Kr. 171. BbonncmentS'Scdlngnngen: Iffionnemmtä- Preis dränumerando! BierlcljShrl. 3�0 Mk., monall. l.lv Mi., wöchentlich 23 Pf», frei WS HauZ. Einzelne Nummer K Pfg. Sonntags- nummcr mit illnsiriener Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-geitunaS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für daS übrige Ausland 3 Marl pro Monat. PoslabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 27. Jahrg. OdttiRt tZzllld außer moatiss. �* Vevlrnev Volksblalt. Sie Tnfertions- Gebühr vekägt für die sechsgespaltcne Kolonel« zeile oder deren Raum 30 Psg., für politische und gewerlschastlichc Vereins» Und BersammlungS-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Hnzeigen", daS erste sselt» gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- stcllcn-Anzcigen daS erste Wort 10 Pfg, jede» weitere Wort b Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen sür zwei Worte. Inserate sür die nächste Nunimcr müssen bis S Uhrnachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist biS 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm-Adresse: „Sezialdemokrat Berlin'4, Zentralorgan der lozialdcniokrat» fchcn Partei Deutfchlands. Kedabtton: 6 Cd. 68, Ltndcnstrasse 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 19S3. Sonntag, den 24. Jnli 1910. Expedition: 8 Cd. 68, Lindcnstraase 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1981» Aettriiiteo oder Verständigung? Unsere bürgerlichen Parteien befinden sich zurzeit, am Vorabend der Neuwahlen zum Reichstag, in einer kitzligen Lage. Unser Militarismus, dem unsere Bourgeoisie stets die rücksichtslosesten Opfer gebracht, erhebt wieder einmal die dringendsten Ansprüche. Die Mehrfordevungm. für sdas Landheer, die das Ouinquennat bringen soll, werden auf 4l1 bis 50 Millionen jährlich beziffert. Aber auch neue An- spräche unseres Wassermilitarismus stehen bevor. Das Jahr 1912 ist bekanntlich das letzte, in dem nach den Bauplänen der jetzigen Flottengesetze vier große Schlachtschiffe auf Stapel gelegt werden. Komnit keine neue Flottenvorlage, so wären von 1913 ab nur noch zwei solcher Schiffe jähr- lich in Bau zu geben. Daß aber unsere Weltpolitiker und uruser Reeder- und Panzerplattenkapital olles aufbieten werden, um eine solche Reduktion des Flottenbaues zu ver- hüten, liegt auf der Hand. Bekanntlich haben sich ja die großen deutschen Werften seit geraumer Zeit auf Riesenaufträge eingerichtet. Bis zum Jahre 1897 inklusive vergab das Deutsche Reich jährlich nur einen Linienschiffsbau. Bon 1898 ab wurden dann jähr- l,ch d r e i solcher Schiffe vergeben. Von 1998 ab aber wurden jahrlich gar vier Linienschiffe auf Stapel gelegt! Dabei ging mit der Vermehrung der jährlichen Linienschiffs- bauten eine rapide Vergrößerung der Dimensionen dieser Schiffe Hand in Hand. Die Schiffe der Wittels- dach kl äffe besaßen nur ein Deplacement von 11890 Tonnen. Titz 1992 bis 1996 erbau ten zehn Linienschiffs hatten 13 299 Tonnen Deplacement, die� vier folgenden Linienschiffe bereits 18 599 Tonnen, und die neun letzten Linienschiffe haben noch kolossalere Dimensionen. Das Deplacement der Panzerkreuzer wuchs aber noch rascher. Es wuchs von 8990 Tonnen im Jahre 1999 auf 19 000 Tonnen im Jahre 1999; die zurzeit im Bau befindlichen Panzerkreuzer werden noch riesenhafter sein. Die Auftröge für unsere Werften, Panzerplatten- und Mnonenfabrikanteu haben sich also innerhalb wenig mehr als eines Jahrzehnts vcrvier- und verfünffacht! Nach dem neuesten „Nantikus" beziffern sich die Ausgaben für Neubauten und Armierungen für 1919 allein auf 233 879 090 M., während sie 1898/99 erst 51 399 999 und selbst 1993/94 erst 199 890 999 M. betrugen! Und da sollte man es für möglich halten, daß unsere Marmeintercssentcn von 1912 ab sich plötzlich mit M i n d e r- auftrügen von mindestens 199 Millionen jährlich ab- finden würden, ohne die äußersten Anstrengungen zu machen, eine neue Flottenvorlage durchzudrücken?! Nur poli tische Kinder können sich das einbilden! Es ist aber auch nur zu bekannt, welch gewaltigen poli tischen Einfluß diese Marineinteresseuten, zu denen auch das Hütten- und Grubenkapital gehört, bei uns in Deutschland auszuüben vermögen. Die Freikonservativen und National� liberalen sind ja in der Hauptsache nur die politischen Agem ten dieser Kapitalistengruppcn. Die Bethmann Hollwegsche Sammclpolitik aber läuft gerade darauf hinaus, sich möglichst auch auf diese Parteien zu stützen. Deshalb ist aber noch keineswegs anzunehmen, daß sich der schwarzblaue Block nun seinerseits gegen die Flottenforderungen ernstlich sträuben werde. Die Zeiten, wo die Junker über die„gräßliche" Flotte stöhnten, sind längst�vorüber. Für die Bewilligung der„Kähne" sind unsere Ostelbier ja— mit Hilfe der Groß industrie— so überreichlich durch Brot, und Fleischwucher stipendien belohnt worden, daß die Konservativen bereits seit gerauineni zu den zuverlässigsten Stützen unserer Welt- und Flottenpolitik gehören. Wenn nur erst der Landmilitaris nius zufriedengestellt sein wird, werden unsere Konservativen auch für die neue Flottenvorlage zu haben sein— für eine Flottenvorlage zudem, die, wie wir ja erst kürzlich nachwiesen, bereits 1907 in der Budgetkommission als etwas ganz Selbstverständliches, Unver in eidliches be- zeichnet worden war! Aber auch das Zentrum wird nach dem üblichen Sperren und Zieren schließlich seinen Segen zu dem „nationalen Werk" geben, da es ja sonst wieder einmal in Ungnade fallen und aus dem Block der Regierungsparteien ausgeschaltet werden könnte. All diese Parteien halten es allerdings vorläufig mit dem stillschweigenden Uebereinkommen, daß über das brenz- liche Thema der abermaligen Flottänvermehning m ö g- lich st wenig gesprochen werden möge. Die Rücksicht auf die bevorstehenden Reichstagswahlen gebietet ihnen, alles zu vermeiden, was die Gefahr einer neuen Steuerschröpfung dringlicher erscheinen lassen könnte. Ihre Parole ist: vor- läufig weiterwursteln, die ohnehin empörten Volksmassen nur ja nicht weiter aufregen! Ist die Sorge vor der Ab- rechnung des Volkes erst wieder einmal für fünf Jahre ge- schwundsn, so wird sich schon alles finden: die neue Flottenvorlage und die neue Volksausplün- derung! Die biederen Volksbeschwindler sind übrigens so dreist, ihre Taktik selbst auf offenem Markte auszuschreien. Be- sonders geschäftig ist auch hier wie stets Herr Erz berger. Im„Tag" fordert er zum dritten oder vierten Male eine Verschiebung der Militärvorlage. Man möge doch erst dem neuen Reichstage das Ouinquennat vorlegen und sich einstweilen mit einem Provisorium für ein Jahr begnügen. Und der Gru-nd?„Jede neue M i I i tärvorlage in der heutigen Situation ver mehrt nur den Agitationsstoff der Opposi tion in recht billiger Weise, und das ist gerade jetzt überflüssig."- Also Herr Erzbcrger hat an sich gar nichts gegen die neue Militärvorlage, er ha nur Angst, daß das Zentrum durch neue militaristische Be willigungen vor den Wahlen sich noch verhaßter bei den Wählern machen würde! Nach den Wahlen würde es nicht nur über die Militärvorlage, sondern auch über die neue Flottenvorlage mit sich reden lassen. Ob die Regierung sich auf Herrn Erzbergers Vorschlag einlassen wird, erscheint freilich fraglich. Man kann doch nicht gut eine Militär- und eine Flottenvorlage unmittelbar hintereinander einbringen! Vielleicht versucht mans deshalb lieber mit allerhand Etatskünsten, um die volle Höhe der neuen Militärlasten für die ersten ein. zwei Jahre zu verschleiern! Aehn liches empfiehlt ja zwischen den Zeilen die„Deutsche Tagest zeitung". Wie dem aber auch sei: ungeheure neue Lasten für Heer und Marine sind dem Volk totsicher. woun es nicht gelingt durch eine mächtige Agitation vor den Reichstagswahlen und durch die Wahlen s e l b st unseren Chauvinisten das Konzept gründlich zu verderben! Vor allen Dingen ist es notwendig, die Regierung und die Parteien zu zwingen, sofort beim Wiederzusammentritt des Reichstages in der Frage der Flottenrüstung offen Farbe zu bekennen! Soll uns eine neue Flottenvorlage erspart werden, so ist es allerletzter Termin, sich mit England über die Flottenrüstungen zu verständigen. Der englische Premierminister er klärte vor einigen Tagen wörtlich:„Wenn es möglich wäre, auch jetzt noch das Tempo der neuen Flottenbauten durch eine Vereinbarung zu verlangsamen, dann würde keiner mehr entzückt sein als England." Nun sind im März und April dieses Jahres die fälligen vier Dreadnoughts von der deutschen Regierung in Bau gegeben- worden. Schon im nächsten Jahre muß das B a utempo verlangsamt werden, soll nicht das eng tische Flottenrüsten in beschleunigtem Tempo fortgesetzt und damit auch dem ferneren deutschen Wettrüsten ein Vorwand gegeben werden! Es muß aber auch deshalb bereits 1911 und 1912 verlangsamt werden, damit nicht 1913 die Werften, Hütten und Kanonenfabriken zu einer Plötz lichchni, gewaltigen Betriiebseinschränkung genötigt werden, die dann auch ihrerseitswiederden vollkommenen Vorwand zur Bewilligung neuer Schiffsbauten liefern würde! Jeder Freisinnige, dem der Verständigungsgedanke mit England mehr ist als ein anmutiges Spiel der Phantasie, wird hierbei mit der Sozialdemokratie mit aller Entschieden heit zusammengehen müssen! Versagen gleichwohl Regierung und Reichstagsmehrheit, so ist damit wenigstens sonnenklar erwiesen, daß das Wettrüsten ohne Unterbrechung seinen Fort gang n e h m e n s 0 l l! Dann steht auch trotz aller etwaigen Ableugnungsversuche fest, daß für das Jahr 1912 die bereits 1997 angekündigte neue Flottenvorlage unweigerlich be- vorsteht!_ Der Süttenarbeitertchutz und die Fabriirinipektoren. Veranlaßt durch sozialdemokratische ReichstagSanträge aus dem Jahre 190S und ähnlichen Resolutionen der folgenden Jahre hat der Bundesrat am IS. Dezember 1Sl>8 eine Verordnung erlassen zum Schutz« der Arbeiter der Grotzeisenindustrie, die am 1. April 1909 in Wirksamkeit getreten ist. Sie findet Anwendung auf die folgenden Werke der Großeiscnindustrie: Hochofenwerke, Hochofen- und Röhrengießereien, Stahlwerke, Puddelwerke, Hammerwerke, Preßwerke und Walzwerke, und zwar auf alle Betriebsabteilungen dieser Werke, einschließlich derjenigen Reparaturwerkstätten und Nebenbetriebe, die mit ihnen in einem unmittelbaren betriebstechnischen Zusammenhange stehen. Nach der Schutzverordnung sind alle Arbeiter, die über die Dauer der regelmäßigen Arbeitszeit hinaus beschäftigt werden, mit Namen in ein Verzeichnis einzutragen, das für jeden einzelnen über die Dauer der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit und der Ueberstunden, die er an den einzelnen Tagen geleistet hat. genau Auskunft gibt. DaS Verzeichnis ist nach dem Schlüsse jedes Mo- nats der Ortspolizeibehörde einzusenden. Wenn die Lohnlisten nach einem vorgeschriebenen Muster geführt werden, kann an die Stelle des Uebcrstundcnvcrzeichnisses ein AuSzug aus diesen Lohn- listen treten. In allen längeren als achtstündigen Schichten müssen jedem Arbeiter Pausen in einer Gesamtdauer von mindestens zwei Stun- den gewährt werden. Unterbrechungen der Arbeit von weni'ger als einer Viertelstunde sollen auf diese Pausen in der Regel nicht in Anrechnung kommen. Wenn in einzelnen Werkabteilungen viele kleine Pausen vorkommen, kann es doch gestattet werden. Eine der Pausen(Mittags- oder Mitternachtspause) muß mindestens eine Stunde betragen und innerhalb eines bestimmten Zeitraumes lie- gen. Auch diese Regel kann durchbrochen werden„in Fällen, wo es J die Natur des Betriebes oder Rücksichten auf die Arbeiter geboten erscheinen lassen" und kann die Pause dann bis zu einer halben Stunde herabgesetzt werden. Die Gesamtpausendauer mutz aber dann doch mindestens zwei Stunden betragen. Unter Umständen können die Arbeiter angehalten werden, auch während der Pausen in der Nähe der Arbeitsstätte zu bleiben,„um in dringenden Fällen zur Hilfeleistung bereit zu sein." Vor dem Beginn der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit muß für jeden Arbeiter eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens acht Stunden liegen. Diese Bestimmung findet auf die Regelung der Wechselschichten keine Anwendung. Die Bestimmungen über Pausen und Ruhezeit finden keine An« Wendung auf Arbeiten, die in Notfällen unverzüglich vorgenommen werden müssen. Vorkommende Fälle sind der Ortspolizeibehörde binnen drei Tagen schriftlich anzuzeigen. Wenn Naturereignisse oder Unglücksfälle den regelmäßigen Betrieb eines Werkes unter- brachen haben, können sogar Ausnahmen auf die Dauer von vier Wochen durch die höhere Behörde, aus längere Zeit durch den Reichs- kanzler zugelassen werden. Der Inhalt der Schutzverordnung blieb ja weit hinter dem zurück, was die sozialdemokratischen Anträge den für die Volks- Wirtschaft hochwichtigen und schwergeplagten Hütten- und Walz» wcrkarbeitern geben wollten. Statt des geforderten Achtstundentages brachte die Verordnung die achtstündige Mindestruhezeit, so daß der Arbeitstag bis zu 16 Stunden ausgedehnt werden kann. Die Arbeiter, die alle zwei Wochen eine Sonntags-Wcchselschicht machen müssen(24-Stun- dcnschicht) haben genau so viel Schichten zu verfahren als Tage im Monat oder Jahr vorhanden sind. Ein Ersatzruhetag für die lange Sonntagsschicht ist in der Verordnung ni ch t vorgesehen. Am IS. Januar 1S09 veröffentlichte der Preußische Minister für Handel und Gewerbe einen Ausführungserlaß zur Bunde?« ratsverordnung sür die Großeisenindustritz. Darin werden be» stimmte Mißstände in den Hüttenwerken zugestanden. Eine ein- gehende amtliche Untersuchung, wie sie der Reichstag gewollt habe, vorzunehmen, würde ungewöhnliche Schwierigkeiten bereitet und unverhältnismäßig lange Zeit erfordert haben. Nach der Anficht des Ministers würde das verlangte Ueberstundenverzeichnis„besser und weit schneller als etwaige jetzt anzustellend« uinfangreiche Er» Hebungen die Unterlagen für die Beantwortung der Frage gewäh« ren, ob und in welcher Weise etwa demnächst eine Beschränkung der Arbeitszeit erforderlich ist." Außerdem wurde gehofft, daß schon die Notwendigkeit der Eintragung der Ueberarbeit in das Ver- zeichniS die Folge haben würde, mehr als bis dahin die Uebcr« arbeit„auf ein angemessenes Maß zu beschränken." Ist die Schutzverordnung für die Hütten- und Walzwerkarbeiter durchaus ungenügend und wird das Bißchen Schutz dann noch durch die Ausnahmen fast vollends wieder weggewischt, so sind doch die Scharfmacher der Großeisenindustrie voll grimmiger Wut über den gesetzlichen Eingriff. Die Gewaltigen vom Stahlwerkverband in ihrem Herrenmcnschentum, die schon von der Ausbreitung von Tarifverträgen absolut nichts wissen wollen, sind unter öffentlich- gesetzliche Kontrolle gestellt. Man denke! Seit Bestehen der Hüttenarbeiterschutzverordnung sind denn auch die Hüttenkönige und ihre Handlanger un- ablässig bestrebt, die Bestimmungen noch mehr zu verschlechtern oder gar wieder ganz abzu» schaffen. Die Zeitschrift„Stahl und Eisen" veröffentlichte in ihrer Nummer vom 24. November ISOS das Ergebnis von Unter- suchungen, die verschiedene Werke über den Umfang der vorkam- menden Pausen angestellt hatten. Da wurde mitgeteklt, wie die Hüttenleute von ihrer Zwölfstundenschicht nur ganz wenige Zeit aus das Arbeiten verwendeten, desto mehr aber pausierten. Acht Stunden Pausen und nur vier Stunden Arbeit sollen teilweise vorkomme«. Den Unsinn konnten die Herren auftischen. Am 23. November 1S0S fand dann die Generalversammlung des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustricller statt, wo man sich wieder scharf gegen die Schutzverordnung wandte und eine um- fangreichere AuSnahmegewährung verlangte. In ihrer Nummer vom 26. Januar ISIS veröffentlichte die Zeitschrift„Stahl unb Eisen" den Text einer ellenlangen Eingabe an den Minister, die alles Mögliche und Unmögliche zum Sturm auf die tödlich verhaßt« Schutzverordnung herbeischleppte. Es wurden für fast alle Betriebs- obtcilungen der Werke die Gewährung von Ausnahmen, besonders die Zulässigkeit der nur halbstündigen Hauptpause, gefordert. Außerdem wollten die Hüttcnherrcn fortab nur einen Teil der Mehrarbeit ins Ueberstundenverzeichnis eintragen. Die Gewal- tigen vom Stahlwerksverband haben nämlich große Angst, das lange Ueberstundenverzeichnis wird dem Reichstag vorgelegt./ Es ist nun hochwichtig und sehr interessant, mit Rücksicht aus die Darlegungen des Ministers in dem Ausführungscrlaß, sowie auf die Sturmvcrsuche des Vereins deutscher Eisen- und Stahl« industrieller die Ergebnisse der Fabrikinspektoren- berichte zu betrachten, zumal in den Berichten die Durchfüh- rung der Hüttenarbeiterschutzverordnung ziemlich eingehend be- handelt worden ist. Die Fabrikinspektoren— wir behandeln den Bericht für Preußen— berichten über die Zeit vom 1. April bis zum 30. November ISOS, das sind acht Monate. Unter die Hütten» arbeiterschutzvcrordnung fielen in Preußen 366 Betriebe oder be- triebstechnisch selbständige Abteilungen der Großeisenindustrie. Darin waren 182 853 Arbeiter beschäftigt, von denen durchschnittlich monat- lich 73 260 oder rund 40 Proz. Ueberarbeit verrichteten. Insgesamt wurden 7 538 571 Ueberstunden geleistet, davon 3 223 346 oder 42.8 Prozent an Sonntagen. Also über 7M Millionen Ueberstunden! Dabei ist zu beachten, daß die 24stündigen Sonntagswechselschichten noch gar nicht als Ueberarbeit mitgerechnet sind. Außerdem ist in der Berichtszeit der wirkliche Umfang der Ueberarbeit nur erst wangelhast ersaßt worden, einmal, weil vielfach Unklarheit darüber herrschte, waS als Ueberarbeit anzusehen war und was nicht, dann, weil die Beamten der Gewerbeinspektion durch die neue umfang- reiche Arbeit zu sehr belastet worden sind, und endlich, weil die Be- richtszeit eine Zeit schlechter Geschäftslage war. Und doch waren 40 Proz. aller Arbeiter von der Ueberarbeit betroffen worden. Bis zu 27 Stunden haben Hüttenleute ohne Unterbrechung gearbeitet! ES wird über 90, 100, ja 108 Ueberstunden in einem Monat und bei den einzelnen Arbeitern berichtet. Trotz der verlangten Mindestruhezeit von acht Stunden, die eine Maximalarbeitsschicht von 16 Stunden bedingt, die langen Schichten! Wenn ein Arbeiter mehr als 16 Stunden arbeiten muß, so wird dann der Beginn der folgenden Schicht soweit verschoben. daß doch die acht Stunden Ruhe gewahrt bleiben. Die Fabrikinspek- toren haben gegen diese„wandernde Schichte" fast durchweg nichts einzuwenden, trotzdem die Schiebung zweifellos gegen Sinn und Wortlaut der Schutzverordnung verstößt. Bei der erwähnten Hand. habung könnte die Schicht des Arbeiters beliebig lang gezogen werden. Er könnte 48, 60 und mehr Stunden gehetzt und eS müßten nur die 2 Stunden Pausen gewährt werden. Ein sonderbarer Ar- beiterschutz! In den meisten Hütten- und Walzwerken herrscht die Zwölf- stundenschicht, jedoch kommen auch noch regelmäßige IZstündige Schichten vor. Nur ganz vereinzelt, meist an Walzenstraßen, einigemal an Hochöfen, ist für eine kleine Zahl von Arbeitern die Achtstundenschicht eingeführt worden, zusammen für 2697 Arbeiter. Da? ist bitter wenig, aber ein Anfang, bei dem nach Verallgemeine. rung gestrebt werden muß. Im allgemeinen wird in den Hütten- und Walzwerken auch noch des Sonnabends nachts gearbeitet, so daß der Betrieb erst am Sonntag früh ruht, woraus sich dann die umfangreiche Sonntags- reparaturarbeit ergibt. Ein AufstchtSbeamtcr berichtet, daß in einem Werk der Betrieb in der Puddelabteilung am Sonnabend Abend aufhört. Auch in dieser Beziehung muß nach allgemeiner Einführung der Mahnahme hingewirkt werden. Dann können die Reparaturen des Sonnabend Nachts gemacht und der Sonntag kann viel mehr von Arbeit frei werden. In England geht das schon lange. Einige Fabrikinspektoren berichten über große Skrupellosigkett von Unternehmern bei der Beantragung von Ausnahmen. In einem Fall beantragte ein Werk die halbstündige Mittagspause. trotzdem dort vor Inkrafttreten der Schutzverordnung schon eine längere Pause bestand! In einem anderen Bezirk waren die For- mulare zur Ausnahmebeantragung von einer Zentralstelle her- gestellt worden und verschiedene Werke verfuhren dann so lodderig, daß sie sogar Ausnahmen von den Regelpausen beantragten für Betriebsabteilungen, die es auf dem Werke gar nicht gab! Vielfach berichten die AufsichtSbcamten, daß die Arbeiter sehr gern Ueberstunden machten, da sie besser bezahlt würden. Die Ar- beiter wollten den Lohnausfall nicht missen. Allerdings lassen die Unternehmer viel lieber Ueberstunden machen, als daß sie den Lohn der Arbeiter erhöhen. Reicht der Lohn zum Leben eines Kultur- menschen auS, dann wird die„Willigkeit" zur Ueberarbeit schon rasch schwinden, soweit sie überhaupt wirklich vorhanden ist. Na» türlich muß die Schutzverordnung auch gegen rückständige Arbeiter durchgeführt werden. Ziehen wir die Folgerungen aus den Berichten der Fabrik- Inspektoren über die Durchführung der Hüttenarbeiterschutzverord- nung, so ist vor allem eine einheitlichere, energischere Durchführung zu verlangen, unter Fortfall jeder Ausnahmegewährung. Auch der Notfallbegriff muß sehr eingeschränkt werden. Darüber hinaus ist eine Erwei- tening der Schutzmaßnahmen zu fordern, die Ruhezeit ist auf 12 bis 14 Stunden zu bemessen und der von der sozialdemokratischen Partei schon lange erstrebte Achtstundentag ist mit Nachdruck zu sordern. Gegenüber den Sturmversuchen der Hüttenkönige muß es heißen: Hand weg von der Schutzverordnung! vemolikAtea gegen lüeviilonllten. In derselben NunMier des„Freien Volks", in der Herr S)r. Breitscheid gegen die badische Budgetlbcwilligung auftrat, veröffentlichte auch Herr Lüdemann einen Artikel, der sich mit Auslassungen Dr. Quesisels beschäftigte, die uns ein Bündnis mit den Liberalen empfehlen und dies„wirtschasts- wissenschaftlich" durch Untersuchung der sozialen Schichtung Deutschlands zu beweisen suchten. Dagegen polemisiert nun Lüdemann und findet es unbegreiflich und seltsam, daß Ouessel auS Unternehmern, Privatangestellten, Staatsbeamten und den Angehörigen der freien Berufe unter dem Titel„Neuer Mittelstand" eine einheitliche politische Gruppe zu kon- struieren suche. Ouessel schrieb: „Nach der Gewerbezählung des Jahres 1907 kann man die Zahl der männlichen Unternehmer auf rund 1300 000 veranschlagen. Rechnet man hierzu die 1,29 Millionen Privat- b e a m t e n und rund 1 Million Staats» und Gemeinde» beamte und Vertreter der freien Berufe, so haben wir den neuen Mittelstand in einer Stärke von 3,69 Millionen vor uns, gewaltig an Zahl, groß an Ansehen, reich an Intelligenz. vielfach allerdings in beschränkten, in der Regel aber in über- proletarischen Verhältnissen lebend und sorgsam darauf bedacht. die höhere Lebenshaltung nicht durch eine zu große Kinderzabl zu gefährden. Unter dem neuen Mittelstand stehend finden wir die Klasse der Handwerksmeister alten Stils, die in den letzten Jahren an Zahl zurückgegangen ist, aber auch heute noch rund eine Million Angehöriger zählen wird; neben und über dem Mittelstand stehend sehen wir die Klasse der untätigen Kaplta- listen, Rentner und Pensionäre, die mit ihren männlichen An- gehörigen sich im Jahre 1907 auf zirka 1.5 Millionen beliefen." Dagegen führt Lüdemann aus: „Die Privatangestellten zusammen mit den Vertretern des UnkernehmertumS zu einem politischen Begriff vereinigt zu sehen, unter ihnen die Klasse der Handwerksmeister und sogar die Klasse der untätigen Kapitalisten. Rentner und Pensionäre noch neben ihnen,— das ist ein zu originelles Bild, als daß man ohne kritische Bemerkungen daran vorübergehen könnte. Aber selbst wenn eS im zwanzigsten Jahrhundert noch Politiker geben sollte— und nach dieser Erfahrung wage ich ihr Vorhanden- sein nicht zu bestreiten—. die eine derartige Konstruktion für zulässig halten, für einen sozialdemokrati schen Poli- tiker ist sie jedenfalls unmöglich! Denn auch ohne das mehrjährige Studium der theoretischen Nationalökonomie darf ein sozialdemokratischer Politiker nicht darüber im Zweifel sein, daß die Einteilung'der Menschen in Klassen nicht auf Abstammung, Kinderzahl und äußerlichen Lebensgewohnheiten beruht, sondern das Produkt ihrer sozialen Stellung, ihres Verhältnisses zur Arbeit und Besitz ist. Er müßte also auch wissen, daß die— nebenbei bemerkt— nicht 1.29, sondern fast2Mtllion«nPrivatangestelltenin ihrer übergroßen Mehrzahl mit den Vertretern des Besitzes nicht mehr gemein haben als die Arbeiter, daß sie mit diesem zusammen das große Heer der- jenigen bilden, die nichts oder doch nicht soviel besitzen, um von den Zinsen ihres Kapitals leben zu können und die infolgedessen gezwungen sind, als Lohnempfänger in den Diensten anderer ihren Unterhalt zu verdienen. Gewiß gibt es auch heute noch einzelne Angestellte, denen das Glück oder die väterliche Erbschaft— meist ist es ja dasselbe— ein spätes Selbständigwerden ermöglicht. Ader die übergroße Mehrzahl— mindestens 95 Proz.!— bleibt ihr ganzes Leben hin- durch wirtschaftlich abhängig und hat somit an einer weitgehenden Umgestaltung unserer wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse das allergrößte Interesse. Eine andere Frage ist natürlich, ob sich die organisatorische Betätigung dieses Interesses innerhalb der sozialdemokratischen Partei vollzieht, d. h. ob die Mehrzahl der Prwatangestellten ihre politische Vertretung in der heutigen Sozialdemokratie suchen und— findet, wird. Allerdings für Dr. QuesselS Untersuchung ist das gleichgültig; denn seine Fragestellung lautet nicht: wie kann die Sozialdemokratie die Reaktion niederringen? sondern er fragt: wie kann überhaupt eine Gesundung der deutschen Politik herbeigeführt werden? Für diese Beurteilung politisch. taktischer Möglichkeiten ist aber allein entscheidend der Umstand. daß nicht bloß die 8,3 Millionen Lohnarbeiter, sondern auch der größere Teil der Privatangestellten und, wie ich gleich hinzu- fügen möchte, eine mindestens ebenso große Schar von Agenten, Händlern und anderen scheinbar selbständigen, in Wirklichkeit aber recht proletarischen Existenzen mindestens in dem gleichen Maße daran interessiert ist, den gegenwärtigen Machthaber» die politische Herrschaft zu entreißen. „Wenn die„Sozialistischen Monatshefte" aufhören würden, die ihnen ofsenbar nicht in ihr Schema passende Demokratische Vereinigung systematisch totzuschweigen, so würde eS ja auch Dr. Ouessel nicht entgangen sein, daß diese Schichten gar nicht daran denken, sich dauernd als die Stützen kapitalistischer Jnter- essenwirtschaft zu betrachten. Er würde wissen, daß sie im Gegenteil— durchaus entschlossen sind, links von den Vertretern des mobilen Kapitals und des festen Grundbesitzes Aufstellung zu nehmen, wenn sie auch Bedenken tragen, die sozialdemokrati. schen Reihen verstärken zu helfen. Nach diesen Feststellungen kommen wir natürlich zu einer ganz anderen Rechnung wie Dr. Ouessel. Denn nun stehen den 8,3 Millionen Lohnarbeitern nicht mehr die ganzen übrigen 6,09 Millionen Volksgenossen gegenüber, sondern auf der einen Seite stehen schon jetzt 10 bis 11 Millionen proletarischer Existenzen und auf der anderen 3 bis 4 Millionen Vertreter von Besitzinteressen, während die öffent- liehen Beamten und die Intellektuellen mitten dazwischen stehend, mal den einen, mal den anderen ihre Unterstützung leihen werden. Die Revisionisten mögen ja ihre Gründe dafür haben, daß sie ihre Rechnung ohne Rücksicht auf näherliegende Partei- bildungen aufstellen; aber: ist das Ergebnis einer richtig durch. geführten Untersuchung der Klasseninteressen wirklich so entmutigend, daß man der Sozialdemokratie raten muß, 12 Monate vor ihrem wahrscheinlich größten Wahlsieg Anschluß an die— Nationalliberalen zu suchen?", Armer Ouessel!_ politische Geberficbt. Berlin, den 23. Juli 1910. Das wahre Geficht. Die Kaplanspresse vertritt äußerlich trotz t>er volkSver- räterischen Haltung der Zentrumsfraktion bei den Berawn- gen der Wahlrechtsvorlage im preußischen Abgeordnetenhause noch immer die Forderung einer Uebertragung des Reichs- tagswahlrechts auf Preußen. In Wirklichkeit, so versichert sie, halte das Zentrum energisch an der schon 1873 von Windthorst vertretenen Auffassung fest, daß das allgemeine. gleiche, direkte und geheime Wahlrecht jedem Klassenwahlrecht entschieden vorzuziehen sei; leider nur hätte sich bisher nie die Aussicht geboten, dieses ibessere Wahlrecht- in Preußen durchzusetzen, und da das Zentrum nicht gerne politische Aktionen unternähme, deren Fehlschlag von vornherein fest- stäube, so hätte das Zentrum zu seinem Leidwesen auf Bor- stöße zur Einfuhrung des Reichstagswahlrechts in Preußen verzichten müssen. Auch bei den Beratungen der Bethmann- schen Wahlrechtsvorlage im preußischen AbgeordnetenhcvuFe hätte es sich nicht um die Frage Reichstagswahlrecht oder Dreiklassenwahlrccht gehandelt, sondern lediglich darum, die Vorlage mit Hilfe der Konservativen so weit zu verbessern, daß die ärmeren Volksschichten einen größeren Einfluß auf die Gesetzgebung erlangt hätten. Wie innerlich verlogen diese in der kleinen Zentrums- presse immer wieder auftauchende Argumentation ist, zeigt aufs neue ein Artikel, den Professor Martin Spahn, der Sohn des großen Peter Spahn, im„Hochland" verösfent- licht: denn Herr Martin Spahn spricht sich darin ganz ent- schieden gegen die Uebertragung des Reichs- tagswahlrechts auf Preußen aus, und zwar mit der Begründung, daß der im Reiche wehende„d e m o- k r a t i s ch e G e i st" sich nicht auf Preußen ausdehnen dürfe, wenn nicht schwere Mängel entstehen sollten. A l s Gegengewicht gegen diesen Geist müsse viel- mehr Preußen in seiner„Eigenart" erhal- te.n bleiben. Wörtlich heißt es in dem Aufsatz: «Wenn Preußen morgen dahinschwände, wir würden eS schwer vermissen. Gewiß entspricht die Staatsform des Reiches dem deut- schen Volksempfinden mehr als die des preußischen Staates. Der demokratische Geist, der im Reiche weht, ist der Be- völkerung genehmer als der bureaukratisähautoritäre Preußens. Käme jener aber ausschließlich zur Herrschast, so würde sich die Bevölkerung bald bewußt werden, daß auch ihm schwere Mängel anhaften. Heute leidet sie nur deshalb nicht unter ihnen, weil Preußens Eigenart sie ausgleicht. Wir haben in Deutschland keine politische Partei, die über die Mehrheit im Volke verfügt. Wer sollte unsere Führung über- nehmen. Leidenschaftlicher Hader und Vorurteil« trennen die VolkSmassen einstweilen immer weiter von einander. Unduldsam ist einer gegen den anderen. Noch übertragen viele ihren po- litischen Streit aufs religiöse Gebiet und lassen ihn gar die For- men des gesellschaftlichen Lebens und den geselligen Verkehr be- einträchtigen.... In Wahrheit stehen in Deutschiland die erst im Beginn ihrer Anstrengungen, welche die Massen„politisieren", sie zur regelmäßigen und aufmerksamen Wahrnehmung der öffentlichen Pflichten anleiten wollen. Ihr Erfolg steht noch völlig in Frage. Ließen sie zurzeit durch die revolu- tionär Gesinntem Preußen zertrümmern und Hilfen ihnen auS falscher Wertschätzung bloßer Verfassungsformen gar dabei, so würd« das deutsche Volk, der echte Bürgersinn und das gleiche Recht aller den meisten Schaden davon leiden. Verfassungsformen gelten nur, wozu der Geist, der sie durchdringt, sie prägt. An dem starken und gerechten, dem po- litischen Geiste gebricht es der Demokratie des Zeitalters noch überwiegend...» Mit Preußen sänken alle Ein- zelstaaten in den Staub. Zwänge der Radikalismus heute dem preußischen Staat das Wahlrecht des Reichstags im Sturme auf, erschütterte er ihn dadurch bis ins Mark." Vielleicht wird die den Arbeiierstimmenfang betreibende Zentrumspresse nach altem Rezept wieder einwenden, Herr Martin Spahn sei nicht die Zenkrumspartei. Das mag richstg sein: aber Tatsache ist, daß Herr Spahn junior in letzter Zeit vielfach in Zentrumsblättern als eine wissenschaftliche Ka- pazität des Zentrums betrachtet wird und daß er gegen den Willen der Wähler vor kurzem von den feudalgesinnten Zen- trumsgrößen in dem sicheren Wahlkreis Warburg-Höxter als Reichstagskandidat aufgestellt worden ist. Wäre er nicht der Zustimmung der maßgebenden Zentrumskreise sicher, so würde er jetzt nicht mit solchen Ausführungen hervortreten, Zur Ehre des deutschen Rindviehs. Wir haben schon in vorgestriger Nummer mitgeteilt, baß die auS Deutschland nach der Internationalen landwirtschaftlichen Aus- stellung in Buenos Aires gesandten RinSer dort als tuberkulös befunden worden find und nach Deutschland zurückexpediert werden mußten und daß sich nun bei der Untersuchung in Hamburg tat- sächlich bei dem größten Teil dieser Pracht-AuSstellungSrinder, ine den Ruhm der deutschen Viehzucht im Auslande verkünden sollten, Tuberkulose herausgestellt hat. Die agrarische Presse hat bisher auf diese Blamage des AgrariertumS noch nicht die Antwort gefunden- Dafür hat die«Köln. Zeitung" die Entschuldigung dieses so- genannten unliebsamen Vorkommnisses übernommen. Sie bringt an der Spitze ihrer heutigen Nummer ein anscheinend offiziöses Verlegenheitsgeschwätz, das mit der Ausrede operiert, es sei doch noch gar nicht festgestellt, daß die AuSstellungSrinder schon vor ihrer Absendung tuberkulös gewesen seien; sie könnten doch vielleicht auch erst später tuberkulös geworden sein. Das Blatt schreibt: Wir haben berichtet, daß die vierzig deutschen Rinder auS- gesuchtes Zuchtmaterial, in der Ouarantäneanstalt von Buenos Aires beanstandet und von der dortigen Internationalen Aus- stellung zurückgewiesen worden sind. Die Rinder sind dann am Montag wieder in Hamburg angekommen und sofort vor einer Sachverständigenkommission geschlachtet worden, um festzustellen, 'welchen Umfang die durch die Tuberkulinimpfung der Tiere in Buenos Aires nachgewiesene Erkrankung angenommen hat. Der wissenschaftlichen Kommission gehörten an: Geheimrät Never- mann-Berlin, Geheimrat Dr. Ostertag-Berlin, UniversitätS- Professor Dr. Müller-KönigSberg, Staatstierarzt Professor Dr. Peter-Hamburg, ferner Lehrer der Tierärztlichen Hochschule Berlin und verschiedene Kreistierärzte. Dieser beträchtliche wissenschaftliche Aufwand war notwendig im Hinblick aus den aufsehenerregenden Vorgang der Zurückweisung pein- lich ausgesuchten deutsichen Zuchtviehs und im Interesse der deutschen Züchter und der deutschen Viehzucht. Der eingehenden nachprüfenden Untersuchung, die in Berlin stattfinden soll, wird es vorbehalten sein, das endgültige, wissen- schaftlich begründete Ergebnis festzustellen. Zunächst scheint man daran festhalten zu können daß es sich nicht, wie die erste Meldung des»Hamburger Fremdenblattes" wissen wollte, bei der Mehrzahl der Tiere um eine weit vorgeschrittene Tuberkulose gehandelt hat. und daß somit die Schlußfolg:- rung kaum stichhalten dürfte, daß die Rinder bereits vor ihrem Transport hochgradig erkrankt gewesen seien. Aus dem Kreise der Sachverständigen wird darauf verwiesen, daß die vorläufige Untersuchung nach der Schlachtung in der erdrückenden Mehrzahl der Fälle nur kleine örtliche Krankheitssymptome ergeben habe, und daß die Erkrankung nur bei einer Kuh weiter fortgeschritten gewesen sei.... ES bleibt auch vorläufig noch durchaus frag- lich, ob die Tiere von dem Uebel tatsächlich schon vor ihrer Ab» reise nach Argentinien ergriffen waren, denn eS läßt sich kaum denken, daß nicht alles möglich« unter. nommen worden sein sollte, um die tadellose Be» schaffenheit des die deutsche Zucht an solch her. vorragender Stelle vertretenden Rindviehs vor seiner Versendung vollkommen zweifeis. frei festzustellen. War das aber der Fall, so entsteht der Verdacht, daß die Infektion der Tiere womöglich erst auf der Reise oder gar in den Ouarantäneställen von Buenos Aires selbst geschehen ist. Tatsache ist jedenfalls, daß der dortige Quarantäne- stall auf die Fachleute einen wenig vertrauenerweckenden Eia- druck gemacht hat. Nachdem auf diese Meise die Ehre des deutschen RmtviehS ge. rettet worden ist— vielleicht entdeckt demnächst noch ein agrarische» Blatt, daß die 40 Rinder eigentlich gar nicht deutscher, sondern dänischer oder holländischer Herkunft sind— kann sich jedoch die „Kölnische Zeitung' nicht enthalten, gegen die von den Agrariern so angelegentlich befürwortete Tuberkulinimpfung zu eifern, in« dem sie hinzufügt: Jedenfalls beweist der ganze Fall das eine: die von unseren Agrariern so hochgepriesene Tuberkulinimpfung ist ein zwei- schneidiges Schwert und insofern unzuverlässig, als sie gering- fügige. den Flcischtvert nicht beeinträchtigende Erkrankungen rein örtlicher Natur ebenso anzeigt, wie eine gefährliche, wert fortgeschrittene Infektion, so daß man bei einer Reaktion de» Tieres auf die Impfung nie wissen kann, wa» eigentlich dahinter steckt. Fachleute haben es bereits ausgesprochen, daß un. zweifelhaft ein sehr großer Teil des deutschen V iehS reagieren würde, wollte man an ihm die Tuber» kulinprobe vornehmen, wie denn auch tatsächlichbe» reits mehrfach deutsches Vieh, das ins AuS. land ausgeführt werden sollte, die an den Grenzen vorgenommene Tuberkulinprobe nicht bostandeu hat. ES wird daher an den maßgebenden Stellen zu prüfen fein, ob der Vieh. verkehr zweckmäßiger an die bisherigen Bedingungen geknüpft blewen soll, oder ob es sich nicht empfiehlt, die für die Einfuhr ftemden ViehS maßgebenden Bestimmungen sanitärer Natur nach den gemachten Erfahrungen zu andern, ohne daß selbstverständlich dadurch die Gefahr für die Einschleppung von Seuchen, der unter allen Umständen nach Kräften vorgebeugt werden muß. erhöht wird.' Die„Kölnische Zeitung" hat also das hohe Prinzip der deutschen Seuchengesetzgebung noch immer nicht begriffen. Nur da» tuberku- löse Fleisch ausländischen Rindviehes ist gefährlich; das tuberkulöse Fleisch des deutschen Nationalreiches schadet nichts. Wenn wirklich jemand daran erkrankt, macht eS gar nichts; denn der Erkvankte kann sich mit dem schönen vaterländischen Gedanken trösten, daß sein Leiden doch im Grunde genommen nichts bedeutet gegen die Erhaltung eines sich gutrentierenden kräftigen Großgrundbesitzes. Die Nachwahl in Frankfurt'LebnS. Endlich hat sich die Regierung dazu bequemt, den Termin für die Ersatzwahl im Wahlkreise Frankfurt-Lebus festzusetzen. Wie uns aus Frankfurt berichtet wird, findet die Wahl am 1 5. S e p t e m b e r cr. statt. Eine schwere Beschuldigung. Bürgerliche Blätter hatten davon Mitteilung gemacht, baß der frühere WirtschastSinspettor deS konservativen Landtags» abgeordneten Freiherrn v. Richthofen diesen der Steuer- Hinterziehung beschuldige. Die„Kons. Korresp." veröffentlichte daraus folgendes Dementi unter der Ueberschrift.Eine Ver- leumdung": „Die„Konservative Korrespondenz' schreibt: Ein Berliner demokratisches Mittagsblatt verbreitete in Gemeinschaft mit der „Täglichen Rundschau" auf Grund von Angaben einer ZeitungS« korrespondenz die Meldung, gegen den konservativen Landtags- abgeordneten Freiherrn v. Rlchthofen-Mertschütz schwebe bei der Staatsanwaltschaft zu Liegnitz ein Strafversahren wegen «igevlicher großer Steuerhinterziehungen im Betrage bis zu 800 000 M. Wie sofort durch Information bei der bezeichneten Staats- cmwaltfchaft und bei der zuständigen EinkommensteuerveranlagungS- kommiffion des Landkreises Liegnitz festgestellt worden ist, ist diese BehaupNmg vom Anfang bis zum Ende unwahr. Es handelt sich anscheinend um Berleumdungen seitens eines Vom Herrn Frhrn. v. Richthofen entlassenen Wirtschaftsbeamten, gegen den bei der Staatsanwaltschaft in Liegnitz die Unter» such u ng wegen Untreue und Unterschlagung schwebt. Herr Frhr. v. Richthofen-Mertschütz wird gegen alle diejenigen Blätter, die die oben erwähnte unwahre und verleumderische Mit- teilung veröffentlichen, unverziiglich Strafanzeige erstatten. Auch alle die Mitteilungen, die den Herrn Freiherrn v. Richt- Hofen mit den Prozessen gegen die geschiedenen Graf v. Pfeilschen Eheleute in Verbindung bringen, sind in tendenziöser Weise entstellt und erlogen. Herr Frhr. v. NichtHofen ist lediglich vom Bormund- schaftsgericht von Amtswegen zum Pfleger der Pfeilschen Kinder für die Dauer deS noch nicht beendeten Erziehungsstreites bestellt. Weder der geschiedene Graf noch die geschiedene Gräfin Pfeil gehen ihn persönlich etwas an." Auf dieses Dementi antwortet heute die Journalpost Schweder u. Hertzsch mit folgender Erklärung: »Die»Konservative Korrespondenz" verbreitet die Nachricht, daß unsere Meldung, gegen den konservativen LandtagSabgeord- neten Frhrn. v. Richthofen sei bei der Staatsanwaltschaft Liegnitz ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung beantragt worden, von Anfang bis Ende unwahr sei. Demgegenüber stellen wir hiermit fest, daß dem Justizminister B e s e l e r eine Straf- anzeige gegen den Abgeordneten Frhrn. v. Richthofen zu- gegangen ist mit dem Ersuchen, die zuständige Staatsanwaltschaft Licgnitz zum sofortigen Einschreiten zu veranlaffen, und zwar aus Grund nachstehender eidesstattlichen Versicherung deS Wirtschaftsinspektors Karl Kasten: »Unterzeichneter versichert hiermit an Eidesstatt: Der Besitzer deS Domininms Mertsckütz, Herr Landtagsabgeordneter Ernst Freiherr V. Richthofen, königl. Landrat a. D. hat durch sein Gut eine durchschnittliche Einnahme in den letzten drei Jahren von.................. 67 000 M. hierzu kommen für Neuanschaffungen deS toten Inventars 3 000» ferner für Schloß, Gemüsegarten und Park... 2 000» auS der Wirtschast in Summa......... 