Nr. 163. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertei: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage„ Neue Selt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs Anzeigen 20 Pfg Inierate für die nächste Mummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition is an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 11hr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 4186. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 14. Juli 1893. mäßigen Methode vorgenommen werden. Es bleibt uns Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Aus den vorhin gewonnenen Zahlen ergiebt sich nun Die finanzielle Leistungsfähigkeit deshalb nichts übrig, um brauchbare Vergleichsziffern für aber doch schon so viel, daß zunächſt die Differenz der überDeutschlands und Frankreichs. Frankreich und Deutschland zu erhalten, als nach dem rein haupt für die Messung der Voltskraft in Betracht kommenden äußerlichen Merkmal des Lebensalters eine Scheidung der Personen beider Länder von den 11 Millionen, die Herr Unter den fadenscheinigen Argumenten, mit denen die Menschen im Lebensalter der der Erwerbsfähigkeit von von Bennigsen zu gunsten Deutschlands vorgeführt hat, auf erneute Heeresverstärkung und Erhöhung der Heereskosten denen im Lebensalter der Erwerbsunfähigkeit vor 5 Millionen zusammenschrumpft, daß aber die finanzielle vertheidigt wurde, glänzte auch das Schlagwort von der zunehmen. Der wesentliche Vortheil eines solchen Ver- Leistungsfähigkeit der Deutschen für Staatszwecke noch hohen Bevölkerungsziffer Deutschlands. Herr v. Bennigsen fahrens ist, daß troß der unvermeidlichen Unzuverlässigkeit ganz erheblich niedriger zu bemessen ist, da sie für eine beberief sich darauf, daß Frankreich 11 Millionen Einwohner einer jeden Zahl an sich sie doch gegen einander bemessen deutend höhere Anzahl von Nichtproduzenten zu sorgen haben als weniger habe, als Deutschland( 38% gegen 49 Millionen), einen nahezu vollkommen zuverlässigen Vergleichswerth die Franzosen. Aus den vorhin berechneten Prozentsäßen um zu beweisen, daß das Deutsche Reich mit Leichtigkeit abgeben, da die vielen Erwerbslosen, welche sich innerhalb geht hervor, daß von je hundert lebenden Personen in mindestens den nämlichen Aufwand an Mannschaften und der angenommenen Altersgrenze befinden, und deren Zahl Frankreich je 65 im erwerbsfähigen Alter stehen, also für Geld für sein Heer machen könne als das numerisch für uns gar nicht oder doch nur mit der größten Schwierig sich selbst und die übrigen 35 zu sorgen haben, während schwächere Franzosenvolk. feit und immer nur näherungsweise zu ermitteln wäre, die von je hundert Deutschen je 60 für sich selbst und 40 ErDas flingt recht plausibel. Der Kaltül ist so außer für beide Länder gewonnenen Ziffern etwa gleichmäßig an- werbsunfähige zu sorgen haben. Daraus erklärt es sich, ordentlich einfach: 381/2 von 491/2 abgezogen bleibt 11- schwellen machen. Es ist auch aus den gleichen Gründen weshalb eine etwa gleiche Leistungsfähigkeit der daß er auf zahlreiche Mandatsinhaber des Reichstages, die nicht nothwendig, eine Trennung nach den Geschlechtern Franzosen und Deutschen vorausgesetzt die Lebensin Sachen der Bevölkerungsstatistik ebenso unschuldig und vorzunehmen, obschon von den Frauen im erwerbsfähigen Alter haltung in Frankreich höher ist als in Deutschunerfahren sind, wie der Oberpräsident von Hannover, weit weniger im Erwerbsleben thatsächlich thätig sind als von land und weshalb die Deutschen für Staatszwecke, sicher einen überwältigenden Eindruck gemacht und ihren den Männern, wenn man auch die häusliche Thätigkeit der oder gar Militärzwecke weit schwieriger sich etwas abknapsen Bewilligungseifer gestärkt hat. Indeß so glatt nach den Frauen ihnen als Erwerbsthätigkeit anrechnet. tönnen, als die Franzosen. Man kann das auch so aussimplen Beispielen der nationalliberalen Rechenfibel läßt sich Verlegt man nun die Altersgrenzen der Erwerbsthätig- drücken, daß die Franzosen bei der hohen Verhältnißzahl die Leistungsfähigkeit der beiden Länder nicht an einander feit möglichst weit nach unten und nach oben, so kann man ihrer Produzenten von der Bevölkerung eher zwei Prozent abmessen. In der Gesammtziffer der Bevölkerung als Erwerbsalter die Zeit zwischen dem vollendeten 14. Jahre unter den Wassen halten könnten, als die Deutschen ein eines Landes find auch Säuglinge und unmün bis zu dem vollendeten 64. Jahre annehmen. Nach den Prozent. dige Kinder mit inbegriffen und die erhöhen vorliegenden statistischen Tabellen betrug in Frankreich Trotzdem soll beileibe nicht behauptet werden, daß die nicht, fie verringern nur die Kriegsfähigkeit eines Boltes; im Jahre 1886 von 37 930 739 Einwohnern die Zahl niedrige Geburtsziffer für das französische Bolt vortheilhafter sie konsumiren nur und produziren nicht. Herr v. Bennigsen der Personen im erwerbsfähigen Alter ist, als die höhere für das deutsche. Im Gegentheil, sie vers hätte sich also füglich wohl selbst sagen können, daß, wenn 24 646 227 oder 65 pCt. der Gesammtbevölkerung, in ursacht den Franzosen mit Recht schwere Sorge für die Zukunft er Frankreichs und Deutschlands finanzielle Leistungs- Deutschland im Jahre 1890 von 49 428 470 Gin- ihres Volkes. Wir haben es hier indeß mit den gegenwärtigen Zufähigkeit gegen einander abmessen will, es mit der plumpen wohnern die Zahl der Personen im erwerbsständen und der für die Gegenwart geplanten Heeresverstärkung Gegenüberstellung der Zahlen der Gesammtbevölkerungen fähigen Alter 29 701 842 oder 60 pCt. der Gesammt- und Erhöhung der Militärkosten in Deutschland zu thun und beider Länder nicht gethan ist, gethan ist, da bekanntermaßen bevölkerung. da kann nicht scharf genug betont werden, daß es ein un die Geburtsziffer in Deutschland eine weit höhere Hierbei ist zu bemerken, daß es wenig ausmacht, da ß geheuerlicher Trugschluß ist, aus der größeren Bevölkerungsist als in Frankreich, und demnach auch die für Frankreich die Bevölkerung von 1886 zu Grunde gelegt zahl Deutschlands auf eine höhere finanzielle LeistungsZahl der Erwerbsunfähigen in unferem Lande ist, da sie sich bis 1891, die Zeit der neuesten französischen fähigkeit für militärische Zwecke zu schließen. Deutsche gegenüber den Produzenten eine weit größere ist als in Volkszählung, nur um etwa 400 000 vermehrt hat und Staatsmänner sollten vielmehr, anstatt Frankreichs hohe Frankreich. Die Geburtsziffer( d. h. die Zahl der Geburten außerdem für die prozentualen Vergleichsziffern es un Präsenzziffer nachzuahmen, auf ein Heeressystem sinnen, das auf je 10 000 Einwohner) betrug im Jahre 1886 in Frant- wesentlich ist, ob aus dem einen Lande die Zahlen von 1886, bei Ermäßigung der Kosten die Ausuuzung der höheren reich 219, im Jahre 1890 in Deutschland 357. Die Zahl aus dem andern die von 1890 zu Grunde gelegt werden. Um Boltskraft ermöglicht. Und ein solches System ist die der Kinder im Alter von 1-2 Jahren betrug in Fraut- Mißverständnisse zu vermeiden, erwähnen wir nochmals faus- Miliz, auf deren Einführung uns also auch bevölkerungsreich 659 066, in Deutschland 1 294 467, also fast doppelt drücklich, daß die Zahl der im Alter der Erwerbsthätigkeit statistische Erwägungen hindrängen. so viel. Diese Beispiele genügen wohl, um zu zeigen, welche stehenden Personen keineswegs identisch ist mit der Zahl Unterschiede zwischen der Bevölkerungs- Zusammensetzung der der Erwerbs fähigen oder gar der Erwerbs thätigen. beiden Nachbarländer bestehen. Die ist bedeutend geringer. Für unsere Vergleichszwecke Will man daher einigermaßen brauchbare Ziffern für genügen indeß die oben ermittelten Zahlen. Könnte man die Abmessung der Volkskraft zweier Länder gewinnen, so übrigens aus ihnen alle Erwerbsunthätigen ausscheiden, fo Politische Leberlicht. so muß man die nur verzehrenden, nicht schaffenden Elemente würde sich das Verhältniß noch mehr zu Ungunsten Deutschdurch irgend eine Methode von den Gesammtzahlen aus- lauds verschieben, da wegen der hohen Geburtsziffer dic zusondern suchen. Zahl der Unerwachsenen in Deutschland im Ber Berlin, den 13. Juli. Aus dem Reichstage. Man mag dem neugewählten Die statistischen Aufnahmen über die Beschäftigungen hältniß zur Gesammtzahl immer größer ist als in Reichstage freundlich oder feindlich gesinnt sein, das eine der Einwohner sind zu diesem Zweck nicht brauchbar, da Frankreich und da auch die Frauen in Frankreiches Beugniß wird man ihm nicht versagen können, ein großer sie nicht die Gesammtheit der irgendwie der irgendwie erwerbs- hängt das mit der geringeren Fruchtbarkeit zusammen Arbeits- und Pflichteifer beseelt augenblicklich die Reichsthätigen Elemente umfassen und Dor allen Dingen im Erwerbsleben immer intensiver thätig sind, als in boten noch. in den verschiedenen Ländern nicht nach einer gleich Deutschland. Feuilleton. Na brud verboten.) ( 15 Die Bekehrung André Savenay's. Sozialistischer Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersehung von Marie Kunert. Mit diesen Worten streckte sie ihre nackten Füßchen aus dem Bett und zog sich matronenhaft mit der ernstesten Miene von der Welt die Strümpfe an. Johanna verließ schnell das Zimmer, um ein Lächeln zu verbergen, as viel leicht ihre ganze, bisher so mühsam behauptete 2utorität über den Haufen geworfen hätte. " Wenn Du fertig bist, tomm in das Arbeitszimmer," sagte sie im Fortgehen. Du mußt Staub wischen, während ich auf das Frühstück Acht gebe. Es steht schon auf dem Feuer." Ein so besetztes Haus wie jetzt haben wir während der Zeit hob die Kleine die Augen, schaute auf die geschickten wenn der brave Alte aus seinem Bureau heimkehrte, ließ er Finger der Pflegemutter und wartete einen Augenblick ab, sich mit stets neuem Wonnegefühl in die weichen Polster in dem sie pausirten, um Johanna um irgend eine Aus- sinken. Mit zufriedenem Auge betrachtete er von seinem Plaz funft zu bitten. Diese unterbrach sich dann ohne Murren, suchte die Kleine das, was sie nicht begriff, an irgend einem Beispiel aus dem täglichen Leben klar zu machen und fand schließlich immer die geeignete, einfache und graziöse Form für den Gegenstand, um den es sich handelte. Wenn Magdalene sagte, fie habe jetzt alles begriffen, dann begab sie sich schnell wieder, an ihre Arbeit, denn sie mußte ja ihre Arbeiten pünktlich zur festgesetzten Stunde abliefern. aus die im Zimmer passend vertheilten Stühle, seinen Bücherschrank voll sozialistischer Schriften, die Portraits von Louis Blanc, Delescluze und Karl Mary, welche die Wände schmückten, Johanna und die Kleine, die in einer anmuthigen Gruppe bei einander saßen. So hatte er alles um sich, was ihm auf der Welt theuer war, und oft sagte er mit einem aus Befriedigung und etwas Bedauern gemischten Gefühl: " Wahrhaftig, ich könnte beinahe ganz wie andere den In der Mitte des Zimmers stand ein Tisch aus Bourgeois spielen, wenn nicht die Genossen wären, an die Nußbaumholz mit einer dunkelfarbigen Decke behangen, ich doch, wie es recht und billig ist, auch denken muß." über dem eine broncene Hängelampe an der Decke des An diesem Morgen war niemand im Arbeitszimmer, Bimmers. befestigt war. Auf diese Luxusgegenstände war als Magdalene hereintrat, ganz erfüllt von der hohen Johanna sehr stolz. Sie hatte piel arbeiten müssen, um sie Wichtigkeit ihrer Funktionen im Haushalt. Sie verwandte faufen zu können. Sie hatte schon lange von dieser Tisch- die größte Sorgfalt auf das Ordnen der verschiedenen Gegendecke und dieser Hängelampe geträumt, bis sie dann eines stände und auf das Verscheuchen des Staubes. Während schönen Tages das große Kaufhaus au Bon Marché auf dieser Zeit bereitete Johanna, die noch im leichten Morgensuchen und sie dort von ihren Ersparnissen erstehen konnte. kleid aus Flanell, das ein großer Spizenkragen das Auf dieselbe Weise hatte sie die granatrothen Rips- Werk ihrer Hände schmückte, das Frühstück in der Küche. Das Arbeitszimmer, so genannt, weil Johanna dort vorhänge an den Fenstern beschafft. Und seit dieser Ein Wunder von Sauberkeit, diese Küche! Es war nicht an ihren Malereien arbeitete, war ein kleines, helles und Zeit erfüllte sie sich mehrere ähnliche Wünsche für einer dieser engen Winkel, wie man sie so oft in Paris freundliches Gemach, das größte der bescheidenen Wohnung. Die Ausstattung ihres Zimmers. Sie hatte jetzt aus hat. Nein, sie war groß und geräumig. Vier oder fünf In der Fensternische eine Staffelei, ein Arbeitstisch für einem zu den Fenstervorhängen passenden Stoff eine Bersonen konnten sich leicht in ihr bewegen. Sie gewährte Palette und Pinsel, ein niedriger Stuhl, das war das Portiere hergestellt, die den durch die Thür hereinströmenden, eine Aussicht über die unzähligen Dächer ringsum und in ganze Arbeitsgeräth Johanna's. Dicht dabei stand ein heimtückischen Luftzug abhalten sollte. der Ferne bis auf die kleinen Hügel am Seine- Ufer. Licht fleiner Sessel, ein Rohrsessel, wie sie von Haufirern Auch Vater Deschamps hatte in diesem Gemach seinen und Luft flutheten ungehemmt in diesen Raum. von Haus zu Haus getragen werden, das war Lieblingsplatz. Dieser bestand aus einem großen Voltaire-„ Eine Küche, wie sie reiche Leute nicht schöner haben der gewöhnliche Sitzplatz Magdalene's. Hier konnte fauteuil, mit rothem Plüsch bezogen, der freilich nicht mehr können!" sagte Vater Deschamps oft stolz. sie stundenlang still, ohne sich sich zu rühren, sitzen tadellos, dafür aber unendlich behaglich und bequem war. und ihre Aufgaben für die Schule einüben, während Dicht neben dem Kamin war er aufgestellt, in dem jetzt Johanna's Pinsel eifrig über den Stoff glitt. Von Zeit zu auf dem Rofte ein gutes Feuer brannte. An jedem Abend, Alles glänzte und funkelte hier, die blanken Flächen der zinnernen Schüsseln und Teller, das dunkle Blau der emaillirten Töpfe und Kasserolen, die blau und weißen vorigen Legislaturperiode überhaupt nie gesehen, und nicht nur anwesend sind die Herren, nein, auch eine Redelust herrscht bei denselben vor, die ans Fabelhafte grenzt. Diese Redewuth kam besonders heute gelegentlich der Inter pellation Osann zum Ausbruch. In England würde eine so winzige Majorität in[ kassirt und bei der Nachwahl ein Liberaler ge einer so wichtigen Sache der Regierung die Pflicht eines wählt). 4 Mandate sind noch ausständig; sie können neuen Appells an das Volk auferlegt haben. Herr von dem Zentrum zugerechnet werden. Dr. Razinger Caprivi muß bescheiden sein; er betrachtet nicht die ist doppelt, Dr. Kleitner und Sigl sind nicht gewählt. Qualität seines Sieges; er tann eine zweite Auflösung nicht Ein Vergleich mit der früheren Kammer ergiebt folDieser Herr und seine nationalliberalen Freunde frugen magen und streicht genügsam ein, was er bekommen hat. gendes Bild. In ihr befanden sich: 80 Zentrum, an, ob die Heeresleitung nicht geneigt sei, angesichts der Die siegreiche" Majorität war nicht ganz so bescheiden, 75 Liberale, 3 Konservative und 1 Demokrat. Die neue großen Futternoth gewisse Landstriche mit den geplanten wie Herr von Caprivi: Das geplante Hurrah! blieb ihr im Kammer wird voraussichtlich zählen: 75 Bentrum, 67 LibeManövern zu verschonen. Natürlich denkt Moloch Mili- Hals stecken. rale, 7 Bauernbündler, 4 Konservative, 5 Sozialdemokraten tarismus nicht im Traume daran, solche Rücksichten dem Das deutsche Volt aber hat gelernt, daß der Militaris- und 1 Demokrat. Sonach hätte das Zentrum 4 Mandate bürgerlichen Plebs gegenüber walten zu lassen. Nicht be- mus überwunden werden kann. Und mehr als je ist von an den Bauernbund und 1( München II) an die Sozialsonders geschickt aber mit militärischer Offenheit und Grad- nun an die Losung: demokraten verloren, während die Liberalen 4 Size heit legte der preußische Kriegsminister diesen Standpunkt Nieder mit dem Militarismus! ( in Nürnberg) an die Sozialdemokraten und 3 an den der Heeresverwaltung dar. Bauernbund verloren. So bilden denn in der That Dem Reichstage ist ein zweiter Nachtragsetat nebst Sozialdemokraten und Bauernbündler das Bünglein an der einem Anleihegesetz für Zwecke der Verwaltung des Reichs- Waage. heeres zugegangen. Der Nachtragsetat beziffert die zur Durchführung der Militärvorlage für das laufende Etats- Preußisch- deutsche Bolksbildung von Oben. Wie jahr erforderlichen Ausgaben auf 71 282 547 M., wovon man in bürgerlichen Blättern liest, hat das preußische 23 221 848 M. auf die fortdauernden, durch Matrikular- Unterrichts- Ministerium die Abfaffung einer Umlagen zu deckenden Ausgaben und 48 060 696 M. auf Fugendschrift unter dem Titel:„ Jederzeit die einmaligen Ausgaben entfallen, welche mittels Anleihe lampfbereit!" veranlaßt". Das Buch ist von Oskar aufzubringen sind. Höcker und Arnold Ludwig abgefaßt, im Verlage von Geschick. wird morgen verhandelt. Dar Diese brüste Zurückweisung der bürgerlichen Interessen führte nun eine ganze Reihe Redner auf die Tribüne, deren Namen man sonst nur beim Namensaufruf hört. Von allen Seiten wurde die ablehnende Haltung der Militärverwaltung bedauert und auch manches härtere Wort fiel gegen den Moloch Militarismus. Besonders unsere Genossen Schoenlank und Joest machten aus ihrem Herzen keine Mördergrube, aber auch von den Rednern der bürgerlichen Parteien fielen Worte, die es schließlich den militärischen Herren am Bundesrathstische angezeigt erscheinen ließen, etwas mildere Die Fachkommiffionen des Reichstages haben sich Arnold Hirt in Leipzig erschienen und enthält eine mit Saiten aufzuziehen. Dem bayrischen Kriegsminister fiel nunmehr constituirt. Zum Vorsitzenden der Budget Illustrationen geschmückte geschichtlich e diese Aufgabe zu, und er entledigte sich derselben nicht ohne kommission ist v. Kardorff( in der vorigen Tagung Frhr. stellung unseres Heerwesens.- So suchen die Die Interpellation Bebel, wegen des Auftretens des( in der vorigen Tagung Hermes- Brandenburg) gewählt. Noth des Lebens schüttelte die der Volksschule Gutwachſenen v. Huene), zum Stellvertreter desselben Frizen- Düsseldorf Machthaber die Militärfrömmigkeit zu züchten. Die harte Straßburger Polizeipräsidenten, ist mit Zustimmung des Ats Vorsitzender der Geschäftsordnungs- Kommission ist so derb, daß dieses Mittel, das Volk für den Militarismus Interpellanten von der Tagesordnung abgesetzt worden und Singer, Sozialdemokrat( in der vorigen Tagung Acker: 3u kirren, auf die Dauer nicht verfängt. mann), zu dessen Stellvertreter v. Koscielski gewählt Eine Erklärung des Zentrums, die Graf v. Hompesch worden. In der Wahlprüfungs- Kommission werden den Wahlen ihr Programm unter den Scheffel geDie deutsche Sozialdemokratie hat bei den legten vorlas und worin die Herren sich gegen den Vorwurf Vorsitz Dr. v. Marquardsen, nat.- lib.( in der vorigen stellt und ihre Grundsäge verrathen, um Stimmen zu fangen demokratischer Allüren verwahren, provozirte eine Antwort Tagung Schmieder, freis.) bezw. in Stellvertretung Branden- fo leitartikeln in ihrer geistigen Dede die reaktionären, Caprivi's, aus der sich ergiebt, daß man im Reichskanzler burg( Bentr.) führen. namentlich die nationalliberalen Blätter. Und da sie selbst Amt mit den Herren der Mitte immer noch unzufrieden ist. In bezug auf die Wahl in Dortmund war viel- nicht im stande sind, einen Beweis für diese Albernheit zu Die zweite Lesung der Militärvorlage brachte keine fach die Meinung verbreitet, die sehr winzige Majorität für bringen, so stützen sie sich auf die Autorität von sogenannten Ueberraschungen. Von der Linken hielt Beck( Koburg) die den Nationalliberalen Möller sei dadurch zu ſtande geba sind. Jetzt wird ein gewiffer Landauer zitirt, der in ,, unabhängigen" Schwadroneuren, die also doch zu etwas Rede aus der Zeit der Wahlagitation noch einmal, wurde kommen, daß eine große Zahl durchstrichener Möllerzettel, aber vom Präsidenten in seinem Vorhaben schließlich ge die den Namen Tölde trugen, für ungiltig erklärt worden irgend einer Berliner Winkel- Versammlung behauptet haben stört. Namens der Antisemiten erklärte Zimmermann, daß seien. Dem ist nicht so. Die 1785 für ungiltig erklärten soll, die Sozialdemokratie habe sogar ihre Opposition gegen fie für die Vorlage stimmen werden; die Herren springen Bettel aus denen sich, im Vorbeigehen bemerkt, der den Militarismus aufgegeben, denn sie habe die Miliz also über den Stock, obgleich die so pathetisch geforderte nationalliberale Unternehmer- Terrorismus sonnenklar nach Militarismus und Miliz ist, und er weiß ferner nicht, daß nachempfohlen! Besagter Landauer weiß offenbar nicht, was Erklärung der Regierung über die Deckungsfrage nicht abweisen läßt find entweder ohne jeglichen Namen, oder Militarismus und Miliz ist, und er weiß ferner nicht, daß gegeben ist. Auch ein Graf von Moltke hielt eine Rede, enthalten den Namen des ultramontanen Kandidaten, der die Volkswehr oder Miliz schon in dem ersten- dem nordReichstag von uns gefordert ward. von der aber nur seine nächste Umgebung etwas verstehen nicht zur Stichwahl stand, oder sind durchstrichene Möller- deutschen fonnte. Die namentliche Abstimmung über den§ 1 ergab zettel ohne einen anderen Namen, oder sie sind aus Befagter Landauer, der sich gern Anarchist" nennen 385 anwesende Abgeordnete, von denen 198 mit Ja und sonstigen Gründen ungiltig. Nur etliche 20 Bettel mit läßt, weiß auch nicht einmal, daß die amerikanischen 187 mit Nein stimmten. Der entscheidende Paragraph ist dem Namen Tölcke unter dem durchstrichenen Namen" Anarchisten" seiner Zeit sehr eifrig für die Bewaffnung also mit der knappen Mehrheit von 11 Stimmen zur An- Möller sind zu Unrecht für nicht giltig erklärt worden. Der Arbeiter eingetreten sind ein Ziel, das durch die nahme gelangt. Da Möller aber 64 Stimmen mehr hat als Tölde- 21 589 gegen Milizim schweizerisch demokratischen Sinn 21525- so reicht dies nicht aus. Dagegen liegen zahlreiche Wahl- Mit welchem Blech und Blechschmied wird die unregelmäßigkeiten vor, die in dem rechtzeitig eingelaufenen Klim bim- Sippe uns nächstens aufwarten? Wahlprotest des sozialdemokratischen Wahlkomitees aufgezählt und spezifizirt sind, und die auch zweifellos zur UnErwerbungen der ,, todten Hand". Nach einer giltigerklärung der Wahl führen werden. Leider zieht die Zusammenstellung des preußischen Kultusministeriums find Sache sich nun in die Länge. Zuwendungen von über 3000 M., die also der landesherrDie Einführung von Waffenpäffen empfiehlt in lichen Genehmigung bedurften, im Jahre 1892 an lathoNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" eine Stimme lische Pfarrgemeinden und Kirchen 148 im Gesammtbetrage aus dem Publikum". Ein solcher Waffenpaß soll nur von 1753 650 M., an katholische kirchliche Anstalten, Stifgegen eine möglichst hohe Steuer, vielleicht von 30-50 m. tungen u. s. w. 44 im Gesammtbetrage von 1614 723 Mt. ertheilt werden. Nur Strol che", meint der Einsender, erfolgt. Für Bisthümer und die zu denselben gehörenden tönnten etwas dagegen einzuwenden haben. Unter Strolchen Institute sind 24 Schenkungen im Betrage von 895 142 M. Eine klägliche Majorität hat die Militär- scheint derselbe alle zu verstehen, welche nicht in der Lage gemacht worden. Den evangelischen Kirchen und Pfarrvorlage gehabt. Mit 11 Stimmen Majorität in fast find, die Steuer zu zahlen. Die Vortheile für das Reich gemeinden tamen zu gut 94 Zuwendungen von zusammen vollbesetztem Haus eine Maßregel angenommen, die, wie die auch in moralischer Beziehung liegen auf der Hand", meint 1237 385 M., evangelisch- kirchlichen Anstalten, Vereinen Regierung behauptet, für die Existenz Deutschlands noth- der Einsender, wenn jeder Lump, der zahlen kann, das. f. 1. 