Mr. 148. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt, wöchentlich 28 Big frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 fg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Bereins: und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg Inferate für die nächste Nummer muffen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Ervedition abgegeben werden. Die Expedition it an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernfprecher: 3mt 1. 4186. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Dienstag, den 27. Juni 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Abonnements- Einladung. aber belangenen zu machen; dejt man endlich in Be Bozialdemokratie und nur den Versuch einer Kontrolle durch Erkundigung bei Arbeitern Mit dem 1. Juli eröffnen wir ein neues Abonnement auf den „ Vorwärts" Berliner Volksblakk mit der illustrirten Sonntagsbeilage ,, Die Neue Welt". auf oder zieht Arbeitstüchtigkeit. M tracht, daß dem Freunde der Botokuden" etwas von den technisch industriellen Fortschritten bekannt ist, welche Ein paar Tage vor den Wahlen leistete sich die eine eigentliche Fachbildung des Arbeiters immer weniger national- ,, liberale"" Kölnische Zeitung" einen ihr offenbar erfordern, noch daß er den erbärmlichen Stand unseres aus sächsischen Unternehmerkreisen zugegangenen Artikel mit Bolks- und Gewerbeschulwesens keunt, für das man beobiger Ueberschrift, der beinahe über das hohe Maß sozial- tanntlich kein Geld hat und das infolgedessen den Proletarier politischer Bornirtheit und bürgerlicher Niedertracht hinaus- taum über dürftiges Lesen und Schreiben hinausbringt, so geht, das man von jeher von diesem Blatt gewohnt ist. wäre eigentlich die unendliche Flachheit des Artikels und Nach der Meinung des Artikelschreibers, dessen Alberns die erstaunliche Kühnheit seiner Behauptungen bereits heiten der Kölnischen Zeitung" gerade in den Kram äußerlich gebührend gekennzeichnet und wir brauchten uns paßten( inzwischen haben ihr ja die Wahlen eine wuchtige mit dem Manne und dem Blatte gar nicht weiter zu be Quittung ertheilt), ist es keineswegs schwierig, innerhalb schäftigen, die es aus purer Gehässigkeit fertig bringt, der Der Wahlkampf ist beendet, und neue bedeutungsschwere gewisser Grenzen... zu beweisen, wie in manchen gewerb- Sozialdemokratie etwas in die Schuhe zu schieben, mit dem Rämpfe stehen und bevor. Die Wahlen bedeuten einen neuen lichen Bezirken mit der Ausbreitung der sozialdemokratischen sie nicht das Geringste zu thun hat. Triumph der Sozialdemokratie und die weitere Bersetzung des Lehren auch die Klagen über zurückgehende gewerbliche Aber so leichten Kaufs möchten wir die feigen Helden bürgerlichen Liberalismus. Der Reichstag wird in wenigen Tüchtigkeit und Leistungskraft der Arbeiter sich gesteigert der Kölnischen Zeitung" nicht davon kommen lassen. Wir Tagen zusammentreten; die Militärvorlage wird nochmals den Gegenstand der Debatte bilden. Die Reaktion wird ihre günstige haben. Die Erklärung ist leicht. Die Sozialdemokratie haben doch noch etwas mit ihnen abzurechnen. Wie kommt Lage in vollem Maße ausbeuten und auf Kosten des Volkes, der packt bei den meisten ihrer ausgesprochenen Anhänger der Artikelschreiber in Sachsen und die„ Kölnische Zeitung" arbeitenden Klassen jede Belastung, jede Unterdrückung, jede den ganzen Menschen. Sie nimmt die geistigen und am Rhein dazu, zweierlei todtzuschweigen, was ganz direkt Willkürmaßregel genehmigen, wenn sie dafür neue Borrechte für feelischen Kräfte des jungen Arbeiters durchaus ge- mit der geminderten technischen Leistungsfähigkeit großer die herrschenden Klassen einheimſen fann. Die Redekämpfe im fangen und erweckt in ihm ein völlig falsches Ehr- Arbeiterschichten zusammenhängt, aber freilich auf das Konto Parlament baben nur insofern Bedeutung, als sie den ver- gefühl. Der Wissensdurst und die Thatkraft dieser Arbeiter der ihnen so eng befreundeten Kapitaliſten zu sehen ist? schiedenen Volksströmungen Ausdruck geben; in diesen felbft jugend richtet sich nicht so sehr auf tüchtige Leistung inner- Wir meinen die Abneigung der Großindustriellen, jugendliche aber liegt die wirkliche Macht. Nicht Nicht auf den 40 halb des gewählten Berufs, auf Erwerbung schäßbarer Arbeiter mit gesetzlicher zehnstündiger Arbeitszeit anzunehmen, bis 50 fozialdemokratischen Abgeordneten, welche im Reichstage fizen, beruht unsere Macht, sondern Handwerkskenntnisse, sondern auf die Idee" und ihre Ver- und die Schmach, welche sich kleine und mittlere Fabriden Millionen entschlossenen und selbstbewußten Männern, wirklichung und bei den Fortgeschritteneren" auf agitatorische tanten zu Schulden kommen lassen, indem sie Lehrlinge über die hinter ihnen stehen. Die Wähler haben heute mehr als je Kniffe und Pfiffe. Nicht Berufstüchtigkeit und persönliche Lehrlinge züchten und diese mit einer erbärmlichen Fachauf dem Posten zu stehen; fein Sturm und feine Brandung Ehrenhaftigkeit gilt als höchste Ehre, als die Befähigung, bildung wie ausgepreßte Zitronen ins Leben stoßen. Warum darf sie überraschen; und in diesem Wachtdienst behilflich zu im Kreise der Genossen als politisch Aufgeklärter" das ist von diesen beiden Dingen in dem Schandartikel der sein, ist besonders die Presse berufen. Eine unabhängige, die Wort führen zu können; Redegabe wird höher geschäßt als Köln. 8tg." teine Rede? In Handelskammer- Berichten Boltssache um ihrer selbst willen vertretende Presse besigt heute gute bürgerliche Eigenschaften." Nachdem dann noch weid- steht freilich nichts darüber, und die Unternehmer binden nur noch die sozialdemokratische Partei, die Partei des um seine lich über die" Halbbildung", die Versammlungsheye", den es den Zeitungen auch nicht auf die Nase. Aber die Befreiung kämpfenden Proletariats. Die Partei- Organe find politischen Bummel" der Sozialdemokraten geschimpft ist, Spatzen pfeifen es in jedem Industriegebiet, auch im eine Hauptwaffe, die es in dem Kampfe hat, und diese Waffe hoch zu halten ist die Pflicht aller Genossen; indem sie ihre die von den Menschenrechten so viel verſtünden, wie der sächsischen, von den Dächern, und eine andere Art amtlicher hoch zu halten ist die Pflicht aller Genossen; indem sie ihre Botokude von der Differentialrechnung", wird dazu über- Berichte, die wir immer noch für etwas unparteiischer Partei- Organe unterstützen, wächst ihre eigene Stärke. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie gegangen, eine Anzahl Aeußerungen sächsischer Unterhalten, als diejenigen der Handelskammean, die sächsischen Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie nehmer aus Handelskammer- Berichten älteren und neueren Fabrikinspektorenberichte z. B., zählen Beweis um Beweis unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum Datums bunt durcheinander anzuführen, die lediglich über für diese Schuld derselben Kapitalisten auf, welche die Kölnische monatlichen Preise von die abnehmende Tüchtigkeit" der Arbeiter jammeru, denen Wetterfahne so traurig vertritt. Je weiter die Schutzgesetzgebung es aber gar nicht einfällt, dies mit der Zunahme der Sozial- für jugendliche Arbeiter schrettet und sie thut es doch bei demokratie in Zusammenhang zu bringen. Diesen Zusammen uns langsam genug desto entrüsteter weisen die Herren hang hinzuzudichten, war die würdige Aufgabe des Artikel- Industriellen jugendliche Arbeiter, die lernen wollen, schreibers der Köln. Ztg."; ins Blaue hineinzulügen ist ja von ihrer Schivelle; sie können die jungen Leute nicht mehr bekanntlich eine Hauptvirtuosität dieses Blattes. Nur ein beliebig auspressen, deshalb ist ihnen ihre technische Auseinziger fächsischer Webwaaren- Großfabrikant" versicherte" bildung völlig gleichgiltig, billige Handlanger rücken an die dem entgegen.( Gingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 beni edlen Artikelschreiber, der politische Eifer der Weberei Stelle und an vervollkommnete Maschinen. Und was haben entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 Arbeiter verhindere diese häufig, eine tüchtige Berufsbildung der Leipziger, der Plauener und andere Fabrikinspektoren unter Nr. 6708.) Wir ersuchen unsere Postabonnenten höflichst, das Abonnement rechtzeitig aufzugeben, damit die regelmäßige zu erlangen". Und gerade diese einzige Aeußerung unter gerade aus Sachsen schon berichten müssen von beispielloser Zustellung des Blattes teine Unterbrechung erleidet. dem Dugend völlig belangloser kann nur anonym und nicht Lehrlingszüchterei in Mittelbetrieben, wobei zu beachten ist, wörtlich angeführt werden! Das ist Bech; nimmt man hinzu, daß der eigentliche Sit dieses Uebels, das Handwerk, das daß es für das noble Handwerk des Artikelschreibers für gerade den Industrieen das Arbeitermaterial liefert, nicht die Köln. 3tg." selbstverständlich ist, Unternehmeraussagen einmal unter der Aufsicht der Beamten steht. Wenn aber die Dinge so liegen, so stellt sich der Ar1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 Mark für das 3. Quartal " " Die Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. für die reine, Lauter: Wahrheit weiterzugeben, ohne auch Feuilleton. Nagbrua verboten.) Die Fabriklerin. Erzählung aus dem schweizerischen Volksleben von einem Baseler Arbeiter. [ 10 no Ihr jammernd und wehklagend das Geschick und die nahm das edelmüthige Anerbieten mit dankerfülltem Herzen Menschen auklagtet, ein Plänchen ausgeheckt, wie unserem an und auch seine Braut drückte dem so oft bewährten Revoluzzer geholfen werden könnte. Seit Jahren pilgern Freunde mit stummem, aber innigem Dante die Hand, unsere guten Buchegger, weil ihr Vorrath an Kaffee, durfte sie doch nun wieder freudigen Muthes an die Zukunft Zucker, Tabak und so weiter zu Ende geht, nach denken. dem Städtchen L., um sich für ihr gutes Geld Mit Feuereifer ging Karl an seine neue Aufgabe. Ein das Fehlende ersetzen zu lassen. Wie wäre es nun, wenn passendes Lokal hatte er bald, mitten im Dorfe, gefunden wir den guten Leuten diese Mühe abnehmen und in Buchegg und unsere guten Buchegger sperrten Maul und Nase auf, selbst eine solche Handlung" eröffnen würden? Ich glaube, als er eines Tages sein Geschäft eröffnete; denn so wohlBescheiden lehnte der Wackere ihren Dant ab und gab ein solches Geschäft würde seinen Mann, ja- fich zu geordnet und sauber eingerichtet hatten sie es nicht einmal ihnen die Versicherung, daß er trotz seines heutigen Miß- Rosa wendend, wahrscheinlich auch noch eine Frau dazu in 2. getroffen. L. geschickes fortfahren werde, für die gute und gerechte ernähren. Nun, was sagt Ihr dazu, Kinder?" Sache des arbeitenden Volkes fort und fort zu kämpfen, Mit dieser Frage schloß Karl seine Rede und blickte dann verabschiedete er sich, um Rosa Bericht über den Ver- freudestrahlend von einem zum andern. lauf der Versammlung zu geben. Als er in das Häuschen der Wittwe trat, fand er dort zu seiner Freude Freund Karl seiner harrend vor, denn bei diesem Wackern hoffte er nicht nur einige Theilnahme, sondern auch einen guten Rath in bezug auf seine Bukunft zu finden. Karl's Vorschlag wurde indeß nicht so freudig auf genommen, wie er es wohl erwartet hatte, denn Maurer fragte sich verlegen hinter den Ohren, als er erwiderte: Auch die Kunden fanden sich nach und nach ein, zwar am ersten Tage mehr aus" Gwunder", nachher jedoch regelmäßig, um so mehr, als sie sich rasch überzeugten, daß Maurer nur gute Waare und zu annehmbarem Preise verkaufte. Maurer hatte sich eben von vornherein vorgenommen, nicht zu wuchern, sondern nach reellen Grundsäßen zu ver fahren, und daß er damit das Richtige getroffen, das bewies der Erfolg. " Die Idee wäre wohl gut, lieber Freund, und ich zweifle gar nicht daran, daß ein solches Geschäft seinen Mann ernähren würde, allein Du scheinst ein Hinderniß übersehen zu Und er täuschte sich hierin nicht; denn als er, nachdem haben, welches der Verwirklichung Deines Gedankens entgegen- Etliche Monate nach der Eröffnung seines kleinen Geer den Verlauf der Bersammlung im Kreuz" geschildert, eine steht; uns mangelt das Geld vollständig, um ein solches schäftes durfte er es dann getrost wagen, seine Rosa als diesbezügliche Frage an den Buckligen richtete, lächelte dieser Geschäft mit Erfolg betreiben zu können. Wohl habe ich Gebieterin in ihr neues Heim zu führen und damit seinem verschmitt vor sich hin, dann sprach er in seiner spaßigen mir einige hundert Franken erspart, allein das würde Glück die Krone aufzusehen, wie man zu sagen pflegt. Weise: ja taum langen, um die nöthigen Einrichtungen zu treffen, Rosa selbst erwies sich bald als tüchtige Krämerin, die sich Na, junger Hitkopf, nun soll ich wohl den Rarren von dem Einkauf der Waaren gar nicht zu sprechen." bei jung und alt beliebt zu machen wußte. Als der Storch wieder aus dem Sumpfe ziehen, nachdem man ihn dort" Nun, was diesen allerdings wichtigen Punkt anbelangt, jedoch übers Jahr bei ihr Einkehr hielt und sie mit einem recht gründlich verfahren hat, wie? Ich würde freilich so würde ich mich vielleicht dazu verstehen, Euch die prächtigen Jungen beschenkte, da hatte das„ Krämern" einstbeffer thun, mich von einem so gefährlichen Menschen, der nöthigen Kapitalien zu liefern, wenn Ihr es übrigens nicht weilen für sie ein Ende und wichtigere Pflichten harrten der sich vermessen thut, unsere so gepriesene Weltordnung verschmäht, mit mir, als einem dieser bösen Rapitalisten, in jungen Mutter. ändern zu wollen und Gleichheit" für alle zu verlangen, geschäftliche Verbindung zu treten", erwiderte Karl mit gut- Aber auch diesen war die ehemalige Fabriklerin" wie zurückzuziehen, allein ich habe nun einmal den Narren an müthigem Lächeln. faum eine zweite gewachsen und ihre Kinder- bei dem einen blieb es nämlich nicht zeichneten sich bald durch Euch allen gefressen und so habe ich denn auch, während Das verschmähte nun aber Maurer keineswegs, sondern werden. tikel der Kölnischen 8tg." als ein ganz perfides Manöver Die Militärvorlage- das ist wohl sicher wird s Die Nichtigkeit der Kölner Wahlen. Ein Bei heraus, durch eine öde Schimpferei auf die Sozialdemo- dem Reichstag sofort bei seinem Zusammentritt zugehen. spiel für das Zutreffende der Ausführungen, daß die tratie die wahren Schuldigen zu decken! Die wahren Wenn es nun aber in militärfrommen Zeitungen als selbst- Reichstags- Wahlkreise bei räumlicher Schuldigen sind die Schüßlinge des nationalmiserablen verständlich betrachtet wird, daß der Reichstag auf Nieder- Veränderung durch Reichsgesetz abgeändert Blattes, die Fabrikanten mit großem und kleinem Kapital, segung einer Kommission verzichten und die Vorlage tnall werden müssen, bietet, wie die Köln. 8tg." darlegt, Go 3= die sich eben nur wenige tüchtige Arbeiter ziehen, weil sie und Fall zur zweiten Lesung bringen und im Hand- lar dar. Im Verzeichniß der Wahlkreise, Anlage C zum für ihren Profit nicht mehr brauchen, die daneben die große umdrehen bewilligen werde, so heißt das den Lesern sehr Ausführungs- Reglement vom 28. Mai 1870( Bund.