30 6092 Kronleuchtersabrik E. u. R. 7,65. 6093 11,95. 6107 6,15. 6113 Biedermann u. Czarnikow 16,65. 6119 17.75. 6122 5.—. 6125 9,65. 6129 9,80. 6130 9,75. 6132 A. E. G. Glühlampenwerk 17,60. 6135 10,60. 6137 3.40. 6138 4,40. 6141 3.40. 6144 1,65. 6147 1,40. 6151 2,35. 6152 8,05. 6160 3,50. 6163 14D. Bezirk 8,—. 6166 5,30. 6179 8,—. 6203 Metall- arbeiter bei Barchwitz 5,15. 6206 2,75. 6207 Riesenstahl, Zumpe u. Co. 11,30. 6208, 6209 Lindström 50,95. 6212 5,60. 6218 8,45. 6221 Maschinen- pers. Hotel Bristol 9,75. 6222 9,50. 6225 31,80. 6232 7,45. 6233 6,75. 6236 Kronleuchlerfabr. Becker 10,05. 6237 6,55. 6239 14,35. 6240 5,35. 6245 5,05. 6246 Fritz Puppe! 18,70. 6251 4,20. 6262 Tischlerei Glatzer 3,10. 6268 Tischlerei Sawatzki 13,50. 6270 14,20. 6272 Tischlerei Hansen 4,35. 6273 16,50. 6277 4,15. 6280 Stock u. Co. 11,75. 6281 10,60. 6287 3,—. 6288 11,20. 6305 LuxuSmöbelsabrtk CampowSki 12,05. Summa 670,75.— 378 Landarbeiterverband 2,50. Verein der Berliner Buchdrucker und Schristgießer 2500,—. Verband der Kürschner, Berwaltung Berlin, aus solgende Listen: 2713 Pclzwarensabttt O. Hoffmann 6,15. 2727 Mützen- sabttl Sabotka 3,—. 2740 Mützensabttk Schebeler 7,05. 2743 Mützenfabrik ferte 5,50. 2752 Mützensabttk Böhm 6,05. 2771 Pelzwarensabril Radow 10. 7680 Pelzwarensabttt Mayer u. Co. 7,—. 7684 Mützensabttk M. Gärtner 9,50. 7688 Mützensabttk Lachmann u. PinkuS 9,80. 7689 Msitzcn!«bttk Hsyg 16,70. 7SVS RützeyfaW f AWexisi. S,A 7M Mützensabttk Winler 12,80. 7699 Pelzwarenfabrik Herpich Söhne 18,75. 7700 Pelzwarensabril V, Manheimer 24,25. 7703 Pelzwarensabril Blumenthal u. Co. 10,05. 7704, 7705, 7706 Mützensabttk G. Gärtner u. Co, 31,20. 7716 Mützensabttk M. Gärtner 9,75. 7717, 7718, 7719 Mützensabttk S. Gärtner u. Co. 28,70. 7722 Pelzwarenfabr. Herpich Söhne 18,—. Sa. 241,80. 303 Verband der Asphalteure 6,40. Asphalteure bei Malchow 5.—. 430 Tischlerei Klinke Nachf. 10.05. 7069 u. 7073 Kall, bei Conrad 22.60. 797 Darmhandiung Fischer 10,—. Schröders Möbclmagazin 5,40. 275 u. 276 Nnterkommission Tempelhos 10,65. 10947 u. 10949 Tischlerei Teifel u. Co. 6,85. Kollegen bei Rohrbacher 7,20. 417 Tischlerei Boyen 14,95. 6570 0,50. 6573 10,—. 6569 4,75. 6557 6.55. 6560 2,10. 6562 4.—. 6565 1,50. 6602 3,60. 6604 4,70. 6606 1,35. Verband der Sattler u. Potteseuiller, Berwaltung Berlin, 8. Rate 162,40. 400 7,10. 10924 Holzarbeiter 10,50. 7053 Kollegen bei Bosse 10,55. 7063 Kollegen bei v. d. Hehde 8,50. 862 Bezirk 370, T. I. u. B. Leineweber 13,30. 5757 Schloßbrauerei Schöne- berg 4,75. 88 0,50. 1731 Bergmann A.-G. 4,75. Verband der Handlungs- gehilsen, Verwaltung Berlin aus Listen 1320, 1321, 1322, 1324, 1328, 1343, 1344, 1348, 1349, 1350, 1351, 1352, 1363, 1365, 1367, 1369, 1370, 1371, 1377, 1381, 1323,(SB. G.. Triststr. 61 20,—), zusammen 136,54. Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter, Verwaltung Berlin aus Listen: 1631 GaS- anstatt Müllerstraße 4.50. GaSanstall Danzigerstraße 1542 1,20. 1630 2,20. Gasanstalt Schmargendorf 1682 9,—. 2686 3,35. Von einer Kegelpartte 3,20. Gasanstalt Tegel 1632 2,30. 1636 11,45. Zentralmagazin 2675 4,90. 2676 10,10. Röhrensystem 2611 10,—. 2664 10,15. 2678 3,50. Revier- Inspektionen 1659 3,65. 2649 5,75. 2666 13,—. 2667 2.-. Kanalisation 1674 3,75. 2592 0,50. Rieselselder 2617 2,20. 2621 2,—. 2623 1,25. Englische Gasanstalten 1671 6,70. 1688 2,25. 1689 5,60. 2640 4,95. 2673 4,—. 1515 Stratzenreinigung 5,60. Irrenanstalt Herzberge 2566 3,95. 2567 8,90. 2662 Obdach 4,—. 1695 Pttvat-Badeanstalten 7,—. 1529 Friedhof 2,50. 1698 Hauptbureau 3,50. Charlottenburg 1666 0,90. 1685 4,05. Lichtenberg 1536 1,25. 1537 4,70. lRixborf 2555 0,20. 2645 3,05, zusammen 193,03. 9901 2,30. Berband der Maschinisten und Heizer, Berw. Berlin: 7433 Bez. 80. 5,95. 7440 Bez. Schönhauser Vorstadt 7,55. 7443 Bez. Rixdors 3,65. Summa 17,15.— 446 1,—. 1904 Tisch!. Morgenstern 7,45. Verband der Brauereiarbelter, Verw. Berlin, a Jonto Listen: 1829 0,80. 10923 Tischlerei Werner 2,45. 5988, 5990, 5991, 5993 Wahlverein Lankwitz 34,80. 5041, 5078, 5109, 5110, 5167, 5183, 5190, 5192, 5194, 5198 Verband der Schneider, Verw. Berlin I 89,15. Verband der Bäcker u. Konditoren 34,50. 5899, 5902, 5904, 5923, 5925, 5930, 5931, 5944, 5961, 5967, 5970, 9051 Untcrkommission Spandau 91,51. Hilsspersonal bei Braunbeck u. Gutcnberg 7,10. 5981, 5982, 5934, 5985 Verband der Hoteldiener, Berlin 41,55. 436 Maler bei Suhr 3,—. Verband der Kupserschmiede, Verw. Berlin, aus solgende Listen: 2002 Siemens 30,50, 2011 Büro 10,35. 2013 Mann 15,50, 2015 Kubelke, Reinickendorf 11,65. 2023 Härtung 8,05. 2025 Christ 11.—. 202? Krafft 4,30. 2023 Schwartzkopff 5,50. 2029 Turbine 26,—. 2032 Hayek 11.—. 2033 Pest 4,50. 2037 Pest 5,25. 2039 Turbineusabrik 12,76. Summa 156,35. — 9898 Peters 9,85. 448 Pianosortesabrik Janowsli 6,25. Deutscher Transportarbeiterverband, Verw. Groß-Berlin, ans solgende Listen: 659 4,95. Gesammelt durch Friedrich Voigt 662 9,15. 663 6,35. 664 7,65. 680 5,75. 681 2,—. 737 Hiljsarbeiter Geldschranksabttk Panzer 2,20. 741 Vorwätts, Weddwg 8,85. Betrieb Borchers, Jürgens Nachs. 754 7,05. 759—,50. 764 5,90. 765 8,75. 769 3,15. Färberei A. B. Citroen 775 8,75. 803 2,45. Gesammell durch Friedrich Düsing 806 6,30. 857 10,90. 858 4,55. Aktiengesellschast sür GaSglühlicht 875 5,10. 890 8,05. Neue Element-Werke 892 7,—. 10660 3,70. Summa 129,05.— 2983 Schütt-Mühle 1.—. 300, 302 Asphalteure 17,05. 306 Tischlerei Ziep 6,90. Tischlerei Steinke 7,35. Unterkommission Weißensee auf folgende Listen: Firma LuderS 5272 16.—. 5271 22,25. 5270 0,50. 5240 Zahl- stelle 3 deS Deutschen Holzarbelterverbandes 2,95. 5243 Weiß, Draht» industrie 10,—. 5269 David u. Co., Jaloufiesabttt, darunter auS der Sechserkaffe der V. Abt. des Sog. Wahlvereins 5,—, 12,20. 5299 7,75. 5298 4,10. 5276 Möbelfabrik von Tchirn 13,85. 5285 Holzbearbeitnngs- sabttk Friedttchsen, 2. Rale 14,50. 5230 10,05. 5273 Tischlerei Rcichmnt 1,—. 6286 Tischlerei W. Degener 5,60. 6291 3,—. Summa 123,75. 6572 Maurerveroand 16,60. 6575 1,30' Verband der Glaser, Zahlstelle Berlin, aus Listen 44,35. W. Zippke 4,50. Frühkonzert der Schönhauser Vorstadt 29,60. Korbmacher in Kopenhagen 15,—. SarabinSki, Harmonikaspieler 1,55. Frauenleseabend d. 2. Kreises 4,05. Wahlverein Spandau 119,79. Verein Kreuzfidel 5,—. Freie Gastwirte Deutschlands, Zahlst. Pankow 20,—. Deutscher Metallarbeiterband. OrtSverwallung Berlin, 17. Rate: D. W. F., Wittenau: 3300 16,40. 4739 11,10. 8618 13,15. 8619 15,30. 8625 16,35. 8628 4,85. 8629 16,15. 8630 6,50. 8631 16,60. 8632 20,75. 8633 14,90. 8634 21,30. 10352 17,10. 10363 10,—. 10354 51,20. 10355 6,—. 10356 15,40. 10357 10,25. 10358 15,—. 10359 10,70. 10360 15,—. 10361 10,20. 10362 6,55. 10363 19,55. 10364 10,35. 10365 29,70. 10366 27,90. 3161 PuIS, Tempelhos 12,80. Zimmermann u. Buchloh: 3179 7,85. 3180 2,15. 3181 7,80. 3182 Stolzenberg 16,35. 3396 Rohland 11,15. Auer: 8369 6,20. 8874 81,60. 8375 11,30. 8379 8.80. 8382 8,50. 8384 4,46. 8386 3,—. 8388 0,35. 8391 13,35. 8392 10,55. 10228 8,30. 10229 9,50. 10230 11,80. 10231 4,90. 10232 10,20. 10233 6,80. 10231 5,25. 10237 31,—. 10238 27,30. Monoline: 8216 2,30. 3229 1,—. 3232 3,70. 9155 9,50. 3767 durch Molkentbtn 3,75. 4173 Dr. Paul Meyer 14,20. Mexanderwerl: 4343 4,15. 4348 12.60. 4349 12,50. 4351 Grünbaum u. Scheuer 4,50. 4470 Höhne, Steglitz 17,07. 4631 Automatensabrik Haast 4,10. 8097 Krause 1,—. 8179 Nachtigall 12,75. 8177 Klauß 7—. 8530 Handwerker A. Wettheim, Leipzigerftraße, 2. Rate 11,55. JSrael: 8650 8,05. 9493 30,40. 9494 4,50. 9495 7,20. 9496 5,95. 8652 CajlicS 6,—. 8840 Thiel u. Bertling 2,50. Knorr-Bremse 8972 23,20. 8974 9,45. 8991 E. Rauschenberger u. Co. 10,15. Auerbach 9181 16,80. 9182 28,55. 9184 M, Krcy u. Co., 5. Rate 9,30. 9190 F. Gerecke 9,25. Lorenz 9195, Abt. 4 und 5 18,80. 9196 Abt. 3 15,55. 10137 Abt. 8 9,55. 10138 Abt. 1 19,30. 9203 Imme u. Löbner, 4. Rate 12,65. 9204 Dietrich, 6. Rate 9.35. 9206 Butzke, Dreherei, 6. Rate 14,40. PinkuS 9207 12,80. 9232 20,25. 9234 5,50. 9235 10,50. 9237 6,50. 9238 44,40. 9239 Fleischer, Abt. Kaetolv. Wildau 36,—. 9258 A. E.-G.. Abt. Z. 4,55. 9259 Reue Vergaser-Ges. 19,30. 9271 PeterSseld, 3. Rate 15,60. 9310 A. Wols u. Co. 16,60. 9378 Rogge, 2. Rate 16,20. 9379 Ahorn 4,—. 9382 Niemann, 2. Rate 30,40. Fachmann 9386 20,10. 9387 47,60. Pintsch 9412 7,60, 9413 10,35. 9414 6,25. 9420 14,50. 9421 7,30.»422 11,15. 9432 Reihs 4,20. 9436 A. E.-G.. Abt. I. II 6,45. 9493 Schuttheiß Abt II 5,-. 9504 Borchardt Nachs. 16,50. 9520 Gansereit u. Co. 7,55. Kayltng u. Thomas, 9521 Kernmacher 14,60. 9522 Former 29,50. 9528 Horst 20.—. 9529 Asch Sons, 2. Rate 16,65. 9536 Schwartzkopss Reinickendors 43,95. 9601 Zenlral-HttzungS-Ges. 7,70. Gebr. Arndt 9648 23,—. 9649 17,40. 9849 Hartmann 9,30. 10133 F. W. Müller jun. 14,80. 10134 Eckel u. Glienicke 17,85. 10135 Malick u. WaltowS 16,—. Jndusttta 10162 20,85. 10163 6,50. 10223 Gesellschaft sür drahtlose Tclegraphie 19,50. 10226 Gebrüder Köppe 12,75. 10251 Franke 14,—. 10265 Härtung, Lichtenberg, Former 34,25. 10266 Harlung-Lichtenberg, Former 12,30. 10271 Bergseldt, Schleifer, 4. Rate 11,60. 10276 Benver 14,10. Israel: 10278 8,50. 10279 15.—. 10280 32,80. 10281 20,60. 10232 7,50. 10283 31,25. 10284 1,80. 10285 8,65. 10287 19,95. 10304 Gsrard 11,66. 10309 Grauer», Abt. I, 6. Rate 6,25. Dr. M. Lewh 10315 21.—. 103l6 16,50. 10861 H. Goetzke- Pankow 5,75. 10367 Roller 18.40. F. Gaebett. 6. Rate: 10376 4,10. 10377 9,20. 10378 10,40. 10379 8,25. 10382 Dittmann 16,20. 10401 Schmidt u. Hönsch 18,85. Flohe, Chausseeftraße: 10405 34,50. 10406 21,80. 10407 28,70. 10408 6,35. 10409 1,60. 10411 Karl Otto 4,80. Automaten- Gesellschaft sür Post und Eisenbahnen, 6. Rate: 10412 44,20. 10413 19,50. 10414 13,75. 10415 18,60. 10417 Conrad u. Grübler 3,—. 10418®. Gursch 21,35. 10419 Türk 5,25. 10420 Baumgarten u. Sohn 6,—. 10436 Eduard Grimm 18,—. 10437 SiemenS-Ltchtenberg 9,50. 10471 Krüger, Prinzen- straße 7,95. 10509 Mchnert-SIeglitz 6,70. 10510 Härtung, Wiclesstraße 19,55. 10521 Eckert 10,60. 10525 Kühnemann(Former) 28,50. 10529 Kärger 19,76. 10543 Beuger u. Co. 5,—. 10562 P. Trettin u. Co., 5. Rate 6,25. 10571 Anschläger von Klemme 13,25. 10572 Kalm u. Bender 12,70. 10588 Enzinger 12,10. 10597 Rod. Schulz, 9. Rate 4,50. 10599 Kont.-Bremsen-Gescllschast, Lankwitz, 6. Rate 8,80. Typograph: 10602 16,75. 10603 32,60. 10604 18,10. 10605 17,70. 10606 Gundelach. 7. Rate 20,75. 10609 Sackur 7,30. 4494 Glcichseld u. Becker 9,25. 4624 Israel 2,90. 8106 4. Wahlkreis, 280. Bez. 9,—. 8771 Gradenwitz 6,30. 9577 Turbine (Sirasser) 22,30. 10440 Fahrradhaus Frischaus, 3. Rate 13,—. 10557 Baruch u. Co. 2,70. 10601 Siemens. Blockwerk 27,50. 10607 Zemlln 3,60. Summa 2786,42.— 18. Rate Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin: Schwartzkopff- Wildau 3082 7,50. 3086 25,75. 3091 Masse!- Wildau 33,20. Auto, Ober-Schöneweide 4438 8,60. 4441 10,30. 4439 24,50. Kabelwerk Obettpree 3065 2,70. 9657 24,30. 9658 29,—. 9659 6,85. 9667 11,55. 8191—.30. 3193 3,25. 3198 5,—. 3199 1,—. 3202 4,25. 3204 4,70. 3207—.50. Allgemeine ElektttzitälS. Gesellschaft, Schlegelstraße, 3666 Schulterich 8,85. 3658 Bennamann 6,75. 3754 Zahlstelle bei Gundlach 13,70. 3755 Gebauer 20,20. Klemm Nachs. 4033 11,40. 4495 4,60. 4496 1.80. Blum 4500 6,30. 9470 9,50. 9471 10,—. 9472 9,45. 4711 Bauschloffer von Willebald 13,50. 4934 Berein der Kinematographenbefitzer 19,—. 8284 SudikatiS u. Co. 23,85. 8463 Deiters 6,50. Bon den freiorganisierten Arbeitern und Arbeiterinnen der A. E.-G., Volta- N. Brunnenstraße 4902 19.55. 4903 18,45. 4904 18,30. 4905 5,70. 4906 7.80. 4919 25,45. 4920 10,75. 4936 31,30. 4968 26,90. 4973 5.25. 4988 15.—. 4939 13.—. 4990 5,60, 4992 13,95. 4993 14,80. 4996 17,40. Deutsche Waffen- und Munitionssabrik 8072 17,50. 8298 23,50. 8305 21,10, 8307 19,75. 8308 19,60. 8493 A. E.-G., Glühlampensabrik 12,95. 8534 Reinhold 2,55. 8549 Puppe! 11,85. 8552 Kall, von Hoffmann u. Gäller 6,50. 8821 I. Werner 6,—. 8652 G. Friedrich, 2. n. 3. Rate 12,15. Werner» Werk 8941 2.—. 8942 5,60. 9368 6.50. 9370 8,75. 9373 6,50. 9374 6.75. Danneberg u. Co. 8973 13,50, 8989 2,—. 9281 Preuß 6,50. Stock u. Co., Mariendors 9285 6,50, 9286 9,20. 9364 Bauklempner Winkelstein 6,55. 9365 Friese 5,—. 9380 Baschwitz 4,85. 8554 Krebs 3,—. 8574 Wreschner 4,10. ööLv Spinn U- Seh» 8,76. 8390 El Pl-trd 7M 9420 Dr. PaÄ «efttt 12,80. 9431 Union 8,65. Jschmann 9446 8,30, 9447 22,15. 9480 Söffe u. Co 16,90. 9600 Lindner 30,—. 9834©icfiie(Pankow) 12,85. 10224 Schäfer Aachs. 14,65. 10249 F. H. Wolf 9.—. 10311 Niedergejäß 4.50. 10313 Kellner 6,70. 10330 Lennhof 19,—. 10380 G. A. Schulze 12,65. 10416 Dr. E. F. Huth 5,30. 10467 H. Hauptner, 6. Rate 28,30. Butzke 10484 25,50, 10485 8,85. 10512 Moesges 2,80. 10528 Weinbamn 8,85. 10594 Gebauer, Eisengießerei 17,50. 10598 Voß u. Runge 5,—. 10603 Schöning 11,60. Goerz, Friedenau 10442 10,30, 10444 9,50, 10445 29,—, 10446 5,50, 10447 6,50, 10448 10,50, 10449 8,50, 10450 15,50. 10451 11,90, 10452 4,50, 10453 34,75, 10454 13,05, 10455 2,95, 10456 29,-, 10457 29,95, 10468 12,55, 10459 13,70, 10460 6,55, 10461 19,80, 10462 5,85, 10463 7,90, 10464 10,35, 10465 12,45. 10545 F. W. Hentfchcl 8,40. 3716 Mücke Nachf. 13,80. L. Löwe u. Co. 8079 24,60. 8080 16,80. 8081 12,20. 8082 14,20. 8083 14,10. 10428 6,65. 10429 12,15. 8114 3,85, Bauanfchläger von Franke 8509 21,85. 8115 3.90. 8924 durch Hein 3,—. 8660 MuskuluS 15,25. Frisier u. Roßmann 8961 10,85. 8962 9,55. 8963 9,05. 8964 1,50. 8965 8,35. 8966 4,55. 8967 11,05. 8968 1,70. 8969 4M 9247 durch Doms 2,75. 9272 Kollege W. Schulze—,50. Bergmann Wilhelmsruh 9343 19,75. 9348 7,75. 9442 Koll. Neriich—.50. 9444 durch Bischof 2,50. 9615 Küitner u. Co. 9,20. 9840 DuSke, 4. Rate 4,76. Heiden- ham 10168 9,40. 10171 8,50. 10172 8,45. 10173 Weichbrod u. Friedrich 7,65. 10131 Kühne 2,—. 10182 Goldschmiede v. d. Mauer 5,60. Harnisch 10183 7,10. 10184 13,05. 10185 8,45. 10194 Krüger, Köpenick, Dreherei 20,85. 10564 Verein Verl. Zigaretten-Masch. 15,—. 10576 Schleim u. Stesani 5,70. 10579 durch Riemenschneider—,75. 9831 durch Schatz 7,— Summa 1879,75 M. Insgesamt 13686,26 MJ Bisher find abgerechnet 124 835,01 M., in Summa 138 521,27 M. Wir bitten«m schleunige Abrechnung der«och aus stehenden Listen. Gelder, welche per Post eingesandt werden, sind an A. Körsten, SO. 16, Engelufer 15, I zu senden. Alle Sammlungen sind sofort auf unserem Bureau, Engelufer 16, I, Zimmer 23 an den Wochen tagen in der Zeit don vormittags 9—121/, Uhr und nachmittags von 4— 7'/, Uhr abzuliefern. Sonnabendnachmittag geschlossen. Die Listen 233, 530, 667, 1433, 1656, 2281, 4722, 4741. 