Nr. 248. Abonnements- Bedingungen: M Abonnements Preis pränumerando! Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntagss Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Marf, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. N Vorwärts Berliner Volksblatt. 27. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Egpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Streiklehren. Paris, 19. Oktober.( Eig. Ber.) Sonnabend, den 22. Oktober 1910. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Aunt IV, Nr. 1984. obern. Und wenn die Regierung nunmehr gar von der sieges-[ müsse die Versammlung als eine solche angesehen werden, welche tollen Stapitalistensippe zur Vernichtung des letzten gesetzlichen den Strafgesehen zuwiderlaufe und deswegen halte Schutzes des Arbeiters, zur gefeßlichen Aufhebung seines er sich für verpflichtet, sie unter allen Umständen zu Roalitionsrechts gehezt wird, so wird die Notwendigkeit, dieses verhindern. Warum mußten die Eisenbahner unterliegen? Diese Frage Recht auf jeder Stelle zu verteidigen, offenbar. Das Mani- Auf weitere Erörterungen ließ er sich, der Herr Polizeipräsident, schwebt jetzt auf allen Lippen. Sie zu beantworten ist nicht fest flagt mit Recht die Parlamentarier an, die zu Wahlzeiten nicht ein, sondern erklärte, auf seinem Standpunkt verharren zu leicht, denn sicher wirkten verschiedene Ursachen zusammen, die Eisenbahner umschmeichelten, um sie während des Kampfes müssen. darunter solche, die um ihrer psychologischen Natur willen nicht feig und schurfisch zu verraten. Aber liegt nicht eben darin Nunmehr galt es, sich mit dieser Tatsache abzufinden. Mittlerleicht zu definieren sind. Wenn wir indes einige der am die Anerkennung einer vom Proletariat selbst beherrschten weile hatte sich vor dem Lokal eine große Anzahl junger Leute meisten in die Augen fallenden Tatsachen der abgeschlossenen Parlamentspolitik? eingefunden, wie es immer zu gehen pflegt, wenn die Polizei für Bewegung betrachten, dürften sich gewisse Lehren ergeben, die Das Manifest, das der Arbeitskonföderation für die er- Reklame sorgt. Und um den Aufwand polizeilicher Mühewaltung für die Arbeiterbewegung in Frankreich und in der Inter- wiesene Solidarität dankt, spricht mit feinem Wort von der nicht ungenußt zu lassen, wurden die jungen Leute nach einent nationale überhaupt von Bedeutung sind. sozialistischen Partei, die ihre propagandistische Kraft anderen Lokal dirigiert. Obwohl das unter den Augen von mindeMan hat gesagt, der Streit sei nicht genügend organisiert aufgeboten hat, um die Massen über die Bedeutung des Kampfes stens einem Dußend jener Leute geschah, die sich vergeblich bemühten, gewesen. Nichtig ist, daß ihn auch die kampflustigsten Anarcho- aufzuklären und ihn materiell zu unterstüßen, nicht von der ihre Spißelphysiognomien unter der Maste harmloser Spazier syndikalisten nicht im gegenwärtigen Augenblick wollten. Viel sozialistichen Presse, nicht von der Humanité", gänger zu verbergen, blieb es der Polizei vollständig verborgen. mehr wollten sie erst nach einigen Wochen losschlagen. Daß die, vont combistischen Rappel" abgesehen, allein die Gewalt Die Parole wurde auch von einem großen Teil derer befolgt, die dieser kurze Zeitraum genügt hätte, die Mängel der Organi- atte der Regierung bekämpft, die die Lügen der Offiziösen durch die liebenswürdige Mitwirkung der Polizei aufmerksam gefation zu beseitigen, möchte man indes bezweifeln. Richtig ist, und der Bourgeoispresse entlarvt und den Kundmachungen macht worden waren. Die Versammlung konnte nunmehr im daß während der Tagung des Parlaments die Regierung eine des Komitees rascheste Verbreitung gegeben hat; nicht Café Bellevue ihren ungestörten Verlauf nehmen, weil die Polizei fchwierigere Stellung gehabt hätte. Die radikalen Barla- von den sozialistischen Deputierten, die in der Frankfurter Chaussee krampfhaft bemüht war, ein neues mentarier, die sich jetzt feige gedrückt haben, hätten Farbe be- das Streitkomitee in den ernstesten Stunden beraten, in den Ruhmesblatt" in ihren Siegesfranz zu flechten, den sie sich bereits fennen müssen. Der Vorteil, den die Regierung aus dem vor- Streifversammlungen den Kampfesmut aufrechterhalten, und im Kampf gegen die Jugendbewegung erworben hat. zeitigen Ausbrechen der Bewegung gehabt hat, ist so offenbar, ihre bürgerlichen Kollegen zur Intervention für den Frieden So sorgt die Polizei dafür, daß die Empörung gegen ihr daß es Leute gibt, die meinen, daß Briand vom zu bewegen sich bemüht haben. Unsere Genossen werden Regiment in den Volksmassen geschürt und die Jugendbewegung, Streit weniger überrascht worden sei als die Führer der darum keine Empfindlichkeit zeigen. Sie haben ihre Pflicht die sie unterdrücken möchte, gefördert wird. Eisenbahnerorganisation, die ahnungslos am Kongreß in erfüllt, und die Erfahrungen des Kampfes haben ihnen gezeigt, Zoulouse teilnahmen und sogar untereinander unerquickliche daß die Tatsachen selbst alte Formeln und Vorurteile über Hahnentämpfe aufführten, als es in Paris schon wetterleuchtete. den Haufen werfen. Die Geschichte der französischen Arbeiter Auch gegen die Gesellschaften wird der Verdacht erhoben, den bewegung selbst wird ihr Dant sein. Für sie bedeutet der als unvermeidlich erkannten Streit im Stadium der Unreife provo- Eisenbahnerstreit trotz allem eine neue Epoche. ziert zu haben. Indes bedarf es solcher Erklärungsversuche wirkfich nicht. Daß nach einer Agitation, die die Streifidee allzu einfeitig betont hatte, ein lokaler Konflikt trotz aller BeruhigungsverNach dem Streit. Es scheint übrigens, als ob in Lichtenberg solches Verfahren in Bermanenz erklärt werden soll, wie folgender weiterer Vorfall zeigt: 3u der oben besprochenen Versammlung wollten einige junge Leute Einladungen öffentlich anheften. Dabei hatten vier das Unglück, abends 11 Uhr der Polizei in die Hände zu fallen. Anstatt daß die Polizei sich nun damit begnügte, die Personalien festzustellen, unterzog sie die Feitgenommenen einem mehrstündigen Einzelberhör über Fragen, die mit dem Tat Baris, 21. Oftober. Die Mitglieder des Verwaltungsbestand unmittelbar gar nichts zu tun hatten. Der Polizei war fuche unhemmbar um sich greifen konnte, ist sehr verständlich. Hat rats des Synditats der Lokomotivführer und Heizer haben in es offenbar darum zu tun, sich auf diesem Wege Material zu verwirklich Provokation mitgewirkt, so fann man jedenfalls sagen, einer gestern abend abgehaltenen Versammlung eine Tagesschaffen, das ihre Behauptung stüßen könnte, die Jugendorganisation daß ihre Urheber von der Wirkung sehr überrascht gewesen sein ordnung angenommen, in der sie erklären, daß das Streit sei ein politischer Verein. Leider war den jungen Leuten nicht müssen. Die Arbeitsniederlegung auf der Nordbahn und dann auf fomitee nur seine Pflicht getan habe, als es die Wieder- bekannt, daß sie das Recht der Aussageverweigerung hatten. der Westbahn war sicher eine der großartigsten kollektiven Als gegen halb vier Uhr nachts die Vernehmung zu Aktionen, von denen die Geschichte der Arbeiterklasse zu be- aufnahme der Arbeit verfügte, weil durch einen weiteren AusAftionen, von denen die Geschichte der Arbeiterklasse zu bestand EisenDie Militarisierung. Gegen solches Verfahren muß auf das nachdrücklichste prote stiert werden. Wir sind der Meinung, daß die Polizei zu solchen Maßnahmen, namentlich zu der zwölfftündigen Freiheitsentziehung richten weiß. Der berühmte französische Elan war diesmal und weil durch eine Fortsetzung des Ausstandes das Syndikat dürfen, wurden sie mit dem Hinweis nach dem Polizei. richten weiß. Der berühmte französische Elan war diesmal stand die Lebensintereffen der Organisation bedroht waren Ende war und die Inhaftierten glaubten, nach Hause gehen zu mit einer Disziplin und Selbstbeherrschung verbunden, die für die verbrecherischen Attentate gegen die Eisen- gefängnis gebracht: Wenn wir Euch jest Laufen auch noch anhielt, als die Hoffnung auf den Sieg im Sinfen auch noch anhielt, als die Hoffnung auf den Sieg im Sinten war. Folgten die Ungeseglichkeiten und Gewaltatte der Re- bahn verantwortlich gemacht worden wäre. Die Versammlung lassen, dann klebt Ihr doch wieder Zettel an!" gierung einander Schlag auf Schlag, die Eisenbahner ließen beschloß weiterhin, ein neues Egekutivtomitee, be- Sie wurden im Gefängnis bis gegen 11 Uhr vormittags gierung einander Schlag auf Schlag, die Eisenbahner ließen stehend aus 14 Mitgliedern, zu ernennen, mit dem Auftrage, festgehalten und mußten außerdem noch eine weitere Vernehmung fich weder bom Rechtsboden noch bom Terrain des wirtschaftlichen Stampfes abdrängen. Diese Legalität die Freilassung der Verhafteten, die Wiedereinstellung der vor einem anderen Kommissar beitchen. nicht etwa als Dogma, als Tattit Entlassenen und die Verwirklichung der sonstigen Forderungen sondern des Syndikats zu erwirken. ist geradezu das des Charakteristikum bahnerstreifs, δας so wie die zynische Rechtsbeugung Charakteristikum seiner Bekämpfung ist. Die Streifenden Paris, 21. Oftober. Da der Eisenbahnerausstand als keinerlei gefeßliches Recht hat und erwarten, daß das auf dem haben nicht die Blufftaktik anwenden wollen, die unlängst beendet angesehen werden kann, ist die Militärberwal- Beschwerde- und Klagewege alsbald festgestellt wird. Die Beein anarchistischer Gewerkschaftler in Toulouse proklamiert hat. tnng im Begriff, die Einberufung der militärpflichtigen troffenen haben natürlich sofort alle Rechtsmittel ergriffen. Sie haben die angebotene Intervention der Arbeits- Eisenbahner zu den Fahnen rüdgängig zu machen. Die tonföderation, die ja nicht nur zu einer neuen Kompromittierung Ginberufung, die vor allem im Hinblick auf die nationale Verder anarchosyndikalistischen, dilletantischen Generalstreiflerei, teidigung vorbereitet war, hat Aufschlüsse über die Möglichsondern des Generalstreits überhaupt geführt hätte, abgelehnt. teit einer Verbesserung dieser Organisation ergeben, Die ganze Skrupellosigkeit eines Briand zeigt sich in seinem die durch weitere Entwickelung der Feldeisenbahnfektionen im Verbot der für den Montag morgen ins Wäldchen von Vincennes Falle einer Mobilmachung die größten Dienste zu leisten verDie Frankfurter Zeitung" bringt die Nachricht, daß die Kosten einberufenen Versammlung, das er mit dem Hinweis auf möchte. der Reise, die der Kronprinz nach Ostasien unternimmt, aus dem die voraussichtliche Einmischung der lärmfreudigen Erdarbeiter Eine Verwahrung. Dispofitionsfonds des Auswärtigen Amtes bestritten werden sollen. begründete, trotzdem er sehr wohl wußte, daß die Eisenbahner Paris, 21. Oftober. Die Ausschüsse des nationalen Eisen- Wenn das richtig ist, dann wird damit der Zweck, für den der die Bauarbeitergewerkschaft ersucht hatten, ihre Angehörigen bahnerfyndikats und des Berbandes der Lokomotivführer Dispositionsfonds des Auswärtigen Amtes geschaffen ist, gröblich nicht daran teilnehmen zu lassen. Ebenso in dem Ausspielen und-Heizer nahmen einen Beschlußantrag an, in welchem erklärt verlegt. Daran hat kein Mensch im Reichstage gedacht, daß aus der von der Presse frech übertriebenen ,, Sabotagen" und der wird, daß sie in keiner Weise für die vorgekommenen Fälle diefer Summe jemals die Kosten einer rein privaten Unternehmung vereinzelten üblen Streiche einer Kampforganisation", die von Eisenbahnsabotage, die sie entschieden mißflicht, flipp und flar zu erklären, ob in der Tat die Mittel der des Kronprinzen bestritten werden könnten. Die Regierung hat die feit langem unter der Obhut der Polizei aufgewachsen. war, billigten, berantwortlich gemacht werden könnten. Steuerzahler für diesen mehrmonatlichen Jagd- und Bergnügungsgegen die Eisenbahner, die für die Anwendung solcher Mittel nicht im geringsten verantwortlich zu machen waren. ausflug des Kronprinzen in Anspruch genommen werden sollen. das ein Aufnahme der Arbeit. Vom Kampf gegen die Jugendorganisation. Aus Lichtenberg wird uns berichtet: Politische Uebersicht. Berlin, den 21. Ottober 1910. Die Kosten der Kronprinzenreise. Geistliche Zeitungszenforen. Unser Münchener Parteiblatt, die Münchener Post" ver öffentlichte vor kurzem die von uns wiedergegebene Buschrift eines fatholischen Gelehrten, in der mitgeteilt wurde, die römische Kurie beabsichtige, die Forderung zu stellen, daß jeder katholischen Beitung ein Geistlicher als Zensor beigegeben werde. Katholijche Blätter, allen voran die Köln. Boltsztg.", bezeichnen diese Meibung als tollen Schwindel. Demgegenüber erinnert die Tägliche Rundschau" daran, daß gerade die„ Köln. Voltsztg." bereits früher längere Zeit unter folcher Zensur gestanden hat. In seiner Biographie des Bonner Professors und Altfatholitenführers Der Verlauf der ersten Streiftage hat vollauf bewiesen, Bordeaux, 21. Oftober. Die noch ausständigen Angestellten der daß ein auf solcher Basis unternommener Generalstreit er- Südbahn haben beschlossen, die Arbeit heute nachmittag folgreich sein muß, wenn er allgemein ist und wenn die wieder aufzunehmen. Arbeiterschaft fest bleibt. Hätten die anderen Bahnneke sofort mit derselben Energie eingegriffen wie die Nord- und Westbahn, so hätten auch alle Ungesetzlichkeiten der Regierung nicht gefruchtet. Zumal die Einberufungsorder mußte in dem Augenblick lächerlich werden, wo sich hunderttausend Arbeiter weigerten, ihr Folge zu leisten. Denn wollte die Hunderttausend einsperren, so war das neuer Generalstreit der Eisenbahner, nur vom Bourgeois- Ein eigenartiges Bild bot sich am Mittwochabend in der Frank Fr. H. Reusch( 1825-1900) schildert Prof. 2. A. Goeß auch ben staat selbst inszeniert. Hier zeigt sich die tatsächliche furter Chauffee. Dort sollte im Kronprinzen- Garten eine öffent- Anteil, den Reusch an der Gründung und Leitung der Kölnischen Ueberwindung des objektiven absolutistischen Zwangs- Iiche, natürlich unpolitische Versammlung für die Blätter" später Kölnische Boltszeitung" hatte. Dieser Anteil ftaates durch die bon der modernen wirtschaftlichen Jugend abgehalten werden. As die jungen Leute und auch war recht groß. Der Plan der Zeitung war von Reusch. die Entwickelung geschaffenen Kollektivitäten. Sie ist aller- ein ganzer Teil Erwachsener gegen 8 Uhr nach dem Lokal kamen, eigentliche Oberleitung der Zeitung lag zum großen Teil in dings auch in jener Weigerung der Bahngesellschaften, zu fanden sie es von einem größeren Polizeiaufgebot feinen Händen. Reusch als liberaler Katholik, der in den wissens schaftlichen Fragen, die vor dem vatikanischen Konzil das tatholische unterhandeln, die ja die Ursache des Streits war, sichtbar. vollständig besest. Niemand erhielt Zutritt. Nur daß die Ohnmacht des Staates gegenüber den Kapitalisten, Der Einberufer Göring und Genosse Schwent begaben sich Deutschland bevegten, auf Döllingers Seite stand, übte in magin einer historischen Auflösung des Widerspruchs, ihn eben zu zum Polizeipräsidenten, um zu erfahren, mit welchen voller Weise an tirchlichen Mißständen Kritik. Das beliebte ultramontane Mittel sette ein: im Oktober 1867 verkündete der ihrem gewalttätigen, willfährigen Kriegsknecht macht. Gründen er diese unverständlichen Maßnahmen zu rechtfertigen damalige Erzbischof Melchers persönlich Herrn Bachem, dem VerNeben der unvollkommenen Organisation und Erziehung versuchen werde. Der Polizeipräsident erklärte etwa folgendes: leger der Kölnischen Blätter". daß er ihm den Druck verder Arbeiterschaft hat die Intervention eben des Staates die Da die Versammlung im Vorwärts" sowohl, als auch im Mit- schiedener Arbeiten entziehen werde wegen der Haltung der Hauptschuld an der Niederlage. Das Streiffomitee teilungsblatt der Jugendorganisation veröffentlicht und als Agi- öln. Blätter" in den Fragen der deutschen Wissenschaft seit spricht dies in seinem Manifest selbst aus, indem tationsversammlung für die Jugendorgani= einem Jahre und der unangemessenen Kritit erzbischöflicher Gres auf die Ungeseklichkeiten und Gewaltakte der Regierung fation bezeichnet worden sei, die Jugendorganisation lasse in letzter Zeit". Bachem blieb damals noch feft; erst 1870 hinweist. Deutlicher könnte nicht bekannt werden, daß es aber, wie das Oberlandesgericht jüngst entschieden habe, als ein beim Vatikankonzil hat er, wie Fr. X. Kraus an Reusch schrieb, sein Blatt zu einem Organ des Ultramontanismus gemacht". für das Proletariat einfach hirnrissig ist, den Staat nach politischer Verein anzusehen fei, zu deffen Veran-" Der Erzbischofschreibt Goes lenkte nun wieder ein und anarchistischer Art zu ignorieren, statt ihn sozialistisch zu er staltungen die Jugendlichen unter 18 Jahren keinen Zutritt haben, verwirklichte seine Drohung vorderhand nicht; aber die Köln. " Blätter" erhielten eine Art erzbischöflichen gerichtete Schreiben beweist, scheint die Polizeibarwaltung der farbigen Legitimationsfarten eine politische und jedenfalls eine 3ensor in dem Subregens Prof. Heuser, der sorgte, Meinung zu sein, daß Versammlungslokale besonders fonzessioniert im Interesse des Staates und der deutschen Arbeitgeber gedaß der Erzbischof nicht mehr in der Zeitung angegriffen wurde. sein müssen. " Deutsche Montagszeitung" und Germania". troffene Maßregel sei, trotzdem werden die LegitimationsAlso, es ist alles schon dagewesen, auch der geistliche Quasi- Von dieser Annahme ausgehend hat sie, wie es scheint, eine gebühren von den Arbeitern bezahlt. Die Verweisung zensor der katholischen Zeitung. Bikant ist dabei, daß gerade die Liste derjenigen Lokale aufgestellt, in denen Versammlungen ab- auf den Rechtsweg bei der Unfenntnis der Sprache, der Entblößung Zeitung, die sich so über die Nachricht von geistlichen Zeitungsgenforen aufregt, die Köln. Voltszeitung" selbst einen solchen gehalten werden können. Da die uns zur Verfügung stehenden von Mitteln für Koft und Wohnung in dem Augenblicke der angeZensor hatte. Man sieht daraus, welche Wandlungen das führende Lokale auf dieser Liste nicht enthalten sind, so find sie, wie es im strebten Vertragslösung, tomme in vielen Fällen einer RechtlosBlatt des deutschen Ultramontanismus durchgemacht hat. Polizeideutsch heißt, nicht zugelassen" und man verbietet fegung der Leute gleich. Er verwies auf die Ausnahmebestimmungen, sie einfach. Ein wirklich probates Mittel, um die Versammlungs- auf Grund welder der ausländische Arbeiter in Deutschland im freiheit aufzuheben und den Gesetzgebern offen eine Nase zu drehen. Fall eines Unfalles mit einer dreijährigen Rente abgespeist wird, Nun, die höheren Instanzen, die selbstverständlich angerufen während im Falle eines Todesfalles die Witwen und Waisen des werden, können diefe offene Gesetzesverletzung unmöglich gut. Verunglückten ihrer Rechte ganz verlustig erklärt werden. Der von heißen. Im Reichstag wird darüber auch noch ein Wort diefem und auch von anderen Delegierten geäußerte Wunsch, daß man es den mitteleuropäischen Staaten nahelegt, in bezug auf die zu sagen sein. soziale Versicherung eine gleichmäßige Behandlung der ausländischen Arbeiter einzuführen, fand bei den Teilnehmern aus Deutschland teine Gegenliebe. " eine Die Deutsche Montagszeitung", das neue Berliner MontagsSeniationsblatt mit hochpatriotischer Tendenz, das, wie allgemein behauptet wird, zur Bekämpfung der Reichsverdroffenheit von der Regierung reichliche Unterstützungen erhält, findet bei den Zentrums parteilern wenig Beifall, da die" Deutsche Montagszeitung" in ihrer sich besonders für Gier nach sensationellem Stoff Schilderungen aus dem Leben des katholischen Klerus intereffiert. So enthält zum Beispiel die Nr. 3 Schilderung des Klosterlebens, betitelt„ Der Mönch vor Gericht". Das hat die Ultramontanen arg verschnupft, und so läßt die heutige Morgennummer der„ Germania" eine wütende Philippika gegen das neue Regierungsblatt vom Stapel, in der sie zugleich die Gelegenheit benugt, Herrn Professor Martin Spahn einen Fußtritt zu applizieren, da dieser in seiner Sucht, überall mit dabei sein zu müffen, dem Herausgeber des neuen Senfationsblattes seine Anerfennung ausgesprochen hat. Bissig schreibt eine geschätzte Seite" ber „ Germania": Aus der Justizkommunion. Die Sigung am Freitag begann mit einer längeren Debatte Die praktische Ausbeute diefer Tagung war nach alledem nicht ironische über einen polnischen Antrag, der bereits in der ersten Lesung abgelehnt worden war und der bezweckt, daß den der deutschen bedeutend. Sie ist aber doch als ein Symptom der wirtschaftlichen Sprache nicht mächtigen Zeugen und Angeklagten Kämpfe und des Bestrebens des internationalen Zusammenschlusses ein Dolmetscher beizugeben ist. Der Antrag wurde auch der Ausbeuter bemerkenswert. diesmal wieder abgelehnt. Dafür stimmte außer den Polen und unseren Genossen nur ein Teil der Zentrumsabgeordneten. Ein Großblock gegen die Sozialdemokratie. In der ersten Lesung war beschlossen, daß neben den GeIn Frankfurt a. M. hat die Volkspartei beschlossen, mit allen schworenen und Schöffen auch die Nichter verpflichtet sein sollten, bürgerlichen Parteien, auch Konservativen und Zentrum, zusammen über den Hergang bei der Beratung und der Abstimmung im Diese gegen die Sozialdemokratie bei den nächsten StadtverordnetenBeratungszimmer Stillschweigen zu bewahren. Bestimmung wurde auf einen konservativen Antrag hin gegen die wahlen vorzugehen. Ursache zu diefer politisch intereffanten ParteienEs scheint fast, als ob man sich nur noch durch Verhöhnung Stimmen einiger Zentrumsabgeordneten, unserer Genossen und der verbindung bat die Furcht gegeben, daß die Sozialdemokratie bei den nächsten Wahlen die Mehrheit im Stadtverordnetenkollegium deffen, was den Katholiken heilig ist, glaubt, der Schmutzkonkurrenz Polen wieder gestrichen. Damit war die zweite Lesung erringen fönnte. gegenüber über Wasser halten zu fönnen, und man watet halt des Gerichtsverfassungsgefeßes beendet. Die zweite Beratung der Strafprozeßordnung begann Ein Zentrumsabgeordneter und seine Dienstmagd. mit großem Behagen in demselben Schmuß wie diese. Ich würde wirklich feine Minute Zeit dafür geopfert haben, den Schmutz- mit dem Antrag unserer Genossen zum§ 1, den fliegenden Das Berliner Tageblatt" erzählt: finken, der diese Sudelei geschrieben, auch nur zu nennen Bolz Gerichtsstand für die Preise zu beseitigen. Nach dem In Junkersdorf in Unterfranken lebt der bayerische unterzeichnet er sich wenn mir nicht auf der 4. Seite einige Entwurf können mehrere Gerichte auch bei dem Verfahren wegen Landtagsabgeordnete und frühere langjährige Reichstagsabgeordnete für Neustadt a. d. Saale, Herr Joseph Moritz. „ beifällige Aeußerungen" zu dem Unternehmen der„ D. M.- 3." Breßvergehen zuständig sein: 1. das Gericht, in dessen Bezirk die Landtagsabgeordnete und frühere langjährige Reichstagsaufgefallen wären. Unter anderen ist Herr Professor Drudichrift erfcheint, 2. wo der Angeklagte wohnt, abgeordnete für Neustadt a. d. Saale, Herr Joseph Moriz. Spahn in Straßburg als Kronzeuge für die Be- 3. wo sich derselbe vorübergebend aufhäft oder 4. wo Natürlich Zentrum, wie sein Nachfolger im Reichstag, General strebungen des Blattes oder etwa feines er verhaftet wird. Unfere Genossen wiefen darauf hin, daß Häusler. In seinem Junggesellenhaushalt wurde Morig unterstützt durch eine Dienstmag d. Dreiundzwanzig Jahre diente sie ihm Chefredakteurs?