27 Zuwendungen in Höhe von zusammen wendig" sei! Und ein Abgeordneter, der nein sagen wollte, Waffenprivileg gegenüber dem ehrenhaften Mann, dem das 1165 746 M. Für eine evangelisch- kirchliche Gemeinschaft außerhalb der Landeskirche sind in einem Falle 5000 M. war wie er nachträglich erklärt obendrein blos durch Geld fehlt, erhält. bestimmt worden. Die freisinnige Vereinigung, die Antisemiten und Graf Herbert Bismarck stimmten mit Ja, ebenso Prinz von Arenberg und Dekan Lender vom Zentrum. Der Antrag Carolath- Rocsicke auf gesetzliche Festlegung der zweijährigen Dienstzeit führte zu einer endlosen Debatte. Die namentliche Abstimmung über den Antrag findet morgen statt. Die erste Lesung des Nachtragsetats fand in einer auf eine halbe Stunde später angesetzten Sigung ohne Debatte ihre Erledigung. Man hofft die Session am Sonnabend Abend, spätestens nächsten Montag schließen zu können. der " " licht wird. # verwirk einen Zufall am Abstimmen verhindert worden. Also Der Bundesrath ertheilte in seiner Sigung vom blos 10 Stimmen Majorität bei einem Haus von 385 an 13. Juli dem Antrag der großbritannischen Regierung, be- durch den Papst bekämpfen zu wollen, diesen lächerlichen Den Teufel durch Beelzebub vertreiben und das Zentrum wesenden Abgeordneten; das ist der große nationale Auf- treffend die Anerkennung der britischen Prüfungszeichen für Versuch machen die Nationa liberalen nicht zum ersten Male. durch den Papst bekämpfen zu wollen, diesen lächerlichen schwung"! Und Herr v. Caprivi hat die beschämende Freude, Handfeuerwaffen die Zustimmung. auf den Krücken des Antisemitismus und der Freisinnigen Wie sie den Papst in der Septenna tsfrage gegen das Zentrum Vereinigung seinen„ Sieg" erfochten zu haben. Wohl be- Zu den bayrischen Abgeordneten Wahlen. Nach anviefen, so möchten sie jetzt die Fuldaer Bischofs= tomm's! Nun einerlei wie der Sieg-die Reichs- einem der Germania" zugegangenen Privat- Telegramm Konferenz ihr Verdammungsurtheil gegen diejenigen regierung hat die Militärvorlage, allein der Militarismus stellt sich das Resultat folgendermaßen: 71 Bentrum, Bentrumswähler aussprechen lassen, welche in der Stichhat eine Barnung erhalten, die er ungestraft nicht über- 67 Liberale 5 Sozialdemokraten, 4 Konservative, wahl nicht den nationalliberalen Kandidaten gegen den hören darf, und die ihm sein nahendes Ende verkündet. 7 Bauernbündler, 1 Demokrat( diefes Mandat wurde Sozialdemokraten unterstützten. M Kacheln der kleinen Kochmaschine, die Papierstreifen, welche den Körper über dem Geist nicht vergaß, was festgesetzt. Magdalene meinte, es wäre noch sehr lange bis die Küchenbretter an den Wänden schmückten, die zierlich ihm ziemlich häufig geschah, wenn irgend eine Notiz in der dahin, und sie hatte Mühe, sich den Vorstellungen Johannas mit rothem Band aufgenommene Muffelingardine, die eine Beitung seine besondere Entrüftung erregte. Sie plauderte zugänglich zu zeigen, die ihr zu beweisen suchte, daß es un von Johanna gehäkelte Spitze zierte, die Wachstuchdecke auf leise mit Magdalene, als Vater Deschamps plöglich, wie artig wäre, so ungeduldig zu sein. dem runden Tisch, alles dies bis zu dem Blechdeckel, der den wenn er einen seiner bestgehaßten Gegner in Person vor Wasserausguß bedeckte und der nach Johanna's eigenen An- fich hätte, laut ausrief: gaben gefertigt war. Die Küche war nämlich auch zum Rang eines Speisezimmers erhoben, darum mußte alles Geräth, wie Johanna meinte, so appetitlich wie nur möglich aussehen. Als Johanna festgestellt hatte, daß die Milchchokolade, das gewöhnliche Frühstück der Familie an Sonn- und Festtagen, auf dem Punkt des Aufkochens war, öffnete sie die Thür und rief: Kommt alle!" In dem Augenblick war Magdalene auch schon da. Sie hatte ihr glänzendes Haar sorgsam geflochten und aufgesteckt, ihre schwarze Schürze war bewunderungswürdig sauber gebürstet. Voll Stolz wies sie auf das Arbeitszimmer: " Ich bin fertig, Mütterchen, sieh nur! Und dann guck einmal, wie ich mich heute ganz allein gefämmt habe!" Der Knoten, in dem das Haar aufgesteckt war, saß vielleicht ein wenig schief, aber seine Schöpferin hatte sich so große Mühe gegeben! Warum also sollte man das eine nicht bewundern und der andern nicht Komplimente Spenden? Johanna streichelte der Kleinen die Wange und fagte: Geh, hole jetzt den Großvater!" " Ranaille!" Was giebt's denn wieder, Großvater?" fragte Johanna, ohne irgendwie erstaunt zu sein. Mittlerweile tam der festgesetzte Tag heran. Im Salon der Murillostraße erwartete man mit einiger Ungeduld den angekündigten Besuch. Frau Savenay hielt es für ihre Pflicht, diejenige, welche ihrem Sohne so wacker beigestanden, so gut wie möglich aufzunehmen. Margarethe " Dieser Intrigant, der Mestrezat, hat sich in der ging in fieberhafter kindlicher Neugier unruhig umher, denn Kammer gegen jeden Versuch einer Steuerreform erklärt! fie bildete sich ein, sie würde nun Wesen von einer ganz Vor zwanzig Jahren habe ich für ihn meine Stimme ab- besonderen Art zu sehen bekommen. Miß May, die durchgegeben. Ich kann mich garnicht darüber beruhigen. Bu aus mit von der Partie sein wollte und die zu dieser Geder Zeit war er ein kleiner Advokat, der noch auf seinem legenheit eine ungewöhnlich auffallende Toilette angelegt politischen Glaubensbekenntniß die progressive Steuer auf hatte, plauderte mit André über seine neuen Freunde, bes Kapital und Renten zu stehen hatte. Damals nannte er sich Sozialist, der Lüguer der!" Der brave Mann mußte nun nothgedrungen zugestehen, daß alles, was Ueberzeugung und Gewissensbisse heißt, für einen Politiker Ballast ist, dessen er sich entledigen muß, wenn er hoch steigen will. Er murmelte noch: Hauptete, daß er sich in seinem Wesen verändert habe, daß er jetzt langweilig wäre, wie ein volkswirthschaftlicher Zeitartitel, sie beschuldigte ihn, sich mit tief unter ihm stehenden Personen abgegeben zu haben und fand ein Vergnügen darin, ihn über seine Jeanne d'Arc des Sozialismus auszuforschen. Als André, nur um ihr zu widersprechen, viel mehr Gutes von Johanna erzählte, als er in Wirklichkeit wußte, gelobte sich Miß May, eifersüchtig und gereizt durch seine Worte, diese kleine, dreiste Person, in der sie instinktmäßig eine Feindin witterte, auf die schönste Art zu müthigen. De " Und alles das, um Minister zu werden! O diese Bourgeois, diese Bourgeois, welch Jammergeschlecht!" Magdalene, die zuhörte, ohne etwas begreifen zu können, glaubte nun den Moment gekommen, in dem sie eingreifen müsse. Sag, Mütterchen, Freund André ist doch kein Bourgeois!" Endlich trat Johanna mit Magdalene an der Hand Doch," antwortete Johanna. Aber er ist nicht wie herein. Sie näherte sich ohne jede Verwirrung, so anmuthig in ihrem einfachen Kleide, so sicher in ihrem Gang, so wenig befangen durch den sie umgebenden Luxus, daß Miß May, die sie ungenirt gemustert und angestarrt hatte, sich auf die Lippen beißen mußte. Einen Augenblick später kam Magdalene wieder, an die anderen." der Hand Water Deschamps ziehend, der einen alten, grauen Sie war überrascht, fast verwirrt, als sie die Worte Schlafrock trug. Und nun wetteiferten die beiden Mäd- überlegte, die sie eben gesprochen. Judeß achtete niemand chen, dem Alten ihre kleinen Liebesdienste zu erweisen. Die darauf. Vater Deschamps wandte sich schon wieder an die Dafür zeigte Magdalene um so offenkundiger ihr Ereine schnitt ihm die Semmeln durch und bestrich sie in der Kleine. gewünschten Dicke mit Butter, die andere brachte ihm seine" Ja, er gefällt mir recht gut, Dein Freund André. staunen, ganz stumm vor Bewunderung und Schüchternheit sie Er macht den blickte ihren mit nur Kinderauger großen Brille, damit er seine Zeitung besser lesen könne. Ein Er hat so ein freies und offenes Wesen. Während ihre Augen so staunend umherHäppchen Zeitung, ein Häppchen Semmel, das war seine Eindruck eines braven Jungen auf mich. Doch muß man um sich. gewöhnliche Art, sein Frühstück einzunehmen. schweiften, strauchelten ihre Füße über den Teppich, stieß sie Johanna, ihn noch erst besser kennen lernen." Die noch mütterlicher für ihn sorgte, feit fie Dies führte das Gespräch auf den versprochenen Besuch sich an den Möbeln, so daß André sie in seine Arme nehmen Magdalene hatte, wachte auch darüber, daß er im Hause André's. Auf den nächsten Donnerstag war er mußte, um ibr die Sprache und wenigstens etwas von ihrer Den getreuen Eckart will jetzt der Wolf, dem die] Frankreich. In der Deputirtenkammer brachte Beaut- schäftsrücksichten. Mögen sich unsere Genossen obige Beilen als Zähne ausgefallen sind, gegenüber den Schafen spielen. quier den Antrag ein, daß die Hälfte der Militärpflichtigen Richtschnur dienen lassen. Der Er- Reichstanzler warnt vor der Bewilligung der aus der Jahresklasse 1890 vom 1. Oktober ds. Js. ab auf Zu den bayerischen Landtagswahlen. Ginen letzten Militärvorlage. Die Hamburger Nachrichten" schreiben: 6 Monate beurlaubt und die Reservisten im Jahre 1893 Versuch, die Wahl der sozialdemokratischen Kandidaten in Nürn„ Die Reichstags- Mehrheit, welche die Militärvorlage ohne nur zu einer 21tägigen Uebung statt zu einer 28tägigen berg zu hintertreiben, machten die Gegner noch in lehter Stunde. vorherige Regelung der Kostendeckungsfrage annimmt, afzeptirt einberufen werden sollen. Sie hierdurch erzielten Erspar- Wie die Fränk. Tagesposi" meldet, wurde seitens des frei damit einen Blankowechsel, dessen Einlösung am Berfalltage niffe im Betrage von 19 Millionen Franks sollen an die finnigen Agitators, Architekt Hecht, gegen 37 sozialdemokratische unter Umständen unbequem sein kann. General Caprivi hat durch die Trockenheit in Nothand gerathenen Landwirthe Wahlmänner Protest eingelegt, der jedoch vom Wahlausschuß zwar erklärt, daß die Erhöhung der Bier- und Branntweinsteuer fallen gelaffen sei, dafür solle die Börsensteuer anders vertheilt werden. Der Antrag wurde an die Bureaus ver- verworfen wurde. und ergiebiger" gestaltet und das landwirthschaftliche Gewerbe wiesen. von neuen Steuern freigelassen werden; aber in Steuerfragen überwiegt der Druck der Thatsachen häufig die besten Absichten, und jedenfalls befindet sich der Reichstag, wenn er die Militärvorlage ohne Regelung der Kostenfrage genehmigt hat, in der Zwangslage, das Steuerprogramm der Regierung schließlich annehmen zu müssen, auch wenn es ihm nicht gefällt." Fürst Bismarck weiß aus eigener Erfahrung zu reden; er kennt die Geheimnisse des Bauernfanges. Ist einmal die Militärvorlage angenommen, so fallen auch alle Einwendungen in der Kostendeckungsfrage. Die Kartellmehrheit wird auf jeden Fall B sagen müssen, wenn sie einmal A gefagt hat." Und das hat sie jetzt gethan. " In Gnaden wieder aufgenommen hat, wie wir bereits gemeldet haben, das Zentrum den Abgeordneten Fusangel, aber für die Sünde gegen die Stempel fälscher und Steuerhinterzieher, für die Todsünde gegen den heiligen Geldsack muß er doch büßen. Für die„ Westfälische Volkszeitung", die bisher unter seiner Leitung stand, soll der Rheinisch Westfälischen Zeitung" zufolge bereits ein neuer Redakteur in der Person eines Dr. Thömes aus Berlin verpflichtet worden sein. " # Vermikt. Alle diejenigen Freunde und Parteigenossen, Die Rammer genehmigte mit 396 gegen 28 Stimmen das Budget und nahm den Gesezentwurf, betr. die Kolonial- welche Auskunft über den Aufenthalt des bis zum 23. Juni b. J. in Barmbet Hamburg, Fuhlsbüttelerstraße 33, wohnhaften armee, an. Schneiders C. Holzendorf geben können, werden gebeten, dieselbe umgehend an S. Koenen, Hamburg- Eimsbüttel, Henriettenftr. 46, 8. Et., gelangen zu laffen. Alle Parteiblätter werden um Abdruck des Vorstehenden gebeten. Der Streik der Bergarbeiter in England dehnt fich aus. Nach einer Depesche von heute Nachmittag ist 25 000 Arbeitern in Derbyshire gekündigt worden, falls sie sich eine Lohnkürzung von 25 pet. nicht gefallen lassen. Das werden sie aber nicht thun, und da die Arbeiter, denen jest gekündigt ward, zum Allgemeinen Bergarbeiterbund gehören, so werden nun voraussichtlich sämmtliche Mitglieder dieses Bundes ausstehend. h. über eine halbe Million Grubenarbeiter. Harmonie zwischen Kapital und Arbeit." Gerichts- Beitung. Reichsgericht. Leipzig, 13. Juli. In der Straffache gegen den Kaufmann Karl Paasch wegen Beleidigung des JustizIn Egypten wird irgend eine diplomaatische Frage" ministers v. Schelling stand heute vor dem Reichsgericht Termin zurechtgebraut. Der junge Khedive, der sich schon einmal zur Verhandlung der von Paasch gegen das Urtheil der Straffammer 8 des Landgerichts I in Berlin vom 18. Mai d. J. einauf die Hinterfüße zu stellen versuchte, ist nach Konstan- gelegten Revision an. Paasch war damals zu 1/4 Jahr Getinopel zu seinem souveränen Herrn, dem Sultan, gereist, fängniß verurtheilt worden. Das Neichsgericht setzte die Verund scheint ihn zum Vorgehen gegen England bestimmen zu handlung aus, bis das Resultat über die Beobachtung des Geisteswollen. Gegen England heißt dort: für Rußland. Und zustandes des Paasch vorliege. Später erschien Paasch und wir haben es unzweifelhaft mit einer russischen Intrigue erklärte, zum Termin beurlaubt zu sein, konnte aber eine Bezu thun. Nun John Bull kennt seine Pappenheimer scheinigung über seine Haftentlassung nicht vorlegen. und läßt sich nicht leicht verblüffen. Das Heine- Denkmal soll endlich( wenn nichts dazwischen kommt) in Deutschland einen Platz finden und zwar in Mainz. Die ästhetische Kommission der Stadt- Der internationale Kongres in Zürich wird nicht verordneten daselbst hat den Antrag angenommen, zur Auf- vertagt werden. Er wird also am 6. August eröffnet stellung des Heine Denkmals auf einem geeigneten städtischen Platz die Genehmigung zu ertheilen. Es wird nicht daran werden. gezweifelt, daß die Stadtverordneten- Versammlung dem Antrage ihrer Kommission beipflichten wird, aber Lipp' und Kelchesrandtönnten die Mainzer Vollbürger das Beispiel ihrer Düsseldorfer heldenmüthigen Kollegen wiederholen.= zwischen Parteinachrichten. Zum Delegirten für den internationalen sozialistischen Arbeiterkongres in 3 ürich wurde von einer Parteiversammlung in Solingen der Reichstags- Abgeordnete Schumacher gewählt. Ueber die Anwendung der Boykotts bringt die„ Mannheimer Boltsstimme" einige Betrachtungen, die auch wir weiterer Beachtung für werth halten und deshalb an diefer Stelle wiedergeben: Literarisches. Von der Nenen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist soeben das 42. Heft des 11. Jahrgangs er. schienen. Der Aus dem Inhalt heben wir hervor: neue Reichstag. Lohnform und Preis der Arbeit. Von Mar Schippel. II. Der Sozialismus in Frankreich Die während der großen Revolution. Von C. Hugo. russische Handelspolitik. Literarische Rundschau. Notizen: Nationalliberale Geschichtschreibung. Feuilleton: Der Wunderschrant. Vaterländische Erzählung von Ludwig Schiert. Des Freiherrn von Stein Grundsähe und Ansichten nach deffen eigenen Worten.( Mit dem Bildnisse Stein's.) Herausgegeben von Alfred Plingele. Freiburg i. Br. Verlag: Ernst Mohr. Preis 1 Mart. Der Pessimismus im Lichte einer höheren Weltauffassung von Dr. J. Friedländer und Dr. M. Berendt. Berlin. S. Gerstmann's Verlag. 111 S. Den Soldatenmangel, dem abzuhelfen die neue Militär vorlage angeblich bestimmt sein soll, illustrirt eine Nachricht, welche uns ein Parteigenosse aus Justerburg zugehen läßt. Derselbe schreibt uns: Am 3. Juli wollte ich meinen Bruder, der beim litthauischen Ulanen- Regiment Nr. 12 als gemeiner Soldat dient, besuchen. Wie groß war nun mein Erstaunen, als ich auf die Erfundigung nach meinem Bruder den Bescheid erhielt, derselbe sei mit einer Anzahl Kameraden schreibt unser Bruberorgan, ist bei einzelnen Barteigenossen nach In einigen, allerdings sehr vereinzelten Fällen, so abkommandirt auf ein Gut, um dort für den Besitzer des- schreibt unser Bruderorgan, ist bei einzelnen Parteigenossen nach des- ben Wahlen die Absicht laut geworden, kleine Geschäftstreibende, In flar und schön geschriebener, vielleicht nur etwas zu breiter selben das Futter einernten zu helfen. Also dazu müssen Gastwirthe, Kaufleute und Bauern, die ihre Wirthschaftserzeugnisse Darstellung machen die Verfasser den Versuch, durch Rückkehr wir Bürger und Arbeiter die riesigen Steuerlaften für das zu Markte bringen, durch einen Boykott dafür zu bestrafen, daß zum Pantheismus Spinoza's zwischen der spiritualistischen WeltMilitär tragen und unsere Brüder und Söhne in immer fie nicht sozialdemokratisch gewählt haben. Vor einem solchen auffassung des Christenthums und der materialistischen der größeren Massen den blauen Rock anziehen, damit gelegentlich Schritte, der als Vergeltung und Nachahmung der von Naturwissenschaft zu vermitteln. Ein solcher Versuch jedoch, das Die Herren Gutsbesitzer billige Ernte- Arbeiterhaben." unseren Gegnern geübten Wahl Zwangsmittel ja zu be- naturphilosophische System des großen Niederländers aus dem greifen ist, kann nicht ernstlich genug gewarnt werden. Unsere 17. Jahrhundert in die Gegenwart zu übertragen, nachdem Nicht der duellsüchtige Hilger, sondern ein Kollege Barteitage von Salle und Berlin haben durch die einstimmige Darwin, Mary und Engels die Abstammung und Entwicklungsvon ihm, ein Bergassessor oder Bergreferendar Brinkmann, Annahme von klaren Resolutionen diese Anwendung des Boykotts Geschichte des Menschen gelehrt haben, erscheint uns von Haus aus ist im Duell erschossen worden. Herr Hilger kann also seine auf das Entschiedenste verworfen. Unter keinen Umständen darf verfehlt. Unzweifelhaft sind wir von dem naturwissenschaftlichen der Boykott zu einem Mittel der politischen oder wirthschaftlichen Erkennen der psychologischen Gesetze, der letzten Ursachen und famosen Klagen ausfechten. Vergewaltigung werden zu dem Zwecke, die politische Gesinnung Busammenhänge in der belebten und unbelebten Natur noch weit oder persönliche Ueberzeugung zu strafen, oder die äußere Be entfernt, aber die Einführung neuer oder alter Unbekannter, der fundung einer politischen Meinung oder deren Bethätigung zu Wesenheiten"( Spinoza's modi) bringt uns gewiß nicht weiter. erzwingen", heißt es in der Resolution des Berliner Parteitages. Daß jedes Wesen den Drang hat, sich in seinem Wesen zu Es kann in der That nichts Thörichteres geben, als durch wirth erhalten" widerspricht durchaus nicht, wie die Verfasser anzunehmen schaftliche Schädigung einen Menschen zur politischen Heuchelei scheinen, der materialistischen Auffassung des Darwinismus, Der Kongreß der französischen Arbeitsbörsen u zwingen. Wir bezeichnen es mit Recht als niederträchtig, wenn ist doch der Satz weiter nichts als eine Umschreibung der Lehre Der Kongreß der franzöfifchen Arbeitsbörsen gewiffenlose Schlotjunker die Arbeiter durch die Hungerpeitsche von der Vererbung, von der„ Kontinuität des Keimplasmas". trat gestern in Paris zusammen. Sämmtliche Börsen zwingen, gegen ihrelleberzeugung zu wählen. Ebensowenig aber dürfen Der immer wiederkehrende Ausspruch und Anspruch der Ver36 an der Zahl waren vertreten, und der Kongreß wir es unternehmen, durch den Boykott die Freiheit der politi- faffer, mit Hilfe des Pantheismus zu einer höheren Weltauffassung faßte unmittelbar nach seinem Zusammentritt, den einschen Ueberzeugung anderer zu bedrohen. Anders verhält es sich durchgedrungen zu sein, ihr Glaube an die Willensfreiheit der stimmigen Beschluß, gegen die Schließung der Pariser mit einer Anzahl volitischer Gesinnungslumpen, die ihres Ge- freien Menschen", welche Geschichte machen, sind keine Beweise, Arbeitsbörse zu protestiren, und an die französischen Ar- schäftes wegen dem Arbeiter ins Angesicht schön thun, an anderen Dabei gelangen diese Anhänger idealistischer Geschichtsauffassung beiter ein Manifest zu erlassen mit der Aufforderung, sich Orten und zu anderen Beiten sich aber über sie in den gemeinſten tonfequenterweise zur reinsten Erfolgsanbetung, zum HerrenSchmähungen ergehen, wie es uns von verschiedenen Seiten aus moralstandpunkt Nietzsche's, und bewundern in dem brutalen an der Jahresfeier des Bastillefturms 14. Juli 1789 der Schwetzinger- und Neckar- Vorstadt zugetragen wird. Wenn Manne der Ausnahmegesetze, deffen Tette Geifteswaffe" gegen nicht zu betheiligen. unsere Genossen die Geschäfte solcher Leute meiden und lieber soziale Bewegungen die Flinte ist, die schießt, und der Säbel, bei einem offenen, ehrlichen Gegner faufen, sofern sie ihre Ein- der haut, einen solchen wahrhaft freien Menschen". Der fäufe nicht bei Genossen decken können, so erfüllen sie nur ein Materialismus in der Natur- und Geschichtsbetrachtung führt Gebot der Selbftachtung. Denn nichts ist in unseren Augen ver- durchaus nicht zum Pessimismus, Beweis dafür die großartige werflicher als politische Achselträgerei und Heuchelei aus Ge- Massenbewegung unserer Tage; das durch die ökonomische EntDas österreichisch- ungarische Ausfuhrverbot für einige Futterartikel, für Seu, Klee, Stroh, Deltuchen und getrocknete Schlempe, so meldet man offiziös, wird Anfang nächster Woche in Kraft treten. Wolff's Telegraphen- Bureau meldet: Ein Vertreter aus Toulon führtr aus, die Arbeiter zu Glbeuf erklärten sich solidarisch mit dem Kongreß und protestirten gegen die Schließung der Arbeitsbörse.sonstigen Geistesgegenwart wieder zu geben. Er brachte sie zu seiner Schwester, die sie abwechselnd mit Leckereien und Liebkosungen überschüttete und ihr auseinandersetzte, daß sie die Schwester von Magdalene's Freund André sei. Das Rind, noch immer verschüchtert und verwirrt, saß ferzengrade auf der Kante eines seidenen Sessels mit einer Miene, als ob sie es fürchtete, diese schönen Sachen zu beflecken, wenn sie sich ganz hineinsetzte. Inzwischen war Frau Savenay auf Johanna zugeschritten, hatte sie neben sich auf ein Sopha gezogen und sprach ihr in überschwänglicher Weise ihren Dant aus. Dann fragte sie mit jener Liebenswürdigkeit, die von Herzen tommt, nach ihrem Großvater, nach ihrem häuslichen Leben, rührt war, antwortete in ihrer natürlichen Weise mit ruhiger und Johanna, die von einer so freundlichen Aufnahme geAnmuth. Margarethe war über ihr Wesen ganz erstaunt und entzückt zugleich. Leise sagte sie zu André: " Aber diese kleine Menschenfresserin ist ja allerliebst!" Dann wandte sie sich an Johanna: Sie gestatten wohl, Fräulein, daß ich Ihnen Magdalene für einen Moment entführe. Die Schneiderin wartet bereits auf fie." " Ja, aber was thun Sie denn, wenn er fort ist?" " Dann lese oder arbeite ich." " Sie spielen doch auch gewiß Klavier?" warf Miß May ein. Nein, wir besigen kein Klavier." " Ist es möglich? Wie merkwürdig! Sie find das erste Wesen, das ich kennen lerne, das kein Klavier hat. Die Tochter meiner Concierge besitzt sogar eines." " wicklung zum Bewußtsein seiner Lage und damit seiner Kulturaufgabe gelangte Proletariat, nicht die Geistesthaten" von Staatsmännern und Philosophen verbürgen den Fortschritt des Menschengeschlechts, weisen den Weg aus der Vorgeschichte der Menschheit zu jener Kultur, die den Besten aller Zeiten als Jdeal vorgeschwebt. Vermischtes. " Da muß man dem Fräulein ja Glück wünschen," Ein Postbote in Wattenscheid verlor gestern auf schreckliche unterbrach André fie lachend. Sie hat damit viel vor Weise sein Augenlicht. Als der Mann sich eine Bigarre an ihren Zeitgenossinnen voraus. Sie hat nicht wie unzählige zündete, explodirte diese und raubte ihm das Augenlicht. Außerandere ihres Geschlechts ihren unschuldigen Nachbaren die bem erhielt er durch den Zündstoff schwere Berlegungen im Folterqualen bereitet, ihre Tonleitern, Arpeggien und falschen Gesicht. Der Verkäufer dieser Bigarre ist sofort zur Untersuchung Läufe mit anhören zu müssen." das erseßen?" fragte Frau Savenay freundlich. Da haben Sie gewiß andere Vergnügungen, die Ihnen " Oja! Im Winter führt mich mein Großvater von Beit zu Beit ins Theater." „ Und in die öffentlichen Versammlungen...." warf Miß May nachlässig hin. hinzu. Was für mich ein großes Glück war," fügte André " Ich danke Ihnen in Magdalene's Namen, antwortete Im Sommer machen wir oft des Sonntags kleine Johanna. Aber ich bitte darum, daß alles recht einfach Ausflüge." Wie! Sie bleiben im Sommer in Paris?" rief Miß gemacht werde, nicht wahr? Es hieße der Kleinen einen schlechten Dienst erweisen, wenn luxuriöse Neigungen in ihr geweckt werden sollten. Germaine versprach das und ging mit Magdalene hinaus. Bei mir haft Du doch keine Furcht?" sagte fie zu ihr und füßte sie. Ich werde Dir das ganze Haus zeigen, wenn Du artig bist." May. " Ich muß wohl!" " Sie kennen dann wohl auch die Seebäder nicht?" Ich habe das Meer noch nie gesehen." Auch das Gebirge nicht, möchte ich dann wetten?" ,, Auch das nicht." Die Oper etwa auch nicht?" Ich bin noch nie in der Oper gewesen." Die Kleine antwortete nur mit einem Lächeln. " So leben Sie also ganz allein mit Ihrem Großvater?" fagte Frau Savenay, indem sie dem jungen Mädchen eine Tasse Thee einschenkte. Langweilen Sie sich denn da nicht glaubt, das wäre ein Ding der Unmöglichkeit!" manchmal?" Wie? Noch nie! Noch nie! Das ist ja unerhört! Eine Bariserin, die noch nicht in der Oper war! Ich hätte geNiemals. Mein Großvater ist so gut und so flug. Und Miß May brachte ihr Lorgnon an die Augen und Wie sollte ich mich da jemals langweilen? Er weiß so starrte Johanna wie ein Wunderthier an. viel, und ich habe noch so viel zu lernen!" ( Fortsetzung folgt.) gezogen worden. Eine sehr fromme Ordnungsfäule, der kürzlich in Karlsruhe verstorbene Domänenpächter Stetter, Vermögensverwalter des Grafen Douglas, hat sich, wie sich bei der Revision herausstellte, großer Unterschlagungen schuldig gemacht. Man spricht von über eine Million Mark. Bei dem in Posen garnisonirenden zweiten Leib Husarenregiment sind, wie die Voss. 3tg." meldet, plötzlich 75 Husaren erkrankt, von denen 24 in das Garnisonlazareth eingeliefert wurden. Die Krankheitsursache konnte noch nicht festgestellt werden. In der Stadt Weiden ist am Montag eine Fenersbrunft ausgebrochen, die bei dem herrschenden starken Winde und dem Wassermangel nicht nur 10 Wohnhäuser, sondern auch 24 Stallungen und Nebengebäude in Asche legte. Telegraphisch war nach Bayreuth auch die Angabe gelangt, die Gasfabrit sei in die Luft geflogen, doch stellt es sich heraus, daß dies nicht wahr ist. Ungefähr 36 Familien sind obdachlos. Mit dem, was an Mobiliar und Futtervorräthen verbrannt ist, beträgt der Schaden mehr als 200 000 m. Mehrere Personen erlitten Ver legungen. Manuheim, 12. Juli. In Bruchsal brannte infolge Blitzschlages das Fouragemagazin der Militärbehörde nieder. Ein kleiner Theil der Auflage vom Hauptblatt der gestrigen Nummer unferer Zeitung ist verdruckt. Die Postabonnenten erhalten mit der heutigen Nummer richtig gedruckte Hauptblätter, während wir unsere hiesigen Abonnenten ersuchen müssen, den event. Umtausch bei ihren Spediteuren oder in unserer Expedition bewirken zu wollen. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 14. Juli. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die schöne Helena. Kroll's Theater. Fra Diavola. Viktoria- Theater. Frau Venus. Königl. italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Heute, Freitag, den 14. Juli: Dem Geburtstagstinde J. Dahms ein donnerndes Hoch![ 865b] E. D. Unserem Freund und Genossen Gustav Arloff Große Brillant- Vorstellung, um heutigen Wiegenfefte ein donnerndes Bum 7. Male: Die Erschaffung des Weibes oder: Das Weib durch die Jahrhunderte. Gr. Ausstattungspantomime mit Ballet mit durchweg neuen Dekorationen, Rostümen, Requisiten 2c. Gesetzl. geschüßt. Inscenirt vom Dir. Ernesto Ciniselli. Hoch, daß die ganze Weißenseer Dorfschenke wackelt! 0. R. R. S. A. N. Todes- Anzeige. 871b Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Montag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr: Große Versammlung Beuthstraße 22, 1 Tr. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Bueb( Mülhausen). 2. Diskussion. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes. 4. Berschiedenes. Jedermann hat Zutritt. Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die 370/12 traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und Vater der Steinträger Gottlieb Jahn Achtung! Achtung! National- Theater. Lehmann auf Arrangements u. vorkommende Tänze am Dienstag im 57. Lebensjahre nach Fachverein der Marmor- u. Granit- Arbeiter vom fönigl. italienischen Balletmeister langen, schwerem Leiden sanft ent der Weltausstellung in Chicago. Adolf Ernst- Theater. Der Schwiegerpapa. Alexanderplat- Theater. Faust. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 5 Aufzügen von Eugen Prudens. Mufit von Adolph Widecke. Regie: M. Samst. Raffenöffnung 51/2 Uhr.- Anfang der Abend- Vorstellung 71/2 Uhr. Im Garten auf der Sommerbühne: Ein kleines Mißverständniß. Lustspiel in 1 Att. Regie: F. Schäfer. Hierauf: Die Sonntagsjäger. Posse in 1 Att. Regie: Fritz Schäfer. Zum Schluß: Die Balletschule. Posse mit Gesang und Tanz in 1 Att. Regie: Hugo Hummel. Vor, nach und zwischen den Einaftern Auftreten von Specialitäten I. Ranges. Täglich neues Programm. Morgen: Dieselbe Vorstellung. PassagePanopticum. Ant. Tignani. Ferner Auftreten der renommirtesten Künstler und Künstlerinnen, sowie Reiten und Vorführen der bestdressirten Schul- und Freiheitspferde. Achtungsvoll Ernesto Ciniselli, Direktor. G BERLINER HIPPODROM am Kurfürstendamm. 2 Min. von Station Zoolog. Garten. Freitag, den 14. Juli: Neu! Zum 1. Male: Neu! Am Strande von Ostende. Gr.Wasser- Pantomime in 13 Bildern v. Arthur Fraenkel, Ballets, arrang. von Eug. Clebus, Musik vom Kapellmeister Beranek. Unter Mitwirkung v.300 Damen, 200 Herren, 80 Pferde, 30 Wagen etc. etc. Grosses Corps de ballet, RuderRegatta, Schnitzeljagd, Blumenkorso etc. etc. Ausserdem grossart. Programm. Die berühmten Thurmseilkünstler Miss Athene und Mr. Hajex in ihren unerreichten Leistungen etc. etc. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. Moabiter Gesellschaftshaus. Alt- Moabit 80 und 81, Täglich: Grösstes Theater- und Spezialitäten Schau- u.Vergnügungs- Vorstellung, fowie Concert. Anfang 4 Uhr. Etablissement der Welt. Entree 50 Pf. Castan's Panopticum. Neu: Der Tod als Erlöser. Neu: Die Schrecken des Meeres. Bauern- Aufstand! Illusionist. Vorstellungen. Irrgarten. Schreckenskammer. Schweizer- Garten Am Königsthor. Am Friedrichshain. Täglich: Entree 30 Pf., refervirter Plaz 50 Pf. 4127L* Helmuth Peters. Donnerstag, den 13. Juli: Benefiz für die Marnitz- Gasch- Truppe. schlafen ist. 8736 Die trauernden Hinterbliebenen Wittwe Jahn nebst Kindern Berlins. Sonntag, den 16. Juli, 10%, Uhr: Die Beerdigung findet Sonntag, den Mitglieder- Derlammlung in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a. 16. Juli, Vormittags 10 Uhr, von der Leichenhalle der St. Andreas- Gemeinde in Wilhelmberg statt. Krankengeld- Zuschuss- und Maurer Berlins! Begräbnisskasse d. Berliner Knopfarbeiter. Große Versammlung Montag, den 17. Juli Abdz. 8½ Uhr, des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins bei Stabernack, Pücklerstr. 49: Versammlung Da wichtige Punkte zu erledigen sind, ersucht um zahlreichen Besuch 869b Der Vorstand. Schöneberg. Freie Vereinigung der Bauund gewerbl. Hilfsarbeiter Schönebergs und Umgegend. Sonntag, 16. Juli, Nachm. 1/2 Uhr, in Jacob's Salon, Grunewaldstr. 110: Mitglieder- Versammlung. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 121/11 Der Vorstand. Athletenverein Atlas. Sonnabend, den 15. Juli, in Noack's Festsälen, Brunnenstr. 16: Sommernachts Fest im großen prächtigen Garten. am Sonntag, den 16. Juli, Vorm. 10 Uhr, im Lokale ,, Königshof", Bülowstraße Nr. 37. Tages- Ordnung: Vortrag des Genossen R. Kößter über: Unsere politische und wirthschaftliche Lage. Diskussion. Vereinsangelegenheiten. Sämmtliche Kollegen sind hierdurch freundlichst eingeladen, hauptsächlich aber die Kollegen im Süden und Westen. 381/4 Der Vorstand. Achtung, Maurer! Große öffentliche Versammlung Der Maurer und Putzer Berlins am Sonntag, den 16. Juli, Vorm. 10 Uhr, im großen Saale von Buggenhagen, am Morihplak. Zages Ordnung: 1. Die Erfolge der Sozialdemokratie und die Aufgabe der GewerkschaftsBewegung. Referent: Genosse Fritz Hansen. 2. Das Submissionswesen im Baugewerbe. 3. Gewerkschaftliches. 243/8 Die Vertrauensmänner H. Schigolsti. F. Gräschte. Im Saale nach der Borstellung: Kranken- Unterstützungs- u. Begräbnissverein der BauGrosser Ball. Anfang 7 Uhr. 875b Der Vorstand. und gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins. Neue freie Volksbühne. Sonntag, 16. Juli, Worm. 11 Uhr, im Lokale des Herrn Säger, Grüner Weg 29: General- Versammlung. Sonntag, 16. Juli, II. Abtheilung: Tartuffe von Molière Zagesordnung: 1. Abrechnung des Kassirers vom 2. Quartal. Loose à 20 Pf. zur neuen großen 2. Bereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden MitBücherverloosung im Theater und an gliedes zu erscheinen. Der Zahltag bei Ullrich fällt aus. Beiträge werden den Zahlstellen. 410/1 in der Versammlung entgegen genommen. Der Vorstand. Lassalle und Marx Montag, den 17. Juli, Abends 8 Uhr: Rority, Etablissement moris Wandteller i. Bronze Große öffentliche Versammlung MorigBla. Buggenhagen. Plas. großartiger 3immerschmuck, empfiehlt Täglich Gr. Garten- Konsert. Großer Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschant PayenEagerbier, hell und Duntel. den Genossen und Genossinnen zu soliden Preisen Emil Jost, 864b der Holzarbeiter fer series on Berlin SO., Mariannen- Strasse Nr. 21,( Tischler, Klavierarbeiter, Drechsler, Bürstenmacher, Stellmacher etc.) Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Rommerje, Festlichkeiten 2c. Ostbahn- Park am Rüstriner Plaz, ( Hermann Jmbs) Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof. Konzert, Täglich: Theater und Theater- und Spezialitäten- Spezialitäten- Borstellung. Vorstellung. Gebr. Beyer; Gebr. Caudelli; Familie Grunathos; M. Grabow; Herm. Schulte u. S. W. Jm Saale: Ball. - Volksbeluftigungen aller Art.Entrée 30 Pf. Jed. Mittwoch: Familien- u. Kinderfest. Lützowstraße Victoria- Brauerei, 1-112. Garten resp. Saal. ( außer Läglich Sonnabends) Stettiner Sänger. Stets wechselndes Programm. Anfang Sonnt. 7 Uhr, Wochent. 8 Uhr. Entree 50 Pf. VorverkaufBillets Sonntags keine Giltigkeit. ratweil'sche Bierhallen. Gr Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Leipziger Sänger Neu u. sensationell: 3 Schwestern Peretti, Runstradfahrerinnen. Emmy u. Reinhold Hintsche, Gefangs- u. Charakter- Duettisten 2c. Boltsbelustig. jeder Art. 4 Regelbahnen z. Verfügung. Kaffeeküche geöffnet an Wochentagen von 2 bis 6 Uhr, Sonntags von 2-5 Uhr. früher Camphausenstr. 2. Der Artitel eignet sich zur Verloosung, bitte Vereine und Veranstalter von Bergnügungen darauf Bezug zu nehmen. Ehren- Erklärung. Die Beleidigung, die ich Herrn Hermann Lauschke, Straußbergerstr 43 wohnhaft, zugefügt habe, nehme ich hiermit voll und ganz zurück. Berlin, den 13. Juli 1893. 876b Friedrich Krause. bei Joël, Andreasstraße Nr. 21. Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zum Deutschen Holzarbeiter Verband. Referent: Reichstags- Abgeordneter Robert Schmidt. 2. Diskussion. 3. Wahl des Vertrauensmannes der Holzarbeiter Berlins. 4. Wahl der Vertreter zur StreitKontrollkommission. 5. Verschiedenes. regen Der wichtigen Tagesordnung wegen bitten wir jeden Kollegen, für recht Besuch der Versammlung zu agitiven. Der Vertrauensmann. Achtung, Kistenmacher! 191/16 Die am Sonnabend, den 8. Juli, ausgefallene General- Versammlung findet am Sonnabend, den 15. d. M., Altes Schüßenhaus, in den Armin-Hallen mit derselben Tagesordnung statt. Linienstraße 5, empfiehlt seine Festsäle ( 560 Perſonen faffend) zu allen Gelegen Freie Vereinigung d. Lohgerber, Lederzurichter Achtung, Genossen! Stimmbegabte Herren, welche gewillt find, einem Arbeiter- Gesangverein beiund Berufsgenossen Berlins. Sonnabend, den 15. Juli 1893, im Victoria- Park, Frankfurter Allee 72/73: zutreten, tönnen sich Freitags, Abends Grosses Sommer- Fest 9 Uhr, im Vereinslokal, Boeckhstr..8, melden. 863b Verband der Sattler und Tapezirer. Sonnabend, den 15. Juli 1893: Große Dampfer- Nacht- Partie auf der Oberspree verbunden mit Sommernachts- Ball in dem romantisch gelegenen, neu errichteten Etablissement ,, Schlosspark Wilhelminenhof" vis- à- vis Hasselwerder. = 290/2 Abfahrt Abends 9 Uhr von der Jannowit Brücke. Billets für Hin- und Rückfahrt inkl. Tanz 75 Pf. Dieselben sind nur noch in beschränkter Zahl zum vierten Dampfer im Zigarrengeschäft von Seeliger neben der Dampferstation, sowie bei C. Schultze, Rönigsbergerstr. 11, v. 4 Tr., zu haben. Gäste willkommen. Das Comité. bestehend in Gr. Konzert, Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung, sowie großem Sommernachts- Ball u. Familien- Kaffeekodjen. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr ab geöffnet. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Entree 30 Pf. Billets sind zu haben bei G. Busse, Sophienstr. 28; P. Ebel, PrinzenAllee 46; Priedigkeit, Wörtherstr. 26; Gullinot, Landsberger Allee 52; D. Haby, Koppenplay 2; E. Herzog, Biesenthalerstr. 19. Freunde und Genossen werden hiermit freundlichst eingeladen. Verein der Einsetzer( Tischler) Berlins und Umgegend. 206,4 Die Dampfer- Partie des Vereins findet am 17. Juli statt. Abfahrt von Jannowitz- Brücke punkt 8 Uhr; es wird gebeten, früher zu erscheinen, um den Aufenthalt nicht zu verlängern. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Volksfest Schönholz. Bei der stattgehabten Verloosung wurde die Nr. 3 Endziffer 145/13 Auftreten der ein Arbeiter- Bildungs- Schule.( S.0.) gezogen, mithin haben alle Summern, deren Guiffe, vom Krystall- Palast. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 10 Pf. Auf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Anerkannt gute Küche. 3 ist, gewonnen, die Gewinne bei Gumpel, Die Theilnehmer am Unterricht über Gesekeskunde beschlossen ein- Barnimstr. 42, abzuholen; ferner sind daselbst folgende stimmig, für die Folge Freitags Abends 81 Uhr, in der Schule Reichen gefundene Gegenstände abzuholen: 1 Herrnhut, 1 Kinderbergerstraße 183, den Unterricht stattfinden zu lassen. Die Gewerbegerichts für Festlichkeiten und Versammlungen. Beisiger, Gewertschafts- und Kassenvorstände sind hierdurch nochmals höflichst jacke, 2 Pelerinen. Säle Carl Koch. eingeladen. 403/4 106/9 Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Das Comité. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 163. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Freitag, den 14. Juli 1893. 10. Jahrg. er= Denn alle fleinen Städte, die immer mehr unter den Manövern zu leiden Tagen den Truppen nachgeführt wird, selber zu trinken, er würde haben als die großen Städte; denn die Manöverlasten sind sich schönstens bedanken. Die wichtige Nothfrage tann nur da Ehrenlasten, die immer noch mit Freude getragen werden. Bei durch gelöst werden, daß unser Vorschlag auf Aufhebung der der herrschenden Futternoth fann ich den Wunsch nicht unter- Futterzölle und auch der Lebensmittelzölle angenommen wird. 5. Sigung vom 13. Juli 1893. 12 Uhr. drücken, daß die heute abgegebene Erklärung des Kriegsministers( Vizepräsident v. Bu ol ersucht den Redner das Gebiet der Zölle Am Bundesrathstische: von Bötticher, von Kalten nicht als definitiv angeiehen werden möge. Wir können aller- nicht zu betreten). Der Abg. D. Frege hat born, von Marschall, Edler von der Planit, dings jetzt noch nicht übersehen, wie sich in 4 bis 6 Wochen die klärt, die Manöverlast wäre eine Ehrenlast. Ja, viel= Ritter vom Haag, Schott von Schottenstein, Butterverhältnisse gestalten werden. Sollte aber die Futternoth leicht für die Kreise, denen er angehört. von Heyden, Graf Hohenthal. andauern, dann glaube ich verpflichtet zu sein, auszusprechen, Privilegien haben Sie bekommen auf Kosten des Eingegangen ist der Nachtragsetat zur Ausführung der daß die Maßregeln, welche der Kriegsminister vorgeführt hat, Wolfes.( Unruhe und Widerspruch rechts.) Diejenigen, denen die Militärvorlage. nicht ausreichend sind. Dann werden Ausnahmemaßregeln noth- Liebesgaben, die Vieh, Holz- und Lebensmittelzölle zu gute Auf der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation wendig sein. Die Einführung der Magazinverpflegung wird kommen, können die Offiziere oder Mannschaften bei sich zu Gaste der Abgg. Osann und Genossen: vielseitig gewünscht. Die Kavallerie Brigade Ererzitien im laden, aber der Bauer und Landarbeiter, die unter der Gut und Der Unterzeichnete erlaubt sich an den Herrn Reichskanzler Terrain fönnten auf den Ererzierplägen, stattfinden und die Blutsteuer so viel zu leiden haben, sind nicht im stande auch noch die Anfrage zu richten, ob nicht angesichts des bedauerlichen Manöver der Fußtruppen tönnten beschränkt werden. Vom die Manöverlasten auf sich zu nehmen.( Sehr richtig links.) Rothstandes in betreff von Futter und Streumitteln, welcher in sächsischen Ministerium ist festgestellt worden, daß der Nothstand Wenn man den Nothstand beseitigen will, dann packe man das verschiedenen Theilen von Deutschland herrscht, von der geplanten in Sachsen in fester Weise abgegrenzt ist; an anderer Stelle Uebel an der Wurzel, aber das thun Sie nicht, weil ihre PriviAbhaltung von Manövern in diesen Landestheilen für das Deutschlands ist der Nothstand ein großer. Ich nehme an, legien dadurch gefährdet werden.( Ruf rechts: Dieses ist Blech!) gegenwärtige Jahr abgesehen werden kann." daß die Ermittelungen der Sachverständigen des Kriegsmini Nein, dies ist kein Blech, der Blechschmied sitt dort drüben. Der Der preußische Kriegsminister von Kaltenborn erklärt sich steriums dahin führen werden, die Manöver auf solche Landes- Militarismus hat wieder einmal gezeigt, daß er keine Zugeständbereit, die Interpellation sofort zu beantworten. theile zu beschränken, wo die Futternoth nicht so erheblich ist. nisse macht. Das Volt wird bedrückt und drangsalirt. Der Abg. Ofann( natl.) weist darauf hin, daß die große Dürre Besonders wird ein Schaden eintreten für die mittlere und Kaiser hat zu befehlen, heißt es, ob die Manöver stattzufinden dazu geführt hat, daß ein Futtermangel eingetreten ist in einigen fleinere Landwirthschaft, welche auf den Anbau von Zwischen haben oder nicht. Ich aber sage, der Reichstag hat zu ent Gegenden, der im Laufe des Jahres durch feuchteres Wetter nicht gewächsen zu Futterzwecken angewiesen ist. Hier muß daran gescheiden, ob die Lasten, die auf dem Volke ruhen, noch weiter mehr ausgeglichen werden kann. Neben der Selbsthilfe, die dacht werden, daß der Viehstand unserer Nation erhalten wird, getragen werden können oder nicht, und hoffentlich wird der überall eingetreten ist, hat man auch aus den Mitteln der denn wenn ein Rückgang der Viehproduktion eintritt, so wird Reichstag, wenn er in der That die Interessen der großen Einzelstaaten schon helfend eingegriffen. Wenn in den noth- das auch für die Militärverwaltung sehr bedenklich sein, nament- Masse der Wähler vertritt, sagen, die drückenden Bürden, die auf leidenden Gebieten Kavalleriemanöver abgehalten werden, so lich im Falle der Mobilmachung. Die Soldaten werden freudig der Nation liegen, die Militär- und Zolllasten, müssen endlich wird die Lage eine noch viel ungünstigere werden. Deshalb begrüßt von der Jugend, namentlich von der weiblichen( Heiter einmal abgewälzt werden.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) hat die hessische Kammer beschlossen, die hessische Re- teit), aber wir müssen auch ein Gefühl für die Landwirthe haben, Abg. Osann: Die Hineinziehung der Person des Kaisers gierung aufzufordern, im Bundesrathe dafür zu wirken, damit sie in ihrem Patriotismus erhalten werden. Denn woher wäre wohl nicht nöthig gewesen. Daß der Befehl in seinen Händen daß in den nothleidenden Bezirken feine Manöver stattfinden. fommen die Abgeordneten, welche für die Militärvorlage find? liegt, weiß jedermann. Aber das Herz Sr. Majestät hört auf die Stimme des Volkes. Man hätte nicht blos die militärischen Die dürftige Aushilfe, welche beschafft werden fann, wird gerade Vom platten Lande! nur ausreichen zur Erhaltung des Viehs den Winter über. Durch Generallieutenant von Funck: Eine Verschiebung von Sachverständigen befragen sollen, sondern wie das in Bayern die Verschiebung der Manöver kann für das Militär kein solcher Exerzitien hat z. B. bezüglich der Eifel schon stattgefunden oder geschehen ist, auch andere besser unterrichtete Personen. Die Rothstand eintreten, daß man deswegen den Nothstand der Land- ist in die Wege geleitet worden. Die Militärbehörden berathen Rede des Vertreters des Kriegministers flang auch schon etwas wirthschaft nicht zu beachten brauchte. Ebenso gut wie bei dem fortlaufend mit den Zivilbehörden und werden sich bemühen, den entgegenkommender. Es wurden die Zivilbehörden wenigstens Drohen der Cholera- Epidemie die Manöver abgesagt wurden, Nothstand nicht durch militärische Uebungen zu verschärfen. Die schon erwähnt, und wenn diese letzteren ihre Stimmen erheben, fönnte das auch im Interesse der Landwirthschaft geschehen. Militärverwaltung sieht es für ihre Pflicht an, dafür zu sorgen, wird vielleicht eine Aenderung herbeizuführen sein. Bis zum AnBei Manövern wird Futter requirirt, woher soll dasselbe aber daß die Truppenübungen der Bevölkerung nicht lästig fallen. fang der Manöver tann kaum eine Besserung eintreten. Begenommen werden, wenn die Privaten selbst tein Futter für ihr Wenn das Streuſtroh für die Pferde und das Lagerstroh für die sonders ist garnicht davon die Rede, wie ein Ersatz für die neue Vieh haben. Mannschaften von der Militärverwaltung geliefert wird, so tommt Aussaat gefchaffen werden soll, die beim Manöver vernichtet dadurch ein Zuwachs von Stroh in die nothleidenden Gegenden, wird. Für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten haben wir der nicht zu verachten ist. uns immer interessirt, aber für allzu extravagante Maßregeln Abg. Burger( 3.) weist darauf hin, daß in Mittel und können wir uns nicht erwärmen, auch für die Zukunft nicht. Unterfranken, wo der Nothstand sehr bedeutend ist, gerade Preußischer Kriegsminister von Kaltenborn: Ich glaube Manöver stattfinden sollen; er hoffe, daß die bayerische Militär- ausdrücklich vorhin hervorgehoben zu haben, daß die Berichte verwaltung sich bemühen werde, die Manöver in besser gestellte der Generalfommandos zu stande gekommen sind nach ausdrückGegenden zu verlegen. Daß bis zum Beginn der Manöver sich licher Vereinbarung mit den Zivilbehörden. Wie es in Zukunft die Verhältnisse verbessern sollten, tönne er nicht annehmen. Denn werden wird, wenn der Nothstand sich mehrt, wird dann entfelbst wenn die Witterungsverhältnisse sich bessern, würden die schieden werden, wenn die Berichte eingehen. Manöver das Futtermaterial, welches inzwischen wächst, ver- Abg. Hans( Elfaffer) schließt sich den Ausführungen des nichten. Die Landwirthschaft braucht die Futtermittel dringend Interpellanten an. nothwendig, deshalb sei es Sache der Reichs- und der bayerischen Abg. Frank- Baden( ntl.) ebenfalls; er hebt namentlich hers Militärverwaltung, auf die Landwirthschaft Rücksicht zu nehmen. vor, daß sich in 4 Wochen die Verhältnisse garnicht gebessert haben Abg. Kröber( Südd. Volksp.) bestätigt, daß die Abhaltung tönnen. In futterarmen Gegenden sollte man jedenfalls die von Manövern in gewissen Gegenden Bayerns, so in Mittel- Manöver berittener Truppen ausfallen lassen; denn troß aller franten, den Nothstand erheblich verschärfen würde. Redner ist Magazinverpflegung wird der Kavallerist immer für sein Pferd mit dem Abg. v. Frege in dieser Frage vollständig einverstanden, sorgen wollen und dabei den kleinen Futtervorrath des Landspricht aber die Erwartung aus, daß die Herren( rechts) auch wirths nicht schonen. den Antrag wegen Aufhebung der Zölle auf Futtermittel annehmen werden. Kriegsminister v. Kaltenborn: Ich will zu dieser weite Kreise beschäftigenden Frage den Standpunkt der preußischen Kriegsverwaltung darlegen. Daß es das Recht des Kaisers ist, die Manöver anzuordnen, ist selbstverständlich. Die Militärverwaltung hat sich mit dieser Futterfrage auch beschäftigt. Sie hat angeordnet, daß statt der Streumittel Surrogate: Torfftreu, Holzspähne u. s. w. verwendet werden; die Zusammensetzung der Fourageration foll geändert werden und die großen Gefrieranstalten in Straßburg und Metz sollen mit Fleisch gefüllt werden, zu welchem das Vieh aus dem Auslande bezogen werden soll, wo Futtermangel herrscht. Es sind Berichte eingefordert worden, ob Anlaß vorliegt, einer anderweitigen Gestaltung, einer Verschiebung der Manöver näher zu treten oder die Manöver ausfallen zu lassen. Das Ergebniß ist aber gewesen, daß für solche Maßregeln der Zeitpunkt noch nicht gekommen ist.