62 000 M. Hiervon gehen ab an Hypothekenzinsen...... 13 000„ verbleiben................ 49 000 M. an Bareinnahmen auS der Wirtschaft. Herr Freiherr v. Richthofen ist Mitglied der Zuckerfabrik Gutschdorf und erhält als solcher pro Jahr als Gewinnanteil zirka......... 10 000, ferner hat er an Zinsen vom Privatkapital zirka.. 6 000„ Siunma 64 000 M. Er hat sich aber e i n g e f ch S tz t mit nur... 36 000 ,, danach zu wenig zirka.......... 29 000 M. Bei seiner Steuereinschätzung angegeben. Er bezieht Diäten als: Landtagsabgeordneter, Taxator der Liegnitz-Wohlauer Landschaft, als Mitglied des ProvinziallandtageS, ProvinzialausschuffcS, Kreisausschusses und Kreistages. gez. Karl Kasten." Der Anzeige an den Justizminister hat folgendes Zeugnis über den Antragsteller Kasten beigelegen: „Hiermit bekunde ich. daß Herr Wirtschaftsinspektor Karl Kasten acht Jahre lang, � vom Februar 1902 bis Neujahr 1910 bei mir als Leiter de« DominiumS Mertschütz in Stellung ist. Derselbe genießt im Kreise Liegnitz und weit darüber hinaus als tüchtiger Landwirt einen sehr guten Ruf. Er hat ausgezeichnete praktische und theoretische Kenntniffe, ist mit jeder Be- arbeitung leichten und schweren BodenS vollauf vertraut und hat große Erfahrungen und sehr gute Erfolge, insbesondere in Rübenbau und Mastwirtschast, so daß er auch der Leitung schwieriger Betriebe gewachsen ist. Ich entlasse denselben mit den besten Wünschen für sein ferneres Wohlergehen.— Seine Frau ist eine sehr fleißige, bescheidene Wirtin, die sich auch zur Ueber- nähme der Jnnenwirtschast durchaus eignet. Mertschütz, den 14. Dezember 1909. gez. E. Frhr. v. Richthofen Kgl. Landrat a. D." Wir geben diese Meldungen zur Information unserer Leser wieder. Da eine gerichtliche Austragung der Angelegen- heit bevorsteht, wird es sich ja herausstellen, ob an den Be- hauptungen etwas Wahres ist oder nicht. Der neue Reichsetat. Die»Mil, Pol. Korr." teilt mit, daß im Reichsschatzamt die Prüfung der von den einzelnen Ressorts angemeldeten Forderungen mit dem 1. August d. I. beginnen wird. Die Arbeiten sollen be- schleunigt werden, damit der Etat möglichst noch im Oktober dem Bundesrat zugestellt werden kann. Wegen der Truppenneuaufstellungen deS kommenden OuinquenatS habe sich der Kriegsminister anscheinend entschlossen, von der bei der letzten Heeresvermehrung geübten Praxis der Barackenbauten, d. h. der provisorischen Unterbringung, abzusehen, also für die Jahre 1911. .12 und 13 lediglich Bauentwurfsraten und Bauraten für später aus- zustellende Truppenteile zu fordern. Zunächst sollen allein technische OrganisationSmängel im Heere abgestellt werden, deren Dringlich- keit im Interesse der Landesverteidigung feststehe. Wirkliche Reu- formationen größeren Stils sollen erst für 1914 angefordert werden. Wie ein Berliner MittagSblatt weiter meldet, soll in den Reichs- ressorts das Bestreben zutage treten, dem Reichstage den ihm noch zugedachten Gesetzesstoff möglichst bald vorzulegen, damit er mit Rücksicht auf die Neuwahlen über seine Zeit rechtzeitig diSpo- nieren kann. Soweit eS bis jetzt feststeht, sollen nur solche Vorlagen vorgelegt werden, deren Erledigung vor den Neuwahlen unbedingt notwendig ist, so die Privatbeamtenversicherung' und der deutsch- schwedische Handelsvertrag._ Sorgfältige Aktenaufbewahrung. Bei Gelegenheit der„Daily Telegraph"-Affäre und anderer politischer Vorkomninisse ist verschiedentlich in der Oeffentlichkeit die Rede davon gewesen/ die Tatsache, daß öfters geheime Aktenstücke des Auswärtigen Amte» auf unerklärliche Weife verschwunden seien, zeige, wie wenig zureichend der Schutz solcher Geheimaklen zu sein scheine. Der in einem zurzeit in Berlin schwebenden politischen Prozesse durch den Privatkläger Adolf Stein dem Gericht eingereichte, die Klage begründende Schriftsatz gibt in dieser Beziehung einen beachtenswerten Fingerzeig. Der offiziöse Schriftsteller Stein schreibt nämlich:»ES mag richtig sein, daß der Privatkläger bei irgend einer Gelegenheit auf einen Stoß Akten hingewiesen hat, die ihm allein von der Regierung zur Verfügung gestellt feien. Das ist aber wahr! Es handelt sich um Akten, die mit Randbemerkungen nicht des Kaisers—, aber des Fürsten Bülow versehen sind, und die sich noch beim Privatkläger befinden und vorgelegt werden können." Demgegenüber dürfte die Frage berechtigt erscheinen, wie es möglich ist, daß sich ldie Behauptungen de» Herrn Stein als wahr vorausgesetzt) RegierungSakten mit eigenhändigen Randbemerkungen des Fürsten Bülow seit Anfang deS Jahres 1906(bis dahin reicht der Prozeß zurück) noch immer in den Händen eines Privatmannes befinden. Keine Illusionen! Ueber die Großblockillusionen macht Herr Dr. Breitscheid im »Freien Volk" folgende nüchterne Bemerkungen: „Selbst wenn man es also einen.Großblock" nennen wollte, daß die Parteien der Linken sich bei den Wahlen unterstützen, be- steht von vornherein keine Aussicht für seine Verwirklichung, und der Gedanke, daß Nationalliberale, Freisinnige und Sozialdemo- kraten im neuen Reichstag als neue Mehrheit zusammenwirken könnten, ist vollends eine Utopie. Wozu sich Illusionen machen? Die Regierung des Herrn von Bethmann Hollweg brauchte ja nur eine Militärvor- läge einzubringen, um den„Großblock" völlig zu zersprengen. Ja, nicht einmal da». Schon beim Zolltarif müßte er in die Brüche gehen. Ein Block der Rechten kann zusammenarbeiten, weil Konservative, Zentrum und auch Nationniliberale von Hause au« wirklich viel mehr zusammengehören, als Liberale und Sozialdemokraten, und weil sie eine Regierung haben, die ohne weiteres mit ihnen homogen ist. Ein Großblock der Linken bedürfte allerwenigstenS einmal des Kitts eine« parla- me n tarischen Ministeriums, eines Kabinetts, das aus den Mehrheitsparteien hervorgegangen wäre und in enger Fühlung mit ihnen arbeitete.— Das alles besagt nicht etwa, daß man die Versuche aufgeben soll, eine Mehrheit links vom Zentrum zu schaffen. Aber es ist gefährlich, sich dem Glauben zu überlassen, als ob diese Mehrheit nun die Grundlage für eine fortschrittliche Politik sein könnte. Mit dem Liedlein vomGroßblock lullt man die Wähler ein. In Deutschland aber gilt», die Schichten, die die Regierung und ihr System be- seitigen wollen, den Parteien zuzuführen, denen man eine ernsthafte und rücksichtslose Opposition zutrauen darf." Diese letzte Bemerkung trifft wahrlich den Nagel auf den Kopf. Die Unzuverlässigkeit des deutschen Liberalismus auch den Naivsten offenbart zu haben, ist die einzige wertvolle Frucht der Bülow- Aera. Wir würden uns wirklich um die Früchte jahrzehntelanger prinzipieller Aufklärungsarbeit bringen, setzten wir nicht alle» daran, den Volksmassen zu zeigen, daß eS nnr eine Partei gibt, der man „ernsthafte und rücksichtslose Opposition" zutrauen darf, die Sozialdemokratie. franfcrdch. Eine ungesetzliche Maßregel. Pari», 23. Juli. Der Staatsrat hat die vor zwei Jahren von dem Kriegsminister P i e q u a r t verfügten Strafmaßnahmen, durch die mehrere Offiziere wegen Teilnahme an einem von dem Bischof von Laon gehaltenen religiös-politischen Bortrage in den nichtakliven Stand versetzt wurden, als ungesetzlich auf- gehoben. Spanien. Ei» Attentat auf Maura. Bauelona, 23. Juli. Auf den früheren Ministerpräsi- deuten Maura wurden bei seiner Ankunft auf dem Bahn- Hof zwei Schüsse abgegeben, die ihn an Arm und Bein verwundeten. Maura war um 11%; Uhr mit dem Madrider Schnellzug angekommen. Als er den Wagen verließ und einen Freund umarmte, feuerte ein junger, schlicht gekleideter Mensch aus einer Browningpistole drei Schüsse auf ihn ab. Maura wurde am Arm und Bein, sein Freund am Bein verletzt. Der Täter wurde ergriffen und im Automobil des Generalkapitäns weggeführt. Maura wurde rasch auf das Schiff gebracht. Der Angreifer Mauras, Posa R 0 c a, ist ein junger Bursche von 18 Jahren. Sein Vater und sein Bruder sind gleichfalls verhaftet worden. Die Polizei nahm eine Haussuchung vor, die ergebnislos verlief. Aus Anlaß der Ankunft Mauras waren von der Polizei strenge Maßregeln getroffen und besonders der Bahnhof scharf überwacht worden. Die Polizei hatte auch den Zug besetzt. Der Angriff erfolgte jedoch in so überraschender Weise, daß ihn niemand verhin- dern konnte. Eine junge Dame, Mauras Kusine, warf sich nach dem zweiten Schuß auf den Angreifer und versuchte ihn festzuhalten, konnte ihn jedoch nicht verhindern, ein drittes Mal zu schießen. Polizisten und Gendarmen ergriffen dann Roca und machten ihn unschädlich. Maura war mit seiner Frau und einigen anderen Verwandten gekommen. Der eben- falls verwundete Freund Mauras O l i v e i r a wurde mit Maura an Bord der Miramar gebracht. Nur Beamte und politische Persönlichkeiten wurden an Bord gelassen und nur der Untersuchungsrichter erhielt Zutritt zu Maura. Der Arzt, welcher die Wunden am rechten Bein und linken Arm unter- suchte, stellte fest, daß sie nur leicht seien. Die Mramar ging um 1% Uhr morgens nach Palma in See. In dem Revolver Rocas fanden sich vier noch nicht verfeuerte Pa- krönen. Roca hat erklärt, es sei nicht seine Absicht gewesen, Maura zu treffen. Gefängnismeuterei. Madrid, 22. Juli. Im hiesigen Gefängnis kam eS heute nacht zu einer schweren Meuterei, die erst durch das Einschreiten von Militär unterdrückt werden konnte. Serbien. Der österreichisch-serbische Handelsvertrag. Belgrad, 23. Juli. Heute abend ist folgendes Communiquä veröffentlicht worden: Zwischen den österreichisch-ungarischen und serbischen Handelsvertragsdelegierten wurde ein vollkommenes Einverständnis erzielt, und es sind nur mehr RedigierungS» und StilifierungSarbeiten zu erledigen. Der neue Handelsver- trag beruht auf derselben Basis wie der vom Jahre 1908 und ist nur in engeren Grenzen gehalten. Die gegenseitigen Konzessionen und Abstriche halte» sich die Wage. Orkei. Neue Baudeubildnugen. Sofia, 22. Juli. Die Strenge der türkischen Behörden in der Entwafsnung der Bevölkerung Mazedoniens und der Uebergang einer beträchtlichen Anzahl ottomanischer Bulgaren nach Bulgarien haben im Publikum und besonders in mazedonischen Kreisen eine lebhafte Gärung hervorgerufen, die die Abreise einer beschränkten Zahl von Mazedoniern nach der Türkei zur Folge gehabt hat, wo sie sich in kleine Banden einreihen wollen, trotzdem die Regierung auf die entgegen- stehenden strengen Befehle erst jüngst von neuem hingewiesen hat. In einem Interview hat der Minister de» Innern erklärt, die Regierung habe niemals auf- gehört, jeden Versuch der Mazedonier zur Bandenbildung zu verfolgen.(?) Meldungen, daß die Regierung diese Haltung auf- gegeben habe, seien böswillig. Die Geister seien infolge der Maß- regeln der Türkei überreize. Die Regierung sei genötigt, der öffentlichen Meinung Rechnung zu tragen und befinde daher in einer mißlichen Lage. Ein ErinnerungStag. Konstantinopel, 23. Juli. AuS Anlaß deS heutigen Jahr«»- tageS der Wiederherstellung der Verfassung ist die Stadt beflaggt und sämtliche Acmter sind geschlossen. Am stiach- mittag findet eine Flottenschau statt in Anwesenheit des Sultans, der Minister, des diplomatischen Korps, der Deputierten und Sena- toren. Abends wird die Stadt illuminiert sein. Die Presse feiert die Bedeutung des TageS. Auch in der Provinz wird der Tag festlich begangen. Vittzehutt ordentliche Gtukralversammlullg des Deutschen Tnbakarbeiterverbandes. B r a u n s ch w e' i g, 82. Juli, Fünfter BerhandlungStag. Die Debatte über das Deichmannsche Referat„Minimal- löhne und Tarifverträge" wird fortgesetzt; dieselbe bewegt sich im Rahmen der gemachten Vorschläge und Erörterungen der verschie- densten Arbeitsmethoden, die in den verschiedenen Branchen Einfüh- rung gesunden haben. So schilderte S ch m i d t- Dresden die enorme Verwendung und Vielseitigkeit der in d«r Zigaretten- industrie verwendeten Maschinen, von einem der Nordhäuser Dele- gierten werden instruktive AuSführuiigen über die Kau- tabakindustrie gemacht. Nach diesen sind in Deutsch- land 63 Betriebe mit zirka 3100 Arbeitern vorhanden. Er verbreitet sich im weiteren über die Gestaltung der Minimal» lohntarife für die Kautabakindustrie.— In der mehrstündigen Debatte wird wiederholt auf die Notwendigkeit verwiesen, daß die Tabakarbeiter sich mehr Einfluß in den Konsumvereinen sichern müssen, um dadurch zu bewirken, daß die Konsumvereine ihren Bedarf aus tariftreuen Firmen decken. Im weiteren wird auf die Notwendigkeit der straffen Kontrolle der Tarifverträge verwiesen. Nachdem 21 Delegierte zu diesem Punkte gesprochen, war die Rednerliste erschöpft, und erfolgte die Abstimmung der bereits gestern veröffentlichten Resolution; dieselbe fand ein» stimmige Annahme. Ferner wird beschlossen, daß Fabrikanten, die Mitglieder des Verbandes sind, den für ihren Ort festgesetzten Minimallohn zu bezahlen haben, widrigenfalls muß die Streichung auS dem SJer* bände erfolgen., Der ebenfalls veröffentlichte Entwurf für Abschluß von Minimallöhnen und Tarifverträgen � findet einstimmige Annahme. Die Beratung allgemeiner Anträge zeitigt folgende Beschlüsse: 1. Das Organ„Der Tabakarbeiter" ist zu erweitern und mehr den Wünschen der Arbeiterinnen Rechnung zu tragen. 2. Im Organ„Der Tabakarbeiter" sollen mehr aufklärende Artikel über die Schädlichkeit des Alkoholgenusses gebracht werden. 3. Die Redaktion des Organs„Der Tabakarbeiter" ist zu der- pflichten, mehr aufklärende Artikel über Tarife und Genossen- schaftswesen zu bringen. Von mehreren Filialen, wie vom Vorstande selbst, ist der Antrag auf Verlegung des Organs„Der Tabakarbeiter" nach jenem Orte, wo der Vorstand seinen Sitz hat. gestellt. Dieser Antrag wird von D e i ch m a n n begründet. Redner führt aus. daß keinerlei Unstimmigkeiten vorliegen, noch Unzufriedenheit mit der Tendenz des Blattes den Vorstand veranlaßten, einen solchen Antrag zu stellen, daß lediglich praktische Gründe für die geforderte Angliederung maßgebend waren. Die weiteren Ausführungen be- gründen ebenfalls die Notwendigkeit der Einstellung eines zweiten Redakteurs.— Redakteur G e y e r- Leipzig spricht ebenfalls zu dieser Sache, er äußert seine Zustimmung zu den Borschlägen des Vorstandes und erklärt seine Bereitwilligkeit, den zweiten Redakteur in seine Arbeiten einzuführen. Von seiner Uebersiedelung nach Bremen könne keine Rede sein, nicht seiner Person wegen, aber politische Gründe und Familienbande hielten ihn in Leipzig fest; er glaube auch, daß die geplante Neu rege- lung durchführbar sei. Sollten die Delegierten jedoch anderer Meinung sein, so solle man keine Rücksicht auf seine Person nehmen. Die Generalversammlung stimmt den Vorschlägen zu und be- stimmt daß ein zweiter Redakteur angestellt wird. Nach Ueber- siedelung des Organs(für die kein Termin festgesetzt wird) hat der Genosse Geyer den politischen und sozialpoliti- s ch e n Teil im Organ zu bearbeiten und gleichfalls die„Monats- beilage" herzustellen. Ferner wird beschlossen, das Organ in Zukunft in der Regel acht seit ig erscheinen zu lassen. Im weiteren wird der Vorstand beaustragt, bis zur nächsten Generalversammlung eine Statutenvorlage auszuarbeiten, in der die Gleichstellung der zweiten mit der dritten Beitragsklasse erfolgt und die Regelung der Unterstützungssätze nach den geleisteten Bei» trägen genau formuliert wird und eventuell eine Beitragserhöhung in Betracht zu ziehen ist. Den Bericht der StatutenberatungSkommission gibt Henke- Ottensen. Er betont, daß die Kommission mehr eine Regelung der bestehenden Bestimmungen, als eine grundlegende Aenderung des Statuts vorgenommen habe. Nach längerer Debatte wird gemäß den Vorschlägen der Kommission beschlossen: Tabakarbeiterinnen, Jugendliche und Lehrlinge können nur Mitglied in der 1. und 2. Beitragsklaffe, erwachsene Männliche nur in der 3., 4. und 6. Klasse Mitglied werden. Bei Streiks soll für die zu ernährenden Kinder in Zukunft 75 statt 50 Pf. gezahlt werden.. DaS Eintrittsgeld beträgt in allen Klassen 60 Pf. Die Arbeitslosenunterstützung wird von 6—16 Pf. pro Tag erhöht und die Bezugszeit von 42 auf 49 Tage verlängert. Die Unterstützung an vorübergehend erwerbsunfähige(kranke) Mitglieder kann von 36 Pf. bis 1,90 M. pro Tag(je nach der Beitragsklasse) auf die Dauer von 24—166 Tagen gewährt werden.< Die Sterbeunterstützung wird ebenfalls in allen Klassen um 6 M. erhöht. Als Hinterbliebene im Sinne des Statuts sind die überlebende Ehefrau oder Kinder zu betrachten. Doch gelten in besonderen Fällen auch Eltern und Geschwister des ver- störbenen Mitgliedes als berechtigt. Die Karenzzeit für de» Bezug der Sterbeunterstützung beträgt 62 Wochen. Zur Gehaltsfrage macht die Kommission folgenden Vorschlag: Alle Beamten, die 4 Jahre im Dienst des Verbandes stehen, er- halten ab 1910»ine Zulage von 200 M.; alle BerbandSbeamien, die noch nicht 4 Jahre angestellt sind, erhalten eine Zulage von 100 M. Die aufgestellte GehaltSskala sieht wie folgt auS: Der Vor« sitzende und der Redakteur erhalten ein AnfanaSgehalt von 2400 M.. jährlich, steigend um 60 M. bis zum Höchstbetrag von 2800 M.; das Grundgehalt deS Kassierers soll 2300 M. betragen und jährlich um 60 M. steigen bis zum Höchstgehalt von 2700 M. Das Gehalt der Sekretäre soll mit 2200 M. beginnen und jährlich um 60 M. steigen bis zum Höchstgehalt von 2600 M. Das Grundgehalt der Gauleiter soll 2000 M. betragen und jährlich um 60 M. bis zuiq Höchstgehalt von 2400 M. steigen. Für Hilfsarbeiter und Orts- beamte soll das AnfangSgehalt 1900 M. betragen, jährlich steigendi um 60 M. bis zum Höchstgehalt von 2300 M. Nach lebhaftem Für und Wider und nachdem Kollege Deich- mann dafür plädiert hat, daß die Zulage von 200 resp. 100 M. feine rückwirkende Kraft habe, sondern erst am 1. Januar 1011 in Kraft treten soll, findet die Vorlage gegen wenige Stimmen Annahme. Gegen 4 Stimmen wird dem Kassierer ein jährliches Mankogelti von 100 M. bewilligt.' Der Sitz des Verbandes bleibt Bremen, und wird der bis- herige Vorstand wiedergewählt; als zweiter Kassierer wird der bisherige Gauleiter K r oh n- Heidelberg bestimmt. Der Ausschuß soll auch in Zukunft in Ottensen verbleiben, jrnd wird Etilen als Vorsitzender wiedergewählt. Alle gefaßten Beschlüsse, mit Ausnahme der Anstellung deZ zweiten Redakteurs, treten mit dem 1. Januar 1911 in Kraft. Nach einem kurzen Schlußresumee erklärt der Leiter der Generalversammlung dieselbe mit einem Hoch gus dxn Perbgndi fÄ veschlossen.■ GewerkfcbaftUd)««. Vergeudung von Hrbcitergrolcben? Die tapsige„Deutsche Arbcitgeber-Zeitung" hat sich schon Oft nachweisen lassen müssen, dah vielfach ihre Rechte nicht Weib, was die Linke tut. Der Wochenrundschauer Felix Ku h hängt sich allwöchentlich den„Philosophen"mantel um und versucht die kapitalistische Ausbeutungsmarime zu rechtfertigen Aller Uebel größtes— und in erster Reihe für die Arbeiter selbst— ist danach natürlich die Sozialdemokratie. Nun passen aber sehr oft die vom kapitalistischen Geiste eingegebenen unmittel baren Maßnahmen der Unternehmer, die ja in der„Deutschen Arbeitgcber-Ztg." ihren Ausdruck finden, zu der verlogenen ideologischen Umkleidung wie die Faust aufs Auge. Fast in jeder Nummer des Berliner Scharfmacherblattes finden wir solche Widersprüche. Auch in der Nummer 28, in der die„Deutsche Arbeib gebcr-Zcitiing" in dem Artikel„Freigewerkschaftliche Mal fahrten" ihre Verleumdungen gegen die sozialdemokratische Arbeiterbewegung ausgeifert, von der Vergeudung von Riesen summen an Arbeitergroschcn lügt und heuchlerisch Krokodilstränen vergietzt, daß die Gewerkschaften für Uuterstützungszwecke leicht verschiedene Millionen mehr ausgeben könnten, wenn das Geld nicht mehr für die„Maifahrten" verpulvert würde, auch in dieser selben Nummer stöfit man wieder auf das eigenartige Hand werk des kapitalistischen Klopffcchtertums, das„kann schreiben rechts und kann schreiben links." Der Leitartikel in Nr. 28 der„Deutschen Arbeitgeber Zeitung" mahnt die Unternehmer angesichts des zu erwartenden Fortschritts der Sozialdemokraten bei den nächsten Reichs tagSivahlcn zur Einigkeit. Unüberbrückbar sei die Kluft, die das Bürgertum von der Sozialdemokratie scheide. Dann kommt folgendes interessante Geständnis: „Das sollren sich vor allein die deutschen Arbeitgeber vor Augen halten. Denn für sie müßte der Einzug von etwa hundert zwanzig sozialdemokratischen Abgeordneten ins Reichsparlameut bei weitem mehr im Gefolge haben, als etwa nur das peinliche Gefühl des Bedauerns über die Zurückdrängung der national- gesinnten Elemente der Bolksvertretung. Die derart bewirkte Berschiebung der parteipolitischen Gesamtkonstellation würde un bedingt denjenigen Oberwasser verleihen. die darauf auS find, aus Rücksichten sozial- ideologischer Art und un- bekümmert um die wirtschaftliche» Folgen solchen Tuns die heimische Gütererzeugung auf dem Wege des ins Uferlose fortgesetzter Bevorrechtung der Lohnarbeiterschaft auf vollends unerträgliche W e ff e zu b e l a st e n. Schon bisher war die Vertretung der Interessen des industriellen und gewerblichen Unternehmertums im Parlament eine beklagenswert geringfügige. Wie müßte es erst werden, wenn die sozialdemokratische Fraktion infolge ihrer numerischen Ueberlegenheil bei den Abstiininungen über sozial politische GesetzcSvorschläge den Ausschlag zu geben verinag? Tro�dcm Deutschland allen anderen Nationen auf dem Gebiet der Sozialreform unendlich weit voraus ist, trotzdem die sozialpolitische GesetzeSmühle unermüdlich klappert, wagt die svzialdeinokratische Presse andauernd zu behaupten, daß nichts für die Arbeiterschaft geschieht. Glaubt man etwa, daß von den Bänken der äußer st en Linken ein anderes Lied erklingen wird, wenn die Mitglieder der sozialdemokra tische» Fraktion sich er st in dem Gefühl ihrer ausschlaggebenden parlamentarischen Macht Vollkommenheit sonnen werden? Und was die Regierung anbelangt, so wird sie nach Maßgabe der bisherigen Erfahrungen unter solche» Verhältnissen sicher nicht in der Lage sein, der Verpflichtung zu rechtzeitigem Ein» lenken von der gefährlichen Bahn nachzu- kommen, und wer ihr daraus einen Vorwurf macht, dem wird sie mit mehr als einem Schein des Rechts entgegnen, daß ja der beklagenswerte Zustand der Dinge dem Verschulden der bürgerlichen Gesellschaft selbst zur Last zu legen ist!" Die Sperrungen rühren von uns her. Mit dieser nackten Darlegung beweist also das Unternehmerblatt aufs neue, daß„freigcwerkschaftliche Maifahrten'», die zur Stärkung der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung dienen, eine Mehrung der Rechte der Lohnarbeiterschaft bc- wirken. Und gerade darum, weil die Sozial- demokratie der Arbeiterschaft nützt, wird sie von den Unternehmern und ihrem Sprach- rohr, der„Deutschen Arbeitgeber-Zeitung", bekämpft. Die„sozialpolitische Gesctzcsmühle" klappert den Unternehmern zu„unermüdlich", deshalb darf die Sozial- demokratie nicht noch stärker werden. Wahrhaftig, die kapitalistischen Schmocks führen ein trauriges Gewerbe._ Berlin und Orngcgcnd. Achtung, Herrenkinfektion! Die Differenzen bei der Firma Happoldtu.Söhne sind beigelegt und wird hiermit die Sperre aufgehoben. Die Ortsverwaltung. Die Schmiedemeister der Berliner Innung hielten am DonnerS- tagabend ihre ordentliche Ouartalsverfammlung ab. Der Streik stand nicht auf der Tagesordnung, dennoch beanspruchte er einen großen Teil des Abends, nachdem er unter den„geschäftlichen Mit- teilungen" erwähnt worden war. Zuerst unterhielt man sich darüber, wer wohl das schwarze Schaf sein mag, das den Gesellen über die Meisterversammlungen jedesmal Bericht erstattet. Dann gab jedermann seine Weisheit über den Streik zum besten. Mit großem Beifall wurde eine Aeutzerung des Meisters Albrecht aus der Gartenstraß« aufgenommen, der meinte, daß die Gesellen nicht uur auf den Knien um Arbeit bitten sollten, sobald der Streik zu Ende ist, nein, auf dem Bauch müßten sie liegen und angerutscht kommen, um wieder aufgenommen zu werden. In der Versamm- lung der Streikenden, am Sonnabendmorgen, lachte man viel über diese Aeutzerung und meinte, daß mancher Meister wohl eher aus feiner Bude herausrutschen würde, denn viele ständen jetzt schon in dieser Gefahr. Siering erklärte in seinem Bericht über den Streik die Situation als günstig. Mancherlei hatten die Streik- Posten zu erzählen von Widerwärtigkeiten und Gefahren, denen fie begegnen. Ein Meister in Tempclhof legte seinen Revolver auf einen Posten an. Streitigkeiten mit den Schutzleuten gibt es ihäusig, weil die Schutzleute von vorhercin jeden Streikposten als Ecsetzesübertrcter betrachten und nur selten der Belehrung zugäng- lich sind, daß die Streikposten ein gesetzliches Recht ausüben. Achtung, Tischler» Mnschinenarbciter und Kutscher usw., die in Tischlereien und Holzbearbeitungsbetrieben be- fchäftigt find! Zum Streik der Maschinenarbeiter und Kutscher bei der Firma Graul, Petersburger Straße Sö, ist zu berichten, daß am Dienstag, den lg. Juli, erneut Verhandlungen mit der Firma Graul stattgefunden haben, welche zu keinem Resultat führten. Herr Graul lehnt die Wiedereinstellung der Maschinen- Arbeiter und Kutscher brüsk ab, indem er erklärte:„Ich müßte ein Lump sein, wenn ich die Leute, die mir gute Dienste geleistet, entlassen würde!" Die im Be- triebe Hergest eilten Arbeiten werden somit nur von Arbeitswilligen ausgeführt. Der Betrieb ist Somit für organisierte Arbeiter und Kutscher gesperrt. Wir bringen äeseS hiermit zur Kenntnis der im Bezirk Osten beschäftigten Kol. legen und ersuchen strengste Solidarität mit den noch auf der Straße liegenden Kollegen zu üben. Deutscher Transportarbeitervcrband. Bezirksvcrwaltung Groß-Berlin. Der Bezirksleiter. Oeuvkckes Reick. Bürgerlicher Kummer um de» Landarveiterverband. In der bürgerlichen Presse finden wir in der letzten Zeit massenhaft Notizen, die sich mit dem Landarbeiterverband be- schäftigen. Die Tatsache, daß der Landarbeiterverband im ersten Jahre seiner Tätigkeit gute Erfolge aufzuweisen hat, läßt die Kulis, die die reaktionäre Presse mit Material zur Bekämpfung der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie zu versorgen haben, auf alle möglichen Mittel sinnen. In den letzten Tagen finden wir in der konservativen Presse folgende Notiz: „Die sozialdemokratische Organisation der Landarbeiter. Wie der„Inf." mitgeteilt wird, hat die vor einem Jahre am 1. Juni 19t)S von sozialdemokratischen Agitatoren ins Leben ge- rufene sozialdemokratische Organisation der Landarbeiter wenig Erfolge aufzuweisen. Es sind zwar bis zum 1. April 1919 37S0 Mitglieder gezählt worden, soweit man den Angaben der sozialdemokratischen Geschäftsleitung der Organisation glauben darf. Ans Brandenburg entfallen davon 899 sozialdemokratisch organisierte Landarbeiter. Selbst wenn diese Zahl auch objektiv richtig sein sollte, dann ist der Prozentsatz ein so minimaler, daß er fast gar nicht in Betracht kommt. In Brandenburg sind rund 269 999 Arbeiter beschäftigt. Tatsächlich aber ist selbst diese Zahl von 899 bezw. 3759 sozialdemokratischen Mitgliedern un- richtig, da sehr viele Arbeiter, die sich der Organisation ange- schlössen haben, dreinral und viermal gezählt werden, wenn sie einen Dienst verlassen und in einen anderen eintreten. Die Landarbeiter sehen die Agitation der Sozialdemokraten im all- gemeinen höchst ungern und setzen ihr oft eine sehr energische Abwehr entgegen. Von Hunderten, zu denen die Agitatoren sprechen, findet sich nach dem eigenen Bericht der sozialdemokrati- sehen Organisation oft nur ein einziger Arbeiter bereit, der Orga- nisation beizutreten. Auch dieser tut es nicht öffentlich und sofort, sondern erst hinterher und im geheimen, da er sich vor seinen Kameraden deswegen schämt. Die landwirtschaftlichen Arbeiter wissen genau, was sie von den Versprechungen der Agitatoren zu halten haben und bringen den„Sozis" und ihren Anhängern, bezw. den übergelaufenen Arbeitern, nur Hohn und Spott entgegen. Wenn auch die Bestrebungen der Sozialdemo- kratie noch an dem gesunden Sinne der meistenteils vom Lande stammenden Landarbeiter scheitern, so werden doch bereits von mehrerm Stellen Gegenmaßnahmen gegen die immer mehr überhandnehmende sozialdemokratische Agitation getroffen, wie vaterländische Vereine, Schriften usw." Das„Inf." bedeutet„Information", eine Korrespondenz, die vom Reichsverband gespeist wird. Wir kennen die Schnüffeleien des Reichsverbandes. Als in der Parteipresse von dem erstatteten Bericht des Landarbeiterverbandes die Rede war— die Leitung dcS Landarbciicrverbandcs hatte keinen offiziellen Bericht hcraizs- gegeben—, sandte der Reichsverband unter der Maske der Buch- Handlung„Teutonia" einen Sendboten in das Hauptbureau des Landarbeitevverbandes, um die letzte Nummer der Zeitung zu er- werben. Man nahm nämlich an, den Geschäftsbericht in der Juli- nummer der Zeitung zu finden. Damit war es also Essig. Aber die Kreise, die den Reichs- verband aushalten, mußten doch bedient werden. Also wurde» die Zahlen, die in der genannten Notiz veröffentlicht sind, einfach aus den Fingern gesogen. Von„Angaben der sozialdemokratischen Geschäftsleitung der Organisation" zu sprechen, ist Unsinn. Die Mitgliederzahl am 1. April 1919 ist überhaupt noch nicht bekannt gegeben. worden, noch nicht einmal in engerem Kreise. Di� Zahl der Mitglieder ist natür- lich bedeutend höher, und es geht zum Aergcr der Gegner rüstig vorwärts. Daß auf die Provinz Brandenburg 899 Mitglieder ent fallen sollen, ist ebenfalls unrichtig. Kurz, die angegebenen Zahlen find purer Schwindel.— Mitglieder drei- bis viermal zu zählen, mag bei den vaterländischen Arbeitervereinen zutreffen. Wenn die Gegner annehmen, daß dies auch im Landarbeitervcrband der Fall sei, dann mögen sie bei diesem Glauben selig werden. Bei dem Gerede von den geringen Erfolgen der Agitatoren ist jeden falls der Wunsch der Vater des Gedankens. Eine energische Ab wehr kann heute eventuell den Söldlingen des Reichsverbandes zu teil werden, wenn sie die Kreise der Landarbeiter„belehren' wollen, die dem Landarbeiterverband angeschlossen sind. Der Porzellanarbeiter-Verband im Jahre ISOS. Nach der jetzt vorliegenden Jahresabrechnung für 1999 hatte der Verband auch in diesem Jahre noch unter den Wirkungen der Kris� zu leiden. So verminderte sich der Mitgliederbestand im Laufe des JahreS 1999 um weitere 72S Mitglieder, so daß am chluß des Jahres 19 SIS Mitglieder darunter 999 weibliche, gezählt wurden.MMWM Auch in den ausgezahlten Unterstützungssummen läßt sich die Einwirkung der Krise erkennen. Wenn die Unterstützungen auch gegen das Vorjahr um rund 131 199 M. geringer waren und nur 163 731 M. betrugen, so will das bei einer Ausgabe von insgesamt 311 492 M. ziemlich viel besagen. Der größte Teil der Ausgaben entfiel auf die Arbeitslosenunterstützung mit 84 691 M.; an Krankengeldzuschutz wurden 58 032 M. gezahlt während der Rest für die anderen Unterstützungszweige ausgegeben wurde. Nichtsdestoweniger war die EntWickelung eine erfreuliche, denn den großen Ausgaben standen Einnahmen in Höhe von 398 392 M. gegenüber. Aus Beiträgen für den Verband und der Zuschußkasse wurden insgesamt 328 926 M. eingenonimen. DaS Vermögen des Verbandes stieg um 69 865 M. auf 176 888 M. Die geführten Kämpfe waren unbedeutend. Die Mitglieder mußten sich überall strenge Reserve auferlegen, da zu der starken Arbeitslosigkeit eine starke Unternehmerorganisation kam.— Doch nun geht cS wieder vorwärts. Das zeigt sich nicht allein in dem wieder stärker werdenden Anwachsen der Mitglicderzahl— am Schlüsse des zweiten Quartals 1919 zählte der Verband bereits wieder 12 348 Mitglieder—, sondern vor allen Dingen auch in einer höheren Veitragsleistung der Mitglieder. Während im Jahre 1998 26,22 M. an Beitrag aus das einzelne Mitglied kamen, waren es für 1999 31,19 M. Ter Durchschnittswochenbeitrag erhöhte sich von 59 auf 69 Pf.— So hat auch die harte Zeit der Krise bei den Mitgliedern den Gedanken an die notwendige weitere finanzielle Kräftigung der Organisation gestärkt. Das aber gibt keine schlechten Aussichten für die Zukunft des Porzellanarbeiterverbandes. Die Aussperrung der Gipser in Sübwestdcutschland, die nun 15 Wochen dauert, geht ihrem Ende entgegen. Die in Karls- ruhe von Schiedsrichtern geführten Verhandlungen schlössen mit einem Vergleich ab, der für die Arbeiter annehmbar ist. Es ist ein Hauptvertrag und ein Ortstarifmuster vorgesehen. Tie Lohn- frage wird durch örtliche Tarifverträge geregelt. Verzichten mußten die Unternehmer auf die Leistungsklausel und andere derartige Be- stimmungen, wegen welcher es vor 16 Wochen zu keiner Einigung kam. Am 3. August müssen die örtlichen Verhandlungen erledigt sein. Ueber die Annahme des Schiedsspruches müssen die Parteien bis 23. Juli entscheiden. Die Gipser von Mannheim und Ludwigshasen haben in einer Versammlung dem SchicdS- spruch zugestimmt. RusUnd. Verhinderte Riesenaussperrung. Infolge Ausgleichs zwischen den Arbeitgebern und den Ar- beitern der Metallbranche in Budapest unterbleibt die angedrohte � Aussperrung von 25 909 Arbeitern. Am Montag wird der regel mäßige Dienst wieder aufgenommen. Organisierte Unternehmer in Italien. Rom, 21. Juli.(Eig. Ber.) Bei der jüngst in Turin abgeha!» tenen Sitzung des Komitees der Konföderation der italienischen Industriellen wurde konstatiert, daß der Konföderation 19 Organi- sationen angehören, die zusammen 1999 industrielle Firmen be- greifen, bei denen 295 999 Arbeiter beschäftigt sind. Der eigent- liehe Zweck der Konföderation ist der, den Arbeiterorganisationen Widerstand zu leisten. Damit man dies aber nicht so bemerke, man im Gegenteil von den ganz theoretischen Zwecken der Konföderation überzeugt sei, hat das Komitee den Entschluß gefaßt, eine Enquete über den Arbeitsertrag in den verschiedenen Kategorien zu organi« sieren. Man kann auf das Ergebnis der Enquete, die von solchen Kräften veranstaltet wird, gespannt sein. Versammlungen. Die Steinarbeiter beschäftigten sich in einer kombinierten Ver« sammlung(mit den Marmorarbeiternl, die am Donnerstag abend im Gewerkschaftshause stattfand, mit der Frage der örtlichen Ein« richtung für eine Unterstützung der Arbeitslosen. Gegen eine zen« trale Einrichtung hatte sich der letzte Verbandstag ausgesprochen, aber die Mitglieder in Berlin wollten dem Beispiel Hamburgs folgen und aus lokalen Mitteln Unterstützungen gewähren. Die beiden Sektionen des Verbandes hatten ein« Kommission beauftragt, die Unterlagen für die neue Einrichtung zu prüfen und entsprechende Vorschläge zu machen. H a n s ch k e erstattete der Versammlung Bericht über die Arbeiten der Kommission, deren Entwurf gedruckt vorlag. Die wichtigsten Bestimmungen lauten: „Bei eintretender Arbeitslosigkeit erhält jedes Mitglied nach einer Karenzzeit von 39 vollen Wochenbeiträgen, nach zwölf hintereinander fallenden Tagen, pro Arbeitstag 1 M. auf die Dauer von 4 Wochen. Eine Arbeitsgelegenheit von längstens zwei Tagen gilt nicht als Unterbrechung; jedoch wird der Unterstützungstag eni» sprechend verschoben. Arbeitsgelegenheiten bis zu 6 Tagen während der Unter» stützungsperiode heben die Bezugsberechtigung für die gleiche Anzahl der nachfolgenden Unterstützungstage auf. In diesen Fällen kostet die Erwerbslosenmarke 35 Pf. Jede nachgewiesene Arbeit muß angenommen werden. Die volle Unterstützung kann nur einmal im Jahre bezogen werden. Aus- gesteuerte werden nach gezahlten 26 vollen Beitragswochen wieder bezugsberechtigt. Bei Bezug von Arbeitslosen- oder lokalen Krankenunter. stützungen kostet die Erwerbslosenmarke 35 Pf. Der wöchentliche Beitrag beträgt 1 M. Für die Mitglieder der ersten Beiirägsklasse ist diese Vor- läge obligatorisch. Für Mitglieder der dritten Klasse frei- willig." In der Generaldebatte über diese Vorschläge wurde diel Kri- tik daran geübt, aber die Mitglieder der Kommission verteidigten energisch ihre Anträge, die alles berücksichtigten, was zurzeit mög- lich sei. Die Versammlung beschloß, daß eine Spezialdebatte und die Abstimmung in den Sektionen vorgenommen werden solle. Der Vorfitzeirde W i n k l e r legte den Bericht über das zweite Quartal dieses Jahres vor. Danach betrug die Einnahme dcS Verbandes 17 732,47 M.(inkl. Ka Ausgaben betragen 6546,53 M. enbcstand von 9389,82 M.). Die Somit beträgt der Kassenbest�nd 11 185,94 M.— Die Zahl der Mitglieder ist während des Onär> tals von 743 auf 896 gestiegen.( > Letzte JVaebnebten und Depcfcbcn. Ueber Untvetter und Neberschwemmungen gehen fortgesetzt neue Meldungen ein. Unter anderem wird au» Köln vom gestrigen Tage gemeldet: Ein fürchterliches Unwetter hat besonders das Vorgebirge heimgesucht und in Gart?» und Fet- der» erheblichen Schaden angerichtet. In Fischen ich ging ein Wokkenbruch mit schwerem Hagelschlag nieder, der auch Wohn- Häuser beschädigte. Die Feldfrüchte liegen wie niedergcwalzt am Boden.— Auch an der mittleren und unteren Mosdl hat das Unwetter schrecklich gehaust. Viele Schornsteine wurden umge» rissen und Dächer abgedeckt. In zahlreichen Orten verließ die Be» völkerung aus Angst die H ä u s e r. Hunderte von Bäumen sind entwurzelt, auf weite Strecken ist die ganze Ernte vernichtet. In vielen Weinbergen sind die Rcbstöcke herausgerissen. Tele- graphen- und Telephonstangen liegen geknickt am Boden, so daß der Telephon- und Telegraphcnverkehr gestört sind. In Klotten wurde das Dach eines Hauses auf den Bahnkörper geworfen, wq» durch der Verkehr stundenlang gestört war. In Bad Mondorf und dem ganzen östlichen Luxemburg hat das Gewitter schweren Schaden angerichtet. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt, der Telephonvcrkehr war teilweis« gestört. Die elektrische Leitung Mondorf wurde vom Sturme umgeworfen, so daß der Ort ohne Licht war. Das Dach eines Hotels wurde 29 Meter weit fortgeschleudert. Aus Bonn melhct eine Depesche: Der Sturm hat in der nörd- lichen Stadtgegend enormen Schaden angerichtet. Etwa 299 Bäume sind umgeworfen worden. Auf der Straße nach Rheindorf sind 69— 99 Zentimeter dicke Bäume über dem Boden abgebrochen oder entwurzelt' worden. Auf dem Exerzierplatze Tannenbusch sind etwa 59 große Pappeln vom Sturm geknickt worden. Die E m s ch e r führt nach einer Essener Depesche starkes Hochwasser. Die Niederungen sind weithin überschwemmt. Die Arbeiten an der Emscherrcgulicrung und den Rhein-Hcrnc-Kanal sind eingestellt.- t Eine Bluttat. Köln, 23. Juli.(Privatdepeschs des„Vorwärts".) Dem im Orte Hattingen wohnenden Agenten Waehnert wurde vor einigen Tagen das Haus zwangsweise verkauft. Die Hauptgläubigerin Trabmann, die mit ihrer Forde- rung noch nicht voll befriedigt war, erschien gestern im Garten des ehemaligen Besitzers Waehnert, um mit einem Gerichts- Vollzieher die Gartenfrüchte pfänden zu lassen. Waehnert war hierüber derart erregt, daß er mit der M i st g a b e l der Frau das Herz durchbohrte. Alsbald eilte er nach Hause, jagte sich eine Kugel in den Kopf, die den Tod des Mannes herbei- führte. Die Glänbigerin war kinderlos und lebte in sehr guten Verhältnissen. is oov Textilarbeiter ausgesperrt. Brünn, 23. Juli. Heute sind in 43 Textilbetrie- ben Brünns sämtliche Arbeiter ausgesperrt worden. Die Aussperrung soll erfolgt fein, weil in einigen Spinnerei- betrieben die Putzer zur Erringung annehmbarer Arbeits- bedingungen die Arbeit niedergelegt haben. Am Montag sollen Verhandlungen zur Beilegung des Konfliktes statt- finden, und man erwartet, daß am Dienstag die Arbeit in allen Betrieben Brünns wieder aufgenommen werden wird. Von der Aussperrung sind 12 AM) Arbeiter betroffen. Außerordentlicher Kredit für die norwegische „Landesverteidigung". Cbristiania, 23. Juli.