Nr. 169. Grscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertels jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pig. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708." Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Bersammlungs: Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Grvedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 4186. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Sozialdemokratie und die letzte Wahl. III. Freitag, den 21. Juli 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " " vorn= Unzufriedenheit abschafft, schafft auch die Sozialdemokratie Pfuschmittel, die auf die Beseitigung äußerlicher Folge ab. Die Schwierigkeit ist blos, es zu thun. Wer erscheinungen abzielen, statt die Ursache des Uebels zu feine Heilung zu bewirken vermögen, im aus dem Häckerling des Wenn und Aber Gold zu machen treffen versucht, hat zwar stets einen beträchtlichen Vorrath an Gegentheil das Uebel verschlimmern,- das bedarf keines Stroh, jedoch Gold hat noch keiner gemacht. Und die Nachweises, das versteht sich für jeden denkfähigen Menschen Die Schlußfolgerung der kapitalistischen Rosas und Gegner der Sozialdemokratie, welche die Unzufriedenheit ab- von selbst. Blaufärber, daß die deutsche Sozialdemokratie mit der schaffen wollen, können bis zum Ende der Tage ihr leeres Und ist etwa Aussicht vorhanden, daß die Verhält letzten Wahl ihren Höhepunkt erreicht"( Bennigsen'sche Stroh dreschen auch nicht eines Nickels werth an Gold nisse", daß die" Nothlage", welche die„ Unzufriedenheit". Originalfassung: überschritten") habe, stüßt sich auf die werden sie zu Tage fördern. Insofern freilich haben sie während der letzten Wahlzeit so kräftig förderte, nach VerAnnahme, daß die legte Wahlbewegung unter außerordent- etwas gelernt, als sie jetzt einsehen, daß die Unzufriedenheit lauf von 3 oder 5 Jahren verschwunden sein wird? Bitlich günstigen Bedingungen für uns sich vollzogen habe, die Amine der Sozialdemokratie ist, während sie früher stets geben wollen wir gern, daß, bei dem ungeregelten Schwanken und daß die Wiederkehr und das Zusammentreffen gleich das Sprüchlein herunterleierten, die Sozialdemokratie sei der wirthschaftlichen Verhältnisse, ein augenblicklicher Ge günstiger Bedingungen nicht zu erwarten sei. Jufolge der die Urheberin der Unzufriedenheit, welche zu demagogischen schäftsaufschwung, wenn nicht allgemein, doch wenigstens in wirthschaftlichen Nothlage, unpopulärer Geseze u. 1. w. Zwecken von ihr künstlich erzeugt worden. Judeß auch verschiedenen wichtigeren Geschäftsbranchen sehr wohl eintreten -jo wird ausgeführt habe eine allgemeine Unzufrieden mit der neuesten Weisheit ist es nicht weit her. Die Un tann; damit ist jedoch im wesentlichen nichts geändert. Ein heit geherrscht, die sich in sozialdemokratischen Wahlen ge- zufriedenheit, die uns zugestandenermaßen bei der letzten solcher Aufschwung kann nur einzelnen Bolfskreisen zu äußert habe; die Nothlage werde aufhören, und seien die Reichstagswahl vortreffliche Dienste geleistet hat, ist die gute kommen, und in diesen fast ausschließlich den staatserhaltenden Mächte klug, so würde diese Unzufrieden- naturnothwendige Folge von Verhältnissen, die weder vor- Kapitalisten, auf deren Freundschaft wir von heit, die den Nährboden der Sozialdemokratie bilde, sich übergehend noch zufällig sind, sondern in dem Wesen der herein verzichten, und-in Gestalt etwas höherer heben lassen, und damit werde der Sozialdemokratie die fapitalistischen Gesellschaft wurzeln, und mit deren Weiter Löhne den Arbeitern, die in Zeiten der Prosperität" ebenso Möglichkeit des Weiterwachsens und schließlich der Existenz entwickelung sich naturnothwendig so gestalten müssen, fest zur Sozialdemokratie stehen, wie in Zeiten der Krise daß sie immer mehr Unzufriedenheit er- und des Nothstands, und dann sogar größere Opfer für die genommen. Der Wunsch war hier wieder einmal der Vater des Ge- regen. Partei bringen können. Die kleinen Leute in Stadt und dankens. Zu Anfang der fiebziger Jahre sagte ein preußischer Land, deren wirthschaftlicher Untergang die Voraussetzung Daß die Unzufriedenheit uns sehr zu statten gekommen Minister bei Besprechung der Auswanderungsfrage: Man des Sieges der Sozialdemokratie ist, werden von den ist, das leugnen wir nicht. Und wenn unsere Gegner uns muß die Einwohner zufrieden und ihnen das Vaterland Schwankungen der Geschäftslage nur wenig berührt. Ob damit zu ärgern glauben, daß sie sagen, die Sozialdemo- angenehm machen, dann wandern sie nicht aus." Ebenso die Zeiten gut sind, ob die Zeiten schlecht sind: die Ber fratie sei ein Produkt der Unzufriedenheit, so irreu fie sich gut hätte Graf Eulenburg sagen können:" Daun werden sie bröckelung und Aufsaugung des Kleinbetriebes durch den sehr. Mit diesem vermeintlichen Vorwurf spotten sie, ohne feine Sozialdemokraten." Großbetrieb, des Eigenthums der Kleinen durch das Großes zu wissen, thatsächlich nur ihrer selbst und ihrer sauberen Nun, an der Absicht der herrschenden Klaffen, die kapital geht unaufhaltsam voran. Kein Mittel, dies zu Und von der Sozialdemokratie Weltordnung. Aller Kulturfortschritt überall und alle Einwohner nach ihrer, d. h. der Machthaber Façon zu verhindern. ist das Produft der Unzufriedenheit" gewesen. frieden" zu machen, dürfen wir nicht zweifeln. Aber sind gesehen keine einzige Partei, mit einer Zufriedene Menschen führen ein Pflanzen- und Thierleben, die Leute zufrieden" geworden? Nein. Und warum nahme, welche die Grundursache nicht ableugnete, oder und denken an feine Verbesserung ihrer Lage. Unzufrieden nicht? Weil der heutige Staat außer stande ist, die Masse nicht sie geflissentlich zu verhüllen suchte. Sämmtliche auf dem heit ist der Hebel des Fortschritts, die Mutter der Kultur. der Menschen zufrieden zu machen. Boden des Kapitalismus sich bewegende Parteien: Konservative, Und die fapitalistische Gesellschaft setzt diesen Hebel ohne Die Bismarck'sche Wirthschaftspolitik stellte sich die Doppel- Nationalliberale, Deutschfreisinnige beider Observanzen nebst Unterlaß und mit eiserner Hand in Bewegung. Könnte aufgabe: einerseits Millionäre zu züchten, anderseits die Mittel- volksparteilichem Schwänzchen und, last not least, auch das Jedermann in Deutschland es, wie die Richter'sche Spar- schichten zu erhalten und die wirthschaftliche Lage der kleinen Zentrum sind einig im Vertuschen, wie sie im Pfuschen Agues, durch Fleiß und Sparsamkeit nach wenigen Leute in Stadt und Land zu verbessern. Die erste einig sind. Die erste einig sind. Sie geben den Nothstand zu, behaupten aber, Jahren zu einem kleinen„ Rapitälchen" und einer auskömm der beiden Aufgaben hat sie erfüllt, weil dieselbe der Natur er sei etwas rein Zufälliges und habe mit dem herrschenden lichen sorgenfreien Existenz bringen, und, falls er besonders des modernen Klassenstaats und den Gesetzen des kapita- wirthschaftlichen System nichts zu thun. viel Intelligenz und Thatkraft hat, ein König Stumm listischen Produktionssystems entspricht; die andere hat sie Die alleinige Ausnahme sind die Antisemiten. Einerlei werden oder ein Landmagnat à la Frege, dann gäbe es nicht erfüllt, weil dieselbe mit dem Wesen des Klassenstaats was ihre Triebfedern sind, sie haben es ausgesprochen, daß das sicherlich keine soziale Frage und keine Sozialdemokratie. und des kapitalistischen Produktionssystems im Widerspruch. Großkapital der Würger des kleinen Mannes ist. Aber da liegt der Hase im Pfeffer. Der Arbeitsamste Dagegen ist durch die planmäßige Büchtung von Millionären wurden durch ihre agitatorische Praxis belehrt, daß mit der und Gescheidteste bleibt heute ein armer Teufel, wenn er die ökonomische Vernichtung der Mittelschichten, wie der einfachen Judenhat keine Geschäfte zu machen sind. Außer tein Kapital ererbt oder ergaunert hat( denn mit ehrlicher Kapitalismus fie mit sich bringt, noch beschleunigt im Hessischen und einigen anderen Landstrichen kann auch eigener Arbeit wird keiner Kapitalist, wie der öster- worden. Millionäre hat die Bismarck'sche Wirthschafts- der verlogenfte und eisenstirnigste Demagoge die Juden reichische Justizminister vor einigen Jahren gesagt hat); politik zu Tausenden gezüchtet; gerettet auch nicht einen nicht mit dem Niedergang des Bauern- und Handwerkerund umgekehrt kann Jeder, dem eine gütige Fee ein fettes Kleinbauern und Kleinbürger( Handwerker, Krämer), wohl standes in Zusammenhang bringen. So mußte Kapital in die Wiege gelegt hat, ein König Stumm oder aber den Hunderttausenden, die normal zu Grunde gehen der ölige Stöcker, der durch die Judenhatz den gerechten Ritterguts Frege werden, und sei er der elendeste Tropf mußten, noch etliche Zehntausende hinzugefügt. Volkszorn von seinen Gönnern, den Land- und Schlotjunkeri und Faulpelz. Von dem Fiasko der sog. Sozialreform und der ablenken wollte, seinen konsequenteren und aufrichtigeren Allein richtig ist: wenn es keine Unzufriedenheit gäbe, sonstigen Kurpfuschereien zur Beglückung des Arbeiters und Kumpanen das Feld Das Hepp Hepp gäbe es keine Sozialdemokratie, und der Pfiffikus, der die kleinen Mannes brauchen wir hier nicht zu reden. Daß gilt heute schon den Juden und Junkern, und die zeit % Feuilleton. Nadbrud verboten.) ( 21 räumen. abAus Sie zeichnet zu finden. Aber man mußte in diesem Falle nehme Verwaltungsräthe, das war sicher nur eine Bagatelle wohl glauben, daß das Gold die Dunkelheit liebte, denn zu nennen. von diesen Unbekannten hatten sich einige mit drei- Fast zu gleicher Zeit sah man riesige Anschläge sich hunderttausend Franks, andere mit fünfzehntausend über ganze Mauern in der Stadt ausbreiten. Frauts eingezeichnet. Wenn man die Adressen aufgesucht Die Bekehrung André Savenay's. hätte, die sie hinter ihren Namen angegeben, so wäre man Sozialistischer Roma u von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. Zweiter Theil. 7. Rapitel. Wie es zuging, daß die Familie Savenay mit einem Male ruinirt war? Mein Gott, auf die einfachste, gewöhn lichste, alltäglichste Art. Phosphate aus den Cordilleren. Gesellschaft mit 40 Millionen Kapital. überrascht gewesen, im vierten Stock eines mehr als ein- Und darunter leuchteten grell in rothen, halbfußlangen fachen Hauses in einem abgelegenen Stadttheil hier einen Buchstaben die Namen der ehrenwerthen Verwaltungskleinen Beamten mit höchstens 3000 Frants Einkommen, räthe. Danach stießen die Zeitungen regelmäßig etwa dort einen Verkäufer aus einem großen Geschäft, der seine einen Tag um den andern in die Reklametrompete, zweihundert Frants im Monat bekam, zu finden. Alles D diese Phosphate! Welche reiche Ernte sollte arme Teufel, welche der mächtige Wille des Herrn Baron aus ihnen erblühen! Welch unerschöpfliches Reund eine kleine Gratifitation in Gelegenheitsmillionäre und servoir immer neuen pflanzlichen Lebens! Die ganze Subskribenten verwandelt hatte! Erde konnte man mit ihnen fruchtbar machen! Ganze Das that aber nichts! 20,000 Aftien, jede zu 500 Gebirge waren von diesem edlen Stoffe vorhanden! Dann Frants, waren unter zweihundert Personen glücklich ver- folgten chemische Analysen, Beschreibungen des Landes, Ein bedeutender Finanzmann, der Baron von Türk- theilt. Ein Viertel des Kapitals, sagen wir sechs Millionen, Berichte südamerikanischer Fugenieure, feffelude Details waren, wie das Gesetz es vorschreibt, auf einer Bank de über die begonnenen Arbeiten, enthusiastische Artikel über heim, hatte die Idee gehabt, ein großes Unternehmen zu ponirt. Eine notarielle Aufnahme hatte den Abschluß der den sicher zu erwartenden, ungeheuren Profit. Die Aktien begründen. Es sollte wirklich etwas Großartiges, Außer- nothwendigen Formalitäten bescheinigt. stiegen an der Börse von Tag zu Tag. Mau wußte, daß gewöhnliches sein. Man hatte damals in den Kordilleren die Gesellschaft am Schluß des ersten Jahres eine große Phosphatlager entdeckt. Nun ist das Phosphat ein wunder- Dann waren die zweihundert Aktionäre, oder richtiger Dividende vertheilt hatte. Fünfunddreißig Franks Gewinn bares Düngemittel, und es wäre geradezu Wahnsinn, wenn nur fünfzig von ihnen, welche die Uebrigen vertraten, in auf 125 Frants! Das Geld hatte hier also 30 pCt. gebracht. man diesen natürlichen Schatz unbenutzt liegen ließ. Nur einem feinen Restaurant zusammengekommen und hatten, Besser konnte man es nicht unterbringen. rajch! Jetzt galt es, die köstlichen Schätze auszubeuten und nachdem sie sich durch Wein gehörig gestärkt, einen Ver- Auch gab es auf die Aktien Prämien von 200 Fr. die Welt mit ihnen zu überfluthen. Eine anonyme Gesell- waltungsrath auf die Dauer von drei Jahren ernannt. Das war der Moment, in dem Herr Bressucre, der Bankier schaft hatte sich im Oktober 1885 hierzu mit einem Rapital Sie, die selbst mannigfach dekorirt waren, dienten wieder der Frau Savenay, in dessen Händen sich ihr ganzes Vervon 40 Millionen konstituirt. Ein Dugend Freunde etwa, trefflich zur Dekoration des Unternehmens! Da waren mögen eine Million ungefähr befand, dem Baron Bantiers, Börseaner und bekannte, gutfituirte Leute zumeist, Offiziere der Ehrenlegion, ehemalige Stadträthe, Senatoren von Türkheim begegnete. Er bewunderte den Baron, dem hatten die ersten sechs Millionen gestellt. Wenn man jedoch und Abgeordnete, ein General a. D., ein Herzog von altem er zu Dank verpflichtet war. Er spielte an der Börse, und auf die Liste der übrigen Gründer einen Blick geworfen Adel und selbstverständlich einige Finanzgrößen. Unter dank den Rathschlägen des Herrn Baron hatte er mehr hätte, so würde man sicher erstaunt gewesen sein, nur eine ihnen war auch der Baron, ebenso Herr Bernaud, Alfred's als einen guten Roup gemacht. Menge ganz unbekannter, obsturer Namen auf ihr ver- Bater. Hunderttausend Franks jährlich für zehn so vor Fischlein hinter einem Haifisch herschwimmt und dabei Es war, wie wenn ein " " viel Geld kosten. Die Stichwahl im Reichstags- Wahlkreise Wolf a gen- Hofgeismar Rinteln ist auf den 24. Juli festgesetzt worden. Herren Reaktionäre werden mit ihrem gehätschelten Pflege-| Werk: neben der Deckungsvorlage für das letzte Miniatur- jedoch von der Grundlosigkeit der Denunziation überzeugt find noch merkwürdigere Dinge erleben. Mit der Ruthe geseh muß dem Reichstage gleich eine neue Militärvorlage und der Senat verweigert es, in der Sache weiter vorzudes Antisemitismus, die sie selber gebunden, werden fie ge- zugehen und zwar eine, die unser würdig ist, und die gehen. In einem elsässischen, also unter Dittaturparagraph züchtigt und aus ihren eigenen Domänen hinausgetrieben das Kanonen futter um Millionen, die Steuern und Schulden und Zensur erscheinenden Blatt, dem Mülhauser" Expreß", - eine der heitersten Strafen, welche die sonst so ernste um Milliarden vermehrt. Wir sind nicht umsonst die erste heißt es sehr scharf, der Universitätssenat sei teine PolizeiGöttin Nemesis ersonnen hat. Der Bien' muß". Um Militärnation der Welt.. Wir dürfen uns nicht lumpen behörde und nicht gewillt, Schergendienste zu leisten. nicht auf's Trockene zu kommen, muß der Antisemitismus lassen. Und Deutschland ist doch wahrhaftig reich genug, Herr Feichter hat also auch hier kein Glück gehabt. immer lauter und rückhaltloser den Kampf gegen den seinen Ruhm zu bezahlen, und im Kirchthurm- Wettrennen Bur Charakteristik Feichters liefert die Westfälische Kapitalismus predigen. Der Kapitalismus ist der Feind! zum Bankrott die führende Rolle zu haben. Volkszeitung" einen niedlichen Beitrag. Sie erfährt aus Der Kapitalismus muß gestürzt werden. Delenda Carthago." dem Kreise Colmar, daß er gerne in den katholischen In öffentlichen Volts- und Radauversammlungen wird Nene Ausgaben in Sicht. Ein von der Reichs- Pfarrhäusern der Umgegend verkehrte, bei Patronatsfesten die Verwandtschaft des Antisemitismus und der Sozial- Marineverwaltung vor längerer Zeit entworfener Plan oder aus Anlaß von anderen Feierlichkeiten in der Geselldemokratie verkündet, die dem Kerne nach das gleiche Ziel wegen der Anlage von Festungswerken an der schaft der Geistlichen erschien u. s. m. Oder hätte er dieses verfolgten. Und zudringlich sucht man bei dieser und jener Elb mündung und Errichtung einer Marineftation nur gethan, um den Klerus näher beobachten zu können?" Gelegenheit sich uns zu nähern. soll jetzt verwirklicht werden. Es haben zu diesem Zwecke Wir können nicht umhin- so schreibt man dem genannten Nun die eklen Händedrücke des Antisemitismus vor furzem Terrainbesichtigungen durch höhere Marine- Blatte weiter auch hier eines Prozesses zu gedenken, weisen wir verachtungsvoll zurück. Die Sozialdemokratie Offiziere aus Wilhelmshaven stattgefunden. Wird wieder der, irren wir nicht, im Jahre 1889 stattfand, und in welhat nichts mit ihm gemein, und auch nicht der Sozialis chent der Name des Herrn Feichter verwickelt wurde. mus. Bekämpfung des Kapitalismus ist noch nicht Sozialismus. Der Antisemitismus ist höchstens Sozialismus na ch Mehrere Herren aus Türkheim waren angeklagt worben, bei fröhlichen Gelagen die Marseillaise gesungen hinten, umgedrehter, rückwärts gekehrter Sozialismus. zu haben. Bei solchen Gelagen soll auch Herr Feichter ab Worauf laufen die positiven Vorschläge" der Böckel und und zu erschienen sein. Herr Gillet, damals Bürgermeister Konsorten hinaus? Auf Erhaltung der Zwergbetriebe in Stadt und Land durch Konsumvereine, Kreditvereine die Nordd. Allg. 3tg." eine offenbar aus den Miquel- u. A. vor Gericht, daß Herr Feichter auch manchmal bei Ueber die Finanzminister Konferenz