- Ges.Masse der Proletarier in möglichster Unbildung verkommen viel Dummheit zutrauen. Wir halten es im Gegentheil für Bl. S. 275) ist im 13. hannoverschen Wahlkreise neben lassen, schon damit sie ihnen politisch nicht gefährlich selbstverständlich, daß die Vorlage vor eine Kommission mehreren Aemtern die Stadt Goslar und der hannover, kommt, und daß die Berathungen, da sich inzwischen nicht braunschweigische sogenannte Kommunion- Harz aufgeführt. Daß die Sozialdemokratie dieses feine System immer blos die Vorlage, sondern auch die Parteiverhältnisse ge- Durch Staatsvertrag zwischen Preußen und Braunschweig wieder aufdeckt und so oft aufdecken wird, als Blätter wie ändert haben, einer sehr eingehenden Berathung unterzogen vom 9. März 1874 erfolgte eine Theilung dieses gemeindie„ Köln. Ztg." und ihre Hintermänner sich einfallen lassen, wird. Ebenso selbstverständlich erscheint es uns, daß schaftlichen Gebietes; außerdem wurden dem preußischen nach anderen Leuten als den Dieben zu rufen, das ist der während der Kommissionsberathungen das Plenum seine Staate noch die braunschweigischen Gebietstheile, welche innerMerger der Kapitalisten in ihrer Presse, und dieser Aerger Sigungen einstellt in den Hundstagen läßt sich ohnehin halb der Stadtflur und der Stadt Goslar belegen waren, möge ihnen noch oft bescheert werden, in Sachsen, am Rhein ein beschlußfähiges Haus nicht zusammenbringen, und noch einverleibt. Das Stadtgebiet Goslar änderte sich hierdurch, weniger zusammenhalten. Eine längere Bertagung des und infolge davon wurde auch der 13. hannoversche ReichstagsReichstages nach der ersten Lesung dünkt uns ein Gebot der wahlkreis durch Reichsgesetz vom 15. Dezember 1876 ander Nothwendigkeit. weit festgesetzt. Anstatt der einfachen Bezeichnung Stadt Goslar im Wahlverzeichniß von 1870 heißt es nun in der Anlage zum Reichsgesetz vom 15. Dezember 1876: Stadt harzes und des herzoglich braunschweigischen Gebietes, welche Goslar mit Einschluß derjenigen Theile des Kommuniondem Königreich Preußen durch den Staatsvertrag vom 9. März 1874 einverleibt und dem Gebiete der genannten und anderswo! Politische Weberlicht. Berlin, den 26. Juni. Unsere Genossen im Auslande. Aus Kopenhagen geht uns folgende Buschrift zu: ,, An die Sozialdemokratie in Deutschland! Parteigenossen! Mit großer Begeisterung und hohem Interesse hat die Sozialdemokratie in Dänemark Euren energischen Kampf bei den verlaufenen Reichstagswahlen verfolgt und beglückwünscht Euch nun zu dem gewonnenen glänzenden Wahlsteg. Mit stürmischem Jubel grüßten die auf einer am 19. de. in Kopenhagen abgehaltenen zahlreich besuchten Parteiversammlung anwesenden Genossen Eure Siege bei den Hauptwahlen, und noch höher ist die Begeisterung gestiegen bei der Meldung der Ergebnisse der Stichwahlen. Wir fühlen, daß Euer heldenmüthiger Kampf den Sozialismus in allen Ländern erneute Kraft gegeben hat, und wir rechnen sicher darauf, daß es bei den nächsten Wahlen gelingen wird, die Reichstagsfraktion noch durch jene Parteigenossen zu verstärken, deren Wahl dieses Mal unmöglich war. Ein Hoch der Sozialdemokratie in Deutschland! Ein Hoch dem internationalen Sozialismus! Ein Hoch der baldigen Be freiung der Arbeiterklasse von der Kapitalherrschaft! Der Hauptvorstand der Sozialdemokratie in Dänemark. J. A.: P. Knudsen, Geschäftsführer. Stichwahlergebuiffe. Mit dem Ergebniß der Hauptwahlen zusammen find bis Montag Mittag es stehen noch 35 Wahlen aus 13- gewählt worden( wir fügen in Klammern die bisherige Stärke der Parteien hinzu): Sozialdemokraten 24+20 Konservative @ 49 +20 D. Reichspartei 10 Nationalliberale 27 44( 36) 69( 68) 21( 18) 42( 42) Ultramontane 81 89( 111) Freis. Vereinigung 9 12 Freis. Volkspartei 18 18 }( 68) 10 ( 10) 5 19( 17) 12 15 1 1 6 + 1 10 ( 10) Südd. Volkspartei Weljen Polen Antisemiten Däne Wilde Elsässer 151B04023159 +++++ ⋅ 865720 217+144= 361( 397) = Die National Zeitung" schreibt in ihrer Abendausgabe vom 26. Juni: " Nach den heute bis zum Schluß der Redaktion eingegangenen Stichwahl- Nachrichten sind im ganzen bis jezt als gewählt gemeldet: Nationalliberale 44, Ronservative 69, Freikonservative 19, freifinnige Vereinigung 10, Klerifale für die Militärvorlage 3, Bolen 19, Antifemiten 17, wild 4 zufammen 186 für die Militärvorlage. Dagegen Zentrum 87, Sozialdemokraten 44, freisinnige Volkspartei 18, süddeutsche Demofraten 10, flerifale Elsaß- Lothringer 8, süddeutsche Bauernbündler 3, Welfen 5 und 1 Däne, zusammen 177 gegen die Militärvorlage." Ein end giltiges Ergebniß kann erst nach dem Einlaufen der letzten Stichwahlergebnisse gefällt werden. Sauberkeit und artiges Betragen vortheilhaft vor den andern Kindern des Dorfes aus. Rosa's Mutter hatte ihr Häuschen verkauft und war auf Wunsch des jungen Ehepaares zu ihnen gezogen. Troz ihrer Kränklichkeit konnte sie sich noch manches Jahr an dem Glücke ihrer Lieben sonnen. Den Kleinen wußte sie stets etwas zu erzählen und gewann sich dadurch ihre Zuneigung im Spiele. Auch Karl zog etliche Jahre später, als er anfing gebrechlich zu werden, zu Maurer's und war dort wie ein Glied der Familie gehalten. Zum deutsch- russischen Handelsvertrag. Wolff's Telegraphen- Bureau meldet aus Petersburg: Dem Ver nehmen nach ist die deutsche Antwort auf die im April d. J. übergebenen handelspolitischen Gegenvorschläge Ruß lands hier eingegangen: dieselbe bezeichnet die von russischer Seite angebotenen Konzessionen als un genügend." Stadt angeschlossen worden sind." So werden auch, wenn Deutsch- serbische Handelsbeziehungen. Zu der die jetzige Verwaltungseintheilung zur Grundlage der gestern von uns gebrachten halbamtlichen Nachricht, daß fünftigen Wahlkreis- Eintheilung gemacht werden soll, der vom 26. Juni ab für die serbische Einfuhr nach Deutsch- 1. und 2. Wahlkreis des Regierungsbezirks Köln: Stadt land der allgemeine Zolltarif bis auf Weiteres wieder in Köln und Kreis Köln, dahin abgeändert werden müssen, Kraft trete, da der neue deutsch- serbische Handelsvertrag daß es heißt: Stadt Köln mit Einschluß der aus dem Landkreis Köln ausnoch nicht ratifizirt sei, verschickt das offiziöse Wolff'sche Landkreise eingemeindeten Orte Telegraphenbureau noch folgende Nachricht: schließlich der dem Gebiete der Stadt Köln angeschlossenen Orte Der serbische Geschäftsträger in Berlin ist ermächtigt worden, ein Protokoll zu vollziehen, worin mit Rücksicht auf den am 25. d. M. erfolgenden Ablauf des bisherigen serbisch- deutschen Handelsvertrages und die noch nicht ermöglichte Ratifitation des neuen Handelsvertrages der deutschen Einfuhr nach Serbien einstweilen die Fortdauer der Meist begünstigung zugesichert wird. Dem Vernehmen nach ist die Vollziehung dieses Protokolls erfolgt." Nationalliberaler Stolz. Mit Stolz können sie die Mordspatrioten und Mannesseelen von Leipzig auf die Reichshauptstadt blicken, wie die Sozialdemokratie in drei Wahlkreisen gefiegt hat, und jetzt die rothe Fahne über fünf von den sechs Wahlkreisen weht." Also zu lesen( wörtlich) im heutigen Leipziger Tageblatt". Sehr sonderbar, diefer nationalliberale Stolz auf einen sozialdemokratischen Sieg! " Der Reich 3- Anzeiger" veröffentlicht eine amt liche Erklärung des serbischen und deutschen Bevollmächs tigten, wonach die serbische Regierung dem Reich, einschließlich der mit demselben zollgeeinten Gebiete, vom Staatliche Vieh- Zwangsversicherung. Vor längerer 25. Juni 1893 bis zum 31. Dezember 1893 jedenfalls die Beit wurde gemeldet, daß der Landwirthschaftsminister Er Meistbegünstigung gewähren wird. Die deutsche Regierung hebungen über den Umfang der verschiedenen Viehverſieht sich zur Abgabe einer entsprechenden Erklärung gegen ſicherungen angeordnet habe. Es handelt sich hierbei," so über der serbischen Regierung zur Zeit wegen mangelnder wird offiziös geschrieben, um die Frage wegen Einführung gesetzlicher Ermächtigung nicht in der Lage. Die deutsche einer obligatorisch en staatlichen Viehver= Regierung verpflichtet sich jedoch, darauf Bedacht zu nehmen, sicherung. Diese Frage ist durch eine Eingabe des daß noch vor dem 31. Dezember 1893 entweder die Ratifikation des am 21./9. August 1892 in Wien abgeschlossenen Handels- und Zollvertrags herbeigeführt, oder aber Serbien Sie Meistbegünstigung gewährt werde. Was uns unsere Kriegsflotte foftet. Durch die nationalliberalen Blätter macht folgende Notiz die Runde " deutschen Fleischerverbandes an den Bundesrath angeregt worden. Man hält eine Entschädigung für die Verluste für nothwendig, die durch die infolge der Fleischschau beschlagnahmten geschlachteten Thiere und Theile derselben entstehen, und meint, daß diese Entschädigung durch Herstellung einer allgemeinen, der staatlichen Aufsicht und Leitung unterstehenden Zwangsversicherung sich am besten ermöglichen lasse. Das Jahr 1898 führt der Kriegsflotte des Deut- Auch der Deutsche Landwirthschaftsrath hat sich bereits da schen Reich 3 9 große Schiffe von zusammen rund 58 000 To. Deplacement zu, d. h. unsere Flotte macht innerhalb dieses hin ausgesprochen, daß für die Tuberkulose im Wege der Beitraums mehr Schiffsmaterial feetlar, wie Reichsgesetzgebung der Grundsatz der allgemeinen Entirgend eine andere Nation außer England. schädigungspflicht festgestellt und durch Landes- beziehungsDrei von den neun Schiffen sind bereits in Dienst gestellt, weise Provinzialgesetzgebung die Art der Entschädigung Da nämlich die Kreuzertorvette ,, Kaiserin Augusta" von 6000 To., und der hieraus erwachsenden Kosten geregelt werde. der Kreuzer Seeadler" von 1460 To., welche beiden Schiffe gegen beantragte der Reichstag im Jahre 1872 den Grlaß bekanntlich zur Eröffnung der Kolumbischen Weltausstellung eines Gesetzes über die Gewährleistung beim Viehhandel, da nach New- York gefandt waren, ferner die Yacht Hohenzollern" damals allgemein eine zeitgemäße und einheitliche Regelung Die übrigen 6 Schiffe, die noch vor Schluß des Jahres fertig dieser Materie im Deutschen Reiche für dringend nothwendig gestellt sein und ihre Probefahrten vollendet haben sollen, sind Panzer Heimdall" und" Sildebrand", je 3500 Tonnen groß, gehalten wurde." gehören der Siegfried"-Klasse an, haben jedoch stärkeres Agrarierwünsche. Der Bund der Landwirthe. Panzerdeck und über diesem gar keine Holzkonstruktion, auch petitionirt beim Reichskanzler, den deutschen Gesandtist als Baumaterial bereits in umfassender Weise Nickel- chaften flußeisen zur Verwendung gekommen. Die Schiffe laufen schaften landwirthschaftlich und volkswirthschaftlich gebildete 16 Meilen und tragen als Hauptgeschüße drei lange 24 Beamte beizugeben behufs fortlaufender Berichterstattung Bentimeter- Hinterlader. Die anderen vier Panzer find die über die landwirthschaftlichen Produktions- und Handelsvielbesprochenen 10 000 Tonnen großen Schlachtschiffe Kurverhältnisse der betreffenden Länder. Ueber Produktion fürst Friedrich Wilhelm", Brandenburg"," Weißenburg" und und Handel des Auslands find wir zur Genüge unterWörth", die bis 40 3tm. starten Stahlpanzer tragen und an richtet. Warum erkundigen sich die Bündler nicht nach Artillerie 6-8 8tm.- Hinterlader von 35 Raliber Rohrlänge der Lage der Landarbeiter des Auslands und- des und 44 Zonnen oder 880 Zentner Rohrgewicht, nebst 6 bis Inlands? 10,5 3tm. und 8-8,7 3tm.- Schnellladern, System Krupp, " führen. Zwar haben England, Frankreich, Italien und Ruß- Es giebt keinen Nothstand! versicherte Herr land zahlreichere und bis zu 4000 Tonnen größere Panzer, von Boetticher, Staatssekretär, im Winter dieses Jahres Abmessungen, doch sind die neuen Schiffe an Seetüchtigkeit, sich dabei auf die im Druck oder in der Arbeit befindlichen auch die Vereinigten Staaten bauen vier von bedeutenderen anläßlich unserer Nothstandsinterpellation, und er bezog Schnelligkeit, Panzerschutz und namentlich an Zuverlässigkeit und Güte der Artillerie jedem modernen schwimmenden Schlacht- Handels- und Gewerbekammer- Berichte, die eine Besserung für das Jahr 1892 feststellen sollten. Ein Theil dieser Schiffe gewachsen." Berichte ist seitdem erschienen, und wir haben gesehen, daß sie dem Herrn Staatssekretär nicht Recht geben. Jetzt liegt auch der Bericht der Leipziger Gewerbekammer vor einer der schönfärberischsten und liebedienerischsten in ganz Deutschland. Und was sagt die Leipziger Gewerbekammer? Riesige Summen sind auch dieses Jahr für die deutsche Marine verausgabt worden, trohalledem soll noch viel mehr geopfert werden. Man höre nur die Koscielski- Admiralsti und andere Inspirirte"." Wenn Herr Stedig, der reiche Fabrikbefizer, gehofft hatte, Maurer durch dessen Maßregelung in seiner politischen Thätigkeit lahm zu legen, so hatte er sich gründlich getäuscht. Die Münchener Epidemie. Ueber die Erkrankungen Nun erst, nachdem Maurer sich eine unabhängige und Todesfälle im Jufanterie- Leib- Regiment geht der„ AllStellung errungen, fonnte er sich so ganz nach Herzenslust gemeinen Beitung" vom Kriegsministerium nachstehende der guten Sache der Arbeiter widmen. Er gehörte eben Mittheilung zu: nicht zu jener Sorte charakterschwacher Leute, welche ihre Jugendideale verleugnen, sobald es ihnen einmal beffer geht, sondern hielt treu und unverbrüchlich fest an dem, was er einmal als gut und wahr erkannt hatte.ty Nachdem er sein Geschäft einmal im Gange mußte, ging er daran, einen Arbeiterbildungsverein zu gründen und obschon er anfangs nur eine kleine Schaar Anhänger fand, so gelang es ihm doch, durch unermüdliches Wirken nach und nach immer mehr Arbeiter zu gewinnen und sie für seine Ideale zu begeistern. Manche gute und wohlthätige Einrichtung half Maurer in Buchegg schaffen und war stets mit Wort und That bereit, den Armen und Unterdrückten zu helfen. Herr Stedig, der sich über das wirken seines einstigen Untergebenen gewaltig ärgerte, kreuzte seine Wege nicht mehr lange, denn ein Hirnschlag bereitete bald nach Maurer's Hochzeit seinem Leben ein Ende. Sein Besigthum ging an reiche Verwandte über, welche das Geschäft jedoch nicht selbst betrieben, sondern es in eine Aktiengesellschaft umwandelten. Arnold Fader, jene verrätherische Kreatur, konnte sich feines Judaslohnes nicht lange erfreuen, denn seine Unfähigkeit tam bald genug an den Tag. Man entzog ihm ben Posten und degradirte ihn wieder zum einfachen Arbeiter, was ihn so fränkte, daß er sich aus Aerger dem Trunte ergab und bald ganz entlassen werden mußte. Von diesem Tage an war und blieb er aus Buchegg verschwunden. Ende. „ Sofort nach Konstatirung der Thatsache, daß es sich bei einer großen Anzahl der seit dem 20. Mai 1. J. dem hiesigen Garnisonslazareth in ganz auffallender Menge zugehenden Mannschaften des tgl. Infanterie Leibregiments unzweifelhaft um Unterleibstyphus handle Vergiftungserscheinungen, sei es durch thierische, sei es durch pflanzliche oder mineralische Gifte, fehlten vollständig wurden von seiten des Kriegsministeriums und der berufenen Dienstesstellen umfassende und weitgehende Anordnungen getroffen, die Ursachen dieser lediglich auf das genannte Regiment und einige demselben Attachirte sich erstreckenden heftigen Epidemie zu erforschen und festzustellen. Nachdem diese Untersuchungen, welche sich auch auf die bezüglichen Boden- und Wasserverhältnisse ausdehnen mußten und welche bei ihrer bekannten Schwierigteit trotz aller Beschleunigung erheblichen Zeitaufwand bean= spruchten, nunmehr nach allen nothwendigen Richtungen hin bethätigt worden sind, werden durch eine vom fgl. Staatsministerium des Innern und dem kgl. Kriegsministerium be rufene Rommission, welche aus Vertretern dieser Ministerien und der hiesigen Stadt, aus hervorragenden Klinikern und Aerzten, sowie Fachmännern gebildet ist, Besprechungen und Berathungen über die Forschungsresultate und die hieraus fich feststellende Ursache der Epidemie, über Vorbeugung einer folchen für die Folge, über Maßnahmen gegen etwaige weitere Ausbreitung 2c. stattfinden. Das Ergebniß dieser Besprechungen und Berathungen wird bekannt gegeben werden." Diese unbestimmte Erklärung besagt gar nichts. Gesündigt ist worden sei es dadurch, daß die Mannschaften in gesundheitswidrigen Räumen untergebracht, sei es, daß sie durch die Probirkost, das„ Dürrgemüse", geschädigt worden sind. Die wirthschaftliche Lage der unserer Geschäftsthätigkeit unterstellten gewerblichen Kreise hat sich im Jahr 1892 gegen das Vorjahr nicht nur nicht gebessert, sondern in vielen Beziehungen noch ungünstiger ge staltet. Durchgängiger Mangel an Unternehmungslust, der infolge früherer Ueberproduktion noch immer anhaltende Stillstand der Bautbätigkeit, verbunden mit dem fortwährenden Preisbrud fast aller gewerblichen Erzeugnisse, ziemlich harter Winter, die fast bis Mitte des Jahres anhaltenden hohen Lebensmittelpreise, und endlich der infolge drohender Choleragefahr nothwendig gewordene Ausfall der hiesigen Michaelismesse bewirkten zusammen, daß sich das Berichtsjahr für die Gewerbetreibenden des diesseitigen Bezirkes zu einem der ungünstigsten gestaltete, über welche wir uns bisher zu äußern hatten. Wie an verschiedenen anderen Orten, gaben die Folgen dieser mißlichen Zustände Anfangs des Jahres auch hierorts Anlaß, Volksversammlungen einzuberufen, in denen die betannten Forderungen betreffs gänzlicher Umgestaltung der tapitalistischen Produktionsweise, bezw. verkürzte Arbeitszeit, Fernhalten auswärtiger Arbeitskräfte" und dergleichen mehr erhoben wurden. Wenn wir im allgemeinen auch keinen großen Werth auf die in derartigen Versammlungen gefaßten Beschlüsse legen, auch nicht fehlzugreifen glauben, daß unter den über Mangel an Beschäftigung flagenden Personen verschiedene sich befunden haben, denen es weniger darum zu thun war, Arbeit als in bequemer Weise Unterstüßung zu erlangen, so müssen wir doch auch zugestehen, daß unter den Gesuchstellern nicht wenige, namentlich Familienväter sich befanden, die durch die Ungunst der Beitverhältnisse in sehr bedrängte Lage gerathen waren; ins. besondere war dies in mehreren der in das Stadtgebiet einbezirten Bororte der Fall Man sieht, wie widerwillig der Wahrheit die Ehre gegeben wird. Trotzdem wüßten wir nicht, wie die wirthschaftliche Lage ungünstiger sein könnte, als sie hier geschildert wird. Oder konnte der Nothstand von einer verhärteten Bourgeoisseele in vollerem Maße eingestanden werden als es hier geschieht? 19 " frei, desgleichen Vermächtnisse und Schenkungen, welche für einen wie früher mit Lennep hätte wählen müssen, da eine Aenderung einzelnen Empfänger 1000 Fr. nicht übersteigen, sowie Wer der Wahlbezirke nur durch Gesetz, nicht durch die Kommune be mächtnisse an Angestellte und Bedienstete bis auf den Betrag wirkt werden kann."