(W. T. B.) Der Storting hat mit 99 gegen 39 Stimmen die Regierungsvorlage betreffend die Be» ! willigung eines außerordentlichen Kredits von vier Millionen Kr», > ntn zu Zlveckcn der Landesverteidigung angenommen. Verantw. Redakt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw.'.Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. BerlagSanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 4 Beilage«, 8r.l7i. 27. Jahrgang. 1. leite Ks Jotmiitis" Ittlintt ilolliülilnlt. Suniilaj, 24. Juli 1910. Da$ Leben eines russischen Sozial- demohraten. 0m 1. Mai dieses Jahres starb in der Schweiz im Mer von 27 Jahren, an der Schwindsucht, eines der hervorragendsten Mitglieder der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Ruhlands— Nikifor W i l o» n o f f iParteiname Michael Gawodskoj). Dieses auherordenlich reiche Leben dürfte auch für die deutschen Arbeiter von Interesse sein, da es eine ganze Epopee der Kämpfe und Leiden darstellt, die mit der revolutionär-sozialdemokratischen Tätigkeit in Ruhland ver- bunden sind. N. Wilonoff— der Sohn eine? Tischlers an den Eisenbahnwerk- stätten in Kaluga, wurde im Jahre 18So geboren. Nach der Absol- Vierung einer technischen Eisenbahnschule trat er in den Dienst der Eisenbahnwerkstätten in Kiew. Hier geriet er unter den Einfluß der Sozialdemokratie, und im Jahre 1902 tritt er als ISjähriger Jüngling der sozialdemokratischen Organisation bei. Sein Eintritt in die Partei fiel eben mit jener Periode zusammen, wo sie anfing. aus kleinen Zirkeln sich in eine organisierte Partei des russischen Proletariats umzuwandeln. Die Partei konnte energische Mitglieder gut brauchen, und der junge Wilonoff schien daS zu sein. Schon die Anfänge seiner revolutionären Tätigkeit äußern seine kolossale Fähigkeit und sein außergewöhnliches politisches Talent. Selber ein Arbeiter, findet er Zeit, die Arbeiterzirkel zu besuchen, sich mit organisatorischen Fragen zu befassen und dabei an seiner eigenen Ausbildung zu bessern. Freilich muß er. um daS leisten zu können, oft ganz leise sich von den Werkstätten fortmachen und unbemerkt über den Zaun durchschlüpfen. Seine Popularität und sein Einfluß auf die Arbeiter wachsen immer mehr. Seine hervorragenden Fähigkeiten, sein Einfluß und die mächtige Gestalt WilonoffS können ihn nicht lange vor der Polizei verborgen lassen; bald ist er gezwungen, nach JekaterinoSlaw zu fliehen. In JekaterinoSlaw erweitert sich das Gebiet seiner revolutio- nären Tätigkeit bedeutend. Hier erlebt er den ersten großen Auf- schwung der Arbeiterbewegung, die den ganzen Süden überflutete. Wilonoff tritt mit großem Erfolg in den Arbeiterversammlungen auf. nimmt teil an der Demonstration, wo er grausam geschlagen wird. Am Ende des Jahres 1903 wird er arretiert und nach sieben Monaten Kerkerhaft auf administrativem Wege in daS JeniffeiSk- Gouvernement auf 2 Jahre verbannt. Im Sommer 1904 flicht Wilonoff aus der Verbannung, indem er den Jenisiej durchschwimmt. Von dieser Zeit sängt für ihn das Leben eines Illegalen an mit dem ewigen Herumirren und mit allen Röten, die damit verbunden sind. Von der Verbannung kommt Wilonoff nach Kasan. Er nimmt wieder die unterbrochene revolutionäre Tätigkeit auf..Der Frühlings der Aera Swiatopolk-MirSlj gibt dazu einige Möglichkeit, der sozial demokratischen Stimme aus dem geheimen.Unter der Erde" in die offenen liberalen BanquetS usw. einzudringen. Und Wilonoff tritt in diesen Versammlungen auf mit einer rücksichtslosen Kritik der liberalen Rednereien. geißelt mit wunderbarer Kraft die künftigen Kadetten und verkündet die Notwendigkeit des revolutionären Kampfes unter dem Banner der Sozialdemokratie. In dieser Zeit erweist Wilonoff eine merkwürdige Leistungs fähigkcit auf allen Gebieten der Parteitättgkeit. Er pflegte zusagen: .Jeder Revolutionär muß ein Enzyklopädist sein". Und er war so ein Revolutionär-. Enzyklopädist", er nimmt Diskussionen mit Pro- fessoren an der Universität vor einem riesigen Studentenauditorium auf, polemisiert mit den.Sozialisten-Revolutionären", arbeitet unter den Arbeitern, organisiert Zirkel, verfaßt Ausrufe und Flugblätter, druckt sie selber in den Nächten in der von ihm selber errichteten Geheimdruckerei. Im Dezember 1904 muß er nach Samara fliehen. AuS Samara schickt ihn das Oestliche Bureau deS Zentral- komitceS nach Ural. Hier holt ihn der Blut-Sonntag ein und die nachdem folgende Revolution. Man mußte die Parteiarbeit breit entwickeln, sie als Massenarbeit gestalten. Aber dazu fehlten Kräfte. Wilonoff findet einen glücklichen Ausgang aus dieser Lage: eS ist schwer, Propagandisten und Agitatoren zu finden, aber viel leichter �Techniker". Und Wilonoff organisiert in Jekaterinenburg einige kleines Feuilleton. Eine Normaluhr des atlantischen OzeanS. In Frankreich ist dem Eiffelturm jetzt eine Rolle übertragen worden, deren Wichtigkeit offenbar noch gar nicht recht erkannt worden ist. Nachdem dieser eiserne Obelisk schon vor längerer Zeit zu Versuchen mit drahtloser Telegraphie benutzt worden war, hat man ihn jetzt im großartigsten Matzstabe zur Uebermittelung von Zeitangaben herangezogen. Be- kanntlich werde» die elektrischen Wellen bei der drahtlosen Telegraphie durch möglichst hohe, senkrecht zum Erdboden stehende Drähte in die Luft hinein gesandt. Es hat aber seine Schwierigkeiten, Drähte von beträchtlicher Länge senkrecht auszuspannen. Bei dem Eiffelturm mit seinen 300 Metern Höhe war eS dagegen eine Kleinigkeit, ihn mit Drähten so auszustatten, daß er zu dem größten Sender für drahtlose Telegraphie wurde, den der Erdboden jetzt aufzuweisen hat. Außer von der Höhe der Sender hängt eS natürlich auch von der Stärke der ElcktrizitätSquelle ab, wie weit die Wellen ins Land Sehen und dort an Empfangsapparaten Wirkungen auslösen können. uch an dieser Kraftquelle haben die Franzosen nicht gespart und der Eiffelturm sendet nun seine elektrischen Wellen mit einer Tragweite von 300 Kilometern ins Land und ins Meer. Denn die angegebene Entfernung reicht natürlich tief in den Allantischen Ozean hinein und nach Süden erfaßt sie schon den Norden Asrikas und Marokkos I Auf einer der Plattformen des Eiffelturmes ist eine vorzügliche Uhrenanlage untergebracht. Genau um Mitternacht, dann zwei, dann vier Minuten später werden hintereinander elektrische Signale in« Weite gesandt, die jedes auf dem Ozean kreuzende Schiff mit seinem Empfänger aufnehmen kann; eS ist klar, daß der Schiffsleiter mit Hilfe solcher Signale aufs genaueste feinen Ort im Meere und den Kurs bestimmen kann. Seit dem 23. Juni funktioniert dieses Unternehmen in offizieller Weise, daß in der Presse ziemlich unbeachtet geblieben ist, obwohl eS eine neue Phase im Weltverkehr einzuleiten bestimmt ist. Denn bei dem Er- reichten will man sich nicht begnügen. Die Anlage soll derart ver- stärkt werden, daß die Wellen von Paris bis zum amerikanischen Festlande hin übertragen werden. Der Atlantische Ozean wird dann im Eiffelturm von Paris seine Normaluhr haben und dem mensch« lichen Geiste wird abermals eine Großtat gelungen sein, deren erster und wichtigster Schritt schon zurückgelegt ist. Es bedarf wohl keiner Frage, daß diese neue Einrichtung auch der Sicherheit des Schiffs- verkehr? in so hohem Grade dienen wird, daß auf eine weitere be- deutende Verminderung der Schiffsunfälle zu rechnen ist. Die liebe Zugluft. Man könnte darauf kommen, die gesamte Menschheit einzuteilen in Leute, denen eS zieht, und in solche, denen e« nicht zieht. Das.zugkräftigste" Volk der Erde sind wahrscheinlich di« Chinesen, denn die ganze Bauart ihrer Häuser ist nicht im Druckereien für verschiedene Teile Urals, um in breitem Umfange Literatur unter den wenig aufgeklärten Arbeitern Urals zu ver- breiten. Unterdessen macht er sich energisch an die Weiterbildung tätiger Parteimitglieder. Seine außerordentliche Energie kannte in jener Zeit keine Grenzen und wirkte auf alle höchst anregend ein- Aber schon den 31. Januar 1903 fällt er in eine Polizeifalle und wird verhaftet. Von riesiger Kraft, wirft er den ihn verhaftenden Gendarmen nieder. Die Verfolger holten ihn jedoch ein und über- wältigten ihn, in einem Moment, wo er gestolpert und niedergefallen war. Wilonoff, zum zweiten Mal verhaftet, studiert fleißig, hauptsächlich die Agrarfrage; er führt auch eine tätige Kor- respondenz mit der Außenwelt. Er übt einen großen Einfluß auch auf die Gefängnisleute aus; er versteht eS, die Gefängnis- Wärter seinem starken Willen zu fügen, die ihm oft ohne jedweden Lohn Briefe, Zeitungen und sogar Schlüffel, Sägen und andere Instrumente, die unentbehrlich für die Flucht sind, brachten. Der Gedanke an die Flucht verließ Wilonoff nicht. Aber seine Ab- sichten wurden entdeckt, dank einer plötzlichen Durchsuchung seiner Zelle. Im Mai wurde Wilonoff samt anderen Genossen.wegen unruhigen Charakters" nach Nikolajew transportiert. Die Stimmen des revolutionären Kampfes dringen zu ihm auch in diesen, im Walde einsam gelegenen Kerker. In so einem Augenblick ist eS schwer, im Gefängnis zu fitzen. Wilonoff macht sich energisch an die Vor- bereimngen zur Flucht; er gräbt eine Mine, durch die er am 10. Juli 1903 flicht. Die Flucht mißglückte aber, den Verfolgern gelang es, alle Flüchtlinge festzuhalten. Die Flüchtlinge werden grausamen Exekutionen unterworfen. Man schleppt sie bei den Haaren in das Gefängnis zurück. Die ganze Masse der Aufseher und Soldaten fallen über sie her, werfen sie nieder und treten sie mit ihren schweren Nagelstiefeln auf den Kopf, den Rücken, schlagen mit Schießkolben, Revolvern auf die Brust, zerschlagen die Schädel, schlagen bis zur Ohnmacht, schlagen und verspotten.... Den erschöpften, blutenden Wilonoff samt Genossen schleudert man in eine schmutzige Zelle, wo sie im eigenen Blute schwimmen. Nach dem Manifeste befreit, begibt sich W. nach Samara- Freiheitstage. Wilonoff hat vor sich weite Möglichkeiten zur An- Wendung seiner Kräfte, seines Talents. Er tritt in großen Ver- sammlungen mit riesigem Erfolg auf, kämpft energisch gegen den Einfluß der Schwarzhunderte, organisiert ein SchutzkorpS; er geht mit der Agitation zu den Lastträgern an der Wolga, um auch in diese zurückgebliebenste Schicht der Arbeiterklaffe das Licht des sozia- listischen Bewußtseins zu tragen. Im Dezember, nachdem die Reaktion schon ihre ersten Siege erfochten hatte, wurde Wilonoff gezwungen, vor der Verhaftung nach Ufa zu fliehen. Hier wird er gleich arretiert, aber nach kurzer Zeit befreit man ihn. Er überträgt seine Tätigkeit nach Jekaterinen- bürg. Aber auch diesmal ist es ihm nicht lange vergönnt, frei zu bleiben. Im März 190S verhaftet man ihn im Walde in einer Parteiversammlung während der Wahlen zum Parteitag. Man wirft ihn wieder in den Kerker in NikolajewSk. Hier fängt er einen ent- schloffenen Kampf um die Erleichterung deS KatorgaregimeS an. Obstruktionen, vieltägigeS Hungern wurde von ihm versucht. AlS die Qualen unerträglich wurden, entschied er sich, sich selbst zu verbrennen. Er übergießt seinen Strohsack mit Petroleum und zündet ihn an, da er lieber verbrennen oder vor Rauch ersticken will, als tagein tagaus unter dieser grausamen und blutigen Willkür, unter diesen nieder- trächtigen und abscheulichen Martern der Gefangenen zu leiden, daS diesen Kerker in ganz Rußland so gräßlich berüchtigt gemacht hat. Die Aufseher bemerkten bald den Rauch, stürzten in seine Kammer hinein, warfen Decken über ihn und schlugen ihn so lange, bis er in Ohnmacht fiel. Bon dieser Zeit an speit Wilonoff Blut. Kurz nachher führt man ihn in ein anderes Gefängnis, von wo er eine erfolgreiche Flucht veranstaltet. Wilonoff begibt sich nach Moskau. Er ist wieder an der revolutionären Arbeit. Die nervenanstreugende, revolutionäre Arbeit, die langen Jahre in den Gefängnissen, die Etappen und Verbannungen haben diesen mächtigen Menschen endlich gebrochen. Seine Gesundheit, von dem unerbittlichen Prozeß der Tuberkulose untergraben, war stark zev rüttet. Den dringenden Bitten der Freunde folgend, fährt er in einen Kurort, um sich zu erholen. Auch dort findet er für sich mindesten darauf eingerichtet, die Zugluft auszuschließen. Bei uns aber verlangt man im allgemeinen, es solle in den Innen- räumen immer gute Luft sei»; aber ziehen dürfe es unter keinen Umständen. Dies Verlangen erinnert an die vielgebrauchte Redensart: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß. In streng wiffenschastlicher Weise beschäftigt sich Professor Nußbaum auS Hannover im.Gcsundheitöinaenieur" mit der Frage, ob eine Luftbewegung in geschlossenen Räumen gcsundheit? schädlich ist oder nicht. Er bezeichnet den noch immer festgehaltenen Grundsatz, daß eine solche Luftbewegung vcr> mieden werden müsse, weil sie den Bewohnern zum mindesten ein Unbehagen, wenn nicht eine Erkältung vermitteln müsse, als ganz ungerechtfertigt und veraltet. Nur ein Fall kommt in Betracht, wo die Luftbewegung wirklich vermieden werden mutz, nämlich in Räumen, die nicht genügend erwärmt sind. Unter diesen Umständen kann'a llerd ings der Zutritt von.Zug" die Wärmeentziehung, die auf den menschlichen Körper ausgeübt wird, derart steigern, daß eine Schädigung der Gesundheit unvermeidlich ist. Auch darf die Zugluft überhaupt keine Temperatur haben, die von der des Raums im allgemeinen empfindlich abweicht. Bezieht sich aber die Luftbcwegung über- Haupt nur darauf, daß Luflströme von gleicher Temperatur statt- finden, oder daß in einem kühlen Raum eine mäßige Erwärmung und in einem heißen Raum eine mäßige Kühlung erfolgt, so sollten sie nur alS angenehm und zweckinäßig empfunden werden. Prof. Nußbaum hält es auch für besonders wichtig, von Jugend auf an die kühlende Wirkung einer mätzig bewegten Luft auch in Jnnenräumen gewohnt zu sein, da man dann auch einem gelegentlich stärkeren Zug widerstehen wird. Der Fachmann ist sogar der Ansicht, daß die Erfolge der sogenannten Freilustkuren bei Schwindsüchtigen ebenso sehr, wenn nicht noch mehr auf der Wirkung der Luftbewegung als auf der Reinheit der Luft beruhen. Wie wertvoll die Luftbewcgung auch für gesunde Menschen ist, hat Nußbaum an den Beobachtungen nachgewiesen, die er in Backstuben gemacht hat. Eine neue Errungenschaft der Mordtechnik. Handgranaten wurden bereits im 16. Jahrhundert im Kampfe verwendet. aber in der modernen Strategie ift_ ihre Benutzung erst wieder durch die Japaner im japanisch-ruffischen Kriege eingeführt worden. Sie bedienten sich der gefährlichen Waffe besonders während der Belagerung von Port Arthur und erzielten eine so furchtbare Wirkung, daß dann auch die Russen Handgranaten anwandten. Eine Vervollkommnung dieser Waffe ist nun durch eine Erfindimg deS Engländer? Marten Hale erreicht worden. Wie in der„Umschau" mitgeteilt wird, kam er auf den Gedanken, die alte Handgranate mit der Waffe des heutigen Soldaten zu verbinden und ihr damit «ine größere Distanzwirkung und Sicherheit zu verleihen. Sein Apparat besteht im wesentlichen aus einer Röhre von Messing, ca. Ii Zentimeter lang uud 8,6 Zentimeter im Durchmesser, i» deren sozialdemokratische Arbeit— er organisiert die Arbeiter in einer örtlichen Zementfabrik. Wegen des Mangels an Mitteln muß er seine Kur unterbrechen. Im Dezember ist Wilonoff wieder in Moskau und wieder an der Arbeit. Hier erkältete er sich, und seine Krank« heit nimmt eine ernste Wendung. Er muß nach Jalta fahren. Aber auch hier, im Sanatorium, findet er keine Ruhe; ein unglücklicher Zufall will, daß man ihn für einen Expropriateur nimmt, man ver« haftet ihn und transportiert ihn in das Sebastapoler Gefängnis. Nach Feststellung seiner Person, verweist man ihn nach TuruchanSk sSibirien); wegen des Gesundheitszustandes aber schickt man ihn nur nach dem Astrachaner Gouvernement— für drei Jahre. Wilonoff flieht bald und fährt nach Kasan. Dann begibt er sich zu neuer Kur in das Ufimskaer Gouvernement; inzwischen arbeitet er auch in Slatoust. Im März 1908 weicht er glücklich einer Verhaftung aus. Im Oktober 1908 bekommt er Erlaubnis zum Verreisen ins Ausland. Im Auslande nimmt Wilonoff eincn energischen und tätigen Anteil an der Organisation der Parteischule und arbeitete an einem philosophischen Buche, das fast fertig ist. Bis zum letzten Atemzuge verblieb Wilonoff treu den großen Losungen deS sozialistischen Proletariats; bis zum letzten Atemzug hegte er einen flammenden Glauben an den Triumph der prole« tarischen Sache. Bis zum Tode blieb er treu den revolutionären Grundsätzen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands. Den Henkern der Unterdrückung und Willkür gelang eS, so früh» zeitig einen der hervorragendsten, der besten Vertreter der russischen Arbeiterklasse zu verderben. Wilonoff starb. Sein Andenken aber wird lange in den Reihen der rnssischcu Sozialdemokratie lebendig bleiben. Hub der Partei. Auch die Schwaben? Der Karlsruher„Volksfreund" beklagt sich, baß eS auf einige badische LandtagSabgeordnete Feuer und Schwefel regne, weil sie bei der Schlutzfeier des Landtags beim Königshoch im Saal ge« blieben und aufgestanden sind, während nach den schwäbischen Ge» noffen, die das Gleiche getan, kein Hahn krähe. Zur Beruhigung diene dem„Volksfrcund" folgendes: Die württembcrgische Verfassung will nicht, daß das Land auch nur eincn Augenblick ohne ständische Vertretung sei. Zum Schluß des Landtags treten deshalb beide Kammern zusammen und wählen einen„Ständischen Ausschuß", der die Geschäfte weiter zu führen hat. Diesem Akt können sich unsere Genoffen nicht entziehen, wollen sie nicht auf ihr Wahlrecht verzichten. Es wurden diesmal in den„Engeren Ausschuß" Genosse Hildenbrand, w den„Weiteren Ausschuß" Genosse T a u s ch e r gewählt. Sofort nach Bekanntgabe des WahlrcsultatS wird der Landtag vom Minister ge« schloffen, der Präsident der Ersten Kammer antwortet mit dem Königshoch. Nach Ansicht der Genoflen, die dem Akt beigewohnt haben, ist eS kaum den jüngeren Abgeordneten möglich, sich vor dem Königshoch zu retten; die älteren würden auf keinen Fall mehr das Loch erwischen, das der Zimmermann gelassen hat. Läge in Baden die Sache so, daß die betreffenden Abgeordneten, um an einer wichtigen Wahl teilnehmen zu können, das Hoch auf den Großherzog hätten über sich ergehen lassen, so würde auch nach ihnen kein Hahn krähen. Wenn aber die württembergischen Ab« geordneten ohne Not monarchischen Firlefanz mitmachen, so sind auch die schwäbischen Genossen Manns genug, ihren Vertretern zu sagen, was sie zu tun und zu lassen haben. Auch die„Schwäbische Tagwacht" spricht ausschließlich von dem „nicht sympathischen Schlußakt". Im Gegensatz dazu haben sich die badischen Parlamentarier zu höfischen Kundgebungen gedrängt. Dr. QuesselS Pech. Genosse Kurt EiSner veröffentlicht im Bochumer„VolkSblatt" einen Artikel über die Bethmann-Politik, auS dem wir folgenden PaffuS wiedergeben möchten: „Man beachte nur, wie die Regierung"- und Schnapsblock- Liberalen jetzt den Budgetstreit unserer Partei benutzen, wie die „Kölnische Zeitung" die verführten bürgerlichen Wähler zur Ord« nung ruft, wie die Berlin- offiziöse„Augsburger Abendzeitung" einen Artikel unseres Zentralorgans erfreulich nennt, weil desien Sprache„einmal blitzartig die Dämmerung erhellt, Innern sich eine zweite Röhre von geringerem Duchmeffer befindet. Der Zwischenraum dieser beiden Röhren enthält die Sprengstoff« ladung im Gewicht von 113 Gramm. An dem äußeren Ende der kleinen Röhre befindet sich die Zündkapsel mit Knallquecksilber, auf die die abgeschossene Granate auffliegt. Bei Nichtbenutzung wird die Kapsel durch eine Einrichtung gesichert, so daß keine unbeabsichtigte Explosion erfolgen kann. Um das obere Ende der äußeren Röhre ist ein Stahlring aus 24 tief eingekerbten Teilen ge« legt, die durch die Explosion auseinander gerissen werden und nun als mörderische Geschosse nach allen Seiten hin wirken. Am unteren Ende der Hauptröhre ist eine 23 Zentimeter lange Stahlstange(Stiel) angeschraubt, die in den Lauf deS Gewehrs gesteckt wird. Mit jedem beliebigen Gewehr, in dessen Lauf der Stahlstiel hineinpaßt, kann die Granate abgefeuert werden, und zwar fliegt sie bei einer Gewehrladung von zwei Gramm Pulver 130 Meter, bei drei Gramm Pulver 300 Meter. Bei Nahgefccht können die Granaten auch mit der Hand geschleudert werden, indem man den Stahlstiel abschraubt und an einem Stift eine Schnur von 40 Zentimeter Länge befestigt. Der Soldat kann in einem Gürtel sehr leicht vier Granaten tragen, das Gewicht der Granate mit Ladung beträgt nur 680 Gramm. Zahlreiche Experimente haben die außerordentliche Wirksamkeit dieser Marten Hale-Granate erwiesen. In Spanien wurden in einer Fläche von 40 Meter Durchmesser 90 Nohrpnppen aufgestellt. Eine in die Mitte geschleuderte Granate richtete kolossale Verheerungen an; hätten wirkliche Soldaten da« gestanden, so wären 9 Tote und 47 Verwundete gewesen. Humor und Satire. Waisen-Fürsorge. In der Umgebung von Altona wurden bei einer Vorführung von Polizeihunden Waisenkinder als Versuchsobjekte benutzt. In einem Falle wurde ein Kind von einem Hunde derart gebiffen, daß es eine vier Zentimeter lange Wunde davontrug. Die Weisheit des Waisenhaus- und Schulvorstandes eröffnet hier ganz neue Perspektiven für die Verwendung von Waisenkindern, über deren DaieinSziveck man sich bisher völlig irrigen Anschauungen hingab. Gegen eine billige Leihgebühr wird man die Waisenkinder künftig an drei Institute abgeben: erstens an eine aviatische Vcrsuchsschule zur Bemannung von nenerfuudenen Seroplanen; zweitens an die Militärbehörde zu Ziel« und Turnübungen; drittens an die medizinische Fakultät zu Ein« impfungSversuchen mit den verschiedensten Bazillen. Letztere Maß« »ahme wurde besonders von der Rücksicht auf die bisher benutzten unschuldigen Affen und Kaninchen diktiert. Nur gegen einen Punkt des neuen Reglements macht sich Widerspruch geltend. Diefer Para« graph lautet: Sollte die Zahl der Waisenkinder nicht ausreichen, so find ersatzweise die Kinder der Waisenhausvorsteher und Schulvor« steh« für obengenannte Zwecke heranzuziehen. („Jugend.'j die kLnstUch Mer die Konsequenzen sozialdemokratischer Welt anschauung zu verbreiten versucht wird. Nicht zuletzt auch von allzu vertrauensseligen Politikern der bürgerlichen Seite' Das sagt das Blatt gerade von einer Aeutzc r u n g des„Vorwärts", die ganz selb st verstand- lich ist und von jedem Sozialdemokraten jeder Färbung gebilligt wird, weil sie die Grund- läge unseres Progran, ms ist: das Bekenntnis zur Republik, zun, sozialistischen Endziel und zun, Klassenkampf. Daö ist also eine durchaus unechte Aufregung. Aber man sucht eben einen Anlast, um jene bürgerliche Unzufriedenheit abzulenken, um zu verhindern, dast Deutschland am Ende doch auf demokratische Bahnen gedrängt werden konnte. Man redet vom Endziel als der Gefahr, aber in Wirklichkeit fürchtet man die Gefahren einer radikalen Politik in der unmittelbaren Gegenwart, das Ende der kapitalistisch'junkcrlich-klerikalen Schlaraffeupolitik der .Sammlung". Dr. O u e s s e l aber bezeichnete unsere Erklärung als eine solche, die sich wie ein Plagiat aus einem Scharfmacherblatte lese. WaS nach Bernstein und E i S n e r für den Sozialisten jeder Färbung selbstverständlich ist, ist für Dr. Ouessel eine verwerfliche und schädliche Aeuhcrung, gegen die er nicht scharf genug protestieren kann. Und was für bürgerliche Gegner einen Anlast bietet,. u n- echte Aufregung" zu fabrizieren, versetzt Dr. Ouessel in wirklich echte Aufregung. Wollten wir so weit gehen wie EiSner, wir müstten den Schluh ziehen, daß eS keine Färbung von SozialiS- muö gibt, zu der Dr. Ouessel zu rechnen wäre. Zur Biidgetadstiminung äustert sich heute neuerlich daS B o ch u m e r„L o l k s b l a t t' daS zu den Gegnern der Nürnberger Resolution gehört. ES bedauert� dast sich die badische Fraktion nicht vorher mit dem Parteivorstand tu Verbindung gesetzt habe und fährt dann fort:„Wir sind durchaus geneigt, den badischen Genossen volle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und wir sind durchaus nicht der Meinung, dast nie und unter keinen Umständen eine Abweichung von einem ParteitagSbeschlusse zulässig sein toll. Wir stehen ferner auf dem Standpunkte, dast der Nürnberger Bcschlust nicht glücklich ist und hoffen wir, dast er in nicht allzu ferner Zeit aufgehoben wird. Aber wenn die badischcn Genossen in der Aeuherung des Ministers Bodman, ein Sozialdemokrat könne nicht als BezirkSrat ernannt werden, Grund genug sahen, das Budget abzulehnen— wir würden diesen Grund auch für ausschlaggebend gehalten haben—, dann scheint»nS doch die letzte Acusterung des Ministers, auf die sich die Genossen nun- mehr für die Budget b e w i l l i g n n g berufen, nicht a u S- reichend. Wir können zwar aus der Ferne nicht jede Nüance einer solchen Acusterung erkennen und werten, aber wir meinen doch, die Genossen hätten abwarten sollen, bis sie t a t s ä ch l i ch e B e weise für die Anerkennung ihrer Gleichberech« t i g u n g hatten. Die Frage, ob daS B u d g e t selbst die Bewilligung recht- fertige, lassen wir dabei ganz ununter sucht." Die„Kölnische Zeitung" hatte über die Haltung der badischen Fraltion geurteilt: „Bei der Beratung deS Schulgesetzes versuchte daS Zentrum eine Kraftprobe zn machen; es wollte offenbar die Regierung und die liberalen Parteien zwingen, mit dem Zentrum gemein- same Sache zu machen, um dadurch den Abschlust des Gesetzes »u ermöglichen. Hier geschah das Unerwartete: die sozialdcmo rratische Fraktion verzichtete auf alle ihre in der Landtags ogitation der früheren Jahre vorgebrachten radikalen Schul fordernngrn und stimmte dem Gesetz zu; das Zentrum dagegen wustte nichts Gescheiteres zu tun, als das Gesetz abzulehnen. War aber einmal daS Zentrum parlamentarisch ausgeschaltet, so mustte die Sozialdemokratie auf dem einmal beschrittenen Wege weiterfahren und die Verantwortung für die Annahme der übrigen Gesetze, besonders der Aenderung der Ge« meindeordnung mit übernehmen. Man darf es offen aussprechen, dast die Sozialdemokratie bei der Beratung deS Gesetz entwurfS über die Geniciubrverfassung große Opfer gebracht hat; ober sie wollte den Beweis erbringen und sie hat ihn erbracht, dast sie wiüenS und imstande ist, positrve Arbeit zu leisten. Auch ge- fells ch a ftlich hat die sozialdemokratische Fraktion ihre frühere Vereinsamung aufgegeben und die Scheu vor Berührung mit bürgerlichen Kreisen abgelegt. Zum ersten Male haben, wenn wir recht unterrichtet sind, sämtliche Mitglieder der Fraktion bei Be ginn des Landtages ihre Karten bei den einzelnen Ministcrn ab- gegeben; zum ersten Male hat es auch ein Sozialdemokrat übers Herz gebracht, in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der Zweiten Kaminer dem Mini st erPräsidenten einen offi- ziellen Besuch abzustatten. Zum ersten Male haben Sozial- vemokraten vor wenigen Wochen das Haus des politischen Ministers, vor dem die früheren Sozialdemokraten ftch dreimal bekreuzigt haben, betreten; zum ersten Male haben sie dem feierlichen Akt der Schltestung des'Landtag» beigewohnt und beim Hoch auf den Grostherzog eine ehrerbietige Haltung beobachtet. Nachdem sich aber die badischen Sozialdemokraten, besonders nach der Neos des Prinzen Max in der vorletzten Sitzung der Ersten Kammer, überzeugt haben, dast die badischen Fürsten der Erweiterung der Volksrccht« mehr zugetan sind als manche UniversilätSprofefsoren und bürgerliche Juristen, ist jju vermuten, dast sie in den nächsten Jahren auch die Scheu vor der Äerührung mit dem Lande»- Herrn ablegen werden. Welche Tntwilkelung die Zukunft bringen wird, steht dahin. Die Hauptsache ist— und daS soll hier nochmals in aller Form betont werden—, die Nationalliberalen tun gut daran, die weitere Mauserung der Sozialdemokratie in Gemütsruhe ab- zuwarten und ihren Weg auch in Zukunft selbständig und unab- hängig weiterzugehen. Die Naiionalliberalcn sind tn den letzten 7 Monaten um kein Jota»ach links abgerückt, geschwankt haben lediglich die Sozialdemokratc», nicht um der schönen Augen der Liberalen willen, sondern einzig und allein dem Zwang der politischen Vcrhättnisse folgend." Es wäre interessant, die A n t w o r t der badischen Parlamen- tarier kennen zu lernen, namentlich wie eS sich mit der Zurück- stellung ihrer radikalen Forderungen in der Schulfrage und mit den Opfern bei der Gemeindeverfassung verhält. Ter Sozialdemokratische Verein für Magdeburg hielt am Dienstag seine Generalversammlung tf). AuS den, Geschäftsbericht d«S Ber- eins, der am 1. Jnü 10 Jahre bestand, fei folgendes wiedergegeben: Die Zahl der Mitglieder nahm im Berichtsjahrs um nahezu 1000 zu; sie betrug am 1. Juli 5646, darunter 723 weibliche Mitglieder. Der Hauptgewinn an Mitgliedern fiel in die Zeit der WahlrechtSkämpfe. 4157 der Mitglieder gehörten einer gewerkschaftlichen Organisation an. Das Verhältnis der politisch Organisierten zu dem der ge- werlschaftlich Organisierten hat sich gebessert. Während im vorigen Jahre nur 13,1 Prozent der 48 078 Gewerkschaftsmitglieder politisch organisiert waren, stellte sich der Prozentsatz im Jahre 1909/1910 auf 22,3 von 18 702 Gewerkschaftsmitgliedern._Die Organisation hatte im Berichtsjahre eine Einnahme von 31488,86 Mark, der eine AuS- gäbe von 26 293,28 Mark gegenüberstand. Als ReichStagSkandidat wurde einstimmig und ohne Debatte Rechtsanwalt Genosse Otto Landsberg(Magdeburg) aufgestellt._ Die rote Internationale. Im Hinblick auf den Ende August stattfindenden internatlo- Halen Sozialistenkongreß in Kopenhagen veröffentlicht der «Socialdemokraien" unter obigem Titel eine gute Zusammen- stellung der numerischen Stärke des Sozialismus in der ganzen zivilisierten Welt. Diese Uebersicht hat allgemeines Interesse gnd vir geben hier die Hauptpunkte deS Artikels wieder. In der letzten Zeit waren in vielen Ländern parlamentarische Wghlen. Sie beweisen, daß überyll der Sozialismus Marschiert Die abgegebenen Stimmen zeigen überall steigende Tendenz, und in Deutschland werden die Wahlen nach dem Urteil der Gegner der Sozialdemokratie eine bisher noch nicht erreichte Zahl der Mandate bringen. Das Brüsseler sozialistische Sekretariat hat folgende Liste der Zahl der bei den letzten Wahlen abgegebenen sozialistischen Stimmen in den verschiedenen Ländern veröffentlicht: Deutschland....... 3 250 000 E rankreich........ 1 100 000 esterreich....... 1 000 0J0 Vereinigte Staaten.... 600 000 England........ 500 000 Belgien........ 500 000 Italien......... 339 000 Finnland........ 837 000 Schweiz........ 100 000 Dänemark....... 99 000 Norwegen........ 90 000 Holland........ 82 000 Schweden........ 75 000 8 072 000 Von Ruhland und Australien liegen keine Ziffern vor. In Spanien erhielt I g l e s i a s, der alte Kämpfer, in Madrid allein 40 000 Stimmen. In Serbien wurden bei der letzten Wahl 30 000, in Bulgarien 3000, in Argentinien 5000 sozialistische Stimmen gezählt. Wir wissen, dah in Japan, in Rumänen und in vielen anderen Ländern oft junge, aber kräftige sozialistische Bewegungen existieren. Außerdem ist das Wahlrecht in vielen Ländern durch allerlei Beschränkungen weit davon entfernt, allgemein zu sein. So in Holland, Spanien, Italien und England. Man übertreibt also gewiß nicht, wenn man die Zahl der männlichen erwach- senen Sozialisten auf der ganzen Welt mit zehn Mil- l i o n e n annimmt. Rechnet man die Frauen und alle die, die durch die heutigen Wahlsysteme, die oft eine hohe Altersgrenze zur Wahlberechtigung fordern, so kann man getrost die Z>:hl der Sozialisten in den zivilisierten Ländern auf 25 Millionen Menschen veranschlagen. Interessant sind auch die Zahlen der Stimmen in den Parlamenten: Finnland....... 84 auf 200(42,0 Prozent) 105(21,8 114(21,0 106(20,3 48<20.0 616(17,0 584(18,0 897(11,3 123( 9.0 508( 8,6 100( 7,0 670( 6,0 170( 4,0 160( 0,62 404( 0,25 ) Sckiweden...... 30 Dänemark...... 24 Belgien....... 34 Luxemburg...... 10 Oesterreich...... 88 Frankreich...... 76 Deutschland...... 45 Norwegen...... 11 Italien....... 44 Holland....... 7 England....... 40 Schweiz....... 7 Serbien....... 1 Spanien....... Finnland steht also weitaus an der Spitze. ES ist freilich die Frage, wie die Knutanwirtschaft des ZarentumS, der das Land jetzt entgegengeht, nun wirken wird. An zweiter Stelle stand bis vor kurzem Dänemark. ES wurde aber durch Schweden überflügelt, wo in letzter Zeit zwei angesehene liberale Männer, der Bürgermeister Lindhagen und der Freiherr Axel Palmstjerna, zur sozialistischen Partei übergetreten sind. Zudem geht Schweden den nächsten Wahlen unter den günstigsten Aussichten entgegen. Unser Kopenhagener Bruderblatt schließt seine Betrackjtungen mit der Aufforderung an die dänischen Parteigenossen, alte Kraft anzuwenden, um wenigstens wieder an die zweite Stelle in der Liste zu kommen. Diese Aufforderung zu dem edelsten Wettstreit unter den Völkern: iver den Sozialismus am weitesten vorwärts bringt, wollen auch wir Sozialdemokraten in DexUschlqnd beherzigen._ Der bosnische Arbcitertag. Vom 9. bis 12. Juli tagten in Sarajewo die Vertreter der boSnisch-herzegowinischen Arbeiterbewegung. Einer gemeinsamen Vor- konferenz folgte ein Gewerkschaftskongreß(113 Delegierte von IL OrtSverbänden), dann ein Parteitag mit 93 Dele- gierten. Dazu Vertreter der deutsch- österreichischen, tschechischen, kroattschen. ungarischen Partei und der deS Königreichs Serbien. Der Getchästsbericht des ZentralverbandeS ergab die Zugehörigkeit von 12 Fachverbändcn mit 3690 Mitgliedern an 22 Orten. davon 259 weibliche. Der ZulvachS feit Juli 1909 war 673. Reu hinzu kamen Verbände der Handlungsgehilfen, Kellner, Friseure, Buch- biuder. Der Verband der Eisenbahner mit 780 Mitgliedern erklärte auf dem Kongreß seinen Anschluß, sodaß nun 4470, d. i. ein Achtel der in Betracht kommenden 35 750 Arbeiter organisiert find: in Anbetracht der Jugend der Bewegung(der Kongreß war der vierte, der Parteitag der zweite) und der besonderen Schwierigkeiten kein schlechtes Ergebnis. Die Einnahmen machten 51 167, die Ausgaben 29 991 Kronen. Lohnbewegungen fanden 11 statt, wovon 9 zum Streik führten. Der Kongreß beschloß u. a. Schaffung clneS Streikfonds und einen scharfen Protest gegen die schmähliche Partellichleit und Gewalttätigkeit der Behörden. Genosse Nemec wurde mit deren Kennzeichnung in den Delegationen beauftragt. Eine gewaltige DemonstrationSversammlung mit fast 5000 Teilnehmern und einer Reihe auswärtiger Redner gab der Veranstaltung einen mächtigen Ausdruck nach außen. Hiid InduFtnc und Handel Rückgang deS Personenverkehr». Höchst befremdlich berührt die Tatsache, daß die Einnahmen der deutschen Eisenbahnen aus dem Personenverkehr im Juni einen Rückgang erfahren haben; am 1. Juli schloffen die Schule», früher als fett vielen Jahren, und die Zahl der Vorsorglichen, die sich bereits ein paar Tage vor der Abfahrt einer Reisekarte, und zwar besonder« für die bestürmten, billigen Zeriensonderzüge versicherten, war sicher sehr groß, denn diese Maß- nähme bürgert sich infolge der wachsenden Zahl von Reisebureaus immer mehr ein. Ein Teil des Verkehrs der„Großen Ferien" ist also sicher schon in den Juni gefallen und wenn er auch noch so klein ist, so ist e» doch jedenfalls eine Seltenheit, daß der große Ferienverkehr schon Ende Juni beginnt. Um so mehr wäre also eine Steigerung der Einnahmen, auf keinen Fall aber eine Ab- »ahme zu erwarten gewesen. Sicherlich ist der Rückgang nur darauf zurückzuführen, daß Pfingsten dieses Jahr schon in die Mitte des MonatS Mai fiel, wahrend vergangenes Jahr Pfingstmontag am Lt. Mai war, der Rückreiseverkehr also zum Teil noch in den Juni iel. Die Einnahme sämtlicher deutschen Eisenbahnen au» dem Per- onenverkchr stellte sich im Juni auf 68,74 Millionen Mark, gegen 69,22 Millionen im Juni 1909. Auf einem Kilometer kam durchschnittlich eine Einnahme von 1364 M., während im Juni 1909 ein Kilometer 1396 M. brachte. Der Ausfall in der Kilometereinnahme beläusl ich auf 2,29. Durch die Beloegung im Juni ist daS günstige vild, daS die ersten fünf Monate ergeben hatten, etwas abgeschwächt, aber immerhin ist da» Ergebnis des ersten Halbjahres noch relativ befriedigend. Berechnen wir nämlich, wieviel durchschnittlich im Personenverkehr au» einem Kilometer eingenommen wurde, so ergibt ich für dieses Jahr eine Einnahme von 1197 M. gegen 1112 M. im Vorjahre. Die schweizerische VcrgwcrkSindustrie umfaßt nach dem Bericht deS BergwerkSinspektorS 71 Bergwerke mit 1330 Arbeitern, worunter auch einige Arbeiterinnen, die außerhalb der Gruben mit Rein igungS- und Sortierarbeiten beschäftigt sind. Es wurden 217 Unfälle ge- meldet und dafür S2 354,1S Fr. Entschädigungen bezahlt. Die häufigste Unfallursache bildete Sleinfall mit 65 Fällen. Die Löhne habe» sich im Durchschnitt etwas gehoben, doch beträgt das Maximum wie früher nur 6 Fr. pro Tag. Die Großhandelsbetriebe der GenossenschastSverbände Groß« britannicnS erzielten im ersten Vierteljahr 1910 einen Gesamt« nmsatz von 10 497 266 Pfund(zu 20,40 M.), 4,8 Proz. mehr als im Vorjahr, 33,2 Proz. mehr alS 1903. ES entfielen davon auf die englische GroßhandelSstelle 7 908 745, die s ch o t t i s ch e 2 496 966, die beiden gemeinsamen Bettiebe 38 894. die irische l a n d» w i rt s ch a ftli ch e Hauptstelle 52 661 Pfund. Der Gesamtumsatz verteilte sich: auf W a r e n u m s a tz 8 206 125(4,8 Proz. mebr alS 1909, 26,2 Proz. mehr als 1905), Produktion 2 291 141 (-j- 5 bezw. 63,9 Proz.). Den größten Zuwachs gegen 1903 wiesen aus: der irische landwirtschaftliche Warenverwieb mit 133,9 und die englischen Produktionsbetriebe mit 93,1 Proz.