veröffentlicht zu Türkheim( Colmar) als Zeuge verhört, erklärte nun furz die alten Schulze- Delitzsch'schen Rezepte, die bereits vor schen Schreibstuben stammende Betrachtung. Danach diesen Versammlungen frohe Lieder, ja sogar die Mar30 Jahren vom Bürgerthum und den Arbeitern probirt, müßten die Finanzminister sich nicht blos mit der Frage seillaise, nicht wegen des Inhalts, aber wegen der und als Schwindel erkannt wurden. Bis jetzt haben die Antisemiten gute Geschäfte ge- jetzt übliche Art, vorhandene Bedürfnisse im Reiche an- jungen habe. Es wird übrigens ein Leichtes sein, die Ausder Deckung der Heeres, reform"-Kosten beschäftigen. Die herrlichen Weise dieses Liedes mit langvoller Stimme gemacht, und wir wünschen ihnen noch bessere. Sie machen zuerkennen, ohne von vornherein sicher zu sein, ob und wie fage des Herrn Gillet heute noch in den Aktenstücken dieſes die Geschäfte ja für uns. werker, die den antisemitischen Charlatanen ins Garn stand. Das Leben von der Hand in den Mund erweise machte, zu finden." Die Bauern und Hand- die Deckung zu beschaffen sei", wäre ein unhaltbarer Zu- Prozesses, der damals in Colmar viel von ſich reden rennen, werden sehr bald am eigenen Leib merken, daß sie sich aber besonders dann bedenklich, wenn man, da ein gründlich geprellt sind. Die Herren Wunderdoktoren waren anderer Weg nicht offenstehe, kurzerhand auf die Hilfe der Zeitung" telegraphixt:" Die Kavalleriemanoöver in UnterFutternoth. Aus Würzburg wird der Boltsso unvorsichtig, zu viel und zu bestimmt zu versprechen. Einzelstaaten( Matrikularbeiträge) zurückgreife, das führe franken unterbleiben wegen der Futternoth, dagegen Da giebt's fein Ausweichen. Das Versprochene muß gethan, zu einer unerträglichen Unsicherheit in den Einzelstaaten. finden die Infanteriemanöver statt".oder der Wortbruch bekannt werden. Bismarck war mit Die einzelstaatlichen Finanzverivaltungen müßten mindestens seinen Versprechungen allgemeiner bei ihm dauerte es auf einige Jahre hinaus wissen, wie hoch die Neber14 Jahre, ehe die Bauern dahinter kamen, daß sie das weisungen vom Reich( kraft der Frankenstein'schen Klausel) Kreuz- Zeitung" in Sachen des Heine- Denkmals Aus Hessen wird uns geschrieben: Sie haben der Opfer einer Bauernfängerei geworden. Bei den Antisemiten und wie hoch die Matrikularbeiträge wären. Ein Hilfsbereits die Wege gewiesen. Wenn das Junkerblatt aber wird der Lug und Betrug in ungleich fürzerer Zeit ent- mittel sei die Festlegung der Matrikular nach der Aufsichtsbehörde in Hessen" ruft, Iarvt sein. beiträge auf eine Reihe von Jahren. Auf so sei festgestellt, daß es eine solche Aufsichtsbehörde bei Nicht dem Sozialismus nach hinten gehört die Zukunft, diese Weise sei den Einzelstaaten geholfen, und der Reichs- uns nicht giebt. Wenn das Stadtverordneten- Kollegium sie gehört dem vorwärts strebenden revolutionären Sozialis Schatzsekretär sei in der Lage, dem Reichstag gegen beschließt, das Denkmal zu errichten, so geschieht es, und mus, der, über die kapitalistische Entwickelung hinausgehend, über auf seinem Schein zu bestehen, daß dieser ihm helfen, damit basta! Eine andere Frage ist es aber, ob sich die die menschliche Gesellschaft auf echt menschlicher Grundlage und sich mit ihm über die betreffende Deckung neu ent- Mehrheit der Stadtverordneten- Versammlung bei der Entorganisirt. Der Kapitalismus muß gestürzt werden, jedoch nicht stehender Lasten verständigen müsse, und nicht, wie bisher, scheidung im Plenum so tapfer hält, wie die Kommission, zu gunsten einer reaktionären Weltordnung, deren Urbild Jahr- fich damit getrösten könne, daß die Einzelstaaten ja schieß- die sich mit sechs gegen drei Stimmen für die Aufstellung hunderte hinter uns in Moder und in Schmuz liegt, sondern lich doch einspringen". Der langen Rede kurzer Sinn ist entschieden hat, oder ob sich die guten Bürger inzwischen um die Baustätte zu gewinnen für eine harmonische, ver- der, daß die Einzelstaaten, d. h. die große Masse der eines Besseren besinnen. nünftige, gerechte Weltordnung, in welcher der Sozialismus Steuerzahler hohe Matrikularbeiträge werden liefern müssen die höchsten Kulturaufgaben der Menschheit verwirklichen mud daß dies Mehr von Ausgaben vom Reichstage un- Der Schacher mit den Polen. Die„ Ostdeutsche wird. mittelbar bewilligt werden soll. Wie das geschehen wird? Beitung" meldet, daß von der Regierung an verschiedene Bei dieser unserer Mission leiftet der Antisemitismus Herr Miquel wird die sturmerprobte" Fahne der indirekten Schulinspektionen die Anfrage ergangen sei, wie sich die uns Vorspann, verrichtet für uns Vorarbeit. Besteuerung„ hochhalten", und der Rest ist Blechen. Wiedereinführung des polnischen Unterrichts in den Schulen Die nächste Wahl wird es zeigen. polnischer Gegenden am geeignetsten bewerkstelligen lasse. Die Verhältnisse sind unsere beste Propaganda, die Für die Tabakfabrikat: Steuer, gegen jede Be- Das wären also die ersten Silberlinge für den durch die Feinde unsere besten Agitatoren. Die Verhältnisse und die steuerung des Einkommens und Vermögens tritt mit Eifer Annahme der Militärvorlage am Bolte begangenen VerFeinde werden dafür sorgen daß die Unzufriedenheit das berufene Jobber- und Schlotjunker- Blatt, die rath. Die Sprachenfrage ist eine bürgerliche Frage, denn lawinenartig anschwillt, die Militärvorlage allein ist National- Beitung", ein. Herr Miquel kann sich die Arbeiter der verschiedenen Stämme wissen sich eins, uns eine Armee von Agitatoren werth-; und die Ver- auf seine Leute verlassen; sie werden ihm jede indirekte sind sie nur erst zum Klassenbewußtsein erwacht. hältnisse und die Feinde verbürgen uns, daß die nächste Steuer, apportiren. Warum soll der Tabak nicht noch mehr Wahl einen abermaligen mächtigen Fortschritt der Sozial- bluten, warum soll nicht der drückende Tabakzoll noch er- Wie es auf dem platten Lande aussieht. Unsere Demokratie verzeichnet. höht werden? Der Bourgeois raucht deshalb kein Blättchen Großgrundbesitzer rühmen die patriarchalischen Zustände auf Tabat weniger. Auf die kleinen Leute, die ihren Tabak dem Lande, wo ihr väterlicher Sinn noch zum besten der verbrauch unter dem wachsenden Tabat- Zoll- und Steuer- Arbeiter schalte und walte nach Herzenslust. Als Beispiele druck fortgesetzt einschränken und minderwerthige Waaren für diese Herrlichkeit möge der nachfolgende Gerichtsvertheuer zahlen müssen, kommt es nicht an. Und doch steht handlungsbericht dienen. fest, daß unter dem 24- Mart- Boll von 1871 bis 1879 der Jahresverbrauch pro Kopf der Bevölkerung durchschnittlich 1,9 Kilogramm, unter dem 85- Mark Zoll von 1879 bis 1891 nur 1,4 Kilogramm betragen hat. So will es des Schicksals ehern Muß". Politische Meberlicht. Berlin, den 20. Juli. E Wann kommt die nächste Militärvorlage? Go fragen wir wieder. Die Franzosen, wie schon gesagt, erHerr Feichter, der vielgenannte Straßburger Polizeiklären, den neuen Bataillonen neue Bataillone" entgegen präsident, hat mit seinen Fedelta Thaten noch nicht genug setzen zu müssen. Und die Russen wollen gar gleich zweier bürstet nach einem weiteren Wirkungskreis und hat neue Armeekorps schaffen. Da muß Herr von Caprivi sich zunächst die Straßburger Studenten aufs Korn genommen. beeilen. Und mit einer so zwerghaften Vorlage, wie der Wir theilten schon mit, daß mehrere wegen ihrer angeblichen jetzt angenommenen, darf er uns nicht kommen das ist Thätigkeit bei den letzten Wahlen verhört worden sind. ja blos ein Tropfen auf einen heißen Stein. Und die Wie wir heute erfahren, hat der Universitätssenat auf grund Existenz Deutschlands hat er betheuert hängt ja von einer Denunziation seitens des Polizeipräsidiums gehandelt. unserem militärischen Vorsprung ab. Also flugs an das Der Syndikus, v. Mayr, der die Verhöre vornahm, hat sich immer einige kleine Abfälle erwischt. Dieses Mal nun hatte triumphirte. Was hatte er dabei zu fürchten. Das Untersich der Baron in ein räthselhaftes Schweigen gehüllt; er nehmen war sicher. Die Haltung des Barons genügte ihm hatte gethan, als wollte er dieses ausgezeichnete als Beweis hierfür. Unternehmen für sich allein ansnügen. Auf eine Ganz plöglich tauchten da beunruhigende Gerüchte an Frage nach der Zukunft der Gesellschaft begnügte der Börse auf. Es hieß, daß die berühmten Phospatlager er sich, mit einem geheimnißvollen Lächeln zu antworten: erschöpft, daß sie niemals etwas anderes als ganz gewöhn„ Die Aktien steigen noch immer!" Das hatte Bressucre sich gesagt sein lassen. Er hatte gekauft und abermals gekauft, für sich und seine Kinder. Er war einer der Hauptaktionäre geworden und hatte die Freude, daß seine Papiere einen ganz außerordentlichen Kurs erreichten und die Dividenden immer neue Kunden anlockten. Wenn nicht gerade die direkte Gefahr des Ver= hungerns vorliegt, darf ein Dienstbote wegen mangelTassen, so entschied das Potsdamer Schöffengericht, vor haft verabreichter Beköstigung den Dienst nicht verwelchem sich die Dienstmagd Agnes Otto zu verantworten hatte, welche Widerspruch gegen einen Strafbefehl in Höhe von 15 M., den sie wegen unberechtigten Verlassen ihres Dienstes erhalten, erhoben hatte. Die Otto hatte bei dem Rittergutsbesizer Brandhorst in Saykorn( Kreis Osthavelland) gedient und war fortgelaufen, weil sie von ihrem Dienstherrn mehrfach Ohrfeigen erhalten und nicht satt zu essen bekommen haben wollte. Die als Zeugin vernommene Hofgärtnerin Frau Dammerow bekundete, daß sie gesehen, wie die Otto wiederholt von Brandhorst, ebenso wie noch eine andere Magd, geschlagen worden sei. Die Beköstigung der Leute war so schlecht, daß es unmöglich gewesen sei, daß dieselben bei der schweren Arbeit, die sie verrichten mußten, davon eristiren fonnten. Die Zeugin hat felber einen großen Theil ihres Lohnes zur Verbesserung ihrer Beföstigung verwenden müssen. Troß dieser Aussage hielt das Schöffengericht die Otto doch nicht für berechtigt, den Dienst zu verlassen und erkannte deshalb auf Bestätigung des Strafbefehls, da erstens ihrer Dienstherrschaft ein gelindes Büchtigungsrecht zusteht, giveitens aber sie sich über das mangelhafte Essen bei der Polizei hätte beschweren müssen, da eine direkte Gefahr des Verhungerns nicht vorgelegen habe. Koalitionsverbots für die ländlichen Arbeiter und der GesindeWer aber den Landarbeiterschuh, die Beseitigung des Roalitionsverbots für die ländlichen Arbeiter und der Gesindeordnung fordert, ist ein Reichsfeind. " liche Erde gewesen seien. Die Kurse fielen mit Macht. Ein Artifel in einer Zeitung verkündete, daß, wie ein Reisender berichte, die Ausbeutung aus Mangel an Phos phaten ins Stocken gerathen sei. Das Ganze entpuppte fich nach und nach als Schwindel. In zwei Tagen fielen die Aktien auf 600 Frants. Breffucre besaß zehntausend Aktien. Davon hatte er daß der Stöcker- Antisemitismus aus dem Felde geschlagen Ihr ist gar bange, der guten Tante Voß. Sie sieht, Juzwischen hatte eine Neuwahl des Verwaltungs- zweitausend zahlbar Ende Jannar gekauft. Das bedeutete ist durch den radikal auftretenden Böckelianismus, der rathes stattgefunden. Der Baron und Bernaud hatten für ihn einen Verlust von sechs Millionen, ohne die eine auf Kleinbauern und Kleinbürger spekulirt, und sie fühlt, unter dem Vorwand, daß sie ohnehin mit Arbeit Million zweimalhunderttausend Franks zu rechnen, die am daß dieser Antisemitismus nur der Durchgangspunkt zur überlastet seien, jede Wiederwahl abgelehnt zum großen Fünfzehnten fällig waren. Was thun? Seine erste Re- Sozialdemokratie ist. So jammert sie in einem Mahuruf Bedauern der Versammlung. Der Baron hatte Herru gung war, zum Baron zu eilen, von dem er glaubte, daß an alle Gruppen des dreifach heiligen Besizes: Bressucre an seiner Stelle vorgeschlagen, und der Steller ebenso mitgenommen sei, wie er. vertreter wurde auch ohne Widerspruch angenommen. In Sie haben also Ihre Aktien noch?" sagte dieser mit den folgenden drei Monaten sah man mit Verwunderung dem größten Phlegma. Das ist schlimm. Sie mußten es nach und nach eine große Menge Aktien der Phosphat machen, wie ich! Verkaufen! Sich bei Zeiten zweifelhafter gesellschaft den Markt überschwemmen. Wer verkaufte fie? Bapiere zu entledigen, das ist das ABC des Geschäfts, Keiner wußte es. Leute, die ein Jnteresse daran haben, mein Lieber!" ne die Kurse herabzudrücken," hatte der Baron gesagt, als Bressucre stand einen Moment wie vor den Kopf geman ihn um feine Meinung fragte. Man muß dagegen schlagen. Erst allmälig begriff er die elende Machenschaft, ankämpfen." Und er selbst ging mit gutem Beispiel voran der er zum Opfer gefallen war. Dieser unsichtbare Verund kaufte einige Hundert Aktien. Bressucre hatte käufer, dieser mastirte Gegner, gegen den er gekämpft hatte, mehrere Tausend genommen. Drei Mal hatte der geheim war der Baron selbst! Alles, was Bressucre verlor und nißvolle Verkäufer sein Manöver wiederholt. Drei Mal was andere durch ihn verloren, hatte der Baron hatte Bressucre die Kurse gehalten. Im Kampfeseifer hatte gewonnen. Er lachte bitter auf. Dann stieg ihm er sein ganzes Vermögen und das seiner Kunden in die mit einem Male ein gewaltiger Born vom Herzen Aktien gesteckt. auf die Lippen. " Er hatte an Frau Savenay geschrieben:„ Geben Sie mir Vollmacht, für Ihre Rechnung 600 Phosphataktien zu taufen? Sehr gewinnbringendes Unternehmen. Ich schellte. garantire Ihnen dafür." " Schuft"! schrie er und ballte die Fäuste. Sie vergessen sich, mein Lieber", sagte der andere und Ein Diener eilte herbei. Aber Bressucre war schon Und Frau Savenay, die sich bisher immer ganz gut fort. Er lief und lief, bis er zu Hause angelangt war. Da dabei gestanden, wenn sie ihn gewähren ließ, hatte ihm schoß er sich eine Rugel durch den Kopf. ohne Zandern die nachgesuchte Vollmacht ertheilt. Er ( Fortsetzung folgt.) Was bringend erforderlich ist, ist, daß das Liebäugeln mit sozialdemokratischen und antisemitischen Neigungen bei allen denjenigen aufhöre, die nicht geneigt sind, bis zu den legten Folgefäßen dieser Anschauungen fortzuschreiten. Der Staat, die bürgerliche Gesellschaft, die Parteien, Besiz und Bildung, fie alle sind verpflichtet, Zeugniß dafür abzulegen, daß sie gewillt sind, die bestehende Wirthschafsordnung gegen leichtfertige Angriffe zu schützen." " Der Hund des Ober- Regierungsrathes. Unser Bruderblatt, die Erfurter Tribüne" veröffentlicht folgenden Brief des Erfurter Bürgermeisters Lange an den Ober- Regierungsrath Tas choppe: Euer Hochwohlgeboren haben, wie durch den PolizeiSergeanten Schulz dienstlich gemeldet worden ist, am 16. d. M., Vormittags in der 8. Stunde Ihren Hund ohne Aufsicht und ohne Beißforb in der Wilhelmsstraße frei umherlaufen lassen und sich dadurch einer Uebertretung der Regierungs- PräsidialPolizei- Verordnung vom 28. Oktober 1882 und der PolizeiVerordnung vom 4. Juni 1891 schuldig gemacht. Ich setze " Euer Hochwohlgeboren von der erstatteten Anzeige hiermit in Kenntniß mit dem ergebenen Bemerken, daß ich vom Erlaß einer Strafverfügung zwar absehe, jedoch Euer Hochwohlgeboren ergebenst ersuche, gefälligst dafür sorgen zu wollen, An den Königlichen Ober Regierungsrath Herrn von Tschoppe iltas Nr. 7657 P. V. P." Hochwohlgeboren Hier.lib daß der Hund künftig den bestehenden Vorschriften entsprechend gewesen seien, ein Anlaß zu erheblichen Beanstandungen nicht| Paris unterm 20. d. M. meldet, beschloß das Ministerium auf den Straßen mit Maulkorb versehen und nicht unbeauf vorliege und auch der Vorwurf einer allzuhäufigen Veranlassung während der ganzen Wahlzeit in Paris zu bleiben und nur fichtigt sich bewegt. Es wäre mir andernfalls in hohem Grade des strafgerichtlichen Einschreitens wegen Zuwiderhandlungen etwaigen amtlichen Feierlichkeiten in den Provinzen beipeinlich, Guer Hochwohlgeboren wiederum zur Anzeige gebracht zu sehen und Strafverfügung erlassen zu müssen. Die Polizei. gegen die Arbeiterschutz- Vorschriften nicht begründet sei. In zuwohnen. An die Ministerialbeamten und die Präfekten Verwaltung. Der Oberbürgermeister. J. V.: Lange. bezug auf die Veröffentlichungen der Fabrikinspektion wurde sind, wie unterm Kaiserreich, besondere Verhaltungsausgeführt, es sei zwar das Ministerium nicht gewillt, jede maßregeln" abgesandt worden. Die Pariser unabhängige einzelne darin enthaltene Neußerung und Wendung nach Presse greift die Musterregierung der Musterrepublik wegen Form und Inhalt unbedingt zu vertreten, es könne aber ipriani's Ausweisung heftig an. Nach einem Gesetz anderseits nicht anerkennen, daß, auch nur eine der vom vom 20. September 1870 sei allen Fremden, die für FrankFabrikantenverein angeführten Stellen dazu berechtige, gegen reich gekämpft, das Bürgerrecht verliehen. Das Gesetz finde Sie Fabrikinspektion jene Vorwürfe zu erheben. In dem auch Anwendung auf Cipriani, der 1870 in den Reihen der Eine Untersuchung ist eingeleitet, nicht etwa wie kind- offiziösen Artikel wendet sich die Regierung mit Schärfe Garibaldianer bei Dijon und Bouzeval gefochten habe. Die liche Seelen annehmen könnten, gegen den Bürgermeister, gegen die Unterstellung, als ob die Fabrikinspektion ihre Ausweisung geschehe deshalb zu Unrecht. Cipriani ist der gesetzwidrig Strafen erläßt, deren Ertrag der Gemeinde- Befugnisse überschritten habe, als sie der Beschwerde- der zur Auswanderung erbetene Aufschub vom Minister tasse, den Steuerzahlern zusteht, sondern wegen des Ver- Kommission der Sozialisten in betreff der von bewilligt worden. tranensmißbrauchs", dank dem der Brief veröffentlicht ihr ausgehenden, in das Arbeiterschutzgebiet