Nr. 154. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Breisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins: und Beriammlungs- Anzeigen 20 Pfg Juferate für die nächste Mummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Erpedition abgegeben werden. Die Ervedition ist an Wochens tagen bis 7 lbr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 4186. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Volksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Entwickelung unserer Reichsfinanzen. I. Dienstag, den 4. Juli 1893. ordentlichen Etats steigerten sich. Wenn wir die seitdem niemals wiederkehrenden Ausgaben infolge des Krieges mit Frankreich in Abzug bringen, so steigerten sich von 1874 bis 1893/94 diese Ausgaben von 53 904 300 auf 169 474 800, sie erfuhren demnach eine starke Verdreifachung, die Militär- und Marine Ausgaben eine starke Verdoppelung. In wenigen Tagen werden dem Reichstage die Vor Wir können nicht lagen der Reichsregierung zugehen. Statt einer solchen verhängnißvollen Entwickelung Einglauben, daß der Reichskanzler seinen Wunsch er halt zu gebieten, soll der eben gewählte Reichstag eine unfüllen kann, indem er dem Reichstage blos die geheure Steigerung der Militärausgaben bewilligen und auf Militärvorlage zur Beschlußfassung vorlegt und die weitere Forderungen für das Heer in späteren Jahren und Erledigung der Deckungsfrage für den Herbst ver- auf die unstillbaren Wünsche, mit unserer Marine die schiebt. Sollte sich im neuen Reichstage auch eine Mehrheit Englands zu überflügeln, müssen wir gefaßt sein. für den Antrag Huene finden, so wird sie sicherlich nur Das deutsche Volk hat mit überwältigender Mehrheit Inapp und feineswegs so beschaffen sein, daß sie dem Reichs- fich gegen jede Steigerung der Militärausgaben ausgesprochen, tanzler auch in der Lösung der Deckungsfrage zu Willen leider ist der deutsche Reichstag wegen der verrotteten sein wird. Wir trauen dies wohl Konservativen und Wahlkreis- Eintheilung kein wahres Abbild der Volksmeinung. Nationalliberalen zu, aber bei dem Zünglein an der Waage, Leicht kann es sein, daß die große Majorität im Volke im der freisinnigen Bereinigung, dürfte die politische Selbstentmannung noch nicht so weit vorgeschritten sein, daß sie die Millionen dugendweise bewilligt, ohne die Frage zu stellen: Woher nehmen?" Reichstage nur durch die Minorität der Abgeordneten vertreten sein wird. Dann haben wir eine starke Steigerung unserer Reichsausgaben zu gewärtigen. Dann wird bald die Frage der Deckung die Hauptrolle spielen. Die Deckungsfrage ist gleichbedeutend mit der Frage, wie soll das Volt belastet werden. In dem folgenden Artikel wollen wir zeigen, wie sich bisnun die Reichseinnahmen entwickelt haben. beschieden sein Dolitische Meberlicht. Berlin, den 3. Juli. Freilich zu sehr darf man, insbesondere im Juli und August, nicht auf. das parlamentarische Pflichtgefühl der Vertreter der bürgerlichen Parteien rechnen, die Herren, die sich im Laufe des Jahres so sehr plagen", halten es für ihr unveräußerliches Menschenrecht, die Sommermonate in Seebädern, Kurorten oder den Bergen zu verleben. So könnte es leicht sein, daß die Wünsche des Reichskanzlers und der erholungsbedürftigen Parlamentarier sich begegnen werden, und uns so nur eine kurze Tagung beschieden sein wird, wenn sich überhaupt die Beschlußfähigkeit des Reichstages für die Abstimmungen erzielen lassen wird. Sicher ist aber, daß diejenigen Volksvertreter, denen es ernst ist Der neue Reichstag tritt morgen zusammen. Viele mit den ihnen soeben übertragenen Mandaten, die Re- wird man da sehen, die nicht da sind, und viele, die noch gierung recht eindringlich nach ihren Steuerplänen befragen nicht da waren. So fürchterliche Musterung" ist von den werden. Es werden sich demnach finanzpolitische Debatten deutschen Wählern vorher noch niemals gehalten worden. nicht umgehen lassen. Noch kein Reichstag hat mit seinem Vorgänger so wenig Aehnlichkeit gehabt wie dieser, und noch keiner ist so wenig nach dem Geschmack der herrschenden Klassen und Parteien gewesen. Wenn Herr von Caprivi morgen die Häupter seiner Lieben zählt, so fehlen ihm zwar nicht viele, aber es sind, wie Unkraut unter den Weizen, unter die Lieben gar manche Häupter gemischt, die ihm nicht lieb sind. Und wenn er die Umschau vollendet hat, dann sagt er sich wohl: Ach, hätt' ich den alten noch!*) Nämlich den alten Reichstag. Viel vergnügter als die Regierung werden auch die Führer der Regierungsparteien nicht sein. Den Konser vativen und Nationalliberalen wird beim Anblick der Antisemitischen Fraktion" alle ohnehin nicht waschechte Siegesfreude" vergehen und das: Weh uns, wir haben gefiegt! werden sie seufzend für sich denken. Den Anti270 839 200 428 032 800 157 193 600 semiten selbst fann auch nicht geheuer zu Muth sein, denn 31 571 700 fie find vor der Brücke angelangt, wo sie ihre Wahl" Deshalb wird es für die Leser des Vorwärt 3" von Nugen sein, eine knappe Uebersicht über den Stand der Reichsfinanzen zu erhalten. Das vor Kurzem erschienene Statistische Jahrbuch für das Deutsche Reich für das Jahr 1893 bietet hierzu Gelegenheit. Es wurden verausgabt für den Reichstag Reichskanzler und die Reichskanzlei Auswärtiges Amt Reichsamt des Innern Verwaltung des Reichsheeres Verwaltung der Marine Reichs: Justizverwaltung Reichsschaamt Reichseisenbahnamt Reichsschuld Rechnungshof Allgemeiner Pensions fonds Reichs Invalidenfonds Summe der fortlaufenden Ausgaben 1874 Mt. 371 100 112 600*) 5 404 300 1540 600 16 680 900 384 000 Nach dem Demnach Etat für 1893/94 1893/94 mehr als 1874 Mt. 423 900 153 500 10 135 900 25 841 500 48 252 600 2 055 000 Mt. 148 800 40 900 4731 600 24 300 900 " " 1 671 000 lügen entweder gestehen, oder Anträge stellen müssen, über 1 630 600 354 258 800 352 628 200 die sie unfehlbar stolpern, so daß der großsprecherische und viel versprecherische Lügenpeter das Bein oder gar den Hals 287 200 brechen muß. 136 600 5 100 842 700 332 800 65-966.000 629 900 20 746 700 26 215 100 44 793 000 24 672 100 196 200 65,960 900 Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Lediglich redaktioneller Natur sind nachstehende Aenderungen im Artikel II: In der zweiten Zeile des Antrags Huene ist das Wort ,, aktiv" gestrichen. Im§ 1 heißt es, statt:„ Während der Dauer der aktiven Dienstpflicht sind die Mannschaften": Während der Dauer der Dienstpflicht im stehenden Heere sind die Mannschaften u. s. w." Ferner ist in der vierten Zeile gefeht statt bei der Fahne" bei den Fahnen". Im§ 2, zweiter Absah dritte bezw. vierte Beile ist gesagt statt ,, Dienstpflicht" Dienstzeit",§ 3 lautet jest:" Mannschaften der Kavallerie und der reitenden Feldartillerie, welche im stehenden Heere drei Jahre aktiv gedient haben, dienen in der Landwehr ersten Aufgebots nur drei Jahre." § 4 lautet jet: Alle diesem Artikel entgegenstehenden Bestimmungen, insbesondere die bezüglichen Festsetzungen des § 6 des Gesetzes, betr. die Verpflichtung zum Kriegsdienste, vom 9. November 1867, und des§ 2 des Artifel II des Gesetzes, betr. Aenderungen der Wehrpflicht vom 11. Februar 1888 ( Reichs- Gesetzblatt 1888 G. 11), treten außer Kraft. Im Artikel V ist vor den Schlußworten zur Anwendung" eingeschaltet: vorbehaltlich der Vereinbarung zwischen den Militärverwaltungen Preußens und Württembergs wegen der Ueberführung des Fuß- Artilleriebataillons Nr. 13 auf preußischen Etat." Dieser Zusatz ist bedingt durch die Uebernahme des Württembergischen Fuß- Artilleriebataillons auf Preußen." Unsere Genoffen im Ausland. Die„ Sozialistische Gesellschaft" von Hammersmith( England) hat in ihrer Versammlung vom vorigen Freitag einstimmig beschlossen, die deutschen Kameraden zu ihrem Wahlfieg, namentlich zu dem imposanten Stimmenzuwachs zu beglückwünschen, und den Sekretär, Emery Walter, beauftragt, dies uns mitzutheilen.Aus Granada( Spanien) ist uns nachstehende Zu schrift zugegangen: Granada, den 28. Juni 1893. An die deutsche sozialdemokratische Partei! Werthe Genossen! Mit der größten Bewunderung und Befriedigung haben wir Kenntniß von Euren großartigen Erfolgen und unerwarteten Triumphen genommen. In Eurem Siege sehen wir uns um einen gewaltigen Schritt weitergekommen auf dem Wege, der uns zu dem heiß ersehnten Ziele, der Erlösung der darbenden Menschheit, führen muß. Wir danken Euch für den Opfermuth und die Hingabe, welche Ihr stets unserer heiligen Sache gewidmet habt, und werden niemals vergessen, daß Ihr auch in den schwersten Stunden des Kampfes unserer rothen Fahne treu geblieben seid. Euer neu errungener Sieg giebt uns neue Kraft und neuen Muth, um auch hier in unserem Andalusien an dem Befreiungskampfe des Proletariats mitzuwirken. Das Lotalfomitee der sozialistischen Gruppe Granada 3. Modesto Linares, Francisco Peres, Enrique Sievers, Präsident. Vizepräsident. Erster Sekretär. Serafin Torres, José Matarana, 3weiter Sekretär. Kassirer. José Dies, Juan Espinosa, Emilio Gallegos, Beisitzende. Die Unabhängige Arbeiterpartei" von Glasgow ( Schottland) hat uns Glückwünsche zugesandt und den deutschen Sozialisten Dank ausgesprochen für die Zähigkeit, Daß die Ritter vom Zentrum und Freisinn, denen mit der sie dem Sozialismus die Bahn gezeigt, und für 27 046 300 fo mancher gute und und schlechte Kamerad auf der die Zähigkeit, mit der sie die Bahn gebrochen haben". 1 543 000 Strecke" geblieben ist, nicht gerade rosiger Laune Dank den Brüdern im Ausland! Ihre Anerkennung sein werden, versteht sich von selbst. Lustig und guter ist uns der schönste Lohn; sie beweiset uns, daß wir unsere Dinge sind nur die hundert Mal vernichteten" Pflicht gethan haben. Wir werden fortfahren sie zu thun; am 344 296 900 1005 547 800 661 250 900 Sozialdemokraten, die Sieger des letzten Wahlkampfs, die, und das Bewußtsein, daß die Arbeiter aller Länder zu uns Demnach haben sich unsere Reichsausgaben in den knapp obgleich sie die einzigen grundsätzlichen Gegner des stehen, ist uns ein weiterer Sporu und erhöht unsere Kampf20 Jahren 1874-1893/ 94 fast verdreifacht. Während aber Militarismus in Deutschland sind, den Verhandlungen des freude. die Ausgaben für Militär, Marine, Reichsschuld und Reichstages über die Militärvorlage mit größter SeelenReichs- Invalidenfonds zusammen um niehr als 253 Millio- ruhe entgegensehen. Wie immer der Entscheid ausfalle, Der Reichsbote" des Herrn Stöcker erzählt nach nen sich steigerten, wuchsen, vom Reichsschah- Amt abgesehen, wir als Partei werden den Vortheil haben, denn wir haben dem Bergmannsfreund", Beb el sei neulich dessen Ueberweisungen an die Einzelstaaten nicht hierher uns aus dem Militarismus eine so wuchtige Keule zurecht 26. Juni- von Jena nach Rudolstadt in einem Wagen gehören, die anderen Ausgaben, die aber auch zum Theil geschnitzt, daß der dickste Eisenpanzer und stärkste Stahl- 1. Klasse gefahren; und bemerkt dazu, entweder habe Bebel noch mit dem Militarismus zusammenhängen, blos um helm der Feinde auf die Dauer nicht Stand halten kann. seine Reichstagsfahrkarte mißbraucht oder er habe sich auf tnapp 55% Millionen, demnach nicht nur um zirka den Wir betheiligen uns nicht an dem Kuhhandel, sind aber die Kosten der Arbeiter einen sehr lehrreichen Privatlurus" 5. Theil der auf den Militarismus zurückzuführenden Einzigen, die dauernden Gewinn aus ihm ziehen. Also, gestattet. Bebel hat weder das eine noch das andere geMehrausgaben des Reichs. Neben den fortlaufenden Ausgaben müssen aber auch die einmaligen Ausgaben berücksichtigt werden. Die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats sind im Reichsetat für 1893/94 fast viermal so groß als im Jahre 1874. Sie betrugen 1874, mit Einschluß von fast vier Millionen, die für das Münzwesen verausgabt wurden, 21 173 400 M., dagegen 1893/94 schon 84 124 200 M. Jm Jahre 1874 betrugen die einmaligen Ausgaben für Reichsbeer und Marine 7 681 900 gegen 65 400 500 nach dem Etat pro 1893/94, sie verneunfachten sich demnach, während die übrigen außerordentlichen Ausgaben sich blos um die Hälfte vermehrt hatten. Auch die einmaligen außerDiese Zahl bezieht sich auf das Etatsjahr 1880/81, da bis zum Jahre 1879 die Ausgaben für das Reichskanzleramt im Budget des Reichsamts des Innern figurirten. Glück auf zur Reichstags- Arbeit! Ueber die neue Militärvorlage schreibt im amtlichen Auftrage die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung": " " than, der Bergmannsfreund" hat einfach gelogen, und der Reichsbote" hat, sich selbst getreu, die infame Lüge pfäffischinfam nachgelogen und noch verstöckert. Die Abweichungen der neuen Militärvorlage von dem Zur Lage bringen die konservativen Grenzboten", Antrage Huene betreffen, wie wir hören, nur ganz unter- welche, seit sie nationalliberalen Händen entrissen sind, für sich geordnete Punkte. Zunächst heißt es im§ 2 des Artikels 1: den Muth rücksichtsloser Meinung haben, einen sehr interAnstatt 24 werden nur 23 Pionier- Bataillone formirt". Der essanten Artikel, der die Schwäche der Regierungsargumente Grund hierfür ist folgender: Bayern hat jetzt 2 Pionier für die Militärvorlage und die Unmöglichkeit, den Milibataillone zu je 5 Kompagnien und wollte einen Bataillonsstab tarismus auf die Dauer aufrecht zu erhalten, klar und und eine Kompagnie neu formiren, so daß es dann 2 Pionier- scharf darlegt. Die Grenzboten" stimmen uns bei, daß bataillone zu je 4 Kompagnien und 1 Pionierbataillon " Zu 3 Kompagnien gehabt gehabt haben würde. Diese Ab- bas politische Leben nur noch vom Klassengegensatz be= ficht ist wegen des Abstrichs an der Friedenspräsenz auf. herrscht" wird, daß nur zwei Parteien übrig bleiben: die gegeben. Bayern behält auch ferner nur 2 Pionierbataillone. der Reichen und die der Armen", und sie erkennen auch richtig, daß der Antisemitismus nur eine Abart des ist. Sozialismus" ist wobei wir das Wort Abart" im Sinne von Entartung zu nehmen haben. Kurz der Ver*) Die, Norddeutsche Allgemeine" pindtert heute Abend schon etwas Aehnliches. " fasscr hat den Bankrott des heutigen Staats- und Gesellschafts- Systems vollkommen begriffen. Ganz am Schluß aher hat er einen Rückfall in reaktionären Utopismus und träumt von einer Zertrümmerung des Großkapitals zu gunsten der „Kleinroirthschaft": „Sobald oem Polypen Großkapital die mit Saugnäpfen versehenen Fangarme abgehackt werden. ergießen sich die Lebenssäfte von selbst in die niederen Regionen und werden dort zur Bildung lebensfähiger Kleinwirth- schaften verwand t." Nein. lieber„Grenzboten"- Mann. Die Lebenssäfte fließen dann dem G e s a m nr t- O r g a n i s m u s zu; „lebensfähige Kleinwirthschaften" giebt's nicht, oder die Welt müßte ins Mittelalter zurückfallen; und„niedere Regionen" kennt die sozialistische Gesellschaft nicht.— Vom neuen Kurs. Ter„Freisinnigen Zeitung" geht ans M ü n st e r i. W. ein vertrauliches Schreiben des dortigen Ober-Zollinspektors zu, das lautet: „Nr. 4äL2. B e r t r a u I i ch. Münster, 14. Juni 1393. Jedem Beamten soll durch Dieiistbefreiung am nächsten Donnerstag Vormittag Gelegenheit gegeben werden, seiner Wahlpflicht zu genüge».(Durch Abgabe weißer Zettel, falls der aufge st eilte Kandidat nicht für die sttegierungsvorlage eintritt.) Der Ober- Zollinspektor Baier."— Einen Agrarrath, d. h. einen Junkerallsschuß, der für die Interessen des Großgrundbesitzes noch besonders zu wachen hätte, fordern die Feudalen. Der von Man- t e u f f e l regte die Sache im Herrenhanse an und die „K r e u z- Z e i t u n g" haut in dieselbe Kerbe, nicht ohne M i q u e l, weiland Mitglied des Kommunistenbundes, mit einem Regenschauer von Schmeicheleien zu überschütten. Sie schreibt: „Zu dem Finanzminister Dr. Miquel hegen wir das gute Vertrauen, daß er auch für diese erweiterte Aufgabe ein offenes Ohr haben, ein volles Verständniß zeigen werde. Er ragt aus der Menge derer, die er einst seine Parteigenossen nannte, hervor wie ein Adler aus der Schaar der Krähen. In ihm haben wir endlich den rechten Mann an der rechten Stelle gefunden, das erkennen wir unumwunden an, wie ein jedes wirkliche Verdienst, und jeder rechte Kenner muß es aner- kennen, es möge sich uns zeigen, wie es wolle."— Der Ernte- Ertrag im Deut-schcn Reiche betrug nach der endgiltigeu Feststellung des Kaiserlichen Statistischen Amts: Wohlthätigkeit und Sozialdemokratie. Aus Wiesbaden wird uns geschrieben: Unser sattes Großbürgerthum zählt zu seinen eifrigsten Aposteln den früheren Reichstags-Abgeordnetcn Fritz Kalle, der schon als Parlamentarier mit seiner humaliistelnden Spittelsuppenpolitik, die er als Sozial- resorm ausgab, geschäftig Hausiren ging und auch heute dafür sorgt, daß das„gute Herz" der Bourgeoisie in seiner Herrlichkeit allen offenbar werde. Herr Kalle, der in Wiesbaden haust, bekennt offen, daß er die Wohlthätigkeit nur als Mittel zum Zwecke— zur Bekämpfung der Sozialdemokratie betrachte. In einem Artikel des „Wiesbadener Tageblattes" vom 28. Juni, einem Angstprodukt, das seine Anregung„einigen Damen" verdankt und das betitelt ist„Sommerfrische für Nähterinnen", bekennt er sich mit stauneuswerthem Zynismus zu dieser Art des Wohlthuns. Nach einem Hin- weis aus die fortwährende Zunahme der sozial- demokratischen Stimmen argumentirt Fritz Kalle, daß die große Masse der sozialdemokratisch Stimmenden keine Ahnung von den Zielen, dem Progranini der Sozialdemokratie habe. Wie nun, wenn man Herrn Kalle fragen wollte, ob denn die nationalliberalen Wähler einen Begriff von dem Programm der Fraktion„Drehscheibe" haben? Diese Frage müßte— Herr Kalle zwar nicht— aber ein Unbefangener doch mit nein beantworten. Denn erstens hat die nationalliberale Partei sehr unterschiedliche Programnie je nachdem es sich um den Stimmenfang in dem oder jenem Wahlkreis handelt, und da wo e i n solches Programm nicht ausreicht, da wird eben eine Vielheit zusammengekleistert, woraus dann der nationalliberal-konservativ-antisemitisch- frei sinnige Parteibestand wird, der manchmal noch in einem Jtemneton. N.iivdrua BtlbOUn.) (6 Die Dekehrnng Andrö Savenmss. Sozialistischer Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. 3. Kapitel. Um �-6 Uhr klingelte Andrs an der Thür des Herrn Deschamps. Das junae Mädchen öffnete ihm. Als er seinen Namen nannte, �sagte sie: „Ach, Sie sind der Herr, dessen Karte bei uns abgegeben wurde. Mein Großvater muß in jedem Augenblick kommen. Wollen Sie einen Augenblick warten?" Sie sprach mit tiefer, klangvoller Stimme, die Andre sofort wieder erkannte. Er folgte ihr in einen dunklen Korridor und von dort in ein dürftig ausgestattetes Zimmer, das von einer Petroleumlampe nur schwach erhellt ward. Ein Lichtschirm führte alles Licht einem Tische zu, und aus diesem lag eine Palette, Pinsel und eine mit flüchtigen Strichen hingeworfene Zeichnung, die, wie man deutlich er- kennen konnte, für einen Fächer bestimmt war. Das junge Mädchen lud Andrä ein, Platz zu nehmen, während sie sich anschickte, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. „Verzeihen Sie, Fräulein," begann Andrä plötzlich, „aber eS wäre mir lieber gewesen, wenn ich Ihren Herrn Großvater gleich getroffen hätte. Es wäre richtiger,— schicklicher gewesen. Aber ich muß Ihnen doch gestehen, daß ich eigentlich nur Ihretwegen gekommen bin." „Meinetwegen, mein Herr schwachen zentrunchaften Heiligenschein leuchtet.„Das beste Mittel die Gefahr(der Sozialdemokratie) zu bannen ist also, daß wir den Führern ihre Truppen nehmen, indem wir unsererseits das Vertrauen der Nichtbesitzenden ge- Winnen". Ja hat denn die Bourgeoisie, hat denn die kapi- talistische Gesellschaft noch nicht einmal eingesehen, daß so lange sie die Macht hat, ein unüberwindbarer Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit unter allen Umständen bestehen muß? Nun aber, nachdem Herr Kalle sein wahres volks- wirthschaftliches Antlitz gezeigt hat, kommt die Larve vor, und es heißt,„unser Streben muß vor allem darauf ge- richtet sein durch T h a t e n Liebe und Vertrauen zu er- wecken." „Zu den vielen Hilfsbedürftigen gehört unter anderen ein Theil jener jungen Mädchen, welche durch Schneidern und Nähen ihren Lebensunterhalt erwerben müssen. Das ganze Jahr über sitzen diese 13-, 16-,? 