?». m RftonnementS'Bedlnsnngen: ItSonnfmenU. Priiz pränumeranda i «terteljShrl.%SO SKI, monofl. 1,10 TU. l»4 weite leider allenthalben noch nicht genügend gewürdigt wird. Der Großblock-Landtag 1910/11 hat den Beweis erbracht, daß ein positives Zusammenarbeiten zwischen Liberalismus und Sozialdemo- kratie möglich ist, ohne daß die Grundlage der in Frage kommenden Parteien dabei irgendwie i r r e t i e r t wurden. Freilich, die P r i n z i p i e n r e i t e r e i. ein ebenso leichtes als bequemes Vergnügen, kommt dabei nicht auf ihre Kosten. Dieses Vergnügen kann man sich immer nur gerade so lange leisten, als man sich den politischen Folgen derselben entziehen kann. Die badische Sozialdemokratie stand vor der Alternative, end weder auf den Kraft ihrer Stärke auszuübenden politischen und kleines feuilleron. Königliche Hofhaltung in tiefster Not. In diesen Tagen der Erinnerung an die Königin Luise, die vor 109 Jahren starb, fließen Bäche der Rührung über Entsagung� Dulden, Opfermut. still getragener Not. Ta ist es nützlich, mit ein paar Zahlen die Größe der Not der Hohenzollernhaushaltung und der königlichen Selbstopferung in der Mcmelzeit zu veranschaulichen. Flierich Wilhelm III. erhielt einen Hungerlohn von 28 104 Talern— monatlich! Die Königin Luise 1900 Taler— monatlich, ihre Kinder 1649, und die Waisen des Prinzen Ludwig 566 Taler— monatlich! An diesen kleinen persönlichen Beträgen der absoluten Not wagte auch Stein nichts zu kürzen. Dagegen bemühte er sich— nahezu erfolglos!— die hinzukommenden Sachausgaben und die weiteren Personalausgaben für den Hofstaat zu beschränken. Außer jenen Gehältern wurden nämlich noch m dieser schweren Not verausgabt— alle folgenden Zahlen gelten für den monatlichen Verbrauch— für die Königliche Küche 7339 Taler, die Kellerei 1799, die Silberkammer 699, die Lichtkammer 439. die Kaffeeküche 219, diverse Ausgaben 219, unerwartete Vorfälle 2719 Taler. Auch damit waren die Kontributionen für las angestammte Herrscherhaus noch nicht erschöpft. Da war der königliche Marstall mit 1721 Talern monatlich; 87 Pferde wurden verkauft, um etwas zu ersparen. Dagegen ließ man das Gestüt— 5111 Taler— unangetastet, ebenso den Posten:„Noch Personal zum Hofstaat ge- hörig"— mit 1631 Talern, davon 1969 Taler für die Hofapotheke l Ferner die Ausgaben für die Prinzen: Die Brüder des Königs, Heinrich und Wilhelm, erhielten 2599 und 6696 Taler monatlich und die auswärtige Vertvandtschaft zusammen 11 946 Taler. Welch ein Opfer, daß Wilhelm auf ein Drittel verzichtete und Heinrich von 39 999 Tg�ern jährlich 19 999 wieder zur Verfügung stellte. Wollte die Königliche Familie nicht auf ihre unmäßige Ein» nähme in einer Zeit verzichten, da der Staat an den Bettelstab ge- kommen war, so noch weniger aus ihren Besitz. Stein hatte schm 1896 die Einschmelzung des goldenen Tafelgeräts von Friedrich II. angeregt, das 3 Millionen Taler wert war— umsonst. Er wiederholte die Forderung während seiner zweiten MÜnisterschaft— der Gedanke wurde nicht ausgeführt. Auch die bloße Verpfändung der königlichen Juwelen konnte nicht durchgesetzt werdey. Endlich aber riet Stein den Verkauf der königlichen Domänen, die ja nun 199 Jahre später den Vorwand liefern mutzten, um in einer Zeit unerträglichsten Steuerdrucks das Gehalt des Königs um 3M Millionen zu erhöhen. Max Lehmann, der in seiner großen Stein- Biographie diese Verhältnisse mit anerkennenswertem Freimut dar- stellt, weist darauf hin, daß der kapitalisierte Wert der Domänen mehr als ausreichend gewesen wäre, um die ganze französische Kriegskontribution zu tilgen, über die so viel gejammert wurde. Die Hohenzollern kamen darüber hinaus, weil sie'das Wohl des Mnzen Mit ihrem persvistichen Wohl für identisch Kieltech und parlamentarischen Einfluß zu verzichten, was aber gleichbedeutend gewesen wäre mit der U n m ö g l i ch k e i t, die klerikal-konservative Reaktion schachmatt zu setzen, oder aber ihren Einfluß in die Wag« schale zu werfen und damit auch einen Teil derjenigen Verantwortung zu übernehmen, die bei den Dogmatikern des starren Prinzips stets verpönt war. So einfach wie in der Theorie gestalten sich in der Praxis die Dinge niemals. Es muß deshalb den Männern, welchen die Wähler ihr Ver- trauen schenken, im gegebenen Falle möglich sein, ohne Rücksicht auf ü berlieferte Traditi onen, die nötigen taktischen Maßregeln zu ergreifen. Ohne mehr oder weniger große Reibungen und Konflikte wird es dabei nicht abgehen, aber schließlich sorgt der Erfolg dafür, daß die richtige Basis für die weiteren politischen Aktionen gefunden wird. Jede Aenderung an einer traditionellen Taktik stößt anfänglich aus Wider- spruch. Allein wo sich die veränderte Taktik als richtig erweist, wird der Widerspruch gegen dieselbe überwunden. Das war in Baden der Fall. Die große Mehrheit der badischen Sozial- demokratie billigt die von der s o z i a l d em o kr a t i- schen Fraktion praktizierte Taktik, wir zweifeln auch keinen Augenblick daran, daß sie die Zustinummg zum Budget billigen werden, und zwar aus dem sehr einfachen, naheliegenden Grunde, weil sie wissen, daß durch die entgegengesetzte Taktik unsere ganze politische Arbeit in den letzten Jahren, der man den Erfolg nicht wird absprechen können, paralysiert und auf Jahre hinaus die politische Aktionsfähigkeit aufs schwerste gefährdet worden wäre. Unsere politische Arbeit soll und darf nicht zur bloßen Agitations- arbeit degradiert werden. Ueber die Zeit der bloßen Agitations- Politik sind wir in Baden hinausgewachsen, das muß jeder wissen, der sich kritisch über die von der badischen Sozial« demokratie und ihrer parlamentarischen Vertretung befolgten Taktik äußern will. Von diesen Gesichtspunkten aus muß auch die parlamentarische Arbeit des verflossenen Landtags, speziell diejenige der sozialdemo- kratischen Fraktion beurteilt werden. Was bei uns in Baden sich seit etwa 6—7 Jahren in der politischen Entwickelung abspielte, ist weiter nichts als die Ouvertüre zu dem großen poli- tischen Problem, das nolsns volens auch für die Reichs- Politik in absehbarer Zeit gelöst werden muß. Wer nicht politisch erblindet ist. der sieht jetzt schon die Anfänge dieser Eni- Wickelung auch für die Politik im Reiche. Auf die Arbeiten des heute geschlossenen Landtags Wird noch zurückzukommen sein; im großen und ganzen bedeuten sie einen Fortschritt, der insbesondere auf dem Gebiete der Gemeiudepolitik Ichon in Bälde sich bemerkbar machen wird. Soviel steht fest, noch aus keinem Landtag hat das Zentrum taklisch und politisch so schlecht abgeschnitten, wie auf dem nun zu Ende gegangenen Großblock- landtag. Der Wahlniederlage vom Oktober 1999 ist die politische und parlamentarische Niederlage auf dem Fuße gefolgt. Wenn es überhaupt eines Beweises für die Nichtigkeit der von unserer Partei besolgten Taktik bedarf, so wäre er mit dieser unbestreitbaren Tat- fache erbracht." Wir haben diesen Artikel wie den früheren unseres badischen Organs so ausführlich wiedergegeben, um unseren Lesern die Gründe, die die Budgetbewilliger anführen, möglichst voll- ständig vorzuführen. Wir haben aber den dringenden Wunsch, daß auch die badischen Parteiblätter ihren Lesern die Gegen- r ü n d e in ähnlicher Vollständigkeit vorführen, um ihnen e l b st ein Urteil zu gestatten. „Bolksblatt"-Kassel. „Nachdem wir die Motivierung nunmehr kennen, müssen wir sagen, daß sie für uns nicht von befondererUeber- zeug un gs kraft ist. Einen Tags!) vor der Abstimmung waren die Genossen entschlossen, gegen das Budget zu stimmen, sie stimmten dann schließlich dafür, wie gesagt wird: aus zwingenden politischen Gründen. In der Hauptsache müssen diese zwingenden Gründe wohl gesehen werden in der Hetze der Schwarz-Blauen gegen den Minister v. Bodman. Diese komplizierte Natur aber nicht stürzen zu lassen, hielten unsere Genossen für einen Akt politischer Klugheit, u. a. um deswillen, weil Herr v. Bodman„manche" Forderung der Sozialdemokratie für berechtigt hält. Uns ist in der Jahrzehnte langen Parteitätigkeit bis auf den heutigen Tag noch kein Mensch begegnet, der nicht manches aus unserem Pro« gramm für berechtigt gehalten hätte. Die Bescheidenheit unserer Genossen im badischeu Landtag ist uns wirklich unver- st ä n d l i ch. Dann ist der Schluß der Motivierung in gar keinen Ein- klang zu bringen mit den, Anfang. Einen Tag vor der Abstimmung war die Fraktion entschlossen, gegen das Budget zu stimmen und damit im Einklang zu bleiben mit nicht dcrrcm dachten, das dynastische Vorrecht der Staatsidee zu opfern. Friedrich Wilhelm III. konnte zu jener Zeit mit Stolz das Familienwort zitieren, daß er ein König der Bettler war. Wer die Bettler, über die er regierte, hinderten ihn nicht, einen königlichen Haushalt zu führen. Das war sein Martyrium, auf keinen Pfennig zu verzichten, da tu den Provinzen das Saatkorn fehlte, um das Feld zu bestellen. Eine Wanderung durch die Sahara. In London ist der Captain A. H. W. Hahwood nach einer kühnen Reise, die ihn von Westafrika quer durch die Sahara bis zum Nordrande des dunklen Weltteils geführt hat, soeben eingetroffen. Forschungsdrang und Freude an der Abenteuerlichkeit seines Vorhabens waren es gewesen, die ihn am 6. Januar von Free Town in Sierra Leone aufbrechen ließen. Er folgte dem Lanfe des Nigers und von Timbuktu aus wollte er in gerader Richtung nach Norden durch Afrika vordringen.„Aber die Hitze versperrte mir den Weg, ich konnte keinen Führer finden. und man riet mir, den Weg über Goa zu wählen." Nach mühsamer Wanderung war endlich am 18. April Goa erreicht; hier mietete der Reisende ein Reitkamel und vier Lastkamele. Mit einem schwarzen Boy und einem Koch, von sechs Senegalschützen begleitet, brach er in der Richtung nach Kidal auf. „Die ersten drei Tage passierten wir noch des öfteren Wasserlöcher. und die Vegetation war verhältnismäßig üppig. Aber dann wurden die Büsche und Sträucher immer seltener, die Hitze wuchs, stürmische Nordostwinde bliesen uns unausgesetzt Sandmcngen ins Gesicht. In Kidal endlich verabschiedete ich meine Eskorte, und nur von einem' arabischen Führer begleitet, trat ich den langwierigsten und schlinrmsten Teil meiner Reise an, die Wanderung nach In Salah." 899 englische Meilen Sahara waren zu durchqueren. Nördlich von Adrar kam man in eine Wüstengegend, wo alle Spuren von Wasser aufhörten, nirgends Solz für ein Laqerfeuer, nirgends Blätter oder Sträucher, die den Kamelen als Nahrung ge- dienten hätten. Der Wind nahm nicht ab, er war glühend heiß, und ohne Unterlaß schleuderte er den Reisenden die scharfen Sandkörner entgegen. Der Sand drang in Mund und Nase, die Schleimhäute bluteten, eS war unmöglich ein Zelt aufzuschlagen oder Lebensmittel zu kochen.„Die letzten zwei Tage aßen wir überhaupt nur Datteln. Das Wasser in unseren Schläuchen begann zu faulen, und dabei immer der Gedanke an die Möglichkeit, den rechten Pfad verfehlt zu haben. Von 24 Stunden waren wir 19 ohne Pause unterwegs; kaum daß wir uns täglich fünf Stunden Rast könnten. In recht trauriger Verfassung erreichten wir endlich die Gegend von Tanez. Das Schlimmste war damit überstanden, am 12. Juni war In Salah erreicht. Dann ging es über Wragla nach Tugurt und am 6. Juli, nun endlich in einem Wagen, bis nach Biskra. wo der Schienenweg den Anschluß mit der Kulturwelt wieder herstellte. Insgesamt hat der verwegene Wüstenwanderer 3769 eng- lische Meilen zurückgelegt, von denen 1699 auf die nackte, wasserlose Wüste entfallen. der Partei und ihren Beschlüssen. Einen Tag nach der Abstimmung spricht man von kleinlicher Demonstrationssucht, durch die man positive Erfolge aufs Spiel setze. Es will uns scheinen, daß nicht nur der Ladische Minister v. Bodman eine komplizierte Natur ist, daß vielmehr auch die Politik uir serer badischen Genossen komplizier t'er ist, als sie bei einer Vertretung des klaff enöewaßten Proletariats sein sollte. Die Zustiminung zum Budget in Baden stellt sich für uns dar als ein schwerer Verstoß gegen Parteitagsbeschlüsse." Der„Hessische Volksfreund"(wenn die bürgerliche Presse das Blatt ein Organ Dr. Quessels nennt, ist das un- richtig; bisher war es so, daß unsere Parteiblätter das Or- gan der Partei und nicht einzelner Genossen waren, wenn auch Ton und Inhalt des Artikels den Irrtum erklärlich macht) zitiert die progranim«tischen Sätze unseres Artikels, unser Bekenntnis zu unseren sozialistischen End- zielen und zur Republik und schreibt dazu: „Das sind so ziemlich dieselben Worte, mit denen HanS R. Fischer seine blöden Hctzartikel gegen die Sozialdemokratie zu schließen pflegt, sodaß man förmlich auf den Gedanken kommen könnte, der Verfasser jenes Artikels habe diesen Passus aus einer Nummer der„N. H. V o l k S b l." abgeschrieben. Wir meinen, daß es wirklich nicht Aufgabe des„Vorwärts" sein sollte, unseren Gegnern Waffen in die Hand zu drücken. Wenn die Gegner diese Aus» lassungen des„Vorwärts" beim nächsten Wahl» kämpf als Flugblätter verbreiten, wie sie daS mit derartigen scharfmacherischen Stilübungen schon früher getan haben, so darf man sich wirklich nicht wundern. Wirksamer kann den Wählern des Mittelstandes die angebliche„rote Gefahr" gar nicht plausibel gemacht werden." Also die Darlegung unserer Ziele wagt der Verfasser als Plagiat aus einem Hetzblatt darzustellen und fürchtet, daß die Scharfmacher unseren Artikel als Flugblatt verbreiten werden. Aber wir können dem Verfasser das eine bestimmt versichern: Die Darlegung unserer Ziele wird im künftigen Wahlkanipf mit aller Offenheit und Rücksichts- losigkeit erfolgen, und Millionen von sozialdemo- kratischen Flugblättern werden hinausgehen, die genau das- selbe sagen wie unser Artikel. Auf Mittelstandsfang und Wahldemagogie lassen wir uns nicht ein und wenn versucht wird, das sozialistische Programm zu Wahlzwecken zu ver- leugnen, so sind wir wirklich stark genug, das zu verhindern. Wenn der Verfasser unser Programm nicht anerkennt, so braucht er eS nicht zu vertreten, er kann aber auch dann ehr- licherweise nicht Mitglied der Partei bleiben. Chemnitzer„Volksstimme". Das Blatt, das sich so gern den Anschein der Sachlichkeit und Objektivität zu geben sucht, beginnt mit einer Ver- dächtigung unserer Mottve und schiebt alle Schuld für die ein- setzende Debatte auf den„Vorwärts": „Geht es nach dem Willen des„VorwättS", so hat also an Stelle ernster sachlicher Arbeit an der Reichsversicherung und Genossenschaftsfrage der kommende Magdeburger Parteitag. der letzte ordentliche Parteitag vor den kommenden Reichs- tagswahlen, eine Wiedcrauflage der Nürnberger Budgetbe» willigungsdebatte zu erleben. Wir warnen vor solcher Tor» heit mit aller Energie."...