6854, 6989, 5992, 6571, 7076, 7214, 7409, 8139, 8226, 8386, 8990 sind als verloren gemeldet. Dieselben sind beim Vorzeigen anzuhalten und wenn möglich in unserem Bureau abzuliefern. Der Ausschuß der GewerkschaftSkomwissio» für Berlia und Umgegend. Hub der Partei. ReichStagSkandibatur. In einer Parteikonferenz für den Wahlkreis Pforzheim-Dur- lach, die von 75 Delegierten und zwei Vertretern des Landes- Vorstandes besucht war, wurde als Kandidat für die kommende Reichstagswahl der seitherige Vertreter des Kreises, Genosse Emil Ei ch h o r n. Sieder aufgestellt. Strafkonto der Presse. von der Strafkammer in Eisleben wurde Genosse KaSparek vom.Volksblatt für Halle" wegen Beleidigung deS BergrateS Dr. Vogelsang, dem auS dem Bergarbeiterkampf her bekannten Direktor der Mansfelder Gewerkschaft, zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt. Dr. Vogelsang hatte zu Anfang der Bergarbeiterbewegung in einer Versammlung der Reichstreuen ausgeführt, daß bei ihm eine Unmenge von anonymen Denunziationsbriefen eingelaufen sei. Er geben aber nichts darauf, wer etwas zu melden habe, möge zu ihm selbst kommen. Trotzdem wurde bald darauf ein Bergmann lediglich aus Grund einer anonymen Denunziation entlassen, wie vom Ober- sieiger und auch in der Gerichtsverhandlung zugestanden wurde. In einem Artikel deS.VolkSblatteS" wurde darauf dem Dr. Vogelsang der Vorwurf gemacht, er habe eine Art Ehrenwort gegeben, ano- nyme Denunziationen nicht zu beachten, und dieses Wort gebrochen. Der Bergrat fühlte sich beleidigt und strengte Zivilklage an.. Genosse Kasparek als Verantwortlicher wurde tatsächlich verurteilt, trotzdem ihm die erwähnte Feststellung geglückt war. DaS Urteil stellt sich denen der Streikjustiz würdig zur Seite. Zu 50 Mark Geldstrafe wegen Pfarrerbeleldigung wurde der Redakteur der.Fränkischen BolkStribüne" in Bayreuth, Genosse Puchta, verurteilt. Dem Pfarrer stehen nach einem alten überlebten Herkommen zu gewissen Zeiten im Jahre besondere Leistungen der Einwohner zu. So z. B. ein.Zehnter", der für Hausbesitzer 1,20 M., für Inwohner 60 Pf. beträgt; serner zur Osterzeit auch Eier. Mit der Beibringung dieser Leistungen war vom Pfarrer eine Frau be- traut worden, die den Leuten im Weigerungsfalle mit dem Gerichts- Vollzieher drohte. Bon letzterem will der Pfarrer nichts gewußt haben. Zugegeben muhte werden, datz der Pfarrer sich der Kanzel zur Bekämpfung der Sozialdemokratie bediente. Korfanty-Belcidigung. Am Mittwoch erhielt Genosse C a s p a r i- Kattowig vom dortigen Schöffengericht 100 Mark Geldstrafe zu« diktiert, weil er den Herrn Korfanty durch acht Artikel in der .Gazeto Robotnicza" beleidigt haben soll. Soziales. Der Stand des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen» in Deutschland. Der Generalanwalt des Reichsverbandes der deutschen land« lwirtschaftlichen Genossenschaften Geh. Reg.-Rat HaaS(Darmstadt) hat dem diesjährigen landwirtschaftlichen GenossenschaftStag einen interessanten Bericht über den Stand des landwirtschaftlichen Ge- nossenschaftSwesens in Teutschland zugehen lassen. Die Zahl der Genossenschaften nahm danach um 946 zu, so dah sich für den 1. Juni 1910 eine Bestandsziffer von 23 815 landwirtschaftlichen Genossenschaften in Deutschland ergab. Besonders stark war die Zunahme der Elektrizitäts-, Maschinen«, Wasserleitungs--, Eier» Verkaufs- und Viehverkaufsgenossenschaften. Auf dem kiebiete der Gesetzgebung und Verwaltung hat zunächst die Reichsfinanzreform mit ihren Gesetzen betreffend Aenderung des Reichsstempelgesetzes und des Wechselstempelgesetzes die Interessen der landwirtschaft- lichen Genossenschaften in recht fühlbarer Weise betroffen. Von einschneidender Bedeutung war ferner der Erlaß des Reichsgesetzes über den Absatz von Kalisalzen. Hier wie für die Reichsfinanz- reform gilt, so sagt der Bericht, daß zurzeit ein endgültiges Urteil über die wirtschaftliche Bedeutung dieser Gesetze für die land- wirtschaftlichen Genossenschaften noch nicht zuläsiig ist. Die Ge- schäftsergebnisse'der Zentralkassen sind, wie die gesteigerten Um- sätze, daS Wachsen des Betriebskapitals, der ansehnliche Reingewinn erkennen lassen, recht befriedigende, wohingegen die Zentral-Ein« und VerkaufS-Genoffenschaften wegen des Rückganges der Bezüge von Kohlen und Maschinen und vielfach auch der Futtermittel- hezüge eine relativ geringere Zunahme ihrer Bezüge aufweisen. Bei den Spar- und Darlehnskassen übte die auf dem allgemeinen Geldmarkt herrschende größere Geldflüssigkeit einen wohltuenden Einfluß aus. Die Kassen fahren unausgesetzt in der Vervollkomm- nung ihrer geschäftlichen Einrichtungen fort. Allerdings sei eins solche emsige Tätigkeit der Spar- und Darlehnskassen durch die Zeitverhältnisse auch dringend geboten, denn immer mehr seien die Großbanken bomüht, durch ein Netz von Filialen und Depositen- Annahmestellen ihre Tätigkeit auf daS flache Land auszudehnen. Hinsichtlich des genossenschaftlichen Bezugs wird die Mahnung er- lassen, daß man nicht um scheinbarer oder kleinlicher Vorteile willen sein eigenes Institut, die Zentralgenossenschaft, vergessen möge. Auf der Zusammensetzung der Kräfte beruhe gerade beim genossenschaftlichen Bezug das Geheimnis des Erfolges. Der ge- nossenschaftliche Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse, vornehm. lich Getreide, Vieh, sei im weiteren Ausbau begriffen. Stark sei insbesondere der genossenschaftliche Viehabsatz vorangekommen, namentlich in Bayern, Hannover, Pommern. Erfreulicherweise dürfe festgestellt werden, datz die Genossenschaftsverbände aus- nahmslos bemüht gewesen sind, die zum Teil über daS Ziel hinaus- Meßellde EststrizjtWbxLrljtkrung in dx» Mtigen SchrMiB öll Haiken. Eine ähnliche Mahnung scheine d'en KartosselkroZnuNg- Unternehmungen gegenüber geboten, da die bisherigen Trocknungs- Unternehmungen meist noch mit recht erheblichen Unkosten arbeiten und auch noch mancherlei Mängel in technischer Beziehung zutage treten. Die Lage der Winzcrgenossenschnften habe sich allgemein ge» bessert. Es ist das zum Teil eine Folge der quantitativ geringen Weinernte der letzten Jahre, zum Teil führt man die Besserung auf die Wirkung des neuen Weingesetzes zurück. Im Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossen- schaften waren am 1. Juni 1910 in 41 Verbänden insgesamt 18 962 Genossenschaften vereinigt, und zwar: 78 Zentralgenossenschaften, 12 894 Spar- und Darlehnskassen, 2077 Bezugsgenossenschaften, 2028 Molkereigenossenschaften, 56 Kornhausgenossenschaften, 142 Winzergenossenschaften, 1687 sonstige Genossenschaften.— Der Umsatz aller Zentralkassen des Reichsverbandes betrug 6537 Millionen Mark im Jahre 1909 gegen 5810 Millionen Mark im Jahre 1998. Das Betriebskapital betrug 372 Millionen Mark im Jahre 1909 gegen 332 Millionen Mark im Jahre 1908. Der gemeinsame Bezug der Zentral-Ein- und Verkaufs�Nenossenschasten des ReichSver- bandes belief sich auf 194 Millionen Mark im Jahre 1909 gegen 187 Millionen Mark im Jahre 1908. Der gemeinsame Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse bezifferte sich auf 87 Millionen Mark im Jahre 1909 gegen 85 Millionen Mark im Jahre 1908. Bei den Spar- und Darlehnskassen betrug Ende 1903 daS Betriebskapital 1730, die Spareinlagen und sonstigen Einlagen 1527, die gewährten Kredite 1399 Millionen Mark, bei den Bezugs- genossenschaften 1908 der Wert des Bezuges 101 Millionen Mark, bei den Molkereigenossenschaften die eingelieferte Milchmenge 2136, die verkaufte Frischmilchmenge 130, die erzeugte Buttermenge 76,6 Millionen Liter bezw. Kilogramm. Molkerei, Brennerei und Stärkeinbustrie. Der uns vorliegende Bericht dieser Berufsgenossenschaft er« wähnt, daß die Zahl der versicherten Betriebe von 8307 auf 8486 gestiegen sei. Die Zahl der versicherten Personen betrug im Jahre 1908 50 029, im Brichtsjahre 50279. Die Steigerung ist also sehr gering. Den größten Zuwachs haben im Jahre 1909.wiederum die Molkereien aufzuweisen. Doch handelt eS sich dabei nicht um lauter neu entstandene Unternehmungen, sondern in wesentlichem Maße um schon lange bestehende Anlagen, die erst jetzt den Organen der Berufsgenossenfchaft bekannt geworden sind". Drückeberger. Weiter wird angeführt:„Eine lebhafte Entwickelung zeigt die junge In- dustrie der Kartoffeltrocknerei." Im Berichtsjahre wurden 1917 Unfälle gemeldet, gegen 1754 im Vorjahre. Davon wurden nur 418(409) entschädigt. Tödlich verlaufen sind 25(24) Unfälle. Die Zahl der Rentenempfänger hat sich aber trotzdem gegen das Vorjahr von 3266 auf 3206 ermäßigt. Es meint der Bericht treuherzig hierzu:„Interessant ist die Erscheinung, daß die Gesamt- summe kür Unfallentschädigungen im Jahre 1909 gegen 1908 ab- genommen hat. In der Hauptsache erklärt sich diese Abnahme da- durch, daß 1909 verhältnismäßig viele alte Renten eingestellt und herabgesetzt werden konnten." Die alte Praxis. Bei Revision der Betriebe wurde auch nachgewiesen, daß in 200 Betrieben allein für 323 000 Mark Löhne zu wenig ver- sichert waren. Großmütig erklärt der Bericht, daß im Jahre 1909 für 20 Per- letzte das Heilverfahren schon innerhalb der Wartezeit übernommen wurde und hierfür die Summe von 1033 M. verausgabt wurde. „Die Sektionsvorstände sind also neuerdings etwas weniger zurück- haltebd mit Eingriffen in das Heilverfahren vor Ablauf der Warte» zeit gewesen. Immerhin konnte nach wie vor in der Regel den Krankenkassen das Heilversahren ohne Bedenken überlassen bleiben." Wie nobel. Man spart Geld auf Kosten der Kranken, indem man „nach wie vor" den Krankenkassen Lasten tragen läßt, die bei einer vernünftigen Gesetzgebung schon längst den Berufsgenossenschaften zugewiesen worden wären. Der technische Aufsichtsbeamte meldet in einem Sonderbericht: „Unter den 556 besichtigten Betrieben befanden sich 137, die keinen Verstoß gegen die Unfallverhütungsvorschriften zeigten, in 283 Be. trieben fehlte der Aushang der Plakate." Mit anderen Worten waren also von 556 besichtigten Betrieben 426. welche erhebliche Verstöße gegen die Unsallverhütungsvorschriften aufwiesen. Im ganzen wurden 641 Mängel notiert. Davon entfielen auf Motore 43, auf Transmissionen 59, auf Arbeitsmaschinen 106, auf Hebemaschinen 15, auf Dampfkessel 40 und auf Leitern, Treppen usw. 49 Mängel. Gute Illustrationen führen uns die neuesten Schutzvorrich- tnngen in dieser Branche vor. Verblüffend einfach ist der Kuh- schweifhalter„Sinn", der ein Befestigen des Schweifes am Hinter, bein der Kuh gestattet und die vielen Augenverletzungen durch Schweifschlagen beim Melken der Kühe sicher verhindert. Die Unternehmer seien im allgemeinen Belehrung zugänglich. Nur „ein einziger Unternehmer" habe sich geweigert, Schutzvorrichtungen anzubringen.„Er erklärte direkt: wenn jemand dort, wo er nichts zu suchen habe, unbefugterweise sich zu schaffen mache und dabei verletzt werde, so sei die? eine gerechte Strafe und diene dazu, Wiederholungen vorzubeugen! Als weiterer Einwand wird häufig geltend gemacht, daß der staatliche AufsichtSbeamte dies oder jenes nicht beanstandet habe, woraus der Schluß gezogen wird, daß die vom technischen Aufsichtsbeamten geforderten Maßnahmen, eigent- lich" überflüssig seien." Dabei ist aber sehr viele» noch zu bessern, wie der Beamte einzeln ausführt. Dafür ein Beispiel: „Auch in bezug auf Zahnradschutz herrschen noch immer oft recht leichtfertige Ansclmuungen; vielen erscheint noch heute die Gefahr solcher ungeschützter Zahnräder gar gering. Und doch lehrt gerade hier die Erfahrung, daß ein weitestgehender Schutz angebracht ist und möglichst alle Zahngetriebe ohne Rücksicht auf ihre scheinbar ungefährliche Lage zu verkleiden sind. Dasselbe gilt von den Leitern, die mehrere Male in«»glaub- sichern Zustande, windschief, mit zerbrocheneu Holmen und Sprossen angetroffen wurden." Von einer„Aufwendung recht großer Geldmittel" haben wir bis heute in dieser Branche nichts gehört. Berechnet man den Durchschnittslohn nach den für die Beitragszahlung nachgewiesenen Lohnsummen, so ergibt sich, daß derselbe im Berichtsjahre sich auf 983 M. stellte. Der Bericht gibt aber selbst zu. daß in diesen Summen auch die Jahresverdienste der 64 versicherten Unternehmer enthalten ist. Von einem hohen Lohn kann also wahrlich keine Rede sein, und daß sich unter diesen Umständen nicht zahlreiche„Kam» pagnearbeiter" finden, ist auch erklärlich. Einen„Stamm ge» schulter Leute" kann man sich nur durch gute Bezahlung und an- ständige Behandlung der Arbeiter sichern. Nachdem der Bericht noch„nachgewiesen" hat. daß 22 Proz. aller Unfälle auf„Ungeschicklichkeit, leichtsinniges und schuldhaftes Ver- halten der Verletzten" selbst zurückzuführen seien, jammert man wieder über den„Rückgang des VerantwortlichkeitsgesühlS" der Arbeiter", dem die armen Unternehmer mcht gewachsen seien, weil die Arbeiter einfach davonlaufen: „Im allgemeinen wird über stete« Rückgang deS Verantwortlich- keitSgefühls bei den Versicherten und über immer mehr zunehmende Lässigkeit und Nichtbefolgung bestehender Lorschriften gellagt. Die an sich schon geringe Neigung der Unternehmer, geeignete Maß- nahmen zur weiteren Einschränkung der Betriebsgefahren zu er- greifen, wird durch derartiges Verhalten der Arbeiter natülich nicht bestärkt. Die geringste Strafe, ja nur Strafandrohung beantworteten die Leute oft mit sofortigem Austritt auS dem Dienst, und der Arbeitgeber ist dann gezwungen, neue noch ungeübte Arbeitskräfte einzustellen, wodurch natürlich die Unfallwahrscheinlichkrit wieder gesteigert wird." „Die Klagen über Nichtbeachtung der Vorschriften durch die Arbeiter, sowie über gleichgültiges Verhalten und Leichtfertigkeit der Versicherten bei der Arbeit waren recht häufig. Andererseits wurde vielfach betont, welche Schwierigkeiten zu überwinden feien, selbst Mter AufwcnpMg recht großer Geldmittel. einM tüchtigen Siam« geschulter Leute in Kamssagnebekriehen zu hakten, feie oCrt gerade ein solcher Stamm auch im Interesse der Unfallverhütung erwünscht sei."