17jährigen Mädchen in engen, im Sommer oft erdrückend heißen Räumen vom Morgen bis zum Abend, ja vor den Sonntagen und ganz besonders vor den großen Feiertagen mitunter noch die Stacht hindurch an ihrer Arbeit. Kein Wunder, daß die weniger Widerstandsfähigen unter ihnen bleichsüchtig werden, manche schon ini jugendlichen Alter an der Schwindsucht dahinsiechen. Und hier ließe sich so leicht helfen. Einige Wochen freier Bewegung in frischer Waldluft würden genügen, die Mehrzahl dieser sonst früh ver- derbenden Geschöpfe so weit zu kräftigen, daß sie wieder ohne Gefahr ein Jahr lang ihrer Arbeit obliegen könnten." Das klingt ja im Anfang ganz gut— wenn nur der optimistische Schluß nicht nachkäme. W i r haben aber noch einige Einwände zu machen. Gegen das allzu lange„Sitzen" der Nähterinnen in engen, heißen Räumen würde ein kon- sequent durchgeführter Normalarbeitstag doch jedenfalls die wirksamste Maßregel sein. Herr Kalle aber will die greulichen Zustände, die die Arbeiterin zum Hunger und zur Prostitution treiben, die ihr den frühen Tod' verbürgen, erhalten, er schwingt den Bettelsack, um der ausgesogenen Näherinnen eine„Sommerfrische" zu verschaffen, damit sie; den wieder unter den alten Mißständen sich abrackern können. Das ist Sozialpolitik im Kalle'schen Stil. Daß übrigens die Bleich- sucht als Folge ungenügender Ernährung dem Proletarier- kind häufig ja schon in früher Jugend als Angebinde mit auf den Lebensweg gegeben ivird, den Boden bildend, auf dem die Schwindsucht wuchert, weiß der„Sozialpolitiker" Kalle wohl nicht. Dem gerncgroßen Kalle aber rathen wir, künftig weniger offen die Beweggründe seiner Hand- lungen klar zu legen. Einmal weil es nicht schön ist, Wohlthaten in anderem Sinne, als um ihrer selbst willen zu erweisen und zweitens um die Sozialdemokratie doch uicht allzusehr in Angst zu setzen. Oder wird die Sozial- demokratie vielleicht sragen:„Mit diesem Häuslein wollt Ihr Uri zwingen?"— Ansuahmegesetze gegen die Antisemiten fordert die „Kölnische Zeitung", die auch hier sich als gewerbsmäßige Verfechterin jeder Zwangsmaßregel, die sich gegen die politische Freiheit richtet, offenbart. Wenn aber die Antisemiten sich über die„Kölnische Zeitung" ereifern, so mögen sie sich daran erinnern, daß der Stöcker stets für das Sozialistengesetz gestimmt hat, und daß sie selber Aus- nähme gesetze gegen die Juden fordern. Nur eine Partei, die Sozialdemokratie, ist grundsätzliche Gegnerin aller Aus- nahmegesetze.— Der preußische Landtag wird am 5. Juli ge- schloffen.— Der Bundesrath hielt am 3. Juli eine außerordent- liehe Sitzung ab, über die der„National-Zeitung" berichtet wird:„Die Militärvorlage wurde, entsprechend den An- trägen des Heeres- und Finanzausschusses, unverändert ge- uehniigt. Ebenso fand der Entwurf einer Verordnung, de- treffend das Verbot der Ausfuhr von Streu- und Futter- Mitteln nach dem Antrage der vorberathenden Ausschüsse die Zustimmung des Bundesraths. Die Verordnung soll soforr veröffentlicht werden und ungesäumt in Kraft treten. — Die Resolution des Reichstags, betr. das Verbot der Abgabe von Waaren von seilen der Konsumvereine an NichtMitglieder, wurde dem Handelsausschuß über- wiesen."— Einen agrarischen Vorstoß gegen den Reichskanzler läßt die„Kreuz-Zeitun g" in ihrer Nummer vom Sonnabend Abend durch einen„alten Freund aus Süd- deutschland" machen. Warum Herr von und ivoßu Hammer- stein das Geschäft unter anderem Namen besorgt hat, oder richtiger unter anderer Firma— denn der Name ist ja nicht genannt—, das begreifen wir offen gestanden nicht. Den Anlaß bildet die geplante Anstellung des Regiernngs- kommissars Nieberding als Justiz-Slaatssekretär. Herr Und der Ton ihrer Stimme und ihre Augen drückten Erstaunen über das Gehörte ans. „Sie haben gewiß eine Bestellung für mich?" fügte sie hinzu. „Nein, mein Fräulein, das nicht, ich komme, um Ihnen meinen Dank abzustatten," erwiderte Andrö. „Mir? Aber ich kenne Sie ja garnicht!" „Da sind Sie in einem Jrrthum, Sie haben mich gestern Abend aus einer sehr unangenehmen Lage befreit." Das junge Mädchen machte eine Geberde der Ueber« raschuug; sie wandte sich, um das Gesicht des Besuchers, den sie bisher kaum angeblickt hatte, genaikr betrachten zu können. Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen, und in auffallend kühlem, beinahe unfreundlichem Tone sagte sie jetzt langsam: „In der That, mein Herr, nun erkenne ich Sie. Aber Sie hätten sich den Gang sparen können. Ich habe kein Recht auf Ihre Dankbarkeit. Das Wenige, was ich gethan habe, that ich weder für Ihre Person noch etwa aus reiner Menschenliebe. Ich sah nur unsere Freunde im Begriffe, eine Feigheit zu begehen, indem zehn sich auf einen stürzten. Ich dachte in dem Augenblick auch daran, daß sie sicher verfolgt und verhaftet werden würden, wenn Sie auch nur die ge- ringste Verwundung davongetragen hätten. Da habe ich lieber einem Fremden, einem Feinde zur Flucht verholfen, als daß ich zuließ, daß unsere Freunde sich kompromittirten. Das ist alles!" Jetzt lvar an Andre die Reihe, erstaunt zu sein. Einen solchen Empfang hatte er nicht erwartet. Er fühlte sich verletzt, gedemüthigt, aus der Faffung gebracht. Aber er hätte kein Plann sein müssen, um sich so schnell geschlagen zu bekennen. Er entgegnete nach einem Augenblick des Schweigens: Nieberding ist ein Freihändler, und vorher soll der Posten dem ebenfalls freihändlerischen Reichsbank-Präsidenten Koch angeboten gewesen sein, der jedoch abgelehnt hat. Diese freihändlerischen Gelüste sind in den Augen der Herren Agrarier, deren Appetit wieder einmal zum Wolfshunger geworden ist, ein schweres Verbrechen— sie sehen die Korn- zölle in Gefahr, die gegenwärtigen und zukünftigen Liebes- gaben bedroht; und Herr von Caprivi erhält in optima forma eine Warnung. Ter arme Herr Reichs- kanzler kann ja nun den Ahlwardt loslassen, der neuerdings die Junkerhatz auf sein Programm gesetzt hat— und zwar noch über der Judenhatz, und der Herrn von und woßn Hammerstein nebenbei auch über die Vaterschaft des Auti- semitismus belehren und ihm augenfällig demonstriren kann, daß das Manchesterthum, soviel es sonst auf dem Kerbholz hat, an diesem Früchtlein unschuldig ist.— Die Steuerpolitiker sind auf der Suche nach stener- baren Gegenständen. Tolle Blasen steigen auf, ein wirrer Vorschlag löst den anderen ab. Aber die nothwcudigen Lebensbedürfnisse der Masse, indirekte Steuern und Mono- pole werden allein übrig bleiben, sobald unsere Staats- männer ernsthaft die Kostendeckung für die Militärvorlage erwägen. Was daneben noch etwa herangezogen wird, ist bloßer Zierrath, ein fiskalischer Schnörkel am Steuergebäude, dessen ganze Last die Arbeiterklasse trägt. Einem konserva- tiven Hirn ist sicher der Gedanke entsprungen, eine Reichs- Eisenbahnfahrkarten-Steuer einzuführen. Sind unsere Junker doch sehr verdrießlich über Freizügigkeit und Eisenbahnen, da der freizügige Landarbeiter den ostelbischen Herrlichkeiten den Rücken wendet und nach dem Westen als achsengäuger wandert. Die ehrsame Zunft der Brot- vcrtheurer arbeitet schon lange daran, die Freizügigkeit zu beseitigen, sie trägt in erster Reihe die Schuld daran, daß wir keine Eisenbahureform, keinen billigeren Personentarif u. s. w. erhalten, sie kämpft dafür, daß dem Landarbeiter das Reisen erschwert werde. Solch eine Fahrkartensteuer, die die Eisenbahnfahrt vertheuert, wäre ein niedliches Mittel, dem Sachsengänger, dem Arbeiter überhaupt einen Knüppel zwischen die Beine zu werfen, obwohl wir„im Zeichen des Verkehrs" leben. Werden die Passagiere, die in Blitz-, Luxus- und Sonderzügen auch besteuert werden?— Im Einklänge mit dem Geiste unserer Eisenbahn- „Reform" steht die offenbar wohlverbürgte Nachricht der Münchener„Allgemeinen Zeitung", wonach die geplante Personentarif-Reform auf den deutschen Eisenbahnen ver- schoben werden soll, bis die„allgemeine F, nanzlage" des vreußischen Staates eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Inzwischen wolle man eine ganze Reihe statistischer Erhebungen auf den Gebieten der Personenbeförderung au- stellen, um aus deren Ergebnissen folgern zu können, nach welcher Richtung" sich Preisermäßigungen„nölbig machen" und inwieweit dieselben voraussichtlich die Erträgnisse„nicht besonders zu schmälern' geeignet seien. Hierher gehörten namentlich die Bestim- mungen über die Preiserhöhung- für Schnellzugsahr- karten und die Verringerung der zu großen Preisdifferenz zwischen der zweiten und dritten, sowie zwischen der dritten und vierten Wageuklasse. Weiter sei zu bemerken, daß die Verwaltungen der süddeutschen Bahnen nicht geneigt sind, nach preußischem Muster die Rückfahrkarten'ohne Zuzah- lnng anch für alle Schnellzüge gelten zu lassen, so lange für einfache Schnellzngssahrkarten erhöhte Sätze berechnet werden. Ueber die Beibehaltung, weitere Ansdehnnng oder gänzliche Beseitigung der Sonntagsfahrkarten, sowie über eine grundsätzliche Aenderung der Kinderfahrpreise be- ständen noch sehr große Meinungsverschiedenheiteil.— Ueber die Münchener Epidemie schreibt treffend der Münchener Berichterstatter der„Frankfurter Zeitung": „Auch nach der neuesten Erklärung bleibt es bestehen: die Kaserne ist gesundheitsschädlich an sich, und es ist gesund- heitsschädlich in ihr geivirthschaftet worden. Der Gesund- heitsznstand in München ist an sich ein sehr guter; die Erkrankungen sind beschränkt aus die Bewohner der Kaserne und jene Mannschaften, die aus der Kaserneuküche ihre Menage erhielten. Wie sich die traurigen Zustande heraus- bilden und die Katastrophe einen solchen Umfang gewinnen konnte, ist noch immer ein Räthsel, zu dessen Lösung der Landtag beitragen sollte. Ob er es wagt, beim Militäretat die Konsequenzen zu ziehen und für das Wohl der Söhne des Landes das Er- forderliche und Ausreichende vorzukehren? Nach einer Lokalnotiz der„Neuest. Nachr." über einen Besuch, den der Prinzregent in dem Nothftandskasernement der gesund Ge- btiebenen abstattete, muß das neue Kasernenient abermals durchaus unpassend und erst recht wieder gesundheitsgefähr- „Ich gebe zu, Fräulein, daß das Verhalten eines meiner Freunde Ihnen unpassend erscheinen mußte, und ich bitte Sie für ihn um Entschuldigung deswegen. Aber wir hatten nicht im geringsten die Absicht, irgend jemanden zu verletzen, und ich würde untröstlich sein, wenn Sie auch mich als Feind betrachteten." Das junge Mädchen hatte für diese Worte nur ein ironisches, fast verächtliches Lächeln: „Ich glaube wohl, daß Sie nicht die Absicht hatten, eine ganze Versammlung zu beleidigen. Aber wenn ich Sie als Feind betrachte, so denke ich dabei weder an mich, noch an die Versammlung, die Sie gestört haben. Ich will damit sagen, mein Herr, daß Sie und Ihre Freunde als Bourgeois nothwendig unsere, aller Arbeiter Feinde sind. Es ist das nickit meine Schuld, auch die Ihrige nicht, gewiß nicht, wenn die Welt in zwei Klassen geschieden ist, die ein- ander aus Tod und Leben bekämpfen. Aber das eine steht fest, daß wir nichts gemeinsam haben, noch nach Lage der Dinge überhaupt gemeinsam haben können." „Ah, Sie wiederholen mir da die Rede von gestern Abend," rief Andre, der nun seinerseits eine kleine ironische Spitze durchblicken ließ.„Kann man denn aber zwischen den beiden Feldlagern nicht neutral bleiben?' „Neutral! Ja. gewiß ist das möglich, wenn man weder ein Bürger noch ein Mann ist.— Da kommt übrigens mein Großvater. Er wird Ihnen das alles besser auseinandersetzen, als ich." Man hörte, wie ein Schlüssel in das Schloß der Entreethür gesteckt und herumgedreht wurde. Während der neue Ankömmling die Thür öffnete, wieder schloß und durch den Korridor schritt, konnte AndrS das junge Mädchen, das den Schirm von der Lampe nahm, genau betrachten. Ihr Kopf war jetzt voll beleuchtet. Dichtes, schwarzes, welliges Haar, eine hohe, lich sein. Denn bei Nacht geht die Temperatur in den Räumen nicht unter 25 Grad herunter; der Regen schlägt durch. Da sind also die neulichen Mittheilungeu der „Münchener Post* nicht nur bestätigt, sondern noch über- troffen. Ueber die von der„Post" behauptete größere Sterblichkeit hat das Kriegsministerium noch nichts ver- lauten lassen; es hat nur in'anderem Zusammenhang die Sterblichkeit aus 17 angegeben, wozu seitdem noch zwei Todesfälle gekommen sein sollen. Ueber die Influenza und andere in bedeutender Zahl vorhandene Krankheits- erscheinungen äußerte sich die Kundmachung aus der Kommissionsberathung nicht, die deshalb der Ergänzung bedarf."— Unser Bruderblatt, die„M ü n ch e n e r P o st" schreibt in ihrer letzten Nummer:„Wird vielleicht Universitäts- Professor Dr. v. Bauer die Güte haben und das, wie Blätter melden, im Kolleg Gesagte offiziell zu* bestätigen suchen? Der Manu soll nämlich erklärt haben,„daß von Typhus hier keine Rede sein könne, es liege unzweifelhaft Vergiftung vor, mit einem definitiven Urtheil wolle er allerdings noch zurückhalten, bis das ärztliche Gutachten cudgiltig festgestellt sei.".... Die Liste der Tobten soll, nachdem offiziell wieder zwei Mann gestorben sind, nun 19 betragen, nach unserer Rechnung und Behauptung, die immer noch nicht berichtigt wurde, sind aber ca. 60 Mann an der Seuche, vorlärifig Typhus genannt, gestorben. Es ist nicht berichtigt, daß auch bei anderen Reg i m e n tern und Kasernen z. B. Für st e n f e l d- brück, wo eine ähnliche Menagirung versucht wurde, gleichfalls ein halbes Hundert Soldaten krank sind. Es ist sehr wichtig und unbedingt nothwendig, daß die so schlimme Folgen zeitigenden Maunfchaftsmenagen einer gründlichen Untersuchung unterzogen werden, damit ..nicht, wie dieses heute leider geschieht, den Leuten wöchent» lich mehrere male sogenannte„Typhusspeisen", Konserven:c. vorgesetzt werden, die dann in der Regel weggegossen werden. Hungern ist den Soldaten lieber, wie krank werden. Untersuchungen haben bekanntlich schon sehr oft zu falschen Urtheileu geführt, wodurch dann wieder neuer Schaden entstand und auch in diesem Fall, wenn der alte Schlendrian iveitergeführt werdcnsoll, entstehen wird. Darum ist eine neuer- liche Kommission zu fordern, denn wohl selten schienen Gut- achten so unwahrscheinlich, wie die vom Kriegsministerium herausgegebenen." Neichsländisches. Der Bürgermeister von S ch l e t t- st a d t, im Elsaß ist abgesetzt worden, weil er als ehrlich demokratischer Katholik vor den Gewalthabern nicht schweifwedelte. Kein Verstoß wird ihm znr Last gelegt— blas seine Gesinnung. So geht's in den Reichslanden! Und da sollen die Bewohner„Liebe zum deutschen Vater- laud* lernen! Die Franzosen sind klüger gewesen. Sie eroberten sich weiland die fremdstämmigen Elsässer „moralisch"— durch die Revolution.—' Freilich, Revolutionen sind ja bei uns in Deutschland polizeilich nicht erlaubt.— „Der Berner Krawall" beschäftigte am 1. d. Mts. den großen Rath von Bern. Von reaktionärer Seite war interpcllirt worden, wie es komme, daß die Behörden einem so«übelbeleumundeten" Menschen, wie Wassilfjew�, die eidgenössische Naturalisation(Einbürgerung) ermöglicht hätten. Die Antwort wurde prompt vom Regierungsrath Stockmanu ertheilt. Wassiljew hat die v o r z ü g l i ch st e n Zeugnisse gehabt, und sogar die russische Gesandt- schaft hat ihm nur das eine nachsagen können, daß er wegen seiner demokratischen Anschauungen nach Archangel, d. h. ans weiße Meer und Ende der Welt,«verschickt", ohne polizeiliche Erlaubniß aus dem Käfig ging. Und das war sein gutes.Menschcnrecht. Bezüglich des Berner Krawalls wurde nichts Neues zu Tage gefördert. So viel wird jetzt aber ziemlich allgemein anerkannt, daß Eifersucht der schiveizerischen auf die eingewanderten italienischen Arbeiter den Beweggrund bildete. Es wird bestritten, daß die Italiener zu billigerem Preis arbeiten als die Ein- heimischen; im Gegentheil, es wird behauptet, bei ganz gleicher Lohnskala verdienten die schweizerischen Arbeiter. weniger als die �italienischen, weil letztere.die besseren,. mehr Geschicklichkeit erfordernden Steinhauerarbeiten ver- richteten, während die schweizer Arbeiter blas die-einfache Mauerarbeit zu verrichten wüßten. Thatsache ist, daß die italienischen Steinhauer sich schon seit Jahrhunderten durch Geschicklichkeit auszeichnen. Und der Bundesstadt-Ltorre- spondent der„Züricher Post", C u r t i, befürwdrtet deshalb mit Recht die Gründung von Fachschulen für Maurer. Ein Vorschlag, den auch unsere Regierungen beherzigen nachdenkliche Stirn, große schwarze Augen, in denen ein verhaltenes Feuer glänzte, eine seine grade Nase, ein bleicher, matter Teint, der echte Pariser Teint, das war alles, was er zuerst bemerkte. Ihre Erscheinung trug so den Charakter einer strengen, fast tragischen Schönheit, wenn er nicht durch einen lieblichen, geistvollen Mund und das klassische Oval des Antlitzes gemildert worden wäre. Jungfräuliche Herb- heit, die von Anmuth verklärt wird, hätte man sagen können. Handgelenk und Hände waren überaus fein ge- bildet. Die schlanke Gestalt war in ein dunkelrothes Woll- kleid gehüllt, das sie in einfachen Falten, ohne jeden Aus- putz'unischloß. Die junge Sozialistin konnte etwa zwanzig bis zwei und zwanzig Jahre alt sein. Die Anmuth ihrer Bewegungen, die Reinheit der Linien, die Harmonie der Proportionen gaben ihrer geschmeidigen, schlanken Gestalt, die weder zu groß noch zu klein gebaut war, etwas, was man gewöhnlich als distinguirt oder aristokratisch bezeichnet; und Andrö, der halb mit Vergnügen, halb, nnt Aerger die natürliche Eleganz, die anmuthige Würde, die ruhige Sicherheit seiner schönen Feiydin beobachtete, bewunderte dabei me Pariser Rasse, welche Arbeitertöchter hervorbringt, die wie Prinzessinnen aussehen und selbst Herzoginnen vom ältesten Adel durch ihre Haltung zur Verzweiflung bringen können. Ein weißer Bart erschien in der geöffneten Thür, eine sonore Stimme rief:„Guten Abend, Töchterchen! Nun, Du kommst ja nicht wie sonst mich küssen?" . Johanna bot dem Greise mit lieblichem Lächeln die Stirn zum Kuß. Dann überreichte sie ihm Andrö's Karte mit den Worten: „Ter Herr hier hat auf Dich gewartet. Dater. Es ist der Herr, der gestern Abend im Wagramsaale beinahe Prügel bekommen hätte. Er kam, um sich bei mir zu bedanken." (Fortsetzung folgt.) könnten, falls der Militarismus uns Geld für solche unter- geordiiete Zwecke übrig läßt. Ueber jeden Zweifel hinaus ist festgestellt, daß die Sozialisten(oder phantastische„Anarchisten") an dem Krawall gänzlich uubctheiligt sind. Alle Sozialisten sind inter- national; kein Sozialist haßt einen Konkurrenten deshalb, weil er anderer Nationalität ist. Ueberall, wo solche Streitigkeiten vorgekommen sind— wie jüngst in Nordfrankreich und Belgien— ist am Ort keine einflußreiche sozialistische Organisation, und wird— sobald Sozialisten sich in die Sache mischen— dem internationalen Frieden und der Solidarität das Wort geredet.— Frankreich arbeitet mit einem Fehlbetrag, der Frau- zosen-Popanz zeigt sich in seiner ganzen Hinfälligkeit. Die Rückzahlungen aus den Sparkassen überstiegen in der letzten Junidekade die Einzahlungen um 574 000 Frks.— Trotzdem bemühen sich die militärfrommeu deutschen Blätter, mit„neuen französischen Regimentern" u. dergl. die Philister zu schrecken. Wir kennen das Lied,..— Ans der Zentral- Arbeitsbörse von Paris geht uns folgendes Schreiben zur Veröffentlichung zu: Kollegen aller Länder! Ich bin beauflagt, im Namen der Arbeitsbörse von Paris, welche uLll gewerkschastliche Organisationen mit zu- sammen 800 000 Mitgliedern vertritt, mich an Euch zu wenden. Die Regierung will von der Arbeitsbörse alle Gewerk- schaften ausschließen, welche das Gesetz vom 21. März 1834 über die Syndikate nicht angenommen haben. Sämmtliche gewerkschastliche Organisationen haben sich durch ein ein- müthiges Votuin solivarisch gegen diese Maßregel erklärt: und die Regierung hat darauf hin gedroht, die für die. Arbeitsbörse bestimmten Geldmittel uns zu entziehen. Jenes Gesetz, das allen Gewerkschaften gewisse uns widerstrebende Bedingungen vorschreibt, war bisher nie zur Anwendung gekommen, allein jetzt fürchtet man die geschlossene Masse der Pariser Arbeiter, und deshalb ist man gegen uns vorgegangen. Liebe Kollege aller Länder der Erde, wir vertrauen auf Euer Solidaritätsgesühl und ersuchen Euch, in Euren Ländern an die öffentliche Meinung zu appelliren und Propaganda zu machen, damit unsere Regierung kennen lernt, wie nian im Ausland über sie denkt und was die Solidarität der Arbeiter bedeutet. Unsere und die anderen Regierungen sollen lernen, daß das Wort unseres Karl Marx: Proletarier aller Länder vereinigt Euch! eine Wahrheit ge- worden ist. Der Minister hat den l. Juli als letzten Termin der Unterwerfung angegeben. Wir werden uns nicht unterwerfen. Wir erwarten den Tag mit Ruhe und Festigkeit und werden unsere Pflicht thun. Paris den 30. Juni. Mit Brudergruß Eugen Vincent. Präsident der Gewerkschaft der Chemisch- Vergolder und Dclegirter zur Arbeitsbörse. Alle Arbeiterblätter sind um Wiedergabe gebeten! Das Schreiben ist uns leider etwas verspätet zu- gegangen. Wir wissen nicht, ob die französische Regierung ihre Drohung wahr gemacht hat, oder wahr zu machen tvagt. Jedenfalls dürfen die französischen Arbeiter der vollen Sympathie ihrer deutschen Brüder gewiß sein.