„Es bleibt also nnr ein Weg zu würdiger Erledigung des Konflikts gangbar, nämlich der, daß ohne jede Debatte der Parteitag seinen Nürnberger Beschluß aufrechterhält und daS Verhalten der süddeutschen Landtagsfraktione» miß- billigt, von Zwang und Strafe aber absieht. Nur so kann die Pein- liche Angelegenhett ohne Schaden für die Partei aus der Welt geschafft werden." Schließlich erklärt es seinen Lesern, daß eS in eine Er- örterung der Frage bis zum Parteitage nicht eingehen werde und führt für das Totschweigen die kuriose Begründung an, wir wären ja der„Generalstreikhetze", wie das Blatt die Artikel und Reden der Genossin Luxemburg tauft, nicht entgegen getreten. Das zeigt jedenfalls von einer erstaunlichen Fähigkeit, ganz verschiedene und unvereinbare Dinge gleichzusetzen, eine Fähigkeit, die allerdings logisch kaum genannt werden kann. Tee-Erzengung und Tee-Brrbrauch. Eine jüngst veröffentlichte Statistik der englischen Regierung über Teeproduktion und Tee- konsumtion zeigt, daß in Deutschland dieses gesündeste und billigste Genußmittel noch sehr wenig verbreitet ist. Tee gilt bei uns— sehr zu unrecht— noch immer als das Luxusgetränk der Be». mitielten, obwohl namentlich im Sommer kalter Tee das best« Durstlöschungsmittel ist. Die Teeproduktion beträgt jährlich 1266 Millionen Pfund, davon bringt China 799, Indien 248, Ceylon 181 Millionen Pfund hervor. Der Verbbanch ist am stärksten in China mit 489 Millionen Pfund, in Großbritannien mit 276, in Rußland mit 169, in den Vereinigten Staaten mit 114 Mill> lionen Pfund. Teutschland konsumiert nur 9 Millionen, wenig mehr als— Neu-Seeland. Allerdings ist in Deutschland auch die Kunst des Tvekochens nicht sehr verbreitet, und doch bedeutet der Teeaenuß schon wegen des starten Zuckerverbrauchs Hebung der Volksernährung._ Notizen. i—« Vorträge. Auf der Tr e p tow-St erNKartiz findet am Mittwoch, 29. Juli, abends 8'A Uhr. ein Vortrag von Dr. Grober über„Die Eroberung der Luft" statt(mit Lichtbildern und Demonstrationen). Mt dem großen Fernrohr wird am selben Abend der Sternhaufen im Herkules gezeigt. — Der 17. Kongreß des Deutschen Schach» bundes, veranstaltet vom Hamburger Schachtlub aus Arr- latz seines achtzigjährigen Bestehens, wurde am Sonntag eröffnet. Als nächster Borort ist 1911 Köln in Aussicht genommen. Die Teilnahme der ersten Schachspieler aus Deutschland und fremden Ländern ist groß. — Zu Land nach Indien heißt HedinS neues Buch. das in diesem Herbst dei Brockhaus erscheinen wird, die Erzählung feines Karawanenzuges durch PersienS Sumpftrusten, durch das steinige, schwer zugängliche Seistan und das heiße Belutschistan bis an die Grenze des Indischen Reiches. Auch diese Hinreise war reich an Gefahren� so im fanatischen Persien, dem klassifchen Land der Räuber, und im pestverseuchten Seistan. Aber auch reich an Er. folgen in den nur wissenschaftlich fruchtbaren Ealzwüsten und Sandwüsten. — Der vacuum-Straßenreiniger. In New Dork rnden, wie die„Umschau" berichtet, zurzeit Versuche zur Staub- enlfernung von den Straßen nach dem System des Vacuum- reinigerS statt. Die neue Reinigungsmaschine ist ein großes Automobil, an dessen Vorderseite der Vacuumreiniger angebracht ist. Einer der Hauptvorteile besteht darin, daß der Staub durch den Sauger sofort gebunden und dem Staubkasten zugeführt wird. Die Bedienung des neuen ReinigungsautomobilS erfordert nur zwei Mann, von denen der eine als Chauffeur, der andere zur Be» aufstchtigung des Saugapparates dient. „Fränkische Tagespost"-Niirnberg. »ES fällt in Baden keinem ein, den Genossen in den Landtagen zu Dresden und Berlin vorzuschreiben, was sie zu tun haben, obgAich man viellsicht auch hier nicht immer einverstanden ist mit allem, was dort geschieht. Aber in Süddeutschland be scheid et man sich und erblickt auch in den Genossen des verpreußten Deutsch- land vor allem und stets Kampfgenossen der gleichen weltum- spannenden Armee. Wir möchten schon um die gleiche Behandlung ersuchen und darum, daß man die Partei ungestört arbeiten lasse.- „Volkszeitung"-Mainz. »Wir persönlich vertreten die Ansicht, daß in erster Linie die Lande S organisationen berufen sein sollten, sich mit der Haltung ihrer Abgeordneten zu befassen. Jedenfalls aber muh im Interesse der Partei alles vernneden werden, was geeignet wäre, diesen„Fall" zum Gegenstand erregter und unsachlicher Debatten zu machen. Die Gegner sind jetzt schon voll Jubel in Erwartung der Kämpfe innerhalb der Sozialdemokratie. Sie glauben so die Mög lichkeit zu haben, über die Sünden am Volke besser hinwegtäuschen zu können. Die ultramontane„Germania" und die kon>ervative .Kreuzzeitung" verarbeiten die Sache bereits in ihrem Sinne". Gothaer„Volksblatt". Es wird den badischen Budgetbewilligern schwer fallen, zu be streiten, daß es sich hier um eine mit bewußter Abficht herbei. geführte Provokation der Partei handelt. Als die Genossen der süd. deutschen Parlamente vor zwei Jahren ebenfalls dem Budget zw stimmten, beriefen sie sich auf die angebliche Unklarheit der Dresdner und Lübecker Resolution, und eS. gab Parteigenossen, die geneigt waren, anzunehmen, daß ihnen bei ihrem Vorgehen in der Tat das Bewußtsein des absichtlichen Disziplinbruchs gefehlt habe. Von einer solchen Ausrede kann heute keine Rede mehr sein. „Tribüne"-Erfurt: »Die sozialdemokratischen Abgeordneten Badens hätten sich keine unglücklichere Zeit auswählen können, ihrer Klassenstaatregierung ein Vertrauensvotum durch die Bewilligung des Budgets auszudrücken, als Serade die jetzige. Die Genossen tun sich ja sonst so viel zugute auf ihre aatsmännische Klugheit. Sind sie denn blind gegen all das, was in der Aera Bethmann Hollweg in Deutschland vorgeht, merken sie nichts von den Machenschaften der schwarz-blauen Reaktion an allen Ecken und Enden, spüren sie nichts von den neuen Aeußerungen des per- sönlichen Regiments? Mehr denn je ist uns eine geschlossene prinzipielle Politik vonnöten, und da kommen die badischen Ultra- Parlamentarier und werfen der Gesamtpartei durch ihre borniert- partikularistische Politik Knüppel zwischen die Räder und pfeifen auf die Beschlüsse des Nürnberger Parteitages in der Budgetfrage.' „Mecklenburgische Bolkszeitung". »Mt ihrem Verhalten haben die badischen Budgetbewilliger gegen den Nürnberger Beschluß verstoßen! Der ist nun zwar nicht heilig, braucht, theoretisch gedacht, nicht ewiglich zu sein. Es ist das gute Recht eines jeden Genossen, anderer Ansicht zu sein, wie die in dem Nürnberger Beschluß niedergelegte. Er kann auch Propa- fanda machen zur Aufhebung der Nürnberger Resolution. Aber o lange sie besteht, muß sie beachtet werden. »Diplomatische" Erwägungen, wie in Baden, verleihen nicht das Recht, sich einfach über sie hinwegzusetzen I Die Sozial demokratie ist leine Partei, die es dulden kann, daß einzelne Parteigenosien ihre gleichwie geartete„Persönlichkeit" politisch schrankenlos ausleben können ohne Rücksicht auf Parteitagsbeschlüsse 1 Wie die Masie, wie die Arbeiter Solidarität, Disziplin zu üben haben, Beschlüsse der Partei(und der Gewerkschaften) streng beachten müssen, so ist dies auch zu fordern von den„Parlamentariern'I Wir wollen kein Haufen von»Individualitäten" sein, sondern eine organisierte Parteigenossenschast, deren Willens auödruck auch für die Parlamentarier giltl" „Norddeutsche Volksstimme"-Bremerhaven. »Wieder müssen die„besonderen politischen Berhältnisse' Badens herhalten, um diese neueste Mißachtung der Parteitags« veschlüsse zu bemänteln. Eine Provokation sondergleichen I Und sie muß umso aufreizender wirken, als selbst in der Frankschen Erklärung zugegeben werden muß, daß auch in Baden die»völlige politische Gleichberechtigung der sozialdemokratischen Staatsbürger noch immer nicht durchgeführt ist". Kann es einen größeren Widerspruch geben, als er hier in der Theorie der Erklärung und in der Praxis der badischen Landtagsfraktion begründet liegt? Wir hoffen, daß der kommende Parteitag derartigen Extravaganzen ein für alle mal ein Ende bereitet." „Bergische Arbeiterstimmc"-Solingen. Das Blatt meint, daß Kolb sich im»Karlsruher VolkSfteund" in geradezu lächerlich-grotesker Weise herauszureden suche und fährt fort: Das lie st sich genauso wie seinerzeit die Rechtfertigung deS Freisinns für fein Einschwenken in den Bülow-Block. Es ist unser ErachtenS Pflicht der Selbstachtung für die Partei, ein energisches Wort mit Kolb zu reden. Jeden gewöhnlichen Arbeiter hätte man längst aus der Partei ausgeschlossen, wenn er sich so viele und so schwere Seitensprünge hätte zuschulden kommen lassen, wie Kolb daS im Laufe der Jahre getan hat. Der Magdeburger Parteitag wird zeigen müffen, daß er auch den Abgeordneten gegenüber willens ist, unabänderlich not- wendige Konsequenzen zu ziehen. Die ganze Partei befindet sich überall auf dem erfreulichsten Vormarsch und eS geht nicht an, daß sie sich fortgesetzt von einzelnen Knüppel zwischen die Beine werfen läßt.' „Volkszeitung",Dusseldorf: Mit dieser Zustimmung zum Budget haben die sozialdemo- kratischen Abgeordneten deS badischen Landtages sich in st r i k t e n Gegensatz zu dem mehrmals kundgegebenen Willen der großen Mehrheit der Partei gestellt, in Gegensatz zu den Beschlüssen der Parteitage in Lübeck, Dresden und Nürnberg. Die badische sozial- demokratische Landtagsfraktion, die ja schon öfters in recht merk- würdiger Weise von sich ireden machte— zuletzt noch wegen der Teilnahme an dem sogenannten parlamentarischen Bierabend bei dem badischen Minister—, hat sich mit ihrer Haltung zum Staats- budget außerhalb des von der berufenen Partei» Vertretung— der Parteitage— fest gelegten Kampf- b o d e n S gestellt. Sie hat dargetan, daß sie für sich die grundsätz- liche Stellung der Sozialdemokratie zum heutigen Klaflenstaat, wie sie in den teilweise recht erregten Debatten auf den genannten Parteitagen und in den angeführten Beschlüssen niedergelegt ist, nicht anerkennt. Die Partei wird daraus die Konsequenzen ziehen müssen." „Bolksbote"- Stettin. DaS Blatt fügt der Erklärung des Parteivorstandes hinzu:»Es wird endlich die höchste Zeit, dem die Arbeiterklaffe verwirrenden Treiben der süddeutschen„Politiker" einen Riegel vorzuschieben", und sagt über den Hofgang:»Da geniert man sich wirklich fast, die Herren als„Parteigenossen" anreden zu müssen. Wenn in Süd- deutschland auch die Klaffengegensätze nicht so schroff und die Junker- Herrschaft nicht so frech ist, so muß man von Sozialdemokraten ver- langen, daß sie über ihrer Kantönligemütlichkeit nicht das sozial- demokratische Prinzip vergessen." „Volksstimme"-Frankfurt. »Mit vollem Bewußtsein hat die große Mehrheit unserer badischen Landtagsfraktion am Donnerstag gegen den Nürnberger Parteitags- beschluß gehandelt. Dieser Beschluß schreibt unseren Genossen in den garlamenren vor, jeder gegnerischen Regierung das Staatsbudget i der Gesamtabstinrmung zu verweigern, eS sei denn, daß die Ab« lehnung desselben die Annahme erneS für die Arbeiterklaffe un- günstigeren Budgets zur Folge haben würde. Der letztere Fall lag im badischen Landtage nicht vor. Unsere badischen Genoffen haben Vielmehr dem Budget zugestimmt, um gewisse politische Zwecke zu er- reichen, bor allem die Stärkung der linken Großvlockpolitik und des linken Flügels der Regierung gegen Zentrum und Konservative." Ueber die Gründe der Fraktion urteilt dann das Blatt:»Dabei überschätzten sie aber offenbar den Zwischenfall Bodman ganz ge- waltig. Die künftige Gestaltung der politischen Verhältnisse Badens wird nicht durch ministerielle Glaubensbekennt- nisse bestimmt, sondern durch ganz andere Dinge, vor allein durch die industrielle Entwicklung Badens und die organisierte Kraft seiner Arbeiterschaft, die von Zeit zu Zeit an großen Aufgaben geschult werden mutz. G e- rade diese Schulung der autzerparlanr entarischen Kräfte unserer Bewegung vernachlässigt man aber sehr stark in Baden über der innerparla« mentarischen Arbeit. Bei der Gemeindereform, die jetzt den Anlaß zu den letzten Auseinandersetzungen mit der Ersten Kammer gab, haben unsere badischen Genossen merkwürdig wenig getan, um die Arbeitermassen für die endliche Eroberung eines freieren Gemeindewahlrechts zu interessieren. Im„liberalen Muster- ländle" ist bekanntlich das Dreiklassenwahlrecht schon seit 1830 für die Gemeinden eingeführt, und ein so besonnener Urteiler wie Genosse Lindemann geißelt in seiner Schrift über daS kommunale Wahlrecht, wie man gerade in Baden seitens der Bourgeoisie bis in die letzte Zeit an diesem Dreillassenwahlrecht nicht bloß festgehalten, sondern auch noch fortwährend.Kautelen' geschaffen hat, um zu verhindern, daß die neu an der Gemeindeverwaltung teilnehmenden Elemente den Einfluß ihrer Stimmen nach ihrem Sinne ausüben können". Hier hätte seitens unserer Partei mit aller Macht ein- gesetzt und vor allem auch außerhalb des Parlaments mit allen zulässigen Mitteln für die Abschaffung des Klassen- Wahlrechts gekämpft werden müssen. F ast nichts ist in dieser Richtung geschehen. Es war so bezeichnend lvie möglich, daß Genosse Kolb-KarlSruhe gleich feine erste Be sprechung der badischen Gemeindereform in der»Kommunalen Praxis" mit der bangen ZweifelSftage einleitete:»Ob eS ge lingen wird, die Klaffeneinteilung ganz zu beseitigen, erscheint immerhin fraglich." Nach dieser wenig kampfesmutigen Parole ist man dann in der Kammer verfahren. Man hat natürlich den An- ttag auf Einführung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts in der Kommission gestellt, aber seine Ablehnung durch die bürgerlichen Parteien ganz ruhig hingenommen, statt an die Massen draußen zu appellieren, wie es die Leipziger kürzlich bei viel weniger wichtigem Anlaß mit großem agitatorischen Erfolg getan haben. Da wäre Gelegenheit gewesen, die Reaktion zur Rechenschaft zuziehen und Zentrum wie Junker öffentlich Spießruten laufen zu lassen. Durch solch' eine Bewegung wäre die politische Zukunft Badens wahrscheinlich wirksamer beeinflußt und geformt worden, als durch die Unter stützung eines Ministers, der sich ganz tapfer und vernünftig hielt, aber doch im Grunde auch nur einen sehr unwesentlichen Fortschritt im Gemeindewahlrecht gegen die Rechte zu ver- teidigen hatte. Alles nämlich, was uMer sotanen Umständen bei der Gemeinderefornt erzielt wurde, war die— Sechstelung der Wähler statt der alten Zwölftelung. Also Klaffenwahlrecht nach wie vor I Und darum das A u f h e b e n I In den Städten. den eigentlichen Sitzen unserer Bewegung, bleiben die arbeitenden Massen in Baden in der Hauptsache immer noch auf die ohnmächtige dritte Klasse beschränkt. Es war wahr- hastig kein welterschütternder Liberalismus, daß der Minister diesen „Fortschritt" gegen das Herrenhaus verteidigte. Und er tat es ja außerdem mit erheblichen Einschränkungen. Daß sich die Sozialdemokratie gegen die Monarchie und gar gegen die beutige Gesellschaftsordnung richte, fei durchaus zu bekämpfen. Das letztere zeigt, daß Herr v. Bodman nur erst sehr unklare Begriffe vom Sozialismus hat. Er weiß noch gar nicht, wie eS gerade das Wesen der Arbeiterbewegung, ihren Schwung und ihre Stärke ausmacht, daß sie sich gegen die kapitalistische Gesellschaftsordnung wendet. Er begrüßt sie lediglich als eine un- schuldige Reform bewegung ohne jede Spitze gegen die heutigen Gesellschafts- und Staatseinrichtungen; eS gefällt ihm, wenn, um seinen ebenfalls ganz schiefen Ausdruck beizubehalten,»der vierte Stand" im Staate„gehoben", aber sonst nichts an unserer Herr- lichen»Ordnung' geändert wird. Das ist gewiß von einem Minister eine ganz wackere Aeußerung, zumal, wenn die Mächtigen im Lande vorher mörderlich über unS geschimpft und gezetert und nach Unterdrückung gerufen haben. Aber zu sozialistischen Liebeserklärungen an die Regierung durch die Budgetbewilligung hätte sich die Mehrheit unserer Fraktion dadurch nicht verlocken zu lassen brauchen, zumal man niemals weiß, wie lange ein solcher Minister den Tanz auf dem glatten höfischen Parkettbooen aushält und nicht doch dem- nächst von reaktionären Hofeinflüffen gestürzt wird, wie sein Vor- gänger Schenkel auch. So wenig in Preußen ein Lentze schon den fortschrittlichen Sommer macht, so wenig hat em Bodman festen Boden in der badischen Regierung, solange nicht eine steigende Volksbewegung im Lande draußen die Herrichenden Kreise einfach zu volkstümlicher Politik nötigt. Solche Volksbewegungen schafft man aber nicht mit Budget- bewilligungen. Im Gegenteil. Man entzweit und schwächt sie dadurch, wie Figura schon zeigt, und wir wollen nur hoffen, daß unsere trefflichen Wahlausffchten für den großen Reichstagskamps vom nächsten Jahre nicht durch neue Streitigkeiten innerhalb der Partei verdorben werden. Denn was können wir in der Gesamtpartei mit den Badenser Sündern machen? Wir können sie nicht absetzen und nicht ausschließen, auch wenn sie sich in der Tragweite von ein paar gescheiten Ministerworten wieder einmal gründlich irrten. Wir können sie nur wirksam zu belehren suchen und den badischen Arbeitermassen helfe«, ihre Fraktion zu be- lehren und sie zurückzurufen von Wegen, die weitab vom Klassenkampf führen, dieser Lebens- effenz unserer ganzen Bewegung.' Eine demokrattsche Stimme. In der letzten Nummer des»Freien Volks' beschäftigt sich Dr. B r e i t s ch e i d mit der Budgetfrage. Er polemisiert gegen Artikel des Dr. Ouessel und Dr. Maurenbrecher, die für ein Zusammengehen mit den Liberalen und für den»Groß- block" eintteten und sagt: Die Auffaffung der beiden Revisionisten über die Politik der liberalen Parteien ist, wovon sie sich inzwischen am Ende schon selbst überzeugt haben(?), falsch. Aber man kann schließlich unter allen Umständen die Warnung gelten laffen, die Sozialdemokratte möge nicht durch Ungeschicklichkeitrn oder überflüssige Provokationen