einschlagenden Trotz der vorgeftrigen Erklärungen des Ministeriums, worden ist. Anträge eine Prüfung zugesagt habe. Von einer Förderung glaubt man in Paris, daß die Wahlen am 20. Auguſt der sozialistischen Bestrebungen könne selbstverständlich keine stattfinden sollen. Die Regierung will offenbar überRede sein. Der offiziöse Artikel schließt folgendermaßen: rumpeln. Durch die Verfassung ist sie nicht verpflichtet, " Da somit die gegen die Fabrikinspektion erhobene Be- den Wahltermin früher als 20 Tage voraus bekannt zu schwerde im wesentlichen auf mißverständlicher Auffassung machen. Da in Frankreich das allgemeine Wahlrecht einer Anzahl in ihren Veröffentlichungen enthaltener Bemer- und zwar vom 20. Jahre an für sämmtliche fungen und auf unbestimmten, durch die thatsächliche Hand- Wahlen in Staat und Gemeinde besteht, so bedarf es keiner habung des Aufsichtsdienstes in keiner Weise gerechtfertigten besonderen Frist für Auslegung der Wahllisten, die unter Besorgnissen beruhe und die der Fabrikinspektion vom 8910 " Staßfurter Polizei wacht. Sie hat folgende Befanntmachung erlassen: In lezter Beit ist es wiederholentlich vorgekommen, daß Personen, welche sich bei der Reichstagswahl für die Wahl des nationalliberalen Kaufmanns Placke interessirt haben, von Anderen vermuthlich Anhängern der Sozialdemokratie beleidigt und bedroht worden sind. d potiu Nachdem ein Vorfall, der sich am gestrigen Abende zugetragen, uns Veranlassung zum Einschreiten und zur Ein leitung des Strafverfahrens gegeben hat, warnen wir auf das dringendste vor derartigem Unfuge unter Hinweis auf die schweren Strafen, welche wegen Auflehnung gegen Gesetz und Ordnung gelegentlich der Wahlagitation im Jahre 1890 eine große Anzahl von Leuten getroffen haben, und mit dem Be= merken, daß gegen Zuwiderhandelnde ernstlichst und auf das schärfste würde vorgegangen werden. Staßfurt, den 11. Juli 1890. gel Die Polizei- Verwaltung. Reinhard." Unser Anhalter Partei- Organ, das„ Anh. Volksblatt", bemerkt dazu: " Ministerium gegebenen Weisungen für unparteiifche und ver- beständiger Kontrolle der Wähler sind. Der linke Flügel der Radikalen wird bei der Wahlsöhnliche Berücksichtigung der Interessen beider Theile, sowohl der Arbeitgeber wie der Arbeiter, Gewähr gebe, wurde die An- tampagne Hand in Hand mit den Sozialisten gehen. gelegenheit hiermit als erledigt erklärt. Wenn neuerdings in Millerand, der Stelle Goblet's an die Spitze verschiedenen Blättern die Wittheilung enthalten war, es sei der sehr einflußreichen„ Kleinen Republik" getreten dem Vorstande der Fabritinspektion anläßlich dieses Falles ein ist, hat sich mit Guesde und Lafargue verständigt. volles Vertrauensvotum ausgestellt worden, so bean rubt dies auf Unkenntniß des Inhaltes der Grlaffe des Goblet, der frühere radikale Minister, hält noch etwas Ministeriums. Die zu behandelnde Sache gab zu einem solchen zurück; er scheut sich vor dem Zusammengehen mit den besonderen Ausspruch, dessen die badische Fabrit. Sozialisten, weil er fürchtet, daß sein Ehrgeiz nicht geinspektion nach Den Ergebnissen ihrer nügende Befriedigung finden werde. Und da hat er Recht. Thätigkeit nicht bedarf, teinen Anlaß." Die Sozialisten arbeiten nicht für andere, und sie arbeiten nicht für Personen. Ein am Abend des 20. Juli eingelaufenes Wolff'sches Telegramm meldet aus Paris: Dem italienischen Revolutionär Cipriani wird ber weitere Aufenthalt in Frankreich nicht verwehrt werden, da die Behörden zu der Ueberzeugung gelangt sind, daß Cipriani sich nicht an den Unruhen im Quartier Latin betheiligt hat. Der Einspruch der demokratischen Elemente hat also In einem zivilisirten Gemeinwesen wäre es selbstver Wir schließen uns dieser Warnung an, für den Fall, daß ständlich, daß die Anmaßung der übermüthigen Schlotwirklich Anhänger der Sozialdemokratie jene Beleidigungen junkerschaft auf das schroffste zurückgewiesen würde. Es ist und Bedrohungen begangen haben und ersuchen unsere Partei- ein Kennzeichen für den Tiefstand unserer sozialpolitischen genossen bei dieser Gelegenheit ernstlichst, sich überhaupt von Kultur, daß das Vorgehen der badischen Regierung thatallen den Rohheiten fern zu halten, wie sie leider in Staßfurt sächlich als eine lobenswerthe Ausnahme, als eine erfreuliche in der letzten Zeit häufiger geworden sind. Wir wissen ja Anomalie erscheint. wohl, daß ein wirklicher Sozialdemokrat sich anständig beträgt, aber beinahe alle Ausschreitungen der Arbeiter und Bummler Ueber diee Erkrankungen im 3. bayerischen genügt. werden das ist System den Sozialdemokraten in die Artillerieregiment schreibt unser Bruderblatt, die Schuhe geschoben. Wir bedauern an dieser Stelle lebhaft, daß Münchener Post": das Gesetz nicht auch diejenigen Drohungen mit Strafe belegt, welche etwa so lauten: Wenn Sie Ihre sozialdemokratischen Agitationen nicht lassen, oder wenn Sie aus diesem oder jenem Verein nicht austreten, werden Sie entlassen." Derartige Drohungen sind infolge unserer wirthschaftlichen Verhältnisse viel schlimmer, als wenn ein Anderer förperliche Drohungen ausspricht, die doch in den seltensten Fällen wahr gemacht werden. wir in den würden es auch sehr gerne sehen, wenn Beamte, welche gesezwidrige Drohungen von Amtswegen verfolgen, ihre amtliche Kenntniß nicht zur Anfertigung schwarzer Listen mißbrauchen wollen, um jene nicht gefeßwidrigen" Drohungen erst recht zu er möglichen." Selbiger Reinhard ist der berufene Schwarzelisten. Reinhard, der die Staßfurter Grubenbefizer bei der Aechtung politisch mißliebiger Arbeiter unterstützte. Noch ein Wort über ihn zu reden ist überflüssig. Frage und Antwort. Das Stöcker'sche„ Bolk" druckt unsere Mittheilungen über die Firmen Lubasch und Werthheim ab, und sagt am Schluß: Wir befinden uns in der feltenen Bage, dem sozialdemokratischen Blatt fast Wort für Wort zustimmen zu können. Wenn nun der Vorwärts" einwenden sollte, sein Angriff gegen die Kaufhäuser der Herren Lubasch und Wertheim habe mit der Judenfrage nichts zu thun, so fragen wir ihn: wo giebt es ähnliche, christlich deutsche Schleuderbazare? Warum wird nicht gefragt, wie viel Leute an der schlechten Menage beim 3. Artillerie- Regiment frank darnieder liegen? Wir halten die früher angeführte Zahl, 72 Mann, jetzt find's wohl schon mehr, aufrecht. 15 Mann, wie der offizielle Bericht sagt, ist wieder eine der nun schon gewohnten Fälschungen. B Ueber die französische Arbeiterbewegung urtheilt ein Pariser Berichterstatter der Bossischen Beitung" wie folgt: " Allmälig beginnt die stille, ernste Arbeit des deutschen Sozialismus vorbildlich auf den franzöfifchen Sozialismus zu wirken, und er bemüht sich, den deutschen Genossen die Ziel bewußtheit und Einheitlichkeit der Parteiführung, die Mannszucht der Parteimitglieder, die Verachtung nußloser Aeußerlichkeiten abzugucken. Ist erst ein Anfang gemacht, so sind die Fortschritte erfahrungsgemäß rasch, und es ist leicht möglich, daß die französischen Arbeiter, wenn sie erst eingeordnet und gegliedert sind, sich zur ausschlaggebenden Macht im Staatsleben Frankreichs entwickeln." Es steht fest, daß die Leute denselben Krankheitsprozeß durchzumachen haben, wie ihre armen Kameraden beim Leib Regiment. Die Offiziere sind außer sich und ivissen teinen Rath, als durch Verschweigen die Gefahr der Seuche noch zu erhöhen. Der stummen Kommission erlauben wir uns mitzutheilen, daß die Eingeweide der Werstorbenen bei der Sektion stets ganz schwarz sind und einen grobkörnigen Gries enthalten sollen von pestilenzialischem Der englische Bergarbeiter- Streik. Die Ver Geruch. Lazarethgehilfen werden von der Sektion ausge- handlungen der Birminghamer Delegirtenkonferenz sind noch schlossen. Vielleicht führt diese Mittheilung unfere großen" nicht zu Ende. Man nimmt an, daß sie heute noch den Autoritäten zu irgend einem Anhaltspunkte, um die Krankheit ganzen Tag in Anspruch nehmen und erst morgen im Laufe als solche, wie auch die Ursache derselben kennen lernen zu des Tages zum Abschluß gelangen werden. Bei der unlasjen. Bürgermeister Borscht scheint sich auf die von uns 13 geforderte Erklärung immer noch nicht besonnen zu haben, geheuren Tragweite der Entscheidung ist diese Bedächtigkeit wie er den felbft ausgesprochenen Widerspruch löft, vom durch die Verhältnisse geboten. Welche Ausdehnung der großen Bettentofer dürfte vielleicht jetzt, nachdem seine Streit haben würde, selbst wenn die nicht unmittelbar bes Knopflöcher dekorirt sind, endlich eine fachwissenschaftliche Ab- troffenen Bergleute fern blieben, erhellt aus der Thatsache, handlung über die moderne Soldatenerfrankung erscheinen. daß die Zahl der Arbeiter, denen die Lohnreduktion von Man liebt die Geduld des Publikums auf eine sehr harte 25 pCt. angekündigt ist, sich auf 320 000- breihunderts Probe zu stellen. Doch dafür werden die hohen Honoratioren zwanzigtausend beläuft; und daß die weitaus meisten von den Steuerzahlern gut honorirt. Wie lange fich die derselben verheirathet sind. Herren noch befinnen werden?" In den gestrigen Verhandlungen erklärten fich Die sozialdemokratischen Landtags- Abgeordneten werden Delegirte, die zusammen 198 000 Arbeiter vertraten, Antwort. Wir fümmern uns nicht um die Religion diese Frage in der neuen Kammer wohl gründlich anmit zusammen 50 000 Arbeitern, gegen Delegirte der Schleuderbazare, und wissen nicht, ob Herr Herzog das schneiden. gegen die Annahme einer Lohnherabsetzung; und Ausbeutungsgeschäft besser betreibt, als die Herren Lubasch Der Frankfurter Zeitung" wird über diese Angelegen ein Antrag auf Herbeiführung einer schiedsrichterlichen und Wertheim. Aber das wissen wir, daß tausende beit aus München u. a. geschrieben:" Die Typhus- Entscheidung wurde mit großer Mehrheit verworfen. Im christlich- deutscher", derzeit echt antisemitischer Fabrikanten erkrankungen im 3. Feld- Artillerie- Regiment werden auf den Prinzip ist also der Streik beschlossen. Prinzip ist also der Streik beschlossen. Und jetzt sind nur und Geschäftsleute im Königreich Sachsen das Ausbeutungs- verdorbenen Untergrund des Lagers auf dem Lech noch praktische Fragen zu berathen. Die meisten Arbeiter geschäft noch unmenschlicher üben, als die Firmen Wert feld zurückgeführt. Seit 30 Jahren kampiren die Truppen haben bereits gekündigt und, wird der Streit, was faum heim und Lubasch es thun, und daß sie Hungerlöhne be- den Sommer über auf dem Lechfeld, aber noch immer nicht mehr einem Zweifel unterliegt, morgen beschloffen, so fehlen zahlen, die hinter denen der Firmen Lubasch und Wert ist Kanalisation oder Drainage vorgenommen. Die Auswurf am 24. d. Wt. nächsten Montag- mindestens 320 000, heim weit zurückſtehen. stoffe von Mensch und Thier werden vom Boden aufgenommen vielleicht über eine halbe Million Bergarbeiter in den Sind daran die Juden schuld, Herr Oberwinder- und vergiften ihn. Hier muß gründlich geholfen werden, Gruben. Und ein Trauerspiel beginnt, das den Titel tragen Stöcker? Und was sagen Sie zu diesen Genossen"? und es ist absolut unstatthaft, vorher noch weiter Truppen follte: Die Harmonie der Intereffen, oder der Bankrott auf das Lechfeld zu schicken. Der Landtag muß ein sehr der besten der Gesellschaften. Wie lange es dauern wird? Innungsschmerzen. Der Zentralausschuß der ver- erustes Wort sprechen"! einigten Junungsverbände Deutschlands jammert in der " Kreuz Beitung" darüber, daß trotz aller Beschlüsse, die genossenschaftliche Form für die Zunftheiligen auszunutzen, kein Erfolg zu verzeichnen sei. So muß es kommen. = Ein vernünftiger Beschluß. Aus Christiania( Norwegen) wird heute telegraphisch gemeldet: Das Storthing lehnte heute mit 57 gegen 56 Stimmen die Forderung für die Gesandtschaft in Wien ab. Ferner wurde der Titel geheime Ausgaben" bes Ministeriums des Auswärtigen ab gelehnt." " Die Norweger find hoffentlich so tonsequent, alle Ge fandtschaften abzuschaffen." Es kann keine überflüssigeren Einrichtungen geben. Die Regierungen fönnen direkt miteinander verkehren. Das Porto ist ja billig. Oder haben fie Angst vor schwarzen Kabinetten"? Und was die geheimen Ausgaben" betrifft, so mögen die Norweger nur hübsch aufpassen, damit dieselben nicht unter irgend einer anderen Form wieder eingeschmuggelt werden. Der wahre Grund. Nicht weil Kardinal Ropp mit dem Finger winkte, haben die ultramontanen Pfarrer aus Schlesien sich um die Abstimmung über die Militärvorlage Der Softheater Vizepräsident und Reichstags- gedrückt. Die" Neisser Zeitung" erklärt, daß sie deshalb Intendant Bürklin, der am 14. Juli bei dem Barletins gefehlt haben, weil sie gezwungen waren, am Sonnabend in ihre Diözesen abzureisen, wenn diese Sonntags nicht Streiche des genialen Sohnes" seiner Präsidentenpflicht ohne Gottesdienst bleiben sollten." Wer's nicht glaubt, zahlt durchaus nicht genügte ließ er doch den Bismarck gegen einen Thaler. die klaren Vorschriften der Geschäftsordnung über Dinge reden, die nicht zur Sache gehörten, Herr Bürklin, die Den Wadelstrumpf Barth bedenken die Deutsch Wonne des nationalliberalen Menschengeschlechts, wird von freisimmigen seines schlesischen Wahlkreises Hirschberg mit den Hamburger Nachrichten" für sein Verhalten belobigt. bösen Komplimenten, und naive Gemüther hoffen, daß der Er hat's verdient. dobonichini modollo ftrebjame Kautschukpolitiker, der sich vom" Demokraten" Eine frohe Botschaft für Herrn von Caprivi zum Hueneling umgehäutet hat, das mühsam zusammenDie Neuwahl der Sobranje findet in Bulgarien gefochtene Mandat niederlegen werde. Das hält er fest Das Schienenflicker- Organ kündigt an, daß der Sohn seine mit klammeruden Organen, und läßt gleich den Eides- am 30. Jult statt. Sie ist diesmal von besonderer BeVaters dem Reichskanzler in nächster Session häufig en helfern Rickert und Genossen Wahlversprechen Wahlver deutung, weil anstatt der früheren 320 nur 161 Aba gegentreten werde. Das wird dem Reichskanzler seine fane, sprechen sein. Da in Hirschberg beide Flügel des Freisinns, geordnete zu wählen sind, und weil nach der Verfassungsverdienten Ferien gewiß noch verfüßen. Unter den Blinden ist Wasserstiefler und Wadelstrümpfe, ihren Barth als Reichs- Aenderung die nächste Tagung die erste fünfjährige sein der Einäugige König und im Vergleich mit der fäfula ten boten erkiest haben, erklärt sich auch die Mischmasch- wird. Hausmeier- Dynastie erscheint sogar ein Caprivi als ein erklärung der Entrüsteten des Kreises, die Herrn Barth ihr Die beste der Gesellschaften ergießt ihre Segnungen sympathischer Kulturträger und Zivilisationsmensch. „ tiefes Mißtrauen" aussprachen, aber den Antrag, ihn zum mit gleich freigebiger Hand über die Bewohner der neuen Rücktritt aufzufordern, unter den Tisch fallen ließen. Hier wie die der alten Welt. Aus Amerika wird den„ Time3" heißt es: Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen. Die ganze Kundgebung ist ein Streit um des Kaisers Bart. 3 Herr Wörishoffer, der badische Fabrikinspektor, ge hört zu den vom badischen Unternehmerthum bestgehaßten und meistverleumdeten Männern. Bereits vor längerer Zeit meldeten wir, daß der Versuch des Mannheimer Fabrikanten Die Antisemiten werden von der Kölnischen vereins, Herrn Wörishoffer bei der Regierung anzuschwärzen, Beitung" bewillkommnet als eine Konkurrenzpartei des fehlgeschlagen sei. In dem an den Vorstand des Fabrikanten- Konservatismus; sie hätten bei der Entscheidung über die vereins ergangenen Erlasse des Ministeriums des Innern Militärvorlage einen Fortschritt in der Linie der Fähigkeit, vom 21. April find die Beschwerden, wie die Frankfurter besonnene und überlegte Politik zu treiben, bewiesen". Nun Beitung" nach der halbamtlichen Badischen Korrespondenz" kann es den Böckel'schen und Ahlwärdtsern nicht fehlen; berichtet, als im wesentlichen unbegründet zurückgewiesen giebt ihnen doch die große H- eldin von Köln den berufsworden. Was die dienstliche Thätigkeit der Fabrikinspektion verwandten Segen. anbetrifft, so wurde bemerkt, daß im Hinblick auf die ge" ringe Zahl der seit der Errichtung der Behörde einge- Frankreich. Die amtliche Wah Imaschine arbeitet gangenen Beschwerden, die zum größten Theile unbegründet mit Hochdruck. Wie das Depeschenbureau Herold aus telegraphirt: " Die Direktoren der Baumwollenspinnereien in Amoskeag ( New Hampshire) haben beschlossen, um eine Ueberproduktion zu verhindern, im Monat August den Betrieb ein zu stellen; es würden dadurch 8000 Arbeiter beschäftigungslos werden. Nach einer Meldung aus Pittsburg ist eine Verständigung zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitern der Eisen- und Stahlfabriken bisher nicht erzielt worden. 20 000 Arbeiter sind im Ausstande.'" Der Pittsburger Streit ist durch eine Lohnreduktion veranlaßt. Diese zwei Gegenwartsbilder bedürfen keiner Unterschrift und keines Kommentars. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 20. Juli. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Orpheus in der Unterwelt. Kroll's Theater. Die Hugenotten. Viktoria Theater. Frau Venus. National- Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Alexanderplatz- Theater. Die Königstochter als Bettlerin. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 5 Aufzügen von Eugen Prudens. Mufit von Adolph Widecke. Regie: M. Samst. Hauptrollen: Elia Rizzoni, Athletin, gen. d. Kanonenkönigin. Henny Schmid. Mary Brown, Kunstfängerin: Mathilde van Hüngen. Carl Lehmann: Hugo Hummel. Elise, Lehmann's Frau: Clara Brehm. Heinrich Schimo, Jean Priver, Kathi, Leni, Toni, Zizi, Hanny, Anny: Tanzfängerinnen. Kassenöffnung 51/2 Uhr. Anfang der Abend- Vorstellung 71/2 Uhr. Im Garten auf der Sommerbühne: Aufführung von Einattern und Auftreten von Specialitäten I. Ranges. A Neues Programm. E Morgen: Dieselbe Vorstellung. PassagePanopticum. Königl. italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Heute, Freitag, den 21. Juli: Große Brillant- Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Zum 14. Male. Die Erschaffung des Weibes oder: Das Weib durch die Jahrhunderte. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Sozialdemokr. Wahlvereins des 2. Kreises zur Nachricht, daß unser Mitglied und Karl Polvogt Genosse, der Hutmacher am 18. Juli, Nachmittags 4 Uhr, gestorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 21. d. M., Abend 7 Uhr, Der Vorstand. Achtung! Achtung! Bimmerer Berlins u. Umgeg. Sonntag, den 23. Juli, Vormittags präzise 10 Uhr: Große öffentliche Versammlung in der„ Berliner Ressource", Rommandantenstr. 57. Tagesordnung: 363/8 Gr. Ausstattungspantomime mit Ballet von der Leichenhalle des neuen Zwölfheitlichen Organisation der Zimmerer Berlins und Umgegend. 3. Gewerk1. Berichterstattung der Neuner- Kommission. 2. Gründung einer einKostümen, Requisiten 2c. Gefeßl. geschützt. 372/15 mit durchweg neuen Dekorationen, Apostelkirchhofes in Schöneberg aus schaftliches. Die Vertrauensmänner. Arrangements u. vorkommende Tänze Inscenirt vom Dir. Ernesto Ciniselli. vom fönigl. italienischen Balletmeister Ant. Tignani. Ferner Auftreten der renommirtesten Künstler und Künstlerinnen, sowie Reiten und Vorführen der bestdressirten Schul- und Freiheitspferde. Ernesto Ciniselli, Direktor. Hippodrom unter Wasser. BERLINER HIPPODROM Am Kurfürstendamm. 2 Min. von Station Zoolog. Garten. Heute: Gr. Gala- Vorstellung. Miss Athene und Mr. Hajex. Thurmseilkünstler. Sigra. Elisabetta, Jagd- Schule. Am Strande von Ostende. Gr.Wasser- Pantomime in 12 Bildern unter Mitwirkung von 300 Damen, 200 Herren, 80 Pferden, 30 Wagen etc. Gr. Corps de ballet, RuderRegatta, Schnitzeljagd, Feuerwerk etc. etc. Susanne im Bade. Im prachtv. Park von 5 Uhr ab: Grosses Konzert. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Moabiter Gesellschaftshaus. Alt- Moabit 80 und 81. Täglich: Nachruf. Am 16. b. W. starb unfer Genoffe Achtung: Porzellanarbeiter. Achtung! der Maurer Georg Linke aus Reinicken dorf infolge Gehirnschlags beim Baden in der Havel bei Stolpe an der Nordbahn. Wir verlieren in ihm einen braven Mitkämpfer für die Sache des Große öffentliche Versammlung Proletariats. Ehre ſeinem Andenken. aller in der Porzellan-, Steingut- 2c. Branche beschäft. Arbeiter Der Verstorbene hinterläßt Wittwe mit 4 Kindern im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren. 1002b Der Vorstand des Arbeiter- Bildungsv. Zukunft in Reinickendorf. Ostbahn- Park am Rüstriner Plaz, ( Hermann Jmbs) Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof. Theater und Täglich: et, Spezialitäten- Vorstellung. Neu u. sensationell: 3 Schwestern Peretti, Kunstradfahrerinnen. Emmy u. Reinhold Hintsche, Gefangs- u. Charakter- Duettisten 2c. Volksbelustig. jeder Art. 4 Kegelbahnen z. Verfügung. Kaffeeküche geöffnet an Wochentagen von 2 bis 6 Uhr, Sonntags von 2-5 Uhr. ratweil'sche G Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Täglich: 1 Auftreten der Leipziger Sänger vom Krystall- Palast. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 10 Pf. am Sonntag, den 23. Juli, Vormittags 10 Uhr, im oberen Saale der Volksbrauerei, Alt- Moabit 47-48. Tages Ordnung: Stellungnahme zur Beschickung des internationalen sozialistischen ArbeiterKongresses in Zürich event. Wahl von Delegirten. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Berein zur Regelung der gewerbl. Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 23. Juli, Vormittags 10 Uhr, bei Pyrtek, Gipsstraße 3: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wie erreichen unsere Berufsgenossen( Töpferträger) bessere Lohns und Arbeitsbedingungen. 2. Verschiedenes. Hierzu werden die auf Bauten sowie in Fabriken beschäftigten Töpferei- Arbeiter besonders eingeladen. Der Vorstand. J. A. Richard Topf, Gipsstr. 3. 323/18 Ahtung! Sozialdemokratischer Achtung! Agitationsverein für Arnswalde- Friedeberg. Sonnabend, den 22. Juli 1893, Abends 81% Uhr, im Lokale des Herrn Tempel, Langestraße 65: Große Versammlung. Tagesordnung: Grösstes Theater und Spezialitäten Auf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pifchiedenes und Fragelaften. Aufnahme neuer Mitglieder. Schau- u.Vergnügungs- Vorstellung, sowie Concert. Etablissement der Welt. Entree 50 Pf. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf., refervirter Platz 50 Pf. tür 4127L* Morig. Helmuth Peters. Castan's Etablissement Panopticum. RiesenSchlangen- Familie aus Carl Hagenbeck's Thierpark. Ohne Extra- Entree. SchweizerGarten. Am Königsthor. Haltestelle der Ringbahn. Sonntag sowie täglich: Extra- Vorstellung mit neuen Spezialitäten. Garreton- Troupe. Familie Grunatho. Gebr. Beyer u. f. w. Theater- Vorstellung. Voltsbelustigungen aller Art. Entree 30 Pf. Täglich: 衍.. Grosser Ball. Lühowstraße Victoria- Brauerei, 11-112. Garten resp. Saal. ( außer Täglich Sonnabends) Stettiner Sänger. Stets wechselndes Programm. Anfang Sonnt. 7 Uhr, Wochent. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf Billets Sonntags feine Giltigkeit. Altes Schüßenhaus, Linienstraße 5, empfiehlt seine Festsäle ( 560 Personen fassend) zu allen Gelegenheiten. 7336 Vereinszimmer z. v. Fichteftr. 19. 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Anfang 8 Uhr. Entree für Herren 50 Pf. und für Damen 30 Pf. Billets sind zu haben in den Zahlstellen bei Röpnic, Schillingstraße Nr. 30a; Peterson, Veteranenstr. 22, und bei Günther, Josefstr. 10, sowie bei den Mitgliedern Franz Nary, Lübbenerstraße 18, 3 Tr.; Auguste Müller, Langestr. 104, Quergeb. 2 Tr.; Heinrich Haupts, Röpenickerstr. 48, Hof part.; A. Reimer, Rigdorf, Richard- Play 7; H. Donath, Gr. Frankfurterstr. 130, Hof 3 Tr., und bei den VorstandsMitgliedern. Bu zahlreichem Besuch ladet ein 355/16 Das Komitee, Andreasstraße 64. Concordia- Festsäle. Andreasstraße 64. Sonnabend, den 22. Juli 1893: Viertes Stiftungsfeff des Verbandes der ver. Dachdecker u. Berufsgenossen Deutschlands ( Filiale Berlin) echt Verschnitt u. Fac., Literf. 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. bestehend in Konzert, Theater, Aufführung lebender Bilder Tokayer, med. süßer Ungarwein, Literfl. M. 2,10. Himbeer-, Kirsch-, Johannisbeersaft, Liter M. 1,20. Echt Stonsdorfer Bitter- Litör, Liter 1.20, 5 Str. 5,50, 10 Str. 10. Cognac fine Champagne, 3/4 Literfl. 3,50, 4,50, 5,50, 7,50, 12. Eugen Neumann& Co., 6a. Belle- Alliance- Play 6a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 8. Dranienſtr. 8. Soeben erschien im Verlag der ,, Münchener Post": Die Bewegung der Parteien bei den Reichstagswahlen 1871-1893. Graphisch und in Mehrfarbendruck dargestellt. Preis 20 Pfennig. E Die Sklaven- Aufstände des Alterthums. Vom sozialen Gesichtspuntte aus dargestellt von Ernst Frank. 3. Auflage. Preis 40 Pfennig. E Durch alle Kolporteure und Buchhandlungen zu beziehen. Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. .4541L* des Vereins ,, Rhetorik" unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Sänger- Freiheit"( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Festrede, gehalten vom Reichstagsabg. Robert Schmidt. Nach den Aufführungen im großen Saale Ball. Herren 50 Pf. inkl. Tanz. Damen 25 Pf. Anfang 8 Uhr. Die Konzert- und Ballmusit wird von Zivil Berufsmusikern ausgeführt. Wir werden bemüht sein, den Theilnehmern einen imposanten Abend zu verschaffen. Um recht rege Betheiligung bittet höflicht Das Comité. J. A.: Max Winskowski, Barnimstr. 47. Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin II( Nord). Sonnabend, den 22. Juli, in Weimann's Volksgarten, Badstr. 56 u. Pantstr. 25: Großes Sommer- Fest unter gefälliger Mitwirkung des Gefangvereins Vineta( M. d. Arb.- Sängerb.), bestehend in Gr. Garten Konzert, Spezialitäten- Vorstellung und Ball. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Die Kaffeeküche ist den geehrten Damen vou 3 Uhr ab geöffnet. Billets sind in allen mit Plakaten belegten Handlungen, sowie bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern und an der Kaffe zu haben. Bu zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein 174/13 Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Der Vorstand. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 169. Parteinachrichten. Das Protokoll des Brüsseler Kongresses, dessen Erscheinen in deutscher Sprache, wenn auch nicht in amt licher Form, wir gestern ankündigen konnten, ist jetzt auch in französischer Sprache herausgegeben worden, und zwar von dem belgischen Partei- Ausschuß, dem seinerzeit die Ausarbeitung und Veröffentlichung übertragen war. So sind wir, wenn auch sehr verspätet, doch wenigstens noch vor dem Züricher Kongreß in Besitz des Protokolls des legten internationalen Kongresses gekommen, und wir haben das Protokoll sogar in zwei Sprachen. Zum internationalen Kongrek in Zürich. In Bremen wurde der bisherige Reichstags- Abgeordnete Julius Bruhns zum Vertreter auf dem internationaien Arbeiter- Kongreß in Zürich gewählt. Elberfeld entfendet Grimpe nach Zürich. Von Halle aus geht Genosse Albrecht nach Zürich, da Kunert, den die Parteigenossen zunächst zum Delegirten auserjchen hatten, am 19. Juli ſeine ihm wegen Bergehens gegen die Religion" zudiktirte dreimonatliche Strafe hat antreten müssen. Ein Gesuch Kunert's, ihm bis zum 15. August Strafaufschub zu gewähren, war abgelehnt worden, Freitag, den 21. Juli 1893. Tokales. 10. Jahrg. und -In München ist ein Kolporteur zu 15 M. Geldstrafe| schleunigst zurückzahlen wollte. Mit Vertröstungen verurtheilt worden, weil er eine Nummer des„ Südd. Postillon" Versprechungen zog die M. G. hin, nahm seine Frau feilgeboten hat, die in sittlicher und religiöser Beziehung einmal mit zu Bleichröder, wo sie von den bei diesem Bankhause ergerniß zu geben geeignet fei. In der Expedition blieb die für sie à Conto des gewonnenen Prozesses eingezahlten betr. Nummer unbeanstandet. Selbstredend ist Einspruch er- 300 000 M." einen Posten Geld erheben wollte. Frau M. theilte hoben. aber der Frau des Fouragehändlers, als sie sich an der Kasse des Bankhauses befanden, mit, daß größere Summen nur Nachmittags bei Bleichröder ausgezahlt würden, der Gang mithin vergeblich gewesen. Jetzt riß G. die Geduld, er machte der Staatsanwaltschaft dieser Tage Mittheilung, und als Frau M. hiervon erfuhr, entfernte sie sich ani Dienstag Nachmittag aus ihrer Wohnung, um sich in dem Hotel der Eichendorffstraße Polizeiliche Maßnahmen oder Schneidigkeit des wenige Stunden darauf das Leben zu nehmen. Inwieweit die Polizeilieutenants? so mußte man sich unwillkürlich fragen, den Gläubigern gemachten Angaben bezüglich des Alimentationswenn man als Augen- und Ohrenzeuge der legten Sigung des prozesses auf Wahrheit beruhen, läßt sich jetzt noch nicht sagen. polnischen sozialdemokratischen Vereins beigewohnt hatte. Nach Schluß der erwähnten Sigung intonirten wie gewöhnlich die Ver- Gegen den Amtsvorsteher Seeger zu Zerpenschleuse fammelten das übliche sozialdemokratische polnische Lied: ist ein Strafantrag wegen Amtsmißbrauchs und FreiheitsCzerwony sztandar"( Die rothe Fahne). Der beaufsichtigende beraubung gestellt worden und sinden zur Zeit in dieser Sache Polizeilieutenant, der das betreffende Lied zu wiederholten Malen Vernehmungen seitens der Staatsanwaltschaft beim Landgericht II selbst in den von ihm besuchten Sizungen gehört hatte, forderte statt. Gelegentlich der letzten Reichstagswahl erschien in dem diesmal den Vorsitzenden des Vereins, Genossen Bersus, auf, den Wahllokale zu Berpenschleuse auch der zur sozialdemokratischen Versammelten das Weiterfingen des Liedes ver- Partei gehörige Weber Schöder aus Bernau, um im Interesse bieten. Nachdem Genosse Berfus ihm erklärt hatte, feiner Partei den Wahlakt zu überwachen, welches Recht durch daß dieses Lied unbeanstandet nach jeder Versammlung Erlaß des Ministers des Innern jedem Wahlberechtigten noch gesungen worden ist, und er als Vorsitzender auch keine ausdrücklich bestätigt wird, insoweit der Raum des Wahllokals Veranlassung habe, jetzt, wo die Versammlung regelrecht es gestattet. In der gegen Seeger erstatteten Anzeige geschlossen ist irgend etwas zu verbieten, forderte der Lieutenant wird nun behauptet, daß derselbe zunächst von Schöder alle Anwesenden auf, den Saal zu verlassen, und erklärte das verlangte, daß er sich darüber auszuweisen habe, ob er feine Singen des Liedes als verboten. Armen unterstützung empfange, seine Steuern pünktlich bezahle und Hier ein anderes Bild: auch nicht durch eine erfolgte Bestrafung seines Wahlrechts verzu Aus Mainz wird uns berichtet: Die Sozialdemokraten Inffen sich von der liberalen Mehrheit auf dem Stadthause den Wind aus den Segeln nehmen, so berichtete ein hiesiger Stribifax an die Vossische Zeitung". Wie lächerlich diese Ansicht ist, haben wir schon durch die Erhöhung der Löhne für die städtischen Arbeiter auf Anregung der sozialdemokratischen Stadt- In der am Dienstag stattgefundenen öffentlichen Versammluftig gegangen sei. Schöder habe dem Amtsvorsteher darauf verordneten dargethan. Als ein neuer Beweis für die Halt- lung der polnischen Sozialdemokraten hatte man am Schlusse eine Steuerquittung und eine Bescheinigung der Ortspolizei vorlosigkeit der obenstehenden Behauptung diene folgender Fall: wiederum das erwähnte Lied angestimmt, doch hatte der beauf- gelegt, daß er wahlberechtigt sei; der Ortsvorsteher habe aber Bei dem städtischen Reinigungsamt wurden die dort beschäftigten sichtigende Wachtmeister keine Veranlassung gefunden, dasselbe zu lokale verlangt. Schöder habe erklärt, daß er nur der Gewalt weichen trotzdem Einwendungen gemacht und seine Entfernung aus dem WahlArbeiter, besonders die gegen geringen Tagelohn arbeitenden verbieten. Straßenkehrer bei den geringsten Versehen oft in rigoroser Weise Wünschenswerth wäre es zu erfahren, ob das betreffende Lied, werde und sei darauf vom Ortsvorsteher verhaftet und solange festgestraft, theils durch Lohnabzug, theils durch Arbeitsentziehung. nachdem es Jahre lang in allen Versammlungen unbeanstandet gehalten worden, bis der Wahlakt beendigt war. Auch der Unsere Parteigenoffen nahmen sich der Sache an und kündigten gesungen wurde, mit einem Male von der Polizeibehörde ver- Stadtverordnete Garh aus Bernau, der zu demselben Zwecke wie die Besprechung der Thatsachen bei der nächsten Gelegenheit an. boten ist. Schöder dem Wahlakte in Zerpenschleuse beiwohnen wollte, hatte Das genügte, um die Bürgermeisterei zu veranlassen, sofort die seitens des Amtsvorstehers Schwierigkeiten zu erdulden. Der Weisung zu geben, daß alle zu verhängenden Strafen, sofern sie Ueber eine Rücksichtslosigkeit in Krankenhäusern schreibt Letztere verlangte von ihm ebenfalls einen Ausweis darüber, daß mit Lohnabzug oder Arbeitsentziehung in Verbindung stehen, uns ein Lefer: er wahlberechtigt sei, und Garh mußte sich erst auf telegraphischem fünftighin ihr gemeldet und zur Bestätigung vorzulegen sind. Mein Kind, ein Knabe von 61/2 Monaten, kränkelte schon Wege vom Magistrat zu Bernau einen solchen Ausweis verDer auf dem städtischen Reinigungsamt gegen die Arbeiter herr- längere Zeit. Nachdem ich vergebens verschiedene Aerzte zu schaffen. schenden Willkür wird hiermit ein kräftiger Riegel vorgeschoben, Rathe gezogen, ging ich mit dem Kinde nach dem Kinderdank der Thätigkeit unserer Genossen im Stadtverordneten- Krankenhause in der Reinickendorferstraße. Ich wurde ersucht, Nach Unterschlagung amtlicher Gelder flüchtig ist seit Kollegium. es dort zu lassen. Das geschah am 12. Juli. Am 13. erhielt ich gestern der Landbriefträger Paul Frank aus Müncheberg. Er die Nachricht, daß mein Kind gestorben. Ich traf alle Anstalten hat verschiedene Beträge, die er laut Postanweisungen zu bestellen zur Beerdigung; doch als ich am 14. hintam, um mein Kind zu hatte, an die Empfänger nicht abgeliefert. sehen, wurde mir gesagt, es sei nach der Charitee gebracht, wo Geheimrath Virchow es untersuchen wolle, da hier ein ganz bestens der Anstand, daß die Eltern des Kindes gefragt werden, seltener Fall vorliegt. Nun, meine ich, erfordert es doch minob dasselbe nach einem anderen Krankenhause gebracht werden darf." Polizeiliches, Gerichtliches c. " об Wie der Kampf mit geistigen Waffen im Württembergischen Oberland geführt wird, darüber weiß die Schwäb. Tagi." einige erbauliche Geschichten zu berichten. Vor kurzer Durch ein Baugerüst von dem Verdeck eines Omnibus Pfarrer eines Ortes unweit von Biberach für einen Bürger, straße auf dem Verdeck Fahrkarten verkaufte, wurde er vor dem Beit, so heißt es in unserem Stuttgarter Parteiorgan, ließ der gerissen wurde gestern Abend der Kondukteur Schröter. A13 er auf der Linie Oranienplay- Botanischer Garten in der Dranienweil er der Sozialdemokratie angehört, nach Schluß des GottesHause 53 von dem Gerüste gefaßt und auf die Straße geschleudert. dienstes noch ein„ Extra- Vaterunser" beten. Während der Wahl vertheilte jener Bürger mit einem Freunde bei seinen christlichen Dieser Meinung sind wir auch und finden wir die Beschwerde worden war, wurde er nach Anlegung eines Verbandes in seine Nachdem er zunächst dem Krankenhause am Urban zugeführt Landsleuten Wahlflugblätter. Der christlichen