Nr. 177. HbonnfmentS'Bcdlngungcn: NbonnementA- Preis pränumerando! «ierteljährl. S£0 mi., tnonall. 1,10 Mk, p-öchenMch 28 Pfg. frei ins HauS. Einzelne Nummer s Pfg. Sonnlags. nunimcr mit illuftriertcr Sonnlags. Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Poll- »lbonnement: 1.10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Pofi-Zeiiungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutfchland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Marl pro Monat. Postabonncments nehmen an: Belgien. Dänemarl. Holland. Italien. Luxemburg. Poriugol, Rumänien, Schweden und die Schweiz, CridxiDt tZgllch auScr monuss. 27. Jahrg. Vevlinev Volksblcltk. Die InlertlonS'Gebflbr Beträgt für die scchsgespalicne Uolonet. geile oder deren Raum L0 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Pcrsanimlungs-Anzeigcn L0 Pfg. „Kleine Hnseigen". das erste(seit. gedruckte) Wort 20 Psg.. jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- siellen-Anzcigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über IZ Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Nlirnachmittags in der Expedtlion abgegeben werden. Die Expedstioii ist bis 7 Uhr abends gcössiict. Telegramm- Adresse: ..Z»IiliIklii«>lNl Btll»-. Tentralorgan der fosialdemokrat» fehen Partei Deutfcblands. Redaktton: SRI. 68, Ltndenstrasse 69. Fernsprecher- Amt IV. Nr. 1983. Sonntag, den 31. Juli IttlO. 6xpcdmon: SRI. 68, Lindcnatraese 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 138t» Lannltatt-LuMlgsburg erobert! Stuttgart, 30. Juli. (Privatdepesche des..Vorwärt s".) Bei der heutigen Ersatzwahl im 2. württem- bergischeu Reichstagswahlkreis Cannstatt-LudwigS- burg-Marbach-Weiblingcn erhielten Redakteur und Landtagsabgeordncter Keil(Soz.) 18 703, Fabrikant Oettinger(natl.) 3528 und Rcda5 teur und Landtagsabgeordneter Wolfs(Bauern- bund) 4930 Stimmen. Keil ist somit mit einer Majorität von 4247 Stimmen gewählt. Nun ist auch dieser Wahlkreis unser, der noch nie im sozialdemokratischen Besitze war, und mit unserm Genossen Keil zieht der fünfzig st e Sozialdemokrat in den Deutschen Reichstag l Der Erfolg unserer Partei in diesem Wahlkreise ist der Abschluß einer unermüdlichen und zähen Agitations und Organisationsarbeit. Im Jahre 1881 entfielen dort erst 100 Stimmen auf unseren Kandidaten. 1884 erst 000 Stimmen. Von da an ging es rascher aufwärts. 1887 brachte eine Zunahme von 1000. 1890 eine solche von 1600 Stimmen. 1893 musterten wir wieder um 2000, 1898 um 2400, 1903 um 3400 Stimmen mehr als bei der nächst vorhergegangenen Wahl. Die Blockivahlen von 1907 brachten uns immer noch die verhältnismäßig be deutende Zunahme von 2000 Stimmen. So gingen unsere Genossen mit der frohen Zuversicht in die Wahl, diesmal den Kreis im ersten Wahlgang zu holen und die Hoffnung hat sie nicht getäuscht. Von den vielen Erfolgen des letzten Jahres— und welche Wahl war kein Erfolg?— gehört Cannstatt-Ludwigs bürg mit zu den schönsten. Der neugewonnene Wahlkreis ist ziemlich stark industriell. Nach den Angaben vom Jahre 1907 waren von seinen 184 677 Einwohnern 121 185 städtisch, 63492 ländlich. Im Jahre 1907 gab es 40754 Wahlberech tigte, von denen 34 392 zur Wahl gingen." Der Führer der württembergischen Nationalliberalcn, Dr. H i e b e r wurde mit 18787 Stimmen gewählt. Genosse Keil erhielt 15488, Gröber vom Zentrum 98 Stimmen. Bei diesem Wahlgang ging der Bauernbund, der 1907 für Hieber eingetreten war. selb ständig vor. Dagegen traten die Volksparteiler unter Führung des Demokraten Haußniann sofort für die Nationalliberalen ein. Das sollte der Dank dafür sein, daß bei der Wels- heimer Landtagswahl die Nationalliberalen den Volks- parteiler unterstützt hatten. Die Wähler aber haben durch diese liberalen Milchmädchenrechnungen einen dicken Strich ge- macht. Die rote Flut hat Volkspartei und Nationalliberale in gleicher Weise überrascht. Seit den Reichstagswahlen von 1907, bei denen wir nur 43 Mandate erhalten hatten, hat unsere Rcichstagsfraktion sieben Gewinne zu verzeichnen, denen kein Verlust gegenübersteht. Wir gewannen von den Nationalliberalen vier Mandate: Landau-Neustadt. Coburg, Friedberg-Büdingen, Cannstatt-Ludwigsburg. Von den Fortschrittlcrn zwei: Halle- Saalkreis und Usedom- Wollin, von der Wirtschaftlichen Vereinigung: Eisenach- Dcnnbach; Zschopau- Marienberg sieht ja noch aus. Daß es nicht mehr Gewinne sind, dafür haben Nationalliberale und Schwarzblaue im holden Verein gesorgt, indem sie aus Angst vor den Nachwahlen auch die anfechtbarsten erschwindelten Mandate kurzerhand für gültig erklärt hatten. Wo es aber zum Schlagen kam, da hat die Sozialdemokratie glänzend abgeschnitten Von den sieben Wahlkreisen, die uns zugefallen sind, war nur Halle von 1890 bis 1893 und von 1896 bis 1907 sozialdemo kratisch. In den sechs anderen Wahlkreisen dagegen ist das rote Banner zum ersten Male siegreich ausgepflanzt worden. Wo wir erledigte Sitze zu verteidigen hatten, geschah es mit großem Stimmengewinn, obwohl sonst bei Nachwahlen Stimmenrückgang die Regel ist. In Glauchau- Meerane ge- Ivannen wir 500, in Speyer-Ludwigshafcn 800, in Stollberg- Schneebcrg 2000 Stimnien. Wir sind jetzt die d r i t t st ä r k st e Partei im Deutschen Reichstag und dürfen hoffen, auch die 50 noch vor dem Zusammentritt des Reichstags überschritten zu haben. Es geht vorwärts, wir arbeiten gut und unsere Arbeit trägt Früchte. Bei allen Wahlen wiederholt sich die Erfahrung, daß die Massen des deutschen Volkes mit tiefer Erbitterung gegen alle bürgerlichen Parteien erfüllt sind. Dem deutschen Volke ist es zum Bewußtsein gekommen, in welch abscheulicher Weise es bei den Wahlen von 1907 irre geführt worden ist, wie es von den liberalen Blockbriidern der Reaktion in die Arme getrieben und von den Reaktionären schänd- lich vergewaltigt worden ist. Daß wir 1907 un- erschütterlich fest gestanden. keinen Moment ins Wanken geraten, durch lieberale Versprechungen und imperialistischen Taumel unberührt geblieben sind, das führt heute die enttäuschten Wähler, die von den bürgerlichen Parteien verraten worden sind, in unsere Reihen. Für den vorübergehenden Mandatsverlust von 1907 werden wir jetzt wahrlich reichlich entschädigt durch die rasche Zunahme unserer Wähler und durch die dauernde Stärkung der Macht, unserer politischen Organisationen und unserer Presse. Die Taktik der Sozialdemokratie hat sich glänzend bewährt und nie war unsere Partei mehr die Wortführcrin der arbeitenden Massen des Deutschen Volkes, die deshalb so rasch wächst, weil die Wähler einsehen, daß die Sozialdemokratie die einzige Partei ist, die die Interessen der Arbeiter ohne jede Rücksichtnahme verficht. Diese Einsicht steigert das Vertrauen immer neuer bisher für uns unzugänglichen Schichten zur Sozialdemokratie und ist die Gewähr für künftige Erfolge. Der Sieg von Cannstatt-Ludwigsburg beweist wieder aufs neue, wie stark die Erbitterung gegen das herrschende Regime in Deutschland geworden ist. Für die Sozial- demokratie erwächst daraus die Aufgabe, die günstigen Zeiten zu nutzen und durch unermüdliche Aufklärungs- arbeit dafür zu sorgen, daß die Neugewonnenen zu festen und überzeugten Anhängern des Sozialismus werden. Nicht eine Verhüllung unserer Ziele, sondern im Gegenteil klarste Herausarbeitung alles dessen, was uns von der bürgerlichen Welt trennt, gebietet uns nicht nur die Pflicht gegenüber unserer großen geschichtlichen Aufgabe, sondern auch die Rüeksicht ans unsere propagandistischeKraft. Denn gerade das, was uns von den bürgerlichen Parteien trennt, daß wir die rücksichtslosen und unbedingten Verfechter der Klassen- intcressen des arbeitenden Volkes sind, das ist cS ja, was uns das Vertrauen der Massen gewinnt. Wenn die Erbitterung gegen die blauschwarze Koalition nicht den Libe- ralen, sondern uns zugute kommt, so deswegen, weil die Blockära und der Bcwilligungseifer der Liberalen bei den in- direkten Steuern den Wählern gezeigt hat, daß sie nicht sicher sind, daß die Liberalen ihre Interessen nicht wiedenlm preisgeben. Irgendein Zusammengehen der Sozial- demokraten mit den bürgerlichen Parteien, das über eine Stichwahlparole für das kleinere Uebel hinausginge, könnte nur das Vertrauen schädigen, das unsere klare, starke und unerschrockene Haltung uns in immer weiteren Kreisen erobert hat. Für die bürgerlichen Parteien enthält freilich unser Sieg eine ernste Mahnung. Eine starke demokratische Strömung geht durch das deutsche Volk. Wollen die Liberalen nicht zerrieben werden zwischen der Sozialdemo- kratie und der Reaktion, so müssen sie sich in den D i e n st des demokratischen Willens stellen. Ihr haltloses Schwanken, ob sie sich nicht doch auf die Seite der Reaktion werfen sollen, bringt sie immer schneller um jedes Ansahen bei ihren eigenen Anhängern. Ob die Liberalen ein sehen, daß es für sie höchste Zeit ist, wirklich liberal zu werden, ob sie aufhören, der siegreich voranschreitenden Sozial demokratie in komischer Ucberhebung Vorschriften über ihre Taktik machen zu wollen, steht dahin und ist nicht unsere Sache. Wir gehen vorwärts den Weg, der zur Höhe führt, so oder so. Wir sammeln immer mehr Macht, indem wir immer mehr die arbeitende Klasse, auf der die Gesellschaft ruht, unter die rote Fahne einreihen. Wir sammeln die Macht für die Befreiung dieser arbeitenden Massen von dem Drucke der Klassen Herrschaft, für die Erringung der wahren und vollen Deinn kratie, die zur politischen Gleichheit auch die ökonomische Gleichheit und Selbstbestimmung dcS Volkes fordert. Auf dem Wege zur Freiheit mögen ehrliche Demokraten ein Stück gemeinsam mit uns marschieren können. Wir aber brauchen nicht zu verhehlen, daß unser Weg weiter geht, hinaus über das formale Recht der politischen Gleichheit zu dem ökonomischen Inhalt der neuen Gesel.lschast- Die flbriiftimgsjdeen des Königs von Ttalien. Der König von Italien hat Pech. Sein Berusskollege Nikolaus hat ihm den Rang abgelaufen. Wä»e nämlich Viktor Emanuel vor 12 Jahren mit feinem Abrüstungsvorschlag an die Oeffentlichkeit getreten, dann hätte man ihn doch wenigstens einige Monde als Fricdcnsfürst gefeiert. Inzwischen aber sind die Menschen recht nüchtern geworden. Ein Schütteln geht durch den ganzen Blätter- Wald, und viele Zeitungsmänner, die damals dem Mann vom Neva» strande nicht laut genug das„Hosianna" zujubeln konnten, gießen ganze Schalen von Spott und Hohn über den guten Viktor Emanuel aus. so daß man ihn schier bedauern möchte. Allerdings müssen auch wir gestehen, daß der königliche Vor- schlag nicht besonders geschickt ist. Er hat nicht einmal den Sleiz des Neuen. Viktor Emanuel schlägt nämlich, wie vor einigen Jahren Roosevelt, eine Begrenzung der Schiffsdimensionen, eine maximale Deplacemcntsgrenze vor. Bekanntlich haben sich die Größenabmessungen der Schiffe in den letzten Jahren ganz enorm gesteigert: damit aber auch die Baukosten, so daß jetzt ein Linien- schiff beinahe 2]/, mal soviel kostet als vor 10 Jahren. Diese Deplace. mentssteigcrung ist zurückzuführen aus die Erhöhung der Ge- schwindigkeit, die Verbesserung der Artillerie und die Verstärkung der Panzerung. Will man nun für das Deplacement eine Höchst- grenze festsetzen, wie es damals Roosevelt vorschlug, dann schaltet man den technischen Fortschritt zNxir nicht ganz, aber doch zum größten Teil aus. Das weiß auch Viktor Emanuel, und deshalb geht er noch einen Schritt weiter als Roosevelt. Er will nämlich für jedes Schiff Geschwindigkeit und Gefechtsstärke festgesetzt wissen. Sein Plan läuft also daraus hinaus, daß die Kriegsschiffe aller Nationen nach einem Schema gebaut werden. Damit schaltet er, was für die in industrieller Beziehung hintenan hinkenden Staaten. wie Italien, zweifellos von Vorteil wäre, den Fortschritt der Technik ganz aus und macht den Sieg in der Schlacht einzig und allein von den moralischen Qualitäten der Truppe abhängig. Wir der- mögen nicht einzusehen, aus welchem Grunde Viktor Emanuel nicht weiter geht und auf die primitiven Schlachtmethodcn des Alter- tums zurückgreift. Dann lasse man doch die Hand vom Linienschiff» Schnellfeuergeschütz und Schießgewehr und kehre zu Galeere, Schild und Speer zurück. Dann werden die Völker noch bedeutend mehr Geld sparen. Es ist also kein Wunder, daß Viktor Emanuel bei den Mächtigsten unter den gekrönten Häuptern einen Korb bc- kommen hat. UebrigenS ist der Vorschlag dcS Königs von Italien schon dcS- halb wertlos, weil er die Zahl der Schiffe durchaus nicht begrenzt. Wenn also auch die Nationen nach diesem Vorschlage nicht beliebig große Schiffe bauen dürfen, so doch beliebig viel. Wenn man eS also ernst meint, dann kann man überhaupt nur zwei Vorschläge machen: entweder man setzt für jede Nation einen Höchstwert für den Gesamttonnengehalt der ganzen Flotte, oder aber ein Maximum für die Marineausgaben fest, was ja noch wirksamer wäre. Co- bald man aber diese Vorschläge macht, sieht man auch schon ein, daß sie in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung nicht in der Tat umgesetzt werden können. Der Konkurrenzkampf mit seinen imperialistischen Erscheinungen ruft fortgesetzt Mißtöne im Konzert der Mächte hervor; wir leben in beständiger Kriegsfurcht. Jeder Kriegführende will gewinnen. Nun kommt es aber in einem Kriegs nicht darauf an, ob beide Teile relativ gleich stark sind. Der Sieg gehört vielmehr dem, der absolut stärker ist. Und eben deshalb lassen sich die Negierungen nicht durch mathematische For- mein binden. Solange Streitigkeiten durch die Waffen zum Aus» trag gebracht werden dürfen, gibt es überhaupt keine Abrüstung. Erst das internationale Schiedsgericht, dann die Abrüstung. Man zeihe uns nun nicht des Widerspruchs, wenn wir für ein englisch- deutsches Flottenabkommen eintreten. Ein solches Ab» kommen würde beileibe nicht die internationale Abrüstung bc» deuten, ober trotzdem nicht wertlos fein. Denn die Dinge liegen jetzt so, daß Deutschland und England die andern europäischen See» mächte weit überflügelt haben und daß sämtliche Länder Europas tatsächlich von dem wahnsinnigen Wcttkampf zwischen England und Deutschland abhängig sind. Diese beiden Länder könnten den Aus» bau ihrer Flotten weniger intensiv betreiben, ohne ins Hintertreffen zu geraten und würden daurch das Tempo des gesamten internationalen Wettrüstens beeinflussen und dem barbarischen mittelalterlichen Priscnrccht den Garaus machen! f poUtifchc CTcbcrlicbt. Berlin, den 30. Juli 1910. Reichsfinanzreform und Handwerk. Im Jahresbericht der Handelskammer für Obcrfranken heißt es über»Die wirtschaftliche Lage dcS Handwerks in Oberfranken": „Besonders die Neichsfinaiizreform brachte eine gewisie Be- unruhigung und Unsickierheil in das Geschäftsleben. Allenthalben hört man die Handwerksmeister klagen über die fort- während steigende Belastung der gewerblichen Betriebe und Einführung neuer Abgaben. Letzteres muffe, zumal der politische ZickzackkurS bei AuSfindigmachung neuer Steuern den Mittel» stand iinmer am ärgsten, einzelne Berufsstände aber nur wenig treffe, im Lanfe der Zeit unter völliger Preisgabe des Vertrauens zur Regierung zur allgemeinen Unzufriedenheit der Handwerker und zur erheblichen Gefährdung mancher Handwerkerexistenzen führen. Nicht minder aber sehen die Handwerker mit Besorgnis der bayerischen Steuerreform entgegen, denn auch hier winke den meisten, besonders den mittleren und größeren Betrieben im Gegensatz zu der Landwirtschast eine zum Teil erheblichere steuer» liche Belastung." Hieraus ergibt sich für die Handwerker die Notwendigkeit, bei den Wahlen dafür zu sorgen, daß nicht Vertreter gewählt werden. die solche Gesetze schaffen. Bis jetzt hat nur die Sozialdemokratie eine konsequente Steuerpolitik getrieben, die darauf hinausgeht, die ärmeren Kreise der Bevölkerung zu entlasten und die tragfähigerc» Schultern zu höheren Leistungen heranzuziehen. Aus preußisch cn Staatsbetrieben. Die Verhältnisse in den sogenannten Musterbetrieben der preußischen Staatseisenbahn»Verwaltung zu Erfurt sind schon mehrfach Gegenstand kritischer Betrachtungen in der sozialdemokratischen Presse gewesen. Jetzt sind unserem Erfurter Parteiblatt, der„Tribüne", abermals Klagen aus der Be» triebswerk stelle am Güterbahnhof Erfurt über» mittelt worden wegen dirmiserablenBehandlungSweise. der die Arbeiter durch die Vorgesetzten ausgesetzt sind. Beschweren sich die Arbeiter über irgend etwas oder suchen sie um ihr R e ch t nach, fo Wörden sie von den Vorgesetzten in dein bekannten preußischen BmtStone angefahren, und gehen sie dann anfS Bureau, um hier ihre Wünsche vorzubringen, so beloinmen sie hier wie dort zu hören:„Wenn es Ihnen nicht paßt, so gehen Sie hinaus auf die Chaussee!" Auch da-Z Zusammen- sprechen zwischen zwei Arbeitern ist verboten; bemerkt eS aber ein anderer Arbeiter oder ei» Borgesetzter, so s o l l e r e S melden! So züchtet man in diesem Staatsbetriebe das An- gebersystem. Dabei wird überall an Arbeitskräften gespart; für die Abgänge erfolgen keine Neueinstellungen, aber es wird dasselbe ArbeitZquantum, ja die sich ständig mehrende Arbeit trotzdem verlangt. Schon zweimal wurden die Arbeiter um Zulage vorstellig; sie wurde ihnen stets abgeschlagen. Dabei sind die Arbeiter der festen Meinung, daß sie hier noch mit 20—30 Pf. Zulage im Rück- stände sind und daß man mit deren Herausgabe warten will, bis zu den Reichstagswahlen— als Köder, wie das vorige Mal. Nicht besser sind die unteren Beamten im Außendienst daran. Im März 100 0 reichten zwei auf dem Güterbahnhof Erfurt stationierte Weichensteller beim Obervorsteher Hermes ihr Gesuch um Ablegung der Prüfung zum Weichensteller erster Klasie ein. Im Oktober wurden beide Beamte versetzt, ohne daß ihr Gesuch erledigt worden wäre und sie warten heute noch darauf. So behandelt der preußische Staat„seine" Arbeiter und kleinen Beamten. Aber die preußischen Staatsstlltzen reißen mächtig den Mund auf über den— sozialdemokratischen Zukunfts- staat! Die Heuchler!_ Fürst zu Solms-Baruth gegen das öffentliche Jntereffe. Unsere Darstellung der Beseitigung des Rechtswegs zugunsten des Fürsten zu Solms-Baruth hat begreiflicherweise bei den konservativen Organen und der Regierung Mißbehagen erregt. Die offiziösen„Verl. Pol. Nachr."„stellen", wie die„Kreuzztg." meint,„fest", daß„die Sachbehandlung völlig tendenziös und mit dem geltenden Recht unvereinbar" sei. Zur Erhebung des Kompetenzkonflikts sei die Verwaltungsbehörde nicht bloß befugt, sondern verpflichtet, wenn nach ihrer Ueberzeugung nicht die Gerichte, sondern die Organe der Verwaltung zuständig sind. Dunkel ist der offiziösen Worte Sinn. Was wir dargelegt haben, ist von Anfang bis zu Ende zutreffend und in öffentlicher Gerichtssitzung an der Hand der Akten festgestellt. Was soll da das Ge- schwafel, es liege eine tendenziöse Sachbehandlung auf unserer Seite vor? Welcher Satz, welche Behauptung unseres Berichts ist unrichtig? Nicht ein Jota. Der Schwerpunkt des Falles Fürst zu Solms-Baruth liegt darin, daß der Komvetenzgerichtshof den Gerichten in den Arm gefallen ist, die zugunsten der Einwohner zu Friedrichshof entschieden haben. Das Landgericht zu Potsdam wie das Kammcrgericht haben entschieden, daß es sich n i cht um eine Klage gegen eine polizeiliche Verfügung, sondern um das Recht der Friedrichshofer auf Beseitigung der Gittersperre handelt. Ter Kompetenzgerichtshof hat diese Urteile mit einem Federstrich beiseite geschoben und den Rechtsweg für unzulässig erklärt. Bei der Novelle zum Gerichtsverfassungsgesetz haben neben Sozialdemokraten auch Nationalliberale den Ausschluß des Rechtswegs bekämpft, der in der Möglichkeit solcher Kompetenzkonflikts- erhebung liegt. Preußen beseitigt in vielen Fällen, so auch hier, den Rechtsweg auf dem Wege der Kompetcnzkonfliktserhebung: an Stelle der Entscheidung unabhängiger Gerichte tritt, nachdem zwei Instanzen zugunsten des Fürsten entschieden haben, eine Ver- waltungsbehörde, die zu seinen Gunsten Konflikte mit Erfolg erhebt. Bei Beratung der Strafprozeßordnung und des damit im Zusammenhang stehenden Gerichtsverfassunggesetzes wird es not- wendig sein, das Jn-den-Arm-fallcn der Gerichte seitens der Ver- waltung für die Zukunft zu verhindern. Im Fall des Fürsten SolmS ist die durch das Landgericht und Kammergericht aus» gesprochene Gerechtigkeit zuungunsten der Bürger durch eine Ver- waltunggsbehörde aufgehoben. An dieser Tatsache ändert alles Gerede der„Verl. Pol. Nachr." und der„Kreuzztg." nicht das geringste._ Ter AmtSvorsteher gegen das Vereins-«nd Versammlungsrecht! Aus Oranienburg wird uns vom 30. Juli ge- schrieben: Morgen, Sonntag nachmittag 2 Uhr, sollte in Friedrichsthal im Gasthof„Zu den vier Linden" eine Volksversammlung stattfinden. Es ist die erste Versamm- lung, die dort stattfinden sollte. Sie wurde vom Amtsvor- steher niit folgender Begründung verboten:„.. „Mit Rücksichtaufdasa m 31. Juliin dem Lokal zu den 4 Linden in Friedrichsthal stattfindende öffentliche Erntefest wird hierdurch die Abhaltung der von Ihnen angemeldeten Volksversammlung wegen Ge- fährvung der öffentlichen Sicherheit polizeilich Untersaat. Der Amtsvorsteher. >' Lauterbach." Unsere Genossen sind diesem gesetzwidrigen Ukas damit begegnet, daß die Versammlung nunmehr um 4 Uhr nachmittags im Lokal von W. Neubert in Malz stattfinden wird. Wenn nun dadurch auch in diesem Falle der Diktatur des Amtsvorstehers wirksam begegnet werden konnte, so ver- dient der Ukas des wackeren Amtsvorstehers doch niedriger gehängt zu werden, zum Beweise dafür, wie wenig sich unsere Junker- und Junkcrhörigen um das Vereins- und Versamm- lungsrecht kümmern!_ Die„korrigierte Bürgerrolle" in Waudsbeck. Wie schon in der vorigen Woche mitgeteilt, sind durch die Maß- nahmen des Wandsbecker Magistrats über 300 bisherige Bürger ihres Wahlrechts beraubt worden, obwohl bei der Zusammenlegung beider Bezirke zu einem Wahlbezirk vom Oberbürgermeister Rauch erklärt wurde, niemand werde seines Wahlrechts beraubt, es bleibe alles beim alten,„nehmen, rauben tun wir nichts!" Während vor dieser zur Erhaltung der kommunalen Klassenherrschaft der Bour- geoisic ausgeklügelten Maßnahme der höchstzulässiae Wahlzensu» von 1350—1500 M.(16 M. Staatsstcuern) zur Verleihung des Bürgerrechts galt, soll jetzt ein Einkommen von mindestens 1500 M. dafür entscheidend sein. Mit großer Gewissenhaftigkeit achtet die städtische Verwaltung darauf, daß kein Arbeiter einen Pfennig zuviel Einkommen versteuert. So sind Arbeiter, die ihr Einkommen mit genau 1500 M. angegeben hatten, um 30—50 M. herabgesetzt worden,„weil sie vergossen hätten, dje Versicherungsbeiträge lKrankenkasse. Invalidität usw.) in Abaug zu bringen." Das mit 1550 M. deklarierte Einkommen eines Arbeiters wurde aus diesem „menschenfreundlichen", aber mit den sonstigen fiskalischen Ge- pslogenheiten des Magistrats nicht in Einklang zu bringenden Gründen ermäßigt. Alle diese Matznahmen haben flammende Entrüstung unter der Arbeiterschaft hervorgerufen. Am Donnerstag fand«ine imposante Versammlung statt, in der nach einem Referat dcS Genosten Dr. Herz- Alwna gründliche Abrechnung mit dem neuesten Streich der reaktionären kommunalen Faktoren gehalten wurde. In einer einstimmig angenommenen Resolution wird erklärt, daß alle Mittel angewendet werden sollen, um dieser tiefste Verachtung für die minderbemittelten Kreise aussprechenden Maßnahme zu begegnen. Der Reichsvcrband bekommt moralische Anwandlungen. Am 16. Mai hatte die.SchleSwig-Holsteinische Bollszeitung" unter der Stichmarke„Ein hineingefallener Verleumder" einen Bericht über einen Prozeß gegen den Bauhilfsarbeiter Roche veröffentlicht, der be- kanntlich eine von Verleumdungen strotzeiide Broschüre unter dem Titel „Aus dem roten Sumpf" gegen den Vorstand des Bauhilfsarbeiter- Verbandes geschrieben hatte. Der Neichsverband gegen die Sozialdemokratie fühlt sich nun nicht nur durch die Bezeichnung Reichs- lügenverband in diesem Bericht beleidigt, sondern auch durch die Be- merkung, daß der Verfasser der Broschüre„Aus dem roten Sumpf", wie alle derartigen Elemente, das Geld hierzu wahr- scheinlich vom ReichSverbaude bekommen habe. Dieie Behauptung hielt der Borstand de» Reichsverbandes für geeignet, den Verband und besonders seinen Vorstand verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Er lief zum Staatsanwalt, und der hat denn�auch wirklich' Anklage gegen den veramwortlichen Redakteur der„Schleswig-Holft. Volks- zeilung" erhoben. Der Reichsverband will also Elemente wie Roche nicht an die Rockschöße gehängt haben. Dann wird eS aber Zeit, daß er unter seinen Soldschreibern und Agitatoren gründliche Musterung hält.__ Wahlkämpfe und Wahlsiege in Württemberg. Man schreibt uns aus Stuttgart: Am Donnerstag, den LS. Juli, haben unsere Genossen im zweiten Wahlgang den Landtagswahlkreis Welzheim erobert. Das Mandat des nationalliberalen Führers Dr. Hieb er ist in den Besitz der Sozialdemokratie übergegangen. Im ersten Wahl- gang am 15. Juli erhielt unser Kandidat K i n k e l- Göppingen 099 Stimmen, der Volksparteiler 770, der Nationalliberale 597, der Bauernbündlcr 602 und der Zcntrumsmann 94 Stimmen. Im ersten Wahlgang entscheidet die absolute, im zweiten Wahl- gang die relative Mehrheit. Sämtliche Kandidaten können wieder aufgestellt werden. Die nationalliberalc Partei zog aber ihre Kandidatur zugunsten des Volksparteilers zurück, und damit schien die Wahl des letzteren gesichert. Das Oberamt Welzheim hat fast nur bäuerliche Bevölkerung, die Wähler haben teilweis stundenweit zum Wahlort. Daß die Sozialdemokratie noch nenncns- werte Reserven aufbringen könne, hielt man für ausgeschlossen. Die Volkspartei suchte zudem religiösen Haß gegen die Sozialdemokratie zu wecken, sie arbeitete nach den Rezepten des Zentrums. Die „christlichen Familienväter" wurden mobil gemacht, denn die Sozial- demokratie wolle den Religionsunterricht aus der Schule verbannen. Ein Redner der„fortschrittlichen VoUspartei" traktierte den Gegnet gar mit folgendem Gesangbuchvers: Ach wie groß ist dein Verderben! Ohne Jesum mußt du sterben: Blind und tot sind deine Kräfte, Sünde tun ist dein Geschäfte, Tod heischt des Gesetzes Rache, Es ist aus mit. deiner Sache, Ja im Himmel! und auf Erden, Kann dir nicht geholfen werden. Das Resultat der gestrigen Wahl war trotzdem der Sieg der Sozialdemokratie! Reform des Mädchenschultvesens in Bayer». Endlich scheint auch in Bayern die Neuorganisation der höheren Mädchenschulen in naher und sicherer Aussicht zu stehen. Nachdem schon im Mai 1903 der Kammer der Abgeordneten eine Denkschrift des Kultusministeriums überreicht wurde, haben seit« dem Verhandlungen und Besprechungen mit Schulmännern stattge- funden, sodaß die Grundzüge sowohl der äußeren Organisation als auch der Lehrpläne jetzt feststehen. Die Verhandlungen der Kammer der Abgeordneten hoben weiteren Auffchluß gebracht und man muß gestehen, daß die geplante Reform eine« großen Zuges nicht entbehrt. Im Vordergrunde steht die sechsklassige Töchterschule, die sich, wie die Knaben-Mittelschulen, auf den 4 unteren Klassen der Volksschule aufbaut. Vorschulen gibt eS nicht. Die Töchterschule ist bestimmt zur Heranbildung der Mädchen für den Beruf der Haus- frau und Mutter. Neben dieser Schulgattung steht eine zweite, die Mädchenrealschule, welche 4 Jahre Töchterschule hat, in den beiden oberen Klassen aber in Anlebnung an den Lehrplan der Knabenrealschule die Vorbereitung der Mädchen auf eine wirtschaftlich selbständige Berufsstellung im Leben fördern soll. Sowohl auf der Töchterschule als der Mädchenrealschule kann sich aufbauen die zweiklassiae F r a u e n s ch u l e, die den Zweck hat, die in der Töchterschule gebotene Ausbildung für den Hausfrauen- beruf noch weiter zu ergänzen. Der Töchterschule wie der Mädchenrealschule können Studien- k u r s e augereiht werden, welche die Gelegenheit zur Erlangung der Hochschulreife bieten. Als solche Kurse sind in Betracht zu ziehen humanistische Gymnasialkurse, Realgymuasialkurse und Oberrealschul- kurse. Die beiden ersten Kurse schließen sich an die dritte Klasse der Töchterschule oder Mädchenrealschule an und umfassen sechs Jahreskurse, von denen die zwei unteren den gleichen Lebrplan haben. Die Oberrealschulkurse schließen sich in fünf Jahreskursen an die vierte Klasse der höheren Töchterschule oder in drei Jahreskursen an die Mädchenrealschule an. Sieben den hier aufgeführten Schulgattungen bestehen die Lehrerinnen-Bildungsan st alten unverändert weiter. Die höheren Mädchenschulen bleiben wie bisher Gemeinde- an st alten unter staatlicher Aufsicht. DaS heißt, die Gemeinden haben für den ganzen finanziellen Bedarf aufzukommen. Das hat natürlich zur Folge, daß ein hohes Schulgeld erhoben werden muß und daß diese höheren Mädchenschulen vielleicht noch mehr als bisher die reinsten Klassenschulen werden. Daß der Minister Staats« Zuschüsse für die Zukunft in Aussicht stellt, will bei den heruntergekommenen bayerischen Finanzen sehr wenig bedeuten. Es wird bei der guten Absicht des Ministers bleiben und die Städte müssen mit großen Opfern wieder eine Aufgabe lösen, die eigentlich der Staat zu lösen hätte. DaS Erfreuliche an der Reform ist, daß wenigstens einem kleinen Prozentsatz des weiblichen Teils der bayerischen Menschheit Gelegenheit gegeben wird, sich die für den Uiiiversitätsbcsuch notwendige Bildung zu erwerben. ES ist ober eine selbstverständliche Konsequenz hieraus, daß mau nun auch die verschiedenen Berufe für den Zugaug der Frauen freigibt und daS bestehende Monopol der Männer beseitigt. Sittlichkeitswnchter. Die leichte, luftige Kleidung, die jetzt in den warmen Sommermonaten vielfach vom weiblichen Geschlecht getragen wird, findet in den sittenstrengen Augen und Herzen der Roeren- jünger schärfste Verurteilung. Besonder? nehmen sie an den ent- bläßten Schultern und Busen sittlichen Anstoß. Freilich zeigen bei den Hofbällen sich die Gattinnen und Töchter der Edelsten der deutschen Nation oft noch viel weiter entblößt, als so manches Straßendämchen; aber, ob nun die Sittlichkeitswächter annehmen, daß die Gefühle der an den Hofbällcn teilnehmenden Würden- träger aller Art bereits so abgestumpft sind, daß wogende Busen ihnen nicht mehr gefährlich werden, oder ob sie meinen, daß für die verschiedenen Standesschichten verschiedene Sittlichkeitsrsgeln gelten, gegen die Fleischausstellung bei Hoffesten haben sie nichts einzu- wenden, während die durchbrochenen Blusen junger Mädchen aus den sogenannten niederen Ständen ihre tiefste Entrüstung wecken. Bei ganz besonders sittlich veranlagten Roerenjüngern geht die Verachtung alles Nackten so weit, daß sie nicht nur gegen Fleisch- busen, sondern sogar gegen Gips-, Holz- oder Pappbusen einen un- überwindlich sittlichen Widerwillen empfinden'und am liebsten jede Statue der Venus von Milo in ein langes Nachtgewand oder eine Estimokleidung steckten. Zu diesen sensiblen sittlichen Naturen gehört zkSekfellos av'ch der Kaplan in Kleve, von dem die„Verl. VolkSz." folgendes med- liche Geschichtchen erzählt: In Kleve fand kürzlich Kirmes statt, und auf dem Markt- platz hatte neben Schießbuden, Karussels und all den anderen zur Kirmcsfeier gehörenden schönen Sachen auch ein Kinematograph Platz genommen. Am Eingang zum Kinematographen stand eine Orgel. Tie Holzverzierung an ihr zeigt neben anderem Schnitz- werk zwei Minatursrauenfiguren mit teilweise freigelassenem Busen. Tausende von Besuchern gingen an der Orgel vorbei. Die meisten sahen die Figuren nicht und die, die sie anschauten, nahmen an der Darstellung keinen Anstoß. Anders wie der Menge erging es einem Klever Kaplan. Als er über den KirmeSmartt schritt, fiel sein Blick auf die beiden Holzfiguren. Und heiliger Zorn bemächtigte sich seiner:„Die Frauenzimmer müssen w e gl" Ter Kinematographenmann wußte gar nicht wie ihm geschah.