( Große Unruhe.) Es sollen aber Maßregeln zur Erleichterung der Bevölkerung getroffen werden: Fourage und Streu soll von den Proviantämtern beschafft werden; Quartierverpflegung statt der Magazinverpflegung soll angeordnet werden, soweit überhaupt auf geeignete Verpflegung zu rechnen ist; das Vieh soll zunächst in den Manövergegenden angekauft werden; wo Wassermangel eintreten follte, foll durch Mitführung von Wasserwagen geholfen werden. ( Große Heiterkeit.) Für die Pferde kann natürlich das Wasser nicht mitgeschleppt werden, aber für die Fußtruppen ist das Wassermitfahren schon öfter durchgeführt worden. Zur Zeit ist garnicht ausgeschlossen, daß die Futter- und Wasserverhältnisse sich bis zum Anfang der Manöver ändern. Daß dies der Fall sein möge, wünsche ich im allgemeinen Interesse. Auf Antrag des Abg. Bachem, der von allen Parteien mit Ausnahme der konservativen unterstützt wird, tritt das Haus in die Besprechung der Interpellation ein, in welcher = Abg. Köhler( Antisemit) erklärt, daß die Landwirthe die Lasten der Manöver nicht tragen fönnen, er beruft sich auf eine Buschrift aus seinem Wahlkreise. Bayerischer Kriegsminister v. Afch erklärt, daß die Sache bezüglich der Berücksichtigung der Nothstandsgegenden bei den Manövern in die Wege geleitet worden ist. Bezüglich Unterfrankens ist der vollständige Ausfall der Manöver angeregt worden von den landwirthschaftlichen Vereinen und von den Behörden. Ein Bericht des Generalfommandos über diese Frage ist aber noch nicht eingelaufen. Jedenfalls wird die Sache aber im Auge behalten werden. Abg. Aichbichler( 3.) dankt dem bayrischen Kriegsminister für seine entgegenkommende Erklärung und spricht sich dagegen aus, daß, wie es angeregt worden sei, die Manöver nach dem füdöstlichen Bayern verlegt werden sollen. Abg. Joest( Soz.): Ich bestreite feinen Augenblick, daß die Großgrundbesitzer von kleinen Grundbefizern gewählt werden, weil diese zum großen Theil noch in den Netzen der Großgrundbesitzer gefangen sind und weil sie noch nicht begriffen haben, daß fie das Werkzeug sind, das die Kastanien für die Großgrundbesitzer aus dem Fener holt.( Sehr richtig! bei den Sozial demokraten.) Wenn durch die angekündigten Maßregeln die Manöver die kleinen Besitzer nicht schädigen sollen, wie denkt sich denn der Vorredner die Manöver? Die Bewegung der Abg. Brockmann( Zentrum) das Wort erhält, um im Abg. Dr. Schoculant( Soz.): Die heutige Erklärung des Truppen tann doch, namentlich bei den großen Kaisermanövern, Interesse der Eifelgegenden, die besonders von der Futter- Kriegsministers ist mit Rücksicht auf die Militärvorlage überaus unmöglich auf den Wegen stattfinden, sondern muß sich nothnoth heimgesucht sind, den Ausfall der Manöver zu befür- charakteristisch: anstatt einfach zu erklären, angesichts des außer- wendigerweise auf den Fluren vollziehen, auf den Wiesen, oder ordentlichen Nothstandes werden die Manöver ausfallen, will auf den mit Feldfrüchten bebauten Flächen, und die Truppe Abg. von Frege( dk.) dankt dem Interpellanten für er Mittel und Wege suchen, um die Manöver weniger drückend wird immer die Fluren niedertreten müssen. Wenn also eine die warme Vertretung der Landwirthschaft der Landwirthschaft und begrüßt für die Landbevölkerung zu machen. Diese Mittel reichen aber Maßregel zu gunsten der Landwirthe seitens der Heeresverwal sie als Morgenroth einer neuen Aera.( Heiterkeit links.) nur aus für den Militärfiskus, um eine große Menge von Aus- tung geschehen soll, so fann sie einzig und allein darin bestehen, Es handelt sich bei der Frage der Futternoth um so viele gaben zu machen, die das Volt zu tragen hat. Würde der daß die Manöver unterbleiben, denn damit unterbliebe die Ber schwerwiegende Interessen der kleinen Landwirthe und der Kriegsminister gezwungen, das Wasser, das in diesen heißen störung. Daß man das Stroh selbst stellt und die Truppen selbst worten. Der = Unter solchen Umständen ist es denn erklärlich, wenn machtlos abprallten? Darum klopft unser Kalendermann das arbeitende Volk alljährlich mit neuer Freude seinen auch nicht vergebens an, es wird ihm gern und willig ,, Neue Welt- Kalender" für 1894.*) Kalender begrüßt, der auch an seinem Theile dazu beiträgt, geöffnet- das wissen wir wohl, aber wir sind auch der Licht, Erkenntniß und Aufklärung unter den Massen zu Ueberzeugung, daß der Neue Welt Kalender" in seinem Wohl auf keinem Gebiete der sogenannten Volksliteratur verbreiten. Der achtzehnte Jahrgang des Neuen Welt- Inhalt und seiner Ausstattung das bietet, was man von ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten so hart und so Kalenders" liegt uns vor, und wir können nur sagen, daß einem wahrhaften Volksbuch verlangen kann. schwer gesündigt worden wie auf dem der sogenannten er sich nach allen Richtungen hin würdig seinen Vorgängern Boltskalender. Mit einer wahrhaften Fluth von Erzeugnissen anschließt. In Poesie und Prosa bringt der 1894er Kalender eine Fülle ausgewählten Lesestoffes. In seinem„ Rückblick" läßt er der elendesten und erbärmlichsten Art ist der literarische Es ist ja ein eigenartiges Ding gerade um den noch einmal alle für die Sozialdemokratie und das gesammte Markt überschwemmt worden, und wenn irgendwo die Kalender. In ungezählten tausenden und tausenden arbeitende Volk wichtigen politischen und sozialen Ereignisse des Devise: Billig und schlecht" am Blake war, so ist es hier der von deutschen Haushaltungen ist der Kalender wahrschein- vergangenen Jahres bis zur Mitte dieses Jahres vor unserem Fall. Schon lange haben sich die bürgerlichen Parteien dieses lich das einzige Buch, welches im Laufe des Jahres geistigen Auge Revue passiren, und der Wunsch, mit wirksamen Agitationsmittels bedient, um für ihre Zwecke Pro- angeschafft wird. Gewiß nennt man unser Zeitalter welchem der Rückblick schließt, daß bei den Wahlen am paganda zu machen, und nicht in letzter Linie sind die Er das papierene ob mit Recht oder Unrecht mag 15. Juni die deutsche Sozialdemokratie einen glänzenden gebnisse der Volksverdummung und der Reaktion, die wir hier dahingestellt sein aber trotzdem kann man wohl Sieg erringen möge," ist ja jetzt schon in so herrlicher in unserer heutigen Zeit so tief zu beklagen haben, auf die fagen, daß von allen Nationen gerade die deutsche am Weise in Erfüllung gegangen. Die wissenschaftlichen, sozialwürdelose und niedrig spekulative Kalender- Literatur zurück- wenigsten Bücher kauft. Doch den Kalender will wohl politischen, historischen und medizinischen Abhandlungen, zuführen. niemand entbehren, viele Leute können ihn auch nicht ent- unter denen wir besonders die Arbeiten der Genossen Auf der einen Seite drängt sich prahlerisch und groß- behren. Und so kommt er denn Jahr aus Jahr ein stets H. Lux über die Einheitszeit, Ad. Braun über Wohnungsmäulig der Hurrah- Patriotismus vor: Kriecherische Knecht wie ein alter Freund, wie ein langjähriger Bekannter des elend, Proletariersterblichkeit und Seuchengefahr, Oswald seligkeit deckt sich mit dem patriotischen Mäntelen, um Hauses mit fröhlichem Lächeln, und bietet die Schäße dar, Köhler über den Ozean, Ed. Bernstein" Aus der dem überlasteten Volk wieder Sinn und Geschmack für mit welchen man ihn ausgestattet hat. Der Neue Welt- Geschichte der ersten Heim- Kolonie Robert Owens", blutige Heldenthaten" einzuflößen und die drückende Bürde Kalender" ist in den Kreisen des arbeitenden, zielbewußten Dr. W. S. über Bakterien und Bakterienkrankheiten für den Augenblick etwas weniger fühlbar zu machen Volkes seit beinahe zwei Jahrzehnten ein gern gesehener Gast, erwähnen, sind nach den Ergebnissen der neuesten Forschung auf der anderen Seite naben geschorene und gescheitelte und eine so alte Freundschaft läßt darauf schließen, daß geschrieben und ganz dazu angethan, Klarheit und Einsicht Demagogen der großen Masse des Volkes, um in Gestalt beide Theile an einander Wohlgefallen gefunden haben, daß über jene Themata im Volke zu verbreiten. Unser alter von„ Bolkserzählungen" für ihre köhlerhaften Glaubens die langjährige Freundschaft auf der Erkenntniß beruht, Liebknecht hat mit jugendlicher Frische eine Erinnerung aus sagungen wieder Anhänger zu finden, den alten Besitzstand daß der Neue Welt- Kalender" sich als guter Kamerad, seinem reichen, vielbewegten Leben gespendet, die uns wieder zu wahren und womöglich neue Gebiete zu erobern. Das als treuer Begleiter auf dornenvollen Pfaden erprobt und einmal erkennen läßt, wie jung und siegesfreudig unser zwischen vegetirt jene Unzahl von dunklen Ehrenmännern, erwiesen hat. Und wie sollte es auch anders sein?! Jst alter Vorkämpfer trotz seiner Jahre doch noch immer in die in der vielgerühmten Parteilosigkeit machen", dabei doch der Neue Welt- Kalender" von Alters her ein Banner- seinem Herzen ist. Gemüthvolle Erzählungen, warm W bewußt oder unbewußt dem ärgsten Rückschritt und der träger unserer Ideen gewesen, hat er doch vielleicht schon empfundene, feurige Gedichte, sorgfältig ausgewählte Bilder, traffeften Reaktion dienen, was ihnen natürlich sehr gleich- in Kreise, wohin sonst nie ein geschriebenes und gedrucktes Scherze, Räthsel sowie allerlei Nützliches vervollständigen giltig ist, wenn sie dabei nur in der gehörigen Weise auf Wort gelangt, die ersten schüchternen Reime zur Erkenntniß, den Inhalt des 1894er Kalenders, dem wir hiernach viel zum zielbewußten Denken und Empfinden gelegt und Glück und Erfolg zu seinem diesmaligen Wege wünschen. ihre Roften kommen. hat er nicht auch in schweren Zeiten treu ชิน Hamburger Buchdruckerei und Verlagsanstalt Auer u. Ro. uns gestanden als ein Bollwert, an welchem die wilden Wogen einer zerstörungswüthigen Reaktion Hamburg 1893, Für denselben stimmen geschlossen die Konservativen, die Reichspartei, die Nationalliberalen, die Polen, die Freisinnige Vereinigung und die Deutsche Reformpartei; ferner vom Zentrum Prinz Arenberg und Lender, ferner Graf Bismarck- Schönhausen, v. Hornstein, Prinz Carolath und Röſicke. verpflegt, ändert daran nichts. Es handelt sich nicht um den Charakterisirung aufzunehmen. Auch wir könnten einen Geusen- 1 bin 1866 der Krone Preußen unterworfen worden. In dem Verbrauch der Futtermittel, sondern um die unnüße Vernichtung, pfennig mit der Inschrift:" En tout fidèle au roi", an unsere Besizergreifungspatent des Königs Wilhelm werden die Bewohner der keine andere Maßregel vorbeugen kann, als die Aufhebung Bruft heften. Der Reichskanzler hätte gut gethan, bei seiner der eroberten Landestheile aufgefordert zum pflichtmäßigen Geder Manöver. Gepflogenheit zu bleiben und sich nicht von der„ Kreuz- Zeitung" 2c. horfam. Diesem Befehl habe ich unweigerlich Folge geleistet und Abg. Schnaidt( Südd. Volksp.) bedauert, daß der württem- Dinge zutragen lassen sollen, die den Kampf nur verbittern.( 3u- weder irgend eine Parlamentsverhandlung, noch irgend eine andere bergische Kriegsminister den Wünschen der Landwirthe nicht entstimmung im Zentrum.) Den Föderalismus vertreten wir auch Handlung hat Anlaß gegeben, meine Königstreue zu bezweifeln. gegengekommen sei. Er bittet ihn, die Sache noch einmal zu über- jeht, auch wenn wir deswegen als partikularistische Demokraten Wenn ich der früheren Zeit gedacht habe, so berechtigte mich Tegen und die Manöver ganz zu unterlassen. In Württemberg sollen bezeichnet werden; wir müssen diese Vertretung unserer Zendenzen dazu das Wort des Besizergreifungspatentes, daß der König es zwei Armeekorps manöveriren, der Feind kommt von Baden! Es gegenüber dem überspannten Imperialismus aufrecht erhalten. ehre, wenn die Bewohner der eroberten Landestheile schwer sich ist wirklich, als wenn der Feind kommt. Daß das Zentrum eine politische Partei ist, hat schon früher Herr dazu entschließen könnten. Gebotener Gehorsam ist schwieriger Württembergischer Kriegsminister Schott von Schottenheim v. Schorlemer- Alst ausgeführt, der die Behauptung, daß im Zentrum als angestammter und ich habe den gebotenen geleistet( Buftimerklärt, daß die württembergische Heeresverwaltung sich bemüht auch demokratische Tendenzen vertreten sind, als Schwindel bezeichnete. mung im Zentrum). habe, die Quartierlast und den Flurschaden von den Gegenden Er hat damals davor gewarnt, Nationalliberale in den Reichstag Damit schließt die Debatte. fernzuhalten, wo Futternoth vorhanden ist. Die Sache ist noch zu schicken, einmal weil sie Kulturkämpfer sind, dann aber auch, In der namentlichen Abstimmung wird§ 1 mit 198 gegen nicht so weit gediehen, daß wir einen Antrag an die Reichs- weil sie teine feste Ueberzeugung als politische Partei haben. Der 187 Stimmen angenommen. instanz stellen könnten. Ein solcher Antrag würde sehr schmerzlich Reichskanzler betrachtet sich als den Mittelpunkt der Geschäfte; für die Heeresverwaltung sein, aber wenn es nothwendig ist, allein der Mittelpunkt des ptolemäischen Systems befindet sich wird er gestellt werden. bekanntlich selbst in der Rotation und denkt, daß sich alles um ihn dreht. Wir haben einen mächtigen Reichskanzler vor ihm gesehen, der davor warnte, feine alten Reden auszugraben, weil er nicht wisse, ob er nach Jahresfrist nach dasselbe vertreten Gegen§ 1 stimmen geschlossen Sozialdemokraten, die Südwerde. Der Reichskanzler ist berühmten, aber nicht guten deutsche und Freisinnige Boltspartei, das Zentrum mit den geMustern gefolgt. Der Reichskanzler hat mir untergeschoben, ich nannten Ausnahmen, die Welfen, die Elsaß- Lothringer und von hätte behauptet, daß je mehr Soldaten vorhanden wären, desto den Wilden Bachmeier, Pachnicke, Sigl und der Däne Johannsen. mehr würden todt geschossen. Ich habe mich auf eine frühere Es fehlten die drei Antisemiten Liebermann v. Sonnenberg, Rede des Reichskanzlers gestützt, in welcher gesagt war, daß kein Ahlwardt, Leuß, sowie der Pole v. Czarlinski, ferner die Abgg. Heerführer im stande sei, so große Massen zu führen, zu er- Eck( 3), Hilpert( wild), Letocha( 3). nähren und mit ihnen zu schlagen. In diesem Zusammenhange stand meine Aeußerung, und der Reichskanzler thäte gut, nicht in die alte Methode zu verfallen, Stellen aus dem Zusammen hang zu reißen. Die Vorlage soll für die Ehre und Existenz Deutschlands nothwendig sein. Das hat der Reichstanzler von der früheren Vorlage auch gefagt; er hat nachgegeben und sollte deshalb denjenigen nicht so schroff entgegentreten, welche ein weiteres Nachgeben verlangen. Wir halten aus finanziellen und wirthschaftlichen Gründen die Vorlage nach wie vor für unannehmbar, weil sie nur der erste Schritt auf dem Wege der vollen Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht ist, deren Kosten wir und mit uns der frühere Reichstag als unerschwinglich bezeichnen müssen. Reichskanzler Graf von Caprivi: Ich will mich auch der Kürze befleißigen und glaube darin wenigstens dem Vorredner über zu sein.( Heiterkeit.) Ich will mich an zwei Bemerkungen des Vorredners halten, von denen die eine mich betrübt, die an dere mich erfreut hat. Betrübt hat es mich, daß es hier in dieser Versammlung möglich ist, daß das Beispiel, welches mein Herr Amtsvorgänger während seiner Amtsführung gegeben hat, furzweg als ein schlechtes bezeichnet wird.( Zustimmung bei den Nationalliberalen.) Erfreut hat es mich, daß der Borredner, der in Aschaffenburg in einer Rede die Dynastie, unter der zu leben er die Ehre hat, einer Kritik unterzog, welche schloß mit den Worten: Dies in bezug auf den Hort der Monarchie ich will nicht vorlesen, weil ich sehe, daß der Vorredner sich in zwischen gewandelt hat. Ich würde nicht mehr in seinem Sinne bandeln, seitdem er sich zu dem Sage bekannt hat: En toat fidèle au roi. Mit der Hoffnung, daß er diesem Worte treu sein möge, schließe ich.( Heiterkeit und Beifall rechts.) Abg. Wenzel( 3) erklärt, daß er durch Zufall verhindert gewesen sei, der Abstimmung beizuwohnen. § 2 des Artikel I, welcher die Zahl der Formationen aufzählt, wird ebenfalls genehmigt. Beim Artikel II( zweijährige Dienstzeit) liegt der Antrag der Abgg. Prinz Carolath und Röside vor, die zweijährige Dienstzeit gesetzlich festzulegen für die Dauer der eben angenommenen Präsenzstärke. Abg. Graf von Limburg- Stirnm( dt.): Es ist als auf fällig bezeichnet worden, daß wir den Antrag auf Besprechung der Interpellation nicht unterstützt haben; es wird das gedeutet, als wenn wir die Interessen der kleinen Grundbesitzer nicht vertreten hätten. Wir zählen nicht blos Großgrundbesitzer unter uns, sondern auch Kleine Landwirthe; wir sind von den letzteren gewählt worden, weil wir ihre Interessen vertreten. Was der Herr von der sozialdemokratischen Partei gesagt hat, sind nur Nachklänge aus der Wahlbewegung. Wenn die Maßregeln getroffen sind, welche der Kriegsminister angeführt hat, welchen Schaden können die Manöver dann überhaupt noch anrichten?( Lachen links.) Die Manöver find dann eher ein Vortheil als ein Nachtheil für die Gegend.( Lachen links.) Abg. Joeft( Soz.): Alle Maßregeln, die seitens der Heeres: verwaltung hier vorgetragen sind, sind nicht im entferntesten geeignet, irgendwie eine Linderung der Futternoth herbeizuführen. Auch wenn die Heeresverwaltung den Mehrverbrauch an Stroh selbst deckt und das nöthige Stroh in die Manöver mitführt, so Abg. Prinz Carolath weist darauf hin, daß unter der wird dadurch unter allen Umständen eine Steigerung der Strohgeringen Mehrheit sich auch diejenigen befinden, welche auf die preise stattfinden; denn durch die Manöver findet durchschnittlich Festlegung der zweijährigen Dienstzeit einen großen Werth legen; ein größerer Strohverbrauch statt, als wenn die Pferde in den damit die Vorlage mit möglichst großer Mehrheit angenommen Kasernen bleiben. Es dreht sich für die Landwirthschaft allein werde, sei es wünschenswerth, seinen Antrag anzunehmen. Redner um die Frage: sollen die Manöver stattfinden oder nicht? In spricht die Erwartung aus, daß das Vertrauen zur Regierung in manchen Gegenden, wie bei uns um Mainz, ist die Futternoth so bezug auf die Dedungsfrage nicht getäuscht werden möge und groß, daß, wenn lehthin nicht Regen eingetreten wäre, das bestreitet, daß die Nachricht der Kreuz- Zeitung", daß sein AnFleisch binnen wenigen Tagen auf 15 Pfennige für das Pfund trag bei feiner Partei Unterſtüßung gefunden hätte, zutreffend herabgefunken wäre. Der Verkauf des Viehs wird in den sei. Er habe eine solche Unterstützung gar nicht gesucht und auch nächsten Jahren in der Gestalt. Hoher Fleischpreise nachwirken, nicht suchen können, da der Reichstag in den letzten Tagen nicht weil dann die Landwirthschaft an die Ergänzung des Viehstandes versammelt war. Die Bedingung der gesetzlichen Festlegung der wieder herantreten muß. Deswegen fann ich mich im großen zweijährigen Dienstzeit wird bis in die Reihen der gemäßigten und ganzen nur dem anschließen, was verschiedene Redner ausParteien hinein verlangt. Der Antrag soll nur einen theoregeführt haben, daß der Zweck der Linderung der Futternoth nur tischen Werth haben, aber eine kleine Garantie ist immer besser erreicht werden kann, wenn die Manöver einfach unter als gar feine. Für den Reichstag garantirt der Antrag die bleiben. Herr Frege hat ganz besonders an die zweijährige Dienstzeit, für die Regierung enthält er die SicherNationalliberalen appellirt, fie möchten in Zukunft für beit, daß die Friedenspräsenzstärke nicht so leicht angegriffen wird. die Interessen der Landwirthschaft eintreten. Als aber Herr G3 wird gesagt, daß die Annahme des Antrages sogar die zweiBachem den Antrag stellte, die Interpellation zu bejährige Dienstzeit gefährden könne, weil die Verminderung der sprechen, waren merkwürdiger Weise von den Ronservativen fast Präsenzstärke um einige Mann die zweijährige Dienstzeit begar keine Herren bereit, diesen Antrag zu unterstützen.( Sehr Abg. Beckh( Hospitant der Freifinnigen): Im Namen der seitigen würde. Auf diesem Wege würden aber selbst die sehr richtig! links.) Wenn die Herren Großgrundbefizer sich in dieser linksrheinischen Bayern kann ich nur sagen, daß nicht allein die bedingten Anhänger der zweijährigen Dienstzeit auf der rechten Beziehung etwas fühl verhalten, so begreife ich das recht gut, Militärvorlage an und für sich, sondern die damit verknüpfte Seite dieselbe nicht beseitigen wollen und können. Der Antrag denn die Futternoth drückt ja einzig und allein den kleinen Land- Erweiterung des Militarismus uns im Süden nicht sympathisch scheint manchen Herren besonders unangenehm zu sein( Widerwirth, dem die Mittel fehlten, den augenblicklichen Nothstand zu ist. Der Militarismus ift tein Popanz, er ist ein System, welches spruch rechts), vielleicht aus persönlichen Gründen; sie bereiten pariren, während den Rittergutsbesizern diese Mittel reichlich den ganzen Staat den militärischen Anschauungen unterwirft vielleicht schon einen neuen Antrag vor, der nicht das Odium zur Verfügung stehen. Aber wenn Sie( rechts) nach dieser Rich- und hierfür den Erwerb und das Vermögen des Volkes rücksichtslos der Person auf sich hat. Ich glaube, sie werden sich doch noch tung hin etwas thun wollen, so möchte ich Sie auffordern, daß, ausbeutet( Oho!) Das deutsche Volt ist wahrhaftig nicht so überlegen, ob sie dabei die ganze Vorlage fallen lassen sollen. wenn demnächst die Frage hier zur Entscheidung fommen sollte, reich, um solche Lasten auf die Dauer aushalten zu können. Die Sozialdemokraten warten ja blos darauf, daß die bürgerob die landwirthschaftlichen und Lebensmittelzölle aufgehoben( Große Unruhe und Zwischenrufe rechts.) Was wollen Sie mit lichen Parteien abwirthschaften. Wenn die bürgerlichen Parteien werden sollen, Sie dann vor allen Dingen Ja sagen. Denn das Ihren unartikulirten Lauten sagen? Ich verkehre nicht mit sich nicht einmal bei einer so großen nationalen Frage einigen ist eine Maßregel, welche dauernd der Futternoth zu steuern in Beuten, die solche Laute von sich geben. Man will nicht haben, tönnen, so wird das Wasser auf die Mühle der Sozialdemokraten der Lage ist. Ausfuhrverbote bewirken das Gegentheil, weil sie daß die Eöhne und Brüder noch weiter in großer Zahl dahin sein. Selbst dieser harmlose Antrag, der nur annähernd einer Gegenmaßregeln der Nachbarstaaten hervorrufen.