Nächstenliebe war über die geübte Rücksichtslosigkeit für vollständig gerechtfertigt. Wohnung entlassen. aber nicht recht zu trauen, denn kaum hatten sie das Dorf be= treten, um die Flugschriften zu vertheilen, da kam schon ein Der prohige Hochmuth der sogenannten Herrschaften", frommer Bauer mit einer vierzinkigen Mistgabel auf einen unserer der vor einigen Tagen in der Klage einer in der Sommerfrische übten Blutthat liegen jezt nähere Einzelheiten vor, nachdem Zu der an dem Dienstmädchen Karoline Scholz ver Genossen los und schrie:" Machst daß Du aus unserm Dorf befindlichen Hausfrau im Berliner Tageblatt" zum Ausdruck die Verlegte durch einen Kriminal- Kommissar vernommen worden hinauskommst oder ich stech" Dir die Gabel in den Leib, Du gebracht wurde, treibt in diesem Blatte immer mehr Blafen auf. ist. Sie stand bis zum 15. d. M. bei dem Bäckermeister B. in verkommener Lump!" u. f. w. Das ist doch praktisch; zuerst Die Frage, wie man an das Dienstmädchen schreibt, wird immer Wannsee im Dienst und unterhielt mit einem Manne, Namens beten sie für uns und dann möchten sie uns gleich in den noch in dem genannten Blatte besprochen. Eine Leserin schlägt Franz 3anow, seit längerer Zeit ein Liebesverhältniß. Die Himmel befördern! In einem anderen Orte bei Biberach ver- als Briefadreſse vor: An mein Mädchen Marie. Wir würden theilten die Genossen auch ihre Wahlflugschriften. Raum hatten es ganz natürlich finden, wenn das Dienstmädchen Briefe unter in Schöneberg mit ihrem Bräutigam zusammen. Beide setten Scholz war am 15. d. M. auf dem Wege nach Berlin und traf sie das Dorf verlassen, als schon der dortige Pfarrer von Haus solcher Anresse gar nicht annähme. Viel näher läge den Weg gemeinsam fort. Am Schöneberger Ufer in Berlin erzu Haus ging und die Schriften wieder einzog. Verschiedene die Erörterung, die betreffenden progigen WeibsKleinbauern und Maurer waren hiervon nicht besonders erfreut, bilder zu der Anmaßung berechtigt sind, vom Mädchen zu beabsichtige; das Paar nahm auf einer Bank Play, und im klärte Zanow, daß er des Lebens überdrüssig sei und zu sterben weshalb sie ihre Stimme garnicht abgaben. Dem Herrn Pfarrer verlangen, daß es sie gnädige Frau" anrede. Und dann flagen Laufe des Gespräches zog Zanow zwischen 11 und 12 ühr Nachts fönnen wir jetzt schon mit Eicherheit fagen, daß in seinem Revier diese Herrschaften" noch darüber, daß es feine guten" Dienſt- sein Taschenmesser und versetzte seiner Braut mit den Worten: bei der nächsten Wahl manche Stimme für den Kandidaten der boten mehr gebe. Nun, wer in dem Haushalte solcher prozigen" Du sollst ebenfalls in den Tod gehen," zwei Stiche unterhalb Sozialdemokratie abgegeben wird. Von allen Seiten theilt man Hausfrauen dient, muß doch gewiß gründlich den Respekt vor ber linken Bruſt. Während die Scholz umsant, hat sie noch uns mit, wie die Herren Geistlichen bei den Bauern von der den Herrschaften verlieren. So prozig diese sind, so beschränkt gesehen, daß auch Zanow sich einen Stich in die Brust beiKanzel herab über die„ revolutionären" Sozialdemokraten los- und faul und launenhaft sind sie auch, und so ist es denn gar brachte. Dabei hat er laut aufgeschrien. Was weiter geschehen donnern. Der Unduldsamkeit der Herren Seelsorger werden wir nicht zu verwundern, daß diefelbe Frau, welche nicht weiß, wie sie ist, weiß die Scholz nicht, die in Bewußtlosigkeit verfiel und erst noch manche Stimme zu verdanken haben. im Briefe ihre Köchin anreden soll, doch schließlich von ihren um zwei Uhr Morgens aufgefunden wurde. Dienstboten abhängig ist. Ob der Thäter entflohen ist, ob er sich vielleicht in das Wasser gestürzt hat oder Reinickendorf. Wegen Beleidigung der Braunschweiger Maurer Genosse Georg Linke mit den Genossen Schwarz und Spur von ihm entdeckt hat. Die Scholz kommt mit dem Leben Am Sonntag, den 16. d. M., ging der wo er sonst geblieben ist, weiß man nicht, da man bisher keine Pastoren hatte sich am 17. Juli der Redakteur des„ Braun- Billard und seinem Stiefvater nach Stolpe, um in dem Havel- davon, da die Messerstiche edlere Theile nicht getroffen haben. schweiger Volksfreund" a Iwer zu verantworten." Calwer batte am 18. März in einem Artikel:" Kehrt vor der eigenen die drei anderen Genossen angelten, badete Linke und schwamm während der heißesten Periode im Hause bleiben kann, sollte arm, welcher in der Nähe von Stolpe fließt, zu angeln. Während Daß eine Leiche, troßdem sie polizeilich angemeldet ist, Thür" anläßlich der Ankündigung eines vom Verein zur Be- nach dem gegenüberliegenden Üfer. Auf dem Rückweg wurde 2. fämpfung öffentlicher Sittenlosigkeit veranstalteten Vortrages in vom Gehirnschlage getroffen. Billard, welcher, um den Link zu A. W. in Rummelsburg, Thürschmidtstraße 36, starb am 2. Juli faum möglich erscheinen, aber es kommt vor. Dem Zimmerer einer öffentlichen Männerversammlung bemerkt, die frommen Herren vom Sittlichkeitsverein möchten in ihren eigenen Reihen retten, diesem sofort nachschwamm und den L. schon erfaßt hatte, Morgens ein Söhnchen im Alter von 13 Tagen. Tags darauf Befferung schaffen, vor allem verschiedenen Braunschweiger Pastoren sein, wenn Genosse Schwarz nicht mit einem Rahn rechtzeitig zur und ließ auf diesem am Mittage desselben Tages vom Arzte, mußte denselben loslassen und würde sicherlich selbst ertrunken holte die Mutter des Kindes von der Polizei einen Todtenschein, beffer auf die nur Herren von harmloser Unsittlichkeit, wie sie die Sittlichkeits- ilfe gekommen wäre. Man zog nun den L. aus dem Wasser, Dr. Isaak, die Todesursache bescheinigen. Der Arzt schrieb den vereine zu bekämpfen beliebten, sondern auch solche, welche mit dem jedoch waren alle Wiederbelebungsversuche, wie dieses auch nicht Vermerk: Nach Aussage der Mutter Schwämmchen. Dieser Veranders fein konnte, vergeblich. 2. hinterläßt eine Frau mit Strafgesetz in Konflikt gerathen würden, wenn ihr Thun und Treiben 4 Kindern im Alter von 6 Monat bis 5 Jahren, und sieht die merk genügte den Polizeibeamten nicht, und so verblieb die Leiche im offen aufgedeckt würde. Wenn der so fittliche Verein einem solchen Familie, nun des Ernährers beraubt, einer trostlosen Zukunft Hauſe. Am 7. Juli ging die Frau wieder nach der Polizei und kam Pastor Mores lehren wolle, so möge er sich auf der Redaktion die entgegen. ihr nun bereits ein Polizist entgegen, welcher der Frau Adresse holen. Auf die Frage des Vorsigenden an den Angeklagten, den Erlaubnisschein zur Beerdigung einhändigte. Sie mußte was ihn veranlaßt habe, derartiges von den Geistlichen zu Um fich der zu erwartenden Verhaftung zu entziehen, iezt felber erst sich die anderen erforderlichen Papiere verschaffen, schreiben, bemerkte er, es sei ihm bekannt geworden, daß der hat sich die Frau des Sekretärs Wühlener, deren Selbstmord- und so blieb die Leiche, da die Aufbewahrung in der Leichenhalle Lebenswandel einzelner Pastoren nicht ein solcher gewesen sei, versuch wir bereits in der vorigen Nummer gemeldet haben, zu Geld kostet, noch eine Weile im Hause. Die Mühseligkeiten und daß man ihn als sittlich rein bezeichnen könne. Gemeint habe tödten gesucht. Tas kinderlose M.'sche Ehepaar hatte in einem Laufereien, die eine Leiche besonders in Arbeiterfamilien verer die nicht mehr im Amit befindlichen Pastoren Ziel und Lang- Hause der Lynarstraße eine im vierten Stock belegene, aus zwei anlaßt, könnten bei besserer Regelung des Begräbnißwesens leicht heim. In der Vertheidigung beantragte Calwer feine Stuben und Küche bestehende, elegant möblirte Wohnung inne. vermieden werden. Gerade dem Armen, der auf seinen TageFreisprechung, da eine Beleidigung der Braunschweigischen Die am 27. November 1862 zu Neu- Strelitz geborene Frau Wil- lohn angewiesen ist, ist, sollten alle Weitläufigkeiten erspart Bastoren auf ihren Beruf nicht vorliege. Aus diesem helmine M. war früher als Garderobière in hiesigen Theatern werden, daß er nicht nöthig hat, von Pontius zu Pilatus zu Grunde sei daher das Konsistorium, welches Klagen in Stellung, und will bei dieser Gelegenheit eine Opernsängerin laufen. Was helfen alle sanitären Maßregeln, Konferenzen 20, trag gestellt habe, hierzu nicht berechtigt, und er be: kennen gelernt haben, welche gegen einen reichen Wiener Kavalier wenn man bei 30 Grad Size Leichen in den Wohnungen in antrage demnach Einstellung des Verfahrens. Ferner liege aber eine Alimentationsflage angestrengt hatte. Bor etwa 4/2 Jahren Verwesung gerathen läßt, ehe man sie fortschafft? auch keine Beleidigung der Braunschweigischen Pastoren im all wollte sich die Frau M. angeblich durch Leihen von Geldbeträgen gemeinen in dem fraglichen Artikel. Denn der Angriff beziehe an die Künstlerin an dem Prozeß betheiligen und sollte als Zinsen mann vor dem Hause Alt- Moabit 11/12, als er einem ihm Polizeibericht. Am 19. d. M. Abends stürzte ein Schutzfich nur auf einen verschwindenden Theil von Braunschweigischen die Hälfte der ausgeklagten Forderung erhalten. Diese Angabe entgegenkommenden Pferdebahnwagen ausbiegen wollte, mit dem Pastoren, auch seien unter dem Ausdrucke„ Braunschweigische hat die M. wenigstens dem in der Gerichtsstraße 44 wohnenden Pferde, fiel mit dem Kopfe auf das Trittbrett des PferdebahnBastoren" nicht etwa nur Paftoren im Amte zu verstehen. Rohlenhändler Sch. gemacht und von diesem Geschäftsmanne auf Endlich sei der Artikel überhaupt nicht beleidigend, da bei diese Weise bis heute nicht weniger als 26000 Martwagens und erlitt dadurch eine bedeutende Verletzung am Hinterdem vorliegenden Material gegen einzelne Pastoren der geliehen, wovon sie allerdings 3000 M. im Laufe der Zeit zurück- während des Billetverkaufs vom Verdeck des Omnibusses und Vor dem Hause Oranienstr. 53 fiel ein Schaffner Verfaffer des Artikels den gemachten Behauptungen gezahlt hat. Dieses bedeutende Kapital aber genügte zur Füh erlitt hierbei außer bedeutenden Verlegungen am Hinterkopfe durchaus berechtigt war, da dieselben der Wahrheit durchaus rung des Prozesses nicht; die Frau des Friseurs Sch., Karlstr. 19a, und den Armen und Beinen auch innere Verlegungen, so daß entsprechen. Nach längerer Berathung des Gerichtshofes ver hat ohne Vorwissen des Mannes an Frau M. 500 M., und der er nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden mußte. fündigt der Vorsitzende das Urtheil, wonach das Verfahren gegen Gatte ohne Vorwissen seiner Frau 100 M. der Frau Sekretär Ami 19. d. M. fanden fünf kleine Brände statt. den Angeklagten unter Uebernahme der Kosten auf die Staats- geliehen. Außerdem hat die Sch. ihrer Freundin, da sie baares taffe eingestellt wird. Der Staatsanwalt hatte Bestrafung nach Geld nicht mehr besaß, eine goldene Uhr zum Versetzen gegeben. § 186 St. G. beantragt. Der Fuhrherr W., Gerichtsstraße, gab der M. 900 M., die er -Gegen den Genossen Kunert, der gegenwärtig in sich zum Theil selbst geliehen hatte. Der Molkereibesitzer 3. Plößensee eine dreimonatliche Gefängnißstraße abbüßt, ist auf Reinickendorferstraße wohnhaft, borgte der M. 1000 m., hat Antrag des Landraths v. Werder auch ein Strafverfahren wegen jedoch einen Theil der Summe zurückerhalten. Ein Kaufmann Beleidigung von Polizeibeamten eingeleitet worden. Die Be- B. in der Müllerstraße foll 15 000 m. hergegeben haben. Von Gewerbegericht. Sigung vom 19. Juli. Kammer I. Leidigung soll Stunert in einer in Diemiz abgehaltenen Bersamm- dem Fouragehändler G., Müllerstraße, erlieh fich die M. Geaen die Inhaberin einer Engros- Stickerei, Frau 2 enning, Lung begangen haben. nach und nach 1900 Mart, men Betrag die Frau| richtete sich die Klage eines ehemaligen Lehrmädchens derselben 811 topfe. Gerichts- Beitung. Der Bevollmächtigte der 3ahlstelle Rigdorf. Mäntelnäherinnen, Bügler, Stepper, Trifottaillen. Arbeiterinnen, Arbeiter und Arbeiterinnen der Herren Konfektion! Vielleicht daß der Arbeiter die ihm jezt gegebene" Freiheit", soweit er fann, nüßlich anwendet und Strafanzeige erstattet. Möglicherweise fann er sich auch einmal erkundigen, was es für eine Bewandniß damit hamit hatte, daß der Postbote ihm die Was den Herrn Sendungen auf der Arbeitsstätte zuſtellte. Weber anbetrifft, fei noch bemerkt, daß er zu der Partei schwört, die die Devise:" Für Wahrheit, Freiheit und Recht" auf ihre Fahne geschrieben hat. Die Klägerin Brauer beanspruchte 10 m. Gehalt für einen Monat an alle Berliner Kollegen die Bitte zu richten, die in ihren| Gremplare heraus. Was braucht so ein gewaltiger Herr und 5 M. Entschädigung als Ausgleich für ihre ohne vorherige Werkstätten arbeitenden Rigdorfer Kollegen aufzufordern, sich der auch erst zu fragen, ob er sich fremdes Eigenthum aneignen Ründigung erfolgte Entlassung. Sie behauptete, daß bei ihrer hiesigen neu gegründeten Bahlstelle des deutschen Holzarbeiter darf, so ein armer Arbeiter wird sich schon nicht unterstehen, dies Annahme mit der Mutter abgemacht worden sei, sie solle vier Verbandes anzuschließen. Kollegen! Bewahrt Euer Solidaritäts- zur Anzeige zu bringen, er müßte es mit Strafe der Entlassung Wochen lernen und dann vorerst für den Monat 10 M. erhalten, gefühl und suchet diejenigen zu gewinnen für unfere gemeinsame und Nimmerarbeitfindens büßen. Also der Arbeiter schwieg zu bis sie mehr leiste. Der Sohn und Vertreter der Beklagten bes Arbeit, die uns noch fernstehen. Die Zahlstelle befindet sich dieser Vergewaltigung still, aber das Schicksal der Entlassung hat ftritt diese Annahme, seinerseits erklärend, wenn überhaupt von Bergstr. 7 bei Duschet und ist geöffnet Sonnabends Abend von ihn doch ereilt, als eine vom rheinischen Agitationsfomitee an einer Entschädigung nach den ersten vier Wochen die Rede ge- 8 Uhr ab. Daselbst werden Beiträge entrichtet sowie neue Mit ihn gerichtete Postkarte wiederum vom Postboten auf wesen sei, fönne nur eine freiwillige damit gemeint worden glieder aufgenommen. dem Komptoir der Fabrit abgegeben wurde. sein; eine direkte Abmachung habe nicht vorgelegen. Außer Auf die Frage des Arbeiters, warum die plötzliche Entlassung dem bestreitet Herr Lenning, daß die Klägerin ein Recht habe, erfolgte, antwortete der Bruder des J. Weber: Mein Bruder gekündigt zu werden zu verlangen. Es wäre tägliche hatte Ihnen gesagt, Sie sollten sich damit nicht abgeben; nun Kündigung gewesen, und selbst wenn das nicht zutreffen haben Sie es troßdem gethan und müssen deshalb aufhören!" würde, sei die Entlassung gerechtfertigt, denn die Klägerin hätte ein paar Tage ohne Entschuldigung die Arbeit versäumt und sei Für bezeichnete Branchen findet am Montag, den 24. Juli, unpünktlich gekommen. Da sich die Beklagte anfänglich geneigt Abends 82 Uhr, in Sanssouci, Rottbuferstr. 4a, eine Versamm. zeigte, auf einen vorgeschlagenen Vergleich einzugehen, verzichtete lung statt, in der Frl. Wabnih über das Thema:" Die Lage die Klägerin auf die 5 M., welche mit bezug auf die Entlassung der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Mäntel- und Herren verlangt wurden. Den anderen Anspruch ermäßigte sie auf fonfektions- Branche", referiren wird. Diejenigen Kollegen und 7,50 M.; es hatte sich nämlich herausgestellt, daß die Zeit ihrer Kolleginnen, die sich an der Verbreitung von Handzetteln zu dieser Thätigkeit nach den ersten vier Wochen nur drei Wochen betrug. Versammlung betheiligen wollen, werden aufgefordert, sich am Gine Zeugin der Klägerin beschwört, daß in ihrem Beisein Frau Sonnabend Nachmittag 5 Uhr in 3 u be it's Restaurant, NaunynLenning erklärt hätte, das junge Mädchen bekäme nach der engeren straße 86, einzufinden. Ein Pfarrer, wie er in Deutschland unmöglich ist. Lehrzeit, also nach vier Wochen, 10 M. Gehalt. Herr Lenning, Agitationstommission der Schneider und In den Schweiz. Reformblättern" schreibt Pfarrer Frank der fortwährend, sowie die Verhandlung in ein neues Stadium Schneiderinnen Berlin 3.t von Twann: trat, neue Einwendungen vorbrachte, zog jezt in Zweifel, ob die Ent" Die armen Bergwerfleute in Belgien besigen unser un Laffung auch wirklich an dem von der klagenden Partei angegebenen Achtung, Schuhmacher! Da troz wiederholter Aufforde: getheiltes Mitgefühl. Mit ihnen erfaßt uns heiliger Born gegen Tage erfolgt sei. Um zu verhindern, daß die schon ziemlich rung die„ Sammellisten zur Aufbringung der Vertheidigungskosten jene entmenschten Geldprotzen, welche von der Macht Gebrauch lange dauernde Verhandlung an einem späteren Sizungstage unseres inhaftirten Kollegen" Nr. 26, 31, 32, 35, 55, 57, 58, machen, um Glück, Gut und Herzblut ihrer Mitmenschen zu fortgesetzt werden müsse, wurde sie auf anderthalb Stunden aus- 59, 60, 61, 62 und 63, welche bei den Prozessen gegen Eckerlein, opfern, nur um ihre fündigen Beutel zu füllen und alle Tage gesetzt und die Klägerin nach Hause geschickt, sich ihr Arbeitsbuch sowie Menzel und Seidenberg Berwendung fanden, bisher nicht herrlich und in Freuden leben zu können. Unter solchen Umzu holen. Mittlerweile wurden auch Aften aus einem früheren zurückgeliefert sind, werden die Inhaber derselben aufgefordert, ständen begreifen wir die revolutionären Exzesse vollständig; Streitfalle zwischen den feindlichen Parteien besorgt. Diese sodie betreffenden Listen bis spätestens Mittwoch, den 26. Juli wenn fie nur Erleichterung statt noch stärkere Bedrückung wohl als auch das Arbeitsbuch ergaben die vollständige Nichtig- 1893 an Georg Niederauer, Franz Fischer oder Carl Eckerlein brächten. Denn es giebt ja leider in unseren sogenannten feit der letzten Einwendung des Herrn 2. und die Beklagte wurde zurückzuliefern, widrigenfalls unverzüglich die Veröffentlichung Kulturstaaten immer noch Zustände, wo das geltende Recht verurtheilt, der Klägerin die strittigen 7,50 M. und 2 M. für der Namen in diesem Blatte erfolgt. schreiendſtes Unrecht ist und wo das Dichterwort angewendet Zeitversäumniß zu zahlen; die Mutter der Klägerin hatte die Im Auftrage werden darf: Erstattung der Versäumnißkosten für den Fall beantragt, daß ein inite wit ihr günstiges Urtheil gefällt würde. der Agitationstommission der Schuhmacher Berlins:. Carl Ederlein, Auguftstr. 