„Frauenzimmer?" die hat er ja gar nicht ausgestellt. Aber der Kaplan belehrte ihn bald eines anderen. Die Holz- siguren sind es, die müssen fort! Aber wie? Nach einigem Hin und Her einigte man sich auf Schleier. Und am anderen Tage trugen die Figürchen züchtig einen weißen Schleier, der bis zu den Fußspitzen reichte. Jetz wurde auch die Menge auf die Dinger aufmerksam. Dann und wann lupfte ein kecker Bursche den Behang; alles aber war höchst erstaunt, als unter dem Mull gar nichts zu sehen war, was gegen Zucht und Sitte so gröblich verstoßen hätte. Ausweisung. Der dänische Pastor Albeck aus Kopenhagen, der mehrmals im Kreise Hadersleoen in Versammlungen gesprochen hatte, wurde als lästiger Ausländer aus Preußen ausgewiesen. Unruhen bei Tsingta«. Der„Germania" wird gemeldet, daß im Kreise Hiyang auf der Shantung-Halbinsel Unruhen ausgebrochen sind. Uebcr die Ur- fachen der Unruhen liegen ganz sickere Nachrichten nicht vor. Eines- teils wird behauptet, daß die Niandarinen die Steuern rücksichtslos eingetrieben hätten, andererseits wird erklärt, daß die Getreide- spetulation der Beamten das Volk zum Aufftand getrieben hätte. Das Aufstandsgebiet liegt hart an der Grenze des deutschen Schutz- gebietes, durch das auck der Transport chinesischer Soldaten ge- stattet wurde, die den Aufftand niederwerfen sollten. Man wird abwarten müssen, was hinter diesen Nachrichten eigentlich steckt, denn es ist nicht unwahrscheinlich, daß der Aufftand auch in das deutsche Schutzgebiet hinübergetragen wird und daS würde allerdings Aussichten erwecken, die den Steuerzahlern keine Freude bereiten dürften._ Oeltcmicb-Cliigaiii. Gegen den Wohnungswucher. Budapest, 30. Juli. Die sozialdemokratische Partei, fcfe für den 1. August den Boykott gegen die hiesigen Hau»» Herren proklamiert hat, hat für den nächsten Sonntag einen Demonstrationsnmzug gegen den Wohnung»- Wucher durch die belebtesten Straßen arrangiert. An der Demon- stration sollen alle Familienmitglieder teilnehmen. Bisher hat die Polizei die Erlaubnis zu diesem Demonstrationszug noch nicht gegeben._ Spanien. Kulturkampf. San Sebastian, 29. Juli. Ministerpräsident Cana» l e j a s erstattete heute dem Könige Bericht über die Note des Vatikans und erklärte, die Regierung könne die B e d i n- g u n g e n, die der Vatikan ihr auferlegen wolle, nicht annehmen. In diesem Sinne werde er die Antwort auf die Note abfassen und den antiklerikalen Kampf fortsetzen. Er rechne auf das Vertrauen der Krone. Die Regierung hat den Botschafter beim Heiligen Stuhl Ojeda angewiesen, zurückzukehren. Canalejas hält denBruchmitdemVatikanfürun- v e r m e i d l i ch._ Die Kriegserklärung des Vatikans. Rom, 29. Juli.„Offervatore Romano" schreibt in bezug auf die Aeußerüngen des spanischen Ministerpräsidenten Canalejas über die letzte Note des Vatikans, wenn die Aeußerungen genau wiedergegeben seien, könne niemand sich wundern, dah der Heilige Stuhl sich w e i g e r e, die V e r» Handlungen fortzusetzen. Der Heilige Stuhl habe nicht schlechterdings erklärt, die Verhandlungen nicht fortsetzen zu wollen, sondern nur bedingungsweise, wenn nämlich die spanische Regierung fortfahren sollte, die Initiative zu er» greifen und einseitig Entscheidungen über eine Materie zu treffen, die noch Gegenstand der Verhandlungen fei. Der Heilige Stuhl habe das Recht und die Pflicht, seine Autorität zu wahren, und könne nicht dulden, daß im Gegensatze zu den elementarsten Gesetzen diplomatischer Korrektheit die spanische Regierung, wie durch das sogenannte Sperrgesetz, in Fragen, die noch Gegenstand von Verhandlungen seien, Maßnahmen treffe, die die religiösen Orden außerhalb des gemeinen Rechts stellten. Der Heilige Stuhl könne also nicht unversöhnlich genannt werden, er sei vielmehr einzig und allein für seine Würde und die wichtigsten Interessen der Kirche besorgt. Eine Erklärung des Ministerpräsidenten. San Sebastian, 30. Juli. Ministerpräsident Cana» l e j a s erklärte auf einem Bankett, das ihm zu Ehren von dem hiesigen liberalen Komitee gegeben wurde: Niemals hatte ich eine ähnliche Verantwortlichkeit, niemals war ich mehr bereit, Schwierigkeiten die Stirn zu bieten. Die Liberalen Spaniens liefern heute ihren letzten Kampf. Wir rechnen auf die Armee und auf die Mehrheit der Kammern. Der von uns unter- nommene Kampf ist nicht antireligiös, sondern nur anti- klerikal. Er schließt keine Verfolgung des alten Glaubens in sich. Es geht nicht an, daßimzwanzigsten Jahrhundert keine Gewissensfreiheit bei uns besteht. Armes Spanien! Wenn wir unterliegen. würde das deinen Verfall bedeuten. Spanien soll aber nicht unterliegen, sondern auf der Höhe der anderen Nationen stehen. Die Regierung übernimmt die Verant» wortung dafür, daß Spanien der Reaktion entrissen wird. Sie hat das Vertrauen des Königs und wird Spanien retten, trotz allem und gegen alle. Klerikale Kundgebungen. Madrid, 30. Juli. Klerikale Blätter haben Schiffe gemietet und Eisenbahntransportmittel bereitgestellt für eine Kundgebung am 7. August in San Sebastian v o r d e m K ö n i g. ES ist möglich� daß die Genehmigung hierzu versagt wird. Der OrganisationS» auSschutz zu der für den 31. Juli geplanten, aber bon der Regierung untersagten Kundgebung ließ in Bilbao Zettel anschlagen, in denen die Katholiken aufgefordert werden, auf alles vorbereitet zu sein, und eiftig dafür zu wirken, dag am 31. Juli ErgebenheitStelegramme an den Papst abgehen. Bilbao, 30. Juli. Angesichts der herrschenden Erregung hat der Gouverneur eine für Sonntag geplante katholische Kund« gebung untersagt. Der veranstaltende Ausschuß hat euer- zischen Einspruch gegen dieses Verbot erhoben. RulUand. Weitere Senatorsrevisionen. Aus Petersburg wird uns vom 27. Juli geschrieben: Die Senatorsrevisionen erfahren immer neue Er- Weiterungen. Allmählich hat sich das Netz dieser Aufräumungs- versuche so ausgebreitet, daß man in Petersburg an ihre Zentralisierung herangeht und ein einheitliches Ressort für alle diese Angelegenheiten schaffen will. Die zahllosen Pana- mas, die Rußland zugrunderichten, werden nur sozusagen buch- mäßig festgestellt werden. Ob damit auch wirklich das eigentliche Ziel, ihre endgültige Abschaffung, erreicht werden wird, darf man mit Flug und Recht bezweifeln, solange das größte P a n am a, die vom ehemaligen Regiment überkommene russische Bureaukratie, noch immer im wesentlichen unangetastet bleibt. Es sind eben vorläufig nur unangenehme Schikanierungen, die größere Vorsicht erheischen und verstärkte Erpressungen notwendig machen. Momentan ist wiederum der K a u k a s us an der Reihe, wo zu Beginn des Herbstes eine Senatorsrevision die gesamte Inten- dantur untersuchen soll. Die Revisionen in den anderen Gebieten haben nämlich bereits zahlreiche Einzelheiten zutage gefördert, die auf den Kaukasus als einen Mittelpunkt der Inten- danturverlotterung hinweisen. Außerdem hat im der- gangenen Frühling der Titularrat Schtschewelew dem General- revisor Garin ein mit Dokumenten versehenes Memorandum über die kaukasischen Zustände überreicht, das von haarsträubenden Einzelheiten zu berichten weiß. Wie in Kiew, kommt hier noch speziell das sexuelle Gebiet in Betracht. Insbesondere richtet sich die Anklage gegen einen der hervorragendsten Jntendanturbeamten, der seine Position dazu zu benutzen pflegte, um seine Untergebenen zu homosexuellen Ausschweifungen zu verleiten. Unter Namensnennungen werden darüber scheußliche Tatsachen angeführt. Wer dem per- Versen Herrn nicht willig war, hatte die schlimmsten Verfolgungen auszustehen. So z. B. der Sekretär K.> als er voller Entrüstung seinem Chef entgegenrief:„Nicht dazu diene ich Seiner Kaiserlichen Majestät, um solche Gemeinheiten zu treiben". Nicht weniger schlimm, wenn nicht noch schlimmer, erging es natürlich einem an- deren Schreiber, der für die gemeinen Aufforderungen dem Chef ein Glas an den Kopf geworfen hatte. Wer aber den niedrigsten Instinkten dieses Jntendanturbeamten nachkam, der gelangte schnell in die Höhe, erhielt einen guten Posten, große Gratifika. tionen usw. Für diese Scheußlichkeiten bringt Schtschewelew reichliche Beweise, die er den Aufzeichnungen des Militärhospitals ent- nommen hat. Denn dort wurden bei den untergeordneten Beamten, die eine Kur durchmachen mußten, die betreffenden Angaben protokollarisch notiert. Der Kaukasus wird demnach ein besonders schreckliches Bild liefern. Snglsncl. Der Geist Karls des Zweiten. -London, 28. Juli.(Eig. Ber.) Wer gestern im englischen Unterhause der Debatte über die veränderte und gemilderte Fassung der königlichen Glaubcnserklärung lauschte, hätte meinen können, er lebte in der zweiten' Hälfte des siebzehnten Jahrhun- derts. Religiöse Fanatiker können bekanntlich einen Radau machen, dessen Größe in keinem Verhältnis zu ihrer Zahl steht; die Heils- armee liefert dafür das beredteste Zeugnis. Dreihundert Männ- kein versammelten sich gestern in der Caxton Hall in der Nähe des Parlamentsgebäudes und versuchten unter der Führung des wilden Puritaners Kensit nach der Downing Street zu marschieren. wurden aber von der Polizei daran verhindert. Einige Hundert Sandwichmänner marschierten den ganzen Tag lang mit In. schriften, die die Handlung der Regierung verurteilten, im Gänse- marsch durch die Straßen Wtstminsters. Die Regierung nahm diese Komödie sehr ernst und ihre Redner ergingen sich in langen Aus- einandersetzungen über die historische EntWickelung und Bedeutung der Erklärung. In dieser historischen Debatte, wie sie von einem Redner ge- nannt wurde, fehlte natürlich auch der Geist Karls des Zweiten nicht. Er kehrte in jeder Rede mit derselben Regelmäßigkeit wieder wie der Kof Karls des Ersten in den Schriften Mr. Dicks im Dickensschen Roman. Am interessantesten wurde dieser alte könig- liche Liederjahn von dem konservativen Führer Balfour behandelt; denn seine Ausführungen spiegeln sehr treu die frische kritische Stellung des modernen Engländers dem monarchistischen Aber- glauben gegenüber wieder. Balfour bemerkte:„Er(der Vor- redner) sggte, Karl der Zweite sei fünf Jahre bor seinem Tode römisch-katholisch gewesen. Ich bin nicht ganz sicher, ob diese Be- hauptung auf authentischem Material beruht. Ich wußte nicht, daß man absolute Sicherheit besitzt, daß Karl der Zweite ein römischer Katholik war, bevor er in artioilo mortis war, obwohl er zweifelsohne sehr ausgesprochene Sympathien für die römisch- katholische Kirche eine Reihe von Jahren vor seinem Tode hegte. Was ist nun das Argument des geehrten Vorredners in bezug auf Karl den Zweiten? Er sagte, er sei ganz sicher, daß Karl der Zweite wohl die veränderte Form, nicht aber die ursprüngliche Form der Erklärung angenommen haben würde. Er hat keine Gelegenheit gehabt, Karl den Zweiten zu befragen.(Gelächter.) Soweit ich mir eine Meinung über den Cbarakter dieses aus- gezeichneten Monarchen(Gelächter) habe bilden können, bin ich der Ansicht, daß dieser, wenn es ihm gepaßt hätte, weder der einen noch der anderen Form Schwierigkeiten gemacht haben würde. !(GeIächter.) Ich glaube, sein Genie würde sich als aus der Höhe der Zeit stehend erwiesen haben, welche Alternative sich ihm auch geboten haben würde."(Gelächter.) Aber was hilft hier alles Gelächter? Der liederliche und ge- wissenlose Karl der Zweite und sein blöder Bruder Jakob der Zweite spielen nach wie vor eine große Rolle in der Politik deS protestantischen Belfast. Cürhci. Unruhe» auf SamoS. Konstontinopel, 30. Juli. Wie die Blätter melden, ist gestern ein Bataillon nach SamoS abgegangen. Die Pforte hat den Protestdepeschen auS SamoS, welche die Absetzung deS Fürsten KopassiS verlangen, nicht stattgegeben. Der Fürst hat den B e- lagerungSzustand über Karlovassi verhängt. Ein Kanonen- boot und zwei Torpedoboote sind bereits nach SamoS abgesandt worden. Zmeriks. Menschenschinderei auf Hawai. Gegen die schamlose Behandlung russischer Arbeiter auf den im Besitze der Bereinigten Staaten stehenden Südseelnsekn hat eine große Versammlung in New N o r k Siek- lung genommen. Die Verhältnisse auf den dortigen Pflanzungen sind so traurig, daß selbst japanische und chinesische Arbeiter es dort nicht aushielten. Als mit Spaniern und Portugiesen dieselbe Erfahrung gemacht worden war, ließen die Pslanzer unter glän- zenden Vorspiegelungen 1500 russische Bauern aus Sibirien nach Hawai locken. Sie verdienten dort: die Männer 5, die Frauen 3 Dollar wöchentlich, die ihnen aber durch Trucksystem wieder ab- gepreßt wurden. Unter dem Einfluß aufgeklärter Landleute orga- nisierten sich die Russen und stellten Forderungen. Die Folge war die Entlassung aller, die nun in der Fremde dem Hungertod ausgesetzt sind. Die„Rädelsführer" wurden als„Vagabunden" ins Gefängnis gesteckt. W a s s i l ie w, der Führer der Bewegung, soll sogar als„Anarchist" an Rußland ausgeliefert werden. In der Versammlung wurde von russischen Genossen die Sachlage dargestellt und erklärt, daß zugunsten der Verschleppten auf Grund des amerikanischen Gesetzes, das die Einführung von Kontraktarbeitcrn verbietet. Entschädigungsklage angestrengt werden soll. Ein scharfer Protest wurde beschlossen, der auch dem Präsi- deuten und den zuständigen Regierungsstellen überreicht werden sollte. Ob es helfen wird? Em der Partei. Aus den Organisationen. Im Wahlkreise Harburg-Tostedt wurde folgende Resolution zum badischen Budget st reit angenommen: „Die am 24. Juli 1910 in Harburg a. E. tagende Generalver- sammlung des Sozialdemokratischen Vereins für den 1?. Hannover- schon Reichstagswahlkreis anerkennt mit einem großen Teile, speziell süddeutscher Parteigenossen, daß die Frag« der Budgetbewilligung für die Sozialdemokratie nicht nur eine rein prinzipielle, sondern auch eine taktische Frage sei. Aus letzterem Grunde wird eine Schablonisierung dieser Frage auch stets zu Konflikten inner- halb unserer Partei führen, wie dies neuerdings wieder der Fall gewesen infolge der Zustimmung der badischen sozialdemokratischen Landtagsfraktion zu dem Budget. Die Generalversammlung ist daher der Ansicht, daß die Entscheidung solcher taktischen Fragen zwar im allgemeinen Sache der jeweils dabei in Betracht kommenden Parlamentsfraktion sein muß, jedoch nur nach vorherigem Einvernehmen mit dem Parteivorstand und der zuständigen Landes- bezw. Bezirks- oder Kreisleitung; Ausnahmen können nur in dringenden Fällen zugelassen werden, denn unsere Parlamentsvertreter dürfen keine absolut sou- veränen Faktoren innerhalb unserer Partei sein. Daß ein solcher dringender Fall auch bei der badischen Budget- bewilligung vorgelegen habe, vermag die Generalversammlung nicht einzusehen, trotz der diesbezüglichen Erklärungen des Genossen Frank in der Mainzer..Volkszeitung". Wenn nach diesen Erklärungen die badische Fraktion schon seit Monaten sich darin einig war, daß sie dem Budget zustimmen müsse, so hatte sie hin- reichend Zeit zur Rücksprache mit den ihr über- geordneten Parteiin st anzen. Das Unterlasse� dieser Rücksprache kommt gewissermaßen einer Brüskierung der Partei gleich. Die Generalversammlung verurteilt ferner entschieden die Beteiligung unserer badischen Landtagsabgeordneten an den Ova- tionen fürden Grotzherzog. Solche Ovationen sind De- monstrationen für die Monarchie, die ein Sozialdemo- krat mich deih populärsten Monarchen gegenüber grundsätzlich und unter allen Umständen z>: unterlassen hat. Wenn die badischen Landtagsabgeordneten nach der Erklärung des Genossen Dr. Frank der Ansicht siyd, daß man als Parteigenosse den Genossen gegenüber den Mut haben müsse, unter Umständen ,.un- ausführbare Partcitagsbeschlüsse unausgeführt" zu lassen, dann muß ein Parteigenosse ober unter allen Umständen auch den heutiges volksfeindlichen Staätseinrichtungen gegenüber sozial- demokratischen Bekenne rm u t betätigen." Der sozialdemokratische Wahlverein für Leipzig-Land nahm nach einem Referat des Genossen S e e g e r einstimmig folgende Resolution an: „Die Parteiversammlung des 13. sächsischen Reichstagswahl- kreises sieht in der Budgetbewilligung der badischen Landtags- fraktionLmehrheit einen bewußten und gewollten Dis- z i pl i n b r u ch. eine Verhöhnung und Herausforde- rung der Partei. Dieser Disziplinbruch ist das schwerste Attentat auf die Einheit der Partei und ist in Verbindung mit den blamablen monarchistischen Huldigungen ein beabsichtigter Verstoß gegen die bisherige Grundanschanung und Taktik der Partei. Die Persammlung fordert vom Parteitag in Magdeburg, daß gegen die Disziplinbrecher auf Grund des Organisationsstatuts vorgegangen wird, und daß er durch eine unzweideutige Willenskundgebung solche, die Partei aufs schwerste schädigenden Vorkommnisse in Zukunft unmöglich macht." Der Sozialdemokratische Berein in Kiel hielt am Donnerstagabend eine sehr stark besuchte Mitgliederver- sammlung ab. Die Versammlung nahm zunächst den Bericht des Vorstandes entgegen. Der Verein hatte am 1. Juli 1909 4287 männliche und 467 weibliche, am 1. Juli 1910 4665 männliche und 572 weibliche Mitglieder. Die Zunahme von 378 männlichen und 105 weiblichen Mitgliedern ist nur gering, woran hauptsächlich die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse der letzten Jahre im Bau- gewerbe schuld sind. Die tatsächliche Zahl der organisierten Ge- nassen und Genossinnen in Kiel ist aber bedeutend größer. Die Stadtteile Gaarden, Ellerbek und Wiirterbek haben noch aus der Zeit vor der Eingemeindung ihre selbständige politische Organisation. Der sozialdemulratische Verein in Gaarden zählte am 1. Juli 1910 1485 männliche und 306 weibliche, der für Ellerbek 338 männliche und 50 weibliche, der für Wintcrbek 658 männliche und 121 Weib- liche Mitglieder. In Wirklichkeit sind also in Kiel(ziemlich 200 000 Einwohner) 7146 männliche und 1049 weibliche Mitglieder der Parteiorganisation vorhanden. Der Sozialdemokratische. Verein in Kiel(ohne dioSOrganisation in Gaarden, Ellerbek und Winterbek) vereinnahmte im Berichtsjahre 30 908.25 M. und gab aus 27 519,57 Mark. Die Tätigkeit deS Vereins im Berichtsjahre war eine äußerst intensive. Der Glanzpunkt der Veranstaltungen war die wuchtige Protestvcrsammlung gegen den Besuch des Blutzaren am 15. Juli 1909, in der Genosse Dr. Liebknecht-Berlin sprach, die glänzende Friedensdemonstration am 15. August 1909, in der die Genossen Macdonald-England, Meyer-Dänemark, Nielssen-Schweden, Lcgien und BerNstein-Deutschland referierten, und endlich der so über alles Erwarten gelungene Halbtagsstreik am 15. März 1910 als Wahl- rcchtsdcmonstration. Die Versammlung beschäftigte sich dann in ihrem weiteren Verlaufe mit dem Disziplinbruch und der Hofgängerd der badischen sozialdemokratischen Landtagsabgeordueten. Genosse B r e c o u r leitete die Diskussion ein. Er meinte, die hier und da zutage ge- treten« Ansicht, man müsse angesichts der bevorstehenden Reichstags- wählen die Erörterung der Frage möglichst vermeiden, sei durchaus irrig. Eine solche oberflächlich zur Schau getragene Einheit der Partei sei durch und durch faul und brüchig und müsse zu den größten Enttäuschungen führen. Klarheit müsse geschaffen werden. Redner wies an der Begründung, die die Genossen Kolb und Dr. Frank und die Mannheimer„Volksstimme" und der Karlsruher „Volksfreund" der Zustimmung zum Budget gegeben, nach, daß der Verstoß gegen den Beschluß des Nürnberger Parteitages bewußt und mit Absicht herbeigeführt worden sei. Die Partei dürfe sich das unter keinen Umständen bieten lassen. Ebenso scharf verurteilt Redner dix Hofgängerei eines Teiles der badifchcn sozialdemo« kratischen Fraktion und empfahl schließlich folgende Resolution zur Annahme:..... Die Versammlung des Sozialdemokratischen Vereins in Kiel sieht in der Zustimmung der Mehrheit der badischen sozialdemo- kratischen Landtagsfrartion zu dem Staatsbudget einen bewußt und mit voller Absicht herbeigeführten Verstoß gegen den Beschluß des Nürnberger Parteitages(1908). Die Gesamtpartei darf einen solchen Disziplinbruch, der den demokratischen Grundsätzen direkt ins Gesicht schlägt, unter keinen Umständen ruhig hinnehmen, will sie nicht die bisherige Einheit und Geschlossenheit der Aktion, die erste Porbedingung aller sozialdemokratischen Erfolge, und damit sich selbst aufgeben. Die Teilnahme ciires Teiles der badischen sozialdemokra- tischen Abgeordneten an höfischen Kundgebungen ist weder mit den republikanischen Grundsähen der Partei noch mit der Partei- tradition in Einklang zu bringen, sie dient nur dazu, unsere Stellung zur Institution der Monarchie zu verschleiern und kann darum nur parteischädigend wirken. Die Versammlung des Sozialdemokratischen Vereins in Kiel erwartet von dem Parteitag in Magdeburg, daß er das Partei- vergehen der badischen Bndgetbewilliger und Hofgänger feststellt rind entschlossen gegen ihre die Partei schädigende Haltung Stellung nimmt. Genosse Henschel: Die Mehrheit der badischen sozialdemo» kratischen Kammerfraktion hat sich durch ihre Handlungsweise außerhalb der Partei gestellt, solche Leute können nicht mehr als Parteigenossen betrachtet werden. Wohin die Reise gehen soll, da» zeigt mit erschreckender Deutlichkeit die von' bestimmter Seite in den„Soziallstischen Monatsheften" empfohlene Taktik. Die Badenser haben mit dieser Taktik den Anfang gemacht. Die Partei muh einmal mit eisernem Besen auskehren. Genosse Niendorf: Die Sozialdemokratie hat besonders jetzt alle Ursache, ihr Endziel hochzuhalten, denn sonst steht cs auch mit ihrer Realpolitik schlecht. Der Revisionismus ist eine Krankheit am Körper der Partei, die durch dne Redikalkur beseitigt werden muß. Die schlcSwig-hol» steinische Delegation darf nicht wieder eine solche schachernde Hal- tung auf dem Magdeburger Parteitage einnehmen wie mit der Resolution Frohme auf dem Nürnberger Parteitag.— Die vom Genossen Breeour vorgeschlagene Resolution wurde darauf ein» st i m m i g angenommen._ lieber die Eutwickelung der Partei im fünften mecklenburgischen Wahlkreise berichtete in der Generalversammlung deS sozialdemo» transchen Vereins Rostock Genosse Emil Werne r. Trotz erheb» licher Mitgliederverluste durch die Krise und die Aussperrung gelang eS. den Mitgliederstand auf dem Niveau des Vorjahres (2680) zu erhalten. Allein in der Stadt Rostock wurden 390 Mit- glieder neugewonnen. Eine starke Steigerung erfuhr die Zahl der weiblichen Mitglieder, die allein in Rostock von 59 im Jahre 1909 auf 286 stieg. Infolge der vom letzten Partei- tage angenommenen Beitragserhöhung erfuhr das Kassen» wcsen einen erfreulichen Aufschwung. Die Einnahmen betrugen 6649,59 M. gegen 5022,24 M. im Vorjahre, die Ausgaben 5491,27 M, gegen 3915,08 im Jahre 1909. Der Kassenbestand stieg von 1107,16 M. auf 2413,74 M. Die Maifeier erfreute sich einer Teilnahme, wie sie noch nicht da war. Im ganzen Kreise fanden im Berichtsjahre 74 Vereins- und 24 öffentliche Versammlungen statt. Die Zahl der Filialen deS Wahl» Vereins ist»m eine gestiegen, Filialen bestehen jetzt in den Orten Rostock, Doberan, Warnemünde, Kessin, Kröpelin, Neubuckow, Bötzow, Schwaan» Gehlsdorf, Brunsbaupten. Die Zahl der Leser des Partei» b l a t t e s. der„Mecklenburgischen Volkszeitnng". hat sich im Kreise um 200 vermehrt, bei den ungünstigen Verhältnissen ein schöner Er- folg. Erheblichen Fortschritten bei den Kommunalwahlen steht daS miserable Wahlrecht entgegen, daS in den einzelnen Gemeinden besteht.(So ist die Erwerbung des Bürgerrechtes in Rostock an eine Gebühr von 15 M. gebunden, in Doberan an 31,95 M. und den Besitz eines eigenen Grundstückes, i» Reubnckow an 10 M.. in Schwaan an 20 M.). Trotzdem hat die Partei in Rostock heute 4 Vertreter und in Schwaan und Doberan je eine», Weiter wurden im Berichtsjahre im Kreise 32 000 Flugblätter (Schnapsblock im Bilde), 6000 Vollslalender und 6000 Flugblätter (Landarbeiter, wacht auf!) verteilt. Die Jugendorganisation hat eine gute EntWickelung genommen. Klage wurde geführt über die wütende Bekämpfung dieser Organisation durch die Kleinmeister. Im Karlsruher„BolkSfreund" schreibt Gen. A.Lei cht:„Nach- dem Sie nun einige Male schon Aeußerungcn in zustimmendem Sinne gebracht haben, werden Sie wohl auch mir einige AuSfüh- rungen gestatten. Nach meiner genauen Kenntnis stand es b e i den führenden Genossen schon nach Nürnberg fest, daß die badische Landtagsfraktion Heuer wieder für das Budget votiere. Nur ganz triftige, schwerwiegende Gründe, die aber bei den: bekannten„Willen zur positiven Arbeit" niemals eintreten konnten, hätten unter Umständen ein entgegen- gesetztes Votum bewirkt. Die jetzige Budgctbcwilligung war und sollte ein Vertrauensvotum für die Regierung darstellen. DaSi st Tatsache. Genosse Dr. Frank sagt zwar, daß Minister b. Bodman eine komplizierte Natur sei. Dem stimme ich unumwunden bei. nur glaube ich, daß sich eben diese„komplizierte Natur" viel mehr zu unseren Ungunsten als umgekehrt gezeigt hat. Dann ist auch m. E. ein Unterschied zu machen zwischen dem, was man tun muß und man tun kann. In all den kriti» sierten Fällen lag aber eine zwingende Notwendigkeit nicht vor; sowohl bei der Zustimmung zum Staatsbudget als zu der fortgesetzten„Hofgängerpolitik". Man kann sich de? Eindrucks nicht erwehren, daß sich unsere Führer, nur um Politik zu machen, bewußt mit den bekannten ParteitaySbeschlüssen, die doch jeden- falls nicht für die Katze gemacht werden, in Widerspruch bringen wollten. ES ist daS gute Recht der Genossen, etwaige unpassende Beschlüsse zu kritisieren; aber solange sie noch Mitglieder der Gesamtpartei sind, haben sie sich zu fügen. Mit demselben Recht, wie hier die Fraktion sich glaubte über die Köpfe der Ge- nassen hinwegsetzen zu dürfen, mit demselben Recht könnten auch badische Organisationen ähnlich mit badischen Parteitags». beschlüssen verfahren. Warten wir ab, Nun will ich aber auch auf die sachliche Seite eingehen. Wie hat sich die Regierung im allgemeinen gestellt? Sozial» demokraten dürfen nicht Staatsbeamte sein. Wie war die Antwort ans die Interpellationen betr. Maurer streik und Fleischversorgung? Ungenügend und teilweise direkt antisozial. Wie steht es mit dem Dreiklassenwahl- recht bei der Gemeindereform, dem die Fraktion zugestimmt hat? Und weiter hat man über 100000 M. für einen Hof wagen genehmigt, während für die brotlos gewordenen Brauereiarbeiter infolge der„schlechten' Finanzlage" nichts übrig blieb. Wie steht es weiter mit den kirchlichen Dotationen im Budget? Dadurch wird ja unser diesbezüglicher Programmpunkt, auf den wir bislang immer stolz waren, zur reinen Farce. Hat es aber weiter noch Wert, im Lande draußen über die Unzweckmätzigkeit der Militär- und anderen Hurravcreinc zu sprechen, wenn sich unsere Führer als Rep ubli» kaner an höfischen Zeremonien und Veranstaltungen beteiligen, die nicht einmal den Sckdn einer Notwendigkeit(wie dies in Württemberg der Fall ist) an sich tragen? Für eine derartige „positive Arbeit" danke ich und mit mir wird wohl auch ein großer Teil der badischen Parteigenossen der Anschauung sein, daß diese? keine Klassenpolitik getreu unserem Programm ist, sondern unabwendbar mit dazu beiträgt, unsere klaren Ziele zu verwässern. Deshalb ist auch die Zu» stimmung zum Etat mit all seinem Drum und Dran zu be, dauern." Gewerkfcbaftlicbc� JVIUitär im Lohnhatnpfe. Wir berichteten, daß bei dem Streik der Branereiarbeitcr in der Stiftsbrauerei in Minden drei Mann vom Feldartillerie-Negiment als Streikbrecher der Brauerei zur Verfügung gestellt wurden. Auf Beschwerde an das Re- gimentskommando traf folgende Antwort an den Vezirksleiter B r ü l l i n g des Brauereiarbeiterverbandes ein: „Auf Ihr Schreiben vom gestrigen Tage teile ich Ihnen mit, daß die Beurlaubung voil drei Kanonieren des Regiments zur Aushilfe als Pferdewärter bei der Stiftsbrauerei mit meiner Ge- nehnügung auf Grund der Verfügung des Kriegsministeriums vom 14. 