Nr. 194. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss nammer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luremburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 27. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fcitgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Arbeiterbewegung Sonnabend, den 20. August 1910. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. und Genoffenschaftswefen. fchon treffend gekennzeichnet. In planmäßiger Weise dagegen entscheidende Bedeutung bei für die Befreiung I. Lebensmittelversorgung als Gegenstand privater Unternehmung solcher Genossenschaften wie in jeder Organisation zur Wahrung und Bereicherung. Am schlimmsten leidet aber darunter die und Förderung ihrer Interessen ein geeignetes Mittel zur Klasse der Besiklofen. Erziehung der Arbeiterklasse zur selbständigen Fourier und andere Sozialisten haben diese Vorgänge Leitung ihrer Angelegenheiten. Aber sie mißt ihnen teine angekämpft hat zuerst Robert Dwen, der nach dem Vor- der Arbeiterklasse aus den Fesseln der Lohnsklaverei." Aber bilde der seit Ende des 18. Jahrhunderts bestehenden eng- schon vorher war die Hamburger Produktion" ins Das Ziel der Arbeiterbewegung ist die Beseitigung wirt- lischen Kornverteilungsvereine eine genossenschaftliche Aktion Leben getreten, die einen großzügigen Plan nach Rochdaler schaftlicher Abhängigkeit und Ausbeutung durch Ueberführung großen Stils unternahm. Sie scheiterte an wirtschaftlichen Muster aufgestellt hatte und nun im Rheingebiet, in Süddeutschder gesellschaftlich genutzten Produktions- und Verteilungs- und rechtlichen Schwierigkeiten und Fehlern im Aufbau. land, Berlin usw. eifrige Nachfolge fand. Neben wenigen mittel in das Eigentum der Gesellschaft, die damit Herrin Aber seine Anregung wirkte fort. In In seinem Geiste bürgerlichen Sozialpolitikern waren überall Parteigenossen die ihrer Wirtschaft wird. Die Macht über das gesellschaftliche gründeten 1844 die 28 Rochdaler Pioniere ihren Gründer. Schon auf eirigen Verbandstagen des Allgemeinen Leben, die es zu überwinden gilt, fließt aus zwei Haupt- Konsumverein. In ihrem Statut wird als Aufgabe Verbandes hatte unter der Führung Dr. Crügers, des quellen: Gewalt und wirtschaftlichen Leistungen. War der Genossenschaft neben den näherliegenden Umsatz- und freisinnigen Verbandsanwalts, der Kampf gegen die neue es die äußere Gewalt, die dem Adel den Grundbesitz des Produktionszweden angegeben: Errichtung von Häusern, von Richtung begonnen., Neuen Stoff gab der neue MannWolfes, höftschen Schmarozern die Ersparnisse des Volkes Fabriken und der Eriverb von Landgütern zur Beschäftigung he i mer Verein, der beschlossen hatte, unter den Liefe. in die Hände spielte, so find die Machtverhältnisse in arbeitsloser Mitglieder." Sobald es ausführbar ist, soll die ranten diejenigen zu bevorzugen, die mit den GewertHandel und Gewerbe zum großen Teil aus gesellschaft- Genossenschaft beginnen, die Produktions, Handels-, Er- schaften im Einverständnis über die Arbeitsbedingungen lichen Leistungen bestimmter Schichten entstanden, Schichten entstanden, die ziehungs- und Regierungsverhältnisse zu ordnen, in anderen seien. Nach manchen Plänkeleien tam es 1902 auf dem Gein der Gegenleistung für ihre Tätigkeit die Grundlage wirt- Worten: die Errichtung einer sich selbst verwaltenden und er- nossenschaftstag zu Kreuznach zur Entscheidung: Die bürgerschaftlicher Macht gewannen. Gütererzeugung und-ber- haltenden genossenschaftlichen Kolonie in Angriff nehmen oder lichen" Genossenschafter" der Kredit- und ähnlicher Vereine arbeitung und der Austausch der Güter sind gesellschaftlich andere Genossenschaften bei der Errichtung solcher Solonien schlossen unter grober Mißachtung aller Rechtsgrundsäge notwendige Funktionen, die unter bestimmten Bedingungen unterstützen." Der Geist der praktischen Idealisten der Weber- 99 Vereine, darunter die Großeinkaufsgesellschaft und den denen, die sie ausüben, die Möglichkeit schaffen, große Macht- stadt ist fruchtbar gewesen. Aus ihren 28 Pfund wurden die ganzen sächsischen Unterverband aus. Das war der segensmittel in Form von Geld und geldwertem Besitz anzusammeln Riesenunternehmungen der englischen Genossenschaften, in reichste Tag, den die neue Bewegung erlebt hat, der Geburtsund dadurch aus Funktionären der Gesellschaft zu ihren Ge- deren Betrieben heute weit über 100 000 Angestellte und Ar- tag des Zentralverbandes deutscher Konsum. bietern aufzusteigen. In dem Maße, in dem durch Monopo- beiter beschäftigt sind. bereine, der bald danach, im Mai 1903, offiziell in lisierung oder Erlangung äußerer Gewalt die Macht einer Wie jede andere Entwickelung hat auch die genossenschaft. Dresden ins Leben trat. Selasse steigt, steigt das Maß der Gegenleistung, das sie für liche ihre bestimmten Voraussetzungen. Nach der Auflösung Seitdem ist es unaufhaltsam und aller Hindernisse unihre Leistungen bezieht, bis sie schließlich paraſitär wird, der urwüchsigen Genossenschaftsformen der Urgesellschaften, geachtet rasch vorwärts gegangen. 1100 000 Mitglieder, Werte aneignet, ohne solche zu schaffen. die in den Martgenossenschaften und städtischen Zünften ihre einer Bevölkerung von 5 Millionen entsprechend, sind heute Zu den wichtigsten gesellschaftlichen Funktionen gehört die Auferstehung gefeiert hatten, bedurfte es einer langen Er- im Zentralverband vereinigt, einige Hunderttausend in anderen Versorgung mit Gebrauchsgütern. Mit dem Uebergang von ziehungsarbeit, um die zusammenhanglosen Arbeitermassen, oder ohne Verband. Und die Zunahme der Umsätze zählt der gemeinsamen zur Einzelwirtschaft, von der Naturalwirt- die die moderne Industrie zusammengeworfen hatte, zur felb- alljährlich nach Zehnermillionen. Hier sei nur erwähnt, schaft zur Arbeitsteilung wird diese Aufgabe immer wichtiger. ständigen Verwaltung ihrer Angelegenheiten geschickt zu machen. daß der Gesamtumfat 1909 sich auf rund 307 Millionen Mart Ursprünglich ein unwesentliches Zwischenglied der Wirtschaft, In Deutschland hat die Arbeiterbewegung diese Schulung gestellte, ohne den Umsatz der Großeinkaufsgesellschaft( rund werden Handel und Verkehr zu höchst einflußreichen Gliedern leistet. Anfangs durch die kleinbürgerliche, Beengtheit der 75 Millionen). Von 1908 bis 1909 ist die Zahl der Verbandsdes Wirtschaftslebens. Ihre Leiter unterwerfen sich die Pro- Schulze- Delitzschen Bestrebungen und die ablehnende Hal- vereine von 685 auf 1119, die Mitgliederzahl der berichtenden duftion und steigern ihren Anteil am Gesamtarbeitsertrag ins tung Lassalles und seiner Anhänger zum Vegetieren ver- Vereine von rund 575 000 auf 1058 000, die Zahl der beUngeheuere. Mit der Produktivität der Arbeit steigt der Teil urteilt, gewann das Arbeiter- Genossenschaftswesen einen schäftigten Personen von 7081 auf 16 285, der Wert der in der Bevölkerung, der nicht mehr aus der Erzeugung, sondern fräftigen Anstoß erst, als in den achtziger Jahren, eigener Produktion hergestellten Waren von 14 713 000 m. auf aus dem Umsatz der Güter seinen Unterhalt gewinnt. Selbst da das Ausnahmegesetz sonstige Betätigung verwehrte, die 53 421 000 m. gestiegen. Das eigene Sapital stieg von böllig unproduktive( unnüße) Anhängsel und Einschiebsel der sächsischen Arbeiter die Gründung von Konsum- 17 766 000 m. auf 36 947 000 m., das fremde( größtenteils Voltwirtschaft werden in immer größerer Zahl aus dem vereinen begannen. 1884 trat der Konsumverein Leipzig- von Mitgliedern oder Arbeiterorganisationen) von 21 681 000 m. steigenden Duell der produktiven Arbeit gespeist. Waren bei Plagwik, 1889 Vorwärts- Dresden ins Leben. Heute zählt auf 64 199 000 M. Es läuft also eftva ein Prozent des Ge der Berufszählung von 1882 von 100 Berufsfällen 8,29 folche die Leipziger Genossenschaft nahe an 50 000 Mitglieder und famtkonsums burch diese Vereine. Wie viel weiter die Entdes Handels oder Verkehrs, so stieg der Prozentsatz bis 1895 fetzt für nahezu 20 Millionen Mark Waren um. Von den wickelungsmöglichkeit geht, zeigt ein Blick auf die britische auf 10,44 und bis 1907 auf 11,78, ein relatives Wachstum um sächsischen Vereinen wurde 1894, nach verunglückten Anläufen Konjunvereinsbewegung, die 1908 über 2 400 000 Mitglieder, 41,5 Proz. Ebenso stieg der Anteil dieser Gruppe an der Zahl von anderer Seite, die Großeinkaufsgesellschaft fast 750 Millionen Mart eigenes und Mitgliederanteiltapital der selbständigen Betriebsinhaber in diesen 25 Jahren von deutscher Konsumbereine in Hamburg errichtet:( einschließlich der Großeinkaufsgesellschaften und der an die 13,5 auf 19,5 Proz., d. i. umt 42,2 Proz. Erklärt sich dieses ein Konsumverein der Konsumvereine, der nach dem gewaltigen Konsumgenossenschaften angeschlossenen Arbeitsgenossenschaften) unverhältnismäßige Wachstum des Bermittelungsgewerbes Vorbild der britischen Großhandelsverbände die Konsumenten umfaßte und 115 600 Personen, davon in der Produktion zum Teil aus der immer weiteren Ausdehnung und Spezia- mit dem Weltmarkt verbindet und nun schon die Produktion 50 000 beschäftigte. lisierung der Verkehrswirtschaft, so wirkt doch die Vervoll- in großem Stil sowie das Bankgeschäft in die Hand ge- Der Zentralverband teilt sich in neun Landesverbände kommnung der Verkehrsmittel und die Konzentration der Be- nommen hat. mit eigenen Sekretariaten. An der Spitze des Gesamttriebe in entgegengesezter Richtung. Das bedeutet, daß ein Die sozialdem emokratische Partet hatte sich da- verbandes steht neben dem Vorstand ein Generalsekretariat. erheblicher und wachsender Teil der Vermittelungsgewerbe mals im allgemeinen diesen Bestrebungen gegenüber fühl ver- Neben der Genossenschaftlichen Rundschau", dem Zentralorgan, nicht mehr wirtschaftlich nüßlich( produktiv in diesem Sinne) halten. Genossenschaftsdruckereien, die dem Ausnahmegesetz und einer Zeitungs- Korrespondenz" wird ein Genossenschaftist, sondern von fremder Arbeitsleistung ohne entsprechende zum Opfer fielen, und die auf ganz anderer Grundlage liches Volksblatt" in der Auflage von 250 000 herausgegeben. Gegenleistung zehrt. Er wird zum Schmaroßergewächs. Die ruhenden freien Hilfskassen waren die einzigen genossen- Daneben gibt es ein besonderes Organ für den württemVorteile der Konkurrenz werden für den Käufer zunichte ge- schaftlichen Unternehmungen, die dort Interesse gefunden bergischen Verband und eine Anzahl Totale Vereinszeitungen. macht durch die Ueberzahl der Geschäfte, die durch die Unzahl hatten. Auf dem Parteitage in Berlin, der 1892 nach einem Für den gemeinsamen Einkauf und den Verkehr mit der G. E. G.*) der zu deckenden Betriebsspesen und der zu ernährenden Per- Referate Auers den vielfach aufgekommenen Produktivgenossen- bestehen 43 Einkaufsvereinigungen. Der Zentralverband untersonen nicht mehr verbilligend sondern verteuernd wirkt. schaften gegenüber eine berechtigte Vorsicht empfahl, wurde der hält ein eigenes Rechtsbureau, das besonders der Abwehr der " " " " Eine weitere Wirkung der gesteigerten Ronkurrenz ist die Stonsumgenossenschaften gar nicht gedacht. So ferne lagen sie mancherlei noch über die Ausnahmebesteuerungsgeseße hinaus. Verschlechterung der Waren. Die Parole des dem Interesse, so weit der Gedanke, daß sie für die Befreiung gehenden Steuerscherereien von Behörden dient. Er betreibt modernen Geschäfts ist: Billige Waren. Daher muß die ver- der Arbeiterklasse in Frage kommen könnten. Trotzdem be- eine Verlagsanstalt mit Druckerei und eine Papierwarenfabrik. teuernde Wirkung der Uebersetzung sich in minderem Maß gann allmählich die Heze gegen die sozialdemokratischen Daneben ist die tatsächlich ein Drgan des Zentralverbandes und Gewicht oder in verminderter Beschaffenheit der Waren Stonsumvereine", die von verärgerten Kleinhändlern als ein bildende G. E. G. in die Produktion" großen Stils ein der Partei äußern. So alt wie der Privathandel ist auch das Abknappen Mittel des zur Vernichtung berhaßten getreten: sie hat die von Hamburger Tabatarbeitern be. an der Warenmenge und die Verfälschung der Waren. In Mittelstandes"( mit dem sich das Krämertum immer gründete und mit großer Selbstverleugnung hochgebrachte unserer wissenschaftlichen Zeit ist diese zur vollständigen Technik gern identifiziert hat) hingestellt wurden. Im fächsischen Tabatarbeitergenossenschaft übernommen und erzielt nun in begann eine geworden. 1904 wurde eine große Anzahl Butterhändler in Musterlande lästige behördliche Schifa- drei Fabriken einen Umsatz von nahezu 2 Millionen( im ersten Berlin verurteilt, die mittels einer eigenen Mischmaschine niererei. 1896 tam die Umsatzsteuer, die bald Halbjahr 1910: 927 000) Mart. Die Bant abteilung der Butter( damals zu 1,18 M. das Pfund) mit Koprapalmfett Schule machte, um von den mit Hilfe der Konsumvereine ge- G. E. G. erzielte im ersten Halbjahr 1910 einen Umsatz von ( zu 45 Pf.) verfeßten und das Gemenge als„ Butter Ia" ver- machten Ersparnissen der armen Leute bis zu drei Behntel 52,7 Millionen auf beiden Buchseiten: doppelt soviel als in fauften. Und 1905 stellten Berliner Gerichte in einem Be-( 3, später 2 Proz. des Umsatzes) zugunsten der bettelnden der gleichen Zeit 1909. Es geht vorwärts. Auch in sozialpolitischer Hinsicht hat die Genossenleidigungsprozeß von Milchhändlern gegen die agrarische Zentrale Sleinhändler zu konfiszieren. Selbst die Kriegervereine wurden für Milchverwertung fest, daß nicht, wie letztere behauptet gegen den Umsturz hinterm Ladentisch mobil gemacht. Und schaftsbewegung des Zentralverbandes fortschrittlich gewirkt. hatte, 80 sondern nur 29-31 Proz. der Berliner Milchhändler die Behörden( später in besonders brutaler Weise die Neben der planmäßigen Förderung des Großeinkaufs und der abgerahmte Milch als Vollmilch verfauft hatten. Dieser Ver- preußische Eisenbahnverwaltung) gesellten sich durch Ver- Eigenproduktion war es vornehmlich das Zusammenwirken fälschungen, die bis zur Anwendung gesundheitsschäd- bote der Mitgliedschaft von Staats- und Gemeindearbeitern mit den Gewerkschaften der ganze moderne Zug die modernen Genossenschaften, licher Stoffe( schwefligsaures Natron für Fleisch, selbst diesem Bemühen. Auch in den Kreisen des von mittel- Wirtschaftsauffassung, der Kupferoryd, d. i. Grünspan für Gemüsekonserven usw.) gehen, ständlerischen Kreditgenossenschaften beherrschten, hauptsächlich die mit der Verwirklichung der genossenschaftlichen Idee Verfolgungen der Behörden und gibt es eine Unzahl. Neben vielen anderen Machenschaften von freisinnigen Volfsparieilern geführten Allgemeinen Ernst machten, den Haffe der reaktionären Elemente, bis weit ähnlicher Art führen sie nicht nur zur Schädigung des Verbandes deutscher Erwerbs und Wirt dem taufenden Publikums, sondern auch zur Storruption der schaftsgenossenschaften erweckte der mächtige Auf- in die Reihen des Freisinns, überantwortet hat. Dafür aber hat diese Gemeinschaft des Strebens reiche Früchte für die im Warenhandel beschäftigten Personen. So beröffentlichte schwung dieser Emanzipation der Konsumenten böses Blut. vor einigen Jahren ein englisches Blatt eine Reihe Briefe von In den letzten Jahren des Jahrhunderts war ein neuer, äußere Entfaltung und den inneren Ausbau der GenossenAngestellten, die sich über die ihnen auferlegte Gewissensqual großer Zug in die Bewegung gefomnien. Noch hatte die schaften getragen. Die Propaganda durch Gewerkschaften und beklagten.„ Die Gehilfen", schreibt der Kassierer eines Kolonial- Sesolution Bebel des Parteitages zu Hannover( 1899) zur Arbeiterpresse( die freilich vielfach allzulange gezögert hat) warengeschäfts, müssen lügen, oder sie fliegen." Ein früherer Frage der Taftit eine wohlwollende Neutralität bekundet. hat ihnen zahlreiche Mitglieder, die Mitgliedschaft sozialistisch Verkäufer eines großen Schuhgeschäfts erzählte, daß er mitten Die Partei erachtet die Gründung solcher Genossen geschulter Stämpfer ein gut Stück vorwärtsdrängenden im Winter mit seiner Familie aufs Pflaster gefett tourde, schaften, vorausgesetzt, daß die dazu nötigen Vorbedingungen Eifers und weitschauender Erkenntnis zugeführt. Heute beide eng Hand in Hand. Der Zentralweil er sich weigerte, Schuhe mit Pappfohlen als bestes vorhanden sind, als geeignet, in der wirtschaftlichen arbeiten Kernleder" zu verkaufen usiv. So vollzieht sich eine Unsuminte age ihrer Mitglieder Verbesserungen Ausbeutung und Entfittlichung infolge der Behandlung der herbeizuführen. Sie sieht auch in der Gründung . *) G. G. G.: Großeinkaufsgesellschaft. der verband beziehungsweise die G. E. G. hat Tarif- Verträge mit den Verbänden der Bäcker, Trausportarbeiter, Handlungsgehilfen, Tabakarbeiter abgeschlossen, während für die übrigen Arbeiterkategorien die allgemeinen Tarifverträge gelten. Ein T a r i f a m t, in dem auch die Generalkommission vertreten ist, bildet die oberste Instanz. Der diesjährige Ver- bandstag hat weitere Fortschritte in der Bekämpfung der Hein: arbeit und der S t r a f a n st a l t s a r b e i t ge- bracht. Umgekehrt haben die Gewerkschaftskon-gresse von 1903 und 1908 sich entschieden für die Förderung der Konsumgenossenschaften eingesetzt. Die U n t e r st ü tz u n g s k a s s e des Zentralverbandes, der bis jetzt etwa 4.000 Angestellte angehören und die der- hältnisniäßig reichliche Pensionen für Invalide und Hinter- bliebene vorsieht, die Inangriffnahme des V e r s i ch e r u n gs- gcschäfts für die Vereine, die große, mit allen Vollkommen- Herten eingerichtete Seifenfabrik, die jüngst bei Iiiesa in Betrieb genommen ivorden ist und als Ausgangspunkt einer großen Zahl weiterer Fabriken dienen wird, als Leistungen der Gesamtorganisation, nicht minder eine große Reihe hervorragender Großbetriebe der Lebensmittelversorgung: Bäckereien und Schlächtereien großen Umfangs usw., die groß- zügige Inangriffnahme der Wohnungsversorgung in� Hamburg, Bildungs- und Unterstützungseinrichtnngen (»Sterbegeld, Notfonds u. a.) mannigfacher Art in den Einzel- vereinen würden weiteren Stoff für eingehende Betrachtung bieten. Interessenten seien auf die ausführlichen, mit reichein statistischen Material auch über fremde und ausländische Organisationen ausgestatteten Jahrbücher des Zentralverbandes hingewiesen. Kapriolen. Der Fall Bock hat e. der Zentrumspresse derart angetan, daß sie sich selbst in de» unü �üblichsten Bockspnüigen gefällt. Wir hatten den Befürwortern der Konfessionsschule und der geistlichen Schulaufsicht gegenüber hervorgehoben, daß weder die Konsessionsschule noch der geistlich kontrollierte Neligionsunterrichtes hat verhindern können, daß gerade an einer katholischen Schule ein so unglaublicher Skandal sich ereignen konnte. Wenn trotz Konfessionsschule und Beichte der Versteher dieser Konfessionsschule ein Jahrzehnt hin- durch seine moralisch verpestenden Exzesse habe verüben können, so sei das doch ein Beweis dafür, wie wenig die Konfessionsschule selbst vom Standpunkte ihrer Befürworter aus als Schutzmittel gegen die Unmoral zu betrachten seil Demgegenüber hat nun die„ G ermania' entdeckt, daß die katholischen Lehrer der Konfessionsschule eigentlich gar keine Katholiken gewesen seien. Der Rektor Bock speziell, behauptet sie, sei Mitglied eineS liberalen Wahlvereins gewesen, habe dem liberalen Lehrerverein angehört und den Verein katholischer Lehrer in der gehässigsten Weise bekämpft. Als Liberaler habe er sogar der Sozialdemokratie näher gestanden als dem Zentrum. Wir müssen gestehen, daß wir von der Hinneigung des Rektors Bock zur Sozialdenwlratie leider keine blaffe Ahnung gehabt haben. Inwiefern ein Liberaler der Sozialdemokratie nahe stehen soll, ist wohl das Geheimnis der.Germania", die sich doch gerade in den letzten Monaten redlich bemüht hat, den Liberalismus zum blau-schwarzen Block herüberzuziehen, indem sie ihm klarzulegen suchte, daß die S o z i a l d e»n o k r a t i e der gemein- sanie Feind aller bürgerlichen Parteien sei. Und nun soll auf einmal der Liberalismus der Sozialdemokratie näher verwandt sein, als dem UltramontaniLmuS?t Wenn nun aber wirklich Rektor Bock, der katholische Bor- sicher einer katholischen Schule, sich als liberal aufgespielt hat, wird nicht gerade dadurch die Forderung der Konfessionsschule »cl absuräum geführt? Denn wenn die katholischen Lehrer auch nicht gegen das Gift des Liberalismus immun sein sollen, wozu dann überhaupt die Forderung des Unterrichts der katholischen Schüler durch katholische Lehrer? Oder möchte die„Germania" die Forderung der Konfessionsschule etwa dahin ausgedehnt sehen, daß nur solche Lehrer und Rektoren an katholischen Schulen angestellt würden, die eingeschriebene Mitglieder oder gar Agitatoren der Zentrums- Partei sind?I Die„Germania" macht übrigens noch einige sonderbare Be- mcrkungen. Sie schreibt: „Ueber die Lage, in welcher das Lehrpersonal der Bock- schen Schule dem Rektor gegenüber sich befand, wie über die Stel- lung, die einzelne den dem Rektor zur Last gelegten Verfehlungen gegenüber nahmen, könnten wir ebenfalls genaue Angaben machen, die denen, welche die weltliche Schulaufsicht zu führen haben, sicher nichts weniger als angenehm fein würden— Angaben, die schlagend die Notwendigkeit der geistlichen Schul- a u f s i ch t. auch in Berlin, dartun würden. Einstweilen wollen wir davon noch absehen. Sollten aber die ungerechten An- schuldigungen nach der kirchlichen Seite hin in der liberalen und sozialdemokratischen Presse noch weiter fortgesetzt werden, so werden wir auch dieses Material veröffentlichen." Wir möchten die„Germania" doch dringend ersuchen. von ihrer Nachsicht doch lieber keinen Gebrauch zu machen -und mit ihrer Wissenschaft sofort heraus- z u r ü ck e n! Denn wenn wirklich die Aufsichtsbehörden den Warnungen des Lehrpersonals daS Ohr verschlossen haben sollten, so verdient eine solche Harthörigkeit die schärffte Brandmarkung. Die„Germania" mag also getrost mit ihren Enthüllungen be- ginnenl Wenn die„Germania" aber weiter behauptet, daß die „liberalen und die roten Sittenrichter" bei anderen Gelegen- heiten, wo es sich um ähnliche Verfehlungen gehandelt habe, ge- schwiegen hätten, so wollen wir hiermit mit aller Entschiedenheit erklären, daß wir von allen derartigen Skandalen der Oeffentlichkeit gewissenhaft Kenntnis gegeben haben, sofern wir selbst Kenntnis davon erlangten. Der Verfehlung allerdings, auf die die„Germania" ebenfalls anspielt, haben wir uns schuldig ge- macht, daß wir den Namen eines jugendlichen Lehrers vcr- schwiegen, der zwar kein Sündenregister, wie der Rektor der katholischen Schule, zu verzeichnen, aber immerhin Anlage dazu bekundet hatte. Es handelte sich damals um sittliche Verfehlungen des Sohnes des freisinnigen Abgeordneten Kopsch. Da der be- treffende Lehrer damals durch Amtsenthebung. un- schädlich gemacht wurde, lag für uns kein Grund vor, durch volle Namensnennung den Abgeordneten einer gegnerischen Partei zu kompromittieren, der für die Verfehlungen seines Sohnes in keiner Weise verantwortlich war. Auch die „Germania" wird uns schwerlich nachreden wollen, daß wir von der Namensnennung aus Freundschaft für Herrn Kopsch Abstand genommen hätten! Gehört doch gerade dieser frei- sinnige Bolkstribun keineswegs zu den Schützlingen der Sozial- demokratiel Der„Vorwärts" handelte damals eben aus menschlichem Anstandsgefühl, das wir auch einem ZentrumSabgcordneten gegenüber im gleichen Falle beobachtet hätten.