6a, I. Eine hochwichtige" Sache beschäftigte gestern die 142. Abtheilung des Schöffengerichts. Eines Tages bissen sich im Pots- An die Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen! Nachdem die damer Viertel zwei Hunde. Einer von ihnen unterlag, er ergriff Wahlen vorüber sind, gilt es für uns auf's neue, unsere Organiheulend die Flucht. Wären es nun ein paar gewöhnliche Röter fation zu stärken und zu kräftigen, alle zersplitterten Kräfte gewesen, so wäre nach der Sache wohl weiter nichts gekommen. effen der Arbeiter vertretenden Organisation vereinigt werden. müffen zu einem Ganzen, zu einer widerstandsfähigen, die InterSo gehörte aber der eine Hund einer wohlhabenden Dame, der andere einem adeligen Herrn. Es war der Hund des letzteren, Wir machen deshalb ganz besonders auf die Versammlung aufder unterlegen und mit einer Bißwunde nach Hause gekommen merksam, die am Dienstag, den 25. Juli, in Sanssouci, Rott war. Es wurde ihm mitgetheilt, daß die Hunde nicht mit buferstr. 4a, stattfindet und Stellung zu dieser Frage nehmen gleichen Waffen gekämpft haben sollten, der Sieger habe feinen foll. Wir laden besonders die Arbeiter und Arbeiterinnen in vorschriftsmäßigen Maulforb gehabt und dadurch mit seinem Gebiß Seifen- und Gummifabriken, Gasanstalten und Färbereien, sowie den wehrlosen Gegner überwinden können. Die Eigenthümerin auch Hilfsarbeiter anderer Fabriken, ein. Ferner ersuchen wir des Siegers erhielt ein Strafmandat, weil sie ihren Hund die Kollegen der Agitationskommission, die bei Norbert am nicht mit einem vorschriftsmäßigen Maultorbe versehen 2. Juni gewählt wurden, in der Versammlung zu erscheinen. hatte. Sie beantragte richterliche Entscheidung. Zum gestrigen Zermine war einer unserer berühmtesten Rechtsanwälte zur Stelle, um die Interessen der Frau L. wahrzunehmen und ihren Hund von dem schwarzen Verdacht zu reinigen, daß derselbe einen Vortheil in unschöner Weise für sich ausgebeutet. Es wurden Zeugen vernommen, Eide geleistet, thatsächliche und juristische Ausführungen der scharfsinnigsten Art gemacht der Protokollführer ließ die Feder über das Papier fliegen. Der Prozeß theilte das Schicksal der meisten großen Sensationsprozesse, er verfiel der Bertagung. Zum nächsten Termine soll der Hund nebst seinem Maulforb persönlich erscheinen und dann ein Urtheil über die Vorschriftsmäßigkeit des legteren gefällt werden. W. Läpple. W. Arndt. Den Parteigenoffen zur Kenntniß, daß noch verschiedene Gewinne abzuholen sind vom Sommerfest des 5. Berliner Wahlfreises, das am Sonntag den 16. Juli im Jägerhaus stattfand. Gewonnen hat jedes Loos mit der Endnummer 1 und sind die Gewinne abzuholen bei Rob. Drescher, Linienstr. 50. Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht! Wenn der Gedrängte nirgends Recht kann finden, Wenn unerträglich wird die Last, Greift er hinanf getrosten Muthes in den Himmel, Und holt herunter seine ew'gen Rechte, Die droben hangen unveräußerlich und unzerbrechlich, wie die Sterne selbst. der Jura- Simplonbahn entgegen. In der letzten Woche des Unſere wärmsten Sympathien bringen wir den Arbeitern Monats Mai haben alle Weichenwärter und Manöveristen des Bahnhofes in St. Maurice( Wallis) die Arbeit niedergelegt, weil aus Ersparnißrücksichten das Ruhetagsgesetz nicht beobachtet wurde! Die armen Burschen! ,, Sie haben wohl in halber Verzweiflung diesen Streik in Szene gesetzt und wahrscheinlich schwer büßen müssen. Denn ein Streit auf solch einzelnem Punkte ist eine zweischneidige Klinge, welche gewöhnlich diejenigen am schwersten verwundet, welche von ihr Gebrauch machen. Ein Streit aller Angestellten und Arbeiter des gesammten Netzes der Jura Simplonbahn hätte ganz anders gewirkt und wäre motivirt gewesen. Denn die gleichen Geldbarone, welche einmal um das andere dem Bunde und dem Kanton Bern rücksichtslos ins Gesicht schlagen, plagen und schinden ihre Arbeiter in unerhörter Weise. Massenhaft find auf dem ganzen Netze Weichenwärter und andere AnSonntag, den 30. Juli, findet in Luckenwalde ein großes gestellte entlassen worden, sodaß die mit doppelter und dreiBoltsfest statt zur Erinnerung an den Wahlsieg der Sozial- facher Arbeit überlasteten Funktionirenden oft faſt zu= demokratie, und fordern wir die Arbeiter- Gefangvereine von fammenbrechen und der Betrieb in hohem Maße gefährdet er Berlin und Umgegend auf, unser Fest durch ihr Erscheinen zu scheinen muß. Und warum, wozu diese Unmenschlichkeit? Um unterstützen. Diejenigen Vereine, die gewillt sind, nach Lucken- den Aktionären höhere Dividenden zu vertheilen, um Hauptwalde zu kommen, bitten wir, dies dem unterzeichneten Komitee schinder mit glänzenden Gratifikationen man spricht u. a. von 48 000 Franken bedenken zu können. Aus dem Schweiß anzuzeigen; wir hoffen auf eine recht rege Betheiligung. G. Back, Haidestr. 40. und Herzblut der armen geplagten Arbeiter pressen vor unseren Augen die reichen Geldproßen die hohen Prozenterchen heraus! Behufs Entgegennahme allgemein wichtigen Materials So züchtet man von oben herab die Sozialdemokratie und ersuche die Herren Gewerkschafts- Vorstände Deutschlands wie des zwar die revolutionäre. Und was die Eisenbahnbarone der Auslands um gefällige Zusendung Ihrer Adressen. Jura- Simplonbahn im großen treiben, das üben viele GeldBerlin NW. magnaten im fleineren Kreise. Sie alle wollen nicht einsehen, daß sie den Vulkan selbst heizen, auf dem sie stehen! Möchten doch mehr und mehr alle wahren Menschenfreunde ihre Stimme erheben zu gunsten der ungerecht Unterdrückten!- Den Heßern à tout prix im schwarzen Frack aber den Schuh!" Vielleicht, daß die kapitalfrommen Organe es zu wege bringen, den Pfarrer Frant auch unter die gewerbsmäßigen Seher zu reihen. Zum mindesten dürfte er in den Augen der Konsistorien seinen Beruf als Geistlicher verfehlt haben. Die Privatklage, welche der Licentiat Gräbner gegen den Schriftsteller Karl Schneidt angestrengt hat, ist gestern durch Vergleich vor der 144. Abtheilung des Schöffengerichts beendet worden. Beide Parteien bekämpfen in Wort und Schrift den Antisemitismus. Der Kläger giebt eine Zeitschrift, betitelt Mittheilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" heraus, der Beklagte ist Redakteur der im Modernen Verlag" Friedr. Hofmann, Metallarbeiter, Gozkowskystr. 24, 3 Tr. erscheinenden philosemitischen Zeitschrift: Die Schmach des Jahrhunderts". Der Kläger hatte im vorigen Jahre zu Geld- Die Karlsruher Lohukommission der Brauer erklärt beiträgen aufgefordert, um die Bestrebungen des Vereins zu den Boykott über die Brauereien Monninger, Fels, Sinner in unterſtügen. Zwei auswärtige Leser haben die beiden, gleiche Grünwinkel und Egiau in Durlach für aufgehoben und ist daBiele verfolgenden Blätter verwechselt und dem Mo- mit die Brauerbewegung, die im März ihren Anfang nahm, be dernen Verlag" fleinere Summen eingeschickt, die von endet. Wenn auch die Brauergehilfen nicht ihre Forderungen dessen Inhaber zum vorgeschriebenen Zwecke verwendet sind. unbeschränkt durchsetzten, so haben sie doch einige Vortheile erAls auf Reklamation des Klägers die Herausgabe dieser Bei- rungen, so z. B. die Abschaffung der Zwangsküchen in den meisten träge verweigert wurde, griff derfelbe in seiner Zeitschrift den Brauereien und Ausbesserung der Löhne. Privatkläger an, dem er besonders den Vorwurf machte, daß er Sie Bekämpfung des Antisemitismus geschäftsmäßig betreibe. Der Beklagte antwortete in seiner„ Schmach des Jahrhunderts" in einer Weise, daß der Sic. Gräbner Klage wegen Beleidigung anstrengte. Schneidt erhob darauf Widerklage. " Die Parteien stellten sich im gestrigen Termine gegenseitige Ehrenerklärungen aus, worauf die Sache in Güte beigelegt wurde. An die deutschen Gold- und Silberarbeiter. In der Silberwaarenfabrit von Südfeld in Wien ist ein Streit ausgebrochen; die deutschen Silberarbeiter werden ersucht, den Zuzug unbedingt fernzuhalten. " W Die Herrlichkeit des Unfall- Versicherungsgesetzes wird in seiner ganzen Glorie in einem Bericht beleuchtet. der unserem Elberfelder Partei- Organ aus Neuß zugeht. tönnen sich mit den Bestimmungen des Unfall- Bersicherungsgesetzes Unsere fapitalistisch gesinnten Unternehmer, so heißt es, durchaus nicht aussöhnen, weil es ihnen etwas Opfer auferlegt. Wie weit nun das Gesetz selbst den an dasselbe gestellten Anforderungen gerecht wird, geht aus nachfolgendem gewiß nicht vereinzelten Falle hervor: versicherungs Gesetzes in der Fassung des Gesetzes Krankenkassenwesen. Auf grund des§ 75a des Krankender Fassung des Gesetzes vom 10. April 1892 ist den folgenden Krankenkassen die Bescheinigung Die schweren Folgen, die für einen Schankwirth durch ausgestellt worden, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des Kranken- Am 24. Dezember v. J. erlitt der 64 Jahre alte Handeine einmalige Bestrafung entstehen können, zeigten sich in einer geldes, den Anforderungen des§ 75a a. a. D. genügen: der langer Adam Gönen eine schwere Verlegung am rechten Arm. Verwaltungsstreitsache, die gestern ihren Abschluß gefunden hat. Barbier- und Friseurgehilfen- Krankenkasse( E. H.) in Altona, der Nachdem die Wunde geheilt war, blieb ein heftiges Zucken und Der Schankwirth Beebe hatte früher ein Lofal inne, welches viel Kranken- Unterstüßungskasse für Bauhandwerker von Lütte und Zittern des rechten Armes und der großen Brustmuskeln zurück; von Bäckergesellen besucht wurde. Die Spielsucht dieser Gäste umgegend( E. H.), der" Nächstenliebe"( E. H.) in Meyenburg die rechte Hand wurde steif und gefühllos, was bei dem alten brachte anch dem Wirthe Unglück, die Bäcker wurden eines in Prignig, der Kranken- und Sterbekasse Wohlthat" zu Wörs Manne die völlige Arbeitsunfähigkeit herbeiführte. In dem nun ein. Tages bei einem unerlaubten Glücksspiel, dem" Potern" über- dorf( E. H.), der Kranken- und Sterbetasse der Textil- Industrie- geleiteten Verfahren attestirt der untersuchende Arzt Herr Dr. Kalfer rascht und der Wirth erhielt eine Antlage wegen Duldens dieses Arbeiter( E. H.) zu Ronsdorf, der Kranken- Unterstügungstaffe zu in Neuß eine Eriverbseinbuße von 25 pet. und der Herr Dr. Nönchen Spiels. Das Schöffengericht verurtheilte ihn zu 20 M. Geld- Bommersheim( E. H.), der Kranken- und Begräbnißkaffe der in Düsseldorf eine solche von 50 pet. Unterm 23. März strafe. Bald darauf gab Beebe das Lokal auf, um sich in einer Fabrit- und Handarbeiter zu Wriezen( E. H.), der Kranken- d. I. erhielt C. nun ein Schreiben der Rheinisch- Westfälischen anderen Stadtgegend eine Restauration neu einzurichten. Gin Unterstützungs- und Sterbekaffe der Fischer Jnnung zu Breslau, Baugewerk- Berufsgenossenschaft, aus welchem wir folgende Säße gedent feiner Bestrafung fürchtete er, beim Nachsuchen um der Krant en- und Begräbnißkaffe des Kaufmännischen Vereins zu wiedergeben: Die Ronzession auf Schwierigkeiten zu stoßen, er ließ Stade( G. 3.), der Gegenseitigen Kranken- Unterstügungslaffe in Arbeitgebers auf den Betrag von 676,50 M. festgesetzt. Kassel( E. H.), der Kranken- und Sterbekasse von F. Müller in" Ihr Jahresarbeitsverdienst ist nach den Mittheilungen Ihres Deshalb feine Ehefrau Ehefrau auf Ertheilung der Konzession auf ihren Namen einfommen. Sie erhielt vom Stadtausschuß Rendsburg( E. H.), der Lemsahl- Mellingstedter Krantentaffe( E. Ju betreff Ihrer Verlegung und deren Folgen haben Sie einen ablehnenden Bescheid mit der Begründung, daß bei der D.), der Krankenkasse für Buchdrucker( E. S.) in Kiel, der sowohl dem Herrn Dr. Kalfer dort, wie auch dem Dr. Nönchen innigen Gemeinschaft zwischen Mann und Frau zu besorgen sei, Kranken- Unterstüßungskaffe für selbständige Schneider in Brom- hier, die Unwahrheit wieder besseres Wissen gesagt: das Zittern daß die lettere unter dem Einflusse des Mannes das Schant berg( E. H.), der Kranken- Unterstüßungskaffe Bornhöved( E. H.), des Armes ist nicht eine Folge des Unfalles, es hat schon früher gewerbe zur Förderung des verbotenen Spiels mißbrauchen werde. der Unterstützungskasse der Ziegler in Schleswig- Holstein zu bestanden, wie Herr Dr. Rheins jr. der dortigen Polizeibehörde Die Berufung beim Bezirksausschuß war ohne Erfolg. Der Hohenwestedt( G. H.), der Wittenberge'schen Handwerfer- Stranfen- berichtet hat." Instanzenweg war somit erschöpft. Nun kam der Rechtsbeistand fasse( G. H.), der Kranken- Unterstützungs- und Sterbefaffe für die Nun erklärt aber G. aufs bestimmteste, der Herr Dr. Rheins jr. der 3.'schen Eheleute, Rechtsanwalt Leop. Meyer, für den Ghe- Gemeinde Dhünn, der Allgemeinen Kranken- Unterstüßungs- und habe ihn nie in Behandlung gehabt und er habe auch nie gemann Beebe um die Konzession ein. Das Polizeipräsidium ver- Sterbekaffe zu Nierstadt( E. H.), dem Freiwilligen Kranten- fagt, das Bittern habe schon früher bestanden!! hielt sich mit bezug auf die Vorbestrafung des 3. ablehnend. Unterstützungsverein in Kirdorf( E. H.), der Kranken- Unter- Dann heißt es weiter: Die Sache tam nun vor den Stadtausschuß. Im Termine stützungskaffe der Schlosser zu Frankfurt a. M.( E. H.). unterbreitete der Rechtsanwalt dem Gerichtshofe Anzahl Entscheidungen der Berufungs- Straffammern, wonach nehmern zuweilen nicht an, wenn ihnen daran liegt, ihre Ar Auf ein bischen Gesetzesverletzung kommt es den Unter verurtheilende Erkenntnisse des Schöffengerichts aufgehoben und beiter unter der Fuchtel zu beugen. Der Fabrikant betrachtet zu 1/8 der völligen Erwerbsunfähigkeit angenommen, in anbetracht Ihre Erwerbseinbuße wird auf grund ärztlicher Atteste(!) auf Freisprechung erkannt worden war, wenn es dem betreffenden sich eben als den Herrn des Arbeiters ganz im feudalen Sinne, Ihres Alters soll nun eine Uebergangsentschädigung in der Art Wirth gelungen war, nachzuweisen, daß er keine Kenntniß von und kraft seiner wirthschaftlichen Allmacht kann er es auch, denn, stattfinden, daß ihre Erwerbseinbuße für den Rest des Monat dem Verbote des Pokerns gehabt. Wenn der Kläger 3. gegen wagt der Arbeiter etwa dem Unternehmer gegenüber von Februar zu 2/3 und den Monat März zu 1/3 angenommen wird." feine Verurtheilung Berufung eingelegt hätte, würde er daffelbe feinem Recht zu sprechen, so wird ihm der augenscheinliche Ergebniß erzielt haben. Der Stadtausschuß genehmigte darauf Beweis geliefert, daß nur der von seinem Recht sprechen darf, Nun erklären Sie sich schnell mit diesem Arrangement ein Hätte der geniale Briefschreiber noch den Say hinzugefügt: die Konzession. Das Polizeipräsidium legte Berufung ein, aber ber eben feinen Herrn" hat. Man entläßt den Arbeiter und verstanden, sonst...." dann wäre das Schreiben für S. wenigstens ohne Erfolg, denn der Bezirksausschuß entschied zu gunsten des giebt ihm damit" Gelegenheit, die Freuden der Freiheit des verständlich gewesen und hätte seinen Zweck erreicht. Unterm Klägers. So ist es gekommen, daß dem bescholtenen Ehemann 3. das Berhungerns bis zur Neige auszufoften. Einen ettatanten Fall 10. April erhielt G. dann eine Anweisung für sein Achtel Rente gewährt wurde, was seiner unbescholtenen Ehefrau versagt wurde. Dieser Art berichtet unser Elberfelder Partei- Organ: An einen pro Monat fage und schreibe 4,70 M. macht pro Tag Arbeiter waren durch das rheinische Agitationskomitee Wahl- ganze 152/3 Pfennige! flugblätter gesandt worden; der Postbote brachte das Nun legte C. bei dem Schiedsgericht der Unfall- BerufsPacket demselben merkwürdiger Weise in die genossenschaft Berufung ein und erhielt unterm 27. Juni die„ EinFabrit. Raum hatte er es empfangen, so erschien der ladung zur mündlichen Verhandlung" und eine Gegenerklärung Fabrikant Johann Weber, in Firma Gebr. Weber, und der Rhein.- Westf. Baugewerk- Berufsgenossenschaft vom 31. Mai, forderte den Arbeiter auf, das Packet zu öffnen. Da dieser dies aus welcher wir folgenden Passus hervorheben: Eine Anfrage verweigerte, öffnete der Fabrikant, trotz wiederholter Warnung bei der Ortspolizei- Behörde, ob Berufungstläger schon vor Eindurch den Arbeiter, selbst das Packet und nahm sich mehrere tritt des Unfalles an heftigem Bittern des Armes und der beiden Soziale Uebersicht. eine Achtung! Tischler, Drechsler, Stellmacher, Bürstenmacher! Die Zahlstelle Rigdorf sieht sich veranlaßt 0001 Durch diese Mittheilung wird Ihnen Gelegenheit gegeben, sich innerhalb einer Woche nach Empfang dieses Schreibens über die Richtigkeit des Arbeitslohnes zu äußern. C. hat nunmehr dem Schiedsgericht den Beugenbeweiß er boten, darüber, daß er vor dem Unfall nicht mit Bittern der Hand behaftet war. Dann heißt es weiter: Hier, glauben wir, ist jeder Kommentar überflüssig. aller foweit fie einer Der großeu Brustmuskeln gelitten habe, ist dem Herrn Dr. Rheins jr.