_ Tribut vom Backschisch. Vor kurzem ivurde vor dem Wiesbadener Gewerbegericht eine Angelegenheit verhandelt, die ein größeres Interesse beansprucht. Es handelt sich um folgendes: Der Kellner Wallwebcr klagte gegea den Inhaber des Cafe Hohenzollern. Der Kläger war zehn Jahre im Betriebe des Beklagten beschäftigt. �.Seit mehreren Jahren ist im genannten Cafe ein System eingeführt, nach dem die Kellner 3 Proz. vom Umsatz von ihrem Trinkgeld an den Beklagten ab- führen mußten. Hätte der Keller z. B. 100 M. für verkaufte Waren vereinnahmt so mußte er seinem Hxrrn Prinzipal 103 M. abliefern. Diese famose Methode, an dem Trinkgeld der Kellner zu partizipieren(die übrigens auch in Berliner Cafes vielfach durchgeführt ist), brachte Herrn Backe! nach dessen eigener Berech» nung zirka 18 000 M. ein. Der klagende Kellner forderte nach seinem Weggange die Summe von 1460 M. zurück, die er im Laufe der Jahre auf diese Weise seinem Prinzipal hatte zahlen müssen. Der Kläger stützte sich darauf, daß jene Abrede gegen die guten Sitten verstoße, also nach§ 138 des Bürgerlichen Gesetzbuches nichtig sei. Das Gewerbegericht hatte in 27 Städten Umfrage danach gehalten, ob dort ein derartiges System üblich sei. Zu den Akten waren ferner Gutachten von anderen Gewerbegerichten sowie vom Verband deutscher Gastwirtsgehilfen eingegangen. Sie laute- ten sämtlich zugunsten des Klägers. Das Gericht wich einer prinzipiellen Entscheidung leider aus. Der Vorsitzende führte aus: Es seien bisher in ähnlichen Fällen die widersprechendsten Urteile gefällt. Was die Verurteilung des Systems selbst anlange, so stehe man in der Presse, sowie im Volksbewußtsein auf feiten des Klägers. Ein Sturm der Ent- rüstung in der Presse sowie im Volke würbe ausbrechen, wenn die Klage zuungunsten des Klägers ausfalle. Das Eewerbegericht werde dann als unsozial empfindend verschrieen werden. Er(der Vorsitzende) rate deswegen zu einem Vergleich in der Höhe von 750 M. Man einigte sich schließlich auf 600 M., die der Beklagte an den Kläger auszahlte. Die Sache hatte in Wiesbaden ein großes Aufsehen hervor» gerufen, daS Publikum hatte für den Kellner Partei ergriffen. So kam es vor, datz die Gäste des betreffenden Cafes den Be» klagten selbst in der Sache zu sprechen wünschten. Dem Eingreifen des Publikums ist es zu danken, daß die Inhaber des betreffenden Cafes sich veranlaßt sahen, bereits am Tage nach dem Prozeß das verwerfliche Backschisch-Teilnahmesystem aufzuheben. Einem Vergleich wäre ein Urteil vorzuziehen gewesen, das daS gegen die guten Sitten verstoßende System durch eine prinzipielle Entscheidung klar als das gekennzeichnet hätte, was es ist: ein an strafbaren Wucher grenzendes System schamlosester Bcwuchcrung der Arbeitskraft und Ausnützung der Notlage derer, die, um leben und arbeiten zu können, derartigen Verträgen sich leider fügen. Diese Kennzeichnung trifft keineswegs allein auf-den Wies- badener Fall zu. In einer großen Reihe von Städten find ähn- liche und noch schlimmere Vereinbarungen gang und gäbe, nach denen für die Möglichkeit, Arbeit und Trinkgeld zu erhalten, der Lokalinhaber ein Entgelt erhält. Die Abgabe von Standgeld seitens Postkarten-, Blumenverkäufern und auch vielfach seitens der Garderobiers ähnelt demselben System., Huö Industrie und Kandel. Steigerung der Schweinefleischpreise. Jedem Lichtblick, der sich den Konsumenten am LebenSmitielmarkt eröffnet, folgt auch gleich wieder eine neue Enttäuschung. So ist eS am Getreidemarkt und so ist es auch am Viehmarkt. Die Hoffnung, datz der Rückgang der Getreidepreise eine Ermätzigung der Brotpreise bewirken würde, hat sich bisher immer noch als verfrüht gezeigt, und die Hoffnung, datz eS endlich einmal wieder etwas villigere Schweinefleifchpreffe geben würde, hat der Erkenntnis Platz machen müssen, datz wir vor einer noch weiteren Auf- wärtSbeweaung stehen. Schon lassen sich hier und da aus den Fleischerkreifen Stimmen vernehmen, die eine erneute Hinauf- setzung der Schweincfleischpreise ankündigen, und ein Blick auf die Be- wegung der Viehpreise bestätigt allerdings die Begründung der höheren Preisforderungen, datz nämlich die Fleischpreise damit nur der Bewe- gung der Schweinepreise folgen würden. Kaum waren Ende des ersten Quartals die Preise für Schweine etwas herabgegangen, obwohl im Vorjahr ein erheblich größerer Preisrückgang erfolgt war, da fing im Mai schon wieder eine neue Aufwärtsbewegung an und der Vorsprung gegenüber 1909 nahm scharf zu. In den drei grötzten Städten Deutschlands, die zusammen 4'/, Millionen Einwohner haben, nämlich Berlin. Hamburg und München, gestalteten sich die Preise für Schweine in den Monaten März bis Mai pro Doppelzentner Schlachtgewicht in Mark, wie folgt: März April Mai Mai 1910 1909 Berlin, fleischige... 130,33 127,89 131,89 119,44 Hau, bürg, gute, leichte 123.68 128,06 127,72 124,26 München, mittelschwere 135.50 135,20 137,— 131,— In Berlin und München ist demnach der Preis für Schweine höher als Ende des ersten Quartal« und erheblich höher als im Vorjahre. In Berlin beträgt der Borsprung gegenüber 1909 10 Proz., in München stellt er sich auf 4,6 Proz. In Hamburg ist die Erhöhung noch nicht erheblich, doch waren die Schweinepreise in Hamburg bereits im vergangenen Jahre sehr stark in die Höhe ge- gangen. Seit Mai sind nun hier und dort kleine Abschläge »n den Preisen eingetreten, die aber ebenso schnell durch neue Zunahmen abgelöst wurden. Erst in den letzten Wochen setzte sich wieder an den meisten Orten eine steigende Tendenz der Schweinepreise durch. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahre ist fast durchweg beträchtlich. Nicht allein in den drei ange- führten Städten stehen die Schweinepreise erheblich höher als im Vorjahre, sondern auch in zahlreichen anderen Orten ist schon ein ziemlich bedeutender Vorsprung vorhanden. Die Handelsbeziehungen zwischen Frankreich und Deutschland haben sich, wie wir einer soeben erschienenen Veröffentlichung des Statistischen Amte? entnehmen, in den letzten 10 Jahren günstig entwickelt. Es betrug(in Millionen Mark) der Gesamt- eigenhandel Einfuhr Aussuhr 316,3 285,4 434,5 451,7 492,7 463,4 Gegen den Anfang des Jahrzehnts hat sich demnach die Einfuhr im SpezialHandel um 182,1 Millionen Mark— 60,2 Proz. gehoben, die Ausfuhr um 177,9 Millionen Mark— 64,2 Proz. Wahrend sonst immer, und auch 1909 wieder, die Einfuhr von Frankreich noch Deutschland größer war als die deutsche AuSfu.fr, war es 1908 umgekehrt; da übertraf der Absatz deutscher Waren nach Frankreich nm 17,9 Millionen Mark den Bezug sranzösischer Waren nach Deutsch- land. In dem einen Jahre von 1908 auf 1909 ist, wie die Tabelle zeigt, die französische Einfuhr naih Deutschland um 64.7 Millionen Mark gestiegen. Daran waren beteiligt: die Spinnstoffe und daraus gefertigte Waren mit 89,3 Millionen Mark(darunter Wolle mit fast 23 Millionen. Seide mit über 11 Millionen); Erzeugnisse der La»d- und Forstwirtschaft einschließlich Nahrungs- und Genutzmittel ra" nahezu 13 Millionen; Leder sowie Lederwaren und Kü»sch>rerlv� mit rund 6 Millionen Mark. Was die Ausfuhr von Deutschland nach Frankreich aube so nahmen zu Kürschnerwaren um mehr als 13 Millionen Produkte der Landwirtschaft um über ö Millionen; desglei" 1900 1908 1909 SpezialHandel Einfuhr Ausfuhr . 302,6 276,9 , 420 437,9 , 484,7 454,3 SpezialHandel mit Edelmetallen Einstihr Ausfuhr 2,9 0,7 8,1 4.5 13,2 5,6 Lver 6 Millionen chemische Produkte; unedle Metalle, besonders Eisen, um 3,2 Millionen Mark. Dagegen fiel der Absatz von mine- ralischen und fossilen Rohstoffen um rund 4 Millionen sSteinkohlen- kolö um 7,6 Millionen); Maschinen um etwa 16.6 Millionen(Loko- motiven und Tender auf Schienen allein um 13 Millionen); Edel- metalle und daraus gefertigte Waren um 5,1 Millionen Mark. Insgesamt ergibt sich eine Zunahme der Ausfuhr um 16,9 Millionen Mark. Im französischen SpezialHandel nahm Deutschland nach der französischen Statistik im Jahre 1908 in der Ein- und Ausfuhr den dritten Platz ein. In der Ausfuhr kanien Großbritannien und Belgien, in der Einfuhr Großbritannien und die Vereinigten Staaten vor Deutschland._ Ein kapitalistisches Genrcbildchen. Dreimal Pleite machen ist fast so gut, wie einmal da? große LoS gewinnen, sagt ein bekannter Börsenwitz. Das ist zwar iibcr- trieben, aber ein ziemlich großes Körnlein Wahrheit steckt doch darin, wie wieder einmal folgende GründungSgeschichte zeigt. Am 24. Juni 1910 wurde zu Berlin eine Genossenschaft m. b. H. gegründet, die sich unter dem tönenden Namen.Roland" bei Gericht eintragen ließ und den Ein- und Verkauf von Schuhwaren be treiben will. Das Stammkapital beträgt 20 000 M. Geschäftsführer ist der Kaufmann Moritz KramarSki in Berlin. Gesellschafter sind Albert Nosenberg und Max Rosenberg. Dies alles steht in der öffentlichen Bekanntmachung des Gerichts. Aus ihr kann man aber auch ersehen, wie das Stammkapital zusammengebracht ist. Herr Albert Rosenbcrg hat nämlich aus der Moritz Kramarskischen Konkursmasse einen Warenbestand erworben, dessen Wert auf 14 000 Mark angesetzt ist, Herr Max Rosenberg hat aus derselben Konkursmasse Schuhwaren erworben, die verpfändet waren und jetzt mit 6000 Mark angesetzt werden. Das sind die Anteile, die diese .Gesellschafter' in das neue Geschäft einbringen. Der innere Zusammen- hang ist nun der: Herr Moritz Kramarski hat vor ein paar Monaten Bankrott gemacht und seinen Gläubigern auf Forderungen von über 70 000 M. nur 10 Proz. geboten. Die beiden Herren Rosenberg sind seine nächsten Verwandten, nämlich der eine sein Schwieger- Vater, der andere sein Schivager. Diese haben nun die Konkurs- maffe für insgesamt etwa 13 000 M. aufgekauft und stellen sie unter der Form einer G. m. b. H. dem Bankrotteur wieder zur Verfügung. Das macht einen Reingewinn bei dieser Pleite von 57 000 N. und das Geschäft geht weiter wie zuvor. Versammlungen. Tarifbelvegung der Kleber. Eine gut besuchte Versammlung der Kleber tagte am Diens- tag bei Metzer in der Oranienstraße. Bruno als Referent be- handelte zunächst die Notwendigkeit eines Tarifvertrages auch für den Kleberberuf. Ein großer Teil der Kollegen arbeite unter den Preisen, die schon vor 5 Jahren als maßgebend betrachtet wordfen seien. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre müsse man die Lehre ziehen, daß mit Werkstättenstreiks nichts Durchgreifendes zu erzielen sei. Nur eine allgemeine Bewegung der Kleber könne helfen. Im Frühjahr habe man wegen der bevorstehenden Bau- arbeiterbewegung nichts unternehmen können. Nun, die Aus- spcrrung in Berlin sei nicht erfolgt. Ein Beweis dafür, daß die Baukonjunktur eine gute sei. Der Herbst sei auch immerhin günstiger als das Frühjahr. Man könne jetzt schon mit 600 Bauten rechnen. Die Sektionsleitung schlug folgende Resolution vor: „Die heutige Versammlung der Kleber Berlins hegt das Bestreben, ihre Lohn-' und Arbeitsbedingungen tariflich festzu- legen. Sie erwartet von den in Betracht kommenden Faktoren eine entgegenkommende Behandlung ihrer Forderung und sie ist gewillt, dieselbe eventuell mit den zu Gebote stehenden Mitteln zu erringen. Deshalb fordern die Versammelten jeden der Or- ganisation noch fernstehenden Kollegen auf, sich der Organisation anzuschließen, um gemeinsam die Lage im Berufe zu bessern." Den Ausführungen des Referenten, die lebhaften Beifall fanden, folgte eine rege Debatte. Allgemein kam die Meinung zum Ausdruck, daß es so, wie jetzt, nicht weiter gehen könne. Vor allem sei eS nichts, ohne Tarifvertrag fortzuwursteln. Allgemein wurde der Standpunkt vertreten, daß die tarifliche Regelung durchaus vonnö?en sei. Dies wurde belegt durch eine große Reihe tatsächlicher Mitteilungen auS der Misere in den verschiedensten Werkstätten. Als ein Krebsschaden wurden die aus den Kollegen- kreisen sich rekrutierenden zahlungsunfähigen Kleinmeister be- zeichnet, die die Preise außerordentlich drücken. Diese Klein- meister würden verschwinden, wenn höhere Preise erzielt und die Verhältnisse tariflich geregelt würden. Nach einem Schlußwort Brunos nahm noch Z i tz e w i tz als Vorsitzender der Ortsverwaltung der Filiale Berlin des Dape- ziererverbandes das Wort: Die Ortsverwaltung habe sich gleich mit der Materie beschäftigt. Eine Vertrauensmännerversammlung habe auch das Bestreben der Kleber anerkannt und den Haupt- vorstand deS Verbandes ersucht, seinen Einspruch gegen eine Lohn- bewegung zurückzuziehen. Da der Hauptvorstand seinen Einspruch nicht zurückgenommen hake, so sei zum Montag, den IS. Juli, eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Filiale anberaumt worden, zu welcher sämtliche organisierten Mitglieder Berlins per Karte eingeladen würden. Es liege nun an der Filiale Berlin, die statutarische Zweidrittelmehrheit aufzubringen, welche den Widerspruch des Hauptvorstandes brechen könnte. Wenn der Wille zur Tat bekundet werden solle, dann müsse von den Kollegen jeder zur Stelle sein. Die obige Resolution wurde gegen eine Stimme än- genommen. In die Tarifkommisfion wurden H e ckjn ann, Br und, Schröder, Hirt und Rostkowius gewählt. Schließlich regelte die Versammlung noch die Bedingungen für die in allernächster Zeit vorzunehmende Baukontrolle, Vermischtes. Hungertod in der Grube. Nach einer uns aus Bochum zugegangenen Privat d e p e s ch e wurden auf der Zeche Prinz Regent zwei Bergleute verschüttet. Bei der Vornahme der Rettungs arbeiten hat sich herausgestellt, daß die Entfernung zwischen den Verschütteten und der Rettungskolonne mindestens noch 20 Meter beträgt. Wenn diese 20 Meter mit Gesteinsmassen ausgefüllt sind, dürsten die Unglücklichen nicht vor Ablauf von 8 Tage» gerettet werden können. Sie müssen also buchstäblich in der Grube verhungern._ Im Namen des König?. AuS Friedrichshafen wird der„Schwab. Tagw.' ge- meldet, daß ein Handwerksbursche den König, der sich auf einem Spaziergang befand, angebettelt habe. Der König habe dem Mann 10 M. geschenkt. Gleich darauf wurde der Handwerksbursche aber von dem Landjäger, der den Borfall beobachtet hatte, fest- genommen und an das königl. Oberamt eingeliefert, das ihn aus 14 Tagt„inS Loch steckte"! Der König schenkt dem armen Teufel ein Goldstück, das dem Handwerksburschen zweifellos eine unbändige Freude gemacht haben wird. Das Oberamt steckt den Mann dann 14 Tage inS Loch I Und auch da« geschieht.im Namen des Königs', der ihm eine treude hat bereiten wollen. Was doch nicht alles»im Namen deS önigS' verbrochen wird._ Ein sozialistisches Ferienheim in Frankreich. In P o r n i c, an der stanzösischen Westküste, nahe der Loire- Mündung, ist unter dem Namen Le Grand Air(Die stische Luft) eine sozialistische Ferienkolonie großen Stils eröffnet worden. Am 2. Juli sind 38 Reisende nach dem Heim, das etwa 350 Kilometer von Paris entfernt ist. abgereist. Weitere 300 sind eingezeichnet und sollen im August gleichzeitig dort zum billigen Pensionspreis von 2,50 Fr. für Erwachsene, 1,25—1,75 Fr. für Kinder Unterkommen finden. Das Heim umfaßt ein Hotel und zwei Pillen, die von eigenem Park und großem Gemüse- und Obstgarten umgeben sind. Die Ein- weihung wird noch nachträglich in großem Maßstabe unter Teil- nähme zahlreicher Genossen aus dem benachbarten Nantes usw. und mit Abgeordneten als Rednern gefeiert werden. Es soll dabei in der dunklen Gegend, an der Grenzscheide der Bretagne und der Bender, die erste sozialistische Demonstration statt- finden, der ja nun bald weitere folgen werden. Wie arme Kinder gebore» werden. Kürzlich gebar in GunderSdorf in der Nähe von Stadt Liebau in Mähren«ine junge Zigeunerin ein Kind. Zwei Tage nach der Geburt schaffte die Gendarmerie die Frau nach Stadt Liebau, trotzdem sie stark fieberte. Der Weg beträgt volle zwei Stunden. und eS ist ein Wunder, daß sie nicht auf dem Wege zusammengebrochen ist. Und dies alles geschah unter den Augen der Obervormundschast. Aber die Sache kam noch besser. Als man die Frau aus dem Gefängnis entließ, mußte sie mit dem kleinen, nur wenige Tage alten Kinde im Freien ver- bleiben und in einem nahen Walde kampieren. In einer stürmischen Regennacht starb ihr Kind vor Hunger und Kälte. Kann man sich Entsetzlicheres denken I Die arme, kranke und elende Mutter mit dem sterbenden und hungernden Säugling in einer kalten Regennacht allein in dem Wald. Am anderen Tage irrte sie verzweifelt, den Leichnam ihres Kindes im Arm, durch die Straßen von Stadt Liebau und bat laut schreiend um ein Grab. So kommt das Volk zur Welt I Aus der besseren Gesellschaft Dresden?. Ueber eine Skandalaffäre, die gegenwärtig die Dresdener Behörden beschäftigt, wird dem„Verl. Tagebl." Tunnelbau am ereignete sich infolge Seil- man eine schwere eiserne Anzahl Arbeiter stürzte aus war sofort tot und mehrere berichtet. Danach handell es fich um die Aushebung eines Massageinstituts, in dem unter dem Deckmantel naturwissenschaftlicher Hcilweise die tollste» Orgien masochisttscher und sadistischer Art gefeiert wurde«. Als die Polizei den Zirkel aufhob, beschlagnahmte sie unter anderem ein ganzes Lager moderner erottscher Werkzeuge. In den Skandal ist eine große Anzahl Personen der ersten Dresdener Gesellschaftskreise ver- wickelt. Auch zahlreiche noch jugendliche Personen zählten zu den Kundenkreisen des Instituts. Das Treiben ging seit Monaten. Durch geschickt abgefaßte Inserate wußte die An- stalt immer neue Kunden zu werben. Die Inhaber des Instituts, ein Ehepaar Kämpf, das aus den hohen Ein- künften der Anstalt ein luxuriöses Leben bestritt, wurden ver- haftet und in das Untersuchungsgefängnis gebracht. Kämpf legte ein Geständnis ab und erhängte sich Donnerstag früh in seiner Zelle. Mehrere der kompromittierten Personen haben sich ihrer Vernehmung durch die Flucht entzogen. Kleine Notizen. Tödlicher Unfall beim Tunnelbau. Beim sogenannten Diestelrascn bei Fulda bruchs ein schwerer Unglücksfall, als Wafferpumpe aufstellen itoollte. Eine beträchtlicher Höhe in die Tiefe, einer schwer verletzt. Großfeuer. In A l t b u e l! an der Kieler Föhrde brach gestern abend ein Großfcuer auS, dem acht Häuser und eine Anzahl Lieh zum Opfer sielen. Vom Blitz erschlagen. Ein furchtbares Unwetter wütete gestern in der Nähe von Koblenz. Bei Rhens wurden zwei pflügende Landwirte vom Blitz erschlagen; die Pferde wurden ebenfalls getötet. Mehrere Personen wurden erheblich verletzt. In Leiningen tötete ein furchtbarer Blitzschlag in einem Stall fünf Kühe. Auch im Lahngebiet gingen gestern schwere Unwetter nieder. Bei dem Wetter wurden vier Feldarbeiter vom Blitz verletzt. Mehrfach zündete der Blitz. Strichweise fiel Hagel. Vom Hochwasser. Der Wasserstand des Rheins hat gestern seinen Höhepunkt erreicht und geht jetzt beständig zurück. Alle Stationen des Rheins und Mains melden fallendes Wasser.