— Wenn Ke„Tekmama" a?er Kein?,$ct Zoll Bock spreche gerade für die Notwendigkeit der geistlichen Schul- a u f s i ch t, weil ja die weltliche diesmal versagt habe, so bitten wir sie nur wiederholt um vie Beantwortung der Frage: Wie soll ein Schulaufsichtsbeamter das Verhalten eines Lehrers zu kontrollieren vermögen und Verfehlungen gegen seine Schüle- rinnen zu entdecken vermögen, wenn es sogar dem Geistlichen unmöglich war, durch die Beichte auch nur etwas über die Ver- fehlungen des Rektors Bock zu erfahren! Denn wenn trotz der Tatsache, daß zahlreiche Schülerinnen von Bock verführt worden sind, der Beichivater niemals etwas davon erfuhr, so beweist das nichts geringeres, /als den Bankrott der Beichte übechaupt. Erfuhr aber der katholische Geist- liche durch die Beichte von den Verfehlungen des Rektors Bock und benutzte e». nicht als Beichtvater das Mittel, die Absolution zu verweigern, dazu, die Beichtkinder zur Mit- teilung an ihre Eltern zu veranlassen, so bliebe der einzig Verantwortliche für die durch viele Jahre hindurch fortgesetzten Schandtaten des Rektors Bock eben kein anderer, als das konfessionelle System! Möchte sich die„Germania" nicht einmal etwas eingehender zu dieser von uns wiederholt angeschnittenen Frage äußern? Sie Krönung des Schandwerks. Während der Beratung der Finnlandsvorlage in der Duma und im ReichSrate N?ar es eines der beliebtesten Argumente der Anhänger der Erdrosselungspolitik, daß die Regierung keineswegs die Absicht habe, die finnländische Autonomie zu vernichten, sondern in Gestalt der Finnlandsvorlage nur eine Waffe gegen die fin- nischen„Ausschreitungen" in der Hand haben wolle. Selbst Ministerpräsident Stolypin scheute sich nicht, in seiner Rede im Reichsrate von einem rein dekorativen Charakter des Gesetzes zu sprechen, obgleich es für jeden vernünftigen Menschen schon da- mals klar war, daß diese Worte eitel Lüge und Heuchelei waren. Indes verfehlten diese heuchlerischen Ertlärungen ihre Wirkung nicht. Das Dumazentrum versuchte damit, ihre Zuhälterdicnste bei der Durchpeitschung der Finnlandvorlage zu rechtfertigen, und in der Presse des In- und Auslandes fanden sich genug leichtgläubige Stimmen, die an ein schroffes Vorgehen der Petersburger Regie- rung gegen Finnland nicht glaubten. Ja selbst unter den finn- ländischeu bürgerlichen Politikern fanden sich Optimisten, die noch immer hofften, daß die Zarenrcgierung ihre Erdrosselungspläne nicht verwirklichen würde. Dieser unklaren Stimmung ist mm mit einem Schlage ein Ende bereitet worden. Am 11. August veröffentlichte der„Regie- rungsanzeiger" zwei Manifeste Nikolaus II., in denen anbefohlen wurde, daß der finnische Landtag zum 1./14. September zu einer außerordentlichen Session für die Dauer von zwei Monaten ein- berufen werde, um 1. im Einklänge mit der vom Neichsvat und der Duma ausgearbeiteten Finnlandsvorlage vom 17./M. Juni den Wahlmodus der finnischen Delegierten zum ReichSrat und zur Reichsduma auszuarbeiten und 2. sein Gutachten abzugeben über die Gesetzesvorlagcn, die rechtliche Gleichstellung der russischen Bürger mit den finnischen und die Regelung der Militärfrage betreffen. Die finnische Volksvertretung ist also nun vor die Alternative ge- stellt, den im ungesetzlichen Wege erlassenen und die Existenz der Nation bedrohenden Vorlagen der Zarenregierung ihre Zustim- mung glatt zu verweigern, oder die Interessen des finnischen Volkes zu verraten und seine Freiheit mit eigenen Händen zu meucheln. Wer den Charakter der finnischen Volksvertretung, die fast zur Hälfte aus Sozialdemokraten besteht, und die Stimmung der Volksmassen kennt, wird keinen Augenblick zweifeln, daß der ftnnische Landtag den ersten Weg wählen und den räuberischen Plänen der Petersburger Regierung ein kategorisches„Nein!" entgegensetzen wird. Damit ist aber auch der Zweck erreicht, die sich die russischen Regierungsprovokateure gestellt haben. Einer der Hauptmacher der Finnlandshetze, Borodkin, hat noch vor kurzem im oktrobristischicn Offiziosus„Golos MoSkwh" den Inhalt der jetzt veröffentlichten Zarenmanifeste vorausgesagt und seine Ucberzeugung geäußert, daß der finnische Landtag unbedingt eine ablehnende Antwort erteilen werde. Der Führer der Finnlandshetzer, der, bezeichnenderweise, den Inhalt der„Allerhöchsten Willenskundgebung" schon vorher in der Presse zu peröffentlichen vermochte und damit die klägliche Rolle des meineidigen Zaren bloßstellte, wußte also ganz gut, welche Politik die Regierung gegenüber Finnland verfolgt. Unsere fin- nischen Genossen haben sich natürlich von vornherein keinerlei Täuschungen hingegeben und diesen Ausgang prophezeit. An der finnischen Volksvertretung ist es nun, bis zum letzten Augenblick fest und mannhaft auf dem Standpunkt des Volkes zu verharren. Die organisierten Kräfte des Volkes, und in erster Reihe das sozialistische Proletariat, werden Mittel und Wege finden, den Wil. len ihrer Vertreter zu stützen, und allen Hinderniffen zum Trotz, die Anschläge der russischen Regierungsbarbarei zurückzuschlagen. poUtifcde Ocbcrlicbt. Berlin, den 19. August 1910. Berlin und Wien. Gestern feierte der Kaiser Franz Joseph von Oesterreich seinen achtzigsten Geburtstag. Vom„Neuen Wiener Tag- blatt" war Fürst Biilow aufgefordert worden, zu diesem Tage ein Artikelchen über das segensreiche Regiment des Kaisers zu schreiben; und Bülow, der bekanntlich während seiner Kanzlerschaft stets gute Beziehungen zur Presse unterhalten hat, selbst zu„demokratischen" Blättern von der Art der„Frankfurter Zeitung", hat nicht gezögert, diesen Wunsch zu erfüllen. Er hat ei.ien„Gruß aus Deutschland" geliefert, der in der konservativen Presse ein großes Halloh hervorruft, denn er hat sich nicht darauf beschränkt, nur jene lächerlichen Huldigungsphrasen herzubeten, die man an Kaisersgeburtstagen in der„Kreuz- Zeitung" und der„Deutschen Tageßzeitung" findet, sondern er hat sich auch erlaubt, einen nur halbversteckten, politischen Vergleich zwischen dem deutschen und dem österreichistlzen Kaiser zu ziehen. In Bülows„Gruß" heißt es nämlich: „An seinem 80. Geburtstage wird außerhalb der Grenzen der Habsburgischen Monarchie des Kaisers Franz Josefs nirgends mit wärmeren Wünschen gedacht werden als im demschen Volke, in allen seinen Teilen, bei allen Parteien, in allen Schichten... Kaiser Franz Josef hat es wie wenige Fürsten verstanden, wieder- holt— und gerade in d'en fentscheidendsten Augen» blicken— der inneren und der äußeren Politik Oesterreich-Un- garnS da? Gepräge seines Charakters zu geben; daS Gepräge eines den Forderungen des Fortschritts recht- zeitig sich anpassenden, verständnisvollen Kon- servatiSmuS und der Treue am gegebenen Wort. Ohne nachtragenden Groll hat er nach geschichtlichen Er- eigniffen von ewiger Bedeutung mit der Gründung deS selbstän- digen Deutschen Reiches sich abgefunden, allen Versuchungen gegenüber an dem politischen Bündniffe mit uns anenkwegt fest» gehalten und sogar freundschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Reiche» und mit dem deutschen Kaiserhause angeknüpft und bewahrt." Begreiflilherweisg behagt dieser auf � die Wahlrechtsreform bezügliche Vergleich den Konservativen recht wenig, und die freikonservatwe„Post" bemerkt denn auch recht bissig dazu: „Es ist jedenfalls eigenartig und neu, wenn ein ehemaliger Reichskanzler in dieser Weise das Wort ergreift, und die von uns gesperrt gedruckten Worte sollen wohl eigentlich nicht nur in Wien. sondern auch in Berlin gehört werden und wiederum darauf hinweisen, weshalb Fürst Bülow gestürzt ist. Nun, die „Treue am gegebenen Wort" ist in Preußen jedenfalls immer so gut gehalten worden wie in Wien." Die ehrsame„Post" ist bescheiden. Sie nimmt zwar an, daß die„Treue aiy gegebenen Wort" auch in Berlin ge- halten wird, daß aber dort auch ein den„Forde- rungen des Fortschrittes sich rechtzeitig anpassendes" Verständnis vorhanden ist, scheint sie selbst nicht zu glauben; wenigstens schweigt sie sich darüber aus- Flcischtenerung. Wie aus Nürnberg gemeldet wird, beschloß der dortige Magistrat, beim Staatsministerium folgenden Antrag zur Linderung der Fleischnot zu stellen: Die Viehzölle aufzuheben oder mindestens stark einzuschränken, die unbeschränkte Vieheinfuhr zuzulassen, die Eisenhahnfrachtsätze ans Viehtransport zu ermäßigen und dahin zu wirken, daß Oesterreich kein Viehansfnhrverbot erläßt. Ferner wird um Einsetzung eines LandesauSschuffeS ersucht, um den Gegenstand weiter zu behandeln. Die Beschlüsse sollen den bayerischen Städten und dem Städtetage zum Anschluß übermittelt werden. Der Vorstand des Deutschen Fleischerverbandes und des Bundes der Viehhändler haben beim Reichskanzler eine Audienz beziehungs- weise Konferenz der an der Flcischversorgung beteiligten Berufs- stände beantragt, in der über die Gründe und die Milderung der herrschenden Viehteuerung verhandelt werden soll. » Die Metzgerinnung in Mainz macht bekannt, daß ab 20. August der Preis für Ochsen- und Rindfleisch um 20 Pf. pro Kilo er- höht werde._ Katzbalgerei zwischen Hansabnnd und Konservativen. Die Auseinandersetzung zwischen Konservativen und Hansabnnd spitzt sich von Tag zu Tag mehr zu. Die„Konservative Kor- respondenz" nimmt in ihrer Nummer vom 19. August Stellung zu dem Briefwechsel zwischen dem Münchener Konservativen v. Pech- mann und dem Hansabund-Borsitzenden Rießel. Sie wirst dem Hansabund vor, daß er um den Kern der Sache herumgehe und nicht wage, klare Stellung zur Sozialdemokratie zu nehmen. Der Hansabnnd könne gar keine Stellung zur Sozialdemokratie nehmen, denn er wolle unter dem Vorwand eines Kampfes gegen die Reaktion das Reich an die Sozialdemokratie verraten. Zum Schluß heißt es in diesem wütenden Angriff auf die Hansa» bündler:„Tatsächlich ist der Haiisabund nur gegründet worden, um bei der denmächstigen Regelung des Zolltarifs und der Handels» Verträge im fmhändlerilch-frei sinnigen Sinne tätig zu fein und eine Abbröckeluug der Zollsätze durchzusetzen. Dazu ist die Sozial- demokratie sehr gut zu gebrauchen; und je mehr Sozialdemokraten im nächsten Reichstag sitzen, um so besser für den Hansabund und seinem eigentlichen Zweck._ Wirkungen der Hnndstagshitze. Von einem Leser des„Vorwärts" werden wir auf folgende, vor einigen Tagen in der„Kreuzzeitung" veröffentlichte Notiz lun» selbst war diese Glanzleistung entgangen) aufmerksam gemacht: „Ein alter Leser unserer Zeitung schreibt uns:„In einer der Julinummern Ihrer Zeitung unter„Deutschland. Berlin. 19. Juli", führen Sie die Beträge an, die der sozialdemokratischen Hauptkasse im Juni d. I. zugeflossen sind. Darunter heißt es: „Die mysteriösen Spender„Nordische Wasserkante" und ,.T. F. Z." haben 50 000 bezw. 5000 M. abgeliefert." Den Schleier der „Nordischen Wasserkante" glaube ich lüften zu können. Ein lang- jähriger Hamburger Bekannter versicherte mir, aus bester Quells zu wissen/daß sich darunter ein jüdischer Hamburger Lotterielose- Händler verbirgt, der sich verpflichtet hat, wenn die sozialdemo- kratischen Arbeiter ihre Lose von ihm kauften, einen Teil seines Gewinnes an die Parteikasse abzu- führen. Der Name jenes Hebräers wurde mir auch genannt." Wir können nur annehmen, daß sich ein Witzbold, der die geistigen Qualitäten der.Kreuzzeitungs"-Redaktion genau kennt und weiß, wie leicht sie sich nasführen läßt, einen faulen Scherz er- lanbt hat, oder aber, daß der„alte Leser", der dem Blatt seine Wissenschaft übermittelte, geistig etwas defekt ist. Vielleicht hat die ehrsame„Kreuzzeitung" die Zuschrift nicht auS Hamburg selbst, sondern aus Friedrichsberg, allwo sich die hamburgische Anstalt für Irrsinnige und Geistesschwache befindet, erhalten. Bekanntlich bezog auch früher die„Post" ihre Inspirationen mit Vorstehe aus Kropp.'_ „Die Strafte dient dem Verkehr." Zur Einweihungsfeier des Kaiserschlosses, das mit einem Aufwände von b'/e Millionen Mark errichtet worden ist, die seinerzeit der Landtag, der ja damals noch sozialistenfrei war, ohne Wimpernzucken bewilligt hatte, weilt zurzeit die kaiscr» liche Fannlie in Posen, der Provinzialhauptstadt der von unserer Germanisterungspolitik hauptsächlich aufs Korn ge« nommenen Provinz. Um nun der Anwesenheit der Kaiser» fnmilie daS rechte Relief zu geben und die Oeffentlichkeit energisch darauf hinzuweisen, daß nach der Erklärung des Berliner Polizeipräsidenten die Straße dem B e r k e h r dient, erläßt das Polizeipräsidium in Posen eine spaltenlange Bekanntmackung in den dortigen Tagcsblättern, in der neben peinlichen Vorschriften über das Verhalten des Publikums beim Passieren der kaiserlichen Wagen auch noch die mnfangreichsten Mitteilungen über die Straßen- absperrungen gemacht werden. In der Bekanntmachung des Polizeipräsidenten heißt eS: „Beim Passieren der Straßen durch Ihre Majestäten ist das Neberreichen von Bittschriften, das Werfen von Blumensträußen, das Fahnenschweilkrn, da? Nachlaufen hinter den Wagen, das Abbrennen bengalischer Flammen unbedingt zu unterlassen. Stets und überall ist verboten, hinter Truppenteilen herzulaufen. Feuerwerkskörper auf die Straße zu Werse» und das Schießen auf und in der Nähe der Straßen." Das Verbot des Schießen« und des AbbrcnnenS bengalischer Flammen könnte noch einigermaßen begreiflich erscheinen, aber daß man sogar das Werfen von Blumensträußen und das Fahnenschwenken verbietet, erinnert doch schon gar zu sehr an Vorsichtsmaßregeln in Rußland, wo sich ja Väterchen nicht einmal getraut, sein Haupt auch nur i« den Schoß eines Kammer« dieners zu betten. 24 Dann aber fommen endlose Bekanntmachungen über die den Leiter des Senats Aldrich und den Sprecher des 1 Das Parteigeschäft in Duisburg Fat einen guten Auf Straßensperrungen. Da sind zahllose Straßen gesperrt am Repräsentantenhaufes Cannon zu opfern. Bellinger soll am schwung genommen. Die Genossen haben in den letzten Wochen ein 20. August von 2-5 Uhr, andere Straßen von 7-11 Uhr, ferner 15. September aus dem Kabinett austreten. Präsident Taft wird größeres Grundstück käuflich erworben und sind mun dabei, sich ihr am 21. Auguſt eine Anzahl von Straßen von 10%-1 Uhr, eine fein neues Programm und Roosevelt das seinige in der nächsten eigenes Heim auf demselben zu erbauen. Als Reichstagslandidat weitere Straße von 834-10 Uhr abends. Am 22. August sind eine Anzahl Straßen gesperrt von 58-68 Uhr früh und von 1-2 Uhr Wahlversammlung des Staates New York zur Kenntnis bringen. Hengsbach- Köln, einstimmig aufgestellt. In Anbetracht des au nachmittags. Am 23. August endlich von 9-10% Uhr. Und nicht Roosevelt unternimmt demnächst eine Wahltournee in die West- erwartenden heißen Wahlkampfes beschloß die Konferenz, neben nur der Straßendamm wird für den Fahrverkehr und für das leber- ftaaten, wo die Lage für die republikanische Partei besonders dem Parteibeitrage in Höhe von 40 Bf. pro Monat die männlidjen fchreiten durch das Publikum gesperrt, sondern zum Teil darf nicht kritisch ist. Mitglieder noch zur Zahlung von 10 Pf. für den Wahlfonds vis einmal der Bürgersteig vom Publikum betreten zur Reichstagswahl zu verpflichten. werden! In der Tat eine Klassische Jllustration des famosen Wortes des Berliner Polizeipräsidenten: Die Straße dient dem Berkehr!" " Nur Kriegervereinsmitglieder haben Anspruch auf die Veteranenbeihilfe. Einem 68 jährigen Kriegsteilnehmer aus dem Jahre 1866 antwortete der Amtsvorsteher Fischer aus Saarau bei Breslau auf fein Gesuch um Gewährung der Veteranenbeihilfe: Saarau, den 10. August 1910. Burüdgereicht mit dem Bemerken, daß, wenn Sie nicht Mitglied eines Kriegervereins find, ich in der Angelegenheit nichts tun tann." Will der Amtsvorsteher auf diese Weise Mitglieder für den Kriegerverein werben? Als Amtsvorsteher ist er einfach verpflichtet, das Gesuch des Veteranen weiter zu geben, ganz gleich, was dieser ist. Dortmund, die Stadt der Skandale. Kanada. Kaisernarrheit". In einer Ansprache an eine Versammlung von Ansiedlern aus den Bereinigten Staaten erklärte der Ministerpräsident 2 aurier, das britische Reich sei nicht weniger frei als jene. Der König diefer ,, gekrönten Demokratie" habe vielleicht weniger Machtbefugnis als der Präsident der Vereinigten Staaten. Gine lebhafte, teilweise etwas erregte Debatte führte die badische Hofgängerei und Budgetbewilligung herbei. Hengsbach, wurde das Verhalten der Badenser scharf verurteilt. Es Bon jämtlichen Rednern, insbesondere auch vom Abgeordneten gelangte schließlich mit allen gegen 2 Stimmen eine scharf berurteilende Resolution zur Annahme. Der Magdeburger Parteitag soll durch zwei Delegierte beschickt werden. Die Generalversammlung des Sozialdemo britischen Weltreiches( Empire) den Titel„ Emperor"( Kaiser), den er bede fand am Sonntag, 14. August, in Minden statt. Die Eins Zu dem Vorschlag, dem König von England, als Chef des fratischen Vereins für den Wahlkreis Minden- Lüb als Despot von Indien führt, zu verleihen, äußert sich drastisch die nahmen des Vereins betrugen im 1. Halbjahr 1910 intl. 40,38 0. Beitung Witneß" in Montreal. Sie sagt, das sei wohl der Stassenbestand 1249,25 M., die Ausgaben 806,69 M. Die Einnahmen tollite Borschlag. Das englische Bolt werde feinem Stönig gewiß bestand 2555,61 M., Die Ausgaben 2113,05 M., so daß am 30. Juni des ganzen Geschäftsjahres 1909/10 betrugen int!. 500,82 M. Kaffens nicht erlauben, auf das Niveau von Autokraten des Festlandes d. J. ein Kassenbestand von 442,56 m. vorhanden war. Die Zahl herabzusteigen. der Mitglieder betrug am 30. Juni d. J. 916 gegen 690 am 30. Juni 1909. Das ist eine Zunahme von 226 Mitgliedern. Die Zahl der Ortsgruppen stieg von 12 auf 20. In den 129 Orten des Wahltreises haben wir erst in 43 organisierte Genossen. Die Zahl der " Volkswacht"-Abonnenten ist um 155 auf 851 gestiegen. MindenLübbecke ist ein fast nur ländlicher, stark konservativer Kreis. Aus der Partei. Der Internationale Kongres in Kopenhagen. Der Banttrach hat die Gemüter in Dortmund so in Aufregung Das Internationale Bureau tritt am Freitag, Deffentliche Versammlungen fanden im Berichtsjahre 41 statt. gebracht, daß über Nacht allerlei andere Glanbalaffären den 26. August, zu einer Sigung zusammen. Der Stongreß 20 500 Flugblätter und Broschüren wurden verbreitet. Die Bau heranreiften, ohne zunächst besondere Beachtung zu finden. Jüngst wird Sonntag vormittag 10 Uhr eröffnet, ams Nachmittag tätigkeit im Streise ist sehr still. Alles wartet auf den Kanalbau. erhängte sich im Dortmunder Gerichtsgefängnis eine Hebamme. Sie findet Meeting und Volksfest statt. Montag tagen außer dem sehr hemmend. Vertreten waren auf der Generalversammlung Die Arbeitslosigkeit infolge der Tabaksteuer wirtte auch hatte in den besten Gesellschaftstreisen hilfreiche Hand Bureau die Sektionen der einzelnen Nationen, ferner finden 19 Ortsgruppen durch 34 Delegierte; außerdem find anwesend der geleistet, um gewisse unangenehme Folgen zu beseitigen. Undankbare hatte sie verraten. Der Untersuchungsrichter nahm die tarischen Kommission. Die Tagesordnung für die folgenden Ein neues Statut wurde beschloffen. Beim Bunft Deutscher Gine ftatt: Sigungen der Redakteure und der Interparlamen- Kreisvorstand, der Bezirkssekretär und Vertreter der Volfswacht". Hebamme in Haft, und demnächst sollte fie fich mit etwa Zage wird dann noch weiter bestimmt. Die Tagesordnung Parteitag" wünschten sämtliche Redner, daß die badische Budget 20 Damen aus der befferen Gesellschaft wegen Abtreibung der Leibesfrucht verantworten. Sie ist nun wie folgt festgesezt: bewilligung nur sachlich behandelt werden möge. Auf Antrag des zog es vor, durch Selbstmord der Verhandlung zu entgehen. 1. Die Beziehungen zwischen Genossenschaften und poli- Redakteurs Genossen Schädlich wurde jedoch von einer Beschlußtischen Parteien. sassung Abstand genommen und den Delegierten freie Hand ge= laffen. Als Delegierter wurde Genosse Ernstieg- Minden gewählt. Raum ist sie begraben, da wurde wieder eine Hebamme berhaftet. Und mit ihr auch die Mutter eines vierzehnjährigen Schulmädchens. Ein Fall, ähnlich gelagert wie der Fall Bod in Berlin. Auch hier soll ein Lehrer der Schuldige fein. Das Kind war geschwängert worden. Es wurden Abtreibungs versuche vorgenommen und an den Folgen starb das Kind. Die Hebamme ist angeflagt wegen Abtreibung und Körperverlegung mit Todeserfolg, die Mutter wegen Anstiftung zu dem Verbrechen. Oefterreich. Ueberall dieselben. Wien, 19. August. Mit der in der letzten Zeit recht bringend gewordenen Frage der Fleisch not wird sich erst ein heutiger Ministerrat befassen. Unterdessen ist an den Ministerpräsidenten Baron Bienerth ein Schreiben des Obmanns der deutschen Agrar partei Dr. Damm eingelaufen, in welchem gegen die Maßnahmen der Vermehrung des Viehangebotes im Namen der ganzen österreichischen Volkswirtschaft protestiert wird. frankreich. Luftmilitarismus. Paris, 19. August. Der Berichterstatter des Kriegsbudgets Elementel hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, daß das Barla ment für dieses Jahr eine Flottille von Flugapparaten gründen werde. Striegsminister General Brun bestätigt nun mehr diese Meldung in einem Interview mit einem Redakteur des Matin", worin der Kriegsminister ausdrücklich erklärt, daß er diesen Aeußerungen Clementels nichts hinzuzufügen habe. Die größten Anstrengungen werden von seiten des franzöfifchen Kriegsministeriums be züglich der Luftschiffahrt gemacht. Man versucht fieberhaft, die Apparate zu berbessern und zu vervollkommnen. Angesichts dieser Bewegung, die Flugapparate in den Dienst der Kriegsmacht zu stellen und sie militärischen Zwecken dienstbar zu machen, geht man zunächst daran, die Zahl dieser Apparate in weitgehendem Maße zu verstärken. Ebenso wird durch eine neu zu gründende Pilotenschule die Zahl der Piloten unter den franzöfifchen Offizieren bedeutend vermehrt werden. Schon in Jahresfrist soll das Kriegsministerium über eine bedeutende Anzahl tüchtiger Luftpiloten und guter mit allen Neuerungen versehenen Flugapparate verfügen. Cürkei. Die Entwaffnung der Bulgaren. Ronstantinopel, 19. August. Tanin zufolge sind die VerhandJungen betreffend die Rückkehr der, bulgarischen Flücht Iinge nach Mazedonien beendet. Die Rückkehr wird unter der Bedingung der Waffen ablieferung gegen die Versiche rung der türkischen Gesandtschaft erfolgen, daß eine Verfolgung wegen der Flucht nicht plakgreifen wird. Die bulgarische Regie rung wird der türkischen Gesandtschaft eine Liste der Flüchtigen übergeben und dafür bürgen, daß die Liste ehemalige Mitglieder von Banden nicht enthält. Den in die Berge geflüchteten Bulgaren wurde bekannt gegeben, daß das Bandengejez angewendet werden wird und daß ihre Familien nach Asien werden verbannt werden, wenn sie nicht binnen 15 Tagen zurüdkehren und die Waffen abliefern. Aus Kossowo wird berichtet: Der Wojwode Prisfali- Symon veranlaßte die Eintrohner von Kotschana und Umgebung, die Waffen nicht abjuliefern, sondern in die Berge zu flüchten. Es wurden verdächtige Schriften und Siegel beschlag nahmt. Die Lage auf Kreta. 