die Stimmung im Lande ungünstig beeinfluffen, und eS fragt sich nur, ob die Artikelschreiber recht hatten, sie so ausschließlich an die Adresse der sogenannten Radikalen oder, wie sie Ouessel törichterweise zu bezeichnen beliebt, der.Sozialrevolutionäre' zu richten. Wenn jetzt wirklich, was ein gütiges Geschick verhindem möge. in Magdeburg die Tragikomödie von Dresden eine neue Aufführung erlebte, so müßten doch wohl auch die Männer der»Sozialistischen Monatshefte" zugeben, daß der andere Flügel der Partei dafür zum mindesten nicht allein verantwortlich zu wachen wäre. Den Anstoß hätten die Badener Genossen gegeben, deren Taktik den Revisionisten doch als vorbildlich erscheint. Und wenn der Partei- tag vorübergeht, ohne daß die Auseinandersetzungen einen die Partei auf» schwerstr schädigenden Verlauf nehmen, so werden auch die Maurenbrecher und Ouessel nicht umhin können, den»Sozial- revolutionären" ihre ganz besondere Anerkennung a u S z u sprechen. Mit dieser Feststellung ist durchaus kein Urteil über die Budget- frage im allgemeinen und die Gründe der Badener im besonderen abgegeben. Hier handelt eS sich zunächst nicht darum, ob die Be- willigung der Budgets durch die große Mehrheit der sozialdemo- kratischen Fraktion im badischen Landtag mit höheren politischen Er- wägungen zu rechtfertigen ist, sondern darum, daß sie im Wider- spruch mit dem ParteitagSbeschluß von 190Z erfolgte. Der„SorwäriS, und die, die auf seiner Seite stehen, befinden sich absolut im Recht, wenn sie sich über die Nichtachtung der Beschlüffe entrüsten, die nicht etwa in einer Laune, sondern nach langen und eingehenden Debatten zustande gekommen sind, und die Position deS Abgeordneten Frank und seiner Freunde wird dadurch sicher nicht günstiger, daß sie den Vorwurf eines schweren Verstoßes wider die Disziplin, ohne die nun einmal keine Partei existieren kann, auf sich nehmen müssen. Denn sie werden wohl kaum den Versuch machen, die Resolutton 126, die jeder gegnerischen Regierung das Staatsbudget bei der Gesamt- abstimmung verweigert sehen will, in ihrem Sinne umzudeuten. Für die Einschränkung aber, die die Bewilligung zuläßt, wenn die Ablehnung die Annahme eines für die Arbeiterklasse ungünstigereü Budgets zur Folgen haben würde, sind im vorliegenden Fall die Voraussetzungen nicht gegeben. Nun läßt sich nicht leugnen— und hoffentlich finden sich auch die Gegner der süddeutschen Taktik zu diesem Zugeständnis bereit— daß die Karlsruher Fraktion sich in einem schwierigen Dilemma be« fanden hat. Rücksichten auf die Disziplin und Rücksichten auf die polittsche Ueberzeugung lagen miteinander im Kampf... Jedoch auch alles dies zugegeben, ist die Abstimmung der badischen Sozialdemokraten in hohem Matze bedenklich, weil sie die Probe auf die innere Festigkeit der Partei und die Toleranz des radikalen Flügels in einem Zeitpunkte macht, wo nach Lage der Dinge gar zu viel auf dem Spiele sieht. Und ob die sachlichen Gründe, die die Karlsruher ins Treffen zu führen vermögen, ausreichen, um einen so folgenschweren Schritt zu rechtfertigen, ist nach dem, was bisher bekannt wurde, zu bezweifeln. Herr Frank bat in seiner Erklärung selbst zugestanden, daß die politische Gleichberechtigung der Sozialdemokratie in Baden noch immer versagt set, und das allein ist schon ein wertvolles Argument für diejenigen, die die Zustimmung zum Budget als wider die Grundsätze der Sozialdemokratie verstoßend verurteilen.... Dann werden die allgemeinen Gründe für und gegen Budgetbewilligung erörtert und schließlich folgender Schluß gezogen: Das alles find Gründe, die dafür sprechen, die Sache nicht gar zu prinzipiell zu nehmen. Auf der anderen Seite wird jede oppositionelle Partei gut daran tun, nur im äußersten Falle auf die Ablehnung des Etats zu verzichten und sich vor allen Dingen nicht etwa durch die Phrase ein- schüchtern zu laffen, die Budgetverweigerung bedeute die Regie- rung des Staates. In parlamentarisch regierten Ländern fällt eS der Opposttton nicht ein, den herrschenden Parteien die Mittel zur Fortführung ihrer Herrschast zu gewähren, und niemand denkt daran, ihr deswegen die Staatsgestnnung abzusprechen. Warum sollte man sich in Deutschland nicht auf denselben Standpunkt stellen können? Wenn eS den Liberalen mit ihrer Abneigung gegen die schwarzblaue Regierung deS Herrn von Bethmann Hollweg Ernst wäre, so müßten sie im Reichstage, so gut wie die Sozialdemokratie, das Budget ablehnen. DaS wäre, so lange sie die Minderheit bilden, auch nur eine Demonstratton. Ganz gewiß. Aber im politischen Leben haben auch solche Demonstrationen ihre Bedeutung. Genau so gut, wie schließlich Reden und Artikel ihre Bedeutung haben. Sie dienen der K l ä r u n g. Wrzehvte ordentliche Generalversilmmlung des Deutschen Tabakarbtiterverbandts. Die diesmalige Tagung des Tabakarbeiterverbandes findet vom 18. bi» 23. Juli im Braunschweiger Gewerkschafts» Hause statt. Während seiner dreijährigen Geschäftsveriode erzielte der Verband«ine Einnahme von 2 178 289. eiste Ausgabe von 1919 462 M.; das Vermögen stieg von 76 364 auf 334 191 M. Die Mitgliederbewegung zeigt folgenden Gang: Schluß 1906: 32762, 1907: 29 922, 1908: 23317, 1909: 3 2 6 2 9. ES geht also wieder aufwärts, ttotz der verzweifelten Situation, die die Tabakbranche durchzumachen hatte. Die jetzige Mtgliederzahl ist auf zirka 460 Filialen verteilt! über 16000 weibliche Mitglieder' sind vorhanden. Der Verband zahlte an Unterstützungen: An Rechtsschutz........' I 8 459 M. » Streik- und Gemaßreaelteuunterstützung 485 981» » Arbeitslosen- und Notstandsunterstützung 116 262» » UmzugS- und Fahrgeldunterstützung.. 23 364» . Kraulen- und Stervemtterstützung.. 604 210„ Summa 1237 766 M. Im Jahresbericht für 1909 wird in einem besonderen Kapitel ausgeführt, wie sich angesichts der Tabaksteuerpläne der Regierung nicht nur eine umfangreiche Tättgkeit für den Verband ergab, sondern wie nach Annahme des Gesetzes der verband auch bedeutende Summen für Arbeitslosen« und RotstandSunterstützung verausgaben mußte, um der allgemeinen Not zu steuern. Die Arbeitslosigkeit unter den Tabakarbeitern hat einen bedenklichen Grad erreicht, am schwersten wurde die nordwestdeutsche Zigarren- industrie gettoffen. Die vom Reichstag ausgeworfene Summe von 4 Millionen Mark genügte bei weitem nicht, um die Not und das Elend der durch die Tabaksteuer arbeitslos gewordenen Tabak« arbeiter zu lindern. Auch die schofle Rolle der Z entr um Sp artet bei der Tabak- steuerftage wird in dem Bericht aufgedeckt und nachgewiesen, daß selbst.christliche" Gewerkschaftsführer als Handlanger des Zentrums zu Verrätern an den Tabakarbeitern wurden. Bon den zu führenden Lohnbewegungen waren LngriffSbewegungen ohne Streik 375 mit 24779 Beteiligt« Abwehrbewegungen Aussperrungen mit ohne mit 81 69 62 10 2 939 8039 2 463 1862 Insgesamt 677 86 077 Im Bericht für 1909 wird angekündigt, daß versucht werden soll. die Konsumenten und Abnehmer von Tabaksabrikaten. namentlich die Konsumvereine, zu bewegen, nur aus solchen Tabakfabriken ihren Bedarf zu decken, in denen die Forderungen der Tabakarbeiter an- erkannt sind. Allen Mitgliedern deS Verbandes wird zur Pflicht gemacht, sich der Genossenschaftsbewegung als laufende Mitglieder anzuschließen. Die Tagesordnung der Generalversammlung umfaßt außer der Berichterstattung der letzten Geschäftsperiode noch die Punkte: Reichsversicherungsordnung und Mtnimallöhne und Tarifverträge in der deutschenTabakindustrie. — Zur Aenderung der einzelnen Paragraphen deS Statuts liegen 173 Anträge der Zahlstellen und des Vorstandes zur Beratung vor. Mögen die Beschlüsse der Generalversammlung dazu beitragen, dm Verband immer mehr zu emem achtunggebietenden Faktor zu machen, der die ihm gewordene Aufgabe, die wirtschaftiichen Interessen der Tabakarbeiter zu schützen und zu fördern, immer wirkungS- voller erfüllen wird._ Huo Induftric und RandcU Hinter den Kulissen des Großkapitals. s. L. Reklame und Propaganda bilden bei jedem Geschäfts. unternehmen einen beträchtlichen Teil der Betriebskosten; bei manchen übersteigt er die Kosten der Produktton selbst. DaS liegt im Wesen unserer Konkurren zun rischaft begründet und ist an sich nichts Verwerfliches. Anders wird eS, wenn e» sich darum han- delt, Waren, die von der unabhängigen Wissenschaft in steigendem Maße als gesundheitsgefährlich und sonst bedenklich gekennzeichnet werden, dem unliminseR AcklikW als harmlos anzupreisen, zil- m®Efm Las tfnht IrrcfMrenLK» Etikett utÄ» unker Mißbrauch tes Ansehens der Wissenschaft geschieht. Daß es auch in diesen Killen dem zahlungsfähigen Auftraggeber nicht an Arbeits- Kill igen fehlen wird, ist von vornherein klar; nicht minder auch. «B darunter Leute sein werden, die für gutes Geld jeder Zweifel- iisten Ware den Stempel, ihrer„Wissens chaftlichkeit" aufdrücken. Ein lehrreiches Beispiel liefert an Hand urkundlicher Mate- Nils Gen. Davidsohn in einem unter dem Titel:„Das Btaukapital und seine Knappen. Dokumente und Tasachen" soeben im Verlage des deutschen Arbeiter-Abstinenten- butdes erschienenen Schriftchen, das die dunklen Untergründe des von. den Alkoholinteresscnten gegen die wachsende alkoholgegnerische Belegung geführten Kampfes schlagend beleuchtet. Wir erfahren da, sie mit Hilfe des eigenartigen„Journalisten" K i r ch h o f f ssder auch mit einem russischen Geheimagenten in inniger Fühlung stand) von 1904 bis 1906 unter dem Titel:„Medi- zinisäe Wjochenblätter",„Das Leben",„Medizinische Volksblätter" Zeitschristen ins Leben gerufen wurden, die unter unab- hängt�r Flagge tatsächlich der geschäftlichen Empfehlung der AI- koholpvdukte dienten und sich dazu als Hauptmittels der ge- MschiSl Wiedergabe von Interviews hervorragender Medizin- professrren bedienten. Wir hören von dem gegen beamtete Alkohol- gegner in Szene gesetzten Terrorismus unter näherer Be- leuchtu�g der Fälle des Schularztes Dr. Goldfeld in Schöneberg und des Regierungsrats Ouensel in Köln. In großem Maße aber und intter hervorragender Mitwirkung zweier„Männer der Wissenschist" wurde die Aktion des Mkoholkapitals erst in neuester Zeit einDleitet. Nach dem Vorgang des Reichs-WahrheitsverbandeS wurde ev Allgemeiner deutscher Schutzverband gegen die Ueber- griffe den Abstinenzbewegung gegründet, der vornehmlich mit„be- lehrenden" Korrespondenzen für die Presse arbeitet, auch die Be- Hörden ai�eht und sich als Fachmanns des Berliner Spezialarztes Dr. Sternberg bedient, der schon vor IM Jahren den im„Abstinenten Arbeiter" erhobenen Vorwurf, ein„Sendling und Werk- zeug des Aroukapitials" zu sein, dessen„Wissenschast" von diesem Kapital gelingen sei, ruhig auf sich hat sitzen lassen. Er mußte. Die Broscfßre gibt in getreuer Nachbildung eine Depesche des Breslauer ChmiereidirektvrS Haase wieder, aus der die lebhafte Geschäftsverbindung dieses ArzteS mit dieser Art Kapitals deutlich hervorgeht.(Es wird übrigens interessant sein, zu erfahren, wie daS neuerdings so reizbare Ehrgefühl der Aerzteorganisa- tion sich vrit diesen Geschäften eines Arztes mit Kapitalisten und Erzeug vru gesundheitsschädlicher Stoffe abfinden wird.) Das ■letzte Glied ist bisher die im Frühjahr dieses JahreS gegründete Deutsche Wrauer-Union. Von ihrer Entstehung und bis- cherigen WirSamkeit erfahren wir die interessantesten, auch politisch chochwichtigen Einzelheiten. Hier tritt auch der vielfach bekannte G e- cheim« Reg»ierungsrat Prof. Dr. Max Delbrück, zu- gleich StaatZbecnnter und Jnteressentendertreter. Mann der Gärungswisseisschaft und praktischer Förderer des Genusses der ge- gorenen Getränke, auf den Plan. Die Branntweinbrennereien, deren speziellen Sachwalter dieser deutsche Gelehrte ist, haben näm- lich gleichfalls den Kampf für das heiligste Gut der ungestörten Al- koholisierung ihres deutschen Volkes aufgenommen. In der be- kannten, durch den Besuch von 7 R eg re r ung sv e rtr et e r n ausgezeichneten 57. Generalversammlung des Deutschen Spiritus- fabrikantenverehrS vom 26. Februar 1999 teilte er mit, daß die Schnapsbrenner international gegen die Abstinenzleute vor- gehen wollen dupch Errichtung einer Ernährungsphysiologischen Ab- teikung, für die jährlich 20090 M. zur Verfügung ständen. Die Ergebnisse dkser„Ernährungsphysiologie" kennt man also von vornherein— atwa wie bei der„wissenschaftlichen Theologie" unserer Universitäten oder dem von den Scharfmachern geplanten Ehrend er gschch, Seminar für«exakte WrtschaftSforschung". Mit diesen Brennen will die Brauer-Union zusammenwirken, weil — so erklärte Direktor Funke von der Berliner Schultheiß-Brauevei in der am 23. Apsil im Hotel Adlon zu Berlin abgehaltenen Ver- treterdersammkung des Brauereigewerbes—„auf selten der Brenner der größte Einfluß in parlamentarischer Beziehung liegt". Auch dort erscheint Delbrück wieder auf dem Plan, um allen Gärungsgewerben kie Ausnutzung ihrer besonderen Bezie- Hungen zu Abgeordneten(die man aus allen Parteien als Befürworter sucht) zu empfehlen. Eine Partei war gleich am Platze: Herr Dr. Müller-Sagan von der Fort» schrittlichen Vo�kspartei(zu deren Führern auch der Berliner Schnaps fabrikant und Landtagsabgeordnete Schulz ge- hört) begrüßte den enrrgischen Kampf der Brauer gegen die Anti- alkoholbewegung. Er ist Syndikus des Vereins der Brauereien Berlins und Umgegend. Am 28. Mai tagt tvr Gesmntvorstmrd der Brauer-Union. Dort wird mitgeteilt, daß bereits 430 Brauereien angeschlossen seien. Man rechnet auf den Anschluß auch der übrigen und dann mit einem GründungSfondS von 75 000 und jährlichen Beiträgen von 90 000 M. Die Zlgitatic« soll nach dem Mu st er des Bundes der Landwirte betrieben. Einfluß zugleich auf das Parlament und die Wähler gesucht werden. Auch staatliche und Gemeinde- behörden(darunter ivr Eisenbahnminister und der Berliner Polizeipräsident), die enhjegen dem Wunsche der Alkoholinter- essenten ihre Amtspflicht gaübt haben, sollen— nach dem berühmten Muster der„Deutschen Tchreszeitung"— bekehrt werden. Man will sich beruftn auf den Mnisterialdivektor Timm, der bei den Verhandlungen über das Braufteuergesetz die Förderung der Brauerinteressen durch die Regierung versprochen habe. Besonders interessant ist auch, daß man' zwar mit den Brennern gemein- same Sache machen, jedoch lH?ch außen hin selbständig und unab- hängig auftreten will, damit die Oeffentlichkeit vom Zusammen- gehen mit de« Junkern nichts erfährt. Man fürchtet sonst vor allem einen Konsumrückgang uvrtcr der Arbriterbevölkerung. Sonst war noch interessant Hie Behandlung der Frage, ob man den bevorstehenden Abstinew tentag in Augsburg und die Tagung der OrtSkrankenkienkassen in RegenSburg be- schicken solle. Vom ersteren saih man ab, da man schlecht abzu- schneiden fürchtete,„zmnal da die Abstinenten eine ganze Zahl tüch- tige. ernst zu nehmende Redner lhiUen".