— Studentisches. Die Pariser Studenten scheinen es den deutschen nachmachen zu wollen. Znr Schmalz- gesellenschaft haben sie es zwar noch nicht gebracht, aber jetzt krawallireu sie, weil die Behörden gewisse Sauf- und sonstige Orgien nicht dulden wollten, und den Veranstalter eines unglaublichen Schmutzfestes bestraft haben. In der jungen Generation tritt die Entartung der Bourgeoisie naturgemäß noch deutlicher hervor als in der alten. Die Urgroßväter stürmten die Bastille, die Großväter machten die Juli- und die Februar-Rcvolution, und die Söhne kämpfen für die Freiheit— des Bordells. Das ist in der Nußschale die Geschichte der Bourgeoisie.— Belgien. Der Ausschuß des Generalraths der belgischen Arbeiterpartei hat über das Eutlafsungsgesuch des Genossen Volders verhandelt und sich einstimmig dahin ausgesprochen, daß die Meinungsverschiedenheit, welche das Entlassungsgesuch veranlaßt hat, bei der sonst herrschenden vollen Ucbcreiustinimuug die Entlassung keineswegs recht- fertige. Die Sache wird nun vor den Geueralrath selbst kommen, und die Verhandlungen werden— wir zweifeln nicht— zur Zurücknahme des Entlassungsgesuchs führen.— Nachdem Vorstehendes geschrieben, erhalten wir ein Telegramm, besagend, daß, nachdem eine vom Generalrath berufene Versanimlung Volders ersucht, die Redaktion wieder zu übernehmen, dieser sein Entlassungsgesuch zurück- gezogen habe.— Die Reaktion kämpft zäh um ihren Besitzstand. In Belgien debattirt die Kammer über das Senats- Wahlgesetz, das die erste Kammer, die überall ein Bollwerk des reaktionären Großbesitzes ist, neu orgauisiren soll, ohne bis jetzt zu einem entscheidenden Beschlüsse ge- kommen zu fem. Das naturgemäße Crgebniß der Eni- Wickelung, die alle öffentlichen Einrichtungen demokratisiren wird, muß der Fortsall solcher ersten Kammern sein. In England wird das Oberhaus, dessen Bestand schon er- schultert ist, in Belgien der Senat u. s. w. auf die Dauer diesem Forttschritte, der allerdings nicht sprunghaft, sondern schrittweise erfolgen wird, nicht widerstehen können. Der Belgierkönig Leopold II., der an der Erhaltung des Senats sehr lebhaft interessirt ist, hat, wie die Münchener„All- gemeine Zeitung" berichtet,„zum ersten Male sich bewogen gesehen, in einer schwebenden politischen Frage offiziell seine persönliche Meinung zu äußern und das Ansehen und den Einfluß der Krone in die Wagschale zu werfen." „Mit großer Entschiedenheit betonte der Monarch die Nothwendigkeit eines Wahlsystems, welches das Zustande- kommen eines konservativen Senats gewährleiste. Leopold II. machte kein Hehl aus seinem Bedenken gegen die Allmacht des allgemeinen Stimmrechts und sprach die Be- fürchtung aus. daß das allgemeine Stimmrecht in Belgien ent- weder schon im nächsten Jahre oder später eine radikal- sozialistische Kammermehrheil schaffen könnte. Bei der geringen Macht der Krone werde diese einen mäßigenden Einfluß auf die Beschlüsse der Kammer nicht ausüben können, wenn sie sich nicht auf eines der beiden Häuser des Parlaments werde stützen können. Diese Stütze könne aber nur ein konservativer Senat bieten, und ein konservativer Senat sei nicht denkbar, sosern auch er aus dem allgemeinen Stimmrecht hervorgehe." t Öffentlich antwortet das Volk mit nachdrücklicher ledenheit auf diese Erklärung, die von konservativem Standpunkte aus wohlbegründet ist. Die Demokratie räumt auf mit den Ueberlebseln einer feudalen Vergangenheit.— Die Sküptschina. daS serbische Parlament, nahm den deutsch- serbischen Handelsvertrag in erster Lesung an und beschloß dem Antrage des Finanzausschusses gemäß, daß die im vorigen Jahre von der Regierung für Maß- regeln gegen den Ausbruch und die Verschleppung der Cholera bestimmte Summe von 150 000 Dinaren aus- schließlich zu dem genannten Zwecke verwendet werden solle.— Zur Silberkrisis in den Vereinigten Staaten. Ein von dem Washingtoner Schatzamt bearbeiteter Aus- weis zeigt, daß unter der Sherman-Akte bis zum 30. Juni, dem Ende des Vcrwaltungsjahres, 156 664 590 Unzen feines Silber zu dem Preise von 147 138 375 Doll. � gekauft worden sind. Sein Werth zu 62 pCt. für die feine Unze ist heute 92 132 046 Doll. Der Verlust beträgt daher 55 000 000 Doll.— „Die Harmonie der Interessen." Nach einer amerikanischen Kabeldepesche ist in P i t t s b u r g und Umgegend— dem alten Schlachtfelde des Kapitalismus und der Arbeit— wieder ein Riesenstreik ausgebrochen. Sämmtliche zum Unternehmerverband gehörigen Eisen- und Stahlwerke haben eine Lohnreduktion von 10 pCt. be- schloffen. Die Arbeiter, die bei den bisherigen Löhnen nicht auskommen können, machten Vorstellungen, die jedoch un- beachtet blieben, und so haben sie denn die Arbeit niedergelegt. Die Zahl der Feiernden beträgt 35 000, und wird, falls der Streik andauern sollte, voraussichtlich auch bald die Kohlenarbeiter umfassen.— Die sozialistische Arbeiterpartei in Brasilien giebt seit diesem Frühjahr unter dem Titel„0 Socialista" —„Der Sozialist"— zu Rio Janeiro ein Wöchenblatt heraus. Dasselbe erscheint zwar in portugiesischer Sprache, bringt aber auch, wie wir aus den uns vorliegenden Nummern ersehen, Mittheilungen und Beiträge in anderen Sprachen.— Die Verlegung der französische» Wahlen auf den» 20. August d. I. macht es den Genossen in Frankreich sehr schwer, den Internationalen Kongreß zu besuchen, dessen Tagung, wenn der Termin— 6. bis 12. August— eingehalten wird, in die Zeit des intensivsten Wahlkampfs fällt. Unsere französischen Ge- nossen haben deshalb die Vertagung des Kongresses beantragt— eine Möglichkeit, die schon auf der Brüsseler Vorkonferenz ins Auge gefaßt war. Sollten die Vorbereitungen mcht schon so weit gediehen sein, daß eine Verschiebung nnthunlich geworden, so wurde der Kongreß etwas später zusammentreten. Unter allen Umständen ersuchen wir unsere Genossen in Deutschland, die Wahlen für den Kongreß ungesäumt vorzunehmen.— Kommission für Arveiterstati siik. In der Sitzung vom 3. Juli beschäftigte sich die Kommission zunächst mit der Frage der Lohnstatistik. Das Mitglied Siegle hatte im Laufe des vorigen Jahres einen Antrag eingebracht, der folgenden Wortlaut hatte: „Es sollen fortlaufende Erhebungen über Löhne und Arbeits- zeiten aller Arbeiter vorgenommen werden, welche den gewerb- liche» Berussgenossenschaften angehören," Dieser Antrag stand am 9. Februar d. I. zur Berathung. Schon damals wurden mancherlei Bedenken gegen diese» Antrag ausgesprochen; so z. B., daß aus den Verzeichnissen der Berufs- genoffenfchaften keine Auskunft über die Lage der am schlechtesten bezahlten Arbeiter zu erhalten sei. Dieser und eine Reihe anderer Gründe führte dazu, daß ei» Antrag des Dr. Wörishoffer angenommen wurde, wonach der Antrag Siegle einem Ausschusse überwiesen wurde, der den Zweck, Umsang und die Methode der zu machenden Erhebungen feststellen und hierüber sowie über die Mittel der Durchführung desselben der Kommission Bericht erstatten sollte. Dem zu diesem Zwecke gewählten Ausschusse gehörten an die errn Dr. v. Scheet, Rasp, Dr. Wörishoffer, Dr. Hirsch und iegle. Dieser Ausschuß brachte jetzt folgende Anträge ein: Der Komunssion für Arbeiterstatistik zu empfehlen: 1. Der Versuch, eine Lohnstatistik zu erheben, möge bei einer Berufsgcnossenschaft, die das ganze Reich umfaßt— eventuell wenn ein Industriezweig von mehreren Berussgenossenschaften repräsentirt wird, bei diesen—(oder höchstens bei zwei solchen) gemacht werden, um die Schwierigkeiten und die Kosten, die eine Lohnstatistik für das Reich verursachen würde, kennen zu lernen, sowie um Yver den Werth einer derartigen Erhebung ein Urtheil zu gewinnen. 2. Der Ausschuß möge beaustragt werde» im Einverständniß mit dem Reichs-Versicherungsamt, die Berufsgenoffenschast(event. die beiden- Berufsgenossenschaften) auszusuchen,'Ven Plan für die Erhebung auszuarbeiten und der Kommisston weiteren Bericht zu erstalten. Gegen die Lohnstatistik wurde» Bedenken zweierlei Art geltend gemacht. Bon der einen Seite glaubte man, daß eine Lohnstatistik wohl einen wissenschastlichen Werth, aber für die Gesetzgebung und die Ausführung der Gesetze keinerlei Werth habe. Die anderen Gegner des Antrags erkannten zwar einen Werth für die Gesetz- gebung an, glaubten aber, daß die Durchsührung einer Lohn- statistik auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen werde. Auch würde», wenn wir jetzt mit einer allgemeinen Lohnstatistik be- ginnen würden, die Ergebnisse wohl erst in zehn Jahren zusammen- gestellt sein, so daß sie dann nur einen historischen Werth, aber keinerlei praktische Bedeutung haben. Die Freunde des Antrags, u. a. Dr. Wörishoffer, Siegle, Hirsch»nd Molkenbuhr verkannten zwar nicht die Schwierigkeiten, die sich einer solchen Statistik ent- gegenstellten, hielten dieselben aber nicht für unüberwindlich. Bor allem wurde von Molkenbuhr hervorgehoben, daß viele Fehler unserer heutigen Sozialgesetzgebung darauf zurückzuführen seien, daß die Gesetzgeber die Lage der Arbeiter und die Ursachen derAebelstände nicht kennen. Durch eine gute Lohnstatistik könne diesen» Uebel- stände in mancher Richtung abgeholfen»verde»». Nach einer längeren Debatte wurde der Antrag abgelelmt.• Ein fernerer Antrag Siegle, den Arbeitsnachiveis und die Arbeitslosigkeit betreffend, wurde vom Antragsteller zurück- gezogen. Der Antrag Molkenbuhr, die Erhebungen über die Verhält- nisse der in Gast- und Schankwirthschasten beschäftigten Per- sonen auch auf das Küchenpersoual der betreffenden Betriebe auszudehnen, wurde abgelehnt. Dann wurden die Grundsätze festgelegt, wonach die weiteren Erhebungen über die im Handelsgewerbe beschäftigten Personen gemacht werden sollen. Beschlossen wurde, daß von 30—40 Arbeiterorganisationen und von einer gleiche». Anzahl Unter- nehmerorganisationen Gutachten über eine Reihe von Fragen eingefordert werden sollen. Darauf wurden die Sitzungen geschlossen. Für den Juhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 4. Juli. Berliner Theater. Krieg im Frie den. Friedrich- Wilhelmkädt. Theater. Der Bettelstudent. Kroll's Theater. Zar und Zimmermann. Viktoria Theater. Frau Venus. National Theater. Medea. Adolf Ernst- Theater. Der Schwie gerpapa. Alexanderplatz- Theater. Gener- Wally. Die Winter- Garten. Spezialitäten- Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Königl. italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Heute, Dienstag, den 4. Juli: Anf. 8 Uhr. Grosse Anf. 8 Uhr. Extra- Vorstellung unter Mitwirkung des ges. Künstler personals. In Vorbereitung: Die Erschaffung des Weibes, oder: Das Weib durch die Jahrhunderte. Gr. Ausstattungspantomime, mit durchweg neuen Dekorationen, Kostümen, Requisiten 2c. 2c. ( Gesetzlich geschützt). Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Schlosser Otto Wandelt, Brizerstr. 11, nach schwerem Leiden an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Versammlung Nachmittag 3 Uhr vom Krankenhaus am Mittwoch, den 5. Juli, Abends 8 Uhr, bei Martens am Urban nach dem Alten JakobiKirchhof am Rolltrug statt. Die tiefbetrübte Wittwe nebst Mutter und Geschwister. Den Genossen von Steglitz zur Nachricht, daß der Klempner 421/ 2* Maertens, Steglitz, Forst- Strasse 5, ( Friedrichstadt- Kasino), Friedrichstr. 236. Zagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein vom 1. Juli ab den Vertrieb des Vor- für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. " ratweil'sche wärts, Boltsblatt", fowie sämmtlicher Bierhallen. Parteiliteratur übernommen hat. Bitte G Bierhallen on Bridge Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Auftreten der Leipziger Sänger Versammlung ihn damit zu unterstützen. Bestellungen am Dienstag, 4. Juli, Abds. 8% Uhr, in Nagel's Salon, nimmt auch entgegen Der Vertrauensmann f. Steglik, Schloßstr. 69, Hof part. Für Konfektions- Schneider oder 2. Diskussion. 8. Vereinsangelegenheiten. 4. Berschiedenes. vom Krystall- Palast. Schneiderinnen. Wegen Zurrubefeb. 240/14 Wochent. 71/2 Uhr. Entree 10 Bf. gebe mein seit 37 Jahr. besteh. Gesch. init Theater der Reichshallen. Spezia- Alf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Bf. litäten- Vorstellung. Baufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Gastspiel des Fräulein Elly Francis. Medea. Trauerspiel in 5 Aften v. Grillparzer. Regie: Max Samit. Raffenöffnung 5 Uhr. Anfang der Abend- Vorstellung 71/2 Uhr. Im Garten anf d. Sommerbühne: Die Balletschule. Poffe mit Gesang und Tanz. Regie: Hugo Hummel. Vor und nach der Balletschule" Auftreten von Specialitäten I. Ranges. „ Neues Programm". Mittwoch: Volksvorstellung. Gastspiel des Frl. Frieda Eleonare Driller vom Stadt- Theater in Stettin und des Herrn Erich Schmidt: Faust. Donnerstag: Gastspiel des Frl. Elsa v. Schabelsky: Die Ahnfrau. PassagePanopticum. Auerkannt gute Küche. Säle Schwedterstr. 23: Tagesordnung: 1. Was haben uns die Wahlen gelehrt? Referent Dr. Lütgenau. Der Vorstand. NB. Die Genossen, welche noch im Besitz von Billets zum Stiftungsfest Der Vorstand. bochfeiner Kundsch. auf; vert. fertige find, werden ersucht, endgiltig abzurechnen. Mantelstoffe und sämmtl. SchneiderGeräthschaften weit unter dem reellen Werth. Kundsch. wird nicht berechnet, bei genügender Sicherheit Theilzahl. gest. Klas, Schützenstr. 16. 3156 Braunschweig. H. Gr. m. 1. H. o. d. Fr. Zähne 1 M. Gar, Elisabeth- Ufer 12. für Festlichkeiten und Versammlungen. Carl Koch. Berliner Hippodrom. Achtung! Aufforderung! Achtung! Alle Parteigenossen, die sich im Besitz von Wah! fonds- Listen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises SO. befinden, werden aufgefordert, dieselben behufs Abrechnung bis spätestens den 9. Juli an den bekannten Stellen abzuliefern, widrigenfalls die Namen veröffentlicht werden. 349/18 Die Vertrauenspersonen. W. Erbe. Fr. Zubeil. Charlottenburg. Kurfürsten- Damm. 2 Min. hinter Stat. Zoolog. Garten. Sozialdemokr. Wahlverein f. Teltow- BeeskowHeute, Dienstag, den 4. Juli: Grosse Extra- Vorstellung Storckow Charlottenburg. = Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: mit vorzügl. Programm. U. a. Römisches Reiten u. Fahren v. Damen u. Herren. Mittwoch, den 5. Juli, Ab. 8 Uhr, in ,, Bismarckshöhe", Bismardstr. 80: Bum Schluß:" In den Abruzzen". Gr. Pantomime, 200 Pers., 60 Pjerde. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. Voranzeige! Mittwoch, den 5. Juli: Grosse Gala- Benefiz- Vorstellung zum Besten der beim Direttor Cooke angestellt gewefenen Künstler u. Beamten, welche von demselben ihre Gage nicht erhalten haben. Schloss Schönholz bei Pankow. Sonntag, den 9. Juli 1893: Grosses Volksfest veranstaltet vom Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend und der Arbeiter- Bildungsschule, verbunden mit Grösstes Sängerfest Schau- u.VergnügungsEtablissement der Welt. Entree 50 Pf. Castan's Panopticum. Neu: Der Tod als Erlöser. Neu: Die Schrecken des Meeres. Bauern- Aufstand! Illusionist. Vorstellungen. Schreckenskammer. Irrgarten. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Heute, Sonntag: Gr. Garten- Concert und 699b Spezialitäten Vorstellung von Künstlern I. Ranges. Eröffnung 5 Uhr. Entree 30 Pf. Bei ungünstigem Wetter in Saale Die Vorstellungen finden bis Anfang der Winter Saison nur Sonntags statt. A. Zimmermann. Schweizer- Garten am Königsthor. Täglich: Täglich: unter Mitwirkung von 200 Gesangvereinen. 1. Die letzten Reichstagswahlen und ihre Bedeutung für die Sozialdemokratie. Referent: Genosse C. Bartel. 2. Diskussion. 3. Berathung und Beschlußfassung über das abzuhaltende Wahlsiegesfest. 4. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 382/9 Der Vorstand. Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Sommerhalbjahr. ( III. Quartal 1893.) Die Stunden fallen wie bisher Wochentags vont 8 bis 10% Uhr Abends. Sonntags von 8 bis 10 Uhr Vormittags. Nordschule. Müllerstr. 179a, * Kaufm. Rechnen, WechselMontag Deutsch( ob.). Dienstag do. Donnerstag 4 Musikkapellen. Gr. Festzug von 500 Pers. Mittwoch Gesangsaufführungen d. Sängerbundes. Triumph der Arbeit. Freitag. Im neuerbauten Saale: Tanz. Boltsbelustigungen und Ueberraschungen aller Art. Preisspiele für Kinder. Sonntag Verloosung von Büchern. Die Kaffeeküche ist den ganzen Tag geöffnet. Anfang des Konzerts früh 8 Uhr, der Gesangsaufführungen Nachm. 3½ Uhr. Beginn des Festzuges Nachmittags 4½ Uhr. Billet vorher 20 Pf. 106/6 do. recht, Korrespondenz. Geschichte( alte). Deutsch( unt.). Physiologie. * Buchführung. Sonnabend • Gesetzeskunde. Montag An der Kaffe 30 Pf. Dienstag do. Mittwoch do. Billets find in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Fahrgelegenheiten: Nordbahnhof( Bernauerstraße) bis Station Schönholz. Stettiner Bahnhof Donnerstag bis Station Schönholz oder Pankow. Außer den fahrplanmäßigen Zügen werden Extrazüge eingelegt. Vom Alexanderplatz und Schönhauser Thor Kremser- Verbindung. Maurer Berlins. Versammlung do. Freitag. Sonnabend do. Sonntag. Ostschule. Markusstr. 31, Gesetzeskunde. Deutsch( unt.). Logit. Physiologie, Geschichte( alte). Rechnen. Buchführung. Südschule. Mariendorferstr. 10 bei Grube. Nationalökonomie. Deutsch( unt.). Geschichte( mittl.). Deutsch( ob.). Südost- Schule. Reichenbergerstr. 183. Anatomie. * Gesetzeskunde. Deutsch( unt.). * Rechnen. Deutsch( ob.). * Kaufm. Rechnen, Wechsel recht, Korrespondenz. Geschichte( neue). Mathematit. Physiologie. * Buchführung( doppelte). Die mit* bezeichneten Stunden werden mit Benutzung der DoppelRäume ertheilt. des Vereins zur Wahrung d. Interessen d. Maurer Berlins National- Oekonomie in Schöning's Restaurant, Stallschreiberſtraße 29. am Donnerstag, den 6. Juli, Abends 81/2 Uhr, in Brochnow's Salon, Sebastianstr. 39. = Tages Ordnung: Vortrag des Genossen R. Köster über: Astronomie und Religion". Diskussion und Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Am Sonnabend, den 8. Juli, veranstaltet der Verein beim Kollegen F. Wilke, Andreasstr. 26, einen geselligen Abend, bestehend in humor. und Gesangsvorträgen, sowie Tanz; Anfang 8 Uhr, wozu die Mitglieder des Vereins freundlichst eingeladen sind. Entree à Person 10 Pfg. 381/3 Der Vorstand. Für alle vier Schulen an jedem Sonntag Vormittag von 8-10 Uhr: Die Theilnahme an dem Unterricht der ersten Woche im Semester steht Jedem, auch Nichtmitgliedern, unentgeltlich frei. Für sämmtliche Lehrfächer werden neue Schüler und Schülerinnen aufgenommen. Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder kann an endstehenden Zahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist, erfolgen. Daselbst wollen auch die Theilnehmer und Theilnehmerinnen am Unterricht ihre Schulkarten einlösen. Beitrag mindestens 25 Bf. monatlich, Schulgeld monatlich 50 Pf. An den mit bezeichneten Zahlstellen sind auch Billets zur Urania à 25 Pf.( welch' lettere dann nur noch eine Nachzahlung von 25 Pf. bedingen) gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben, Die Zahlstellen sind folgende: S. Achtung. Kürschner. Achtung., Ro Adhtung. Börner, Ritterstr. 108. Concert, Theater Große öffentl. Versammlung Spezialitäten- Vorstellung. aller in der Kürschnerei beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen und Geschwister Rigoli, Familie Carlo, Mr. Famera, Max Grabow, Gebr. Dissenato, Emma Lucas, Troupe Columbia und Gebr. Vercroa. am Mittwoch, den 5. Juli, Abds. 82 Uhr, im ,, Schützenhause", Linienstraße 5-6. Tages Ordnung: 190/19 1. Vortrag des Genossen Dr. Lütgenau über: Unsere Bewegung und Im Saale: BALL.( 4199L* die Bedeutung derselben betreffs Abschaffung der Affordarbeit". 2. Situationsbericht. 3. Diskussion. Zu dieser wichtigen Bersammlung sind alle Kollegen und Kolleginnen eingeladen. Die Lohukommission. Moabiter Gesellschaftshaus. Alt- Moabit 80 und 81. Täglich: Theater- und SpezialitätenGründel, Dresdenerstr. 116. Klein, Schönleinstr. 6. Ehrenberg, Annenstr. 16. Schöning, Stallschreiberstr. 29. SO. Südostschule, Reichenbergerstr. 188. Kehr, Röpniderstr. 126. * Schulz, Admiralstr. 40 a. Ulrich, Wrangelstr. 84. Zubeil, Naunynſtr. 86. Schayer, Reichenbergerstr. 54, Fafforke, Wrangelstr. 16. SW. ,, Typographia", Gesangv. Berl. Buchdrucker Grube, Mariendorferstr. 19. und Schriftgiesser. Windhorst, Junkerstr. 1. * Antrick, Steinmetstr. 60. Den Mitgliedern des Arbeiter- Sängerbundes zur gefl. Kenntnißnahme, 0. daß fich die Gesangvereine ,, Berliner Typographia und Berliner Ostschule, Markusstr. 31. Anfang 4 Uhr. Buchdrucker unter obigem Titel vereinigt haben. Die Uebungsstunden E. Böhl, Frankfurter Allee 74. Entree 30 Pf., refervirter Play 50 Pf. finden Freitags von 9-11 Uhr im großen Saale der Arminhallen", 403/ 3* Helmuth Peters. Kommandantenstr. 20, statt.. [ 159/4] Der Vordand. Vorstellung, sowie Concert. 