-Das gleiche Experiment ist in Köln gevon 2000 Fr. des Erben vom Erblasser. Verwandte des ersten Grades in auf freis zugeschlagen wurden. Die Gesetzesunkenntniß der in Frage Die Steuer wächst mit der verwandtschaftlichen Entfernung macht worden, wo auch die neu einverleibten Vororte dem Stadtsteigender, des ersten und zweiten Grades in absteigender Linie tommenden Behörden hat also die Ungiltigkeit von zwei, event. und Ehegatten haben, wenn ohne Testament nach Gesetz geerbt richten, Erben des zweiten Grades der Seitenlinie 2pCt., des zweiten wird, vom Ueberschuß über 10 000 Fr. 1/2 pCt. Steuer zu ent- vier Wahlen im Gefolge. Grades in aufsteigender Linie 3 pet., des dritten Grades 4, des habe, hält das Wolff'sche Telegraphenbureau" für nöthig mitDak Bebel das Mandat in Hamburg angenommen vierten 6 und aller weiteren Grade 10 pCt. Was die Aus: zutheilen. Die Erklärung der Annahme der Wahl in Hamburg mittlung des Bestandes einer Hinterlassenschaft anbelangt, so find war selbstverständlich, so lange Bebel nicht die amtliche Anzei die Erben pflichtig, innerhalb Monatsfrist vom Tode des Erb- seiner Wahl in Straßburg erhalten. Erst wenn dies geschehen, laffers nach festzustellender Form ein Inventar über den Nach- kann unser Genosse sich entscheiden, welches von den beiden laß vorzulegen und die Vollständigkeit unterschriftlich zu bezeugen. Mandaten er behält. Die Theilung des Steuertrages zwischen Staat und Gemeinde geschieht derart, daß der erstere zwei Drittel und die Wohngemeinde für Zwecke des Polizei-, Schul- und Armenwesens ein Drittel erhält. " " " " Der Wadelftrümpfe Deberster, Herr Theodor Barth, wird in der Zukunft" wie folgt gelenn zeichnet: Dieser mit höflichen Sitten und tattischer Schlauheit begabte Herr, der noch nie einen eigenen Gedanken gehabt, noch nie auch nur den Muth eigener Meinung bewiesen hat, empfängt in den letzten Märztagen einen Interviewer und erzählt ihm die folgende hübsche Geschichte: Wir tönnen uns im Aus Halle a. S. wird uns geschrieben: As im Jahr 1890 Sinne einer gedeihlichen Entwickelung einen besseren Minister als Caprivi nicht wünschen; die Junker können für sich feinen unser Kandidat mit dem Nationalliberalen in die Stichwahl kam, schlimmeren fürchten. Wir haben alle Ursache, ihn zu halten; fühlte fich der Freisinn veranlaßt, für uns zu stimmen. In der fie haben alle Ursache, ihn zu stürzen. Aber nun sind wir, in Progressive Einkommen- und scharfe Erbschaftssteuer an stelle damaligen Hauptwahl war das Verhältniß folgendes: Es erhielt der Militärvorlage, durch unsere Wähler gezwungen, gegen ihn der indirekten Steuern wäre gesunde Steuerpolitit, die der Staats- der Kandidat der Sozialdemokratie 12 380 Stimmen, der nationalzu stimmen, dessen Fall niemand aufrichtiger als wir liberalen Partei 9 145, des Freisinns 7559. Bei der Stichwahl würde; und die Junker find gezwungen, für ihn zu beklagen kasse und dem Volke helfen würde. zu stimmen, Der schweizerische Grütliverein, die stärkste fielen auf unseren Randidaten 14 874 Stimmen, d. h. 2494 St., deffen Fall niemand dringlicher wünschen fann als sie... politische Organisation der Schweiz- sie zählt ca. 16 000 mit welche sich hauptsächlich aus dem freisinnigen Lager rekrutirten, Die Zukunft ist, wohin wir immer blicken, trübe, und es giebt glieber, die erst jüngst sich auch formell zu den Grundsätzen mehr als bei der Hauptwahl. Bei der jetzigen Hauptwahl wureine einzige Hoffnung: das sind die Arbeiter, das ist der der Sozialdemokratie bekannte, nachdem sie in diesem Sinne seit den 12 991 sozialdemokratische Stimmen abgegeben. Diese können Sozialismus. Die Sozialisten sind die verläßlichsten Hüter der langem schon prattisch gewirkt hat, hält Mitte Juli in Neuen unseren Ideen offenbar nicht abwendig gemacht werden, da wir Freiheit, die ehrlichsten Diener einer gefunden Entwickelung. burg seine Delegirtenversammlung ab. Auf der Tagesordnung fie trotz der Machinationen aller fünf gegnerischen Parteien beWir fönnen nichts eifriger wünschen, als daß sie das nächste stehen außer Anträgen auf Vergrößerung des Vereinsorgans famen und da unser Kandidat von dieser Gesellschaft schändMal ihrer 72 statt 36, die sie jest find, ins Haus kommen, Der Grütlianer", Vorträge von Lang über Maßnahmen zum licherweise sogar zum Dieb erklärt worden war! Bei der und es ist selbstverständlich, daß wir zwischen einem Ron Schuße des Vereinsrechts, von Wullschleger über die poli- Stichwahl stiegen die reinsozialistischen Stimmen noch bis auf servativen und einem Sozialdemokraten immer und überall den tische Polizei, von Scherrer über Vereinheitlichung des Straf- 14 021. Dagegen mußten Sozialdemokraten wählen werden." Herr Barth stimmte dann rechts, vom zürcherischen Fabrikinspektor Kern über Berufs- Parteien vereinigen, fich alle fünf gegnerischen um uns das Mandat zu entreißen. in zwei Lesungen gegen die Militärvorlage. Darauf erfolgt genossenschaften und überdies Stellungnahme zum Entwurfe des Wir haben seit 1890 einen Zuwachs von 1641 Stimmen zu ver die Auflösung des Scichstages und die Spaltung des Freisinns eidgenössischen Kranken- und Unfallversicherungs- Gesetzes. Wir zeichnen, was um so schwerer wiegt, als die Gegner, wie aus und siehe da! plöglich ist nun Herrn Barth nicht allein werden f. 3. über die bezüglichen Verhandlungen ausführlicher dem Gesagten hervorgeht, wohl in feinem anderen Wahlkreise die Erkenntniß gekommen, daß man, ist nur die zweijährige berichten. mit so schimpflichen Mitteln gegen uns gefämpft haben als in Dienstzeit gesichert, unbedingt für die Militärvorlage stimmen Die schweizerische Arbeiterpresse macht Fortschritte. Halle a. S. Ob Jude oder Antisemit, ob Konservativer, Nationalmuß; er läßt auch in seinen Blättern und Blättchen, während Nachdem mit 1. Mai in Luzern und anfangs Juni in Zofingen liberaler oder Freisinniger" sie reichten sich brüderlich die er selbst freilich im Hintergrund bleibt, für die Stichwahlen( Kanton Aargvu) je ein neues Arbeiterblatt erschienen ist, soll schmuzigen Finger, um das arbeitende Volk um den Siz im von den entsetzlichen Junkern Hilfe erbetteln und es für einen nun mit 1. Oktober der jetzt wöchentlich erscheinende Basler Reichstage zu prellen. Verrath an der gemeinsamen Sache aller bürgerlichen Parteien Arbeiterfreund" täglich erscheinen. Es wäre dies das Fürwahr, ein Bild der politischen Fäulniß des Bürgerthums, erflären, wenn ein Liberaler einem Sozialisten seine Stimme erste täglich herauskommende sozialistische Blatt in der Schweiz. dem gegenüber der endliche dauernde Sieg des sozialistischen ar giebt." Ueber die Nothwendigkeit einer Tageszeitung für die Sozialbeitenden Volkes uns um so zwingender zum Bewußtsein kommt. demokratie kann angesichts der zahlreichen großen und kleinen Die Schreckniffe des Zukunftsstaats. In national- Preßorgane der bürgerlichen Parteien kein Zweifel bestehen. Bu nennen, stimmten in der Mehrzahl in den Stichwahlen gegen Die Freifinnigen, Demokraten" und wie sie sich sonst liberalen Blättern ist folgende gruselige Mär zu lesen: wünschen ist nur, daß das Blatt sich auch halten kann. Der uns in Elberfeld zu gunsten des Antisemiten, in Mann Einen Vorgeschmack der Seligkeiten des Zu. Titel„ Arbeiterfreund" wird durch Vorwärts" ersetzt werden. beim zu gunsten des Nationalliberalen.n unabhängigen haben Zeitung" aus Marseille. Infolge der Verweigerung des Verein Eintracht" so arg getrieben, daß diese große Organi Gegen die Militärvorlage find in Bayern 608 078, Gehorsams eines Angestellten der Atzise- Grenzstellen der Stadt fation nahezu in ihrer Gristenz bedroht erscheint. Um dem zer- dafür 154 693 Stimmen abgegeben worden. ist eine Verfügung der Stadtbehörde ergangen, wonach fämmt- ftörenden Treiben dieser verschämten Anarchisten eine Grenze zu liche Afzisewächter zu 16 Stunden täglicher Dienst- aieben, beschloß Ende Mai eine Versammlung des genannten Vereinigung, Görg, wird von den Sozialdemokraten Protest einLübeck. Gegen die Wahl des Kandidaten der Freisinnigen zeit genöthigt werden. Der Marseiller Gemeinderath und Vereins, dessen Lokalitäten den" Unabhängigen" nicht mehr zu gelegt. der Bürgermeister ſind ultra sozialistisch. Man staunt überlassen." shsmos- fail. über solche Maßregeln seitens der offiziellen Verfechter der Wie konservative Wahlen ,, gemacht" werden, hat die achtstündigen Arbeitszeit. Ueber die Friedensdebatte im englischen Unter- gegenwärtige Wahlbewegung an manchen drastischen Beispielen Natürlich ist die Geschichte erlogen. Spaßhaft ist die hans berichteten wir in der Hize des Wahlkampfes nur gezeigt. Ein weiteres Beispiel liefert das wirfizer Kreisnationalliberale Wuth auf die„ 16 Stunden Dienstzeit". ganz kurz. Wir kommen nachträglich auf die Sache zurück. blatt vom 21. Juni in einem Inferat, worin für die im Wahlnationalliberale Wuth auf die 16 Stunden Dienstzeit". In der Sigung des Unterhauses vom Freitag der vorigen Wähler aufgefordert werden, für den freitonservativen Guts. Warum wendet die Mannesseele" sich aber nicht an die freise Wirsiz- Schubin stattfindende Stichwahl die deutschen Warum wendet die Adresse der deutschen Behörden und Privatunternehmer, Woche kam bekanntlich die Frage der internationalen besiger J. Ritter( Nakel) zu stimmen unter dem Hinzufügen: die ihre Arbeiter 16 Stunden und länger arbeiten Schiedsgerichte und des wachsenden Militarism anderen Namen versehene Stimmzettel find lassen, z. B. im Eisenbahnfach und in der Bäckerei? us zur Sprache. Der Abgeordnete Cremer stellte näm- ungiltig." So etwas darf in einem unter der Aegide des Die Menschenliebe fängt zu Haus an, sagt das englische lich einen Autrag, in welchem die Hoffnung ausgesprochen Landraths gedruckten Kreisblatt gebruckt werden! G3 zeugt diese Sprichwort.war, daß die Regierung bei der ersten sich darbietenden Bauernfängerei" höchsten Grades weder von einer besonderen Gelegenheit mit der Regierung der Vereinigten Staaten in Ehrlichkeit des oder der Verfasser dieses Inserats noch von einem Verhandlung treten werde, um einen Vertrag zwischen den beiden Nationen zu schließen, welcher sie in den Stand setzt, alle Differenzen zwischen ihnen, die durch die Diplomatie nicht gelöst werden können, einem Schiedsgerichte zu unterwerfen. Gladstone, welcher sich in einer langen Rede darüber ver- Ein Muster- Politiker ist der soeben in Leipzig- Stadt gebreitete, schlug statt des Amendements eine Resolution vor, die wählte nationalliberale Profeffor affe. Er hat sich die auch angenommen wurde. Diese Resolution fordert das Antisemiten Stimmen durch folgende Erklärung erworben: Haus auf, seine Befriedigung darüber auszusprechen, daß und für eine möglichst weitgehende Ausweisung fremdländischer, Ich werde für das Verbot weiterer Judeneinwanderung der Kongreß der Vereinigten Staaten den Präsidenten be bei uns noch nicht naturalisirter Juden stimmen. Ich vermag anftragt habe, zu gunsten eines Schiedsgerichtes zu verhandeln. zur Zeit mangels genügender Information nicht einzusehen, Im Laufe seiner Rede äußerte sich der Premier auch über welchen öffentlichen Nutzen die Uebersetzung des Talmud und den Militarismus. In den letzten Generationen und den Schulchan Aruch von Staatswegen haben soll. Doch würde ich legten Kriegen, führte er aus, seien neue Mittel und kein grundsägliches Bedenken haben, für einen derartigen, geMethoden gefunden worden, der Menschheit viele und nügend begründeten Antrag zu stimmen. Ich würde für ein große Leiden aufzuerlegen, und unter dem Namen und dem Verbot des Schächtens stimmen." System des Militarismus haben die Völker auch in Friedenszeiten viel zu dulden. Mag es auch beabsichtigt Die Adresse der französischen Sozialisten an die sein, den Frieden dadurch zu fördern, so könne es doch deutsche Sozialdemokratie ist unseren Mordspatrioten natür nicht geleugnet werden, daß der Militarismus ein lich ein Dorn im Auge. Insbesondere die Stelle, wo es schrecklicher Fluch und eine abscheuliche nach der deutschen Uebersetzung heißt, die französischen Plage für die Zivilisation sei. Die große legung ist bis jetzt ein sehr gutes und die Stimmung der Kollegen Achtung, Kürschner! Das Resultat der Arbeitsnieber Sozialisten seien die Verbündeten der deutschen Sozialisten Frage, ob derselbe dazu geeignet sei, den Krieg abzuwenden und Kolleginnen eine ausgezeichnete. In der Pelzbranche wird gegen das Deutsche Reich", wird mit Vorliebe chauvinistisch oder zu provoziren, fei bis jetzt noch ein ungelöstes Problem. Der Kampf, wie zu erwarten war, sehr leicht sein, es haben bis ausgeschlachtet. Da sehe man, wie die deutsche Sozialdemo Hierzu bemerkt die Frankfurter Beitung", der wir jest bereits 25 Firmen mit 75 Arbeitern und 170 Arbeiterinnen tratie gegen das eigene Vaterland sei. Mit dem deutschen vorstehendes Resumee entnehmen: unsere gestellten Forderungen bewilligt. Gegen die Forderungen Vaterland hat die Adresse aber garnichts zu thun; und Leider war der englische Premier nicht in der Lage, uns stellen sich bis jetzt nur 2 Wertstellen mit 7 Arbeitern. In der nur eine ungenaue Uebersetzung konnte die Handhabe zu Feftländischen ein geeignetes Mittel anzugeben, wie wir den Müßenbranche gestaltet sich die Sache etwas anders. Es haben solchem denunziatorischen Altweiber- Quatsch geben. Im Militarismus loswerden können. Die Engländer, die auf ihrer bis jetzt 12 Arbeitgeber mit 30 Arbeitern und 85 Arbeiterinnen Original heißt es nämlich: contre l'Empire allemand, Insel geschützt wie in einer Festung sitzen, haben bis jetzt noch bewilligt. Nicht bewilligt haben 20 Werkstätten mit 45 Arbeitern was zwar Deutsches Reich schlechtweg heißen kann, dem feine besondere Veranlassung gehabt, folche Mittel zu studiren, und 80 Arbeiterinnen. Wir ersuchen die Kollegen und Sinn und Zusammenhang nach aber offenbar deutsches und vor dem Kriege selbst haben sie sogar unter Gladstone Kolleginnen, überall, wo die Forderungen bewilligt werden, die nicht immer den rechten Abscheu gezeigt. Desto erfreulicher ist Lohnkommission sofort zu benachrichtigen. Außerdem fordern wir Kaiserthum" heißt. Empire hat nämlich die Doppels es, wenn sie sich jetzt anschicken, der Schiedsgerichtsidee einen die Kollegen auf, die Arbeit nur vom Arbeitsnachweis Landbedeutung: Reich und Kaiserthum. Daß unsere französischen neuen Aufschwung zu geben. Ein Staatsvertrag zwischen Groß- wehrstr. 11 zu entnehmen, damit sie wissen, wer unsere Forde Genossen Feinde des Kaiserthums sind, ist ebenso selbst- britannien und den Bereinigten Staaten mit dem oben an- rungen bewilligt hat. Die nächste öffentliche Versammlung findet verständlich, als daß als daß wir wir deutsche Sozialisten ein gedeuteten Inhalt wäre ein gewaltiger Fortschritt, ein hoch am Mittwoch, den 28. Juni, Abends 8 Uhr, im Schützenhause napoleonisch- zäsaristisches Kaiserthum, den sozialen oder bedeutsames internationales Ereignis. Mit Recht meint die Linienstr. 5/6 statt.( Siehe heutiges Inserat.) Der Arbeitstapitalistischen Imperialismus, prinzipiell verurtheilen und Westminster Gazette":" Sollte diese Resolution, wie wir nachweis, sowie das Streitbureau befindet sich Landwehrstr. 11 bekämpfen. hoffen, zu einem praktischen Resultate führen, so mag diefelbe im Restaurant Mertins. als das bedeutendste Ereigniß dieser Session angesehen werden. Denn so wichtig auch Homerule für die 5 Millionen Irländer sein mag, so muß doch das Zustandekommen eines Battes für den beständigen Frieden zwischen den Millionen der angelsächsischen Rasse für die Welt von unendlich viel größerer Bedeutung sein." Hoffentlich bleibt es nicht bei der Resolution, sondern es folgt ihr bald die That. Sehr vernünftig. Das Pariser Sozialistenblatt: Le Parti ouvrier( Die Arbeiterpartei), Organ der von unseren Bourgeoisblättern als chauvinistisch und mordspatriotisch bezeichneten Alemannisten" schließt einen Artikel über die deutschen Wahlen mit den Worten: " Die Lösung der Militärfrage liegt bei uns Franzosen. Hören wir auf von Revanche zu sprechen, und Europa wird aufhören zu waffnen." Kann man un chauvinistischer reden? Freilich darin hat der Parti ouvrier" Unrecht nicht blos bei den Franzosen liegt die Lösung in erster Linie auch bei den Deutschen. Und wenn unser Bolt in der Opposition gegen den Militarismus fortfährt, die Revanchefaseleien einer Handvoll französischer Ahlwardte nicht ernst nimmt, und den deutsch en Chauvinisten kräftig zu Leib geht, dann werden wir den Militarismus bald los sein. Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Im Kanton St. Gallen ist jüngst ein Gesez, betreffend Erbschafts-, Vermächtniß- und Schenkungssteuern vom Großen Rath beschlossen worden. Da die Referendumsfrist mit dem 25. Juni abläuft und bisher ein Begehren auf Boltsabstimmung über dieses Gesetz von teiner Seite gestellt wurde, dürfte das selbe in nächster Zeit unbeanstandet in Wirksamkeit treten. Da Nun, von dem englischen Premier verlangen wir auch das sozialdemokratische Programm die Einführung der Erbschafts- fein Rezept gegen den Militarismus. Wir haben schon ein steuer fordert und die besigenden Klassen in Deutschland eine unfehlbares Mittel: es gehört blos etwas Standhaftigkeit tiefe und wohlbegreifliche Abneigung gegen diese Steuer haben, und Muth dazu, es anzuwenden. Wenn das deutsche Bolt dürfte es für die Leser des Vorwärts" von Interesse sein, die sich nicht wieder von den Molochanbetern einfangen läßt, Hauptgrundzüge des St. Gallischen Erbschaftssteuergesetzes tennen und seine Opposition von Tag zu Tag verschärft, statt sie zu lernen. Danach unterliegt ihm jeder erb- oder schenkungsweife Eigenthumsübergang an unbeweglichen Sachen, welche einschlafen zu lassen, dann werden wir den Militarismus bald los fein. " Die Reichstagswahlen. Vertrauen auf den Verstand und die Einsicht der Wähler, die mit der angedrohten Ungiltigkeit aller Stimmzettel, die nicht für den freikonservativen Kandidaten abgegeben werden, zu einer giltigen" Stimmabgabe veranlaßt werden sollen im Kreisblatt. 190 Soziale Ueberlicht. Die Lohnkommission. J. A.: A. Regge, Stallschreiberstr. 