| ftruirte die Versammlung dahin, daß sie ihr Augenmerk vor- 1 Verachtung fremden Rechte, ais Hospitalarzt übergeben, und erklärt dieser, die Angaben nehmlich auf die Beschaffenheit des Trinkwassers, der selbstsüchtigen Begierde im Wege stehen, muß muß das Ce= des C. seien unrichtig, indem derselbe schon vor dem Unfalle Kanalisation beziehungsweise der Abfuhr der Abfuhr der Fäkalien schlecht anheimeln, das unter dem Bismarck'schen System nach eigener Angabe(?!) mit Bittern der rechten Hand be- und auf die Wohnungsverhältnisse richten habe. herangewachsen ist. Fürst Bismarc ift eine ungeheure haftet war." Von den behördlichen Sanitätskommissionen tann man infolge Persönlichkeit, die über ein Land hinwegraft wie ein Wirbelihrer Zusammensetzung nicht erwarten, daß fie irgend welchen Sturm des heißen Erdgürtels: fie zermalmt alles in ihrem Mißständen energisch zu Leibe gehen. Gewöhnlich wenn eine verheerenden Laufe und läßt eine weite Vernichtung der Epidemie ausgebrochen und es dann zu spät ist, wie sich in Charaktere, Berwüstung der Rechtsbegriffe und Zertrümme Hamburg zur Zeit der Cholera gezeigt habe, lassen sie sich herbei, rung der Sittlichkeit als Spur Spur zurück. Das, System 1001 Auf grund dieser Mittheilung an Herrn Dr. Kalter Abhilfe zu schaffen. Vor allem sei es Aufgabe des Staates und Bismarck bedeutet im Staatsleben eine Art Jesuitismus im sagt derselbe, die Residien des Unfalles feien so gering, daß der Gemeinde, die Herstellung und Abgabe des Trinkwassers Küraß. Der Zweck heiligt das Mittel", und das Mittel ist fie eine Veränderung der Erwerbsfähigkeit nicht veranlassen selbst in die Hand zu nehmen und fei dagegen zu pro- nicht wie bei den geschmeidigen Söhnen Loyala's tönnen. testiren, daß solch wichtiges Nahrungsmittel zur pri- Schlauheit, zähigkeit, heimliche Tücke, Bähigkeit, heimliche Tücke, sondern offene Herr Dr. Nönchen, der ebenfalls zu nochmaliger Aeußerung vaten Ausbeute spekulative Aktiengesellschaften über Rohheit, Gewaltthat, an über- Rohheit, Gewaltthat, Fausthieb und Schwertschlag. auf grund des Dr. Rheins'schen Atteftes aufgefordert wurde, bemißt lassen bleibe. Dasselbe sei von der Müllabfuhr und Leerung der Zweck, der das Mittel des Jefuiten im Küraß heiligt, die Erwerbseinbuße, fomeit die Folgen des Unfalles in Betracht Dunggruben zu sagen. Radikale Beseitigung aller dieser Un mag manchmal ein gemeinnüßiger, er wird aber ebenso oft tommen, auf 15 pet." zuträglichkeiten bringe die Verwirklichung des sozialistischen oder noch öfter ein selbstsüchtiger sein."( Die Richtigkeit Programms. Vorerst sei es unsere Aufgabe, alle Mißstände aufzu dieser Bemerkung dürfte sein wenig patriotisches" Verhalten decken, und von der herrschenden Gesellschaft energisch Abhilfe zu aus gekränktem Ehrgeiz auch dem blindesten Verehrer in fordern. Die Berliner Arbeiter- Sanitätskommission habe in dieser den letzten Jahren bewiesen haben.) Bei seinem Urheber hat Beziehung Bedeutendes geleistet und theilweise Remedur geschaffen. Dieses System der ältesten Barbarei eine gewisse Größe, da Bum Schluß ersucht der Redner auch in Rixdorf derartige Unter- es aus einem gewaltigen Willen hervorgeht, der immer mit fuchungen anzustellen, die Berliner Kommission werde jederzeit dem Wagemuth des Helden sich selbst einseht und zur Unterstügung bereit sein. An den mit lebhaftem Beifall ent- jeden Kampf mit dem wilden Entschlusse[ tritt: Sieg oder Tod! gegengenommenen Vortrag knüpfte sich eine lang ausgedehnte Bei den Nachahmern dagegen verfrüppelt es zur„ Schneidigkeit", Diskussion, in welcher eine ganze Reihe kaum glaublicher Miß- das heißt zu jener niederträchtigsten und verächtlichsten Feigdem stände besprochen wurde. Ferner wurde gerügt, daß die Straßen heit, die vor Stärkeren auf dem Bauche friecht, felten gefegt und dann lange liegen bleibende Kehrichthaufen eine aber Sen gänzlich Entwaffneten, den unbedingt armBeute des Windes werden. Gemeindevertreter Sch entführte lofen und Schwachen, von dem schlechterdings kein Suideran, daß von den sozialdemokratischen Vertretern diese Klagen stand und keine Gefahr zu besorgen ist, mit äußerstem Ueberschon häufig im Gemeindehause zur Sprache gebracht worden muthe mißhandelt." Die gegenwärtige Verkehrung aller fid.tlichen feien. Doch sei es dort, wie anderswo, die Prozen, welche die Begriffe, wie sie am deutlichsten an den Auswüchsen des Miliübergroße Mehrheit bilden, haben für die Leiden und Wünsche tavismus mit seinen Soldatenmißhandlungen hervortritt v.nd sich der Arbeiter kein Gehöhr; deshalb müßten sie bei den Wahlen jüngst besonders auch in der gewissen und schamlosen Andafür eintreten, daß immer mehr Männer aus den Reihen der wendung der perfidesten Mittel bei der Wahlagitation unserer Arbeiter in die gefeßgebenden Körperschaften gewählt werden. Gegner zeigte, tann in ihren Ursachen besser nicht wohl gekennzeichnet werden. 8910 Zum besseren Verständniß der Sachlage lassen wir hier noch bas Zeugniß folgen, welches G. von seinem Arbeitgeber erhielt. Daffelbe lautet: Der Arbeiter Adam Cönen hat bei mir ungefähr elf Jahre gearbeitet und war stets treu, brav und fleißig. Neuß, den 25. März 1893. W. Fasbender." Nun hätte man wieder glücklich einen alten Arbeiter mit 15 Pfg. pro Tag abgespeist wenn nicht die Gerichte den Begriff gerechte Entschädigung der Verlegten zc." anders definiren, was abzuwarten bleibt. Mögen aber die Arbeiter an diesem Falle wieder erkennen, welche Sorge" sich die herrschenden Klassen um das Arbeiterwohl machen; mögen sie wieder er kennen, daß der Gesammtheit und dem Arbeiter im Besonderen nur zu helfen ist durch eine neue Gesellschaftsordnung, welche auf dem gleichen Rechte und der gleichen Pflicht Aller beruht. " jue hile att Dersammlungen. Nachdem zwölf Kollegen in die ArbeitsRigdorf. Am 17. Juli tagte die erste Versammlung des deutschen Holzarbeiter- Verbandes, in welcher Genosse Mattutat Psychische Ansteckung in der Schule. Einen sehr intereinen Vortrag über: Zweck und Ziele des Holzarbeiter- Verbandes" essanten Fall von psychischer Ansteckung in der Schule berichtet Im Verein der Lithographen, Steindrucker und Be: hielt. Er führte recht klar vor Augen, welchen großen Nußen Dr. Remboldt aus Stuttgart in der„ Berl. Klin. Wochenschrift". rufsgenossen sprach in der am 17. Juli abgehaltenen Verfamm- die Unternehmer durch die allzu fleinen Organisationen haben, Er wurde eines Tages in die Römerschule gerufen. in der sich Nur durch die folgendes ereignet hatte: In einer Mädchenklasse( neun- bis Iung Genosse Meyner über das Thema: Was lehren uns die da es feiner wagt, ihnen entgegen zu treten. An der Diskussion, die eine sehr rege war, betheiligten ohne daß sich eine besondere Ursache nachweisen ließ, eines der Kinder Bericht über die Bibliothek. Die Bibliothek befindet sich Rosen- sich mehrere Kollegen im Sinne des Referenten. Sodann wurde bewußtlos über die Bank herabgesunken, worauf binzen wenigen thalerstraße 38 im Restaurant Roch; die Ausgabe der Bücher zur definitiven Wahl der Ortsverwaltung geschritten. In Vor- Minuten eine ganze Anzahl ebenfalls ohnmächtig wurde, wäh erfolgt jeden Sonnabend Abend nach 8 Uhr. Der Bericht der schlag kamen: 1. Bevollmächtigter Jonas, Drechsler; Kassirer rend Andere jammernd und zitternd sich über heftiges UebelZu und Unwohlsein beklagten. Der Lärm und die Verwirrung, Unterstüßungskommiffion ergab eine Einnahme von 893,78 m, Brödenfeld, Tischler; Schriftführer Bierling, Tischler. und eine Ausgabe von 584,63 M., mithin verbleibt ein Bestand Revisoren wählte die Versammlung die Kollegen Schenk und die bei diesem Vorkommniß entstanden, waren auch in war jedoch nur von 309,10 m. Der Kollege Gillier entwarf sodann ein Preppernau. In betreff des Arbeitsnachweises wurde eine Rom- eine benachbarte Klasse gedrungen, ein nervöser Anfall bei einem 13 jährigen Mädchen einBild über die Zustände in der Kunstanstalt von Kaufmann mission von 5 Mann ernannt, die die Vorarbeiten regeln soll. nachweis- Kommission gewählt worden, erstattete der Bibliothekar lei Organisation wären wir im stande, etwas Züchtiges zu zehnjährige Schülerinnen) war kurz nach Beginn des Unterrichts, und Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marx, Abends 8 Uhr, 3 in in Brandenburg. Die Behandlung der Kollegen durch die Der Arbeiter- Bildungsverein für Schöneberg und getreten. Der Arzt traf bei seiner Ankunft im Zeichensaale Betriebsleiter sei eine ganz unwürdige zu nennen. Bei überaus umgegend hielt am 16. Juli feine regelmäßige Vereins- Ver- unter zirka 40 Mädchen 10 gänzlich bewußtlos wie im tiefen langer Arbeitszeit von Morgens 6 Uhr bis 62 Uhr Abends find sammlung ab, in der die Fortsetzung einer Borlesung über Schlafe daliegend an. Ihr Zustand blieb auf Schütteln und noch solche Strafen in der Fabrikordnung verzeichnet, die jeden Nordau's tonventionelle Lügen stattfand. Genosse Seidel be- Anrufen durchaus unverändert. Von den übrigen zitterte ein treffen, der nur 5 Minuten zu spät kommt. Wie Redner mittheiligte sich an der darauf folgenden Diskussion. Sodann wurde Theil am ganzen Leibe heftig, weinte laut und schluchzte krampfhaft, eine Andere starrte in Staunen und Schrecken die theilt, haben nun die Kollegen vom Direktor Abänderung der für das Stiftungsfest ein Komitee gewählt. plötzliche Erkrankung ihrer Genoffinnen an. Diefe Letzteren Arbeitsordnung und Verkürzung der Arbeitszeit um eine Stunde gefordert. Da eine Einigung nicht zu erzielen war, haben 29) Filiale Rigdorf. Sonnabend, den 22. Juli, Abends 8% Uhr, Berfamm- beruhigendem Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter,( E. S. wurden sofort in ihr Klassenzimmer geschickt, jene unter Zuspruch ans Fenster gestellt, um fämmtliche Kollegen ihre Stellung gekündigt und find fest ent- lung bei Filice, Kirchhofstr. 26. Tagesordnung: Kaffenbericht. Bertiefen Athemzügen frische Luft zu schöpfen. Die Ohnmächtigen schlossen, bei ihrer Forderung zu beharren. Ferner ersucht der schiedenes. Privat- Theatergesellschaft Preciofa", 3 Uhr, Andreasstr. 3, Re- tamen bei kräftigem Ansprigen mit kaltem Wasser und energischem Redner die Anwesenden, dafür Sorge zu tragen, daß kein Berliner staurant„ Andreasburg". Sisung alle Freitag. Abends 9 Uhr, Gesangs Bureden, sich vernünftig zu benehmen, rasch wieder zu sich; ſie Sollege ohne Befragen des Vorstandes vorläufig nach Branden- ftunde. burg Stellung nehme. Von den 110 in Brandenburg beschäftigten Filiale Moabit. Be: jammlung am Sonntag, den 23. Juli, Vormittags 10 Uhr, Nachmittag oder Bentral- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer, wurden dann nach Hause entlassen und kehrten bereits denselben am andern Morgen zurück, ohne daß Kollegen gehören nur 4 der Organisation nicht an, außerdem im sotal Drendel, Jagowftr. 16. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom zweiten sich in der Folge die geringste Störung der Gesundheit steht die gesammte Arbeiterschaft Brandenburgs dem Vorgehen Quartal. 2. Wahl eines definitiven Vorstandes und Kaffenangelegenheiten. Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8-10% Uhr: Süd- zeigte. der Kollegen sympathisch gegenüber, und ist deshalb zu hoffen, Wir haben es hier mit einem jener merkwürdigen daß die Kollegen mit ihrer Forderung durchdringen. Für den Schule, Mariendorferfir. 5 bei Grube. Süd- Ost- Schule, Reichenberger- Fälle zu thun, in denen nervöse und psychische Erkranſtraße 133. Unterricht über Gesetzestunde und Nationalökonomie Dft: Schule, fungen fich ähnlich wie eine Seuche von Individuum Geist, der unter den Betheiligten herrscht, spreche am besten der Martusstr. 31. Unterricht in Geschichte( alte). Nord- Schule, MüllerSolche psychische Ansteckungen Besuch der Versammlung, die einberufen wurde, um Stellung zu fraße 179a: Unterricht in Physiologie und Buchführung. In allen unter zu Individuum ausbreiten. der Angelegenheit zu nehmen, und die, trotzdem seitens der Berichtsfächern, mit Ausnahme von Mathematit und Buchführung, tönnen beobachtete man schon in früheren Jahrhunderten; so wird noch Schüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Semesters eintreten. mehrfach von Veitstanz- Epidemien berichtet, welche ganze Orttriebsleiter jedem Versammlungsbesucher Entlassung angedroht war, von sämmtlichen 200 in der Anstalt beschäftigten Arbeitern bei Gruber, Mariendorferstr. 5. Westen, bei S. Werner, Bülowstr. 59. fchaften trafen und zu deren Heilung man Wallfahrtsorte aufund Arbeiterinnen, bis auf zwei, besucht war. Folgende Reso- Beteranensir. 22. Bolzarbetter" Abends 8 Uhr im Botale des Herrn Peterson, suchte. Heutzutage wird man diese Erscheinungen den„ autoLefe- und Diskutirklub Otto Reimer, Abends 8% uhr suggestiven Zuständen" zurechnen. Die Besonderheit in unserm Iution fand hierauf einstimmige Annahme: Die heutige Ver- Wilhelmshaven erftr. 28 bet stuba. Diskutirklub August Geib tagt jetzt fammlung der Berliner Filiale drückt den Brandenburger Freitag Abends 8% Uhr Restaurant Bubett. Lese- und Diskutirklub Sand Falle besteht in dem außerordentlich kurzen Zeitraum, in dem in Hand" sy Uhr bei Liewald, Manteuffelstr. 46. sich die Szene abspielte. Kollegen ihre volle Anerkennung für ihr muthvolles und foliArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen darisches Vorgehen aus und sichert denselben jede nach unseren im Bereinstalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. Ein internationaler Kongreß der Taubstummen wird Kräften zu leiftende Unterstüßung zu. Freitag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Kaifer demnächst in Chicago in dem Memorial Art Palace stattfinden, cher Männerchor, Schönhauser Allee 28, bet Kuhlmey. Nord, Berg- wie ein solcher bereits 1889 zur Zeit der Pariser Weltausstellung Vorwärts 1, S.D. Adalbertstr. 21, bei Roll. Die Zentral- KrankenBegräbnißkaffe für ftraße 68, bet Keller. Kummer's cher Gesangverein, Langestraße 65, bei Tempel. Buch abgehalten worden ist. Es hieße der Bedeutung des Kongresses Frauen und Mädchen E. H. Nr. 26 zu Offenbach binder Männerchor Berlins, Solzmarktstraße 8, bei Deter. mat nicht gerecht werden, wenn man demselben nur seiner Originalität am Main hielt am 17. Jult eine Generalversammlung ab. So glöden, Hochftr. 32a, bei Witte. Gemüthlichkeit Buger, wegen Beachtung schenken wollte, obgleich es immerhin seltsam fort nach der Eröffnung der Versammlung verlangten einige Seybelsir. 30. Balme, in Belten, bei Schröder.- Morgenroth ist, eine solche schweigsame Versammlung debattiren" zu sehen. Köpenick, Müggelheimerstr. 3 bei Held. Sarthaus'scher Gefang Frauen das Wort zur Geschäftsordnung, das ihnen aber nicht gewährt verein, Lichtenbergerstr. 21, bet Setſe. Gesangverein Morgen Wie der Matin" berichtet, giebt es in Frankreich 40 Tausend wurde. Der Aufforderung der Vorfißenden, die Männer möchten roth 2, Charlottenburg, Bismarckstraße 74. Arbeiter Gefang: Taubstumme, deren Delegirte eine Anzahl Forderungen stellen erst die Versammlung verlassen, wurde mit einem energischen verein. Typographia, Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schrift werden. Vor allem werden sie zu gunsten der von dem berühmten gießer, Kommandantenstr. 20, Arminhallen. Gefangverein Nordwacht, Protest begegnet, und worauf die Versammlung geschlossen wurde. Müllerftr 7, bet Reichert. Gesangverein Sch margendorf in Schmargen Abbé de l'Epée erfundenen Zeichensprache eintreten, zugleich Hierauf wählte sich die Versammlung zwei Personen zur Leitung dorf, Wirthshaus. Butunft 1, Stegliz, Ahornstraße, im Gambrinus. aber einen in seiner Art ungefährlichen Chauvinismus treiben. Gesangverein Collegia 1, Manteuffelstr. 9 bet Nowiacs. Gesangder Berhandlung und nahm die Wahl der Ortsverwaltung vor. verein Freiheit Moabit, Kronen- Braueret, Alt- Moabit Nr. 47/49. Die französischen Taubstummen sind nämlich unbedingte AnVereinte Sangesbrüder Moabit" Stromstraße 28 bei hänger der Zeichensprache und betrachten die Methode der Vorsitzenden Hedel, ersten Kassirer Tschenscher, zweiten Kassirer ange. Sängerverein Sorgenfrei" Melchiorftr. 15 bet Stehmann. Mundbewegung als deutsch- italienisch. Alle Anträge werden geGefangverein" Rosalia" Blumenftr. 45 bei Went. Nord- West: Hug; erste Schriftführerin Frau Granzow, zweite Schriftführerin Stern", Altonaerstraße 27 bet Lipte. Bineta", Swinemünderstr. 35 druckt werden, und jeder Kongreßtheilnehmer hat 30 Minuten Frau Schielte und zu Beisißenden Frl. Halm, Frl. Menzel und bei Queitfch. Freie Siebertafel, Neue Königftr. 78 bei Hahn. Zeit, sich über die vorliegende Frage auszusprechen. Es liegen Frau Quandt. Nach Erledigung der Wahl nahm die Ver. Brandenburger Männer- Gefangverein in Brandenburg a. S., eine ganze Anzahl interessanter Anträge vor. Mr. Heill von Rothe Fahne, Görligerstr. 52 bet Vogel. sammlung folgende Resolution an: Die Versammlung erklärt Mengert's Boltsgarten. Brauer Massachusets wird Bericht erstatten über die journalistische Karriere sich gegen die Bestimmung der Ortsverwaltung, die Männer aus Sängerchor der Töpfer, Neue Friedrichfir. 44 bei Mölltg. Gesangverein Gerstenähre, Alte Jatobstr. 83 bei Wienecke. der Taubstummen und ihre Befähigung dazu. Mr. Henri Gaillard der Versammlung zu verweisen, da durch eine solche Maßregel Bund der geselligen Arbeitervereine Berline und Umgegend. das freie Selbstbestimmungsrecht der Mitglieder aufgehoben alle Zuschriften sind zu senden an P. Sentel, Bergmannstr. 21, 5of 8 Tr. hält einen Vortrag über die Bedeutung der Taubstummen in Kunst, Tambourverein wir bei Wissenschaft und Literatur, und Herr Adam von Washington wird wird. Wir ersuchen den Zentralvorstand, die heute gewählte Orts- reitag: Tambourverein Ruf, Inselstraße 1. Gartenstr. 