4127L* " Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Rattke, Krautstr. 48. Lock, Friedrichsbergerstr. 11. Ungering, Breslauerstr. 27. C. Löwenberg, Neue Schönhauserstr. 18, Wernau, Rosenstr. 30. N. Nordschule, Müllerstr. 179a. * Gleinert, Müllerstr. 174. Gnadt, Swinemünderstr. 120. Kleinau, Gartenstr. 171. Lehmann, Brunnenſtr. 83. Schmidt, Trescomstr. 24. Raabe, Ruppinerstr. 42. Meinhart, Pappel- Allee 3/4. NO. * Gumpel, Barnimstr. 42, Drescher, Linienstr. 50, NW. Vogtherr, Stephanstr. 27a. Voss, Lübeckerstr. 8. Der Vorstand. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 154. Die Wahlerfolge der deutschen Sozialdemokratie haben auf die Entwicklung der internationalen Arbeiter. bewegung den günstigsten Einfluß gehabt. Daß sie überall von den Genossen des Auslands mit Jubel würden begrüßt werden, daß stand von vornherein fest; allein Begeisterung und Jubel, wenn auch sehr schöne und unter Umständen auch sehr nüßliche Dinge, haben doch an sich keinen greifbaren Werth. Unsere Wahlerfolge haben aber der internationalen Arbeiterbewegung auch wirklich praktische Vortheile gebracht. Die Bedeutung der von der deutschen Sozialdemokratie zus erft angenommenen und über ein Vierteljahrhundert hindurch systematisch befolgten Taktik: alle Waffen, die der Klassenstaat bietet, namentlich das Wahlrecht, gegen den Klassenstaat und zur Erkämpfung der sozialistischen Gesellschaftsorganisation zu gebrauchen, ist durch unsere, jedem, auch dem verhärtetsten Pessimisten in die Augen fallenden Erfolge allen, die bisher noch zweifelten, klar geworden. Das Beispiel wirkt sprichwörtlich mehr als die Lehre. Und das Beispiel, welches wir gegeben, hat überall im Ausland zu einheitlichem, fräftigem, planmäßigem Handeln angespornt. Den französischen Sozialisten, die am 20. August an die Wahlurne zu treten haben, ist der 15. Juni ein anfeuerndes Vorbild, und wir haben bereits die Genugthuung gehabt, daß die verschiedenen Fraktionen des französischen Proletariats angesichts des deutschen Wahlsieges sich brüderlich geeinigt haben. Deutschland weist den Weg. " Dienstag, den 4. Juli 1893. " . " 10. Jahrg Wozu hat der löbliche der löbliche Gena Disziplinar Regulativs? Darin Ç hingegen sieht, daß dieses Ziel nur mit und durch die arbei- Exempel ftatuiren? tende Klasse erreicht werden kann, und beide sind unter dem den§ 3d des Namen Sozialisten und Sozialdemokraten geeint. Der Engländer scheut sich noch vor der Theorie. Beheißt es wörtlich: Als Disziplinarvergehen sind anzu dauerlicher Weise sind die englischen Arbeiter in ihrer Mehr- a chtlärm, Raufereien, Duelle!" Der ehr sehen: d) Berlegung des Anstandes, heit auch heute noch entweder von ihrem gesunden britischen Menschenverstand" so umne belt, würdige Senat der Bergakademie zu Freiberg erklärte, daß da sie mit Anhängern der daß sie das ideale Ziel nicht zu sehen vermögen, nach welchem die betreffenden Studenten--sie mit ihrer Klassenpolitit streben müssen, wenn sie etwas er sozialdemokratischen Partei einen Verkehr gepflogen, aus reichen wollen, oder, wenn sie es sehen, so sind sie zu feig, dem hervorgeht, daß sie selbst den Ansichten dieser Partei fürchten zu sehr, Träumer genannt zu werden, um dies zuzu- huldigender Sitte und dem Austand zuwidergehandelt gestehen. Deshalb hemnt in England der Name Sozialiſt haben! oder Sozialdemokrat einen Mann selbst unter den Arbeitern so sehr in seiner politischen Laufbahn. Indeß, Herr Geheimrath Richter ist dekorirt mit dem Lassen wir sie ihre Arbeiterparteien bilden, lassen wir sie russischen Stanislausorden zweiter Klasse. Nachdem er um 15 Pfennige mehr Lohn die Woche oder eine Stunde deutsche Sitte, deutsche Freiheit, deutsche Wissenschaft so weniger Arbeit am Tage tämpfen- kurz und gut, lassen wir rühmlich gegen den Ansturm sozialistischer Barbarei verfie einige Zeit länger fich an ihrem praktischen Handeln und theidigt hat, darf" Väterchen" nicht länger säumen. Ein ihrem gesunden Menschenverstand ergößen und sehen wir, wie Stanisläuschen erster Klasse muß dem gesinnungstüchtigen weit sie fommen. Denn die Zeit wird unfehlbar kommen, wo Direktor in des Frackes oberstes Knopfloch schlüpfen, und fie, um die Sprache unserer melodramatischen Volkstheater" der Titel eines russischen wirklichen geheimen Staatsraths zu gebrauchen, sich schämen werden, nicht Sozialisten und Sozialdemokraten zu heißen. Und wir sind versichert, daß diese ist das Miudeste, was er verdient, der Herr Richter von thörichten Praktiker mit ihren bedeutungslosen Parteien ab- Freiberg. wirthschaften werden, und daß wir wachsen und wachsen, bis wir eines Tages in England die Tafel ebenso gründlich säubern, wie es unsere Genossen in Deutschland soeben thun. E. Belfort Bay. " Parteinachrichten. Der Gewaltstreich des Senats der Neumarkt gekämpft wurde und die mit der Niederlage der Freiberger Bergakademie " Was da natürlich mit denen geschehen sein mag, die unseres Kandidaten Namen trugen, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit!! Neber den Ausfall der Stichwahl im Wahlkreise Breslau Land schreibt die Breslauer Volfswacht": Eine heiße und langwierige Schlacht war es, die im Landkreise BreslauSozialdemokratie endete. Wie bekannt, ist der Graf LimburgMit ähnlicher Befriedigung nehmen wir davon Aft, Stirum, der Brotvertheurer, mit 11 920 gegen unseren Genossen daß diejenigen englischen Sozialisten, die bisher noch Schütz mit 8147 Stimmen gewählt. Wenn je ein Wahlapparat im Bann der scheinrevolutionären Phrase waren und die und ihrer Eideshelfer, der verkommenen Schmalz langsam, ja merkwürdig langsam arbeitete, so war es dieser; fogenannte parlamentarische Thätigkeit" als schwächliche gesellen, ist in diesen Blättern bereits gekennzeichnet denn erst durch die amtliche Bekanntgabe des Resultats fonnten Halbheit" verurtheilten, unter der Wucht des Eindrucks worden. In unserem Dresdener Bruderblatte, der wir Näheres über den Ausfall der Wahl erfahren. Das gleiche unserer Erfolge von der Richtigkeit unserer Auffassung und Sächsischen Arbeiter- Zeitung", findet sich eine eingehende Recht für alle," eine Redensart, mit der man so gern pruntt, ist Londoner Justice", die bisher in Nieuwenhuys'scher Manier stätigt. Der Besuch fozialdemokratischer Versammlungen große Dörfer zählen, wurden die von uns gesandten Leute unseres Handelns sich überzeugt haben. So schreibt die Darstellung der Vorgänge, die unsere Mittheilungen be- unseren Genossen, welche die Wahllokale besetzen wollten, in reichsten Maße" angediehen. Im Neuntarkter Kreise, zu dem sehr viele die deutsche Sozialdemokratie zu verspotten und verläſtern und der Verkehr mit Sozialisten erscheinen den Vertretern hinausgeprügelt, sodaß es eine Unmöglichkeit war, das pflegte, in ihrer letzten Nummer: der Freiheit der Wissenschaft" so staatsgefährlich, daß sie Stimmenverhältniß der einzelnen Orte zu prüfen. Ebenso wurden die Schuldigen kurzerhand verweisen und verschicken. Der die Flugblattvertheiler an vielen Stellen brutal behandelt und Die Erfolge unserer Partei bei den Wahlen in Deutsch- Direktor der Bergakademie, Professor Richter, hat sich unsterb- zwar von Leuten, die sonst mit ihrer vermeintlichen Bildung land quälen, wenn sie auch für Freund und Feind nicht un- liche Lorbeeren bei dieser hinterrussischen Maßregel erworben. prahlen. erwartet famen, doch die Politiker der Mittelklassen und ihre Er zog Erkundigungen ein bei der Polizeibehörde und erfuhr, Doch das nicht allein. Wie uns aus zuverlässiger Quelle Bertreter in der Presse gar sehr. Dies offenbart sich durch die daß allerdings eine Anzahl Studenten in sozialdemokrati mitgetheilt wird, sollen die unerhörtesten Wahlbeeinflussungen lahmen Versuche der letteren in einigen möchtegern" radi- schen Versammlungen anwesend gewesen seien, deren Namen vorgekommen sein. So ist in verschiedenen Dörfern nur ein talen Blättern Londons, die Bedeutung dieser Erfolge zu sozialdemokratischer Stimmzettel gezählt worden, wo 14 bis 36 auf schmälern oder überhaupt zu leugnen. So sucht der Morning jedoch nur zum Theil bekannt geworden waren. Herr Schütz lautend, abgegeben sind. Selbstverständlich wird gegen Leader" seinen Lesern mit großer Unverschämtheit weiszu- Richter ließ nun die betreffenden Studenten zu sich kommen solches Wahlverfahren Protest erhoben werden. In einem anderen machen, die Sozialdemokratie verdanke ihre sämmlichen Stim- und ermahnte sie, nicht mehr mit Sozialdemokraten zu ver- Orte saß der wohllöbliche Wahlvorstand anstatt im Wahllokale, men nur der Opposition gegen die Militärvorlage der Re- tehren, so etwas leide er nicht, und er werde einen Bericht im Speisezimmer des Herrn Gutsbesitzers und ließ es sich gut gierung. Solches Gefafel kann sich nur jemand leisten, der an die russische Regierung senden! Dabei wollen wir schmecken. Den Wählern wurden die Zettel einfach abgenommen. entweder die Verhältnisse selbst nicht kennt, oder Leute zu nochmals einschalten, daß die Behauptung, es handle fich täuschen sucht, die er für ebenso unwissend hält, und es bedarf„ meist um russische Juden", völlig unwahr ist; wäre die faum einer Widerlegung. Es genügt hervorzuheben, daß alle Parteien, welche der Vorlage auf eigene Faust Opposition Behauptung wahr, so würde es für diese Herren sehr ehrenmachten, vor allem die außer den Sozialdemokraten schärfsten voll sein; aber in Wirklichkeit befinden sich unter den ca. 20 Blätter Breslaus gleich nach der Wahl schon mit der größten Am bezeichnendsten aber ist, daß die beiden tonservativen Gegner derselben, Eugen Richter mit seiner Gefolgschaft, bei Studenten, die mehr oder weniger in sozialdemokratischen Bestimmtheit die Wahl des Grafen Limburg- Stirum proflamirten, der Wahl harte Verluste erlitten haben. Die Behauptung wäre Kreisen verkehrten, 4 Juden, die übrigen find theils Lutherisch, es also weit eher wußten, als selbst die freisinnigen Zeitungen, faum übertrieben, daß auch nicht eine Stimme für die Sozial- lutherisch, theils römisch- oder griechisch katholisch; es deren Leute doch auch in allen Wahllokalen saßen und den es demokratie einzig und allein wegen ihrer Gegnerschaft zur Militär find endlich auch nicht nur Russen, sondern ebenso Un- nicht so gegangen, wie unseren Genossen! Selbst diejenigen vorlage abgegeben worden ist. garn, Schweizer, Italiener, erfreulicher Weise auch Deutsche unter den Landarbeitern und den kleinen Bauern, die wirklich Der„ Daily Chronicle" gestattet sich als eigenen Beitrag darunter! Sehr charakteristisch war das Verhalten des Ge- diesmal noch für den Konservativen aus Herzensüberzeugung gezum Thema der deutschen Wahlen, die internationale Seite heimrath Richter in seinen Unterredungen mit den Studenten. Stimmt haben, werden hoffentlich durch die" segensreiche Thätigdes Erfolges der deutschen Sozialdemokratie völlig zu ignoriren. feit" des Herrn Limburg- Stirum davon überzeugt werden, wie Anders als der„ Morning Leader" gesteht er die volle Be- Einem Studenten, der ihn aufmerksam machte, er habe auch thöricht sie gehandelt, und sich bei der nächsten Wahl bedanken, deutung desselben" für Deutschland zu, lehnt es aber ab, den antisemitische und konservative Versammlungen besucht, er einem Mann ihre Stimme zu geben, der alles andere, nur nicht Sozialismus für irgend ein anderes Land als einen Faktor, widerte dieser Herr Geheimrath:" Das ist kein Vergleich." die Interessen der gedrückten, armen Bevölkerung wahrnimmt. mit dem man rechnen muß, anzuerkennen. Daß man in der Als ihm weiter gesagt wurde, man müsse doch auch den Redaktion des„ Daily Chronicle" das Falsche dieser Behaup Gegner anhören, meinte er:„ Das ist in bezug auf die Wie Möller in Dortmund gewählt wurde. Der tung wohl kannte, ist zweifellos. Aber man hätte es wohl Wissenschaft richtig, aber in sozialdemokratischen Versamm- ultramontanen Kölnischen Volts Beitung" wird von einem faum gewagt, trotzdem diese Behauptung in die Welt gehen zu lungen können Sie keinen Nutzen, sondern nur Schaden Korrespondenten berichtet:" Ich habe gestern an Ort und Stelle laffen, wenn nicht wenigstens Einiges für ihre Richtigkeit zu haben." Zu einem anderen Studenten meinte Herr Richter die Vorgänge studirt, die sich am 24. Juni im Bezirke einer sprechen schiene. Es ist Thatsache, daß die englische Raffe geradezu von einer Manie befallen ist, nicht über die zunächst sehr naiv:„ Um Gotteswillen, Sie sehen doch nicht aus wie einzigen Beche nördlich von Dortmund ereignet haben. Dort haben fämmtliche Zentrumswähler Möller wählen müssen; zu liegenden Kleinigkeiten hinauszusehen, und sie ist stolz auf diese ein Sozialdemokrat." Der Direktor der Freiberger Berg- Hause bleiben durften sie nicht, und einen weißen Zettel abzuihre„ praktische" Veranlagung. Der englische Arbeiter besitzt akademie scheint sich unter einem Sozialdemokraten immer geben war ihnen unmöglich, weil sie von den Steigern thatfächalle die Eigenschaften seiner Nation in vollem Maße, und er noch den Mann mit dem blutigen Dolche und mit der lich bis zur Urne geleitet und überwacht wurden. Das Gleiche ist so darauf versessen, immer praktisch zu sein, daß er seine Schnapsflasche vorzustellen. Ein dritter Student meinte, gilt natürlich von denjenigen Arbeitern, die im ersten WahlMacht nur bei der Ordnung der ihm nächſtliegenden er sei nach Deutschland gekommen, um die Sprache, Sitten gange Tölcke gewählt hatten. So war es möglich, daß der Verhältnisse, nie aber in den großen Fragen der Politik und politischen Verhältnisse kennen zu lernen; Herr Richter sozialdemokratische Kandidat in einzelnen Wahlbezirken bei der feines Landes zur Geltung bringt. Mit anderen Worten: Der englische Arbeiter ist so herrlich praktisch, aber erklärte: Bei den Sozialdemokraten könne man feine Stichwahl bedeutend weniger Stimmen erhielt als bei der Hauptwahl. Um die Ungiltigkeits- Erklärung der Wahl Möller's her. daß er nie etwas thut, und zum Dank dafür erhält er von seinen schöne Sprache hören." Als er darauf hingewiesen wurde, beizuführen, würden die Vorgänge in Courl und Wickede ge " Borgesetzten" mehr Fußtritte als Pfennige. daß audere Studenten, die auch politische Versammlungen nügen, und doch sind das nur Kleinigkeiten gegenüber dem, was Der Sozialismus ist bei seinem ersten Auftreten in der besucht hätten, z. B. antisemitische, nicht belangt worden im ganzen Kreise zusammengenommen vorgekommen ist. Geschichte getrennt von der Arbeiterbewegung. Der Denter in feien, erklärte er: Wie können Sie diese Parteien mit Sozialdemokraten haben an der ganzen Geschichte einen bösen der Studirstube entwarf Pläne zu einer gerechteren Ordnung der sozialdemokratischen vergleichen!" Der Herr Spaß und ihr Organ überschüttet die Bochumer Nationalder sozialen Verhältnisse, als er sie bestehen sah, und er hoffte, Geheimrath erklärte einem italienischen Studenten, liberalen täglich mit Spott und Hohn." Und Möller hat trotz sie allmälig von oben herab, indem er die gebildeten Klassen der ihn sehr in die Enge trieb: Zu der von ihrer einleuchtenden und einschmeichelnden Vernünftigkeit alledem die Stirn, als Abgeordneter des Wahlkreises Dortmund überzeugte, verwirklichen zu fönnen. Er übersah die Arbeiter, Umsturzpartei gehören keine gebildeten Leute."" Student: in den Reichstag einzuziehen! und deshalb übersahen die Arbeiter ihn. Er verachtete die" In Italien lehren an jeder Universität sozialistische ProBewegung der arbeitenden Klasse, die ihm nur als die ziellose fessoren." Geheimrath:" Das kann bei uns nicht geschehen. Aeußerang der Unzufriedenheit des Volfes erschien, während Aber glauben Sie nur, die Sozialdemokratie will alles um die Masse der rbeiter auch nur taum von seiner Existenz etwas stürzen; wenn Sie z. B. eine Stellung haben, wird sie wußte, und wo sie dieselbe fannte, ihn als einen unpraktischen Ihnen weggenommen. = " # NO Die Sächsisches. Mit ganz besonderer Vorsicht will der Ge meindevorsteher Hermann Fuchs in Neuensalz über die Uebelthaten der Sozialdemokratie wachen. Auf die Anzeige einer Wählerversammlung erhielt einer unserer Genossen folgende Be scheinigung: " Ich verlange über die Wählerversammlung, die am nächsten Sonntag, als den 18. Juni 1893, in Lang's Garten" stattfinden soll, die Rede schriftlich und welche Person der Redner ist." Neuensalz, 16. Juni 1893. Hermann Fuch 3. G.-V. So wird der Staat gerettet werden. Polizeiliches, Gerichtliches ze. Träumer verachtete. Der Eine verkannte die Bedeutung der Die teutsch nationalen Denunziäntchen übrigens sind. praktischen Seite der Bewegung mit ihren Wurzeln in der Ver- dieselben Herren, die selbst politische Versammlungen besucht gangenheit, die Andern die der Theorie mit ihren Zweigen in hatten, die einen öffentlichen Anschlag in der Akademie ge der Zukunft. Dieser Gegensatz, der sich zeitweise sogar zu einer Gegnerschaft ausbildete, ist, von einigen wenigen Fällen macht hatten, worin zum Schlepperdienste für die Wahl des in Frankreich abgefehen, zuerst von der modernen sozialistischen Conservativen Kandidaten, Geh. Bergrath Merbach, aufBewegung überwunden worden. Diese Bewegung ist überall gefordert worden war! Wie aber die Gewaltmaßregel beim Fortschreiten begriffen; in Deutschland beherrscht sie das gründen? Zuvörderst ist zu bemerken, daß die Wegöffentliche Leben vollkommen. Und daß dies der gewiesenen durchaus nicht etiva sämmtlich wirklich Fall, ist zunächst eine Folge der geistigen Veranlagung überzeugte Sozialdemokraten find; sie haben Vecder Deutschen. E3 ist der ewige Ruhm Ruhm Deutsch- sammlungen besucht und mit Sozialdemokraten sich- Die Wiedergabe von beleidigenden Aeuße. lands, zuerst den Gegensatz zwischen einer praktischen demokratischen Bewegung und ihren legten theoretischen Er- unterhalten, um die Anschauungen der Sozialdemokratie ungen aus Gerichtserkenntnissen ist strafbar. Dies hat neuergebnissen, ihrem idealen Sinn, wie ihn der Denter erkennt, fennen zu lernen; das Schicksal, das ihnen jetzt blinde Wuth dings wiederum das Reichsgericht entschieden, nachdem erst vor kurzem der verantwortliche Redakteur des" Vorwärts" Enders gebrochen zu haben. Und dies erklärt die gegenwärtige Lage der" Ordnungsmänner" bereitet, wird sie nun freilich ganz wegen des gleichen Vergehens verurtheilt ist." Es fand vor dem in Deutschland, deren jüngstes Zeichen die neuen Siege der lich für die Sozialdemokratie gewinnen! Um einen Reichsgericht eine Revisionsverhandlung gegen den sozialdemo Arbeiterpartei find. Studenten wegzuweisen, bedarf es aber auch eines fratischen Redakteur Feldmann in Langenbielau statt, welcher In Deutschland verachten die arbeitenden Klassen nicht Grundes", es muß eine Uebertretung der akademischen vom Landgericht Schweidnitz wegen Beleidigung des Königs von länger den Denter als einen Mann, mit dem sie keine Ge- Vorschriften festgestellt werden. Da war nun für den Preußen zu 1 Jahr Gefängniß verurtheilt worden war. meinschaft haben, und andererseits hat Deutschland Denker Senat der Freiberger Bergakademie guter Rath theuer. diese Berhandlung ging einer größeren Anzahl Blätter aller Parteien hervorgebracht, welche aufgehört haben, das Proletariat als ein gleichlautender Bericht zu, in welcher der Thatbestand( es den gemeinen Mob zu verachten, dessen Forderungen nur der m Statut der Akademie steht nichts davon drin, daß handelte sich um den Abdruck einer Thierfabel) angedeutet und Theilnahme an öffentlichen Angelegenheiten, Besuch polifind. Die Arbeiter haben das ideale Endziel, welches der tischer Versammlungen, Verkehr mit politisch thätigen gericht Schweidnig mit den eigenen Worten des Urtheils Denter erkannt hat, offen proklamirt und anerkannt; der Denker Personen strafbar seien. Wie also ein warnendes dieses Gerichtes wiedergegeben war. Den zweiten Theil Ueber Tokales. eine des Berichtes bildeten die Revisionsanträge, die Ausführungen, roh me's und Stadthagen's, die Ausbeutung durch| berichtet, daß der Todte blondes Haar, graue Augen und einen des Bertheidigers und das Urtheil des Reichsgerichts. Diesen Stellenvermittler Arbeitern und Schauspielern gegenüber be rothen Schnurrbart hat. Bekleidet war er mit einem blauen Bericht druckten eine Reihe von Beitungen ab, und aus einer fonders als Wucher hervorzuheben, nur deshalb nicht Jaquetanzug, einem grauen weichen Filzhut und einem weißen Don ihnen entnahm ihn der Redakteur der sozialdemokratischen Folge gegeben wurde, weil darüber Uebereinstimmung Shlips. Außer anderen Gegenständen enthielten die Taschen Breslauer Bollswacht", Paul Hennig wörtlich. Das Land- herrschte, daß solche Fälle ohne weiteres vom Wuchergesez be- eine silberne Uhr, eine schwarze leere Geldtasche, gericht Breslau erblickte aber in dieser Wiedergabe eine Beleidi- troffen würden. Bigarrentasche, Messer, Bürsten, wie ein zusammengefaltetes gung des Königs von Preußen und verurtheilte Hennig am Papier mit der Aufschrift: Von meinem lieben Hannchen", das 27. April zu 6 Monaten Gefängniß. Die Revision des An Was alles die Sonntagsruhe bewirkt. Infolge der eine Haarlocke barg. getlagten tam am 27. Juni in der Sigung des 4. Straffenats Sonntagsruhe im Handelsgewerbe werden allein in Berlin des Reichsgerichts zur Verhandlung. Der Vertheidiger, Herr 60 Millionen Bigarren weniger geraucht und dadurch Ein Leichenfund wurde Sonntag Nachmittag im Neuen Rechtsanwalt Hacke, der auch im Januar den obenerwähnten 800 Bigarrenarbeiter brotfos! Freifinnige Blätter stellen im See im Thiergarten gemacht: man zog aus dem Wasser den Redakteur Feldmann vertreten hatte, rügte Verkennung des Be- Rampfe gegen die Sonntagsruhe diese merkwürdige Behauptung Leichnam eines jungen Mannes, dessen Taschenuhr noch ging. griffes der Beleidigung. Dem abgedruckten Berichte fehle jede eigene auf. Eine ganz willkürliche Statiftit wird aufgestellt, wonach Wie feststeht, ist in dem Todten der am 3. November 1874 ge Kritik und es sei auch nicht festgestellt, daß der Angeklagte die die Bigarrenhändler, seitdem die Nachmittags- Sonntagsruhe ein- borene Kaufmann Hellmuth Naujokat, Stephanstr. 