24, 2 Tr. NB. Die Streitliste Nr. 40 ist Sonntag im Schüßenhause verloren gegangen und bitten wir, falls dieselbe zum Zeichnen vorgelegt werden sollte, sie anzuhalten und bei Mertins, Landwehrstraße 11, abzugeben. Komödie hat durch Niederschlagung der Anklagen gegen Frid Aus New- York wird uns geschrieben: Die Homestead und Konsorten, und als Ausgleich auch derjenigen gegen die noch nicht verurtheilten Streiter, ihr Ende gefunden. Die Anwälte des Verbandes der Eisenarbeiter hatten selbst dieses Verfahren empfohlen, doch wird von den Verbandsbeamten erklärt, daß es ohne ihr Wissen und ihre Einwilligung geschehen sei. In der Nähe von Chicago hat sich eine blutige Affäre zwischen Arbeitern abgespielt, indem bei den dortigen Drainage- Arbeiten beschäftigte Neger, die an Stelle streikender Arbeiter getreten waren, infolge direkter Anhebung feitens der Kontraktoren von denen sie mit Waffen versehen worden waren auf einen Zug der Streifer schoffen, die auf dem Wege zu einer. Bersammlung waren. Die ersten Nachrichten, daß die Streiker die Neger angegriffen hätten, waren falsch. GS Eine merkwürdige Nachricht. Die Kreuz- Zeitung" fei noch erwähnt, daß die jeßigen Streifer, meistens Polen sowie einige Deutsche und Schweden, vor einigen Jahren dieselbe Rolle gespielt haben, wie jezt die Neger, indem sie in die Stellen der damals Streifenden eintraten. Es kam auch damals zu Blutvergießen; von den Milissoldaten wurde eine Anzahl Bersonen, darunter mehrere Frauen, getödtet und verwundet. auf dem Gebiete des Kantons St. Gallen liegen, ebenso an beweglichem Vermögen, wenn der betreffende Erblasser oder Schenker, ersterer im Zeitpunkte seines Absterbens, letterer im Zeitpunkte der Schenkung, im Kanton St. Gallen seinen Wohnsitz oder Aufenthalt hatte. Diesem Grundfaße gegenüber steht der der Schonung der nächsten Verwandtschaftsgrade, der fleinen Vermögen und der öffentlichen Güter und Stiftungen, welche gemeinnüßigen, tirchlichen, fünstlerischen und wissenschaft- meldet: Die Wahlen in Barmen Elberfeld und lichen Zweden dienen. Erbschaften bis zum Betrage von 10 000 r., welche von Gesetzeswegen an Verwandte des ersten in Mettmann- Lennep sind ungiltig! Der Ort Grades in auf- und des ersten und zweiten Grades in ab- Sonnborn wählte mit Elberfeld, weil er feit turzem kommunal steigender Linie vom Ehegatten ausgerichtet werden, sind steuer- Idazu gehört; es wurde nicht beachtet, daß Sonnborn trotzdem Für den Inhalt der Jnierate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 27. Juni. Opernhaus. Bajazzi( Pagliacci). Vorher: Djamileh. Neues Theater. Der Widerspenstigen Zähmung. Königl. italienischer Circus Verein zur Wahrung der Inter-[ Ernesto Ciniselli. Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Heute, Dienstag, den 27. Juni: Sozialdemokratischer Wahlverein essen der Gast- u. Schaukwirthe für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Berlins und Umgegend. Gr. Brillant- Vorstellung. Nachricht, daß die Frau des Kollegen Dienstag, den 27. Juni, Abends 8%, Uhr, im Lofale, Urania", Wrangelstr. 9/10. Den Mitgliedern des Vereins zur Zum 2. Male: Grosses Hurdle- Malitz( Annenstr. 37) am 24. d. M. Rennen, geritten von mehreren Damen verstorben ist. Die Beerdigung findet und Herren der Gesellschaft mit ca. 20 statt am Dienstag, den 27. d. M., der besten Springpferde. Auf viel Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des feitiges Verlangen: Zum letzten Male: Alten Louisenkirchhofes in der Hafen: haide. Um zahlreiche Betheiligung 377/1 Der Vorstand. Die Statue der Venus. Große phantastische Ballet- Pantomime bittet Sigr. Tignani. vom fönigl. italien. Hof- Balletmeister 162/14 J. A.: W. Corey. In Borbereitung: Die Erschaffung Sozialdemokr. Agitationsverein Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Der Hütten des Weibes ober: Das Weib durch die Jahrhunderte. Große Ausstattungsfür die Kreise Friedrich- Wilhelmäädt. Theater. Bantomine, mit burdives neuen Delo: Wittenberg, Eorgan n. 1. w. Boccaccio. durchweg Kostümen, Requisiten Kroll's Theater. Romeo und( Gesetzlich geschützt.) Julia. Viktoria Theater. Frau Venus. National Theater. Liebe.. Rabale und Achtungsvoll Ernesto Ciniselli, Direktor. Adolf Gruß- Sheater. Der Schwie Norddeutsche gerpapa. Alexanderplat Theater. Sonnenaufgang. Vor Winter- Garten. Spezialitäten- Bor ftellung. Brauerei. 2c. Mittwoch, 28. Juni, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Lehmann, Neue Grünstraße 14: Versammlung. Tagesordnung: 1. Die verflossene Reichstagswahl. 2. Anträge zur Generalversammlung. 388/14 Der Vorstand. Zeugen, die am Dienstag, 20. Juni, Wißmannstraße gesehen, wie eine Frau die andere verfolgte und Schimpfworte ausstieß, werden gerechtigkeitshalber gebeten, ihre Adresse Rirdorf, Sobrechtstraße 19, bei Urbe abzugeben. 608b Apollo Theater. Spezialitäten 58. Chaussee- Strasse 58. Morgens 3/47 Uhr, Ecke Hasenhaide u. Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spezia litäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Borstellung. National- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Im Theater: Volks- Vorstellung zu bedeutend ermässigten Preisen. Kabale und Liebe. Trauerspiel in 5 Atten von Friedrich Regie: Max Samit. Raffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang der von Schiller. Abend- Borstellung 71/2 Uhr. Täglich: Concert. Wochentags Entree frei. Bei ungünstiger Witterung im Saal. Die neu eingerichtete Kaffeeküche ist den geehrten Gästen von 2 4146L* bis 6 Uhr geöffnet! Moabiter Gesellschaftshaus. Alt- Moabit 80 und 81. Täglich: Theaterund SpezialitätenVorstellung, fomie Concert. Anfang 4 Uhr. Im Garten auf d. Sommerbühne. Entree 30 Pf., refervirter Platz 50 Pf. Die Konfektionense. Boltsstück m. Gesang u. Tanz in 4 Atten v. Erich Steffen. Regie: Fritz Schäfer. Vor und nach der Konfektioneuse": Auftreten von Spezialitäten 1. Ranges. Morgen: Volts Vorstellung. Ein Wintermärchen". Schauspiel in fünf Aften von Shakespeare. Musit von R. Flotow. PassagePanopticum. Neu: Blaue Grotte. Neu: Geistertisch. Das Wunderpferd. Zäglich 6-10: 4127L* Helmuth Peters. Moriz Play. Etablissement Buggenhagen. Moritz Plaz. Täglich Juftrumental- Konzert. Großer Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An Sonn- und Festtagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Bersammlungen, Rommerje, Festlichkeiten 2c. Schweizer- Garten am Königsthor. Täglich: VERSAL METALLE Schutzmarke PUTZ POMADE ADALBERT VOGT& CO BERLIN FRIEDRICHSBERG goldene u.silberne Die in der ganzen Welt rühmlichst bekannte 4181L* ,, Helm- Putzpomade" mit anderen Helmen und nicht mit Versammlung. Zages Ordnung: 1. Die Landbevölkerung und die Sozialdemokratie. Referent Genoffe Franz Berndt. 2. Diskussion. 3. Wahl der Revisoren. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. reichen Besuch ersucht Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Um zahlDer Vorstand. Verein der Brauerei- und BierverlagsHilfsarbeiter zu Berlin. Grosse Generalversammlung am Mittwoch, den 28. Juni, Abends 8/2 Uhr, in Gründer's Festsälen( fr. Mundt), Köpenickerstr. 100. Tagesordnung: 1. Berichterstattung. 2. Wahl des definitiven Vorstandes. 3. Wahl 6016 der Vertrauensmänner. 4. Verschiedenes. NB. Mitgliedskarten und Bücher werden beim Eintritt in das Lokal verabfolgt. Ebenso Aufnahme neuer Mitglieder daselbst. Das Erscheinen eines Der provisorische Vorstand. jeden Mitgliedes ist unbedingt erforderlich. Oeffentliche Versammlung der Töpfer Charlottenburgs am Donnerstag, den 29. Juni, Abends 6 Uhr, im Saale Bismarckshöhe", Wilmersdorfer Straße, Ede Bismarckstraße. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom VIII. deutschen TöpferKongreß. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 324/16 Der Vertrauensmann. Tischler, Drechsler, Bürstenmacher. Mittwoch, 28. Juni, Abends 8½ Uhr, bei Buggenhagen, am Morikplay: Außerordentliche General- Versammlung der Zahlstellen der betreffenden Zentralverbände. Zages Ordnung: 1. Ronstituirung des deutschen Holzarbeiter Verbandes. 2. Wahl der ist nur unser Erzeugniss. Dosen Ortsverwaltung für denselben. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbücher legitimiren. Bei der Wichtigkeit der unserer Firma weise man als Tagesordnung ist das Erscheinen sämmtlicher Kollegen nothwendig. Die Ortsverwaltung des deutschen Tischlerverbandes. werthlose Nachahmungen zurück. Steppdecken und 318/8 Achtung! Kürschner. Achtung! Schlafdecken Mittwoch, 28. Juni, Abends 8 Uhr, im Saale des Schükenhauses. ( mit fleinen Farbenfehlern) spottbillig in der Deckenfabrik von J. Brünn, Hackescher Markt Nr. 4. ( Stadtbahnhof Börse.) Sophastoff- Reste Spezialitäten Theater Concert, Theater in Rips, Damast, Crêpe, Fantaste, Castan's Panopticum. Neu: Der Tod als Erlöser. Neu: Die Schrecken des Meeres. Bauern- Aufstand! Illusionist. Vorstellungen. Irrgarten. Schreckenskammer. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Im prachtv. Sommergarten täglich Gr. Garten- Concert und Spezialitäten- Borstellung. Bei ungünstigem Wetter findet die Vorstellung im Saale statt. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf. G ratweil'sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Auftreten der Leipziger Sänger Bi. Allf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 P Bochent. 7/8 Uhr. Entree 10 Anerkannt gute Küche. Süle für Festlichkeiten und Versammlungen. Carl Koch. mit voller Ronzess. an Restaurant hief Safen mit lebhaft. Verkehr wegen Krankheit d. bish. Inh. fof. 3. verm. Aust. ertheilt Werther, Schiffbauerdamm 37, part. 518b* Vereinszimmer, 30, 40-50 Personen. empf. Krüger, Reichenbergerstr. 146. und Spezialitäten- Borstellung. Mr. Pamera, Max Grabow, Gebr. Geschwister Rigoli, Familie Carlo, Dissenato, Emma Lucas, Troupe Columbia und Gebr. Vercroa. I'm Saale: BALL.( 4199 Ostbahn- Park am Rüstriner Plaz, ( Hermann Jmbs) Rüdersdorferstr. 71, am Oftbahnhof. Konzert, u. Täglich: Theater u Spezialitäten Vorstellung. Pantomimisten- Truppe Garetton, urtom. Zarameter- Droschtenfahrt, Mr. De Dolfs, Neger- Egentric 2c. Voltsbelustig. jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Restaurant Post, Gobelin, Plüsch und bunten Mocquets spottbillig! Proben franko! Linienßraße Nr. 5/6: Große öffentliche Versammlung der Arbeiter u. Arbeiterinnen der Kürschnerbranche. Y Tagesordnung: 1. Situationsbericht über die Bewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Wir ersuchen die Kollegen und Kolleginnen dahin zu wirken, daß sämmtliche Werkstellen zahlreich vertreten sind. 190/16 Die Lohukommission. Uhren u. Goldwaaren Georg Wagner Emil Lefèvre, Oranienstraße in bester Aus. Trauringe, 1 Dukaten 10,50 M., 1%, Duk. 15,50 M., 2 Duk. 20 M. Kinderwagen. Berlin S., 158. Größtes Lager Berlins Audrenstr. 23. Hp Arbeitsmarkt. Karton- Zuschneider als Werfführer, der auch die Kundschaft besucht, wird sofort verlangt. 609b Beckert, Schmidstr. 13. Tüchtiger Farbigmacher( Lohnbeschäftigung) bei Kietschmann, Köpebeſchäftigung) bei Kietschmann, Rope 607b Schaukgeschäft verkauft für jeden annehmbaren Preis. Näheres Kleinert, Oderbergerstr. 39, Hof 4 Tr.( Agenten verbeten.) 612b Vork.- Gesch., gangb., anl. Wohnung, muß billig vert. 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Bei der Stichwahl im Kreise Teltow- Beeskow erhielt in Tempelhof der Konservative Ring nicht 1482, sondern nur 432 Stimmen, unser Kandidat 3 ubeil dagegen 584. In Mittelfranken bleibt Dinkelsbühl mit 1 Stimme hinter dem 1890er Resultat zurück, außerdem nahmen Eichstätt Weißenburg und Neustadt a. A.- Rothenburg nur sehr wenig zu, daß den Kreisen Nürnberg, Fürth und Schwabach allein der Ein hiesiger Milchpächter, der in dem mecklenburgischen Erfolg zu danken ist. Orte Bärsdorf auf dem Gute des Landsraths von Derzen die Höchst erfreulich hat sich das Resultat in der Oberpfalz Milch gepachtet und zu dem Zwecke dort einen Milchkühler angestaltet. Die Zunahme von 4198 Stimmen im dunkelsten Theil, ohne stärkere Agitation als sie in anderen Kreisen entfaltet gestellt hat, erhielt nach der Reichstagswahl, am 20. Juni, vom wurde, spricht eine deutliche Sprache und den braven Ober- Inspektor des Gutes folgende Aufforderung:" Im Namen des gesprochen. Sonstige Stichwahlen mit Sozial- sei hierdurch ganz besonders Anerkennung aus- Deren Lambrath von Derthen erfuche ich Sie hiermit, den bisB demokraten. Bauch- Belzig. 9. Potsdam. Dr. Kropatscheck R. gewählt. v. Plöz, konservativer Antisemit, 10 305, Dr. Lur S. 9235 St. v. Plöß gewählt. Randow Greifenhagen. 3. Stettin. Obgleich noch 19 fleinere Bezirke ausstehen, ist die Wahl von der Osten's K. gefichert. Halberstadt Oschersleben. 8. Magdeburg. Rimpan N. Mühlhausen. 3. Erfurt.( Berichtigtes Resultat, Privatdepesche.) Klemm R. erhielt 10 351, Aeustergerling S. 6551 St. Klemm gewählt. 17 000, Dahlen S. 10 200. Rimpan gewählt. Kehdingen Neuhaus- Geestemünde. 19. Hannover. Die Wahl Hahn's N. gilt für sicher.( Nach der Kreuz- Zeitung" ist Hahn mit 10 600 St. gegen Schmalfeldt S. mit 6200 St. gewählt). Lauenburg. 10. Schleswig- Holstein. Bernstorff R. mit 4695 gegen Lesch S. mit 3681 St. gewählt. 7 Ortschaften stehen Hagen. 4. Arnsberg. Eugen Richter FW. mit 13 057 gegen Breil S. mit 8772 St. gewählt. noch aus. Dresden Land. 6. Sachsen. Hänichen A. gewählt. Pirna. 8. Sachsen. Loye A. gewählt, Döbeln. 10. Sachsen. Sachße R. gewählt. Schwarzburg Sondershausen. Bieschel N. mit 7304 gegen Bod S. mit 4695 St. gewählt. Lübeck.( Amtliches Ergebniß.) Gesammtzahl der abgegebenen Stimmen 15 896. Davon erhielten Görg Vg. 8025, Schwarz S. 7871 St. Mithin ist Ersterer gewählt. Die Verluste in Bamberg, Kronach und Schweinfurt sind dieses Verlangens wurde dem Milchpächter von dem Gutsinspektor schriftlich erwidert:„ Grund zur Entlassung des Kühlers ist, daß nur auf die bauernbündlerischen Bestrebungen zurückzuführen. Die Bauernbunds- Bewegung, sagt die" Fränk. Tagespost", derselbe sozialdemokratisch gewählt hat und ist Ihnen ia auch bekannt, daß der Herr Landrath Sozialdemokraten auf liefert den eklatantesten Beweis von dem Bersetzungsprozeß in feiner Begüterung nicht duldet." Der Herr Landrath sollte mit der Landwirthschaft. Die Unzufriedenheit steigt fortwährend seinen Entlassungen etwas vorsichtiger sein. Bei dem heutigen und das Verlangen nach Bessergestaltung der Zustände wird Stand der Dinge, wo auch das mecklenburgische Landvolk erkannt immer mächtiger. Wegen der Verhältnisse, in denen er lebt, hat, daß einzig die Sozialdemokratie es aus seiner unwürdigen bleibt aber der Bauer in der wahren Erkenntniß hinter anderen Lage befreien fann, dürfte sich auf seinem Gut bald überhaupt Bevölkerungstheilen zurück, deshalb ist er politisch auch noch un- niemand mehr finden, der für ihn Mehrwerth erzeugt, wenn er zuverlässig, läuft heute dem, morgen jenem nach. Bamberg und im Punkte Sozialdemokraten seine Arbeiter auf Herz und Nieren Kronach sind schlagende Beweise hierfür und hier muß es vor allen Dingen der Zeit und der Noth überlassen bleiben, uns stabile Anhänger zu schaffen. Zeit und Noth sind vortreffliche Lehrmeister, sie werden uns die Agitation wesentlich erleichtern. prüfen wollte. Aus Schneidemühl ergeht ein Hilferuf, unterzeichnet vom Oberpräsidenten der Provinz Bosen und vom Regierungspräsidenten zu Bromberg, sowie einer Anzahl Honoratioren aus Schneide Aus den angeführten Umständen glauben wir aber auch den mühl. Wir glauben, daß bei solchen elementaren Unfällen es Schluß ziehen zu müssen, daß die Sozialdemokratie ihr Haupt- Pflicht des Staates ist einzugreifen, daß die Privatwohlthätigkeit augenmerk auf die industriereicheren Gegenden zu richten die Hilfe des Staates nicht ersehen kann, und vor allem nur hat, ihre Kräfte bei Wahlen mehr tonzentriren muß, eine lückenhafte und nicht willkürfreie Unterstütung gewährt. um erfolgreicher schlagen zu tönnen. Damit sei nicht gesagt, Es ist verdammte Pflicht und Schuldigkeit des Staates, bei daß man die Propaganda in rein ländlichen Bezirken unterlassen solcher Gelegenheit einzugreifen und nicht erst auf Bettelgroschen foll, aber es ist doch leicht zu begreifen, daß da, wo Industrie zu Hause zu warten. ist und die Oberpfalz lehrt uns dies deutlich der Sozialdemokratie durch die ökonomischen Zustände bereits der Boden Rigdorf. Die hiesigen Parteigenossen hatten sich am Sonngeebnet ist und ihre Ideen rascher und fester Wurzeln abend, den 24. d. M., in den Lokalen von Gröpler und Wiersing fassen. Der Industrieproletarier ist mit tausend Fäden mit uns zur Entgegennahme der Wahl- Resultate so zahlreich eingefunden, verwachsen. Sein Horizont ist auf grund der Verhältnisse, in daß beide Lokale überfüllt waren. Mit unendlichem Jubel denen er lebt, ein größerer, als jener des Landproletariers. Der wurden die fortwährend einlaufenden Siegesnachrichten entgegen: besiglose Industrie- Arbeiter fängt viel eher an, logischer zu genommen, welche uns die Genugthuung gaben, daß unser Gedenken und erkennt, daß sein Heil nur bei der Sozialdemokratie noffe Zubeil troz aller Machinationen der Gegner mit überzu suchen ist. Der Kleinbauer, so wenig vermögend er ist, bleibt wältigender Majorität aus der Stichwahl als Sieger hervorgegangen. Mit gleichem Jubel wurden der glänzende Sieg Berichtigung. In dem in der gestrigen Extra- Ausgabe neuen Ideen weit mehr verschlossen, er ist tonservativ und gebrachten Namensverzeichniß der gewählten Abgeordneten muß mancher verhungert lieber auf der verschuldeten, nur nominell unserer Partei in Berlin, Elberfeld- Barmen, Homburg v. d. H. u. a. es unter 10. Breslau- West Schriftsteller Dr. Bruno Schoen- ihm gehörigen Scholle, als daß er einen entscheidenden Schritt entgegengenommen und unter brausenden Hochrufen auf die lant und unter 11. Breslau- Ost Tischlermeister Franz vorwärts thut. Deshalb erscheint es uns richtiger, in erster völferbefreiende internationale Sozialdemokratie gingen die Berlant und unter 11. Breslau- Ost Tischlermeister Franz Linie die Arbeit in den Industriebezirten zu verrichten, sammlungen gegen 12 Uhr auseinander. Zuhauer heißen. Weiter ist Gotha nicht in der Stichwahl, sondern in der ohne die Agitation in rein bäuerlichen Bezirken zu vernach In einer der in lektvergangener Woche abgehaltenen Hauptwahl gewonnen, und Niederbarnim nicht in der lässigen. Der antikollektivistische Bauernschädel ist nicht mehr Hauptwahl, sondern in der Stich wahl behauptet worden. in alter Stärke vorhanden und die Aussichten auf dem Lande Versammlungen wurde ein vielleicht irrthümlicher Weise absind gut für uns. Haben wir diesmal an einigen Stellen mit gegebenes Geldftite bei der Tellersammlung vorgefunden. Im Len in der Hauptwahl behaupteten Mandaten ist Verlust gearbeitet, so werfen wir die Flinte nicht ins Korn. Falle der Geber dasselbe reklamiren will, wolle derselbe sich in Der Ausfall der Wahl stellt sich im Gegensatz zu gestern so, Neue Erfahrungen sind gesammelt, die im Laufe der Zeit zur der Expedition des Vorwärts" melden. daß wir 15 Mandate gewannen, 30( einschließlich Verwerthung gelangen, und Jenen, die etwa triumphiren, wird noch manche bittere Stunde durch die siegreiche Sozialdemokratie Die Ernährung der Kinder ist im Gegenwartsstaat von München I) behaupteten und 6 verloren. bereitet werden. Jetzt beginnt wieder die Friedensarbeit und dem natürlichen Zustande, der Ernährung mit der Mutterbrust, dieser Arbeit muß eine weit größere Aufmertfamleit als bisher sehr weit entfernt. In der besiglosen Klasse tönnen viele Mütter zugewendet werden. Wenn auch feit etwas über 2 Jahren schon ihre Kinder nicht selber nähren, weil sie zu fraftlos dazu find viel geleistet wurde, so reicht das noch nicht aus. Mit Aus- oder weil sie durch ihre Arbeit davon abgehalten werden; in nahme der Oberpfalz und einigen Theilen Frankens fonnte der besitzenden Klasse haben viele Mütter feine Lust, ihrem Kinde anderwärts noch keine nachhaltige Agitation entfaltet werden, diese naturgemäße Nahrung zu geben, weil sie die damit ver Glauchau Meerane zuzuzählen. Stichwahlen zwischen bürgerlichen Parteien. " Parteien. blieb alles brach liegen. In der Oberpfalz ist unsere Thätigkeit bundenen mancherlei Unbequemlichkeiten scheuen oder weil sie fich Allenstein- Röffel. 