( Beifall links.) geführt werden, wo nur die Karrikatur eines Beschwerdeweges gesetzlichen Festlegung der zweijährigen Dienstzeit gleichkommt, Wie lebhaft wünscht man eine Reform der Abg. v. Grand- Ny( 3.): Dem Nothstande kann nichts abhelfen eristirt, wo nur ein geheimes Verfahren besteht, das auch bei erregt Anstoß. als die Abstellung der ganzen Manöver; die Einführung der uns in Bayern eingeführt werden soll. Bei uns ist es Gott sei Militärgerichtsbarkeit, der Schießinstruktion der Wachtposten 2c., Magazinverpflegung und alle anderen Maßregeln tönnen nicht Dant! noch nicht so weit wie in Sachsen, wo die intimsten Be- und die liberalen Parteien haben diese Wünsche zurückgestellt. ziehungen zwischen den befreundetsten Familien aufhören, wenn Dafür sollten die Herren rechts dankbar sein und dies in der einen Familie ein Reserveoffizier ist, während das andere durch die Annahme des Antrages bethätigen.( Widerspruch rechts.) Abg. v. Stumm( R. P.): Ich habe teine besonderen Haus ein freisinniges ist.( Oho rechts.) Mit bloßen Obos ist es nicht gethan. Die Behauptung, daß man nur aus taktischen Gründen für die Wünsche in bezug auf die Regierungsvorlage gehabt. Wenn die Militärvorlage eine Mehrheit zusammenbringen würde, wurde Herren von den Deutsch- Konservativen, welche große Bedenken eifrig bekämpft von Herrn von Stumm, und bald darauf trat wegen der zweijährigen Dienstzeit gehabt haben, jetzt für die der polnische Redner auf und erklärte, daß seine Freunde nur Vorlage eintreten, so bringen sie damit ein viel größeres Opfer, aus taktischen Gründen für die Vorlage stimmen. Redner will als die Herren von der Linken( Zustimmung rechts). Der Anauf die früheren Reden eingehen, wird aber vom Präsidenten auf trag Carolath ist nur eine Wiederholung des Antrags des Herrn ben§ I verwiesen, auch seine Bemerkung über die Steuervorlagen, v. Bennigjen, den in der Kommission nicht die Konservativen, die in Wegfall gekommen feien, wird als nicht zur Sache gehörig sondern Herr Richter bekämpft hat, weil er ein Aeternat dar bezeichnet.( Buruf rechts: Es ist nicht so leicht hier! Heiterkeit.) stellt, also gefährlicher sei als die Vorlage. Der Antrag Carolath enthält manchen formalen und materiellen Fehler, die ich ver Redner verzichtet auf das Wort. bessern würde, wenn die Konservativen bereit wären, dann für den Antrag einzutreten. So kann ich im Interesse des Zustandefommens der Vorlage nur wünschen, daß die Herren ihren Antrag zurückzuziehen mögen.( Beifall rechts). helfen. Damit schließt die Debatte. Auf der Tagesordnung steht weiter die Interpellation der Abgg. Auer u. Gen.( Soz.) betreffend das Verhalten des Polizeipräsidenten Feichter in Straßburg i. E. Staatssekretär v. Bötticher wäre bereit, die Interpellation fofort zu beantworten; da aber gewünscht wird, daß die Sache heute nicht verhandelt wird, so bitte er den Präsidenten, ihm morgen zur Beantwortung das Wort zu geben. Ein Antrag der Sozialdemokraten wegen Einstellung des Strafverfahrens gegen den Abg. Herbert wird ohne Debatte angenommen. Darauf folgt die zweite Berathung der Militärvorlage, bei deren Beginn der Reichskanzler Graf Caprivi am Bundesrathstische erscheint. Abg. Zimmermann( Antisemit): Ich habe namens der Reformpartei folgende Erklärung abzugeben: Nachdem der ReichsNach§ 1 soll die Friedens- Präsenzstärke auf 479 229 Mann fanzler bei Beginn der Berathungen und in Beantwortung der festgestellt werden. In der Debatte erhält zunächst das Wort Ausführungen meines Fraktionsgenossen Böckel die Wünsche Reichskanzler Graf v. Caprivi: Ich halte den Antrag für Abg. Graf Hompesch( Vorsitzender der Zentrumspartei): unserer Partei in bezug auf die Deckungsfrage insoweit beIn der letzten Plenarsizung hat der Reichskanzler in bezug auf friedigend beantwortet hat, daß die Erhöhung der Braus und unschädlich, aber auch für unnöthig. Er ist bestimmt, hochgehende meine Fraktion Behauptungen aufgestellt, die nicht ohne Antwort Branntweinsteuer beseitigt ist und daß sie auch nicht wiederkommt, Wogen zu beschwichtigen und die Mehrheit für die Vorlage zu gelassen werden dürfen. Der Reichsfanzler hat gegenüber dem andererseits eine härtere und ergiebigere Besteuerung der Börse verstärken. Die Sache ist nach meinem Dafürhalten doch ganz Abg. Gröber gemeint, was er gesagt habe, habe man oft genug in Aussicht genommen ist( Unruhe links. Ruf: Das ist auch einfach. Zwei Leute schließen einen Vertrag auf fünf Jahre von freisinniger und sozialdemokratischer Seite gehört, es sei das nicht zur Sache!) sind für uns die Gründe beseitigt, die im und verabreden, wenn nach Ablauf derselben keiner von eben ein Beweis dafür, daß im Zentrum eine Umwandlung in vorigen Reichstag zur Ablehnung der Vorlage geführt haben. beiden Theilen kündigt, dann geht die Sache auf ein demokratischer Richtung erfolgt sei. Gegen diese Aeußerungen( Erneute Unruhe, die sich noch mehrfach wiederholt. Ruf:§ 1.) Jahr weiter. Ich kann nicht finden, daß dadurch die Regierung muß ich im Namen und Auftrage meiner politischen Freunde Wir halten allerdings fest daran, daß die vom Reichskanzler ein Recht aufgiebt. Sie würde den Antrag annehmen können, Verwahrung einlegen( lebhafter Beifall im Zentrum) und folgende eingegangenen Verpflichtungen voll und ganz erfüllt werden, daß um eine größere Majorität zu erzielen. Aber es liegt kein Grund Erklärungen abgeben: Das Zentrum ist niemals eine nur fon- die Reichsregierung sich start genug erweist, etwaige Ab- dazu vor. Die Herren drüben( links) sollten sich an der Refessionell firchliche Partei gewesen; wenn ihr dies in früheren schwächungsversuche der Börsensteuer von vornherein zurück- gierungsvorlage genügen lassen; aber sie gehen von einem MißJahren infinuirt wurde, hat sie jedes Mal dagegen Verwahrung zuweisen.( Beifall rechts.) Wir halten diese Erklärungen, die trauen gegen die Regierung aus und glauben, daß dieselbe es eingelegt. Der Schuh der Rechte der katholischen Kirche und der der Reichskanzler gegeben hat, für bindend auch für die Zukunft. nicht ernst meine mit der zweijährigen Dienstzeit. Wenn nicht übrigen anerkannten Kirchen ist und bleibt eine der vornehmsten Es dürfte für die Reichsregierung geboten sein, da das Ansehen wider Erwarten bei Durchführung der zweijährigen Dienstzeit Aufgaben unserer Partei, aber nicht die einzige. Die Erhaltung der Reichsregierung durch verschiedene Fehler schwer erschüttert unüberwindliche Hindernisse eintreten, wird an feiner Stelle des föderativen Charakters des Reiches, der Schutz der Freiheiten ist, dafür zu sorgen, daß nicht durch wiederholte Enttäuschungen innerhalb der verbündeten Regierungen die Absicht gehegt, nach aller Angehörigen desselben und die Förderung des allgemeinen eine weitere Entfremdung zwischen dem Volke und der Regierung Ablauf von 5 Jahren zur dreijährigen Dienstzeit zurückzugreifen. Abg. Bachem( 3.) hält den Antrag Carolath sogar für beWohls find, wie es unsere Statuten ausweisen, nicht minder eintritt. Für unsere Abstimmung bleibt nach wie vor die wirthAufgaben, die sich unsere Fraktion gestellt hat.( Beifall im schaftliche Frage die entscheidende und dazu tritt die Erwägung, denklich, weil er über die Vorlage hinausgeht in der Feststellung Zentrum.) Wir betheiligen uns nicht im gouvernementalen, sondern daß eine nochmalige Ablehnung bedenkliche Folgen auch auf der Friedens- Präsenzstärke. Er sichert nicht die zweijährige in wahrhaft konservativem Sinne für die Erhaltung aller Rechte, wirthschaftlichem Gebiete nach sich ziehen würde.( Widerspruch Dienstzeit, die nur gesichert sein wird, wenn die Mehrheit des wir stehen fest in Treue und Gehorsam gegen die Träger der lints, Zustimmung rechts.) Wir erklären uns durch die Busage Reichstags für diefelbe vorhanden ist. Abg. v. Bennigsen( natl): Wenn der Antrag Carolath Autorität in Staat und Kirche, mir arbeiten an dem Ausbau des Reichstanzlers soweit befriedigt, daß wir aus taktischen der rechtlich gegebenen Grundlagen zur Besserung der inneren Gründen unsere anderweiten Bedenken unterdrücken, um nicht nicht zurückgezogen wird, werden meine Freunde für denselben Zustände. Auf dem Boden dieser Grundsäße hat das Zentrum durch nochmalige Ablehnung die Vorlage zu Fall zu bringen und stimmen, weil er eine Verbesserung der Vorlage ist. Aber wir sind immer geftanden, steht es heute und wird es, so Gott will, unter das politische Ansehen Deutschlands nach außen zu schädigen. nicht der Meinung, von diesem Antrag das Schicksal der Vorlage Gottes Hilfe auch stehen bleiben. Ich weise demnach im Namen( Präsident v. 2 e veio w bittet den Redner, nunmehr in diesen abhängig zu machen. Der Antrag sichert die neue organische meiner Freunde die Anschuldigungen des Reichskanzlers als Ausführungen abzubrechen.) Ich bin auch zu Ende, ich erkläre Gestaltung; die Regierung allein kann auf die dreijährige Dienstdurchaus unzutreffend auf das entschiedenste zurück.( Lebhafter nur noch, daß wir für Artikel 1 stimmen werden.( Beifall rechts.) zeit zurückgreifen. Sachliche Bedenken sind auch gegen den von Beifall im Zentrum.) Abg. Graf Moltke( dt.) verweist allen Argumenten gegen mir in der Kommission gestellten Antrag in keiner Weise erhoben Reichskanzler Graf Caprivi: Ich freue mich dieser Er- über auf die Erfahrungen des Krieges von 1870/71. Deutschland worden. flärung, werde aber, ehe ich mein Urtheil modifizire, die weitere hatte damals eine große numerische Ueberlegenheit und auch ein Abg. v. Gültlingen( Rp.) spricht sich persönlich für den praktische Entwickelung der Dinge abwarten. Uebergewicht bei der Artillerie und nur dadurch sei es ihm mög- Antrag Carolath aus, macht aber von der Annahme desselben Abg. Lieber( 8): Mit der großen Mehrheit des Hauses lich geworden, einen ehrenvollen Frieden zu erzwingen. Die nicht seine Abstimmung für die Vorlage abhängig. Er habe sich haben auch wir den Wunsch, baldigst zu Ende zu kommen; ich weiteren Ausführungen des Redners find bei seiner schwachen seinen Wählern gegenüber für die verfassungsmäßige Festlegung werde mir deshalb große Beschränkung auferlegen und unter Stimme nicht verständlich. der zweijährigen Dienstzeit ausgesprochen und bedaure, daß die Verzicht auf die übrigen Reden mich nur mit dem Reichs- Abg. Lieber( 3.): Wenn ich den Reichskanzler richtig ver- Regierung dem gegenüber eine ablehnende Haltung eingenommen tanzler beschäftigen. Derfelbe hat den Vorwurf der Um- standen habe, war seine Meinung die, ich hätte mich aus einem habe. Ebenso gut wie die dreijährige könnte doch auch die zweiwandlung der Zentrumspartei in eine demokratische be- tönigßuntreuen in einen tönigstreuen Mann verwandelt. Der jährige Dienstzeit in der Verfassung ihren Plah finden, zumal gründet unter Berufung auf den Parteitag der rheinischen Reichskanzler hat damit meine Königstreue in früherer Zeit be- es sich dabei um die Erfüllung eines sehnlichen Wunsches weiter Zentrumspartei. Wohl einige Ausführungen von mir sind zweifelt. Dagegen habe ich mich zu verwahren. Wenn ein Mit- Voltstreise handelt. es gewesen, welche ihm den Anlaß dazu gegeben haben. glied dieses Hauses gegen ein anderes Mitglied desselben diesen Abg. Barth( FVg.) erklärt sich für den Antrag, nicht weil Ich selbst soll mich ja als Demokrat bezeichnet haben. Ich hätte Borwurf erhoben hätte, hätte der Präsident seines Amtes ge- derfelbe eine geringe Bedeutung hat, sondern weil er dasjenige nicht geglaubt, daß man eine solche ironische Verwendung einer waltet. Der Reichstanzler hat sich auf eine Rede von mir in sich vereinigt, was man verlangen fann als Sicherung der auf uns angewendeten Bezeichnung ernsthaft nimmt. So wenig außerhalb des Hauses berufen. Was ich hier im Hause geäußert, zweijährigen Dienstzeit. Wenn nur die Vorlage angenommen die Geusen sich im Ernste als Bettler betrachteten, ebensowenig hat ihm dazu keinen Anlaß gegeben. Ich berufe mich dafür wird, so würde nach 5/2 Jahren, wenn nicht inzwischen eine bin ich, ist meine Partei gesonnen, sein Stigma als eine ernstliche auf das Zeugniß aller redlichen Mitglieder dieses Hauses. Ich neue Vereinbarung zu stande tommt, die zweijährige Dienstzeit einfach wegfallen. Die verbündeten Regierungen brauchten nur! Zwei Riefenbazare auf einem Fleck zieren jetzt die Vor den Augen eines Bademeisters ertrunken. Unter jede Vorlage zu unterlassen und würden dadurch die freie Ent- Rosenthalerstraße. Gerade gegenüber dem befannten Magazin dieser Ueberschrift brachten wir in der Dienstags- Nummer die Ichließung des Reichstages vollständig aufheben. Die jetzige von A. Wertheim ist vor kurzem eine Filiale des nicht minder Nachricht über den in einer Bade- Anstalt ertrunkenen Tischler Regierung wird ja wohl ihren Versicherungen treu bleiben, bekannten Magazine von A. Lubasch( Kommandantenstraße) Reinhardt. Der in jener Notiz erwähnte Bademeister erklärt aber diejenige Richtung, welche der zweijährigen Dienstzeit errichtet worden. Wer jetzt die Rosenthalerstraße in der Nähe nun, daß der geschilderte Vorgang nicht in 15 Minuten sich asnicht freundlich gegenübersteht, tönnte sich anders verhalten. Der Weinmeisterstraße passirt, steht zur Rechten wie zur Linken spielte, sondern in nur wenigen Minuten, daß er selbstverständlich Die Annahme des Antrages sichert aber die zweijährige Dienst- lange Reihen von Schaufenstern, die nur von den genannten auch schwimmkundig sei und sofort Rettungsversuche gemacht zeit so lange die Präsenzstärke diefelbe bleibt. Der Antrag Firmen besetzt sind. Beide suchen sich besonders in der Breiten- habe, und daß der Tod des Ertrunkenen, wie ärztlich bescheinigt, Carolath hat aber auch die Bedeutung, daß der Reichstag nicht ausdehnung gegenseitig zu überbieten, um dem Publikum recht durch einen Herzschlag herbeigeführt sei. eine Herabsehung der Präsenzziffer beantragen kann, wenn er aufzufallen. Vorläufig verfügt aber noch die Firma Wertheim worden. nicht damit die zweijährige Dienstzeit gefährden will. Bisher über die breiteste Front: sie hat bereits drei neben einander Zu dem an der Frau Bürger in Charlottenburg vee hat der Reichstag noch niemals den Antrag auf eine solche liegende Häuser mit Beschlag belegt. In diesen Schaufenstern übten Mordverfuch wird mitgetheilt, daß der Kutscher Albert Herabsehung der Präsenzziffer beantragt, und wenn er sich start tann man alles mögliche und Unmögliche sehen, Kochtöpfe und Heinz von seinen Wunden soweit hergestellt ist, daß er in das genug dazu fühlt, dann wird er auch die Festhaltung der zwei- Damenhüte, Scheuerlappen und Reisehandbücher und tausenderlei Amtsgerichtsgefängniß eingeliefert werden konnte. jährigen Dienfizeit durchsetzen können. andere Waaren in wunderlichster Zusammenstellung. Die Preise, Abg. von Manteuffel( dk.) erklärt sich namens feiner welche mit Riesenziffern an jedem Stück befestigt sind, sind bei Ein betrübender Unglücksfall hat sich Mittwoch in dem Freunde gegen den Antrag Carolath. Die Bedenken gegen den dem einen immer niedriger als bei dem anderen, sodaß der Sause Tegelerstr. 36 zugetragen. Dort spielte auf dem Hausflur Antrag seien doch nicht so unbegründet, wie die Herren von Passant, welcher der Stylla zur Linken glücklich entronnen ist, der die 13/4 Jahre alte Tochter Jda der Arbeiter Peters'schen GheIeute. Das Kind fand in einer Ecke ein kleines verfo rktes Bennigsen und Barth dargestellt haben. Die Opfer, die die Charybdis zur Rechten schließlich doch noch in den Rachen gerathen Konservativen bei der Vorlage bringen, find recht erheblich, muß. Mancher dürfte geneigt sein, es mit Freude zu begrüßen, daß Fläschchen, öffnete es und trant nach Kinderart von dem Jrihalt. namentlich gehört dahin die Aufgabe der dreijährigen Dienstzeit, hier der Arbeiterbevölkerung von Berlin N. Gelegenheit geboten Mit einem lauten Aufschrei brach es alsbald zusammen: va der welche wir Jahrzehnte lang Schulter an Schulter mit der Re- wird, billig zu kaufen. Aber mit der„ Billigkeit" hapert es hier Flasche befand sich Säure, die anscheinend zum Putzen von Wtetall gierung vertreten haben, und die Beschränkung auf den Antrag leider, troß der niedrigen Preise." Geschenkt bekommt man gegenständen benutzt worden war. Die Kleine wurde, innerlich von Huene. Die Bedenken dagegen waren so schwerwiegend, daß bekanntlich nirgend etwas und am allerwenigsten in Riesen schwer verlegt, in die Charitee eingeliefert, wo nur geringe Hoffwir eine Zeit lang geschwankt haben, ob wir den Antrag Huene bazaren, deren Inhaber meist die geriebensten aller tapital- nung auf Wiederherstellung besteht. Die Untersuchung ist bezügüberhaupt annehmen könnten. Wenn die Gefährdung der besitzenden Unternehmer sind. Niemand wird glauben, daß die lich der Ermittelung des Eigenthümers der Flasche eingeleitet Militärvorlage verhütet werden soll, so wird es besser sein, wenn Firma Lubasch sich deshalb in nächster Nähe des Herrn der Antrag Carolath, über den schon so viel gesprochen ist( Sehr Wertheim niedergelassen hat, um diesem freundnachbarlich bei Die Kunde von einem Morde wurde uns am Mittwoch richtig! rechts), zurückgezogen wurde. dem uneigennütigen Werk der Versorgung des Berliner Nordens Abend aus dem Süden der Stadt gemeldet. Es sollte der am Abg. Richter( Freisinnige Volkspartei): Wenn man die mit billigen" Waaren zu helfen. Die goldenen Lorbeeren der 7. November 1859 geborene Schlosser Franz Nater seine 36 Jahre zweijährige Dienstzeit sichern will, dann sollte man sie dauernd Konkurrenzfirma haben den Mann aus aus der Komman alte Frau Christine aus dem Fenster auf die Straße geworfen gefeßlich festlegen und nicht nach dem Antrage Carolath, dessen dantenstraße nicht schlafen lassen, und wo einer graft, haben. Wie wir aus sicherer Quelle mittheilen können, handelt 2.nahme unsere Stellung zur Vorlage nicht ändern kann. Die mag er gedacht haben, da findet auch noch ein zweiter sein es sich nur um einen Selbstmordversuch, den die Frau wegen Annahme der Vorlage in dritter Lesung wird weniger von diesem Futter. Freilich, Preise wie: 88 Pf., 23 Pf., 11 Pf. u. 1. w., ehelicher Zwistigkeiten gestern Nachmittag um 4% lthr unterAntrage als von der Präsenz und dem Gesundheitszustande der die man in den Schaufenstern solcher Geschäfte sehen kann, nommen hat. Das Nater'sche Ehepaar wohnt seit etwa 4 Jahren Mitglieder des Hauses abhängen.( Heiterfeit.) Ich habe diesen machen den Eindruck, as habe man sie mit mathematisch geim ersten Stock des Hauses Schönleinstraße 29. Da die Frau Antrag in der Kommission befämpft, weil er die hohe Präsenz- nauem Festhalten an einem bestimmten Gewinn- Minimum feft: ohne Grund ihren Mann mit Eifersucht quälte, so tam es oft stärke verantert. Herr Barth meinte, es sei von der Herabsetzung gesetzt und sei dabei, mit dem Prinzip der Preisabrundung zu erregten Vorgängen. Schon einmal machte die Ehefrau einen der Präsenzziffer niemals Gebrauch gemacht worden. Man gebrechend, auf das alleräußerste Maß der Billigkeit" herabgegangen. Selbstmordversuch, indem fte sich mit einer Scheere staltet das Recht aber nicht danach, sonst tönnte man ja auch Aber der Erniedrigung des Preises entspricht eine Verschlechterung die Pulsadern öffnete; bann auch verwundete fie das Recht der Ablehnung des Budgets streichen, weil davon noch der Qualität, die oft genug auch auf das alleräußerste Maß eines Tages ihren Mann ihren Mann mit cinem Messer am linken niemals Gebrauch gemacht worden ist. Uebrigens stecken in der herabgeht, und was beim Kaufe als billig erschien, stellt sich Arm. In der Nacht zum Donnerstag gegen 11 Uhr Präsenzerhöhung Ziffern, die mit der zweijährigen Dienstzeit beim Gebrauch bald als unverschämt theuer heraus. Außerdem hörten Hausbewohner wiederum lautes Banken zwischen den nichts zu thun haben. Diese werden aber ebenfalls festgelegt verdanken aber die in den Riesenbazaren feilgehaltenen Waaren Mater'schen Eheleuten; später wurde die Frau von ihrem Manne und bei Strafe des Verlustes der zweijährigen Dienstzeit wird ihre Billigkeit" noch einem anderen Umstande. Der Händler anscheinend gezüchtigt. Der Zwift dauerte mit Unterbrechungen der Reichstag gehindert, die Präsenzstärke herabzusetzen, obgleich will den durch die Preisherabsehung entstehenden Ausfall natür bis zum nächsten Nachmittage fort. Plöglich um 41/2 Uhr wurde es vielleicht vernünftig wäre und die Regierung nichts dagegen hätte. lich ebenso wenig tragen, wie der Fabrikant. Das Manko wird das Fenster aufgerissen und Frau Nater stürzte auf die Straße In welche komische Lage kommt z. B. der Reichstag, wenn die Re- auf die bei der Fabrikation und dem Vertrieb beschäftigten Per- hinab. Die Polizei untersuchte im Sinne des Gerüchtes den gierung auf einige hundert Dekonomiehandwerker verzichtet und sonen abgewälzt, in der Fabrik auf die Arbeiter und Arbeiterinnen, Thatbestand. Die Thürfüllungen in der Wohnung waren wenn der Reichstag dann eine solche Herabsetzung sich verbitten im Laden auf die Verkäufer und Verkäuferinnen. Die Bezahlung mittels eines eisernen Spucknapfes zerschlagen, und die auf der muß. Der Antrag Carolath hat deshalb keine große prinzipielle des Personals ist in den Riesenbazaren die schlechteste, das Per- Straße schwerverletzt liegende Frau erging sich in schweren Bedeutung, fann aber einen Heerd von Streitigkeiten bilden. sonal von Wertheim und Lubasch weiß ein Lied davon zu singen! Schmähungen gegen den Ehemann. Kurz vor ihrer UeberDeshalb wäre es in anbetracht der Temperaturverhältnisse und was bei der Fabrikation von Schund- und Schleuderwaaren an führung nach dem Krankenhaus am Urban gestand sie zu, den wünschenswerth, wenn die Antragsteller auf die namentliche Ab- Arbeitslöhnen gezahlt wird, wissen unsere Leser selber am besten. Sprung aus dem Fenster freiwillig gemacht zu haben. Wie feststimmung verzichteten. In der Unternehmersprache nennt man dieses Verbilligungs" gestellt wurde, hat sie auch die Thürfüllungen selbst ein= Verfahren Verminderung der Produktions- und Vertriebfosten". geschlagen. Abg. Röfice erklärt, daß er den Antrag zurückziehen würde, Die Arbeiterklasse hätte danach am allerwenigsten Veranlassung, wenn er nicht wüßte, daß er von anderer Seite sofort wieder diese Riesenbazare zu besuchen. Selbst wenn der Einzelne einen Einen schaurigen Selbstmordversuch unternahm Mittaufgenommen würde. augenblicklichen Vortheil davon hätte, der Vortheil" ist, wie woch Abend gegen 6 Uhr ein 33 Jahre alter Mann vor dem Ueber den Antrag Röfice- Carolath foll namentlich abgesagt, noch sehr fraglich, so hat doch die Arbeiterklasse in Bahnhofe in Bantow. Als er einen Bug heranbrausen hörte, ergestimmt werden. Die Abgg. v. Kardorff und Richter ihrer Gesammtheit bestimmt Nachtheil davon; denn nur wenn fletterte er die Böschung und legte seinen Kopf auf die Schienen, beantragen die namentliche Abstimmung auf morgen zu vertagen solche billige" Waare willige Abnehmer findet, tönnen Fabrikanten um die Maschine darüber hinweggehen zu lassen. Etwa dreißig und heute in einer nach kurzer Zeit stattfindenden zweiten und Händler das Geschäft der Ausbeutung der befitlosen Klasse mit Schritte von dieser Stelle bemerkte der Lokomotivführer den Sigung sofort die erste Berathung des Nachtragsetats und des Erfolg betreiben. Thatsächlich rechnen aber diese Magazine gerade Lebensmüden auf dem Geleise und ließ sofort die Karpenterdazu gehörigen Anleihegefezes vorzunehmen, damit dieselben der auf die Arbeiterbevölkerung. Sie sind sogar auf diese angewiesen. bremse spielen. Dadurch brachte er den ziemlich schnell fahrenden Budgetkommission überwiesen werden können. Die besitzende Klasse denkt nicht daran, dort zu kaufen. Diese Zug zum Stehen, konnte aber nicht verhindern, daß die Ma Magazine rechnen leider auch nicht vergeblich auf die Arbeiter schine mit den Besenhaltern den daliegenden Mann erfaßte und bevölkerung. Wertheim und Lubasch wissen ganz genau, aus in großem Bogen die Böschung hinabschleuderte. Die Bahnwelchen Kreisen ihnen die Kunden zuströmen und warum es polizei nahin sich des Unbekannten an und ließ ihn nach der 6. Sigung vom 13. Juli, Nachmittag3 54 Uhr. gerade Abends, nach Schluß der Fabriken, Werkstätten und Charitee befördern. Hier wurden an verschiedenen Körpertheilen Am Bundesrathstische: v. Bötticher, Bayrischer Kriegs- Arbeitsstuben, wenn sich ein endloser Strom von müden Arbeitern schwere äußere Verlegungen festgestellt, die immerhin fraglich erminister General v. Asch, Sächsischer Kriegsminister v. d. Planiß, und Arbeiterinnen durch die Rosenthalerstraße dem Gesund- scheinen lassen, ob der Verwundete mit dem Leben davon Graf Lerchenfeld. brunnen und durch die Kommandanten- und Oranienstraße dem kommt. Auf furze Zeit hat er im Krankenhause das Bewußtsein Auf der Tagesordnung steht die erste Berathung des Na ch- Kottbuser Thore zuwälzt, am vollsten bei ihnen ist. Die Käufer wieder erlangt und sich als den Arbeiter Ludwig Fischer austragsetats und des Anleihegesehes. fommen nicht ganz freiwillig. Aber sie müssen kommen, weil gegeben. Bevor er die Wohnung nennen konnte, verfiel er wieder Abg. v. Kardorff beantragt die Verweisung beider Vor- sie niemals in der Lage sind, sich größere Ausgaben zu gestatten. in Bewußtlosigkeit. Tagen an die Budgetkommission. Ihre Armuth ist den Fabrikanten und Händlern ein erwünschter Eine weitere Debatte findet nicht statt. Der Antrag wird Bundesgenosse. Gerade fie ermöglicht es ihnen, sich auf Kosten der Arbeiter zu bereichern. angenommen. Die Arbeiter müssen ihnen dazu Schluß 5 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. noch behiflich sein, indem sie sich, sei es als Produzent, sei es als ( Fortsetzung der zweiten Berathung der Militärvorlage, Inter- Konsument, ausbeuten laffen. Die Schleuderbazare sind eine der pellation Bebel betreffend den Polizeipräsidenten Feichter in häßlichsten Erscheinungen im wirthschaftlichen Leben der GegenStraßburg; zweite Berathung des Nachtragsetats und des Anwart. Sie sind eine Folge der Verarmung der Massen und Teihegesetzes.) bilden zugleich eine der Ursachen immer weiterer Verarmung. Damit schließt die Debatte. Der Antrag wird angenommen. Schluß gegen 5 Uhr. Lokales. " Depeschten. Polizeibericht. Am[ 12. d. Mts. früh sprang eine Frau von der Gozkowskybrücke in die Spree, wurde aber noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach ihrer Wohnung gebracht. Nachmittags stürzte ein zweijähriger Knabe aus dem Küchenfenster der im 3. Stock des Hauses Neue Hochstr. 