9». 243. nbonntmentS'Redingungen: AbonncniciUS> Preis pränumerando! Vicrleljäärl. 3£0 SR f., oionatl. 1,10 Mk„ wöchenläch 2» Pfg. frei WS Haus. Einzelne Nunwier 5 Psg. Sonntags- nimimcr mit illufirierler Sonntags- Beilage»Die Neue Welt' 10 Pia, Post. ilbonncmcnt: 1,10 Mark pro Monat. Eingelragen w die Post. Zettungs« Preisliste. Unter Kreuzband für Deulschland und Oesterreich> Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Postabonnement» nehmen an: Belgien. Dänemarks Holland. Italien, Lurcniburg. Portugal. jumänicn, Schweden und die Schweiz. 37. Jahrg. Crfchtlnt»glich außer montags. Berliner Volksblnkt. Zcntralorgan der rozialdemokratifcben Partei Deiitfcblande. vie Tnfcftlons-Getflfjr vcträgt für die sechsgcipalleiic klolonel- geile oder deren Naum 60 Pig„ für politische und gewerkschaftstchc Vereins- und VersanimlungZ.Anzeigcn 30 Pia. „Aleine Hnztiqtn". das erste(fett. gedruckte) Wort 20 Pig„ jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- slellen-Anzeigen das erste Wort 10 Pig, jcdcS weitere Wort 6 Pig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nnmnier müssen bi« S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist diS 7 Uhr abends gcölfnct. Telegramm.Adresse: „SKlammoilral Berlin" Cxpedition: SM. 68, Ltndcnstrasae 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1S84. CaieoricWcr. Nach ältester deutscher Rechtsprechung erkannte der Freie in Deutschland keinen anderen Richter an als seinen Gott(im Zweikampf) oder das gesamte Volk der Freien. Erst mit dem Eindringen des monarchischen Prinzips der Römer, nach der Eroberung Galliens, fing der Be° griff von Untertanen eines Königs an sich auszubilden. Gleichzeitig suchten die Könige Einfluß auf die Rechtsprechung zu gewinnen. Ihre Macht setzte es allmählig durch, daß zur Leitung des Gerichts ein(nicht gelehrter) Richter vom König ernannt wurde. Die Urteilssindung und Urteilsfällung verblieb in den Händen des Volkes. Nur urteilte allmählig nicht mehr das gesamte Volk, sondern von ihm auf Lebenszeit er- wählte Richter(Skabincn oder Schöffen genannt). Die wachsende Macht des Königs fand bald darin ihren Ausdruck, daß er das Recht erhielt, diese Schössen zu bestätigen. Deutscher Rcchtsausfassung entspricht es demnoch, von un- abhängigen, freigcwählten Richtern, nicht von irgendeinem von der Obrigkeit ernannten oder von dieser erwählten Richter sich aburteilen zu lassen. Diese Rechtsauffassung ist nicht nur deutsch, sondern findet sich bei allen Völkern, deren Selbständigkeit nickst durch ein absolutes Königtum(oder wie es sich seit dem 9. Jahr hundert zu nennen beliebte, einem Königtum von Gottes Gnaden) aufgehoben ist, und hat sich bei allen zivilisierten Völkern erhalten. Die Forderung, daß nur aus dem Volk und durch das Volk gewählte Richter urteilen sollen, ist ins- besondere auf st r a f r e ch t l i ch e m Gebiet im Wesen des Rechts begründet. Es entspricht dem Rechtsgedanken und deni Rechtsgefühl,'» daß nur der per- urteilt werden darf, der nach Ansicht des Volkes oder der von ihm aus seiner Mitte er- wählten Volksvertreter etwas Strafwiir- diges getan hat. Das Recht ist der ideologisckfe Ab- klatsch der jeweiligen ökonomischen Verhältnisse. Der Wirt- schaftlich Mächtigste sucht seine Interessen durch Gesetz und Rechtsprechung zur Herrschaft gelangen zu lassen oder zu festigen. Die Interessen der ini Besitz der Macht befindlichen Klasse sind aber nicht die der Allgemeinheit, sondern stehen ihr gegenüber. Das Recht, das allgemeine Rechtsbewußtsein wird daher immer durch die Rechtsprechung einer herrschenden Klasse gebeugt. Die von oder auS nur einer Klasse der Bevölkerung ernannten Organe der Rechtspflege können nicht Diener des Rechts, nicht Diener des Allgemeinrechts, fondern lediglich Diener der Klasse sein, aus oder von der sie gewählt sind. Wo Theokratie herrscht, sind die Priester zugleich Richter. Wo der Feudaladel das unumschränkte Ausbeutungsrccht besitzt, stellt seine Klasse die Richter. Wenn es nur noch zwei Klassen gibt, die der Besitzlosen und die der Besitzenden, so müssen die aus und von der besitzenden Klasse erwählten Richter die Organe für die Interessen der besitzenden Klasse sein. Ob sich der einzelne Richter dieser Stellung bewußt ist oder ob er— was heutzutage die Regel bildet— glaubt, die Interessen der Allgemeinheit zu ver- treten, ändert die Sachlage nicht: schon die Gesetze, die er an- zuwenden hat, entsprechen dem Interesse der besitzenden Klasse: die Vorstellungen, aus denen heraus er das Gesetz an- wendet, sind anerzogen und eingesogen im Jnteressenkreis der Besitzenden. So lange in Deutschland im Interesse eines Feudal- adcls die Herrschaft eines absoluten Herrschers bestand, der über Leben, Freiheit und Vermögen feiner Untertanen schalten kann> wie er will, stand ihm auch die Macht und da- mit die Berechtigung zu, selbst zu entscheiden oder durch von ihm ernannte Richter(die er aus deni Feudaladel wählte) entscheiden zu lassen. Allerdings übte er dies Reckt nur aus und durfte es nur ausüben int Interesse der Klaffe, auf die seine Macht sich stützte. Der Richter, der über das Mein und Dein, oder über Bestrafung seiner Untertanen in seinem Namen entscheidet, entscheidet über Dinge, die dem absoluten Monarchen weit unwichtiger sind, als die Tätigkeit derer, die feine Macht auf dem reinen Verwaltungsgcbiet, insbesondere gegenüber der Klasse, deren Lebensinteresse eine absolute Herrschaft erheischt, erhalten und wirken. Die Stellung, die ein Durchschnittsrichter nach Auffassung des absoluten Herr- schers einnimmt, wird trefflich durch den Befehl Friedrich! Wilhelms l. illustriert:„Leute von Kop" sollen in die Ver- waltung, die„dummen Teufel" gehören in die Justiz. Tie Produktionsverhältnisse erforderten allmählig eine gröbere Sicherheit und höheren Schutz des Privateigentums gegenüber dem feudalen Großgrundbesitz. In der sogenannten konstitutionellen Monarchie ist auf Vermögensrecht-� l i ch e m Gebiet die Kabinettsjustiz, der direkte Eingriff des Herrschers, und die Patrimonialgerichtsbarkeit beseitigt, weil sie mit den Interessen der Bourgeoisie und der besitzenden Klasse überhaupt nicht mehr zu vereinbaren ist. Anders liegt es auf strafrechtlichein Gebiet. Die Kabincttsjustiz ist hier zwar abgeschwächt, aber nicht beseitigt. Sie besteht in der Form des Begnadigungsrecht fort, an dessen Erhaltung die besitzende Klasse ein lebhaftes Interesse hat. Die Justiz der Großgrundbesitzer hat sich in der Ueber- tragunA polizeilicher und strafrechtlicher fugnisfe auf diese Klasse lebendig erhalten. Dem Bedürfnis der Zeit entsprechend kann sich aber auch die besitzende Klasse der Forderung nach Rechtsprechung durch Laien nicht ganz entziehen. Die gänzliche i Abweisung dieser Forderung widerstreitet ihrem eigenen Interesse, da bei den verschiedenen Schattierungen der be- sitzenden Klasse nicht mit Sicherheit vomusznschen ist, welcher Schattierung gerade die Regierung und die von ihr ernannten Richter freie Bahn schaffen wollen. Die teilweise Erfüllung der Forderung entspricht überdies der wachsenden Macht des mobilen Kapitals gegenüber dem Großgrundbesitz. Tie administrative Rechtsprechung des Großgrundbesitzes wird insbesondere durch VerwaltungsgcrickKe, dsie beiden Schichten der besitzenden Klasse zugänglich sind, abgeschwächt. Auf deni rein strafrechtlichen Gebiet vollzieht sich eine ähnliche EntWickelung. Das Straps- recht ist wesentlich, aber nicht ausschließlich, gegen die besitzlose Klasse gerichtet. Die befitzende Klasse sucht die Verwirklichung der Forderung, daß niemand ver- urteilt werde, der nicht von dem durch Volksrichter ausge- sprochenen lebendigen Rechtsbewiißtsein des Volks für straf- würdig erachtet wird, aber nur insoweit zu erfüllen, als es ihrem K l a s s e n i n t e r e s s e entspricht. Sk~ will— die Schweiz und Nordamerika machen eine Ausnahme— deshalb die Laienrichter nicht durch allgemeine, gleiche, geheime Proportionallvahlen des Volks erwählt wissen, sondern läßt sie durch ein eigen- artiges Verfahren möglichst nur aus der Klasse der Besitzenden entnehmen, und engt, je„unzuverlässiger" ihre gelehrten Richter sind, den Kreis ihrer Tätigkeit ein. Der wachsenden politischen Macht der besitzlosen Klasse und dem Gleich berechtigungsgedanken wird freilich das Zugeständnis gv- macht, daß es an sich zulässig sein soll, auch aus den Kreisen der besitzlosen Klasse Richter zu wählen. Ja, selbst die Gerichte gestchen sogar zu, daß eine Gesetzgebung verächtlich sei, die bestimmt, daß nur ans der herrschen� den Klasse die Laienrichter entnonimen werden. Das Magde burger Landgericht verurteilte in den 30er Jahren den Genossen Schuhniacher Mertens aus 8 1b1 dcS Strafgesetze buchs, weil er öffentlich gesagt habe, das Gesetz bestimme, daß die Laienrichter nur der besitzenden Klaffe entnommen werden. Das sei nicht wahr und geeignet, das Gesetz vev ächtlich zu niachen. Es stimmt, ausdrücklich schreibt daS Gerichtsverfassungsgesetz so etwas nicht vor. Aber die Wirkung seiner Anwendung spottet einem vom Gericht als verächtlich bezeichneten Zustand. Die Diätenlosigkeit und vor allem die A rt de r W a h l der Laienrichter zeitigt das Ergebnis. Die Strafprozeßnovelle beseitigt die Diätenlosigkeit, hält aber an dem Wahl- modus fest. Nach wie vor soll die Auswahl in folgender Weise statt finden: Von dem Amt eines Schöffen oder Geschworenen find eine Reihe Personen ausgeschlossen. Die Kommission lehnte den sozialdemokratischen Antrag ab, die weibliche Bevölkerung zu Schöffen und Geschworenen ernennen zu lassen. Es gelang unseren Genossen nur, die im heutigen Gesetz festgelegte Unfähigkeit der Volksschullehrcr aus dem Gesetz zu bringen. Abgclehntwurdc auch der Antrag, die Hilfs- beaniten der Staatsanivaltschaft(Anitsvorsteher u. dgl.) als unfähig zum Laicnrichteramt bezeichnen zu lassen. Alle nach dem Gesetze zum Amte emes Schöffen oder Geschworenen fähigen Einwohner werden von der Gcineiiideverwaltung in eine Urliste aufgenommen. Diese verzeichneten Personen utiterlicgen sodann einer Sichtung, welche von einem ans neun Personen bestehenden Ausschuß vorzunehmen ist. Dieser Ausschuß wird gebildet aus einem Amtsrichter, einem StaatSverwaltungsbeamtcn(in Preußen gewöhnlich der Landrat) und sieben Vertrauens- Personen. Das sind in Preußen Personen, die durch die auf dem Dreiklassen Wahlrecht beruhende Vertretung der Kreise, Acmter oder Gemeinden gewählt sind. Dieser Klasseninteressenausschitß wählt die fiir das Jahr erforderlichen Schöffen nach Gutdünken aus. Ueber die R e i h e n- folge, in der die Schöffen funktionieren sollen, entscheidet das Los. Ferner wählt derselbe Ausschuß aus der Urliste eine Anzahl Personen aus, die er für das Geschworenenamt in Vorschlag bringt. AuS der Vorschlagsliste ent- nimmt eine Kommission von fünf Mitgliedern des Landgerichts nach freiem Ermessen die entsprechende Zahl von Geschworenen, welche in einer Jahresliste zusammen- gestellt werden. Und aus dieser Liste endlich werden für jede Schwurgerichtssession Geschworene ausgelost. Diese Art der Wahl muß notwendigerweise zu dem„ver- ächtlichen Zustand", um mit dem Magdeburger Landgericht zu sprechen, führen, daß atisschließlich oder wesentlich Angehörige der besitzenden Klasse zu Laienrichtern erlvählt iverden. Politische und konfessionelle Gründe sind bei der Atistvahl so stark wirksam, daß in mehreren Städten Pommerns z. B. fast nur Großgrundbesitzer und A m t s v 0 r st e h e r Geschworene werden. Scheut man vor der Wahl der Laienrichter durch die Gerichtseingesessenen noch zurück, so wäre immerhin eine A u S l 0 f u n g aus der Urliste besser als die mehrfache Siebung. Und dennoch lehnte die Kommission auch diesen Vorschlag ab. Laien sollen nach den Kommissionsbeschlitssen im Schwurgericht, dessen Kompetenz eingeschränkt ist, als Geschworene und ferner als Schöffen beim Amts- ! gcricht, bei der Strafkammer und in den Verusimgsinstanzen gegen Amts- und Laudgcrichtsurteile erster Instanz mit- ! wirken, Im schleunigen Verfahren jedoch, dieser neu ausgeheckten Verfolgtmgsiuaschiue gegen politische Sünder, ' sollen Schöffen entbehrlich sein. Der Vorschlag, sie auch ! solchen Verhandlungen fern zu halten, in denen es sich um ! Uebertretungen oder solche Vergehen handelt, die mit höchstens MO M. Geldstrafe bedroht sind, oder um Verfehlungen gegen Aibeiterschutzvorschristen, ist auf Antrag der Sozialdemokraten abgelehnt. Im Schöffengericht des Amtsgerichts soll— wie heute — ein Amtsrichter mit zwei Schöffen fungieren. Die Straskannncr als erste Instanz soll aus zwei Richtern and drei Schöffen bestehen. Als Berufungsinstanz soll gegen Urteile der Aintsgcrichtc wie gegen solche der Land- gerichte erster Instanz ein aus drei Nichtcrn und nur zwei Laien gebildetes Kollegium entscheiden! Sollen die Laien nicht nur wesenlose Dekoration bilden, so müßten sie den Ausschlag geben, aber nicht als Schattenrichter konstruiert werden. Es müßten in der S t r a f k a m in c r ein Richter und vier Laien, in der B e r u s u n g s i n st a n z zwei Richter und fünf Laien tätig sein. Daß daS die richtige Verteilung wäre, erkennt die Militär- g e r i ch t L- O r d 11 u n g an.?kach ihr besteht daS Standgericht nur aus Lssizieren(drei), das Kriegsgericht aus einem Juristen und vier Offizieren, das Obcrkriegsgericht ans zwei Juristen und fünf Offizieren. Ja, selbst im Reichs- Militärgericht bilden in der Regel die Laien die Mehrzahl. Es entscheidet in der Besetzung mit vier Lssizieren und drei Juristen: nur in den Sachen, in denen es sich ausschließlich um prozessierende Fragen oder um Grundsätze des bürgerlichen Rechts handelt, bilden vier Juristen und drei Offiziere daS Kolleg. Aber die Kommission wich davor zurück: was dem Offizier billig sein soll, auch dem Zivilisten in der Rechtspflege zukonnnen zu lassen. ES begnügte sich mit der Anerkennung deS Prinzips, daß in der BerusungLinstanz Laien mitwirken. Anerkennen, daß die Laien zur Urteilssindung berufen, in erster Linie berufen sind, und ihnen durch die Ausführung dieses Prinzips fast jeden Einfluß nehmen, heißt doppelte Buchführung treiben. Ein Füufmäiuier-Kollcg ausschließlich aus Juristen bestehend, dürfte dem Wechselbalg eines mit zwei Laien verbrämten Dreimänner-Kollegs noch vorzuziehen sein. Aber mag die Ziffer der Laienrichter sein welche sie wolle: nimmer kann eine Rechtsprechung auf Vertrauen An- spruch erheben, die tatsächlich nur oder überwiegend durch Mitglieder der besitzenden Klasse Recht spricht. Freie Wahl der dichter aus allen Teilen der Bevölkerung ist die erste Vorbedingung für eine Strafrechtspflege. die nicht Klassenjustiz sein und nicht zum Büttel für die Interessen der herrschenden Klasse erniedrigt werden soll. Soll Gerechtigkeit in die Sitzungssäle der deutschen Straf- justiz wieder einziehen, so muß diese Forderung imch Gleichberechtigung aller Teile der Bevölkerung bei der Rechtsprechung vcrivirklicht iverden._ Der Streik der französischen Llieobahner. Die Nuterhaiidlnngeu. In bezug auf die Lohnforderung der Eisenbahner scheinen die Direktoren der bestreikten Bahnen wenigstens eine Spur von Entgegenkommen zeigen zu wollen. Bei einem Empfange beim Minister der öffentlichen Arbeiten M i l l e r a n d er- klärten die Direktoren der Eiscnbahngescll- s ch a f t c n, daß den Beamten und Arbeitern aller Eisen» bahnnetze, soweit sie in P/z Uhr beendeten Versammlung be- schlössen die Straßenbahner ivcgen der seit einigen Tagen �herr- schenden Lohndiffcrenzen mit 437 gegen 11 Stimmen in den Streik zu treten. Der Betrieb ruhte gestern morgen auf sämtlichen Linien. Die Situation ist für die Streikenden sehr günstig. Es konnte gestern kein Wagen die Depots verlassen. Von unseren Genossen ist an die Bürgerschaft folgender Antrag gestellt: Die Bürgerschaft ersucht den Senat, die Polizeibehörde anzu- weise», ihren Einfluß ans die Direktion der Breiner Straßenbahn zur Erfüllung ihrer kontraktlichen Verpflichtungen in vollein Maße geltend zu machen. Einen EinigungSvorschlag seitens des Vorsitzenden des Gewerbe- gerichrs lehnte die Direktion ab, während die Angestellten zugestimmt hatten._ Das Ende des Kampfes auf den Werften in Bremen ist noch nicht abzusehen. Die Arbeiter der„Norddeutschen Armaturenfabrik" haben zwar die Arbeit wieder aufgenommen, da diese Firma die ge- forderten Garantieen für die Sicherung der Akkordanteile gegeben und ausnahmslose Einstellung sämtlicher Arbeiter zugesichert hat. Anders bei der Aktiengesellschaft Weser. Diese gab Freitagmorgen durch Anschlag bekannt, daß die Einstellung nach Maßgabe der Be- tricbsverhältniffe erfolgen solle. Voraussichtlich von Sonnabend an werde bis aus weiteres nachmittags 4 Uhr durch Anschlag bekannt ge- geben? ob und wann Einstellungen erfolgen sollen. Da die Werftlei- tung den Arbeiiervertretern auf nochmaliges Borstelligwerden die Angabe des Endtermins der Einsiellungen verweigerte und damit den hauptsächlichsten Teil der Garantien unerfüllt gelassen hat. erliehen die beteiligten Arbeiterorganisationen die Erklärung, daß sie den Arbeitern die Aufnahme der Arbeit nicht empfehlen können,„weil sie mit Recht befürchten müßten, daß von der Aktiengesellschaft Weser bei der Einstellung Maßnahmen beabsichtigt sind, die den Interessen der Arbeiter zuwiderlaufen." Die Werft machte nun gestern durch Anschlag bekannt, daß. nachdem inzwischen in Hain- bürg die grundlegenden Vereinbarungen beiderseits unterzeichnet worden sind, weitere Mitteilunaen Montag, den 17. Oktober 1910, nachmittags 5 Uhr, durch Anschlag erfolgen werden Ein Tarif für daS mittlere und kleine Buchbindergewcrbe Münchens. Lange hat es gedauert, bis bei den Kleinmeistern im Münchener Buchbindergewerbe das Eis deS Mißtrauens gegen den Lerantw. NTdakll: Call Wermut h, Berlin-Nixdorf. Inserate verantw.; Tartfgedanten gebrochen. Sie trugen fich noch immer mit den Grundsätzen einer längst entschwundenen Zeit, daß lange Arbeits- zeit und niedrige Löhne ein Mittel zur Hebung ihres Gewerbes seien. Sie jammerten über Schmutzkonkurrenz und Pfuscharbeit und mußten selbst zugeben, daß sie selber diese gefährlichen Minierer des Handwerks durch ihr Festhalten an nicht mehr zeitgemäßen Praktiken unterstützten. Vor dem Einigungsamt des Münchener Gewerbegerichts, das am vergangenen Mittwoch zum Zwecke des Abschlusses eines Tarifes zwischen den mittleren und k l e i- n e n Betrieben und de» Gehilfen zusammentrat, meinte ein Meister, daß unter 100 Buchbindergehilsen vielleicht 5 seien, die nach vollendeter vierjähriger Lehrzeit imstande seien, 1 9 b i s 29 M. zu verdienen! Der Vorsitzende des Gewerbe- gerichts mußte die Priuzipalsvertreter darauf aufmerksam machen, daß man mit solchen Behauptungen das eigene Gewerbe diskredi- tiere, und daß lange Arbeitszeiten und niedrige Löhne nicht zur Hebung, sondern zum Ruin eines Gewerbes beitrügen.— Nach lebhaften Auseinandersetzungen kam schlioßlich doch der erste Tarif in dieser Gruppe des BuchbindcrgcwcrbcZ zustande. Er enthält im wesentlichen folgende Bestimmungen: Die Arbeitszeit be- trägt neun Stunden, dsr M i n d e st st u n d c n l o h n für männ- lichc Arbeiter für das erste Gchilfcnjahr 38 Pf., für das zweite 40 Pf., für daS dritte, jedoch längstens bis zur Vollendung des sechsten JahrS nach Beginn der Lehrzeit, 42 Pf. und von da ab 45 Pf.