Nr. 338. onnementS'ßedlngungen: itmlä• Preis pränumerando; ' 8,30 SRI., monatl. 1,10 Wil, 28 Pfg. frei ins HauS. Hummer 5 Pfg. Eonnlags- oiil illusirierlcr Sonntags- Die Neue Well" 10 Pfg. Post. nemcnl: 1.10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitun-is- PreiSNste. Unter Kreuzband ,ür Deutschland und Oesterreich> Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnemenis nehmen an: Belgien. Dänemark, itint, Luxemburg, Portugal, ��neden und die Schweiz. CrMic il tislid) auOtr liloniagt. 27* Jahrg. Berliner Volksblstt. vis InleiÄonz-Lebilvr beträgt für die scchsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gcwertschasMche Vereins- und VcrsammIungS-Swzcigen 30 Pfg. „Kleine Hurtigen", daS erste(seit- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlas- siellen-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen vis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm-Adresse: „SozialdtmoKrat Rerlin". Zcntralorgan der rozialdcmohrati fehen Partei Deutfcblands. btlon: SM. 68, Lindenstrasse 69* Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. SetSuschte Hoffnungen. Die Presse der notleidenden Agrarier in Fuchspelzen und ihrer GePesverwandten von der Schwereisenindustrie fühlt sich durch den Ausgang der sogenannten„Moabitcr Revo- lution" wenig befriedigt. Mit der ihr eigenen viehischen Brutalität hat sie nicht mir ein schärferes Einschreiten der Polizei, sondern auch das rücksichtslose Eingreifen der Militärgewalt gefordert— in der schönen Hoffnung, daß das Ende des Massakres in der Durchdrückung eines neuen, ver- schärften Sozialistengesetzes bestehen würde: eines Gesetzes, daß die Presse der Sozialdemokratie lahmlegen und sie ver. hindern würde, bei den nächsten Reichstagswahlen öffentliche Agitation zu treiben. Für dieses hehre Ziel dünkte den großen Vaterlandsfreunden sogar die Aufopferung von einigen Hunderten, vielleicht sogar von einigen Tausenden friedlicher Staatsbürger nicht zu viel. Mochten immerhin einige tausend Kleinbürger und Proletarier durch Kanonen und Maschinen- gewehre zusammengeschossen werden, wenn nur der gewünschte Zweck erreicht und der Sozialdemokratie die Möglichkeit freier Bewegung genommen wurde. Heiligt doch nicht nur nach jesuitischem, sondern auch nach preußisch-patriotischcm Rezept der Zweck jedes Mittel, auch das niederträchtigste. Aber das Resultat der Polizeiexerzitien in Moabit ist zum Leidwesen der Agrarier und der industriellen Scharf- macher ein ganz anderes, als sie erhofften. Das Ergebnis ist nicht eine heillose Kompromittierung der Sozialdemokratie, sondern der Polizei und des preußischen Junkerregiments vor dem gesamten Auslande. Erfreut sich schon ohnehin der Junkerstaat Preußen keiner besonderen Achtung in der Kulturwelt, so haben die Meldungen der ausländischen Presse über bie Moabiter Polizeiattacken dieses Ansehen vollends untergraben. Ueberall spricht man nur mit tiefster Verach- tung von diesem Preußen und seinem Kosakenregiment. Daß dieser Erfolg der..Moabiter Revolution" dem reaktionären Gesindel in Seidenhüten nicht in seine politischen Kalkulationen paßt, ist selbstverständlich, und es konnte des- halb auch niemand überraschen, wenn dieselben Blätter, die noch vor kurzem über die„Blutgier" und die„wilde Zer- störungssucht" der angeblich sozialdemokratischen„Horden" in Moabit berichtet hatten, vor einigen Tagen plötzlich den Ton wechselten und die sozialdemokratische.Arbeiterschaft der Feigheit bezichtigten, weil sie sich zurückgehalten habe. Indes gaben die ehrsamen Vaterlandsfreunde noch nicht jede Hoffnung auf, ihren Zweck zu erreichen. Wenn sich bei ihren für Sonntag, den 9. Oktober, angesetzten Proteswer- fammlungen die Sozialdemokratie in ihrer Erregung zu irgendwelchen„Ausschreitungen" im Polizeisinn verleiten ließ und die Polizei dann zum scharfen Einhauen kam, so konnte vielleicht noch alles wieder wettgemacht werden. Es ließ sich dann mit einigem Geschick der Beweis führen, daß doch die Sozialdemokratie die Unruhestifterin gewesen sei und es neuer gesetzlicher Maßnahmen zu ihrer Niederhaltung be- dürfe. Nachdem nun aber auch die gestrigen Versammlungen wieder ohne die geringsten Ruhestörungen verlaufen sind, hat sich des reaktionären Federviehs eine grenzenlose Wut be- mächtigt, und in allen Tonarten schimpft es über die Feigheit der Sozialdemokratie, die es unterläßt, der Berliner Polizei den von den Scharfmachern so heiß ersehnten Vorwand für blutige Metzeleien zu liefern. So schreibt beispielsweise die „Deüts�e Tageszeitung aS Proletariat demonstriert, wann es will.» So war zu lesen im„Vorwärts" von gestern morgen. In dem Blatt wenden alle, die an die Absicht von Straßendcmonstrationcn aus Anlaß der 2l sogenannten„Massenversammlungen" des gestrigen Vormittag auch nur entfernt geglaubt hatten, als Idioten oder Schurken, wo nicht direkt als KommiS der Polizei, in hohen Tönen gebrandmarkt.„Das Proletariat demon- striert, wann es will!".... Und weil es nicht gewollt hat, und nicht etwa, weil eS nicht gekonnt hat. hat es gestern nicht demonstriert,— obgleich der Spaß gefährlich und die Versuchung deshalb vermutlich doppelt so groß war als sonst. .Das Proletariat hielt eine eiserne Disziplin.".... Die Sache ist die. Der Parteivorstand hatte, uM die Ge- nossen über den für die Partei blamablen und schädlichen AuS- gang des Moabiter PutfcheS hinwegzubringen, für gestern mittag 12 Uhr die gesamten 21 Versammlungen anberaumt. Auffällig war, daß die Genossen bereits für 8 Uhr vormittag? in die Zahlstellen befohlen wurden, und daß als höheren gc- nössischen Orts ausgegebene Parole bekannt wurde, daß man sich von dort gemeinsam durch die Stadt in die Versammlungs- lokale begeben wolle. Das gewissen Schichten der Sozialdcmo- kratie sozial und politisch nicht ganz fern stehende„Berliner Tageblatt" wußte mitzuteilen, daß im Anschluß an die Ver- fammlungen Straßenkundgebungen sowie solche im Friedrichs- Hain, Humboldthain usw. stattfinden würden. Die Polizei hat sich daraufhin dann eingerichtet, Störungen der öffentlichen Ordnung sowie mit roten Fahnen und ähn» lichem Spielzeug zu verübenden etwaigen Unfug cito«t jucunäe. wie dies selbstverständlich ist, zu unterdrücken.... Auch die Herren Genossen hatten von dieser prophylaktischen Tätigkeit nichts ahnen können. Aber sie hatten etwas anderes wahrgenommen, und jähe Furcht war ihnen darob mindestens ebenso schwer ins schlotternde Ge» bei» geschlafen, wie sonsten der Bourgeoisie der.Gleich- schritt marschierender Arbeiterbataillone. Man hatte Kenntnis bekommen, daß bei verschiedenen Revieren im Stadtinnern Schutzwaffen, insbesondere Karabiner, vom Polizeipräsi- dium aus angeliefert worden waren. Was davon zu halten war, konnte nicht eine Sekunde zweifelhaft sein:„Jagow" wollte eine „Schlacht" gegen die Berliner Arbeiterschaft schlagen I Am gestrigen Sonntag, und aus Anlaß der„harmlosen" Demonstm tionen! Man denke sich!— Dazu kam die Indiskretion des „Berliner Tageblatts"! Sie verdarb die letzte Stimmung! Die Genossen sagten:„Wir danken ergebenst, wir haben an Moabit genug!" und die Obergenoffen dekretierten:„Das Proletariat demonstriert nur, wenn es will! Diesmal aber will es eben nicht!" Und in der„KreuMitung": „Nach Art der Spitzbuben, die„Haltet den Dieb" rufen, wollten gestern die Genossen gegen die Polizei protestieren, die in Moabit die Arbeitswilligen vor den Fäusten, Pflastersteinen, Messern und Revolvern der Genossen schützen mutzte. 21 Ver fammlungen hatten sie für Berlin und Umgebung einberufen; Straßenradau war abgesagt worden. Zu diesem Entschlüsse scheint mancherlei mitgewirkt zu haben. Genossen mit sehr schlechtem Gewissen hatten dem„Vorwärts" hinter bracht, daß auf einigen Polizeirevieren„ganze Wagenladungen von Polizeirevolvern und Karabinern eingetroffen wären und daß das natürlich nur den Genossen gelte. In Wirklichkeit hau- delte es sich zwar keineswegs um„Wagenladungen", auch nicht etwa um Neuanschaffungen, sondern um die übliche Rückliefe- rung von der üblichen Vierteljahreswaffenprüfung, die durch eine Kommission geübt wird. Jedenfalls hielten die Genossen Ruhe für angebrachter. Vielleicht hatten die Moa- biter Prügel sie auch ein wenig besänftigt." Aehnlich äußern sich andere reaktionäre Blätter. Sie alle statten so zuversichtlich darauf gerechnet, daß die neuen Karabiner Gelegenheit finden würden, sich zu bewähren. Und nun war es wieder nichts. Vielmehr haben die Sonntags- Versammlungen aufs neue bewiesen, daß die sozialdemokratische Arbeiterschaft Ordnung zu halten versteht. Es ist nur allzu begreiflich, daß dieser Strich durch die reaktionären Kalku- lationen grimmige Verdauungsstörungen verursacht. »,» Cm flugblattprozek in Hueficfot? Am Sonntagmorgen, vor dem Zusanimentritt der Protest Versammlungen gegen das Moabiter System, haben die Beo liner Parteigenossen mit dem gewohnten Eifer und der Punkt lichkcit, die sie so oft bewiesen haben, 975 V00 Flu gl b l ä t t e r in Berlin und seinen Vororten verbreitet, die zum Besuch der Versammlungen einladen und worin die Taten der Polizei und der bürgerlichen Presse einer scharfen, aber durch auS sachlichen Kritik unterzogen werden. Dieses Flugblatt hat der Polizei natürlich nicht gefallen. Wenn aber die „Deutsche Montagszeitung", das neue Organ der Reaktion, dessen Entstehungsgeschichte und Bestimmung wir noch vor seinem ersten Erscheinen in dem Feuilleton„Bethmann am Montag"(Nr. 224 des„Vorwärts", t. Beilage) gel schildert haben, recht hat, so will die Polizei sogar die Staatsanwaltschaft und das Gericht gegen das Flugblatt in Bewegung setzenl Die„Deutsche Montagszcitung", die es bei ihren sehr engen Be- Ziehungen zur Regierung und also auch wohl zum Polizeipräsidium vielleicht wissen kann, teilt närn lich mit: „Die Flugblätter der Sozialdemokratie, die sich nnt den Vor- gängen in Moabit beschäftigen, werden noch ein gerichtliches Nachspiel haben. Wie verlautet, soll Anklage wegen des Inhalts erhoben werden. Die Flugblätter führen den Titel: „Die Diktatur des Polizeifäbels in Moabit" und enthalten heftige Angrisse gegen die Polizei, die als Schützerin der Unternehmer- interesscn und als„Schutzgarde für Kapitalisten und Arbeits- willige" hingestellt wird." Wenn das Organ Bethmanns recht hat, so würde also der Polizeipräsident Strafantrag gegen unseren Genossen Eugen E r n st stellen, der das Flugblatt verantwortlich ge- zeichnet hat. Ob Herr v. Jagow sich das aber nicht doch noch reiflich überlegen wird? Denn er wird sich doch nicht verhehlen können, daß dieser Prozeß dem Genossen Ernst Gelegenheit geben würde, das gehäufte Material, das über die Polizeitaten von Moabit vorliegt, in einem umfassenden Wahrheitsbeweis, den kein Gericht und kein Staatsanwalt abschneiden kann, der gesamten Ocsfentlichkcit zu unterbreiten. Daß Herrn v. Jagow und seinen Heerscharen, sowie der Regierung daS Ergebnis angenehm sein würde, möchten wir sehr bezweifeln. Wir können daher trotz des notorischen Reptil- Charakters der„Deutschen Montagszeitung" ihre Mel- dung noch nicht als vollen Beweis nehmen, daß der Polizeipräsident wirklich zur Stellung des Strafanttages entschlossen ist. Oder— sollte er müssen? Sollte d i e Regierung wollen, die weniger von dem Verhalten der Schutzleute und Kriminalbeamten weiß. als Herr v. Jagow? Aber von der Verprügelung der englischen Journalisten weiß sie doch auch und schon dieser Fall sollte den Herrn Polizeiminister davor warnen, das heiße Eisen 6xpcdition: SM. 68, Llndcnstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. eines solchen Prozesses anzufassen! Nun, wir können's ruhig abwarten, denn die Sozialdemokratie und die Arbeiter können von der Aufklärung der Moabiter Vorkommnisse durch einen solchen Prozeß auf keinen Fall geschädigt werden! Protestkundgebungen des Proletariats, Ueber die große Demonstration, die am Sonntag von der Arbeiterschaft Berlins gegen die Polizeitaten in Moabit ins Werk gesetzt wurde, finden unsere Leser einen eingehenden Bericht ini 1. Beiblatt. Auch im Reiche aber protestiert das Proletariat gegen die Moabiter Polizeimethoden. Aus Stettin wird uns vom 9. Oktober berichtet: Streikrecht und Polizeifaust.— Der Siraßenkampf in Moabit! So lautete das Thema dreier öffentlicher Volksversammlungen, in die am Soiintagnachmitiag die Stettiuer Arbeiter strömten. Die Versamnilungen waren überaus zahlreich besucht, da die Stettiner Arbeiterschaft gegenwärtig ein besonderes lokales Interesse daran hat, gegen das Eingreifen der Polizei in wirtschaftliche Kämpfe und die Ausnahmegesetz-Hetze der bürgerlichen Presse zu demonstrieren. Gegenwärtig stehen in Stettin die Arbeiter, Handwerker und Kutscher der Deutsch-Amerikanischen Petroleuingcsellschaft im Streik, und da die Firma keine ortskundigen Kutscher zu Rausreißerdiensten findet, so hat sie von auswärts Ersatzkräfte herangezogen, in der Hauptsache sind eS die Reifenden der übrigen Filialen der Gesell- sckaft. Natürlich finden sich die Streikbrecher in den Straßen Stettins nicht leicht zurecht, und nun werden den Pctroleumtank- wagen Kriminalbeamte beigegeben, angeblich zum Schutz der Streik- brecher. Da denen jedoch bisher kein Mensch etwas zu Leide getan hat, vermutet die Stcttiner Arbeiterschaft mit gutem Grund, daß. die Polizeibeamten den Streikbrechern als Führer durch Stettin dienen sollen, also zum indirekten Streik- b r u ch befohlen sind. Natürlich erregen auch in Stettin die polizeilich bewachten Petroleumwagcn großes Aufsehen, zumal die Streikbrecher ein äußerst provokatorisches Benehme» zur Schau tragen. Die Referenten, Genossen Decker. Heise und M a i e r, kennzeichneten natürlich neben dem Verhalten der Berliner Polizei auch das der Stettiner gbbührend. Die Versammlungen endeten nach einein begeistert aufgenommenen Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung mit der Annahme einer Resolution, in der das Vorgehen der Polizei in Moabit und ihr Eingreifen in Lohnkämpfe zugunsten des Unternehmertums scharf verurteilt werden und zum Schluß auch gegen das Verhalten der Stettiner Polizei zum Streik der Stettiner Transportarbeiter bei der Deutsch-Amerikanischen Petroleumgesellschaft protestiert wird. Luch wird gegen das schmachvolle Verhalten der bürgerlichen Presse und gegen das Bestreben der Reaktionäre, die Vorgänge in Moabit zur Förderung ihrer volksfeindlichen Pläne auszunützen. Protest erhoben. ftfnfundfiebLig Verhaftete. Eine Korrespondenz meldet: Wegen der Unruhen in Moabit befinden sich jetzt 76 Per- sonen im Untersuchungsgefängnis zu Moabit. Alle von der Kriminalpolizei Vorgeführten wurden vom Unter« suchungSrichter in Haft behalten. WeitereVerhaftungen find nicht mehr zu erwarten. Die Voruntersuchung ist soweit gefördert, daß wahrscheinlich noch in diesem Monat gegen alle Angeschuldigten die Hauptverhand» l u n g stattfinden kann. Von den Verhafteten sind viele wegen der Straftaten, deren sie jetzt beschuldigt werden, schon vorbestraft. Vier sind Frauen, darunter eine, die wegen einer Aus« schreitnng(!) beim Streikpostenstehen schon bestraft ist. Hie Revolution in Portugal. Der Krieg der Mönche. Lissabon» 10. Oktober. (Telegramm unsere? nach Lissabon entsandten Spezialkorrespondente n.) Die Mönche fahren fort, heftigen Wider st and gegen die AuSweisungSmaßregcln zu leisten, besonders im Norden der Stadt- Dort werden zwischen den Mönchen und den Truppen Gewehr- s ch ü s s e gewechselt. Die Armee, die durch die in der Bai lagernden Kriegsschiffe unterstützt wird, setzt den Angriff ans die Klöster während der Nacht mit Hilfe der Scheinwerfer der Flotte fort. *•* Nachdem jetzt die neue republikanische Regierung an die Durch- führung eine? der ersten Punkte ihres Programms geht, das heißt an die Beschlagnahme der großen Besitztümer, die die religiösen Orden während einer langen Zeit mit allerlei bedenklichen Mitteln zusammengescharrt haben, widersetzen sich die Insassen der Klöster der Ausführung mit einer Heftigkeit, die bisher bei Dienern GotteS unbekannt war. Sie bedienen sich dabei der modernsten Waffen. Sie haben Flinten und Boniben, ja selbst Mitralleusen. Sie haben sich in ihren Klöstern verbarrikadiert und schießen auf die angreifenden Truppen wie gediente Soldaten. Aber ihr Widerstand kann nur von kurzer Dauer sein. Die ganze Armee und die Marine stehen auf der Seite der Regierung und gegen diese Streitmächte kommen die kriegerischen Mönche auf die Dauer nicht auf. Für die kommenden ähnlichen Kämpfe in den benachbarten Ländern ist eS eine bemerkenswerte Tatsache, daß die Mönche und besonders die Jesuiten, die schon während der Revolution von Bareelona im vergangenen Jahre auf daS Volk ge- ch 0 s s e n haben, sich ungestrast solche Mordmaschine 11 verschaffen konnten, wie Mitrailleusen. ES erhellt auS dieser Tatsache übrigen? auch deutlich, wie faul eS mit der Behauptung steht, daß die Monarchie die Orden nicht unterstützt habe, denn auS ihren Händen haben die Insassen der Klöster offenkar doch die Mitrailleusen Gezögert. Zum mindesten durch ihre Äermiiteluiig oder unter ihrer Zustimmung. Die portugiesischen und französischen Klerikalen haben versucht, einen internationalen Zwischenfall zu schaffen. Sie behaupten, daß ein französischer Lazarist namens Frague während eines Kampfes zwischen Truppen und Mönchen getötet worden sei. Die Klerikalen haben aber mit diesem Versuch bisher kein Glück gehabt. Augenblicklich sind, wie das obige Telegramm unseres nach Lissabon entsandten Spezialkorrcspondente» zeigt, die Truppen dabei, mit Unterstützung der in der Bai lagernden Flotte die Klöster, Ideren Insassen sich den Regierungsmaßnahmen widersetzen, zu belagern- Die meisten Klöster sind aber bereits in den Händen der republikanischen Truppen. Besonders hartnäckig haben sich die Jesuiten von Campo- lide sin einem Vorort von Lissabon) gewehrt. Die Regierung, ob- gleich fest entschlossen, dem Widerstand der Mönche ein Ende zu machen, verfährt mit den Besiegten sehr großmütig. Die fremden Regierungen scheinen mehr und mehr geneigt, die Republik anzuerkennen. Es scheint, daß selbst die Könige von Europa jetzt, wo Manuel nicht mehr zählt, nur noch wenige liebens- würdige Worte für ihn haben. So bringt uns die portugiesische Revolution eine neue Er- scheinung. Die Mönche werfen Bomben und die Könige halten keine Solidarität untereinander. Ein Zeichen der Zeit I Noch ein Negierungsprogramm. Paris, 10. Oktober.„Matin" berichtet aus Lissabon: Die Regierung hielt gestern eine Sitzung ab, um über die Lage zu be- raten. ES wird eine allgemeine Amnestie für politische Verbrecher verkündet worden, von der besonders Mitglieder von Geheimbünden betroffen werden sollen. Das Gesetz gegen die Anarchisten, welches ausschließlich bezweckte, die republikanische Bewegung hintanzuhalten, wird a b g e- schafft werden. Der bisherige religiöse Eid wird durch den bürgerlichen Eid ersetzt werden. Munizipal- g a r d e und Polizei werden ebenfalls abgeschafft. Eine allgemeine Demokratisierung des ganzen Landes wurde von der Regierung aufs wärmste befürwortet. Der katho- lische Kultus als Staatsreligion wird abgeschafft und völlige Kultusfreiheit proklamiert werden. Die Mitglieder der neuen Regierung werden sich der größten Einfach- heit befleißigen und der zu wählende Präsident wird nur eine kleine Entschädigung beziehen. Die Mastnahmen gegen die Orden. Lissabon» 10. Oktober. Der Justizminister erklärte in einer Unterredung, was die Jesuiten anbeträfe, so würden sie als Verräter des Vaterlandes betrachtet werden und für immer aus Portugal ausgewiesen werden. Auch d i e übrigen Kongregationen würden gezwungen werden, sich aufzulösen. Die Güter der Jesuiten werden b e- schlagnahmt und über die Güter der übrigen Orden wird ein Inventar aufgenommen werden. Ferner wird eine Untersuchung über die Herkunft der Güter ein- geleitet werden. Lissabon, 10 Oktober. Gestern abend wurden einige Mönche, die sich in Zivilkleidung auf der Straße zeigten und die rcpubli- kanischen Farben trugen, verhaftet; die Menge hätte sie beinahe gelyncht. Im ganzen gibt es in Portugal ungefähr 5— 60 0 0 Mönche und Nonnen. Die auswärtigen Nationen angehöri- gen Ordensmitglieder werden bis zur Grenze gebracht, dagegen die Schwestern und Mönche portugiesischer Nationalität ihren Familien übergeben. Das portugiesische Volk ist nicht antireligiös, der Landklcrus ist sogar zum größten Teil republikanisch gesinnt.