40a belegenen Wohnung seiner Eltern auf den Hof hinab und erlitt hierbei Vor dem Hause Altschwere Verlegungen am Kopfe. Moabit 122 wurde eine Frau plößlich von einem OhnmachtsDer Grunewald ist doch für jeden da! Unter dieser anfall betroffen. Da sie sich nicht erholte, wurde sie mittels Ueberschrift sendet uns ein Leser folgende Buschrift: Am Droschte nach dem Krankenhause gebracht, verstarb jedoch auf Sonntag, den 9. d. Mts., machten sämmtliche Angestellte der dem Wege dorthin. Am 13. d. M. Morgens wurde vor dem National- Brauerei einen Ausflug nach Schildhorn und ver- Grundstück Kottbuser Ufer 40 die bereits start verweste Leiche Die Gewerbedeputation des Magistrats als Aufsichts- gnügten sich in den Nachmittagstunden am Fuße des Denkmals eines Mannes angeschwemmt. Im Laufe des Tages fanden behörde der Orts- Krankenkassen hat auf grund des§ 55 des berges durch Spiele 2c. Die Mehrzahl der Ausflügler, haupt- fünf Brände statt. Krantenversicherungs- Gesetzes und§ 56 des Statuts dem von der fächlich die Männer, waren zur betreffenden Zeit mehr am AbGeneralversammlung der Orts Krankenkasse der Vergolder und hange des Berges, die anderen, hauptsächlich Frauen und Kinder, Berufsgenossen gefaßten Beschlusse, daß diejenigen Arbeitgeber, mehr nach dem Wasser auf der ebenen Wiese gerstreut, als welche die Eintrittsgelder und Beiträge nicht zum Fälligkeits: plöblich ein Soldatentrupp, etwa 100 Mann von der Militärtermine eingezahlt haben, für die der Zwangsvollstreckung vorauf- Schießschule, mit einem Betreßten an der Spize von der einen ( Depeschen des Bureau Herold.) gegangene Mahnung eine Gebühr zu entrichten haben, ihre Zu- Seite auftauchte, einen Augenblick Halt machte und dann auf timmung ertheilt. Für die Mahngebühren gilt folgender Tarif: Kommando des Betreßten in starkem Laufschritt über die Frauen Lemberg, 13. Juli. Infolge des heftigen Auftretens der bis 3 W. einschließlich 10 Pf.; für 8 bis 15 M. einschließ- und Kinder wegstürmte, mehrere dabei unistoßend. Hätten die lich-20 B; für 15 m. bis 150 m. feinschließlich 40 Pi.; Leute ein Wort gesagt, wir hätten ihnen gerne zu ihrer Atteque Cholera in Podolien sind die Schuhvorkehrungen an der Grenze 20 Bf ,; für 15 m. bis 150 m. einschließlich- 40 Pi über 150.75 Pf. Diese Mahngebühren werden in der den Platz geräumt, doch hielten sie es für besser, geradeaus verschärft worden. über die Petersburg, 18. Juli. Jn Podolien sind in letter Woche am Boden Liegenden hinwegzulaufen. Was selben Weise wie die Rückstände beigetrieben, nicht lag und nicht schnell genug retiriren konnte, wurde mehrere hundert Personen an Cholera erkrankt. In Petersburg Kein Nothstand in Berlin. Gine eigenartige Jllustration umgestoßen. Ein Wunder ist es, daß fein Unglück dabei wie in Nischni Nowgorod sind bisher nur vereinzelte CholeraErkrankungen vorgekommen. zu diesem unvergeßlichen Ausspruche liefert auch der diesjährige passirt ist. Unter den Ausflüglern war und ist man allgemein Petersburg, 13. Juli. Der Finanzminister verfügte eine Bericht der Berliner Stadtmission, in welchem u. a. gesagt wird: der Ansicht, daß das Militär fie provoziren wollte, ohne den Ein Stadtmissionar fand im letzten Winter bei seinen Armen- geringsten Grund dazu zu haben. Vom Braumeister über ihr Be- Ermäßigung der Frachttarife auf den Bahnen, die nach den besuchen in acht Tagen 17 arbeitslose Familien. Ein Bäcker nehmen zur Rede gestellt, antwortete der Unteroffizier ganz Balkanstaaten transportiren, um eine Ronkurrenz mit anderen erzählte, es feien ihm an einem einzigen Tage 50 Brote übrig ironisch: Der Grunewald ist doch für jeden da! Nach diesem nach dem Balkan importirenden Staaten möglich zu machen. Christiania, 13. Juli. Die Regierung hat die Niedergeblieben; das habe er noch nicht erlebt, so lange sein Geschäft Vorfall scheint der Grunewald allerdings nur für das Militär bestehe. Das läßt doch darauf schließen, daß Leute, die sonst da zu sein. Wären die Ausflügler nicht besonnener gewesen, als legung des Silberbergwerkes Kongsberg in Erwägung genommen, fauften, hungrig blieben. Einer von unseren Brüdern berichtet, die Herren Soldaten, dann hätte es eine schöne Reilerei abgegeben, wodurch mehrere hundert Arbeiter broflos werden würden. Im noch nie, wie in diesem Winter, habe er weinende Männer ge- denn unter den Ausflüglern befanden sich eine ganze Menge vorigen Jahre ergab die Silberproduktion schon einen Fehlbetrag sehen, weinend über ihre Brot- und Arbeitslosigkeit. Dabei sind derber Bierfäuste, die den Militärs beim zweiten Male diese von ca. 70 000 kronen. uns Familien begegnet mit neun, mit zwölf Kindern, die Monate Rohheit jedenfalls verleidet hätten. lang ohne Unterhalt waren. In dem einen Hause erhielten zwei Betreffs der Konfiskation der Nummer 28 des fleine Knaben nothdürftig ihre Eltern wochenlang, indem sie bei bitterer Stälte ohne Ueberzieher, mit zerriffenen Stiefeln, fast auf" Sozialist" ist jetzt der Redaktion desselben die nähere BeStrümpfen, früh und spät umherliefen, um Beitungen auszu- gründung zugegangen. Hauptsächlich ein Artikel, Futtermangel" tragen. In einer anderen Familie waren es drei Lehrlinge, die überschrieben, wird als aufreizend bezeichnet und zwar soll durch denselben eine Aufreizung des Bauernstandes zu Gewaltthätigmit dem Bischen, was ihnen der Meister gab, alle ihre Ange- teiten gegen Staat und Gesellschaft erfolgt sein, welchen die hörigen, vierzehn Röpfe, ernähren mußten. Es war in der That ein furchtbarer Jammer, der über Tausenden lag. Schuld am augenblicklichen landwirthschaftlichen Nothstand zu Fast noch schlimmer als die Nahrungslosigkeit hat die große geschoben werde. Brüffel, 13. Juli. Gestern begannen die Verhandlungen des Stempelprozesses vor dem hiesigen Appellhof. Dieselben beanspruchen mehrere Sigungen. Paris, 18. Juli. Der Senat beschäftigte sich mit der zweiten Lesung des Gesetzes betreffend Schaffung einer Alters- und Unterstützungskasse für Bergarbeiter. Paris, 13. Juli. Es verlautet, der Justizminister werde in den nächsten Tagen dem Präsidenten Carnot ein Dekret behufs Begnadigung der verurtheilten Studenten unterbreiten. Rondon, 13. Juli. Etwa 2000 Delegirte aus Colorado wohnten gestern dem Kongreß betreffend die Silberfrage bei. Kälte auf die Leute gedrückt. In einer Familie war wenig Haus- Die Generalversammlung der Freien Vereinigung Der Gouverneur hielt eine Rede, in welcher er sagte, wenn die rath; sechs Stühle waren alles. Fünf davon sind im Laufe des der Bureau- Angestellten" hat den Sozialdemokraten Vereinigten Staaten teine selbständige Politik durchführen könnten Winters in den Ofen gewandert; die Leute hatten kein Holz, Kunkel aus dem Verein ausgeschlossen, weil er politische und immer von fremden Mächten abhängen sollten, wäre es um zu heizen. In einem elenden Stübchen fand der Stadt. Momente in die Verfolgung von Berufsinteressen getragen und besser, Krieg zu beginnen und sein Blut zu vergießen, als seine miffionar eine richtige Eisbahn. Das kleine Kind hatte aus dadurch die Vereinigung schwer geschädigt habe." Wenn dieser Freiheit zu verlieren. Bersehen den Wassereimer umgeworfen. Bei der graufigen Kälte Beschluß aus einem Kriegerverein fäme, hätte er nichts war das Wasser gefroren, und die Leute hatten nicht soviel Holz, Ueberraschendes, bemerkt hierzu die Volts- Zeitung". um heißes Wasser zu machen und das Eis aufzuthauen! Aber trotz alledem einen Nothstand gab es nicht und giebt es Angeschwemmt wurde gestern früh um 41/2 Uhr im Landnicht, obgleich, abgesehen von der Kälte, die Noth jezt noch ge- wehrkanal vor dem Grundstück Kottbuser Ufer 40 die im vor rade so groß ist, wie im Winter! Und immer mehr Steuern, geschrittenen Zustande der Auflösung befindliche Leiche eines und immer neue Lasten werden dem Bolte auferlegt, und wer sie Mannes. In den Kleidern wurden Papiere gefunden, die auf befürwortet, das ist in erster Reihe der Vater der Stadtmission, den 29 Jahre alten Fleischergesellen Karl Klaumann, Kottbuser derselbe Stöcker, der diese Nothstandsberichte veröffentlicht. ftraße 38, hinweisen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) London, 18. Juli. Nach einer Depesche der Times" aus Bangkot vom heutigen Tage weigert sich die fiamesische Regierung, der Forderung des französischen Gesandten, noch zwei französischen Kanonenbooten die Fahrt auf dem Menam- Flusse zu gestatten, nachzukommen. Die Dampfer Inkonstante" und" Comète" werden morgen hier erwartet. Falls dieselben versuchen sollten, einzulaufen, würde die Barriere geschlossen werden. 免費 Paris. Der Rongreß der Arbeitsbörse faßte feinerlei Beschlüsse und richtete an die Presse die Aufforderung, unbedeutende Vorfälle ihrem Werthe nicht zu überschäzen. Der Delegirte Lellorrain bedrohte die Journalisten mit thätlichen Züchtigungen, wenn er mit ihren Berichten nicht zufrieden sein sollte. Die Journalisten erKlärten hierauf, daß sie fortan den Sigungen des Kongresses nicht beiwohnen würden. Ein Antrag Lellorrain, zum Widerruf feiner Aeußerung aufzufordern, wurde abgelehnt. Paris, 13. Juli. Heute wurde in Saint Denis der Kongreß der sozialistischen Munizpalräthe von Frankreich, etwa 100, eröffnet. Den Vorsiz übernahm der Maire. Lissabon, 13. Juli. Die Kortes nahmen heute die Vorlage an, durch welche die Regierung ermächtigt wird, die Verhältnisse der Königlich Portugiesischen Eisenbahn- Gesellschaft zu regeln und den Kontrakt über die Arbeiten im Hafen von Lissabon einer Revision zu unterziehen. Der Schluß der Kortes soll am Sonnabend erfolgen. Sapfen. Arnstadt. Sie wollen wissen, wie viel Zapfen resp. Büffets bei dem Feste der Arbeiter- Bildungsschule in Schloß Schönholz nöthig waren? Um uns um dergleichen Fragen zu fümmern, ist doch unsere Zeit zu viel von ernsteren Dingen in Anspruch genommen. R. M. Berliner Arbeitern, die auf Artikel der Deutschen Arbeiter- Zeitung", die ihnen von den Fabrikanten zugestellt wird, reinfallen, ist nicht zu helfen. Dergleichen Schandartikel gegen die Sozialdemokratie ziehen heute ja kaum mehr in Hinterpommern. Brademann. Tragen Sie die Sachlage zwischen 12 und 1 Uhr uns vor. Ihre brieflichen Darlegungen find unklar. Husfitenstr. 18. Das Strafmandat ist mit Recht Ihnen zugegangen. Hein. Durch allwöchentliche Empfangnahme des Geldes vergeben Sie Ihrem Rechte auf Kündigung erst zum 1. Oktober nicht 3. Für den Fall des Konkurses müssen Sie Ihre Forderung als bevorrechtigte anmelden. Kurth. Auch die Frau haftet. A. G. 1. An das Amtsgericht Ihres Wohnsizes. Rechtstrafts- Attest muß vorliegen. 3. Ausführlich unter " Legitimation unehelicher Kinder" beantwortet. Knobloch. Briefliche Auskunft tann, wie doch häufig genug an dieser Stelle hervorgehoben ist, nicht ertheilt werden. Gin polizeiliches Führungsattest muß die Bestrafungen entK. Ob ein Schußmann monatliches oder vierteljährliches Gehalt erhält? Das kann Ihnen jeder Schuhmann sagen. 102. Das Ehescheidungsrecht für Elsaß- Lothringen ist ein anderes als das für Dresden und ein anderes als das für Preußen geltende; ebenso ist das sächsische vom preußischen verschieden. In Kürze die Unterschiede darlegen, ist unmöglich. halten. E. S., Gitschinerstraße. Jede Geburt eines Kindes ist innerhalb einer Woche dem Standesbeamten des Bezirks, in Konstantinopel, 12. Juli. Der Sanitätsrath hat die ärzt- welchem die Niederkunst stattgefunden hat, anzuzeigen. Die Anliche Inspektion der Provenienzen aus Desterreich- Ungarn und zeige muß von dem Verpflichteten selbst oder durch eine andere Italien angeordnet. aus eigener Wissenschaft unterrichtete Person mündlich geschehen. New York, 13. Juli. Dem„ New- York Herald" wird aus 3ur Anzeige verpflichtet sind in der Weise, daß die Verpflichtung Managua gemeldet, daß der Bürgerkrieg in Nicaragua wieder der später genannten Personen erst eintritt, wenn ein früher ausgebrochen sei. Die Einwohner der Stadt Leon hätten sich genannter Verpflichteter nicht vorhanden oder an der Erstattung gegen die neue Regierung erhoben, Präsident Machado werde in der Anzeige behindert ist: 1. der eheliche Vater, 2. die bei der Leon gefangen gehalten. Regierungstruppen seien nach Leon Niederkunft zugegen gewesene Hebeamme, 3. der dabei zugegen gewesene Arzt, 4. jede andere dabei zugegen gewesene Person, Denver( Colorado), 13. Juli. Die hier abgehaltene Silber- 5. die Mutter, sobald sie dazu im stande ist. Bei Geburten in fonvention nahm eine Adresse an das Volk an, in welcher er öffentlichen Anstalten hat nur deren Vorsteher die Anzeige zu flärt wird, die Bewegung zu gunsten der Aufhebung der Sherman erstatten. Afte sei das Ergebniß einer Verschwörung, von der das VorM. 100. Da wir Vierblattspiel und dergleichen nicht gehen der indischen Regierung einen Theil bilde; die Adresse hebt fennen, fönnen wir Ihnen auch nicht mittheilen, ob dasselbe die verhängnißvollen Wirkungen hervor, welche die bedingunge ein Hazardspiel ist. lose Aufhebung des Silberantaufgesetzes hervorbringen würde. Die Konvention vertagte sich sodann.( Die nordamerikanischen Silberbarone sind außer sich über ihre Niederlage. D. Red.) beordert worden. Briefkaffen der Redaktion. C. R. 1. Die Klage hätte Aussicht auf Erfolg. 2. Wegen des Betreffenden müßten Sie sich an den zuständigen Berliner Vertrauensmann wenden. Verlag des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Walter. 1. Die Wöchnerinnen haben leider fein Klagerecht mehr. Versuchen Sie eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Das Material wird wenn möglich im Reichstag Verwendung finden. Besten Dant. 2. Das polizeiliche Ersuchen über die Vertheilung der Wahlaufrufe Aufschluß zu geben" wird am besten etwa damit beantwortet:„ Ich lehne jegliche Erklärung ab, und ersuche um Aufschluß über die Gründe für den Glauben der Polizei behörde, befugt zu sein, solche Frage an mich zu stellen." C. 2. 1. Ja, soweit die Rückstände sich auf die letzten drei Monat e beziehen. 2. Durch 1 beantwortet. 3. G3 existirt feine polizeiliche allgemeine diesbezügliche Vorschrift. 4. Ja. H. G. Als Schwager sind Sie, falls nicht etwa das Testament dies bestimmt, nicht Erbe, haben also auch keine Erbschaftssteuer zu zahlen. M. B. 36. Ja. Inwissender, Höchstestraße. Die betreffenden Gegenstände sind nicht ohne weiteres verfallen; Sie haben jedenfalls für den Fall der Versteigerung Anspruch auf den überschüssigen Erlös. Wenden Sie sich an die Pfandanstalt und fragen Sie eventuell| toftet nichts. unter genauerer Darlegung des Sachverhalts an. Fröhlich. Die neuliche Antwort fann lediglich wiederholt werden. Weder eine gerichtliche Klage noch der Austritt aus der Kirche würde Ihnen helfen, wenn, wie es scheint, auf dem Grundstücke( sobald es bebaut wird oder sonst) die betreffende Last ruht. H. in K. 10 Prozent. Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. Wir empfehlen unseren Parteigenossen zum Studium und zur Verbreitung: Wilh. Liebknecht's Schriften. Volks- Fremdwörterbuch. 6. Auflage. Broschirt in 12 Heften à 20 Pf. Gebunden 3,-. Hochverrath und Revolution. . -, 30 " Eine ungehaltene Vertheidigungsrede gegen die Anklage des Hochverraths und wider die staatsanwaltliche Polizeiauffassung, Sochverrath und Revolution seien gleichbedeutende Begriffe. Revolution von unten" nämlich. Zur Grund- und Bodenfrage. 2. Auflage.. -, 50 M. Eine Bertheidigungsschrift für die Beschlüsse des Baseler Kongresses der Internationalen Arbeiter- Assoziation auf Vergesellschaftlichung des Grund und Bodens unter Beibringung eines überreichen historischen Materials. . Wissen ist Madt- Macht ist Wissen. Festrede gehalten zum Stiftungsfest des Dresdener Bildungsvereins am 5. Februar 1872. 9. Auflage. -, 30 M. Eine scharfe, quellenmäßige Kritit, was unser Staat für Bildungszwecke und was er für Militärzwecke aufbringt, und eine glänzende Rechtfertigung der Betheiligung der Arbeitertlasse an den politischen Kämpfen der Gegenwart. • Die Emser Depesche oder wie Kriege gemacht werden, 3. Auflage. -, 30 M. Besonders für die jüngere Generation liefert die Broschüre einen lehrreichen Beitrag zur Geschichte des deutsch- französischen Krieges. Robert Blum und seine Zeit. Brosch. in 6 Heften à 25 Pf. Gebunden 2,- M. Darstellung seines Lebens und Wirkens in der Zeit der deutschen Revolution und zugleich ein Stück Geschichte der 48 er Bewegung. Zu Schutz und Truk. Festrede gehalten zum Stiftungsfest des Crimmitschauer Volksvereins am 22. Oftober 1871. 6. Auflage.. -, 25 M. Legt in allgemein verständlicher Form die Ziele und die Weltanschauung der Sozialdemokratie dar. Ueber die politische Stellung der Sozialdemokratie, insbesondere mit Bezug auf den Reichstag. Ein Vortrag, gehalten in einer öffentlichen Versammlung des demokratischen Arbeitervereins zu Berlin am 31. Mai 1869. Mit Vorwort und einem tragikomischen Nachspiel. --, 10 M. • . Für die Geschichte der Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie und der Taktik der deutschen Sozialdemokratie ist diese in jüngster Zeit vielzitirte Broschüre ein werthvolles historisches Dokument. Robert Owen. Sein Leben und sozialpolitisches Wirken. Zwei ausgegrabene Stizzen. Mit 2 Abbildungen. 72 5.-, 30 M. Das Alters- und Invaliden- Versicherungs- Geseh. Vortrag, gehalten am 13. August 1888 in einer öffentlichen Volts. versammlung in Wurzen. 3. Aufl. 32 S. -, 10 M. Ein Blick in die Neue Welt. Elegant geb.. 3, M. " • " Das Buch ist in hohem Grade lesenswerth. Es enthält gerade das, was die gewöhnlichen Reisebeschreibungen nicht enthalten: einen ruhigen, objektiven Blick, eine streng sachliche Würdigung aller möglichen kleinen und großen Vorkommnisse, die Vermeidung alles unnügen Ballastes und erzeugt auf diese Weise im Leser mit den denkbar einfachsten Mitteln den Eindruck vollendeter Wahrheit." Stuttgarter Beobachter". Bum 18. März und Verwandtes. 46 Seiten brosch.-, 20 m. Die wahrhaftige Lebensgeschichte des Jofua Davidsohn. Aus dem Englischen überseht von Natalie Liebknecht. Mit einem Vorwort von Wilh. Liebknecht --, 30 M. 3or, Die Ritter der Arbeit. Nach dem Amerikanischen. Uebersetzt von Natalie Liebknecht. 1,- M. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Aufträgen von außerhalb ersuchen wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages( Porto extra). Es Briefkaffen der Expedition. Gust. St. Bauken. Die betr. Sendung der Flugblätter B. W. Ein Gesetz über Erbschaftssteuer existirt nicht. Die Vormundschaftsordnung kostet M. 1,50. A. B., Freiburg i. B. Wenden Sie sich an die Freie Vereinigung der Kaufleute Berlins" oder an den Vertrauensmann der Kaufleute, Herrn Julius Türk, Berlin SW, Solmsstraße 24. Stellmacher. In Ihrer Annonce fehlt Datum und Lokal Soeben erschien im Verlag der ,, Münchener Post": Die Bewegung der Parteien bei den Reichstagswahlen 1871-1893. Graphisch und in Mehrfarbendruck dargestellt. Preis 20 Pfennig. E Die Sklaven- Aufstände des Alterthums. Vom sozialen Gesichtspunkte aus dargestellt von Ernst Frank. 13. Auflage. Preis 40 Pfennig. Durch alle Kolporteure und Buchhandlungen zu beziehen. Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. 4541L Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Soeben erschien: Heft 47 der 401/ 6* Reden und Schriften Ferd. Lassalle's ( Vollständig in ca. 50 Heften à 20 Pf.) Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Zeitungsspediteure und Rolporteure entgegen. Jamaica- Rum, Naether& Krausse Anflamerstr. 44 an der Brunnen- Straße. Billigfte Bezugsquelle für Uhren. Reparaturen gut und billig. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswah!! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. Bitte lesen Sie! Jedem Genossen, der billig und gut faufen will, empfehle mein sehr reichh. Lager von ca. 1000 Sommer- Paletots, 2000 Anzüge, sowie einzelne Röcke, Jaquets, Hosen, Westen 2c. Ferner Uhren, Ketten, Ringe, Betten, Wäsche, Stiefel, Süte, Reise- u. Holzkoffer, Waschkelsel 2c. Sämmtliche Sachen in alt und neu, auch werden verfallene Pfänder verkauft. A. Wergien, [ 131M Schneidermeister und ParthiewaarenHändler, 37681.* echt Verschnitt u. Fac., Literfl. 1,10. 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. 127 Staligerstraße 127. Tokayer, med. süßer Ungarwein, Literft. M. 2,10. Himbeer, Kirsch-, Johannisbeersaft, Liter M. 1,20. Echt Stonsdorfer Bitter- Likör, Liter 1,20, 5 Str. 5,50, 10 2tr. 10. Cognac fine Champagne, 3/4 Literfl. 3,50, 4,50, 5,50, 7,50, 12. Eugen Neumann& Co., 6a. Belle- Alliance- Play 6a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 8. Oranienstr. 8. Oranien- Bad Oranienstrasse 44. Abonnements I. RI. 60 Pf., II. KI. 3 Bäder 1 M. Dampfkasten- Bäder. Einpackung und Massage. # Leitungswaffer. E 4310L* Martin Klein, Vereinszimmer( Pianino) FriedenUhrmacher, 3544L 25 Neue Hochstr. 25 empfiehlt fein Lager aller Arten Wand- und Taschen- Uhren. Reparaturen zu soliden Preisen Rechtsbureau des Königlichen Amtsrichters a. D. Alte Jakobstraße 130. Gewissenhafter Rath in allen Angelegenheiten. Unbemittelten unentgeltlich. Auch Sonntags. 673b straße 74. 861b* Größtes Lager Berlins Bestellungen nach Maak werden gut und billig ausgeführt. Bitte sehr, recht genau auf Namen und Hausnummer zu achten. Steppdecken Schlafdecken und ( mit kleinen Farbenfehlern) spottbillig in der Deckenfabrik von J. Brünn, Hackescher Markt Nr. 4. ( Stadtbahnhof Börse.) Sophastoff- Reste Kinderwagen. Andreasftr. 