— Ein Mchrumsatz von 4,8 Proz. in einem Jahre bedeutet dort 9 880 000 M. in einem Viertel» jähr! Die britische» GenossenichastSzentralen mit einem JahreS« umsatz von rund 860 Millionen Mark und einer Eigenproduktion von rund 138 Millionen, mit ihren riesenhaften Mühlen, Schuh«, Kleider» und Möbelfabrileii, mit eigenen Seeschiffen und der größten Tee« Plantage der Welt gehören heute schon zu den gewaltigsten und durch die soziale Bedeutung und die mustergültigen Arbeits« bedingungcn ihrer Betriebe segensreichsten Gebildeu der Welt« Wirtschaft. Kapitalistische Stadtgründnngen. Nachdem der Stahltrust in Gary(Indiana), dem künftigen Mittelpunkt seiner Produktion, die Errichtung einer Großstadt als Wohnstätte seiner Hörigen unter« »ommen hat, wird nun die Jones u. Laughlin Steel Co. im Anschluß an ihre iWcrke bei Pittsburg ähnliches schaffen. In Aliquippa, im Tale des Ohio, stehen vier Hochöfen und ein Weiß- blechiverk. Im September kommt noch ein St..klwerk binzu, sodaß dann 9000 Mann dort beschäftigt sein iverden. Die Baukosten sollen 30 Mill. Dollar betragen. Wettere Millionen find vorgesehen für den Bau einer Stadt, die S'/z Meilen(zu 1609 Meter) lang, eine Meile breit werden soll. 500 Häuser stehen bereits. Im Herbst sollen 300 hinzulommen. Die Bevölkerung wird dann etwa 12 000 zählen und soll bis auf 25 000 wachsen. Schulen, Kirchen, Banken, Läden, ein Kaufhaus für 250 000 Dollar, ein Arbeiterklubhaus mit Theater und Badeanstalt werden in der auch sonst wohleingerichteten Stadt erstehen. Jedenfalls wird auch dort, wie in anderen ähn« lichen Gründungen(Vorbild war die Pullmann-City der Schlafwagen- baugesellschafl bei Chicago) den Arbeitern manche Bequemlichkeit geboten sein, wofür sie nur alle Selbständigkeit und Widerstands- krast dem Kapital zu opfern haben. Etos der frauenbewegunef* Mutterschutz im finnischen Landtag. Die Volksvertretung Finnlands hat sich in der Sommer, und Herbstscssion 1909 eingehend mit Fragen deS Mutterschutzes be- schäftigt. DaS treibende Element war hierbei die Sozialdemokratie, was um so anerkennenswerter ist, als diese sich fortwährend im Kampfe befand gegenüber den ruffischen Rcaktionsbestrebungen. Innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion leisteten die Frauen treffliche Mitarbeit und übten so ihr Mandat auf daS beste aus. Ein von der Regierung eingebrachtes Arbeiterschutzgesetz ent- hielt nicht» über den Sckwtz der Mütter des Volkes. Die sozial- demokratische Fraktion reichte eine Vorlage zu einer Mutterschafts- Versicherung ein, die von unserer Genossin Hilja P ä r s s i n e n eingehend begründet wurde. Sie wies hin auf die durch die all- tägliche Erfahrung und statistische Belege erhärtete Tatsache, daß die Arbeit schwangerer Frauen bis kurz vor der Geburt schwere Gefahren für Mutter und Kind mit sich bringe. Die Kinder sind schwächlich, die Geburt tritt früher ein als bei Frauen, die in den letzten Wochen vor der Niederkunft nicht mehr zu arbeiten brauchen. Aber nicht nur vor der Geburt brauche die Schwangere Ruhe, son- der» ebenso nach der Geburt. Tuch hier treffen die Schädigungen Mutter und Kind zugleich. Im Interesse beider verlangte die Abgeordnete in Finnland eine gesetzliche Ruhezeit von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung und eine gleichmäßige staatliche Lohnentschädigung während dieser Zeit für alle Berufs- arten. Die finnische Volksvertretung besitzt einen TbSschuß für Arbeiterangelegenheiten, zu dem jede Partei, ihrer Stärke ent- sprechend, Vertreter entsendet. Hier wurden die sozialdemokrati» scheu Forderungen von der bürgerlichen Mehrheit gründlich ver- wässert. Der Ausschuß vermocht« sich nur dazu aufzuschwingen» eine Ruhezeit von vier Wochen und die Zuweisung leichterer Ar- betten an Hochschwangere zu empfehlen. Demgemäß beschloß auch der„große Ausschuß", der alle Vorlagen berät, bevor sie die dritte Lesung im Plenum passieren. Noch schlechter aber erging eS der Vorlage in letzter Lesung. Den bürgerlichen Parteien gingen die sozialdemokratischen Forderungen viel zu weit, und die bürge r» lichen Frauen im Landtag— zu ihrer Schande sei eS gesagt — verrieten die gerechte Sache ihrer armen arbeitenden „Schwestern". Sie fühlten sich als Vertreterinnen ihrer Klasse. die jeder Besserung in der Lage des Proletariats, die notwendig auf Kosten seiner Ausbeuter geschehen muß, feindlich gegenüber» stehen. Die Damen fanden, die Sache sei nicht genügend geklärt. Was man bewilligen wollte, war eine Ruhezeit von vier Woche», während welcher aber keinerlei Entschädigung gezahlt werden sollte. Ein solcher„Mutterschutz" ist natürlich für die Katze. Wir in Deutschland üben mit Recht schärfste Kritik daran, daß unser Parka. mcnt, in dem Frauen nicht mitzureden haben, in der neuen Reichs» Versicherungsordnung eine SchtvangerschafiS. und Wöchnerinnen« Unterstützung für nur acht Wochen bewilligen will. Was soll man da zu dem finnischen Mutterschutz sagen, an dem bürgerliche Frauen in einer Weise mitgewirlt, als ob sie das Proletariat der« höhnen wollten? In der diesjährigen Session brachte die sozialdemokratische Fraktion einen neuen Antrag zur Mutterschaftsversicherung ein. in dem für jede Gebärende bei einem Familieneinkommen unter 1500 Mark in kleinen, unter 2000 M in teuren Orten, ein TageSgeld borgesehen war, und zwar während sechs Wochen vor und sechs Wochen nach der Geburt. Daneben sollte freie Geburtshilfe ein. geführt, sowie Weitergewährung der Unterstützung bewilligt wer« den. wenn der Arzt dies für Mutter und Kind nötig hielt. Nach langen Debatten, in denen vor allen Hilja Pärffinen die zähen Vertreter und Vertreterinnen des Geldsack» von der Notwendigkeit eines Mutterschutzes in dem geforderten Rahmen zu überzeugen suchte, war zunächst nicht mehr zu erreichen, als die Ueberweisung der Frage an den Ausschuß für Arbeitcrangelegen. heiten, der der Regierung Material zu einem Gesetz über Mutter« schaftSversicherung einreichen soll. DaS sind— in Kürze wiedergegeben— die Tatsachen Wer den ersten Versuch, Mutterschutzfragen in einem europäischen Parka- ment zu erörtern, in dem Frauen— 21 än der Zahl— vertreten sind. Diese Tatsachen zeigen, daß auf die bürgerlichen Frauen selbst in Frauenfragen kein Verlaß ist, sobald sie mit ihrem Klassen- interesse kollidieren. Sie treiben— das hat sich bisher noch überall gezeigt— gerade so Klassenpolitik wie die Männer ihrer Kreise. Wie sich die Frage des Mutterschutzes in Finnland weiter ent. wickeln wird, ist vorläufig nicht abzusehen, tv Finnlands staatliche Selbständigkeit vor kurzem durch die russische Reaktion abgewürgt wurde, der eine feige Bourgeoisie im eigenen Lande bewußte und unbewußte Helfershelferdienste leistet«. In dieser Situation stehen andere Fragen im Vordergrunde. Leseabende. Erper Kreis. Der Leseabend der grauen bei Weihnacht fällt die»« mal aus. Friedenau. Leseavend Montag, avendS V Nhr pünktlich, vei Schönfeld. Rheinstr. 31. Aufnahme neuer Mitglieder. Vortrag. Kindenchutzlommission. Verschiedenes. Der Vorstand. Pankow. Am Montagabend VaÖ Uhr findet der Frauen-Lefeabend bei Großkurt, Berliner Str. 27. statt. Vortrag dcS Genossen Fritz Braun über:„Glaubt an nicht UebernatürlicheS". Rieder-Tchönhausen-Nordend. Montag, den 2S. Juli, abends S'/a Uhr, Leseabend bei Radseck. Kaiser-Wilhelmstr. 10. Vortrag des Ge- nossen Julian B o r ch a r d t über:.Judenderziehung". I« OrtSteil Treptow findet der Frauzn-Leseabend nicht am Montag, den 25. Juli, sondern Donnerstag, den 23., odet' Freitag, den 2S. Juli, statt. Vortrag der Genossin Frau Anna Matschte« Berlin. Der Vorstand. Allgemeine Familien. Tterdekafse. Heute Sonntag von 2—6 vhr: Zahltag Ackerstr. 123 bei Wernicke und Mariannenstr. 4g bei Neumann. Vemrifebtea. Schwere Stürme und Clnwetter. Wvlkenbruchartige Niederschläge und schwere Stürme, wie sie Freitag abend über Berlin und Umgegend wüteten, wurden gestern aus verschiedenen Teilen des Reiches gemcl- det. Wir registrieren nachstehend kurz einige Drahtmcl- düngen: Braunschweig, 23. Juli. Bei einem über Braunschweig und Umgegend niedergegangenen schweren Unwetter bildete sich zwischen Fallersleben und Vorsfelde eine Windhose, die auf den Feldern, an Ehausseebäumen und Häusern unermeßlichen Schaden anrichtete. Die Waldungen haben stark gelitten. Der große Park des Wolfsburgsthen Schlosses ist vollständig zerstört. Dicke Eichen sind abgeknickt. DaZ Dach deS Schlosses ist völlig ab- gedeckt worden. Der woltenbruchartige Regen ist bis in die unteren Räume des Schlosses gedrungen. Da? Unwetter hat die Ernte fast vollständig vernichtet; eS währte nur etwa vier Minuten. Hannover. 23. Juli. Infolge des schweren Gewitters blieben von der Straßenbahn Hannover-Hildesheim einige mit Passagieren besetzte Wagen auf offener Strecke liegen. Man führt das Versagen der Wagen darauf zurück, daß Telephonleitungen zerrissen und auf die Stromleitung der Straßenbahn fielen, so daß Kurzschluß entstand. Die Schienen der Strecke sind durch Regen unterspült und aufgerissen; ferner sind auf der genannten Strecke zahlreiche Bäume entwurzelt und große Schornsteine um- geweht worden. In der Gegend von Lehrte ging ein st a r k e r Hagelschauer nieder, so daß die Feldfrüchte schwer beschädigt wurden. Auch in der übrigen Umgegend von Hannover hat da? Unwetter großen Schaden angerichtet. Auch die Telephon- leitungen sind teilweise z e r st ö r t. Nürnberg, 23. Juli. Ueber die hiesige Gegend ging ein heftiges Gewitter nieder, das schwerste, welches hier seit Jahren beobachtet worden ist. Der Blitz schlug in mehrere Ge- bäude, darunter auch in die Kaiserstallung der Burg, wo die Ecke eines Kamins abgeschlagen wurde. Die Umgebung mußte wegen Absturzgefahr abgesperrt werden. MannZstarke Bäume wurden vom Sturm entwurzelt und einige Dächer abgedeckt. Die Tele- g r a p h e n- und Telephonleitungen sind vielfach g e st ö r t. Trier, 23. Juli. Gestern abend entwurzelte ein Wirbel- st u r m während eines schweren Gewitters Hunderte von Bäumen, vielfach wurden die Straßen durch umgestürzte Bäume gesperrt. Die Telephon- und Telcgraphenleitungen, besonders nach Saar- brücken und Metz, sind gestört. Zu dem furchtbaren Unwetter, das mit Orkan und furchtbarem zweistündigen Wolkenbruch über daS Erzgebirge herniederging, treffen aus den verschiedensten Gegenden die Hiobsnachrichten ein. Uebcrall hat es großen Schaden angerichtet. Starke Bäume wurden entwurzelt und mit fortgerissen. Die Ernte ist teilweise weg- geschwemmt, teilweise vollständig vernichtet. In W e r d a u wurden die Schaubuden auf dem Schützcnplatze umgerissen und zertrümmert. Die P l e i ß e ist über«inen Meter ge- stiegen. Tie GebirgSflüsse steigen rapid und führen Trümmer und viel Hausrat mit sich. Auch viel Vieh, das auf der Weide vom Unwetter überrascht wurde, und Wild ist ertrunken. In Ein- s i e d e l wurde die Spitze des Kirchturms weggerissen. Die Waldbrände in Kanada. Die Waldbrände im Distrikt K o o t e n a y wüten weiter. Seit acht Tagen sind die Farmen der dort ansässigen britischen Kolonisten von den Flammen bedroht. Viele von ihnen sind bereits vollkommen ausgebrannt. Andere mußten verlassen werden, da die Hitze sowie der Qualm einen weiteren Aufent- halt in ihnen unmöglich macht. Viele Bewohner mußten ihr Hab und Gut im Stich lassen; ihre Niederlassungen sind voll- ständig vernichtet. Ter Schaden, den das Feuer täglich an- richtet, wird auf über vier Millionen Mark geschätzt. 20 Brücken, unter ihnen mehrere Bahnübergänge, sind nieder- gebrannt, so daß der Verkehr vollkommen daniederliegt und einzelne Ortschaften von der Außenwelt völlig abge- schlösse» sind. Der Wert des Waldes, der bisher nieder- gebrannt ist, wird auf 20 Millionen Mark veranschlagt. Auch große Vorräte bereits gefällten Holzes sind vernichtet. Da kein Regen fällt und auch in den nächsten Tagen die Trocken- heit anzuhalten droht, ist jegliche Bekämpfung deS Feuers vorläufig aussichtslos. � Kleine Notizen. Gesunkenes Güterboot. Das Güterboot„Amsterdam II" der Rheinischen SceschiffahrtSgesellschaft in Köln ist gestern abend bei Rheinberg infolge Reißens einer Steuerlette auf eine Buhne aufgefahren und gesunken. Ein großer Teil der Ladung, die aus Oelen, Tabak und Kolonialwaren bestand, ging verloren. Drei Bergarbeiter verschüttet. AuS Aussig meldet ein Tele- gramm: Im Bohemiaschacht der Brucher Kohlenwerke sind gestern drei zur Nachtschicht antretende Bergarbeiter verschüttet worden. Ein Mann ist tot, die beiden anderen wurden schwer verletzt. Ein mysteriöser Diebstahl wird aus New A o rk gemeldet: Aus der Agentur der russisch-chinesischen Bank wurden durch einen noch nicht aufgeklärten Diebstahl BondS der Southern Railway, der Union Pacific, der Southern Pacific und der Norfolk Western Eisenbahn im Betrage von mindestens 70 Millionen Dollars ent- wendet. Abstürze in den Alpen. Von den Schusterspitze in den Dolomiten ist der Kaufmann Julius Brog aus Stuttgart abgestürzt und tot geblieben.— In der Nähe von Praegarten ist ein Bauern. söhn beim Schafhüten von einer Felswand abgestürzt. Er wurde zersihmettcrt aufgefunden. Zwei Kinder verhungert. Aus Buxtehude wird berichtet: Vor einigen Tagen sind hier die Zwillingskinder des Ar- beiterS Schulte gestorben. Die gerichtliche Sektion der Leichen ergab, daß die Kinder buchstäblich verhungert waren. Gestern wurde die Mutter der Kinder unter dem Verdachte, sie absichtlich dem Hungertode preisgegeben zu haben, verhaftet. Ueber die Motive der Tat ist nichts bekannt. Cdocbcn-Splclplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus.®c(tf)Iof(en. Königl. Tchausptelhaus. Geschlossen. Neues töulgl. Overii-Dheater. Sonntag: Tannhäuser. sAnsang ?>/, Uhr.) Montag: Der Troubadour. sAnsang?>/, Uhr.) Dienstag .n>.,.., r...«t 1 1 n c.. s an: i..... Tn:*(fn-»»»»»*>•« Ol r..•• (Ans. 7 Uhr.)_ Tcii'schcS Theater. Sonntag bis Montag: Dorolhys Reitung. (Ansang 8 Uhr.) Deutsches Theater(Kammerspiele). Täglich: LIebeSwalzer. Ansang S Uhr.___ Lcsiiiig- Theater. Täglich: Kasernenlust. Montag: DaS Konzert. Ansang 8 Uhr. Kleines Theater. Täglich: Nur ein Traum. Ansang 8'/, Uhr. Berliner Theater. Täglich: Taifun. Ansang 2 Uhr. SteueS Theater. Geschlossen. Neues Schauspielhaus. Täglich: Der Flieger. Ansang 8 Uhr. Hebbel> Theater. Täglich: Wem gehört Helene? Spuk. Anfang 8'/, Uhr. Komische Oper. Täglich: Der Negimenlspapa. Ansang 8 Uhr. Tbalia-Theater. Täglich: Charlcyz Taiitc. Anfang 8 Uhr. Schiller.Tbeatrr O. Sonnlagnachmiltag 8 Uhr: Di« Firster- Chrisll. Abends: Martha oder Der Marli zu Richniond. Montag: Der Troubadour. Dienstag und Mittwoch: DaS Milchmädchen von Schöneberg. DounerSlag: Martha oder Der Markt zu Nichinond. Freitag, Soimabsnd und Sonntag: DaS Milchmädchen von Schäneberg: Montaz: La Traviata. Anfang 8 Uhr. Schiller- Theater Charlotteuburg. Täglich: Die von Hochsgttel. Ansaiig 8 Uhr. Friedrich»?.—,—,------,_____—... NeucS Operetten> Theater. Sonntag, nachmittag» 2 Uhr: Die Friedrich. Wilhelu, städtisches Schauspielhaus. Geschlossen. Dollarprinzessin. Abends b!» Sonnabend: Der Gras von Luxemburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Dollarprinzessin. Abends und Montag: Der Gras von Luxemburg. Ansang 8 Uhr. Lnisen-Theater. Geschlossen. Lustspirlhaus. Allabendlich: DaS LeuwantSmündel. Ansang S Uhr. Rose-Tkieater. Täglich: Der Kestmdbcler. Ansang 8 Uhr. Slpollo-Theater. Slllnbendlich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. FolieS Eaprice. Allabendlich bis aus weiteres: Pariser Ehen. BersöhnnligSsest. Ansang 8'/, Uhr. Metropol> Theater. Allabendlich: Hallo I Die grosse Revue k Ansang 3 Uhr. Passage- Theater. Sonnlag, nachmiilagS 8 Uhr: Epezialitäte». Allabendlich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Wiutrrgartc». Allabendlich: Svezlasitäten. Anfang 8 Uhr. Buggcuhagen. Täglich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. NeiwShalle»> Tbeater. Allabendlich: Steitincr Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Karl Havcrland- Theater. Allabendlich: Spezlalitäien. Walhalla- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Anfang 8 Uhr, Prater-Theater. Täglich: Im Reiche de» Mar». Ansang 8 Uhr. Urania- Theater. Tanbenfw. 48/4». Sonnlag: Bon Abbazia bis Corsu. Bon Dienstag ab- Die Insel Rügen. Ansang 6 Uhr. Montag, den I. Augnst: Unbestimmt. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57— S2. Briefharten der Redahtfon. TI«(ntlfturfie Evrcchs«»»de gnde» ijiild-nstraste Vir. 00, dorn bin Trepvrn— F a I> r t»» t> t—. luoriieiKnnlirti bDii4Vi dt»?>/, Ubr abends, Toniiabends von 4'/, biS G Uhr»achmitiag» ftoii. Jeder ilnfrag- ist «in Buitistabe uub et»« Uaht als LNertzeiche» betzutiigen. Brieflich« Ilultvvri wird nicht erteilt. Stltgc straccn trage mau tu der Sprech- stunde bor. Landwehrübung ISIV. Bis zur Vollendung dcS 82. Lebensjahres, falls Sie nicht durch eigenes Verichulden verspätet w den aktiven Dienst eingetreten oder wegen Kontrolleniziehung oder infolge einer erlittenen FreiheilSstrase haben nachdicnen müssen oder ans Ihren Antrag von der zuletzt vvthcrgcgangcncn Landwehrübung besreit sind.— M.®. 73. Leider nicht.—®. B. 4. Nichten Sie ein Gesuch an die Stiftung für Frclbettcn deS Nudols-Birchow-KrankenhauseS. Für die Verpflichtungen der Kasse ist in dem Falle daS Statut massgebend.— M.K. 88. 1. Von der Aufttithaltsveränderung müsse» Sie der BcrusSgenossenichast Kenntnis eben. 2. DaS hängt von dem Grade der Erwerbssähigtcit ab. .®. LZ. Machen Sie die Versscherlingtansiait Brandenbnrg aut den .achverhalt aufmerksam und beantragen>Lie die Abgabe der Sache an Versicherungsanstalt Berlin.— Ol. Ö. 19. Stellen Sie einen Antrag auf Gewährung von Jnvaiidenrenle. Die Beifügung eines ärztlichen Attestes empsichlt sich.— B. St. litt. Nach Ihrer Darstellung haben Sie Anspruch auf Rückerstattung der VollslrcckungStoslen. Warten Sie de» Bescheid ab; für den Fall der rlblehnnna beschweren Sie sich.— O.®. 20. 1. Die K asse hat Anspruch ans Zahlung der rückständigen und der Beiträge sür die Dauer von 18 Woche», vom Tage de» Eingangs der Kündigung bei dem Vorstand. Die Kündiguiig mnss in der im Statut vorgeschriebene» Weise erfolgen. 2. Leider nicht. Der Vertrag bälte sofort nach Eingang der Statuten angesochtcu werden können.— H. D. Beantragen Sie die Anberaumung eines neuen VerhandlnngSterminS.— — Ilmanduö 22. 1. Ja. 2. Die aänzungssteiier tritt erst bei einem Kraft. 8. Ja. ausserdem erhebliche Strafe. 4. Die Kündigungsfrist wird im 2. Die Zinsen rechnen zum Einkommen. Er- Vermögen von mthr als(KiOO Mark in Statut festgelegt sein. Ist da» nickt der Fall, 2 Monate.— H.®. 23. Ihr« Mutter soll einen Antrag ans Bewilligung der Invalidenrente bei dem MaglstralSkommissar für Jnvalidenverstcheruna, am Köllnischen Park 3, ein» reiche» unter Veisügnng der AiisrechnuligSbescheiniglMgen und der letzten Karle sowie unter Hinweis ans die verloren gegangenen.— Vertrag Sir. 14. Sie hasten sür die Vertragsdauer auch ohne besondere Ver- pflichtung. Die llulerzeichiiung ist daher ohne nachleiligc Folgen.— H. M. 44. Weilen entscheiden wir nicht.— Si. H. 112. Wen» er Ge» werbe angemeldet bat � ja.—?l. B. 3. Ja.— Sl. N. 7. Nein— Z. 1. Ja. — 01. S. 83. Der Vorstand de» Vereins ericilt Ihnen auf Anfrage die gewünschte Auskunft.— I. H. 50. Legen Sie Berufung ein.— Karl H. 73. 1. Bei dem Amtsgericht Beriin-Milte. 2. bi» 5. Ja.— Turm- straste 09. Ein eigenhändig ge< und nnterschriebenet, mit OrtSbezcichnung und Dalum versehenes Teslameut genügt.— Otixdorf A. B. 29. Die Befragung geickielst insoigc eincS zwischen den beiden Gemeinden geführten --- tstreU m...-. Die Beantwortung bat keine nachteiligen Folgen für DaS ist unznlässia.—®. W. 18. 1. Ja. RechtSstreile» - W. Sch. 47 Sie mutz sich an da» wenden.— G. B. 40. l. Ge'chwistcr sind tat nicht. darf c» nicht. L. Die ie. 2. Nein. gericht oder daS Vormmidschastsgericht ie Muller tst pflichtteitSbcrcchtigt, die Der ausdrücklichen Erwähnung be» zum ehelichen Haushalte gehörigen Gegenstände bleiben bei der PfllchtleilSberechnung ausser Betracht. SingeZangene Druchfchnften. Weltgeschichte. Lieferung 87—94. Herausgegeben von Prof. Dr. I. v. Pflugk-Hartlung. Euizellieferung SO Pf. Ullstein u. Co., verlin. Kleine ersten Gedichte. Von A. Christ. 400 Seilen. O. Brand- sleiter, Leipzig. In jeckein Lernt, ln allen Situationen, zur Uateritfltzung der allgemeinen Bildung gibt der„Kleine Brocklmna" tu- verlSssige AufUirung aber alle angemessenen Fragen and bew&hrt sich als ein ganz ausgezeichnetes, unentbehrliches HUlsmittel namentlich da, wo man von der Anschaffung des .Grossen Brockhaus* der hohen Kosten wegen absehen mnss. Ich bin in der angenehmen Lage, dieses ausgezeichnete'Werk portofrei gegen monatliche Teilzahlungen von nur»2 1�. ohne Fz'elaerhOImng anzubieten, um den Bezug desselben jedermann zu ermöglichen, de geringen Teilzahlungen bei portofreier Lieferung sind tatsächlich kaum verspOrdar, so dass niemand die Gelegenheit vorabergehen lassen sollte, sich In den Besitz eines solchen Bildungsmittels zu setzen. Karl Block, Breslau I Buchhandlung, Bohrauer Strasse 5(Hauptbahnhof). Konversations-Lexikon 2 Bände mit 80000 Stichwortern auf ca. 2100 Seiten. 2000 Textabbildungen, 100 schwarze, 25 bunte Tafeln. 70 Seiten Karten mit über 400 einzelnen Landkarten. Elegant gebunden, zusammen nur 24 M. Urteile der Presse: ... Der„Kleine Brockhau»" ist eine Glsnsleistun� deutscher Wissenschaft und deutschen Buchgewerbes, auf die stolz zu sein, wir gerechte Ursache besitzen. Er gehört auf das Bücherbrett jeder deutschen Familie. Badlsche Scliwircltung, Heidelberg. ... Das"Werk verbindet die denkbar grösste Gediegenheit des Inhalts mit praktischerBrauChbarkeit. T>eut sclic Revue, Stuttgart. ,.."Was für die wenigen Groschen geboten wird, istgersds- zu staunenswert Marine- Hundt c hau, Berlin. j Potsdamer•ygwr ir*mmr i I 5TR>55 r. MM/M �jt/ i to.n i 1 15 ▼▼ ▼▼ ;\FD1F mrVPJCJi&XK: I JVlin no n-t! X JK''•"J? _-» -J l�l .ja>. '■ i c iL ii-ii» tcz ji j?, 85 Pfennig 1 �"Tf feinem Köper 4 RIlBSA weifier Batist, mit Säumcbcn- I ImPIUS�S Vorderteil und Entre-deux 1 halbfertige Batistbluse*•>< 1 Damen-Hemdhose 1 Untertaille mit brater Sticken! 1 Paar Damenstrümpfe Flor mit Seidenhochglanz 1 Russenkittel 1 Kupon(z1/,■) Wasch-Musselin 1 Gummigürtel-» F«b!,«w a>ia 3 Paar Armblätter 3 Herrenkragen � 1 färb. Garnitur S�Ä�Lph" 1 Herren-Trikothemd NornmHorm 1 Strohhut für Herren oder Kindee 1 Paar Led.-Handschuhe dS,, 1 Knabenhut woimh 3 Herren-Taschentücher rS.j"1* 12 Kinder-Taschentücher 1 Sonnenschirm für Damen, aas Waschstoff 1 Kinder-Regenschirm 1 Paar Pantoffel 1 Paar Hausschuhe Melton mit Bindfadensohle, für Dame» t 6 Porzellan-Tassen mit Untertassen 6 Teller Won dekoriert 1 Bierservice et-i»» 6 Viktoria-Bierbecher»» Goidrud 1 Reise-Besteck*■ eu 1 Küchenbrett ma, 4 Aufschnittbretter 1 Büchsenöffner 1 Buntmesser•. 1 Bohnenschäler 1 Spicknadel-. 1 Füllöffel u. 1 Gemüselöffel 1 Korkenzieher•. 1 Rettigschäler.• 1 Fischschupper. 1 Kartoffelschäler 1 Gemüseschneider mit Broit 1 Brotmesser••• l 1 Bratengabel.. j O � 1 Küchenmesser•) 1 Quirlbrett bA J QnlHea«d 3 Löffeln 1 Brotkorb m* i seow»» 1 Butterdose GU» mit UeUHmenUg» 1 Messingtablett»a z comn 1 Orientalische Tischdecke 1 Rauchgarnitur IT�occssl-fA'n Form einer Hutschachtel, mit IVabaC LiC 25 Briefbog., 25 Kart., 50 Umsehläg. 1 Bütten-Kassette 10 Rollen Toilettenpapier 1 Flasche Eau de Cologne 1 Karton franz. Toilettenseife 12 photographische Platten Format 9x12 cm Mark "»"'r 50 Ff. IT�Ivioa weifier Batist, mit TüllpaaM and OlUSe Entrc-dcu* 1 halbfertige Batistbluse bSickt 1, rUIlder ICragen aus Spachtel and Batist 1 Damenhemd sLz� 1 Damen- Beinkleid �ttT-voLt 1 Nachtjacke od" u- 1 Paar Damenstrümpfe rw« seid. 1 Paareleg.Strumpfbänd.s�kif, 1 Velours-Echarpe r-i-e v-». 1 Kupon(5 m) Hemdentuch 1 Kup. w.m) reinw. Blusenstoff 1 Liberty-Gobel.-Kissenplatte 1 Damen- Sonnenschirm sPTtL 1 Russenkittel 45- ss em 6 Obstmesser i» Etd 6 Eßlöffel und 6 Kaffeelöffel 1 Buttermesser•• 1 Käsemesser... 2 Aufschnittgaheln 3 Nickel-Tahlette 1 Konfektdose.. 1 Zuckerkorh 1 Zuckerlöffel... 6 Gläserteller n. 1 Biertahlett 1 Spirituskocher 1 Aluminium- Kasserolle... 1 Durchschlag-.. 1 Küchenheil u.l Hackmesser 1 Putzkasten mit 3 BOraten 1 Rasiermesser.."j rmammoi 1 Rasiernapf...>1 1 Rasierpinsel-.. J 1 Damen-Handtasche IMarkl IHHI?!Hf 3f 1t"'f 2.50 IISSälllfiA auJ we'ßcm seidenem UnH,«ehr elegante Ausführung 1 Wirtschaftsschürze«tra«« 1 Damenhemd Zlr\ü£%T£J™ 1 Damen Directoire Beinkleid 1 Kupon(8 m) Waschstoff 1 Hängerkleidchen � 1 Herren- Oberhemd fmbi, 1 Herren-Trikothemd 1 Herren-Panama- EUcnador-Ge flocht 1 Herrenhut �-i,. 1 Paar Damen- Glace Form, ca. 8 Knopf lang 1 Sonnenschirm 1 Regenschirm 1 Regenschirm 0. Konfektdose• Zuckerkorb> Zuckerlöffel• Tortenplatte und 1 Tortenheber Teeglashalter. Zuckerschale. Nickel- Milchtopf Tablett..... Wiegemesser u. 1 Hackebeil Aluminium- Schmortopf Aluminium- Milchkocher Turnapparat Füllfederhalter gUä? 2.50 2.50 fotammeo 2.50 1 Kalbt. Batlstrobe 1 Kupon(4ni) Blusenseide 1 Kupon bestickt. Blusenstoff 2 m, doppeltbreit 1 Wiener Damenhemd 1 Damen-Beinkleid 1 Damen-Nachtjacke 1 KorSett Isaf büftif.aiitl Pur Stnunpfballeni 1 Paar Damenstrümpfe 1 reinseidener Liberty-Schal 1 Paar Tennisschuhe 1 Kinderkleid 1 Hängerkleidchen � 1 farbiges Herren- flLu Fi—>vv3 out imiüertwn QDememcs 1 weißes Herren-Oberhemd mit Pikee- Ein« tz 1 Dutzend Manschetten«Muk 1 Garniüir Unterzeug 1 Herren-Panamahut 1 Regenschirm 1 Herrenschirm 6 Taschentücher 1 Kaffeegedeck mit 6 6 Jacquard-Handtücher Reinlcinea, ,cüumt nnd febiadsrl 1 Badelaken Emdmu. 1 Kaffeeservice' 1 Waschgarnitur' 12 Gambrinustulpen 12 Speiseteller und 1—— 12 Dessertteller 1 3.50 6 Eßbestecke 1 Saucenlöffel und 1 1 1» 1 Gemüselöffel av*. J 3�50 12 Mokkalöffel w � 1 Butter-, 1 Käsemesser, 2 Aufschnittgaheln Pcrlmotter 1 Sahnenschüssel und 1 Sahnenlöffel 3 Aluminium- Kasserollen 1 Aluminium- Schöpflöffel 1 Tee-Kanne und 1 Tee-Ei 1 Plätteisen mit 3(«dimiwlda.! 1 Untersatz. 1 Ärmelbrett 1 Obstmesser-Ständer""bJ 1 Rauchservice» Eb«, sbor 1 Damenhandtasch. gua Lodo» 1 Flasche Liberty-Parföm 1 Paar Rollschuhe mn bm 1 Landschaftsbild i> «L0 Außer den hier angeführten Gegenständen bringen wir noch eine große Anzahl von anderen höchst preiswerten Artikeln zu unsern vier Serienpreisen zum Verkauf tr Iif � tif tt- iir IT iL 11 iL ir ir u ji Ji-zrii Verantwortlicher Redakteur Richard Barth, Berlin. Für den Inseratenteil oerantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: BorwärtV Buchdruckerei u. BerlagSaußalt Pauk CiBgcs& Sau Berlin S% 9t 171. 27. Zahrgllsg. 2. Kki>»l>e Ks Lmiilts" Kaliim MllislilR Sonntag. 24. Inü 1910. 6end)t9- Zeitung» KautionSschwIndcl. Wegen bollendeten und versuchten Betruges in zahlreichen Fällen batte sich vor der 2. Ferienftrafkammer des Landgerichts II zu Berlin der Kaufmann Munckwitz zu verantworten. Die Brüder Laut» und Karl Baar vertreiben hier in Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung einen Patentartikel. LouiS Baar forderre eines TageS den Angeklagten auf, ihn zu besuchen. Der Besuch schloß mit einer Uebereinkunft zwischen Louis Baar und dem An- geklagten. Danach sollte dieser zum Nutzen der Gesellschaft mit beschränkter Haftung den Hausierhandel in Groß-Berlin»rgani- sieren. Zu diesem Zwecke sollten zunächst in den verschiedensten Stadtteilen Filialen errichtet werden. Die Mittel zur Errichtung derselben sollten die anzustellenden Filialleiter in Gestalt von Kautionen hergeben. Die einzelne Kaution war auf 350 M. be- messen worden Von den Kautionen sollte vorerst die Ware bezahlt werden, welche die Gesellschaft mit beschränkter Haftung bezw. LouiS Baar liefern würde. Auf Betreiben des Angeklagten, der seine Kanzlei in den Geschäftsräumen der Gesellschaft mit be- -schränkter Haftung errichtet und sein Firmaschild neben der G. m. b. H. angebracht hatte, wurden nun unter allerlei Versprechungen zahlreiche Filialleiter auS den minderbegüterten Kreisen der Arbeiter, der Lohndiener und der Handwerker gewonnen. Die Leute erhielten aber weder eine Filiale, noch Gehalt; dagegen wurde LouiS Baar auf leichte Weise zwei größere Posten Ware gegen Barzahlung lo». Als der Schwindel von einem der Geschädigten aufgedeckt wurde, waren die Kautionen nicht mehr vorhanden, sie waren verwässert worden. Der Angeklagte behauptete in der Verhandlung, daß er das Opfer des Louis Baar sei. Dieser habe ihn zu dem Schwindel gedrängt, weil er keine Geschäfte gemacht pich in finanzieller Hinsicht sich auch völlig festgefahren hätte. Der Angeklagte wurde mit Rücksicht auf sein gemeingefährliches Treiben zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt und seine Verhaftung angeordnet. Beraubunge« von Postpaketen auf dem Anhalter Bahnhofe lagen einer Anklage wegen Unter- schlagung im Amte zugrunde, die gestern den Postschaffner Karl Kuntke vor die 4. Ferienstrafkammer des Landgerichts I führte. Seit einiger Zeit liefen auf dem Paketpostamt Anhalter Bahnhof zahlreiche Besckfwerden darüber ein. daß Pakete zum Teil ihres Inhaltes beraubt worden waren. ES waren dies zumeist sogenannte Soldatenpakcte, in welchen manche..Minna" und„August*" ihrem in der Ferne weilenden Schatz außer den üblichen Leberwürsten Ilnd Schinken kleinere Geldoeträge zuschickten. Zumeist waren diese Geldbeträge bei der Ankunft der Pakete zum größten Leidwesen der Musketiere oder Kanoniere spurlos verschwunden. Die amtlichen Laufzettel, die in derartigen Fällen erlassen werden, führten zu der Feststellung, daß die Beraubung der Pakete schon in Berlin vorgenommen sein mußte. Der Verdacht der Täterschaft fiel auf den Angeklagten Kuntke, der in den Bahnpostwagen auf dem An« Halter Bahnhofe tätig war. Eines Abends beobachtete ein mit der Untersuchung betrauter Oberpostschaffner den Angeklagten, wie dieser in einem Bahnpostwagen die Umhüllung eines Paketes ent- kernte und in dem Inhalt herumwühlte. Der Angeklagte wurde hierbei überrascht, wobei eS sich ergab, daß K. sämtliche eingegan. grnen Soldatenpaket« nicht, wie üblich, einsortiert, sondern besonder» gelegt hatte, um sie anscheinend später ebenfalls auf ihren Inhalt zu prüfen.— Der Angeklagte bestritt ganz entschieden, jenes Paket geöffnet und durchsucht zu haben, während dicS von dem Oberpost- Schaffner und einem von diesem hinzugezogenen zweiten Zeugen eidlich bekundet wurde. Hinzu kam noch die Tatsache, daß seit jener Zeit die Beraubungcn der Pakete aufgehört haben.— Das Gericht nahm eine versuchte Unterschlagung an und erkannte auf 1 Monat Gefängnis._ In blinder Eifersucht hat sich der Schuhmacher Wilhelm Müller eines Messerattentats schuldig gemacht, welches ihn gestern vor den Strafrichter führte. — Der Angeklagte unterhielt ein Verhältnis mit einer Frau Hoff- mann, die von ihrem Manne getrennt lebt. Am 23. Mai d. I. suchte die H. den in der Wendenftrahe wohnhaften Händler Brüller. für den sie die Wäsche wusch, auf, um sich von diesem ihr Waschgeld zu holen. Von Eifersucht geplagt, schlich ihr der Angeklagte nach, in der Meinung, daß sie ihm untreu sei. Als er die H. in der Kellerwohnung des B. verschwinden sah, glaubte er diesen Verdacht bestätigt. Er machte nunmehr vor dem Hause einen Mordsspektakel, klopfte gegen die Scheiben und schrie: der„Ehebrecher" solle einmal herauskommen. ÄIS B. schließlich auch auf die Straße kam, um zu sehen, was es gäbe, fiel der Eifersüchtige sofort über ihn her. Es entstand eine wüste Rauferei, bei der Müller plötzlich ein Messer hervorzog und wie toll auf B. einstach, bis dieser aus niehreren tiefen Wunden blutend, zu Boden sank. Der recht erheblich verletzte B. mußte sofort nach der Unfallstation und von dort in das Krankenhaus geschafft werden, wo er mehrere Wochen danieder. lag.— Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Das Gericht ging jedoch, mit Rücksicht darauf, daß gegen Messerhelden mit aller Schärfe vor- gegangen werden müsse, über den Antrag de? Staatsanwalts hinaus und erkannte auf 1» Monate Gefängnis. Allcnsteiner„Budenzauber". beschäftigte kürzlich die Potsdamer Strafkammer. Die damals L3jährige Verkäuferin Leopolda Strehlau war im Jahre 1905 in Allenftsin tätig. Dort trat der damalige Oberleutnant Willi Schmach jetzt Hauptmann in Sensburg, zu ihr in intime Beziehungen. Im Jahre 1907 siedelte die Str. nach NowaweS über. Bald darauf schenkte sie einer Tochter das Leben. Dann verlobt« sie sich mit dem Bureaugehilfen Wilhem Grogcr in NowaweS. Als Vater ihres ' Kindes bezeichnete sie den Hauptmann Willi Schmack. Groger schrieb im Einverständnis mit seiner Braut an den Hauptmann und forderte ihn auf, UnterstützungSgelder für das Kind zu zahlen, anderenfalls er die„Geschichte" dem Regiment und der Braut des Schm. unterbreiten werde. Der Brief blieb jedoch unbeantwortet. In- zwischen hatte sich der schwebende AlimentationSprozcß zugunsten des Hauptmanns erledigt, da er sich auf das Zeugnis eines Leutnants berufen konnte, der beschwor, daß er in der fraglichen Zeit mit der Str. gelegentlich eines„Buden- z a u b e r S" gleichfalls intim verkehrt habe.— Ein zweiter Brief, der mit„gefährlichen Enthüllungen" drohte, hatte denselben Erfolg. Jetzt schrieb Groger an den Kommandeur des Regiments in Allen- stein, dem er mitteilte, daß er die beiden Offiziere wegen straf- barer und entehrender Handlungen anzeigen müsse. Die Antwort auf diesen Brief war eine verantwortliche Vernehmung Grogers und später die Anklagcerhcbung gegen Groger und Strehlau wegen Erpressungsversuchs und verleumderischer Beleidigung. In der Verhandlung kam zur Sprache, daß die Angeklagte Strehlau dem Oberleutnant Geschenke im Werte von 19 M. gemacht hatte, und daß sie diese nicht zurückerhalten hat. Das Urteil ging dahin, daß Groger der versuchten Erpressung und der verleumderischen Be- leidigung in drei Fällen, und die Angeklagte Strehlau der ver- suchten Erpressung in einem Fall schuldig befunden wurde. Groger wurde zu K Monaten, und die Angeklagte Strehlau zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Die Schreibereien an den Oberst waren sicherlich unschön und überflüssig. Als nicht minder unschön dürfte aber die Erhebung des nach dem Gesetz dem Hauptmann zustehenden Einwandes sein, daß auch ein anderer mit dem Mädchen, mit dem er häufig sehr intim zusammen war,„Budenzauber" getrieben habe. Ein Mädchen mit ihrem Kinde unter diesen Umständen ohne jede Unterstützung lassen, mag Allensteiner Offiziersempfinden ebenso sehr entsprechen, als die Verurteilung des Mädchens, das so hohe„Budenzauber"- Steuer hat entrichten müssen, dem gesunden Rechtsempfinden wider, spricht._ Dürfe» Tanzlustbarkciten in der Nacht vom ersten zum zweite» Wcihnachtstage stattfinden? Die Verordnung dcS Brandenburger Oberpräsidenten über die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage vom LI. März 1905 bestimmt, gleich den in anderen Provinzen erlassenen Ver- frommungsverordnungen, daß Tanzlustbarkeiten und ähnliche Lust- barkeiten, auch solche geschlossener Gesellschaften, an Sonntagen und den zweiten Feiertagen der großen Feste nicht vor 3 Uhr nachmittags beginnen dürfen(§ 11). Für die ersten Feiertage der großen Feste, sowie für Bußtag. Totensonntag usw. sind sie über- Haupt verboten(§ 12). Wegen Uebertretung der Vorschriften war V a e r s ch aus Mühlenbeck angeklagt worden. Es hatte bei ihm ein geschlossenes Stiftungsfest"des Theatervereins„Fidelitas" am ersten Weihnachtsfeiertage stattgefunden. Bis 12 Uhr nachts dauerte eine Theateraufführung. Dann wurde noch einige Stun- den getanzt. Das Landgericht sprach den Angeklagten frei. weil das Tanzvergnügen erst nach 12 Uhr nachts begonnen habe, also am zweiten Feiertage, und somit nicht unter das Verbot für den ersten Feiertag falle, während andererseits die Bestimmung über die Sonntage und zweiten Feiertage(Beginn nicht vor 3 Uhr nachmittags) nur die Zeit des Gottesdienstes schützen wolle, bei deren Beginn die Festlichkeit längst beendet gewesen sei. Das Kammergericht hob jetzt das Urteil auf und verurteilte den Angeklagten zu der nied- rigsten Geldstrafe. Solche Vorschriften über die äußere Hcilighaltung der Sonn- und Feiertage, wie die erwähnten, seien rechtsgültig. Sie fänden in den alten preußischen Provinzen ihre Rechtsstütze in der Kabinettsorder vom 7. Februar 1837 und in den neueren Landesteilen im Gesetz vom 9. Mai 1892, betreffend die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage. Die Zweck- Mäßigkeit der Vorschriften habe der Richter nicht nachzuprüfen. Uebrigens gäbe es auch gute Gründe dafür. Man brauche hin- sichtlich der Vorschrift über den Beginn jener Lustbarkeiten an Sonntagen und zweiten Feiertagen nur an die Frühmessen der Katholiken zu denken. Der Vorderrichter habe die Bestimmungen falsch ausgelegt. Nach ihm sei nach 12 Uhr nachts, beim Beginn des Tanzes, der erste Feiertag beendet gewesen. Dann handele e» sich aber um den zweiten Feiertag, an welchem vor 3 Uhr nach» mittags mit dem Tanz nicht hätte begonnen werden dürfen. Wollte man aber sagen, der zweite Feiertag habe in den ersten Stun- den noch 12 Uhr nachts noch nicht begonnen gehabt, dann müßten diese Stunden noch zum ersten Feiertage gezählt werden. Es sei undenkbar, daß ein Tag beendet gewesen wäre, der folgende Tag aber noch nicht begonnen hätte. Der Angeklagte müsse deshalb auf Grund der Verordnung verurteilt werden. Kfieftutten der Expedition. Patienten in Beelitz. Buch und anderen Heilstätten. Diejenlgen unserer Abonncnlen, die noch während des ganzen nächsten Monats In der Heilstätte bleiben, wellen uns wegen der Ucberweislmg von Frei- exemplqren sosort ihre Adresse einsenden, da bei verspätcler Bestellung die ersten Nummern des neue» Monats von der Post nicht gelicsert werden. Alle Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werden. Bitte aufbewahren! Jede Sendling frUefa hergestellt. — Unbegrrnite Zeit bnltbar.— nrnekisaehen kostenlos. Apotheker U. W. Kumbier's AenUleh empfohlen. Garantiert nnsehfldllah. Gesetzlich gesehBtzt. fe««4 Jahre« erfolgreich bei Blutarmut. Bleichsucht, Nervenleiden, Magen», Leber-, Gallenstein-, Nieren-, Darm» und Blasenleiden, Katarrhe». Rheumatismus, Gicht, AschiaS, Lungenkatarrh, Atembeschwerden, flechten, Herzleiden, Leiden der Wechseljahre, Epilepsie, Schlagaixr. Verkalkung, Zuckerkrankheit. ■'•V | Hanstrlnkkur ohne Berufsstgrunft, ohne strenge 1)181, MIwscvrto�B bel rcfleiniflsaigcir�Kur auHgeachlosaeiu| Aaslr'«: NstrlamcMorld 1.202, Nstriumtultst 2.920, Ksliumniltst 0.172, UseneilumiuKat 1.160, UsngaBgultat 0.14, Eiienksrbonst 2.187 In 10.000 Teilsn. Vrctfc ffl* Berlin: JSllung von 30 gl. 01. 10 priia. 00 AI. 01. 17 VrSn. 120 Al. 01. 30 Präs.«nschli-b-nde Aortsetzun«: SO AI, 01. 8; 00 AI. 01. 15. SufUnunj Alasch«n In Berlin(Swdtinnere») einzeln frei Haut. CUfenm« füc Berlin(SiadtSutzere») und die nähere« Bororte(wrotz-Berlin) siel Haut 30 AI. zusammen(10«f.«furt p,, Fsasqch. »ach ausmärt«: Riste mit 30 Al. stet»ur v-hn 01. IS, 2 Risten»ugletq 01. 27. ilnschN-i-nd- gortsetznn,: 1 Rift« 01. 13. gür sranNert iura-tgrs-ndte INften mtt Raschen werden 4 01. rergstet As Ws Kumbier, Mineralbrunnenfabrik. Berlin NW, Marienstrasse 30. «earllndet 1885. GeschäftSzetti 8-1, 4-7 Uhr. Fernsprecheri«mt III, Nr. 5631 und Nr. 4322. Jk UM rJ-'i Neue Erfolge. I nerrOsen Magenbescbwerilcn mit starker Stnhl- r. Oa< i»k..llk, Iii Uollk, Bnstan nnd HsUbesehu erden.»osbW k»U» söoh is lelelile spei«, nehr rrrtneen. hitta Jeile.n.l farevlvsr« paksisnes In Leibe.ad Ilaae» und sonnte meine ClidstfiaU nicht medr allew machen, leb bebe Ibres«teblbronnen 4 II«»»:» ssetrasbes! lere« be»» leb»laset eile» eeee» eed trlakes ovne Ueeehnerdea, Ihr Sleblbrnanea beb nich»leset seeess aemeeht... ©tri In. 0.»st 1010, tnjftu'et 2 c. IV.____ Ars» Emma Voigt. .... Olelebieitlr»»Iii« leb Ibaes«Je rrenmfe amciiont meebo», see» ee alt aeleen laliea cutlleh bseeet se»»eses let leb litt«et e»»e it JeWea»a bslttgom■heamntlaaen», Merzlalden»ad«Int» smt, batte«ft»r heftige.tehraerren in«er Hieet uais Sllehe In der Waken Seite. Aneeenlen litt leb Jebrelea«»» befugen Kopf schmerzen Harb Oebreseb res M Vleaebea toa Urem bteblbrnnaen bla leb aaa■iaalleb»oa sielae« Ssbnetsea befrei«. ■crlln o 17,•. Hai 1010. Otta Barger. Se»»t«t. 51, UL__ leb bebe Ibrra„Berltaer Stablbraaaea* mit eebt»etem Ktfolfe gtm Blatagmut. chronischen Ruehenhatarrh uad Katarrh d< taltwego»etrasbe»,«o See» leb Ibs ebelleb Leiseeie» aiit(gttsi Oeateeoa•ssele«calUeba4 eapfebles ksas, Ml ich»etlinltch auch Sri meuiin vetemuen schon Iflrr«et»» dat>e.. Berlin so. 8. risi l»io. viuffauerst« 47, Gustav Taaefes,»ausmaun. . fbr Rtshlbrsasea be« sdr eebt»ats L______. Katarrh aas st» iUombosahererd—«las fsrl, ascS ftkls leb aleb esbz brsltlf,»Sbrnas leb rar 4 Wssbes sfeb es eebweeb»st..>, ©•(Iis If.ff. 4.«St 1010. or-ffdersi«. 2». eeti«nflS|ei IL Arn» W. MlUlsrw Dt Iht Steblbrnaaea nelset Prsa»ejea namorrholdenlolden ssd nervOse SchwBche(ste Dteaete releletet» kann Ich nicht umdin. Ihnen hieriür meiern«-rzuchlien Dank aulnisprechen, unb werde nich« Netstdle». et« bei meinen verwandten und Lelannttn wärmftrnt zu empfehlen. «Jechenfet, vbrthstr. 27, portal 2, M. 4. 0tal 1010. G. Ttdlng. Steine Iran leidet In den fVeehsellohre» an allen mbgllchen Beschwerden namentlich an Storker netvQscr Gclicrrelenng, Koptsehmcrz, Hflcken- nnd t!mcrlc>ti!.>rbmrrzcn, ncrvOecm Herz und »«WkSiu llcrtkldptan. jKachOmi fte tto Raichen 3l»:ee Ciapldtunntin ae- »unlen. ist da» Allarmeinbeilnden ganz'bedeutend besser! fia hat nentn Lelrniniul ««halten.-I« Leichwerden sind verschwunden. Rlrdvrs. ves-rstr. 56, II. 13. Mär, 1010. Fritz Schräder. Ikr SUblbninntn dal wir bei nelnem Gollenstelnlelden»enOglloh» Oiend» gelelelel. lad Iddl« mich euueronlenllieb wohl, eoit leb ihn gab rasche, habe euagezelehneten Appetit und leide nicht mehr»le frllher es Vereleptdng, Wclssentee,«Snlgl-Thaussee 15, u, 4. Febrnar 1010. Karl Erdmana. bh IRt ten B Jahren an Aallima and WancnsclimerieM. hennte nlehle ptten und helle keinen Schlei. Nach dem fiehrauebe Ihre« SteilbrunniD« bat eich mala Leiden bedeutend gebeeierl Hsteuse»,«eorg-MIHelmslr. 17, 8. Aebrndr 1010. O. GOrlng, Onstmia. ,,, leb 1114 Mit lehre» sa Blaaenleldea sad hortnBeklgcr Verstaplang n»s bim such die Kar eebt eekrledcxeerell». Berll», Urbanstr. 129, 20. Dezemder 1000. Nc Fener. leb beetäilUe bietseteb ese sl»e»em ütmeeee» eebt per», den mir der„Berllaer Stahlbr»»»«»" eftretellebe l>le»er«(clelitee bat, leb«tsak 90 Fleeehe», eed habe» raleh dlaeelbe» I» der Zelt der WerhNelsahre rolletiadln ro> hochgradiger Servo»!!»«, Gelenkrhenmatliimn» eed Uehlaai gebellt, leb bi»»acta Ihrem Bruaaea es geanad»le lab • eltea»er uad bitte Ria, diel aam Wahle der Heaeohbelt an TarSBaatlleheo. ©orhageu RummelSbutg. Ceomlenbaui. 87. Oktober 1 000. »ran«mtSgetlchtssektatät Ida Kiene«. Die retten 4 Raschen.Lerliner etcbldninnen* bade ich bsittuftg nicht mehr petiunttn,»eil« rUeebea genOgt bebe», nleb tob Blasenkatarrh. Harngries. Slerencntzandnng ssd nBssender Flechte klater den Obre ee befreie». Ueberhaupt fdble leb mlsh]els« eebr»Ohl.., Berlin, Lerndurgerst«.«h 11. April 1000. A. Kaachad«. Adroaien auch fler tolgoadaa fleatilttn e>rn» n Dlomtia.| ,., leb basa Ihaes mitteile», deet sieb Ihr Rtsblbresaas bei mir eefe beel» bealkre hat. leb halt»»or dem Oebreeeh deaeelbea f. st tagHch Kopfachmerzru, berven- nnd Mageiteehmereen. Kaeb den Verbreuebe ton 00 riatehes Htehlbramaes lal alle» Tcreekwandea.., Berlin 60.«, 20. 