3. 05 Nr. 427/2 05 2 erfolgt ist. Ich bemerke noch, datz die betreffenden Mannschaften sich frei- willig gemeldet haben und dag die Stiftsbrauerei sich verpflichtet hat, diese Leute nur zum Füttern, Putzen und Bewegen der Pferde zu verwenden, bis andere Hilfskräfte eingestellt sein werden, was voraussichtlich am 26. d. Mls. der Fall sein wird. Kleyen st über, Oberstleutnant und Regimentskommandeur. Diese Verfügung des Kriegsministeriums ist uns leider nicht bekannt. Gestattet sie die Streikbrecherlieferung überhaupt oder macht sie bei bestimmten Arbeiten, hier Versorgung der Pferde, einen Unterschied?— Im Grunde ist dies aber das selbe, denn auch die Versorgung der Pferde, die zum Bier transport verwendet werden, gehörte zu den täglichen Arbeiten der Streikenden. Um darin keine Störung eintreten zu lassen, brauchte die Betriebsleitung nur ihren von dem Scharfmacherverband der Brauereien eingegebenen Herren standpunkt aufzugeben und mit der Organisation zu ver handeln. Die Bereitstellung von Mannschaften zu dieser Arbeit ist genau so verwerflich und parteiisch gegen die im Kampfe stehenden Arbeiter, als wenn sie für andere Arbeiten verwendet würden. Es wird notwendig sein, den Kriegsminister gelegentlich im Reichstag darüber zu interpellieren und ihm zu sagen, daß die Söhne des Volkes doch deshalb nicht in den„Dienst des Vaterlandes" genommen werden, um während dieses Dienstes auch Streikbrecherdienste für das Unternehmertum zu verrichten. Stützt sich aber der Regimentskommandeur auf die frei willige Meldung der drei Kanoniere zum Streikbruch, so weiß man ja, welche Wirkung solche„freundschaftlichen" Anfragen seitens der Vorgesetzten beim Militär ausüben. Man sollte solche Anfragen eben gar nicht stellen und die Unternehmer mit ihrem Ansinnen nach Hause schicken. Berlin und Umgegend. Eine schaurige Streikgeschichte durchlief Freitag die bürgerliche Presse. Beim Streik der Berliner Schmiede soll es zu einem Uebersall eines Arbeitswilligen ge- kommen sein. Dieser, der Schmied Nowack, sollte, als er sich zur Arbeitsstätte begeben wollte, von vier streikenden Schmieden ge- stellt, durch höhnische Worte belästigt und mit Knüppeln nieder- geschlagen worden sein. Er sei bewußtlos zu Boden gesunken. Auf seine Hilferufe eilten Paffanten und der Schmiedemeister Pernau herbei und stellten den Hauptattentäter; später wurde auch sein Komplice dingfest gemacht. Der Ueberfallene habe erheb- liche Kopfwunden davongetragen und mußte sich in ärztliche Be- Handlung begeben. Bei einem Schmiedemeister Lenz drangen 15 Streikende ein. zertrümmerten durch Steinwürfe die Fenster und verwundeten Lenz. Zwei der Streikenden konnten sogleich dingfest gemacht werden. Auf unsere Anfrage an daS Bureau des SchmiedeverbandeS erhalten wir folgende Zuschrift und Darstellung des Sachverhalts: Die ganze Notiz ist von Anfang bis Ende erlogen und so- weit einige Nebensächlichkeiten in Frage kommen, völlig über- trieben. Der Vorgang hat sich folgendermaßen abgespielt: Der Schmied Stellmacher stand vor der Werkstatt des Schmiedemeisters Pernau, Gr. Frankfurter Straße als Streikposten, als der Arbeitswillige Nowack zur Arbeit gehen wollte. Stellmacher trat an Nowack heran und machte ihn m höflicher Form darauf aufmerksam, datz doch bei Pernau ge- streikt wird und daß er(Nowack) sich den Streikenden an- schließen möge. Ohne ein Wort zu sagen, drang Nowack sofort auf Stellmacher ein und stieß ihn zur Seite. Diesen Angriff wollte Stellmacher mit seinem Spazierstock abwehren, wobei der Stock aus dem Handgriff(Krücke) herausflog. Nowack nahm den Stock und lief damit fort. Stellmacher wollte seinen Stock wiederhaben und lief ihm nach. Als er ihn erreichte, warf Nowack den Stock dem Stellmacher vor die Beine. Darauf ging Stellmacher ruhig seines Weges und wurde dann von einem Schutzmann sistiert. Dies ist der„Ueberfall". Der Rädels- führer also war der Angegriffene, und er hatte auch nur noch einen Kollegen bei sich, nicht drei. Erlogen ist, daß Nowack bewußtlos zu Boden sank, denn sonst hätte er ja mit dem Stock nicht fortrennen können, auch hatte er keine Hilferufe ausge- stoßen. Der zweite Schmied, B a u s e m e r, hatte mit der Sache überhaupt gar nichts zu tun, sondern stand nur vor dem Hause, in dem er wohnt. Aehnlich hat sich der Vorgang bei Lenz, Linienstr. 7, ab- gespielt. Nicht 15, sondern nur 3 Streikende gingen auf den Hof, um festzustellen, ob bei Lenz Arbeitswillige tätig sind. Als der Schmiedcmeister Lenz die Streikposten bemerkte, warf er von der Werkstatt aus mit einem Stück Eisen nach den Streikenden. Die Streikenden waren darauf im Begriff, das Grundstück zu verlassen, als Herr Lenz ihnen einen Hammer nachwarf, ohne jedoch jemand zu verletzen. Einer der Streikenden warf nun- mehr den Hammer zurück. Darauf erfolgte die Sistierung von zwei Kollegen. Die Fenster hat Herr Lenz mit dem Wurf des Hammers selbst zertrümmert._ Die streikenben Gummiarbeiter der Norddeutschen Gummi- warenfabrik versammelten sich am Sonnabendmorgen in der „Ressource", Möckernstraße. Die eingesetzte Kommission berichtete. daß sie mit dem Direktor Schoen konferiert habe. Als Bedingung zu einer Verständigung verlangte der Direkwr, daß Krüger, der als Arbeiterausschutzmitglied ihm nicht genehm war, dem Aus- schütz fernbleibe.„Und wenn es uns 100 000 M. kostet!" so er- klarte er. Krüger selbst war bereit, zurückzutreten, aber die Ar- beiter wollen ihn nicht preisgeben, sie verteidigen ihr Recht, sich den Ausschuß in einer Fabrik als ihre Vertrauenskörperschaft frei zu Wählen. Die Position des Direktors, der ihnen dieses überall an- erkannte Recht streitig machen will, ist natürlich eine sehr schwache. Er hofft aber, datz sich die Arbeiter durch die Bekanntmachung schrecken lassen, daß jeder seine Papiere erhält, der sich bis zum Montagmorgcn um 9 Uhr nicht zur Arbeit meldet. Di« Arbeiter und Arbeiterinnen stehen aber geschlossen zuiammen und in der Fabrik arbeiten nur etwa 40 Leute(Packer, Hausdiener usw. ein- geschlossen). Der Fabrikarbeiterverband bemuht sich, die Organi- sation, unter den Arbeiterinnen besonders, zu starken. Die Arbeitsverhältnisse in dieser Fabrik sind noch in mancher Beziehung verbesserungsbedürftig. In einer Versammlung der streikenden Schmiede, über die in der Nr. 175 des„Vorwärts" berichtet wurde, wird darüber geklagt. daß der Barbier und Gastwirt des Hauses Koloniestr. 1�7 den > Streikenden das Streikpostenstehen erschwerten. Diese Mitteilung gibt allerdings die subjektive Auffassung der Streikenden richtig wieder. Der tatsächliche Hergang wird aber von den angegriffenen Geschäftsleuten anders dargestellt. Auf Wunsch der Beteiligten bitten wir davon Notiz zu nehmen. Achtung, Lithographen! Die Firma H. I u h r e bewilligte am Sonnabend, den 30. Juli, die verlangten Lohnzulagen. Die über die Firma verhängte Sperre wird hiermit auf- gehoben. Ueber die anderen Punkte war bereits durch Ver- Handlung eine Verständigung erzielt worden. Die Verwaltung. Deutliches Reich. Unternehmerterrorismus. Seit Anfang Mai streiken die Flensburger Brauereiarbeiter. Die Arbeiterschaft Flensburgs und in einigen Orten Schles- wig-Holsteins unterstützt diesen Kampf der Brauereiarbeiter durch Meidung der Produkte der bestreikten Brauereien. Die Braue- reien werden das in ihrem Absatz des Bieres immer mehr gewahr. Sie haben am 27. Juli nun als Gegenmaßnahme schwarze Listen herausgegeben. Die Unternehmer werden darin aufgefordert, von der Liste der Streikenden 58 namentlich aufgeführten Arbeitern keine Arbeit zu geben, oder wenn Streikende bereits eingestellt sind, diese wieder zu entlassen. Das wird nun freilich ein Schlag ins Wasser sein, denn die Streikenden kannten die vom Arbeitgeber- verbände angewendete Kampfesmethode schon und suchten deshalb gleich solche Arbeitgeber auf, die sich dem Terrorismus nicht an- schließen. Die Rache der Brauereien wird daher nur bezwecken, daß die gesamte Arbeiterschaft in den beteiligten Orten den Kampf nur um so schärfer führt._ Wider die Willkür der Leipziger Metallinduftriellen. Schon im Herbst vorigen Jahres sahen sich die Leipziger Metallarbeiter genötigt, gegen die schamlosen, auf dem Arbeits- Nachweis der Metallindustriellen Leipzigs geübten Praktiken öffent- lich vorzugehen. In einer in der Alberthalle abgehaltenen großen Versammlung wurden damals die ungemein schoflen Handlungen des Arbeitsnachweisführers Birnbaum an das Licht gezogen, was zur Folge hatte, daß auf kurz« Zeit eine kleine Besserung wenig- stens in dem Auftreten des Birnbaum eintrat. Sobald er aber die Gewißheit hatte, daß die Leipziger Metallindustriellen gegen seine gemeine Aufführung nichts einzuwenden hatten, schwoll ihm wieder der Kamm, und er behandelte die Arbeitsuchenden in der- selben Weise wie früher.„Ihr sollt mir noch aus der Hand fressen," war seine Redensart. Die Vergebung der Arbeit be- handelte er völlig willkürlich und der Jndustviellenverband ließ ihm dabei freies Spiel. Ueber die geradezu gemeingefährliche Tätigkeit dieses Arbeitsnachweises hat nun der Metallarbeiter- verband ein umfangreiches Material gesammelt; ein Metallarbeiter hat auch einen Prozeß gegen den Arbeitsnachweisführer wegen Verweigerung des Nachweisscheines durchgefochten, und zwar zu seinen Gunsten. Die Leipziger Metallarbeiter sind nun ent- schloffen, mit dem Unfug dieses JndustriellenarbeitsnachweiseS auf- zuräumen und haben am Freitag abend in vier von über 8000 Mann besuchten Versammlungen beschlossen, alles aufzubieten, um eine Aenderung dieser Zustände herbeizuführen. In allen Ver- sammlungen wurde einstimmig eine Resolution angenommen, daß die Metallarbeiter bereit sind, lieber alle Opfer auf sich zu nehmen, auch längere Arbeitslosigkeit, als noch länger tatenlos zuzusehen, daß ihre Menschenwürde mit Füßen getreten wird. Die Orts- Verwaltung wurde beauftragt, dem Metallindustriellenverbande fol- gende Forderungen zu unterbreiten: 1. Zusicherung anständiger Behandlung der Arbeitsuchenden. 2. Beseitigung der Sperre über Arbeiter nach Beendigung von Streiks. 3. Herbeiführung des früheren ZustandeS, nach dem der Arbeiter, bevor er den ArbeitsnaöHtoeis aufsucht, sich in einem solchen Betriebe Arbeit verschaffen kann, wo er sie seinen Wünschen entsprechend findet und nicht ge- zwungen ist, eine ihm nicht zusagende Arbeitsgelegenheit anzunehmen, wenn er nicht befürchten will, deshalb vom Arbeitsnachweis ausgeschlossen zu werden. -4. Gewährung ausreichender Garantien, daß die in den Punkten 1 bis 3 geforderten Aenderungen sofort nno strikte durchgeführt werden. Die Versammelten nahmen zurzeit noch Abstand davon, gegen den Arbeitsnachweis selbst Stellung zu nehmen, obwohl sie da- mit ihren prinzipiellen Standpunkt gegen einseitige Arbeits- vermittelung nicht aufgeben; sie betonten vielmehr ausdrücklich, daß sie sich gegenwärtig nur gegen die angeführten Auswüchse wenden. Sollte bis zum 6. August eine endgültige Regelung nach den aufgestellten Forderungen nicht geschehen, so sino von der örtlichen Leitung der Metallarbeiter sofort geeignete Matz- regeln nach folgenden Beschlüssen zu fassen: 1. Leipzig wird für Metallarbeiter aller Branchen mit Ausnahme derjenigen Branchen, wo Tarifverträge bestehen und solcher, die bisher den Arbeitsnachweis des Verbandes . der Metallindustriellen überhaupt nicht benutzten, wie Bauklempner, Drücker, Feilenhauer, Graveure, Heizungs- Monteure und Schlosseranschläger, vom 8. August 1310 ab gesperrt. Die Annahme von Arbeit durch auswärtige Kollegen wird dem Sjtrsikbruch gleich erachtet. 2. Auswärtige Kollegen dürfen Arbeit in nichtgesperrtcn Branchen nur nach Verständigung mit der Leipziger Orts- Verwaltung annehmen. 3. Ter Arbeitsnachweis des Verbandes der Metall- industriellen, Bezirk Leipzig, wird für die Leipziger Metallarbeiter vom 8. August ab gänzlich gesperrt. Arbeitslose können zwar in den Bezirken selbst nach Arbeit anfragen, dürfen aber keineswegs den Arbeitsnachweis benützen. Zuwiderhandlung wird gleichfalls als Streik- bruch behandelt. 4. Während der Tauer deS Kampfes sind alle Ueberstunden in denjenigen Betrieben, wo Arbeiter nur durch Vermitte- lung des Arbeitsnachweises eingestellt werden, zu vcr- weigern. � In allen Versammlungen herrschte große Begeisterung, überall kam nachdrücklich der Wille zum Ausdruck, den elenden Verhält- nissen ein Ende zu machen. Die Leipziger Metallindustriellen werden aber wahrscheinlich den Herrn im Hause herauskehren und so einen Kampf heraufbeschwören, wie ihn die Leipziger Metallindustrie noch nicht gesehen hat. Die mehr als 13 000 orga- nisierten Metallarbeiter Leipzigs sind aber gewillt, den Kampf mit allen Mitteln durchzufechten. Die Dresdener Droschkenkutscher 1. und 2. Klasse haben be- chlossen, von heute früh 7 Uhr ab in den Streik zu treten. Sie ordern in Zukunft anstatt 1 M. tägliche Löhnung eine solche von 1,50 M. sowie durchgängig 25 Proz. Anteil an- den Einnahmen. Sic haben den jetzigen Zeitpunkt für die Jnszenesetzung des Streiks des- halb als am günstigsten gefunden, weil heute in Dresden die be- kannte Dresdener Vogelwiese beginnt, während der bekanntlich in Dresden für die Dauer von einer Woche ein riesenhafter Fremden- verkehr stattfindet. Wie es heißt, werden nur sehr wenige Droschken, nämlich nur die von den kleinen Droschkenkutschern selbst geführten auf den Bahnhöfen erscheinen, so daß der Droschkeuverkehr für die Stadt so gut wie völlig aufgehört haben wird. Die Dauer des Streiks ist nicht abzusehen, da sich die Droschkenbesitzer den Forde- rungcn der Kutscher gegenüber vollständig ablehnend Verhalten. Meister wollten nur 2 Pf. pro Stunde auf eine dreijährige Tarif- dauer bewilligen. Der neue Tarif enthält die llshstündige Arbeits- zeit und eine Lohnzulage von 5 Pf. pro Stunde, bei einer drei- jährigen Tarifdauer. Das Tcckpersonal der Rheinschiffe bei den Firmen:„Badische Aktiengesellschaft für Rheinschiffahrt- und Seetransport; Rhein- schiffahrts-Aktien-Gcsellschaft vorm. Fendel; Mannheimer Lager- Haus-Gesellschaft„Badenia"; Rhein- und Seeschiffahrtsgesellschaft; Mannheimer Dampfschleppschiffahrts-Gesellschaft, sämtlich in Mannheim ist in eine Lohnbewegung eingetreten. Die Schiffer ver- langen eine Aufbeperung der Löhne, Einführung der Nachts- und Sonntagsruhe resp. angemessene Bezahlung dieser Arbeiten. Die Unternehmer haben die Forderung des Deckpersonals zurückge» wiesen. Die Arbeitsbedingungen sind sehr verbesserungsbedürftig. Der Lohn für Matrosen betrögt im Durchschnitt 21,50 M. pro Woche, d. h. für 7 Tage, der bei durchschnittlich 16— 18stündiger Arbeitszeit verdient werden mutz. Außerdem sind Arbeitszeiten von 60—72 Stunden ununterbrochen, wie auch 100— 13östündigs Arbeitszeit im Laufe einer Woche keine Seltenheit ist. Von dem Lohn muß der Matrose sich selbst an Bord und seine Familie an Land unterhalten. Nach dem gegenwärtigen Stande der Bewegung ist auf friedliche Lösung wenig Aussicht, im Gegen- teil ist mit Rücksicht auf eine Arbeitseinstellung zu rechnen. In Frage kommen bei einem eventl. Streik rund 1000 im deutschen Transportarbeiterverbande organisierte Schiffer. Schwer getroffen dürfte durch eine Arbeitseinstellung der gesamte süddeutsche Handel, wie auch der Schtveizer und südfranzösische Handel werden. Die vorgenannten Firmen haben ihre Schiffe in Fahrt von Basel, Straßburg und Mannheim/Ludwigshafen bis nach Rotterdam. Amsterdam und Antwerpen. Gelingt es, den Zuzug fernzuhalten, so ist mit Sicherheit auf einen Erfolg zu hoffen. Husland. Engerer Zusammenschluß des schwedischen Unternehmevtnms. Die Schwedische Arbeitgebervereinigung sowie der Zentrale Ar» beitgeberverband, Schwedens Reedereivereinigung und der Schwe- dische Landarbeitgeberverband haben am Donnerstag auf einer Kon- serenz in Stockholm beschlossen, einen gemeinsamen Vertraueusrat einzusetzen. Damit wird ein Zusammenschluß der genannten Unter- nehmerorganisationen herbeigeführt, der rund 5500 Arbeitgeber mit 250 000 Arbeitern umfaßt. Als Aufgaben der neuen Zentralisation des Unternehmertums werden unter anderem angeführt: Förderung der gemeinsamen Zwecke der Arbeitgeberorganisationen, Wahrung der Arbeitgeberinteressen gegenüber den Arbeiterorganisationen, Schaffung einer planmäßigen Arbeitsstatistik, Durchführung ein- heitlicher Grundsätze bei Kollektivverträgen usw. Bei Arbeits» kämpfen, oder wenn solche auszubrechen drohen, soll der Ver- trauensrat die Sachlage prüfen und zweckmäßige Maßnahmen bor» schlagen. Als Präsident der Zentrale wurde der Direktor der Schwe- dischen Arbeitgebervereinigung Hjalmar von Sydow aus- ersehen, der ja schon lange als der Hariptanführer des Unternehmer- tums bekannt ist und dies« Rolle auch im Generalstreik von 1903 spielte. Merkwürdig ist es, daß die„Werkstättenvereinigung", die Arbeitgeberorganisation der Metallindustrie�, sich nicht an dem Zu- sammenschluß beteiligt, obwohl im übrigen die Arbeitgeber fast aller Industriezweige und selbst der Landwirtschaft und der Schiffahrt darin vertreten sind. Uebrigens sind von Sydow und seine Leute auch unablässig bemüht, die internationalen Bande des Unternehmertums immer fester zu knüpfen. Vor einigen Wochen hatten sie in Kristiania eine Konferenz des Unternehmertums ganz Skandinaviens samt Finnlands veranstaltet, die diesem Zwecke diente, deren Vorhand- lungen jedoch geheim gehalten wurden. Zu einem Tarifabschlnß mit der Dresdener Böttchcrinnung ist es noch kurz vor der Arbeitsniederlegung gekommen. Die Letzte IVaebnebten und Dcpcfcbcn. Aus dem Kreise der Edelsten und Besten. Kiel» 30. Juli.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Ein Leutnant v. Bismarck vom Infanterieregiment Nr. 85 in Rendsburg ist verhaftet und in das Militärgefängnis in Flensburg gebracht worden. Die Verhaftung erfolgte schon vor mehreren Tagen, doch haben die Flensburger Lokalblätter den Fall gänzlich totgeschwiegen. Der Leutnant wird beschuldigt, mit einem dreizehnjährigen Mädchen Umgang gehabt zu haben. Das Mädchen ist jetzt noch nicht vierzehn Jahre alt und hat vor einigen Wochen in Kiel in der Klinik einem Kinde das Leben gegeben. Die Affäre soll übrigens noch weitere Kreise ziehen. Es kracht weiter. Dortmund, 30. Juli.(Wi. T. B.) Infolge des Zusammen- brucheS der Niederdeutschen Bank ist heute über das Vermögen der Dortmunder Elektrizitäts-Gesellschaft m. b. H. das Konkursverfahren eröffnet worden. Der Geschäfts» führer der Gesellschaft ist ein Schwager des verhafteten Direktors Ohm._ Das Militärluftschiff„M. III" auf der Fahrt. Gotha, 30. Juli.(W. T. B.) Das Militärluftschiff„M. III** ist um 3 Uhr 55 Min. in der Richtung auf Erfurt abgefahren. Erfurt, 30. Juli.(W. T. B.) Das Luftschiff„M. III" hat Erfurt um 9 Uhr 45 Min. in ruhiger Fahrt passiert und die Rich. tung nach Weimar eingeschlagen. Beendeter Streik. Zürich, 39. Juli.»(B. H.) Im Branereikonflikt ist heute eine Einigung zustande gekommen. Tie Arbeiter verpflichten sich, den Bicrboykott bis zum 5. August aufzuheben. Die Verbandsbrauereien der Schweiz nehmen von den 2150 ausgesperrten und streitenden Arbeitern 500 wieder auf und sind bereit, bei Bedarf weitere 20» in ihre Betriebe wieder aufzunehmen. Die Cholera in Rußland. Petersburg, 30. Juli.(W. T. B.) In den letzten 2 4 S t u n- den find an der Cholera 83 Personen erkrankt und 28 gestorben. Die Zahl der erkranlten Personen beträgt 439. Eisenbahnkatastrophe in Arabien. Jman, 30. Juli.(W. T. B.) Bei einer Eisenbahn- katastrophe. die sich nn Küstengebiet ereignet hat. sind vier Personen getötet und vierzehn Guterwagen zertrümmert worden._ Ein neuer Aufstand. New Jork, 30. Juli.(W. T. B.) Nach hierher gelangten Meldungen hat am Montag bei C e i b a in H o n d u r a s ein Kampf zwischen Revolutionären und Regierungstruppen statt- gefunden, in dem hundert Man» getötet und zweihundert ver- wundct worden sind. Rasscnkämpfe in Texas. Houston(Texas). 30. Juli.(Wi T. V.) In Sloeum und Anderson sind ernste Rassenkämpfe ausgebrochen. Zehn Reger wurden getötet, drei Weiße schwer verwundet. Die Unruhen, zu deren Unterdrückung Truppen abgesandt sind, dauern fort. Berantw. Redalt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantv.:rtz.Tl-cke, Berlin. Druck u.BcrIag:BorwärtsBuchdr.u.vxrlag»anMlPaulSmgerLcCo..Berli>,L�V.' Hierzu 4 Beilagen. Nr. 177. 37. Zahrgaug. 1. KtilM i>cs Jdtiüärts" Klllim NalksblM Sonntag. 31. Juli IM vie Taktik im Nahkechtskampf. vi. Genosse KautSkh entgegnete der Genossin Luxemburg mit einem Artikel„Eine neue Strategie", der in den Nummern 37/29 der„Neuen Zeit" erschien. Im ersten Abschnitt erklärt Äautsky, daß Genossin Luxemburg ihren Standpunkt in der Dis- kussion total gewechselt habe. Während sie in ihrem ersten Artikel das Mittel der Stratzendemonstrationen für überholt, den Massen- streik für das nächste Kampfmittel, aber nicht als letztes Wort der begonnenen politischen Kampagne bezeichnete und für die politische Pflicht der Partei erklärte, mit Entschlossenheit die Parole zu geben,„die einzig den durch sie begonnenen Kampf vorwärts treiben kann", anderenfalls die ganze Aktion auf einen toten Punkt gelangen und nach einiger Zeit unvermeidlich in nichts zerrinnen müsse, während sie also, als sie auszog, gerufen habe: Wir sind verloren, wenn nicht sofort der Massenstreik ins Werk gesetzt wird, versichere sie jetzt triumphierend, vollauf erreicht zu haben, was sie wollte, weil vom Massenstreik geredet werde. Kautsky wendet sich dann gegen die Behauptung, dah er das Diskutieren des Massen- streiks hätte verbieten wollen. Was er im März für unzweckmähig gehalten habe, war die Diskussion darüber, ob der Moment des Massenstreiks gegeben sei. Darauf sei Genossin Luxemburg selbst nicht mehr zurückgekommen. Wenn sie sich auf den stürmischen Beifall berufe, den sie in ihren Versammlungen fand, so sei fest- zustellen, dah sie dort in ganz anderer Weise geredet habe, wie in ihrem ersten Artikel, in einer Weise, dah Kautsky selbst ihr seinen Beifall nicht versagt hätte. Nichts von der Parole, dah der Massen- streik den nächsten Schritt zu bilden habe, dah die Strahendemon- strationen überholt seien, sondern nur ein allgemeiner Hinweis darauf, dah der Massenstreik einmal kommen müsse. Das sei die Art der Propagierung, zu der Kautsky selbst geraten habe, eine Propagierung, die den Massen die Beschäftigung mit der Idee des Massenstreiks nahelege. Kampflos gebe Genossin Luxemburg die Position auf, die sie zuerst einnahm, aber nicht ohne grohe Ka- nonade, die den Wechsel der Position maskieren solle. Im zweiten Abschnitt erklärt Kautsky, wie es kam. dah er die Veröffentlichung des ersten Artikels der Genossin Luxemburg ver- weigerte, nachdem er ihn zuerst akzeptiert hatte und ihn sogar schon hatte setzen lassen. Er habe eine Zeitlang geschwankt, aber die Verfasserin keinen Moment darüber im Unklaren gelassen, dah er die Veröffentlichung für einen Fehler halte und dah er gezwungen sein würde, dagegen zu polemisieren. Denn wenn die Erregung der Massen auch noch lange nicht ausreichend gewesen wäre zu einer so energischen Aktion, die allein einen Massenstreik zum sieg- reichen Ausgang führen konnte, so war sie doch grotz genug, dah die Anregung der Genossin Luxemburg sehr wohl vereinzelte Ver- suche, Experimente in der Richtung des Massenstreiks hervorrufen tonnte, Versuche, die nach der Sachlage fehlschlagen und dadurch da? Ansehen der Partei in den Massen schwer schädigen mutzte. .Die Genossin Luxemburg meint, die Erregung der Massen sei so stark gewesen, dah sie alle ihre Führer beiseite geschoben hätte, die eS wagten, deuz. Massenstreik entgegenzutreten. Aus dieser unangenehmen Situation hätte ich die Gewerkschaftsführer gerettet. Aber wenn jene Erregung stark genug war, sämtliche Gewerkschaftsführer über den Häufen zu rennen, wieso kommt «S, dah sie vor mir, einem einzelnen Theoretiker, Halt machte? In Wirklichkeit wird umgekehrt ein Schuh daraus. Ich habe nicht die Gewerkschaftsführer davor gerettet, eine Niederlage durch die Genossin Luxemburg zu erleiden, sondern ich bemühte mich, die Idee des Massenstreiks vor der Niederlage zu behüten, die ihr die Gewerkschaftsführer beigebracht hätten, wenn die Auf. fassung der Genossin Luxemburg vom Massenstreik als die einzig mögliche ins Land ging." Endlich erklärt Kautsky, dah der Vorwurf der Genossin Luxemburg, dah die scharfe Betonung unseres republikanischen Standpunktes im.Vorwärts" und in der.Neuen Zeit" verhindert I werde, während ein Teil unserer Probinzpresse auch in dieser Be- ziehung seine Schuldigkett tue, auf nichts gestützt werden könne, als dah er in dem ursprünglich akzeptierten, später abgelehnten . Artikel einen Passus beanstandet habe, dessen Fassung ihm un- lzweckmähig erschien. „Dah wir auf diesem Gebiet aus den verschiedensten Gründen vorsichtig sein müssen, ist klar. Die Genossin Luxemburg hat ihren Artikel dann in der Dortmunder„Arbeiterzeitung" ver- öffentlicht, die in bezug auf die Betonung des republikanischen Standpunktes„ihre Schuldigkeit tut". Aber vergebens wird man in diesem Artikel jenen Passus über die Republik suchen, über dessen Beanstandung durch mich jetzt die Genossin Luxemburg öffentlich Beschwerde fuhrt. Die feige Prinzipienverhüllung, die uns die Genossin Luxem- bürg vorwirft, reduziert sich also darauf, dah wir einen Passus ihres Artikels beanstandeten, dessen Veröffentlichung sie selbst seitdem freiwillig unterlassen hat. Solche Strategie ist kein Heldenstück, Oktavia!" Im 3. Abschnitt:„Verschiedene Streikarten" geht Kautsky zu- nächst auf das österreichische Beispiel ein. Genossin Luxemburg habe zuerst u. a. auch auf Oesterreich hingewiesen als ein Beispiel dafür, wie dort die Massenaktion glänzend geglückt sei, weil sie sich ständig zuspitzte und steigerte. Auf Kautskys Erwiderung, dah von ständiger Zuspitzung und Steigerung dort keine Rede war, weil die Oestereicher nie über Stratzendemonsttationen hinausgegangen seien, ohne tmh ihr Elan verschwand, ihre Aktion zusammenbrach, erklärte Genossin Luxemburg, dah die Aktion tatsächlich von 1898 bis 1995 zusammengebrochen gewesen sei. „Zuerst weist also die Genossin Luxemburg auf Oesterreich hin als ein Beispiel dafür, wie dort die Massenaktion glänzend geglückt sei, weil sie sich ständig zuspitzte und steigerte. Jetzt hören wir dagegen, dah die Massenaktion in Oesterreich elend verunglückt sei. weil sie sich nicht ständig zuspitzte und steigerte. Das eine ist das Gegenteil des andern. Merkwürdigerweise ist aber beides gleich falsch." Allerdings habe die Wahlrechtsbewegung seit 1898 eine Zeit- lang geruht, aber nicht infolge eines Zusammenbruches, sondern eines Sieges, nämlich nachdem die Konzession der b. Kurie des allgemeinen Stimmrechts gemacht wurde. Zunächst nahmen die Wahlkämpfe die Kraft des Proletariats in Anspruch und die Kämpfe im Parka- ment fesselten seine Aufmerksamkeit. Das neue Wahlrecht mutzte erst die Massen enttäuscht haben, ehe es möglich war, sie wieder zu einer energischen Massenaktion zugunsten einer neuen Wahlreform zu gewinnen. Mit dem Absehen vom Massenstreik habe dieser„Zu- sammenbruch" nicht das geringste zu tun.