— Auch in Paris wird die Hochwassergefahr als beseitigt betrachtet. Die Seine ist Siestern merklich gefallen, wird aber heute wahrscheinlich nicht weiter allen, da Hochwasser noch von der oberen Seine und der Marne gemeldet ist. Die längste Drahtseilbahn der Schweiz. Wie eine Depesche aus Thun berichtet, wurde gestern nach 3'/zjähriger Bauzeit die 3600 Meter lange elektrische Drahtseilbahn auf den 2360 Meter hohen Niesen eingeweiht. Diese Bergbahn ist die längste Drahtseilbahn der Schweiz und hat eine Steigung bis zu 66 Proz. Der Höhen« unterschied zwischen der Talstation und der Endstation auf dem Niesen beträgt 1650 Meter. Verhaftete Falschmünzer. Wie auS Anyerburg(Bei Königsberg) berichtet wird, sind dort der frühere Eiienbahnschaffner Sudan nebst Frau und einem fünfzehnjährigen Sohn wegen Falschmünzerei verhaftet worden. Es wurden eine Anzahl Falsifikate sowie Apparat« zur Herstellung falscher Geldstücke beschlagnahmt. Die Cholera in Jekaterinoslaw. Das Austreten der Cholera tm Bergwerksgebiet Jekaterinoslaw hat in allen Bergwerken eine kritische Lage hervorgerufen. Im Bergwerk K r i w o r o g haben die Bergleute auS Furcht vor Erkrankung in den Schächten die Arbeit ausgesetzt. Die Hälfte verlangt ihre Entlassung. Die Ver« waltung, welche die Einstellung deS Betriebes befürchtet, weigert fich, die Arbeiter zu entlassen. In einigen Dörfern mit groß» Kranlenzahl weisen die Bauern ärztliche Hilfe zurück. Eingegangene vruckscftrlftea, von der„Neuen 42. Heft de» 28. heben wir hervor: Die in Südwestasttta. Von kampseS zur An mann(Hamburg).— Die Alkoholiker in der Kranken stalistii. Zeit-(Stuttgart, Paul Singer)«st soeben da« angs erschienen. AuS dem Inhalt des Hefte» emcfi» der KlassenjuMz.— Die Jnteressenkämps« G. Ledebour.— DaS Ende des Unternehmer» Shungerung der deutschen Bauleute. Von August Bring» g).— Die Alkoholiler in der Kraukenstatislik. Von A. Ellinger.— Nochmals.Hinaus ausS Land'. Von Dr. Wilhelm Grumach. — Literarische Rundschau: H. Frees«, Die konstitutionelle Fabrik. Von Richardt Woldk. Gras Posadowsky, Die WohnungSsrage alS Kulturproblem. — Zeitschristenschau. Feuilleton der.Neuen Zeit' Nr. 29: Historischer Materia» liSmuS. Bon Franz Mehrina. Ein Drama auS den, Baucrnkricge. Von Diesenbach.— Lüchcrichau: F. A. Lauge, Die Arbeiters'rage.— Lose Blätter: Gedanlenspäne von Waldeck Manasse. Dir.Neue Zeit' erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch» Handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3.Ä3 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. DaS einzelne Hest tostet SS Pj. lurMBM�W Prodenummern stehen jederzeit zur Verjügung. Kosmos. 27.<23. Vogtland. Sondernummer. Wöchentlich da Heft a 15 Ps. R. Möckel. Leipzig. V G woaooaaa, Unserem Genossen 9 (ü © G Julius Wasser n°bst Frau zu seiner am 15. d. MtS. statt- sindenden Hochzeit die herz- lichsten Glückwünsch«. 29Z4b Ol« BezirkefShrer der 1. Abtlg V. Wahlkreis. Zentral-Kranken-ünterstötzniigs- n. Oegrälinis-Vereln derSdunieiiel u. verwandten Gewerbe Deutsch). Zahlstelle Berlin III. Infolge eines tödlichen Unsallcs verstarb am Sonnabend, den 9. Juli, unser Mitglied 176/20 Otto Barlseh. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes, Nordend, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die OrtSverwaltung. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere Tochtir, Schwester, Schwägerin und T<.nte pauline FCarxe geb. Bcdranso im 55. Lebenijahre in der Nacht vom 12. zum 13. Juli nach kurzen, '"---- Leiden in Bethanien ge- nden Hinterbliebenen. «rdigung findet am , nachmittags 4'/, Uhr, � Leichhalle des Thomas- aus statt. 2V9L Allen Verwandten, Freunden wie auch Bekannten die traurige Mitteilung, daß am 13. d. MtS.. nachmittags 1'/, Uhr, mein innig- geliebterMann,'unser treusorgender Bater, der Maurer Gustav Herforth im Alter von 47 Jahren :m Leiden nach sanst langem, schwerem «ntschlasen ist. Die» zeigen mit der Bitte um stille Teilnähme an Klara Herforth nebst Kindern. Die Beerdigung findet Senn- abendnachmUlag 4 Uhr von der Halle deS städtischen Fried�seS 2938b in der Müllerftraße, ftraße, aus statt. SozialdemokratlselierWaiilTereiii des 6. Herl. Reichstags- ff aölkrelses. Tode«• Anrelge. Am 13. Juli verstarb unser Mitglied, der Maurer Gustav Herforth Buttmannstr. 18. Ehre seiuew Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. Juli, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des städtischen Friedhofes Müllerstraße, Ecke Seestrahe, aus statt. 22818 Um rege Beteiligung ersucht Her Verstand. Gesellsekattsksus, Prcnzlancr Strasse 41» Saal sür Gesang- sowie andere Ver« eine geeignet noch aus einige Tage zu vergeben, ebenso Bercinszimmer (S0 Personen)._ 2940b Zentral-VeM der Maurer Deutseblaiüls Zweigverein Berlin. (Bezirk Wedding). Den Kollegen zur Nachricht, baß unser Mitglied Gustav Herforth am 13. Juli an Herzleiden ver- starben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. Juli, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des städtischen FriedhoseS in der Müller-, Ecke Seestraße, aus statt. 138/3 Um rege Beteiligung ersucht Her Verstand. Laudaudfferlier'llraRlieiiliaÄe llir Berlin uod Oingepi =(E. H. Nr. 118.)--------- Den Mitgliedern zur Kenntnis, dah unser langjähriges Ausschuß- Mitglied, der Maurer Gustav Herforth am 13. J«li an Herzleiden verstorben ist. Ebre seine« Andenken k Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. Juli, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des Slädiischen FriedhoseS. Mällerstraße, Ecke Ecestraße, aus statt. 33/3 Um reg« Beteiligung ersucht Der Barstand. Sozialdemokrat ffahlverein Köpenick. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß am Mittwoch früh unser Genosse, der Schriftsetzer Otto Rudolph im 33. Lebensjahre verstorben ist. Ehre seinem Audenken k Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. Juli, nach- mittag» V,6 Uhr, vom Trauer- hause Schönerlwder Straße s auS statt. 203/10 Zahlreiche vetelllgung erwünscht. Her Verstand. Geaaipereiii MKooerdicr Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der SangeSbruder Otto Rudolph am Mittwoch, den 13. Juli, früh 8«/, Uhr, tw 34. Lebensjahre ver- storden ist. 61/8 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. Juli, nach. mittags 5'/, Uhr, vom Trauer. hause, Schönerlwder Straß« 5, auS statt. Um rege Betelligung biltel Der Borstand. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Sohnes, Bruders, Schwagers, OnkelS und Bräutigams krsiue Neumann sagen wir hiermit allen Verwandten und Bekannten, seinen Jugend- freunden, Freunden und Bekannten, der Kolonie Sanssouci, dem Spar- verein Anler, dem Personal der t Utna Naunh u. Gunkel sowie dem ersonal der Firma Rabbach herz- lichen Dank. 29396 Familie Neumann. Familie Pantel. Familie Gunkel. Danksagung. Allen Verwandten und Bekannten sowie den Genossen des IV. Berliner RcichStagSwahIkreiscS. den Gewerkt Bellevue Woltersdorfev Schleuse. empfiehlt sich zu Dampserpattten. 2465b' Grosser Parkettsaal. Garte» direkt am See. zahlreiche Beteiligung bei dem Be- gräbniS meines lieben Mannes, unseres guten BaterS; vor allem dem Genossen Palilofi für feine trostreichen Wotte an der Bahre deS Entschlafenen 2946b Frau Künstler«od Kinder. Für die bewiesene herzliche Teil- nahm« bei der Beerdigung me neS lieben Manne» und guten BaterS sagen aus diesem Wege ihren herzitchen Dank Helene �Inelser 29778 und Kinder. + Bruch-Pollraann Empfiehlt sewLager in Bruch. .. bandagen, Leibbinden, Ge- radehältern, Spritien, Suspensorien (omie sämtliche Artikel zur Kranken- pflege. Eigene Werkstatt. Lieferant sür Orts- und SilsS-Krankenkassen. Berlin Sf.,• lebt I-othrlngcr StraBe CO. All« Bruchbänder mit elastischen Pe- lotten, angenehm u. weich am Körver. «t ffior cn Jerliaer Irteiter- Haiilalirer-Fereiir Mitglied de» Arbeit«» Radsahrer-Bunde» -Solidarität'. Tonren zum Sonntag, den 17. Jnlk. 1. Abt.: 5 und 12 Uhr: Wandlitz. Start: Bülowstr. 58. 2. Abt.: 6 und 10 Uhr: Fangschleus« (Zum Wcrlsce). Start: Fontane» Promenade 18.. ,v 3. Abb: 5 Uhr: Luckenwalde(ZIpter. lein, Buchftraße). 12 Uhr: Mitten» walde(Zum Kronprinzen). Start: Mariannenplatz..„ 4. Abt.: 4Uhr: Freienwalde(Rubin). 1 Uhr: Britz(Raddatz). Statt: Küstriner Platz. 6 Abt.: 4 Uhr: Buckow. 1Uhr: Bruchmühle. Statt: Elyfium. S.Abt.: 5 Uhr: Brenden(Engel. Hardt). 12'/, Uhr: Wandlitz(Laßau). Statt: Oderberger Str. 28. 7. Abt.: 5 Uhr: Kloster Oborin. 2 Uhr: Röntgental. Statt: KöSlwer Straße 8. ° Sltlvi,!?' Sonnabendabend 8 Uhr: RheinSberg t M. 17., 1 Uhr; Uald?tt° 8 0»°rdb°hn). Statt: 9 Abt.: 1',. Uhr: Tour Statt bekannigegeben. Schillinaltt. 15. � « 10. Abt.: 7 wird am Statt » 1 oyr:, Twmtzeljagd. Statt:»ederstr. 6. Lichtenberg, ls.. abend» 11'/. Uhr: Nachttour Luckenwalde. 17.. 1 Uhr: Moorlake, Plauenwsel. Start: Pfarr« ftratze 74._ 11/14 KinmtN' ilild Kraiftblndtrei von Hoher! Mejer,' llllt MlMllNlltN-Ztraßt 2. Tcrleih-InHtitnt: Friedrichst.l 1 5/1, aOrab» "Tor. Eleg. Frack, Gehrock 1.50„Hose 1,00, Weste bOPtz suiaoulsiäu Äciaftiuc Bigaih Larth, Kersta. Lür den Jniuala&iLauoslKU TjssG.tickk, gkUlQ. Track n>Verlaz�VvMäML>tÄlrttltUB.� Bttiatzhgnsigjtz itzjUii Sing«& ü«* Knlill&W» Kr. 163. 27. Zahrgavs. 3. ßtilnje i>ts JotniMs" Krlim WsdIM Mag. 15. Juli 1910. Partei-?Zngelegenkeiten. Rixdorf. Heute Abend von 7 Uhr ab findet von den bekannten Lokalen aus eine Flugblattverbreitung statt. In Anbetracht der am 26. Juli stattfindenden Generalversamm« lung des Wahlvereins wird ersucht, etwa noch zu stellende Anträge bis zum IS. Juli an den Vorstand einzureichen. Der Borstand. Tempelhof. Dienstag, den IS. Juli, abends S1/. Uhr, im .W i l h e l m S g a r t e n", Berliner Straße S: General- Versammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. Rrinickendorf-Oft. Unter Mitwirkung der unS befreundeten Arbeiter-Geiang-, Turn- und Radfahrervereine veranstaltet der Wahl- verein am kommenden Sonntag, den 17. Juli ein Sommer- f e st in dem„Schönholz er Tivoli" sSchaller), Provinzstr. 6g. Ein ausgewähltes Programm— Konzert, Gesang, humoristische Vorträge. Vorführungen der Arbeiter-Tnrn- und Radfahrervereine, Kinderbelustigungen usw. sichern allen Teilnehmern einige genuß- reiche Stunden unter Genossen und Genosfinnen. Billetts sind zu haben an der Kafie. Die Bezirksleitung. Bezirk Oranienburg. Die Generalversammlung des Bezirks findet Sonntag, den 17. d. M., nachmittags 4 Uhr im Lokal von Schumann statt. Unter anderem wird die Stadtverordneten-Fraktion für das erste halbe Jahr berichten. Rummelsburg. Am nächsten Sonntag, den 17. Juli, vormittags 10 Uhr findet im großen Saal von»Cafü Bellevue", Hauptstraße 2, die Jahres-Generalversammlung des Wahlvereins statt. Der Jahresbericht kommt in der Versammlung zur Vetteilung. Mit- gliedsbuch ist zur Legitimation mitzubringen. Der Vorstand. Bezirk Waidmannslust. Sonnabend, den 16. Juli, abends 8>/z Uhr, findet im„SchweizerhauS", WaidmannSlust, die General- Versammlung unseres Bezirkswahlvcreins statt. Bei dem Sommerfest, das am 10. d. M. im„Bergschloß" stattfand, sind ein Portemonnaie und ein goldenes Medaillon gefunden worden. Abzuholen bei Emil Börnecke, Waidmannslust, Nimrod- straße 94, II. Alt-Glienicke. Am Sonnabend, den 16. Juli er., abends 8 Uhr, findet im Lokale TroppenS, Rudower Straße 64, die General- Versammlung des Wahlvereins statt. Die Versammlung wird Punkt- lich eröffnet._ Berliner JVacbricbtem Marodeure auf dem wirtschaftliche« Schlachtfeld. Wo der Existenzkampf mit rücksichtslosester Schärfe aus- gekämpft wird, bleiben Scharen von Unglücklichen auf der Walstatt zurück und nur wenige ziehen als Sieger mit er- rungener Beute davon. Und nun tauchen jene dunkelen, schleichenden Gestalten auf, die mit gierigem Blick den Kampf- Platz absuchen und den zermalmten Opfern mit kaltem Blut das letzte abnehmen, ihnen den Todesstoß versetzen. Nicht mit dem Dolche, sondern mit dem freundlichen Angebot, dem Ge- schwächten, Aermsten„aus reinem Mitgefühl" wieder auf die Beine zu helfen. Nur daß man sich die„Auslagen" und ..Unkosten" zurückerstatten läßt und das kann doch nicht als unbillig bettachtet werden; beileibe nicht I Irgend eine Person oder eine Familie ist in drückende Geldverlegenheit geraten, alle Quellen sind erschöpft, die Sorge grinst durch alle Fugen, man weiß nicht mehr aus noch ein. Halt! Liest man denn nicht täglich in den bürgerlichen Zeitungen, daß Darlehen an jedermann verabfolgt werden. „Darlehen an jedermann, anerkannt reell";„Gelddarlehen gibt an jedermann schnell, diSttet, reell",„Bankdarlehen, Beamten zehnjährige, Privatleuten fünfjährige Abzahlung, vorschußfrei",„Geld hat Privatmann flüssig und vergibt solches auf Teilrückzahlung".