- aufgeführt. Herr Professor Spahn durch diese Bestimmungen selbst das für die in Süddeutschland ermag die beste Absicht gehabt haben, als er zu einem solchen scheinenden Druckschriften bestehende Recht, nach dem Preßdelikte, die treu und redlich und hatte ein so felfenfestes Vertrauen auf das ihr Unternehmen seinen Beifall fundgab. Ob es ihm aber angenehm im Wege der öffentlichen Auflage verfolgt werden, vor dem Schwur- von ihrem Herrn gegebene eriprechen, er werde sie einmal gut versorgen, daß sie niemals weder Lohn mit ihm Die Regierungsfein wird, feine Aeußerungen in Gesellschaft von solchen gemeinen gericht zu erledigen sind, durchbrochen werden. Machwerken und als Empfehlung derselben aufmarschieren zu sehen, vertreter wichen jeder weiteren Entgegnung aus und auch die Ver- ausmachte, noch von ihm forderte. Da fügte es sich, daß das möchten wir doch füglich bezweifeln und ihm vor aller treter der bürgerlichen Parteien schwiegen sich aus. Zentrum, Ston- fie Gelegenheit fand, einen braven Mann aus einem Nachbardorfe Deffentlichkeit die ergebene Bitte unterbreiten, möglichst fervative und Nationalliberale begnügten sich damit, den sozialdemo- u beiraten. Sie löste deshalb ihr bisheriges Dienstverhältnis und forderte in geziemender Weise von ihrem Herrn den Landes. mit wendender Post zur Veröffentlichung dem fratischen Antrag niederzustimmen. Herrn Chefredakteur feine Absage zu über- Ein Antrag unserer Genoffen zum§ 19, daß die Ablehnung üblichen ohn, den sie in den 23 Jahren bei ihm hatte anstehen lassen. Der Herr Abgeordnete aber war die langen Jahre senden. her durch das Nichtlohnzahlen so verwöhnt, daß er vermeinte, das müsse so weitergehen. So war denn die arme Magd genötigt, um ihren fauer verdienten 2ohn zu prozessieren, bis ihr bisheriger Brotherr, der nebenbei bemerkt, mit irdischem Lohnerhöhung für die Eisenbahnproletarier. Gut reichlich gefegnete Zentrums deputatus, ihr endlich durch Wir können bestimmt mitteilen, daß den Eisenbahnarbeitern in feinen Anwalt für die 23 Jahre die Riesensumme von Preußen am 1. April 1911 eine 2ohnaufbefferung zu teil 1150 Mart, das find 50 Mart pro Jahr gleich 96 Pfennig pro werden soll. Daß die Löhne der Eisenbahnarbeiter in gar feinem Woche oder 131, Pf. pro Tag, anbieten ließ, wobei der Anwalt ihr Verhältnis stehen zu den Lebensmittelpreifen ist bekannt. Diese Tat- bemerkte, daß fein Mandator das Recht der Verjährung fache würde die maßgebenden Instanzen aber kaum veranlagt haben, geltend machen werde, wenn sie mit dem Angebot nicht zueine Lohnaufbesserung in Erwägung zu ziehen. Als weit stärkere frieden sei. Was sollte die Klägerin machen? Um nicht alles ein Triebfräfte kommt in Betracht das energische Auftreten der sozial- aubüßen, nahm sie die 1150 Mart an, von denen noch 158,89 Mark bemokratischen Abgeordneten im Preußischen Landtag zugunsten der für die ihr erwachsenen Gerichts- und Anwaltskosten abgingen. Eisenbahner und vor allem der Umstand, daß die nächsten Reich 8tagswahlen immer näher heranrücken. Den Herren Exzellenz Adolf Wagner, Kronsyndikus Professor Zorn- Vonn, Professor Laband- Straßburg, Geb. Hofrat Professor Karl Lamprecht Leipzig, Profeffor Binding- Leipzig und Freiherrn v. d. Goltz müssen wir es überlassen, ob sie fürderhin für ein solches Unternehmen ihre Worte als Empfehlung hinausgeben wollen. Jedenfalls müssen wir Statholifen es ablehnen, auf solche Weise den Radikalismus und die Sozialdemokratie zu bekämpfen. Wir begreifen die Erregung der altjungferlichen Dame" Germania", nur verstehen wir nicht, wie sie es als etwas Besonderes empfindet, daß eine Reihe Professoren die Herausgabe des neuen Blattes mit heißen Herzenswünschen begleitet. Erstens ist doch nichts leichter, als für irgend ein literarisches Unternehmen, sei es auch der zweifelhaftesten Art, die Anerkennung einer Anzahl Universitätsprofessoren zu finden, und zweitens ist die„ Deutsche Montagszeitung" nicht nur ein Regierungsblatt, sondern sie zahlt den Herren Vertretern der offiziellen Wissenschaft für ihre Beiträge auch besonders fette Honorare. Berhinderte Berichterstattung. eines befangenen Richters auch im Verlauf der Hauptberhandlung erfolgen fann, wurde abgelehnt, da auch die Freisinnigen dagegen stimmten. Die Eisenbahnproletarier sollen durch Zuwendung einiger Nickel bewegen werden, nicht sozialdemokratisch zu wählen. deren Tagesordnung Portugal. Die Anerkennung der Republik. Die englische Regierung hat den Mächten vorgefchlagen, bezüglich der Anerkennung der neuen Regierung in Portugal pari passu( gleichzeitig) vorzugehen. Diese engEine internationale Streitbrecherorganisation. Aus Budapest wird uns geschrieben: Der im Jahre 1904 in lische Demarche dürfte allerseits eine günstige Aufnahme Die Polizeibehörden des Reichstagswahlkreises Wiesbaden scheinen teine Versammlungen unter freiem Himmel mehr zulassen Berlin begründete Mitteleuropäische Wirtschaftsverein veranstaltete finden. Wie das Wolffsche Bureau hört, hat die deutsche auf Regierung bereits ihr prinzipielles Einberzu wollen, denn neuerdings ist eine solche in Geisenheim, vor kurzem hier in Budapest eine Fachkonferenz, die" Internationale Organi- ständnis erklärt. einem Orte des Rheingaus, und am vergangenen Sonntag auch in Anschluß an die Republikaner. Erbenheim bei Wiesbaden verboten worden. In letterem fierung des Arbeitsmarktes" stand. Wessen Geistes Kind Orte sollte am vorigen Sonntag Genosse Reichstagsabgeordneter diese Veranstaltung war, erfieht man daraus, daß in der Masse der Lissabon, 21. Oktober. Der Nuntius ist ins Ausland Lehmann über die Tätigkeit des Reichstags referieren. Ein Ge- Vertreter der Unternehmerverbände, Scharfmacherorganisationen und such an den Gemeindevorstand um Ueberlassung eines Gemeinde Regierungen die spärlichen sozialpolitisch angehauchten Ideologen wie abgereift. Der frühere Ministerpräsident Zegeira de Souza plates lehnte dieser ab ohne Angabe von Gründen. Wiederholte Fremde von Distinktion umherirrten. Als Deutschlands Vertreter Nüdsprache mit den beiden Saalbefizern, deren Lofale von der waren der Herzog Ernst Günter von Schleswig- Holstein, Direktions- erklärte, er betrachte die Partei der Regeneradores als aufvom Zentral Industrieverband, Baron Busche- gelöst. Baron Busche- gelöst. Er selbst ziehe sich einstweilen aus dem politischen Arbeiterschaft am stärksten besucht werden, führten zu keinem Gr- rat Bueck gebnis. Schließlich gelang es, einen Hofraum zu erhalten; die Reffel, Direktor der deutschen Landarbeiterzentrale, Dr. Altrod, Leben zurück und rate seinen Anhängern, sich offen der neuen Sekretär des preußischen Landwirtevereins, und noch andere Regierung anzuschließen. Bersammlung wurde aber verboten: Der Verein wurde seinerzeit zur Arbeiterfreunbe erschienen. ..weil durch die Möglichkeit des Zusammenströmens unbegrenzter Menschenmengen und bei dem zur Verfügung stehenden engen Raum in dem Hofe aus der Versammlung Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu befürchten ist. Der Bürgermeister: Merten." " Finanzreformen. Verteidigung der mitteleuropäischen Unternehmerinteressen gegen die Lissabon, 21. Oktober. Der portugiesische Finanzminister englische, und noch mehr gegen die amerikanische Konkurrenz ge gründet und die bei der jetzigen Tagung zur Beratung stehende elbas telegraphierte an die Financial News", daß die res Frage war, auf welche Weise der amerikanischen Industrie die billigen publikanische Regierung in der Lage fei, allen finanziellen verpflichtungen nachzukommen. Die portugiesische Dabei ist die Größe des Hofraums, welchen der Bürgermeister Arbeitskräfte, die ihr durch die Auswanderung zugeführt werden. Finanzverwaltung werde von Grund auf umgeändert. Die Reselbst besichtigte, 60 Quadratmeter, ein anschließender Garten abgeschnitten werden könnten. Sämtliche Vertreter stimmten darin gierung plane eine ernstliche Verminderung der unproduktiven Aus50 Quadratmeter, so daß auch für den Besuch von 200 Personen, überein, daß die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten ergaben. Die Defizitwirtschaft werde aufhören und die Regierung welchen der Bürgermeister erwartete, reichlich Plak gewesen wäre; fchwert und den Regierungen das Ergreifen von notwendigen werde sich bemühen, die Finanzen des Landes auf eine sichere in Wirklichkeit konnte nur mit einem Besuch von 50-70 Personen Maßregeln nahegelegt werden solle. Neber diesen Punkt hinaus Grundlage zu bringen. Dem Matin" wird gemeldet, daß zahlreiche Portu gerechnet werden. war aber feine Einigkeit in den Auffassungen und Wünschen zu erzielen. Die österreichischen und ungarischen Arbeit- giesen dem Finanzminister freiwillig mehr oder minder bedeutende geber haben ein Interesse daran, die billigen Arbeitskräfte schwebenden Schuld dienen sollen. Geldsummen anbieten, welche zur Tilgung der äußeren Staatsbeamte und Militärim Lande zu erhalten. Die Unterbindung der Auswanderung personen haben den Finanzminister schriftlich gebeten, einen Zeil vergrößert die industrielle Reservearmee, bedeutet einen steten Lohn- ihrer Bezüge für diese Schuldentilgung zu verwenden. druck und verbürgt auch die genügende Zahl von Streifbrechern. Sie verlangten also Maßregeln, welche die Auswanderung überhaupt erschweren. Die deutschen Industriellen und Agrarier haben aus denselben Gründen ein entgegengesetztes Intereffe, was der Herzog von Paris, 21. Oktober. Jules Hedemann hat für den Matin" Schleswig- Holstein auch zugab, indem erklärte, er würde es sehr in Spanien eine Enquete angestellt über die Aussichten einer bedauern, wenn die Regelung der Auswanderung in dem Sinne Republit in Spanien. In einem Interview, welches er mit bewerkstelligt würde, daß man die Arbeiter auch in dem Falle, dem Kabinettschef Canalejas hatte, äußerte sich dieser folgenwenn sich ihnen im Auslande vorteilhaftere Arbeitsbedingungen dermaßen: Die portugiesische Revolution hat keinerlei Einfluß auf böten, durchaus in ihrem Vaterlande zurückhalten wollte. Die Spanien ausgeübt(?). Die spanische Armee ist der Monarchie Noch toller aber ist, wie die Polizei am gleichen Tage in Geisenheim, woselbst Genosse Lehmann am Abend sprechen sollte, vorging. Dort erhielt der Wirt folgendes Schriftstück zugesandt: Die Polizeiberwaltung. Geisenheim, 15. Oktober 1910. J.-Nr. 5072. abgehalten werden. Nach einer Bekanntmachung in dem„ Geisenheimer Lokal. anzeiger" soll in Ihrem Zokale morgen abend eine Versammlung Sie werden darauf aufmerksam gemacht, daß Ihr Lokal als Versammlungsraum nicht zugelassen ist, so daß in demselben eine Versammlung nicht abgehalten werden darf. ( Name unleserlich.) Herrn Paul Scholl, hier. allen La der Polizei zu einem solchen Verbot kein Recht zusteht, das Lokal eine große Wirtsstube mit zwei Ausgängen inforderungen, die auch der penibelste Polizeigeist stellen konnte, entsprach, so ignorierten unsere Genossen das ungefehliche Berbot. Raum aber, daß Genoffe Lehmann zu sprechen begonnen hatte, stürmten ein Gendarmeriewachtmeister und zwei Polizisten in das Wirtszimmer und umringten den Redner. Der Wachtmeister er Tärte:„ Sie wissen, Herr Abgeordneter, daß die Versammlung Spanien. Eine Enquete über die Republik. deutschen Delegierten nahmen hauptsächlich die Auswanderungs- sehr zugetan. Andererseits ist die republikanische Partei in Spanien Agenten in Shutz und waren gegen die Maßregelung derselben. uneinig und die weitaus größte Mehrheit des Volkes ist königstreu. Es wurde in diesem Punkte auch keine Verständigung erzielt und mit einem Worte, eine Revolution in Spanien ist unmöglich. man kam nur darin überein, daß man für die Auswanderer sanitäre Der republikanische Führer 2erroug ist anderer Ansicht und Vorkehrungen, Impfzwang und dergleichen mehr verlangte. Dagegen erklärte, die Republik sei in brei bis vier Jahren in beschloß man, eine Aktion für die Neuregelung der Arbeits- Spanien eingeführt. Sie sei ebenso sicher wie der Sonnenbermittelung einzuleiten auf Grund des folgenden Beschlusses: aufgang am Morgen. Die große Mehrheit des spanischen Volkes „ Es empfiehlt sich, in jedem der mitteleuropäischen Staaten sei antiflerital und antimonarchisch. Die republikaeine Zentralstelle zu errichten. Dieser Zentralstelle obliegt es, sich einen Ueberblick über die tatsächliche Lage des Arbeits- nische Propaganda dringe immer weiter in die Kasernen ein. marttes in jedem Lande zu verschaffen, sich mit den ähnlichen Der König sei nicht volkstümlich, er beschäftige sich mehr mit dem Zentralstellen der anderen mitteleuropäischen Staaten in Ver- Sport und zu wenig mit seinem Volte. Der Antiklerikalismus bindung zu setzen und einen Austausch der Berichte über die je wachse täglich in Spanien. weilige Lage des Arbeitsmarktes herbeizuführen. verboten ist, und Sie dürfen deshalb hier nicht reden." Auf den Einwand Lehmanns und des Vorsitzenden, daß die Polizei nichts zu verbieten habe, erklärte der Wachtmeister, diese Stube sei kein Bersammlungslokal, er löse daher hiermit die Versammlung auf. Da es unter diesen Umständen unmöglich war, die Versammlung abzuhalten, so blieb nichts anderes übrig, als unter Protest gegen diese Vergewaltigung sich zu fügen. Der weiteren Aufforderung Bieht man die soziale und wirtschaftliche Stellung der des Wachtmeisters an den Wirt, nichts mehr zu verzapfen, wurde Konferenzteilnehmer in Betracht, so ist es nicht zweifellos, daß da natürlich nicht Folge geleistet, denn die Polizei besibt auch nicht der Grund zu einer staatlichen internationalen Streit den Schein eines Rechts, einem Wirt abends um 8 Uhr den Aus- brecherorganisation gelegt wurde, vor der die Arbeiter schank zu berbieten, weil er dulden wollte, daß ein Reichstagsabge- flasse aller betreffenden Länder nicht früh genug gewarnt werden ordneter an seine Gäste eine Ansprache Halten wollte. Die Poli- fann. zisten blieben dann im Lokal und stellten sich in Reih und Glied Ein polnischer Delegierter, Dr. Caro aus Kralau, brachte die neben den Schantstock auf; den Ausschank selber wagten sie trok schändliche Behandlung polnischer Landarbeiter in Deutschland des Verbots nicht zu hindern. Wie das an den Wirt des Lokals zur Sprache. Er erklärte, daß die Einführung der verschieden Hedemann setzte seine Unterredungen auch in anderen Kreifen fort und unterhielt sich auch mit Kaufleuten und Industriellen. Im allgemeinen wurde ihm geantwortet:„ Wir sind keine Republikaner, aber wir sind der Ansicht, daß der Kleritalismus unser Land dem Verderben zuführt. Der Klerikalismus und der Einfluß und das Treiben der Kongregationen, speziell der Jesuiten, wird für Spanien verderblich und bildet für die Dynastie die größte Gefahr. In Arbeitertreisen stellte Herr Hedemann offene republikanische Ansichten feft, gepaart mit Teilnahms losigkeit. Unter den Offizieren hat die republikanische Pro- bat Genosse Beirotes in der Freien Breffe" zu Straßburg eine Millionen Mark vorhanden; hierunter befanden sich 98 Kommandit. paganda keine Fortschritte gemacht. Als Schlußansicht erklärte Erklärung erlaffen, in der er bestreitet, daß er, wie in der Mül- gesellschaften auf Attien mit 600,94 Millionen Mark Kapital. Die Hedemann, zwei Ereignisse können die Monarchie in Spanien im Gauser Resolution behauptet wird, in Markirch mit niedrigften 5222 tätigen Gesellschaften hatten im Deutschen Reiche 1943 einFalle eines Todes König Alfons in Gefahr bringen: 1. Die Kapi- persönlichen Verdächtigungen gegen nichtanivefende Genossen operiert getragene Zweigniederlassungen, die sich auf 679 Gesellschaften verBis 1 Million Mark Aktienkapital wiesen 2820, darüber tulation der Regierung vor den Wünschen des Volkes, denn das habe. Er habe sich gegen Angriffe Emmels gewehrt, die dieser auf der teilten. Landesversammlung gegen ihn( Beirotes) erhob, indem er erklärt habe, daß hinaus 2402 tätige Aftiengesellschaften auf. Am 30. September Volk verlangt, daß Spanien sich aus der Umklammerung der Emmel der letzte sei, der solche Vorwürfe erheben dürfe, da er selbst 1909 waren 868 nichttätige Aktiengesellschaften einschließlich KomJesuiten befreie und 2. die Zustimmung der Cortes zu den Vor- in seiner Vergangenheit ähnliche Vorwürfe zu hören bekommen habe. manditgesellschaften auf Attien vorhanden, nämlich 288 in Liquidation schlägen gewisser militärischer Kreise und des Hofes, sich in eber den Genossen Martin habe er behauptet, daß er ein eigen und 80 in Stonfurs mit 356,43 und 47,23 Millionen Mart AftienMarotto in eine Eroberungspolitik einzulassen. Es ist sicher, finniger, unbelehrbarer Rechthaber sei, der niemals nachgebe, felbst tapital. daß die Reservisten, welche unter die Fahnen berufen würden, nur wenn man ihm hundertmal nachgewiesen, daß er Unrecht hat. In Von den erstmalig von der Reichsstatistik behandelten Geungern ihre Familien verlassen werden und Unruhen würden under Oftroidebatte babe er in der unverantwortlichsten Weise die sellschaften beschränkter Haftung gab es an jenem Tage 16 508 mit ausbleiblich sein. Die Unruhen werden einen antimonarchischen Debatte aufs persönliche Gebiet geschleppt und dadurch der Partei einem Stammkapital von zusammen 3538 52 Millionen Mart. Bon Charakter tragen, aus dem die refifanische Partei natürlich so- mehr Schaden zugefügt als er jemals wieder gut zu machen in der diesem Betrag entfielen 1500,29 Millionen Mark 42,40 Broz. Lage fei. auf Sacheinlagen. int Jene 16 508 Gesellschaften hatten fort Nuken ziehen würde. In dem Bericht der M. Vztg." von der Mülhauser Ver- Deutschen Reiche 982 eingetragene Zweigniederlassungen, die fammilung wurde behauptet, Genoffe Peirotes habe noch folgende fich auf 587 Gesellschaften berteilten. Von den 16 508 Aeußerung in Markirch getan: tätigen Gesellschaften mit beschränkter Haftung hatten 3479, also etiva ein Fünftel, ihr Stammkapital nur auf den geseglichen Mindestbetrag von 20 000 M. festgesezt. 15 334 Gesellschaften hatten ein Stammkapital unter und 1174 Gesellschaften ein solches über eine Million Mark. Nichttätige Gesellschaften mit beschränkter Haftung bestanden am 30. September 1909 2479; von ihnen befanden sich 1970 mit 305,16 Millionen Stammfapital in Liquidation und 509 mit 72,11 Millionen Mart Stammkapital in Konturs. England. Eine sozialistische Kundgebung. London, 21. Oktober. Für den 10. Dezember ist eine große fozialistische Manifestation in London geplant. An derselben wird als Vertreter Frankreichs Jaurès und als Vertreter Belgiens Vandervelde teilnehmen. Gegen Balfours Flottenhehe. „ Kommt der Mülhauser Antrag auf dem Parteitage zur Verbandlung, so bekommen die Müllhauser recht. Das läßt mich aber folt, wir sind hier nicht da drüben, wir sind hier im Eliaß. Den gedriften Unteroffizieren da drüben ist alles zuzutrauen. Wir werden ja hier doch so nebensächlich behandelt wie die Schlesier." Bom Stahlwerksverband. Die mit Spannung erwartete Hauptversammlung des Stahlwerksverbandes am Donnerstag hat den Verkauf von Halbzeug für das erste Vierteljahr 1911 zu den bisherigen Bedingungen und Preisen freigegeben. Nach dem Bericht des Vorstandes hat sich die Lage auf dem inländischen sowohl als wird die Situation als etwas besser gezeichnet. auf dem ausländischen Markt wenig verändert. Im allgemeinen Beschäftigungsgrad im Textilgewerbe. Dazu erklärt Genosse Peirotes in der Fr. Br.": In diefen mir in den Mund gelegten Aeußerungen erblickt Genosse Emmel eine chauvinistische Heze. Ich habe das schon auf London, 20. Oktober. Der Erste Lord der Admiralität Mcder Versammlung in Mülhausen mit aller Schärfe zurückgewiesen Kenna hielt heute in Llanthony eine Rede, in der er erklärte, und es fennzeichnet die Ehrlichkeit der„ Mülhauser Volkszeitung", die alarmierenden Angaben, die Balfour fürzlich in bezug auf daß fie trotzdem nicht ansteht, damit noch weiter frebien zu gehen. die englische Flottenstarte gemacht habe, würden weder durch Tat- Ich habe aber auch die obige Aeußerung so gar nicht getan. sachen noch durch beweisträftige Bahlen unterstüßt. Alle Parteien was ich in Martirch jagte, war ungefähr folgendes: feien sich darin einig, daß Englands Vorherrschaft zur See erhalten werden müsse. Die Frage laufe einfach darauf hinaus, Wer" die Verhältnisse hierzulande nicht fennt, wer nicht weiß, daß Die Mülhauser Resolution ist ganz raffiniert zurecht gedrechfelt. genau zu bestimmen, welche Vorbereitungen notwendig seien, um der zweite Abiag auf unwahrheiten beruht, wird der Resolution Englands Politik den nötigen Nachdruck zu verleihen. Balfour selbstverständlich zustimmen. Dazu kommt die Verquidung mit dem habe gesagt, daß Englands Ueberlegenheit so tief wie nie zuvor Revisionismus, mit dem meine Stellungnahme in der Öftroifrage gesunken sei, richtiger sei es jedoch, zu sagen, daß mit wenigen auch nicht das geringste zu tun hat. Aber in der Stimmung, in der Die Abnahme, die der Beschäftigungsgrad immer im Sommer Ausnahmen Englands Ueberlegenheit in FriedensVer- erfährt, war in diesem Jahre erheblich stärker als 1909. Mißt man zeiten niemals so groß gewesen sei. Balfour habe be- sich heute die große Mehrheit der Partei wegen des haltens der Badenser befindet, braucht man. etwas hauptet, daß, wenn eine andere Macht( gemeint ist natürlich nur als nämlich an der Bewegung der Mitgliederziffern bei den an das Deutschland) 21 Dreadnoughts fertig habe, England nur eine leber- revisionistisch zu bezeichnen, um die Mehrheit faft mit Sicherheit„ Reichsarbeitsblatt" berichtenden Krankentassen von Tegtilbetrieben legenheit von vier solchen Schiffen habe. Diese Macht habe jetzt hinter sich zu bekommen. Wenn aber der Parteitag fich wirklich den Beschäftigungsgrad in der Textilindustrie, so ergibt sich 17 Dreadnoughts fertig bezw. im Bau, und vor Ende 1912 könnte darauf einlassen, wenn er ohne eingehende Brüfung der Sachlage für die Bewegung von einem Monat zum anderen folgendes Bild. fein weiteres Schiff dieser Klasse fertiggestellt werden. England uns verurteilen sollte, so läßt mich das kalt. Ich handele dann doch Es betrug die Zu- refp. Abnahme in Prozent: würde zu dieser Zeit 25 folcher Schiffe haben, die, soweit nach Pflicht und Gewissen. Nur wenn ein Parteitag in genauer fie nicht fertig seien, in kürzester Zeit fertiggestellt werden könnten. Stenntnis der Sachlage und nach eingehender Beratung aller in VeWenn der Bau der vier auf dem Bauprogramm des nächsten Jahres tracht kommenden Umstände gesprochen, nur dann kann ich mich stehenden Dreadnoughts jener Macht in Angriff genommen werde, einem Votum fügen. Man kann auch, selbst wenn die Mülhauser was nicht vor der Einbringung des nächstjährigen englischen Bud- Resolution angenommen werden sollte, in der Oftroifrage immer noch tun und lassen, was man will. Die Mülhaufer hüten sich wohl, gets geschehen könne, sei es Zeit genug, sich darüber schlüssig zu die Stonsequenz ihrer Worte zu ziehen. Stlipp und klar zu sagen, daß werden, welchen Maßstab England in bezug auf seine Schiffsbauten bas Dftrot unter allen Umständen abzuschaffen ist, so ver in diesem Jahre zur Anwendung bringen solle. Die russische Freundschaft. antwortungslos ist auch der Genosse Martin nicht." Ich denke, Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. -0.11 0,02-0,05 1909+0,54+0,85+0,18+0,76-0,14 1910+0,820,41-0.88+0,51+0,22-0,55- 0,69- 0,49 Seit Juni hält demnach die ungünstige Bewegung ununterbrochen an; im Auguft war die Abschwächung fogar noch stärker als im August 1908, wo der Rückgang der Beschäftigtenziffer fich auf 0,03 Broz, gestellt hatte. Im September hat ja nun wie alljährlich die Herbst belebung eingefeßt, aber auch sie hat in Anbetracht der borjährigen Lebhaftigkeit nicht befriedigt. Eine große Kulturaufgabe. Wer in diesen Aeußerungen eine chauvinistische Tendenz erblicken will, mag das tun. Der ruhig urteilende Leser wird wohl eine London, 21. Oktober. Auf einem ihm zu Ehren gegebenen andere Auffaffung haben. Als Jronie der Weltgeschichte aber muß Bankett sprach der zum Vizekönig von Indien ernannte Biscount ich es bezeichnen, daß in derselben Zeit, in der ich von KleritalFür öffentliche Meliorationen zur Hebung der Landwirtschaft Sardinge in ausführlicher Weise über die Beziehungen zwischen nationalistischer Seite wegen meiner scharfen Bekämpfung des durch Beseitigung der Kulturschäden, und Verbesserung der KulturEngland und Rußland. Er erklärte, die Beseitigung ihrer Chauvinismus als gouvernemental verschrien werde, es bedingungen werden in Deutschland erft lächerlich geringe Summen unvernünftigen und gefährlichen Rivalität in Zentralasien und Parteigenoffen gibt, die mich als Chauvin hinstellen. der Abschluß der Entente seien von unberechenbarem man braucht nur diese Gegenüberstellung zu machen, um den ganzen gebietes bedarf der fünstlichen Feld- und Wiesenbewäfferung, um vom Staate aufgewendet. Fast die Hälfte des deutschen StaatsVorteil für Indien gewesen. Die Regierung sei durch sie in widerfinn der Emmelschen Unterstellungen gründlichst aufzudecken." eine normale Fruchtbarkeit zu erzielen. Die Gegenden mit nur 400 den Stand gesetzt worden, die sozialen Fragen zu studieren und bis 500 Millimeter Niederschlägen umfassen 1/20 von Deutschland und der Lösung zuzuführen, von denen die Wohlfahrt und die Ent Der Parteitag ber schweizerischen Sozialdemokratie hier herrscht zweifellos Waffermangel. Bei 500 bis 600 Millimeter widlung des indischen Voltes abhingen. findet am 26. und 27. November in Basel statt. Auf der Tages- reichen die Niederschläge für Ackerland noch nicht aus, weil hier ordnung steht außer den üblichen Geschäften( Berichterstattung. Mit noch leicht Mißernten durch Trockenheit herbeigeführt werden können. teilungen usw.) das Thema:" Die Partei und die Gewerk- Solche Gebiete umfassen 8/0 von Deutschland. Hinreichende Niederfchaften", worüber Genoffe Grimm, Redakteur der„ Berner schläge von 600-800 millimeter fallen nur auf 20 des StaatsTagwacht" referieren wird. Ein Antrag der Arbeitergebietes. Dagegen bedürfen andere, große Gebiete der Gutunion Zürich will, daß die Partei eine eigene Buch- wässerung. In Ostpreußen nehmen die Moorbäder in einem Streise handlung betreiben und eventuell die des Schweizerischen Grütli- 30,6, in anderen 23, 22 und 13 Broz. der Gesamtfläche ein. In vereins in Zürich taufen soll. Türkei. Scheitern der Anleihe. Konstantinopel, 21. Oktober. Nachdem die Türkei Konstantinopel, 21. Oktober. Nachdem die Türkei neuerdings erklärt hat, auf die französischen Bedingungen, die auf eine Verstärkung der französischen Kontrolle über die türfischen Finanzen hinausliefen, nicht eingehen zu können, sind die Verhandlungen defiinitiv abgebrochen worden. Perfien. Ruffische Drohungen. Petersburg, 21. Oktober. Zu der englischen Note an Persien führt Nowoje Wremja" aus: Rußlands Aufgabe sei nicht, Persien zu teilen oder das persische Reich zu zerstören, sondern nur die gesetzmäßigen Rechte Rußlands zu sichern. Wir übernehmen, sagt bas Blatt weiter, nicht die Vormundschaft über Persien, find aber bereit, feine innere Umbildung zu unterstüben. Wenn die persische Regierung die entgegengestreďte Sand ergreift, bleibt Persien auf der Karte von Asien, andernfalls nicht. Birshewija Wjedomosti" schreibt: Je länger die perfischen Politiker das Land in Anarchie erhalten, desto tiefer wird sich überall der Gedanke einnisten, daß der Berfall Persiens unabwendbar sei, woran gegenwärtig in Rußland und England niemand(?) glaubt. Jugendbewegung. Arbeiter- Jugend". Die foeben erschienene Nummer 22 hat unter anderem folgenden Inhalt: Ein Geheimerlaß gegen die„ Arbeiter- Jugend".. Drei Freunde( Fortsetzung). Von J. Thurow. Sonderbare Kriechtiere( Wit Illustrationen). Von M. A. Baege. Vom Kampf um das Koalitionsrecht( Aus der Vorzeit der Gewerkschaftsbewegung). aus einer Lehrlingsstatistit( Schluß). Von Nistau- Stiel. Aus der Jugendbewegung( Schleswig- Holstein, Breslau, Köln). Vom Seriegsichauplatz( Berlin, Treptowo, Effen). Zur wirtschaftlichen Lage. Der Branger der Lehrlingsschinder. Beilage: Jd riet ut. Ans dem Leben eines medlenburgischen Sütejungen. Tuft du deine Pflicht? Von W. Sollmann. Pflanzengenoffenschaften( Mit Juftrationen). Sumorist und Freiheitsdichter( Friedrich Stolze). Von Nich. Wagner. Interessantes bon der Sprache. Pery. Eine Hundegeschichte von E. Schubert. Natur. Gedicht von Heinrich Hari. 20 Westpreußen machen ausgedehnte stehende Gewässer Entwässerungss anlagen erforderlich. In Bommern, Posen, Brandenburg, Hannover leiden große Gebiete an Nässe. Zirfa 30 Broz. der Gesamtfläche Breußens besteht aus Sandboben. Das Hochwasser richtet fast jedes Jahr ungeheuere Kulturichäden an. Wie groß die wirtschaftlichen Erfolge aber sind, die sich durch öffentliche Meliorationen erzielen lassen, zeigt Dr. Koch in seinem fürzlich erschienenen Buche über das öffentliche Meliorations. wesen in Preußen.