— Dr. Delbrück hatte statt dessen die Saa la b t re i ch u ng und das Versamm» lungssprengen empfohlen. Den Ortskassentag, auf dessen Tagesordnung die Alkoholbekämpfuing stand, wollte man beschicken �(man habe es dort nur mit mangelihaften Rednern zu tun. die mit einem speziell auf die Bekämpfimg.der Alkoholgegner eingedrillten Redner nicht mitkommen könnten Ö. Geschehen ist es nachher doch nicht. Geplant ist weiter eine Agitattion durch Flugblätter und Redner, wobei überall der geschäftlchhe Zusammenhang mit den Interessenten sorgsam geheimgeh»rlten werden soll. Das Schriftchen, das auch sonst interessantes Material bietet. liefert somit eine Reihe dokumentaristh begründeter Beiträge zu unserem WirtschaftSgetriebe und zun Politik der bürgerlichen Klassen, an denen niemand, der das Verständnis für die geheime KebenStätigkeit des Kapitalismus gewinchen will, vorübergehen darf. " WarenhauS-Eigenprobuktion in Amerika. DaS große Chicagoer Warenhaus Marshall Field u. Co. hat ihn Staate Carolina sieben Textilfabriken mit einem Personal von xiuich fifiOO Müschen Jini p Millionen Dollar Umsatz eavorbea. Gerichts-Zeltung, 1 Fahrlässige Tötung durch einen Lehrer. Das Oberverwaltungsgericht hat dieser Tage endlich einmal einen zugunsten eines Lehrers von der Regierung erhobenen Kon- flikt zurückgewiesen. Wegen fahrlässiger Tötung zweier Schüler war der Mittelschul. lchrer Giese, damals in Thorn, auf Grund des folgenden Sachver- Halts angeklagt worden. Aus Wunsch seiner Schüler aus der Turn- klaffe ging G. am 7. August 1908 mit ihnen zum Baden in der Weichsel. Er hatte noch seinen Schwager und einen Hilfslehrer bei- sich. Die von ihm ausgesuchte Badeftelle wurde durch zwei Weiden- büsche abgesteckt. Er crmahnte die Schüler auch streng, nicht dar- über hinaus zu gehen. Es waren etwa 70 Teilnehmer. Die Schüler beachteten zum Teil nicht die Mahnung Gieses. Obwohl er sich Mühe gab, sie in Räson zu halten, gelang es ihm nicht. Während er nach links ging, um einige Knaben zurückzurufen, die dem Hilfs- lehrer nach ins Tiefe schwammen, kamen rechts welche, die zu weit gegangen waren, in Lebensgefahr. Einen rettet« ein Drechsler» meistcr. Einen andern, der unterging, konnte Giese, der zu Hilfe eilte, nicht retten, auch nicht durch Tauchen. Später stellte sich her- aus, daß noch ein Schüler spurlos verschwunden war. Die Leichen beider wurden nachher aus der Weichsel gezogen. Die Fahrlässig- keit des Lehrers sei, so machte die Staatsanwaltschaft geltend, in folgendem zu sehen: Die Badestelle sei von früheren Bädern her Giese bekannt gewesen. Es hätte ihm auffallen müssen, daß Hoch- Wasser herrschte und Gefahr verhanden war. Vor allem aber hätte er sich sagen müssen, daß die Vorsichtsmaßregeln nicht ausreichten. Wegen der Lebhaftigkeit der Knaben und wegen ihrer Unfolgsam- keit hätte er sich dies sagen müssen. Es hätte ihm auch klar sein müssen, daß das Baden in der freien Weichsel infolge der Strom» schnellen und des dadurch bedingten Wechsels der Tiefe mit Lebens- gefahr verbunden sei. Die Regierung in Marienwerder erhob, bevor es zur Verhandlung kam, zugunsten GieseS den Konflikt. Wenn der Lehrer die Knaben zum Baden führte, so habe er eine Amtshandlung aus- geübt, denn das Baden sei hier an Stelle des planmäßigen Turn- Unterrichts getreten. Eine Ucberschreitung seiner Amtsbefugnisse oder eine Unterlassung einer Amtshandlung falle ihm aber nicht zur Last. Er hatte die nötigen Vorsichtsmahregeln getroffen. Wenn sich die Schüler nicht an seine Weisungen hielten, falle ihm das nicht zur Last. Da es sich um Knaben im Alter von 12 bis 14 Jahren Handelle, hätte er annehmen können, daß seine Maß- nahmen genügten. Das Obervcrwaltungsgericht verwarf den Konflikt der Regie- rung, so daß dem Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung wei- tere Folge zu geben ist. Begründend wurde ausgeführt: Der Rek- tor der Stfrnle habe den Beschuldigten ans eine Stelle in der Weichsel aufmerksam gemacht, wo das Baden polizeilich genehmigt sei. G hätte sich erkundigen müssen, wo die Stelle sei. Das habe er nicht getan. Er habe so grob fahrlässig gehandelt, zumal hohes Wasser war. Er hätte unter allen Umständen nur baden lassen dürfen, wo es polizeilich erlaubt gewesen sei. Er habe eine große Verantwortung gehabt, da ihm das Leben von 79 Knaben anvertraut gewesen sei. Zu wünschen wäre, daß das Oberverwaltungsgericht in den weit schwerer liegenden Fällen der Ueberschreitung des Züchtigungsrechts durch Lehrer bald eine ähnlich ablehnende Hallung gegenüber Kompetenzkonfliktserhebungen der Regierungen ejn- nehmen möchte._ Vermischtes. Schwere Silcnbahnhatartropheti. In Littenweiler sind, nach einer Meldung aus Frei- bürg i. Br., Sonntagabend 7 Uhr die drei letzten Wagen des mit Verspätung von Höllenthal kommenden, dicht besetzten Personenzuges infolge zu früher Weichenstellung entgleist. Der erste Wagen stellte sich quer über das Gleis, der zweite wurde umgeworfen, der dritte blieb innerhalb der Gleisanlagen stehen. Die Decke des nmgelippten Wagens mußte abgehauen werden, um die Passagiere zu besteien. Fünfzehn Personen sind zum Teil schwer verletzt. Sie wurden durch- Sanitätsmannschaften in das Freiburger Spital gebracht. Die AuftäumungSarbeiten wurden fo- fort in Angriff genommen. Bei Purkersdorf(Oesterreich) entgleiste gestern nachmittag ein Personenzug: zwölf Passagiere wurde» mehr oder weniger schwer verletzt. Wie ein Telegramm auS Melbourne meldet, stieß der Expreßzug Brighton— Melbourne mit einem auf der Station Richmond haltenden Zuge zusammen. Beide Züge waren dicht besetzt. Drei Wagen wurden zertrümmert. Acht Personen wurden getötet und dreißig verletzt. m Unfall auf einer Einschienenbah«. Ein Zug der Einschienenbahn, der die Verbindung zwischen Baxton und City Island herstellt, ist, nach einem Tele- gramm aus New Aork, Sonntag mittag entgleist. ES war dies der erste auf dieser Linie verkehrende Zug; er war von ca. 100 Personen besetzt, von denen 15, darunter einige schwer, verletzt wurden. Der Unfall ist auf den Bruch eines Kabels zurückzuführen. Nach einer anderen Meldung wurden sämtliche Insassen unter dem umstürzenden Wagen begraben. Alle 100 Personen sollen ver- letzt worden sein.— Obwohl in dem Wagen nur 49 Personen fahren durften, hat man über die doppelte Zahl mitfahren lassen. Die Ursache des Unglücks ist denn auch in der sträflichen Ucberladung deS Wagens zu suchen._ 123 Stunden lebendig begraben. Die am Dienstag voriger Woche verschütteten beiden Bergleute auf der Zeche„Prinzregent" bei Bochum, sind Sonntag nachmittag drei Uhr nach den größten Anstrengungen und Aufopferungen ihrer Kameraden lebend geborgen worden. 123 Stunden waren sie in der Grube. Die Stelle an der sie sich befanden, war ziemlich geräumig. An den beiden ersten Tagen hatten sie noch Licht durch ihre Grubenlampen, den Rest der Zeit befanden sie sich in tiefster Finsternis. Die Geretteten waren natürlich völlig ermattet, weshalb sie zunächst nach dem Krankenhause verbracht wurden. Unwetternachrichten. Eine wilde Panik entstand Sonntagabend in Heidelberg während der Schloßbeleuchtung. Als ein furchtbares Unwetter ein- setzte, floh die nach Tausenden zählende Volksmenge nach der alten Neckarbrücke. Durch das entstandene Gedränge wurden einige Kinder getötet. Verschiedene Kinder und Erwachsene wurden heute Polizei- lich als vermißt gemeldet. Wie verlautet, sollen sie bei dem Ge- dränge in den Neckar gefallen sein. Bern, 18. Juli. Infolge eine? heftigen Gewitterregens durchbrach gestern abend die Gyronne in der Nähe von Bex im Kanton Waadt ihre Dämme und riß zwei Brücken und zwei Säge- mühlen weg. Zwei Feuerwehrleute sind bei den Rettungsarbeiten ertrunken. Dortmund. 18. Juli. Das fürchterliche Unwetter, das gestern abend einsetzte und bis in die heutigen Morgenstunden hinein an- hielt, hat stellenweise ungeheuren Schaden angerichtet. In fast allen Teilen der Stadt steht das Wasser stellenweise einen Fuß hoch und darüber. SS ist in die Keller und tiefer gelegene Wohnungen eingedrungen, fo daß die Feuerwehr requiriert werden mußte. Die Feuerwehr war die ganze Nacht hindurch in den Straßen tätig. Dazu kam, daß in einer der belebtesten Straßen das Hauptrohr der Wasserleitung platzte, so daß sämtliche Häuser überschwemmt wurden. In dieser Straße drohen einige Häuser einzustürzen, da das Wasser die Mauern unterspült. Unersetzlichen Verlust hat das Unwetter an den Feldsrüchten und der Emte angerichtet. Brüssel. 13. Juli. Heftige Gewitter sind gestern und heute über Belgien niedergegangen, die großen Schaden angerichtet haben. Die Guyonne ist über ihre Ufer getreten. Verschiedene Dämme sind durchbrochen worden, u. a. ein solcher von mehreren tausend Metern Umfang. Die Feuerwehr ist damit beschäftigt, die Dämme wieder herzustellen. Bei den HerstellungSarbeilen sind heute früh zwei Feuerwehrleute ertrunken. Mehrere Fabriken stehen unter Wasser. Zwei junge Mädchen waren auf einer Insel vom Lande abgeschnitten._ Aus der besseren Gesellschaft Dresdens. Die Dresdener Skandalaffäre, über die wir bereits in der Sonnabendnummer des„Vorwärts" berichtet, zieht immer weitere Kreise. Wir erwähnen noch folgende Einzelheiten. Der Inhaber des berüchtigten„Massage-Jnstituts", der„Kaufmann" Kämpf, kam erst Anfang dieses Jahres aus Oesterreich nach Dresden, um zunächst im kleinen ein„Maniküre- und Massage-Jnstitut" zu eröffnen. Das„Geschäft" nahm bald größeren Umfang an und Kämpf mietete alsbald eine komfortable Etage auf der Struvestraße inmitten des Fremdenverkehrs. An Kundschaft fehlte es nicht. ES stellten sich Perjonen beiderlei Geschlechts ein und ohne daß die Nachbarschaft es merkte, wurden in den elegant ausgestatteten Räumen die tollsten Orgien getrieben, wobei nicht selten der Sekt in Strömen floß. Die„Kundschaft des„MassageinstitutS" setzte sich fast nur aus distinguietten Herren zusammen, die aber meistens den Fremdenkolonien angehörten. Aber auch mehrere Angehörige der besten Dresdener Gesellschaft sind stark kompromittiert. Auch ein bekannter Professor der Musik gehörte zu der Stammkundschaft deS Kämpfschen Instituts. Die Rendezvous im„Kämpfschen Institut" fanden nachmittag« oder abends statt und die großen Spiegelfenster waren stets verhängt. Rur einmal hatte man diese „Vorsicht außer Acht gelassen' und dies wurde der Gesellschaft zum Verhängnis. Man hatte von der Straße her an den Fenstern eine Szene, in der die Nacktheit eine Nolle spielte, beobachtet. Die Kriminalpolizei wurde benachrichtigt und nach mehrtägiger Beobachtung gelang es, da« ganze Liebeslager aufzudecken. Mehrere Polizisten drangen in die verschlossene Wohnung und überraschten eine große Gesell- schaft inmitten der tollsten Orgien. Drei ältere bekannte reiche Herren und zwei„Damen" wurden mit samt dem Kämpfschen Ehepaar in mehrere Droschken verladen und sofort dem Untersuchungsrichter zur Feststellung der Personalien und des Tatbestandes vorgeführt, dann aber wieder entlassen. Die Kriminalpolizei machte hierauf noch ver» schiedene Feststellungen. Die Wohnung des Ehepaares Kämpf wurde noch weiter beobachtet und nachdem das Nest bereits mehrere Tage ausgenommen war, stellten sich»och immer neue„Kunden", ältere Herren der besseren Gesellschaftskreise ein, die aber zu ihrer nicht geringen Bestürzung statt von weichen Frauenarmen von der schwieligen Faust des Polizisten begrüßt und dann vernommen wurden. Der Zutritt zu den Kämpfschen Salons war übrigens nicht jedem ge- stattet. Jeder Besucher hatte ein„Eintrittsgeld" von 6 M. zu ent« richten. Mehrere der an der Skandalgeschichte beteiligten Ausländer haben Dresden schleunigst verlassen. Der Inhaber des„Salons Kämpf" hat sich bekanntlich im Untersuchungsgefängnis erhängt und ist bereits in aller Stille begraben worden. Die Polizei beobachtet zurzeit noch ein anderes„Massage« und SchönheitSpflege-Jnsttwt" in unmittelbarer Nähe der Prager Straße. Auch dort werden seit Jahr und Tag tolle Orgien gefeiert. Hier tst eine Oesterreicherin Inhaberin des„Salons", die ihre Menschenware aus Wien bezieht. Blutige Familientragödieu. In VerbierS spielte sich gestern abend eine furchtbare Familientragödie ab. Eine Frau tötete in einem Anfalle von Schwermut ihre sechzehnjährige Tochter und beging dann Selbstmord. Als der Gatte am Abend nach Hause kam und Frau und Tochier in ihrem Blute als Leichen vorfand, mußte man ihn mit Gewalt ver» hindern, ebenfalls seinem Leben ein Ende zu machen. D Der PostamtSdiener Molnar in B n d a p e st hat gestern früh feinen fünf Kindern den Hals mit einem Rasiermesser durchschnitten und sich selbst tödliche Verletzungen beigebracht, so daß er sterbend in das Krankenhau» gebracht wurde. Als die Frau in die Wohnung zurückkehrte, wurde sie vor Schmerz wahnsinnig. In einem hinterlassenen Schreiben gab Molnar als Grund seiner Tat an, daß er seine Familie mit einem Monatsgehalt von 60 Kronen nicht erhalten könnte. Seit einigen Tagen häufen sich in England die sogenannte» Kapitalverbrechen. Nach dem geheimnisvollen Verschwinden einer Frau ssCrippen hat gestern in N e w c a st l e ein neunzehnjähriger junger Mensch, der zu kurzem Besuch im Elternhause eingetroffen war, seine dreijährige Schwester mit einem Rasiermesser ermordet und seinen Hinzukommenden Vater durch einen Rcvolverschuß niedrr- gestreckt. Dann tötete sich der junge Mörder selbst. Kleine Notizen. Ueberfahre». In Perlach(Bayern) wurde gestern Nachmittag ei» Milchfuhrwerk von einem Personenzug überfahren. Der Ober- schweizer Strobl, seine beiden Kinder und daS Pferd wurden getötet. Schiffsuntcrgang. Nach einem Telegramm auS Paris ist eine Schaluppe des FlußbooteS„Lagradiere", welche den Dienst zwischen Saigon und Melon versah, stromabwärts bei Lorang» Prabang untergegangen. 3 Offiziere und 3 eingeborene Matrosen sind be? dem Unglück ertrunken. Die Leichen konnten bis jetzt noch nicht geborgen werden. TyphuScpidcmie. Die BauchtyphuSepidemle nimmt in Budapest immer größere Dimensionen an. In den letzten 48 Stunden sind 54 Neuerkrankungcn zu verzeichnen gewesen. Die Epidemie wird durch unreifes Obst, schlechte Milch sowie durch ein nicht einwandfreies Wasser gefördert. Bisher ist es den Sanitäts- behörden nicht gelungen, den Herd der Epidemie einzu» dämmen. DaS gelbe Fieber. Unter den Truppen deS Präsidenten Madriz ist das gelbe Fieber ausgebrochen. In Bluefields Bluff sind viele Todesfälle vorgekommen. Abgestürzt. Auf den Bnichfeldern der Laztzhütte bei Beuthen stürzte» zwei Schulknaben einen steilen Abhang hinab in einen tiefen Teich. Beide Kinder ertranken.— Beim Edelweißpflückcn am Penegai ist gestern ein Tourist Franz Dersac auS Kissingen abgestürzt: er war sofort tot. Doppclsclbftmord. Montagvormittag beging ein noch recht jugend- licheS Liebespaar in einem Hause der Großen Wollweberstraße in Stettin einen Doppelselbstmord, indem es sich mit Zyankali ver» giftete. In einem zurückgelassenen Abschiedsbricse bitten die beiden Lebensmüden um ein gemeinsames Grab. Bon der Cholera in Rußland. Die Stadt Tiflis ist für choleragefährlich, das Gouvernement Tiflis und die Wolga von Nishnijnowgorod bis Astrachan sind für cholerabedroht erklärt worden. FeuerSbrnnst. Auf den Navhtawerken von Schibajew sind nach einer Meldung aus Baku 800 000 Pud Oel und Petroleum in Brand geraten. DaS Feuer ist auch ans die Werke der Kaukasischen Gesellschaft übergegangen, wo ein Reservoir ausgebrannt ist. DaS Feuer wütet weiter. Sozialdemokratischer WaiilTerelii für den 4. Berliner Reichstags-Valilkreis. Köpenicker Viertel. (Bezirl AS. Teil II) Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Genosse, der Tischler �.SUIS vonnvn Sorauer Str. IL gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. Juli, nach. mittags 5 Uhr. von der Halle des EmmauS> Kirchhofes, Hermann« strage, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Lese- und Diskutierklub „Süd-Ost". Allen Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, das! unser Mitbegründer und treues Mitglied, der Tischler I�ouis Donner gestorben ist. Ehre feinem Andenken l Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle deS EmmauS- KirchhoseS auS statt. Der Vorstand. Nach schwerem Leiden enlsidltcj am SonMag, den 17. d. M., mein lieber Mann, unser guter Vater, der Tischler L,oiii8 Donner. Di« trauernden Hinterbliebenen .Ajm» Donner geb. Stenschke und Kinder. SozlaldemoMcherMereln des 6. Berl. Reichstags-Vahlkrelses. Todes. Anzeige. Am 16. Juli verstarb unser Mit» glied, der Gastwirt Wi\Mm Sauermann Anton straste 9. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, den 19. Juli, nach- mittag 4 Uhr, von der Leichen- halle des städtischen Friedhoscs in der Gcrichtstraste aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorst nnd. VerM der freien Gast- und Sebankvirte Deutseblaods. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Kollege Villielm Sanerbaam Antonstrabe 9(Bezirk 2) verstorben Ist. Die Beerdigung findet am DienStag, den 19. Juli, nach- mittags 4 Uhr, vom Trauerhause Antonstrab« 9 aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 7S/12 Die Ortsverwallung. Deutseber Holzarbeiter-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Bodenleger Vilbeim Sauermann am 16. Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am DienStag, den 19. Juli, nach- mittag» 4 Uhr, vom Trauerhause, Antonstr. 9, auS aus dem städ> tischen Friedhof, Gerichtstrabe statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Zentrai-KraiikeD-u.Sterl]ekasse der Zimerer Deutsehiands. (6, H. Sir. 2, Hamburg.) Am Sonnabend, den 16. Juli, starb das Mitglied Nübeim Sauermann. Die Beerdigung findet heute Dienstagnachmittag 4 Uhr vom Trauerhuuse, Antonstr. 