„Darlehen mit und ohne Bürgschaft", »Geld auf Möbel, Wertsachen" usw. usw. Also, unser Geldsuchender setzt sich flugs hin und schreibt fein säuberlich aufs Papier ein Gesuch um ein Darlehen, schildert wahrheitsgetreu seine Lage und seine Verhältnisse, sein Eigentum, klebt eine Marke auf und fügt eine zur Rück- antwort dem Schreiben bei. Dann legt er sich, vielleicht seit langer Zeit zum ersten Male wieder, mit einem Hoffnungs- schimmer in sein Bett. Und er braucht auch gar nicht lange zu warten. Schon am nächsten Tage vielleicht kommt— nicht das Geld, wohl aber ein freundlich gehaltenes Schreiben, in dem die Summe zugesagt wird, vorerst aber sein Besuch er- wünscht sei. Ter Geldsucher nimmt- sich, wenn er noch in Stellung ist. im Geschäft oder Bureau Urlaub und eilt im Autotempo nach der„Geldquelle". Ein liebenswürdiger Empfang wird ihm zuteil. Die Freude sinkt aber sofort auf den Gefrier- Punkt herab, denn es wird dem Hoffnungsvollen eröffnet, daß er ein Schriftstück zu unterschreiben habe, worin er sich verpflichtet, für die Bemühungen und Recherchen eine je nach- dem höher oder niedriger bemessene Summe als Vergütung zu erstatten. Ist die Unterschrift vollzogen, so erfährt der Hilfesuchende zu seinem nicht geringen Schrecken, daß er vor- erst die Hälfte oder einen Teil dieser Summe zahlen müsse, wenn überhaupt nur recherchiert werden soll. Ist der Aerniste noch im Besitz von Barmitteln, so greift er oft genug in die Tasche und gibt schweren HerzenS das Geld hin. Dann geht es los niit den„Recherchen", die in der Regel ein so „ungünstiges" Resultat ergeben, daß ein Darlehen infolge „mangelnder Sicherheit" nicht erstattet werden kann I Nicht selten erhält der Vetteffende überhaupt keine Antwort mehr, auch wenn er sich die Finger wund schreibt. Das ist natür- lich nur einer der vielen Tricks, mit denen solche Gauner arb-iten und von denen nicht alle so plump angelegt sind und manche von einem ausgekochten Raffinement zeugen. Und sie blühen und gedeihen dabei, diese famosen Neppinstitute, und nur selten einmal verfängt sich eines in den Maschen des Strafgesetzbuches. Diese Halunken, die mit allen Hunden ge- hetzt sind, vermeiden es klüglich, dem Staatsanwalt eine Hand- habe zu bieten, und so können sie ihr gewissenloses Treiben ungestört weiter betreiben und ihre Opfer rupfen, die Not und Unglück ihnen maffenweise in die Arme treiben. Hier können nur Aufklärung helfen und die Mahnung: die Ihr Geld suchet. seid vorsichtig I_ Die Juristen des Berliner Magisttat» haben in einer ganzen Reihe von Prozessen in den letzten Jahren gerade keine Seide gesponnen. Der zuletzt verlorene Prozeß gegen einen Kaufmann Vehr hat der Stadt große Summen an Prozeß- kosten verursacht. Jetzt liegt die Stadt au» Anlaß des Ankaufs der Inseln im Tegeler See(Scharfenberg, Banmwerder und Lindwerder) von dem Rentier Bolle mit einem Herrn Heinze in Klage, der das Vorkaufsrecht dieser Besitzungen hatte. Die Stadt hatte eS unter- lassen, vor Abschluß des Anlaufs sich mit Herrn Hewz« zu ver» ständigen, man war seiner Sache zu sicher, indem man glaubte, den Mann für Abtretung seines Rechtes mit 32 000 M. abfinden zu können. Das wäre vielleicht auch möglich gewesen, wenn nicht sofort nach Be- kanntwerdcn des Kaufs eine spekulative Gesellschaft sich mit Herrn Heinze in Verbindung gesetzt hätte, um so kür Uebertragung dieses Rechtes an sie große Vorteile für sich herauszuschlagen. Der Magistrat lümmerte sich nicht weiter darum und ließ nun die Sache an sich herantreten. Es kam zur Klage, die dieser Tage verhandelt wurde. Die Stadt Berlin ist in diesem Termin erster Instanz unterlegen. Ob im weiteren Verlauf der Dinge ein günstiges Urteil erzielt wird, muß abgewartet werden. Natürlich wird sich trotzdem die hinter der Sache stehende spekulative Gesellschaft sehr schneiden, wenn sie glaubt, die Stadt Berlin werde nun mit ihr verhandeln und ihr Riesensummen in den Schoß werfen.— Wieder ein von der Stadt Berlin verlorener Prozeß. Mit 6g 232 M. war die Brauereigesellschaft Friedrichshöhe, srüher Patzen- hofer, vom Berliner Magisttat zu den Kosten der ersten Einrichtung der Perleberger Straße zwischen Birken- und Stromstraße heran- gezogen worden, nachdem die Gesellschaft auf ihrem an verschiedene Straßen, darunter die Perlebergcr Straße, grenzenden Grundstück einen eisernen Kohlenschuppen errichtet hatte. Eine der Voraus- setzungen, unter denen Anliegerbeiträge erhoben werden können, ist die, daß der Besitzer eines Grundstücks„an" der fraglichen Straße ein Gebäude errichtet. Der Magistrat ging davon aus, daß dies hier seitens der Brauereigesellschaft an der Perleberger Straße ge- schehen sei. Die Gesellschaft klagte auf Freistellung und auf Ersatz von 4 Proz. Zinsen, indem sie bestritt, daß die Voraussetzungen des§ 15 des Fluchtliniengesetzes vorlägen.— Der Bezirksausschuß veranstaltete einen Lokaltermin auf dem Grundstück, das zwischen der Stromstraße und der Lübecker Sttaße an die Perleberger Straße stößt. Der Schuppen, der im Februar 1903 wieder abgerifien worden ist, diente zur Lagerung von Kohlen. Der Bezirksausschuß stellte nun fest, daß der GrundstückZzugang an der Perleberger Straße 200 Meter von der Schuppenstelle entfernt ist, während die Entfernung des Zugangs an der Stromstraße nur 50 Meter beträgt. Der Bezirksausschuß entnahm aus diesen Eirtferiiungen, daß die wirtschaftlichen Beziehungen des Schuppens nach der Stromstraße und nicht nach der Pcrleberger Sttaße tangierten, und kam zu dem weiteren Schluß, daß es sich, wenn auch um die Errichtung eines Gebäudes, so doch nicht um die Errichtung eines solchen an der Perleberger Sttaße handelte. Er stellte deshalb die Gesellschaft von dem Anliegerbeiträge von über 69 000 M. gänzlich ftei. Der Zinsenanspruch, der schließlich an 4000 M. betragen hätte, wurde jedoch als gesetzlich nicht begründet abgelehnt.— Das Ober- Verwaltungsgericht bestätigte das Urleil als zutreffend. Wenn der Bezirksausschuß tatsächlich festgestellt habe, das Gebäude liege an der Stromstraße und nicht an der Perleberger Straße, dann liege darin kein Rechtsirrtum. Man könne nicht ohne weiteres sagen, daß ein Gebäude auf einem von mehreren Straßen grenzenden Grund- stück sowohl an der einen als- auch an der anderen Straße liege. Da der Bezirksausschuß festgestellt habe, daß der Schuppen an der Stromstraße und nicht an der Perleberger Straße errichtet sei, so wäre das bindend._ Vom behördlichen Schneckengang zeugt eine Bekanntmachung, die in Vertretung des Regierung? Präsidenten in Königsberg unterzeichnet ist und vom 27. Juni 1910 datiert ist. In dieser Bekanntmachung wird einem in der Swine- münder Straße wohnenden Rohrleger Becker, ehemaligem Grenadier, eine Belobigung erteilt, weil er im August vorigen Jahres aus dem Schloßteich in Königsberg eine weibliche Person mit eigener Lebens- gefahr vom Tode des Ertrinkens gerettet hat. Die Anerkennung hat also in einer so einfachen klaren Sache zehn Monate auf sich warten lassen!_ Der Exerzierplatz an der Schönhauser Allee wird bebaut. Schon die im vorigen Jahre erfolgte völlige Freigabe des Exerzierplatzes „zur einsamen Pappel" für Verkehr und Spiel ließ vermuten, daß etwas im Gange sei, um diesem vernachlässigten Gelände endlich eine andere Bestimmung zu geben. Der Militärfiskus hat zwar vor mehreren Jahren erklärt, daß er vorläufig diesen Exerzierplatz als solchen noch nicht entbehren könne, indes ist die Benutzung für militärische Zwecke immer geringer geworden. Sicherem Vernehmen nach sind nunmehr die in aller Stille geführten Verhandlungen des Fiskus mit einem Finanzkonsortium wegen Ankaufs des Geländes e» bloc zur Parzellierung und Bebauung dem Abschluß nahe oder schon abgeschlossen. Als Beteiligte an der Transaktion wird eine von zwei sehr bekannten Berliner Terrain-Akliengesellschaften eigens zu diesem Zweck neugcbildcte Terrain-Gesellschaft genannt, hinter der als Geldgeber die Rheinisch-Westfäliche Bank und der A. Schaafs- hausensche Bankverein stehen. Der Berkaufspreis ist nicht bekannt, dürfte aber mindestens zehn Millionen betragen. Nach den Ver- einbarungen soll bereits im Jahre 1915 mit der baulichen Erschließung begonnen werden. Bis dahin bleibt das Gelände noch dem Militär vorbehalten. Der Platz wurde vor langen Jahrzehnten vom russischen Kaiser erworben und„für ewige Zeiten" dem Alcxander-Regiment als Exerzierplatz geschenkt. Diese weitgehende Klausel der Schenkungsurkunde verliert natürlich ihre juristische Be- deutung, sobald Umstände eintreten, welche die Benutzung des Ge- läudes für den StistungSzweck ausschließen. Einen höheren Zweck für moderne Militärübungcn hatte ja der Exerzierplatz zur einsamen Pappel schon längsp nicht mehr. Bestätigt sich die Nachricht dcS Verkaufs, so bliebe zu bedauern, daß sich die Stadt Berlin das Geschäft aus der Nase gehen läßt. Eine neue, große Parkanlage hätte man in dieser schon dichtbevölkerten Gegend sehr gut ge- brauchen können. Der neueröffnete Falkplatz dicht daneben ist nur eine recht dürftige Schmuckanlage, der Humboldthain aber vennag die Zahl der Erholungsuchenden seit Jahren nicht mehr zu fassen. Für die Stadt und für die Bevölkerung hätte der Exerzierplatz als zukünftiger Park zehnmal mehr Wert, wie der alte Opernhauskasten. den man dem nach oben katzbuckelnden Stadtfrcisinn mit aller Ge- walt andrehen will. Um Selbstentzündungen anfgestapeltcr Preßkohlen ,« vermeiden, wie sie in letzter Zeit wieder mehrfache vorgekommen sind, müssen bei der Packung der Kohlen entsprechend der Vorschrift im§ 7 Absatz 2 der Polizeiverordnung über die Aufbewahrung und Lagerung von Brennmaterialien voip 16. Dezember 1907 Luftkanäle von mindestens 100 Ouadratzentimeter Ouerfchnitt in Abständen von je 3 zu 3 Meter angelegt werden. Diese Kanäle lassen sich leicht dadurch herstellen, daß zwei Preßkohlen mit 6 Zenti- meter Zwischenraum als Läufer und darüber gleichfalls zwei Preßkohlen mit demselben Zwischenraum als Brnder durch den ganzen Stapel flach hingelegt werden so daß nicht nur ein senk- rechter, sondern auch zwei sich kreuzende horizontale Kanäle gebildet werden. Die hierdurch stattfindende Lusterneuerung verhindert die Selbstentzündung der Preßkohlen. DaS Publikum sei auf diese Be- stimmung besonders hingewiesen, da nach§ 18 der angezogenen Verordnungen Zuwiderhandlungen mit einer Geldstrafe bis zu SSM. bestraft werden. Vom Blitz erschlagen. Bei einem Gewitter, das am Mittwoch im Osten von Berlin tobte, wurde der Bergarbeiter Anton Welschke aus der Rüdersdorfer Sttaße vom Blitz erschlagen. W. war in den RüderSdorfer Kalkbergen beschäftigt. Auf dem Heimweg von der Arbeitsstätte wurde W., der fich in Begleitung seiner Sheftau be- fand, vom Gewitter überrascht. Plötzlich zuckte ein Blitzstrahl auf und im nächsten Augenblick brach W. getroffen zusamnren. Die Ehefrau war durch einen elektrischen Schlag wie gelähmt. W. war durch de» Blitz auf der Stelle getötet worden. Als die arme Frau wieder zu sich gekommen war, brach sie ohnntächtig an der Leiche des so plötzlich dahingerafften Ernährers zusammen. Bauunfall. Gestern nachmittag verunglückten auf dem Neubau des HauseS Große Frankfurter Str. 78 zwei Arbeiter bei dem Transport von Eisenträgern, die zur Dachkonstruktion not- wendig sind. Dem einen Arbeiter wurden dabei ein Fuß, dem anderen die Zehen eines Fußes gequetscht. Wie unS von zu- verlässiger Seite mitgeteilt wird, ist der Unfall wesentlich darauf zurückzuführen, daß die Zahl der zum Transpott der Träger heran- geholten Arbeiter eine nicht genügende war. Auskunfts- und Fürsorgestellcn für Lungenkranke,, Alkoholkranke und Krcbsverdächtige sind in Berlin und Vororten errichtet. Diese Stellen bezwecken, der Ausbreitung der Tuberkulose(Schwindsucht), des Trinkerelends und der Krebskrankheit vorzubeugen. Die Untersuchung ist unent- geltlich; die diese Stellen in Anspruch Nehmenden werden über die zur Bekämpfung ihrer Krankheit erforderlichen Maßnahmen unterrichtet und je nach den Umständen in Fürsorge genommen. Die Auskunfts- und Fürsorgestellen befinden sich an folgenden Stellen: 1. Für Lungenkranke: Berlin: 1. für Berlin C, NW., W. und die entsprechenden Vororte Königliche Charit«, Schumannstraße 21, Montags und Freitags von 4 bis' 6 Uhr nachmittags; 2. für Berlin 8W., S., SO. und die entsprechenden Vororte Neuenburger Straße 23(nahe Alexandrinenstraßc), Mittwochs und Sonnabends von 4 bis 6 Uhr; 3. für Berlin O. Palisadenstraße 25(nahe Strausberger Straße), Dienstags von 4 bis 6 Uhr nachmittags und Donnerstags von 10 bis 12 Uhr vormittags; 4. für Berlin NO. und die Vororte im Osten und Nordosten Palisadenstraße 25(nahe Strausberger Straße), Dienstags von 10 bis 12 Uhr vormittags und Donnerstags von 4 bis 6 Uhr nachmittags; 5. für Ber- lin N. finden die Sprechstunden an zwei Stellen statt, und zwar: I. in der Luisenstraße 8, vorn 1 Treppe, Montags und Frei» tags von 4 bis 6 Uhr für Berlin N. westlich der Friedrichstraße N. und Chausseestraße, sowie nördlich der Bahnlinie am Bahnhof Med- ding bis Bahnhof Gesundbrunnen. Die Friedrichstraße N. und Chausseestraße gehören mit beiden Straßenseiten zur Luisen- straße 8; II. in der Zionskirchstraße 9. vorn 1 Treppe, Montag» und Freitags von 4 bis 6 Uhr, für den übrigen Teil deS Norden» bis an die Grenze von NO. und 0. Boxhagen-Nummelsburg, Rathaus, Freitags um 1 Uhr mittag». Charlottenburg, Berliner Straße 137, von Iv�h bis 1 Uhr. Montags und Donnerstags für Männer. Dienstags und Freitag» für Frauen. Mittwochs und Sonnabends für Kinder. Pankow, Hadlichstraße 2, Sprechstunde wochcntäglich von 1 bi» 2 Uhr, ärztliche Untersuchung Dienstags nachmittags von 4 bi» 5 Uhr. glixdorf, Richardstraße 118, Quergcb. 1 Treppe, Dienstags und Freitags von 2 bis 4 Uhr nachmittags. Schöncberg, Ebersstraße 2. von 1 bis 2 Uhr, und zwar DienS- tags und Freitags für Frauen, Mittwochs für Männer und Donnerstags für Kinder. Weißensce, Verwaltungsgebäude, Pistoriusstraße 24. Ein- gang III, Zimmer 7 und 8, Mittwochs von 6 bis 8 Uhr nach- mittags, Sonnabends von 4 bis 5 Uhr nachmittags. Wilmersdorf, Wilhclmsaue 21, Donnerstags von 12 bis 2 Uhr für Frauen und Kinder, Sonnabends von 10 bis 11 Uhr für Männer. 