(Das letztere ist kein Wunder, da der Pfarrklerus auf dem Lande an den reichen Besitztümern der Orden keinen Anteil hat und wahrscheinlich schlecht bezahlt wurde.) Lissabon, 0. Oktober. Die Ausweisung der Mönche und der Ordensfrauen hat allerorts begonnen. Die in den klösterlichen Er- ziehungsanstalten untergebrachten Kinder sind den Eltern zurück- gegeben worden. Unter den Ausgewiesenen befindet sich Kardi- nal Netto, ein Franziskaner. Der Erzbifchof von Beja hat bereits das Land verlassen. Nur wenige Kirchen in Lissabon waren heute geöffnet. Lissabon, 8. Oktober.(Meldung der Agence HavaS.) Die Stimmung gegen die Kongregationen ist sehr gereizt. Zu den Vorgängen im 51 lo st er Quelhas wird noch gemelvet, daß Reiterei und Matrosen in das Gebäude eindrangen, sie fanden es geräumt; das wenig beschädigte Innere zeigte deutliche Spuren von der eiligen Flucht der Insassen. In der vergangenen Nacht sind Bewaffnete in das Frauen- kloster T r e n a s gedrungen. Die 150 Schwestern versuchten Wider- stand zu leisten. In dem Tumult wurden 12 Zlonnen leicht ver- wundet, sie wurden nach dem Militärkrankenhaus gebracht, die übrigen Nonnen wurden auf Wagen weggeführt; man weiß nicht wohin. Das Kloster ist von Militär besetzt worden. Die Wahlen. Lissabon, 10. Oktober. Die Wahlen zu den Cortes sollen m etwa zwei Monaten stattfinden. Manuel ausgeschifft. Gibraltar, 0. Ottober. Die Jacht Amelia ist heute nachmittag, nachdem König Manuel und die übrigen Mitglieder der könig- lichen Familie sich ausgeschifft hatten, nach Lissabon in See gegangen. Zur Verabschiedung waren Offiziere und Mannschaften an Deck angetreten. Die Jacht ist abgefahren, weil die portugiesische Regierung sie als Staatseigentum beansprucht hat. Der Exkönig und seine Familie sino in den Palast des englischen Gouverneurs als Gäste eingezogen. Gefühlvoll teilen bürgerliche Blätter mit, daß Manuel gänzlich verarmt sei. Indes hat er eine schwerreiche Mutter, braucht also noch nicht zur staudesunwürdigen Arbeit zu greifen._ Die Ciquidallonen des Generals. Im Nrichstag hatte in den Jahren 1900 und 1910 bei der Be- ratuna des Militäretats der Abgeordnete Genosse Stücklcn zur Sprache gebracht, daß ein General zu Unrecht Amzugskosten und Rciscspesen liquidiert habe. Diese Affäre sowie die im Reichstag darüber geführten Verhandlungen wurden im„Vorwärts" vom 20. Februar 1910(Nr. 43) noch einmal zusammenfassend erörtert, unb es wurde dabei der General v. Below, Kommandeur der 4. Garde-Jnfanterie-Brigade, als der in Betracht kommende General genannt. Es wurde ausgeführt, v. Below habe sofort nach seiner Beförderung zum General sich gemeldet und 510 M. Umzugs- kosten erhoben, obwohl ein Umzug nicht stattgefunden hatte. Erst nach längerer Zeit habe er eine andere Wohnung genommen, die aber in seinem bisherigen Wohnort lag, so daß dieser nicht ver- lassen wurde. Derselbe General habe auf dem Truppenübungs- platz Besichtigungen vorgenommen, für die ihm nur Kommando- zulagcn zugekommen wären, er habe aber die böheren Tagegelder dezogen. Das habe er gekonnt, Iveil er von seinem Brigadestab wenigstens einen Schreiber und eine Ordonnanz in Berlin zurück- ließ, so daß der Stab als nicht mitausgerückt galt und nun von dem Offizier Reisespesen berechnet iverden durften. Das nach Döberitz initgenommenc Personal habe dort die von Berlin aus nachgesandten Sachen bearbeitet, diese seien dann nach Berlin an den Schreiber zurückgeschickt worden, und der erst habe sie von Berlin aus expediert. Der Weg nach Döberitz sei übrigens auch auf Dicnstpfcrden zurückgelegt worden, v. Below habe aber Reise- spesen wie bei einer Eisenbahnfehrt berechnet. Der Kriegsminister habe im Reichstage den General verteidigt. Aber von dem Gericht des Generalkommandos, das auf Grund einer gegen v. Below er- statteten Anzeige sich mit der Sache zu beschäftigen gehabt habe, sei anerkannt worden, daß ihm nur Kommandozulagen und nicht Tagegelder zustanden, weil der Brigadestab als mitausgerückt gelten mußte. Und bezüglich der Umzugskosten seien vom Kriegs- minister inzwischen die Bestimmungen dahin geändert worden, daß nicht mehr, wie es im Fall Below geschehen war, der Umzug schon als vollzogen anzusehen sei, sobald Meldung im neuen Standort erfolgt sei. Wegen dieses Artikels stand gestern der„Vortvärts"-3icdaktr»r Genosse Richard Barth vor dem Landgericht I(Strafkammer 1) unter der Anklage der verleumderischen Beleidigung deS' Generals v. Below. Er sollte dem General V. Below den Vorwurf gemacht haben, daß er im Bewußtsein der illcchtswidrigkcit falsch liquidiert habe, um sich zu bereichern. Der Angeklagte erklärte, daß es ihm ferngelegen habe, daS zu behaupten, und in dem Artikel stehe ja auch nichts von einer bewußt falschen Liquidation. Der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Schmidt hatte von vornherein festzustellen, daß die Angaben des Artikels..ja im großen ganzen richtig, wenig- stens objektiv richtig" seien. Zweifellos habe aber General v. Bcloio in gutem Glauben gebandelt, was auch vom Gericht des Generalkommandos und vom Kriegsministerium anerkannt worden fei. Mit dem„Vorwcirts"artikel habe der Eindruck erweckt werden sollen, daß v. Below„Tand in die Augen streuen" wollte. Das sei zu folgern aus Ausdrücken, wie: v. Below habe den angeblich in Berlin zurückgelassenen Stab durch den Schreiber und die Ordonnanz„markieren" lassen, und indeui er diesen Weg „wählte", habe er„erreicht", daß er die weit höheren Tagegelder beziehen konnte. Der Angeklagte wiederholte, es sei ihm nicht eingefallen, hiermit den guten Glauben des Generals bestreiten zu wollen. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfcld stellte fest, daß auch die Anklageschrift hervorhebt, v. Below habe objektiv unrichtig liquidiert. In der Beweiserhebung wurde an erster Stelle General v. Below vernommen. Sein Standort sei Charlottenburg gewesen, als er vom Oberst des Elisabeth-Rcgimcnts zum Kommandeur der 4. Garde-Jnfanterie-Brigade befördert wurde. Daß er für den notwendigen Nmzug die Kosten liquidiere» konnte, �habe er gewußt. Oberzahlmeister Scheffler habe ihn veranlaßt, die Kosten schon vorher zu liquidieren, weil bei einem unverheirateten Offi- zier, wie er es sei, der Umzug als bollzogen angesehen werde, sobald er im neuen Standort sich gemeldet habe. Die Liquidierung sei zulässig gewesen, erst später seien die Bestimmungen geändert worden. Bezüglich der Besichtigungen a»f dem Truppenübungs- platz bekundet Zeuge, daß er mit dem Adjutanten Hauptmann v. Wilczek auf eigenen Pferden nach Döbcritz geritten sei. Einen Schreiber und eine Ordonnanz habe er mitgenommen, einen anderen Schreiber nebst Ordonnanz habe er in Berlin zurück- gelassen, hiermit sei tatsächlich nicht der ganze Stab ausgerückt gewesen. Daß er sonach Tagegelber liquidieren durfte, sei auch die Ansicht der Intendantur gewesen, bei der er zuvor an- gefragt habe. Auf eine Frage des Verteidigers, ob denn ihm selber gar keine Bedenken an der Richtigkeit seiner Liquidationen aufgestiegen seien, antwortete der Zeuge mit einem sehr bestimniten„Nein". Er habe die Tagegelder hinterher wieder zu- rückgezahlt, aber auch hier stehe er auch beute auf dem Standpunkt, daß er sie ebenso wie die Kosten für den Umzug erheben durste. Diese habe er nicht zurückgezahlt, weil er ja später tatsächlich um- gezogen sei. Auch Hauptmann v. Wilczek, der mit nach Döberitz geritten Ivar, bekundete, daß er gemeint habe, mit der Liquidation sei alles so in Ordnung. Auf der Intendantur habe er ausdrücklich gefragt, wie es nachher mit der Liquidation sein werde, und da habe man geantwortet, daß Tagegelder zu liquidieren seien. Zeuge Rechnungsrat Scheffler, der damals Oberzahlmeister beim Eli- sabethregiment war, hat selber den zum General beförderten Herrn v. Below veranlaßt, sich die Umzugskosten sofort bezahlen zu lassen. Zeuge Jntendanturrat Bnchardi ist vom Hauptmann v. Wilczek darüber befragt worden, ob an der Abfindung des Generals sich etwas ändern iverde, weil ein Schreiber mit nach Däberitz gehe. Burcaudiätar Cyriö, der damalige Brigadeschreiber, hat mit dem zweiten Schreiber Tiedemann nur privatim abgemacht, daß Tiede- mann die Sachen nach Berlin schicken solle, damit Cyris sie dort be- arbeite. Der Verteidiger legt diesem Zeugen die Frage vor ob in seiner Gegenwart General v. Below zum Hauptmann v. Wilczek von UmzugSkostcn gesprochen und schließlich gesagt habe:„Na, ich kann ja in Berlin vorübergehend gewohnt haben." Zeuge erinnert sich nicht einer solchen Aeußerung. Der frühere Brigadeschreiber Tiedemann bekundet, daß er aus dem Munde des Generals v. Be- low eine solche Aeußerung in der Tat gehört habe. v. Below und v. Wilczek erklären daS für vollig ausgeschlossen, aber Tiedemann hält seine Angaben aufrecht. Die Frage des Vorsitzenden, ob Tiede- mann dem„Vorwärts" daS Material zu dem Artikel geliefert und mit Barth darüber gesprochen habe, wird von dem Zeugen verneint; er habe aber mit anderen Personen darüber gesprochen und sie in- foriniert. Gegen die Vereidigung TiedemannS erhebt Staats- anwalt Müller den Einwand, daß er der Anstiftung oder Tcilnahuie verdächtig sei. Der Verteidiger beantragt Vereidigung, da ja die Eröffnung des auch gegen Tiedemann beantragt gewesenen Ver» fahrens abgelehnt worden sei. Das Gericht beschließt Richtorr- eidigung. Nach Schluß der Beweisaufnahme führt Staatsanwalt Müller aus, in dem inkriminierten Artikel deute alles auf die Absicht deS Vorwurfes einer wissentlich falschen Liquidation hin. Wenn auch die Liquidationen objektiv unrichtig gewesen seien, so sei doch nicht die Spur eines Beweises der Wissentlichkeit erbracht worden. Die einem so hohen Militär zugefügte Ehrenkränkung sei mit drei Monaten Gefängnis zu sühnen. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Kurt Rofcnfeld forderte Freisprechung, weil der Artikel mit keinem Wort behaupte, daß die Gelder im Bewußtsein der RechtS- Widrigkeit erhoben worden feien. Die Absicht der Beleidigung werde gefolgert mit Hilfe mühsamer Auslegung einzelner Ausdrücke, wie „markieren",„wählen",„erreichen". Die objektive Unrichtigkeit der Liquidationen fei und bleibe erwiesen, und Bedenken hätte auch General v. Below haben sollen. Der Artikel habe eine Aenderung der Bestimmungen erreichen wollen, und die sei ja inzwischen auch erreicht worden. Barth habe berechtigte Interessen wahr- genommen, indem er die im Reichstag von einem fözialdemokrati- fchen Abgeordneten begonnene Erörterung in dem Preßorgan der sozialdemokratischen Partei fortsetzte, um auch einmal gegenüber dem Kriegsminister den Sachverhalt darzulegen. Der Angeklagte, Genosse Barth, wiederholte zum Schluß die Erklärung, daß ihm die Absicht einer Beleidigung ferngelegen habe. DaS System habe gekennzeichnet werden sollen, das derartiye Dinge möglich mache. v. Below habe nicht richtig gehandelt, nicht anderes fei in dem Artikel gesagt worden, der damit ein berechtigtes Interesse wahrte. Das Gericht kam zu dein Urteil, der Artikel sei zweifellos nur zu dem Zweck veröffentlicht, dem General v. Below„eins anzn- hängen". Objektiv gebe auch das Gericht zu, daß v. Below wohl nicht ganz den damaligen Bestunmungen entsprechend liquidiert habe. Aber die Beweiserhebung habe ergeben, daß er durchaus in gutem Glauben und in keiner Weise unfair gehandelt habe. Der Artikel teile Tatsachen mit, die wahr seien. Er wolle aber den Eindruck erwecken, daß v. Below sich wissentlich falscher Liquida- tionen schuldig gemacht habe, und das sei nicht wahr. Berechtigte Interessen seien nicht gewahrt worden. Bei der Strafabmessung sei erwogen worden, daß eine Geldstrafe den Angeklagten nicht treffen würde, und daß auch die Tat au sich eine Freiheitsstrafe rechtfertigt. Darum sei auf 1 Monat Gefängnis erkannt worden. Ein merkwürdiges Urteil: eine unrichtige zu hohe Liquidation erfolgt. Das ist Wahrheit. Die Wahrheit wird mitgeteilt, um solchen dem Steuerzahler teueren Mißstand für die Zukunft zu beseitigen. Die Wahrheit des Artikels wird erwiesen. Aber dem „Vorwärts" muß, um die Spruchwcise des Gerichts zu gebrauchen, „eins angehängt" werden. Flugs wird der staatLanwaltltche Be- leidigungskonstruierapparat in Bewegung gesetzt. Die Formel:„der Artikel enthält zwar die Wahrheik, aber die Form ist beleidstMd" paßt nicht. Auch bei der sorgfältigsten Suche findet sich kqme F'w malbelcidigung� Da mutz der Beleidigungsbrutapparat herhalten, gespeist durch'Mcphistopheles Marke„Legt Ihr nicht aus, so legt Ihr unter". Der Angeklagte, heißt es nun, hat„den Eindruck er- wecken wollen", es habe der General wider besseres Wissen zwihodi liquidiert. Fertig i stdie Verurteilung— eine Verhandlung.-erübrigte sich danach eigentlich. Auch das Strafmaß macht keine Kopfschmerzen: ein Redakteur, ein sozialdemokratischer RditiklmV ist angeklagt, also— vor dem Gesetz sind alle Preußen, sagt die Verfassung, gleich— Gefängnisstrafe. Flößt solche Rechtsprechung nicht volles Vertrauen zur Rechtspflege ein und beseitigt den Rest vom Glauben an eine Klassenjustiz? Revision ist selbstverständlich eingelegt: mag das Reichsgericht entscheiden, ob die zu hohe Liquidation des Generals nicht eine wissenschaftliche, künstlerische oder gewerbliche Leistung oder etwas Aehnlichcs ist, dessen abfällige Beurteilung unter dem«schutz� des § 193 des Strafgesetzbuches steht. -- 3(3(610 poUtifchc CkbcrHcht. Berlin, den 10. Oktober 1910. Ter feudale Osten und der industrielle_ Die„Köln. Volksztg." und ihre Hintermänner finjar-uEet die offene Parteiergreifung des Fürstbischof Kopp für die Noeren-Bittcrsche Richtung und die Bezeichnung der klerilMp Zentrnmspolitik in Rheinland-Westfalen als einer„Ber- s e u ch u n g des Westens" aufs höchste erbittert; aber dieses Blatt hat seinen Lesern jahrzehntelang eine so tiefe Ehr- furcht vor der Autorität des Episkopats eingepaukt, daß es jetzt nicht wagen darf, ohne Widerspruch in den eigenen Reihen zu finden, öffentlich energisch gegen die politische Verdächtigung nnd Anmaßung des gelehrigen orthodoxen Schülers des heiligen Thomas von Aquino in Breslau aufzutreten, sondern sich mit faden Ableugnungen, frommen Glaubensversicherungen und allerlei verschämten Worten des Bedauerns begnügen muß. Doch in seiner Verlegenheit weiß sich das Llölner Zentrumsblatt zu helfen. Seine Hintermänner lancieren kräftige Abwehrarsikel gegen die Breslaucr Eminenz in die außerdeutsche klerikale Presse, und die„Köln. Volksztg." druckt dann mit den obligaten RespcktSverbeugungen vor der fürst- bischöflichen Weisheit diese Aeußerungen als beachtenswerte „katholische Stimmen" nach. So reproduziert es in seiner Sonntagsnummer einen der„Wiener Rcichspost" aus Berlin zugegangenen„Osten und Westen" überschriebenen Artikel, der deutlich zeigt, wie scharf sich bereits die Gegensätze im klerikalen Lager zugespitzt haben. Es heißt darin: „Zeichen einer so bedenklichen Mißstimmung machen fich be- merlbar, daß es hohe Zeit ist und als unbedingte Pflicht gelten muß, eine dringende Warnung und Mahnung auszu- sprechen, eine Mahnung, die um so notwendiger er- scheint, alS die wichtig st enWahlen, die daSDeutsche Reich seit seiner Begründung gesehen hat. vor der Tür stehen I Sollte bis zu ihrem Beginn der versteckte Kampf weiter fortgehen, so ist es nicht ausgeschlossen, daß das Zentrum »nanchen heute noch sicheren Wahlkreis«in- büßen wird, vornehmlich die Wahlkreise, in denen es auf die Stimmen der katholischen Arbeiterschaft ankommt. DaS mutz einmal ganz offen und frei heraus gesagt werden, denn ein rückschauender Prophete nach der verlorenen Wahlschlacht zu sei», ist nicht schwer. ES sind mit den Mißstitnmnngen im Zentrum nicht die Broschüren gewisser Outsider gemeint, die d'e „Kölnische Volkszeitung", ja selbst den Kardinal Erz» bischof Fischer deS Modernismus verdächtigen wollen, die jeden katholischen Gelehrten als verdächtig be- trachten; in kritischen Tagen werden immer derartige Herren meinen, ihr Weizen könne jetzt blühen, nein, aus diese zielen unsere Warnungen nicht ab, sondern sie betreffen andere und wichtigere Dinge. Es läßt sich nicht verkennen, daß zwischen „Westen" und„Osten", zwischen Köln- M.-Gladbach auf der einen und Berlin-Breslau auf der anderen Seite im Zentrum starke Gegensätze bestehen, die bisher immer vor- läufig ausgeglichen wurden, die aber dennoch weiter fort- lebten. Es sind in erster Linie nicht UeberzeugungSgegensätze, sondern taktische, die diesen Zwiespalt herbeiführen. Der Wirt- schaftlich so stark entwickelte Westen mit seiner gewaltigen In- dustrie, seiner riesigen Arbeiterbevöllernng, seiner a priori demokratischeren Gesinnung verlangt eine ganz andere Be- arbcitung, eine ganz andere organisatorische Tätigkeit als der Osten, in dem die großen katholischen Latifundien besitzcr zu Hause sind, in dem eine kulturell nicht so entwickelte Bevölkerung wohnt, in dem der leidenschaftliche Kampf mit der Sozialdemokratie nur an einzelnen Stellen, aber nicht durch das ganze Land zu führen ist.... Im Osten, wo der konfessionelle Unterschied weit mehr als der soziale sich noch bemerkbar macht, beurteilt man diese Bewegung entschieden viel zu kritisch, man hat nicht das genügende Verständnis für die aufopfernde und heilsame christlich-soziale Arbeit eines Pieper, eines GiesbertS. Diese Männer, die im Westen von dem gesamten katholischen Voll hoch verehrt werden, sind manchen übereifrige« Leuten imOsten fälschlicherweise suspekt." Diese Aeußerungen sind um so interessanter, alS hier offen zugegeben- wird, daß es sich in dem Streit zwischen dem klerikalen Osten und Westen eigentlich darum handelt, daß die„großen katholische nLatifilndienbesitzer" und der mit ihnen verbündete hohe feudale Klerus nichts anderes beanspruchen, als daß der industrielle katholische Westen sich einfach ihrem politischen Diktum fiigt, das heißt sich völlig der von diesen Latisimdienbesitzern betriebenen feudalen Jnteressenpolitik unterwirft. Die Dcutsch-Sozialen und die Reichstagstvahlen. In Kassel ist die Liebermennsche Gruppe der Antisemiten zu ihrem Parteitag versammelt. Der Abg. Herzog, der ein Re» ferat über die politische Lage hielt, schlug eine Resolution vor. in der verlangt wird, daß die bürgerlichen Parteien trotz mancher Gegensätze im Dienste des Vaterlandes zu gemeinsamer Arbeit zu- sammengehen und auch im kwmpfe gegen den gemeinsamen Feind, gegen den„sozialdemokratischen Umsturz", treu zu- sammenstehen sollen. Der Grundsatz, bedingungslose Unterstützung jedes bürgerlichen Kandidaten gegen die Sozialdemokratie sei durch das Vorgehen der liberalen Parteien an vielen Orten zurzeit nicht mehr aufrecht zu erhalten. Vielmehr hielten es die Antisemiten der Selbstachtung und der nationalen Zukunftsarbeit wegen für notwendig, daß auch die rechtsstehenden Parteien sich den Liberalen gegenüber auf den Standpunkt der Leistung und der Gegenlei st ung stellen. Die Resolution wurde angenommen. Bassermanns Gönner. Der niedliche politische Eiertanz, den 8er nationallibe- rale Abgeordnete Bassermann auf dem.nationalliberalen Parteitag in Kassel ausführte, hat, trotz des Riesenbeifalls, ben diese cciuilibristischc Leistung zunächst bei einem großen Teil der Zuhörer auslöste, nirgends rechte Befriedigung gefunden. Den Jungliberalen hat Bassermann zu wenig liberal, den nationalliberalen Agrariern zu doktrinär, und den nationalliberalen Großindustriellen zu sozialpolitisch ge- sprochen. Besonders sind die rheinisch-westfälischen Groß- industriellen sehr wenig von der diplomatischen Achselträgerei des nationalliberalen Parteiführers erbaut. Sie verlangen, daß als Gegegenlcistung für die von ihnen gezahlten Sub- sidien sich die nationalliberale Reichstagsfraktion konsequent in den Dienst der großindustriellen Interessen stellt. Die ..Rhein.