9. Königsberg. von Wolszlegier P., für Militärvorlage, mit etwa 1000 Stimmen Mehrheit gegen Rartowski 3. gewählt. Landkreis Danzig. 2. Danzig. Meyer R. gewählt. Nügen- Stralsund. 1. Stralsund. v. Langen A. gewählt. Neuftettin. 5. Köslin. Ahlwardt A. 7216, v. Herzberg K. 3022 St. 3 Bezirke stehen noch aus. Ersterer gewählt. Namslan- Brieg. 4. Breslau. Berichtigung: Nach neuerer Ermittelung ist nicht J. Göllner FV., sondern Frhr. v. Saurma R. gewählt. Meseritz- Bomst. 3. Posen. Frhr. v. Unruhe- Bomft R. gewählt. S Rosenberg Löbau. 2. Marienwerder. Rzepnikowski P. wiedergewählt. Thorn- Kulm. 4. Marienwerder. von Slasti P. wiedergewählt. B Deutsch Krone. 8. Marienwerder. Gamp R. mit rund 1000 Stimmen Mehrheit wiedergewählt. Czarnikan- Colmar. 1. Bromberg. Regierungs- Präsident v. Colmar K. gewählt. Wirsih Schubin. 2. Bromberg. Ritter R. gegen von Komierowski P. gewählt. Bromberg. 3. Bromberg. Definitives Ergebniß. von Czarlinski P. 8388, Faltenthal R. 7142. Ersterer gewählt. Hersfeld- Rothenburg. 6. Raffel. Die Wahl Werner's A. gilt als gesichert. gewählt. gesichert. Wehlar. 1. Coblenz. Wiederwahl Krämer's N. gesichert. Neustadt- Nienburg. 7. Hannover. Graf v. d. Decken W. Gifhorn. 14, Lüneburg. Wahl Rothbart's N. gesichert. elzen. 15. Lüneburg. Die Wahl Graf Bernstorff's W. ist Lüneburg Winsen. 16. Lüneburg. Wahl v. Wangenheim's W. gesichert. Siegeu. 1. Arnsberg. Dresler N. gegen Stöcker A. gewählt. Einbeck- Northeim. 11. Hildesheimi. Jorns N. gegen Graf v. b. Schulenburg. gewählt. Bretten- Sinsheim. 13. Baden. Graf Douglas R. gegen Frhrn. v. Menzingen 3. gewählt. Alsfeld- Lauterbach. 3. Hessen. Zimmermann A. gewählt. Bensheim- Erbach. 6. Hessen. Hirschel A. gewählt. Bingen- Alzey. 8. Hessen. Träger FV. gewählt. Colmar. 3. Elsaß Lothringen. Preiß Prot. init 6374 St. gegen Ruhland, liberaler Elsässer, mit 6319 St. gewählt. Parteinachrichten. leber unsere Wahlergebnisse in Nordbayern schreibt die Fränkische Tagespost": reich belohnt worden und wenn wir auch, unterstützt von allen Genossen, in anderen Bezirken während des Friedens ruhig ein und vorwärtsdringen, dann wird fünftig ein ganz anderes Refultat gezeitigt. Agitiren und organisiren sei die Parole! * Neber das Wachsthum der Sozialdemokratie in Elsaß Lothringen bringt die„ Els.- Lothr. Wolfs- Zeitung" folgende interessante Zusammenstellung. Wahlkreise 1. Altkirch Thann 2. Mülhausen 8. Kolmar 4. Gebweiler 5. Rappoltsweiler 6. Schlettstadt 7. Molsheim- Erstein 8. Straßburg- Stadt 9. Straßburg- Land 10. Hagenau- Weißenburg 11. Zabern 1887 1890 570 9749 1893 3.445 12 158 1969 2453 1.900 103 4778 91 175 3 106 6 206 4724 2 063 in 11 in ihren Vergnügungen nicht stören laffen wollen. Also tritt ein Ersatz für die Muttermilch ein: die Thiermilch. Bei den Aermeren unter den Armen, denen die Kuhmilch zu theuer und die dabei nothwendig werdende Abwartung des Kindes zu zeitraubend ift, greift bald noch ein schlimmeres Sureine Rubrik " Sonstige Nahrung" heißt rogat Play. ben amtlichen Tabellen über die Art der Er= nährung der Kinder. Bei manchem Proletarierfinde hat man darunter leider Brot und Kartoffeln zu verstehen. Bei den Reicheren unter den Reichen, denen die Kuhmilch zu schlecht ist, hält man sich eine Amme. Daß dieser Lurus wirklich nur und ausschließlich der besitzenden Klasse möglich ist, ergiebt sich aus einer im Doppeljahrgang 15/16 des Statistischen Jahrbachs der Stadt Berlin" enthaltenen Uebersicht. Man hat die Art der Ernährung aller Kinder unter 1 Jahr mit der Zahl der Zimmer der von den Eltern bewohnten Wohnungen zusammengestellt. Für das Jahr 1890 ergab sich dabei, daß mit Muttermilch er= nährt wurden: von den Kindern in Wohnungen von 1 Zimmer 58,4 pet., von den Kindern in Wohnungen von 2 Zimmern 56,4 pt., von denen in Wohnungen von 3 Zimmern 49,3 pCt., in Wohnungen von 4 Zimmern 87,9 pt., von 5 Zimmern 31,1 pt., von 6 Zimmern 21,0 pCt., von mehr als 6 Zimmern 17,5 pet. Dagegen wurden mit Ammenmilch ernährt: von den Kindern in Wohnungen von 1 Zimmer 0,0 pct., von denen in Wohnungen von 2 Zimmern 0,1 pt., in ,, Unabhängiges." In seiner legten Nummer tischt der Wohnungen von 3 Zimmern 0,7 pet., von 4 Zimmern 4,7 pct., Sozialist" feinen Lesern unter der Spizmarke„ Sozialistische von 5 14,2 pCt., von 6 25,6 pCt., von mehr als 6 Zimmern Butunftsbilder" wieder eine graufige Geschichte darüber auf, wie 31,8 pCt. Das Satistische Jahrbuch" bemerkt dazu: In der die Sozialdemokraten, wenn sie zur Herrschaft tämen", handeln Wertheilung der Ernährungsarten innerhalb jeder Gruppe nach würden. Anlaß zu der Schauermär giebt die Inhaftirung des der Zimmerzahl tritt auch diesmal die Thatsache deutlich hervor, Genossen Kater aus Barleben, dessen Familie angeblich feine daß die Muttermilch- Nahrung um so weniger Platz greift, je Unterstüßung erhalten soll, weil Rater hier in Berlin bei einem wohlhabender die Verhältnisse sind; und dies gilt nicht nur für Unabhängigen" logirt. Natürlich ist die ganze Geschichte von die späteren Lebensmonate, sondern schon der erste Lebensmonat Die Muttermilch- Nahrung wird bis 3 erlogen. Auf eine vom Parteivorstand nach Barleben zeigt eine ähnliche Stala. gerichtete Anfrage antwortete der dortige Vertrauensmann: dagegen in den wohlhabenderen Familien theilweise durch Ammenmilch ersetzt, welche in den Wohnungen von 6 und mehr Zimmern höhere Antheile als die Muttermilch aufweist." " 12. Saargemünd- Forbach 13. Diedenhofen- Bolchen 14. Metz 15. Saarburg- Château- Salins 4724 504 3458 " " Werther Genosse! Auf Ihre Anfrage in Sachen unseres Genossen Kater, Barleben, theile ich Ihnen mit, daß wir unserer Verpflichtung Kater gegenüber voll und ganz nachkommen. Wir In Brih hatte die Gemeinde bei der Großen Better unterstützen die Familie eines Inhaftirten, laut Beschluß einer Kreisversammlung, die Frau mit 5 M. und jedes Kind mit Pferde- Eisenbahngesellschaft angefragt, ob diese nicht die von der Gemeinde erbaute Pferdebahnlinie Brix- Rigdorf käuflich über1,50 M. pro Woche." Ein Wort dieser Klarstellung hinzuzufügen erübrigt sich nehmen wolle. In anbetracht des Umstandes, daß diese Linie wohl. jezt noch mit Defizit arbeitet, die Herren Aktionäre ihre Taschen also nicht füllen könnten, hat die Gesellschaft den Ankauf abDen entgegengesetzten Erfolg, als wohl beabsichtigt gewefen gelehnt, sich jedoch bereit erklärt, den Betrieb auf dieser Strecke ist, hat ein Unternehmer mit einem Zeugniß erreicht, das er auf Kosten der Gemeinde weiter zu führen. In ihrer Sigung einem Lehrling ausstellte, der von ihm wegen Verbreitung sozial- am 23. Juni beschloß die Gemeindevertretung, den Vertrag mit demokratischer Schriften entlassen worden war. Das Zeugniß der Pferdebahngesellschaft auf ein Jahr zu verlängern, jedoch lautete: Der Schriftseger- Lehrling......... welcher vom während der Vormittagsstunden 8-11 Uhr an Stelle des 16. Januar d. J. bis heute bei mir lernte, ist heute von mir 24- Minutenverkehrs die Wagen nur alle 36 Minuten verkehren wegen Verbreitung sozialdemokratischer Schriften en tlaffen. zu lassen. Gleichzeitig soll die Gesellschaft ersucht werden, Havelberg, 31. Mai 1898. J. Hinge, Buchdruckerei noch einen Frühwagen für die Arbeiter, der um 5/2 Uhr von In Summa hat die fozialdemokratische Partei, nach Abzug befizer." Der Lehrling hat gerade auf dieses Zeugniß hin Brig abgeht, einzustellen. In derselben Sigung wurde zur der in einigen Kreifen erlittenen Verluste, einen Stimmenzuwachs Stellung in einer Buchdruckerei bekommen, die er, wie wir nicht Sprache gebracht, daß verschiedene Gemeindeverordnete so häufig von 9467 zu verzeichnen. Wobei unwesentliche Frrthümer sei zweifeln, benüßen wird, um sich zu einem tüchtigen Setzer aus ohne Entschuldigung in den Sigungen fehlen, was mit den es in der gegenwärtigen Zusammenstellung, sei es in der von zubilden, damit er dereinst auch in dieser Beziehung ganz und übernommenen Pflichten nicht vereinbar sei; es empfehle sich, dem Beispiel des benachbarten Rixdorf zu folgen und alljährlich 1890- nicht ausgeschlossen sind. So erfreulich dieser Zuwachs voll seinen Mann stellen tann. einen Thätigkeitsbericht zu veröffentlichen, aus welchem die Beist, so entspricht er doch nicht völlig den gehegten Erwartungen. Todtenliste der Partei. Am 22. Juni starb in Frank- theiligung der Gemeindevertreter zu ersehen ist. Den Wählern Da ist Unterfranken, das nur einen Fortschritt von etwa 70 Stimmen aufweisen kann. Sodann sind in den Kreisen furt a. M. der Parteigenoffe Ferdinand Kristu peit an würden dann die Augen aufgehen.( Die Herren„ Räthe", Guts Bamberg und Kronach nicht die alten Stimmenzahlen be- den Folgen eines Leidens, das er sich im 1870/ 71er Feldzuge besitzer 2c. fehlen fast regelmäßig.) Die Angelegenheit wurde an eine Rommission verwiesen. hauptet worden. Besonders Kronach brachte einen Verlust, der geholt hatte. Rixdorf. Aus der letzten Sitzung der Gemeindevertretung heben wir den Antrag des Genossen Schröder hervor, die Planirungsarbeitcn behufs Erweiterung des Gemeinde-Begräbniß- Platzes direkt an Arbeiter unter Leitung eines Vorarbeiters zu vergeben und lieber den Arbeitern etwas höhere Löhne zu zahlen, als einem Schachtmeister die Ausführung zu übertragen. Die bürgerliche Majorität war jedoch für diesen Antrag nicht zu ge- Winnen, sondern beschloß, die bestehende Kommisston zu bevoll- mächtigen, die Arbeiten nach ihrem Ermessen ausführen zu lassen.— Mit Rücksicht ans die zahlreichen Vertragsverletzungen, die sich die Charlottenburger Wasserwerke bisher haben zu Schulden kommen lassen, beschloß die Vertretung, die genannte Gesellschaft aufzufordern, innerhalb der vertragsniäßigen Frist— sechs Monate!!— Vorkehrungen zu treffen, welche in Zukunft sowohl den Wassermangel wie die Ungenießbarkeit des Wassers aufheben. Andernfalls sähe die Gemeinde auf grund der Ver- trags-Bestimmungen denselben für gelöst an. Die Heiligkeit deS EigeuthumS. Der Bericht über die Pfändung des Sarges für die Frau des Lokomotivführers Epangenberg könnte vielleicht den Jrrthum zulassen, als handle es sich um eine Schuld des Herrn Spangenberg, wegen deren die Pfändung stattfand. Herr Sp. hatte den Sarg bestellt und be- zahlt, und auf dem Transport nach seiner Wohnung pfändete ihn der Gerichtsvollzieher Malinowski wegen einer Schuld des betreffenden Tischlermeisters.— Herr Spaugenberg sah sich ge- nöthigt, sofort einen anderen Sarg zu beschaffen, den er infolge der Verlegenheit, in die er gebracht war, noch lbeurer bezahlen mußtet Schon Tages vorher hatte die Leiche auf Geheiß des Arztes fortgeschafft werden sollen und nur mit Mühe erlangte der Gatte einen Ausschub von 24 Stunden. Herr Sp. wird die Sache weiter verfolgen und seine Schadensersatz-Ansprüche geltend machen. Es dürste bisher unerhört sein, daß den Leid- tragenden der bezahlte Sarg wegen der Schuld des Lieferanten weggenommen wird.— Abgestürzt von einem Gerüst ist gestern Morgen der 24 Jahre alte Arbeiter Georg Reimann aus der Rüdersdorferstraße. Um neun Uhr war er damit beschäftigt, an dem Hause Jahnstr. S in Höhe des vierten Stockes eine Stangeurüstung abzubrechen. Hierbei verlor er das Gleichgewicht und stürzte auf die Straße. Der Tod trat sofort ein; die Leiche wurde dem Schauhause zu- geführt. Vom Trapez abgestürzt ist am Sonntag Abend gegen Vslv Uhr in dem Vergnügungslokal„Feldschlößchen" Müller- straße 142 der Luft- und Trapezkünstler Fredetli. Als der Artist auf dem etwa 10 Meter hohen Trapez stehend das Seil in schaukelnde Bewegung setzte, verlor er das Gleichgewicht und stürzte, da ein Sicherheitsnetz nicht angebracht war, auf den mit Kies bedeckten Erdboden. F. erlitt dabei erhebliche Verletzungen im Gesicht, sowie auch anscheinend innere Schäden; er wurde mittels Droschke nach seiner in der Nähe des obengenannten Nestaurants belegenen Wohnung geschafft. Im Polizeibericht vom 22. d. M. befindet sich eine Notiz, nach welcher ein Maurerlehrling aus dem Lokal Gräfestr. 4a gewaltsam entfernt wurde, bei welcher Gelegenheit er sich so schwere innere Verletzungen zuzog, daß er nach dem Kranken- hause am Urban überführt werden mußte. Dieser Vorfall trug sich nicht im Hause Gräfestr. 4a, sondern Gräfestr. 40 zu. Dem Wirth aus dem Hause Gräfestr. S sind durch die falsche Ver- offentlichung allerlei Unzuträglichkeiten erwachsen, weil die Nummern>— 4 in der Gräfestraße noch garnicht bebaut sind. Es nah»» daher bis jetzt jeder an, daß sich das Borlommniß im Hause Nr. 5 zugetragen haben müsse. Ei»» eigenartiger Leicheufuud ist gestern Morgen um ßVa Uhr durch den Kielerstr. 18 wohnenden Schisser Schreiber im Humboldthafen gemacht worden. Er landete einen etwa bS Jahre alten Mann, der erst ganz kurze Zeit im Waffer ge- legen haben kann und nur mit einem das Zeichen R. W. 4 tragenden Oberhemd, einem blauen Beinkleid und Stiefeln an- pethan war. Der Tobte hat einen graugemischten Vollbart. Merkwürdig ist, daß um den Hals des Leichnams eine Zucker- schnür saß, sodaß die Möglichkeit eines Verbrechens nicht aus- geschloffen erscheint. Andererseits ist die Annahme zulässig, daß der Verstorbene Gründe hatte, einen Selbstmord als unwahr- scheinlich hinzustellen, dagegen den Verdacht zu erregen, es könne eine sremde Hand im Spiele sein. Tie Möglichkeit, daß er zuerst einen Selbstmord durch Erhängen versucht habe, ist gänzlich von der Hand zu weisen, da sonst die Schnur eine zerrissene Stelle zeigen müßte. Der bisher noch dunkle Vorfall wird vielleicht nach Feststellung der bisher unbekannt gebliebenen Persönlichkeit nähere Aufklärung finden. Selbstmordversuch in einem Hotel. Am Sonnabend Abend betrat ein Mann den Gasthof zum grünen Baum in der Krausenstraße, um daselbst Unterkommen zu finden. Am nächsten Morgen wurde er vermißt und in seinem Zimmer in einer großen Blutlache aufgefunden. Er hatte sich mit einem Nasirmesser in selbstmörderischer Absicht den Hals durchschnitten, war aber noch am Leben und wurde mittels Kopp'schen Krankenwagens der Charitee eingeliefert. Nach dem Ergebniß der dort vorgenommenen ärztlichen Untersuchung ist der Schnitt mit solcher Kraft geführt worden, daß auch der Kehlkopf mit durchschnitten wurde, und dem Schwerverletzten eine silberne Kanüle eingesetzt werden mußte, um zunächst den sofortigen Eintritt des Todes zu verhindern. Trotzdem ist sehr zweifelhaft, ob eine Wiederherstellung erzielt werden kann. Aus vorgefundenen Papieren ist ersichtlich, daß es sich um den Hilfsarbeiter beim Magistrat Wilhelm Jesse handelt, ver im Jahre 1661 in Berlin geboren wurde. Näheres über die Verhältnisse hat sich bei der völligen Bernehmungsunsähigleit des Kranken bisher nicht feststellen lassen. Von einem Hunde arg zerfleischt wurde dieser Tage der I2jährige Sohn des Gastwirths Reikowski in Britz. Auf dem Grundstück Dorsstraße 2 spielten mehrere Kinder, darunter auch der genannte Knabe. Ein anderer Junge machte sich nun daraus ein Vergnügen, den au der Kette liegenden bissigen Hofhund des Eigenthüincrs Fittig fortgesetzt zu necken. Unter den Sprüngen des wüthenden Thiercs riß die Kette und der Hund stürzte sich sofort auf den in der Nähe stehenden Knaben Reikowski, dem er die Beine derart zerfleischte, daß der bedauernswerlhe Knabe jetzt schwerkrank darniederliegt. Verschtvuudeues Kind. Im benachbarten Britz ist seit Freitag Nachmittag der vierjährige Knabe Karl Braun spurlos verschwunden. Derselbe hatte kurz zuvor noch auf dem Grund- stücke Rudowerstraße 29 gespielt. Alle Nachforschungen nach dem verbleib des Kindes waren bisher fruchtlos. Polizeibericht. Am 24. d. M. Vormittags stürzte«in im Hause Alle Jakobstr. 