0l«| 1010, H. Kl..... Da mir die(edte eeudun» Jhref Lerllnn«lahldrunnen» gegen mein bis,. nahe» Leberlcldcn geae beeoadera gel bekommea Ist, bitte Ich um eine nena Sendung von du Raschen. Beide nicht perfehlen, Ihren Brunnen stets zn empsehlen. «itbotf, 15. gebrnnr 1010. grau Minna 0... 30 Hab, de» Brunnen getrsntan, weil ich Uackarkraak Mm nsb bis adl dem befolge eebr aafrledea. M werte(pltct noch' ein« 9» machen. Berlin. 11. Asnast 10107..•« 1 Theater und Vergnügungen I�essinx-IKeater. Täglich 8 Uhr: Kasernenluft. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: TalfUll* Morgen: Talfnn. Aicnea Operetten-Theater. Heute und folgende Tage 3 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Heute nachmittag 3 Uhr zu er- mäßigt. Preisen: IZio lZollarpeinroeela. AbendS S Uhr: Das Leuwaptsmündel La Tortajada in ihrer neuesten Schöpfung: (Abenteuer eines Toreros". Amann Mimiker und Charakteristiker De Dio Phantasie-Tänzerin sowie die sensationellen Attraktionen des JuH-ProKrainme t !lb 8 Uhr: DaS Programm der großen Spezialitäten. 9»/. Uhr: Klaeeiache Tlinncrlnnen vom töntgl. dänischen Ballett B Beantös Korlnnae 5. 9'/« Uhr: Scblmpaneo- Orang-Utang als Dandemfahrer uim. usw. usw._ OSE=THEATE Kroße Franksurter Str.>32. Auf der Gartenbühne: Der Seekadett. Operette in zwei Akten von Otto Richter. Musik von G. Sieffenl. Auftreten erstklassiger Spezialitäten. Großes Bartenkemert, Ans. 4 Uhr. Passage-Theater. Heute Sonntag: Z Vorstellungen, nachm. 3—7 Uhr kleine Preise, abends 8 Uhr, Der größte TheSols der spanische Caruso Senor Ordnna. Der stimnigewaltigste Tenor, der je gehört wurde, u. das große Juli-Programm. Passage'PanopUkuni. Die zusammengewachsenen Schwestern filazek und ihr Kind. Von 11—1 Uhr mittags u. von3— 10 Uhr abends zu sehen. Kein Extra-Entree! Mar wenige Taget Eintritt SO Pf., Kinder und Soldaten 25 Pf. Metropol-Thealer Hallo!!! Die große Revue! In 8 Bildern von Juh Freund. Musik v. Paul Lincke. In Szene gesetzt vom Dir. Bich. Schultz. Anfang» Uhr. Rauchen gestattet. E Variete Theater I Weinbergsweg 18-20, Rosenth.Tor. Abends 8'/, Uhr: Das groBartlge Ausstellungshalle am 2oo. Täglich(Anfang 8 Uhr): KinematograpMe Korlrunp. 'Reiehshallen-Theater. Gastspiel 'Winter Tymian mit seiner berühmten Herren- Geeellschaft Ans. wochent. 8 Uhr. Sonnt.igS 7 Uhr. -Montag, d. 1./8.: Wiederbeginn der Soireen der � Stettiner Sttnger. � Urania. Wissenschaftliches Theater J! Taubenstraße 48/49. Sonntag 8 Uhr: Ton Abbazia bis Korfu. Montag 8 Uhr; Zum 1. Male; Die Insel Rügen. Gastans Panoptikum Friedrichetr. 165(PschorrpaL) Größte Sehenswürdigkeit Berlins Der Mann mit der eisernen Zunge. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abds.> Gr. Berliner Kunstausslellung 1910 30. April bis». Oftober. Im Park täglich Doppel-Konzert. Eintritt: 10-6 Uhr t M.. v. 6 Uhr ab 60 Pf., Sonntags 50 Pj. Dauert 6 M. V olksgarten- Theater früher Welmann. Badstr. 8, Behm- u. Bellermannstraße. Täglich: Konzert-, Theater- und Spezialitäten-Vorstellung. DaS neue Niescn-Juliprogr. Zur Aussühr. gel.: Der Galdteulel. Lebensbild mit Gesang u. Tanz in 3 Akt. v. K. Elmar. Jed. DonnerSt.: Gr. Brillant-Feuerw. am See und Babobol Stralau Gummelsburg. Täglich: O Spezialitäten O Theater, Konzert. KönlgMudt-Kaslno. Holzmarktstr. 72, Elke Alexanderstraße. (Inhaber:»az Sebindelbauer.) Im. herrlichen Naturgarten(bei un- mistiger Witterung im Thcatersaal). täglich: Hund„Konsul« aus Uoko- ama??? Mafini, bester Ent- csselungSlünstt., usw. Goldschmieds Döchterletn. BolkSft. m. Ges. in 1 Akt. Ansang wocherit. 7'/» Sonnt. 6 Uhr. Kerlintr Prater- Theater _ Kattamenallee 7—9._ AM- Zum letzten Male:-MW In» Kelche des Kars. Spezialitäten, Konzert«. Ball. Anfang 4'i, Uhr. Entree 80 Pf. Morgen Montag: Zum 1. Male: Sehtttxenlls'l. Folies Caprice Anfang 8'/« Uhr. Ende lO1/, Uhr. Die böse 13. Die keusche Tolnette. Der Athlet. Pariser Ehen. IOCISCNER GARTEN Heute Sonntag: — Eintritt SO Pf.— Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Ab nachmittags 4 Uhr: Gr. Konzert (8 Kapellen). Morgen sowie täglich: Militär. Doppel-Konzert. Seim tag, den 94. Juli; 2 Vorstellungen, naobmittags 4 u. abends B'/, Uhr. Vereins-Branerei Rixdorf, tiermaoustr. 214/219. Oekonom: Max Wandt WM» TSgUch:-MW Gr. Militär-Konzert. Anfang wochentags 7 Uhr. , Sonntags 4 Uhr. VOlst-LIBSnlSr Tefundbrunnen Badstr. 68. Sonntag, den 24. Juli: Vineta. W Uhr '/� Uhr Ar. romant. Lebensbild mit Gelang und Tanz in 3 Akten von H. Schulz. DaS glänzende Juli» Programm. Kasseneröffnung 2 Uhr. Ans. 4 Uhr. Schweizer(Zarten Arn KSnlaster— Am Friadriehthaln. WM- Täglich:-MW Spezialitäten-Vorstellung. Jeden Abend'/,10 Uhr: Berliner Herzen. Volksstflck mit Ges. in 2 Akt. Volksbelustigungen. Tanz. Anfang 5 Uhr. Entree 80 Pf. Jed. Mittw.; Kinderfrsudenfest. flltdcutkljes Volksfest in der Menstlidt Magdttmr am Rcrtafee i. 10 mmtm gjjuijp J Ttolpe-N-rddlih»| vom Sonntag, den 24, Juli 1910, bis Sonntag, den 31. Juli 1910. jP Programm. Um 3 Uhr nachmittags: Einzug König Heinrich, des Städteerbaners in die Gefilde der Gartenstadt Hafjagdrenier Künstlerische Leitung: Direktor Max Rleger-Reinhardt Gerold zu Pferde. -"crtoi' 2. MustkerkorpS. 3. Gruppe der Ritter und Edel- frauen. 4. Stegeswagen der Germania. s. Gruppe der Landsknechte und Söldner. Zugordnung: 6. Galawagen mit König Heinrich'drm Städteerbauer nebst Gemahlin. 7. Patrizier, Bürger usw. 8. Gautler, Zigeuner und allerlei fahrend Volk. 9. Gäste und Festbesucher. ! Der Zug bewegt fich um 8 Uhr vom Festplatz am Hertasee durch die Gartenstadt nach dem Dorf Bergseld« und zurück. Auf dem Festplatz: iKaftstii»! de« HI. Känigl. Sachs. Feld.Art.-Regt. Rr. 82 König Glilllplkl Frledr. August Musikmeister Goldberg. Riesa i. beiiaalischcr Beleuchtung de» gesamten FestzugeS.— Land» und Waffcrseuerwerk. Für Dame» und Herreu PreiSschietzen. I. A.: Der Grundbefitzer-verein«ergfelde. Schiller-Theater 0.(Wallner-Theat.) Oottscheld-Oper. Sonntag, nachm. 3 Uhr bei ermäßigten Preisen: Die Ettrster-Cdrlstl. Sonntag, abends 8 Uhr: Hartha. Montag, a b r n d S S Uhr: Volkstümliche Vorstellung zu ermaß. Preisen: Der Tronbadowr. Theater. Sohiller-Theater Charlottenburg. Sonntag, abends 8 Uhr» Die von Hochsattel. Lustspiel in 3 Auszügen von Leo Waller Stein und Ludwig Heller. Ende nach iO Uhr. R o n t a g, abends s Uhr: Die vea Hochsattel. Dienstag, abend« SU h r: Die von Hocbsattel. TERRASSEN HALENSEE GrSBter Vergnügungspark des Kontinents. WM Attraktionen. Die gr. SebensvQnligkelt Berlins. Täglich Translateur« und Militärkapellen. Eintrittspreis SO Pf. „Pharus-Sommer-Theater" Besitzer: Max Ludwig. Art. Leitung:Max Beinhart Berlin N., Httllerstr. 148. Täglich: Im herrlichen Natorgarten Bei Bogen im Theaiersaal! Konzert..Spezialitäten-Vorstellung 20 Künstler-Attraktionen. Stets weehselndee Familien-Programm. Aulerdem jeden Freitag: Die beliebten ApOllOsSänger. _ Anfang Sonntags 4 Uhr. Wochentags 6 Uhr._ Achtnng! Diez9 nur Achtnng! Seeterrasse Siehfenbern RttderstraSo 11/18. Zwltohea Landsberger Alles und Rödsrplatz. GröftteS und schönstes Lokal Berlins. N-rtÄ Ä- S4 Täglich:� Ob sohlal eb Reges: Or. K.ODZCFt<. Austreten der besten Turmfeilkünstler»« vm The uegeiu. The 8 Blackbarns, phänomenaler Luftleller-Att. Gr. Lachersola: «nstav Eoeser Comp. GeusatwnS- Pantomime, ein Spaß u» -wer holländischen Waschansialt.— Duett Krill und«nstav HUIIcr, Origwal.Humorlsten mit ihre» wunderbaren attuellen polittlch-sattrischen Schlag«» und da» WM»«eue beste Programm Berlins.»WWW �Eanck'"«»� wis'se?' 5�»� DQd Lall. ——— Jeden Dienstag: Grosses Kinder-Freudeufeft. Anfang 3 Übe. Woobenfag, 4 Che. fissamteintrW 20 Pf. Kinder frei. ~ spruch bitten Louise und Waldemar Diez. Um güttgen Zuspruch fitenm||||(r � Fruü. Ctaassee 8 Bichard Arahald Gr. Künstler-Konzert Sonntag Soantag sowie du erstklassige IpezIaliUtea' Programm mit Franz Sebanikl — 8. Radfahren anf der Bflhne i n a Ausgeführt von dem dänischen Meisterfahrer Hans Hansen Im fl m Roll Volksbelustigungen aller Art Saale" D al■ 8 verdeckte Kegelbahnen Im prachtvollen Lindengarten• Täglich Kttnstler- Frei• Konxert— Kapelle Hollfelder Spree-Garten Treptow. I An dar Oberspree. Gegenüber der Sternwarte. J Ersttlaaglgc», grSBtes Konzert-Etabligsement Treptows, !Orlglnal-Pllsener|||__jcMthgl8_-jlere|[[|�8paten- Bräu �e�jSu?' Großes Militär-Konzert I Kapelle des Inf.-Begts. v. Stülpnagel. Kgl. Obermnsikmeister I Anfang 4 Uhr. Eberl. Entree 20 Pf. 'fefw:- Großer Ball. | 2 Tanzmaitre. Ballmusik der Hsuskapelle. 2 Tanzmaitre.{ Kttdetti Kahnt& Hertzer Tel. Amt VIR, Mo.«06«. Billige Dampfer-Extrafabrlen ab Vaisenbrüeke Jeden Montag u.Doim erZtag n. Freibad Grünau u.NausMOhle Dienstag und Freitag nach Weltersdorfsr Sehleuee Freibad Grünau und Ziegenhala Mittnoi Mittmoi Abf. 2 Übt nach. mitt. Hin und zurück 60 Pf. Teupltz, Tornows Idyll, Abfahrt VI, Uhr morgen«. hin und zurück 2 M. ™ W- Kinder die Halste. Montag, Dienstag, Donnerstag u. Freitag n. He»«en-. Hin u. zurück winke! und Heu-Zittau. Abf. 10 Uhr morg.° (außer Sonntag) n. Freibad Grünau, Ziegenhais und Neue Mühle. Abs. 9ll, Uhr morgen». Ab Weidendammer Brücke(gegenüb. der Jeden Dienstag und Donnerstag nach.. ab Spandau, Eharlottend rücke Abf. 9'/, Uhr morg., Aus vielseitigen Wunsch am Sonntag, den 81. Juli«ach Teupltz. Tornow» Idyll, ab Waifenbrücke 7 Uhr morg., hin u. zurück 2 M. Brück«(gegenüb. der Prtnz-LouiS.Ferdinandstraße): »'««»t-bui, o. K. clottenbrücke Abs. g>/. Uhr morg.,..» 1.7S Auis: m i, hy Abfahrtstollo mkl%. Scblllinasbrücfce Omk mrrrTyV'gjCT» am Schlesifthen Bahnhof. Wd«I«M»-« WvMff Äd!«. "'« SSI N f»« NU«. ftthlmanns Theater Schönh. A. 148— Kastanien-A. 97/99. Wenn schön— im Garten! Wenn Regen— im Saali Täglich abends 3 Uhr: Berliner in Japan. Operette v. Reislingen. Musik v. Kirck», Vorher: Die brillanten neue» Spezialitäten. Ansang wochent.'/£, Sonnt.'1,4 Uhr. Enir. wochent. 23-63, Sonnt. 30-100 Ps, Kinder halbe Preise. ötltgliisgkl-�osoigtogtgplf vorm. Groterjan, Jnhab.: Rud. Merz, Schönhauser Allee 129. Tel. 3. 9353. Lebende Photographien. Während der Sommermonate nur Sonnabend, Sonntag u. Montag. Eintritt 90 u.«0 Ps., Kinder die Hälste. Ans. 7 U., Sonnt. 4 U. Vorzugskarten, nur wochent. gültig, 25 Ps. aus allen Plätzen. StetS wechs. Progr. Jed. Sonnt, i. Obersaal: Künstlerfonzert. Entre« IS Ps. Garderobe 19 Ps. N. d. Konzert: Farnlllen-Kränzoheu. Täglich: Freikonzert._ ■Victoria- Brauerei, LDtzowst. 111/112 Im Garten oder Saal: Täglich Hr. bnmorlst. Soiree. (GesangSvorttäge. Theater und Varietö-B orstellungen.) Sonntags, Dienstag», Donnerst. und Sonnabends: lanzkränzvben. Ans.: Wochentag» 8, Sonntags 7 Uhr.— All« Bon» gülttg. Im Restant.: MittagSttsch 75 Ps. Gr.«. kl. Säle zu Festlichketten aller Art. Max Saeger. Hai Mm Snutttr and Festsäle. Inh.; Bndoll Krüger.«i Haienhalde 13/15, vis-k-viav.Tarnpl Täglich: Große Theater* d. Spezialitllten- Mlioog. Artist Leitung: Walter Grlvenftl, Kapellmeister: Max Wolffhsln. Jeden Donnerstag: Elite-Tag 1 Anfang: Woeheni 6 Ohr, Sonnt'/,» Uhr. SBä BnumenstraJIe 18. Das größte Kino- Theater Berlins. lenes Programm, Ehrtritt 30 Pf- r hü Alt-Hoablt 47/49. Täglich: Konzert, Theater, Spezialitäten. MMMMMMMMMMMMMMMM Willielmsnih a. d. Nordbahu Statto» Reinickeubors.RosenthuL 10 Ps.» Tour. Sonntag, de« 24. und Montag, de« SS. Juli: In alle« Festlolale»: Mm Konzert Ball. 2762 Um'/,4 Uhr: Rirtorird)er Umzug. — Bogelwiese.— Jeden Sonnlag: OroBe Speslalltäien• Vor- , stellang(Paul Jeschecka Kreuzberg-Festsäle und Garten �Bes. Otto Ernort, 8W.,Kreuzbergtt48 fm.. Enecmhle). Enttee frei. Prog. pro Person 10 Ps.— Jeden Montag: HokDnanns Slordd. länger.— Jeden Freitag: Die lustigen Kalauer. Paffep. u.Sor*ue«f. gültig. Ewige Sonnabende nnt. IuI. Beb. an Vereine zu vergeben. Hj in Berliner< n.« umsr-Gusttiti 0. Crtutr. lUstanltn-aussso Für de« Inhalt der Inserate die Redaktion de» übernimmt Publikum gegenüber Verantwortung teiuerlet MM Sonnabend, den 30. Juli 1910 t Großes Sommerfest in den GesamtrHamen der �611611 Welt, Hasenheide 108— 114 bestehend ans 208/4* Konzert, Spezialitäten-Vorstellung, turnerischen Auffuhrungen, Gesangsvorträgen vom Männerchor der Handels- und Transportarbeiter(Mitgl. des A.-S.-B.), Feuerwerk, Marionetten-Theater und Fackelpolonaise. ___ Billetts im Vorverkauf ÄO Pf., an der Kasse£5 Pf.___ jM yC" Jedes Kind erhält am Eingang einen Bon zur Stocklaterne gratis."VNI"WG Kasscnerttirnnitg S Uhr. Anfnns des Konzerts 5 Uhr. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen von 3 Uhr an zur Verfügung. Ton 7 Uhr an<"««•/-. Rot- Cocthnll Herren, die daran teilnehmen, fim eroßen Saali: tJFÜlJCr i ColUuil. zahlen 50 Pf. nach. (im großen Saal): Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Markgrafen-Säle 34, narkgraren-Damm 84. . An der Stralau« Allee.-------- Jeden Sonntag: GroHor Ball. Im Restaurant täglich musifalilche Unterhaltung. Vorzügliche Küche, st. Bi«e u. Weine, Billard u. Kegelbahn Carl Kellers Neue Philharmonie Köpenicker Str. 06—07 10 Säle(60—2000 Personen), zu Versammlungen, Sommersesten und anderen Vergnügungen. Im herrlichen Naturgarten täglich: Konzert und Kinematograph. ViktoriasQarten in Wilmersdorf, Wilhelmtaue 114/116, ca. 10 000 Personen sassend, mit großer Kaffeelüche, 5 Kegelbahnen und sonstigen Ver< anstaltungen. Täglich: Künstler- Konzert. Enttee frei. 66242* »ww www www www Alhambra Lallner-Theaterstraße 15. ;.:r Großer Ball Stoße» Orchester..Ansang Sonntag» k Uhr. A. Zameitat. >s mmm Jnh. Friedrich Neumann. Im herrlichen Sommergarten da» beste SptpalM.-Programm von Groll-Berlin. Linien 58, 64, 65, 76, 81, Städt. Linie Sirchore- Krankenhaus. Warschauer Str., Alexanderplah- Pastage- Steuerhaus- Bahnhof- Landsberger Allee. \L II It II Arbeiter-Schmimmklub„Neptuu" Meißeastt. (Mitglied de» Arbeiter«SchwimmttbundeS). Sonntag, den 24. Juli 1910, nachmittags 4 Uhr: 10. Stiftungs-fesf verbunden mit VereinsaSchauschwlmmen ■ im Seebad Weisteusee, Berliner Strast« 181.' Hierzu ladet ergebenst ew(238/8 Bas Komitee. 31 30 Von derMichaeibrnlde bißigeFtrieufahrten Montag S'/, m. Uusill n. Rüdersdorf z. Bergmannsfest. __ Preis hin u. zurück 60, Kind. 80Pf. Außerd. Montag« /, n. WoltersdorT"Dienstag 9'/, u. 21;, n Neue Mühls. Mittwoch 9'/, nach Woltersdorf, Wernsdorf, Krampenburg. Donnerstag S'/, nach Neue Mühle u. Woltersdorf, hreitag S'/, n. Wernsdorf, Wellersdorf, Bonrndokwitr. So»»- abend S'/, n. Woltartdorf. Preis früh u. nachm. bin u. zurück 50, Kind. 25 Pf. 965 Reederei Zachow. {£ Achtung, U-reme! Sonnabende und Sonntage im H«bsi und Winter unt« kulanten Bedingungen zu vergeben. INo. 67 Memeler Straße No. 67 Fernsprecher Amt VH, 1075. Bequem zu«reichen durch dl« Straßenbahnlinien 6, 18, 76, 78, 79 61« Küstrin« Platz. Stadtbahn, Sochbahn und d«tn Anschlußlinien von der War- jauer Brücke.* Um geneigt« Zuspruch bittet Paul Utfln. Englischer Garten Alexanderstr. 37«. Amt 7, Nr. 10623. Empfehle mew««ttle zu Fest- lichkeiten und Verlammlungen, mit und ohne Theaterbühne. August« Sonnabende September: und Sonntage -rei. 68b 8opdien-8aIe empfiehlt seine von 60—2000. V ortrag»« u. Kunstabenden usw. Sopdieiisli'kLs t7/lS Pvorstrse« dsr Rosenthslor Btral«— »m Hackosohm Markt* Inhaber: Faul Baats--------------------- fassenden Säle zu Bersammlung«, llustif. Kulant. Entgegenkommen. Berlin N. 20, Hochstraße 21/24. Und- u. Waldparzellen, weil au» erster Hand, von 4 M. an pro Ou.-R. nahe Bhnh.FrederSdors gelegen« Otto Breseke. Petershageu + Magerkeit+ •chwindet durch Haufe's Nähr- Sulver„Thllossla". Preisgekrönt ierlinl904. In 6 Wochen 24 Pfund ärztl. kontrollierte Zunahme. Gar. onsohädl. Viele Anerk. Karton 2 M., bei Postversand Porto und Kachnahmespeson extra. N. Haufe, Berlin N., Greifenhagenerstr. 70. Depots in folgenden Apotheken: Weißenburgerstr. 53, Leipziger- «tr. 74, Pnedriohstr. 160, Pots- damerstr. 29, Köpeniokerstr. 1X9, Frankfurter Allee 74, Bosen- thalerstr. SljReinickendorferstr. 1. Spandau: Potsdamerstr. 40, Best.: Pfl. Eiw. HaemogL Lecith. Ssom. Katronclh. Cao. Zucker. EZT schönsten Ausflöge pLu« nach der am Wald und Wasser gelegenen MSnchmQhle s-viio»», Vorzügliche schattige Plätze am roraantiachen Mühlenteich. Vorzügliche Küche und Getränke. KaSeeküche. Wanderer- und Turnvereinen ganz besonders empfohlen. üm gütigen Zuspruch bittot 6673L* E. R. Arndt, Ami MOhlenbeek Ne. 10. ■- »•••••••••••••••—— Himers Blmmarlee Ober-Schöne weide. Heute fenzerttert da» Mufifforp» de» Braudeudg. Feld> Artillerie- Regiment« Nr. S. Lbermusik« meilter Hobmaun.(* Gr. Garten- and Wnsieer- lllnmlnatlon and Ball. Täglich: Konzert und Käß. ««>«ch«D«GOOO»«V«O«M Erbschaftaus Amerika. Gesucht wird eine geborene Emilie Wltake auS Schlost Piate», RegiernngSbe». Danzig. um 1S84 verheiratet mit einem Schmiedegeselle». welcher«m diese Zeit in der Borfigsche« 8abrik tätig war. Alle näheren nhaltspunfte fehlen. Zu melden bei Relarlch Z n e h a r 1 an, WelBennee bei Berlin, Charlottenburger Straste 21.* liilicc Krause Kompl. Wohnungseinrichtungen zu anerkannt soliden Preisen Röbel, Spiegel n. Poleterwaren Kaatanlen- Allee ---- Xo. 40.------- Tetlsahlnng gestattet. Erfrischend 1 � Durststillend! Köstliche, erfrischende mit dem wundervollen Aroma frischer Früchte kosten pro Qlas bei einfachem Zusatz einiger Tropfen Nea's Original Extrakt zu einem Glase Wasser mit etwas Zucker. Nea's Original-Extrakte sind In Jedem Fruchtarsma erhaltlich. Himbeere, Zitrone, Apfelelne, Erdbeere, Waldmeliler usw. Flasche SO PI. Noa'a Original-Extrakte ergeben auch herrliche Sirupe als Zosate zu Weißbier oder Selters, für Puddings, Speisen, Cremes usw. usw. Nieder-SchSnhaogen TreskowstraOe 5—6 MAX NOA, Fruclitsadpresserei, Berlin, Elsasser Straße 6 SÄäS'iS Sozialdemokratischer WahlTerein des Tl. Berliner Reichstags-ffahlkreises Sonntag*, den 24. Juli 1910, in„Schloss Weissensee" (Fahrverbindungen mit der Stadtbahn(Nordring) und den Straßenbahnlinien 69, 60, 61, 62) Grosses Sommerfest Uhi '/» bestehend in Konzert, Gesang, Vorträgen und Feuerwerk Mitwirkende: Gesangveremo des Arbeiter-Sänger-Bundes— Freie Turner— Arbeiter-Athleten-Vereine— Arbeiter-Schwimmer— Humoristische und satirische Ensembles Billetts im Vorverkauf 20 Pfennig, an der Kasse 25 Pfennig aas/n* Anfang gnittags 12 Uhr In beiden Sälen TANZ Herren, die daran teilnehmen, Bahlen 50 Ptennlg nach Jedes Kind erhält zwei Bons; einer ist gegen eine Stooklateme umzutauschen, der andere gilt zur einmaligen Benutzung der Schaukel oder des Karussels Die Kalfeekttehe int wen S Uhr ab geöffnet Bas Komitee. vollständig renoviert. Neu erfiffnet. Anerkannt vorzügliche Küche. 65142« Oekonom Anton filesboit r.'\ Meizner Katalog gratis. Gröbstes Special-Haus' Kinderwagen MetallKeMellen Gartenmöbel etc. Berlin.O.Andreasstr.23. Brunn enstr. 95. Lei pzigerstr. SV. Beusselslr, 67. RixoorrBergstr.133. aiBMOlSCllUOFli bei Tegel, angremend an die könio verläuslich. Quadratmet« 4 M., New« Anzahlung. Das Angebot ist zu dem geforderten Meile völlig konkurrenzlos, da da» Gelände Hochbau- bmchtigung hat. Borortverkehr. Große An- lagen im Entstehen. Nur 80*/, Kommunalsteuern. W« den Erwerb eine« landschaftlich reiz- voll belegenen Eigentums mit außerordentlicher Gewinnchance � anstrebt, versäume nicht, die in best« Sntwickelung begristme Ansiedelung zu besichtigen. Räh«e» durch 190/8 HetoM Gördes, Rewiikeddorf, Berliner Str. 2. TagSüber aus dem Gelände anzutreffen. • Hansgrundstück• mit Räume« für«aftwi, in volkreichster Gegend, «Ii» N., Ivermieiung leicht auf 24000 312. zu steigernd. Mieten, ist Hauptexpedttion d..Vorwärts*,(ßkü Karow Buch Schönst. Villenort, HR.». 18 M. an. 20 Pf. v. Stett. BW., 25 Min. Fahrt, 10 PI. v.Pankow-Sehönh., 12 Min. Fahrt. Terrain unmittelbar am Bhl. Bebauungtpl. genehmigt Pläne gratis. Mäß. Anz. u, lang» jähr. Hypotheken. Verkäufer ständig a. Bhl. Karow.« i. Bieger, Oontardeir. 0. Porzellanfabrik KoImarSsBerlinl ■ Leipziger Straße 76(am Dönhoffplatz)■■ 2 Waggon Porzellan zu Ausnahniepreisen: Speiseteller, feston, weiß, tief u. flach Dessertteller,„ Portionstassen, Tassen, Qoldband.. � I! I Tassen, blau Band und Goldlinie.. Kaffeeservice für 2 Personen... Kaffeeservice„6.. 9 Teile 4�0 .; 15 Pf. : 10, 8 Pf. Paar 15 Pf. .. 13 Pf. ., 20 Pf. . 95 Pf. 225 Pf. Der Verkauf beginnt am üontag, den SS. Ja 11. (Leipziger Strasse ALEXANDER PLATZ Diese Woche— Soweit Vorrat FRANKFURTER ALLEE 5 mm Glos, Porzellan, UirBdufMikel Weißes Porzellan iSpeiseteller 15 p», 13?,. Dessertteller.......... 8?,. Terrinen gro»si mit o«ckei.. 95?,. Saucieren............. 45?,. SalatsciiPsseln ak...... 38?,. Braten piatt.°v.,85, 55, 28, 20?,. Milchkannen gro..... 38, 33?, Kaffeekannen.. 45, 38, 28?, Milchtöpfe............ 12?,. Zuckerdosen.......... 10?,. Butterglocken..... 28, 20?,. Tassen mit Untertassen 9?,. Tassen echtes Porzellan Kobaltkante und Kränze 30?,. Dünn mit Goldrand........ 22?, Fein dekoriert............ 15?, Becken u. KrOee dekorlsrt,..... Stack B kB PI. Küchen* Carnituren Vorratstonne.. Gewürztonne... Essig- od. Oelflasche Salz- od. Mehlmeste Satztöpfe S stock. I Echtes Porzellan Goldkränze 65?,. 28?,. 65?, 125 •|85 Delft dekor. 55?, 23?,. 55?,. 1" 235 Porflenslassen gerippt, mit Unterlatse.... Ober-Tassen meseiv. IS 10 ?,. ?,. Kaffee-Service für 6 Personen...... 385 345 2" für 12 Personen........ 875 7M Tafel-Services: 23 Tclla 30 Teile 45 Tolle 60 Telia II75 2260 35°° 42" 80 Teile mit voll. Goldhenkeln 80°° Blumen■ Kübel Majolika 24» 360 550 Besonders billig l , rQher..... 125 �90 jetzt.....65, 95?,. 1" 17# 275 an rosten Ssllnger ArtlRel Echt* Elfenbeingriffe und stark vernickelt Obstmesser, Obstgabeln, Kabarettgabeln, Brotgabein, Buttermesser, Käsemeseer, Kompottlöffel, Sardinengabeln____ stock Wlrtscharts-Artikel UNMIIM wein 1" � Z" Spfiioonnen mm!. 90 pt. Reibemaschinen........... 85, 95?, T5 Nesserputzmaschlnen• 300 529 Gurkenhobel.............. 35,50,70?,. Bürstenbleche mn 4.......... 90?,. Brotdosen �»1» uckier,......., pt. Zink- Waschwannen........ 650 825 950 Zink-Waschzober........... 700 800 975 Zink-Waschwannen m« w-w... 978 11° Waschtöpfe ruir.r.'..0:*?. I90 2� 285 32' Plättbretter..................... 1° 2" Aermelplättbretter..38?,."TSKr 70 pt Fruchtpressen c»...-.».......... 5'° 60# GllSkOChCf 2 ncmmwn nebeneinander 4 8 � GBSkOGllCf 2 Flammen und 2 WSrmeetellen. 7� Gasplätten-««d....... 425 Wandkaff eemuhlen ver«ehiedana Dekor«.. 2M ■Csra ■ tiv Mhjp, musr.�> AVeit! -» vVs d- v <.v y. iJibfeK 1 1i'Ü5''jewrfifjpiv I�Äteiv hMo Jacob,] v_ S sejck-o I Eine Hork wöchentliche Teilzaiilung i-arnl erobe fertig und nacb Mau, feinste Vararbeltung. S. Bolluch, Fnutktairter AOee 75. 1 Eingang Tilaiter Strus» SeMeu-Reafe(am Aniiaeheii. 1 Das seidene Braut-Kieid und die herrlichsten Seiden kauft man am Torteilhafteaten direkt im Seiden-Engro.-Hau. Seidep-Heriog. Nach beendeter Saison werden zirka 23 000 Meter kostbarer Seiden direkt an jede Dame verkauft. Diese Woche: Beste und Coupons wundervoller Seiden und Samte für Roben, Blusen, Jupons usw., darunter drei Serien i 1.00, 1.60, 3.00 per Meter, weiohe teilweise das Doppelte und Dreifache gekostet haben. Ferner: Vornehme Seiden für Braut» und Hoohzeits-Eoben. Aparte Blusen- und Jupon. Seiden, entzückende Sommer-Seiden, Boularda, Baste usw., von 1.30 an. 1 Posten CrSpes de Chine und Eoiiennes, doppeltbreit, für elegante Braut-, Gesellschafts- und Strassenroben 3.50, 4 50 usw. Beinseidene schw. Damaste, Merveilleux, Louisines eta. 15.00, 20.00, 30.00 per Bobe. Viele hundert schicke Blusen, darunter eine Serie, früher bis ca. 25.00, jetzt durebsohnittlioh 7.50. Jupons, elegante schwarze Koatüraröck» in Seide, Tnoh, Alpaka von II. 9.00 an. Aendcrnngoa sofort. SeHZen-Herzos, Berlin» nur Leipzifierstr. 79 i d BOaaBSBBSBenBn Beginn dos Verknals Hantag!> Uhr. Masler franko! Dünhötiplatz Was ist für den. Kauer der echte GrimnuTriepd? fein bei der Kälte erwärmendes, Bei Hitze durststillendes u. Appetit anregendes, Stets wohlbekömmliches�icht zu ersetzendes Und unentbehrliches Allheilmittel! JB, 8pczialitSti Kau-Cabah. Fabrik von Grimm& Triepel in Nordhausen Nordbäuser Kau-Cabah. ■■■■ 50 Km Bitte Spiegel, Bilder, Decken, Portieren, Teppiche, Sardinen, genau auf störet; ferner mit kl. Anzahlung(t Bk. wöchentlich) ??.' Herren-, Damen-, Klnder-Gardsrobe, Bett- und Leib- achten. Wische, Betten, Kinderbettstellen sowie elnz. Möbel. 1 Am4aI Brtickenstr. d 0 erste Bitte Besuch — aMSlj naheJannowitzbr. Etage, od. Postkarte. iB + Hvgieidsch| BMUrisaru�ex. zvauuoy ft.£znpfelü.Ti6l- Aerxt« u Prof. grat- Uafi H. v»e«k, Cnr.iüiiCTücnfsbräi Berlin KW- Friedrichsixass« ai/9 URrBn.KettBB Goldwaren in bester AuslOhnniB zu billigsten Preisen Prclttlslc omsonsl und portelrvl S. Krefschmer, ��köüis�r.i Kredit SSotmH. 10 M. flefere Hrrrrnznr n. Maß(billigste Preise) lieg. gnrdercbe 1. Toi«|iM*ttl, IsS'Ä'jJS in i Kaste 10 Prdz. Rabatt Sxtrapreis! DiwanäMa auf beiden Saiten benutzbar Mk. 4« Buntpersische doppelseitige Divandeeken fMia»-��».) °T- M-»"**" tfäle ISO, IM in M Iss'S.) Teppich- Spezlalhaos l* ig- Emil eftYre ßeriinS. Selt1W2nnr Oranienstr. 158. Raucht Cigaretten Lnanlwortlichcr Stebaiteut: Richard Vorth» Berlin. 0iti den gnierätenteil ver-nr!w.: Tk.Gleckr, Berlin. Druck u. Lerlagivorwärtß Buchdruckerei u. Lerlasdonjtslt Paui ShW« A 60, »m ü i.»., z KeiiM des Jotisärts" Stiiintr WKMM s.*,« w« l�itcrarifcbc Rundfchau. Dcutfcbe Gcrcbichte. Friedrich Engels hat die deutsche Geschichte einmal als eine einzige fortlaufende Düfere bezeichnet, und tatsächlich ist nicht über- mäßig viel Erhebendes in der politischen Vergangenheit Deutschlands zu entdecken. DaS hindert aber nicht, daß das Studium der deutschen Geschichte für das kämpfende Proletariat lehrreich und notwendig ist. Engels selber hat in eben dem Briefe, der jenes Resiinice der deutschen Vergangenheit gibt, einen der Gesichtspunkte hervorgehoben, die die Beschäftigung mit ihr für die klassenbewußte Arbeiterschaft nötig erscheinen lassen: er spricht die Auslösung der monarchisch-patriotischen Legende als einen der wirksamste» Hebel zur Beseitigung der die Klassenherrschaft deckenden Monarchie an. Und wirklich sind die reattionären Bemühungen, das Proletariat und feine Jugend mit Hilfe patriotischer Märchen gegen das sozialistische„Gift* zu immunisieren, ganz besonders auch dadurch zu vereiteln, daß der Arbeiterschaft die Wahrheit über Teutschlands geschichtliche Entwickelung zugänglich gemacht wird. Engels selber hat sich bis an sein Lebensende intensiv mit deutscher Geschichte be sckäftigt. Zu seinen literarischen Absichten in der letzten Periode seines Schaffens gehörte der Plan, seine 1850 zuerst veröffentlichte Schrift über den deutschen Bauernkrieg ganz umzuarbeiten und diese Zeit als den Angelpunkt der ganzen deutschen Geschichte zu behandeln. Die Vorstudien dazu hatte Engels so gut wie beendet, aber zur weiteren Ausführung sollte er nicht mehr kommen: der Tod riß dem Altmeister des wissenschaftlichen Sozialismus die Feder aus der Hand. So behielt die Schrift über den Bauernkrieg die Gestalt, in der sie vor sechzig Jahren zuerst herausgekommen ist. Ohne Zweifel wäre das Werk durch die beabsichtigte Umarbeitung sehr bereichert worden; aber auch, wie eS ist, gehört eS zu den Schätzen der historischen Literatur des wissenschaftlichen Sozialismus, und es ist sehr zu begrüßen, daß die EngelSsche Schrift letzthin wieder all gemein zugänglich gemacht worden ist. Der erste Abdruck erfolgte in der Revue der„Neuen Rheinischen Zeitung'. Sie hat schon bald zu den Seltenheiten des Büchermarktes gehört. Auch die zweite Ausgabe von 1370 ist längst vergriffen, und so war eS durchaus angebracht, wenn die im Verlage der Buch- Handlung Vorwärts erscheinende Sammlung sozialistischer New drucke damit eröffnet wurde, daß Franz Mehring den EngelSschen Lauernkrieg neu Herausgab.*) ES war dies die einzige unter den ersten Anwendungen der geschichtSmaterialistischen Methode auf be- stimmte Geschichtsabschnitte, von der kein Neudruck vorlag. Der „Achtzehnte Brumaire' von Karl Marx erscheint von Zeit zu Zeit in neuer Auflage, seine Aufsätze über französische Zeitgeschichte in der Revue der„Neuen Rheinischen Zeitung' sind 1895 unter dem Titel „Die Klassenkämpfe in Frankreich* wieder veröffentlicht, kurz darauf feine englischen Essays über die deutsche Revolutton von KautSkh unter dem Titel„Revolution und Konterrevolution' deutsch herausgegeben worden, Engels' in eben jener Revue zuerst erschienene Schrift über die Reichsverfassungskampagne ist im dritten Band des literarischen Nachlasses von Marx, Engels und Laffalle neu abgedruckt worden und da findet man auch die an historischen Aufschlüssen so reichen Marx-EngelSschen Leitartikel der„Neuen Rheinischen Zeitung'. Bloß vom EngelSschen Bauernkrieg fehlte bis in die letzten Jahre ein neuer Abdruck, und doch gehört sie mit den Marxschen Schriften über fran zöflsche Geschichte der 48er Zeit zusammen; wie diese zählt sie zu den wichttgsten Mitteln der Einführung in das Studium der historischen Methode des wiffenschaftlichen Sozialismus, zu deren Nutzbarmachung sie gleich jenen Werken von Marx den Weg wie». In der Zurückführung der sich bekämpfenden Ideologien de» Reformationszeitalters auf Klassengegensätze, in der Unter suchung des ökonomischen Hintergrundes der Klassengegensätze liegt auch die eigentliche Bedeutung des EngelSschen Bauernkrieg» viel mehr al» in der Erzählung der einzelnen Vorgänge der revolutionären Bewegung von 1525. Hierin nimmt Engel» keine Originalität in Anspruch, sondern er nennt al» feinen Gewährsmann für die äußeren Tatsachen der deutschen Volkserhebung den alten Zimmermann, besten weil wnfangreichereS Buch über den Bauernkrieg in der BloSschen Neu- auSgabe viele Leser in der«rbeiterklaste gefunden hat und noch immer empfehlenswert ist als„die beste Zusammenstellung des Tatsächlichen", wie Engels in der Vorbemerkung zum zweiten Ab- druck seines eigenen Bauernkrieges sich ausdrückt. Dieser aber stellt nun keineswegs einen bloßen Auszug aus der Zimmermann- scheu Geschichte dar, dessen Lektüre für den Kenner deS größeren Buches überflüssig wäre, sondern auch, wer den Zimmer« mann gelesen hat, wird bei Engels eine Fülle von Belehrung finden, die im Zimmermann nicht zu finden ist, ihn aber derart ergänzt, daß der innere Zusammenhang erst recht klar wird. ES gelingt der Zimmermannschen Darstellung, mit Engels' Vor- bemerkung zur zweiten Ausgabe zu sprechen, vor allem nicht,„die religiöS-politischen Streitfragen jener Epoche als das Spiegelbild der gleichzeitigen Klassenkämpfe nachzuweisen'. Da» aber war nun ge- rade die Absicht von Engels:„Meine Darstellung versuchte, den ge- schichtlichen Verlauf des Kampfes nur in seinen Umrissen skizzierend. den Ursprung de» Bauernkrieges, die Stellung der verschiedenen darin auftretenden Parteien, die politischen und religiösen Theorien. in denen diese Parteien über ihre Stellung sich klar zu werden suchen, endlich das Resultat deS Kampfes selbst mit Notwendigkeit auS den historisch vorliegenden gesellschaftlichen Lebensbedingungen dieser Klassen zu erklären; also die damalige politische Verfassung Deutsch- lands, die Auflehnungen gegen sie, die politischen und religiösen Theorien der Zeit nachzuweisen, nicht als Ursachen, sondern als Re- fultate der EnlwickelungSstufe, auf der sich damals in Deutschland Ackerbau, Industrie, Land- und Wasterstraßen, Waren- und Geldhandel befanden. Diese, die einzig materialistische Geschichtsanschauung, geht nicht von mir auS, sondern von Marx, und findet sich ebenfalls in seinen Arbeiten über die französische Revolution von 1848—1849 in derselben Revue und im 18. Brumaire deS Louis Bonaparte." Zu dem letzten Satze ist zu bemerken, daß Engels hier, wie anderswo, seinen Anteil an der Grundlegung des wissenschaftlichen Sozialismus unterschätzt. Davon aber abgesehen, ist zu konstatieren. daß die Ausführung nicht hinter der Absicht zurückgeblieben ist, fondern eine prächtige Probe materialistischer GeschichtSerklärung darstellt. Gleich die Schilderung der ökonomischen Entwickelung Deutschlands zur Reformationszeit, womit das Buch beginnt, ist in ihrer inhaltreichen Kurze und durchfichtigen Klarheit klassisch. AuS den wirtschaftlichen Verhältnistin wird dann die gesellschaftliche und ') Der deutsche Bauernkrieg. Von Friedrich Engels. Mit Tin- lettung und Annierkuugen herausgegeben von Fr. Mehring. S. Ab- druck. Berlin 1903. Buchhandlung Vorwärt». Preis broschiert 1,ö0 M., gebunden 2 WL tpalitische Gliederung Deutschlands abgeleitet, weiter die Klaffen- jge�eusätze entwickelt. Glänzend ist auch die Zurückführung der rpTirtiölim Pmiffpihimn bcÄ rtitf ifirp religiösen Einkleidung deS Klassengegensatzes auf ihre materiellen Voraussetzungen. Und so begegnet man auch weiterhin auf Schritt und Tritt Anwendungen der geschichtSmaterialistischen Methode, die den Vergleich mit dem besten von Marx auf diesem Gebiete Ge- leisteten nicht zu scheuen brauchen. Im einzelnen erscheint freilich hier und da das eine oder andere heute auf Grund der wissenschaftlichen Arbeit der letzten Jahrzehnte in etwas anderem Lichte, als Engels eS sah. Im ganzen aber ist EngelSsche Arbeit so wenig veraltet, daß sie noch jetzt, zwei Menschenalter nach ihrem ersten Erscheinen, alS Haupt- grundlage für die Schilderung der ökonomischen und politischen Vcr- hältniste Deutschlands zur Reformationszeit hat dienen können in einem Leitfaden der deutschen Geschichte, der für Unterrichtszwecke bestimmt ist und also nicht die Aufgabe hat, neue Gesichtspunkte zu eröffnen, sondern im Gegenteil eine gedrängte Zusammenfassung alles dessen zu einem Gesamtbild zu bieten, was bisher von Ver- tretern des wissenschaftlichen Sozialismus auf dem Gebiete der deutschen Geschichte geleistet worden ist. Solch ein Uebcrblick der deutschen Geschichte, eine derarige Einführung in die einschlägige sozialistische Gcschichtsliteratur war seit langem ein lebhaft empfundenes Bedürfnis, dem nun Franz Mehring abzuhelfen begonnen hat*); er hat sich dadurch zweifellos den aufrichtigen Dank aller derer verdient, die an der historischen BildungSarbeit teil- nehmen. Der vorliegende erste Teil seiner deutschen Geschichte, dem die zweite Hälfte noch in diesem Jahre folgen soll, bricht mit der Zeit der Julirevolutiou von 1830 ab. AlS AuSgangS- Punkt ist da» ReformationSzeitalter gewählt. ES handelt sich also eigentlich nur um»euere deutsche Geschichte. Indes greift eine längere Einleitung zurück bis in die deutsche Urzeit, um dann weiterhin, vornehmlich im Anschluß an KaulSkyS Schriften. einen großzügigen Uebcrblick über die mittelalterliche Ent« Wickelung zu geben. In einem ersten Abschnitt wird dann von der deutschen Reformation und ihren Folgen gehandelt; Vorgeschichte, Verlauf und Ausgang des Zeitalters der Reformation. der Gegenreformation und des dreißigjährigen Krieges werden ge- schildert, für die spätere Zeit vornehmlich unter Zugrundelegung der vortrefflichen, neuerdings in zweiter Auflage herausgekommenen Schrift Mehrings über Gustav Adolf, während für die Zeiten der revolutionären Bewegungen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts neben dem EngelSschen Bauernkrieg vornehmlich KautSkyS Behandlung dieser Dinge matzgebend gewesen ist. Ueberall handelt eS sich dabei weniger um die Einzelheiten, deren Kenntnis vielmehr großenteils vorausgesetzt wird, beziehentlich durch den ergänzenden Unterricht vermittelt werden soll, als um die ursächlichen Zusammenhänge, die allgemeinen Richtlinien der geschichtlichen Entwickelung. So wird auch in dem nächsten Abschnitt verfahren, der dem preußischen Staat und der klassischen Literatur gewidmet ist. Hier folgt einer inhaltreichen Musterung deS modernen Europa nach dem Münsterer Frieden eine sehr kurze Würdigung deS Werdegang» der preußischen Monarchie, womit sich freilich Mehring» ausgezeichnete„Lestinglegcnde' um so eingehender beschäftigt. Im übrigen ist der größte Teil dieses Abschnitts den Anfängen der klassischen Literatur und Philosophie gewidmet, die als beginnender Emanzipationskampf des deutschen Bürgertums auf gefaßt werden. Die knappen, aber das wesentliche bietenden Würdigungen solcher großen Persönlichkeiten wie Lesssng, Herder, Goethe, Schiller gehören zu den schönsten Stellen in dem Mehring. schen Buch. Auch sonst ist in weitgehender Weise den biographischen Gesichtspunkten Rechnung getragen, sicherlich zum nicht geringen Er staunen jener weisen Kritiker des wiffenschaftlichen Sozialismus, die da vermeint haben, daß der historische Materialismus die geschicht liche Bedeutung der großen Männer leugne. Einen nicht nur ideellen Kampf gegen Feudalismus und Sbsolu tiSmuS zu führen. war da» deutsche Bürgertum noch nicht entwickelt genug. DaS zeigte sich, als da» Jahr 1789 den Anfang der großen französisch-n Umwälzung brachte. Mit der französischen Revolution und ihren Folgen für Deutschland beschäftigt sich der letzte Abschnitt, der die französische Umwälzung in ihrer Bedeutung für Deutschland darstellt, den Zusammenbruch deS heiligen römischen Reiche» und de» preußischen Junkerstaat« skizziert und mit der Zeit der preußischen Reformen, der sogenannten Freiheitskriege und der heiligen Allianz den Ueberblick über die politische Geschichte abschließt. Daran knüpft sich aber noch ein Bild der materiellen Entwickelung Deutschlands im ersten Drittel deS 19. Jahrhundert» und schließlich eine Uebersicht deS geistigen Lebens; nach den Anfängen de» klassischen LiteraturzeitalterS und der Romantik wird der Fortgang der philo- sophischen Entwickelung betrachtet, besonders die Hegelsche Philosophie, auS der der wissenschaftliche Kommunismus keimte. ES ist ein mastenhafter Stoff, der auf dem engen Räume von noch nicht 120 Seiten zusammengedrängt ist. und notwendig mußten dabei, wie schon angedeutet, zahlreiche Einzelheiten vorausgesetzt werden. Au» dem Mehriugschen Leitfaden allein deutsche Geschichte zu lernen, soll also niemand versuchen. Wer aber wenigsten» mit den wichtigsten Tatsachen der neueren deutschen Geschichte bekannt ist, dem wird die Mehringsche Anleitung vortreffliche Dienste leisten, um in den Zusammenhang der Ereignisse einzudringen, wie er sich unter Auwendung der historischen Methode des wissenschaftlichen Sozialismus herausstellt. Jedem Abschnitt folgen Literaturangabcn, die zur Vertiefung in die geschichtSmaterialistischen Arbeiten auf den betreffenden Gebieten Fingerzeige geben. AuS der Praxis der BildungSarbeit heraus entstanden, infolge der Erfahrungen Mehring» dei seinem Unter- richt in der Parteischule, ist der Leitfaden sehr wohl geeignet, die BildungSarbeit auf dem Gebiete der deutschen Geschichte wirksam zu fördern. An der Aufgabe, da» Proletariat mit der Vergangenheit unseres Landes bekannt zu machen, arbeitet auch ein gutes Buch von Paul Kampffmeher wacker mit. Seine„Geschichte der Gesellschaft»« klaffen in Deutschland" ist vor kurzem in zweiter Auflage heraus- gekommen'*); das Buch ist kein einfacher Wiederabdruck der ersten Ausgabe, sondern eine Neubearbeitung mit erheblichen Zusätzen und im allgemeinen zu seinem Vorteil verändert. Die Kampffmeyersche Schrift stellt höchst bedeutsame und interestante Seiten der Sozial- und Kulturgeschichte Deutschlands dar. Sie verfolgt die Entwickelung .