( Leipzig, Verlag von C. 2. Hirschfeld 1910.) Die öffentlichen Meliorationen werden in Breußen durch Genossens schaften unternommen, die Zuschüsse aus staatlichen Fonds erhalten. Die Entwäfferungsgenoffenschaft der Otmarsbocholter Niederung( Westfalen) hat für die Melioration eines Gebietes von 2042 hektar 27 720 M. aufgewendet. Der Gesamtwert des jährlichen Mehrertrages betrug aber 408 400 m., die Summe der Grundstückswertsteigerung 1 683 600 W. Von 13 Meliorationsnnternehmungen im Regierungsbezirk Münster war bei 6 Anlagen der jährliche Mehrerlös größer als die gesamten Kosten der genossenschaftlichen Anlage. In einemt alle erreichte der Wert der jährlichen Ertragssteigerung fast das Doppelte, in einem das 3-4fache und in einem das 5-6fache des für die Genossenschaftsanlage aufgewandten Meliorationstapitals. Im Regierungsbezirk Münster wurde durch die Meliorationen eine Ges samtsteigerung des landwirtschaftlichen Ertrags von fast eine Million Zentner erzielt. In der ganzen Provinz Westfalen haben die Meliorationen ( Entwässerungen und fünstliche Bewässerungen) den Wert der Grundstücke um 644,55 W. pro Heftar gesteigert, was für die gesamte genossenschaftliche Meliorationsfläche eine Gesamtwertsteigerung von etwa Die Aktiengesellschaft Charlottenbütte erzielte im letzten Ge- 41 millionen ergibt. Wenn in den anderen Provinzen Preußens Der Parteitag wurde heute in Gegenwart von 550 Dele- schäftsjahre, bei durchschnittlich 775 Arbeitern und einer Gesamtlohn- die gleichen Erfolge mit den Meliorationen erzielt worden sind, gierten vom Genossen Bentini eröffnet. Nach Gedenkworten funime von 1082 572,08 m., die Kleinigkeit von 1408 299,53 m. fo wäre in Breußen allein durch genossenschaftliche Ent-, für Costa und Sympathiebezeugungen für das russische und portugiesisce Proletariat erfolgte Fabrikationsgewinn. Der Reingewinn stellt fich auf 785 009,39 m. Bewäfferungs, Drainage und Flußregulierungsanlagen bei einer Es betrug demnach pro Kopf der Arbeiter eine Einigung über den Verhandlungsmodus dahin, daß nur nebensächliche Fragen den Sektionen überwiesen werden. Die von den Revolutionären geforderte Umstellung der Tagesordnung Verschiebung des Referates Turatis wurde in namentlicher Abstimmung mit 11 71ö gegen 6489, Stimmen abgelehnt. Aus der Partei. Mailand, 21. Dftober. Der italienische Parteitag. ( Brivattelegramm des Vorwärts".) Das Handbuch über die Finanzreform von 1909. In unserem gestrigen Artikel„ Nüstet zum Wahlkampf" ift von dem Handbuch über die Finanzreform 1909 gesagt, daß dem Buche das Inhaltsverzeichnis fehle, was vermutlich auf ein Versehen des Buchbinders zurückzuführen. Wie uns die BuchHandlung Vorwärts mitteilt, ist das in der Tat der Fall. Das Versehen ist alsbald bemerkt und das Inhaltsverzeichnis dem Buche eingefügt worden. Bezieher, die es noch ohne Inhaltsverzeichnis es halten haben, bekommen es auf Verlangen von der Buchhandlung Borwärts fostenlos nachgeliefert. Hus Induftrie und Handel. Fette Gewinne. Mark der Jahresdurchschnittslohn...1332,22 der Fabrikationsgewinn der Reingewinn. • . 1 810,70 1010,91 Meliorationsfläche von 1 622 311 Heftar eine Bermehrung des land. wirtschaftlichen Bodenwertes um mehr als 1 Milliarde Mark erfolgt, denen ein genossenschaftliches Anlagekapital von 169,2 Millionen gegenübersteht. Dabei ist erst ein leiner Anfang gemacht worden und die Die Harmonie zwischen Kapital und Arbeit kommt in den künstliche Bewässerung, mit der in Amerila so großartige Erfolge Zahlen recht nieblich zum Ausdruck. Daß die Aktionäre Hoch- erzielt werden, ist kaum sichtbar vorhanden. In den Bereinigten fonjunktur haben, zeigt auch der Abschluß der Aktiengesellschaft der Staaten von Amerika ist es gelungen, durch weitausgedehnte Dillinger Hüttenwerke. Die Gesellschaft erhöhte den Reingewinn von 5,2 Zentner Weizen pro Settar Land zu erzielen. Bewässerungssysteme auf bewässertem Lande einen Mehrertrag auf 4487 570 m. von 2667 156 M. im Vorjahre. Die Summe der groß angelegtem Meliorationssystem ließ sich in Deutschland Gewinnanteile, Belohnungen und leberweisungen stieg von 558 442 erreichen, daß der Getreide- und der Wiehbedarf völlig im Lande auf 1038 192 M. Die Aktionäre, die für das Vorjahr mit 18 Proz. gedeckt werden kann, die Landwirtschaft ohne Zölle mit jedem anderen Dividende sich begnügen mußten, erhalten diesmal 30 Proz. Leider Bande konkurrenzfähig wird und dennoch hohe Erträge abwirft. liegen uns Angaben über Löhne und Arbeiterzahl nicht vor. Jeden- Durch die öffentlichen Meliorationen werden aber auch die Ueberfalls: die Aktionäre können die Teuerung aushalten! zu ihrer Verschwemmungsgefahren beseitigt, die angienischen Verhältnisse, z. 23. bauungsbeförderung üben sie sich im Schreien über die ruinösen in fumpfigen Fiebergegenden, verbessert und die Produktionsfraft allgemein erhöht. Nur weil das Deutsche Reich fein Geld für fultur Sozialen Lasten und den Mangel an Streifbrecherschutz. feindliche Zwecke wegwirft, hat es kein Geld, um dieses große Kulturwvert durchzuführen. Dafür aber belegt es die Nahrungsmittel mit hohen Zöllen und Steuern, verteuert dem Bolte die Lebenshaltung und füllt wenigen großen Grundbesizern die Taschen, ohne der Land wirtschaft im allgemeinen damit zu helfen. Die Handelskammer in Lennep zur Fleischteuerung. Die HandelsSozialdemokratische Gemeinderatsmehrheit. fammer in Lennep hat beschlossen, den Deuschen Handelstag zu erBei der Stadtverordneten Ersagwahl für einen fuchen, bei der deutschen Reichsregierung Maßregeln, die eine aus giebige Versorgung Deutschlands mit Fleisch sichern, zu beantragen. verstorbenen sozialdemokratischen Stadtverordneten in Höbscheid Insbesondere ersucht die Handelskammer den Deutschen Handelstag, bei Solingen, die am Donnerstag stattfand, wurden in der zweiten einen Beschluß seiner Mitglieder darüber herbeizuführen, ob fie die Abteilung des Wahlbezirks Widdert der sozialdemokratische Kandidat Aufhebung der Einfuhrbeschränkungen gegen gefrorenes Fleisch, das Lagerhalter Ernst Eichorn gewählt. Damit haben die dortigen England schon seit geraumer Zeit als billiges, gesundes und leicht Barteigenossen wieder die Mehrheit im Göbfcheider Stadtverordneten zu beschaffendes Boltsnahrungsmittel in großen Mengen bezieht, als follegium erlangt, die sie vor einigen Monaten durch den Tod eines ein zwedmäßiges Mittel zur Abhilfe der Teuerung betrachtet. Genoffen eingebüßt hatten. Erwerbsgesellschaften in Deutschland. Eine kapitalistische Musterstadt. Bon der im Staate Indiania vom Stahltrust errichteten Stadt Gary schreibt Miners Magazine: Dort find 6000 Arbeiter, die in der Tagschicht 11, in der Nachtschicht 18 Stunden arbeiten. Die Schichten wechseln alle 14 Tage. Der Durchschnittslobn beträgt 16-17 Ctc.( 67 bis 78% Pf.) die Stunde. Zur Ueberwachung dient eine besondere Polizeimacht. Der Aufenthalt wird Gewerkschaftsorganisatoren und Zeitungsberichterstattern nicht gestattet. Die Stadt ist tatsächlich Am 30. September 1909 waren nach der amtlichen Statistit in ein Gefängnis mit strengeren Vorschriften als die meisten Staats zum Beschluß der Generalversammlung bes Deutschland 5223 nicht in Liquidation oder stonfurs befindliche gefängnisse. Wir aber prahlen noch immer mit der Freiheit, die Kreisbereins Mülhausen, den wir in Nr. 243 mitteilten, Aftiengesellschaften mit einem nominellen Aktienkapital von 14737,38 unter der flatternden alten Ruhmesfahne zu finden ist." beat. Zum elfässischen Parteistreit Gewerkschaftliches. Chriftliche Großmäuligkeit. zu berhandeln! So laffen sie durch's Sprachrohr ihren Untergebenen Sommer 1898: Die Mehrzahl der Lokalverbände beschließt eine fagen. Die Arbeiter begannen mit der von der genannten Ber- Extrabesteuerung der Mitglieder für den Kampf um den Neunsammlung beschlossenen Verweigerung der Ueberstunden stundentag. arbeit. Diesem Vorschlage des Metallarbeiter- Verbandes traten Oftober 1898: Abschluß eines Uebereinkommens mit der Der Ausschuß des Gesamtverbandes der chriftlichen Gewert in einer Branchenversammlung die Kettenarbeiter beider Geschlechter United Typothotae of America( den Besitzern der Buch- und fchaften hat jüngst seine Herbstigung abgehalten. Dabei hat bei. In der zweiten Versammlung der Metallarbeiter, die am Akzidenzdruckereien) auf Einführung des Neunstundentages zum Herr Stegerwald, Generalsekretär des Gesamtverbandes, eine Mittwochabend unter gleich imposanter Beteiligung in Pforzheim 21. November 1898. stattfand, wurde durch ein Referat Vorhölzers die Solidarität 21. November 1898: 24967 von 27 435 organisierten BuchRede gehalten über die nächsten Aufgaben der christ- in der Verweigerung der Ueberstunden proklamiert und die Zuwider- druckern erhalten den neunstündigen Arbeitstag. lichen Gewerkschaften. Er sagte: handlungen dem Treiben des Streitbrechertums gleichgestellt. So21. November 1899: Der Neunstundentag wird in den Die allgemeine Situation ist gegenwärtig wieder der dann entschied sich die Versammlung einstimmig für die Ein Buch- und Akzidenzdruckereien allgemein durchgeführt. fozialdemokratischen Agitation günstig, wie reichung der Kündigung; es wurden die Vordrucke zur August 1902: Der Kongreß des Buchdruckerverbandes zu Cinüberhaupt die deutschen Verhältnisse der sozial- unterzeichnung ausgegeben. Die Fabrikanten drohen in der bürger- cinnati beschließt, daß die Lokalverbände bei Vereinbarung neuer demokratischen Propaganda sehr in die Hände lichen Bresse und stellen ihren sicheren Sieg auf die Hilfe der nicht- Arbeitstarife auf den Achtstundentag hinzuwirken und dem nächst= gearbeitet haben. Die legten 25 Jahre deutscher Geschichte organisierten Arbeiter. Es stehen ihnen auch die„ Christen" zur jährigen Kongreß über ihre Stellung zu der Frage eines allgemeinen stellen ein materialistisches Zeitalter dar. In weiten Volksschichten Verfügung, die bereits durch Schimpfen über den Metallarbeiter- Achtstundenkampfes zu berichten haben. fonnte das Fehlen jedweden religiösen Fonds beobachtet werden. Verband ihre Judasrolle eingeleitet haben. 1903: Das allgemeine Achtstunden komitee überwacht die BeDazu kommt die schnelle Wirtschaftsentwickelung, die Zusammenwegung. Der Unternehmerverband errichtet ein Bureau in New würfelung des Volkes in Großstädten und Industriezentren, der York. Kastengeist der Befiz- und Bildungsschichten usw. Die letzteren TatJuni 1904: Geharnischter Beschluß des Unternehmerverbandes sachen bewirkten ein übermäßiges Klassenempfinden bei den Arbeitern. Das Schöffengericht zu Chemnitz verurteilte wegen versuchter in einer Zusammenkunft zu St. Louis gegen jeden Versuch, die In solcher geistigen Atmosphäre wirkte das von der Sozial- und vollendeter Nötigung, Störperverlegung, Sachbeschädigung und Arbeitszeit zu verkürzen". demokratie aufgestellte Gesellschafts- und Wirtschaftsideal doppelt Beleidigung, begangen Arbeitswilligen gegenüber, drei Maurer, und August 1904: Der Buchdruckerverband fordert auf seinem Konstart auf die Massen ein, zumal die materialistische Geschichts- stvar givet zu je 100 Mart Geldstrafe und einen zu zwei greß zu St. Louis die Einführung des Achtstundentages zum auffassung ihm einen wissenschaftlichen Halt zu bieten schien. Monaten Gefängnis. Daniel und Viktor Sarawito, 1. Januar 1906, soweit dem bestehende Verträge nicht im Wege Massenarmut auf der einen, überhandnehmender Lurus auf der Italiener, D. als Streitbrecheragent bekannt, und Matuschka, stehen. Im Weigerungsfall soll Arbeitsniederlegung erfolgen. anderen Seite wirkten mit, den Klassenkampf als das Mittel der alle drei Maurer, hatten auf einem bestreiften Bau Rausreißerdienste Striegssteuern. Erlösung erscheinen zu lassen. in es zu Schutz den Arbeitswilligen! September 1905: Beamte des Buchdruckerverbandes, die zur Anknüpfung von Verhandlungen in der Frage des Achtstundentages vor dem in Niagara Falls versammelten Unternehmerverband erscheinen, erfahren eine brüste Abweisung. verrichtet. An diese hatten sich im Interesse der Solidarität die Dezember 1904: Der vorstehende Beschluß wird durch UrStegerwald gibt also zu, daß die Massen sich Siegelträger B., M. und zwei Brüder H. gewendet. Die Angeredeten abstimmung bestätigt. August 1905: Der Präsident der Typothotae erklärt vor dent wollten aber von einem Anschluß an die Streifenden nichts wissen, immer steigendem Maße der Sozialdemokratie zuwenden. Und es tam an Auseinandersetzungen, bei denen die nützlichen Elemente Kongres des Buchdruckerverbandes zu Toronto, daß die Buchs er hat ja als Vertreter der christlichen Gewerkschaften am als Streitbrecher und D. Sarawito als Menschenhändler bezeichnet druckereibefizer die Achtstundenbewegung bis aufs Messer" bebeften Gelegenheit zu beobachten, wie schmählich die nicht wurden. Sie liefen und stellten Strafantrag wegen Beleidigung, fämpfen würden. fozialistische Arbeiterbewegung im Wettbewerb um die ar- versuchter und vollendeter Nötigung, Sachbeschädigung und Bebeitende Bevölkerung gegenüber der Sozialdemokratie zurück- drohung. Wegen des legteren Deliftes Auflage zu erheben, hatte bleibt. Fast 2 Millionen gewerkschaftlich organisierter Arbeiter das Gericht abgelehnt. Start übertrieben hatten die Herren des auf unserer, noch nicht 300 000 auf christlicher Seite! Daraus Streifbruchs die Vorgänge bei den Auseinandersetzungen geschildert, follte man nun schließen, daß die Sozialdemokratie auf dem als pure Wahrheit bildete die Schilderung den Juhalt der Anklage, rechten Wege ist, daß sie als wirkliche, als die berufene die in der Verhandlung nun wieder von denselben Leuten unter Eid Arbeiterpartei zu gelten hat. Aber man mußte sich auf den Beschuldigten gefunden, denen es nichts nüße, daß sie die Vorgänge So wurde die Grundlage zur Verurteilung der Standpunkt der Scharfmacher stellen, daß die deutschen Ar- auf das richtige Maß der Tatsachen zurückführten. Sie wurden beiter mißleitete, einsichtslose, hirnverbrannte Wesen sind, die bertnadt. Ein Beschuldigter H. war nicht erschienen; gegen ihn demjenigen nachlaufen, der sie am tiefsten in den Dreck wurde Haftbefehl erlassen. In der Urteilsbegründung wurde geführt. fagt: die Arbeitswilligen müssen geschützt, ihre Gegner müssen egemplarisch bestraft werden! ,, eriviesen" wurde. Oktober 1905: Die Buchdrucker beschließen durch Urabstintmung mit 25 949 gegen 6333 Stimmen, die Kriegssteuer auf 50 Cent ( 2,10 Mt.) pro Woche zu erhöhen. Dezember 1905: Durch Urabstimmung wird die Kriegssteuer weiter erhöht, und zwar auf 10 Proz. des Lohnes. Beschluß mit 25 046 gegen 6945 Stimmen. Der Unternehmerverband erlangt von den Richtern summarische Einhaltsbefehle gegen die Buchdrucker- Lokalverbände von New York, Chicago, Cleveland, Detroit, Omaha, Cincinnati und anderen Städten.( Einige dieser Einhaltsbefehle wurden später aufgehoben, andere wurden für dauernd erklärt.) Herr Stegerwald stellt sich auf den Standpunkt der Scharfmacher. Er legt ausführlich dar, daß an der Sozialdemokratie alles falsch ist ihre Wirtschaftsauffassung, ihre Streik in der Münchener Elektrizitätsbranche. Juni 1906: Der Präsident des Unternehmerverbandes ladet Stampfesart, ihre Politik. Er sagt es zwar nicht, aber die durch Rundschreiben zu der im Juli fälligen jährlichen ZusammenMünchen, 21. Oktober. Schlußfolgerung ist doch unabweisbar, daß dann die deutschen von vier großen Firmen der Elektrizitätsbranche in den Streit gefeiert, sondern auch über allgemeine Einführung der offenen Werk Nachdem gestern die Elektromonteure funft seiner Organisation ein, in der„ nicht nur unser Sieg ge= Arbeiter, die millionenweis der Sozialdemokratie, dieser Partei treten sind und die betreffenden Firmen keine geeigneten Verhand- stätte beraten werden soll".( Der offene Shop" bedeutet die der völligen„ Unfähigkeit" und" Unfruchtbarkeit", anhängen, Lungen angeboten haben, hat die Verwaltung des Deutschen Metall- Unternehmerdiktatur.) vollendete Trottel sind. Die Vernunft ist allein bei den christ- arbeiterverbandes beschlossen, daß am Sonnabend, den 22. Oktober, bei 27. Januar 1906: 37 741 von 47 344 organisierten Buchdruckern lichen Arbeitern, deren Wirklichkeitssinn", wie Herr Stegerwald versichert, das sozialistische Lehrgebäude über den sämtlichen elektrotechnischen Installationsfirmen in München die Ar- arbeiten täglich 8 Stunden, 5964 streiken noch, der Rest ist durch Haufen wirft". beit niederzulegen sei. Die Arbeiter verlangen Verkürzung der Ar- Neunstundenkontrakte gebunden. August 1907: Auflösung des Achtstundentagfomitees. Triumph beitszeit und Erhöhung der Löhne. auf der ganzen Linie. Herr Stegerwald, der Generalsekretär, sollte den Mund lieber etwas weniger voll nehmen. Er weiß es doch am besten, in welcher Not er und seine Mitführer sich befinden, daß nicht eines Tages die Herren Bischöfe der Herrlichkeit der christlichen Gewerkschaften ein Ende machen und sie im Sinne der Fachabteilungen verkonfessionalisieren und vielleicht überlegt er sich mal in einer ruhigen Stunde die Frage, ob Arbeiter Vertrauen zu einer Organisation haben können, deren völlige Abhängigkeit vom Zentrum und der Kirche für jedermann klar auf der Hand liegt. werden muß. Berlin und Umgegend. Husland. einbarung von 1892, betreffend die Anerkennung des Koalitionsrechts Ein Ruhmeskapitel aus der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung. Versammlungen. Die Aussperrung von 8000 Uhrenarbeitern in der Schweiz, die in 45 Fabriken beschäftigt sind, steht auf den 5. November in Ausficht, wenn nicht bis dahin eine Verständigung erfolgt, da am Verband der Sattler und Portefeuiller. Am Mittwoch fand die 22. Ottober in allen dem Fabrikantenverbande angehörenden Be- Generalversammlung statt, in der Dr. Schlomer über:„ Das 350 streifenden Arbeiter der Uhrenfabrik von Longines in St. Immer Schulze den günstigen Stand der Berliner Organisation, sowohl trieben gekündigt wird. Die Fabrikanten verlangen, daß die Zeitalter der Reformation" sprach. Im Geschäftsbericht hob ( Berner Jura) die Arbeit wieder aufnehmen, diese aber fordern von bezüglich der Mitgliederbewegung, als auch der Kassenverhältnisse, Monsieur Longines die Aufhebung der Verträge mit dem Verbot der hervor. Den Kaffenbericht erstattete 2 ch her. Die Abrechnung Zugehörigkeit zur Gewerkschaft, die er mit acht Arbeitern abgeschloffen für das 3. Quartal 1910 zeigt folgendes Bild: Ortsverwal hat, die zugleich im Widerspruch stehen mit einer noch gültigen Vertung: Einnahmen 18 298,80 M., Ausgaben 18 298,80 M. Unter Achtung, Metallarbeiter! Bei der Firma Holdheim u. Feder, den Ausgaben sind folgende Posten hervorzuheben, die für Unter der Arbeiter. Ritterstraße, haben sämtliche Beschäftigten wegen Lohndifferenzen die stützungen angegeben wurden: Streit 36,70 M., Maßregelung 78 M., Arbeit niedergelegt. Der Betrieb ist für 3infgießer und Stürzer Reise 139,60 M., Arbeitslosen 3810,10 M., Kranten 2331,55 M., iowie für alle anderen Branchen der Metallarbeiter streng gesperrt. Beerdigungsbeihilfe 375 M., Notfall 25 M., Rechtsschutz 325,96. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck dieser Notiz ersucht. An die Hauptkasse gesandt 7554,17 M. Einnahmen der Lokal Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Unter den amerikanischen Gewerkschaften, die im September- tasse: Sassenbestand am 1. Juli 1910 39 828,14 M. Summa Der Tarif der Modelltischler lag am Donnerstag wieder einer beft des" American Federationist", des Monatsorgans der Federa- 47 619,99 W. Ausgaben: 3798,29 M., davon allein 2398,50 m. tion of Labor, über ihre organisatorischen und sonstigen Fortschritte für Arbeitslose. Berliner Verwaltung. Einnahmen: Branchenversammlung der Arbeiter dieses Berufs vor. Bekanntlich hatte seit dem vorjährigen Arbeitertage berichten, nimmt die Interna- Kaffenbestand am 1. Juli 1910 588,35 M., Summa 2644,52 M. die am 10. Oktober abgehaltene Versammlung die Kommission be- tional Typographical Union eine rühmliche Ausnahmestellung ein. Ausgaben: 2313,07 M. Bestand am 30. September 1910 331,45 M. auftragt, nochmals mit den Arbeitgebern zu verhandeln, um einige Einmal durch die Vollständigkeit und Genauigkeit der mitgeteilten Bibliotheksfonds: Einnahmen 1167,25 M. Ausgaben Verbesserungen des Tarifs zu erzielen. In der gegenwärtigen Ver- Ziffern, in welchem Punkte fast alle anderen Berichte verjagen, 1167,25 M. Bestand M. Lehrlings- und Jugendjammlung berichtete die Kommission, daß die Arbeitgeber zu weiteren dann aber auch durch den weiten historischen Blick des Bericht- abteilung. Ginnahmen 113,40 M. Ausgaben 113,40 M.( an Zugeständnissen nicht zu bewegen waren. Die Kommission empfahl erstatters, der seine Ausweise über das Berichtsjahr mit einer die Hauptkasse gesandt). Mitgliederbewegung: Am 1. Juli 1910 die Annahme des vorliegenden Tarifentwurfs, da derselbe immerhin außerordentlich wertvollen Stizze über den ganzen 14jährigen 81 Witglieder, am 30. September 1910 107, davon waren 93 Lehreinige beachtenswerte Berbesserungen der gegenwärtigen ArbeitsKampf seiner Gewerkschaft um Verkürzung der Arbeitszeit ver- linge und 14 Hilfsarbeiter. Mitgliederbewegung der bedingungen bringe, besonders die Festlegung eines Mindestlohnes bindet, eine Darstellung, die in ihrer chronologischen Trockenheit Ortsverwaltung: Am 1. Juli 1910 3033, darunter 156 weibvon 75 Pf. und die Bestimmung, daß dem Arbeiter beim Wechsel und Kürze eine wundervolle Jülustration zu dem Kapitel von dem liche Mitglieder; am 30. September 1910 3139, darunter 163 weibder Arbeitsstelle der Lohn, den er in seiner vorigen Arbeitsstelle Zwed und Nußen gewerkschaftlicher Organisation bildet und manchen liche Mitglieder. hatte, bei gleicher Leistung auch von dem neuen Arbeitgeber bezahlt Gliedern der internationalen Arbeiterfamilie wie eine Botschaft Langnitschke regte an, in Generalversammlungen feinen Nach längerer Diskussion stimmte die VerVortrag halten zu lassen, um genügend Zeit zu haben, den Geſammlung mit 101 gegen 74 Stimmen dem Vertragsentwurf großer Verheizung flingen mag. Die furze Kriegsgeschichte der amerikanischen Buchdrucker, die schäftsbericht zu besprechen, ferner im gedruckten Kassenbericht die zu. Damit ist für die Branche der Modelltischler das hier erzählt wird, fängt mti dem Jahre 1896 an. Die Jahre 1905 Schlußzahlen vom vorhergehenden Quartal mit anzuführen. Auch Vertragsverhältnis perfekt geworden. Es tritt damit so- bis 1908 bezeichnen die Periode des Kampfes um den Achtstundentag. müßten in allen Branchen des Verbandes die Lehrlinge mehr für fort eine allgemeine Lohnerhöhung um 2 Pf. pro Stunde Bei den einzelnen Kämpfen, die seitdem noch um Verkürzung der die Lehrlingsabteilung interessiert werden. Im Schlußwort ging ein. die so ist es mit den Arbeitgebern vereinbart bom Arbeitszeit ausgefochten wurden, handelte es sich stets nur um ein Schulze auf die Anregungen ein und sprach die Ansicht aus, daß 1. Oftober ab nachbezahlt wird. Am 1. Oktober 1911 tritt eine Nachspiel jener großen Bewegung, die übrigens zeitlich zusammen- die Ankündigung des Vortrages zweifellos den Besuch der Verweitere Lohnerhöhung von 2 Pf. ein. Die in den Maschinen- fällt mit dem Einzug der Sehmaschine in das amerikanische sammlung günstig beeinflußt habe. Bezüglich der Gewinnung der fabriken beschäftigten Modelltischler werden ebenfalls Forderungen Buchdruckergewebe. Heute hat sich der„ eiserne Kollege" so gut Lehrlinge gäben sich die Kollegen sicherlich schon Mühe, immerhin stellen, welche dem Vertrage, der nur für die Modelltischlereien gilt, wie sämtliche Zeitungsdruckereien des Landes erobert, von der könne die Propaganda noch intensiver gestaltet werden. Weyher entsprechen. Metropolitan Daily", d. h. der gigantischen Tageszeitung New mies noch auf die technische Schwierigkeit hin, die der Wiederholung Yorks, bis dem entlegensten ländlichen Wochenblättchen, und in der älteren Zahlen im gedruckten Kassenbericht entgegenständen, Beilegung des Ausstandes in der Edelmetallindustrie. den Buch- und Akzidenzdruckereien ist die Maschine im Begriff. Trotzdem soll der Vorschlag in Erwägung gezogen werden, Den zwischen dem Vorstand des Arbeitgeberverbandes in der dem Handsetzer das Uebergewicht streitig zu machen. Es war eine Umwälzung im amerikanischen Druckgewerbe, als die Maschine Edelmetallindustrie und dem Vorstand des Deutschen Metallarbeiter- die quantitative Arbeitsleistung des Sezers verdrei- und vervierverbandes zur Lohnbewegung der Hanauer Gold- und Silberarbeiter getroffenen Vereinbarungen, wozu schon eine Arbeiterversantmlung es der Gewerkschaft gelang, den seelenlosen Eindringling feines fachte, aber für die Sache der Kultur bedeutet es doch mehr, daß ihre Zustimmung gegeben hatte, hat auch der Arbeitgeberverband zugestimmt. Damit ist die Lohnbewegung in der Hanauer Edel- Schreckens zu berauben und in derselben Zeit, in die der Grobemetallindustrie beendigt und eine weitere bis zum 30. Juli 1912, rungszug der Sehmaschine fällt, eine allgemeine Verkürzung der täglichen Arbeitszeit um zwei Stunden und zugleich bedeutende bis zu welchem Zeitpunkt der Vertrag beiderseits bindende Gültig Lohnerhöhungen zu erzwingen. Die Gesamthöhe der erzielten teit hat, ausgeschlossen. Lohnaufbesserungen überragte sogar während der drei Jahre des Bamberg, 21. Oktober.