— Die Arbeiterinnen werden nach den allgemein üb- lichen Löhnen bezahlt. Bei Ueber stunden 33*4 Proz., bei Nachtarbeit 59 Proz. Zuschlag. Zur Hebung des Ge- wer b es dient folgende in den Tarif aufgenommene Bestimmung: Den Gehilfen ist verboten, Pfuscharbeit herzustellen; den Meistern ist verboten, Pfuscharbeit zu unterstützen. tiusidtnu. Der 6. österreichische Gewerkschaftskongrest. Der sechste österreichische Golverkschaftskongretz tritt in Wien am 17. Oktober zusammen. Seine Verhandlungen werden so ziemlich eine Woche in Anspruch nehmen. ES ist das der alle 3 Jahre zusamnientretende Kongreß aller in Oesterreich bestehenden zur modernen Arbeiterbewegung zählenden Verbände. Zum ersten Male aber werden große Massen von sozialistisch organisierten Arbeitern auf dem Kongreß nicht vertreten fein, da sich an ihm nur die noch der Wiener Reichskommission angehörenden zentra- listischen Organisationen beteiligen können und werden, während bekanntlich über 45 999 frühere Mitglieder der Zentralberbände. der Parole der tschechischen Sozialdemokratie folgend, aus den Zentralorganisationen ausgetreten sind und ganz selbständige separatistische Neichsvverbände mit der Zentrale in Prag gegründet haben. Gerade jetzt ist ein nochmaliger Einigungsversuch im Gange, der von der Gesamtleitung der österreichischen Sozial- demokratie aller Nationen angeregt worden ist. Seine Aussichten sind aber recht unsicher. Hierbei wird sich erst zeigen, ob der ein« mütige Beschluß des Kopcichagener internationalen Kongresses für die Einheit der Arbeiterbewegung ganz ohne Eindruck auf die tschechischen Sozialdemokraten bleiben wird. Unter diesen Um- ständen steht im Mittelpunkt des Interesses das Referat des Sekretärs der Reichsgewerkschaftskoinmisfion, Genossen Huebcr, über„Der Kampf um die Einheitlichkeit der GewerkschaftSorgani- fation." Aus der sonstigen Tagesordnung sind neben dem Situations- und Rechenschaftsbericht der Reichskommission, wobei jedenfalls auch die Spaltung der Gewerkschaftsbewegung eingehend besprochen wird, hervorzuheben das Referat des Abgeordneten Beer vom Vorstand des österreichischen Metallarbeiterverbandes über die Taktik bei Streiks und Lohnbewegungen und die 4 Berichte über die Sozialpolitik im Parlament. Das von den Völkern Oesterreichs so heiß ersehnte Parlament des gleichen Wahlrechts hat infolge des nationalen Haders und der Obstruktion der bürgerlichen Parteien und ihrer Regierringen gegen jeden Fortschritt der Sozialpolitik die Erwartungen, die gerade in dieser Hinsicht gehegt worden sind, völlig cntäuscht. Die Sozialversicherung wird nun schon fast 3 Jahre lang im Ausschuß beraten und zahllose Initiativ. antrüge der sozialdcmckratischcn Fraktion harren überhaupt noch jeder Verhandlung. Dagegen plant die Regierung in ihrem neuen Strafgesctzentwurf, den Dr. Ingwer be-sprechen wird, gefährliche Verschlechterungen des bestehenden Koalitionsrechts, die die Ar- beiterschast unter keinen Umständen ruhig hinnehmen kann. Ueber die gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit wird Abgeordneter Hanusch berichten, der Sekretär des Textilarbeiterverbandes und einer der Einbringer des am 1. Mai v. I. gestellten Antrages auf staffelweise Verkürzung der Arbeitszeit auf 8 Stunden. Abgc- ordneter Smitka vom Schneidervevband wird die Notwendigkeit der Äbschaffung des Arbeitsbuches begründen und Mgeordneter Reumann über Wohnungsfürsorge und Arbeitervertrag sprechen, ein Thema, das gewiß auch für uns in Deutschland von Bi> ■beutung ist. Die Tagesordnung ist also eine fahr reichhaltige und bei den engen Beziehungen, die zwischen den Arbeitern Deutschlands und Oesterreichs und noch mehr Mischen den freien Gewerkschaften in beiden Staaten bestehen, wird man die Verhandlungen des Wiener Gewerkschaftskongresses auch im Deutschen Reiche mit Interesse verfolgen._ Ein Höchstgerichtsurteil gegen die Praktiken dänischer Unternehmen. Die dänischen Arbeitgebervereinigungen führen nicht nur Krieg gegen die organisierte Arbeiterschaft, sondern suchen die Lage ihrer Mitglieder auch durch Machenschaften zu verbessern, die sich namentlich gegen Staat und Gemeinden richten und als betrüge- risch angesehen werden müssen. Ist irgendwo eine größere Arbeit in Submission zu vergeben, so muß der Unternehmer, der den Zuschlag erhält, einen vom Mcisterring festgesetzten Ueberpreis an die übrigen an der Submission beteiligt gewesenen Unter- nehmer auszahlen. Dies Verfahren, bei dem der Auftraggeber 19 990 bis 190 000 Kronen mehr für eine Arbeit zahlen muß, als sie nach gewissenhafter gewinnbringender Berechnung kosten würde, ist von„Socialdemokraten" schon vor Jahren aufgedeckt und als Betrug gegeißelt worden. Nun endlich ist es auch durch ein Ge- richtsurtcil des dänisches Höchsten Gerichts als rechtswidrig er- kannt worden. Ein humanitärer, aus öffentlichen Mitteln unter- stützter Verein, die„Nationalvereinigung gegen die Tuberkulose" hatte auf der Insel Fünen ein Sanatorium bauen lassen. Durch einen Zufall wurde der Vcreinsvorsitzende, der Oberpräsident Oldenburg in Kopenhagen, darauf, aufmerksam, daß die den Bau ausführende Firma bei der auf rund 250 000 Kronen kommen- Arbeit 17 009 Kronen als Ueberpreis berechnet hatte zwecks Ver- teilung an 29 Unternehmer oder Handwerksmeister, die den Zuschlag nicht erhalten, also keinen Handschlag Arbeit zu leisten hatten. Der Verein weigerte sich, diese Summe zu zahlen, wurde aber vom Hof- und Stadtgericht dazu verurteilt. Der Verein legte Berufung ein, und zwar mit Erfolg. Das Höchste Gericht hat sein Urteil dahin gesprochen, daß die im Ring vereinigten Meister sich einer rechtswidrigen Handlung schuldig gemacht hätten und der Verein nicht verpflichtet sei. die 17 900 Kronen zu zahlen. In der Gerichtsverhandlung wurden noch andere Fälle der- artiger Praktiken der Unternehmerringe aufgedeckt. Der Ver- teidiger des beklagten Vereins, Höchstgerichtöanwalt Liebe, er- wähnte unter anderem, daß diese Ringe dem dänischen Staat bei dem Bau eines militärischen Forts nicht weniger als 100 000 Kronen Ueberpreis abgenommen haben zur Verteilung als„Bonus" oder „Meisterschweinchen" unter die braven Ringpatrioten, die die Ar- beit nicht erhalten hatten. Da versteht man es um so besser. warum das Bürgertum sich bei den letzten Wahlen so stark für die neue Festungsbauerei ins Zeug legte. Die Zahl der Interessenten ist eben weit größer als die der Lieferanten. Bei einer Submission ans Nordsccland teilte der Verteidiger weiter mit, hatten die Unternehmer„Streikposten" ausgestellt, die jeden Unternehmer, der nicht auf die Bedingungen des Ringes eingehen wollte, zwangen, fein Angebot zurückzuziehen. Solchen Unternehmern, die sich dem Ring nicht fügen wollen, wird einfach der Kredit abgeschnitten._ thpGlocke, Berlin. DruckwVerlag: Vorwärts Buchdr. u. VerlagSanstav Englischer Vergarbeiterkongrest. Die Jahreskonfercnz des Bergarbeitervcrbandes von Groß- britannien ist eben in Edinburgh abgehalten worden. Es waren vertreten 309 327 Bergarbeiter durch 167 Delegierte. Die Konferenz befaßte fich zum großen Teile mit Grnbenschutzvorrich- tungs- und anderen technischen Fragen, aber auch daS Osborne- Urteil, gewerbliche Schiedsgerichtsfragen und andere Gegenstände von allgemeinem Interesse kamen zur Erörterung. Eine längere Debatte entspann sich über die Frage der Grubeninspektion. Genosse R. Smillie(schottische Bergarbeiter) brachte eine Resolution ein, daß die zu ernennenden Grubeninspektoren auf Grund einer Urabstimmung der in den betreffenden Gruben beschäftigten Arbeiter angestellt werden und daß sie ihre ganze Zeit der Arbeit der Inspektion widmen sollen. Smillie und Small führten auS, daß die Verwirklichung der Reso- lution einen harten Kamps kosten werde, weil die Regierungsbehör- den dagegen seien. Aber vier müsse die Macht des Verbandes er- probt werden. Jetzt haben die Bergarbeiter nur das Recht, zwei ihrer Genossen zu wählen, die einmal monatlich eine Jnspektionsrunde machen dürfen. Diese, sowie eine andere Resolution, die zwecks besserer Ventilation den Bau von mehr Schächten, und als eine unerläßliche SicherheüSinaßregel die Eröffnung neuer Ein- und Ausgänge in Gruben fordert, die sich weit unter dem Meere er- strecken(siehe das Grubenunglück von Whitehavcn), wurden ein- stimmig angenommen. G r e e n a l l(Manchester) fordert in einer Resolution die Verstaatlichung sämtlicher Bergwerke im Interesse der Arbeiter und der Gesamtheit. Die Resolution wird einstimmig angenommen. Unter Ausschluß der Ocffentlichkeit wurde tzie Frage erörtert, ob der Verband ein eigenes Wochenblatt herausgeben solle. Es wurde beschlossen, die Frage dem Vorstande zur Prüfung und Berichterstattung am nächsten Kongreß zu über- weisen. Eine Resolution, die für alle auf Stücklohn beschäftigten Bergarbeiter einen M i n i m a l t a g e l o h n fordert, der für die verschiedenen Distrikte verschieden hoch sein soll, wurde angcnom- men. Eine Resolution, die ein gemeinsames Tarif- und Schicdsgerichtsabkommen für das ganze Reich fordert, wurde angenommen, wober sich mehrere Redner sehr pcssi- inistisch über die Vorteile der Vereinbarungen mit den Unter- nehmern äußerten. DaS Osborne-Urteil wurde unter Aus- schluß der Presse verhandelt. Der Vorstand wurde beauftragt, einen Plan zur Herbcischaffung von Geldern für den politischen Fonds auszuarbeilen.— Eine Resolution, die bei gewerblichen Kämpfen die Kündigung der Wohnungen der Arbeiter gesetzlich verbieten will, fand einstimmige Annahme.— Schließlich wurde eine Resolution angenommen, wo- nach die Grundlage und die Befugnisse des Internationalen Bergarbeiter-Komitees erweitert werden sollen, damit'er in der Lage sei, nationale Streiks erfolgreich machen und internationale Aussperrungen ver- hindern zu können.__ Verfammwnosen. Der Zentralvcrband der Zimmerer hielt am Donnerstagabend im Gewerkschaftshause eine Mitgliederversammlung ab, in der Adolf R ö m e r- Hamburg über das Thema„Die Aussperrung 1919— ein Tarifkampf und unsere nächsten Aufgaben" rererierte. Die Versammlung war sehr stark besucht, und aufmerksam folgten die Anwesenden dem Vortrage, der eine Schilderung der Aus- sporrung im Baugewerbe als einer großen Tarifbewegung bot. Die Unternehmer, die früher den Tarifverträgen mißtrauisch und feindlich gegenüberstanden, sahen sich, mit Ausnahme einer kleinen Gruppe, veranlaßt, die Organisation der Arbeiter im Bau- gewerbe anzuerkennen. Natürlich>vollten sie ihre Interessen dabei wahren und stellten sich auf den Boden der zentralen Tarif- abschlüsse. Der Redner wirft die Frage auf, ob der Entwickelungs- gang des Tarifwesens überhaupt nach Reichstarifen drängt? Er berneint diese Frage und erklärt, daß es bisher immer d« Arbeiter waren, die nach ihren jeweiligen Interessen dem Tarifwesen die Richtung gaben. Jetzt habe man aber mit einer Gegenaktion der Unternehmer zu rechnen, und es sei nun die nächste Aufgabe der Organisationen der Arbeiter, den Bestrebungen der Unternehmer in dieser Richtung zu begegnen und die eigenen Interessen energisch zu wahren. Die Unternehmer rüsten für neue Kämpfe und sammeln Fonds. Da sollten die Arbeiter nicht rasten, um auch gerüstet zu sein, wenn das Jahr 1913 neue Kämpfe bringt. Mit einem leb- haften Appell, jederzeit zur Stärkung der Organisation eifrig bei» zutragen, schließt der Vortragende unter dem stürmischen Beifall der Versammelten.— In der Diskussion, an der viele Redner teil» nahmen, fand dieser Appell allseitige Unterstützung. Betont wurde dabei auch die Notwendigkeit, die Sonderbestrebungen der Lokalisten energisch zu bekämpfen. letzte ffocbriehtem Der Ausstand der Pariser Maurer. Paris, 15. Oktober.(W. T. B.) Die ausständigen Maurer hielten heute nachmittag eine Versammlung ab, in welcher sie die Fortjebung des AuSslandcs beschlasseiu Ein Führer des Ausstan- des teilte mit, daß gegenwärtig in Paris 83 999 Bauarbeiter auS- ständig seien. Nach Schluß der Versammlung versuchten die AuS- ständigen, auf mehreren Bauplätzen Arbeitswillige zur Niederlegung der Arbeit zu verleiten. Ein Polizeibeamker und sechs Munizipalgardisten wurden auf den« Boulevard de Grenelle von den Ausständigen mit Steinen beworfen, worauf die Beamten blank zogen. Drei Manifestanten wurden verhaftet, ein Ausständiger er- hielt einen scharfen Säbelhieb. Sechs Arbeiter ertrunken. Mitau, 15. Oktober.(W. T. B.) Bei dem gestrigen Sturme ist auf dem Fluß Aa eine Barke mit 11 Arbeiter», von denen sechs ertrunken sind, gekentert. Wellmau auf der Fahrt. New Aork, 15. Oktober.(W. T. V.) Wellmans Ballon, der eine Besatzung von sechs Mann an Bord hat, ist zuletzt an der Küste von Long Island gesichtet worden. Die letzte Meldung besagt, daß starker Nebel herrscht. Etwa tausend Zuschauer wohnten dem Auf- stieg zu Atlantic City bei. Anfang? hieß es, Wclluian beabsichtige nur eine Probefahrt. Erst nachmittags wurde bekannt, daß er infolge der günstigen WindverhältniD sich entschlossen habe, zur Fahrt nach Europa aufzusteigen. Eine große Menschenmenge wartet in Atlantic Citywuf eine etwaige Rückkehr Wellmans.(Siehe auch: Aus aller Welt.) Macoch ein Polizeispitzel. Krakau, 15. Oktober.(Preß-Telegraph.) Die Polizei hat fest» gestellt, daß der des Brudermordes angeklagte Mönch Macoch auS Czcnstochau im Dienste der russischen politischen Polizei gestanden hat. Infolgedessen wird vorläufig keine Auslieferung MacochS an die russische Behörde erfolgen. Derselbe wird sich vielmehr erst wegen der Vergehen als Agent der Warschauer Polizei zu verant- Worte» haben. Eine Nachricht von Komp Manuel.. Gibraltar, 15. Oktober.(W. T. B.) Die königliche Jacht„Vik- toria and Albert", die König Manuel nach England bringen soll, ist heute abend hier eingetroffen. Der König wird sich morgen. wahrscheinlich in Begleitung deS Herzogs von Oporto, einschiffen. Kaul Singer& ßo., Berlin SW, Hierzu 5 Beilagen, i. ks, Amiirls" Kerlim Nslksblalt. Zonlltllg, t6. Oktober 1919. Ruq der Partei. Eine Geschichte der Revolutionen. Die Verlagsbuchhandlung des„Vorwärts" kündet(siehe den der heutigen Nummer des„Vorwärts" beiliegenden Prospekt) als neue Folge der von ihr herausgegebenen„Kulturbildcr" eine auf gründlichen Quellenstudien beruhende volkstümliche«Ge- schichte der Revolutionen" an, versaht von dem den Lesern des „Vorwärts" bereits durch manche kleineren geschichtlichen AbHand- lungen bekannten Genossen Dr. A. Conrady. Die Aufnahme eines solchen umfangreichen GefchichtSwerks in die Sammlung der „Kulturbilder" verdient alle Anerkennung. Für den Sozialdemo- kraten, der mit heißem Sehnen für eine neue bessere Gesellschafts- ordnung kämpft, gibt es keine interessantere und zugleich be- lehrendere Lektüre, als eine Schilderung der früheren großen Um- wälzungen, aus denen die heutigen gesellschaftlichen Zustände her- vorgegangen und erwachsen sind. Vorbedingung ist nur, daß solche Schilderungen sich nicht auf die bloße Tarstellung der an der Oberfläche austauchenden historischen Erscheinungen beschränken, sondern uns diese aus den ökonomischen Zuständen, aus dem Wirt- schaftslebcn jener Zeiten erklären und sie in ihrem ursächlichen Zusammenhang mit dem revolutionären Gesamtentwickelungs- Prozeß erfassen. Daß dieses letztere aber geschehen und der Verfasser sich nicht mit oberflächlichen ideologischen Motivierungen begnügen wird, dafür bürgen seine bisherigen Arbeiben auf historischem Gebiet, in denen er sich als gründlicher geschichtsmaterialistischer Forscher erwiesen hat. Zunächst werden die revolutionären Bewegungen zu Beginn der Neuzeit— die älteren antiken und mittelalterlichen Revolu- tionen scheiden aus— zur Darstellung gelangen, vornehmlich die Freiheitskämpfe in den Niederlanden und die große englische Revolution, darauf folgt die G e» schichte des n o r d a m e r i k a n i s ch e n FreiheitS- k a m p f e S, der sich später eine Schilderung des gewaltigen Revolutionsdramas Frankreichs am Ende des acht- zehnten Jahrhunderts, der Julirevolution von 1830, der Februarrevolution von 1848 usw. anschließen soll. Wie aus den ersten vorliegenden Heften und dem Inhalts- Verzeichnis ersichtlich ist, hat sich der Verfasser bemüht, nicht nur seine Darstellung möglichst leichtverständlich und übersichtlich zu halten, sondern auch, wie dies die materialistische Gesckichtsauf- fassung bedingt, die wirtschaftlichen Verhältnisse de� einzelnen Epochen ausführlich darzulegen und selbst in den älteren revolutio- nären Bewegungen des sechzehnten Jahrhunderts den politischen Regungen des Proletariats nachzuspüren. Ergänzt wird das Wort des Verfassers durch eine reickchaltige — fast allzu reichhaltige— Sammlung von wertvollen Jllustra- tionen. meist Reproduktionen guter Originale aus der Zeit der geschilderten Ereignisse: z. B. Porträts geschichtlich interessanter Persönlichkeiten, alte Städteansichten, Schlachtenbilder. Flugblätter, Karikaturen usw. Der Preis beträgt, wie für die früheren„Kulturbilder�, pro Best 20 Pf. 25 Hefte bilden einen Band. Varteiliteratur. Soeben erschien im Verlage der Buchhandlung Vor» WärtS, Berlin: Wahlrecht und Dreiklassenparlament. Herausgegeben von der LandeSkommission der preußischen Sozialdemo- kratie. Preis 1.50 M. Die Wichtigkeit des Inhalts wird am besten der Abdruck der Kapitelüberschristen dartun: 1. Die Entwickelung des DreiklassenwahlshstemS.— 2. Die Wahlrechtsvorlage des Ministeriums Belhmann Hollweg.— 8. Die erste Lesung im Plenum des Abgeordnetenhauses.— 4. Die Wahl- rechtSvorlage in der Kommission des Abgeordnetenhauses.— 6. Die zweite Lesung im Plenum deS Abgeordnetenhauses.— 6. Die dritte Lesung und die nochmalige Abstimmung.— 7. Die Vorlage im Herrenhause.-- 8. Die Verscharrung deS Wechselbalges. 9. Schlußwort. ffleims feuületon. Eine Statistik der Tierarten. Einen interessanten Ueberblicküber die gewaltigen Fortschritte, die die zoologische Wisienschait im Laufe des leyten Jahrhunderts errungen hat, gibt die Statistik der heute bekannten Tiergarten, die Prof. Shivleh der Britischen Gesellschaft für den Fortschritt der Wissenschaften vorgelegt hat. Noch im Jahre 1840 beschränkte sich die Zahl der erforschten Tiergattungen auf 73 588! bereits 1381 konnte die Zoologie mit Stolz auf die Zahl von 311 653 verschiedener Tierarten hinweisen. Seitdem hat die Wissenschast iin Reiche der Fauna gewaltige neue Gebiete erobert. Während man noch vor 50 Jahren nur 1200 Säugetiere kannte, verzeichnet man heute 2300. Die Zahl der bekannten Vögel ist von 3600 auf 11 000 gewachsen, die der Schlangen und Reptilien von 543 auf 3400, die Zähl der Fische von 3500 auf 11 000. In demselben Zeitraum hat sich die Ziffer der erforschten Mollusken- arten von 11000 auf 33 000 erhobt, man kennt heute 7500 ver- schiedcne Schaltiere gegen 1290 vor 50 Jahren. Die spinnenartigen Tiere, die die Forschung registriert' sind von 1048 auf 3070 ge- wachsen, die Tausendfüßler von 400 aus 1300, die Insekten von 49 100 auf 220 150. die Seeigel und unterseeischen Stacheltiere von 230 aus 18 043, die Würmer und Maden von 372 aus 6070, die Foraminiseren von 50 auf 400, die Protozoden von 305 auf 3500. Theater. Neues Theater: Der Stier von Oliver a. Von {Heinrich L i l i e n f e i n. Ferdinand Bonn gastipielt an der Stätte einer vormaligen Wirksamkeit. Seine immerhin kraftvoll umrissene, wenn auch mit sensationellen Effektlichtern aufgeputzte Kunst der Darstellung ist immer noch die alte. Der junge schwäbische Dra- matiker schuldet ihm Dank für die Borführung leineS den Zuschauer in die Zeit des Napolonischen Feldzuges in Spanien zurück- versetzenden Schauspiels. Eine Racheverschwörung gegen die fran- zöfische Besatzung irgendwo, weil sie sich am Leben deS als un- antostbar erachteten KampfftiereS vergangen, bildet den episodischen Luftalt. Eben kommt der französische Brigadegeneral hinzu, um Zeuge zu sein von der sich im Palast eines fran- zoienfeindlichen spanischen Granden abspielenden Empörung der Ortsbewohner. Ihm kommt dieser Auftritt gerade gelegen; denn er hat bereits den Auftrag in der Tasche, den Marquis nebst Familie und Dienerschaft so oder so standrechtlich prozessieren zu lassen. Nach dem bekannten Sprichwort: Stolz lieb' ich den Spanier, trotzt die Grandensippe dem Tode. Um ihr erlauchtes Geschlecht nicht plötzlich ausgelöscht zu sehen, erbittet die Tochter Juana, ein effektvoll ausgeputztes spanisches Rasseweib nach ziemlich bekannten Mustern und demgemäß höchst knallig, aber talentvoll von Olivia Veit verlebendigt, um Pardon für ihren Vater uud Bruder. Der General, ein angejahrter Junggesell und angeblicher Weiberfeind, widersteht zunächst hartnäckig ihrem Flehen. Schließlich— Für jeden Politiker ist die Schrift unentbehrlich. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen._ Neue Partcidifferenzen in Elsaß-Lothringen. Die Generalversammlung des sozialdemokratischen Kreisver- eins Mülhausen, die am letzten Sonntag stattfand, nahm durch einstimmigen Beschluß der zirka 250 Anwesenden nach mehr- stündiger Erörterung, in welcher dem Vorsitzenden des Landes- Vorstandes Peirotcs-Strähburg eine längere Redezeit gewährt wurde als den übrigen D-isküssionsrednern, den folgenden Vor- standsantrag an: . Die Generalversammlung des Wahlkreises Mülhausen vom 0. Oktober 1910 nimmt davon Kenntnis, daß die berechtigten, ganz bescheidenen Ansprüche des Agitationskomitees für die Wahlkreise Gcbtveiler und Altkirch-Thann auf Gewährung von Agitationszuschüssen vom geschäftsführenden Ausschuß des Landesvorstandes in Straßburg fortdauernd, nach der Landes- konferenz vom 16. und 17. Juli d. I. wie vordem, übergangen oder nur ganz unzulänglich berücksichtigt werden, obgleich auf dieser Landeskonferenz die Mitglieder des geschäfts führenden Ausschusses auf erhobene Beschwerde hin erklärten:„Stellt nur Anträge, dann soll's nicht fehlen." Die Versammlung nimmt ferner davon Kenntnis, daß der Vorsitzende des Landesvorstandcs, wie aus Markirch vom 17. vori- gen Monats an einem drastischen Beispiel nachgewiesen ist, vor Parteigenossen und anderen mit den niedrigsten persönlichen Verdächtigungen gegen Nichtanwesende operiert, die sich erlaubt haben, gegenüber seinen Entgleisungen in der Oktroi- und Schlachtgebührenfrage das Parteiprogramm hochzuhalten. Die Versammlung billigt es hiernach, daß Genosse Mlartin es ab- lehnt, dem Landesvorstand unter diesem Vorsitz noch weiter an- zugehören. Die Versammlung beauftragt den Vorstand mit der Ein- berufung einer Bezirkskonferenz für die Wahl- kreise Dkülhausen, Altkirch-LJHann und G e b- Weiler, die sich mit der Gründung eines selbständi- gen Bezirksverbandes für diese drei Rcichstagswahl- kreise auf Grund des OrganisationSstawts befassen soll. Gleich- zeitig wird der Vorstand beauftragt, mit der Partei- leitung dieserhalb ins Benehmen zu treten, insbesondere wegen Festlegung eines regelmäßigen direkten Agitationszu- schusses für die Wahlkreise Altkirch-Thann und Gebweiler, die auf solche Unterstützung noch angewiesen sind." Ein antisozialdcmokratischer Block in Baden zeigte sich bei der G e m e i n d e r a t s w a h l in der Stadt Schwetzingen. Dort ist die soziatdcmokratische Partei so stark vertrete», daß sie auf zwei.Sitze von den zu besetzenden zwei neuen Stadtrats Posten berechtigten Anspruch hatte. Um ihr den zweiten vorzuenthalten, schlosien sich Zentrum, National- liberale und die übrigen bürgerlichen Elemente zusammen für eine Liste, welche zwei Ultrainontane, einen Nationalliberalen und einen Sozialdemokraten enthielt. Der Mischmasch zählte 52, die Sozialdemokratie 26 Stimmen. Personalien. Zum Arveitersekretär für Heidelberg Wurde Genosse Karl Rausch-Heidelberg gewählt. )Ziis Industrie und Kandel. Der Arbeitsmarkt. Einen Maßstab für die Zunahme der Arbeitsgelegenheit bildet neben der Bewegung der Beschäftigtenziffer die Nachfrage nach Arbeitskräften. Die Nachfrage im September dieses Jahres war von den drei Monaten des dritten Quartals absolut am stärksten In Prozent betrug nämlich immer im Vergleich zum Parallelmonat des jeweiligen Vorjahres die Bewegung der Nachfrage nach Arbeitskräften: Juli August Sepien, ber 1907...