*) Franz Mehring: Deutsche Geschichte vom Ausgange de» Mittelalter?. Ein Leitfaden für Lehrende und Lernende. Erster Teil. Berlin 1910. Verlag: Buchhandlung Vorwärts. Preis 1,25 M- **) Geschichte der Gesellschaftsklassen in Deutschland. Von Paul Kampffmeher. Zweite völlig umgearbeitete und verbesserte Auf- läge. Berlin 1910. Verlag: Buchhandlung Vorwärt». Preis broschiert 1,60 M, gebunden 2 M. der gesellschaftlichen Gliederung von jenen Zeiten de» ftühen Mittel» alters ab, als sich auS dem urwüchsigen Kommunismus und der gentilen Demokratie der germanischen StanimeSverfassung die ständische Abstufung deS Feudalismus herausbildete. Die ver« schiedenen Klassen der mittelalterlichen Gesellschaft, hörige Bauern Ritter, Geistlichkeit, städtisches Bürgertum, werden einer entwicke- lungSgeschichtlichen Betrachtung unterzogen, ein Blick auf den Ueber- gang zur Neuzeit geworfen; hier wären wohl ein paar Worte über die Gründe für die Besonderheiten der deutschen Entwickelung an« gebracht gewesen. Besonders intercstant sind dann die Partien deS Buches, die sich mit der Verknechtung deS ostelbischen Bauernstandes beschäftigen, die Prozedur der Bauernlegung in den verschiedenen Teilen der heutigen Junkerdomänen konstatieren, überhaupt die ganze Junkerwirtschaft des 16., 17. und 13. Jahrhunderts skizzieren und ferner die Bauernbefreiung behandeln, insbesondere die preußische Bauernbefreiung mit ihren für den Adel so profitablen Ergebnissen auf ihre wahre Bedeutung zurückführen. Diesen Abschnitten deS Kampffmeyerschen Buches vor allen sind wuchtige Waffen zum Kampf gegen die Reaktion zu entnehmen. Zwischendurch finden sich interessante kulturgeschichtliche Darlegungen, die Material zum Seelenleben der Klassen in den betreffenden Zeiträumen beitragen. Im 19. Jahr« hundert skizziert Kampffmeher die Geschichte der gesellschaftlichen Entwickelung bis zur Revolutionszeit von 1843. Daran schließt sich ein Kapitel über den heutigen Stand der wirtschaftlichen Entwicke- lung und ihre Richtung auf den Sozialismus. Daß die Darstellung der Geschichte der Gesellschaftsklassen so unvermittelt den gegen- wärtigen Stand der Dinge an den vor sechzig Jahren anschließt, ist ein Mangel deS Buches; man vermißt die Grundzüge der ökono» mischen und gesellschaftlichen Geschichte Deutschland» in der zweiten Hälfte de» 19. Jahrhunderts, dieser Zeit, die für Deutschland so ge« waltige Umwälzungen mit sich gebracht hat. Sonst sind im ganzen an der Kampffmeyerschen„Geschichte de? GesellschaftSklasten in Deutschland' keine größeren Ausstellungen zu machen. Nur darauf ist noch hinzuweisen, daß die nichtzünftigen Elemente der gewerbtreibenden Schichten der vorrevolutionären Zeit, die Bönhasen usw., nicht genugsam gewürdigt werden. Auf die Be« deutung dieser Schichten für die historische Entwickelung hat Engels in einem interessanten Brief auS seiner letzten Lebenszeit aufmerksam ge» macht, den Mehring in der Einleitung zum Bauernkrieg abdruckt. Darin erblickt Engels eine noch zu lösende historische Aufgabe in der genaueren„Untersuchung der Entwickelung und Rolle der ganz außerhalb der feudalen Gliederung stehenden, deklassierten, fast paria« mäßig gestellten Elemente, die unvermeidlich mit jeder Stadtbildung aufkommen mußten, die unterste rechtlose Schicht jeder Stadt« bevölkerung im Mittelalter bilden, loS von Marlgenossenschaft, feu« daler Abhängigkeit und Zunftverband. DaS ist schwer, aber eS ist die HauptbastS, denn allmählich, mit Auflösung der Feudalbande, wird dies das Vorproletariat, da» 1789 in den Pariser Faubourg» die Revolution machte; eS absorbierte alle Auswürflinge der feudalen und zünftigen Gesellschaft.' Vorzüglich als Beitrag zur Würdigung dieser Vorläufer der heutigen Arbeiterklaste ist Heinrich Laufe nbergS kleine Schrift interestant:„Hamburg und fein Proletariat im achtzehnten Jahrhundert."*) Das Laufenbergfche Buch ist hervorgegangen aus den Vorarbeiten zu einem größeren Werke, das die Geschichte der modernen Arbeiterbewegung in Ham- bürg und der Nachbarschaft behandeln soll und die wirtschaftlichm und politischen Verhältniste Hamburg» auS der ersten Hälfte deS vorigen Jahrhunderts zum Ausgangspunkt nimmt. Mit der vorher« gehenden Periode der ökonomischen und sozialen Geschichte Hamburg» nun beschäftigt sich daS vorliegende Schriftchen, da» hauptsächlich daS 18. Jahrhundert behandelt, aber einen Rückblick wirft auf die Entwickelung Hamburgs seit den Anfängen der Neuzeit, seit der Verkehrsrevolution im Zeitalter der Entdeckungen. Den im also betitelten einleitenden Kapitel vertretenen Auf« fastungen Laufenberg» von der wirtschaftlichen Umwälzung de» 16. Jahrhundert vermag der Schreiber dieser Zeilen nicht in allen Punkten beizupflichten; eS ist hier aber nicht der Ort, die in Frage kommenden Dinge zu erörtern. Außerdem wird dadurch die Be- Handlung de» Laufenbergschen Spezialthema» nicht in Mitleidenschaft gezogen. Seine Ausführungen über die Entwickelung des Hamburger Handels sind durchweg unanfechtbar und stellen interestant« Wirt« schaftSgeschichtliche Zusammenhänge klar, wie auch die Ausführungen über harnburgische VerfastungSgeschichte durch Aufzeigung der die inneren Kämpfe hervorrufenden Interessengegensätze fesseln. Be« sonders anziehend aber wurde für den Referenten die Lektüre der Laufenbergschen Schrift vom 4. Kapitel de» ersten Teil» ab, das von den Hamburg-Mtonaer Manufakturen handelt; darauf folgt ein zweiter Teil, der in vier Kapiteln von der wachsenden Proletarisierung der Einwohnerschaft, der sozialen Lage des Proletariats, seinen Gruppen und den letzten Zunft- kämpfen bandelt. Hier wird eine Unmenge von Material zur Geschichte deS Bevölkerungsteils beigebracht, den Engels in jenem Briefe das Vorproletariat nennt. Die hierher gehörigen Gruppen der Einwohnerschaft, Bönhasen, Manufakturarbeiter usw., sind in der zweiten Hälfte de» 18. Jahrhunderts schon außerordentlich zahlreich, weit zahlreicher al» die zünftigen Gnippen. Die traurige Lage der proletarischen Schichten der Hamburger Bevölkerung wird eingehend und eindrucksvoll geschildert. Sehr interessant sind auch die sozialen Kämpfe des ausgehenden 13. Jahrhunderts, besonders der allgemeine Ausstand aller Gewcrke im Jahre 1791, den Laufenberg als den ersten Generalstreik auf deutschem Boden" auf Grund der Quellen in der Hamburger Kommcrzbibliothek eingehend schildert. Merkwürdig ist daS.Tumultmandat' de» Magistrats, das sich gegen die bei den Hamburger Ausständen üblichen Straßenumzüge mit drakonischen Strafandrohungen wendet und zum Schluß. die Neugierigen warnt — in Vorwegnahme de» Herrn von Jagow. Die Lektüre der Laufenbergschen Schrift ist also auch für Nicht» Hamburger sehr unterrichtend; denn das Büchlein stellt einen sehr gehaltvollen Beitrag zur netteren deutschen Sozial- und WirlschaftS- geschicht« dar und legt erfreuliches Zeugnis ab von der Fruchtbarkeit der historischen Methode des wissenschaftlichen Sozialismus, besten geschichtSmaterialistische Literatur über die deutsche Vergangenheit ie in dankenswerter Weise bereichert. Wir besitzen jetzt schon eine ganze Reihe wertvoller Arbeiten auf dem Gebiete der deutschen Geschichte, von Engels' bahnbrechendem Bauernkrieg angefangen, und e» ist eine erfreuliche Aufgabe, zu konstatieren, daß ihre Zahl in ständiger Mehrung begriffe» ist. A. E o n r a d h. *) Hamburg und sein Proletariat im achtzehnten Jahrhundert: Eine wirtschaftzhistorische Vorstudie zur Geschichte der modernen Arbeiterbewegung im niederelbischen Städtgebiet. Von Dr. H. Laufenberg, 1910. Verlag: Hamburger Buchdruckerei und Verlags» anstatt Auer u. Co. Preis LÖ Pf. Sozialee« Unterliegt das Friseurgeschiift innerhalb bei Bahnhofs der Sonntagsruhe? Zu einer das gesainte Barbicrgewerbe und dessen Kundschaft berührenden interessanten Rechtsfrage entwickelte sich ein Rechts� streit der Innung für das Barbier- und Friseur- und Perücken- macherhandwerk in Hamburg mit einem Friseur H. daselbst. Es handelt sich darum, ob die Ausübung des Friseurgewerbes auf dem Bahnhofe der Sonntagsruhe unterliegt. Der Beklagte H. ist der Eiscnbahnfriscur des Hamburger Hauptbahnhofs. Er hat in der grossen Halle des Hamburger Hauptbahnhofs Räumlichkeiten ge. mietet und betreibt auch während der Sonntagsruhe— und ztvar ttusserbalö der Bahnhofssperre— in Verbindung mit dem Bade- und Waschraum sein Friseurgcwerbc. Nach vielen fruchtlosen Be- schlvcrden hat die Innung gegen H. Klage auf Unterlassung seine» Barbier- und Friseurbetricbes während der üblichen Sonntagsruhe erhoben. Der EisenbahnfiSkus erklärt, daß diese Einddjtung nur im Interesse des reistnden Publikums" getroffen sei, ivahrend die Innung behauptet, daß auch zahlreiche Hamburger Sonntagnach- mittags zu dem H. gingen, der alsdann 8— 9 Ächilfen beschäftige und dadurch den Hamburger Friseuren Schaden bringe. Fast alle JnnungSmitgliedcr seien schon um zirka 899 M. geschädigt worden. Das Landgericht und OberlandeSgericht Hamburg haben die klagende Innung abgewiesen. Das Landgericht erkannte auf Ab- Weisung der Klage, weil eS sich um eine Einrichtung der Eisen- bahndirektion handle, und weil die Eisenbahnuntcrnehmungen der Gewerbeordnung(g ö) nicht unterworfen feien. DaS Oberlandes- gcrick't erklärt weiterhin, es könne keinem Zweifel unterliegen, daß der Pertrag mit dem Beklagten von der Eisenbahndirektion im Interesse des auf der Eisenbahn verkehrenden Publikums geschloffen worden sei. CS handle sich mithin um eine Anordnung der Eisen- bahnverwaltung, durch die sie den Bedürfnissen des Publikums entgegenkomme. Das ergebe sich schon aus der Aussage der Eisen- bahn, dast die betreffenden Räume nicht vermietet sein würden, wenn eS nicht die Notwendigkeit bedingte. Daraus schließt da) OberlandeSgericht, daß Einrichtungen wie die in Rede stehende zu den Eisenbahnunternehmungen gehören und mithin die Ge- Werbeordnung auf sie nicht Anwendung zu finden habe. Weiter- hin legt daS OberlandeSgericht dar, daß dann aber der Klage, die sich allein auf die Gewerbeordnung stütze, der Boden entzogen sei. Gegen daS Urteil des OberlandeSgericht? Hamburg hatte die Klägerin Revision beim Reichsgericht eingelegt, und besonders geltend gemacht, daß der von der Bahndirektion dem H. vermietete Raum jedem zugänglich sei uno folglich nicht nur von Eisenbahn- reisenden, sondern auch von dem übrigen Publikum benutzt werde. Die Revision hatte jedoch keinen Erfolg. Der VI. Zivilsenat dcS höchsten Gerichtshofs erkannte dieser Tage unter Bestätigung des BorverurtellS auf Zurückweisung der Revision. Aus der mündlichen Begründung war nicht zu ersehen, ob daS Reichsgericht den Z S der Gewerbeordnung für anwendbar hielt. DaS Urteil dürfte demnächst in der offiziellen Sammlung erscheinen. Wie immer es aber aus- fallen möge: dringend erforderlich ist eS, die Eisenbahnunternehmungen, mindestens soweit sie nicht unmittelbar der Befördc- rung von Personen und Gütern dienen, der Gewerbeordnung aus- drücklich zu unterstellen, damit die Arbeiterschutzvorschriften auch auf die im Eisenbahnbetrieb beschäftigten Personen— eventuell mit Ausnahmen— Anwendung finden. Achtstundentag. Bei der Beratung des bayerischen Berggesetzes hat der Ausschuß der ReichSratSkmnmer die von der zweiten Kammer ein- gefügten Destinnnungen, durch die der Achtstundenarbeitstag für die Arbeiter über Tag allgemein eingeführt werden sollte, ab- gelehnt. Als Grund wurde angegeben, daß Bayern angesichts seiner weniger entwickelten Industrie in dieser Frage nicht bahn- brechend vorgehen könne. Auch der Regiernngsvertreter erklärte, Bayern würde mit Preußen, Sachsen und Oesterreich nicht mehr konkurrieren können; erst wenn Preußen die Arbeitszeit verkürzen würde, könnte die bayerische Regierung zu entsprechenden gesetzlichen Maßnahmen die Hand bieten. So schiebt ein Staat dem anderen die Verantwortung für Nichterfüllung einer sozialpolitisch so dringenden Forderung zu. Das zeigt aber auch, wie notwendig eine reichsgesetzliche Regelung der Bergarbeitergesetzgebung ist. Zweierlei Maß. Im Jahre 1993 mußte das Trierer Krankenhaus der barmherzigen Brüder, das bis dahin allen Trierer Aerztrn zur Krankenbchondlung offen stand, auf Slnordnung der königlichen Regierung in Trier die» System ändern. ES wurden zwei Ehef- ärzte ernannt und je ein Spezialarzt für Ohren-, Nasen-, Hals- und einer für Augcnleidcn zugelassen. Die übrigen Trierer Acrzte durften nicht mehr im Brüdcr-Krankenhause behandeln. Diese Maßregel lvar für die ausgeschlossenen Aerzte von großer winschaftlicher Be- beutung. Unter anderem verzog ein hervorragender Operateur mangels genügender Unterbringung seiner Kranken von Trier. Hin- gegen setzt der Medtzinalrefereiil derselben köntgl. Regierung in Trier, die das freie System geändert hatte, nach wie vor seine Unter« suchungen und Behandlung von Krauken im Krankenhanse fort. Der Leipziger Aerzieverband hat unseres Wissens Schritte gegen die« Messen mit zweierlei Maß nicht getan. Ja, weim eS kein Krankenhaus, sondern eine Krankenkasse wäre l Die Geburtenabnahme in Sachsen. Das Königreich Sachsen nahm bisher bezüglich der Vorgänge in seinem Bevölkerungsstande eine gewisse Ausnahmestellung ein; e» zeigte unter anderem die größte Dichtigkeit der Bevölkerung, welche die des gesamten Deutschen Reiches um mehr als das Drei» fache übertraf, es gehörte von jeher zu den Bundesstaaten mit stärk- ster Geburtenfrequenz(nur Wcstpreußcn und die reußischen Fürstentümer hatten int Jahre 1891 noch höhere Ziffern), freilich war auch die Sterblichkeits-, die Selbstmordziffer usw. eine hohe, wenn schon Schlesien, Bayern, Provinz Sachsen, Altenburg früher noch stärkere Sterblichkeit aufwiesen. Um so mehr mutz die Ge- burtenabnahme in Sachsen überraschen. RegierungSrat Dr. Lom- matzsch im Königlich sächsischen Statistischen LandeSamt hat über den Rückgang der Geburtenziffer, welche sich um mehr als ein Viertel bis ein Drittel der einstigen Höchstziffer vermindert hat, Erhebungen angestellt. Er äußert sich über die Geburtenabnahme in der„Zeitschrift des K. Sachs. Stat. LaitdeSamtes" in ausführlicher Weife. Während im Jahre 1898 noch einmal eine, wenn auch geringe Zunahme der Geburtenziffer gegenüber dem Vorjahre'1897 beobachtet werden konnte, ist 1998 das letzte Jahr, aus welchem zurzeit die Ergebnisse der Bevölkerungsbewegung in Sachsen vor- liegen. Absolut hat erst seit dem Jahre 1899 die Zahl der Ge- borenen(164 164) abgenommen; sie betrug im Jahre 1998 nur noch 144 781). Auch die Zahl d?r Eheschließungen hat ini Laufe de? letzten Jahrzehnts Abnahme erfahren. Von einem Höchststand mit 33 989 Eheschliessungen im Jahre 1899 sank sie bis zum Jahre 1992 auf 85 218 zurück und wenn sie auch weiterhin wieder gestiegen ist. so läßt sich doch leicht ersehen, daß sie relativ etwa auf dem«! selben Stand blieb(auf je 1999 Personen der mittleren Bevölke- rung kamen seit 1991 etwa 8,29 bis 8,42 Eheschließungen, während diese Ziffer im Jähre 1998 auf 9,66 pro Mille gestiegen war), und» daß ihre Fruchtbarkeit wesentlich abgenommen hat. Im Jahre 1898 wurden zusammen 9984 Geburten gezählt, bei denen die El« tcrn poch nicht ein Jahr verheiratet waren, welche also Ehen ent« stammten, die etwa von Mitte des Jahres 1897 bis Mitte 1893 ge- schloffen waren. Im jährlichen Durchschnitt betrug die Zahl der Ehe« schließungcn 1897/98 zusammen etwa 14 172, es waren also etwa 64 Prozent dieser Ehen nach Jahresfrist mit Kindern gesegnet. Ebenso fanden im Mittel 1997/98 etwa 13 599 Eheschließungen statt, die Zahl der innerhalb Jahresfrist ehelich Geborenen betrug 7728 und die eheliche Fruchtbarkeit stellte sich somit auf etwa 56 bis 57 Prozent. Man kommt also, so meint RegierungSrat Dr. Lom« matzsch, bereit? hier gewissen Ursachen der Geburtenabnahme näher, n.an erkennt, daß die Fruchtbarkeit ncugeschlossener Ehen in der ersten Zeit abgenommen hat. Der genannte Statistiker hält den unverkennbaren stetigen Rückgang der Geburtenziffer im König« reich Sachsen nicht für geeignet, bcdenklickze Befürchtungen zu er- regen. Es sei doch immerhin zur Diskussion zu stellen, ob die lang, same Rückkehr von entschieden anormalen Verhältnissen, wie sie in Sachsen vorherrschten, zu einem größeren Ausgleiche mit den Zu» ständen anderer Bundesstaaten, als eine Gefahr für das Blühen und Gedeihen seines Bevölkerungsstandes und hieraus hervorgehend für daS wirtschaftliche Leben anzusehen sei. In einem Lande, in welchem die Dichtigkeit der Bevölkerung bereits mehr als 399 Per» sonen auf 1 Quadratkilometer betrage, welches eine alljährliche durchschnittliche Vermehrung von etwa 15 bis 16 pro Mille hatte, werde bei Fortbestehen solcher anormalen Zustände und dieses hohen jährlichen Zuwachses immer die Gefahr einer Uebervölkerung nahe» treten, deren Folgen nie günstig für das gesamte Volksleben sein können. Ob Sachsen je wieder den Höchststand der siebziger und achtziger Jahre erreichen werde(im Mittel etwa 44,0 pro Mille), sei allerdings zu bezweifeln, aber immerhin dürfe man sich nicht zu düsteren Befürchtungen hinreißen lassen. «vitteruna.Sübergckit vom 83. Juli 1»tv. niornr»« 8 Ilde. CUttontn Ii i§ Ii 8? StDtwemd»'74928®© Hamburg 753WsÄ fttlit) 754 SW Franfl.a 11 758 SW München 761®© Wien 757® Settn 7 wolkig 5 bedeckt 7 bedeckt 4 wolkig 4 Rege» L Dunst ck» ä11 Ii «lottonen Hl taxnmmda 755 SO ttertduvg 752 D SctOfl(762 3!© Werdern>753 NW Pari? 1760®® ** C t* üa 2 wolkig 1 14 3 Ziegen. 15 5 wolkig: 14 bhaldbd. 13 3 bedeckt 15 «Netterprognose für Sonntag, den 84. Pult 1910. AtwaS kühler,»citweise heiter, aber noch unbestSndlg mit geringere« Regensällen und langsam abnehmenden nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. G IC«®««««* Unserem Genossen«2 Otto Uebdien Mirbachstraße 31 zu seinem Geburtstaae am25. 7. die herzlichsten Gluckwünsche. Die Genotsen[466£ & de* Wahlbezirks 373 b, Teil II. w SozIaidemokratiselierWaiilirerelii dir den 4. Berliner Heidistags-Walilkreis. Stralauer Atertel. (Bezirk 323. Teil I V.) Den Mitgliebern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Schank. wirt Otto Drews Bödick-rstr. 85 gestorben ist. «hre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 25. Juli, nach- mittags 5 Uhr, von der Hall« de« Einmaus-KirchhoscS, Hermann- straße, aus statt. 219/16 Der ZZorstanh ÄcklljemuMedFädlvöreiii Nieder-Barnim. Bezirk Lichtenberg. Den Genossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Nestau- rateur tiermann Lange verstorben Ist. Ehre seinem Zlndenke« t Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 6'/, Uhr, von der Leichenhall« des Georgen- KIrchboseS, Landsberger Allee au» statt. Rege Beteiligung erwartet Die Bezirksleitung. Sozialdeniokratisclier Walilrerein dir den 4. Herl. Heiefistags-IalrEis. Frankfurter Biertel. (Bezirk 394.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Putzer L.udwig Gehrcke gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 25. Juli, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle de« städtischen Friedhofes, Müller- sirabe, auS statt. Um reg« Beteiligung ersucht 219/15 Der«orstand. MüMM Bot Maurer Oeutseblamis. Zwelsrvereln Berlin. Sektion der Pnteer. Unseren sowie den Mitgliedern dcS SesaiigoerciliS der Putzer hier- mit zurNachricht, daß unser Mitglied Leonis Qehrke infolge Absturz«» vom Gerüst am Dienstag, den 19. d. M., plötzlich verstorben ist. Ehr« seinem Andentenl Di« Beerdigung findet morgen Montag, den 25. Juit, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle de« städtischen Friedhofe» in der Müller- slraße au« statt. Um recht rege Beteiligung iittet Die örtliche Berwaltung. I. A.: H. Neumann. Tode«- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach- Acht, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, Sehn und Schwiegerlohn, der Gastwirt Hermann Lange nach langen, schweren Lelden am 22. Juit gestorben ist. Witwe Auguste Lunge uebst Töchtern. Dt« Beerdigung findet am Montag, den 25. Juli, nach- mitiagS 5>/, Uhr, von ver Leichen« halle de» Georgen- Kirchhose», Landsberger Alle« aus statt. t* Torloth-Infititnt: FriedrichsMIS/l.a.OraBg. "Jor. Elcg. Frack, Gebrock t.50, Hose 1.00. West« SWs. Oer oüe Glassbrenner" Kehrgold, Gekrätze, Gummi, Watte. Eüldisch. Rarkgrajenst.lL. 12-7. 178593 Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Bater, unser Bruder, der Putzer Ludwig Gehrke am 19. d. Ml«, durch Unglücks- fall verstorben lst. S2b Dies zeigen liesbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 3'L Uhr, vom stadiischen Friedhose, Müller- straße(Ecke Seestraße) au» statt. veul8clloi' »oliAfdetter-Vek'bslll! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Polierer Georg Schneider am 20. Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 25. Juli, nach- mittags 4 Uhr, von der Hall« des Zentral-FriedhoseS in Friedrich«- selbe aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 86117 Die OrtSverwaltnug. Am 22. verschied nach langem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Schwiegermutter VildsImineZiebreehl. Die Beerdigung findet am Montag, nachm. 6 Uhr, aus dem SimeonS-Kirchhos statt. 94b Hermann Siebrecht. Am Freitag oerschied meine lieb« Frau, unser« gute Mutter Frau«Arie Wendlaoilt geb. Bantz. Berlin, Kraiilmhau» Friedrichs- Hai«. g9b Bie trauernden Bintertiliebeneo. Am 23. Juli, morgens um 8'/, Uhr, verschied unser herzen«- guter Vater, Grohoatir und Schwiegervater, der stühere Gast- wirt Wilhelmleichmann GrünlHaler Str. 11. DI« Beerdigung findet am Dlen«tag, den 26. Juli, nach. mittag« 4 Uhr, von der Leichen- Halle de« St. Misabeth-FriedhoseZ, ©ollantstraße, aus statt. gm Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Tetchmann. Deutscher Metallarbeiter-Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anselme. Den Kollegen zur Nachricht, datz unser Mitglied, der Schlosser Anton Borch am 20. Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenkest Die Beerdigung findet am Montag, den 25. Juit, nach. mittag« 2'/, Uhr. von der Leichen- halle de« Dante«- Kirchhos«» in Neinickcndors, Blatikestraße, auS statt. Rege Beteiligung erwartet Die Oitsverwailung Danksagung. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahm« bei der Beerdigung meiner lieben Frau Matfiilde Fuchs sagen wir allen Verwandten, Freun- den und Delannten sowie dem Ard.< Gesangverein Froh sinn unseren herz- lichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Wilhelm Fuchs nebst Kindern._ Danksagung. Für die aufrichtige Teilnahme und die vielen Kranzspenden bei der Be- erdigutig meine« lieben Manne» Wilhelm Lange spreche ich allen Verwandten und Be- kannten, besonder« dem Zentralvev band derMaurocDeulschland«(Zweige verein Bcrlln) meinen innigsten Dank au». 2752 Die trauernden Hlnlerbliebenen. Danksagung. Alle, die durch tbre Beteiligung an dem Begräbnis meines lieben Sehne«, unsere» lieben Bruder» I'i'K t« und aus andere©eis» ihre Anlest- nähme an unserem Schmerz de- kündeten und ihn linderten, mögen unseren herzlichsten Dank entgegen- nehmen. Witwe IC. Maschke und Geschwister. „Schweizerhof" Meierei und Milch-Kuranstalt liefert Vollmilch-Kinilerniifcli zu jeder Tageszeit frei Haas zu den üblichen Preisen. Lieferant der Konsumganossen.chaft Berlin und Umgegend. Besichtigung der Meierei jeder- mann Sonntags, nachmittags 8 bie 6 Uhr, gestattet. mehr mit Schuppen und feinen Haarausfall auch Spalten der fsaare beim tägl. Gebranch der allein Steckenplen! Cemclwetel Seite o.Bergnuan• es., ftadtdeul. Bestes mittel;ur Stärkung«nb Kräftigung de» Haarwuchses, ä St.S0pfg. Überall jn babcn. Wachet auf I ©ort« dne« Freundes der Natur- heiimeihode(SO Ps.) von Dr. med. öde» Bohlesinger, prakt. Naturarzt und MagnciopatH tn Berlin. Kranken zum Trost! Gesunde« zur Belehrung l Sine wahrhaft populär geHaltens, auS der Praxis gelchöpste 74 Seiten starke Streitschrist, die mit unerbitt- licher Schärst und Logik, belegt durch zahlreiche Betspiele, zu den Slrettsragen desTagcS:»Hier Schulmedizin-- hier Natmhellversahren- Stellung nimmt. Zum Preise von bOPs. In jederBuch- Handlung erbältlich oder gegen Sinsen- dung von 60 Ps. direkt bitrch den Kommissionsverlag Otto Maier, G. m. b. H., Leipzig 5. 290/3' j. Baer Baästr. 26 prinz!- Aue« Herren- und Knaben- IMedsn, Berufskleidung. Klee- Paletots. 'Großes Stofflager zur Anfertigung n.Maü. Adsrbltdgste, streng teste Preise. Extra- Abtellnnit 1 1. Gssoh.; Berlin W., Mahren- 1 StraBe 37a(f. Haus veu der ferusalsmer StraSs). II. Gesch.; Bertin HG., Grobe Frankfurt. Str. 1 1 S(t. Haus I von der AndrsasstraBa). I I Sehr er. Ausw. fert. Kleider, I 1 Hüte, Handschuhe, Schleier 1 ■ etc. v. elnlaehslsn bis zum I | hoohelsganL Genre a.&uOerst[ niedrigen Preisen. §onder-Abteilang: naBnarcrtlgang in 10 bis 12 Stunden. I auschule Zetel i. Oldbg. Meister- tt.Polierkurse. Nachweislich erfolgr. Ausbildung innerhalb 5 Monaten. Schulbeginn 1. Nov. Lehrplan frei Kaulsdorf und Mahlsdorf. Nur 20 Pf.-Fahrtv. Zentrum Berlins, trotzdem billig, als woiterv.Berlin gelegene Orte, wie Hoppogartan, Neuenhogeuusw.Mäß. Anzahlung, langj. Hypotheken. Pläne gratis. Verkäufer st&ndlg am Bht. Manlsdorf Im Pavillon, j. Hieger, Gontardstr. 5. DOeisst Du wo Jetzt währeoddes Vergrössemngs-Umbaues bei westmann sowohl IKohrenstr 37a wie Grosse Frankfurterstr. 115 nahe Jarnsalemerstrasae nah« Andreautrati« kauft man ungeheuer vorteilhaft! Skhensvert allein ist schon die slindig vachsends Auswahl Vornehme RostDme, elegante IMnteli schicke RleMer, praktisehe Palet«««, Pelerinen, Kimono*, Jacketts, Röcke, Blusen sto. Reise-, Sommer«, Gebfrgs» Konfektion In all SB newSuuehtaa OrOseen, hnnderttarh v«r- uchlodcnen AualObruasea und modernea Stotfce tum Teil Cur ein Drittel, ein Viertel, ja sei Modellen und Kopien zum Teil für ein Fünftel bis ein Sechstel der Saisonpreise! -. B.: früher bla 40.—, JetEl i. Teil nur VU bis 62.—, jeut I. Teil our»>/, bis 85.—, jetzt i. Teil our 18.- i. B.: früher VI, 120.—, lelrl«. Teil«ur24.- bis 180.—.leUU. Teil mir S5.- bk 250.—, jelzt s. Teil nur 50.■ Wunderbare neu eingegangene Herbst-Modelle spottbillig. Trauer- Westmann e*s«sai.saaehu ;: Ontal-Siäser Ich teile Ihnen hierdurch mit, daß ich mit den bei Ihnen gekauften Optal- Gläsern voll und ganz zufrieden bin, und treue ich mich, endlich das richtige Cias gefunden zu haben. Die Gläser sehen elegant aus und sitzen leicht, dabei aber fest................ gez. Robert Lange, KipeUmeister am KSnigl. Kurtheater in Bad Oeynhausen. Wissen Sie genau ob Ihre Augengläser wirklich passen? Verschaffen Sie sich diese Gewißheit, es kostet Sie nichts, kommen Sie in eines meiner neun Geschäfte, dort wird die Sehkraft Ihrer Augen mit Sorgfalt geprüft I Für alle von mir bezogenen Gläser übernehme ich schriftliche Garantie! aeratllciie iMen-UntersuciiuM auf meine Kosten, in meinen Geschäften; Am Alexander-Platz v, 10—12 u. S— 7, Linkslraße 1 v. 11—1 u. 5'/,-7, Brunnenslraße 12 v. 2'/,— SV,. Brillen und Kneifer mit Optalgläsern in Nickel von 2.50 M. an, in Elektio-Oold von 3.50 M. an, in Doublä-Gold von 5.50 M. an, in echtem Gold von 12 M. an.— Preisliste sowie die aufklärenden Schriften„Auge und Brille" und „Wie man ein Fernglas wählt" gratis u. franko. OptikerRuhnke BERLIN Oranien-Str. 47 LInk-Slr. 1 Cbaussee-Stn 72 a. tf. Lockauer Stn Ecke Poudamer Str. a. d. MfllleraU. Karl-Str. 5 Turm-Str. 47 Tauantilen-Sir. 19 a. d. Luisenair. a. d. Emdener Str. a. d. Nürnberger Str. Am Alexander-Platz Brunnen-Str. 12 Frledrich-Str. 190 aaban Aachln(er a. d. luvalideustt. a. d. Kroneiutr. Cigaretten Qualitätsmarke mit und ohne, auch mit Goldmnndatilck, St. 2, 3, 4 und 5 Pf. Cigarettenfabrik NAMKORI Maßanzüge frhr droant, 32�86 ffi?., serltge tfn. züge 8,25 an. Titch« lehr grok« All«. wähl, Posten ettzl, Stoffe u, Anzug' ; reffe billig. Gern schicken wir unlere Vertreter mit Mustor ohne Kouf« verpstichiung�neliixeRieNHelaratlt Koiibuserdamm lg- 17(Hochöd Bor» zelger d, Inserats erhält s Rabatt. Vinxt OJ&si. ' ed. „Hoffnung" Berliner Schneiderei• Genossenschaft Zwischen Resenlheler Zwischen Rosenlhaler 1 E, G. m. b. H. Tor u. Invalldenstc. SninRßKSfr. iS5 Ter u. Invalidensir. Gegr.i.Pebraur 1600 v. organifiert. Schneidergehilfon Berlin?. EmpflehH eich isSi Arbeitern, Parteigenossen nrid fitiibiirgern Herren-i.Uengarderol)e H Großes Lager fertiger Herren-, Knaben- u.Kinder-Anzßge. i Oroßo Auswahl in Sommer-Paletots, ister, Radialiranziigen d. Fut-Vestoa, in Rllun Größen nnd Preislagen sowie ArbeStop« Berufs- BCSsiduno» ! Die Merntcllnng nnwerer Fabrikate erfolgt in eigenen BctrlGkSWCrRstättCXl anter den von unserer Organisation festgelegten Bedingungen. Lieferanten 103|1*' der Konwinn-Oonowwt-nschnft Berlin n. Cmgegen«!, des Cliarlcttonburger lionwum-Verein» sowie des Arbclter-Bndfahrerbundo«. NB. Wir weisen besonders darauf hin. daß wir nur für eigenen Bedarf fabrizieren und unsera Waren in keinem anderen Geschäft zu haben sind. Im Juli und August bisllrt unser Oeuhlft Senntag* nach 10 Uhr gesehlotsen. Oarbinenbaul vornhard _ Schwaili Wallstr. 18. D/e Harnleiden ihre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von JJr. med. �cljaper, BERLIN- Preis 1 Mark. Q 7«et Tausend. Q VerlädMax UchlirlSJSSuJi� SyphiSis- Katels In allen frisch, u. veraltet, zweifelhaft. Fäll, durch wiffsnlchnsil. Uuteiiuchung. sofort; desgl. Harn»(spez. aus(Ko- norrdoe-Fädeu) u. Epuium-Analtzfen. vr. ttsmoyer i. Co., Sgezial-Laborat., R-ricbiichftr. 169, zw. Slvuweu» und Mohrenstraße). I. 8724. Pers. Nückspr. dlsk. u. foslsul. Geöffnet von 8— 8 ToiniingZ von 12—1.• I Zeperniek-iernau.\ K Prnzollc von 590M. an(ca 90nil.), «0 Kleine Anzahlnng u. laiiajäWge I f Hhpoihefen. Pläne gratis. Ver- kZuwr ständig am Eni. Zepsrnleh. J. Bieger, Geniarostr. 5.*; r�e».» Fri«dte23tstff, Beiern I>i© reellsten nnd billigsten Möbel nnd PAlalcrtviarea auf Teilzahlung zu Knssonpreiren und Zins- var�ütung erhalt man in der seit 82 Jahren bastohonden Möbelfabrik unter lOjähriger Garantie Rslchenberger ?aul Köfer, Berlin S6„ Jfottkser Samm 81/82, offeriert den feit Jahrzehnten rühinlichst bekannten Uugswtttsr'» Xsutsdsß an Wiederverkäuser zu EngroS-Prelsen. Zm iusschsieideii! Der Grmidbtfiherverein in der„Ctartenstadt Hak I jagdvovlep" am Bahnhof Stolgo-Nardhnhn feiert vom 24. ins 31. Juli 1910(ein diesjährigcs Sommersell. Während dieser Zelt vergüten wir unseren Inlerclsenlen bei Erwerb eineb GruiidstückeS i Proz. de» Kaufpreises. Uli besondere Schmerzlos gezogen! Esst cähslich schmerzloaoS Zahnziehen 1.— M. Von uns endlich erreicht nnd zur größten Berflhttitheit der Roform-Zalm-l'raxi* geworden. Beweis Hundort« von Danksohreiben. Ausnahmebewilligung stunden wir die PffasterunoSgelder 2 Nach erfolgter Pfiafieruna. Relifaiisgelder aus Verlangen bis ir offerieren die Ouadratruie»on lö,— M. aickwärtS, Eigen- ans Bestellung von 9000 M. aufwärts, Sommer» und Häuser von 600 M. auswärts. Wir Häuser Ferienbäuser von Bei miserer Osterle bitten wir in velracht zu ziehen, daff in unserer„GarieiistadiHeljagdrevIer-, früher RifolaSwald-Bergselde ge. i imnnt, mehr alZ 800 Grundstücke tn kurzer Zeit verkaust worden sind, dag sür mehr als jünsmal hunderltausciid Mark Straffen- pllaster gelegt worden Ist und von den ewzclnen Besitzern zirka 201) Eizenhäuler erbaut worden sind. Schliefflich bitten wir, die > Nähe des Hoffagdrevier», welches sin die Kolonie von groher Be- deuMng ist. weichei jedem zugänglich ist und aus fewem gall der kixt zum----- 1 100 31. Ana Keine hohl. Looh- zähne oder Zähne mit Eisenstiften, sondern echte mit Plfttinstiften, die bei der Konkurrenz 4 und 5 M. kosten. eneauici riuiuu muiuen r.nu. !» Hoffagdrevier», welches sin die Kolonie ist. weiche» jedem zugänglich ist und aus r Opfer sällk, zu beachten. kntxililaiix.— lO JHhriff« Amortisation. — Qaadratratc von 10,— H.— Wir sind Begründer von lö Berliner Vororten. Anerkemiungen � von Amts» und Gemeindebehörden. iügWM M- iniii WMgMöllM! in.!),? vorm O. Wluklor. | Berlin C., Oiroksanttr. 20. Telephon Amt 7, 2624. Man lasse sich nicht dufch scheinbar billige Angebote irreführen. Z. B. werden in letzter Zeit von der Konkurrenz Zähne offeriert von 1.30 und 2 M. an. Mit solchem Angebot bitten wir unsere Preise nicht zu vergleichen, denn diese werden nur aaigowendot, um einen billigen Preis als Lockmittol auf das Papier zu bringen, in Wirklichkeit werden die Patienten in den meisten Füllen überredet, 4 und 6 M. anzulegen. Dieses Vorfahren wird bei uns nicht geübt. Unser teuerster Zahnersatz mit nur echten Zähnen, mit Kautschuk- platte einberochnet, kostet bei uns nur 2.80 Ii. Wenden Sie sich vertrauensvoll nach unserem Atelier. Ueberzougung macht wahr I Zahn-Praxis Carl Rudolph. Praxis: Charlottenburg, WiImersdorferStr.ll7j Praxis: Lichtenberg, Frankfurter Allee 169. 1 Praxis: Spandau, Nouen- dorfer Straße 106. 1. Praxis: Friedrichstr. 83. 2. Praxis: Elsasser Str. 14. 3. Praxis: Oranienstr. 61. 4. Praxis: Palisadenstr. 106. 6. Praxis: Moabit, Hutten- Straße 65. I«MI Berlins und Umsehend. Dienstag, den 26. Juli, 8 Uhr abends: AofiMM GemiImsimIiliM kr Wchlomm 1. Kreis. Dräsels Festfäle, Neue Friedrichstr. 35. Referent: Fritz Knnert. 2. Kreis. Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Referent: Richard Fischer. Z. Kreis. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Referent: Heinrich Ströbel. 4. Kreis. Kellers Festsäle, Koppenstraße 29. Referent: Hermann Borgmann. 5. Kreis. Altes Schützenhans, Linienstr. 5. Referent: Otto Wels. 6. Kreis. Germania Prachtsäle, Chausseestr. 110. Referent: Georg Ledebour. Rixdorf. Hoppes Festsäle, Hermanustr. 48/49. Referent: Gustav Heinrichs. Charlottenburfs. Volkshaus,. Rosinenstraße 8. Referent: Fritz Zubeil. Schöneberg. Rathanssäle, Meininger Straße 8. Referent: Adolf Hoffmann. Ireptmv-önumsdilllermex. Konkordiasäle(«arpK'ich), Am Treptower Parii 69. Referent: Emil Boeske. Tagcs-Ordung: t. Der Parteitag in Magdeburg. Diskussio« und Delegiertenwahl. 2. Die Brandenburger Provinzialkonserenz. Diskusfiou und AeltgierteNVahl (BV In Rixdorf außerdem Berichte usw. AUtxliedsduch des detrettenden HVaklvereins legitimiert. Zahlreichen Besuch erwarten Zur Kkllchtmg! Die Borstände. Am Dienstag, den S. August finden außerdem in den 6 Berliner Kreisen die MM" ordeutlichen Generalvkrsummlungeu"MI statt. Tagesordnung: Berichterstattung. Borstandswahleu. Berbauds- Generalversammlung usw. Wir weisen schon heute darauf hin. 205/15' Die Vorstände. I Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranclie, Mittwoch, den 27. Juli, abends 8'/, Uhr. In den»Armiuhalleu«, Kommandantenstrahe 58/5S: General-Verfammlung. Tagesordnung: 1. Geschäfts-«nd Kaffenbericht vom 2. Quartal 1910. 2. Bericht von der Berliner GewerkschaftStommissio». 8. Verschiedenes. 138/6* Otr Mitgliedsbuch legitimiert.-M> Zahlreichen Besuch erwartet Der TettionSvorstand. Verdsnü üer Vspeslerer. nilnl« Herlin. Montag, den 2S. d. M.. abcuds 8 Uhr, im GewerkschaftShause. Engeluser 15, Saal 5: Sitzung der Bertraueltsmänner, Zahl stelleninhaber und Bezirksführer. Pflicht sämtlicher Funkiionäre ist eS zu erscheinen.==- Mittwoch, den 27. d. M.. abends 8 Uhr, bei Mendt, Beuthstr. 21: Tages-Ordnung: |. Bericht deS Vorstandes und deS Kassierers. 2. Diskussion. 8. Anträge ans Veitragserhöhung. 4. VerbandSangclegenheitcn und Verschiedenes. MiigliedSbuch oder ArbeitSlosenkarte legitimiert. 177/10 vii» Ort«vo»-rv»Itniix. mos. Karl ilolnkarst«»parlal-lirrtlioda lastltuto titr Kesedleeiltsilriilllllleitöil llr > W 3 Haut-, Harnleiden, Selm Hohe(Impotenz) 1' NeanderstraSe 12■""" Potsdamer SlraBe 117"Äi/'f 7=� Vollkammeastcs kombiniertes HclIveriTahren bei frischen and veralteten Fttllen. Nachweislich unerreichte Dauererfolge in verhältnismäßig kurzer Zeit. Um sich vor zwecklosen evt. schädlichen Kuren zu schützen, verlange man ausführliche Broschüre in meinen Instituten oder durch die Post(verschloss. Kuvert) gratis und franko. Am Donnerstag, don 28. er., findet in den Fttrstonberg-Siilen, Rosenthalerstr. 38, ein Herren- V or tr ag über Gcscbleclitskrankhclten statt. Nach dem Vortrag Fragebeantwortung. Anfang 9'!, Uhr abends.— Eintritt frei. Heinrich Pranck Tel.: Amt III. 4352. BfUimen-Str. 185. 8 bis 7 Uhr geöffnet Sumaira»Decke 230 Pfg. verz. Vollblatt, 3. Dünge, nasgesprochener Lilnksroller, links taelltabl n. matt, blattlz' Allgemeine zn Berlin. Sonntag, den 31. iuli 1910, vor-* mittags 9 Uhr, im Lokale des Herrn Wernloke, Ackerstr. 123; General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht pro 1909/10> und Bericht der Revisoren. 2. Festsetzung der Entschädigung für den Vorstand und dio Revisoren. 3, Beschlußfassung, in welchen Zeitungen die Bekannt- . machungen der Kasse statt- , zufinden haben. 4. Neuwahl für die ausscheidenden Vorstands- Mitglieder. Es scheiden ans: der Vorsitzende Herr Aoko; der stellvertr. Schriftführer Herr Sitte n.d.BeisitzerHerr Kunze. 5. Statutenänderung: Abänderung der§§ 3, 4, 8, 11, 12 der Satzungen. 6. Versohredenes. Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung des Quittungsbuches gestattet. Um pünktliches Erscheinen ersucht 41b Der Vorstand. I. A.: 0. WSchtler, stellv. Vors., Adolfstraße 27, I. KranktU- und Ättbekasse aller gewerblichea Arbeiter lür SchSneberg»nd Kerlin (E. H.-K. US). Sonntag, den Zl. Juli 1919, vormittags 9 Uhr: General-Versamnilung in GrofferS„Neue RathaussSte«, Meininger Straße 8(Tunnel). TageS-Ordnung: 1. Halbjährlicher Kassenbericht. 2. Verschiedene Kaffenangelegen- heilen. 287/8* Kitgllossbucii legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Er- scheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. I. A.; li. Jaenieke. W. Hermann Müller Berlin, Magazinstr. 14. Sumatra 8631a 2.50 verzollt 11. Länge Vollblatt. ffeiner Brand, schöne Mittelsarhen. �llv Vorzüge, als Wohnsitz, für Sneknla» tlon, oder Erboinng, vereint in sich die Gartenstadt Hohen-Neuendorfl (Mordbahn) Wald, Wasser, Arzt, Gas-, | Wasserleitung, Schulen! I usw. Herrliche Hochwald-l-andbaa- stellen,(J Rate j 12 Hark an! 10*/, An- j I Zahlung. Tilgung dos 1 Restes in 10 jänrl. Raten. Sommer- u. Ferienhäuser I 300 Mark an. lUnstr. Broschüre gratis!| Baubureau imSchDtzenhaus. Wollenberg.�Ä* 1 Neue Königstraße 71. Femspr. 7, 3038. Schneiderei IOr sieg aale Herren-Hoden Fertig und nach Mas».— Garantie IOr tadellosen Sita und beste Verarbeitung. Aal Teilialiliim Woche INke. LRurzbers Rosenltiale;sif.40 direkt am Haeka- •cben Markt, ia Laden u. I. Etage. tsntHO vorzüglich.. tadellos erhalt., •nUinU, ist(o). ganz billig zu vert. ranzöfischestrage 15, I geradezu.* ' Keste' Oarnentuebe, schwarz u. farbig. I(ostiimstotie.neuest.Must.,Soilie, Zammete, Besätze, FuNsrsioiie, plllsohazuMäateln.vbev-Kammgarne zu Knaben-Anzügen. Konfektion: Falotots, lackeits, Siaubmäniel, Kostüme, Kostümräcke. Stets Gelegenheitskäufe! Panl Karle, Warschauerftr. 18.[+ Schönebers:! Sozialdemokratischer VabiTerein. Dienstag, den 26. Juli 1910, abends 8 Uhr» IM" in den Neuen Rathaus-Säle», Meiuinger Str. 8: General- Vers ammlung. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Funktionäre. 2. Dislussion. 3. Die Borgänge in Baden. 4. Diskussion. 5. Neuwahl der Funktionäre. 0. Anträge zum Parteitag und Wahl de? Delegierten. 7. Anträge zur KreiS-General» Versammlung und Wahl der Delegierten. 8. Verschiedenes. Da die Tagesordnung eine sehr reichhaltige, wird die Versammlung pünktlich eröffnet und ist zeitiges Erscheinen dringende Pflicht. ==�- Mitgliedsbuch legitimiert!■ 16/3 Der Torstand. g,(einst. Geschmack. vtrantwortlizeg Redakteur Richard Barth, Berlin, gür d» Inseratenteil verantm.: Th. Gimte, Berlin. Druck u. Verlag: Bormärts Buchdruckerei u. BerlagSanftalt Paul Singer& Co. Berlin SW, Okffklltlilhe Nechmmlliiig für Boxhagen- Rnmmelsbnrg- Stralau Dienstag, den 2«. Juli, abends 8'/, Uhr, im Caf« Bellcvue, Rummelsburg, Hauptstraße 2. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Landtagsabgeordneten Dr. Karl Liebknecht über:.Die Jugend, die Jugendheime und ihre Bedeutung sür die Arbeiierbewegung-. 2. Diskussion. 3. Wahl deS Jugend- Ausschusses. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 238/7 Der Einberufer. O. Witzle, Grünberger Straße 9. Tcvwaltnng Berlin. MgUeüer Versammlungen. TageS-Ordnung: 1. Bericht vom VerbandStage. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. VerbandSangelegenhciten. Tischler(Bezirk Süden) am Montag, den 23. Juli, abends S>/, Uhr(gleich nach Feierabend), im MSrkischen Hof, Admiralstr. 18c. Tischler(Bezirk Südosten I) am Montag, den 23. Juli, abends 5'/, Uhr(gleich nach Feierabend)» in den Naunyn-Jeftsälen, Naunynstr. 6. Tischler(Bezirk Osten I) am Montag, de» 23. Juli, abends 5'/, Uhr(gleich nach Feierabend), in den Andreas-Feststilen, AndreaSstr. 21. Tischler(Bezirk Osten 2) am Montag, de« 23. Juli, abends 5'/, Uhr(gleich nach Feierabend), bei Litsi», Memeler Str. 07. Tischler(Bezirk Nordosten) am Mittwoch, den 27. Juli, abends s>/, Uhr(gleich nach Feierabend), bei Boeker, Weberstr. 17. vürsteti- am Mittwoch, den 27. utid Pinselmacher Juli, abends 8'/, Uhr, straße 05. bei Preuff, Holzmarkt- Perlmutt-, Koro- u. Steimmn-Knopfarbeller am Mittwoch, den 27. Juli, abends« Uhr(gleich nach Feierabends im Gewerkschaftshause, Engeluser 14/15, Saal 6. Jalousiearbeiter am Mittwoch, den 27. Juli, abend» 8'/, Uhr, bei Boeker, weberstr. 17. (Beschlnsifaffnug über den«eiie« Tarif.) Stellmacher am DonnerStag, de» 28. Jnii. abends 8'/, Uhr, tm Rosenthaler Hof. Rosenthaler Straße 11/12. 88/10 SteMafle ehem. pflug icher Arbeiter (Hctzcl'sche Kasse). Heute Sonntag, vorm. 19 llhr, in Wittes Saal, Brunnenstr. ISS» General-Uersammlung. TageS-Ordnung: 1. Verlesung deS ProtolollS der Generalversammlung vom 23. Januar 1910. 2. Kassenbericht deS Rendanten für daS erste Halbjahr 1910 und Bericht der Revisoren. 3. Festsetzung der Publikationsorgane sür 1910—11. 4. Berichterstattung und Belchlußsassung der Statutenänderung. 5. Bericht über Hypothelenangel-g-nheit. ö. Verschiedene Kassenangelegenheiten. 