-Westf. Ztg." liest deshalb Herrn Bassermann folgende Epistel: ..Vom reichgedeckten Tisch für alle Berufsstände fiel für die Großindustrie nur ein spärlicher Brocken ab, die oft gehörte Beschwichtigungsphrase,„führende Elemente in die Parlamente zu bringen". Wir sind begierig, zu hören, welche Akade- miker ihre Mandate freundlichst zur Verfügung st e l l e n. Wird vor allem Herr Bassermann sein schönes Wort wahrhalten, sich bei den„Industriekapitänen, deren Rat er gebraucht", Richtlinien für unsere Sozial- und Wirtschaftspolitik zu beschaffen? Wie wird die nationalliberale Partei sich zu der für unser gesamtes Wirtschaftsleben aktuellen Frage„Schutz der Arbeitswilligen" stellen. Die Moabiter Vorgänge werfen ein grelles Licht auf die für einen Rechtsstaat wahrhaft skanda- löse Bedrückung der ehrlichen Arbeit. Für diese em- pörende Rechtlosigkeit und die Notwendigkeit einer Abhilfe fand man in Kassel kein Wort. Wie stellt sich Herr Bassermann zu der Reichsversicherungs- Novelle? Wird bei den weiteren Beratungen der Führer seinen vollen Einfluß einsetzen, Laß die Partei den Na»cken steif hält und fü r die„Industriekapitäne" eintritt, denen stets schöne Worte gespendet werden, wenn sie der Partei dienen sollen? Wie stellt er sich zu den noch schwebenden Fragen der Novelle der Gewerbeordnung, der Arbeitskammern usw.? Das sind doch alles Aufgaben, die den Reichstagsabgeordnetcn Bassermann näher angehen, als das preußische Wahl- recht, für welches wir die ewige Einmischung unserer siid- deutschen Brüder uns verbitten möchten. Das Ergebnis der großen Tage von Kassel ist in bezug auf aktuelle Wirtschafts- und Sozialpolitik überaus dürftig...... Viele hunderttausend vernünftige Deutsche wollen Schluß des Krakeels über Finanzreform, der praktisch ganz zwecklos ist und nur zu Parteizipecken weiter geschürt wird. Sie halten die Erledigung von Tages- und Zukunftsfragen für wichtiger und glauben, daß dafür nicht die Einigkeit einer Partei genügt, sondern der Zusammenschluß aller bürgerlichen Parteien. Sie halten daher den Gedanken einer Sammelpolitik mit ausgesprochener Front gegen die radi- kalen Elemente für durchaus vernünftig. Namentlich die Industrie hat diese Sammlung für die zoll- und sozialpolitischen Aufgaben des nächsten Reichstages bitter nötig. Die großen Tage von Kassel haben in dieser Hinsicht schwer enttäuscht und ein„Programm der Programmlosigkeit", wie treffend gesagt worden ist, hinterlassen, das die traurige Zer- fahrenheit im Deutschen Reich nur noch vermehren muß." Zu dieser Standredc stimmt vortrefflich eine hübsche kleine Erzählung, die die'„Dortmunder Zeitung" niit Be- Hagen ihren Lesern auftischt. Sie berichtet, daß auf dem Kasseler Parteitage von Freunden Bassermanns ein Ver- trauensvotum für Basscrmann beantragt worden sei; aber die Westfalen erklärten, sich angesichts der der Pa»teileitzung zur Last gelegten viele il Wahl Mißerfolge bei diesem Antrage der Abstimmung enthalten zu müssen. Darauf wurde der Antrag zurückgezogen. Bassermann mußte auf das begehrte Vertrauensvotum verzichten. Freisinnige und Nationalliberale in Sachsen. Der Landesvorstand der Fortschrittlichen Volkspartei für das Königreich Sachsen hat � in der gestern in Dresden abgehaltenen Sitzung beschloffen, überall bei den nächsten Rcichstagswahlen eigene Kandidaten aufzustellen, wo das möglich ist, doch sollen liberale Doppelkandidaturen vermieden werden. Man will daher mit den Nationalliberalen eine entsprechende, natürlich auf Gegen- seitigkcit beruhende Verständigung suchen. Typhuserkrankungen beim Militär. Unter den Mannschaften des Pionierbataillons 23 in Grau- d e n z ist seit einigen Tagen der Typhus ausgebrochen. Wie uns gemeldet wird, find bisher 2 5 Soldaten an der Seuche erkrankt. Um eine Weiterverbreitung zu verhindern, hat die Militärverwaltung die von den Mannschaften benutzten Stcohsäcke auf dem Kaserneuhofe verbrennen lassen, auch wurden die Räumlichkeiten in der Kaserne desinfiziert. Bei dem Bataillon sind zurzeit etwa 140 R« s e r V i st cn zur Ucbung eingezogen, deren Entlassung bald bevorsteht. ES würde sich daher empfcblen, die Mannschaften zu isolieren, daniit die Leute nicht über die vorgesehene Zeit hinaus beim Regiment verbleiben müssen. Die meisten der Reservisten sind verheiratet und Familienväter; ein längeres Fortbleiben von der Arbeitstelle würde wahrscheinlich mit Entlassung gestraft werden. Eine Maßregel, die die Leute doppelt schwer treffen muß, da sie durch daS Herausreißen aus ihrem Beruf schon starken wirtschaftlichen Schaden erlitten haben. Ein kompromittierter Zentrumsführer. Wie tvir vor kurzem berichteten, hatte der Bodenrcsormer Adolf Damaschke an den Kölner Zentrumsführer Stadtverordneten Justizrat Kausen die Frage gerichtet, ob er von einem Vertreter großer Terraininteressenten für die Abfassung seiner sich gegen die ReichSwertzuwachssteuer richtenden Broschüre ein Honorar verlangt habe, das als sehr hoch bezeichnet werde, ferner ob ihm bekannt set, daß in den Kreisen der Terraininteressenten für dieses Honorar gesammelt worden sei. In der jüngsten Nummer des Organs der Bodenrcsormer druckt Damaschke die Antwort des JnstizratS Kaufen ab. Im Anschluß daran schreibt Damaschke: „Ich hatte erwartet, daß ein Mann wie Herr Justizrat Kausen die Gerüchte widerlegeu würde, die in Terraininteressentenkreisen schmunzelnd kolportiert werden. Nun bestätigt er sie. Sind sie aber zutreffend, dann handelt es sich keineswegs um„drei oder vier an- gesehene Herren", sondern um eine viel größere Zahl von großen Terrainbesitzern, die unter dem ausdrücklichen Hinweis auf die Opfer, die das Reichszuwachsstcuergcsetz von ihnen forder» würde, und mit dem ausdrückliche» Ziel, daS Zustandekommen dieses Gesetzes zu erschweren oder zu verhindern. Geldmittel gesammelt haben, eben weil sie sich besonders viel davon versprachen, wenn gerade Herr Justizrot Kausen eine Kampfschrist gegen dies Gesetz herausgebe, und weil dieser eben nur gegen ein Hohes Honorar dafür zu ge- Winnen war.... Gewiß wird es nieniand persönlich verdacht werden können, wenn er gegen Bezahlung einer Jntereffenschicht dient. Aber eins werden wir stets fordern: besteht ein solcher Zu- samnienhang. dann soll er auch offen zu erkennen gegeben werden... Daß Herr Kausen im Auftrag großer Terraininteressenten und gegen Bezahlung seine Broschüre verfaßt hat. war auS dieser nirgends ersichtlich. Nach dieser Entlarvung ist der Kölner AentruntSführer für die Oeffentlichkeit ein toter Mann. Deutsche Redefreiheit. Genosse Julius Vahlteich sollte am Sonntagnachmittag in Neumarkt bei Breslau einen Vortrag über„Sozialismus in Amerika und Deutschland" halten. Bei Eröffnung der Versamm- lung verlangte der Ueberwachende von ihm eine Legitimation. Der amerikanische Paß wurde zurückgewiesen und ein Ausweis verlangt, daß Genosse Vahlteich deutscher Staatsbürger ist. Als Vahlteich einen solchen Ausweis nicht beibringen konnte, wurde ihm das Reden verboten. Die Genossen setzten eine Viertelstunde später eine Vereinsversammlung an, um in geschlossenem Kreise den Vortrag zu hören. Die Polizei drang jedoch nach wenigen Minuten in den Saal und räumte ihn. Auch aus Brieg kommt soeben ein polizeilicher Ukas, nach dem Vahlteich, falls er Montag dort zu reden versuchen werde, Polizei- lich entfernt wird. Julius Vahlteich war deutscher Reichstagsabgeordneter in den Jahren 1874 bis 77 und von 1878 bis 1881. Er ging dann nach Amerika und ist dort amerikanischer Staatsbürger geworden. Taß� man nunmehr ihn als„Ausländer" behandelt und verhindert, in Versammlungen zu reden, charakterisiert den preußischen Polizei- geist._ Das Funfundztvanzig-Pfennigstück» das sich in den Städten allgemeiner Unbeliebtheit erfreut, ist auf Veranlassung der öffentlichen Kassen jetzt dem platten Lande, nament- lich durch die Postanstalten zugeführt worden, um festzustellen, ob die Münzen im Verkehr bleiben werden. Bisher find die Münzen in großen Mengen in die Bestände der Reichsbank zurückgeflossen, viel- fach auch als Wechselgeld bei Umwechselungen nicht angenommen worden. ES soll festgestellt werden, ob die Münze dein platten Lande willkommener sein wird, in Süddcutschland z. V. hat die Münze an sich eine gute Aufnahme gefunden, doch wünscht inan ihr eine andere Gestalt zu geben, um Verwechselungen zu verhindern. Zur neueste« Revolte in Deutsch-Sudtvestafrika. Die Niedermetzelung der Kaffern beim Bahnbau Windhuk— Karibib dürfte noch ein diplomatisches Nachspiel haben. Die Kaffern sind englische Untertanen, die, wie die englische Presse feststellt, zu der zivilisierten Klasse der Schwarzen Südafrikas gehören, und von denen viele das Stimmrecht für das Union-Parlament be- sitzen. Diese Schwarzen haben sogar eigene Zeitungen, in denen die Vorgänge im deutschen Schutzgebiet sicher eingehend geschildert werden. Die englische Presse verlangt eine strenge Untersuchung. Und die deutsche Kolonialvertvaltung wird diesmal nicht einfach mit der Ausrede wegkommen, daß die Schwarzen im Interesse der Ordnung niedergeschossen werden müßten. Englische Blätter lassen keinen Zweifel darüber, daß darauf hingewirkt werden wird, die Ausfuhr von schwarzen Arbeitskräften nach Deutsch-Südwestafrika künftig m. verhindern._ Moabiterei im Ruhrrevier. Ein schlagfertiger Schutzmann hatte sich vor der Strafkammer des Landgerichts Bochum zu verantworten. Bei Abzug der Wahl- rechtsdemonstranten vom Schützenhof am 10. April waren ver- schiedene Schutzleute außer Rand und Band geraten. Blindlings wurde in die Menge hineingegriffen und zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Einzelne Schutzleute zeichneten sich dabei durch besondere Roheit aus. So der Schutzmann Hett, gegen den die Staatsanwaltschaft auf erfolgte Anzeige hin schließlich Anklage wegen vorsätzlicher Mißhandlung und Beleidigung erheben mußte. Die Beweisaufnahme ergab, daß, während der Mißhandelte der Anordnung eines Schutzmanns Folge leistete, er ohne jedweden Anlaß von einem anderen Schutzmann, dem Angerlagten, von hinten überfallen und mit den Worten:„Lump, Lumpenfrauen- zimmer schleppen Sic auch noch mit!" mehrmals heftig mit ge- ballier Faust unters Kinn geschlagen wurde, daß das Blut aus dem Munde kam. Trotz dieses Beweisergebniffes hatte der Staats- anwalt noch den Mut, wegen der Mißhandlung Freisprechung zu beantragen, da der Angeklagte sich in„kolossal schwieriger Situa- tion" befunden und folglich in Erregung gehandelt habe. Das Gericht schloß sich zwar dieser Auffassung nicht an, ließ es aber wegen der Mißhandlung mit. einer Geldstrafe von 30 M., wegen der Beleidigung mit einer solchen von 10 M. bewenden. In einem anderen Falle von Mißhandlung stellte sich Genosse Redakteur Wolfs dem Mißhandelten als Zeuge zur Verfügung, wurde deshalb in rücksichtslosester Weise zur Polizeiwache trans- portiert und erhielt auf erstattete Anzeige jetzt nach sechs Monaten den endgültigen Bescheid von der Staatsanwaltschaft, daß sie die Erhebung einer Anklage gegen den Schutzmann ablehne, weil Wolfs„einer gegebenen Anordnung nicht Folge geleistet habe". Von einer nicht befolgten Anordnung war weder im Unter- suchungsverfahren gegen die beiden Schutzleute die Rede, noch haben diese selbst eine derartige Behauptung aufgestellt. Oeltermcb. Wiener Preßfreiheit. Die klerikal-imperialistische Clique beginnt sich an der»Arbeiter- Zeitung" für die getreulich� Enthüllung aller ihrer Plaue zu rächen. Nachdem man erst vor zwei Wochen das Blatt an einem Morgen. wo alles ein wichtiges Wahlresullat auS Böhmen erwartete, konfisziert hatte, mußte unser österreichisches Zentralorgan vergangenen Freitag mit einer ersten Seite erscheinen, die aus dem Zeitungskopf. einer weißen Halbseite und dem Feuilleton bestand. Der Leitartikel war von dem PreßstaatSanwall WieSner bis auf dfe Unter- schrift konfisziert worden,— weil er die portugiesische Revolution anders als mit monarchischem Bedauern besprochen hatte. Nun, wenn diese Manieren auS den Zeiten der Badem und Thun jetzt wieder beliebt werdenes LüMSktg" MlUl Pdlfeöllött." M-dttlM. BBBBBMMMMBMBBWBWMWMMWllMMWBWMBBPMHMMPlIlliBIWWM limiJllll Iii I Sie Berliner Sozialdemokratie und die Vorgänge in Moabit. Wir haben in den letzten Tagen nicht nur in Berlin, fondern in ganz Deutschland eine geradezu infernalische Hetze erlebt. Es gibt fast kein Schimpfwort, mit dem man die Arbeiterschaft nicht bedacht hätte. Und wer die Presse in die Hand nahm, der mutzte glauben, wir ständen am Vorabend einer gewaltsamen Revolution. Ausnahmegesetze gegen die Sozialdemokratie und ein Zuchthansgesetz gegen die nach Verbesserung ihrer Lebenslage strebende Arbeiterschaft wurden gefordert. Und die Polizei traf autzerordentliche Vor- kehrungen und begann den Stratzcnkamps. Als ob die Ar- beiterschaft Berlins und Deutschlands die Aufgabe hätte, sich nach der Polizei zu richten und einen Kampf zu beginnen, wie ihn die Polizei sich wünscht! Was gibt den Anlatz zu der Hetze, die zweifellos, ein Rachspiel im Reichstag haben wird, sei es nun bei einer Beftagung der Regierung darüber, was sie über diese Vorgänge denke, oder sei es bei Gelegen- heit des neu angekündigten Antrages der Freikons ervativen, für ganz Deutschland ein'Verbot es Waffentragens zu er- lassen. Wenn man in dieses Verbot die Polizei einbezieht und ihr den Säbel und den Revolver abnimmt, dann könnte man damit einverstanden fein. In der gegnerischen Presse, der Polizeipresse, der sich jetzt leider auch die liberale Presse so gut wie angeschlossen hatte, ist man der Meinung: Wenn man jetzt die Sozialdemokratie totschlägt, dann werde die Arbeiterklasse ins Mauseloch kriechen. Ach. da keimt man die Sozialdemokratie schlecht, wenn man das glaubt So lätzt sie sich nicht einschüchtern. Es ist behauptet worden, die Tumulte in Moabit seien von der Sozialdemokratie organisiert worden. Und in einer konservativen Versammlung hat sogar ein Berichterstatter erzählt, er habe gesehen, wie die Automobile hinter der Front hin und her gejagt seien und wie aus ihnen die Be- fehle gegeben worden seien, daß auf die Polizei gehauen werden solle. Welch blutige Phantasie! Wenn es nach unseren Gegnern ginge, würden wir ein neues Ausnahmegesetz, ein neues Zuchthansgesetz erhalten. Die Gegner haben seit langem gewartet auf etwas, das sie benutzen könnten, um den Spießbürger einzuschüchtern und gegen die'Sozialdemokratie und die organisierte Arbefter- fchast scharf zu machen. Dieser Kampf findet seine Er- klärung in den ganzen Verhältnissen. Erst jetzt haben wir einen Sieg der Metallarbeiter erlebt, der nur möglich ge- Wesen ist, weil sie Kraft ihrer Organisation den Kampf gegen das vereinigte Unternehmertum aufnehmen wollten. Und die Metallarbeiter hat man ja besonders der Teilnahme an den Vorgängen in Moabit beschuldigt. Man sagt sich auf feiten der Gegner, die organisierte Arbeiterschaft und die organisierte Sozialdemokratie sind eine Macht. Und diese Macht möchte man irgendwie erschüttern. Man hat Angst vor den nächsten Reichstagswahlen, vor der steigenden roten Flut. Und so hält unsere Gegnerschaft es für das beste, daß sich etwas ereigne, was Grund für Zwangsmatzregeln abgeben könnte. Deshalb hat man die Vorgänge von Moabit so be- grüßt und den ungeheuerlichsten Schwindel damit getrieben. Es liegen Vergleiche nahe mit den Vorgängen von 1878, als Hödel sein Attentat unternahm. H ö d ei hatte nicht das geringste mit der Sozialdemokratie zu tun, wie ganz offen klar lag. Gleichwohl telegraphierte Bismarck sofort sein: „Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie!" Die Polizei und die bürgerliche Presse wissen ganz genau, daß die organisierte Arbeiterschaft mit den Vorgängen in Moabit nichts zu tun hat; aber man schlägt mit Absicht der Verdächtigung«ruf die Gewerkschaft und auf die Partei los. Herr v. Puttkamer, ein Mann, dessen Namen man jetzt fast nur noch mit Verachtung nennt, sah seinerzeit hinter jedem Streik die Hydra der Revolution. Seine Epigonen, die v. I a g o w und v. Dallwitz, scheinen auf die Worte des Meisters zu schwören. Immer sind in ihren Augen die Streikenden schuldig, immer mutz die Polizei diesen entgegentreten. Das Koalitionsrecht wird aufs schlimmste verkümmert. Selbst die kleinen Bollejungen waren nicht vor ihr sicher. Das Aufsehen, das der Streik bei Kupfer u. Co. im Stratzcnleben machte, hat die Polizei verschuldet, indem sie hoch zu Roß und zu Fuß die Kohlenwagen begleitete. Wo selch Polizeiaufgebot auftritt, kommt es zu Ansammlungen. Und da es sich hier um die Eskortierung von Streikbrechern, nicht um einen Fürstenempfang handelt, so geht die Polizei dazwischen. Neue Menschen kommen hinzu, neue Polizei. Und wieder neue Menschen und abermals neue Polizei. Schließlich kann man sich nicht mehr aus dem Wege gehen und die Polizei schlägt dazwischen. Kein Zweifel, daß unter den Angesammelten Leute darunter waren, die dem Lumpen- Proletariat angehören, und die auch mal an der Polizei ihr Mütchen kühlen wollten,— sie waren in der Verschtvindenden Minderheit. Organisierte sollen sich beteiligt haben, weil sie — Polizeihiebe bekommen haben. Tatsächlich ist nach ein- wandfrciem Zeugnis ohne jeden Grund auf die heimgehenden Arbeiter der umliegenden Fabriken eingehauen worden, wie auch auf harmlose Passanten. Was die verschiedendstcn Schauermärchen der Polizerpresse angeht, so sind sie bereits durch den„Vorwörts" widerlegt. Auf der anderen Seite steift ein Auftreten der Polizei fest, das an Rußland er- innert. Man sagt, in Moabit habe ein Probecxerzieren für die Revolution stattgefunden. Das trifft aber nur siir die Polizei zu, die ausprobiert hat, wie sie es im Ernstfalle machen will. Das wird ergänzt durch die Nachricht, daß in Frankfurt a. M. die Polizeibeamten regelrechte Schietzkurse durchmachen. So erleben wir, daß in Deutschland die Polizei einexerziert wird für den Kampf, den sie dem Volke liefern soll. Als unter dem Sozialistengesetz eine große Zahl Familienväter ausgewiesen, aus der Existenz und von der Familie weggerissen wurden, da wandten sie sich mit einem Aufruf an die Genossen, in dem sie baten, für ihre Kinder zu sorgen, und den sie mit dem Rate schlössen:„Laßt Euch nicht provozieren; weist die zurück, die Euch zu Putschen verleiten wollen, bleibt ruhig!" Genau so sagen wir: Bleibt ruhig! Man wütet, man lechzt danach, daß irgendein Putsch entsteht. Man lätzt den Polizeisäbel arbeiten und gibt die Schuld den Sozialdemokraten und Gewerkschaftlern. Schließlich setzt man die Gesetzgebungsmaschine in Bewegung. Die bürgerliche Presse fordert ein Zuchthausgesetz und ein Sozialistengesetz. Die Galgenvögel der Reaktion glauben Morgenluft zu wittern. Demgegenüber hat die Sozialdemokratie den Be- weis zu liefern, daß sie sich nicht provozieren lätzt, sondern der Hetze gegenüber steht mit der ruhigen Ueberlegung, die der geschulte Gewerkschaftler und der organisierte Sozial- demokrat stets an den Tag gelegt haben. Nur eine Antwort gibt es: Hinein in die Organisationen, in die politische und in die gewerkschaftliche. Hinaus aus dem Hause mit der von der Polizei gespeisten Presse. Ein Jahr noch und es naht der Tag der Abrechnung, der Tag der Reichstagswahlen. Da wollen wir zeigen, wie das Volk denkt über die Leute, die Stmtzenkämpfe provozieren und das Volk entrechten wollen. Sorgen wir dafür, daß nächstes Jahr die rote Flut berge- hoch geht. * So und ähnlich lauteten die Ausführungen der Redner, die am Sonntag in 21 überfüllten Berliner Volksversammlungen über die Vorgänge in Moabit sprachen. Ucberall wurde die folgende Resolution angenommen: „Die Versammelten protestieren mit Entrüstung gegen ein System, das, unfähig die Ordnung mit vernünftigen Mitteln aufrechtzuerhalten, die Bewohnerschaft eines ganzen Stadtviertels während mehrerer Tage der Schreckensherr- schaft des Polizeisäbels, der Brownings und des Gummi- knüppel der Geheimen unterstellt. Sie protestieren da- gegen, daß die Polizei die gewalttätigen Triebe der söge- nannten Arbeitswilligen durch auffällige Maßnahmen er- mutigt und so die Veranlassung zu Zusammenstößen und Polizeiattacken geschaffen hat. Sie erkennen als letzen Grund der Vorgänge in Moabit die einseitige, mit den Gesetzen unvereinbare Parteinahme der Polizei gegen die um bessere Arbeitsbedingungen kämpfende Arbeiterschaft. Die Wer- sammellen brandmarken die feige, volksverräterische Hal- tung der sogenannten unparteiischen Blätter, vor allem aber der linksliberalen Presse, zu dem unerhörten Polizei- lichen Vorgehen und fordern auf, diese Blätter aus den Wohnungen der Arbeiter und kleinen Leute zu entfernen und an ihre Stelle das einzige Blatt, das die Rechte der Bürger gegen die Polizei energisch verteidigt hat, den „Vorwärts", zu lesen. Sie protestieren gegen die ver- logenen Darstellungen der bürgerlichen Presse, gegen die freche Lüge vom sozialdemokratischen Aufruhr, die Sftm- mung machen soll, für eine neue ZuchthanSvorlage und ein neues Ausnahmegesetz gegen die Arbeiterklasse, um die spärlichen Reste der Arbeiterschaft und der Staatsbürger zu- nichte zu machen. Die Versammelten verpflichten sich, gegen diese Anschläge der Reaktion den Kampf energisch aufzu- nehmen und zu diesem Zwecke unverzügsich dem Sozial- demokratischen Wahlverein und den freien Gewerkschaften beizutreten und für ihre Ausbreitung nach Kräften zu agitieren." Im Zentrum Berlins. Was denn wieder los sei, fragte am Sonntag Unter den Linden ein Provinzler einen Blausilbernen mit der gelbledernen Leibbinde.