23. Hp in Rips, Daman, Crêpe, Fantaße, zu Betten, feiner Stand, neu, sof. 22 M. Gobelin, Plüsch und bunten Proben franks! au vert. Brigerstr. 10, v. part. 18726 Mocquets spottbillig! Emil Lefèvre, Berlin S., Arbeitsmarkt. Krauserinnen für Straußfedern, echt und unecht, finden wenn geübt, dauernde und bestbezahlte 855b Alte Stiefel gr. Ausw., Reparatur Beschäftigung. ut. Best. reell u. billig. W. Freystadt, Straußfedern- Fabrit, Runge, Naunynstr. 2. 874h Küchenmöbel[ 3276 einfache u. elegante, 3. bill. Breifen empf. W. Neumann, Tischlmstr., Oranienst. 186. Neu renovirte prächtige Wohnungen zu 50, 60 Thlr. zu vermiethen. 732b Hennigsdorferstr. 24. Oranienstraße 158. 1 Stand Betten, 1 1 Paar feine Steppdecken, 2 Dh. neue Handtücher und einige bunte Tischdecken spottbill. 3. verf. Prinzenstr. 66, II. r. 63öll. Kommandantenſtr. 80/81. Preßkohlen soll. Senftenberg. Waare 1000 4,50 m. ab Plaz 862b Eine alte deutsche Feuer- Vers.- Gesell- frei, m. paden 6 M. liefert H. Buxbaum, fchaft sucht für Berlin u. die Proving Oranienstr. 187. thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. Schlafft. f. Hrn. zu verm. b. Wittwe Hohe fortlaufende Bezüge event. auch Westphal, Gertraudtenstr. 26, vorn III. festes Gehalt werden zugesichert. Offerten unter 0. P. 2 nimmt die Freund!. Schlafft. f. Hrn. zu verm. Expedition entgegen. 43632 F. Eckhardt, Prinzessinnenstr. 7, v. III. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 語 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 163. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Sigung vom 12. Juli. Kammer II. Freitag, den 14. Juli 1893. 10. Jahrg. Soziale Lebersicht: Gendarmen angestellten Ermittelungen im Widerspruch. Die die Aufhebung des Urtheils. Das Reichsgericht entsprach Angeklagten hatten auch bei ihrer ersten Vernehmung zugestanden, diesem Antrage und verwies die Sache an das Landgericht das Fleisch an verschiedene Personen verkauft zu haben, und zwar zurück. Der Weber Balcke flagte gegen den Fabrikanten Seelig, der ihm zum Preise von 40 Pf. pro Pfund. Frau Werner scheint den 6. M. Lohn vorenthalten hat, auf die Herauszahlung dieser schwunghafter gewesen zu sein, denn es ist festgestellt, daß die Vertrieb des Fleisches besorgt zu haben und der Handel ein sehr Summe. Den Behauptungen des Beklagten nach hat Balcke verschiedene Sommerwaaren so hergestellt, daß sie nach Länge be- Angeklagte über Baarmittel in Höhe von 2000 m. verfügte, ziehungsweise Gewicht nicht dem ihm zur Verfügung gestellten Sicherheit zu bringen verstanden hat. Die Diebstähle wurden in welche sie noch rechtzeitig vor der haussuchenden Polizei in Rohmaterial entsprachen. Beklagter schob Kläger die Schuld der Weise verübt, daß Lucht und Törlig nach Schluß der AbEin Bild von dem elenden Dasein, das die Masse der daran zu und hielt sich durch ihn geschädigt. Der Kläger bestritt beckerei durch ein Fenster einstiegen. Der Inspektor der Ab- deutschen Arbeiter im Reiche der Gottesfurcht und frommen Sitte die Schuld daran zu tragen und führte den angeblichen Schaden deckerei, Schröder, bekundete, daß das Abdeckerei- Fleisch solches zu führen gezwungen ist, bietet die vom Zentralblatt für das des Herrn Seelig auf knappes Materialzumessen desselben und auf nicht zu verhindernden Materialverschleiß im Arbeitsprozeß tommt aber auch gesundes Fleisch auf die Abdeckerei, welches wegen Tagelöhne gewöhnlicher Tagearbeiter, ein Bild, so beschämend, auf nicht zu verhindernden Materialverschleiß im Arbeitsprozeß ist, welches hier auf dem Biehhofe zurückgewiesen wird. Mitunter Deutsche Reich" veröffentlichte Uebersicht über die ortsüblichen zurück. Der behauptete Schaden ließ sich nicht nachweisen, da Verdächtig für daß man sich in der That fragen muß, ob die Zahlen, die sich feine Buchungen über das herausgegebene Rohmaterial und über formeller Fehler mit Beschlag belegt worden ist. sein Verhältniß zur fertigen Waare gemacht worden waren. Frau Werner ist es, daß dieselbe zu der Zeit, als ihr Ehemann hier dem Auge präsentiren, Deutschland in der That berechtigen, Nach diesen amtlich ermittelten Seelig wurde verurtheilt, die 6 M. an Balcke zu zahlen und die verhaftet wurde, einen Posten Fleisch schleunigst zu einem Restau- sich ein Kulturland zu nennen. Kosten zu tragen. Die Begründung des Urtheils ging dahin, wolle. Dem früheren Inspektor der fiskalischen Abdeckerei, Männer meistens zwischen 1 und 2 Mark und erreichen Kosten zu tragen. Die Begründung des Urtheils ging dahin, rateur brachte und ihm freifstellte, damit zu machen, was er Daten schwanken die ortsüblichen Tagelöbne erwachsener daß Kette und Schuß hätten gewogen werden müssen, Treff3, ist Werner auch schon verdächtig geworden, weil er nur in den seltensten Fällen, soweit einige größere dann hätte Beklagter feinen Schadenersatz- Anspruch be- wiederholt in der Nähe der Abdeckerei sich aufhielt. Das Ghe- Städte mit ihren Vororten in Betracht kommen, die fabelhafte gründen können; so sei dies aber nicht möglich gewesen. Kammer I. Der Zuschneider Dietrich klagte gegen den paar Werner blieb dabei, daß das Abdeckerei Fleisch nur als Höhe von 3 M. In Berlin zum Beispiel, der theuersten Stadt Raufmann Lehmann, behauptend, er sei bis zum Oktober dieses Hundefutter verkauft worden sei und berief sich auf mehrere Deutschlands, wo eine elende Wohnung im fünften Stock des Jahres von diefem fest engagirt gewesen; trotzdem habe ihn der Schlächtermeister dafür, daß sie von diesen gesundes Fleisch ge- zweiten Hinterhauses nicht unter 300 m. zu haben ist, ist ein felbe Ende Mai entlassen. Er beansprucht die Weiterbeschäfti- tauft, welches sie angeblich an Schiffer absetzten. Der Staatsanwalt Lohn in Höhe von 2,70. ermittelt worden. Hier, wo der gung bis Oktober oder die Zahlung seines Gehaltes bis dahin. beantragte gegen Werner wegen Anstiftung zum schweren Diebstahl, Arbeiter relativ noch am besten gestellt ist, giebt er also den Daffelbe betrug für den Monat 200 M., so daß es sich um ein Hehlerei und Verkaufs verdorbenen Fleisches 6 Jahre Zucht dritten Theil seines Einkommens allein für Mieth: aus. Und Haus, gegen Lucht und Törlig je 1 Jahr 6 Monat das sind, wie bekannt, günstige Verhältnisse gegenüber denen, Objekt von 800 m. handelt. Der Beklagte bestreitet das feste 3 uch tha u 3, gegen Frau Werner dagegen Freisprechung, da in welchen der Arbeiter im Osten unter dem Joch des ritterlichen Engagement und meint, er habe dem Kläger nur in Aussicht ge- nicht nachgewiefen werden konnte, daß sie Kenntniß von dem Gutsherren frohndet. Selten steigt der ortsübliche Tagelohn stellt, unter günstigen Umständen bis Oktober durchbeschäftigt zu Ursprunge des Fleisches gehabt hat. Der Gerichtshof hielt dort höher als auf 1 M., ja weite Distrikte werden. Trotz der Vernehmung vieler Zeugen ließ sich nicht er- das Vergehen gegen das Nahrungsmittel- Gesetz nicht für aus- giebt es 100 er noch unter 1 Mark beträgt. Go in weisen, welche der gegentheiligen Behauptungen der Wahrheit entspricht und blieb so nur die Eideszuschiebung übrig. Der reichend erwiesen und verurtheilte die drei ersten Angeklagten einigen Gebieten Schlesiens, wo 85 Pfennige als ortsüblicher Betlagte wird in einem neuen Termin seine Aussage zu be- nur wegen wiederholten schweren Diebstahls und zwar Werner Tagelohn gelten. Muß man sich da nicht fragen, ob Derjenige, 3 Jahren Buchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, der mit diesem Bettelpfennig sich selber und seine Familie erschwören haben; nämlich daß es nicht wahr sei, daß zucht und Tör! i zn je 1 Jahr 6 Monaten Gefängniß. nähren soll, wirklich noch das Bewußtsein haben kann, daß er er den Kläger bis zum Oktober als Zuschneider fest Mensch ist? Wahrlich, aufs höchste muß unter solchen Umständen angagirt habe. Leistet er den Eid, dann wird der Frau Werner wurde freigesprochen. bewundert werden, daß die Arbeiter in den östlichen Provinzen Kläger kostenpflichtig abgewiesen, leistet er ihn nicht, Der Schwindel mit einem Extrablatte, welches ein noch die Energie haben, den unmenschlichen Zuständen dann wird er verurtheilt, diesen vom Tage der Eides- Attentat auf den Kaiser von Rußland meldete, beschäftigte gestern in ihrer Heimath den Rücken zu leistung ab bis zum 1. Oktober unter den alten Bedingungen zu in der Berufungsinstanz die 6. Strafkammer des Landgerichts I. Lebensunterhalt in den größeren Städten oder im Westen beschäftigen bezw. ihm das entsprechende Gehalt zu zahlen. In Das Aufsehen erregende Extrablatt wurde am 31. Januar in der überhaupt zu suchen. Harren hier ihrer auch neue Sorgen, diesem Falle ist hiervon das abzuziehen, was vom Kläger in der Gegend des Oranienburger Thores von den Druckschriften- so lernen sie doch mit der Zeit durch das ihnen von den einZwischenzeit anderswo verdient wird. Händlern Hecht und Polster überlaut ausgebrüllt. Der In- heimischen Arbeitern gegebene gute Beispiel, sich an menschlichere Kammer V. Der Werkführer Sendowsky wurde mit einer halt desselben entsprang der Phantasie des Druckschriften- Händ- Bedürfnisse zu gewöhnen, und, gehoben durch den Einfluß der Klage auf Erstattung einer Lohnentschädigung von 100 M. abge- lers Hebel. Dieser war in arger Geldklemme und hatte sich Sozialdemokratie, eine der edelsten Tugenden, das Selbstbewußtwiesen; er war plöglich von dem Beklagten, Metallwaarenfabrikant das Attentat auf dem Czarewitsch als probates Mittel erdacht, sein, zu üben. Dafür, daß die Arbeiter auch im Westen und in Düring, entlassen worden. Die Abweisung erfolgte, weil durch um zu einem anständigen Posten Geldes zu kommen. Er den größeren Städten sich nicht der gesättigten, trägen Ruhe hindie eibliche Vernehmung eines Zeugen als erwiesen angenommen ging zu dem Buchdruckereibesitzer Dittbrenner und veranlaßte geben, sorgen schon die Unternehmer, die es meisterhaft verstehen, wurde, daß der Kläger den Beklagten schwer beleidigt hat. Er diesen zur schleunigen Herstellung von Extrablättern, indem im Kampfe mit den Arbeitern um die Lohn- und Arbeitshatte ihm nämlich vorgeworfen, daß er ein Blutsauger sei, und er geheimnißvoll andeutete, daß er die Thatsache des Attentats bedingungen die Oberhand zu behalten. In dem Gebiet zwischen behauptet, daß er vor der Pleite stehe und sein Ingenieur ein durch die Indiskretion eines Telegraphenbeamten verdanke, der dem Unterlauf der Oder und der holländischen Grenze Falschmünzer sei. die betreffende nur für den Kaiser bestimmte Depesche befördert bilden 1 m. 50 Pf. bis 2 M. die Regel, zum theil steigt der hatte. Trotzdem der von Hebel verfaßte Extrablatt- Artikel von Lohn auf 2,50 W. und wie gesagt, in ganz seltenen Fällen Das Schwurgericht des Landgerichts I hatte sich in zwei orthographischen Fehlern wimmelte, ftellte Dittbrenner doch guten so in Hamburg, wo, nebenbei bemerkt, die Arbeiter gewerkschafttägiger Verhandlung mit einer Anklage wegen Meineids und Muthes die Extrablätter her und der Spektakel ging in Berlin lich noch verhältnißmäßig am besten organisirt sind, auf 3 M. Berleitung zum Meineide zu beschäftigen, die sich los. Das Schöffengericht hatte s. 3. Hebel wegen Betruges Der Regierungsbezirk Potsdam, die Provinz und das Königreich gegen den früheren Bureauvorsteher Gustav Sönig richtete. zu 9 Monaten Gefängniß, Hecht wegen groben Unfugs zu Sachsen, Braunschweig, Thüringen und Anhalt weisen recht verDer Angeklagte war mit dem Schlächtermeister Schütz befreundet 6 Wochen Haft und Polster zu 5 M. Geldbuße verurtheilt. schiedene Verhältnisse auf. Im allgemeinen schwanken auch hier worden. Der letztere wünschte seine schlechte Lage durch eine Gegen Diftbrenner wurde wegen Theilnahme am Betruge die Löhne noch zwischen 1 und 2 M., um sich dann in den reiche Heirath zu verbessern und mit Hilfe des Angeklagten und Gewerbevergehen auf 300 M. Geldbuße erkannt. Das Gericht Industriestädten auf 2,50 M. und auch auf 3 M. zu heben. In Westgelang es ihm auch insoweit, als er eine Frau mit soviel Ber- nahm an, daß er in betrügerischer Absicht seine Druckfirma so und Süddeutschland herrscht ein Lohn von 1,50-2.vor, im rheinischmögen erhielt, daß er ein Geschäft in Weißensee damit gründen flein unter das Extrablatt gesetzt hatte, daß sie nicht zu entwestfälischen Industriegebiet und in mehreren sonstigen fleinen konnte. Die Frau Echüß war aber vorsichtig genug, das Geziffern war. zut und Bezirken beträgt er im Durchschnitt 2 M. 50 Pf. Verhältnißmäßig niedrig ist der Lohn auch in den ländlichen Bezirken Bayerns. Im großen Ganzen zeigt diese Elendsstatistik der besser gestellten, weil in Beschäftigung stehenden Arbeiter, wie unendlich groß das Feld noch ist, das die Arbeiterpartei und deren Organisationen noch zu beackern haben, damit das Unkraut der Genügsamkeit endlich ausgejätet werde und das arbeitende Volk zunächst den Theil vom Nationaleinkommen fordere, der der Arbeiterschaft in ökonomisch vorgeschritteneren Ländern wie England und Amerika heute schon zugestanden ist. schäft auf ihren Namen eintragen zu lassen, während ihr Ehe- Gegen das Urtheil hatten der Staatsanwalt und die Anmann nur die Stellung eines Prokuristen bekleidete. Die geklagten Berufung eingelegt. Der Staatsanwalt hielt besonders Freundschaft zwischen Schütz und König ging bald in die das Ürtheil gegen Hebel für zu gering. Derselbe habe sich das Brüche. Während König früher in Prozeßsachen der Attentat einfach aus den Fingern gesaugt und zwar gerade am Vertreter des Schüz war, wurde er nun dessen 31. Januar dasselbe verbreitet, weil er wußte, daß an diesem Gegner. Der Bauer Zell hatte dem Schütz eine Kuh Tage eben erst der russische Thronerbe von hier abgereist war verkauft und fonnte Zahlung dafür nicht erhalten. und die sensationelle Nachricht daher doppelt aufregend wirken Als Bell ein rechtskräftiges Urtheil erftritten und eine Pfändung mußte. Den Dittbrenner hielt der Staatsanwalt auch des Bevorgenommen hatte, erhob Frau Schüß mit Erfolg Einspruch. truges für schuldig. Dieser hätte der Versicherung des Hebel, daß er Die gepfändeten Sachen mußten wieder herausgegeben werden. Diese Sensationsnachricht durch die Indiskretion eines TelegraphenDarauf begab sich König zu Zell und rieth ihm, bei Schüß beamten erfahren habe, doch entschieden keinen Glauben bei- Zur Sonntagsruhe im Barbiergewerbe. Jm erfreu Wagen und Pferd zu pfänden. Dies gehöre dem Schuldner messen dürfen, er habe es aber ohne weiteres gethan, weil er lichen Gegensatz zu den Innungsbrüdern in Berlin und anderswo selbst. Bell befolgte den Rath und wiederum kam es zu einer eben durch den Druck des Extrablattes Geld verdienen wollte. haben die meisten Prinzipale in Mainz sich zustimmend zu Einspruchsklage, die von der Frau Schütz angestrengt wurde. In Das Vergehen sei um so strafwürdiger, als bekanntlich diese einem von seiten der Gehilfen an sie gerichteten Gesuch auss diesem Prozesse wurde König als Zeuge geladen. Er soll sich Extrablatt- Affäre sogar zu diplomatischen Schritten Veranlassung gesprochen, wonach die Geschäfte im Winter Nachmittags von durch seine Feindschaft gegen Schüß dazu haben hinreißen lassen, gegeben habe. Dem empörenden Extrablatt- Schwindel, der sich 3 Uhr und im Sommer von 2 Uhr ab geschloffen bleiben. einen falschen Eid zu leisten, indem er beschwor, er wisse be- hier in Berlin breit mache, tönne man nur mit Erfolg entgegen stimmt, daß Wagen und Pferd das Eigenthum des Schüß seien. treten, wenn man den Hebel bei den Buchdruckern ansetze, die Vom dreimal heiligen Eigenthum. Durch RaubThatsächlich soll König aber Beuge gewesen sein, als Frau Schüß sich nicht scheuen, solche Schwindel- Machwerke herzustellen. Nur wenn wirthschaft werden seit einigen Jahren die Anhöhen des das Fuhrwert erstand. Die Verleitung zum Meineid wird darin ge- die Buchdrucker schwere Strafen erhalten, werde dieser Schwindel Wupperthals, soweit sie sich im Privatbesiz befinden, mehr und funden, daß König den Schlächtermeister Lieben aufgefordert haben nachlassen. Aus diesem Gesichtspunkte heraus beantragte der mehr entwaldet, ohne daß auf Wiederbeforstung irgendwie Besoll, in einer anderen Prozeßfache eine falsche Aussage zu un- Staatsanwalt gegen Dittbrenner und Sebel je 1 Jahr dacht genommen würde. Der Staat hat nun für dieses Jahr als Anfang gunsten des Schüß zu machen. Es war eine umfangreiche Beugen- Gefängniß, gegen Polster die Erhöhung der Straße auf für den Bezirk der Gemeinde Solingen 25 000 M. zum Ankauf vernehmung nöthig, um den Angeklagten, der sich mit großer 3 Wochen Haft und gegen Hecht die in erster Instanz er von Privat- Forstländereien ausgeworfen, deren Wiederaufforstung Gewandtheit vertheidigte, zu überführen. Staatsanwalt Kanzow fannte zufäffig höchste Strafe.- Rechtsanwalt Köhler be von Staatswegen in die Hand genommen werden soll." So hielt dies für zweifellos gelungen, zumal dem Angeklagten, der antragte die Freisprechung des Dittbrenner. Der Gerichtshof berichtet die„ Köln. 3tg."," das Organ aller der Leute, denen bereits fünfmal wegen Betruges und Unterschlagung vorbestraft beließ es bezüglich der drei ersten Angeklagten bei den in erster jedes Gewaltmittel recht ist, wenn es ihnen geeignet scheint, die ist, die Strafthaten wohl zuzutrauen seien. Der Bertheidiger, Instanz erkannten Strafen, sprach dagegen den Angeklagten Ditt- Sozialdemokratie als Zerstörerin des Eigenthums zu vernichten. Rechtsanwalt Ballien, stellte die Unterfrage der Fahrlässigkeit brenner frei, da er ein betrügerisches Handeln desselben nicht Welcher sozialdemokratische Agitator aber, so fragen wir, könnte und plädirte in diesem Sinne. für nachgewiesen erachtete, wenn auch sein Vorgehen vielleicht wohl den Respekt vor den heutigen Formen des Eigenthums als fahrlässig und unschön bezeichnet werden dürfe. mehr in den Augen des Volkes zerstören, als die obige von dem Organ für Bildung und Besitz gebrachte Mittheilung? Die Reichsgericht. Leipzig, 12. Juli.( Beschränkung Interessenten der heutigen Gesellschaft, die in maßloser Verder Vertheidigung.) Der Redakteur der Halberstädter blendung glauben, daß deren Bestand von ewiger Dauer ist, Sonntags- Beitung", Christoph Martin, welcher in der legten arbeiten selber mit Leibeskräften dahin, daß das Volk darüber Zeit öster das Reichsgericht beschäftigt hat, erreichte heute die flar wird, wie schädlich die heutigen Eigenthumsverhältnisse für Umfangreiche Diebstähle auf der Abdeckerei lagen einer Aufhebung des Urtheils der Halberstädter Strajkammer vom die Gesammtheit sind, und daß eine neue Form derselben sich Anklage zu Grunde, welche gestern vor der 7. Straffammer 22. April, durch welches er wegen Beleidigung der Pfarrer des entwickeln muß, soll die Gesellschaft nicht selber zu Grunde gehen. hiesigen Landgerichts I gegen den Schlächtermeister Jakob Waldenburger Kreises zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt worden Werner, sowie die auf der Abdeckerei beschäftigt gewesenen war. In der Nummer des genannten Blattes vom 1. Januar Der Sinn für Gesetzlichkeit ist bekanntlich bei unseren Arbeiter Karl& ucht und Gustav Toerlit verhandelt wurde. erschien ein Artikel, der einem anderen sozialdemokratischen Unternehmern nicht allzu stark entwickelt, vor allem nicht in Tiefelben sind des Bandendiebstahls und des Vergehens gegen Blatte entstammte und von einem„ Gottesmanne" im Walden- solchen Dingen, wo ihr eigenes Interesse mit dem Gesez in das Nahrungsmittelgesetz durch Verkauf zur menschlichen burger Kreise sprach, welcher offen die Partei der Kapitalisten Widerstreit geräth. So sieht sich der Rath von Chemnit Nahrung ungeeigneten Fleisches beschuldigt. Die mit- gegen die Arbeiter ergreife und die letzteren obendrein verhöhne. veranlaßt, die Nase der Fabrikanten sanft auf die Bestimmung Die Geschworenen sprachen den Angeklagten nur des fahr Iässigen Meineides schuldig, dagegen von der Verleitung zum Meineide frei. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Gefängniß. Das Urtheil lautete nach dem Antrage. angeklagte Ehefrau des Werner stand unter der An- Es wurde dann gesagt, dieser Pfarrer habe von der Kanzel zu drücken, daß jugendliche Arbeiter im Alter von 14-16 Jahren flage der Hehlerei. Schon seit Jahren wurden aus der herab den Arbeitern Kreidewurst empfohlen, indem er ihnen ge- in Spinnereien in keinem Falle länger als 10 Stunden beAbdeckerei größere Mengen Fleisches gestohlen gestohlen und der rathen habe, mit Kreide eine Wurst auf den Tisch zu malen und schäftigt werden dürfen und daß die trok alledem in weiten Angeklagte Werner steht schon lange in dem Verdacht, daß er jedesmal ein Stück wegzuwischen, wenn sie eines effen wollten. Kreifen geübte Praxis, jugendliche Arbeiter 11 Stunden zu be bei diesen Diebstählen betheiligt sei. Es dürfte noch erinnerlich Das Landgericht stellte fest, daß der Angeklagte den Wahrheits- schäftigen, mit Strafe bedroht ist. Die Bestimmungen der Ge sein, daß schon bei dem Klausin'schen Morde zur Sprache ge- beweis nicht habe liefern tönnen, war im übrigen der Meinung, werbe- Ordnung werden unserm braven Unternehmerthum nicht kommen war, daß Werner mit der ermordeten Frau Vaneß zu- daß der Personenkreis, unter welchem der Beleidigte zu suchen früher fest im Gedächtniß sißen. als bis die Arbeiter durch ihre sammen einen schwunghaften Handel mit Abdeckerei Fleisch befei, genügend bezeichnet sei und erkannte auf die erwähnte Organisation wachsame Polizei üben lassen tönnen. Aber freitrieb. Eines Tages im Februar gelang es dem Gendarm Klötsch, Strafe. Die Stevision des Angeklagten rügte materielle lich, wie ist daran jetzt zu denken, wo die Arbeiter und deren Werner in flagranti abzufaffen. Dieser war mit einem Hand- Gesetzesverletzung sowie Beschränkung der Vertheidigung. Der An- Organisationen von allen Seiten drangfalirt werden und wo ein wagen dicht an die Umzäunung des Abdeckerei Grund- getlagte hatte in der Voruntersuchung den Antrag gestellt, Fabrikinspektor sich nicht scheut, einen Arbeiter, der ihm von stücks heran gefahren und hatte einen großen Posten sämmtliche Pfarrer der Waldenburger Gegend zu vernehmen, ob einem Mißstande Anzeige macht, deswegen bei seinem Untertuberkulösen Fleisches aufgeladen, welches Hucht und einer von ihnen jene Aeußerung gethan habe. Dieser Antrag nehmer zu denunziren! A Törlig über die Umzäunung geworfen hatten. Das war abgelehnt worden, da die polizeilichen Ermittelungen ein Der Karlsruher Stadtrath beschloß, eine Speisehalle Fleisch stammte aus einem Schuppen her, in welchem das polizei- negatives Resultat ergeben hätten. In der Hauptverhandlung für Arbeiter mit einem Auswande von 10000 m. zu er= lich befchlagnahmte und der Abdeckerei zur Vernichtung über- hatte Martin den Antrag wiederholt, der Vorsitzende hatte dann wiesene Fleisch aufbewahrt wurde. Die drei ersten Angeklagten aber nur erklärt, der Antrag sei bereits abgelehnt worden. Ein bauen. Die Mittel werden aus einem Vermächtniß der vers geben zu, auf Anregung Werner's die Diebstähle begangen zu Gerichtsbeschluß war nicht ergangen.