2. Für Alkoholkranke:> Verlin: 1. für alkoholkranke Männer: Nervenpoliklinik der Konigl. Charit?, Montags und Donnerstags von 4 bis 6 Uhr. 2. für alkoholiranke Frauen: Friedenau, Rubensstraße 37, Tele- phon: Steglitz Nr. 638, Mittwochs und Sonnabends von 6 bi» 8 Uhr. Charlottenburg, Berliner Straße 137, Dienstags von 6 bi» 8 Uhr. Pankow, Hadlichstraße 2, Montags, DienStagS und Freitag» von 1 bis 2 Ilhr., glixdorf, Steinmetzstraße 113, Mittwochs von 5 bis 6 Uhr. Schönrberg, Eisenacher Straße 63, Hof 1 Treppe, Freitag» von 5 bis 7 Uhr. Weißensee, Pistoriusstraße 24, Mittwochs von 6 bis 8 Uhr. Sonnabends von 4 bis 5 Uhr. Wilmersdorf, Wilhelmsaue 21, Dienstag» vormittag» von 10 bis 11 Uhr. 3. Für Krebsverdächtige. Die Sprechstunde für Krebsverdächtige findet in der Fürsorge- stelle Königl. Charite, Schumannstratze 21, Montags von 3 bis 4 Uhr und in der Palisadenstraße 25, Donnerstags von 3 bis 4 Uhr statt. Eventuelle Fürsorge kann nur in Berlin geübt werden. Wer in ärzlicher Behandlung steht, hat zur Erlangung der Untersuchung einen UcberweisungLschein seines Arztes mifzu» bringen. Eine Behandlung findet in den Auskunfts- und Fürsorge- stellen nicht statt._ Die neuen kirchlichen Zentralfticdhöfe in Ahrensfelde und Stahnsdorf haben neue Friedhofsordnungen ins Leben gerufen, die einige recht bemerkenswerte Bestimmungen ent- halten. Die Kirchhöfe, die unter Aufsicht des Geschäftsführenden AuS- schusseS der Berliner Stadtsynode stehen, werden um 8 Uhr morgen» geöffnet und mit Eintritt der Dunkelheit geschlossen. Auszügen mit ausfälligen An st oß erregenden Abzeichen(Fahnen. Kränzen) wird der Zutritt versagt. Welche Abzeichen das find, wird zwar nicht gesagt, man wird aber nicht fehl gehen, wenn man die roten Kranzschleifen darunter versteht, vor denen unsere Frommen eine merkwürdige Scheu empfinden. DaS Verteilen von Druckschristen ist von der Erlaubnis der KirchhofSverwaltung abhängig. Kinder unter 14 Jahren sollen nur in Begleiwng Erwachsener den Friedhof betteten dürfen. Laienrcden und Reden von Geistlichen, welche nicht einer deutschen evangelischen Landeskirche angehören, sind auf dem Kirchhofe nur mit Genehmigung des Geschäftsführenden Ausschusses bezw. seines Vertreters gestattet. Gesänge und sonstige Feierlich- leiten nur ber Teilnahme eines Geistlichen und mit dessen Genehmigung. DaS Ausstellen von Leichen im offenen Sarge ist verboten. Der Besitzer des Rechts an einer Erb- begräbnisstelle ist verpflichtet, diese mit einer Umwebrung zu um- geben und sie ebenso wie die etwa errichteten Baulichketten in gutem Zustande zu erhalten. Kommt er dieser Verpflichtung-------- halb sechs Monaten nach erfolgter Aufforderung nach, so Recht auf weitere Benutzung der Stelle. Umfriedigüngtz. Anlagen, Denkzeichen, Denkmäler, Grabgitter, Einfassunge.. gleichen bedürfen der vorherigen Genehmigung derKirchhossver_______ Anlagen, welche der Genehmigung nicht entsprechen, können von! Kinchhofsverwaltung auf Kosten desjenigen, der sie angelegt hat, seitigt werden._ m DaS gestrige Gewitter hat an einigen Stellen recht arg gehaust. AuS Charlottenburg wird uns berichtet, daß in der Niebuhrstraße der Sturm die meisten Bäume an der einen Seite vollständig ent- wurzelte. In der Wielandstraße wurde ein Fuhrwerk der Firma Wolf u. Glaserfeld von der einen Seite der Straße nach der anderen geschleudert. Ein HeiratSschwwdler schlimmster Att ist der 27 Jahre alte Handlungsgehilfe Otto Fürst, der wegen Diebstahls schon mehrfach vorbesttast ist. Unter der Maske eines reichen Erben machte er sich an heiratslustige Mädchen heran. DaS Vertrauen bei de» Mädchen suchte er dadurch zu gewinnen, daß er ihnen ein gefälschtes Schreiben der hiesigen Direktion für die Verwaltung der direkten Stenern vor- zeigte, nach dem er wegen unterlassener Anmeldung steuerpflichtigen Vermögens eine Geldstrafe von mehreren hundert Mark zu zahlen hatte. Einem törichten Mädchen hat er daraufhin 100 M. entliehen mit der Bemerkung, die anderen 100 M. werde er von seiner reichen Cousine erhalten. Der Boden ist ihm hier wohl zu heiß geworden. Er hat jetzt Berlin verlassen. Die Sachen ließ er in seiner Wohnung zurück. Der Schwindler ist 1,80 Meter groß, schlank, hat spärliches Haar und einen gestutzten Schnurrbart. Hunderte von Einbruchsdiedstählen sind von einem Verbrecher konsortium verübt worden, das durch die hiesige Kriminalpolizei hinter Schloß und Riegel gebracht worden ist. Es handelt sich um die aus acht Köpfen bestehende Einbrecherbande Riedel und Genossen. Die Mitglieder der Bande betätigten sich auf allen Gebieten des ge werbsmäßigen Einbruchs. Sie verübten Ladeneinbrüche, Keller diebstähle, traten als.Klingelfahrer", als.Flatterfahrer", als Taschendiebe und schließlich auch als Piraten auf. Nicht allein in Berlin waren die Verbrecher tätig, sondern auch in den an- grenzenden und weiter abgelegenen Vororten. Ganz besonders hatten sie es auf die Ortschaften Köpenick, Friedrichshagen, Ober-Schöneweide, Erkner, Johannisthal, Treptow, Baumschulenweg und Grünau ab- gesehen. Eine ganze Reihe von Berliner Produktenhändlern dienten den Verbrechern als Hehler. Eine Reihe größerer Gelddiebstähle und Einbrüche, bei denen Wertpapiere in beträchtlicher Höhe erbeutet wurden, entfallen auf das Konto der Verhasteten. Nach Annahme der Polizei sind von den Verbrechern im Laufe der beiden letzten Jabre mehrere Hundert Diebstähle verübt worden. Zahllose Einbrüche haben die Burschen bereits eingestanden. In ganz raffinierter Weise ging das Oberhaupt der Einbrecherbande, der oben erwähnte Riedel zu Werke. R., der anscheinend Talente zu einem guten Schauspieler besitzt, markierte das eine Mal den Bettler, das andere Mal den tranken Lazarus und dann wieder den Versicherungsagenten oder Stadtreisenden. Ja der Lichtenrader Bombeuaffäre haben die Ermittelungen bisher zu keinem positiven Resultat geführt. Eine Anzahl Sistierungen voit� Verwandte» des Kraatz haben nicht aufrecht erhalten werden können. Graphologische Untersuchungen der beiden von dem Erpresser geschriebenen Briefe haben ergeben, daß dieselben von einer Hand herrühren. Brand einer ganzen Laubenkolonie. Kurz nach 12 Uhr kam gestern in dem Laubenhäuschen des Magistratssekretärs Tetzold in Glienicke bei HermSdorf Feuer aus, das sich, wahrscheinlich weil die Bewohner des Häuschens abwesend waren, sehr bald stark aus- dehnte; sämtliche Lauben der Kolonie gingen in Flammen auf. Die Hermsdorfer, Weidmannsluster und Glienicker Feuerwehr, die natürlich zu spät kamen, bemühten sich vergeblich, deS FeuerS Herr zu werden. Dem Magistratssekretär Tetzold sind unter anderem eine goldene Uhr, sowie ein Portemonnaie nebst Inhalt mitverbrannt. Bon einem Unwetter ist am Mittwoch nachmittag Treptow be- troffen worden. In der vierten Nachmittagsstunde zog ein Gewitter mit großer Schnelligkeit vom Westen herauf, das mit einem Wolken- bruch verbunden war. In kurzer Zeit waren alle Straßen, Chausseen und Wege. Spielpläne im Treptower Park. Plänterwald, der Wühl- Heide usw. fußhoch uberschwemmt. Ueberall rauschte und floß das Wasser in Strömen. Die Straßenbahnen mußten zeitweise ihren Verkehr einstellen. Die auf den Spielplätzen versammelten Berliner Schulkinder, mehrere Tausend an der Zahl, mußten eiligst flüchten und ein schützendes Dach aufsuchen. Dem fröhlichen Treiben tat der Wolkenbruch aber trotzdem keinen Abbruch. Als eS aufgehört hatte zu regnen, wurde das Spiel fortgesetzt und später unter fröhlichem Gesang die Rückfahrt nach Berlin angetreten, wo manche« Mädchen und noch mehr Knaben mit nassen Stiefeln ankamen. Der Arbeiter-Athletenbund hält am Sonntag, den 17., und am 24. Juli, im Klostergarten am Spandauer Schiffahrtskanal seine diesjährigen Wetträmpfe im Gewichteheben und im Ringen ab. Der Vorstand ladet Freunde der Athletik zum Besuch ein. Vorort-]Vacbnd)ten. Wilmersdorf. Verhaftung eines BankerotteurS. Großes Aufsehen erregt die in Wilmersdorf erfolgte Verhaftung des Baumwollwarenhändlers Walter R.. wegen betrügerischen Bankerottes. Der Kaufmann, der erst vor kurzem nach hier übergesiedelt war, besaß früher in Leipzig ein großes Geschäft und genoß in den dortigen kaufmännischen Kreisen hohe? Ansehen und Vertrauen. Umso größer war das Erstaunen, als R. plötzlich fallierte und die Passiven den Betrag von einer Million Mark erreicht hatten. Nach Ausbruch des Kon- kurses siedelte R. mit seiner Familie noch Wilmersdorf über, wo er in der Nähe des Prager Platzes eine größere Wohnung bezog, und von hier aus abermals ein Engrosgeschäft betrieb. Am gestrigen Tage erschien in der Wohnung des R. eine Gerichtskom- Mission aus Leipzig unter Führung des Untersuchungsrichters deS dortigen Landgerichts, die die Bücher und Korrespondenzen des Kaufmanns beschlagnahmte. R. selbst wurde verhaftet und in Begleitung von zwei Kriminalbeamten mit dem nächsten Schnell. zuge nach Leipzig transportiert. Mit demselben Zuge reisten auch die vier Herren der Gerichtskommission nach Leipzig zurück. Schönederg. Zu der Ehetragödie in der Scdanftraße 1 wird uns gemeldet. daß die Obduktion der Leiche des Eisenbahngehilfen Otto Ambrosius in Gegenwart seines Vaters stattgefunden und das der BefunZ mit zweifelloser Sicherheit ergeben hat, daß Selbstmord vorliegt. Unmittelbar nach der Obduktion erfolgte die Beisetzung in aller Stille auf dem Kirchhof in der Maxstraße. Das Befinden des Bankbeamten Marwede gibt nach wie vor zu den ernstesten Be- fürchtungen Anlaß. M. ist noch immer nicht zum Bewußtsein ge- kcmmen und dürfte auch vorläufig nicht vernehmungsfähig fem. Ob er mit dem Leben davonkommt, ist sehr zweifelhaft. Vom eigene» Wagen überfahren und schwer verletzt wurde der g0jährige Kutscher Jacob Bajchwitz auS der Gustav-Frehtag-Straßelö in Schöneberg. Er fuhr mit einem mit zwei Pferden bespannten Gesährt seines Arbeitgebers die Cheruskerstraße entlang, als ihm plötzlich die Zügel entfielen. Als B. sich nach der Leine bückte, verlor er das Gleichgewicht und stürzte von seinem Sitz herab. Cr geriet unter den Wagen, dessen Räder über ihn hinweggingen. Der Kutscher erlitt schwere Wunden am Kopf und an den Schultern sowie innere Verletzungen, außerdem wurden ihm mehrere Finger der rechten Hanp vollständig abgequetscht. In besinnungslosem Zustande wurde der Verungl'.ckle nach dem städtiichen Krankenhaus gebracht. Wetftttfj5«. Ans der Gemeindevertretung. Anfangs der Sitzung brachte t Leiter deS Wohlfahrtsamtes die in der vorigen Sitzung be- '»ene Entlassung des Verwalters des Siechenhaujes nochmals spräche, indem die hervorgehobenen Beschuldigungen der Wahr- nicht entsprechen. Daß Insassen des Siechenhauses Speisen auZ der ösfentttchen Speiseanstalt stehen Uesten, ist damit zu be- gründen, daß e» sich um alle Leute handelt, die des öfteren un- stimmig sind. Im übrigen sind Beschwerden über schlechtes Effc» und der Speiseanstat noch nie vorgebracht worden, er empfahl, die Herren sollen sich jederzeit von der Güte der Speisen überzeugen. Verschiedene Wahlen zu einzelnen Kommissionen wurden hier. auf vorgenommen. Infolge anderweiter Festsetzung des Befol- pungsdienstalterS der Fleischbeschauer mußten 475 Mark nachbe- willigt werden, i�ie Jahresrechnung von 1S08 wurde genehmigt und dem Gemeindevorsteher und den Finanzbeamten Entlastung erteilt. Es wurde noch mitgeteilt, daß die Jahresrechnung von 1009 ebenfalls mit einem Ueberfchuß abschließt« Gegen eine Anzahl Arbeitgeber wird Klage erhoben, da sie ihren Angestellten nicht rechtzeitig die reklamierten Steuern abgezogen habeo Wc die Kriminalpolizei müssen 879,30 Mk. nachbewilligt tvexden. da diese Summe zu wenig im Etat eingesetzt ist. Hierüber beschwert sich Herr Köhler, daß der Staat solche Lasten immer auf die Kom- munen abwälzt; unsere Genossen forderten die Herren auf, doch die Bewilligung abzulehnen, hierin versagten sie aber ganz. Von der Mitteilung des Kreisausschusses über die Ermäßigung der Tarife auf der Industriebahn wird Kenntnis genommen. Die Rieselfeldkommission hatte beantragt, auf den Hauptwegen des Rieselfeldes Obstbäume anzupflanzen und die nötigen Mittel zu bewilligen. Wie immer wurde auch hierüber hin und her gestritten und zum Schluß wurde die Vorlage auf ein Jahr vertagt. Die neue fortschrittliche Bürgerfraktion brachte zwei Anträge ein, die in der nächsten Sitzung zur Verhandlung kommen sollen. Nach dem ersten Antrag soll eine Kommission gebildet werden, die mit der Großen Berliner verhandeln soll, wieweit Straßenbahnerweite- rungen unter finanzieller Betätigung der Gemeinde in Aussicht zu nehmen seien. Der zweite Antrag geht dahin, die Grundwert-Eia» schätzungskommission um zwei besonders tüchtige Fachleute zu ver- stärken und den Ort in bestimmte Einschätzungsbezirke einzuteilen. Man glaubte, daß nunmehr die Protestresolution der Haus- unc Grundbesitzer zur Verhandlung kommen würde, aber nichts rührte sich, daher kam die vollbesetzte Galerie nicht auf ihre Rechnung und dem„unabhängigen" Hausbesitzerorgan fehlt bis auf weiteres der Stoff. In der geheimen Sitzung wurden Personal- und Klage- fachen erledigt. Pankow. Eine fast einstllndige Betriebsstörung im Straßcnbahnverkehr wurde in Pankow durch den Zusammenstoß eines Straßenbahn- Wagens mit einem Müllwagen hervorgerufen. An der Ecke der Berliner- und Mühlenstraße versuchte ein Wagen der Wirtschafts- genossenschaft Berliner Grundbesitzer unmittelbar vor einem heran- nahenden Straßenbahnwaggon der Linie 45 das Gleis zu kreuzen und wurde angefahren. Der Anprall erfolgte mit solcher Gewalt, daß an dem Bahnwagen der Vorderperron stark beschädigt wurde und an dem Müllwagen die Hinterachse brach. Infolgedessen war das Gleis in der Richtung nach Pankow in der Zeit von 125° bis l10 Uhr gesperrt. Während der Dauer der Störung wurde der Betrieb auf den Linien 45, 47, 47E., 49, 51 und 57 von der Eisenbahnbrücke bis zur Kaiser-Friedrichstraße eingleisig aufrecht er- halten. Das Hindernis wurde schließlich von der Feuerwehr be- seitigt. Wannsee. In der letzten Wahlvereinsverfammlung wurde beschlossen, mit dem Konsumverein Nowawes in Verbindung zu treten, um am hiesigen Orte eine Verkaufsstelle zu errichten. Es wurde eine Kam» Mission von 5 Mitgliedern gewählt, die eine rührige Agitation ent- falten und dann mit einem größeren Mitgliederverzeichnis als bis- her die nötigen Schritte beim Konsumverein Nowawes unter- nehmen soll. Johannisthal. Aus der Organisation. Am Sonntag, den 10. Juli, hielten die Genossen Johannisthals im Lokal von Senftleben ihre General- Versammlung ad. Von einem halben Jahr reicher, aber auch erfolg. reicher Arbeit konnte der Vorsitzende, Genosse Schmidt, berichten. Es haben stattgefunden, 12 Vorstandssitzungen, 3 kombinierte Vor- standssitzungen, 1 Agitationstur, 6 Mitglieder-Versammlungen, 5 Flugblattverbreitungen und 4 Volksversammlungen.' Fünftind» vierzig neue Mitglieder sind dem Wahlverein beigetreten, darunter 12 werbliche, so daß der Verein jetzt 198 männlich�und 17 weibliche Mitglieder zählt. Leider mußten aber auch 6 Mitglieder, restieren- der Beiträge wegen, aus der Mitglieder-Liste gestrichen werden. .,Vorwärts"-Abonnenten sind 211 am Ortc�«ine Zunahme dem Vorjahre gegenüber von 29 Abonnenten. Die Finanzverhältnisse des Vereins sind gesunde, so daß es möglich war 235,93 Ml. im Berichts-Halbjahr an die Kreislasse abzuliefern. Di« Spedition hatte einen Ueberschuß von 13,31 Ml. zu verzeichnen. Aus den Neuwahlen gingen hervor: I. Vorsitzender Gonschur, 2. Vorsitzender Steuer, Kassierer Niethe, Schriftführer Kluge, Beisitzerin Genossin Gonschur, Revisoren Schmidt, Winkelthan, Dühring, Spediteur Pielecke. Lolalkommission Engelmann und Gammisch. Jugend- ausschuß Düring. Frost, Werner, Kluge.