( B. H.) In Schönreuth famen zwei Achtstundenkampfes die Gefamtunkosten der Bewegung: Die wäh- Kinder des Mühlenbesizers Menzel einer Transmission der rend des Kampfes beschäftigten Buchdrucker spendeten 5 Millionen Futterschneidemaschine zu nahe. Ein 6jähriges Mädchen wurde Dollar in Extrabeiträgen zur Finanzierung der verschiedenen von der Transmission erfaßt, herumgeschleudert und sofort getötet. Streits und empfingen im gleichen Zeitraum 6 Millionen Dollar Das andere Kind erlitt erhebliche Verlegungen. in Form von Lohnerhöhungen! Der Verband hatte im Jahre 1905 46 500 Mitglieder; während der Achtstundenkampagne fant die Mitgliederzahl auf 42 500, und heute, nach der siegreichen Beendi gung des Kampfes, beträgt sie rund 53 000( am 31. Mai 1910: 52 165). Meiner dieser 53000 Gehilfen arbeitet länger als acht Stunden pro Tag. Deutfches Reich. Der Straßenbahnerstreik in Bremen, Bremen, 21. Ottober.( Privattelegramm des Vorwärts".) Der Vorsitzende des Gewerbegerichts lud heute nachmittag die Verbandsvertreter zu einer Besprechung ein, um sich über die Grundlage einer einzuleitenden Bermittelungsaktion schlüssig zu werden. Die Kraftdroschtenführer Berlins sandten heute den Streitenden Straßenbahnern ein Sympathie telegramm, in welchem sie den Kämpfern einen vollen Erfolg wünschen und sie zur Einigkeit mahnen. " Im Jahre 1896 bestand allgemein eine zehnstündige Arbeitszeit. Im August jencs Jahres proflamierte der Verband auf seinem Der Streik der Hafenarbeiter bei der Midgard- Seehandlungs- Kongreß zu Colorado Springs die Forderung des NeunstundenAktiengesellschaft und der Firma E. Müller in Nordenham endete tages, und damit beginnt nun unsere Chronologie der wichtigsten mit einem vollen Erfolge der Arbeiter. Zwischen dem Transport- Ereignisse dieser Bewegung, die auszugsweise wiedergegeben sei: arbeiterverbande und den genannten Firmen wurde ein Tarifvertrag Dezember 1896: Der Kongreßbeschluß betr. des Neunstundengeschlossen, der den Arbeitern wesentliche Vorteile bringt. tages wird durch Urabstimmung bestätigt. Zum Pforzheimer Kettenarbeiterstreik. 3. Mai 1897: Das eingefeßte Aftionskomitee berichtet, daß 56 von 314 Lokalverbänden den Neunstundentag durchgesezt haben; 4640 von insgesamt 26 000 Mitgliedern arbeiten unter den neuen Bedingungen. Letzte Nachrichten. Zwei Kinder verunglückt. Ministerkrise in der Türkei. Lima, 21. Oktober.( W. T. B.) Das Ministerium hat seine Entlassung gegeben. Die neuesten Dekrete der portugiesischen Regierung. Lissabon, 21. Oktober. Das Amtsblatt veröffentlicht Dekrete über die Abschaffung aller Ausnahmegefehe, unter anderem des Anarchistengesetzes und des Gesezes zur Unterdrückung der Press freiheit. Der Minister des Innern, Almeida, will, auf zahlreiche Republikaner geftüst, einige Verordnungen erlassen, die gewissen Forderungen der sozialistischen Partei entsprechen. Die Prälaten haben sich sämtlich der Republik angeschloffen. Den Soldaten, die für die Revolution eingetreten sind, wird als Belohnung unter anderem ein viermonatlicher Heimaturlaub unter Fortbezug des Soldes bewilligt. Truppenkontingente aus den Probingen werden Die industriellen Landgrafen bleiben hart. Mit feiner Wimper zuckten sie, als die Beauftragten der Pforzheimer Kettenarbeiter Dezember 1897: Der New Yorker Lokalverband Nr. 6 erzielt namens der großen und einmütigen Versammlung der vorigen den Neuneinhalbstundentag; der Neunstundentag soll zugestanden Boche die Verhandlungen führen wollten. Quod non; es gibt nichts werden, sobald er im Konkurrenzdistrikt zur Einführung gelangt. die Urlauber ersetzen. Berantw. Redakt.: Carl Wermuth, Berfin- Rigdorf. Inserate verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl. |r.248. 27. Aahrsaug. 1. Knlllße Ii», Amiirls" Ailiner Aiyintt. Zonnabeid, 33. OkMwt 1910. Sechstel' ölterielchischer LmeMhsfts- kongrelZ. (Telegraphischer Bericht.) Wien, den 21. Oktober 1910. Fünfter Berhandlungstag. Die Streitigkeiten in der Arbeiterbewegung Trients, die durch die Quertreibereien des dortigen Gewcrkschaflsselretärs Barli hervorgerufen sind und den sozialdemokratischen Abgeordneten der Stadt, Avartini, zu der Absicht gebracht haben, sein Mandat nieder- zulegen, haben eingehend eine Kommission des Gewerkschafts- kongresses beschäftigt. Die Kommission schlägt nach Untersuchung der Angelegenheit durch den Referenten Dr. Ellenbogen vor, dem Abgeordneten Avartini das volle Vertrauen auszusprechen. Außerdem soll sich eine Kommission, bestehend aus den Genossen Ellenbogen, Pittacco und Vittoni nach Trient begeben, um den Treibereien Barlis entgegenzutreten. Der Kongreß stimmt diesem Vorschlag einstimmig zu. Nächster Punkt der Tagesordnung ist der neue Strafgesedentwurf und die Arbeiter. Referent Rechtsanwalt Dr. Ingwer: Die Gesehe eines Klassenstaates sind immer Klaffengesetze, in allererster Linie das Strafgesetz. Die Aufgabe eines Strafgesetzes ist die, die Macht der besitzenden Klassen zu befestigen, und weiter dafür zu sorgen, daß die Macht der besitzenden Klassen nicht erschüttert wird. Die heutige Gesellschaftsordnung, soweit ihre EntWickelung auch vor- geschritten sein mag, wird auf diesen Grundsatz nicht verzichten können. Steigt die Macht der besitzlosen Klasse, bann wird sie verhindern müssen, daß Gesetze geschossen werden, die geeignet sind, ihre EntWickelung zu lähmen. So lange die besitzlosen Klassen machtlos sind, werden die herrschenden Klassen sie bei der Gesetz- gebung nicht berücksichtigen. Wenn aber die Besitzlosen ein Zipfel- chen der Macht in Händen haben, muß sich diese Aenderung des Machtverhältnisscs auch in der Gesetzgebung ausdrücken. Denn die Gesetze sind nichts anderes als die Feststellung der Machtver- Hältnisse. Sie müssen also das Recht der Klasse, die etwas erreicht hat, in hohem Maße zum Ausdruck kommen lassen. Das Straf- gesetz ist nicht nur eine juristische Arbeit, die uns nichts angehen würde, sondern es ist das wichtigste und bedeutsamste Gesetz für die Arbeiter. Der Redner schildert den neuen Strafgesetzentwurf als durch und durch reaktionär. Einige wenige dieser Punkte, die darin enthalten sind, können uns über diese Tatsache nicht hin- wegtäuschen. Der Entwurf trägt den Charakter eines unbedingten Klassengcsctzes. Die schwer errungenen Rechte der Arbeiter sollen zerstört werden, das Koalitionsrecht soll vereitelt werden. Aber es ist ja lächerlich und töricht, einen solchen Versuch auch nur zu wagen. Er muß an dem entschiedenen Willen der Arbeiter scheitern.(Lebhafter Beifall.) Der Redner legt folgende Resolution bor: „Der Kongreß verlangt die Reform des geltenden, vollständig veralteten, barbarischen Strafgesetzes. Er verwahrt sich jedoch auf das entschiedenste dagegen, daß der im September 1909 ver- öffentlichte Vorcntwurf Gesetz wird. Er erblickt darin einen Hohn auf die Bestrebungen der Arbeiter, ein Attentat aus die höchsten Rechtsgüter des arbeitenden Volkes, einen schamlosen, wenn auch lächerlichen Angriff auf das Koalitionsrecht der Ar- beiter, sowie eine Verkörperung der reaktionären VerfolgungS- Wut gegen Personen, die in ihren uneigennützigen Bestrebungen nach Verbesserung der Lage der arbeitenden Klasse und Hebung ihres sozialen Wohls mit den Gesetzen in Konflikt geraten. Der Kongreß verlangt die Schaffung eines Strafgesetzes, das in der Wahl der Strafmittel sich bewußt ist dessen, daß das Verbrechen eine Blüte der heutigen Gesellschaftsordnung ist. Er verlangt die?lbschaffung der Todesstrafe, eine strenge Unterscheidung zwischen politischen und gemeinen Delikten, die Haftstrafe als einziges Strasmittel gegen politische Verbrecher, klarste Prä- zisierung der strafbaren Tatbestände und weitestgehenden straf- gesetzlichen Schuh der Arbeiterschaft gegen die Ausbeutung der Unternehmer. Sollte die Regierung diesen Vorcntwurf dem Reichsrat vorlegen, dann macht der Kongreß allen seinen Mit- gliedern zur Pflicht, rastlos dafür tätig zu sein, daß die Ar- beiter mit allen ihnen zu Gebote stehenden Kräften das Zu- standekommen eines diesem Vorentwurfe entsprechenden Gesetzes zu verhindern." (Lebhafter Beifall. Rufe: Das ist zu wenig! Obstruktion!) Zu der Resolution erklärt Dr. Adler: DaS Gesetz ist in seinen entscheidenden Punkten antisozial. Ein solcher Entwurf kann unter keinen Umständen in Oesterreich Gesetz werden. Namens der Fraktion habe ich zu erklären, daß für uns jeder Angriff auf das Koalitionsrecht ein Kriegsfall ist. Die herrschenden Klassen wissen, kleines feuiUeton. Säuglingssterblichkeit und Auslese. Eine Untersuchung des japa- niichen MilitärärzteS Sadayuki Kuzuya über die Säuglingssterblich» feit tritt, der Anffasiung entgegen, als ob die Säuglingssterblichkeit ein Gesetz der Auslese vollziehe, indem sie das von Geburt»»- brauchbare Menscheuinaterial vernichtet. Der Verfasser stutzt sich für seine Arbeit, die in der.Zeitschrist für Sängliugsfürsorge" ver- öfseullicht wird, auf preußisches Material. Es zeigt sich, daß in den Provinzen mit hoher SängliugSsterblichkeit auch in den folgenden Jahren die Kindersterblichkeit groß ist. und zwar sowohl aus dem Lande wie in den Städten. Umgekehrt ist niedere Säuglings- sterblichkeit auch niil geringer Kindersterblichkeit verknüpft. Bon je 1999 Kindern starben im ersten Jahre in den Land- gemeinden der Provinz Schlesien 248,9, Brandenburg 235,5, Posen 215,1, Westpreußen 229,5, Ostpreußen 213,2, während in den west- lichen Provinzen die Säuglingssterblichkeit viel geringer ist: Hannover 135,3, Hessen-Nassau 145,3, Rheinland 179,4, Westfalen 133,4, SchleS- wig-Holstein 129,4. In Schlesien starben also fast doppelt soviel Säuglinge auf dem Lande wie in Schleswig-Holstein. Im zweiten Lebensjahre ist die Sterblichkeit auf dem Lande am größten in Schlesien, dann folgt Ostpreußen. In den folgenden Lebensjahren übernimmt Ostpreußen die Führung, dann Westpreußen. Posen und Schlesien. Der Unterschied zwischen Stadt und Land ist für das erste Jahr in SchleSwig-Holstein bedeutend, wo die städtische Säuglingssterblichkeit verhältnismäßig groß ist? vom zweiten Lebensjahre ab ist jedoch diese Provinz auch für die Städte am günstigsten gestellt. Auch für die Zeit nach dem fünften Jahre trifft die gleiche Erscheinung zu. Die Kindersterblichklit ist desto geringer, je geringer die Säuglingssterblichkeit ist. das beißt je weniger im ersten Jahre die.Auslese" wirkt, desto lebenskräftiger ist das Ge- -schlecht auch später, je mehr die„Auslese" unter den Säuglingen wütet, um so mehr auch unter den Kindem. Im ersten Jahre stirbt Vi-1/« aller Lebendgeborenen, im zweiten V«o— V,» im dritten Vk,— I» des Restes aus den» Bor- jähr. In den ersten fünf Jahren stirbt fast die Hälfte aller Geborenen. Die Natur liest nirgends das Bessere, Kräftigere aus, sondern die sozialen Bedingungen zerstören an sich lebenskräftige Menschen, und dieser Prozeß vollzieht sich nicht nur im ersten Jahre. sondern auch später.„Wäre die Säuglingssterblichkeit", so faßt der japanische Arzt die Ergebnisse seiner Untersuchung zusammen,„tat- sächlich eine AuSleseerscheinnng. so müßte auch wirklich eine völlige Aussonderung vorgenommen werden. DaS ist aber keineswegs der Fall. In Wirklichkeit sterben nicht bloß die Schwächlinge und Kümmerer, auch die kräftigsten und lebensfähigsten Kinder werden was das zu bedeuten hat. Ich glaube nicht, daß irgendwo ein Parlament sich einem solchen Kriege aussetzen wird. Ein Angriff auf das Koalitionsrecht, das wichtigste Instrument der Arbeiter, bedeutet einen Krieg im Parlament!(Lebhafter Beifall.) Reichsratsabgeordneter Müller(Eisenbahner): Durch den Entwurf würde jeder Kampf der Eisenbahner vereitelt werden. Der Entwurf geht weit über die deutsche Zuchthausvorlage hinaus, ja selbst über die Petitionen der Unternehmerverbände. In dem Entwurf wird sogar die vollständige Pflichterfüllung(peinlichste Befolgung der Vorschriften, passive Resistenz) der Eisenbahner be- straft. Die passive Resistenz ist aber das einzige Mittel zur Ver- besserung unserer Lage. Für die Eisenbahner ist der Kampf gegen den Strafgesetzentwurf ein Verzweiflungskampf und bei einem solchen Kampf ist man in der Wahl der Mittel nicht wählerisch. (Lebhafte Zustimmung.) Die Resolution wird mit einem Zusatzantrag ein- st immig angenommen, worin die Fraktion aufgefordert wird, mit allen parlamentarischen Mitteln eine Verschlechterung des Koalitionsrechts zu verhindern. Taktik bei Streiks und Lohnbewegungen. Der Referent Reichsratsabg. Beer schlidert die moderne Eni- faltung der Unternehmerverbände. Im Kampf gegen die Bestre- Hungen der Arbeiter werden von ihnen alle Mittel angewendet, um den Arbeiterorganisationen die Durchsetzung ihrer sachlich berech- tigtcn Forderungen zu erschweren. Hierzu dienen die von den Unternehmerorganisationen geschaffenen Arbeitsnachweise, deren vornehmster Zweck es ist, durch eine ausgebildete Organisation des Strcikbrecherdienstes Ersatzkräftc zu schaffen. Die Führung von schwarzen Listen und Namensverzeichnissen mißliebig gewordener Arbeiter dient dazu, um durch Verfolgungen die Vertrauensmänner der Arbeiter einzuschüchtern. Der Austausch dieser schwarzen Listen erfolgt zu dem Zweck, mißliebig gewordenen Arbeitern die Existenz unmöglich zu machen. Die Mitglieder der Unternehmer- organifationen sind statutarisch verpflichtet, den ihnen von den Organisationen gewordenen Aufträgen auf Nichtannahme be- stimmter Arbeiter unbedingt zu entsprechen. Die Organisationen der Unternehmer schränken daS Selbstbestimmungsrecht der Betriebsinhaber ein und entscheiden über das Maß der Zugeständnisse bei Streiks und Lohnbewegungen. Das vereinigte Unternehmer- tum und seine Organisationen machen den Streik und die Lohn- bewegung in jedem einzelnen Betriebe zur gemeinsamen Sache aller Unternehmer und darüber hinaus zur gemeinsamen Sache eines ganzen Industriezweiges. Sie beantworten nicht selten Lohnbewe- gungen und Streiks durch die Aussperrung einer ihnen genügend groß erscheinenden Zahl von Arbeitern in dem Bestreben, die Basis des Kampfes möglichst zu erweitern, um dadurch die finanziellen Mittel der Arbeiterorganisationen in außerordentlich hohem Grade zu vermindern. Alle diese Tatsachen erhöhen die Verantwortlich- keit der Arbeiterorganisationen und ihrer Vertrauensmänner bei Streiks und bei Lohnerhöhungen. Sie müssen vor allem die Vor- gänge aus dem Kapitalmarkt sehr genau verfolgen. Die sozialen Kämpfe erfahren zusehends eine Verschärfung durch die gesteigerte Unnachsichtigkeit der Unternehmer bei Streiks und Lohnbcwegun- gen. Der Redner legte folgende Leitsätze vor: „Es ist eine der wichtigsten Vorbedingungen des Erfolges bei Streiks und Lohnbewegu»gen, die nur nach gewissenhafter Prü- fung der Konjunkturv�rhältnisse, der finanziellen LeistungS- fähigkeit der Unternehmungen und aller sonstigen Grundbedin- gungen und erst nach Erschöpfung aller organisatorischen Mittel inszeniert werden dürfen, in erhöhtem Maße als bisher für ge- nügende ausreichende finanziell-kräftige Widerftandsfonds in jeder einzelnen gewerkschaftlichen Organisation durch obligato- rische Leistungen zu sorgen. Von großer Wichtigkeit ist die ein- heitliche Führung der Streiks und Lohnbewegungen. Die an Streiks oder Lohnbewegungen beteiligten Arbeiter haben die Leitungen ihrer Organisationen zu befragen, da die einheitliche Führung der Streiks und Lohnbewegungen eine der wichtigsten Voraussetzungen des Erfolges ist. In Betrieben und Jndu- siricn mit mehreren Arbeiterorganisaitonen dürfen Streiks und Lohnkämpfe, entsprechend den vom 5. Gewerkschaftskongreß ge- faßten Beschluß über die Betriebsorganisationen, nur im gegen- seitigen Einvernehmen aller in Betracht kommenden Organisa- tionen, die auf dem Boden des Klassenkampfes stehen, beraten und beschlossen werden." Der Redner schließt folgendermaßen: Wir erstreben in unseren Kämpfen nicht bloß ein größeres Stück Brot für den Arbeiter und eine Verkürzung seiner Arbeitszeit, wir müssen ihn auch vorbe- reiten für die Sozialisierung der Gesellschaft. Darum haben wir kein Interesse daran, die Entwickelung des Kapitalismus zu ver- hindern. Wir raten also entschieden von allen Streiks ab, die sich gegen technische Fortschritte im Betriebe richten. Denn die Ar- beiterklasse kann nur triumphieren, wenn der Kapitalismus im Zenit seiner Entwickelung steht!(Lebhafter Beifall.) durch die häufigste Todesursache der Säuglinge, die Magendarnv erkranknngen, dahingerafft. ES sterben nicht alle lebensunfähigen Kinder hinweg; ein Teil bleibt zeitlebens körperlich oder geistig minderwertig." Tolstoi über den russischen Bauern. Beunruhigende(aber in- zwischen besser lautende) Nachrichten von einer schweren Erkrankung des greisen Tolstoi sind wieder zu uns gedrungen, aber seine ge- Ivaltige Arbeitskraft ist auch in der letzten Zeit noch nicht erlahmt; sein Herz umfaßt no chimmer den russischen Bauern, mit dem er sich wie mit einem Bruder verwandt fühlt, mit der gleichen Liebe; sein Herz um faßt noch immer den russischen Bauern, mit dem er heutige Gesellschaftsordnung. Davon gibt ein Aussatz Zeugnis, den er unter dem Titel:„Drei Tage im Dorf" im„Forum" ver- öffentlicht. In seinen: Dorf, das aus etwa 89 Ansiedelungen be- steht, finden sich alltäglich ein halbes Dutzend oder ein ganzes Dutzend ausgefrorener, hungriger, zerlumpter Vagabunden ein, die um ein Lager für die Nacht bitten. Sie wenden sich an den Gen- barmen des Dorfes, und der führt sie nicht etwa zum Schulzen, zum Geistlichen oder zum Kaufmann, die in ihren geräumigen Häusern sie gut unterbringen könnten, sondern er führt sie zu den Bauern, die mit ihrer ganzen Familie in einem einzigen Zimmer leben. Und der Herr dieser Hütte nimmt den ausgefrorenen, hungrigen, zerlumpten, schmutzigen und elenden Bettler auf, nährt ihn und beherbergt ihn für die Nacht und sorgt für ihn, so gut er kann.„Wenn man sich selbst zu Tische niedersetzt und etwas zu essen hat," erzählte Tolstoi ein alter Bauer,„dann muß man auch den Bettler zu sich laden, oder die eigene Seele geht leer aus und empfängt nichts."„Und so geht es jeden Tag überall in Ruh- land," erzählt Tolstoi weiter.„Ein ungeheures, von Jahr zu Jahr wachsendes Heer von Bettlern, Krüppeln, hilflosen Greisen, abge- setzten Beamten, Verbannten und Arbeitslosen lebt und erhält Unterkommen vor Kälte und Nässe, wird tatsächlich ernährt von der am härtesten arbeitenden und ärmsten Klasse, den Bauern auf dem Lande. Herrschte nicht unter der Bauernbevölkerung deS weiten Rußlands ein tiefes religiöses Bewußtsein von der Bruderschaft aller Menschen untereinander, dann würden diese heimatlosen Vagabunden, von der höchsten Verzweiflung und Not dazu ge- trieben, nicht nur längst die Häuser der Reichen zerstört haben, trotz der Polizeimacht, die in diesen Landdistrikten sehr gering ist, sondern sie würden sogar alles sckon gelötet haben, was sich ihnen in den Weg gestellt hätte." Tolstoi erzählt von den Leiden und Unterdrückungen dieser armen Bauernschaft, die von den Forde- rungen und Steuern der Regierung bis aufs letzte ausgesogen wird. Um die Steuern einzutreiben, nehmen die Behörden dem Bauern sein letztes Hab, seiner Frau das letzte Huhn, schleppen selbst den Samowar des Hauses fort. Und diese herzzerreißenden Schilderungen schließt Tolstoi mit einer leidenschaftlichen Anklage: Nach längerer Diskussion, die im allgemeinen die Ueberem- stimmung der Redner mit dem Referenten zeigte, wurde« die Leitsätze vom Kongreß angenommen. Hierauf vertagte der Kongreß die weitere Verhandlung«Nif morgen(Sonnabend)._ Die Kadboder Katastrophe vor Gericht. Dritter Berhandlungstag. Staatsanwaltschaftsrat Hartman» legte eine Nummer der „Bergarbeitcr-Zeitung" aus der letzten Zeit vor, in der als Durch- schnittslohn für das Ruhrrevier 5.77 M. pro Schicht angegeben werden. Ter Lohn auf Radbod habe aber nach den Bekundungen der vernommenen Bergarbeiter selbst 9 M. und mehr betragen.— Sachverständiger Werner: Als Durchschnittslohn für die Distrikte um Radbod kann man ungefähr 6 M. pro Schicht annehmen.— Sachverständiger Hausmann: Das kann stimmen und mit einem solchen Schichtlohn hat ein Familienvater �init einigen Kindern vollauf zu tun, um sich durchzuschlagen.— Staatsanwaltschaftsrat Hartmann: Das wissen wir allein und das geht auch über den Rahmen Ihres Gutachtens hinaus. Im Osten müssen Familienväter mit 2 und 3 M. den Tag und einer noch größeren Kinderzahl durch- kommen.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Der Sachverständige hat seine Befugnis keineswegs überschritten, denn er hat nicht über die Lebensverhältnisse im Osten, sondern über die ihm be- kannten Verhältnisse des Ruhrreviers geurteilt.— Bergwerksdirektor Andrer: Wir werden unsere Lohnlisten vorlegen und be» weisen, daß wir immer die höchsten Löhne gezahlt haben.— Zeuge Bergmann Behrenspüker bekundet, daß er mit der Herabsetzung Hartmann: Wenn Sie nicht mit der Herabsetzung einverstanden gewesen wären, hätten Sie sich da beschweren können?— Zeuge: Natürlich.— Staatsanwaltschaftsrat Hartmann: ES ist hier gesagt worgen: Wer sich beschwert hätte, wäre ge- flogen.— Zeuge: Davon weiß ich nichts.— Verteidiger Rechtsanwalt Seine: Sind Sie noch auf Radbod tätig?— Zeuge: Ja(laute Ahä-Rufe bei den Zuhörern und Lachen.)— Vors.: Ich fordere die Zuhörer nochmals auf, Ruhe zu halten. Wir haben hier keine Volksbelustigung, sondern eine ernste und sachliche Verhandlung.— Der nächste Zeuge ist der Fahrsteigcr Stcnzel.— Vors.: Sie sollen am 2. Mai 1993 rückwirkend auf den 1. Mai den Gcdingelohn von 29 auf 12 M. pro Meter herabgesetzt haben.— Zeuge: DaS wird stimmen. Dann ober hat sich auch das Gestein um mindestens die Hälfte verringert.— Vors.: Ist es vorgekommen, daß in der Berieselungs- anlage daS Wasser fehlte?— Zeuge: Ja.— Vors.: Auch zwei Tage vor dem großen Unglück?— Zeuge: Ja.— Vors.: Es haben Zeugen bekundet, daß es ganze Schichten lang kein Wasser gegeben hat.— Zeuge: Das kann nicht richtig sein. Dann hat es wohl den Bergleuten zu lange gedauert, bis Wasser kam.— Vors.: Es handelt es sich darum, ob in Fällen, in den Ihnen das Fehlen des Wassers gemeldet worden war, ohne Erfolg versucht wurde, Wasser zu bekommen.— Zeuge: Einen solchen Fall kenne ich nicht. Oft berieseln aber die Leute selbst nicht, auch wenn Wasser da ist.— Sachverständiger Werner: Ein Bergarbeiter, der nicht berieselt, wenn Wasser da ist, kann vom Steiger bestraft werden. Ist das geschehen?— Zeuge: Ich hatte nicht nötig zu strafen.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Haben Sie gewußt, wenn Besuch auf die Zeche kam?— Zeuge Stenzcl: Tab erfährt man doch.— Sachverständiger.Sollender: Haben Sie die Leute aber dann an» getrieben mit der Begründung, daß Besuch käme?— Zeuge Stenzel: Nein.— Vors.: Es wird nun weiter behauptet, die Leute auf Radbod hätten bei der Versetzung von Hohlräumen pfuschen müssen, weil sie zum Kohlenfördern von den Steigern direkt angetrieben wurden.— Zeuge: Stenzel: Die leeren Hohlräume wurden ja meist in der Nacht darauf gefüllt. Soweit es nicht geschah, bin ich eingeschritten und habe für Nachbau gesorgt.— Vors.: In diesen Sohlräumen können sich doch Wetter ansammeln. WeShalb ließen Sie einen provisorischen Verputz bis zur Nacht überhaupt zu? Wußten Sie, daß derartige Pfuschereien in großem Umfang vorkamen und haben Sie den Leuten vorgehalten, wie gefährlich diese Hohlräume sind?— Zeuge Stenzel: Natürlich, aber die Leute sagen immer, es wären andere gewesen.— Vors.: Weshalb machten die Leute solche Geschichten?— Zeuge Stenzel: Um schnell weiter zu kommen.— Direktor Andree: War auch immer genug Holz zum Zupacken da?— Zeuge: Mehr als wir brauchten. — Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Die Leute behaupten, es sei Holz nach oben geschafft und verkauft worden und unten hätte es gefehlt.— Zeuge: DaS ist nicht richtig.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: ES sind aber unzweifelhaft Hohlräume übrig ge- blieben.— Zeuge: Das möchte ich bezweifeln.— Verteidiger „Diese Minister und alle die, die den Handel mit Schnaps organi- sieren, die, welche sich damit beschäftigen, den Menschen beizubringen, wie einer den anderen tötet, und die, die dazu angestellt sind, Menschen in die Verbannung zu schicken, zu Gefängnis, zu anderen Strafen und zu den Galeeren zu verurteilen— alle diese Minister und ihre Helfershelfer find ganz fest davon überzeugt, daß die Samotvars, die Schafe und Rinder, die man den armen Leuten wegnimmt, am besten dazu verwendet werden, um Wudki herzustellen, der das Volk vergiftet, um Waffen zu machen, die die Menschen töten, um Galgen und Zuchthäuser zu errichten, um neben anderen Dingen ihnen und ihren Helfershelfern die Gehälter zu zahlen, mit denen sie ihre Räume elegant einrichten, ihren Frauen seine Toiletten kaufen, die sie dazu künutzen, um sich durch Reisen und Vergnügungen von der schivercn Arbett zu erholen, die sie für die Wohlfahrt der gemeinen und undankbaren Massen vollbringen." Notizen. — Kunst abend. Sonntag, den 23, Oktober, abends 8'/. Uhr, wird im Schillersaal, Charlottenburg, ein Björnson» Abend veranstaltet. — Das Marionetten- Theater München er Künstler wird in derTheater-AuSstellung am Zoo fein Gastspiel eröffnen, — Die Tuberkulose der Wäscherinnen. Ueber die Tuberkulose der Wäscher und Wäscherinnen bringt der italienische Ar�t Dr. Gotti interessante Mitteilungen. Die Wäscher und Wäscherinnen in Mailand werden selten von der Tuberkulose be- fallen(S Proz. der Männer und 9.5 Proz, der Frauen), während die von Paris außerordentlich häufig dieser Krankheit erliegen <75 Proz.), Der Grund dieses Unterschiedes ist: Die Wäscherinnen in Mailand berühren die Wäsche nicht eher, als bis der sie ent- haltene Sack gekocht ist, dann erst wird er geöffnet und geleert, währenv dies in Parrs nickt geschieht. Mit Hilfe dieser einfachen Maßnahme wird vielen Menschen daS Leben erhalten. — Neue Radium funde..Der englische Chemiker Ramsay teilt mit. daß jetzt auch in England Radium gewonnen wird. In Liwehouse wird Cornwaller Pechblende verarbeitet. Bisher sind 559 Milligramm reinen Radiums produziert(insgesamt gibt eS bis« her auf HM Erde 5.5 Gramm Radium), Die Cornwaller Pechblende ist reicher an Radium als die österreichische und nunmehr die er» giebigste Quelle für Radium, Man hofft in England monatlich ein halbes Gramm Radium gewinnen zu können. Der Preis für ein Milligramm Radium beträgt zurzeit 399 bis 499 M,, das Gramm kostet also 3,99 bis 499 999 M. In der englischen Pechblende ist auch daS»och seltenere und in 149 Tagen auf die Hälfte sich reduzierende Element Polonium nachweisbar. Rechtsanwalt Hewc: Sind auf Radbod Niel SchlaAvetter?