„So'n Stücker fufzig Versammlungen von dre Roten... da jibt'S wieder kräftig wat zu dhun!" Die Ueber- treibung von 21 auf mehr als bll Versammlungen gehört nun mal zur polizeilichen Angstmcierei. Auf den Brücken und an anderen Hauptzugangstellen zum Schloß standen nur zwei bis drei bewaffnete Posten, und auch sonst sah man dicht„bei Kaisers" nur sehr wenig Polizei auf offener Straße. Da die Provokateure fehlten, blieben auch die erwarteten Unruhen aus. Viel- leicht wollte man die Berliner Gclehrtenwelt und Studentenschaft, die zu gleicher Zeit in der Universität ein hundertjähriges Jubiläum unter großer Beteiligung der Stützen von Thron und Altar feierte, nicht unter Polizeiaufsicht stellen. Das Aufziehen der Wache brachte eine etwas erheblichere Schar von patriotischen Mitläufern und Maulaffen als an anderen Sonntagen. Die Polizeioffiziere reckten die betreßten Hälse, stiefelten aufgeregt hin und her. Ein halbes Dutzend Berittene drängte die plötzlich angeschwollene Menge nach den Bürgcrstcigen und möglichst vom Schloß weg. aber es blieb alle" ruhig. Und von der Plattform des Lustgartendcnkmals erscholl es bis zum Erbrechen: Heil dir im Siegcrkranz...! Womit wahrscheinlich Herr v. Jagow gemeint war. Gegen 2 Uhr schon wurden die verstärkten Vorposten, da die Versammlungs- tcilnchmer durch die Bank das berühmte Wort des Götz von Berlichingen beherzigten, zurückgezogen. Auf der Moltkebrückc machte sich kein einziger Polizcier breit. Und auch in Moabit selbst herrschtx überall beschaulichste Sonntagsruhe. Herr v. Jagow und seine Scharfmachergchilfcn haben am Abend lauter Grands mit Vieren verspielt. Wenn die Berliner Polizei nun noch nicht zur Besinnung kommt nach ihren unsterblichen Tatarenblamagen, so soll man aus dem famosen Erholungsheim für Schutzleute nur gleich ein Ncrvensanatorium machen. Im Süden. Friedlich lag am Vormittag die Belle-Alliance-Straße, der Haupttveg nach dem Etablissement der Bockbrauerci am Tempel- hofer Berg, einem der großen VersmnmlungSlokale. Nichts deutete auf besondere Ereignisse, außer den verschiedenen Poiizeiposten. Nicht daß ihre Zahl sehr in die Erscheinung getreten wäre. Wer aber näher hinsah und mit den Gewohnheiten der Herrschaften vertraut ist, konnte bald bemerken, daß die Polizei etwas erwartete. Tie Einzelposten an der Brücke und an den verschiedenen Straßen- ecken blicken mit Argusaugen schon Stunden vor dem eigentlichen Versammlungstcrmin in die Seitenstraßen, zu sehen, ob der rote Feind nicht in Scharen heranrücke. Und in ihrer Nähe gehen Herren mit schönen dicken Stöcken spazieren, die— höchst sonderbar oder auch nicht sonderbar— das dringende Bedürfnis haben, sich mit dem uniformierten Manne freundlichst zu unterhalten, um dann wieder gemächtlich weiter zu schlendern. In gewissen Zeit- abständen find Radfahrer die Besucher der Posten, manchmal in Zivil, manchmal in Uniform.„Nichts Neues? Keine rote Truppe durchgekommen?"—„Nein!" Weg sind sie wieder, die Ordern. nanzen der Vorgesetzten. Je näher die Mittagsstunde heranrückte, desto mehr belebte sich die Straße. Neben den gewöhnlichen Spa» ziergängern unterscheidet man die zur Protestversammlung schreitenden Arbeiter, die ernst die ernste Situation erörtern und bald den großen Saal der Bockbrauerei bis zum letzten Winkel füllen. An der Ecke der Fidicinstratze stehen dcriveil drei Polizei- beamte neben ihren Rädern, die vorn durch den aufgeschnallten Säbel geziert werden. Vom Felde heimkehrende Fußballspieler bleiben stehen und fragen: Worauf tvarten d i e da?" Und in die Fidicinftraße hincingeigcnd:„Da steht auch noch einer."— Es waren aber noch vielmehr da. Nämlich im eigentlichen Brauereibetrieb, dessen Türen nach dem Garten zu offengehalten wurden. Umsonst aber waren alle diese Vorbereitungen der heiligen Hermandad. Genosse Stücklen referierte in der Bockbrauerei. Unter dem stürmischen Beifall der Tausende zerriß er da? Lügengewebe. mit dem die Scharfmacher und«ine feile Polizeipressc die Vor- gäng« in Moabit umgeben haben, um gegen die Arbeiterschaft zu hetzen und Ausnahmegesetze auf sie herab zu beschwören. Nach kurzer Diskussion wurde die Resolution einstimmig angenommen. Brausende Hochrufe auf die Sozialdemokratie folgten.— Dann leerte sich der Saal langsam und die Massen zerstreuten sich, bei fast völliger Abwesenheit der Polizei auf der Straße. In Moabit. Im„Moabiter Gesellschaftsbaus" waren schon lange vor der anberaumten Zeit beide Säle bis auf den letzten Platz gefüllt. Immer neue Scharen strömten herbei, so daß auch bald der ge- räumige Garten mit Menschen besät war. Im ganzen füllten weit über 3000 Besucher das große Etablissement, wobei auffallend stark die Frauen vertreten waren. AIS Ledcibour sichtbar ward, wurde rmischendes Händeklatschen laut, das sich auch dann noch immer weiter pflanzte, als er schon die Tribüne betreten hatte. Bald klang des Redners heller Tenor durch den vollgc- pfropften Saal, in den immer noch Besucher sich drängten. Die Vordersten lauschten gespannt, während die Hintenstehenden sich über die anderen hinwegreckten, um den Redner sehen zu können. Denn hören konnten sie ihn, kein Wort ging verloren. Messer- scharf, bis in die letzten Winkel klang die Stimme. Ledebour schenkte der Polizeiwirtschaft, schenkte dem Klassenstaat, schenkte der ganzen perfiden Reaktion nichts, wofür der tosende Beifall zeugte, fr-r an besonders markanten Stellen die Rede unterbrach. Unterdessen war auch die zweite Versammlung eröffnet worden, in der Karl L ü p n i tz es übernommen hptte, die Schande Preußen-DeutschlarrdS den Hörern drastisch vor Äugen zu führen. Mit zündenden Worten, unter stürmischer Zustimmung schilderte Redner die letzten Ereignisse, die in allen Kulturländern Aufsehen erregt hatten und die grelle Schlaglichter auf unsere staatsrechtlichen Zustände werfen. Die Resolution wurde ein- stimmig angenommen und unter begeisterten Hochrufen auf die Sozialdemokratie schlössen die beiden Versammlungen und der gewaltige Menfchenstrom vereinigte sich mit den im Garten Wartenden. Und noch einmal klang Ledebours Stimme über die Menge hinweg, bis zu den umliegenden Grundstücken hin. An den Fenstern stauten sich übereinander die Bewohner der Nach- barhäufer und folgten mit Interesse den Worten des Redners, der noch einmal in einer von Leidenschaft und Wucht getragenen Rede die Ereignisse Revue passieren ließ und einen packenden Appell an die Anwesenden richtete, unerschütterlich auszuharren im Kampfe gegen die Reaktion, um dann seine Ausführungen in ein dreimaliges Hoch auf die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie auSklingen zu lassen, das von taufenden von Kehlen aufgenomnwn, zum Orkan anschwoll. Inzwischen behandelte Dr. Oskar K o h n im Moabiter „Theater" vor einem dicht gedrängten Publikum das Thema des TageS und ging mit schonungsloser Kritik ans die Heldentaten unserer Polizei ein. Ein besonderes Kapitel seiner Rede bildete daS Gebaren der bürgerlichen Presse aller Schattierungen, deren Lügenhaftigkeit und Uebcrtreibungcn dem Redner eine treffliche Gelegenheit boten, das Wesen der kapitalistischen Presse in seiner ganzen Nacktheit und Erbärmlichkeit zu kennzeichnen. Eingehend würdigte Genosse K o h n die niederträchtigen Hetzversuche, die noch in den Sonntagsnummern der bürgerlichen Blätter erschienen waren und die weiter nichts bezweckten, als die Polizei scharf zu machen. Als der Redner erklärte:„Das klassenbewußte Pro- letariat demonstriert, wann es ihm paßtl" da erntete er stürmische Zustimmung. Auch hier endete der wuchtige Massenprotest mit einem begeisterten Hoch auf die Sozialdemokratie. « Die Polizei hatte sich vor, während und nach den Bcran» staltungen auffallend reserviert benommen.?rbgesehen von ein- zelnen Offizieren und Unterbeamien war auf der Straße nichts zu sehen. Doch hatte man an verschiedenen Stellen„geheime" Wachen errichtet, zum Teil in Echhäusern, um beide Straß-nzüge beobachten zu können. Die Versammelten gingen aber ebenso ruhig nach Hause wie sie immer gehen, wenn— die Polizei fehlt. Oranienburger Vorstadt und Wedding. Die Germaniasäle geigten ebenfalls das Bild einer überfüllten Versammlung, zu der Männer und Frauen in Massen gekommen waren, um ihre Empörung über die Polizcitaten in Moabit in die Oeffentlichkeit zu tragen und ihre Stimmen zu einem Massen» Protest zu vereinigen. Der Redner war Otto Handle vom Deutschen Metallarbeiterverband, der der herrschenden Stimmung in seinem Vortrage Ausdruck gab und lebhaften Beifall erntete, als er das Vorgehen der Polizei in die gebührende Beleuchtung rückte. — Eine Absperrung des Versammlungslokals fand nicht statt, die Leute kamen und gingen wieder, als sie den Saal überfüllt fanden. Die Polizei, die an allen Straßenecken durch ihre Doppelposten mit den offeticn Revolvertaschen Aufsehen erregte, hielt sich in der Nähe des Lokals scheinbar zurück, aber starke Aufgebote lagen an einigen Plätzen verborgen. In den vorderen Kcllerräumen der Schwartz- kopffschen Fabrik war eine Wache von etwa bll Mann eingerichtet und auf dem Hofe deck Fuhrgeschästs von Eickermann zählte man sogar 16 Berittene. Natürlich waren dies« Maßregeln hier wie emderswo überflüssig und auch nicht einmal zum Schein gerecht» fertigt durch irgendwelche Ansammlungen auf der Straße. Die Pharussöle, Müllerstraße, waren schon frühzeitig über» füllt. Von allen Seiten strömten die Besucher zu der Protestvcr» sammlung herbei, so daß der obere große Saal schnell gefüllt war. Um 11!4 Uhr stellten die Genossen selbst ihre Posten aus und ersuchten das andrängende Publikum, im unteren Saal Platz zu nehmen. Kurz nach 12 Uhr erschien die Polizei und sperrte den oberen Saal ab, wo sogar die Rednertribüne vom Publikum dicht beseht war. Mit einem Gesangsvortraa vom Sängerchor..Wedding" wurde die Versammlung eingeleitet. Dr. Kurt R o s e n f e l d hielt dann einen Vortrag und gewann mit seiner scharfen Kritik der Po- lizcitaktik den stürnnschen Beifall der Anwesenden. Die vorgelegte Resolution fand die allgemeine Zustimmung. Der Sängerchor trug zum Schluß die„Internationale" vor— eine bewegte, begeisterte Stimmung beherrschte die Versammlung. Unterdessen hatte sich nicht nur der untere Saal gefüllt, sondern tauch der große Garten, so daß man sich entschloß, im Garten die Versammlung abzuhalten. Dort bot sich bald ein imposantes Bild. Auf der breiten Treppe, die zu den Sälen führt, wie auf der ge- räumigcn Veranda und rings im Garten eine Menschenmasse, Kopf an Kopf gedrängt, und aus ihrer Mitte heraus hob sich die Gestalt einer Rednerin, Frau Bertha L u n g w i tz, deren Vortrag die Massen ernst und aufmerksam folgten. Die donnernden Hochrufe auf die Sozialdemokratie, die von diesen Massen zum Schluß aus- gebracht wurden, erschallten weit hinaus bis auf die Müllerstraße. Die Polizei trat äußerlich wenig hervor, man sah zuerst nur zwei bis drei, später vier bis sechs Schutzleute in der Nähe der Pharus- fäle, aber größere Aufgebote lagen in der Umgegend in fliegenden Wachen verborgen, zuni Beispiel in der Maschinenfabrik von Sentker. Zuerst löste sich die Gartenversammlung auf; um Uhr ergoß sich ein Menschenstrom auf die Straße, der sich langsam verlief; dann kam der zweite große Strom aus dem oberen Saal, und auch dieser verlief sich sehr langsam, aber in Ruhe und Ordnung. Die Pohizxi schaute zu und wartete ab, bis sich die Menge verlaufen hatte. Im Norden. Die Versammlungen im Schönhauser Viertel und am Gesund- brunnen waren überfüllt. Der große Mila-Saal in der Schönhauser Allee 130, wo D ü w e l l bis gegen 1% Uhr sprach, konnte nur einen Teil der zuströmenden Versammlungsbesucher auf- nehmen. Obwohl sämtliche Tische entfernt Ivaven und am Eingang des Saales für Stehplätze vorgesorgt war, mußten viele, die ge- kommen waren, um den Protest gegen die Polizeiwillkür zu unter- stützen, wieder umkehren. Sie konnten sich in der Schönhauser Allee ihrer Verwunderung hingeben über die strammen, meist mit nagelneuen Brownings umgürteten Schutzmannsbäuche. Soviel sich auch Schutzleute hier langweilten, ohne Schießwaffe war keiner. Noch besser besucht war das Puhlmannsche Lokal. Hier mußte Genosse S t r ö b e l, nachdem er in dem gedrängt besetzten Saal fein Referat beendet hatte, dasselbe im Garten wiederholen, wo einige hindert Personen seinen Ausführungen lauschten. Bei Ballschmieder konnte schon um 12 Uhr niemand mehr den Saal betreten. Hier entschloß man sich, die Versammlung nach dem Garten zu verlegen. So standen an die tausend Versamm- lungsbesucher unter den entlaubten Bäumen. Nachdem Genosse Döring sein Referat beendet, hob die Versammlung wie ein Mann die Hand für die verlesene Resolution. Der Passus in der- selben, jene Presse aus der Arbeiterbehausung zu entfernen, von der anläßlich der Moabiter Vorkommnisse wieder zu beobachten war, daß sie trotz ihrer angeblichen Unparteilichkeit oder ihres zur Schau getragenen Liberalismus stets dabei ist, gegen die politischen und wirtschaftlichen Kämpfe der Arbeiterklasse Partei zu ergreifen, fand in allen Versammlungen begeisterte Zustimmung. Wenn die Arbeiter dieser so bekundeten Auffassung nun auch die Tat folgen lassen, wenn sie ferner die Ausführungen der Referenten wirklich befolgen und unablässig bestrebt sind, Wissen und Aufklärung zu verbreiten, die politischen und gewerkschaftlichen Organisationen zu stärken, dann wird es um das reaktionäre Regiment in Preußen- Deutschland bald schlecht bestellt sein. Dann wird Blatt um Blatt vom Baume der Reaktion fallen, oder es kommt ein Sturmwind hergebraust und schmettert den morschen Stamm zu Boden, wo er vermodern mag unter dem Immergrün der Freiheit und der Menschenliebe. Nordosten und Osten. Nach dem großen Saale von Lipps am Friedrichshain strömten schon von 11 Uhr ab immer zahlreichere Menschcnmassen, um ihrer Empörung über die Polizeitaten von Moabit Ausdruck zu geben. Die Polizei hielt sich im Hiirtergrunde, war am Versammlungslokale verhältnismäßig spärlich vertreten und beobachtete die Vor- gänge stillschweigend. Als die Versammlung begann, war der Saal bereits gedrängt voll und auch die Galerien waren dermaßen besetzt, daß nur noch wenig Platz übrig war. Es kamen aber noch immer mehr Männer und Frauen herbei, so daß schließlich kein Plätzchen freiblieb. ES lag eine ernste Stimmung über der ganzen Versamm- lung, wie es auch sein muß, wenn man zu Gericht sitzt, um ein Urteil zu fällen über den preußischen Polizeigeist. Denn darum handelte eS sich, wie der Referent. Genosse Bahn, treffend hervor- hob. Er schilderte die bekannten Polizeitaten in ihren Einzelheiten, schilderte auch die Ursachen und Zusammenhänge und verurteilte in ebenso kräftigen wie gerechten Worten— soweit sich Worte für ein solches Vorgehen finden lassen— das Verhalten derer, die be- rufen sind, die öffentliche Ordnung und Ruhe aufrechtzuerhalten und das Publikum zu schützen, aber statt dessen mit Waffengewalt wahllos gegen Menschen, ja gegen Frauen und Kinder vorgingen, welche auch nicht das mindeste verbrochen hatten. Die Versamm- lung gab immer wieder in lauten Pfuirufen ihre Entrüstung über hie Moabiter Polizeitaten kund. Freyers grosser Saal in der Koppenstraße bot lange nicht Raum genug für die Massen der Menschen, die hier ihre Meinung über die Moabiter Vorgänge kundgeben wollten. Manche zogen wieder ab, um sich nach Lipps oder nach einem anderen vielleicht weniger über- füllten Versamlungslokal zu begeben, denn in Freyers großem Saal war bald kein Stehplätzchen mehr zu haben. Man veranstaltete schnell eine zweite Versammlung in dem kleineren Saal, dann eine dritte in dem langen Tunnelsaal neben der Kegelbahn. Aber auch diese Räume reichten nicht aus, und so mußte schließlich eine vierte Versammlung auf dem Hofe des Lokals veranstaltet werden. In diesen drei Versammlungen sprachen die Genossen Z e u n e r, Büchner und Wilhelm, während im großen Saal S ch u- mann das Referat hielt, der als Vertrauensmann des Trans- Portarbeiterverbandes die Schreckensherrschaft in Moabit besonders gründlich kennen gelernt hatte. Ein Sturm der Entrüstung bewegte die Versammlung, als der Redner die polizeilichen Gewalttätig- keiten schilderte. Das Verdammungsurteil des Volkes war hier so einstimmig und scharf wie in allen anderen Versammlungen. Die Polizei beobachtete in der Koppenstraße dieselbe Zurück- Haltung wie am Friedrichshain, nur war sie öffentlich etwas zahl- reicher vertreten. Im Vorhofe des Lokals standen einige zehn Schutzleute und drei Polizeioffiziere beisammen und warteten, ob sich etwas Besonderes ereignen werde. Auch hatte der Reviervor- stand um Stellung von Ordnern ersucht, die gern zur Verfügung gestellt wurden. Es geschah natürlich nichts. Als die Versamm- lungen aus waren, gingen alle still ihrer Wege, und die Polizei auch, die es diesmal nicht einmal für nötig fand, die hier und da herumstehenden Gruppen Neugieriger in der sonst üblichen Weise zu zerstreuen. Im Südosten fanden zwei Versammlungen statt: In der Drachenburg am Schle- fischen Tor und in Graumanns Festsälen in der Naunyustraße. Schon gegen 11 Uhr rückten die ersten Versammlungsteilnehmer heran und um 12 Uhr waren beide Säle schon überfüllt. In der Drachenburg waren schon gar keine Tische aufgestellt worden. In dichten Reihen stand hier Stuhl an Stuhl, von denen kein einziger unbesetzt blieb. Gänge und Fensternischen waren von Zuhörern angefüllt und selbst draußen im Garten hatten Hunderte von Prole- tarier« sich angesammelt, die gekommen waren, um gegen die Polizeibrutalitäten der letzten Woche zu protestieren. Dicht wurden von allen Seiten die offenstehenden Saalfenster von den Außen- stehenden belagert. Reichstagsabgeordneter Genosse Fritz Z u b e i l, der mit seinem durchdringenden Organ auch bis draußen im Garten zu verstehen war, beleuchtete hier die„Heldentaten" der Jagowschen Truppen und ging mit den„tapferen Siegern" über wehrlose Volksmassen: Kinder. Frauen, Greise, ganz gehörig ins Gericht, oftmals durch Beifallskundgebungen der Versammelten unterbrochen. Nach einem kernigen Schlußwort des Vorsitzenden, der die Erschienenen auf forderte, sich Mann für Mann der Partei anzuschließen und das einzig in Frage kommende Arbeiterorgan, den„Vorwärts" zu abon- nieren, wurde die Protestresolution einstimmig angenommen. Mit einem Hoch auf die internationale, völkerbefreiende Sozialdemo- kratie verließen die Versammlungsteilnehmer das Lokal, um sich in langem, aus zwangslosen Gruppen geformten Zuge die Schle- fische Straße entlang zu bewegen bis zum Schlesischen Tor, wo die Teilnehmer auseinandergingen, sich wieder in die Bezirke des Südostens ergießend. Bei Graumann sprach bor einer sehr aufmerksamen Zuhörer- schaft der Genosse Mermuth über die grauenerregenden Vor- gänge in Moabit. Auch hier fand die Protestresolution einstimmig Annahme. Von einer Absperrung der Versammlungen hatte die Polizei abgesehen. Dennoch erfreuten sich aber die Versammlungen der Aufmerksamkeit der Polizeibehörde. Zwar zeigten sich auf der Straße in der Nähe der Versammlungen nur einige gut bewaffnete Schutzmannsposten. Doch konnte in der Versammlung in der Naunynstraße mitgeteilt werden, daß in dem gegenüberliegenden Sause Nr. 6S eine fliegende Wache untergebracht werden sollte. ie fall aber dort von dem Hauseigentümer, der wahrscheinlich keine Unannehmlichkeiten mit den Mietern haben wollte, nicht geduldet worden sein. Schon von 11 Uhr an strömten die Versammlungsbesucher nach KlicmS Saal in der Hasenheide. Polizei war in der Nähe des Versammlungslokals nicht zu sehen. Auch die Versammlung selbst war nicht überwacht. Gewisse Elemente, die Beziehungen zum Alexanderplatz haben, hatten sich zwar als anscheinend harmlose Versammlungsbesucher eingefunden, doch unsere Genossen sorgten dafür, daß Störungen oder Provokationen, die etwa von diesen Elementen ausgegangen wären, sofort hätten unterdrückt werden können.