— Zum Punkt: Wahl der Delegierten und Anträge zur Kreis-Generalversammlung am 7. August nahm die Versammlung einen Antrag des Vorstandes an, den Punkt 6 der Tages-Ordnung der KreiS-Generalversamm- lung, welcher die Einführung von Wochenbeiträgen vor- sieht, dahin zu ändern:„Erhöhung der monatlichen Beiträge der männlichen Mitglieder auf 40 Pf. Als Delegiert- zur KreiS-Generalversammlung wurden die Genossen Steuer und Dühring gewählt. Tempelhof. Bei einem Brande, der in der letzten Nacht in Tempelhof in einem Stalle des Fuhrherrn Karl Heunig in der Friedrich-Karl- Straße 4 auskam, sind acht Pferde verbrannt und mehrere verletzt. Das Feuer wurde erst bemerkt, als eS schon eine ziemliche Aus- dehnung erlangt hatte. Es fand an dem leichtgebauten Hause sowie an den Vorräten von Heu und Stroh reiche Nahrung. Der Marien- dorfer Feuerwehr sowie den Kutschern und Stalleuten gelang es, etwa 30 Pferde in Sicherheit zu bringen, die übrigen waren infolge der Hitze und des Rauches nicht aus den Ställen zu bringen. Die Flammen konnten von der Tempelhofer und Mariendorfer Wehr auf ihren Herd beschränkt werden. Der Schaden ist erheblich und soll nur zum Teil durch Versicherung gedeckt sein. Die Entstehung des Brandes wird auf elektrischen Kurzschluß zurückgeführt. Ne»lenhagen-Petershagen. In der Generalversammlung deS WahlvereinS gab Genosse Höselbart den Borstandsvericht, welcher sich auf ein halbes Jahr er- streckte. Demselben ist zu entnehmen, daß zurzeit dem Wahlverein 129 Mitglieder, davon acht weibliche, angehören. Abgehalten wurden drei Mitglieder- und acht öffentliche Versammlungen, welche bei den Gemeindevertreterwahlen schönen Erfolg brachten. Fünf Genossen wurden neu gewählt: vier in der dritten und einer in der zweiten Abteilung; davon haben Neuenhagen zwei, Eggersdorf zwei. PeterS- Hägen zwei Vertreter. Gegen die Ungültigkeitserklärung der Wahl des Genossen Stimmina in Petershagen schwebt noch die Klage. Die Saalverweigecung hemmt unsere Bewegung eminent; dem in Neuenhagen tagenden Arbeitergesangverein„Freie Sänger" ist es nicht möglich, im Orte ein Vergnügen abzuhalten; dadurch ist fein Bestehen in Frage gestellt. In PeterS- bogen und Bruchmühle'stehen der Sozialdenwlrate sechs Säle zur Verfügung.—„Vorwärts"- Abonnenten � sind in PeterShagen. Fredersdorf und Bruchmühle 160(113) und in Neuen- Hagen 52(38).— Der Kassenbericht des Genossen Schwarzbürger weist einen Bestand von 34,74 M. auf; an den Krei» wurden ab- geführt 112,65 M. In die Bezirksleitung wurden gewählt: F. Stimmtng, R. Böhm, Bezirksleiter; O. Schwarzbürger, Kassierer; D. Bräuning, Schriftführer; A. Schumacher und O. Göller, Bei- sitzer; Biedermann. Lindholz, Köseling, Revisoren; G. Ley. Bibliothekar. Als Delegierter zu Generalversammlungen wurde R. Böhm gewählt.__ Gcrlcbtö- Zeitung. Bon der auf den Hund gekommene» Polizei. Vor dem Jugendgericht des Hamburger Amtsgerichts gelangte am Montag einer jener bekannten, empörenden Wachtstubenvor- gänge zur Verhandlung. Ein Polizeibeamter„mußte" auf Geheiß eines Karouffelbesttzers«inen sechszehnjährigen Knaben, ein schmäch- tiges Bürschchen. verhaften, weil dieser— das Lcinendach deS ÄarousselS beschädigt haben sollt«. Als der Knabe, der nach Be- hauptung eines Zeugen dem Schutzmann genau bekannt war, das Weite suchen wollte, hetzte der Hüter der Ordnung seinen auf„den Mann dressierten Hund" auf den Flüchtigen. Dieser wurde von der Polizeibpstje zu Boden gepissen, Taeaus ging die.Lerhaftsing" vor sich. Als der Junge nach einigen Stunden dem Polizeiverließ den Rücken kehren durste, hatte er ein blaues Auge. Nun wurde der Junge wegen— ruhestörenden Lärms und Widerstands angc, klagt. Ter Zeuge Liesecke, so heißt der Beamte, erklärte mit dem Brustton tieflnnerster Ucberzeugung, er hätte den sich„im Dienst befindenden Hund" auf den flüchtigen Knaben hetzen müssen, weil er keine Legitimation bei sich hatte. Geschlagen habe er den Jungen nicht. Der Zeuge gab zu, daß der Junge vorher kein blaues Auge hatte, und meinte,«r müsse sich diese Gesichtsveränderung nach Verlassen der Polizeiwache zugezogen haben. Diese Angabe wurde von einem anderen Zeugen widerlegt. Die Frage des Berteidigers, Dr. Suse, ob er nicht zunächst nach dem Namen des Knaben g.- fragt habe, verneinte der Polizeizeuge, weil dabei doch nicht die Wahrheit an den Tag käme. Den Hund habe er dem Flüchtigen „nachgeschickt", weil er eben die Personalien auf der Wache hätte feststellen müssen. Der Junge habe sich gewehrt, weshalb etwas scharf hätte zugegriffen werden müssen. Der Verteidiger kon- statierte, daß wegen angeblicher Sachbeschädigung kein Strafantrag gestellt sei, und da nicht das geringste für eine„Ruhestörung am Nachmittag" vorlag, so habe auch nicht der geringste Anlaß zu einer Verhaftung vorgelegen. Der Amtsanwalt beantragte danach wegen Widerstand einen Verweis. Das Gericht erkannte auf Frei- sprechung, weil der Angeklagte sich gegen die anscheinend scharfen Zugriffe berechtigter Weise gewehrt habe. Geht der Polizeihundunfug so weiter, ohne daß Beamte in solchen Fällen angeklagt und mit hohen Freiheitsstrafen belegt werden, so eröffnen sich ja nette Aussichten. Wird der Beamte angeklagt werden? Der Hund kann ja schon deshalb nicht auf die Anklagebank kommen, weil ihm, trotz dem er„sich im Dienst befand", der erforderliche Dolus(die Erkenntnis von der Tragweite seiner Hundetat) fehlte. Dem Polizei-Beamten aber durfte«ine gleiche Einrede nicht zur Seite stehen. Ein netter Rechtsstaat das deutsche Reich, in dem Anklagen gegen Bürger wegen Widerstand gegen, die Staatsgewalt erhoben werden, weil sie sich gegen Hunde oder wie in dem kürzlich berichteten Fall gegen Pferde gewehrt haben. Tragen republikanischer Abzeichen in Sachsen. DaS oberste sächsische Gericht hat dieser Tage das Tragen roter Kranzschleifen für strafbar erklärt. Anfang Mai d. I. ver- sammelten sich wie in jedem Jahre die sozialdemokratischen Reichs- tagswähler bes 4. und 6. Wahlkreises im Dresdener Volkshause, um in langem, geschlossenem Zuge nach dem Trinitatisfriedhofe zu marschieren und dort die Gräber der Maigefallenen von 1849 zu schmücken. Um die Mittagsstunde traten die Genossen den Weg zum Friedhofe an. Dort hatte ein größeres Schutzmannsaufgebot Aufstellung genommen, und ein anwesender Polizeiinspektor forderte einen der Demonstranten, der einen großen Kranz mit einer roten Schleife trug, auf der die Widmung stand:„Für die im Kampfe für Freiheit und Recht Gefallenen!" auf, die rote Schleife zu entfernen, da sie als ein republikanisches Abzeichen anzusehen fei, deren Tragen nach einer Verordnung vom 14. Juli 1849 ver- boten sei. Die Schleife wurde zwar entfernt, aber von unserer Presse wurde das Recht der Polizei, ein solches Verlangen zu stellen, mit Recht bestritten. Derselben Ansicht mochte wohl auch der Minister des Innern, Graf Vitzthum von Eckstäd� sein. Denn die Regierung ersuchte die Polizei, in Zukunft die roten Kranz- schleifen unbeachtlich zu lassen. Dessenungeachtet erhielt aber einer der Kranzträger eine Strafverfügung wegen Uebertretung der an» gezogenen Verordnung vom Jahre 1849. Denn, so wurde ausge. führt, das„Tragen" republikanischer Abzeichen sei nach wie vor verboten, und die rote Schleife nebst Widmung dokumentiere repu» blikanische Gesinnung und Tendenz. Das Oberlandesgericht in Dresden hat die Verurteilung jetzt bestätigt. Die Verordnung von 1843 bestehe zu Recht, solange sie nicht aufgehoben ist. Diese Auffassung des Oberlandcsgerichts ist. wie wir schon früher ausführten, mit der ReichSgesetzgebung unvereinbar. Sie verletzt den Grundsatz, daß Reichsrecht vor Landesrecht gehe. Da» Strafgesetzbuch hat die Materie des„groben Unfugs" geregelt; da« durch sind alle partikularrechtlichen Gesetze und Verordnungen, welche z. B. das Tragen republikanischer Abzeichen, das Entrollen schwarz-rot-goldener und roter Fahnen und dergl. verbieten, bo» seitigt. Reichsrecht geht vor Landesrecht. DaS ist vom preußischen Oberverwaltungsgericht in der bekannten Entscheidung anerkannt, die im Skovember 1891 gegen den Oberpräsidenten der Provinz SchleSwig-Holstcin erging. Die Polizei hatte das Entrollen der sozialdemokratischen Fahne in einer Altonaer Versammlung ver» boten, die das Ableben des Sozialistengesetzes feierte. Das Ober» Verwaltungsgericht hob die Polizeiverfügung auf und stützte diese unter anderem auf die erwähnten Rechtsgrundsätze. Von denselben Grundsätzen hat sich das Reichsgericht nach anfänglichem Schwanken in mehreren Urteilen leiten lassen, die ähnliche elsaß-lothringische Gesetze für aufgehoben erklärten, welche das Ausstoßen von cm seditieux(aufrührerische Rufe) bestraft wissen wollten. Nachdem das sächsische Oberlandesgericht trotzdem der verschimmelten, ver» kehrten sächsischen Verordnung Rechtskraft zugesprochen hat. wird eine ausdrückliche Aufhebung der Verordnung notwendig werden. Sie und eine Reihe anderer partikularrechtlicher Plackereigesetze außer Kraft zu setzen, wird Aufgabe des Einführungsgesetzes zup Strafprozeßordnung sein._ Amtlicher Marktbericht der städttschen Martiballen.Direktion äder den Großhandel in den Zenwal-Marttballen. Marktlage: Fleischt Zufuhr stark,"Geschäst ruhig. Preise für Schweinefleisch anziehend, sonst un» verändert. Wild: Zufuhr genügend, Gefchäft lebhaft, Preise gut. Ge» f lüget: Zufuhr reichlich, Gelchäft nicht lebhaft genug, Preise befriedigend. Fische: Zufuhr mäßig, Gefchäft ruhig, Preil« unverändert. Butter und Käse: Gefchäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obä und Südfrüchte: Zufuhr reichlich, befonders in Blumenkohl, Gefchäft schleppend, Bestände vielfach nicht geräumt, Preise gedrückt. «aflerstandS.Nachrtchte» der LandeSanstalt für GewSsterlunde. mitgeteilt vom Beritner WeUerbureau. vaflerfland M e m e l. Tilsit B r e g e l, Jniterburg S e i ch f e I. Thorn Oder, Ratitor , Stoffen . Frankfurt Warthe, Schrimm » Landsberg Rehe, vordamm S t b e, Lettmeritz » Dresden » varbq . Magdeburg *)+ bedeutet Wuchs.— Salt.— Unterpeget. WttternnaSNderfickit vom»4. Juli 1»l0. moraen«» Uvr. Swtneinde 762 NNO 7KSWNB -rün' 762 NW zrantf.a.vt.764NO München 764 W Dien!762 S5NW S I Ctoflontn Ii »— Haparanda 759® Petersburgs?«)»« Scilly Werde«» Parts 765 O 769 NRW 766 NNO Setter 2 toolfenl 1 wolkenh 3 wolkig 3 bedeckt 2 Nebel t* U rf | 17 20 16 11 14 Wettern roanofe für Freitag, de« 18. Jnlt 1910. Ziemlich warm, vielfach heiter, aber noch sehr veränderlich bei meist schwachen vordNesflicheu Linden, etwas Regen und Gewitterneigung. Berliner Betterbnreg» ßrUfbaften dct» Redaktion. Sie fntifHIAt hier Trepvcn~ __ Evr.chftunde studet Liudenftraste Nr. KV. dorn A a d r ft n b l—, woch-ntägliib von 4'/, biS 7>f,Ildr abcnd». Sonnabends von 4'/, bis« llhr nachmittags statt. Jeder Ansrag- ist ein Buchstabe und eine Zahl als Slierkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteil,. Eilige Fragen trage man in der Sprech- stunde bor. — Lück Nixdorf. Sie müssen die Steuern vorläufig weiter zahlen und die Berusungs-Entscheidung abwarten.— O. St. 10. 1. Ja. 2. Nein! Sie können sosort aushören und dem Arbeitgeber den Grund mitteilen. 3. Nein, wenn es der Wirt nicht gestattet.— W. F. SK. Nein, da die Wirtin mit der verspäteten Kündigung nicht einverstanden war.— R. I. Doblen. Nein; da Sie sich alle die?lbz2ge jahrelang gefallen ließen, können Sie nichts mehr machen.— R. S. 11. l. Muß weiter bezahlt werden. 2. Nein.— F. 55. 1. Nein. 2. In süns Jahren, wenn kein Steckbrief erlassen wird.— F. A. 55. 1. Sie haben aus die Hälfte des Nachlasses der Großeltern Anspruch. 2. Nein 3. Nein.— Frischauf. 1. Etwa ISO Mark. 2. Nein.— K. N. Köpenick. Nein. O. A. 10. Ihr Kollege soll sich an die Steuerdeputation des Magistrats mit dem Ersuchen wenden, die Steuer für das in Frage stehende Vierteljahr ihm zu stunden eventuell mit Rücksicht aus seine lange Arbeitslosigkeit gänzlich niederzuschlagen. Eine Einziehung der Steuer wird dadurch leider nicht ausgehaltcn. Möglich wäre aber auch dies, wenn Ihr Kollege das Gesuch als ein sehr dringendes bezeichnet. —<25. B. 50. ReNafitierett Sie. Die Steller wird erst bei Einkomme» über 1200 M. erhoben. Bei Ihnen muß demnach Freistellung ersolgen.— G. K. 96. Der Ordre müssen Sie selbstverständlich Folge leisten. Aus --------_P-----—,-------------- V..,. Antrag dürste nach ersolater Sachdarstcllung ohne Zweiscl eine Beurlaubung erfolgen.— N, 73. Die angesragte Kasse ist eine der Einrichtungen, die von den Mitgliedern zugunsten der Mitglieder verwaltet werden. Alls An- sragen verweisen«vir die Fragesteller an diese Kasse.— A. B. 500. 1. Wenden Sie sich dieserhalb an die StistungSdeputation des Magistrats, Berlin, Poststraße iß. 2. Ja, wenn eine Veränderung des Zustandes nach der Richtung eintritt, daß die Unsallsolgen ausgehoben oder die ErwerbSsähigkeit wieder hergestellt ist. Theater und Vergnügungen de» 15. Juli. Ansang 7 Uhr. NeneS königl. Opern-Theater. Die Fledermaus. Ansang 3 Uhr. Deutsches. ReichstagSwahl. Kammerspiele. Liebeswalzer. Lessing. Kasernenlust. Komische Oper. Der Regiments- Papa. Neues Schauspielhaus. Der Flieger. Kleines. Nur ein Traum. lAnsang -,W Uhr.) Berliner. Taifun. Neues Overette«. Der Gras von Luxemburg. Thalia. CbarlehS Tante. Hebbel. Wem gehört Helene? Spuk.(Ansang 8'/, Uhr.) Schiller O.>Wnllner- Theater.) Die Förster-Christl. Schuler Gharlottenburg. Die von Hochsattel. Roie. Der Gesundbeter. Luftspielhauo. Das Leutnants� Mündel. Metrovol. Halloh ll— Die große Revue. golies Caprice. Pariser Ehen. Das VersöhnungSsest.(Ansang 3-,. Uhr.) Dpolto. Spezialitäten. Pniinge. Spezialitäten. Nrichsdallen. Stetttner Sänger. Walhalla. Svezialiläten. Wintergarten. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten Prater. Im Reiche des MarS. Urania. Tnudenlirafir 4H/49. Abends 8 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57— 62. Lessing-Theater. Täglich 8 Uhr: Kasernenluft« Berliner Theater. Heute 8 Uhr: TllifUll» Morgen: Talfnn.__ IVeues Operetten-Thoatep. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Sonntag nachmittag 3 Uhr zu er- mäßigt. Preisen: Hl« llollarprinroesln. taisteptalksiis. Abends 9 Uhr: Das Leutnantsmündel I0SE=THEATE Groß» Frankfurter Str. 132. Der Gesundbeter Schwank in 3 Akten von A. O. Weber. Ans. 8 Uhr. Ende'/,11 Uhr. Aus der Gartenbühne: Theater» Vorstellung. Spezialitäten. Gr. Konzert. Anfang 4'/, Uhr._ Hetropol-Theater Hallo!!! Die grolle Revue! In 8 Bildem von Jul. Freund. Musik v. Paul lincke. In Szene gesetzt vom Sir. Bich. Schultz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet Ab 8 Uhr: Die sensationellen Spezialitäten. 9»/, Uhr: ilsssisede Isozeriovell vom königl. dänischen Ballett & Beantö« Korinnas 5. 1° mr- Sdiimpanse-Orang-lltani als Taudeinsahrcr. usw. usw. usw. hsssge-lliesles. »er größte'"ZSZJ* der»panische Caruso Senor Ordana. Der slimmgewalligste Tenor, der je geMrlwrt u. das große Juli-Programm. Ii ön Igstadt-Kasino. Holzmarktstr. 27, Ecke Alexanderstr. (Inhaber:«>ar Sohiaäelhauer.) lm herrlleden staiurgarisn täglich: luv! Serndarito, Oper.-Soubrette. Ide taiuaa, Excenlric-Akroballc» Tänzer.— Gustav Bonnft. moderner Humorist.— Bernhard« u. Martens: „Die Macht des Walzers«. Ans. Wochent. Tlv Sonnt. 5 Uhr. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Heute 8 Uhr: Im Lande der Mittera nachtssonne. La Tortajada in ihrer neuesten Schöpfung: „Abenteuer eines Toreros". Amann Mimiker und Charaktoristiker De IMo Fhantasie-T änzerin sowie die sensationellen Attraktionen des JnH-Programni»! Passage-Panoptikum. Die zasammengewacbsenen Schwestern Biazek und ihr Kind. Von 11—1 Uhr mittags u. von 3— 10 Uhr abends zu sehen. Kein Extra-Entree! Kor wenige Tage! Eintritt 50 Pf., Kinder und Soldaten 25 Pf. Folies Caprice Anfang 81/, ühr. panfcr eben. Der Htblct. Die keufche Coinette. Das Verröbnungöfeft Alt-Hoablt 47/49. Täglieh: Konzert, Theater, Spezialitäten. ftthlmanns Theater Sohlfnh. A. 148— Kastanien-A. 97/99. AbendS 9 Uhr: Berliner in Japan. Operette v. Reiflwgen. Musik o.KirckS. Vorher: vie Spezialitäten! Ansang'/� Uhr. Entree«0—«0 Ps. Kinder aus all. Plätz. halbe Preise. Lcbweteer Garten Am Kfinlgttor— Am Friedrichshain. WS- Täglich:~va Theater- d. Spez.