— Dann wendet sich Kautsky zu der Frage, wie sich Genossin Luxemburg den als nächsten Schritt bezeichneten Massenstreik denke, ob als klotzen Demon- strationsstreik oder als Zwangsstteik und inwiefern das Zusammen- fallen eines politischen Massenstreiks mit einem ökonomischen Riesenstreik, zum Beispiel einem Bergarbeiterstteik, für beide Teile von Vorteil sein könnte. Auf beide Fragen habe er von Genossin Luxemburg keine Antwort erhalten, sie erkläre einfach, dah solch strenge Rubrizierungen in grossen Massenaktionen und politischen Sturmzeiten vom Leben selbst durcheinander geworfen werden und sie verweise auf Ruhland und Belgien, wo Demonstrationsstteiks und Zwangsstreiks, wo politische und wirtschaftliche Streiks be- ständig gewechselt hätten. Kautskys Auffassung von der Wahl- rechtsbewegung sei eine„pedantisch-engherzige", nach seinem Schema müsse der grosse Kampf im Baugewerbe schädlich für die Bewegung sein. Kautsky erwidert darauf, dah er niemals geleugnet habe, dah ökonomische und politische Aktion einander stützen, däh er nie gesagt, zur Zeit eines Wahlrechtskampfes seien wirtschaftliche Kämpfe als schädlich zu meiden. Im Gegenteil habe er in bezug aus die Bauarbciteraussperrung ausgeführt:„So erwarten wir von den Gewerkschaftskämpfen dieses Jahres auch eine Steigerung der Erbitterung und eine Verstärkung des Wahlrechtskampfes." Die frage aber, um die es sich handelte, sei die, welcher Art der estimmte nächste Mia s s e n st r e i k sein soll, den die Genossin Luxemburg erwarte. Wolle sie behaupten, dah in West» kleines Feuilleton. Lauben- Sommer. Ich ging den Sommer suchen; Der hatte sich gut versteckt. Im Busch hinter Birken und Buchen Da Hab ich den Sommer entdeckt. Gleich hinter dem Stadtbahngleise, Da kam ich ihm aus die Spur; Die ganze Entdeckungsreise Kostet zwei Nickel nur. Dort wo die Wohngebäude verschwinden, bei der Fabrik, Kommt nach'nem Stückchen Heide Die Laubenrepublik Da Hab ich den Sommer gefunden, Dem Grohstadttreiben entrückt, Mit Laubgirlanden umwunden Mit bunten Wimpeln geschmückt. Dort wo die Welt zu Ende Da fand ich ein Stückchen Natur, Und braune, schwiele Hände Besorgten dort Bodenkultur. Am Bäumchen reiften die Birnen. Darunter blüht' Erika, Dahinter tanzten die Dirnen Zur Ziehharmonika. Und drauhen rauschte die Heid« Voll Waldespoesie. Und drinnen jauchzte voll Freud« Die Laubenkolonie. Da kam'S, dah ich wider Erwarten Inmitten von märkischem Sand, Im sauberen Küchengarten Ein Stückchen Sommer fand. A. 8. Da» himmlische Naß. In überreichem Masse hat der Himmel UNS in diesem Sommer allerorten mit Ueberschwemmungen und Ver- Wüstungen durch Hochwasser bedacht und noch ist der Hiobsposten kein Ende. Es brauchen nun durchaus nicht immer Wolkenbrüche sein. die diese traurigen Katastrophen hervorrufen, sondern sie können ebenso gut auch durch starken, anhaltenden Regen verursacht werden, obwohl man annehmen sollte, dah daS Regen» Wasser von der Erde teils aufgesogen, teils in die Wasserläufe geleitet werden könne, ohne sich zu Ueberschwemmungen auf- zustauen. Man macht sich aber gar keine Vorstellung von den un- «rmesslichen Wassennassen, die bei einem einzigen Regen aus den Wolken herabkommen. Bei einem sehr geringen Niederschlag von nur t Millimeter Hohe fäflt Ichon ein Liter Wasser auf einen Quadrat- meter Bodenstäche oder eine Million Liter auf einen Ouadratkilo» meter. Nehmen wir zum Beispiel einen Regen in Berlin an. Die Stadt Berlin ohne Vororte hat einen Flächeuinhalt von 70 Quadrat- kilometer. Bei einem Regen von nur 1 Millimeter Höhe fallen also auf Berlin 70 Millionen Liter oder 700 000 Hektoliter Wasser herab, die das respektable Gewicht von 1 400 000 Zentner darstellen. Also schon ein geringer Regen lässt eine Riesenlast Wasser auf die Stadt herabfallen. Da nun' Berlin eine jährliche Niederschlagshöhe von Millimeter hat, so kommen nach einer einfachen Rechnung jedes Jahr in Form von Regen und Schnee 632 Millionen Hektoliter Wasser auf Berlin herab, die daS gewaltige Gewicht von 1066 Millionen Zentner haben. Nehmen wir an, dah die durchschnittliche Negenhöhe in ganz Deutschland nur so viel beträgt wie in Berlin, trotzdem sie tatsächlich etwas höher ist, so berechnen wir, dah jährlich in Deutschland vier Billionen Hektoliter Wasser aus den Wollen herabfallen; es ist das eine Wassermenae, die einen See von 40 Quadratkilometer Oberfläche und 10 Meter Tiefe vollständig ausfüllen würde. Hiernach können wir unS eine Vorstellung davon machen, welche unennesslichen Wasser- mengen in den Wolken in Form von feinen Wasserbläschen auf- gespeichert sind und vom Winde in alle Welt getragen werden. Und welch ungeheure Summe von Arbeit muss die Sonne leisten, die tag- täglich durch die von ihrer Wärme verursachten Verdunstung solche Riesenlasten mit Leichttgkeit emporhebt! Sonnenstich und Hitzschlag. In diesem Jahre hat man noch nicht viel von Hitzschlägen gehört, aber man muss damit rechnen, dass der Hochsommer noch manche» davon nachholen wird. Dr. Weigl bespricht in den»Blättern für Volksgesundheitspflege" die verschiedenen Grade der Einwirkung der Sonne auf den menschlichen Körper. Die mildeste und im allgemeinen weder unangenehme noch unschöne Form ist daS Verbrennen der Haut. Gefährlich wird die Lage aber erst dann, wenn dies Uebermass von Sonnenstrahlen den Kopf oder den Nacken gettoffen hat. Dann folgen Erscheinungen, die als Sonnenstich bekannt sind und oft zu langer Krankheit, wenn nicht gar zum Tode führen. Der Hitzschlag ist in der Entstehung davon verschieden, da er auch eintreten kann, ohne dass die Sonnen« strahlen einen unmittelbaren Einfluh ausgeübt haben. Die Bedingung für das Zustandekommen des Hitzschlags ist eine bedeutende Muskel- anstrengung und starkes Schwitzen ohne Ersatz durch Aufnahme von Flüssigkeit. Je feuchter und windstiller das Wetter ist. desto grösser wird die Gefahr des Hitzschlags, weil die Verdunstung auf der Haut dadurch behindett ist. ES versteht sich fast von selbst, daß der Ein- tritt von Hitzschlag gleichfalls durch ungeeignete, die Ver- dunstung hemmende Kleidung befördert werden kann. Ferner wirkt das Zusammendrängen von vielen Menschen ungünstig ein. Die Erkrankung meldet sich durch Unwohlsein und Atemnot und geht dann sehr bald in Schwindel nebst Kopfschmerzen über. Tritt jetzt nicht rasch Hilfe ein, so steigern sich all diese Erscheinungen unter zunehmender Verfärbung des Gesichts und fortgesetzt stei- gender Temperatur des Körpers. Wenn diese Temperatur bis zu 46 Grad erreicht hat, erfolgt gewöhnlich ein Herzschlag, der den Tod sofort herbeiführt. Aus der Aufzählung der Ursachen von Sonnenstich und Hitzschlag lässt sich schon auf einen grossen Teil der Mittel schliessen, ihn zu verhüten oder nn Fall einer bereits eingettetenen Gefahr richria zu behandeln. ES müssen mög- lichst alle Zustände ausgeschaltet werden, die zur Erkrankung gefühtt haben, also die unmittelbare Einwirkung der Hitze, der Druck der Kleider und Schuhe. der Mangel an Kühlung der Haut und daS Fehlen einer Verdünnung des Blutes. Besonders wichtig aber ist eS zu wissen, dass man dem Gefährdeten eine mög« lichst lange Ruhe gönnen muss und nicht daran denken darf, ihn zu früh von einem Ott zum andern zu tragen. Vor allen Dingen aber sollte man ihn nicht etwa ausstehen und selbst zu gehen ver- stlchen lassen. Notizen. Musikchronik. Im Theater de» Westen» wird mit»Der geschiedenen Frau" am Sonntag die neue Spiel- zeit eingeleitet.— In der G o t t s ch e i d- O p e r im Schiller- Theater 0. wird am Sonntag nachmittag 3 Uhr zu ermäßigten europa irgendwo ein bestimmter Streik vorkam, der gleich- zeitig mit politischen Forderungen der Gesamtheit des Proletariats an Regierung und Parlament auch ökonomische Sonderforderungen einzelner Arbeiterschichten an einzelnen Kapitalistengruppen durch- zusetzen suchte? Im Gegensatz zur Genossin Luxemburg habe Pannekoek die Erkenntnis der Formen, die eine Massenstreikbewe- gung in Deutschland annehmen würde, für sehr wichtig bezeichnet und gemeint, es handele sich jetzt um die Frage des Demonstrations- streiks. Darüber erfahre man aber bei der Genossin Luxemburg nichts. Es sei auch sehr fraglich, ob Pannekoek die Anschauung der Genossin Luxemburg richtig wiedergebe, denn manches, was sie vom Massenstreik sage, passe gar nicht auf den Demonstrationsstreik. Ueberhaupt sei das Bild, das sie vom Massenstreik entwerfe, nicht übermässig klar und etwas widerspruchsvoll. In, jeder Art Streik sehe sie ein Muster des kommenden Massenstreiks. Sie erkläre, er lasse sich nicht von oben herab kommandieren, er müsse aus der Erregung der Masse geboren werden, die selbst ihre Aktionen be- stimmt, alles mtt sich fortrciht, die Führer der Arbeiterschaft selbst, wenn sie sich ihr entgegenstemmen wollen, hinwegschwemmt. Den Anstoß zur Massenaktion könnten nicht die Leitungen der proleto- rischen Organisationen geben, sondern nur die Missen selbst. Diese selbe Massenattion solle aber nach der Genossin Luxemburg ganz davon abhangen, dah dazu der Masse von der Partei„die Parole ausgegeben wird, die einzig den durch sie begonnenen Kampf weiter vorwärts treiben kann". „Wird im„gegebenen Moment" diese Parole nicht gegeben, dann bemächtigt sich der Masse eine Enttäuschung,«die Aktion bricht in sich zusammen". Auf der einen Seite kann also der Massenstreik nicht gemacht werden; er entsteht von selbst. Auf der anderen Seite wird er durch eine Parole der Partei gemacht. Zuerst ist die Masse der Ursprung und Träger der ganzen Aktion. Dann wieder vermag die Masse gar nichts, wenn ihr nicht die Parole zugerufen wird." Im 4. Abschnitt„Streikbedingungen in Russland" fiihrt Kautsky aus, daß die Widersprüche in der Auffassung vom Massen- streik, die bei einer so klaren Denkerin wie Genossin Luxemburg überraschen müßten, die Widersprüche zwischen den Bedingungen des Massenstreiks in Rußland und Deutschland widerspiegeln. Immer wieder weise Genossin Luxemburg auf die Lehren der russischen Revolution hin. Kautsky setzt dann des längeren aus- einander, daß lernen nicht einfach nachahmen heiße, daß nichts ver- kehtter als die gewöhnliche Auffassung der Geschichte als Lehr- meisterin sei, daß ihre bloße Betrachtung uns die Wege zeige, die zum Erfolg führen und die Abwege, die zu vermeiden sind. Denn die Geschichte sei nicht die stete Wiederholung derselben Borgänge, bei denen bloß die Namen und die Akteure wechselten, sondern die Gesellschaft mache eine stete Entwickclung zu immer komplizierteren Formen durch, es wiederholen sich also nie völlig die gleichen Be- dingungen der ökonomischen und politischen Kämpfe, die die Gc- schickste ausmachen. Zu verschiedenen Zeiten und in den ver- schiedenen Ländern hätten daher sehr verschiedene Methoden Er« folge gehabt. Mvn könne daher auf diesem Wege aus der Geschichte beweisen, was man wolle. Namentlich fei es gefährlich, sich derart auf revolutionäre Vorbilder zu berufen, denn eine grosse Revolution könne nicht vorübergehen, ohne die Bedingungen von Grund aus zu ändern, die sie vorfand und unter denen sie sich abspielte, so dass man ganz irregefühtt werde, wenn man nach der Revolution die Lehren ihrer Erfolge und Misserfolge ohne weiteres auf die Partei anwenden wolle. Wohl könne man aus der Geschichte und namcnt. lich aus den Revolutionen lernen. Aber nicht eine Sammlung er, folgreicher und fehlerhafter Methoden sei daraus zu entnehmen, sondern die Erkenntnis kausaler Zusammenhänge. Wenn man die mit denen anderer Perioden und unserer Zeit vergleiche, werde einem die Erkenntnis der letzteren erleichtert. Wer die französische Revolution daraufhin anjehe, welche Vorteile die Methode dcS Jakobinismus gewähre oder andere, der werde für die Gegenwart leicht zu irreführenden Resultaten kommen. Dagegen werde eine Untersuchung über die Rolle der einzelnen Klassen in der Revo» lution für die Erkenntnis des Wesens dieser Klassen wertvoll sein Preisen.Martha" aufgeführt. Montag wird als volkstümliche Vor« stellung zu ermässigten Preisen zum letzten Male«La Traviata" und zwar in deutscher Sprache gegeben. — Theaterchronik. Jm Lessing-Theater beginnen am Montag wieder die Vorstellungen des eigenen Ensembles.— In der Volksoper, die einer gründlichen Renoviermig unter» zogen wurde, beginnt Montagabend l/s9 Uhr das Neue Schau» I pielh au s ein für sechs Wochen berechnetes Gastspiel mit Meyer» Försters Schauspiel„Alt-Heidelberg".— Im Neuen Theater setzt das Kölner Gastspiel von Montag an die Aufführung der .Kasernenluft" fort, die bisher im Lesstng-Theater stattfand. — Aus Berliner Museen. Die ägyptische Ab« t e i l u n g der Berliner Museen wird augenblicklich einer Neu» ordnung unterzogen und ist daher vorläufig für das Publikum ge- schlössen. Bei der neuen Ausstellung, die den ganzen vorgriechischen Sammlungen zuteil wird, erhalten zum ersten Male eine Reihe neuer Ankäufe ihren Platz.— DaS Museum für Völker» künde wird vom 1. Oktober ab statt wie bisher Montag Diens» tag«(zu Reinigungszwecken) geschlossen sein. Das benachbarte Kunstgewerbemuseum bleibt dagegen auch künftig MontagS ge» schlössen. »» FabianSkiS Pogrombild. daS die bayerische Re- gierung aus Dienstbeflissenheit gegen den Zaren aus dem Münchener Glaspalaste entfernen lieh, ist jetzt in einem Kunstsalon in Frank» fürt a. M. ausgestellt. Wenn daS Gemälde das Gemüt des offiziellen Rußland peinlich berührt, so liegt das— schreibt die«Franks. Ztg." — lediglich an dem Tatbestand, der den Künstler, einen Augenzeugen der Greuel, mit ttef bewegender Wucht zur bildmässigen Wiedergabe gedrängt hat. — Trotz alledem! Das Bürgertum, daS seine revolutionäre Vergangenheit verraten und verkauft hat, versucht trotzdem die revolutionäre Erbschaft, die fie falsch deklariert, dem natürlichen Erben, dem Proletariat, vorzuenthalten. In S o e st in Westfalen ist am Freitag ein Freiligrath-Brunnen eingeweiht worden zur Erinnerung an die Jahre, die der Trompeter der Revolution in der alten Hansestadt als Kaufmannslehrling verlebte. Die Soestev Parteigenossen wollten natürlich ihrem Freiligrath eine Ehrung erweisen und sich zu seinen ManneSidealen bekennen. Eine Abordnung begab sich vom Bahnhof mit einem grossen Kranz, an dem eine rote Schleife mit Worten aus Freiligraths Dichtungen angebracht war, zum Denkmal. Sie wurde dort aber von einigen Polizeibeamten, die angaben, im„höheren Auftrage" zu handeln. daran gehindert, den Kranz mit den Worten des Dichter» niederzulegen. Die Schleife mtt den Freiligrathworten mußte eut» fernt werden, ehe der Kranz niedergelegt werden durste. Zum Protest liessen die Genossen den„echten",„revolutionären" Freiligrath hochleben swofür zwei von ihnen von der Polizei notiert wurden). Weitere Ansprachen wurden verhindert.— So ehrt die Stadt Soest .ihren' Freiligrath. Vorher hatte eine.erlesene" Feier der Hono» ratioren stattgefunden, bei der„Hurra Germania" gespielt wurde! — Der zweite internationale Kongreß für Volksschulwesen wird vom 4. bis 7. August in Pari» tagen. 400 Lehrer, davon 160 aus Frankreich, sind angemeldet, ausserdem 200 sonstige Teilnehmer. Dem Bureau, das dem Austausch der Fortschritte der Methode und der Gesetzgebung der einzelnen Länder dient, sind Lehrerverbände mit zusammen rund 363 000 Lehrern angeschlossen. Weitere 67 000 in Verbänden orga» nisierte Lehrer stehen mit dem Bureau in Verbindung. — Ausstellung für Rettungswesen. Da? bayerische Arbeitermuseum veranstaltet aus Anlaß des IX. deutschen Samariter- tages in München vom 26. September bis 23. Oktober 1910 eine Sonderausstellung über Rettungswesen. Btfl) etfteni zeigen, kvas Sö's PÄlelnr'ai ödkl diesen einztzMN KlasseN Heute noch zu erwarten habe, ob es mit ihnen zusammen wirken könne oder ihnen entgegentreten müsse.„Die Ergebnisse der poli- tischen und ökonomischen Erfahrungen unserer Zeit werden vertieft und geklärt durch ihren Vergleich mft den Erfahrungen der Vor- zeit." „Und ähnliches gilt von dem Vergleich der Erfahrungen ver- schiedener Länder miteinander. Jedes Land kann und soll von den anderen Ländern lernen. Aber nicht dadurch, daß es einfach deren Methoden nachahmt, sondern dadurch, daß es seine Er- fahrungcn mit denen anderer Länder vergleicht, deren Erfolge und Mißerfolge auf ihre Ursachen zurückfuhrt und untersucht, inwieweit die gleichen Ursachen bei uns bestehen, bestanden oder im Kommen begriffen sind und daher gleiche Wirkungen für uns mit sich bringen oder erwarten lassen." Kautskh legt dann die furchtbare Zerrüttung aller politischen und sozialen Verhältnisse in Rußland zur Zeit des Ausbruchs der Revolution dar, die allgemeine Erbitterung und Unzufriedenheit, die alle Klassen und selbst die sichersten Stützen des Zarismus, Armee, Offizierkorps und Bauernschaft ergriffen hatte, so daß die russische Regierung die schwächste der Welt gewesen war. Das Pro» letariat hatte, da ihm jede Art loyaler Betätigung abgeschnitten war, nur ein Mittel, seine Forderungen kundzugeben und gegen sein Elend zu protestieren, den Streik. Er war zugleich ein Mittel, die Arbeiter aufzurütteln, ihr Kraftgefühl durch die Tatsache der gemeinsamen Aktion, die die Vereinzelung der Ardeiter aufhob, zu steigern, sie mit Begeisterung und Hoffnung zu erfüllen. So wurde die bloße Tatsache des Streiks, ohne Rückficht, ob Kampf- oder Demonstrationsstrcik, ohne Rücksicht, ob er sich gegen Kapita- listen oder Regierung richtete, schon ein Erfolg, ein Sieg. Jeder Streik, einerlei, was er sonst bezweckte, wurde zu einer Empörung gegen die Gesetzlichkeit, zu einer revolutionären Aktion. Verstärkt wurde die Wirkung dieser Aktion durch die ungeheure Ausdehnung des russischen Reiches und die mangelhaften Verbindungen der ein- zelnen, von einander ökonomisch unabhängigen Teile. Dabei haben sich die Arbeiter Russisch-Polens besonders glänzend gehalten. Kautsky zollt ihnen Hochachtung und Bewunderung. Aber das kann ihn nicht veranlassen, einfach den deutschen Arbeitern zuzurufen: Gehet hin und tuet desgleichen.„Schon Cervants wußte, daß, was Heldentum unter bestimmten Umständen ist, unter geänderten Verhältnissen zur Donquichotterie wird." Im S. Abschnitt„Streikbedingungen in Preußen", legt Kautskh dar, daß wir„in Preußen, im Gegensatz zu Rußland, eine der stärksten Regierungen der Gegenwart, eine der straffst organisierten Armeen und Bureaukratie, mit den abhängigsten Staatsarbeitern, mit Ausbeutern von einer Kraft urtd Brutalität zu tun haben, die -ihresgleichen suchen. Während in Rußland die Regierung völlig isoliert war, so in Preußen das Proletariat. Außerdem ist für den deutschen Arbeiter der Streik etwas ganz anderes als für den russischen Prgletarier. Für ihn ist es nicht die einzige Möglichkeit der öffentlichen Beteiligung, er hat dazu auch Vereine, Versamm- lungen, Presse, Wahlen. Deshalb braucht er den Streik nicht als Mittel der Organisation, der Aufklärung und Anfeuerung, sondern greift nur zu ihm, wenn er die Aussicht hat, bestimmte Er- ifo lg e zu erzielen. «... Bleiben, diese Erfolge aus, dann hat der Streik seinen Zweck verfehlt. Und entspringt die Erfolglosigkeit schlechter Führung, die entweder den Zeitpunkt des Streiks unglücklich wählte oder die Machtmittel der eigenen oder der gegnerischen Organisation falsch einschätzte oder sonst verkehrt operierte, so kann der Streik sehr leicht das Gegenteil dessen erzielen, was er bezweckte, niederdrückend auf die Arbeiter wirken. Daher überlegt man vor einem Streik genau seine Chancen.... Was vom Standpunkt des amorphen, primitiven Streiks des revolutionären Rußland eine überflüssige, pedantisch-engherzige Unterscheidung sein mochte, ist in Westeuropa eine wesentliche Be- dingung jeder rationellen Streikführung. Sicher kann eine Streikbewegung sich mit einer anderen kreuzen, sicher kann auch eine Streikbewegung in ihrem Verlauf verschiedene Formen an- -nehmen, die nicht vorherzusehen sind. Aus einem DemonstrationS- streik kann eine Aussperrung oder ein Zwangsstreik werden, ein ökonomischer Einzelstreik kann die Dimensionen eines Sympathie. Massenstreiks annehmen und schließlich politische Bedeutung er- -langen. Ein siegreicher politischer Massenstreik kann einzelne ökonomische Ausläufer nach sich ziehen. Alles das hindert nicht, daß eS sehr verschiedene Arten des Streiks gibt, und daß unter unseren Verhältnissen jedesmal bei Beginn eines Streiks dessen Wesen und Art, sowie die Ziele und Zwecke, die man�ihm setzen will, genau erwogen sein müssen. Die Bedingungen des Streikes sind also in Westeuropa und speziell in Deutschland sehr verschieden von denen des borrevolutionären und revolutionären Rußland. Eine Streiktaktik, die sich dort bewährt hat, braucht deshalb noch lange nicht hier am Platze zu sein." Schon beim bloßen Demonstrationsstreik zeigen sich Unter- schiede. Demonstrationsstreiks, wie sie in Rußland öfter durch- geführt wurden, die das ganze Straßenbild ändern, bei denen aller Verkehr stockt, würden in Westeuropa so leicht nicht kommen. Denn sie bildeten die Eigentümlichkeit eines ZustandeS, in dem ein modernes Massenproletariat, mit dem Beispiel eines halben Jahr- Hunderts sozialistischer Bewegung und politischer Freiheit in West- europa bor sich, selbst jeglicher legalen Bewegungsmöglichkeit ent- behre. In Westeuropa haben die Arbeiter so reichliche Gelegenheit, -ihre Anschauungen ohne Risiko kundzugeben, daß selbst bei außer» ordentlichen Anläßen nur die kraftvollsten und vorgeschrittensten unter ihnen daS Risiko eines Streiks auf sich nehmen würden, wenn dieser eine bloße Demonstration bleiben solle. Zudem sei ein solcher Streik nicht einmal die eindrucksvollste Form der poli- tischen Betätigung. Eine siegreiche ReichStagSwahl mache weit größeren Eindruck.- ..... Es dürste kaum möglich sein, ohne einen gewaltigen Anlaß einen Demonstrationsstreik, der eine wirkliche Massen- -demonftration wird, für das ganze Reich machtvoll durchzu. sführen, wenn er einer Sache gilt, die nicht sofortige Abwehr er- heischt, sondern bloßen Protest gegen ein Unrecht bekunden soll, das schon mehr als ein halbes Jahrhundert besteht. Eher sind lokale Demonstrationsstreiks als Protest gegen ein augenblick- lliches, tiefempfundenes Unrecht denkbar, das momentan die Massen erregt und nach sofortiger Abwehr schreit, die nicht etwa bi» zur nächsten Wahl verschoben werden kann. In meinem Artikel„Was nun?" habe ich auch der Erwartung Ausdruck(je- geben, daß solche Demonstrationsstreiks, wie wir sie schon in Kiel und Frankfurt hatten, sich wiederholen und steigern würden, wenn die Polizeibrutalitäten sich wiederholten und steigerten. Vorher diskutieren lassen sich aber solche Streiks nicht. Sie ent- springen von selbst aus bestimmten Situationen." Eine weitergehende politische Wirkung konnte von solchen «lokalen Demonstrationen nicht ausgehen, sie könnten nur auf den Fortgang der Bewegung belebend wirken. Um politisch zu wirken, müßte der Demonstrationsstreik größere Ausdehnung haben, nach «Genossin Luxemburg müßte der Massenstreik, den sie im Auge hat, sogar nicht bloß Preußen, sondern ganz Deutschland umfassen. Solch ein Streik könnte nur bei einem Zusammentreffen höchst günstiger Momente gelingen und würde doch kaum mehr bewirken als etwa eine Reichstagswahl. Genossin Luxemburg wolle deshalb auch nicht bloß einen Demonstrationsstreik, sondern eine sich stets steigernde und zuspitzende Massenaktion, die durch einen„kurzen einmaligen Demonstrationsstreik" eingeleitet werde. Deutlicher spreche sich Pannekoek aus, der in seinem zweiten Artikel erkläre. daß der Massenstreik als politisches Zioangsmittel gejjen die Regierung nicht ein einziger Akt, sondern ein langes, zähes Ringen sein werde. Einen lang andauernden einzigen Streck hielten die Arbeiter selbst nicht aus, eS werde eine auf- und abflutende kolossale Streikbewegung sein, wobei bald hier, bald dort die Kämpfer pausieren, wobei sie möglichst alle Kräfte zu einen gleichzeitigen Streik vereinigen, bisweilen vielleicht auch sich wieder in Einzel- erfechten trennen.*r Klef? NMMMg- xMil AMM ist ßqnj der russischen Sireikgeschichte eninMmen. Paßnekoek will aber nicht zugeben, daß diese Art des Kampfes nur in den besonderen Verhältnissen der russischen Revolution möglich war, denn die russische Revolution habe gerade in der Streikbewegung bestanden und die deutsche Revolution habe mit dem Wahlrechtskampf im Grunde schon begonnen, sondern er sehe den ganzen Unterschied zwischen russischen und deutschen Verhältnissen in der gewaltigen Organisationsmacht der deutschen Sozialdemokratie. Er vergesse dabei aber, daß hier die Organisationsmacht der Unternehmer und der staatlichen Gewalt gegenüberstehen. Kämpfe zwischen solchen Organisationen würden wuchtiger, aber auch selten, würden nur nach langer Ueberlegung unternomemn und müßten dann mit allen Machtmitteln entweder bis zum Siege oder völliger Erschöpfung durchgefochten werden. „Ein solcher Kampf läßt sich so schnell nicht wiederholen, um so weniger schnell, je gewaltiger seine Ausdehnung gewesen, je mehr die gesamte Masse des Proletariats daran beteiligt war. Die Vorstellung einer Periode der Massenstreiks, die zunächst keinen praktischen Erfolg haben, aber sich immer wieder erneuern, nach kurzen Pausen des Atemschöpfens, bis der Gegner zur Strecke gebracht ist, findet einigen Halt in der russischen ökono- mischen Rückständigkeit, sie wiederspricht völlig den Kampfbedin- gungen eines hochentwickelten Industrielandes mit weitgetriebener Konzentration des Kapitals und Zentralisation der Kampfes- organisationen sowohl der Proletarier wie der Unternehmer und ihrer Regierung. Andererseits entsprang eS aus der politischen Rückständigkeit Rußlands, daß dort jeder Streik, auch ein rein ökonomischer, zu einem Akte revolutionärer Politik wurde, so daß man dahin kommen konnte, eine Periode von Streiks aller Art— darunter vorwiegend lokale und ökonomische— als eine Periode„des Massenstreiks" oder gar als„den Massenstreik" anzusehen." In Deutschland wärs anders. „Wenn heute bei uns die Bergarbeiter im Ruhrrevier streiken und nach einem halben Jahre die Bauarbeiter in Berlin und wieder nach einem halben Jahre die Textilarbeiter in Crimmitschau zur Erreichung höherer Löhne, so wird niemand erwarten, das sei der Massenstreik, der die preußische Regierung auf die Knie zwinge. Soll bei uns eine Aktion als ein politischer Massenstreik wirken, dann darf sie nicht lokal, ohne Absicht und Ziel sein, dann muß sie von vornherein nach Plan und Absicht als ein politischer Streik auflodern, und dieser muß es bis zu seinem Ende bleiben. Er muß den ganzen Staat umfassen, darf nicht ein„partieller",„lokaler" Massenstreik sein, und er führt zu einer empfindlichen Niederlage, wenn er sich ohne politisches Resultat„in einen ökonomischen Kampf verwandelt, in Straßen- kämpf, oder von selbst zusammenfällt"......... „Wenn aber die Genossin Luxemburg meinte, eine solche Streikperiode ließe sich ins Ungemessene jahrzehntelang aus- dehnen, so hat seitdem die Erfahrung gezeigt, daß das auch unter russischen Verhältnissen nicht möglich war. Schließlich muhte auch das russische Proletariat durch die stets wiederkehrenden Streiks erschöpft werden und eS kam der Moment, wo es vor dem Dilemma stand, entscheidend zu siegen oder für lange Zeit niedergeworfen zu werden. Daß der Streik das Proletariat organisiert, aufklärt, stärkt, ohne Rücksicht dar- auf, ob er in sich zusammenfällt oder niedergeworfen wird oder siegt, galt selbst unter den russischen Verhältnissen nur eine Zeitlang. Je mehr die russische Streikperiode den Charakter «ineS wirklichen politischen Massenstreiks annahm, desto mehr näherte sie sich dem Moment, in dem es hieß: Siegen oder untergehen. Ich sage das nicht etwa, um mich jenen SicherheitS» kommissären anzuschließen, die heute dem russischen Proletariat weise Lehren über die Verwerflichkeit seiner Gewaltpolitik halten. Seine Massenstreikaktion war ein elementare? Ereig» ni», von niemand gemacht. Die Aufgabe der Sozialisten war eS, in dieser Aktion, wie in jeder Massenaktion des Proletariats, sich an ihre Spitze zu stellen, welches immer das voraussichtliche Resultat sein mochte. Und es war keineswegs von vornherein klar, daß der Zarismus noch einmal siegen müsse. Endlich, wenn auch diese Massenaktion nicht erreicht hat. was wir alle wünschten, umsonst ist sie nicht gewesen. Sie hat ein anderes Rußland hinter sich gelassen, als sie borfand. Aber damit hat sie bielleicht sogar für Rußland selbst jene Verhältnisse beseitigt, die eS ermöglichten, daß man eme jähre- lange Streikperiode als„den Massenstreik" bezeichnen konnte. Sobald in Rußland wieder eine Arbeiterbewegung kraftvoll ein- setzt, und das wird hoffentlich bald der Fall sein, kann sie Be- dingungen vorfinden, die den„Streik ohne Plan und Absicht", den Streik, der ein Gewinn ist, ob er„im Straßenkampf endet" oder„in sich zusammenfällt", als einen Rückfall in veraltete Me- thoden erscheinen lassen. Dann wird wohl auch in Rußland die „pedantische" Scheidung der Streiks nach Plan und Absicht not- wendig sein und wird ein politischer Massenstreik ebenso wie in Westeuropa ein einmaliger Akt werden, dessen Bedingungen von denen des ökonomischen Streiks streng geschieden sind. Aber wie dem auch sein möge, für deutsche Verhältnisse paßt jedenfalls das Schema des russischen Massenstreiks vor und während der Revolution nicht. Hier, in dieser Auffassung, liegt der tiefste Grund der Diffe- renzen über den Massenstreik, die zwischen meinen Freunden und mir bestehen. Sie erwarten eine Periode der Massen. st r e i k S. ich vermag mir unier Verhältnissen, wie sie in Deutschland bestehen, einen politischen Massenstreik nur als ein einmaliges Ereignis vorzustellen, in den das ganze Proletariat des Reiches mit seiner ganzen Macht eintritt, als einen Kampf auf Leben und Tod, als einen Kampf, der unsere Gegner nieder- ringt oder die Gesamtheit unserer Organisationen und unsere ganze Macht für Jahre hinaus zerschmettert oder mindestens lähmt. Natürlich stelle ich mir dies einmalige Ereignis nicht als «einen„aus der Pistole geschossenen" isolierten Akt vor. Auch ich erwarte eine Aera erbitterter Massenkämpfe und Massen- aktionen, aber den Massenstreik als die letzte Waffe, die dabei ins Gefecht geführt, diejenige, mit der der entscheidende Schlag geführt wird; ich halte eS für unmöglich, unier deutschen Verhält- nissen den ganzen Kampf von Anfang an mit dieser Waffe zu führen und diese immer und immer wieder in Anwendung zu bringen, deren Wucht unsere eigenen Arme zu rasch er- lahmen ließe. Man führt nicht Vorpostengefechte mit schwerer Artillerie.'