2. Die Arbeitslosenfrage. 3. Das Schiedsgericht und die Abrüstung. Die Generalversammlung des Sozialdemo 4. Die internationalen Ergebnisse der Arbeitergesetzgebung.tratischen Bereins für den Wahlkreis Herford Halle 5. Die Organisation einer internationalen Rundgebung tagte am Sonntag, 14. August, in erford. Vertreten waren gegen die Todesstrafe. 6. Das für die rasche Ausführung der Beschlüsse der internationalen Kongresse einzuschlagende Verfahren, 7. Die Drganisation der internationalen Solidarität. 8. Resolutionen über andere Fragen. Zum Parteitag. Die Anträge: einen auswärtigen Genossen für eine Agitationstour zu gewinnen und an die entlassenen Reservisten ein Flugblatt herauszugeben, wurden dem Vorstand überwiesen. und die Volkswacht". Die Einnahmen im 1. Halbjahr 1910 be26 Ortsgruppen durch 53 Delegierte, außerdem der Kreisvorstand trugen inkl. eines Kassenbestandes bon 253,13 M. 2892,68 M.; die Ausgaben 2728,90 M.; mithin war am 30. Juni ein Kassenbestand von 163,78 M. zu verzeichnen. Die Zahl der Mitglieder ist von 1614 am 31. Dezember 1909 auf 1870 am 30. Juni d. J., also um 256 gestiegen. Die Zahl der Ortsgruppen beträgt 30. Die Zahl der Abonnenten der Volkswacht" im Kreise ist im gleichen Zeit Parteiversammlung des 12. sächsischen Mit dem Parteitag in Magdeburg beschäftigte sich eine raum von 2120 auf 2301, also um 181 gestiegen. In 15 Orten ( Leipzig Stadt). In etwa anderthalbstündigem Referate behandelte bezw. Gemeindeversammlungen. Reichstagswahlkreises des Kreises hat unsere Partei 24 Vertreter in StadtverordnetenGenosse Lipinski die Tagesordnung des Magdeburger Partei 125 Mitglieder- und 33 öffentliche Versammlungen, 116 BeEs fanden statt in Halbjahre tages und ging bann näher auf den Disziplinbruch und die Hof: sprechungen und Stadtbezirksversammlungen. Der Kandidat des gängerei der Badener ein, beides als Ausfluß der in der Partei Kreises, Redakteur Genoffe Hoffmann- Bielefeld, hielt ein Referat immer mehr überhand nehmenden Opportunitätspolitik erklärend. über:" Die politische Lage in Deutschland". Die GeneralversammZum Schlusse unterbreitete und begründete der Referent die Re- lung ist mit dem Referenten einverstanden, daß über die badische solution der Parteileitung des Leipziger Agitationsbezirkes. In Budgetbewilligungsfrage der Parteitag möglichst ruhig verhandeln des Disziplinbruches auf dem Magdeburger Parteitage nicht der der Diskussion führte der Genosse Lensch aus, daß die Frage möge. Als Delegierter wird Genosse Schmidt Herford gewählt. Hauptverhandlungsgegenstand fein und die Zeit ungebührlich in Anspruch nehmen dürfe, die Sache sei klar und hier gelte es kurz zu entscheiben. Dagegen werde die Frage des politischen Waffen. Die Gêneralversammlung des Sozialdemo streifs in Berbindung mit der preußischen Wahlrechtsfrage dislung dieser Frage würde auch der Revisionismus mit seiner klein- Gera. Anwesend waren aus 27 Orten 92 Delegierte. In dem Getutiert und in den Vordergrund treten müssen. Mit der Behand ratischen Vereins für Reußi. L. tagte am 14. August in bürgerlichen Barlamentspolitik am wirtsamsten bekämpft. Die schäftsbericht konnte konstatiert werden, daß trotz der vorjährigen politischen Verhältnisse Deutschlands verlangten, daß das Schtver- Strise und der Aussperrung die Mitgliederzahl von 4000 auf 4329 gewicht der Parteitätigkeit nicht in die Parlamente, sondern in gestiegen ist. Darunter find 3659 männliche und 670 weibliche Mitdie breiten Boltsmassen gelegt werde. Straßendemonstrationen, glieder. Die Zahl unserer Genossen in 19 Gemeindeorten stieg von politischer Massenstreit müßten als Hebel der Vorwärtsentwid. 90 auf 106. An Flugblättern wurden 56 000 verbreitet. Einlung angewendet werden. Ob der lettere jetzt schon anzuwenden nahmen und Ausgaben des Vereins balancierten insgesamt um möglich sei, wolle er nicht entscheiden, das müsse Sache genauer Be- 22 877 M. Nach einem Referat des Reichstagefandidaten Genossen ratung sein. Genoffe Seger wandte sich gegen die Ausführungen Wurm wurde folgende Resolution angenommen: Situation als die Diskussion über den Massenstreit sei die Schaf des Genossen Len sch. Viel wichtiger in der jetzigen politischen fung der Parteieinheit und Tattit, damit wir den bürgerlichen Parteien bei den bevorstehenden Wahlen eine siegreiche Schlacht liefern können. Das Vorgehen der Badener und ihre Verteidigung stellen aber die Einheit und Geschlossenheit der Partei in Frage, nicht nur wegen des beispiellosen Disziplinbruches, fondern wegen ihrer Taktik der Verallgemeinerung der Großblockidee auf das Reich. Den Massenstreit aufs neue diskutieren zu wollen, ohne ihn anzuwenden, sei doch eine unentschuldbare Zeitvertröde lung. In Preußen werde man die Reaktion genau so bekämpfen wie im Musterlande der Neaktion in Sachsen selbst. Reichstagswahl müsse für die Entrechtung Vergeltung geübt werden. In Sachsen fei dies 1903 gelungen. Dann habe man noch die Straßendemonstrationen als Drudmittel angewendet und so die bürgerlichen Barteien endlich zu Konzeffionen gezwungen. werde es auch wohl in Preußen gemacht werden. Bei der So Genosse Schmidt stellte einen Abänderungsantrag zur Resolution, daß der Parteitag in Magdeburg die Disziplinbrecher einfach auszuschließen habe. Die Resolution wurde ohne die beantragte Aenderung gegen zwölf Etimmen angenommen; dem Opponent ging die Resolution nicht weit genug. Als Delegierte wurden die Genossen Lipinski, Diebe und Beher gewählt. Die achte Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins für Reuß j. 2. erklärt: Die Zustimmung der Genossen im badischen Landtag zum Budget ist ein grober Verstoß gegen den Beschluß des Nürnberger Parteitages, fie untergräbt die Grundlagen der Partei, die ohne freiwillig übernommene Dis. ziplin aller Genossen nicht kampffähig bleiben kann, fie schä digt die Intereffen der Arbeiterklasse, da sie verschleiert, daß der heutige Staat nur ein Werkzeug des Kapitalismus ist, sie lähmt infolgdessen den Klassenkampf, der das einzige Mittel zur Be. freiung der Arbeiterklasse ist; andererseits ist die Teilnahme an hösischen Kundgebungen eine unwürdige Preisgabe der republi. tanischen Anschauungen der Partei. Die Generalversammlung erwartet daher vom Magdeburger Parteitag, daß er die Nürnberger Resolution aufrechterhält und diejenigen, die sie nicht anerkennen, als nicht zur Partei gehörig erflärt." In der lebhaften Debatte wurde nur für die Resolution gesprochen und dieselbe einstimmig angenommen. Als Delegierte wurden gewählt die Genossen Wurm, Fischer und Parteisekretär Knauf, ersterer wurde gleichzeitig zur Frauenkonferenz delegiert. Unser Parteiblatt, die Neußische Tribüne", hat wiederum einen wesentlichen Fortschritt zu verzeichnen, die Abonnementsgelder stiegen um 3523 M., die Einnahmen für Inserate um 6459 M. Die Geraer Volfsbuchhandlung ergab einen Reingewinn In der Parteiverfammlung in Heilbronn sprach sidy der von 592 M. Auch hier ist eine günstige Entwidelung zu berReferent Basler gegen die Hofgängerei und den Disziplinbruch zeichnen. Dann wurden noch die organisatorischen Vorarbeiten für aus. Nach ihm verteldigte Gen. Dr. Frank, der als Gast ge- bie im Winter stattfindende Landtagswahl getroffen. laden war, in längerer Rede die Haltung der badischen Fraktion. Ihm trat in der Diskussion Gemeinderat Kittler entgegen. Die Landesorganisation der Partei des Herzogtums Brauns Ranea, 19. Auguft. Die zwischen Christen und Musel- Eine Resolution, die die Haltung der badischen Frattion billigt, fchweig hat soeben ihren Jahresbericht herausgegeben. Barteimit manen herrschende feindielige Stimmung nimmt zu. fand in der von ca. 200 Parteigenossen besuchten Versammlung glieder hat die Organisation 8316 gegen 7305 im Jahre 1909, 6547 Von Tag zu Tag mehren sich die Anzeichen fommender Vergegen sieben Stimmen Annahme. widelungen. Die Muselmanen verübten mehrfach Gewalttätigfeiten. In Rethymo und Suda zündeten sie Eigentum von Christen an, wobei einer der Besiger bei lebendigem Leibe verbrannte. Aus Nache hierfür verübten die Christen mehrere Mordanschläge gegen Muselmanen. Amerika. Die politische Lage. Kreiskonferenzen. " 1 im Jahre 1908, 5748 im Jahre 1907 und 3292 im Jahre 1906. Weibliche Mitglieder hatte die Parteiorganisation 1908: 400, 1909: 1127 und 1910: 1397. Die Organisation hat also gegen das Vorjahr um 1011 Mitglieder, darunter 270 weibliche zugenommen. hielt am Sonntag, den 14. d. M., in Hamborn seine diesjährige Besprechungen gegen 516 im Vorjahre stattgefunden. Der Wahlkreis Duisburg Mülheim Oberhausen 3m Herzogtume haben im Berichtsjahre 634 Versammlungen und Eine Agita Areistonfernz ab. Die Kaffenverhältnisse des Kreises haben tionsschrift Empor" wird allmonatlich in 2700 Exemplaren sich ganz wesentlich gebessert, leider nicht in demselben Maße der unter der Landbevölkerung verbreitet. Der Agitationskalender gcMitgliederbestand. Der Kreis hat mit einer beispiellosen Fluftua- langte in 36 000 Exemplaren zur Verteilung. tion seines Mitgliederbestandes zu rechnen. Dem Zugange von Der Boltsfreund" hat 12575 Abonnenten gegen 10 000 im New York, 19. August. Die Lage der republikanischen Partei 2168 Mitgliedern stand ein Abgang von 2128 gegenüber, so daß nur Vorjahre. Die„ Neue Zeit" wird in 138( 57), die„ Gleichheit" in ift kritisch. Sie ist geteilt und ein Bruch zwischen den altlonservativen ein Jahresplus von 40 neuen Mitgliedern verbleibt. Für das ab- 422( 331), die Arbeiter- Jugend" in 600, der Wahre Jakob" in Hochschutzöllnern und Trustagenten einerseits und den gelaufene Geschäftsjahr hat auch noch die Nachwirkung der Krise 3800 Gremplaren gelesen. ungünstig auf die Agitation eingewirkt. Der Mitgliederbestand im " Insurgenten", welche wenigstens die allerschlimmsten Aus- Kreise belief sich am Schlusse des Geschäftsjahres auf 3871, darunter jahre. Stadtverordnete und Gemeinderatsmitglieder zählt die Die Jugendorganisation zählt 555 Mitglieder; 154 im Vorwüchse der Herrschaft des Großkapitals beschneiden möchten, ist in 851 weibliche. Die Jugendorganisation zählt 70 Mitglieder. Die Partei 74, 23 in den Städten, 51 in den Dörfern. Auch einen sozialden Bereich der Möglichkeit gerlict. Paralel mit diesem Gegenfaz Einnahmen beliefen sich auf 20 908,78 M., die Ausgaben auf bemokratischen Gemeindevorsteher hat das Herzogtum, der aber läuft der mehr persönliche zwischen Taft, der eine Puppe in der 19 095,10 M. Mit der Heranziehung der Genofsinnen zur Partei wohl nur bestätigt worden ist, weil der„ nationale" frühere OrtsHand der Trustmagnaten ist, und Roosevelt. Gegenwärtig arbeit hat die Organisation gute Erfahrungen gemacht. Die Flug- vorsteher, ein Sozialistenfresser ersten Ranges, infolge seiner lagen finden Verhandlungen statt, um eine Einigung für die im blattagitation war eine sehr umfangreiche, ebenso die mündliche Auffassung von Ehrlichkeit jede Achtung im Orte verloren hatte November stattfindenden Wahlen zu erzielen und zu verhindern, durch Versammlungen. Oeffentliche Versammlungen wurden und weil man wußte, daß es bei Nichtbestätigung des Genossen daß den Demokraten der Sieg zufällt. Man glaubt zu wiffen, fanden im Laufe des Jahres in 5 Orten des Kreises statt, wobei 34 abgehalten, Mitgliederversammlungen 186. Kommunalwahlen keinen Frieden im Orte geben würde. daß Taft, um Roosevelt und die Infurgenten zu gewir insgesamt 1045 Stimmen gewannen. Die öffentliche Stimmen winnen, gewillt ist, den Staatssekretär und berüchtigten Korruptio- abgabe hat sich noch nicht in genügender Weise durchzusetzen vernisten Bellinger sowie die Führer der Hochschutzöllner, mocht bon Die Landesparteitasse hatte eine Jahreseinnahme 12 961,24 M., eine Ausgabe von 10 613,27 M., also einen Staffen bestand von 2347,97 M. Bum Maifonds brachten die Genossen 2570,43 M. aufammen, Gewerkschaftliches. Nachklänge zum Kampf im Baugewerbe. Der Verband für das Baugewerbe in beiden Mecklenburgs geht jezt gegen diejenigen seiner Mitglieder vor, die seinen Beschluß über die allgemeine Aussperrung der Bauarbeiter nicht befolgt oder durchgeführt haben. Diese Mitglieder, so hat der Vorstand be= schlossen, haben eine Konventionalstrafe verwirkt, die auf die dortige Höhe des statutenmäßigen Sichtwechsels festgefeßt sei. Der Unternehmervorstand fordert die betreffenden Mitglieder zur Zahlung der Summe auf, andernfalls er die Sache weiter verfolgen werde. Deutsches Reich. Ein Zeichen der Schwäche. Die Unternehmer werden sich's noch überlegen, bevor sie diese Drohung wahrmachen. Die englischen Werftbesitzer, die amerikanischen Eisenindustriellen und unsere nach weiteren Zöllen lüsteruen Agrarier würden allerdings jubeln, wenn die Unternehmer den tollen Plan zu verwirklichen suchten. erteilt worden: Die lippeschen und waldeckschen Tabatarbeiter werden in einer Landesversammlung zu dieser Behandlung Stellung nehmen und eine Petition an den Reichstag richten. Streit in den Westfälisch- Anhaltischen Sprengstoffwerken A.-G. -O Aug. Chr. Steneberg Barntrup beteiligt haben, niederlegung an der notwendigen Einmütigkeit, den Kampf von die Staatsunterstügung verweigert, weil der Streit länger als vornherein zu einem allgemeinen zu machen. Die Meister fonnten 50 Tage dauerte. Auf die Eingabe des Gauleiters Schlüter sich einen Teil Arbeitskräfte von auswärts heranschaffen, und die an die Oberzolldirektion in Münster ist folgende Antwort Polizei half ihnen dabei durch ihre Maßnahmen gegen die Streifenden. Am meisten hat den Streifenden das schlechte Wetter geschadet. Die Kleinbetriebe der Innungsmeister sind zumeist auf. " Db Streifs, die während des letzten Jahres vor Jnkraft- Hufbeschlags- und Wagenarbeit angewiesen, und wenn der Sommer treten des Tabaksteuergesetzes eine mehr als 50tägige Unter- berregnet. bleibt diese Arbeit zu einem großen Teil aus. Nun brechung der Arbeit zur Folge gehabt haben, die Gewährung von konnten sie sich mit ihren Streifbrechen, von denen schließlich Unterstützungen ausschließen, läßt sich allgemein nicht entscheiden. mehrere Hunderte vorhanden waren, einigermaßen durchstümpern. Es kommt ganz auf den einzelnen Fall an. Wie der Streit bei Was für Leute unter diesen Rausreißern waren, zeigte ja jüngst der Firma Steneberg im Herbst 1909 zu beurteilen ist, darüber ein Prozeß vor dem Junungsschiedsgericht, wo der beklagte Meister schweben Ermittelungen." von seinem Streikbrecher, dem er 35 Mark Wochenlohn versprochen hatte, sagte, daß er noch nicht einmal 50 Pfg. den Tag verdient habe. Nach 6% wöchiger Dauer mußte der Kampf als aussichtslos abgebrochen werden. Am Abend desselben Tages fühlten sich die Meister noch so stark, daß sie einstimmig beschlossen, teinen der Die Werftgewaltigen drohen! Eine Notiz, die offenbar alten Leute wieder einzustellen. Andern Tags wurden jedoch schon bon Unternehmerseite in die bürgerliche Presse lanciert worden 150 der Streifenden wieder eingestellt, und jetzt steht es so, daß ton den fast 700, die im Streik standen, nur noch 80 von der Orgaist, besagt, daß Ende August eine Sigung des GesamtWegen Lohnforderungen sind die Betriebsarbeiter( Dreher, nisation zu unterstützen sind. Die wichtigste Lehre aus dem ausschusses des Verbandes der Eifenindustriellen stattfinde, in Schlosser, Schmiede, Mechaniker, Elektriter, Bleilöter, Klempner Kampfe sei die, daß die Werbearbeit, die Kleinarbeit für die Orgas der die Frage einer weiteren Aussperrung in der Metall- und Hilfsarbeiter) der Westfälisch- Anhaltischen Sprengstoffwerte nisation mit viel größerem Gifer als bisher betrieben werden industrie zur Erledigung kommen solle. Werde diesem An- A.-G. Fabrik Reinsdorf( Bezirk Halle) in den Ausstand ge- müsse. Wird diese Lehre beherzigt, dann wird es bald möglich trage stattgegeben, und das werde in maßgebenden Kreiſen treten. Die Arbeiter fordern 5 Pf. Lohnzulage pro Stunde und werden, die diesmal erlittene Niederlage durch einen vollen Sieg angenommen, dann sei mit einer zwölfmal so großen einen Einstellungslohn für gelernte Arbeiter von 33-40 Pf., für wett zu machen. Die rege Diskussion, die den Ausführungen des Aussperrung zu rechnen, als sie bisher auf den Werften ungelernte Arbeiter 30 Pf. Betrachtet man die Gefährlichkeit eines Referenten folgte, bewies, daß man fest entschlossen ist, alles auferfolgte. Es tämen in diesem Falle in der Metallindustrie solchen Betriebes und ganz besonders den Umstand, daß Spreng zubieten, um dieses Ziel zu erreichen. stoffabriken möglichst weit von den Wohnstätten entfernt liegen etiva 300 000 ausgesperrte Arbeiter in Betracht. Mißstände im Betriebe der Auergesellschaft bildeten den Gegen müssen, dann ist es um so unverständlicher, daß die Direktion den wünschen der Arbeiter wenig oder gar kein Entgegenkommen ge- von Arbeitern und Arbeiterinnen des gesamter Betriebes, die am stand der Erörterungen einer sehr stark besuchten Versammlung zeigt hat. Die Löhne bewegen sich zwischen 28 und 44 Pf. pro Stunde. Den höchsten Lohn erhalten Mechaniker und hier nur die Donnerstag in den Prachtsälen des Oftens" tagte. Großkopf, schon jahrelang dort beschäftigten. Wiederholte Versuche der Ar- Bezirksleiter des Metallarbeiterverbandes, verwies darauf, daß beiter und der Bezirksleitung des Deutschen Metallarbeiter- schon im vergangenen Frühjahr in einer Betriebsversammlung Migverbandes, die Direktion zu annehmbaren Zugeständnissen zu be- stände vorgetragen wurden, die der anwesende Direktor unter dem wegen, blieben erfolglos. Obgleich die Direktion erklärte, die Beifall der Versammelten zu beseitigen versprach, falls sie der Die Arbeiter hätten in Differenzen mit ihren Arbeitern allein erledigen zu wollen, steht Betriebsleitung vorgetragen würden. doch fest, daß ohne die Zustimmung des Arbeitgeberverbandes von dieser Hinsicht verschiedene Versuche gemacht, Direktor Remane Wittenberg und Umgegend teine Verhandlungen zur Erledigung habe auch einige Aenderungen angeordnet, aber als er berreifte, der Differenzen stattfinden können. Verhandlungen mit dem dor- fei von anderen leitenden Personen fast alles wieder rückgängig tigen Arbeitgeberverband bezw. dessen Vorsitzenden Dr. Nottebohm gemacht worden. Insbesondere werde darüber geklagt, daß Meister find nachgesucht. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Unternehmer- und Abteilungsleiter jede Regung der gewerkschaftlichen Organi organisation zu den Forderungen der Arbeiter stellen wird. fation zu unterdrücken bestrebt seien. Ein beliebtes Mittel zu Hoffentlich werden die bescheidenen Forderungen der Arbeiter auch diesem Zweck fei die Maßregelung der Vertrauenspersonen des hier nicht wieder als übertriebene und unerfüllbare bezeichnet. Teils durch Entlassung, teils durch Versehung in Zuzug von Metallarbeitern aller Art ist bis zur Erledigung des andere Betriebsabteilungen würden die Verbandsvertreterinnen Streits fernzuhalten. unschädlich zu machen gesucht. Mehrere Fälle dieser Art führte der Redner an. Obgleich der Direktor einer bei ihm vorstellig gewordenen Kommission versprochen hatte, die verfügte Versetzung mehrerer Arbeiterinnen vor dem 1. Oktober nicht vornehmen zu lassen, sei die Versehung doch nach der Abreise des Direktors er beiterinnen eingestellt worden seien, die von den erwachsenen Ar folgt und zwar in eine Abteilung, wo neuerdings jugendliche Ar beiterinnen angelernt werden sollen. Es handelt sich in dieser Abteilung um eine leichte Arbeit, die bisher von Erwachsenen gemacht wurde. Durch ein Prämiensystem würden die Jugendlichen machten. Dabei erhielten die Jugendlichen aber einen geringeren angehalten, mehr zu leisten wie früher die Erwachsenen im Afford Verdienst wie früher die Erwachsenen. Bezeichnend sei es, daß der Meister dieser Abteilung geäußert habe, man müsse ben jugendEin Meister der Anschmelzerei habe lichen Arbeiterinnen nötigenfalls mit dem Stock begreiflich machen, fich bemüht, festzustellen, wer organisiert ist, um für die Entlaffung der Betreffenden zu sorgen.- Große Entrüstung habe es hervorgerufen, daß den Arbeiterinnen einer Abteilung verboten worden sei, zu einem Kranz für eine verstorbene Mitarbeiterin au samnieln. Der Beerdigung hätten nur 4 oder 5 Arbeiterinnen wollten, der Urlaub verweigert worden sei. Lebhaft verurteilt Abschluß des ersten Tarifvertrages in der Kantabak wurde ein Fall, der sich in der Gipserei zugetragen hat und industrie. folgendermaßen vorgetragen wurde. Die Vertrauensperson dieser Zwischen der Verwaltung der Bahlstelle Nordhausen des Abteilung erhielt einen anonymen Brief, worin gegen den Meister ehrenrührige Beschuldigungen erhoben wurden Der Meister habe Deutschen Tabatarbeiterverbandes und der Leitung der Nordhäuser Kenntnis davon erhalten und von der Arbeiterin verlangt, daß sie Stautabatarbeiter- Genossenschaft wurde ein Tarifvertrag abge- den Verfasser des Briefes nenne. Weil sie dies nicht konnte, da schlossen, der die Lohn- und Arbeitsverhältnisse auf drei Jahre ia der Brief anonym war, so sei die Arbeiterin entlassen und der regelt. Nach den tariflichen Vereinbarungen beträgt die tägliche Arbeitszeit 8 Stunden. Die Lohnfäße für Spinner und Rollen- Betrieb sei wieder eine Vertrauensperson des Verbandes Losmacher sind um 25 und mehr Prozent höher festgefekt als in den geworden. Privatbetrieben. Aus dem Mansfelder Kohlenrevier. Der erbitterte Kampf, den die Mansfelder Bergftlaben im vergangenen Jahre um das ihnen gesetzlich gewährleistete Stoa litionsrecht führen mußten, dürfte wohl noch in aller Erinnerung sein. Die Gewerkschaftsleitung maßregelte einige hundert Mann. Die Uebrigen mußten vor der Anfahrt ihre Mitgliedskarten abDie Uebrigen mußten vor der Anfahrt ihre Mitgliedskarten abgeben. Damit glaubte die Direktion, den alten Verband vernichtet zu haben. Aber man hatte sich getäuscht. Die Organi sation war damit nicht aus der Welt geschafft. Ungebrochenen Mutes nahm man eine rege Werbetätigkeit unter den noch nach tausenden zählenden Unorganisierten auf und es gelang auch, hunderte dem Verbande zuzuführen. Verbandes. Das ließ der Leitung der Mansfelder Gewerkschaft teine Ruhe. Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse In Dutzenden von Sizungen, an denen Ober- und Unterbeanite der Stukkateure und Buzzer in Rheinland- Westfalen. teilnahmen, wurden alle möglichen Mittel und Wege besprochen, Endlich vie man die verhaßte Organisation vernichten könne. Für das rheinisch- westfälische Stuckgewerbe ist in den in Effen hatte man ein derartiges gefunden. Ein neuer reichsteuer Ber- abgehaltenen Verhandlungen folgendes vereinbart worden: Die band sollte dem Bergarbeiterverband das Lebenslicht ausblasen. Arbeitszeit wird allgemein auf 9 Stunden feſtgeſetzt; die bis Bald entspann sich ein Kampf, der wohl einzig dasteht. Troz herigen Löhne der Stukkateure von 66 Pf. und der Buyer von Anwendung all der bekannten Mittel gelang es nur, rund 2000 57 f. pro Stunde werden erhöht und zwar für die Stuffateure Mann zu gewinnen", ohne den Verband auch nur im geringsten fofort auf 70 Bf., vom 1. Juli 1911 ab auf 71 Bf., vom 1. April 1912 zu schädigen. Seit vier Wochen werden nun täglich Bergarbeiter ab auf 72 Bf., für die Puzer sofort auf 61 Pf., vom 1. Juli 1911 gefündigt. Ueber 300 Mann hat man bereits auf die Straße ge- ab auf 62 Pf. und vom 1. April 1912 ab auf 65 Pf. worfen. Nicht das geringste haben sich die brotlos Gemachten zu schulden kommen lassen. Vollständig blind ging man zu Werke. Die Direktion griff nicht nur Organisierte heraus, sondern auch Unorganisierte und solche, die gar nicht gestreift hatten, fielen Säuberung zum Opfer. Furcht und Schreden wollte man in die Reihen der Organisation hineintragen. Aber auch dieses Mittel 2 Pf. ein. hat nicht vermocht, den gewünschten Erfolg herbeizuführen. Wohl Die Breslauer Klempner sind am Donnerstag früh in den Streit ließen sich Hunderte einschüchtern, die sich freiwillig" als Mitglied getreten, weil die Zwangsinnung den eingereichten Tarif abgelehnt der gelben Organisation meldeten, aber bald mußten fie die Grhat. Im Ausstand sind weit über 100 Klempner.. SDS beigewohnt, da den übrigen, welche dem Sarge ihrer Kollegin folgen fahrung machen, daß auch die Mitgliedschaft bei den Gelben durchaus nicht vor Maßregelungen schüzte. In den letzten Tagen wurde wieder einer Anzahl Bergarbeiter gekündigt; darunter befindet sich ein großer Teil derjenigen, die dem gelben Verband beigetreten waren. Das beispiellose Vorgehen hat Folgen gehabt, an die die Direttion vorher nicht gedacht. Scharenweise reichen jezt die jungen Bergarbeiter die Kündigung ein, um das Mansfelder " Paradies" zu verlassen. Die Lohnbewegung der Dachdecker Wilhelmshaven- Rüftringens ist beendet. Es kam ein Tarif bis 31. März 1913 zustande, der eine sofortige Erhöhung des Stundenlohnes von 60 auf 64 Pf. vorsieht. weiter tritt am 1. April 1911 und 1. April 1912 eine Erhöhung um Verfammlungen. wie sie zu arbeiten haben. Als ein weiterer Uebelstand wurde das Ueberstundenunivesen gerügt. Sehr oft werde die neunstündige Arbeitszeit überschritten, feine Ueberstunden machen wollen. Die Frage, mer länger arbeiten obgleich die Arbeiterinnen schon öfter bekundet hätten, daß sie wolle, werde von den Meistern in einer Form gestellt, daß niemand wage, Ueberstunden zu verweigern. Auch die Löhne bezeichnete der Referent als unzureichend und forderte schließlich zur Stärkung der Organisation auf, damit die Arbeiterinnen ihre auf Verbefferung ihrer Verhältnisse gerichteten Forderungen energisch ber Was der Referent vorgetragen hatte, wurde in der regen Diskussion durch zahlreiche Beispiele bestätigt und ergänzt. Allgemein kam die lebhafteste Unzufriedenheit mit den gerügten Ver hältnissen im Auerbetriebe zum Ausdruck. Eine Kommission von drei Mitgliedern wurde ernannt, welche in allen vorkommenden Beschwerdefällen mit der Direktion ver Handeln soll. Dieses Gebaren wird verständlich, wenn man weiß, wie die Kündigungen zustande kommen. Die willfährigen Kreaturen der Gewerkschaft haben die Namen der„ Verbrecher", die gekündigt werden sollen, bei den zuständigen Stellen anzugeben. Die Angegebenen werden dann von dem Betriebsführer gekündigt. Nur ein Beispiel: Ein Hüttenmann von der Kupferkammerhütte bekommt einen Brief von dem Betriebsführer des benachAlle Arbeiter und Arbeiterinnen erhalten jährlich eine Woche barten Schachtes. Da er seine Brille nicht zur Hand hat, ohne diese aber nicht lesen kann, bittet er einen Kameraden, er möge Ferien unter Fortzahlung des vollen Lohnes. Die einzustellenden Arbeiter werden von dem am Orte bestehenden Arbeitsnachweis ihm doch den Brief vorlesen. In dem Schreiben wurde der Adressat des Verbandes bezogen. Außerdem zahlt das Geschäft für alle im aufgefordert, die Vornamen derjenigen anzugeben, die er zur Kündigung eingereicht hatte. Die Namen waren noch einmal auf. Betrieb Beschäftigten die vollen Beiträge der Kranten-, AltersKündigung eingereicht hatte. Die Namen waren noch einmal auf und Invalidenversicherung. Für Ueberstunden, die in die Zeit von geführt, darunter auch der des Kameraden, der den Brief vorlas. 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends fallen, wird ein Aufschlag von In Helbra ist es ein vielfach vorbestraftes Individuum, das em 10 Broz. und für solche, die in die Zeit von 8 Uhr abends und Angeber macht. Daß solche Leute jeden angeben, der ihnen per- 6 Uhr morgens fallen, sowie für Sonntagsarbeit wird ein Aufschlag fönlich verhaßt ist, ist wohl begreiflich. Die Direktion hat eine Erklärung abgegeben, daß sie mit der von 20 Proz. zu den vereinbarten Lohnfäßen gezahlt. gelben Gründung nichts zu tun habe, ihr gegenüber nur eine wohlvollende Neutralität achte. Trotzdem bezahlte sie Tausende an Druckkosten für die Herstellung des Bergboten"( des gelben Organs). Der Mittelschullehrer Blüme I bekommt von ihr einige Der Zentralverband der Schmiede, Zahlstelle Berlin, hielt am tausend Mark Gehalt für das Schreiben der Schmutzartikel. Alle Donnerstag in den Musikerfälen eine außerordentliche MitgliederAnmeldungen müssen die Werber bei der Direktion abliefern. Versammlung ab in der zunächst die Abrechnung vom 2. Quartal Will einer wieder austreten, dann muß die betreffende Erklärung vorgelegt wurde. Sie schließt in der Hauptkasse mit der Bilanz- Letzte Nachrichten und Depefchen. beim Bergrat Ludwig abgegeben werden. So sieht die wohlwollende summe von 17 895,23 Mt. Für Arbeitslosenunterstüßung wurden Neutralität der Mansfelder Gewalthaber aus. 2 397,01 Mt. ausgegeben, für Krantenunterstützung 2991,96 Mt., Produktionsregelung auf Kosten der Arbeiter. für Streitunterstüßung 159,45 Met., für Gemaßregeltenunterstüßung New York, 19. August.( W. T. B.) Die Bauwollspinnereien 236,35 Wt. Die Lotaltasse hatte, den alten Bestand von 58 286 Mt. mitgerechnet, 61 483 Mt. Einnahmen, ihre Ausgaben betrugen in den Neuenglandstaaten, welche 50 000 Arbeiter beschäftigen, 923,30 Mt., so daß der Bestand am Quartalsschluß auf 60 559,70 kündigten eine weitere Betriebseinschränkung an. In den SüdMark gestiegen war. Ein guter Teil dieses Bestandes ist aller- staaten werden im September 3 Millionen Spindeln eine Woche dings inzwischen für den Streit der Innungsgefellen ausgegeben lang ruhen. worden. Die Mitgliederzahl der Zahlstelle ist im Laufe des Quartals bon 2362 auf 2588 geftiegen. Die Versammlung erteilte dem Sassierer Hendschel einstimmig Decharge. Der Kampf auf ben Seeschiffswerften und der ausgeschriebene Bevollmächtigte Siering schilderte kurz die Entwicklung und Bedeutung des großen Kampfes, der im ganzen jetzt rund 30 000 Mann umfaßt und an dem von den Mitgliedern des Schmiedeverbandes ungefähr 10 Broz. beteiligt sind. Die Arbeiterschaft hat ja alles aufgeboten, um, wenn irgend möglich, auf friedlichem Wege die notwendige Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu erreichen, war sich aber von Anfang an darüber klar, daß, wenn bas mißlang, ein langwieriger und erbitterter Kampf folgen mußte. An die Bergarbeiter des In- und Auslandes! Die Hauptvorstandssikung des Schmiedeverbandes hat nun zweds Kameraden! Die Bergarbeiter des Mansfelder Reviers be- unterstützung des Kampfes die Erhebung wöchentlicher Extrabeiträge bon 50 Pfg. beschlossen. Es galt der Versammlung als finden sich in einem erbitterten Kampfe um ihr Koalitionsrecht. Die Direktion der Gewerkschaft wirft hunderte braver Berg- selbstverständlich, daß jeder diesen Extrabeitrag gern und pünkt arbeiter aufs Straßenpflaster, weil sie nicht auf das ihnen zustehende lich zahlt, um so mehr, als es sich bei den Schmieden, die nun im Stampfe stehen, meist um Mitglieder handelt, die feit vielen Jahren Koalitionsrecht verzichten wollen. Es wird der Versuch gemacht, dem Verbande angehören und stets ihre Pflicht getan haben. Es von auswärts, ja fogar vom Auslande, Bergarbeiter anzuwerben, wurde aus der Versammlung ein Antrag gestellt, den Ertrabeitrag um die einheimische Bergarbeiterschaft vollständig beseitigen zu auf eine Mark zu erhöhen, was starten Beifall fand; der Antrag fönnen. Die Direktion verlangt willenlose Sklaven, Arbeitstiere, wurde jedoch aus Rücksicht auf die allzu traurigen Löhne mancher die noch nicht von dem Wahn ergriffen sind, auch Menschen zu sein. Mitglieder zurückgezogen. Deshalb, Arbeitsbrüder, sorgt dafür, daß der saubere Plan nicht gelingt. Kein Bergarbeiter darf jetzt Arbeit nehmen im Mansfelder Revier. Die Bezirksleitung. Gegen den Mißbrauch der Kanzel. Es sind Bergarbeiter gekündigt worden, die das 50. Lebensjahr schon längst überschritten haben. Mit 14 Jahren nahmen fie die Arbeit bei der Gewerkschaft auf, nach 37jähriger Tätigkeit, nachdem sie bergfertig" geworden sind, wirft man sie auf die Straße. Knappschaftsinvaliden werden sie nicht, weil sie nach Ansicht ihres Arztes noch arbeitsfähig sind. Zu jeder anderen Arbeit sind die Betreffenden untauglich, so daß fie tatsächlich dem trabeitrag war der zweite Punkt der Tagesordnung. Der Madrid: Die Regierung hat ihren Geschäftsträger beim Hungertode preisgegeben werden. Und das alles nur, weil die Leute es gewagt haben, sich zu organisieren. Wann kommt endlich einmal die Zeit, wo der Staat die gesetzlichen Rechte seiner Angehörigen schützt? Wann kommt die Zeit, wo man die aller Kultur und Menschlichkeit hohnsprechenden Zustände beseitigt? Wann tommt die Zeit, wo nicht Tausende von Arbeitern zittern müssen vor einer Handvoll Menschen. Paris, 19. August.( W. T. B.) Der„ Temps" meldet aus Vatikan angewiesen, die Aufmerksamkeit des Heiligen Stuhles auf die Ausschreitungen zu lenken, die einige Priester in ihren Predigten begehen, indem sie die Volksleidenschaften anfachen und die Minister beleidigen. Ein unangenehmer tritiker. Paris, 19. August.( WT. B.) Der„ Temps" meldet aus Toulon, der Direktor im Marineministerium Louis, der im Auftrage des Ministers eine Untersuchung des Touloner Arsenals vorgenommen hat, erklärte, daß er das Arsenal in schlechtem Zustande vorgefunden habe. Er werde einen Plan für die vollständige Reorganisation der großen Marinewerften ausarbeiten. Der Hafen von Toulon solle für den Bau von 24 000 Tennen- Sschiffen hergerichtet werden, da er für den Stapellauf solcher Schiffe besonders geeignet ſei. Brand auf der Ausstellung in Buenos Aires. Baris, 19. August.( B. H.) Nach einer hier eingelaufenen Sodann sprach Siering über die Frage: Welche Depesche brach gestern in Buenos Aires in der dortigen Jubiläumss Lehren haben wir aus dem Streit der Innungs- Ausstellung ein Brand aus, der recht bedrohlichen Charakter anfollegen zu ziehen? Der Redner hob von Anfang an zunehmen schien. Er verbreitete sich zunächst über die große hervor, daß dieser Streit bei den Berliner Innungsmeistern mit Maschinenhalle und das Hagenbecksche Raubtierhaus. Erst ziem einer Niederlage für die Arbeiter geendet habe, und daß gar kein lich spät traf die Feuerwehr auf dem Brandplate ein, jedoch geGrund vorliege, diese Tatsache zu verschweigen oder zu berschleiern. Die Ursachen dieser Niederlage feien verschiedener Art. lang es ihr, das Feuer unter großen Anstrengungen auf seinen Herd Die Organisation unter den Innungsgesellen war nicht start ge- 3u beschränken. Der durch den Brand entstandene Schaden dürfte nug und darum fehlte es der Gesamtheit schon bei der Arbeits- ein ziemlich erheblicher sein. Strafe für die Ausübung des Koalitionsrechts. Das Hauptzollamt Lemgo( Lippe) hat den Tabatarbeitern, melche sich im Jahre 1909 an dem Streit bei der Firmal Berautw. Rebatteur: Hans- Weber, Berlin Inferatenteil berant: Ch. Glade, Berlin, Drudu.Berlag: Boxmärta Buchdru. Berlagdanitals Baul Singer& Co Berlin SW. Sierau 3 Beilagen u, Unterhaltungsb Kr. 194. 37. IahrMg. 1 SkilM des JjriDärfs" Klllim WIdsdlM. Zonaabead, 29. Angust 1910. Soziales. Konferenz der Gewerbegerichts-Beisitzer(Arbeitnehmer) Deutschlands in Köln a. Rh. den 13. und 14. September 1910. Tagesordnung: 1. Bericht der Zentralkommission. 2. Bericht der Ausschußmitglieder des Verbandes. 3. Uebernahme der Tätigkeit der Zentralkommission durch die Sozialpolitische Abteilung der Generalkommission. 4. Antrag von Fürth: Die Rechtsprechung über das Arbeits- zeugnis. S. Antrag Stettin: Die Aufrechnung gegen den Lohn§ 394 B. G.-B. 6. Anträge von verschiedenen Gewerbegerichten: Ausdehnung der Zuständigkeit der Getverbegerichte. Sind Prozetzkosten zulässig bei Unzuständigkeits- erklärung. 7. Beratung eines Musterstatutes. 8. Beschlußsassung von Satzungen für die Zentralkommission und die Obmänner. 9. Stellungnahme zur Tagesordnung des.Verbandstages. 19. Die Rechtsprechung an den Gewerbegerichten. Die auf zwei Tage anberaumte Konferenz der Gewerbe- gericktsbeisitzer wird Dienstag, den 13. September, vormittags 9 Uhr, im Gewcrkschaftshaus, Severinstraße, in Köln a. Rh. er- öffnet. Im großen Saale des Volkshauses wird Montag, den 12. Sep- tember, abends von 3 Uhr an, eine zwanglose Zusammenkunft der Delegierten stattfinden. Die Kölner Genossen werden in Ver- bindung damit einen Begrüßungsabend veranstalten. Die Dele- gierten werden gebeten, sich alle einzufinden. Das Empfangslokal befindet sich ebenfalls im Volkshaus, Severinstratze, wo daS Lokalkomitee vom Sonntagmittag, den 11. September, an tagen wird, so daß etwaige Auskünfte daselbst jederzeit eingeholt werden können. Von Sonntag, den 11. September, mittags, an. werden am Hauptbahichof Führer, erkennbar an weiß-roten Rosetten, die Teilnehmer nach dem Logis oder nach dem Empfangslokal geleiten. Die Delegierten werden gebeten, bei ihrer Ankunft den Bahn- Hof durch das Hauptportal zu verlassen, damit die Führer, welche auf den Bahnsteigen nicht in Verbindung mit den Delegierten treten konnten, am Hauptportal in Empfang nehmen können. Die per Schiff in Köln ankommenden Genossen können nur abgeholt werden, wenn die Zeit der Ankunft besonders gemeldet wird. Um die Arbeit des Lokalkomitees zu erleichtern und allen An- fcrderungen zu entsprechen, werden die Delegierten dringend er- sucht, sich um Beschaffung von LogiS und den damit verbundenen WÄnschen sofort nach ihrer Wahl an den Vorsitzenden des Lokal- komiteeS Franz Schildgen in Köln, Brüsseler Straße 9b, zu wenden. Die Namen der gewählten Delegierten sowie deren Adressen mit Angabe, ob die Beschickung von der Gemeinde oder dem Kartell bezw. mit einer Beihilfe von letzterem erfolgt und womöglich, welche Mittel den Beisitzern von der einen oder der anderen Seite bewilligt werden, sind nur an den Unterzeichneten zu melden. Alle Partei- und Gewerkschaftszeitungen werden um Abdruck dieser Bekanntmachung gebeten. Dir Zentralkommission der GewerbegerichtSbeisitzer fArbeitnehmer) Deutschlands. A«.! Richard Holz. Dresden-A.. Am See 33. Da» Stellenvermittlergesetz und die Behörden. Mit dem 1. Oktober tritt das neue Stellenvermittlergesetz in Zkraft, daS der Ausbeutung der Stellensuchenden durch das ge- wissenlose Agentum ein Ziel setzen will. Das Gesetz bestimmt im Z 5, daß in Zukunft die Polizeibehörden nach Anhörung der be- teiligten Kreise(auch der Arbeitnehmer) die Höhe der Taxen fest- zusetzen haben. Bedauerlicherweise ziehen sich die Behörden zur Abgabe von Gutachten zum Teil Leute heran, die von den Dingen herzlich wenig verstehen. So wurden in Berlin unter anderem beftagt: Der Berein zur Besserung entlassener Strafgefangener, kleines feuilleton. Fünf Minuten im Wright-Apparat. Es dämmert. DaS TageS licht fliegt als durchsichtiger Vogel mit hellblauen Schwingen über daS Feld und verschwindet hinter dem Gehölz jenseits der Bahn. Zwei Monteure in blauem Arbeitsanzug werfen die aus drei dicken aufeinandergeleimten Bohlen geschnittenen, aluminiumtarben gestrichenen Holzpropeller der Flugmaschine herum; aus dem kleinen. schwarzen Motor, der mit seinen 36 Pferdekräften wie eine geballte Faust lauert, kommt ein ärgerliches Husten und Zischen; durch den offenen, schachtelförmigen Leib des Apparates läuft ein Schwirren und Zittern— alles still... Auch das zweite.Anwerfen' der Propeller ist umsonst. Beim drittenmal gibt eS einen Ruck; die Explosionen im Motor beginnen; Treibketten laufen; mit gewaltigem Summen und Surren be- schreiben die Holzschrauben ihren Flimmerkreis; die Lust wird nach allen Seiten gespritzt; die Hosen der Monteure flattern. Mützen fliegen, Staub wirbelt auf. Der Sitz neben dem Führer ist nicht bequem. Man kriecht durch das Gewirr von schwanken Holzrippen und Drahtsehnen und nimmt auf der hartgepolsterten Stuhlplatte mit niedriger, schmaler Rückenlehne Platz. Die Füße werden auf das Gestänge aus amerikanischem Fichtenholz gestellt; die rechte Hand umklammert eine der Nippen, die die untere und obere Tragflache verbinden. Ingenieur Theten wirst den Kopf in den Nacken; Hände und Schultern der Monteure weichen und in demselben Augenblick sausen wir. von hinten gedrängt, mit Eilzuggeschwindigkeit über die Start- bahn durch das hohe GraS. Rollen? Fliegen? Gleiten? Schweben? Für den Zuschauer ist cS ein seltsame» Schauspiel, wenn sich— nachdem genügend.Luftpolster' unter den leinenen Tragfläche» ge- bildet und das Höhcnsteuer aufwärts gerichtet ist— der Apparat plötzlich vom Boden hebt und wie auf unsichtbaren Schienen in den Himmel rollt..... � � Der Insasse merkt nichts von diesem.erhebenden' Moment. Berührt man»och den Boden, oder fliegt man bereits? ES ist nicht zu unterscheiden. Eine rasend schnelle, gleitende, schleifende Be- wcgung auf, oder dicht über dem Erdboden hin; gewaltige Kraft. die von hinten drängt; Sisenfaust, die ein Kartenhaus vorwärts schleudert.. �„ Das markig tiefe, brausende Surren und Summen der Propeller macht jede Unterhaltung unmöglich. Der steife, kühle, in der stillen. warmen Abendluft doppelt seltsame Zugwind reißt die Worte un- gehört vom Munde....„, Allmählich wird die Bewegung, am Boden gemessen, langsamer. Wir steigen. Wie in klarem tiefen Gewässer die Gegenstände aus dem Grunde greifbar nahe erscheinen, so scheint auch der Erdboden unter uns in ganz geringer Entfernung. Grasbedeckte und kahle Flächen, Sandwege. Gräben ziehen langsam dahin.. Zwei auf- geschreckte Hasen schießen wie toll ip kurzem Zickzack hin und her. ZaS die wohl denken? Wir nähern uns dem ersten Richtungturm. Eine kaum merkliche Bewegung am linken Hebel vor dem Führersitz verstellt das hinten befindliche Seitensteuer. Die Maschine legt sich nach innen; wir. Verband katholischer Vereine erwerbstätiger Frauen und Mädchen usw.— Tagegen hat man hier alle diejenigen Organisationen, wie die d er Gastwirtsgehilfen, Bäcker, Schlächter, Handlungs- gehilfen, Landarbeiter und Dienstboten, die besonders unter der Ausbeutung der Stellenvermittler zu leiden haben, gänzlich um- gangen. In einigen anderen Städten allerdings hat man das Gewerkschastskartell oder den Verband der Gastwirtsgehilfen mit herangezogen. Im ganzen macht sich aber eine große Planlosigkeit und Hilflosigkeit bei den Behörden bemerkbar, so daß man gespannt sein darf, wie die polizeilichen Gebühren schließlich aussehen wer- den.— Mittlerweile rüsten sich die Stellenvermittler und suchen sich darauf einzurichten, das Gesetz möglichst illusorisch zu machen. So haben die Stcllenvermittler in Köln eine Liste aufgestellt, die nicht weniger als 73 verschiedene Berufsgruppen umfaßt. Hier nur ein Beispiel, wie weit dort die Differenzierung durchgeführt ist. Die Liste unterscheidet: Burschen, Diener, Hausburschen, Haus- diener, Hotcldiener, Hausknecht. Wird ein Stellensuchender als Hausb u r s ch e vermittelt, zahlt er 3 bis 19 M.» als Haus- diener kostet ihm die Stellung 3 bis 25 Mk. Das Obige könnte noch durch verschiedene Beispiele vermehrt werden. Die Polizei merkt das Manöver nicht, sie beschränkt sich darauf, die Taxen etwas zu reduzieren, beläßt aber die vielen Gruppen sowie den Mindest- und Höchsttarif. Mit Absicht haben die©tellenvermittler in ihren Vorschlägen so viele Bezeichnungen gewählt. Je größer die Liste, je mehr Spielraum zwischen Mindest- und Höchsttaxe, je unklarer und verschwommener die Bezeichnung, desto besser gelingt es den Stellenvermittlern, nach wie vor im Trüben zu fischen, die Stellesuchenden zu schröpfen.