19 in Absicht gehabt habe, nur durch die objektive Wiedergabe zu be- geführt ist, im Jahre 72 Millionen Bigarren weniger verkaufen Wohnnng gewesen, ermittelt worden. Gründe, die die That leidigen. -Herr Reichsanwalt Treplin beantragte die Ver- follen als früher. Da etwa 12 Millionen Zigarren infolge der aufflären, find bis jetzt nicht bekannt geworden. werfung der Revision, da das, worauf es in solchen Fällen an- Sonntagsruhe in den Bigarrengeschäften aus Restaurationen Opfer der Arbeit. Am Montag gegen 5 Uhr Nachmittags tomme, fehlerlos festgestellt sei. Mit Recht sage das Urtheil, daß und Gastwirthschaften bezogen würden, bleibe eine Verminderung stürzte ein bei dem Bau der Lutherkirche beschäftigter Maurer, der Angeklagte, wenn er einen anderen Zweck als den der des Konsums um 60 Millionen. Eine merkwürdige An- welcher gerade bei der Ausmauerung der Thurmuhr beschäftigt Wiedergabe der Beleidigung verfolgt hätte, er sich anders hätte nahme! Zuerst bekämpften freisinnige Blätter die Sonntags war, von der furchtbaren Höhe auf das Pflaster herab. Der ausdrücken und die fraglichen Stellen hätte weglassen können, ruhe, weil fie die Gehilfen und Arbeiter zur Völlerei Wermste wurde mit zerschmetterten Gliedern aus einer Blutlache daß er demnach die Beleidigung habe weiter verbreiten wollen. verführen, und jetzt soll grade im Gegentheil die Sonn aufgehoben und noch lebend nach dem Elisabeth- Krankenhause Das Urtheil des Reichsgerichts lautete ohne weitere Begründung tagsruhe zur Ginschränkung der Genußmittel führen! Die gebracht. Er dürfte indeß jezt schon sein Leben ausgehaucht auf Verwerfung der Revision. Art, wie die freisinnige" freisinnige" Preffe die Sonntagsruhe haben. Wegen Aufbissens einer rothen Fahne wurden in Greiz bekämpft, ist die schmutzigste, die man sich denken kann. Die zwei Arbeiter zu je zwei Wochen Haft verurtheilt. Das Ver: Sonntagsruhe ist ihr verhaßt, weil sie die unbeschränkte Polizeibericht. Am 1. d. M. Bormittags wurde ein Arbeitstrechen wurde begangen am 1. Mai auf einem in der Nähe von Tapitalistische Ausbeutung ein wenig einengt und die Fürsorge bursche auf der Kreuzung der Seydel- und Alten Jakobstraße von Saßnit gelegenen Felsen. für den kleinen Mann" muß als Feigenblatt herhalten. Es ist einer Equipage überfahren und erlitt hierbei außer einem Bruch dieselbe Fürsorge für den armen Mann, mit welcher die Kinder- des Oberschenkels mehrere Quetschungen am Oberkörper. Er arbeit vertheidigt wird, weil sie die Noth der Familie etwas wurde nach der Charitee gebracht. In einer Bade- Anstalt Vor dem lindere. Die Wahrheit aber sucht man zu unterdrücken, daß die erschoß sich ein Schneidermeister mittels Revolvers. Kinderarbeit gerade das allgemeine Arbeiterelend permanent Hause Königgrägerstr. 71 lief Vormittags eine fast erblindete macht. Keine soziale Reform ist möglich, ohne daß sie in der Frau, nachdem sie von einem Pferdebahnwagen abgestiegen war, ersten 3 eit für Einzelne Unzuträglichkeiten mit sich bringt; aber gegen eine vorbeikommende Droschte, wurde überfahren und erlitt Die freifinnigen Bezirksvereine, meint die Berliner bedeutende Verlegungen am Bein. Sie wurde nach dem man mag daran denken, wie man diese möglichst mildere Beitung", würden als Hüter, Bewahrer und Verfechter bes frei- ohne solche ist jede Reform überhaupt unmöglich. Beit freilich Krankenhause am Urban gebracht. Nachmittags wurde heitlichen Gedankens noch immer nicht genügend gewürdigt. Und wäre es, daß die Arbeiter der unverschämten Agitation gegen vor dem Hause Alte Schönhauserstraße Nr. 30 ein Rentier gerade in ihnen sei die sichere Garantie gegeben, auch auf die Sonntagsruhe ein Ziel setzten, und das würde am besten da- beim Ueberschreiten des Fahrdammes durch politischem, kommunalem, wie überhaupt auf jedem Gebiete des durch erreicht, daß sie dort, wo gegen die Sonntagsruhe an- mäßig schnell fahrende Equipage überfahren und am menschlichen Lebens Fortschritte im Sinne der Freiheit und gekämpft wird, auch an Wochentagen nichts kauften. Kopfe und an der rechten Hüfte bedeutend verlegt. Nach AnMenschlichkeit zu erzielen. Der Berliner Zeitung" scheint es legung eines Nothverbandes fonnte er sich nach seiner Wohnung mit dieser Lobpreifung voller Ernst zu sein. Die freisinnigen" Bebegeben. In der Metallgießerei von Bogen, Andreasstr. 24, zirksvereine selber werden, soweit sie von ihrer eigenen Nichtigkeit war Nachmittags der Arbeiter Teichert mit dem Eingießen von bereits überzeugt sind, das Geschreibsel voraussichtlich für Jonie flüssigem Metall beschäftigt. Hierbei erlitt er durch Aufsprißen halten. Diese Bezirksvereine sind in den letzten zehn Jahren der überfließenden Masse bedeutende Verlegungen am Kopfe und von ihrer einstigen Höhe so weit herabgesunken, daß sie in dem Oberkörper, so daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause kommunalen und politischen Leben der Hauptstadt nur noch eine am Friedrichshain erforderlich wurde. In der Wohnung seines unfreiwillig tomische Rolle spielen. Sie find für die„ freiArbeitgebers in der Neuen Friedrichstraße durchschnitt sich ein finnigen" Spießbürger das geworden, was für ihre Frauen der Schuhmachergeselle die Pulsader am linken Arm. Er wurde Kaffeetlatsch ist. Der einzige praktische Werth, den sie haben, nach Anlegung eines Nothverbandes nach der Charitee gebracht. besteht darin, daß mit ihrer Hilfe der eine oder der andere Nachmittags wurde ein Drechsler in seiner Wohnung in der Stadttheil seine Privatwünsche, etwa eine neue Straßenpflaste darf nur auf den zur Zeit bestehenden, von feiten der Stadt- Wrangelstraße erhängt vorgefunden. Am 2. b. M. Morgens rung, eine Straßenerweiterung, einen Durchbruch oder gemeinde eingerichteten oder auf den gemäß nachstehenden Be- wurde am Görliger Ufer bei der Wienerstraße ein obdachdergleichen, mehr Geltung bringen fann. Die ftimmungen angelegten Abladeplätzen erfolgen. loser Arbeiter mit bedeutenden Verlegungen am Kopfe Grundstücksbesitzer und Geschäftsleute benutzen diese Es folgen hierauf die näheren Bestimmungen über die Anlegung aufgefunden und nach dem Krankenhause am Urban gebracht. Sonderbestrebungen der freisinnigen" Bezirksvereine dazu, und Ausdehnung der Abladeplätze. In seiner Wohnung in der Bellermannstraße wurde ein Maurer um durch sie ihre eigenen Interessen zu fördern, auf Kosten der Ueber das Aufkleben der Freimarken auf Post- Packet- erhängt vorgefunden. Vormittags starb der Artist Luhn in Gesammtheit ihr Profitchen zu machen und obendrein noch den adressen hat das Reichspostamt folgende, namentlich für die seiner Wohnung, Urbanstr. 117, infolge schwerer Verlegungen am Ruhm zu ernten, daß sie durch ihr thatkräftiges Gintreten für Geschäftswelt fehr wichtige Verfügung erlassen: Bei Packet Stopfe, die ihm in der vorhergegangenen Nacht ein Schankwirth den bisher recht stiefmütterlich behandelten Stadttheil" das adressen find fortan die zur Frantirung zu verwendenden Frei- in Rigdorf aus Anlaß eines in dessen Gastwirthschaft ausöffentliche Interesse gewahrt haben. In diesem Sinne muß man marken thunlichst auf der Vorderseite dieser Adresse aufzukleben. gebrochenen Streites mittels eines Billardstockes beigebracht haben der„ Berliner Zeitung" Recht geben, wenn sie in diesen Ver- Der mit den Bemerkungen bedruckte Theil der Rückseite der soll. Jm Neuen See wurde die Leiche eines Mannes angeeinigungen gleichgesinnter und gleichstrebender Bürger die Vor- Begleitadresse ist zur Aufklebung von Werthzeichen nur insoweit ichwemmt.- An der Ecke der Friedrich- und Zimmerſtraße schule für das Parlament erblickt". Wie man später im zu benutzen, als sich die Freimarken nicht auf der Vorderseite wurde Nachmittags ein dreijähriger Knabe durch eine Droschke Parlament seine eigenen Interessen Interessen unter dem Deck anbringen lassen. mantel des Gesammtinteresses fördern kann, das lernt tommen tann. zur " Müll- und Abladepläge. Eine eben veröffentlichte Polizeiverordnung für Berlin beſtimmt: Die bladung und Lagerung folgender aus den Häusern bezw. von den Grundstücken innerhalb des Weichbildes von Berlin weggebrachten Stoffe, und zwar: von Küchen- und Fleischabfällen, Knochen, Müll, Asche, Schlacken, Abraum, Schutt, Kehricht, Modder, Scherben, Fabrikabgängen und anderen ähnlichen sowie allen übelriechenden Stoffen mit Ausnahme von reinem thierischen Dünger, überfahren und anscheinend innerlich verletzt. eine überAbends stürzte sich ein Mädchen im Fieberwahn aus dem Fenster der im 3. Stock des Hauses Blumeshof 16 belegenen Wohnung seiner Mutter auf Am 1. d. M. fanden den Hof hinab und starb bald darauf.. vier kleinere Brände statt. Theater. man in den freisinnigen" Bezirksvereinen nicht weniger Ein Schiffs- Zusammenstoß ereignete fich am Sonntag elegant als etwa in dem Bund der Landwirthe" und ähnlichen Morgen um 3 Uhr auf der Oberspree in der Nähe von Stralau Bereinigungen gleichgesinnter und gleichstrebender Bürger". Rummelsburg. Dort rannte um die genannte Zeit der bekannte Wenn aber die Berliner Zeitung" zum Schluß empfiehlt, daß Vergnügungsdampfer, Dorothea von Stern" auf den Schlepper die freisinnigen" Bezirksvereine fich mehr als bisher um volts Johanne" ein. Bei dem Zusammenstoß wurden leider sieben wirthschaftliche Fragen fümmern und ihre Mitglieder auf diesem Passagiere, zum Theil bedeutend verlegt. Die Dampfer scheinen bisher arg vernachlässigten Gebiete heimischer zu machen suchen" feine besonderen Beschädigungen erlitten zu haben, wenigstens follten, so möchten wir doch beinahe annehmen, daß sie sich mit tonnten beide ihre Fahrt fortsetzen. ben von ihr seit langem gehätschelten Bezirksvereinen einen fleinen Die ,, Böhmische National- Operngesellschaft" gastirt seit Todtschlag in Rigdorf. Am Sonnabend Abend gegen Sonnabend in dem hiesigen Theater Unter den Linden". Die Spaß erlaubt. Sie weiß sehr wohl, daß die volkswirthschaftliche Kenntniß des freisinnigen" Spießbürgers über den Gesichtskreis 10 Uhr hielt sich der Artist Wilhelm Kuhn mit mehreren Gesellschaft führte sich bei dem zahlreich erschienenen Publikum der„ Irrlehren“ oder der Zukunftsbilder" niemals hinaus. Bekannten in dem Wirthshause von Freund, Hobrechtstr. 19 zu durch die komische Oper„ Die verkaufte Braut" ein. Der Text Rixdorf, auf. Der Wirth, ein besonderer Liebhaber von Tauben, beherbergt in seinem Billardzimmer eine Menge solcher Thierchen ist von Karl Sabina, übersetzt von Kalbeck, die Musik von Die städtischen Revier- Sanitäts- Kommissionen sind vor und zieht Taubenkundige dadurch besonders an. Die Gespräche Friedrich Genetana, einem leider bereits verstorbenen böhmischen Stomponisten. furzem in ihrem Mitgliederbestände ergänzt worden. Unter den an den Stammtischen drehen sich denn auch fast immer um die etwa 600 neu ernannten Mitgliedern, welche sich auf 58 von Taubenzucht. Luhn kam hierbei mit dem Schlosser 2., Berliner stürmischer Begeisterung hin. Das Werk riß durch seine zündende Musik die Hörer zu 90 Kommissionen vertheilen, und deren Liste der Magistrat durchstraße 72 in Rixdorf, in Meinungsverschiedenheiten und ließ sich stürmischer Begeisterung hin. Eine Fülle lieblicher Melodien das ,, Gemeindeblatt" veröffentlicht, ist kein einziges als Arbeiter" soweit hinreißen, daß er seinem Widersacher einen Stoß in das wird zu Gehör gebracht, andererseits aber hat das Muſikſtück bezeichnet, und es befindet sich darunter überhaupt niemand, bei Genic versetzte. Freund sprang dazwischen und entfernte den mächtig packende und ergreifende Attorde. Von ganz besonderer dem die Berufsangabe darauf hindeutete, daß er ein Arbeit Störenfried aus dem Lokale. Nach Aussage von Zeugen soll nun Marie und Hans Micha. Bon großer Laune zeugt die Partie Wirkung waren die Arien und Duette der beiden Hauptpersonen nehmer wäre. Dagegen find die Kaufleute, Fabrikanten, Luhn mit drei anderen Männern die herabgelassenen Jalousien bes Eigenthümer, Rentiers u. f. w. zu Hunderten vertreten. Des Lotals mit Fäusten bearbeitet haben, woraus Freund wir ein herrliches Quintett von tiefer Wirkung. Die Chöre des Heirathsvermittlers Reral. Im letzten Aft hörten Darnach läßt sich im läßt sich im Voraus beurtheilen, in welcher mit mehreren Gästen auf die Straße eilte, um Ruhe zu schaffen. Weise diese wunderlichen Sanitäts Rommissionen ihr Amt Um 1/212 Uhr wurde Luhn durch die Maurer Streich und Kube find außerordentlich gut geschult. Besonderes Intereſſe erregten ausüben werden. Wie sie es bisher gethan haben, ist nach seiner Urbanstr. 117 belegenen Wohnung gebracht, da er Nationaltänze, die mit großer Eleganz und Berve ausgeführt die vom Balletmeister August Berger arrangirten böhmischen durch die Feststellungen und Veröffentlichungen der feit dem aus zwei Kopfwunden blutete. Zwei hinzugezogene Aerzte vorigen Herbst in Thätigkeit getretenen freiwilligen Arbeiter fonnten nicht mehr helfen, Luhn starb vorgestern Bormittag um wurden. Ueberhaupt muß die Aufführung sowohl im Allgemeinen Sanitätskommission" weiteren Kreisen bekannt geworden. Diese 11 Uhr. Beugen bekundeten bei der Polizei, daß der Gastwirth wie auch im Besonderen als eine durchaus wohlgelungene be Feststellungen haben den Beweis erbracht, daß besonders in den von Arbeitern bewohnten Stadttheilen Berlins sanitäre Miß stände der schlimmsten Art bestehen, und daß die städtischen Revier Sanitätskommissionen bisher nicht im entferntesten das geleistet haben, was verlangt werden darf. Vielleicht liegt das daran, daß einem Hausbefizer einem Fabrikanten oder einem Rentier das Verständniß für die Lage des arbeitenden Voltes abgeht. Um ein öffentliches Ehrenamt bekleiden und richtig ausüben zu fönnen, genügt es allerdings nicht, daß man viel faule Zeit hat, wenngleich für die städtische Verwaltung abend Abend um 11/2 Uhr der Optiker Wilhelm Borg aus der diese Erwägung bei Vergebung der Ehrenämter mehr, als Ritterstraße. Er hatte sich in dem Wirthshause von Bl., Allte wünschenswerth ist, maßgebend zu sein scheint. Es giebt Leute, Jakobftraße 7 mit drei Bekannten zum Schafkopfspiel einwelche meinen, daß die Arbeiter- Sanitätstommission" gerade gefunden und fiel, als er beim Ausspielen Trumps" gefagt deshalb aus den Kreisen der arbeitenden Bevölkerung Berlins hatte, plöglich auf die Stuhllehne zurück. Sofort wurde von so viele Beschwerden über sanitäre Mißstände erhalten habe, der Sanitätswache ärztliche Hilfe herbeigeholt. Obgleich Worg weil in den städtischen Kommissionen vorwiegend Haus- und noch lebend in seine Wohnung gebracht wurde, so trat der Fabritbesizer zu finden sind. Dann dürfte es sich empfehlen, daß Tod doch schon nach 2 Stunden ein, ein Gehirnschlag hatte ihn bie Arbeiter- Sanitätskommission" vor allen Dingen die Grund- herbeigeführt. stücke und Fabriken gerade dieser Herren inspizirt. W W Freund an jenem Abend, mit einem Billard queue bewaffnet, Luhn verfolgt und mit dem mit Blei gefüüten Ende zwei Schläge auf den Kopf versetzt habe, so daß das Queue zersplitterte. Auf grund dieser Aussagen ist Freund vorgestern Mittag verhaftet worden. Er leugnet die That. Die Leiche Luhn's ist zwecks gerichtsärztlicher Deffnung durch die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Beim Kartenspiel vom Tode ereilt wurde am Sonn felbe Frl. Jeleid( Marie) mit ihrer ergiebigen und wohlflingenden zeichnet werden. Ganz besonders verdient machten sich um diefelbe Frl. Jeleick( Marie) mit ihrer ergiebigen und wohlklingenden Micha), der durch seinen herrlichen Tenor und seine Schönheit Stimme und dem gewandten Spiel. Ebenso Herr Braun( Haus Stimme und dem gewandten Spiel. Ebenso Herr Braun( Hans Micha), der durch seinen herrlichen Tenor und seine Schönheit fämmtliche Damen begeisterte. sämmtliche Damen begeisterte. Der Erfolg der Aufführung muß als ein unbestrittener be zeichnet werden. Fräulein Elfe v. Schabelsky tritt am nächsten Donnerstag im Nationaltheater als Bertha in der Ahnfrau von Grillparzer auf. Fräulein von Schabelsky ist bekanntlich die Schauspielerin, an welcher Herr Lindau und seine Klique sich die Unsterblichkeit verdient haben. Gerichts- Beitung. Einen Sprung ins Wasser machte heute Morgen gegen Wegen Beleidigung durch die Preffe stand gestern der Lademann und Söhne. Mit bezug auf unsere Notiz in 6 Uhr vor dem Hause Schiffbauerdamm 25 ein junges Mädchen, verantwortliche Redakteur des„ Borwärts", Wilhelm Schröder, der Nummer vom 1. Juli 1893 über den Stellenvermittler Kude das eben noch rechtzeitig durch einen Schiffer dem nassen Element vor der 7. Straffammer des Landgerichts I. Unter der Ueber: Die Lebensmüde wurde bewustlos schrift Leuschner heraus" brachte der Vorwärts" am 4. März theilt uns die Firma C. F. W. Lademann Söhne, Wallstr. 84 entrissen werden konnte. bis 85 mit, daß fie selbst erst am Tage vorher von dem eigen nach einem Krankenhause gebracht, wo man eine Karte bei ihr dieses Jahres einen Artikel, in dem der bekannte Ueberfall reichsartigen Verfahren des Kude Kenntniß erhalten hat, daß sie selbst- fand, die auf den Namen Marie Luckow, 15. November 1864 treuer Bergleute auf Sozialdemokraten besprochen wurde. Durch Bis gegen Mittag war das den Artikel fühlte sich Herr Leuschner beleidigt, und der Staatsverständlich nicht in der geringsten Beziehung zu dem ihr völlig zu Angenwalde geboren, lautete. unbekannten Rude steht und event. gerichtlich gegen Rude wegen junge Mädchen noch nicht wieder zu sich gekommen und hat über anwalt fand es für angemessen, Strafantrag zu stellen. Der Mißbrauchs ihrer Firma vorzugehen gedenkt. Der Ausdruck die näheren Umstände und die persönlichen Verhältnisse nicht ver- Angeklagte behauptete, daß er lediglich Herrn Leuschner dazu habe bewegen wollen, öffentliche Beweise für die Unbegründetheit Lademann und Söhne" auf dem Arbeitsschein ist übrigens eine nommen werden können. des Verdachts zu erbringen, um den fraglichen Ueberfall gewußt Art von Gaunerausbruck, der die Nichtbezahlung der Ver- Mus Nahrungsforgen in den Tod gegangen ist am Sonn- zu haben. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Heine erbot fich mittelungsgebühren andeuten foll, anklingend an die Redensart: abend der 46 Jahre alte Drechsler Karl Radasch. Er war ohne zum Wahrheitsbeweise, daß Geh. Bergrath Leuschner mindestens verLade man ab. Der Vermerk: Papiere wegen Lademann und Beschäftigung und sollte außerdem seine Wrangelstraße 46 be- bächtig fet, um jenes Attentat gewußt zu haben und beantragte Göhne einbehalten", heißt also: Die Papiere habe ich ein- legene Wohnung räumen. Als am Sonnabend Mittag die un- aus diesem Grunde, Herrn Leuschner persönlich als Zeugen zu behalten, weil der Gefelle meine Provision nicht abladen"( bezahlen) verehelichte Joa Büttner, die seinem Hauswesen vorstand, in die laden. Der Gerichtshof entsprach diesem Antrage. fonnte." Es wird in nächster Zeit die Anklagebehörde der Frage näher Wohnung heimkehrte, fand sie R. daselbst erhängt auf. Die treten, ob solche Einbehaltung der Papiere mittelloser Arbeit- obtenstarre war bereits eingetreten. fuchender strafbar ist. Unseres Dafürhaltens fann nach der bisherigen Pragis in einer solchen Einbehaltung der Arbeits- Erfchoffen aufgefunden wurde auf der Freiheitswiefe bei papiere Nöthigung und wucher erblickt werden. Das jest in Spandau in einem Weidengebüsch ein unbekannter etwa dreißig Kraft tretende Wuchergesetz hat allerdings teinen rückwirkende Jahre alter Mann. In bem Revolver, der bei dem Leichnam Straft. Wohl aber tann es fünftighin auf Einbehaltung der lag, steckten fünf leere Patronenbülsen; der Lebensmüde hatte Arbeitspapiere feitens Agenten Anwendung finden, da die Aus- also fünf Schüsse auf sich abgegeben, die auch in der Brust fichtbar bentung der Nothlage des Mittellofen im Sinne des Wucher waren. Behn scharfe Patronen befanden sich noch in dem Ueber gesetzes vorliegt, zumal in der Kommission der Anregung zieher, der neben der Leiche lag. Ueber die Persönlichkeit wird " Die neue Polizeiverordnung vom 19. September 1891, welche wegen ihrer strengen Bestimmungen in den Kreisen der Haus- und Schantwirthe so viel Staub aufgewirbelt bat und Petitionen aus diesen Kreifen an alle Instanzen bis zum Minister hinauf gezeitigt hat, bestimmt im§ 1e, daß in unmittel barer Nähe von Kirchen, Pfarrhäusern, Friedhöfen, Unterrichtsund Krantenanstalten Schaut und Gastwirthschaften nicht errichtet werden dürfen. Bezüglich der Frage, was unter„ unmittelbarer Nähe" zu verstehen ift, gehen die Ansichten" des Polizeipräsidiums und der Verwaltungsgerichte auseinander, wie| Kommission berichtete. Im Anschluß an den Bericht erörterte I Petersburg, 3. Juli. Die Nowoje Wremja" veröffentfolgender Fall beweist. Die Wittwe P. tam um die Erlaubniß Genosse Millarg die Stellungnahme der Kommission zum lichte gestern einen gegen die deutsche Preffe gerichteten offiziösen zum Betriebe der Schankwirthschaft in dem Parterrelokale des Submissionswesen, worauf die Versammlung beschloß, den Ver- Artikel, in welchem gesagt wird, Rußland verschleppe nicht die Hauses Karlstraße 18a ein, wurde jedoch auf erhobenen Wider- trauensmann mit der Sammlung des Materials für diese Zwecke Handelsvertrags- Verhandlungen und habe auch jest sofort seine spruch des Polizeipräsidiums abschlägig befchieden, weil das zu betrauen. An Beiträgen für die Gewerkschaftskommission find Antwort ertheilt. Die russische Regierung habe die UnterLofal in unmittelbarer Nähe der Klinik des Dr. Zaffar belegen abgeliefert, 33,70 M. für die Pferdebahn- Bediensteten, 85,65. bandlungen mit Deutschland vor dem deutsch- österreichischen fei. Rechtsanwalt Leop. Meyer rief die Entscheidung des Stadt- für die Agitation zu den Gewerbegerichtswahlen und 25 M. als Handelsvertrag begonnen. Die durch diesen Handelsvertrag ausschusses an und dieser ertheilte die Konzession, indem er mit allgemeiner Beitrag für die Kommission. Neu gewählt ins Leben gerufenen Differentialzölle hätten einen Aufschub Die Differentialdem Vertheidiger der Ansicht war, daß vorliegend von un- als Vertrauensmann wurde G. Hanke und als Stellvertreter in den Unterhandlungen herbeigeführt. mittelbarer Nähe" teine Rede sein könne, da das Lokal auf der J. Theuer. zölle hätten Rußland und Rumänien betroffen. Legterem bis ite fich befinde. feien jedoch der Klinik gegenüberliegenden Straßenseite sich befinde. Das Zoll Vergünstigungen auf Getreide In Rigdorf beschloß am 2. Juli eine öffentliche Versammworden zum Ende dieses Jahres zugestanden gegen Polizeipräsidium legte gegen dieses Urtheil die Berufung beim lung der Tischler, Drechsler, Stellmacher, das platonische Versprechen, den rumänischen Zolltarif Bezirksausschuß ein und behauptete, daß durch den qu. Bürstenmacher und der an Holzbearbeitungs. nicht weiter zu erhöhen. Wenn die deutsche Presse jeßt, Schantbetrieb thatsächlich Störungen in der Dr. Laffar'schen Maschinen beschäftigten Arbeiter eine Filiale des wo Rußland die Absicht ausspreche, gegenüber der VerKlinik zu befürchten seien. Rechtsanwalt Meyer verwies dagegen deutschen Holzarbeiter Verbandes zu errichten, und wählte zur schiebung des Gleichgewichts in feinen Handelsbeziehungen zum auf den Umstand, daß die Dr. Lassar'sche Klinik fich in einem Hause befinde, welches dicht an der Einfahrt zum Zirkus Renz Provisorischen Wahrnehmung der Geschäfte den Drechsler Selbstschutz greifen zu wollen, Rußland mit den heftigsten AnHause befinde, welches dicht an der Einfahrt zum Birkus Renzonas als ersten, den Tischler Brauer als zweiten Begriffen überschütte und die deutsche Regierung zum Boultriege und in unmittelbarſter Nähe des Zirkus- Tunnels belegen sei. Es vollmächtigten; den Tischler Brödenfeld zum ersten, den griffen überschütte und die deutsche Regierung zum Boultriege durch die rauschende Mufit, die aus dem Birkus- Tunnel hervoring und den Maschinenarbeiter Kurtowsky als Schrift- and affen zur Hand habe. fei klar, daß durch den regen Wagenverkehr an dieser Stelle und Tischler& chmidt zum zweiten Kassirer; den Tischler Bier aufstachele, so möge die deutsche Presse bedenken, daß auch Rußdränge, die Kranken weit mehr gestört werden könnten, als führer, sowie den Drechsler Sonnenschmied zum Beisiger. mittag abgehaltenen Sigung wurden die Budgets der Ministerien Paris, 3. Juli. Deputirtenkammer. In der heute Vordurch den Betrieb einer auf der anderen Straßenseite belegenen Definitive Wahl und Konstituirung der Bahlstelle erfolgt in der des Innern und des Unterrichts, der schönen Künste und der Schankwirthschaft.- Der Bezirksausschuß wies hierauf die Be- nächsten Mitglieder- Generalversammlung. Als Verkehrslokal Rulte genehmigt. rufung des Polizeipräsidiums zurück und die Streitfrage ist hier wurde die Restauration von Schmidt, Hermannstr. 23, be durch endgiltig entschieden. stimmt. Die Drechsler wurden zum Schluß ersucht, umgehend der Polizeipräfeftur eine stürmische Rundgebung gegen den Paris, 3. Juli. Heute früh veranstalteten Studenten vor In drei verschiedenen Straffachen hatte die neunte das Umschreiben ihrer Verbandsbücher vornehmen zu lassen, zu Polizeipräfekten Lozé. Anläßlich der morgen stattfindenden BeiBerufungsstraffammer des Landgerichts I gestern gegen den Graveur, welchem Zweck Kollege Sonnenschmied Abends von 8 bis fegung eines Handlungsgehilfen, welcher bei dem Einschreiten Agenten und Restaurateur Hermann Wedell zu verhandeln, 10 Uhr im Lokal von Schüß, Prinz Handjerystr. 7 anwesend der Polizei gegen die demonstrirenden Studenten in der Nacht der gegen seine wegen Betrugs und Unterschlagung vom Schöffen- fein wird. zum Sonntag tödtliche Verlegungen erhalten hatte, obwohl er gerichte zu neun Monaten Gefängniß erfolgte Verurtheilung Frauen- und Mädchen- Bildungs- Verein des arbeitenden Wolfes für an der Kundgebung gänzlich uubetheiligt war werden ernste Einspruch erhoben hatte. Der Angeklagte hat in seinem wechsel- Berlin und Umgegend. Mittwoch, den 6. Juli, Abends 8% Uhr, in den Das Begräbniß soll auf Gemeindevollen Beruf verschiedene Geschäftsleute geschädigt und besonders Arminhallen, Kommandantenftr. 20, Generalversammlung. Tagesordnung: Ruheſtörungen befürchtet. als Restaurateur unreell gehandelt. Eine hiesige Weinhandlung gliedsbuch legitimirt. Die Mehrzahl der Morgenblätter richtet 1. Borstandsbericht. 2. Kassenbericht. 8. Bereins- Angelegenheiten. Mit tosten erfolgen. gegen Lozé heftige Angriffe; einzelne Preßorgane machen auch übergab ihm ein ganzes Sortiment Weine in Kommission. Er Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen. Seute den Ministerpräsidenten Dupuy für das Vorgehen der Polizei wußte die vereinbarte monatliche Abrechnung stets zu hinter- Dienstag Generalversammlung bet Feuerstein, Alte Jafobstr. 75. Bierteljahrsverantwortlich. treiben und als die Firma schließlich ihre Waare Berichts- neer, befombers den Gewerbegerichts- Betſigern, zur Nachricht, daß der zurückhaben Arbeiter wollte, war bereits alles gepfändet worden. vollzieher hatte nur noch drei Flaschen vorgefunden. Der Unterricht in der Gesegestunde am Freitag, ben 7. Jult, Abends 8% Uhr, Gerichtshof verwarf in dieser Strafsache die eingelegte Berufungnahme an diesem Unterricht werden die Gewertschafts- und Kaffen- Borstände in der Reichenbergerstraße 133, wieder seinen Fortgang nimmt. Bur Theil und auch in den beiden anderen Straffachen hatte der An- höflichft ersucht. Ferner wird gebeten, sich pünktlich einzufinden. getlagte nur insofern Erfolg, als der Gerichtshof die Gesammt- Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 4. Juli, VereinsVersammlung bei Ehrenberg, Annenstr. 16. Tagesordnung: Bibliothekstrafe von neun Monaten auf acht Monate ermäßigte. Abend. Um Pferdewurst handelte es sich in der Anklage wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittel- Gesetz, welche gestern vor der 184. Abtheilung des Schöffengerichts gegen die verwittwete Schlächters- Ehefrau Emilie Schadow stattfand. Die Angeklagte betreibt seit dem Tode ihres Ehemanns in Gemeinschaft mit Berichte. Den TheilVerein Berliner Portiers und Berufsgenossen( gegründet 1885). Generalversammlung an Dienstag, den 4. Jult, Abends 9 Uhr, Leipziger straße 134 in den Bittoria- Sälen. Tagesordnung: Raffenbericht und Wahl des Stellenvermittlers. Laciver( Filiale 4). Dienstag, den 4. Juli, Abends 8% Uhr, bei Ghrenberg, Annenstr. 16, Generalversammlung. Maler und Auftreicher. Dienstag, den 4. Jult, Versammlung Brunnen: Philipp Schadow die Wurstfabrikation. ftraße 34 Cothmann's Ball- Salon. bei T. Behrend, Blumenthalstr. 5. Sprecisaal. Jullien und Zimmer, welche angeklagt waren, den Bersuch unterParis, 3. Juli. Das Zuchtpolizeigericht hat die Studenten ftorbenen Nihilisten Sawicki zu entwenden, freigesprochen. nommen zu haben, die amtlich versiegelten Papiere des ver( Depeschen des Burean Herold.) Kopenhagen, 3. Juli. Die von den Führern der agrarpolitischen Bewegung nach Aalborg einberufene Versammlung war von 5000 Theilnehmern besucht; alle Redner sprachen für die Einstellung des politischen Zwistes, um die Thätigkeit aller nur den Lebensinteressen der Landwirthschaft widmen zu können. Paris, 3. Juli. Die Untersuchung in betreff der gefälschten Dokumente dauert noch fort, man glaubt aber, daß der Unterersten Tagen dieser Ducret an Rochefort gefandte Telegramm scheinen die Schuld der Verhafteten zu bestätigen. Paris, 3. Juli. In Besançon streiken die Metzger, weil der Maire die Erhöhung der von ihm festgesetzten Fleischtare ablehnte. Paris, 3. Juli. Millerand hat es übernommen, heute die Regierung über die Vorgänge in der vorigen Nacht und namentlich über das aggressive Vorgehen der Polizei gegen die Studenten bei deren Manifestation zu interpelliren. ihrem Soon Sefchäftes liegt ihr ber Bertoni per von ihrem Arbeiter- Sildungsschule. Dienſtag Abend von 8x- 10x hr. Süb. fuchungsrichter talin beleefdniß Millevoyes und das von Sohne gefertigten Waare ob. Sie hat in verschiedenen Markt- Schule, Reichenbergerstraße 133: Gefeßestunde und Deutsch( unt). O st= hallen je einen Verkaufsstand. Die Angeklagte verkaufte zu so Schule, Markusstraße 31: Deutsch( unt.). Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Rechnen, Korrespondenz und Geschichte( alte). In allen Fächern, mit Aus billigen Preisen, daß es besonders der Konkurrenz unliebsam aufnahme mathematit und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen fiel; schon lange ging das Gerücht, daß sie Pferdefleisch verarbeiten auch jegt im Laufe des Semesters, eintreten. lasse. Als der Polizei dies zu Ohren fam, ließ sie durch einen Geheim- Lese- und Diskutirklubs. Dienstag.„ Gmpor", abends 8% uhr, polizisten etwas von der Waare der Angeklagten anfaufen und durch den Kreisthierarzt Niebel untersuchen. Dieser stellte fest, daß die Wurft zum größten Theile aus Pferdefleisch bestand. Im Verhandlungstermine bekundete der frühere Berliner Scharfrichter Strauß, der nach Niederlegung seines Amtes in Rigdorf eine Roßschlächterei betreibt, daß der Sohn der Angeklagten seit Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafü: langer Zeit zu seiner Kundschaft gehöre und regelmäßig größere abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Posten Pferdefleisch von ihm bezogen habe. Die Angeklagte ent- Intereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, utit dem schuldigte sich damit, daß ihr lediglich der Verkauf obgelegen und fie fich um die Herstellung der Wurst nicht gekümmert habe. Der Staatsanwalt hält diesen Einwand weder für glaubwürdig noch der Wiener Kunstmarmor- Gesellschaft am Reichstagsgebäude ftichhaltig, bei der Gemeingefährlichkeit, die in der Handlungs- wurde von dem am 25. Juni gewählten Schiedsgericht folgendes weise der Angeklagten liege und bei dem nichtswürdigen festgestellt. Vertrauensbruch gegenüber dem Publikum beantrage er eine Geldstrafe von 300 M., ev. 30 Tage Gefängniß. Der Gerichtshof erkannte nach diesem Antrage. Soziale Leberlicht. " Im heiligen Rußland, wo unter politisch und wirthschaftlich abnormen Verhältnissen die Großindustrie sich entfaltet. nach unten fast ungehindert durch die wenigen nur auf dem Papier vorhandenen Arbeiterschutz- Geseze, äußert sich auch die Arbeiterbewegung, wenn die Massen einmal aus dumpfem Schlaf aufgerüttelt werden, naturgemäß in urwüchsiger, elementarer Form. Ein derartig charakteristisches Bild entwirft eine Zu schrift an die Wiener Politische Korrespondenz" vom 28. Juni: Unter den Webern und Spinnern der großen Fabrik Chludow in Degoriewst, Proving Rjäsan, sind vor kurzem schwere Unruhen ausgebrochen. Ein neuer Fabritsdirektor hatte die Unzufriedenheit der Arbeiter durch die Verfügung erregt, daß daß die Reinigung der Maschinen fünftighin an Festtagen und nicht, wie bisher, an Werktagen zu erfolgen habe. Er stellte ferner die Ertheilung von Geldvorschüssen an Arbeiter ein und wollte die leyteren zwingen, ihre und vorräthe in einem der Fabrit gehörigen Laden zu taufen, wo sie dieselben in geringerer Güte und für höhere Preise erhielten. Die Arbeiter beklagten sich ferner über die außerordentlich niedrigen Löhne und über die ungeziemende Behandlung, welche sich die jungen Arbeite zinnen seitens des Fabrikverwalters gefallen lassen mußten. Die Arbeiter benützten die Abwesenheit der dort garnisonirenden Truppen, welche in einem benachbarten Distritte zu Manövern einberufen waren, und hielten eine Versammlung ab, in welcher fiebeschlossen, die Arbeit einzustellen, bis die Fabrikleitung ihren Wünschen und Beschwerden gerecht werde. Da ihren Forderungen nicht entsprochen wurde, zogen sie gegen die Fabrik, verwüsteten diefelbe, zerstörten bie Maschinen, Werkzeuge und Möbel, zerrissen die Bücher, vernichteten die fertige Waare und demolirten ihre Kantine. Von den 5000 Arbeitern, welche die Fabrit beschäftigt, betheiligten sich etwa 2000 an dem Ber störungswerte; es muß aber festgestellt werden, daß gar nichts gestohlen wurde, daß die Arbeiter im Gegentheil die in den angrenzenden Straßen angesammelte Boltsmenge daran bin derten, Waaren aus der Fabrit zu entwenden, und daß sie den Polizei- Agenten, welche sie ungehindert passiren ließen, eine Geldkasse übergaben, die sie in der Fabrik gefunden hatten. Die Unordnungen dauerten zwei Tage, ohne daß die Bolizei im stande gewesen wäre, ihnen ein Ende zu setzen. Es wurde kein Gewaltakt gegen die Fabrikbeamten ausgeübt und überhaupt niemand verletzt. Als endlich Truppen einzogen, um die Ordnung herzustellen, wurden sie von den Arbeitern lebhaft begrüßt, worauf fich die letzteren gutwillig zerstreuten. Die Fabrit leitung schäßt den verursachten Schaden auf 300 000 Rubel. Inhalt desselben identifizirt zu werden. Erklärung! In der Sache des Steinmez Schmide gegen die Steinmetzen stützungsfonds der Berliner Steinmeßen von dem Platzvertreter 1. Kollege Schmide hat sich geweigert, Marken zum Unterbei der benannten Firma zu entnehmen, wozu er laut Versammlungsbeschluß moralisch verpflichtet gewesen wäre. Schmide giebt zu, mit dem Platzvertreter verfeindet zu sein, was für uns jedoch fein Entschuldigungsgrund ist, es wurde auch festgestellt, daß die Feindschaft erst durch die Marken entstanden ist. 2. hat sich Herr Schmide gegen unsere Organisation erklärt und gesagt, daß er überhaupt nichts mehr bezahle. Festgestellt wurde ferner, daß derselbe auch dieses Jahr überhaupt noch nichts bezahlt hat, trotzdem er seit Februar immer in Arbeit gestanden hat. Die Anschuldigungen, welche Herr Schmide gegen die anderen Kollegen in Umlauf gesetzt hat, sind als unwahr zurückzuweisen. Das Vorgehen der betreffenden Kollegen gegen Schmide ist von uns als vollständig gerechtfertigt erachtet worden. Im Auftrag des Schiedsgerichts: Josef Buchmann, Willibald Alexisstr. 39. Vertrauensmann der Berliner Steinmeßen. Literarisches. London, 3. Juli. Aus Buenos- Ayres wird mitgetheilt, daß daselbst infolge der unsicheren politischen Lage eine allgemeine Handelskrisis ausgebrochen ist, welche noch durch die Münzfrage verschärft wurde. Der Konflikt zwischen dem Präsidenten und seinen Ministern dauert fort. Rom, 3. Jult. Infolge Einschlagen des Blites find in Trino bei Casale 43 Reisarbeiterinnen verletzt worden; 4 blieben todt, ca. 20 find schwer verwundet. Briefkaffen der Redaktion. F. D. 1569. Ob Sie aus der Versicherungsgesellschaft austreten können, richtet sich nach dem Inhalt der von Ihnen unterschriebenen Polize nebst Statuten, bezüglich Versicherungsbedingungen. Diese kennen wir nicht. Im allgemeinen wird von solchen Gesellschaften der Rücktritt nur gegen Reugeld in Höhe eines Jahresbeitrages gestattet. Meyer. Gewiß kann ein Dienstmädchen wegen Belästigung mit Beischlafsgelüften des Brotherrn den Dienst verlassen, Entschädigung verlangen, auch wegen Beleidigung klagen: aber das Schwierige liegt darin, daß das Mädchen den Beweis für seine Behauptungen führen muß und daß dieser in der Regel nicht zu erbringen ist. S. 3. Wenn einem Mädchen, das vor zehn Jahren Kontrollmädchen war, diese Thatsache jetzt, wo sie durch ihrer Hände Arbeit sich ernährt, vorgeworfen wird, so enthält dieser Vorwurf eine schwere Beleidigung. Ludwig. Das ist unter den von Ihnen geschilderten Verhältnissen kein Ermissionsgrund. R. Sch. 34. Die Rechte der Angehörigen und des Todten gräbers richten sich nach den dieserhalb von der betreffenden Kirchenbehörde erlassenen Anordnungen. Wenden Sie sich be schwerdeführend an die Kirchenältesten der bezüglichen KirchenSozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinrich Braun( Carl Heymanns Verlag in Berlin, vierteljährlich 2,50 M.). Die soeben erschienene Nr. 40 hat folgenden Inhalt. Sozialpolitische Bemerkungen zu den Reichstagswahlen. Bon Dr. Heinrich Braun. Deutsche Konkurs Fräulein. Die Bahl der gegenwärtig in Deutschland statistik für 1892. Bur Frage der Gewinnbetheiligung. geltenden ehelichen Guterrechte beläuft sich auf weit über Bergarbeiterstatistik für Westfalen. Maßnahmen gegen die 100 Systeme, die nicht etwa nur Modifitationen eines und des= Arbeitslosigkeit in Zürich. Bäuerliches Erbrecht in Baden. felben Systems find, sondern alle verschiedenen Systeme Lage der Domanialbauern in Mecklenburg- Schwerin. Er vertreten. Die Hauptgruppen bilden die allgemeine Güterhebungen über Lohnverhältnisse in Preußen. Lohnfristen im gemeinschaft, die partitulare Gütergemeinschaft, die deutschstädtischen und Privatbetrieb. Statistit über Arbeits- und rechtliche Trennung der Güter( Verwaltungsgemeinschaft, GüterWohnverhältnisse im Bäckergewerbe Wiens. Die Lohnfäße einheit u. s. w. und das römische Dotalrecht. Innerhalb jeder in den Baumwollspinnereien Ober- Italiens. Innungen im dieser Gruppen tommen wieder die größten Abweichungen vor; Großherzogthum Hessen. Die Arbeiterausstände in Dester zahlreiche Uebergangsformen vermehren die Schwierigkeit der reich im Jahre 1892. Von Prof. Dr. Ernst Mischler. Der Uebersicht. Es giebt in und außerhalb des einigen DeutschKampf gegen die Pariser Arbeitsbörse. Internationaler land" feinen Menschen, der alle diese Verschiedenheiten im sozialistischer Arbeiterfongreß. Bur Sonntagsruhe in Hessen. Gedächtniß hat. Gine ausführliche Besprechung in unserer Bur Reform der deutschen Unfallversicherung. Deutscher Zeitung erscheint schon wegen Raummangel durchaus unBerufsgenossenschaftstag. Ueber Schulbäder. Von Dr. angebracht. Gin orientirender Ueberblick kann gelegentlich geR. Ehrenberg. Kongreß der Internationalen Kriminalistischen geben werden. Die beste, allerdings troß Benutzung der amtVereinigung. Dermischtes. lichen Ermittelungen nicht vollständig zutreffende, Uebersicht bietet Neubauer, das in Deutschland geltende eheliche Güterrecht". Gin Studium dieser Güterrechte wäre für sie nußlose Beschäftigung, deren Resultat sicherlich die Erkenntniß sein würde: mir wird von alle dem so dumm, als ging' mir ein Mühlrad im Kopfe herum. Geben Sie doch genau an, wo Sie mit Ihrem Von der Viktoria". Balsaniello, der Erfinder der Balla Bukünftigen Ihren ersten Wohnsiz nehmen wollen und welche Nautica, hat sich bereit erklärt, das Wrack der Viktoria" mit Rechte Sie haben wollen. Dann läßt sich Ihre Frage, ob Ihr einem Kostenaufwand von weniger als 40 000 Pfo. Sterling zu Butünftiger das Recht der Verwaltung und des Miteigenthums heben. Die Vorbereitungen würden einen Monat, die Hebung an Ihrem Vermögen hat, beantworten. Für Berlin besteht Derartige Erscheinungen sind bekanntlich fast in allen Ländern felbst nur zwei Tage in Anspruch nehmen. teine Gütergemeinschaft; auch das Nießbrauchs- und Verzu der Zeit vorgekommen, in der die Industrie jeweilig ihre Eine heftige Diphtheritis Epidemie ist dem Depeschen- waltungsrecht des Ehemannes kann durch einen vor der Heirath Blegeljabre feierte und rücfichtelos den Arbeitern alles bieten Bureau Herold" zufolge in Drontheim ausgebrochen. In der abgeschlossenen gerichtlichen Vertrag ausgeschlossen werden. durfte. Und auch in Rußland werden die Arbeiter erst aufhören, lehten Woche kamen 87 Erkrankte, wovon 14 Artillerie- Rekruten A. in P. Sie müssen Ihre Anfrage genauer stellen: wo in dieser rohen Form ihr Recht zu suchen, wenn sich der Staat sind, in das Hospital, 5 neue Erkrankungsfälle wurden ge- ist der erste Wohnsitz nach der Heirath genommen? Siegt Ehebequemt, das Recht der Nothwehr an ihrer Stelle zu üben und meldet. vertrag vor? Wann, gegen wen sind die Schulden entstanden? wenn er die bereits in anderen Ländern mehr oder weniger zu Vergleichen Sie auch die Antwort unter„ Fräulein". gestandenen Rechte ebenfalls legalisirt. Versammlungen. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Leipzig, 8. Juli. Die von dem Bürgermeister Menzinger Die Arbeiter der chirurgischen Brauche( Instrumenten Deggendorf eingelegte Revision gegen das Ürtheil, durch welches macher) hatten am Sonntag eine Versammlung, in welcher der derfelbe wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt verurtheilt worden Bertrauensmann Gläser über die Thätigkeit der Gewertschafts- war, ist vom Reichsgericht verworfen worden. Socia. Dresden. Klüngel, ein alter Kölnischer Ausdruck, gleichbedeutend mit Klique, Vetternwirthschaft. M. S. Wir können nur über Artikel urtheilen, die wir in Händen haben. Berichtigung. In Nr. 148 unter Versammlungsbericht der Freien Vereinigung der 3ivil Berufsmusiker heißt es: Unter Vereinsangelegenheiten wurde die Angelegenheit des Mitgliedes Bogel geregelt. Dies ist dahin zu berichtigen, daß Bogel nicht Mitglied tft. Verlag des Vorwärts in Berlin SW., Beuthstr. 2. Berliner Volksblatt, Das zur diesjährigen Maifeier in Aussicht gestellte Kunstblatt welches bereits in der Maifest- Zeitung als Mittelbild gebracht wurde, ist nunmehr in bedeutend vergrößertem Maßstabe Plattengröße 68 × 47 ctm; Kartongröße 95x73 etmin feiner Kupferäzung ausgeführt in unserem Verlage erschienen. Das Bild heißt Der erste Mai Mai 414 und ist dazu angethan, jeden Versammlungsraum, jedes Vereinszimmer der Arbeiter zu verschönen, vor allem wird es für jedes Proletarierheim ein würdiger Zimmerschmuck sein. Um dies wahrhafte Kunstblatt auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen, ist der Preis auf nur Drei Mark festgesetzt. Gegen Einsend. d. 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Dies bezeuge ich der Wahrheit gemäß. Wurzen, den 10. Mai 1893. Eduard Döschner, Sergeant i. Kgl. Sächs. 3. Jäger- Bat. Nr. 15. Wurzen, 12. Mai 1893. B.R.20/ 1893 Taubert, Notar. Herr Eduard Döschner, Sergeant im Königl. Sächs. 8. Jäger Bataillon Nr. 15 zu Wurzen, mir, dem unterzeichneten, in Wurzen wohnhaften, Notar von Person bekannt und verfügungsfähig, hat heute vorstehende Urkunde vom 10. Mai 1893 nach Juhalt und seiner Namensunterschrift anerkannt. Wurzen, am 12. Mai 1893. [ 4287L* Heinrich Eduard Taubert, Königlich Sächsischer Notar. Empfehle mein Geschäft in friscдen Steppdecken Blumen und Kränzen. 3528 L und Schlafdecken ( mit kleinen Farbenfehlern) spottbillig in der Deckenfabrik von J. Brünn, Hackescher Markt Nr. 4. ( Stadtbahnhof Börse.) Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4485L am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswah!! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. 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Silberwährung besaß, mußte dem Beispiele der Staaten auf dem Transporte. Der Bezirkshauptmann ist der Neffe des der lateinischen Münzunion folgen, weil es durch das massen. Statthalters von Böhmen. Capital, Bezirkshauptmann und hafte Einströmen von Silber an dem schon damals ins Auge Gendarmen haben das Koalitionsrecht der Arbeiter auf eine gefaßten, nun eben in Durchführung begriffenen Uebergang lich noch damit zu beschäftigen haben wird. Es ist unglaubWeise respektirt, daß das Abgeordnetenhaus sich höchstwahrschein Den deutsche und freikonservativen Agrariern liegt an zur Goldwährung verhindert worden wäre. Die Folge lich, was da geleistet wurde. In Wien streiken die Areiner ihren Wünschen entsprechenden Zoll- und Währungs- diefer staatlichen Maßnahmen führten zum Preissturze des beiterinnen der Wäschewaaren- Firma Peter, sowie die Arpolitik weit mehr, als an der Annahme der Militärvorlage. Silbers, der durch die sich von Jahr zu Jahr steigernde beiterinnen der Kehlleisten- Fabrik Joh. Mazke. Die ökonomische Bedeutung der Militärvorlage liegt Ausbeute der Silberbergwerke Nordamerika's gefördert, durch Wie man im Saar- Kohlenrevier Gnade übt. Die Melfür das Junkerthum darin, daß der Militärstaat den Abfluß von Silber nach Ostasien und Indien und durch ihnen die Sorge für ihre zum„ standesgemäßen Leben" nicht die jährliche Ausprägung von mindestens 24 Millionen Dungen mehren sich, so schreibt ein Bourgeoisblatt, wonach auf genug erbenden Söhne abnimmt, während hohe Zölle die Dollars auf Kosten der Vereinigten Staaten nicht aufgehalten verschiedenen Gruben der nächsten Zeit abgelegte Bergleute wieder zur Grubenarbeit zugelassen werden. Die Inspektionen DudGetreidepreise steigern und den Absah des auf ihren Gütern werden konnte. weiler und Friedrichsthal schließen sich den früher genannten an, gebauten Getreides sichern und der Uebergang zum Bime Die Bimetallisten, Herr Arendt, der Führer der deutschen vorläufig allerdings ebenfalls nur mit einer kleineren Anzahl. tallismus das Tragen der Hypothekenlast erleichtert und Doppelwährungsmänner, auch hier in erster Reihe stehend, Feierschichten werden dabei da und dort noch die Löhne zum Weichen bringen würde. glaubten steif und fest, daß Ostasien und Indien niemals immer eingelegt. Rein ökonomische Interessen der Klasse der langfristigen von dem weißen Metall lassen, daß diese Länder und die Hypothekenschuldner sind es, welche die Agrarier veranlassen, Münze der Vereinigten Staaten stets das überschüssige für die Einführung der Doppelwährung einzutreten. Noch Silber zum größeren Theile aufnehmen und damit einen knapp vor Auflösung des Reichstags brachten die konservas weiteren starken Preisrückgang des Silbers unmöglich tiven Ackermann und Genossen einen Antrag auf Einführung machen würden. der Doppelwährung ein, und in der Wahlagitation wurde mit diesem Antrage weidlich gekrebst. Wir konnten sicher sein, daß der Reichstag sofort nach seinem Zusammentritt mit einem tonfervativ- reichsparteilichen Antrage beglückt werden wird, der die Einführung der Doppelwährung anbahnen soll. " 2 – Ob man Furcht hat, daß sich der Stachel im Herzen der unglücklichen Bergleute ohne Feierschichten lockern möchte? Mährisch- Trüban. Nach vierwöchentlicher Dauer ist der Streit bei Reicherts Söhne, an welchem 1000 Arbeiter betheiligt waren, mit einem Siege der Arbeiter beendet. Auch dieses Fundament der Doppelwährungs- Theorie versagt nun seinen Dienst. Die Thatsache, daß die Münze erfährt eine treffende Schilderung in einer vom Wähler" verDie Lage der Bahnarbeiter und kleinen Bahnbeamten Britisch Indiens, des Landes, das das meiste Silber auf öffentlichten Zuſchrift. Es heißt darin:„ Bielen höheren Beamten erfährt eine treffende Schilderung in einer vom„ Wähler" vernahm, der privaten Prägung des Silbers nicht mehr dienen ist durch Zulage geholfen worden. Auch die Sonntagsruhe ist darf, beweist Zweierlei: 1. daß Ostindien kein Silber eingeführt worden, aber die Arbeiter verspüren nichts davon. Nach dem großen Ereignisse, das in fernen Indien mehr aufnehmen kann, daß also der Silberstrom sich nicht alle sechs Wochen bekommen wir einen freien Sonntag, wenn fürzlich stattgefunden hat, dürfte aber denen um Herrn von mehr nach Indien richten kann, und 2. daß dieses Land in wir es so nennen dürfen, denn auch der Nachtdienst- Sonntag ist Kardorff die Luft vergangen sein, eine Währungsdebatte im absehbarer Zeit zur Goldwährung übergehen dürfte. Was dabei, wo wir erst früh abtreten, und froh sind, wenn wir zu Reichstage zu provoziren. Wir haben unlängst dieses große sind nun die Folgen der indischen Währungspolitit? Bor Saufe ausruhen können, da wir gänzlich abgeſtumpft und überEreigniß in unserer politischen Uebersicht registrirt, unsere allem muß ins Auge gefaßt werden, daß die gleichen Ur- nächtig sind. Montag Abend gehen wir wieder in den Dienst Leser erinnern sich, daß wir berichteten, daß in Britisch sachen auch in den hinterindischen Staaten sowie in China und der freie Sonntag ist vorbei; in sechs bis sieben Wochen wieder einen das ist die vielgepriesene Sonntagsruhe. Wir Indien die freie Silberprägung eingestellt werden soll. und Japan in Erscheinung treten werden, dann werden sind meistens verheirathete Männer, haben 2, 5 bis 8 Kinder zu Die Bedeutung dieses Vorganges für Indien schildert diese Staaten sich nicht mehr wie bisnun zufrieden geben, ernähren. Meistens sind wir 2 Jahre und mehrere fogar über recht gut eine voltswirthschaftliche Korrespondenz folgender wenn Europa und Amerika ihre Produkte mit ihrem über 20 und 25 Jahre an der Bahn. Dafür erhalten die zweijährigen maßen: schüssigen Silber bezahlen. Uns wird es dann an jeder einen Lohn( nach Abzug von Krankenkasse, Altersrente und Das Vorgehen Indiens war ein Aft der dringendsten Verwendung für das Silber außer zu industriellen Pensionstasse) alle 14 Tage für Sonntag und Woche, abwechselnd Nothwehr. Ohne die äußerste Noth würde man dort nie daran wecken fehlen, das Silber wird dann seinen tiefsten Tag und Nachtdienst, 30 M. und ein paar Pfennige, alle anderen, gedacht haben, in der Verwendung des Silbers, an das man Breisstand erreicht haben, man wird dann vielleicht erst die länger da find, erhalten 32 und 34 M., die 20 und 25 Jahre so lange Zeit als das einzige Währungsmetall gewöhnt war, eine Einschränkung eintreten zu lassen, ja seine völlige Deposse für 70, 80, ja möglicherweise erst für 100 und mehr Pfund da sind( nach vorher genanntem Abzug) 35 M. alle 14 Tage. dirung anzubahnen; denn allgemein nimmt man an, daß das Silber ein Pfund Gold erhalten. Dieser Zeitpunkt ist wohl 20 Pf. aller 14 Tage; einige Kategorien kommen überhaupt nicht Der Anfangsgehalt für das erste Vierteljahr beträgt 27. Aufhören der freien Silberprägung nur ein Uebergang zur näher, als man es noch vor einem halben Jahre für mög- auf 35 M. Während die höheren Beamten in der Ferienzeit Einführung der Goldwährung sein soll. Aber der dauernde lich gehalten hat. Aber schon die Maßregel der ostindischen den vollen Gehalt fortbekommen, wird den Arbeitern jeder Tag Rüdgang des Silberpreises und die daraus folgende steigende Regierung hat einen bisher noch nicht erreichten tiefsten abgezogen, ja sogar halbe Tage find den Arbeitern schon ab Unterwerthigkeit der indischen Einheitsmünze, der Rupie, in Stand des Silberpreises herbeigeführt, und es wird auch gezogen worden. Uns wird gefagt:" Ihr müßt froh sein, daß Verbindung mit den Rückwirkungen auf Handel und Verkehr dieser Preis bald unterboten werden. Ihr Sommer und Winter Arbeit habt!" Zwei Tage sind in und die ganze Volkswirthschaft machten einen Bruch mit der Statt nach Indien abzufließen, geht nun die ganze Dienst haben; in der nächsten Woche haben wir einen Tag mit der einen Woche, wo wir einmal 18 und einmal 14 Stunden fast 60jährigen Gewohnheit zur unabweisbaren Noth Produktion der amerikanischen Silber- Bergwerke auf den 16 stündigem Dienst, sonst alle Tage 12 Stunden; so geht es wendigkeit. Die Rupie, die zu Anfang der fiebziger Londoner Silbermarkt, ohne dort Käufer zu finden. Die jahraus jahrein. Viele wohnen außerhalb, um nicht die theure Jahre einen Werth von über zwei Shilling hatte, fank, da infolge der enormen Silberproduktion seit den siebziger Vereinigten Staaten von Nordamerika werden durch die Miethe zahlen zu müssen; dafür dürfen sie einen stundenlangen Jahren ein außerordentlich gesteigerter Silberabfluß nach indischen Maßregeln einerseits, durch den bedrohlichen Gold- Weg nicht scheuen. Diejenigen, welche hier wohnen, müssen noch Indien stattfand und hier nun wegen der freien Silberprägung abfluß aus ihrem Lande andererseits gewarnt, wahrschein mehr entbehren, um die hohe Miethe aufzubringen. Höhere alles in Rupien ausgeprägt wurde, auf 141/2 Pence, also fast lich schon in der für den 9. August einberufenen außer Beamte dagegen baben freie Wohnung. All unser Bitten und um 10 Pence. Dabei traten aber keineswegs die von den ordentlichen Session des Kongresses ein Gesez erhalten, das der Klagen hilft uns nichts, nur eine Partet tann helfen und dieser Bimetallisten behaupteten günstigen Wirkungen einer vermehrten bisnun im Interesse der Silberproduzenten geübten Silber- wollen wir die Sache ans Herz legen, um uns armen Bahns Ausfuhr und verminderten Einfuhr ein, vielmehr litten alle einarbeiterin 2003 au Geschäftsleute unter den Währungsverhältnissen. Die Arbeiter ausprägung auf Kosten des Staates ein für allemal ein arbeitern ein günstigeres Loos zu bereiten. Unseren Dank soll nun Sozialdemokratie allein ernten." erhielten für die bisher gezahlte Summe nicht mehr die gleiche Quantitäten Waaren, da allenthalben natürlich die Rupien nur Damit ist der Bimetallismus begraben. Die Masse Unter der Silberkrise leiden, wie sich von selbst versteht, zu ihrem wahren Silberwerth angenommen wurden, ohne daß sich des Silbers wird stets zunehmen, ohne Abnehmer zu finden, am schlimmsten die Arbeiter. Dem Reuter'schen Bureau" wird aber der Verdienst sonderlich steigerte, die Beamten reichten nicht der Silberpreis wird ununterbrochen sinken. aus Melbourne gemeldet: Infolge des Rückgangs des Silbermehr mit dem Gehalt, das Staatsbudget selbst zeigte infolge Ein solches Metall als Währungsmetall. einzuführen, preises hat die British Broken Hill Company den Betrieb ihrer der Minderwerthigkeit der eingetriebenen Steuersummen bereits seine freie Ausprägung zu gestatten, mit ihm an Stelle des Silbermine eingestellt, wodurch 500 Arbeiter beschäftigungs. einen Fehlbetrag von 1 Million Rupien: furz, ein allgemeiner vom Gläubiger in Empfang genommenen Goldes seine los werden. Rothstand war eingetreten, eine Besserung war nicht abzusehen; Schulden zu bezahlen, das mögen Männer für möglich vielmehr stand die indische Regierung vor der Frage außer ,, Nur nicht hauen, lieber einen Tag Lohn abziehen" ordentlicher Ausgabevermehrungen, um die thatsächliche Verhalten, die das ABC der Nationalökonomie nicht begreifen, bat der etwas beschränkte Tagelöhner Angust Julius Stolpe schlechterung der Einnahmeverhältnisse der Beamten durch aber den Kardorff's, Arendt's, Mirbach's und Ackermann's wiederholt seinem Gutsherrn und dessen Vertreter, wenn zu ſeiner Gehaltserhöhungen auszugleichen, und so griff man denn zu müssen selbst wir zugestehen, daß wir sie nicht für fähig Erziehung die Reitpeitsche und ähnliche Instrumente auf seinem dem Aushilfemittel, die freie Silberwährung aufzuheben und erachten, ihre bimetallistischen Bestrebungen noch für durch Körper spielen sollten. Die Bitte wurde auch meist erzugleich den Rupienkurs den thatsächlichen Verhältnissen anzuführbar zu halten. Der Simetallistische Zukunftsstaat ist füllt. Gin Gutsangestellter wendete aber lieber die erwähnte passen, um wieder zu einer Währungsstabilität zu kommen." durch die Thatsachen als Utopic criviescit. Der Bimetallis- Erziehungsmethode an: daraufhin schlug, Stolpe mit einem Wer der Währungsfrage weniger Aufmerksamkeit schenkt, mus ist mausetodt. Spaten wieder. Deshalb wurde Stolpe in Untersuchungshaft genommen und ist am 24. Juni vom Landgericht zu wird die Einwirkung dieses Ereignisses auf die Eventualität Prenzlau mit sechs Monaten Gefängniß bestraft. Sein einer Währungsdebatte im Deutschen Reichstage nicht soVater erfuhr von der ganzen Angelegenheit erst fort begreifen. Wir wollen deshalb das Wichtigste über nach der Verurtheilung. Leider auch erst nach Ablauf der Redie Bedeutung der währungspolitischen Maßregel im fernen visionsfrist wendete er sich an einen Rechtsverständigen. Es wird Indien hier kurz zusammenfassen. nunmehr die Einleitung einer Wiederaufnahme aus dem Grunde Nachdem Deutschland, die skandinavischen Staaten u. a. Ein Bergarbeiterstreit von riesiger Ausdehnung bereitet heraus versucht, daß der Water zum Termin nicht geladen war, auch zu Goldwährung übergegangen waren, fant der Silberpreis fich in England vor. Das„ Depeschenbureau Herold" berichtet vom von der Anklage keine Kenntniß hatte, wiewohl nach§ 37 Str.sowohl infolge des verringerten Absatzgebietes als vor allem 3. Juli: Die in Palace- Hotel stattgehabte Konferenz von Kohlen- Pr.-D. und 157 3.-Pr.-D. nur an ihn in giltiger Weise zuinfolge der Silberverkäufe Deutschlands. So lange aber gruben- Besißern und Berglenten wird voraussichtlich zu einem ſtellungen für seinen minderjährigen Sohn hätten erfolgen die Münzstätten des lateinischen Münzbundes, Desterreichs Nationalstreit führen, an welchem 800 000 Bergleute betheiligt dürfen. Der Vater nimmt mit Recht an, daß, falls seines Sohnes Beschränktheit und seine eigenthümliche Bitte dem Geu. a. Staaten offen waren, war der Preisrückgang des sein werden. Die Vertreter der legteren haben die vorgeschlagene richt bekannt geworden wären, eine Freisprechung wegen manSilbers noch nicht so stark, weil durch Vermittlung der Lohnreduktion von 25 pet. abgelehnt, während die Grubenbefizer gelnder Verstandesreise erfolgt wäre. Jedenfalls beleuchtet der jedermann offen stehenden französischen Münze immer für darauf beſtehen und den Leuten Bedenkzeit bis zum 8. Juli ge: Fall die traurigen Berhältnisse des ländlichen Gesindes und die 15% Pfund Silber 1 Pfund Gold zu haben war. geben haben unter der Androhung, daß sonst alle Kontrakte auf Schußlosigkeit jugendlicher Angeklagter in der grellſten Weiſe. den 28. Juli gekündigt werden. Das rasche Einströmen des Silbers in die Münze Ueber das Ergebniß der Bemühungen des Vaters werden wir stätten der Staaten mit Doppel- oder Silberwährung ein Bericht aus Fünfkirchen folgendes: Der Argwohn der Ueber die ungarische Bergarbeiter- Bewegung besagt seiner Zeit berichten. Ende bereitet. Soziale Lteberlicht. wurde für diese zu einer bedrohlichen Erscheinung. Hätten Bergarbeiter gegen die Direktion der Kohlenwerke betreffs deren Die Wiener Gewerkschaftskommission hat an die Fach, die Staaten der lateinischen Münzunion( Frankreich, Wortbrüchigkeit in bezug auf die zugesagten Verbesserungen hat Unterstützungs- und Gewerkschaftsvereine Desterreichs Fragebogen Italien, Belgien und die Schweiz) sich hiergegen nicht ge- sich sehr bald als berechtigt erwiesen. Bom Lohnkomitee wurde versendet, in welcher um die Beantwortung folgender Fragen: wehrt, so wäre nach dem bekannten wirthschaftlichen Gesetze der Advokat Koloman Bolgar mit der Vertretung der Arbeiter 1. Der Verein erstreckt seine Thätigkeit auf welches Gebiet? das beffere Metall, das Gold, vom schlechteren, dem Silber, betraut, in deren Namen der Genannte als Schichtlohn 1,10 fl. 2. Welche Brauchen umfaßt derfelbe? 3. Datum der Gründung. verdrängt worden und diese Staaten wären aus Doppel bis 1,80 fl. forderte; Bergwerksdirektor Wiesner und der Vize- 4. Bahl der im Gewerbe oder den Branchen beschäftigten Perwährungs- Ländern zu Ländern mit Silberwährung de- gespan lehnten jede Feststellung eines Schichtenfohnes ab. Die fonen? 5. Bahl der wirklichen Mitglieder zu Anfang des grabirt worden, der Kurs ihrer Staatspapiere wäre Bergleute ermächtigten hierauf ihren Vertreter, als Minimal- Jahres? 6. Hat der Verein weibliche Mitglieder, wie viele? gewaltig gesunken, ihr Kredit hätte die schwersten Ein- Sollte dies bis zum 29. Juni nicht bewilligt werden, dann soll sind schon Mitglieder? 8. Höhe der Beiträge und in welchem Schichtlohn den sehr bescheidenen Lohnsay von 1 fl. aufzustellen. 7. Können auch Lehrjungen aufgenommen werden? Wie viele bußen zu erleiden gehabt und in allen ihren internationalen der Streit von neuem beginnen. Ueber das Resultat der Ver- Termin? auch Kategorien, wenn nicht ein gleicher Beitrag eingeführt Geldverpflichtungen, die vor allem an Deutschland und handlungen fehlen noch die Nachrichten. ist? 9. Was gewährt der Verein seinen Mitgliedern? 