-Vorstellung. U. a: Flittners Wanderzirkus. Jv$onuh?:d Prinz Pinne. Gr. Ausstatt.-Oper. m. Ballett. Jeden Mittwoch: Kinderfest. Volksbelustigungen. Tanz. Anfang 5 Uhr. Entree SO Pf. Min EDemsSomiMer und Festsäle. Inh.; Bndoll Krüger. Hasenheide 13/16, vis-ä-vis v.Turnpl. Täglich: Große Theater- u. Spezialitäten- iforsteiliing. Artist. Leitung: Walter Grlvenltz, Kapellmeister: Max Wolttheim. Jeden Donnerstag: Ellte-Tug! Anfang: Wochent« Uhr, Sonnt.';,6 Uhr. Reiehshallen-Tliealer. Stettiner Sänger Zum Schwß: Künstler d. Landstraße. Urt.BurleSfe oonMs>eel. Ansang wochentags « Uhr. Sonntags 7 Uhr. {Schiller-Theater. Schiller-Theater 0.(Wallner-Theat.) □ □□ DDD □□□ Gottscheld-Oper. Freitag, abends 8 Uhr: Die E«r»tcr-C!hrl»tl. Sonnabend, abends 8 Uhr: nigoictto. Sonntag, n a ch m. 3 U h r bei ermaßigten Preisen: Der Tronbadonr. Abends 8 Uhr: En Traviata. Schiller-Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Uhr: Die von Hochsattol. Lustspiel in 3 Auszügen von Leo Waller Stein und Ludwig Heller. Ende 10'/. Uhr. Sonnabend, abends vUhr: nie von Hochaattel. Sonntag, abends 8 Uhr: nie von Hochsattcl. UIHA PARK Jem&sen sä Halensee Größter Vergnügungspark des Kontinents. Sonnabend, den t@.3ul!: SUte-Tag, Ttaliemsehe Kachit Venezianisches Leben und Treiben. Konfettischlacht.— Italienische Straßen» sänger.— Illumination des Sees.— Feen» hafte Parkdekoration.— Bengalische Höhenbeleuchtung. 3 Konzerte. Sensationelle Attraktionen. Gr. Berliner Kunstaussiellönp lilö 30. April bis 2. Oftober. Im Pari täglich Toppel-Kouzert. Eintritt: 10-6 Uhr 1 M., p. 6 Uhr ab 50 Ps., Sonntags 56 Ps. Dauerk. 6 M. Grolle Ausstellung iurBsuiliMe ü.Feiitoraiit Baumschulenweg hei Berlin. Stadtbahnstation, 26 Minuten vom Bahnhof Friedrichstraße. Täglich von 10— 8 Uhr geöffnet. Eintritt 1 M., Sonntags 50 Pf. Vereine erhalten Erm&ßi, Eetste Woche. Liigung. pOCISCHER GARTEN Täglich: Großes Militär- Doppel-Konzert Eintritt 1 Mark. von abend»« Uhr ab 50 Ps., Kinder unter zehn Jahren die tzälsle. ..Pimrus-8oninier-7ilesler Besitzer: Max Ludwig. Art. Leitung:Max Beinhart ■ Berlin Büllorstr. 14«. Täglich: Im herrlichen Naturgarton Bei Regen im Thoatersaal! Konzert».Spezialitäten-Vorstellung 20 KOnatler-Attraktionen. Stets wechselndes Familien-Programm. AuBerdem jeden Freitag: Die beliebten ApollO'Sänger. Anfang Sonntags 4 Uhr. Wochentags 6 Uhr. Achtung k Diez9 nur Achtnng! Seeterrasse Siehtenberg BttdcrstraOe 11/18. Zwischen Landsberger Allee und RSderplatz. Grösttes und schönstes Lokal Berlins. Bei ungünstiger Witterung SEf Schutz für 8000 Personen.— DD- 0d schön! ch liegon: ü.dRZC�» Austtetm der besten Tnrmseilkünstler der W-u The uepeits The 8 Blnehhnen», phänomenaler Lustleiler-Akl. Gr. Lachersolg: hlen bei\i tOOOOOJC Hauptgewinne W. Mafkj 50000; 10000 Lungenheilstätten-Lose& 3 Mk. ir.rc„ Lud. Möller& Co. In Berlin C.. Lr-It-Str.s. Telegr.-Adr.: QIQckomDller. Nährwert und > ö h l g e s ch ma ck. Aerzllich empfohlen bei schwacher Verdauung, Blutarmut, allen Schwächeznständen, Nervosität und für Kinder, ferner bei Nierenleiden und Tuberkulose. Paket— V. Pjund 1 Mark, 5 Pakete 4,75 Mark. In Berlin und nächsten Vororten Zusendung frei Haus. D, Mader, Berlin S., PrlnzenstraUe 37. Dr. Simmel Spezial-Arzt* für Haut- and Harnleiden. PFinzenslr. 41, 10—2, 6— 7. Sonntags 10—12, 2—4 Hygienische . JSouoot.Kalalog Bl.Eznpfehl.Tiel Aerzte u.Prof. erat. nJx H. üng......... Berlin NM Itiniinin vorzüglich., tadellos erhalt., pillillllll, ist ganz billig zu oert. Franzöpschestraße 15, I geradezu.• Mai Ziegenhals, Amt VII, 3047. Billigste, besteortlerte Einkanfsqaclle Ittr UUndlcr. Zigaretten, Zigarren und Tabake. Größte Niederlage von: G. A. Haue wacker, Bausen. ejL Kanewaeker. nur echt, �vn Vor Vacliahninngen wird gewarnt. SoeKen erschienen: Arbeiter- Gesundheits- Kibtiotheb Reit 24: Die Hygiene der Arbeiter« Wohnung. Von Hugo HiUig, Hamburg. Ferner find in der Sammlung er» schienen: Heft 1. Die erste Hilfe bei lln» glücksfälle». Dr. Christeller. Hest 2. Das erste Lebensjahr. Von Dr. Silberstein. Hest 3. Gesuudhoitspflege des Nervensystems. Bon Dr. Hirsch. last. Hest 4. Der Achtstundentag. Von Dr. Zadel. Hest 5. Alkoholfrage».Arbeiter- klaffe. Von Dr. Fröhlich. Heft 6. Das Schulkind. Von Dr. SUberstein. Hest 7. Geschlechtsverkehr und Geschlechtskrankheiten. Von Dr. Gebert. Hest 8. Nahrung und Ernährung. Von Dr. Chajes. Hest 9. Wie sollen wir unS kleiden? Von Dr. P. Bernstein. Heft 10. Der Arbeiterschutz. Von Dr. M. Epstein. Heit 11. Frauenleide« und deren Verhütung. Dr. I. Zadel. Hest 12. Vom medizinischen Aber» glauben. Dr. E. Thesing. Hest 13. Das Wafierheil- Ver- fahre» in der Gesundheits- pflege des Arbeiters. Von Dr. S. Munier. Hest 14. Verhütung und Heilung desStotternS. Von Dr. L.Jordan. Hest 15. Geschlechtliche Erziehung in der Arbeiterfamilie. Von Dr. I. Markuse. Hest 16. Zähne und Zahnpflege. Von Gerirud Rewald. Hest 17. Bau und Lebenstätig. keit des menschliche» Körpers. Von Dr. Christeller. Hest 18. Der Geschlechtstrieb. Von Eduard Bernstein. Hest 10. Die Krankenpflege int Hause. Von Joh. Ranker-Mann- heim. Hest 20. Die Proletarier-Krank- heit. Von Dr. I. Zadel. Hest 21. Ateingymnastik. Von Otto Rühle. Hest 22. Haut, und Haarpflege. Von Dr. ChajeS. Heft 23. Wie hüten wir«»S vor Herzerkrankungen? Von Dr. Eugen Rehfisch. _ Jedes Heft kostet 20 Pi.= in besserer Ausstattung 50 Pf. Expedition des„Vorwärts" Berlin 8W.• Lindenstr. 69 Laden. iiiH6e»H*ieiHee*e*6ö Zepernick-Bernau. [ Parzelle von 3998. an(ea 90nR.) j \ Kleine Anzahlung u. langjährige i l Hypotheken. Pläne gratis. Vor- 1 > käuten ständig am Bhf. Zepernick.< [J. Rieger, Gontardstr. 5. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen S Pfg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen ANZEIGEN für die nächste Nummer werden In den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, Llndenstrasse 49, bis 5 Uhr angenommen. Die Grnnbbegrisse der Wirt. schasiSlehre. Eine populäre Einsüh. rutig von Julian Vorchardi. Preis 40 Ps. Expeditton Vorwärts, Linden- stratze 69. Verkäufe. PsandleihhausKrebber, Küstriner- platz 7, spottbilliger Belienverkaus, Gardinenoerkauj, Wäscheverkauj, Uhrenverkaus, Deckenverkaus, Schmuck- Sachen, Goldsachen, Silbersachen, ver- allene Psänder. 2492K Teppiche(sehlerhaste) in allen Größen, sast für die Halste des Wertes Teppichlager Brünn. Hackescher Markt 4, Bahnhof Börse.(Leser des »Vorwärts' erhalten 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöfinet!_• Anzugstosse, wegen Ausgabe un- serer Verkaussräume, Spottbillig, Meter 3, 4, 5 Mark, Paletotsloffe, Meter 5, 6, 7 Mark, Hosenstoffe, Meter 3, 4, S Mark, Damentuche, Mark. Meter 1,95, 2,50 Reste spottbillig. Koch u. Seeland, Nohstrafie 2, 1045K' Borwärtsleser erhalten ausnahmS- Weise diese Woche 5 Prozeul Extra- rabatt selbst bei GelegenheitSkäusen. Teppich-ThomaS, Oranienstrage 160, Oranienplatz. 894K Mastanzüge. 32,00 bis 85,00. gertige Herrenanzüge 8,50. Anzug- tuche Gelegenheitskauf. Verlaus an Vrwate.„Vorwärts'leser 5 Proz. Tuchgesellschast Kottbuserdamm 16/17, Hochbahn._ 970K MonatSanzüge und Sommer- Paletots von 5 Mark sowie Hosen von 1.50, Webrockauzüge von 12,00, racks von 2.50, sowie für lorputenie reit. Reue Garderobe zu staunend lligen Preisen, aus Pfandleihen verfallene Sachen tauft man am billigsten bei Nah, Mulackstratze 14. Teppiche(Farbensehler), decken, Gardinen, Tischdecken, Tüll< bettdicken, Uebergardinen, Sofa. ftofsreste spottbillig Fabriklager Mauerhoss, Große Franksurterstraße 9, Flureingang. Vorwärtslesern zehn I geld wird vergütet. Nur Leihhaus Prozent. Sonntags geöffnet. 2488«*' Moritzplatz 58a, Inhaber Goldmann. Klapp fahrstuhl strahe 15. 6,75, Kleist» 952R* Tnlldettdecken, volle Bettgröge 2,50, in Erbstüll 6,35, TüllstoreS 1,85, ErbstüllstoreS 4,35. Teppich- Haus Emil Lesövre, Oranien- stratze 158. 59751' Hormannplatz 6. Allerbilligste Psänderverkäuse. Sommerpaletots. Jackettanzüge. Gebrockanzüge. Herren- bösen. Extrabilliger Bettenverkaus. Vermietungsbett. Brautbetten. AuS- steuersachen. WäscheauSwahl. Gar- dineuauswahll TeppichauSwahl I Plüschttschdecken. Steppdecken. Wand- uhren. Taschenuhren. Goldsachen. GrotzberlinS allerbilligster Waren- verkauf im PfandleihhauS Hermann- platz 6. Auch Sonntags geöffnet.' Damonhemden mit handgestickter Paffe 1,15, Herrenhemden 1,15, Nor. malwäsche, Arbeiterhemden sowie elegante Reisemuster bis zur Hälfte des Wertes. Wäschesabrik Salomonsth, Dircksenstratze 21, Alexanderplatz.' LitlauerS Rädmaichinen ohne An- zahlung, gebrauchte spottbillig I Ska- litzerstraffe 99, Warschauerstrage 67. Verbrechen und Prosttfutwn als soziale Krankheitserscheinungen von Paul Hirsch. Preis 2,— Mark, geb. 2,50 Mark. Expedition Vorwärts, üindenstratze 69. Kinderwagen, Klappsportwagen, hetrschastlich, neu, spottbillig Exerzier- stratze 19a., Vorderhaus II, Ingenieur. Schuhwaren, elegante Damen- und Herrenstiesel, ArbeitSstieset, gut und billig. Pohl, Wollankslrafie 79. Grünthalerstratze 57.__ f93* Getragene Damengarderobe, ele- zante und einfache sowie Röcke und ölusen billig. Reichel. Mohstrafie 87. _ Leihhaus Moritzplatz 58a, 1. Etage. �Moritzplatz 5La im Leihhaus kaufen Sie spottbillig verfallene Anzüge, Paletots, von Kavalieren wenig ge- tragen, teils aus Seide, von 7—19 Mark, hochelegant. Große Posten verfallener Uhren, Ketten, Ringe, Betten. Wäsche, Teppiche, Gardinen trage 9, i usw. zu spottbilligen Preisen. Fahr- t zehn geld wird vergütet. Nur Leihh 2488K'> Mm''—--'~~ Geschäftsverkäufe. Gutgehendes Kolonial-, Obst- und Gemüsegeschält krankheitshalber sofort verkäuflich. Tegel, Herms- dorserstrage 6.-s-144 Gutgehende Bäckereisiliale, Konditorei und Cass, mit 100 Beutel- künden, zu verkaufen. Tegel, Herms- dorferstraße 4, an der Endstation der Sttaßenbahn._+144 Eckdestillation. Parteilokal, 30 hell. 6'/, Weißbier, billig zu verkaufen Nostizstraße 41. 2944b Möbel. «leiderspind. PlüschsosaS, Bett- stellen, Küchenmödel, Wohnungs- emrichtung, äußerst billig. Kasse oder Teilzahlung. Möbeltischlerei Höser, Dresdenerstraße 124. 1062a* Möbelangedot, gebrauchte und neue Einzelmöbel und ganze Ein- richtungen, einiachste. eleganteste Speisezimmer, Herrenzimmer, Schlaf- zimmer, beliehen gewesen, versallen, spottbillig. Riefenlager, 5 Etagen. Möbelspeicherei. Neue Königstr. 5/6, Fabritgebäude. Teilzahlung gestattet. SonntagS geöffnet. 281/9' Wtftftig! Möbel, gebrauchte und verliehen gewesene, Kleiderspind 18,00, Waschtoilelte 8,00, Garderobenspind 33,00, Plüschgarnitur 65,00. geschnitzte Säulenschränke, Bücherschränke, An- kleideschrank 65,00, Ausziehsosa 16,00, Sattn-Schlaszimmer, pilsein, 220,00, Herrenschreibtifch 28,00, Lederstühle 8,00, Herrenzimmer, Speisezimmer, Standuhr, Federbetten, Stand 16,00, Saalteppich 20,00, bunte Küchen 55,00, Säulentrumeau 30,00. Gebe auch Möbel aus Teilzahlung. Sonn- tags geöffnet. Stargardt, Lothringer- ftraße 69._ 252/13* Umzugshalber verkaufe jetzt komplette Küchen- und moderne WohnungS-Einrichtungen zu jedem annehmbaren Preise. Möbel-Polster- warensabrik, Ehausfeeslraße 50.' Möbel, ganze Einrichtungen wegen Räumung des Lagerraumes zu Spott- preisen. Hirschowitz, Brunnenstr. 30. ktahrräder. Arbeiter-Rad fahrer erhallen zehn Prozent Rabatt im FahrradgroßhauS Charlottenburg, BiSmarckstraße 62.» Herreitinbrrav, Dameniabrrad ewmal benutzt 35,00. Holz, Blumen- ftraße 365. 1683K' Räderverletlinng. Fahrradkäuse 25,00, neue spottbillig, alle nehme ahlung. Motorzweiräder Gelegen- eiten. Große Franksurterstraße 14. Kämmereit. 78/7 Musik. Reisehalber Nußbaumpianino. hochelegant, jeden annehmbaren Preis Friedenstraße 2, Hochparterre links sKönigstor)._ 252/14 Violinunterricht(neue, doppelt fördernde Metbode bis zur Vollendung) gibt erfahrener Künstter wöchentlich, aus Wunsch auch nur eine Lektion a 1,25 JB., bei zwei Schülern je 75 Ps. Offerten unter L. 2 Expeditton des .Vorwärts'. f Versdrieclenes. Pateutauwalt Leisel. Gitschiner» ftraxe 94». Kunitstopferei von Frau KotoSttz Siblachteniee, Kurstraße 8. III. Platinabfälle, SUberallsälle. Rück- stände, Zahngebisse, Quecksilber, Me- lalle höchstzahlend, Goldschmelze Nieper, Köpenickerstraße 20a(gegen- über Manteufselftraße)._ 2995K Die Beleidigung, welche ich gegen Herrn Hermann Lindner, wohnhaft Markgrafendamm 33, gebraucht habe, nehme ich hiermit zurück und erkläre Herrn Lindner als einen Ehrenmann. Berlin. 14. Juli 1910. Frau Marie Barthmuß, Markgrasendamm 33, Fahnenstange. Meter, kaust Blan Cherttskerstraße 21. , zirka 15 Schöneberg, +137 Quartettsänger zu Begräbnissen stellt nach allen Kirchhöfen Genosse Gustav Voigt, Görlitzerstraße 56.+128 Ehrenerklärung! Nehme hierdurch die gegen Herrn Sauer, hier, Sickingenstraße, ausgesprochenen Ver- leumdungen als unwabr zurück. F. Poscherskh, Duisburg, Moritzstr. 8. Vermietunxen. Wohnunzen. PrachtwoHnungxn Soldlnirftr.32. Stube und Küche, 13—28 Mark, Oranienstraße 2a.+110* Billige Balkonwohnungen-Dühlisch- straße 86. Hochbahnstrecke. 1053K* Mteteerlast. Große zwei und ein Zimmer. Wohnungen. schöne Küchen, vermietbar Oudenarder- straße 10._+136* Zentralviehhof, Hübnerstraße 6 billige, gründlich renovierte Zwei- und Ein-Zimmerwohnungen, Vorder- und Hinterhaus._ 2803b* Batfonwohnungen, 2 Stuben, Küche 28, 1 Stube, Küche 25, sosort, Kleine Markusstrabe 3. 2905b* Mainzerstrafte 17, an Boxhagener- straße, helle renovierte Wohnungen sofort und Oktober vermietbar.* Zimmer, Möbliertes Zimmer straße III, vorn 1, Landgraf. Dresdener- +117 Schlafstellen. Möblierte Schlafstelle, allein. Schwedlerstraße 17, III, Scharsinski (Schönhausertor)._ 2941b Arbeitsmarkt. Stellengesuche, Junger Parteigenosse, verheiratet, in Not geraten, bittet um Beschästt- gung gleich welcher Art. Adressen unter IC 1 Hauptpost Rixdors.+112 Stellenangebote, Dirigent, tüchtigen, sucht sofort Arbeitergesangverein Ober- Schöne» weide, 50 Mitglieder, für Sonntags. Offerten mit Honoraransprüchen sind zu richten an die»Vorwärts'-Spe- ditton, Ober-Schöneweide, Lausener- sttaße 2 I. 1065K SO tüchtige Maurer werden sosort verlangt. Zu melden bei Polier in Dahlem, Werderstraß« 24. 2935b* Tüchtige Kürschner-Mamsells dau- ernd verlangt. M. Müller, Prenz- lauerstraße 19n._ 79/9 Mamsells aus bessere Damen- paletotS, nur im Hause, 3,90 bis 7 Mark, dauernde Beschäftigung, so- sort. F. Holz. Oranienstraße 10/11. Im ArbeitSmarkt durch besondere« Druck hervorgehobene Anzeigen kosten SO Pf. die Zeile» Krawter(Lehrtr), verh., möchte auS GewiffenSaründen feine Stellung ausgeben und bittet um Nachweis irgend eines Levens» erwerbe«. Offerten unter A. 1 an die Hauptexpedition. 29455 Achtung! Holzarbeiter. Wegen Streik infolge Lohn» differenzen sind folgende Betriebe gesperrt: Lukat. Möbelfabrik, DIeffenbachstr. 35. Ketsch, Tischsabrik, Fmchlstraße 32. Korbmacherei der Slralauer Glas- hüUe. _ Die Ortsverwaltung. BtröDliscttlidi« ißtiäliiRi Mi&jiti Lgrlj. Lnlia. M im gnleratenttilverafltw.: Vllllll, Dritiktt.Bllrlsg: LLWaUSHttchdluderei u. VerlagSanitait Raul Singer Si ioM Berlin SW.