— Noch che die Versamlung eröffnet wurde, war der Saal vollständig gefüllt. Viele, die später kamen, fanden keinen Einlaß mehr.— Der Empörung des Volkes über die Polizcischlachten in Moabit gab die Referentin, Luise Z i e tz, treffenden Ausdruck. Die Kennzeichnung, welche sie dem preußischen Polizeiregiment im all- gemeinen und den Vorgängen in Moabit im besonderen zuteil werden ließ, fanden lebhaften Wiederhall in den Herzen der mehr- tausendköpfigen Zuhörerschaft. Der Appell zum Eintritt in die Organisationen der klassenbewußten Arbeiterschaft, mit dem die Refercntin ihren Vortrag schloß, blieb nicht ohne Wirkung.— Da die Polizei auch nach Schluß der Versammlung unsichtbar blieb, so blieb natürlich auch die Ordnung auf der Straße vollkommen un- gestört. Die Vorrorte. In Rixdorf wurden zwei Versammlungen abgehalten. Im großen Saale des Hoppeschen Lokals, der von einer dichtgedrängten Menge gefüllt war, sprach Genosse Pfannkuch. Scharf und treffend beleuchtete er die Vorgänge, welche weit über Deutschlands Grenzen hinaus berechtigtes Aufsehen erregt und der Berliner Polizei die wohlverdiente Verurteilung durch alle Kulturfreunde eingetragen haben. Lebhafte Beifallskundgebungen bewiesen, daß die Zuhörer mit dem Referenten eines Sinnes waren in der cnt- schiedenen Verurteilung des Polizeiregiments und der polizeilichen Willkür in jeder Hinsicht. Der Saal der Bereinsbrauerei konnte nur einen kleinen Teil der Männer und Frauen fassen, welche gekommen waren, um Protest einzulegen gegen die blutigen Polizeitaten. Die Versammlung wurde deshalb im Garten abgehalten. Tausende von Zuhörern, die fortwährend vermehrt wurden durch Versammlungsbesucher, die drüben bei Hoppe keinen Einlaß mehr fanden, drängten vor der Tribüne, von der herab Genosse Paul M ü l l e r in markigen Worten, die häufige Beifallsstürme weckten, nicht nur die Moabiter Polizei- schlachten kennzeichnete, sondern auch ihre Ursachen, den Polizeischutz der Kapitalsinteressen, sowie die Polizeiwirtschaft überhaupt in gebührender Weise verurteilte. Beide Rixdorfer Versammlungen waren polizeilich überwacht. Auch auf der Straße machte sich die Polizei, vielleicht nicht so zahl- reich wie bei früheren Gelegenheiten, aber doch auffallend genug bemerkbar. Die Zahl der uniformierten, mit Säbel und Browning bewehrten Schutzleute war nicht groß. Aber die Polizei hatte eine große Anzahl von Beamten in Zivil, anscheinend alle verfüg- baren Kräfte aus sämtlichen Abteilungen, hergeschickt. Sie standen an den Straßenecken und spazierten zwischen dem die Straße be- völkernden Publikum herum. Der Polizeipräsident von Rixdorf war in eigener Person zur Stelle. Begleitet von einem Polizei- offizier und einem Kommissar patroullierte er lange Zeit in der Nähe der Versammlungslokale. Doch die Beamten hielten sich ohne Ausnahme bollkommen zurück. Sie taten, was in solchen Situationen das einzig Richtige ist: Sie ließen das Publikum auf der Straße ruhig gewähren. Unter diesen Umständen war es selbstverständlich, daß nicht die geringste Störung vorkam. Tausende ergossen sich nach Schluß der Versammlung auf die Straße. Ruhig gingen sie ihrer Wege und in gaiiz kurzer Zeit hatte die Hermannstraße wieder ihr gewöhnliches Aussehen. Hier konnte man mit greif- barer Deutlichkeit sehen, daß selbst durch große Volksmassen die Ruhe und Ordnung nicht gestört wird, wenn nicht die Polizei durch unverständiges Verhalten selbst Ursache zu Störungen gibt. In Charlottenburg tagten am Sonntag zwei überaus stark besuchte, poleizeilich abgesperrte Versammlungen. Die Referenten, Genossen Hirsch und Fülle, deren Ausführungen mit großer Begeisterung aufgenommen wurden, geißelten aufs schärfste das Vorgehen der Polizei in Moabit und das Verhalten der bürger- lichen Presse. In der Diskussion sprach ein Herr Thimm von der Demokratischen Bereinigung, welcher durch Anführung einiger Bei- spiele die Ausführungen des Referenten Hirsch unterstrich. Tref- send führte er aus, daß es zu begrüßen sei, wenn die Polizei Orden erhält, denn dann würden wenigstens die Beamten gekennzeichnet, die für schwaügere Frauen Fußtritte und Knüttel übrig hatten.— Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Zum großen Aerger der Polizei, welche offenbar auf den Ausbruch der Revolution wartete, hatte ein Witzbolo auf dem Hofe des Volkshauses eine Tafel angebracht mit den Worten:„Achtung! Die Revolution wegen schönen Wetters abbestellt!" Auf den Straßen in der Umgebung des Volkshauses wimmelte eS von Polizeibcamten in Uniform und Zivil, jedoch sind Zwischenfälle nicht vorgekommen. In Pankow war die Versammlung von über 500 Personen besucht. Das Referat hielt Genosse Hartmann, welcher in aus- führlicher Weise die wahren Vorgänge in Moabit schilderte und das gemeine Verhalten der bürgerlichen Blätter kennzeichnete. Seine Ausführungen wurden durch stürmische Zwischenrufe unterbrochen und durch nicht endenwollende Beifallskundgebungen belohnt. Von den nächsten Rednern wurden die von dem Referenten angeführten Greuel der Polizeitaten voll bestätigt. Die vorgelegte Resolution fand einstimmige Annahme. Lichtenberg. Die Versammlung im Lokale von Schwarz war von ungefähr 2ö00 bis 8000 Personen, Frauen und Männer, besucht. Da das Lokal sich als viel zu klein erwieö, hat die Versammlung im Garten, der ziemlich geräumig ist, stattfinden müssen. Polizei war zur lleberwachung erschienen, hatte aber keinen Grund, in Tätigkeit zu treten., Boxhagen-RuminelSburg-Ltralan. Die hiesige Versammlung wurde wegen Ueberfüllung nach dem Garten verlegt. Die Zahl der Teilnehmer betrug zirka 1500 Personen, darunter viele Frauen. Der Referent ReirbStagSabgeordiieter Artur Stadthage n legte in einstündiger trefflicher Rede die ungeheuerlichen Ncbergriffe der Polizei den Anwesenden klar und zeigte, wie auch hier die Polizei wieder im Interesse des Kapitals gearbeitet habe. Langanhaltender Beifall folgte den Aussührungen. Der geeinigte Gesangverein brachte zum Schluß die„Internationale" zum Vortrag. Polizei und Versammlungsbesucher. Man schreibt uns: Aus Anlaß der Moabiter Vorgänge ist selbst von Polizeibeamten geäußert worden, daß sie auf Befehl gehandelt hätten, als sie Wahl- loS mit dem Säbel auf das Publikum eingeschlagen hätten. Wie aus einer uns gemachten Mitteilung hervorgeht,'gibt eS auch Vor« gesetzte, die verständige Ansichten über die Aufgaben der Polizei haben. In dem uns mitgeteilten Falle ist ein Polizei- leutnant zu den in einem bestimmten Räume versammelten Schutzleuten gekommen und hat in einer Ansprache die Leute ermahnt, sich recht ruhig zu verhalten, selbst dann die Ruhe zu bewahren, wenn einige Versammlungsteilnehmer etwa stichelnde Reden fallen ließen. Erst wenn Beamte tätlich an- gegriffen würden, solle zugegriffen werden. Daß man solche An- sichten noch registrieren mutz, ist bezeichnend. » Folgendes Telegramm ging aus der Heilstätte Beelitz ein: Dem schärfsten Protest gegen Polizeiwill kür und Ausnahmegesetze schließen sich die Patienten des Sanatoriums Beelitz an. Hu9 Induftne und FtandeL Die Fleischteuerung. Im September dieses Jahres sind die Fleischpreffe wiederum weiter hinaufgeschnellt. Die amtlichen Angaben für die„Statistische Korrespondenz", die aus 50 preußischen Städten die Durchschnitts- preise zusammenstellt, ergeben folgende Gesamtziffern. Es kostete ein Kilogramm Fleisch im Kleinhandel im September .m- Pfennige Rindfleisch von der Keule.... 16S,8 181,8 182,4 vom Bug...... 156,2 168,2 168,7 vom Bauch..... 136,5 148,6 147,7 im Durchschnitt,.. 156,6 168,7 168,9 Kalbfleisch von der Keule.... 181,0 195,6 196,3 vom Bug..... 165,6 176,9 177,2 im Gesamtdurchschnilt. 174,9 188,2 188,6 Hammelfleisch von der Keule.... 175,0 181,3 181,4 vom Bug..... 162,4 164,7 164,9 im Gesamtdurchschuitt. 170,0 174,7 174,3 Schweinefleisch von der Keule.... 184,1 181,6 181,9 vom Bug...... 172,8 167,6 167,0 Kopf und Beine... 90.4 90,1 91,8 Rückenfett..... 166,3 161,7 162,5 im Durchschnitt... 167,2 163,6 164,0 Roßfleisch........... 75,1 76,5 77,0 In der zweiten Hälfte des September sind die Preise durchweg gestiegen. Auch die Schweinepreise rücken nahe an den ungewöhnlich hohen vorjährigen Satz heran, ja, bei der geringeren Sorte— Kopf und Beine— �ift jetzt das vorjährige Niveau sogar schon überholt. Da sieht man, was die Behauptungen von der vorübergehenden Erscheinung der hohen Fleischpreise wert sind. Die Grenzen auf! Das muß nach wie vor die Losung sein. • Nach vorausgegangenen Besprechungen mit Vertretern deS Vieh- Handels, der Landwirte, Metzger und anderer Jntereffenten, hat der Magistrat der Stadt Dortmund eine Eingabe an die Regierung ge- richtet, worin folgende Mittel zur Hebung der Fleisckteuerung in Vorschlag gebracht werden: weitgehendes Oeffnen der Grenzen von Holland und Dänemark und vorübergehende Aufhebung der Zölle für Vieh und Fleisch. Abschriften! dieser Eingabe sind dem Reichs- tag, dem Reichslanzler, dem Landtag, dem deutschen und westfälischen Städtetage zugegangen. Begründend wird in der Eingabe gesagt, daß von den 210 000 Einwohnern Dortmunds gegen 160 000 dem Arbeiter« und kleineren Beamtcnstande angehören, und daß die Mehrzahl der Arbeiter schwere körperliche Arbeit ver» richten müsse, die nur bei kräftiger Ernährung geleistet werden könnte. Bei den überaus hohen Fleischpreisen sei der Arbeiter aber nicht in der Lage, sich entsprechende Kost zu verschaffen. Die Fortdauer der Fleischteuerung bedinge Unterernährung, und es sei ein Zurückgehen der Arbeitsleistung zu erwarten, auch leiste eine Unterernährung Krankheiten Vorschub. Der Magistrat der Stadt Dortmund ist nicht der Ansicht, daß an der jetzigen Fleischteuerung der Zwischenhandel schuld sei, sondern der Mangel an schlachtreifem Vieh im Inland das Uebel verursache. * Nach der Statistik des städtischen SchlachthofeSin Offen- bürg wurden dort im Monat September 1910 nur 1069 Tiere ge- schlachte: gegen 1218 im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der geschlachteten Kälber fiel von 341 auf 268, die der Rinder von 167 auf 149, die der Kühe von 71 auf 62; auch die Schweine- schlachtung hat sich etwas vermindert, die' Einfuhr auswärtigen Fleisches nahm ab. Die für das ganze badische Land sestgestellte. verhängnisvolle Abnahme der Nachzucht des Milch- und Nutzviehes äußerte sich in einem lebhasten Verkauf der Rinder und Kälber. Nachdem nun die Oehmdernte günstig ausgefallen ist, wird die Auf- zucht des Jungviehes zunehmen. Die badische Negierung gestattete Nindvieheinfuhr aus der Schweiz. Dividende« im deutschen Eisen- und Metallgewerbe. Insgesamt habe» in den ersten neun Monaien des laufenden Jahres 451 Aktiengesellschaften des Eisen- und Metallgewcrbes, deren Aktienkapital im letzten Geschäftsjahr um 61 840 000 M, auf 1 135 986 000 M. vermehrt worden ist, ihre Rechnungsergebnisse ver- öffenilicht, von denen 53 für einen Vergleich mit dem Vorjahre nicht in Betracht gezogen werden können. Für die Betrachtung der Dividendenausschüttung in sämtlichen Zweigen des Eisen« und Metallgewerbes kommen also insgesamt 398 Gesellschaften in Be- trncht, deren Bilanzen mit denen vom Vorjahre ver- gleichbar sind, und zwar gehören von diesen Aktien- gesellschaften 148 dem reinen Eisen- und Metallgcwcrbe an, 211 Unternehmungen dem Maschinenbau und 39 der elektrotechnischen Warenherstelluiig. Das dividendcnberechtigte Aksienknpital der gesamte n'398.A ktien gesellschaften weist aus Grund der in der Zeit von Januar bis September vcröffent- lichte» Bilanzen die beträchtliche Steigerung von 1 027287 Millionen auf 1 072 997 Millioueu Mark auf, ein deutlicher Ausdruck der fort« schreitenden Besserung im Eisengewerbe. Bei den Gesellschaften der reinen Eisen- und Metallindustrie stieg das Aktienkapital von 271611 Millionen auf 279 744 Millionen Mark, bei den Maschinen» bauanstalten von 434 353 auf 453 429 Millionen Mark und bei den Aktiennnternehmiingen der elektrotechnischen Industrie von 321 323 Millionen auf 339 824 Millionen Mark. Es ergeben sich für die Dividendeiisumme und für die auf das jeweilige dividendenberechtigte Nominalkapital berechnete Dividende im Vergleich zum vorletzten Geschäftsjahr folgende Ziffern: Dividendensumme in 1000 M. Dividende in Proz 1909/10 1908/09 1909/10 25 673 9,1 9,1 32 888 6,8 7,2 28 980 8,3 8,5 und Metallgewerbe, dessen Aktien- Grupp-u mHI09 Eisen, Metalle.. 24 622 Maschinen.... 29747 Elektrotechn. Erz.. 26 676 Abgesehen vom reinen Eisen gesellschaften keine höhere Dividende erzielten als im Vorjahre, hat bei den Unternehmungen der elektrotechnischen Industrie wie bei den Maschinenbauanstalten eine Steigerung der Dividendensumme wie der Dividendenprozentziffern stattgefunden, indem 0,2 beziehnngS- weise 0,4 Proz. Dividende mehr zur Verteilung an die Aktionare gelangten als im Vorjahre. Für 393 Aktiengesellschaften aller Branchen, deren Bilanzen mit den vorjährigen vergleichbar sind, er- gibt sich eine Steigerung der Dividendensumme von 81 046 Mill. auf 37 391 Millionen Mark im letzten Geschäftsjahr, so daß unter Verrechnung auf das jeweilige dividcndenberechtigte Nommalkopital für das Geschäftsjahr 1909/t0 eine durchschnittliche Dividende von 8.1 Proz. zur Verteilung gelangte, während im vorletzte:: Geschäfts- jähre von denselben Gesellschaften nur eine Dividende von 7,0 Proz. erzielt worden war. SyudikatSdiktawr. Die maßgebenden Werke deS europäischen Zinkhüttenbervandes, dem in erster Linie die deutschen und die belgischen Hütten an- gehören, hallen jedes Mittel für recht, das ihnen bessere Einnahmen verschafft. Innerhalb weniger Wochen haben sie schon zum dritten Male den Zinkpreis heraufgesetzt, und zwar diesmal gleich um 7.B0 M. pro Tonne, während sie sich früher mit je 6 M. begnügt hatten. Der Zinkpreis ist von seinem tiefsten Stande unmittelbar nach dem Ausbruch der Krisis von 18 Pfd. Sterl. auf 24 Pfd. Sterl. in die Höhe getrieben worden. Wenn Arbeiter einige Pfennige Lohnerhöhung verlangen, dann heult das ganze Scharfmachertum über„Ruin der deutschen Industrie", Syndikate diktieren einfach Preisaufschläge, die Viele Millionen ausmachen._ 9,9 Millionen Mark Ueberschüffe, 6,8 Millionen Mark Löhne, 6 Millionen Mark Reingewinn. Die Harmonie der Jntereffen zwischen Kapital und Arbeit wird recht sinnenfällig illustriert durch den letzten Geschäftsbericht des Lothringer Hüttenvereins Aumetz-Friede. Nach dem Rechnungs- abschluß stellte sich bei einem Vortrag von 671 588,89 M. der Betriebsüberschutz auf 9 921 598,47 M. Nach Absetzung von 808 955,32 M. für allgemeine Unkosten, 814 841,33 M. für Zinsen und 2 772 374.54 M. für Abschreibungen, verbleibt ein Reingewinn von 5 835 246,38 M. Hiervon werden erhebliche Summen für diverse Fonds verwendet, 521 395,84 M. erhalten die Aufsichtsräte und Direktoren als Gewinnanteile und Belohnungen— für gute Ausnutzung der Arbeitskraft; auf neue Rechnung werden 840 622,74 M. vorgetragen und 2 840000 M. als zehnprozentige Dividende an die Aktionäre verteilt. Im vergangenen Jahr mutzten die Papier-„Arbeiter" sich mit 7 Proz. begnügen. Da insgesamt 5138 Arbeiter beschäftigt wurden, die zusammen 8 804 951,83 M- Lohn erhielten, ergeben sich die folgenden interessanten Zahlen: Auf den Kopf der Arbeiter entfallen: BetriebSüberschutz..... 1932 M. Lohn.......... 1325„ Reingewinn....... 1097, Dividende........ 550, Tantieme........ 101„ ES mutz doch ein erhebendes Bewutztsein für t'c Arbeiter sein, in solcher Harmonie voin Kapital ausgeplündert zu werden. Jedes- mal drei Aktionäre bekommen für Nichtstun mehr als ein Arbeiter für ein ganzes Jahr zermürbender Schufterei in den mörderischen Hüttenwerken. Auf jede Mark Lohn, die der Arbeiter bekommt, ent- fallen 82,8 Pf. Reingewinn, die er erarbeiten mutz für das ihm von den Nichtstuern gewährte Recht, Güter produzieren zu dürfen. Wahrlich, eine nette Wirtschaftsordnung, in der wir leben— für die Herren Kapitalisten I_ Hub der Frauenbewegung. 20 Jahre schweizerische Arbciterinnenbewegnng. Der Schweizerische Arbeiterinnenverband ist am 5. Oktober 1890 in Zürich unter der Mitwirkung der Genossin Zetkin in Stuttgart gegründet worden und zwar von den fünf Arbeiterinnen- vereinen in Zürich, Winterthur, Bern, St. Gallen und Basel. Der Verband stellte sich sofort auf den Boden der Sozialdemokratie und er hat bisher an allen ihren Aktionen mitgewirkt. Heute zählt der Verband 13 Sektionen und ungefähr 1000 Mitglieder, so datz er in den verflossenen zwei Jahrzehnten wohl Fortschritte gemacht hat, ohne freilich einen befriedigenden Stand erreicht zu haben. Sowohl die Zahl der Sektionen wie der Mitglieder könnte um das mehrfache größer sein. Die Schuld an der ungenügenden Weiter- entwicklung tragen zum größten Teile die Genossen, die sich zu wenig der Arbeiterinnenbewegung annchniery es an ihrer Förde- rung und Unterstützung mangeln lassen oder gar die Frauen und Töchter noch vom Anschluß an die Organisation abhalten. Auch die schweizerische sozialdemokratische Partei als solche hat bisher noch nichts zur Forderung des Arbeiterinnenverbandes getan. GerieKts- Leitung. Das Zeugnis beS Schutzmanns erschüttert. Der seltene, in den Prozessen gegen streikende Schmiede bis jetzt einzige Fall, daß ein Gericht die Aussagen eines Schutz- manns durch daS Zeugnis eines Zivilisten, noch dazu eines streikenden Arbeiters, als erschüttert erklärt, ereignete sich am Sonnabend vor der 141. Abteilung des Schöffengerichts Berlin- Mitte. Der Verhandlung lag folgender Tatbestand zugrunde: Die beim Schmiedemeister Kasper, Landsberger Allee 134, tätigen Arbeitswilligen wurden abends in zwei Autodroschken nach Hause befördert. Zur Behütung der Arbeitswilligen waren zwei Schutzleute zur Stelle. Eine Menge Menschen sammelten sich an, um dem ungewöhnlichen Schauspiel des Transports von Schmiede- gesellen in Automobilen zuzusehen. Aus einem gegenüberliegenden Schanklokal kamen auch einige Streikende in dem Augenblick, wo sich die mit Streikbrechern beladenen AutoS in Bewegung setzten. Die Menge johlte. Schutzmann Heidcr griff aus der Menge, die den Autos nachlief, den Schmied Durchschnabcl heraus und sistierte ihn. Durchschnatel, der jetzt als Angeklagter vor Gericht stand, erhielt eine aus 39 M. lautende polizeiliche Strafverfügung, weil er„mit anderen auf dem Bürgersteig gestanden, der Auf- forderung eines Beamten, sich zu entfernen, nachgekommen, nach 10—15 Schritten aber stehen geblieben, dann dem Auto nach- gelaufen fei und gerufen habe, so daß man es straßenweit habe hören können:„Ihr Streikbrecher! Haut die Hunde!" Turchschnabel bestreitet die ihm zur Last gelegten Handlungen. Schutzmann Heider dagegen will ihn auf dem Mrgersteig gesehen haben und auch mit Sicherheit wahrgenommen haben, daß der An- geklagte rief:„Ihr Streikbrecherl Haut die Hunde!" Obwohl der Schutzmann den Angeklagten nur von hinten, und noch dazu aus einiger Entfernung, gesehen hat, erklärt er mit der Bestimmt- heit, die man an Schutzmannsaussagen gewöhnt ist, daß ein Irr- tum auf seiner Seite ausgeschlossen ist.