10. Ist ArbeitsEngland in Gold geleistet werden mußten, wären sie lofen- Unterstüßung eingeführt, welcher Betrag und wie lange? 11. Was benachtheiligt worden, weil sie für das nach dem Ausland Aus Desterreich. In Brünn trat am 27. Junt wurde im verflossenen Jahre an Arbeitslosen- Unterstützung auszu sendende Gold ein Agio( einen Aufschlag) hätten zahlen 2eberschaft der Firma Kürschner( 55 Weberinnen und bezahlt? 12. An wie viele Mitglieder? 13. Ist Reise- Unter4 Weber) in einen Lohntampf ein. Auch die Wei cheifenstüßung eingeführt, wie, wo und welcher Betrag? 14. Wie viele müssen. gießer der Firma Úra legten am 26. Juni die Arbeit nieder. erhielten im Vorjahre die Reise- Unterstützung? 15. Hat der Diese Erwägungen zwangen die DoppelwährungsFerner waren die Brünner Maurergehilfen mit ihren Meistern Verein den unentgeltlichen Rechtsschutz eingeführt? 16. Wie viele Staaten, blos noch die freie Prägung von Gold zu ge- in Differenzen gerathen, welche jedoch schon als beigelegt zu be- Rechtsschußfälle waren im Vorjahre und was wurde dafür ausstatten, ihre Münzstätten aber anzuweisen, daß sie fürderhin trachten sind, da die Forderungen: zehnstündige Arbeitszeit, Ab- bezahlt? 17. Wie und zu weisen Gunsten sind dieselben austein Silber auf Kosten Privater ausprägen sollen. Damit schaffung der Kantinen, achttägige Kündigungsfrist und Ab- gefallen? 18. Werden Erhebungen über Arbeits- und Lohnhatten diese Staaten das Prinzip des Bimetallismus that schaffung der Verwendung der Lehrlinge als Gehilfen im wesent- verhältnisse gemacht? 19. Wurden solche bereits gemacht sächlich schon aufgegeben, denn dasselbe besteht nicht blos lichen von den Unternehmern bewilligt wurden. Die bisher und können uns dieselben zur Verfügung gestellt werden? in dem gefeßlich festgesetzten Verhältniß von Gold zu Silber zwölfstündige Arbeitszeit wurde auf 1012 Stunden festgesetzt. 20. Ist die Arbeitsvermittelung eingeführt und wo wird ueber die Vorgänge bei dem jezt beendeten Streit im vermittelt? viele Vermittelungen fanden im und in dem Zwange Bahlungen in beiden Münzsorten in Duy- Brüyer Kohlenrevier berichtet der Brünner„ Volfsireund": Vorjahre statt? 22. Gehört der Verein einem Verbande an unbeschränkter Menge anzunehmen, sondern vor allem auch Der Bezirkshauptmann in Teplik, Graf Thun, gab eines schönen und welchem? 28. Hat der Verein Ortsgruppen, wie viele und darin, daß die staatlichen Münzfstätten ohne jede Be Tages den Befehl, auf eine versammelte Menge Bergarbeiter zu wo? 24. Hat der Verein Lesezimmer, wie viele und wo? schränkung Gold und Silber für Rechnung Privater schießen. Mehrere Arbeiter wurden schwer verlegt und ein 25. Ist ein Widerstandsfonds eingeführt, zu welchem Zwecke ausprägen. Desterreich Ungarn, obwohl es gesetzliche junger Bergmann, den eine Rugel mitten in die Brust traf, starb wird derfelbe verwendet? 26. Wie hoch ist der gegenwärtige # 21. Wie Widerstandsfonds? 27. Wie hoch sind die Beiträge zu demselben Viele Kameraden hielten sich von jeder Organisation zurück| mitglieder wurden gewählt: 1. Vorsitzender Rugge, 1. Schriftund in welchem Termine? 28. Wie hoch waren die Ein- und wegen des Streites, der unter beiden bestehe. Daher müsse führer Schneider, 1. Kassirer Olböter. Außerdem wurden Ausgaben desselben im Vorjahre? 29. Wird das Vertrauens- Einigkeit hergestellt werden. Während nun die Einen vor 3 Stellvertreter für die vorgenannten, und 1 Beisiger sowie männer- System gepflegt, und auf welche Art? 30. Halten Sie schlugen, an stelle des Fachvereins und des Verbandes eine neue 3 Revisoren ernannt. Die Wahl von Vertrauensleuten wurde im Laufe des Jahres einen Fachtag( Rongreß) ab? 31. Halten Organisation, die lose Zentralisation, zu begründen, zu deren wegen vorgerückter Zeit von der Tagesordnung abgesetzt. Nach Sie ein Privatlokal, was tostet daffelbe? 32. In welche In Gunsten der Fachverein sich aufzulösen bereit sei, forderten andere, dem noch von verschiedenen Mitgliedern auf die Nothwendigkeit dustriegruppe wünschen Sie eingetheilt zu werden? 33. Sind darüber sollten erst die bestehenden Organisationen befragt einer strammen Organisation hingewiesen war, schloß der VorSie für den monatlichen Pauschalbeitrag für die Kommission: werden. Die Versammlung entschied sich für die Gründung sigende die gut besuchte Versammlung. Alle Briefe, Senunter 100 Mitglieder 50 fr., von 100-200 Mitgliedern 1 fl., einer einheitlichen Organisation, und wählte zur Ausarbeitung dungen und Anfragen sind zu richten an: E. Olböter, Restaurateur, über 200 Mitglieder 2 fl., über 500 Mitglieder ein dem- des Statuts eine Kommission, bestehend aus den Kameraden Brunnenstr. 136. entsprechender Betrag, oder sind Sie für eine perzentuelle Bei: Lehmann, Obst, König, Thamm, Grabsdorf, Stolle, Fischer, tragsleistung? 34. An wen und wohin sind Zuschristen derzeit Dummer und Henschel. Kollege Obst forderte auf, die Kürschner zu richten? 35. Wie viel und welche Orte Ihres Wirkungs- in ihrer Lohnbewegung zu unterstüßen; Sammellisten für diefreises find noch nicht organisirt. 36. Welches find Ihre selben könnten bei ihm in Empfang genommen werden. Ferner Briefkaffen der Redaktion. dringendsten Wünsche in bezug auf die Organisation? I. Sind wurden diejenigen, welche noch Sammellisten für die streikenden Sie für einen Gewerkschafts- Kongreß? II. Wann und wo soll Bimmerer Wiens haben, aufgefordert, abzurechnen. Maierl Wunsiedel. Ob Sie den Wagen annehmen müssen, derselbe stattfinden? hängt davon ab, ob Sie der Firma von vornherein deutarbeiter hielt am 28. v. Mts. seine erste Generalversammlung 28., bezüglich 25., nicht mehr gebrauchen können. Haben Sie Der Verein der Brauereis und Bierverlags- Hilfe- lich zu erkennen gegeben haben, daß Sie den Wagen nach dem ab. Aus dem Bericht des provisorischen Vorstands ist zu er das interlassen, so müssen Sie den Wagen abnehmen, da er wähnen, daß die Mitgliederzahl über 450 beträgt und sich fort- bereits am 19. Juni zum Versandt gelangt war. laufend neue Mitglieder aufnehmen lassen. Auch der Vermögensbestand ist ein zufriedenstellender. Als definitive Vorstands Die ausgefüllten Bogen sollen so bald als möglich, spätestens aber Ende Juli an E. Kleedorfer, Wien, XV., Neubaugürtel 44, eingesendet werden. Eine neue Rundftrickmaschine für Strümpfe, erfunden von der Firma Wild u. Ko. in Bradford, ist in einer Chemnitzer Fabrik aufgestellt worden. Die Maschine wirkt selbstthätig und bedarf nur einer Arbeitskraft zum Aufstecken der Spulen. Drei Stricfarten fönnen auf dieser Maschine hergestellt und 12-15 solcher Maschinen von einer Arbeiterin bedient werden. Auch diese Erfindung wird tausende Opfer unter den Arbeitern und Arbeiterinnen fordern. Für den Kapitalisten Reichthümer über Reichthümer, für den Proletarier Arbeitslosigkeit, Noth und Elend, so äußern sich die Wirkungen des technischen Fortschritts im Zeitalter des Kapitalismus. Ein grelles Schlaglicht auf die schaudervollen wirthschaftlichen Zustände in Italien wirft ein Streit, der sich vor turzem in Bergamo abspielte. In den dortigen Seiden- und Baumwollspinnereien hatten am 19. Juni nach wochenlangen vergeblichen Verhandlungen sämmtliche 4000 Arbeiterinnen die Arbeit eingestellt. Der Ausstand hat indeß nur fünf Tage gedauert. Unter dem Druck der öffentlichen Meinung sahen fich die Fabrikanten genöthigt, die Forderungen im Wesentlichen zu bewilligen. Und was verlangten die Arbeiterinnen? Der Tagelohn, so lautet der Bericht, wurde auf 1 Lira( 80 Pfennig) festgesetzt und die Arbeitszeit, die bisher in der Regel fünfzehn Stunden betragen hatte, auf zwölf Stunden herabgefeßt. zu welcher Hölle muß der Kapitalismus das schöne Land Italien machen, wenn wegen der Durchführung solcher Forderungen erst die öffentliche Meinung rebelliren muß. Er Aus dem Reichs- Versicherungsamt. Der Arbeiter 2. aus Stefanowo war am grauen Staar erkrankt und auf beiden Augen erblindet, nachdem er längere Zeit in einer Klinik in Bosen behandelt worden war; eine Operation blieb ohne Erfolg. Er beanspruchte von der Posener landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft eine Rente, indem er behauptete, sich das Augenleiden beim Betriebe zugezogen zu haben. habe sich im November 1890 beim Abladen von Zuckerrüben erhigt, und als er dann bei windigem Wetter mit dem Wagen zurückfuhr, sich eine Erkältung der Augen zugezogen. Der Arzt erklärte, daß ein solcher Zusammenhang möglich, sogar wahr scheinlich, aber nicht nachweisbar fei. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Zahlung ab, und ebenso erkannte das Schiedsgericht mit der Ausführung, daß, selbst wenn man den behaupteten Entstehungsgrund als hinreichend glaubhaft gemacht ansehen wolle, doch kein Betriebsunfall vorliege, zumal feineswegs erwiesen sei, daß an jenem Tage ein besonders starker Wind geherrscht habe. Für die Folgen einer ge wöhnlichen, wenn auch aus Veranlassung des Betriebes entstandenen Krankheit habe aber die Berufsgenossenschaft nicht aufzukommen. Der Rekurs des Klägers wurde von dem Reichs- Versicherungsamt verworfen. Versammlungen. Die Kürschner und die Arbeiterinnen in diesem Berufe hielten am Sonntag eine gutbesuchte Versammlung ab, um einen Situationsbericht des Genossen Peters über den Streit entgegen zu nehmen. Auch diesmal konnte von Neubewilligungen berichtet werden. Am Sonnabend ist 11 Arbeitern, 6 aus der Pelz- und 5 aus der Mützenbranche, und je 10 Arbeiterinnen aus beiden Branchen das Verlangte durch Unterschrift der Meister zugebilligt worden. Weitere Anerkennungen der Forde rungen stehen in Aussicht. Die Ausständigen feuerte Genosse Peters an, unentwegt festzuhalten an dem gesteckten Ziel, und die Selbständigen( Hausindustriellen) ermahnte er, endlich ihren Meisterstolz und mit ihm die Gefolgschaft der freisinnigen Partei aufzugeben. Ein Vertreter des Kleinmeisterthums beklagte, daß ihm durch die Forderungen der Gehilfen und Mamsells das Leben fauer gemacht werde, während ihm ein sozialdemokratischer Kollege vorrechnete, daß man auch als kleiner Meister die Forderungen anerkennen tönne, wenn man nur wolle. Von einigen Rednern wurde der Radikalismus des zu den unabhängigen Sozialisten fich zählenden Herrn Dobronz bewundert, der am Tage der Streifproklamation es war Sonnabends noch 24 Dugend Müßen in Arbeit nahm, die am Sonnabend mitbezahlt wurden, und zu deren Fertigstellung er somit verpflichtet war. So fonnte er erst nach einigen Tagen die Arbeit niederlegen. Hervorzuheben ist noch aus den in der Debatte gemachten Ausführungen, daß unter denen, die überhaupt in den Streit eingetreten, sich noch kein Streitbrecher gefunden hat, und daß am Tage der Unterstützungsauszahlung die Kasse gut bestellt war. Während des Verlaufs der Versammlung erschien eine Anzahl Militärmüßenmacher, die von einer Besprechung famen und mittheilen ließen, daß auch sie nunmehr gewillt feien, fräftig für bie Organisation einzutreten und im Herbst an ihre Unternehmer Forderungen ชิน stellen. Diese Nachricht wurde mit lebhaftem Beifall begrüßt. Die Erörterung der Frage: Wie stellten wir uns zu den Werkstätten, die noch nicht bewilligt haben? wurde vertagt. Die Zimmerlente von Berlin und Umgegend nahmen in einer mäßig besuchten Versammlung am 2. Juli Stellung zu zwei Organisationsfragen; zuerst zum Bauarbeiter= Kartell. Maurer Wilte trat für Wiederherstellung desselben ein und wies auf den Erfolg hin, den das Kartell in der Koatsforbfrage beim Polizeipräsidium errungen hat. In der Diskussion sprachen sich einzelne Redner gegen, andere für das Kartell aus. Schigolsti hielt es neben der Gewerkschaftskommission für eine unnüge Zeitvertrödelung. Stehr, Delegirter der Zimmerer zur Gewerk schafts- Kommission, meinte, die Zimmerleute dürften sich nicht in zwei Organisationen vertreten lassen. Dagegen führten Thieme, Hinz u. a. aus, daß die Gewerkschaftskommission einen einigermaßen schleppenden Gang habe. Um die Spezialinteressen der Bauarbeiter besser vertreten zu können, sei das Kartell erforderlich. Im Laufe der Zeit werde in der Gewerkschaftskommission die Kartellirung der verwandten Berufe anzustreben sein. Die Versammlung nahm schließlich einen Antrag an, einen Delegirten nach dem BauarbeiterKartell zu entfenden, und wurde Thamm zum Delegirten gewählt. Alsdann erörterte die Versammlung die Frage: stellen sich die Zimmerer zur Gründung einer einheitlichen Organisation für Berlin?" In der Diskussion sprachen sich die Redner im allgemeinen dahin aus: Die beiden hier bestehenden Organisationen seien zu flein und könnten daher nichts erzielen. Wie 1. Ziehung der 1. Klasse 189. Königl. Preuß. Lotterie. Biehung vom 3. Juli 1893, Bormittags. Nur die Gewinne über 60 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. #O( Ohne Gewähr.) 118 22 213 63 715 34 1163[ 100) 69 265 360 493 633 704 66 824 38 89 97 2024 81 93 229 369 500 1 649 722 893 974 3082 86 157 474 506 41 688 828 92 4325 440 597 837 932[ 100] 59[ 200] 5162 307 499 537 75 677 81 994 6026 379 668 94 714 47 803 905[ 100] 7028 48 65 88 237 403 61[ 150] 675 708 849 8204 52 373[ 100] 625 73 725 82 935 65 9118 271 336 53 481 675 752 96 891 10378 506 25 600 8 59 65 11047 308 519 607,35 81 98 735 62 857 907 12036 77 81 111 39 75 210 41 611 47 731 817 86 918 13139 58 65 342 706 63 69 837 50 14019 156 225 320 38 53 914 53 15003 10 15 67 86 131 61 208 12 33 364 556 673 801 88 947 16128 251 319 88 454 611 842 59 81 87 924 17147 265 308 19 84 493 698 714 18005 1048 78 86 172 232 530 613 75 756 76 838 47 985 19093 212 374 469 694 20264 322 426 34 535 650 937 53 54 21033 102 21 56 411 39 47 571 86 98 606 723 88 824.901 19 25 71[ 100] 2258 257 415 96 505 37 771 828 23057 63 253 55 84 311 63 401 35 606 31 54 94 99 716 61 24079 89 191 218 506 14 26 39 82 615 64 763[ 100] 999 25055 214 71 339 91 402 24 26 950[ 300) 26001 41 83 154 207 87 371[ 100] 528 75 94 636 700 12 21 88 866 70 977 27231 474 63[ 2001 781 866 [ 100] 971 28005 170 72 74.631 913 17 49 70 29127 338 88 415 89 638 726 906 25 71 30076 123[ 100] 32 47 408 788 822 25 31035 220 633 66 32169 337 666 80 801 24 33026 74 106 29 31 84 91.335 844 65 67 938 52 63 34065 192 286 44) 60 632 60 61( 103) 759 60 979 35058 198 500 41 681 718 846 76 972 36 49 104[ 100] 66 73 486 544 821 923 37 101 24 67 178 262 523 612 782 90 997 88027 305[ 150] 64 686 893 39372 487 704 890 40010 128 273 90 97 421 59 996 41060[ 150] 236 407 44 579 81 96 604 78 90 750 881 904 42233 99 559[ 100] 817 433 15 56 418 33 13001 525 619 786 967 44104 285 327 573 677 90 809[ 300] 40 85 905 45354 445 508 49 62 600 5 878 91 46094 148 262 526 47007 630 57 721 95 803 48066 103 60 308 24 31 38 618 901 49002 67 134 259 300 430 661 739 809[ 20] 35 928[ 100] | 2. D. Ohne Uebermittlung des Statuts nicht zu be= antworten. 601 83 727 976 108026 35[ 150] 184 309 61 647 70 701 48 109032 208 59[ 100] 361 537 610 804 8 35 65[ 100] 110297 720 925 43 94 111138 474 503 630 708 25 818 82 112041 109 279 313 80 582 800 113042 173 411 553 99 731 801 114217 533 79 691 983 115005 29 141 206 531 98 116065 127 246 354 540 58 739 87 908 117174 292 300 431 576 700 57 981 118017 211 347 48 442 547 610 744 842 119256 546 55 601 762 846 54 927 44 120315 439 85 677 794 985 121089 352 635 80 705 29 814 59 122078[ 150] 189 329 81 670 925 123116 35 89 311 488 566 726 836 72 976 121188 295 306 39 407 955 91 125214[ 100] 48 356 76 949 61 71 77 126349 602 38 736 988 127474 509 704 810 22 30[ 150] 46 910[ 100] 96 128098 182 373 402 538 85 943 129237 437 787 910 82 130033 323 433 525 608 43 91 702 822 72 908 92 131388 604 751 817 90 132250 412 41 551 924 133053 107 36 273 3/8 45 70 480 91 588 96 646 65 836 54 134116 663 877 928 35 99 135134 44 59 317 35 414 84 503 57( 1001 81 675 91 897 901 79 136022 123 449 813 48 137014 21 30 184 355 442 66 621 758 876 138006 170 229 95 332 64 416 627 83 700 802 75 915 33 38 68 139030 111 81 377 405 48 53 828 140017 259 325 555 739 992 141039[ 200] 123 224 47 696 829 46 999 142110 258 521 64 76 843 47 58 901 76 143009 115 24 380[ 150] 95 703 802 69 87 97 906 37 144035 60 205 27 321( 100) 715 51[ 1001 99 1100] 870 902 47 145080 88 110( 500) 448( 100] 660 774 911 58 146236 559 767 75 827 147141 330 603 772 148006 23 218 431[ 150] 518 54 675 805 57[ 150] 73( 150) 912 149240 306 9 670 903 15 86 150093 162 251 371 469 586 718 151083 254 423 36 584 623 721 87 99 853 907 19 49 152047[ 100] 66 318 40 643 734 920 153105 256 366 85 526 675 93 751 916 56 79 154175 304 8 405 87 747 802 927 155017 37 187 341 438 5) 1 37 638 71 912 39 93 15 GIOI 39 40 57 92 512 83 737 95 863 157050 103 244 310 506 897 158259 384 453 720 850 938 159303 12 676 160000 24 147 213 506 10 84 721 95 816 994 161195 336 413 20 555 96 610 47 988 162122 44 73[ 100] 214 26 462 70 91 635 711 867 991 163075 165 414 66 611 716 25 819 913 49 164018 96 218 344 77 424 518 36 65 656 86 725 816 936 93 165030 271 445 59 697 726 52 910 166039 114 88 377 89 90 499 750 864 943 167185 209 426 41 46 54 599 86: 910 168010 26 98[ 150] 161 267 94 343 85 470 687 688 802 977 169213 60 302 480 554 56 825 77 93 141 26 91 50:19 43 9: 620 780 84$ 1015 33 92 232 357 83 460 62 502 12 17170188 589 601 36 45 703 171061000 129 115011927 100 1 491 56 605 12 799 815 931 90 52179 90 318 93 617 728 800 93[ 100] 915 19 58411 673 6-5 743 877 945 54166 203 396 466 516 48 731 55033 41 115( 100) 46 499 695 705 866 923 56 50654 57271 342 445 50 522 613 920 58021 98 126 317 418 62 629( 100) 782 926 59147[ 200] 67 74 368 76 79 584 685 744 807 60132 76 86 213 42 85 520 607 922 G1206 357 73 75 546 66 865 62087 133 213 28[ 100] 56 99 382 499 500 642 724 66 893 954 63086 125 271 318 403 62[ 150) 556 758 93 960 64030 167 311 534 902 15 65 65272 353 93 434 53 791 840 66207 73 81 502 7 10 62 638 758 910 26 39 87 67219 339 489 94 5-7 725 46 828[ 100] 51 62 68036 242 407 34 43 90 692 775 69167 226 366 84 476 82 529 685 93 753 70126 545 660 843 71051 56 22 411 50 507 51 92 622 39 701 958 72165 208 58 8J[ 100] 313 447 502 634 990 73159 307 429 44 556 66 646 719 903 74 74245 58 352 764 98 906 75218 306 410 531 748 96 807 90 928 43 76003 35 40 103[ 1001 40 266 404 552 611 32 825 999 77226 62 342 99 79 895 926 79 78275 335 91 492 633 819 79095 268 69 360 500 643 780 957 80058 174 231 39 566 714 69 79 803 34[ 150] 961 81256 87 424 70 94 978 92 82298 593 654 723 77 83261 87 301 24 71 689 727 84029[ 100] 32 192 239 41 83 342 428 48 61 93 95 596 853 976 85292 309 529 43 843 44 86048[ 100] C8 283 95 357 1100] 68 472 92 691 758 76 861 87553 612 34 92 786 894 95488501 623 745 76 855 96 995 83036 41 18 340 58 482[ 150] 511 644 82 88 703 65 71 90200 413 95 562 81 98 727 91031 42 76 238 73 421 595 698 779 810 939 92011 137 240 432 543 739 93 818 93163 282 382 445 97 804 94009 198 204 484[ 150] 601 753 70 858 919 73 95053 178 253 361 406 740 806 925 96050 26 574 695 724 97014 50 173 467 666 709 831 90 98060 88 487 749 818( 30) 914 33 99172 299 370 90 411 15 613[ 100] 94 100142 205 53 73 365 458 73 70 97 840 101051 205 70 519 66 615 756 78 903 91 102271 300 50 652 57 103143 87 442 805 35 41 104081 103 13 81 233 39 44 83 84 315[ 100] 88 467 529 93 99 678 84 795 928 51[ 200] 105031 357 417( 100) 74 549 661 827 106021 239 66 362 73 438 80 85 611 725 820 52 86 967 107091 155 207 94 493 1. Ziehung der 1. Klasse 189. Königl. Preuß. Lotterie. Biehung vom 3. Jult 1898, Nachmittags. Nur die Gewinne über 60 art find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 559 611 46[ 100) 81 797[ 100) 853 96 174051 52 261 642[ 100] 69 84 760[ 100] 888 996 175093 530 626 877 176051 80 231 358 453 546 61 62 641 NO 802 67 981 177091 266 72 376 419 545 76 81 626 76 717 29 957 76 91 178239 41 473 622 707 77 179008 64 106 319 45 49 727 929 180169 87 219 91 448 841 909 181022 96 477 592 673 83 913 182132 252 303 405 41 608 62 717 57 895 906 40 80 188017 146 59 232 663 78 809 37 45 947 181209 95 560 628 826 82 973 185123 48 401 5 63 502 640 745 188054 160 91 259 635 627 87 858 187187 313 21 47 404 97 623 50 96 717 917 188001 26 44 94 384 411 689 793 815 89 997 189009 327 34 515 39 86 720 190003 113 42 482 556 96 626 702 887 903 69 93 101198 286 657 81 84 799 896[ 300] 983 1: 2009 176 8+ 90 283 322 452 645 64 721 194066 193001 12001 10 206 68 94 307 45 69 500 29 624 822 979 ( 150) 96 129[ 1001 394 400 935 91 195108 543 724 46 51 53 843 198078 82 86 406 25 90 509 36 607 25 61 777[ 150] 970 197328 689 638 702 77 198506 689 740 48 70 77 847 48 72 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Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.