* Hua Inckuftm und Handel. Macht ist Recht. Das Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat hat bekanntlich vor kurzem beschlossen den Preis für Koks vom 1. Oktober d. I. ab um 1% M. pro Tonne zu erhöhen, obgleich in der allgemeinen Wirtschaftslage wahrlich kein Grund dazu gegeben ist. Eine Be- gründung ihres Beschlusses der Oeffentlichkeck zu geben, haben die Syndikatsherren bisher hochmütig abgelehnt, trotz der allgemeinen Erregung, die sie hervorgerufen haben. Nun aber veröffentlicht die„Deutsche WirtschaftSzeitung" in ihrer neuesten Nummer eine „Zuschrift von kompetenter Seite au? dem Ruhrkohlenbezirk", die also wohl auS den Kreisen deS Syndikats selbst stammt und die vor Hochmut sich tatsächlich kaum noch zu lassen weiß. ES heißt darin z. B.:„Daß sich, wenn eine Preiserhöhung für Brennstoffe auch nur als möglich angedeutet wird, aus den Kreisen der Kohlen- Verbraucher, insbesondere der Eisenindustrie, sofort heftiger Wider- spruch erhebt, bietet den Kohlenzechen keine Ueberraschung mehr, va sie sich daran gewöhnt haben, sich mit dieser regelmäßig wieder- kehrenden Erscheinung abzufinden. Auf anderen Wirtschafts- gebieten sind Vorgänge, die hiermit zu vergleichen wären, un- msiml Lsl mm SM-els basUimtilWi Ii) feswal ver- Iviesen, baß e'S bell Baunsirollspinnern noch nicht tn ben Sinn ge- kommen ist, jede Erhöhung der Preise für Baumwolle mit Aus- rufen der Entrüstung zu beantworten, oder daß eine Diskont- erhöhung der Reichsbank, mag sie auch noch so unangenehm wirken, keineswegs dem Geldmarkt und der Börse jedesmal einen will- kommenen Anlaß bietet, über die Diskontpolitik unserer Zentral» notenanstalt herzufallen. Nur gegenüber dem Kohlenmarkte hat sich die Gewohnheit eingebürgert, jede Preisschwankung nach oben als einen wirtschaftlichen Fehltritt zu erklären, ohne auch nur die Verhältnisse des Kohlenmarktes selbst eines Wortes zu wür- digen... Die Eisenindustrie hielt es früher für selbstverständ« lich, daß die Kohlenzechen mit ihrer Preispolitik keine andere Ab- ficht zu verfolgen hätten, als den Interessen der Eisenindustrie zu dienen... Bis zur Gründung des Kohlensyndikats verfügten die Zechen über kein Mittel, dieser Auffassung wirksam entgegen- zutreten. Erst dem Kohlensyndikat ist es gelungen, mit dieser Anschauung aufzuräumen... Diese Emanzipation ist freilich nicht nach dem Geschmack der Eisenindustrie und der anderen Kohlenverbraucher gewesen, da sie immer noch nicht die Vorteile und Bequemlichkeiten vergessen können, die ihnen der Ruhrkohlen- bergbau vor der Syndizierung geboten hat, wo immer und regel- mäßig jeder Rückgang in erster Linie von den Kohlenzechen ge- tragen werden mußte... Die Zeiten, wo der Ruhrkohlenbergbau als die dienende Magd sämtlicher anderer Industriezweige an- gesehen wurde, sind nun schon seit 17 Jahren vorbei..." In diesem Ton geht es weiter. Man sieht, es fällt auch hier den Äohlengewaltigen nicht im Traume ein, eine Begründung dafür zu geben, weshalb sie das gesamte Wirtschaftsleben in so kolossaler Weise belasten. Sondern der langen Rede kurzer Sinn ist einfach der: wir bereichern uns, weil wir es können, weil uns niemand daran zu hindern vermag! Unser Recht liegt in unserer Macht.— Die Arbeiterschaft muß sich solche Vor- kommnisse merken für den Tag, wo man es wieder einmal für gut befinden wird, die Profitgier des Kapitals mit einem mora- lischen Mäntelchen zu umhängen. Der österreichisch- serbische Handelsvertrag, dessen Abschluß eben nach jahrelangem Verhandeln gelang, bedeutet für Oesterreich eine wesentliche Verschlechterung des gegenwärtigen Zu- standes. Mit der einst beherrschenden Position der österreichisch- ungarischen Industrie ist es dank der herrschenden Agrarier» sippe vorbei. Der serbische Weizen wird zum Minimaltarif zu- gelassen, aber der ist so hoch, daß Getreideeinfuhr höchstens zu Miß- erntezeiten in Frage kommt. Die Einfuhr von lebendem Vieh bleibt verboten, die Menge geschlachteten Viehs, die eingeführt werden darf, wird von 35 OOl) Ochsen und 70 000 Schweinen auf 20 000 Ochsen und 50 000 Schweinen herabgesetzt. Die Durchfuhr von Fleisch in plombierten Waggons ist zulässig. Der hohe Zoll auf serbische Pflaumen wird nicht herabgesetzt. Diesen famosen Kon- Zessionen Oesterreichs entsprechen die Serbiens: An Stelle des während der vertragslosen Zeit gegen Oesterreich- Ungarn an- gewendeten Maximaltarifs tritt die Meistbegünstigung mit dem allgemeinen Tarif. Im ganzen sind für Oesterreich 120, zumeist wenig wichtige Positionen ermäßigt, 1908 waren es aber 670. Von irgend einer Bevorzugung der einst maßgebenden, nachbarlichen Industrie ist keine Rede mehr. Auch dieser Vertrag mit seiner liebe- vollen Rücksichtnahme auf die Interessen der schwarzgelben Lebens- mittelwucherer und seinen Schädigungen des Proletariats als Kon- sumenten wie als Produzenten gehört zu den Segnungen der feudal- klerikal- militaristischen Politik, die Oesterreich die Annexion, die DreadnoughiS und das Defizit gebracht hat. Neber die Petroleumgewinnung in den Bereinigten Staaten macht im Juliheft der Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik Dr. Schultze-Großborstel einige Angaben, denen wir das folgende entnehmen. Die Gesamterzeugung der Erde an Petroleum betrug im Jahre 1901 165,7 Millionen Barrels(1 Barrel:= 42 Gallonen= 159 Liter). Davon produzierte Rußland 51 Proz., die Bereinigten Staaten 42 Proz.. die übrigen 7 Proz. verteilten sich auf Galizien, die Großen Sundainseln, Rumänien, Indien, Ko- nada, Japan. Deutschland, Peru und Italien. Seit 1992 aber haben die Vereinigten Staaten wieder, wie ftüher, die erste Stelle eingenommen. 1904 lieferten sie 53� Proz., 1908 gar über 63 Proz. der gesamten Weltproduktion, während Rußland auf 35?L Proz. und 1908 sogar aus 22 Proz. zurückgegangen ist. DaS Deutsche Reich allein führt auS Nordamerika jährlich für etwa 70 Millionen Mark Petroleum ein. Im Jahre 1909 gelang es dem galizischen Petroleum, das amerikanische auf dem deutschen Markt ein wenig zurückzudrängen. Aber schon im Januar 1910 zeigt sich erneutes Vordringen des amerikanischen Petroleums. 1875 noch betrug die Petroleumerzeugung der ganzen Ver- einigten Staaten 8 800 000 Barrels weniger als im Jahre 1908 allein im Staate Texas erzeugt wurden(11200 000 Barrels). Die Petroleumproduktion der Vereinigten Staaten hat sich in den letzten 10 Jahren verdreifacht, seit 1890 vervierfacht, seit 1370 ist sie auf das Achtfache gestiegen. 90 Proz. dieser riesigen Produktion und des Verkaufs besitzt die Standard Oil Co., neben der als einzige Konkurrentin von Bedeutung die Pure Oil Co. existiert. Vor dem Jahre 1859 war Petroleum in Nordamerika nur ge- legentlich einmal von Indianern und von den frühesten weißen Anskedlern ausgebeutet worden. 1359 wurde in TituSville im wesb. lichen Pennsylvanien Petroleum in solcher Menge gefunden, daß die Gewinnung sehr lohnend zu werden versprach. 1860 wurden 21 Millionen Gallonen gefördert, 1861 bereits mehr als daS Vier- fache, fast 89 Millionen Gallonen. Dann stieg die Gewinnung wie folgt: 1870.. I. 221 Millionen Gallonen 1900.... 2672 1906.... 5658 Es wurden im Laufe der Jahre südlich und westlich! der bisherigen Fundstätten neue Quellen entdeckt. Mehr als ein Menschen- alter hindurch wurden die größten Mengen in den Bezirken von Pennsylvanien und New Fork gewonnen, jetzt findet man vielmehr in Kalifornien, Ohio und West-Virginia. In den alten östlichen Feldern hat die Ergiebigkeit der Brunnen nachgelassen, auch sind mit zunehmender Tiefe die Kosten der Ausbeutung gestiegen. Die östlichen Lager werden voraussichtlich in absehbarer Zeit erschöpft sein, falls nicht neue unerwartete Funde gemacht werden. Das Petroleum der westlichen Fundstatten gehört jedoch fast ganz der schwereren Art an, die nur zum Heizen zu brauchen ist und einen Rückstand an Asphalt hinterläßt. Man kann nur sehr wenig Leuchtpetroleum daraus gewinnen. Im Staate Kalifornien werden die meisten Lokomotiven und auch viele Dampfschifte mit Petroleum geheizt. Im Jahre 1906 wurden auf sämtlichen Eisen- bahnen der Vereinigten Staaten über 15 500 000 Barrels Petroleum verbraucht, was einer FeuerungSmenge von ungefähr 4 Millionen Tonnen Kohlen entspricht. Daneben haben die amerikanischen Eisenbahnen freilich immer noch fast 96 Millionen Tonnen Kohlen verbrannt, d. h. fast ein Viertel der gesamten Kohlenproduktion deS Landes. Im Jahre 1907 stieg die Menge deS von den Eisenbahnen verbrauchten Petroleums auf über 18 850 000 Barrels. Interessant sind die Röhrenleitungen, in denen das Petroleum direkt aus den größeren Reservoiren in der Nähe der Brunnen nach den Eisenbahnen und sogar nach der Meeresküste geleitet wird. Als die Idee vor einigen Fahrzehnten zuerst auftauchte, daS Oelgebiet durch große Röhrenleitungen unmittelbar mit den Hafenplätzen New York und Baltimore zu verbinden, um die Ausfuhr über See zu erleichtern, hielt man sie für ein Hirngespinst. Sie wurde ober schnell verwirklicht, und schon 1889 wurden fast 22 Millionen Barrels durch die Röhren nach der Küste geleitet. Die wachsende Konkurrenz Japans. Nach dem kürzlich er- schienenen„Financial and Economic Annual of Japan"(Jahrbuch der Finanz- und Wirtschaftsangelegenheiten Japans) gab es im Jahre 1998 in Japan 36 Betriebe der Steinkohlenindustrie mit rund 7900 Arbeitern; 234 Betriebe der Hüttenindustrie mit über 49 M Axbeitekstz 628 Betriebs der MsWMliMstrie(Msschineu- bau. Schiffbau. Gießerei) tnit übtt 84 000 Urbeitern. Produzier! wurden fast 15 Millionen Tonnen Steinkohle im Werte von 133 Millionen Mark gegen 34 000 Tonnen Eisenkies. Wert 350 000 M.; über 11000 Tonnen Manganerz, Wert 173 000 M.; 41 400 Tonnen Kupfererz. Wert gegen 48 Millionen Mark; 45 400 Tonnen Eisen, Wert über 4 Millionen Mark. Soziales« Die Dentisten zur ReichSvcrsichcrungSordnung. Der Kongreß Deutscher Dentisten nahm am Mittwoch folgende Resolution an: .Der heute in Köln am Rhein tagende, von Vertretern von 36 Landes- und Provinzialvereinen beschickte Kongreß Deutscher Den- tisten verwahrt sich energisch gegen die fortwährenden von zahnärzt- licher Seite tn Wort uud Schrift unternommenen, ebenso ungerecht- fertigten wie maßlosen Herabsetzungen und Verdächtigungen des Dentistenstandes. Die Dentisten sind von den gesetzgebenden Körperschaften als ein durchaus notwendiger Stand anerkannt und die beabsichtigte Reorganisation auf dem Gebiete der Zahnbehandlung verletzt weder berechtigte zahnärztliche Jnter- eisen, noch dient sie anderen Zwecken, als denen des Volkswohles. Die zahnärztliche Kampfesweise zeigt, daß diese kleinen Interessengruppen unter verfahrenen Schlagworten vom.Volks- wohl",.Beschränkung der persönlichen Freiheit" usw. versucht, ihre eigenen Interessen zu fördern und ein Monopol für 3000 Zahn- ärzte gegen die über 6000 zählenden Dentisten gewaltsam durch- zudrücken. Die Dentisten appellieren an das Gerechtigkeitsgefühl der gesetz- gebenden Körperschaften, der Tagespresie, der Krankenkassen und des zahnleidenden Publikums und weisen mit Entrüstung die zahnärzt- lichen Verdächtigungen als unhaltbar und unbeweisbar zurück." Vom Strafantrag gegen daS Gefinde. DaS Ausnahmegesetz gegen das Gesinde und die ländlichen, Arbeiter vom 24. April 1854 bestimmt in seinem§1:»Gesinde welches hartnäckigen Ungehorsam oder Widerspenstigkeit gegen die Befehle der Herrschast oder der zur Aufficht bestellten Personen sich zu schulden kommen läßt, oder ohne gesetzmäßige Ursache den Dienst versagt oder verläßt, hat auf den Antrag der Herrschaft unbe- schadet deren Rechts zu seiner Entlassung oder Beibehaltung, Geldstrafe bis zu fünf Talern oder Gefängnis bis zu drei Tagen verwirkt." Wegen Uebertretung dieser Bestimmung war das Dienstmädchen Bliedung in Ellrich an- geklagt worden. DaS Mädchen sollte ohne gesetzmäßige Ursache den Dienst versagt haben, auch widerspenstig gewesen sein. Ihre Dienst- Herrin glaubte emen' Grund zu ihrer Entlassung zu haben, wollte sich aber erst mal überlegen, ob sie davon Gebrauch mache. Bei einer Verhandlung, bei der auch ein Polizeisergeant zugegen war, sagte sie schließlich, sie könne das Mädchen doch nicht behalten, und sprach damit die Entlastung auS. Gleich darauf übergab sie dem anwesenden Polizeibeamten den Strafantrag gemäß§ 1 des Gesetzes von 1854. Die Strastammer in Nordhausen verurteilte darauf das Mädchen zu einer Geldstrafe. Es nahm an, der Antrag der Dienstherrschast sei rechtzeitig gestellt, da er nach dem eingangs zitierten Wortlaut auch nach der Entlastung gestellt werden könne. DaS Kammergericht gab dieser Tage der von dem Mädchen eingelegten Revision statt, hob die Vorentscheidung auf und erkannte dahin, daß das Verfahren einzustellen fei. Begründend wurde ausgeführt: Nach Z 1 Absatz EI des Gesetzes vom 24. April 1854 fei eS nicht zulässig, daß der Straf- antrag nach der Entlassung gestellt werde, falls von dem Recht der Entlassung Gebrauch gemacht werde. Der Straf- antrag müsse vielmehr vor der Entlastung gestellt werden. Hier sei nun erst die Entlastung ausgesprochen und dann der Strafantrag dem anwesenden Beamten ausgehändigt worden. Die Stellung des Strafantrages liege also nach der Entlassung. ES handele sich dem- nach um einen nicht rechtswirksomen Strafantrag. Daraus folge, daß das Urteil des Landgerichts aufgehoben und das Strafverfahren eingestellt werden müsse._ SchnittrrauSstände in Mecklenburg. In dieser Zeit, wo den mecklenburgischen Großgrundbesitzern eine goldene Ernte entgegenreift, dämmert auch denen, die die Saaten bestellt haben und nun den Segen einbringen sollen, eine Ahnung von der Bedeutung ihrer Arbeit und von der Wichtigkeit ihrer Person. Bei der beschränkten Bewegungsfreiheit der aus- ländischen Saisonarbeiter(sogenannten.Schnitter") äußert sich diese Erkenntnis in hie und da aufpuffenden wilden Streiks, die durch augenblickliche Zugeständnisse des.Herrn" oder durch Gewalt maßregeln(Verhaflung der.Rädelsführer" oder der ganzen.Bande", Bedrohung mit Ausweisung usw.) unter- drückt werden. Dieser Tage kamen mehrfach Meldungen solcher Streiks aus Mecklenburg-Strelitz. So legten wegen Lohndifferenzen auf dem Gute Marlin 16 Schnitter die Arbeit nieder. Von dem Gute Spanholz liegt die Nachricht vor. daß auch die dortigen Schnitter ,in den letzten Tagen gestreikt' haben. Die bürgerliche Presse berichtet über den Ausgang dieser beiden ?;älle:»Der Gendarmerie gelang es, die Wider« penstigen zur Aufnahme der Arbeit zubewegen." Von besonderem Interesse ist, daß in Sponholz die Schnitter tagelang streiken konnten, ohne daß man besondere Maßnahmen wagte. ES ist bis jetzt kein solcher Fall bekannt ge- worden. Immer wußte die Junkerpresse von abschreckenden Maß- nahmen der oben bezeichneten Art zu berichten. Aber: die Erhebungen dieser Heimatlosen werden immer häufiger und allgemeiner. Die Abschreckungskheorie der Junker hat sich als falsch erwiesen. Geht man der Ursache der Streiks nach, so ergibt sich als solche in der Regel ein Vertragsbruch des Unternehmers. Wendeten sich die gegen Landarbeiter gerichteten Ausnahmegesetze wegen vermeintlichen Vertragsbruchs gegen Vertragsverletzungen der Arbeit« g eb e r, so würde ein erklecklicher Teil Gutsbesitzer im Kasten sitzen. Die gegen Arbeiter gefaßten Ausnahmevorschriften reizen nicht selten gewistenlose Arbeitgeber zum Vertragsbruch an. Das ist ja von Gutsbesitzern in Ostpreußen vor 2 Jahren offen anerkannt. Wertlose Gutachten von BertraurnSSrzten der LerufSgenossenschaften. Viele Scherereien würden den Verletzten erspart, wenn die Bc- rufsgenostenschaflen ihren Vertrauensärzten nicht gar zu bereitwillig folgten. Das zeigen wieder folgende zwei Fälle: 1. Der Werkzeugmacher G. erlitt Anfang Dezember 1007 da- durch einen Unfall, daß er auf einer Treppenstufe zu Fall kam und mit der rechten Seite auf eine Steinstufe auffchlug. Trotz der dann eintretenden Beschwerden arbeitete D. zunächst weiier, bis Ende Januar 1903 die Beschwerden derart un- erträglich wurden, daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Mit geringer Unterbrechung stand dann der Verletzte ständig in ärztlicher Behandlung, da Hüftgelenkentzündung sich eut- wickelt hatte. Die Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik lehnte die Ansprüche des Verletzten ab. Weil nach Ansicht ihres Vertrauensarztes die Er- krankung nicht mit dem Unfall in Verbindung steht. Glücklicherweis» hatte D. einen Mitarbeiter als Zeugen des Unfalles, dem er auch während der Zeit, in welcher er weiter arbeitete, über Be- schwerden geklagt hatte. Das Schiedsgericht für Arbeiterversicherung für den Regierungsbezirk PotS'dam holte auf eingelegte Berufung D.» ein Gutachten von Herrn Dr. E. ein, der zu dem Ergebnis kam. daß ohne Zweifel das bei D. bestehende Leiden ans den Unfall vom 4. Dezember 1907 zurückzuführen sei. DaS Schiedsgericht verurteilte daraufhin die Genostenschaft zur Anerkennung des Unfalles und Zahlung der Voll- resp. Angehörigenrente für die Zeit der gänzlichen Erwerbs- Unfähigkeit des D. Da D. sich zurzeit in einem hiesigen Kranken- hause befindet, so erhalten seine Angehörigen die ihnen zustehende Rente von 80,55 M. 2. Der Hausdiener 23. erlitt am 10. September 1909 dadurch einen Unfall, daß er beim Verlassen des Arbeitstisches ausrutschte und mit dem Kopf aufschlug, so daß Bewußtseinsstörung eintrat. Auch hier lehnte die Lagereigenossenschaft die Zahlung einer Rente ab. Sie nahm auf Grund des Gutachtens ihres Vertrauensarztes an, ein Betriebsunfall sei nicht erwiesen, vielmehr sei das Hinfallen auf eine durch ererbten fortschreitenden MuSkel- schwund hervorgerufene allgemeine Schivächung des Körpers zurückzuführen. Das Schiedsgericht für Arbeiterversicherung für den Stadtkreis Berlin holte ein Gutachten von Pros. Dr. Sch. ein. Dieser kam zu dem Ergebnis, das W. wohl an einem Muskelleiden gelitten hat. daß aber das Leiden durch den Unfall derart verschlimmert worden sei, daß der Verletzte zurzeit als völlig erwerbsunfähig anzusehen sei.— DaS Schiedsgericht entschied nach diesem Gutachten und sprach W. die Bollrente zu. In beiden Fällen wären die Klagen vermieden, wenn die Ge- nossenschaft nicht so viel Wert auf die Bekundungen der in ihren Diensten stehenden Vertrauensärzte geben würde. Ucbrigens ist es für den Leipziger Verband bezeichnend, daß er sich hütet, für freie Arztwahl in Unfallsachen einzutreten. Gerade hier handelt es sich aber um Aerzte, die ohne jedes Bestimmungsrecht der Arbeiter diesen aufgezwungen werden, während bei den Krankenkassen doch die Mitglieder in ihren Generalversammlungen und im Vorstand darüber mitzuentscheiden haben, welches Arztsystem für die Kassen und die Kassenmitglieder das förderlichste ist. SluS der Praxis der schweizerischen Arbeiterschutzgesetzgebung. Die von den schweizerischen Fabrikinspektoren kürzlich für die beiden Jahre 1008 und 1900 veröffentlichten Amtsberichte spiegeln auch die in die Berichtsperiode fallende Wirtschaftskrise wider, die sich z. B. auch in der bedeutenden Verminderung der von den Auf- sichtsbeamten zu begutachtenden Baupläne von 1552 in den Jahren 1906/1907 auf 1012 in den letzten beiden Jahren bekundet. Ge- fährdet wurden durch die Krise auch die technischen Umwälzung»», die eine weitere Verschiebung in der Zusammensetzung der Arbeiter- schaft durch die Ersetzung männlicher mit weiblichen Arbeitskräften bewirkt, namentlich in der Textilindustrie. In dieser sowie in der Konfektionsindustrie hat auch die Heimarbeit eine neuerliche Aus- dehnung erfahren, in der ersteren durch die Einführung des clektri- schen Webstuhls. Die Flucht der Unternehmer zur Hausindustrie bezweckt in vielen Fällen die Umgehung der Vorschriften der Ar- beiterschutzgesetze, so daß der baldige Erlaß eines wirksamen Heim- arbeiterschutzgesetzes als eine dringende Notwendigkeit erscheint. Der Schaffhauser Fabrikinspektor Rauschenbach berichtet allerdings von gegenteiligen Entwickelungstendenzen, da in seinem Kreise eine Verminderung der Heimarbeit zu beobachten sei, so durch die Um- Wandlung der Handmaschinenstickereien in Schisflisticlereien. Die Krise bekundete sich auch in der vielfcnh� mangelnden Arbeits. gelcgenheit bezw. ungenügenden Beschäftigung, so daß auch ein- getretene Lohnerhöhungen die Lage der Arbeiter nicht zu verbeffern vermochten. Trotz der Ungunst der Konjunktur hat eine weitere EntWickelung der schweizerischen Fabrikindustrie stattgpfunden, und zwar ist die Zahl der Betriebe von 7278 auf 7605 und die der Arbeiter von 307 128 auf 310 193 gestiegen. Ein dunkles Kapitel ist das von den Unfällen, deren in den beiden Jahren 1007/08 nicht weniger als 40359 in den Fabrik- betrieben, 30 642 in den bloß haftpflichtigen Betrieben(Bau-, Transportgewerbe usw.), die nicht dem Fabrikgesetz unterstehen, vorgekommen sind, insgesamt 71501, eine Zahl, die den Opfern eines großen blutigen Völkcrkrieges gleichkommt. 155 Unfälle hatten tödlichen Ausgang, 15 dauernde Erwerbsunfähigkeit zur Folge. An Entschädigungen wurden geleistet 13 572 946 Frank, 191 Frank im Durchschnitt pro Unfall. 46 Frank pro beschäftigten Arbeiter. Da gewöhnlich dem Arbeiter die Hälfte der Unfallver- sicherungsprämie vom Lohn abßaogcn wird, so trägt der Unter- nehmer nur 20 Frank, wit den« einfach das allgemeine Unkosten- konto belastet wird. Oesters wird den Arbeitern der ganze Be- trag vom Lohn abgezogen und ein Möbelfabrikant ließ sich mitten im Winter von seinen Arbeitern zu Händen des Fabrikinspektors bescheinigen, daß sie damit einverstanden sind! Im Kanton Appen- zell wurde wegen solcher schändlichen Praktiken ein Pflasterer- meister zu vier Wochen Gefängnis verurteilt. Andere Unter- nehmer machen Lohnabzüge für die Versicherungsprämie, ohne der- sichert zu sein, indem sie sich als„Selbstversicherer" ausgeben. Ein solcher geriet in Konkurs und die Arbeiter hatten bei ihm 6000 Franks Guthaben an Lohn und Unfallentschädigungen. Die Aufsichtsbeamten betonen neuerdings die dringende Notwendig- keit der baldigen Einführung der staatlichen Unfallversicherung. Die Unfallursachen bestehen häufig in der Beschäftigung völlig ungeeigneter Arbeitskräfte an den Maschinen, so von jugendlichen oder kulturell tiefstchenden Arbeitern, wie Polen usw., in mecha- nischen Betrieben, namentlich Zementfabriken, Gips- und Kalk- fabriken, Möbelfabriken; ferner das Antreiben der Arbeiter durch niedrige Lohnansätze bei Akkordarbeit oder durch Meister und Unternehmer, wenn sie im Zeitlohn arbeiten. Erfreulich ist die neuerliche Feststellung des völligen Verschwin- dens der furchtbaren PhoSphornekrose der Zündholzarbeiter infolge des Verbotes der Verwendung von giftigem Phosphor. Die Darstellung der«rbcitszeitverhältnisse ergibt, daß 191 764 Arbeiter eine tägliche Arbeitszeit von 8—10 Stunden, 117 429 eine solche von über 10—11 Stunden haben. Von den letzteren entfallen allein 62 000 auf die Textilindustrie. Weitere Fortschritte hat auch der freie Sonnabendnachmittag gemacht. So haben im ersten In- spektionskreiS(Kanton Zürich usw.) von 114 731 Arbeitern deren zirka 27 000 am Sonnabend eine Arbeitszeit von 5 bezw. 7 Stunden, 10 672 8 Stunden, 18321 8s>b Stunden, der Rest die gesetzlichen 9 Stunden. Wegen Uebertretung der gesetzlichen Arbeiterschutzvorschriften wurden in 618 Fällen 14 578,40 Frank Geldstrafe verhängt. Bon den sogenannten»Wohlfahrtseinrichtungen" erwähnen wir die zunehmende Ausbreitung des bezahlten Fcrienurlaubs der Arbeiter. Der ganze Berichtsband ist ein schätzbqrer Beitrag zur sozialen Literatur.___ 6encbts-2eitim Wir haben dieses erste Beispiel so auSjuhrlich wiedergegeben, weil es gleich die ganze Sachlage veranschaulicht. Es folgt nun «ine Fülle von sehr lesenswerten Tatsachen, die alle dasselbe zeigen: Im Bergbau z. B. wird das Losbrechen der Kohle wie des Erzes in der Hauptsache noch immer mit der Hand gemacht; auch zur For- derung deS gewonnenen Materials können nur teilweise Maschinen gebraucht werden. Die durch deren Verwendung erzielte Verbilli- gung der Kosten wird aber durch die immer größere Tiefe wieder wettgemacht, so daß sich insgesamt eine Verteuerung der Förderung ergibt. Im Jahre 1850 betrug die Kohlenförderung 130 Tonnen auf einen Mann, 1000 war sie auf das Doppelte gestiegen; aber auch der Durchschnittslohn war von 500 auf 1200 M. gestiegen. Ebenso stiegen die Ausgaben für Maschinenkraft pro Tonne Kohle. Insgesamt sind daher die Gestehungskosten von 5,20 M. auf 5,00 Mark pro Tonne gewachsen.— Ein anderes Bild: Für das Laden von Martinöfen im Stahlwerk waren 10 gelernte und 36 ungelernte Arbeiter erforderlich. Durch den Einbau eines Ladekrans wurde ihre Zahl auf 14 gelernte und 2 ungelernte vermindert. Di« Aus- gäben für die Ladearbeit wurden dadurch von 1,47 auf 0,62 pro Tonne Flußeisen ermäßigt.— Vor Anwendung des Schaufelbaggers waren zum Baggern 25 Mann mit einem Lohn von 0,75 M. pro Kubikmeter Erde nötig; nach Einführung des Baggers nur noch 8 Mann. Sie erhalten 15 Pf. pro Kubikmeter einschließlich der Vcr- ficherungsbciträge; dazu der Lohn des Steuermanns, die Verzinsung der Tilgung d«S Baggers und die Kosten für elektrischen Strom, macht zusammen 25 Pf. statt 75 Pf.— In einer Hochofenanlage waren ursprünglich 228 Mann mit einem Lohn von 01 Pf. pro Tonn« Roheisen erforderlich; nach Einbau von Schrägaufzügen nur noch 82 Mann, die 28 Pf. pro Tonne bekommen. Insgesamt haben sich die Betriebskosten von 1,20 M. auf 0,82 M. vermindert.— In *) Verhandlungen des Vereins für Sozialpolitik in Wien 1000. Leipzig. Duncker u. Humblot. 1010. 637 Seiten. Preis 14 M. einem Stahlwerk waren zum Transport der glühenden Blöcke nr- sprünglich 23 Mann erforderlich, nach dem Einbau eines Blocktrans mit gesteuerter Zange nur noch 7 Mann, wodurch die Förderkosten von 80 auf 44 Pf. pro Tonne vermindert wurden.— Schließlich noch ein Beispiel aus der Straßenreinigung: Die Reinigung der Straßenbahnschienen durch Handarbeit verursacht Kosten im Betrage von 1,03 M. auf 1 Kilometer Gleis. Die neuerdings in Hannover eingeführte Reinigung durch einen mit Brause, Rillenkratzer und Vokuumreiniger ausgerüsteten elektrisch betriebenen Straßenbahn- wagen erfordert nur 28 Pf. pro Kilometer.„Dieses wirtschaftliche Ergebnis ist wieder erzielt worden durch den Ersatz der Handlanger durch einen hochwertigen Arbeiter— den Steuermann des Wagens — in Verbindung mit einer selbsttätig arbeitenden Maschine". Und so kommt denn Professor Kammerer zu dem zusammenfassenden Ergebnis:„Am letzten Ende führt die Entwicklung überall zur Ausschaltung des Handlangers". Aus all diesen sehr lesenswerten Mitteilungen— wir haben selbstverständlich nur eine kleine Blütenlese daraus wieder- gegeben—, scheint nun Herr Professor Kämmerer eine hohe Be- friedigung über den Gang der Entwicklung zu entnehmen. Als einen Grundgedanken des technischen Fortschritts im letzten Jahr- zehnt bezeichnet er das Bestreben, den Menschen„nicht als Muskel- Maschine, sondern als denkendes'Wesen" in der Produktion zu ver- wenden: die Handlanger werden beseitigt, ihre Arbeit übernimmt die Maschine; diese wird aber neuerdings immer mehr in der Rich- tung vervollkommnet, daß eine hohe Intelligenz und Fachbildung dazu gehört, sie zu bedienen, oder man kann in diesem Fall vielleicht besser sagen: sie zu leiten. Und zwar sei dies erst möglich gewesen durch Zuhilfenahme der elektrischen Kraftverteilung. Wenn diese Behauptung des Professors Kammerer— die nur der Fachmann nachprüfen kann— richtig ist, dann bedeutet das zweifellos eine wichtige Wendung in unserer wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Eine wesentliche Ursache, die das Leben des Arbeiters so trostlos macht, war ja die, daß im Gang der Ent- Wicklung die Arbeit immer mechanischer, eintöniger, inhaltsloser, öder und dadurch lästiger geworden ist. Wenn nun hierin wirklich in den letzten Jahren eine Aenderung eingetreten sein sollte, wenn durch die neuesten Vervollkommnungen der Maschine die Arbeit wie- der gehaltvoller und dadurch interessanter geworden sein sollte, so wäre dies selbstverständlich im Interesse der Arbeiter, die sie führen, mit Freuden zu begrüßen. Freilich müßten sich darüber erst ein- mal die Arbeiter selbst äußern, die Tag aus, Tag ein auf solchen Maschinen sitzen; das Urteil eines Professors, der äußersten Falles vielleicht einmal einen Tag lang so eine Maschine selbst geführt haben mag, kann da nicht ausreichen. Aus alle Fälle aber stimmen wir gern und freudig den Schlußfolgerungen zu, die Herr Professor Kammerer aus all diesen Tatsachen zieht, nämlich: „Es wird daher eine Fachausbildung in der Zukunft wertvoller sein als irgend eine Kranken- oder Altersversicherung.... Man wird aus der Erkenntnis der jüngsten maschinentcchnischen Entwicklung die Schlußfolgerung ziehen dürfen, daß die industrielle Zukunft nicht dem Staat mit der größten Einwohnerzahl, sondern dem Staat mit der intelligente st en, tüchtig st en und best ausgebildeten Bevölkerung gehören wird." Wir würden ja diese Gedanken etwas anders fassen, wir wür- den nachdrücklich darauf hinweisen, wie aus diesen technischen und wirtschaftlichen Tatsachen mit zwingender Notloendigkeit folgt, daß die Blüte und der Wohlstand eines Volkes— und damit zugleich eine Macht und Größe— nicht abhängen von seinen Aufwendungen ürs Militär, sondern von der allgemeinen und beruflichen Bildung seiner Arbeiterschaft— jedoch wollen wir darüber mit dem Pro- ' ssor nicht rechten; in der Sache meint er ja so ziemlich dasselbe. Aber— nun kommt das große Aber! In der Freude über diese Erfolge berauscht er sich dermaßen, daß er die Kehrseite gar nicht mehr sieht, obgleich er sie doch wahrlich selber deutlich genug an- gegeben hat. Er vergißt ganz und gar, erwähnt mit keinem Worte mehr, daß diese ganze Entwicklung auch in der von ihm so ge- pricscncn Form doch stets über Leichen vor sich geht, über die Leichen verhungerter Arbeiter und Arbeiterkinder! Herr Professor Kämmerer ficht es als Fortschritt schlechthin an, suzusagen als Fortschritt an sich, wenn Handarbeiter verdrängt werden, schon deshalb, weil dies der Streikgefahr vorbeugt. Er klagt, däß die Schauerleute in Hamburg und anderen Seehäfen,„trotzdem die Löhne nicht niedrig, doch sehr zum Streik geneigt sind". Er schreibt: „Es würde einen wirtschaftlichen Fortschritt von großer Tragweite bedeuten, wenn es gelänge, Krane zu bauen, die mit irgend welchen elektrischbetätigten Zangen und mit geringer Beihilfe die Lasten ergreifen könnten". Das wäre also nach seiner Meinung ohne ortschritt von großer Tragweite, -chauerleute mehr zu befürchten weiteres ein wirtschaftlicher weil„man" leinen Streik der brauchte. In der Tat ein Fortschritt. Aber für wen?