— Noch raffinierter haben es die Hamburger Stellenvermittler gemacht, um dem Gesetz ein Schnippchen zu schlagen. Das Gesetz legt bekanntlich fest, daß die Stellenvermittelungsgcbühren von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern je zur Hälfte zu zahlen sind. Ein Regierungsver- trcter hat auf Anfrage in dieser Beziehung erklärt, daß der Ver. zicht des Stcllenvermittlers auf die Hälfte der Gebühren angängig ist. Selbstverständlich glaubte man, diese Auslegung zugunsten der Arbeitnehmer vornehmen zu sollen. Vor allen Dingen sollte die Möglichkeit offen bleiben, die Landarbeiter, die heute bekanntlich zu den Gebühren nichts beitragen, auch in Zukunft von der Zahlungspslicht zu befreien. Die Hamburger Stellenvermittler benutzen dies aber, um den Unternehmern einen Vorteil zuzu- schanzen. Sie haben sehr hohe Tarife aufgesetzt(doppelt so hoch als früher) und lassen den Arbeitgebern jetzt schon wissen, daß sie auf ihre Hälfte verzichten wollen. Die Stellenvermittler kal- kulieren ganz richtig so, daß, wenn die Unternehmer, namentlich die gastwirtschaftlichen, für die Vermittlung bezahlen müssen, werden sie nicht mehr zu den gewerbsmäßigen Stellenvcrmittlcrn gehen, sie werden dann die gemeinnützigen Arbeitsnachweise auf- suchen. Das letztere soll ja aber gerade durch das Gesetz erreicht wer den; es ist die ausgesprochene Absicht des Gesetzgebers, das Tätig keitsgebiet der Stellenvermittler überhaupt einzuschränken. Wer- den die oben angeführten Manipulationen der Vermittler von den Behörden durchgelassen, dann wird daS Gesetz zum großen Teil illusorisch gemacht. Lon den Hütten nnd Walzwerke». Kurz und knapp fällt immer der Bericht der Großindustrie im deutschen Mctallgewerbe aus. Große, mächtige Zahlen bringt all- jährlich der Bericht der Hütten- und WalzwerkS-BerufSgenossenschaft und keinen erklärenden Text hierzu. Nur 221 Betriebe umfaßt diese große BerufSgenossenschaft, die allein 165 479 Arbeiter be- schäftigt. Gegen daS Vorjahr hat sich die Zahl der versicherten Arbeiter nur um ganze 192 vermehrt. In den Sektionen Oberhausen, Koblenz, Aachen, Dortmund und Bochum ist die Zahl der Arbeiter um 2—599 zurückgegangen, während den stärksten Zuwachs die Sektion Esten(Krupp) mrt 1368 Arbeiter hatte. Bezeichnend ist es auch, daß trotz ungeheurer Erhöhung der Lebensmittelpreise der Durchschnittslohn der Hüttenarbeiter nur um ganze 2 M. sich gegen das Borjahr erhöht hat.... In den Sekttonen Oberhausen ist der Lohn gar noch um 4 M., in Koblenz um 9 M-, in Dortmund um 8 M. und in Siegen um 4 M. zurückgegangen. Nur Settion Essen weist eine Steigerung von 26 M., Düsseldorf um 13 M., Aachen um 9 M. mld Hagen um 6 M. umfliegen den Turm. Ich beobachte den Führer. Kopf vorgestreckt, Augen starr geradeaus gerichtet, sitzt er, beide Hände an den Hebeln. unbeweglich wie— mit einer Dynamitbombe am Kaffeetisch. Der sonderbare GesichtSausdruck, die schmalen Backen, glänzenden Augen verraten die ungeheure Spannung. Alle Muskeln sind straff; alle Sinne lauern. Ich glaube, diese Leute leben in permanentem Fieber. Jede Sekunde kann etwas bringen. Die tiefe Stirnwunde vom letzten Absturz juckt noch unter der Wollmütze; und der Farman- fahrer, der vor einer halben Stunde beim Aufstieg gequält scherzte: Ich werde langsam hochgehen, aber schnell wieder herunter« kommen— wurde bald darauf unter den rauchenden Trümmern seines Apparate» hervorgezogen. Dieser Sport geht an die Nerven. Und gibt— Ruhe. Wir machen die zweite Runde. Unten brauen milchige Nebel- schwaden wie ein wallendes Tischtuch. Der Lichtpunkt deutet das Wirtshaus an. Gleichmäßig, wie auf hoher See. umspült der elastische Zugwind Gesicht und Hände. Der sonore Brustgesang der Propeller deutet auf gleichmäßigen Herzschlag im Vergaser. Wieder ein Ruck am Hebel: es geht schräg abwärt». Die milchigen Schwaden zerfließen; welkes GraS wird mit rasender Geschwindigkeit unter uns weggerissen. Käme jetzt ein vor- zeitiges Aufstoßen in einer Vertiefung— Apparat und Knochen lvären zum Teufel. Ein Gefühl, wie auf einer bretterncn Lokomotive... Der Führer zupft an der Stellschnur. Der Motor setzt plötzlich aus; hustet, pufft noch ein paar Mal; die Propeller drehen sich lang- sam, zittern, wie nach angestrengter Arbeit, und stehen still. Wir gleiten wie ein Vogel dicht über, auf dem Erdboden hin; ein paar graziöse Sprünge— der Apparat hält. Fünf Kilometer in fünf Minuten!« d o l f H e ß. Moderner Aberglaube. Daß Spiritismus, Okkultismus und ähnliche menschliche Verirrungen von Jahr zu Jahr mehr aufblühen und gerade in den Kreisen der sogenannten Gebildeten unserer Großstädte die meisten Anhänger finden, ist zur Genüge bekannt. Wir haben auch in Deutschland eine ganze Zahl spiritistischer und ähnlicher Vereine, spiritistische und okkultistische Zeitschriften, und in vielen Städten werden von diesen Vereinen öffentliche Vorträge ver- anstaltet, um neue Mitglieder zu gewinnen und für den Spiritismus Propaganda zu machen. Weniger bekannt dürste es fein, daß auch die alten mittelalterlichen Geheimwisscnschaften der Alchemie und Astrologie in unseren Tagen wieder ausblühen. Wie Sir William Ramsay in seinem Buche»Vergangenes und Künftiges aus der Chemie' mitteilt, bestehen in Frankreich geheime Gesellschaften, wie der»Orden der Rosenkreuzer' und die»Alchimistische Gesellschaft von Frankreich', die als Nachfolgerin der alten»Hermetischen Gesellschaft' betrachtet sein will. Theodore Tifferand behauptete 1896, Kohlenstoffverbindungen, zum Beispiel Aether- und Essig« säure, erhalten zu haben, als er metallisches Aluminium in Glasröhren mit Salpetersäure eingeschlossen und zwei Monate lang den Sonnenstrahlen ausgesetzt hatte. August Sttind- berg, dessen phantastische Ansichten über naturwissenschaftliche Dinge ja bekannt sind, will»unvollkommenes' Gold aus Amnionium- ferroiulfat gemacht haben, und ein anderer moderner Alchimist, Emmens, hat nach seiner Angabe mexikanische Silberdollars in Gold umgewandelt. Auch die Sterndeuterei, die Astrologie, ist wieder auf. Den höchsten Durchschnittslohn hat wieder Sektion Essen mit 1644 M., den niedrigsten Siegen und Koblenz mit 1327 M. Der Durchschnittslohn pro Kops der Arbeiter betrug 1525 M. Und welches Risiko haben diese Arbeiter für diese anscheinend hohen Löhne zu tragen? Der Bericht erwähnt, daß im Jahre 1999 allein 27 895 Unfälle gemeldet worden sind. Das sind pro 1999 Ver- sicherte durchschnittlich 169 Unfälle. Welche Mengen Blut sind da wieder in den Großbetrieben geflossen... Zahlt Krupp den höchsten Durchschnittslohn, so hat sein Betrieb aber auch die höchsten Unfallziffern aufzuweisen. Laut Bericht wurden in Sektion Essen pro 1999 Versicherte 199 Unfälle gemeldet. Nach Essen folgt Oberharzsen mit 193 Unfälle pro 1999 Versicherte, während in Sektion Siegen nur 82 Unfälle aus 1999 Arbeiter entfielen. Da« für hat aber Sektion Essen nur ganze 7 Betriebe mit 32 294 Arbeiter und Siegen dagegen 48 Betriebe mit nur 6155 Arbeiter. Je größer der Betrieb, desto größer die Unfallziffer. Entschädigt wurden jedoch nur 2524 Unfälle. WaS die Vertrauensärzte nicht alles können... Getötet wurden von den ent« schädigten Fällen 183 Arbeiter, teilweise Erwerbsunfähigkeit konsta» tiertcn die Wcrksärzte noch in 1639 Fällen, in 198 Fällen völlige und in 513 Fällen vorübergehende Erwerbsunfähigkeit. Und der Rechtsweg? In 1249 Fällen haben die Schieds- gerichte die Berufungen der Verletzten abgewiesen und nur in 219 Fällen entsprochen. Die Berufsgenossenschaft hatte von eigenen Rekursen noch 4 Erfolge und 14 Mißerfolge, während die Verletzten und deren Hinterbliebene in 176 Fällen abgewiesen wurden und nur in 33 Fällen siegten. Unter Titel„Unfallverhütung' finden wir einen AuSgabeposten: „Arbeilerreise" mit 7226 M. Da der Bericht hierzu kein erklärendes Wort hat, so nehmen wir an, daß eS sich hier nur um die Reise- entschädigungen der Arbeiter bei den Beratungen der Unfall- verhütungsvorschriften handelt, die, wie die ungeheuren Unfallziffern ja beweisen, doch nur auf dem Papier zu stehen scheinen. Folgen einer Neckerei als Betriebsunfall. Eine bemerkenswerte und langwierige Rentcnklage ist jetzt vom Dresdener Schiedsgericht für Arbeitervcrsicherung zugunsten des Verletzten entschieden worden. Im vorliegenden Falle handelt es sich um die Frage, ob die Folgen einer auf der Arbeitsstätte stattgefundenen Neckerei als Betriebsunfall anzusehen und von der Berufsgenossenschaft zu entschädigen sind. Im Dezember 1993 neckten sich die jüngeren Arbeiter in einer Metallwarenfabrik in Freiberg, indem sie sich gegenseitig mit Tuchstücken bewarfen. Einer der Arbeiter hob mit einem an der Erde liegenden Tuchstück unbewußt ein Stück Stahl auf, wie sie in der Schleiferei Ver- Wendung finden, warf damit nach dem Schleifer K. und traf diesen mit dem Stahlstück in das linke Auge. K. trug eine erhebliche Ver- letzung des linken Auges davon, mußte sofort die Arbeit einstellen und sich in ärztliche Behandlung begeben. Die Verletzungen hatten schließlich den fast völligen Verlust des Sehvermögens am linken Auge zur Folge. K., der nach dem ärztlichen Gutachten um 25 Proz. in der Erwcrbsfähigkeit beschränkt ist, wendete sich mit einem Antrag auf Gewährung von Unfallrente an die Norddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft. Letztere lehnte indessen eine Ent- schädigung ab, weil die Folge dieser Neckerei nicht als Betriebs- Unfall anzusehen sei. Der Verletzte wendete sich darauf mit einer Berufung an das Schiedsgericht. Da von Anfang an von einem Messer die Rede war, wodurch die Verletzung entstanden sein sollte, wurden nunmehr umfangreiche Erörterungen angestellt. Von der Berufsgenossenschaft wurde dann bestritten, daß sich der Unfall, wie geschildert, abgespielt habe. Auch in der entscheidenden VerHand» lung lehnte der Vertreter der Berufsgenossenschaft die Gewährung einer Entschädigung ab. Das Schiedsgericht hat aber die Augen- Verletzung als Betriebsunfall angesehen und die Beklagte verurteilt, dem Verletzten vom Beginn der 13. Woche an eine 25prozentige Rente zu gewähren. Nach anderthalbjährigem Rentenkampf er» hält K. nun endlich die ihm zustehende Unterstützung. In der Rheinisch-Wcstfälischen Bau-Berufsgcnosscnschaft, nach der Zahl der versicherten Arbeiter die zweitgrößte in ganz Deutsch- land, waren im Jahre 1999 in 39 273 Betrieben 214 444(39121 Betriebe und 212 873 im Jahre 1998) Arbeiter beschäftigt. Ge- meldet wurden im Berichtsjahre 7253 Unfälle, so daß auf 1999 Versicherte durchschnittlich 34,7 Unfälle entfielen. Hiervon wurden 1515 Fälle entschädigt, darunter 123 Todesfälle. aufgelebt. Wie die englische Zeitschrift.Knowledge' schreibt, gibt es in England sejt einiger Zeit„astrologische Gesellschaften', die also einen Einfluß der Sterne und ihrer gegenseitigen Stellung zu ein- ander auf daS Leben und die Schicksale des einzelnen Menschen behaupten. Auch in Deutschland existiert unter dem Namen.KoSmoS' ein „Verein deutscher Astrologen'. Sodann findet man in Jnseratbeilagen, die der»Neuen Metaphysischen Rundschau' beigeheftet sind, An- kündigungen, aus denen hervorgeht, daß sich auch bei uns Leute mit Sterndeuterei und noch dazu berufsmäßig, befassen. In einer dieser Anzeigen empfiehlt sich ein Doktor der Mathematik in Jena-Unter- ziegenhain folgendennaßen: „Horoskope nach inäqualer Manier für Personen und Unternehmungen. Genaueste Berechnung und sorgf. Divinazion. Preis 129 M., Anzahlung 89 M.. Rest bei Empfang der Nachnahme. Angabe des Geburtsorte» und Datums unerläßlich.(Wenn bekannt, auch Stunde und Minute.) Mit- teilung von wichtigen stattgefundenen Ereignissen(schwere Un- fälle, größere Reisen, Heirat, Erbschaften, Zahl der Kinder, schwierige oder gar Fehlgeburten. Todestag der Eltern usw.) behuf» Korrekzion erwünscht und empfehlenswert. Brieflicher Unterricht in Horoskopie 129 M.(zirka 59 Briefe mit ausgiebigen praktischen Bei« spielen), mündlicher Unterricht für meine Pensionäre gratis, Pension (nur Rohkost) 75 M. monatlich.' Man sieht, die Sache ist durchaus nicht billig, und wenn sich genug Dumme finden, die auf den Schwindel hineinfallen, macht der„Astrolog' zedenfalls ein glänzendes Geschäft. Auch in Ham- bürg und anderen Städten leben solche Astrologen. Siotizen. — SSuglingSshphilis und Ehrlich» Heilmittel. In der Universitätsklinik für Hautkranke in Freiburg i. Br. wurde kürzlich eine Schwangere mit allen Zeichen der Syphilis eingeliefert. Man begann sie aber erst 19 Tage nach der Niederkunst mit Ehrlichs Präparat 696 zu behandeln. Das neugeborene Kind zeigte zunächst ebenfalls deutlich die ererbte Syphilis. Erst als bei der Mutter, die das Kind säugte, die Symptome verschwunden waren, hörten sie auch beim Kinde auf. Das Kind war nicht direkt behandelt worden, offenbar waren in der Mutter Schutzstoffe und Gegengifte gebildet worden, die mit der Milch übertragen wurden und zur Heilung führten. — Die Volkszählung der Indianer. Die vor kurzem veranstaltete Volkszählung der Rothäute in den Vereinigten Staaten wird wahrscheinlich die letzte sein, denn eS ist anzunehmen, daß nach Ablauf eines weiteren Jahrzehnt» kaum noch Indianer vorhanden sein werden, die nicht Staatsbürger geworden sind. In den letzten zehn Jahren hat die Zahl der Indianer von 273 696 auf 266 769, d. h. um 2,5 Proz. abgenommen. Die Fürsorge für die Indianer verursacht einen immer höheren Aufwand für die Vereinigten Staaten. Im Jahre 1889 kosteten die Indianer der Regierung über 29 Millionen Mark und im Jahre 1999 sind die Kosten auf 79 Millionen an- gewachsen. Die Erziehung der Indianer macht rasche Fortschritte und mit ihr ihre gewerbliche Betätigung. Bei der letzten Zählung ergab sich, daß in den Schulen, die von der Regierung oder der Mission unterhalten werde», insgesamt 25777 indianische Kinder am Unterricht teilnehmen. " 1 Die 11. Verbandstag der Schneider, Schneiderinnen und Fleisches der Gesundheit schädlich." Hat Ihr Vater je biefes Ein moderner Robinson Crusoe. Fleisch gegessen?" fragte der Referent. Hat Ihr Vater je einen Kapitän J. R. Davis, einer der Begleiter Sir Erneft 3. 8. Wäschearbeiter Deutschlands. Aeroplangesehen?" war die schlagfertige Antwort des Oppo- Shafletons, erzählt mit dessen Erlaubnis in Pearsons Magazine" Hamburg, 18. Auguft. nenten. Die Ginberufer der Versammlung beabsichtigen, überall die Geschichte eines modernen Robinsons. Kapitän Davis fand auf In der Nachmittagssibung behandelt der Verbandsvorsitzende Protestversammlungen einzuberufen und es bis zu einer Trennung Macquarie Jsland, der südlichsten Insel der Neuseelandgrupp Stühmer die zum Statut gestellten Abänderungsanträge. au treiben, sollte der Chief- Rabbi ihren Forderungen nicht Gehör( 545 englische Meilen von Neuseeland) einen Einsiedler namens Redner tritt für eine dreijährige Geschäftsperiode ein, wie sie vom schenken und den Genuß des billigen gefrorenen Fleisches auch William Madibbon, der in einem kleinen Holzhause, als einziger Bewohner der Insel lebte. Zentralvorstand und zwei Filialen verlangt wird. Im Namen fernerhin erlauben. Erwähnt sei noch, daß sich der Profeffor Blik Einladung des Kapitäns, in die menschliche Gesellschaft zurüc des Vorstandes erklärt er sich gegen die auf Erhöhung der Unter- redlich Mühe gab, die Minderwertigkeit des gefrorenen und ge- zukehren, lehnte er entschieden ab, da zu seinem vollkommenen stüßungsfäße abzielenden Anträge. Die Unterstüßungssäge werden fühlten Fleisches zu beweisen. Dieser Umstand verrät allein schon, Glücke nichts fehlte. Er stammte aus Carvid- on- Shannon, hatte im Verhältnis von keinem anderen Verbande erreicht. Nachdem daß hinter den religiösen Fanatikern Leute zu suchen sind, deren nahezu 40 Jahre auf KriegsKriegs- und Handelsschiffen gedient 24 Redner in der Generaldebatte gesprochen, wird diese durch Motive ganz andere sind als Besorgnis um die Volkshygiene. und befand sich nun drei Monate auf Macquarie Island, wo er auch Schlußantrag beendet, worauf die Anträge einer Kommission zur zu bleiben gedachte. Er hat vollauf zu tun, um die Ansprüche der Beratung überwiesen werden. kommenden Jahreszeit zu befriedigen. Bei schlechtem Wetter sitzt er Ueber Punkt 5: Regelung der Gehälter und sonSchweres Unglück bei Sprengversuchen. in seiner Hütte, verfertigt Matten und raucht. Er vermag auch ftigen Vertragsbestimmungen für die Ange= stellten des Verbande 3", referiert Mirus Berlin vom Während gestern nachmittag durch Pioniere vorgenommenen Geld auf Macquarie zu verdienen, da es dort Seelöwen, Pinguine Zentralvorstande. Redner erläutert den diesbezüglichen Entwurf des Sprengarbeiten im Fort Heiligkreuz bei Mainz begaben und Rüsselrobben gibt. Die Tiere liefern ihm Del und das Del Hauptvorstandes unter Hinaveis auf die in andern Verbänden sich einige Soldaten nach Loslassen eines Sprengschusses in einen macht er zu Geld. Sein Lieblingswunsch richtet sich nun auf ein Minengang, um die Wirkung des Schusses nachzusehen. Da sie nicht fleines, nettes Segelboot. Er beabsichtigt, so lange Cel zu sammeln, gezahlten Gehälter. Nachdem die Verhältnisse fich wesentlich ge- wiederkehrten, ging man ihnen nach und fand, daß sie durch die bis er imstande ist, das Boot zu erwerben. Er hat zwei Hunde zur ändert und die Arbeiterschaft dieser Angelegenheit jetzt anders Entwidelung giftiger Gafe bewußtlos geworden Gesellschaft, ist glücklich und fühlt sich gar nicht vergegenüberstehe als früher, sei es an der Zeit, hierin eine Rege- waren. Sie wurden ans Tageslicht befördert und durch Sauer- einsamt, obwohl er der einsamste Mensch der Welt ist. Lung herbeizuführen. Das Höchstgehalt( Vorstandsmitglieder und Redakteur) soll 2400-3300 W., das Mindestgehalt( weibliche stoffapparate der Feuerwehr ins Leben zurückgerufen, bis auf einen Gefreiten, der tot war. Schwer verletzt sind Hauptmann Angestellte) 1300-2000 m. betragen. Gehre, ein Leutnant und acht Mann, die ins Lazarett geschafft wurden. Bei den durch die Feuerwehr vorgenommenen Rettungsarbeiten erlitt der Feuerwehrwachtmeister Leichner eine schwere Betäubung durch eingeatmete Gase. Mehrere Delegierte schlugen die Einsetzung einer Kommission bor, welche die Gehaltsvorlage durchberaten soll. Hamburg, 19. August. Nachdem noch mehrere Redner zur Gehaltsvorlage gesprochen, wird diese einer Kommission zur Beratung überwiesen. Ueber die Reichsversicherungsordnung" refe riert Arbeitersekretär Besche Hamburg, der erschöpfend diese Materie behandelt. Ohne Debatte wird eine Resolution angenommen, in der es u. a. heißt: Ueber das Unglück gibt im Mainzer Tageblatt" der Jn fpefteur der 2. Pionierinspektion folgende Parstellung: Am Hechheimer Berg werden gegenwärtig est ungsmanover im Nahkampf vorgenommen; dabei wurde in einem unterirdischen Minengang, um den Gegner abzuwehren, eine Mine zur Explosion gebracht. Als ein Gefreiter, der mit der Rauchmaste versehen war, vorgeschickt wurde, um sich von der Wirkung der Minenerplosion zu überzeugen, wurden die Leute, die ihm Luft zupumpten, bewußtlos; infolgedessen stürzte auch der Gefreite nieder. Rettung aus Unterseebooten. Marine durch das Untersinken von Unterfeebooten betroffen haben, Die wiederholten schweren Unglüdsfälle, die die französische spornen die Marinetechnifer an, Mittel und Wege zu suchen, um Verluste von Menschenleben bei derartigen Katastrophen zu verhüten. Im französischen Marineamt in Cherbourg. werden zurzeit zahlreiche Vorschläge zur Rettung aus Unterseebooten geprüft. Die meiste Beachtung findet die Einrichtung eines abnehm= baren Kiosk, in welchen sich die Besatzung flüchten kann, falls das Unterfeeboot untergeht. Der Kiosk soll eine Schwimmfähig. teit befißen, die groß genug ist, um mit dem ganzen Personal an die Oberfläche zu steigen. Kleine Notizen. straße in München wurden zwei Frauen getötet; umherDurch eine Benzinexplosion in einem Haufe der Herzog- Spital fliegende Steintrümmer verlegten außerdem sieben Personen. Durch die Erplosion wurden sämtliche Fensterscheiben der benach barten Säufer zertrümmert. Der Verbandstag erblidt in dem dem Reichstage vorliegenden Gesetzentwurf betreffend die Einführung einer Reichsversicherungsordnung" eine Gesebesvorlage, die nicht im entferntesten geeignet ist, die oft geäußerten Wünsche der in der BekleidungsIn der Abortgrube erstickt. Beim Ueberschreiten der Abortgrube industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen zu befriedigen. brach in atto wit die Tochter eines Vergmannes ein und ver Die Vertreter der zirka 40 000 Mitglieder zählenden Organi Es gelang, die Leute an der Pumpe zu retten. Da es un fation, die zu einem erheblichen Teil aus Heimarbeitern besteht, möglich war, in den Minengang zu gelangen, versuchte man, denwand in der Dunggrube. The Hilfe nahte, war die Unglückliche bereits er stick t. erblicken in der geplanten Einbeziehung der Hausgewerbe- Gefreiten an dem Luftschlauch herauszuziehen, der Schlauch treibenden und der von ihnen beschäftigten Personen sowie der rig aber. Inzwischen war die Feuerwehr angerüdt und Heimarbeiter in die neu zu errichtenden Landkrankenkassen eine mehrere Mann davon drangen mit Rauchmasten versehen in den schwere materielle Schädigung dieser Erwerbsgruppe sowie eine Minengang vor, begleitet von verschiedenen Offizieren und dem durch nichts begründete Einschränkung des Selbstverwaltungsrechts Hauptmann Gehre vom 2. Nassauischen Pionierbataillon 25. gewerblicher Arbeiter, die als Heimarbeiter tätig sind. Während die Feuerwehrleute den Gefreiten herausschafften, Von den Wellen verschlungen. An der Küste von Somor. Die Bersammelten protestieren ferner gegen die weitere Bus wurden auch die Offiziere bewußtlos, ebenso auch ein roftra in der spanischen Provinz Biscaya wurden zwet junge laffung der Innungstrantenfassen, ohne daß für diese Nebenein- Feuerwehrmachtmeister. Mädchen und ihr Bruder beim Baden von einer Welle fortrichtungen der Innungen eine bestimmte Mitgliederzahl borge- Es gelang jedoch, sie zu bergen und ins Leben zurückzurufen; geführt. Ein Mann versuchte sie zu retten, fand aber mit den schrieben ist, während den freien Hilfstassen denen Tausende sie befinden sich außer Lebensgefahr. Dagegen ist der beiden Mädchen den Tod, während der Bruder gerettet von Heimarbeitern angehören in dem Gesetzentwurf über die Gefreite Michelmann, von der 3. Kompagnie des 25. Pionier wurde. zufünftigen Ersatztassen" derart Erschwerungen in rechtlicher und bataillons, tot; dreistündige Wiederbelebungsversuche blieben erDiebstahl in einer Kaserne. In der vergangenen Nacht drangen berwaltungstechnischer Natur auferlegt werden, daß an eine folglos. Das Unglüd entstand dadurch, daß die Mine wohl Einbrecher durch ein Fenster der im belebtesten Teile Prags weitere Griftenafähigkeit dieser Kassen nicht mehr zu denken ist. explodierte, aber in ihrer Durchschlagskraft bersagte. Infolge- gelegenen Saferne der Hofwache in die Stanzleiräume ein. Der Verbandstag fordert die Ausdehnung der Unfallversiche- dessen konnten die Gase nicht abziehen und schlugen in Dort erbrachen sie zwei Geldfaffetten, aus der fie 26 000 Stronen, rung und der Invalidenversicherung auf die Hausgewerbetreibenden den Gang zurück. Bewußtlos wurden Hauptmann Gehre, die die für die Löhnung bestimmt waren, raubten. Man glaubt, daß bezw. Heimarbeiter sowie die Erhöhung der dort vorgesehenen Beutnants Raumer, Hippe und Arens, sechs unter die Täter Honvedsoldaten sind. Leistungen, insbesondere auf dem Gebiete der Invaliden- und offiziere und zwei Pioniere. Hinterbliebenenversicherung. Der Verbandstag ersucht den Hohen Reichstag, den Entwurf der Verbündeten Regierungen im Sinne dieser Resolution so zu 112 985 Cholerakranke. ändern, daß die gerügten Mängel und Unzulänglichkeiten durch Vorschriften ersetzt werden, nach denen eine wirkliche und ausreichende Versorgung in den Fällen der Kranten-, Unfall-, Invader liden- und Hinterbliebenenversicherung gewährleistet wird. Vermischtes. Religion und Gefchäft. Bd. 12. Leben und Taten des weiland wohledeln Ritters Sebastian Schertlin von Burtenbach. Von Engelbert Hegaur. 