— Zeuge: Nein.— Verteidiger Rechtsan?val< Heine: Gibt eä dort viel Staub?— Zeuge: Nein.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Herr Hallender aber hat Radbod für schlagwetterreich erklärt.— Sachverständiger Hallender: Dewitz, aber im speziellen Revier des Zeugen Stenzel kann eS ja weniger Wetter gegeben haben.— Saciwerstandiger Hansmann: Haben Sie die Wetter vorschriftsmäßig im Wetterbuch ein» getragen?— Zeuge: Das war auf Radbod nicht notwendig, weil ununterbrochen gearbeitet wurde.— Sachverständiger Hansmann: Sind die Eintragungen aber wenigstens für die Sonntage und für die Betriebspunkte vorhanden, in denen nicht ununterbrochen gearbeitet wurde? In diesen Fällen mußten doch vorher die Wettermänner die Strecke befahren und ihre Eintragungen in das Wetterbuch machen.— Zeuge Stenzel: Ich habe kein Wetterbuch gesehen. Direktor Undree: Natürlich ist ein Wetterbuch vorhanden; es wird zur Stelle geschafft werden.— Angeklagter Wagner: Es haben hier eine Reihe Zeugen bekundet, daß das Ventil der Wasserleitung einmal durch unbefugte Hand abgedreht worden ist. Mußten nicht Vorkehrungen getrofken werden, daß so etwas nicht möglich war? Wenn Herr Hollender das gesehen hätte, hätte er eS nicht sofort verboten?— Sachverständiger Hollender: Nein, Unbefugte haben auf dem Werk überhaupt nichts zu suchen, und von vernünftigen Bergleuten ist nicht anzunehmen, daß sie mutwilliaein solches Ventil abdrehen.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Wer ist denn der große Unbefugte, der das Ventil ab- gedreht hat?— Sachverständiger Hollender: Es ist ja gar nicht abgedreht worden.— Angeklagter Wagner: lieber Tage sind doch ober löjährche Jungen beschäftigt— und die konnten Unfug treiben.— Sachverstandiger Hollender: Aber nicht unter Tage.— Angeklagter Wagner: Ein solches Ventil muß unter Verschluß gehalten sein.- Bors: Tatsächlich ist da» aber nicht der Fall gewesen. Welche Schlüsse daraus zu ziehen sind, ist Sache der Plaidoyers.— Sachverständiger Werner: Ich muß bemerken, daß ich keine Zeche kenne, wo die Wasserleitung derartig beschaffen war wie auf Radbod. Ich kenne nur automatisch wirkende Wasserleitungen. Ich weih überhaupt nicht, daß ich jemals in meiner jahrelangen Praxis über Wassermangel hatte Klage führen können, abgesehen von der kurzen Zeit, wo eine Reparatur an der Wasserleituag vorgenommen wurde.— Staatsanwalt: An dem Nnglückstagr fehlte das Wasser deshalb, weil durch die Explosion das Rohr zer» stört worden ist.— Sachverständiger Hollender: So ist eS.— Staatsanwalt: Wäre diese Zerstörung auch dann eingetreten. wenn die Wasserleitung vollkommen in Ordnung gewesen wäre?— Sachverständiger Hollender: Jawohl. Staatsanwalt: Dann erkläre ich, daß die ganzen Erörterungen über die BerieselungS» anlagen überflüssig waren. Denn wir brauchen nach der Eni- scheidung de» Reichsgerichts nur solche Frage zu erörtern, die mit der Katastrovhe in ursächlichem Zusammenhang bestanden haben können.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Das ist nicht richtig. DaS Reichsgericht hat gesagt, daß wir alle Umstände zu erörtern haben, welche ordnungswidrig waren, und welche deshalb den Artikel des Angeklagten in günstigerem Lichte erscheinen lassen können. Uebrigcns gebe ich durchaus zu, daß solche großen Katastrophen Rohrleitungen zerstören können. DaS hat aber mit den Ursachen der Katastrophe selbst gar nichts zu tun. Es ent- steht höchstens die Frage, ob durch Versagen der Wasserleitung nach der Katastrophe bei den Rettungsarbeiten ein Verschulden der Verwaltung vorliegt.— Staatsanwalt: Es ist behauptet worden, daß da? Unglück deshalb einen so großen Umfang angenommen hat, weil die Wasserleitung versagt hätte.— Sachverständiger Hansmann: Wußte Herr Hollender vor dem Unglück, daß die Wasserleitung eingefroren war?— Sachverständiger Hollender: Nein, das haben wir erst nachher erfahren. Hierauf trat eine Pause ein. Nach der Pause wurde zunächst eine Reihe von Rieselmeistern vernommen, die bekundeten, daß m der Grube Radbod stets ge- nügend Wasser vorhanden war. Dann nahar längfre Zeit in An- spruch die Vernehmung des Betriebsführers Berg. Er bekundete, daß die Berieselung auf Radbod tadellos funktionierte, daß von Hohlräumen nicht gesprochen werden kann und daß auch nicht über- mäßig viel Kohlenstaub vorhanden war.— Bors.: Zwei Tage vor dem Unglück soll das Ventil der Wasserleiwng eingefroren gewesen sein.— Zeuge: Das ist richtig.— Bors.: Wie kam es denn, daß da? Ventil überhaupt einfrieren konnte?— Zeuge: Der Frost kam zu plötzlich Bors.: Und die Schlagwetter auf Radbod?— Zeuge: Auch hier wiederhole ich, sie waren nicht besonders stark.— Verteidiger RechtSanN'alt Heine: Wenn man den Zeugen so hört, müßte man zu dem Schluß kommen, daß Radbod eine einwandSfrete Grube war.— Der eine Ventilator hat nicht genügt, denn eS ist ja nach der ersten Explosion«in zweiter Ventilator angeschafft worden.— Zeuge Bergmann Thomas: Ich muß zu der Aussag« des Zeugen Berg erklären, daß Hohlräume bis zu 4 Meter HShe vorhanden waren.— Zeuge Berg: Ich habe davon nichts gesehen.— Zeuge Thomas: Ich habe den Zeugen Berg wiederholt auf die Gefährlich- keit so großer Hohlräume aufmerksam gemacht.— Verteidiger RechtSanNxilt Heine: Haben Sie alle Schlagwetter, die Ihnen ge- meldet wurden, in das Wetterbuch eingetragen?— Zeuge Berg: Nur wenn die vorhandenen Einrichtungen nicht ausreichien, um die Wetter z» vertreiben. Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Dann möchte ich nun doch einmal das Wetterbuch von Radbod sehen, um zu erfahren, was eingetragen ist.(Nebenkläger Direktor Andre« überreicht dem Verteidiger die in Frage kommenden Wetterbücher.) — Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Ich habe das Wefterbuch für die Zeit vor dem Unglück hier vor mir und schlag» 33 Seiten auf. Auf jeder Seit« steht immer dasselbe:„Alles rein." In der ganzen Zeit ist also nach dem Wetterbuch nicht ein einzige? Mal auch nur das Auftreten von schädlichen Gasen auf Grube Radbod beobachtet worden.— Staatsanwalt: Haben Sie in dieser Zeit(Bchlagiwtter auf Radbod bewerft?— Zeuge Betrtcbssührer Berg: Nein.— Verteidiger Rechtsanwalt Hein«: Die Arbeiter aber haben diese Schlagwetter jeden Tag bewerft.— Rur der Betriebsführer, der zur Gintragung gesetzlich verpflichtet ist» hat diese Schlagwetter nicht gefunden. Direktor Andre«: Es steht nicht in den Vorschriften, daß das Auftreten von Schlagwettern einzutragen ist, sondern ledig- lich die Ansammlung von schädlichen Gasen. Darunter versteht man den Zustand, der dadurch herbeigeführt wird, daß die Ven- tilatoren die Ansammlung von Schlagwettern nicht verhindern können.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Auch das ist nicht richtig. Im§ 31 der Vorschriften für Wettermänner steht aus- drücklich, daß Botriebspnnkte, in denen ein Auftreten schädlicher Gase beobachtet wird, vermerkt werden müssen. Wenn hier aber fortwährend im Wetterbuch steht:„Alles rein", dann kann daraus gefolgert werden, daß es Betriebspunkte, wo schädliche Gase auf- treten, i» der ganzen Grube Radbod nicht gibt. Nun haben wir hier aber Bekundungen von Zeugen, daß, auch wenn die Vcntila- toren gingen, die Gase nicht weggebracht wurden, und wir haben weiter gehört, daß die Bergleute ohne Lampe in die Grube gingen, weil»S ihnen sonst zu gefährlich war, und daß sie eine halbe Stunde warteten, bis sich die Gase ver- zogen hatten. DaS ist miirdesienS ein Auftreten schädlicher Gase und eine Meldung mußte darüber staftfindeu. Das steht aber nicht in dem Wetterbuch, und loetl das der Fall ist. sage ich: Hier haben die Steiger entweder vertuscht oder die Vorschriften sind in ganz salopper Weise gehandhabt worden.— Zeuge Hollender: Ich weiß nur von einer einzigen Beschwerde, die der zuständige Bezirks- leiter des BergarbeiterverbandeS bei mir vorbrachte, Mwrauf ich sofort die Grube untersuchte.— Zeuge Thomas: Und wegen dieser Nieldung beim Berginspektor ist der Bergarbeiter Lange, der als Schreiber dieser Beschwerde verdächtig war, vop der Zeche entlassen worden. lBeweaung im Zuhörerraum.) Di« Zeugen Bergleute Nickel und Pillgaimm treten den Bekundungen de? Bergmanns Thomas bei.— Zeuge P-llgrimm: Wir haben in einer mit den christlichen Gewerk- vereinen gemeinschaftlich abgehaltenen Versammlung über die Gase auf Radbod verhandelt und dem Betriebsführer Berg einen Brief unterbreiten lassen.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Was stand denn in dem Brief?— Zeuge Pillgrimm: Alle Klagen, die in der Versammlung über Radbod vorgebracht worden waren.— Direktor Andrer: Ich behaupte, es gibt keinen Beamten auf Grube Radbod, der einen Betriebspunkt verläßt, ohne daß die Wetter beseitigt sind. — Bors,(zum Zeugen Thomas): Kam«s vor, daß die Gas« die ganze Schicht durch geblieben sind und daß durchgearbeitet wurde? Zeuge Thomas: Jawohl, das ist vorgekommen. Deshalb haben wir ja häufig im Dunkeln gearbeitet und sind auf allen Bieren vorwärts gekrochen, um mit den Schlagwettern nicht in Berührung zu kommen.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Das sind doch sicher Stellen, die im Wetterbuch hätten eingetragen werden müssen.— Werner: Auch ich bin der Meinung, daß solche Wetterbildungen in das Wetterbuch eingetragen werden müssen.— Sachverständiger Hollender: Ich kann mich den Bekundungen des Sachverständigen Oberbergrats Kaltheuner nur anschließen. Wetter,� die die besondere Aufmerksamkeit der Beamten erregen, müssen in die Wetterbücher eingetragen werden, damit sie zur Kenntnis der verantwortlichen Stellen kommen.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Müssen auch solche Wetter eingetragen werden, von denen hier die Zeugen Thomas und Pillgrimm gesprochen haben?— Sachverständiger Hollenbek: Die Antwort ergibt sich schon aus dem Zweck, dem die Wetterbücher dienen sollen. Sie sollen eine Uebersicht aeben über die Wetterverhältnisse in der Grube, und deshalb müssen auch die Wetter eingetragen werden, die durch verstärkte Maßnahmen beseitigt werden. Die tzlufsichtsbcamten müssen wissen, wo sie am ehesten hinzusehen haben.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Es bleibt die Tatsache bestehen, daß der ver» antwortliche Betriebsbeamte Berg hier gesagt hat, von Schlag- wettern hat er nichts gewußt, während viele Zeugen hierüber genaue Angaben gemacht haben.— Bors,(zum Zeugen Thomas): Weshalb haben Sie Ihre Abkehr von Radbod genommen?— Zeuge ThomaS: Es war uns nach unserer Vernehmui« am 10. Oktober gekündigt worden.— Bors.: Wie vielen Leuten wurde im ganzen gekündigt?— Zeuge: Etwa 12S Mann.-- Andrer: Wir mußten annähernd 1000 Mann ablegen. Wir wollten eS nicht auf einmal tun, sondern taten es gruppenweise, weil wir immer noch hofften, die Grube schnell wieder in Betrieb nehmen und das Wasser schneller auspumpen zu können, als es geschehen ist. Auf diese Weise erklärt es sich, daß so vielen Leuten gekündigt wurde. Nach der Rede des ThomaS auf dem Berliner Bergarbetterkonareß habe ich den Direktor der Zeche Baldur ver- anlaßt, daß er Thomas und noch einen Bergmann aus dem Ar- heitSverhältnis der Zeche entlasse.— Staatsanwalt: Ist Thomas unter Einhaltung der Kündigungsfrist abgelegt worden? t— Zeuge ThomaS: Nein.— Staatsanwalt: Sie sind sofort entlassen worden?— Zeuge Thomas: Ja.— Staatsanwalt: Mit welcher Begründung?— Zeuge ThomaL: Ter Betriebsführer sagte: ThomaS, gegen Sie ist eine Beschwerde eingegangen. Ich muß Sie, so leid es mir tut, entlassen.— Staatsanwalt: Ist dem Zeugen Thomas bekannt, daß ihm gegen die ftindigungsiose Ab- kehr das Rechtsmittel der Beschwerde zusteht und hat er davon Gebrauch gemacht?— Zeuge Thomas: Nein.— Staatsanwalt: Weshalb nicht?— Zeuge: Weil meine Papiere schon fertig auf dem Bureau lagen und weil ich e? als zwecklos ansah.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Warum luurden gerade die ver- unglückten Bergleute entlassen?— Zeuge Thomas: Mir hat der Steiger gesagt: DaS war nicht notwendig, daß Sie das ausgesagt haben. Das war am 10. Dezember nach dem großen Unglück. Die Weiterverhandlung wurde �auf morgen(Sonnabend) vertagt._ Soziales* l St. BurcaukratismuS. Gestern trat hier der Reichsverband deutscher Städte zu- sammen. Ihm gehören die mittleren und kleineren Städte unter 26 000 Einwohner an. In der Diskussion warfen die Redner zwar stark mit patriotischen Phrasen um sich, traten aber doch durchweg für größere Selbstverwaltung und gegen den starken Bureaukratismus auf. Einer der Referenten, Bürgermeister �Dr. Belion(Eilenburg) gab folgendes Schildbürgerstücklein aus unseren Beamtenstuben zum besten: „Die von mir vertretene Stadt Eilenburg ist in zwanzig Minuten von Leipzig aus zu erreichen. Die Leipziger Behörde will einem Dienstmann, der zufällig in Eilenburg geboren ist, ein Ehrenzeichen verleihen. Um zu erfahren, ob gegen diesen Mann etwas vorliegt, wendet sich die Stadt Leipzig in unserer Zeit des Telephons zunächst an die ihr übergeordnete?lmtL- hauptmannschaft, diese an das sächsische Ministerium des Innern, diese» an das Ministerium des Aeuhern, diese» an die sächsische Gesandtschaft in Berlin, diese an den deutschen Staats- fekretär dcs Aeuhern, dieser an den preuhischen Minister de» Innern, dieser an den Oberpräsidrnten, dieser an''en Regie- rungSpräsidenten, dieser an den Königlichen Lnndrat in Delitzsch. dieser endlich an die Polizeiverwaltung in Eilenburg.(Große Heiterkeit/j Als wir darauf pflichtgetreu meldeten, daß wir den zur Dekorierung vorgeschlagenen Herrn nicht kennen, geht die Sache genau ebenso auf demselben Wege zurück nach dem LO Minuten von Eilenburg entfernten Leipzig(schallende Heiterkeit), ein klassisches Beispiel dafür, wie modern der deutsche Bundesstaat im Zeitalter des Verkehrs arbeitet!" In der Tat ein klassisches Beispiel für die überflüssige, zeit- raubende, nutzlose, echt bureaukratische„Arbeit", die in Behörden- bureauS verrichtet wird. Und so wird eS bleiben, solange nicht durch Einführung allgemeiner, gleicher, geheimer, direkter Pro- portionalwahle» für alle gesetzgebenden, kommunale» und beljörd- liehen Körperschaften dafür gesorgt wird, daß alle Teile der Be- völternng an Gesetzgebung und Verwaltung teilnehmen. Erst dann wird mit dem Moderhnufen bureaukratischer Wichtigtuerei und Zeit, und Geldvcrtrödelei aufgeräumt werden können. Diese Forderung erhob der Städteverband leider nicht. Auch ein EntlassungSgrnnd. Zu den« im„Vorwärts" vom 4. d. Mts. enthaltenen Bericht über eine J»nungsschiedsgerichts-Verhm>dluiig ersucht uns der Beklagte, Fritz Stiebe, um die Mitteilung, daß er wegen der von der Klägerin aufgestellten Behauptungen Beleidigungsflage angestellt hat. Diesem Wunsche kommen wir hiermit nach. Wertlosigkeit der..Vertrauensärzte". Die Frage, ob jemand invalide ist, hängt in der Praxis, ent- gegen den, Gesetz, leider in der Hauptsache von„Vertrauensärzten" ab. Wie wertlos solche Gutachten, insbesondere auch die von der Berliner Anstalt, sind, zeigt wieder folgender Fall: Der Silberarbeiter F. erkrankte am 15. August 1909 und wurde vollständig erwerbsunfähig. F. leidet an Nervenreißen, Folgen eines Schlaganfalles, Gefäßverkalkung u. a. m. Diese Leiden ver- hindern, daß F. längere Zeit gehen oder sitzen kann. Der von F. bei der LandeS-BerficherungSaiistalt Berlin gestellte Antrag wurde abgelehnt, weil nach einem eingeholten Gutachten zwar»sehr ge- riniie Reite eines Schlaganfalls, Gefäßverhärtung, Lungencrwcite- rung, SchullergslcnkrheuinatismuS und geringe Nervenschwäche be- stehen", daß durch alle diese Leiden der Antragsteller aber noch nicht als invalide im Sinne des Gesetzes anzuseben sei. Gegen den ablehnenden Bescheid der LandeS-VersicherungS- anstatt wurde Berufung beim Schiedsgericht für Arbeiterverstche- rung Berlin eingelegt. Dasselbe forderte von einem Bertraurns- arzt ein Gutachten ein. Derselbe kam zu dem Ergebnis, daß Kläger feit dem 15. Anglist 1999 als dauernd erwerbsunfähig anzu- sehen sei. Aus dem Gutachten sei folgendes wiedergegeben: ,,Tr. K. zieht die teilweise Lähmung de» rechten Beines nicht in Betracht. Dieses Leiden, verbunden mit her Schwäche des linken BeineS bedingt aber fit. E. allein eine Erwerbsunfähigkeit 6on 50 Proz. W sthiHk aber auch das Gutachten dcs Dr. G. den vorgenannten Zustand zn niedrig ein, soweit eine solche Beurteilung aus den Worten »sehr geringe Reste eines Schlaganfalls" ersichtlich wird." Auf Grund dieses Gutachtens wurde dann die Beklagte ver< urteilt, dem Kläger die Rente für dauernde Invalidität vom 15. August 1909 an zu zahlen. Die beiden von der LandeS-Ber- sicherungsanstalt gehörten Acrzte Dr. K. und Dr. G. sind ständige Gutachter derselben, sind„Bertrauensärzte". Diese beiden Aerzie müssen sich aber nachweisen lassen, daß sie im vorliegenden Falle nicht nur eine erhebliche Erwerbsbehinderung, die Folge eines Schlaganfalles war offenbar zu niedrig bewertet, sondern, daß sie bei der Beurteilung der Invalidität die Lähmung des Beines über- sehen haben. Soll das Wort Vertrauensarzt von Jnvalidenversiche- rungSanstalten und Berufsgenossenschaften heißen: Vertrauen, daß die Aerzte die Erwerbsunfähigkeit nicht bemerken? Klus cier-frauenbetvegung. Ei» BildungSfeind. Auf dein Lübecker Parteitag der schleswig-holsteinischen Rational- liberalen sind recht charakleristische Reden gehalten worden. Der Miltelschullehrer Lötze warf seiner Partei vor, daß sie die Sozial- deniokralie zwar mit Worten bekämpfe, es aber an den nötigen Taten fehlen lasse. Die Nationalliberale» hätten bei Streiks und . bei Mißhandlungen van Arbeitswilligen immer Gewehr bei Fuß gestanden.(!!) Man hätte im neuen Strafgesetzbuch den Schutz der Arbeitswilligen weit mehr sicherstellen müssen. Dieses echte Mitglied der nationalliberalen Partei, die ja die Partei der Scharfmacher par excellence ist, hat weiter auch über die Frauenarbeit gesprochen. „Das moderne Mädchenschulwesen sei auf die Berufsbildung der Frauen zugeschnitten worden. Er verwehre gewiß nicht der Frau da« Recht auf Arbeit, wenn sie in?iot fei. Aber durch die Vorbildung der Mädchen auf einen Beruf ver- größere man nur die Not der Frau. Gehe das so weiter wie bisher, werde die Zahl der Lehrerinnen an den Volksschulen ganz erheblich steigen, und folgen würden die der Oberlchrerinuen, Aerztinnen, Präsidentinnen usw. Damit werde die Zahl der Eheschließungen zurückgehen und damit auch die BolkSvermehrung. Es müsie daher dafür gesorgt werden, daß die Zahl der Frauen, die den Männern das Brot nehmen, immer gc- ringer werde, und daß«S den Männern ermöglicht werde, so früh wie möglich zu heiralen. Die Frau solle nicht hinaus ins Leben, sondern hinein in die Familie." Nur ein Kathederniensch war zu der Entdeckung fähig, daß eine gute Vorbildniig aus einen Beruf die Skot der Frau vergrößere. Bisher war eS doch eine, auch in bürgerlichen Kreisen fest- flehende Tatsache, daß Wissen Macht bedeutet und eine ante Bildung den Kampf nmö Dasein wesentlich erleichtert. Daß beute die Frau zu diesem Kampf umS Dasein gezwungen ist, be- streitet selbst Herr Lötze nickt, denn er spricht von der Not der Frau. ES gäbe aber eln gutes Mittel, der Not der Frau zu steuern. In der iialionalliberalen Partei sitzen sehr viel Großindustrielle und Vertreter des Handels: außerdem hat diese Pari«, einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf die Regierung. Wie wäre es, Herr Lötze. wenn Sie bei Ihrer Partei den Antrag stellten, daß jede? Parteimitglied seine Arbeiter und Angestellten den heutigen Kultur- forderungen entsprechend bezahlen muß und daß weiter der Einfluß Ihrer Partei dahin aufgeboten werde» soll, daß der Staat feine mittleren und unteren Beamten anständig bezahlt. Dadurch könnten Sie nicht nur die Not der Frau lindern, sondern sich auch unlieb- sainer Koilkurrentinnen erwehren. Tie Rede hat nämlich einen sehr Übeln Beigeschmack von Konkiirrenzneid. In solchem Fall muß ja immer die Redensart vom Heim und von der Familie herhalten. In der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist es aber nicht möglich, die Frau in das„Heim" zurückzuführen, denn der Kapitalismus läßt Ich nicht feine billige» Arbeitskräfte nehme». Darum muß der, dem «S«W mit der Forderung, aller Not zu steuern, in der Sozial- demotrgtie für die Beseitigiiug der kapitalistischen Wirtschaftsordnung kämpfen,"Also bitte, Herr Lotze! Erfolgreicher Streik dänischer Näherinnen. In Aalborg(Jüt- land) haben die Näherinnen kürzlich gestreift. Der Erfolg ist ein Tarifvertrag, durch den die Wochenlöhne sofort um 1 Krone und am 1. August 1911 abermals um 1 Krone erhöht werden, die Arbeits- zeit geregelt und für Ueberstundcn bestimmte Zuschläge festgesetzt sind. Ihre Organisation, der Dänische Räherinnenverband, der anfangs mtt große» Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, erzielte in letzter Zeit auch in verschiedenen anderen Städten recht gute Erfolge, z. B. in RarhiiS Lohnerhöhungen von 20—25 Proz., in HorsenS von 10—15 Proz. Auch in Kopenhagen gewinnt der Verband immer mehr Tinfluß auf die Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Leseabende. JohanuiSthal. Montag, den 24. Oktober, 8l/t Uhr. Bei vrtner, Kaiser-Wilhelm-Str. 10. Pankow. Montag, den 24. Oktober, 8'/, Uhr, bei Großkurt, Berliner Straße 27. Referent: Redakteur Hans Weber. Charlottentiirg. Dritte Gruppe. Montag, den 24. d. M., im Volks- Hause, Rosinenstr. 3. Britz-Blickvw. Montag'/zbZUhr bei Hartmann, Germania-Promenade. Versammlungen— Veranstaltungen. Nieder-SchZueweide. Dienstag, den 25. Oktober, im Lokal„Kyff- Häuser", Berliner Straße: Oesseniliche Frauenversammlung. Vortag:.Fleischteuerung und die wirtschaftliche Lage". Eerickts- Leitung. „Hintze"— unauffindbar. Der Moabiter Held Friedrich Hintze hatte vor einiger Zeit auch ein Gastspiel in Leipzig gegeben und dabei zwei Streikposten gröblich beleidigt. Er sollte sich deswegen am Donnerstag vor dem Leipziger Schöffen- g e r i ch t verantworten. Die Verhandlung konnte aber nicht stattfinden, weil der wackere Hintze vorgezogen hatte, nicht zu erscheinen. Der Vorsitzende' teilte mit, daß der Vorführungsbefehl nicht vollstreckt werden konnte, weil Hintze nicht auffindbar sei. Eine Anfrage bei der Berliner Polizei habe ein negatives Resultat ergeben. Die Verhandlung wurde vertagt. Man entsinne sich nun, daß während des Streiks in Moabit der Aufenthalt des von den Behörden schon lange gesuchten Hintze der Berliner Polizei bekannt war, daß sie aber keinen Finger rührte, um den Burschen festzunehmen, so lange er seine„nützliche" Tätigkeit als Hauptmann der Streik- brechet ausübte. Jetzt, da er seine wertvolle.„Arbeit" beendet hat und von allen möglichen Gerichten und Behörden gesucht wird, soll er wieder spurlos verschwunden sein! Eigenartig, höchst eigenartig, daß der General der Moabiter Vorgänge unanf- findbar. Kennt Herr Stlnnes den Aufenthalt seines Pinkerton nicht? Ist es in der Tat der Polizei unmöglich, Hintzes Auf- enthalt ausfindig zu machen. Erklärlich und in frischer Er- innerung ist ja noch das totale Versagen der vereinigten Leip- ziger und Berliner Polizei zur Aufspürung des mehrfachen Mörders ArguS R.