— Für die Kapitalisten! Was die Arbeiter anbetrifft, so würden einige wenige mit etwas erhöhtem Lohn qualifiziertere Arbeit verrichten, die große Masse würde in die Arbeitslosigkeit, ins Elend, in den Hunger hineingestoßen. Rechnen wir nur die paar Beispiele ein wenig nach, die der Professor selbst gegeben. Da haben wir einmal: an Stelle von 54 Heizern-si 2 Obcrhcizern treten 20 Heizer+ 2 Obcr- heizcr+ 2 Maschinisten; d. h. an Stelle von 56 Arbeitern nur 24. Ein andermal: an Stelle von 10 gelernten+ 36 ungelernten Arbeitern kommen 14 gelernte-j- 2 ungelernte; das macht 16 an Stelle von 46. Und so gehtS fort in all den Beispielen. WaS wird nun aus den 32, den 30 usw. Arbeitern, die auf diese Weise brotlos tver- den? Das ficht den„Fortschritt" nichts an, es ist und bleibt doch immer der„Fortschritt". Wir haben nicht nötig, die näheren Zusammenhänge auSein- anderzusetzen, sie sind unseren Lesern bekannt. Selbstverständlich besteht der ökonomische Fortschritt in der Erzielung größerer Resül- täte unter Aufwendung von weniger Arbeit. Aber diese Tatsachen aus der allerneuesten Entwicklung zeigen wieder einmal, daß unter der Herrschaft des Kapitalismus der Fortschritt nur über die Leichen der Arbeiter geht. Das Problem der Zu- kunft ist deshalb nicht etwa, den Fortschritt zu verhindern, sondern rhn zu einem Fortschritt für alle zu machen; leine Segnungen nicht einigen Kapitalisten zu überlassen, die sich die Taschen zum Bersten davon füllen, indes die Arbeiter dem Verhungern über- liefert werden, sondern den Segen auszubreiten über alles Volk. Und das wird geschehen durch die Enteignung des Kapi- t a l s._ Amtlicher Marktbericht der städtischen Marklhallen-Direktion über den Groghandcl in den Zenlral-Marttballcn. Marktlage: Fleisch: Zufuhr schwach, Geschäst ruhig, Preise unverändert. Wild: Zufuhr nicht genügend, Gcichäsl lehhast, Preise unverändert. G e s l ü g e I: Zusuhr reichlich, Geschäft rege, Preis« befriedigend. Fische: Zusuhr mähig, «Rcichäsl rege, Preise befriedigend. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zusuhr reichlich, Geschäst flott, Preise wenig verändert. «SttternngSttberftcht vom 30. Juli 1910, morgen» 8 Uhr. Lwinembe erlin Franks.a M. Münch Wien «tationen öa eH II V >at>aranda 755 NO )eter«burg 75S SSW Vetter ** B f* W« SctIIh «lberdeev Paris 4 bedeckt 2 bedeckt 755 SSW 3 wolkig 753 S 760 OSO 12 15 14 2 wolkig! 14 1 wollcnl 17 Wetterprognose für Sonntag, den 31. Juli 1910. Ziemlich ivarm und schwül, vielfach heiter, aber veränderlich bei meist schwachen südwestlichen Winden, etwas Regen und Gewitterneigung. Berliner Wetterbureau. Waslerftands-Nachrtchte» der LandeSansialt sür Gewässerkunde, mitgetetlt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M- m e l. TIlstt P r e g e l. Jnfterburg Weichsel, Thoru Oder, Ratibor , Krassen , Franktur» Warthe, Schrimm , LandSberg Reh«, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Bardo , Magdeburg am 29. 7. cm 92 —7 122 238 —17 193 31 11 —10 9 —108 167 140 ieit 28. 7. nra') -3 +16 —12 —36 -13 —18 —7 —2 —9 —18 —13 —14 Wasserstand Saale, Grochlih Havel, Spandau') , Rathenow') Spree, Svremberg') , BeeSkow Weser, Münden , Minden Rhein, MaximilialiSan , Kaub Köln Neckar, Heilbronn Main, Wcrtheim Mosel, Trier am 29. 7. om 108 42 32 100 92 —50 65 582 390 429 90 165 114 seit 28.7. cm') —8 0 —3 —2 + 2 —20 -14 —12 -8 — 1 —5 —8 —6 st+ bedeutet Wuch»,— Fall.— Unlerpeael. „Schweizerliof" Meierei und Miicli- Kuranstalt liefert Vollmilch. Kindermilch zu jeder Tageszeit frei Ilane zu den üblichen Preisen. Lieferant der Kensumgenossenschalt Berlin und Umgegend. Besichtigung der Meierei jeder- «nana Sonntage, nachmittags 3 bis 6 Uhr, gestattet. J.Baer fiaiiStr. 28 Prinz.-AMee Herren- und Knaben- Moden, Berufskleidung. Elcg. Paletots. 'Großes Stofflager zur Anfertigung n. MaB Allerbllllgste, streng feste Preise „ Gartenstadt_ iohen-Neaendorf 1 Wald.(Nordbahn) Wasser., Billigstes, schönstes Gelände runa um Berlin.— Leichtester Erwerb eines Eigenheims. Am Schützen haus. Herr). Hochwald-Landbaustellen. nRute 12 M. an. 10'/» AnzanTT Tilgung des Restes in 10 jährl. Raten.\ Baugeld u. Hypotheken. Sommer- u. Ferienhäuser 300 Mark an. 297L| Illnstr. Broschüre gratis! llleste!, ä„"7l 10 Mark monatliche Teilzahlung, liefert elegante Herrengarderobe nach Matz' ). Tomporowski, fÄf�iio: (Billige Preise.) Kasse 10 Rabatt. Auch engl Dameokostume u. PsletotS. KIQS -Kurprinz Q AtniSeKkimO Fürsten x Bristol Welt-Wt| FleumeKlos.' PÜI. Türk, Tabak- A Clgaretten-Fabrlk„Klos" o E. Robert Böhme, Dresden. ____ Xiejerant der Jramösischen Zaha�egle. Itekaiintmacliiiiig. Seit einiger Zeit hat fich hier das Gerücht verbreitet, baß Ich zum l. Oktober meine Wohnung räumen müsse. Ich mache hiermit bekannt, daß dieses nicht der Wahrheit entspricht, sondern meine Wohnung nach wie vor Baumschulenstr. 89 II bleibt. B. Walliuann, Hebamme. ObiaeS beglaubigt Eigentümer E. Schulz. 324L Aller ist ein»arte», reines Gesicht, rosiges jugendfrische» Aussehen, weisse, sammetweiche qaut und blendendschöner Teint. Alles die» er)eugt die echte SttckenMü• Cilicnmilct)• Seife p.Btrfl««wi>»go„ RaHtteul. 5 St. 50 pfg. Überall ja haben. Sorussia-7estsäle Inhaber: Georg Wolffgramm Ackerstr. 6/7. M°n: Ackerstr. 6/7. Empsehle den verehrt. Vereinen und Gesellschaften meine bedeutend vergrößerten«nv neu renovierten 4 Festsäle ci2s. 250 bis 1000 Personen sasscnd). 327L SV*' Znr hcvorstchenden Herbstaaleon"M> noeli einige Sonnabende f r e 1 1 1 188 Achtung! Vereiue und Thtuterukrtine! Hierdurch empsehle ich meine neurenovierten S«Ie mit neuerbauten zwei Theaterbühncn. Sonnabend» u. Sonntags unter lulaniester Bedingung. iSiiKlisvkvr Charten e. Tel.: Amt VII 10628. SW Im Aug, Ist und September einige Sonnabende und Sonn. tage frei. HG LS40b Heinrich Pranck Tel.: Amt m. 4352. Bniimen-Str. 185. 8 bis 7 Uhr geöffnet Sumatra-Decke 240 Pfg. verz. Vollblatt, 3. Länge, rechts und links hell, leicht, zart, blattig, 3082 riesig preiswert, schneeweiüer Brand I W. Hermann Müller Berlin, Magazinstr. 14. Sumtra 6694 a 2.50 verzollt 11. Länge Vollblatt, ffeiner Brand, schöne Mtttelsarben. "iiiwniiiiiihi iii iii ii r Gardinenhauß Lernharb �Schwarh Wallstr. 15. IMe reellsten nnd billigsten Möbel and Polsterwaren auf Teilzahlung zu Kassenpreisen und Zinsvergütung erhält man in der seit 32 Jahren bestehenden Möbel- fabrik unter 10j ähriger Garantie■ CI«tUil1rv Reichenberger 64L, Ä. IjCilUlZ, Straße 6. Charlottenburg» Großer Raison- Ansrerkanf �n guter Herren« und«llsvev'LekIeilllivg zu onorm billigen Prelucn der Firma SllnffrMann WUmersdorter StraBc RS ■ nUTTITBaillli-------- Ecke Sohulstraße-- MaB• Anzüge aus den modernsten Stoffen von 45,— M. an in eigener Betriebswerkstatte. 'WRUMW' W>» WMkVW» Staunen erregst Herknles-Blelch-SelfenxmlTei* a Pfund 15 Pf. Chemisehe?abrUt Keuella TVollonfcatr. 04. Telephon: Amt m, 4750. 81 8L* Syphilis- Nachweis in allen frisch, u. veraltet, zweifelhaft. Fäll, durch Wissenschaft!. Untersuchung. sofort; desgl. Harn-(Ipez. aus Go- norrhoe-Fäden) u. Sputum>?lnalylen. Or. Homeyer 4 Co., Spczlal-Laborat.. Friedrichstr. 189, zw. Kronen- und Mohrenstratze), I. 8724. Pcrs. Rückspr. diskr. u. kosten!. Geössnet von 3—8 Sonntags von 12—1.* -ß- Magerkeit ch- schwindet durch Haute's Nähr- uulver„Thilossia". Preisgekrönt Berlin 1904. In 6 Wochen 24 Pfund tirztl. kontrollierte Zunahme. Gar. unschiidl. Viele Anerk. Karton 2 M., bei Postversand Porto und Nachnahmespesen extra. H. Haufe, Berlin N., Greifenhagenorstr. 70. Depots in folgenden Apotheken: Weißenburgerstr. 63, Leipzigor- str. 74, Friedrichstr. 160, Pots- damorstr. 29, Köpenickerstr. 119, Frankfurter Allee 74, Rosen» thalerstr. 61,ReinickendorIerstr. 1. Spandau: Potsdamers tr. 40. Best.: Pfl. Eiw. Haemogl. Lecith. Banm. Natronolh. Cao. Zucker. Karow Bucli eine Station vor Schönst. Tillenort, QR. v. 12 M. an, 20 Pf. v. Stett. Bnf., 25 Min. Fahrt, 10 PI. v.Pankow-Schönh., 12 Min. Fahrt. Terrain unmittelbar am BDI. Bebauungspl. genehmigt. Pläne gratis. Maß. Anz.u. langjähr. Hypotheken. Verkäufer ständig a. Bhf. Karow.• J. Rieger, Gontardstr. 5. Wegen Aufgabe unserer BerkausSräume, Notzstratze L Aiisiigstoffk, Wiiiter- Wlctiilstiiffe, Dameutnche spottbillig, unter Preis. 278L Ill>cllL8öeIs!ilI.lie!!eIl!ie!!!lktlli.k.S. Roftftrasse 8. Theater und Vergnügungen �essinx-IKeater. Sonntag 8 Ufjr: Kascrncnlnft. Montag 8 Uho: Wiederbeginn der Vorstellungen des Lessing-Thealer- Ensembles: Das Konzert. -'Hieater. Direttion: Richard Sllcrandcr. Ansang 8 Uhr. Im Taubenschlag. Schwank In 3 Akten von Hennequin und Beb er. Morgen und solgende Tage dieselbe Borstelluna. _ Sommer-Preise._ Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Talftltl. Morgen: Talfan. Neues Theater. Ansang 8 Uhr. Montag und solgende Tage: Kasernenluft. Slcncs Opcrcttcn-Tbeatcr. Heute und solgende Tage 3 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Sonntag nachmittag 3 Uhr zu er- mähigt. Preisen: vi« DoMarprlumsm. Theater des Westens. Ansang 8 Uhr. Die seschlcdeue Frau. _ Operette von Leo Fall._ Luisen-Theater. Rackm. 3 Uhr: Lena Warnstetten. Schauspiel in S Allen v. E. Ritterseldt. AbendS 3 Uhr: Der Gral ii inte Mslo. Schausplcl In 7 Abt. nach A. DumaS. Montag und solgende Tage: Der Graf von Monte Ehrtsto._ Berliner Volksoper. Montag, den 1. August,'1,9 Uhr: Gastspiel des Neuen Schauspielhauses: Alt-Heidelberg. Lusispislksu«. AbendS S Uhr: Das Leutnantsmündel Lcdluv 6er Lsisou! Znm letzten male: La Tortajada in ihrer neueston Schöpfung: „Abenteuer eines Toreros" sowie die 12 sensationellen Attraktionen 12 des Jall-ProgramniB k Wieder-Eröffnung Mittwoch, den 17. August. Urania. Wissenschaftliches Theater, Taubenstraße 48/49. Sonntag und Montag 8 Uhr: Die Insel Rü�en. 1�' LOCISCHER• W CSABTEM Heute Sonntag: — Eintritt 50 Ps.— Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. t Ab nachmittags 4 Uhr: Qf. Konzert (3 Kapellen). Morgen sowie täglich: Militär- Doppel-Konzert. Berliner Apariutn Unter den Linden 68a Eingang Sohadow-Straße No. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis; pr 25 pf.-Mß Keiohhaltigste Ausstellung der Welt an lobenden Seetieren, Reptilien.etc. GrMner tetaussteliiiog lilö 30. April biS L. Oktober. Im Park täglich Doppel-Konzert. Eintritt: 10-6 Uhr 1 M.. v. 6 Uhr ab SO Ps., Sonntags 50 Ps. Dauert. 6 M. iMiifÄ am Zoo. Kinematographische Vorführungen. NaohmittegsvorstellungS-S1/, Uhr Eintritt 50 PL Abendvorstellung 8—11 Uhr. Metropoi-Theater Haiio::: Die große Revue! In 8 Bildern von Jul. Freund. Musik v. Paul Lincke. In Szene gesetzt vom Dir. Eich. Schultz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Passage-Theater. Heute Sonntag: 2 Vorstellungen, 1 nachln. 3—7 Uhr kleine Preise, abends 8—11 Uhr. [Letzter Tag! Der.panische Caruso Senor Ordanu, der sfidimgewaltigste Tenor, der je gehört wurde, u. das große Juli-Programm, l Heute! br: Letzter Tag\ des sensationellen Voigt-Theater Gesundbrunnen Badstr. 58. Sonntag, den 31. Juli: '/.8 Uhr VtNeta.-/.« Uhr Gr. romant. Lebensbild mit Gesang und Tanz in 3 Akten von H. Schulz Letzter Tag des groftrn Juli-ProgrammS. Kasseneröftnung 2 Uhr. Ans. 4 Uhr. Tuii-proxrnmms. lOSE=THEATEi Große Frankfurter Str. 132. Zum ersten Male: Hin.elt.aniec Fall. Phant. Schauspiel In 4 Allen von Morton u. Aunnwer. Ans. 8 Uhr. Auf der Gartenbiihne: Theatervorstellung, Speztalttäten, großes Konzert. Ansang 4 Uhr._ AU-Koablt 47/49. Täglich: Komert, Theater, Spezialitäten. YiffiPU Die grössteu Schlager der letzten Saison: Die Welt geht unter! und Wenn Wti dnssklbt tun mit Anton und DonatHcrrnfeld. Lilletlvorverk. 11—2 Uhr. Ans. 8 Uhr. ü iems Soiomermealer und Festsile. Inh.: Rudolf Kröger. Hasenheide IS/IS, vis-k-vis v.Turnpl. XUgUoh: Oroßs Tiieater- u. Speziallten- IforstelluDg. Artist. Leitung; Walter GrBvsnltz, Kapellmeister: Max Wolffheim. Jeden Donnerstag: JEHte-Tag! Anfang; Wochent. 6 Uhr, Sonnt.'/�e Uhr. am See and Bahnhof Stralau-Rummelsburg. Täglich: K Spezialitäten K Theater, Konzert. Schiller-Theater. Schiller-Theater Charlottenburg. Sonntag, adendS 8 Uhr: Die von Hochsattcl. Lustspiel in 3 Auszügen von Leo Walter Stein und Ludwig Heller. Ende nach 10 Uhr. Montag, abends 8 Uhr: Hie von Hochsattel. Dienstag, abends 8 Uhr: Hie von Hochsattel. Schiller-Thealer 0.(Wallner-Theat.) Oottschcld-Opor. Sonntag, nachm. 3 Uhr bei ennästtgtcn Preisen: Martha oder: Oer Markt zu Riehmond. Sonntag, abends 8 Uhr: Das Milchmädchen aus SchSneberg. Montag, abendS 8 Ubr: VolkStüml. Borst, bei ermaß. Preisen: Zum letzten Maie: Qa Dravlata. Anfang 81/, Uhr. nee Ende 10'/, Uhr. asts'i Die böse 13. Die keusche Tolnette. Der Athlet. Pariser Ehen. Kerliner Drater- Theater Kastanlenaliee 7—9. Täglich: ScbützcnUöH. SpezlBlitäten, Konzert und Ball. Ansang 4'«, Uhr. Sntre« 30 Pf. WMMM HALENSEE GröBter Vergnügungspark des Kontinents. _ Originelle Attraktionen. Die gr. SefienswünUgkelt Berlins. Täglich Translateura und Militärkapellen. DemnäGlist: Tanagra, das achte Weltwunder. Eintrittspreis 50 Pf. Schloß Weißensee. Jeden Sonntag Gr. Militär-Konzert. Parade-, Wasser- und Höhen-Feuerwerk. Letztes Aulsteigen des Passagierhaiions Deutsehland. llr.IAealer-D.Speiliieg-lforstelln!!9. im Bai champstre: Grand-Elite-Ball. Anfang 3'/, Uhr. Entree 30 Pf. inol. Spezialitäten-Vorstellung, IVictorii Schönste Lichtbild- BiIhne Berlins int künstlerisch ausgestatteten Theaterseal der praclitLsle des Ostens, Frankfurter Allee 151. stets neues erstklass., nuterbalt. und belehrende« Programm. fheater-ßrehester der anerk. nerjorrag. Kapelle ReieDl Boedecker unter persönlicher Leitung dcS ttal. Gcigciiotrwosen Haertrlo Fedele Hevelll vom kgl. Konservatorium tn Neapel. Da» Theater ist ausgestattet mit den neuesten technischen Er- ningenschaslen der modernen Kinematographie. Programm frei. Entree 89 PI. Keine Nachzahlung. Neu! Eröffnet Neu! NB. Schlager dieser Woche: 281L „Tapinte", spannendes ameril. Drama. A.el>tnng k DKct' nur Achtnng! Seeterrasse Siehtenbern RödcrntraUc 11/18. Zwischen Landsborger Allee und Röderplatz. GrötzteS und schönstes Lokal Berlins. Bei ungünstiger Witterung mr; ♦ f— Schutz für 8000 Personen.- Ob schönt ob Regen: Crl*. KOliZCCt. Austreten der besten Tnrmseilkünstler der W-it The uepeit, The 8 Blackbarn«, phänomenaler Lustlriter-Akt. Gr. Lach erfolg: Hn«tav I-oeaei? Oomp. Sensation»- Pantomime, ein Spatz in einer holländischen Waschanstalt.— Duett RHU und Gustav HiUler, Original-Humoristen mit ihren wunderbaren aktuellen polttisch-satirischen Schlagern und da» neue beste Programm Berlins. �Eaud�unTvvaU�-reuerverll untl Ml —— Jeden DienSlag: Großes Kinder-Irendenfeft. Anfang 3 Uhr. Weehetitags 4 Uhr. Gesamteintritt 20 Pf. Kinder frei. -—"....... bitten Um gütigen Zuspruch bil Louise und Waldemar Diez. 0dsl-8ehönswsldg. EVYiSi HÖfllChS wl3/?4!ße „Hrng isai» grMncn Kranze"(Hlttclpnnkt der Erde). Garten, Restaurant und Gesellnchaftaanal. Station Sadowa und Nieder-Schöneweidc-JahanniSthaL Jede» Sonntag: QfOßer Ball.««U r® üVe.'" Jeden Dienstag: Großes Kinderfest. Vereine und Gesellschaften bestens«mpsohlen. IIA. Httklleh. Tpevs-Liseten _ Gegenüber der Sternwarte._ Erstklassiges, größtes Konzerl-EtabSissement TreptowsT Heute Sonntag, den 31. Juli 1910: Großes Militär-Konzert. Kapelle des Inf.-Kegts. v. Stülpnagel. Kgl. Oberrausikmeister -' Kbort.-"— Anfang 4 Uhr. Entree 20 Pf. 3 Tanzmaitre. (m Eiesen-Festsaal; CTroßer Ball. Ballmnsik der Hauskapelle. 3 Tanzmaitre.| | Gaslans Panoptikum> § Friedrichstr. 165(Pschorrpal.)* (Pschorrpal.)] IGrölitesSehauetäblisseni. Berlins.| Im neu renovierten Konzertsaal nachmittags und abends Gr, Konzert erster Künstler. | Täglich geöffnet von 9 Uhr 1 vorm. tjis 10 Uhr abds. 1 Eintritt SO Pf.. Militär ohne Chargeund Kinder 25 Pf. RlTWlPSi Cyrill HaHe ' Berlin, PolsflSfflEPSlPaBe [früherer Alt.r Botan. Garten. fFemruf. (Amt 6. 129. Sonnlag, dnn 31. Julh nachmittags 4 Ohr und abends SV« Ohr. Passage-Panoptikum. Mdermilieh! Heute Absehieds- Yorstellungü Die zusammengewachsenen Schwestern filazek und ihr Kind. Von tl— 1 Uhr mittags u. von 3— 10 Uhr abends zu sehen. Kein 8xtva-8ntree! Eintritt 60 Pf., Kindsr und Soldaten 25 Pf. � � � RrannenztraBe 10. Das größte Kino- Theater Berlins. Piihhnanns Theater Schönh. A. 148— Kastanien-A. 97/99. Wenn schön— im Garten I Wenn Regen— im Saat! Die Tochter der Hölle Dazu die brillanten Spezialitäten. Ansang wochent.>/,5. Sonnt.>/,4 Uhr. Entree wochent. 20 Ps., Sonnt. 30 Ps. Mittwoch zum ersten Male: Ver- liebte Mädchen. Sonnabend, den 6. Aug.: Bencstz für Frau Kät« Reich: Die Biumenkäte._ -Victoria-■ Brauerei, Lützowit. 111/112 Im Garten ober Saal: Täglich Gr. hnmorlst. Solroe. (GesangSoorträge. Theater und Varietö-Vorstell:mgen.) Sonntag», Dienstags, DonnerSt. und Sonnabends: Tanzkränzchon. Ans.: Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr.— Alle BonS gültig. Im Restanr.: MittagStisch 76 Ps. Gr.«. kl. Säle zu Festlichkelten aller Art. Sasger. Hol» (I KönigMtadt-KaHiuo lzmarktftr. 72, Ecke Alexandersttatze. (Inhaber: Ma» Sohindsihauer.) Im herrlichen Naturgarten(bei un- günstiger Witterung im Theatcrsaal). Täglich: Hund«Konsul- aus Uoko- hama??? Mastni, bester Eni- sesjelungSkünstl.. usw. Goldschmieds X-chterlcin. Polksst.' Ansang wochent. TU m. Ges. in 1 Akt. Sonnt. 5 Uhr. Reichshatten-Iheater. Heute: Letztes Gastspiel Winter Ty m ian mit seiner berühmten Herren- Gesellschaft Ansang 7 Uhr. Morgen, d. l./S.: Wiederbeginn der Soireen der Stettiner Sünger. Burgtheater- Kinematograph vorm. Qroterjan, Jnhab.: Rud. Merz, Schönhauser Allee iL». Tel. 3, 9353. Lebende Photographien. Während der Sommermonate nur Sonnabend, Sonntag u. Montag» Eintrit: 30 u. 40 Ps., Kinder dieHalste. Ans.7U., Sonnt, t U. Vorzugskarten, nur wochent. gültig, LS Ps. ans allen Plätzen. Stets wechs. Progr. Jcd. Sonnt, i. Obersaal: Knnstlerkonzert. Entree 13 Ps. Garderobe IV Ps. N. d. Konzert: Pamiiien-Kränzeheu. Täglich: Freikonzert. Schweizer(Zarten Am Königstar— Am Friedrichshain. Täglich um 9'/» Ubr: Berliner Kerzen. Volksstüok mit Oes. in 2 Akt. Neue Spezialitäten. Volksbelustigungen. Tanz. Anfang 5 Uhr. Entree SO PI. Konzertpark des Friedrich- Wilhelmstadtischen Schauspielhauses, fjf: Täglich 5g Anfang; Sonntags S Uhr. Wochen taga 7 Uhr. Vereins-Brauerei Rizdorl, Hermannstr. 214/219. Oekonom: Max Wendt. MT Täglich:-M> Gr. Militär-Konzeit. Ansang Wochentag» 7 Uhr. » Sonntags 4 Uhr. Ifreuiherg-FestsSle und Garten "Bes. Otto Ernert, SW.,Kreuzbergst.4G f Jeden Sonntag: GroBo Spezlallthten- Vorstellung(Paul Jescheeks Ensemble). Entrcesrei Prog. pro Person 10 Ps.— Jede» Montag: H»trui»uu» Ziurckck. Süngcr.— Jeden Freitag: Die lustigen Kalauer. Passep. mVorzugSk. gültig. Einige Sonnabende nnt. ful. Bed. an Vereine zu vergeben. Volksxarten- Theater früher Aelmann. Bndftr. 8, Bchm» u. Bellcrmannfttatze Täglich: Konzert-, Theater- und Spezlaiitäten-Vorsleilung. Da» neue Rtesen-Jultprogr. Zur AufsüHr. gel: Hei- Guiatcuk«!. Lebensbild mit Gesang n. Tanz in 3 Akt. v. K. Elmar. Jed. Donnerst.: Gr. Brlllant-Feuerv». a Variete-Thealer I Weinbergsweg 19-20, Rosenlh.Tsr. Anf. 81/« U.: Rtjane, die schönsto spanische TUnzerln u. die übrigej�gcalaUttttcnJ Na ja, kaum hat man den Rücken gewandi» dann geht es los— w WlJte's Festsälen Dennewitzstraße 15. Jeden Donnerstag. Sonnabend und Sonntag: 132b* Qroßer Sali. 41hambra Wallncr-Theaterstratze 15. Großer Ball Grotze» Orchester. Ansang Somttag« 5 Uhr. A. Zameltat. Markgrafen-Säle 84, narkgrafen-Hamm 84. --- An der Stralauer Allee.. Jeden Sonntag: Gi-sScr Hall. Im Restaurant täglich miisikalischc Unterhaltung. Vorzügliche Küche, st Bicre n. Weine, Billard u. Kegelbahn kerlin dl. 20. ttocdstrslZe 21/24. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dr» Publikum gegenüber tetnerlet Verantwortung. Deutscher Arbeiter-Sängerbund. Gau Berlin und Umgegend._ Sonntag, den 7. August 1910, nachmittags 4 Uhr, im Konzertgarten der Brauerei Friedrichshain: O I- nl Mm» 1 i i veranstaltet, von den Emil SalzersChÖren(Leipzig) (M. d. A.-8.-B.) Chonnoister: Emil Salier unter Mitwirkung des Neuen TonkünstleriOrchesters Dirigent: Frans Uoilfeidcr. k Eintritt SO Pfennig. Liedertexte gratis. P Billetts sind in den mit Plakaten belegten Handlungen, in den Parteispeditionen, bei den Sängern, sowie bei den Vorstandsmitgliedern: P. Kupfer, Petersburger Straße 56 1; A. Seikrit, Rix dort, Hobreohtstraße 8 1; J. Steffens, Langenbeckstr. 5, Quergeb. I; 0 Engel, R i x d o r f, Don aus tr. 129, Gartenhaus III; G. Schönthal, Weidenweg 4 III; G. Wutzkjr, Sohliemannstraße 2 III zu haben._ Sonnabend, den 6. August 1910, abends 8 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses: d | Empfangs-Komniers. BOT Sänger, welche einen Leipziger Sangesbruder für j \ eine Nacht aufnehmen können, wollen ihre Adresse umgehend| an A. Sclkrlt. Klxdort. Hobreobtstr. 81. einsenden. 17/4| Jharus-Sommer-Thealer Besitzer: Max Ludwig. Art, Leitung:Max Reinhart Berlin DL, Büllorstr. 142. Täglich; Im herrlichen Naturgarten, bei Regen im Theatersaal; Konzert» Spezialitäten-Vorstellung 20 Künstler-Attraktionen. Stets wechselndes Familien-Programm. Außerdem Jeden Freitag: Die beliebten ApollOaSänger. Anfang Sonntags 4 Uhr, wochentags 6 Uhr. i t Liebtenberg Adler Franlil. Richard Arnhold Gr. Künstler-Konzert Sonntag Sonntag sowie da* erstklassige Spezialitäten-Programm mit Franz Sobanskl. Drittes nnd letatos Radfabren naf der Bühne. Ausgeführt von dem- dänischen Ueisterfahrer H ans Hansen Im Ci«• Ralf Volksbelustigungen aller Art Saale!-»«*■!• 3 verdeckte Kegelbahnen • Im prachtvollen Lindengarten* 5 ® Täglich KUnetler- Frei- Konxcrt— Kapelle Hollfelder Z ——— Von her Michaelbrückc. Achtung! bitte auSlchneiden. Sllllge Ferlentshrlen: Morgen Montag, Mittwoch und Donnersfag S>/, Uhr nach klüdersdort und Wolfersdorf, ____ PrefS hin und zurü-f 60 Pf., Mnder 30 Pf. DienSIaa S>/, und 21/, Übt nach Neue Mühle, Krampenburg u. Schmöokwlfz. Mittwoch 9'/, Uhr Wernsdorf, Krampenburg, Schmöckwitz. Donnerstag 9>/, Uhr nach Neue Mühle, Freitag 9'/, Wernsdorf u. Schmöckwitz, 21/, Uhr nach Wolfersdorf Preis hin u. zurück 50, Kinder 25 Pf. Reederei Zachow. Tel. 4, 5621. | Bitte ausschneiden! Bitte ausschneiden! . Abfahrtstelle �. Schillittgsbrucke (am Schleichen Bahnhof)..«MtuatJ � s \ Billige Dampfer-Ferienfahrten | Ts o i i c h hüch 8 uv9 Uhr. Woltersdotfer Schleuse. mit fflaalk. mittag» 2 Uhr nach Sonn- nach MeMIe. und zurück 50 � mittag» 2 Uhr llitiuyc ä. tAiyc aitau� v----- w----------vi* ü'■ f ollersdorfer ScWtuse.«Z N" I ffcÄÄ Btshiirai üjllftser. B"�'w ffahrdäW johlen kein(Bntrce.[1506] 1 20 Pf., SonnlagS 30 Pf. R Tlamer. Sn unferem Verlage erschletf Handbuch Bearbeitet von Wilheltn Sehröder. In Leinen gebunden 7 Mark. Auch In 19 Lieferungen ä 30 Pf. durch alle Kolporteure und Buchhandlungen zu beziehen. 288/12' ————— Eiubauddecke» dazu k 75 Pf.«——— Das Handbuch ist für die gewerkschaftlich und politisch tätigen Genossen ein ebenso unentbehrliches Hilfsmittel wie für alle diejenigen, die sich mit der Geschichte und der Literatur der Arbeiterbewegung be- schäftigen oder sich mit ihr bekannt machen möchten. Es sollte in keiner Eewerkschasts- oder Vereins- dibliothek fehlen. --------- N. Nnlizsüiiflült G. Kirk& Co.,«.». f. s. ♦: München:♦ Turn-Verein l ä„Fichte" Berlin Mitglied des Arbeiter- r Turner-Bundes •• •• Sonnabend, den 6. August lyio Großes Sommer=Fest:: zur Feier des 20jährigen Restehens in der 108—114 Hasenheide NEUEN WELT Hasenheide 108-114 n:: Konzert, Spezialitäten, turnerische Auffuhrungen, Sommernachts-BaU:::: . Kinderbelustigungen aller Art im Amerikanischen Vergnügungspark■ Um 9 Uhr: Oroßer Fackelzag bei bengalischer Beleuchtung. Jedes Kind erhält eine Stacklaterne und einen Bon für Karussell an der Kontrolle gratis. Kinderspiele von 2— 5 Uhr« x X Von 6 Uhr ab in allen Sälen Tanz« Anlang 4 Uhr. Programme an der Kontrolle gratis. Eintritt 25 Pf. Die KafTecküche steht den geehrten Damen von 2 Uhr ab zur VertUgnng. DM- Bei eintretendem Regen findet die Vorstellung im Saale statt.-ME Für mein ueurenovierteS Lolal Neue Luifenffadtifche Konzert- hallen Habe ich einen Saal für Oftober/November zu vergeben. L Eisert, Hackepeter. '_ Splttelmarkt._ tnicbaelMtfölej Micharlkirchstraße 39. Eleganten Festlaal für Feftlichfeiten und Versammlungen Habe noch einige Sonnabende zu vergeben. 173b Wilhelm Brüning. 1 W----------- ßerllner...... umok-chusttttt s. Crcucr. Kastanien-ÄU«« 40 Die Groftdeftillatio» und da» Kiuematographe«> Theater des Herrn Karl Glerksen, Hermann- straüe 148, habe fäuflich erworben und bitte, da» Wohlwollen der werten Gälte auch auf mich übertragen zu wollen. Werde mir die erdentlichfte Mühe geben, e» meinen werten Gästen in meinen Räumen behaglich zu machen. 182b Bans van Fasan. Maßanzüge sehr elegant, 32—85 M.. ferttge An- züge 8,25 an. Tuche sehr große AuS« wähl. Posten engl. Stoffe u. Anzug- reste billig. Gern schicken wir unlere Vertreter mit' Muster ohne Kauf- herpstichlung.TnchgasallMSkaft Kottbuserbamni 16—17(öochb.) Cor» zetger d. Inserats erhält 5'/, Rabatt. Dr. . StraKl's Amhulatorlutn G.a.b.U. J Opentfoniloie Behand-, | lunx ohne BerufMtörung I Sprechzeit: 10—13 und 3-5 Uhr, Sonntaga nur Vorn. Proap. gratlal Berlin *24 D/e Harnleiden ihre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von 7)r. med. Sc/japer, BERLIN- Preis 1 Mark. > Ttea Tauaend. W Verlafi MaxRichteraS"hÄ0.d" Sophien-Säle Sophienstraße 17/18 Querstrafie der Rosenthaler Straüe— am Hackeschen Markt* Inhaber: Paul Baatz■■ 1 ernpfiehtt feine von 60—2000 Personen salsenden Säle zu Versammlungen, Vortrag«- u. Kunstabenden ufw. Vorzllgl. Afusttf. Kulant. Entgegmkommen. 1 Hstll vollständig renoviert. Heu eröffnet. Anerkünnt vorzugliche Küche. Oekonoin Anton ßieshoit. 65142* X�w�lieclliir/ten ri pei im September und Oktober. Zfene Armin ZtaNen Raiiin.andantan-Siti-aaa S8/SV. �ernsvr IV. 10155. Der Nams Salt msnd erstl aftli sagt alles t Blegsnt, bsqosa« «tiuethiik ero�wert '»WFMNPW'VMVMMV», »S Jehlfalet, WS, Priedrioh- Strasse 182, C. KOnlg-Strsss« 47 SW. Friedrich• Strasse 321 C. Rosenthaler Tor W. Potsdtmer Strasse B NW. Wllsnacker Strasse Ecke Turra-Stra»«« 9 W. Tsuentaien-Strasse 15 N. Bad-Stresse 30' Spandau, Brette Strasse 30 Steglits, Schloss-Strasse 30 a."Während des Umbaues « Westmann Mohren» Strasse 37a(nahe Jerusalemerstrasee) Nr. Frankfurterstr. itS(nahe Aodreasstrasse) Westmanns Konfektion Sommer-, Reise-, Gablrgs-Kostüme und Mäntel. Kleider, Röcke, Blusen, Pelerinen, Kimonos, Jacketts eto. gediegen, vornehm, hochelegant, äusserst vorteilhaft! i (Inbtfrtnzti AutwahU Cedltfam 8 meindevertreter sollen in derselben Frist eingeladen werden. Grund stücke, die dauernd dem öffentlichen Interesse dienen sollen, sollen bei ihrem Erwerb von der Veranlagung zur G meinde- sowie Kreisumsatzsteuer ausgenommen sein. Dem Land- ratsamt soll ein Antrag unterbreitet werden, die Grundstücks besitzer von der Pflicht zur Haltung von Feuerlöschgeräten zu entbinden, da am Ort eine freiwillige Feuerwehr besteht. Die Wehr setzt sich natürlich hauptsächlich aus den paar hier wohnenden Arbeitern zusammen, die, weil sie gelegentlich für die reichen Be- wohner Nikolassees sich grosser Gefahr aussetzen dürfen, bisher der Organisation nicht zugänglich waren. Zur Prüfung eines Antrages der Lewessschen Privatschule auf Gewährung von 3000 M. Zuschuß jährlich, wird eine Kommission eingesetzt, die sich auch mit der Unterbringung der sechzehn Volksschulkinder be schäftigen soll, die jetzt die Schulen von Nachbarorten besuchen. Die Festsetzung eines neuen Bebauungsplanes wird nicht öffentlich beraten. In einer früheren Sitzung war eine Hundesteuer berate» worden, die nach Hamburger Muster zwischen grossen und kleinen Hunden einen Unterschied machte. Diese Steuer ist nicht genehmigt worden. Nun wird festgelegt, daß in Zukunft für Hunde bis zur Höhe von 60 Zentimeter nach dem Stockmass 15 M., über 60 Zentimeter 30 M. Steuer zu entrichten sind. Bei zwei Hunde» sind ohne jeden Unterschied 60 M. zu zahlen. Ist ein steuerfreier Hund im Hause, so sollen für den steuerpflichtigen 30 M. gezahlt werden. Nieder-Schönhausen. Der Arbeitcr-Gesangverein„Zukunft" feiert heute sein neun- zehntes Stiftungsfest im Restaurant„Liedemit" unter Mitwirkung mehrerer Gesangvereine(200 Sänger). Eintritt 2V Pf., Anfang 4 Uhr. Da sich genannter Verein bei Arbeiterfesten iederzeit zur Verfügung stellt, wäre eine rege Beteiligung der Arbeiterschaft erwünscht. Friedrichshagen. Einen interessanten Bortrag über„Geschichtliches vom preutzi- schen Wahlrecht" hielt Genosse Georg Schmidt in unserer am Mitt- woch abgehaltenen Mitgliederversammlung. Unter Vereins- angclegenheiten wurden die beiden Anträge des Vorstandes: 1. daS Bo!»geld für die Zeitungs. und Zeitjchristenausträger zu er- höhen; 2. dem Kassierer ein laufendes Mankogeld von 1 Proz. der Einnahmen zu bewilligen, angenommen. Alsdann gab Vorsitzender Miete den Bericht von der Kreisgeneralversammlung und wies auf einige lpilltommene Neuerungen hin, welche dort angenommen worden find. Kritisiert wurde daS Verhalten eines bürgerlichen Gemeindcvertreters gegen einen Gemeindcarbeiter, indem sich dieser Herr als Vorgesetzter gelierte. Er wurde aber von selten des Arbeiters eines anderen belehrt. In einem anderen Falle suchte ein Vorgesetzter einen Arbeiter auf recht unschöne Art aus der Arbeit zu bringen. Unsere Gemeinsebertreter wurden beauftragt, den Herrn Gemeindevorsteher hierüber zu interpellieren.