123 beschäftigter Arbeiter aus dem ersten Stock aus den Bürgersteig hinab und erlitt eine» Schädelbruch. Er wurde nach der Charitee gebracht.— Vor den» Hause Wiesenstr. 33 wurde ein zwei Jahre alter Knabe von einem Vierwagen überfahren und verstarb auf der Stelle.— Nachmittags wurde die Feuerwehr nach der Lessingbrücke gerufen, wo ein Pfahl, anscheinend durch Funken aus de» dort verkehrenden Dampfern, in Brand geralhen war. — Am 25. d. M. Mittags brachte sich ein Mann in einem Gast- Hofe mehrere Verletzungen am Halse und am Handgelenk bei, so daß er nach der Charitee gebracht werde» mußte.— Im Hause Linienstr. 199 b stürzte Nachmittags ein neunjähriges Mädchen beim Spielen über das Treppengeländer aus dem dritten Stock auf den Flur hinab und erlitt außer mehreren Quetschungen anscheinend so schwere innere Verletzungen, daß seine Ueber- sührung nach dem St. Hedwigs-Krankenhaule erforderlich wurde. — Ein Trehorgelspieler sprang in. der Trunkenheit von der Moabiter Brücke in die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach dem Krankenhause Moabit gebracht. — Am 26. d. M. Morgens wurde im Humboldthafen die Leiche eines etwa 50 Jahre alten Mannes angeschwemmt.-- Im Lause des Tages fanden vier Brände statt. Gevirklks�eikuttg. Der MajestätsbeleidigungS-Prozest gegen den Zivil- ingenieur v. Gerlach und dessen Ehefrau Therese, geb. Koch, fand gestern vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I statt. Den Vorsitz führte Landgerichtsdireklor Schmidt, die Anklagebehorde vertrat Staatsanwalt Oppermann, die Verlheidigung führten die Rechtsanwälte Dr. Haase und Unger. Die Verhandlung fand bei verschlossenen Thüren, die Urlheilsverkündigung dagegen in öffentlicher Sitzung statt. Der Vorsitzende' führte im Wesentlichen folgendes aus: Die Anklage beruhe im Wesentlichen aus der Aussage der Zeugin Braun. Es sei nun durchaus kein Beweggrund zu finden, wes- halb diese völlig intakte Zeugin, eine gebildete Dame, einen Meineid leisten solle, um die Angeklagten zu verderben. Die Zeugin habe die Anzeige auch nicht erstattet, sondern stehe der Einleitung des Verfahrens völlig fern. Das Gericht habe der Zeugin völligen Glauben schenken und damit die Schuld der Ehefrau v. Gerlach für erwiesen achten müssen. Was nun die in Frage kommende Aeußerung der Angeklagten v. Gerlach be- treffe, so enthalte dieselbe eine so schamlose und ungeheuerliche Ehrenkrünkung des Königlichen Hauses, wie sie dem Gerichtshose in seiner bisherigen Praxis noch nicht vorgekommen sei. Er- schwelend falle ins Gewicht, daß die Angeklagte als Tochter eines Professors eine gute Erziehung genossen, daß sie durch ihre Verheirathung dem Adelsstande angehöre und sich rühme, in Beziehungen zum Hose zu stehen. Die Angeklagte fei zu zwei Jahren G e s ä n g n i ß verurtheilt worden; die Strafe würde noch weit hoher ausgefallen fein, wenn nicht zu gunsten der An- geklagten angenommen worden wäre, daß sie sich vielleicht nicht der vollen Tragweite ihrer abscheulichen Verleumdungen klar gewesen. In Betreff des Ehemannes von Gerlach habe der Ge- richtshof beschlossen, die Verhandlung gegen ihn auszusetzen, da Zweifel darüber angeregt worden seien, ob er völlig geistes- gesund sei. Er solle nach dieser Richtung hin durch den Medizinal- rath Dr. Long einer Untersuchung unterworfen werden. Die Augeklagte Ehefrau von Gerlach ist bei der Höhe der gegen sie erkannten Strafe sofort in Hast genommen worden. Ein Nnarchistenprozest beschäftigte gestern wiederum die siebente Strafkammer des Landgerichts I. Auf der Anklagebank befanden sich fünf Personen, die sich offen zum Anarchismus be- kannten, der Zigarrenmacher Paul Hermann, der Stuckateur Wilhelm Grünberg, der Schankwirth Oskar Witzle, der Schlosser Wilhelm Wiese und der Maurer August Witte. Sie waren der Aufreizung zu Eewaltthätigkeiten beschuldigt. Am 11. November v. I. fand im Lokale„Königsbank" in der Großen Frankfurlerstraße eine von Anarchisten und Sozialdemo- traten besuchte Versammlung statt, die von einem Anarchisten einberufen worden war. Auf der Tagesordnung stand die Dis- kussion über die Frage:„Warum sind am 11. November 1891 die fünf Anarchisten in Chikago erhängt worden?" Sämmtliche Angeklagte traten in dieser Versammlung als Redner auf. Zu- nächst führte der Angeklagte Hermann aus. daß es keineswegs erwiesen fei, daß es Anarchisten waren, die gelegentlich eines Tumultes in Chikago eine Bombe unter die Polizisten warfen, wodurch sieben derselben getodtet und eine große Menge anderer Personen verletzt wurden. Die fünf Anarchisten seien Opfer der Verhältnisse geworden, sie seien für ihre lieber- zeugung in den Tod gegangen und deshalb ehrenwerlhe Männer. Der Angeklagte soll dann für die Propaganda der That eingetreten sein. Der Angeklagte Grünberg soll ebenfalls Ausführungen aufreizenden Inhalts gemacht haben,„jeder einzelne müsse so be- lehrt werden, daß er wisse, wohin er gehöre, wenn es heiße, die heutige Gesellschaft aufzuhedea". In ähnlichen Ausführungen sollen sich die übrigen drei Angeklagten ergangen sein und be- sonders der Angeklagte Witzke soll den Opsermulh der fünf hin- gerichteten Anarchisten im Gegensatze zu der Feigheit der Sozial- demokraten gepriesen haben.— Die Angeschutvigten machten den Einwand, baß ihre Reden eine viel gemäßigtere Fär- bung hatten als in der bruchweise herausgezogenen Wiedergabe in der Anklageschrist. Staatsanwalt v. Jaroczewski hielt es für zweifellos, daß die Reden sümmtlicher Angeklagten eine aufreizende Tendenz hatten. Bei der Gemein- gesährlichkeit dieser Handlungsweise sei eine empfindliche Strafe geboten, er beantrage gegen den Angeklagten Hermann sechs Monate, gegen die übrigen Angeklagten je vier Monate Gefängniß. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Mühsam 1 wies auf mehrere Widersprüche hin, welche sich zwischen den Notizen, die der überwachende Polizeilieutenant verlesen und dem von demselben zwei Tage später verfaßten Bericht befanden, er hielt eine Verurtheilung der Angeklagten auf grund dieses Belastungs- Materials nicht für angängig und beantragte Freisprechung. Der Gerichtshof verurtheilte»ur die Angeklagten Hermann, Grünberg und Wiese und zwar die beiden ersteren zu je vier, den Letzteren zu drei Monaten Gefängniß. Witzke und Witte wurden freigesprochen. Wegen TtraffenraubeS ist gestern der 34 Jahre alte„Ar- bester" Paul Gustav Krause von dem Schwurgericht des Landgerichts II zu acht Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehr- vertust verurtheilt worden. Am 23. März d. I. wurde die 63 Jahre alte Frau Marie Nohrlcder aus dem Wege zwischen Sadoioa und Ostend von Krause überfallen, der ihr das Taschen- messer mit den Worten„Geld oder—" an den Hals setzte. Als Frau R. Miene machte, uin Hilfe zu rufen, wurde sie durch die Drohung:„Ruhig oder durch", die Krause aus das angesetzte Messer bezog, zun, Schweigen gezivungen. Sie gab ihre 72 M. enthaltende Börse. Ter Thäter, der von dem Fischerei- desitzer Pietsch ans Köpenick vergeblich verfolgt wurde, entkam nach Berlin, wo er sich von dem Raube zunächst einen neuen Anzug beschaffte, dann aber in Gastwirth- schasten durch Geldausgaben verdächtig machte, so daß feine Festnahme erfolgte. Die vor Schrecken krank geworden» Neber- saltene ist noch nicht wiederhergestellt und mußte in den Gerichts- saal geführt werden. Krause hat außer vielen anderen Strafen schon vier Jahre Zuchthaus wegen Diebstahls erlitten, ist über- Haupt seit dem Jahre 1830 nur wenig auf freiem Fuße gewesen. Seine letzte Zuchthausstrafe hatte er im Mai v. I. verbüßt. Er hatte sich seitdem dem Vogelsang zugewandt und will zu diesen, Zwecke auf einer Brücke gestanden haben, als ihm die alte Frau in die Hände lies und die Raubgier in ihm wachrief. AlS„Näuberhauptmann Cassini" stand heute der I9jährige Lederarbeiter Karl viudolf H e n n i g vor dem Schwur- gericht hiesigen Landgerichts I unter der Anklage der Erpressung, der Bedrohung und des wiederholten Diebstahls. Die Thaten dieses fungen Burschen sind so ungeheuerlich, daß, wenn er in den freundlichen Gefilden der Rauberromantik lebte, er alle Aussicht hätte, den Ruhm des chrenwerthen Athanas und anderer Helden seines gleichen zu verdunkeln. Am 13. Januar dieses Jahres erhielt der Schneidermeister Wölsel einen freundlichen Schreibebricf, dessen Inhalt etwa wie folgt lautete:„Bringen Sie am Montag, 16. d. M., Abends 9 Uhr, zur zweiten Brücke vor dem Schlesischen Thore die Summe von 300 M., sonst sind Sie acht Tage später eine Leiche! Unterstehen Sie sich nicht, der Polizei Mittheilung von diesem Briefe zu machen, sonst geht es Ihnen schlecht! Als Er- kennuiigszeichen haben Sie, wenn Sie das Geld bringen, ein weißes Tuch in der Hand zu tragen." Herr Wölsel ließ sich jedoch nicht einschüchtern, sondern machte der Polizei Mit- theilung von dem Vorgefallenen und am 16. Januar, Abend? gegen 9 Uhr, machte sich ein Mann nach der zweiten Brücke vor dem Schlesischen Thore auf den Weg und dieser Mann bielt als Erkennungszeichen ein weißes Taschentuch in der Hand. Er trug aber nicht die gewünschten 300 M. bei sich, denn es war ein Kriminalbeamter, der sich in die Kleider des Herrn Wölsel ge- steckt hatte, um den frechen Erpresser abzufassen.� Dieser aber kam nicht; er hatte jedenfalls in der Nähe jener ominösen zweiten Brücke gemerkt, daß die Luft nicht rein sei und so mußte denn der Kriminalbeamte unverrichteter Sache wieder abziehen. Am nächsten Tage erhielt Herr Wölsel abermals einen freundlichen Brief, in welchem die Worte standen:„Warte, D» Schuft, das soll Dir vergolten werden: Deine Stunden sind gezählt! Cassini, Räuberhauptmann." Durch spätere Ereignisse, bei denen der Angeklagte eine hervorragende ver- brecherische Thätigkeil entwickelt hat, ist es gelungen, den Angeklagten als den Schreiber dieser Briefe festzustellen. Im Monat Januar kamen hier in Berlin viele höchst gemein- gefährliche Ladendiebstähle vor, die sämmtlich nach derselben Methode ausgeführt wurden. Zwei, auch drei zusammen „arbeitende" jugendliche Verbrecher warteten vor dem betreffen» den Laden, bis die Verkäufer oder Verkäuferinnen einen Augen- blick in das an den Laden gewöhnlich angrenzende Zimmer ge- treten waren. Merkwürdiger Weise sind häufig die dieses Zimmer abgrenzenden Thüren von der Ladenseite aus zu verriegeln und mit dieser Thatsache rechneten die Verbrecher. Einer von ihnen stürmte in den Laden, verriegelte schleunigst die Thür und der auf diese Weise im Nebenzimmer gefangene Ladeninhaber mußte durch die Glasscheibe mit zusehen, ivie ihm die Ladenkasse gestohlen wurde. Der Bestohlene stürmte dann gewöhnlich hinten heraus zur Hausthür, er wurde jedoch an der Verfolgung der Eindringlinge gehindert, da in allen diesen Fällen die Hausthür in gleicher Weise gesperrt war. In die eine Hälfte der Thür war«in kräftiger Bohrer hinein- getrieben und um die Klinke und diesen Bohrer ein so kräftiger Bindfaden geschlungen, daß sich die Thür nicht offnen ließ. Ehe das Hinderniß beseitigt werden konnte, waren die Spitzbuben längst über alle Berge. Speziell interessiren hier drei Fälle dieser Art. Eines Abends hatte sich die junge Schwester des Seifenhändlers Grothe in der Gräfestraße einen Augenblick in das an dem Laden grenzende Zimmer begeben. Tie dorthin führende Thür war nicht vom Laden aus verschließbar. Plötzlich drang vom Laden her ein junger Mensch in das Zimmer, hielt dem jungen Mädchen eine» Revolver vor und herrschte sie an, keinen Laut von sich zu geben. Als das Mädchen doch um Hilfe schrie, würgte es der Fremde am Halse, schlug es mit Fausischlägen zu Boden, raubte die Laden- kasfe und entfloh. Aehnliche Streiche waren in dem Ruthenberg- scheu Geschäfte, Nnunpiistr. 83, und in dem Elsner'schen Milch- geschäst, Stralsunderstratze 53, ausgeführt worden. In diesen beiden Fällen war, wie in den noch zur Kenntniß der Polizei gelangten 10 bis 12 Fällen, die zum Laden führende Thür und die Hausthür in der oben beschriebenen Weise versperrt worden. Als man die Thäter verfolgen konnte, hatten dieselben schon zu großen Vorspruug und entkamen, nachdem sie die betr. Laden- kassetten von sich geworfen hatten. Die Recherchen des mit den Ermittelungen betrauten Kriminalschutzmanns Guban waren längere Zeit vergeblich. Da kam die Mordlhat in der Gerichtsstraße, bei welcher die Fran Leschonski in so grausamer Weise durch einen Mensche», der sich in den Keller geschlichen, ermordet worden war. Nachdem die Personalbeschreibung des muthmaßlichen Mörders in den Zeitungen erschienen war, kam dem Schuhmacher Grau- bäum der Gedanke, daß der Angeklagte vielleicht der Mörder sein könnte und theilte seinen Verdacht der Polizei mit, indem er gleichzeitig erwähnte, daß Hennig ja auch das Attentat aus die Grolhe verübt habe. Graubaum hatte den Angeklagten in dem Verein„Einigkeit" kennen gelernt und war von diesem an- gegangen worden, mit ihm gemeinschaftlich Verbrechen zu verüben. Er hatte den Graubaum den ganzen Plan zu jenen Ladcudiebstählen entwickelt, Graubaum hatte dem Angeklagten auch au jenem Abende, als der Streich gegen den Schneider Wölsel ausgeführt werden Lllte, ein Stück Weges begleitet. Bei seiner Rückkehr von der „zweiten Brücke" vor dem Schlesischen Thore halte ihm Hennig mitgetheilt, daß die Sache nicht geglückt sei, da Polizei zur Stelle zewesen sei. Graubaum ist ein völlig unbescholtener Mann, der ich scheinbar auf die Pläne des Angeklagten einließ, thatsächlich dieselben aber später allesammt der Polizei mittheilte. Die Er- Mittelungen des Kriminalbeamten Guban bestärkten zwar gegen den Augeklagten den Verdacht der Thäterschaft an der Ermordung der Frau Leschonsli nicht, ergaben jedoch nach der anderen Richtung hin schwerwiegende Verdachtsmomente. Der Beamte stellte fest, daß der Angeklagte ein sehr gewaltthätiger Mensch ist. Sein Lehrhcrr stellte ihm das denkbar ungünstigste Zeugniß aus, nach welchem der Ange- klagte nicht nur gegen seine Millehrlinge, sondern auch gegen seinen Meister gewaltsam vorzugehen versucht hatte. Der Ange- klagte hatte grundsätzlich jede Arbeit gemieden, trotzdem aber doch stets reichliche Geldmittel besessen. Er hat sich seine „Braut" gehalten. Gelage aller Art gegeben und eimnal auch den Graubaum zu überreden gesucht, ihn aus einer Diebesfahrt nach Friedrichsfelde zu begleiten. Seinem eigenen Vater halte er mittels Einbruchs ein Sparkassenbuch gestohlen und daraus mehrere hundert Matt abgehoben. Der Beamte sah sich veranlaßt, bei dem Angeklagten Haussuchung abzuhalten. Er fand dabei einen Revolver mit Patronen vor und als er eine kleine Kassette öffnete, suchte der Angeklagte durch eine» kühnen Griff etwas aus derselben zu entfernen. Der Versuch mißlang. Der Beamte and in dieser Kassette u. a. zwei Drohbriese vor, welche mit „Cassini, Rä überhaupt in a nn" unterzeichnet waren. Dieselben sollten offenbar bei einer nächsten Gelegenheit verwendet werden. Das Gutachten des Schreibsachversländigen, Redakteurs Langenbruch, ließ keinen Zweifel darüber, daß der Angeklagte auch den Drohbrief an Wülfel geschrieben. Hennig gab dies auch zu, behauptete aber, daß er durch Graubaum dadurch verleitet worden sei. Was die Ladenkassen-Diebstähle anbetrifft, so legte sich der verbrecherische Bursche aufs Leugnen, er wurde aber in den drei zur Anklage stehenden Fällen überführt. Die Zeugin Fräulein Grothe erkannte den Angeklagten mit aller Bestimmt- heit als den Menschen wieder, welcher am Abende von Kaisers Geburtstag in ihren Laden gedrungen mar, ihr den Revolver entgegen gehalten und sie zu Boden geschlagen hatte. In den beiden anderen Fällen waren Knaben vorhanden, welche unmittelbar vor der That den Au- geklagten mit zwei anderen Männern vor den betr. Läden be- nierkl haben wollten. Auch diese Wiedererkennungen waren ganz bestimmte. Der von dem Angeklagten angetretene Alibibeweis versagte vollständig. Nach dem Ergebniß der Bemeisausnahme beantragte Staatsanwalt Fiedler die Bejahung sämmtlicher Schuldsragcn und erklärte sich mit aller Entschiedenheit gegen die Bewilligung mildernder Umstände. Man müsse doch bedenken, daß in letzter Zeit gerade die schwersten Verbrechen in Verlin von jugendlichen Leuten, die oft noch nicht einmal den Kinderschuhen ent- wachsen waren, verübt worden sind. Wenn hier in der Residenz die Leute, die hinler dem Ladentische ihren Geschäften obliegen, nicht mehr ihres Lebens sicher sein sollen, wenn es solche Burschen, wie der Angeklagte, unternehmen können, in die Läden zu dringen und die Verkäufer unter Umständen niederzuschießen, dann würde die Zubilligung mildernder Umstände sehr schlecht am Platze sein.— Der Vertheidiger, Rechtsanwalt T i ch a u e. plädirte für Freisprechung, da die Rekognitionen doch nicht sicher genug seien und der Drohbrief an Herrn Wülfel kaum ernst genommen werden könne.