-j- 0.21-1-1.28+ 2,75 1908...—17,94— 24.41—18,45 1909...— 0.09 18.99+14,50 1910...+26,22+ 26,20+ 21,23 Im Jahre 1907 war die Steigerung gegen 1906 nur noch ganz minimal. Das Jahr 1903 brachte dann statt einer Zunahme eine sehr erhebliche Abnahme, in der sich das Erlahmen und Danieder- liegen der gewerblichen Tätigkeit widerspiegelt. Im Jahre 1909 Juana ist schön. Und von ihrem Mute entwaffnet, verspricht er den Vater und Bruder lebendig als Gefangene nach Frankreich zu schaffen, unter der Bedingung, daß Juana iein Weib werde. Sie willig» ein. Der zweite und dritte Alt des Schauspiels spiune» sich in seiner Wohnung ab. Der General, ob- gleich um dieser Heirat willen bei Napoleon in Ungnade gefallen, ist rasend glücklich und rasend verliebt— ein Stier an Liebeskraft. Der jungen Frau hat er natürlich jegliche Freiheit der Töchter ihres Volkes zugestanden. Sie liebte einen jungen Granden, bevor der alte einäugige hätzliche Brigadier sie sich erkor. Und hier kommt eS nun zu erschütternden Seelenkämpse» und Szenen des um seine feurige Liebe sich betrogen loissenden Gatten. Bonn und seine Partnerin Olivia Veit erschöpften hierbei alle Kraft ihres scharf gegensätzlichen Charakterspiels. DaS Weib besiegt den General; er wird dem Kaiser, der zu ihm kommt, um Rechen- schaft von ihm zu fordern, verschweigen, daß die Franzoicn in einem Engpaß bereits von den Spaniern eingeschlossen seien und samt und sonders dem sicheren Tode entgegengehen. So lvird er aus wahnsinniger Liebe zu seinem jungen Weibe, dieser un- versöhnlichen Feindin der Franzosen— ein Verräter. Das Schau- spiel verrät, auch in psychologischer Hinsicht, ein sicheres bühnen- kundiges Talent. Der Gast wurde„ftenetisch" gefeiert. Sonst gab's, was die männlichen Episodendarsteller angeht, nicht viel mehr, als uniformierte Garderobenpuppen. Walter Schmidthäßler (Marquis) ausgenommen. o. k. Friedrich-Wilhelm städtisches Schauspielhaus: „Giordano Bruno". Tragödie von Otto Borngräber. Das Drama erschien zur Giordano-Bruno-Feicr mit einem Geleit- wart Haeckels. Seine Erstaufführung erlebte es in Dresden. In Berlin ging eS jetzt unter der Aegide der„Richard-Wagner-Gesell- schaft für Kultur und Kunst" als Festvorstellung zur Jahrhundert- seier der Universität in Szene. Bruno ist einer jener Helden deS freien Gedankens au? der Morgendämmerung der neuen Zeit, deren kühnes Bild anfeuernd und begeisternd, unauslöschlich im Gedächtnis lebt zur Schmach und Schande des dumpfen herrschsüchtigen Kirchentums, das mir Bannflüchen, mit Torturen und Scheiterhaufen die erwachenden Geister in der Knecht- schaft halten wollte. Man hat ihn mit treffendem Gleichnis den Phaethon der modernen Philosophie genannt, der die Zügel der Sonnenrosse den alten Göltern aus den Händen reißt und mit ihnen durch den Himmel stürmt, um in den Abgrund zu stürzen. Er wird Dominikanermönch, doch nur, um, den Oberen durch seinen rast- losen ForschungSlrieb bald verdächtig, dem Kloster wieder zu ent- fliehen. In wechselvollem Wanderleben zieht er von Ort zu Ort, schon. glücklich, wenn er nur Verleger für seine gefährlichen Schriften findet. Er taucht in Genf, in Lyon und Toulouse auf, er wirkt eine Zeitlang unter großem Zulauf an der Pariser Universität, geht nach England, wo i\fn hohe Gönner schützen, sucht deutsche Hoch- schulen auf und folgt schließlich der Einladung MoncenigoS, eines venetianischen Granden, der, iu seinen eitlen Erwartungen setzte die Erholung ein. Aber selbst in diesem Jahre brachte der Juli noch eine Abschwächung der Nachfrage und erst im August und September ändert die Zunahme der Arbeitsgelegenheit die Tendenz der Nachfrage so stark, daß sie gegen 1908 um 18,99 resp. 14,50 Proz. zunimmt. Gegenüber dieser Bewegung in den Vorjahren vergleiche man nun die Steigerung im laufenden Jahre, und man wird er- kennen, daß man Wohl von e i n e m A u f s ch w u n g reden darf. Der Aufschwung ist natürlich nicht überall gleichmäßig: teil- weise kann sogar eine Verschlechterung konstatiert werden. Die Arbeitsgelegenheit im Holzgewerbe läßt seit Monaten zu wünschen übrig. Während sonst in den Sommermonate» die Arbeitslosigkeit kräftig zurückgeht, ist sie im laufenden Jahre gestiegen, und nach einem vorübergehenden Rückgang im August hat der September wieder eine ertieute stärkere Zu- nähme gebracht. Nach den Erinittelungen deS Holzarbeiter- Verbandes ging die Arbeitslosigkeit bei seinen Mitgliedern von 2,03 Proz. im August auf 2,45 Proz. im September hinauf. Sie stieg also um 0,42 Proz. Im Borjahre batte der September eine Steigerung der Arbeitslosigkeit um 0,03 Proz. gebracht, 1908 eine solche um 0,27, 1907 um 0,55, 1906 um 0,27 uud 1905 endlich um 0,11 Proz. Also nur im Jahre 1907— im Beginn der Krise— war die Zunahme der Arbeitslosigkeit noch stärker gewesen als in diesem Jahre. Die zunehmende Ungunst gegenüber dem Vorjahre geht aus folgendem Vergleich hervor. Die Arbeitslosigkeit der Holz- arbeiter betrug iu Prozent: Januar Februar Marz April Mai 1910.. 3.63 2.72 2,82 2,34 2.63 Geg. 09.—3.44—2,95—2,03—1,23—.47 Juni Juli Anglist Sept. 1910.. 2.83 2,80 2.03 2.45 Geg. 09.—.22+0,23+0,21+0,00 Nur im August schien der Niedergang etwas nachzitlaffen, doch brachte der September einen um so größeren Fortschritt. Sehr be- trächtlich über den Durchsckpiitt hinaus geht die Arbeitslosigkeit im Holzgewerbe von Berlin und Hamburg, wo sie rund 5 Prozent beträgt._ C�jcUcnz Koch f. Ter frühere Präsident des Reichsbank- direktonumö Exzellenz Dr. Koch ist heute vormittag iu Charlotten- bürg gestorben. Als Leiter der Reichsbank, aus deren Diensten er im Jahre 1907 schied, hat sich Koch den Haß der Agrarier zugezogen, weil sie in ihm einen scharfen Gegner ihrer Silberwährungspläne fanden. Für die Goldwährung trat Koch auch als Redner, Journalist und Parlamentarier ein. A. E.-G. Die Generalversammlung der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft setzte die Dividende aus 14 Proz. fest. Dem Antrage der Verwaltung, das Aktienkapital um 30 Millionen Marl aus 130 Millionen Mark zu erhöhen, zwecks Angliederung der Felten- Guilleanme- Lahmeycr-W:ke, fand Zustimmung. Wie Geheimrat Rathenau mitteilt, beliefen sich am 30. September d. I. Umsatz und Aufträge auf 272 Millionen Mark(gegen 230 Millionen Mark zu derselben Zeit des Vorjahres). Das Vorgehen der preußischen Staats» bahnverlvaltung i» der Einführung deS elektrischen Betriebes auf den Strecken Dessau— Bitterfeld und Lauban— Königszelt sei als ein verheißungsvoller Schritt zur Elellrisierung der Vollbahnen zu be- trachten. Die Generalversammlimg ber F.-G. L.-Werke stiminte der Transaktion mit der A. E.-G. ebenfalls zu. Kohlcnprrisermiißigung. Das Handelsbureau der staatlichen Saarkohlengruben hat, der„Rhein.-Westfäl. Ztg." zufolge, zur Ber« Minderung der Vorräte eine PreiSerniäßigung von 3 M. pro Tonne für den Absatz im Landdebit eintreten lassen.— Das wird dem Handelsminister derbe Rüffel von den SyndikatSmännern eintragen. Epirittis und Zichorien. Wie aus Pyritz berichtet lvird, soll dort eine neue Zichoriensabrik errichtet werden, die auch Spiritus produ- ziert. Die Zichorienivurzeln sollen nach einem ganz neuen Ber- fahren verarbeitet werden, indem den Wurzeln, welche bis jetzt mit sämtlichen Zuckerteilen zu Kasfecsurrogat verarbeitet wurden, nun- mehr der Zucker vorher entzogen und zu Spiritus verarbeitet wird. £liis der frauenbnvegung. ?lnf zur Agitation! Mit berechtigtem Stolz stellt der Bericht des Parteivorstandes fest, daß im letzten Jahre die Agitation unter den Frauen schöne getäuscht, den Gast der Inquisition denunziert. Sieben Jahre währt seine Gefangenschaft, doch vergeben» suchen seine Peiniger ihm den Widerruf abzutrotzen. Stolz und un- gebrochen stirbt er � am 17, Februar 1000 den Flammentod deS Ketzers an jener Stelle, wo sich heut in Rom sein Denkmal erhebt. Die Seele seiner Philosophie ist pantheistische Begeisterung für das grenzenlose, jeder Willkür eines außcilstehendcn Gottes entrückte Universum, das sich in ewiger Bewegung neu gebiert. Ergriffen von der großartigen Köpern, kanischcn Idee, treibt er sie, in be» flügelter Ahnung der Forschung voranseilend, weit über die ursprüng» liche Konzeption hinaus. So wenig wie die Erde der Mittelpunkt, nm den unsere Sonne kreist, so wenig kann auch unsere Sonne Mittelpunkt im All sein; unendliche Sonnensysteme müsien in dem Universum umeinander wirbeln.„Glauben, daß nicht mehr Planeten seien, als wir bisher kennen, dürfte nicht viel vernünftiger sein, als wenn jemand meinte, eS flößen nicht mehr Vögel in der Luft, als er eben, auS seinem kleinen Fenster hinaus- sehend,� hat vorüberfliegen sehen." In der Anschauung deS ewig unzerstörbaren und ewig harmonischen Weltalls, der Mutter alles Lebens, empfindet er den Trost und die beseligende Erhebung über Tod und Elend, die die Gläubigen in ihrem Gott dcS Jenseit» suchen. Gewiß, Leben und Denken dieses ManneS wäre«in würdiger. hoher Gegenstand der Poesie. Aber der dramatischen Formung entzieht er sich. Die Gebundenheit der Szenenfolge bei solcher Form, der Zwang, die Brunoschcn Gedanken für das Theater in das Schema von Dialogen und Monologen umzusetzen, hätte auch eine unvergleichlich größere Kraft als die Borngräbers not- ivendig beim Versuche scheitern lassen. Nur eine, von jeder Rücksicht auf solche einengende, fremde Forderungen entbundene Dichtung, die das Bedeutsame in losgefügten freien Bildern aus- leuchten ließe, wie etwa Kourad Ferdinand McyerS Lyrik in «Huttens letzten Tagen", möchte der Aufgabe gewachsen sein. Borngräbers wortreicher, in bengalischer Beleuchtung einher» stolzierender Rhcthoriker, der vom Balkon herab der Menge auf der Straße philosophische Aufklärungsreden Hütt, fällt, so lebhaft man auch mit der antiklerikalen Tendenz deS Stückes sympathisiere, be» denklich auf die Nerven. Und dabei sind die Reden noch da» ver- hällnismäßig Beste. Die Handlung, mit Brunos Ankunft in dem Hanse MoncenigoS einsetzend, kommt über historische Re» mimSzenzen und melodramatische Wendungen nicht hiitanS. Die Gattin dcS VenetianerS verliebt sich in den Freigeist, läßt sich von ihm einen Vortrag halten, der sie zu freventlicher Um- armmig fortreißt, und erscheint im letzten Augenblicke, geläutert und erhaben, als lünftige Hüterin deS Weisheitsschatzes dem Verurteilten im Kerker. An die Aufführung war offenbar viel Fleiß und gutes Wollen gewendet. Herr Stägemann vom königl. Schauspielhause hatte etwas kraftvoll JniponierendeS in Haltung uud Rede. Unter dem Ensemble trat N e ß l e r S brnuseköpfiger Verleger und Bruno-Vcrehr« Ciotto charakteristisch hervor. dt Erfolge für die Partei zeitigde. Nicht Jitotiget als 20 386 Frauen sind für die Sozialdemokratie gewonnen worden; zurzeit zählte die Partei 82 645 weibliche Mitglieder. Im Verhältnis zur Ge- samtpartei tvaren von je 400 Mitgliedern 43 weibliche. Jetzt dürfte das Verhältnis schon ettvaS besser sein. So erfreulich'das Resultat für die Sozialdemokratie ist, so beängstigend ist es für die Ne- aktionäre. besonders für die ultramontanen Demagogen. Deshalb möchten sie am liebsten den Frauen das Vereinsrecht wieder nehmen. Die Jesuiten rufen den Frauen zu. Gottes und der Kirche wegen sich von der sozialdemokratischen Agitation nicht umgarnen zu lassen. Angeblich will man ideale Güter schützen; in Wirklich- keit eignet den Proletarierinnen von den Gütern, die sie durch politische Indifferenz schützen sollen, nichts; was sie tatsächlich schützen sollen ist ihre wirtschaftliche und geschlechtliche Sklaverei. Daß sie dagegen aufgereizt werden, das gerade entfesselt die Wut der Arbeiterfeinde. der Volksbedrücker. Die Religion, der Name GotteS wird mißbraucht, um daS Sklavenverhältnis nicht lockern zu lassen. Mit einem der wichtigen Sache würdigen Eifer wendet sich die Sozialdemokratie der Agitation unter den Frauen zu. Der Nürnberger Parteitag sprach für die Genossen daS Pflichtgebot aus, ihre weiblichen Angehörigen dahingehend aufzuklären, daß sie Mit- glieder der Partei werden. Den männlichen Parteimitgliedern muß dieser Beschluß immer wieder in enipfehlende Erinnerung ge- bracht werden, weil er nicht strikte durchgeführt wird. Ohne Zweifel ist zum Teil die Gleichgültigkeit der Genossen hieran schuld, zu einem größeren Teil setzen aber die Frauen auS verschiedenen Gründen Widerstand entgegen. Die Beseitigung dieser Hindernisse muß in erster Reihe an- gestrebt werden. ES sei darauf hingewiesen, daß viel hemmender und feindlicher Einfluß beseitigt wäre, wenn die Frauen und er- wachsenen Töchter der Parteigenossen überzeugte Anhänger und Mitglieder der Partei wären. Das Ziel möglichst zu erreichen, sollten die Genossen sich zur Pflicht machen. Leseabende. RummelSburg. Montag, den 17. Oktober, bei Blume, Alt-Box- Hägen 56. Vortrag der Genossin Schulte. Versammlungen— Veranstaltungen. verein für Frauen und Mädchen der Arbeitrrklasse. Mitt- woch. den 19. Oktober, abends Ss4 Uhr. im„Englischen Garten", Alcxanderstr. S7c, Bortrag deL Schriftstellers Julius Bab über: „Shakespeare". Der Verein veranstaltet drei Beethoven-Konzerte, deren erstes Sonntag, den 13. November, nachmittags 3�6 Uhr, im Blüthnersaal, Lützowstr. 76, stattfindet. Eintrittskarten a 50 Pf. sind zu haben im Verein, bei Frau Klotzfch, Fichtestr. 1, Frau Köhler, Schreinerstr. 58, Frau Äulicke, Prinzenstr. 102, Frau Jordan. Lübecker St-r. 43 und in der Zigarrenhandlung Harsch, Gewerkschaftshaus. Enaelufer 15. Am 6. November, nachmittags 3lh Uhr, in DräfelS Feftsälen, Neue Friedrichstr. 35, wird Herr Dr. Leichtentritt einen einleitenden Bortrag über:„Da» Leben und Schaffen Ludtvig van Beethovens" halten. Am 25. Oktober unternimmt der Berein eine Besichtigung der Königlichen Porzellanmanufaktur. Charlottenburg, Wrgeli- straße. Treffpunkt 943 Uhr pünktlich Bahnhof Tiergarten. Sericbts- Leitung. Auf der Flucht vor der Polizei. Während des Streits der Fensterputzer, der im Frühjahr bei Staehr u. Co. ausgebrochen war, wurde das in der Petristraße ge. legene Geschäftslokal der Firma von Polizei umstellt. Diese Maß» regel, die zum Schutz der bedrohten Unternehmerinteressen getroffen worden war und sich gegen die Streikposten richtete, hatte die übliche Wirkung, die Streikenden zu provozieren und überdies Neugierige anzulocken. Da die Polizei der Firma Staehr u. Co. sogar bei Nacht beschützen zu sollen glaubte, so kam eS auch da noch zu An» sammlungen und erregten Auftritten. An einem Abend etwa gegen Mitternacht wurde aus einer Gruppe von Personen gegen das Geschäftshaus von Staehr u. Co. mit Steinen geworfen, so daß eine Anzahl Fensterscheiben zerbrachen. Als die Polizisten gegen die Täter vorrückten, entstand ein« allgemeine Flucht der in der Nähe befindlichen Personen. Aus den Flüchtenden wurde als ein- ziger ein Fensterputzer Lange herausgegrifen, der mit zwei Kollegen auf dem Heimwege, sich die Umgebung deS polizeilich bewachten Hauses von Staehr u. Co. mal bei Nacht hatte ansehen wollen. Lange, der gar nicht zu den Arbeitern von Staehr u. Co. ge- hörte, wurde angeklagt, an jenem Bombcwdement teilgenommen zu haben. Vom Amtsgericht Berlin-Mitte wurde er wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung, die er in Gemeinschaft mit nicht ermittelten Personen begangen habe, zu der enormen Strafe von 3 Monate» Gefängnis verurteilt. Gestern stand er vor dem Landgericht 1 Berlin, dessen Strafkammer 6 unter dem Vorsitz des Landgerichts- direktors Goebel über die von Lange eingelegte Berufung entscheiden sollte. Der Angeklagte beteuerte, nicht mitgeworfen zu haben. Aber der Vorsitzende belehrte ihn, daß er sogar im Hinblick auf seine Flucht als der Mittäterschaft verdächtig erscheine.„Warum liefen Sie denn weg?" forschte er. Angeklagter:„Weil die Schutzleute so sehr hinterher waren." Vors.:„Weinen Sie denn, die hätten jeden verhaftet, der da ging?" Angekl.:„Weil die Beamten sich nicht be- herrschen können, kriegt man doch etwas mit ab." Vors.:„Aber warum laufen Sie denn da? Wenn Sie zu Dritt waren, dann konnten Sie sich doch die Beamten vom Halse halten." Angekl.: »Da hatte ich mich schwer gehütet." Vors.:„Ste glauben, daß die Beamten jeden verhaftet hätten?" Angekl.:„Wenn man von Schutzleuten verfolgt wird, ist eS schon das beste, auszureißen." Vors.:„Sie sind nicht von Schutzleuten verfolgt worden. Die Schutzleute haben nur die verfolgt, die mit Steinen geworfen hatten." Angekl.:„Man hat es ja in der letzten Zeit gesehen, daß man da am besten tut,. Ein Beisitzer:..... wenn man nicht hingeht." Angekl.:„Gewiß, wenn man nicht hingeht, daS ist noch besser. Aber wenn man mit verfolgt wird, ist es das beste, sich zu retten." Jene beiden Kollegen, die dem Angeklagten hätten als Zeugs dienen können, haben inzwischen die Wohnung gewechselt und sind bisher nicht ermittelt worden. So beschränkte die erneute Beweisaufnahme sich wieder auf die Anhörung zweier Schutzteute, die bestimmt gesehen zu haben meinten, daß auch Lange die Hand aufgehoben habe. Daß er auch geworfen habe, konnten sie nicht behaupten, sie haben wenigstens keinen Stein aus seiner Hand fliegen sehen. Zu den Bekundungen über seine Festnahme bemerkte der Angeklagte: er sei schließlich selber stehen geblieben. Der eine der beiden Schutzleute machte dann den erläuternden Zusatz:„Ja, weil er nicht weiter konnte. Ich hatte nämlich den Säbel gezogen." Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Davidsohn führte auS: eine Mittäterschaft Langes sei nicht erwiesen. Die von den Zeugen beob- achtete Handbewegung reiche doch nicht auS, eine Verurteilung zu der hohen Strafe von 3 Monaten Gefängnis zu rechtfertigen. Er beantragte, noch jene beiden bisher nicht ermittelten Zeugen zu laden. Der Staatsanwalt fand: schon dir Handbewegung sei Beweis genug und die Strafe von 3 Monaten sei nicht zu hoch. Das Gericht beschloh aber, die Sache zu vertagen. Es soll versucht werden, jene beiden Zeugen zu ermitteln und zu einem neuen Termin zu laden. WeilS Arveitswillige tvaren. Bei der Tischlereifirma Lukat in der DieffenSachstraße wurde Anfang Juni gestreikt. Der Inhaber hate sich geiueigert. emen Maschinenuicister zu entlassen, der den Arbeitern die Fertigstellung ihrer Arbeiten erschwerte. Gegen die Arbeitswilligen, die sich ein- fanden, sowie gegen den Bruder des Geschäftsinhabers, einen �.stch- lergesellen Gustav Jaster. richtete sich die Erbitterung der Sireiken- den und anderer Personn. Während eines erregten Auftrittes, der sich auf dem Hofe des Grundstückes abspielte, kam ein Tischler- geselle Czerauski dazu. Er soll dann zu Jaster eine Aeutzerung getan haben, die angeblich so lautete:„Ihr verfluchten Streik- brecher, ihr müßtet aufgebaumelt werden. Ich werde Euch Lause- jun-gens, wenn Ihr herauskommt, die Knochen im Leibe zer- schlagen." Weils Arbeitswillige waren, gegen die dieser Gefühls- ausbruch sich richtete, so wurde eine große Aktion daraus gemacht und der Beleidiger durch den Staatsanwalt auf die Anklagebank geschleppt. Obwohl er nicht zu den Arbeitern der Firma Lukat gehört hatte, wurde der ß 153 der Gewerbeordnung mit fernem Arbeitswilligenschutz herangezogen, um ein« Verurteiligung zu schwerer Strafe zu rechtfertigen, und das Amtsgericht Berlin- Tevipelhof erkannte auf 1 Woche Gefängnis. Czeransh legte Berufung ein und stand nun vor dem Landgericht III Berlin sstraf- kammer 1). Die Beweisaufnahme hatte dasselbe Ergebnis wie vor dem Amtsgerichts Die dem Angeklagten zur Last gelegte Aeuye- rung wurde durch Zeugen bekundet. Der Verteidiger, Rechtsanwall Dr. Kurt Nosenfeld, beantragte aber, aus rechtlichen Gründen auf Freisprechung zu erkennen. Nur der Bruder deS Geschäftsinhabers habe Strafmitrag gestellt, der aber könne mit jener Aeußerung nicht gemeint gewesen sein, da sie sich doch'höchstens gegen Arbeitswillige gerichtet haben könnte. Sodann sei auch§ 153 der Gewerbeordnung hier nicht anzuwenden, da in dem vorliegenden Fall die behauptete Aeußerung nicht den Zweck gehabt haben könne, Arbeitswillige zu nötigen, daß sie an einer„Verabredung zur Erlangung günstiger Lohn, und Arbeitsbedingungen" teilnahmen. Während der Ver- teidiger in längeren Ausführungen dieser Auffassung, auf die das Urteil erster Instanz sich gegründet, als irrig nachzuweisen suchte, erhob sich einer der Richter und sprach ziemlich laut mit einem, anderen Mitglied des Nichterkollegiums. Da auch der Borsitzende, Landgerichtsdirektor Hellwig, sich emsig mit den vor ihm liegenden Akten zu beschäftige,, schien, so unterbrach sich der Verteidiger und erklärte, daß es bei solcher Unruhe wähl leinen Zweck habe, weiter- zusprechen. Vorsitzender:„Dann können Sie ja aufhören, das steht ja ganz in Ihrem Belieben. Dann gebe ich dem Herrn Staatsanwalt das Wort." Verteidiger:„Leider steht das nicht in meinem Belieben, sondern ich habe als Verteidiger die Pflicht zu erfüllen, für den Angeklagten das zu sagen, was zu seiner«er. teidigung nötig ist. Der Herr Vorsitzenoe aber wird seiner Pflicht für Ruhe und Ordnung zu sorgen wenig gerecht, wenn er nicht einmal dafür sorgt, daß am Richtertisch Ruhe herrscht. Der Vor. sitzende lenkte dann ein:„Jetzt ist es ja ruhig,' und der Ver- teidiger konnte seine Darlegungen zu Ende bringen. Gegenuber seinem Antrag auf Freisprechung beantragte der Staatsanwalt, die Berufung zu verwerfen. Das Gericht fällt das Urteil, z 153 der Gewerbeordnung sei hier in der Tat nicht anwendbar. ES bleibe mithin nur noch eine Beleidigung zu sühnen, d'ese aber sei so schwer, daß nach wie vor t Woche Gefängnis gls angemessen erachtet werde» müsse. Versammlungen. Fort mit der Sonkurrenzklausell Die Vorschläge deS Handelsministers, betreffend die Umaestal- tung der gesetzlichen Bestimmungen über die Konkurrenzklausel, ver- anlaßten den Zentralverband der Handlungsgehilfen und-Gehil- sinnen Deutschlands, am Donnerstag eine öffentliche Versammlung nach den„Arminhallen" einzuberufen, die sehr stark besucht war. Der Referent, Genosse Wolfgang Heine, behandelte in sachkundigem Vortrage daS Thema:„Die Konkurrenzklausel und ihre Be- schützer". Der Redner verwie» darauf, daß die Konkurrenzklausel von den Organisationen der Handelsangestellten mit Recht be- kämpft wird und daß sich der Widerstand gegen dieselbe weit über die Kreise der Angestellten hinaus mehr und mehr bemerkbar macht. Auf der anderen Seite stehen die Prinzipale und die Regierung, welche die Konkurrenzklausel im Gesetz erhalten wissen wollen. Ein- gehend wies der Redner nach, daß die Konkurrenzklausel für daS Handelsgewerbe gar keine sachliche Berechtigung hat. daß sie viel- mehr die Angestellten in der schwersten Weise schädigt und dazu dient, die Prinzipale nicht nur vor der unlauteren, sondern vor jeder Konkurrenz zu schützen, und zwar auf Kosten der Angestellten. Die Vorschläge, welche der Handelsminister jetzt der Begutachtung unterbreitet hat, sind durchaus nicht geeignet, die schädigenden Wir- kungen der Konkurrenzklausel auf die Angestellten ku beseitigen. Auch die Vorschläge, welche Rechtsanwalt Dr. Junck-Leipzig auf dem Deutschen Juristentage machte, gehen nicht weit genug. Eine solche gesetzliche Bestimmung, wie die über die Konkurrenzklausel, kann nicht durch Flickwerk verbessert werden. Nur durch gänzliche Be» scitigung der Konkurrenz können die Mißstände, welche sie im Ge- folge hat. aus der Welt geschafft werden. Zum Schluß gedachte der Redner der Haltung, welche Blobel, der Führer de» deutsch-natio. nalen HandlungsgehilfenverbandeS auf dem Juristentage zur Kon- kurrcnzklausel eingenoinmei, hat. Wenn Blobel ein Zusammengehen der Kaufleute mit den Angehörigen anderer Berufe, Techniker, Privatbeamte usw., in diesec Frage ablehnt, so hat er kein gewich- tigeS Wort gegen die Konkurrenzklausel gesprochen und den Jnter- essen der Handelsangestellten nicht gedient. Die Gelegenheit, welche sich jetzt bietet, muß ausgenutzt werden, um für die Angestellten herauszuschlagen, was irgend möglich ist. DaS kann aber nur ge- schchen. ivenn alle, die durch die Konkurrenzklausel betroffen werden. einig sind. Nachdem Penn einige Mitteilungen über die Behandlung der Vorschläge deS Ministers durch den Ausschuß des Berliner Kauf- mannsgerichts gemacht hatte, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die am 13. Oktober in den„Arminhallen" tagende, vom Zentralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutsch- lands einberufene össentliche HandlungSgehilfenversammlung legt mit aller Entschiedenheit gegen die Vorschläge des Ministers iür Handel und Gewerbe betreffend«die Konkurrenzklausel" Zrotest ein. Die Versammelten können in diesen Vorschlägen eine Ver- besserung deS bisherigen ZustandeS nicht erblicken, sind vielmehr der Ueberzeugung, daß die Konkurrenzklausel in der vom Minister vorgeschlagenen Form das weitere Fortkommen der Handlungs- gehilfen mindestens ebenso schädigt, wie das jetzt schon der Fall ist. Eine Notwendigkeit, vie Konkurrenzklausel bestehen zu lassen, können die Versammelten um so weniger anerkennen, als durch die im Jahre 190S geschaffenen verschärften Bestimmungen im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb ein genügender Schutz gegen Verrat von Geschäftsgeheimnissen vorhanden ist. Die Kon- kurrenzklausel in jeder Form muh als ein schwerer Eingriff in das auch den Handlungsgehilfen gesetzlich anerkannte Recht der Gewerbefreiheit angesehen werden. Deshalb fordern die Ver- sammelten das gesetzliche vollständigeVerbotderKon» kurrenzklausel."_ Hud aller Älelt. harmlose SpälZe eines Pfarrers. Die Katholiken in Baden haben in letzter Zeit Pech mit ihren Seelenhirten. Nachdem bereits in letzter Zeit verschiedentlich die Gerichte sich mit Verfehlungen badischer Geistlichen beschäftigen mußten, stand in der letzten Woche wieder ein Geistlicher vor der Strafkammer in Konstanz unter der Anklage, Sittlichkeitsvergehen im Sinne der AH 173 und 174 de« Strafgesetzbuche» begangen zu haben. Der Priester vtckel aus Schiene», der sich wegen der schweren Anklage zu verantworten hatte, wurde freigesprochen, well durch da» Gericht straf« bare Lüsternheit nicht festgestellt worden ist. Wie wenig an- gcbracht aber der Jubel der Zentrumspresse über den Freispruch ist. zeigen die in der Verhandlung vorgebrachten Handlungen deS Pfarrers. Dickel verkehrte lange Zeit freundschaftlich in der Familie deS Hauptlehrers N. Nachdem sich die beiden entzweit hatten, zeigte R. den Pfarrer bei der Kurie und beim Bürgermeister unter Erhebung schwerer Anschuldigungen an. Der Aufforderung zur Privat- klage entsprach der Pfarrer aber nicht. In der Osfizialklage gegen Bickel wurde dann das intime Verhältnis zur Lehrersfamilie enthüllt; es galt insbesondere den beide» Töchtern. So durfte die 16jährige dem Pfarrer zu Hause das Bett machen, wenn die„Huserin"(Pfarrmagd) abwesend war. Zur Belohnung legte der Pfarrer das Mädchen aufs Bett und kniff ihr in die Schenkel. An dem Oberschenkel der einen Lehrerstochter halte der Pfarrer eine Warze entdeckt, die er dann als Seelenarzt in operative Behandlung nahm. Verschiedent- lich prüfte er auch, obdieWaden der Mädchen echt seien. Einmal besuchte der Geistliche die kranke Großmutter im Lehrer- hause, verirrte sich aber ins Zimmer einer Pflegetochter. Er wurde entdeckt, als er angeblich die Unter- suchung auf einen Nabelbruch vornahm. Der Staat!- anwalt war von der Schuld des Angeklagten so überzeugt, daß er zehn Monate Gefängnis beantragte. DaS Gericht aber sprach den Wadenkneifer, wie schon erwähnt, frei, da die juristischen Voraussetzungen zu einer Verurteilung fehlten. Da somit die Schuldlosigkeit des Seelenhirten festgestellt worden ist, wird der Herr Pfarrer auch in der Zukunft in seinem Amt bleiben und vielleicht von der Kanzel über die zunehmende Unjittlichkeit wettern._ Das Unwetter auf Kuba. Wie wir bereits gestern meldeten, wurde die Insel Kuba von einem schweren Orkan heimgesucht. Das Unwetter, das besonders die Provinzen Havanna. Matanzas und Pinar del Rio heimsuchte, ist eines der schwersten der letzten Jahre. Die Zahl der bei dem Orkan um- gekommenen Personen wird auf 100 geschätzt. Die Tabakernte ist zum großen Teil vollständig zer- st ö r t worden. Auch die Zuckerpflanzungen haben unter der Gewalt des Sturmes schwer gelitten. Eine kühne Fahrt. Der amerikanische Luftschiffer W e l l m a n n hat gestern seinen schon seit längerer Zeit geplanten Ballonflug über den atlantischenOzean angetreten. Er macht die Fahrt in einem eigens konstruierten Lenkballon, der unter anderem auch mit einem Apparat für drahtlose Telegraphie ausgerüstet ist. Der Ausstieg erfolgte tn Atlantic City, wohin«r bereits mehrere draht- lose Telegramme sandte. Wie das eine meldet, fäbrt der Ballon mit einer Geschwindigkeit von 20 Knoten tn der Stunde w Nordost- licher Richtung._ Gisenbahnkataftrophe iu Nordamerika. Auf der Bahnlinie St. Louis— San Francisco ereignete stch ew schwerer Unglücksfall. Ein Bahnzug stürzte bei Compton (Oklahama) über eine Brücke herab, dereu Stützbalken morsch geworden waren. Fünf Wagen türmten stch über einander. Nach den bisher vorliegenden Meldungen sind 48 zum Teil tödlich Verwundete gezählt worden. «in SchnelligkeitSrekord. Auf dem Flugplätze in St. Louis(Vereinigte Staaten von Nordamerika) hat der Aviatiker Leblane auf einem Bleriot« eindeckereine englische Meile--» 1524 Meter in 53 Se« künden zurückgelegt. Leblane hat mit dieser Flugletstuug einen neuen Weltrekord aufgestellt. Unter den Trümmern begrabe«. Eine schwere Einsturzkatastropho hat sich gestern in M e ch e l n(Belgien) ereignet. Dort stürzte gegen 8 Uhr morgens das HauS eines Buchdruckereibesitzers ein. Die ganze Familie deS Buchdruckers und auch die übrigen Mieter des Hauses wurden im Schlafe von den einstürzenden Trümmern begraben. Durch den sofort organisierten Rettungsdienst wurden bisher zwei Leichen und drei Schwerverletzte geborgen. Die AufräumungL- arbeiten sind mit den größten Schivierigkeiten verbunden, da die Gefahr eines Zusammenbruches der Reste des HauseS be- fürchtet wird._ Kleine Notizen. Ein Eisbär ausgebrochen. Im Zoologischen Garten t» Jalle a. S. durchbrach ein EisbSr den Drahsichutz über seinem äfig und gelangte ins Freie, wo er ein Kind schwer ver» w u n d e t e und einem Wärter sowie dem herbeigeeilten Futter» meister durch Bisse am Kopf und Rumpf ernsteVerletzungen beibrachte. Schließlich zerriß daS Tier zwei Ziegen. Die Bestie wurde nachher im Elefantenhaus, wo sie eingedrungen war, durch einen wohlgezielten Sckuß getötet. Durch Feuer wurde das Kabelwerk Duisburg voll» ständig zer stört. Der Brand, der stundenlang wahrte, hat etwa 1 Million M. Schaden verursacht. In eine Dunggrube stürzte in Z e l l e r s im Allgäu der Oeko- nom Entrich und erstickte durch die aufsteigenden Gase. Drei Per- sonen, die ihn retten wollten, wurden ebenfalls betäubt, konnten jedoch noch rechtzeitig aus der Grube herausgeholt werden. Kein Räuberhauptmann. Wie wir vor einiger Zeit meldeten, war der Pfarrer E s p e r t aus P e a o m a s(Frankreich) unter der Beschuldigung verhaftet worden, daß er an der S p i tz e« i n e r Räuberbande st ehe. Espert ist wieder freigelassen worden, da seine Unschuld nachgewiesen wurde. Durch eine Dunamitexplosion ist gestern in Venedig ein Haus eingestürzt. Dabei wurden 3 Personen tödlich, mehrere leichter verletzt. Peftfall an Bord eine» Dampfers. Unter den Passagieren de? Dampfers„Himalaya". der im Hafen von Marseille einlief, ist ein Pest fall konstatiert worden. Der Kranke ist be- reitS gestorben. Wegen der Zollhinterziehungen der Kunsthandlung Du Veen ist auch der Bruder des bereits verhafteten Kunsthändlers in Untersuchungshaft genommen worden. Wie der New Yorker Steuerkomissar L o e b erklärte, sind die Zollhinterziehungen der Firma ebenso groß wie beim Zuckertrust. Lrsefkaften der Ikeäaktlon. Heidcnfeldftr. 18. Uns ist nicht« Ungünstiges bekannt— V. V. 100. 1. Nein. Die Stenerpslicht hat mit dem Kalenderjahr IVOS aulgehört. 2. Eladtihnode innerhalb vier Wochen nach Zustellung.— O. I. 83. Ja, wenn niemand in der Wohnung war.— R. 17. Ja, sosern Sie nicht eine größere Familie zu unlrrbalten haben.— Ottt 81. 4. Die Kosten richten sich ii-ick> dem Objekt. Die Anmeldung hat, unter Ueberreichung der Satzungen in Ur- und Abschrist, seitens de« vorstände« bei deni Amt«- gericht zu ersoigen, in dessen B-zirk der Verein seinen Sitz hat Die An« meldungserklörung mutz össeuilich beglaubigt sein, da« heitzt von einem Notar oder Gericht.— H. I. 31. 4. Ja. 3. New. da nicht getauft. 2. u. 4. Genosse?ld. Hoffmann. Blumenstr. 22, wird Ihnen aus Slnsrag» Au«kunst erteilen.— BSritzensee S. Ächeimwissenschast.— F. E. A. Oranienstr. 15, Hos III. Zu Beginn der Herbst- unb Wintersaison wirb hiermit daS bestbekannte SpezialHaus für Damen- und Mädchenbekleidung von OsK»,» Wollbnrg, Berlin X, Brunncustr. wieder m Erinnerung gebracht. 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Wirtfchastlichrr Aufschwung— Bautätigkeit— Brotwucher als Krifenfärderer— Ein Ausblick— Produktionösteigerung— Börsrnstimmung— Scharfmachermotive. Die im allgemeinen günstige Welternte eröffnet die beste Aus- ficht auf eine neue industrielle Hochkonjunktur. Sinkt der Preis des Getreides im Durchschnitt um 29 M. pro Tonne, dann macht das für die Wieltgetreideernte— ausschließlich MaiS— schon eine Summe von über 4000 Millionen Mark aus. In Deutschland stehen zurzeit die Weizenpreise um zirka 30 M., die Roggenpreise um zirka 30 M. unter dem vorjährigen Durchschnitt. Ein erhcd- licher Teil der für den Getreideumschlag weniger erforderlichen Summe wird für die gewerbliche Tätigkeit frei, sucht hier gewinn- bringende Anlage. Dazu kommt, daß die nun schon seit 1907 an- haltende mehr oder minder scharfe Produktionseinschränkung be- sonders auch im Baugewerbe nach einer Ablösung drängt. Zwar wird in den Industriestädten noch über leerstehend« Wohnungen geklagt, trotzdem kann von einem Wohnungsüberschuß nicht geredet werden. In den letzten drei Jahren hat die Bautätig- keit mit der wachsenden Bevölkerung nicht gleichen Schritt gehalten. Infolge der Krise und weil die enorme Teuerung einen größeren Teil des Einkommens für die Ernährung verschlang, ist das Wohnungsbedürfnis nicht befriedigt worden. Viele Familien haben sich weit über das normale Maß hinaus eingeschränkt. Weiter ist durch Abwanderung, die sich auf das flache Land verteilt, eine Bc- grenzung in der Wohnungsnachfrage eingetreten. Sobald der Be- gehr nach Arbeitskräften in der Industrie wieder stärker hervor- tritt, wird das dann einsetzende starke Zurückfluten von Arbeitern den vermeintlichen WohnungSübcrschuß schnell in einen Wohnungs- Mangel verwandeln. Den Umschwung hat bisher der außerordentlich hohe Preis- stand für NcchrungSmittel stark gehemmt. Einmal, weil die höheren Preise seit dem Wirkscnn werden der höheren Zölle gewaltige Summen absorbierten, zweitens, weil die verteuerte Ernährung die Konsumkraft der Bevölkerang in bezug auf gewerbliche Er- zeugnisse stark einschränkte. Die Verteuerung allein für Fleisch und Getreide durch die Zollerhöhung macht pro Jahr zirka'A Milliarde aus. Der größte Teil des Betrages wurde dem gewerblichen Zweige der Volkswirtschaft entzogen, verteilte sich in daZ weite Netz der landwirtschaftlichen Betriebe und hat aus diesen Kanälen noch nicht in vollem Umfange den Weg zurückgefunden in den allgemeinen Zirkulationsprozeß. Das ist von größerer Bedeutung, weil sich der Vorgang nicht auf Deutschland beschränkt. In fast allen Industrie- ländern kann man eine starke Steigerung der Lebensmittelpreise konstatieren. Ueberall absorbiert der agrarische Zweig der Volks- Wirtschaft einen größeren Teil des umlaufenden Kapitals und des Einkommens der Arbeiter. Dadurch wird der Andrang deS Kapitals für die gewerbliche Gütererzeugung gehemmt, die Konsumkraft der breiten Masse eingeschränkt und damit die Nachfrage nach gewerb- lichen Erzeugnissen zurückgehalten. So konnten die Wirkungen am Weltmarkt nicht ausbleiben. Die schädlichen Folgen der all- gemeinen Teuerung sind so stark, daß trotz der enormen Steige- rung der Goldproduktion eine rechte Flüssigkeit am Geldmarkt sich noch nicht wieder durchsetzen konnte. Es wurden z. B. produziert: Durchschnitt 1876/1880 jährlich. 172414 Kilogramm 1896/1900„. 387 257 Im Jahre 1900....... 883 049 ., 1906...... 568 232 1909...... 674 886 Trotz der erheblichen Zunahme der Goldproduktion ist der Hunger nach Kapital nicht zu befriedigen. Der Ruckgang der Getreidepreis« wird dem gewerblichen Leben in stärkerem Maße Blut zuführen. Der Preisabschlag auf Lebens- mittel hebt die Konsumkraft der Arbeiterschaft, steigert den Begehr nach Jndustrieerzeugniffen. DaS reizt auch die UnternehmungS- tust. Daher darf auch mit einer baldigen allgemeinen kräftigen Belebung in der Warenproduktion gerechnet werden. Für die Montanindustrie hat dieser Tage der Leiter des Haspener Eisen- und Stahlwerks, Kommerzienrat P. Klöckner, den man als einen der zukünftigen großen Männer der Industrie be- trachtet, in der Generalversammlung der genannten Gesellschaft sich ziemlich optimistisch geäußert. Nach der„Rhein.-Mestf. Ztg." gab er folgenden Gedanken Ausdruck: Der Rohgewinn der Gesellschaft in den ersten drei Monaten deS laufenden Geschäftsjahres übersteige denjenigen der gleichen Zeit des Vorjahres um zirka 230 000 M. Man dürfe aber nicht annehmen, daß diese Steigerung in entsprechendem Maße fort- schreite, weil ab 1. Oktober bekanntlich eine Erhöhung der Koks- preise eingetreten ist, die nur zum Teil durch weitere Ersparnisse im Betrieb ausgeglichen werden könne. Eine Preiserhöhung für die Fabrikate des Werkes ist bis jetzt nur für Stabeisen möglich gewesen. Ter Stahlwerksvcrband hat die Produkte A noch nicht erhöht und das Drahtsyndikat hat ebenfalls noch keine Er- Höhungen vorgenommen. Tagegen ist es dem Walzdrahtverband gelungen, die vier außenstehenden Werke aufzunehmen und da- mit die Dauer des Verbandes bis Mitte 1912 sicherzustellen. Erfreulich sei ferner, daß Anträge und Spezifikationen in sämt- lichen Fabrikaten nicht nur gut, sondern für die Jahreszeit sogar sehr günstig eingehen. Das Werk habe große Aufträge buchen können und sei deshalb mit Arbeit für den Winter in reichem Maße versehen. Für Roheisen ist durch die Bildung deS Roheisenverbandes eine gewisse Befestigung in den Preisen ein- getreten. DaS Werk sei dem Verband beigetreten, trotzdem man ihm nur eine mäßige Beteiligung bewilligt habe, weil es den Verbandsgedanken fördern und mit dazu beitragen wollte, für die anderen Verbände eine Basis zu bilden. Der Verband hat inzwischen die Verkäufe per 1911 aufgenommen. Die durch die Steigerung der Rohstoffe bedingte Erhöhung der Preise werde gerne betvilligt. Die Aufträge fließen in reichem Maße ein. Der allgemeine Markt werde noch immer beunruhigt durch die Ar- beiterauSsperrungen. In England und Schottland verhindere der SchiffSwerftarbciterausstand eine durchgreifende Besserung deS englischen Marktes. Man erwarte seine Beendigung in ungefähr acht Tagen. Die an einen eventuellen Ausstand in der Baum- Wollindustrie geknüpften Befürchtungen sck?einen sich nicht zu bestätigen. Für den Montanmarkt sei eS sehr wichtig, daß die Arbeiterausstände bis jetzt auf den Eingang der Bestellungen nicht eingewirkt haben. Es sei sehr viel Arbeit vorhanden, und man könne die Hoffnung hegen, daß man, wenn die Ausstände beseitigt seien, ein sehr lebhaftes Geschäft bekommen werde. Solche Urteile mutz man im allgemeinen sehr skeptisch aufnehmen, weil sie sehr oft ganz willkürlich abgegeben werden und nur dem Zwecke der Stimmungsmache dienen: im vorliegenden Falle kann man den Ausblick aber als das objektiv Erschaute, nicht subjektiv konstruierte Wirtschaftsbild akzeptieren. Uebrigens ist sowohl die Roheisenerzeugung als auch der Versand des Stahl- Werksverbandes im laufenden Jahre schon kräftig gewachsen. Für die ersten neun Monate der letzten Jahre ergeben sich nämlich folgende Ziffern: Roheisenproduktion Versand von Produkten A in 1000 Tonnen 1907 9 699 4 825 1908 8 925 8 645 1909 9 610 8 740 1910 10926 8 930 Die diesjährige Roheisenproduktion stellt einen Rekord dar, geht sie doch sogar um fast 13 Proz. über die Leistung im Jahre 1907 hinaus. Der Versand des Stahlwerksverbandes in Pro- dukten A hat sich zwar nickt in derselben Weise entwickelt wie die Roheisenerzeugung, immerhin ist gegenüber dem Resultat des Jahres 1908 eine kräftige Erholung zu verzeichnen. Dazu tritt eine Zunahm« im Versande von Produkten L. Hierüber> liegen uns leider nur für die letzten beiden Jahre Nachwerfungen vor. Danach wurden in den ersten acht Monaten versandt(Tonnen): Stabeisen 1909. 1 844 130 1910. 