— Zum Schluß machte der Vorsitzende bekannt, datz der hiesige Turnverein beabsichtige, eine Lehrlingsabteilung zu gründen und ersuchte die Eltcru, ihre Söhne im Alter von 14—18 Jahren zu diesem Unter- nehmen zu schicken. Zossen. Mit der Neuwahl der Funktionäre beschäftigte sich die letzte Ge- deralversammlung. Gewählt wurde zum 1. Vorsitzenden Saupe, züiv Schriftführer SandiNcktkn, Kassierer Kalmling, 2. Vorsitzenden Lies. Als Beisitzer soll eine Genossin gewählt werden und wurde die Wahl den Genossinnen selbst überlassen. Als Parteispediteur fungiert Matuscheck, Bibliothekar Budeus, Lokaltommission Witz- mann und Wendorf, Stadtverordnetenkommission Saupe, Tschersich und Ralow, Leiter der Landagitation Budeus, Revisoren Ralow, Scholz und Binder. Zu der am 7. August stattfindenden Kreis- gencralvcrsammlung wurden die Genossen Waiker und Wendorf gewählt. Angenommen wurde eine Resolution, die badische Land- tagsfraktion betreffend, in der die Haltung derselben ganz ent- schieden verurteilt wird. Die Delegierten wurden beaustragt, Protest in der Generalversammlung Grotz-Berlins zu erheben. Der Ver- ein zählt 160 Mitglieder. 4 Genossen traten über, einer wurde neu aufgenommen. Spandau. Arbcitcr-Samariterbunb. Kolonne Spandau: Am Montag, den 1. August, abends 8 st! Uhr, im Restaurant„Gutenberg, Pichelsdorfer Strasse 5, ausserordentliche Generalversammlung.— Am Mittwoch, den 3. August, findet der Uebungsabend bei Böhle, Havelstr. 20, statt. Auch werden die Mitglieder gebeten, sich recht zahlreich an der Uebung in Treptow am 7. August zu beteiligen. Jngendveranstaltungen. Lichtenberg. Friedrichsfclde. Heute 4 Uhr nachmittags veranstaltet der JugendauZschuß im Schlosspark zu Friedrichsfelde auf dem grossen Spielplatz gemeinsame Spiele für Jung und Alt. Die Erwachsenen werden besonders ersucht, sich daran zu beteiligen. Liederbücher mitbringen. Schöneberg. Am Sonntag, den 31. Juli, findet ein AuSslng vom JugendauSschuss statt. Abfahrt nachmittags 21L Uhr Bahnhos EberSstraße nach Eichtanrp. Erwachsene können ebensalls teilnehmen, alle Jugendlichen müssen unbedingt erscheinen._ Hiiö der frauenbcwegunc� Versammlungen— Veranstaltungen. Charlottenburg. Montag, den 1. August 1910, abends 8� Uhr, bei Müller, Windscheidstr. 19: Frauenversammlung. Die Parteigenossen, besonders der 4. Gruppe, werden ersucht, ihre Frauen auf diese Veranstaltung hinzuweisen. _ Der Vorstand. Versammlungen. Die Gips- und Zemcntarbeiter nahmen in der am Mittwoch abgehaltenen Generalversammlung ihrer Sektion den Geschäfts- bericht vom zweiten Quartal entgegen, den der Sektionsleiter Haase erstattete. Die Einnahmen betrugen 33 992 M., die Ausgaben 27 100 M. An Strcikbeiträgcn sind 14 361 M. eingegangen. Die Konjunktur ist setzt ziemlich auf dem Höhepunkt angelangt. Dem Tarifabschluß für die Zementbranche, über den schon früher berichtet wurde, ist nach längeren Verhandlungen auch der Abschluß eines Tarifs für die Gipsbranche gefolgt. Der neue Tarif gewährt vom 13. August ab eine Lohnerhöhung von 3 Pf., beziehungsweise 2'/h Pf. für Putzerträger. Vom Oktober 1911 ab tritt eine weitere Erhöhung von 2 Pf. ein. Damit ist die Tarifbewegung für beide Branchen beendet. Die Mitgliederzahl der Sektion betrug am Ende des Quartals 1772. Nach einem Bericht Haasts über die Tätigkeit der Gewerkschaftskommission wurden Haase und Lemm als Delegierte in dieselbe gewählt. Vermischtes. Hirsche und Menschen. Im Perlacher und GrünwalderForst, in nächster Nähe Münchens, ist zwar der Boden und Bestand Staatseigen- tum, die Jagd aber gehört dem Hofe. Vor einiger Zeit hat nun. wie daS„Bayer. Wochenbl." mitteilt, das Forftamt München-Süd bei der königlichen RegierungSforstkammer die Anzeige gemacht, daß im Frühjahr innerhalb dreier Monate vier Hirsche, einige Rehe und Hasen von der Eisenbahn im Perlacher Wildpark überfahren worden sind und dabei ihr Leben verloren haben. Das Forstamt meldete, datz überhaupt sehr viel Wild überfahren werde, seitdem die Bahn zweigleisig ist.(An daS eine Gleis scheint sich also das k. b. Wild schon gewöhnt zu haben.) Die RegierungSforstkammer leitete den Bericht an die Hofjagdintendanz weiter, und diese schrieb zurück, datz die k. Eisenbahndirektion den Geldwert des Wildes ersetzen müsse und ausserdem zu veranlassen sei, längs des Bahn« dämm es— die Strecke ist etwa dreiviertel Stunden lang— einen Zaun zu errichten. Die RegierungSforstkammer leitete diesen Schrieb pflichtgemäss wieder an das Forstamt München-Süd mit dem Auftrage, einen Kostenvoranschlag für den Zaun anzufertigen. Also für Hirsche, Rehe und Hasen wird sofort auf Regiments- Unkosten ein teurer Zaun gemacht, damit sie nicht überfahren werden. Die Gefährdung von Menschenleben scheint der Eisenbahnverwaltung nicht so nahe zu gehen. Erst neulich wurde an der B a h n ü b e r- f a h r t bei P e r l a ch ein Milchfuhrwcrk von der Eisenbahn zn> sammengefahren, wobei drei Menschen nebst dem Pferde ihr Leben verloren. DaS war seit drei Jahren schon der siebente Unfall an jener Stelle, ohne datz man es bisher für nötig gehalten hat, daS Gleise durch Schranken abzusperren, Iva» doch ganz bedeutend weniger gekostet hätte als der Zaun, den die Hofjagdintendanz ver« langt. Aber wenn vier k. H i r s ch e und einige Rehe und Hasen überfahren werden— ja dann freilich I Schwere Kesselexplosion. Nach einem Telegramm aus Neusatz(Slavonien) ereignete sich gestern vormittag aus bisher noch unbekannter Ursache in der Zementfabrik in Breo cin eine schwere Kessel explvfio». Bier Arbeiter wurden getötet, mehrere schwer ver- letzt. Einige Arbeiter werden noch vermißt. Wie uns ein Privattelegramm meldet, sind bei der Explosion nenn Arbeiter getötet und vier schwer verletzt worden. Ein Arbeiter wird noch vermißt. Der höchste Patriotismus. Im Scherischen„Tag" waren Donnerstag einige alte Männer aus dem Volle abgebildet. Man höre und staune über den Anlaß dieser seltenen Ehrung; also ist das Bild erläutert: „Zur Erinnerung an die Schlacht bei Jdstedt am 25. Juli versammelten sich die schleswig-holsteinischen Veteranen in diesem Jahre zum K0. Male." Es würde den ollen Kriegern wohl zu viel, alle drei bi» vier Tage sich feierlich zu versammeln, doch die Aussicht, endlich in den „Tag" zu kommen, ermunterte sie stets. Gut, datz ihnen diese Er- lösung schon nach einein halben Jahre ward. Oder sollten sie sich jetzt aus Dankbarkeit noch sechzigmal versammeln? Dänische Geistliche gegen die Gemtttsroheit im Offizierkorps. Der Pfarrer Koch in Odensee hat in einem Zeitungsartikel er- klärt, datz in dänischen OsfizierSkreisen eine innner grösser« Ver- flachung deS GemütSlebenS sich ausbreite, die in zahlreichen Missbräuchen der Dienstgeioalt gegen Untergebene zum Ausdruck komme. Auf die Auf- forderung de« KuItuSniiuisters, feine Angriffe zu begründen, hat Koch erklärt, er werde eine Reihe Offiziere nennen, die ihren Untergebenen roh nnd dnttal gegenübertreten. Er hat von seinem AmtSbnider B a! S l e v Unterstützung erhalten, der erklärte, in nur 16 Monaten in 3 Garnisonen zahlreiche Beläge der von Koch behaupteten Tat« fache gefunden zu haben. Es dürfte noch in Erinnerung sein, daß vor nicht langer Zeit von angesehenen frommen Damen die Schändung zahlreicher ganz junger Mädchen durch die Leibgarde des Königs an die Oeffentlich- keit gebracht wurde. Die korrumpierende Wirkung des Berufs- soldatentums äussert sich auch außerhalb der schwarzweitzen Grenz« pfähle._ Eisenbahnzusammenstost in Frankreich. Bei L e M a n S stieß ein vollbesetzter Personenzug mit einem anderen zusammen. Der Anprall war so heftig, daß zwei Wagen jede? Zuges völlig zertrümmert wurden. Der Lokomotivführer und Heizer des einen ZugeS sowie der Heizer des anderen wurden schwer verletzt unter den Trümmern hervorgezogen. Zwanzig Reisende sind gleichfalls verletzt, doch gibt ihr Zustand zu keiner Besorgnis Anlaß. Der Schaden ist sehr erheblich._ Wenn der Staat„spart". AuS München wird uns geschrieben: Wenn der Staat spart, gibt es immer etwas zu lachen, denn er spart immer an der u n- r i ch t i g e n S t e l l e. Die bayerische VerkehrSverwaltung ist be- kanntlich besonders sparsam, sie spart an der Seife, an der Tinte und an den Handtücher». Jetzt spart sie auch noch an der Be- leuchtung. Sie verlangt von ihren Fahrgästen, daß, wenn die Züge allmählich leerer werden, die Passagiere in andere Wagen über- steigen, damit in den so leer werdenden Wagen die Beleuchtung ge« löscht werden kann. Wahrscheinlich sollen wieder ein paar Ober« regierungs- oder Ministerialräte neu eingestellt werden, die diesen Gemestreich zu überwachen haben. Ein Familiendrama. Aus Fulda wird uns gemeldet: In dem Orte Marbach hat der Schuhmachermeister Günther, ein dem Trünke ergebener Mensch, seine Frau ermordet und sich dann selbst entleibt. Die Leiche seiner Frau hat er in den Keller geschleppt und dort verscharrt, seinem eigenen Leben hat er in ebenso schauerlicher wie raffinierter Weise ein Ziel gesetzt. Er begoß einen Strohhaufcn mit Petroleum, legte sich darauf, zündete das Stroh an und lictz sich verbrennen. Die Frau war schon seit einigen Tagen verschwunden, doch nahmen die Dorfbewohner an, datz sie infolge häuslicher Zwistigkeiten sich entfernt hätte. Erst nach der Wahnsinnstat deS Ehemannes durch» suchte man daS Haus und fand im Keller die ermordete Frau. Die Eismaschine als Gebrauchsgegenstand in der Ehe. Die strenggläubige katholische„Volks-Zcitung", Karlsruhe, die sonst die Ehen nur im Himmel fchlietzen läßt, benutzt auch recht fleißig den Inseratenteil, um auf dem„heute nicht mehr ungewöhnlichen Wege" die Eheschliessung nach materiellen Rücksichten zu fördern. Etwas ganz Neues ist dabei die gleichzeitige Bekanntgabe von Gebrauchsgegenständen in der Ehe, die bisher nicht üblich waren und die den Neid der Frau v. VopeliuS hervorrufen werden. DaS Inserat der„VolkS-Zeitung" lautet: Heirat. Brauereibesitzer mit EiSmaschin«, elektrischer Lichtanlage, herrschaftlicher Woh» nung, 30 Jahre alt, schöne Erscheinung, von akt. Bildung, sucht mit einer vermögenden Dame, junge Witwe nicht ausgeschlossen, bekannt zu werden betreffs recht baldiger Heirat. Es wollen sich nur Damen melden, die auch Lust und Liebe zum Geschäft haben. Die Brauerei liegt zehn Diu, uten von der Stadt entfernt. Gefl. Offerten unter Nr. 833 an die Expedition. Frau v. VopeliuS kann sich begraben lassen, denn die EiS« Maschine, mit der dieser Brauereibesitzer ausgestattet ist. ist doch sicher weit wirkungsvoller als die kleine Wasserbütte, die Wirkung wird auch nicht durch die elektrische Lichtanlage aufgehoben. Die„Zu- künftige" deS FreierS mit der Eismaschine wird kaum in die Ver« legenheit kommen, gute Ratschläge mit der Wasserbütte statt Hilfe fürs Wochenbett zu erhalten._ Kleine Notizen. LIcieStragödie im Erzgebirge. Der Kaufmann Otto Bilz aus Berlin, der sich seit einigen Tagen mit der Tochter seines Chefs, einem Frl. Brandenburg, entfernt hatte, erschoß sich und das Mädchen im Walde bei Carlsfeld im Erzgebirge. Er hinterließ einen Brief, in dem er sagt, daß die letzten Nächte die schönsten seines Lebens gewesen seien. Explosion. Bei Marseille explodierte der Kessel einer Oel« raffinerie. Elf Arbeiter wurden schwer verletzt, einer getötet. Die KindeSleiche im Eisenbahnwagen. AuS Eger meldet uns ein Telegramm: Im Schlafwagen des Franzensbader Schnellzuges ist gestern früh ein totes Kind im Alter von sieben Monaten, in russische Zeitungen eingewickelt, gefunden worden. Verhafteter Dcfrnudaut. Die Wiener Polizei verhaftete den nach Unterschlagung von 1500 M. aus Voigtsberg im Vogtland flüchtig gewordenen 27jährigen Markthelfer Mar Oskar Schmidt. Schüsse auf einen Eisenbahnzug. In der Nähe der ungarischen Station Poprad Szelta wurden auf einen Personenzug mehrere Revolverschüsse abgegeben. Der Lokomotivführer Vithana wurde von einer Kugel in den Kopf getroffen und schwer verletzt. Die Täter konnten bisher noch nicht verhastet werden. Cingegangene vruckfckriften. „Kommunale Praxis». Wochenschrift für Kommunalpolitik und EemeindesozialiSmus. Preis pro Quartal S M. Einzelnummern 80 Pf. Probenummcrn gratis Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin S\V. 68. AuS dem Inhalt der uns oorliegenden Hefte LS und LS erwähnen wir besonders die Artikel:„Eine preußische Gemeinde« wahlresorm' von 8.-V Dr. Ouarck- Frankfurt a. M. sowie ,D t e Reform der badischenGemeinde- undStädteordNung" vom LanotagSavgeordneten Wilhelm Kalb. Der ToztaltsmuS und die soziale Revolution. Unter diesem' Titel erschien soeben im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin 81V. 68, Heft 4 der Broschürenferie Parou«: Der Klasse n- ~-'-- steru k a m p s d e S Proletariats. Preis 25 Pf. Eharaktertstcrung B. Zur« deS Inhalts geben wir folgende Kapitclüberschdslen wieder: I Der kapitalistische Staat. Die Herausbildung de» kapita« listischen Grossstaat». Der StaatSbedars und die Produktion. Der Gross» swat und der Kapitalmarkt. Der Staat als WesärnstSmann. Bankpolitik und Staatspolitik. Die Verstaatlichungen. Der kapitalistische Weltsrtede.— Interesse nkämpsc und politische Parteien. Die kapita« listsschcn Interessenvertretungen. Die moderne Bourgeoisie. Der politische Einsluss der Börse. Die Konsumcntciikämpse. Die Expropriation de» Unter- nehmcrtumS. Der Renlnerftaat. Die Börse und die Agrarier. Die Ver- clendung des Bauerntums.; Die Lcbensmitteltrusts und die Landwirtschaft. Die Bauerninteressen und das moderne Bauerntum. Lösegeld an die Kapitalistenklasse.— Da« Proletariat und die Staatsgewalt. Massenbedürfnisse und Massenkultur. Da» Proletariat und die Bourgeoisie. Die Vergesellschaftung der Produklio» tu ihrem wirsichastlichen und polnischen Ideengehalt. Dl« Verstaatlichung der Banken. Die soziale Revolution eine politische Machtsrage. Die Illusionen vom letzten Kampfe. Kein Gegensatz zwischen dem Minimum- und dem Maximumprogramm. Der Kamps mit kombinierten Waffen. Die wirlschastlichen Folgen de» Massenstreils. Politssche Gärung und Desorganisaiton dcS Staates. Börsenpanik und ein EhaoS politischer Kämpse. Das Ausland und der Massenstreik. Die Gewaltpolitik )eS Staates. Die Armee und die Massenbewegung. Die Aiderstandtkrast de» Proletariats. Kampstattik und Kampsporenzen. Nicht revolutionäre Zuspitzung, sondern soziale Erweiterung der Kämpfe. Europa und die iäpsiali�tilchen Weltkäurpse. Die proletarische Sutwickelung und die soziale Zu bezichen durch alle Buchhandlungen, Spediteure und Kolportcure. Maiiderkunst— Lebenstuiist. Von S. W. Trojan. Preis 1,50 M. Verlag von G. Laniniers, München. Max� Eyths aeiammelre Schrift«« st Bände, geh. SO JH., geb. 38 M. Stuttgart. Deutsche BerlagSanstalt). HERMANN TSETZ LEIPZIGER STRASSE ALEXANDER-PLATZ Diese Woche— soweit Vorrat: FRANKFURTER ALLEE Besonders billiges Angebot Damen- Konfektion Damen- Blusen Batist- u. Stickereistoffe, |45|95 2" Tüil-Blusen�""' Seide 4- S 75 zum Teil mit Einsätzen Wasch-Kosfumricke Sport-Paletots und Jacketts Seiden-Blusen einfarbig u. gemustert 4 75* 50 *85 990£75 aus reinwoll. Cheviot, Anales- u. Pertas-Stoffen In weiss u. farbig 4" 6" Kinder-Konfektion Knaben-Wasch-Anzüge Blusen-Fassons, moderne Waschstoffe, für 2-8 Jahre durchweg 2" Knaben- Wasch- Blusen offene und geschlossene Fassons, für 2—8 Jahre durchweg 45. 85- V Knaben-Wasch■ Hosen dunkelblauer Waschstoff, für 2- 8 Jahre durchweg 65. 95 Pf. Partei- Speditionen: : ZMcrt H a h n i s ch, Slugiistslr. 50, Eingang Joachimstraße. 9. Wahlkreis, 23 e(t c 11: Gustav Schmidt, Kirchbachstr. 14, Hoch- parterre. 1 Süden und Südwesten: Hermann Werner, Gneisenaustr. 72, Laden. 8. Wahlkreis: St. Fritz, Prinzenstr. 31, Hos rechts pari. 4. Wahlkreis: Ost e n: Ziobert W e n g e i s, Gr. Frankfurterstr. 120. — Wilhelm Mann, PeterSburgerplatz 4(Laden). 4. Wahlkreis, Südosten: Paul Böhm, Lausttzerplatz 14/15 (Laden). 5. Wahlkreis: Leo Zucht, Jmmanueltirchftr. 12(Hof). v. Wahlkreis(Zleahlt und Haasaviertel): Karl A nderZ, Salzwedclcritr. 8, im Laden. Weelilln-r: Karl Weiße, Nazarethkirchstraße 43. Ilaseatlialer und Oraiiienhurser Vorstadt: Wilhelm B a u m a n», Bcrnauerstr. 9, vorn Part. Ciesandbranncn: F. Trapp, Stettin-rftr. 10. tSehiiahatiser Vorstadt: Karl M a rS, Lhchenerstr. 123. A dlcrshof: Karl Schwarzlose, Hoffmannstr. 3. .Alt-tllieiiieke: Wilhelm Dürre, Nudowerstr. 83 II. Baumschiilenwcs: S. Hornig, Marienthalerftr. 13, I. Bernau, lltiatxental, Zepernlek, Sehduoev und Sehila- drllek: Heinrich B r v f e, Hohesteinstr. 74, Part. Bohnsdorr und Valkenbcrg: Alois Lauf, Bohnsdorf, Ge- noffenschaftShaus„Paradies". C!harlottenbvirg: Gustav Scharnberg, Sefenheimerstraße 1, Ecke Goethesiraße, Laden. Ulehavalde.-«enthen. Zllersdork und Baukels Ablage: Oskar Mahle, Eichwalde, Stuhenranchstr. 33. Brkner: Ernst Hoffmann, Friedrichshagener Chaussee. Kredersdort-I'etersliagea: E. Höfelbarth, PcterShagen. S'rledeniru- Steglitz- Sttldende: H. Bernsee, Schloßstr. 113, Hos I, in Steglitz. Bestellungen nehmen entgegen in tzttegllt-: H. Mohr, Düppclstr. 32. und Fr. S ch e l l h a s e, Zlhornstr. löa. Urledrlehshagen: Ernst W e r k m a n n, Köpenicker Straße 18. ClrUnan; Franz Klein, BaHnHofstr. 6 III. �lohannlsthal: Pielicke, Kaiier-WilHelm-Platz 4. Barlshors t: Richard Küter, Rödclstr. 3, II. Kibnigs-W usterhausen: Friedrich B a u m a n n, BaHnHofstr. 13. Köpenick: Emil W ißler, Kietzerstr. 6, Laden. Lilchtenbcrg, Frledrlchsfcldc, Wllhclmsberg: Otto Strr—-----•» Hugo Scheibe, MahlSdorf, S e i k e l,'Kronprinzcnstratze 4, I. BahlsdorK und Kaulsdort: Walderfeeftr. 14. Bariendort: August Leip, CHausseestr. 238. Hos. Marlenteide: Emil W e i n e r t, Dorsftr. 14. X ieder-Siehöne,veide: Max P ri e b k e, Britz erstr. 14 II. Zi>o«a,ses: Wilhelm I a v p e, Friedrichstr. 7. Vber-Slehöne�eide: August H en j e s, Lausenerstr. 2, I. Bankow-KlcdcrschUnbaasen: Otto R i ß m a n n, Mühlenstraße 30. Beiniekendort• Ost, Wllhclmsrah und Schönholz: P. G u r s ch, Kamekestr. 12, I. Blzdort: M. Heinrich, Neckarsttaße 2, im Laden. Buninrelsburg, Uoxhagen: Zl. Zt o s e n t r a n z, Zllt-Boxhagen 56. Schmargendorf: Gustav Kaminsky, Cunostraße 2. Sohöneberg: Wilhelm L ä uml er, Martin LiUherjtr. 51, im Laden. Spandau: K ö p p e n, Jagowftr. 3. ltegel, Borsigaralde, Wittenau, W aidmannslust, Hermsdort und Uclnickcndorf- West: Paul Kienaft, Borsigwalde, Räujchstraße 10..... Veltow: Wilhelm' Bonow. Teltow, Zehlendorfer Str. 4. Vempelhot: Aihert Thiel, Friedrich Wilhclmstr. 20. sttreplo'»: Roh. Gramenz, KiejHolzstraße 412, Laden. WeÜlensee: K. Fuhrmann, Sedanstr. 105, pariere. Wilmersdorf. Ualcnsco: Paul Schubert, WlhelmZaue 28, Hos parterre. Eävitliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werke werden geliefert. Annahme von Inseraten fiir deu„Uarwärts". Bitte aussehneiden. 245,1 r i Sliutcr aa lederstann trank o 1 1 Das seidene Braut-Kleid kauft man am vorteilhaftesten direkt im Seiden- En croe- Hau» beendeter Saison werden zirka 26 000 Meter kostbarer Beiden direkt und die herrlichsten Seiden Beiden-Henog. Nach been-------------—,„,„_.,.„ an jode Dame verkauft. Diese Woche: Reste und Coupons wundervoller Seiden und Samte Adreueboaebteni für Roben, Blusen, Jupons usw., darunter drei Serien 4 1.00, 1.50, 2 00 per Meter, welche — teilweise das Doppelte und Dreifache gekostet haben. Femer: Vornehme Seiden für Braut- und Hoohzeits-Robcn. Aparte Blusen- und Jupon-Seiden, entzückende Sommor-Seideo, Poulards, Baste usw., von 1.60 an. 1 Posten Crepes de Chine und Eohennes, doppeltbrert, für elegante Braut-, Gesellschafts- und Strasscnroben 3 60, 4.60 usw. Reinseidene schw. Damaste, Merveilleux, Louisines etc. 15.00, 20.00, 30.00 per Robe. Viele hundert schicke Blusen, darunter eine Serie, früher bis ca. 25.00, jetzt durchsobnitthoh 7.60. Jupons, elegante schwarze Kostümröoko in Seide, Tuch, Alpaka von M. 9.00 an. 4«ndarnniran sofort. Kein Lad Mit Aenderungen sofort. Selden-Merzodf Berlin, nur Lelpzi&rstr.?S« Uegrlnn des Verkanta Montag V Uhr. — 1 Treppe DOnhoflpl platz . Raucher bEvurzupEin Mjcßm} !" V'.-I'S■ 4.,T-•.• \ �•-?*.'•.--.VJ/., r■*'.. Ü5ARETTEN FABRIK TUHA CECR.187& S. Kaliski S Baby J« meinem gtöfjitn TpezialV-n» kaufen® 14 billig, meine Schlager find nlcht zu uvererene I. Tzuentzioastr. 5. �..._ 2. llrunnonatr. 170. Ecke �nvaCidenitr. ö. ck-vsseestr. 80. an der �oyenjtr. «. ur°°°ea-rr.«S. min Rueeiier Elmhe. 5. Frsntluttcr Str. IIS. an der Airdiealstr. k.«i�eaatlurrar 4»e« au der Thactstl. 7. Oraaianstr. S». an Set Hochdahn. 8. Bells-Alüsnee-Str. 4. 0 Bensselstr. IS, an der Xutmfrt. 10. ChsrlottcoburR, echarrenstr.£■ II. Bixdorf.«culttstt. 56. 12. Spsadsu, tzavelstr. 20. KinderbettsteBIe von$§nS0«r,entid»r tos.oo Kinderwagen und Betlstellen zu ,eNähma?chVnÄnrnhat.ich LRa,en ISohc Provision lilr Xachtvcls ueuer Knntlca. «i 190x00, schwarz 37 r» mil Meskinliverj. t/JU V erlelh-Institut; Frledrichst.1l 6/1, a-Draßg. TkÄÄÄ „Der olle Glassbrenner** Kehraold, Gekrätze, Gummi. Watte. Güldlsch, Markgrasenst.1.1. 12-7. IV8533 „Hotsnunx" kerliaer Lckneickerei- lZeaosseascdakt B. O. nr. b. II. Zwischen Rosenthaler DmmmuauhI« 4 OK Zwischen Rozenlhaler Tor u. Invalidenstr. 0NUtNLN8tt. lOÖ Tor u. Invalidenstr. Gegr. i. Februar 1308 v. organisiert. SchneidergehilfenBerlins. .E°Ä Arbeitern, Parteigenossen und Mitbürgern«* Anfertigung eleganter Herren-uknaliengarilerolie 0 Grofles Lager fertiger Herren-, Knaben- u. Kinder-Anzöge. —- Große Auswahl in Sommer-yaletots, ölster, RadfaWgen n. Fanl-Westen in allen ttröllen und Preislagen sowie Arbeiter- Berufs- Kleidung. Die Herstellung unserer Fabrikate erfolgt in eigenen BdriCbSWCrkStllttCll unter den von unserer Organisation festgelegten Bedingungen. Lieferanten 103/1* derKonSI,,,1"�"e5088en!SC*ia� Berlin n. Umgehend, des Cbarlottenburger Konsum-Vereins sowie des Arbeitcr-Radfahrerbnndes., NB. Wir weisen besonders darauf hin. wir nur für eigenen Bedarf fabrizieren und unsere Waren in keinem anderen Geschäft zu haben sind. Im Juli und August bleibt unsor Geschäft Sonntag* ,0 Uhr geschlosse n. nach virsntwortiiAer Siedalteur Richard Barth> Berlin. Lür de» Lnieratenteilveraniw.: Th. Glocke, Berlin, Kliuf st- LciIcig: LorgzärtS Buchdluck;re> u, LulagSgnjtgU Mwger& SQetliB �VV. Nr. 177. 27. Jahrgang. 4. Mm ilrs.Amills" Kttlim WlttlM. Soavtag, 31. Juli 1910. Mocken-Spielplan der Kerline? Chcatcr. tkönigl. Opernhaus. Geschlossen. Rönigl. Schauspielhaus. Geschlossen. Neues köntgl. OperixTheater. Sonntag: Lohengrin.(Ansang VI, Uhr.) Montag: Siegsrie».(Ans. 7 Uhr.) Bienstag: Tannhäuser. Niltwoch: Götterdämmerung.(Anfang 6'/, Uhr.) Donnerstag: Lohen« grw.(Ans. VI, Uhr.) Freitag: Die Meistersinger von Nürnberg.(An« sang 7 Uhr.) Sonnabend: Tannhäuser.(Ansang 7'/, Uhr.) Sonntag: Tristan und Isolde.(Ansang 7 Uhr.) Montag: NHeingold.(Ans. 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag Dorothhs Rettung.(Anfang 8 Uhr.) Montag: Faust.(Ansang VI, Uhr.) Dienstag: Judith.(Ansang 8 Uhr.) Mittwoch: Frühlings Erwachen.(Anfang 3 Uhr.) Donnerstag: Judith. ' isang 8 Uhr.) Freitag: Faust.(Ansang 71/, Uhr.) Sonntag: Judith. ijang 8 Uhr.) Montag: Unbestimmt. Deutsches Theater(Kamm erspiele). Täglich: Liebeswalzer. Ansang 8 Uhr. Lesstiig- Theater. Sonntag: Kascrnenlust. Montag und Dienstag: DaS Konzert. Mittwoch: Die versunlene Glocke. Donnerstag und Freitag: Das Konzert. Sonnabend: Gespenster. Sonntag und Montag: Das Konzert.(Anfang 8 Uhr.) Kleines Theater. Täglich: Nur ein Traum. Ansang 8'/, Uhr. Berliner Theater. Täglich: Taifun. Ansang 8 Uhr. Neues Theater. Montag und solgende Tage: Kasernenlust.(An- lang 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Täglich: Der Flieger. Ansang 8 Uhr. Hebbel> Theater. Sonntag: Wem gehört Helene? Spul. Montag und solgende Tage: Wem gehört Helene 1 Kutz aus der Nedoute. Ansang »lt Uhr. Komische Oper. Täglich: Der Regimentspapa. Ansang 8 Uhr. Thalia-Theater. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr und abends 8 Uhr: Charleys Tante. Montqg bis Freitag: Geschlossen. Sonnabend, Sonntag, Montag: Polnische Wirtschast. Ansang 8 Uhr. Schiller-Tbeater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Martha. Abends S Uhr: DaS Milchmädchen von Schöneberg: Montag: La Traviata. Dienstag: DaS Milchmädchen von Schöneberg. Mittwoch: Die Förster- «hriftl. Donnerstag: Martha. Freitag: Der Förster-Christl. Sonnabend: Martha. Sonntag: Die Zauberflöte. Montag: Der Förster-Christl. Ansang 8 Uhr. Schiller- Theater Charlottenburg. Täglich: Die von Hochsattel. Ansang 8 Uhr._ Friedrich-Wilhelmstädtische» Schauspielhaus. Geschlossen. Neues Operetten- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Dollarprinzessin. Abends bis Sonnabend: Der Gras von Luxemburg. Ansang 8 Uhr. Luisen-Theater. Sonntagnachm. 3 Uhr: Lena Wartenberg. Abends 3 Uhr: Der Gras von Monte Christo. Montag bis Freitag: Der Gras von Monte Christo. Sonnabend: Aus der Goldwage. Sonntagnachm. 3 Uhr: Lena Wartenstein. Abends 8 Uhr: Aus der Goldwage. Montag: Aus der Goldwage. Ansang 8 Uhr. Lustspielhaus. Allabendlich: DaS LeutnantSmündel. Ansang 8 Uhr. Rose-Theater. Täglich: Ein seltsamer Fall. Ansang 8 Uhr. Apollo-Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Zsolies Gaprice. Allabendlich bis aus weiteres: Die böse 13. Die keusche Toinette. Ansang 81/. Uhr. Metropol> Theater« Allabendlich: Hallo I Anfang 8 Uhr. Passage- Theater. Sonntag, nachmittags S Uhr: Allabendlich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Buggenhagen. Täglich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Reichshallen- Theater. Sonntag: Winter Thmian. Von Montag ab täglich: Stettiner Sänger. Ansang 3 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Karl Haverland- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Walhalla- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Prater-Theater. Täglich: SchützenliSI. Ansang 8 Uhr. Urania. Theater. Taubenstr. 48/49. Täglich: Die Insel Rügen. Ansang 8 Uhr. Sterntvarte, Jnvalidenstr. 67—82. Die grofle Revue I Spezialitäten. ßnefbaften der Rcdahtfon. Tie surtftische Sprechftnude findet Lindeuftraste Nr. 69, vorn biet Treppen— Fabrftnbl—, wochentäglich Voll4>/, bis?>/, Uhr abends, Sonnabends von 4'/, bis 6 Uhr nachmittags ftatt. Jeder für den Brief- kästen bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Stert- zeichen detznfngen. Brieflich« Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage ma» tu der Sprechstunde vor. E. 11. 1. tlf E. nicht. 2. Ja. 8. Dem Arzt in Höhe der Taxe.— F. R. I>0. Ja, in der Regel.— H. E. 53. Die Ehelichleit kann nur von dem Manne binnen JahrcSsrist angefochten werden. Nach Ihrer Dar- stellung bleibt nur der Antrag aus Namensänderung bei dem Polizei« Präsidenten übrig.— B. P. 117. Sie müssen angeben, welche Sportart Sie meinen.— O. K. 19. Das ist möglich. Ein Vergleich ist angebracht. — W. 1«1. Sie können Strasanzeige erstatten.— K. Sch. 53. 1. Ein zu notariellem Protokoll erklärter Vertrag ist nicht notwendig. Anderer- seits dars es auch kein Scheinvertrag fem und unterlag der vormundschasts- gerichtlichen Genehmigung. 2. Das scheint Schwindel zu sein.— August 1919. Der sich bei der Auseinandersetzung ergebende Anspruch des Schuldners ist pfändbar und das GesellschastsverhältniS alsdann kündbar. — R. T. S. Das trifft nicht zu. Reklamation hätte nur dann Aussicht aus Ersolg, wenn das Einkommen nicht dem veranlagten Steuersatz entsprach.— C. T. 28. 1. und 2.: Der Vertrag ist nichtig, deshalb mutz Rückzahlung der 10 M. erfolgen.— LcwandvwSki. 1. Der Bruder hat Anspruch aus Zahlung nach ersolgter Uebernahme. 2. Diese Kosten gehen zu Lasten der Gesamtnachlaßmasse. 3. Ja.— W. N> 1999. 1. Ja. 2. Nein. — R. M. 17. Da Sie— im Sinne des Gesetzes— grundlos zurück« getreten sind, besteht kein Rückforderungsrecht. DaS steht zwar nicht aus« drücklich in der in Frage kommenden Gesetzesbestimmung(§ 1301 Bürgerl. Gesetzbuch), wird aber in der Praxis angenommen(Neumann, Bürgerl. Gesetzbuch Anmerkung I ic zu§ 1301).— W. R. 81. Epilepsie macht dauernd untauglich.— H. G. 34. 1. 