- Herr Reich 3 anwalt storbenen Philippine Großholz entnommen. haben, Werner behauptet aber, daß er das Fleisch nur als Hunde- Schumann bezeichnete dieses Verfahren, einen Antrag ohne Be- Eine frohe Botschaft verkündet der Bezirksausschuß der Amtsfutter verwerthet habe. Diese Behauptung steht mit den von den schluß und ohne Gründe abzulehnen, als unzulässig und beantragte hauptmannschaft Großenhain. Er behauptet nämlich, daß in der Zeit vom 1. Juli bis 1. November es jedem Menschen tragsteller hatte den Antrag damit begründet, daß unter den in möglich ist, seinen Lebensunterhalt zu verdienen und hat des- der politischen Bewegung thätigen Genossen viele feien, welche wegen folgerichtig beschlossen, die Verpflegungsstationen in der die ebenso wichtige gewerkschaftliche Bewegung nicht unterstützten. genannten Zeit gefchloffen zu halten. Hoffentlich sorgt nun der Die Genossen Frih 3ubeil und Adler geben dem Wunsche Bezirksausschuß auch dafür, daß den wenigen Zehntausenden, die Ausdruck, daß bei der Gelegenheit auch die Frage erörtert werden hier und da noch ohne Arbeit herumlaufen, ein einigermaßen möge, was für einen Nußen die kleinen politischen Vereine, auskömmlicher Verdienst beschafft werde. beispielsweise die sozialdemokratischen Landsmannschaften, der Bubeil glaubte ihnen jede Nüßlichkeit absprechen zu müssen, Partei brächten, und ob sie überhaupt derselben nüßlich wären. während Adler gegentheiliger Meinung war. " " 1 13 Musitverein Hoff= atte Jakobstr. 128( Logenhaus). Unterhaltungsflub Schiller, bends Orion, Abends 9 Uhr Sigung Schüßenstr. 29. 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Dreyfestraße 3. Lepidopt. Vereinigung nung". Abends von 9-11 Uhr Uebungsstunde Proskauerstr. 35-37 bei Schneider. Gtattlub, Kairo" Abends 8 Uhr bei Flick, Simeonftr. 23. ergnügungsverein Berolina, jeden Freitag Abend 9 Uhr im Reſtaurant " Bur Gleichheit", Andreasstr. 26, Sigung. Nach derselben Tanz. TanzlehrerVerein Solidarität, jeden Freitag Abend 8% Uhr im Lokale von Ehrenberg, Annenftr. 16, Sigung. Rauchtlub Rothe Fahne", Freitag Abend Meeting every Friday at 9 p. m. at Behrens Restaurant uhr, Guvryfir. 48 bei Kricheldorff. English Conversational Club Shakespeare. Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. Literarisches. Die feststehenden Dampfteffel in Preußen und Sachsen 1886 und 1891. Während die beweglichen Dampfteffel( Loko: mobilen), so entnehmen wir dem Reichs- Anzeiger", neuerdings bei der Landwirthschaft Preußens eine erheblich gesteigerte Be- Die Vorstände sämmtlicher Krankenkassen Berlins nugung gesunden haben, gelangen die feststehenden Dampffefsel waren von einem Beauftragten der Orts- Krankenkasse für den nach wie vor überwiegend in der Industrie zur Verwendung. Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker", dem Es läßt somit die Zunahme der letzteren Dampferzeuger wohl Hausdiener Herrmann zu einer öffentlichen Versammlung am einen Schluß auf die Entwickelung der industriellen Thätigkeit 12. Juli eingeladen, um über eine Herabsetzung der Arzneitare des Landes zu, wenn auch nicht verkannt werden darf, daß zu berathen. Der Vorstand genannter Kasse war bereits durch Der Selbstmord. Eine kritische Studie von Dr. E. Rehfisch, hierauf außer der Zahl noch die Größe, die Heizfläche und einen Beschluß der Generalversammlung vom 16. Mai ermächArzt in Berlin. Fischer's med. Buchh. 167 S. Dampfspannung der Kessel, sowie andere Umstände ihren Ein- tigt, beim Minister für Medizinalangelegenheiten um Herabsetzung fluß äußern. Verfasser führt mit dankenswerthem Fleiß die von Mor der Arzneitage, Abschaffung der sogen. Wiegegelder und zeitgemäßer felli bis zum Jahre 1878 ausgedehnte internationale SelbstVergleicht man in dieser Hinsicht Preußen mit dem industrie Preisberechnung der erforderlichen Gefäße vorstellig zu werden, mordstatistik um 10 Jahre weiter. Aus der amtlichen Statistik reichsten deutschen Bundesstaat Sachsen, so wird über die Bahl hielt aber ein gemeinsames Vorgehen aller Rassen für wirksamer. von 17 europäischen Ländern stellt er etwa 300 000 Selbstmordund die sonstigen Eigenschaften der Dampfkessel und Dampf- Bu der Versammlung hatten 35 Ortstassen, 8 Betriebs, fälle zusammen und konstatirt gegenüber dem rapiden Wachsthum maschinen in Preußen alljährlich in der Statistischen Ror- 5 Innungs- und 9 Hilfskassen ihre Vertreter entder Selbstmordziffer von 1820-78 um nahezu das Vierfache respondenz" näheres veröffentlicht, während über die gleichen sendet. Die Versammlung war sehr zahlreich be= eine Abnahme oder Stehenbleiben von 1878-1888/ 89 mit Ausnahme Verhältnisse des Königreichs Sachsen in den Jahren 1886 und sucht und wurde sofort in die Diskussion über die von Frankreich( von 1871-88 Steigerung um 90 pCt), Belgien, 1891 die Zeitschrift des Königlich Sächsischen Statistischen Frage eingetreten. Alle Redner waren sich darüber einig. Schweden und Bayern( von 1844-88 Steigerung um ca. 300 Bureaus", Jahrgang 1892") eingehende Mittheilungen enthält. daß die auf grund einer im Anfange dieses Jahrhunderts Prozent). Als Grund für die Abnahme der Selbstmordhäufigkeit In Preußen stieg nun die Zahl der feststehenden Dampf- regierungsseitig festgesetzten Tage zum Verkauf kommenden Medi- in den meisten Kulturstaaten ist Verf. geneigt, eine Anpassung fessel von 42 956 zu Anfang 1886 auf 49 914 zu Beginn 1891; famente in gar keinem Verhältnisse zu ihrem wirklichen Werth, an die moderne Zivilisation zu betrachten. Die durch die Naturin Sachsen vermehrten sich in demselben Zeitabschnitt diese Kessel ihrem Herstellungspreis stehen. Der häufige Wechsel des Besitzers wissenschaft veränderte Lebensauffassung, die soziale Frage mit von 6550 auf 8078. Während also die Zunahme in Preußen einer Apotheke und die für diese erzielten Kaufpreise drücken dem der Aussicht auf Besserstellung hienieden, mit dem Streben nach 6958 Kessel oder 16,2 pet. betrug, belief sie sich in Sachsen auf Apothekergewerbe den Stempel des staatlich konzessionirten Wuchers Bildung, Selbständigkeit und Selbstverantwortlichkeit seien wohl 1528 Kessel oder 23,33 pet. Die beträchtlich stärkere Zunahme auf, dessen Opfer zumeist die breiten Schichten der arbeitenden die maßgebenden Faktoren. Der Verf. macht es sich mit solchen der feststehenden Dampferzenger in Sachsen gegen Preußen läßt Bevölkerung sind. Verschiedene Redner empfahlen die Entsendung ideologischen Betrachtungen etwas leicht. Und doch forderten einige auf eine größere Steigerung der gewerblichen Thätigkeit im einer Petition, die aber vom Puzer Buchholz und anderen von ihm ermittelte Thatsachen geradezu zu einem tieferen ersteren Lande schließen. Diese Vermehrung in Sachsen erweist aufs lebhafteste bekämpft wurde. Soll etwas erzielt werden, Gindringen in die materiellen Zusammenhänge sich noch dadurch als eine besonders hervorragende, daß hier in dann ist in der Frage des Aerztewesens und der Arzneitage Während die besigenden Klassen nur ein geringes Kontingent den sieben vorangehenden Jahren von 1879 bis 1886 die Ge- eine Zentralisation der Kassen nothwendig. Dieser Meinung zu den Selbstmorden stellen, auf 10 000 Künstler und Gelehrte sammtzahl der feststehenden Dampskessel um 1576 Kessel oder wurde widersprochen und damit motivirt, daß dann noch kommen 1-2 Selbstmorde, bei den übrigen Berufen schwanken 31,68 pet. wuchs, sodaß die jährliche Vermehrung der Kessel nur mehr schablonirt und bureaukratisch verfahren würde. die Zahlen zwischen 1 und 5 pro Mille, kommen in der Bedienten4,53 pot. durchschnittlich betrug gegen 4,67 pet. jährlich im Jahr- Scho13, staatlicher Revisor der Krankenkassen, erklärte: die flasse 145 Selbstmörder auf 10 000, d. h. von je 223 DienstArzneitage gehe von Jahr zu Jahr zurück; der hohe Verdienst boten nimmt sich einer das Leben. der Apotheker sei eine Fabel und an den ungeheuren Ausgaben Während zweimal so viel weibliche als männliche Dienstboten für Aerzte und Medizin seien nur die vielen Simulanten schuld, ihrem Leben ein Ende machten, kommen im allgemeinen auf je denen nichts verschrieben werden sollte.(!?)- Ja ist das nicht 4 männliche 1 weiblicher Selbstmörder( Berlin stellt mit dem Sache des Arztes festzustellen, ob jemand simulirt? Natürlich Verhältniß 1: 2,8 die für das weibliche Geschlecht ungünstigsten blieb dies nicht unwidersprochen. Folgende Resolution gelangte Bahlen bar). schließlich nach längerer Debatte zur fast einstimmigen Annahme: Die Versammlung der Krankenkassen Vorstände Berlins beschließt einen Verband sämmtlicher Krankenkassen Berlins zu errichten, der alle gemeinsamen Zwecke fördern und besonders für die Gründung eigener Krankenhäuser und Apotheken eintreten soll." Zur Durchführung dieses Beschlusses wurde eine Kommission von 21 Mitgliedern gewählt. fünft 1886 bis 1891. Faßt man auch die einzelnen Landestheile beider Staaten ins Auge, so stellte sich die Zahl der feststehenden Dampfkessel 1886 und 1891 in den preußischen Provinzen zunächst, wie folgt: feststehende Dampskessel Provinzen zu Anfang von 1886 bis 1891 1886 1891 Kessel pCt. Ostpreußen 1.007 1 234 227 Westpreußen 1 077 1 287 210 Berlin, Stadtkreis 1 514 1 645 131 Brandenburg 3 436 4130 Pommern 1 299 1471 22,54. 19,50 8,65 694 20,20 172 13,24 Posen 1 265 1 504 239 18,89 Schlesien 6729 7459 730 10,85 Sachsen 4533 4.927 394 Schleswig- Holstein 1 166 1753 587 Hannover 2.797 3215 418 8,69 50,52 14,94 Westfalen 6372 7.441 1069 16,78 Hessen- Nassau 1 481 1855 374 25,25 Rheinland 10 259 21 11 961 32 1702 11 " In einer Versammlung der Sattler und Tapezirer hielt am 8. Juli Herr Dr. Weil einen Vortrag über das Thema: Die Proletarierkrankheiten mit besonderer Berücksichtigung des Sattlergewerbes. In der eingehendsten Weise behandelte der Vortragende das Thema sowohl vom medizinischen, hygienischen, als auch vom sozialpolitischen Standpunkt. Die nächste Vereinsversammlung findet am 22. Juli statt. 16,59 Hohenzollern 52,38 In denjenigen Provinzen, wie Sachsen, Schlesien, Westfalen, Für Friedrichsberg und Lichtenberg fand am 12. d. M. Rheinland und in der Stadt Berlin, welche sich schon längst eine allgemeine öffentliche Versammlung von Bewohnern beider durch eine hohe industrielle Thätigkeit hervorthun, nahm also die Ortschaften statt, in welcher Stadtverordneter Meyner Berlin Zahl der feststehenden Dampſteſſel verhältnißmäßig weit weniger zu, als in den vornehmlich der Landwirthschaft obliegenden Pro- über kommunale Angelegenheiten referirte. Derselbe besprach die vinzen Echleswig- Holstein, Hessen- Nassau, Ostpreußen u. s. w.; Frage der Inkommunalisirung und gab an der Hand der Städteman darf hieraus schließen, daß die gewerbliche Thätigkeit in Ordnung den Weg an, der gegangen werden muß, um nöthigenden letzteren Provinzen verhältnismäßig größere Fortschritte ge- falls eine gewünschte Einverleibung zu beschleunigen. Da er macht hat und bei einer gewissen industriellen Sättigung der mit den örtlichen Verhältnissen nicht vertraut war, mußte er es ersteren Landestheile sich mehr auf die letzteren auszudehnen be- der Versammlung überlassen, ihre etwaigen Wünsche ausstrebt ist. Wie sich die Verhältnisse dagegen im Königreich Sachsen gestaltet haben, läßt nachstehende Uebersicht ersehen: feststehende Dampskessel Kreis hauptmannschaften Bauzen Zunahme von 1886 zu 1891 Kessel am 1. Januar 1886 1891 652 837 185 • 1585 1953 368 1318 1624 2995 3664 306 669 ·. Versammlungen. 23,22 22,34 Tanzlehrerverein Solidarität. Bersammlung am Freitag, den 14. Juli, Abends 8 Uhr, im Lotal des Herrn Ehrenberg, Annenstr. 16. Achtung! Schäftebranche. Versammlung am Sonnabend, den 15. Juli, Abends 9 1hr, bei Mathies, Wallstr. 20. Die Branken- und Sterbekasse der Berliner Hausdiener( E. H. 61). mandatenstr. 67, ordentliche Generalversammlung. Veteranenitr. 22.- Lese- und Diskutirklub Otto Reimer, Abends 8 Uhr heraus. Unverheirathete Mädchen nehmen sich( mit Ausnahme von Frankreich und Italien) häufiger das Leben als unverheirathete Männer, Wittwen viel häufiger als Wittwer, Kinder( bis 15 Jahre) weiblichen Geschlechts häufiger als männlichen. Die Selbstmorde beim Militär find in Deutschland, Defterreich und Italien nahezu 7 bis 8 Mal so häufig als im Zivilstande; in Frankreich, Belgien und Rußland 3 Mal so zahlreich. Nach Longuet starben unter 100 000 Mann an Selbstmord: Desterreich Deutschland Italien Frankreich 1875-87 1874-89 1872-84 im Militär. 122 im Zivil. im Militär im Zivil. 1878-88 87 40 29 16 19 4,3 17 Belgien 1875-88 England Rußland 1875-88 1873-89 24 10 23 7,6 20 3 Selbst wenn nicht alle Altersklassen des Zivilstandes, sondern nur die im Alter von 20-30 Jahren stehenden zum Vergleich heraugezogen werden, erhält man noch immer eine dreimal so große Selbstmordziffer beim Heer, was um so mehr bedeutet, als es sich hier um von Haus aus förperlich und geistig Gesunde, für die Ferienkolonien" Auserlesene handelt. " Ohne die Dem Etwa 30 pбt. aller Selbstmorde sind nach des Verfassers Annahme notorisch geistig Erkrankte, etwa 10 pet. auf Lebenszusprechen. Wie mitgetheilt wurde, soll in der Gemeinde- überdruß, 12 pet. auf Trunksucht, 6-8 pet. auf förperliches Vertretung ein Antrag eingebracht werden, dahingehend, daß Leiden, 10-20 pCt. auf Rummer, Verlust der Stellung, wirthman sich mit dem Plane des Berliner Magistrats( Einverleibung schaftlichen Ruin 2c. zurückzuführen. Doch sind diese Einthei bis zur Verbindungsbahn) einverstanden erklären wolle, sofern lungen von sehr zweifelhaftem Werth, ererbte und erworbene eine gänzliche Einverleibung nicht zu erreichen sei. Hervorgehoben Anlage zu geistiger Abnormität sind keine„ Motive" für den wurde, daß die örtlichen Zustände eine Einverleibung Celbstmord, vergleichbar mit Vermögensverlust, Erwerbslosigkeit, pCt. sehr wünschenswerth erscheinen lassen und daß auch die Reue, Schamgefühl und unglücklicher Liebe; der größte Theil 28,37 unbekannten zur Bahn für die Bewohner hinter der unter Lebensüberdruß, Alkoholismus und Dresden. 23,22 Ginverleibung bis der Bahn große Vortheile ergeben würde. Herr Dr. Motiven" subsummirten Fälle dürften ohne weiteres der Leipzig sein. Brockmann stand allerdings auf dem Standpunkte: entweder wirthschaftlichen Nothlage zuzurechnen Zwickau Die Kreishauptmannschaft Baußen, welche hiernach an der mehrere Redner und wurde das Für und Wider in eingehender zu wollen, scheint es uns doch, daß in der Neuzeit mit Tie Kreishauptmannschaft Bautzen, welche hiernach an der alles oder gar nichts! In diesem Sinne äußerten sich noch Bedeutung erblicher Belastung für den Selbstmord bestreiten Gesammtzahl der feststehenden Dampfkessel in Sachsen am der Zuspigung der ökonomischen Gegensätze, ähnlich wie beim geringsten betheiligt ist, zeigt das stärkste Bestreben in der Ver- Weise erwogen. Verbrechen, bei der Prostitution mehr und mehr an die Stelle mehrung dieser Kessel, was auf einen besonders starken Aufder geistigen( und körperlichen) Degeneration als Veranlagung schwung ihrer gewerblichen Thätigkeit hindeutet; deingegenüber zum Verbrecher, zur Prostituirten, zum Selbstmörder die durch weist die in industrieller Beziehung an der Spize stehende Kreiswirthschaftliche Entwickelung gegebene Nothlage tritt, die gelegenthauptmannschaft Zwidan, entsprechend dem Vorgange in Preußen, die verhältnißmäßig geringste Vermehrung ihrer feststehenden Freitag, den 14. Juli, Abends 9 Uhr, in der Berliner Ressource, Kom- lich jeden, nicht sowohl den charakter- als den wirthschaftlichSchwachen in den Strudel hinabreißt. Wäre die ererbte Anlage, Dampferzeuger auf. Im übrigen ergiebt sich, daß die Zunahme Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8-10% Uhr: Süd- nicht die Außenwelt das Entscheidende, so wäre die Selbstmordder feststehenden Dampffessel in den einzelnen Kreishauptmann- Schule, Mariendorfeifir. 5 bei Grube. Süd- Ost- Schule, Reichenberger schaften Sachsens eine weit gleichmäßigere war als in den Pro- straße 133. Unterricht über Gesegestunde und Nationalökonomie. Dit schule, neigung unausrottbar, wie diese Anlage selbst; Jahrhunderte und Marfusstr. 31. Unterricht in Geschichte( alte). Nord- Schule, Müller Jahrtausende geschlechtlicher Zuchtwahl erst könnten hier Wandel vinzen des preußischen Staats, eine Erscheinung, die durch die firaße 179a: Unterricht in Physiologie und Buchführung. In allen Unter- schaffen. Weil aber die wirthschaftlichen und gesellschaftlichen wesentlich größere Ausdehnung des letzteren und die dadurch richtsfächern, mit Ausnahme von Mathematit und Buchführung, tönnen bedingten Verschiedenheiten in der Beschaffenheit der Oberfläche noch Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters eintreten. Zustände das Maßgebende sind, ist die übergroße Selbstmordund der unterirdischen Schätze der preußischen Provinzen hin- bei Gruber, Martendorferitr. 5. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marx, Abends 8 Uhr, häufigkeit eine ständige Begleiterscheinung überreifer Zivilisationen, Westen, bei S. Werner, Bülowstr. 59. ist die Bekämpfung des Selbstmords nur aussichtslos im Rahmen länglich erklärt wird. Solzarbeiter". Abends 8% Uhr im totale des Herrn Peterson, der heutigen Gesellschaft ebenso aussichtslos wie der Kampf gegen Wilhelmshavenerstr. 23 bet Kuba. Diskutirklub Auguft Geib tagt jetzt Prostitution und Verbrechen. Der Verfasser freilich kommt in Freitag Abends sy Uhr Restaurant Zubeil. Lese- und Diskutirklub" Hand feiner Schlußbetrachtung, die der Therapie des Selbstmords in Hand" 8% Uhr bei Liewald, Manteuffelstr. 40. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Menderungen gewidmet ist, über fromme Wünsche nicht hinaus. im Bereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. Mittelstand muß das Bewußtsein seiner sittlichen Stärke Freitag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Kaiser: gegeben werden, er muß fühlen, daß lediglich die redliche Arbeit fcher Männerchor, Schönhauser Allee 28, bei Ruhlmen. Nord, Berg- die köstlichste Würze seines Lebens ist." Von der Wissenschaft Der fozialdemokratische Wahlverein für den 4. Wahl- ftraße 68, bei feller.- Vorwärts 1, S.O. Adalbertstr. 21, bei Roll. Buch allein ist das Heil zu erwarten, sie muß jenen Erlöser heranFreis hielt am 12. Juli eine von etwa 500 Personen besuchte summer'scher Gefangverein, Langestraße 65, bei Tempel. mai bilden, in dem sich alle sittlichen Anschauungen zu einer einzigen Generalversammlung ab. Genosse G. Wagner referirte über binder Männerchor Berlins, Solzmarktstraße 3, bei Deter. glöckchen, Hochstr. 32a, bei Wilte. Gemüthlich feit Puzer, Will der Verfasser das Thema: Was lehren uns die Reichstagswahlen und was Seydelstr. 30. Palme, in Velten, bei Schröder.- Morgenroth 4, großen Idee der Liebe verdichten werden." lehrt uns die Thronrede?" Den beifällig aufgenommenen Vor- Röpenick, Müggelheimerstr. 3 bei Held. Karthaus'scher Gesang wissen, wie jenes erlösende Evangelium heißen wird? Soziaver ein, Lichtenbergerstr. 21, bei Heise. Gesangverein Morgen lismus! trag, welcher ganz interessante Einzelheiten aus der Wahl- roth 2, Charlottenburg, Bismarckstraße 74. Arbeiter Gesang tampagne bot, schloß Redner mit der Aufforderung an die Ge- verein. Typographia, Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schrift: Gefangverein Nordwacht, noffen, zu jeder Zeit am Kampfe gegen die heutige Gesell- gießer, Kommandantenstr. 20, Armin hallen. Gesangverein Schmargendorf in Schmargen= einer Diskussion wurde Abstand genommen. Genosse Bock verlas Offenbacher Sängerfranz, Restaurant Broz, Annenstr. Briefkaffen der Redaktion. Gesangverein Collegia 1, Manteuffelstr. 9 bei Nowiacks. Gesang hierauf den Kassenbericht, der eine Einnahme von 1299,46 M. verein Freiheit Moabit, Kronen- Brauerei, Alt- Moabit Nr. 47/49. H. K., Aachen. Der Vorwärts" ist fein Organ für Steckund eine Ausgabe von 1100,15 M. ergab, so daß am ,, Vereinte Gangesbrüder Moabit" Stromstraße 28 bei briefe. Die Vertrauensmänner und Parteileiter müssen sich eben 1. Juli ein Bestand von 199,31 m. verbleibt. Hierauf ange. Sängerverein Sorgenfrei" Melchiorftr. 15 bei Stehmann. daran gewöhnen, 1. keine Bettelvorweise, wie im Falle Hempel besprach der Vorsitzende Böhm turz die Thätigkeit Bineta", Swinemünderstr. 122. der dortige Vertrauensmann es gethan hat, auszustellen; 2. den des Vereins während des legten halben Jahres, Jahres, und bei Gnadt. Freie Liedertafel, Neue Königstr. 73 bet Hahn. fogenannten Genossen, die mit solchen Wischen im Lande herummachte die Genossen auf die Bestimmung im Statut aufmerksam, Brandenburger Männer Gefangverein in Brandenburg a. S., reisen und die Partei zu schröpfen suchen, mit der gebührenden Rothe Fahne, Görlitzerstr. 52 bei Vogel. nach welcher Krankheit und Arbeitslosigkeit von der Leistungs- Mengert's Boltsgarten. Brauer Vorsicht begegnen. So lange die Genossen diese Vorsicht nicht pflicht entbindet. Die dann vorgenommene Neuwahl des Vor- Sängerchor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Gesangverein Gerstenähre, Alte Jakobstr. 83 bei Wienecke. zur Anwendung bringen, wird es den einzelnen Schwindlern ftandes ergab folgende Zusammensetzung: Böhm 1. Vorsitzender, Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. immer wieder gelingen, ihren Zweck zu erreichen. Dagegen, das Meier 2. Vorsitzender, Petric 1. Schriftführer, Glasse alle zuſchriften find zu senden an 3. Sentel, Bergmanerein Bir bei hat die Erfahrung längst gelehrt, hilft kein Warnen im Zentral2. Schriftführer, M. Lock 1. Kassirer und Franz Schulz Gartenstr. 52.- Tambourverein Borussta" Weidenweg 93-94 bet J. Scholz. Organ. Gruß J. A. 2. Kassirer. Ferner beschloß man, im Juli als erste Broschüre Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gesang- X. in. Sie erheben schwere Anklagen gegen den Direktor das Kommunistische Manifest" zu vertheilen. Dem Borstand verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbraueret. Wedding, Abends 8 Uhr, bei Schäfer, Seue Hochftr. 49. der dortigen Strafanstalt. Sie verlangen, wir sollen Ihre Mitwurde weiter von der Versammlung anheim gegeben, im äußerstenwaldesrauschen, abends 9 Uhr, bei Weigt, Weartgrafeufir. 87.- Privat theilungen veröffentlichen, und Sie haben nicht einmal den Nordosten des Wahlkreises( Landsberger Allee u. f. w.) eine Bahl- Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bet Schulz, Bunouſerſtr. 35.- Muth, mit Ihrer Person einzustehen. Folgten wir Ihnen, so stelle zu errichten. Angenommen wurde dann noch ein Antrag, Musit- Dilettantenverein" onita" Abends sy br bei Ghent, Straut. 3 würden wir gerichtlich verfolgt und verurtheilt werden, ohne auf die Tagesordnung einer der nächsten Versammlungen einen uebungsstunde.- Musikverein Frisch auf, Restaurant Schröder, Reichen, daß wir, weil die Beweise uns fehlen, irgend ein öffentliches Vortrag über das Thema:" Der wirthschaftliche und politische Berliner Turngenossenschaft. Die erste Männerabtheilung Interesse gefördert hätten. Wenn es Ihnen un die Sache zu Kampf und die bestehenden Organisationen," zu sehen. Der An- turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10 Uhr in der Turnhalle des thun ist, und nicht persönliche Beweggründe Sie treiben, so Lessing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turn- unterbreiten Sie die uns mitgetheilten Thatsachen den zu: *) Uebersicht über die Tampffefsel und Dampfmaschinen im balle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. ständigen Behörden, die unzweifelhaft eine Untersuchung ver: Bergnügungsverein Esperance, Abends 9 Uhr, Rosenthalerstr. 11-12, Königreich Sachsen für den 1. Januar 1891. Von Regierungs- im Restaurant. Vergnügungsverein Beilchen, Abend 9x uhr, bei Brauns, anstalten werden, und die das lebhafteste Interesse haben, falla Oranienstr. 183 p.- Gefelliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, Ihre Auflagen begründet sind, Remedur zu schaffen. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1 = schaft theilzunehmen, nicht blos während der Wahlzeit. Von Müllerftr. 7, bei Reichert. dorf, Wirthshaus. 3utunft 1, Steglitz, Ahornstraße, im Gambrinus. Rath Morgenstern. Gesangverein Rosalia" Blumenstr. 45 bet Went. Stern", Altonaerstraße 27 bei Lipte. Freitag: Tambourverein Stuf, Inselstraße 1. bergerstr. 24. # 9. Nord- West: Quartettverein Männerchor