2 272 494 Walzdraht Bleche Röhren Gußstücke 439 486 680 092 68 684 318 034 479 706 646 477 73 640 346 417 Insgesamt stieg der Abstoß von Produkten B von 3 240 425 Tonnen auf 3 818 734 Tonnen oder um rund 18 Proz. Jetzt macht sich ein noch stärkerer Begehr geltend. Leider verführt das die Roh- Produzenten, nun auch sofort wieder die Preise in die Höhe zu setzen. Diese Preiserhöhungen und die Versteifung am Geldmarkt sind geeignet, die Aufwärtsbewegung zu hemmen. Weises Maß- halten nach dieser Richtung ist daher dringend geboten. �. Daß man auch an der Börse mit einer günstigen Entwicke« lnng rechnet, das zeigte ihr Verhalten bei zwei nicht alltäglichen Vorgängen: der drohenden Metallarbeiteraussperrung und der Revolution in Portugal. Das letztere Ereignis hat die Gemüts- Verfassung der Börsenmänncr kaum einen Augenblick beeinflußt. Die Werte Portugals erlitten eine kleine KurSabschwächung, im übrigen erledigte die Börse die Angelegenheit durch Uebergang zur Tagesordnung. Die Aussperrungsandrohung hat deshalb keinen größeren Kurssturz hervorgerufen, weil man die Ankündigung lediglich als einen Schreckschuß betrachtete, der keine Dividenden- Hoffnungen zerstören werde. Und als die Verständigung zwischen den Vertretern der Arbeiter und der Werftverwaltung herbei- geführt war, holte man die Kursrückgänge schnell wieder ein. Es notierten beispielsweise: Tecklcnborg Schiffswerft Stettiner Vulkan.. Neptun Schiffswerft. Flensburger Schiffbau Seebeck Schiffswerft. Tic Kurse stehen jetzt sogar höher als vor dem Kampfe. Die Aktionäre befürchten demnach keine Schmälerung der Gewinne durch die zugebilligte Lohnerhöhung. Die Werftverwaltungen hatten allerdings erklärt, die Wirtschaftslage erlaube keine Erhöhung der Löhne, eher rechtfertige sich vielmehr eine Lohnreduktion. Jetzt werden die Verwaltungen von den Aktionären desavouiert. In der Aufwärtsbvwegung war eine kurze Unterbrechung eingetreten durch die Meldungen über neue Differenzen bei der Wiederaufnahme der Arbeit. Von dem Schrecken hat man sich schnell erholt. Auch die Aktien der Unternehmungen der Elektrizitätsindustrie, der Metall- Verarbeitung und des Maschinenbaues erlebten nach dem Friedens» schlusse kräftige Kurssteigerungen. Die Aussicht auf eine neue Hochkonjunktur scheint aber nicht nur anregend auf die Aktienkurse, sondern auch aus die Scharf- rnacher zu wirken. Tie Herrschaften möchten jetzt noch schnell ein neues Knebelgesetz gegen die Arbeiter zurechffchrnieden. Der Zweck ist offensichtlich: den Arbeitern soll eS verwehrt werden, die bessere Konjunktur auch für sich auszunutzen. Die großindustriellen Scharfmacher stimmen den Brotwucherzöllen nicht unter der Vor- aussetzung zu, daß die Arbeiter die Belastung durch Lohnsteigerung wieder ausgleichen, nein, auf ihren Schultern soll die Last ruhen bleiben. Daher jetzt, angesichts einer besseren Wirtschaftskonjunktur mit stärkerem Begehr nach Arbeitskräften, das Bestreben, der Aktionsfähigkeit der Gewerkschaften durch ein sogenanntes Arbeits- willigen-Schutzgesetz, das man richtiger..Profitschutzgesetz" be- zeichnen könnte» kräftige Schranken zu ziehen. D, j ilmtltcher Marktbericht der städttlchen Marttballen-Dtrektion über den Krohbandel in den Zentral-Marktballen. Marktlage z F I e i l ch. Zufuhr schwach, Geschäft still, Preise unverändert. Wild: Zufudr knapp: Geilbäsl rege, Preise anziehend. Geflügel: Zufuhr: Gänse reichlich am Markt, fönst knapp, Geschäft rege, Preise wenig verändert. A i i ch e: Zu- fuhr reichlich, Geichält ruhig. Preise etwa» nalbgebend. Butter und Käse: Gefchäst ruhig, Preise unverändert. G-mils«, Obst und Südfrüchte: Zufuhr meist reichlich, Geschäft: lebhafter Absatz, doch nicht geräumt, Preise wenig verändert. C 25 Alexanderplatz Fr. Hahn BERLIN C 25 Alexanderplatz Die grosse Konffeklions-Woche wahrt von Montag, den 17. Oktober, bis Montag, den 24. Oktober er. werdeÄssVloften moderner Damen-Konfektion Posten garnierte elegante Wollblusen und Wiener Hemd- hltimn darunter viele Wiener Serie I ll III tv V S wit rÄ...>wt Merk 3.40 4.80 6.20 8.70 9.80 IV 1.10 1.75 2.30 3.10 � Herbst- und Winter-Flanelibiusen tue guten Stoffen, saubere Ver- Serie I II III erbeitueg trüberer Wert bis M. 6.00.... jetzt Merk poX hocheleg. 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Oktober, abends 8 Uhr: Neues Schauspielhaus. 16. Abt.(HI.) Abend abtcilung: Tartüsf. Neue Freie Volksbühne. Sonntag, 16. Oktober, nachm. 2'/, Uhr: Deutsches Theater: Simson u. Delila. Kammcrspiele: Gnwan. Nachm. 3 Uhr: Neues Volls-Theater: Die Erziehung zur Ebc. Schillcr-Theater O.: Neue Jugend. Schiller- Theater Charlottenburg: Egmont. Neues Operetten- Theater: Die Glocken von Corneville. Neues Theater: Tärtüff. Kleines Theater: Ein idealer Gatte. Mctropol-Thcater: Pariser Leben. Abends 8'/, Uhr: Neues Voiks-Theater: Jugend. Neues Volks-Tdeater: Montag. Diens- tag, Freitag, Sonnabend: Ueber unsere Kraft I. Mittwoch und Donnerstag: Die Erziehung zur Ehe. Bolks-Oper: Montag: Der Postillion von Lonjumcau. �essinx-Ikegter. 8 Ubr: Wenn der jnnge Wein blüht. Montag 8 Ubr: Wenn der junge Wei» blüht._ Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Die törichte Junstfran. Nachm. 3 Uhr: Einer v. unsre Leut'. Modernes Theater (früher Hebbeltheater). Heute und täglich 8 Uhr: Die hoste Heute Sonntag: 2 Vorstellungen, J nachm. 3—7 Uhr kleine Preise,» Abends 8 Uhr: ß Die Jungsrauenl von Sais. Die 8 mystischen Seit alten and die großen Attraktionen des Oktober-Programms.[ Trianon-Theater. Abends 8 Uhr: Parifer Witwe». Heute 2 Vorstellungen der australischen Tänzerin in ihren neuen Originalkreationen sowie dem koffllsch-mlmisch-grotesken Oktober- Programm. Nachmittags S'/, Uhr kleine Preise! Abends 8 Uhr. Hcnte: Hente: 2 gr. Vorstellungen Nachm. S'l, Uhr: Halbe Preise. Die gesamten Spezialitäten. Terbotene Fracht. Abends 8 Uhr: DaS Kolossal> Programm. I�udolk Schildkraut. IKetropol- Theater. Nachmittags 3 Uhr: Pariser Leben. WendZ 8 Uhr: Rauchen gestattet. Hurra! Wir leben noch! Grohe Ausstattungsrevuc in 7 Bildern t. I. Freund Musik o. V. Holländer. $n Szene gesetzt von Dir. R. Schultz. UeiedsitaHeii-'ntestet'. Stettiner Sänger. Zum Schluß: „Im Mnnseloch". Mllit. Humor, v. Meysel. gat Anfang wochentags Mr| 8 Uhr yfvSS Sonntags 7 Uhr- Walhalla-Thealer WeinbergSweg 19/20. Anfang 81/. Uhr. Bravo!— Da capo! Eine Allerwelts-Revue in 5 Bildern von M. Reichardt, Musik von R. Thiele. In Szene gesetzt vom Direktor JamcS Klein. i�ebllleK' Schiller-Theater 0.(Wallner-Theat.) Sonntag, nachm. 3 Uhr: Xene Jagend. Schauspiel in 5 Akten o. Tor Hedberg. Deutsch von Hermann Blocher. Ende o1/, Uhr. Sonntag.abends 8 Uhr: Sodoms Ende. Drama in 5 Sitten v. H. Sudcrmann. End- 1l Uhr. Montag, abends 8 Ubr: Ilehcrt und Bertram. Dienstag, abends 8 U b r: Die Ii rcnzclschreiber. Theater. Schiller-Theater Charlottenburg. Sonnlag, nachm. 3 Uhr: Egmont. Ein Trauersplet in fünf Auszügen von Goethe. Ende 6 Uhr. Sonntag, abends 8 Uhr: Die liren�elschrelher. Posse mit Gesang in 4 Abteilungen von Gustav Raeder. Ende 10*/« Uhr. Montag, abends 8 Ubr: Die lirensolschrelher. Dienstag, abends 8 Uhr: Sodoms Ende. Berliner Volks-Ciior Dirig.: Dr. E. Zander. Montag, den 24. Oktober, abends S'/s Uhr pünktlich Im grolen Konzertsaal „Neue Welt" Hasenheide 108-114: „Die legende von der Heiligen Elisabeth" j Ii W»'V..'«1.. Mitwirkende; ! von Franz Elszt. memsängerin Eva v. d. Ost Fräulein Encic Allee König-Berlin Herr Ecderor-Prlcna-Berlin. Das Blülhner-Orchester. Der Berliner Volks-Chor. Eintrittskarten im Vorverkauf 75 P/. einschl. Garderobe u. Programm. Abendkasse 1 M. Textbuch mit Uiszts Bild u. Erläuterungen 10 Pf. ==== Eine Wiederholung findet nicht statt. Der Einfflhrnngsabond findet nm Dienstag, den 18. Oktober, abends 8ll, Uhr, im großen Saale dos Gewerksohatlshauses, Engol- ufer 16, statt. Vortrag, Lieder, Werke für 2 Klaviere und Klavier-Solo. Mitwirkende: Vortrag und Klavier: Leo Kestonberg; Zweites Klavier: Theodor Fleck; Alt: Frau Henriette Böhmer; Tenor: Koni gl. Kammersänger Ferdinand Kaiweit.— Eintritt 10 Pf. Billetts sind zu haben bei: Jf. Roloft, Wörther Str. 31; Zucht, Immanuelkirchstr. 13; Hanisoh, Auguststr. 50; Rietz, Kopenhagener Str. 2, Swinemünder Str. 86, Fohmarnstr. 8; Vogel, Lortzingstr. 37; Thomas, Gartenstr. 71; Tielz, Invalidenstr. 124; HaB, Torfstr. 19; Fischer, Vetoranenstr. 6; Beyer, Veteranonstr. 11; Sommerfeld& Co., Rosenthaler Str. 51; Kriedemann, Stargnrder Str. 74; Voigt, Charitestr. 3; Schulz, Wiesonstr. 60a.— O.: Vogel, Koppenstr. 82; Liebecke, Homintener Str. 20; Dfihn, Petersburger Str. 34; Wedemeyer, Woidenweg 80; Niemeyer, Weberstraße 19; Schrollo, Landwehrstr. 3; Reut, Barnimstr. 42; Jahn, Zorndorfer Str. 59; Krause, Königsborgor Str. 11; Rietz, Petersburger Str. 5, Thaorstr. 18, Kopemikusstr 11.—(9.: Ihm, Wrangel- straße 58; Neithardt, Görlitzer Str. 58; Heinrieh, Wrangelstr. 107; BMtger, Skalitzer Str. 107; Stangenberg, Köpenicker Str. 20a; Horsch, Engelnfer 16; Francko, Mariannenstr.»!6a; Menzel, Muskauer Str. 1; Schulz, Adrairalstr: 40; Zindel, Beichenborger Str. 40/41; Teichert, Eoichenberger Str. 98; Kraute, Pannierstr. 8; Liebe, Hermannstr. 68; Weber, Hermannstr. 110; Schnötke, Richardstr. 115; Zehrend, Hasenheide 9; Kuhring, Jahnstr. 1; GreHel, Grimmstr. 30; Schwedhelm, Pianufer 1; Rühle, Oranienstraße; Brinkmeyer, Alexandrinenstr. 25; Bobsien, Kommandantenstr. 62; Priegent, BeUealliancestr. 76.— O.: Weihnacht, Grünstr. 21; Ramm, Stralauer Str 3— 6; Behrendt, Parochialstr, 24—26.— W.: Menz, Wilhelmshavener Str. 11; Köppe, Maaßenstr. 34; in den Verkaufsläden der KonsumgenoseeRSchaft Berlin und Umgegend sowie in allen mit Plakaten belegten Handlangen. 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Jeden Sonntag: Paul Mantbeys Lustige Sänger (stets wechselndes Programm) Ansang Kränzchen. Von 5 Uhr ab im weitzcn Saale: Gr. Ball.— Jeden Mittwoch: Paul Maatheys Lustige Sänger u. Freitanz. Porzugskarten gelten.* Neu erdftnet I Neu eröffnet' Kliia-SSIe Schönhauser Alleo 130, MilastraSe 3 Jeden Sonntag u. Donnerstag: �Großen Sstt.O Anfang 8 Ehr. Karl Elwnep. NiSlos Fest-Säle Dennewitzstraße 13. Jeden Donnerstag. Sonnabend und Sonntag: GfoSer Kall. 1333b»«. XIBIe. Für den Inhalt der Jnicrate avcrnimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlrt Verannvortung. ♦ sl U Sonntag, den 16. Oktober 1910: 0 Heiterer Abend 0 unter Leitung des Schauspielers Herrn Robert Koppel in den PharussSälen, Müllerstr. 142. Anfang 6 Uhr.— Eintritt 50 Pfennig.— Tanz 50 Pfennig. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt. 230/8* Das Komitee. Mitglied d. Arb.-Radf.- Berliner Arbeiter- Radfahrer-Verein Bundes„Solidarität". Sonnabend, den LS. Oktober, in der„Wcnen Welt'', Hasenheide 103—118: K« Bunter Abend O m (Heiterer Kunstabend). IFrau Margarete Walkotte, Vortragskünstlerin. Frau Frieda Jonas, Konzertsängerin. Fräulein Amalie Birn- banm. Violinvirtuosin. Herr Fritz v. Ferrari, Rezitator. Am Flügel: Herr Bernhard Kitzschc. Reigenfahren. BAEE bei zirci Orchestern.(Ueberraschungen vorbehalten.) um 12 uhn Gratisverlosung eines Fahrrades(Freie ISO hl.) Dasselbe ist zurzeit im Fahhradhaus„Frisch auf", Kottbuser Str. 9, ausgesellt. Ein gleiches Modell bei derselben Firma, Brunnenstr. 35. Eriffnung 8 Uhr.— Eintritt 60 Pf. Billetts sind in den beiden Geschäften zu haben. NB. Am Bußtage(16. 11. 10.) findet im großen Saale der„Neuen Welt" ein populärwissenschaftlicher Lichtbilder-Vortrag statt Anschließend: K inematograph und Tanz sowie Gratisverlosung einer Kfthmaschine. Anfang 6 Uhr. Eintritt 25 Pf. (Näheres siehe Inserat am 13. November im„Vorwärts".) Alhambra Wallner-THeaterstratze 15. Großer Ball Jeden Sonntag: GrotzeS Orchester. Ansang Sonntags & Uhr. A. Zameltat. American=Theater. Dresdener Straß« 97. SMT Neu eröffnet."Wä Jeden Sonntag:"WEi UNTE ÜHNE Kabarett, und BurleSfen-Gefelllchast. Ans. 8 Uhr. Entree 30 Ps. Nachd. Tanz. -> tterliner■ umot-Gustten 0. Crcuer. Kaatatiten-HlUe 40 Cafe Ngeyer Dresdener Str. 128/129. Kaffee 10 u. 15, Bier. btH. u. dunk. tOPs. ca. SO Leitungen; Billard Std. 40 Ps. Zahlstelle der freien VoihshOhne. M1Q-TOQ 3«! i 06 VeUra�en s tr � 6. Arbeiter-Bildungssehule. Sonntag, den 16. Oktober, abends 7 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27c: Vortrag des Genossen G. Davidsohn Ober: Bildaiig und Knltnr. Nachdem; Geselliges Beisammensein mit Tanz. Eintritt 20 Pf Garderobe frei. Bor Vorstand. 3 Uhr Beginn der Mozart-Saal, Nollendorf-Platz. Neuer Spielplan. WHelmioenHof, Ober-Scl)önewdde. Jeden Sonntag u. Mittwoch: Gr. Ball. Angenohmor Familienaufenthalt! Stelle mein Lofal den werten Vereinen jederzeit zur Versügung Der Oekonom: Paul Sehvaherr. Zum Alexandriner Berlin S., Alcxaitdriiienstr. 37. 60 bis 500 Personen, find täglich, auch Sonn- tags, fostenoloS zu vergeben. Amt>V. 1016. Berlin, AlteJakofastr. 124.'I Elektro-Teciinikum! gegr. 1874.@ig. Fabrit. EIcttro-,1 Maschinell-, Bau-, Ingenieur». 1 Techuiter-, Werfincister-, Man- teur-Äusbild., Maschinenlabara- tonum. �ugsAbendituseue.! Prospekt koslentrei.| Achwg!! 296/16 Sumatra erste Länge Tlollblatt, ff. Farben und Brand, per Pfund M. 3«0. Filiale: Beilin AI., Brunnenftrassc S5. Wedding UT Reinickendorfer Str. = No. 14.— üeis eröffnet! Glänzender|| Signatur: Erfolg! I: Ausverkauft! Verein für grauen m. fä'Mchtn der Arbeiterklasse. Mittwoch, 19, Oktober, abends 81/, NHr. im Englischen Garten, Atexauderstrasje L7o: Vortrag des Schriftstellers Julius Bad über:„8i!giie8peZse". Gäste wllltommen. 55/16 Der Vorstand. Warkgrskeil-SSIö S J. Marhgrarcu-Bamm S4, -------- An der Stralauer Allee... i Jeden Sanntag: Großer Ball. Im Restaurant täglich mitsikalische llitterhaltung. Vorzügliche Küche, fi.Biere u. Weine, Billard».Kegelbahn -�.uNöKunK des Preisrätsels vom Sonntag, den 26. September a. c. Koffmann- Pianos sind nur echt, wenn direkt aus meiner Fabrik bezogen. Alte, weltbekannte, gesetzlich geschützte Iftarhe. Leipziger Straße 50, neben Tletz. f ianofovtefahdk Qeorg Koffmann. Laut Beglaubigungsschreiben des Notars erhielten die ausgesetzten 100 Preise solgende Einsender: 1. Preis: 1 Piano im Werte von M.: Josef Lugert, Berlin, Cadiner Straße. A. Preis: 1 Harmonium im Werte von 300 M.: A. Pietsch, Berlin, Wilsnacker Straße. 3. Preise(4 Band ansgewählter Musik-Piecen) erhielten als Gewinn: I ritz KlcinschcwSfy. SO 36, Gractzstraße. aul Kuicfer, Spandau. Anna Gau, C 25, Neue Friedrichstraße. Felicitas Fuchs, Steglitz, Düppelstraße. Carl Reus, N 28, Swiiieinünder Straße. Otto Willmann, NG 55, WinSstraße. Paul Wangenheim. 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Die Namen sind folgende: Frau Mischke, Motzer Straße 7, Fräulein Bender, Mühlhausener Straße 3/4, Frau Aumann, Libauer Straße 6 oder 3, Frau Fcchtner, Gubener Straße 1l), Frau Czock, Jablonskistraße 20, Frau Kotz, Lichtenberg. Wodanstr. 32, Fräulein Wenzel, Griebenowstraße 23. Ucber die Brandkatastrophe liegen noch folgende Mitteilungen Vor: Während der Nacht stellte der Zug 21 die Brandwache, der von deni 23. Löschzug abgelöst wurde. In den Nachtstunden ruhien die BufräumnngSarbeiten, da ein Passieren der Brandstelle mit Lebens- gefahr verbunden war. Erst bei Tagesanbruch wurden die Auf- räumungsarbeiten wieder begonnen. In der Neuen Friedrichstratze hatten sich gestern morgen vor dem Hanse 79a Hunderte und ober Hunderte von Menschen angesammelt, sodaß weitgehende polizeiliche Absperrungsniatzregeln getroffen wurden. Die Brandstätte selbst bietet einen furchtbaren Anblick. Nicht ein einziges Fenster in dem ganzen Gebäude ist unversehrt geblieben. Was nicht durch die Hitze zersprang, wurde von den Aexten der Feuerwehrleute eiugeschlagen, um den Rauchwolken freien Abzug zu verschaffen. Bor dem Eingang des HauseS spielten fich ergreifende Szenen ab. Eine alte Frau suchte sich Zutritt in da« Gebäude zu verschaffen. Als die Schutzleute ihr den Eintritt der- wehren wollten, rief sie immer wieder schluchzend:„Laht mich h-b zu meiner Tochter, mein armes Kind ist verbrannt." Als in diesem Augenblick zwei Leichen herausgeschafft wurden, brach die Unglück- liche ohmnächtig zusammen. Ein etwa fünfzigjähriger grauköpfiger Arbeiter, an der Hand ein zwölf- bis dreizehnjähriges Mädchen, wollte durchaus in daS zweite und dritte Stockwerk vordringen. Er vermitzt seine Frau, die als Plätterin in der dritten Etage in der Nähe des Brandherdes beschäftigt war. Den Wachmannschaften gelang es nur schwer, den bemitleidens- werten Gatten und daS schluchzende Kind zurückzuhalten. Ein in dem Brandhause befindliches Lokal war dicht mit Menschen, Haupt- sächlich mir den Angestellten der Firma Arndt, gestillt, die sich nach dem Schicksal ihrer Kollegen und Kolleginnen erkundigen wollten. Bor dem Hause hielten gestern morgen der 8., 12. und 19. Zug der Feuerwehr und unaufhörlich drangen Mannschaften in das Ge- bände ein, um»ach den Betinitzten unter den Trümmern zu suchen. Auf dem Hofe lag ein wüstes ChaoS von Brettern, Balken, Früchten, halbverkerkohliem Tuch und Kleiderresten. Aus dem ll. und HI. Stock warfen die Mannschaften unausgesetzt ganze Kiepen mit Schutt und Asche gefüllt auf den freien Platz herunter. Der vordere Aufgang ist bis zum II. Stock ziemlich nnvcrsehrt geblieben. Nur die zum dritten Stock führende Steintrcppe ist geborsteu und die meterlangen Stufen sind in die unteren Stockwerke hinuntergestürzt. Verkohlte Schlauchreste und Mauerwerk sperrten den Eingang zu den fektions- und Bureauräumen der zweiten Etage. Meterhohe Schutt- Haufen versperren den Weg, ehe man in die Stofflagerräume gc- langt. Die hohen Regale des großen SaalcS sind vollständig der- kohlt. Die Tuchballen liegen versengt nnd angebrannt überall um- her, und auS den Schutthaufen steigt noch immer ein beizender Qualm empor, der den Feuerwehrleuten, die mit einer be- wundernSwerten Energie arbeiten, ihre Tätigkeit sehr erschwert. Die elektrischen Leitungen sind fast überall durchgeschmolzen, und nur hier und da sieht man an den Wänden ein Stück Bleirohr und Drahtenden herunterhängen. Die Kronleuchter, namentlich die dünnen Gasarme, haben sich durch die Glut in merkwürdige Formen verzogen. Auf den Schreibtischen der Kontorräume liege» Staub und Asche stellenweise b bis 19 Zenti- meter hoch. Kaum ein Tisch ist von dem verheerenden Element ver- schont geblieben. Die Aktenmappen und kleineren Bücher sind fast alle verbrannt. Nur die' Hauptbücher, die in den eisernen Geld- schränken standen, blieben erhalten. Stelleniveise sind die Fuß- böden durchgcbrauiit. und bei jedem Schritte biegen sich die Balken in besorgniserregender Weise. Weit ensetzlicher aber ist der Anblick der Arbeitsräume in der dritten Etage. Durch einen Hinteraufgang kommt mau in den Zuschneideraum, der vom Feuer verhältuismätzig wenig berührt worden ist. Durch ein Gewirr von Stoffballen, Kisten, umgestürzten Tischen und Stühlen geht es dann in die Schürzenabtcilung. Hier waren auf langen Tischen Taufende von Schürzen aufgestapelt. Sobald das Feuer diese ergriffen hatte, war die Plätterei, die am entgegen- gesetzten Ende des Schürzensaales lag, vollnändig abgeschnitten, und wer den Durchgang versuchte, war dem Flammentode preisgegeben. Bon der Plätlerei und der Schürzenabtcilung ist auch nicht mehr eine Spur zu erkennen. Nur die kahlen rauchgeschwärzten Ein- fassungsmauern stehen noch, und selbst ein großer massiver Kachel- ofen, dessen Emaille von der Hitze herunter geschmolzen ist, ist halb in sich zusammengestürzt. In der Plätterei wurden im Laufe de? gestrigen Vormittages die Leichen von fünf Frauen und Mädchen gefunden. Die Toten zeigten ein so schreckliches Aussehen, daß selbst mehrere Feuerwehr- leute von einem Nervenchok befallen wurden. Die Körper der Frauen sind vollkommen verkohlt, so daß sie beim Anfaffen auseinander- brachen. Mit Schaufeln und Balken legte man die letzten Reste der Unglücklichen auf Tragbahren und verhüllte sie sorgfältig mit weißen Leiueutüchern. Die Aufräumungsarbeiten dürften sich noch mehrere Tage hinziehen. Der durch den Brand entstandene Schaden wird von VersicherungSbcamtcn, die bereits vormittags die Unglücköstätte besichtigten, auf 1 290 909 M. geschätzt. DaS Befinden der bei den Rettungs- und AufräumungSarbeiten verunglückten Feuerwehrleute ist befriedigend. Von den Verletzten, die sich im Krankenhause am Friedrichshain und in ihren Wohnungen befinden, sind Meldungen eingegangen, die hoffen lassen, daß sie mit dem Leben davonkommen. Die Katastrophe ist eine der größten,- die in der Brandchronik zu verzeichnen ist. Sie lehrt, daß die polizcichcn Vorschriften nicht innegehalten werden. Nach diesen mußte der Hof frei bleiben, statt dessen war er mit Kisten, Fässern usw. usw. total besetzt, so daß die Feuerwehr sie erst beiseite schaffen mußte, um Sprungtücher aus- spannen zu können. Nach einer anderen Meldung soll bei Ausbruch des FenerS ver- sucht worden sein, die Flammen mit einem sogenannten„Minimax"- Apparat zu löschen, aber vergeblich. Dann erst sei die Feuerwehr alarmiert worden. Dadurch hätte sich der Brand entwickeln können. Das Personal im zweiten Stock dachte natürlich nur an die eigene Rettung, ließ bei der Flucht sämtliche Türen und Fenster, aus denen man um Hilfe rief, offen. Stichflanimen, von den Baumwollwaren und Pack- Material, Holzwolle usw. genährt, entzündeten dann sämtliche Vorräte in den ausgedehnten Räumen der Firma D. Arndt. « Die schwere Katastrophe hat in vielen Kreisen der Bürgerschaft bereits zu lebhaften Erörterungen Anlaß gegeben. Einmal wird gefragt, wie es möglich war, daß ein Brand in einem gewerblichen Institut so plötzlich entstehen und so schnell eine Ausdehnung au- nehmen konnte, wie geschehen und dann ist man in weiten Kreisen erregt, daß das Brandunglück so zahlreiche Menschenleben fordern konnte, wie eS gefordert hat. Was die erste Frage anbetrifft, so scheint nach den bisherigen Mitteilungen festzustehen, daß dre Ein- richlungen für Feuersicherheit in dem vom Feuer heimgesuchten Ge- bände sehr mangelhafte waren. Dann aber haben Augenzeugen die Ueberzeugung gewonnen und geben ihr auch Ausdruck, daß die RettungSarbeiten äußerst langsam vor sich gegangen seien. Das Hochrichten der mechanischen Leiter sei nicht mit der bei solchen Gelegenheiten wünschenswerten Schuellig- keit geschehen, wo doch Menschenleben auf dem Spiele standen und jede Sekunde galt. AIS die Leiter dann hochgewundcn war, pendelte sie hin und her und fand nicht sofort festen Halt. Während dieser Zeit hatten sich schon zwei Personen genötigt gesehen, den Sprung in die Tiefe zu wagen. AuS dem Publikum wurden auch laute Rufe der Ungeduld laut. Das ist ganz verständlich, da in solchen Situationen dem Zuschauer jede Sekunde als eine kleine Ewigkcti dünkt und nur der eine Wunsch nach möglichst schneller Rettung maßgebend ist. Selbst von der Feuerwehr wird zugegeben, daß sie in ihrer RcttungSarbcit behindert gewesen durch daS Lagern von Gegenständen auf den Höfen. Wie uns vom Verband der Wäschearbeiter mitgeteilt wird, be- finden sich unter den Verbrannten zwei Mitglieder des Verbandes, die Frau Amin m und Frl. Bendler. Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstags- Wahlkreis ZnKichau- Schwietuis- Kroficn- Sommerfeld(Ortsvercin Berlin.) Dienstag, 18. Oktober, abeudS 8'/, Uhr, bei Böhm. Koppen- slvahe 47: Versammlung. Sozialdemokratischer Wahlverein LandSberg-Soldln.(Ort?. verein Berlin.) Monlag, 17. Oktober, abends S'l, Uhr, beim Genossen Hermann Strehlow, O. 112, Schreinerftr. 2: Monatsverfammilmg. Gäste willtoinmen. /n dieser Woche: Besonders preiswerte Mole Kimono-Bluse„ELLY" aus reinwollenen Popelin mit Tö 11- Passe u. Manschetten sowie Seidenblendc, Soutacho u. Knöpfen gamict, in 6 Farben, M. Winter-Paletot„TRUDY" ans gutem, gemustertem Cheviot, in englischem Geschmack mit Blenden und Knöpfen garniert, xxo cm lang,.,»M. Jacken-Kostüm„HANSl" aus gediegenem, graumeliertem Diagona'.-Cheviot. Pesch verarbeitet. lade auf Seidenfutter. Rock Mieder- Form*. M. Jacken-Kostüm„TOHl" aus gutem, reinwollenem, blauem Tuch mit langer Jacke und Miedenock, In bekannt guter Verarbeitung....... M. U Garniertes KIeid„M ARGOT Gesellschafts-Kleid aus uni WollbaHst, Taille aus eingef&'btem Spitxenstoff, weiß unterlegt mit Spitzenkragen, in 6 Farben, M. 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Durch die Tatsache, daß sich Fabrikant und Händler bei dieser Oigarotte mit einem äußerst bescheidenen Nutzen begnügen, wird dem Fabrik- ft Raucher ein edeles und be- n Jk kömmliches Fabrikat zu einem Ansicot B sehr mäßigen Preis geboten. F LSjCf ITI— Zu haben in den durch 1 1 A i jOrsäsJ 1 1 Plakate kenntlich gemachten Geschäften. Wr. 3'/, 4 5 6 8 10 reise: Z>/z 4 5 6« 10P1. d.St. Orient. Tabak- und Cigarettenfa'orik Y E N I D Z E, Inh. Hugo Zletz, Dresden. Dienstag, den 18. Oktober, abends 8'/- Uhr: ßelUiehe Irauenversamtnhmg im Lokale des Herrn Rabe, Fichtestr. 29. Tages-Ordnung: „Der Kamps der Frauen gegen de« Fclicnsm'ittelivuchcr im Zgiegel der Kaiscrredcu". Referentin: Frau Klara Schuch. Frauen erscheint in Massen. I. A.: Nie MnbsvuLsrw. Ottilie Baader. Dritter Kreis. Dienstag, den 18. Oktober, abends 8V2 Uhr, in den Arminhallen, Kommaudantenstr. 58/59: Mntiicliö VgsSWmIliiig M tan und Mädchen. TageS-Ordnung! l. Der Kampf der Frau gegen Febknsmittelmncher im Spiegel der Kaiserreden. L. DiSIussio». 213/13 Die Einberuferin. Zgskstsr WsMreis! Dienstag, den 18. Oktober, abends 8V2 Uhr ZG ffnlNichk Fnm-RechWlWt« in folgenden Lokalen: vkigios fsstssie, Schwedter Straße 23/24. Ssr'oii»?s»k'o»KsZSs, Schönhauser Allee 28. Sorussis-TAio, Ackerstraße 6/7. TftirinvmÄnÄvn GesellchaftshauSp Swinemünder Str. 42 Frankes Festsäle, Badsttaße 19. Bock-Brauerei(Abteilung II), Chausseestraße 64. Pharus- Säle, Müllerstraße 142. Stadt-Theater Moabit, Alt-Moabit 47/49. Tages-Ordnung: t. Der Kampf der Fran nm Mutter- nnd SKnglings- schntz im Spiegel der Kaiserrede. 2. Disluwon. - Ottllc Baader, Reelna FrlcdlRnder, Barle Greif enberg:, Oertrnd Jlt) CrCiulunCU. Kanin, Anna Batochkc, Klara W©yl, Batlillde Wnrni,l/z Uhr, in„Kellers Festsälen", Koppenftr. 29: General-Versammlimg. Tages-Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über den Bericht vom Parteitage. 2. Bericht vom Internationalen Kongreß. 3. Bericht von der Proviiizialloiiserenz. 4. Verschiedenes. 221/4' BltxlledBkuek legitimiert..___ f II» I BcntHchlnnds. Zwoigvereln Berlin n. Umgegend. ■ Sektion der Töpferträger.===== Achtung! Töpserträger! DienStag, den 18. Oktober, abends 8 Uhr, im Grwerkschaftshans, Eugelufcr IS(Saal 5) i Antzerordentliche Mitglieder-Versammlnng Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:.Zweck und Ziele der modernen Gewerkschnfts- hewegung. 2. Diskusston. 30/16 Wir erwarten, daß die Kollegen zu dieser Versammlung voll» zählig erscheinen! Ber Zwclgvcrclnsvorstaiid. iter- Ortüverwaltnng Berlin. Montag, 17. Oktober, abends 8 Uhr, im Gclverkschaftshause, Tngelufer IS, Saal 4(ArbeitSlosensaal): ZM"'W'ersaniniluing-WU der am i. Oktober ausqelernten Tischler, Drechsler, Stellmacher, Vergoldet- und anderen Holzarbeiter. Die WerlslaltoertrauenSlcute weiden ersucht, die auSgelcrnten Kollegen aus diese Versammlung ausmertsam zu machen. Mittwoch, den 13. Oktober, abends 8'/, Uhr, in FreyerS Festsaleu, Koppenstr. SU: Verlrsuemmsmer-Yersammlung. TagcS-Ordnun- 1. Die bevorstehende GewerbegerlchtSwahl. i Verbandsangelegenheiten. Vergolder. Montag, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, in der Alhambra, Wallner-Theaterstraße IS: Kranchen-Nersammlnng Tages-Ordnung: 1. Einsührung eine» TarilverlrageS' in den Goldleistensabrtken. 2. Be- rlcht über den abgeschlossenen Taris sür die Nahmeiivcrgoldcrcien. 3. Branchen« angelegenbciten. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltang. Verband der Saülor und Portefeuiller. --------------- Ortsverwalfung Berlin.----------- Mittwoch, den 1«. Oktober, abends S'/g Uhr: General--Vcrlammlung in den At minhaUen, Kommandatitenstr. 58/59. Tagesordnung: 1S1/10 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. I. Schlomer über:„Das Zeitalter der Aieformation". 3. Diskussion. 4. Bericht und Abrechnung vom 3. Oi»artal 1910. 5. Verschiedenes. BN" Mitgliedsbuch legitimiert. TS In Anbetracht der interestanlen und auch wichtigen Tages- ordnnng erwarten wir. daß die Kollegcnschast recht zahlreich und KM- auch recht piiultltch"MV erscheint Die Ortsverwaltung. Deutscber Kürsciiner- Verband. Filiale Berlin. Bureau u. Arbeitsnachweis: NO. 43 Barnimstr. 21. Tel.: Ami VI! 6789. Mittwoch, 19. Oktober, abends 8'/z Uhr: General-Bersannnlttng im„Alten Schützkiihnus", Linienstr. 5. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom drtlten Onartal>910. 2. Erlatzwahl eines Mit- nlledeS zur Setreiartatslomniisston. 3. tlnsstellimg eines Kandidaten zur KcwerbegerichlSwahl. 4. GewerlschastlicheS und Verschiedenes. Um rege Belet.igung ersucht 102/15 Ble OrtsverwaUnng. Deutscher Arbeiter-Sängerbund. Gau Berlin und Umgegend. Wilmersdorf bei Berlin. Montag, den 17. d. M., abends 8 Uhr, in der Aula des PismnrS- Gymnasiums. PsalzburgelStr.30/31: Sygitnislhtr Dortrag des Kroftssors i. Gouser, Generalsekretär deS Deutschen Vereins gegen dm Mißbrauch geistiger Getränke über das Thema: „Der Kampf gegen den Mist- brauch gcistiacr Getränke— eine Forderung der Bolksgesundbeit.« Nach dem Vortrag sreie DiSkusston resp. Frageilellung. Der Etntrilt ist uneutgettlich und jedermann, Damen und Herren, auch Nichtmitgltedern, gestattet. Da der Vortrag sür alle Jchichtcn der Bevölkerung von autzcrordent« lich-r Bedeutung iit, bitten wir im Interesse der Ausklärung um recht zahlreichen und pünktlichen Besuch. Der Vorstand der Gemriilsamc» Ortstrankenkasse für Dt.-Wilmersdorf».Umgegend. _ 3. A.; Riedel_ Orts-Krankenkasse der Huimacher, Hut- furuituren- tt. Filz- waren- Verfertiger z» Berlin. Orden tlleke Mitgtirdkr-Ptrsammtung der Arbeitgeber am DonncrStag, ti7.Ottober ISlv, abends von 7—8 Uhr, im Kassenlokal, Gollnowstr. 46 1. Tagesordnung: Wahl von 63 Arbeitgeber> Dele- gleiten zur Generalversammlung. Letzte Beltregsquittung logiiimlert! Ordentliche Mitgtirdrr- Urrsammtuug der Arbeitnehmer am Montag, Sl. Oktober ISIS, abends 8— 9'/, Uhr, im Restaurant Groge Hamburger Strajze Nr. 18/19. Tagesordnung: Wahl von 126 Arbeilnebvier.Dele» gierten zur Generalvcrsamniiung. llintr!» haben nur die großjährigen wahlberechtigten Mitglieder gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Der Vorstand. lWZb 8. Dannheusor, Alte Jakobstr. 20/21. == Anilc.-ordcntliche= General-Versammlung am Donnerstag, den 28. Oktober, abends 8'/, Nbr, In liaabe» ssestsälen. Kolbergcrstr. 23. Tagesordnung: Berchlnhlassung über die revidierte Sahuiig. Verschiedeiies. Der Eintritt iit nur Mitgliedern gegen Vorzeigen des Kassenbuches gestattet. l3S7b Der Borstand. W ! Ö käufer ständig am Bhf. Zepernick. 1 j?.1. Rieger, Berlin, Gontardstr. 5. »«»»«OOSOOOOOSOOOSÄ» HtcHygiemsc i rualoj i-Emplobl viel AerBteu.ProLgrat.iuK B. Ongor, Gammiwarenlahrüt QorUn MW.. Priedricboureaa� Ml/9 �bendhurse Berlin, Neanderstr. 3 Tecbnikum. Bauschule. Jnbab. Artnr Werner. Prospekte kostenlre� Arbeitende Jugend Berlins!� Anfznm Protest! Sonntag, den 16. Oktober, nachmittags Punkt 2 Uhr, tu Kellers Festsftleu(Jnh. Freyer), Koppcustr. Lg: ZuzendVerzsmmIunz. TageS'Ordnung: Iis Sntredttting der arbeitenden Jnpd. Reserenten- MaX PeterS und Willi SdlOlZ. DnS OderverwaltungSgericht hat am 14. Oktober die Zhreie Jugend- orga»i!atio» für einen politischen Verein erklärt. Das Urteil bedeutet die völlige Bernichtniig der Freien Jttgeudorganisation. Gegen diesen Raub des Vereinigungsrcchts gilt es, ninchtigen Protest einzulegen. Diesem Zweck soll die Kundgebung dienen. MT Dir arbeitende Jugend wird zum Besuch dieser wichtigen ZZersammlung aufgerufen. 281/15 Der Eindcrufer: MHi Scholz, Berlin NO. 55, JmmanueMrchstr. 34. ZenlraikraiikenkassedBrlapeziersr (Filialen Berlin). Freitag, den LI. Oktober 1910, abendS 8'/, Uhr: Qtmrtalsversainmlttttgen. Filiale I: bei M e y e r, Oranienslraße 103. Filiale 11: bei Römer. Elisabethkirchllraße 14. Filiale ULI:.Gewerkschastshaus", Engeluser 15, Saal 5. Sogeä- Ordnung: I. Kassenbericht vom dritten Quartal. 2. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bitten 177/l2 nie Ortsverwaltan gen. 300 Personen fassend, ist noch an einigen Sonnabenden sowie Lssl mrii Bühne, Silvester und Neujahr frei. _ Gr. Frankfurter Str. 30. Loplttenslrske!7/tg QuerstraBe der Rasenthaler StraSa— am Hackeschen Markt* Inhaber: Panl Baatss------- empfiehlt scinc von 60—2000 Personen fassenden Säle zu Versammlungen BortragS- u. Kunstabenden usw. Vorzügl Akustik. Kulant. Entgegenko miuc» 8opkiell-8s!e SvwiMste Säeksrsi. Achtung Achtung! Teile dem verehrten Pabükui» und Nachbarjchasl»ilt. datz ich unten genannte Bäckerei käuslich übernommen Hobe und zugleich die Forderungen des Bäcker- und Kondiloren-Beibandes anerkannt habe. itar er lach nebst Kindern. Die Beerdigung findet om Mon- I tag, den 17.. nachm. 4 Uhr, vo» der Leichenhalle dcS städt. Fried- hoseS, See- und Müllerstratzc-Ecke, aus statt. Zoii3lllelno>iksti8c!iel'�8dlieköil> lies ß. Berl. Relelistogs- Wahlkreises. To dca- Anselme. Am 14. Oltober verstarb unser Miiglied. Frau �xnes(Zerlack (Schönhauser Allee 72c) Ehre ihrem Andenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 17. Ottober, nach mittags 4 Uhr, aus dem städiische» Friedhos. Müllerstratz«, Ecke See- stratze, statt. Um rege Beteiligung ersucht Her Vortitaad. Am Freitag, den 14. Ottober, verschied nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Frau Karoline Bremer im 39. Lebensjahre. Friedrich Bremer und Kinder. Die Beerdigung findet am Montag, den 17. Oktooer, nach- mittags 3 Ubr, von der Leichen- Halle der Paul-Gerhardt-Kirchcn- gemeinde. Driesener Stratze l2. aus statt. 1373b Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, datz mein lieber Mann, unser guter Vater. Bruder, Onkel, Schivieger» und Grotzvater, der Zimmerer k�ran? Leuchert am 8. Oktober infolge Unfalles im 48. Lebensjahre verstorben ist. Um stilles Beileid bitten AagiMte Utlckert u. Söhne, Pasewaller Str. 10. Die Beerdigung findet am Mon- tag. den 17. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Moabiter Krankenhauses, Birken- stratze 63, aus, aus dem städtischen Friedhos Müllerstratze, Ecke See- stratze, statt.[l393b 8MiiütekratiseherWMn des 6. Berl. Reishstais- Wahlkreises. Tode«• Anzelse. Am 8. Oktober verstarb unser Mitglied, der Zimmerer Franz Lückert Pasewalker Str. 10. Ehre seinem Andenke«! Die Beer -erdigung ! Montag, den 17. C: . findet am ....... jf tober, nach- i mittags 3 Uhr, von dem Moabiter I.Kralitenyause(Eingang Birken- | stratze) aus. nach dem städtischen Friedhos, Müllerslratze, Ecke See- s stratze, statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. M Iteüistea iimi Beizer sowie Beriifsposseo Beutsehl.! Verwaltungsstelle Graß-Berlin. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 11. Oktober,! verunglückte bei ber Ausübung seines BeruseS unser Mitglied, j Kollege Ludwig Buczko. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am I Moniag, den 17. Oktober, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Zentral-Friedhoses in! Fricdrichsselde aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 146/3 Dir Ortsverwaltnng. Zentral-Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstalle Berlin und Umgogend. (Bezirk 12.) Den BerusSgenosscn zur Nach- richt, datz unser langjähriges Mit- glied, der Kamerad Brsuz Lückert insolge eines Unfalls verstorben ist. Ehre' seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 17. Oktober, nach- mittags 3 Ubr, von der Leichen- Halle des Moabtter Krankenhauses aus nach dem Städtischen Fried- hos In der Seestrage statt. Um rege Beteiligung ersucht 255/5 Der Borstand. 8oziMeRiokrRtiseh.NähIvereiR kreis ider-BarDim Bezirk FrledrlchMfolde. Am 13. Oktober verstarb unser Mitglied, der Kisienmacher Rodert Schubert Lutscnstratze 11. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. Oltober. nach- mittags 4 Uhr, statt. Um rege Beteiligung ersucht 238/2 Die Bezirksleitung. Dnnkiannna Für die aiilützlich der Beerdh meines Lieben Mannes Onkar Olefin er bewiesene liebevolle Tcil- »abine sage ich allen Beteiligten meinen herzlichsten Dank 1372b Llara Olcßner. Uerdimd der Schnkldtr,j Kchneidtrinnt» und Wäschkarbritrr Drutschl. Pllialo Berlin IM der Wische- u Krawattentaranchs. Allen Kolleginnen und Kellegen die traurige Nachricht, datz unsere langjährigen treuen die Plätterinne» Mitglieder, Fräui. Helene Benda Frau Helene Aumann bei der furchtbaren Brandkata- strophe der Wäschesabri! D. Arnd den Tod in den Flammen ge- fluiden haben. Ehre ihrem Andenken! Die Zeit der Beerdigung wird noch besonders bekannt gegeben. Die Ortöverwaltnng 111. Die Harnleiden ihre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von J)r. med. SchaPer' BERLIN— Preis I Mark. > 7 t» Tauscad.> VerlEBMaxRichterSÄV,4.'; Gardinen- Fabrik: Gardinenssaus Bernhard Schnmrtz Wallstr. 13 MMnstamsfi!l!]i Fxtra- Abteilung; I. Gesch.: Berlin W., Mohren- Straße 37a(2 Haus von der Jerusalsmer Straße). II. 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Partei-?Zngelegenkeiten. Sechster Wahlkreis.' Die Genossen Moabits werden auf die beute abend 6>/z Uhr im Moabiter Gesellschaftsbaus stattfindende Versammlung aufmerksam gemacht. Referent ist der Genosse Hans Weber. Charlottcnburg. Wir machen nochmals auf die heute in der ersten und fünften Gruppe stattfindende Flugblattverbrcitung aus- merksam. Der Vorstand. Wilmersdorf-Halensce. Heute mittag 12 Uhr findet im G e- felis chaftshause, Wilhelmsaue 112, eine Volks-Ver- samni lu ng statt, in der Landtagsabgeordneter P a u l Hirsch über die kommunalpolitischen Forderungen der Sozialdemokratie sprechen, wird. Im Hinblick auf die bevorstehenden Stadt« verordneten wählen wird um rege Agitation für diese Ver- sammlung ersucht. Friedenau. Am Mittwoch, den 19. d. M., findet im Lokal von Mechelke, tzandjerystr. SV/gl, die Generalversammlung des Wahl« Vereins statt. Bericht vom Magdeburger Parteitag. Referentin: Genossin Thiel. Der Borstand. Stcglih-Fricdenaii. Der zweite Abend des Vortragskursus: Die Entstehung der Erde, findet ain DienStag, den 18. d. Mts., abends 8>/z Uhr, im großen Saal des„Rheinschloß' statt. Die aus- gesüllten Fragebogen(Statistik) ersuchen wir bestimmt am Eingang abzugeben. Die Herbstseier der Wahlvereine beider Orte findet am nächsten Sonntag, den 23. d. MtS., nachmittags 2 Uhr, in demselben Lokale statt. Die Festrede wird Genosse Fritz Tornow halten, da ferner Herr W. Deckert ein Cellosolo, Herr und Frau ftühue Rezitationen, der Männerchor Friedenau-Steglitz Chorgesänge bringen und außerdem von den Kindern ein Festreigen aufgeführt toird, ist den Genossen ein genußreicher Nachmittag sicher. Eintritts- karten a 25 Pf. inkl. Garderobe sind nur noch bis Mittwochabend bei den BezirkSführern erhältlich. Der BildnngsauSschuß. Grvß-Lichtc»fcldc. Am Mittwoch. den 19. Oktober, abends 8 Uhr, sindel im„Kaiserhof". Kranoldplay, eine öffentliche Ver« samnilung für Frauen und Männer statt. Genossin Luise Z i e tz spricht über: Der Kampf der Frauen gegen die Lebensmittel- Verteuerung im Spiegel der Kaiserrede. Montag abend c Flugblativerbreitung. Am Dienstag, den 18. Oktober, abends von S Uhr ab, finden die Vertreterwahlen zur hiesigen Ortskrankenkasse statt. Wir er- warten, daß jeder Genoffe, soweit derselbe Mitglied der Kasse ist, seine Pflicht erfüllt. Am Sonntag, den 23. Oktober, findet bei Wahrendorf ein vom Bildungsausschuß veranstalteter Lustiger Abend statt. Mitwirkender ist Schauspieler Richard vom Deutschen Theater. Lichtenberg. Am Dienstag, den 18. d. M., abends 8'/., Uhr. findet im Lokal„Schwarzer Adler", Frankfurter Chaussee b/S, die Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvcreins statt. Tagesordnung: 1. Bericht vom Magdeburger Parteitage. 2. Ge« schästlicheS. Da-Z Mitgliedsbuch legitiniiert. Trcptow-Baumschulenweg. Heute früh S'/3 Uhr in beiden OrtS- teilen Handzettelverbreitung von den Beztrkslokalen aus. Dienstag, den 18. Oktober er., abends 8'/2 Uhr, zwei öffentliche Versammlungen:„Zur Radrennbahn", Elscnstr. 11S/116. Tages- ordnung:.Christentum und Staatskirche". Referent: Genosse W. Siering-Berlin. Diskussion. In„Speers Festsälen", Baumschulen« straße 78:.Kirche und Volk". Referent: Genoffe Emil Unger. Dis- kussion. Der Vorstand. Tcmpelhof. DienStag. den 18. d. M., abends 8!/ä Uhr. findet bei Apelr, Bcrliuer Str. 41/42, die Mitgliederversammlung des Wahl« Vereins statt. Der Vorstand. Britz-Buckow. Sonntag, den 16. Oktober, nachmittags 3 Uhr, findet eine öffentliche Versammlung unter freiem Himmel statt, und zwar auf dem Grundstück des Herrn Grenzow, zwischen Rudower und Johannisthaler Chaussee. Tagesordnung: 1. Vortrag über„Die politische Lage". Referent Reichstagsabgeordneter des Kreises Gen. Fritz Zubeil. 2. Diskussion. Die Britzer Genoffen, die fich an der Versammlung beteiligen, treffen sich bei G r u h n, Chausseestr. 13. Abmarsch 2 Uhr. Fricdrichsfelde. Am DienStag, den 18. Oktober, abends 8'/, Uhr, findet bei Bube, Prinzenallee 80,' eine öffentliche V e r s a m m- lung statt. Heute vormittag 8 Uhr treffen sich die Parteigenossen zu einer wichtigen Parteiarbeit bei Sndbrink, Berliner Straße 98. Gleichzeitig sei noch auf die Beerdigung des Genossen Schubert heute nachinittag 4 Uhr hingelviesen. Ober-Schöncweide. Am DienStag, den 18. Oktober, abends gt/z Uhr,. findet im Wilhestiiinenhof die Mitgliederversammluug des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht vom Parteitag. Nieder-TchSneweide. Am DienStag, den 18. d.' M., abends 8V» Uhr, findet im Lokal„Loreley". Berliner Str. 191. die General- Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag. 2 Bericht des Vo�andeS und der Funktionäre. 3. Ver- einsangelegenhetten und Verschiedenes. Der Vorstand. Zernsdorf. Am Sonntag, den 16. Oktober, nachmittag? 3 Uhr, findet die Mitgliederversammlung deS Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag. 2. Vereinsangelegenheiten und Berscbiedenes. Der Vorstand. Nowawes. Am Mittwoch, den 19. Oktober, abends 8l/„ Uhr, findet im Lokal des Herrn Schmidt(I. H. Wolfgramm). Wilhelm- straße 41/48, eine Volksversammlung statt, in welcher Reichstags- abgeordneter Genosse Z i e t s ch« Koburg über das Thema:„Aus dem politischen Leben der Gegenwart" sprechen wird. Agitiere jeder Genosse für guten Besuch der Versammlung, Der Vorstand. Tegel. Am DienStag, den 18. Oktober, abends 8'/, Uhr, findet bei Jul. Klippeustcin. Spandauer Str. 4, die Mitgliederversamm- lung statt. Tagesordnung: Bericht vom Magdeburger Parteitage. Berichterstatter Genosse Artur Stadthagen. Die Bezirksleitung. Spandau. Die ordentliche Generalversammlung des Wahlvereins findet am Dienstag, den 18. Oktober, abends 8'/2 Uhr, im Lokale von Emil Köpnick, Pichelsdorfer Str. 89, statt." Tagesordnung: 1. Bericht vom Magdeburger Parteitage. 2. Geschäfts- bericht deS Vorstandes für das 3. Quartal. 3. An den Vorstand ge- stellte Anträge. 4. Wahl deS 1. Schriftführers. Neuwahl der Lokal- lominisfion. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. __ Der Vorstand. Berliner JVaebriebten. Der knauserige Magistrat. Aus dem Magistrat wird berichtet:„Da die Mittel für die Unterbringung tuberkulöser Kinder in Heil-, Heim- und Erholungsstätten für dieses Etatsjahr bereits erschöpft sind. beschlost der Magistrat auf Antrag der Armendircktion, eine Nachbewilligung von 50000 M. für diesen Zweck bei der Stadtverordnetenversammlung zu beantragen. Diese Summe soll nur für solche Kinder verwendet werden, welche in den städtischen Heil- und Heimstätten untergebracht werden. Weil die Nachbewilligung solcher Mittel wiederholt er- forderlich geworden ist und die Verhältnisse sich immer schwieriger gestalten, beschlost der Magistrat gleichzeitig die Einsetzung einer Kommission, welche die Frage der Notwendigkeit der Aufnahme erkrankter Kinder in derartige Anstalten, die Erforderlichkeit einer Verlängerung des Aufenthalts und der Höhe der aufzuwendeuden Mittel prüfen soll." Die vom Magistrat bewilligten 50000 M. entsprechen auch nicht im geringsten nur den dringendsten An- forderungen. Die Armendircktion hat selbst festgestellt, daß mindestens 200000 M. benötigt werden und hat auch zu diesem Zwecke einen dementsprechenden Antrag gestellt. Mit diesem Antrage hat die Armcndirektion, wie Figura zeigt, beim Magistrat lvenig Gegenliebe gefunden. Anstatt die be- nötigten 200 000 bewilligt der Magistrat nur 50 000 M. Der Magistrat scheint ganz zu vergessen, dast die beste nnd billigste Fürsorge die vorbeugende ist. Di« Umwandlung des Deutschen SchulmusenmS in die deutsche Lehrerbücherei hat eine große Zahl von Lehrmitteln bestehend in Apparaten und Bildwerken überflüssig gemacht. Diese sollen der städtischen Schuldeputation für das Städtische Schulmuseum unter der Bedingung angeboten werden, daß sich ergebende Dubletten an andere deutsche Schulmuseen weitergegeben werden. Auf eigenen Füßen. Der aus mehr als 3706 Mitgliedern be- stehende Berliner Lehrerverein wird in seiner Versammlung am 19. Oktober eine eigene FeuerverficherungSanstalt auf Gegenseitigkeit gründen. Der Satzungsentwurf ist bereits mit den von der Auf- sichtsbehörde geforderten Aenderungen genehmigt worden. Die Versicherung gegen Feuersgesahr wird sich den Mitgliedern weit billiger gestallen als in den anderen Versicherungsanstalten. Bisher bestand für die Mitglieder des Berliner Lehrervereins ein vorteil- hafter Vertrag mit der„Providentia". Zur Gründung der Feuer- versichcrungsanstalt hat der Polizeipräsident die Einberufung einer besonderen Versammlung vorgeschrieben. Eine neue Sperrgefahr für den städtischen Berliner Viehhof. Nachdem erst vor kurzem der städtische Viehhof wegen Maul- und Klauenseuche gesperrt werden mutzte, bestand jetzt schon wieder die dringende Gefahr einer neuen Sperre. Auf dem Magerviehhof in Friedrichsfelde ist bei einem Bullen, der von der Firma Gebr. Witt- cowski in Culm und Altmark(Westpreußen) stanimte, gestern nach- iniltag die Maul- und Klauenseuche festgestellt und infolge- dessen die Sperre über den Magerviehhof verhängt worden. Unmittelbar vorher waren, wie die„Allgemeine Fleischer- Zeitung" mitteilt, 25 Rinder vom Magerviehhof nach dem städtischen Zentralviehhof gebracht worden, die allerdings auf Veterinärpolizei- liche Anordnung alsbald als seuchenvcrdächtig dem Seuchenhof zur sofortigen Abschlachtung zugeführt wurden. Wie groß die Gefahr der Jnfizierung des städtischen Viehhofes durch diese Tiere war, geht daraus hervor, daß eines von ihnen bereits als verseucht festgestellt wurde. Glücklicherweise ist durch das schnelle Eingreisen der Veterinär- Polizei die Gefahr diesmal abgewendet worden. Infolge der Moabiter Vorgange sind bisher bei dem Magistrat Berlin 102 Schadenersatzansprüche angemeldet worden. Von diesen Anträgen sind 15 sogleich abgewiesen worden, weil sie in dem Tumultgesetz vom 11. März 1860, welches nur einen Ersatzanspruch wegen Beschädigung des Eigentums von Personen gewährt, keine Begründung fanden. In den anderen Sachen sind die zur Feststellung des Tatbestandes erforderlichen Ermittelungen angeordnet tvorden. . Professor Forel vor Berliner Arbriteni. Die seltene Gelegenheit, einen der hervorragendsten Vertreter der modernen Naturwissenschaft zu hören, hat die Berliner Gewerk- schaftskommission den Arbeitern geboten. Der Vortrag, den Prof. Dr. Forel am Freitag in Kellers Saal hielt, war zwar von einer Seite, die ethisch-kulturellen Bestrebungen dient, veranstaltet, aber die GewerlschaflSkommission hat, indem sie den Vertrieb der Ein- triitskarten übernahm, dem bekannten Forscher ein Auditorium zugeführt, daS zum größten Teil aus Arbeitern bestand und den Saal samt den Galerien bis aus den letzten Platz füllte.— Das Thema„Mensch und Ameise als soziale Lebe- wesen" ließ Wohl verniuten, daß der Vortrag auch die sozialistischen Bestrebungen der Arbeiterklasse berühren werde. Doch das war nicht der Fall. Die Ausführungen des Vortragenden trugen rein naturwissenschaftlichen Charalter. Aber nicht in der trockenen, do- zierenden Form deS Professors wurden sie vorgetragen, sondern im gemütlichen Plauderton, in anregend erzählender Weise, die auch dein einfachsten Laien verständlich war, vermittelte der greise, aber immer noch jugendfrische Gelehrte einen kleinen Abschnitt ans der reichen Fülle seines Wissens den auf- merksam lauschenden Zuhörern. Kurz skizzierte er den Grund- gedanken der Darwinschen Lehre, die den Aberglauben zerstört, daß der Mensch höheren Uriprungs sei als die übrige Welt der Lebewesen. Alles Leben, von den höchsten bis zu den niedersten Formen, hat geineinsamen Ursprung. Alle Grundsätze der Lebens- äilßerliiig find dieselben beim Menschen wie beim Tier. Nachdem Herr Forel so feinen Vortrag eingeleitet hatte, gab er eine interessante Schilderung des Lebens der Ameisen. Er zeigte, daß jede Kolonie dieser winzigen Tierchen sozusagen eine soziale Gesellschaft darstellt, in der jedes Einzelwesen— allerdings mcht aus Ueber« leguiig, sondern infolge natürlicher Anlagen— nur für daS Wohl der Allgemeinheit arbeitet und das alles ohne Gesetz, ja— sagte der Redner mit sarkastischem Lächeln— waS die Berliner besonders interessieren wird, ohne Polizei. Die Schlußbetrachtnngen des Vor- tragenden gingen dabin: Der Mensch habe kolossale Raubfier« eigenschaflen und egoistische Neigungen. Durch Erziehung und Ge- wöhnung müsse er zum Sozialismus im weitesten Sinne des Wortes — durch den ökonomischen Sozialismus werde ja mir ein Teil der sozialen Frage gelöst— befähigt werden. Mit lebhaftem Bdifall nahmen die Zuhörer den interessanten Vortrag entgegen, der sie. obwohl er rein naturwissenschaftlich und ohne polifische Beziehungen war, in der Anficht bestärkt haben wird, daß die klassenbewußte Arbeiterschaft auf dein rechten Wege ist. wenn sie mit Eifer an der sozialistischen Erziehung der Menschheit und damit an der Verwirklichung des sozialistischen Gedankens arbeitet. Hohen Besuch hatten gestern die städtischen Anlagen in Buch. Der Kaiser hatte sich angemeldet und besichtigte unter Führung des Oberbürgermeisters und des Stadtbaurats Hoffmann das Hospital der alten Leute und die dritte städtische Irrenanstalt. Schweres Straßenbahnunglück in Spandau. Gestern morgen gegen Ml Uhr hat fich auf der Spandauer Chaussee in der Nähe des Etablissement»„Neue Welt", nicht weit entfernt von jener Unfallstelle, an der vor mehreren Jahren ein Zusammenstoß zwischen der Spandauer Straßenbahn und einem Eisenbahnzuge stattgefunden hat, ein schwerer Straßenbahn» Zusammenstoß ereignet. Die Strecke, die nach dem Spandauer Bock führt, ist zweiglcisiig ausgebaut, sollte aber gestern infolge von Bauarbeiten zum Teil eingleisig betrieben werden. An der Unfallstelle, wo sich eine Weiche befindet, war deshalb ein Weichensteller postiert worden, der die Aufgabe hatte, die Ueber- gangsweiche je nach Bedarf zu stellen. Den Posten versah der Weichensteller Meyer II der Spandauer Straßenbahn. Der Be- amte ließ kurz gegen Ml Uhr zwei Straßenbahnzüge ordnungs- mäßig passieren und stellte dann die Weiche zurück. Unmittelbar darauf kam aber ein Straßenbahnzug herangesaust, der infolge Verspätung ein ziemlich scharfes Tempo hatte. Dem Weichen- steller war es nicht mehr rechtzeitig möglich, die Weiche zurück� zustellen und so kam es. daß dieser Straßenbahnzug auf einen ta demselben Augenblick aus entgegengesetzter Richtung kommenden Wagen mit voller Gewalt fuhr. Der Zusammenprall war von solcher Gewalt, daß die beiden Wagen sich förmlich ineinander einbohrten. Der Weichensteller Meyer II, der im letzten Augenq blick die Gefahr durch Umstellen der Weiche zu beseitigen suchte» wurde umgerissen, geriet unter die Wagen, wobei ihm das rechts Bein buchstäblich vom Körper abgetrennt wurde. Der Führer des einen Straßenbahnwagens, der 22jährige Max Mirkert, er« litt eine schwere Quetschung beider Beine. Außerdem wurde die Insassin, Fräulein Klara Neigending, gegen die Glasscheiben des Wagens geschleudert und erlitt durch die umherfliegenden Glas- splitter schwere Schnittwunden am Kopf nnd im Gesicht. Außer- dem erlitten drei andere Passagiere, deren Namen noch nicht fest- gestellt werden konnten, mehr oder weniger schwere Verletzungen. Die drei Schwerverletzten wurden in besinnungslosem Zustande nach dem städtischen Krankenhanse übergeführt, wo sie bis gegen Mittag das Bewußtsein noch nicht wieder erlangt haben. Eine amtliche Auskunft über den Borfall war noch nicht zu erlangen. Von glaubwürdiger Seite wird noch angegeben, daß der Unfall zum Teil durch den Ml Uhr herrschenden starken Nebel verursacht worden ist. Die beiden Wagen wurden aus dem Be- trieb gezogen. Die polizeilichen Ermittelungen sind noch nicht ab, geschlossen._ Ein blutiges Liebcsdrama hat sich gestern«ochmittog im Süd« osten der Stadt abgespielt. In dem Hause Görlitzerstr. 71 versuchte der Arbeiter Hermann Klapproth die Ehefrau Anna Bamngart durch einen Revolverschnß in die Brust zu töten. Er jagte fich dann selbst eine Kugel in die Brust nnd wurde in schwerverletztem Zustande als Gefangener nach der Charits gebracht. In einem Krampfanfall tödlich verunglückt ist vorgestern der 23 Jahre alte Metallarbeiter Johann Schnetder auS der Willibald- Alexis-Etraße 2. Der junge Mann hatte in der Zojsener Straße 25 einen Taubenboden. Diesen suchte er vorgestern nach- mitttag auf. Als er länger als sonst ausblieb, begab sich seine Mutter, von einer bangen Ahnung getrieben, nach dem Boden. um sich nach ihm umzusehen. Dort fand sie ihren Sohn tot wieder. Ter junge Mann hat einen Krampfanfall bekommen, war mit dem Gesicht auf eine Tiirschwclle aufgeschlagen und hatte stark geblutet. Mit den, Gesicht im Blute liegend, war er erstickt. Bon seinem eigenen Wagen überfahren und getötet wurde vor- gestern nachmittag der Arbeiter Richard Schröter aus Rummels« bürg vor dem Hause Sickingenstraße 9. Aus der Selbstmord-Ehronik. Mit Gas vergiftet hat sich in der vorvergangenen Nacht der 24 Jahre alte Prokurist Max Anders aus der Caprivistr. 22. Anders war vorgestern abend nicht nach Hause gekommen. Gestern morgen fand ihn ein Werkmeister in einer Zigarettenfabrik in der Wusterhauscner Straße, in der er beschäftigt war, tot auf. Er hatte sich in dem Köchraum der Fabrik mit Gas vergiftet. Nach dem Gutachten eines Arztes war er schon mehrere Stunden vor der Auffindung ge- storben. Nach den bisherigen Ermittelungen scheint ihn Ehezwift in den Tod getrieben zu haben. Durch einen Sprung aus dem Fenster hat sich gestern früh der 76 Jahre alte Kohlenhändler Wilhelm Stengert aus der Greifenhagener Straße 4 das Leben genommen. Der alte Mann hatte vor zwei Jahren ein Kohlen» geschäft, das er 16 Jahre lang betrieb, mit Verlust verkaufen müssen. Seit der Zeit war er nervcnleidend. Gestern früh um 3M Uhr stand er, während seine Frau noch schlief, heimlich auf und sprang, nur mit dem Hemd bekleidet, aus dem zweiten Stock auf den asphaltierten Hof hinab. Noch lebend tourde er nach der Rettungswache in der Gaudystraßc gebracht. Dort starb er aber schon bei der Aufnahme. Im Tiergarten erschossen hat sich vorgestern vormittag in der Nähe der Hohen Brücke der 26 Jahre alte Sattler Robert Neth aus der Weberstr. 33. Neth. der seit ckinein Jahre herzleidend war und in Schlafstelle wohnte, ging vorgestern morgen fort, begab sich aber nicht nach seiner Arbeitsstelle. Er schrieb an seinen Onkel, der hier in Berlin wohnt, einen Brief, daß er sich wegen seines Herzleidens im Tiergarten das Leben nehmen werde. Gegen �11 Uhr schoß er sich auf einer Bank im Tier- garten eine Kugel in die rechte Schläfe, die den Tod sofort herbei, führte. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht.»> DaS Ende der Freien Jugendorganisation. Heute nachmittag 2 Uhr findet in Kellers FestsSlen, Koppenstr. 29, eine Protestversammlnng der Jugend Berlins statt. Ueber die Entrechtung der arbeitenden Jugend referieren die Genossen Max Peters und Willi Scholz. Die Jugend und die Arbeiterschaft werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. Es gilt, wuchtigen Massenprotest gegen dien Raub des KoalittonLrechts der Jugend einzulegen. Jugend-FortschrittSkursuS. Wir erinnern daran, daß dieser KürsuS des Genossen Grunwald nunmehr heute, Sonntag, vor, mittags UM Uhr, in den Räumen der Arbeiter-BildungSschultj Grenadierstr. 87, seinen Fortgang nimmt. Arbeiter° BildungSschule. Heute abend 7 Uhr im„Englischen Garten", Alexanderslr. 27o, Vortrag deS Genossen Davidsohn über„Bildung und Kunst". Zahlreicher Besuch wird erwartet. Oeffentliche Bibliothek nnd Lesehalle zu unentgeltlicher Be- Nutzung für jedermann, SO., Adalbertstr. 4l. Geöffnet werk- täglich von 5M— 10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9— 1 und 3—6 Uhr. In dem Lesesaal liegen zurzeit 541 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Arbcitcr-Samariterbund.(Kolonne Berlin.) Morgen Montag, abends 9 Uhr: Lehrabcnd der 1. Abteilung, Dresdener Straße 46, Fortsetzung des Vortrages über Physiologie nnd über die Funktionen der Haut. Die nächsten Lehrabende der Kolonne sind für die fünfte Abteilung am Mittwoch, für die dritte und vierte Abteilung am Donnerstag._ Einen Höhenflug von 1500 Meter brachte am Sonnabend die Flugwoche in Johannisthal. Es war der Blöriotpilot WienczierS, der die kolossale Höhe erreichte. Erst gegen VzS Uhr erhob er sich in die Luft, um in einigen weiten Runden bereits eine Höhe von über 1000 Meter zu erreichen. Immer höher schraubte sich der lühne Flieger empor, bis er schließlich für daS unbewaffnete Auge nur»och als winziges Pünktchen hoch am westlichen Himmel zu erkennen war. Schließlich war er ganz verschwunden, und vergebens suchte man mit den Feldstechern den Horizont nach ihm ab. Die Sonne sank, die Abendröte flammte am Himmel auf, das Sirenensignal kündete um 5 Uhr 20 Minuten den Schluß der offiziellen Flugzeit an, aber kein WienczierS ließ sich wieder sehen. Erst einige Zeit darauf traf die telephonische Nachricht«in, daß der kühne Höhcnflieger bei Großbeeren aus einer Wiese glatt gelandet sei, da er in den Lüften vom Wege abgeirrt war und nicht nach dem Flugplatz zurückzufinden vermochte. Nach den Messungen mit dem Teodolith hatte er eine Höhe vsn 1500 bis 1600 Meter erreicht; der Barograph wird ja noch die genaue Höhe feststellen lassen. Nutzer WienczierS zeichnete sich auch noch eine Anzahl der übrigen Flieger durch bravouröse Höhen- und Dauerflüge aus. I e a n n i n flog 2 Stunden 20 Min. und erreichte 910 Meter Höhe. Lindpaintner, der bereits»ach 1 Stunde 39 Minuten nieder- ging, hatte 655 Meter Höhe erreicht. Auch der dritte Konkurrent um den grotzen Preis des KriegSministerunns, der Wrigthpilot Theten, hielt sich l'/z Stunden in der Luft, nachdem er. gleich zu Anfang in die vorschristsmätzige Höhe von mehr als 300 Meter gegangen war. Leider hatte er am Schlutz wieder Pech. Infolge irgend eine« Defektes an der Maschine mutzte er autzerhalb deS Feldes in jähem Gleitflug landen, wobei die Maschine leichte Beschädigungen erlitt; der Pilot selbst und sein Passagier kamen jedoch ohne jede Verletzung davon. Von den übrigen Fliegern stiegen für kürzere Zeit noch Otto. Frey. Grade, Li s sauer. Rode, Hannukchke und D o r n e r auf. Besonders interessant war noch die Vorführung deS Etrich-Apparates, jenes Flugzeuges, mit dem I l l n e r erst kürzlich in Oesterreich so schöne Erfolge erzielt hat. Dieser täuschend einer riesigen Möve gleichende Apparat, der in 200 Meter Höhe das Feld umkreiste, fesselte durch seine schöne Form die all- gemeine Aufmerksamkeit. Die Flugwoche, die diesmal auch sehr vom Wetter begünstigt war, hat bis jetzt geradezu glänzende Resultate gezeitigt, sodatz die Leistungen in ihrer Gesamtheit hinter denen ausländischer Flug- Wochen in der Tat nicht zurückstehen. Hoffentlich erfährt die Aviatik nunmehr in Deutschland auch eine derartige Förderung, datz den verwegenen Eroberern der Luft autzer der Ehre auch der klingende Lohn nicht ausbleibt!_ Vorort- Nacbrlcbtern Vom Genesungsheim Grvsz-Beste«. Dieser Tage ist daS von den Ortskrankenkassen W i l m e r S- dorf, Friedenau und Tempelhof gemeinsam gegründete Genesungsheim in Grotz-Besten bei Königs-Wusterhausen eingeweiht worden. In mühevoller Arbeit hoben die Vorstände der drei Krankenkassen gemeinsam mit den Aussichtsbehörden hier zum Besten der Kaffenmitglieder eine Anstalt geschaffen, bei der alle Erfahrungen, die man an anderen Orten mit derartigen Einrichtungen gemacht hat, berücksichtigt werden konnten und die daher allen billigen Anforderungen auf das beste entspricht. Für den Preis von 123 000 Mark hat man ein Gelände von etwa 7 Morgen Grütze gekaust, auf dem in an- sprechender Ausstattung ein grötzereS Wohnhaus, eine kleine Villa, ein Saalgebäude sowie ein Stall errichtet waren. Autzerdem waren eine Doppelkegelbahn, Badekabinen und Gartenlauben vorhanden. Alles liegt etwa 10 Minuten vom Bahnhof entfernt, unmittelbar an einem stattlichen See und rings von Herr- licher Tannenwaldung umgeben. Während der Stall zu einer mit modernen Maschinen versehenen Waschanstalt hergerichtet ist, dient das grötzere Wohnhaus den Männern, das kleinere den Frauen zum Aufenthalt; der Saal wird als Speiseraum benutzt. Ferner ist ein L e s e r a u m vorhanden, dem es allerdings noch an einer genügenden Büchersammlung fehlt, desgleichen steht den Patienten ein Billard zur Verfügung. Auf dem See liegen mehrere Ruderboote zu Erholungsfahrten bereit. In einem Raum neben dem Speisesaal steht ein Harmonium, und damit es den Patienten auch nicht an sonstiger geistiger Anregung fehle, beabsichtigt die Ver- «valtung deS Genesungsheims, gelegentlich Unterhalt ungS- a b e n d e zu veranstalten; ebenso werden häufig Ausflüge in die Umgegend uMernommen werden. Der Besuch von Gastwirt- s ch a f t e n ist den Patienten untersagt. Im übrigen ist die Leitung von dem löblichen Grundsatz ausgegangen, datz die Selbst- Verwaltung daS beste Mittel ist, um unter den Erholung- suchenden die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Aufsicht liegt ist der Hand eines von den Patienten gewählten Aus- s ch u s s e S; auch die Bibliothek ist von einem solchen AuSschutz in Ordnung zu halten. Ueber den Erfolg dieser Einrichtung, die seit der am 1. Juli erfolgten Eröffnung des Genesungsheims besteht, berichtet der Vorstand:»Bis jetzt sind die Erfahrungen, die wir mit diesem System gemacht haben, äutzerst zufrieden- stellend. Schwerere Konflikte, wie sie im Anfang des Bestehens ähnlicher Anstalten mit einer gewissen Naturnotwendigkeit sich ein- zustellen pflegen, sind unserem Heim bis jetzt glücklicherweise erspart geblieben."_ Rixdorf. Die Stlidtverordneteiiversammlung erklärte sich in der geheimen Sitzung am 13. Oktober mit dem Erlatz eines Ortsstatuts zwecks Schaffung erhöhter baupolizeilicher Anforderungen für die Be- bauung des als.Böhmisches Dorf" bezeichneten Stadtviertels, das heitzt desjenigen Stadtteils, welcher von der Rosegger-, Richard- stratzeMRlchardplatz, Hertzbergstratze, Böhmischestratze und Donau- stratze begrenzt wird, einverstanden.— Ferner stimmte sie dem von der Firma Härtel u. Jeschal angefertigten Plane, welcher eine Abänderung des Bebauungsplanes, Abteilung II, in bezng auf das Gelände der Luiienstadt- Kirchengemeinde vorsieht, zu.— Die Abänderung dieses Planes bietet Gelegenheit, i» Verbindung mit der von den städtischen Körperschaften bereits beschlossenen Gestallung des Körnerparks eine grotzzügige Anlage mit erhebliche» Freifläche» im Innern unserer Stadl zu schaffen, deren Bebauung allen gesund- heillichen Anforderungen in hohem Matze Rechnung tragen wird. Die Errichtung eines eigenen bakteriologischen Untcrsuchmigs- «Mtes im Krankenhanse'zu Buckow zum 1. April 1911 beschlotz der Magistrat in seiner letzten Sitzung.— Von der Erweiterung des SchulhauseS in der Kaifer-Friedrich-Stratze 4 durch Anbau von acht Klassen soll vorläufig Abstand genommen werden.— Die Gewährung einer einmaligen Ebrengabe an die Kriegsveleranen nach den von der gemischten Kommission in der Sitzung vom 11. Oktober 1910 aufgestellte» Grundsätzen und die Entnahme der erforderlichen Mittel aus dem Stadtvcrordueleudispositionsfonds unter gleichzeitiger ent- sprechender Verstärkung desselben wurde beschlossen. Wilmersdotf-Schmargendorf. Am Montag, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, findet in der Aula des Bismarck-Gymnasimns, Pfalzburgerstr. 30/31, ein Vortrag des Professors I. Gonser über:.Der Kampf gegen den Mitzbrauch geistiger Getränke, eine Forderung der Volksgesundheit" statt. Der Zutritt Ist unentgeltlich und jedermann, Damen und Herren, gestattet. Lichtenberg. Stadtverorbnetcnsibling. Der schriftlich erstattete Bericht der Delegierten zur Versammlung des Verbandes deutscher Gewerbe- und Kaufmannsgerichte in Cöln wurde entsprechend dem Antrage unserer Genossen der Kommission für soziale Angelegenheiten über- wiesen.