1200 Marken. Die Länge der Wartezeit ist sür diejenigen herabgesetzt, die zur Zeit, als die BersicherungS- Pflicht für Ihren BerusSzweig in Krast trat, das 40. Lebensjahr vollendet hatten. Solche Abkürzung erfolgt aber nur dann, wenn die Person der dem Inkrafttreten vorangegangenen drei Jahre berussmätzig, wenn auch nicht ununterbrochen, tättg gewesen ist. Ob die? bei Ihrem Vater der Fall ist, geht aus Ihrem Schreiben nicht hervor. 2. Landes- Versicherungsanstalt. 3. Fragen Sie bei der Lokalkommisston an. — O. B. 88. Wenden Sie sich bitte an das kaiserl. Patentamt, Gitschiner- Str. 97/103, und, soweit Ihre Spezialsragen dort nicht beantwortet werden, an die„Bergarbeitcr-Zeitung", Bochum, Wiemelhausener Str. 38/40, oder an de» Reichstagsabgeordneten Otto Hue, Rüttenscheid-Essen, Nicolausftr. 81. — W. D. 23. Berufung ist aussichtslos.— Bw. 1. a) Ja: b) Nein. 2. Unseres Erachtens ist Fahrgeld abzugssähig. Die Behörde billigt einen solchen Abzug aber in der Regel nicht zu. 3. Ja.— O. Z. 2. Im Adretz« buch, 2. Band, Teil U, Seite 250, finden Sie die Zeitschristen verzeichnet.— G.®. 66. Wenden Sie sich an den Arbeiter-Sängerbund, Boriitzender Paul Kupser, Petersburger Str. S6. Zentral-Kranken, und Sterbekasie der deutschen Wagenbauer» Filiale R i x d o r f. Heute Sonntag vorm. 10 Uhr: Generalversammlung W. WERTHEIM i Potsdamer Straße 10, 11 und 13('pT) Friedrich-Straße 110/112 kI32S Versand-Abteilung in beiden Häusern) f[ Versand-Abteilung in beiden Hamern 1 gis Jiittwoch, den 3. ifagnst, Fortsetzung der Serien-IOoche geachtenswerl sind unsre enorm billigen Angebote Pfennig 1 Bluse K",#- �| 1 Teeschürze»» r-sB» 1 Knabenschürze iw» 4 Herren-Krawatten ll!»> 1 Salzstreuer''** i 1 Pfefferstreuer••> 1 Konsole w, s«»«»od s»d» 1 Kammgarnitur bnHw1' 1 Zeitungsmappe 1 Papierkorb«u feinem Korbj«6eck6 1 Handtuchhalter Nusb.»«, 1 Markttasche 1 Karton Blumenseife psts«� 1 Leinen-Kassette 1 Kontor-Schreibzeug 100 Zigaretten 4 Bände Erzählungen bckuster Autoren, antiquarücfa 1 Mark iWGZL'? i 2 Mark Pf. s I mit od. ofine Mundatück m 1 Batistbluse 1 Schürzenkleid»n wt« 1 Kupon ai, M.tor) reinwollener Blusenstoff 1 Bettlaken iuu«iaa 1 Tischtuch 12 Staubtücher 1 Wachstuchgarnitur 1 Büfettdecke, 1 Schrankstretfcn, 1 Eimerspinddecke, 1 Leitungsschoner, 1 Stfiek Kante 10 Alpaka-Teelöffel 1 Reibemaschine 1 Traubenspüler."j«■—' 1 Zuckerstreuer••|■S|| 6 Fruchtteller.o.Gu.)* 1 Frühstücks-Service 6 Prima-Alpaka* Teelöffel i» EM 6 Obstmesser w. em 1 Küchenbeil....« j'TTrt Hackemesser.... echt japan. Kaffeeservice 5� Markttasche Damen-Handtasche 00 Kabinett-Zigaretten Flasche Eau de Cologne i/.'ur. Flasche franz. Parfüm• --'i Mark 50 1 Bluse 1 Hemdbluse � � 1 Jupon E.SÄLJT 1 Damen-Taghemd 1 Damen-Beinkeid 1 Kupon(s■> Waschstoff 12 Herren-Kragen 1 farbiges Herren-Oberhemd 1 Herrenhut»**, tumm 1 Tischtuch RekJMnen, 130x130 OB 6 Jacquard-Servietten 1 Regenschirm 6 Speiseteller-...)« i 6 Dessertteller•••« r 0 �0 Primn-Poneltan, moderne Dekors j 1 Kompottschale•\ 6 Glasteller.... i O CA 1 Käseglocke 1 Tortenheber.....)»»»»«»-» 1 Sahnenlöffel..... j 2.50 1 Salatschüssel....) 1 Salatbesteck..... J 2.50 1 Turnapparat Scl-ol»n>�.Reek ,ad 1 Füllfederhalter mit echter 14kmetl;er Goldfeder 2 Bände Klassiker ÄÄ** Gnllpanter, Hebbel, Heine, Kleist, Rackert oder U bland; antiquarisch mu Satin oder imitiert T uff mit hohem Volant 1 halbfertige Batistrobe 1 Jupon 1 Blusenhemd.« imitiert» 1 Wiener Taghemd 1 Promenaden-Unterrock mit breitem Stickerei Volant M für Herren oder Daman. rÜBt 1 5Cv1ll IIB Seide, mit Futteral 6 Handtücher** 1 Waschservice w-keiii, 1 Kaffeeservice nunteUi,, fela dekoriert 12 Speiseteller 12 Dessertteller weifi mit Gold 3.50 12 Prima-Alpaka- Eßlöffel 1 Butterbesteck 1 Käsebesteck• 2 Aufschnittgabeln i 1 Gasplätteisen• 1 Erhitzer..•• 1 Asbest-UntersatzJ 1 Plätteisen.... 2 Bolzen ,escfamiedet*. 1 Untersatz.... 1 Ärmelplättbrett 1 Toiletteneimer"Ü wrf8 1 Lederhandtasche«r v.»» 3.50 Berlins und Umgegend. Dienstag, den 2. August, 8 Uhr abends:- MMchc GemulKchmlmW dn Wim« 1. Kreis. Dräfcls Jcstsäle, Neue Friedrichs� 35. Tagesordnung: 1. Vorstands- und Kommissionsberichte. 2. Neuwahl des Vorstandes und der Funktionäre. 3. Wahl der Delegierten zur Verbands-Generalversammlung. 4. Eventuelle Anträge zu dieser. 5. Provinzialkonferenz und Delegiertenwahl. 2. Kreis. Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Tagesordnung: t. Vorstands- und Kommissionsberichte. 2. Neuwahlen. 8. Die Verbands-Generalversammlung. Delegiertenwahl und Anträge zu derselben. 4. Vereinsangelegenheiten. O««VI Gewerkschastshaus, Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Vorstandsbericht und Neuwahl. 2. Bericht der Preß-, Agitations- und Lokalkommission. 3. Die Provinzialkonferenz und Wahl der Delegierten. 4. Die Verbands-Generalversamm- lung und Bestätigung der Delegierten, ö. Partei- und Vereins- angelegenheiten. 4. Kreis. Kellers Festsäle, Koppenstraße 29. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Neuwahlen. 2. Provinzial- konferenz und Aufstellung der Kandidaten. 3. Verbands- Generalversammlung, Anträge und Delegiertenwahl. 4. Diverse Anträge. 5» Kreis. Altes Schützenhaus, Linienstr. 5. Tagesordnung: 1. Vorstands- und Kommissionsberichte. 2. Wahl aller Funktionäre. 3. Die Verbands-Generalversammlung und An- träge zu derselben. 4. Delegiertenwahl resp. Bestätigung. 5. Partei- und Vereinsangclegenheiten. 1 6. Kreis. Germama-Prachtsäle, Chauffeestr. 110. Tagesordnung: 1. Bestätigung der Delegierten zur Verbands-General- Versammlung. 2. Geschäfts- und Kassenbericht. Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl des Vorstandes und der Kommissionen. 4. Erledigung sonstiger Anträge. Kixdorl. Hoppes Festsäle, Hermannstr. 49.(Fortsetzung der Generalversammlung.) Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Diejenigen Mitglieder, welche noch keinen Jahresbericht erhalten haben, können denselben am Eingang zum Saale in Empfang nehmen. Zu allen Versammlungen legitimiert das Mitgliedsbuch deS betreffenden WahlvereinS. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung erwarten zahlreichen und pünktlichen Besuch Die Vorstände. Verband der Sattler und Portefeuiller. ■ Orfsverwaltung Serlin.----------- Branchen-Versammlungen: '' Donnerstag, den 4. August, abends S-/, Uhr, im Englische« Hof, Neue Rotzstr. 3. P-ckst»«».». MeaMelbrexche: bei Ciranmann, Naunynstr. 27. Mltüär-Aklluche: Mittwoch, den S. August, abmds o Uhr, im Englische« Garten, Mexanderstr. 27 e. liMlemnlfjn«. SeppicheSh-r: bei Weihnacht, Grstnftr. 21. MllAtll-Dkllllchtl Mittwoch, den S. August er., abends 8'/, Uhr, im Gewerkschaftshanse, Engeluser Ib. «semibkl- u. ledeMholß-rer: bei Walter, Adalbertstr. 62. Sektion ChMottellKnrg: Mittwoch, den 3. August, avendS8'/,Uhr. im Volkshause, Rosinenstr. 3. 16711 Um zahlreichen Besuch ersuchen Die Branchenleitunge». .............. der_______________________ Zahlstelle Berlin. Bureau: Blankenseldestr. 10. Tel.: VII, Nr. 6320 Mittwoch, den S. August, abends 8'/, Uhr: Kenersl-Verssmmlung bei Boeker, Weberstr. 17. TageS. Ordnung: 1. Geschäfts» und Kassenbericht. 2. Diskussion. 8. Wahl deS ersten Bevollmächttgten. 4. VerbandSangelegenhetten. 169/20 Hie Ortsverwaltnng� Dttbllnd d» Miller, 5lill!iercr,Ailßrcilhn-c. Filiale Berlin. O Sektion der Lackierer. Donnerstag, den 4. August, abends S-/, Uhr, im Gewerkschafts- Hanse, Engelnfer IS: V ersammlvmg. TageS-Ordnung: Die Einsthrnng der Arbeitslosenversichernng. Referent: Kollege F. Klotz. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Achtung! den 21. Abfahrt 6,23. nach Erkner, von dort zu Fuß weiter nach Fang- schleuse.— Näheres in obiger Versammlung. Ä»*"9' Herrenpartie! 23 Uhr frilh vom Schlcsischen Bahnhof 127/7 Zablrciche Beteiligung erwartet nie Sehtl»n»leltnng/. Bureau: Engelufer 16, III. Telephon: Amt IV, 4093. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Ächtung! Putzern Achtung! Putzer. Am Mittwoch, den 3. August, abends 6 Uhr, in den Arminhallen, Kommandanteustr. 58/59 1 Hitgrliederversaminliiiii». TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom H Quartal 1910. 2. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. 133/18 Regen Besuch erwartet vi« örtliche Verwaltung. SN. Bitte die heutige Todecanzelge zu beechteu. Dkiitscher trunspttarkit»-Dkrbimd. Bezirksverwaltung Groß-Berlln. Bureau: Engelufer U)15._ Fernsprecher: Amt IV, Nr. 2382 u. 4747. Achtung! Achtung J Rollkutscher, Begleiter, Stalleute u. Bodenarbeiter aus allen Speditionsbetrieben Berlins! Heute Sonntag, den 31. Juli, vormittags 10 Uhr, bei Boeker, Weberstrasie 17: MgUeäer- Versammlung Tage S-Ordnung: I. Bericht der Tariflommission. 2. Diskussion u. Beschlusifassuug. In Anbetracht der äusierst wichtigen Tagesordnung, welche für unsere Berufskollegen von großem Interesse ist, erwarten wir einen recht zahlreichen Besuch. Kein Kollege darf fehlen! Das Verbandöbuch ist am Eingang des SaaleS vorzuzeigen. 70/18-_ nie Branchenleltnng. Achtung! Keillillizte Mmi! Teile dem verehrten Publikum und der Nachbarschaft mit, daß ich unten genannte Bäckerei käuflich übernommen und zugleich die Forderungen deS Bäcker- und Konditoren-NerbandeS anerkannt habe. ES wird mein Bc- streben sein, gute und schmackhafte Ware zu liesern und den Tarif ein- zuhalten. Achtungsvoll 178b Wllheln» Bergeler Lichtenberg, Friedrich-Karl-StraBe>4. Kaulsdorf und Mahlsdort. Nur?0 Pf.-Fahrt v. Zentrum Berlin«, trotzdem billig, als weiterv.Berlin gelegene Orte, wie Hoppegarten, Neuonhagenusw.Mäß. Anzaiiinng, langj. Hypotheken. Pläne gratis. Verkäufei-ständig am Bhf. Mahlsdort im Pavillon. J.Rioger, Gontardetr. 5, IM RrbettsnachweiS: Hof l. Amt 3. 1233. Verwaltungsstelle Berlin. Hanptburean- Charitfestrale 3. Hos HI. Amt 3, 1987. Montag, den 1* August 1910: Bezirks- Versammlungen für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: BOrdöN Pharns-Shle, Müllerstr. 143. abenoS 8>/, Uhr. Vortrag:.Arbeiterschaft und Christentum.' Reserent: Genosse A. Störmer. Borden' Festsäle, Schwedter Strafte 23, abend» Vortrag des Kollegen Adolf Wuschick über:.Giwerkschasts. bcwegung und Konsumgenossenschasien". Borden' � runKes Festshle, Badftr. 19, abends 81/, Uhr. Tonol* Borsigwalder Festshle in Borstgwalde, Spam Ivljvl. daucr Strafte, abends 6 Uhr. BiOablt' Prachtsäle Kord-West, Wiclefftrafte 24, abend» Vesten und ScbSneberg: Osten und Lichtenberg: Stralau und Rumnielsburg:"ÄnlÄb/'sÄ SÜd eil beZirk 6* Süd-Ost, Waldemarftrafte 75, abend» Woinancao* Restaurant znm Prälaten, Weiftensee, HCiUCllaCC. Lehderstr. 122, abends 8>/, Uhr. llixdorf: Boppcs Pestsäle, Hermannstr. 49, abends 8'/, Uhr. Charlotten bürg: Tolhshans, Rosinenstr. 3, abend» 8'/, Uhr Vortrag des Genossen Dr. Brnn» Borchardt. Steglitz' ��h�lhases Pestsäle, Ahornftrafte 15». abends löpenick u.?rjedrjchshagen: ��KdÄsK� Fricdrichstr.«9, abends 8>/, Uhr. ?nanckaii- Restaurant Vorwärts, Schönwalder Strafte 89» SptlUUckU. abends 8'/, Uhr. Ober-Scbimewelde: ÄXkÄtVÄ m-. TageS-Ordnung: 119/0 Stellungnahme zu der Oeneraloersatumlung. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet_ Die Ortsverwaltuug. tsmr i 61/, Uhr(gleich nach Feterabend) bei Raab«. 6'/, Uhr(gleich nach Feierabend) bei kichtestr.». jietz. War» Verwaltung Berlin. JUitgliederVersammlungen. TageS-Ordnungt 1. Bericht vom Verbandstage. 2. Anträge zur Generalversammlung. 3. Bcrbandsangelegenheiten. 4. AuSgabe der Delegiertenkarten zur Generalversammlung. Montag, den!♦ August: Ofchlcr. Südosten I: abends 5'/, Uhr(gleich nach Feierabend), in den Naunyn- Festsälen, Naniiynstr. 6. Südosten II: abends 51/, Uhr(gleich nach Feierabend) im Reichen. berger Hof, Reichenberger Sir. 147. Qestllehe Vororte: abends 6'/, Uhr(gleich nach Feierabend) bei Arnold, Frankfurier Chaussee 6/6. Mittwoch, den 3. August: Cifcbler. Südwesten: 6 Uhr(gleich nach Feierabend) in Habels Brauerei» Bergmannstr. S/7.(1. Punkt der Tagesordnung: ArbctlS» Nachweis und Arbeitsvcrmittelung.) Osten 1: 6'/, Uhr(gleich nach Feierabend) in den Andreas-Festsäleu, AndrcaSstr. 21. Nordosten: 61/, Uhr(gleich nach Feierabend) bei Boeker. Weberstr. 17. Nordwesten(Wedding-Moabit): 8 Uhr abends bei Kaczarowskt» Ravensslr. 6. Bautifcbler. Bezirk I: ,, II(Osten): schauer Str. 61. „ III(Norden): 8 Uhr bei Glicsche. Kopenhagener Str. 74. « IV(Wedding-Moabit): 6>/, Uhr(gleich nach Feierabend) bei Raabe, Kolberger Str. 23. potterep, ßeizer und]Magazinarbdter. Süden, Südosten, Südwesten: 61/, Uhr(gleich nach Felerabettd) im Märkische« Hof, Admiralstr. 18o. Osten: 6'/, Uhr(gleich nach Feierabend) im Ost-Kasino, Frankfurter Allee 106. Vörden: 3 Uhr abends im Twinemünder GesellschaftshauS, Swine» Münder Str. 42. vrechNer. Vreppengeianäer- und Luxusmöbci- hrnnthe 8'/, Uhr abend» im Königstadt-Kastno, Holzmarll- (tnl6c BÜrrtenmad�er. 8-/. Uhr abends bei Prenft, Holzmarktstr. 66. Bil.deil'aKtNeNNiacKei'. � � gleich nach Feierabend) im Gr. werkschaftShaus, Engeluscr 16. Saal 1. 8,'i Uhr im Gewerkschastshaus, Engeluser 14/16, �ammaCDCP. Eingang B, parterre. Arbeitslosensaal. Binfetzer. s Uhr im GcwerkschaftShauS, Engeluser 16, Saal 11. (BertrauenSm änn erv erfammlung.) Die Kollegen der Firma Beuditz sind hierzu besonder» eingeladen. �eTgSldei'. 8 Uhr im Gewerkschastshaus, Engelus« 16, Saal 5. (VcrtraucnSmänncrversammIung.) ötodiai'beitei'. � �brich(°'�l Leierabend) bei Lehmann, Nu» (Versammlung der Vertrauensmänner und Delegierten.) pcrlmutt», Rom- und dteinnußarbeiter. s»/. Uhr (gleich nach Feierabend) bei DhomaS, Melchiorstr. 5. (VcrtrauenSmännerversammlung.) Donnerstag, den 4. August: �isekler. Osten II: 6'/, Uhr(gleich nach Feierabend) bei Litst«. Memeler Str. 67. Osten III: 8 Uhr abends in den Prachtsäle« des Ostens. Frank« surter Allee 153. Modell- und fabnktircbler, JVIodeUdrecbrUr. 8 Uhr bei Wille, Brmmenstr. 183. 87/8' Die OrtsverwalttmA. d. Schneider, Schneiderinnen u. MV. Genierbe;v Kerliv. Kassenlokal: Tebastianstr. Z7/Z8. Bekanntmachung. Vom heutigen Tage ab wird gegen AuSIieserung der Sterbeurkundc sür die 27.'/2 Ehefrnnen nnd Kinder derjenigen Kasscnmitglieder, welche der Kasse mindestens K Monate ununterbrochen angehören, ein Zuschuß zu den KegrSbuis- ö � c® S£.~'2 a aü S gezahlt und zwar str Ehefrauen in Höhe der Hälse str Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren in Höhe eines Vierteis sür Kinder im Mter bis zu 4 Jahren in Höhe eines Achtels sosern diese Personen nicht selbst in emem gesetzlichen Versicherungsver- hälwiS stehen, gruud dessen ihren Hinterbliebenen ein Anspruch aus Sterbegeld zusteht,(§ 20 des Kassew statuts) Ferner erhalten diejenigen Kassen Mitglieder, welche der Kasse min> bestens 6 Monate-ununterbrochen angehören, im Falle der Erwerbs. unjähigkcildicKränkeiiunterstütiuiig aus die Dauer von SS Wochen statt wie bisher 2« Wochen,(zz IS und 16 des Kassenstawts,) Berlin, den 31, Juli 1310, Gustav Rahtow, Paul Torih, Vorsitzender, Schristsührer. Stetnarbeifer. Mittwoch, den F. August, abends 8'/, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engclufcr 15: Miiglici>er-Nkrsi»i»>lIi>ilS der Zektion I. TageS-Ordnung: 1. Beratung und Beschlnhfafsnng über die Kom- missionsvorlage, betreffend Ärbeitslosennuterstützung. 2. Berfchicdcnes. m/20» Kollegen I Agitiert sür guten Besuch l_ Die Ortsvcrwaltung. tcr gebucht! ci*ojacoi>� 505 ?ischerstr. 33 Stall sür 2 und serde, Remise, Lagerkeller: Stube auch getellt zu vermieten. ISSb Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin nnd Umgehend. Eingeschriebene Hilfekasse Ho. 118.— Bureau: C. 54, SteinstraOe 38 I. Ten Mitgliedern zur Kenntnis, dag durch den Tod des Kolleg«, H e r f o r t h der Ausschuß sich neu gebildet hat und zum Borsitzende» «nsitav Lehmann, Berlin O. IIS, Schrei» erstr. 16, 4 Treppen, gewählt hat. An denselben sind alle Beschwerden gegen Entscheidungen des Vor- siandes nach Z 18, Absatz 4, der Kassensatzungen zu richten. 38/5 Der Vorstand. ist«o Jetzt Im Waren« und MBbel■ Kredit« Hans Hat* Udo Colin, Nr. 1 3, Kottbuser Damm Nr. 1 3. Eine Sehenswfirdlibelt 1* Ranfies I Dar Umbau Ist vollendat, die RSume alnd renoviert und mit allem Komfort der Neuzelt auegeatattet. Besichtigung ohne Kaufxwang erbeten! g NU kleinster flniahlimfi Hfibel u. Polsterwaren Hmen-Jnmen-.Klniler-giii'ilerolJe Jeder Käufer erhält ein Präsent[— Cigaretten können Sie nicht ohne weiteres mit irgend welchen anderen Marken auf eine Stufe steilen. Wenn Sie Verständnis für die feinen Quaiitäts-Unterschiede bei Cigaretten im allgemeinen haben, dann werden Sie bei einem Vergleich sofort herausfinden, daß iosetti Juno Cigaretten sehr viele andere Marken ganz bedeutend übertreffen. Josetti Juno m. u. o. M. 10 St 20 Pfg. iifi "ElnWfc msd. Karl Reinhardts spezlal-ärrtliche Institute für Geschlechtskrankheiten Bant-, Harnleiden, Schwttclie ' Nean(lerstraß8l2nahe*Tb™"itu£,lcU* Pnttftamfir etraRo tl7 an der i-vt'sowatpaße,'1/,�— 2Uiir rüliOdlllBr oIldDB III nn Uhren. Ketten 3,50att, serner goldene Ringe, Broschen, Ohrringe, Pianinos, Fahrräder, Frei- schwinger 10 Mark an. Richard Etchklmami. LOOK' Billig einkaufen, heißt Geld sparen. Leihhaus Ernst Schmidt, Romintener- straße 43, nahe Stadt- und Hochbahn, Verkauf von Anzügen, Sommer. Paletots, Hosen, Uhren, Gold:, Silber» waren, Leib-, Bettwäsche, Gardinen, Betten usw. Neue Sachen und ver- sallene Psänder billigst. Tel. VN, 13 325. Sonntags geöffnet. 3S0K GaslocherhauS! Geschlossene ZweilochgaSkochert 5,00. Bierlochga». löchert 9,00. GaSbratbackösen I 8,00. BronzeggaS krönen I GaSzuglampen! Gashangetichtl GeschäftSverkaus spott- billig I Wohlauer, Wallnertbeater- straße 32. 1023K' RöhmaschinenhauS Bellmann, Gollnowstraße 26, empfiehlt Asrana, Adler, Zentralbobbin, Ringschiff. Lang- schiff, Hokemeyer, Tambourir, Wheeler u. Wilson, Elastik Säulen-Maschinen usw. Prima, Preise billig, Abzahlung günstig, Garantie. Me Maschinen nehme in Zahlung. SLIK' MonatSanznge und Sommer- Paletots von 5 Mark sowie Hosen von 1,50, Gehrockanzüge von 12,00, Frack» von 2,50, sowie für korpulente Figuren. Neue Garderohe zu staunend billigen Preisen, aus Psandleihen ver- sallene machen kaust man am billigsten bei Naß, Wulackstraße 14.' Herren< Garderobe nach Maß, saubere Arbeit, große» Stofflager, Paletot, Anzug 36 Mark an. Kaust beim Handwerker, lasset den Hand- werker verdienen. Teilzahlung gestattet. F. Dörge, Dresdenerstraße 109.' Singer A 75.00, Naimtann-Bobbin, Schnellnöher, Adler, auch ohne An- zahlung, 1.00 wöchentlich an. Anstatt Agenten erhält Käuser Provision. Postkarte erwünscht. Kaliski, Brunnen- straße 173, Belleallianeestraße 4, Chausseestraße 80, Beusselstraße 18, tranksurterstraße IIS, Oranienstr. 2a, auenzienstraße S,FranksurtcrAllee72. Charlottenburg, Scharrenstraße 2, Rixdors, Rkuterstraße& 7735t BorlvärtSlescr erhalten 5 Prozent Erttarabatt selbst bei Gelegenheit»- käuscn. Teppich- Thomas, Oranien« strafte 180. Oranienplatz. 834K Befniiittmnchung l Psandlelhhaus Chausscestraße 60 1 Weltbekannt! Ver- sallene Psänder I Spottbilliger Veiten- verlaus l Ansftenerwäsche I Gardinen- auswählt Prachtteppiche t Extrabillige Hcrrengarderobe I Riesenauswahl Taschenuhren l Uhrketten I Schmuck- achcn I Wanduhren I S44K Taschenbuch sür Gartcnsreulide. Ei» Ratgeber für die Pflege und sachgeniäß« Lcwirffchastung des häus- lichen Zier-, Gemüse« und Obst- garteuS von Max HeSdörscr. Ziveitc vermehrte Auflage. Mit 137 Text- abbildtmgen. Preis 3,50 Mark. Expe« dition Vorwärts, Llndenstr. 63. Tüllbettdecken, volle Bcttgröße 2,50, in ErbStüll 6,35, TüWoreS 1,85, ErbStnllstoreS 4�5. Teppich- haus ßmil Lesövre» Oranien- straße 1öS. VS7K' Zober, Zinkwaschfäffer, lumen, Badewanne Wienerslratze 12. Lesern 5 Proz.* ».. Sitz- wannen, Badewannen. Spezialsabril Billige Hosenwoche. Hochelegante Herrenhosen aus seinste» Maßstoffen 7— IS Mark, TenntShosen. Versand- HauS Germania, Unter den Linden"21, Vorjährige eleganieHerrenanzüge und Paletots aus seinsten Magstoffen 20— 40 Mari. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21. 143b» Lauben- Bnumatericklien. ge- brauchte und neue, wie: Kantholz, Bretter, Latten, Leisten, Türen.Fenstcr, Dachpappe m größter Auswahl billig/t. Hasenheide 2(am Hermann- platz). 2S01b' MouatSanzüge, Paletots, wenig aettagene, von 5 Mark an. große Answaht sür jede Figur, auch neue elegante Garderobe au» erster Be» zugSguelle, 20 Prozent billiger wie im Laden, direkt vom Schneider- meifter Paul gürftenzelt, nur Rosen« thaierstrage ist. 281/15' Durch Rauch md Stau» vesch». digte Gardwen, Stores, Tüllbeltdccken, Kabrikreste, 1.7b. 2.25. 2.8S. 3.7S. 4.85. 5.50, K.75 usw. Erbstüllstores und Bettdecken, 8.45, 3.85, 4.75, 5.75, Wohnungen sofort, auch später Soidinersttaße 16. Zwei-, Einzimmer- Wohnungen sofort, auch später Sonnenburger- straße 27. 137b» Balkonwohnungen, 2 Stuben, Küche 33, 1 Stube, Küche 25, sosort, Kleine MarkuSfttatze 3. 1086» Hllbnersttaße 6 billige, gründlich renovierte Zwei- und Ein-Zimmerwohnungen, Vorder- und Hinterhaus. 2803b» Prachtwohnungeu, 1, 2 Zimmer, Bad, Mädchenzimmer, Loggia, 18,00, 25.00. 30)00, Koloniefttatze 68.+114 Rixdors, Leinestraße 6, schöne, billige 1 und 2 Zirnrner-Wohnungen, sämtlich mit Balkon._+114 Umständehalber Vorderwohnung, 24 Mark, sosort zu vermieten Frieden- sttaße 49, II linkS. 154b Grünauerstrafte 3 große» Ber- ltner Zimmer, Küche, 20,50, 1. Oftober. �Chnr+ottenburg, Rosinenstraße 2 (neben dem Gewcrkschaslshause), im neu erbauten Gartcnhause sind fteundliche 2 Zimmorwohnungen mit und ohne Bad billig zu vermieten.» Limmer. Teilnehmer zum möblierten Balkonzimmer gesucht. 12,00. Kreher, Schwedterslraße 27, I. 1138 Kleines Zimmer, auch Ächlasstelle. Schulz, Kirchbachsttaße 13._ 180b MSVNerteS Zimmer ,» der- mieten. Baumschulenweg, Trojan- sttaße 8 II, gegenüber der LluS- stellung._ 2675b Flurztmmer, möbliert, für Teil nehmer. Köllnischer Fischmarlt 1/2, rechter Ausgang III._ 179b Kleines möbliertes Zimmer Se- baslianstraße 6, Hos parterre links. Möbliertes Zimmer sür Herrn. Leinberg, Adalbertstraße 89, vorn U. Gut möbliertes einsensteriges Vorderzimmer, preiswert vermietet Wrangelstraße 9 IV._+132 Möbliertes Zimmer bei Scheele, Kottbusersttaße 2, dttell am Platz, Ouergebäude, rechter Ausgang, 4 Treppen links._+123 Möbliertes Vorderzimmer, zwei Herren, a 12, Kottbusersttaße 20 III. Möbliertes Zimmer mit Gas- beleuchtung, an 2 Herren zu ver- mieten, Günther, Brunnensttaße 77 IV. Möbliertes Zimmer, Nähe Wed- ding, Pcrlebergerstratze 58._+52 Möbliertes Zimmer, allein, 12,—. Witwe Doepel, Pappelallee 47.+138 2 Herren, möblierte» Zimmer bei Freier, Oraniensttaße 149, Moritz. platz._ 84/15 Niedliche Stube, allem, 14 M, mit Kaffe vermietet Urban, Mögeliner Sttaße 2, Osten._+41 Möbliertes Zimmer, 2 Herren, 15 Mark mit Kaffee, Blumenstraße 22, vorn 3 Treppen recht»._+41 Möbliertes Zimmer, Dresdener Sttaße III, vorn I, Landgras.+142 Leblatstellen, Möblierte Schlasstelle zu ver- mieten Boyenstraße 7, vorn I, Lu- kiewski._+137* Schlafstelle, Herrn, vermietet Witwe Dröjeler, Rigaerstraße 13. Möblierte Schlasstelle Buckower- straße 7, vorn IV recht»._ 146b» Möblierte Schlafstelle vermietet Frau Schreiber, Wllsnackerstraße 20, Hos parterre._ 506 Möblierte Schlasstelle, Alte Schön- hauserstraße 59, vorn 4 Treppen rechts. Möblierte Schlasstelle vermietet Frau Mejer, Britzerstraße 33. 1766 Genosse findet saubere Schlasstelle Reichenbergersttaße 122, Seitenflügel IV. Henlel. 167b Schlafstelle, Herren, Woche 3 Mark, Insettensret, AdmiralskaßeR, Schultz, vorn IV. 166b Schlafstelle, bei Schmidt, Simeon- sttaße 29 IV._ 1646 Freundliche Schlasstelle, Herrn. Romatzki, Prinzenstraße 94 II. 160b Möblierte Schi Schönleinsttatz« 16 2 Herren, :, Langer. 181b Separat«. saubere Schlasstelle, Plehn, Prinz- Eugen straße 1 1, vorn HI. Schlafstelle, freundliches Balkon zimmer. Bräunig, Maxstraße 132, vorn IV, Ausgang Henntgsdorserstratze. Herr findet sosort möblterle Schills. stelle. Witwe Reiflnger, Wrangel- sttaße 131, Hos III._+1W Möblierte Schlasstelle sür zwei Herren. Kohlmann. Lofckhsttaße 49, vorn II.+132 Möblierte Schlafstelle. Snter. Weidenweg 5 III. Witwe +1« Freundliche Schlafstelle, Herrn. Ebeltngsttaße 6 II, Fröhlich.+14 Schlafstelle für Herrn. Ltebig. straße 33, Frau Kirsch.+14 Schlafstelle, Herrn, bei Paasch, Kopernittlssttaße 5, Hos I.+14 Schlafstelle, Herrn, bei Menschel, Libauersttaß« 9, Hos I, Warschauer Bahnhof._+14 Möblierte Schlasstelle, Ballon, 9 Mark, Rigaersttatze 106, Noack. Alleinige Schlasstelle. Michaeli», Libauerstraße 17, Ouergebäude.+14 Möblierte Schiaistclle. Herrn. Schliemannstraß« 4. Baermann. Schlafstelle für 10 M. Melchior- straße 12, Fischer._+121 Schlafstelle sofort bei Krüger, Grüner Weg 44111._+41 Freundliche Schlasstelle(Herrn) Mariannenstraße 21 III recht».+142 Freundliche Schlasstelle, Wasser- torstraße 22, rechter Seitenflügel 1 link», Frau Schubert._+142 Freundliche Schlas'tcllc vermietet Droßmann, Prinzenstraße 33, vorn IV.+142 Freundliche Schlasstelle sür Herrn Skalitzerstraße 103 I, links.+131 Möblierte Schlafstell« Adalbert- straße 1, rechter Ausgang II,[in 13. Freundliche Schlasstelle, 2 Herren, separat Wagner, Reichenbnger- straße 163, vorn I.+131 Schlafstelle. Herrn, Nannyw sttaße 78, vom IV Treppen, Witwe Knauerhase.+131 Besterc Schlasstelle. 12,00, Wrangeb sttaße 22, Portal l, III, recht».+131 Bessere Schlasstelle, Herrn, separat, Ncumann, Naunynstraße 31, vorn IV. Separate Schlasstelle, Herrn, Breuer, Etsenbahnsttaße 81, vom IV. Ku Möbliert« Schlasstelle, separat Naunynstraße 86, vom I. Oppermanm Möblierte Schlafstelle, 2 Herren oder Damen, vermietet Marquardt, Schlesischeftraße 1. vom II.+132 " 2 Schlafstellen zu vermieten. Wilimzig, Grtebenowsttatze 10/tl. Einfach mMHert« GchlafsteSe, zwei Herren oder Damm, inklusive 12 Mark. Frau Nute, Blücher- sttaße 35._ 1856 �Schlafstelle(Herrn) vermietet Fräulein Woydt, Fischerbrücke 11. Möblierte Schlafstelle, allein. Scharfinski. Schwedtersttaße 17 III (Schönhansertor). 184b Möblierte Schlasstelle, Herr, allein, Eingang separat, 15,00. Puhl«, Holzmarktstraße 14, Ouer- gebäude I._ 1856 Möblierte Schlasstelle vermietet Witwe Rcmschel, Grünauersttaße 29, vom II. 85/1 Möblierte Schlasstelle Sebastian- straße 6, Hos parterre links. 84/17 -Möblierte Schlasstelle, 2 Herren, separater Eingang. Keßler, Reichen- bergerstt. 142, Ouergebäude 1 Treppe. �rbeitsmarkt. Stellenangebots. Stempelabsormer und Buk« kaniseur bei einem AnsangSwochen- lohn von 35 Mark, wttd jur außer- bald verlangt. Meldungen bei H. Bemert, Charlottenburg, Wieland- sttaße 42._ 84/18 Schneider aus Paletots und Saccos, 7— 44, bei dauernder Beschäftigung verlangt. Max Hirsch, Invaliden- sttaße 1. 190b Zwei Gürtler- und Dreherlehr- linge bei gutem Kostgeld verlangt Bronzewarensabrik, Dcesdenerstc. 80. Achtung, Zimmerer l Tüchtige Zimmerergesellen finden dauernde Beschäftigung. E. Fiebig, Rixdors, Knesebecksttaße 71. Packer mit guten Beziehungen zu Kollegen, die besähigt find,«inen in ihr Fach schlagenden Artikel pro- visionSweise zu verkaufen. Adresse: A. B. 50, Postamt 55._ 83/20 Schlosser, Gitterbau, verlangt Heinrichs, Tempelhof, Ringbahnstraße. �Bürstenmacher verlangt Adlers- hos, Bismarckstraße 30._ 1726 Rähmenniacher verlangt Wolfs. Dteffenbachstraße 33. 163b Perfekten Papierzuschneider ver- langt Kartonjabnl Alexandrinen- sttaße 37 a._ 162b Rabiff-Putzer und-Spanner werden eingestellt Markthalle Zimmer- sttaße(Eingang Mauersttaße). 1102K Mamsells aus Jacketts verlangt Lutz, Frau ks urter Allee 64. 83/10 100 Mmiisell» aus verllotete Pale- tot». Wendscheck, Hagcnauerstt. 15 1, an der Danzigerstraße._ 1756 Zusammensetzertnueu, Hemd- bluscn, außerm, sucht Balkow, Siix- darf, Lichtcncadcrstraße 59, Ecke Sei- chowersttaße. 1615 Bluseu-Arbeiterin verlangt Gütz- laff, Scherersttaße 3._+137 Arbeiterin»«» aus Paletot» ver- langt Morgenstem, Wismarplatz 1. Junges Mädcben sür tleinen Haushalt, zu'zwei Kindem 8 und 10 Jahre alt, gesucht. Frau Swtmth, Schöneoerg, Seoan- sttaße 57 Hl. Rumpf-Arbetterinum aus Jacketts verlangt Zeitz, Lortzwgsttaße 29 I.» Kartonnage-Arbciterw im und außer dem Hause, auch Lehrmädchen verlangt Boitze, Lychenerstraße 4. Jackettarbeiterin aus glatte Sachen im und außer dem Hause verlangt Kirsch, Rigaerstraße 27. Blusen-Zusammcnsetzcrtn verlangt Spielberg, Rlxdors.Nansensttaße 19/20. Mamsells aus besser« Paletots im und außerm Hause verlangt Rauten- berg, Lausitzerplatz 18, Eingang Waldemarfttaße._ 84/10 Zeitungsfrauen sofort verlangt Schützenstraße 23/24. 84/20» Zeitungsfrauen für Berlin und Pankow verlangt Bomholmerstt. 1.• Im Ardeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten SO Pf. die Zeile. Freundliche Schlasstelle, separat .cschna, Admiralstraße 4, III.+131 cdlrurgizedv vmllejlö. Tüchtige Metalldreher, Gürtler und Schleifer, welche aus Ehtmrgie-Jnsttu- | mente gut eingearbeitet find, werden sür dauernd« und| lohnende Beschäftigung nach Suddeutschland gesucht. Bewerber wollen fich per- | fönlich vorstellen im Hotel Berolina. Landsberger Straffe 50, Berlin, Sonnabend, den 80. Juli, von 5—7 nachmittags, Sonntag, den 31. Juli, von 9-11 vormittags, Montag, den 1. August, von 9—11 vormittag« oder! von 6—7 abends. Näheres zu ersrageu beim Holelportier. L91L] Gesperrt wegen Differenzen: Bautischleret 13. Kaselow. Rixdors, Tcupitzer Str. 104. llLlit8i:!!Lr»oI�sbeiter-Vösl>glill OrtSverwaltnng Rixdors.• Lauf- und Meittburfchen im Alter vou 14—16 Jahren verlangt sofort der Irbeitsniilhincis E«gel«ftrl5,'7�'T- _ Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abenßS., 70/9 'Stmaiß, VMsli'i Biä/srß Stertje gteiliß* fiBisiaUjitäl emeMt ii,B«t0lZiLi!iwäitsBuSdr.u.verlagSavkgll/