— Ein Kollege des An- geklagten, Schmied Vetter, bekundete dagegen ebenso bestimmt, daß der Angeklagte erst aus dem Schanklokal kam, als die Autos abfuhren, daß er vorher nicht auf der Straße war und die ganze Situation so lag, daß der Schutzmann von etwaigen Aeußerungen des Angeklagten nichts hat bemerken können. Der Schutzmann müsse also einen Unrichtigen herausgegriffen haben.— Die sehr eingehende Vernehmung dieser beiden Zeugen konnte den Wider- spruch zwischen ihren Aussagen nicht aufklären.— Dafür, wie Schutzleute ihre Beobachtungen machen und zu ihren Ansichten kommen, sprach eine Aeußerung des Schutzmanns Heider. Er sagte nämlich, er könne den Angeklagten nicht mit einem anderen verwechselt haben, denn als er den Angeklagten aufgefordert habe, weiter zu gehen, sei derselbe nur ganz pomadig weiter gegangen. „Dabei hat er mich lächelnd angesehen," sagte der Schutzmann Heider,„und ich sagte mir deshalb, das mutz ein ganz gefährlicher Mensch sein." Zu dieser Bemerkung des Schutzmanns, die all- gemeine Heiterkeit hervorrief, meinte der Vorsitzende:„Nanu, nanu, der Angeklagte hatte doch noch gar nichts getan." Der Amtsanwalt wollte nur die Aussage des Schutzmanns als beweiskräftig gelten lassen und beantragte, den Angeklagten mit 30 M, zu bestrafen. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Tr. Oskar Cohn, beantragte für den Fall, daß der Sachverhalt noch nicht genügend aufgeklärt erscheinen sollte, weitere Entlastungszeugen zu laden. Ferner führte der Verteidiger aus, daß die Voraussetzungen der Polizei- lichen Strafverfügung fehlen, denn selbst wenn es wahr wäre, was darin dem Angeklagten zur Last gelegt wird, dann liege ent- weder eine Beleidigung vor, die nur auf Antrag des Beleidigten verfolgt werden könne, oder eine Drohung im Sinne des§ 241, die ein Vergehen darstelle, welches durch die Polizei überhaupt nicht bestraft werden könne. Sowohl aus diesen Gründen als auch, weil dem Angeklagten nichts nachgewiesen sei, müsse auf Freisprechung erkannt werden. Das Gericht erklärte die formalen Einwände des Verteidigers als nicht stichhaltig, weil sich die Strafverfügung auf Z 361,11 beziehe. In der Sache selbst kam das Gericht zu einem frei- sprechenden Urteil, weil es den Sachverhalt nicht für aufgeklärt hielt. Der Schutzmann Heider habe nach Lage der Situation nicht sehen können, ob es gerade der Angeklagte war, der gerufen hat, auch sei die Aussage des Schutzmanns durch den anderen Zeugen erschüttert. Ein Schutzmann wegen Mißhandlung eines Wahlrechts- demonstrantcn verurteilt. Der Bochumer Schutzmann Fett hatte bei der Wahlrechts- demonstration am 10. April einen ruhig seines Weges gehenden Bergmann oyne jede Veranlassung mit der Faust unter das Kinn so geboxt, daß das Blut aus dem Munde quoll. Obendrein, fehlten die gegen Demonstranten beliebten Ausdrücke wie Lumpenhunde und dergleichen nicht. Die Strafkammer verurteilte den Schutz- mann wegen Mißhandlung zu 36 M. und wegen Beleidigung zu 18 M. Geldstrafe. Wie würde wohl die Strafart und die Strafhöhe ausgefallen sein, wenn der Arbeiter den Schutzmann ohne Veranlassung geboxt und mit Lumpenhund und dergleichen angeredet hätte? Trotz des der Art und dem Matze nach recht niedrigen Strafmaßes ber- dient der Fall, daß überhaupt eine Verurteilung des Schutzmanns stattgefunden hat, als Seltenheit registriert zu werden. Wieviel Summen würden in die Staatskasse fließen, wenn gegen jeden Schutzmann überall, speziell in Berlin, ebenso verfahren würde. Trotz aller Warnungen vor Wcchselfallenschwindler« scheint es immer noch Geschäftsleute zu geben, die aus diesen alten Gaunertrick hineinfallen. Ein Mitglied der edlen Zunft der Wechselfallenschwindler mutzte sich gestern in der Person des Händlers Wilhelm Rapthel vor der BerufungSstrafkammcr deS Land- gerichts II verantworten. Im Oktober und November v. I. tauchten in den südlichen Vororten, insbesondere in Steglitz, zwei Schwindler auf, die sich nach Art der Wechselfallenschwindler gegenseitig in die Hände arbeiteten. Einer von ihnen betrat den Laden und kaufte irgend eine Kleinigkeit, wobei er ein Zwanzigmarkstück in Zahlung gab. In dem Moment, in welchem der Verkäufer das Wechselgeld aufzählte, erschien der Komplize in dem Geschäft und verlangte mit großer Hast irgend einen anderen Artikel. Während ihm dieser ausgehändigt wurde, strich der zuerst erschienene Schwindler das Wechselgeld und auch das in Zahlung gegebene Zwanzigmarkstück ein und verließ den Laden. Gewöhnlich wurde das Fehlen des Zwanzigmarkstücks erst bemerkt, wenn die beiden Schwindler längst über alle Berge waren.— Der jetzige Angeklagte und fein Kam- plize, der schon mehrfach mit Zuchthaus vorbestrafte Kassierer Eugen Waldau, wurden seinerzeit vom Schöffengericht zu je 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Während sich Waldau bei dem Urteil be- ruhigte, legte Rapthel Berufung ein. Diese wurde jedoch von der Strafkammer kostenpflichtig verworfen. Hub aller Sielt jSieue UXaldbrände in Nordamerika. 300 Menschen umgekommen. Nachdem erst im Sommer weite Gebiete Nordamerikas von verheerenden Waldbränden heimgesucht wurden, die Hunderte von Menschenleben vernichteten, meldet der Tele- graph auch jetzt wieder gewaltige Waldbrände, denen viele Menschen zum Opfer fielen. Wie bereits gemeldet, haben die Brände die Ortschaft Baudette im Staate Minnesota zerstört. Nach den heute vorliegenden Mel- düngen sind auch dje Ortschaften Spooner, Pitt und Graceton eingeäschert. Mehrere andere Städte sind be- droht. Bisher sind 75 Leichen von Ansiedlern auf- gefunden worden. Man glaubt, daß im ganz em 300 Menschen dem Waldbrande zum Opfer gefallen sind. Längs der Bahndämme wurden zahlreiche verkohlte Leichen aufgefunden. Man vermutet, daß es Ansiedler sind, die sich vor dem verheerenden Element in Sicherheit bringen wollten, Nach einer Meldung aus Fort Williams ist zu befürchten, daß ein mehrere hundert Personen zählender Trupp K o l o n i st e n, der sich vor dem Feuer nach dem Fort retten wollte, unterwegs in den Flammen umgekommen ist. Rettungszüge sind nach den vom Feuer heimgesuchten Gebieten abgegangen.__ „Parseval VI" auf dem Wege nach Berlin. Das während mehrerer Monate in München stationierte Passagierlufrschiff„ P a r s e v a l VI" hat am Montag vormittag 9Vz Uhr seine Fahrt nach Berlin angetreten, um in I o h a n n i s l h a I an der Flugwoche teilzunehmen. Das Lenk- schiff wird jedoch einige Zwischenstationen machen, da die Ballon- Halle in Johannisthal noch nicht fertig ist. Voraussichtlich wird „P. VI" am Mittwoch auf dem Flugplätze ein- treffen. Das Lustschiff, das vom Oberleutnant Stelling geführt wird, passierte gestern in flotter Fahrt um 103lt Uhr Landshut; kurz vor 12 Uhr wurde es über RcgenSburg gesichtet, wo es mit einem starken Ostlvinde zu kämpfen hatte. lieber Hof wurde„P. VI", aus der Richtung von Marktredwitz kommend, um 3>/z Uhr gesichtet, um dann um 4'/, Uhr in Plauen auf dem Exerzierplatze glatt zu landen. Nutzer in Plauen ist noch eine Zwischenlandung in Bitterfeld vorgesehen. Während seines Münchener Aufenthalts hat das Luftschiff 85 glatt verlaufene Passagierfahrten unternommen, bei denen inS- gesamt 3200 Kilometer zurückgelegt wurden. ioo Kergfleute euigelcMolTeii. In einer Kohlengrube in Trinidad im nord- amerikanischen Staate Colorado ereignete sich am Sonn- abendabend eine schwere Explosion, durch die ein ganzer Schacht einstürzte. Etwa 1 00 Grubenarbeiter sind von der Au ßenwelt abgeschnitten. Bisher sind alle Versuche, die Verunglückten zu retten, vergeblich gewesen, da die Grube mit giftigen Gasen angefiillt ist. Es besteht wenig Hoffnung, die Verschütteten lebend aus dem Schacht zu bringen._ Mit der Mistgabel erschlagen. Auf dem Gute W e i t e n h a g e n bei Stolp gerieten im Pferde- stalle die Gutsarbeiter S ä d l e r und K a tz k e in einen Streit, weil einer von ihnen den Rest von'/«Liter Schnaps au S- getrunken hatte. Dieser Streit artete in ein Handgemenge au§, und da Sädler der Schwächere war, rief er seinen Sohn zu Hilfe, der mit einer Mistgabel auf den Katzke einschlug. Als Katzke besinnungslos auf dem Boden lag, wurde er von den beiden Sädlers auf dem Düngerhaufen geschleppt und von dem Sohne in der rohestcn Weise mitzhandelt. Am anderen Tage wurde Katzke in das Kreiskrankenhaus eingeliefert, wo er ein paar Stunden nach der Einlieferung verstarb. Der Täter wurde verhaftet._ Wild-West. Ein grimmiger Kampf, der an die Schilderungen der Indianer- romane erinnert, fand im Staate Wisconsin zwischen einem deutschen Ansiedler D i e tz und ungefähr hundert P o l i z i st e n statt. Dietz hatte sich ein Haus gebaut und dieses mit einem Garten um- geben, ohne jedoch das Land vorher erworben zu haben. Eine grotze Holzfirma kaufte nun den ganzen Distritt und forderte Dietz auf. fein Land zu verlassen. Dieser versah jedoch sein Gehöft mit einer Palisade und setzte sich mit seiner Frau, seinem Sohn und seiner neunjährigen Tochter zur Wehr. Drei Tage lang hielt er sich die Polizisten vom Leibe, die hundert Mann stark angerückt waren. Dann begann eine regelmätzige Belagerung. Frau Dietz schob so gut wie irgend ein Mann. Von den Polizisten waren a ch t s ch w e r v er w un d et und einer getötet worden. Endlich, als Dietz in den Arm und fein Sohn in das Bein ge« schössen worden war, kroch seine Tochter mit einer Parlamentärflagge unter den Palisaden hervor. Hierauf wurde die Familie ins Ge- fängniS gebracht._ Kleine Notizen. Ein tragischer Unglücksfall ereignete sich am Montagmittag in der Weberstratze in Zittau. Der Bäckermeister Kasper hantierte mit seinem Jagdgewehr herum; plötzlich entlud sich die geladene Waffe. Die Kugel ging durch das Schaufenster und traf zwei Herren, die auf der Plattform eines gerade die Stratze paffie» renden Wagens der Stratzenbabn standen. Beide Herren fielen tödlich getroffen vom Wagen. Die Kugel war den beiden durch den Kopf gegangen und hatte den sofortigen Tod herbeigeführt. Totschlag beim Kindclbier. Bei einem KindtaufSfeste in Glad» b e ck sRheinland) kam eS zwischen mehreren Teilnehmern zu einem» Streit, bei dem sich die Gegner mit Messern bearbeiteten. Ein Mann wurde getötet und vier schwer der» letzt. Aus der städtischen Irrenanstalt in B r e S l a u find in der Nacht zum Montag vier zur Beobachtung untergebrachte Einbrecher ent- flohen. Ueber den Verbleib der„wilden Männer" weitz man noch nichts. Ein verurteilter Bürgermeister. Die Strafkammer in Aachen verurteilte den Bürgermeister Brück mann von R i ch t e r i ch wegen fortgesetzter Unterschlagungen amtlicher Gelder zu drei Jahren Gefängnis. Dem ungetreuen Beamten wurde auch die Fähigkeit abgesprochen, während dreier Jahre ein öffentliches Amt zu bekleiden. Der Aviatilcr Jllner vollführte am Montag einen Ueberland- fing von Wien nach Horn und zurück. Die Strecke, die mit einer Zwischenlandung zurückgelegt wurde, beträgt 180 Kilo- meter. Für den Flug war ein Preis von 20 000 Kronen aus- gesetzt, der Jllner zufällt. Eine bewaffnete Räuberbande brachte am Sonntag in der Nähe des Bahnhofes U f f a f f a l auf Sardinien einen Zug, in dem sich ein Beamter der Bahn mit Geld zur Entlohnung des Eisenbahn- Personals befand, zum Entgleisen. Den Räubern'fielen nur enva 5000 Lire in die Hände, da der größte Teil deS Geldes bereits aus« gezahlt war. DaS Zugpersonal ist unverletzt. LunlicM Seife isl' für feinsfe Spilzen und die zaitesl'cn Öeivebe wie keine andere geeignet Man kann dieselben ahne Sorge mit diesem sWs gleichbleibenden Fabrikair waschen, der Erfolg ist vorzüglich und ver�chafffdcrein« sichle vollen Hausfrau Freude! 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Gustav Gartmann im Alter von 61 Jahren. Die Beerdigung stndet am Dienstag, den 11. d.MtS.. nach- mittags 4 Uhr. tn Marzahn, Lichtenberger Kirchhof, stall. Abfahrt: NachmitiagS 3 Uhr, Schlcsiicher Bahnyos(Wriezener Bahnhof). 50/ 6 Nachträglich danken wir herzlichst llon Parteigenossen, die zur Er- chtnng de» Denlstein» sür meinen erstorbenen Mann beigetragen haben, uch dem Gen. Waldcck Manasse im efonderen besten Dank. HVitwo Tutzaucr nebst Dochter. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich deS Hin- schcidens meines lieben Mannes, unseres herzensguten Vaters, Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels, des Restauratcurs Hermaim Ramlow sagen wir allen Verwandten, Freunden, Bekannten und den bei der Beerdigung anwesenden Vereinen unsere» herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen atacie Ramlow, geb. Brinkmann 18158 nebst Kindern. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsttelle Berlin. Todesanzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Alfred Pritzkau am 8. Oktober an Halsleiden ge- starben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 12. Oktober, nach- mlllags 4 Uhr, von der Leichen- halle deS Rudolf-Virchow-Kranken- Hauses aus nach dem Golgatha. Kirchhose statt. Rege Beteiligung erwartet 123/9 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezlrksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. datz unser Kollege, der Kutscher Ferdinand Zur verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 11. Oktober, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des AndreaS-MarkuS-Kirch- Hose», Hoben- Schön Hausen, Ber- lincr Str. 33/34, ans statt. Zahlretckie Beteiligung erwartet 51/14 Die Bezlrksverwaltung. Am 8. Oktober verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Bater, der Schristsetzerinvalide Witketm Schmidt Im Alter von 53 Jahren. Dies zeigen ttesbettübt an Die trauernden AngehSrigen. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den l2. Oktober, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Friedenaner Kirchhofs, Fehler. straf;«, aus statt. 18106 Am Sonntag, den 9. Oktober, verstarb nach längerem Herzleiden ine», innigstgelieblcr Mann, unser herzensguter Pater, der Hermann Klähre im Alter von 47 Jahren. Dieses zeigen liesbctrübt an Bie trauernden Hinterdllehenen Die Beerdigung findet Mitt- woch, den 12. Oktober, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Heilands-FAedofes in Plötzensec aus statt. l3l4L Tanksaguna. illisd Für die viele» Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranz- spende» bei ber Beerdigung meiner geliebten, unvtrgesjlichcii Frau Herta Wartenderx sage Ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Wahlverein für den 3. Verl. ZlcichstaaSwablkreiS, den Herren Kollegen von der lllrmcn- kominission 158o, dem Gesangverein Kreuzberger Harmonie, insbeiondere dem Genoffe» Naldick Manasse für die trostreichen Worte am Sarge der Entschlasenen meinen innigsten Dank. A. Wartenberg, gürstcnberger Str. 13. Kaulsdorf und Mahlsdorf. Nur 20 P(.-Fahrtv.Zentrum Berlins, trotzdem billig, als weiterv, Berlin frelegono Orte, wie Hoppocarten, S ouenhagen usw. MUß. Änzablong, langi. Hypotheken. Pläne gratis. Verksufe'r stAndlg am Bhf. Mahlsdorl Im Pavillon. 1187L* I. Rieger, Berlin, Oontardstr. 6. ÄÄ AA ÄÄÄAAA AA AiMMfcÄ Klni»kn- unb hrnnibitihrtri von Robert Meyer,* nur Mimoimkn-Strnßt 2. Dr.Schünemann Spezialarzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. 6612* jetzt Oranienstr. 139, nahe Moritz- platz. 10—2, 5—7, Sonntags 10—12 IdK schwöre auf EUendol das beite flüssig flehdhmfcuaiiki In Qlasfl. zu 10, 15 u. 25 PI., Bleohfl. zu 20, 30 u. 60 Pf. überall erbültlicb. Fabrik; Urban dt. I-eniin. 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Die Kassenmitglieder haben die Vertreter aus ihrer Mitte in einem Wahlgange zu wählen, während die zu Beiträgen verpflichteten Arbeitgeber auch Geschäftsführer oder Betriebsbeamte zu Vertretern wählen und in der Wahlversammlung sich durch solche vertreten lassen können. Für 1910/1911 sind zu wählen: von den Kassenraitgliedem 244 Vertreter, von den Arbeitgebern 115, Die Wahl der Vertreter der Kassenmitglieder findet am Sonntag, den 23. Oktober er., vorm. präz. lOVa— UVs Uhr, im grollen Saale der AvtninhaUen, Kommandantensfr. 58/50, statt.(Um tt'/i Uhr wird der Wahlakt geschlossen.) Der Vorstand ladet zu zahlreicher Beteiligung hierdurch ez� gebenst ein. Wahlberechtigt und wählbar sind nur diejenigen Kassen- mitglieder, welche grolljährig und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Zur Legitimation dient das Quittungshuch bzw. die Qulttungs- karte, und werden die Herren Druokereikassierer gebeten, selbige den oben aufgeführten Mitgliedern behufs Teilnahme an der Wohl auszuhändigen. Ohneoi. Hurra— Dir leben noch! Kasino. Der schneidige Rudolf. AP ullo. Spezialitäten. Batlnge. Spezialitäten. Reichshallen. Steltiner Sänger. Wintergarte«. Spezialitäten. Karl Haverlanb. Spezialitäten. Sanssouci. Nu hat'S geschnappt. Spezialitäten. Ilratua. D>t»i>enst»afte 48/4«. Der Vierwaldstätter See und der Gotthard. Sternwarte, Jnvaltdenstr. ö?— 82. Lessing-Theater. « Uhr; Wenn der junge Wein blüht. Mittwoch 8 Uhr: Wen« der jung« Wein blüht. berliner TTieater. Heute 8 Uhr: Gastspiel Haust Niese. Das Mußhanteumädtl. Nöliss Thöstöf. Sapspiel Ferdinand Bonns Dienstag 61« Donnerstag: Abschied vom Regiment. Das gewisse Etwas. Freitag zum erstenmal: Der Stier von Olivera. Tkeatsr des Westens. Ansang 8 Uhr. Ble HCbOnste Frau. Sonnt. 3>/,U.: Die ge«ohledene Frau. Modernes Theater (früher Hebbeltheater). Heute und täglich 6 Uhr: Die beste der Frauen. Liastspieihauss Heute abend 8 Uhr: Der Feldherrnhiigel. KerHner Volksoper Abends'1,9 Uhr auster Abonnement: Friedricti-Wllhelmstödtlsches Schauspielhaus. Dienstag, 11. Oltober, abends 8 Uhr: Kletten. K. inSchlub: Diode. Mittwoch: Revolutionshochzeit. Donnerstag: Revolutionshochzeit. Freitag 7 Uhr zum ersten Male: Gtordano Bruno. sosc-imre Graste Frankfurt«! Str. 132. Ans. 8 Uhr. Ende'/. II Uhr. Aas Gefängnis. Luftspiel in 4 Akten von R. Benedix. Mittwoch: Othello. Donnerstag: Die gute Partie. 1 Urania. Urania. Wissenschaftliches Theater Taubenstraße 48/49. Heute abend 8 Ehr: Der Vierwaldstätter See und der Gotthard. Residenz-Theater. Direltion: Richard Alexander. Abends 3 Uhr: Noblesse oblige. Schwank in 3 Akten von Hennequin mid Veber. Morgen und folgende Tage 8 Uhr: _ Xoblcsse oblljgc._ Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: Der Fähnrich im Kloster. Mittwoch Neueinstudierung: Der Hüttenbesitzer. Donnerstag: Kean. Freitag: Die Brüder v. St. Bern- hard. Sonnabend 4 Uhr große Kinder- Vorstellung. Abends: Durchgegangene Weiber. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Else vom Erlenhos. Abends 8 Uhr: Der Fähnrich im Kloster. Abends 8 Uhr: DaS sensationelle Programm. Nerbotene Frucht. 9'/,! Bndolk Sehildkraut. Sffetropol' Theater. Kurraü! Wir leben noehü! ©roste AusstattungSrevue in 7 Bildern v. g. Freund. Mufti v. B. Holländer. In Szene gesetzt von Dir. R. Schultz. Ansang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Neues Programm t Saharet in ihren neuen Kreationen. The 1 Heers humoristischer Drahtseil-Akt. Reynolds m Donegau das amerikanische Tänzerpaar in vollend. Rollschuh- Meisterschaft sowie eine Kette hervorragemler Kunslkräfte. Passage-Theater. Abends 8 Uhr: Die Jungltauen von Sais. Die 3 mystlHchon Schatten und die großen Attraktionen des Oktober-Programms. Alt-HoubU 47/48. Donnerstag, de« 13. Oktober 1910: Nur einmalige Nussührung: Illpstlißreich. Drama in 4 Aus», v. gr.Ad.Beherlein. Kasseneröstn. 