— Die Geschworeneu hielten in den beiden letztgedachten Fällen des Ladeukaffen- Diebstahls die Beschuldigung des Angeklagten durch die beiden Knaben nicht für ausreichend, sie sprachen denselben aber der qualistzirten räuberischen Erpressung und deS qualifizirten Raubes im Falle Grothe schuldig. Der Staatsanwalt beantragte zehn bekannt war. eine Jahre Zuchthau 3, der Gerichtshof erkannte auf fechsgeregt, die von den medizinischen Sachverständigen jedoch nicht harit noch der Entscheidung. Auch wird die neue Organisation Jahre Zuchthaus, sechs Jahre Ehrverlust und Zulässigkeit bestätigt wurden. Nach dem Spruche der Geschworenen, welche eine Verschmelzung mit den verwandten Berufen darstellen. Die der Polizei- Aufsicht. dem Angeklagten mildernde Umstände bewilligten, beantragte der Förderung der neuen Organisation wurde jedem Kollegen Staatsanwalt 2 Jahre Gefängniß. Der Gerichtshof er ans Herz gelegt. Nomen- Beleidigung. Der bisherige Zentralverband wird Wegen angeblich Beleidigung des tannte auf 1 Jahr Gefängniß unter Anrechnung von drei sich am 1. Oftober dieses Jahres auflösen. Staatsanwalts Dr. Romen aus Anlaß der Aeußerungen Monaten auf die Untersuchungshaft. Den Kongreß belegirten desselben über den Eid hatten sich vor der Straftammer 1 des wurden pro Tag 2 Mart Diäten nachbewilligt. Ein Streitfall burde vor ein sofort von der Versammlung geLandgerichts zu Hamburg die Genossen Redakteur des Echo Gewerbegericht. Sigung vom 23. Juni. Kammer VI. wähltes Schiedsgericht verwiesen. Die noch bisher bestandenen Fischer und Stadthagen am 19. d. M. zu vertheidigen. Das war mein Bruder Karl, der nicht Geschäftsmitinhaber ist, Sperren über kleinere Firmen( Fink, Völker, Prieß 2c.) wurden Fischer soll durch 6 Artikel des Echo, Stadthagen durch sondern den ich nur als Verkäufer beschäftige, ich weiß von für aufgehoben erklärt. Es folgten einige Mittheilungen über eine in Hamburg gehaltene Rede und die auf die Anklage hin nichts." So suchte sich der Inhaber der Fleisch und Butter- die Thätigkeit des Gewerbegerichts. Von acht Klagen wurden von ihm eingereichte Vertheidigungsschrift einiger Behandlung, welche die Firma Gebrüder Grunwaldt" trägt und sieben zu gunsten der Arbeitnehmer entschieden unter Mitwirkung leidigungen sich schuldig gemacht haben. Als Zeugen Kaiser Wilhelm- und Bücklerstaße in je einem Zweiggeschäft bebes Vertreters der Steinmetzen. Die ausstehenden Restanten vom wurden u. a. Romen, Landrichter Rrahmann, Rechts- steht, der Verantwortung für das Engagement des Schlächters Jahre 1890 und 1891 betreffs entnommener Marken zum Generalanwalt Dr. Dr. Berthold, Rechtsanwalt Türckheim, Löppfe zu entheben, welcher als Kläger gegen die Firma auftrat. fonds wurden namhaft gemacht; es wurde beschlossen, gegen dieMoltenbuhr, Frohme und Metzger vernommen. Löpple behauptete, als Wurstmacher engagirt worden zu sein, felben flagbar vorzugehen, sofern nicht umgehend eine Regelung Moltenbuhr nahm seinen Proteft gegen Beeidigung ohne daß er die Stellung, um deretwillen er eine andere auf der Verpflichtungen erfolgt. Bum Schluß fand eine Besprechung erst zurück, nachdem der Vorsitzende ihm dargelegt, daß die gegeben, habe antreten dürfen. Der Bruder des vor dem Gericht verschiedener Plazangelegenheiten statt, worauf die Versammlung Richter, vor denen Herr Romen seine bekannten Aeußerungen erschienenen Herrn Grunewaldt hätte ihn angenommen, mit dem mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie gethan, andere als die jetzt Richtenden gewesen. Die Vernehmung Bemerken, mit dem Bruder darüber gesprochen zu haben. Dieser geschlossen wurde. ergiebt, daß ein Artikel längst vor dem Auftreten des Herrn Romen habe ihn dann zwei Tage am Umzug helfen lassen, und, als die ohne Beziehung auf diesen geschrieben war. Die Artikel wenden Wurstmacherei losgehen sollte, ihn zu beschäftigen sich geweigert. In der gut besuchten Generalversammlung des Vers nicht ausgeschlossen eins der Bauanschläger Berlins vom 4. Juni erfei, vierzehntägige Ründigung fragen des Vertheidigers des Genossen Fischer, Rechtsanwalt worden sei, verlange er 40 M. Lohn für zwei Wochen folgte, nachdem die Wahl der Revisoren und die Aufnahme Türdheim, Stadthagen vertheidigte sich selbst und Kostentschädigung. Kläger ermäßigt seinen Anspruch auf neuer Mitglieder vollzogen war, die Besprechung einer Baubekunden sämmtliche Zeugen, daß in der Redaktion die 40 M. Als Zeuge wird ein Bierverleger aus der Pückler kontrolle und die Wahl einer Bau- Kontroll- Kommission. Da die Studententhätigkeit des Herrn Romen weder besprochen noch straße vernommen, welcher die Angaben des Klägers bestätigt. Bauanschläger zum größten Theil der Organisation nicht anStaatsanwalt Dr. Romen's Beugenaussage Herr Karl Grunewaldt, der Verkäufer" der Firma Gebrüder gehören, mithin ein gedeihliches Zusammenwirten nicht stattstehen in einer Reihe von Punkten in Widerspruch Grunewaldt, sei, wie der Kläger, öfter in sein Geschäft gekommen finden kann, und die materielle Lage der Anschläger immer mit den Bekundungen anderer Zeugen. Einen Theil der Wider- und dortselbst wäre auch von beiden der mündliche Arbeitsvertrag schlechter wird, hat der Vorstand des Vereins sich veranlaßt sprüche führt er selbst auf einen Irrthum seinerseits zurück. geschlossen worden, wobei sich Gr. darauf berufen, das Ein- gefühlt, dem Verein die Gründung einer Baukontrolle zu Romen befundet, am 12. Juli nicht vom Programm der verständniß des Bruders erhalten zu haben. Man habe direkt empfehlen. G3 wurden 7 Mitglieder gewählt, welche eine dies Sozialdemokraten gesprochen zu haben, sondern nur vom den Tag des Arbeitsantritts, die Höhe des Lohnes u. f. w. ver- bezügliche Vorlage auszuarbeiten hatten. Die aus sechs „ Glaubensbekenntniß". Er habe gesagt: im Glaubens- einbart. Der Inhaber" der Firma Gebrüder Grunewaldt sei Paragraphen bestehende Vorlage wurde von der Versammlung bekenntniß der Sozialdemokratie sei die Heiligkeit des nicht dabei gewesen und habe auch an den anderen Besprechungen nach forgfältiger Besprechung jeder Bestimmung mit Eides längst gestrichen oder komme dort nicht mehr vor im Bierverlag nicht theilgenommen. Als Beuge mal mit Karl fleinen Menderungen einstimmig angenommen. Desgleichen fand u. f. w. Auf Befragen Stadthagens erklärt er, Grunewaldt allein gewesen, habe er diesen auf die Wichtigkeit folgende Resolution Annahme: Die Versammlung erblickt in der unter Glaubensbekenntniß" verstehe er das, woran eines Engagements wie das des Löppke aufmerksam gemacht, Schaffung einer Baukontrolle eine Grundlage zur Hebung der jemand wirklich glaubt; die Führer seien zu schlau" ihre wirt sowie ihn darauf hingewiesen, daß demselben das Recht einer materiellen Interessen der Anschläger, speziell aber des Vereins, liche Ansicht ins Programm zu setzen und dergleichen. Er vierzehntägigen Kündigung zustehe, wenn nichts anderes ausgemacht und die Mitglieder verpflichten sich, alle ihnen bekannten giebt zu, sowohl den Ausspruch des Genter internationalen sei. Hierauf hätte der Verkäufer" K. Grunewaldt erwidert, Schädigungen durch Ausbeutung der Kollegen, unwürdige KonKongresses wie des Erfurter Kongreffes getannt zu haben, das sei nicht der Fall, sondern wenn nichts vereinbart furrenz oder Beschäftigung von Nichtmitgliedern, wenn arbeitsinhaltlich dessen Wahrheit die Richtschnur für das Verhalten eines sei, habe B. feine Kündigung. Die Beklagten wurden verurtheil, lose Mitglieder vorhanden sind, der Kommission wahrheitsjeden Sozialdemokratens sein foll. Am 28. Juli dem Kläger 40 M. zu zahlen und die Kosten zu tragen. Das gemäß zu übermitteln. In die Kommission wurden die Kollegen will Herr Romen davon gesprochen haben, daß haben, daß in Gericht war der Meinung, daß es feinem Zweifel nach den Jüling( Vorf.), W. Krause( Stellv.), Brandt( Schrftf.), Marx, der Parteipresse von der ersten Nummer des Sozial- glaubhaften Angaben des Zeugen unterliege, das Engagement Marggraf, Lösch und Porsche gewählt. Die Landpartie des Verdemokrat" bis zur letzten des Vorwärts" der Meineid ei rechtsgiltig seitens der Beklagten vor sich gegangen. Und daß eins findet im Juli per Kremser nach Pichelswerder statt. Siehe gebilligt, ja verherrlicht werde; dieser Ausspruch über die Kündigung nichts abgemacht worden ist, sei ersichtlich Annonce im Vorwärts" am Freitag, den 30. b. Mts. fei allerdings nicht wörtlich zu nehmen", sonst müsse er sich für aus dem letzten Theil der Zeugenausfage, wonach Karl Grunegeschlagen erklären. Landrichter Dr. Krahmann be- waldt gesagt hat: Wenn ich mit Löppte nichts vereinbare, hat eidet, seiner Erinnerung nach habe Herr Romen davon ge- er feine Kündigung." Wie in diesem Prozeß soll, wie sprochen, er sei in der Lage, aus der sozialdemokratischen Parter- unserem Berichterstatter privatim mitgetheilt wurde, es schon öfter preffe und aus sonstigen Schriften der Sozialdemokraten den und in anderen Angelegenheiten vorgekommen sein, daß die GeBeweis zu führen, daß die Führer der Sozialdemokratie brüder Gr. gegenseitig von ihren geschäftlichen 2c. Abmachungen den Meineid nicht nur billigen, sondern ihn sogar ver- nichts wissen wollten. " " herrlichen u. f. w. Auf Befragen erklärt Romen, seine Be " W Eine öffentliche Versammlung der in der Kürschnerei beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen war zum Sonntag von der Lohnkommission derselben einberufen worden. Es erschienen etwa 500 Personen, darunter mehr als die Hälfte Arbeiterinnen. Die Tagesordnung lautete: Situationsbericht über die am Sonnabend erfolgte Arbeitsniederlegung. Aus den Ausführungen des Referenten abhauptungen gründeten sich auf seine„ wissenschaftliche" Ueber- Reichsgericht. Leipzig, 26. Juni. Im großen Schwur- Red er war zu entnehmen, daß das bisherige Resultat der zeugung, und beruft sich zum Beweis seines guten Glaubens auf gerichtssaale des Landgerichts begann heute Vormittag 9 Uhr Lohnbewegung ein gutes zu nennen ist. Hauptsächlich in der Die vom Oberstaatsanwalt eingereichten Beitungsnummern. vor dem vereinigten 2. und 3. Straffenat des Reichsgerichts ein Belzbranche sind nennenswerthe Erfolge von vornherein erzielt Hierauf gelangen die bekannten Ibsen Artikel aus neuer Hoch- und Landesverraths- Prozeß. Angeklagt des Landes- worden; es haben bis Sonnabend Abend 14 Firmen mit etwa dem" Sozialdemokrat" von 1880 und 1882 zur Ver- verraths ist der Gastwirth Emil Fohrer aus Biesheim( Elsaß). 300 Arbeitern und Arbeiterinnen die gestellten Forderungen beLesung, in denen der Meineid wie jede andere Die Verhandlung leitet der Senatspräsident Dr. von Wolff, die willigt und die anderen Inhaber von Betrieben dieser Unwahrheit getadelt, als mildernder Umstand aber, tonform der Vertheidigung führt Justizrath Lewald Leipzig. Die Anlage Branche, an welche die Kommission herangetreten ist, ständigen sonstigen Gerichtspraris, hervorgehoben wird, daß Jbsen vertritt der Reichsanwalt Galli. Auf Antrag des Reichsanwalts find zu zu weiteren Unterhandlungen geneigt; direkt nicht aus Gewinnsucht, sondern aus Freundschaft einen Meineid wurde bereits vor dem Zeugenaufruf für die ganze Dauer des lehnend hat sich keiner von ihnen verhalten. Aus der Mügen. geleistet habe, wenn, was Ibsen und mit ihm viele andere be- Prozesses die Deffentlichkeit ausgeschloffen, so daß man nicht branche hatten bis zum selben Zeitpunkt 6 Unternehmer mit etwa streiten, er in der That einen Meineid geleistet haben sollte. Der einmal die Zahl der geladenen Zeugen erfahren konnte. Es 60 Arbeitern und Arbeiterinnen bewilligt und 7 die Forderungen Gerichtshof lehnte die Verlesung anderer von der Staatsanwaltschaft sind drei militärische Sachverständige geladen. Die Verhandlung abgelehnt. Gefordert wird: 1. Abschaffung der Akkordarbeit, und von Stadthagen beigebrachter Artikel ab, weil einerseits er wird 2 Tage währen. 2. Einführung des 9/ 2stündigen Arbeitstages mit folgenden wiesen sei, daß Herr Romen in gutem Glauben gehandelt Unterbrechungen: 1/2 Stunde Frühstück, 12 Stunde Mittag und habe, andererseits nicht die Behauptung Stadthagen's 1/2 Stunde Vefper, 8. Einführung eines Minimal- Wochenlohnes widerlegt sei, daß Romen seiner Ueberzeugung nach die Un von 25 M. für Gefellen, 18 M. für Stepperinnen, 14 M. für wahrheit seiner Behauptungen gekannt haben müſſe. Mamsells, 4. Abschaffung der Sonntags- und Ueberstundenarbeit, Stadthagen besteht darauf, ihn, falls er verurtheilt 5. soll an Tagen vor Sonn- und Festtagen, an denen gesetzlich werden sollte, aus§ 186, nicht aus§ 185 Str.-G.-B. zu ver um 5 Uhr die Arbeiterinnen Feierabend haben, nicht früher urtheilen. Wenn er in vielleicht beleidigender Form angefangen werden wie gewöhnlich und feine Kürzung der Pausen stattfinden und 6. soll die Lohnzahlung am Sonnabend Staatsanwalt Romen bewußte dem vorge Versammlungen. Die Speckgesellen. Am 20. Juni tagte eine öffentliche Maurerversammlung, in welcher über den Stand der worfen habe, so liege der Vorwurf weniger in der Form Lohnbewegung Bericht erstattet wurde. An der Bewegung haben spätestens um 5% Uhr beendet sein. Der Redner verwies auf eine als in dem Inhalt seiner Behauptung. Für die Wahr- sich 687 Kollegen betheiligt; von diesen haben 198 die Forderung Versammlung der Selbständigen( Hausindustriellen), an der auch heit seiner Behauptung tritt er Beweis an, hält übrigens beitseinstellung bewilligt bekommen. Ferner haben 290 Kollegen diesen gegen ihre Auftraggeber sei gar nicht zu denken, wie der der Erhöhung des Stundenlohnes um 21/2 bis 5 Pf. ohne Ar- die Lohnkommission theilnahm. An ein einiges Vorgehen mit denselben durch die heutige Verhandlung bereits für voll erbracht. Der Gerichtshof lehnt den Beweisantrag ab, da ledig eine bis drei Stunden die Arbeit niederlegen müssen, um ihre Verlauf jener Versammlung bewiesen habe. Die Arbeiter dürften lich der Form wegen, nicht wegen des Aufstellens einer etwa Forderung durchzusetzen; 199 dagegen sind gezwungen gewesen, auf die Hausarbeiter keine Rücksicht mehr nehmen, wo ihr unwahren Thatsache die Anklage erhoben und aufrecht zu erhalten überhaupt die Arbeit zu wechseln. Nachdem die Versammlung Lebensinteresse in Betracht komme. In überzeugenden Worten sei. Der Ober- Staatsanwalt beantragt gegen& is cher eine diesen Bericht entgegen genommen hatte, nahm Blauroc das legte der Redner die Berechtigung dieser Forderungen und die Gefängnißstrafe von acht, gegen Stadthagen eine solche von Wort zu einem Vortrag über die Frage: Warum stehen die Gründe dar, weshalb sie gestellt wurden. Nach Beendigung 4 Monaten Gefängniß. Nach dem Plaidoyer des Rechtsanwalts andgesellen in Verbindung mit den Polieren der Lohnbewegung dieser beifällig aufgenommenen Ausführungen entwickelte sich Türckheim und den Vertheidigungsreden der beiden Angeklagten Tage, die auf einen Theil der Arbeiterschaft ein so beschämendes Werkstätten eingehend besprochen wurden. feindlich gegenüber? Der Vortrag führte Thatsachen zu eine lebhafte Debatte, in der die Verhältnisse in den einzelnen wird um 1/27 Uhr Abends die Verhandlung, welche Man förderte um 9 Uhr begonnen hatte, geschlossen und Termin Licht werfen, daß alles aufgeboten werden sollte, um in diefen Mißstände zu Tage, welche die Versammlung durch die leb zur Urtheilsverkündung auf den 24. Juni 1/2 Uhr anberaumt. Dingen Wandel zu schaffen. Die Landgesellen, d. h. Die außerhaftesten Unwillensbezeugungen verurtheilte. Alle Redner waren Bu erwähnen wäre noch, daß dem Antrage des Staatsanwalts, halb Berlins wohnenden Arbeiter, die regelmäßig den Sommer einig darin, daß die Forderungen bald überall bewilligt werden, über auf hiesigen Bauten beschäftigt find, glauben nämlich viel wenn die Kollegen wie bisher ihre Pflicht thun. Den zweiten Fischer, der( wie er ohne jeglichen Beweis behauptete) nur " Sigredakteur" sei, zu verhaften, nicht entsprochen wurde. fach, sich bei dem Polier, unter dessen Aufsicht sie arbeiten, noch Punkt der Tagesordnung: Wie stellen wir uns zu den Werkauf besondere Weise einschmeicheln zu müssen. Dies geschieht stellen, die noch nicht bewilligt haben?" erledigte die Versamm Gegen Romen hat Stadthagen Strafantrag ein- dadurch, daß sie demfelben allerhand von Muttern mitgebrachte lung durch einstimmige Annahme folgender Resolution:" Die gereicht. Nahrungsmittel, als Würste, Speck u. s. w. zustecken. Das am Sonnabend verkündete Urtheil auf ehrliche Weise durch die Organisation, wie es ein pflicht Streits zufrieden, und die Anwesenden verpflichten sich am Statt Versammlung erklärt sich mit dem bisherigen Resultat des Iautet gegen Stadthagen und Fischer auf je bewußter Arbeiter thut, sich die Achtung der Unternehmer und Montag früh da energisch vorzugehen, wo die Forderungen noch fünf Monat Gefängniß. ihrer Handlanger zu ertrogen, glauben die Landarbeiter das nicht bewilligt find. Ferner verpflichten sie sich, die streifenden Nach 23jähriger Amtsthätigkeit stand gestern der verachtungswürdige Mittel der Bestechung anwenden zu müssen, Kollegen und Kolleginnen im vollsten Maße zu unterstützen. Mit 62jährige Eisenbahn- Stationsassistent Christoph Adolph Süß um sich die Gunst torrumpirter Poliere zu erobern. Braucht ein einem begeisterten Hoch auf die Lohnbewegung schloß die Verunter der Anklage des wiederholten Amtsverbrechens Polier einen Gesellen, so erinnert er sich irgend eines Mannes sammlung. vor dem Schwurgericht des Landgerichts I. Er war beschuldigt, auf dem Lande, der ihn früher bereits bestochen hat und den nächsten Tag steht der Speckgeselle", wie ihn die anstängigen in 18 Fällen amtliche Gelder unterschlagen und zur Verdeckung