9, auS statt. Um rege Beteiligung bittet Der Borstand. MdemekraüsebIabM Nieder-Barnim. Bezirk Lichtenberg. Am Freitag, den 15. Juli, ver- starb unser Mitglied, der Buch- drucken 14/7 krite Guhl Kreuhigerstr. 18. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am DienStag, den 19. Juli, nach- mittags 4 Uhr, vom Gemeinde- Friedhose in Marzahn aus statt. Absahr-t 31/. Uhr vom Bahnhos Lichtenberg-Friedrichsselde. des 8. Beri. Reichstags-Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 15. Juli verstarb unser Mitglied, der Schuhmachermeister llavl Friedrich Christin enstraße 7. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 19. Juli, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen« Halle des ZionS- Kirchhofes in Nieder- Schonhausen(Nordend) aus statt. 228/12 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstnnd. Stall besonderer Anzeige. Am Freitag verschied plötzlich infolge Gehirnschlages mein unvergeblicher Bruder, unser lieber Onkel, der Genosse, Schuhmacher- meister Karl friedrieb im 63. Lebensjahre. Dies zeigen tiesbetrübt an Emili« Kriening geb. Friedrich, Karl Schüler, Luise Schüler, Wilhelm Schüler. Die Beerdigung findet DienStag- nachmittag 4 Uhr von der Leichen- Halle des ZionskirchhofeS(Nordend) auS statt. 4h iDvaliden-Onterstütztingste d.Steindruekerg.Litbippben. Die Beerdigung des am 15. Juli verstorbenen Stein- druckcrS �lo�s Kondck� findet am Dienstag, den 19. Juli, nachm. 3 Uhr, vom Krankenhaus Moabit auS nach dem Katholischen Kirchhos in W-ibensee. Das Komitee. Danksagung. Für die beim Hinscheiden meiner lieben Frau, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante, Panline Karge erwiesene Teilnahme, sagen wir allen Verwandten und Bekannten unseren herzlichsten Dank. 235L Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die beim Hinscheiden metner lieben Frau bewiesene Teilnahme sag« ich allen Kollegen, Bekannten und dem Richterschen Quartett meinen herzlichsten Dank. R i x d o r f. Otto Posselt u. Sohn. Danksagung. Jür die viel bewiesene sreundschaft- liche Teilnahme sowie die zahlreichen Kranzspende» bei der Beerdigung meines leider zu fi'üh dahingcschiede- nen lieben, treuen Mannes, unseres wohlwollenden Vaters sagen wir aus diesem Wege dem Zentralverband der Maurer, dem Gesangverein der Maurer, den Mitgliedern der Bau Handwerker-Krankenkaste sowie dem Sozialdcmokr. Wahlvercin des 6. Berl. Wahlkreises unseren herzlichsten Dank. Witwe Klara Herforth 14b nebst Kindern. SesIoSeillgslfuells Kuß Teilzahlung Wüchentl. nur I Mar» Herren- und Damenuhren, Ketten, Wand- und Stand- i uhrtii, 6rtro-l mophone, � ZHhern und alle Moelkware«. Juhreft König, Warschauer Str. 6H, Belnlekendorter Str. 101, _ Göbenstr. 10. Berliner Ulk-Trio. Felix Schoner' 1 Stnlsuderstr 1 Ibanksagimg. . Für die uns anläßlich des Todes meines lieben | Mannes und guten Vaters, des Fabrikbesitzers Otto Blumenberg so zahlreich erwiesene Teilnahme sprechen wir| hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Berlin-Scböneberg, im Juli 1910. Erna Blumenberg geb. Brauwers 1 80/12 Otto Blumenberg:. »Sie wirkt säurebildend und anlt- eptisch, sie entsernt somit nicht blob ie Grund-, sondern auch die Ver- anlassungs- Ursache von Hautkrank- heilen-. So schreibt Herr Dr. med. W. über Ekzeme,• Furunkel Hautjucken usw. und deren Beseitigung durch Zucker's Patent-Medtzinal- Seife. A Sick, 50 Ps.(15°,.ig) und 1.50 M.(35°/.tg. stärkste Jorm). Dazugeh. Zuck-ub. Creme 75 Ps. und 2 Ä., serner Zückoob-Seife(mild) 50 Ps. u. 1.50»TTn Berlin in Behrens Drog.(Apoth. H. Krause), 'ranksurter Allee 120, O. Schultz, bausjeestr. 87, Hugo Schultz. Müllerdrog., Müllerstr. 166», Otto Binder. Prinzen-Allee 29, in Rix- dorf: Drogenhaus Bincent, so- wie in sämtl. Apoth., Drog. u. Parfüm. Nichts anderes ausreden lassen. ES gibt dasür keinen Ersatz I SJasffeßefmws wo ich all die hübschen Sachen herbekommen habe, will ich Dir jetzt verraten, liebes Männchen. Ich verwende nämlich seit einiger Zeit zu meiner Wäsche nur noch das echte hildiMiilfitiiulw„Goldperle" wo Jedes Paket so ein schönes und nützliches Geschenk enthält. Man achte beim Einkauf genau auf den Namen mGoläperlem und Schutzm. Kaminfeger.— Allein. Fabrikant: Carl Genin er, Göppingen. Kaulsdorf und Mahlsdorf. Nur 20 Pf..FahPtv.Zentnim Berlins, trotzdem billig, als weiterv.Berlin elegene Orte, wie Hoppegarten, buenhagen usw. Maß. Änzahlnng, längs. Hypotheken. Pläne gratis. Verkäufer ständig am Bhf. Manlsdort im Pavillon. J. Rieger, Gontardstr. 5. ooooooooo——— 60 Ps. 1.-M. 2,50. 1,50. Wir imtstehlen: Griebens Reiseführer. Buckow und Umgebung. 60 Ps. Dresden und die sächsische Schweiz....... 2,— M. Erzgebirge...... 2,—, Freienwalde und Eberswalde........ Harz(lleine Ausgabe).. (grobe Ausgabe).. Mecklenburg..... Oberdayern(Salzburg. Salzkammergnt)... 3,—, Oberspre«...... 50 Pf. Ostseebäder...... 2,—„ Potsdam und Umgebung 50 Pf. Rheinreise...... 1,502». Ricsengebirge(II. Ausgabe) 1,—. .(gr. Ausgabe) 2.50, Rügen........ 1,50, Sächsische Schweiz... 1,—, Schwarzwald(ll. Ausgabe) 1,—. (gr. Ausgabe) 2,50. Tirol........ 3,—. Ezptdltion des„Vorwärts", Berlin SW. 63. Lindensir. 69 (Laden). Sozialdemokratiseher Wahlverein für den 1Y. Berliner Reiehstagsvahlkreiä Dienstag, 1». Juli 1910, abends«'/. Uhr: Viedels-Versamtttlitngeii in den Lokalen: Elyfium, Landsberger Allee 40/41, Litfin, Memeler Straße 67, Boeker, Weberstraße 17, Graumann, Naunynstraße 27, Süd-Ost,-Waldemarstraße 75. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Vortrax. 2. Diskussion. 3. �Vski der Viertelsleitimgeiie Referenten sind die Genossen Bethk, Baumeister, Kloth, John, Louise Zieh. -— Mitglie da bu ch legitimiert!---------------- 219/10* Der VorsfantE» Dienstag. 19. Juli, abends 8'/- Uhr: 13! in folgenden Lokalen: : Obiglos?es!säle, Schwedter Straße 23/24. : Serolina-Testsäle, Schönhauser Allee 2Sl : Konzerihallen Süßmilch, Bornholmer Straße 7. : Wilkcs Testsäle, Brunnenstraße 188. : Kumboldt-Säle, Hussitenstraße 40.. : Sockbrauerei, Abt. II, Chausseestraße ML : SKoabiter Gesellschaftshaus, Wiclefswaße 24. : flloabiter Surgersäle, Beusselstraße 9. : Tunkes Qesellschaftshaus, Triftstraße 41. :?harU8-Säle, Müllerstraße 142. : Kcucs Klubhaus, Schulstraße 29. : Rauhes Testsäle, Badstraße 19. : Sttjlneraüuder Qesellschaftshaus, Swinemünder Straße 42. Tages• Ordnung: 1. Wahl der Delegierten zur Verbands-Generiilversammlung. 2. Vortrag. 3. Diskussion.. 223/10» Referenten: Herrn. Borgmann, Adolf Bomnick, Karl Hetzschold, Fritz Kunert, Karl Feld, Wilhelm Paetzel, Wilhelm Pleek, Keorg Schmidt, Max Schütte, Albert Stürmer, Banlei stückten, OnstaT Nathow, Oeoirg Ucko. Mitgliedsbuch legitimiert. Vorstand. 1. Abteilung 2. Abteilung 3. Abteilung 4. Abteilung 5. Abteilung 6. Abteilung 7. Abteilung 8. Abteilung 9. Abteilung 10. Abteilung 11. Abteilung 12. Abteilung 13. Abteilung Dr, Simmel Spezial-Arzt* für Haut- und Harnleideo. Prinzenslr. 41, 10— 2. 5—7. Sonntags 10— 12. 2— 4 Deutscher Holzarbeiter-Verband. = Zahlstelle Rlxdorf.= Donnerstag, den LI. Juli, abends B'l, Uhr, in Hoppes Feftsälen, Hermannstrahe Nr. 49: General-Bersammlung. TageS- Ordnung: l. Kassenbericht vom zweiten Ouartal. 2. Bericht vom BerbandStag. S. Wahl«meS Revisors. 4. Verbandsangelegenheit. In solgenden Zahlstellen werden Sonnabends von 8—10 Uhr abends Beiträge entgegengenommen: 1. Wilhelm Müller, Zictenstr. 2. OSkar Prell, Rosenstr. 24. 3. Albert Schmidt, Reuterslr. _ 7, Otto ZilS, 29. 4. Panl Gleisberg, Pannierstr. 53. 5. Friedrich Kubat,Her!na»nstr.15g. 6. Karl Wendt, Herrfurthstr. 27. Britz, Werderstratze 28. 86/9 MWWWWW ' Ligaretten Beste Qualitäten Zentral-Verband der BöUchejr, Weinkilfer and Hilfsarbeiter Deutsehlands(Filiale Berlin). Bureau und Arbeitsnachweis: Engeluser 15. Telephon: Amt IV, Nr. 2297. Mittwoch, den 20. Juli, abends 81/, Utz/r, im»Gewerkschastshaus-, Engelufer 15, Saal 1: AuOerordentliche Mitgllederversaniinlnng. Tagesordnung: 38/1 Bericht über den Stand unserer Lohnbewegung. In Anbetracht der wichttgen TageSockZnung ist eS notwendig, datz jeder Kollege pünttlich erscheint. Der Borstand. f Arbeitsnachweis: Hos l. Nnit 3, 1239. f)l riwiwvi i vi rf miH« VcrwalNingÄftelle Berlin. Hanptbureau i vbarlthntraUe 3. Hos m. Amt 3, 198? Mittwoch, 20. Juli, abends s-/, Uhr in den Mnsiker-FestsSlen (unterer Saal). Kaitz �r-Wtlhelmstr. I.8n»i V«»'WizitiiiiliRiix für alle in Gas-, Wasskr- und Daix.pfarmatilren- sowie Kroueu- und Kaubtslhlagtbetritbeia beschästigteu Eisen-, Metall' und Kievolverdreher. Tageh. Ordnung: t. Vortrag des Kollegen Vi, Wuschick über: Thomas Münzer und sein« Zeit. 2. Diskussion. 3. Verbands« und Branchenangelegenhetten. Kollegen! Agitiert bei allen Euch bekannten Kollegen für den Bes'ach dieser Versammlung. Den Kollegen zur 5tenntiiiS. ~' seridamm Nr. 53 verlegt ei ,rn N i t t m a n n. Treptow, Graetzstr. 15. datz die Zahlstelle von S ch S p z amm Nr. 53 verlegt wurde. Neuerrichtet Ltrantwortli�er Sledakteur Richard Barth. Berlill. Mr beu äniciateateilmaalSL: Th-Wackr, Bssio.%Eii u. Lerlag: WsmäxtS nach"Paul Becker,®a wurde eine Zahlstelle bei 113/15___ Die Ort w Verwaltung. Suchiiudusi u, LerlagSgnLpll Sßisi& Ts. Berlin SMt fr. 166. 27.Zi»hrMg. 1. Keilaze iks Jonuirtf Kerlim WsblÄ Meustsg. 19. Ivl! Klv. Partei-?ZngelegenKeiten. Eharlottenburg. Heute, DieuStag. 19. Fuli, abends 8%' Uhr, im„VolkShavse". Rosinenstraße 3, Mitgliederversamm» lung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Siering. 2. Diskussion. 3. Die Generalversammlung des Kreises(Anträge und Wahl der Delegierten zu derselben). A. Parteiangelegenheiten. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen evwartet Der Vorstand. Britz-Buckow. Heute, Dienstag, abends%0 Uhr, bei Zilz, Werderstrasse Ecke Rungiusstrasse, Generalversammlung. 1. Be- nicht des Vorstandes und Neuwahl desselben 2. Bericht der Gemcindevertreter. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Vollständiges Erscheinen erwartet Der Vorstand. Lichtenberg. Heute abend, pünktlich 8% Uhr abends, findet im Lokal der Gebr. Arnhold, Frankfurter Chaussee 5/6, die ausser» ordentliche Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahl» Vereins, Kreis Nieder-Barnim, Bezirk Lichtenberg, statt. Tagesordnung: 1. Bericht der Bezirksleitung. 2. Neuivahl der Bezirlsleitung. 3. Bericht der Kommissionen und Neuwahl derselben. 4. Wahl der Delegierten für die Generalversammlungen von Nieder-Barnim und Gross-Berlin. L. Anträge. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Tegel. Heute Dienstag, den 19. Juli, findet bei Jul. Klippen- stein, Spandauer Strasse 4, die Generalversammlung des Bezirks statt. Tagesordnung: Bericht der Bezirksleitung sowie Neuwahl derselben. Beginn der Versammlung pünktlich 3/4 Uhr abends. Mitgliedsbuch legitimiert. Pankow. Heute abend SM Uhr findet bei Grohkurt, Berliner Strasse 27. die Mitgliederversammlung statt mit der Dagesord- nung: 1. Vortrag des Genossen Kubig über den Parteitag. 2. Bc» richt von der Verbandsgeneralversammlung. 3. Ortsangelegen- heiten. 4. Verschiedenes. Die Bezirksleitung. Potsdam. Die Genossen werden besonders auf den am Mitt- woch stattfindenden Zahlabend hingewiesen, da hier das Ma- terial für die stattfindende Flugblattverteilung aus- gegeben wird. Keiner darf fehlen! Zossen. Am Dienstag, abends 7 Uhr, findet von Kurzner aus Flugblattverbreitung statt. Das Flugblatt betrifft «die Reichsversicherungsordnung" und ladet gleichzeitig zu der am Donnerstag, abends SM Uhr, stattfindenden öffentlichen Volksversammlung ein. Friedenau. Wir machen hiermit nochmals auf die heute abend 8� Uhr bei Mechelke, Handjeryftrasse 69/61 stattfindende sehr wichtige Generalversammlung des Wahlvereins aufmerksam. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Französssch-Buchholz. Morgen, Mittwoch, abends SVi Uhr bei Kähne, findet eine ausserordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Fortsetzung von der vorigen Generalversamm- lung und Neuwahl der Bezirksleitung. 2. Anträge und Ver- schiedeneS. Mariendorf. Heute, Dienstag abend pünktlich 8 Uhr, bei Preuss, Kurfürstenstrasse 44, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Funktionäre. Diskussion. 2. Neuwahlen. 3. Der Parteitag in Magdeburg. An- träge. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Reinickendorf-West. Heute abend 3!4 Uhr findet bei Wohl- fahrt, Eichbornstrasse 18, die Generalversammlung des Bezirks- Wlahlvereins statt. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Bezirksleitung. � Wahlverein Treptow-Baumschnlrnweg, OrtSteil Treptow. Heute abend 8'/, Uhr Mitgliederversammlung im Lokal der Rad- rennbahn. Bericht von der Generalversammlung Gross-Berlin. Stellungnahme zur KreiS-Generalverlammlung, Wahl des Dele- gierten,' des ObmannS und der Zeitungskommission. Die Versammlung für Baumschulenweg in diesem Monat fällt aus. Borsigwalde-Wittenim. Heute Dienstag, den 19. Juli, abends 8'/, Uhr. findet die Generalversammlung deS Bezirks in den Borsig- walder Festsälen statt. Königs-Wusterhause». Mittwoch, den 29. d. M., abends 8 Uhr, findet im Wedhornschen Lokale die Generalversammlung deS Wahl- verein? statt. Tagesordnung: 1. Geschäfts», Kassen- und Speditions- bericht. 2. Neuwahl des gesamten Vorstandes. 8. Bericht von der Generalversammlung Gross-BerlinS. 4. Wahl von zwei Delegierten zur KreiS-Generalversainmlung. 5. Parteiangelegenheit und Ver- schiedeneS. Der umfangreichen Tagesordnung wegen wird pünktlich 8 Uhr angefangen. Tempelhof. Heute, Dienstagabend 8'/, Uhr im«Wilhelms- garten", Berliner Strasse 9: Generalversammlung. Mit- gliedsbuch legitimiert. Teltow. Heute, Dienstagabend 8'/, Uhr findet im Lokal des Genossen W. Bonow unsere regelmässige Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Spandau. Die ausserordentliche Generalversammlung des Wahl- Vereins findet heute, Dienstag, den 19. Juli, abends 8�/, Uhr im Lokal von Gottwald, Schönwalder Strasse 89 statt. Die TageS- ordnung lautet: 1. Stellungnahme, zu der am 14. August in Spandau stattfindenden Kreisgeneralversammlung. 2. Anträge zu derselben. 8. Wahl von 3 Delegierten. 4. Neuwahl des Bildungsausschusses. 6. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Berliner JVaebnebten. Wer macht das Renne«? In meinem Hause ist ein Restaurant; schräg gegenüber ist ein Restaurant, ein Stückchen weiter ist wieder ein Restaurant und an der Ecke endlich ein Zigarrengeschäst. Auf den ersten Blick steht man ihnen nichts an. es sind Geschäfte, wie andere auch; aber ich glaube doch, daß dort etwas nicht richfig ist,— das heißt, ich glaube es nicht, sondern ich weiß es—; ich sehe da ein merkwürdiges Treiben. Ich bin ein alter Praktikus und ich weiß ja auch längst, was da loS ist; bis jetzt habe ich allerdings stillgeschwiegen, denn die Sache schlägt eigentlich nicht in mein Fach; nun aber will ich sprechen,— vielleicht fällt doch ein Korn auf fruchtbaren Boden. Die Sache spielt sich so ab: Mttags, so gegen zwölf, kommt ein Radfahrer die Straße herab. Er hält vor dem Zigarrengeschäft, tritt ein. und ich sehe deutlich durch die Scheiben, wie er dem Verkäufer ein Kuvert reicht. Der öffnet es, liest etwas und dann wiederholt sich fast täglich dasselbe— täglich fast: er zieht einen Beutel, schüttet ihn auf den Tisch aus und zählt irgend eine Summe auf, biswellen Silber, biswellen Gold,— ich habe auch schon blaue Scheine gesehen—, je nachdem.... Dann geht der Bote weiter; er tritt in das erste Restaurant, in das zweite. w das dritte, und wenn er ferfig ist. schwingt er sich auf sein «ad und fährt davon. Dann kommt eine Pause. In den Restaurants gehen inzwischen die Kunden ein und aus, im Zigarrengeschäft gleichfalls; einige aber sind seßhaft; die hocken im Laden auf den kleinen Rohrschemeln oder in den Ecken der Restaurants,— oft auch am Fenster—. scheinen irgend etwas zu erörtern, blättern in Zeitungen und Listen, nicken und gestikulieren. Dann gehen sie. andere kommen und wieder andere; der Vor- mittag verstreicht. Wenn die Uhr auf der Kirche drei schlägt, kommt der Radfahrer vorbei, derselbe, wie am Vormittag, und doch ein anderer: vormittags fuhr er gemächlich, jetzt rast er förmlich daher. Er stürzt in das Zigarrengeschäst, packt ein Kuvert, das der Verkäufer schon bereit hält,— rennt durch die Restaurants— da sitzt er auch schon wieder auf dem Rad— heidi!