7 Uhr. Ans. 8'/« Uhr. Nach der Vorstellung: Dan». i�cWUcr- Schiller-Theater 0.(Wallner-Theat.) Dienstag, abends 8 Uhr: Boboi-t and Bertram. Posse mit Gesang tn 4 Abteilungen von Gustav Raeder. Ende 10'/« Uhr. Mittwoch, abends 8 Uhr: Bobert und Bertram. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Dummkopf'._ Theater, Schiller-Theater Charlottenburg. Dienstag, a b e» v s 8 U hr: Der Dummkopf. Lustspiel in S Swszügen v. L. Fulda. Ende 10'/. Uhr. Mittwoch, abend? 8 Uhr: Die Kreuzmloebrelber. Donnerstag, abends 8 Uhr Dl« Braut von Besalna. Der jsensationelle Erfolg des LUNAaPARK veranlaßt die Direktion, das beliebte TergnUgungs- Btabllssement hl« 10. Oktober otfen zu halten und sich für die große Gunst, die ihm das Publikum entgegenbringt, dadurch erkenntlich zu zeigen, daß von nun ab, mit Ausnahme des Sonntags, joder Besucher, der an der Kasse eine Eintrittskarte löst, gleichzeitig zu einer beliebigen Attraktion inkl. Theater ein Ereiblllett erhält. I Uhr. �.chuhft,4 Mrstendamm 151 Vormittags Ii— f Uhr. Nachmittags S'/a—-12 Attraktionen 51/» u. 91/« Uhr Charlotte. The great Bonohan. Die kl. 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Wegen Streik nnd Lohn» differenzen sind gesperrt: Sargfabrsk Ro«ti»»kt, Prinz. Albcrt-Straße 10. Lnxnsmöbel- Fabrik Gohuln«, Wasscrtorstraße 14. Bautischleret Hasen- Heide 84. Goldleistenfabrik»nnt»«, Kur- sürslenstraße 7. Kistenfabriken:«urtalk, Grün« Weg 117, Eni. Werner, Hollmannstraße 32, Scholz& Co., Rirdors, Köllnisches Hs« 52, nnd 61/62. Pianofabrlken Koch A Engel, Urbanstraßc 93. Möbelfabrik»Genossenschaft«, SBcißenjce, LanghanSstr. 100. Die Ortsverwaltung Berlin. acMmia! Glasbläser! Bei der Firma S.W. Brahncr, Alte Jakobstr. SV/SS, haben die Kollegen die Arbeit niedergelegt Die Firma Hai die Preise derartig reduziert, daß eZ unmöglich ist, existieren zu können I Alle Glasbläser werden ersucht, Solidarität zu üben und den Betrieb zu meiden I 73/11 Die Ortsverwaltnng. lücrankwortl. Redakteur: Carl Wermuih, Berlin-Rixdorf, Für den gnseratenteil verantw,: TH.Glocke, Berlin. Druck u,verlas:vorw-nt»Vuchdcuckkrei u. VerlagSanflalt Paul Smger L- Co� Berlin LW* j 8f.238. wutm. 3. f rildjf ilfö Jot)ttütt0M fetliitüt lolhslilutt. tmttwocl), den 12. Oktober, Zablabend in den Bezirken Groß-- Berlins. Partei- Hngelegenbeitcn* Zweittr Wahlkreis, Friedrichstadt. Zahlnacht für Buch- drucker, Stereotypeure usw. am Mittwoch. den 12. Oktober er., abends>/2l2 Uhr. bei JuI. Meyer. Oramen- straste 103. Die Vertrauensleute. Dritter Wahlkreis. Die Abstimmung über die von der Ver- bandsgeneralversammlimg den Kreisen überwiesene Frage der Bei« tragserhöhung erfolgt auf dem diesmaligen Zahlabend. Die Mit- glieder werden ersucht, sich recht zahlreich einzufinden. Für die Bezirke 208 273 findet ein gemeinschaftlicher Zahl« abend mit einem Vortrag deS Genossen Mar Grunwald im Gewerk- schafiShauS(Saal I) statt. Der Vorstand. Charlottcnburg. Die Generalversammlung deS WahlvereinS findet heute abend 8'/, Uhr im großen Saale des Volkshauses statt. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1910. 2. Aufstellung der Kandidaten für den 1. Kommunalwahlbczirk. 3. Wahl des 1. und 2. Schriftführers und des Bibliothekars, Vereinsangelegen- heiten. i. Fortsetzung der Diskussion über den Magdeburger Parteitag. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. WilmerSdorf-Halensce. Statt des ZahlabendS findet am Mittwoch, abends SM Uhr. im„Gesellschaftshause', Wilhelms- aue 112, eine außerordentliche Mitgliederversamm- lung des Wahlvereins statt, in der die Stellung- nähme zu den Stadtvcrordnetenwahlen auf der Tagesordnung steht. Räch st en Sonntag, mittags 12 Uhr, wird eben- falls im„Gesellschaftshause" eine große Wählerversammlung zu den Stadtvcrordnetenwahlen abgehalten, in der Landtags- abgeordneter Borgmann das Referat halten wird. Der Vorstand. Friedenau. Zu dem am Mittwoch stattfindenden Zahlabend werden die Genossen ersucht, zwecks Kontrolle ihr Gewerks chaftS- buch mitzubringen. Friedrichshagen. Heute abend S8/« Uhr beginnt im Schultheiß- Restaurant, Friedrichstr. 74, der Vortragskursus deS Genofien Max G r u n w a l d über:„Grundbegriffe der theoretischen Volkswirtschaftslehre'. Bohnsdorf. Am Mittwoch, den 12. d. M., findet bei Mentel der gemeinsame Zahlabend statt. Genosse D ö t t l e r wird einen Vortrag über die Bedeutung deS Genossenschaftswesens halten. Der Vorstand. Franz.-Buchholz. Am Mittwoch, den 12. Oktober, abends 8>/z Uhr, findet bei Kähne, Berliner Str. 39, die Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: Bericht vom Parteitag: Genosse Witzle. Vereinsangelegenheiten. Die Bezirksleitung. Bernau. Am Donnerstag, den 13. Oktober, findet abends S>/» Uhr bei», Genossen Salzmann, Restaurant„Bellevue" die Wahlvereinsversammlung statt, in der Genosse B ü h l e r Bericht über den Parteitag erstatten wird. Restanten wollen bei ihren BezirlSführern vorher in der ver- fmmnlung ihre Beiträge entrichten. Die Bezirksleitung. berliner JVadmcbten. „Witzige Blätter". Neben der ständigen Scharfmacherpresse und der gottvollen „Deutschen Montagszeitung", die nach zweimaligem Erscheinen aus dem letzten Loch pfeift, wird feit einiger Zeit ein weiteres Amphibium auf Berlin losgelassen, das— und hierin liegt ein wirklicher Witz— den Titel„Witzige Blätter" führt. Trotzdem das Blättchen— ein Artgenosse des„Kleinen Witzblattes"— in blödesten Bett- und Unterrockzoten macht, scheinen selbst diejenigen ihm geistesverwandten Kreise, auf die es zugeschnitten ist. noch zu viel Geschmack zu haben, um darauf anzubeißen; die ganze Makulatur samt ihren Er zeugern wäre demnach nicht eine Zeile Druckerschwärze wert, hätte es nicht den einen von ihnen gereizt, sich— o GrauS I— auch einmal„politisch" zu geben. In die letzte Nuinmer, die den bezeichnenden Titel„Lebemänner" führt und nicht mal den toten Kainz ungeschoren läßt, hat das Bürschchen ein „Gedicht" gemacht. daS sich mit den Moabiter Vorgängen defaßt und unter anderem die folgenden schönen Stellen auf- weist: Dar Tier ist loS l Mit Rasen und mit Heulen Springt keuchend eS in wilder Tigerlust Aus wirr verfitzten(!) Menschenleiberknäulen, Die Klumpen ballen unter SchutzmannSgäulen, Blutdürstig de» Beamten an die Brust. Und schlägt in Mordgier, sesselloS, die Pranken Der Ordnung und der Sitte in die Flanken. Und weiter unten: Das Messer herrscht, der Pflasterstein, der Ziegel, Nachdem zuvor daS Licht man ausgedreht; Das Tier ist. los I und ohne Zaun« und Zügel Rast eS dahin. Auf seinem Feldherrnhügel Der gute, greise Babbel-Bebel steht. Und zahnlos labbert der Parteiathlet: »Schau-schau! Das ist des Volkes Majestät!" Und plinkernd er die Augenbeckel hebt Und mummelt was von„nicht umsonst gelebt' l Ein Kommentar könnte nur die Wirkung abschwächen. Da jedoch, wie gesagt, auf die„Witzigen Blätter" niemand hineinfällt und sie deshalb krampfhaft bemüht sind, sich, wo nur möglich, in Restaurants, Friseur- geschäfte usw. hineinzudrängeln, so können wir unS in Aner- kennung seiner dichterischen Leistungen nicht versagen, ihm in diesem Kanipfe beizuspringen. Ein Blatt, das niemand liest. ist seiner Tendenz nach naturgemäß uubekannt, aus dieser Erwägung heraus erweisen wir ihm den gewiß willkommenen Dienst, alle anständig Denkenden, vor allem die Berliner Arbeiterschaft auf diese so vornehme und reinliche Tendenz hinzuweisen._ Bon der Unduldsamkeit der christlichen Kirche haben wir wiederholt berichten müssen. Ganz besonders tritt diese Intoleranz, die mit der christlichen Lehre in klaffendem Widerspruch stehen sollte, bei Beerdigungen auf kirchlichen Fried- Höfen zutage. Manche Kirchhofsinspektoren sind wie vom Teufel besessen, wenn hinter einem Sarge Kränze mit roten Schleifen ge° tragen werden und haben nicht selten durch ihr provozierendes! ! Benehmen die Trauerfeier direkt gestört. Auch auf eine Anzahl � Geistliche trifft daS gleiche zu. Dieser Tage wurde uns eine Mitteilung gemacht, die diese christliche Unduldsamkeit in hellstem Lichte erstrahlen läßt. War da kürzlich ein Arbeiter gestorben, der auf dem Kirchhof der Kreuzkirche in Mariendorf beerdigt werden sollte, und zwar ohne geistlichen Beistand. Um aber die Feier etwas stimmungs- voll zu gestalten, war beabsichtigt, durch ein Gesangsquartett am Grabe einige Trauerweisen singen zu lassen. Das wurde vom Kirchhoföinspektor verweigert mit dem Bemerken, die Erteilung der Genehmigung hierzu sei Sache des Pfarrers. Ein Vertreter der Sänger begab sich zu dem Pfarrer der Gemeinde, Herrn Friedrichs, seines Zeichens Konsistorialrat, und trug ihm sein An- liegen vor. Das wurde abgelehnt. Der fromme Herr sagte, die Synode habe beschlossen, bei Nichtbeteiligung von Geistlichen bei Beerdigungen keine weiteren Feierlichkeiten zu gestatten, und zwar,„weil die sozialdemokratischen Organisationen den Hinter- bliebenen bei Beteiligung von Geistlichen bei Beerdigungen die Unterstützung entzöge". Prinzipiell lasse man deshalb gesangliche Veranstaltungen in solchen Fällen nicht mehr zu. Diese Antwort des Vertreters der Kirche ist nach mehreren Richtungen hin recht interessant. Was die Behauptung betrifft, die sozialdemokratischen Organisationen entzögen Hinterbliebenen die Unterstützung, wenn bei Beerdigung Verstorbener ein Geist- licher zugegen sei, so mag der Herr sich auf eine vor Jahresfrist in einem Berliner sozialistenfresserischen Blatte erschienene Notiz stützen, in der so etwas Aehnlichcs gestanden hat, aber richtiger wird die Behauptung nicht, daß der Herr Prediger dieselbe wieder- holt. Die sozialdemokratische Organisation ist keine Unterstützung- organisation und zahlt bei Ableben ihrer Mitglieder niemanden Unterstützung. Und die Kassen, in denen ein Verstorbener Mitglied war, händigen ohne weiteres den Angehörigen ihrer Mitglieder die Sterbegelder aus, auf die sie Anspruch haben, ohne sich um die Art oder Form der Beerdigung ihrer Mitglieder zu kümmern. Das einzige, was hier in Frage kommen könnte, wäre, daß bei bestimmten Beerdigungen von Parteiangehörigen, bei denen ein Geistlicher mitwirkt, von der Niederlegung von mit roten Schleifen versehenen Kränzen abgesehen wird, um Störungen zu vermeiden, die öfter von anderer Seite hervorgerufen' werden. Das wäre aber auch die einzige Entziehung der Unterstützung, um im Jargon des Herrn Pastors zu reden. Daran tragen aber gerade die Herren Geistlichen die Schuld. Also die Begründung, die der Herr für den Beschluß der Synode angegeben hat. ist nicht haltbar. Bleibt nur übrig, den Beschluß so zu betrachten, wie er gefaßt ist. Weil kein Geistlicher mitwirkt, wird jede andere Feierlichkeit am Grabe untersagt. Diese Tatsache sollte recht weiten Kreisen bekannt werden. Sie zeigt, in welcher Weise die Kirche die Mitglieder beim Tode behandelt, die zwar innerlich mit der Kirche gebrochen haben, aber immer noch der Kirche als eingeschriebenes Mitglied an- gehören. Von diesen Mitgliedern nimmt die Kirche bei Lebzeiten mit dem größten Vergnügen die Kirchensteuern, und wenn nicht rechtzeitig gezahlt wird, schickt sie den Leuten auch den Voll- ziehungsbeamten ins Haus, aber beim Tode macht sie diesen Mit- gliedern nicht die geringsten Konzesstonen, verbietet sogar, daß am Grabe einige Trauerweiscn gesungen werden dürfen. DieseS Verfahren kennzeichnet unsere Christlichen in der schärfsten Weise Die Herren dürfen sich nicht wundern, wenn immer weiteren Kreisen die Augen aufgehen über den wahren Charakter der Kirche und sie einer Institution den Rücken kehren, die ihre Mitglieder noch im Tode verfemt. P-lizistenfrauen alS Hausverwalterinnen. Beamte fast aller preußischen Ressorts bedürfen zur Uebernahme von Nebenposten, die nicht reines Ehrenamt, sondern mit ErwerbScinnahmen ver- bunden sind, der Genehmigung ihrer vorgesetzten Behörde. Diese Genehmigung darf nachtraglich eingeholt werden, da ja sonst in vielen Fällen die Bewerbung keinen Zweck hätte. ES soll auch vor- kommen, daß sie bestimmten Beamten, die bei ihren Vorgesetzten -eine gute Nummer haben, generell erteilt wird. Wobei man natür- lich keine Rücksicht darauf nimmt, daß andere Personen ohne Be- amiencharakter die Nebeneinncchme, die hier sogar vielleicht die einzige Einnahme ist, weit besser gebrauchen können. NeuerdingS werden in manchen Ressorts bei Erteilung solcher Genehmigung größere Schwierigkeiten als bisher gemacht, weil sich aus der Nebentätigkeit erhebliche Unzuträglichkeiten durch Beeinträchtigung des Hauptamtes ergeben haben. Nicht wenige Beamte suchen daher das Erfordernis der behördlichen Erlaubnis zu umgehen, daß tun beifpielLloeise auch Polizeifeimte, die ihre Einkünfte durch Ucber- nähme von Hausverwaltungen verbessern wollen. Sie bieten fich persönlich an, dev Vertrag wird aber mit der Ehefrau deS Beamten abgeschloffen. Diese quittiert mit ihrem eigenen Namen über die Mieten und leistet auch sonst erforderliche Unterschriften, während in allen anderen Dingen sich der Ehemann, also der Beamte ohne dienstliche Erlaubnis, ganz als Hausverwalter aufspielt. Er zeigt und vermietet Wohnungen, verhandelt mit den Mietern und Liefe- ranten, besorgt überhaupt fast vollständig alle Obliegenheiten deS Hausverwalters, ohne daß eS ihm jemals einfallen wird, sich dabei als Gehilfe seiner Ehefrau zu bezeichnen» Kommt es mit Mietern oder sonstigen Personen im Hause zu Differenzen, so kehrt natür- lich auch wieder der Mann seine ganze Beamtenautorität heraus, die doch schon an sich bei-der Hausverwaltung nichts zu sagen hat. Wo solche Verhältnisse bestehen und bekannt sind, s»ll man sich die Einmischung des Ehemannes, der Polizeibeamter ist, ganz energisch verbitten. Verträgt es sich denn überhaupt mit dem Dienste, daß aus- gerechnet so viele Polizcibeamte, die doch stets über dienstliche Ucberbürdung klagen, solche immerhin mit erheblicher Mühe- waltung verbundenen Nebenposten übernehmen? Eine alte Er- fahrung lehrt auch, daß in derartig verwalteten Häusern das Ver- hältnis zwischen Mietsparteien nnd Verwalter nichts weniger als harmonisch ist. Statistisches v»n Grsß-Berlin. Von der vom Stattstischen Amt der Stadt Berlin heraus- gegebenen Monatsschrift„Groß-Berlin" ist soeben ein die Statistik der Monate März und April behandelndes Doppclheft erschienen. Aus dem reichen Inhalt auch dieses Heftes seien wenigstens einige Hauptergebnisse mitgeteilt. In dem gesamten. Berlin und 66 Vor- orte umfassenden Gebiet wurden im Durchschnitt täglich geboren im März 227,6, im April 221.6 Kinder, wovon 7,3 bezw. 6,3 Totgeburten waren. Die auf-das Jahr und Tausend der mittleren Bevölkerung berechnete Lebendgeburten-Ziffer betrug demnach 21,66 bezw. 21,12 Promille. Di« Zahl der Sterbefälle(ohne Tot- geburten) belief sich im März auf<2,64, im April auf �211, die auf daS Jahr bezogene SterblichkeiiSziffer auf 13,72 bezw 13,36 Promille der mittleren Bevölkerung, während sie für Berlin allein mit 14,76 bezw. 16,16 Promille höher stand. Bei den Wanderungen, die mit Rücksicht auf die bei den großen Umzugs- terminen stets zu beobachtende Rückständigkeit der Anmeldungen zweckmäßig unter Zusammenfassung der beiden beteiligten Monate, also bei dem Ostertermin für März und April zu behandeln sind, zeigt das Gesamtgebiet von Groß-Berlin einen U e b e r s ch u ß der Zuzüge über die Fortzllge im Betrage von 13466, während Berlin allein einen rechnungsmäßigen Wanderungsverlust von 11671 aufweist. Bezüglich der weiteren Feststellungen über die Eni- Wicklung des Beschäftigungsgrades, der Arbeitslosigkeit, der Ver- kehre nach seirren verschiedenen Arten und Richtungen wird auf die Veröffentlichung selbst hingewiesen, der diesmal des weiteren eine Tarstellung der Wohnungsverhältnisse von Berlin und 23 Vororten in ihren wesentlichsten"Grundzügen beigegeben ist. Durch eine mehrfarbige, besonders gelungene graphische Tafel wird in höchst anschaulicherweise die in Berlin und seinen Vororten bei der letzten Erhebung von 1666— eine neue wird mit der bevorstehenden Volkszählung verbunden werden— ermittelte Struktur des Woh- nungstvesens nach Art und Umfang zur Darstellung gebracht. In einer zweiten graphischen Tafel wird der Gcsamtgüterverkehr auf den Berliner und den Charlottenburger Wasserstraßen sowie auf dem Teltowkanal behandelt. Das Doppelheft ist zum Preise von 1,66 Mk.— Jahresabonnement 8 Mk.— von der Verlagsbuchhandlung Puttkammer u. Mühlbrecht-Berlin, sowie von jeder anderen Buchhandlung zu beziehen._ Die Flugwochc in Johannisthal nahm am Sonntag einen viel' versprechenden Anfang. DaS nach vielen Tausenden zählende Publikum kam trotz deS nicht sehr günstigen Wetters voll auf seine Kosten, da eine ganze Anzahl von Aviatlkern treffliche Flüge auS- führten. Am besten schnitt L i n d p a i n t n e r ab, der bei seinem zweiten Aufstiege eine Stunde 17 Minuten in der Luft blieb und dabei die Höhe von 366 Meter erreichte. Alfred Frey, der kühne Ueberflieger Berlins, erreichte bereits nach drei Runden eine Höhe von 466 Meter, und auch Theken kreiste eine halbe Stunde lang in 266 Meter Höhe. Aber auch Brunhuber. Mente und der Grade-Flieger K a h n t absolvierten schöne Flüge.— Auch einige Unfälle blieben nicht aus, doch hatten sie glücklicherweise weder für die Flieger noch für ihre Fahrzeuge erhebliche Folgen. WineziuS blieb, als er nach kurzem Probeflug mit feinem Blönot-Apparat, der eine ungeheuere Geschwindigkeit und Lenkfähigkeit entwickelte, landete, mit den Rädern iin Gesträuch hängen, wodurch daS Fahr- zeug kopfüber zustehen kam und der Flieger selbst herausgeschleudert wurde. Doch hatte die Maschme nur getingsiigigen Schaden erlitten und WieneziuS selbst blieb unverletzt. Auch kleinere Unfälle Freys und DornerS liefen glücklich ab.