Arbeiter nennen, mit seiner Speckseite unterm Arm auch schon und Umgegend hielt am 20. Juni ihre Monatsversammlung ab, Die freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins der Veruntreuungen seit 1/2 Jahren das sogenannte Nebengebühren- Buch falsch geführt zu haben. Als ein Kontroll- auf dem Bau parat. Der ehrliche Arbeiter, der in Berlin feine in welcher zunächst der Bericht vom 2. Quartal verlesen wurde. beamter dieses Buch einmal revidirte, Steuern zu zahlen hat, hat unter folchen Umständen nicht allein Hierauf wurde Voigt einstimmig zum Geschäftsannehmer wiederfand er einige unordentliche Eintragungen in demselben vor und schöpfte feit und Glend zu kämpfen. Von einer Betheiligung an der bis zur nächsten Versammlung zurückgestellt. Ueber die Anim Winter, sondern auch während der Saison mit Arbeitslosig- gewählt. Die Berathungen über Abänderung der Statuten wurde daraus einen zunächst ganz unbestimmten Verdacht. Es fchien ihm ganz ungeheuerlich, daß dieser alte Beamte, Organisation und der Erfüllung ähnlicher Pflichten feines gleichen gelegenheit Schonert- Summer ging die Versammlung, nachdem welchem das allergrößte Bertrauen entgegengebracht wurde un- gegenüber ist bei einem Speckgesellen natürlich keine Rede. Die sie den Kommissionsbericht entgegen genommen hatte, zur Tageswelchem das allergrößte Vertrauen entgegengebracht wurde un ehrlichen Arbeiter haben unter solchen entwürdigenden Verordnung fiber. Unter Vereinsangelegenheiten wurde die Anehrlich gewesen sein sollte. Und doch: so sehr er sich auch gegen bältnissen natürlich einen sehr schweren Stand und endlose gelegenheit des Mitgliedes Vogel geregelt; die Anträge betreffend diesen Gedanken sträubte, es ließ sich nicht aus der Welt schaffen, daß der Angeklagte Monat für Monat ganz erhebliche Wühe wird es fosten, um die Landarbeiter auf die sittliche Ausschluß der Pensionäre u. f. w. sollen in der nächsten WerUnterschlagungen begangen und seine verbrecherische Thätigkeit Höhe zu bringen, auf welcher der Arbeiter im Kampfe mit dem sammlung berathen werden. über 18 Monate zu bemänteln verstanden hatte. Wie er in die Kapitalisten zu stehen hat. Die erste Bedingung, um auf die In der Verbandsversammlung der in Holz. Versuchung gekommen, das weiß sich der Angekiagte selbst nicht Versuchung gekommen, das weiß sich der Ungetiagte selbst nicht andarbeiter einwirken zu können, ist natürlich, daß der unfelige zu erklären. Er giebt selbst zu, Moth nicht gelitten zu haben, da Kampf um die Form der Organisation unter den organisirten bearbeitungsfabriken und auf Holzplähen be er bei seinen Jahreseinnahmen von ca 2000 m. mit seiner absolut Maurern felber ein Ende nimmt. In der Diskussion wurde schäftigten Arbeiter, welche am 20. Juni tagte, hielt Fräulein anspruchslosen Frau stets ausgekommen sei. Es sei aber plöglich mehrfach auf die Rohheit hingewiesen, mit der manche Poliere ab nit einen eingehenden Vortrag über die Hausindustrie, über ihn gekommen, das viele Geld, welches durch seine Hände denjenigen Arbeitern gegenübertreten, die sich nicht an solchen der von den Anwesenden mit großem Beifall entgegengenommen ging, habe ihn in Versuchung gebracht und er sei nicht start Durchstechereien betheiligen. In einer entsprechenden Refolution wurde. An der Diskussion nahmen mehrere Mitglieder theil. genug gewesen, ihr zu widerstehen. Der Angeklagte hat monat- sprach die Versammlung ihren Unwillen über die geschilderten Die Abrechnung über das letzte Quartal wurde ohne Widerlich 300, 500, auch 700 m. bei Seite gebracht, feineswegs aber Berhältnisse aus. Buin Schluß wurde mitgetheilt, daß der spruch von der Versammlung genehmigt. Die Angelegenheit des zu dem Zweck, um gut zu leben, sondern um zu sparen". Er Maurer Straßer vom Bau Flensburgerstr. 4 zwanzig Arbeiter Arbeitsnachweises, in der der Vorstand sich für eine strenge hat die veruntreuten Gelder aufgestapelt, und wenn er 300 m. entlassen habe, weil sie am Wahltage einen halben Tag gefeiert Kontrolle aussprach, fonnte auch in dieser Versammlung noch nicht zu Ende geführt werden. An Stelle des von einem schweren beisammen hatte, stets ein gutes Papier getauft, so daß schließUnglücksfall betroffenen Kollegen Schulz wurde Gerlach zum lich bei der Haussuchung annähernd die ganze ver: Die öffentliche Versammlung der Steinmegen Berlins, Kassirer erwählt. Zum Schluß wurde zum Besuch des am untreute Summe in preußischen, über Pari stehenden welche am 25. diefes Monats unter sehr zahlreicher Be- 22. Juli in Weimann's Boltsgarten stattfindenden Sommerfestes Staatspapieren vorgefunden worden ift. Die Ehefrau theiligung stattfand, nahm zunächst den Bericht vom aufgefordert und bekannt gegeben, daß Karten à 30 Pf. an den batte von dem Treiben des Mannes bis zur Katastrophe 6. deutschen Steinmetzen- Kongreß in Frankfurt a. M. entgegen. bekannten Stellen zu haben sind. Die nächste Versammlung tagt auch nicht die geringste Ahnung. Der Angeklagte versicherte, daü Der Kongreß hat gezeigt, daß die wirthschaftliche Lage dieser am 16. Juli. er jedesmal, wenn er eine neue Veruntreuung beging, sich selbst Arbeiter im Lande ebenso schlecht ist, wie in Berlin. Sehr mißdie bittersten Vorwürfe gemacht habe, aber dann doch immer fällig wurde auf dem Kongreß bemerkt, daß Berlin die Pflege Im Verein deutscher Schuhmacher, Filiale Berlin II, wieder der Versuchung unterlegen sei. Auf Grund mehrerer der Berufsstatistit so sehr vernachlässigt hat. Als fernere Or- hielt Völkel über die wirthschaftliche Entwickelung einen mit Krankheitsfälle in der Familie des Angeklagten hatte die Ver- ganisationsform ist die lose Bentralorganisation mit Vertrauens Beifall aufgenommenen Vortrag. Zum Revisor wurde darauf theidigung Zweifel an der geistigen Gesundheit desselben an- männersystem beschlossen worden. Die Frage des Fachorgans Thelle gewählt. Die nächste Versammlung wird am 8. Juli bei I hätten. Keller, Bergstr. 68, und das Stiftungsfest am 9. Juli in der Rigdorf. Eine Mitgliederversammlung der Freien Vereinigung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter tagte am 18. d. M. Die fällige Abrechnung vom Stiftungsfest fonnte noch nicht verlesen werden. Man beschloß daher, zur Prüfung derselben eine besondere Sigung abzuhalten. Die nächste Bersammlung, in der die Vorstandswahlen erfolgen, ist am 16. Juli. Briefkaffen der Redaktion. " ( Depeschen des Bureau Herold.) In unserer Gxpedition gingen zum Wahlfonds fermer Rönigsbant abgehalten. Programme find zu haben bei den Stockholm, 26. Juni. In Jönköping findet eine zahlreich folgende Beträge ein: Kollegen Runge, Moabit, Flemmingstr. 16; Stumpe, besuchte Bersammlung von Buchdruckerei- Besitzern aus den Sperlingsluft, Taubenstraße, 3,-. Von den Böttchern bei Kastanien- Allee 74, Hof 3 Tr.; A. Fleischer, Höchstestr. 11, meisten Provinzstädten des Landes statt, deren Zweck die Bildung Lindner, Rirdorf, 3,20, Gesammelt auf einer Landpartie in Verb. Sammlung, 2 Tr.; H. Sperber, Weidenweg 5, 3 Tr.; G. Kördel, einer Vereinigung zum Widerstande gegen die Forderungen des Grünau durch G. am Holzklafter 1,60. Forsterstr. 7; C. Gudud, Bergmannstr. 89, und bei F. Hoff- Bundes der Buchdruckergehilfen sein soll. Friedrichstraße 3,30. Stecherschrippe vom Sklavenmarkt in Tunis mann, Bernauerstr. 40/41 im Bigarrengeschäft. London, 26. Juni. Nach einem hier fursirenden Gerücht 4. Zöpfer, Bau Neue Friedrichstraße, 3,-. Schneider, Freienwalderstr. 5, 5,70. Flicktischler 1,-. Geburtstagsfeier am Der erste Verbandstag des Zentralverbandes der foll Cornelius Herz heute Mittag hier gestorben sein. Konditoren, Pfefferküchler und verwandten Be Paris, 26. Juni. Trotz aller Dementis wird ziemlich be- 23. Juni, Wiesenstraße auf der Plantage 4,70. Ueberschuß von rufsgenossen wurde am 18. und 19. Juni in Magde- stimmt behauptet, daß Norton vom ehemaligen Minister des der Landpartie, Stiecher, 1,80. Schwimmklub„ Lahme Padde" burg abgehalten. Es wurde beschlossen, von einer Verschmel- Aeußern, Flourens, verleitet worden sei, die Fälschung der Akten 1,10. Bautischler von Knorr 5,70. Vergolder von Zide 3,40. D., Jerusalemerzung mit dem Verband der in der Nahrungsmittel- Industrie be- vorzunehmen. Hervorgehoben wird, daß Flourens als ein per Die Schloffer der Firma Schulz 8,20. firche 2,-. B. R. N. 1,50. Gesammelt von der schäftigten Arbeiter Abstand zu nehmen und erst den engeren fönlicher Freund des Zaren und als ein Feind der Königin von Müller'schen Möbelfabrik, Stallschreiberstr. 32, 4,65. Rothe Verband innerlich mehr zu fräftigen. Gerade im Gewerbe der England bekannt war. Von Konditoren ist in diesem Punkte noch viel nachzuholen. Konstantinopel, 26. Juni. Die türkische Regierung schloß Buchbinder der Zimmerstr. 94, außer Einem 2,65. den Ofensetzern bei Görlitz, Bau Charlottenburg 8,-. weiteren Verhandlungen drehten sich um die Abänderung der mit Krupp einen Kontrakt anf Lieferung von Lafetten und GeStatuten, welche nöthig war, da der Verband bisher nur als schosse im Gesammtbetrage von 120 000 Pfund ab. Die ge- Naucke, Wasserthorplay 3,-. Beidler 3,-. Töpfer, Bau NürnProvisorium betrachtet werden konnte. Nach sechsstündiger, an- planten Bestellungen von Festungs- und Feldgeschüßen wurden bergerstr. 20/21, durch Rubrecht 3,95. Ganser, Schönhauser Allee, freisinnige Leichenrede 2,-. Arbeiter der Möbelfabrik gestrengter Berathung wurden die erforderlichen Veränderungen für einen späteren Zeitpunkt vorbehalten. Sczymanzig 14,90. Klotz aus Martinicenfelde v. R. 11,75. Ges. getroffen, und die Versammlung ging mit dem Bewußtsein aus: vom Verein der Mosaitfliesenleger Berlins und Umgegend 7,55. einander, der Organisation eine Form gegeben zu haben, in 7 Elektrische vom Gartenplatz 3,30. Wienerftr. beim polnischen welcher die Mitglieder sich zu tüchtigen Stämpfern für die BeOchsen im Keller durch Keller, 2. Rate 6,-. K. F. W. B., freiung der Proletarier vom Joch des Kapitalismus ausbilden 2 Wettende 2,-. Vom franken Nagelschmied für den eroberten tönnen. R. W., hier. Wir verstehen Ihre Anfrage nicht. Unsere 5. Wahlkreis 1,50. Ges. in der Tischlerwerkstatt von Reinhardt, Besprechung galt, wie ausdrücklich in dem Feuilleton zu lesen ist, Schwedterstr. d. Hutow 6,30. Nebberbund Reinickendorf 1,20. dem bei Fischer in Jena erschienenen, von Conrad 2c. heraus- Bußerkolonne Bemert 10,-. Gesangverein" Grüne Eiche" Riggegebenen Handwörterbuch. dorf 4,30. Hermanns Buchbinderei 4,15. F. Refsel und Carl O- 8, Fr. Wir haben Ihre Verse nicht ins Höllenfeuer" Ruppel 1,-. Gesammelt auf einem Geburtstag eines nicht geworfen. Freilich, der„ Vorwärts" als politisch- soziales Tage- fonservativen Malergehilfen in Charlottenburg 6,20. Tischierei blatt hat keinen Raum für poetische Erzeugnisse. Wir haben Hohensee, Lichtenbergerstr. 5 und Maurer- Arbeitsmann, 2. Rate Ihre Sonnette der Redaktion der Neuen Welt" übergeben. 6,50. Gef. am Stichwahlabend bei Emil Böhl, Frankf. Allee 74 4,-. Bielleicht hat diese Verwendung für dieselben. Wollen Sie ein Gesammelt durch die Grand'sche Tischlerwerkstatt, Admiralstr. 22, Urtheil über die Verse, so kommen Sie einmal persönlich in die bei der Landparthie durch H. Schnieber 13,-. Von den Rothen Redaktion. aus der Kolonie M. N. 6,-. Töpfer Höchstestr. 33 2,50. v. S. Durch nur einen sozialdemokratischen Abgeordneten F. G. H. S. 2,30. Personal von H. S. Herrmann's Buch. ( Hasenclever im 6. Wahlkreis) war Berlin in der Session von druckerei, 9. Rate, 7,25. Gotthilf Naufe, 6. Rate. 12,15. 1881-1884 vertreten. Die fidelen Schneider bei Metschte aus der Wiesenstrafte 3,-. Arbeiter und Arbeiterinnen der Schriftgießerei von Wilhelm Wöllmer, 2. Rate, 35,05. A. S., Kurfürstenstraße 37, Drechslerwerkstatt 2,40. Nachtpartie, Gesangverein Senefelder, Berliner und Brandenburger Lithographen, Steindrucker und Schleifer 10,50. Rothe Burbaumplatte 2,-. 79 Schlosser, Ed. Puls, Tempelhofer Ufer 10 37,20. Für eine Kranzspende zur Beerdigung der Freisinnigen Partei, Friede Gesammelt ihrer Asche 11,75. Guttenberg Berlin 12,25, beim Vergnügen der Zentral- Krankenkasse der Tischler H. in Treptow b. Jorrow 3,20. Hanne, faß Muth, die Sache wird 100. Eine Miethskündigung durch die Packetfahrt genügt schon schief gehen 1,50. Durch K. von einer Pankower Hauswie jede Form der Kündigung, falls nicht im Miethsvertrage eigenthümerin 3, Boden u. Marzahn, Ritterstr., d. Lehmann ausdrücklich eine andere bestimmte Art der Kündigung fest Schloffer 10,- Gesammelt bei einer Siegesweißen im Restaur. fest- 3,10. Zigarrenfabrik Wienert, 2. Rate 8,20. Puberkolonne gefeßt ist. S. K. Eine Verpflichtung, jemandem Bier zu Müller, Birkenstr. 54 4,85. Amerit. Auktion im Gesangverein schänken oder des Nachts jemanden aufzunehmen, hat ein Gast- Vorwärts VII, Stralau( 4,60. Die rothen Schlosser, Kolbergerstr. wirth nicht; seine Weigerung kann aber eine Beleidigung für 3,50. Gesammelt von den Rothen der Firma Littuer u. Boysen den Abgewiesenen enthalten. nebst Filiale 12,-. Klub der Freunde, 3. Rate 3,00. Elf Nr. 26. Das hängt von dem Statut des uns unbekannten Schwarze der Brauerei Königstadt, 3. Rate 5,50. Gesammelt Ortsstatuts ab. durch H. Schubel 4,25. Buchbinderei H. S. Hermann, 4. Rate 6,10. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berlin, gesammelt d. H. Kramer 4,40. Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 27. Juni, Annenstr. 16, Bereins- Bersammlung. Zagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Holzbildhauer: Abend. Verein Berliner Hausdiener. Dienstag, den 27. Juni, Abends 9 Uhr, Mitglieder- Versammlung in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8%-10% Uhr. SüdSchule, Mariendorferstraße 5( bei Grube): Deutsch( mittel.). Südost Schule, Reichenbergerstraße 133: Gefeßestunde und Deutsch( unt). Ost Schule, Martusstraße 31: Deutsch( unt.). Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Rechnen. Korrespondenz und Geschichte( alte). In allen Fächern, mit Ausnahme Mathematit und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. Depeschen. Privat Telegramm des ,, Vorwärts". Kaffel, 26. Juni. Ein donnerndes Hoch den braven Berliner Parteigenossen für die errungenen Siege. Die Kasseler Parteigenossen. Meldorf i. Holstein, 26. Juni. Den Berlinern besten Glückwunsch zum glorreichen Sieg! Die Genossen in Meldorf. Lahr in Baden, 26. Juni. Ein donnerndes Hoch der Berliner Sozialdemokratie! Die Parteigenossen. Rothkoftelek in Böhmen, 26. Juni. Donnernde Hochs den Wählern der Sozialdemokratie. Weg mit dem volksverwüstenden Militarismus. Ein Genosse. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Dug, 26. Juni. Der Streit in den hiesigen Braunkohlen werfen ist gänzlich erloschen. Maison de santé. Die Einsender werden ersucht, sich persönlich in der Redaktion einzufinden. Sch. 1. Es giebt viele Judenfeinde, die deshalb doch nicht zu den Antisemiten gehören. 2. Wenden Sie sich an die Freie Vereinigung der Kaufleute. J. O. Behlend. Stellen Sie die Thatsachen feft und berichten Sie dieselben Ihrem Wahlkomitee. G. G. Wer die Kosten des Vergleichs trägt, entscheidet der Inhalt des Vergleichs. Jst im Vergleich nichts gesagt, so trägt jede Partei die Hälfte. Briefkaffen der Expedition. Tuppermann, Budapest. Wir bitten um Angabe Ihrer genauen Adresse! Brief tam zurück. Summa 405,65 M. Bereits quittirt 14 073,40 M.; in Summa 14 481,05 m. In der Sonntagsnummer wurde quittirt 12 Flogelschäfte" 15 M. Es sollte heißen 12 Flegelhafte". Berliner Volksblatt, Verlag des Vorwärts it, Berlin SW., Beuthstr. 2. Das zur diesjährigen Maifeier in Aussicht gestellte Kunstblatt Neu! DRG.M.7156 D. R. G. M. Billig! Gut! 414 welches bereits in der Maifeft- Zeitung als Mittelbild gebracht wurde, ist nunmehr in bedeutend vergrößertem Maßstabe- Plattengröße 68x47 ctm; Kartongröße 95x73 ctm in feiner Kupferägung ausgeführt in unserem Verlage erschienen. Das Bild heißt Der erste Mai 201 und ist dazu angethan, jeden Bersammlungsraum, jedes Vereinszimmer der Arbeiter zu verschönen, vor allem wird es für jedes Proletarierheim ein würdiger Bimmerschmuck D sein. Um dies wahrhafte Kunstblatt auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen, ist der Preis auf nur Drei Mark festgefeßt. Gegen Einsend. d. Betrages werden Bestellungen von außerhalb portos u. emballagefrei effettuirt. HF Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Gekrönte Häupter. 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Es ist dies dadurch konstatirt, daß ich die Schnauder'schen imprägnirten Ledersohlen fast ein ganzes Jahr getragen, während ich früher die besten Bernsohlen stets in 8-10 Wochen durchlaufen hatte. Dies bezeuge ich der Wahrheit gemäß. Wurzen, den 10. Mai 1893. Eduard Döschner, Sergeant i. Kgl. Sächs. 3. Jäger- Bat. Nr. 15. Wurzen, 12. Mai 1893. B.R.20/ 1893 Taubert, Notar. Herr Eduard Döschner, Sergeant im Königl. Sächs. 3. JägerBataillon Nr. 15 zu Wurzen, mir, dem unterzeichneten, in Wurzen wohnhaften, Notar von Person bekannt und verfügungsfähig, hat heute vorstehende Urkunde vom 10. Mai 1893 nach Inhalt und feiner Namensunterschrift anerkannt. [ 4287L* Wurzen, am 12. Mai 1893. Heinrich Eduard Taubert, Königlich Sächsischer Notar. Jede Uhr 2 zu repariren ( außer Bruch) 1,50 Mk. Reichenbergeritr. 63a. 599b unter Garantte 1 Frdl. möbl.Schlafst. fof. od. später billig toftet bei mir zu vermiethen b. Frau Schröder, Möbl. Schlafft. f. Herren Ww. 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