(Koppius). Ebensowenig fällt das vergebliche behördliche Bentühen zur Auffindung des seit 19()5 gesuchten Raubmörders Sternickel auf. tFItr» posae nemo obligatur(von niemand kann man verlangen, daß er über seine Fähigkett hinaus etwas tue). Aber die Auffindung des vberstkommandieren- den in der gegen friedfertige Bürger angestifteten Moabiter Revolte sollte doch nicht über der Polizei Kunst gehen dürfen. Denn sie stand ja in ständiger Verbindung mit ihm. Einer ihrer Beamten war es ja, der die Mitteilung, daß der ge- suchte Militärflüchtling Hintze mit dem Streikbrecheroberst Hintze identisch sei, erhielt. Der Hintze, mit dem die Polizei tagelang in allerintimster Beziehung stand,— kann von der Berliner Polizei indes trotz amtlichen Ersuchens des Leipziger Gerichts um Festnahme dieses Hintze nicht aufgefunden lverden! Sonderbar, höchst sonderbar. Wäre denr amtlichen Ersuchen um Fe st nähme späte st ens am 24. September entsprochen— wäre dann die Moabiter Polizeischlacht möglich gewesen? Wäre jener schmachvolle Vorgang möglich gewesen, daß ein Arbeiter auf dem Kohlrnhof von Kupfer u. Co. den Hintzegesellen von Schlitzleuten zur Verprügelung übergeben wurdet Eigenartig, die Berliner Polizei will alles wissen und können. Aber sie ver- mag einen Hintze trotz anitlichen Ersuchens ebensowenig fest- zunehmen, wie sie den dieVersäbelung der englischen mit Polizeipässen versehenen Berichterstatter mit Erfolg Kommandierenden ausfindig zu machen vermochte. War vielleicht dieser Kommandeur mit Hintze identisch? Warum ist„Hintze" unauffindbar? Sollte er sich verborgeil halten, weil er befürchtet, er könnte zum Polizeipräsidenten von Berlin oder gar zum Minister dcS Innern ernannt werden? Oder ist ihm als Rädelsführer der Streikbrecherrotten aus strafrechtlichen Gründen nicht ganz geheuer? Ein Oberlehrer wegen schwerer Sittlichkeitsvcrbrechen>« vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Oberlehrer der Ostschule(Gemeindeschule) in Gera (Neutz) Friedrick, Köhler, der 56 Jahre alt und seit 28 Jahren ver- heiratet ist, hat sich in den Jahren 1309 und 1010 wiederholt an Schülerinnen geschlechtlich bczw. unsittlich vergangen, und zwar in etwa 40 nachgewiesenen Fallen an fünf Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren. Ein Mädchen, an dem er sich allein in etwa 25 Fällen unsittlich vergangen und mit dem er- wiederholt ge» schlcchtlich verkehrt hat, ist von ihm geschwängert worden. Am Donnerstag hatte sch der nette„Kindersceund" vor der Straf» kammer des Landgerichts in Gera zu verantworten. Er wurde durch die Beweisaufnahme in 25 Fällen dcS Verbrechens nach Z 174 Zisfer 1 deS Strafgesetzbuches(Vornahme unzüchtiger Hand. lungen an Schülerinnen während der Ausübung des RmteS alS Lehrer), in 13 Fäücn des Verbrechens nach§ 176 Ziffer 3 dcS Strafgesetzbuches(Vornahme unzüchtiger Handlungc» an Per» sonen unter 14 Jahren) und in 2 Fällen dcS Versuches dieses Ber. brrcheus überführt. Der Rektor der Schule stellte ihm ein sehr schlechtes Zeugnis au». Der Staatsanwalt beantragte 6 Jahre Zuchthaus und 10 Jähre Ehrverlust. Das Gericht verurteilte ihn zu 4 Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehren- rechte auf die Dauer von 5 Jahren. Angebliche RcligionSschmähung. DaS bayerische ArbeitersängerbundeSfest. daS zu Pfingsten in Nürnberg stattfand, hatte vor dem dortigen Landgericht ein Nach» spiel. Dieses Fest hat der deutschen Zentrumsprejse Anlah zu einer großen Hetze gegeben. ES wurde als Beweis dafür angeführt, wie die Sozialdemokratie darauf ausgeht,„die Religion zu vernichten". Einen Bestandteil der Feier bildete ein großer historischer Fesizug. der sich durch die gan�e Stccht bewegte; m einer Gruppe befanden sich auch drei Teilnehmer. d,e kathol,,che Geistliche darstellten. Nach den Behauptungen der Zentrumspresse sollten diese drei Darsteller sich schiverer ReligionLschwähungcn dadurch schuldig gemacht haben, daß sie Kährenv deS Zuge? wiederholt die Gebräuche der katholischen Kirche nachäfften, daS Kreilzzciche» machten, Bonbons segneten und unter die Kinder verteilten, als sei es die Hostie, daß sie Kindern leichte Backen- streiche gaben, um die Firmung nadhziicrhnien. Weiter hätten sie, um das geistliche Gewand zu verhöhnen, getanzt, die Zunge her- ausgestreckt und sich sonst ungehörig benommen. Eine umfang- reiche Untersuchung wurde vorgenommen. Diese fiel zugunsten der Beschuldigten aus. Trotzdem erhob der Staatsanwalt gegen die drei Darsteller: Werkmeister Fitzek, Schlosser Stützer und Maschinenarbeiter Hörndlein, Anklage wegen Vergehens wider die Religion. Am Donnerstag wurde die Sache verhandelt. Es war ein gewaltiger Zeugenapparat aufgeboten, darunter ca. 20 Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren. Diese sollten die Hauptbelastungs- zeugen.sein. Vor Gericht wußten sie aber entweder gar nichts, oder sie konnten sich nicht mehr erinnern, hatten nur von anderen gehört, daß sie etwas gesehen hätten. Wo sie wirklich positive An- gaben machten, verwickelten sie sich in Widersprüche oder wurden direkt der Unwahrheit überführt ooer sie mußten zugeben, daß sie Angaben anderer als eigene Beobachtungen bezeugt hatten. Ein großer Teil von ihnen wurde von ihren Klassenlehrern als un- glaubwürdig bezeichnet. Aus ihren Aussagen ging ferner hervor. dah sie von den Kaplänen in der Religionsstunde über daS, wal? sie beim Fcstzug gesehen, ausgefragt waren, so daß bei ihren An- gaben die Suggestion eine grosse Rolle spielte. Von den erwach« fenen Zeugen konnte nicht einer nur das geringste vorbringen, daS oie Angeklagten hätte belasten können. Es waren Katholiken da» unter, die erklärten, daß sie mit großem Interesse den Zug be- obachtet und daß insbesondere die drei geistlichen Darsteller ihre Rolle durchaus ernst und würdig durchgeführt hätten. Angesichts deS Verhandlungsergebnisses sah sich der Staatsanwalt gezwungen, zu erklären, daß er den Angeklagten weder ReligionZschmähung noch groben Unfug nachweisen könne, weshalb er Freisprechung beantragen müsse. Das Gericht sprach die Angeklagten frei. Unlauterer Wettbewerb. Enorm billige Preise rühmte der Kaufmann Sallh Lcvy in Bernburg in einer Anzeige betreffend seine 95 Psi-Woche. Dabei empfahl er auch Serdenwaren, wahrend er nur Halb» oder Kunst» seid« feilhielt. Die Strafkammer Wernburg hat ihn am 7. Juli wegen unlauteren Wettbewerbs zu 300 M. Geldstrafe verurteilt und die Bekanntgabe des UrtcilstenorS angeordnet.— Tie Revision des Angeklagten wurde am Donnerstag vom Neicksgericht verworfen,_ Hus aller Melt. Ein klerikaler Stostsrufzer. Im„Lorraln", dem Blatte des Bischofs B e n z l e r von Metz, schreibt der Ehrcndoniherr C ollin:„Das allgemeine Stimmrecht ist entschieden eine vom Teufel erfundene Mechanik... Wäre ich Papst, so würde ich den Litaneien die Anrufung hinzufügen: Vom allgemeinen Stimmrecht erlöse uns, oHerrl" So unverhüllt hat selten jemand seine WahlrcchtZfeindschast ge- zeigt. Ob die durch den Stoßseufzer bereicherte Litanei irgendwelche Wirkung auf die Beseitigung des VolkSrechtS ausübest würde, steht freilich auf einem anderen Blatt. Wenn man durch Beten das Wahlrecht beseitigen könnte, gäbe eS keine fleißigeren Beter wie unsere Junker und Pfaffen._ Aus der„guten, alten Zeit". So wenig wir sonst Ursach« haben mögen, un» in das Mittel« alter zurückzuwünschen, hinsichtlich der Fleischpreise wäre dieser Wunsch bei den jetzigen enorm hohen Preisen nicht ohne Berechtigung. Denn wenn man die Mitteilungen der alten Städtechroniken über die LebeuSmittelpreise verfolgt, so ist man geradezu erstaunt über die niedrigen Preise des Fleische? und de? Vieh«» in früheren gelten. auch wenn man berücksichtigt, daß vor einigen Jahrhunderten daS Geld noch einen ganz anderen Wert hatte als heutzutage. Jn Nürn- berg kostete in der Milte des 14. Jahrhunderts cm Pfund Rind-, Schaf» oder Kalbfleisch 2 Heller und das Pfund Schweinefleisch 2� Heller. Am Anfang des 15. Jahrhunderts wurden in Bremen für e, n Lamm 3 Groot und für e i n S ch lv e i n 24 G r o o t bezahlt. Bedenkt man, daß ein Maurer damals täglich 3 Groot verdiente, so findet man, daß er sich jeden Tag ein Lamm und nach acht Arbeits- tagen ein Schwein kaufen konnte. Im Jahre 1437 kostete in Franken ein Schaf 1 Schilling und eine Kuh 6 Schillinge und im Jahre 1440 wurde in A n g s b u r g ein schlachtreifer Ochse auf 8 Gulden eingeschätzt. Von Hamburg wird an? dem Jahre 1478 berichtet, daß eine fette Kuh mit 10 Schillingen. und ein Ochse mir 12 Schillingen bezahlt ivurde und in Zürich kostete noch im Jahre 1559 der Zentner Fleisch nicht viel mehr als 2 Gulden. Heute sorgen schon unsere Agrarier mit Hülfe der Regierung dafür, daß sich kein Arbeiter an Fleischspeisen den Magen verdirbt. es fei denn, daß er einem herrenlose» Hunde das Fell über die Ohren zieht. Vorgeschichtliche Goldfnnde im Warthebruch. Prähistorische Kostbarkeiten hat der Dachdecker Friedrich Krügerke auf seinem Acker zu Klein-Czettritz bei Techsei gefunden. In einer in den Erdboden versenkten Schalenurne lagen sieben goldene Schlangenringe. Die Schmuckstücke sind au? lauterem Golde hergestellt, ihre Form ist sehr eigenartig. Schon früher wurden in dem reich befiedelten Warthebrrich Goldfund« gemacht. Kleine Notizen. Einbruch in eine BahnhvfSkasse. In der letzten Nacht drangen Diebe in daS Stationsgebäude der Städlebah» in Brandenburg ein. Die offenbar mit den örtlichen Verhältnissen vertrauten Spitz- buben brachen einen am Fußboden angeschraubten Grldkasten auf und raubten ans ihm 6 00 Mark. Wahrscheinlich kommen als Täter Leute in Betracht, die in den letzten Tagen in mehreren umliegenden Ortschaften Einbrüche verübt haben. Schlinune Folgen einer Wette. Ein galizischer Arbeiter er» kletterte infolge einer Wette das Dach des Schlafhauses der Schlesien- grübe bei Beuthen in Obcrschlesien. Er stürzte ob und blieb mit zerschmetterten Gliedern tot liegen. Hartnäckige Selbstmörderin. Iii Wie n»ersuchte gestern früh eine Arbeiterfrau Ka s sich mit einem Messer den Hals zu durch- schneiden. Als sie an der Ausführung ihres Vorhabens gehindert wurde, ergriff sie ihre ILjährige Tochter und st ü r z t e sich mit ihr ans dem Fenster de» dritten Stockwerkes in d�en Hof, w o beide tot liegen blieben. Eheliche Streitigkeiten haben die Frau zu der Tat getrieben. In der Nähe der Halbiusel Florida ist der französische Danipfer„Louisiane" gestrandet. Von de» 547 Reisenden ist bisher die Hälfte nach Key-West gebracht worden. Auch die übrigen Reisenden, für die keine augenblickliche Gefahr b e st e h t. sollen ausgeschifft werden. Als Ursache der Strandung wird der heftige Sturm angegeben, der in den letzten Tagen Kuba und die Halbinsel Florida heimsuchte. Den Nobelpreis für Medizin erhielt der Heidelberger Professor der Physiologie, Dr. Albrecht K o j s« l. Die Höhl~ Preises beträgt für daS Jahr 1S10 193 360 Frank. ßmfhafUn der Expedition. O.®., Eiimmersborf. 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Sigung vom Freitag, den 21. Dktober Unfallanzeige und Unfalluntersuchung. Ferner beantragten die Sozialdemokraten, daß die erreicht wird. Die Bestimmung des Entwurfs wurde einstimmig Versicherungsamtes zu befolgen hat und das Versicherungsamt Die Vorlage wollte der oberen Verwaltungsbehörde die Beselbst in geeigneten Fällen die Untersuchung vornehmen kann. Beide fugnis erteilen, zu bestimmen, daß statt der Polizeibehörde das VerAnträge wurden gegen die Stimmen der Sozialdemokratensicherungsamt die Unfalluntersuchung vornehmen kann. Hiergegen und des Polen abgelehnt. erhoben die Berufsgenossenschaften Einspruch, weil sie auch auf diesem An der Unfall- Untersuchung können teilnehmen der Verletzte oder Wege eine Einmischung des Versicherungsamtes in diese AngelegenNach dem Entwurf ist die Unfallanzeige u. a. der Ortspolizei- feine Hinterbliebenen, der Träger der Unfall- und der Kranken- heit nicht haben wollten. Die Bestimmung wurde dann auch von behörde des Unfallortes zu erstatten. Die Sozialdemokraten verficherung, der Unternehmer, das Versicherungsamt und der Gewerbe- den Konservativen, den Nationalliberalen und einem forderten, daß die Anzeigen entweder an die Behörde oder an das Aufsichtsbeamte. Außerdem sollen zur Untersuchung auch sonst Beteiligte Teile des Zentrums gestrichen. Versicherungsamt zu richten sind. Der Antrag wurde gegen die zugezogen werden. Dazu beantragten die Sozialdemokraten, daß Nächste Sigung Sonnabend. Stimmen der Sozialdemokraten und des Polen ab- den Zugezogenen der entgangene Arbeitsverdienst und die Reisekosten gelehnt. entschädigt werden müssen. Genosse och erinnerte daran, Jst ein Versicherter getötet oder derart verlegt worden, daß er daß in Preußen im Gegensatz zu einigen süddeutschen Staaten voraussichtlich nach der Reichsversicherungsordnung zu entschädigen ist, den Arbeitern, die als Zeugen zu den Unfalluntersuchungen von der so untersucht die Ortspolizeibehörde des Unfallorts sobald als mög- Polizei geladen worden sind, weder der Arbeitslohn noch die Reiselich den Unfall. Die Ortspolizeibehörde hat aber auf Antrag fosten ersetzt werden. Deshalb sei die vorgeschlagene Ergänzung eines zur Leistung Verpflichteten den Unfall auch dann notwendig. Trotzdem wurde der Antrag gegen die Stimmen der zu untersuchen, wenn sie annimmt, daß voraussichtlich nach diesem Sozialdemokraten, des Polen und des Abg. Horr Geseze keine Entschädigung zu leiſten ist. mann abgelehnt. Die Sozialdemokraten beantragten, daß die Unterfuchung eines derartigen Unfalls auch auf Antrag des Ver ficherungsamtes oder des Verlegten vorgenommen werden muß. Das 8entrum stellte dazu den Abschwächungsantrag, daß der Berlegte wenigstens dann die Untersuchung erzwingen fann, wenn auch das Versicherungsamt seinem Antrage zus Der sozialdemokratische Antrag wurde gegen stimmt. die Stimmen der Sozialdemokraten und der Polen abgelehnt, der Antrag des Zentrums dagegen gegen die Stimmen der Konservativen und Nationalliberalen an genommen. Bafferstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dder, Ratibor Krossen Frankfurt Nach dem Entwurf sollen an der Unfalluntersuchung Sachverständige zugezogen werden, wenn es die Versicherungsträger beantragen. Die Kosten trägt der Versicherungsträger. Hinzugefügt wird, daß auch auf Antrag des Berlegten Barthe, Schrimm und auf seine Kosten ein Sachverständiger zugezogen werden muß. Ist der Unfall voraussichtlich zu entschädigen, so soll die Ortspolizeibehörde ein ärztliches Gutachten einholen. Das Gutachten hat sich über den ersten Befund, den ursächlichen Zusammenhang mit dem Unfall und darüber auszusprechen, ob es angezeigt ist, daß der Versicherungsträger das Heilverfahren übernimmt. Genosse Schmidt wies nach, daß mit solchen ärztlichen Polizeigutachten doch nichts Landsberg Nee, Bordamm Ibe, Zeitmeriz Dresden Barbo am feit 20.10.19.10. Wasserstands- Nachrichten am cm fett 20.10. 19.10. cm ¹) Bafferſtand cm cm ¹) 112 -34-8 58 -2 Saale, Grochlik Havel, Spandau) Rathenow³) 75-1 78 -2 90 159 Spree, Spremberg) 186 156 198 Beser, Münden <-95 16 Minden -20 -6 Rhein, Marimiliansau 368 -14 Raub 171 36 Köln 153 -83 Nedar, Heilbronn 48 167 Main, Wertheim Mosel, Trier Magdeburg 145 + bedeutet Buchs, Lobo! Beeskow all.) Unterbegel. 18 38 ١١٠٠ !!!! 15 Für das Kind! Für d Dieser millionenfache Schrei unserer Zeit findet volles Verständnis in dem gesetzl. geschützten hygienischen Kinderstiefel Carola ,, CAROLA" mit breiten, naturgemässen Formen erfüllt alle Forderungen modern. 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M., nach. mittags 3 Uhr, von der Leichen balle des Zentralfriedhofes, Frie drichsfelde, aus statt. 14636 Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines geliebten Mannes jage meinen tiefgefühlten Dank. Bitwe Berta Rugenstein. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Drehers August Raatz sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie den Stollegen der Abteilung Meister Fuhrmann, Richter meinen herzlichsten Dant. Witwe Martha Raatz geb. Kühling. 14615 Wollen Sie vorteilhaft kaufen? So kaufen Sie la. Briketts nach Gewicht! A. B. KOCH Kohlen- und Briketts- Großhandlung 500 gegründet 1898. Hauptkontor: * Berlin 0.34, Petersburger Straße 1. Telephon Amt 7, 3040 u. 3096. Lagerplätze: I. Rüdersdorfer Str. 71Ostbahn, Küstriner Platz. II. Fruchtstr. 13- Ostbahn, Güterbahnhof. III. Behmstr. 28-34. Schivelbeiner Straße. Ecke Preise für Ia. Marken ab meinen Lagerplätzen von 10 Ztr. an: la. 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Jede Schülerin ist ferner verCharlottenburg. Morgen, Sonntag, findet in der ersten und außerdem auf Antrag des Aktienvereins beschlossen, den pflichtet, ihr Lehrmaterial zu recht respektablen Preisen von der fünften Gruppe eine Handzettelverbreitung für die am kommenden ihm seitens der Stadt gewährten jährlichen Beitrag zu ertademie zu beziehen. Das ginge schließlich noch an. Dienstag abzuhaltende öffentliche Kommunalwählerversammlung höhen. statt. Hierzu haben sich die Parteigenossen der zweiten, dritten ( Moabit) und vierten Gruppe im Lokal von Wieting, Nehringstr. 4, die der dritten( Stietz) sechsten, siebenten und achten Gruppe im Volkshause einzufinden. Die Parteigenossen der ersten und fünften Gruppe treffen sich in ihren Lokalen. Der Vorstand. ... Aufschärferen Kritik zwingt es, daß die Lehrerinnen in der Privatwohnung des Herrn Direktors grobe Hausarbeiten verrichten, wie Bernhard Jost+ Zimmerbohnen, Fensterpuzen, Einholen, Batetaustragen, KinderWieder hat der Tod einen unserer besten Kämpfer und Genossen baden und noch mehr. Im Sommer fahren sie mit dem Herrn dahingerafft. Der Buchbinder Bernhard Jost ist am Donnerstag, Direktor ins Bad und fungieren dort als Kinderwärterinnen, den 20. Oktober, im 59. Jahre an einer Nierenentzündung im während die Frau Direktor die Akademie leitet. Nach drei Monaten Wilmersdorf- Halensee. Sonntag früh 8 Uhr findet zur Stadt- Virchow- Krankenhause plöglich verstorben. Von ihm kann mit Recht erhält jede Schülerin, ob sie etwas gelernt hat oder nicht, ein berordnetenwahl im 8. und 9. Bezirk eine Flugblattverbreitung vom Lokal des Gen. Schilling, früher Stäsler, Lauen- gesagt werden, daß er einer der Pioniere war, der die Gründung Diplom, das mit anderthalb Mark bezahlt werden muß. einer unserer großen Verbände, des Buchbinderverbandes, mit bewert- geklärte und organisierte Frauen und Mädchen," so schließt das Fachblatt, das leider den Namen der Akademie nicht nennt, würden burgerstraße 20, aus statt. Dienstag, 25. Oktober, wird im Gesellschaftshause, Wilhelmsaue stelligte. Im Jahre 1874 fehen wir ihn als 23 jährigen schon neben solche Anstalt nicht besuchen, da sie wissen, daß hier nichts zu 112, eine Voltsversammlung abgehalten, in der Stadtver- dem damals sehr bekannten H. Peter als Vorsitzenden der Filiale Berlin. erlangen ist, am allerwenigsten eine berufsmäßige Ausbildung. ordueter Dr. Silberstein aus Rigdorf über die Stadtverord- Während des Sozialistengefeges hat er brav seinen Mann gestanden Auch würden sie sich nicht zu derartigen Gesindediensten der ausnetenwahlen spricht. und war einer der ersten, die während der Zeit der Verfolgungen beutenden Direktion hergeben." So war er Tempelhof. Morgen, Sonntag früh, Flugblattverden gewerkschaftlichen Aufbau von neuem betrieben. Von der Zensur für kinematographische Vorführungen. Ueber breitung zu der am Mittwoch im Wilhelmsgarten" statt- auch Mitbegründer und längere Zeit Mitglied des Ausschusses der die Gültigkeit der Berliner Polizeiberordnung findenden Volksversammlung. Referent: Reichstagsabgeordneter Berliner Streiffontroll- resp. der späteren Gewerkschaftskommission. über die Kinematographen Zensur hatte das KammerZubeil. So hat er seit jener Zeit rastlos in den Neihen der Arbeiter gearbeitet. gericht in einem Strafprozesse gegen Bartloch zu entscheiden. Diese Nieder- Schöneweide. Am Sonntag, den 23. Oktober, findet Neben den wiederholten Delegationen zu Verbandstagen ward ihm die Verordnung macht kinematographische Vorführungen davon abeine Handzettelverbreitung von den bekannten Stellen aus statt. Ehre zu teil, als Vertreter seines Wahlkreises auf Parteitagen für die hängig, daß die Films vorher die polizeiliche Zensur passiert haben und von der Polizei ausdrücklich für die Vorführung der Bilder Stralau. Am Sonntag, den 23. Oktober, besichtigt der Wahl- Partei mitwirken zu können. In den letzten Jahren widmete er sich zugelassen sind. Für einen Film:„ Der Weltkrieg der Zukunft" verein gemeinschaftlich mit dem Jugendausschuß die Arbeiter mit großem Eifer der praktischen Arbeit der Sozialpolitik. Durch hatte B. die Aufführungsgenehmigung nur unter der BeWohlfahrtsausstellung in Charlottenburg. Treffpunkt mittags 12 Uhr fein ruhiges Wesen und seine guten Senntnisse auf diesem Gebiete bingung erhalten, daß Kinder nicht zugelassen werden im Jugendheim", Rummelsburg, Borhagener Chauffee 65. Das Landgericht als hat er manchen Gegner besiegt und vielen Arbeitern ein Recht auf dürften. Troßdem ließ er Kinder zu. feine Rente verschafft. Die Arbeiterschaft wird seinen Namen in Berufungsinstanz ließ seine Einwände nicht gelten, sondern verurteilte B. zu einer Geldstrafe wegen lebertretung der Verordnung, indem es die Gültigkeit und Anwendbarkeit der Verordnung im vorliegenden Falle bejahte. Friedrichsfelde. Die Parteigenossen treffen sich am Sonntag bormittag 8 Uhr beim Genossen Sudbrink, Berliner Str. 98, zu einer wichtigen Parteiarbeit. Briz- Buckow. Heute, den 22. Oktober, hält der Wahlverein in Naadazz Festfäle, Chausseestr. 39, sein Stiftungsfest ab. Billetts find bei den Bezirksführern und in den mit Plakaten versehenen Lokalen zu haben. Der Vorstand. Friedrichshagen. Am Mittwoch, den 26. Oftober, abends 81%, Uhr, findet bei Lerche, Friedrichstr. 112, eine Volksversamm Iung statt. Tagesordnung: Gottgewollte Weltordnung und menschliche Logit. Referent: Landtagsabgeordneter Adolf Hoffmann Diskussion. Die für Mittwoch fällige Mitgliederversammlung fällt aus diesem Grunde aus. Bahn Berlin. Am Sonntag früh 8 Uhr findet eine Handzettelber brtitung von den bekannten Bezirkslokalen aus statt. Spandau. Sonntag, den 23. Oftober cr., früh 8 Uhr: Flugblattbet breitung von allen Bezirken aus. Nachmittags 2 Uhr: Deffentliche Protestversammlung in der Brauerei Pichelsdorf. Tages ordnung: Die Vorgänge in Moabit". Referent: Genosse Robert Botsdam. Sonntag, den 23. d. M.: Flugblattverbreitung. Alle Genossen treffen sich pünktlich um 8 Uhr in den Bezirkslokalen. Dienstag, den 25. d. M., abends 8 Uhr, im Viktoriagarten, Alte Luisenstraße: Voltsversammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: Die Vorgänge in Moabit. Der Wahlvereinsvorstand. Incatol Berliner Nachrichten. Bergessenes Frühstück.look as fad Ehren halten. Die Beerdigung findet am Montag, den 24. Oktober, nachmittags 3 Uhr, auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde statt. Der Bericht über das Berliner Gewerbegericht faßt die gemachten Erfahrungen und Wahrnehmungen im Gebiete der gewerblichen Streitigkeiten wie folgt zusammen: = Das Kammergericht verwarf die Revision des Angeklagten mit folgender Begründung: Die Gültigkeit einer Polizeiverordnung, wonach die Vorführung kinematographischer Bilder der Genehmi gung bedürfe, also der Zensur unterworfen werde, ergebe sich aus§ 6d des Polizeiverwaltungsgesezes, wonach ein Gegenstand 1. Zunächst wiederholen wir die schon oft erlassene Mahnung: des polizeilichen Verordnungsrechts die Ordnung und Geseßlichkeit zur Vermeidung der Erhebung von Schadensansprüchen bei Ver- bei dem öffentlichen Zusammensein einer größeren Zahl von Perwahrung und Rückgabe der für den Arbeiter so wichtigen sonen sei. Es sei dieselbe Vorschrift, auf die die höchsten Behörden Papiere Zeugnisse, Invalidenkarte, Krankenkassenbuch, Legiti- auch die Gültigkeit anderer Zenfur- Polizeiverordnungen stüßten. mehr Sorgfalt zu verwenden. Die große Zahl Es gebe Aufführungen, auch im Kinematographentheater, die die mationspapiere von Prozessen, die dieserhalb wenn auch öfters unberechtigt Ordnung zu gefährden geeignet seien. So zum Beispiel unsittliche angestrengt werden, läßt erkennen, wie sorglos und nachlässig Bilder oder auch solche, die in anderer Weise eine Gefährdung Das Landgericht führe schon an, daß bei Lösung von Arbeitsverhältnissen mit ordnungsmäßiger Aus- der Ordnung bedeuteten. füllung und Aushändigung dieser Arbeitspapiere verfahren wird. die vielfach beliebte Vorführung von Bildern, die das Gemüt auf2. Die Klagen gegen Kautionsschwindler beschäftigen weiter regen, unter den anwesenden Kindern eine Banit hervorrufen die Gerichte. Die Vertrauensseligkeit Arbeitsuchender gerade könnten. Wenn nun die gültige Verordnung die Polizei berechtige, hierin ist oft kaum glaublich. Unbekannten, vor denen vielleicht die Vorführung eines Films ganz zu untersagen, so liege darin schon die Zeitungen gewarnt haben, werden öfters ganze Ver- auch die Berechtigung, bei Genehmigung eines Films das Vormögen anvertraut. Nur selten ist es dem Geprellten möglich, führungsrecht dahin zu beschränken, daß keine Kinder zugelassen wieder zu seinem Gelde zu kommen; und nur dann vielleicht ist werden dürften. Der Angeklagte hätte diese Bedingung beachten dies der Fall, wenn der Schwindler neue Opfer gefunden, mit müssen. Zweckmäßigkeitsgründe, die der Angeklagte noch anführe, deren Kautionen er dann den„ Dränger" befriedigt. Zuweilen habe der Richter nicht zu prüfen. sind es ganz junge Menschen, welche mit den Kautionen ihr Geschäft begründen wollen. Bei den mündlichen Verhandlungen sprechen sie nur von Kautionen", wird aber hierüber eine Quittung erteilt so wird betrügerischerweise die gegebene Summe nicht als„ Raution", sondern als„ Einlage" bezeichnet. Es wäre zu wünschen, daß an Unbekannte niemals bares Geld, sondern Eine Riefenunterschlagung ist in der F. Voldmarschen Buchhandlung in der Schützenstr. 29/30 entdeckt worden. Zu den fieben Inhabern dieses großen Geschäfts gehört auch der Buchhändler Otto 3yriatus, der in der Waldemarstr. 