— weg ist er.... Um sechs und um acht kommt noch ein Fahrer, der rast auch� im übrigen ist er ein unschuldiger Kerl; er bringt nur Renn- depeschcn. Um die Zeit sehe ich die Leute vom Vormittag— die Setzhaften— sich versammeln; sie haben es merkwürdig eilig, greifen nach den Depeschen, lesen— und dann wiederholt sich fast täglich dasselbe— täglich fast: sie gestikulieren, schlagen auf den Tisch, und— schütteln die Köpfe... Oft stehen sie auch noch ein Weilchen beisammen— zumeist recht einsilbig—, dann trollen sie sich davon.— Da ist es Abend.-- Unlängst bin Ich mal in das Zigarrengeschäft gegangen und dann in eines der Restaurants; da habe ich merkwürdige Dinge gehört— gesehen und gehört.... Um einen Tisch saß eine ganze Gesellschaft, die hatte einen Würfelbecher und eine jene Listen, die ich ständig sehe; diese Gesellschaft schien sehr enthusiasmiert. „Jsmid macht es", hörte ich rufen.„Jsmid und kein anderer!" „Das Rennen? Das macht Tripabcro!" „Tripabero? l Mensch, der Outsider I.. „Oho, Tripabero I" „Ach, Unsinn—" „Austrudeln, austrudeln:" riefen einige. Es wurde getrudelt und getrudelt, aber sie konnten sich nicht einigen— nein, sie konnten nicht I— weder auf Jsmid, noch auf Tripabero; das Rennen konnte ja auch Charming Lilly machen; und dann waren da auch Parisia nnd Damona— ist Damona etwa eine schlechte Sache?— und Holbein, Hol beinl— ja, Holbein, das war ein besonders listiges Pferd... Zu guter Letzt gerieten sie sich furchtbar in die Haare, und ich sah zu, daß ich davon kam.— Der Abend kam und mit ihm das große Kopfschüttcln: Jsmid— Letzter, Holbein hatte sich das Bein gebrochen; Tripabero war auch schlecht weggekommen — ach, ein wahrer Jammer!— Diesmal hatte nun das Rennen Mikra gewonnen; Mikra— auch ein sehr listiges Pferd,„an das aber kein Mensch gedacht hatte.. Da sehe ich nun die Leute ein- und ausgehen— seit Monaten— und ihr schwer verdientes Geld wagen, wagen an eine Sache, von der sie keine Ahnung haben, an ein Glücksspiel, an einen lächerlichen Zufall; ich sehe Geschäfts leute, kleine Handwerker und auch Arbeiter, unaufgeklärte Arbeiter, sehe, wie sie Zeit und Geld opfern, immer und wieder, in der steten Hoffnung auf einen Gewinn;— am Vormittag aber kommt der Radfahrer die Straße herab, tritt in das Zigarrengeschäst, in die Restaurants, streicht das Geld ein, und— fährt davon.... Meine Herren Pferdewetter, bringen Sie mir einen Menschen— einen nur— der etwas auf der Rcnnbahu gc Wonnen und es— behalten hätte; ich glaube, Sie werden lange suchen müssen; aber Sie werden Wohl keinen finden. Jsmid? Tripabero? Ach nein, Jsmid macht das Rennen nicht und Tripabero schon längst nicht. Das Rennen macht ein anderer; ein ganz anderer. Das Rennen— das machen die — stets und immer— die davon leben: die Nennzeitungen, die Depeschensritzen, Jockeys, Trainer, Pferdezüchter, und vor allen Dingen— vor allen Dingen: die Buchmacher... Der Mob im Zylinder. Dieser Tage hat die deutsche Presse anläßlich deS Box kampfes in Reno sich über das Betragen der schwarzen und weißen Gentlemans jenseits des großen Wassers weidlich entrüstet; wie uns' deucht, mit Unrecht. Wir brauchen gar nicht in die Ferne zu schweifen, denn das Gute liegt so nahe. Das hat sich wieder einmal am Sonnabend recht drastisch gezeigt. Im Kistenmacherschen Gartenlokal am Tiergarten finden zurzeit Ringkämpfe statt. Am Sonnabend war ein Ringkanipfmatch zwischen den„deutschen Meisten:" Jakob Koch und Albert Sturm angekündigt. Einige tausend Menschen hatten sich eingefunden, um Zeuge des Kampfes zwischen den. Schwerathletik-Professionals zu sein. Die Zuschauer bestanden zum großen Teile aus gut situierten Kreisen, da sie alle für ihren Sitzplatz 2—5 M. ausgegeben hatten. Diese Leute verfolgten nun eifrig den Kampf, über den der„Deutschen Tageszeitung" von einem Freunde wie folgt berichtet wird: „Wer ihren Geschäftsbetrieb— den der professionalen Ring kämpfer Red. auch nur einigermassen kennt, der weiss, dass der „unbesiegte und unbesiegbare Weltmeister" kein anderer ist als der Unternehmer, von dem der jüngere Nachwuchs wirtschaftlich ab hängig ist. Wehe dem. der ihn werfen wollte. Er hätte, solange der andere der wirtschaftlichMächtige ist, zum letzten Male em Ringkanipf-Engagement an einer deutschen Varietöbühne gehabt. Und wenn dann einmal dos falsche Spiel gar zu offenkundig ist, die Eni» scheidung offensichtlich verzögert oder vermieden wird, dann kommt es in Anbetracht der moralischen Qualitäten derer, die sich an derartigen Darbietungen erfreuen können, zu solchen Greuelszenen, wie am Sonnabend bei Kistenmacher. Der liebliche Ruf„Schiebung" er- tönte und wurde tausendstimmig»achgcjohlt. Steine fliegen im nächsten Moment gegen Darsteller, gegen flüchtende Mufikantcn und Kellner, unter Steinwürfea gehen die Gaslatcrnen und die Bogen- lampen in Trümmer, ein paar Schutzleute ziehen blank und werden vom Mob unter dem für diese Art Demonstrationen charakteristischen Rufe:„Bluthunde" zu Boden geworfen und mißhandelt, Hnndertr von Gläsern und Tellern werden zerschmettert, Hunderte von Messern und Gabeln zertreten und verbogen, und es gelingt den Menschen sogar, noch ehe Sicherheitsmannschaftrn zur Stelle sind, unter taktmähigem Zählen, in ruhiger Arbeit, als seien sie eine wohlorganifierte Abbruchskolonne, einen großen Teil des schmiede- eisernen Gitters nicderzubrechen, das das Lokal gegen die Strasse absperrt. Als dann endlich, endlich, zu Pferde und zu Fuss ein paar Schutzleute herankamen, hatten die Hauptunruhestifter längst das Weite gesucht." Das Kistcnmachersche Lokal ist bekanntlich für organisierte Arbeiter gesperrt und man kann es dem Schreiber obiger Zeilen in der„Deutschen Tagesztg." ohne weiteres glauben. daß die Zuschauer sich aus besseren Kreisen rekrutiert haben, das heißt aus Leuten, die am Krach und Skandal einen be- sonderen Gefallen finden. Es war der Mob im Zylinder! Die Fahrkartendefraudationen auf der Ostbahn in den von Strausberg kommenden Nennzügen sind die Nachahmung ganz ähn- licher Unterschleife, die vor zwei Jahren aus derselben Strecke in den fahrplanmäßigen Wochenzügen festgestellt wurden. Damals sind zahlreiche Vorortbewohner wegen Betruges streng bestraft worden. Diesmal liegt die Sache noch schlimmer, weil die Defraudanten statt zur Arbeit zun: Vergnügen fuhren. Wer Geld hat, um die Wettmaschine in Nahrung zu setzen, sollte auch die paar Nickel mehr für die Fahrt zur Rennbahn übrig haben. Eine Kaiserbrücke im Grunewald. Der deutsche Kaiser hat es unangenehm empfunden, daß sein Automobil öfter langsam fahren oder gar halten mußte, wegen des großen Personenverkehrs, der sich in der Nähe von Wannsee seit der Eröffnung des Freibades herausgebildet hat. Er hat deshalb angeordnet, dass die fragliche Stelle mit äuherster Beschleunigung überbrückt werden müsse, um den Personenverkehr über diese Brücke leiten zu können. Der Bau wirb mit äusserster Beschleuni- gung ausgeführt. Am letzten Tonnerstag ist bereits mit der Aus- führung begonnen worden, nächste Woche soll die Fertigstellung erfolgen. Wir nehmen natürlich an, dass Wilhelm II., dessen Zivilliste nunmehr um 3l/2 Millionen Mark pro Jahr aufgebessert wurde, die Kosten für diese Kaiserbrücke aus-eigener Tasche zahlt. �Jeden- falls kann den Steuerzahlern nicht gut zugemutet werden, die Kosten für eine Brücke zu tragen, nur deshalb, damit die kaiser- lichen Automobile rascher fahren können. Uno ausserdem könnte eine solche Brücke dann auch nicht aus eine einfache Anordnung des Kaisers hin ohne weiteres gebaut werden. Eine Warnung erläßt das Polizeipräsidium. Es macht bekannt: „Die Firma M. A. Wimer u. Co. zu Washington versendet in grosser Anzahl mit Schreibmaschinendruck hergestellte Zirkulare, in denen den Adressaten Stellen als Verireter zur Erledigung der Detail- bestcllungen angeboten nnd Monatssaläre von 299 bis 699 Mark in Aussicht gestellt werden. Wenn auch in dem Zirkular bestimmte Geldforderungen nicht erhoben werden, so dürfte es sich doch emp- fehlen, derartigen Zuschriften gegenüber größte Vorsicht walten zu lassen." Zwei Personen beim Baden ertrunken. In der Oberspree er- trank der 23jährige Kaufmann Ernst Seyffert aus Charlottenburg. Der junge Mensch hatte hinter Nieder-Schöneweide gebadet und war über seine Kräfte in den Fluss hinaus geschwommen. Beim Zurück- schwimmen wurde er von einem Schwächeansall heimgesucht und ging unter. Bevor Rettung zur Stelle sein konnte ertrank S.— In der Havel ertrank der siebenjährige Sohn des Gärtnereibesitzers Träger aus Nieder-Neuendorf. Der Knabe war ohne Wissen der Eltern baden gegangen. Er-geriet dabei an eine tiefe Stelle, und da er des Schwimmcns nicht kundig war, verlor er den Halt unter den Füssen und ertrank. Zwei schwere Bauunfälle haben sich am Sonnabend nachmittag ereignet. In der Möllendorferstrasse in Lichtenberg war der 49 jährige Maurer Eduard Gorgs aus der Stralsundersirasse 29 in Berlin an dem Neubau der höheren Knabenschule beschäftigt. Als G. vom zweiten Stock aus auf einer Leiter nach der dritten Etage hinaufgehen wollte, trat er seht und stürzte in die Tiefe, wo er be- sinnungslos liegen blieb. Der Verunglückte erlitt eine schwere Ver- letzung der Wirbelsäuln und einen komplizierten Bruch des linken Unterarmes. Er wurde in bedenklichem Zustande nach dem Kranken- hause Friedrichshain überführt. Der zweite Unfall trug sich in der Bismarckstrasse in Charlotten« bürg zu, wo auf einem Neubau der Sleimräger Albert Kirsch aus der Kleinen Hamburgcrstr. 6 in Berlin arbeitete. K. hatte eine Mulde mit Steinen nach der zweiten Etage zu tragen. Als er in der Höhe des ersten Stockwerkes ein Laufbrett überschritt, brach dieses und der Steinträger stürzte mit seiner Last ab. Kirsch erlitt durch die auf ihn fallenden Steine schwere Verletzungen des Unterleibs, mehrere blutende Kopfwunden und wurde nach dem Krankenhause übergeführt. Ein kostspieliges Abenteuer erlebte ein Berliner, der eine Daine auf dem Wege vou Hamburg nach Berlin kenne» gelernt hatte. Er begab sich mrt der angeblichen Therese Wolff in ein Fremdcnlogis. Am andern Morgen war er sehr erstaunt, als seine Begleiterin ver- schwunden war. Dann mußte er die bittere Erfahrung machen, dass seine Barmittel von 2199 M. und verschiedene Schmucksachen zugleich mit der holden Therese das Nachtasyl verlassen hatten. In der Lichtenrader Sache sind die polizeilichen Ermittelungen noch nicht abgeschlossen. Täglich geht neues Material ein, darunter bedauerlicherweise viele Zuschriften, die man als Diimmejiiiiaen- streiche bezeichnen kann. Diese Anzeigen und Beschuldigungen führen dahin, dass ein Verwandter von Kraatz die Sache gemacht haben könnte, andererseits werden auch beamtete Personen beschuldigt. Alles muß sofort gesichtet und von der Kriminalpolizei ein- gehend geprüft werden. Bisher hat sich ein Anhaltspunkt nicht ergeben. Die Höllenmaschine selbst wurde gestern in Lichtenrade gezeigt, da man annimmt, dass dort oder in der Um- gebung jemand in den Besitz des Gasrohre«, der Patrone oder deS Revolvers gewesen sein kann. Es hat sich aber noch niemand ge- meldet. Die Untersuchung der Höllenmaschine hat ergeben, dass sie sehr vorsichtig und sorgsam aufgestellt wurde, so dass ein Versagen unmöglich war. Der Täter hat die Mündung des Revolver« durch das Zündloch gesteckt, so dass eine Explosion deS an dem Gasrohr befindlichen PulvcrS unzweifelhaft erfolgen muhte, sobald die in dem Abzug befindliche Büchse aufgehoben wurde. Unter einem Bretterstapel begraben wurde gestern nachmittag um 3�4 Uhr der 45 Jahre alte Droschkenkutscher Minster aus Rix- darf, der mit seinem Wagen, 9949, auf dem Halteplatz an der Ecke der Dorotheenstraße und Schadowstrasse hielt. Von der Neuen Wilhelmstrasse fuhr ein mit Brettern hochbeladcner Wagen der Firnia Altmann. Spandauer Strasse zu Charlottenburg, als vor dem Hause Dorotheenstr. 65 infolge der grossen Belastung ein Vorderrad brach. Minster verzehrte gerade, neben seiner Droschke stehend, sein Vesperbrot, als die Bretterladung des verunglückten Wagens über ihn und die Droschke fiel. Vier Züge der Feuerwehr erschienen alsbald an der Unfallstelle und befreiten den Kutscher. Er hatte aber so schwere Verletzungen am Kopf, Armen und im Innern erlitten, dass er nach der Charit« gebracht werden mußte. Auch seine Droschke wurde zertrümmert.- Verhaftung eines italienischen Fürsten. Aus einer Weinstube in der Taubenstraße verhaftet wurde der 39 Jahre alte MarquiS Pandolfi Fürst Cout d'Auro, der sich seit zwei Monaten in Berlin aufhält und ein möbliertes Zimmer in der Puttkamer Straße be- wohnte. Der Fürst erzählte, er wollte Berlin kennen lernen und bezahlte alles prompt. Des Nachts besuchte er Weinstuben. Er machte Bekanntschaften gut situierter Mädchen und versprach ihnen, sie zur Fürstin zu machen. Mehrere törichte Mädchen glaubten dies und gaben grosse Summen her, die der Fürst durchbrachte. Ein Mädchen machte Anzeige. Auch kam zu Ohren der Kriminalpolizei, daß er unerlaubten Verkehr mit Männern gehabt hat. Der Fürst stammt aus einem italienischen �ürstengeschlecht. Er hielt sich seit längerer Zeit im Auslande auf, in Ungarn, in Oesterreich und jetzt auch in Deutschland. In den österreichischen Landen hat er eine grosse Schuldenlast zurückgelassen. Er war hier mit den nötigen Leuten umgeben, die für ihn reiche Partien in Aussicht hatten. Auf Grund dipjer reichen Partien stunden ihm angeblich sofort die nötlgen Quellen für Geld zur Verfügung, bis sie bersiegteff. Er legte sich dann auf den ganz gewöhnlichen Pump, wobei er Wechsel gab, die ä conto seines Namens honoriert wurden, zog es aber schließlich vor, davonzugehen. Dasselbe Manöver hat er hier in Deutschland wiederholt. Der Fürst hat großen Verkehr in der Lebe- weit gehabt und wird auch wegen Vergehens der Paragraphen 17S von auswärtigen Behörden gesucht. Ein 18jährigrr unglücklicher Liebhaber. Erschossen hat sich am Sonntagnachmittag um 2 Uhr der 18 Jahre alte Kontorist Fritz Westphal, der am Kottbuser Damm 72 bei den Eltern wohnte. Fritz W. lernte vor sechs Monaten auf einem Tanzvergnügen ein 17 Jahre altes Mädchen aus einer Beamtenfamilie aus der Weisestraße zu Rixdorf kennen. Er verliebte sich in das junge Mädchen und auch dieses war ihm zugetan. Als die beiderseitigen Eltern hinter das Verhältnis des Liebespaares in Kinderschuhen kamezr, waren sie verständig genug, ihren Kindern den Ver- kehr untereinander zu untersagen. DaS junge Mädchen scheint sich ohne große Ueberwindung dem elterlichen Willen gefügt zu haben, Westphal dagegen wollte nicht von dem Mädchen lassen. Am Sonntag kehrte er in ein Wirtshaus am Kottbuser Damm ein, trank sich dort Mut an und tötete sich dann auf dem Abort durch eine Nevolverkngel in das Herz. AuS einem Abschiedsbriefe an seine Geliebte, den er bei sich trug, konnte seine Persönlichkeit festgestellt werden. Leichenfund. Im Grunewaldsee wurde gestern morgen die Leiche einer Frau gesunden, die anscheinend den begüterten' Ständen an» Sehört, etwa 30 Jahre alt, 1,50 Meter groß ist und schwarzes Haar at. Sie trug einen englischen Strohhut mit schwarzem Bande, ein graues Jackett, goldene Ohrringe und einen Ring mit Perlen. Die Leiche wurde nach der Leichenhalle in Schildhorn gebracht. Zu erregten Austritten kam eS am vorigen Sonntag an der Billettverkaufsstelle der Dampfergesellschaft„Stern� im Restaurant„Bellevue" zu Friedrichshagen. Die fahrplan- mäßigen Dampfer hatten in den Abendstunden außergewöhnlich große Verspätungen. Viele Personen, die bereits Fahrscheine gekauft hatten und erst später voik diesen Verspätungen hörten, wollten nun nicht bis in die Nacht hinein warten, sondern ihr Geld zurückhaben, doch wurde ihnen dieses billige Verlangen unerklärlicherweise verweigert. ES Wäre dem Verkäufer der Fahrscheine beinahe schlecht gegangen, wenn nicht ein paar besonnenere Herren aus dein Publikum die all- gemeine Erregung hierüber auf geschickte Weise hätten zu besänftigen gewußt. Wie wir hören, wird die Sterngesellschaft auf gerichtlichem Wege zur Rückgabe des Geldes für die unbenutzten Fahrscheine an» gehalten werden. Der