7. Ersatzwahlen zum Vorstand. 287/12* MitgltedSbuch legitimiert. Der vorstand. zu Berlin. Donnerstag, den 28. in den„Rittersälen, M (®. G. m. b. H.) Juli. IS 10. abends 8 8W., Ritterstr. 75: «b. 8. ordentl. GeneralTersammiung. Tagesordnung: 1. GeschästSbericht: Vorlegung der Bilanz nebst Gewinn- und Verlust- rechnung. 2. Bericht der Revisoren und Genehmigung der Bilanz, sowie Beschlußfassung über die Verteilung deS Gewinnes oder Verlustes. 3. Neu» wählen des Vorstandes. 4. Ersatzwahlsn zum AusfichtSrat. 7. Verschiedene». Genossen I ES ist Pflicht eines jeden, zu erscheinen.— Nur Mitglieder haben Zuiritt.— Ohne Mitgliedsbuch kein Einlaß.— Die Bilanz nebst Gewinn- und Veriiistrechnung sind in der Geschäftsstelle, SO., Kofi- buser User 44, in den Kassenstunden vormittags von 11—2, Sonnabend nachmittags 5— 8 llhr, einzusehen. Der Vorstand. L. Börner. 9.«Oller. Fr. WeralcfeaL Achtung! aoaa t Sonntag, den 81. Jnii, auf dem l-anbengelftnde der Arbelterbangcnossenschaft„ P a r a d 1 e•" in ■----- Bohnsdorf bei GrUnan:===== Großes€rntc-fcft arrangiert von den Lanbeaitolonisten. Ilm 4 Uhr: GroOer Erntefestzag mit Slasik. Tanz aot dem Festplatz. X Abends: Kindcrfackelzog. Kinderbelustigungen. X KafteekQche von 2 Ubr an geöffneL Der Konsumverein Adlershof und Umgegend sorgt für die nötigen Speisen und Getränke. Festkarte: Preis 10 PI(06/5 Alle Freunde und Gönner unserer Sache sind hierzu freund- i liehst eingeladen. Das Komitee. »rffl. rimm 4. Seilllge des Lllmiick" Serliner VolksdlM. �----«» Morgen Montag, äen 25. W. frauen-cekabenÄ in SroK-Keriin. Partei- TlngelegenKeiten. Zur Lokalliste. In Sübende sind die Lokal« von Dohl und Schultheh gesperrt; trotz wiederholter Verhandlungen haben sich die Inhaber nicht bewegen lasten, der Arbeiterschaft ihre Räume zur Verfügung zu stellen. Außerdem ist in Mariendors.Grafels Gc. sellschaftshaus" nach wie vor streng zu meiden. Die Lokalkommisston. Erster Wahlkreis. Heute, Sonnwg. den 24. Juli, Ausflug mit Familie nach Restaurant Heidekrug(Kiekemal), Station Köpenick. Für Belustigung ist gesorgt. Abfahrt vom Stadtbahnhof Alexander. Platz 9,50 Uhr. Nachzügler Heidekrug. Der Vorstand ersucht die Genoffen um rege Beteiligung. Vierter Wahlkreis. Am Montag, den 26. Juli, findet in Lud- wigs„Liktoriagarien", Treptow, und im„Elysium", Landsberger Allee 40/41, je ein Kinderfest statt. Jedes Kind erhält am Eingange de» Gartens einen Bon zur Stocklaterne und Fackel gratis. Ferner werden Kinderspiele mit Verteilung von Bonbons unter Leitung von Mitgliedern des Turnvereins„Fichte" arrangiert. Bei dem mäßigen Eintrittspreis. Kinder sind frei, wird auf Mastenbesuch gerechnet. Rixdorf. Den Mitgliedern des Wahlvereins hiermit zur Kennt- niS, daß die Generalversammlung am DienStag, 20. Juli, präzise 8 Uhr in Hoppes Festsälen. Hermannstraste 49 stattfindet. Auf der Tagesordnung steht: 1. Der Parteitag in Magdeburg— Anträge dazu. 2. Jahresbericht. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Anträge zur Kreisgeneralversammlung. 5. Verschiedenes. In Anbetracht der überaus reichen Tagesordnung wird die Ver- sammlung pünktlich eröffnet. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Vorstand. WilmerSd-rf. Heute. Sonntag. 24. Juli, findet«in Besuch des Botanischen Gartens unter sachkundiger Führung statt. Die Ge- noffen und Genossinnen werden ersucht, auch die jugendlichen Per- sonen zur Teilnahme anzuhalten. Treffpunkt der Teilnehmer K2 Uhr bei S«lke. Brandenburgische Strahe 100. Der Bildungsausschutz. WilmerSdorf-Halensee. Am Dienstag. 26. Juli, abends pünkt» lich Uhr, hält der Wahlverein im„Gesellschaftshaus e", Wilhelmsaue 112, seine Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Vortrag dcS Reichstags- abgeordneten Daniel Stücklen«Politische Rundschau" sowie die Neuwahl des Gesamtvorstandes. Der Vorstand. Lichtenberg. Am Dienstag, den 26. Juli, abends 8%. Uhr, wird die Generalversammlung des sozialdemokratischen WahlvereinS Nieder-Barnim, Bezirk Lichtenberg, im Lokale der Gebrüder Arn- hold, Frankfurter Chaussee 5/6, fortgesetzt. Tagesordnung: Bericht der Kommissionen und Neuwahl derselben. Geschäftliches. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Charlottenburg. Dienstag, den 26. Juli, abends 854 Uhr, im „Volkshause", Rosinenstr. 3: Außerordentliche General. Versammlung des WahlvereinS. Tagesordnung: Der Parteitag in Magdeburg. Referent: Genosse Fritz Zubeil. Dis- kussion. Treptow-Baumschulenweg. Am DienStag, den 20. Juli, abends 8»/, Uhr findet im Lokal Konkordia-Säle sfrüher Karpfenteich), Am Treptower Park 69 die austerordentliche Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Die Budgetbewilligung der badischen Landtagsfraltion. Diskussion. Steglitz. Dienstag, den 26. Juli, abends 8'A Uhr, Mitglieder. Versammlung bei Schellhase. Reichhaltige Tagesordnung. Nieder-Schönhaufen-Rordend. Am Dienstag, den 26. Juli, abends SVi Uhr. findet im„Lindengarten", Lindenstr. 43. die Mit- gliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Be- richt von der Kreisgeneralversammlung. 2. Bericht aus der Ge- meindevertretung. 3. Wahlen zur Bezirksleitung. 4. Vereins- angelegenheiten. 6. Verschiedene?. Die Bezirksleitung. Zchlcndorf(Wannseebahn). DienStag, den 26. Juli, abend? 8M Uhr. findet bei Benno Mickley die Vereinsversammlung des WahlvereinS statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Ulm. Diskussion. Vereinsangelegenheiten. FriedrichShagcn. Heute, Sonntag, findet ein Fami» lienausflug nach Restaurant„R a V e n st e i n" statt. Treff. punkt nachmittags 3 Uhr am Eingang zum Kurpark. Im Walde finden Spiele usw. statt. Am Mittwoch, den 2 7. Juli, abends 8� Uhr, findet im Restaurant Witwe Lerche, Friedrichstr. 112, unsere Mit. gliederversammlung statt. Tagesorßnung: 1. Bortrag des Genossen Georg Schmidt:„Geschichtliches vom preußischen Wahlrecht". 2. Diskussion. 8. Vereins- angelegenheiten. 4. Verschiedene». Stralau. Heute, Sonntag, den 24. sein diesjähriges Sommerfest in den Taverne", Alt-Stralau 25/27. Große» Vokal, und Instrumentals konzert. Mitwirkend«: Gesangverein„Vorwärtö-Frohsinn", Stralau(M. d. D. A.-S.»B.), Krastturnverein„Süd-Ost". Volks. belustigungen aller Art. Große Verlosung. Fackelpolonäse. Anfang 8 Uhr. Billetts im Vorverkauf 20. an d«r Kasse 25 Pf. Im Saale: Tanz. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach Die Genossen Groß-BerlinS sind herzlich willkommen. Das Komitee. NowaweS. Mittwoch, den 27. Juli, abends 8%. Uhr, finden in den bekannten Lokalen die Bezirkssitzungen des WahlvereinS statt. Der Vorstand. Reinickendorf'Wtst. Heute findet das Stiftungsfest des Be. zirtS-WahlvereinS in den beiden Lokalen„GördeS Waldschlößchen", Waldstr. 50/51, und in den„Eichbornsälen", Eichbornstr. 60, statt. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Tanz 5 Uhr. BilletS sind bei den Komiteemitgliedern, den Gruppenführern und an der Kasse zu haben. Spandau. Heute, Sonntag, 24. Juli, nachmittag» i Uhr. findet für die Orte Haselhorst, Sternfelde und Nonnendamm im Lokal von Karl Fricke, Skonnendamm, Siemensstr. 28. ein« öffentliche Volksversammlung statt, in der Genosse Wilhelm Pieck über:„Der Vormarsch der Sozialdemokratie" referieren wird. Die Genossen Spandaus, welche sich an der Versammlung beteiligen, treffen fich nachmittags 2%. Uhr bei Fritz Bühle, Havelstraße. Sonntag früh 7 Uhr findet von allen Bezirkslokalen eine wich tige Flugblattverbreitung statt. ES wird erwartet, daß alle Genossen pünktlich zur Stelle find. Britz-Buckow. Dienstag, den 26. Juli abends 8% Uhr, findet bei Zilz, Werder. Ecke Rungiusstraße, die Fortsetzung der General» Versammlung statt. Lankwitz. Mittwoch den 27. Juli, abends 8A Uhr, General» Versammlung des WahlvereinS bei Ebel, Mihlenstraße. TageSord» n-ung: 1. Vorstands- und Kassenbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes und der Funktionäre. 3. Vereinsange legen heiten und Aufnahme «euer Mitglieder. Grotz-Lichterfelde. Am Dienstag, den 2«. Juli, abend» 8H Uhr, fkdet bei Dahrendorf. Bgkestr. LS. die Geuerawersammlung des uli, feiert der Wahwerein esamträumen der„Alten hiesigen WahlvereinS statt. Tagesordnung: Bericht de» Vorstandes und der Funktionäre. Neuwahl derselben. Wahl der Delegierten für die Generaldersammlungen Groß- Berlin und TeltoW-BeeSkow. Mitgliedsbuch legitimiert. Heute, Sonntag, den 24. Juli, feiert der sozialdemokratische Wahlderein im Verein mit dem Gewerkschaftskartell sein dies. jähriges Volksfest in den Lokalen des Genossen Wahrendorf, Bäke. stvaß« 22 und Richter, Chausseestr. 104. DaS Programm besteht aus Konzert, gesanglichen, turnerischen und rädsportlichen Auf. führungen, Kinderbelustigungen(Kasperletheater), Tanz, Feuer» werk und Preiskegeln. Parteigenossen! Sorgt für regen Besuch beider Veranstaltungen! Zossen. Am Donnerstag, den 28. d. Mts., abends 8'/, Uhr, findet unsere Generalversammlung im Lokal des Genossen P. Kurzner statt. Anträge zur Generalversammlung nimmt der Vorstand entgegen. berliner l�admcbteu. Wenn daS Kor» reist. Für den Großstädter, der die Natur liebt, ist ein Gang durch die Felder immer ein Genuß. Er weidet seine Augen an ihnen, wenn der schmelzende Schnee ihren ersten, licht» grünen Flaum noch weiß übertupst hat; er freut sich des Wachstums ihrer graugrünen Halme, wenn über die werden» den Achren der violette Hauch der Blüte geflogen ist: er lauscht dem Wind, der rauschend im reifenden Korn singt: und er atmet mit gierigen Lungen den Dust ein. der über dem schnittreifen, sonnenbestrahlten Ackerfeld zittert. An der Peripherie der Großstadt werden freilich die korn- bestandenen Ackergevierte immer seltmer. Wo die Feldmark noch nicht für die Bauspekulation reif geworden ist, da rentieren sich die besseren Gemüscarten mehr als Roggen oder Gerste. Wer Kornfelder sehen wilß muß schon ein wenig weiter hinauspilgern. Aber die kleine Mühe, der man sich dabei unterzieht, lohnt sich reich. Nur darf man'nicht aus der Landstraße bleiben. Einen Feldweg muß man einschlagen, der kaum mehr als rneterbreit sich in der goldgelben Wildnis mannhoher Halme verliert. Schon nach wenigen Schritten fühlt man sich in Welt. fremder Einsamkeit. Soweit der Blick in den Halmwald ein» zudringen vermag, leuchtet es rot und weiß und blau vom Boden auf. Der Klatschmohn, Trichterwinde und Ackerhorn» kraut halten sich am nächsten dem Pfade, Kornraden und Cyanen aber lachen mit blauen Augen hunderffach aus weiterer Ferne. Ganz still ist es hier. Nur ein Grillenzirpen dann und wann. Oder ein Windstoß, der die schweren Äehren in leichter Schaukelbewegung auf» und niederwogen läßt. Und waren auch die Tage der lebten Wochen kühl und regennaß,� hier zwischen den Halmen schwelt eine linde, gleichmäßige Wärme, die mit einer gewissen Zähigkeit festgehalten zu werden scheint, damit sie auch die letzte Aehre zur vollen und ergiebigen Reife bringt. Lugt aber die Sonne auch nur ein Vrertelstündchen hinter ihren grauen Wolkenschleiern hervor, dann steigert sich diese Wärme sofort zur Glut. Die leuchtenden Strahlen reflektieren an den gelbblanken Säulchen der Halme, spiegeln sich, werden weitergeworfen, von neuem aufgefangen und wieder weitergegeben. Dann geht es wie ein Singen durch das reife Korn, ein wohliger Duft quirlt um seine Halme und zittert über seinen Nehren: den durch das erntereife Kornfeld Wandelnden aber hat ein Hauch des Sommers ge» streift, der jetzt auf der Höhe seiner schöpferischen Kraft steht. Wer diesen Hauch verspüren will, der muß einen Gang durch die Felder machen, jetzt, da das Korn reift... Die Nordöstliche Baugewerks-Berufsgenossenschaft und der Bauarbeiterschutz. Aus Fachkreisen wird uns geschrieben: Ein ganz eigenartiges Verhalten der technischen AuffichtSbeamten der Nordöstlichen Baugewerks-BerufSgenossenschast bei der Anwendung der Unfallverhütungsvorschriften macht sich in der letzten Zeit wiederum bemerkbar. Aus einem Neubau am Nonnendamm mutzten die Dachdecker bei ungenügender Schutzrüstung arbeiten. Das Dach besteht hier ans Oberdach und Mansarde. Am 24. Juni dieses Jahres wurde die Nordöstliche Baugewerkschafts-Berufs. genostenschaft von dem Sachverhalt in Kenntnis gesetzt. Der technische Aufsichtsbcamte ist hieraus auf der Baustelle gewesen und hat versucht, den Bauunternehmer zu bewegen, unter dem Oberdach Schutzrüstung anbringen zu lassen. Gleichzeitig äußerte er aber zu den dort arbeitenden Dachdeckern:„Rüstung unter dem Odevdach zu bauen ist der Bauunternehmer nicht verpflichtet. Wenn die Dachdecker welche haben wollen, müßte die» der Dach» deckermcister selbst tun." An einem Teil des Daches ist hierauf Schutzvorrichtung unter dem Oberdach angebracht worden. Der größte Teil der Arbeiten hat aber ohne Rüstung unter dem Oberdach und bei gänzlich un. genügender Schutzrüstung unterhalb der Mansarde fertiggestellt werden müssen. Bei seiner Revision hat der Auffichtsbeamte ge. sagt, er wolle nach ein paar Tagen wiederkommen. Gesehen worden ist er von den Dachdeckern auf der Baustelle aber nicht wieder. Und doch wäre sein Erscheinen sehr notwendig gewesen, denn auch die Rüstung am Turm war unter allen Umständen sehr ver. besierungSbedürftig. Diese Rüstung unterhalb deS Turmes ver» diente den Namen Schutzrüstung überhaupt nicht. Ganz in dem» selben Lichte erscheint oaS Verhalten de» technischen AuffichtS» beamter bei der Revision auf dem Neubau in Zehlendorf-Beren- straße in der Forststraße. Auch auf diesem Bau bestand das Dach auS Oberdach und Mansarde. Die Schutzrüstung war auch hier ungenügend und unter dem Oberdach erforderlich. Am 23. Juni dieses Jahres wurde der Berufsgenossenschast hiervon Mitteilung Semacht. Bei der darauf stattgefundenen Revision des technischen üfsichtsbeamten hat dieser auch hier geäußert, der Bauherr hätte nicht nötig, Rüstung unter dem Oberdach anbringen zu lassen. Hierzu wäre der Dachdeckermeister verpflichtet. Weiter hat er aber noch gesagt: Rüstung wäre unter dem Oberdach überhaupt nicht erforderlich, denn das Dach hätte eine Neigung von unter 45 Grad. Die Dachdecker mußten ihre Arbeit ohne die erforder- liche Schutzrüstung unter dem Oberdach verrichten. Im ß 87 der Unfallverhütungsvorschriften der Nordöstlichen Baugewerls-BerufSgenoffenschaft heißt ei nun ausdrücklich im letzten Absatz:„Bevor die Reuemdeckung von Dächern, einschließlich der Oberdacher, deren Neigung mehr als 26 Grad beträgt, begonnen wird, ist außerdem, möglichst dicht unter dem Hauptgesims, ein« 1,50 Meter breite, gut abgedeckte und mit einer 80 Zentimeter hohen Vorwand versehene, genügend starke Schutzrüstung(Fang. rüstung) herzustellen... Die baugewerblichen Arbeiter sind über daS Verhalten der Aufsichtsbeamten sehr erstaunt. Sie glauben durch die Bestimmungen der Unfallverhütungsvorschriften einigermaßen gegs, ine geMtzt zu still ulltz. filldw dann leider, daß die AuffichtSbeamten die UnfallverhütungS, Vorschriften entweoer nicht zur Anwendung bringen, oder aber sie zugunsten der Unternehmer handhaben. Mit keiner Silbe steht etwas im§ 37 der Unsallverhütungsvorschriften der Nordöstlichen Baugewerks-Berufsgenossenschaft, daß der Äauunterttihmer nicht verpflichtet ist, Schutzrüstung unter dem Oberdach anbringen zu lassen. Aus welchen Gründen kommt nun der technische Auffichts» beamte dazu, zu den Dachdeckern zu sagen: Der Dachdecker- meister wäre verpflichtet, Rüstung unter dem Oberdach her- stellen zu lassen. Glaubte er durch diese Aeußerungen die Dach- decker dahin beeinflussen zu wollen, auf die Rüstung unter dem Oberdach Verzicht zu leisten? Der Aufsichtsbeamte hat doch die Pflicht, sich nach den Unfallverhütungsvorschriften zu richten und vorkommendenfalls zu veranlassen, daß dieselben auch auf allen Bauten innegehalten werden, ohne Rücksicht auf �den einzelnen Unternehmer. Dem Dachdecker kann es ganz gleichgültig sein, wer die Rüstung zu bauen verpflichtet ist, der Bauherr oder sein Ar» beitgeber. Für ihn ist die Hauptsache doch die, daß eben Rüstung gebaut wird. Allem aber setzt das Verhalten deS AuffichtSbeamten im Grunewald, in der Hertaftraße, die Krone auf. Auf diesem Bau fingen die Dachdecker ebenfalls ohne Schutzvorrichtung an zu arbeiten. Am 13. Juli d. I. wurde Anzeige bei der Nordöstlichen BaugewerkS-Berufsgenossenschaft erstattet und in derselben aus» drücklich betont, daß gute Schutzvorrichtung hier sehr notwendig sei, weil daS Dach sehr hoch und sehr steil ist. Es ist nebenbei be» merkt, über 10 Meter hoch. Der Auffichtsbeamte ist �darauf auf der Baustelle erschienen und hat gesagt, daß Schutzrüstung her» gestellt werden soll. Dieser Aufforderung ist nun von der Bau- leitung in geradezu leichtfertiger Weise entsprochen worden. An den Teilen, die von der Straße aus zu sehen sind, ist an dem einen Teil Rüstung gemacht worden, welche annähernd den Forderungen entsprach. Nur war diese Rüstung viel zu tief. An dem anderen Teil sind ein paar Böcke auf die vorhanden gewesene Stangen» rüstung aufgesetzt worden. Auf diese Böcke wurden ein paar Böcke gelegt, ein bißchen Barriere gebaut und die„Schutzrüstung" war fertig. Diese Rüstung entsprach nun in keiner Weise den Anforderungen, dw hier an eine Schutzvorrichtung gestellt werden mußten. DaS Dach sehr hoch und sehr steil�und dann diese Rüstung. Man bedenke: Wäre gegen diese Rüstung eine Katze kräftig gegengesprungen, so hätte diese die Rüstung mit in die Tiefe gerissen. Und doch sollte diese Rüstung bei einem eventuellen Absturz den Dachdeckern hinreichend Schutz und Sicherheit bieten. Der Auffichtsbeamte hat die Rüstung bei seiner Nachrevision aber für gut befunden. Er hat ausdrücklich geäußert, die Rüstung wäre gut so. Wie sah es nun aber an den Teilen aus, welche versteckt liegen und von der Straße nicht zu sehen sind? Jeder vernünftige Mensch mutz die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn er erfährt, daß hier überhaupt keine Schutzrüstung vorhanden gewesen ist. Wenn man«un weiß, daß d,e Berufsgenossenschast Kenntnis von den Zuständen auf diesem Bau gehabt hat, muß man sich fragen: Wie ist dies nur möglich? Der Aufsichtsbeamte hat wohl gesagt, er würde noch einmal wieder- kommen. Vielleicht geschieht das, wenn der Bau fertig gedeckt und ein Einschreiten nicht mehr erforderlich ist. Vielleicht auch, wie bei dem Bau am Nonnendamm, gar nicht. Ein heftiges Unwetter ist in der Nacht vom Freitag zu ScmnabenL über Berlin niedergegangen. Nach einem starken Gewitterregen setzte gegen 12 Uhr nachts ein orkanartiger Sturm ein, der bi» gegen 3 Uhr morgens währte. Der Wind heulte derartig, daß er zahlreiche Personen den Schliff raubte. Besonder» m Mitleiden» ffchäft gezogen wurden die Vororte, wo Ziegelsteine von den Dächepn unb von den Balkons- die Blumen heruntergeschleudert und Lauben mehrfach umgerissen wurden. Ernstere Unglücksfälle sind, soweit wir ermitteln konnten, nirgends eingetreten. Ver. hältnismäßig wenig unter dem Sturm gelitten haben dis Park- anlagen in Berlin und Umgebung. Im Tiergarten find nur an einzelnen Stellen größere Aeste abgebrochen und zur Erde ge» schleudert worden. In den städtischen Anlagen find zum Teil recht schwere Beschädigungen verursacht worden. Das Unwetter hat auch verschiedene Verkehrsstörungen zur Folge gehabt. Am Spandouerbera war Freitag abend infolge des Regens die UmfahrungSweiche versandet, so daß ein Straßenbahn- wagen der Linie R mit dem Hintertruck entgleiste und der Verkehr aus die Dauer von fast% Stunden gehemmt war. Nachdem mit Hilfe des Rettungswagens der Wage« wieder in die Schienen gebracht, konnte um}49 Uhu der Verkehr wieder auf- genommen werden. Eine gleichartige Störung ereignete sich gestern abend auf dem Baltenplatz. Dort war infolge des Regens die Weiche Ecke der Petersburger Straße versandet, so daß ei« Wagen der Linie 67 entgleist«. Für die Dauer der Störung, die 20 Minuten währte, wurden die in Betracht kommenden Linien durch die Petersburger Straße abgelettet.— Eine fünfviertelstündige Betriebsstörung im Straßenbahnverkehr ereignete fich in Britz. Dort war infolge des Sturmes ein großer Baum um» gebrochen, der das Straßenbahngleis in der Chausseesttahe sperrte. In der Zeit von%6 bis 7 Uhr morgens konnte der Verkehr nach Britz nur eingleisig aufrechterhalten werden. Durch den Retttings- wagen der Straßenbahn wurde da» Verkehrshindernis befeittgt».' Dir ArdeiterpoMik des Berliner Magistrats hat in jüngster Zeit wieder einmal besonders von sich reden gemacht und ist deshalb wiederholt an dieser Stelle Gegenstand schärfster Kritik gewesen. Die im August v. I. eingereichten Anträge der ArbciterauSschüsse aller Verwaltungen auf allgemeine Regelung respektive Erhöhung der Löhne unter anderem waren trotz der beigegebenen treffenden und schlüssigen Begründung voll» ständig ignoriert worden. In einer Millionenvorlage für die Gehaltserhöhungen der Beamten und Lehrer hatte der Magistrat selbst deren Notwendigkeit mit den erheblich teurer gewordenen LebenSverhältniffen begründet; bei den unter der gleichen Notlage zum mindesten ebenso leidenden Arbettern, die zu ihrem über« wiegenden Teile mtt dem Zehntel deS Gehalts eines Berliner Stadtrats mit ihren Familien fich durchschlagen müffen, ließ deffelbe Magistrat jenes Argument nicht gellen. Oben regnete es sehr kräftige Lohnzulagen mitten im Etatjahre äußerst fix— unten gab eS, wie schon so oft, wieder einmal nixl Die Arbeiter müßten Fischblut in ihren Adern gehabt haben, wenn sie diese antisoziale Haltung ihres„liberalen" Arbeit» geberS nicht aufgebracht hätte. Dieser erneute Mißerfolg der ArbeiterauSschüffe zeitigte denn auch die einmütig«Amtsniederlegung derselben, welche diese um so freudiger vollzogen, als sie schon längst durch die ihnen von der Stadtverwaltung entgegengebrachte Nichtachtung und Ignoranz die Lust zu ihrer Tätiakeit verloren hatten. Als nun in einer massenhaft besuchten Versammlung der städtischen Arbeiter diese Motive durch Tatsachen festgestellt wurden, da besaßen die offiziösen Zeitungsschreiber, nachdem sie ihre Weisheit au» dem Berliner Rathause geholt hatten, die Dreistigkeit, die dokumentarisch feststehenden Tatsachen als unwahr zu bezeichnen. Aber auch der Magistrat nahm offiziell Anlaß, an diesen Ableugnungsmanövern teilzunehmen. Herr Stadttat NamSlau glaubte durch einen Jnter» Viewer deS»Verl. Lok.»Anz." die Mitwelt dadurch in Erstaunen setze« zu sollen, daß et frischweg in umschriebener Form behauptete, alle» sei nur auf die Aufwiegelei der örtlichen Leitung deS Gemeinde« arbeiter- Verbandes zurückzuführen; letztere sollte die Ver- Hältnisse in den städtischen Betrieben nicht kennen. Es mag hier übergangen werden, welches Verständnis für die geWerk- schaftliche Tätigkeit der Arbeiter diese Auslassung bei einem„libe- tu.en" Stadtrat aufzeigt; vielleicht denkt Herr Namslau noch einmal darüber nach, wenn er erfährt, daß von den 18 Mitgliedern der Berliner Verbandsleitung 14 sind, die viele Jahre bereits im städtischen Dienst stehen bezw. gestanden haben, darunter mehrere, welche speziell in seinem Ressort tätig sind oder waren. Aber abgesehen davon soll heute den von uns schon veröffentlichten Tatsachen ein weiteres Dokument hinzugefügt werden, das beweist, wie schlecht gerade Herr Namslau unterrichtet war, als er den fragwürdigen Auftrag zu er- fallen suchte, den Magistrat gegen die Vorwürfe der Arbeiter zu ver- seidigen. In den Pumpstationen der Kanalisation ist Nachstehendes zum Aushang gekommen: «Ans die Anträge der Ausschüsse der Betriebsinspektionen vom 28. August 1909 hat die Deputation der Kanalisationswerke und Güter Berlins bezw. der Magistrat folgendes entschieden: Zu Antrag 1, Verkürzung der Arbeitszeit in den kontinuier- lichen Betriebszweigen auf acht Stunden— wird abgelehnt. Zu Antrag 2. Regelung bezw. Erhöhung der Löhne auf der Basis des Wochenlohnes— wird abgelehnt. Zu Antrag 3, Durchgehende Festlegung fünfjähriger Lohnskalen mit alljährlicher Steigerung— ist durch die inzwischen eingetretene Lohnerhöhung geregelt. Zu Antrag 4, Für Ueberstundenarbeit in der Zeit von S Uhr morgens bis 9 Uhr abends 80 Proz., für nicht arbeitsplanmätzige Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit 100 Proz. Zuschlag— wird abgelehnt. Zu Antrag 8, Aenderung des Sommerurlaubs— wird ab« gelehnt. Berlin, den 27. Juni 1910. I. A.:(gez.) Fechner." Vom 28. August 1909 Bis zum 27. Juni 1910— volle 10 Monate also hat eS gedauert, um endlich eine Antwort zu finden, fast S Monate gar, nachdem schon der neue Etat unter Dach und Fach gebracht war. Und das ist möglich, obwohl — wie Herr Namslau behauptete— besondere Beamte bestellt sein sollen, welche eigenS die Arbeiterausschuß-Angelegenheiten bearbeiten I DaS müssen seltsam.tüchtige" Kerle sein, die zweifellos die ihnen vom Magistrat gegebene Gehaltszulage verdienen, umsomehr, wenn sie selbst eine solche schmunzelnd einstecken, im übrigen aber— wie leider oft der Fall— sich gegen Zulagen für die Arbeiter aus- sprechen oder zum mindesten nicht den Mut haben, diese zu befürworten. Die vorstehende Antwort ist auch an sich charakteristisch für die Art, welche der Berliner Magistrat im Berkehr mit den Arbeitern und ihren Ausschußmitgliedern als die richtige ansieht. Kein Wort der Rückäußerung an die ArbeiterauSschüsie— kein Wort über die ange- führten Gründe der eingereichten Anträge hält man für nötig. Es wird einfach dekretiert:.wird abgelehnt"— und damit basta I Die städtischen Arbeiter mögen, um den.Segnungen" des ZollwuchergesetzeS von 1902 und der Reichsfinanzreform zu begegnen, neben den schon mitschaffcnden Ehefrauen noch ihre Kinder in die Fron für die Existenzmittel der Familie einspannen— zur höheren„Ehre" deS ja wohl auch für die Erhaltung der Familie schwärmenden Liberalismus, insbesondere des Berliner StadtfreisinnS. Geradezu spaßhaft ist die Bemerkung zum Punkt 3 über die.inzwischen eingetretene Lohnerhöhung"; es handelt sich dabei nämlich nur um einen Bruchteil der Kanalisations- arbeiter, deren fürstlicher Tagelohn von 3,78 M. auf.— 3,90 M. erhöht worden ist. Für die Arbeiter ist eben wieder nichts mehr übrig geblieben, nachdem die Herren Stadträte fich selbst und ihren Beamten erkleckliche Aufbesserungen bewilligt hatten. Es scheint uns das aber ein gefährliches Spiel zu sein; denn die Zeit ist sicher nicht mehr fern, wo auch die städtischen Arbeiter in ihrer Gewerk- schaft die Macht konsolidiert haben werden, um die Tore deS Berliner Rathauses resp. den Widerstand der darin thronenden Rats- Herren mit Erfolg zu berennen. Au» der Magistratsfitzung. Der Magistrat trat dem Beschlusie der Stadtverordneten-Bersammlung bei. bei dem Kultusminister er« neut dahin vorstellig zu werden, daß die zur Einführung der fakultativen Feuerbestattung in Preußen erforder- lichen gesetzlichen Maßregeln getroffen werden. Der Magistrat genehmigte den Ankauf der Häuser Mühlen- straße 89 und 59a zum Zwecke der Verbreiterung des Zuganges von der Brommy-Brücke zum Rummelsburger Platz und beschloß, der Stadtverordneten-Bersammlung eine dementsprechende Vorlage zu machen. Bon der Kleinbahn. Wir erhalten folgende Zuschrift: Zu der am Freitag, den 22. Juli d. I. erfolgten Entgleisung eines Per- sonenwagens der Reinickendorf-Liebenwalder Kleinbahn möchte ich, da ich Passagier des entgleisten Wagens war, folgende Einzelheiten unterbreiten: Es handelt sich um den Zug, der 3,18 Uhr in Reinickendorf-Rosenthal abgelassen wird. Ungefähr 100 Meter vor der Station Schönwalde entgleiste unter Poltern und Krachen der erste Wagen unmittelbar hinter der Lokomotive. In dieser Situation bewegte sich der Zug noch um eine Wagenlänge vorwärts. Daß es bei diesem Durcheinander innerhalb des entgleisten Wagens keine blutigen Köpfe oder sonstige Unfälle gegeben hat, ist als ein Glück zu bezeichnen. Der Verkehr wurde durch Um- steigen aufrechterhalten. Da nach Angabe eines Gastwirtes in Schönwalde es nicht das erstemal ist, daß an derselben Weiche eine Entgleisung stattgefunden hat, so kann man wohl berechtigt fragen: Mutz es erst einen Wagen voll Menschenleben gekostet haben, ehe die betreffende Privatgesellschaft sich bemüßigt fühlt, eine notwendig gewordene Reparatur vornehmen zu lasten? Weiter kann man wohl fragen: Ist es zulässig, daß die Loko- motive mit dem Personenwagen verbunden wird, ohne daß ein Schutzwagen zwischen Lokomotive und dem Personenwagen vor- Händen ist? Der Begründer deS AsylvereinS für Obdachlose. Herr Gustav T h ö l d e, ist gestern im Aller von 91 Jahren gestorben. Der Dahingeschiedene hat ein Menschenalter hindurch seine Lebensaufgabe darin erblickt, den Aermsten der Armen, den Obdachlose». Schützer und Helfer zu sein. Vor 41 Jahren rief er mit anderen hoch- herzigen Berliner Bürgern den Asylverein für Obdachlose ins Leben. I, der langen Zeit war Gustav Thölde Borsitzender und leitete die Ashlbewegung durch viele Klippen und Fährnisse. DaS Männer« und Frauenasyl in der Wiesenstraße legen Zeugnis ab von dem Wirken des Vereins. Die Einrichtungen und die Grund- sätze, auf denen sie aufgebaut find, können mit gutem Gewissen als vorbildliche bezeichnet werden. Der Verstorbene gehörte zu jenen Männern, die sich der gestellten Aufgabe ohne jede Nebenabsicht unterziehen und nur ihrer Sache leben. Mit ihm ist ein edler Charakter, der ein reines Gemüt wie ein Kind hatte, dahin- gegangen. Die Ausweisung der 21 Mormonenapostel ist gestern erfolgt; innerhalb dreier Tage haben sie daS Staatsgebiet zu Verlaffen. Ein gefährlicher Schlafstellendicb treibt seit einiger Zeit im Westen Berlins, in Schöneberg und Wilmersdorf sein Unwesen. Unter den verschiedensten Namen, u. a. Werden und Glaeden, mietet er möblierte Zimmer und zieht sofort zu. Gewöhnlich bleibt er aber nur einen Tag und verschwindet dann heimlich unter Mitnahme aller erreichbcnfen Wertgegenstände und Kleidungsstücke. Bei einer Frau Berta.Puder in der Kir.chstratze hat der Schwindler zwei neue Gehrockanzüge, einen Frack, einen Winker- paletot und zwei Regenschirme gestohlen. Der Gauner, der sich meistenteils als Kaufmann ausgibt, der eben erst nach Berlin ge- kommen sei, ist etwa 24 Jahre alt, 1,80 Meter groß, schlank, hat hellblondes Haar, schmales, bartloses Gesicht, trägt einen grauen Jakettanzug, gelbe Schnürschuhe und an der rechten Hand ein goldenes Armband. Ein berufsmäßiger Bahnhofsschwiudler und Bauernfänger wurde gestern auf dem Schlesischen Bahnhose festgenommen. Ein durch- reisender Knecht wurde auf dem Bahnhose von einem Manne, der später als der Gürtler Marsselli Mikosch aus Galizien festgestellt wurde, und von einem angeblichen Engländer, einem feinen Manne, an« gesprochen. Der„reiche Engländer" brauchte für seine Begleiterin mehrere Diener. Der Diener sollte eine gute Behandlung haben. Der Engländer mußte aber auch sicher wissen, daß er ehrlich ist, da er große Summen Geld in die Hände bekomme. Der Engländer hatte den Mikosch bereits engagiert. Dem Knecht wurde das Portemonnaie abgenommen und, um seine Brauchbarkeit zu kontrollieren, wurde er zur Feststellung der Züge nach dem Bahnhof geschickt. Als er zurück- kam, waren der Engiänder und der von ihm bereits engagierte Diener verschwunden. Der Knecht beschrieb einem Kriminalbeamten die beiden. Es gelang, den Mikosch. der fich schon seit längerer Zeit dort aufhielt, festzunehmen. Er wurde dem Betrogenen gegenüber- gestellt, welcher ihn wiedererkannte. Der Schwindler bestritt die Sache. Den Engländer will er nicht kennen. In gleicher plumpen Weise hatte M. seine Opfer in verschiedenen Städten, wie Bremen, Hamburg, Köln usw. gefunden. Tot aufgefunden wurde vorgestern abend um 8 Uhr vor dem Hause Koppenstratze 14 ein unbekannter, etwa 70 bis 73 Jahre alter Mann. Er blutete aus Mund und Nase und ist jedenfalls an einem Blutsturz gestorben. Es scheint ein Invalide oder Hospitalit zu sein, da er Orden- und Ehrenzeichen bei sich hatte. Bon Stufe zu Stufe. Polizeilich beschlagnahmt wurde die Leiche des 86 Jahre alten Lumpenhändlers Emil Kunow aus der Mulackstr. 1/2. Nach seinen Erzählungen hatte Kunow einst bessere Tage gesehen. Er hatte sechs Jahre in der Provinz ein großes Schuhwarengeschäst, sich in große Spekulationen eingelassen und zugleich mit Geldverlusten auch sein Geschäft verloren. Nachdem er noch drei Jahre als Schuhmachergeselle gearbeitet hatte, ergab er sich vor Aerger dem Trünke und war seit 18 Jahren Lumpen- Händler in Berlin. Gestern nachmittag hatte er stark der Flasche zugesprochen, kam in sein Quartier, einen Produktenkeller, und starb dort plötzlich, wahrscheinlich an Alkoholvergiftung.• Unter die Räder gekommen. Als Freitagabend die Ehefrau eines Arbeiters aus der Zinzendorf-Straße, die ihr einjähriges Söbnchen in einem Sportwagen durch die Elberfelder Straße vor sich her schob, den Wagen einen Augenblick losgelassen hatte, rollte dieser vom Bürgersteig herunter und kippte an der Bordschwelle um. Das Kind�fiel heraus und die Räder eines gerade vorüberfahrenden Brauerwagens gingen ihm über den Kopf. Infolge Schädelbruchs trat der Tod sofort ein. Ein bei den AsphaltiernngSarbeiten anf der Charlottenburger Chaussee nahe dem Großen Stern beschäftigter 29jähriger Arbeiter, Nikolaikirchplatz wohnhaft, wurde vormittags, als er mit einem KieSkarren umwendete, von einem vorüberfahrenden Milchwagen umgestoßen und von dem rechten Hinterrad mitgeschleift. Er erlitt eine Quetschung der Brust und fand Aufnahme im Kranken- hause Moabit._ Sittlichkeitsattentat im Stadtbahnznge. Gestern abend um'/48 Uhr wurde in der Nähe des Rixdorfer Müllabladeplatzes in der Kiefholzstraße ein Stadtbahnzug, welcher von Treptow nach Rixdors fuhr, durch Ziehen der Notbremse zum Stehen gebracht. Als der Zug hielt, wurde eine Coupötür 3. Klasse aufgerissen und aus dem Abteil sprang ein Mann, der als der neunzehnjährige Tischler Franz E. aus der Mühlenstraße später festgestellt werden konnte. Er lief in wilden Sätzen über die Felder davon. Auf dem Müllabladeplatz befand sich gerade ein Schutzmann, welcher den Vorgang wahrnahm. Er nahm die Verfolgung des Fliehenden auf und es gelang ihm, ihn festzunehmen. Er wurde nach dem Polizeipräsidium gebracht. Der Tischler E. versuchte in dem Stadtbahnabteil an der 18 Jahre alten Arbeiterin Gertrud I. ,auS der KarlSgartenstraße ein Sittlich- keitSverbrechen zu verüben, mit der er allein im Coups gefahren war. DaS Mädchen zog in ihrer Angst die Notbremse. Diesen Moment benutzte der Attentäter, um zu fliehen. Die Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend hat im Monat Juni einen Umsatz von 483 183,70 M. erzielt, gegen 312 886,08 M. im Juni 1909, das sind 140 267,68 M. mehr. Der Jahresumsatz 1909/10 beträgt 4 162 108,48 M. im eigenen Geschäft, gegen 2 808 813,— M.; daS ist eine Zunahme von 1 386 892,48 M. Mit Lieferanten- und Kohlengefchäft wurden für 4 631 163,88 M. Waren umgesetzt, gegen 3 076 841,80 M. im Borjahre, also 1 884 322,33 M. Zunahme. An Geschäftsanteilen sind 280 000 M. eingezahlt, an Spargeldern 469 000 M. und an Hausanteilen 367 000 M. Die 8 Vorderhäuser in Lichtenberg sind bereits gerichtet, Bäckerei und Zentrallagergebäude im Parterre fertig, ebenso der Schornstein für die Kraftzentrale, so daß der Betrieb spätestens im April 1911 eröffnet werden kann. Das Gebrüder Herrnfeld-Theater eröffnet am Sonnabend, den 30. Juli d. I.— nach zweimonatiger Ferienpause— seine neue, 19. Berliner Spielsaison. Arieitrr-Samariter-Bnnd. Kolonne Berlin. Dienstag abend 9 Uhr: 2. Abteilung Brunnenstr. 184 bei Dose. Vortrag und praktische Uebungen. Freitag abend im Dresdener Garten Monatssitzung der aktiven Mannschaft, Materialausgabe nur von 8 bis 9 Uhr. Die nächste Uebung im Freien findet am Sonntag, den 7. August, morgens 8 Uhr auf dem Sommerturnplatz des Turnverein».Fichte" in Treptow statt._ Vorort- Nadmehtem Schöncberg. Die Generalversammlung des Wahlverein» findet am Dienstag, den 26. d. M, abends 8 Uhr in den Neuen Rathaus- sälcn, Meininger Straße 8, statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht der Funktionäre. 2. Diskussion. 3. Die Vorgänge in Baden. 4. Diskussion. 8. Wahlen der Funktionäre. 6. Anträge zum Parteitag und Wahl des Delegierten. Anträge zur Kreis- Generalversammlung und Wahl der Delegierten. 7. Verschiedene». Da die Tagesordnung eine sehr reichhaltige, wird die Versammlung pünktlich eröffnet und ist zeitiges Erscheinen dringende Pflicht. Mitgl-sdsbuch legitimiert. Tempelhof. Ncbcr einen eigenartigen Krankentransport wird uns ge- schrieben:„Ich befand mich am 10. Juli, abends zwischen 6 bis 7 Uhr, auf dem Heimweg auf der Tempelhofer Chaussee. An den Paradslribünen umstand ein kleiner Menschenkreis eine kranke Frau, anständig gekleidet und in den älteren Jahren, welche an der Holzwand der Tribüne mit geschlossenen Augen angelehnt sah. Dieselbe war von Krämpfen befallen und erholte sich nun langsam wieder, jedoch aufzustehen und fortzugehen schien der Frau vor- läufig nicht möglich zu sein. Der Polizei von Tempelhof war Mitteilung davon ge- macht worden und nach längerer Zeit erschien der Tempelhofer Krankentransportwagcn, begleitet von einem Polizisten und zwei Gemeindearbeitcrn. Der Wagen war ein viereckiger offener Bretterlvagen. In demselben befand sich eine Tragbahre und ein offener Holzkasten; ich vermute, daß in denselben gefundene Leichen oder dergleichen gelegt werden, denn er hatte das Aus- sehen eines halben Sarges. Nun wurde die kranke Frau auf die Bahre gelegt, mit einer Decke zugedeckt, festgemacht und auf den Brettermglll gelMy. Der halbe Zgrg wyrde über die Seiten» bretier qüergelegt(dabei bekam die Frau Schreikrämpfe), und loS ging es im Trab unter dem Schreien der kranken Frau und dem Gejohle halbwüchsiger Burschen nach Tempelhof zu. im strömenden Regen. Aeltere Personen sprachen ihre tiefste Entrüstung über diese Art Krankentransport aus." Solche Zustände bedürfen einer baldigen gründlichen Aende- rung. Jeder Mensch kann in die Lage kommen, krank zu werden und schließlich mit einem derartigen Transportmittel befördert zu werden. Pankow. In der Mitgliederversammlung des Bezirks Pankow referierte Genosse Kubig über den Parteitag zu Magdeburg. Ter Redner behandelte hauptsächlich die Wahlrechtsfrage und die Reichsversiche» rungsordnung. Er wies darauf hin, daß durch diese Novelle die Arbeiter in ihren Rechten in jeder Weise beschnitten werden. Was die Budgetbewilligung anbetrifft, so verurteilte er die Handlungs» weise der badischen Genossen aufs schärfste, weil sie einen Disziplin- bruch darstelle. Die Versammlung erklärte sich mit dem Referenten einverstanden und nahm folgende vom Genossen Schmidt ein» gebrachte Resolution fast einstimmig an. die der am Sonntag. den 24. Juni, tagenden Kreisgeneralversammlung unterbreitet werden soll. Resolution: In Erwägung, daß die Zustimmung der badischen sozial. demokratischen Landtagsfraktion zum Budget ein Vertrauens- Votum für die Regierung eines Klassenstaates bedeutet; daß diese Zustimmung trotz der entgegenstehenden Beschlüsse der Parteitage zu Lübeck, Dresden und Nürnberg erfolgt ist und sich somit nicht nur als schweren Disziplinbruch, sondern auch al» eine offene Provokation der Gesamtpartei charakterisiert; in weiterer Erwägung, daß die Teilnahme eines Teiles der badischen sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten an höfischen Veranstaltungen sowie an Kundgebungen monarchischen Charak- ters in schärfstem Widerspruch steht und deshalb ebenfalls al» eine schwere Provokation derselben aufgefaßt werden mutz; erwartet die am 24. Juli dieses Jahres zu Rummelsburg tagende Kveisgeneralversammlung von Niedert- Barnim, daß auf dem Parteitag zu Magdeburg im Interesse der Wahrung des demo- kratischen sowie des Klassencharakters der Partei den in Frage kommenden badischen Landtagsabgeordnetcn gegenüber mit aller Schärfe zum Ausdruck gebracht wird, daß ihre wiederholten schweren Verfehlungen gegen Parteitagsbcschlüsse sowie gegen Parteigrundsätze und Parteitradition mit der Bekleidung der höchsten Vertrauensämter in der Partei unvereinbar sind. Die Versammlung beauftragt ihre Delegierten zum Parteitag mit aller Entschiedenheit in diesem Sinne zu wirken. Als Delegierter zum Parteitag wurde Genosse Kubig in Bor- schlag gebracht. Beschlossen wurde, im Oktober einen Vortragszyklus von sechs Abenden zu veranstalten. Behandelt werden soll daS„Erfurter Programm". Genosse Kubig soll die Referate übernehmen. Hierzu sollen Karten zum Preise von 80 Pf. ausgegeben werden. Weistensee. Der Arbeiter-Schwimmklub„Neptun" feiert heute, nachmittag» 4 Uhr, in der hiesigen Seebadeanstalt sein 19. Stiftungsfest durch ein Wettschwimmen. Den tüchtigen Leistungendes Vereins wäre ein reger Besuch aller Freunde des Schwimmsport» wohl zu gönnen. Französisch-Buchholz. In den Gcncralvcrsainnilungcn vom 13. und 20. Juli erstattete der Bezirksleiter Genosse A. Neumann den Tätigkeitsbericht vom letzten halben Jahre. ES haben 4 öffentliche, 1 General- und 8 Mitglieder-Versammlungen stattgefunden; außerdem 9 Flugblatt« Verbreitungen, 4 AgitationStouren, 4 engere und 7 erweiterte Be» zirkssitzungen. Die Gemeindcwahl in der 3. Abteilung fand nur im 1. Bezirk statt und brachte unS das Mandat. Mitglieder haben wir gegenwärtig zu 172 verzeichnen und zwar 140 männliche, 32 weibliche. Der Kassenbericht ergab eine Einnahme von 646,49 M.. eine Ausgabe von 400,98 M., bleibt Be« stand 248,81 M. Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. BezirlSleiter A. Neumann, 2. Bezirksleiter Bussin, Kassierer O. Wartig, Schriftführer Kudert, Lokalkommisfion Radrey, Revisoren L. Wasche und W. Schulz. Für Ergänzung der Bibliothek wurden 30 M. bewilligt und befindet sich dieselbe vom 28. Juli ab bei Genossen Alb. Neumann, Rosentaler Str. 16 II. Adlershof. In der Generalversammlung hielt zunächst Genosse Albert Schmidt einen beifällig aufgenommenen Vortrag über ortsstatutarische Bestimmungen. Genosse Käming gab dann den Tätigkeitsbericht. Die Mitgliederzahl beträgt 201. Die Neuwahl ergab folgende» Resultat: Erster Vorsitzender Käming, zweiter Albert Schmidt; Kassierer Schulz; Schriftführer Erb; Beisitzer Scheibe. Körner, Frau Buchmann; Revisoren Robert Oertel, Lange, Frau Reich; Lolal- kommisston Franz. Borsigwalde. Arbeiter-Sängerbund, Gau Berlin und Umgegend. Heute. Sonn- tag, vormittags 10 Uhr, findet in Borfigwalde in den Borsigwalder Festsälen eine Sängerbesprechung statt, wozu alle Sänger freundlichst einladet Der Vorstand. Friedenau. Au» dem Wahlverein. In der am Dienstag, den 19. Juli, statt- gefundenen Generalversammlung de» Wahlvereins erstattete der Vorsitzende Genosse Richter den Vorstandsbericht vom letzten halben Jahre. Der Mlgliederbestand erhöhte sich von 130 auf 239 Mit- glieder, und zwar 210 männliche und 29 weibliche. Nach dem Kassenbericht des zweiten Quartals hatten wir eine Einnahme von 319,21 M. und eine Ausgabe von 274,28 M. zu verzeichnen; mithin bleibt ein Bestand von 44,96 M..VorwärtS"-Abonnenten find im Orte 386 vorhanden, von denen zugleich vier die„Reue Zeit", 43 den„Wahren Jakob", 17 die„Gleichheit" und 17„In freien Stunden" lesen. Genosse Meyer als Bibliothekar weist darauf hin, daß unsere Bibliothek ergänzt wird und daß dieselbe anstatt wie bisher alle vierzehn Tage, jeden Sonnabend geöffnet ist. Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Paul Richter, L.Vorsitzender Paul Steinte; 1. Schriftführer Hans Heider, 2. Schriftführer Otto Meyer. 1. Kassierer: Gottfried Döring. 2. Kassierer: Tag, Bibliothekare: Otto Meyer und Hermann Storch. Lokalkommission: Arthur Böhme, Paul Schmidt, Agitationskommission: Paul Hirsch, Jugend- und BildungSauSschuß: Karl Eulert und Paul MarowSki, Revisoren: Paul Kautschmann. Ernst Foerster und Götschel. Zur Kreis-General- Versammlung wurden die Genoffen Richter und Dietrich gewählt. 8 Genossen wurden als Mitglieder aufgenommen. Zum Schluß wie» der Vorfitzende auf das am Sonntag, den 7. August, im Restaurant Birlenwätdchen stattfindende Volksfest hin und ersuchte um rege Beteiligung an demselben. Ober-Schöneweide. Der Samariterkursu» findet am Dienstag, den 26. Juli, abends 3 Uhr. im„Hackepeter", SiemenSstr. 12, statt. Er erftteckt fich auf Behandlung von Knochenbrüchen, Verbrennungen, Erftieren. Ertrinken und Ersticken, Vergiftungen. Bewußtlosigkeit. Beschädigung durch Elektrizität, in Anlegung von Verbänden, Transport Erkrantter und Verunglückter. Der Beitrag für die ganze Dauer des Kursus be- trägt 1 M. Königs-Wusterhausen. In der am Mittwoch, den 20. Juli, im Wedhornschen Lokal tagenden Generalversammlung deS Wahlvereins erstattete Genoffe PleikieS den Geschäftsbericht. Der Mitgliederbestand bettägt 180 Mitglieder(gegen 170 am 31. Dezember). Redner bespricht m kurzen Zügen die stattgefundenen Gemeindevertreterwahlen, und fordert am Schluß seine» Bericht» die Genoffen zur kräftigstm Agitation für unsere Partei und ihre Presse auf. Der Kassenbericht weist eine Einnahme von 439,33 M. und eine Ausgabe von 452,97 M. auf. Die Abonncnteuzahl ist folgende: 262 lesen den„Vorwärts", 9 die„Gleichheit", 1„Arbeiter- Jugend", 1„Neue Zeit", 119 den„Wahren Jakob". Aus der Neuwahl des gesamten Vorstandes gingen folgende Genossen hervor: 1. Vorsitzender: Paul Deutschmaim. 2. Vorsitzender: Wilh. Pleikies. Kassierer: Heinrich Dietze. Schriftführer: Wilhelm Buchwaldcr. Beisitzer: Frau Kroll. Bezirksführer für Königs-Wusterhausen: Otto Deutschmaim, für Deutsch-Wusterhausen: Hermann Ludwig, für Hoherlehmc-Wildau: Adolf Tänzer. Revisoren: die Genossen Kraft, Franz und Kodaneck. Lokalkommission: die Genossen Haug, t titsche und Zieride. Bei der Wahl von zwei Delegierten zur reis-Generalversammlung entspann sich eine längere Debatte, in welcher auf das entschiedenste das Verhalten der badischen Genossen verurteilt wurde; eine diesbezügliche von der Vcrsamm- lung einstimmig angenommene Resolution wurde den Delegierten zur Kreis- Generalversammlung mit auf den Weg gegeben; auch wurde der Wunsch geäustert, zum Parteitag nach Magdeburg von unserem Wahlverein einen Delegierten aufzustellen. Zur Kreis- Generalversammlung wurden die Genossen Dietze und Tänzer dele- fert. Hingewiesen wurde noch auf das am 21. Juli im Wedhorn- !en Lokale stattfindende Somnierfest des Wahlvereins. Niederlehme. Die Sozialdemokratie im Kampfe mit der bürgerlichen Gesell- schaft war da? Thema eines Vortrages, den Genosse Fritz Zubeil hier in einer von etwa 399 Personen beiderlei Geschlechts besuchten Volksversammlung am 21. dieses Monats hielt.— Nachdem Redner auf die grasten Hoffnungen der Gegner nach den Wahlen von 1997 hingewiesen, betonte er, datz diese schönen Hoffnungen denn doch eine arge Täuschung für die Gegner bedeuten. Die Sozialdemokratie habe im Parlament mit derselben Energie wie früher gegen die fortgesetzte Mehrbelastung des arbeitenden Volkes sowie gegen das persönliche Regiment und die fortgesetzt sich steigernden enormen Ausgaben für Militär und Marine gekämpft. Die letzte sogenannte Finanzreform habe trotz der unglaublichen Belastung der Arbeiter und kleinen Leute immer noch nicht genug eingebracht, um allen Wünschen der Weltmachtspolitiker zu ge- nügen; trotzdem wird gegenwärtig schon wieder von einer neuen Militärvorlage gemunkelt. Für Veteranenbeihilfe habe dieser Staat und die herrschende Mehrheit keine 129 M. pro Jahr übrig, ebenso- wenig für eine Zulage für die Soldaten in Höhe von 8 Pf. pro Tag; nur bei Erhöhung der Zivillistc habe man wieder genügend Geld gehabt. Am Schlüsse des mit starkem Beifall aufgenommenen Vor- träges forderte Redner die Anwesenden eindringlich auf, sich zur Stärkung der Kampfesreihen der Sozialdemokratie ebenfalls zu organisieren.— Bei der nachfolgenden Gründung eines neuen Wahlvereins wurden gewählt: Max Winkler zum 1. Vorsitzenden, Wilhelm Fahrenholtz zum 2. Vorsitzenden, Karl Freitag zum Kassierer, Julius Hensel zum Schriftführer; zu Beisitzern Frau Freitag und Georg Henkel, zu Revisoren Karl Schulz, Theodor Paschke, Gustav Koch. Spandau. Schrecklich verbrannt wurde vorgestern abend die Frau des Tischlers Fron, mann infolge Explosion eines SvmtusplätteisenS. Die Frau, welche mit Plätten beschäftigt war, wollte Spiritus nach- gießen, trotzdem die Flamme noch nicht ganz erloschen war. Der Spiritus explodierte und die Frau stand plötzlich lichterloh in Flammen. Auf ihre Hilferufe eilte sofort ihr Mann herbei, der die Flammen erstickte und sich hierbei auch»och erheblich an den Händen verbrannte. Die Frau hat schwere Brandwunden im Gesicht, an der Brust, den Händen und dem Rücken davongetragen. Sie wurde ut das Krankenhaus geschafft und soll wenig Hoffnung vorhanden sein, dieselbe am Leben zu erhalten. Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballeu-DlreMon über den Mrotzbandel in den stentral-MarktKallen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr schwach, Gcichäst ruhig, Preise unverändert. Wild: Znfubr nicht genügend. Geschält flott, Preise gut. Geflügel: Zufuhr reichlich, Geschäft lebhast, Preise gut. F i t ch-: Zusuhr etwas reichlicher, Geicha,t etwas lebhasler, Preise wenig verändert, kleine Aale kaum abiehbar. Butter und Käse: Gejchäst ruhig. Preise unverändert. W e in ü i c, Obs, und Südfrüchte: Zusuhr genügend, Gurken über Lcdars, Ge« schäst ruhig, Preise wenig verändert. rdasserstaiivs-oiachrtchten der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wettcrbureau. Wasserstand M e m e l, Tilstt P r c g e l, Jnsterburg Weichsel, Thon, Oder, Ratibor , Krassen , Franksurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordanim Elbe, Leinneritz , Dresden , Bardo , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlltz Havel, Spandau«) , Rathenow«) Spree, Soremberg«) , Bcestow Weser, Stünden , Minden Rhein, Biaximiliaiisau , Kaub , Köln Neckar, Hellbronn Main, Wertheun Mosel, Trier am 2 2 7. am 146 44 33 1-0 31 — bl 66 624 421 455 137 191 198 leit 21.7. CTO1) +4 —1 —3 —24 +1 — 15 +14 +2 -8 -10 —1' +10 +14 •)+ bedeutet Wuchs,— Fall.— UMerpeqet. Platten- Durchmesser 29 cm ss-;y. Ohne Anzahlung liefern wir 1 Luxus-Sprechapparat laut nebenstehender Abbildung lO 20 lO SO ausRewahlten Stücken mit für Cegen 60 75 120 ISO Mark 2 3 6 3 Mark Monats* rate nnd überlassen Apparat und Platten, deren sorgfältige Wahl auch verwöhnteste Ansprüche befriedigen dürfte, solventen Reflektanten ohne jede Kauiverpflichtung, lediglich gegen Zahlung der minimalen Spesen für die Hin- u. ev. Rücksendung 5 Tage zur Probe vom Tage des Empfanges an gerechnet Wir wollen hierdurch jedermann Qelegenheit geben, unsere Apparate nnd Platten unbeeinfluot zu prüfen und sich persönlich von Ihren ungeheuren Vorzügen zu überzeugen. Irgendwelche Nnchberechnung, etwa für Emballage, findet nicht statt Duette und Quartette werden gefolgt von Instrumental. Solls aller nur bestehenden Arten. Spanische, iialienisdie, ungarische Zigeuner- und andere originelle Kapellen finden in ihren interessantesten Leistungen Gehör, und auch der Humor kommt durch Couplets, humo.-. Vorträge und Gesänge ausgiebig zu seinem Recht.— Trotzdem wir nun sicher sind, durch unser gewähltes Repertoir jeden Hörer zu entzücken, gestatten wir Austausch nicht gefallenöer Platten nach eigener Waid. des von uns gelieferten Apparates adflfh.OilaWon bedeuten eine epochemachende Um- wälzung auf dem Gebiete der Sprech Maschine. Sie werden mit einem unzerstörbaren Saphirstift gespielt u. beseitigen mithin den lästigen Naöelwechsel. Während alle anderen Platten von der Stahlnadel dauernd angegriffen und im Laufe des Gebrauchs gänzlich wertlos werden, erklingen Pathe- Platten noch nach jahrelanger Benutzung so rein wie beim ersten Mal. ßsa« DAMAmmÄ der Pathö-PIatten ist über die ganze urta* r*a=i3vmic«g; 2ivj|isier,e W£lt verbreitet. Ihre Aufnahmen von Künstlern wie Caruso, Slezak, Schmedes etc. haben Anspruch auf höchsten künstlerischen Wert, ihr Repertoir von mehr als 20000 Stücken kann fast unbeschränkt genannt werden. Da die von uns gelieferten, ca. 29 cm grollen Pathe-Platten fast um ein Drittel größer sind als die üblichen Platten, folgt, daß Pathe-Platten nicht nur die besten, sondern auch die billigsten sind. Trotz aller dieser Vorzüge und trotz unserer ungeheuren Bczugserleichterungen liefern wir als einzige Firma Pathe-Platten Original-Fabrikpreise, also ohne]eÖe Preiserhöhung. U>i»abrit SatomoiiSktz, Dircksen- strasse 21, Alexanderplatz. 2817b' Lauben- Baumaterialien, ge- brauchte und neue, wie: Kantholz, Bretter, Latten, Leisten, Türen, Fenster, Dachpappe in grösster Auswahl billigst. Hasenheide 2(am Hermann- platz)._ 28016* Dameukostiimc, Paletots, englische, monatlich 10 Mark, Kasse 10 Prozent billiger(Masssachen). TomporowSki, Lindenstrasse 110. S41K Die Grundbegriffe der' Wirt- fchaftSlehre. Eine populäre Einfüh. rung von Julian Borchardt. Preis 40 Pf. Expeditwn Vorwärts, Linden- strasse 69.___ Lethhaus„Schönebcrg", gegenüber Bahnhof, Sedanstrasse 1, Telephon Ami 6, 15687, bietet stets Gelegen- heitSIäuse tu verpfändet gewesenen und neuen Anzügen, Sommer- und Winterpaletots, einzelnen Hosen, goldenen, silbernen Herren- und Damen- Nemontoire. Uhren. Kelten 3,50 an, serner goldene Siinge, Broschen, Ohrringe, PianmoS, Fahrräder, Frei- schwing«: 10 Mail an. Richard Eicheisumn. 200K' Billige Hosenwoche. Hochelegante Herrenbosen auS feinsten Massstoffen 7— 15 Mark, TennlShosen. Versand- hauS Germania, Unter den Anden 21. Borjährige elegantetzerrenanzüge und Paletots aus feinsten Massstoffen 20— 10 Mark. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21._ 575* Billig einkaufen, hcissl Geld sparen. Leihhaus Ernst Schmidt, Romintener- strasse 48, nahe Stadt- und Hochbahn, Verlaus von Anzügen, Sommer- Paletots, Hosen, Uhren, Gold:, Silber- waren, Leib-, Bettwäsche, Gardinen, Betten usw. Reue Sachen und ver- sallene Pfänder billigst. TeL VII, 13 925. SonnwgS geöffnet. 06051' Herren» Garderobe nach Mass, saubere Arbeit, grosses Slofflagcr, Paletot, Anzug 36 Mark an. Kaust beim Handwerker, lasset den Hand- weiker verdienen. Teilzahlung gestattet. F. Dörge, DreSdenerstrasse 109.* Steppdecke», staunend billiger Maffenverkaufll Similiseide 3,95. 4,85 bis 10,50. Wundervolle doppelseitige 6,85, 8,35, Steppdeckhaus Richard Wolf, DreSdenerstrasse. 8(Kottbuscr- tor). Abonnenten Rabatt 1! 102251* Kinderwagen, Eiscnbcttstellen, Klappsahrslühle, Leiterwagen, alle Sorten Räder. Reparawrmerkstatt. Metzner, 3. Geschäft, Beusselstrasse 67. Abessiuterpumpe 7,50, Sauger 2,50, Rohre, Flügelpumpen, Garten- spritzen, Pumpeujabril Schrocder. Hochstrasse 43. LLISb* Munntöunzüge, Sommerpaletots. Gehrockanzüge, Hosen, feinste Ber- arbdtung, spottbillig. Rosenthaler- strasse 48. Kein Laden._ 606* Schlafdecken(Deckbeltersatz) Normal(bimisarbig) 1,85 bis 12 Mark, Wolle(einfarbig) 2,85 bis 18 Mark, SpezialHaus Emil Lefävre, Oranien- strasse 158. Ü98K ""Singer A 75.00, Naumann-Bobbin, Schncllnäher, Adler, auch ohne An- zahlung, 1.00 wöchentlich an. Anstatt Agenten erhält Käufer Provision. Postkarte erwünscht. KnIiSki, Brunnen- strasse 173, Bellealliancestrasse 4, Ehausscestrasse 80, Beusselstrasse 18, rankfurterstrasse 115, Orantenstr. 2!», aucnzienstrasse 5,Fraiikjurter Allee 72, Charlottenburg, Scharrcustrasse 2. Rixdors, Reuterstrasse 56. 773K Zinkwaschfässer. Zober, Sitz- wannen, Badewannen. Spezialsabril Wienerslrasse 12. Lesern 5 Proz.* Haben Sie vielleicht ciiien Jungen von 3—5 Jahren? Ich habe 100 An- zöge in den Grössen 1, 2 und 8, gute reinwollene Kammgai ne, offene Bluse mit Ueberkragen, auch Kittel-, Sport- und Schilleranzüge, die ich bedeutend unter Preis jetzt adstosse. Herrmann Schlesinger, Tun» strasse 58, wegen Umzug nach 38.______ Teppiche, Portieren, Gardinen, Steppdecken, Diwandecken, Läufer- stoffe, Brautwäsche, spottbillige Kehr» auspreise wegen Auslösung. Potz« damerstvasse 100. Fischer..Vorwärts". Icl» Extrsrsbatt. 107HK* Durch Rauch«nl>«tau»»eschi- »igte Gardinen, Stores, Tlillbettdecken, fadrilreste, 1�5. 2,25, 2.85, 3.75, 4.85, i.50, 6.73 usw. ErbstüllstoreS und Bettdecken, i.45. 3.85. 4.75, 6.76, 6.50 usw. S. SeibenbergS AardincnhauS, Grosje �ranksurterskabe 125, im Hause der Tuch- und Plüschdecken 1L5, 1.75, 2.50, 3.S5, 4.75, 6.50.. 8.75 bis 30 Platt Plüsch- und Tuchportieren 3.25, 3.85, 4,85, 635, 7.85 usw. Br-b- Frankfurtersirage 125. Abfalltepptche 3.85, 4.75, 5.50 usw. Pliischteppichemit kleinen Fehlern, W allen Größen, 6.75, 8.25, S.r 11.50, 13.50 bis 60 Mark.~ ftranlsurttrstraße 125, im Haus« der Sport» und Lammwolldecken 1.65, 2.50, 3.25, 4.50, 5.25, 6.75»IS 20 Mark. Möbelstoff-, Läuser- und Lino- leumrcste spottbillig. 82/4 ' Sportliegewageu, sast neu, billig. Kaiser-Friedrichstraße 178o, Hübner. '"Kinderwagen, Gummiräder, gut erhalten. Kasedors, Echönebera, Sothenstraße 39. 64b Hobelbank, straße 68, Ueckeri._ t52 Hobelbank. Nemitz, Frantsurter'. Allee 177. 1-134 «anarienroller, Vorschläger. Tietz«. Graunstraß« 34. �57 QeschilftsTerlütafe. Eckrestaurant billig zu«erkausen Lankwitz, Marienstratze 7. Bärwald. vieftaurant, nachweislich gut. gehend, Zahlabend, Verein«, sofort günstig verkSuslich. Ersragen Rixdorf, Medelstraße 25, Kohlenhandlung. 62b Zigarrengeschöft umständehalber billig zu verkausen. Fiebig.»eißenpet, Schießbude, Berliner Praler, ver« kaust Kamen, Hochstraß« 33. g5b Wegen anderer Unternehmungen bin ich gezwungen, mein in bester Lage Rixdorss befindliche» Obst- und Gemüsegeschäst billig zu verkailfcn. Schönstedtftraße 10._ flia 'Eutgeheude6Obst«,Gelliäscg-!chäst Mit auch ohne Fuhrwerk ist sofort wegen GrundstückSübernahme zu ver» lausen. Heinrich Meier, Schinebera, Spepererstraß« 24._ 816 Restaurant, goldsicher« Existenz, 10 Minuten vom GewerkschastshauS, wegen anderem Beschäst billig zu ver« kaufen. Klt,•/, Weißbier. 80 Kasten. Miete 1700. Große Wohnung, ab- vermietbar. Fabriken. Naunpnslraße 36. mit Atolle, straße 46 eschäft, todeSI äg verkäuflich Zimmer. 81b Setfeugeschäft,12Jahr«bestehciid sofort verkäuflich Grüner Weg 118. Gutgehendes Selsen, und Grün- kramgeschäst, 500, zuverkausen. Garten. straße 33.+124 ' splotteö Barbiergeschäst, 600 Mark bei 300 Mark Anzahlung, wegen Ver- zug nach außerhalb sosort verkäuflich. Auskunft Zigarrengeschäst Hagel- �rrgerstratze 27._ tgu, gehende» Parteilokal, groß«, «,t besetzte VereinSzimmer, 32 Halbe ahrisch. 10 Halbe Weiße, süns gahre in emer Hand, sosort zu verkausen, Brauerei Hilst. Nähert» Spedition Petersburger Platz 4. flö -"Jnstallationsgeschäft für GaS- und Wasser und mit Klempneret ver- bunden, mit Behörden arbeitend, preiswert verkäuflich. Offerten A. w. 100, Postamt 54._ 986 ' Ziaarrengefchäft, zehn Fähre bestehend, wegen plötzlicher Erkrankung der Frau verkauft Ehristburger. straße 26.__ Selfengcfehäft, am liebsten mit Mobilar. verzugShawer billig ver- käuflich. H-lbig, Chodowiecktstraße 1. Grünkramgeschaft, Kohlen, Rolle, verkaust Witwe krankheitSwegM billig. Jablonskistraße 2. Obst- und Kolonialwar en-Beschäst, Rolle, viel Feuerung, ist billig wegen Krankheit zu verkausen. Litta, Gkalitzerstrahe 45 parterre.-flbO Zigarrengeschäft, epstenzsähig, zu verlausen. Schinkcstraße 15. sl30 Zigarrengeschäf», monatlich 4,00, umständehalber billig verkäuflich. Er- tragen Spedition Lychenerstraße.-s-138 Parteilokal, Zahlstellen. Kranken- lassen, Verband, Vereine, Südosten, 25/2 Bayrisch, 7/2 Weißbier, elektrisches Klavier, krankheitshalber zu verkaufen. E. L. 40.Vorwärts'. Expedition Lausitzer Platz.________ s-130 'Zigarrengeschäft, verzugshalber zu verkaufen. Rixdorf, Steinmetz- straße 110._ fllö ~ Gemüsegeschäft verkaust spott- billig wegen Ausgabe, mietesrei. Rix- darf, Kopsstraß« 16._+113 "Parteilokal, 22 Tonnen__ 12/2 Weißbier,»tel Kastenbter. Lang. tährtger Bertrag. Miete 3060. Wegen Krankheit der Frau für 6000 zu verlausen. Brauerei nibt Hälft« zu. Brauer elvertretrr Becker, Lange- straße lQ, I._> 82/8 Die st a uro tio», seit elf Jahren w meiner Hand, umständehalber bmig zu verkausen. Spedition Bernauer- ftraße».'__ M S&aaimiilt&ti SüflltLuc Schiilpuchliandlung, Zigarren, mit Hausverwaltung, oerkause um. ständehalber. Rixdors, Steinmetz- straße 11. 105b Restaurant, wegen Krankheit der trau verkäuflich. Miete 1500. Schönhauser Allee 62a._+138 Balllokal, großer Garten, hoher Umsatz, Miete 2400 Marl, sür 4200 Mark verkSuslich. Näheres Theinert, Simon-Dachstraße 20.+ Möbel. Kinderbettstelle, neu, billig, Mitschle, Exerzierstratze 19 A.+97 Wichtig sür Sommerwohnungen, Gasthöfe, Brautleute und Pensionate. Möbel, gebrauchte und oerlichen ge- welen«, Kletderspind 18,00, Bettstelle mir Federmatratze 15,00, Kommod« 12,00, Marmortoilette 20,00, Garbe- robenspind 33,00, Ruhebett mit Deck« 17,00, AuSziehsosa 16,00, Plüsch. garnitur 65,00, Küchenspind 15,00, Stühle 2M, Ausziehtisch 14,00, Herren- schreibtisch 28,00, Lederstühle 8,00, Bücherspinb, Speisezimmer, Herren- zimmer. Elegantes Schlafzimmer, komplett 250,00. Federbetten, Gar. dinen, Bilder, bunte Küchen, Teppiche. Gebe auch Möbel aus Teilzahlung. Stargardt, Lothrtngerstraße 69.' Möbel-Kausgeleaenheit.Juni.Juli, wirlliche Gelegenhcitskäuse sür ganze glmmer-Ewrichtunaen sowie einzelne Möbelstücke aller Arn Preise bedeutend herabgesetzt. Verkaus schnellsten». Trausport und Ansbewahrung stet. Schlafzimmer 151—1000. aparte Speisezimmer 175—2000, moderne Herrenzimmer 130—1200, bürgerliche Einrichtungen 200—300, reichere 400 bis»00, Speisezimmer, Herrenzimmer, Salon, Schlafzimmer, Küche als Spezwlität, 950. 1000, 1200, 1500, 6000 Mark komplett ausgestellt. Ent- aegenkommende ZahIungSwcisc. Auch werden Möbel verliehen. Zurück« -fetzte Möbel spottbiMg. Englische ettstell« mit Patentmatratze 37, einsoche 18, Muschel- Kleiderspinden, VertikoS 28—120, TrumeauS 34, Umbau 35, Schreibtische 20—160, Plüschgarniwren 95, Bücherschränke 56— SSO, Nischenbüsette 100-500, Standuhren. Klubsessel 65, Frister- toiletten 25, Korbmöbel, Flur- aarderoben 17, farbige Küche» 45, Anrichteküch«, elegant, komplett 80. Sonntags gcässnei. Rudols Bartsch, Jnmmgsmeister. Ausstellung und Fabrikgebäude Oranienstraße 73. Katalog 6 umsonst. 943K' Atöbel-GelegeiiheitSkäuse w aller- größter Auswahl; einfache sowie besser« Wohnungseinrichtungen be- deutend billiger wie regulär. Er- gäiizungSmöbel. Büsetie 120, Schreib- isch« 45, SosaS 45, Garnituren 65, TrumeauS 30, Schränke, Bertikos 26, Kronen, Teppiche, Bilder, Küchen- möbel, Klubsessel, Ledersosa», Um- b«ue, Lederstühle usw. spottbillig. Lennert» Möbelspeicher, Lothrwger- traße 55, Rosenthaler- Tor. Di« Möbel find in vier Etagen ans- gestellt. 958«« plette WoßnnngSeinrichtnngen zu niedrigsten Fabrikpreise». Unllber- troffen« LetstungSsähigkett. Enorme Auswahl. Zahlungserleichterung. BorwärtSleser 3 Prozent. Lein Laden, Verkauf Fabrikgebäude. Niodel k Für Brautleute günstigste Gelegenheit, sich Möbel anzuschaffen. Mit kleinster Anzahlung gebe schon Stube und Küche. An jedem Stück deullicher Pret». Uebervorteilung daher ausgeschloffen. Bei Krankbeits- allen und Arbeilslosigleit anerkannt irößte Rücksicht. Möbeigeschäjt M. GolMtanb, Zoffen erstraße 38, Ecke Gneisenaustratze. Lew Abzahlungs- geschastl 2901K« Moebel-Boebel, Moritzplatz 58. In mewem seit 31 Jahren bestehenden Mödelkausbaus« stehen in süns Etagen komplette Wohnungseinrichtungen zu niedrigsten Fabrikpreisen zum Verlaus. Ais Spezialität iiesere: Schlaszimmer, englisch 197,—, modern mtt Jntarfien 263,—, Wohnzimmer, modern 290,—, Speisezimmer 355,—, Herrenzimmer 200,—, 1 Zimmer und Küche 205,—, 854,—, modem 479,—, 2 Zimmer und Küche 568,—, 667.—, englische vett- telle mit Matratze 43,—, Kleider- pind 30,—, Trumeau, geschliffen 84,-, Schlassosa 86,-, Plüschsosa 55,—, Umbau 60.—, Teppich«. Riesenlager. Befichtigung erbeten. Transport und Lagerung kosten- ret. Eventuell ZablungSerleichte- rungm. Geöffnet 8—3, Sonntags 8—2. Kew Laden. Verkauf nur im Fabrikgebäude. Musterbuch F. gratis und franko. S97K« Brautpaare, Pensionate, Wieder. Verkäufer können jetzt enorm billig einfache, auch gediegene beffere Möbel kaufen. Dwmatzki, AndreaSstraße 30, geradeüber Markthalle.• Glicht zu derwechfeZi- mtt Inventur« oder RäumungSvertäufm ist mein reelles Möbelanaebot. Herren-, Speise-, Wohn-, Schlafzimmer, Salons und farbige Küche» verlauf« ich zu nie gekannt, konkurrenzl»« billigen Preisen. Große Auswahl w Er- SänzungSmöbeln und Polsterwaren. tz. Hirjchowitz, Skalitz erstraße 25, an der llochoahn._ 1C4QK " Bitte achten Ä« genau auf Haus� nummer und Namen, wenn Sie Möbel Ipottbillia kaufen wollen. Nur GelegeuhettSkäufe. Kamerlwg« Möbel- Möbelangebot, gebraucht« und neu» Einzeluiübel und ganz« Ein richiungen, einfachste, eleganteste Speisezimmer, Herrenzimmer, Schlaf- zimmer, beliehen gewesen, versallen, svotibillig. Riesenlager, 5 Etagen. Möbelspeicherei. Neue Königftr. 5/6, Fabrikgebäude. Teilzahlung gestattet. soonntagS geöffnet._ 281/11'* Wäschespind 17,-, Spiegel 7,-, Tisch 3,—, ganzes Zimmer und Küchencinrichtung 125 Marl verkäus- lich Kotlbuserstrage 18, Nchrlorn.• Metallbetten, zwei, modem, spottbillig verläuflich Zoffenerstr. 10, Hutgeschäst._ 80/13* ttmzugöhalber und Räumung verkaufe an Brautleuten modeme Wohnungs- und Küchenewrichtungen enorm billig. Schlaszimmer, großer Posten BüsettS, Speisezimmer, selten günstige Gelegenheit. Möbel-Polster warenfabril Hirschowitz, Chaussee. straße 50._ 1036K Säulentrumeau, Plüschsosa, Kleiderschrank, Vertiko, Spottpreis, Waldemarstraße 63», vom I links. nstiaste Gelegenheit zum Möbel- einkaus. Eichenes Speisezimmer, voll- ständig komplett. 295,-, BüffettS Sb.—, Standuhren, Freischwmger, Teppiche. Ganze Einrichtungen 190,—. Jacob- son, Brückenstraße 6. 85b Spirälb ettstell! 12ch0, mit Faser- matratze, Chaiselongue 16,00, Jons ch er, Eisenacherstraße 66.+56 Bettstelle, Matratze, gut erhalten, Ktntzel, Engewser 19.+121 Dame muß verkausen Sosa 8,00, Kleiderschrank 8,00, Spiezclvertiko, Muscheischranl, Bronzekrone 12,00, Niaschlosa, Säulentrumeau, Muschel- oetteu 26,00, Verschiedenes jeden Preis, auch Sonntags. Neue König- straße 79, IL Pensionat. 253/12 Fahrräder. Arvetter-Radsahrer erhallen zehn Prozent Rabatt w, Fahrradgroßhau» Charlottenburg, BiSmarckstraße 62.« Herrenfahrrad, Dameniahrrad, einmal benutzt, 35,—, Holz, Blumen- straße 36b. 1683K Deilzablnngen. Dreijährige Ga> rantte. Spezial-Garantierad 55,00, Kaste. Jtwalidenstraß« 20, Wilhelms- havenerstraße 73._ 7S0K« NeckarSulmerrad, einmal benutzt, verkaust notgedrungen fpottbtlltg Hlnrtch, Friedenftraße 81, Oucr- gebäud« parterre._+40 Halbrenner, fast neu, 35,—, ver- kaust Schräder, Weddwgstraße 3. Herrcnfclirrad. Dameniahrrad, kaum benutzt, und 25,00 Zubehör. lachen. Frau Brandt, Große Frank- furterstraße 121, Ouergebäude.+40 Herrenfahrrad. Dammfahrrad, modem, gut erhalten, ganz billig, Große Franksurterstraße 14, Hos, Keller. 82,6« 23,00, Halbrenncr. günstigster Ge- legenheilSkaus. Hom, Koppenftraße 33. Herrenfahrrad, dringend, fpott- billig, Äubmerstraße 15, zweiter Hos I._ 82/5 Brennadorrad, Frellauf, wenig /«fahren, 55,—, Kolbcrgerstraße 14, � NnkS. 82/2 Herrenfahrrad, wenig benutzt, Kleinschmidt, Oderbergerftraße 22. Halbrenner, scltmer Gelegen- heiiskaus, Garantteschein, spottbillig. Witwe Sertcke, Frankfurter Allee 104. Musik. Ptanino, hohes, kreuzsattig, 105,—, Turmstraße 8 I.(.Vorwärts*. lesem Rabatt). 81/12« Sprechmaschinrn auf Teilzahlung, eine Mark wöchentlich, Reparaturen aller Systeme, Adalbertstrabe 81. 42b« Prattttgrammophon spottbillig DrewS, Schliemannstraß« 19. 81 /2 Grammophon, billig. Lambrecht, Schliemaunstraße 35._+138 Siivliiiuiiterricht, Mandoiwe, Gitarre, Laute, Ztther 4,00. Tages- schüler 3,00, ew Monat gratis. Lange, Lychenerstraße 19._+138 Biolinn»«erri cht(neue, doppelt sördemdeMethode bis zur Vollendung) gibt ersahrmer Künstler wöchenllich, aus Wunsch auch nur ewe Lektion a 1,25 M., bei zwei Schülem je 75 Ps. Offerten unter D. S Expedmon des .Vorwärt«'. j« Verscdiedeues. Patentanwalt Weffel. Sttschwtr- straße Kunststopfere, von Frau KotoSly Schlachtensee, Kurftraße 8, III. ,.inrnban. Elektrotechnik. Eisenkonstmktton, AuSbUdung. In- «nieur. Techniker, Maschwmmelster, kSerkmetsier, Monteur, Mafchwift, Maschtnistenapplikant, Marine. Se- mesler Ansang Juli. Prospekte. Resormiechnikum Chausseestraße 1, Englischen Unterricht sür«wsänger und Borgeschrittene, Einzel stunden und im Zirkel erteilt G. Swienth. Schöneberg, Sedanftraß« 57, III.« Wer Stoff hat? Fertige Anzüge nach Maß, 20 Mark an. Tadelloser Sitz, haltbar. Futtersachm, Fianke, Ackerstraße 143. Ecke Jnvalidensttaße.« stniiffenr'AuSbstoung, Iheoi ettsch «nd prakttsch. Auto-, Fwgtechntker. Tages-, Abenbkurse. ProspeN I Auto- technikum, Charlottenburg, Zritsche- straße 27 n. 1052K Technikum, Berlin, Neanderstraße 3 (Schinkel-Akademie), Maschinenbau, Eiettrotechnik, Hochbau, Tiefbau, Jnacnieurkurse. Tcchnikerkurse, Werk- mtitter-, Monteurkurfe, Jnnungs- meister-, Polierkurse, Acchit-kttir. Tageskurse, Abmdkwffe. 10770» Bauschule, Berlin, Neanderstratze 3 (Schinkel- Akademie), Polierlurse, Meisterkurf«, Technilerkurse, Architek- tur, Hochbau, Tiejbau, Abendkurse, Tageskurse._ 1074K« Abendkurse, Technikum, Bauschule, Berlkn, Neanderstraße 3, 1074K Volkssänger-Gesellschaft.Anke', Swinemünderstraße 17.+62« Pfandleibe Martusstraße 27.« Haushaltungsschule, Fröbel- Oberiw-Jnstitut, Beclm, Wilhelm- straße 10. Ausbildung von Kinder. fräulein, Stützen, Jungsem, HauS- Mädchen, sowie sür den eigenen Haus- halt in drei» biS sechsmonatigen Kursen. Prospelle gratis,_ Platinabsälle, Gramm 3,60. Altgold, Zahngebiffe kaust Blümel, Auguststraße 19 111._+124 Küchenmöbel streicht billig MaiheS, Lychenerstraße 9._+138 Aufpolstcrung, Bettmatratze 4,00, Sosa 5,00. Auch außerm Hause. Hoff- mann, Neue Königstraße 30. 253/10 Quartettsäuger zu Beerdigungen stellt nach allen Kirchhösen Gustav Voigt, Görlitzerslraße 56._+130 Wer Stoff hat, sertige Anzug sür 16,00. KaczhnStt, Lichtenberger. straße 9. II._+41 .Tchmeltzer«. Altbekannter Volks- Humorist, Stettwerstraß« 57.+93 Vermietungen. Restaurant mtt Wohnung zu ver- mieten(100 M.), Konzession vor- Händen. Rixdorf, Stewmetzstraße 50. Wohnnngen. Prachtwohunnge» Soldinerstr.32. Balkonwohnnnge«. 1 Stube, Küche 23,50. 2 Stuben, Küche 27,00. Rixdors, Leinestraße 6._+1 1 3« Stube und Küche, 18—23 Mark, Orantmstraße 2a.+110« Zenttalviehhof, Hübnerstraße S billige, gründlich renovierte Zwei- und Ein-Zimmerwohmmgm, Vorder- und Hinterhaus, 2803b« Zwei-, Einzimmer- Wohnungen sofort, auch später Sonnmburger- straße 27. 2784b« Zwei-, Einzimmer- Wohnungen sofort, auch später Soldinerstraße 16. Zimmer, ew bis zwei, sofort, sehr bimg, neues HauS Martendorf, König. straße 9. 27796« M ainzerstraffel?, an Boxhagener. straße, helle renovierte Wohnungen sofort und Oktober vermietbar. Vaikonwohuuugen, 2 Stuben, Küche 28. 1 Stube, Küche 25. sosort. Kiew« MarkuSftraße 3._ Ivb« Im neu erbauten Gartenhause Rostnenstraße 2, Charlottenburg(neben dem GewerkschastShause) find freund- liche 2 Ztmmerwoynmigen mit und ohne Bad billig zu vermieten. 1079K Rirdorf, billige, renooicrlc Pracht- Wohnungen, sosort, später vermietbar- Eiegfriedstraße 22, dtrev Bahnhof Hcrmannstraße, drei Zimmer, Bad, Zubehör, Bodestraße 32, JuIWS- straße 22/23, JuiiuSstraße 88/39, Bahnhos Hermannsttatze, ew. zwei und drei Zimmer. 190/11« Zimmer. Möbliertes Vorderzimmer, Bad, Kaffee, ein oder zwei Herren 15,00. Lychenerstraße 33, II links.+138» Möblierte» Zimmer, Teilnehmer, 11 Mark Miete. Reiher, Admiral- straße 18d, Ouergebäude Hl.+122 Möbliertes Zimmer oennittet Frau Schmidt, Kottbuserdamm 39 I (Hermannplatz). 2870b Möblierte» Zimmer zu ver. mieten. Baumschulenweg, Trojan- straße 6 II, gegenüber der Aus- jtellung. 26?5b Möbliertes Zimmer, Nähe Weddwg, Perlebergerftraße 58, Quer- gebäude II Iwks._+52 Möbliertes Flurzimmex, 1 auch 2 Herren, Slalitzerstraße 1, Schön. Möbliertes Zimmer, Herrn, 12 M., Fürstenstraße 19, II, Schmidt. Möblierte» Bor vermieten bei Müller, straße 40, vorn III. "Möbliertes Zimmer, 14, i rechts. er zu imon Dach- _+67 Melchiorstraße billig, +121 Möbliertes Zimmer, 1 oder 2 Herren. Prinzenftraße 107, vorn links. 3 Treppen._+142 Möblierte» Zimmer, mietet billig Witwe, Ackl Restaurant. ver- ß« 109, +63 MvblterteS Zimmer vermietet Sßlwger, Stallschreiberstraße 1/2, vorn IV, am Moritzplatz. 916 Möbliertes Zimmer, Herrn, 11,00, Prwzenstraße 107, vorn IV, Winter. 70b Gut möblierte» Flurztmmer. 30.00 wklufive. Köllmscher Fijchmartt 1/2, rechter Ausgang llL Kleines möblierte» Vorder« zimmer Willibald« Alexisstraße 34, I linlS. 88b Möblierte« Zimmer. 16,00. witwt Wölkt,«öpentckerftraße 24, Hof Hl. Freundlich möbliertes Zimmer zu vermieten. Soraiterftraße 23, vorn parterre._+130 Sauber möbliertes Zimmer, zwei. fenftriß, vermietet Ränfler, Oranten- straße 185, Settenflägel II. +130 Wan- +130 Möbliertes Zimmer gelow, Köpenickerftraße II_ Möbliertes Balkonzimmer, 1 oder 2 Herren, auch Damen, billig. Wiffmannstraße 47. Hl, am Her- mannplatz. Conrad._ fnz Britzcritratze 6, L Becker.+122 Möbliertes Zimmer mtt Bad. Rixdorf. Jdeal-Pafsage 12, III rechts. (Weichselftraße 8.)+113 Möbliertes Zimmer bei S-t'eele, Kollbuserstraße 2, direkt am Platz. Quergebände, rechter Ausgang 4 Tr. NnkS.+122 Möbliertes Vorderzimmer,«in oder zwei Herren. Kottbuserstr. 20, Hl. Möbliertes Zimmer sür Herrn, billig. Heife, Brüsselerstraße 8, vorn HI.+136 Möbliertes Zimmer, einsenstrig, einen Herrn, 17 Mark. Admiral- straße 12, II rechts. 71b grau 87b Möbliertes Zimmer, Schmidt, Urbanstraße 133._ Freundliches möbliertes Zimmer vermietet Dieffenbachstraße 18, Ouer- gebäude III, Reisemann. 83b Möbliertes Zimmer oder möb- lierte Schlafstelle. Hansen, Luckauer- straße 8, vorn IV. 82b Möbliertes Vorderzimmer, zwei fierren a 18 Mark. Oranienstr. 40/41 ei Voß. 81/17 Zimmer, Oranienstraße 188 bei Witwe Wegener._ Aelterer Herr findet als Teilhaber zu einem möblierten Zimmer billige?, ruhiges wohnen bei Frewerg, Ritter- straße 108, vorn 4 Treppen 253/13 Möbliertes Balkonzimmer für zwei Herren. Raspe, Carmen-Shlva- straße 152, vorn Hl._+138 Kleines möbliertes litzerstraße 10, vorn III, Freundlich movli 1 Fenster, separat für zum 1. August villig straße 16, Gartenhaus I immer Ska- . Radomski. es Zimmer, Allemmieter Huseland- I bei Aubert. Möbliertes Stübchen. Planufer 92, linier Seil Lemmm. Herrn. tenflügel IH, +88 Schlafstellen. Möblierte Schlafstell« vermietet Frau Schreiber, WilSnackersttatze 20, hos parterre. b0b Alleinige Schlasslelle Branden burgstraße 57, vorn III recht«. 88b Freundliche Schlafstelle, separat, Woche 8 Mark, Wilwe Schultz, Ad. miralstraße 38, vorn IV. 79b Freundliche Schlasslelle sür Herren W assertorstratze 22, Schubert. 81/19 Möblierte Schlasslelle(2 Herien) Schönlewstraße IS. III, Langer. 935 Möblierte Ichlasstelle Sebastian- straße 6, Hos parterre links. 81/15 Möbliert« Schlasslelle(Herren) bei George, Revalerfttaße 10, Nähe Warschauerbrücke. 69b Möblierte Schlafstell« bei Körber, Naunynstraße 55, vorn parterre, Schlafstelle. separat, 12 Mark, Maciannenftraß« 45, vorn 2 Treppen, Schwaczlopf._+142 S chlafpelle für Herren vermietet Witwe Bkllhardi, Barnimftraße 9, IV. Schlafstelle oermietet W.lw-Luckow, Prinzenstraß« 82(Moritzplatz). 81/18 Schlafstelle an Mädchen vermietet Nölle, Ruppmerstraße 4, vorn II. Schlafstelle für Herrn, separat. Krebs, JaSmunderftraße 19.+63 Beffere Schlafstelle für anständiges Mädchen. Neanderstraße 24, Hof 4 Treppen recht»._+142 Möblierte Schlafstelle. 12 Mark, vermietet an Herren. Bergmann- straße 109, linker Sellenflügel III vorn.+137 Schlafstelle, Herrn. Romatzki. Prinzenftraße 94, vorn II.+142 Möblierte Schlafstelle vermietet Frau HenSky, Löwestraße 27, Hos I. Gemütlich« Witwe Hagen, gebäude IV. ijftelle vermietet 71, Ouer- +13 Frennblich« Edeiingstraße 6, vonn oder Dame. straße 16, III. Schla s st e He~, Fräü MichociiS. Liebauerstraße 17._+13 MöbUerte Schlafstelle, Witwe Euter, Weidenweg 5, III+lz Modi»er tc Schlasslelle. 2 Herren. Kolbergerstraßc 6, vorn II bei Klopsch. Möblierte Schlasstelle, H�n. Bülowsttaße 54. rechter Seitenflügel IV. Weber. FreuuRiche Schlasstelle findet Ge- noss«- Göbenstraße 9. linier Seiten- flügel III, Klötzel._ fgg flügel HI, Klötzel. Möblierte Schlafstelle. Stiren Heim Witwe Mtt. Palisaden. straße 83. vorn 1 Treppe.+418 MSSficm Schlafstelle Herren oder Damen.' Bwcherstraße 35. +88 Möbtterte Schlasslelle,- oder Damen. Jcnlsch. FreÄ„—, straße 12, Hos I.+88 Schlafstelle für Herrn bei Frau. Naigo/ Langesttaße 87, vorn M. Teilnehmer möblierter S-HW- stelle. Zpdek. KopernlluSstraße». vorn IV.+1� Möblierte Schlasstelle(Barffmi. Bräunig, Maxstraße 18«, vorn IV, Ausgang HeiiniaSdorserstroße. t*39 «vm' � �' 1 r. r. ITA~t1«4** rthwr* Möblierte SchlaML-.«w oder zwei Herren Rixd-nff. Selchow«. straße 3, vorn I, Kubtz. Separat« S-l/lasfiel« bei L-mms. Kottbuserdamm 69, parterre.+113 Saubere Witwe Karch. stelle vermietet lsselderstvaß« 9, Bester« Schlasstelle Wränge!» straße 22. Portal I. NI rechts.+1L0 Freundliche Schlafstelle, Partet- icnofien Anionstraß« 3, vorn I, Freuudli�e Schiasstcue sür Dame bei Petsch,«dmiralstratze 16.+182 Schlattlelle. Herr», toeririiert. Naur.onjlraße 4, vorn 2 Treppen. Freundliche Schlafffelle, t Herren, separat. Wagner, Reichmoerger- straße 163, vorn I._ Schlafstelle für Herrn. Flur- ewgang, mit Kaffee 13 Marl, Nauii�i-- straße 10, vorn IV, Herrmann.+130 Schlafstelle bei Herrn Lange. Libaucrstraße 18, 2 Treppen.+40 Schlafstelle, Herrn oder Mädchen, allein. Dziurla, Breslauerstratze 8. Ouergebäude III._§40 Möblierte Schlafstelle vermietei Frau Meier, Britzerftraße 33. 190/10 Möblierte Schlasslelle vermietet. 10,—, Härtung, Lausitzerftraße 3, vorn I, Ecke Wienerstratze.+130 Anständiger Herr findet möblierte Schlasstelle bei Frau PeterS, Dieben- Hosenerstraße 9.__+138 Zaubere Schlafstelle Lausitzer. straße 31, großer Ausgang, 8 Treppen rechts._+130 Schlafstelle, zwei Herren. Flur- Eingang. Keßler, Reichenberger- straße 142, Ouergebäude I.+130 Schlafstelle zuvermieien Wllimzig. Griebenowstraße 10/11.___ 1046 Genoffe findet sauber« Schlasstelle Reichenbergerstraße 122, Seiten- flügel IV, Henkel 976 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Parteigenosse, verheiratet, schreibgewandt, wünscht Nebenbeschästtgung, gleich welcher Art. Offerten werden erbeten unter V. K. Postamt 23. Stellenangebote. � HanSreiniguug gegen Stube und Küche sosort an nüchterne, saubere, einzelne Lewe. Frantsurter Chaussee 144. 18b* B aukschleifer sucht Sllberwarcni fabrll Norden BerlwS. Offerten mit Angabe der Lohnansprüche unter kl. 1 an die 5�auptexpedition deS»vor- wärt»'. 73b Besteck- und CorpuSarbeller suchen Körn« u. Proll. Prwzesstnnen. straße 16. 74b Glasbläser awRöntgeurührm bei hohem Lohn gefuchl. Heinz Bauer, Lätzow stieße 106. 81/20 Sch-oiserleln-ling bei gutem Kost- aeld verlangt vronzebaubeschlagsabrik Dresdenerstraße 80. 81/16 Wetallfchleifer- Lehrlwg für Schleiferei und Vernickelung suchen Be- necke u. Co., Elisabeth-Uscr 29. 806 Bildcreinrahmer verlangt GroZz, Alte Jalobstraße 7. Weidung Man- tag vormittag. 102b Selbständiger Kunstschmied, mir solcher, Gitterbau, verlangt. Kowa- lewsty, HermSdorf bei Berlin, Ler- Iwerstratze 131.+130 Tüchtige selbständige Kunstschlosser sür Schousciisierkonsl'.nttionen, sowie Heiser werden sosort verlang«. Gebr. Kaiser, Tenipclhof, Rinzbabnitraße 21. Selbständige Rockarb etteriw Probera. Rykestraße 51. 95b SO Mamsells auf Jacketts verlangt GeiSler, Kugler straße 41._+138 Bluscnsicpperi«, Zusammen. setze rw. im. Röhr, Stolpischeftr. 87. Herrenbembnährrinnen vcclaugt Döring. Nlederbarittmstreße 23. LehrmamsellS aus Mäntel ver- langt Hol,. Kocsvrerftratz« 6. 755 Mäntel- Arbeiterinnen~»erlangt Holz, Korsörerftraße 6. 76b Mamsalls auf bessere Damen- paletotS mid Maßsachen verlangt Marx, Manteuffelstraße 118. 77b Mamsells auf verllotete Paletots Hagenauevstraße 15 I, au der Dan- zigerft«che. 845 Flügelklebertnneu außer dem 'Haufe verlangt Karl Sri««, Som- mantxintciistratze 3/4. 676 Arbeiterin aus eins ach« Frauen« Mäntel verlangt Nahtow, hmtbuser. fttraße 16 II.+63 «iinstliche Bwmen- Kröserinncn und Kleberin»«», nur w» Hause, sacht Schiudelhaa»:, Alte Jakob- straße 156.__27906* 'Kllüstliche Blumen, tteyrmadchen ' stt Schwdclhaurr, Alle Jakob- e 156. 29716* Jui Arbeit sumrA durch beiaudereu Druck Hervorgehobeue Anzeige» koste» SO Pf. die Zeile. Mtt«e der Vroodslvr wird ew znvatöiftg« Kgfftkbkll»ttr »m-. AwangSaeha« 1800 Mark. 2cl0««tcha°°°ne Bewerbungen find bis zam 1. August d. F. st» Bureau der Zw», Sttalauer Brück« ch ewzu- »«den � nicht berttkfichligt, Kasjenmstalleder werden vevorzugt. Dar Vorstand- Wege» Streit avd Loh»differenzen sind gesperrt: Möbelfabrik Unde, Romiwmrr- „ straße 23. Leistensabrik Qaamt, Treptow. SRöbdilbril�Ltt�i, Dteffeubach. ftraße 35. K«lsch, Tischsabrik. Fruchtstraße 82. Korbmache rei der Stralau« GlaS- Hütte. Das Berliner VermittelungSbureau». gelb« »HanbwerkerschutzverbandeS« Die Ortsverwal ncng Berlin b. Teatich. Holzarbeiter«» er band. Arbeitswillige»- elben ___ jet, Kasttmienaflee 56. 1036---------------------------------------------------- � SMard LartS. Aerli«. M im LllleiatesteilLlllllitw� Tji.Gl»cke, Bi/:Ull. SruckichBtticz:««Läris u, LllzöüeüttiM Baui feina«& Sa, Bert'»