3,50 M., geb. 5 M. A. Langen, München. Straubes Karte des Savelgebietes zwischen Spandau und Potsdam. 1,50 M. Verlag Berlin S. 61. Witterungsübersicht vom 19. August 1910, morgens 8 Uhr. Eingegangene Druckfchriften. Immer erschreckender lauten die Nachrichten über das Büten Die Obrigkeit. Einzelb. M. 1,50. Die chinesische Mauer. Bon Kulturbilder aus dem Simpliciffimus. Bd. 11. Ehe. Cholera in Väterchens" Reich. Nachdem durch die St. Straus. 6 M., geb. 7,50 m. russische Bureaukratie zuerst ein epidemisches Auftreten der menschenmordenden Seuche geleugnet wurde, sahen sich später die russischen Behörden durch Mitteilungen in der Presse gezwungen, der Wahrheit wenigstens teilweise die Ehre zu geben. Die gestern veröffentlichten amtlichen Angaben übersteigen jedoch alle über den Umfang der Seuche geäußerten Mutmaßungen. 112 985 Personen sind danach allein in diesem Jahre an der Cholera erkrankt, von denen 50 287 geLondon, 17. August.( Eig. Ber.) storben sind. Gestorben zum größten Teile, weil in des Ginen interessanten Beitrag zu diesem Kapitel der Kultur- blutigen Nikolaus Reich zwar Gelder für Erbauung von geschichte liefert die jüngste Entwickelung der Dinge auf dem Sertern und Galgen vorhanden sind und selbst diese Londoner Fleischmarkt. Vor etlichen Tagen tam hier die Summen verschwinden teilweise in den Taschen der russischen Swinemde. 759 SSB 3 bedeckt erste Ladung gefrorenen und gekühlten koscheren Satrapen und ihrer Helfershelfer- kein Rubel aber ver- Berfin gamburg 758 SSD 2 bedeckt Fleisches an, das für die zahlreiche ärmliche jüdische Bevölkerung wandt wird zur Behebung der in den weitesten Kreisen der Franta M. 761 S Ost- Londons bestimmt war. Der Chief- Rabbi hatte dieser Neuerung Bauernschaft und der Industrieproletarier vorhandenen physi- München feinen Segen erteilt; eine kleine Schar interessierter Personen schen und moralischen Berelendung. Während die Herrschenden Wien und Fanatiker protestierte jedoch dagegen und berief eine Versammlung ein, die unter dem Vorsitz eines Professors Blik, des üppige efte feiern, stirbt das Volk! Am Altar ermordet. ,, Wettfliegen". Stationen Barometer stand mm Wind 760 S S richtung Windstärke Wetter Xemp. n. C. 8 of 9.9 Stationen Barometer stand mm richtung Bind Windstärke 17 Haparanda 751 Still Better mollig Temp. n. 6. 9 10 15 Betersburg 754 DSD 1 heiter 758 2828 4 halb bd. 14 746 S 1 mollig 763 SS 2 heiter 13 18 1 bededt 15 Scilly 3 Dunst 18 berbeen 764 23 8 mollig 19 Baris 764 S 1 Dunst 18 Wetterprognose für Sonnabend, den 20. August 1910. Bettweise aufllarend; einzelne geringe Negenfälle; mäßig warm; SüdBerliner Betterbureau. westwinde. Metallgießerei mit allen Mobellen, Elektromotor, zum Inventarpreis von 3000 m. verläuflich. Für trebsamen Anfänger passend. Näh. truthmann, Brunnenstr. 110. Speise- 8isGeneralsuperintendenten der Gesellschaft zur Verhütung von Krankheiten im menschlichen Geschlecht", im Rathause in der Catle Street stattfand. In einer Rède, die allen Fleischwucherern das Wie unser römischer Korrespondent meldet, hat in einem Herz gerührt haben würde, führte dieser Herr aus, wie der Genuß Dertchen bei Vicenza ein Raplan feinen Pfarrherrn des gefrorenen und gekühlten Fleisches nicht nur Leber- und ermordet, weil auf Veranlassung des letteren, der als herrisch Nierenleiden, Influenza und andere Krankheiten und streng geschildert wird, der Kaplan a divinis suspendiert erzeuge, sondern auch für die Verbreitung der Krebs- worden war. Zu Füßen des Altars lauerte der Kaplan dem trantheit verantwortlich sei. Die Steigerung des Konsums Pfarrer auf und erschoß ihn dann mit einer Flinte, worauf er des überseeischen Fleisches geht Hand in Hand mit der Zunahme sich auf die Flucht begab. Der Pfarrer starb nach 8 Stunden der Personen, die an der gefürchteten Krebskrankheit leiden. infolge der erhaltenen Verwundungen. Daraus schließt der Herr Profeffor, daß die Vermehrung der Krebsleidenden dem stets wachsenden Genuß gefrorenen und ge= fühlten Fleisches zuzuschreiben sei. Mit dem gleichen Recht hätte Die Versuche der an dem Ueberlandfluge Frankfurt- Mann er die Ursache des Krebsleidens in dem wachsenden Appetit für heim beteiligten Konkurrenten, den dafür ausgefeßten 25 000 Mart Kartoffelsalat und Frankfurter Würstchen suchen können, einem Preis zu gewinnen, werden andauernd bom Unglüd berLondonern allmählich beigebracht hat. Die Opposition schien jedoch schlagen auf den Erdboden kampfunfähig gemacht; bisher in allen frisch. u. veraltet. zweifelhaft. in der Versammlung stärker gewesen zu sein als die Freunde des ist es nur dem Aviatiker Jeannin gelungen, nach mehr Redners, denn das Endergebnis war für die Puritaner feineswegs fachen Zwischenlandungen das Ziel Mannheim zu erreichen. Biel befriedigend. Einer der Gegner des Referenten führte sehr Staat ist mit dem Erfolge freilich nicht zu machen, betrug doch die treffend aus, daß 68 Proz. des in London konsumierten Gesamtflugdauer Jeannins für die etwa 95 Kilometer betragende Fleisches gefrorenes Fleisch sei und daß die englische Strede über 36 Stunden. Ein mäßiger Fußgänger hätte mit Regierung schon längst eingegriffen hätte, wäre der Genuß dieses dem„ Durchfegler der Lüfte" erfolgreich konkurrieren können. Effenzen, unerreicht fein. natürliches Fruchtaroma. Alle zugehörig. Substanzen. Gute Rezepte gratis. Otto Reichel, Berlin SO., Eisenbahnst.4. Appetit, den der große deutsche Restaurateur Appenrodt den folgt. Ein Apparat nach Ein Apparat nach dem anderen wird durch auf- Syphilis- Nachweis Waldorf- Astoria Cigarettes ,, Oku" 2 Pt. ,, Hockey" 8 Pt. Fäll. durch wissenschaftl. Untersuchung. fofort; desgl. Barn-( ſpez. auf Gonorrhoe- Fäden) u. Sputum- Analysen. Dr. Homeyer& Co., Spezial- Laborat., Friedrichstr. 189, zm. 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N o l d e n verhastet. Diese beiden Herren sind an dem Treiben Ohms am meisten beteiligt; sie sind eS, die aus verkrachten Unternehmungen durch geschickte Bilanzen über Nacht Millionenwerte erstehen ließen. Dr. Nolden war schon im Jahre 1304 in einen Schwindlerprozeß verwickelt. Am meisten wundert man sich darüber, daß die Herrschaften, die Ohm am nächsten ge- stauten haben, sich noch wochenlang in den Bankräumen beloegen und den Verteidiger OhmS ungeniert„informieren' konnten. Man wundert sich ollgemein, daß Reichsbank, Handelskammer, vereidigte Bücherrevisoren und gerichtlich bestellte Taxatoren von den Manipulationen nicht das mindeste erfahren haben. Beim Dort- munder Gericht gut angesehene vereidigte Taxatoren sollen durch günstige Taxen die faulsten Schwindelgriindungen OhmS anS der Taufe gehoben haben. Jedenfalls läßt sich im Moment noch nicht sagen, welche Enthüllungen der Dortmunder Bankkrach noch bringen wird. Bei der Staatsanwaltschaft in Dortmund liegen noch einige Haftbefehle in petto, und mall wird sich nicht zu Wundern brauchen, wenn die nächsten Tage weitere Verhaftungen d»„..gesehensten Koryphäen Dortmunds, die allzeit treu und fest zu Thron und Altar standen, bringen werden. Die Verhaftung Hartwig? entbehrt insofern nicht einer gewissen Pikanterie, als er am Tage seines unfreiwilligen Domizilwechsels in der—.Germania' noch als.Sachkundiger" zu Worte kam. Dort preist er sich selbst als Mann für Wahrheit und Recht und die Grundlage der Bank als gesund. Daß die ultramontane Presse, die Ohm und Genossen gern gerettet hätten, erklärt sich schon aus dem Umstände, daß die Religion«IS Zugmittel für die verkrachte Bank mißbraucht worden ist. Aber auch eine gewisse Seelengemeinschaft hat wohl Sympathie ausgelöst. Die Niederdeutsche Bank seifte ihre Gläubiger ein, um ihnen den Geldbeutel leer zu machen, da? Zentrum beschwindelt seine Anhänger zu politischen Zwecken. Arbeitskämpfe und Konjunktur. In der Periode der kleinen Streiks ivar die Einwirkung der Arbeitskämpfe auf den Verlauf der wirtschaftlichen Konjunktur wenig spürbar, sie trat jedenfalls weit hinter den Wirknngen zurück, die heute durch einen sozialen Kampf ausgelöst werden. Denn mit der funahme der Arbeitgeber- und Arbeiter-Organi- a t i o n e n werden Konflikte eines einzelnen Betriebes zu An- gelegenheiten einer ganzen Branche, ja eines ganzen Industrie- zwciges. Aus einem partiellen Streik entwickelt sich ein Kamps, in den durch Aussperrung oder Streit die Betriebe der ge- samten Organisation hineingezogen werden. ES entsteht aber damit im Geschäftsgange eine Unterbrechung, die starke Wirkungen auf die Rohstoff- und Betriebsmaterialien liefernden Industrien ausüben muß, die auf den Markt und die Preise der Fertigerzeugnisse Einfluß gewinnt und dadurch im gesamteil Ver« lauf der Warenherstellung und Verteilung Störungen oder doch Hennilungen herbeiführt. Damit erlangen die Arbeilskämpfe einen ganz neuen Charakter: die sozialen Kämpfe bekommen eine wirtschaftliche Bedeutung. Wir in Deutschland haben im laufenden Jahre schon drei große Arbeitskämpf« tu verzeichnen. Der erste Kanipf, zugleich der größte, spielte sich im laugewerbe ab. Daß diese Aussperrung die Bautätigkeit in der besten Geschäftszeit lähmte, darauf ist schon mehr als einmal hingewiesen worden. Daneben hat aber die wochenlange Arbeitslosigkeit von nahezu 200 000 Bauarbeitern auch auf zahlreiche andere Gewerbe ungiinstig zurückgewirkt; es fei nur auf die Hilfsgewerbe des Bait- gewerbes Verlviesen. Bei dem zweiten Arbeitskämpf, der Aus- sperrung in der bergischen Metallindustrie, war der Kreis der betroffenen Arbeiter zwar wesentlich kleiner, doch war die Zahl der Feiernden mit 20 000 auch noch beträchtlich genug, um ungünstig auf einen Teil deS Wirtschaftslebens einzuwirken. Der dritte große Arbeitskampf dauert noch an; er ist wie die beiden anderen durch einen partiellen Streik verhältnismäßig weniger Arbeiter entstanden und hat sich zu einer Aussperrung resp. zu einem Streik sämtlicher aus den Werften der Nordküste beschäftigten Arbeiter ausgebreitet._ Feierschichten. Verschiedene Gruben im Ruhrrevier ließen in der letzten Zeit mehrfach feiern; am Donnerstag ruhte der Betrieb auf sämtlichen Schächten der Gesellschaft KönigSborn. Als Ursache wird Absatziitangel angegeben. An? der Strcichholzindustrie. Die ausländische Streichholz- industrie gewiimr immer mehr an Ausdehnung und Bedeutung. Diese Erscheinung ist auf die deutsche Steuergesetzgebung zurück- zuführen, die eine schwere Belastung der inländischen Industrie bedeutet. Es sind in Ungarn in letzter Zeit neue größere Unter- nehmungen errichtet worden. Eine Fabrik befindet sich in SzaszsebeS, firmiert„Aetna-Zündhölzchenfabrik A.-G." und verfügt über ein Aktienkapital von 400 000 Kronen. Das andere Unternehmen ist in Szegedin von einem Ingenieur im Verein mit mehreren Groß- kapitalisten begründet worden. Diese Fabrik verfügt über ein Kapital von S00 000 Kronen. Beide Unternehmungen wollen in der Haupt- fache den Export nach dem Auslande pflegen. Auswärtiger Handel. Im Juli betmg der auswärtige Handel Deutschlands im SpezialHandel: Einfuhr: 6 066 304 Tonnen und 13 271 Stück, worunter 13104 Pferde und 77 Wasserfahrzeuge, in den sieben Monaten Januar bis Juli 1910: 34 602 733 Tonnen und 06 130 Stück, worunter 04 670 Pferde und 460 Wasserfahrzeuge, gegen 34 166 627 Tonnen und 77 426 Stück, worunter 77 046 Pferde und 370 Wasserfahrzeuge, im gleichen Abschnitt des Vorjahres. Ausfuhr: 4 244 416 Tonnen und 463 Stück, worunter 346 Pferde und 108 Wasserfahrzeuge, von Januar bis Juli 1910: 29 240 637 Tonnen und 4108 Stück, worunter 3646 Pferde und 468 Wasser- fahrzeuge, gegen 26 314 031 Tonnen und 4056 Stück, worunter 3766 Pferde und 291 Wasserfabrzeuge, im Januar/Juli 1909. Der Wert der Einfuhr im ganzen 718,3 Millionen Mark und ohne Gold und Silber 676.4 Millionen Mark; für Januar/Juli 1910 im ganzen 6170,3 gegen 6051,8 Millionen im gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres, hiernach 118,6 Millionen Mark mehr. Der Wert der Ausfuhr ohne Gold und Silber 609,6 Millionen Mark und mit diesem 611,3 Millionen Mark; in den sieben Monaten Jannar/Fuli 1910 im ganzen 4255,3 Millionen, worunter an Gold und Silber 116,1 Millionen, gegen 3713,6 bezw. 117,2 in den gleichen Monaten des Vorjahres, hiernach im ganzen für 1910 mehr 541,8 Millionen Mark. Sowohl in der Einfuhr wie in der Ausfuhr sind an dem Mehr- wert fast sämtliche Warengruppen beteiligt. Die Weltproduktio« an Roheise«. Amtliche Statistiken existieren über die Weltleistringen der Roh- eisenproduktion nicht; es sind in erster Linie Jnteressenorganisationen, die solche Zusammenstellungen machen. In nachfolgendem ist die Statistik der Firma James Watson u. Co. in MiddleSbro benutzt; sie zeigt, daß die Weltproduktion die bisherige Rekordziffer von 1907 schon wieder überschritten hat. Im einzelnen ergibt sich seit 1904 daS folgende Bild in der Roheisenproduklion: in 1000 Tonnen Vereinigte Staaten Deutschland... Großbritannien. Frankreich... Rußland.... Oesterreich-Ungarn Belgien.... Schwedens... Spanien.... Kanada.... Italien.... Japan.... Indien. China. Mexiko zusammen Weltproduktion. 46 292 64 036 68 690 60130 48176 60 328 Selbst wenn die vorliegende Statistik nicht ganz vollkommen sein sollte, so zeigt sie doch, daß die Weltproduktion tatsächlich jetzt schon eine Höhe erreicht hat, wie sie früher nur im Stürmen und Drängen einer Hochkonjunktur möglich war. Werden die Ziffern der einzelnen Länder betrachtet, so ergibt sich, daß die Vereinigten Staaten, das Land der stärksten Schwankungen in der Produltion, seine Leistung des Jahres 1907 überflügelt hat. Deutschland steht noch um mehr als 100 000 Tonnen hinter seiner bis jetzt er- reichten Höchstproduktion des Jahres 1907 zurück. Die Steigerung stammt in erster Linie aus jener fruchtbaren Eiken- und Kohlen- gegend, die auch nach Luxemburg und einem Teil Deutschlands über- greift. Daß wir mit den bis jetzt wieder erreichten Ziffern nicht am Ende der Entwickelung angekommen sind, beweist, daß besonders auch in Deuischland durch die Montangewaltigen fieberhaft immer größere Produktionsstätten geschaffen werden. Die Arbeiter haben alle Ursache, sich für kommende Kämpfe zu rüsten. Huö der frauenbewcgun� Die Frauenorganisationen in Deutschland. Insgesamt gibt es in Deutschland nach den neuesten Zusammen» stellungen 6716 Ortsvercine, die einen Mitgliederbestand von 1074 404 Köpfen hatten. Unter diesen Mitgliedern sind allerdings auch solche männlichen Geschlechts, die man auf immerhin zirka 300 000 beziffern kann. Die Zahl der Ortsvereine, die WohltätigkeitS- zwecke verfolgen, stellt sich auf 3761, also mehr als die Hälfte samt- licher Vereine. Die Mitgliederzahl dieser Vereine beläuft sich auf 610170. Die nächstgroß'e Art der Frauenorganisation verfolgt be- rufliche Interessen; es bestanden im Jahre 1909 1891 DerusSvereine mit 106 746 Mitgliedern: im Vergleich zu der Zahl der erwerbs- tätigen Frauen,' die sich auf 10 Millionen Köpfe stellt, ist die Berufsorganisation unter den Frauen noch wenig ausgebreitet. Es folgen der Anzahl der Mitglieder nach die Vereine, die ihrem Hauptzweck nach allgemeine Bestrebungen verfolgen; eS sind dies 404 Vereine mit 88 280 Mitgliedern. Die Zahl der Vereine, die soziale Bestrebungen verfolgen, ist zwar größer, doch hat sie einen geringeren Mitgliederbestand, Sie stellt sich im Jahre 1909 auf 604, die Zahl der Mitglieder auf 69 996. Verhältnismäßig groß ist die Zahl der Frauen« Bildungsvereine; sie betrug 1909 93 mit einem Mitgliederbestande von 13 343. Die schwächsten Or- ganisationen sind die für politisdk Zwecke; an solchen gab es 1909 nur 62 Ortsbereine mit 4489 Mitgliedern. Verfolgt man die Ent- Wickelung der Frauenorganisation in den letzten beiden Jahren, so zeigt sich, daß sie erheblich zugenommen hat. Den 6716 Ortsvereinen vom Jahre 1909 mit 1,07 Millionen Mitgliedern stehen 4665 mit 894 256 Mitgliedern im Jahre 1908 gegenüber. Bemerkenswert ist, daß die Mitgliederzahl der charitativen Vereine eine Abnahme er- fahren hat, während die der Vereine für berufliche und soziale Zwecke eine starke Zunahme auflveisen kann. Wenn auch die vor- stehende Statistik nicht vollständig ist, indem sie z. B. die politische Organisation der Frauen in solchen Vereinen, die für Männer und Frauen gleichzeitig offen stehen, nicht berücksichtigt, so ersieht man doch aus der Statistik der reinen Frauenorganisationen, daß auch hier immer mehr die wirtschaftlichen, beruflichen und sozialen Jnter- essen zum Zusammenschluß und zur Verfolgung gemeinsamer Aus» gaben drängen._ Don den t k. Tabakardeiterinnen. In Wien tagte Sonntag und Montag eine aus 29 Fabriken beschickte Tabakarbeiterinnen- Konferenz, die gegen die Antreiberei in den Fabriken Stellung nahm, sowie gegen daS Protektiouswesen und die Anstellung gänz- sich unfachmänn'ischer Vorgesetzter. Die Arbeiterinnen müssen Kisten bis zu 60 und 60 Kilo heben; Organisationstätigkeit wird mit Ver- setzung zum Kehren bestraft, dagegen können die Christlichsozialen mit dem Versprechen ködern, daß sie bessere Arbeitsplätze Verswaffen. Gegenüber dem unwürdigen Pcämicnsystem wurde Lohnerhöhung, Herabsetzung der Leistungen und gerechte Verteilung des Urlaubs ge« fordert sowie Errichtung von Säuglingsheimen und Arbeiter- Wohnungen. Hervorgehoben zu werden verdient die internationale Geschlossenheit und Solidarität in der Organisation der Tabak» arbeiterinnen._ Leseabende. Baumschulenweg. Der Frauen-Leseabend fällt aus. dafür öffentliche Frauenversammlung am Montag, den 29. d. M. Am Freitag, den 26. d. M., wichtige Flugblattverbreitung von den Bezirks- lokalen aus. OrtSteil Treptow. Montag kein Leseabend, dafür im Lokale„Rad- rennbahn", Elsenstr. 116/116, 8'/z Uhr: Oeffentliche Frauenversammlung. Vortrag. Genossin Frau Berta Lungwitz-Berlü»: »Die Frau un proletarischen Kampfe'. FretreligtSse Gemeinde. Sonntag, den 21. August, vormittag« 9 Uhr, Pappcl-Allee 16/17: Freireligiöse Vorlesung. Vormittags 11 Uhr, Kleine Frankfurter Straße«: Vortrag von Herrn M. H. Baege:.Gibt es eine übersinnliche Welt?'— Damen und Herren als Gäste sehr willlommcn. Sozialdemokratischer Zentralwahlverein RrnSwalde- Friede» berg, OrtSvercin Berlin. Die Mitgliederversammlung findet nicht am Sonntag, den 21. August, sondern am Sonntag, den 28. August, nach- mittags 3 Uhr, bei Thimm, Tilsiter Str. 79 statt. Gäste willlommcn. Allgemeine«ranken, und Sterbekasse der Metallarbeiter IE. H. 29. Hamburg). Filiale Berlin 4. Mitgliederversammlung am Sonnabend, den 29. August, bei MerkowSky, AndreaSstraße 26. Abends 8>/, Uhr Filiale Berlin 5: Mitgliederversammlung bei Grunow, Dragoner- strafe e 15. Zentralverband der freien Händler. Hausierer und verwandten Berussgenossen Deutschlands. Sitz Essen-Ruhr, Verwaltungsstelle Berlin. Heute abend K>/. Uhr: Versammlung bei Dräsel, Reue Friedrich- strafee 35. Gäste willkommen. IllW 1867 Grosser Saison- Kein Kaufzwang I □ □ Um Besichtigung der Waren wird gebeten! 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Nenes Operetten- Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Operette in 3 Att. von. M. Willner u. N. Bodansky. Musik v. Franz Lehár. Der Mann mit dem eisernen Schlund! Uhr Von 4-7 Vitascop- Theater Aquanopticum Experiment aus der 4. Dimension. Alles ohne Extra- Entree! Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Ein einziger Erfolg! In einem amerikanischen Bulldog- Tingeltangel. La mime espagnole Zoraïta und das großartige AugustProgramm. Metropol- Theater Hallo!!! Die große Revue! In 8 Bildern von Jul. Freund. Musik v. Paul Lincke. In Szene gesetzt vom Dir. Rich. Schultz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. WINEBATEN Das Eröffnungs- Programm. Rajah, die unvergleichliche aegyptische Tänzerin. Mizzi Wirth, bestbek. Operettenstar. Paul Cinquévalli, Meister- Jongleur. The eagle and the girl, mystischer Illusionsakt. zu ermäßigt. Breifen: Der Freischütz. Romantische Oper in 3 Aufzügen von Schiller- Theater 0.( Wallner- Theat.)| Schiller- Theater Charlottenburg. 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Empfehle den verehrlichen Vereinen und Gewerkschaften meine Räume. Sonnabend und Sonntag noch frei.+ Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Bublifum gegenüber keinerlei Donnerst: Gr. Brillant- Feuerw. Berantiportung. Sein 25jähriges Jubiläum bei der Firma Ewald Stumpf feiert heute der Kutscher Johann Dräger. Deutscher Achtung! Achtung! Deutscher Metallarheiter- Verband. Bereine und Gewerkschaften! Arbeitsnachweis: 4206 Hof L. Amt 3, 1239. Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof III. Amt 3, 1987. Charitéstraße 3. Montag, den 22. Auguft 1910, abends 8% Uhr: Transportarbeiter- Verband. Mitglieder- Versammlung der Klempner Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sollege, der A. E.- G.Arbeiter August Prenzel am 13. Auguft im Alter bon 27 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 20. d. m, nach mittags 4, Uhr, von der Leichenhalle des Leichenschauhauses aus nach dem Dantes- Kirchhof in Reinickendorf, Blankestraße, statt. Umzahlreiche Beteiligung ersucht Die Bezirksverwaltung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hauspiener Hermann Tschage am 17. d. Mts. im Alter von 45 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet hente Sonnabend, den 20. Auguft, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Die Bezirksverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unjer Mitglied, der Schloffer Karl Voigt am 15. b. M. durch Unfall gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 20. August, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen St. Pauls- Stirchhofes, Seestraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 120/6 Die Ortsverwaltung. Gemeinsame Orts- Krankenkasse für Dt.- Wilmersdorf n. Umgeg. Die Vertreter der Arbeitgeber und Paffenmitglieder werden hiermit zu der am Montag, den 29. August, abends 8 Ulor, im Gesellschaftshaus, Wilhelmsaue 114/115, stattfindenden außerordentlichen General- Versammlung ergebenst eingeladen. Tages Drdnung: 1. Auslosung der nach§ 49, Nachtrag 10, des Kassenstatuts ausscheidenden Deregterten. 2. Aenderung des§ 49, Abf. 3 des Statuts. 3. Ber fchiedenes. Im Anschluß hieran findet eine in den Musikersälen, Raiser- Wilhelm- Str. 18m. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Kollegen Wücke über: Die Ronzentration ber Industrie und die Arbeiterbewegung." 2. Diskussion. 8. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Unter Branchenangelegenheiten soll eine sehr wichtige Aussprache statt. finden, so daß es Pflicht auch des letzten Kollegen ist, unter allen Umständen zu erscheinen. Keiner darf fehlen! 