JngendauSschnß für Groß-Berlin veranstaltet am Sonntag, den 24. Juli, eine Reihe Gruppenausflüge für die arbeitende Jugend. Das Nähere wird am Donnerstag noch bekannt gemacht. DaS Sängerfest des Arbeiter-Sängerbundes, das am Sonntag im Mllagelschloß bei Friedrichshagen abgehalten wurde, erfreute sichbe- günstigt durch prachtvolles Wetter einer starken Beteiligung der Sänger; auch viele Freunde des ArbeitergesangeS waren gekommen. Das Programm wickelte sich im großen und ganzen glatt ab. Be- schwerlich war nur die Rückfahrt, wie das an Sonntagen nun einmal zu der unvermeidlichen Beigabe eines Ausflugs in die Vororte Berlins gehört. Gefunden worden ist beim Sängerfest ein dunkler Sommer- palitot mit Verbandsbuch vom Holzarbeiterverband auf den Namen Turo; abzuholen im Verbandsbureau der GastwirtSgehülfen» Große Hamburgerstratze 18/19. Seine Zigarrentasche mit einer Taschenuhr hat ein Teilnehmer des Sängerfestes, der eben vom Baden kam, am Sonntag in der Mitte des Laufstegs vor Dem Restaurant„Strandschloß" verloren; er bittet den Finder um Abgabe oder Nachricht an B. Blum, Rügener Straße 25, Quergebäude 4 Treppen. Die 2. BundeSregatta des freien RuderbundeS fand am Sonn- tag auf dem Rummelsburger See statt. Der„Freie Ruderbund" verfügt freilich bisher nur über Mitgliedschaften in Berliner Ge» wässern, die zweckmäßiger als zu einem„Bund" sich vielleicht zu einem großen Verein zusammenschlössen. Obgleich in einer Reihe größerer deutscher Städte, wie in Hamburg, Frankfurt a. M. und anderen Orten die Bedingungen für den Rudersport genau so ge- geben sind wie in Berlin, haben die Arbeiter sich dort noch nicht zu entschließen vermocht, dem Beispiel der wassersportfreundlichen Berliner Arbeiter zu folgen. Die Regatta des Bundes vom Sonn- tag litt unter diesem Ausbleiben auswärtiger Konkurrenz nicht, um so weniger, als ja das Wettfahren nicht der eigentliche Zweck der Arbeiter-Rudervereine ist. Die Gunst des Wetters und die Gunst des Publikums wurden den Arbeiterrudern übermäßig zu- teil. Die allerdings nicht ganz zulänglichen Verkehrsmittel nach der„Liebesinsel" vermochten das zuströmende Publikum nur lang- sam zu befördern. Der Start befand sich bei„Cafä Bellevue" in Rummelsburg, das 14M Meter davon entfernte Ziel bei der Liebes- insel. Klarer Sonnenschein ohne übermäßige Wärme machten den Aufenthalt auf dem Wasser zu einem Vergnügen; eine frische Ost- brise, die schräg über das Rummelsburger Ufer blies, erschwerte teilweise die Ruderarbeit. Was an dieser geleistet wurde war durchgehendS wacker. Nicht einwandSfrei war dagegen mehrfach die Arbeit der Steuerleute. Im Doppelzweier-Rennen für Senioren wurde die Niederlage der„Freiheit"»Stralau geradezu durch den Steuermann verschuldet, der trotz aller WarnungSrufe blindlings auf ein Durch Panne im Fahrwasser festgehaltenes Motorboot losfuhr und sich auch sonst durch falsches Schwingen des Körpers die erdenklichste Mühe zu geben schien, das Boot auf- zuhalten. Auf dieselbe Weise erschlverte der Steuermann des unterliegenden Damenvierers die Arbeit der Damen. Abgesehen von den Steuerleuten machte die Besatzung dieser beiden Vierer den Eindruck absoluter Gleichwertigkeit. Man hatte fast den Ein- druck, daß die Verkürzung der Rennstrecke auf 1900 Meter, die man den Damen zugebilligt hatte, von diesen nicht gebraucht wurde. Sie zogen in prächtiger mit Ruhe gepaarter Verve durch. DaS Rennen der Damen, sowie die beiden Achterrennen wurden vom „Vorwärts"-Stralau allein bestritten. Zu allen anderen Rennen hatten auch„Collegia"-Tiefwerder und«Freiheif-Stralau gemeldet. Doch gingen in allen Fällen, auch im Senior-Vierer um den Preis des Freien Ruderbundes, die Boote des„Vorwärts" als erste durchs Ziel. Dieser hatte freilich vor der„Collegia" den nicht geringen Vorteil voraus, daß seine Mannschaften auf Der Rennstrecke zu trainieren vermochten. Die„Freiheit" teilte zwar diesen Vorteil, vermochte aber als kleinerer Verein nicht eine so große Zahl von Mannschaften zur Auswahl zu stellen, wie der „Vorwärts", der überdies auch für jedes Rennen eine größere Anzahl von Booten gemeldet hatte als die kleineren Vereine. Aus- geglichen wurde dieses Verhältnis eigentlich nur im Doppelzweier für Junioren, wo sich zuerst zwei Boote der„Freiheit" und deS „Vorwärts" gegenüberstanden, eine„VorwärtSI-Mannschaft je- doch zurücktrat. Sportlich war dieses Rennen vielleicht das inter- essanteste der Regatta. Wenn je, so war hier für die„Freiheits". Leute Gelegenheit gegeben, dem„Vorwärts" die Trophäe zu ent» reißen. Es schien auch eine Zeitlang so. als sollte dies gelingen. Boot 4 l.. Vorwärts") lag längere Zeit hinter 2(„Freiheit"). Schließlich spurtete„Vorwärts", der bis dahin sehr ruhig gefahren wurde, und ging an dem Gegner zunächst mit einer Länge vorbei. Aber auch dieser holte kurz vor dem Ziel kräftig auf, ohne jedoch dem„Vorwärts" den Sieg wieder entreißen zu können. Eine gute Einlage und einen prächtigen Abschluß für die Regatta bildet« das Auffahren der„großen Kanonen" im Junior- und Senior- Achter. Im Eildampfertempo durchflogen die auf der Spree be- rühmten riesigen Achter des„vorwärts" die Bahn. In Schaum uno Wellen fast verschwindend raste hinter ihnen das kleine Motor- Rennboot her. das die Richter trug. Hochbefriedigt verließen die Zuichauer das idyllische Eiland der Liebesinsel. Radrennen zu Zehlenborf, 17. Juli. Die vom besten Wetter begünstigten Re.nnen hattest ei NM guten Besuch WfzMeisev, Di« sog.„Fliegerrennen" wurden flott gefahren; drei von ihnen konnte der bekannte Fahrer Peter auf sein Konto bringen; Kudela wurde einmal Zweiter. Von Interesse war das Militärfahren, das von aktiven Soldaten bestritten wurde; Sieger in demselben war der Grenadier Schwarz. Viele Soldaten waren als Zuschauer anwesend, die das Fahren ihrer Kamemden genau verfolgten und mit ermunternden Zurufen nicht kargten. Leider wurden die beiden Dauerrennen, die beide über 40 Kilometer führten und von dem Zehlendorfer Schulze, dem Berliner I a n k e und dem Mün- chener B ä u m l e r gefahren wurden, infolge von Motorschäden, Brand der Führungsmaschine, von dem Bäumler betroffen wurde, sehr beeinträchtigt. Schulze gewann beide Rennen mit großem Vorsprung; Baumler fuhr oft ohne Führung, während Janke in dem zweiten Rennen, da sein Motor versagte, aufgab. Ergebnisse: Preis von Schildhorn: 1000 Meter, 80. 50, 30 Vkark. 1. Peter, 2. Kudela, 8. Campezzi.— Preis vom W a n n s e e: 2000 Meter, 100, 00. 30. 10 Mark. 1. Peter, 2. Lorenz. 3. Buch- wald, 4. RedemSki.— Preis vom Schlachtensee: 2000 Meter. 80, 30, 15 Mark. 1. Peter, 2. Lorenz, 3. Münzer.— Prämienfahren: 2000 Meter. 1. Lorenz, 2. Linsener, 3. Buchwald.— Deutsches Derby: 40 Kilometer. 800, 500, 300 Matt. 1. A. Schulze, 2. Janke, 20 000 Meter, 3. Bäumler, 23 760 Meter zurück.— Militärfahren: 2000 Meter. Drei Ehrenpreise. 1. Grenadier Schwarz, 2. Grenadier Dittmann, 3. Garde-Schütze Struck; die beiden letzteren etwa 40 Meter vor dem Schluß gestürzt, doch erreichen sie das Rad führend vor den anderen das Ziel.— Preis von Brandenburg: 40 Kilo- meter. 750, 500, 300 Mark. 1. A. Schulze, 2. Bäumler, 20 660 Meter; 3. Janke, beim 31. Kilometer aufgegeben. Ein Fahrradmarder hat am Sonntagmittag in der Schulstraße in der Nähe der Kirche ein Fahrrad gestohlen. Es handelt sich um einen Halbrenner mit folgenden Kennzeichen:„Aegir" 16 094, schwarzer Rahmen mit festem Schloß, Doppelglockenlager und Tor- pedofreilauf. Wer nähere Angaben über den Verbleib deS Rades machen kann, wird gebeten, diese an Thomaß, Müllerstr. 129, gelangen zu lassen. Arbeiter-Eamanterbund(Kolonne Berlin). Heute abend 9 Uhr 1. Abteilung Dresdener Straße 45: Vortrag und Uebungsstunde. Donnerstagabend 4. Abteilung in Lichtenberg bei Pickenhagen, Scharnweber Straße 60 ebenfalls Bortrag und UebungSstunde. Vorort- Nacbricbtern Rixdorf. An die Arbeiter und Arbeiterfrauen RixdorfS ergeht hierdurch der Ruf, sich in der am Mittwoch, den 20. M-, abends 3�Uhr. in gen Bürgersälen. Berg st ratze14 7, st att» findenden Volksversammlung zu beteiligen. Referenten sind Genosse Stadtverordneter Mvx Groger und Ge- nosse Georg Ucko. Wie den Lesern des„Vorwärts" bekannt ist, hat der Berliner Magistrat eine Verkürzung der SonntagSgeschäftS- zeit beschlossen und will gleichseitig die angrenzenden Vorort- gemeinden auffordern, sich diesem Vorgehen anzuschließen. Nun hat sich erst in den letzten Monaten gelegentlich der Be- mühungen des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen gezeigt, daß die große Masse der Geschäftsleute sich einer Verkürzung der Sonn- tagsarbeitszeit ablehnend gegenüberstellen mit der Ausrede, daß sie Rucks ich t auf ihre Arbeiterkundschaft nehmen müßten. Es besteht nun die Gefahr, daß unsere bürgerlichen Stadtver» ordneten sowie der Magistrat bei dieser Frage auch ihr„arbeiter- freundliches Herz" entdeckten, von dem sonst so wenig zu spüren ist. Um nun dieser faulen Ausrede von Vornheroin die Spitze abzu« brechen, ist es nötig, daß die Rixdorfer Arbeiterschaft durch Massen. besuch dieser Versammlung zeigt, daß sie gern auf die„zarte Rück- sichtnahme" verzichtet. Unsere Leser werden gut tun, in allen Kon- sumentenkreisen auf die Wichtigkeit der Versammlung hinzuweisest und zum Besuch derselben aufzufordern. Nieder-Schönhausen. In der letzten Gemeindevertretersitzung machte der Bürger- meister zunächst die Mitteilung, daß der Kreisausschuß die Klage des Herrn JInitzky wegen Sirnchung seines Namens aus der dies- jährigen Gemeindewählerliste abgewiesen habe; Jlnitzky hat nun Berufung beim Bezirksausschuß eingelegt. Dem Lehrer Engelhard wurden 30 Mk. bewilligt zum Besuch der Fortbildungsschule für schwachbogabte Schüler. Eine längere Debatte bezog sich auf den Bau der Panlebrücke in Straße 12 und auf den Abschluß eines diesbezüglichen Vertrages mit der Gemeinde Pankow. Die ur- sprünglich auf 36 000 Mk. veranschlagten Kosten verringern sich auf 23 500 Mk. Davon bezahlt die Gemeinde Pankow die Hälfte, von der anderen Hälfte bezahlt die Gemeinde Nieder-Schönhausen ein Drittel, die anderen zwei Drittel werden vom Forstsiskus sowie der Firma Worch getragen. Die Eigentumsrechte gehen zu gleichen Teilen der beiden Gemeinden, ebenso wird von denselben die Instandhaltung der Brücke abwechselnd auf je drei Jahre aus- geführt. Die Brücke hat eine Gesamtbreite von 15 Meter und wird der Bau der Brücke von der Gemeinde Nieder-Schönhausen aus» geführt. Aus dem Vertrage wäre noch hervorzuheben, daß keine der beiden Gemeinden Brückengeld erheben darf, ebenso sind beide gleichberechtigt zur Legung von Schienen zu Straßenbahnzwecken und Röhren aller Art. Das MietSgeld für Lehrpersonen wurde in- folge gesetzlicher Aenderung für den Leiter der höheren Schulen von 720 auf 920 M. erhöht, das der Lehrerinnen von 400 aus 470 M. Für die Errichtung einer neuen Oberlehrerstelle an der höheren Mädchenschule wurden die dazu benötigten Kosten bewilligt. Einem Gesuch der hiesigen Feuerwehr um Ueberweisung von 150 M. als Gratifikation an 3 Feuerwehrleute� die derselben zehn Jahre an- gehören, wurde zugestimmt. Ferner wurde der Terram-Aktien- Gesellschaft zur teilweisen Pflasterung der Blücherstraße die Ge- nehmigung erteilt. Beschlossen wurde noch, in diesem Jahre eine zweimalige außerordentliche Fensterreinigung im Rathause vorzu. nehmen, die Reinigung wurde den Berliner GlaserinnungSmeistern zum Preise von 104 M. übertragen. Hierauf fand ein« nichtöffent« liche Sitzung statt. Zehlendorf(Wannseebahn) Die Warnung des AmtSvorstthers vo« Zehlendorf bor der „Allgemeinen Bau- und AnsiedelungS-Gesellschaft m. b. H." hat letztere veranlaßt, unS ihre Verträge vorzulegen, di« sie mit Kaufern ihres Terrains abschließt. Daraus erhellt allerdings, daß sie Kauflustigen gegenüber keineswegs verschweigt, daß der Be- bauungsplan noch nicht genehmigt ist und daß Rückzahlung des Kaufpreises erfolgt, wenn in drei Jahren das gekaufte Grundstück nicht baureif ist. Weiter wird auch nicht verschwiegen, daß der Weg, der zu dem der Gesellschaft gehörenden Terrain führt, zurzeit noch kein öffentlicher ist. Selbstverständlich tun alle Leute, die Käufe und Verträge ab- schließen, gut, sich genau alles vorher anzusehen, bevor sie was unter- schreiben. Und bei der großen Zahl der stark konkurrierenden Ter- raingesellschaften, die vor allem Parzellen verkaufen, ist Borsicht immerhin angebracht. Notvatves. Ei» erfreuliches Essstarken der Parteiorganisation und de» Inter- esseS der Arbeiterschaft am potitischen Leben verzeichneten die Berichte des Vorstandes und der Funktionäre deS WahlveremS über das verflossene Halbjahr, welche in der letzten Generalversammlung de» Wahlvereins erstattet wurden. Danach hat sich die Mitgliederzahl um 113 Genossen seit Januar vermehrt und beträgt jetzt 855 Ge- nossen, worunter 47 weibliche. Außer sechs Wahlvereins- fanden sieben Volksversammlungen sowie fünf Flugblattverbreilungen statt. Die Resultate der Agitation sind neben der Vermehrung der Mit- gliederzahl auch eine solche der Abonnenten de».Vorwärt»" von 377 auf 414 und der„Brandenburger Zeitung" von 409 auf 48S. Der Kassenbericht ergab eine Einnahme von 182S M., eine Ausgabe von 1745 M., wovon 1223 M. an die Kreiskasse abgeliefert sind. Ge- ringere Befriedigung erweckt der Stand der Jugendorganisation, welche nur 100 Mitglieder zählt, welche Zahl bei genügender Unterstützung der erwachsenen Genossen wohl vermehrt werden könnte, um so mehr, als der Jugendausschuß bestrebt ist, in jeder Weise die Jugendlichen an die Organisation zu fesseln. Bon der Lokalkommission wurde geklagt, daß von verschiedenen Genossen bei Besuch auswärtiger Lokale die Lokalliste nicht genügend beachtet wird, dagegen ist der Besuch der gesperrten Lokale am Orte durch organisierte Arbeiter gegen früher bedeutend zurückgegangen. Bei der Vorstandswahl wurden die amtierenden Genossen wiedergewählt mit Ausnahme deS Genossen Zöllner, der eine Wiederwahl ablehnte; für diesen wurde Genosse Messerschmidt zum Beisitzer bestimmt. Die Wahl eines weiblichen Vorstandsmitgliedes wurde vertagt, um den Genossinnen Gelegenheit zu geben, in einer Zusammenkunft geeignete Vor- schlage zu machen. In die Lokalkommission wurden die Genossen Reinfeld, Schultz und Winter, als Bibliothekare die Genossen Scheffel und Seidenberg und als Revisoren die Genossen Wittke, Zöllner und Lindenberg gewählt.— Der Vorsitzende Krohn- berg teilte mit, daß am Sonntag eine Flugblattverbreitung und am 20. Juli im.Volksgarten" eine Volksversammlung stattfindet zwecks Stellungnahme zur Reichsversicherungsreform. Ferner wurde bekanntgegeben, daß die Bezirkssitzungen in Zukunft jeden letzten Mitt« woch im Monat stattfinden.— Zur Kreiögeneralversammlung wurden die Genossen Krohnberg, Lobin, Weinert und Richter delegiert. Zum Schluß der Versammlung, in welcher 15 Genossen aufgenommen wurden, forderte Genosse Gruhl zu reger Agitation für die bevor- stehenden Gewerbegerichtswahlen auf. Bernau. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte der MagistratZvor- läge, wonach die Fischerei in der Waschspule nicht mehr verpachtet werden soll, zu. Sodann wurden 125 M. für die ärztliche Unter» suchung der Schulkinder bewilligt. Eine Anleihe von 70 000 M. zu 4 Proz. Zinsen bei 2 Proz. Amortisation soll von der Kreisspar- lasse für den Schulhauserweiterungsbau entnommen werden. Genosse Helbig stellte den Antrag, da das beim Wasserturmbaui zur Berwendung kommende Steinmaterial den gestellten Anforde- rungen nicht entspricht, den Unternehmer Bach(welcher Stadtver- ordneter ist) aufzufordern, dasselbe abfahren zu lassen und durch anderes den Bedingungen entsprechendes zu ersetzen. Der Antrag wurde mit 12 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Desgleichen verfiel die Magistratsvorlage mit 11 gegen 10 Stimmen der Ablehnung, wo- nach dem Unternehmer die Berwendung der Steine gestattet werden sollt«, wenn die fraglichen 30 000 Steine, welche stark mit Kalk- bestand durchsetzt sind, gründlich getränkt würden. Durch die Ab- lehnung beider Anträge ist jedoch erzielt worden, daß der Unter-! nehmer verpflichtet ist, bedingungsmäßiaes Material zu verwenden. (Das sollte eigentlich selbstverständlich sein. D. Red.) Dem Voll- ziehungsbeamten Ladwig ist im alten Krankenhaus die Wohnung des Krankenwärters überwiesen worden, mit der Maßgabe, dafüo die Verpflegung der Personen im Armenhause zu übernehmen. Als Verpflegungssätze wurden vom Magistrat für Erwachsen« 65 Pf. und für Kinder 50 Pf. in Vorschlag gebracht. Die Versammlung stimmte jedoch mit 17 gegen 4 Stimmen dem Antrage Dr. Wieners zu, wonach für Erwachsene 75 Pf. berechnet werden sollten. In nicht öffentlicher Sitzung wurde die Anstellung des Architekten Doske auf Lebenszeit mit einem AnfangSgehalt von 2100 M. als städtischer Baubeamter beschlossen._ Hus der frauenbenegung. Die Freunde der Fraue«„befreiungS"bill. DaS Ergebnis der zweiten Lesung der Frauenwahlrechts- Vorlage im englischen Unterhause, über das der„Vorwärts" in Nr. 165 berichtete, gibt der.Justice' Anlaß zu folgenden Be- trachtungen: „Der letzte Antrag, das Wahlrecht zum Parlament auf die besitzenden Frauen auszudehnen, hat die zweite Lesung im Unter« hause mit einer Majorität von 109 Stimmen passiert. Mit größerer Majorität indessen— es handelt sich um 146 Sttmmen— lehnten die biederen Mitglieder es ab. den einen Schritt zu tun, der den Antrag vor einem schmerzlosen Hinscheiden be- wahren tonnte, nämlich ihn einer Kommission zu überweisen. Recht so I Da« zeigt, wie wir immer behauptet haben, daß viele derer, die für die Bill stimmen,«S nur tun, um„das Gesicht zu wahren"— sowohl im wörtlichen wie im übertragenen Sinne— während sie in Wirklichkeit gor nicht den Wunsch hegen, daß der Antrag Gesetz wird. Noch mehr, die Möglichkeit, daß diese anti- demokratische Maßregel während der Lebensdauer des gegen- wältigen Parlament» Gesetz werden könnte, wird dadurch ganz in Frage gestellt. Ja, antidemokratisch ist sie, und darum haben wir sie bekämpft. DaS Volk verlangt nicht danach, nicht einmal die Frauen, die in ihrer Mehrheit nicht politisch frei würden. Es würde nur eine neue bevorrechtete Klasse von Wählern geschaffen haben, die sich mit Zähnen und Nägeln jeder Erweiterung des Wahlrechts wider- setzt haben würden. Mr. Shackleton(der Antragsteller) hat gut reden, daß die Bill das dünne Ende des Keils bedeute; und ebenso Keir Hardie, wenn er sagt, jeder, der sich dieser Bill wider- setze, weil er sie nicht für demokratisch hält, beweise nur, daß er die Frage nicht verstehe. Dabei erklären selbst die Haupt- fürsprecher des Antrages, daß er die Frage endgültig festlege, und denunzieren jeden al» Lügner, der behauptet, daß die Bill eine Stufe auf dem Wege zum allgemeinen Stimmrecht sei. Mr. Shackleton und andere demokratische Freunde der Borlage sollten sich doch mit ihren Freunden besser verständigen, bevor sie neue Versuche machen, sie durchzusetzen."_ Frau Olivia Nielse». eine der tüchtigsten Vorkämpferinnen der gewerkschaftlichen und politischen Frauenbewegung Dänemarks, ist am Montag plötzlich ver- starben. Sie war Stadtverordnete in Kopenhagen und Vorsitzende deS weiblichen Arbeiterverbandes und weilte als Vertreterin diese» Verbandes seit Ende voriger Woche in Aarhus auf dem Kongreß des Dänischen ArbeitSmannSverbandeS. Sie starb im Kommune- Hospital dieser Stadt an den Folgen einer Operation, der sie sich wegen Darmverschlingung unterziehen mußte. Die Genossi» O li via Nielsen ist 57 Jahre alt geworden. Sie stand seit 17 Jahren au der Spitze des genannten Arbeiterinnenverbandes. In der Stadt« verordnetenversammluna Kopenhagen», der sie angehörte, seitdem im vorigen Jahr die dänischen Frauen zum erstenmal al« Wähler wie als Wahlkandidaten auftreten tonnten, tritt an ihre Stelle Genosse Weygaard, Vorsitzender deS sozialdemokratischen Wählervereins im 10. Wahlkreis._ Der Berein zur Errichtung von Arbeiterhcimen schreibt uns: Im Erholungsheim für Arbeiterinnen zu Freienhagen i.d. Mark sind in diesem Monat alle Plätze besetzt. Für den August werden noch Anmeldungen angenommen, welche mündlich im Heim Kottbuser Ufer 33 erfolgen müssen. Der Pensionspreis beträgt 1,50 M. pro Tag. Ausgeschlossen sind alle, die an ansteckenden Krankheiten leiden. Kaufmännische Kranken- und Sterbekasse vo« 1888.(E. H. 71.) Dienstag, den IS. Juli, abends S Uhr, im Restaurant A. Landrö, Stralauer Str. 86/37: Sitzung. Lese- und Diskutierklub„Osten". Heute abend 3'/, Uhr bei Franke, Hausburgstr. 4: Sitzung. Gäste willkommen. »mtliche« Marktbericht der städtlichen Martthallen-Dtrettton ader den Grotzhandel in den Zenkral-Marktballen. Marktlage: Fletsch: Zuiuhr stark, Geichäst flau, Preise unverändert, für Kalb- und Schweine- fleisch nachgebend. Wild: Zusubr genügend, Geichäit lebhast, Preise gut. Geflügel: gusuhr reichlich, Geich»» ziemlich lebhast, Preise be» sriebigend. Fischt: Zufuhr mäßig. Geichäst ruhig, Preise wenig ver» ändert. Butter und Käs«: Geschäjt ruhig, Preise unverändert. Temas«, Obst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geichäst anlangs still, später reger, Preise wenig verändert. ßrUfhaften der Redaktion. «I» fnclftlfAc Sprech«wud»«ludet Lindeuftrift« Mr.«», bor» Pier Treppen— Aabrftubl—, wochentäglich voo 4'/, dt»?l/zUhr abend», Eounabeud» dou 4'/, btS V Uhr»achmittazs statt. Jeder Antrage ist «IN Buchstabe und«tue>iahl als Merkzeichen belzusügen.«rteslichc Slotwor» wird Vicht erteil». Eilige Fragen trag««au ia der Sprech- stunde vor. M. B. SS. Da» müssen wir ablehnen.— K. Z. SV. Ja.— Dreier. Ihre Darstellung ist unverständlich. Kommen Sic in die Sprech- stunde.— M. G. W. 171. 1. Ein Jahr lang, vom Fortzuge an ge- rechnet. 2. Ja, beim BezirksauZschuss. 3. Vogelbauer.— L. R. 4v. Eine Klage aus Zahlung der 130 M. und Aushändigung der Police hat unseres Erachten? Aussicht aus Ersolg.— Brandenburg IVO. 1. Das ist nur mit Zustimmung de» Vormundschastsgericht« zulässig. Wir halten e» sür ausgeschlossen, dah da» BormunoschailSgericht eine solche erteilt. L. Vielleicht hat ein Antrag an den Regierungspräsidenten aus NamenS- änderung Erlolg.— B. B. O. 1. ES gibt mehrere Geiellschasten, die Sie im Adreßbuch— H Teil— verzeichnet finde». L. Ja. ist aber verpflichtet, sür die KündigungSdauer Miete zu zahlen.— M. M. B. 134. Neiu. — Pachter Wh. 1. Vor dem 1. Oktober kann Ihnen weder vom alten «och vom neuen Eigentümer da» Pachtgrundstück entzogen werden;(Se- waltanwendung gegen Sie wäre strasbar. 2. Derjenige, der Sie widerrccht- lich vertreibt, wäre strasbar. 3. Die Klage wäre auSsichtSvvll. 4. Eine einstweilige Versügung, die bei Strafe jede Störung derart in ihrem Rechte bei Strafe verbietet, wäre beim zuständigen Amtsgericht anzustellen. S. Das hängt von dem Werte des Streitgegenstandes ab.(5. Jeder Anwalt kann Ihnen diesen Prozeß führen.— A. Rft.(oder R.> 17. Ihr Wagen ist, da Ihnen gestohlen, in Ihrem Eigentum verblieben; Sie können ihn von iedem Erwerber zurücksordern. Natürlich ist auch Strasanzeige wegen Interschlagung möglich: Ihre Ersatzansprüche werden dadurch nicht berührt. — H. P. 85. Eine Handel» angestellte darf nur dann mit Monat- licher Frist zum Schluß jede» Monat» gekündigt werden, wenn dies auS- drücklich vereinbart ist. Lag solche Vereinbarung vor, so gilt die fragliche Kündigung zum 1. August; fehlte solche Abrede, so konnte erst zum 1. Oktober gekündigt werden. Für einen gewerblichen Arbeiter beträgt die KündigungSsrist 14 Tage; dann gilt die Kündigung bi» zum I. August.— Fr. G. 13. 1. Verklagen Sie w Ungarn beim Gericht de» Wohnsitzes. Wegen des zuständigen Gericht» und der Form wenden Sie sich an da» deutsche Konsulat. 2. Melden Sie den Unfall sofort bei der Polizei.--- W. M. V7. Nein. — A. St. 500. War Ihre Beschäftigung eine kaufmännische, so konnte Ihnen nur zum 1. Oktober gekündigt werden, trotz der Abmachung emer vierzebntägigen KündigungSsrist; ebenso wenn Ihre Tätigkeit eine aewerbltche, aber wcrlsührerartige war. Solange Ihr Dienstverhältnis dauert, läuft auch, wenn Sie tatsächlich nicht mehr beschäftigt werden, Ihre Kranken- und Jnvalidenversickeiruigspflicht.— I. jt. 5. Die Güter- trennung besteht nach dem Gesetz ohne weiteres.— K. L. 12. Die Frage mutz genauer gestellt werden.— Brun» 150. 1. Gegen die Ein- schötzung ist nichts zu machen. 2. Auf dem Friedhof, der in der betreffenden Gemeinde für die Beerdigung Konsessionslojer bestimmt ist. — ffi. 87. 1. Bei erheblicher Gefahr einer erheblichen GesundheitSschädigunz Ia! 2. In diesem Falle: ja. Die Papiere müssen überhaupt stets sofort herausgegeben werden. 3. Der Arbeitgeber hat allen Schaden, der durch die unlcriassene Anmeldung entstanden ist, zu ersetzen und ist zudem swas- sällig.— H. 28. 1. An die Armcndirektion. 2. Da» politische Wahlrecht geht dadurch verloren. 8. Es hängt davon ab, wie lani ' auert. Wiederholen Sie diese Frage genauer.— W. i i davon ab, ob die ertragSstrase sür den Das zu Unrecht Abgezogene zurückgefordert werden. 3. Folgt die Nute! ». W. 1. Ob der Unkosten so hoch Fall de» Rück. müßte später. Abzug gerechtfertigt ist, hän waren oder eine solche P tritt» vereinbart war. 2. durch Klag« beim Amtsgericht — G. 500. 1. Ja. 2. und 3. Die Zinsen der Spareinlage'werden bei Berechnung de» steuerbaren Einkommens mit berechnet und sind daher an- iUgebcn.— I. Fl.. Darmstadt. 1. Das Bürgerliche Gesetzbuch hat kein e olche rückwirlende Krast. 2. Der Rest der Aussteuer ist seit seiner Fälligkeit verzinsen. 3. Die Klag« wegen dieler Zinsen ist bei dem sür Horb zu- 'I in Horb selbst) anzustrengen; am besten wenden valt.— W. St.(oder R. t) 46. Die nicht nötig.— Wt. S. 423. Rein. händigen Amtsgericht(wohi Sie sich an«inen dortigen Rechtsar Anmeldung zur Krankenkasse ist Wetterprognose für DienStag. den 10. Juli 1010. Etwa» kühler, zunächst ziemlich trübe mit Regen und mäßigen Nord- westlichen Winden; später wieder langsam ausklarend. BerlinerWetterbureau. WttterungSübersickit vom 18. Juli 1010, morgen« 8 Übe Bettet I* SwiNemd». 762 NNW 760C$D 759 SRO 757 SW 760 S 759 SB crim Franks.a.M. München Wien 8 halb bd. »wolkig 2 heiter 4 halb bd. 4 Reaen 3 halb bd. 5aparanda!760N Petersburg 759 NW «etter II Scillh Werde«» Pari» 780 NNO 766 OSO 759 S I 4 bedeckt 2 halbbd. 3 bedeckt 3 heiter 8 bedeckt I 8 12 14 12 18 Wasserstands-Skaestrichten der Lanbetanftalt für Gewässerkunde, mitgeteilt bvm Berliner Wcltcrburcau. Wasserstand M- m e l. TM« P r« g e l, Jnsterbmg Weichsel, Thor» Oder, Ratibor , Krosien , Frankiurt Warth«, Schrimm . LmidSberg Netz«, Vordamm Elbe, Leitmerttz , Dresden , varbh , Magdeburg Wasserstand Saal«, Grochlttz Havel, Spandau') , Rathenow') S p r«», Spremberg') , BeeSkow Weser, Münden , Minden Rhein, Maximiliansau , Kaub , Köln Neckar, Heilbronn Rain. Wertheim Mosel, Trier am 17. 7. CM 162 42 30 146 77 -19 14 660 497 507 140 815 seit 16.7. om1) —20 ——6 +i —20 0 —16 +20 —20 —11 —13 —25 ■)+ bedeutet Wuchs,— Fall.— Unierpegel.•) höchster Wasserstand am 17. 5 Uhr morgens: 40S om. nun DOO □□ Theater und Vergnügungen Dienstag, den»9. Juli. Ansang T], Uhr. Reue» königl. Opcrn-Xheatrr. Die Fledermaus. Aniang 8 lldr. Deutsches. Saune de» Berstevten. Judith und Holoferne». Kammerfpiele. LiebeSwalzer. Lefstng. Kasernenluft. Komische Oper. Der Regiment». papa. Strucs Schauspielhaus.»er Kleines." Rur ein Traum.(Anfang >,,g Uhr.) Berliner. Taifun. Neues Operetten. Der Graf von Luxemburg. Thalia. Eharleh» Tante. Hebbel. Wem gehört Helene? Spuk.(Ansang 8'/« Uhr.)- Schiller O.(»alliier. Theater.) Rigoletto. Schiller Gharlottenburg. Di« von Hochfattel. Roir. Der Gesundbeter. Lustspielhaus. Da» Leutnants. mündel. Metrovoi. Halloh!I— Die große Revue. «olies Eapriee. Pariser Ehen. DaS VersöhnungSjest.(Ansang 8',« Uhr.) Apollo. Spezialitäten. Pusiage. Spezialitäten. Rctchsballen. Stettwer Sänger. Walhalla. Speztaliläten. Wintergarten. SpezialttSten. Karl Haverland. Svezialftätm Prater. Im Reiche de» Mar». Urania. Tanvexitraffe 48/40. Abend? 8 Uhr: Durch Dänemark und Südschwcden. Strr»i»ar»r, Jnvalidenftr. 57— 62. Lessing-Theater. Täglich 8 Uhr: Kasernenluft. berliner T'keater. Heute S Uhr: T'tlüUII« Morgen: Taifun.__ K cnea Operetten-Tfcnnter. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Somitag nachmittag 8 Uhr zu er- mäßigt. Pressen: vi« Dollirprinzmln. Lustspielhaus. Abend» 9 Uhr: Das Leutnantsmündel IOSE=THEATE Groß« Frankfurter Str.«82. Auf der Gartrnbühne: 1 Der Seokadett. Operette in zwei Akten von Otto Richter. Musik von G. Glessen». Auttreten erstklassiger Spezialltlten. Großes Gartenkonzert. Ans. 4'/, Uhr. Ab 8 Uhr: Da« sensationelle Programm, u. a.: NI»»«l»cne Tünaerinnen vom königl. dänischen Ballett. Seklmpanae• Orang-Vtsuig als Tandemfahrer. Operette— ohne Männer» .Holland im Orient". 2« Holländerinnen 82. am See and Babnbol Stratan-Rummelsbarg. Täglich: D Spezialitäten D- Theater, Konzert. Urania. Tanbenstr. 48/49. Wissenschaftlichea Theater- Heute 8 Uhr: Durch Dänemark und Sfidschweden. flf ISCHER GARTEN Täglich: Großes Militär- m Doppel-Konzert «in tritt 1 Mark. von abend» 0 Uhr ab 50 Ps., Kinder unter zehn Jahren die Hälft«. rnsssge-Panoptiitiiin. Die insammeDgewactasenea Schwestern Biazek und ihr Kind. Von 11—1 Uhr mittag» u. vonS— tOUhrabenda zu sehen. Kein Extra-Entreet Nur wenige Tage! Eintritt SO Pf., Kinder und Soldaten 28 Pk. Passage-Theater. Abends 8 Uhr: Der größte""Sa1«> der apanlache Caruso Senor Ordnna. Der stimmgewaitigstelenor, der je gehört wurde, u. dos grolle Juli-Programm. Hetropol-Theater Hallo!!! Die große Revue! In 8 Bildern von Job Freund. Musik ▼. Paul Linoke. In Szene gesetzt vom Dir, Rioh. Schultz. Anfang 8 Uhr. Raiichan gestaltet. La Tortajada in ihrer neuesten Schöpfung: „Abenteuer eines Toreros". Les fleurs Polonaises „Ein polnisches Bauemfest*. Amann Mimiker und Charakteristiker sowie die sensationellen Attraktionen des JnU-Progran'ma k Vereins-Brauerei Rlxdorf, Hermannttr. 214/219. Oekonom; Max Wendt. »M» Täglich: TM Gr. Mllitär-KDRzert. Ansang Wochentag» 7 Uhr. » Sonntag» 4 Uhr. Schiller Sohlller-Theatsr 0.(Wallner-Theat.) Gottschcid-Oper. Dienstag, abend» 8 U hx: Gassspiel de» Deusschen Landes« TbeaterS in Prag: Hlgolctto. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die FUrster-Chrlstl. Donnerstag, abend« 8 Uhr: Ein HnGlrcndnll. VlKvtttvr. Schiller-Theater Charlottenburg. Dienstag, abend» 8 Uhr: Die von Hoehaattel. Lustspiel in 3 Auszügen von Leo Walter Stein und Ludwig Heller. 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Stettiner Sänger Zum Schluß: Künstler d. Landstraße. Urk. Burleske von hiersei. Ansang Wochentag» 8 Uhr. Sonntag» 7 Uhr. Hai mus SomiMer und Festsäle. Inh.; Rudolf Krüger. Hasenheide 13/18, vis-k-vis v.PurnpL Tügllch: Große Theater- u. SpezialitSten- VorstelluDn. Artist. Leitung: Walter Grävenltx, Kapellmeister: Max Wolifhelm. Jeden Donnerstag; Elite-Tag! Anfang: WoohenteUhr, Sonnt1/,# Uhr. Kerliner Nrater-Wattt Kastanlenalloe 7—9. 3m Beiehe desJÄars Spezialitäten, Konzert u. Ball. Ansang 41), Uhr. Entree 80 Ps. Mlmanns Theater SchBnh. A. 148— Kastanlen-A. 97/99. Wenn schön— im Garten! Wenn Rk�en— im Saall Abend» 9 Uhr: Berliner in Japan. Operette v. Reislingen. Musik v.KIrck». Die brillanten neuen Sprzialt« täten der zweiten Julihälfte. Ansang Sonnt.'/, 4, wochent.'/,b Uhr. Mittwoch: Eine feine Namilie mit Käte u. Karl Reich t. d. tzauptroll. .Victoria-. vraueroi, LAzows,. ,,,/,,» Im Garten oder Saal: Täglich Gr. hnnioi'Ut. Soiree. (GesangSoorträg«, Theater und Bartets-Vorstellungen.) Sonntag», DienStagS, Donner»!. und Sonnabend«: Tanzkränzohea. Ans.: Wochentag» 8, Sonntag» 7 Uhr.- Alle Bon» gültig. Im Rsstaur.: MliiagStisch 75 Ps. Gr. u. ll. Käle»u gestltchkeiten aller Art. Max Saeger. V olgt-Theater Gesundbrunnen Badstr. 88. Heute DienAag,'1,8 Uhr: Bineta. Gr. romant. Lebensbild mit Gesang und Tanz in 3 Akten von H. Schulz. Da» nrne große Juli»Programm. Kassen« össuung 2 Uhr. Ans. 41/, Uhr. Achtung, Grönau! Empfehle allen Freunden und ve» kannten zu den devorftebende» Sommeraussiügen mein(renovierte») Lokal und Garten. Nur rerlle Svetsen und Setränke zu billigsten Preisen. Gnstav Sindenhayn, Telephon 17. Frledrichstr.�. FUr den Inhalt der Inserate Nderuiinmt die Redaktion de» ubliku« gegeuübtt ktiucrlet rrantwortuug. Ber»iu»ttiaU Weiiel, Giljchiner- ftiaße 94a StuufiitoUfcrci von Frau KokoStp Schiachtenlee. Kurftraße 8. III. Nähmasehinenreparature» fach- emäß schnell und billig, auch außer Hause. 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