— Der im 13. Bezirk der 3. Klasse gewählte Stadtverordnete Otto Franke teilte durch Schreiben mit, datz er verzogen ist und in- folgedessen sein Mandat als Stadtverordneter niederlegt. Da der 13. Bezirk der einzigste in Lichtenberg ist, welcher uns 1907 bei der Wahl der 3. Klasse verloren ging, wird bei der voraussichtlich Ende November stattfindenden Ersahwahl alles daran gesetzt werden «üssen, um auch diesen Beamtenbezirk zu erobern. Anlätzlich einer im September dieses Jahres eingebrachten Interpellation, be- treffend die gesundheitsschädliche Einwirkung verschiedener Betriebe In ber Herzbergstratze keilte der Magistrat mik, Laß er durch daS städtische Untcrsuchungsamt für hygienische und gewerbliche Zwecke zu Berlin die Luft in der Gegend der Herzbergstratze habe unter- suchen lassen. Die Untersuchung habe ergeben, datz als schädliche Beimengungen schweflige Säure in Betracht komme, jedoch nur in so geringem Matze, datz Anlatz zur Befürchtung einer Schädigung der Gesundheit der Anwohner nicht borliegt. Die gelbe Farbe des Rauches aus dem Schornstein der Firma Gebr. Siemens rühre von Teerbestandteilen her, welche aber in unmittelbarer Nähe nieder- schlagen. Desgleichen soll das Vorkommen des Zinkflugstaubes auf eine Betriebsstörung der Metallschmelze der Firma Moritz Cohn zurückzuführen sein. Von unseren Genossen sowie von Bürgerlichen wurde jedoch darauf hingewiesen, daß die Flugstaubbeläsligungen sich leider nach wie vor in derselben unangenehmen Weise bemerk- bar machen. Eine Beseitigung dieser Mitzstände sei dringend er- forderlich.— Bei der Veröffentlichung der Instruktion für die Be- zirksvorsteher der Stadt Lichtenberg wurde von unseren Genossen darauf hingewiesen, datz auch hier wieder einmal der Magistrat selbstherrlich vorgegangen sei, da er diese ohne Mitwirkung der Stadtverordneten erlassen habe.— In der am 25. August statt- gefundenen Sitzung waren sowohl von unseren Genossen wie auch von dem Vorschullehrer Lindner grobe Mitzstände in den hiesigen Volksschulen aufgedeckt worden. Der Magistrat wurde daraufhin aufgefordert, die einzelnen Fälle zu untersuchen und der Stadtver- ordnetenversammlung hierüber Bericht zugehen zu lassen. Dies ist nunmehr geschehen. In der Diskussion hierüber wurde von unserem Redner darauf hingewiesen, datz die für Lichtenberg so autzerordent- lich blamablen Schulberhältnisse durch den Bericht durchaus nicht in besserem Lichte erscheinen. Aufsehen erregte es, datz Herr Lehrer Lindner gegenüber den vom Magistrat mitgeteilten Zahlen erklärte, er sei leider dadurch, datz die Versammlung öffentlich tage, ver- hindert nachzuweisen, datz die vorgelegten Zahlen nicht st i m m e n.— Von den 14 eingelegten Einsprüchen gegen die Bürgerliste für 1910/11 wurden 8 als berechtigt anerkannt, die übrigen 6 wurden zurückgewiesen.— Beschlossen wurde ferner, den Lehrerinnen der hiesigen Schulen die Mietsentschädigung von 430 M. auf 470 M. pro Jahr zu erhöhen, und zwar entspricht dies dem im Juni dieses Jahres angenommenen Gesetz zur Abänderung der Vorschriften über die Wohnungsgeldzuschüsse und Mietsentschä- digungen.— In einer Vorlage des Magistrats wird anlätzlich der 40. Wiederkehr der Tage von 1870/71 angeregt, den bedürftigen Kriegsveteranen von den Jahren 1804, 1800 und 1870/71 eine ein- malige Unterstützung zu gewähren. Als bedürftig werden nur die- jcnigcn angesehen, die ein jährliches Einkommen bis zu 1500 M. haben. Dafür sollen aber auch diese das fürstliche Geschenk von sage und schreibe.fünfzehn Mark" erhalten. Nachdem unser Redner darauf hingewiesen hatte, datz es Aufgabe und Ehrenpflicht des Staates sei. für seine Kriegsveteranen zu sorgen, stellte er den Antrag, die Unterstützung auf mindestens 30 M. zu bemessen und dieselbe bis zu einem jährlichen Arbeits einkommen von 1800 M. zu bewilligen, da es für die Stadt eine Blamage sei. sich mit einem Almosen von 15 M. abzufinden. Verlegenes Schweigen war die Antwort der Bürgerlichen, und bei der Abstimmung über unsere Anträge fand sich nur 1 Bürgerlicher, welcher mit dafür stimmte. Alsdann wurde die Magistratsvorlage einstimmig angenommen.— Einem Vertrage mit der Terraingesellschaft am Zentralbiehhof wetzen Erschlietzung ihres Terrains wurde zugestimmt.— Desgleichen wurde die Vorlage betreffend die Anlegung des Löperplatzes angenommen. Die Vorlage sieht vor, Hätz autzer der Kirche samt- liche noch vorhandenen Baulichkeiten auf den Inseln in der Möllen- dorfstratze niedergelegt werden. Die Freilcgung soll im Frühjahr 1911 erfolgen.— Beschlossen wurde ferner der Bau eines Regen- wasserkanals in der Stratze 77.— Der Abschlietzung von mehr- jährigen Verträgen mit zwei renommierten Asphaltfirmcn wurde zugestimmt.— Zum Schlutz wurde die nachträgliche Genehmigung zu einem bereits im Jahre 1870 stattgefundenen Austausch zweier Grundstücksparzellen zwischen der Gemeinde Lichtenberg und dem damaligen Eigentümer des Grundstücks Dorfstratze 3 bezw. dem jetzigen, der Firma Messow, u. Hirschfeld, erteilt. Dem Austausch wurde bereits damals durch Beschlutz der Gemeindevertretung zu- gestimmt; es wurde jedoch damals die gerichtliche Auflassung ver- gessen, so datz erst jetzt, nach 34 Jahren, nachdem das Grundstück seinen Besitzer mehrfach gewechselt hat, dem Buchstaben des Gesetzes genügt ist.— Anschlietzend folgte eine geheime Sitzung. Charlottenbnrg Der BildungsauSschuß verweist nochmals auf den am Mitt- woch, den 19. Oktober, im grotzen Saale des Volks- Hauses, Rosinen st ratze 3, veranstalteten künstlerischen Vortragsabend. Nach einer einleitenden Ansprache des Ge- nassen S. Rosenfeld finden Rezitationen und Gesangs- Vorträge statt. Mitwirkende: Herr Raden(vom Berliner Theater), Fräulein M. Borchardt, Herr Kayser, Fräulein Luise Perrot(von der Gura-Oper), Fräulein Rorcroy(Klavier). Beginn pünktlich 8�4 Uhr abends. Billetts zum Preise von 30 Pfennig (einschl. Garderobe) sind bei Wilk, Kirchstratze 30(Zigarrengeschäft), Weisheit, Rosinenstratze 3(Stehbierhalle), sowie bei den Gruppen- führern und in den Zahlabendlokalen erhältlich. Soweit Eintrittskarten zu der verbotenen Jugend"-Auf- f ü h r u n g bisher noch nicht zurückgegeben sind, können dieselben an den oben bezeichneten Stellen bis zum 19. Oktober gegen Rückzahlung von 0,50 M. zurückgegeben oder unter Anrechnung des Eintrittspreises gegen Eintrittskarten zum künstlerischen Vortrags- abend eingetauscht werden. Hohen- Schönhausen. Alle Arbeiter und Arbeiterinnen, soweit sie Mitglieder der Krankenkasse am Orte sind, werden hiermit auf die am 17. Oktober, abends 0 Uhr, im Lokale von Hcrfchleb, Berliner Str. 93, statt- findende Versammlung aufmerksam gemacht und um zahlreiches Er- scheinen ersucht. Auf der Tagesordnung der Versammlung steht: 1. ein Vortrag über Rechte und Pflichten der Mitglieder aus dem Krnnkenkassen- Versicherungsgcsetz. Referent: Gewcrkschaftssekretär E. Brückner. 2. Ausstellung von Kandidaten zur Delegiertenwahl. Wilheltnörnh-Nosenthal. Ein Arbciter-Turnvrrcin hat sich am hiesigen Orte gegründet. Derselbe turnt jeden Dienstag und Freitag, abends 8 bis 10 Uhr, im Lokal von Kollmann, Kronprinzenstratze 2. Turnfreunde und Gäste sind willkommen. Spandau. Stadtverordnetcn-Bersammlung. Zunächst wurden mehrere Eingänge erledigt. Darunter befindet sich auch eine Petition des Vereins königstreucr Männer um Abhilfe gegen die Fleischteuerung.— An Stelle des aus seinem Amte an- geblich wegen Krankheit geschiedenen stellvertretenden Stadtver- ordneten-Vorsteher Hülsebeck wurde der Stadtverordnete Prag er mit 30 von 44 Stimmen gewählt.— Zur Herstellung einer Wasserrohrleitung in der Radelandstratze bewilligt die Ver- sammlung 0000 M.— Ein Stück von Alt-Spandan. die alte Flutrinne, welche auch den Namen deutscher Rhein führt, wird wahr- schcinlich nun auch bald verschwinden. Ter Graben soll zugeschüttet werden und soll die Stadtverordncten-Versammlung die Flucht- linie für eine anzulegende Stratze festsetzen. Man ist sich aber noch nicht einig, ob man eine ordenlliche Fahrstratze, oder nur einen Promenade nweg anlegen soll. Es wird deshalb diese Vorlage noch- mals an die Fluchtlinien-Deputation zwecks weiterer Bearbeitung zurückgegeben. Die Versammlung beschlietzt autzerdem, eine örtliche Besichtigungen vorzunehmen. Der von den Stadtverordneten Tietze und Genossen eingebrachte Antrag bezüglich der Arbeiter- Monatstarten für die Stratzenbahn war dem 0. Ausschutz über- wiesen und sollte ein besonderer Ausschutz zur Beratung dieser Materie eingesetzt worden. Ter 0. Ausschutz empfahl aber, datz die Antragsteller ihren Antrag zurückziehen niöchteu, da die Strotzen- bahn-Dcputation sich augenblicklich mit der Einstellung von Schaff- ncrn beschäftige. Durch die Einstellung werden dann die vor- gebrachten Wünsche besser berücksichtigt werden. Die Vcrsamm- lung beschließt jedoch. Laß der Ankrag der Straßenbahn-Depukatkon überwiesen wird. Um eine Verunstaltung der hiesigen Strotzen und Plätze durch unsachliche und unschöne Bauten sowie durch Reklameschilder zu verhindern, genehmigte die Versammlung ein vom Magistrat ausgearbeitetes Ortsstatut.— Das Schöffengericht vertritt in einem Urteil über die Verpflichtung zum Besuch der Fortbildungsschule die Ansicht, daß nach dem bisher bestehen- den Ortsstalut für diejenigen Lehrlinge, die noch auf Probe sind, eine Verpflichtung zum Besuch der Schule nicht bestehe. Um diese Lücke auszufüllen, hat der Magistrat einen Nachtrag zu dem Ortsstatut eingebracht, wonach die Verpflichtung zum Besuch der Fortbildungsschule auch für die auf Probe befindlichen Lehrlinge gelte. Der Nachtrag wird von der Versammlung genehmigt.— Zur Herstelung einer Rcgenwasserleitung in der Spichernstratze bewilligt die Versammlung 3700 M.— Endlich scheint der lang- jährige Ruf unserer Genossen im Stadthause nach Einstellung von Schulärzten Aussicht auf Erfolg zu haben. Der Magistrat hat eine Ordnung betreffend die Anstellung und die Tätigkeit von Schulärzten der Versammlung zur Genehmigung vorgelegt. Da aber die Vorlage noch nicht genügend durchge- arbeitet zu sein scheint, wird dieselbe zurückgegeben, um das fehlende Material herbeizuschaffen. Man kann hieraus wieder einmal sehen, datz die Forderungen unserer Genossen, so klein auch ihr Häuflein ist, mit der Zeit sich durchsetzen.— Die in der vorigen Sitzung abgelehnte Vorlage, datz bei der öffentlichen Schuy- pocken-Jmpfung 50 Pf. Honorar von der Stadt an den Jmpfarzt gezahlt wird, ist vom Magistrat erneut eingebracht und hatte jetzt den Erfolg, datz das Honorar auf 40 Pf. erhöht wird; bisher wurden 20 Pf. gezahlt.— Der gemeinnützige Verein für Rechts- auskunft aus Berlin, welcher die hiesige städtische Rechtsauskunfts- stelle vorsieht, und dafür eine jährliche Zuwendung von 800 M. er- hielt, ist um eine Erhöhung eingekommen. Die Versammlung bewilligt eine jährliche Erhöhung von 400 M. Die im vorigen Jahr vorgebrachten Klagen über falsche Auskünfte haben in diesem Jahre nachgelassen, da der Verein eine andere Person zur Aus- kunfterteilung nach hier sendet.— Ter städtische Zuschuß für die Haushaltuugsschule im Sonnenhof soll auf 1000 M. jährlich erhöht werden. Bisher betrug der jährliche Zuschutz der Stadt 300 M. Der Sonnenhof, namentlich aber die HaushaltungSschule, ist in seiner jetzigen Forin hauptsächlich ein Werk des Predigers Spengler. Es ist ihm gelungen, allerdings unter allerlei pa- triotischer Beigaben(so führt das Institut den Namen Sonnenhof Kaiser Wilhelm II), die Mittel für ein eigenes Grundstück herbei- zuschaffen. Mit großem Tamtam traten die bürgerlichen Zei- tungen für das Unternehmen ein, es scheint aber nicht viel genützt zu haben, denn der Serr Pastor kommt aus den finanziellen Schwierigkeiten nicht heraus. Tie Versammlung beschlietzt auf Antrag des Stadverovdneten Berlin, der über den Gegenstand referierte, den städtischen Zuschutz nicht auf, sondern um 1000 M. jährlich zu erhöhen und noch 1000 M. jährlich in den Etat einzu- stellen zur Hergabe von Stipendien.— Von den Berichten des 7. Ausschutzes interessiert eine Eingabe des Arbeiters Karl Klod aus Nauen auf Lohnzahlung aus der Eigendorfschen Kaution. Die Firma Eigeudorf hatte für die Stadt Arbeiten an der Heerstraße auszuführen. Die Erdarbeiten hatte sie aber einem Schachtmcister selbständig übertragen. Der Sckiachtmeister ist mit dem Gelde, welches er zur Lohnzahlung erhielt, durchgebrannt und die Arbeiter erhielten keinen Lohn. Die Firma weigert sich, zu zahlen, da der Schachtmeistcr die Arbeit selbständig übernommen und leider scheint auch gegen die Firma nichts zu machen zu sein. Der 7. Ausschuh, dem das Gesuch des Arbeiters überwiesen war, bedauert, daß für die Stadt keine Handhabe vorliegt gegen die Firma vorzugehen. Die Firma sei moralisch zur Zahlung verpflichtet. Es wird deshalb empfohlen, zur Tages- ordnung überzugchen, womit die Versammlung einverstanden ist. So, nun kann der Arbeiter sehen, wie er sein Geld bekommt. Die Stadt ist ebenso moralisch verpflichtet wie die Firma, dafür zu sorgen, datz die Arbeiter ihren Lohn erhalten. Jugendveranstaltnngen. Freie Jugendorganisation der östllckini Bororte. Am Mittwoch den 19. Oktober. 8 Uhr püiktlich, findet im Lokal von St-uer, Kronprinzen. galten, Franksiirtcr Chaussee, eine öffentliche Versammlung statt. Tages- ordnung: Bortrag des Herrn Zimmermann über.Schulentlassene Jugend und Jugendorganisation." Kollegen, Kolleginnen I Sorgt sür Massenbesuch. Gäste und Eltern willkommen. 4. Abteilung. Heul« Sonntag, den 16. Oktober, nachmittags 3 Uhr, Versammlung bei Heuer, Krossencr, Ecke Scumestraffe. Vortrag. Die Freie Jugendorganisation Schöneberg veranstaltet heute nachmittag'l,i Uhr eine grone öffentliche Versammlung im Lokale von Grosser, Meininger Sir. 8, Ecke der Martin Lutherstrage. Kollege W. Schulz hält ein Rcscrat mit dem Thema.Christliche JüiigUngsvereiue oder Freie Jugendorganisation?" Nachdem findet freie Aussprache statt. Mehrere Pastoren und Leiter von christlichen JünglliigSvereiuen sind hierzu schristlich eingeladen. Tcmpelhof-Marlendorf. Morgen Montag, abends 8 Uhr, findet im Wilhelmsgarlcn in Tcmpclhos, Berliner Str. 9, eine öffentliche Versamin- lung statt, zu der alle Jugendlichen wie auch Erwachsene eingeladen sind. ES stricht die Genossin Luise Zictz über.Ter Eintritt der Jugend in das Leben._ Witternngsnberstckit vom 15. Oktober 19 in. morgens H Uhr. 6totonen §2 Sl II'l ef|| _ is Bettet iiDincmdt 1 779 WNW Hamburg! 779 OSO »erlir. 779 O Frankt.a Vi 7 74 NO Mnnche« I774O Wien 778 NO Ibeiter 3 Dunst 1 bester 3 heiler 5 wolkig 2 wölken! di til i? Mi «tationen c s Ii Bf Saparanda 76132® etersburg 769 Still Scillh>766O Uberoeen!779W Pari»>767 SO B-tter >-? e � t* Mi I 4 wolkig bedeckt 5 bedeckt 1 wolfig 2 bedeckt| 10 I Wettrrvroguose für Sonntag, den 16. Oktober 1910. Trocken und vorwiegend heiter bei mätzigen südöstlichen Winden und langsamer Erwärmung. Berliner W e t ter b ur r au. Lriekkasten der Redahtion. Ski« snrlstltitie Cvreid stund« n»de» SIndenstraffe vir.«v. vorn vier Trevven— Aaiirftndl—, wo>ti«»»ägliai dou 4'/, bis 7'/,»de ab«»»?, Soniiabend? Uon 4>/i bis 0 Uhr uachmitiaaS ftoit. Jede« für den Brief- fnficn bcstimnitcn Aufra«- ift«in Änititiab« und«tue Zadl alS Nterk» >r,it)«R bciMifüflfti.>vri«tli911. 1. Unseres ErachtenS daS Soja. 2. 30 Jahre. 3. Ja. Jeder Psimdungsversuch unlei bricht die Per» jährimgSsrist. 4. Der Gerichtsvollzieher, in dessen Bczirl Sie jetzt Ihre Wohnung innehaben. 5. Z!cm. Er kann aber vorzugsweise Besricdigung aus dem Persteigerungscrlös verlangen. 6. DaS hindert nicht.— B. B> 1910. 1. Im Privalklagcversahrcn 10 M. 2. In einem eben» lolchcn Beisahrcn 25—30 M. 3. Nein, aber zulässig. 4. Die Paragraphen bandeln von einlacher und verleumderischer Beleidigung. Ein Abdrstck der Bcstimnmiigen ist mit Rücksicht aus den Raum nicht angängig.— Frau B. 1. 3!ein, damit erledigt sich die Frage zu 2.— A. H. lOOO. .aie müssen erst klagen, das Urteil zustellen lassen und alsdann einen PsändungS- und UeberweisuiigSbeschlust erwirken und zustellen lasten.— Vorzüglich. 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Donners- ag: Prinz Friedrich von Homburg. Freitag: Der Krampus. Sonnabend« iolberg. Sonntag: Der' KrampuS. Montag: Moliöre und die Seinen. Ser Tarlüss. Ansang T/t Uhr. Deutsch eo Theater. Sonntag: Sumurmt. Montag: Faust. DienS- ag: DaS Winterniürchen. Mittwoch: Judith. Donnerstag: Summnn. (reitag: Don Carlos.(Ansang 6'/, Uhr.) Sonnabend: Ein Sommer- lachtotraum. Sonntag: Don Carlos. Montag: Sumurun. Ans. 7'/, Uhr. Deutsches Theater(K a m m e r s p i e i e). Sonntag: Gawan. Rontag: Komödie der Irrungen. Heirat wider Willen. Dienstag: Der öras von Gleichen. Mittwoch: Komödie der Irrungen. Heirat wider Willen. Oonnerstag: Gyges und sein Ring. Freitag: Komödie der Irrungen. Heirat wider Willen. Sonnabend: Der Arzt am Scheidewege. Sonntag: gomüdte der Irrungen. Heirat wider Willen. Montag: Gawlln. Ansang i Uhr. Lessiug-Theater. Sonntag und Montag: Wenn der junge Wein blüht. D enStag: Einsame Menschen. Mittwoch mrd Donnerstag: Wenn der junge Wein blüht. Freitag: Das Konzert. Sonnabend und Sonntag- abend: Wenn der junge Wein blüht. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Tantris der Narr. Montag: Einsame Menschen. Ansang 8 Uhr. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein idealer Gatte. Allabendlich: Erster Klasse. Die Zensur. Die verflixten Frauenzimmer. Sonntagnachmittag: Ein idealer Gatte. Montag: Erster Klasse. Die Zensur. Die verflixten Frauenzimmer. Ansang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Die Jungsran von Orleans. Montag: Der Tarlüss. Der Herr von Pourccaugnac. Dienstag: Die Jungsrau von Orleans.(Ansang 71/i Uhr.) Mittwoch und Donnerstag: Die Jungfrau von Orleans. Freitag: Der Tarlüss. Der Herr von Pourccaugnac. Sonnabend und Sonnlag: Die Jungsrau von Orleans. Montag: Der Tartüff. Der Herr von Pourceaugnac. Ansang 8 Uhr. Berlin»» Theater. Sonntagnachmtttag 3 Uhr: Einer von unsere Leut'. Allabendlich: Die törichte Jungsrau. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Pension Schöller. Abends und Montag: Die törichte Jungsrau. Ansang 8 Uhr. NeueS Theater. 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Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Neue Jugend. Abends und Montag: Robert und Bertram. Ansang 8 Uhr. Schiller. Theater Gbarlottenburg. Eonntagnachmittag 3 Uhr: Egmont. Abends und Montag: Die Krcuzelschreiber. Dienstag und Mittwoch: SodomS Ende. Donnerstag: Der Dmnmkopj. Freitag: SodomS Ende. Sonnabend und Sonntag: Der Duminiops. Soimtaguachmittag 3 Ut>r: Egmont. Montag: Miss Hobbs. Ansang 8 Uhr. Friedrich-Wilhelinstädiisches Schanipirlhaus. Sonniagnach- mittag 3 Uhr: Faust Abends: RevolutionShochzeit. Montag: Biedcrieute. Dienstag: Rcvolnttonshochzeit. Mittwochnachmiltag 3 Uhr: Kricmhilds Rache. Abends: Giordano Bruno. Donnerstag und Freitag: RcvolutionS« Hochzeit. Soimabendnachmittag 3 Uhr: KnemhildS Rache. AbendS: Tivr- dano Bruno. Sonntagiiachmittag 3 Uhr: Faust. Abends: Krieg im Frieden. Montag: Revolutionshowzeit. Ansang 8 Uhr. Neues Operette»< Theater. Täglich: Der Gras von Luxemburg. (Ansang 8 Uhr.) Diesen und nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Glocken von Corneville. Rcsidenz-Theater. Allabendlich: Noblesse obliee.(Ansang 8 Uhr.) Th atrr des Westens. Täglich: Die schönste Frau. Diesen und nächsten Sonntagnachmittag 8'/, Uhr: Die geschiedene Frau. Ansang 8 Uhr. Trianon> Theater. Sonntag nachmittag 3 Ubr: Thöodore u. Tie. Allabendlich: Pariser Witwen.(Ansang 8 Uhr.) Nächsten Sonntag nach- mittag 3 Uhr: Theodore u. Cie. Berliner Bolks- Oper. Sonntagnachmlttag 3'/, Uhr; Der Freischütz. Abends: Der Troubadour.(Ansang 8 Uhr./ Montag: Der Postillton von Lonjumcan. Dienstag: La Traviata. Mittwoch: Undtne. Donnerstag: Martha. Freitag: Don Juan. Sonnabend: Wilhelm Tell. (Abends 8 Uhr.) sonntagnachmtttag 3 Uhr: Wilhelm Teil. Abends und Montag: Der Postillion von Lonjumeau. Ansang 8'/, Uhr. Luisen- Tbealer. Sonntagnachmtttag 8 Uhr: Die Else vom Erlenhos. AbendS und Montag: Der Fähnrich im Kloster. Dienstag: Der Hütten- besitzer. Mittwoch: Der Fähnrich im Kloster. DonnerSiag: Kean. Freitag: Die Brüder von St. Bernhard. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Die Schwanenprinzessin. AbendS: Kean. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Die Brüder von St. Bernhard. Abends: Der Hüttenbesitzer. Montag: Der Fähnrich im Kloster. Ansang 8 Uhr. Lustspielhaus. Eonntagnachmittag S Uhr: DaS Leuwantsmündel. Slbend» und täglich: Der Feldhcrrnhügel. Nächsten Sonntagiiachmittag 3 Uhr: Der dunfle Punkt. Ansang 8 Uhr. Meeropol- Theater. Allabendlich: Hurra l— Wir leben noch! Ansang 8 Uhr. Diesen und nächsten Sonntagnachmlttag 3 Uhr: Pariser Leben. Herrnfcld-Thcater. Täglich: Ein verlorene Nacht. Der Derbhfieger. (Ansang 8 Uhr.).... «asino-Tbcater. Täglich: Der schneidige Rudols.(Ansang 8 Uhr.) Heute und nächsten Sonntag nachmittag 3'/. Uhr: Berühmt« Tochter. Rose-Theater. Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Das Gesängnis. Abends und Montag: Das neue Gebot. Dienstag: Die Anna Liese. Mittwoch und Donnerstag: Das neue Gebot. Freitag: Othello. Sonnabend, Sonntag und Montag: Das neue Gebop Ansang 8 Uhr._„„ Folie» Gaprice. 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