52. Tambourverein Boruffta" Wetdenweg 93-94 bei J. Scholz. einen Bericht über die körperliche Erziehung der Taubstummen verwaltung zu bestätigen und endlich Ruhe in unserem Bezirke Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gefang: bringen, der für eine größere Betheiligung am Sport, besonders wieder herzustellen. verein Union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei. Wedding, Abends 8 Uhr, bei Schäfer, Steue Hochstr. 49. Männerchor dem Radfahren, eintritt. Die französischen Delegirten marschiren Die Maler, Lackirer und Anstreicher hatten am Mitt- Waldesrauschen, Abends 9 Uhr, bei Weigt, Wtartgrafeuftr. 87.- Privat jedoch an der Spitze der Reformer. Sie verlangen eine der Zahl Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bet Schulz, Punouserstr. 35. woch eine öffentliche Versammlung. In einer längeren Debatte, Mufit- Dilettantenverein" Zonita", Abends 8% Uhr bei Schent, Krauthr. 39 und Intelligenz der Taubstummen angemessene Wirksamkeit im die sich um eine Aenderung der Beitragsleistung brehte, wurde uebungsstunde. Musikverein Frisch auf, Restaurant Schröder, Steichen, öffentlichen Leben und Schaffung einer aus Taubstuminen bestehenden Behörde, die deren Interessen und Angelegenheiten zu ein Antrag Lint angenommen, fernerhin die 50 Pf. Beitrag bergerjir. 24. fallen zu lassen, und den 10 Pfg. Beitrag einzuführen. Der An- turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des fördern hätte. Man kann den Unglücklichen, die voller Energie trag Buschold, an stelle der Kommission einen Vertrauensmann geffing- Gymnastums Pantsir. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen und Intelligenz sind, derartige Forderungen wohl zugestehen, zu wählen, wurde einstimmig angenommen, und Kollege Köln die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turn- denn ste haben ein Recht, von der Gesellschaft als gleichhierzu ernannt. Sehr getheilt war die Meinung darüber, ob ein balle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. Bergnügungsverein Esperance, Abends 9 Uhr, Rosenthalerstr. 11-12, berechtigte und gleichverpflichtete Glieder angesehen zu werden. Delegirter in die Gewerkschaftskommission zu schicken sei. Nach- im Restaurant. Bergnügungsverein Veilchen, Abend 9 Uhr, bei Brauns, Gefelliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, dem in längerer Debatte das Für und Wider erwogen war, Dranienftr. 183 p. Alte Jakobstr. 128( Logenhaus). Unterhaltungsflub Schiller, Abends wurde der Kollege Fleischer als Delegirter der Gewerkschafts- s uhr im Restaurant Holzbacher, Dreyfeſtraße 3. Lepidopt. Vereinigung Kommission gewählt. Zum Schluß forderte Menzel zum Beitritt Orion, Abends 9 Uhr Sizung Schüßenftr. 29. Musikverein off= in die Organisation auf, und Köln ersuchte um baldige Abrechnung", Abends von 9-11 Uhr Uebungsstunde Prostauerstr. 35-37 bei nung mit den alten Marken, widrigenfalls die Restanten in nächster Versammlung bekannt gegeben würden. 01 Quartettverein Berliner Turngen offenschaft. Die erste Männerabtheilung Schneider. Stattlub Kairo" Abends 8 Uhr bei Flic, Simeonftr. 28. Bergnügungsverein Berolina, jeden Freitag Abend& Uhr im Reſtaurant " Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Bur Gleichheit", Andreasstr. 26, Sigung. Nach derselben Tanz. TanzlehrerBerein Solidarität, jeben Freitag Abend 8% Uhr im Lokale von Ehren- Kopenhagen, 20. Juli. Die vorgestern in Slagelse auf berg, Annenftr. 16, Sigung. Rauchtiub„ Rothe Fahne", Freitag Abend Seeland unter Vorsitz des Lehnsgrafen Holstein- Holsteinborg abUhr, Cuvryfir. 48 bei Stricheldorff. English Conversational Club Shakespeare. gehaltene agrarpolitische Versammlung war von fast 2000 LandMeeting every Friday at 9 p. m. at Behrens Restaurant wirthen besucht. Die Großgrundbesitzer, die sich bisher ab= Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. wartend verhielten, schließen sich jetzt dem Agrarverein in großer Der Fachverein der Stuckateure für Berlin und Umgegend hielt am 17. Juli eine Mitgliederversammlung ab, in der Kollege Rößner als erster Vorsitzender und Kollege Roßinski als zweiter Vorsitzender gewählt wurden. In einem recht beifällig aufgenommenen Vortrag sprach Genoffe Lichte über Henrik Ibsen. Mit der Bitte, die nächste Versammlung recht s zahlreich zu besuchen, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Vermischtes. Ju Rigdorf fand am 19. Juli eine Voltsversammlung statt, in der Stadtverordneter Dr. 3 adet über öffentliche fanitäre Mißstände sprach. Der Arbeiterverein„ Vorwärts" hatte sich aus Anlaß des in letzter Beit vielfach besprochenen Eine Lesefrucht. Mar Nordau giebt in seinem neuesten Wassermangels in Rixdorf und der westlichen Vororte bereits Werke„ Entartung", dessen 2. Band soeben erschienen ist( Berlin, mit dieser Frage beschäftigt und eine Kommiffion gewählt, welche, E. Duncker), aus Anlaß einer Besprechung des bekannten, wahnähnlich wie die Arbeiter- Sanitätstommission in Berlin, alle ge- finnig gewordenen, aber von einzelnen Entarteten noch immer meldeten Mißstände recherchiren und bei gelegener Beit ver- abgöttisch verehrten Dekadenzphilosophen Friedrich Nietzsche, von öffentlichen soll. Zweck der Versammlung war nunmehr, die Bes der Schneidigkeit", welche leider zur Signatur der lebenden Gewohner, und speziell die arbeitende Bevölkerung, die unter allen neration in Deutschland geworden ist, eine so treffende Charaksolchen Ralamitäten immer am meisten zu leiden hat, anzuspornen, teriftit, daß wir dieselbe unsern Lefern nicht vorenthalten möchten. der Kommission hilfreich zur Seite zu stehen. Dr. 3 adet in. Niezsche's Grundgedanke der Rücksichtslosigkeit und viehischen Anzahl an. Christiania, 20. Juli. Jin Storthinge wurde Kultusminister Bang wegen seines Verbotes der Aufführung von Cherubinis Requiem in der Domkirche zu Bergen von den Abgeordneten Michelsen, Lund und Havig scharf angegriffen. Bang erklärte, daß er seines Gewissens und bestehender Gesetze wegen eine katholische Seelenmesse in einer norwegisch= lutherischen Staatskirche nicht zur Aufführung habe zulassen können. Paris, 20. Juli. Der Minister des Aeußern, Develle, erhielt offizielle Nachricht, daß das russische Geschwader demnächst aus den chinesischen Gewässern in Siam eintreffen werde, um Frankreichs Forderungen zu unterstüßen. Paris, 20. Juli. Gegen die Ausweisung Cipriani's ist nun auch seitens des sozialistischen Journalistenverbandes beim Ministerpräsidenten Protest erhoben worden. Belgrad, 20. Juli. Der Bericht des Untersuchungsausschusses| Tientsin von gestern meldet, soll die chinesische Regierung infolge in der Angeklagefache gegen die früheren Minister soll bis zum der jüngsten Ereignisse in Siam Maßnahmen zur Unterstüßung 2. August erstattet werden. Ueber den Antrag auf Ausweisung Siams getroffen haben. von Ristic und Belimarkovic wird die Skuptschina in den Christiania, 20. Juli. Das Storthing hat mit 62 gegen nächsten Tagen verhandeln. Nachdem die Skuptschina den Anklage- 52 Stimmen beschlossen, die Appanage des Königs von 336 000 Aft den gewesenen Ministern des liberalen Kabinets Avakumovic auf 256 000 kronen herabzusetzen. Die Appanage des Kronzugestellt hat, ist es wahrscheinlich, daß über dieselben die prinzen wurde mit 61 gegen 53 Stimmen um 50 000 Kronen Bräventivhaft verhängt wird. reduzirt. London, 20. Juli. Die beiden armenischen Delegirten sind nach Wien abgereift, nachdem sie von Lord Roseberry die Verficherung erhalten haben, daß die britische Regierung nichts unterlassen werde, um die Begnadigung der verurtheilten Christen zu erwirken. Man erwartet, daß Lord Dufferin in außerordentlicher Mission dieserhalb nach Konstantinopel geht. Rom, 20. Juli. In einem kleinen Orte der Provinz Coni an der französischen Grenze ist ein tödtlicher Cholerafall vorgekommen. Von Neapel werden zwei choleraähnliche Erkrankungen aus Vorstädten gemeldet. Birmingham, 20. Juli. Infolge der angekündigten 25prozentigen Lohnherabsehung hat der Bergarbeiter- Kongreß befchloffen, daß sämmtliche Bergarbeiter, selbst in den Gruben derjenigen Besizer, welche nicht die Lohnherabsehung eintreten lassen wollen, tündigen, aber ihr gegenwärtiges Vertragsverhältniß einhalten sollten, Briefkaften der Redaktion. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) A. H. 10. 1. Ob es Bureaus giebt, welche mittellose AusBerlin, 20. Juli. Die hiesige brasilianische Gesandtschaft wanderer gegen Bedingungen oder Arbeitskontrakte nach Amerika, erklärt, die dem Reuterschen Bureau" über Queenstown ge- Australien oder Süd- Afrika befördern? Es mag solche geben, meldete Nachricht von einer Gelbfieber- Epidemie in Santos müsse aber wir würden, selbst wenn wir solche kennten, keins empfehlen, auf einer Verwechselung beruhen. In dieser Annahme werde denn alle solche Geschäfte laufen auf den reinen Stlavenhandel die Gesandtschaft dadurch bestärkt, daß die Gelbfieber- Epidemie hinaus. 2. Das kommt auf den einzelnen Fall an, ob dem in diesem Jahre in Santos nicht sehr stark aufgetreten sei, daß jungen Menschen vor Erfüllung der Militärpflicht ein Auslandsdie Posten aus Santos nie in Queenstown eintreffen und daß paß gewährt wird oder nicht. Cantos nicht an einem Flusse, sondern am Meere liege. H. Sch., Kutscher. Erscheinen Sie einen Nachmittag per sönlich in der Redaktion zur Besprechung des eingesandten Artikels. Hamburg, 20. Jult. Der Hamburgischen Börsenhalle" wird vom brasilianischen Konsul mitgetheilt, daß der Kapitän des gestern von Santos hier eingetroffenen Hamburger Dampfers Tijuca", welcher sich vom 16. bis 20. Juni in Cantos aufhielt, ertlárt habe, es sei während dieser Zeit nicht ein einziger Fall von gelbem Fieber vorgekommen. Der Gesundheitszustand von Santos ließ vielmehr nichts zu wünschen übrig. Amsterdam, 20. Juli. Eine ministerielle Verfügung verbietet vom 24. d. M. ab die Ein- und Durchfuhr von ungewaschener Leib- und Bettwäsche russischer Auswanderer. Paris, 20. Juli. Die Zollkommission genehmigte das Handelsübereinkommen mit Serbien. Die Deputirtenkammer nahm mit 329 gegen 2 Stimmen debattelos den Kredit von 7 Millionen für Dahomey an. Infolge einer Breßpolemik haben sich Elémenceau und der Chefredakteur des" Petit Journal" Judet gegenseitig ihre Zeugen gesandt. London, 20. Juli. Dem Reuter'schen Bureau" wird aus Rapstadt vom heutigen Tage gemeldet, daß die Lage im Maschonaland eine ernste ist und daß das Fort Victoria daselbst durch den mächtigen Häuptling Lobengula und den Stamm der Matabele, der sich empört hat, bedroht wird. Die Ansiedler und Grubenarbeiter haben sich in das Fort Victoria zurückgezogen und rüsten sich zur Abwehr des bevorstehenden Angriffs. London, 20. Juli. Wie das„ Reuter'sche Bureau" aus Achtung! A. 2. In der 2. Beilage von Nr. 164 des„ Vorwärts" ist alles Nähere über die Wahlberechtigung veröffentlicht. Bittan. Von einem Entlassenwerden müssen im dritten Dienstjahr kann nicht die Rede sein. F. V. Mit jedem neuen Reichstag beginnt eine neue Reichstagsperiode, die 5 Jahre dauert. Diese Frage ist schon so oft im Briefkasten beantwortet. Liebentraut Stolp. Sie wollen sich schleunigst mit dem Antrage um Aufklärung an das Schöffengericht wenden; es scheint eine Personenverwechselung vorzuliegen. M. B. Aa. Leider scheinen Sie so betrogen zu sein, daß Sie auf alle Fälle der Reingelegte sind; nehmen Sie dort mit einem Anwalt Rücksprache. G. W. Pallisadenstr. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. R. H. Menden Sie sich an Frau Ihrer, Velten, oder an Frau Bettin, Stuttgart. P. S. Marburg. Solch Vertrag zu unterschreiben, kann lediglich zur Beeinträchtigung der Rechte Ihrer Frau führen. Schicken Sie das Ding wieder den Absendern zu; anständige Leute schämen sich, bei Lebzeiten ihres Vaters dessen eventuellen Nachlaß zu theilen. W. Schr. Aachen. Aber, dicke Beleidigungen enthält Ihr an den Seelenhirten gerichteter Brief; entschuldigend fällt Ihre Aufregung( für den Fall der Anklage) ins Gewicht. Schmidt. Es hängt das von dem Wortlaut des Theils des Kontraktes ab, der sich auf das gemeinschaftliche Kloset bezieht. A. F. Der freihändige Verkauf eines Hauses hebt den Miethsvertrag nicht auf; nur wenn das Haus subhastirt wird, steht dem neuen Eigenthümer ein Kündigungsrecht vor Ablauf der tontrattmäßigen Miethszeit zu. C. K. 15. Für die Schulden Ihrer Schwester oder Ihres Neffen sind Sie nicht verbunden aufzukommen, vorausgesezt, daß Sie nicht Erbe Ihres Neffen geworden sind. Dann würden Sie für die Nachlaßschulden haften. Württemberger. 1. Nachricht ergeht von Amtswegen an das Pfarramt nicht. 2. Das Gewerbe ist anzumelden. 3. Anspruch auf Unterstützung haben Sie auch als Erſagreservist. G. 5. 100. Eine Zechschuld kann wie jede andere eingeklagt werden: Verjährung liegt nicht vor. richten. Herrmann. Das Gesuch ist an die Staatsanwaltschaft zu Et. 888. Wenn ein Mädchen schon einmal außerehelich geboren hat, so kann sie Alimente für das zweite, von einem anderen Vater erzeugte Kind nicht beanspruchen. Nr. 77 Max F. 1. Zur Zahlung sind Sie bei Vermeidung der Exekution verpflichtet. Wollen Sie ein Erkenntniß vordem haben, so müssen Sie die Ertheilung einer Ausfertigung bei Gericht beantragen. 2. Wegen Alimente für uneheliche Kinder darf der Lohn nicht mit Beschlag belegt werden." Glück auf. Konsumvereine sind Gewerbetreibende im Sinne der Gewerbe- Ordnung und des Strafgesetzbuchs. J. W. 49. Im Falle einer nothwendigen gerichtlichen Veräußerung muß der Miether sich auch innerhalb der kontraktmäßigen Zeit eine Auffündigung gefallen lassen. Der Miether ist aber erst nach Ablauf eines Vierteljahres vom Ausgange desjenigen Quartals, in welchem der Verkauf geschehen ist, zu räumen verbunden. Erfolgt also in Ihrem Falle der Zuschlag am 3. Oktober, so würden Sie zur Räumung am 1. April verRonaldt. Die Schulbehörde ist im Rechte. Louis Friese. Bereits unter dem 16. Juni sind Ihre bunden sein. Fragen( Seite 4 unter Louis Fr.) beantwortet. W. Klatte. Zur Zahlung der Klebemarken find Sie verSchneider. Die geschenkte Uhr können Sie nicht zurück- pflichtet: Die Zugehörigkeit zu einer Krankenkasse ist ohne Einverlangen. Sie sind allein dem Uhrmacher für Zahlung ver- fluß auf die Klebepflicht. pflichtet. In dem Schenken einer fremden Sache fann Unterschlagung erblickt werden: strafbar ist der Schenker. Abonnent Oderbergerstraße. Unverständlich. Achtung! Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen. 209/7 G. K. 13. ein: wenn ein Vorsitzender einen Angeklagten beleidigt, so ist das ein feiger Mißbrauch seiner Stellung, aber tein Revisionsgrund. Aufforderung! Sophastoff- Reste Alle Steinträger, welche auf dem in Rips, Damaft, Crêpe, Fantasie, Bau Manteuffelstr. 7 gearbeitet Gobelin, Plüsch und bunten haben, werden hiermit aufgefordert, Mocquets spottbillig! Proben franko! Sonntag, den 23. Juli, Vorm. 10 Uhr, Die Firma Kaufmann ist gesperrt. Zuzug nach zur Abholung ihres Restgeldes sich am Brandenburg fernhalten. Der Vorstand. ( Anhalter Bahn.) Gr. Lichterfelde.( Anhalter Bahn.) Sonntag, den 23. Juli, Nachmittags 3 Uhr, in Griess' Lokal: Sommerfest bestehend in Konzert, Ball, Verloosung u. Kinder- Fackelzug veranstaltet vom Volks- Bildungsverein. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr ab geöffnet. Entree 10 Pf. Zu recht zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein 369/17 Der Vorstand. Verband der Sattler und Tapezirer. Derlammlung am Sonnabend, den 22. Juli, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Wienecke, Alte Jakobstraße Nr. 83. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet.[ 290/4] Der Vorstand. Achtung! Nixdorf. Achtung! im Restaurant, Langeſtr. 65, einzu Emil Lefèvre, Oranienstraße Tafenugren, Regulatoren u. Wecker zc. finden. 45692 J. A.: Gebr. Petraneck. Orts- Krankenkasse der Böttcher Berlins. Dienstag, den 1. August, Abends 81/2 Uhr, bei Heise, Lichtenbergerstr. 21: Generalversammlung. Tagesordnung: Beschluß über die von der Oberverwaltungsbehörde gestellten Anträge betreffend die Mindestleistung der Kasse. Hierzu find alle Mitglieder dringend 158. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4485L am biesigen Blaze wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Breije! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtavate sind am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. eingeladen, weil das Bestehen der Kasse Naether& Krausse hiervon abhängt. 112/11 Rassenlokal Michaelskirchstr. 19 bei Schleifer. Der Vorstand: Seemann. Zentral- Krankenkasse der Bergstraße Nr. 129. Gröpler's Salon. Bergstraße Nr. 129. Maurer, Gipser( WeißSonnabend, den 22. Juli 1893: Großes Sommerfest 329/8 des Verbandes deutscher Textilarbeiter und-Arbeiterinnen Filiale Rixdorf bestehend in Konzert, humoristischen Vorträgen, lebenden Bildern, Festrede, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten Fritz Zubeil und Ball. Anfang Uhr. Entree 20 Pf. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Billets sind in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Zu zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein Das Comité, X- und O- Beine Diese Missgestaltung wird bei Allen ohne Mechanik, Schienen etc. vollständig und auf das eleganteste verdeckt durch HEINRICH BAYER'S ,, EGALISATOR, in den meisten Kulturstaaten patentamtlich geschützt, bequem, haltbar und leicht. Unter jedem Beinkleide und bei allen Bewegung, unsichtbar. Gewicht 2-300 Gramm. Toilettenstück ersten Ranges. Schnelle Anfertigung nach selbtgenommenem Maasse. Ausf. illustr. Prospekte mit Anleit. und Maass gegen 10 Pf.- Marke fco. in verschloss. Couvert ohne Firma durch die Fabrik. 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