62 in Zehlendorf wohnt. Dieser hat im Laufe der letzten Jahre eine Summe unterschlagen, deren Höhe noch nicht bestintmt feststeht. Wie verlautet, foll Wir wandten uns fürzlich dagegen, daß an Berliner Ge- 3. Die Fälle, in denen die Klägerische Partei der irrigen An- es sich um 800 000 Mark handeln. Als Zyriakus sah, daß es meindeschulen die im Interesse der Gesundheit und Kräftigung sicht ist, daß sie ihres Anspruchs verlustig wird, sobald sie Teil- für ihn keinen Ausweg mehr gab, ging er nicht mehr nach der Schüler" notwendigen Pausen verkürzt würden. Heute zahlungen annimmt, häufen sich. Hause, sondern nahm hier ein Zimmer in einem Hotel möchten wir einen Uebelstand berühren, der, so geringfügig 4. Die Grenzen der Zuständigkeit des Gewerbegerichts find, er manchem Erwachsenen scheinen mag, doch Gesundheit und noch vielfach unbekannt, insonderheit laufen immer noch zahl- und machte dort einen Selbstmordverfuch, der aber mißlang. Sträftigung der Schüler zu beeinträchtigen geeignet ist. Es reiche Klageschriften von Gesinde, Stüßen der Hausfrau, Erährend andere Geschäftsteilhaber ihn überall fuchten, schrieb er an tommt nämlich vor, daß Gemeindeschüler ihr Frühstück ver- zieherinnen, Kinderfräuleins und dergleichen ein. Natürlich muß einen Freund, daß er sich das Leben nehmen werde und daß man jedesmal wegen Unzuständigkeit Terminsanberaumung abgelehnt seine Leiche am Einsamen Weg beim Schwedischen Pavillon in gessen haben. Das sollte nicht sein, aber es geschieht ab und werden, da solche Klagen vor die ordentlichen Gerichte gehören. Wannsee finden werde. Die Berliner Kriminalpolizei begab sich zu. Was tun, wenn der knurrende kleine Magen mahnt? 5. Daß auch mündliche Abreden, insbesondere Kündigungs- gestern nachmittag mit den Polizeihunden Bolko" und" Ruß" nach Es wird natürlich schon dagewesen sein, daß auch Lehrer abreden, Gültigkeit haben, ist noch nicht hinreichend bekannt, dem Grunewald, suchte die Gegend des Wannsees und seine Umoder Schulräte ihr Frühstück daheim liegen ließen. ebenso nicht die völlige Unabhängigkeit der Vorschrift des§ 122 gebung ab und setzte die Nachforschungen soweit als möglich auch Wir tönnen uns nicht denken, fie dafür der Gewerbeordnung( wenn nicht ein anderes verabredet ist, be- während der Nacht fort. Gestern vormittag wurde die Leiche des daß mit gezüchtigt ſteht vierzehntägige gegenseitige Sündigung) vom lohnmessenden Gesuchten an der Machnower Schleuse im Wasser gefunden, geborgen halbtägigen Hungerstrafe sich einer Zeitabschnitt( Stundenlohn, Tagelohn). Kündigungsausschluß hätten. Proletarierkinder sind in diesem Falle schlimmer also damit etwa zu begründen, daß einfach auf die Vereinbarung und sichergestellt. Wie Zyriakus die Beruutreuungen im einzelnen daran. Die städtische Schuldeputation hat das Wegschicken von Stundenlohn hingewiesen wird, geht nicht. Beides hat mit begangen und so lange zu verdecken gewußt hat, bedarf noch der von Schulkindern in den Bausen generell untersagt, und die einander nichts zu tun. näheren Untersuchung. meisten Rettoren halten sich streng an die Gebote. Es könnte 6. Es besteht die irrige Auffassung, der Chef müsse das Einbrecher, die durch die Decke gehen, machten in der bertvirtlich doch einmal ein Schüler auf der Straße verunglücken Krankenkassenbuch beschaffen bezw. Herausgeben, wenn es auch und die Stadt Berlin hätte dann vielleicht zu gewärtigen, noch bei der Kaffe ist. Darüber, daß dort die Bücher oft auffallend gangenen Nacht in der Breitestraße einen großen Beutezug. Ueber den Geschäftsräumen der Damenkonfektion von Mar Aron steht daß Ansprüche an sie gestellt würden. Vom Zahlen ist die lange liegen bleiben, wird häufig Klage geführt. 7. Oft wird die falsche Auffassung geltend gemacht, daß das seit einiger Zeit eine Wohnung leer. Einbrecher versuchten schon Reichshauptstadt nun einmal kein Freund. Also die Schul- Verbot der Aufrechnung ungefähr dieselbe Wirfung habe, wie vor acht Tagen, ein Stüd aus der Decke herauszuschneiden, um behörde scheut scheinbar das Risiko und der kleine Mann nicht kompensablen die Befreiung von der Schuld. Wirt- von oben her bei Aron einzudringen. Sie müssen aber damals muß hungern. Wir wollen gern erwähnen, daß es einzelne schaftlich wird dies in der Regel der Fall sein, aber die Arbeit- gestört und verscheucht worden sein. Später sind sie dann wieder Gemeindelehrer gibt, die menschlich genug sind, auf eigene nehmer denken oft, fie brauchten für die fragliche Schuld über- da gewesen und haben den größten Teil des Materials aus der Rechnung eine Ausnahme zu machen. Es wäre aber besser, haupt nicht mehr aufzukommen. Deffnung herausgeholt. In der vergangenen Nacht endlich stießen es würde hier allgemein geholfen. Man sagt ja unseren Be- 8. Die falsche Ansicht ist verbreitet, formelle Entschuldigung sie das, was sie zunächst übrig lassen mußten, um ihr Vorhaben hörden zuweilen nach, daß sie in Kleinigkeiten groß sein entschuldige hinreichend ein an sich unentschuldbares Wegbleiben nicht zu verraten, durch, ließen sich dann mit einer Stridleiter dort Auswahl unter den Kostümen und Blusen. Nachdem sie zus fönnen. Daß ein Kind kein Frühstück zur Schule bringt, ist von der Arbeit. Der Einwand ich habe mich ja entschuldigt" oder einem einfachen Strick in den Laden hinunter und hielten sicher eine schlimme Versäumnis, wofern die Not in der wird oft gehört. Proletarierfamilie nicht schuld hat. Daß aber ein Kind dafür immer wieder von neuem begegnet. 9. Der Auffassung:„ beschwören können" sei„ beweisen", wird ſammengepackt hatten, was sie mitnehmen wollten, brachen sie an einer eisernen Hoftür ein Vorlegeschloß ab und holten vom Hof stundenlang hungern muß, ist sicherlich viel schlimmer. Wie 10. Die Bezahlung der Feiertage" wird noch immer mit einen Handwagen, auf dem sie ihre Beute, die gegen 10 000 2. nun, wenn es dann nach der Pause, womöglich von dem dem einfachen Hinweis verlangt, daß der Arbeitnehmer in Wochen- wert ist, wegschafften. Von den Tätern und dem Verbleib der Lehrer, der seine Bitte abschlug bezw. pflichtgemäß abschlagen lohn sfehe. Eine gesetzliche Begründung ist dies selbstverständlich Sachen fehlt noch jede Spur. mußte, eine Gesinnungslektion über Mitgefühl, Nächstenliebe, nicht, im Gegenteil ergibt sich aus dem§ 105c der Reichsgewerbe- Polizeilich aufgelöst wurde am Donnerstagabend eine von den Mitleid mit Tieren über sich ergehen lassen muß! ordnung in Verbindung mit§ 325 des Bürgerlichen Gesetzbuches, Anarchisten nach den Moabiter Bürgerfälen einberufene Versamm Wie muß der ethische Unterricht dann wirken? Es sollte doch daß für Feiertage, an denen die Arbeit gesetzlich verboten ist, lung, in der über die Lehren von Moabit und den Eisenbahnerstreit möglich sein, eine derartige Stunde aus dem Leben eines Kindes fernzuhalten. Die aufgezwungene Hungerfur schadet dem werdenden Menschen außerordentlich viel mehr als der beste Unterricht, mit fnurrendem Magen genossen, ihm zu nügen vermag. Oder weiß es die weise Schuldeputation anders? auch kein Lohn verlangt werden kann. Eine Ausnahme greift nur Plak, wenn der Lohn den Charakter eines festen Bezuges hat, was gerade bei Wochenlohn fast niemals zutrifft, da meistens eine bestimmte tägliche Arbeitszeit vorgeschrieben ist und demnach Ueberstunden besonders bezahlt werden müssen. gesprochen wurde. Ein neues Konzertunternehmen wird sich am 28. Oftober in den Räumen der früheren städtischen Markthalle in der Mauer- bezw. Zimmerstraße unter dem Namen„ Clou" auftun. Zu diesem Swede sind die Räumlichkeiten entsprechend hergerichtet worden. Es ist beabsichtigt, bei verhältnismäßig geringen Eintrittspreisen die Kapellen aller Herren Länder in dem neuen Stonzerthaus hören zu lassen. In solchen Fällen ist der Wochenlohn weiter nichts als ein Stundenlohn, der nur einmal am Wochenschluß gezahlt wird. Der Stundenlohn hat aber anerkanntermaßen niemals den Das neue Aquarium im Zoologischen Garten. Charakter eines festen Bezuges. 11. Sehr häufig wird von den Arbeitgebern übersehen, daß Aus dem Landwehrkanal gelandet wurde gestern die Leiche des Der Magistrat stimmte in seiner gestrigen Sitzung einem der Prozeß- oder Terminsbevollmächtigte volljährig sein muß, 25 Jahre alten Hausdieners Otto Ferchel aus der Jahnstr. 2, der mit dem Aktienverein des Zoologischen Gartens vereinbarten und daß daher mit dem minderjährigen Vertreter gar nicht ver- feit vierzehn Tagen verschwunden war. Ferchel war in einer MetallVertragsentwurf betreffs der Gewährung einer Beihilfe seitens handelt werden kann. warenfabrik in der Stallschreiberstraße beschäftigt. Wahrscheinlich der Stadt Berlin zur Errichtung eines Aquariums im 12. Ueber die Rechtswirksamkeit der Bestimmungen der Ar- bat er sich, wie er es früher schon wiederholt getan hatte, zum Zoologischen Garten am Kurfürstendamm mit einigen Ab- beitsordnung herrscht noch immer Unklarheit; es wird übrigens Schlafen wieder auf die Uferböschung gelegt und ist dabei ins änderungen zu. Der Aktienverein verpflichtet sich, das häufig von den Arbeitnehmern übersehen, daß ein besonderer Hin- Wasser gefallen und erirunken, ohne daß jemand etwas davon geAquarium zu errichten und den von ihren Lehrern und weis auf die Arbeitsordnung zur rechtlichen Wirksamkeit der- merkt hatte. Gestern fand man ihn am Sedanufer in der Nähe der Lehrerinnen geführten Zöglingen der städtischen Schulen und selben, namentlich der in ihr enthaltenen Kündigungsbestim- Waterloobrücke als Leiche wieder.- Jm Grunewald tot wieder gefunden derjenigen Schulen Berlins Umgebung, die von Berlin er- mungen, nicht notwendig ist. Der Aushang dagegen ist nötig, wurde die Frau eines Hofapothekers aus Friedrichroda, die seit einiger halten werden oder deren Patron der Berliner Magistrat ist, aber auch genügend. Für die Rechtswirksamkeit ist weder der Zeit verschwunden war. Die Frau war nervenleidend und hielt sich mit Hinweis noch die Aushändigung erforderlich. ihrem Mann in einem Sanatorium in Zehlendorf auf. Das Chefreien Einlaß und den Zöglingen sonstiger Berliner öffentlicher 13. Das Kolonnensystem wird immer mehr gemißbraucht. paar ging häufig spazieren und so lernte auch die Kranke den Grune und privater Schulen Einlaß gegen ein erheblich ermäßigtes Gine gesetzliche Regelung des Akkordvertrages ist dringend wald näher kennen. Eines Tages ging sie heimlich aus und kehrte Eintrittsgeld zu gewähren. nötig." nicht wieder zurück. Mit Hilfe des Polizeihundes Bolto fand man Mit Rücksicht auf den mit den Jahren ständig wachsenihre Leiche in der Nähe des Niemeistersees in einem Tümpel, in dem den Besuch durch die Berliner Schulen zum freien bezw. er- die Gewerbegehilfin", das Monatsblatt des Verbandes deutscher sich die Unglückliche ertränkt hatte. mäßigten Eintritt und die in erweitertem Umfange der für Gewerbegehilfinnen. Dieselbe bildet nach dem Prospekt Schülerinnen Feuer in der A. E.-G. Durch mehrfachen Alarm wurde gestern die Schülerbesucher im neuen Aquarium in Aussicht gestellten nicht nur unentgeltlich" im Schnittzeichnen und Zuschneiden aus, Inachmittag furz nach 5 1hr die Berliner und Charlottenburger Von einer eigenartigen Berliner Zuschneideakademie berichtet Feuerwehr nach dem Grundstück der Allgemeinen Elektrizitätsgesell- Bengen gesucht. Diejenigen Personen, welche am Freitag, den| Frt. J. Altmann:„ Anatole France als Stampe des Freidenkertums". schaft in der Sidingenstr. 71 gerufen. Dort war aus bisher 14. Ottober, abends zwischen 7-7 Uhr, gesehen haben wie ein Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. unaufgeklärter Ursache in einem einstöckigen Schuppen, in dem sich Arbeiter an der Ece Ererzier- und Seestraße von einem Straßenein großes Detreservoir befindet, Feuer ausgebrochen. Durch bahnwagen der Linie 39 heruntergeschleudert wurde, auch die beiden Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über umausgesetztes Wassergeben fonnte das Feuer auf den ersten Schuppen Herren, die denselben mit nach dem Paul- Gerhardt- Stift gebracht Warktlage: Gleild, beschränkt werden. Ein Teil des Daches ist mit zerstört. Nach eine baben, werden gebeten, ihre Adresse an Witwe Briez, Barfusstr. 16, den Großbandel in den Zentral- Markthallen. Wild: Zufuhr Bufuhr genügend, Geschäft rege, Preise unverändert. stündiger Löschtätigkeit konnte die Berliner Wehr wieder abrücken. abzugeben. reichlich, Geschäft schleppend, Preise nachlassend. Geflügel: Zufuhr geDie Charlottenburger Feuerwehr, die mit dem Löschzuge aus der nügend, Geschäft nicht lebhaft genug, Preise seft. ische: Zufuhr reich, Belchait sehr schleppend, Breise nachgebend. Butter und Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 23. Dttober, vormittags licher, Hauptwache herbeigeeilt war, brauchte nicht in Tätigkeit zu treten. Gemüse, Dbn uns Der Brandschaden ist nicht beträchtlich. Eine Betriebsstörung wird 19 Uhr, Pappel- Allee 15-17 und Nigdorf, Idealpassage: Freireligiöse Bor- Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. nicht eintreten. lefung; vormittags 11 Uhr kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag von Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft flau, Preise fast unverändert. MON Sonnabend, 22. Ottober. Anfang 7 Uhr. Menes tönigl. Operu- Theater. Tristan und folde. Rönigt. Schauspielhaus. Colberg. Sommernachtstraum. Modernes. Der Moloch. Anfangs Uhr. Rammerspiele. Der Arat am Scheibewege. Neues Schauspielhaus. Die Jungfrau von Drleans, Leffing. Wenn der junge Wein blüht. Berliner. Die törichte Jungfrau. Menes. Der Stier von Olivera. Komische Oper. Die Bohème. Meibens. Noblesse oblige. Kleines. Die verflirten Frauenzimmer. Erfter Selajje. Thalia. Hand und Herz. Nobeit und Bertram. @chiller Sch Charlottenburg. Dummtopf. Theater.) Der Friedrich Wilhelmstädtisches. Giordano Bruno. Buiten. Sean. Westen. Die schönste Frau. Trianon, Pariser Witwen. Menes Ceretten. Der Graf von Luxemburg. Lustvielbans. hügel. Der Feldherrna Serrufeld. Eine verlorene Nacht. Der Derbyfleger. Stole. Das neue Gebot. Folies Caprice. Der schwarze Schimmel. ( Anfang 8%, Uhr.) Metrono. Surra noch! Bolle Pension. Wir leben Kajino. Der schneidige Rudolf. 2pollo. Spezialitäten. arage. Spezialitäten. Dteichsballen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Start Haverland. Spezialitäten. Sanssouci. Nu hat's gefchuappt. Spezialitäten.( Unf. 8 Uhr.) Irania. Zauveur Be Der Vierwaldstätter See und der Gotthard. 6 1hr Dr. G. Gehlhoff: Das Dhmsche Gesetz. Sternwarte, uselibenstr. 57-62. Lessing- Theater. 8 Uhr: Wenn der junge Wein blüht. Sonntag 3 Uhr: Tantris der Narr. 8 Uhr: Wenn der junge Wein blüht. Berliner Theater. gbends& Uhr: Die törichte Jungfrau. Morgen: Die törichte Jungfrau, Neues Theater. Gastspiel Ferdinand Bonn: Täglich: Der Stier von Olivera. Anfang 8 Uhr. Theater des Westens. Anfang 8 Uhr. Die schönste Fran. Sonnt. 8%, U.: Die geschiedene Frau. Modernes Theater ( früher Hebbeltheater). Heute und täglich 8 Uhr: Die beste der Frauen. Residenz- Theater. Direttion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Noblesse oblige. Schwant in 3 Atten von Hennequin und Beber. Morgen und folgende Tage 8 Uhr: Noblesse oblige. Theater und Vergnügungen Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner Theat.)| Sonnabend, abends 8 Uhr: Robert und Bertram. Bosse mit Gesang in 4 Abteilungen von Gustav Raeder. Ende 10 Uhr. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Neue Jugend. Sonntag, abends 8 Uhr: Robert und Bertram. ontag, abends 8 Uhr; Robert und Bertram. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Dummkopf. Luftspiel in 5 Aufzügen v. L. Fulda. Ende 10% Uhr. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Egmont, Sonntag, abends 8 Uhr: Der Dummkopf. Montag, abends 8 Uhr: MiB Hobbs. Sozialdemokratischer Wahlverein Nieder- Barnim Bezirk Friedrichsfelde. Sonntag, den 23. Oktober 1910, in Bubes Festsälen, 239/ 3* Prinzen- Allee 30: Feier des 20. Stiftungs- Festes. Doppelquartett des Berliner Ulk- Trio. Konzert des Kahntschen Künstler- Ensembles. X Prolog und Rezitation. Herr G. Link. Berliner Männergesangvereins. Arbeiter- Turn- und Radfahrerverein Friedrichsfelde. Anfang 4 Uhr nachmittags Billett 25 PI. Programme werden unentgeltlich an der Kasse verabfolgt. Nachdem: Großer Ball. Paran teilnehmende Zur Teilnahme ladet höflichst ein Herren zahlen 50 Pf. Das Komitee. Castans Panoptikum Friedrichstraße 165 ( Pachorrpalast). Größtes Schau- Etablissement Berlins. Großes Künstler.Konzert. Muskel- Abnormität Jean le Bréton Muskel- Abnormität Täglich geöffnet von 9 Uhr vorm. bis 10 Uhr abends. 39 CLOU Mauerstr. 82 Zimmerstr. 90-91 Berliner Konzerthaus Eröffnung: Sonnabend, 29. Oktober Gastspiel v. Mitgl. d. Mailänder Scala- Orchesters Dirig. Egisto Tango. ICHTSPIELE PREMIERE Mozartsaal Nollendorfplatz. Dauervorstellung von 6-11 Uhr, Sonntags 3-11 Uhr. Eintritt jederzeit. Programm, Garderobe frel! pollo Theater Ab 8 Uhr: Lustspielhaus. Das sensationelle Programm. Heute abend 8 Uhr: Der Feldherrnhügel. Berliner Volksoper Abends 8 Uh zum erstenmal: 8 Uhr: Verbotene Frucht. 9 Uhr: Letzte Woche: Der Schatten Urania. Wissenschaftliches Theater Taubenstraße 48/49. Heute abend 8 Uhr: Der Vierwaldstätter See und der Gotthard. Hörsaal 6 Uhr: Dr. G. Gehlhoff: Das Ohmsche Gesetz. Rudolf Schildkraut. DOSE THEATED Wilhelm Tell. Metropol- Theater. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonnabend, 22, Ottober, abends 8 Uhr: Giordano Bruno. Sonnabend 3, Uhr: Kriemhilds Nache. Sonntag 3 Uhr: Fauft. 8 15 aum erftenmal: Krieg im Frieden. Montag: Revolutionshochzeit. Luisen- Theater. Nachmittags 4 Uhr: Die Schwanenprinzeffin. Kean ober: Genie und Leidenschaft. Sibends 8 Uhr: Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Brüder von St. Bernhard. 8 Uhr: Der Büttenbefizer. Hurra! Wir leben noch! Große Ausstattungsrevue in 7 Bildern v. S. Freund. Musik v. B. Holländer. 3n Szene gefegt von Dir. N. Schulz. Anfang 8 br. Rauchen gestattet. Burgtheater- Kinematograph borm. Grotorjan, Inbab.: Rud. Merz, Schönhauser Allee 129. Tel. 3, 9353. Lebende Photographien. Eintritt 30 u. 40 Bf., Kinder die Hälfte. nur wochent. gültig, 25 Bi. auf allen Blägen. Stefs wechf. Brogramm. f. 7 U., Sonnt. 4 il. Vorzugskarten, Dienstag u. Freitag v. 4-6 Uhr Kindervorstellnug. Rinder 10 Bf., Erwachsene 20 Bf. Jeden Sonntag im Oberjaal: Künstlerkonzert. Entree 15 Pf. Garderobe 10 Pi. Große Frantjurter Str. 132. Anf. 8 Uhr. Ende 11 Uhr. Das neue Gebot. Sonnabend nachm 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Sonntag: Das neue Gebot. Passage- Panoptikum. Sozialdemokratischer Wahlverein für den VI. Berliner Reichstagswahlkreis Sonnabend, den 22. Oktober 1910: Heinrich Heine- Abend im Stadttheater Moabit, Alt- Moabit 47/49 unter Leitung des Schauspielers Herrn Robert Koppel Anfang präzise 8, Uhr. Eintritt 50 Pfennig. 280/ 15* Tanz 50 Pfennig. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt Das Komitee. WHAFTEN Trkus A. Schumam olks- Liederiaal CAR] Saharet in ihren neuen Originalkreationen The 3 Meers komischer Drahtseil- Akt. Reynolds and Donegan das amerikanische Tänzerpaar in vollend. Rollschuh- Meisterschaft sowie d. komisch- mimisch- groteske Oktober- Programm! Morgen 32 Uhr: Nachmittags- Vorstellung. Kleine Preise. Passage- Theater, Abends 8, Uhr: Die Jungfrauen von Saïs. Die 3 mystischen Schatten und die großen Attraktionen Heute Sonnabend, 22. Oftober, abends 7 Uhr: Grand Soiree high Life. 9% Uhr: Die tolossale Ausstattungs- Pantomime Tiergartenhof a. Bahnh. Tierg. Morgen Sonntag 8 Uhr: Extra- Liederkonzert. 5 Mitwirkende. Zum 1. Male: Leo Gallanin, Lola Rally, kgl. Sängerin, ferner Vera Goldberg, Maria Fuchs, Willy Tauber. Saalplatz 75 Pf. Der große Coup Zirkus Busch. der Schmuggler. Vorher fämtliche Attraktionen. 11. a.: Die persische Truppe Mirza Golem 12 Personen. Morgen Sonntag: 2 große Vorstellungen. Nachm, hat jed. Besucher ein Kind unter zehn Jahren frei. Abends: Der große Coup der Schmuggler. Walhalla- Theater Weinbergsweg 19/20. Anfang 8 Uhr. Bravo! Sonnabend, den 22. Oktober, abends 7 Uhr: Elite- Gala- Abend. Die berühmte Reiterfamilie Frediani. The Rapides Arbra- Trio musikalisch- akrobatisch. Akt. Frl. Martha Mohnke, Schulreit. Um 9 Uhr, zum 39. Male: VENEZIA" Morgen Sonutag: 2 große Gala- Vorstellungen. Die Anfahrt zum Zirkus ist bis auf weiteres v. d. Oranienburger Str. Karl Haverlandbr. Theater. Rommandanten straße 77/79. Da capo! pras. 8 hr. Das wunderbar Eine Allerwelts- Revue in 5 Bildern von M. Relchardt, Mufit Oktoberprogramm von R. Thicle. In Szene gefekt vom 14 und erfiklaffige Direktor James Selein. Spezialitäten. 14 des Oktober- Programms. Sonntagnachmittag 312 Uhr: Reichshallen- Theater. Gebt errnfeld Theater Bo Stürmisches Lachen über 8-11 Eine verlorene Nacht Ein luftiger Trauerfall in 3 tten von Anton und Donat Herrnfeld. Sierzu: Der Derby- Sieger. Somödie von A. Neidhardt. Anf: 8 Uhr. Borvert. 11-2( Theaterk.). Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/48. Sonntag, den 23. Oftober 1910: Sie weiß etwas! Schwant in 4 Aufz. v. Rudolf Kneifel. Kaffeneröffn. 6%, Uhr. Anf. 7% Uhr. Nach der Borstellung: Tanz. Theater Sanssouci Hochbahnstation Kottbuser Tor. Täglich 8 Uhr. :: Die Indier:: des Herrn Viedahl. Die Wallaston Comp. Meister- Jongleure. 8 Uhr 50: Der 12 jährige Edi Herzfeld von der L. Hofoper in Wien Dazu die Poffe: Zum 52. Male: Prinz Atom, u hat's geschnappt! der kleinste Mensch aller Zeiten lebend! Buddhas dunkles Geheimnis. Der Mann mit dem eisernen Schlund! Alles ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf., Kind. u. Soldaten 15 Pt. Poffe von Dstar Sabo. Mufit von Paul Lincke. Casino- Theater Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhi. Die urfomische Boffe Ein Allerwelts- Programm Kleine Preise. Folies Caprice. Täglich 8 Uhr: Volle Pension. Neuer bunter Teil. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Im Manseloch", Milit. Humor. v. Mehsel. Anfang wochentags 8 Uhr Sonntags 7 Uhr. Der schwarze Schimmel Groß- Berlin" Borverkauf 11-2, abends ab 6 Uhr. U.T. Union= Theater Heute neues Eintritt 30 PL Wedding Reinickendorfer Str. 14. RiesenProgramm. 99 Theater und Varieté- Ensemble. Sonnabend, 22. Dft., nachm. 4 Uhr: Puhlmanns Theater: Kindervorst. mit Gratispräsentperteilung. Hänsel und Gretel. 15, 20, 30-50 21. Sonntag, 23. Dft.: Buhlmanns Theater nachm. 3 Uhr: Stönigin Luise. Abenbs 7%, Uhr: Das ehrliche Berlin usw. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ede Alexanderstraße. Das grandiose Oktoberprogr. mit Franz Sobanski. eu! Mr. Giffred, Sportaft. Neu! Neu! Powell Smith and Mi6 Toni, tomische Exzentrifs. Verlorenes Glück. Boltsstück mit Gesang in 1 Aft. Volks Theater Nixdorf. Sermannstr. 20. Sonntag, den 23. Oftober 1910: Im Forsthause. Schauspiel in 4 Aften v. Stowronnet. Montag, den 24. Oftober: Wenn Menschen lieben. Schauspiel in 4 Aften von Franz b. Borgias- Schmid. Trianon- Theater. Abends Uhr: Pariser Witwen. Kino- Theater Brusch nur Nißles Fest- Säle 64 Badstr. 64 Dennewitzstraße 13. Jeden Donnerstag und Sonntag: Großer Ball. nimmt die Redaktion be Der schneidige Rudolf. Rudolf Pimpelmann: Dir.. Berg. Borber bas glänzende bunte Progr. Nur Attraktionen ersten Ranges. Sount. 8, Uhr: Berühmte Töchter. 14236* C. Nißle. Für ben Inhalt der Juferate übernimmt Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Sonntag, d. 23. Oktober, nachm. 1 Uhr: Jugendausschuß Groß- Berlin Oeffentliche Schiffer- Versammlung Sonntag, den 23. Oktober: Jugend- Versammlung in Kellers Festfälen", Koppenstraße 29( fleiner Saal). Vortrag: Das Leben und Schaffen Frik Reuters. Referent: A. Holzmeyer: Bremen. in der Neuen Philharmonic, Köpenider Str. 98/97. Tages- Ordnung: „ Christentum und Sozialdemofratte". Referent: Reichstagsab. Paul Göhre, Pastor a. D., Zehlendorf. Alte in der Schiffahrt beschäftigten Berfonens find ganz besonders eingelaben. 291/ 19* Der Einberufer. Nach dem Vortrage: Gefellige Unterhaltung. Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse Eintritt frei. 291/ 18* Alle Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen sind zu dieser Berfammlung freundlichst eingeladen. der deutschen Drechsler und deren Berufsgenossen( E. H. 86 Hamburg). Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mitglieder- Versammlungen Ortsverwaltung Berlin. Sitzmöbel- Tischler. Montag, den 24. d. Wis., abends 6 Uhr, im Gewerk schaftshause, Engelufer 15, Saat 4, Arbeitslosensaal: Versammlung Tages Drdnung: 99 im Gewerkschaftshaus, Saal 9. bei Ehlert, Biener Straße 25, Bezirk Am Sonntag, den 33. Oftober, vormittags 10% br, Bam Sonntag, den 23. Ottaker, vormittags 10%, Uhr, Cam Sonntag, den 23. Oftob er, vormittags 10%, Uhr, am Sonntag, den 23. Oftolier, vormittags 10%, Uhr, bei Hummel, Sophienstr. 5. Tages- Ordnung: " bei Schulz, Alte Jakobstr. 18/19. 1. Geschäftliches. 2. Stassenbericht pro 3. Quartal 1910. 3. Ergänzungs. Die Ortsverwaltungen. 1. Bericht über die Durchführung der Lohnerhöhung. 2. Berbands. wahr des Borstandes. 4. Verschiedenes. angelegenheiten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Rahmenmacher. 92/3 Montag, den 24. d. Mts., abends 6 Uhr, im Gewerk schaftshause, Engelufer 15, Saal 3: Branchen- Versammlung Bettgliebsbuch legitimiert. Enorm billiger Verkauf elegant, Wonat@ garderoben früber 50-90.. jest 12-28 M. Deutsches Bekleidungshaus, Große Frankfurterstraße 89, Mur 1 Treppe, fein Laden. Fabigeld wird vergütet. Blumenhonig 14556 Naturbutter 10 Bfb. Solli M. 8,50 ½ Butter, 1 omig 2.000 Versandh. Krämer Fluste 4 via Breslau. 7,50. Blumen- und Kranzbinderei von Robert Meyer, uur Mariannen- Straße 2. Ortskrankenkasse des Maurergewerbes zu Berlin. Hierdurch wird auf Grund des§ 67 des Statuts bekannt gemacht, daß die Staffe 12 603 Witgileder hat und nach§ 50 des Statuts bajer ans der Zahl der Kassenmitglieder 126 Bertreter und aus der Zahl der Arbeitgeber 63 Vertreter für die Jahre 1911 und 1912 neu au wählen find. Wahlberechtigt und wählbar find nur solche Personen, welche großjährte und im Besize der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Die Wahl der Vertreter der Kassenmitglieder finbet statt am Sonntag, 13. November 1910, vorm. von 10-12 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 3, und die Wahl der Vertreter der Arbeitgeber am Montag, 14. November 1910, abends von 8-10 Uhr, im Kaffenlokal, Sophienstr. 