120/5 Die Ortsverwaltung. Zur Einsegnung! Nur eigene Konfektion. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sounabrud, 20. Auguft 1910. Partei- Angelegenheiten. gerieten die beiden in einen heftigen Wortwechsel, der damit Vortrages gewidmet; in ausführlicherer Weise wurde auch die erst endigte, daß die Völner plöglich einen Revolver hervorzog und auf im Vorjahre in ihrer ganzen Länge eröffnete Borgensbahn behandelt, ihren Begleiter einen Schuß abgab, der diesen zu Boden streckte. die den Osten mit dem Westen des Landes verbindet und ihre Trace Zur Lokalliste. In Bohnsdorf bei Grünau wird am Sonntag, Darauf richtete fte die Waffe gegen sich selbst und tötete sich durch durch landschaftlich herrliche Gebiete führt. den 21. August, das übliche Erntefest gefeiert. Wir weisen darauf einen wohlgezielten Schuß in die Schläfe. Herzueilende Bassanten über Land und Leute seiner Heimat zu erzählen, unterhaltend zu Der Vortragende verstand es, in fnapper Art das Charakteristischste hin, daß uns die beiden im Drte befindlichen Lokale von Schulz brachten das Paar in einer Droschte nach dem Krankenhaus Moabit, bleiben und doch dabei seinem Referate eine wissenschaftliche Note und Dolling nicht zur Verfügung stehen. Wir ersuchen speziell wo das Mädchen furz nach ihrer Einlieferung verstarb. Die Wer zu geben. Es sprach viel Heimatliebe aus seinen Worten, die denn die Hunderte von Aquarienliebhabern aus Arbeiterkreisen, die diesen Drt wegen des im Dorfteich vorhandenen lebenden Fischfutters auf wundung Rettschlags, der einen Schuß in den Kopf erhalten hat, ist auch die Wirkung auf die Zuhörer nicht verfehlte und einen reichen, wohlverdienten Beifall auslöſte. fuchen, dies besonders zu beachten. Frei ist dortselbst nur das dicht zwar schwer aber nicht lebensgefährlich. an der Chaussee belegene Lokal von Karl Mentel( Villa Das Drama eines anderen jungen Liebes- Der Zirkus Cyrill Hatlé ist von der Potsdamer Straße nach Kahl) und das in Falkenberg am Wasserturm gelegene Lokal paares rief in der vergangenen Nacht in der Bankstraße Aufsehen dem Spielplag an der Berliner Straße in Bankow übergefiedelt, bon Gottfried Schäfer. hervor. In dem Hause Pantstr. 86 öffneten sich die siebzehnjährige woselbst er am heutigen Sonnabend seine Eröffnungsvorstellung abIn Südende( T.-B.) sind die Lokale von Dahl und Schultheß Arbeiterin Martha Puls und ihr Geliebter, der gleichalterige Arbeiter hält. Am Sonntag finden zwei Borstellungen statt, die um 4 bezw. und in Mariendorf( T.-B.) Graßls Gesellschaftshaus", Chauſſeeſtr. 305, nach wie vor gesperrt und daher streng zu meiden. Boden des Hauses. Das junge Mädchen schwebt in großer Lebens- wachsene das Recht, ein Kind frei einzuführen. Außerdem zahlen Chauſſeeſtr. 305, nach wie vor gesperrt und daher streng zu meiden. Hermann Giese, die Pulsadern. Giese erhängte sich sodann auf dem 84 Uhr beginnen. In der Nachmittagsvorstellung hat jeder ErLebens- wachsene In Reinickendorf- West finden folgende Veranstaltungen in geKinder unter 12 Jahren auf allen Plägen halbe Preise. sperrten Lotalen statt: Am Sonntag, den 21. d. M., Sommer- gefahr. Der Grund zu der Verzweiflungstat war, daß die Eltern Feuerwehrbericht. Wegen eines Teerbrandes wurde der 16. Zug fest des Gewerbeschußbereins in Hartmanns das Liebesverhältnis der beiden nicht dulden wollten. nach der Prinzen- Allee 14 gerufen und wegen eines Kellerbrandes Brauerei( Juh. Beier), Scharnweberstr. 101-104; am 27. d. M. Räuberischer Ueberfall in einem Südringzuge. Durch das Ziehen nach der Bergmannstr. 21. Breßkohlen brannten Hufelandstraße 5, das 19. Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr" der Notbremse wurde in der letzten Nacht ein Südringzug, der um Lumpen usw. in der Köpenicker Str. 118 und Brennmaterial in einer im Bentral Schüßenhaus"( Inh. J. Baron), Scharnweber- 121 Uhr vom Potsdamer Ringbahnhof abgefahren war, zwischen Küche in der Dessauer Str. 31. Ferner wurde die Wehr nach der ſtraße 4. Wir ersuchen, beide Vergnügungen streng ben Stationen Schöneberg und Ebersstraße auf freier Strecke zum Sturzeſtr. 9. Chriſtburger Str. 18 u. a. Stellen gerufen. Es gelang In Karlshorst( N.- B.)- steht uns von jetzt ab das Lokal von Stehen gebracht. Die Ursache war ein räuberischer Ueberfall auf in allen Fällen, die Gefahr schnell zu beseitigen. Feustel, Trescow- Allee 75, zu allen Veranstaltungen zur Verfügung. Die Lokalkommission. 11 zu meiden. Dritter Wahlkreis. Dienstag, den 28. August, findet in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59, eine außerordentliche Generalversammlung statt. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Genossen With. Pfannkuch über: Die politische Lage. 2. Aufstellung eines Kandidaten zur nächsten Reichstagswahl. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Ortsteil Treptow. Morgen, Sonntag früh, 8% Uhr, findet von ben Bezirkslokalen aus Handzettelverbreitung statt. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Früher Herbst. eine junge Dame, die in einem Abteil zweiter Klasse saß. Ein etwa zwanzigjähriger Mann hatte einem Fräulein K. die Handtasche geraubt und versucht, aus dem Coupé zu entfliehen. Die Ueberfallene behielt aber die Geistesgegenwart und zog die Notbremse. Als der Zug hielt, hatte der Unbekannte das Coupé bereits verlassen und war auf dem Bahnkörper spurlos verschwunden. Rixdorf. Vorort- Nachrichten. Kommunalwähler Rigdorfs! Am Dienstag, den 23. August, abends 8 Uhr, werden fich fünf öffentliche Versammlungen in den Lokalen von Hoppe, Die vom Zuge zerstückelte Leiche, die vorgestern in der Nähe des Felsch, Wolf, im„ Feldschlößchen" und im„ Karlsgarten" mit Birkenwerder Bahnhofes aufgefunden wurde, ist bereits als die des der volksfeindlichen Haltung des Nixdorfer Magistrats be17jährigen Gymnasiasten Helmut Neveling, Sohn des Pastors schäftigen, der bekanntlich die Wählerlisten für die diesjährigen Neveling, Pantstr. 54, refognosziert worden. Der Lokomotivführer Stadtverordnetenwahlen, entgegen dem Schiedsspruch des Oberdes um 1054 Uhr auf Station Oranienburg eintreffenden Berliner verwaltungsgerichts, nicht nach dem Prinzip der Steuerdrittelung, Fernzuges Nr. 217 meldete, daß er in der Nähe der Station Birken sondern nach dem 1/ 2fachen Durchschnitt aufgestellt hat. Als werder einen Menschen überfahren haben müsse. Daraufhin wurde Entschuldigung gibt der Magistrat an, daß bei Aufstellung der von Birkenwerder aus die Strecke von Beamten revidiert, welche Wählerlisten das Urteil des Bezirksausschusses vom 12. Juli d. J. etwa 50 Meter hinter der Sanatoriumsbrücke die schrecklich ver- noch nicht vorlag. Trotzdem wohl den meisten Wählern eine Wohl spart die Sonne nicht mit goldenem Strahlen- stümmelte Leiche eines jungen Mannes fanden. Aus einigen Legi- Karte zugestellt ist, welcher Klasse er zugeteilt und unter geblink, und doch ist es kein rechter Sommer mehr. Es liegt timationspapieren wurde der Zote als der 17jährige Gymitafiaft welcher Nummer er eingetragen ist, ist es äußerst notwendig, etwas vergrämtes in der Luft, das Dich müde stimmt, wenn Hellmut Neveling aus Berlin erkannt. Der junge Mann, der ſeit dieses nachzuprüfen und am morgigen Sonntag in der Zeit Du in einer freien Stunde fern von der Großstadt Wald und etwa 1½ Jahren nervenleidend und deshalb vom Schulunterricht von 8-10 1hr vormittags Protest gegen die Ausstellung der Feld aufsuchst, um Dich in ihnen zu ergehen. Und doch ist dispensiert war, litt in der legten Zeit an Berfolgungswahn. Wie Wählerlisten einzulegen. Lasse sich niemand abweisen. der Sommer noch lange nicht aus der Welt gegangen. Jeder wohl er von seinen Angehörigen sorgfältig bewacht wurde, gelang Da die Listen nur noch bis zum 30. August ausliegen, Acerrain, jeder Grabenrand zeigt es Dir, wo es in Sternen es ihm doch in einem unbeaufsichtigten Augenblick das Haus zu verlasse niemand die Frist verstreichen, ohne gegen diese schamund Glocken, in Dolden und Rispen gelb und weiß, blau und laffen, um seine Absicht, aus dem Leben zu scheiden, ausführen zu lose Entrechtung protestiert zu haben. Anbei erfolgen noch rot Dir aus grünem Grasgewucher entgegenblüht. Dort tönnen. einmal die Bezirkseinteilung und die öffentlichen Auslegegaukeln auch noch immer die Falter, dort furren mit schwerBon einem Leichenwagen überfahren und getötet. Als geftern der stellen. Soll Recht und Gesetz zur Anwendung kommen, dann fälligen Flügeln plumpe Käfer, dort rascheln flinke Eidechfen Leichenwagenkutscher August Poster aus der Manteuffelstr. 13 mit ist es notwendig, nicht die kleine Mühe zu scheuen und den zur sonnigen Mittagsstunde. einem Zeichentransport durch die Hermannstraße fuhr, wurde das Kampf der Sozialdemokratie zu unterstützen. Und doch ist auch hier schon ein Bräunen durch die Halme Gefährt von einem anderen Fuhrivert angefahren und so heftig zur gegangen. Nicht überall. Nur strichweise, dort wo eine be- Seite geschleudert, daß Poster vom Bod herunterstürzie und unter Die Liste liegt nur noch bis 30. August an den sonders fühle Nacht mit fröftelndem Ddem hingehaucht hat. dem eigenen Wagen fiel. In schwerverletztem Zustande wurde er Und dort raschelt es auch schon start herbstlich im Laubwerk nach dem städtischen Krankenhause gebracht, wo er heute vormittag Wochentagen während der Geschäftsstunden von 8 Uhr vor mittags bis 3 Uhr nachmittags und an den der Büsche und Bäume. Die Zahl der welken Blätter, die den starb. Boden decken, ist keine kleine; und was an den Zweigen matt Einen furchtbaren Betriebsunfall erlitt der Breffer Richard Sonntagen von 8 bis 10 Uhr vormittags aus. Die und frühvergilbt hängt, wird gar bald den noch in grüner Schreiber am gestrigen Tage in der Luruspapierfabrit von H. Wolf, Auslegung der Liste erfolgt an den Wochentagen Kraft stehenden Blättern den Rang streitig machen. Denn Boppstraße 7. Schreiber, der an einer Handpreffe beschäftigt war, schon hat der Herbst sein Wert begonnen, mit buntem Pinsel geriet mit der rechten Hand in das Getriebe, wobei ihm dieselbe im Rathause, Eingang Berliner Straße 62, 1 Treppe rechts, seine Farbentupfen in das sommerliche Laubwaldgrün zu ver- vollständig abgequetscht wurde. Wahlbureau, teilen. Noch beeilt er sich nicht. Das Gelb, das Braun und Die schweren Handverlegungen an diesen Schnellpressen häufen an den Sonntagen das Rot gehört noch immer zu den Seltenheiten in der grünen sich immer mehr und sollten u. E. der Bapierverarbeitungs- Berufs- für die I. Wählerabteilung im Rathause, Berliner Straße 62, Blätterwand der Waldränder, denn in das Innere vermochte genossenschaft doch endlich mal Veranlassung geben, schärfere Bor1 Treppe rechts, Wahlbureau, er noch nicht recht einzubringen. schriften für die Beschäftigung an solchen Maschinen herauszugeben, für die II. Wählerabteilung Nordbezirk und die Wahlbezirke Aber je näher Du auf Deinem Sonntagswege wieder der wobei wir in erster Linie im Auge haben, daß an diesen Maschinen Stadt kommst, desto breiter macht sich der Herbst. In den unter keinen Umständen durchlaufend" gearbeitet werden darf, also Laubenkolonien, wo sie jezt gerade die Bohnenernte beendet die Ausschaltung benutzt werden muß. Dann aber wäre dringend haben, raschelt welt das Rankenzeug. Die zarteren Obst- zu wünschen, daß die Berufsgenossenschaft des öfteren unverhoffte bäume, die ihre Früchte bereits hergaben, beginnen das Grün Kontrolle darüber ausübt, ob die Schutzvorrichtungen richtig funtihrer Blätter in ein schwefliges Gelb einzutauschen. Das tionieren oder überhaupt vorhanden sind. Blattwerk von Weinrebe und Ahorn hat ein roter Hauch über1-6 der III. Wählerabteilung, umfassend: Berliner Straße 18-40 und 71-92, Bouchéstraße, Donau straße 1-23 und 111-131, Elbestraße, Erlanger Straße, Friedelstraße, Fuldastraße, Harzer Straße 1-25, Sobrechtstraße, Jansastraße, Kaisers Friedrichstraße 1-55 und 195-248, Stöllnisches Ufer von 50-74, Stott buser Damm, Laubestraße, Lenaustraße, Liberdastraße, Lohmühlenplatz, Lohmühlenstraße 25-36, Manitiusstraße, Maybachufer, Münchener Straße 1-13 und 42-55 a, Nansenstraße, Pannierstraße, Pflügerstraße, Reuterplatz, Neuterstraße 27-65, Rütlistraße, Sanderstraße, Schandauer Straße, Schinkestraße, Telstraße, Weichselplatz, Weichselstraße, Weigand ufer 1-16, Weserstraße 1-58 und 164-217, Wiefenuser, Bürtnerstraße, Disastraße, in der Turnhalle der 17./18. Gemeindeschule, Weserstraße 12/13, Durch die Folgen der Tabakstener sind in der Bigarren wie in flogen. Die Blattränder des Johannisbeerstrauches beginnt der Bigarettenfabritation tausende Tabatarbeiter brotlos geworden. ein brauner Sammet zu verbrämen, der täglich, sich ständig Das Bestreben der Unternehmer, bei dieser elenden Lage noch die zur Blattmitte schiebend, breiter und breiter wird. Braun schon so erbärmlichen Löhne der Arbeiter zu reduzieren, hat nach hängt auch schon hier und da das mächtige Fünffingerblatt langer Arbeitslosigkeit in Stuttgart eine Anzahl Bigarrenarbeiter der Kastanie, deren grüne Stachelfrüchte mit hellem Glanze zusammengeführt, um auf genossenschaftlichem Wege die Zigarettenaus dem weltenden Baumgrün der gewaltigen Baumkronen fabrikation zu betreiben. Unter der Firma Bigarettenfabrit Tag für Gen" haben sie in Stuttgart das Unternehmen ins Leben gerufen herborlugen. und hier in Berlin bei Freh u. Schroeter, Brunnenstraße, Stahl stehen die Felder. Weiter denn sonst im Sommer bereits eine Niederlage errichtet. Da dieselben bas Unternehmen schweift jetzt das Auge. Die Schwalben machen dort, wo sie noch auf breiter genossenschaftlicher Grundlage anstreben, hoffen sie auf nicht fortgeflogen sind, ernstliche Vorbereitungen zum Abzug. die Unterstügung der organisierten Arbeiterschaft. Die Vögel sind verstummt. Einsam fühlst Du Dich auf Deiner Wanderung. Auf langen flebrigen Fäden fegeln kleine Spinnenarten durch die Luft, die noch immer lind und warm ist, aber doch schon recht niedrige Morgen- und Abendtemperaturen zu verzeichnen hat. Der Sommer geht zur Nüfte und früh will sich in diesem regenreichen Jahr der Herbst einstellen. Aus einer seltenen Beranlassung wurde am Freitag der 19. Automobilzug nach der Schönhauser Allee 34 alarmiert. Dort war in einer Metallfadenfabrit eine am Fenster stehende Flasche von einem Vakuumapparat explodiert, wobei die Fensterscheiben platten und die Trümmer hinausflogen. Da keine weitere Gefahr vorlag, auch Personen zum Glück nicht verlegt worden waren, konnte die Feuerwehr schnell wieder abrüden. die II. Wählerabteilung Ostbezirk und die Wahlbezirke 7-12 der III. Wählerabteilung, umfassend: Anzengruberstraße, Bergstr. 1-42, 69-106 und 127-163, Berliner Str. 41-70, Berthelsdorfer Straße, Boddinstr. 1-9 und 58 bis 66, Böhmische Straße, Brockenstraße, Brusendorfer Straße, Canner Chauffee, Canner Straße, Donauftr. 24-110, Drorystraße, Elsenstraße, Elsterstraße, Erfstraße, Finowstraße, Gärtnerstraße, Goethestraße, GrenzAllee, Harzer Str. 26-98, Heidelberger Straße, Herzbergplatz, Herzbergs straße, Hohenzollernplaz, Innstraße, Johann- Huß- Straße, Jarstraße, Kaiser- Friedrich- Str. 56-194, Stiefholzftr. 53-112, Stirchgasse, Kirchhofstraße 1-9 und 35-50, Knesebecstr. 1-5 und 147-150, Kölnisches Ufer 1-49, Lahnstraße, Mareschstraße, Mittelbuschweg, Naumburger Straße, Nedarstraße, Niemeßstraße, Richardplay, Richardstraße, Rosegger straße, Rosenstraße, Saalestraße, Schönstedtstraße, Schöneweider Straße, Schudomastraße, Stuttgarter Straße, Teupiter Straße, Thüringer Straße, Treptower Str. 1-44 und 50-106, Weigandufer 17-48, Weserstr. 59 bis 163, Wildenbruchplay, Wildenbruchstraße, Wipperstraße, Beißer Straße, Straßen 15, 15b, 16, 16a, 17, 22a, 37, 47, 52, 53, 54, 55, 60, 62, 65, 66, 180a, 180c, 180d, 180e, 181, 181a, 185a, 187, 187b, 188, Plat S, Plag W, Play Z, in der Turnhalle der 19./20. Gemeindeschule, Stuttgarter Straße 35-38, am Hertzbergplatz, die II. Wählerabteilung Südbezirk und die Wahlbezirke 13-18 der III. Wählerabteilung, umfassend: Am Wasserturm, Bambachstraße, Bendaftraße, Bergstr. 48-68 und 107-126, Boberstraße, Bodestraße, Bruno- Bauer- Straße, Delbrüd straße, Edmundstraße, Emser Straße, Falfstr. 1-7 und 20-26, Glafow straße, Grüner Weg, Hermannstr. 56-207, Herthastraße, liestraße, Jonasstraße, Juliusstraße, Kirchhofftr. 10-34, nesebecstr. 6-146, Stopf straße 13-61, Stranoldplay, Stranoldstraße, Leinestraße, Lichtenrader Straße 23-38, Mariendorfer Weg, Neißestraße, Nezestraße, Nogatstraße, Dderstr. 1-39, Dderstraßenbrüde, Dterstraße, Prinz- Handjery- Str. 20-34 und 54-69, Reinholdstraße, Ningbahnstraße, Schierkestraße, Schiller promenade 16-28, Selfestraße, Siegfriedstraße, Steinmenftr. 20-42 und 81-105, Stubenrauchplaz, Thomasstraße, Walterstraße, Warthestraße, Weifeftr. 26-40, Straßen 166, 167a, 170, 202, Die Landtagserfahwahl im 4. Berliner Landtagswahlkreis tag, den 21. August 1910, einen Massenausflug nach Der Jugendausschuß für Groß- Berlin veranstaltet. am Sonn - Tempelhofer Vorstadt( östlicher Teil), Luisenstadt diesseits ferdebucht bei Sadowa. Der Ausflug wird in Gruppen ver des Kanals( füdlicher Teil) an Stelle des bisherigen Ab- anstaltet. Die einzelnen Gruppen marschieren morgens um 7 1hr geordneten Dr. Müller in Groß- Lichterfelde- Dft ist auf Diens von ihren Treffpunkten ab. Gemeinsames Biel: Pferdebucht. Bon tag, den 8. November d. J., eine etwaige Stichwahl im 12-1 Uhr: Mittagsrast; bon 1-4 Uhr wird auf den Spielplätzen Anschluß an die Hauptwahl festgesetzt. Die Wahlmänner- gespielt; von 4-5 Uhr: Kaffeepause. Rückmarsch der einzelnen für erfatwahlen finden am Montag, den 3. Oftober, etwaige Gruppen 6 Uhr. Treffpuntte: Gruppe Norden: Nettelbed Stichwahlen am Montag, den 17. Ottober, und etwaige Nach- Blas( an der Gerichtstraße), Gartenplag( Normaluhr), Schwedenstraße, Ece Ererzierstraße, Schönhauser Allee( Bahnhof), Jugendwahlen am Donnerstag, den 27. Oftober statt. Es handelt heim( Brunnenstraße 115). Gruppe Nordost- D st: Prenzlauer sich um 66 Urwahlbezirke, in denen im ganzen 131 Wahl- Tor, Landsberger Tor( Krieger Denkmal), Balten Plaz männer neu zu wählen sind, und zwar 25 in der ersten, 43( Normaluhr), Schlesischer Bahnhof( Koppenstraße). Gruppe i do st: in der zweiten und 63 in der dritten Abteilung. Im ganzen Schlesisches Tor( Normaluhr), Kottbuser Tor( Normaluhr), Görliger find in Berlin IV 89 Urwahlbezirke vorhanden mit zusammen Bahnhof( Unfallstation). Gruppe Süd- Südwest: Hohenstaufen490 Wahlmännern. Gruppe Moabit: Treffpunkt Dr. Müller ist im Sommer 1908 mit plag, Morigplatz, Blücherplatz. 273 gegen 181 sozialdemokratische Stimmen gewählt worden. Turmstraße, Ecke Stromstraße. Die Vororte treffen sich an ihren befannten Stellen. Das Fahrgeld beträgt hin und zurüd 20 bis Eine Liebestragödie, bei der ein junges Mädchen feinen Tod 40 Pf. Für Spielgelegenheit ist gesorgt. Die Teilnehmer werden fand, spielte sich gestern nacht auf dem Hansaplaz ab. Dort schoß gebeten, in möglichst leichter Kleidung zu erscheinen, sich mit Proviant bie 25jährige Klara Völner aus Osterburg ihren Geliebten, den zu versehen und die Liederbücher nicht zu vergessen. 29jährigen Horst Rettschlag eine Kugel in den Kopf und tötete sich Alle Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter find zu diesem Ausflug für dann selbst durch einen Revolverschuß. Ueber das Motiv dieser Tat freundlichst eingeladen. wird folgendes gemeldet: Der junge Mann, der bei seiner Mutter in der Lessingstr. 41 wohnt, unterhielt seit einiger Zeit mit der Völner ein Liebesverhältnis. Vor einigen Tagen suchte Nettschlag feine Beziehungen zu dem Mädchen zu lösen. Da mehrfache Versuche der V., den N. von seinem Vorhaben abzubringen, mißglückt fie ihren ehemaligen Geliebten " Der Jugendausschuß. Im wissenschaftlichen Theater der Urania hielt am Donnerstag Professor Bjarne Smith aus Bergen( Norwegen) einen Lichtbildervortrag Streifzüge durch Norwegen". Ein reiches, charakteristisches Bildermaterial zeigte die Schönheiten der nordischen und Seen. In Kristiansand begann die Fahrt. Quer durch das fübliche Alpenwelt, ihre Gletscher, ihre zackigen Bergspigen, ihre Fjorde, Schären Norwegen führte sie nach Stavanger und Bergen. Eida, Odda, letzte Zusammenkunft. Während ihres Zusammenseins am vor Gudvangen waren die Glanzpunkte dieser Tour. Dann ging es gestrigen Abend versuchte das junge Mädchen noch einmal den nordwärts. Ueber Molde, Drontheim, Tromsö nach Hammerfest Rettschlag umzustimmen, was ihr jedoch nicht gelang. Schließlich und dem Nordkap. Den 2appländern war ein eigenes Kapitel des waren, bat eine um in der Turnhalle der Oberrealschule, Emfer Str. 133-37, die II. Wählerabteilung Westbezirk und die Wahlbezirke 19-24 der III. Wählerabteilung, umfassend: Allerstraße, Berliner Str. 1-17 und 93-107, Biebrichstraße, Boddinplatz, Boddinstr. 10-57, Falfstr. 8-19, Fontanestraße, Hasenheide, Hermannplay, Hermannstr. 1-55 und 208-258, Herrfurthplay, Herrfurth straße, Jägerstraße, Karlsgartenstraße, Stopfftr. 1-12 und 62-72, Lessingstraße, Lichtenrader Str. 1-22 und 39-62, Mahlower Straße, Mainzer Straße, Mittelweg, Münchener Str. 14-41, Dderstr. 40-52, Prinz Handjery- Str. 1-19, 35-53 und 70-87, Reuterstr. 1-26 und 66-99, Schillerpromenade 1-15 und 29-42, Gelchover Straße, Steinmek ftraße 1-19, 43-80 und 106-126, Wanzlitstraße, Waßmannsdorfer Straße, Weisestr. 1-25 und 41-66, Wißmannstraße, Biethenstraße, Straßen 204, 207b, 151, 152, in der Turnhalle der 21./23. Gemeindeschule, Weisestr. 19/20. Wir wollen noch darauf aufmerksam machen, daß die Steuer- 1 Mt- Glienicke. hin, daß die Raution fofort bei Ser City Midland Bank" in ermäßigungen, welche des Kinderprivilegs wegen erlassen sind, Beim 10. Stiftungsfest des Arbeiter- Radfahrervereins Vor- London hinterlegt würde, ließ sich D. verleiten, ihm 1000 M. aus mit zur Anrechnung kommen müssen. Jedem dieser Wähler wärts" ist eine goldene Brosche gefunden worden; abzuholen" beim suhändigen. Nachdem beide einige Beit durch die Straßen Londons muß daher der Steuerbetrag angerechnet werden, den er Borsigenden Genossen Karl König, Rudower Str. 60 II. Spaziert waren, legte der Angeklagte seinem Opfer nahe, fein Geld in englisches Geld umzuwechseln. Daniels händigte dem Schwindeigentlich zu zahlen hätte, nicht den er in Wirklichkeit zahlt. Köpenick. ler auch in blindem Bertrauen seine gesamte Barschaft in Höhe Neberfahren und schwer verletzt wurde vorgestern die siebenjährige Die am Dienstag ftattgefundene Mitgliederversammlung des Wahl. bon 200 m. aus. Gleich darauf war Schneider im Gedränge Tochter Anna des in der Bergstr. 