— Die Vorführungen beginnen bei geeignetem Wetter täglich pünktlich um 3 Uhr. Die trübe, aber windstille Witterung gestattete am Montag noch glänzendere Fluglcistungen alS am Sonntag. Es waren ständig 6—7 Apparate in der Luft, von denen sich mehrere in großer Höhe befanden. I e a n n i n befand sich 2 Stunden 26 Minuten in der Luft und erreichte nach seinem Barometer eine Höhe von 696 Metern, doch wurde die Zuverlässigkeit dieser Angabe an- «zweifelt. Theken machte mit Passagier einen Flug von einer Stunde 63 Minuten Dauer, wobei er 476 Meter Höhe erreichte. Lindpaintuer flog 2 Stunden 13 Minuten lang bis zu 386 Meter Höhe. Auch Otto erreichte 326 Meter Höhe.f Ferner macht«: Br u n h u b er, La i tsch und der Grade-Flieger Rode, der sich % Stunden in der Lust hielt, schöne Flllge. Auch die Leistungen des jüngsten Piloten Oelerich auf semem hübschen Schulze- Herford-Tiildecker waren sehr respektabel. Ueberhaupt wurde in einem Sttle geflogen, der die gewaltigen Fortschritte der Slviatik auch in Deutschland unverkennbar hervortreten ließ. Die Ungültigkeit der Schkneberger Umsatzsteuer- und Wertzuwachs- steurr-Ordnnng und die„Berliner Morgenpost". Wir berichteten wahrheitsgemäß am Sonnabend, daß die genannte Steuerordnung bei Entscheidung der Streitsache des Rentiers vrockmann vom Oberverwaltungsgericht für ungültig erklärt worden sei, weil ihre grundlegenden Be- stimmnngen(§§ 1 und 6) ungültig seien. Am Sonntag erzählt nun die„Morgenpost", daß ein„in Schöneberg verbreitetes Gerücht'. die Steuerordnung sei für ungültig erklärt, nach einer ihr gewordenen Mitteilung des Magistrats unrichtig sei. Hinzugefügt wird, in einer Sache Mette und Genossen sei überhaupt noch nicht entschieden und in der andere» Sache habe der Magistrat aus formellen Gründe« verloren. Diese unglaubliche Mitteilung des Schöneberger Magistrat» ist falsch. Umgekehrt ist eS richtig: AuS den im„Vorwärts' mitgeteilten materiell-rechtlichen Gründen wurde ausdrücklich die Schöneberger Umsatz- und Wertzuwachssteuerordnung in der Sache Brockmann für ungültig erklärt, und in der Sache Mette und Genossen wurde das Urteil nur deshalb nicht ver- kündet, weil es formell wegen einer nicht genügenden und noch zu vervollständigenden Legitimation eines Prozeßvertreters noch nicht möglich war. So, dos mag die vcrehrliche„Morgenpost', die sich auf ihre gute Unterrichtung immer so viel zugute tut, nunmehr ihren Lesern mitteilen._ Eine erfreuliche Berkehröbesserung auf der Strecke Bismarck- strafje— ReichSkanzlerplatz der Umergrundbabn ist auf Veranlassung de» Charlottenburger Magistrats von der Direktion vom 1. Oktober ab eingeführt worden. Im Frühverkehr werden jetzt drei Züge direkt vom Reichskanzlerplatz(ab 6.16, 6 26 und 6,36 Uhr) nach Warschauerbrücke durchgeführt und von 8.62 ab verkehren statt der bisherigen Einzelwagen in Zehnminutensolge jetzt Zweiwagcn- züge. Während der Fünsminuten-Zugfolge von 1,67 bis 3,47 Uhr nachmittag» gelangen statt der Emzelwagen wie bisher von jetzt an ab Bismarckstraße Zweiwagenzüge und Einzelwagen ab wechselnd zur Verwendung und während der übrigen Dauer der Fünf- mtnutenfolge von 3,62 bis 8,42 Uhr, sowie während der an« schließenden Zehnminutensolge bis 9.62 verkehren ab Bismarckstraße statt der bisher verwendeten Einzelwagen durchweg Zweiwagen- züge. Ferner ist die Betriebszeit noch über den seitherigen Schluß ausgedehnt worden durch Einlcgung der Züge 12,66, 1.65 und 1.16 Uhr ab BiSmarckstraße, und schließlich werden während der nächsten Monate in den Hauptverkehrsstunden, und zwar morgens zwischen S und 9,36 Uhr, mittags zwischen 1 und 2 Uhr und abend» bi» 9 Uhr vornehmlich auf der Strecke Spittelmarkt— Wilhelmsplatz Sechs wagenzüge in größerem Umfange und zeitweise in Ab- ständen von 6 Minuten Verkehren. Wegen SittlichkcitSvertzrechen an Kindern wurde ein früherer Beamter namens Steinhardt aus Zehlendorf verhaftet. Der Bursche hat im Citypark in der Friedrichstraße sich an Kinder eines in der Müllerstraße wohnenden Arbeiters herangemacht und sie später in der elterlichen Wohnung während der Abwesenheit der Eltern miß- braucht. Die Fahrgäste auf der Barortbahnstreck« Berlin-Vernan, die schon seit längerer Zeit Ursache zu allen möglichen Klagen haben, erlebten am Sonntag ganz besondere Ueberraschmigen, Der Vorortzug, der 8,44 Uhr den Siettiner Vorortbahnhof verlassen sollte, hatte eine große Verspätung und blieb trotzdem in Buch liegen. Alle nach Zepernick, Bernau, Röntgental fahrenden Personen mußten ans- steigen und ans dem offenen, mit keiner Wartehalle oder einem Schutzdach versehenen zugigen Bahnhof, der nur aus einem Bahnsteig auf der südlichen Seite besteht, warten. Der nächste Vorortzua, der um 9,1 Nhr bon Berlin abgeht, sollte gleich eintreffen. Da aber der Zug nicht ei»traf, wurden die zahlreichen Fahrgäste ungeduldig. Die Beamten wollten oder tonnten keinerlei Auskunft geben. Endlich, nach fast einer Stunde Wartezeit, kam ein Vorortzug. Dieser war aber so besetzt, dah kein Fahrgast mehr Platz finden koimte. Die Luft in den Wagen war entsetzlich. Dies ist erklärlich, denn der Zug hatte fast anderthalb Stunden bis Buch verbracht und einige Frauen waren aus der Fahrt unwohl geworden. Eine Erklärung über diese Bummelei war nicht zu erlangen. Arbeitslosigkeit hat den 67 Jahre alten Tischler Josef Nietsch, der seit neun Jahren von seiner Frau getrennt lebte und am Görlitzer Ufer 24 in Schlafstelle wohnte, in den Tod getrieben. Der Mann verlor vor 14 Tagen seine Arbeit und geriet in kleine Schulden. Seit Montag voriger Woche wurde er vermißt. Gestern landete man am Gröbenufer seine Leiche auS der Spree. Wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang ist der 46 Jahre alte Ktlnfimaler Richard Getche, der in der Alten Jakobstratze ein Atelier für Kreidezeichnungen und Vergrößerungen unterhielt, ver- haftet worden. Gesche hatte einen Agenten namens Schulz. Mit diesem geriet er kürzlich m dem Atelier wegen der Provision in Streit. Hierbei drang er mit einem Stockdegen, dessen Holz abgebrochen war, auf seinen Gegner ein. Die Spitze drang Schulz so tief in den Unterleib ein, daß er nach dem Krankenhause gebracht werden mutzte. Dort gab der Verletzte zunächst an, daß er sich mit einem Glasscherben verwundet habe. Der wirkliche Vorgang kam aber ans Licht, und nachdem Schulz jetzt seiner Verletzung erlegen ist. wurde Gesche festgenommen und gestern dem Untersuchungsrichter vor- geführt. Bei der Arbeit schwer verletzt wurde gestern morgen ein Arbeiter Stäche, der in einer Fabrik in Wittenau beschäftigt war. Dort traf ihn ein eiserner Träger und zermalmte ihm einen Futz. Der schwer Verletzte wurde mit einem Koppschen Krankenautomobil nach dem Paul Gerhardtstift gebracht. AuS der Sclbstmordchronik. AuS unbekannten Gründen ver- übte am Sonntag ein vor wenigen Tagen erst hier zugereister Russe Selbstmord. In einer Pension in der Karlstr. 31 wurde der 68jährige Kaufmann Moses Baruchowitsch mit Leuchtgas ver» giftet aufgefunden. Alle Wiederbelebungsversuche waren erfolg- los. Die Leiche wurde nach dem Schauhause geschafft.— Fast gleichzeitig suchte sich im Tiergarten der 37jährige Kaufmann Alexander Jersbek zu erschietzen, der in einem Hotel in der Mittel- stratze abgestiegen war. Schwerverletzt wurde der Lebensmüde nach der Charite transportiert.— In einem Hotel erschossen hat sich am Schlosischen Bahnhof ein lunger Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht feststeht. Er traf am Freitag morgen in dem Hotel ein, nannte sich Handlungs- gehilfe Walter Peterau, 21 Jahre alt, und erzählte, daß er hier Stellung suchen wolle. Der junge Mann ging bald nach seiner Ankunft aus und kehrte abends zurück. Als er am Sonnabend bis fünf Uhr nachmittags nicht wieder zum Vorschein kam, öffnete man sein Zimmer und fand ihn tot im Bette liegen. Er hatte sich eine Kugel in die rechte Schläfe geschossen. WaS ihn dazu ver- anlatzte, ist nicht bekannt. Warenaussiellungen werden seit längerer Zeit von den Agitalionskommiisionen der verschiedenen Berkaussstellen der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend veranstaltet. Diese Warenausstellungen haben den Zweck, dem konsumierenden Publikum den Beweis zu liefern, daß die Genossenschaft nach jeder Richtung hin leistungsfähig ist, sowohl was die Güle der Waren als auch waS das Gewicht betrifft. Solche Ausstellungen sind in den letzten Jahren in den verschiedensten Stadtteilen Berlins abgehalten worden. Die letzte fand am Sonntag in den»PharuSsälen* statt und wurde von etwa 2000 Personen besucht. Sportplatz Steglitz. Die Nennen am Sonntag, den 9. Oktober, bildeten den Abschlutz im Bestehen der Bahn, die der zunehmenden Bauspekulation weichen mutz. DaS Programm bot des Guten fast zu viel und bei der kurzen Dauer der Tage mutzten die letzten Rennen fast in völliger Dunkelheit ausgefahren werden. Das Jnicr- esse der Besucher vereinigte sich gleichzeitig aus die Entscheidung in den Flieger- und Dauerrennen. Die Fliegermeisterschaft ergab spannende Momente in den Bor- und Zwischenläufen und sab zum Eudlaus Meyer. Arend und Carapezzi stariberechtigt. Riitt schied im Zwischenlauf gegen den Italiener Carapezzi auS. der einen erfolgreichen Ausreißversuch unternahm. Das Nennen gewann Meyer knapp gegen Arend und den Italiener.— Der.Große Herbst« preis", ein 100 Kilometer-Neimen, vereinigte Dickentman, Guignard, HuybrechtS, Schipke und Tbeile am Start. Letzlerer riß bald zu Beginn die Führung an sich, um sie unangefochten das Rennen zu behaupten. Theile fuhr ein vorzügliche« Reimen und stellte vom 20. Kilometer an neue Bahnrekords auf. Seine Gegner hatten mehr oder weniger unter Radschäden oder Motordefekten zu leiden und war ihre Gruppierung während des Rennens eine sehr wechselnde. Am besten hielt sich der Belgier Huybrechts. der zeitweise energischen Wider- stand leistete und sich trotz Radwechsels einen guten zweiten Platz eroberte. Guignard und Dickentman. die zu Beginn abwechselnd an zweiter Stelle lagen, endete» durch Mißgeschick weit zurück und hierdurch errang der mittelmäßig fahrende Schipke den drillen Platz. Der Besuch war ein guter und verlief auch dieser letzte Renntag ohne jede» Unfall._._ Fliegermei st erschuft. 200, 150 und 100 M. 1. Otto Meyer, 2. W. Arend. 3. Carapezzi. Entschädigungsfahren. 100, 75 und 60 M. 1. W. Rütt, 2. Stabe, 3. Lorenz. Prämie n fahre»!. 1. Rudel, 2. Schwab. 8. Techmer. 4. Kendelbacher. Großer Herb st preis. 100 Kilometer-Rennen. 2000. 1600, 1400, 1200 und 1000 M. 1. FritzTheile. 1 Stunde 4 Min. 38 Sek.; 2. Huybrechts, 860 Meter; 8. Schipke. 3500 Meter; 4. Dickentman. 3630 Meter; 6. Guignard, weit zurück. Tandem»Hauptfahren. 200. 160 und 100 M. 1. Meyer» Rütt, 2. Kudela-Arend, 3. Wegener-Saldon. Tande m- Entschädigungsfahren. 80, 60 und 40 M. t. Schwab-Rudel, 2. Stellbrinck-Theis, 3. Techmer-Tadewald. Der Zirkus Schumann hat nun gleichfalls seine Pantomime. .Der große Coup der Schmuggler' lautet der Titel, sie ist vom Direktor Schumann entworfen. Der Schauplatz des Aus- stnttuugsstückes ist nach dem Schwarzwald verlegt. Eine einsame Mühle ist der Schlupfwinkel der Schmugglergesellschast. Der zweite und dritte Akt:„Einquartierung' und„Auf der Festwiese' geben Gelegenheit, das Dorfleben in semer Ungezwiingenheit vorzuführen. Bunte Bilder sind es, die vor unseren Augen vorüberziehen. Mädchen in ihren heimatlichen �Trachten, Studenten, Touristen finden sich zusammen, Ernst und Scherz wechseln in bunter Reihen- folge miteinander ab. Im vierten Akt ist der große Coup der Schmuggler geplant; sie wollen unter Führung des schwarzen Franz einen Eisenbahnzug berauben. Italienische Arbeiter find schon von ihnen gewonnen und haben die Schienen aufgerissen. Schon braust durch den Tunnel die Lokomotive heran. Da erscheinen Soldaten und verhindern das Attentat, wobei im Tunnel eine Wasserader hoch aufspringt. Eine wilde Jagd beginnt. Berittene rasen durch die Wassermassen, den Berg hinauf und stellen die Schmuggler. Als sie die Burschen erschießen wollen, stehen zur allgemeinen Ueberraschung junge Mädchen vor ihnen und lassen ein Brautpaar hochleben, einen schmucken Grenzjäger und die Tochter des Müllers, nachdem der schwarze Franz für seine Taten den.Lohn' er- halten hat. Zeugcngtsuch. Personen, die am Donnerstag, den 6. Oktober. vormittag 10 Uhr, den Woristeit einer Botenfrau niit einem Schutz- mann beobachtet haben, der sich vor dem Hause Weberstraße ab- spielte, werden um Angabe ihrer Adressen an Vanderwehr, Palisaden- ftraße 11. linker Seitenflügel 4 Treppen, gebeten. Eine schwarze Brieftasche wurde am Sonntag in der Bersainm« lung bei Äliem lHasenheide) gefunden. Der Verlierer kann die- felbe abholen bei S ch w emke, Schönleinstr. 34(Zigarrengeschäft) Vorort- Nacbricbtcrn Charlottenburg. Eine ausgedehnte Störung im Strasiendahuvctrkcve wird vom gestrigen Sonntagnachinittag gemeldet. Von 6.26 bis 6.46 Uhr waren sämtliche Speisepunkte des Charlottenburger Elektrizitäts- Werkes stromlos geworden, und zwar hatte der automalische Maschinenausschalter ausgesetzt. Das Störungsgebiet erstreckte sich auf Kleist-, Kant-, AugSburger Stratze, lkursürstendamm, Kaiserin- Augusta-Allee und Huttenstratze. In langen Reihen stniiden die Stratzeiibahnwagen ans der Strecke, und es dauerte 20 Miiiuten, ehe die Störung durch Umschaltung einer Maschine in dem Elektrizitäts- iverk behoben war. Rixdorf. Volkstümliche Vorträge und Konzerte werden auch in diesem Winter von den städtische» Körperschaften veranstaltet. Am 18. Oktober findet bereits im großen Saal der Neuen Welt ein Volks- Sinfonieionzert zu niedrigen Preisen statt. Eintrittskarten sind in den mit Plakaten belegten Handlungen sowie an der Abendkasse erhältlich. Mit einer wichtigen Tagesordnung wird sich die zu Donnerstag, den 13. Oktober, nachmittags 6 Uhr, nach dem Rathaus. Berliner Stratze 63. einberufene Stadtverordnetenversammlung zu beschäftigen haben. U. a. steht zur Verhandlung: Anfrage betreffend die B e- reithaltung von Schutz Mannschaft während der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 16. September 1910. Nachträglich« Aufnahme Wahlberechtigter in die Stadtverordnetenwählerliste. Äbändlerung des Ortsstatuts betreffend die Berichtigung und das Auslegen der Li sie der st immfähigen Bürger. Erlaß eines Orts- statutS für das Stadtviertel ehemal«„Böhmisches Dorf'. Abände- rung der B i e r st e u e r o r d n u n g. Einrichtung einer RettungS- wache mit Nachtbetrieb. Bor Aufregung gestorben ist in der vergangenen Nacht die 46 Jahre alte Frau des Schubmachers Hein aus der Thomasstr. 6/7. Ihr Sohn wurde plötzlich wahnsinnig und verfiel in Tobsucht. Frau Sein eilte um Hilie nach der Polizeiwache. Als sie mit einem chutzmann zurückkehrte, brach sie vor der Haustür vor Aus- reguag zusammen und verschied auf der Stelle. Steglitz. Wenn eS in unserer Gemeindevertretung sozialpolitische Debatten gibt, dann merkt man sofort, daß Steglitz trotz seiner 60 000 Ein- ivohner noch„Dorf' ist. Denn rückständigere Ansichten als unser Gemeindevorsteher und die Herren von der Grundbesitzerpartei kann ein Dorffchulze und seine Gemeindeversammlung von Bauern, die kaum lesen und schreiben können, auch nicht verzapfen. In der Sitzung am Freitag stellte Gcmeindcvertreter R a d t k e einen Antrag auf Einsetzung eines Arbeiterausschusses für die Steg- litzer Gemeindearbeiter und begründete den Antrag aus- fübrlich. Genosse A tz m a n n erweiterte den Antrag dahin, gleich- zeitig eine Arbeitsordnung zu schaffen. Er wies aus daS Vorbild anderer Städte hin, die dem Zuge der Zeit längst Rechnung getragen hätten, und gab dem Wunsche Ausdruck, daß. unsere Gemeindevertrelung dem guten Beispiele folgen möchte. Aber es kam anders. Zunächst erklärte der Gemeindevorsteher im Namen des Gemeindevorstaiides, daß er gegen den Antrag sei. Unsere Gemeiudearbeitcr seien zufrieden und hätten außerdem auch jetzt schon das Recht, wie überhaupt jeder Bürger, zu jeder Zeit und Stunde ihm selbst oder dem zuständigen Dezernenten eventuelle Wünsche vorzutragen. Hiervon hätten Arbeiter auch schon wieder- holt Gebrauch gemacht; alle Wünsche seien, soweit billig und möglich, erfüllt worden. Gemeindevertreter B a r s e k o w meint, daß eS unsere Gemeindearbeiter s o g ut haben, daß gar kein Anlaß zur Bildung eines ArbeiterauSschuffes vorliegt. Gemeindevertreter Kirchner zeigte neben einer geradezu bemitleidenswerten Rückständigkei» »einer Ansichten, daß Bildung nicht immer mit Anstand gepaart zu sein braucht. Er unterstellte den Antragstellern, daß die Anträge nur einem AgitationSbednrfnis entsprossen seien. Seiner abgrund- tiefen Weisheit letzter Schluß war:„Je mehr Ausschüsse, desto mehr Beschwerden und desto größere Unzufrieden- h e i t.' Gegen solche„Gründe' konnten alle Reden der Minorität nichts ausrichten, und es geschah deshalb, wie eS in dieser erleuchteten Versammlung nicht anders geschehen konnte: die Anträge wurden von der Grundbesitzermehrheit unter Assistenz des Gemeinde- Vorstandes niederge stimmt. Treptow-Baumschulenweg. In der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Wahl- Vereins erstattete Genosse Zubeil de» Bericht vom Juternaffonalen Sozialistenkongreß und vom Magdeburger Parteitag. In kurzen treffenden Ausführungen ließ er die Beschlüsse der Internationale Revue passieren und flocht in seine Aueftidrungen eine Schilderung der aus dem Kongreß gewonnenen Eindrücke. Reformbedürftig sei die Art der Delegation. Die Zahl der Delegierten müsse verringert werden. Luch sei eS rntsam, datz die von den einzelnen Nationen bestimmten Referenten eine Borkonferenz abhalten, um schon vorher eine Eniigung über die vorzuschlagenden Reio- lutioncn zu erzielen.— Ucbergehend zum Magdeburger Parteitag bemerkt Redner, datz schon äußerlich die preuhische Unfreiheit in Magdeburg kraß in die Erscheinung trat. In Kopenhagen keine Ueberwachnng; beim großen DemonstrationSzuge Schutzleute ohne Säbel, die in höflichster Weise den Weg für die Demonstranten freimachten. In Magdeburg dagegen sogar polizeiliche Ueberwachnng der Verhandlungen. Zubeil erörtert dann in eingehender Weise die Ergebnisse des Parteitages. Schon am ersten Tage sei den radikalen Genossen aufgefallen, daß die Minderheit sich unter der Leitung Auers organisiert hatte. Die Mehrheit wurde sich daher einig, durch Konferenzen ein gemeinsames Vorgehen vor- zubereiten. Wäre schon früher so verfahren worden, dann hätte der RevifioniSmus auf den Parteitagen nicht so austreten können, wie wir eS bisher erlebten. Natürlich seien die schönen Hoffnungen der Gegner aus eine Spaltung der Partei nicht in Erfüllung gegangen. Die Wahlrechtsfrage hat vielmehr gezeigt, datz wir den Gegnern einig gegenüberstehen. Zum Schluß seiner Ausführungen weist Genosse Zubeil noch auf da« miserable Verhalten der iogenannten unparteiischen und liberalen Blätter anläßlich der Vorgänge in Moabit hin. Diskussion über den mit reichem Beifall belohnten Vortrag fand nicht statt. Einstimmig wurde folgende Resolution an- genommen: Die heutige außerordentliche Mitgliederversammlung erklärt sich mit den Beschlüssen des Parteitages durchaus einverstanden. Nachdem Genosse F r e i g a n g noch auf die am 18. Oktober in beiden OrtSteilen stattfindenden öffentlichen Versammlungen hin- gewiesen hatte, erfolgte Schluß der gmbesuchten Versammlung. Paukolv. Auf der Tagesordnung der letzten Mitgliederversammlung stand zunächst der Bericht vom Parteitag, den Genosse M u t h- Ober- Schöneweide erstattete. Nicht zustieden war Redner mit der etwas kurzen Erledigung der Maifeierfrage. Den größten Teil seiner Ausführungen widmete Much der Budgetfrage-Debalte, die trotz der scharfen AuSeinandersetzu»� gezeigt habe, daß gegenüber unserem gemeinsamen Feinde eine einmütige KampfeSstimmung und völlige Ge- schlosienheit zu konstatieren ist.— In der Diskussion wurde von den meisten Rednern betont, daß eS notwendig sei, die fjrrage deS Massenstreik S z u diskutieren, da darüber noch viel Unklarheit herrsche. Es wurde ein Antrag angenommen, in kürzester Zeit eine Versamm- lung mit dem Thema:„Der Massenstreik' einzuberufen.— Es soll auch für die Konsumgenossenschaft tüchtig agitiert werden, um so die Errichtung einer LerkaufSstelle in Pankow zu ermöglichen.— Vor Schluß der Versammlung wurde noch ein Antrag angenommen, daß nnt ihren Beiträgen länger als vier Monate rückständige Mitglieder in den Mitgliederversammlungen bekannt gegeben werden sollen. •)+ bedeutet Wuchs,— Kall.•) Unlerpegel. � VIS zum 10. um ____ 7 Uhr morgens auf 264 cm gestlegen._ Für den Inseratenteil verantw: Tb. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag:Vorwärt«'Buchdruckcrei u. Verlagsanstalt PauTSliiger& fio" Berlin SWl Auch alle neu aufgenommenen Mitglieder sollen, um die Parte; vor Schädlingen zu bewahren, bekannt gegeben werden. Der Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüge, bei dem zwei Per- sonen verletzt wurden, ereignete sich am Sonntagnachnnltag gegen 7 Uhr an der Endhaltestelle in der Berliner Straße, Ecke der Kaiser- Friedrichstraße. Dort fuhr ein Zug der Linie 47IS Magistrats mit 9 gegen 6 Stimmen angenommen. Bmfharten der Redaktion. O. I. 18. 1. Ja. 2. Zu den ganzen Kosten. 3. Der Vormund kann beim Amtsgericht Klage erbeben.— G. W. Iii. t. Fragen Sie bei einer gröberen GeslügelzUchterei an. 2. Bücher über Hübiicrzuchl erkalten Sie in den Preislagen von l M. ab. Bellelliingel, jübrt auch die Buchhandlung Vorwirts aus. 3. Eine Anzahl Angestellter der jüdischen Gemeinde tragen Uniform, so die Stciierboten. Kastellane. Hauswarte und Dynagoaendlener. — Otto761 SO tlberdeen 761 NW Parrs 766 Still 2woMg �— 1 7 13 a 2 Regen 3 Nebel| 1 bedeckt jwollcnlj Wetterprognose für Dienstag, de» 11, Oktober 1Ü10. Vielfach nebelig, sonst ziemlich heiter, trocken und am Tage mild hei schwachen jüdwestlichen Winden. Berliner Wetterburea«. Wassrrstands.Siacvrtcktten ilZerantwortl. Redakteur: llarl Mermuth. Berlin-Rixdorf.