6. Die Wahl ist geheim! Zutritt zum Wabllokal haben nur solche Arbeitgeber refp. deren Bere treter, welche Beiträge an die diesseitige Staffe zahlen und nur wahl: berechtigte Mitglieder der genannten Staffe. Diese haben fich burch bie bis zum letzten Zahlungstermin abgestempelte Quittungstarte jowohl bei bem Eintritt in das Wahllokal wie zur Ausübung des Wahlrechts am Wahltisch au legitimieren. Zu diesem Zweck werden die Herren Arbeitgeber ersucht, den bei ihnen beschäftigten Kaffenmitgliedern die Quitungsfarten rechtzeitig ordnungsmäßig ausaubändigen. 278/ 12* Die Kaffe ist am Wahltage geschlossen. Mittwoch, den 26. Oktober, abends von 8-10 Uhr, findet im Gewerkschaftshanse( Saal 11) für die Kaffen. mitglieder Aufstellung der Kandidaten zur Wahl statt. Legitimation durch Duittungskarte ist hierzu nicht erforderlich, jedoch ist für die aufzue stellenden Kandidaten die Angabe der Nummer der Mitgliedskarte und die 3ohnung sowie Namen und Wohnung des derzeitigen Arbeitgebers notwendig, Berlin, 22. Dlober 1910. Der Vorstand. 3. 2. A. Daehne, Borsigender. K. Lehnig, Schriftführer. 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Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärta Buchdruderei u. Verlagsanstalt Boul Singer& Co.. Berlin SW. 6,85. 2492S 1350st* 12888** 1524b straße 20 im Messerschmied- Laden. Möbel. Ottostraße 2, nahe der Turm solide gearbeitete Möbel jeder Art, straße, im Laden, erhalten Sie wofür jede gewünschte Garantie übernehme, But außergewöhnlich billigen Preisen. Soliden Leuten gewähre Teilzahlung mit nur geringem Aufschlag. Bei größerer Anzahlung auch ohne Aufschlag. Besichtigung ohne Staufzwang erbeten. J. Stirftein. Möbeleinrichtung auf Teilzahlung. Stube und Küche 15 Mart. Berliehen gewesene Möbel spottbillig. Berolina, Kastanienallee 49. 1330* Kommode, Kleiderschrank, Bertiko, Bettstellen, Süchen usw. billig. Lange, 13965* Schwedterstraße 26. Farbigmacherin, Belegerin finden dauernde Beschäftigung. Ruthenberg Nachflg., Weißensee, Langhansstr. 128. 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Beilage des„ Vorwärts"- Anzeigen für Norden. Wir müssen dem Parseval Abbitte leisten. Bei seiner Ankunft in Berlin glaubten wir, eine Ueberlegenheit der Flugmaschine über den Lenkballon feststellen zu können. Damals hatte Parjeval die Lange Luftreise von München aus hinter sich. Im Sturme zog er sich einen Propellerbruch zu und mit nur einer Schraube setzte er seine Fahrt nach Berlin fort. Da war es freilich ein leichtes für die Flugmaschinen, ihn zu überholen und ihn zu umkreisen. Gestern tam es umgefehrt. Wer durchaus die Ueberlegenheit irgendeincs Systems fonstatieren möchte, der hätte nun vielleicht Gelegenheit nehmen können, den Lenkballon als das vollkommenere Instrument zur Beherrschung der Rüfte hinzustellen. Keiner der Hangars auf dem Flugplak in Johannisthal öffnete sich, um einen der Flieger herauszubassen. Selbst die Vögel schienen einen stillen Versteck dem Aufenthalt in den Lüften vorzuzichen. Mit 12 Sekundenmeter wehte eine scharfe Brise aus Osten über den fahlen Plaz. Dazwischen verstärkte sich die Windgeschwindigkeit durch heftige Böen noch um das Vielfache. Kein Wunder, wenn die Flieger sich scheuten, bei solchem Wetter Apparat und Leben den Lüften anzuvertrauen. Nur der Rentballon, nur Parjeval VI wagte die Auffahrt. • 22. Oktober 1910. worden, welche dem großen Publikum die Besichtigung des Luft- Welt zu bellen. Ebenso notwendig war, daß der Massenstreik in den schiffes sowie der Aufstiege und Landungen gegen ein geringes Wahlrechtsfampf mit aufgenommen wurde. Verwunderlich sei die Haltung Entree ermöglichen. Wenn auch gerade von den Lesern des Vor- einiger Führer großer Gewerkschaften zu diesen Fragen; Disziplin wärts" sich nur wenige das Vergnügen einer Mitfahrt mit dem sei doch eines der Lebenselemente der Gewerkschaften. Sie mögen Großer Parjeval VI leisten können, so ist ihnen doch Gelegenheit geboten, sich nicht wundern, wenn sich das einmal bitter räche. sich das Schiff und seine Einrichtungen sowie die Vorbereitungen Beifall lohnte den Redner. An der Diskussion beteiligten sich zur Auffahrt, diese selbst und die Landungen in nächster Nähe zu Arendsee, Gutschow, Kuhlmey, Schäfer, alfes besichtigen. und Massa. Die Versammlung erklärte sich mit dem Berhalten der Niederbarnimer Delegierten einverstanden. Pankow. Vorort- Nachrichten. als Bernau. und der Genosse Arendsee teilte mit, daß die Notiz im„ Vorwärts" vom 13. Oftober, wonach das Urteil des Bezirksausschusses rechtsfräftig ist, verfrüht gewesen sei. Zu seinem Erstaunen fei ihm am Sonntag die Mitteilung geworden, daß Revision beim Oberverwaltungsgericht In der Gemeindevertreterßigung vom Dienstag gab der eingelegt ist. Der Vorsitzende gibt zum Schluß bekannt, daß durch Bürgermeister vor Eintritt in die Tagesordnung der Vertretung die jezt begonnene Vorwärts"-Agitation bereits 70 neue Abonnenten von folgendem Vorkommnis Kenninis: Bei der Subhastation des gewonnen feien und fordert zu weiterer reger Tätigkeit auf. Der Grundstücks Hartwigstraße 109 hatte der Gemeindeverordnete Frauen- Leseabend findet am 24. Oktober statt. Zu dem am 12. NoConrad im Auftrage der Gemeinde cin Angebot gemacht und, vember in Trapps Festiälen stattfindenden Kunstabend( Wagnerda keine weiteren Gebote mehr erfolgten und der Preis ein für Abend) mögen sich die Mitglieder beizeiten mit Billetts versehen, den Käufer außerordentlich vorteilhafter war, dann in seinem da dieselben nur in beschränkter Zahl ausgegeben wergen. Das eigenen Interesse das Gemeindeangebot um ein geringes über- Jugendheim, Schlieperstr. 30, geöffnet wochentags abends von boten, so daß er den Zuschlag erhielt. Da Herrn Conrad nun nach 7-10, Sonntags von 4-10 Uhr wird zur Benutzung empfohlen. träglich allerdings nicht so ganz freiwillig die Erkenntnis ge- Oranienburg. Eine Anzahl Berliner Journalisten waren eingeladen, an einer fommen ist, daß es nicht gut angeht, wenn ein GemeindeFahrt des Lentballons teilzunehmen. Die Luftverkehrsgesellschaft vertreter die Gemeindeinteressen mit seinen persönlichen ver In der letzten Wahlvereinsversammlung erstattete zunächst Charlottenburg hatte auch einen unserer Redakteure ersucht, dieser quidt, so hat er es für gut gehalten, der Gemeinde das in Genosse Wuyi Munnielsburg den Bericht vom Magdeburger ersten Passagierfahrt des Parsevalballons in Berlin beizuwohnen. Frage stehende Grundstück zu dem von ihm gezahlten Preise Parteitag. Die Versammlung erklärte sich mit den Beschlüssen des Um drei Uhr sollte die Auffahrt stattfinden. Herr Ober- zur Verfügung zu stellen. Hierauf wurde in die Tages- Parteitages einverstanden. Ten Kassenbericht gab Genosse Ernst leutnant Stelling, der Führer des Ballons, ein ebenso ordnung eingetreten und zunächst einer Abänderung der Neumann. Unter Vereinsangelegenheiten wurde bekannt ge kühner, wie kühler und überlegender Herr, verschob aber die Kanalisationsbeitragsordnung für Schmutz und Regenwasserkanali- geben, daß am 23. Oftober nachmittags eine öffentliche FrauenAuffahrt in Anbetracht des gerade um diese Zeit besonders sation zugestimmt. Eine lebhafte Debatte zeitigte dann die Be- versammlung stattfindet und zu reger Agitation hierfür aufheftigen Windes, nicht weil er fürchtete, der Ballon könne die ratung einer Aenderung des Ortsstatuts über die Gewährung von gefordert. Fahrt nicht ausführen, sondern weil er bei der noch wenig geübten Reisekosten und Tagegeldern für die Gemeindeverordneten und Ge- Birkenwerder. Bedienungsmannschaft der Gefahr aus dem Wege gehen wollte, den meindebebamten. Schon bei der diesjährigen Etatberatung hatte Ballon beim Transport aus der Halle zu beschädigen. Inzwischen wurde es später und durch längeres Zögern wäre die Fahrt überhaupt in Frage gestellt worden, da die Sonne allmählich immer tiefer fant. Um% 4 Uhr wurde deshalb der Ballon trotz des stürmischen Windes dennoch aus der Halle gebracht. Sechs Vertreter der verschiedensten Berliner Blätter hatten sich eingefunden, um an der Auffahrt teilzunehmen. Beim Abwiegen" des Ballons stellte sich aber heraus, daß die Gasfüllung, die den Ballon nicht weniger als 11 Wochen lang auf den verschiedensten Fahrten über München, ins Gebirge, auf der Dauerfahrt durch Sachsen nach Berlin getragen hatte, daß diese Füllung nicht mehr ausreichte, um 10 Personen mit genügender Sicherheit in die Höhe zu bringen. Vom Direktorium der Luftverkehrsgesellschaft wurde deshalb angeordnet, daß der schwerste der Herren die Gondel zu verlassen habe. Ihm wurde als Balsam auf die Wunde, die diese Anordnung feinem Herzen schlagen mußte, das Versprechen gegeben, daß man ihn demnächst zu einer größeren Fahrt einladen werde. In der Gondel befanden sich nun in Summa neun Personen. Der Führer, Herr Oberleutnant Stelling, der Steuermann sowie awei Maschinisten. Es war außerordentlich schwer, den Ballon bei dem starken Winde zunächst von der Halle freizubekommen. Als das gelungen war, wurden die Motore angeworfen und die Schrauben fingen an zu arbeiten. Ein kurzes Kommando, die Mannschaft ließ die Seile los. Herr Oberleutnant Stelling bediente das Höhensteuer und schnell hob sich der Ballon in die Höhe, zunächst auf einen dunklen Wald zu steuernd, hinter dem wir beim Höhersteigen das Wasser der Spree aufblißen fahen. Nun teilte sich die Erde unter uns im Augenblick in schachbrettförmige Flächen: hier Wald, dort Feld, dort Oedland, die hart und scharf schnurgerade geschnitten fich von einander abhoben. Weit konnte jedoch bei dem wenig sichtigen Wetter der Blick nicht dringen. Unser Führer hielt zunächst auf die Müggelberge zu. Die Fahrt nach Berlin, die ursprünglich geplant war, konnte bei dem starten Winde, der hier oben in 150 Meter Höhe zum Sturm anwuchs, nicht stattfinden. Es war zu befürchten, daß die Rückkehr zur Ballonhalle gegen den Wind mißlingen fönnte. Deswegen erfolgte die Ausfahrt nach Often. Es war ein gewaltiger Kampf, vergleichbar mit dem Arbeiten eines Schiffes in den Wogen des Ozeans. Unausgefeßt mußte die Mannschaft in höchster Anstrengung tätig sein. Namentlich der Steuermann hatte harte Arbeit, um Kurs zu halten. Jeden Augenblic warf eine Böe den Ballon vollständig zur Seite, drehte ihn halb herum, und nur mühsam konnte er wieder auf den Weg zurückgebracht werden, den ihm der Wille des Führers diftierte. Hart auf und nieder ging die Fahrt. Bald duckte der Wind den Kopf des Ballons zur Erde, bald holte das Riefenungetüm zu einem gewaltigen Sprung aus und rang fich wieder in die Höhe. So war die Fahrt ganz anders und viel aufregender, als sich etwa die Fahrt in einem der freischwebenden Kugelballons zu gestalten pflegt. Während man dort in aller Ruhe das Panorama unter sich fortziehen, sich willig vom Winde tragen läßt, will ja der Mensch mit dem durch die Maschinen getriebenen Luftschiff gerade umgekehrt sich den Wind untertan machen. Und das geht nicht ohne heftige Stämpfe ab. Im Freiballon herrscht völlige Ruhe. Kein Geräusch stört die Luft. Untätig treibt man dahin. Im Motorballon surren die Maschinen, heulen die Propeller, man versteht, um vulgär zu reden, sein eigenes Wort nicht. Dabei herrscht eine beständige nervenzerrüttende Aufregung, hervorgerufen durch die Spannung, ob wohl alle die Manöver, die notwendig sind, das Schiff in Kurs zu halten, auch gelingen werden. Und bei einem Sturme wie gestern fragt sich jeder unwillkürlich, ob es der menschlichen Kunst überhaupt gelingen wird, sich gegen solche Naturgewalten zu halten. Dem Parseval gelang bas glänzend. Freilich kamen wir nicht weit über Adlershof hinaus. Es gab Augenblice, wo jedes Vordringen aufhörte, two der Ballon wie angenagelt auf einem Fled stand. Und schon stand die Sonne rot und blutig. Gerade hinter der Halle, aus der der Ballon herausgetrochen war, sant sie unter im Nebelmeer von Berlin. Da war es Zeit zur Umfehr. Rasend schnell wurde vor dem Winde die Strecke wieder zurückgelegt, die mühsam vorher gegen den Wind durchmessen war. Das Höhensteuer funttionierte, der Ballon jant. Schnell trieben wir über die Halle hinaus und wandten über Johannisthal wieder gegen den Wind. der durch seinen übertriebenen Sparsamkeitssinn bekannte Rech- Am letzten Sonntag referierte Genosse Hans Blod in nungsrat Balzer auf die nach seiner Meinung viel zu hohen einer überaus gut besuchten Volksversammlung über: WilUnter lebhaftem Reise- und Tagegelder hingewiesen und ausgerechnet, daß hier von helm II., das Instrument des Himmels." der Gemeinde erheblich gespart werden könne. Nach den Dar- Beifall der Versammlung fritisierte Redner die Königsberger legungen des Bürgermeisters sind die Aufwendungen der Gemeinde Rede Ausfluß des persönlichen Regiments Bantow für diesen Zweck im Verhältnis zu anderen Gemeinden Gottesgnadentumslehre, und würdigte dabei gebührend das vollund in Anbetracht der umfangreichen Gemeindeunternehmungen ständige Versagen der bürgerlichen Barteien. Eine Diskussion fand ( Bau eines Wasserwerkes für 2½ Millionen Mart, Schulbau für nicht statt. Ter Vorsitzende Genosse Liebold streifte noch das 2 Millionen Mart, Gutsverwaltung Mühlenbed usw.) als durchaus Berhalten der bürgerlichen Presse anläßlich der Vorgänge in Moabit. bescheiden zu bezeichnen. So sind beispielsweise im Jahre 1909 Er forderte die Versammelten auf, für die weiteste Verbreitung des hierfür einschließlich der Fahrgelder zirka 2600 Mt. berausgabt wor-" Borwärts" zu agitieren. den. Deffenungeachtet hat sich nun die Finanz- und Tiefbaufommission in gemeinsamer Sizung mit der Neuregelung der Reisefoften- und Tagegelderbezüge beschäftigt und dem Plenum den Ein gefährlicher Kinderfreund wurde am Donnerstagnachmittag Antrag unterbreitet, für einzelne Beamtengruppen eine geringe in der Person des wohnungslosen Bäckergesellen Hermann Heumann Erniedrigung der Säge eintreten sowie für sämtliche Gruppen verhaftet. Der Unhold hatte in der Hussitenstraße durch allerlei die Bestimmung fallen zu lassen, wonach sich bisher bei Reisen von Versprechungen die beiden Geschwister des Töpfers Nippler von hier über 5 Stunden Dauer die Entschädigung berdoppelte; für Reisen an sich gelockt. Während er den Knaben forischickte, um sich Nepfel über Groß- Berlin hinaus soll es bei den bisherigen Bezügen ver- zu faufen, nahm er das vierjährige Töchterchen an der Hand, gab bleiben, wie sie für Staatsbeamte vorgesehen sind. Nach längerer es Geld, damit es sich Schokolade kaufen sollte und entfernte sich mit Debatte und nachdem ein Antrag des Herrn Balzer, der die Reise- dem Kinde nach dem städtischen Walde. Passanten, welche den ziem und Tagegelder ganz wesentlich zu beschneiden bezweckte, abgelehnt lid) reduziert aussehenden Menschen begegneten, schöpften Verdacht, worden war, gelangte der Antrag der Finanz- und Tiefbaukommis- verfolgten und stellten ihn im Walde, ehe er noch zur Ausführung fion unter Zustimmung auch unserer Genossen zur Annahme. seiner Tat schreiten konnte. um den sich in lezter Zeit außerordentlich häufenden EinbruchsIn der letzten Stadtveroidnetenverfammlung empfahl zunächst diebstählen im hiesigen Gemeindebezirk vorzubeugen, regte der der Magistrat in einer Vorlage das Haus am Turnplay, welches bürgerliche Vertretre Herr Seeger an, an den Landrat des Kreises zu petitionieren, daß eine Anzahl Gendarmen für den früher als Infektionskrankenhaus benutzt wurde, an einen GeneralNachtdienst in Pankow bereitgehalten werden möchte. Es könnte bächter Hindenberg für eine jährliche Miete von 700 M. zu vermieten. Unsere Genossen widersprachen dem und verlangten, daß dafür ganz gut auf die Dienste der Gendarmerie am Tage ver- die Wohnungen einzeln vermietet werden. Die Vorlage wurde zichtet werden, δα man legtere am Tage des öfteren in Gruppen zu zwei, drei und mehr beieinander antreffe, ohne bertagt, um zunächst von dem Rektor der städtischen Schule, der daß recht ersichtlich, worin denn eigentlich ihre Tätigkeit beſtehe. fichtigte, eine bindende Erklärung über das Angebot einzufordern. gleichfalls das Haus nur für sich als Wohnhaus zu mieten beab Diese Anregung gab unserem Genossen Kubig Veranlassung, zu Der Magistratsvorlage betreffend die Aushöhung des Wasserwertsbezweifeln, daß der Herr Bandrat seine Gendarmen für den grundstüdes mit 4000-5000 cbm Boden wurde zugestimmt, desNachtdienst in Bankow bereitstellen werde, da deren Verwendung gleichen der Gasbeleuchtungsanlage für dasselbe. Die Herstellung am Tage ihm jedenfalls viel wertvoller erscheinen dürfte, nament lich bei Gelegenheiten, wie an den Protestsonntagen gegen die von Hausanschlüssen an das Wasserwerk wurde der Firma RosenMoabiter Vorgänge, an welchem Tage die gesamte hiesige Bolizei- feldt- Berlin zum Preise von 19 950 m. übertragen. macht in der Berliner Straße vor dem Versammlungslokal und in rege Diskussion rief die zum zweiten Mal auf der Tagesordnung stehende Magistratsvorlage betreffend Beschaffung von der Nähe desselben demonstrierte. Als unser Genosse dieses Bild Räumen zu Turnzwecken für die Kinder der städtischen Schule noch durch entsprechende Würdigung der ebenfalls aufgebotenen hervor. Der Magistrat hatte wiederum in Vorschlag geKriminalbeamten ergänzte und das Auftreten eines dieser bracht, die Turnhalle des Turnklubs für jährlich 500 M., Gentlemen in Arbeiterkleidung und mit einer roten Nelte im außer 300 M. für Heizung und Beleuchtung, zu mieten. Auch Knopfloch schilderte, fiel ihm der Bürgermeister ins Wort und hatte sich der Magistrat mit den beiden Gastwirten, welche über verhinderte weitere Ausführungen mit dem Bemerken, daß diese Turnhallen verfügen, in Verbindung gefeßt. mit der Sache nichts zu tun hätten und nur nach außen Meißner hatte für seine Turnhalle nur 300 M. Miete und Heizung hin zu wirken bestimmt feien. Trotzdem gelang es zum Selbstkostenpreis gefordert, wohingegen der Gastwirt Großunseren Genossen noch, zu versichern, daß bereits mann, in dessen Turnhalle der Arbeiterturnvercin seine Uebungen kehrungen getroffen waren, im Bedarfsfalle dem Biedermann ausführt, nur 250 M. für Miete und Heizung beansprucht. Der mit der roten Nelte als weitere Dekoration und besonderes Kenn- Arbeiterturnverein hatte unentgeltlich seine Geräte zur Verfügung zeichen eine große, weiße Acht auf seiner werten Kehrseite an- gestellt. Vom Bürgermeister wurden die Vorzüge der neuen Turnzubringen. Auf eine bei dieser Gelegenheit aus der Mitte der Halle des Turnklubs hervorgehoben, wohingegen die beiden anderen Vertretung gestellte Anfrage, wie es mit der im Stat vorgesehenen Turnhallen doch alte wären. Unsere Genossen verlangten, daß un und vor längerer Zeit angekündigten Errichtung einer zweiten bedingt im nächsten Jahre eine städtische Turnhalle erbaut werde, Polizeiwache in der Kaiser Friedrichstraße zurzeit stehe, erwiderte damit die Stadt nicht nötig habe, Privatturnhallen zu mieten. In der Bürgermeister, daß die Errichtung bisher nicht möglich ge- der Diskussion verriet der Stadtverordnete Pfau, der gleich unseren wesen sei, da es an geeigneten Kräften zur Besetzung der erforder- Genossen ebenfalls mit der Mietung der Turnklubhalle nicht einlichen Beamtenstellen mangele. Von der Absendung einer Petition verstanden war, daß man dem Turnklub vor dem Bau der Turnan den Landrat wurde schließlich abgesehen. Hierauf geheime halle schon Versprechungen gemacht habe. Er habe erfahren, daß, Sibung. wenn die Stadt nicht mit mindestens 600 m. jährliche Miete den Turnklub unterstütze, dieser die Turnhalle nicht bauen könne. Die Ueber den Magdeburger Parteitag erstattete Genoffin Arend. Abstimmung ergab die abermalige Ablehnung der Magistratsvor fee in der letzten Mitgliederversammlung des Wahlvereins einen Tage und zwar mit 11 gegen 12 Stimmen. ausführlichen Bericht. In der sich anschließenden Diskussion wurde Spandau. bedauert, daß der Parteitag so milde mit den badischen Wegen Sittlichkeitsvergehens gegen 7-8jähriae Schulmädchen Disziplinbrechern verfahren fei. Ganz besonders wurde der wohnungs- und arbeitslose Arbeiter Franz Bertowsti wurde die provozierende Rede des Genossen Frant fritisiert. Zum auf dem Budenplatz in der Seegefelder Straße verhaftet. Gr Schluß wurde eine Resolution angenommen, die sich mit den Be- hatte die Kinder nach einer dunklen Stelle hinter dem Starussell ge= schlüssen des Parteitages und der Haltung der Kreisdelegierten ein- lockt und sich hier an ihnen vergangen. Der Täter wurde dem berstanden erklärt. Amtsgericht zugeführt. Reinickendorf. Tegel. VorEine Endlich ist es gelungen, einmal eine derjenigen Personen abzufassen, die die öffentlichen Feuermelder demolieren und unbefugt Es ist ein ehemaliger Detektive die Feuerwehr alarmieren. gehilfe hüls bed, ein noch junger Mensch, der auf frischer Tat betroffen wurde. Jugendveranstaltungen. Für die Arbeiterjugend des 21. Bezirks findet am Sonntag, ben 23. Oftober, die Heringspartie, die wegen der Protestversammlung verlegt werden mußte, statt. Treffpunkt 7 Uhr: Schlesisches Tor. Die Bartie geht nach Schöneiche( Lokal Waldschloß). Die Menschen, die allmählich unseren Augen entschwunden In der letzten Mitgliederversammlung erstattete Genosse Stadt waren, wurden wieder erkennbar, Kinder jubelten dem Anblick zu. hagen den Bericht vom Magdeburger Parteitage. Der Redner führte Sie wußten ja nicht, daß dort oben ein harter Kampf mit den unter anderem aus: Die wichtigsten Punkte des Parteitages waren Elementen ausgefochten wurde, daß dort neun Menschen getragen die Genossenschaftsfrage, die Reichsversicherungsordnung und die lediglich von einer dünnen mit Gas gefüllten Hülle einem Sturm Budgetfrage. Dankbar zu begrüßen feien die Anregungen zur tropten, der schwere Schiffe zum Scheitern zu bringen vermocht besseren Agitation durch populär gehaltene Broschüren und die von hätte. Bald darauf berührte der Ballon die Erde. Hilfsbereit lief Niederbarnim beantragte Moden- und Schnittmusterbeilage. Man die Mannschaft hinzu. Es war ein Riesenstück Arbeit bei dem fönne im Zweifel fein, ob die Genossenschaftsfrage gerade jetzt auf immer noch heftiget. Wind den Ballon in die Halle zu bringen. den Parteitag gehörte, aber der Erfolg war ein glücklicher. Seit Auch dies gelang. in Kreuznach die reinliche Scheidung vor sich gegangen, habe sich die Mitgliederzahl verdreifacht; die Parole des Parteitages wird weitere wirtschaftliche und politische Vorteile für die Genossenschaften bringen. Die Reichsversicherungsordnung ist trotz ihrer 1754 Paragraphen mangelhaft und will den Kassen die Selbstverwaltung nehmen. Diese Fragen find aber zurückgedrängt durch die Budgetdebatte, hervorgerufen durch den Vorstoß der Revisionisten; denn nichts anderes sei der Disziplinbruch der Badenser. Für die Partei sei die Budgetfrage in Frankfurt, Lübeck, Dresden, Nürnberg erledigt. Dem gutherzigen Vorschlag des Genossen Braun mögen diejenigen folgen, die unfere Heute findet zwischen 9-9% Uhr vormittags eine Passagier Brinzipien der Blockpolitik zu opfern bereit sind, denen aber die fahrt des Barjeval VI statt. Für nachmittags 2 Uhr ist eine Fahrt Borgänge in Moabit und jetzt in Frankreich doch zu denken geben mit den Spißen der Vehörden angesezt, zu der u. a. Oberbürgere müßten. Die Erklärung Frants und fein Beispiel der Holz stehlenden meister sirschner, Bürgermeister Dr. Reide und Ober- Frau habe die Entscheidung noch an demselben Abend notwendig bürgermeister Schuste hrus ihre Teilnahme zugesagt haben. Es gemacht; es durfte der bürgerlichen Preɣmente nicht die Möglichkeit frischen östlichen Winden. find auch seitens der Flugplatz- Gesellschaft Vorkehrungen getroffen geboten werden, 24 Stunden lang den Sieg des Revisionismus in die Barsebal VI hat bei dieser Fahrt gezeigt, daß man sich ihm wohl in Ruhe anvertrauen darf. Troß der oft redyt fritischen Situation verlor man nie auch nur einen Augenblick das Bewußt. sein einer gewissen Sicherheit. Man sah diesem Kampf mit den Elementen von der Gondel aus mit dem Interesse und der Ruhe eines Unbeteiligten zu. Schiff und Mannschaft flößten ein solches Gefühl der Beruhigung ein, daß jeder der Mitfahrenden bedauerte, daß diese interessante Fahrt der sinkenden Dunkelheit wegen leider nicht länger fortgesetzt werden konnte. Arbeitende Jugend Moabits. Am Somitag, den 23. Oktober, finden zwei Ausflüge statt. Nach Pfaueninsel- Kohlhasenbrück. Treffpunti 8 1hr Stromstraße( Ede Turmstraße). Nach Hennigsdorf. Treffpunkt 1/28 Uhr: Bahnhof Beusselstraße. Freie Jugendorganisation Treptow. Abteilung Treptow. Sonntag, den 23. Oftober: Ausflug nach den Gofener Bergen. Treffpunkt 7 Uhr: Stiejbolzstraße( Ede Elsenstraße). Abteilung Baum. hulen weg. Sonntag, den 23. Oktober: Nachmittagsausflug nach der Buhlheide. Treffpunkt 2 Uhr: Bahnhof Baumschulenweg. Wetterprognose für Sonnabend, den 22. Oktober 1910. Vielfach nebelig, sonst troden und ziemlich heiter, aber fühl bei Berliner Wetterbureau. Warenhaus Wilhelm Stein Chausseestrasse 70-71 vom Sonnabend, den 22. bis Dienstag, den 25. Oktober -so lange Vorrat BERLIN N. Chausseestrasse 70-71 vom Sonnabend, den 22. bis Dienstag, den 25. Oktober Preiswerte Angebote in Lebensmitteln Fleisch- und Wurstwaren Holsteiner Schlackwurst... Pfund 1.25 Schlackwurst in Rinddarm. Salamiwurst in Rinddarm Leberwurst • Pfund 1.05 Pfund 1.05 Pfund 90 Pf. Feine Leberwurst...... Mettwurst Braunschweiger Art Landleberwurst.... Rot- und Zwiebelwurst Pfund 85 Pf. Fetter Speck.... so lange Vorrat. Pfund 75 Pf. Pfund 85 Pf. Magerer Speck. Pfund 85 Pf. . Rollschinken 2-3 Pfund schwer.. Schinkenspeck . Pfund 1.25 Pfund 1.05 Pfund 80 Pf. Pfund 48 Pf. . zum billigsten Rindfleisch, Kalbfleisch, Hammelfleisch, Schweinefleisch Tagespreis. Kassler Rippespeer Hirschragout.... .., Pfund 80 Pf. Eisbein( Dickbein). 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