101 wohnenden Bücherrevisors vereins nahm zunächst einen Vortrag des Genossen Wüde Berlin Spurlos verschwunden. Dem Betrogenen gelang es nur mühselig, durch Vermittlung des deutschen Konsulats in London wieder Wilde. Das Mädchen wollte um 12 Uhr mittags nach Beendigung über Die Reaktion in der inneren Verwaltung Preußens" entgegen. nach Deutschland zurückzukehren. Vor Gericht war der Angedes Schulunterrichts in der Berliner Straße mit noch anderen Neuaufnahmen wurden neun vollzogen, eine Aufnahme wurde ab- nach Deutschland zurückzukehren. Schülerinnen einen Wagen der städtischen Omnibuslinie besteigen. gelehnt. Genoffe Wißler rügte den schlechten Versammlungsbefuch, flagte geständig. Rechtsanwalt Dr. Coftmann beantragte die Zuerkennung einer geringen Zusatzstrafe, da der Angeklagte nur Bei dem Gedränge der Kinder wurde die fleine W. zu Boden ge- trotzdem in jeder Versammlung eine Anzahl von Neuaufnahmen zu eine verhältnismäßig wenig höhere Strafe erhalten hätte, wenn stoßen. In demselben Augenblick stießen die Pferde den Omnibus verzeichnen feien. Ferner tam das Verhalten einiger Parteigenoffen der vorliegende Fall schon früher mit zur Aburteilung gelangt einige Schritte zurück und ein Hinterrad des schweren Gefährtes ging zur Sprache, welche für eine am Sonntag stattfindende Dampfer wäre. Das Gericht erkannte auf eine Busabstrafe von nur dem Mädchen über den Unterleib hinweg. Anna W. erlitt einen partie Blatate, unterzeichnet die Genossen, bruden ließen. Die Hanh- 6 Monaten Gefängnis. Beckenbruch und schwere innere Verlegungen und wurde in sehr be- lungsweise wurde scharf verurteilt und der Vorsitzende stellte fest, denklichem Zustande nach dem Rigdorfer städtischen Krankenhause daß die Organisation mit dieser Veranstaltung nichts zu tun habe. übergeführt. Zur Generalversammlung für Groß- Berlin wurden die Genossen Wißler, Kühn, 8äpernid, Tolfsdorf und Guddat delegiert. Mit einem Hinweis auf das am heutigen Sonnabend stattfindende Stiftungsfest des Wahlvereins schloß der Vorsitzende die Versammlung. Nowawes. Gerichtsvollziehers Leiden. Daß das Amt eines Gerichtsvollziehers mitunter recht unanBei einem Erzeß tödlich verlegt. Ueber eine Ausschreitung, die genehme Seiten hat, zeigte eine Berhandlung, die gestern die den Tod eines jungen Menschen im Gefolge haben sollte, wird be 5. Ferienstraftammer des Landgerichts I beschäftigte. Wegen richtet. In der Hermannstraße war es nachts gegen 1 Uhr zwischen Die Freiheitsberaubung war die Frau Anna Mürb angeklagt. mehreren jungen Leuten eines Mädchens wegen zu tätlichen AusAngeklagte war wegen einer Schuld rechtskräftig berurteilt worden. einandersetzungen gekommen. Bei dem Handgemenge hatte der Ergebnis der Gewerbegerichtswahl. Am 15., 16. und 17. Da sie nicht Zahlung leistete, wurde das Zwangsvollstreckungs17jährige Otto Senftleben, Reuterstr. 14 wohnhaft, das Unglüd, mit August fanden die Wahlen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- berfahren gegen fie anhängig gemacht. Eines Tages erschien des= dem Auge gegen die Stockipize des Malers Baul Bionded, Alte Beisiber zum Gewerbegericht statt. Letteres tritt nun am 1. Of. halb der Mann mit der blauen Müße in der Person des GerichtsJakobstr. 81, zu rennen. Er erlitt eine start blutende Berlegung tober d. 3. in Kraft. Das Ergebnis ist folgendes: Abgegeben vollziehers Böhnke in ihre Wohnung, um die ominöfen blauen und mußte nach der Unfallstation gebracht werden. Im Kranten wurden von den Arbeitnehmern 1888 Stimmen, davon fielen auf" Bögel" an verschiedene Sachen anzutleben. Während der Beamte haus, wo er später Aufnahme fand, verschlimmerte sich der Zustand die Liste des Gewerkschaftskartells 1180 und auf die Liste der gerade dabei war eine Nähmaschine mit dem Pfändungssiegel zu des Schwerverletzten derartig, daß er gestern morgen starb. Die Hirsch Dunderschen, die sich mit dem Evangelischen Arbeiterverein versehen, lief die Angeklagte plöblich aus der Wohnung und schloß Leiche wurde beschlagnahmt. berbunden hatten, 208 Stimmen. Da die Wahl nach dem System die Korridortüre von außen zu, fodaß der Gerichtsvollzieher in der Charlottenburg.be/ der Verhältniswahl vorgenommen wurde, so entfielen auf die Falle faß. Er rief aus dem Fenster um Hilfe, erhielt jedoch von Die ,, Uebersicht über die Gemeindeverwaltung in Charlottenburg" Arbeitgeberwahlen wurden von 173 eingetragenen Wählern 61 richtsvollziehers höchst amüsant erschien, nur höhnische Redens Die ,, Uebersicht über die Gemeindeverwaltung in Charlottenburg", Liste des Kartells 6 und auf die der Gegner 1 Bertreter. Bei den den Hofbewohnern, welchen diese unangenehme Situation des Ge das vom Magistrat seit Jahren herausgegebene graue Buch", liegt Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf die Liste des Kartells arten zur Antwort. Dem Beamten blieb schließlich nichts weiter jezt in einer neuen Ausgabe vor. Es umfaßt nicht weniger als 29 und auf die gegnerische Liste 32 Stimmen, somit fomnen auf übrig, als sich dadurch gewaltsam Ausgang zu verschaffen, daß er 195 Seiten und gibt zunächst eine Uebersicht über die Geschäfts- je eine Liste 3 Vertreter. Mit dem Ausfall dieser Wahl können die Türfüllung herausschnitt und sich durch die Oeffnung hindurch. räume, die Amtszimmer der Dezernenten, bringt dann die Bu- wir zufrieden sein. Außer der eifrigen Agitation hatte auch ein zwängte. Das Gericht nahm an, daß sich die nervös- hysterische ſammensetzung der städtischen Körperschaften, der Deputationen, vorzüglich redigiertes Flugblatt der Mischmaschpartei zu diesem und leicht erregbare Angeklagte der Folgen ihrer unüberlegten Kommissioner und Ausschüsse, Verzeichnisse der städtischen An Erfolg beigetragen. Hier nur ein Satz aus demselben: Jeder Ar. Handlungsweise gar nicht recht bewußt gewesen war und erkannte gestellten und Ehrenbeamten usw., sowie sonstiges Wissenswerte aus beiter bon Nowawes, der das 25. Lebensjahr erreicht hat, hier auf nur 3 Tage Gefängnis, Dem Bereiche der städtischen Verwaltung. Das neue Straßen wenigstens ein Jahr lang arbeitet oder wohnt, verzeichnis, das in dem Buche enthalten ist, zeigt wieder eine an ist wahlberechtigt. Der Verfasser diefes famosen Flugfehnliche Bereicherung. Die Uebersicht über die Gemeindeverwal blattes muß wohl mit dem Ortsstatut des Gewerbegerichts für tung in Charlottenburg" ist auch im Kommiffionsverlag Karl Ulrich Nowames in Kollision geraten fein, denn einen größeren Blödsinn u. Co., Charlottenburg, Berliner Straße 76( am Wilhelmplatz), zu fann man sich gar nicht denken. Selbst ihre eigenen Anhänger haben. mußten über diese wundervolle Mär ihr ehrwürdiges Haupt schütteln. Die Behauptung der Zeitung für Nowawes", dessen Redakteur wohl keine blaffe Ahnung von einem Gewerkschaftskartell hat, daß das sozialdemokratische Gewerkschaftskartell die Herrschaft im Gewerbegericht haben wollte, war nur darauf berechnet, die Arbeiter zu düpieren. Man ging bei der Besetzung des Gewerbegerichts bon dem Standpunkte aus, daß das Gewerkschaftskartell die Arbeitnehmerbeifiker, der Verein für Handel und Gewerbe die Arbeitgeber Beifiber stellen sollte. Ein unparteiiſcheres Gewerbegericht fonnte man sich gar nicht denken. Man dachte im gegnerischen Lager durch den Proporz ein anderes Resultat zu erzielen. Das mit find die Hirsch- Dunderschen glänzend reingefallen. gönnen ihnen den Reinfall von Herzen. Elternverein für freie Erziehung. Auf den am Sonntag, den 21. d. M., nach Bichelswerder stattfindenden Familienausflug wird hierdurch besonders hingewiesen. Treffpunkt 1/10 Uhr vormittags am Kaiser- Friedrichdenkmal. Abmarsch pünktlich 10 Uhr. Für Nachzügler zur Kaffeepause beim Alten Freund. Groß- Lichterfelde. Schon wiederholt wurden im„ Borwärts" die Verwaltungen diverser Kirchengemeinden in Berlin festgenagelt, die mit ebenso grenzenloser wie unberechtigter Ausdauer Kirchensteuern auch von jenen Personen zu erlangen suchen, die längst aus ihrer Kirchen gemeinschaft ausgeschieden waren. Nun scheint auch bei der eban gelischen Kirchengemeindeverwaltung unseres Drtes dieselbe Mißwirtschaft eingeriffen zu sein. So erhielten jüngst eine ganze Anzahl Parteigenossen bezw. deren Frauen, die längst, zum Teil schon fieben Jahre und noch länger, der Kirche nicht mehr an gehören, die Aufforderung zur Zahlung von Kirchensteuern bei Meidung der Zwangsvollstreckung. Da diese Kirchensteuern gleichzeitig mit denen der Gemeinde auf demselben Bettel eingezogen werden, und der Steuerbote erklärt, ohne die Kirchensteuern auch die übrigen nicht annehmen zu können, die Einziehung eventuell im 3wangswege erfolgen müsse, find den davon Betroffenen außer einer Ünmasse Laufereien und Scherereien auch noch Unkosten entstanden. Es muß bei der Kirchengemeindeverwaltung eine musterhafte Ordnung herrschen, daß auf einmal Leute, die schon so lange aus der Kirche ausgetreten sind und auch seitdem teine Kirchensteuern mehr entrichteten, plötzlich wieder zur Zahlung derselben aufgefordert werden. Richtig wäre es, daß die maßgebenden Stellen nach nochmaliger Borlegung der Austrittsurkunden im Wiederholungsfalle für alle Berluste haftbar gemacht würden, die durch eine solche Bummelet den davon Betroffenen erwachsen. Spandau. Wir Briefkaften der Redaktion. vier Trevven Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 69, born Fahrstuhl, wochentäglich von 4%, bie 72 1hr abends, Sonnabende von 4 bis 6 Uhr nachmittags statt. Jeder für den Briefs taften bestimmten Aufrage ist ein Buchstabe und eine Babl als Wiert zeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. -O H. B. 30. Dafür bes H. 12. Ja. Bei der Polizeibehörde ist aber die Erteilung einer Be scheinigung zu beantragen. 2. D. 6. 1. Mangels Vereinbarung besteht der Anspruch nicht. 2. Das Einkommen der Frau nach Abzug der mit dem Gewerbe zusammenhängenden Untoften wird Ihrem Einkommen hinzugerechnet. Der Mietsanteil ist auch abzugsfähig. Führung von Büchern empfiehlt sich; fonit erfolgt ſchäzungsweise Beranlagung, Gewerbesteuer ist nur dann zu zahlen, wenn das Reineinkommen pro Jahr mindestens 1500 M. oder das Anlagekapital mindestens 3000 M. beträgt. F. S. 34. Führen Sie beim Regierungspräsidenten Beschwerde. R. 2. 500. 1. Wenn Ihr verstorbener Vater im Grundbuche noch als Eigentümer eingetragen ist: nur mit Zustimmung sämtlicher Erben. 2. Etwa 120 M. Gerichtstoften. Für die Stempelberechnung gibt Ihr Schreiben nicht die gehörige Grundlage. 3. Bum Teil von der abziehbar, Teil zum trägt fie ber Ersteher. Submissionsblüten. Die von der Stadtverwaltung für städtische Teilungsmaffe Arbeiten und Lieferungen gemachten Ausschreibungen zeitigen fort- 4. Das richtet sich nach dem in Frage kominenden Gutachten, das aus Ihrem Schreiben nicht ersichtlich ist. gesezt ganz sonderbare Resultate. So waren bei einer der legten steht keine gefeßliche und nach Ihrem Brief auch keine vertragliche Frist. Berdingungen wieder folgende Preisunterschiede: 1. Lieferung der Sie können die Schuldner unter Bezeichnung der Höhe Ihrer Forderung Sockelwerksteine und die Ausführung der Steinmezarbeiten für den und unter Segung einer Frist zur Einlösung auffordern mit der AnNeubau des Hallenschwimmbades von 16 Angeboten Preise von drohung, daß nach Ablauf der Frist die Bersteigerung erfolgt. Nach fruchts 8692 bis 6240. in Muschelfalt, bon 2912 bis 4108 M. in Sand- lofem Ablauf der Frift fönnen Sie einen Gerichtsvollzieher mit der Berftein und von 2808 bis 5460 m. in Basaltlava; 2. für die Pflaste- fteigerung beauftragen. Zwischen der Androhung und der Versteigerung rung der verlängerten Adamstraße neun Angebote zu Preisen von muß mindestens ein Monat liegen. Der Versteigerungstermin ist den Schuldnern mitzuteilen. D. M. 27. Nein.§ 115 Gewerbeordnung, 7051,40 m. bis 28497,05 M.( den billigsten Preis hatte die ist der Lohn geringer als 28,85 m. durchschnittlich,§ 394 des Bürgerlichen hiesige Steinmetzfirma W. Gabrowsky abgegeben); 8. für bieber Gesezbuches. Herstellung der Uferbefestigung am, Ufer IV des Safens 12 Angebote 6. G. 1000. 1. und 2. Die Fragen beantwortet am besten ein FachBüchsenmacher. au Preisen von 8235 bis 28 818 m ,; 4. für Malerarbeiten auf dem mann 8. Gegen den berufungsfähigen Bescheid der Schlachthof 12 Angebote mit Preisen bon 287,08 m. bis 652,28 M.; Berufsgenossenschaft ist Berufung an das Schiedsgericht für Arbeiter 5. für Herstellung einer Wasserleitung für die städtische Gärtnerei versicherung zulässig und zwar innerhalb eines Monats nach Bustellung des M. P. 14. 1. und 2. Leider nicht. 3. Reichsversicherungs. fünf Angebote zu Preisen von 867,15 m. bis 1111,30 m ,; 6. für Bescheides. amt Berlin, Königin Auguftaftr. 25/27. Schmiede- und Eifenarbeiten für den Neubau des Hallenschwimm- ist zulässig, Uebergabe der Pfandscheine nicht erforderlich. 2. und 3. Das N. T. Posen. 1. Die Cession bades neun Angebote mit Preisen von 1688,78 bis 2479,60 m. Pfand dürfen Ste, ohne fich der Gefahr der Geltendmachung Schadenersazansprüchen auszusehen, nicht verfallen laffen. Eisenbahners Tod. Ein schwerer Betriebsunfall ereignete sich Automobile in den engeren Straßen der Altstadt entstanden. Es vertrag, nicht um einen Aufbewahrungsvertrag. Berpfändete GegenSchon mancherlei Unfälle sind durch das schnelle Fahren der bon 4. Nach Ihrer Darstellung handelt es fich um einen Pfandgestern nachmittag auf dem Rangierbahnhof Tempelhof. Dort wollte sollen jetzt im Interesse der Sicherheit des öffentlichen Verkehrs an stände brauchen Sie nur gegen Begleichung Ihrer Forderung, zur Aufder Eisenbahnarbeiter Gustav Hecht, Rigdorf, Weisestr. 49 wohnhaft, mehreren verkehrsreichen Stellen Tafeln mit der Aufschrift: Kraft- bewahrung gegebene Sachen auf Berlangen jederzeit herauszugeben. einen Waggon an einen Güterzug antoppeln und trat zu diesem wagen langsam fahren 1" aufgestellt werden. Db es was helfen 5. Das zwedmäßigste ist die Einlösung der verpfändeten Sachen bei der Zwecke zwischen die beiden Wagen. Plötzlich setzte sich die Lokomotive wird und ob diese Tafeln auch für die Kraftwagen allerhöchfter Pfandleihe, demnächst eine Aufforderung an den Schuldner zur Einlösung in Bewegung und die zusammenstoßenden Buffer germalmten den und höchster Herrschaften gelten, wird abzuwarten sein. unglücklichen Arbeiter. Da der Verunglückte noch schwache LebensPotsdam. zeichen von sich gab, wurde er in das städtische Krankenhaus nach Tempelhof. starb. Mariendorf. " -O -WO bes Pfandes bei Ihnen unter Sehung einer Frist und unter der Androhung, daß nach Ablauf der Frist die Bersteigerung erfolgt. Ist die Frist fruchtlos verstrichen, so tönnen Sie einen Gerichtsvollzieher mit der Berfteigerung beauftragen. Zwischen der Aufforderung und dem Versteigerungstermin von dem der Schuldner in Kenntnis zu sehen ist muj mindestens ein Beitraum von einem Monat liegen. 3. S. 333. Bendent Ihr Ertränkt hat sich in der Nuthe die 20jährige Arbeiterin 8innow. Schöneberg geschafft, wo er jedoch bald nach seiner Aufnahme ver Arbeitsunfähigkeit infolge langer Krankheit sollen die Lebensmüde zu diesem Schritt veranlaßt haben. Sie fich an die Sentrale für Jugendfürsorge, Wallstr. 89. Uebrigens ist der Bater verpflichtet, die Kosten, die durch Krankheit entstehen, neben den Gestern vormittag wurde in der Havel zwischen dem Parke sonstigen Unterhaltstoften zu deden. N. S. 25. 35re Auffassung ist Die letzte Wahlvereinsversammlung beschäftigte sich nach An- Babelsberg und der tgl. Waschanstalt ein Patet aufgefifcht. Der richtig. Der Berechnung des Pflichtteils ist der Wert des reinen hörung eines Vortrages des Genossen Wermuth über: Der Kreisarzt ftellte als Inhalt den sieben Monate alten Leichnam einer Nachlasses, ohne Abzug des Bermächtnisses, zugrunde zu legen. Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft" mit der Antwort der männlichen Frühgeburt fest. Nach ärztlichen Feststellungen dürfte das Anspruch beträgt daher 2000 Mar. 2. 3. 99. Leider nicht zutreffend. 2. St. D. 18. Zentral- Arbeiterfekretariat, Berlin, Engelufer 15 IV. hiesigen Kirchenbehörde auf die zahlreichen Kirchenaustrittserklärungen. Baket bei der Auffindung erst wenige Stunden im Waffer gelegen. R. Aderir. Berband der Verband der Schneider, Sebastianstr. 37/38. Das vom Genossen Huhn zur Verlesung gebrachte lange Schreiben haben und von der Glienicker Brücke aus stromabwärts getrieben. D. 86. In der Regel den ganzen Alford. 2.2. 15. Wenn erregte bei den Versammelten Heiterkeit. Alsdann erstattete Genoffe fein. Eingewidelt war es in eine 1 Meter große Unterlage und minderjährige Kinder vorhanden sind, ein Beugnis des VormundschaftsHuhn den Bericht von der Kreisgeneralversammlung. Der Erhöhung zwei Seidenstüde. der Beiträge gab die Versammlung, nachdem einige Redner die Blöglichkeit, mit der die Beitragserhöhung beschlossen worden sei, fritisiert hatten, gegen vier Stimmen ihre Zustimmung. Als Delegierte für Groß- Berlin wurden die Genossen Jeserich und Huhn gewählt. Ober- Schöneweide. Petersdorf( Kreis Beeskow). Gerichts- Zeitung. Kautionsschwindel. gerichts, daß die Pflichten bezüglich der Auseinandersetzung erfüllt find, die Geburtsurkunde, die frühere Heiratsurkunde und die Sterbeurkunde des Mannes. Nachersat 100. Für diejenigen, die von der regelmäßigen Stellung befreit waren oder sich ihr entzogen hatten. C. R. 100. Dazu find Sie nicht verpflichtet. S. N. 500. 1. 6000 m. 2. Ja. G. S. 1. Es handelte fich um eine Propagandaversammlung zur Errichtung einer Gartenstadtgesellschaft. Nähere Auskunft wird Ihnen Dr. Südefum, Kaiserin- Augusta- Straße 58 auf Anfrage erteilen. J. Ja. Stralau. Nur, wenn der Lohn laufend mehr als 28,85 m. wöchentlich beträgt. G. M, 100. Die Stosten hat der Vermieter zu tragen, wenn im Wietsvertrag nichts anderes bestimmt ist. Junsbruck 9. Sie tönnen, wenn der Eigentümer von Ihrem Nachmieter für die beiden Monate Entschädigung erhält, diese gezahlt fordern. Wohnt der Nachmieter mietefrei und lönnen Sie nachweisen, daß Ihnen die Weitervermietung möglich war, so können Sie vom Eigentümer Veranlassung der Räumung oder E. B. 55. Ueber die Gesellschaft haben wir Schadensersatz fordern. 2. M. 16. Die Erben find verpflichtet, die Miete bis Ende Dezember d. J. zu zahlen, wenn fie bis einschließl. 30. DfNachteiliges nicht gehört. tober fündigen. Erfolgt die Kündigung bis dahin nicht, so hasten die Erben für die Bertragsdauer. Wafferstands.Nachrichten ber Landesanstalt für Gewäfferkunde, mitgeteilt vom Berliner Welterbureau. Wie weit das Raffinement und die Unverfrorenheit ber Bielfache Klagen über den Lehrer B. an der 8. Gemeindeschule in der Kepplerstraße hatten zu einer Beschwerde an die örtliche Rautionsschwindler geht, zeigte eine Verhandlung, welche gestern Schuldeputation geführt. Von der Kreisschulinspektion ist jegt einem die 8. Ferienstraffammer des Landgerichts I beschäftigte. Der Beschwerdeführer der lakonische Bescheid zugegangen, wonach das aus dem Strafgefängnis Tegel vorgeführte 27jährige Kaufmann" Erforderliche veranlaßt sei. Danach ist wohl anzunehmen, daß die Eugen Schneider hatte sich unter der Antlage des Betruges zu verBehauptungen der Beschwerde daß der Lehrer das Büchtigungs- antworten. Der Angeklagte berbüßte dort eine ihm wegen folgen. recht überschritten und den Kindern gegenüber Ausdrücke gebraucht den Schwindels zubittierte einjährige Gefängnisstrafe, welche fich seinerzeit schon die Deffentlichkeit beschäftigt hatte. Der Ange habe, welche sonst nur auf dem Kasernenhofe zu hören sind flagte hatte damals durch Inserate männliches und weibliches als zutreffend herausgestellt haben. Hotelpersonal engagiert, welches angeblich für mehrere Hotels in Schwenningen und andere holländische Badeorte bestimmt sein Es geht vorwärts! Hier fand am Sonntag, den 14. b. Mts., sollte. Er nahm den betreffenden für Reisegeld usw. größere Be eine sehr gut besuchte öffentliche Versammlung unter starter Beträge ab und spiegelte seinen Opfern vor, daß sie sämtlich mit teiligung der Frauen statt. Aus der ganzen Umgegend waren die einem Extrazug nach Holland befördert werden würden. Als sich Arbeiter herbeigeeilt. Nach langjährigem Kampfe war es den zu der festgefeßten Zeit einige fünfaig Personen auf dem Bahnhof dortigen wenigen Genossen gelungen, den einzigen Saal des Ortes einfanden, um mit Sad und Back nach Holland zu fahren, mußten zu erhalten. Das Referat hatte der Abgeordnete des Kreises Genoffe sie zu ihrem Leidwesen erfahren, daß fie einem Schwindler zum Während Schneider die gegen ihn berFr. 8ubeil übernommen; nach 17 Jahren konnte er das erste mal Opfer gefallen waren. in diesem Drte vor seinen Wählern sprechen. Seine Worte fanden hängte Strafe berbüßte, stellte sich ein neuer Fall heraus, der dem in der Versammlung begeisternden Beifall. Mit dem Versprechen, vorerwähnten an Raffiniertheit ziemlich gleicht. Im Jahre 1909 unterhielt der Angeklagte in London eine Scheinfirma unter dem bald wiederzukommen, schloß die imposante Versammlung. Namen J. Walter u. Co., die es lediglich auf den Kautions. Adlershof. schwindel abgesehen hatte. Diese Schwindelfirma suchte durch Am Sonntag, den 21. Auguft findet im Lokal von Wöllstein das Inserate in deutschen Zeitungen kaufmännisches Bersonal, welches Gewerkschaftsfest, veranstaltet vom Wahlverein und der Unter höhere Rautionen stellen konnte, da es sich angeblich um VerCommission der Gewerkschaften, statt. Das reichhaltige Programm trauensstellungen handeln sollte. Auf ein derartiges Juferat Hin weist unter anderem auf: Mitwirkung des Arbeiter- Gefangvereins meldete sich der jetzt in Mülheim ansässige Kaufmann Daniels " Frohsinn", sowie erstklassiger Spezialitäten und Kinderbelustigungen und wurde von dem Angeklagten gegen eine Raution von 1000 m. der verschiedensten Art. Die Feftrede hält Reichstagsabgeordneter als Korrespondent für die Londoner Firma engagiert. Bei seiner Genosse Friz Zubeil. Wir ersuchen die Genofsinnen und Genossen, Ankunft in London wurde D. von dem Angeklagten auf dem recht rege für den Besuch genannter Veranstaltung zu agitieren. Bahnhof in Empfang genommen. Auf die Angabe des Angeklagten 1)+ bedeutet Buchs, Fall. Unterpegel. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Injeratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co, Berlin SW Basserstand Memel, Luft Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dber, Ratibor Aroffen Frankfurt Barthe, Schrimm<-9 Landsberg 31-1 -21<-8 Rese, Bordamm -18+2 Ibe, Leitmerig am feit am feit 18. 8. 17.18. Bafferftand 18. 8. 17. 8. cm om1) cm cm³) 188+2 Saale, Grochlis 104-1 75 -13 abel, Spandau) 76 0 198 -22 Rathenow) 64 148 -14 Spree, Spremberg) 126 158 -11 Beeston 143 186 14 3efer, Münden 46 0 Minden 34 Rhein, Maximiliansau 562 Staub 358 -23 Köln 870 -23 Nedar, Heilbronn 79 Main, Wertheim Mosel, Trier 149 75 Dresden -135-11 Barby 185-5 Magdeburg 122-6.